Nr. 48 Erstes Blatt (78. Jahrgang Samstag, 25 Hebruar ((*28 6r|4)tint täglich,outzrr Sonntag» nnb ^tiertag» Beilagen. (Bießener FamiliendlLtter Heimat im Bild Di» Scholle DTonats-Beingsprels: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern tnfolge höhere, Gewalt. Fernsprechan! chlüsse: 51, 54 und 112 Anlchrist tüi Drohwach, richten Anzeiger Riefte«. pofifd)etffonto; firanlfurtam Main 11686. SietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: Srühl'fche Unwerstlüir-Vuch- nnö Stctnörndcrd H. Lange tn Sietzen. Zchristlettung unö Geschäftrltelle: ZchalAratze 7. annagme oon Anzeigen für die Tagrsnummer bis zum ,)lad)mttiag vorher preis für 1 mm hohe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig. für Re. klamean^cigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrifi 20" , mehr Chefredakteur Dr F riete Dich Lange. Verantwortlich für Politik Dr g-r Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Thyrcot, für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, fämtlich in Gießen Seit einigen Tagen berät in Genf der Sicher- h.eits- und Schiedsgerichtsausschuh l^es Völkerbundes, dem nach dem Willen feiner Drahtzieher die Aufgabe übertragen toor- ti-tn ist, die Frage der Sicherheit mit der Abrüstung so zu verkoppeln, dah der Sicherheitsbegriff das Primäre wird und Deutschland keine Hoffnung hat, auf Erfüllung 6 er im Versailler Vertrag gegebenen Zusagen, dah unsere Abrüstung nur eine Dorleistung fein soll, zu rechnen. Deutschland kämpft hier einen hoffnungslosen Kampf, wobei uns nur _ Oie Vertreter einiger kleiner Staaten unterstützen. Trotzdem ist es selbstverständlich, dah wir auch b-iesmal wieder unseren Standpunkt scharf her- a llsarbeiten, wonach, wenn schon einmal die beiden Degri fe verbunden werden, die Abrüstung die unerlähliche Vorau s - skhung der Sicherheit ist. Staatssekretär d-.Simson hat recht geschickt in seinem Re'erctt bie'e Anschauung certre.cn, wir fürchten aber, dch er allzu viel Erfolg damit nicht haben wird. Ein praktisches Schulbeispiel für die Art, wie aTir der Gegenseite das ganze Problem angepackt v rd, bietet eine Rede, die just zur rechten Zeit btr belgische Auhenininister Hymans der Dachfolger Vanderveldes, im Brus eler Senat ^halten hat. Er ist bekannt als Franzosen- iurund und es war zu erwarten, daß er das Suber der belgischen Außenpolitik, sobald er es wieder in die Hand beiam, scharf umlegte: ater die Rücksichtslosigkeit, wie er dabei die Räumung im Sinne Poincares behan cd und dir deutschen Einwendungen eigenck.ch übe-haupt nii)t berücksichtigt hat, muh doch überraschen. Dill man seine Au fassung kennen lernen, so genügen eigentlich tre ige Sätze. Er verlangt von urs greifbare Vorschläge über d i e Sicherheit und die Reparationen, de- oor er überhaupt über unseren Wunsch zur Durch lührung der längst fälligen Räumung des Rheinlandes diskutieren will, stellt aber auch Glossen. Die friedliche Stimmung, die nach der glück- vichen Lösung der letzten innerpolitischen Jr r U c im Reichstag und in der Politik Herrschte, hat nicht lange angehalten. Den ewigen Rrisenmachem, die hinter politischen Kulissen nhren privaten Ehrgeiz verfolgen, ist offenbar wicht damit gedient, dah nun wieder für einige Monate gearbeitet werden soll, sie holen daher nhre Handgranate wieder hervor und arbeiten «m der Zündschnur herum, um im geeigneten ^Augenblick die nötigen Wurfgeschosse gegen das Äabineti Marx zur Verfügung zu haben. Dah unter diesem Stosstrupp auch Mitglieder der Zentrumsfraktion sind, die gar zu gerne selbst auf einem Ministersessel sitzen möchten, gibt der ganzen Angelegenheit eine zwar pikante, aber koppelt unerfreuliche Beimischung. Rein äuher- Eid) argumentieren sie natürlich mit sachlichen LAründen. Sie beschäftigen sich mit dem Manteige s e tz , das um die verschiedenen Teile des ulotprogramms herumgelegt werden soll, um ein Auseinanderbrecheu zu verhindern. Der Gedanke eines solchen Rahmengesetzes war sehr klug. 3m Kabinett yctt man sich gesagt, dah zwar die fßeffentng der Sozialrentner und der Kleinrentner auf Zustimmung einer überwiegenden Mehrheit der Parteien rechnen könnte, dah dagegen die Hilfsmaßnahmen für die Landwirt- shaft schon aus agitatorischen Gründen bei der Sozialdemokratie auf lebhaften Widerstand flohen würde und dah deshalb mindestens die Sozialdemokraten, vielleicht aber auch noch andere Parteien, die Rosinen aus dem Regierungs- Sachen heraussuchen würden, indem sie die eine Hälfte des Programms annehmen, die andere aber ablehnen xunb so den Zweck Der in die Breite angelegten, auf alle Devöl- serungsschichten bemessenen Hilfsaktion umbiegen t önnen. Das wird verhindert, wenn man die einzelnen Vorlagen zusammenkoppelt und den Fraktionen begreiflich macht, dah ohne Liquidationsschädengesetz. ohne Etat, Rachtrags* elat und Landwirtschaftshilfe auch das übrige nicht zu haben ist. Sie werden dann vielleicht nicht positiv dafür eintreten, aber sich doch überstimmen lassen, um so zu retten, was sie gerne haben wollen. Run sind aber kluge Leute gekommen und haben herauSaefunden, dah die Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft zum Teil im Wege der Verordnung erledigt werden können, der Zuständigkeit des Reichstages also überhaupt nicht unterliegen, und dah aus dem Grunde ein Rahmengesetz nicht nur nicht notwendig, sondern sogar überflüssig und schädlich sei. Sie haben damit leider im Kabinett auch einen gewissen Eindruck erzielt. Jedenfalls ist in der Regierung ein vollkommenes Durcheinander über die Möglichkeiten des Rahmengesetzes entstanden. Soweit es sich dabei um Formalitäten handelt, wäre das belanglos, die Gefahr ist aber, dah eben hinter solchen formellen Bedenken sich po - litische 3 n t r i g u e n verbergen, die zweisel- l«s im Kabinett zunächst nicht recht erkannt innb und bereits eine gewisse Nervosität gesoffen haben, die der Weiterentwicklung nicht gunftlg ist. Denn jedes Herummäkeln in einer »hnehin erregten Atmosphäre lähmt den_ Willen k ur sachlichen Arbeit, und allzuviel gehört nicht dazu, um die mühsam geschaffene Einigkeit wieder auseinanderzureden. Es wäre daher gut, wenn die Umgebung des Kanzlers die Gefahren, d:e hier lauern, rechtzeitig erkennt und alle Dorsichtsmahregeln trifft, ehe es zu spät ist. Abberufung des italienischen Gesandten in Wien? Mussolinis Antwort auf die Südtirol-Debatte im österreichischen Nationalrat. Rom. 24. Febr. (Wgenjla Stefans.) Line Sonderausgabe des Giornale d'Jlalia meldet: heute abend lief das Gerücht um, dah Premierminister Mussolini sich dahin entschlossen habe, den italienischen Gesandten in Wien abzuberufen. Das Blatt fügt hinzu: wir glauben, dah das italienische Volk mit Genugtuung diese würdige Antwort aus eine Politik ausneh- mc-n würde, die zeigt, dah sie auf die freundschaftliche Haltung keine Rücksicht nimmt, die Italien bisher gegenüber Oesterreich beobachtet hat. Interpellation in der römischen Kammer. Die italienische Presse gegen Seipel. Rom, 24. Febr. (MTB.) Line Gruppe von Abgeordneten hat in der Kammer eine Anfrage cingebracht, in der sie, wie die „Agcnzia Stefan," mitteilt, den Regierungschef und Außenminister um Mitteilung seiner Auffassung über die „schmähliche Haßkundgebung" ersucht, „die sich im österreichischen Rationalrat abspielte, und über die von verantwortlichen österreichischen Kreisen betriebene unverschämte Lügenkampagne gegen die einfache Anwendung italienischer Gesetze in der italienischen Provinz Bozen". Es wird gefragt, ob es nicht angebracht fei. in diesen Kundgebungen künftig eine unerträgliche Einmischung eines fremden Staates in die innere italienische Gesetzgebung zu erblicken, wie die Blätter melden, wird Mussolini bei dem bevorstehenden Parlamentsbeginn am 27. Februar diese Anfrage beantworten. * Inzwischen finden die Erklärungen des Bundeskanzlers Seipel in den Blättern eine starke Zurückweisung. „Giornale d'Italia" meint, daß die ewige Wiederholung der Angriffe wegen Südtirol nahezu lästig werde. Sie bildeten zwar keinen Grund zur Aufregung, schienen aber zu beweisen, daß nach Jugoslawien auch Oesterreich zu einem gleich aufgeregten Nachbar Stallens werde. Oie Welt habe keine Zeit, sich mit der Südtiroler Frage zu befassen, in dem Italien seine Pflicht ausübe, entsprechend den internationalen Verträgen. Die Rede Seipels sei lang und dunkel und beweise die Absicht, ohne die österreichisch- italienischen Beziehungen allzusehr zu komprimti- tieren. Die Ablehnung einer Demarche beim Völkerbund sei gut kalkuliert, denn der Völkerbund werde sich wohl hüten, sich mit Südtirol zu befassen. Das „Giornale d'Italia" schreibt u. a. man müsse an die oon Italien Oesterreich gegenüber erwiesenen Wohltaten und an das wohlwollende und hilfsbereite^Lerhalten der italienischen Truppen in Kärnten und Tirol nach dem Waffenstillstand sowie die Beteiligung an der Sanierungsanleihe erinnern. Italien sei auch die Aufhebung der interalliierten Militärkontrolle in Oesterreich zu danken sowie die Stabilisierung der Anleihen. Seipel und den Agitatoren, die seine Rede vorbereitet hätten, sei eine Beachtung dieser Dinge zu empfehlen, welche einen Beweis für den friedlichen Charakter der italienischen Politik gegenüber den Deutschen lieferten. Aber, so schreibt das Blatt, gleichzeitig ein Mindest Programm aus, worin er es als unerläßlich bezeichnet, dah dis Durchführung der Bestimmun.",en über die Entmilitarisierung des Rheinlandes fortlaufend überwacht werde. Er glaubt sich dabei sogar auf den Reichsaußenminister berufen zu können. Das ist ein Taschenspielerkunststück. Dr. Strese- mann hat lediglich davon gesprochen, dah sich darüber reden liehe eine internationale Kontrolle über Las besetzte Gebiet solange zuzulassen, wie die Fristen desVersailler Vertrages lau en. Dabei ist aber der deutsche Auhenminister davon ausgegangen, dah dann vorher die Defatzungstruppen zurückgezogen würden. Für uns würde sich dann das Problem so stellen, dah wir diese Kontrolle von einigen hundert Offizieren einhandeln gegen die Zurückziehung von 63 030 Mann Be atzungstcuppen, also ein Geschäft, über das sich reden läht. Herr Hymans aber macht etwas ganz anderes daraus. Er fälscht den Tatbestand, indem er den Eindruck zu erwecken sucht, als ob Deutschland bereit sei, überhaupt über eine einstige Kontrolle des entmilitarisierten Gebietes sich zu unterhalten. Der belgische Minister weih aber, dah davon keine Rede sein kann. Wenn eine Verewigung der Rheinlandkontrotte im 3nteresse des europäischen Friedens von allen Staaten für notwendig gehalten wird, so wollen wir uns nicht dagegen sperren, unter der Voraussetzung, daß fie ~a u f Gegenseitigke i t beruht, also ebenso auf belgisches und französisches Gebiet ausgedehnt wird. Das wollen die Herren tn Paris und Brüssel aber nicht, weil sie darin einen Eingriff in ihre Hoheitsrechte bm sie nicht nötig haben, den aber Deutschland sich auf unbegrenzte Zeit gefallen lassen soll. • Es ist merkwürdig, wie häufig sich im Leben Empfindlichkeit und Dickfelligkeit vereint finden. Die italienische Regierung legt sich nicht den geringsten es müsse auch daran erinnert werden, dah d i e Geduld Italiens auch Grenzen habe. Die übrigen Blätter, wie die „Tribuna" und „La- voro d'Jtalia" bestreiten vor allem, daß es eine deutsche Frage in Südtirol von internationalem Charakter gäbe. Die „Tribuna" meint sogar, über die deutsche Frage in Südtirol würde man bald in der Chronik lesen, weil Südtirol eine italienisch e D rovinz sei, in der eine fremd stämmige Minderheit bestehe. Oer Wiener Appell an das Weligewtssen. Die österreichische Presse sekundiert dem Parlament. Wien, 24. Febr. (WB.) Die gestrige Sitzung des Nationalrats, in welcher alle Parteien einig waren in der Verurteilung der Gewaltpolitik in Südtirol, fand in der gesamten Oesfentlichkeit u n • eingeschränkten Beifall. Auch die Blätter geben der großen Genugtuung Ausdruck, dah die in scharfem politischen Gegensatz stehenden Parteien des Parlaments in dem heihen Mitgefühl mit dem Schicksal der Stammesbrüder jenseits des Brenners und in dem Wunsch, ihnen zu helfen oder wenigstens ihr Los zu lindern, sich eins fühlten und sich daher gestern zu einem eindringlichen Appell an das Weltgewissen verbanden. Die Blätter hoffen und erwarten, daß diese einmütige Kundgebung des österreichischen Nationalrats nicht fruchtlos bleiben, sondern wieder einmal die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf das kulturelle Un- red) t an den Deutschen Südtirols lenken werde. Zugleich betonen sie, daß Oesterreich den aufrichtigen Wunsch habe, mit Italien in dem gleichen freundnachbarlich en Verhältnis zu stehen, wie mit anderen Nachbarstaaten, daß es aber über d i e Mauer oon Leid, welche zwischen Brenner und Salurner Klause aufgerichtet ist, nicht hinweg könne. Die „Wiener Neuesten Nachrichten" stellen nochmals fest, dah Dcfterreid) vertragsmäßig begründeten Anspruch auf die Einhaltung der in dem Friedensoertrag von Italien übernommenen kulturellen und nationalen Verpflichtungen Italiens gegenüber den Deutschen Südtirols besitze, und daher auch das Recht habe, diesen Anspruch im Klagewege feilend zu machen. Darüber könne kein Zwci- el bestehen, wenn auch die Wahl des Zeitpunktes, in welchem die Verfolgung dieses Rechtsanspruches Aussicht auf Erfolg biete, der berufenen Leitung der Außenpolitik anheimzustellen sei. Der Völkerbund im Oie Si.-Gotthard-Waffen. Berlin, 25. Febr. Der Präsident des Dölker- bundsrates, der Chinese Tscheng Lo, hat die Budapester Regierung telegraphisch aufgefordert, die Versteigerung der zerstörten Gottharder Maschinengewehre einzu st eilen. Er hat dabei auf die Vorstellungen der Kleinen Entente, also auf eine etwaige Investigation des Völkerbundes in Ungarn hingewiesen. Die Ungarn haben, was man ihnen nicht verdenken kann, auf dieses Telegramm entsprechend reagiert und das Verlangen des Präsidenten abgelehnt. Damit ist zunächst einmal ein neuer Akt der St. Gottharder Affäre geschlossen. Uebrig bleibt, bis zum näch- sten Aufzug zu untersuchen, mit welchem Recht Herr Tscheng Lo das Telegramm nach Budapest geschickt hat. Auch die findigsten Völkerbundsjuristen werden dafür keine plausible Erklärung beibringen können. Unerfindlich ist auch, warum der Völkerbundssekretär Sir Eric D r u m m o n d die Weitergabe dieses Telegramms nicht abgelehnt hat. Er muhte sich doch sagen, dah diese Handlungsweise nur als Einmischung in d i e ungarischen Angelegenheiten ausgelegt werden kann und muh. Es steht doch schließlich jedem Staat frei, mit dem Kriegsmaterial, das er auf seinem Gebiet beschlagnahmt hat, zu machen, was ihm beliebt. Ungarn hat es zerstört und sich infolgedessen durchaus korrekt verhalten. Mit dem Telegramm hat es aber eine besondere Bewandtnis, über die sich die Pariser Presse mit seltener Offenheit ausläht. Sie gibt unumwunden zu, dah es nicht aus der Feder Tscheng Lo stammt, sondern eine Arbeit des französischen Auhenministers Zwang auf, wenn es sich darum handelt, die Interessen Italiens zu w.chren, und dabei wird keine Rücksicht auf die Gefühle anderer Völker und Menschen genommen. Wenn sich jedod) hier und da jemand findet, der italienische Anmaßung zurückweist, dann wird plötzlich eine Empfindlichkeit an den Tag gelegt, die gerate unter solchen Umständen schwer oerftänMid) ist. Als durch den Dettrag von St. Germain Süd - tirol Italien zugesprochen wurde, legte die damalige italienische Regierung feierlich das Versprechen ab, d i e deutsche Eigenart ter Südtiroler Bevölkerung zu achten und in jeder Hinsicht zu schonen. Sie verpflichtete sich ebenso feierlich, alle Vereinbarungen zum Schutz nationaler Minderheiten peinlich inne zu halten. In einem Manifest tes Königs und ter Regierung bei Uebernahme des Landes wurde der Südtiroler Bevölkerung nochmals feierlich versprochen, daß ihre Sprache im öffent- lichen Leben, in Schule und Gottesdienst nicht angetastet werten solle. Das klang versöhnend, und so fügten sich die Südtiroler dem Zwang der Ereignisse in der Hoffnung, wenigstens ihr Volkstum wahren zu dürfen. Das Versprechen der italienischen Regierung ist auch eingehalten worden, bis ter Faszismus unter Mussolini in Italien gesiegt batte. Dann wurden plötzlich alle königlichen und sonstigen Versprechungen achtlos b e i f e i t e geschoben und zwar mit einer Begründung, die der Landsleute des Herrn Macchiavelli würdig ist. Es wurde kurzerhand erklärt, daß sich eine Regierung nicht durch die Erklärungen einer ihrer Vorgängerinnen binden lassen dürfe. Mil dem Wesen des Faszismus sei die Duldung der deutschen Minderheit in Südtirol unvereinbar und deshalb hätten jene Versprechungen keine Geltung mehr. Ein Vorwand für die nun einsetzenden brutalen Unterdrückungsmaßnahmen in Südtirol fand sich bald. Da wurde flottweg behauptet, die teufi'chen Bewohner Südtirols seien ursprünglich Romanen gewesen und mir im Laufe der Jahrhunderte allmählich germanisiert worden. Deshalb de- pariser Fahrwasser. — Wer ist Ratspräsident? Brianb ist, der mit dem Ratspräsidenten 7)and in Hand gearbeitet und ihn zu diesem Schritt veranlaßt hat. 3st da nicht die Frage durchaus am Platze, wer nun eigentlich Präsident in Gens ist: Herr Tscheng Lo oder Briand? Uns will scheinen, als ob die Franzosen wieder einmal den Völkerbund vor ihren Karren zu spannen im Begriff sind. Hinter der Aktion der Kleinen Entente stehen, sie bereits, jetzt haben sie auch China veranlaßt, sich ihnen an* zuschließen. Kurz und gut, die Partei im Rat, Dte für jeden 3nvestigationsbeschluß zu haben fein wird, zeichnet sich langsam am Horizont ab. Wir werden erleben, daß Frankreich im März die Entsendung einer Dölkerbunds- kontrolle nach Ungarn durchzufetzen versucht, um damit dem völkerbündlerischen Kon- trollsystem erst Leben zu verleihen. Dem Frieden wird man damit keinen Dienst erweisen, denn schon macht sich in 3talien eine allgemeine Verärgerung bemerkbar, weil die Franzosen auf dem besten Wege sind, sich über die Untersuchung in Ungarn auch in italienische Angelegenheiten einzumischen. Wird doch behauptet, dah es sich um eine Waffensendung gehandelt hat, von der man tn Rom wußte. Folglich muß alles peinlich untersucht werden, wofür aber Mussolini wenig Verständnis haben dürfte. Oie Versteigerung ist erfolgt. Budapest, 24. Febr. (MTB.) Der „Pester Lloyd" erfährt vom Vahnhofskommandanten in Szcnt Gotthard, daß heute vormittag die öffentliche Versteigerung der seinerzeit bcschlag- gann man damit, uralte deutsche Namen von Familien und Orten zu italienifieren. Für jeden oberflächlichen Kenner der Geschichte ist die Fadenscheinigkeit dieses Vorwandes klar. Seit mehr als tau- send Jahren waren in Südttrol Germanen ansässig, und die heuttgen Bewohner des Landes sind so echte Germanen, wie man mir in Deutschland oder Schweden wioterzufinden vermag. Wer da weiß, welch furchtbare Leiden die Bewohner Südttrols wegen ihrer deutschen Stammeszugehörigkeit und der Zähigkeit, mit der sie daran sefthalten, zu erdulden Haven, wer ihre verzweifelte Stimmung kennt, ter wird im Innersten tief bewegt auf ihrer Seite stehen. Das gilt in erhöhtem Maß für die engeren Stammesbrüder ter Südtiroler diesseits der Alpen. Sie erleben täglich und stündlich, mit welcher Brutalität die deutsche Sprache, der deutsche Religionsunterricht, jedes Bekenntnis zum Deutschtum in Südtirol verfolgt werden. Mag man sich da wundem, dah auch in der Volksvertretung Rordtirols die Bedrückungs- Politik zur Sprache kommt, der die Tiroler jenseits des Brenners ausgesetzt sind? Das offizielle 3ta!ien täte gut daran, die berechtigte Kritik an der Moral und Recht hohnsprechenden Behandlung seiner Minderheiten zumindest stillschweigend einzustecken, statt sie zum Gegenstand einer diplomatischen Aktion in Wien zu machen, wie es kürzlich geschehen ist. Das Ergebnis war, daß nun auch der österreichische Rationalrat sich mit dem Schicksal Südtirols erneut befaßte und wenn auch Herr Seidel, der österreichische Bundeskanz'er, von Amts wegen leiser auf* trat, wie ec es vielleicht nötig gehabt hätte, so lieh doch der Verlaus der Debatte im Wiener Rationalrat die römische Regierung und Herrn Mussolini nicht darüber im Zweifel, dah ihre unerhörten Bedrückungsmethodcn und Verwel- schungsversuche das Band völki cher Zusammengehörigkeit um Oesterreich und Tirol nur fester und enger schmieden. nahmlen und in diesen Tagen für Kriegszwecke unbrauchbar gemachten Maschinengewehrbestand- leile unter gerichtsbehördlicher Aussicht erfolgt ist. Den ganzen Vorrat hat ein dort ansässiger Kaufmann für den Betrag von 1800 Pengö, gleich 1350 Reichsmark, erstanden. Das ganze Material bleibt jedoch vorerst auf Re- gicrungsöcrfügung unter behördlicher Aufsicht an Ort und Stelle. Ls hat sich keinerlei Zwischenfall ereignet. Die Gegner der Völkerbundsaktion. Italien, Deutschland und Eng and gegen eine Kontrolle in Ungarn Poris, 25. Februar. (WTB. Fun-kspruch.) Der „Petit Parisien" begründet die bisherige Haltung des Völkerbundes in' der Angelegenheit der ungarischen Maschinengewehre von St. Gotthard Er verteidigt den geschäftsführenden Vorsitzenden des Völ- bundsrates, den Gesandten Tscheng - Lo, und den Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, denen man zum Vorwurf machte, daß sie zu lange gezögert hätten. Er schreibt: „Die Bestimmungen des Artikels 11 (und er führt hierfür Titulescu zum Zeugen an) erheischen, wenn man sie anwenden will, die E i n st i m m i g k e i t des Völkerbundsrates, und diese Einstimmigkeit hat nicht bestanden. Mussolini hat feinem rumä- Nischen Kollegen im Lause einer Unterredung in Rom klar gesagt, daß Italien dagegen 'ei. Nicht allein Italien aber ist dagegen gewesen, Stresemann war, das kann man wohl sagen, auch dagegen gewesen, ebenso Großbritannien, das gegen jede Zwangsmaßnahme gegen Ungarn ist und unter keinem Vorwand will, daß eine Angelegenheit zur Sprache gebracht werde, die die Ausübung des Investigationsrechtes auf das Tapet bringe, und formt ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte. Weil dies die Auffassung des Foreign Office war, ist eine sehr deutliche Demarche von London aus beim Quai d'Orsay unternommen worden in der offenbaren Absicht, daß diese Demarche der Kleinen Entente zur Kenntnis gebracht wurde. Das ist der Kernpunkt der Frage." Neue AutononMenverhafiungen im Elsaß. Paris, 24. Febr. (WB.) Wie dem „Temps" aus Mülhausen berichtet wird, sind aus An- ordnung des mit der Untersuchung der Auto- nomistenan^e'e7enheit beauftragten Untersuchungsrichters in Mülhaufan der Redakteur des Haeghschen ..Elsässer Kurier" und des „Echo de Mulhouse", Marcel Styrmel. und der Landmesser Fritz Schweitzer verhaftet worden. Schweitzer soll im Augenblick seiner Verhaftung erklärt haben: „Meine Verhaftung ist mir gleichgültig. Ich habe gute Arbeit vollbracht. Ich habe an einem Ideal gearbeitet, nämlich an der Erhaltung der elsässischen Kultur." Marcel Sthrmer ist in der Redaktion des „Elsässer Kurier" Rachfolger des verhafteten Rosse gewesen. Er war früher Beamter und wurde wegen der Unterzeichnung des Eeimatbundmanifestes entlassen. Styrmel und Schweitzer haben in Mülhausen neben dem Eeimatbund-Bezirksvercin die „Vereinigung der Freunde der Zukunft" gegründet. Berliner Festtage. Das afghanische Königspaar im Rathaus empfangen. Berlin. 24. Febr. (WB.) Heute mittag hat die Reichshaupt st adt als solche dem afghanischen Königspaare durch die städtischen Körperschaften einen festlichen und herzlichen Empfang bereitet. Punkt 12 Uhr traten die Herrschaften im R a t h a u s e ein. Im Stadt- verordnetensihungssaal begrüßte Oberbürgermeister Dr. Böß die Majestäten. Das Königspaor und das Gefolge trugen sich darauf in das „Goldene Buch" der Stadt ein. Beim Frühstück im Festsaal richtete der Oberbürgermeister nochmals ein kurzes Begrüßungswort an die Gäste, das mit einem Hoch auf den König und sein Land schloß. Das Orchester spielte die afghanische Hymne. Aus die Antwort des Königs folgte deren Uebersetzung und das Deutschlandlied. Rach Beendigung der Tafel begaben sich die Gäste in den Stadtverordnetensihungssaal. wo der Schwarzmeiersche Kinderchor inzwischen Aufstellung genommen hatte, und dem Königspaare einige Volkslieder vortrug. Oie Technische Hochschule veranstaltete heute nachmittag einen Festakt. Schon lange vorher hatten sich im Lichthof der Hochschule der Lehrkörper in vollem Ornat und die Studentenschaft versammelt. Die afghanischen Mitglieder der Hochschule waren fast sämtlich anwesend. Weiter bemerkte man unter den Anwesenden den Leiter der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes, Gesandte Fre'ytag, sowie hie drei Rektoren der Berliner Hochschulen und Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden. Die Chargierten umstanden mit ihren Fahnen bas Podium, neben dem ein von Prof. Günther gemaltes Bild aufgestellt war, das die neue afghanische Hauptstadt darstellt. Der König wurde bei seinem Eintreffen von dem Rektor der Technischen Hochschule, Seiner Magisizenz Prof. Dr. B o ß t, und dem preußischen Kultusminister Dr. Becker begrüßt. Beim Eintreffen des Königs, der diesmal nicht in Uniform erschienen war, spielte das akademische Orchester die afghanische Rationalhymne, während die Korporationen chargierten. Dann hielt der Rektor der Technischen Hochschule eine Ansprache, in der er auf die Werke deutscher Technik hinwies, die in Afghanistan bereits Eingang gesunden hätten, und überreichte dann dem König die Derleihungsurkunde eines Doktor Ingenieur ehrenhalber für die Förderung deutscher Wissenschaft und deutscher Technik in seinem Lande. Der Rektor sprach dabei den Wunsch aus, daß Afghanistan unter seines Königs weiser und tatkräftiger Führung weiter wachse, blühe und gedeihe, und daß der König, der nunmehr der Technischen Hochschule zu Berlin angehöre, dieser und damit Deutsch, land seine Freundschaft dauernd bewahren möge. Rach Ueberreichung des Diploms dankte der König dem Re'tor in herzlichen Worten für die hohe Auszeichnung. 3m Anschluß daran besichtigte er unter Führung des Rektors verschiedene Teile der Hochschule und wohnte einer Vor der Schlußtagung des Reichstags. Oie drängende Aufgabe der Wahlreform. Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers" Berlin, 25. Febr. Am kommenden Montag beginnt die nächste und menschlichen Ermessen nach letzte TagungsperiodelieesReichstages. Auf der Tagesordnung der Sltzung steht die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung in Verbindung mit einer zweiten Lesung des ordentlichen Haushalts für 1928. Dabei wird die Aus brache über den Haushalt des Reichskanzlers ..nd der Reichsminister vorangestellt. Die Tagesordnung sieht so aus. als ob man sich in einer ganz normalen Periode be ände und mit der Gewißheit zusammenkäme, daß man das Pensum in aller Ruhe so abwickeln kann. In Wirklichkeit hängt auch nach den Komprvmißbe'chlüs en. die den 20. Mai als Wahltag herbei ühren wollen, über dem Hause der Schatten des inneren Konflikts, der jeden Augenblick von nei.e.n zum Ausbruch kommen und die Volksboten mit größter Befchleuni- gung aus dem Parlament und in die W a hl- schlacht treiben kann. Ein kleines Symptom für die Ausgaben, deren Erledigung unbedingt vorher notwendig erscheint, ist soeben vom Preußischen Staatsrat geje e:t worden. Denn die er hat einen Ge etze.ttwur, zur Aenderung des Landeswahlgesetzes genehmigt, um die Wahlordnung Preuße s de jeuren des Re ches anzupassen. Daraus ergibt sich, daß die bisherigen Erschwerungen für die Bildung von Splitterparteien auch in Preußen in Zukunft Wegfällen, weil das Rcichswahl- ge'etz in «einer ursprüngliche.. Faßung vor.äusig fortbesteht. Das mag eine zwingende «taa.srecht- liche Rotwendigkeit gewesen «em, zeigt aber, wie dringend die Aufgabe sür den Reichstag wäre, Preußen und damit zugleich die künftigen Reichs- Vorführung im Starkstromlaboratorium bei. Ter König sprach sich mit Befriedigung über diesen Besuch aus. Beim Verlasen der Hochschule bildeten die Korporationen bis zum Wagen des Königs Spalier. Eine Galaoper zu Ehren des afghanischen Königspaares fand in der Städtischen Oper in Eharlottenburg statt, zu der die Neichsregierung eingeladen hatte. Kurz vor Beginn der Aufführung traf Reichspräsident o a n Hindenburg in Begleitung von Staats-sekr-iar Dr. Meißner und Major o. Hindenburg ein, mürbe bei der Anfahrt von Städtrat Benecke als Vertreter der Stadt, de-m Generalintendanten Tietjen und für das Auswärtige Amt vom Gesandten Dr. Freyrag empfangen und in den Vorraum der Mittelloge geleitet, wo der Reichspräsident das K ö n i g s p a a r erwartete, das kurz nach acht Uhr mit Gefolge und Ehrenbegleitung eintraf. Beim Eintritt der Staatsoberhäupter erhob sich das Publikum von den Plätzen, während das Orchester die Nationalhymnen spielte. Das Theater hat ein festliches Bild. Im Parkett unD in den Rängen hatten die Ehrengäste P'atz genommen. Neben den Reichs- und Staatsministern den Staatssekretären des Reichs und Preußens, hatten sich das Diplomattsche Korps, Vertreter der Reichswehr und der Marine, Vertreter der Kunst und Wissenschaft, der Wirffchaft sowie der Presse eingefunden. Zur Aufführung gelangten das Vorspiel uni) der dritte Akt der „M e i st e r f i n g e r" und das Ballett „Puppen fee". Rode spielte den „Hans Sachs", Oehmann den „Walter Stolzi.ig" und Kibnis den „Pogner". Die musikalische Leitung hatte Robert Den zier, das Ballett leitete Ballettmeisterin Lizzie Maudrick. Die Aufführung wurde von dem Königspaar und den übrigen Gästen mit großem Beifall aufgenommen. Birkenhead gegen den Cavell-Film. Scharfe amtliche Stellungnahme des Staatssekretärs für Indien. London, 25. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Staatssekretär für Indien, Lord Birkenhead sagt in einem Schreiben an den „Daily Telegraph" zur Frage des Caoell-Films u. a.: „Liegt es im Interesse des Friedens und internationalen Wohlwollens daß wir durch öffentliche Vorfichrung die Zwischenfälle desKrieges verewigen, die die Erinnerung daran am meisten verbittern? Wünschen wir oder wünschen wir nicht, daß eine neue Aera des Friedens in Europa beginnt? Wünschen wir oder wünschen wir nicht, mit allen in unserer Macht befindlichen Mitteln das gegenseitige gute Einvernehmen zu sichern, das in Europa geschaffen werden muß, wenn nicht alle zusammen in Vernichtung unter gehen wollen? Ist es wirklich unser Wunsch, daß während des Versuches, das Locarno-Gebäude zu vollenden, Baralong-Fllme, wahre oder unwahre, in Deutschland vorgefichrt werden sollen und Miß Cavell-Film« in alliierten Ländern? Lord Birkenhead erinnert an die Worte der Nurse Eavell: „Patriotismus ist nicht genug, ich darf feinen Haß und keine' Bitterkeit gegen irgend jemand empfinden!" und fragt, ob irgend jemand annchme, daß die Frau, die kurz vor ihrem Tode selbst so sprechen konnte, gestatten wüiÄe, daß ihr Tod kommerziell werde mit dem sicheren Ergebnis, daß die bitteren, damit verbundenen Erinnerungen lebendig erhalten würden, so daß die Wiederherstellung der Freundschaft und guten Beziehungen zwischen den Nationen der Wett verhindert werde. Birkenhead betont zum Schlüsse seines Schreibens, daß der Zweck dieses „Abenteuers" nicht der fei, eine geistige Botschaft zu predigen und daß die Gewinne daraus nicht für wohltätige Zwecke verwandt werden sollten, sondern u m dem Hersteller und seinen Geschäfts- freunden Gewinne einzubringen. Wenn dies der Zweck sei, sei es bann anständig, das Todesopfer der edelsten Frau auszubeutcn, die der Krieg hervorgebracht habe? — Lord Birkenheads Brief ist aus dem India-Office datiert, demnach nicht, wie das seinerzeitige Schreiben Chamber Iains, der Ausdruck feiner Privatan - ficht. Oie Kreigabebill. Washington, 24. Febr. (WTB.) Die gemeinsamen Beratungen der Delegierten beider Kongreßhäuser über das Freigabegeseh sind zum Abschluß gelangt. Alle vom Senat vorgenommenen Abänderungen wurden genehmigt, mit Ausnahme der Bestimmung, daß die deutschen tagswähler der Sorge zu entheben, wie man einet Stimmenzersplitterung vorbeugt. Eine Abänderung des Reichswahlgesetzes trägt verfassungsändernk^n Ehara ter, muh also die Zweidrittelmehrheit haben. Wir glauben nicht, dah das schwer fein würde. Denn der neue preuhische Entwurf hat mit ganzer Kraßheit gezeigt, wohin das bisherige Verfahren führt: Künftig brauchen die Kreiswahfavrschläge nur noch 20 Unterschriften, d. h. also, es kann jeder beliebige Personenkreis, auch wenn er an sich gar nicht politisch ist, künftighin seine eigenen Kandidaten anmelden und zur Wahl stellen. Die geringen Sicherungen, die hiergegen im Reichswahlgeseh schon bisyer vorhanden sind, reichem nicht aus, um eine weitere Zersplitterung zu verhindern. Dadurch würden 10 000 oder gar 100 000 von Stimmen völlig verloren gehen und wir toürben im Reichstag mit aller Bestimmtheit Wirtscha tsgruppen lokalster Färbung und engsten Interessentencharakters au tauchen sehen, wenn dem nicht rechtzeitig vorgebeugt wird. Den Wählern ist es gleichgültig, mit welchen Mitteln einem solchen Unfug die Möglich.eit genommen wird: aber wenn man sich schon aus kleinlichen egoistischen Gedanken, die großenteils von der Parteibureaukratie herrühren, zu einer einschneidenden Reform des gesamten Wahlrechts nicht aufrassen konnte, so sollte man wenigstens die noch verbleibenden Tage dieser WocAr nicht ungenutzt lassen, um für die bevorstehenden Reichstagswahlen und damit für ein Parlament, das vier Iahre lang die öffentliche Meinung darstellen soll, diese kläglichen Gebilde mit energischer Hand a u s z u s ch a l t e n. Versicherungsgesellschaften, gegen die Ansprüche aus dem Brande von San Franzisko vom Iahre 1906 bestehen, keine Zahlungen erhalten fallen. Diese Versichcrungsgese l.chasten werden demnach ebenso wie die anderen deutschen Eigentümer ausbezahtt werden. Das Gesetz geht am Montag zur Schlußabstim- mung an den Senat zurück. Schwere Schiffskaiaffrophe an der britischen Küste. Ein italienischer Dampfer mit der gesamten Besatzung gesunken London. 25. Febr. (W. T. D. Funkspruch.) Der italienische Dampfer „Alcantara" ist nach einem im Rebel auf der Höhe von Dungeneß erfolgten Zusammenstoß mit dem russischen Schulschiff „Tovarisch" gesunken. Als der P. O.-Dampser ,M o l d a v i a" auf dem Wege nach Australien gestern abend in Höhe von Dungeneß an der Südküste von Kent in der Rähe von Lydd vorbeifuhr, ertönten aus sehr in Rebel gehüllter See schrille Hilferufe. Die „Moldavia" hielt ihre Maschinen sofort an und ließ in fieberhafter Elle Rettungsboote herab. Aus dem mit Wrackstücken besäten Meer wurde ein sterbender italienischer Matrose aufgefischt. In der Rahe stand der beschädigte russische Dampfer „Tovarisch". Seine Mannschaft versuchte, die Mannschaft der „Alcantara" zu retten. Die „Moldavia" sandte eine drahtlose Meldung, die von der Station Dungeneß ausgefangen wurde: „Habe einen Mann aufgefischt, höre andere schreien." Sofort wurden Kanonenschläge abgefeuert und die Rachricht über den Zusammenstoß an der ganzen Küste entlang gefunkt und um Hilke gebeten. Das Rettungsboot von Dun- geu.eß stieß sofort in See und suchte bis nach Mitternacht immer noch den Ort des Zusammenstoßes ab. Kurz nach 11 Uhr nahm die „Moldavia" ihre Rettungsboote wieder an Bord und setzte ihren Weg fort. Der gerettete italienische Matrose starb bald nachdem er an Bord genommen wurde. Er wird auf See bestattet werden. Schleppdampfer sind aus Dover nach dem Schauplatz der Katastrophe abgefahren. Rettungsbootsstationen und Küstenwachendepots an der ganzen Küste sind in draht'oser Verbindung mit den Rettungsmannschaften. Eine um Mitternacht abgesandte Meldung teilte mit, daß der Dampfer „Tovarisch" nicht in unmittelbarer Gefahr ist und versucht, Southampton zu erreichen. Die Reform drr Reichspost. (künftige Entwickelung des Postvcrkehrs. Berlin, 24. Febr. (WTB.) In einer Sitzung des Verwattungsrates der Reichspoft, die der Beratung und Feststellung des Nachtragshaushattes | für 1927 und des Haushaltes für 1928 gilt, gab ; der Reichspostminister eine Darstellung über die Wirtschafts- und Derkehrslage der Reichs j post. Der Minister führte u. a. aus: Der Verkehr J hat sich im letzten Vierteljahr günstig ent’ wickelt und ist gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres allg mein gestiegen. Die Post- gebührenerhöhung hat weder einen ungünstigen Einfluß auf die allgemeine Preisbildung, noch einen Verkehrsrückgang gebracht. Die Reichspost arbeitet planmäßig an der Reform und Rationalisierung der Verwaltung und des Betriebs. Vom 1. April ab wird durch Erhöhung der Zuständigkeiten der Obcrpostdirekt onen das Reichs- poftminifterium um etwa 115 Kräfte verringert werden. Die vorhandenen 36 Betriebswerk - stätten werden auf 5 herabgemindert. Durch Vereinfachung sind im letzten Vierteljahr 740 Kräfte gespart worden. Im Postscheckbetrieb wurde eine Personalersparnis von 3 0 Prozent erzielt. Die Durchführung der Verkehrsver- befferungsn wurde fortgesetzt, die Umgestaltung des Landpoftwesens begonnen Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 24. Febr. Vor Eintritt in die Beratung des Sfaa s.^a nshalts beantworte e die Regierung eine Anfrage über das Residenz- schloß in Darmstadt dahin, daß die Grundmauern unterfangen wären und daß keine Ein- sturzge ahr mehr drohe. Die Arbeiten am Schloß würden fortge eht. Hierauf wurden die Verhandlungen über Kapitel 1 des Staatsvoranschfags (Forst - und Äameralgüter im'er Forst. Verwaltung) wieder ausgenommen. Landfvrst- meister Hesse machte hierzu längere Ausführungen, die sich mit Anfragen zu diesem Kapitel beschäftig.en; es wurden Angelegenheiten der Waldbewirtschaftung, die Holzpreise, die Holzhauerlöhne usw. erörtert. D e Mehrheit des Ausschusses erklärte sich mit den Darlegungen des Redi ecs cin.e standm. D e Abstimmung üb.r das Kapttel wurde noch ausge etzt. Zu Kapitel 2 des Staatsvoranschfags (SiedlungSwefen) haben die Kommunisten mehrere Anträge ein» gebracht. So fall, nach einem Antrag, angepach- tetes Gelände bei Weiterverpachtung den Selbst, kostenpreis nicht überstellen bür en. Rach einem anderen Antrag ist Siedtungsfand, das durch fom Be.iyer selbst in eigener Arbeit urbar gemacht wurde, von den staatlichen Abgaben zu befreien. Ein weite.er Antrag lautet: D e Regierung wird aufgefordert, dahin zu wirken, daß den landarmen Bauern zur Sicherung chrer Existenz in Gemarkungen, wo geschlossene Gutshöfe vor- Händen sind, sei es in Privatbefth ober in Staatsbesitz, aus Antrag Gelände zugew.e'en wird zu einem Pachtpreis, wie er in den-.geschlossenen Gutshöfen zur Zeit Üblich ist. Kleine politische Nachrichten. In den Rachmittagsstunden des Freitag stat- te.e i e; Reichspräsident dem Re.chsmnzllr im Reichskanzlerhause eii.en Krankenbe,uch ab. • Der Schulkreuzer „Berlin" ist Donnerstag ton Rangoon (Indien) nach Sverabaja (Iava) in See gegangen. In Mecklenbur g-S t r e l i h haben die vom Landtagspräfidenten ernannten Staatsminister Dr. Freiherr v. Reibnih und Dr. Hei- p e r tz mit Rücksicht darauf, daß der Landtag ihnen das Vertrauen versagte, ihren Rücktritt erklärt. Sie sind nunmehr nach den Bestimmungen des Landesgrundgesehes bis auf weiteres geschäftsführende Minist er. Der Landtag ist zum Montag etnberufen worden, um die politische Lage Weller zu erörtern. Die am Tari'vert ag für die Reichsbahnarbeiter l e.c.l ttea O.gani.ationen beschlossen übereinf.iinmend die Kündigung der Lohn- bef.Lnmungen des Tari Vertrags. Der Zauptver- wal.ung Der Deutschen Reichsbahnge ellschast wurde von der Kündigung Mitteilung gemacht. Naubübcrsall auf eine amerikanische Bank. An einem ileberfall auf eine Bank in der City von Kansas waren zehn Räuber beteiligt, die mit zwei kleinen Maschinengewehren, mehreren Gewehren und Pistolen bewaffnet waren. Trotzdem sie beständig feuerten, ist niemand verwundet worden. Beim Eindringen in die Bank feuerte einer der Banditen auf den Bankpräsidenten. Die Räuber zwangen die fünfzig Angestellten und die anwesenden Kunden, sich auf bie Erde zu legen; sie schossen jedesmal, wenn sich jemand von den ilebecfallcnen rührte. Der ileberfall vollzog sich so rasch, dah die Bankbeamten von ihren Waffen und den Alarmvorrichtungen leinen Gebrauch machen konnten. Die Räuber liehen sich durch Kassengehilfen G e l d k ä st e n aus dem Verschlag des Kassierers herauswerfen und drangen dann selbst in den Verschlag ein, wo sie noch weitere Beute zusammenrafften. Oie Wetterlage. Stillt- •ien2Jt.Febr. 'habend;. ©womenfM.Q ntiiei 3 nato oeaem. ® *omro. e oedeett eitrgtie * Schnee & Qraupem e neoei K Gewiner.(^)w>nm Neubau fofori zu vermieten. 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Keine Pufferstaaten find eS mehr im alten Sinne, und Afghanistan am allerwenigsten, sondern unabhängige und freie Staaten, die sich mit ihresgleichen zusammen,inden auf der Grundlage der eigenen Rationalität und ihres Eelbständigkeitswillens und auf der Grundlage des islamischen Bekenntnisses. Damit wird aber der englisch-russische Gegensatz sich zu wandeln gezwungen. Und indem daS einmal im Zusammenhang Europa vor Augen geführt wurde, gewinnt der Besuch des afghanischen Königs in dieser ganz anderen europäischen Welt, in die er h.reintritt und für die er zunächst nur eine Kuriosität ist, eine große, wirtschaftliche vor allem aber auch politische Bedeutung. Auch in diesem Sinne war es politi ch sehr richtig, daß dieser asiatische Fürst in Berlin vom Reichsprälidenten und vom Reich so ausgenommen und begrüßt wurde! Der Faszismus und die Krise des modernen Gtaatsgedankens. Von unserem römischen E-Äcrre'pcntenten.*) IV. Oie Zukunft des faszistischen Staates. Rom, Ende Februar 1928. Der faszistische Staat in seiner heutigen Form ist eine Heber Weigerung der absoluten Autokratie: die Verkörperung eines einzigen Me ischen. Selbst die Cäsaren mußten nicht selten mit wiferstre'e -.den Volkslrä ten paktieren, selbst die So.datenkaiser zitterten vor der Macht, die sie auf den Schild hob, Auflehnung und Ausstand sind das Kennzeichen des Despoten- tums. Erst der faszistische Saat schuf dadurch, daß er nicht nur sämtliche Gegner vernichtete, sondern auch, was wichtiger sein kann, rechtzeitig das Salrapenlum abzuschüt eln verstand, einen neuen Typ, e nen singulären: er hat rein mussolinische Prägung. Darin liegt seine Stärke und feine Schwäche. Er ist das verkörperte Dolkesgnadentum v) wenn Rom ei e i Tyrannen hat, so einen T,- rannen im ursprünglichen Sinne des Wortes, einen Alleinherrscher, der zum Inbegriff der Ration geworden ist und sich auf die größte Macht stützen kann, die wir kennen: auf d i e Liebe. Indem Mussolini aber den Staat nach seinem Bilde formte, gab er ihm zwar alle Tugenden, die diesem Menschen eigen sind, bereite.e aber gleichzeitig ein um so unheimlicheres Richts nach dem Ablauf feiner Lebensbahn vor. Wenn es wahr ist, daß der Duce dielen Organismus durchpulst bis in die letzte Ader, was bleibt dann von dem Staatsleben übrig, wenn eines Tages der Herzschlag aussetzt? Mussolini hat, obwohl ein vom Romantizismus des Nachruhms freier Mensch einer täglich sich überstürzenden Epoche, die Gefahr sehr bald gefühlt und daher mit fieberhaftem Eifer, unterstützt von allen Leuten, die auf Gedeih und Verderb mit feinem Werk verbunden sind, die Gxe- kutive in allen ihren Neuerungen sofort in die Legislative gebettet, er diktierte nicht nur, er regierte nicht blindlings nach feiner Laune, sondern gab seinem Slaatsbau e n funft- •) Vergl. die voraufgegangenen drei Aufsätze in Nr. 30, 36 und 42 des „Gieß. Anz." vom 4., 11. und 18. Februar. gerechtes juridisches Gerüst, das von den Schuh- ge ei en für das Regime angefangen bis zu un- polui.chen Sozialresormen keine» Dalken und keinen Nagel vermisfen läßt, aber dennoch in dem Augenblicke, wo die Umlörperung des Duce davon abiällt, nichts anderes übrig lassen wird, als eben ein lebloses Skelett. Was dann? Die Geschichte weiß wenig Tröstliches für einen solchen Fall zu erzählen, wohl aber viel über Diadochen und Erbstreitigkeiten aller Art. Der Faszismus, meint Mussolini, werde das ganze zwanzigste Jahrhundert erfüllen. Mag sein. Sicher aber wird der faszistische Staat in seiner heutigen Form seinen Schöpfer nicht überleben, gerade deswegen nicht, weil er mit ihm identisch ist. Er hinterläßt kein literarisches Werk, das man nachdrucken, nicht ein künstlerisches Oeuvre, das man unter Glas auf- bewahren kann, sondern einen kopflosen, von Leben strotzenden, der Führung baren Organismus. Die Probleme, die uns umringen, haben zum Teil ohne Zweifel ein längeres Leben als ihr Dompteur Mussolini, und wüchse er auch über das Patriarchenal t-er hinaus. Werden sie sich auch von seinen Nachfolgern mü Dek.eten bändigen lassen? Die historische Bedeutung kann man der faszistischen Bewegung wie dem faszistischen Staate schon heute nicht mehr absprechen, denn das neue Rom, das vierte Italien hat selbst dann, wenn man darin nur ein Experiment sieht, die Entbehrlichkeit, die Zweck- und Sin..wid.igkeit so mancher Einrichtungen bewiesen, ohne die wir uns einen modernen Staat nicht vorstellen konnten. Mussolini selber gibt zu, daß es nicht möglich ist, den Faszismus im Ausland ohne weiteres zu kopieren, weil die historischen, geographischen, wirtschaftlichen und moralischen Beziehungen verschieden sind, behauptet jedoch, daß im Faszismus lebendige Kräfte stecken, deren universeller Charakter nicht bestritten werden kann. Unb das ist kein Dogma, sondern eine erwiesene Wahrheit, beit. Wir haben gesehen, daß ein Staat sehr wohl das Raubrecht deS Stärke:en, diese Ka'-dinallehre des Kommunismus, ablehnen und doch gemeinnützig sein ka. n. Wir haben ersahren, daß man soziale Fragen auch ohne Sozialismus zu lösen vermag. Wir wissen jetzt, daß das Majorilälsprinzip und Mehrheitssystem gerade Gießener Stadttheater. Moliöre: „Tcr eingebildete Kranke". „Ich kenne und liebe Mokiere seit meiner Jugend und habe während meines ganzen Lebens von ihm gelernt. Ich un.e.lajse nicht, jährlich von ihm einige Stücke zu lesen, um mich immer im Derkehr des Dortrefflichen zu erhalten. Es ist nicht blos das vollendete künstlerische Der- fahren, was mich an ihm entzückt, sondern vorzüglich auch das liebenswürdige Naturell, das Hochgebilde.e Innere des Dichters. — ES ist in ihm eine Grazie und ein Takt für das Schickliche und ein Ton des feinen Umgangs, toie es seine angeborene schöne Natur nur im täglichen Ver- kehr mit den Vorzug.ichsten Menschei feines Jahr- Hunderts erreichen lor.n e. Don Menander kenne ich nur die wenigen Bruchstücke, aber die.e geben mir von ihm gleichfalls eine so hohe Idee, daß ich diesen großen Griechen für den e.nzigen Menschen halte, der mit Moliöre wäre zu vergleichen gewesen." Wenn wir davon absehen, daß es aus.lchtslos ist, Unbekanntes mit Unbekanntem erklären und deuten zu wollen — nicht vielen werden die wenigen Bruchstücke des Menander ge äu ig oder auch nur bekannt sein —, so finden wir, daß auch der moderne K.itiker den eben angeführten Worten Goethes (in den Gesprächen mit Eckermann) nicht viel hi.izuzu^ügen habe. Man kann etwa, um ein äußeres Bild jenem inneren gegenüberzustellen, um das Stilgefühl am sinnlichen Eindruck ein wenig zu orientieren und vorzubereiten, auf den verhältnismäßig bekannt gewordenen Stich von Ancelin Hinweisen, welcher Moliere in eine Barockgesell- schaft bei Ninon de [’ Enclos theatralisch hinein stellt: improvisierte Dorlesung aus dem .Tar- tuffe"; und wer etwa noch mehr und noch Aeußerlicheres wissen möchte, für den hat die Schauspielerin Croisy folgende Beschreibung des Dichters Poquelin hinterlassen: „®r war weder zu dick noch zu mager, eher großen als kleinen Wuchses und hatte ein schönes Dein, seriösen Gang, seriöse Miene, große Nase und großen Mund, dicke Lippen, braunen Teint, schwarze starke Augenbrauen, und die verschie- denen Bewegungen, die er ihnen gab, machten seine Physiognomie höchst komisch. Don Charakter war er sanft, gefällig, großmütig.' — Genug Wir haben früher an dieser Stelle (fKr. c9 vom 16. Februar 1927) anzudeuten versucht, wte Wolidre in seiner Zeit gestanden, was er für die Kunst und für das Theater seiner Epoche bedeutet hat, und wie er, weit über seinen Tod hinaus, mit seinem Werk bis an und in unsere Gegenwart hineinreicht. (Hnsere Gegenwart trennen von seinem Todestage beiläufig zweieinhalb Jahrhunderte.) Wir wollen uns hier nicht wiederholen, nur eben flüchtig daran erinnern. Molidre hat viele Dramen geschrieben, leichte unb schwere, gute und geringe, bestellte unb erlebte, Ge- legenhcitearbeiten unb Bruchstücke einer großen Konfession. Auf die leichten unb flüchtigen kommt cs nicht an. Man hat sie in neuer Zeit wieder ent- beckt, wieder gespielt um des berühmten Namens willen, unb bald wieder vergessen. Aber die großen Komödien, die ernsthaften, tief menschlichen, tragisch umleuchteten, die wirb man nie vergessen, die wirb man immer spielen, so lange man überhaupt vor lauter Sport unb lauter Maschinen unb lauter Politik unb Geschäft noch dazu tommt, sich mit den unwirklichen unb unnützen Dingen der Bühne ab= xugeben, unb mit den erlebten Gestalten dichterischer Phantasie, die in jedem Jahrhundert, in jedem Kostüm, vor jeder Kulisse und vor jedem Parkett ihre Gültigkeit beweisen. Molidres letztes Stück ist der „Eingebildete Kranke" vom Jahre 1673. Er inszenierte es selbst und er spielte die Hauptrolle darin, den Argon. Bei der vierten Aufführung des Stückes, als er im dritten Akt bas Wort „Juro" aussprach, überkam ihn ein Krampf. Er wehrte sich vergeblich gegen bie übermächtig ausbrechende Krankheit. Man mußte ihn von der Bühne weg Heimtragen. Ein paar Stunden später war er tot. Kaum einer hatte gewußt, daß er leidend war. Ungeheure Ironie des Schicksals, den eingebildeten Kranken von einem an der Schwelle des Todes Stehenden spielen zu lassen. Wir wissen nur sehr wenige Ereignisse in der großen Geschichte des Theaters, die von so erschütternder Tragik unb von so verzweifelt tiefsinniger Symbolik erfüllt sind, wie das Ende des Komödianten Poquelin. Es ift wie ein schicksalhaftes Anerkenntnis der zeittosen Wirklichkeit seiner großen Stücke, bie er aus dem Geben genommen unb mit blühendstem Geben gefüllt hatte bis ins kleinste Wort — wenn die unerbittlichste Wirklichkeit, bie ein menschliches Herz zu fassen vermag, der Tob, unversehens aus bie Bühne stieg, dem Schauspieler ins Wort fiel, ihm bie Rolle aus der Hand wand und den Vorhang fallen^ließ. In so unheimlichem Jneinandergleiten von Spiel unb bitterstem Ernst scheint sich das tiefste Geheimnis der dichterischen Kräfte des großen Franzosen zu offenbaren. Die Aufführung wurde, wie wir hören — der Theaterzettel gab keine Auskunft darüber — von Teleky geleitet. Sie war nicht uneben; aber man spielte, für unfern Geschmack, das Ganze zu sehr als Situationslustspiel, zu wenig auf Charakter. Die bombastischen Doktorenaustritte sind, bei allem grotesken Humor, der von ihnen ausceht, mit so viel Bitternis getränkt, mit fo grimmiger Satire gegen ein unfähiges und korruptes medizinisches Psuscherturn und unwürdiges ärztliches Handwerk geladen, daß diefe Szeiren, obwohl sie heute gottlob viel von ihrer sachlichen Argumentation und vernichtenden Durchschlagskraft verloren haben, doch nicht nur lächerlich und ausschließlich als barocke Farce wirken sollten. Schon deswegen nicht, weil sie eine wohlerwogene Voraussetzung zum Charakterbild der Mittelfigur des ganzen Stückes darstellen. Auch dürfen in der Ausführung die tragischen Hintergründe nicyt völlig verdeckt werden, kraft deren das Werk entschieden und für alle Zeit über das Niveau eines heiteren Einfalls und Kulisfenscherzes hinausgehoben wird. Nur wenigen ist aber doch wohl die umschlagende Stimmung bewußt und eindringlich fühlbar geworden, die in den Schlußszenen von dem abgründigen Spiel mit dem Tode ausstrahlt und von der unbarmherzigen Demaskierung der sich unbelauscht wähnenden Seelen. Da sich jedoch die quälende Spannung alsbald in au,trumpfender Heiterkeit und glücklicher Verbindung des liebenden Paares löste, dem Doktor vor dem Hause mit hörbarem Knall eine geräumige Medizinflasche auf die Allongeperrücke geworfen wurde, und überdies auch jedermann schriftlich zugesichert worden war, sich in einer Komödie zu befinden, so ist am Ende gegen niemanden etwas einzuwenden, der sich, ohne viel nachzudenken, schrankenloser Heiterkeit überließ. — Daß man auf die Zwischenspiele und rein unterhaltenden Einlagen verzichtet hatte, ist gewiß nicht zu tadeln; dergleichen tut nichts zur Sache. Textlich hätte im übrigen manches präziser gegeben werden dürfen; die Dekoration war, wenn auch nicht stilwidrig, so doch ein wenig plump und altfränkisch. In der Hauptrolle sah man Goll bei guter Laune und mit viel Behagen sich die unmöglichsten K.anthciten wehleidig einbilden, mit Arzneien und Mixturen umgeben, hustend, ächzend und stöhnend, rnedizinschluclend, die Zunge im Spiegel ängstlich prüfend, stets bereit, sich was verschreiben und den Puls fühlen zu lassen, mit chrl r fch-cxalti rten Anfällen, verleg n, mißtrauisch und geizig — nach einem sorgsam zu- fammengeiebien Rezept; häufig aber doch zu absichtlich, zu komisch um jeden Preis und der handgreiflichen Pointe zu augenscheinlich gewärtig. Cs ist sodann der Dienstmagd Toinette zu gedenken, die von Alix Krahmer munter geplappert wurde, und welche nicht nur das Herz, sondern auch, mit Verlaub, das Maulwerk aus dem rechten Fleck hat, mit gesundem Mutterwitz und ansehnlicher Frechheit begabt ist und sich sogar unter der Hand in einen ganz schauerlichen Medizinmann von L0 Jahren vermummte, was allen Leuten viel Spaß machte. — Aber auch die echten Heilkundigen konnten sich sehen las en: Dolck, Gehre und Baste marschierten als würdige Ahnherren des weiland berühmten Eisenbart auf, führten gar wunderliche Reden und waren höchst lächerlich anzusehen. — Aus für seine Anhänger tödlich wirken kann. Wir erlebten am Beispiel, daß Streik und Aussperrung vermeidbar sind. Wir haken einen Staat vor Auren, der nun schon jahre.ang ohne politische Drehbühne, ohne Kabine.tskrisen, ja selbst ohne Par.eien auskommt. Cs müßte erst durch ein geglücktes Gegen- expeli.: ent bewiesen werden, daß die Herrschaft der Masse größere Er olge zei.igt, als die Herrschaft der Auslc c wie sie im fasz. lischen S:c.at verwirklicht ist; müßte durch ein belfer s Positi- vum, nicht bloß durch tbeoreti d e K.itik bc- wie en werden, daß die individualistische Wirtschaft befser ist als die staatlich eingespannte. Man kann behaupten, es sei nicht richtig, die Wirtschaft ter Politik unterz. ordnen, wie Mussolini es tue, aber die Richtigst t einer umge- kehrten Ordnung müßte uns In Europa erst noch einer praktl ch vorführen. Italien ift durch die nationale Idee zu Internationa er A-.er!c nnng gelangt; daß ein Volk durch die inte'.' ationale Idee etwas anderes erreichen könnte als nationale Derkümm.e.ung, da ür fehlt noch das Muster. So sehen wir bis zu dieser Stunde auf allen Gebie en nur vorte.lha te Auswirkungen des faszistischen Staates, und man kann diese Tatsache nicht mit der billigen Wendung abtun alle neuen Te'en kehrten gut, denn die russischen Neuerungen haben sich weder im Anfang noch während einer doppelt so langen Zeit, als sie die faszistische Revolution hin.er sich hat, bewährt. Dennoch wäre es verfrüht, de.n faszisti.chen Staat das Zeugnis auszustellen, er habe auch nur annähernd einen zukunitsficheren Jdeal- zustand gescha sen. Alles Menschenwerk bleibt Stückwerk, und gerade das Regierui^jS- und Derwaltungsgebilde Mussolinis hat eminent menschlichen Charakter. Es fehlt ihm zur Vollständigkeit zum Beispiel ein Organ, mit dessen Hil c es seine Zufriedenheit oder Uni Zufriedenheit ausdrückcn könnte: es fehlt ihm die Zunge. Mussolinis Staat ist, abgesehen von der behördlich eingelegten Dpielplatte. stumm. Er gleicht eher einem jener mechanischen Wunderappa rate, an denen sich früher die Herrscher ergötzten, etiem automatischen Menschen, als einem Dolksbeari.s, der aus sich selber heraus handlungsunfähig ist, ohne aufgezogen, gerichtet und Überwacht werden zu müssen. Nicht ihm, sondern fet.e.n Hersteller gi't die Bewunderung. Fragen wir nicht, wem die Dewunderüu.a des Auslandes gilt, sehen wir uns in Italien selber um. Gewiß ist auch das jetzt so überaus kunstvoll n e.hanis er!e italienische Volk begeifierungs- fähig, ge Iß fliegen selbst in den Oasen Tripoli- tauieiu. die Arme zum römifchen Gruße hoch, wendet sich aber der Jubel dem Faszismus zu? Nein, er umbraust den Abgott der Nation, Mussolini. Mythos Mussolini, weil er die Nation, als sie strauchelte, vom Abgrund zurück- riß, weil er sie groß machte. Begeisterung, weil der Führer sie nicht nur herrlichen Zeiten ent- gegenzuführen verspricht, sondern auch schon al.erhand erreicht hat. Dabei wird un^e echue.-- weise sogar nur zu gerne vergessen, daß er seine Erfolge eben mit Hilfe des Faszismus errang. Der Glaube an ihn Ist so groß, daß et auch dann den stürmischen W.nd der Volksgunst in die Segel bekäme, wenn er heute seinen Automaten In die Ecke werfen und statt nach dein! Rutenbündel zu Hammer und Sichel greifen würde. Das Volk zeugt für l h n, wie eS aber übev Staat und FalziSmuS denkt, daS kann te n Außenstehender toif'en, weil ja auS Italien nut die Stimme des Staates selber kommt; das kann der in Italien lebende Unbefangene nur ab* schätzen, denn es gibt ja keine Pressefreiheit, keine Meinungsfreiheit, keine Der'ammlungs- Argans Familie sind noch die böse Sieben Deline (Baumann) und das eigensinnige und verliebte Töchterchen Angeli ue (Scherer- mit Anerkennung namhast zu machen. Dr. Th. Oberhessischer Geschichtsverein. 3m dritten Vortrage dieses Winters sprach der Literarhistoriler der Ludoviciana. Prof. Dr. Karl Victor, über Georg Büchner. Die Absicht dieses Vortrags war, die geistige Artung Büchners und das Wesen seines Dicht:rtums darzustellen. Neben den Parteigängern des jungen Deutschland, denen Büchner durch Alter und persönliche Beziehung verbunden ist, steht dieser ganz ursprüngliche, traditionslose Politiker, Denker und Dichter völlig selbständig da. Während jene Schriftsteller aus dem Bezirk der Literatur und der Programme nicht heraus'anen, hatte Büchner po itisch gehandelt und dabei erfahren, daß die Zeit nicht reif war für seine radikale Denkweise und seinen revolutionären Willen. Der „Hessische Landbote" blieb der einzige politische Versuch Büchners, der sich dem Kreis der Gießener liberalen Verschwörer vorübergehend angcschlossen hatte. So bestimmt er in feinen revolutionären lleberjeugungcn ist, fein Blick ift unbestechlich, fein Wirklichleitssinn fo unbedingt, daß er sich felbft nicht einen Augenblick mit Wunschbildern betrügt. Die gestaute Kraft, nun aus der Sphäre der Tat verwiesen, sprengt an einer andern Stelle den Boden. Aus der schweren Lebenskrisis der Gießener Zeit entsa't t sich unversehens seine dichterische Genialität. Tas Bild einer von brutalen Naiurge eyen beherrschten Welt gestaltet er in seinen beiden Dramen „Dantvns Tod" und „Woyzet". Der Mensch ist da unsreies Werkzeug von Gewa'tm, die mit uns unter den Sonnen des Zwanges verfahren. Ihren Willen, ihren Sinn erkennen wir nicht. Vor der pessimistischen Konsequenz dieser Anschauung wird das jugendliche Genie nur durch seine Leidenschaft für das Geben, seine Demut vor dem Seienden und seine BereitschaT zur Hingabe an diese chaotisch-gärende Wirklichkeit bewahrt. Dadurch ist Büchner in seiner Zeit einzigartig, und dadurch steht er unserem heutigen Fühlen und Wollen so nahe. Seine Dichtung endlich hat lange vor Gerhart Hauptmann den Ton säst schon gesunden, der über die Bildungsunterschiede hinweg zu allen fühlenden Menschen spricht. — Der Vorsitzende, Geh. Rat Dehaghel, dankte dem Vortragenden für die klare, lebensvol'e Darstellung der Persönlichkeit Büchners. In der sich anschließenden Hauptv-r- fammlung des Vereins erstattete der Vorsitzende den Gefchä'tsbericht, und der Rechner berichtete über die Finanzlage des Vereins. Der bi herigr Vorstand wurde einstimmig wiedergewäh.'t Dr.C.W. »mb Redefreiheit. Di« Press« selber hat feier- lich ertlärt, nicht mehr der Resonanzboden inölol- bueller Anschauungen, sondern „ein Werkzeug in den Händen der Regierung" zu sein. Ich sehe In der erzwungenen Stummheit den größ - t en taktischen Fehler, den der sadistische Staat begangen hat, nahm er doch damit dem Dampfkessel das Sicherheitsventil. Statt sich täglich ohne Schaden entladen zu können, statt in Red« und Gegenrede sich abzustump'en, muh die Llnzusriedenheit sich stauen. Man stelle sich die Folgen vor, wenn der künstliche Damm, den das Sondergericht mit dem Verbot, sich mißfällig ?u äußern, ausgerichtet hat, plötzlich bricht! Ein unger Staat kann über viele zerschmetterte Feinde Hinwegschreiten, niemals aber über die Leiche dec Meinungsfreiheit. Es ist anzunehmen, daß Mussolini über kurz oder lang hier Lust schassen wird, um nicht zu viele stumme und damit um so ge ährlichere Feinde heranzuzüchten. Osfene Gegner hat er augenblicklich nur in der Leostadt. Der Vatikan ist der einzige, der heute noch einen Unterschied zwischen italienischem Staat und laizistischer Partei macht, der einzige, der eine nichtsaszistische Zeitung heraus- aeben kann. Aber dieser Feindschaft kommt keinerlei Dedeutung zu, einesteils eben deshalb, weil sie ojcn ist, andernteils deshalb, weil sie mehr die Form, als den Gei st angreist. Sn dem Augenblick, wo der Faszismus den Ausdruck Partei völlig abwirft, wie er es bereits bei seinem eigentlichen Regierungsorgan, dem Groß- rat, getan hat, wird auch der Papst seine formalen Bedenken zurückste.len. König und Heer stehen bei allen Eifersüchteleien, die zwischen Feldgrauen und Schwarzhemden flackern, hinter dem Faszismus, solange er vaterländisch denkt. Gegenläuiige Ideen können ihm nicht ge,ährlich werden, weil sie keine Organisation-- und Bewaffnungsmöglichkeilen haben, gewaltsame Auflehnungen würden durch die' faszi.tische Wttiz, die sich ins Heer eingenistet und es an zahlenmäßiger Stärke schon weit überflügelt hat, Im Keime erstickt werden. Die W i r t s ch a s t s m ä ch t e, Arbeitgel ec und Arbeitnehmer rütteln wohl gelegentlich an ihren Strängen, können aber, unter ein Scch km Dienste des Staates gespannt, nicht aüsbrcchen. Immerhin ist in diesem Ring des Staatsshslems, dem mächtigsten, dec annähernd zwanzig Millionen Köp,e umfaßt, nicht alles so klar, wie es bei der Ausrichtung des Korporationentums geträumt wurde. Roch ö,ters werden sich hier die Sachen hart im Raume stoßen. Bleiben als Gegenkräfte die aus den fafzisti- schen Reihen ausgestoßenen Unwürdigen und Mitläu.er, die ihren Groll am Busen nähren, weil sie nicht mehr hochkommen werden, die niedergehaltei.en Satrapen, die falschen Freunde mit der lächelnden Maske, d.e Emigranten und — das Ausland, soweit es i.a.ien.eindlich und damit um so saszistenfeindlichec ist, je mehr Wacht die rasch wachsende Ration auS dem Faszismus saugt, je imperialistischer er sich gebärdet, je näher der Zeitpunkt des „Ausbreitens oder Explodierens" heranrückt. Hier betreten wir jedoch bereit- daS Gebiet der Außenpolitik und rühren an Kräften, die mit dieser knappen Abhandlung über den saszlstischen StaaiSgedanlen we.ig mehr zu tun haben, so reizvoll es auch wäre, den Führer diese- Staates in der Rolle zu betrachten, die ihm phanlafiebegabte Leutr unpassenderweise so gerne zuschieben: die des Schlachtenlaisers. Rapoleons Stern ist ohne Pulverwolken herum nicht denkbar, Mussolini müßte also aus seinen bisherigen Grenzen erst hecaustre en, um den Vergleich zu ermöglichen. Als Regierung stabil wie keine zweite in der Welt, als Staat so fest gefügt, wie es unum- schränk.e Macht überhaupt vermag, ist das Werk Muisolii.is im Grunde nur einer einzigen Gefahr ausgesetzt, freilich einer tödlichen: dec Gefahr, die auftritt in dem gleichen Augenblicke, wo der Duce der wechselvollen Bühne dieser Erde den Rücken kehrt. Dann wird sich zeigen, ob das aus seine Figur zugeschnittene Staatskleid nicht zu groß ist für seine Rachfolger. Für die Toga Cäsars, für den Hut Rapoleons und für die Dismarckstiefel hat man jedenfalls keine passende Statur ge,unden. Wie dem auch fei, zerberste nun der faszistische Staat in furchtbaren, seiner zusammenge^alltcn, ve.üillosen Wucht entsprechenden Ausmaßen, oder werde er durch schwächliche Erben und Klein- gei.er zurückgebildet, durch die unsterbliche Frei- beitsidee des Individuums um esormt — feststeht als historische Tatsache, daß der Faszismus den Ablauf des modernen Scuatsgedankens beschleunigt und einen so großzügigen Aufbauversuch unternommen hat, daß niemand daran Vorbeigehen kann, dem die Aeberwindung der Krise des modernen Staates am Herzen liegt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 25. Februar 1928. Deutsches Leben und Wirken in Bulgarien. Der Dortrag über dieses Thema, den Uni- verfitätsprosesior Dr. Aörr am Donnerstagabend — wie gestern schon kurz gemeldet — auf Einladung der hiesigen Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum' im Auslande im Großen Hörsaale der Universität hielt, bot der außerordentlich starken Zuhörer- schast einen tiefen Einblick in die vielfachen Beziehungen, die unser Land und Volk mit dem Lande unserer bulgarischen Waffenbrüder aus dem Weltkriege verbinden. Der Redner verstand es ausge-eichnet, die bedeutende und vielseitige Rclle, die das Deutschtum in Bulgarien spielt und bei der es sich im besten Einvernehmen mit dem bulgarischen Volke weiß, klar und eindrucksvoll zu schildern. Daß der Vortragende dabei aus persönlicher Kenntnis der Dinge und aus eigenem Erleben lebendig berichten konnte, machte den Abend besonders reizvoll. Man erfuhr hier — um aus der reichen Fülle der interessanten Mitteilungen einiges herauSzuheben — daß zahlreiche namhafte deut- sche Firmen, darunter S.-G.-Farben, Merck in Darmstadt, A. E. G. usw., durch eigene Vertretungen in Sofia lebhafte Wirtschaftsbeziehungen zu ‘Bulgarien unterhalten, daß ober auch ohne eigene Firmenvertretungen viele deutsche Waren der verschiedensten Branchen, vom Bau- materialienmarkt bis zu den feinsten Galanteriewaren, alljährlich in breitem Strome nach Bulgarien gelangen. Auch im bulgari chen Bankwesen steht das Deutschtum an hervorragender Stelle; u. a. ist der deutsche Konsul in Sosia. R ü m e l i n, ein geborener Württemberger, Di- rektor der maßgebenden bulgarischen Bank. Die ht Sofia lebenden deutschen Staatsangehörigen sind In der deutschen Kolonie allerdings nur lose vereinigt, straffer zusammengesaßt ist aber das deutsche Leben im Deutschen Klub. Sn einem deutschen Heim in Sofia findet der aus dem Mutterland« kommend« deutsche Landsmann sehr gute, billige Verpflegung. Der Deutsche kann bei seinem Eintreffen in der bulgarischen Hauptstadt Anschluß an deutsche Landsleute und in einem deutschen Heim finden. Das gesellschaftlich« Leben der Deutschen in Sosia ist recht rege, u. o. findet auch alljährlich im Deutschen Heim eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier statt. Der Deutsch« Frauenverein in Sofia läßt sich besonders die Pflege der Charitas sehr angelegen sein. Daß deutsche Wissenschaft und Kunst gleichfalls in hervorragender Weise zur Geltung kommen, wurde von dem Redner wiederholt durch Beispiele belegt. Die deutsche Frau erfreut sich in Bulgarien gleichfalls der höchsten Wertschätzung; u. a. holen zahlreiche in Deutschland studierende Bulgaren ihre Lebensgefährtinnen aus Deutschland, und diese Frauen werden auch von den Bulgarinnen hochgeschätzt wegen ihrer hohen Bildung, ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrer höchst mustergültigen Haushaltsführung. Sn eingehender Weise berichtete der Redner über die große Bedeutung des deutschen Schulwesens in Bulgarien. Sn Sofia besteht eine deutsche Schule bereits seit 40 Sahren; dieses scheu gelingen wird, wenn nicht etwa ganz grobe Fehler gemacht werden, denn kein Voll stehe dem bulgarischen näher und werde von ihm mehr geschätzt als das deutsche Volk. Der außerordentlich aufschlußreiche Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Studienrat Dr. König zog aus den Schlußsätzen des Vortragenden für die Versammlung die Ermahnung, in reger Weise an der Arbeit des Vereins für das Deutschtum im Ausland« mit» zuwirken, damit auf diese Weise die deutschen Snteressen dem Streben der anderen Völker gegenüber in wirksamster Weise gewahrt werden könnten. Marionetten-Spiele im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das „Marionettentheater Münchener K ü n st l e r", das am 1. März, 15.30 Uhr, Schüleroorstellung zu ermäßigten Preisen und 19.30 Uhr für Erwachsene zu Fremdenvorstellungspreisen, im Stadttheater spielt, bringt am Nachmittag seine berühmte Aufführung von Gras Poccis „Zauber g e i g e", Märchenspiel in neun Bildern, mit Musik von Richard Trunk und mit den neuesten Dekorationen und Kostümen von Professor Leo P a ° s e t t i vom Bayerischen Staatstheater. Wenn dieses Werk mit seinem überströmenden Humor auch eine besondere Freude für die Jugend ist, so hat es trotzdem bei den Gastspielreisen des Theaters durch die Dis goldenen Verse Oer aufsehenerregende, letzte große vornan von «am Viebis erscheint vom 2S.Februar an im Gießener Anzeiger MSaiWTX: LTi *T1 l'l r W Bestellungen für Marz nehmen entgegen in Gießen die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers und die Trägerinnen, auswärts die örtlichen Dertriebsstellen und die post Alter bet Anstalt ist besonder- bemerkenswert, wenn man bedenkt, daß Bulgarien in seiner Selbständigkeit selbst erst 50 Saßre alt ist. Sine hervorragende deutsche Schule besteht ferner auch in Philippcpel. Die deutschen Schulen werden von den K.ndern zahlreicher bulgarischer Familien besucht, unter denen sich die K.nder aus den besten bulgar.schen Familien befinden. Die Bulgaren sind stolz daraus, daß ihre K nder in den deutschen Schulen unterrichtet werden. Grade die kulturelle W.rbung in dieser Kleinarbeit bezeichnete der Redner als ungeheuer wertvoll für die deutsche Sache. Die K.nver aus der deutschen Schule in Sofia, darunter auch bulgarische K.nder, wirken bei Feiern in der deutschen Kirche sehr oft im Kirchenchor mit. Einen Ehrenplatz in den Herzen der Bulgaren nehmen die deutschen Helfen aus dem Weltkriege ein. Bon treuer deutscher Hand g:P legt befindet sich im Rorden der Hauptstadt ein deutscher Ehren riedhof. auf dem alljähr.ich am Totensonntag eine Gedenkfeier stattfindet, bei der die bulgarische Armee regelmäßig durch hohe Offiziere vertreten ist und die Kapelle eines bulgarischen Regiments dabei das Soldatenlied vom verlorenen Kameraden spielt. So wird das Andenken an die gc» satteren deutschen Waffenbrüder in Bulgarien feierlich g:ehrt. Auch auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege weiß das bulgarische Volk die deutschen Leistungen sehr zu schätzen: ein deutscher Arzt ist z. B. Direktor d:s wichtigen Snstituts für Gesundheitspflege in Sosia. Deutsche Zeitungen sind in Sofia überall zu erhalten. Leider ist es aber nicht gelungen, eine vor einigen Sahren in Sofia gegründete eigene deutsche Zeitung am Leben zu erhalten. Der Redner bedauerte diese Tatsache mit Recht, da ein eigenes deutsches Blatt in der bulgarischen Hauptstadt für das Deutschtum noch viel mehr wirken könnte, als es so möglich sei. Wenn auch neben der bulgarischen die Verkehrssprache, wie überall auf dem Balkan, die französische sei, so finde man in der Praxis in Bulgarien dort überall die deutsche Sprache eingebürgert, mit der man in dem Lande am weitesten komme. Deutsche Bücher werden von den Bulgaren sehr bevorzugt, auch auf der Bühne kommen deutsche Autoren stark zur Geltung. das Kino bringt oft Spitzenleistungen der deutschen Filmindustrie heraus, in der Musik findet man Wagner und Beethoven sehr o't auf dem Programm bedeut nder Konzerle, Gastspiele deutscher Künstler werden stets mit Begeisterung ausgenommen, eine Fahrt reichsdeutfcher Sour- nalisten vor einigen Sahren durch Bulgarien wurde zu einem denkwürdigen Ereignis für das bulgarische Volk. Alles, was mit der ilniDerfität Sofia zusammenhängt, trägt den ausgesprochenen Stempel der Deutsch reundlichkeit; viele bulgarische Professoren haben in Deutschland studiert, viele von ihnen sind mit deutschen Frauen verheiratet, alle schätzen Deutschland und die deutsche Wissenschaft hoch; das geht auch daraus hervor, daß die Universität im Sahre 1923 beschloß, auf vier neugegründete Lehrstühle Deutsche zu berufen. Gar vielgestaltig sind die Fäden, di« Deutschland und Bulgarien heute verbinden. Aber auch die anderen Rationen, vor allem Frankreich, England und Statten, sind nicht müßig und arbeiten außerordentlich a tiv daran, in Bulgarien Boden zu gewinnen. Wenn auch die Deutschen in Bulgarien den anderen toiuurrieren- den Staaten w:it voraus sind, so ist es doch notwendig, daß das Deutschtum wach bleibt und kräftig arbeitet, um seine besondere Stellung in Bulgarien zu wahren und zu Härten. Der I Redner ist überzeugt davon, daß dies den DeutHauptstädte Europa» stet» auch als Hauptzugstück das verwöhnteste Großstadtpublikum in den Abendvorstellungen enthusiasmiert. „Das alte deutsche F a u ft f p i e l“, das am Abend in derselben vollendeten Aufmachung bar- geboten wird, geht bekanntlich auf die ältesten Texte zurück und kommte der Fassung am nächsten, die Goethe sah, als er die erste Anregung zu seiner Faustdichtung empfing. Hier, bei dieser Gelegenheit, begann eigentlich schon sein Dichten am Faust, das ihn sein ganzes Leben lang nicht mehr loslassen sollte. W r haben es also bei diesem Marionetten- Faust mit einer Denkwürdigkeit der Weltliteratur zu tun, denn die Aufführung gibt uns Gelegenheit, an die Wiege unserer größten deutschen Dichtung, Goethes Faust, zu treten. Erst vor kurzem war Paul B r a n n, dec Schöpfer biefes -einzigartigen Theaters, gelegentlich seines Berliner Gastspiels von bem Staatssekretär Dr. von Schubert vorn Auswärtigen Amt für zwei große diplomatische Empfangsabende verpflichtet, mit denen die Reichsregierung die Ablicht verband, dieses prominente deutsche künstlerische Unternehmen den Vertretern des Auslandes vorzuführen. Beifall bei offener Szene lohnte diese köstliche Darbietung, bei der hervorragende Sprech- und Gesangskräste mit- wirkten. Trotzdem die Eintrittspreise nur etwa ein Drittel von denjenigen betragen, die eben erst in Berlin bezahlt wurden, können wir einer Vorstellung beiwohnen, bei der d i e s e l b e n K r ä f t e mitwirken, wie dort. Kein Wunder deshalb, daß man diesen Aufführungen auch hier als einem künstlerischen Ereignisse entgegensieht, bem jeder beigewohnt haben möchte. Der Vorverkauf ist eröffnet. Daten für Sonntag, den 26 Februar. Sonnenaufgang 6.54 Uhr, Sonnenuntergang 17.33 Uhr. — Mondaufgang 9.19 Uhr. 1629: der Reichstag zu Speyer; — 1775: der Kartograph Adolf Stieler in Gotha geboren (gestorben 1836); — 1861: König Ferdinand von Bulgarien in Wien geboren; — 1871: Unterzeichnung des Präliminarfriedens zu Versailles. Daten für Montaq, den 27. Februar. Sonnenaufgang 6 52 Uhr, Sonnenuntergang 17.35 Uhr. — Mondaufgang 9.43 Uhr, Monduntergang 0,26 Uhr. 274: Konstantin der Große, römischer Kaiser, in Raissus in Mafien geboren (gestorben 337); — 1814: Sieg der Verbündeten über Oudinot bei Bar-suc- Aube; — 1869: der Kunstschriftsteller Karl Scheffler in Hamburg geboren. Zum 1OO. Geburtstage von Oberst Spohr. Vom Raturheilverein Gießen wird uns geschrieben: Oberst Spohr, am 27. Februar 1828 geboren, ist einer der markantesten und eneraievottsten Vorkämpfer für eine naturgemäße Lebens- und Heilweife gewesen. Wie wohl kaum ein anderer, hat er am eigenen Körper und in der eigenen Familie durch manche Erkrankungen und eins große Zahl von Unfällen die Vorzüge und Rach- teile ter verschiedenen Heilrichtungen erfahren und ist in unverbrüchlicher Wahrhe tsliebe dann energisch für das eingetreten, was sich ihm als richtig und gut erwiesen hat: für die giftfreie und operativnslo'e K-ankenbehandlung. Sn ener i Reihe von Schri len hat Oberst Spohr seine Erfahrungen niebergelegt, und durch zahlreiche Vorträge hat er seine Sbeen verbreitet. Besonders interessant sind seine Schritten durch die zahlreichen Beweise der auf;ä'.ligen Erfolge einer naturgemäßen Behandlung von Wunden und llnfallfolgen, selbst solchen schwerster Art. In Gießen dürste der temperamentvolle Herr noch manchem in lebhafter Erinnerung sein, der in vielem geistesverwandt seinem genialen Mitkämpfer, Pros. Echweninger, dem Leibärzte Bismarcks, war. Oberst Spohr hat durch ein fast 90jähriges tatenreiches Leben und Bewahrung der körperlichen und geistigen Spannkraft bis zuletzt den Wert feiner Lehren an sich selbst bewiesen. Der Raturhellvereln Gießen wird am 27. Februar, abends 8 Uhr. im katholischen Vereinshaus das Andenken seines großen Vorkämpfers und Fördere.s in einer würdigen Feier ehren. Vergl. die heutige Anzeige. Gieftener Wochcumarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochcnmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 45, Weißkraut 25, Rott'raut 35, gelbe Rüben 20. rote Rüben 15 bis 20, Spinat 35 bis 40, Unter- Kohlrabi 8 bis 12, Grünkohl 35, Rosenkohl 45 bis 65, Feldsalat 100 bis 180, Endivien 100 bis 120, Tomaten 120 bis 150, Zwiebeln 20 bis 30, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartofieln 5 bis 51/2. Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Honig 45 bis 50, Suppenhühner 100 bis 120; bai Stück: Eier 12 bis 14; Blumen- kohl 30 bis 220, Salat 20 bis 40, Lauch 10 bis 20, Rettich 10 bis 30, Sellerie 10 bis 63 Pfennig. • • Der Oberhessische JTunftoerein eröffnet morgen, Sonntag, 26. Februar, vormittags 11 Uhr eine Kollektiv - Ausstellung von D e l gern ä 1 b e n des in Berlin wohnenden Malers Professor Rudolf Hetlwag welche anläßlich des 60. Geburtstages des Künstlers zusammengestellt und bereits in einer Anzahl größerer Städte zur Schau gebracht wurde. Sie enthält Werke von großer Mannigfaltigkeit und Farbenpracht, darunter einige größten Formats, deren eines sich im Besitz des Reichsfinanzministeriums befindet. Die graphische Abteilung bringt Radierungen des Düsseldorfer Künstlers Joies Steib, die an Rembmudt erinnern. Die Ausstellung ist wieder au den üblichen Besuchszeiten, voraussichtlich bis 25. Mörz, geöffnet. — Die weiter bestellten Rubensblätter sind eingetroffen und können von den Mitgliedern, welche sich in die Bestelltste eingetragen hatten, soweit sie noch nicht beliefert wurden, an der Kasse empfangen werden. (Siehe Anzeige Im gestrigen „Gießener Anzeiger" ) • * Der Ausbau der oberen Bahnhofstraße. Das in bet oberen Bahnhof- (trabe im Rahmen des Bauunternehmers des Eafehausbesitzccs Schwartz gegenüber der Hauptpost entstehende Geschästshaus geht seiner Vollendung entgegen. Das Dach ist jetzt auf- gerichtet. Rach dem Einbau dec Heizungsan- läge wird die innere Ausgestaltung des Gebäudes in Angriff genommen; sie soll so beschleunigt werden, daß die Räume wohl Mitte Mai bezugsfertig fein dürsten. Vei der Errichtung de- Rohbaues hat sich der von der Ja. H. Weimer in Gießen erstmals verwandte Deton-Gießturm bestens bewährt. Der Reubau wird In seinem Erdgeschoß eine Reihe von Läden beherbergen, während die Räume deS Obergeschosse- alS Duceaus Verwendung finden sollen. Auch dec zirka 400 Quadratmeter große, helle und luftige Keller kommt für mancherlei geschäftliche Zwecke in Detcacht. 3m ganzen laßt sich schon jetzt erkennen, daß hier ein Bauwerk entsteht, das den modernsten Anforderungen genügen wird. Mit der Errichtung dieies Gebäudes ist ein weiterer Schritt zur Erzielung eines geschlossenen und entsprechenden Straßen- bilde- am Eingang der oberen Bahnhofstraße vom Dahnhofsplatz her getan. • * Städtische Brennholzversteige- r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Slavtioald- Annaberg) wurden im Durchschnitt folgende Preife erzielt: Buchenscheiter 18, Birtenscheiter 12,50, Buchenknüppel 16, E.chenknüppel 9,50, Buchenstöcke 7,50 Mk. je Raummeter; Buchenreisig 35, E.chen- reisig 16, Fichtcnre.fig 13 Mk. je 100 Wellen. Die Nachfrage war wieder stark. * * Der Hessische Landesverein für Krebsforfchung veröffentlicht Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes einen Aufruf, der zur Unterstützung dec Bemühungen auf dem Gebiete dec Krebsforschung auffordert. Unsere Leser seien auf diesen Aufruf ganz besonders aufmerksatn gemacht. * * Nächste Woche kein Schweinern ar.kt. Der für nächsten Mittwoch, 29. Februar, vorgesehene Schweinemarkt ist aus den 14. März verschoben worden. •* Polizeilich sichergestellt find eine Sturmlaterne mit gelblichem Anstrich sowie ein kleiner Gartenrechen und zwei Badehosen, die noch aus den Gartenhauseinbrüchen herrühren. Die Eigentümer werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei ins Benehmen zu setzen. ** Einbrüche. Der Polizeibericht meldet: In der Nacht zum 18. Februar wurde in einem Hause dec hinteren Wilhelmstraße ein Kellereinbruch ausgeführt. Gestohlen wurden ein Sack mit etwa fünhifl Pfund Aepfel und eine flache Kiste mit einer größe-' ren Anzahl Werkzeuge verschiedener Art. — 9n der Nacht zum 9. Februar wurden aus einer Baubude am Wartweg ein Paar Arbeitsschuhe entwendet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. ** 2 0 0 0 hessische Sänger In Wien. Die Meldungen für die Beteiligung am 10. Deutschen Sängerbundesfest in Wien wurden am 15. Februar beim Hessischen Sängerbund abgeschlossen, lieber 2000 Sänger des Hessischen Sängerbundes werden sich danach am Deutschen Sängerbundesfest beteiligen. Oberhessen. Land7 '7is (Yicf;en. £ Wieseck, 25. Febr. Gestern abend fand im Saale dec Bürgermeisterei die diesjährige Gene- raloerfammlung der Ireiwi11 i g« n Feuerwehr statt. Der erste Kommandant, Uday Schäfer, gab einen kurzen Rückblick über bie Tätigkeit der Wehr während dec fünf Sahre jbres Bestehens und konnte dabei feststellen, daß die bei der Gründung geäußerten Meinungen der Ve||imi- sten nicht eingetroffen sind, im Gegenteil, die yret- willige Feuerwehr. Wiesecks lebt und wird roe:tcr leben zum Wohle der Gemeinde. Der seit Bestehen der Wehr tätige V 0 r st a n d wurde e i n st 1 m mlfl wiedergewählt. Der Uebungsplan für wird vom 1. Kommandanten feftnelegt. Wegen Neuanschaffung von weiteren Ausrüstungsgegenstanae soll an d.e Gemeinde herangetreten werden. Jje Kassenl-estand ist zufriedenstellend; es soll auch s» 1928 der seitherige Halbjahre-beitrag beibeyauen werden. Mit dem Vorschlag des Borstandes, t Laufe des Sommers die erste gemütliche Husamim. lEmstleiUili' ‘Wetzlar g Wr?®: ;v Wr//:' i HchMi w «ftii Iti'ffi 'l B jfi IN(p Skt Mi «MLÄ: M Okij, 'intai W. Oroilt, Mit inNn «• -MW r di W itrflfiflt' rfltlllt FUÜ! (ö/ouuiöft -nie 'feiler 12a1 judjenfijli 35, Ech:- Bellen. K Anztigt^. der jul Ib Oebitit V er feit"« Aen T 8t» >n Wj-, ÜJ1. S-°!K ■•‘hr|b ®HMr n (wlftn.it an der 8-i fltfty in 3q: n 2ah^ irhnieck k lenübet k 1 geh! still mi t. detzuW ig des t soll |o i wohl Ei. der Emk r§ io" 'Ljk j^otiH- 29. tn 11N reise. Rennte* fee Xtt"’ « । m n r LÄ> flenlobi { 'len loo h 1 20 bin Kn 40 d's 15, ii d) |o*; o|tn, lif’* tnte"f mit "J :einl< t tn»';f i t>""K ■»’S AS on Oe la ^'Itrs Qnlüblid) jf, enfle(tell| cr: ,e iw cj)„ °°n flro^ im letzten Vierteljahr zu be- toaren rerlös von 100 bis jedoch brachten einen Brenn- Eraist Leitz, Optische Werke, Wetzlar Lieferung und Vorführung der Apparate durch die einschlägigen Fachgeschäfte. 2!84i5 er noch in heimholen. 400 Prozent. Man darf annehmen, daß die Verpachtung die Genehmigung der Kirchenbe- hörde finden wird. Berichligend zu der jungst gemelde'en Grundstücks-Versteigerung s^i mitge- teilt, daß der Durchschnittspreis für den R.-Mo» gen 650 Mark ergab, und nur bei einzelnen Stücken, die eine gute Lage und besten Boden Holzversteigerung in dem den beiden Gemeinden Fauerbach und Ober-Lais gemeinsamen Walde brachten wieder, wie bereits die Ruhholz- versteigerung vor einigen Tagen, a u h e r - Berliner Börse. Berlin, 25. Febr. (WTB. Funkspruch.) Auch heute früh ist das Geschäft noch sehr klein. Das Publikum verhält sich weiter abwartend. Die Spekulation scheint ober etwas Deckungsneigung zu bekunden, denn man hört 0,5 bis 1 o Sy festere Kurse. Nennenswerte Anregungen liegen aber auch heute nicht vor. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,05 bis 92,10, Madrid 23,77 bis 28,80, Amsterdam 12,125 bis 12,75, London gegen Kabel 4,8785 bis 4,8787, Reichsmark gegen Kabel 4,1880 bis 4,1885. wtederzusehen, Frau und Kinder hat Brasilien: diese will er dieses 3ahr Kreis Schotten. I Ober-Lais, 24. Febr. Die Kreis Kirchhain. WSR. Kirchhain, 24. Febr. Zu einer schweren Schlägerei kam eS nach einer Festlichkeit zwischen jungen Burschen in dem Dorse Kleinseelheim. Siner der Burschen hatte sich einer Senfe bemächtigt und brachte seinem Gegner eine schwere Wunde im Rücken bei, so daß er blutüberströmt zusammenbrach. Ein anderer, der dem Wüterich die Sense entreißen wollte, zog sich schwere Wun- den am Halse zu. gegebenen HeffenkalenderS käuflich erworben und als Stiftung für deutsche Aus - landSschulen bestimmt. Ein Teil der Kalender geht In die Dobrudscha, daS Betreuungsgebiet des Landesverbandes Hessen des V. D. A., der andere an Dr. Maywalü in Lüderihducht zwecks Verteilung in den deutschen Schulen Südwests. Die Kalender werden sich dort gewiß als ein nicht zu unterschätzendes Werbemittel für unser schönes Hessenland auswirlen. Dr. K n i e- r i e m nahm deshalb Anlaß, dem Vcrkehrsverein für seine nachahmenswerte Stiftung besonderen Dank zu übermitteln. Kreis Büdingen. rl. B ü d in g e n , 24. Febr. Der R a is f eis ende r b a n d Frankfurt a. M. halte den Besuchern des Petrimarktes. die Raiffeisengeirossen sind, Gelegenheit gegeben, in einer im »Fürstenhof" statlaefundenen genossenschaftlichen B e- zirkstagung sich über manche genossenschaftliche Angelegenheiten von den führenden Herren deS Dervanoes unterrichten zu lassen. Die Versammlung fand in Gegenwart des Verbands- vorsihenden Dr. R o l d e n statt. Rach einleitenden Worten wies Dr. R o l d e n auf die durchaus günstige Wciterentwickelung der Raiffeisenschen Genossenschaften hin und erteilte dann dem Land- wirtschoftslchrcr und Lagerhausgeschäftsführer H a a k aus Gießen das Wort zu einem Vor- trage über den ^Einfluß der genossenschaftlichen Organisation auf die landwirfschastliche Produktion". Herr Hoak wies dabei auf manche ganz unh gar nicht den Forderungen unserer Rotzeit entsprechenden Produkfions- und Fütterungsweisen hin, die dringend der Besserung bedürfen. Der Direktor der Raiffeisen Haupt- Genossenschaft Frankfurt a. M. Kuhn sprach über Fragen des Warenverkehrs, Generalsekretär G r i s a r über solche des Verbands und der Vereine und Herr 3 olk von der Filiale Frankfurt a. M. der Deutschen Raif-Bank aufklärend und anregend über die derzeitige Lage des Geldmarktes und genossenschaftlichen Geldverkehrs. Rach einer Aussprache über die Wahl eines Vertreters aus dem Kreise Büdingen für den Verbandsrat schloß der Ver- bandSvorsitzende die gutbesuchte Tagung. R i d d a, 2!. Febr. Auf dem Himmels- bachschen S -i g e w e r k verung'ückte ge'ern der Arbeiter K^rl Löffler aus Eichelsdorf, indem er sich einen komplizierten Bruch des rechten Unterarms zuzog. Das genannte Werk ist noch immer auf Kur z° arbeit (3 Wochentage) eingestel't. g. Ober-Mockstadt,2'. Fe:r. Dieser Tage hielt hier Herr Gg. Reifschneider aus Wolferborn einen 2'^stündigen interessanten Vortrag über Brasilien und feine Erlebnisse dort. Der Redner verstand es in fesselnder Weise, zu erzählen, wie er als deutscher Arbeiter mit Fanrilie durch Lug und Trug nach Brasilien verschleppt worden ist, wie er dann drüben notgedrungen auf den Kaffeeplantagen unter den schwierigsten Verhältnissen unter Regern ein weißes Sklavenleben führen mußte, wie tausende Deutscher dieses Schicksal mit ihm teilten und wie tausende Deutscher dort ihren Untergang finden. Er warnte eindringlich vor den gewissenlosen Agenten, die dem Auswanderlustigen große Versprechungen machen. Jeder möge in seiner deutschen Heimat bleiben, auch wenn es ihm manchmal nicht gut hier gehe, dort in Brasilien gehe es ihm noch schlechter. Dem Redner ist es geglückt, die deutsche Heimat Unsere 30-jährigen Erfahrungen im Bau von Projektions - Apparaten gewährleisten Höchste Vollendung und erstklassige Leistungen! ordentlich hohe Preise. So kosteten Buchenscheiter 16 bis 18 Mk., Buchenknüppel 9 bis 11 Mk. je Raummeter. Die Steigerer waren saft ausschließlich Angehörige der beiden Gemeinden. Die Höhe der Preise erklärt sich zum Teil dadurch, daß die Einwohner beider Dörfer staatliches Losholz nicht erhalten und mithin — bei dem diesjährigen völligen Wegfall deS bisher alljährlich aus dem Gemeinschaftswald gewährten Losholzes — gezwungen sind, ihren gesamten Holzbedarf auf den Versteigerungen zu decken. Die Leute erkennen zwar die Rotwenüigkejt. zur Verfeuerung von Kohlen überzugehen, sind aber durch den Mangel an Mitteln nicht in der Lage, die dafür notwendigen Oesen und vor allem die Futterdämpfer zu beschaffen. Ulfa, 21. Febr. Die hiesige Molkereigenossenschaft sieht sich in d e Lage versetzt, das start verbrauchte Maschinenmaterial zu erneuern, um ihre Leistungs ähi'krlt bebauten zu können. Damp'maschine und Kühlanlage sind ber'its ausgewech.e t. weitere Reu- beschassungen srl en ben kommenden Jahren Vorbehalten sein. § Babenhausen, 24. Febr. Die h'e'ige P f a r r st e l l e trat 'ei: Re: jahr durch den Wegzug von Pfarrer Driegleb verwaist und wurde von den Rachbargeistlichen mit vergehen. Run- me£r wurde sie durch das Landeskirchenamt mit Psarrvertoal'er Frölich wie.er be ctzt. älnfer neuer Geistlicher war seither Pfarrassistent in Dischossheim bei Mainz. § Feldkrücken, 24. Febr. Schulverwalter § i ch. der den hiesigen Schuld fenst über ein Lahr versehen hatte, tourte nach Groß-Felda verseht. Die Lehrerstelle wurde Lehrer S ch o n übertragen, der seither in Butzbach stand. Der neue Lehrer ist mit seiner Familie bereits in die SchulwHnung eingezogen und hat zu Beginn die er Woche sei. en Dienst angetre.en. § Ober-Seibertenrod, 24. Febr. Reiche Ernte hat der Tod in letzter Zeit in unsere..» knapp 300 Einwohner zählenden Dorf gehalten. Richt weniger als sieben Todesfälle batten, der D.-Worgen mit 1000 Mark bezahlt wurde. H Gladenbach, 24. Febr. Der Fuhrmann Hch. Achenbach aus Wolzhausen siel bei Ausübung Lines Berufe In Hommertshausen von einer zwei Meter hohen Treppe und brach das Rückgrat. Er wurde in die Marburger Klinik gebracht. An dem Auskommen d:s Verunglückten, bet Vater einer zahlreichen Familie ist. wird gezweifelt. DillkreiS. bl. Sinn, 24. Febr. Mit dem Bau einer Turnhalle hat der hiesige Turnverein begonnen. Die Halle die an die Bahnhofstraße zu stehen kommt, wird etwa 30 Meter lang und mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen werden. Die Gemeinde liefert die Steine frei an die Baustelle. Der Verein hofft, dah er noch nahmhafte Beihilfen au« privater wie auch öffentlicher Hand erhält. Oberwesterwaldkreis. D Höhn, 24. Febr. Eine große B e l ä st i - g u n g erfahren die Bewohner des W c st e r ro a l • des in der letzten Zeit durch die vielen durch- reisenden Bärenführer, die in der letzten Woche — manche in größeren Trupps mit Familien und Wohnwagen — die hiesige Gegend heim- suchen. Allerorts werden Klagen laut: Als Wegelagerer hemmen sie den Verkehr, belästigen bettelnd, bisweilen in recht zudringlicher Weise die Bewohner, belagern und versperren den Eingang von Wohnungen und gefährden mit ihren oft bösartigen und heimtückischen Tieren die öffentliche Sicherheit. Dem hiesigen Fuhrmann August W a h- l e r stieß auf dem Wege zwischen Langenhahn und Höhn durch eine solche Bärenführertruppe ein erheblicher Unfall zu. Eines dieser Raubtiere bäumte sich gegen die ankommenden Pserde, die infolgedessen scheuten und durchbrannten. Der Fuhrmann, der die Tiere zu halten versuchte, erhielt dabei von einem Pferde einen Aufschlag, der einen doppelten Beinbruch zur Folge hatte. Größte Vorsicht und vor allen Dingen die Aufmerksamkeit der Polizeibehörden diesen Rittern der Landstraße gegenüber scheint geboten. Kreit C rburg. sch. Marburg, 24. Febr. Zu einer schweren Sch lageret kam es in dem Dorse Moischt zwischen Mehreren Holzfällern, die nach Arbeitsschluh in einer Wirtschaft eingekehrt waren. Aus dem Heimwege von der Wirtschaft gerieten sie in Streit, toob?i der eine der Arbeiter einen anderen durch einen Arthieb lebensgefährlich am Kovf verletzte, so daß er in eine hiesige Klinik überführt werden mußte. klagen, eine iin Verhä.tnis zur Einwohnerzahl ganz außergewöhnlich hohe Ziffer. Zumeist war Grippe in Verbindung mit Lungenentzündung die Todesursache Preußen. Kreis Wetzlar. I Wetzlar, 21. Febr. Das altbekannte Gasthaus „Zur schönen Aussicht" auf der Hohe der Spilburg gelegen, ging für den Preis von 55 000 Mk. in den Besitz des Gastwirts Thiele, bisher Pächter der „Alte Post" in Wetzlar, über. Letztere wird von dem Besitzer Allmenröder selbst wieder in Betrieb genommen. Das im Besitz der Stadt befindliche Hosgut Magdalenenhausen, das an Herrn AUmen- roder verpachtet war, wird von diesem aufgegeben und ist an Diplomlandwirt Interthal vom kommenden Herbst ab neu verpachtet worden. Kreis Biedenkopf. # Königsberg, 24. Febr. Gestern wurden die zur Pfarrei gehörigen Grund st ücke auf weitere 12 Jahrs verpachtet. Der Pachtpreis war je nach Lage verschieden. Ein kleiner Teil der Grundstücke wurde für die alte Pacht wieder gesteigert, ein größerer Teil hatte einen Aufschlag bis zu 50 Prozent, einzelne Stücke Leitz-Epidiaskope Vc. und Vf. mit ihren hellen, randscharten und farbentreien Projektionen höchster Brillanz und ihrer universellen Verwendbarkeit sind unentbehrliche Hilfsmittel im Unterricht und überall da, wo es aui eine bildliche Darstellung des gesprochenen Wortes ankommt. Wir warnen vor zwar formgetreuen, aber sonst minderwertigen Nachahmungen, die in letzter Zeit herausgebracht werden. Unsere ausführlichen Prospekte stellen wir Ihnen kostenlos zur Verfügung und sind zu jeder gewünschten Auskunft gerne bereit. timft abzuhalten, erklärte sich ble Versammlung einverstanden. § Daubringen, 24. Febr. (Sine der Hauptverkehrsstraßen unseres Dorfes, Die Große Gasse, hat nun ein recht vorteilhaftes Aussehen dadurch erlangt, ddß das alte Backhaus, daS bis an die Gosse der an sich sehr engen Straße reichte, abgerissen worden ist. Es wurde vor einigen Tagen auf Abbruch für den geringen Betrag von 50 Mark an einen hiesigen Einwohner verlaust, da es baufällig geworden war. Soviel man hört, soll im laufenden Jahre von dem Bau eines neuen zweiten Backhauses noch abgesehen werden. • Lumda. 24. Febr. Der hiesige Spar- und Darlehenstassen-Verein Raiffeisen hiest am Montag in der Wirtschaft von Schultheiß seine diesjährige Generalversammlung ab, die vollzählig besucht war. Als Vertreter des Verbandes wohnten Verbandsrevisor 3 o U und als Vertreter der Raiffeisen- Hauptgenossenschast Logerhausgeschä.ts^ührer H a a k und Rechnungssührec Geisel der Versammlung bei. Die Bilanz für 1927, die wiederum sehr gut auSgesa'.len ist, wurde einstimmig genehmigt und darauf dem Vorstand und Rechner Ent'astung erteilt. Herr 3 olk gab Erläuterungen zur Bilanz und sprach dann weiter über die Tätigleit des Derbandrs. Herr H a a k. der mit den hiesigen Verhältnissen besonders vertraut Ist. sprach über die Wirtscha'tlichkelt der Genossenschaften in diefer kapitalarmen Zeit. Beide Redner fesselten ihre Zuhörer in hohem Maße und ernteten für ihre lehrreichen Ausführungen lebha.ten Deisall. 3m Anschluß an de i geschäftlichen Teil fand noch ein gemütliches Beisammensein in Gegenwart der Frauen der Mitglieder statt. Bei anregender Unterhaltung vergingen die Stunden in angenehmster Weise. Die ganze Veranstaltung bot ein schönes Bild genos.'enschastücher Eintracht und Geschlossenheit. Der Verein kann den Ersolg für sich buchen, daß er trotz mancher Widrigseiten in stetem Aus- wärtsschrelten begriffen ist. K cis Hricdbcrg. 2$ Bad-Rauheim, 24. Febr. Der Bad- Rauheimer Turnerschaft ist vom ersten Gauverband des Mlttelrheinkreifes der Deut- fchen Turnerschast die Abhaltung des Gau- verbandsschwimmens am 19. August übertragen worden. Einem Gesuch der Turncr- fchast um Ueberlafjung des städtischen Schwimmbades an genanntem Tage wurde von der heutigen Stadtverordnetensihung einstimmig ftattgegeben. Für Herstellung von Bürgersteigen wurden 4600 Mark bewilligt. Eine längere Aussprache schloß sich an zwei Anträge an, die Befreiung von den Bestimmungen des Ortsbaustatuts toünfdjten. 3n einem Falle erfolgte Genehmigung, während im anderen Falle dem Ersud)en des Antragstellers nur teilweise stab gegeben wurde. — Die hiesigen sehr rührigen Abteilungen der Deutschen Kolonial- g c s e l l s ch a f t und des Vereins für das Deutschtum im Auslande hielten unter dem Vorsitz von Studienrat Dr. Knieriem gemeinsam eine Versammlung ad. Der Vorsitzende gab zwei größere Briefe bekannt, die Studienrat D-. M^' 1-' a I h, Irr *"er,ei Ue °ct'r d"- schen Schule In Lüderitzbucht (Südwest- a.r.iaj t.u Ruuvschr^oeu an ferne Frc^.^e in Deutschland gesandt. 3ntercf,ante Einblicke in das Schulwesen unserer ehemaligen Kolonie wurden damit geboten. Dem Wunsche Dr. May- walds nach geldlicher und ideeller Unterstützung der deutschen Schulen in Südwest wurde insofern entsprochen, als man einstimmig beschloß, eine gut ausgestaltete Bücherkiste in nächster Zeit nach Lüderitzbucht zu senden. Die hiesige Derkehrskommission hat eine in der letzten Sitzung von Lehrer O h w a l d gegebene Anregung verwirklicht. Sie hat 103 Stück des schönen, vom hes Ischen Derkehrsverband heraus- Junae irachitge Siege““ aii verkauf, auch peg. Schlachlzieae zu lauschen. ebenso 6 Hub ncr ur.Hab» z.vcrk. Kodhelni, GieüencrMr. 18. niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Perkanse eine Meile aut erhol en. mit ob. ohne Scheuer tletjie* re alleinstehend' in einem Dorfe des mittler. LumdaialeS ttfeljnitailom 2 Minuten vom Babnbof. Eignet sich für Metz- aer. Bäcker nhö. Geschähe am Platze nicht vorhanden. Schr. Ana. u. 2W5D an den Gieß. Anz. 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Mtirz. nm 1b l nr f Konzert Mit wirk ende: Fräulein Elen Schade, Kassel (Sopran); Herr Julius Hahn, Gießen (Klavier; ein Hornquartetl. — Leitung: Herr Otto Görlach. Vortragsfolge: L T EI L: Franz Schubert igest. 19. Novbr. 1828) zum Gedächtnis. 1. Gott meine Zuversicht, Psalm 23 iChor mit Klavierbegleitung). 2. Lieder für Sopran: a) Im Abendrot; b) Die holde Kunst; c> Gott im Frühling. 8. Chöre: a) Die Nacht; b) Liebe; c) Der Lindenbaum. 4. Lieder für Sopran: a) Der Neugierige; b) Frühlingstraum; c) Die Forelle. 5. Chor mit Hornbecleitung: Nachtgesang im Walde. 6.Sonate für Klavier: A-Dur op. 120 Allegro moderato—Andante —Allegro. II. T E 1 L: 7. Chor: Volk, von H. Heinriche. 8. Lieder für Sopran: a) Schwestei lein, von I. Brahms; b) Feins iebehen, du sollst mir nicht barfuß gehn, von 1. Brahms. 9. Chöre a) Heideröslein (Volkslied aus (lern Iß. Jabrh.), von M. Neumann; b) Vogel flieg weiter. A.v.Othegraven: c) Hol ändisches Fuhrmannslied, von F. Hanemann. 10. Lieder für Sopran: a) Als ich dich kaum gesehn, H.Kaun; b) Über die Straße durch deu Garten, von H. Kaum c) In meiner Heimat, von R.Trunk. 11. Chor mit Begleitung von 2 Hörnern: Jagdlied (aus dein 16. Jahrh.), bearb. von M. Neumann. 8A- Gau 73 (Lahn) x-V Sonntag, den 26. Februar, nachm. 4 Uhr im Cate Leib: Austragung der Qaumeisterschaften 1928 Vorwettbewerbe vormittags 8 Uhr Preise der Plätze: 1. Platz 2 RM., 2. Platz 1.50 RM., 3. Platz 1 RM. Eintrittskarten im Vorverkauf ab 27. Februar bei Herrn Challier. Neuenweg, Und nachmittags an der Kasse. ,)as am 10. März stattfindende Konzert (mit gleichem Programm wie am Sonn tag) ist für Mitglieder und deren Angehörigen bestimmt. Eintrittskarten hierzu (bis zu 3 Stück pro Mitglied) sind zum Preise von 0.75 RM. bei Mitglied Lotz, Bahnhofstraße, in Empfang zu nehmen. 214-'D Laden zu vermieten! Schöner, geräumiger Laden mit Lagerraum sowie anschließender Zwei.Zimmer-WoHnung mit Küche in günstiger Lage ab 1. April zu vermieten. Schristl. 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Bach JohawsMioii Leitung: Univ.-Musikdirektor Dr. Stefan Tcmcsvary Ausführende: Der akademlfche Gefangvereln und das Frankfurter Symphonie-Orchefter; Soliften Ria Glnfter (Sopran), Irmgard Heermann (Alt), Max Meili (Tenor), Alfred Peter (Bariton), Karl Rühl (Baß). Der Flügel ist aus dem Pianolager Auguft Förfter, Gieien- Eintrittskarten: Mk. 5.—, 4.- und 2.50 bei Ernft Challlet und abends an der Kaffe. Studentenkarte Mk. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweiskarte. 2035D Ecnkl. Fahrten, tieme Ginvpen, l'-Bim, eigene Führung Fntcrnationales Nciicbnrcau Zlöln, Mohr nflrahe 21 I nieilüber20Pors.ain8.:L5.4.,26.5.23.6,iilro. JJfl mtl.aUer.Sioitcn,ab u.Aiirürf Möln Mt.l 16 einzelne Perainen: Jeden Donnerstag zu Prtnhnn • eniipiediend böucven Irenen. kUllvvilt O'tern. Pfingsten, 1.7., 8.3., 3.9., N.'arf 240 UnrlG-fnnhn i Ca ende | (14'iäfl.) Citcvn. Psingsien. 4.NN» PUlrJ LUllUU ’ Brüssel 130.Aua. ab. n. z >r. Köln, Dlf.425 Italien und LiLilicu |20 :äg.): Ollern, Pnngiien, 9)?t. 5U5 Brospefi u. Referenz, dnrch L. Vocb, Babnboistrafre 52a Lichtspielhaus Nnr noch Leute und morgen das grolle Doppelprogramm: Das Geheimnis des AbbeX Der Mann, der nicht lieben darf I. d. Hauptr. V.’llhe’m Dieterlo und Earcella Albani- Ferner: Funkzauber mit Werner Kraus. Xenia i esni. Fern Andra, Alfred Braun. — Sowie die neueste Wochenschau. Astoria-Lichtspiele 2 große Schinger: König im Sattel 7 Akte aua dem wilden Westen. — Sowie: Hoch klingt das Lied vom braven Mann 7 Akte aus dem Leben eines Feuerwehrmannes. 2i6k_ D. 48 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 25 Schmor (928 Beschädigungen der Häuser durch den Verkehr. Die Fälle, daß in den Städten Häuser ein» Kürzen oder empfindlich beschädigt werden, sind leider nicht mehr selten und mehren sich in »besorgniserregender Weise. (Wir verweisen hier ocuf die kürzlich veröffentlichten Klagen aus der Marburger Straße. Die Red.) Cs ist zweifellos, Naß sie aus den ständig wachsenden Verkehr nnd insonderheit den Kraftwagenver» k!ehr zurückzusühren sind. 1920 zählte man in Deutschland 75 000, im vorigen Jahre dagegen Hereits 385 000 Kraftwagen. Die schnell vor- wärlsrasenden, schwerbelasteten Kraf^wagenräder üben auf die Fahrbahnen natürlich viel stärkere« Elöße aus als schwere Spannfuhrwerle und sen» Len größere Vertikal- und Horizontalkräfte in Sie Straßen. Erschütterungen des Hintergrundes ssmd die Folge, die sich wellenförmig nach den Leiten fortpflanzen, in die Gebäude in der Rähe Ser Straße übergehen und auf deren Bestand ungünstig einwirken. Die e Erschütterung.n lassen stich durch Feinmeßgeräte feststellen und bis in Sie einzelnen Gebäudeteile verfolgen: sie ähneln Sen bei Erdbeben eintretenden Bewegungen. Gegen diese schädlichen Wirkungen gilt es bei' Seiten Borbeugungs maßregeln zu tref» stm. Diese bestehen, wie der Privatdozvnt Dr. Ang. S ch e n ck, Vorsteher des Forschungsinstituts für Straßenbau an der Technischen Hoch- sthule Berlin, in der Zeitschrift „Das Grundeigentum" ausführt, zunächst in der möglichsten 5 Verhinderung bzw. Abschwächung der die Er» f-Hütterungen hervorrusenden Radstöße, was zu erreichen ist durch Herstellung von Straßen- Lecken mit möglich st ebener 0 6 er» s läche, wie sie die neuen Ausführungen in Asphalt, Teer und Zement aufweisen. ILuch sind Holzpflaster und Klinkerpslaster. wenn f ie auf gutem, festem Unterbau aufgebracht werden, zu empfehlen. Dieser Unterbau (Beton oder (Chaussierung) muß mindestens 30 Zentimeter stark s ein. Ferner würde durch elastische, weiche lLadbereifungen den Rädern die Mög- I ichkeit benommen werden, hart aufzuschlagen. 2m besten ist der Luftreifen, während der zur Zeit bei Kraftwagen übliche Gummireifen auch mach sehr schädlich ist. Die Wirkungen der Erschütterungen treten er» f chrungsgeinäh am meisten in die Erscheinung bei leichtgebauten Häusern, wie Fachwerkbauten, ober bei den nach den neuzeitlichen Sparbau- weisen aufgeführten Häusern. Daraus ergibt sich die Lehre, daß wie die Straßen so auch d i e Häuser massiver gebaut werden müssen, tarn den angreifenden Kräften einen größeren Widerstand entgegenzusehen. Die Erschütterungen linnen zudem erheblich vermindert werden, wenn mian die Häuser durch Vorgärten von der Pfla» sßerung trennt oder, in schwierigen Fällen, in» frem man um daS Gebäude in 1 Meter Entfernung eine isolierende Mauer nach Art der Lichtschächte führt. Auch muh natürlich bei der Fundierung der Häuser mit größter Sorgfalt horgegangen werden. Denn hat der Baugrund nicht die genügende Tragfähigkeit, so werden sich die Erschütterungen sehr bald in gefährlicher Weise geltend machen. Cs liegt auf der Hand, daß nach dieser Rich- txing hin vor allem den Kommunalverwal- t ungen neue und verantwortungsvolle Aufgaben erwachsen, deren Vernachlässigung sich schwer rächen könnte, zumal die hier drohenden Gefahren sich in der Zukunft eher vermehren a_!8 vermindern werden. Denn der K r aft- lwa g e n v e r k e h r wird immer größere Ausmaße annehmen. Rach dem bisherigen Verlaus muß man damit rechnen, daß i.n Jahre 1833, also in fünf Jahren, die Zahl der Kraft- toagen sich auf eine Million belaufen, also nahe- M verdreifacht haben wird. „Ehrverletzung,, vor dem Arbeitsgericht. Der Angestellte muß sich dem Arbeitgeber gegenüber eines anständigen Verhaltens 6e» flinhigen. Er muh sich vor allem jeder Ehrver- tejung enthalten, wenn er nicht fristlose Entlastung riskieren will, wozu das Handelsgesetz- knch den Arbeitgeber berechtigt. Andererseits h*ct aber auch dieser das berechtigte Ehrgefühl seiner Angestellten zu scho- n e n. Recht lehrreich für beide Teile dürfte nach biiefer Richtung hin ein Urteil des Landes- a cbeitsgerichts Darmstadt vom 11.Ja- nrirnr 1928 sein. Einem Angestellten waren im Beisein der Kundschaft und des Personals vom Prinzipal so heftige Dorwürfe gemacht worden, daß er die Verkaufsräume verlassen zu müssen glaubte: er kehrte jedoch nach kurzer Zeit wieder zurück, v»is aber die Firma nicht hinderte, ihn „wegen Ivienstverwcigerung und erheblicher Ehrver- (c)ung“ gegenüber dem Arbeitgeber zu entlassen. Vis genannte Gericht war jedoch der Meinung, dich die Unterlassung „ehrerbietigen Verhaltens lene gewollte Ehrkränkung darstelle, wenn der Arbeitgeber durch eigenes Verschulden zu dieser Unterlassung Anlaß gegeben hat. Der Arbeit- gäbet ist. so führte das Darmstädter Gericht Heiter aus. seinem Angestellten gegenüber in gleicher Weise zum Unterlassen von Ehrkrän- hungert verpflichtet, wie ihm gegenüber der An- geteilte. Verletzt der Arbeitgeber die ihm obliegende Pflicht, den Angestellten in anständiger, menschenwürdiger Weise zu behandeln, so greift je: dessen Ehrgefühl an und begibt sich damit durch eigenes Verschulden des rechtlichen Anspruchs auf die ihm sonst geschuldete Ehrerbietung. Der Angestellte ist durchaus nicht verpflichtet, die Staunen des Arbeitgebers widerstandslos über sich ergehen zu lassen. Insbesondere braucht er herabsetzende Vorwürfe im Beisein der Kund» 'Haft und des unterstellten Personals nicht ohne TKitercß hinzunehmen. Wenn er durch die Art ber Vorwürfe zum Verlassen der Verkau'sräume geirieben wird, so kann in diesem Verhallen leine beharrliche Dienstverweigerung und keine Achtungsverletzung gegenüber dem Arbeitgeber, 'ordern nur eine Rotwehr erblickt werden. L«s durch maßlose Vorwürfe des Arbeitgebers oe mrsachte Verlassen der Verkaufsräume läuft oirlmehr auf das Gegenteil einer Dienstverweigerung hinaus, wenn der Angestellte die Räume nur verließ, um sich zu beruhigen, und dann unverzüglich in das Geschäftslokal zurückkehrte. Goll ich weiterwirlschaften oder...? Ein Beitrag zur Krisis der Landwirtschaft. Von Werner Weiß, Hof Graß bei Hungen. Bei Dieter Betrachtung möchte ich den Vergleich mit einem Manne unterstellen, der 40 000 Mark bar, z. B. als Hypothek zu 8 Prozent ausgeliehen hot: mein Tc riebsveemögen beträgt noch Abzug der seit 1924 entstandenen Wirtschaftsschulden auch nur noch 40 000 Mk., nachdem die 3n fation ein leidliches Darvermöeen an Lebensversicherungen und Kriegsanleihen der Familie größtenteils gestohlen hot. und der Erlös der Ernte 1923 durch Verkauf zu Papiermark (die Industrie rechnete schon lange nach Goldmark) am 1. Januar 1924 keine Spur mehr hinterlassen hatte. Der Mann mit seinen ausgeliehenen 40 000 Mark erhält zu 8 Prozent mühe os 3200 Mk. Zinsen. Rach Abzug von Vermögensfte-. er und 10 Prozent Kapiralertragssteuer b e.oen ihm nocy mindestens 2300 Mk. und — seine ganze Arbeits- tra t und »zeit. Ich habe ein Pachtgut von 480 Morgen, mit einem Jnrentarwert von e.toa 65 000 bis 70 000 Mark und einer Wirtchaftsschuldenlast von 25 000 Mk. Ein großer Teil ähnlicher Betriebe dürste schlechter stehen. Was habe ich gegen meinen Vergleichsmann alles zu leisten, vor allem an Stenern und sozialen Lasten, der ich jahrein, jahraus mit meinem Vermögen arbeite, feine Zinsen heraushoie aber eine Menge zahle. Trotzdem vier Glieder der Familie von früh bis fpät in der Wirtschaft tätig sind und mir Aufsichtspersonal sparen, komme ich nicht vorwärts, sondern zurück. Da kommt der Pächteranteil der Renten- Mk. bankzinsen (Sondergeschenk für die Landwirtschaft) 464,85 Dann die Umsatzsteuer, etwa 600,00 Dann die Vermix e.'.ssteue., die Kirchensteuer, die Landessteuer, Steinpelab- gabe vom Federwagen, Hundesteuer (Ho Hund), Einko.nmenste er (telbstver- stündlich kommt heute nur e.n Einkommen durch die kunstvolle Anrechnung des Mietwertes der Wohnung, der Verlöstigungstage — einschl. Besuch —, der Gespannleistung für Privatzwecke, der persönlichen Bedienung — Hausmädchen — usw. rechnerisch heraus) 537,15 Diehseuchenabgabe 91,00 Landwirtschaftskammerumlage, Berufsgenossenschaftsbeiträge 793,80 Kranken-, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung 2506,00 Bescheidene Lebensversicherung 660,00 Pferdeversicherung 253,50 Haftpflichtversicherung 71,40 Feuerversicherung 203,00 Hagelversicherung 1500,00 insgesamt 7680,70 DaS sind lauter unbedingt nötige, meist nicht in Rechnung gestellte Ausgaben, wovon die sozialen La st en 3300 Mk. ausmachen gegen 1209 Mk. im Jahre 1912/13. (Steuern damals in Summa 405,45 Mk.) Außerdem habe ich jetzt 2000 Mk. Zinsen zu entrichten eine Ausgabe, die damals fehlte. Während die Barausgabe für Löhne 1912/13 12 651 Ml. ausmachte, hatte ich vom 1. Juli 1926 bis 30. Juni 1927 20 264,14 Mk. Barlohn zu entrichten. 1912'13 reichte das Milch e d zum Lohn, heute noch nicht zu zwei Dritteln des Lohnes. 1912'13 benötigte ich 120 Zentner Weizen zur Begleichung der Soziallasten, heute 300 Zentner. Es wird interessant fein, im Vergleich zu diesen Zahlen einige Preise pro Zentner, Liter oder Pfund von 1912/13 den jetzigen Preisen (frei nächste Bahnstation) gegenüberzustellen. Produkte. 1912 13 Sehr. 1923 Milch 0.14 Jf d. 2t. ab Stall 0.16 .4t Preis an Kartoffeln 2.00 Jt der Zentner 2.5?JZI Frankfurt Weizen 10.40 JZ 11 50 JZ Koggen 9.00 Jt 11.00 Jt Hafer 10.6? 10.75 31 Schweine 43 - 52Hp.Pfd.Lebendgew. 0.52-0.55 Was kostet das Fleisch in der Stadt im Laden? Bedarfsartikel. 1912,13 1928 Kleie 531 Jt 8 00 Jt Baumwollsaatmehl 9 00 .4t 13.00 Jt Sojabohnenmehl 8.62 34 11.75 Jt Leinmehl 812^ 14 00 Jt Mais 7.89 Jt 11.75 Jt Reues §urelfen auffchlagen 0.85.« 2.20 Jt Die Preise für Schuhe und Kleider von da> mals und heute fennc der Leser. Wie soll man unter diesen Verhältnissen wiri- scha len? Wer weiß Abhilfe? Wo kann ich sparen? Sie een und soziale Lasten werden diktiert und zuletzt sehr schnell zwangsweise beigetrieben. Löhne kann ich nicht herabsetzen, nur weniger Arbeiter einstellen, intensiver toirt- scha ten, tee .i er produzieren. Ein Allheilmittel wäre das fei. eswegs, denn eine Menge Ausgaben bleiben in ihrer ganzen Höhe und die Einnahmen nehmen ab. Schließlich wird jedoch nichts anderes übrig bleiben. Soll ich aufhören und die Pachtung abgeben? Aber wer nimmt mir das Inventar heute ab? Denn Geld brauche ich auch, wenn ich etwas anderes an fangen will. So schnell läuft der Landwirt nicht von seiner Scholle. Wo ich im Betrieb noch sparen kann, ohne am falschen Platze zu sparen, weiß ich nicht. Futterberechnungen, stark kalkrllierte Düngungs- und Deftellungspläne unter Berücksichtigung der Ergebnisse neuerer Versuche bei ähnlichen Verhältnissen und im eignen Betriebe geben die Anwendung von Kraftfutter und Kunstdünger an, natürlich unter Berücksichtigung der Preise für die einzelnen Rährstoffe (z. B. das Kilogramm Eiweiß). Im persönlichen Verbrauch sind wir äußerst sparsam geworden. Die Zahlen aus meinem Betrieb Dürften auch sonst stimmen. Hilft die Regierung jetzt nicht durch Umstellung ihrer Sozial-, Steuer- und Zollpolitik, so ist dies für mich der endgültige Beweis für die Absicht einer fallen Sozialisierung. Die Aendenmg des MeteiMußgesches und des ReichM'elMeseM Am 1. April 1928 tritt das Gesetz zur Aenderungdes Mieterschuhgesetzes in Kraft, das der Reichstag vor kurzem beschlossen hat. Die Abänderung bringt keine Entscheidung der Frage, ob die Wohnungszwangswirtschaft aufgehoben werden soll oder nicht, sondern sie beschränkt sich darauf, eine Verbesserung und Vereinfachung des Verfahrens im Rahmen des bestehenden Rechts zu bringen. Seither konnte bekanntlich der Vermieter von Räumen, die der Zwangswirtschaft unterliegen, nicht kündigen, sondern lediglich auf Aufhebung des Miecverhältnifses bei dem Amtsgericht klagen. Rach dem neuen Abänderungsgesetz ist der Begriff der Kündigung wieder eingeführt worden, allerdings noch in recht eingeschränkter Form. Der Vermieter kann nämlich in den Fällen, in denen er seither auf Aufhebung des Mietverhältnisses klagen konnte, nunmehr dem Mieter kündigen. Die Kündigung erfolgt durch Zustellung eines vom Vermieter unterzeichneten Kündigungsschreibens an den Mieter. Cs ist bei dem Amtsgericht einzureichen, das die Zustellung besorgt. Der Mieter kann gegen die Kündigung bei dem Gerichte schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle (Gerichtsschreiberei) Widerspruch erheben. Erhebt der Mieter rechtzeitig Widerspruch, so hat das Gericht den Vermieter hiervon unverzüglich zu benachrichtigen und dem Mieter auf Verlangen eine Bescheinigung zu erteilen, daß er rechtzeitig Widerspruch erhoben hat. Der Vermieter kann alsdann innerhalb zweier Wochen die Anberaumung des Termins zur Güteverhandlung über die Aushebung des Mietverhältnisses beantragen. Erhebt der Mieter nicht rechtzeitig Widerspruch, so ergeht auf Antrag des Vermieters durchs das Gericht Räumungsbefehl, d. h. die Mieträume zu dein in dem Kündigungsschreiben bezeichneten Zeitpunkt an den Vermieter herauszugeben. Der Antrag auf Erlaß eines Räumungsbefehls muß innerhalb einer Frist von einem Monat, die mit dem Ablauf der Widerfpruchsfrist beginnt, gestellt fein, sonst verliert die Kündigung ihre Kraft Der Mieter hat ferner die Möglichkeit, ohne gegen die Kündigung Widerspruch zu erheben; vor der Verfügung des Räumungsbefehls die Gewährung einer zeitlich bestimmten Räu- mungsfrist zu verlangen. Erklärt sich der 33et- mieter innerhalb einer Frist von zwei Wochen mit dem Antrag einverstanden, so erläßt daS Gericht von Amts wegen den Räumungsbefehl mit der Maßgabe, daß die Vollstreckung von dem Ablauf der beantragten Räumungsfrist abhängig gemacht wird. Verweigert der Vermieter innerhalb dec gesetzten Frist feine Zustimmung, oder gibt ec eine Erklärung nicht ab, so gilt der Antrag des Mieters als Widersprach gegen die Kündigung. Das Gericht hat alsdann in diesem Falle von Amts wegen Termin zur Güteverhandlung zu bestimmen. Durch die neuen Bestimmungen ist an dem bestehenden Mieterschutz- recht an sich nichts geändert, sondern lediglich eine formelle Erleichterung eingeführt worden. Die neue Abänderung bezweckt, nach den Ausführungen des Reichsjustizministers H e r g t, die allmähliche Wiederherstellung der normalen Verhältnisse dadurch, daß sie den in der langen Zeit der Zwangswirtschaft etwas verdunkelten Begriff der Kündigung wiederherstellt. Es ist falsch, daß nun eine Flut von Kündigungen erwartet werden müßte, da das materielle Kündigungsrecht in keiner Weise erweitert wird. Das Gesetz zur Aenderung des Reichsmieteng esehes, das am 16. Febr. 1928 in Kraft getreten ist, bestimmt, daß künftig die Vorschriften des Gesetzes keine Anwendung finden auf Mietverträge, die über freigewordene oder freiwerdende Räume nach dem 31. März 1928 auf mehr als zwei Jahre neu abgeschlossen werden und sich entweder ausschließlich auf Geschäftsräume, ober auf solche Wohnungen beziehen, die — abgesehen von den Rebenräumen — mindestens sechs Zimmer mit 100 Quadratmeter Wohnfläche haben. Die Räume dürfen nicht im Wege des Tausches freigeworden sein. Die praktische Bedeutung dieser neuen Bestimmung läuft darauf hinaus, daß die großen Wohnungen, ebenso wie die Geschäftsräume, künftig der freien Mietbemessung unterliegen. Das Abänderungsgesetz zum Reichsmietengeseh bringt schließlich noch eine Bestimmung, die von Bedeutung ist für die Vermietung von gewerblichen Räumen, die zugleich mit Wohnräumen vermietet sind. Für ybiefe Räume hat künftig das Mieteinigungsamt auf Antrag des Vermieters einen besonderen Zuschlag zu der gesetzlichen Miete festzusetzen, wenn und insoweit infolge der Eigenart des Betriebs besonders hohe Betriebsund Instandsetzungskosten entstehen und die gesetzliche Miete zur Deckung dieser Kosten nicht ausreicht. Seither war es in das freie Ermessen der Mieteinigungsämter gestellt, ob sie derartigen Anträgen der Vermieter ftattgeben wollten. Rach der neuen Bestimmung müssen sie dies tun, wenn die vorgeschriebenen Voraussetzungen erfüllt sind. Oie gesundheitticheBedeuiung des Gingens. Don Wilhelm Rönh. AuS dem großen Komplex von Fragen, die in neuerer Zeit über die Bedeutung methodischen Singens für die Gesundheit von' der ärztli.1 m Wissenschaft sowohl, als von erfahrenen Gesanglehrern behandelt worden sind, se en einige einer kurzen Erörterung un:e zogen. Ich streife nur die längst für große Vollskreise feststehende Tatsache, daß die weitverzweigten Gebiete der Atemgymnastik zu einer Heilquelle zur Ge'undung und Kcästigung des menschlichen Organismus geworden sind. Daß aber der Einfluß des Singens z. D. ajf die Bekämpfung der so häufig, namentlich unter der weiblichen Jugend, verbreiteten Bleichsucht stark war und ist, dürfte weniger allgewe n bekannt fein. Wissen- fchastliche Llntersuchungen haben festgestellt, daß die Grundlage der Bleichsucht neben einer Schwäche des Herzens und einer Verenger. ng der Blutge äße der verringerte Gehalt an 2lut- farbf.off (Hämoglobin) ist. und daß methrdi'ches Si'.men dem Bl te reich.ichen Säuerstos zuführt unb"bie Tätigkeit der Derdauunqswerlzeuge erhöht, so daß auch noch die Rährsto fzufuhr gesteigert wird. ®cranglef)-:er un* A ve b^stäti- < e i gteicherwe e Lu Ec ah .ung, daß egel ä i e, täglich e.toa zweimal wie. e.ho ic a.'.gsubun» gen den Verlauf der B.eichsucht in günstiger Weise beeinjufien und abkürzen. Dor wenigen Jahren wurde auch in Deutschland die Art viel besprochen, wie ein französischer .Arzt namens F r o s s a r d die Derdauungs» befchwerden zu heilen verstand, indem er methodische Singübungen mit seinen Patienten vor- nahm. Diese Erörterungen — keineswegs ob- sprechend — hatten zu köstlichen humoristischen Gerichten in Berliner Wochenzeitungen geführt. D e durch Singen hervorgeru ene beschleunigte Versorgung des gesamten Körpers durch Blut hat auch eine starke Erhöhung des gesamten Stoffwechsels zur Folge. Oben ist bereits bargetan worden, daß die Ausnahme von Sauersto f durch Singen erhöht wird und ebenso je', och auch die Ausscheidung von Kohlensäure. Mit der gesteigerten Wasserabgaoe in der ausgeatmeten Lust findet auch ein größerer Wärmere.brauch statt. Durch den beschleunigten Kreislauf wird Den Geweben eine erhöhte Sauerstoff- und Wärmezufuhr geboten und mit dem Blutstrom auch gleichzeitig Rährsto f zugeführt. Im gleichen Maße wie die Zufuhr wird auch die Abfuhr der verbrauchten Stoffe beschteunigt. und entsprechend Dem Stosfverbrauch wird das Rahrungsbedürfnis erhöht. Alle Sänger und (Sängerinnen wissen, daß mit konsequent durch» geiüijrten Gesangsübungen auch die C h l u st zu» nimmt, nicht allein das Bedürfnis nach Flüssigkeit, das sich infolge der erhöhten Wosferausschei- dung von selbst erklärt. Durch intensivere Arbeit von Drüsen und Rieren befindet sich Die Mehrzahl Der Gesangausübenden m gutem Ernährungszustand. In einem ausgezeichneten Referat über das „Gesangsprinzip", daS Dr. Ziegler auf dem Derbandstag deS ..Sonder shäuf er DerbandeS Deutscher Sängerverbindungen" (S. D.) erstattet hat, warf der Referent nach der seelischen und sittlichen Würdigung der Männergesanglewegung die Frage auf, ob wir denn genügend daran denken, daß die Seele und der Kehlkopf deS Mannes die beiden Urelemente der Melodie und die Pulsschläge feines Herzens der Anfang aller rhythmischen Bewegtheit find? Dann rückte er auch die rein natürlichen Gewinne einer syste» matischeu Slimmkultur ins rechte Licht. Er ging von dem Vorzug aus, den es für jeden im öffentlichen Leben stehenden Mann bedeutet, wenn er sprechen gelernt hat, d. h. die Gesetze der rechten Laut- und Wortbildung auf Die Formung feiner Rede anzuwenden und ihr damit kraftvolle Momente der Wirksamleit einzufügen weiß. Hierauf betonte Dr. Ziegler, daß es vielleicht weniger bekannt se.n würde, daß vom rein hygienischen Standpunkt aus und infolge ei; es neuen Geistes im Reiche der Medizin Kehl- ko p f k u l t u r im weitesten Sinne des Wortes zu einer therapeutischen Maßnahme allerersten Ranges zu werden verspricht. Wir stehen danach in den Anfangsstadien der Entwicklung der Schulmedizin, die — um den Weg zur Therapie zu finden — von dem Studium ausschließlich pathologischer Zustände zu dem vergleichenden Studium kranker und gesunder Organe weiterschreiiet. Das bedeutet bie Ausgabe der bisherigen passiven Resistenz gegenüber dem Raturvorbilde, ja sogar seine absolute Reaktt- vierung. Um einen Fall herauszugrei'en, der für unser Problem allerdings gar nicht so unwesentlich ist, fei darauf hingewiefen, daß man bisher die kranke Lunge von jeder Aktivität zu Heilungszwecken möglichst befreien zu müssen glaubte: heute aber sind schon Aerzte am Werk, gerade in den Funktionen, die Der Lunge im gesunden Menschen zukommen, das wesentliche Moment ihrer Gesundung zu erkennen und zu erproben. D e bisherigen Re'ultate haben Erstaunliches geoffenoart. Man hat gesehen, daß Lunge und Kehlkopf e i n zusammengehöriges Organinstrumient sink), und dach besonders die Kultivierung der mittleren Luftwege, also des Kehlkopfes, eine höchst wohltuende Luftstauung in der Lunge heroorruft, die fürs erste eine vollkommene Entfieberung des Kranken zur Folge hat. Der singende Kehlkopf bedeutet eben Dewegungsmassage für bie bewegungsuntüchtigeLunge. Darum können sich alle Sänger aus vollem Herzen eines Deobachtungsergebnisses freuen, das den alten Sah bestätigt, daß nur innerlich und äußerlich gesunde Menschen die rechte Freude am Gesang haben, und daß ferner angefräntelte Individuen unter dem wohltätigen Ein'luß des Singens ihre Gesundheit wieder erlangen können. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage Hirsch-Apotheke Gießen, Frankfurter Siraße Nr. 4 Das Pfarrer tieum rtn-Buch 272 Seiten. 150 Abb'ldu-ven, erhält jeder Leser vollständig umsonst und portofrei von Ludwig Heumann & Co., Nürnberg M 613 121V Amtsgericht Gießen. • Gießen, 21. Febr. 3m vergangenen Jahre verlegte ein hiesiger Verein seine Zusammenkünfte aus dem Lokal, in dem er lange Zeit getagt hatte, in die Räumlichkeiten des ersten Vorsitzenden S. Ein Teil der Mitglieder, darunter auch der Angeklagte K, war hiermit nicht einverstanden, und es entstand dadurch unter ihnen eine Mißstimmung gegen S., von dem auch behauptet wurde, er habe einzelnen Mitgliedern unbefugterweise Darlehen aus der Vereinskasse gegeben, ohne die maßgebenden Teile des Vereins vorher zu fragen. Auch St sprach sich in diesem Sinne gegenüber einem andern Vereinsmitgliede aus. Als dies dem S. zu Ohren kam. erhob er Privatklaoe gegen St wegen Beleidigung. 3n der Hauptverhandlung ergab sich keinerlei Anhaltspunkt dafür, das; der Vorsitzende S. unbesugter- weise über Vereinsgelder verfügt habe, es wurde vielmehr festgestellt, daß er die Darlehen, die einzelne Mitglieder erhalten haben, aus seiner eigenen Tasche gegeben hat. Der Angeklagte St erklärte daher, es habe ihm ferngelegen, jemals zu behaupten, daß S. irgendwelche strafbaren Handlungen begangen habe, daß es ihm auch ferngclegen habe, den S. irgendwie im geringsten zu beleidigen, und daß das Gerücht. S. habe einem Mitglied Geld aus der Vereinskafse geliehen, sich als unrichtig erwiesen habe. Auf diese Erklärung hin zog S. seine Privatklage zurück, worauf das Verfahren eingestellt wurde. • Gießen. 22. Febr. Ein Arbeite Z. von hier hat aus seiner ersten Che fünf Kinder. Nachdem diese geschieden war, verheiratete er sich mit einer etwa 20 Jahre älteren Witwe R., die ihm sechs minderjährige Kinder mit in die Ehe brachte. Diese zweite Che wurde nach kurzer Zeit ebenfalls wieder geschieden, und Z. steht mit seiner ersten geschiedenen Ehe'rau zur Zeit wieder ganz gut. Zwischen ihm und dem ältesten Sohne seiner geschiedenen zweiten Ehefrau bestehen schon seit längerer Zeit Streitigkeiten, die jetzt zu einer Privatklage geführt haben. R. hatte Z. wegen Beleidigung verklagt, dieser hatte gegen R. Widerklage wegen Beleidigung und Bedrohung erhoben. Die Beweisaufnahme, die äußerst unerquickliche Familienr^rhältnisse zutage förderte, ergab, daß Z. den R. äußerst schwer beleidigt hat. Z. wurde deshalb zu einer Geld- strafe von 50 Mark verurteilt, während R. mit einer solchen von 10 Mark davonlam. 6 Gießen, 23. Febr. Bei einem Eisenbahn- beamten war eine Pistole belgischen Fabrikates vorgesunden worden, die dieser während des Krieges von einem Be.annten gelaust hatte. Er crhie t einen Strafbefehl wegen unbefugten Besitzes einer Heereswaffe. Auf seinen Einspruch wurde er zunächst frei gesprochen, da das Gericht der Auffassung war, daß es sich nicht um eine „Heereswaffe" handele. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hob das Oberlandesgericht das Urteil auf. Es sieht — sehr weitgehend — eine Pi st ole schon bann als Heereswaffe an, wenn sie die entsprechende Gefährlichkeit besitzt. 3n der erneuten Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht stellte der Richter zwar fest, daß unter diesem Gesichtspunkt die sragliche Wasse eine Heereswaffe ist und der Besitz der Waffe an sich unter das Strafgesetz fällt. Trotzdem sprach er den Angeklagten frei, und zwar auf Grund der hier geltenden Ir tu rS e o b u g von • 18. Januar 1917 und 12. Februar 1920. wonach, im Gegensatz zu den sonstigen Grundsätzen des Strafrechts, unverschuldeter Irrtum über das Bestehen und die Anwendbarkeit der übertretenen Vorschrift von Strafe befreit. Ein solcher Irrtum des Angeklagten wurde hier als vorliegend angenommen. Zwei Studenten hatten Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt, wonach sie ruhestörenden Lärm begangen haben sollten. Es wurde festgestellt, daß sie mit einem Komilitonen, der Harmonika spielte, unter Gesang durch eine Straße gezogen waren. Es blieb deshalb bei der üblichen Strafe von 5 Mark. Zwei weitere Studenten hatten nachts einen Zusammen st oh mit Polizeibeamten. Der eine der beiden Angeilagten wollte seinen Rainen nicht nennen und wurde deshalb zwangsweise zur Wache gebracht. Dabei leistete er dadurch Widerstand, daß er sich gegen den Boden stemmte, so daß die Polizeibeamten ihn nur mit Gewalt von der Stelle bringen konnten. Er erhielt eine Geldstrafe von 70 Mark. Strafmildernd kam in Betracht, daß ein tätlicher Angriff nicht vorlag, der Angeklagte auch noch nicht vorbestraft war. Der andere Angeklagte hatte einen der abtransportierenden Polizeibeamten am Arm gefaßt, jedoch alsbald wieder freiwillig von dem Beamten abgelassen, nachdem dieser ihn auf die Strafbarkeit der Berührung hingewiesen hatte. Dieser Angellagte kam mit einer Geldstrafe von 35 Mark davon. 3n der Feldger ichtssihung erhielt ein Ehemann 3 6 Mark und seine Ehefrau 2 5 Mark Geldstrafe, weil jeder der beiden in je einem Fall größere Mengen Hafer von Aeckern entwendet hatten. Beide waren schon vorbestraft, der Ehemann insbesondere auch schon wegen Haferentwendung. Jungens hatten sich auf einer Wiese mit Bohnenstangen eine Hütte gebaut. 3n diese war Gras gebracht worden zum Lagern. Sie kamen mit Geld st rasen von je 1 Mark davon, für die die Väter für haftbar erklärt wurden. Vor den Schranken des Gerichts erschien ferner die gesamte 3ugendmannschaft eines Fußballklubs in Wn. Sie hatte ohne Erlaubnis auf einer Gemeindewiese ein Fuhball- wettspiel ausgetragen. Rachdem die Sach- und Re '.tSlage besprochen war, nahmen sämtliche Angeklagte vor Eintritt in die Hauptverhandlung ihre Einsprüche zurück. Fugeubschöffengericht. Als 3ugendschöffen wirkten mit Frau Karl Krebs und Prokurist Kuhl, beide von Gießen. Ein Zugendlicher wurde von einem Wachtmeister am 9. Dezember 1927 angehalten, als er vor Tagesanbruch — es war gegen 7.20 Uhr vormittags — mit seinem unbeleuchteten Fahrrad über die Eisenbahnbrücke im Zuge der Klinikstraße fuhr. Der 3unge hatte gegen einen richterlichen Strafbefehl C i n- sprach erhoben, den er jedoch wieder zurück- nahm, nachdem ihm die Aussichtslofigkeit seines Rechtsmittels klar gemacht worden war. Radfahrer, die nach eingetretener Dunkelheit ohne hellbrennende Laternen fahren, bilden eine Gefahr für die Straßenpassanten und gefährden auch die eigene Sicherheit. Der damalige landwirtschaftliche Arbeiter Ehr. E. aus Rödgen war angeklagt, daß er am 3. November 1927 an der Straße Rödgen- Gießen, und am 5. Rovember 1927 an der Straße Rödgen— Großen-Buseck vorsätzlich und rechtswidrig mehrere dort stehende Obstbäumchen, die dem öffentlichen Ruhen dienen, beschädigt oder zerstört habe, indem er an diesen Bäumchen die Spitzen abbrach, Vergehen nach § 304 Str. G. B. Der Angeklagte, der inzwischen das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat, und, wie seine Vernehmung und die in dieser Richtung angestellten Ermittelungen ergeben haben, nach seinen geistigen Entwicklung sehr wohl das Strafbare seines Tuns kannte und Herr über seinen Willen war, gab die erstere Tat nach bisherigem Llbstreiten nunmehr zu, leugnete jedoch die zweite, weit schwerere Tat, bei der dem ruchlosen Täter fünf junge Obstbäume zum Opfer fielen. Obwohl er auch dieser Tat aufs dringendste verdächtig ist, konnte ihn das Gericht nicht für hinreichend überführt ansehen und sprach ihn deshalb in die - fern Falle mangels ausreichenden Beweises frei. Wegen des Abreihens mehrerer Pfropfreiser im ersteren Falle wurde der Angeklagte zu seiner Abhaltung von künftigen Straftaten und zur Warnung für gleichgesinnte Rohlinge in eine Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt. Der Angeklagte, der zur Zeit als Knecht in fester Arbeit steht, soll aus ihr nicht herausgerissen werden. Es wurde ihm deshalb eine fünfjährige Bewährungsfrist gesetzt. Gleichzci.ig wurden Er- ziehungsmoßregeln für zulässig erklärt, deren Anordnung und Auswahl dem Vormundschasts- richter überlassen bleibt. Es wird abzuwarten sein, ob die exemplarische Gefängnisstrafe für den Angeklagten und andere die erwartete Wirkung haben wird. Baumfrevel und andere Rohheitsdelikte, zu denen auch z. D. die Beschädigung von Feuermeldern gehört, sollen künftig nur mit empfindlichen Freiheits- d. h. Gefängnisstrafen geahndet werden. Turnen, Sport und Spiel, Deutsche Skimeisterschasten. Der zweite Tag der Deutschen Skimeister- scha ten auf dem Feldben brachte am Freitag- ra-;m t ag m t dem 18 Kilometer-Langlauf eine neue Voren.sch.idung. 113 Läu er er- sch e: en am Stert. Mit Ausnahme von 3apan und P len treten särnt iche gerne de!en Vertreter der anderen Länder an. Als erster startete der Rorweger K o l t e r u d, dem im Abstand von 30 Sekunden der Freiburger M o r a t h folgte. Der Gesamtanfrieg der Strecke b'truq 310 Meter mit einer Gsamtab.ahrl von 60 Meter. Leider verteidigte Gu .av Müller (Bayrisch-Zell) feinen Titel nicht. Auch d:r Sachse Wacker Glaß muhte wegen einer Mandelentzündung auf die Teilnahme verzichten. Mit nur ger’.ncen Zeitunterschieden trafen die ersten Läufer am Ziel ein. Die beste Zeit deS Rennens erzielte der Norweger Dinjaringen mit 1:08,16. der zweite Sieger des kombinierten Laufes der Olympischen Winterspiele in St. Moritz. Zweiter wurde der Finne Esko 3 a r v i n e n mit 1: 08,33. Den dritten Platz belegte der Schweizer Buhmann mit 1:08,53. Der erste Deutsche, Ludwig Bo eck, wurde mit 1:11,03 Vierter. Der Bayer Krebs und der Freiburger D i e t s ch e kamen dichtauf auf den fünften bzw. sechsten Platz. Der Finne Nuotio unterbrach als Siebenter die Reihe der deutschen Läufer, die dann durch Morath (Freiburg) als Achter und Steinhäuser (Bayern» Neunter fortgesetzt wurde. Zehnter wurde schließlich der Norweger K o l t e r u d. Rundfunkprogramm. Sonntag, 26. Februar. 8,30 bis 9,30: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt a. M. 11 bis 11,30: Die Eckernstunde. 12 bis 13: Konzert des Harmonieorchesters des Frankfurter Orchestervereins. 13 bis 14: Von Hamburg: Funkheinzelmann- stunde. 14,15: Dom Stadion: Fußballspiel „Eintracht" Frankfurt gegen „Wormatia" Worms. 17 bis 18: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Die neue Wopnung als Aufgabe", Vortrag mit Vorlesung aus Programm ctti- tischen Schriften von Dr. L. Neundörser. 18 bis 19: Von Berlin: Vortragszyklus „Gedanlen zur Zeit", 3. Reihe: „Technik als Kulturproblem". 19 bis 21,45: Vom Staatstheater Kassel: Die Entführung aus dem Serail, Oper in drei Auszügen von Mozart, in Szene gesetzt von Ernst Legal, musikalische Leitung: Dr. Robert Längs. Anschließend: Sportnachrichten. Darauf bis 0,30: Tanzmusik. Montag, 27. Februar. 12,30 bis 13,30: Von Kassel« Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Die Oper der Woche. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,30 bis 19: „Als Gast bei den Lofotenfischern", Vortrag von Sigurd Eriksen. 19 bis 19,15: Englische Literaturproben. 19,15 bis 19,45: Englischer Sprachunterricht. 20,15: Erde, Drama von Schvnyerr. Anschließend: Schallplatlen-Konzert „Vom Rhein bis gur. Donau". Dienstag, 28. Februar. 12,30 bis 13.30: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Schlager. 17.45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,30 bis 13,45: Von Kassel: Die „Stunde der Frau". — „Neue Wege der Geselligkeit", Vortrag von Mathilde Meißel. 18,45 bis 19,15: Von Kassel: „Wien und Franz Schubert im 3ahre 1928“, Vortrag von General a. D. William von Einem, Wien. 19,15 bis 19,45: Funlhochschule: „Arzt und Erzieher", Vortrag von Professor Erich Stern, Gießen. 19,45 bis 20,15: Die Schachstunde. 20,15: Von Stuttgart: Die Geisha, Operette in drei Qfiten von Sidney Jones. Mittwoch, 29. Februar. 13,30 bis 14,30: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Haus.apelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Rossini. 17,45 bis 18,05: Die Bücherstunde. 18,30 bis 19: „Brahma Sa- madsch und Rabindranath Tagore". Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19 bis 19,30: Vortragszyklus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main-Hanau: „Zur Frage der Städtischen Getränkesteuer", Vortrag von Reg.- Rat a.D. Dr. Keck. 19,30 bis 20: Französischer ^äisel-Ecke. Silbenrätsel. a — da — de — bei —bei — e — e — ed — er! — est — gast — gern — her — hi — in — ka — kö — korb — tun — iauch — ler — li — ine — mo — mund — ne — ne — ne — ne — ni — ni — nig — phin — re — rei —- ri — schnitt — fe —se — se — fee — fei — sis — tril — oe — oer 5 — roa — wann — woi Aus vorstehenden 49 Silben sind 20 Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. Berliner Villenoorort; 2. roeiblid)er Personenname: 3. schriftliche Zusicherung: 4. Stadt in Indien; 5. Frühlingsblume: 6. Küc^ngewächs; 7. Stabt in Pommern: 8. männlicher Per>onenname; 9. nordamerikanlscher Staat; 10. Schicksalsgottheit: 11. f)eibeWume; 12. Gepäckstück; 13. Zeiteinteilung: 14. Gesangsverzie- rung: 15, geographische Bezeichnung: 16. Hohepriester: 17. Edelwild: 18. Goethesck)es Gedicht: 19. Stabt im alten Assyrien; 20. Waltier. — 'Stenn richtig gebildet, ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hinten gelesen, eine sprichwörtliche Redensart. Kreuzworträtsel. U 76 ZJ aC 77 -ii IQ 7J \l*t Von links nach rechts: 1. Gesangvogel; 4. Nadelholz: 8. griechischer Weiser; 9. Nebenfluß des Rheins; 11. Südamerikanischer Staat; 15. Tafelfisch; 16. alkoholisches Getränk; 17. schlechte Eigenschaft: 19. weiblicher Personenname; 22. Spottname der Amerikaner; 23. alkoholisches Getränk; 25. Hoherpriester; 26. Stabt in Württemberg; 27. Denkzeichen: 28. Raubtier. Bon oben nach unten: 1. englische Anrede: 2. Zeitabschnitt: 3. nordische Gottheit: 5. Nebenfluß der Donau; 6. kleiner Meerbusen; 7. Lebensbund; 8. körperliche Erfrischung; 10. weiblicher Personenname; 12. Trauerspiel von Brachvogel; 13. Naturerscheinung; 14. Stabt in Thüringen; 17. Festkleidung; 18. männlicher Personenname: 20. biblische Person: 21. altes Längenmaß; 22. Stammvater; 24. Laufvogel. Anfügurigsaufgabe. Aal — Tat — Elle — Alma — Elen — Eller — Ehre — Locke — Strich — Eis — Lias — Eid — Adel — Sau — Eger Vorstehenden Wörtern soll je ein Buchstabe vorn angefügt werden, so daß neue Wörter, und zwar wiederum Hauptwörter entstehen. Miteinander verbunden, ergeben diese eine sportliche Deranstalturrg. Scharade. Des ersten Hahn hat niemals dich geweckt, D's andern Unruh hat dich nie geschreckt, Des Ganzen Sck läge machten nie dich beben, Und sie verkürzten doch, o Mensch, dein Leben. Rechenaufgabe Aus den je einmal zu verrvekck>enden Ziffern 123456789 sollen eine ganze Zahl und zwei Brüche gebildet werden, deren Summe 5 beträgt. Gegeben sei 4|. Aus den noch nicht benutzten 6 Ziffern ist der andere Bruch herzustellen, a) so, daß im Zähler jede folgende Ziffer kleiner ist als die vorhergehende; b) so, daß im Nenner jede folgende Ziffer größer ist als die vorhergehende. Bruchstückaufgabe. Ha Asiatisches Gebirge cot Englischer Romandichter ouple Heiteres Lied ageno Stadt in Mecklenburg br Fluß in Spanien availla Französischer Künigsmörder olc Amphwie Aus vorstehenden Bruchstücken sind durch Anfügen von Anfangs- und Endbuchstaben Wörter zu bilden. Zusammengereiht ergeben diese je zwei Buchstaben der einzelnen Wörter, beidemal von oben nach unten gelesen, einen Kalendertag. Auflösungen. Silbenrätsel. 1. Desoe; 2. Edler; 3. Rupie; 4. Stummel; 5. Inserat: 6. Narzisse; 7. Dragoner; 8. Erdbeben; 9. Relief: 10. Emir: 11. Harpune; 12. Roßlau; 13. E dm und: 14. Debatte. Der Kinder Ehr«, der Eltern Freude. Kreuzworträtsel. ö T R I E D D n üf 3 BüBlHI 13 A 0HRIA raraBfo K_ 0. 5 0|BE!l giEiai 113 la ffl 4S ZT tim HBaamBQ IBBB QBBOÖB I00LB BfflGlI A L £ E. U F C _c H K A L T A L. 0 E Rösselsprung. Di« Berge sind schön von unten, Doch tausendmal schöner noch Jst's auf die Erde zu schauen Bon oben — so wolkenhoch. Gleich einem Vogel zu schweben Im blauen Lustbereich Und staunend schaudern und schwelgen — Nichts anderes kommt ihm gleich! Peuker. Verbindungsaufgabe. 1. Gehrock; 2. Armada; 3. Nummer; 4. Indien; 5. Sandale; 6. Stativ: 7. Daluta; 8. Primel. Karneval Verwandlungsaufgabe. Pose, (Tour, Reihe, Pater, Profil, Tatar, Sport, Barke, Wiege. Schalttag. Rätsel. Die Nacht. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom ÄedaktionStifch. Anekdolen von Tristan Bernhard. „Geschichten von Tristan Bernhard" erzählt Hans Reimann im neuesten Hest seines „Stachelschweins": Tristan Bernhard saß mit Georg Hermann zusammen und unterhielt sich mit ihm über moderne Literatur. „Mein Roman „Jettchen Gebert" wird jetzt ins Russische übersetzt," sagte Hermann. „Aha, erwiderte Bernhard, — Sowie t t ch e n Gebert..." — „Sind Sie eigentlich glücklich in Ihrer Shed" fragte ein Zudringlicher den witzigen Tristan. „Durchaus", entgegnete dieser. „Denn wir haben genau den entgegengesetzten Geschmack." „ilnb das nennen Sie glücklich?" ereiferte sich der andere. „Jawohl mein Herr. Meine Frau ist nämlich in mich verliebt — und ich in fiel“ (Ein Gemütlicher. Aus einer kleinen Hafenstadt wird in Reclams Universum die folgende Gefchichte erzählt: Wenn die Heringsfänger von ihrem Fischzug zurück- kehren, dann endet kein Tag ohne einen gewaltigen Rausch. Taumelt da neulich wieder einmal solch ein Fischer von der einen S.'ite der Straße nach der andern herüber. Meine Schwester will einen respektvollen Bogen um ihn beschreiben, um ihm aus dem Wege zu gehen, aber der Mann bleibt stehen und meint treuherzig: „Lassen Sie nur, Fräulein, die Bogen mach' ich!" kursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 19,45 bis 20,15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Sternhimmel im März — Die Sternbilder des Tierkreises", Vortrag von Prof. E. Eittig. 20,15 bis 21,15: Gastspiel Peter von der Osten. 21,15 bis 22,15: Bunter Abend. 22,30 bis 23: Von Berlin: Tanzkursus. Anschließend bis 0,30: Von Berlin: Tanzmusik. So-'ntanSk"e tt 3. ’iertre n. 'lvotveke' n-i, 2ß-£J8 R-rait Dr. Marx. Dr. Neumann. Htrichapolpere. Z-abnarzt: Dr. Jäger. v Sprachunterricht. 20 bis 20,15: Senckenberg-Viertelstunde: „Der Dau der Gebirge", Vortrag von Prof. Dr. Leuchs. 20,15 bis 21,15: Kammermusik. 21,15 bis 22,15: Konzert des Rundsuntorchesters. Donnerstag, 1. Marz. 13,30 bis 14,30: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunlorchesters: Russische Musik. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Don Kassel: „Stunde Haus und Garten". — „Die Herrichtung des Gemüsegartens 11", Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18,45 bis 19,15: Von Kassel: Stunde der Landwirtschaftskammer Kassel: „Kalkulationen in Der Landwirtschaft", Vortrag von Direktor Dr. Grauer von der Höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt Wolfs- anger. 19,15 bis 19,45: „Erlebnisse eines Elefantenjägers", Vortrag von Hans Schomburgk. 20,15: Nach Stuttgart: Abend der Gegensätze. 22,30 bis 23: Von Berlin: Tanzkursus. Anschließend bis 0,30: Don Berlin: Tanzmusik. Freitag, 2. März. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert, Volkstümliches Konzert. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Hausfrauen-Nachmittag, veranstaltet vom Haussrauenverein. Programm u. a.: „Die Frau im Munde des Volkes und des Dichters", Vortrag von Rettor Mer.el. 17,45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18,30 bis 19: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs. 19 bis 19,30: Stunde des Kulturlartells der modernen Arbeiterbewegung: „Deutsches Geistesleben in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts" (Fortsetzung), Vortrag von Conrad Brohwih. 19,30 bis 19,50: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20: Von der Liederhalle Stuttgart: Sinfonie-Konzert. Anschließend: Von Kassel: Ein Abend neuer flämischer Kunst. Darauf: Don Kassel: Spätlonzert der Kasseler Hauskapelle. Samstag, 3. März. 13 bis 14: Don Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16 bis 18,30: Vom Großen Schauspielhaus Berlin: Achte Sinfonie von Gustav Mahler, für zwei gemischte Chöre, Kno- benchor, Soli und großes Orchester. 18,30 bis 18,45: Der Briefkasten. 18,45 bis 19,15: Funkst ochschule: „Das deutsche Drama und Theater vom siebzehnten Jahrhundert bis zur Gegenwart", Dortrag von Prof. Dr. F anz Schultz. 19,15 bis 19,45: Stenographischer Fortbildungs- Kirchticke Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 26. Februar. Jnvocavll. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker; 6:, Pfarrasfistent Hertel. — Dohanneskirche. 9.30: Pforr- Verwalter Dotzert; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 6: Missionar Bachmann; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal, Missionar Bachmann. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kindergottesdienft, Pfarrer Lenz. — Reue Aula der Landesuniversität: 11.15: Universitätsgottesdienst; Predigt Professor D. Hans Schmidt. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1: Mainzlar. — Alten-Vuseck. 10: Alten-Buscck; 1' Trohe.— L!ch. 9.45: Beichte; 10: Stiftspfarrer Schor- lemmer; Hk. Abendmahl. Der Nachmittagsgottesdienst fällt aus. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottes- dienst; 11: Kinderkirche; 1.30: Passionsandacht. — Wiefeck. 10; 7.30: Passionsandacht. Mittwoch, den 29. Februar. Stadtkirche. 6 Uhr: 2. Passionsandacht, Pfarrer Mahr. — Lich. Abends 8 Uhr: Passionsandacht. Katholische Gemeinden. Samstag, den 25. Februar. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 26. Februar. 1. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit prs' digt; 11: Messe mit Predigt; 5.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. -- Hungen. 9.30: Hochamt mit Prediot. — Lich. 7,ou. Messe mit Predigt. ... Gießen. Dienstag und Freitag, abends 6.30 uijr, ist Fastenandacht. — Donnerstag, nachmittags b.vv Uhr, ist Be chtgelegenheit. — Freitag, vormittags 6 30 Uhr, ist Segensamt. _ Es zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von (Erica Grupe-Lörcher. 53 Fortsetzung Nachdruck verboten. Plötzlich hörte Melusine halblaut hinter sich ihren Namen nennen. Sie wandte sich zurück. Fritz Wen- «r stand vor ihr. Seine guten, ruhigen, warmen Augen suchten die ihren. Er bot ihr die Hand und hielt sie sekundenlang warm in der seinen umschlossen. Die ganze Trauungszeremonie über hatte er unter dem einzigen Gedanken gestanden: Würde das Schicksal wirklich von so furchtbarer Härte gegen ihn sein, daß er binnen wenigen Wochen Melusine hier an der Stelle ^nettes am Arme Bouoiers, am Altar sehen muhte? Er allein hatte vielleicht hier im Gewühl der Gäste und der Gratulanten Melusine schärfer ins Auge gefaßt und mit dem ahnenden, wachen Blick des Liebenden gesehen, wie unter ihrem höfli^n Lächeln ein verhüllter Schmerz lag, wie ihr Lächeln nur ein verirrtes war. Sie beide hatten sich gestern morgen zuletzt gesehen, als sie beide Raymond zur Abfahrt von Straßburg zum Bahnhof geleiteten. Den letzten Liebesdienst hatten sie beide ihm erwiesen. Jetzt, bei dieser Begegnung zwischen all den höf- lich-lächelnden. festlich geputzten Gästen dachten beide einen Moment an den Fernen. An den Bruder, an den Freund. Wenger sah, wie Melusine plötzlich mit ihrer inneren Erschütterung kämpfte. Er zog sie sanft an der Hand, die er noch in der seinen gehilten, etwas in eine Ecke der Sakristei aus dem Schwarm der andern. Sie wandt« den Gästen den Rücken und hob den Blick zu Wenger. „Daß Raymond mir das antun tonnte!" sagte sie sehr leise und mühte sich vergeblich, ihre Sti nme zu festigen. Da schoß ein heißer Strom von Hoffnung in ihm auf. Er fühlte, er mußte ihre weiche btimm-ung nutzen. In seiner großen, breitschulterigen Stattlichkeit, die sich nur mühsam in den konventionellen Gehrock zwängte, sagte er, etwas entgegen geneigt, zu ihr herab: „Daß Sie ihm das antun konnten, Melusine ...?" Don drinnen aus dem Hauptschiff der Kirche drang rauschend das Orgelspiel des Organisten, der noch während de« Cercfee ht der Sakristei weiter» spielte. Die majestätischen, brausenden Klänge voll erhobener Melodie ergriffen sie. O, was war doch das Spiel von Jean Paul Bouvier im Grunde so vergänglich, so irdisch, so menschenklein. So -ern allem Großen und Erhabenen. Hatte sie ihn je ein großes Werk spielen hören? Rur Saint-Saens, Gounod, auch Bizet, dann die italienischen Komponisten. Ader die axltentrürfte Schönheit der Sonate pakhätique von Beethoven, die edlen hellen Linien eines Mozart? Oder eines Wagner? Nie- mals! hätte Bouvier ausgerufen. Aber was konnte er im Grunde gegen feine Natur? Gegen die Art, wie das Schicksal nun einmal seine Persönlichkeit geformt! Die Hauptsache blieb immer, daß sich der Mensch zum Menschen sand. Und er liebte sie ja so sterblich, so stürmisch, sie war sein Alpha und fein Omega geworden — immer wieder versicherte er ihr das! Und doch — diese brennende Unruhe, die er immer wieder In ihr emporjagte! Oh, es war ein so unwürdiger Zustand! Und dem nun ein Ende bereiten, indem sie ihre Zustimmung zur Veröffentlichung ihrer Wahl gab und ihm als Weib folgte? Sie sehnte sich nach Ruhe. Nach einem Halt. Nach etwas liefern, Gutem, Verständnisvollem, in das sie sich verankern konnte. Gerade angesichts ihrer Abneigung, die sie gegen diesen Schwarm läch?l"der, plappernder, oberflächlich konversieren der Menschen empfand. »Fritz, wenn nachher während des Abends sich eine Gelegenheit bieten würde, daß ich mit Ihnen in Ruhe ein Wort abseits sprechen könnte?" fragte sie dann hast g. Das Herz schlug ihm plötzl.ch schwer ud dumpf bis zum Halse hinauf. Ahnte sie etwas von alledem, was er wußte — und — was er ihr sagen mußte? Sie sah ihm forfd)enb, bittend in die Augen. Ihr Vertrauen hob ihn innerlich empor, wie eine beseligend starke Woge. Vertrauen? War es n>cht der erste, der edelste, der selbstverständlichste notwendige Schritt — zur Liebe? „Verfügen S'e über mich, Melusine!" erw'derte er jetzt schnell, da rings eine Unruhe ausbrach und eine Anzahl der Gäste zur Seite trat, um dem sich verabsch edenden Brautpaare Platz zu machen. „Ich bin imm"r für Sie do, und Ihr Vertrauen mecht mich glücklich!" Draußen vor den Toren Straßburgs hatte sich das Schloß der greifen Baronin Hammerfchlag feit Jahrzehnten zum ersten Male wieder zu einem Feste gerüstet! Die weißen Hüllen waren rings von kostbaren Mvbeln in den Staats- und Emp- fangsraumen gesunken, die herrlichen Pcndulen in altfranzvsischer Kunst begannen wieder ihren leisen, feinen Pendelschlag in Gemeinschaft mit der kleinen goldenen Rokotouhr, die aus dem Kaminsims des Wohnzimmers stehend, allein hatte weiter ticken dürfen,--Jahr um Jahr, im langsamen aber unaufhaltsamen Vorwärtsrücken das Sch.ck sal der greifen Schloßherrin aus den Jahrzehnten des Grollens hinaus in diese neue strahlende Zeit mit dem Siege Frankreichs begleitend! Seit langen Jahren öffnete sich der langgestreckte Speisesaal, der vom Kuppelbau in der Mitte ab fast die ganze eine Hälfte der langgestreckten Vorderfront einnahm, wieder, und zeigte auf seidenweichem Damasttuche das ganze kostbare alte Famil ensilber, allen Reichtum an edlem Kristall und Porzellan, an einer langen Tafel, an die sich oben eine kleinere Quertafel anschloß. Duftiges Zwe gwerk rankte sich in schmaler feiner Girlande um die Teller, vermischt mit den kleinen zierlichen Blüten weißer Margueriten und Narz ssen. Weiße alabastergleiche Rosen schwankten in flachen Sri- stallscyalen. Alles war eine Sinfonie in Weiß, in Silber und mattglänzendem Kristall. Die alte Baronin Hammerschlag hatte als erste unmittelbar hinter dem zweisitzigen Coups des jungen Brautpaares die Kirche verlassen und war in ihr Schloß hinausgefahren, um als Hausherrin nun die Gäste zu bewillkommnen. Ihre Tochter Helene beg'eitetc sie wieder. Die Fahrt verlief sehr schweigsam. Baronin Helene gedachte ihrer eigenen Hochzeit, und wie still jenes Fest gewesen war, unter der harten Ablehnung ihrer eigenen Mutter, da sie einem Preußen die Hand gereicht. Sie dachte daran, wie der Geist ihres Gatten in seinem Sohne nun wieder aufgewacht war, wie das deutsche Blut, das Raymond von seinem Vater empfangen, in ihm sich jetzt zu regen begonnen und ihn mit verwundetem Herzen von der eigenen He-mat fort- getrieben, weil diese ihm jetzt zur Fremde geworden roar. Und sie dachte daran, wie der unselige Zwiespalt der nationalen Empfindungen in ihrem Geschlechte nicht mehr zur Ruhe kommen würde—! Wahrend Baronin Helene sich noch unter den Händen der Kammerfrau ihrer Mutter zur Ge- sellschnftstoilette umfrisieren lleß, schritt die alte Schloßherrin, auf ihren Krückstock gestutzt, vorne langsam von Zimmer zu Zimmer. Der alte Iac gues überprüfte nochmals zum Schluffe den Speise faal. „Du hast deine Sache gut gemacht, mein Alter," lobte sie, „man sieht, es hat dir Freude bereitet, das alles heute herzurichten!" Er lächelte mit der diskreten Höflichkeit, die er sich in feinem langen Domestikenleben zu eigen gewacht. In den dunklen Augen unter den buschigen schneeweißen Brauen stand ein Leuchten: „Es hat Madame viel Mühe und Umstände bereitet, so an die sechzig Gäste im eigenen Hause! Aber — es ist doch etwas anderes Madame, etwas Standesgemäßeres, als wenn die Herrschaften heute irgendwo in einem Hotel an einer Gasthaustafel säßen!" ,Ha, nun haben wir wieder einmal eine junge Baronin Ha mm erschlag in der Familie, Jacques," meinte sie sinnend, und dann setzte sie schmerzlich hinzu: „Wer weiß, ob ich je meine andere Enkelin mit Augen sehen werde?" Der alte Jacques ließ einen bekümmerten Blick über das letzte silberne Flaschenbricken gleiten, das er noch in seiner weißbehcmdschuhten Hand hielt, um es aufzusetzen. „Ja, Madame, daß wir den jungen Baron Raymond verlieren mußten, — für die ganzen Traditionen der Familie von Madame ...!" Sie senkte das Haupt. Draußen war ein Herrli.-her klarer Wintertag aufgestiegen. Glitzernd sprangen die Sonnenstrahlen über die verschneiten alten Bäume des Parkes und fielen in langen zitternden strahlen in den Saal. Der reiche Prismenbehang des großen Kronleuchters blitzte in tausend winzigen bunten Fünkchen auf. Ein Sonmenstrahl lag auch auf dem weißen Scheitel. „Ja, daß wir den verlieren mußten ... an dieses kleine Preußen!" — sagte sie im Gedankengang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts heraus, in denen sie die härtesten Schicksalsschläge ihres Lebens empfangen hatte, „an dieses kleine Preußen, — das wir nun endlich wieder nieder - gerungen haben!" Draußen klang ein Rattern und Rauschen aus der Landstraße. Die ersten Gäste kamen. Die greife Baronin richtete sich auf. Niemand sollte ihr heute den geheimen Kummer anmerken. Und in starker Selbstbeherrschung war sie wieder die Dame der großen Welt. Fortsetzung folgt.) Wenn Sie klug sind tieben Sie nichts auf äußere Ausstattung, denn nicht Äußerlichkeit und preis - der innere Wert - entscheidet. Mik den echlen Kelchel-Enenxen bereiten Sie sich Ihre Liköre, Ärannttyeine etc. zu Hause für halben Preis selbst und misten was Sie trinken. In Vieser Erkenntnis wurden schon Millionen Überzeugt. Reichel-Estenzen sind der Extrakt der gleichen echten llrstoffe, aus denen auch die teuersten Liköre bestehen und vereinen so Qualität mit Billigkeit. Erhältlich in Drogerien und Apoth., echt aber nur mit Marke „Lichtherz". Or. 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Gegenwärtig werden alle möglichen Arten von Kön ginr.e , ernannt, argu- m.eatier'e aus der en-scheideuden Sitzung ein Ilvaghrariger Künstler, die Königin der Mode, 5ec Näherinnen. der Marktsrauen, der Filrn- ichauspie.'erinne.i, und der liebe Gott weis) allein, reiche Königinnen un3 die Zukunft noch be- 'cheren wird. Da erhob sich Dr. Jules Lebois, >i n Arzt, und erklär:«, daß die Königin des Selächters, bzw. ihre Wahl eine große Propaganda für das Lachen sein werde. Die Mehr» ,«hl der Menschen, sagt er, weih nicht, von welch großem hygienischen Wert das Lachen ist. Es beruhigt die Neeven, erregt ein angenehmes Ge- iü.s»l und bereitet das Hirn vorzüglich auf die Aübeit vor. Wer gut lachen kann, kann auch gut arbeiten... Lebois erzäyl:e dann, das) mit der :vorstehenden Wahl die französischen Künstler eigentlich einen allen Weg be chreiten. denn in bei Vereinigten Staaten hät.e bereits einmal eine „Königin des Lachens" gelebt. Es wir vor mehreren Jahrzehnten, da wohnte in Neuyork ei ne Frau Helene Harley, die dadurch bc- !a_nnt war, daß sie 35 Minuten lang ununter- braxhen lachen konnte, und zwar immer, wenn |ie gerade dazu ausgesordert wurde. Diese ihre Wissenschaft lehrte sie dann auch anderen. Sie behaupte:^ daß man mit Lachen Krankheiten heilen könne und eröffnete ein Bureau. Die Menschen strömten nur so hin. Nervöse, Melancholiker, Berzweiselte, Pessimisten und andere b«ellsch-Kranke, die Helene Harley geheilt verließen. Die amerikanischen Aerzle zeigten sie an, und die Gerichte zogen sie zur Verantwortung. Sie bat die Rich er jedoch, einmal ihre Patienten jn hören. 41 Männer und Frauen traten vor die Schranken, und zwar darum, weil mehr nicht In. den Saal hineingingen. — Hier sind meine Schüler, sagte Frau Helene Harley, diese werde, bezeugen, was ich kann, uni) jetzt: ha ha ha... alle 41 Zeugen begannen plötzlich zu lachen, ci n lautes, alle mitreißendes Gelächter er- schlitterte den Raum. Rach einigen Sekunden lachten auch die Anwälte und die Richter. Es lernte sich keiner des Lachens erwehren. Frau tzarley wurde freigesprochen, und zwar eben- salls unter Geiächlec. Die R ch ec erklärten, daß der, dec so lachen könne, kein Uebeltäter sei. — So weit der Bericht Dr. Jules Lebois. Und die Pariser Expressionisten werden in wenigen Togen beschließen, welche Frau oder welches Mädchen der Seine-Stadt die Würde einer Ko- ntflln des Lachens erhalten soll. Der Photographier-Automat. (a) Reuyork. DaS Letzte de« Letzten auf dem Gebiete der automatischen Bedienung menschlicher Wünsche Ist eine Photographiermaschine, mit der in den Bereinigten Staaten, wo sie selbstverständlich zurrst ausgetreten ist. binnen einem Monat 20 Millionen Mark verdient wurden. Die Maschine besteht aus einem 2 Meter im Geviert messenden Nobinett. Dort setzest du dich hin. als ob du telephonieren wolltest. Vor dir befindet sich ein Keloeinwurf. Du steckst eine Mark hinein, und ein weißes Licht flammt auf. Du wirst nämlich photographiert, und du hast 33 Sekunden Zeit, In denen du alle Gesichter schneiden, alle Posen eiimehmen darfst, die dir gerade einfallen und dxrlche du deiner Mitwelt zu überliefern wünschst, o^nc durch die Anwesenheit eines lästigen Men- s-hen gestört zu sein, der dir sagt „bitte recht freundlich" oder „halten Sie Ihren Kopf etwas mehr links". Du kannst alles tun und lassen, toc« du willst, kannst aussehen wie Friedrich be-r Große und Napoleon in einer Person, kannst freundlich lächeln oder den Gesichtsausdruck zu Dopier bringen, den du haft, wenn man dir eine Rechnung präsentiert. Du kannst die Zigarre im Munde behalten, du brauchst es auch nicht zu hin. und bist du ein Mädchen, kannst du sehen, toic dein Bubikopf von vorn und von hinten amssieht. Acht Aufnahmen kannst du Herstellen la ssen. Den strahlenden B'ick kannst du probieren, ka nnft versuchen, wie Gloria Swanson auszu- setzen. Du kannst mit dir selber kokettieren. Bist bm fertig mit d eser Zeitlupenaufnahme all deiner „ Weblingsposen, dann brauchst du nicht stunden- la ng zu warten. Noch ehe du dein leibliches Selbst aus der Konterfeiftellung in normalen Zaistand zurückgebracht hast, sch eßen schon die ledig gedruckten Photographien hervor. Du beuchst nicht zu fürchten, daß dein Verbrecher- auSdruck oder deine völlige Verblödung erst durch bbt Hände suchender Menschen geht, dir ihrerseits ih-ren Niederschlag auf die papierne Ewigkeit -Qu linden trachten. Ist s ein Wunder, daß man in ben Vereinigten Staaten damit 20 Millionen Mark verdient hat? Der Diamant int Linsengericht (f) London. Stau, der erstgeborene Sohn Isaaks, hat. wie m,an weiß, mit Linsen schlechte Erfahrungen ge- -n.ccht. Daran wird man erinnert, wenn man icfljt die absonderliche Geschichte hört, die gegenwärtig das Interesse der gesamten englischen jiriftentoclt erregt. Der sehr ehrenwerte Beamte des Foreign Okssice, John Spear, bzw. seine ihm rechtmäßig angetraute Ehegatiin, hakle dem gemein- lauten dreijährigen Söhnchen vor einigen Tagen Lrasen zu essen gegeben, was an sich nicht un° revöhnlich ist und weiter auch nicht erwähnens- Mt wäre. Der K rabe aß von den Linsen, die zitier Konservenbüchse entnommen waren, ziemlich viel, was zur Folge hatte, daß er in der A.acht über Uebclfeit zu klagen begann und - vir sagt man doch? - die Speise nicht bei sich behalten konnte. Aber auch das verwtznw nicht be r Mühe, erzählt zu werden, da es nicht einmal besonders ästhetisch ist. Nun kommt aber das Wundersame an der ganzen Angelegenheit. 9er Arzt, den die besorgten Eltern ßerbemefen. ga_b dem Jungen ein Bcruhigungs^ulvor. unterste die wieder zutage geforderten Linsen — inrb fand in ihnen einen Diamanten, dessen Wert ein Juwelier spater auf 153 Psund Sterl. fchLtzte: „Es ist einer der reinsten tasmanischen Diamanten", sagte er. .den ich je gesehen habe"! Als nun der Konseroenhänd.'er, bei dem die Familie Spear einzukausen p legt, von dem Vorfall hörte, wollte er den Stein zurückhaben. „John Spear", so erklärte er. „hat bei mir nur Linsen, nicht aber Diamanten gckaust und bezahlt, also gehört der Edelstein mir und keinem anderen." Der Händler erreichte eS denn auch, daß der Diamant aus Grund einer einstweiligen Verfügung gerichtlich beschlagnahmt wurde, und nun sollen weise Richter eine endgültige Entscheidung tref en. Darauf, wie diese auSfclfen wird, ist man nun gespannt. Wern gehört der Stein? — Eine Dockorsrage! Johnson HickS und das „schwache Geschlecht" (f) London. Daß auch der stolzeste Brite vor Frauen zitrern kann, ist zur Genüge bekannt und vielleicht nicht einmal se.ne schle hteste Eigenschaft, ilebrigenö darf man auch nicht vergessen, daß England die Heimat dec allerdings schon etwas überholten Ou.fragettc ist. Aber was jetzt dem allmächtigen 3nre. m ni er Sir Wil iam Johnson Hicks passierte, des en 5)om erteilen selbst sowje.'russische Geheimt.e ors nicht standhiellen. ist im ‘Bereinigten Königreich doch nicht ohne Echo geblieben. Also: besagter Sir William war Ehrengast bei einer Fe erlich:e'.t der be.ühmten Hampton Gram- mar School und sollte dort eine für die Jugend heilsame Rede reden. Das tat er denn auch, und an den Schluß seiner Ausführungen setzte er die Warnung: „Hütet eure Zungen I Darunter verstehe ich," so fuhr er fort, „daß ihr nicht viel schwatzt. Ein Mann spricht nur dann, wenn er etwas zu sagen hat. Bedenket wohl, was ihr sagen wollt. Seid keine schwatzhaften Frauen!" Aber, siehe da, bei diesen Worten überzog eine tie e Röte die Züge des Innenministers Seiner britischen Majestät, und man sah, daß er das was eben seinem Munde entschlüpft war, gern zurückgenommen hä: e. „Seht ihr," fuhr er lächelnd fort, „Wasser habe ich gepredigt und Wein getrunken. Auch ich habe jetzt etwas gesagt, was man lieber nicht hätte sagen sollen." — ilnö nach einigen Augenblicken peinlichen Schweige s: „Heute kann ich übrigens noch so reden, da das Ehesche dungs- recht noch nicht radikal durchgeführt worden ist. Sollte dies jedoch einst der Fall fein, bann Gnade Gott dem Innenminister, dec von schwah- ha len Frauen spricht!" Soweit Sir William vor der hoffnungsvollen männlichen Jugend der Hampton Grammar School, die ihn stürmisch nach Jungensart aus- lachle. — Hab die liberale Opposition hat ein unbezahlbares Plakat sür den kommenden Wahlkampf. Fromme Soldaten. (r) Amsterdam. Folgende reizende Anekdote erzählt ein holländisches Blatt: Bei seiner Sonntagspredigt in ter Dürgerkirche einer kleinen Garnisonstadt erblickt der Pfarrer einen Unteroffizier, der andächtig seinen Ausführungen auf der Kanzel lauscht. Erfreut über das augenscheinliche Bedürfnis vieler rauhen Kriegerseele. daS Wort Gottes au hören, fängt der Pfarrer den Soldaten nach dem Gottesdienst vor der Kirche ab, beglückwünscht ihn zu feiner Frömmigkeit und drückt ihm ein ansehnliches Geldstück in die Hand. Als er am nächsten Sonntag die Kanzel betrat, liefen ihm die Augen üler. Sie ganze Kirche war mit uniformierten Zuhörern überfüllt. Genußreiche Kunst. (a) Neuyork. Lee Foaler ist das kommende Genie der Vereinigten Staaten. Er hat soeben in Evansville (Jndiania) eine private Ausstellung feiner Bilder veransta ket, die ihrer Eigenart wegen das unerhörteste Aufsehen erregte. Ec malt nicht etwa futuristisch oder kubistisch, nein, was einem in dieser Ausstellung, fein säuberlich numeriert, an Gemälden vor die Augen kommt, sind fast durchweg technisch nicht übel gemalte — Blumen- stilleben in impressionistischer Art. Was aber ihre ureigenste, ur-soalerischste Note anbetrifft, so ist das der ilinftanö, daß Lee Foaler diese seine Werke gewissermaßen auch — mit der Nase gemalt yat. Er hat sich, wie in einer kleinen Berteidigungs- schri t ausgesührt wird, die man beim Eintritt in die Ausstellung gratis erhält, schon seit Jahren mit der schwerwiegenden Frage beschäftigt, ob die malerische Ausdrucksmöglichkeit den ganzen sinnlichen Zauber einer Blume erschöpfen könne, und hat die Frage aufrichtig verneinen müffen. Die neue Kunst sucht allenthalben nach neuen Ausdrucksmitleln: in der Musik z. B. greift man jetzt schon zu Lärminstrumenten, Kinderklappern und Nebelsirenen, um das moderne Leben auch in der Tonwelt so intensiv wie nur möglich nachgestalten zu können. Warum solle also auch nicht der Ma'er sich nach neuen, bisher in Indolenz noch nicht in Anspruch genommenen Mög ichkeiten umschen, um die von ihm darzustellenben Schönheiten der Welt im umfassendsten, lebendigsten Sinne auf die Leinwand zu zaubern? Er. Lee Foaler, habe den Mut gehabt, die Konsequenz aus dieser Betrachtung zu ziehen, und deshalb auf den von ihm gema'ten Blumenstücken die Farben mit den entsprechenden Essenzen und Parfüms durch etzt — wobei er Bedacht darauf genommen habe, sich der feinsten und ha töarsten Essenzen der kosmetischen Industrie zu bedienen. — und so seien seine Bilder, wovon sich jeder Besucher überzeugen könne, nicht nur Farben, sondern Duft- Symphonien. Und in der Tat. die Veilchen auf seinen Bildern haben einen schwachen Du t nach Veilchen und die Rosen riechen ent ernt so wie wirkliche. Ist das nicht fabelhaft? Aber leider zeigt sich auch im Falle Lee Foa'ers die Wahrheit des alten Satzes, daß der Prophet nichts gilt in feinem Vaterlande. Die böse Kritik der Presse — doch las en wir sie selbst sprechen. „Unserer kosmetischen Industrie dürfte demnach ein ungeahnter, getra tiger Au schwung be- vorstehen. Das Prinzip Herrn Lee Foalers, uns nur .umfassende" Abbilder bet Natur vorzu- sehen, ist höchst anerkennenswert, aber er müßte dann auch so ehrlich konsequent sein, «eine Blumen so zu malen, daß sie wie ihre Vorbilder allmählich welken und eingeben, was ja auch kein großer Verlust wäre. Schön, seine Fliedecdolden geben sich die größte Mühe, so zu duften wie richtiger Flieder: wir können aber nicht einsehen. was damit gewonnen worden ist. Dann hätte das Herrchen sich doch lieber einen Strauß echten Flieders kaufen sollen, das wäre eine einmalige und nicht so exorbitante Ausgabe gewesen wie die Erwerbung und Verschwendung kostspieliger Parfüms am untauglichen Objekt!" Man hat das Gefühl, daß diese Kritik einen rauhen, aber aufrichtigen Ton liebt. Man stelle sich einmal vor, auch das Kunstgewerbe würde sich dieser neuen „Richtung" bemächtigen: dann würde der Welt eines Tages von einem unternehmungslustigen Hotelier die künstlerisch ausgeführte — Speisekarte geschenkt, aus der der Name jedes Gerichts den ihm eigenen Duft ausströmte —. Eine Zukunftsmöglichkeit, die ja gar nicht auszudenken ist! Wann ist eine Steuerschuld rechtzeitig entrichtet? fRegierunggrat Dr. ploch, Schotten. Jede Steuerschuld ist spätestens am Fälligkeitstage zu entrichten. Wann eine Steuer fällig ist, ergibt sich entweder aus den gesetzlichen Bestimmungen (z. D. die Lohnsteuer! oder aus dem Steuerbescheid. Ist z. B. als Fälligkeitstag der 15. Februar bestimmt, so bedeutet dies, daß als letzter Tag der Einzahlung der 15. Februar gilt und daß nach Ablauf dieses Tages die nicht gezahlte Steuerschuld zu verzinsen ist. Wann ist nun eine Steuerschuld rechtzeitig gezahlt? Nach § 26j DGB sind Schulden grundsätzlich Holschulden. d. h. der Gläubiger muß holen. Dieser Grundsatz er'eidet jedoch eine wichtige Ausnahme Geldschulden sind nach 8 2i0 DGB. in der Regel Bringschulden. Aus die Ausnahmen feil hier nicht näher eingeqangen werden. Das Rechtsfprichwort lautet: Geld reist auf Schuldners Kosten und Gefahr. Also eine Geldschuld hat der Schuldner auf seine Gefahr und Kosten dem Gläubiger an dessen Wohnsitz zu übermitteln. Was folgert hieraus für die Steuerschulden? Die Steuer müßte grundsätzlich am Fälligkeitstage schon tm Besitz des Steuer- gläubigers fein und eine Übersendung, welche durch ein Verschulden oder eine Verzögerung der Uebcr endcanstalt später eintrifft, müßte von dem Schuldner vertreten werden. Dieser Grundsatz wird jedoch nicht in seiner ganzen Strenge durchgeführt. Während im allgemeinen eine Schuld erst dann beglichen ist, wenn die Zahlung bei dem Gläubiger cincegangen ist und er darüber verfügen kann, zeigt das Reich hierin seinen Schuldnern gegenüber großes @ntg:genfomm.n. Die n:ue R.i :s a'sen-rdnung, welche am 1. April L 3. in Kraft tritt, sich aber in diesem Fall mit den bereits seither in Geltung befindlichen Bestimmungen im wesentlichen deckt, gibt in § 37 eine Begriffsbestimmung über den Einzahlungstag. Unter Einzahlungsiag versteht man den Tag, an dem die Einzahlung entrichtet, also die Forderung wirklich beglichen ist. Wann die Einzahlung tolrffam entrichtet ist, entscheidet sich danach, oo sie: 1. durch Ilebergabe oder Uebersendung von Zahlungsmitteln an die Kasse unmittelbar, 2. durch Ucberweisung aus das Postscheckkonto der Kasse oder durch Einzahlung mittels Postschecks, 3. durch sonstige üe&ertoclrunq (Bank usw.), 4. durch Einzahlung mit Zählkarte oder Postanweisung erfolgt ist. Zu 1. Uebcrglbt bet Steuerschuldner den Einzah- lungsbetrag in Geld oder sonstigen Zahlungsmitteln (Schecke. Postscheck- und Reichsbanküber- toeifungfca’tfträge, ausnahmsweise euch Wech'el) an der Kasse unmittelbar ab, so gut selbstverständlich der Tag der Uebergabe als Zahlungstag. Dem Vorgang der Bareinzahlung steht es gleich, wenn etwa die Zahlungsmittel in einen Dries eingelegt und durch die Post oder sonstige Vermck lungsanstalt an die Kasse eingeschickt werden. In diesem Fall gilt die Zahlung erst als bewirkt, wenn das Geld usw. bei der Kasse eingebt. An und für sich kann bei Postscheck- und Reichs- barMbertoeifungdauftrigen und bei Schecken die Kasse erst über den 'Betrag verfügen, wenn er ihr gutgeschrieben worden ist. Trotzdem werden sie hier der Ilebergabe von Bargeld gleich- gefteft, was eine wesentliche Vergünstigung für den Zahlungspflichtigen bedeutet, da hier der Zinsverlust von dem Reich getragen wird. Zu 2. Besitzt der Zahlungspflichtige ein Postscheckkonto und bedient er sich der Einzahlung durch Postscheck oder W Ucberweisung auf das Postscheckkonto der Kasse, so gilt als Einzahlungstag der Tag, welcher sich aus dem Tagesstemvel- abdruck des Postscheckamtes ergibt. Die Überweisung muß also hier so rechtzeitig an das Postscheckamt abgesandt werden. daß fie bei die'em mit dem Tagesstemp l'bdruck des Fäl'iqkeitltaees versehen to:rb. Ein we't res ®"tgeccn!omnmn. das darin besteht, hier schon den Tag gelten zu faf'en, an dem der PostsHeck oder der Ueberweisungs- auftrag an die Poft zwecks Weiter'ührun-g an das Postscheckamt übergeben worden ist, wurde ab- gelehnt. Zu 3. Ueberweift der Schuldner den Ein-aßl'mgs- betran auf sonstige Weise, atTo auf das Konto der Kasse bei Geldanstacken (Reichsbank u. dgl.), so liegt an und für sich die Möglichkeit nahe, auch hier als Einzahlung-tag den Tag ge'ten zu lassen, an welchem der Ueberweifungsauftrag bei der Geldanstalt cinqeßt, ähnlich wie beim Postscheckamt. Da es sich jedoch bei den Geld- anftaltcn im wesentlichen um Privatinstitute handelt. welche in einem anderen Verhältnis zum Reiche stehen, wie die Reichspost, und welche vorwiegend auf ihr Privatinteresse bedacht find, so besteht natürlich die Gefahr, daß der Betrag der Kasse zu spät gutgeschrieben wird und das Reich dadurch Zinsverluste erleidet. Deshalb ist hier beftiT-mt worden, daß bei ilebcrttrifungcn auf das Konto der Kasse bei Geldanstalten der Taq gilt, an welchem der Betrag der Kasse tatsächlich gutgeschrieben wird. Es ist auch ohne Bedcn'tung. daß die Bank etwa die Gutschrift zurückdatiert, denn maßgebend allein ist der?eit- pun't. an welchem sie tatsach'ich au3gcrübrt worden ist. Der Zahlun-ispflichtige muß sich also bei derarügen Ueberwrisungen vorher ve sichern, daß die Gutschrift rechtzeitig erfoW. um nicht Gefahr zu lau'en. doch noch Der uaszinsen zahlen >u müssen. Immerhin wird in die'em Fall die Kasse den Zahlungspflichtigen darauf aufmerksam machen, daß seine Zahlung — u. U. durch Verschulden der Dank — zu spät erfolgt ist. Zu 4. ES bleibt noch der Fall zu betrachten, daß die Schuld mit Zählkarte oder durch Postanweisung entrichtet wird. Wenn auch hier der ‘Betrag bei der Kasse erst einige Tage später eingeht, so soll trotzdem die Zahlung schon an dem Tage als bewirkt angesehen werden, der sich aus dem Tagesstempelabdruck der Aufgale.-o'ian' a t ergibt. Die Schuld ist also hier rechtzeitig getilgt, wenn der ‘Betrag so entrichtet wird, daß er am Fälligkeitstage bei irgendeiner Postanstalt eingezahlt wird. Alle diese Bestimmungen über den Ginzah- lungstag bedeuten zum Teil die vorzeitige Anerkennung einer Einzahlung, die oft schon dann als entrichtet angesehen wird, wenn die K isse über den Betrag noch nicht verfügen kann, der Einzahlende sich aber seiner schon entäußert hat, um ihn der Kasse zur Verfügung zu stellen. Das Reich verzichtet damit unter den angebenen Voraussetzungen auf den durch das bürgerliche Recht begründeten Anspruch, einen gefd)urö.ten Betrag bereits am Fälligkeitstag zu erhalten. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die allgemeine Börsensituation konnte in dieser Woche keine merkliche Aenderung erfahre.!. Die Stimmung blieb außerordentlich lustlos und zurückhaltend, und es machte sich wieder größere Unsicherheit bemerkbar. Die Umsätze bewegten sich in äußerst engem Rahmen, und zeitweise bot sich an der Börse das Bild einer vollkommenen Geschäftslosigkeit. Aus dieser Erschlasfung konnte die Börse auch nicht durch einige sehr günstige Momente herausgerissen werden. So blieb die Annahme der Freigab e b 111 entgegen den meist gehegten Hoffnungen auf die Gestaltung der Tendenz ohne anregende Wirkung. Im Gegentil schritt die Spekulation daraufhin zu Glattstellungen ihrer Positionen in Freigabewerten, und die Haltung schwächte sich daraufhin allgemein ab. Man verwies in Börsenkreisen daraus, dah die Annahme der Freigabevor'.age bereits ermattet und hinreichend eslomptiert worderi sei. Außerdem sprach man von der Ungewißheit über die Höhe der zur Auszahlung gelangenden Summen und den einzelnen Klauseln und Bestimmungen deS Gesetzes. Die eigentliche Ursache der Schwäche war jedr^h das vollkommene Versagen der zweit en Hand und die große Enttäuschung darüber an der Börse. Denn wieder ließ sich das private Publikum aus seiner Jnter- esfe'o.igleit nicht aufrütteln und blieb d?m Mar.te weiter vollkommen fern. Dieser Ordermangel war wieder das Kennzeichen der a'lgemei/.en Lage, und darum blieb auch die zwecke wichtige Tatsache dieser Woche, die Beilegung des Konfliktes in der Metallindustrie durch die Verbind ichkeitser.lärung des Schiedsspruches ohne merklichen Einfluß Auch hier führte man wieder als Grund da ür an, daß diese Verbind.ichfeitser lärung allerseits erwartet worden sei. Ohne Einfluß aus die Stimmung blieb auch die Tatsache, dah am Geldmarkt endlich eine süh 1 bare Erleichterung für Tagesgeld eintrat. Der Satz dafür wurde auf 6 Prozent ermäßigt, doch b.ieb auch dann das Angebot noch groß. Anderseits au ,cr- ordent ich verstimmend mitten mußte die stark gesteigerte Passivität der deutschen Handelsbilanz für Januar, die sowohl auf eine Zunahme der Einfuhr, als auch auf einen Rückgang der Ausfuhr zurückzufiihren ist. wodurch ein im Vorjahre nicht erreichter Einfuhrüberschuß von über 500 Millionen Mark hervorgerufen wurde. Gegen die vergangene Woche ergaben sich a u s den mel ft en 211 Ostgebieten Kursrückgänge r on 2 bis 5 Prozent, was in Anbetracht des bereits wi.der stark gesenkten Kursniveaus stär er ins Gewicht fällt. Von Freigabewerten verloren Berliner Hanl:els- gesellschack 4 Prozent, Scheideanstack 6 Prozent und Holzverkohlung 5 Prozent. Nordd. Lloyd gaben 3 Prozent nach, nur Hapag konnten sich gut behaupten. Etwas größere Kurseinbußen gab es am Elektromarkt für Bergmann, Licht & Kraft und Lahmeyer, die bis 8 Prozent nachgaben. Am Renten markt waren deutsche Anleihen vernachlässigt und schwächer, besold-rs Neubesitzanfeihe waren angeboten. In tür ildjen Renten zeigte sich zeitweise etwas regeres Geschäft zu erhöhten Kursen, da die Fortschritte in den türkischen Schuldenverhandlungen anregten. Am Devisenmarkt lag die Mark sehr fest. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Gegenüber den vergangenen Wochen konnte sich am Frankfurter Produktenmarkt in dieser Woche ein lebhafteres Geschäft entwickeln. Stimulierend wirten die festeren amerikanischen Dotierungen und die günstig lautenden Berichte des Auslandes, so daß eine merkliche Entspannung der Mark.läge zu bemerken war und die Händler aus ihrer sonstigen Zurückhaltung heraustraten. Das Angebot war im allgemeinen nicht sehr groß, so daß der Nachfrage nicht immer Rechnung getragen werden konnte. Haupt ächl.ch wu.de viel Ware von der zweiten Hand ^rückgehalten in der Hoffnung immer noch höhere Preise erzielen zu können. In Weizen beste Qualitäten wurden größere Deckungen vorgenommen, da aber i* Damen-Wäsche in reicher Auswahl zu bilhgstenPreisen C. O. Reuter Spezialhaus f. Wäscheausstat'ungen 21671 VaS Angebot ziemlich klein war, konnten hier beträchtlich höhere Preise erzielt werden. Auch für spätere Lieferungen machte sich lebhafteres Interesse bemerkbar. In Roggen war das Geschäft gegenüber den sonstigen Märkten kaum verändert. Im Einklang mit dem lebhafteren Getreidegeschäft konnte sich seit langer Zeit wieder regeres Geschäft am M e h l m a r k t entwickeln; hauptsächlich Roggenmehl hatte lebhaftere Umsätze zu verzeichnen. Der Futter- m i t t e l m a r k t konnte keine besondere Dsle- bung erfahren. Die zweite Hand gab größere Bestände an den Markt, die kaum Ausnahme fanden. In Braugerste wurden von feiten der Brauereien wieder größere Deckungen vorgenommen; auch die Industrie nahm größere Posten aus dem Markte. Mais wurde nur noch in geringem Umfange von der Landwirtschaft gelaust. Der Kartoffelmarkt verkehrte in lustloser Haltung bei ermäßigten Preisen. Auch zum Wochenschluß blieb die allgemeine Tendenz fest. Die festen ausländischen Märkte konnten sich weiter günstig auswirken. Kleie konnte sich auch etwas beleben. Hier ist der Umsatz aber immer noch klein. Die Händler boten Kleie für spätere Termins zu bedeutend höheren Preisen an; doch halten hier die Käufer ziemlich zurück. Braugerste hatte bei Preisen über Notiz größere Nachfrage zu verzeichnen. 3m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche waren Weizen 1 und Gerste je 1 Mk., Roggenmehl 1,25 Mk., Roggen 0,50 Mk., Weizenmehl 0,75 Mk., Roggen 0,50 Ml., Hafer inl„ Mais für Futter und andere Gloede je 0,25 Mk. teurer. Weizenkleir zog 0,11 Mk. im Preise an. Weizen 3 und Roggenmchl blieben behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 1: 25,50, Weizen 2: —, Weizen 3. 22,75—23,25, Roggen 25, Sommergerste 28—31, Hofer inl. 24—24,53, Mais für Futterzwecke 22,75, Mais für andere Zwecke 23,45, Weizenmehl 37—37,50, Roggenmehl 34 bis I 36,25, Weizenkleie 14—14,25. Roggenklcie 15 bis I 15,25. Oie schlechte Handelsbilanz. Im Januar 1928 stand einer brutschen Einfuhr von 1370 eine Ausfuhr von nur 832 Millionen Mark gegenüber. Das ist die h ö ch st e Passivität, die wir Jett Jahr und Tag gehabt haben. Sie übersteigt die durchschnittliche, sehr hohe Passivität des Vorjahres mit 537,9 gegen 326 im Monat um ein erhebliches und ist geeignet, ernste Besorgnisse Hervorzurusen, auch wenn man dabei mit saifonmäßigen Einflüssen argumentieren und die Abrechnungen im Niederlageverkehr zu Hilfe nehmen kann. Denn schließlich galten auch dieselben Arguminte schon für den Januar des Vorjahres, und damals betrug die Passivität nur 295 Millionen, wobei die Ausfuhrzisser nicht wesentlich geringer war als die diesjährige. Man hat sich nun allerdings daran gewöhnt, und nicht mit Anrecht, dieser statistischen Feststellung einer regelmäßigen Passivität der deutschen Außenhandelsbilanz ein geringeres Gewicht beizume'sen, als man ihr früher zuerkannte. Man sagt sich nicht ganz ohne Grund, daß sie eher eine Folgeerscheinung der abgesch'vs^enen Auslandsdorlehen sei, die ja schließlich nicht anders als in Form von Gütern den Weg ins Land finden können, als die Grundursache für die Notwendigkeit solcher Anleihen, mit deren Hilfe bisher die Zahlungsbilanz ausgeglichen wird. Aber schließlich können wir nicht immerzu und unbegrenzt Ausländsanleihen aufnehmen, und dann muß einmal der Augenblick kommen, wo eine klare Entscheidung über die Frage fällt, ob diese fortgesetzte Passivität zu vermeiden ist, sobald keine neuen, in Deutschland anlagesuchenden Gelder des Auslandes den Kanal für die übermäßig starke Einfuhr offen halten. Den Hauptposten dec deutschen Einfuhr stellen natürlich Rohstoffe und Halbfabrikate, die auch in diesem Monat wieder gestiegen sind; ober daneben kommen doch auch in sehr erheblicher Menge Lebensmittel, Getränke und fertige Waren in Betracht, die. oberflächlich betrachtet, einigermaßen entbehrlich erscheinen. Leider trennt die regelmäßig bekannt gegebene Außenhandelsbilanz die Güternachweisung nicht in der Form, daß man daraus ergehen könnte, welcher „primäre Bedarf", d. h. welcher Bedarf an Lebensmitteln, Kleidungsstücken usw. dadurch gedeckt wird, der in Deutsch- 1 land tatsächlich nicht in ausreichendem Umfange vorhanden ist, und welchen Anteil die Luxus- Einfuhr in engerem und in weiterem Sinne an diesem allzuvielen Hereinströmen ausländischer Güter hat. Es wäre freilich eine durchaus verfehlte Methode, wenn man gn den Symptomen hcrumku- rieren wollte. Richt etwa eine Absperrung gegen ausländische Güter kann unsere Situation bessern, sondern eine weiteste Kulanz unter der Bedingung vollkommener Gegenseitigkeit. Es ist das scheinbar genau das gleiche: d. h., wenn man eine entsprechende Menge fremder Güter hereinläßt, muß man sich logischerweise dasür die Ausfuhr einer entsprechenden Menge eigener Güter vom Gegenkontrahenten zusichern lassen, und wenn man nicht genügend ausführen kann, so muh man sich gegen einen entsprechenden Teil der Fremdeinsuhr wehren. Aber das Entscheidende ist eben die Bewegungsrichtung des Vorgangs, der bei Aufrechterhaltung dec bewußt vertretenen Tendenz zu einem möglichst starken wechselseitigen Güteraustausch viel zuverlässiger zu einem Ausgleich und zur Herstellung eines automatischen Spielens der Bilanzziffern führt, als bei dem Bemühen um Einzelkuren an diesem und jenem Krankheitssymptom, die psychologisch meist mißverstanden werden und mehr Schaden anrichten, als sie bestenfalls nützen können. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachiviehmarkt. In der neuen Berichtswoche war das Geschäft am Frankfurter S ch l a ch t v i e h m a r k t in fast allen Viehgattungen schleppend. Der Auftrieb in Rindern und Schweinen war etwas größer als in der Vorwoche, und die Nachfrage ließ zu wünschen übrig, so daß hier Aeber- stand verblieb. Bei Schafen und Kälbern war am Nebenmarkt regeres Geschäft, da hier der Nachfrage nicht genügt werden konnte. Die Märkte wurden vollkommen geräumt. Auch konnte sich das Geschäft im Verkauf nach auswärts gegenüber den sonstigen Märkten lebhafter gestalten. Der Gefamtauftrieb bestand aus 1335 Rindern, (darunter 316 Ochsen, 46 Bullen, 530 Kühen, 320 Färsen) ferner aus 1524 Kälbern. 323 Schafen und 6326 Schweinen. Im Vergleich zum. Auftrieb der vergangenen Woche waren 120 Rinder und 241 Schweine mehr zugetrieben; während 35 Kälber und 120 Schafe weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 57 bis 62, II 53 bis 56, B I 48 bis 52, II 44 bis 47. Bullen A 52 bis 55, B 48 bis 51, Kühe A 45 bis 43, B 40 bis 44, C 33 bis 39, D 25 bis 32, Färsen A 58 bis 62, B 53 bis 57, C 47 bis 52. Kälber B 72 bis 76, C 65 bis 71, D 53 bis 64. Schafe A 51 bis 54, B 40 bis 50, C 35 bis 39. Schweine B 55 bis 56. C 55 bis 56, D 53 bis 55, E 52 bis 54. Verglichen mit den Notierungen des Hauptmarktes der vergangenen Woche waren Ochsen bis zu zwei Mark. Kühe bis zu eine Mark billiger, Färsen und Bullen blieben gut behauptet. Gegenüber den Preisen des Nebenmarltes der vergangenen Woche notierten Schafe drei Mark und Kälber bis zu eine Mark höher. • • Der Erlös der Reichsbahn - Vorzugsaktien. Der 200 Millionen-Erlös aus den Reichsbahn-Vorzugsaltien wird gemäß fester Abrede den Konsortialbanlen zwecks Ausleihung am Geldmarkt vorläufig überlassen bleiben, natürlich gegen eine Zinsvergütung an die Reichsbahn. Die Banken haben den Erlös in gleichmäßigen Monatsraten an die Verkehrs-Kreditbank zu entrichten. Erst im Hochsommer wird die Abwicklung des Geschäfts erledigt sein. Die Banken werden die Betrags interimistisch verwerten, voraus ichtlich hauptsächlich als Monatsgeld oder am Privatdiskontmarkt. Schon für den Februar-Altimo dürste das Abkommen von großer Bedeutung sein, da bekannt'iH schon in den letzten Altimotagen bis spätestens 2). Februar das Geld bei den Banken eingeht. Nach jeweiliger Aeberw i ung der Teilb.träge durch die Banken an die Berkehrskreditbanl werden die Beträge an die Golddiskontbank weitergeleitet, laut früherem Anlageabkommen mit der Verkehrskreditbank. 1 Zur Anleihe der Reichspost. In den letzten Tagen waren Gerüchte im Umlauf, die von der kurz bevorstehenden Auflegung einer Anleihe von 200 Miss. Mark seitens der Reichspost wissen wollten. Nach unseren Informationen und nach den in der gestrigen Verwaltungsrats- sitznng der Reichspost abgegebenen Erklärungen des Reichspostministers kann damit gerechnet werden, daß erst im April die Aeichspost zur Emission einer Anleihe im Betrage von vorläufig 100 Mill. Mark schreiten wird. Insgesamt stellt sich der Anleihebedarf der Post auf etwa 170 bis 180 Mill. Mark. * Gründung der Deutschen Licht- sp i e l - S h n d i k a t - A.-G. linier Führung der Bank für Montanindustrie, Berlin, und der Bank-Kommandite H. Kahnheimer L Co., Frankfurt a. M., wurde die auf der kürzlichen Frankfurter Tagung beschlossene Deutsche Lichtspiel- Syndikat°A.°G. mit 1 Mill. Mark gegründet. Das Kapital wurde in voller Höhe eingczahit. • Philipp Holzmann A.-G., Frankfurt a. M. In Bestätigung einer ersten Meldung, daß die Philipp Holzmann A.-G., Frankfurt a. M. für 1927 höchstens die Vorjahres- dividinde, neben wckchep noch 5 Proz. als Entschädigung für den Ljoidendenaus all 1925 nach- gezahlt wurden, oertei en werde, erfährt der LPD. von zuverläs.ig orientierter Seite, daß für das abgelau ene Geschäftsjahr tatsächlich nur 7 Proz. Dividende vorgeschlagen werden. Bilanz- Sitzung Ende März. Anfang April. Frankfurter Börse. Frankfurt a. SOI., 25. Febr. Tendenz freundlich. — Zum Wochenjch.uß tonnt? sich die Tendenz allgemein etwas erholen. Die Stunmung wurde wieder freundlicher und zuveriichtl.cher, da man zum bevorstehenden Ultimo am Montag nicht mit besonderen Schwierigkeiten rechnen zu können glaubt. Die Spekulation schritt daher zu Deckungskäufen. Gestern sollen nämlich außer der herauskommenden Prämienware im Verlause auch Leeroerkäufe in größerem Ausmaße vorgenommen worden sein. Naturgemäß tonnte das Geschäft heute am Samstag feine merkliche Belebung erfahren, zumal die zwe.te l)anb weiter fernblieb, doch da andererseits auch kaum Material herauskam, waren bei den elften Kursen gegenüber der gestrigen Abendbörse meist 1- bis 2proz. Erholun- gen festzustellen. Lebhafter gefragt waren einige Montanwerte auf die gesteigerte Stahlerzeugung. Mannesmann plus 1,75, Klöckner plus 2,25, Rheinstahl plus 2 Prozent. I -G.-F a r b e n waren etwas vernachlässigt und nur 1 Proz. höher. Am Elektromartt betrugen die Kursbesserungen bis zu 2 Prozent (für Bergmann), AEG., (yeffürel, Licht und Kraft blieben nur gut behauptet. Siemens & Halske notierten nach dem 12vro- zentigen Dividendenabschlag 269 Proz. Banken lagen fast vollkommen geschäftslos und nur behauptet. Commerz minus 0,75 Proz. Zellstoff Wald- l)of konnten 2,25 Proz. anziehen. Am Anleihe- m a r ft waren Ablösung für Neubefitz etwas gefragt und erholt. Ausländische Renten weiter still. Im Verlaufe kamen kaum noch Umsätze zustande, und die Kurse bröckelten überwiegend etwa i Prozent ab. Am Geldmarkt hielt die etwas größere Nachfrage an. Tagesgeld stellte sich auf 6* Prozent. Im Devisenverkehr blieb die Reichsmark weiter fest. Reichsmark gegen Kabel 4,1875, gegen London 20,429. London gegen Kabel 4 8785. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,05, Madrid 28,85-' Berlitz Börjs Berlin, 25. Febr. Da die SpeN .ion in erster Linie positionstecynisch eingestellt ist, mußte heute nach den gcJLigen Blanloabgaben der Spekulation eine Befestigung eintreten. 'Das Angebot in Präm enroare hat nachgelassen, auch Exekutionen fanden kaum noch statt. Von Publikumsseite lagen andererseits keine Kauforders vor, so daß das an Samstagen an und für sich kleine Geschäft vollkommen in den Händen der Spekulation liegt. Die Kursentwicklung war nicht einheitlich, es überwogen aber die 1 bis 2 proz. Kursbesser un- g e n. Spezialpapiere, wie Mitteldeutsche Credit, Köln-Neuessen, Gesfürel, Berger, Zellstoff Waldhof, Polyphon und Schultheis lagen bis 3,5 Prozent höher. Heimische 21 n l e i h e n wenig verändert, Ausländer still und nicht einheitlich. Pfandbriefe ohne Geschäft, nach den letzten Kurskst etwas niedriger. Farben-Bonds ca. 136. Am Geldmarkt war Geld etwas gesucht Tagesgeld 5 bis 7 Proz., Monatsgeld 7,25, bis 8,50 Prozent, Warenwechsel 6,75 Proz. und darüber. Reportgeld 7,50 bjs 8 Prozent. Nach den' ersten Kursen wurde das Geschäft allgemein etwas belebter, der morgen erscheinende Rcichsbankausweis soll günstig sein (auch die erhöhten Dioidendenhoffnungen bei diesem Institut st musterten), ferner wurde der Monatsbericht der Deutschen Bank besprochen. Sväter, als die Deckungen nachließen, wurde dos Geschäft wieder ruhig und die Kusse gingen auf das Anfangsniveau, teilweise sogar etwas darunter, zurück. Berliner Pro)ttttenvörse. Berlin, 24. Febr. Die schwachen Auslands- meldunZen und reichliches, inländisches Brotgetreideangebot führten' am Produ.tenmarkt zu einer Terflauung. zumal das Mehlgeschäst wieder völlig ins Stocken geraten ist. Aus früheren Abschlüssen erhalten die Mühlen gegenwärtig reichliche Anlieferungen von inländischem und ausländischem Material, was stärlere Abgaben am Lie'erungsinartt zur Folge hat. Das Preisniveau für esfeltiven Weizen unb Roggen erfuhr eine Senkung um 2 bis 3 Mark. Auch zu den niedrigeren Preisen konnte sich aber kaum nennenswertes Geschäft entwickeln. Am Lie erungz, markte waren die Preise für vordere Sichten um 3 Mark gedrückt, die späteren Termin: waren um 1,50 bis 2 Mark rückgängig. Weizen- und Roggenmehl wird zu unveränderten Preisen an- geboten. Das Geschäft ist sehr still. Für Haler besteht von der Küste lausende Exportnachfrage Hier zeigt sich nur wenig Kaufneigung bei unnachgiebigen Forderungen. Gerste ist unverändert. Es notierten für je 1003 kg: Weizen, märt.. (74V2-st§/hstGewicht> 230 bis 233, März 259,50 bis 258,50, Mai 269,75 bis 269 25, Juli 274,50 bis 274 (matt); Roggen, mär., (6>kg/i,I-Gewichv 234 bis 238. März 153,50 bis 257,75, Mai 265,75 (Brief), Juli 255 53 (Geld, matt); Sommer- gerste 221 bis 280 (fest); Ha,er, märt., 213 bis 224, März 232 bis 231,53. Mai 244 53 (®e'b. fefti; Mais, zollbegünstigter Futtermais, 222 bis 221 (stetig); für je 100 kg: Weizenmehl 33 bis 34,53 (ruhig); Roggenmehl 31 bis 34,50 (ruhig); Wei- zemleie 15,50 (beb.); Roggen.leie 15,40 (bei).), Vi-toriaerbsen 47 bis 55; kleine Erbsen 34 bis 36; Futtererbfen 25 bis 27; Peluschlen 20 bis 20,53, Ackerbohnen 20,50 bis 21,50; Wicken 21 bis 23; Lupinen, blau. 14 bis 14,75; Luckinen, gelb, 15,25 bis 16; Serradelle, neu. 20 bis 23; Rapskuchin 19,50 bis 19,60; Leinkuchen 22,60 bis 22,70. Trockenschnitzel 12,70 bis 12,80; Soyaschrot 21,60 bis 22; Kartoffelflocken 23,20 bis 23,60 Mk. Spiclplarr dsr Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 26. Februar, von 18 bis gegen 22,30 älhr: Der Ring des Nibelungen, erster Tag: Die Walküre. Montag, 27., von 20 bis 23: Der Opernball. Dienstag. 28.. von 19,30 bis gegen 22 älhr: Tosea. Mittwoch, 29., von 19 bis nach 22 älhr: Der Zigeunerbaron. Donnerstag, 1. März, von 18 bis gegen 23 Ahr; D^r Ring des Nibelungen, zweiter Tag: Siegfried. Freitag, 2., von 19,30 bis 22,30 Lhr; Wiener Blut. Samstag, 3., von 19,30 bis nach 22 älhr: Der Troubadour. Sonntag, 4., von 17,30 bis 22,30 Llhr: Der Ring des Nibelungen, dritter Tag: Götterdämmerung. Montag, 5., von 19,30 bis 22 ällhc: Jonny spielt auf. -- Schauspielhaus. Sonntag. 26. Februar, von 15 bis gegen 18 Ufjr: Das Käthchen von Heil- i bronn; von 20 bis 22,30 älhr: Schinderhannee. | Montag, 27., von 20 bis nach 22 Ahr: Quintett. Dienstag, 23., von 19,30 bis 22,30 Ähr: Kriemhilds Rache. Mittwoch, 29., von 20 bis nach 22 Ahr: Quintett. Donnerstag, 1. März, von 19 bis 21,30 Uhr: Schinderhannes; von 22 bis 24 älhr: Gastspiel Nelson-Revue Madame Revue. Freitag, 2.. von 19 bis 21 Qhr: Gastspiel Nelson - Revue Madame Revue. Samstag, 3., von 19 bis 21,30 Llhr: Mar. der Prominente; von 22 bis 24 Ahr: Gastspiel Nelson- Revue Madame Revue. Sonntag, 4., von IS bis 21 älhr: Kriemhilds Rache; von 22 bis 24 älhr: Gastspiel Nelson-Revue Madame Revue. Montag, 5., von 19 bis nach 21 Ahr: Quintett; von 22 bis 24 älhr: Gastspiel Nelson-Revue Madame Revue. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschloffen Für unverlangt eingesandte 2H a n a f f r I p le ohne beigesügtee Rückporto wird keine Gewähr übernommen ‘Unjeigenautlräge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. KurszeiieS der Berliner und Frankfurter Börse. Die dinier den Papieren angeiübrten Ziffern geben die Höbe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent. Lornbardzinsfuß 8 Prozent. J.anhtun a. M BcrUn J nnhlurta.'Dl •Berlin SchNch- fiur» '-Uh- fi'irt Sch ich- Vimäng finr Schluk , bUhr- Sch tch fi -rs Än>ang finr firs fl'irs Datum: 24 2. 25. 2. 21 2 25. 2 Tntum: 24 L । 25 2. I-' - J 25 2 h« Dt ReichsaiUeihe o 1927 87.25 — 87,5 — a- tt a 7 162,5 163 162 162 7a T' Aul Adlös Schuld mu Brrgmann .... .8 176 5 178.5 176.25 177.6.» Au-lol -'Jictüten 51.8 — 52 52,1 tel.’ttr. Vifferungen . ■ . 10 164 25 167 ob: e Vlu5( t -Nechicn IM 14,75 15 14 9 Licht und Kran .... 10 212.5 213 212 212.5 y .. Straiif, föo dv. gelten L ö.uill anme • - . .6 119.5 120.13 121 120,65 uiitünddar dis 1932 — — — (3cf - Eick r Untern • . 10 255.75 25? 255,25 256,75 o 'Jitjcnitidjr bvv -Baut Hamb Eleklr Werke ■ . 10 — 154.25 r au -eso Dpi W — — diOtin Elelir 8 — 150.5 Ifi 1,5 k E Ä arg il$orktegß-Cb' Schlei. EUlte .... 10 e- _ 181,5 18ü’.i iiqanontn. rudiabltiar ,y3J _ — — 7 175 269 174 277.23 i'i, Schwe.r BuiibcSd..Ani _ — _ € innen» 4 HalSke ... 's .9 277 268.7j *°ie Ceftereicbifcbe (Solbrte 4,2Ut’;j L'eftcrr ich Lilverrie *;je Leücrrcich ein eiil Nlr — — 34 — Iran radia . . .. . Uabmeocr & 6o ... — - 157.4 156,5 —• —- — — Buvcr S .... 0 07 07 97.65 <° ■) llugariidit ttoldlik —7 24,75 — Teuticbc Erdöl ...... . 1 127 127.0 127 128.4 4° o llngarifcbe ktaaier v I91U —r — — Essener S etnkoble . . 8 — 135.75 Dcsgl 0011 1913 ***■> Ungarische Rroncnrtt — 24,3 1.05 1.55 Gelsenkirchener (• % 8 Harvencr .... 4 8 131.5 183.5 132 131,5 18.'.75 132 75 183 75 *°l Turt joUanlcibc v 191) 13.25 13,5 13,2 hoekw EUen........ . b 139.6 141.5 ♦0,o Tuet «agdaDdavn-An, L rie l 5lfe Peraban....... • 8 1 — 227.5 2-iu 7! —> — 14 — «lockii rwrrle ...... • 5 — 119.5 11«.25 118.5 4° bcßgl Scrt» !1 4®o iHumänen conoert Nie 41»• o Rumänen Golbanl — 13,6 — Röln-'Jieueiien .... annesmann -f V« I Mans elder 4 148 1,5.5 149.75 116.25 >39 75 148.4 1,6 142 149.75 116 oon ,913 — — 16,75 — Cbcrfdilef Eiienv Bcbar, V 103 ■uu Druiiche tfcutnbabn 4‘a t)nmbura-*’imen|a Pa^'i. ti — ■ - Lderschlcl KokSwerte Pbonir Berq.au f I 0 — — 93 7u 93.75 151 in,6 151.75 98.25 — 98 99.2.3 v miv -Ludain Tamv sch ti ziu jtbemgebe Braunkodlen 10 — 233 25 265 Hansa Taniufidnh k — — 217 _ DibeimtQbi 0 162 164 102.4 163.5 S.ordvcukiche'r ulot)D e 8111g Deutsche <£rct>i«anft 1g Barm » 25on(D 85.75 61.13 81.5 169.5 85.25 61.4 81.45 Amtliche Vloti ruita Geld Brie« Amtliche Notierung orie' _ 81.5 8? 21 mit.» Non Auen..Air,-c Brst.-Antw tfbriftiania K vorn vagen eiocfbotm fceliingforß lohen . London. . . v.ennort • • BartS. . . Schwetj . . ©VQiten liavan . . Mio de ^on «Uten MD - Ceff. abgest Prag . 168733 168,67 168,3! 168,11/ I.7V3 111.62 112.3t 112,50 10,555 e2.2l 4,1915 16. 9 80,69 70.85 1,964 0.505 59.08 12.419 t'ubw «Otlre .....1 J1QI Ruiomovtl......6 CrenfHn 4 .Novvel.... 4 Linke Ho mann .... c Lrondard Tiey . . . , ( Bamaa- " ........... 0 strankl Tt. idiinen .... 0 inaner ...... feeoliaenftaebt ....... ftunaban-3 ....... 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Kl. e 13 Stück, 11,61 fm 3. St la 2. 3 4. St Io e 2 Stück, 1,54 lin < 6 Eschenstämme 1 e 1 Stück, 1,40 fm 5. Kia 2 2. Stämme (Lanaholz, Güteklasse N): 3: 217 Fichtenstämme lb> Los 5. Kiefern-Ltämme N. >» 10 Stämme lb*ftlaije Fichte 2b-Stla Fichte 3a.Ria 1 Kiefernstamm la. 8: 136 Kjesernstämme 1 b. 1 Stamm 3a Los 6. Kicfern-Abschnitte N. Stämme 2a-Klasse = 11,19 fm Berth. Fichtcn-Abschnitte, Güteklasse N. Ib-Kl. = 0,17 fm 8 1 Stamm 5. 16: 234 Fichten-Derbst. 1 am Feldschlößchen statt. 21266 2. 1 Stamm 3a Los 10. Fichten-Stümme N. 47 Stämme la-Klasse LoS 11. Fichten-Stämmc N. 6 Stämme la-Klasse 10 6 Miiali 8 2 Stämme 2v-Klasse Eichcn-Stämme 3 3a. Güteklasse Los 14. Fichtcn-Abschnitte A. 1 4 a- Fichten-Ttämme: Güteklasse la-Klasje »ehe n n 9iein. 2096 D n Lod 4: la-Klasse 1,43 1 3b. 1928, vormittags 10 Uhr, zur fm 1. Klasse 248 »» 2074 D Winter. Becker. 2097 D 2188V den. 2164V 2115 52 20 4: 5: 6: 7: Eiche Eich-: Eiche .1» 1 N N N N N 17: 142 18: 132 21 23 2 43 19 3 21 67 66 32 33 16 46 8 10 4 9 7 2 LoS 1. Duchen-Abschnitte N. Stämme 4. Klasse — 4,87 fm Los 2. Buchcn-Stämme N. Stämme 3. Klasse — 4,56 fm 255 53 20 21 9 14 120 Fichte Fichte Fichte 15 4 55 N N A N F A N r N 61 90 27 5 1 11 18 17 8 8 3 1 35 27 12 l 1 5 10 13 8 7 1 e e e e e c e 256 98 10 4 2 1 1 2. 3. 4. 5. 6. 7. 1b- 2a- 2 b- dem 2. März versteigert: Ib-Kla 2a-ft la ülooilhifh > ffirr M 1b- 2a- 2b. 3a- 2 Stämme 3a-Klasse 1 Stamm 3b- „ 2a- 2a- 2b- 2 b- 3a. 2a- 2b. 2b- 3a- 3b. 4a. 0,84 fm 2,36 N 4,43 „ 2,01 „ 140,22 fm 145,29 „ 182,26 „ LoS 11: 11: 11: 12: 13: 14: 15: n » 23,99 16,05 4,11 2,94 1,43 6,49 fm 13,60 N 10,32 „ 1,32 fm 1,59 „ 1,64 „ 1,72 „ 2 a- 2b- 3a- Los 7. Kiefern-Nutzschcit N. 15 rin, 3 m lang = 12,00 fm 2,80 fm 18,61 „ 4,22 „ 0,92 ,. 1 rtn Erlenknüppel, 30 Reiser, lh annter Zweigstelle abzugcben. Zur Er. isinung haben die Bieter Zutritt. Haufen, darunter zwei Hausen Linden- stämmc, in der Ostanloge, Haufen in der Nordanlage, Haufen in der Rodheimcr Straße und Haufen in der Hardt-Allee. 3b-Kla 4a-Kla 4b-Kla Los 1: 1: 2: 2: Scheiter, rm: Eiche 43. Die Zusammenkunft findet um 14 Uhr in der Ostanlage, Ecke Landgrafenstraße, und um 15 Uhr in der Nodheimer Straße 2a- 2b* 3a- - 17,05 - 40,18 - 18,16 1,38 fm 0,97 „ 0,75 „ lb- 2a- 2b- - 24,13 - 15,13 - 2,85 2a» 2b- - 12 - 7,50 DaS Holz ist mit Rinde gemessen. Angebote sind in Reichsmark, getrennt nach Sortiment und Klassen, vro Festmeter, mit der Aufschrijt „Holzsubnüssion" bis spätestens Samotag, den 3. März 1928, nachmittags 3 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung stattsindet. Der Käufer unterwirft sich mit der Einreichung seines Angebotes den Berkgussbedingun- gen, die bei uns eingesehen werden können. Das Holz kann durch den Förster Wirth in Treis a.d.Lda. vorgezeigt werden. Alten-Buseck, den 24. Februar 1928. Bürgermeisterei Alten-Buseck. 1b- 2a- vrennholz: Buche 71, Hainbuche 4, = 0,31 fm - 0,25 _ - 19,76 „ - 16,80 , ” 50,77 „ - 24,32 _ - 17,33 w - 7,67 , - 3,86 , - 2,32 „ — 2,90 - 7,37 = 6,00 - 9,78 - 1,93 1 Stamm 3b. 1 „ 4a. - 8,25 - 8,02 = 0,92 = 1,48 Sich, den 22. Fehr. 1928. Hessische Bürgermeisterei Lich. I. 93.: Heinrich Heller IV. dasiion. Uhr Güteklasse A „ N „ A „ N „ A „ N • A . N „ A „ N Stück, 3,18 fm Stück, 11,03 fm = 23,63 - 2,61 => 0,15 = 41,01 = 52,37 = 14,04 197,3 rm Buchen-, 118 rm Eichen-, 2 rm Espen-, 24 rm Kiesern-, 63,5 rm Fichten-Knüppel, 2 rm Kiesern-NeiSknüPpel, 189 rm Buchen-, 107 nn Eichen-Astreisig, 3 rm Fichten-Schlagrcisig, 22 rm Buchen-, 3,5 rm Eichen-Stock. Das Brennholz in den Distrikten KoulS- köppei, LauSköppel, Langebruch und Im Tal wird nicht vorgezeigt. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am Hinnerling oberhalb der Kleinmühle. Aliendorf a. Lumda, den 23. Febr. 1928. Hess. Bürgermeisterei Allendors a. Lumda. 209,46 fm 141,73 „ 37,70 ,. 48,91 „ 1,48 „ Zuschlagsjrist: 3 Wochen. Gießen, den 21. Februar 1028. Provinzialdirektion Oberhessen Tiefbau. Kiefernstämme: LoS 7: lb-Klasse 23 Stück - 6,30 fm Fichte Fichte 6,77 fm 101,96 „ 5,88 „ 95,55 „ 0,38 „ 6,10 „ 15,51 „ 0,53 „ 6,32 „ 9: 112 10: 19 Gießen, den 23. Februar 1928. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. F iS Stück, 18,86 fm Stück, 11,98 fm Stück, 15,34 fm Stück, 8,72 fm Stück, 2,70 fm 94 Fichtenstangen 1. bis 3. Klasse. Krofdorf, den 24. Februar 1928. Der Bürgermeister. Lärchcnstämme: Los 5: 2b-Klajse 1 Stück - 0,39 fm Fichtenstämmc: Stück = 0,75 fm = 39,34 - 39,84 - 27,46 - 30,66 = 20,43 30 48 25 5 2 ilL» »II IM Eichenstämme $., 8. u. 4. Kl. N mit 3,21 fm, Ächen», 1 Eschen-, 24 Fichten-Derb- stangen, rm Eichen-Nutzscheit (2,50 m lang), rund, rm Eichen-Nutzknüppel (2 m lang), rm Buchen-, 8 rm Eichen-, 3,7 rm Kiesern-Scheit, 1. Klasse 2. „ 3. „ lb» 2a- 2b- 3a* 3b- Das gesamte Jagdgebiet umfaßt zirka 300 Hektar Feld und 100 Hektar Wald, und ist die Bahnstation der Strecke Gießen— Lollar—Grünberg in der Mitte des Jagdbezirks gelegen. Odenhauscn, den 10. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Odenhausen. Nachtigall. usw. los 2: u. a. rd. 60 Türen, 500 qm Fußboden, 25 qm Glasabschlüsse. ftr 3: 96 Treppenstufen m.t Geländer. 3. Anschlagarbeiten: 4. Klasse 5. „ Am 27. u. 28. d. M. finden die letzten Holzverstcigcrungcn der Fürstlichen Lber- sörsterei Lich statt (siehe Ueberlicht und örtl. Bekanntmachungen!). Auf das Nutzholz: Schöne Fichtenstangen, Bauhölzer, Kiefern und Starkeichen am Montag, Eiche- und Eschen-Teichseln, Buche-Rutz- । rollen am Dienstag wird besonders hin- l gewiesen. 21140 1: Hochbehälter, 3200 ^bm Zassung»- raum: Baustelle in Gemarkung Wohnbach. 2: 6300 lsd. m Rohrleitung, 250 und 300 mm Durchmesser, zwischen Obbornhofen und dem Kraftwerk Wölfersheim. 1. Klasse 2. „ 3. „ 3. „ 3. „ 4- „ 4- „ 4. „ 5. „ 5 : « i 1 16 li ß unö strflBenDanotbeifen. Die Ausführung von ca. 104000 qm Kleinpslasterarbeiten, das Setzen von ca. 48500 m Wandstcinen, ca. 160000 qm Borprofilierungsarbeiten der chauffierten Fahrbahn, ca. 47500 m Graben- und 110000 qm BankettregulierungSarbeiten auf den Provinzialstraßen der Provinz Lbcrhcsscn sollen, narb Losen getrennt, im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Verschlossene und postfreie Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das von uns gegen Einsendung von 1,— SRJt vom 27. d. M. ab zu beziehen ist, sind, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis 6. März 1928, vormittags 10% Uhr, auf unserem Bureau in Gießen, JohanneS- straße 17, einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener 2a« 2b- Kiefern lb „ 2a- „ 2b. 3a- Fichtenstämme: 3a.Kla e, 20,12 fm Fichtenstämmc: 3b Kla e, 10,08 Im Fichtenstämme: 4b-Kla e, 3,17 fm 2: rd. 200 qm Putz, 200 qm Anstriche. 2. Schreincrardeiten: 1: u. a. rd. 50 Türen, 500 qm Fußboden, 90 qm Fensterklappläden Kiesernstäinme: LoS 6: la-Klasse 1 Stück - 0,18 fm Absallholz-Versteige.ung Dienstag, den 28. Februar 1928,14 Uhr beginnend, läßt die Stadt Gießen etwa 82 Hausen Abfallholz (Knüppel und Reisig, ein Teil des Reisigs eignet sich zu Erbsen- reisern) öffentlich meistbietend versteigern, und zwar: Bngeßnao non ZleWWer- > Zwangsversteigerung KJ3 1 Stück 1 » 2 „ 13 „ 4 ,, 2 „ Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll folgendes Holz aus dem Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden: Langholz, Güteklasse N. Los 8. Fichtcn-S äntnic N. Stämme 2b-Klasse = 2,48 fm Stamm 4a- „ = 2,90 „ 4b- „ = 2,39 „ Los 9. Fichten-Stämme N. Nutzholz-Ve.steigerung. im Nicdcr-Weiseler Gemeindewald. Donnerstag, den 1. März l. I., kommt Zagdverpachtung. Donnerstag, den 1. März l. I., nachmittags um 3 Uhr, soll die der Gemeinde Ovenhausen zustehende Feld- und Wald- fagd aus weitere sechs Jahre im Bureau der Bürgermeisterei dahier vervachtet wer- Holzversteigerung. Mittwoch, den 29. Februar, vormittag» 9 Uhr ansangend» werden in den Waldungen der Gemeinde Allendors a.Lnmda, Distrikt Hinnerling, Steinwald und Verschiedene folgende Holzsortimente versteigert: = 0,43 = 0,97 -- 1,42 - 3,88 = 1,70 = 0,83 = 21,06 = 12,78 = 7,86 Versteigerung: Stämme, Eiche: Für das vraunfohlen-Schwelkraflwerk Hessen-Aranksurt AG. (hesrag) sollen zur Wasserversorgung des Kraftwerks Wölfersheim nachstehende Arbeiten durch schrift- liches Angebot vergeben werden: 21450 Itijj i Z ;> striche, bo) äußere verputz- und Anslrelcher- arbeiten: fos 2: rd. 220 qrn Putz, 480 qm Anstriche. Cie Bedingungen und Zeichnungen lie- eni bei unserer Zweigstelle, Kreisomtsge- bwde, Zimmer 20, zur Einsicht osfen. L'ingebotsoordrucke werden, solange der losrat reicht, vom 1. März ob kostenlos Stämme, Buche: 3. Klaske 6 Stück = 3,30 fm 4. „ 1 „ -- 1,20 , Nutzscheit, Eiche: 7 rm. Zusammenkunft vorm. 9 Uhr am Waldeck auf der Straße Butzbach—Hoch-Weisel. Vorherige Auskunft durch Förster Becker, Hausen bei Butzbach. Nieder-Weisel, den 22. Februar 1928. Hess. Bürgermeisterei. Los 3: la-Klasse lb- „ 2a- „ 2b- „ 3a- Beknnutmarlmnq. Dienstag, den 28. Februar 1928, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt: Austriebszeit am Markttage von 8 bis 9% Uhr vormittags. Der für Mittwoch, den 29. Fe- bruar d. I. vorgesehene Schweinemarkt findet am 14. März 1928 statt. 21096 Gießen, den 25. Februar 1928. Der Oberbürgermeister. J.V.: Klingfpor. Zusch'agsfrist 3 Wochen. Dießen, den 24. Februar 1928. Hess. Hochbauamt Gießen. = 44,45 fm = 29,14 „ = 6,07 „ = 3,20 „ = 0,78 „ |d)cikr, 822 rm Kicscrnknüppcl, 56 rm Elchen- und Birkenknüppel, 1)70 Wellen Eichcnreisig, ■Kn Wellen Kiefernreisig, 3,1 rm Birkcnre.sig, 300 rm Kiefernstöcke, fi,2 rm Eichenstücke. 3 ufammcnfunfl: Kreuzung Wann- stimfe — 5. Schneise. 3 e vrennholz verskeigerungen Ur. 15 rd 17 vom 22. und 24. Februar 1928 N ten genehmigt. Die Abfuhrschejne sind M spätestens 5. März 1928 in Empfang jj i ikhmen. Gießen, den 24. Februar 1928. Der Oberbürgermeister. g. B.: Dr. R o s e n b er. g. J"Iade1nutzholzverfteiqerung der Stadt Gießen. Arns den Waldungen der Stadt Gießen |dlri am TTlonlag, dem 12. März 1928, eitrmillago 10) Uhr, in der Gaslwirlfchasl ,^v i Lieblgvhöhe" in Gießen versteigert Briten: 21666 713 St. Kicsernlangholz 1b, 2a und 2b, 3a und 3b (A u. N), 510,24 fm 2*1 St. Kiefernabfchnitte 2a u. 2b, 3a u. 3b u. 4a (A u N), 10,69 fm )7 i St. Fichtenlangholz la u. lb, 2a u. 2b, 3a (N), 390,55 fm W St. Fichtenabschnitte lb, 2a u. 2b, 3a u. 3b, 4a u. 4b (A u. N), 26.67 fm St. Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. Kl., 109,24 fm. iß mslige Zahlungsbedingungen (Stun- des Kaufgcldes evtl, bis 11. Novern- !«r 1928). toceintcllungen nebst Derkaufsbe- iÜ’Mingcn können von unterzeichneter 1 ^;De unentgeltlich bezogen werden. K ießen, den 24 Februar 1928. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg. Stück = 25 „ -61 n "26 „ - 12 1 Stamm 3a- „ — 1,06 „ Los 12, Fichten-Abschnitte N. 1 Stamm 3a-Klasse — 0,64 fm 1 „ 4 a- „ 1,52 „ Los 13. Fichten-Abschnitte N. Angebote sind, getrennt nach Sortimenten und Klassen, pro Festmeter bis zum rUiktwoch, dem 29. Februar 1928, nachmittags 1 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen be- kanntgegcben werden. Das Holz ist mit der Rinde gemessen. Man bittet, das Holz vorher anzuschen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden. Auskunst erteilt Förster Leyerer, Climbach. Climbach, den 24. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Climbach. W i ß n e r. Brenn- undNutzholzverfteigerung im Licher Stadtwalde. In den Distrikten skronau, Mönch- köpse, Rehtränksberg, SchweinstallShege und Plattenwald werden nach vorheriger Zusammenkunft an der Hattenröder Straße in Distrikt Rehtränksberg 15 am Freitag, Angebotsvordrucke sind zum Preise von 12 Reichsmark für. Los 1 und 8 Reichsmark für Los 2 bei der unterzeichneten Behörde zu beziehen, wo auch Pläne und Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Angebote sind bis TNittwoch, den 7. IHät; 1928, vormittags 10% Uhr, bei der unterzeichneten Behörde cinzureichen, um welche Zeit die Eröffnung der Angebote ftatt- finbet. Zuschlagsfrist: drei Wochen: freie Auswahl ausdrücklich vorbehalten. Gießen, den 24. Februar 1928. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Negierungsbaurat. 2. Klasse 2. „ 3. „ 3. „ 4- „ 4. „ 6- „ 6. „ 6. „ 6. _ Kiefern-Stämme (Langholz): Güteklasse dl lb-Klasse1,32 fm N 2a- „ - 13,02 „ N 2b- „ - 13,30 „ Kicfern-Stämme (Abschnitte): Güteklasse dl lb-Klasse- 0,64 fm „ N 2a- „ - 3,89 „ „ dl 2b- „ «= 11,93 „ Fichten-Derbstangen: Nutzholz-Zubmission. Die Stadt Lich (Oberhessen) verkauft im Wege des fchriftljchen Angebots: Buchen-Stämmc: 2,45 fm L22 „ 1,05 „ 0,74 „ 63,48 ,, 19: 61 3. „ - 1,83 ,, Das Holz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Vorherige Besichtigung wird empfahlen, da spätere Einwendungen gegen Güte und Beschaffenheit nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Arft. Angebote sind pro Festmeter nach Losen, Sortiment und Klassen getrennt bis zum Freitag, dem 2. März 1928, nachmittags 4 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichcn, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, eingesehen werden können. 2186D Annerod, den 24. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Horn. vrenn- undNutzholzverfteigerung Dienstag, den 28. d. ZU., von vormittags 9H Uhr an, kommt aus den Waldungen der Gemeinde Beuern, Distrikt Heegwald und Burghain, nachoerzeichnetes Holz zur Berfteigerung: 217YV a) Brennholz: Scheiter rm: Buche 228, Eiche 2, Kiefer 6, Fichte 23. Knüppel rm: Buche 34, Kiefer 30, Fichte 56. Reifer rm: Buche 246, Kiefer 87, Fichte 38. Stöcke rm: Buche 30, Kiefer 14, Fichte 89. b) Ruhholz: Knüppel, rm: Buche 12, Eiche 38, Fichte 12. Reisig, Wellen: Buche 1350, Eiche 2370. Stöcke: Buche 24, Eiche 91, Fichte 16. Nutzholz: Stamme: Kiefer 1 Stück 3. Kl. — 1,64 fm, Linde 1 Stück 3. Kl. - 0,64 fm, 1 Stück 4. Kl. - 1,19 fm, Esche 2 Stück 2. Kl. -= 0,21 fm. Nutzfcheit, rm; Eiche 40 (2,20 m lang, Gartenpsosten). Rutzreisig, rm: Fichte 12. 2U2D Günstige Zahlungsbedingungen. Lich, den 23. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Lich. I. B.: Heinrich Heller iV. i 222 : • Äii 1 e 15,40 (k ” 20 biz f fa 21 tii Holzverfleigerung der Gemeinde Krofdorf am Montag, dem 5. März 1928, vor mittag» 10 Uhr, in Krofdorf, Wirtschaft Moos, aus den Distrikten Gteinbuch, Leschenwald, Dickes hau, Altehau: ca. 700 rm Buchen- und Lichenfcheit und Knüppel, 1 700 rm Buchen- und Eichenreisig, Reisstangcn: 1526 Stück --- 30,52 fm 455 „ = 6,91 „ Bohnenstangen: 17728 Stück. rrennho'.zversleiaeruliqsn Mus den Waldungen der Stadt Gießen (illcn versteigert werden: 21636 a3 Mittwoch, den 29. Februar 1928, 9) Uhr. '15 den Abt. 11a u. 14b (Stadtwald) u. ;l?a (Philosophcnwald), Bezirk des För, tr-5 Brück, Rödgen: 8,9 rm Buchen-, Eichen-, Kiefern und Fich'cnschciter, 6,1 rm Buchen- u. Hainbuchenknüppel, 58,6 rm E chenknüppel, 28,4 rm Kicfcrnknüppel, 11,6 rm Fichten- und Weißtann?n- knüppel, 655 Wellen Eichenrcisig, 2f*9 Wellen Kiefern- und Fichtenreistg, 115 F.chtenrcisstangen 4. und 5. Klasse. 3 ufammenfunH an der Weggabel § .'i sstraße nach Rödgen — ©rünberger k:roße. bl Jrellag, den 2. Mär, 1928, 9i Uhr, m3 den Abt. 58a, 59a, 60c und 62a |;ta!)troalb), Bezirk bes Forsters Geisel, Gießen: 42,3 rm Kiesernscheiter. 103 rm Eichen-, Birken- unb Fichten- tämme la-Klasse - lb- „ 2a- „ 2b- M Stück = 6,11 fm 3b» „ 1 „ - 1,44 „ Angebote sink», getrennt nach Sortiment unb Klassen, pro Festmeter, bis zum Dienstag, dem 28. Februar 1928, nach, mittags 2 Uhr, bei der Bürgermeisterei dahier einzureichen. Tie Bedingungen, welchen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, liegen bei uns offen und werden im Termine bekannt gegeben. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Man bittet, das Holz vorher anzujehen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden. Auskunft erteilt Förster Koch, Beuern, sowie die hiesige Bürgermeisterei. Bersrod, den 24. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. n ster NrbeiiSverqebnnft. | Nrbeitsvergeburig Unter Hinweis auf die Bestimmungen I br Reichsverdingungsordnung werden f fixende Arbeiten im öffenllichen Wettbe- tenb vergeben: 2165D 'S i6 Ji ,43 il ,* ft! ,11 tA ,V .» II« III * » h 'Z >91'- ^2'7 I Ieomtenwohnhaus X in Gießen, Marburger Straße. I a) innere verputz- und Anflreicher- arbeilen: los 1: rd. 4500 qm Putz, 3800 qm Anstriche; b) äußere verputz- und Anskreicher- arbeiten: 33,37 Im Zusammenkunft vormittags 9>5 Uhr auf der Kreisstraße Beuern—Geilshausen, am Walbeingang. Beuern, ben 24. Februar 1928. Bürgermeisterei Beuern. L l n b e n ft r u t h. Holzsubmissiou. Die Gemeinbe Alten-Buseck verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgenbe Holz- sortimente: 2189D Los 3. Ejchcn-Stämme N. Stämme 3. Klasse — 4,01 fm Stamm 4. „ = 1,16 „ Los 4. Kiefern-Stämme N. llnnnholz-Versteigerung. ?«nnerstag, den 1. März, werden in 5 EX Wirtschaft von E. Schäfer in Dau. lÄnimcn von 9 Nhr an aus den Staatswald-- rH'lii!ten Ober, und Nieder-Scilbach ver- s■feitet, rm: 47 Buche, 12 Eiche; l»iMt)c(, rm: 83 Buche, 46 Hainbuche, LWsstchte, 3 Lärche, 4 Fichte: Reisig 2. Kl. 0 ’EtaiTimreiüg), rm: 105 Buche; 3. Kl. 9 if'icing), rm: 108 Buche, 54 Hainbuche, INH'idje, 150 Kiefer, 135 Fichte (Schicht- Bgcii cn); Stücke, rm: 22 Buche, 7 Hain- B'Dii)*- 26 Eiche, 1 Fichte. Si* blau unterstrichenen Nummern Mrorlem nicht versteigert. Auskunft durch 8®cn Förster Wirth zu Treis a. d. Lda. uürö das Forstamt. 2113D Ließen, den 23. Februqr 1928. Hessisches Forstamt Gießen. Donnerstag, den 15. Mär; 1928, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 112 daselbst, das im Grundbuche von Gießen der Zick, Katharine geb. Wehrum, Ehefrau des Franz Taver Zick in Frankfurt n. M. zugefchrie- bene Anwefen Kaplansgaffe s9 Flur 1, Nr. 680 = 116 qm Hoftette Flur 1, Nr. 681 = 19 qm Grabgarten, geschätzt auf 10 050 Mark, versteigert. Die amtsgcrichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 15800 Gießen, den 8. Februar 1928. I. A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Angebote, nach Sortiment und Klassen getrennt, sind, verschlossen unb mit ent- sprechenber Aufschrift verfehen, bis zum Donnerstag, dem 8. März 1928, vor. mittags 11 Uhr, bei unS einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, mit denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, eingesehen werden können. Dos Holz ist mit Rinde gemessen und ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden. Das Fichtenstammholz wird auf städtische Kosten enttindet. Angebote für Bohnenstangen sind getrennt a) für ungeputzte, b) für sauber geputzte, gespitzte und zu je 20 Stück gebündelt cinzureichen. Bei genügender Sicherheitsleistung wird zinsloser Zahlungsaufsschub für die 1. Hälfte des Kaufgcldes bis zum 1. Juli 1928 und für den Rest bis zum 1. Oktober 1928 gewährt. Bei sofortiger Barzahlung 5% Nachlaß. Das Holz wird aus Verlangen durch die Herren Förster Textor und Kipper in Lich vorgezeigt. Nähere Auskunft erteilt die hiesige Bürgermeisterei. Holzsubmifsiou. Die Gemeinde Climbach verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachstehend verzeichnetes Holz: 21490 Stämme (Langholz, ©ütettasse N): Eiche 2. Kla |e 18 Stück, 9,40 fm Holzsubmission. Die Gemeinde Bersrod verkauft im Dege schriftlichen Angebots nachstehend verzeichnetes Holz: Eichenstämme: Los 1: 2. Klasse 2 Stück = 0,76 fm 3. „ 5 „ -3,71 „ 4. „ 1 „ - 0,50 „ Buchenstämmc: LoS 2: 3. Klasse 2 Stück = 1,42 fm 4. „ 4 „ =3,72 „ Fichtcnstämme: «SN» icbniar, ’ntU 27.,; nN. 23„t Witldoch; , gegen 23^| br i abgegeben. Ä J Die Angebote sind verschlossen, mit ent- io« t?• ’■ Il^chendc: Aufschrift versehen, postsrei bis r. liz jum 12. ZUär^, vormittags 11 Uhr, bei nniag. 4, । • ~ " -....." -- - kS l)libc'uv monlag, 5..l < - «4i. ioniar, 9en dm ä Eching W: LZ » Ufch m 20 fcj - 1. 310)6 es; bo.it) Man! Uhr: -ebne. Mar. int >aMie! Ä ag, 4-, i" e; bon 2' Uhr: Qt. i Wvi nen, oeß , f- HO Duren. 23; jQJ,' l polljciaml auf dem Landgras-Philipp. .60 bis Ä Vlah. )oija|d)tol. l ’) innere verputz- und Anskreicher- i 23,60 i , arbeiten: $1-2 1: rd. 4500 qm Putz, 4000 qm An» E- Hessischer Landesverein für Krebsforschung WOLF NETTER6JACOBIwien Aufruf! •56RLIN W 15«FINNENTROP'/WESTf Venr.: Emu tiec 1er, Dammsir. 43. üieilenjei. Es wird leider immer klarer, daß die KREBSKRANKHEIT Hessischer Landesverein für Krebsforschung 2152i 2193D Das echte 81)7 D Fernsorecher 1659. Peter Kollina Gießen, Bismarckstraße 6 Schatzmeister: Geh. Kommerzienrat Dr. Merck, Darmstadt. R wirkend — |ahnehn!e bewÄhrt — Kein Henklopfee — Keine negenb«j*werden Junker & Ruh-Ofen der sparsame ideale Dauerbrenner Edgar Borrmann, Gieben Eisenwaren. Haus- und Küchengeräte L« Bcrnard Plodcstraße Nr* 16 Zahlstellen: Postscheckkonto des Hessischen Landesvereins für Krebsforschung Nr. 34673 Frankfurt am Main. Darmstädter und Nationalbank, Filiale Gießen. Konto: Hessischer Landesverein für Krebsforschung. beschafft und unterhalten werden. Die vor dem Kriege dem Hessischen Landesverein für Krebsforschung reichlich zufließenden Mittel sind in den Nöten der Nachkriegszeit versiegt, das Vermögen des Vereins ist ein Opfer der Inflation geworden, viele Förderer und Gönner des Krebsvereins sind nicht mehr unter den Lebenden. Eine Fortführung der bedeutungsvollen Aufgaben des Hessischen Landesvereins für Krebsforschung ist nur bei Mitwirkung aller Kreise der Bevölkerung möglich. Wir bitten, sich unserer Gesellschaft als Mitglied anzuschließen (Mindestbeitrag jährlich 10 Mk.), sind aber auch für einmalige Beiträge in beliebiger Höhe herzlich dankbar. L Vorsitzender: Prof. Dr. v. Jaschke, Direktor d. Unlv.-Fraucnkllnik, Gießen. Schriftführer: Med.-Rat Dr. Rebentisch,' Offenbach am Main. Kaffee Hag, echter Bohnenkaffee auch spät abends bekömmlich Paket 95 Pfennig und RM* 1*90 Im letzten Jahrzehnt eine erschreckende Ausbreitung erfahren hat. Die Zahl der Opfer, die dieser heimtückischen Krankheit verfallen, geht jedes Jahr in die Tausende. Das bedeutet, abgesehen von menschlichem Leid und Elend, jährlich einen solchen Verlust an Volkskraft, daß alles getan werden muß, um die Ausbreitung der Krebskrankheit einzudämmen. Es mehren sich Jährlich die Fälle, wo Männer und Frauen in der Vollkraft ihres Lebens durch die Krebskrankheit dahingerafft werden. Überall in der Welt ist man mit fortschreitendem Erfolg bemüht, Wesen und Ursache der Krebskrankheit aufzudecken, ihre frühzeitige Erkennung und Behandlung zu fördern. An der Gießener Universität werden seit Jahren Forschungen in diesem Sinne betrieben. Außerdem bestehen modernste Einrichtungen zur Behandlung selbst vorgeschrittener Krebsfälle, die aus den Mitteln des Hessischen Landesvereins für Krebsforschung Kaiser’s Brust-Caramei.en mit den „3 Tannen“. Dieses seit 35 Jahren bewahrte Hustenmittel, köstlich schmeckend, darf über die Winterzeit bei Ihnen nicht fehlen l Dann werden Sie verschont sein von Husten, Heiserkeit, Katarrh, Verschleimung. Paket 40 PI., Dose 80 Pf Zu haben in Apoth., Drog. und wo Plakate sichtbar. Geschäfts-Uebernahme Auto und Motorrad deren Besitzer zur gefälligen Kenntnis, daß Ich ab heute die von der Firma Decker