llr. 9Z Erstes Blatt <78. Jahrgang Mittwoch. 25. April 1928 tr|d)tint täghd), outzei Sonntags inb jsirrtags Beilagen. «U^ener FomikiendtLtt« Heimat im Bild Di» Sd)oOe Hanai$«BeiH6»preti: ? Vttd)smarli and 20 Reid)spfe*ntq für Träge» ohn, auch bei Nichler» ftheinen etnjelner'Jlummera nfolg« höherer Gewalt. lern|pred)an|d)lü||t: 61, 64 and 112 ■l*|4)rifl für Drahtnach- richten Anzeiger rieste». pat|d)td!onto; granffr.ri am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Verla,: vrühl'fche UniverßtLlr-vuch- und Stdnönideret H. Lange in Stehen. Schristlettung und Seschäftrftelle: Schullttahe 7. 2lnnd!)m« oon Snjeiatn für die lagesnummer bis zum Nachmmag vorder. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Steile örtlich 8, auswärts 10 Aeichspfennig für Ne» klameameigen von 70 > m Steile 35 Reichspfennig, Playoorlchrifi 20* . mehr, öbefrebakleur Dr Friedt Blllh Lange. Seranlwonlich für Politik Dr Ft Wild Lange für Feuilleton Di H Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Dienlichem, für den An» ieigenteil Kurl Hillmann, lämllich in Diesten weitere Posten, dH. ungefähr ein Achtel a b .3 u • regelmäßige Einkünfte" auf gefährdende Organisation. wie dies Don seinen Führern selbst mit zpni'cher Offenheit der Hebe Churchills ergriff als Führer der Opposition Posten .Vermischte 13 055 000 Pfund.' Aach Beendigung LLohd George das Wort, um den Schaylan^.er z u der glänzenden Art zu beglückwünschen, in der er den Aufgaben seines Amtes nach- gekommen fei. Der wichtigste Faktor des Budgets fei Churchills Vorschlag der Ermäßigung der Gemeindesteuern. Wan sei sich darüber einig, daß es fich hier um eine Frage handele, die schon längst fällig gewesen 'ei, und daß etwas zu ihrer Lösung geschehen müsse. Das Haus nahm dann sämtliche auf die Besteuerung bezüglichen Entschließungen an und vertagte sich danach. des gesamten Beamten st aber bauen, und dieselben Ersparnisgrundsätze dann auch auf die Verwaltung des Heeres, dar Marine und der Luftstreitkräfte auszudehnen Sehr eingehend befaßte sich der Schatzkanzler weiterhin mit Ein Schiedsgerichts- und Ausgleichsvertrag mit Amerika. Berlin. 24. April. (Priv.-Meld) Vachrichten aus Paris, daß Staatssekretär Kellogg und Botschafter v. Prittwitz und Gaffron einen Schiedsgerichts- und Ausgleichsvertrag zwifchen dem Deutschen Reiche und Amerika in einigen Tagen unterzeichnen würden, treffen z u. Der Vertrag ist hervorgegangen auS den Verträgen Amerikas vor dem Kriege, welche einerseits die Austragung von gerichtlichen Streitfragen und anderseits den Ausgleich von Streitigkeiten behandelt. Deutschland halte das Eingehen auf solche Verträge vor dem Kriege aus formalen Gründen abgelehnt. Die Schicdsgerichtsverträge lauten auf fünf Jahre, die Ausgleichsverträge sind für lange Dauer berechnet. - * Englands Staatsfinanzen. (Schahkanzler Churchills Budgetrede vor dem Unterhaus Das Verbot des Voten Krontkämpserbundes. ver Reichsinnenminister im Reichstagsüberwachungsausschuß. - Sämtliche Anträge gegen Keudell abgelehnt. leitete schließlich auch eine Untersuchung ein, die aber jetzt eingestellt werden mußte, da sich die schon gleich nach der Selbftbezichtigung FrieheS ausgetauchte Vermutung bcftäiiglc. daß er nur vorgeschoben worden ist. um Max Hölz aus dem Zuchthaus herauszubringen. Irgendwelche Anhalt, punkte dafür, daß Friehe und nicht Max Hölz der Mörder des Gutsbesitzers sei, haben sich jedenfalls nicht ergeben. Die Kommunisten werden von dem Beschluß der Strafkammer Halle, den Bergmann Friehe außer Verfolgung zu setzen, nicht sonderlich entzückt lein, da sie bereits ziemlich fest mit der iSinlciÜmg eines Wiederaufnahmeverfahrens in Sachen Max Hölz gerechnet hatten. Ihre Entlastungvoffenfive ist auf breiter Front mißglückt, sie werden auch weiterhin auf eine Tätigkeit von Hölz in ihren Reihen verzichten müssen, den sie sicherlich sofort zu ihrem Führer macyen würden, wenn eß ihnen gelänge, seine Freilassung zu erwirken. Max Hölz hat in der Tat das Zeug in sich, aus der Kommu- nistischen Partei wieder ein wirkungsvolles politisches Instrument zu machen und der unaufhaltsam fortschreitenden Krästezersplitterung Einhalt zu gebieten. Wir können es also verstehen, wenn sich maßgebende Kommunisten immer wieder für ihn ins Mittel legen. der Frage der ffommunalfteuern, deren Verminderung er im Interesse des Wirt- chaftslebens für dringend notwendig erklärte Er habe den Plan zur Bildung eines Fonds von 20 bis 30 Millionen Pfund Sterling ausgearbeitet, der zur Verminderung solcher Kommunal- teuern, die d i e Produzenten in Stadt und Land besonders treffen, dienen soll Unter dem Titel „Vermischte Eingänge und oersch ebene Anleihen" hatten wir v rmehrte Eingänge zu ver- zeichnen, die auf die Regelung der Schulden der früheren Alliierten und auf dir Reparationszahlungen gemäß dem Dawesplan zurückzuführen find. Dies war ein sehr wescnt- lich.r Faktor, der nun im kom.nende.i Finanzjahr allcs zusa mnenger?ch ret sich aus nahezu 3 2 Millionen Pfund belau en wird, ein Betrag, der nicht viel zurückbleibt hinter dm 32 845 000 Pfund, die von uns im kommenden Jahr an die Vereinigten Staaten zu erlegen sind. Wenn ich in meiner ersten Rede, die ich in dem jetzigen Unterhaus geha ten have. zu sagen gewagt bä te dal; wir ein beinahe vollständiges Gleichgewicht erreichen würden zwischen dem, was wir während b:6 gegenwärtigen Jahres empfangen und dem, was wir zu zahlen hätten, darn hätten wohl die Mitglieder des Hauses kein Hehl au; ihrem llng.'aubcn gemacht. Wir sind viel denjenigen schuldig, deren Mitarbeit eS zu verdanken ist, daß das Dawes-Abkommen möglich wurde. Was steht im Wege, daß vir immer be- reit lind, einander etwas zuzutrauen Als die Vcgierung ihr Amt übernahm, war die Etatposition .Vermischte Einlom.: e spo'.en . e.neAn- zahi von Einkommensposten, die allmählich zum Erliegen kamen, wie z. D. die Eingänge aus Hern Verkauf überflüssiger Kriegsvorräte. An die Stelle dieser Einkünfte sind nun jene Zahlungen getreten, die wir empsangcn und von denen wir hoffen, daß sie nicht weniger lang anhalten, a l s unsere Verpflichtungen gegenüber Amerika Bestand haben. Die Einkünfte unter dem Titel .Verschiedene Anleihen " beliefen sich in diesem Jahre aus 27 650 000 Pfund Sterling und für den London, 24. April. (WTD) Am heutigen Budgcttag waren alle Au^en auf * atzkanz - I e r Churchill gerichtet, der sei : erles Budget (aller Voraussicht nach das vorletzte der augenblicklichen konservativen Regierung) im ^Interhause einbrachte. Während der Vater Churchills, Lord Vandolph Ehurchill, als Schatzkanzler 1886 in seinem Budget Ausgaben in Gesamthöhe von 90 Millionen Pfund zu begleichen hatte, steht fein Sohn Winston Churchill freute Voranschlägen gegenüber, die sich auf nicht weniger als 331 Millionen Pfund belaufen. Das ist f a ft zehnmal soviel. Bei der heutigen Sröffnunj der Unterha'-llyung war das -Haus bis aus den letzten Platz gefüllt, und es herrschte auf den sänken der Abgeordneten und auf den Tribünen lebhafteste Stimmung Zahlreiche hervorragenbe Bank- und andere Fiiianzautoriiäien hatten sich auf der Zuschauertribüne eingesunden, um die mit größter Spannung erwartete Erklärung Churchills anzuhören. Als dieser sich um 3.42 Uhr unter lautem Beifall der ministeriellen Abgeordneten und ironischen Rufen der Opposition erhob, um fein Budget einzubringen, rief der Radikale Ktrkwod .England erwartet, daß Ehurchill feine Pflicht tun werde!" Churchill erklärte, das beendete Finanz ahr habe dauernd bergan geführt. Das Wetter fei nah und freudlos gewesen. Unter dem Gelächter des Hauses bemerkte der Schatzkanzler, der Tod sei der häufige Genosse und fast der einzige Freund gewesen. (Churchill spielt aut die hohen Einnahmen an, die sich auS den Vach- laß st e u c r n für die ungewöhnlich große Zahl im letzten Jahre verstorbener Millionäre ergab.) Churchill fuhr fort, er könne sich keines Budgets erinnern, das trotz so zahlreicher Gegensaktoren geglückt fei. Er drückte feinen Kollegen seinen Dank für die Mitwirkung bei den erzielten S r - s p a r n i f f c n aus und erklärte, ermutigt durch diesen Erfolg beabsichtige er, das gleiche Verfahren im gegenwärtigen Jahre zu wieder- h o l e n. Er schlage vor, eine neue Erbschaftssteuer mit einem auf 375 Millionen Pfund Sterling jährlich veranschlagten Betrag einzuführen. Wenn diese Ziffer innegehalten werden könne, so würden die inneren und äußeren Schulden, einschl. der Amerika-Anleihe, ohne daß Zusahsteuem notwendig wären in 50 Jahren getilgt werden können. 3m vergangenen Jahre wurde mehr als das Doppelte von dem im Regierungsplan vorgesehenen Ueberschuß erzielt. Es wurden Ersparnisse von 10,5 Millionen Pfund Sterling gemacht. Die Staatsschuld, deren Vominalbeirag sich gegenwärtig auf 7527 Millionen Pfund Sterling stellt, wurde um 80 Millionen vermindert. Die auswärtige Schuld, die um 6.25 Millionen Pfund Sterling herabgesetzt wurde, beläuft sich jetzt auf 1095 Millionen. Die gesamten für das kommende Rechnungsjahr vorgesehenen Ausgaben belaufen sich auf 806 195 000 Pfund Sterling gegenüber 833 390 000 im Vorjahr. Churchill berichtet bann über den Beamten- a b b a u , durch den, seit die gegenwärtige Regierung die Geschäfte übernommen hat, 7 000 überflüssige Posten abgefdjafft worden sind. In den nächsten fünf Jahren hoffe man 11000 Abg Schulz- Bromberg (Dntl.) macht darauf aufmcrllam. daß bet Ausschuß nur zur Wahrung der Rechte deS Reichstages, n i ch t a b e r JurWahrnchmungder Rechte deS Reichs- ugcS bestimmt sei. also nur wenn die Rechte des VeichstageS bedroht sind, kann der Ausschuß Einschreiten. So habe es auch der sozialdemo- Rratische Innenmi.iifter Dr. Köster seinerzeit dar- Der Ausschuß kann nicht in die ierung eingrei- flclegt. vxelutive der Reg fen und Erhebungen verlangen. 2lbg. H i l d e n d r a n d «So >.) sucht darzulegen daß der Ausschuß wohl berechtigt sei. in die V r ü n d e Einsicht zu verlangen, die den Minister zu seinem Vorgehen veranlaßt hätten. Er würde eS für richtiger halten, wenn der Minister auf sein Vorgehen verzichte. zumal chm eine Erekutive doch in diesen Dingen nicht juftebe. Der Minister möge sich als Reichs- tninlftcr. nicht als Parteiminister fühlen. Berlin, 24. April. Der Ueberwachungs- Lrisschuß des Reichstage-, der nach Auflösung bet Reichstages dessen Rechte wahrzunehrnen Ipat. trat heute nachmittag zu einer Sitzung zusammen. die fich u. a. auch mit dem vom Reichsinnenminister v. Keudell er- le,Jenen Verbot deS Roten Sront- kLmpferbundes zu befassen hatte. Reichs- I^stizminister Dr Hergt und ReichSmnen- «inister Dr. v. Keudell wohnten der Sitzung bei. -Auf die Anfrage der Kommunisten nach der Stellung deS Ministeriums zu den vorliegenden Anträgen erwidert ReichSinnenminister Dr. von Keudell WaS den Antrag anlangt, meine Denkschrift an die Länder dem Ausschuß oorzulegen. so. kann ich zu meinem Bedauern ihm nicht stattgeben. Wir stehen vor der Latfache. daß ein Senat des Reichs- Berichtes dazu Stellung nehmen wird. Ich fybc daher die schwersten Bedenken, von diesem Material schriftlich schon im jetzigen Stadium der breiten Oesfentlichkeit Kenntnis zu geben. Abg Emminger (Bay. Bp.) erklärt, daß der Ausschuß weder daS Recht habe, eine Inter- Deflation einzurcichen, noch ein Mihtrau^iS- Dotum auJzus rechen, noch einen Beschluß herbei» ^führen, der bas Reichsinnenministerium verpflichtete. bas Ersuchen an die Länder zurück- ^Abg^n Dr. Scholz (D. Dp.) stimmte dieser Auffassung zu. Der Ausschuß dürfe fich nicht rrebr Kompetenzen anmaßen, als der Reichstag habe. Hier handele eS sich um eine Ressvrtan Gelegenheit. Herr v. Keudell habe eben als Rei.hSvolizeiminister" gehandelt. Der Ausschuß habe kein Recht, ein Mißtrauensvotum auSzusvrechen. Abg. Koch (U.) w d -spricht der Auffassung der Abg Dr. Scholz und Schulz-Bro.uberg. Der Ausschun hab- weitergehende Rechte. Der Reichskanzler habe das Recht zu eitschriden, ob die Richtlinien feiner Politik durch ein solches Vorgehen seines Innenministers berührt und gestört feien. Sei er der Meinung, so könne er die Zurücknahme des Erlasses verlangen. Ein gleiches Recht auf Beschlüsse stehe auch dem Ausschüsse zu. und zwar in der gleichen Weise, Die etwa dem Reichskanzler. Abg. Schultze- Breslau (Z.) bemerkt, ein singreifen in die Rechte 5:6 Reichstages sei in dem Ersuchen des Innenministers nicht zu irbliden. Denn dieses Ersuchen beruht auf einem Aesetz. daS dem Innenminister und nur ihm allein ein solches Recht gibt Der Ausschuß dat aber auch das Recht der Kritik. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) erklärt, dieses Ersuchen des Innenministers sei etwas ganz teues Da manches dem Ausschuß nicht bekannt lei, so wünsche ein Antrag feiner Freunde d i e Vorlage der Denkschrift des Ministers. Sr wünsche Zurückziehungdes ErlafseS. Der Ausschuß habe nicht die Befugnis zu einem Rlißtrauensvotum, wohl aber zur Kritik, und diese tDerb-' in ein Ersuchen an den Reichskanzler nünden. aas Ei . 4?en des Innenministers zurück- zuziehen. Abg. Thälmann (Korn.) sieht in der Angelegenheit einen Stoß des DürgertumS gegen den Roten Fronttämpserbund. gegen den Vertreter des Proletariats Man wolle für die Dahl den Weg freimachen für den Stahlhelm und die nationallozialistischen Mörder. Auch die Sozialdemokratie wolle hier nur ein politisches Geschäft machen. Abg. Koch-Weser (Dem.) erklärt: Die Ent- 'cheidung halte er für politi'ch unklug und .mzweckmäßig in diesem Augenblick Das Ersuchen deS Ministers an die Länder sei zurückzuziehen. Eine revolutionäre Gefahr, die im Dezember aufgedeckt sei, sei heute nicht mehr vorhanden. Reichsinnenminister v. Keudell erklärt. die anwesenden Minister im Kabinett seien über das Bevorstehen der Aktion durchaus unterrichtet gewesen: das Kabinett habe aber «inen Beschluß nicht gefaßt. Die anderen Kabinettsmitglieder hätten lediglich Bedenken Hegen des Zeitpunktes der Maßnahme geäußert. Der Rote Frentkämpferbund sei eine staats- oft genug betont worden fei. Es handele sich bei seiner Maßnahme um eine reine Ressort- angelegenbeit. Keine Stellungnahme des Kabinetts, auch wenn sie stattgefunden hätte, hätte den zuständigen Minister in diesem Spezial- falle von der ihm vom Republlkschuygeseh auf- erlegten Verpflichtung befreien können. Ich suche, so fuhr der Minister fort, auch keine Deckung hinter dem Kabinett. Ich würde eS für eine Außerachtlassung meiner Pflichten als Rcichs- innenminlftcr gehalten haben, wenn ich das Verbot nicht erlassen hätte. Vach längerer Debatte werden dann sämtliche Anträge abgelehnt, so daß damit die Angelegenheit erledigt ist. Der Falt Hölz. TaöHcrsahrcn gegen denCnUastnnqHzcugeu Frielies cinflcftfltt Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers' Berlin, 25. Olpril. Im Sommer deS vorigen Jahres tauchte ein Bergmann namenS Friehe in Mitteldeutschland auf. der behauptete, daß nicht Max Hölz, sondern er die tödlichen Schüsse aus den Gutsbesitzer Heß abgegeben hätte. Die Staatsanwaltschaft nahm sich nach längerem Zögern und nur auf Drängen der Kommunistischen Partei dieses ManneS an, Das Erdbeben in Griechenland. Ter Wiederaufbau Äorintho geplant Eine britische Hilfdexpcdilion von Malta imtrnvego. Athen, 24. AprU. (WLD.) Vach Angaben der Zeitungen b&äuft sich der durch daS Erdbeben angerichtete Sachschaden in der Stadt Korinth allein auf 600 Millionen Drachmen. Von 3000 Häusern sind nur 50 übrig geblieben, die weniger schwer beschädigt sind. Man trägt sich mit dem Gedanken eines Wiederaulbau S, zu dein HypothetenDarl.ehen der Valiotal- bank die finanzielle Grundlage liefern sollen Die Regierung trifft Maßnahmen zur Sicher- stelllung Der Verpflegung für die von dem llngHück betroffene Bevölkerung, die in Korinth und dem übrigen Erdbebengebie: auf 15000 geschätzt wird DaS amerikanische Rote Kreuz hat sich der Regierung zur Verfügung gcftdlt. Die Zahl der To.en soll, sowe t icftgcfteht, nicht mehr als 10 betragen. Die ve- hältniSmähig geringe Zahl Der Opfer erklärt sich Daraus, daß Die Bevölkerung Durch Die vorauS- gehenDen ErDerschütlerungen gewarnt war und vor Dem Hauptbc e.i betci S Die Häuser verlassen halle. Ser Leiter des Teleg.aphcn- amtes in Korinth hatte während DeS C.Dbc.c .< Den Platz an feinen Apparaten nicht verlafiei, während leine Frau und seine KinDec getötet wurden un) DaS Telegraphenamt in Trümmer sank. Der Beamte selbst hat eine schwere Verwundung Davongetragen. Eine englische Hllssexpedltion für Das griechische ErDbeöengeb.et ist unlerwegS. Außer Dem Torpedebootszerstörer ..S t u a r tu unD Dem Proviantschiff „Perthshir e", v.c bereits von Malta nach Korinth ausgelaufen sinD, hat Die englische Admirall'ät fa8 Flugzeugmutterschiff „E a g l e" unD die Kreuzer „Cere S" und „Ea ly pf o" owie Das Lazaret.- schifs ,.M a i n e" mit Lebensrnitteln unD Klei- DungSstücken von Malta nach Korinth entsandt. Tleue Erdbeben^öße in Bulgarien Sofia, 24 April. (Wolff) In Den letzter 4 Stunden wurden weitere schwache Erdstoß-, n Phillppopel und anderen Orten wahr- genomnun. Heftiger waren die Erdstöße in S t o a ! Zagora und besonders in Haskowo. wo ' einige Mauern einstürzten In dem ganzen pom Erdbeben betroffenen Gebiet sucht sich Die Bevölkerung verzweifelt gegen das ungünstige Wetter zu schützen, da die errichteten Barocken noch nicht ausreichen. Infolge Der dauernden Negensälle und der Kälte, die in den letzten Tagen zugenommen hat, muß man ernstlich den Aus- bruch einer Epidemie befürchten. Der Ministerpräsident erklärte, daß die Behörden alle Anstrengungen unternehmen, um den Bau von Baracken zu beschleunigen. Die Sachoerstön- digen schätzen die Erdbebenfchäden allein für Phillppopel auf rund eineinhalb Milliarden Lewa, die Zahl Der obdachlosen Familien in Phillppopel auf 14 000, obwohl es den Behörden gelungen ist, bereits 9000 Familien in der Umgebung unterzubringen. Die Zahl Der obdachlosen Familien aus den Dörfern des Erdbebenbezirles, für die Unterkunft beschafft werden muß, beläuft sich auf 2500. Die „Bremen" startbereit. Vcuyork. 25. April. (WTB Funkspruch). Der aus Quebec cingctroffcne Photograph fort Als Preß berichtete, daß die ^Bremen" i n völlig ausgebefsertem 3 u ft an b e auf dem Eisfeld abflugbereit liege. Man glaubt, daß Die ,Bremen", falls Die Wetterberichte günstig lauten, heute oder morgen abfliegen wird. — L i n d b e r g h. Der sich zum Empfang der .Bremen" nach Veuyork begeben hatte, ist heute nachmittag in einem Armee- slugzeug nach Quebec abgeflogen. Da er dem an Lungenentzündung erkrankten Flieger kennet ein in den Laboratorien der Rocke- feller Stiftung hergrstellteS Antipneumo- nie-Serum zu überbringen wünschte. 3m Befinden Bennets ist eine leichte Besserung eingetreten, obwohl fein Zustand immer noch be- sorgniserregenD ist. Keine Frau und zwei ameri- kani'che Spezialisten sind an feinem Krankenbett. Lindbergh ist in Quebec mit dem Serum für Benell eingetrofsen. Er hat die Strecke von über 500 Meilen trotz Regen und Schneestürme in vier Stunden zurückgxlegt. Die Landung erfolgte um 6,50 Uhr nachmittags. DaS Serum wurde mit größter Beschleunigung nach Dem Krankenhaus gebracht. Die LtatberalMgen im Hessischen Landtag Darmstadt. 24. April. (Landespressedienst.) Bei der Generalaussprache zum Staatsvoran- schlag, die in der vergangenen Woche vier Tage in Anspruch nahm, wurden vornehmlich die Kabinettsbildung im Februar und die bevorstehenden Reichstagswahlen erörtert, wobei das eigentliche Thema, die Etatsberatung. etwas in den Hintergrund trat. Aber ein Gutes hatte die Aussprache, die Bereinigung der politischen Atmosphäre. Die Gegensätze zwischen den Rechtsparteien, den Deutschnationalen und der DolkSpartei einerseits und der Volks- partei und dem Zentrum andererseits, liegen offen zutage. Demgegenüber halten die Koalitionsparteien fester, denn je zusammen, eine Stellung, die sie auch im Wahlkampf nicht ausgeben werden. 3n der DienStagssihung wurde die SinzelauS- sprache fortgesetzt und die Kapitel ,Sied- l u n g s w e s e n" und ^Kameralgüter unter Bauverwaltung" genehmigt. Beim Kapitel .Weingüter" drehten sich die Beratungen hauptsächlich um Zentrumsanträge, wonach weitere Ankäufe von Gebäuden und Gelände für die Weinbaudomäne zu unterbleiben haben und ferner 40 000 Mark auS den Erträgnissen der Domäne der HauptstaatSkasse abzuliefern seien. Die Redner der Rechtsparteien unterstützten diese Anträge, doch entschied die Abstimmung für die AuSschuhanträge gegen die Anträge des Zentrums. Kapitel 5 .Braunkohlenwerk Ludwigshoffnung, Wölfersheim und WeckcSheim" gab den Vertretern der Arbeiterschaft Deranlaffung über die schlechten Löhne in den Staatsbetrieben zu klagen. GS kamen dann auch noch die beiden Staatsbäder Rauheim und Salzhausen und doS StaatStheater zur Sprache, wobei namentlich die Person des Intendanten Vbert im Mittelpunkt der Erörterung stand. Sitzungsbericht. den Bestimmungen erhielten auch Bedürftige billige Bäder. Wehr als 40 Prozent aller Bäder würden zu verbilligten Preisen abgegeben. Abg. Schaub (Soz.) unterstreicht die Ausführungen des Abg. Lllrich. Der Staat haae aber auch ein Interesse an der Errichtung eines Krankenhauses. Bei der Verteilung von Arbeiten seien manche Arbeitgeber bevorzugt worden. Abg. Heinstadt (Z.) ertlärt Bad-Rauheim ebenfalls als Heilbad. Es gäbe viele Städte, die auch ein Krankenhaus brauchten, das sei aber eine städtische Angelegenheit. Die Reklameausgaben seien hoch aber notwendig. Ministerialrat Hesse teilt mit. daß eine Spanne von 25 bis 30 Pfennig zwischen Einnahmen und Ausgaben pro Bad bestehe, und daß staatliche Zuschüsse erforderlich seien. Eine Herabsetzung der Preise gefährdeten bas Bestehen des Bades. — Die Abstimmung über die Kapitel wurde ausgesetzt. Bei fiapitd 7: Landeslheater beantragt Abg. Hamann (Komm.) Streichung des Zuschusses für das Landestheater. Abg. Kindt (Sn.) erklärt, der Generalintendant Ebert lasse seine politische ileber- zeugung auf seine künstlerische Tätigkeit abfärben. Er sei ein vorzüglicher Schauspieler, aber als Intendant unbrauchbar. Staatspräsident Adelung stellt fest, daß das Theater allen künstlerischen Anforderungen genüge. Seine Bedeutung werde in Darmstadt nicht recht erkannt. Wenn fein Ruf erhallen bleiben solle, müsse der Zuschuß weiter gezahlt werden. Die Theater in Mainz und Dießen bekämen auch Zuschüsse. Darmstadt könne sich gratulieren zu einem Intendanten von Gbcrts Qualitäten. Abg. Storck (Soz.). Die Sozialdemokratie sehe in dem Theater einen Kulturfaktor. Der Redner ist überzeugt, daß Ebert das künstlerische Riveau hochhält. Er müsse anerkennen, daß auch den Werktätigen der Eintritt ermöglicht sei. darum werbe seine Fraktion dem Etat zustimmen. Die Abstimmung über daS Kapitel wurde ausgesetzt, desgleichen bei Kap. 8 bis 14 ohne Debatte. Aus dem Finanzausschuß. Darmstadt, 24. April. (WHP- Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages erledigte am Dienstag zahlreiche Vorlagen uid Anträge. Ein Antrag ö turn feto wird durch die Regierungs- antwort als erledigt erklärt, die eine Rachprüfung verspricht, ob mehrere überalterte Beamte in eine höhere Gehaltsgruppe eingereiht werden können. Die Regierungsvorlage über die Errichtung einer Warmwasserversorgung in sämtlichen Gießener UniversitätSveteri- närinstituten (30 000 Mk.) wird bewilligt. Die Dorlage des Wirtschaftsministers, wonach die für den Gemüsebau bewilligten Kredite zum gleichen Zinsfüße wie die vom Reich bewilligten (4 Prozent) gegeben werden, wird angenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag, die Landwirtschaftsämter möchten im hohen Bo- gelsberg Deispielwirtschaften pachten und aus Diehwirtschaft um st eilen, um den Landwirten Anweisung für ümftefiungen zu geben, wird der Regierung als Material überwiesen. Die von der Regierung angeforderten Mittel für den Darmstädter S ch l o ß u m - bau werden bewilligt. Mit 7 gegen 5 Stimmen wird der Antrag, die Regierung möge sich mit 250000 Mark an der Kraftverkehrsgesellschaft Hessen beteiligen, und in Verbindung damit ein kommunistischer Antrag sowie eine Eingabe Mainzer Kaufleute abgelehnt. Die Rechnungsablage für 1923 wird vom Ausschuß genehmigt. Dem Zentrumsantrag, die Bezüge der katholischen Geistlichen bei den Strafanstalten usw. mit Rücksicht auf die Erhöhung der Beamtengehälter aufzubessern. wird stattgegeben. Der Ausschuß beriet noch die Gewerbesteuervorlage, wobei er in erster Lesung bis zum Artikel 3 kam. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 11.15 Uhr. Rach kurzer Debatte wurden Kap. 2 und 3 des Voranschlags genehmigt. Beim Kap. 4 Weingüter stimmte Abg. Böhm (Dn) den Zentrumsanträgen gegen den Ankauf von Gebäuden und Gelände durch die Domänen zu. Aba. Stephan (Soz.) erklärte, der rheinische Weinbau habe seinen Wohlstand der Domäne au verdanken. Gs sei ersreulich, daß 25 000 Mk. Ueberschuß an die Staatskasse zurückgesührt werden konnten. Er bat die Regierung, für bessere Bezahlung der Weinberg«- arbeiter einzutreten. Der vollbeschäftigte Arbeiter habe am Jahresende nur 1500 bis 1600 Mark verdient. Au

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Gebotene Zurückhaltung gegenüber dem plan eines europäischen Schuhkartells. - Typisierung und Normung, die Kampfmittel der deutschen Industrie. Die europäsche Autvmvbllindustrie, durch Amerika- übermächtige Äonturrent in ihrem Bestand bedroht, hat beschlossen, gemeinsame Maßnahmen zu ihrer Sicherung zu ergreifen. 3m Anschluß an die italienische Anregung eine- europäischen 2utomobtl - K arte l l » befragte unser H. K.-M i t arbeitet führende Männer der deutschen Automobilindustrie über die Umgestaltung, die dieser wichtige Wirtschaftszweig in der nächsten Zeit erfahren wird. Mit Recht betrachtet man in bcn maßgebenden Streifen der deutschen Automobllindustrle den Elan Mussolini«, ein europäische« Automobil-Kartell zu bilden, mit großer Skepsi «. Schon seit mehreren Jahren l»urde in maßgebenden Kreisen der Plan er- ßrtert. die internationale Automobil-Industrie m einer Art von Interessengemeinschaft zu- Mmmenzufassen: aber niemand hatte dabei die Absicht, ein Kartell zu gründen, da« fo. wie dle Dinge nun einmal liegen, ausgesprochen antiamerikanisch eingestellt fein mühte. Die Führer der Wirtschaft sind kühle Rechner. die ■ auch durch hochtönende Phrasen nicht in ihren Entschlüssen beeinflussen lalsen, und so dürste ßa« von Italien geplante Kartell ein Zu- kunst«traum bleiben. Um eine solche Kartellierung durchzuiühren, mühte zunächst einmal eine europäische Zollunion geschaffen Verden; wie weit wir aber davon entfernt sind, yigen die augenblicklich geltenden Tarife. Italien, Frankreich und die Tschechoslowakei ergeben aus ausländische Automobile einen Einfuhr- y>fl von 45 und Belgien sogar von 65 Prozent H Wertes, den der eingeführte Wagen besitzt. Auch dürsten nur wenige Staaten es wagen, Einer Bereinigung beizutreten, die eine ausgesprochen feindliche Haltung gegen Amerika, ßen Geldgeber der Welt, einnimmt. Troy- fcm bleibt selbstverständlich für die Autornobil- ikbustrie die Notwendigkeit bestehen, sich vor ver übermächtigen amerikanischen Konkurrenz zu schützen. Sie kann daS auch durch weitgehendste internationale Dereinbarungen über die Normung und Typisierung im Autv- mobilbau erreichen. Unter der Parole „Dienst am Kunden" hat die amerikanische Geschäftswelt einen ungeahnten Aufschwung genommen; diese« geschickte Schlagwort verleiht dem Käufer die Ueberzeugung, bah sich der Geschäftsmann tatkräftig darum bemüht, die Ansprüche seine« Abnehmer- durch höhere Leistungen zufriebenzu- kleilen. Einen „Dienst am Kunden" stellt nun die Normung dar, deren Dortelle für die In- Diifttie auf der letzten Leipziger Messe dem Publikum vor Augen geführt wurde. Die Automobil- iudustrie ist bestrebt, für möglichst viele Bestandteile der verschiedensten Automobilthpen gleich- mLhige, genau festgesetzte Abmessungen elnzu- sühren. Die Dorteile sür den Kunden liegen aus ter Hand: Der Fabrikant kann genormte Autv- nobulclle serienmäßig und daher billiger 6er ft eilen, und dem Autobesitzer ist die Möglichkeit gegeben, sede« zerbrochene Stück schnell durch ein anderes zu ersetzen, daS er überall erhalten kann. Die genormten Autoreifen geben ihm die Gewißheit, auch in bem kleinst en Städtchen Ersatzreifen zu finden: andererseits bieten die genormten Teile auch dem Händler recht bedeutende Kartelle. Er braucht nicht mehr die verschiedensten Gröhen und Qualitäten auf Laaer zu halten, sondern führt nur eine, nänllich die genormte Horte und spart dadurch Arbeit und Kapital. Welche Wirkungen die Normung auf das gesamte deutsche Wirtschaftsleben ausübt. kann man leicht an einem Beispiel erkennen. Werden doch allein bei der Normung der Schraubenmutter, also eines kleinen ArtckelS. in Deutschland jährlich 70 000 Kilometer D.winde gefpat*. Würde man die ersparten Gewinkt zu einer Kette an- einanderreihen, so würde diese säst zweimal den Aequator umspannen, unb die Anfertigung würde Vv ArbeitSjahre erfordern. Die Dorteile der Normung sind von der deutschen Automobil-Industrie rechtzeitig erkannt worden. Schon feit mehreren Jahren bestehen lür die Normung der Automobile eine Arche von Kommissionen, die seit kurzem in dem ..Fach- Normenausschuß der Krastfahr-In- d u st r i e" zusammengefaht sind. Dieser Zentral- ausschuh. der der technischen Abteilung deS .AeichsvorbandeS der Deutschen Automobil-Industrie" 'angegliedert ist. hat sich in letzter Zeit besonders mit der internationalen Seite deS Aormungsproblems beschäftigt. ..Wit Aecht kann man sagen, daß Deutschland heute a l S A u t o r i- t ä t tm Dormungswefen der Automobil-Industrie gilt," erklärt der Leiter der technischen Abteilung. Diplomingenieur Sommer. ..Erst wahrend der internationalen Konferenz, die im Oktober 1927 in Stockholm stattgesunden hat, teilten die italienischen, schwedischen, tschechischen und Schweizer Delegierten mit, daß ihre Ausschüsse nach deutschem Muster arbeiten. In diesen Tagen hat auch Frankreich einen solchen Nor- mungSauSschuß gebildet, und in den versandten Prospekten wird ausdrücklich betont, daß man sich Deutschland zum Dorbild genommen hat. weil eS so führend und bahnbrechend in der Normungssrage wirkt. Wir find bestrebt. Werkstoffe, Bereifungen, Wagenkörperteile und Fahrgestelle international zu normen, also für all diese Bestandteile ganz bestimmte Maße feft- zusetzen, die bei der internationalen Fabrikation berücksichtigt werden müssen. Wichtige Etappen haben wir bereits auf diesem Wege zurückgelegt; schon heute gelten Internationale Dereinbarungen für die Größe der Aeifen, der Gewinde und der Kugellager. Besoirders wichtig aber bleibt die Normung des sog. „PassungSsystem S". der DerbindungSteile. mit denen die einzelnen Maschinenteile aneinandergeschraubt werden. In steter Zusammenarbeit mit Vertretern der Behörden. der Wissenschaft und der Werkstofsfindustrie hofft man, europäische Dereinbarungen durchführen zu können, man ist sogar der Ansicht, daß sich die europäische 2Iutomobil-3nbuftric, wenn sie nur einig ist und nach vorher erfolgtet Derständigung produziert, ein Absatzfeld in Südamerika schaffen können wird. Auch der Umftanb. daß sich Südamerika in absehbarer Zeit vom englisch-amerikanischen Maßsystem der Zolleinheit abwenden wird, um da« europäische metrische System anzunehmen, bestärkt die europäischen Fabriken in ihren Erwartungen. Leider weih das Publikum bisher wenig davon, daß es auS der Normung Nutzen zieht; nur weil die Automobilreifen genormt worden sind, konnte jetzt ihr Preis stabil gehalten werden. trotzdem der Rohgummi ganz bedeutend teurer geworden ist. Bis jetzt haben die NormungS- beftrebungen zu greifbaren Ergebnissen bei der Herstellung von Schrauben. Rohrverschraubungen und Zündkerzen geführt; es ist auch gelungen, die Zahl der Flanschendichtungen, die früher in 180 verschiedenen Größen hergestellt wurden, durch Normung auf neun Größen heraozudrücken. Die Keilriemen sind ebenfalls einheitlicher gestaltet worden: statt der 20 verschiedenen Aiemen, die früher üblich waren, brauchen nur noch sechs hergestellt zu werden. Hand in Hand mit der Normung. daS ist das nächste Ziel, muß. hauptsächlich bei den Lastkrastwagen, eine weitgehende Typisierung erfolgen. Es ist ganz überflüssig. daß so viele Arten von Fahrzeugen gebaut werden. Auch hierzu smd bereite Besuche tm Gange Fachleute beraten mit den Großabnehmern für Lastwagen, und gemeinsam mit der Reichspost, der Reichsbahn und den OmnibuS- gesellfchaften soll ein neuer Typ geschaffen werden, der alle Dorzüge der verschiedenen Systeme in sich vereinigen wird. Einen wichtigen Fortschritt in der internationalen Zusammenarbeit bedeutet auch die Gründung einer internationalen Gesellschaft für Beschaffung von Ersatzteilen. dieses Unternehmen trägt den Namen .International Standards Assvcia- iion". Die unbestrittene Führung, die Deiüsch- land auf dem Gebiet deS Normungswe'ens inne- hai. gibt unS die Gewißheit, daß die internationale europäische Automobil-Industrie die Ergebnisse der deutschen Arbeiten übernehmen wird." Auch Direktor Klefzewer von der Nationalen Automobil-Gesellschaft ist der Anficht, daß die Rationalifierungsmaßnahmen in der Automobil-Industrie fortgesetzt werden müssen. und gerade die Normung bildet einen wesentlichen Teil dieser Maßnahmen. Personenkrast- wagen sind heute ungefähr ,4 0 Prozent billiger als vor dem Krieg, doch dürfte unter dieser Preissenkung selbstverständlich nicht die Qualität der Fabrikate leiden. In nächster Zeit wird sich die deutsche Industrie vor weitere Schwierigkeiten gestellt sehen. Deutschland besitzt sog. »Abbau zölle". die vorläufig noch einen guten Zollschutz gewähren, aber vom 1. Juni 1928 an auf Fahrzeuge mittlerer Preislagen nur noch ungefähr 15 Prozent auSmachen. Nur burd)03erbt H l g u n g ihrer Erzeugnisse kann die deutsche Automobilindustrie diesem Zollabbau begegnen. Normung und Typisierung werden also immer mehr auSgebaut werden müssen. Der Krieg im Fernen Osten. Von Otto Corbach. Es ist ein Unglück für das kriegSmüde Abendland, daß die Völker Asiens, die eS ans einer jahrtausende alten friedfertigen Kultur aus gescheucht hat. um sie zu modernisieren. sich für nichts gelehriger erweisen, als für die moderne Kriegskunst. Die Japaner sind mit ihrem Beispiel vorangegangen, die vielmals zahlreicheren Chinesen sind auf dem besten Wege, ihnen kriegeriich ebenbürtig zu werden. Die Stärke der Truppen, die bei den letzten Kämpfen in Schantung aufeinanderstießen. die Menge der ton den Siegern erbeuteten Kanonen, Maschinengewehre, Aeroplane. Gewehre ufto. die große Zahl der von ihnen gemachten ©efangenen, alleS daS zeugt von Riefenfortschritten, die das chinesische Kriegswesen in den letzten Jahren gemacht hat. Selbst mit Giftgasen ist man In beiden Lagern auSglebig versehen, und man wird sich baber auf einen mörderischen Verlauf der größeren Kämpfe gefaßt machen dürfen, die sich bei dem weiteren Dordringen der siegreichen Kuomintang- und Kuomlntschun-Heere unter der Führung TschlangkaischetS, FengyuhslangS unö Denhaschans entwickeln werden. Sie werden mit den Kem truppen TschangtsolinS, deS Diktators über Nord-Ehina, weniger leichtes Spiel haben, als mit denen seine« Satrapen Suntschu- ansang in Schantung. Indessen sind die Aussichten für die nationalistischen Armeen auch gegenüber TschangtsolinS an und für sich g ü n • ft i g. Eine Masseneinwanderung, die tm Jahre 1927 allein gegen eine Million Menschen auS dem eigentlichen China in die Mandschurei strömen ließ, hat viel politische Unruhe mit sich gebracht. Tschangtsolin und seine Untergenerale fühlten sich unter dem Druck auswiegleri- fcher Mallen gedrungen, japanischen Einflüssen zu widerstehen und immer anspruchsvolleren nationalen Forderungen zuzustimmen. Trotzdem konnten sie da« Umllchgretsen der grvßm geheimen revolutionären Organisationen der .Großen Schwerter nicht verhindern, deren bewaffnete Banden hd) größtenteils aus entlassenen oder entlaufenen Soldaten zusammen- 'cyten. Sie werden bei weiterem siegreichen Vorbringen der nationalen Armeen den Zusammenbruch der Front bet Nord-Generale durch einen allgemeinen Ausstand zu beschleunigen suchen. Sie Herstellung der 2 i n h e i t Chinao erschiene damit wieder einmal nur mehr eine Frage kurzer Zeit, wenn eS d i e fremden Möchte, die nur darauf zu warten vorgeben, wirklich zuließen. Unter denen gab und gibt cs aber immer eine ober einige, die nicht« mehr fürchten, als ein einige«, starkes China und die dem Staatsmann, bem jeweils ein solches Werk zu gelingen scheint, im rechten Augenblick Knüppel zwischen bie Beine werfen. Japan hat Truppen in Tsingtau gelandet und will tm ganzen 10 000 Mann nach Schantung werfen. Tas geschieht tzcwiß nur. um .Leben und Eigentum japanischer Bürger zu schützen". Immerhin liegt zunächst kein Anlaß vor. anzu- nchmen. daß Japan bie Operationen der nationalen Armeen stören wollte. Tschangtsolin hat sich die Widerspenstigkeit gegen Japan, zu der ;bn bie Stimmung in ber Bevölkerung Nord- China- drängte, obendrein noch von England bezahlen lassen, und man scheint nun in Tokio geneigt, ihm jeden Rückhalt im Kamps gegen die Truppen Tschiangkallcheks und Fengyushiang« zu versagen, wenn diese sich den japanischeiH Machtinteressen in der Mandlchurei nicht widersetzen. Dabei scheint man auf javanischer Delta nichts geringere« im Auge zu Haden, als die Derwandlung der Dlandschurei in ein japanisches Indien. Die südman- dschurische Eisenbahn-Gesellschaft soll eine ähnliche Rolle spielen, wie einst die .ostindische Gesellschaft" in Indien, die eine« Machtappara teS, der allmählich das gesamte Wirtschis'.s- lebcu des Lande« in eine milchende Kuh für die Kolonisatoren verwandelt. ES ist sogar davon die Rede, die Mandschu-Dynastie in ihrem Stammlande unter japanischem Protektorat wieder aufzurichten. Japan könnte bann fürS erste auf jede Einmischung In die Inneren Angelegenheiten de« eigentlichen China lachend verzichten, ist doch die Mandschurei an dem Gesamthandel Thina« heute schon mit dreißig Prozent beteiligt, mit einem Eisenbahnnetz, das fast so umfangreich ist, wie daS aller anderen Telle des Reiches der Mitte zusammengenommen, nod) unbegrenzt entwicklungsfähig. .Wer auf einem Tiger fitzt, kann nicht ab- ftelgen", lautet ein chinesische« Sprichwort Der Tiger der nationalen Revolution ist mit Tschiangkaischek m Kanton durchgegangcn und hat ihn nach Wtchan, Schanghai und Nanking geführt. Dort haben Tiger und Reiter .vor fremden SchisfSkanonen und Truppen das Fürchten gelernt, ihre Wildheit verleugnet unb der traditionellen, von den Fremden geschaffenen Ordnung in den DertragShälln Menschenopfer au« den Reihen ihrer kommunistischen Mitverschworenen gebracht. Dann mußte der Wohlstand einiger der reichsten Provinzen Chinas herhalten. den Tiger bei guter Laune zu erhalten. Damit Ist eS zu Ende; der Tiger braucht auch den Norden China« als Jagdgebiet. Jede Revolution lebt von der Ausplünderung des eigenen Lande«, solange sie nicht ihre äußeren Gegner Überwunden hat und au« dem Handelsverkehr mit dem Auslände die Mittel zur Ausrichtung eine- neuen Staatswesens zu Lleberfall im Gelben Meer. Don Hans Leip. Wahrend eine« Übeln Taifuns hatte der Heine deutsche Frachtdampfer .Eu lense iS" die Ducht »cm Lio an der Küste des Gelben Meere« an- ’aufen müssen. SS gelang ihm, in Verhältnis- -näßig ruhigem Wasser unter dein Schutze eines Vorgebirges Anker zu toerfen, und die Mann- >chast war dabei, die beim Derrutschen der Ladung Rei« entstandene Schlagseite durch Umtauen wieder auSzugleichen. al«, es war heller vormittag, und der Kapitän hatte sich mit dem ersten Offizier gerade xum Frühstück niedergelassen. plötzlich zwei schnellsegelnde Dschunken sich näherten und lautlos zu beiden Seiten des Dampfers anlegten. Jin Nu die Ungetümen Mattensegel reffend, kletterte auch schon ein Schwarm halbnackter gelber Kerle an hinauf- aeworfenen Tauen backbord wie steuerbord über bie Reeliivg. einige sogar sprangen wie Assen doch aus ber Takelung ihrer Fahrzeuge an Deck, 'o daß die paar dort befindlichen Leute nicht )aran denken konnten. Widerstand zu leisten, son- bern, wo man sie erwischte, an Winschen, Stag- tauen ober sonstwie angebunden wurden. Dasselbe Schicksal erfuhren der Kapitän unb der erste Offuicr oben auf der Brücke. ®o man sie nach kurzem Kampfe an das Kompaßhaus fesselte, während man den Meßjungcn. der bei Tisch aufgewartet hatte, unter Drohungen mitnahm. damit er aL8 Führer durch die Räume Diene. Inzwischen hatte sich eine Abteilung ber Seeräuber wie eine schmutzige Sturzwelle in die offene Ladeluke ergossen. Hier nun kam es durch die älnbedachtheit eines Matrosen namens Possel zum Handge- menga. indem er mit seiner Schaufel einem Der Eindringlinge die Hirnschale einschlug. Der zweite Offizier, der unten die Aufsicht führte, wurde durch einen Schulter!chuß verletzt, und auch sonst noch färbte sich ber Rangoonreis hier und da rot, bis schließlich, da die Gelben den Zuzug ihrer Kumpane von oben erhielten, Die gesamte Belegschaft in den Maschinenraum flüchtete, wo trotz der Gefahr, verbrüht zu werden. einer der Heizer ein Rohrventil öffnete, welches sonst, bei leeren Kesseln, nur zu Reinigungszwecken bient Nunmehr aber, während er sich mit bcn anderen in den Äcttentaitm des Dorschiffes retten konnte, wo es gelang, das Schott zu schließen, füllten sich die übrigen Unterräume mit dem heißen Dampf, ber nebenbei unter gehörigem Druck stand, da das Schiff schon eine Welle lag. ohne daß die Feuerung abgestoppt war, wollte man doch so rasch es ging weiter. Die Angreifer waren gezwungen, sich nach oben zu verziehen, unb da sie fürchten mochten, das Schiff würde in bie Luft fliegen, begnügten sie sich mit einer ziemlich oberflächlichen Plünderung der Offizierslabinen. wobei namentlich einige Aktzeichnungen, die der Kapitän in freien Stunden aus bem Gedächtnis anzufertigen pflegte, in ihre Hände fielen, sowie sämtliche Taschenuhren und die Trauringe, dte sie in der Eile von den Fingern der Betreffenden herunterwürgen konnten, toic auch einiges Geld und eine silberne Tabaksdose. aus dem Mann- schastslogis selber aber raubten ste nur einen Oclmantel unb aus der Kombüse die dem Koch gehörige ,Anweisung zu sämtlichen Karten^pi:-- ten“, unb das wohl wegen des Goldschnittes; er hatte es von seiner Braut zu Weihnachten bekommen. Einer ber Hunde benutzte zudem der Reihe nach einige Kochtöpse in einer unaussprechlichen Weise vor aller Augen Dann jumpteri sie in ihre Bootc. hißten die Segel unb hielten sich in respektvoller Entfernung von bem aus allen Oessnungen weih- qualmenben Dampfer, dessen Untergang sie anscheinend erwarteten, um vielleicht noch dabei ihre Deutegelegenhett zu ergattern. Sie mochten nämlich Witterung davon haben, daß außer dem Reis sich eine Ladung wertvollen Stückgutes an Bord befand, verschiedene Kisten sehr teurer Seidenschals. dazu auch Gegenstände aus Bronze und Porzellan, echte Museumstücke, wie sie in Revolutionstagen eben zu haben find, und tvas alles sie wegen des Dampfes nicht hatten antaften tonnen. Liebrigens war ihnen inmitten des Gerangels im Laderaum auch der Mehjunge, der ihr Führer sein sollte, abhandengekommen, er hatte sich nämlich bis über die Haare in dem losen Reis verkrochen. Halb erstickt, mit Brandblasen an Stirn und Nacken, gewann er noch eben die Leiter und das Deck, als die Räuber es gerade in Hast verließen. Er befreite die oben Befindlichen von ihren Stricken, was ungeachtet deS schützenden Qualmes und aller Dorsicht zur Folge hatte, baß von den Dschunken ein lebhaftes Feuer auf jedes sich nur Bewegende eröffnet wurde: auch näherten sie sich tDicber, unb die Loge war höchst ungemütlich. Aber auf einmal nahmen sie den Wind voll in ihre Lappen und machten sich Hals über Kopf davon. Aus bet Höhe der Bucht, das stellte sich bald heraus, war nämlich zum Glück eines jener englischen Kanonenboote in Sicht gekommen, die in der Zeit des chinesischen Bürgerkriegs zahlreich in bcn Gewässern kreuzten. Der Kapitän, der lchon SOS hatte funke i wollen, verschmähte dieses mm, und der Engländer, wohl den ungetrübterer. Handelsbeziehungen des Deutschen nachlinnend. verhielt sich abwartend, fuhr einen großen Dogen unter Land und verschwand, ohne daß von einer ber beiden Seiten ein. Derbin- bung angeftrebt worden wäre. J:nmerhin waren mehrere Stunden vergangen, in denen man an Bord des Dampfers nicht müßig gewesen war. Man hatte von oben Wasser in den Heizraum gepumpt und damit die Krsselfeuer gelöscht. Aber erst gegen Abend war man soweit, daß man die ins Kettengatt Geflüchteten, mit denen man sich durch den engen Dentilator indessen schon verständigt hatte, aus ihrem dunklen, engen unb heißen Gefängnis befreien konnte, unb es ist ein Wunder zu nennen, daß selbst die Der- tounbelcn sich später erholten, als man ohne weitere Belästigungen erchlich toieber auf ber freien See Ichwamm. Bemerkenswert ist auch, daß die Reiö.abung in ihrer Oberschicht durch bcn Wasferdampf wohl zehn Zentimeter tief vollkommen gargekocht war, so daß man ohne weiteres seine Mahlzeit davon nehmen tonnte, was auch geschah bi« auf die vorn Kampf besudelten Stellen. Ja, wären Kannibalen cm Bord gewesen, sie hätten sicher auch den Leichna'.n des von ber Matrosen schau sei Erschlagenen, fertig gesotten, wie er war, verspeist, was nunmehr die Haifische besorgten. Tiere, die Werkzeuge benutzen. Don Karl Gras Miackowstroem. jlnlängft berichtete ein Beobachter von einer Ziege, die sich eine« Aststückes bediente, um sich an einet Stelle des Rückens zu kratzen, die sie Inrii den Hörnern nicht erreichen konnte, derartige Beobachtungen, die gar nicht vereinzelt stehen, werden nicht mit Unrecht gern zur Prüfung der Frage von tierischen Jntclligenzdan?" lungen herangezogen. Wichtiger noch ist die weitere Frage, ob es Tiere gibt, bie künstlich verbesserte, alfo zum besonderen Zweck zurecht- geformte Werkzeuge benutzen, und ein Kenner wie Wilhelm Ddlsche Ist sogar geneigt, diese Frage zu bejahen. So baut sich z. D. eine auf Ceylon lebende Ameisenart ein Dlattuest mit Hilfe deS Gespinstes ihrer Larven, die geradezu als Spinnrocken benutzt werden. Doch trifft hier die Doraussetzung eine« gebesserten Werkzeuges noch nicht zu, ebensowenig wie beim Ameisenlöwen. ber die am Rande seines Sandtrichter« erscheinerrden Insekten durch Bewerfen mit Sand zmn Absturz bringt, oder beim Affen, der Nüsse mit einem Stein aufschlägt. Näher kommen wir der gestellten Frage schon beim Arararakakadu von Neuguinea, der steinharte Nüsse mit feinem starken Schnabel erst ansägt unb dann knackt. Damit aber die glatte Nuß in seinem Schnabel nicht gleite, umwickell er sie mit einem Stück Baumblatt Hier hätten wir also schon eine zweckmäßige Derbesserung an sich; nur handrlt e8 sich nicht um ein regelrechtem Werkzeug, das verbessert wird. Unser Buntspecht klemmt harte Kieferzapfen in Astlöcher, um sie bequem?r öffnen zu können. 6r verbessert sogar solche Klemmen, die er öfter« wieder benutzt, tote wir ein fertiges Werkzeug, durch Zurechthacken oder stellt sie durch Lochmeißeln überhaupt zum Zwea erst her. DaS sieht doch schon fast wie eine bewußte Zweckhandlung aus. Auch der „Ofen- DogeF, das Talegallahuhn, ein Bewohner Australiens und Neuseelands, scharrt sich einen Brutofen zusammen, der ihm das lange Stillsitzen und die damit verbundenen Gefahren und Mühen erspart. Mit ihren starken Füßen scharren diese Dögel eine Unmasse welker Blätter und verwesenden Pflanzenmaterials zu mächtigen Hausen zusammen und legen in kreisförmiger Anordnung ihre Sier hinein. Da« sich zersetzende Laub und Gras liefert die nötige Drut- toärmc. Die Talegallamännchen besuchen von Zell zu Zeit die großen Komposthaufen, reaeln die Drutwärme und sind den ausgeschlüpften Jungen behllflich, aus der Masse, unter der die Eier vergraben liegen, herauszukommen. Das Junge wird übrigen« nicht gleich aus dem Brutofen entlassen, sondern muß darin bleiben, bis fein Federkleid völlig entwickelt ist. Schöpsen termag. TB cm Icuin die Auseinander- setzung mit dreien äuHeren Feinden hinaus- schieben, aber man kann ihr auf die Dauer nicht ausweichen, weil die aufgewiegelten Volksmasfen schließlich etwas für »ihre Opfer und Leiden haben wollen. Einem D»lk, das eine Revolution macht, ging es immer schlecht und cs zog bei dem Verkehr mit reicheren Völkern stets den kürzeren. Die Revolution soll ihm gerade eine stärkere Position im Völkerverkehr schaffen. Wenn der Widerstand fremder Mächte das nicht zuläßt. bricht schließlich die ärgste revolutionäre Schreckensherrschaft in lich zusammen. Das ist ein Naturgesetz, dem jede Revolution unterworfen ist. also auch die chinesische. Die Heere, die sich in China augenblicklich noch gegenseitig zerfleischen, müssen sich eines TageS gegen diejenigen fremden Rlächte wenden, die an den „ungleichen Verträgen" im wesentlichen festhalten wollen, oder aber die revolutionäre Bewegung läuft sich tot und das ganze Land verwandelt sich in Kolomalgebiet, dos fremde Mächte schonungslos ausbeuten. Was werden Tschiangkaischek. Frnghuhsiang und die anderen Generale, die sich als V v l l - strecker deS Testaments Sunhatsens betrachten, tun, wenn sie die „feudalen" Rord- militaristen überwinden sollten? England hat die Verlegung des Schwerpunktes der nationalen Revolution von Kanton noch Wuhan, von Wuhan nach Banking ausgenuht. um in Kwantung mit Litschisum einem Militaristen zum Siege zu verhelfen, in dessen Politik von dem Geiste Sunyatsens auch nicht mehr ein Hauch zu spüren ist. Er unterstützt gegen englische Anleihen alle britischen Interessen in Südchina, namentlich in bezug auf den Bau von Bahnen, die dem Handel Hongkongs auf Kosten Kantons zugute kommen sollen, die Sunyatsen aus das leidenschaftlichste und nachdrücklichste bekämpfte. Die Verschiebung des Schwerpunktes der Kuomintang-Herrschaft von Ran- fing nach Peking kann in Mittel-China zu einer ähnlichen Interessengemeinschaft zwischen einheimischen Militaristen und fremden Imperialisten führen. Ein militärischer Diktator in China, der mit ollen inneren Gegnern fertig geworden ist, muh sich irgend einen äußeren Gegner aufs Korn nehmen, um sein revolutionäres Prestige nicht zu verlieren. Für Tschl- angkaischek, der sich mit England und Amerika friedlich verständigen will, kommen dafür nur Japan und Rußland in Betracht. Sehr leicht konnte es aber über die Frage, mit welcher dieser beiden Mächte die revolutionäre chinesische Einheitsarmee anbinden sollte, wieder zu einem Zerwürfnis zwischen den verbündeten nationalistischen Generälen fommen, vor allem zwischen Fenghuhsiang, der mehr japanseindlich, und Tschiongkaischek. der mehr sowjetfeindlich orientiert ist. Auf jeden Fall tut man gut. die Ankündigung eines „Entscheidungs- kampfes^ im chinesischen Bürgerkriege m i t stärkstem Zweifel aufaunefrmen. Deutsche Auswanderung nach den Mandatsgebieten. Seitdem in den englischen Mandatsgebieten der ehemaligen deutschen Kolonien Afrikas der deutschen Einwanderung keine besonderen Hindernisse mehr in den Weg gelegt werden, verzeichnet die Statistik wieder eine wachsende Zahl von Deutschen, die in diese Gebiete ein- wandern. GS sind an sich keine hohen Ziffern, in denen sich diese deutsche Einwanderung darstellt, aber im Verhältnis zu 25 000 Einwohnern von ehemalig Deutsch-Sübwestafrika sind 700 deutsche Einwanderer für 1926 und ungefähr die gleiche Zahl für 1927 doch eine relativ große Wanderung. In Südwestafrika bestehen t auch heute wieder eine Reihe deutscher 'Schulen, so in Windhuk eine Oberrealschule, in /Swakopmund ebenfalls und weiter sind an allen größeren Orten bei genügender Kinderzahl R e- 'gierungsschulen mit deutschen Abteilungen eingerichtet worden. Auch nach D e u t f ch - O st a f r i k a ist eine beträchtliche Auswanderung zu verzeichnen, allein seit 1925 sind rund 1200 Deutsche in dieses Mandatsgebiet ein- gezogen. ____________ Aus der Provinzialhaupisiadi. Dießen, den 25. April 1928. Gießen im internationalen Flugverkehr Da- Verkehrsflugzeug hat vor den an die Trde gebundenen Beförderungsmitteln den Hauptvorzug der Schnelligkeit. Es ermöglicht den Reisenden innerhalb kürzester Zeit ihr Reiseziel zu erreichen. Je weiter dieses Reiseziel von dem Ausgangspunkt entfernt liegt, desto mehr tritt der Vorteil einer Reise mit dem Flugzeug in Erscheinung. Für den Industriellen, wie für Den Kaufmann spielt die Zeitfrage heute eine große Rolle. Die 31löglichkelt, auswärtige Geschäfte in kürzester Zeit abwickeln und an auswärtigen Sitzungen teilnehmen zu können, dabei aber gleichzeitig die Stunden Der Abwesenheit von seinem Unternehmen auf ein Mindestmaß zu beschränken, ist für den Leiter jedes Unternehmens von ausschlaggebender Bedeutung und erleichtert seine Dispositionen. Was für die Be- förderung von Personen zutrifft, gilt in dem gleichen Maße auch für Frachten und Postsendungen, die aus irgendeinem Grunde schnell an einen entfernt gelegenen Punkt gelangen müssen. Das deutsche Luftverkehrsnetz ist in diesem Jahre nicht nur ausgedehnter, es hat auch durch eine sorgfältige Aufstellung des FlugplaneS weitere günstige Anschlüsse nach dem Ausland gebracht. Auch für den Flughafen Gießen hat diese Tatsache zu einer günstigen Entwicklung bezüglich der Verbindungen nach dem Ausland geführt. Von besonderer Bedeutung für die in unserem Wirtschaftsgebiet ansässige Tabakindustrie ist die gute Verbindung von Gießen nach Rotterdam und Amsterdam: Start in Gießen 13.15 Uhr nach Kassel, dort umsteigen und Weiterflug um 15 Uhr, Ankunft in Rotterdam um 18.15 Uhr (holländische Sommerzeit), Start in Rotterdam um 18.55 Uhr (HSZi), Ankunft in Amsterdam 19.20 Uhr (HSZ.). Ebenso günstig ist die Verbindung von Amsterdam nach Gießen: Amsterdam ab 9 Uhr (HSZ.), an Rotterdam 9.25 Uhr (HSZ.), ab 10.15 Uhr (HSZI, an Kassel 12,50 Uhr ad 13.30 Ufrr: an Gießen 14.20 Uhr Weiter erwähnenswert ist die Verbindung über Frankfurt a. Hl. — Mannheim — Basel — Dens - Marseiile — Barcelona — Madrid: -Stad In Gießen um 14.30 Uhr, Ankunft in Genf um 19.40 Uhr. Am anderen Morgen Start 150 Jahre Gießener Freimaurerloge. Am morgigen 2 6. April 1928 kann die in Gießen in der Stille wirkende Freimaurerloge ,L u d e w i g z u r Treue" auf das 1 5 0» jährige Bestehen ihrer freimaurerischen Baustätte in unterer Stadt zurückblicken Dieses bemerkenswerte Jubiläum beabsichtigt die Loge, wie sie hier kurzweg genannt wird, am nächsten Sonntag mit einer Feier, weihevoll und geleitet von den hohen Idealen der Freimaurerei, zu begehen. Aus der Geschichte dieses Bundes, dem viele angesehene Bürger der verschiedensten sozialen Schichten unserer Stadt und der Provinz Oberhessen in vereintem Streben nach den Segnungen edlen Menschentums angefrorcn. sei frier das Wichtigste erwähnt: Von der Direktorialloge der log. strikten Observanz, der Loge .Joseph zum Reichsadler" in Wetzlar, wurde unter Leitung von Kammergerichtsassessor von D i t f u r t h die Loge . Ludwig zu den dreh goldenen Löwen" in Gießen gegrünoet und am Sonntag, dem 26. April 1778 feierlich eingesetzt. Sie zählte an diesem Tage 12 Mitglieder Meister vom Stuhl wurde der Regierungs- und Konsistorial-Direltor Ludewig Adolph Christian Grolman, später Wirklicher Geheimerat von Grolman, in Gießen. 1785 zählte die Loge bereits 55 Mitglieder, meist Beamte und Offiziere. Protektor der Loge war der damalige Erbprinz Ludewig von Hessen-Darm st ad t. nachmals Landgraf Ludewig X. bzw. Großherzog Ludewig I.. der selbst ein eifriger Freimaurer mar; er gab der Loge auch den Namen. Bisher konnte jedoch noch nicht festgestellt werden, in welchem Gebäude damals die Zusammenkünfte der Loge waren, da die alten Akten verschwunden sind. Wer von unseren Mitbürgern Aufzeichnungen hierüber, aber auch über andere Logen- Angelegenheiten besitzt, möge sie im Interesse der heimatgeschichtlichen Forschung der Loge zur Versügung stellen. Die Loge schloß sich 1785 dem neugebildeten „Eklektischen Bund" an, der seinen Sitz in Frankfurt a. TR. hatte. Die Loge in Gießen war die erste in der damaligen Landgraf- schast Hessen-Darmstadt; noch im Seichen Jahre wurde eine solche in Friedberg unter dem Namen „Rudolph äu den drei Schwanen" gegründet. Infolge der durch die französische Revolution auch in deutschen Landen frervorgerufcnen Beunruhigung wurde die hiesige Loge auf Wunsch der Darmstädter Regierung am 10. November 1791 geschlossen. Das vorhandene Vermögen wurde nach Verkauf des Inventars 1796 von dem Geh. Regierungsdirektor von Grolman der Regierung in Darmstadt zwecks Verwendung zur Unterstützung der gebrechlichen hessischen Krieger, die an dem Krieg gegen Frankreich teilgenommen hatten, übersandt. Im Jahre 1816 wurde die Arbeit der Logen wieder zugelassen. Alsbald schlossen sich die in Gießen und dessen näherer und weiterer Umgebung wohnenden Mitglieder der alten Loge mit solchen der Logen in Friedberg. Marburg und Frankfurt a. M. zusammen und beschlossen, die Loge wieder zu eröffnen. Nachdem Grvß- herzog Ludewig I. die Erlaubnis hierzu erteilt, das Protektorat erneut übernommen und der Loge den Namen „Ludewig zur Treue" beigelegt hatte, wurde die Loge am 7. November 1816 mit über 40 Mitgliedern wieder eröffnet und am 29. Mai 1817, nachdem inzwischen die Mitgliederzahl auf über 80 gestiegen war. von dem Großmeister des Eklektischen Bundes, Noe du Fay aus Frankfurt a. M., feierlich installiert. Die Zusammenkünfte sanden zunächst im „Rappen", dann in der „Alten Post", beide in der Walltorstraße gelegen, statt. Spater fiedelte die Loge in das sog. Landauersche (später Ferbersche) HauS und 1832 in die Wallenfclssche Färberei, beide am Kirchenplatz gelegen, über. Im Jahre 1856 wurde mit dem Bau eines eigenen LogenhauseS (des jetzigen Gebäudes Gartenstraße 1) begonnen, das am l. August 1857 seiner Bestimmung übergeben wurde. Dieses Gebäude wurde 1914 etwas vergrößert und vor allem im Innern durch Architekt Hans Meyer in künstlerischer Weise heraerichtet. Um die Durchführung dieser Vergrößerung machte sich auch Oberamtmann Bornemann in Obbornhofen sehr verdient. Der Kriegsausbruch erschwerte die Vollendung der Arbeiten, so daß zeitweise eine Unterbrechung erwogen wurde. Trotz aller Schwierigkeiten wurde das Werk aber zu Ende geführt und die erforderlichen Mittel von den Mitgliedern opferwillig aufgebracht. Erster Meister vom Stuhl der wiedereröffneten Loge war der Professor der Rechte Geheimrat Dr. Musäus. Unter den 32 Dtuhlmeistern der 150 Jahre Gießener Logenlebens waren in der Oeffentlichkeit besonders bekannt: Stadtpfarrer Kirchenrat Dr. Engel, der im ganzen 19Jahre lang die Loge leitete, Hofgerichtsadvokat Dr. jur. in Gens um 8.20 Uhr über Marseille (10.50 Ufrr) — Barcelona (14.45 ilfrr), Ankunft in Madrid um 19.45 ilfrr. Für den Rückflug ist Start in Madrid um 8 Ufrr — Barcelona (12 ilfrr) — Marseille (16 Ufrt) — Ankunft in Genf 19 ilfrr. 2lm anderen Morgen Start in Gens um 7.50 ilfrr, Ankunft in Gießen um 13.05 ilfrr. Kopenhagen und Malmö sind ebenfalls durch günstige Anschlüsse in Hannover und Hamburg von Gießen aus zu erreichen: Start in Gießen um 13.15 ilfrr; Kassel an 14.05 ilfrr, ab 14.15 ilfrr; Hannover an 15.15 ilfrr, ab 15.25 ilfrr; Hamburg an 16.25 ilfrr. ab 16.35 ilfrr; Kopenhagen an 1835 ilfrr, ab 18.35 ühr; Malmö an 18.50 ilfrr. In umgekehrter Richtung ist der Start in Malmö um 8.30 ilfrr: Kopenhagen an 8.45 ilfrr, ab 9 ilfrr; Hamburg an 10.50 ilfrr, ab 11.15 ilfrr; Hannover an 12.15 ilfrr, ab 12.20 Ufrr; Kassel an 13.20 ilfrr. ab 13.30 ilfrr; Gießen an 14.20 ilfrr. 3m Osten find zu erreichen die Städte 6nw- lensk, Moskau, Riga, Reval, Leningrad, Hel- singsorS: Gießen ab 13.15 ilfrr. Kassel an 14.05 ilfrr, ab 15.20 ilfrr; Magdeburg an 16.40 ilfrr, ab 16.55 ilfrr; Berlin an 17.55 ilfrr. Hier hat der Luftreifende 6 Stunden Aufenthalt, um 23 ilfrr Start auf der NachtluftverkehrSstrecke, die sich in den letzten Jahren sehr gut bewährt hat, nach Königsberg, an 3.45 ilfrr, ab 4.30 ilfrr; Riga an 6.45 ilfrr. ab 7.15 ilfrr; Smolensk an 12.15 ilfrr. ab 12.45 ilfrr; Moskau an 15 ilfrr (ost- europäische Zeit). Für den Rückflug Start in Moskau um 8 ilfrr (OEZ.); Smolensk an 10,15 ilfrr (OEZ.), ab 10.45 ilfrr (063.); Riga an 13.45 ilfrr, ab 14.15 ilfrr; Königsberg an 16.30 Ufrr. ab 17.30 ilfrr: Berlin m 22 ilfrr. 3m Franz Eckstein, ilniversitätsvrofessor Wilhelm Oncken. Zahnarzt Gg. Wilh. Koch. Kommerzienrat F. C. B. K o ch. 3m Jahre 1859 schied die Loge „Ludewig zur Treue" aus dem Eklettischen Bund aus und schloß sich der Groß löge „Zur Eintracht" in Darmstadt an, der sie bis zum heutigen Tage noch angehört An dem bedeutsamei'. Iubiläuinstage einer solchen Vereinigung von Männern sei aber nicht nur die Entwickelungsgeschichte dieses Bundes verzeichnet, sondern es möge auch des Werkes dieser Bruderschaft mit einigen Worten gedacht werden. Und das um so mehr, als gerade in neuerer Zeit viele vollkommen falsche Schilderungen über bas Wirken der Freimaurer in breite Schichten unseres Volkes hinausgetragen werden. Wie die gesamte deutsche Freimaurerei, so hat auch die Loge „Ludewig zur Treue' von jeher ihre vornehmste Pflicht darin erblickt, in den Herzen ihrer Angehörigen die besten und entfaltungsreichsten Pflanzstätten für echt vaterländischen Sinn, bereitwilligste und vollkommene Hingabe an den Dienst für Volk und Vaterlaird. Erhaltung und Ausbreitung des GotteSglaubens und der erhabenen Lehren der Bibel, wahre und tiefe, aufopfernd tätige Nächstenliebe zum Segen unseres Volles zu entwickeln. Streng wird nach dieser Richtung hin jeder geprüft, der in die Loge aufgenommen zu werden wünscht. Wer den hohen Anforderungen nach diesen Grundsätzen nicht zu genügen scheint, findet keinen Platz in diesem Bunde Unbedingte Treue dem Vaterlande stets und überall, Gehorsam gegen die Gesetze des Staates. Gottes- glaube und Gottesfurcht, das ..Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", das sind grundlegende Teile eines feierlichen Gelübdes, das keinem Manne erlassen werden kann, der sich dem Freimaurerbunde anschliehen will, und das jedes Mitglied immer in vollem Umfange an seine freierwählte hohe Pflicht als deutscher Freimaurer bindet. Auf dieser ®ninblagc Hal auch die Gießener Loge „Ludewig zur Treue“ seit ihrem Bestehen an allen ihren Mitgliedern und deren jedes in gleichem Sinne an sich selbst gearbeitet, ist auch aus diesem Logenkreise ständig ein breiter Strom vornehmer Gedanken, hohen vaterländischen Geistes. echter Gottesfurcht und unerschütterlichen Gottesglaubens, auch in der Not- und Drangzeit des Weltkrieges, hin- ausgeströmt in unser engeres Heimatgebiet Die schonen Früchte dieser Gießener Arbeit an dem hohen Dom edlen Menschentums kommen i auch in den sozialen Werken her 3ufri- larin zum Ausdruck. Ganz im stillen übt sie seit ihrem Bestehen eine weitreichende Wohltätigkeit, und zwar nicht nur unter ihren Mitgliedern und deren Hinterbliebenen, sondern darüber hinaus auch in der gesamten Bürgerschaft. Wer die Briefbündel im Archiv der Loge durch- gesehen hat, weih, wievielle bedrängte und arme Mitbürger zu allen Zeiten mit der Bitte um Hilfe und Rat an fr en KreiS der Freimaurer herantraten, der findet aber auch die Aufzeichnungen in den Kassenbelegen, daß die Loge immer und weitgehend nach Maßgabe ihrer Kräfte geholfen hat. In vielen Familien wurde dadurch der strahlende Sonnenschein echter Nächstenliebe wieder fühlbar. Gar manchen jungen Leuten mit vielverheißender geistiger Befähigung, aber ohne ober nur mit schwachen materiellen Mitteln, wurden durch die stillwirkende Menschenliebe der Loge die Wege zum Aufstieg geebnet. Ein soziales Werk, dessen Segnungen in unserer Stadt tausendfach sind und das auch freute noch in schönster Weise gerade den wirtschaftlich schwer ringenden Gliedern unserer Bürgerfamilie zugute kommt, die Kleinkinderschule in der Diez st raße, wurde im Jahre. 1835 von drei Mitgliedern der Loge „Ludewig zur Treue", Kirchenrat Dr. Engel, Pros. Dr. Koch und Dr. Dix, mit Logenmitteln gegründet, bann jahrelang aus dieser Geldquelle fast vollständig gespeist uyd bis auf den heutigen Tag aus der Kasse her Loge tatsroh unterstützt. Bei diesen ganz kurzen Ausschnitten auS dem vielfältigen, fegensreichen Wirken der Loge, auf das angesichts des 150jährigen Bestehens her Vereinigung öffentlich hinzuweisen eine Pflicht der heimatlichen Publizistik ist. mag es hier sein Bewenden haben. Von dem Bunde der Gießener Freimaurerloge „Ludewig zur Treue" kann man mit Recht sagen, daß das Werk seinen Meister lobt. Dafür ist die 150jährige Logengeschichte beredtes Zeugnis. ilnb daß eS auch fernerhin so bleiben wird, dafür bieten der hohe Idealismus, die Liebe zum deutschen Menschenbruder und der tatfrohe Wille zur maurerischen Arbeit ün Dienste unseres Volkes und Vaterlandes, die im Kreise der Gießener Logenbrüder lebendig wirkende Kräfte sind, zuverlässige Bürgschaft. nächsten Vormittag Start in Berlin um 10 ilfrr; Magdeburg an 11 ilfrr, ab 11.15 ilfrt; Kassel an 12.25 ilfrr. ab 13.30 Ufrr; Gießen an 14.20 ilfrr. Don Riga aus (Ankunft 6.45 ilfrr) um 725 ilfrr (063.) Start nach Reval an 10.40 ilfrr (OEZ.), ab 11 ilfrr (OEZ.); Leningrad an 13.15 ilfrr (063). In umgekehrter Richtung Start in Leningrad um 8.30 ilfrr (063 ); Reval an 10.45 ilfrr (063.). ab 11.15 ilfrr (OEZ.); Riga an 12.30 Ufrr. ab 14.15 Ufrr Von Reval aus (Ankunft 10.40 Ufrr [063.]) um 12 Ufrr (06Z.) Start nach HellingforS. dort Ankunft um 12,45 Ufrr (OEZ.). HelsingsorS ab 10 Ufrr (D63-), Reval an 10.45 Ufrr (063 ), ab 11.15 Ufrr (OEZ ). Vergleicht man die Flugzeiten auf den obengenannten Strecken mit der Fahrzeit der Schnell- bzw. Sxprehzüge, so wird man für da« Flugzeug einen außerordentlichen Zeitgewinn feststellen können, trotzdem frei den weitesten Strecken auf einzelnen Flughäfen ein längerer Aufenthalt stattfindet, um den Fluggästen die Möglichkeit zu geben, sich zu erfrischen und attSzuruhen. um dann neu gestärkt die Schönheiten einer Ouftreife in sich aufnefrmen zu können. Provinzialtag Overhefferr Der Provinzialtag der Provinz Oberwelten wird sich in feiner Sitzung am SamStag 5. Mai, im Reglern ngSoebäude zu Gießen mit folgender Tagesordnung beschästigen: 1. Diensteinweisung und Verpflichtung deS neu in den Provinzialtag berufenen Mitglieds Heinrich Weidner. Kaufmann in Herchen- 2. Vcrivalkungsberichb des Probinzialous- schusses der Provinz Oberfressen über den Stand der Prvvinzialverdandsangelegenhei- ten und Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Ri 1926. 3. Pünktlich um 11 Uhr wird die Tagung unterbrochen. um die Wahl eine* ErsatzinngliedS für den Provinrialausschuh vorzunehmen. 4. Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl des Eriahmitglieds in den Provinzialausschuh. 5. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rj. 1928. 3n Verbindung hiermit: all. Qlntrag des Provinzialausschusses auf Genehmigung von Straften umbauten und Brückenumbauten. 2. Antrag deS Protnnziaiausfchussee auf Ermächtigung, die Materiallieferung für die Unterhaltung der Provinzftraßen im Rj. 1929 bereits im Herbst 1928 zu vergeben und die hierzu erforderlichen Mittel bereitzuftellen. b) Antrag des Provinzialausschusjes betr.: Gründung einer hessischen kommunalen Gasfernversorgung iHekoga); frier den "Beitritt der Provinz OberfrriiTh.— c) Antrag des Provinzialausschusses agf Bewilligung einer Kapitalansnahme für die Beteiligung der Provinz an dem Reben- rafrntfntcrnebmen Birstein Aartmann»- Hain d) Antrag de» Prvvinzialausschusses betr.: Die Ablösung der Anleiben der Provinz Oberfressen. e> Antrag des Provinzialausfchusses auf Genehmigung der zur Erfrebung vorgesehenen Provinzialumlagen und Ausschläge 6. Rechenschaftsbericht des Prooinzialauüjchujje» über die Verwaltung be» Wasserwerks Inheiden und Rechnung über die Einnahmen und Ans gaben des Wasserwerks Inheiden im Rj. 1926. 7. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Wasserwerk» Inheiden für Rj. 192b. 8. Antrab des Provinzialausschusses auf Errichtung einer Stiftung. 9. Rechnungsabschluß über die Verwaltung de» lleberlandwerks vberhesfen für da» Rj. 1926. 10. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben de» lleberlandwerks Oberhessen im Rj. 1928. Taten für Donnerstag, 26. April Sonnenaufgang 4.42 Ufrr. Sonnenuntergang 19.14 Uhr. Mondaufgang S.37 Ufrr Mondunler- gang 1.54 Uhr. 121: MarcuS Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph, geboren. 1711: der Philosoph David Hume in Edinburgh geboren. 1787 der Dichter Ludwig Ufrlanh in Tübingen geboren. 1863: her Dichter Arno Holz in Rastenburg geboren. 19"25: Wahl HindenburgS zom Reichspräsidenten. Bornotizen. — Tageolalender für Mittwoch. Stadl theater: 7.30 Uhr, „Das Kamel geht durch da» Radelöhr" (Ende gegen 9.45 Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die letzte Galavorstellung de» 3ir ku» Wolfson'. — Aftoria-Lichtspiele „Der Tobf»- reifer von Arizona" ** Personalien. Ernannt wurden der Stu- bienrat an der Realschule in Schatten Friedrich Volz zum Studienrat an der Realschule i. C in Vilbel und der Studtenrat an der Realschule In Laubach Hugo Link zum Studienrat an der Augustinerschule In Friedberg beide mit Wirkung vom 23. April ob. * Verbesserung der Kirch st raße. Die Straße zwischen der Neustadt und dem Gewerbehaus. entlang dem Oswaldsgarten. die sich seit Jahren in einem auSgesafrrencn Zu stand befindet. soll nunmefrr durch die Anlage von Trottoir und die Erneuerung der Fahrbahn wesentlich verbessert werden. Hierbei wird di.- Beseitigung einiger bereits fett Jahren stark beschädigter Bäume, die zu dicht an den Häusern stehen, erforderlich. •• Eine Bitte an daS Polizeiamt. Man schreibt uns: Es ist ein dringender Wunsch der Passanten des von der Lahnbrücke nach den Bleichen sich hinziefrenden WegeS, daß die Passage von der Lahnbrücke bis zur südlichen Ecke der ersten Bleiche — also biS dahin, wo der Weg von der Schützenstraßc her einmündet — für den Radfahrverkefrr endgültig gesperrt wird. Der Weg. der über den ehemaligen Schweinemarlt führt, ist bekanntlich von der Lahnbrücke her steil abfallend. Er wird fast ausschließlich von den Pächtern der Schrebergärten an der alten Wollspinnerei und anderen Gartenbesitzern benutzt, die ihn auch mit ihren Handwagen befahren müssen. Vielfach sind diese Gartenbesitzer ältere Leute. Die durch nur jugendliche, rasende Radler auf dieser Wegstrecke täglich erheblich gefährdet werden kann nicht gewartet werden, bis erst durch Leichtsinn, Unvernunft und grobe Rücksichtslosigkeit ein größeres Unglück geschehen Ist. DaS Feld- schutzverfonal wird diese Angaben an maßgebender Stelle berichten und bestätigen können. Die Frühjahrsbestellung der Gärten an der Lahn steht bevor; darum ist Elle geboten. Hoffen wir. daß von der zuständigen Stelle eingeschritten wird und daß an den beiden Endpunkten der oben bezeichneten Strecke bald die erforderlichen Tafeln „Für Radfahrer verboten" angebracht werden. "KonzertezumB e st c n derKranken. Man berichtet uns: Der Männer-Gesangverein Liedcrkranz (gegründet 1837) unter Leitung seines Dirigenten Wilhelm Schättler hat eS sich nicht nehmen lassen, dem Beispiele anderer Vereine nachzueifern und ein Konzert in der Nerven - klinik Gießen zur Srfreitcrung der Kranken xu geben. Die Darbietungen boten einige genußreich« Stunden. U. a. kamen zum Vortrag: „Hymne an die Nacht" von Beethoven. „Sonntag£- fecle* von Bein. „OberländischeS Tanzlied" von Silcher ulw., was besonders benrorgefroben sei. Die einzelnen Stücke wurden mit großer Hingabe von der Sängerschar vorgetragen und mit leb* fräflem Beifall ausgenommen Dem Dirigenten Wilhelm Sch ättler. sowie Lehrer Kling als Vorsitzendem Ist der Dank der Patienten ge* wiß —• Ferner aao am Sonntag, dem 22. April, die Neu-Apostolische Gemeinde Gießen (Diri- & Wilhelm Müll) ein bestens auSgewäfrldeS ramm ihres Gemischten Chors, das regen U fand. Der Chor war ausgezeichnet iit feiner Leistung. Besonders frerDorgehoben seien. jUnter einer Trauerweide" und »Preis dir, du 6wiger". Beiden Vereinen sowie den mitwirkenden Herren, die ihr Bestes frergaben. tst der Dank der Patienten gewiß. Wünschenswert IS es, daß ntxf) andere Künstler her THitfW tav *11% Skulle, 3 &«« «bft iSrt8^nün *wt\t «-bn *■ q |.v **« 3 t : an btm Titt-n '" ««Ä, *" d« «*,, JJ^ulhi auf fe, «sass nnabmm unb lu5, «bin im Sj. 1926 Wen unHujAab >W« aus tz'rrich, ie IkrwQhung btt für das Aj. $6 men und 3utoabti en im ftj. IM ' 26. April tnnn£UnkW ÄkmduiUer- Iwluii, Tbmlld'n ‘•mi'.bnWb- kN geboiai HU in Tübingen gt- v Holz in Taft», Hindcnburgß ur lt. Mlitlvochelabi ui ged! diffih bot r). - LiWeihau», oorfteUung des Zit Ipklc ,> lob* f toutbtn der Sh frnffr/fMjß olj ule 1.6. in 9ÜM VMt \n Saubc» btx tuwfiintrfM« j vom ab. r SirtzÜrafk iftabt unb bcm A- aldLgarten. die fich hrenen Zustand de- die Anlage von nfl der 8°drbodn Hierbei Pird bif feit Jahren stark cht an den Häusern s Polizeiami. dringender Dunlch iafinbrüdi nach den eges. daß die Pai- zur füMidxn >jg dahin, wo der her titunünbd - >r enbgültifl flt* fir über den W* if! Mannlto M allcnd.Srwird htern der 6Nfa' increi und arigj hn auch mit MU «such find te die durch »ur * sr-J« Ebrach' «raukru. nLö>eWrrn S»*frJ5 röst? des •■‘w; Wa ler ** Für jeden Kaufender passende Wagen G {.: *F" \ 7-‘ . ix«, ©efaeec« Birten 'Seil^isfen ivLqsn rmd ifrren ai-..^n 0**vL.h. yj. vi u* An las» seines Züjährigen Be- 1 , i;el)en» untctnabm am Sonntag bet 03. S>. vi, ©teften feine tjubdäumätnanberung nach dem Vogelsberg Durch die ungünstigen Dahn« ‘ Verhältnisse war eS nid»: möglich, die Wanderung, hie seinerze.t von Slation Laubach Wald ihren Infang nahm, wenigsten- in ihrem ersten Teile , lo auszu führen, wie im April 19D8; io wurde ' denn Scholten als Ausgangspunkt gewählt. Trost der mißlichen Wetterlage der vergangenen Woche halten sich 60 Teilnehmer c.ngefunden, darunter auch fünf Gubilate, die seinerzeit die Dründungswanderung mitgemacht hatten Durch einen sonst wenig begangenen teil von Schotten führte der Weg auf die Staatsstraße, von der man reizende (Bilde in das Aiddatal und auf die schneebedeckten Häupter des Vogelsberges genoh, nach Götzen zu kurzer Frühstucksrast. Teil» auf der Strahe. teils über blumen-, aber auch wasserreiche Wiesen ging es am LudwigSbrunnen vorüber wo ein lustiges Schneetreiben einsetzte, daS allerdings nicht von langer Dauer war, je- doch die sonst so herrliche Fernsicht stark beeinträchtigte. an den Hängen der Feldkrücker Höhe entlang zur Poppenstrulh. wo der Wald begann, der zum Unterschied von der vorher durchwanderten Gegend noch recht winterlichen Gharakter zeigte. In mäßiger, aber steter Steigung ging es durch den tief verschneiten (Bergwald dc lange Oberwaldstraste entlang, zum Hauptziel des Ta- f,es. dem Hvherodskopi. wo alsbald eine fröh- iche Tagung begann Klaviervorträg«. gemeinschaftliche Lieder. Ansprachen, darunter eine lau- ' nige Schilderung der Gründungswanderung litmen die Zeit nur zu rasch vergehen. Der Abstieg erfolgte über Breungeshain und Michelbach zurück nach Schotten, von wo. nach einem Schluhtrank im ..Hessischen Haus" die Heimfahrt engeireten wurde. ADA grauen-, Aaucher- und Richt- raucher-Abteile. Für allein reisende Frauen reserviert bekanntlich die Deutsche Aeichsbahn in jedem Zuge bestimmte Abteile, und zwar je ein Abteil 2., 3. und 4 Klasse als Frauenabteile, sofern der Zug mindestens sieden Abteile der betreffende« ÄftitW führt Den Aauchern ist die Hälfte der Wagen oder Abteile !., 2. und 3. Kl. Vorbehalten, während in der 4. Klaffe nur ein Drittel der (Segen oder Abte le als Nichtraucher gekennzeichnet werden. Führt ein Zug jedoch nur rin Abteil 1., 2.. 3. ober 4 Klasse, so wird darin der Aushau angebracht, dah im Abteil nur bei Zustimmung aller Mitreisenden geraucht werden dort Rheinhessen. WLA. Mainz, 24. April. Zu der gestern ge meldeten Auffindung einer männlichen Leiche auf einem Wagen 4 Klasse teilt die Reichs- bahndirektion Maknz weiter mit, dah an der Signal- drücke des Bahnhofs Wiesbaden Blut- spuren aufgefunden wurden. Dieser Umstand legt bk Möglichkeit nahe, dast der wahrscheinlich angetrunkene junge Mann während der Fahrt auf das Dach des Estenbahnwagens grftkgejr ift unb bchn Durchfahren der Zuges uiuer der Sigralbrude die tödliche 'Verletzung erhalten hat. Die Muge des Toten ist bis jetzt noch nicht gefunbei, worden Die Ärimi- na!Polizei ist weiter um die Aufklärung des Falles bemüht Preußen. Mrcit Wetzlar. - - Au» dem Kleebachtal. 23. April. Vie fortwährend kalte und regnerische Witterung der letzten Wochen haben die Arbeiten de» Bauersmannes sehr verzögert. Zahlreich« Wielen sind noch zu reinigen und zu ebnen auch must auf zahlreichen Kornäckern, wo da» Getreide sch.echt steht, noch nachbestellt werden 3m Vergleich zum vorigen 3ahre sind die Auswinterungsschäden des Winter getreibeS in diesem 3ahr« grober, was in der Hauptsache auf Mäuse- unb Schneckenfrost -.urückzutühren ist, jedoch nehmen diese Erscheinungen nicht einen solchen Umfang an dast von einer wesentlich ungünstigen Gestaltung des Saatenstandes gesprochen werden könnte Die jungen Hafersaalen sind schon schön aufgelaufen auch zeigen die Kleeäcker durchweg einen befriedigenden Stand Mit dem Eintritt trockener und warmer Witterung kann überall mit dem Kartoffelfehen begonnen »erden -*-■ HörnSheim. 34. Lkpril Der Bezirks- ÄricgccDerbanb ^Hüttenberg" hielt am Sonntag in der Gvftrmrtichaft .Zur Traube" Hierselbst feine diesjährig« Frühjahrsver- treteroerfammlung ab, die sich eineguten Besuches erfreute. Sie Versammlung wurde durch den Verbandsvorfitzenden Förster (B r a f f e- Oberkleen eröffnet der herzliche Begrühungs- worte an die Kameraden richtete 3n Erledigung der Tagesordnung fand zunächst die Abnahme der Rechnung für das abgelaufene Gefchäftsjahr statt. Sodann wurde die Festlegung neuer Statuten befchloffen Schliesslich wurde als Ort für die Abhaltung des diesjährigen Verbandsfestes Grvßcn-Linden bestimmt, wo am l. 3uli in Demcinfchaft mit dein Hessischen Kriegerverband .Hallia" ein arbsteresKrie- gerfest gefeiert werden soll, zu dem die Vorbereitungen schon jetzt getroffen werden. Es gereichte den Verbandsmitgliedern zur besonderen Freude, das Derbandssest in Grosten-Linden feiern zu können, weil der Kriegerverein Grosten- Linden der einzige hefsische Kriegerverein ist. der dem fich fonft ausfchliehttch auS preuhifchen Vereinen zusammenfehenden Verband angehört. O lliebctfleen, 24. April. Die QU u» bantätigkeit erfährt in der hiesigen ®e- meinbe nach dem Kriege nur eine langsame Belebung. Insgesamt wurden in der (Nachkriegszeit nur zwei neue Wohnhäuser erbaut. 3n diesem Jahre gelangen ebenfalls nur zwei neue Wohnhäuser zur Errichtung, von denen eins am Dorsausgange nach Dornholzhausen. daS zweite am Dorfausgang nach Lang-Gons gebaut wird. Heben diesen Wohnungsbauten gelangen noch verschiedene Olea- unb Umbauten von landwirt- schaftlich: Aodheim a. h Bieber 34 Apr,l Arn vongen Sonntag wurde hier in einer bürgerlichen Wahlversammlung der bereits vor kurzem geplant« gefchäftsführende Ausschuß für eine bürgerliche Wahlliste bet der Gemeindewahl «bildet. Am Aoend sprach aas Einladung des hiesigen Frauenvereins im dicht- besetzte» Dcnder'chen Saale der bekannte Heimot- schriststeller Ä a u m a nn. Line an^chliehend« Her- lofung zum Besten der Klcinkinderbewahranstalt fand regen Zuspruch. XX Ernmbach. 24 April Der hiesige Gesangverein .Harmonie", bet von Lehrer Bott gegründet wurde, ist eifrig mit den Vorbereitungen tur Feier seine - 2 5. Stiftungsfestes befchästigk. da- er am 24. und 25. Juni begehen »in. ZiUtrci*. M Bicken. 24. April Aus der Grube .A o t h l a n b' bei Offenbach verunglückte am Montagmittag der Arbeiter Karl Dietrich von hier Der Mann stürzte von einem 15 (Dieter hohen Gerüst herab und erlitt schwere Vein- verletzungen. die seine Ueb«rfübrung in die Eunhsche PrivatNinik nach Herborn notwendig machten. bL Driedors 24. April. Bei Rodenroth will der Westerwaldverein Herborii ein Ski- unb Wanderheim erbauen, das der Jugend, für die es in Der Umgebung an geeigneten Unter- kunslsmiktlichkeiten fehlt, dienen soN. Man hofft auf Beitzilsen aus öffentlicher Hand. Oie Postbeschwerden des Bieberiales. Aus Lrumbach - Fellingshausen wird uns geschrieben: Die Beschwerde deS Herrn Dender ((Bieberi gegen die stark verspätete Postbestellung — troö der neuerlichen Krast- wagenbesürderung von Giesten nach Rodheim - hat auch in unterer Bevölkerung ein lebhaftes Echo hervorgerufen. SS ist sicher, dast die Bewohner unserer abgelegenen Dörfer für den Privaten and geschäftlichen (Verkehr jede, auch die kleinst« ÜkrMfcrunq mit Freud' unb Dank begrüßen würden, sonderlich bei der Postbestellung, die ja nur einmal am Tage und dann erst nachmittags um 3 Uhr etwa — evtl, auch später! — erfolgt. 3n Ansehung einer zweimaligen Bestellung vor dem Kriege und der heutigen erhöhten Portosahe ergibt sich nunmehr: 150 Pro». Verschlechterung bei 150 Proz. der Posttarife gegenüber dem Frieden. DaS will uns habet, dast die Post eilt öffentliches Derkehrsinstitut in Monopolstellung ist, nicht eben freundlich stimmen. Bahnsendungen können nun am selbigen Tage kaum noch abgepolt werden schwere Postpakete - - regelrecht franfiert für bis zum Bestimmungsort kommen zuweilen, wenn fich nicht gerade eine günstigere Gelegenheit findet — u. U. erst nach einer halben Woche ober gar später in den Besitz des Empfängers. Eilige Qlntworlbrlek können beim besten Willen am selbigen Tag nicht mehr erlebigk toetbrn tmb zur Beorderung ftmt- men. da man am späten Nachmittag private Gelegenheiten zu Post und Bahn kaum mehr im DvZ« aulhtiben kenn Und die Post geht erst wieder m 24 Stunden So braucht ein Antwort- drief sür «int Strecke von ca. 1 Kilometer 24 Stunden. (Deut'ches Reich 1*28!) Roch ist allo die Post in der Ausgestaltung der Landbestellung lang« nicht I 6 weit dem Publikum cntg«g0,.i ccm 4 takt. Angcb m BteiS unb Baujahri nt.792an GcrmerL Wagner Ncncnwcg 50. 1 UWWWI i(LUsg68U0ks \ Gut erhaltener SflltfUSI aii kaus.gefucht. @cbr. Angebote unt. 1)3212 an ben (Yteb.Anzetg. (4 P. 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Buchungen belegen, ckast der jährliche Verschleiß ‘ DER GROSSE am Opelwagen im Durchschnitt nicht einmal 2"Z» beträgt :iSUSiFAHREN SIE DEUTSCHE WAGENt Glehen. den 24 April 1928 im Alter von 72 Jahren. ■ ■ ■ ।1" I 0321 geb. Deiß Die trauernden Hinterbliebenen. Plötzlich und unerwartet verschied am 21 April Fräulein Mathilde Reuther Oießen, den 23. April 1028. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Durch seine Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit hat er sich bei uns ein ehrendes Andenken geslchert Poppe &Co„ Gießener Gummiwarenfabrik. aus Steinberg im 19. Lebensjahre. Nachruf. Am 23. April 1928 verschied nach längerem Leiden unser lang- übriger Maschinist Herr Wilhelm Preu aus Wieseck Gestern mittag entschlief sanftnacb längerem Leid«-u unser unvergeßliche«Kind, unser liebes Brüderchen Helmut Werner Kreiling im Alter von 10 Monaten. In tiefem Schmerz: Familie Emil Kreiliag II. Wieaeak, den 25. April 1986. Die Beerdigung findet Donnerstag. 26. April nachmittags 3 Uhr.vomSterbehaQse. Kirchstr. 40 aus statt. 4257D Tod es-An zeige. Heute entschlief sanft infolge eines Schlaganfalles unsere herzensgute Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Hainer Wwe. WIM. nur kostet eine 3teilige Wollmatratze oder eine Steilige 4ii2« Kapoks Matratze aufzuarbeiten. eine3u-iligeBoß- haar-Matratzc 8 Mk. GMär Betlenlahrik Marktstr. 29 TeL271 Kostenlos holen wir die Matratz, bei Ihnen ab und bringen dieseJb. w. frei ins Haus. Wir betrauern in der Entschlafenen « ine Kollegin, die sich durch ihre vorzüglichen Charaktereigen schäften die Liebe und WerUcblUung aller An- gestellten erworben hat. Ehre Ihrem Andenken. Die Angeetellten der Firma Kaafhana R. Elsoffer. Gießen Verreist 03198 O/x 0 Pf». 0.45 Käse lossaugen. 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Beschlußfassung über Verwendung deS Reingewinns. 3. ErgänzungSwahl deS AufsichtSratS. 4. Verschiedenes. Die Rechnung und DUanz pro 1927 liegen vom 25. April 1928 acht Tage im Geschäftszimmer zur Einsicht der Genossen offen. 4225V Londorf, den 23. Avril 1928. Lpar» und Vorschuß-Verein Rabenau zu Londorf eingetr. Genossenschaft mit beschr. Haftung. Der AussichtSrat: Hasselbach, Vorsitzender. ßtubil Don Dr.; deutsche Skalen Kj N dem Kriegs seine Erwerbs. Un 'iuiem Url 8&K SBljÄi ju l-us relativ J111 1 du-ch ' start sähig fc'^ hgte fertig j)n,9U *■* 4LL Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Plockstrabe 14 GIESSEN Fernsprecher 1636 Lichtspielhaus Bahnhofatrafae 34 Ossichi ein! MN gcnden- rungen 'crvolr.°u ßi( KL rÄ Äi’r; Lj etwa zum i Dis zu clnrv auch ganz fltunbLgei und Letzt dar n Reservoir ausn> ttnb heute der füllten Deckens niflt Sohlen öfstntlichungen c des Anwaltsbla nen, wie trostlot Zunächst das _ dierenden 1 betrug vor dem damals wurde 1 der Stelle aus warnt! 3m 3ak scheu Universi 12 300 6ti wissenschas vissenschastliche Kriege eine du im Semester,' ii war der 9urc6, anderen Lander aibl sich für das der Zahl, mö Erenzen und ö kerungszohl. 'He stehl cs die'es überströn entsenden kann? Die Zahl d< anwälte ist Preußen beispie^ 1913 bis 1926 vl eine sehr erhebl Stellen, hinzu «wtz-rnMchmt tun- all Achte' ganz bedeuten! Anstellung wa vor kurzem ir richte mir Aus besoldete Komi maßen über d hat sich mit der gründlich geän reiche Mssorc ohne Ginfomme 3n der Je r als in der Just hau. der bttann den soll und al durchgeführt wi die „Derwaltunc Vtellenzahl gehö fünften: der A sucht vorgebildete Anspruch. J,e 5 jn der Kommunal Dle m den Staa P^nen, und gaiu VBy Schellfische ohne Kopf. . Pfd. 0.45 Geelachs uMabliau ohne Kopf . . pfb. 0.30 Limburger SUMA ist ein Waschmittel, das auf eine ganz neue und wirksamere Art wäscht: Es wäscht die Wäsche weiss, ohne sie künstlich zu bleichen. Suma erreicht dies dadurch, dass es beim Kochen Ströme wallender Seifenbläschen entwickelt, die in sprudelnder Bewegung auch die feinsten Gewebemaschen durchspülen und sie von allem Schmutz befreien. Suma enthält kein Bleichmittel. Es braucht keines! Versuchen Sie Suma selbst. Millionen verwenden es schon ständig, weil sie es besser finden. Das werden auch Sie ! Mandolinen- and Gitarren verein Jeanolita“/Biehen Leitung: Herr Hans Sonntag Heute leierer Ta<: Oer Todesreiter von Arizona Ab morgen hie einschließlich Sonntag: Ein erntklass. Doppel-Programm, das auch die allerverwöhntesten Besucher zufrieden stellen wird. 1. Schlager: M Reiht enge! 10% Rabatt!| Edamer in ganzerKugel pfd. 0.75 Hch. Kalbfleisch Qebigfiraße 21 SUL 16M weisszeug WEICHER FARBIGES FRISCHER REINER Nr. 9? Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 25. April (928 Jugend und Hochschule. Aussichicn der Juristen einst und jetzt. "Bom Verein Oberhessischer Rechtsanwälte gehen unS die folgenden. sehr bemerkenswerten AuSiüh- rungen zu. Die Hörerschaft der deutschen juristischen Fakultäten bildete schon vor dem Kriege ein Reservoir. au» dem ein mannigfaltiger Bedarf gedeckt wurde. S cher hat es den Zudrang zum Studium der Rechtswissenschaft von jeher gefördert. daß dem Juristen vielerlei Zukunftsmöglichkeiten offen standen und daß die Entscheidung über die Berufswahl nicht in dem Sinne cn den Beginn deS Universität»- studium« geknüpft war. wie bei den anderen Fakultäten. Darüber, ob der junge Jurist eine Beamtenlausbahn in Staat oder Gemeinde ein- schlagen, ob er sich der Tätigkeit eine» leitenden Angestellten in Handel. Industrie ufw. zu- wenden. oder ob er den freien Beruf der Anwaltschaft ergreifen wollte, brauchte er sich bei der Entscheidung über die Wahl de» Studiums nod) nicht den Kopf zu zerbrechen, im Gegensatz etwa zum Thevloarn oder Mediziner. BiS zu einem gewissen Grade hat sich hieran auch heute nicht» geändert. Aber e» besteht ein ganz gründ! gender Unterschied zwischen dem Einst und Jetzt dar n daß damals een normal gefüllte» Reservoir a ifnahmesähige Gebiete speiste, während heute der Inhalt eine« zum Bersten übcr- fülltcn Becken» auf verstopfte Kanäle stößt. Wenige Zahlen — sie sind zumeist neueren Ber- öffentlichungen der Juristischen Wochenschrift und de» Anwaltchlattes entnommen — lassen erkennen. wie trostlos die Aussichten find! Zunächst da- Reservoire die Zahl derStu- dierenden der preußischen RechtSsakultLten betrug vor dem Kriege etwa 6000 — und schon damals wurde mit vollem Recht von Maßgaben- der Stelle aj» vor dem juristischen Studium ae- warnt! Im Jahre 1926 wurden aus den preußischen Universitäten nicht weniger als 1 2 300 Studierende der Rechts- Wissenschaft gezählt. Die badifchen rcchts- wissenschaftlichen Fakultäten hatten vor dem Kriege eine durchschnittliche Hörerzahl von 2X im Semestern in den letztvergangenen Semestern war der Durchschn ttsbesuch über 403. In den anderen Ländern liegt e» nicht anders: so ergibt sich für das Reich eine Verdoppelung der Zahl. . nd das trotz der Beschneidung der Grenzen und der Verminderung der Bevöl- kerung-zahl. Wie fleht eS nun mit den Kanälen, in die diese» überströmende Becken feinen Ueberfluh entsenden kann? Die Zahl der Richter und Staatsanwälte ist beträchtlich zurüctgegangen. In Preußen beispielSweiie ist sie in der Zeit von 1913 bi» 192a von 6320 auf 5T32 gesunken: also eine sehr erhebliche Abnahme der verfügbaren Stellen Hinzu kommt, daß auch die Beschästi- gungSmöglichleiten außerhalb der festen Anstellung als Richter sich gerade in der neuesten Zeit ganz bedeutend verschlechtert haben. Der aus Anstellung wartende Gerichtsassessor konnte bi» vor kurzem infolge der Ueberflutung der Gerichte mit AufwcrtungSfachen ohne Schwierigkeit besoldete Kominisforicn finden und damit einigermaßen über die Wartezeit Hinwegkommen. Das hat sich mit dem Abflauen der Aufwertungssachen gründlich geändert, und schon heute sind zahlreiche Assessoren ohne Beschäftigung und damit ohne Einkommen. In der Verwaltung liegt eS nicht ander» al» in der Justiz. Auch hier beträchtlicher Abbau. der bekanntlich mit Snerg e fortge'e ft werden soll und allem Anschein nach auch ernstlich durchgeführt wird. Unter diesem Zeichen steht die ..BerwaltungSresormUnd die verminderte Stellenzahl gehört nicht mehr auslchliehllch dem Juristen: der Volkswirt und auch der sachlich nicht vorgebildetc Politiker nimmt seinen Teil in Anspruch. Die Aussichten für ein Unterkommen in der Kommunalverwaltung sind nicht besser, als die in den Staatsämtern, denn auch dte Kommunen. und ganz besonder- die Kommunen, sind ja gezwungen, zu sparen und abzubauen. Und auch hier wird die juristische Vorbildung nicht Studium und Auslese. Don Or. 3- L- Mitgau, Heidelberg. Der deutsche Student war vor dem Kriege Rentenempfänger Die Rot des Mittelstandes, der sozialen Schicht seiner Herkunft, entzog ihm nach dem Kriege diefcks Vorrecht und reihte ihn ein unter feine Altersgenossen, die fast sämtlich im Erwerbs- und Berufsleben ihr täglich Brot verdienen müsfen So entstand das Werkstudenten- tum, feinem Ursprung nach nichts anderes als eine unmittelbare Selbsthilfe der Minderbemittelten. Ein bedeutungsvolles Rovum für Deutschland nur insofern, als es — im Gegensatz zur Vorkriegszeit - innerhalb weniger Semester eine Massenerscheinung wurde. Die an Hand statistischer Erhebungen von der .Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft" geschätzten Zahlen geben an, daß mitten in der Inflation sich ungefähr jeder zweite deutsche Studeltt durch Werkarbeit in den Ferien Geld für fein Studium zu verdienen suchte. Beachtenswert an diesen Semestern der Rachkriegszeit. vor allem der letzten Jahre, ist einerseits der für die Verwendung von Werkstudenten, relativ günstige Arbeitsmarkt. Die ausgedehnte durch die Inflation künstlich außerordentlich stark beschäftigte Export Industrie war aufnahmefähig für eine große Zahl ungelernter Arbeitskräfte. die. wie alle Handarbeiter größtenteils gut. oft glänzend entlohnt wurden. Weiterhin bot das durch die Inflation geradezu ungeheuerlich beanspruchte Bankgewerbe zahlreichen Werkstudenten ein gutes Unterkommen, das vielen gleichzeitig Gelegenheit zur Spekulation gab. Hier hat mancher Student nicht unerhebliche Mittel für fein Studium erübrigt. — Darlehen und Stipendien halfen dann noch in vielen Fallen dem Examenskandidaten. ein bis zwei Semester unmittelbar vor dem Abschluß, sich ohne Rebenerwerb ausschließlich dem Studium zu widmen. mehr in dem Maße verlangt wie vor dem Kriege. Die vvlkSwirttchaftllche und auch die technische Vorbildung habrn sich hier zur Gleichberechtigung burd)gerungen; bezeichnend ist beispielsweise. daß in allerneuester Zeit eine mittel- deut'che Großstadt die Stellung ihre» zweiten Bürgerin.isters. die 'eit Men'chcngedenken von einem Juristen verwaltet wurde mit dem Bemerken auSschreibt. daß auch Techniker für diese» Amt in Frage kommen Die Wirtschaft. Industrie. Handel usw. nahm vor dem Kriege und bi» In die neuere Zett einen großen Teil de» juristischen Rachwuchk« auf. Auch die» ist ander» geworden; Verbände und Unternehmungen sind viclsach nicht mehr in der Sage. Juristen anzustellen; auch sie bevorzugen anders Vorgebildek. Volkswirte ufw- Bleibt schließlich die Rech t-a nw a lisch ast! Hier sprechen wieder die Zahlen: im Jahre 1915 gab eS im Deutschen Reiche das damals eine Einwohnerzahl von etwa 63 Millionen hatte, 12 544 Rechtsanwälte; am 1. Januar des Jahres 1928 hatte das Reich etwa 64 Millionen Einwohner und 15 329 Rechtsanwälte. Es entfiel also 1915 auf je 5418 Ein- wohner ein Rechtsanwalt. 1928 schon auf je 4175 Einwohner ein Rechtsanwalt. Hinzu kommt aber, daß die BelätigungSmöglichkeiten für die Anwalt'chaft feit der Vvr'r.cgs e.t mehr und mehr e.ngefchränk: worden find: die Wirtschaft;.' lege hat den Bedarf an Anwaltsarbeit vermindert, Ge'etzgebung.'maßnah r.e.t. wie der Ausschluß der Anwa l'chaft von Arbe.t»grrichten. ferner aber de' Ueberhandnehmrn der Schiedsgerichte, die Lätlgleit der Recht»-. Jnkaffo- und Ein- ziehungsbureau». und viele» andere haben der Anwaltschaft da» Feld abgegraben. E» beleuchtet die Lage, wenn über die Anwaltschaft eine- großen Gericht» gemeldet toub. daß 30 Prozent der Anwälte ein jährliche» Einkommen von weniger al» 3000 M k. erzielen. Das niederdrückende Ergebnis ist: auf den deutschen Universitäten find Taufende von Slu- bicrcnbcn ber Rechtswissenschaft, bie nach einer einfachen zahlenmäßigen Voraus brrechnung keinerlei Aussicht haben, jemals eine ihrer langewährenben und kostspieligen Vorbildung entsprechende Position zu erreichen! Deshalb kann nur dringend vor dem Zugang zur juristischen Lausbahn gewarnt werden, wie es ja auch der Präsident deS Preußischen 2anD?d1'rüfung»amty ein gewiß le- gilimierter und objektiver Beurteiler, noch kürzlich getan hat! pädagogischer Kongreß 1928 in Berlin. Don Kreisschulrat Mischer, Gießen. In Berlin sand vom 12. bis 17. April ein Pädagogischer Kongreß statt, der in der Stärk deS Besuch» wie in der Bedeutsamkeit seiner Verhandlungen weit hinausgeht über Tagungen ähnlicher Art, und dessen Bedeutung nicht aus den Kreis Der Schulsachmänner beschränkt ist. ..'S) i e neuzeitliche deutsche Volksschule" soll auigezeigt und in ihren Zielsetzungen und ihrem inneren Leben erörtert werden. Man sucht einen ilcbetblid zu geben über die Ideen und Krä te, die die pädagogische Welt der letz en Jahrzehnte und insbesondere seit der Reugestaltung unserer politischen Verhältnisse nach dem Kriege zu neuen Forderungen und Zielen in der Volksschule geführt Haven. Daß der Zeitpunkt für eine solche Ueberschau bereit» gekommen ist, wird jeder -ugeben. der mit der pädagogischen Literatur und besonders mit den Reformbestrebungen der letzten zehn Jahre auch nur einigermaßen vertraut ist. Wir sind heute so weit, daß manche- Reue auf diesem Gebiete sich im wesentlichen durchgeseyl hat wenn e» auch noch nicht bei allen — wer wollte daS erwarten? — völlig unbestritten ist. Die Tagung in Verlin hat einen eindrucksvollen An>takt durch einen Vortrag deS preußischen Kultusministers Pro cf o Dr. V e ck e r über „Internationalen Geist und national e E r z i e h u n g" erhalten. Wir haben auch auf diesem Gebiet eine Ausgabe vor un«, die Aufräumearbeit und Aufbauarbeit zugleich ist. Was an internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Schule vor dem Kriege geschaffen war, und was bann der Krieg zerschlagen hat, muß wieder von vorn ausgerichtet werden. Die Beziehungen, die über die Grenzen der Rationen hinausgehcn, und die auf anderen Gebieten — Politik und Wirtschaft — längst wieder geknüpft find, müflen neu wieder hergestellt werden. Sine unerläßliche Voraussetzung ist dazu aber, daß wir den Geist untersuchen, in dem wir datun wollen, und da- Ziel, da- wir damit erstreben. Wir müssen bereit lein, hn andern Menschen da- gelten zu lassen und anzuerkennen, was wir in uns selbst erleben, und waS n?i» wollen, und für das wir den Respekt der M» menschen fordern. Das sollten wir aber nicht eioschränken auf die Beziehungen de» täglichen Lebens und der rcligiöfen Anschauung (tun wir das immer?), wir müssen auch Ernst damit machen, diese tie ftc Toleranz zu üben auch gegenüber den Menschen einer anderen Klasse und einer anderen Ration. So gilt es, allgemein auf eine ©eUnnung hinzuarbeiten, zu einer seelischen Haltung, die jedem andern daS zubilligt, was man für sich selbst fordert. Es wiederholt sich hier das Gleiche in zwei verschiedenen Lebenskrei'en: im Rationalen ilc?crb..üdung und Versöhnung der Klassengegensätze und reli- giöse Toleranz, darüber hinaus aoer Verständnis lür den Gedanken der Derbundenheit der Menschheit überhaupt, als Pflege des internationalen GedarilenS. So muß also in der Hauptsache vom rein Menschlichen ausgegangen werden, und da ist zunächst von größter Bedeutung, daß jedes Volk sein eigenes Wunschbild besitzt, nach dem eö km nationales Dasein gestalten will. Jcde Rallon muß zunächst den Mut des Delcnntnisses z i sich selbst au bringen. So kann allo das Idealbild ur die bcuiiojc Erziehung nur der deutsche Mensch sein, der Deutsche, der alle wertvollen Wesenszüge unsere» Volkes bewußt und stolz, entwickelt. H er ist also kein Raum für liebedienerische Gleichmacherei oder Leugnung der Unterschiede in der Eigenart der verschiede xm Völker. Gerade in der bewußten Verschiedenheit erblicken wir den Reichtum und da- bunte Bild der Menschheit. Also Deutschsein ist ber Ausgangspunkt Darüber hinaus aber sollen wir und auch bekennen zum Mrnschsein, zu dem Gedanken Der überstaatlichen Verbundenheit. Werden die Menschen voneinander getrennt durch die Rationale, verbunden 'nerben sie doch immer wieder durch da» Menschliche. ..So wird jeder Dienst am nationalen ^.ce.cichen zualeich Dienst an der Ration wie an der Menschheit, und jede Pflege De» Menlchhettsgedankens verleiht der nationalen Erziehung erst Hintergrund, Tiefe und Bedeutung." In da- eigentliche Leben der täglichen Schularbeit hinein Rührte ein Vortrag von Kerfchen- steiner, München, über den „Lehrer a 1S Erzieher". Der tiesgehende Wechsel, der sich in dem geistigen Gehalt des SchulbetriebS seit einem Menschenalter vollzogen hat, wurde von dem greifen Pädagogen ergreiiend und auf- rüf.elnd aufgezeigt. Wie aus der Stätte ber Belehrung eine Stätte gemeinsamer 21. beit und Gemeinschaftssinns geworden ist, — wie aber auch die DerufSausgaöe des LehrecS, wie wir ihn heute sehen wollen, zu neuen Auffassungen (besonders im Erziehlichen) hin'ührt, — daß et tief erfüllt sein soll von religiöser GrunDüberzengung und wirklich sozialer Gesinnung, bas kam überzeugen b zum Ausbruck. Hebet ,.Die Grundfchule" sprach Weise. Dresden. Eine Beobachtung ber Sechsjährigen lührt zu ernsten Heberlegungen über die Frage, wie weit die gerade bei diesen Kindern stark auffallende Verschiedenheit in Anlage, Reigung und Leistungsfähigkeit im Un erricht berücksichtigt werben kann, ohne bah da» gleichmäßige Fort- 1 breiten aller K n der m ber Klass« not leibet. 2t3er wir haben längst erkannt, baß gerade dann Dc i einzelnen Kmbe ber Weg zum Vorwärts- ioi.imcn am besten frei gemacht wird, wenn wir es nicht allzu stark kit buhen in UnterrichtS- ternten, die. auf bie Klaffe als Ganz.» berechnet, die Klaffe immer nut un Querschnitt im Auge haben können. Also Auflockerung im Lehr- veNahren ber ersten Schuljahre, da» führt zu einer freieren orm De» Unterricht», al» wir ei aus unktet Schu.zett in der Erinnerung haben. Dazu Aufbau de» Unterricht» auf Dem. wa» das Kind als wertvoll ansieht Das werden abefl in Der ersten Zett in ber Hauptsache eigene Erlebnisse sein Erst mit wachsenbem Konzentratio's- vermögen führen wir zu mehr schulmäßiger 2k- trachtuogSweife hin. Die 2latur bei Kinde», da» von ..Fächern" im Unterricht noch keine Ahnung bat. lübrt auch dazu, anlang« ganz auf festliegende E.nteilung der Unterrichtsstoffe zu verzichten und Den ..Gesamtunterricht" anzust reden. Er will da« Kind au» ber Unbe angenheit de» ?ci»idbrigcn behutsam hinüber'ühren zu der 2lrbcit»weise, die wir Erwachsenen al« selbst - ve.ständ.ich ankben. zu Gliederung. Einteilung. Scheidung in Wesentliche» und Unwekntlichc«. Auf diesem We^e wird namentlich am Anfang manche» von heimlichem Schulzwang verschwinden. und da« Äinb wird von vornherein er ü'.lt sein von dem Bewußtsein. daß die Schulwelt doch auch nicht» anderes ist als eine Gemeinschaft wie das Elternhaus, eine Gemeinschaft, in ber gearbeitet werben muß, in ber biese Arbeit aber genau die gleiche ‘Be.riebigung genäh-t, wie seine seitherige Beschä ligung, Da« Sp ell Dabei kann der Örn st der Arbeit keine Einbuße erleiden , eins aber wird gewonnen, eine größere, vorwärtstreibenbe und Darum unterrichtlich wie erziehlich wertvolle Arbeitsfreude. War die früher immer vorhanden? Ein voller Tag war ber Behandlung der körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend fe.vivmet. Man weiß, daß sich qerc e auf diesem Gebiete starke Wandlungen bet'il» vollzogen haben, Wandlungen, die auch dem Turnen im Verein und bei dem Militär neuer Antrieb und ein neue» Gevräge gegeben haben. Wir fliegen heute in Den Ordnung»- und Freiübungen nicht mehr da» schöne Schaubild mit kunstvollen Veweaungen und Umformungen der Gruvpe. mit vielzeitigen, kunstvoll aufgebau en und scharf im Tem.'o durchgeführten Ucbun ;cn. Wir suchen Dafür in der „Körperschule" durch Weglassung al es Rebensächlichen an den Kem der Sachs heranzukvmmen. und da» kann nur sein eine möglichst tiesaehende Durcharbeitung des Körpers jede» einzelnen Kinde». Die Herrschaft über feinen Körner zu gewinnen,. Schäden auszugleichen, die ihm durch unsere heutige Lebens- und Arbeitsweise drohen (Ihnge» Sitzen, ungenügende Entwicklung von Herz und Lunge, mangelhafte WohnungSverhältnisse). vor allem aber auch bie Freude am eigenen gesunden Körper und an einer ausgesprochenen Körperkultur zu wecken und Damit Die Leibesübungen dem Kinde zum Bedürfnis zu machen auch über Die Jahre der Schulzeit hinaus. Da» gilt heute al« wertvollste» Ziel. Auch hier ergibt sich ganz von selbst eine gewisse Auslockerung in ber Form; aber Damit schaffen wir gerade die Möglichkeit für Da« einzelne Kind, seine Leistungen so weit zu steigern, wie feine körperliche Ter- faffung e« ihm erlaubt. Wie weit Kinder «hier: Grohstadtkinderl) bei diesem Verfahren gefördert werden Dunen, konnte bei zahlreichen Vorführungen von Klassen aller Altersstufen in Turnen, Spiel und Sport mit Erstaunen sestgestelli werden. Einen besonderen Eindruck machte auch facr wieder Die deutlich erkennbare Hingabe Der Kinder an Die Sache und Die Freudigkeit, von Der ihre Arbeit getragen war. Die Reformbestrebungen auf Dem Gebiet Der Volksschule haben in der Praxi- ihren stärksten und eigenartigsten Au-druck In den Versuch-- schulen gefunden, deren e- In Deutsch'and 25 gibt. Die Versuch-schulen wollen keine Einrichtung zum AuSprobieren von methodischen Reue- rungvn fein. Sie unternehmen e» vielmehr, die Hauptordan'en Der Schulreform — Arbeitöunter- richt, Eigentätigkeit, Betonung de» Gemcinschaf t»- geDaalen», Heberwinbung von Stunden- und le. Reben der Be- Stubium in Frage gestellt. Die vielen Tausende auf Rebenerwerb angewiesenen StuDicrenbcn ober trifft Dte allgemeine Arbeitslosigkeit besonders hart. Andererseits sind die Berufsaussichten für den akademischen Arbeitsmarkt Der meisten Berufszweige (nicht aller, wie es so oft in den .Warnungen" heißt), keineswegs besser geworden Rirgends findet sich in diesem Augenblick ein Abwanderungsgebiet größeren Umfanges. So steht eine große Anzahl von Examenskandidaten und Fertigstudierlen ber nächsten Zukunft rat- unb hilflos gegenüber. Die mit biefer Veränderung der Lage verbundene größte Gefahr ist eine mechani'che plutokratische Auslese des Studenlennach- wuchfes. Deshalb fällt für bie nächste Zeil Den Studentenhilfen ihre Bekämpfung als vornehmste Pflicht zu. Hierbei muffen fie fich wohl hüten ein Studium der breiten Mittelmäßigkeit künstlich zu unterstützen Anstelle allgemeiner gemeinnütziger Einrichtungen hat deshalb immer mehr ber Gesichtspunkt einer strengen AuSIese in den Vordergrund zu treten Es soll einzelnen, wissenschaftlich besonder» Begabten ber Weg zum Studium offen gehalten werden, wenn he aus eigenen Mitteln bie Studienkosten nicht aufbringen können Die Auslese dieser für daS Studium besonders Geeigneten ist an und für sich außerordentlich schwer, so baß Mißgrisse nie ganz zu vermeiden sind Die Den Studenten- Hilfen zur Verfügung stehenden knappen Mittel — die Stipendien älteren Datums sind ja durch die JnflationSperiobe fast sämtlich vernichtet worden — machen es zur Pfticht. nach bestem Wilsen und Gewissen zu versuchen, sie in gerechter Weise verteilen und dem Tüchtigsten zukommen zu An vielen Hochschulen bestehen bereit- jetzt Vertrauensausschüsse, Die Mitglied er Der Studentenschaft. Dozentenschaft und erffabrene Freunve ber Hochschule umfassen Diese beraten sory- So finden wir Den Bestand bet Studierenden an den deutschen Hochschulen trotz ber Rot Der Zeit erhalten, gegen Den Friedensbestand sogar gesteigert. 1914 waren an Den Deutschen Universitäten 61 250 Studierende immatrikuliert, im Sommer 1923 waren eS 84 728 Universitäts- besucher, ein nur geringer Rückgang gegenüber Den im Herbst 1919: 88 420 Immatrikulierten, Sommersemester 1927: 72 000. An Den Technischen Hochschulen ist die Steigerung nur stetiger: 1914: 12 232, 1919: 19 890, Sommersemester 1927 : 22 000. Hiervon sind abzuziehen Wertstudenten. bie nicht am Ort ber Hochschule woh- nen (sog .Listenstudenten"), und ‘Berufstätige, bie nur Abendvorlesungen hören, außerdem mehr als 8000 Ausländer (gegen etwa 6000 bei Kriegsausbruch). Also'eine Gesamtfrequenz. Die nicht im Verhältnis steht zu unterer Verarmung und ber Verkleinerung Des Reichsgebiete-. — Wit der Stabilisierung des Markkurse- war auch für Die wirtschaftliche Existenz Des Stu» Deuten eine neue Zeit angebrochen. Zwar waren Die Kosten Der allgemeinen Lebenshaltung (Ernährung und Belleidung) toieDer erschwinglich. Doch in sehr viel höherem Maße sind zwei Ausgabenposten gestiegen. Die Den Haushalt Des Stu- benten mit einem in vielen Fällen unerträglichen MehrauswanD belasten. Die Mietpreise für möblierte Zimmer — Damals künstlich nieDergehalten — stehen heute weit über Den FrieDen-sätzen. Die Vorlesungsgelder, S?amen»gebühren und Lehrmittelkosten haben sie zum Teil ebenfalls nicht unerheblich überschritten. Ein großer Teil der Studentenschaft verlor Die Mittel seines Unterhaltes nun überhaupt. Die Inflation hat Das Vermögen DeS MtttelstanbeS völlig zerstört. Da» in so vielen Fällen für Die Ausbildung Der Kinder zugrunDe gelegt und bestimmt war. Da. tt>o DaS väterliche Einkommen da« Studium finanziert, ist Durch Den Beamten- unD Angestelltenabbau und Die Damit verbundene Kürzung Der Gehälter ein nennenswerter Zuschuß zum faltig Gefuche unD Vorschläg« Dürftigkeit sollen lediglich Die wissenschaftlich« Eignung sowie Wert und Bewährung al« Mensch bei ber Auswahl maßgebend sein Hierbei ist besonder» zu betonen, bah eine ‘Beurteilung dc» Bewerb«» nach intellektuellen Gesichtspunkten burchau» ergänzt werben muß Durch eine WürDi- gung feiner ganzen Persönlichkeit. Wie bei Dieser Lluswahl Die Verbindung mit Der Dozentenschaft unentbehrlich ist, so muß unbedingt auch bie Mitarbeit Der Höheren Lehranstalten angerufen werden. Das Abiturientenzeugnis ist zu «ganzen durch die Beurteilung Der Lehrer, die Den Schüler oft jahrelang haben beobachten können. Sie feilten angesichts der Wichtigkeit d« Aufgabe Die Verantwortung auf sich nehmen, auch ein Werturteil über die Persönlichkeit Dc« Schüler« abzugeben, fei e» bei Vorfchlägen, die Die Schulen in Einzel- fallen an Diele Vertrauensausfchüsfe machen, fd es auf Anfrage bei Der Erteilung von vertraulichen Auskünften. Viele Lehrer werden freudig von einer solchen Gelegenheit Gebrauch machen, die sie gerade in der gegenwärtigen Zeit be- sonders schmerzlich vermtssen mußten, wenn sie für daS Fortkommen eines wissenschaftlich begabten Schüler« keinen Rat wußten Hier «öffnet sich für Die Schule ein weite-, unendlich wichtiges Gebiet, da- mit viel Vorsicht und Takt, aber auch mit zielbewußter Festigkeit beschritten w«Den muß. Daß bereit» in Den letzten Jahren manches geschehen ist, infonDerheit fetten» einzelner psychologisch unD berufskunb- lich erfahren« Lehr« soll nicht verkannt werden. Doch gerade auf Dem Gebiete psychologisch« und berufskundlich« Orientierung ist noch viel zu tun. Der Mensch, die P«sönllchkeit, nicht Bestimmungen und Einrichtungen, ist da» Entscheidend«, und bas geheime Wirken de» Erzieher« läßt sich durch äußere Mittel technisch-organisawrisch« Art ein wenig ergänzen, nie aber ersetzen. Lehrplanforderungen — bis -um letzten In die Tat unuusetzen. Auch wer hierbei nicht in allem mit-ugeyen vermag, wer gewisse hergebrachte Bindung^ in Llnle.richt und Erziehung für unersetzbar hitlt, wird mit Interesse der weiteren Entwicklung dieser Art von Schulen folgen. Schließlich geht auch hier der Weg durch Autorität zur sittlichen Freiheit, wenn auch beide Begriffe anders gegeneinander abgegrenzt sind, als mancher erwarten mag. Auch die Grundlage der Autorität ist einigermaßen verschieden von hergebrachter Form, und damit ändert sich der Wesensgehaki dieser Schulen in bemerkenswerter Weise. Eine Riesenstadt von vier Millionen Einwvh- dern mit 903 Volksschulen und 300 000 Schulkindern bietet natürlich zahllose Möglichkeiten. Einrichtungen des Schullebens zu studieren, die anderswo immer ein frommer Wunsch bleiben müssen. Aber auch mit dem Maßstab einer Millionenstadt gemessen, macht eS doch einen starken Eindruck, wenn man erfährt, daß Berlin in den letzten Jahren 50 Millionen Mark für Schul- hausbauten aufgewendet hat. (Angesichts gewisser Erfahrungen von anderswo kann man diese Zahl nur mit einer gewissen Wehmut lesen.) Auch sonst überrascht die Großzügigkeit, mit der die Stadtverwaltung neuen Forderungen Rechnung trägt, mit der sie unter Aufwendung sehr erheblicher Mittel zeitgemäße, mustergültige Einrichtungen schafft. Wenn man siebt, daß zu der achtzehnklassigen Schule zu Schlachtensee 9000 Quadratmeter (demnächst 15 030 Quadratmeters) Fläche, mit Schulgarten, Wasserbecken, Waldstück, Schulküche usw. gehören, daß es für das sortbildungLschulpflichtige Alter Beru'Sklassen für 120 verschiedene Berufe gibt (darunter Klassen, in denen nur Kinooverateure, andere, in denen nur autogene Schweißer sitzen), so setzt neben der Vielseitigkeit der Aufgaben der Schulverwaltung doch auch die Opserwilligkeit in Erstaunen, mit der eine moderne Stadtverwaltung auch in einer Feit wirtschaftlicher Bedrängnis für die Bedürfnisse ihrer Jugend Sorge trägt. In einer Zeit ungewöhnlicher Reformfreudigkeit hat der Kongreß 1928 einen Heberblick, zugleich aber auch einen neuen Antrieb geben wollen. Der Wandel, den er aufzeigt, ist einmal treffend fo umschrieben worden: „Von der Unterrtchtsanstolt zur Lebensstätte unserer Iugend". Wenn dieser Weg richtig und zukunftsvoll ist (und man darf das bejahen), dann stellt er nicht nur ein bedeutsames neues Ziel, er legt auch sehr ernste Verpflichtungen auf: über den einseitigen Verstandesmenschen hinaus zur Persönlichkeit, die Körper, Geist und Seele in Harmonie entwickelt — über den Individualismus unserer Zeit hinaus zu dem Menschen, der erfüllt ist von dem Bewußtsein, daß er sein geistiges Leben der Gemeinschaft verdankt, und der sich dieser Gemeinschaft verbunden fühlt —, über die Auffassung hinaus, die in der Schule nur eine Dorbereitungsanstalt für das Leben des Erwachsenen sieht, hin zu dem Ziel, das daneben noch Raum läßt für Degenwartswert und Gegenwartsfreude der Schulzeit selbst — über eine Stätte von einseitig lehrmäßigem Gepräge zu einer Stätte gemeinsamer Arbeit — über eine ^Interrichtsform, die beherrscht ist von Frage und Antwort, bin zu einer Arbeitsweise, die das Kind erfüllt mit dem Bewußtsein, daß es sein Eigenleben zur Geltung bringen darf, und daß alle notwendige Einorkmung ins Ganze es in seinem selbstwilligen Suchen und Betätigen nicht hindert. Diese neue Zielsetzung bedarf gewiß zunächst einer vertrauensvollen Zusammenarbeit von Lehrer und Kind, sie bedarf ebenso sehr des Vertrauens und der freudigen Unterstützung eines jeden Vaters und jeder Mutter. f Rationale Dummheit des Messeamts Frankfurt. Man schreibt uns: Außerordentlich merkwürdig ist die Tatsache, daß das Me , , eamt Frankfurt einen Prospekt versendet, der eine Karte Europas enthäll, in der die Rainen der deutschen Städte in der Tschechoslowakei tote Eger, Reichen berg, aber auch Städtenamen Prag, Brünn usw. nur intfchechi- scher Sprache angeführt sind. So etwas ist nicht allein Unfug, sondern rächt sich auch zweifelsohne geschäftlich. Kein Wunder, daß eine Anzahl Zei- Xhe gowenen Berge, Roman von Clara Diebig. Sopyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 47. Fortsetzung. Nachdruck verboten Von Fürsorge für das besetzte Gebiet, von Treue um Treue war so oft die Rede gewesen, aber was war geschehen? Maßnahmen sollten vorgeschlagen, geprüft und wohlwollend erwogen werden — Worte. 21n die glaubte kein Mensch mehr. Und bis diese Worte zu Taten wurden, waren Tausende von den vielen Tausenden Hungernder verhungert. Hilfe, zu Hilfe! Und diese Hilfe mußte bald kommen, denn wenn sie nicht bald kam —?! Wer Ohren hatte, die hörten, der vernahm ausziehendes Grollen. Ein Gewitter stand hinter den Bergen, die witternde Nase sog schon etwas ein, was nach zündenden Blitzen und Brand rod); eine schwarze Wolke schwüler Erbitterung hing m der Luft Der alte friedfertige Pastor rang die Hände: feine Porlener würden sich doch zu nichts hinreißen lassen?! Und wenn viele Tausende von Winzern auch noch so fest zueinander hielten, und wenn auch ihre Forderungen wohl zu verstehen waren — Püten war cs jetzt n.cht mehr, es waren Forderungen — sie setzten sich doch ins Unrecht. Der Schwächere, der hat niemals recht, und sie waren die -schwächeren. Ach, daß er sich doch statt der Loesenich zur ewigen Ruhe hätte legen können! Die wäre ihren Äin- dern noch so nötig gewesen — und er, was konnte er denn noch tun? Er konnte sich nur noch mehr ein- schränken, um noch ein paar Bissen mehr weggcbcn zu können. An seiner Küchentur truppte es jeden Tag von kleinen Füßen, Fräulein Laurenzia kochte Mehlsuppen, die wurden an die Kinder verteilt; die Suppen waren nicht gerade sehr schmackhaft — wovon? — aber sie machten den Magen doch voll. Wenn es nur mehr vermögende Leute in Porten gegeben hätte! Die Dremms waren vor Jahren wohlhabend gewesen, das heißt für hiesige Begriffe — sie waren es längst nicht mehr. Aber sie hielten noch immer auf sich Sie litten es nicht, daß ihre Kinder unter denen waren, die nn des Pastors Küchentür gespeist rourbcn: sie gaben es auch nicht zu, daß der Hanni und das Ehristinchen m.t den andern auszogen, die, einem Flug hungriger hingen — und keineswegs kleine Blätter — der Sudetendeutschen darüber Klage führen, daß durch solche Prospekte kein Sudetendeutscher anaelockt wird, die Frankfurter Messe zu besuchen. Oberheffen. Lanv^ris Gießen. z Rödgen, 24. April. Die Firma Rinn & Cloos, Heuchelheim, baut hier eine neue Ziaarrenfabrik, in der etwa 100 Leute beschäftigt werden sollen. Die seitherige Fabrik soll zu einer Wohnung umgebaut werden. — Zum Rechner unserer Gemeinde wurde der Landwirt Heinrich Inderthal, der im Kriege eine schwere Verwundung erlitten hatte, ernannt. Er wird in nächster Zeit die Rechnergeschäfte übernehmen. $ Alten-Buseck, 24. April. Nachdem unser Ortsgeistlicher Pfarrer Hartmann von einer mehrwöchigen Erkrankung wieder genesen ist, konnte am Sonntag die sonst in der Rege! am 2. Ofterfeiertage stattsindende Konfirmation Dorgenommen werden. Zur Einsegnung gelangten 19 Knaben und 10 Mädchen, von denen 5 Knaben und 2 Mädchen auf die Rachbargemeinde Trohe entfielen. — An Stelle des zwecks Beendigung seines Studiums beurlaubten Lehrers Dr. Meuer wurde Schulverwalter Erb aus Wei- tershain mit der Verwaltung der betreffenden Stelle betraut. Zur Aufnahme in die Schule gelangten 29 Kinder, und zwar 16 Knaben und 13 Mädchen. Y Mainzlar, 24. April. Am Sonntag feierte unser zweiter Lehrer, Weisel, sein 25- jähriges Jubiläum als Lehrer in unserer Gemeinde. Herr Weisel übernahm am 22. April 1903 unsere erste Schulllasse. Von einer besonderen Feier wurde auf Wunsch des Jubilars abgesehen. Dem Jubilar ist die freudige Anteilnahme der Gemeinde an feinem beruflichen Ehrentage gewiß. — Während zu Ostern dieses Jahres neun Knaben und sieben Mädchen die hiesige Volksschule verliehen, ergab die Aufnahme der diesjährigen Schulrekruten elf Knaben und nur zwei Mädchen. v. Londorf, 24. April. Dieser Tage fand in der Wirtschaft Rahrgang eine Versammlung statt, in welcher über den Ankauf des Siedlungsgeländes beraten wurde. Es wurde beschlossen, den Besitzern, Freiherren v. R o r d e ck zur Rabenau, ein Preisanaeoot zu machen. Am nächsten Abend fand ebenfalls in der Wirtschaft Rahrgang eine Versammlung wegen der Erbauung einer Dolkshalle statt. Es wurde eine Kommission bestimmt, der die nötigen Vorarbeiten, Ausarbeitung eines Zeichnungs- Prospektes, Besichtigung ähnlicher Bauten usw. übertragen wurde. Damit sich jeder an der Zeichnung beteiligen kann, sollen Anteile von je 100 Mk., zahlbar in 5 Raten, ausgegeben werden. Man hofft, im Spätherbst oder Frühjahr mit dem Bau beginnen zu können. — Seit Beginn dieser Woche hat die Firma Rinn & Cloos in dem neu hergerichteten Boegerschen Saale ihren Betrieb eröffnet. Der Saal ist modern hergerichtet und entspricht allen hygienischen Anforderungen. Auch die Zigarren» fabril Henkel, die längere Zeit außer Betrieb war, hat diesen wieder eröffnet. — Heute sind 20 Abcschühen in die Schule ausgenommen worden. r. Rüddingshausen, 24. April. In der Gastwirtschaft Lang tagte am Sonntag die Generalversammlung der hiesigen Drefchgenos- s e n s ch a f t. Tagesordnung war: Rechnungsablage für 1927 und Wohl des Vorstandes. Rach der Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden R a ch t i g a 11 erstattete der Rechner, Gastwirt Theiß, Bericht über das verflossene Geschäftsjahr. Der Genossenschaft verbleibt trotz Anschaffung eines Selbstbinders und nach Verteilung einer Dividende von 5 Prozent noch ein Dorüberschuh von 2200 Mk. Rachdem dem Rechner Entlastung erteilt war, wurde der feitfyerige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Y Watzenborn, 4. April. Am Sonntag feierten in voller geistiger und körperlicher Frische die Eheleute Kaspar Häuser das Fest der goldenen Hochzeit. Der Ortsgeistliche überbrachte dem Jubelpaare die Glückwünsche des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeinde- Spatzen gleich, der auf ein paar Körnlein niederschwirrt, die Nachbarschaft absuchen gingen. Die Größeren führten an, Kleinere folgten; Hand in Hand wanderten sie, ohne Lochen auf ihren Gesichtern. Und sie waren so bald müde, denn sie hatten keine Kraft mehr, aber fie wanderten doch immer weiter. Sie suchten jo Futter. Laut bettelten sie nicht — Winzerkinder sind nicht gewohnt zu betteln, nur die Kecksten wagten sich an die Häuser — sie standen an den Straßen, frühwelke Blumen am Chausseerand; wenn ein Auto entlang fuhr, oder ein Dauer seinen Karren oorbeitrieb, dann schauten sie großaug.g, mit stummer und doch so beweglicher Miene drein, daß jeder wußte: die hungern. Es wurde ihnen oftmals etwas gegeben, aber es war ja jetzt überall nicht viel. Es rührte den Pastor tief, als er heute nach dem Begräbnis der Loesenich bemerkte, wie die Bremm zwei von den Locsenichs Kindern an die Hand nahm und mit ihnen fortging: „Ihr kommt mit bei uns." Und als hätte es nur ihrer Anregung bedurft, so war es, im Nu waren die dreizehn Kinder verteilt, die Frauen ttssen sich förmlich um sie. Za, jo, feine Moselaner, die waren gutherzige Leute! Der Pastor nickte wehmütia: wenn die Welt es ihnen denn nicht lohnte, mochte der Herr des Himmels es ihnen lohnen! Ein Fortschritt war es jo schon und ihm eine Beruhigung, daß auf der Zentrumstagung beschlossen worden war, heute zum Sonntag eine Versammlung der Moselwinzer einzuberufen. — Auf einer großen Wiese am Moselufer, eine Weg- stunde oberhalb Porten, sollte die Versammlung stattfinden. Man hatte gehörig dazu getrommelt; Sonderzüge sollten abgelassen werden, um auch den entfernter wohnenden Winzern die Teilnahme mög. lich zu machen, und von Trier herunter fuhr ein Dampfer, der leate an jedem Ort an, an dem klein- ften Dörfchen, dos feine paar Hauser unter die Weinberge duckt. Die Männer von Porten würden nicht fehlen, sie waren am frühen Mittag schon fort. Selbst der Loesenich ging, gleich vom Begräbnis feiner Frau und des Kindes weg, hin. Er war jetzt gerade in der rechten Stimmung für diese Versammlung Oh, wenn er seine Worte jo zutag bringen könnte wie jene Herren, die sicher ^heute bei der Versammlung nicht fehlen würden. Führende Herren vom Zentrum, von der Regierung, Vorsitzende der Winzer- verbände, Abgeordnete von Köln, Koblenz und Vertretung, der brr Jubilar lange Jahre ange- hört, und überreichte das Gedenkblatt des hes- sifchen Landeskirchenamtes. -r Lang-Göns. 24. April. Dieser Tage fand die neunte ordentliche Generalversammlung der Bezugs- und Absatz- genossenfchaft unter Leitung des Vorsitzenden des Aufsichisrates, Bürgermeister R o m p f statt. Die Genossenschaft hot sich auch im vergangenen Jahr gut toeiterenttoidelt. Sowohl der Warenbezug, als der Absatz hat sich gegenüber dem Vorjahre erhöht, ebenso die Mit- gliederzohl. die jetzt 190 beträgt. Rachdem dem Rechner Albert Schmidt Entlastung erteilt war, erstattete der Direktor Alfred R o m p f den Jahresbericht. Es wies dabei u. a. auf die allgemeine Rotlage der Landwirtschaft hin und ermahnte die Landwirte, weiterhin treu zur Genossenschaft zu stehen. ri. L i ch, 24. April. In der noch von der Konfirmation her mit Tannengewinden festlich geschmückten Morienftiftslirche sand am Sonntag in aut besuchtem Gottesdienst die feierliche E i n- f ü 5 r u n g des neuernannten Stifts- dechanten Kahn durch den Dekan des Dekanates Hungen Engel von Obbornhofen statt. Rach der Einführung hielt Stiftsdechant Kahn seine Antrittspredigt. Der Posaunenchor unter der Leitung des Lehrers H i l d und der Gesangverein Täctlia unter Leitung Lehrers Stein wirkten bei b:r Feier mit. Dechant Hermann Kahn ist im Jahre 1883 zu Holzhausen (Kreis Biedenkopf) geboren, stand nach dem Studium der Theologie und dem Besuche des Predigerseminors zuerst als Pfarrverwalter, bann als Pfarrer in Undenheim in Rheinhessen, von wo er nach siebenjähriger Tätigkeit als Pfarrer nach Ortenberg (OverHessen) berufen wurde. ri. Riederbessingen, 24. April. Beider am Sonntag hier durch den Ortsgeistlichen Pfarrer Schorlemmer von Lich gehaltenen Konfirmation traten vier ÄinDer, zwei Jungen und zwei Mädchen, vor den Altar. Reu in die Schule auf genommen wurden elf Kinder, ein für unsere kleine, bloß 300 Seelen zählende Gemeinde, sehr starker Jahrgang. M eis Friedberg. o Friedberg, 24. April. Unsere Stadt der Schulen hat als weitere Anstalt jetzt eine ö f - fentliche Hondelslehronstalt erhalten, die von der Industrie- und Handelskammer Friedberg begründet und gestern durch eine einfache Eröffnungsfeier ihrer Bestimmung übergeben worden ist. Der Aufnahmeprüfung, der sich 35 Schüler mit Erfolg unterzogen, ging in Gegenwart von Kreisbirektor Gebhardt. Direktor Prof. Dr. Schäfer vom Polytechnikum. Bürgermeister Dr. S e y d . Oberstudiendirektor Philipps und den Mitgliedern des Schulvorstandes ein kurzer Festakt voraus. Rechtsanwalt und R-otar Stahl (Bad-Rauheim). der Vorsitzende des Kuratoriums der Handelsschule, begrüßte die Gäste und Schüler und fand anschließend treffliche Worte über die Bedeutung der neuen Anstalt, deren Entstehungsgeschichte kurz geschildert wurde. Der Redner dankte den Behörden für ihre Mitarbeit und der Stadt Friedberg für die materielle Unterstützung. Oberstudienbirektor Philipps richtete herzliche Mahntoorte an die Schüler unb forderte fie zu pflichtbewußter Arbeit auf. WER. Friedberg, 24. April. Der Wet- terauer Reiterverein beschloß in seiner außerordentlichen Generalversammlung, in diesem Jahr von der Abhaltung eines Reiterfestes in Friedberg Abstand zu nehmen. Offenbar dürste die kritische Lage der Landwirtschaft bestimmend für diesen Entschluß gewesen sein. WSR. Friedberg, 24. April. Anläßlich einer Besichtigung des Reubaues der Allgemeinen Ortskrankenkasse Friedberg im Beisein von Kreisdirektor Gebhardt. Regierungsrat Dr. Meyer vom Der- sicherungsamt. Vertreter deS Kreiswohlfahrtsamts usw. wurden interessante Mitteilungen über die Entwicklung der Krankenkasse gemacht. Die Mitgliederzahl, die bei Gründung er Kasse 400 betrug, ist bereits 1913 auf 3000 gestiegen und beträgt heute 14 000. Die Kreis- krankenkassen von Butzbach, Afsenheim. Reichelsheim, Rieder-Wöllstadt und Vilbel sind mit Friedberg zur Allgemeinen Ortskrankenkasse für ben Kreis Friedberg vereinigt worden, während die Ortskrankenkasse Bad-Rauheim leIbR6nbtg toeüerbcfte&L Die Einnahmen der Kasse betragen 1 114000 Mart; die Leistungen der Kasse hak^n eine beachtliche Höhe erreicht. Die Errichtung des Reubaues wurde als unbebingte Rotwendigkeit bezeichnet. Lpd. Bad-Rauheim, 24. April. Wie zuverlässig verlautet, haben die beiden Ozeanflieger Köhl und v. Hünefeld die Einladung der Stadt Bad-Rauheim zu einem vierwöchigen Erholungsurlaub in Bad-Rauheim a n- genommen. Atrciö Büdingen. nd. Ridda, 24. April. Der hiesige Turnverein veranstaltete am Sonntag in dankenswerter Weise in der hiesigen Turnhalle zwei Theateraufführungen zum Besten der Renovierung unserer Stadtkirche. Rachmittags fand eine Vorstellung für die Kinder und abendS eine solche für Erwachsene statt, die beide über Erwarten gut besucht waren und großen Beifall ernteten. Besonderer Dani für daS Gelingen der edlen Sache gebührt neben den Witwirkenden bei den Aufführungen auch den beiden Leitern derselben, Kaufmann August L a m p a S unb Glasermeister Gustcktr Rings- hausen, die sich um die Einübung der Stücke großes Verdienst erworben und ein vorzügliches Spiel der Turner und Turnerinnen tx>rbereitd hatten. Dekan 6 c r i b a gab diesen Defühsen des DankeS an alle Mitwirken den und die beiden Leiter im Ra men des Kirchenvorstandes und aller Zuschauer in herzlichen Worten gebührenden Ausdruck. Dem KirchenerneuerunaSfondS können als Reinertrag der beiden Ausführungen etwa 300 Mk. zugeführt werden. Die in gleich« Absicht vom hiesigen evgl. Frauenverein angeregte unb für einen der nächsten Sonntage vorgesehene Verlosung von Kunst - und Gebrauchsgegenständen. die bt reichlichem Maße von hiesigen Eintoohnem unb auch zu einem geringen Teil aus den 4 Filialgemeinben gestiftet worden sind unb vielfach einen beträchtlichen Wert besitzen, muhte auf den 10. Juni verschoben werden, weil die behördliche Genehmigung zu dieser Lotterie noch nicht eingetroffen ist Auch von dieser Veranstaltung erwartet man für den guten Zweck eine größere Einnahme. g. Ober-Mock stabt, 24. April. Bei b« gestrigen Schulaufnahme wurden vierzehn Schüler neu aufgenommen, so daß bamit ölt Schülerzahl sich auf 67 «höht. Well vor zwei Jahren unf«e Schülerzahl unter 60 gesunken war, wurde damals die zweite Schulstellc auf- gehoben. Trotzdem nun unsere Schülerzahl eine stetig steigende ist und im Jahre 1933 voraussichtlich 113 betragen wird, ist der Antrag deS Schulvorstandes, die zweite Stelle doch jetzt schon wieder zu besetzen, vorerst abgelehnt worden. — Gestern feierte das Ehepaar Ludwig Kull- mann m körperlicher unb geistig« Frische im Kreise seiner zahlreichen Kinder unb Enkel das Fest b« goldenen Hochzeit. Kreis Schotten. a Schotten, 24. April. Die von d« Stadt errichtete neue Jugendherberge hat sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens alS eine sehr notwendige, segensreiche Einrichtung erwiesen. Während bet Osterferienzeit war sie bauernb von ein« großen Schar jugendlich« Wand«er aus dem Odenwald, von Mainz usw. belegt, die alle sich lobend üb« die behagliche Herberge aus- sprachen. — Die Arbeiten an dem neuen städtischen Krankenhaus nehmen gute Fortschritte; mit dem Innenausbau ist begonnen, bis zum Spätherbst hofft man das Krankenhaus dem Betrieb übergeben zu können. AlS leitender Arzt wurde, wie schon kurz erwähnt, Dr. K o e n i g e r , Offenbach. Facharzt für Ehi- rurgie, von bet Stadt angenommen. — Dank den Bemühungen des Alice-FrauenvereinS (Leitung Frau Direktor H e r t s ch) ist ein Kindergarten hi« gegründet worden, dem üper 60 Kinder angehören. Die Schüyenhalle mit angrenzendem Garten Ist als Heim für die Kind« vorgesehen, die dort von ein« Schwest« geleitet und unterrichtet werden. — D« neu gegründete Reiterverein von Schotten und ilmgegenb hat sich in der kurzen Zelt seines Bestehens sehr gut entwickelt. Er hält seine regelmäßigen Reit- übungen ab. Am Pfingstmarkt wird « mit seinen Leistungen in die Oesfentlichkeit treten. Trier. Besser als die gelehrtesten Herren würde er schildern können, wie es hier unter den Winzern stand: „Kaputt gemacht sind wir durch die Zollpolitik, kaputt gemacht durch die Weinfteuer — fort mit der Weinfteuer, der verfluchten Weinsteuer! Die is schlimmer für uns als die .Beerenosbeera^ Fort mit den Steuern überhaupt! Die, die am ersten April fällig werden, unb die, die wir noch schuldig sind, die müssen niedergeschlagen werden. Vergangenes Jahr haben wir kleine Kredite gekriegt, wir sollen sie jetzt zurückzahlen, das können wir nicht — man pfändet uns, man versteigert uns unsere paar Sachen, wir werden kaputt gemacht, wir werden Bettler! Wir sind am Verhungern! Wir haben kein Geld, um für unsere Farn,fie den Arzt zu holen — meine Frau ist tot, mein Kind ist tot — ich hab' fie eben begraben!" Oh, wenn er das doch fo hintereinander hersagen könnte, wie er es jetzt dachte — nein, nicht bloß sagen, schreien, so laut, daß die Ohren gellen! e h nen Schmerz, feine Verzweiflung fo herausbrüllen, daß die stummen Berge auch Stimmen erheben und nachbrüllen. Dann würden alle es wissen, die ganze Welt wissen, was Winzernot heißt. Aber er konnte das alles ja nicht fo herausbringen, er war nur ein einfacher Winzer, kein studierter Mann; wenn nur der Herr Landrat, oder irgendein Herr sich den Zwicker aufsetzte, ihn musternd scharf an- sah, die Hand abwehrend erhob, wenn der gar an- Hub, ihm zu entgegnen, daß die Winzer von falschen Voraussetzungen ausgingen, nicht von der Po- littk des Reiches kam die Dinzernot, fie kam von der allgemeinen, sehr traurigen Wirtschaftslage, dann verwirrte er sich gleich. Ueberati gleiches Elend im ganzen Reich, in ben Großstädten noch viel mehr Pfändungen und Zwangsversteigerungen, noch viel mehr Leute, die kein Brot hatten, an allen Straßenecken saßen Invaliden und Weiber mit elenden Kindern; alte Rentner, die einstmals von ihrem Ersparten gelebt, aber jetzt nichts mehr hatten, fand man tot in eiskalten Stuben Unb daran, an allem war der verlorene Krieg nur schuld, — wir sind ein geschlagenes Volk! Wenn der Herr von der Regierung bas sagte, was sollte ber Moselwinzer bann barauf erundem —? Der Loesenich machte sich unterwegs mit einem Tresterschnaps Mut, unb um sich noch mehr Mut zu machen, tranf er noch einen zweiten. Geld, um zu bezahlen, hatte er nicht, er besaß nicht mehr fünfzig Pfennige. Er wollte bem Wirt ein Zettel- chen dafür geben, aber der wollte nicht mehr daran, er hatte statt Geld schon so viele solcher Zettelchen in seiner Kasse, Akzepte über geringe unb geringste Beträge, daß ihm Angst warb: wann würbe er je zu seinem Gelb kommen? Es war gut, baß ber Dreis aus Munben auf seinem Rab hinter bem Loesenich her kam; der Kaspar löste ihn aus. Kaspar Dreis war erst in Porten herangefahren, er wollte Simon Bremm abholen: der ging doch mit? Aber die Frau sagte: „Bremm schlaft." Was, der schlief am hellichten Mittag unb an solch einem Tag?! „Wir Winzer müssen zusammen- halten, der Bremm, der muh mit! Dat wär unrecht von ihm, sch auszuschliehen." „Et is manches unrecht," sagte die Frau; fie sah sehr bleich und sorgenvoll aus. „Is wat paffiert?” fragte der junge Mann; er merkte, hier war etwas geschehen. Sein erster Gedanke war: die Maria? Er fragte nach ihr Nein, mit der war es noch nicht so weit. Die Bremm schüttelte verneinend, aber bann fing fie auf einmal an: „Ser Bremm, ach, der Bremm!" Unb fie weinte. Kaspar fühlte, fie hätte ihm gern etwas gesagt, sich das Herz erleichtett, aber sie sagte boch nichts. Er ging fort mit dem Empfinden: hier war etwas unklar. Auf ber Frau lastete etwas fo schwer, daß sie es kaum traaen konnte. Hatte Bremm etwa reicher getrunken? Aber das hätte sie ihm wohl gesagt: es mußte noch Schwereres fein. Den Bremm hatte er nicht zu sehen bekommen — warum nicht? Daß b I 25.2 l-Ällnri'a Pa c . judam J aino ich raml.fi üritt . . nidxr cioab w. 5: 77.1 ' a>.k uri a. IN Berlin Ad» T.t;i:ft6e Cnbiiant- 8anu r Bankverein 8erHner Handels-ielliL- Lammen und Prioak-Bi. 1 lannft u. Nanonaloank i Li Beichsauleide v litt Dl Uni «dlol Schuld m i ■oriol ‘.Hedltei Desai ob c *usl f «Sietbtei 7*11 wrei n Hvv B vodv< uuku.chdar bi S-2 t'ffn Abcti.iKbe Hvv -Ba f 8ijb -i»o bpi 1 16 ® ab» Borkrtegs-Lt liOetionen. rudtaolöar 19». 4* €dm)iu Bu d.»v Änl ♦fe C' inben;?l» I»»«' ? etwas 1°©ic» es lern- m mchll Mimen - gfaubte Sr idi oor, nsitzung Der 3 -G »Farben bi« jetzt auher Dem Reingewinn von 100 Millionen und der 12prozentigen Dividende keine Eiitzeldellen mitgeteilt worden sind. 3.-G.-Farben gaben daraufhin erneut etwa 1 Prozent nach 3.-G -Bond« nennt man mit 146,25 Brief Arn Geldmarkt war X*- geSgeld unverändert 4.5 Prozent. Olm Devisenmarkt lag der Dollar schwächer. Q8an nannte Reichsmark gegen Dollar 4,1801 Pfund 20,415. London gegen Kabel 438. ri« 124.02. Mailand 92.60. Madrid 29.3 land 12,11 öcrlinci Börse. Berlin, 25. QLpriL Hatte man füi nach Dem festeren Verlauf der gestriger mit einem stärkeren Si.isetzen vcm Pul fäufen gerechnet, so ist ma.i hierin sicherlich g*» täuscht Wordm. Zwar erhielt sich für Spezial- we rte 3ntcreffe und in Polyphon- und Waren- hauS-Olltien hatten D.e Au» a.iNäufe ihren Fort- gang genommen, auch einige Rebenwerte waren weiter erholt, für Die Mehrzahl Drr Werte bestand aber vorbörslich eher OfbgaSeneigumL W jetzt schon zur Gewohnhell geaiorDene Diskonterhöhung in Amerika (gestern folatr die Federal Reserve-Ba-rk in Olea polt») machte keinen starken Eindruck, löste aber erneut Be- fürchtung.'n Hinsicht.ich einer Dislonlerhödung in London und Reuyork au». Der heutige Geldmarkt ist wieder unverändert leicht. Di« Ul- llmoDorberefhingen nahmen en m glatten Bev- iauf. Zu den ersten osfiziEen Rotierungen waren zwar Die Kurse nicht einheitlich, für Opexial- werte aber überwiegmd fester. Stürmische« Geschäft hatten Polyphon, deren Kursgewinn Düsseldorf. Der Rohgewinn für 1927 beträgt 33.8 (27) Mill. Mark. Rach Olbzug von rund 7,5 (6,8) Mill. Mark Olbschreibungen und 13,56 (11) Mitt. Mark Unkosten einschließlich Steuern verbleibt ein Reingewinn von 15,8 (8.8) OK Ul. Mark. Der AussichtSrat beschloß in feiner gestrigen Sitzung, hieraus die ‘Verteilung von 8 (L D. ö) Prozent vorzuschlagen und die restlichen 3L Mitt. Mark auf neue Rechnung vorzutragen. • Hirsch Kupfer- und Messing- werke A.-G. Der AufsichtSrat beschloh, die BerteUung einer Dividende von 6 (t. 03.0) Prozent vvrzuschlagen. • Hanfa-Llohd-Werke QL - ® ., Bremen. Die Generalversammlung der Hansa- Lloyd-Wcrke A.-G., Bremen, setzte die Dividende auf 4 Prozent sest. Da» neue Gescha tsjahr habe bi» jetzt «in sehr erfreuliches Ergebnis gezeitigt. fo dah man mit einem gewissen Vertrauen in Die Zukunft blicken könne. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 25. April. Tendenz: Lustlos und zurückha'trnd. Zu Beginn Der heutigen Börse machte sich eine ziemlich lustlose unD zur ückha I tenDe Stimmung bemerkbar. DaS Geschäft war sehr still, da bei Den Danken feilend deS Publikums keine Orders ein- gegangen waren. Die Spekulation neigte ver- schiedenttich zu Abgaben, während anderseits kleine AuSlandkäuse vorgenommen wurden. Die Karsentwicklung war daher nicht einheitlich. und es ergaben sich nach beiden Seiten Abbröckelungen im AuSmahe von etwa 1 bis 2 Proz. 3m Grundton Der Börse machte sich eine gewisse Widersta'dsfähi->k:it bemerkbar, die sich auf Hoffnungen h nsicht ich D?r Ergebnis e der Auf» fichtsratssitzung D r 3.-G. Farbenindustr.e stützten. Bei den ersten Rot erringen lagen am Ehernic - markt Scheideanstalt mit minus 3,75 Prozent iM.» sroti al. 7i 15« Li7 75 139 7. -58 5 174 43. 159.13 151.4 154 75 114 134 5® J ach'urt a. M Berlin z ai 6‘urt a. M Berlin Ächluv st T. 1-Ubt. st r. öch u , ft r - U.n onq fler S-tziutz ft r» 1-Ubv ft'ir» Sch «g ft r« X* anq flnr Ta tu'n rt 4 4 I->' 25 4 Larum: .'4 4. I iS 4. 24 1 ; 5 4 L.6 amt>. ttfertt lu 160 160 I6l Äer. vlanjftoff . . . . . *5 • — 749 750 tnrin. ttlc.tr ....... 8 — 158 I6U frmbfio ....... — 544 545 ^<6UL KUftr....... 10 - -0". zOi .ScllQo fFnlBbr-f . 1- 297.7: — 297 'M7.5 ÄÄuden ....... . 7 194 9 — <9- 5 194.4 n 193 75 193 in 92.25 ccmciiS i HalLkr . . . 16 301.5 301-73 .02.5 ttbarlok nburrer Daffer * - -* 137 75 137 75 Zttin radi........ 8 IW — 170 171.7a chautr ita-; . 1- - ■ tn. 'S 202 75 Ladmcvrr ± Cö..... .9 <80 — 178.5 — J oimlcr Di'ctonn. . . . . l 104.5 104.75 185 103 »uder » ..... 7 tut «d ErdÄ..... r^cner 2 t-’tobte . . . 0 .6 .8 91 5 I v4 IS n.s 91 7 in 138 93.75 1. i 7a 13*.5 Temag ....... nolerwerke .llewr. . . . Vnbto Loene..... 0 . 1 94 94.73 51 93 75 256 5l 4 — -55.85 £tl feit fträten« • f» *i 9 4 lU 13».» 13» 2j 13« . w ■J/oi T’uiomoMI . . . . - — ■8.» karvc tr .... 8 173 - 17375 liZ 75 Cr- oft in i fiopptf . . . . < — — I« 132.5 no'f . ftL'n........ .5 * • 145 114 j etnfr H" n an i . ... l'rontarb 2«0..... . 0 * • — • Ji’e Bergdao....... — 259 25'.' . f — — 249.5 -52.75 iloJit rro.rte ....... .5 143 154.5 12». 25 123 2*011100« CO ..... TVron r. T? 'S neu . . . o 0.1 > — 24.75 eöt i-flenefftn ■ . . — 145 144 . 0 83 4 <3.5 — enneämann -t l/« 9 4 54.25 152.5 153.75 127 rinnet . . . . 136 132 — w ans. Idr - — — 127.13 Hevliacnsterdi...... . 0 -4.5 — W.2- • ^b. rfdtUf. tifenb- D d-ri 6 — — H3 112 ?unchan4 ....... . f SO — ■ DbetfSlcf Äolvro.'rfe ybt.i:r Bcra au f % 9 • UU.7j 10« ^ecbwrrke....... . b 120 — — 3 101,5 100.5 ICl.4 iüu.. iNainkcfnrtrft..... . f 120.« * 135.5 NtxmifSe Broun!o6la «dein ratzt 10 90 r»< UW .-90 9 Mio« ...... . K 154.6 58 - 134 0 166.5 • ISO 158 .^rfarlHlmer ...... . 8 57 1* • •whbe.f Montan . • 154 154 Peke»» llricn...... . 6 102 — ■ Herrin tote Sradlw L ’ • 9 8 - >e »« bt. Roeder ..... 5*0101 * Hoeffnee .... . 1< — • • Ctaot y.uir . • 1 th - ♦4.75 «a.L 6 177 — 178.» * Sah «IctzerSleLe 1C 1® 188.5 lö 184.20 Südd Zucker...... . 0 143 141,5 ealilBeftereqe n 10 195 197 ! l»6j 196 Saliroerf Salzdetfurth .r — - JS» -SO Btratuotra. 3 ® ^flr rn-9nbuftrtt ii . 0 .8 7» tS -08.» 70.13 M 5 7*erlm. 24 »vril I weit) tfrui 188 I L«Mutze flotirraiu "rlv frtt 4 >i.^»5 ; 56,476 (fbrt'rtinta 111,72 111.94 111.71 l11.,6 HLp.'nda»:n 112.04 112.26 II- 04 112.24 Cttxflolm 112.0. 112.29 ii2. a 112.26 feelnnefer*. 10^514 10.534 10. jU N.i-JI «.01 22,015 32.055 ^cndon. . . ch.39i M. 431 30.384 -0. 434 ■flamort . . '.1775 4,1855 1,1775 4.1855 Y-ri4.... 16.4'5 16. 85 10,435 46.476 etbucU .. w.ri w.e? >0.51 W.67 »»j tta . > 9 BK 20 02 69. 5 Ui xto W -'t . <2.95 .3,02 73.96 «ul arten -.017 4.023 4,017 yrfTabon 17.73 17.77 17.73 Tanna - - . 81.55 41,71 41.54 *1.76 äonft ntin. 2.128 i, 13? i.105 mS «tuen. . . ».475 5.-Ö 5.494 Isnaha 1.16 4.IM | 4.176 tüt Um aao 4.321 4.329 4 144 Cctro *917 20. »57 SV* *.»e 4246a Restbestände Stück Wäschefabrik Telephon 3889 Eierbandnudeln Pfund 54 u. 48 Pf ausgiebig, aromatisch Pfund 90, 68, 50 Pf 4266c Pfund Pfund 58 Pf. 58 Pf Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund vormals Fritz Nowack Pflaumen, kaliforn. jRtcfenpflaumcn .. Mischobst, la .... Mischobst, kaliforn. .. .3 Tafeln 25 Pf 3 Tafeln 1.05 Mk. .. .3 Tafeln 95 Pf. Junge Erbsen Schnittbohnen, junge.. Karotten in Würfel ... Apfelmus, tafelfertig ... Birnen, weiß, Va Frucht, Blutwurst, geräuchett ... Leberwurst, la Mettwurst, weiche Plockwurst, Holsteiner... 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Kameraden des Gardekorps sind herzlichst r-ngeladen. 12390 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Die Reste und Restposten sind auf Extratischen im Parterre ausafelegt <£&§-Kaffee die Qualiiäismarke in Originalpackung <3 ÄA Pfund Mk. 4.60, 4.-, 3.40, 3.20, <*»OU garantiert rein, leichtlöslich... 1/i Pfund 60,45,35 Pf. Cafe Astoria Heute grobes Militärifflnieri Ausgeführt von Mitgliedern der hiesig. Reichswehrkapelle Geöffnet bis 4 Uhr. asm Neue Kurse .»■iz* ■5*5*