Mittwoch, 25. Januar 1928 178. Jahrgang Nr. 21 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Bietzen. Erscheint täglich.außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,«vezv-rpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnia und Verlag: »rühl'iq« Unt$erfitäts=Bud). und Sieindruckerei R. Lange in Sichen. Lchristteitung und Seschästiftelle: Lchnlitraii- r. Oie Noiftandsaktion für die Landwirtschaft. Zugeständnisse des RcichssinanzministerS. Berlin, 24. Ian. (BDZ.) Die Verhandlungen des Interfraktionellen Ausschusses haben wenigstens in einem Punkte bereits zu einem Ergebnis geführt. Der Reichsfinanzminister gab nämlich die Zusicherung, daß die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer durch Rahmengesetze für diejenigen Landwirte, die keine Bucher führen, also die kleinen Betriebe in ihren Abschluß- wie auch den Vorauszahlungen der Absatzlage der Landwirte an gepaßt werden soll. Ferner versprach der Minister die Niederschlagung der Zinsen für Steuerrückstände. Bet Pfändungen, die sich trotzdem nicht umgehen lassen, soll auf die Beachtung der Bestimmungen, die eine Schonung des Betriebes ermöglichen sollen, Wert gelegt werden. Die Frage der Uebernahme der Zinsen für die Rentenbankkredite auf das Reich wurde noch nicht spruchreif dem Reichssinanzminister zur weiteren Prüfung überwiesen. Ls stellte sich heraus, dah das Kredilkontingent, das die preutzenkasse geben kann, überschritten worden ist, so daß die Genossenschaften und die Banken durch Rückforderungen stark belastet werden. Außerdem aber schuldet die preutzenkasse auch noch der Rentenbank sechzig Rlillionen, die ihr nach Möglichkeit abgenommen werden sollen. Der Reichssinanzminister erklärte sich ferner damit einverstanden, datz die Düngerkredite in höhe von 100 Millionen Mark, die im vorigen Jahr gewährt wurden, er st nach der diesjährigen Ernte und nach und nach in Raten zurückgezahlt werden können. Die preutzenkasse würde dadurch die Möglick^eit erhalten, die am 1. Februar und 1. April fälligen wechsel zu prolongieren. Auslandanleihen kommen nach dem Ergebnis der Verhandlungen vorläufig wenigstens wegen der ungünstigen Geldmarktlage nicht in Betracht, ebensowenig die Begebung von Schahwechseln durch die Reichsregierung. Um die tur)- friftigen Schulden der Landwirtschaft allmählich in hypothekenschulden umwandeln zu können, stellte das Reich einen Z w i s ch e n k r e d i t von etwa 100 Millionen in Aussicht. DasAentnerversorgunMeseh. Die Negicrungsparicicu für den demokratischen 'Antrag. Berlin, 24. San. (VDZ.) Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages trat in die Beratung über einen demokratischen Gesetzentwurf über ein Rent- nerversorgungsgesetz ein. Ministerialdirektor Rit- t e r (Reichsarbeitsministerium) wies darauf hin, daß die Reichsregierung an ihrer Erklärung fest- halte, wonach eine Stellungnahme der Regierung zu der Frage der Versorgung der Kleinrentner e r st im Zusammenhang mit dem gesamten Reichshan shalt möglich sein werde. — Abg. Mentzel (Dn. V.) erklärt: Die deutschnationale Fraktion stelle sich auf den Boden des vorliegenden demokratischen Antrages, was an sich ganz selbstverständlich sei, weil die deutschnationale Fraktion bereits im Juni 1926 einen Antrag gestellt habe, worin die Gewährleistung des Rechtsanspruches der Kleinrentner zum Ausdruck gekommen sei. Er bedauert, daß damals die demokratische Fraktion sich nicht mit derselben Entschiedenheit für diesen Rechtsanspruch eingesetzt habe, wie sie es jetzt als Oppositionspartei tue. Frau Abg. Dr. Matz (D. Vp.) erklärte, der demokratische Gesetzentwurf sei eine brauchbare Grundlage. Es werde nicht möglich sein, im Rahmen dieses Gesetzes alle diejenigen Personen zu erfassen, die heute unter dem Ramen Kleinrentner in der Fürsorge ständen. Der Gesetzentwurf sehe eine Grenze von 10 000 Mark Vermögen bzw. 500 Mark Zinseinkommen vor. — Frau Abg. Dr. Lüders (Dem.) bringt ihr Erstaunen, aber zugleich auch ihre Freude darüber zum Ausdruck, dah sich nunmehr die Regierungsparteien auf den Boden des demokratischen Antrags stellten. — Für das Zentrum erklärte Frau Abg. T e u s ch , dah das Zentrum angesichts der Regierungserklärung und der Stellungnahme der anderen Regierungsparteien dem Eintritt in die Beratungen nicht widersprechen werde. Sie bedauere aber, dah durch die Beratungen auf Grund der demokratischen Borlage bei allen beteiligten Kreisen, die doch nurzuei n em Drittel ersaht werden sollen, erneut wieder Hoffnungen geweckt würden, deren Erfüllung finanziell doch n i ch t s i ch e r g e st e l l t sei. Das Zentrum lehne heute schon jede Berant- Wortung dafür ab, wenn trotz der Beratung des Gesetzes nachher für dessen Ausführung Schwierigkeiten erwüchsen. Das Knegsschsdenschlußgesetz. Berlin, 24. Jan. (BDZ.) Im Relchstagsaus- schuß für Entschädigungsfragen erklärte Ministerialdirektor Dr. Dorn vom Rcichsfinanzministenum: Bei der Feststellung des Begriffes der „angemessenen Entschädigung" sei entscheidend nicht der Dersailler Bertrag, sondern das deutsche Recht. Artikel 153 der Reichsverfassung sieht vor, dah die Enteignung gegen angemessene Entschädigung zu erfolgen hat, soweit nicht ein Reichsgeseh etwas anderes bestimmt. Hier ist durch ein Reichsgesetz eine bestimmte Regelung getroffen worden. Ein Rechtsanspruch auf Oie Kosten des Reichsschulgesehes. Oie Frage der Verteilung zwischen Reich und Ländern. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers" Berlin, 25. Jan. Die Beratungen des Dil- dungsausschusses des Reichstages über das Schulgesetz gehen jetzt ihrem Ende entgegen. Don den Hauptfragen stehen noch zwei zur Aussprache: der Kostenpunkt und die Simultan sch ule. Mit dem Kostenpunkt ist es eine eigene Sache. Die Länder, auch soweit sie den Keudellschen Entwurf an sich gut» Heiden, find sich darüber einig, dah sie keinen Pfennig Mehrkosten haben dürfen, sondern, dah die Gesamtheit aller notwendigen Reuaufwendungen vom Reich übernommen werden soll. Das ist eine sehr angenehme Medizin. Die Rechnung, wie sich das Schulgesetz, wenn es zustande kommt, finanziell auswirkt, ist nämlich auch heute noch mehr als unsicher. Die .Unterlagen, die vom Reich bei den Ländern eingefordert sind, haben nur ein sehr lückenhaftes Bild ergeben: genaue Schätzungen find auch schon aus dem Grunde unmöglich, weil sich überhaupt nicht übersehen läßt, in welchem Umfange von der Dreiteilung der Schularten, wie sie das Schulgesetz vorsieht, von der Bevölkerung Gebrauch gemacht wird- Immerhin, darüber sind sich die Gelehrten einig, daß die Gefamtkosten nicht gering sind, und zwar an einmaligen Ausgaben für die Errichtung neuer Schulgebäude, wie auch an tauenden Ausgaben, weil mit der Dreiteilung die Schulen in die Breite gehen und ein stärkerer Bedarf an Lehrern unvermeidlich sein wird. Die Reichsregierung hat nun mit sich selbst einen Kompromiß abgeschlossen, sie hat den Ländern eine einmalige Beihilfe v o n breifeig Millionen zugestanden, im übriglen aber alle Mehrkosten auf die Länder abwälzen wollen. Das ist eine Lösung, die niemanden befriedigt, zumal da Preußen eine Rechnung aufgemacht hat, die bei angeblich sehr niedriger Schätzung allein an laufenden Ausgaben jährlich den doppelten Betrag für Preußen ausmacht. Immerhin, wie die Schätzung der Kosten auch ausfallen wird, möglich ist fie überhaupt erst, wenn feststeht, welche Form das Schulgesetz annehmen wird. Deshalb hat es im Augenblick kaum Sinn, sich darüber schon endgültig den Kopf zu zerbrechen. Der Kostenpunkt ist unbedingt eine von den Fragen, die bis zum letzten Augenblick zurückgestellt werden können, mindestens solange, bis sich die sachliche Gestaltung des Gesetzes erkennen läßt. Davon aber sind wir heute noch ebenso weit entfernt, wie am ersten Tage, weil die Verhandlungen zwischen dem Zentrum und der Deutschen Dolkspartei mit einem völligen Rega- tivum geendet haben: über die Erhaltung der Si- multanfd}ule ist zwischen den beiden Parteien eine mittlere Linie nicht zu erzielen: die Deutfche Volkspartei will unter allen Umständen die Simultanschule dort, wo sie geschichtlich geworden ist, erhalten, das Zentrum will sie unter allen Umständen früher ober später verschwinden lassen. Damit wäre eigentlich jetzt bereits der Bruch gegeben. Beide Parteien werden sich aber mit einer Zufallsentscheidung des Ausschusses zunächst abfin- den, damit die erste Lesung zu Ende geführt werden kann und behalten sich ihre Stellungnahme für die zweite Lesung vor, schon um auf diese Weise Zeit zu gewinnen, die zur Fertigstellung des Etats ausgenutzt werden soll. An ein Zustandekommen des Schulgesetzes ist aber, wie die Dinge liegen, wohl überhaupt nicht mehr zu denken. Im Bildungsausschuß. Ein Kompromißvorschlag des Rcichsinnenministers. Berlin, 24. Ian. (D.D. Z.) Der Bildungs- ausschuß des Reichstags begann heute die Debatte über die Paragraphen 19 und 20. Reichsinnenminister v. Keudell gab folgende Erklärung ab: Die Umfrage über die mutmaßliche Höhe der Kosten, die die Durchführung des Reichsschulgesehes möglicherweise verursachen wird, hat die schon früher vertretene Auffassung der Reichsregierung, daß es sehr schwer, wenn nicht unmöglich sei. diese Kosten zu schätzen, bestätigt. Die Unterrichtsministerien der Länder haben, soweit sie nicht die Angabe von Zahlen überhaupt für unmöglich erklären, mehr oder weniger nachdrücklich betont, daß den von ihnen vorgenommenen Schätzungen eine starke Llnsicherheit anhafte, da es völlig unmöglich sei. vorherzusagen. ob und in welchem -Umfange Erziehungsberechtigte von ihrem Recht, die Einrichtung von Schulen zu beantragen, Gebrauch machen und welche finanziellen Auswirkungen die Genehmigung solcher Anträge haben werde. Die Reichsregierung bestreitet nicht, dah die Einführung des Gesetzes den Ländern und Gemeinden. denen die Aufbringung der Schullasten obliegt, mehr Ko st en verursachen kann. Angesichts der gespannten Finanzlage der Länder und Gemeinden ist sie bereit, den Ländern eine einmalige Beihilfe bis zu 30 Millionen Mark in Aussicht zu stellen. Diese Beihilfe soll in erster Linie dazu dienen, die Lieber- I e i t u n g der zur Zeit bestehenden Schulverhältnisse, namentlich auch in leistungsschwachen Schulgemeinden, in den neuen Rechtszustand zu erleichtern. Ein voller Ersah der Kosten, die die Durchführung des Reichsschulgesehes etwa erfordert, insbesondere eine Beteiligung des Reichs an den laufenden Mehrkosten für das Bolksschulwesen, muh nicht nur aus grundsätzlichen Erwägungen, sondern auch deshalb a b g e l e h n t werden, weil es kaum möglich sein wird, Kosten, die auf Grund der Durchführung des Schulgesetzes erwachsen, von denjenigen Ausgaben zu trennen, die das in stetiger Entwicklung befindliche Bolksschulwesen auch ohne den Erlaß dieses Gesetzes verursachen wird. Abg. Ronneburg (Dem.) findet die Kostenhöhe überraschend hoch, offenbar fei die Regierung der Softenfrage z u spät nähergetreten. Es stehe außer Frage, daß den Ländern die Kosten in voller Höhe zu erstatten feien, was auch beim Finanzausgleich und bei der Länderkonferenz zum Ausdruck gekommen fei. Reichsinnenminister von Keudell erklärt, über die Frage, ob die Kasten vom Reiche in voller Höhe zu tragen seien, bestehe eine einheitliche Auffassung unter den juristischen Sachverständigen nicht. Die Kostenfrage hänge im übrigen auch stark davon ab, in welchem Maße die Erziehungsberechtigten von ihrem Antragsrecht Gebrauch machen würden. Ministerialdirektor K a e st n e r verliest Stellen aus Ausführungen des vreuhischen Kultusministers. in denen er die Auffassung vertreten hat. dah es Sache der Reichsregierung sei, die Kosten zu tragen. Preußen habe einen Kostenaufwand von 59,1 Millionen Mark errechnet. Der Vertreter der bayerischen Regierung schließt sich den Ausführungen Preußens über die finanzielle Frage ausdrücklich an. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers" Berlin, 25. Jan. Seit einer Reihe von Sagen spielt in Köln ein Prozeß, von dem die Oesfentlichkeit den Eindruck hat, dah sich dort ein durch die Separatisten-Machenschaften von 1922/23 schwer kompromittierter Mann, Dr. L i m b o u r g, gegen eine Anklage wegen schwer unpatriotischen Verhaltens zu verteidigen hat. In Wirklichkeit ist aber dieser Dr. Lim- bourg der Kläger, der in einem Zivilprozeh festgestellt wissen will, dah der ihm gemachte Vorwurf des Separatismus und aller daraus hergeleiteten ehrenrührigen Beschuldigungen unberechtigt seien. Der Prozeh hat gestern die sensationelle Wendung genommen, daß Dr. Lim- bourg seine Klage zurückgezogen hat. Im Laufe der Verhandlungen sind so viele Zeugen vernommen worden, die ihn einer mindestens schwer kompromittierenden Beziehung zu dem Separatistenhäuptling Dorten und feinen Spiehgesellen überführten, dah die Darlegungen des-ehemaligen Reichsinnenministers und Oberbürgermeisters, Dr. Jarres, in der sensationellen Verhandlung hinreichten, um den Kläger zu' vernichten, xpo seine tatsächliche Rolle als Angeklagter in der vollen bengalischen Beleuchtung eines Tribunals erscheinen zu lassen. Damit hat dieser Prozeh eine historische Bedeutung gewonnen: denn er hat zum ersten Male eine ganz klare und reinliche Scheidung vor den Augen der Oesfentlichkeit zwischen jenen Bestrebungen herbeigeführt, die im Rheinland unter der ärgsten Rot der Ruhroeseyung mit Wissen und Willen der Reichsregierung verfolgt worden sind, um für die notleidende, vom übrigen Deutschland abgeirennte Bayern mühte auf volle Erstattung der Kosten bestehen. Abg. Hofmann (Zentr.) steht auf dem Standpunkt, wenn Kosten erwachsen, so solle das Reich die einmaligen Aufwendungen tragen. Die Fortführung des Schulwesens sei jedoch Sache der Länder. Oie Verhandlungen in der Koalition. Keine Einigung über die Limultanichule. Berlin, 25. Jan. (Priv. Tel.) Der interfraktionelle Ausschuh der Regieriings.'art'ien für baä Schulgesetz trat, wie mehrere Blätter melden, gestern abend zusammen, um liey erneut mit der Kostenfrage und Paragraph 20 zu beschäftigen. Der Dienstagvormittag im Dildungsausschuh mit* geteilte Vorschlag des Reichs mnemmnisters Dr. v. Keudell wird, laut D. A. Z., von der Koalition als geeignete Grundlage für die Verhandlungen mit den Ländern betrachtet. Es ist in Aussicht genommen, die Länder auch aui die Neuregelung des Finanzausgleichs hinzuweisen, so dah auch für den endgültigen Finan "nsgleich eine gewisse Aussicht daraus be e '., iaf; lei lungs- schwachen Ländern die etwa entstehen je i Mehrkosten aus dem Schulgesetz aus einem Aus- gl e i ch s f o n d s zur Ver ügung ge t ?Ilt werden. 3m übrigen wird erneut darauf h ng?wiesen. daß die ganze Durchführung des Gesetzes mindestens noch zwei Jahre Zeit hat, dah sich also inzwischen über die Finanziernngsfrage genauere Erhebungen und bessere Unterlagen finden lassen werden. Zu Paragraph 20 hat die Deutsche Volkspartet folgenden Antrag eingebracht: „3n den Gebieten des Reiches, in denen bisher eine nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule nach Ge eh oder Herkommen besteht, verbleibt es bei dem bisherigen Zustande." Die Aussprache über diesen Antrag ergab, wie es in dem genannten Blatte heißt, dah auch auf dem steinigen Boden des Kampfes um die Behandlung der Simultanschulländer eine Verständigung immerhin nicht ganz ausgeschlossen ist. Bei der Interpretation des volksparieilichen Antrages ist daran gedacht, dem Staatsgerichtshof die Definition der Simultanschulländer zu überlassen. Bevölkerung in Verhandlungen mit dem französischen Rheinlandtommisfarrar einen Modus vivendi zu schassen, und jenen andern subversiven Verhandlungen, die schon lange zuvor in Liebedienerei gegenüber den französischen Imperialisten und Zerstörungspolitikern die S ch a f» fung eines selbständigen Rheinischen „Pufferstaats" anstrebten. Jene Gesellen. die sich, wie Dorten, als Präsident, oder wie Oehmen als Finanzminister, oder wie Matthes als Innenminister der Rheinlandsepara- tiften gerierten, die zwischen Partei und dem Rheinland hin und her pendelten, Artikel in die französische Presse lancierten, eigene Sesxira- tistenblättchen ausgaben, Bestechungögelder gröhten Timsangs für ihre Zwecke in Empfang nahmen und jede deutsche patriotische Bewegung den Besatzungsbehörden behufs Unterbrüdung denunzierten! Man hat die blutigen Zwischenfälle aus jenen Tagen, die Kämpfe und die beschämenden Szenen leider schon halb vergessen, die von jenen ehrgeizigen Baterlandsverrätern und ihren törichten Mitläufern herausbeschworen wurden. Lind man hat einfach deshalb seither keine Gelegenheit gehabt, an Gerichtsstelle in die dunklen Machenschaften dieser Leute hineinzuleuchten, weil beim Londoner Abkommen gleichzeitig mit den Verhandlungen über die Räumung von Ruhr und Sanktionsstädten die Amnestie der Separatisten verabredet worden war. Mutwillig hat sich einer von ihnen vor den Richter begeben und damit erfreuliche Gelegenheit geboten, für die Geschichte Akten anzulegen, die eine Verwischung des Tatbestandes zum Rachtcil von deutschen Parteien und Rheinlandpatrioten künftighin erschweren werden. Sin chemischer Separatist vor dem Richter. Der Prozeß Limbourg in Köln. — Unangenehme Enthüllungen. — Zurückziehung der Klage. volle Entschädigung besteht also nicht. Darum läßt sich auch fein rechtlicher Einwand gegen die in der jetzigen Regierungsvorlage vorgesehene Höchstgrenze erheben. Praktisch würde die Aufhebung der Höchstgrenze eine Mehr- b e l a ft u n g des Reiches um 150 Millionen zugunsten von nur 20 Interessenten bringen. Ministerialdirektor Dr. Dorn erörterte dann — teilweise vertraulich — die Gründe, die nach Ansicht der Regierung gegen eine Erweiterung des Kreises der Entschädigungsberechtigten sprechen. Die Einbeziehung der Ausgleichgläubiger in das vorlieaende Gesetz sei nicht berechtigt. Die Kosten des sozialdemokratischen Antrags würden sich auf 922,2 Millionen, also auf einen Betrag, der hinter den Kosten der Regier: ngsvorlage zu- rückbleibt, belaufen. Die Vorlage des Reichs- wirtschastsrals würde für die Barzahlungen einen Mehraufwand von 115 Millionen notwendig machen. Die demokratische Forderung einer sofortigen Ausschüttung von 100 Millionen würde bei dieser Durchführung den größten Seil der für die Barzahlungen bereitgestellten Mittel aufzehren und außerdem statt der Schlußlösung wieder nur eine Teillösung bringen. Der mitteldeutsche Mtallacbeiterstrett. Berlin, 24. Januar. (WB.) Das Reichs- arbeitsministerium hat, wie erinnerlich, den Schiedsspruch in dem mitteldeutschen Metall- arbeiterstreik nicht für verbindlich erklärt Wie den Blätterzr mitgeteilt wird, hat es sich dabei von dem Umstand bestimmen lassen, daß die Kluft zwischen den Forderungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer so groß war, daß e ine Einigung ausgeschlossen erschien, und weil inzwischen auch etwa 25 000 Arbeiter in den Streik g e - t r e t en waren. Das Reichsarbeitsministerium beobachtet den Fortgang der Angelegenheit und hofft, im geeigneten Augenblick zu einer Verständigung beitragen zu können. Eine Erklärung mecklenburgischer Landwirte. Rostock, 24. Ian. (WB.) Rach einer Meldung des „Rostocker Anzeigers" haben 88 Landwirte aus dem Amte Waren und Llmgegend in einem Schreiben an das Landesfinanzamt Mecklenburg-Lübeck erklärt, daß sie nunmehr, nachdem auch ihre letzten Hoffnungen auf aus- reichende ErntewetterentschLidlgungen wieder o e t ä u s ch t f eien, nicht mehr in der Lage sind ihre Landes steuern zu zahlen'. Sie erklären sich bereit, alle hieraus ent- stehenden Folgen auf sich zu nehmen. Deutscher Reichstag. Haushaltsdebatte.-Ruhrentichädigungen B e r l i n, 24. Ian. (D. D. Z.) Präsident Loeb« eröffnet die Sitzung. Die erste Beratung des Haushaltsplanes für 1928 wird fortgesetzt. Slbg. Koch. Weser (D.) erklärt, die Verfassung habe alle Wege zum Einheitsstaat freigemacht. Man müsse nur die verfassungsmäßigen Rechte gebrauchen. Seine Partei gehe von der Rottoenoig- keit aus, die Selbstverwaltung der einzelnen Landesteile zu stärken und dem Vureaukratlsmus zu Leibe zu gehen. Zum Einheitsstaat lvmme man aus jeden Fall, wenn man a^r zögere, komme man zum bureaukratischen un- heitsstaat. Alle Konflikte mit Bayern seien nicht über Zuständigkeitsfragen, sondern wegen des Souveränitätsdünkels in Vayern entstanden. Daß der bayrische Ministewrasident eine Einladung beim Reichspräsidenten aus irgendeiner Verstimmung heraus tm letzten Augenblick abzusagen wage, sei mit seiner Stellung nicht vereinbar. Der REner betont, daß eine Personalunion mit dem Reich und Preußen gleichzeitig eine Entrechtung Preu- tzens bedeuten würde. Mit Genugtuung stellt der Redner fest, daß sich auch die Deutsche Volkspartei für den dezentralisierten Einheitsstaat erklärt habe. Man kann gewiß einmal ohne die Sozialdemokraten regieren, aber nicht gegen die Sozialdemotratie. Rur wenn sich in allen Schichten der Bevölkerung die äleber- zeugung hält, daß ein Aufstieg der unteren Schichten im Interesse des Gesamtvolkes ist, laßt sich revolutionäre Gesinnung in diesen Schichten Niederhalten. Das Jahr deutschnationaler Ministerherrlichkeit hat dazu geführt, die Sozialdemokraten zu stärken und zu radikalisieren. Stillstand und Reaktion sind genau so gefährlich wie Revolution. Abg. Tor gier (K.) wendet sich gegen die Ausführungen der linkskommunistischen Abg. Frau Gohlke. Hinter Frau Gohlke ständen nur ein paar Dutzend Arbeiter. Auch sie würden bald wieder zur KPD. zurückkehren, wenn sie von der Linie der Frau Gohlke genug haben. (Heiterkeit.) , .. _ , Hierauf wird, die Aussprache über die Ruhr- entschädigung der Industriellen fortgesetzt. Ministerialdirektor Dr. Dorn erklärt, die Regierung habe im Anschluß an die Ausschußberatungen zur Ruhrentschädigung eine Summe von 30 Millionen zur Unterstützung der geschädigten Mittelstandsarbeitskreise und Arbeitnehmer im Ruhrgebiet zur Verfügung gestellt. Damit sei die Forderung des Ausschusses erfüllt worden. , „ Abg. Dietrich- Baden (Dem.) begründet folgenden Antrag seiner Freunde: „DerReichs- tag mißbilligt aus das schärfste die von dem älntersuchungsausschuh festgestellten Vorgänge." Abg. Esser (Zentr.) erklärt, die Debatte habe keinen Anlaß gegeben, das Votum des Ausschusses irgendwie zu ändern. Das Zentrum beantrage deshalb mit Rnterstiihung der übrigen Regierungsparteien: «Der Reichstag nimmt den Bericht des Ausschusses entgegen und schließt sich dem Votum des Ausschusses an." Der sozialdemokratische Antrag, der die Einziehung der Lleberzahlungen und ihre Verteilung an die geschädigten Gewerbetreibenden und Arbeitnehmer verlangt, wird in namentlicher Abstimmung mit 193 gegen 173 Stimmen abgclehnt. Dafür stimmten mit den Sozialdemokraten auch die Kommunisten, Völkischen, die Wirtschaftspartei und der Bayerische Bauernbund. Rach Ablehnung aller weiteren Anträge wird der Antrag der Regierungsparteien auf Anerkennung des Ausschußvotums angenommen. Oie Chescheidungsreform. Tie Zerrüttung der Eße. Berlin, 24. Ian. (VDZ.) Der vom Rechtsausschuh zur Beratung der Ehescheidungsresorm eingesetzte älnterausschuß kam in seiner dritten Sitzung zu einer Verständigung über die Grundlagen der künftigen Chescheidungsbestimmungen. Den Beratungen lagen drei Anträge von Abg. Dr. Kahl (D. Vp.), Hampel (W. Vgg.) und Dr. Rosenfeld (Soz.) zugrunde, die über- einstimmend die tiefe Zerrüttung der Ehe als Voraussetzung zur Ehescheidung festsehen wollten. Rach längerer Aussprache wurde mit kleinen Abänderungen der Antrag des Abg. Hampel (W Vgg.) angenommen, der lautet: „Lin Ehegatte kann auf Scheidung klagen, wenn aus einem anderen Grunde (als den bisherigen Ehescheidungsgründen) eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses eingetreten ist, daß eine dem wesen der Ehe en ts p re chen de F o r ts e tz u u g de r Lebensgemeinschaft nicht mehr erwartet werden kann und wenn infolge der Zerrüttung die Lebensgemeinschaft der Ehegatten seit mindestens einem Jahre uor Erhebung der Klage nicht mehr b e st e h t. Ein Antrag des Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.), die Jahresfrist zu streichen, war abgelehnt worden. Ferner erhielt die Bestimmung des Antrages Hampel die Mehrheit, wonach her Ehegatte auch auf Scheidung klagen kann, wenn die Ehegatten, ohne daß ein Fall des § 1567 vorliegt (böswillige Ver'.ajsung) mindestens fünf Jahre völlig getrennt von einander gelebt haben. Ein Antrag des Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.), statt der sünfjährigen eine dreijährige Frist vorzusehen, wurde abgelehnt. Ebenso wurde ein Antrag des Abg. v. r e y - tag-Lorlnghoven (Dn.) abgelehnt, wonach eine Ehescheidung bei Zerrüttung der Ehe erst dann möglich sein soll, wenn die Ehegatten seit mindestens drei Jahren verheiratet waren. Fiankreich und cie Aheinlandröunung Mainz. -5. Jun. (Prii. Tel > uules Sauerwein, der politische Leiter des „Watin", Der- öffentlich! im „Mainzer Anzeiger' einen Aufsatz über die politiloe Stabilisierung Frankreichs. in dem er schreibt: Ich kann versichern, daß innerhalb des sranzösischen Ministerrates neun Stimmen gegen vier Stimmen f ü r eine Abkürzung dcrRäumungsfristen sind. Das Hmziehen der vom rein militärischen Standpunkt aus übrigens nutzlosen Besetzung deutschen Gebietes läßt sich auf die Dauer nicht in Einklang bringen mit einer Politik, die darin besteht. Deutschland bei der Lösung aller großen europäischen Fragen hinzuzuziehen und es bei den Genfer Verhandlungen viermal im Jahre auf dem süße der Gleichberechtigung zu behandeln. Zur Wahlreform. Maßnahmen gegen die Splitterparteien. Berlin. 25. Jan. (Priv.-Tel.) Zu dem Meinungsaustausch der größeren Parteien des Reichstages über die Frage, tote man das Ueber- handnehmen der Splitterparteien eindämmen könnte, erfährt man aus parlamentarischen Kreien, daß die Absicht besteht, noch vor den Reu- toahlen durch einen gemeinsamen Initiativent- tourf eine Gesetzesänderung herbeizuführen. Auch die Sozialdemokraten haben sich an diesem Meinungsaustausch, der sich aber noch nicht zu Verhandlungen verdichtet hat. beteiligt und ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit zu einem gemeinsamen Vorgehen mit den übrigen Parteien erklärt. Zur Diskussion stehen verschiedene Vorschläge. So wird neben der Hinterlegung eines Geldbetrages oder einer Unterschrift der Hälfte der für ein Mandat erforderlichen Wahlberechtigten die Beseitigung des gegenwärtig von Amts wegen gelieferten Einheitsstimmzettels empfohlen. Die letzte, einfachste Aenderung würde zur Folge haben, daß die Parteien selbst ihre Stimmzettel bis ins kleinste Dorf würden verteilen müssen, wozu den Splitterparteien im allgemeinen die erforderliche Organisation fehlen dürfte. Bisher haben sich die beteiligten Parteien noch nicht für einen bestimmten Vorschlag entscheiden können. Die deutsch-russische Wirtschaft. Neue Verhandlungen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 25. Jan. Die Meldung eines großen englischen Blattes, das aus Berlin zu berichten weih, die deutsche Regierung sei dabei, eine Liste von Beschwerden mit Unterstützung des Handels, der Santen und der Industrie zusammenzustellen, auf Grund deren dann über d i e bisherigen Ergeb. Nisse des deutsch-russischen Handelsvertrages mit Rußland verhandelt werden soll, versolgt verschiedene Absichten. Einmal möchte das Blatt wahrscheinlich den englischen Wirtschaftskreisen, die auf verbesserte Handelsbeziehungen mit Rußland aus sind, an Hand der deutschen Schwierigkeiten und Mißerfolge im Verkehr mit Rußland eine Warnung geben und zweitens könnte man immerhin auf den Gedanken kommen, daß es gewissen Kreisen der englischen Politik zumindest angenehmer ist, wenn die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen nicht allzu ungetrübt ihre Entwicklung nehmen. Tatsächlich ist ja schon seit langem bekannt, daß mannigfache Klagen aus deutschen Wiri- schaftskreisen über unerfreuliche Hindernisse im Handelsverkehr mit Rußland immer wieder auf- tauchen. Wie man hört, hat die Regierung, die an sich schon über genug Material in dieser Hinsicht verfügt, jetzt auch eine Art Umfrage bei den am meisten Beteiligten veranstaltet, um für die wahrscheinlich im Lause des Februar zu erwartenden Verhandlungen mit der russischen Regierung über die Auswirkung des Handelsvertrages präzise und genügende Unterlagen zu haben. Deutsch-französische Verhandlungen über das Oaarabkommen Berlin, 25.Jan. Ein Berliner Mittagsblatt glaubt melden zu können, daß die Verhandlungen über ein Zusatzabkommen zu dem deutsch- französischen Wirtschaftsabkommen betreffend das Saargebiet vor ernsthaften Schwierigkeiten stünden. Rach unseren Informationen trifft es aber nicht zu, daß neue Schwierigkeiten in den Saaroerhandlungen aufgetreten sind. Ziel Der Besprechungen ist eine Art kleines Handelsabkommen, bei dem gewisse Tarifpositionen den besonderen Bedürfnissen des Saargebietes angep.ißt werden müssen. Die Wirtschaft des Saargebietes ist vor allem an besonderen Ausfuhrwün- schen für ihreSchlüsselindustrien interessiert, soweit nicht der Eisenpakt eine besondere Regelung darstellt. Deutschland wünscht insbesondere Vergünstigung für die Einfuhr von Holz und Baustoffen, fjausartiteln. Maschinen, Chemikalien. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich um die besonderen Interessen des Saargebietes sind natürlich außerordentlich kompliziert. Oie Deutschen in China. Tie angeblichen deutschen Waffenlieferungen Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 25. Jan. Die immer wieder vvn interessierter Seite in die Welt gesetzten Gerüchte über deutsche Waffenlieferungen an China haben, wie nicht anders zu erwarten war, für die CH.aa-Deutschen unliebsame Erscheinungen hervorgeru en. Von der Süd- regierung ist angeordnet worden, daß nicht nur die Filialen einiger deutscher Firmen zu schließen, sondern auch deren Vertreter wegen Rebellion i n Anllagezustand zu versehen seien. Cs braucht nicht immer wieder betont zu werden, daß von Deutschland niemals Waffen an die eine oder andere der sich be- kämpfenden chinesischen Par.eien gegangen sind. Wohl aber, und das scheint die Südregierung nicht einsehen zu wollen, sind wir durch den Versailler Vertrag gezwungen worden, fremden Rationen große Teile unserer Hä- f e n einzuräumen, wie diese auch gleichzeitig das Recht haben, ihren Warenverkehr durch Deutschland nach diesen Häfen zu lenken, ohne daß deutsche Behörden eine Handhabe besitzen, sich von dem Charakter dieses Vertehrs überzeugen zu dürfen. So ist es wiederholt vorgekommen, daß tschechische Wa' fen aetilen Kriegsmaterial nach Hamburg schickten, das von hier aus nach China ging. Daraus wurde bann der Vorwurf konstruiert. Deutschland versorge die chinesischen Generale mit Gewehren. Geschützen und Munition. Daß in erster Linie die ausländische Konkurrenz deutscher China-Unter ehmu gen für die Verbreitung tendenziöser 21 ad) ichten über deutsche Wa senfendungen sorgt. liegt auf der Hand. Sie will den deutsch-chinesischen Handel zerstören, nachdem sie durch eigene Schuld, vor allem durch die von ihren Regierungen vielfach vorgenommenen Bewaffnungen der rivali- fierenden Generale, ungeheure Verluste erlitten hat. Inzwischen hat sich bereits herausgestellt, daß es sich nicht einmal um deutsche, sondern um belgische Lieferungen handelt, die von der Südregierung zum Anlaß für ihr Vorgehen gemacht worden sind. Man darf wohl erwarten, daß sie schleunigst ihre Gewaltmahnahmen ein- ftellt und Im übrigen die Mitteilungen über deutsche Waffenlieferungen als das bewertet, was sie sind: der Ausfluß einer neuen Deutschenhehe im Ausland. Für die Freiheit -es Handels. Ein Antrag Argentiniens auf der Panamerikanischen Konferenz. Havanna, 24. Ian. (WTD.) Im Ausschuß der Panamerikanischen Konferenz schlug der argentinische Bot.chafter in Washington, Puehr- r c 6 o n , vor, die Regierungen der Mitgliedstaaten der Panamerikanischen Union sollten einen sofortigen Schritt zur Beseitigung oder Herabsetzung der über trieben hohen Zollschranken, die jetzt die Freiheit des interamerikanischen Handelsverkehrs einschränkten, unternehmen. Ferner befürwortete er die Aufhebung der Einschränkungen des Handels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen unter dem Vorbehalt, daß dies den Wohlstand der Länder und deren Arbeiter nicht gefährde. Pueyrredon erklärte ferner: Wenn wir eines Sinnes in der Panamerikanischen Union sind, verbunden durch die vornehme Gesinnung, die Coolidge und Hughes zum Ausdruck brachten, dann sollte jede Ration bereit sein. Ungelegenheiten zu ertragen zum besten der Gesamtfamilie der amerikanischen Länder. Falls die Panamerikanische Union die von Coolidge erwähnten Ideale wirklich verkörpert, ist es Pflicht der Union, dafür zu sorgen, daß kein Land für die rein örtlichen Angelegenheiten des anderen zu leiden hat. Aus dem Finanzausschuß -es Hessischen Landtags. Von unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 24. 3an. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags beriet zunächst die Regierungsvorlage über die Beteiligung des hessischen Staates an der Kraftverkehrsgesellschaft Hessen. Die Erörterungen wurden bann wegen einiger nottoenbiger Rückfragen zurückgestellt. Eine Eingabe der Verbandsleitung der Gewerkschaft deutscher Kommunalbeamten in Berlin über Grundsätze zur Reuregelung der Beamtenbesoldung wurde der Regierung als Material für die demnächstige Ver- waltungsreform überwiesen. Eine Eingabe von Rau und Müller in Darmstadt zur Aufstellung von Bajazzo-Spielapparaten wurde, da diese gegen ein Reichsgeseh verstoßt, abgelehnt. Ein Antrag Blank wegen Z i n s v e r- pflichtungen aus W i n z e r k r e d i t e n wurde angenommen. Ein Antrag Weckler, Blank und Gen. aus Erlaß von Landes steuern wegen Hagel- und ttntoetterfchädigungen wurde angenommen, dagegen ein Antrag Angermüer zu demselben Gegenstände abgelehnt. Ein Antrag Wesp, zur Gewerbeaufficht auch Betriebsvertretungen zuzuziehen, fand Annahme. Eine Eingabe der Erwerbslosenkommision in Darmstadt wegen Gewährung einer Winterbeihilfe (Zuschuß von 50 Mark für Verheiratete und von 25 Mark für Ledige) wurde mit allen gegen eine Stimme für erledigt erklärt. Eine Eingabe des Gartenarchitekten Wei- gold wegen Besetzung der Stelle des technischen Leiters des Botanischen Gartens in Darmstadt wurde abgelehnt. Ein Antrag Blank, Weckler und Ruh, der Versuchs- und Lehrwirtschaft für Schweinezucht in Gernsheim ein Darlehen von 10 000 Mark zu gewähren, wurde angenommen, außerdem wurden noch mehrere Anträge ohne allgemeines Interesse beraten. Zu der Regte - rungsvorlage über die Beteiligung des Staates an der Rotstandsaktion für die im Sommer 1927 durch Unwetter Geschädigten hat der Abg. Glaser den Antrag gestellt, den gleichen Betrag, den die Regierungsvorlage als nicht rückzahlbar bezeichnet (66000 Mark) gleichfalls den jlntoetter» geschädigten zu gewähren. Die Beratung der Angelegenheit wurde zurückgestellt, um nochmals den Fraktionen Gelegenheit zur Aussprache zu geben. Vor dem Gtaatögerichtshof. Darmstadt, 24. Ian. Der Hessische Staatsgerichtshof wird nun am Dienstag, dem 31. Januar, vormittags 9,30 Uhr, im Sihungs- faale des Schwurgerichts zusammentreten, um über die Gültigkeit der hessischen Landtagswahl zu entscheiden. Für die Beschwerdeführer werden vertr.ten fein. Rechtsanwalt Rohde- Frankfurt a. M. für die Wirtschaftspartei, Dr. Frank- München für die Rationalsozialistische Arbeiterpartei und Pfarrer Weidner- Ober-Lais (Oberyessen) für die Evangelische Volksgemeinschaft. Aus aller Wett. Die provozierende Rationalhymne in Aachen. Der Wirt des Hotels „Vier Jahreszeiten", das von der belgischen Besatzung bis 3. Februar geschlossen wurde, weil in dem Lokal in Gegenwart belgischer Offiziere das Deutschlandlied gesungen wurde, ist jetzt von der belgischen Besatzung zu 130 Mark Geldstrafe oder acht Tagen Gefängnis, der Kapellmeister zu 200 Mark Geldstrafe ober 15 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Zum Gedächtnis Fran; Schuberts. Zum Gedächtnis Franz Schuberts veranstalteten der Reichskanzler und Frau Marx in den Räumen des Reichskanzlerhauses ein geselliges Beisammensein, bei dem der Kammersänger S ch l u s n u s und das Dehmann- Quartett Werke von Schubert zum Vortrag brachten. Der Einladung waren die Reichs- und die Staatsminister, das diplomatische Korps, die Reichsratsbeoo Imächtigten, die Staatssekretäre der Reichsministerien, sowie Vertreter von Wirtschaft. Kunst und Wissenschaft mit ihren Damen gefolgt Störung einer Opernaufführung. Die Essener Aufführung der Oper „Antigone" des Deutsch Schweizers Arthur Honegger wurde von deutsch-völkischer Seite durch lärmende Störungen unterbrochen. Generalmusikdirektor Schulz-Dornbusch ergriff das Wort und erklärte, man habe zwar das Recht zur freien Meinungsäußerung, aber der Anstand erfordere es. daß man solche am Schluß äußere. Im übrigen bekannte er sich bei dieser Gelegenheit nochmals zu dem Gedanken, daß man die Pflicht habe, auch neuere Musik aufzuführen, zum mindesten zur Diskussion zu stellen. Die Aufführung konnte danach bis zum Ende ungestört durchgeführt werden. Der Beifall ■ am Schluß war sehr stark. Entdeckung eines Matthias Grünewald. 3m Besitze des ehemaligen Bürgermeisters von Ueberruhr bei Essen, von Auer, ist eine Kreuzigungsdarstellung von Mathias Grünewald entdeckt worden, die der bisherige Besitzer für eine Kopie gehalten hat. Bei dem Städelschen 3nstitut in Frankfurt a. OK., dem das Bild vorgelegt wurde, wurde es gereinigt und Geheimrat Friedländer-Berlin stellte das wiederhergestellte Bild als ein Werk Mathias Grünewalds fest. Eine alte Kopie der Tafel besitzt das Kaiser-Friedrich-Musertm in Berlin. Leider ist das unschätzbare Bild ins Ausland verkauft worden. Es geht nach Haarlem (Holland) für 750 000 Mark. Folgenschwerer Anfall auf einer Grubenbahn. Mückenberg, 25. Ian. (WTB. Funkspruch.) 2m Abraumbetrieb der Grube Friedländer der Braunkohlen- und Brikett-2ndustrie-A. G. ereignete sich heute ein folgenschwerer Unfall. Zwei Kohlenzüge stießen mit großer Gewalt zusammen. Die Führerstände der Lokomotiven wurden vollständig zertrümmert. Aus der einen Maschine waren Führer und Heizer sofort tot, auf der zweiten wurden die Bedienungsleute mit schweren Verletzungen geborgen. Lin deutscher Schleppdampfer mit Besatzung gesunken. Der Dampfer „Maurita", der im Tau des deutschen Schleppdampfers „Albatros" von Gibraltar nach Bergen unterwegs war, meldet, daß der „Albatros" am Samstag im Orkan gesunken ist. Die ganze 10 bis 12 Personen starke Besatzung ist u m g e k,o m m e n. Die „Maurita" befand sich in außerordentlich schwerer Lage, da sie kein Feuer unter den Kesseln hatte und sich nur sechs Persvnen an Bord befanden. Opfer des Starkstroms. In der Nähe von Mailand sind sechsArbeiter bei der Erneuerung der Hochspannungsleitung der elektrischen Bahn verunglückt. Zwei Arbeiter wurden durch den Strom getötet, die übrigen vier erlitten lebensgefährliche Brandwunden. Grobfeuer. In Oberwiesenthal im Erzgebirge brannte das Anwesen eines Wirtschaftsoesihers bis auf die Grundmauern nieder. Sämtliches Erntevorräte und das gesamte Mobiliar verbrannten. Der 71jährige Besitzer des Grundstückes, der in das brennende Gebäude zurückkehrte, um irgendwelche Habseligkeiten zu retten, sand in den Flammen den Tod. Oie Wetterlage. ©wonren!o5.<3 neuer onaro oedeext ®wotxig. eoedtcu «ReoeM * Schnee & Graupein a MtOei K Gr witttr.(§)wind$tiiie. •O' seV leichter Ost y mas$iotr Suflsuaweji ’S Murmijchei «ordwesl Olt Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeigen Stationen dienenden Zal> len gehen die Temperatur an. Oie Linien veromdeo Orte mit gleichen «uf neerumpeau umaereenneten Luftdruck StOlKI Pans o 5I J Perim namt>g —7-Vfr SS ° o ^■0- ■^ix/° Hhr, wird das Gesamtministerium seine Glückwünsche dem Herrn Staatspräsidenten aussprechen. Anschließend hieran überbringt das Präsidium des Landtags dessen Glückwünsche. Weiter werden zur Gratulation folgen: Vertreter von Reichs- und Landesbehörden, Deputationen: darunter die Abordnungen der sozialdemokratischen Landesfraktion und des sozialdemokratischen Landesvorstandes usw. Ab 11tHfjr sindet allgemeiner Gratulationsempfang statt. Das Landesamt für das Bildungswesen gibt bekannt: Der Herr Staatspräsident feiert am 28. Januar seinen 75. Geburtstag. In den Schulen ist an diesem Tage eine schlichte allgemeine Feier abzuhalten. Der Unterricht fällt aus. *• Personalien. Ernannt wurden: der Medizinalrat Dr. Philipp B e st in Schotten zum Kreisa^t des Kreisgesundheitsamtes Bensheim unter Belassung seiner seitherigen Amtsbezeichnung „Medizinolrat" mit Wirkung vom 1. Februar 1928; der Amtsarzt Dr. Hermann Orth in Gießen zum Kreisarzt des Kreisgesundheitsamtes Schotten mit der Amtsbezeichnung „Medi- zinalrat", mit Wirkung vom 1. Februar 1928. — Versetzung in den Ruhestand: Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt der Medizinalrat Dr. Fritz K u l l m a n n bei dem Kreisgefundheitsamt Bensheim am 31. Januar 1928 in den Ruhestand. " Städtische Brennholzversteige- r u n g. Bei der gestrigen Drennholzverstcigerung der Stadt Gießen im Stadtwalde bei Annerod wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 15,50 Mk., Eichenscheit 9,50 Mark, Buchenknüppel 11 Mk., Eichenknüppel 7 Mk., Duchenstöcke 7,50 Mk. je Raummeter; Buchen- reisig 25 Mk., Eichenreistg 13 Mk. je 100 Wellen. ** Winterobst aus st ellung in Gießen. In unserem gestrigen Anzeigenteil erinnert der Vorstand des Obst- und Gartenbau-Vereins Gießen daran, daß die Frist für die Beschickung der Ausstellung am 28. Januar abläuft. Interessenten mögen Näheres aus der gestrigen Anzeige ersehen. •* Ein Großlautsprecher-Auto der Siemens & Halske-A.-G. besuchte gestern auf seiner Rundreise durch Süddeutschlarch auch unsere Stadt, um durch die Großlautsprecheranlage, die in dem komfortablen Wohnautobus eingebaut ist, darzutun, daß dieses Erzeugnis der Siemens- & Halske-Werkstätten zur Verwendung bei der Uebertragung von Reden, Konzerten usw. vor großen Massen, d. h. auf weite Entfernung hin, geeignet ist. Das Auto hielt auf der Südanlage beim Etadttheater unb hatte im Handumdrehen eine große Zuhörermenge um sich versammelt. Die Rundfunkübertragungen gelangen im Sinne des Hnternehmens vortrefflich, denn noch bis zum Ludwigsplatz und nach der anderen Richtung hin bis zur Neuen Bäue waren die Heber- tragungen durch den Grohlautsvrecher zu vernehmen. Jedenfalls dürfte das Unternehmen seinen Zweck in unserer Stadt erreicht haben. ** Verdiente Ehrung eines wackeren Mannes. Die Reichsbahndirektion Frankfurt teilt mit: Am 9. Juni 1927 fuhr der Loko- MWs-MtMsfflMn erfordern stets eine sorgfältige Textgebung und Satzausstattung. Gute Satzleistungen stnd nur erreichbar, wenn die Anzeigen WM genug od Wien werden. Der Annahmefchluß für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt aus den Nachmittag vor der Aufnahme. Empfehlungsanzeigen müssen, je nach Umfang und Satz, schwierigkeilen, zwei bis drei Tage vorher bestettt sein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Ieitauswand gesetzte Empfehlungen Um nen mWwen WW motivführer Martin Faust von Limburg als Führer einer Lokomotive von Weilburg nach Limburg. Zwischen Weilburg und Guntersau bemerkte er in der hoch angeschwollenen Lahn eine Frau mit dem Tode ringend. Kurz entschlossen brachte er den Zug zum Stehen und sprang in voller Kleidung und geschwitztem Körperzustand in die Lahn. Nach vieler Mühe gelang es Faust, die Frau unter eigener Lebensgefahr zu retten. Für diese hervorragende Tat, die als ein vorzüglicher Beweis von Entschlossenheit und Selbstaufopferung angesehen werden kann, wurde ihm durch das preußische Staatsministerium die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Bürgermeister Vötker-Lich t- Am Dienstag früh verstarb in der Medizinischen Klinik in Gießen das Oberhaupt unserer Nachbarstadt L i ch , Bürgermeister Theodor Völker. Der Heimgegangene war unmittelbar nach Weihnachten an der Grippe erkrankt, zu der sich dann eine Lungenentzündung mit anschließender Rippenfellentzündung hinzugesellte. Nach vorübergehender Besserung nahm die schwere Erkrankung doch wieder eine ungünstigere Wendung an, durch die die Heberführung des Patienten aus seiner Licher Wohnung nach der hiesigen Klinik erforderlich wurde. Bürgermeister Völker war am 2. April 1888 zu Crbstadt geboten. Nach dem Besuche der Augustinerschule in Friedberg war er von 1905 bis 1908 als Derwaltungsanwärter, dann bis 1916 als Dürgermeistereiassistent und von 1916 bis Anfang 1921 als Stadtsekretär und Bureau- Vorsteher bei dem Bürgermeisteramt in Fried?- berg tätig. Nachdem der Stadtvvrstand von Lich ihn zum ersten Berufsbürgermeister gewählt hatte, trat er dieses Amt am 23. Februar 1921 an; seine Amtszeit erstreckte sich nach der Wahl zunächst auf 9 Jahre. Von Anfang an hat er es verstanden, ein gutes Einvernehmen zwischen der Bürgerschaft von Lich und sich yerzustellen. In rastloser Arbeit war er bemüht, in Gemeinschaft mit dem Stadtvorstand das seiner Führung anvertraute Gemeinwesen in der Entwickelung vorwärts zu bringen, und mancherlei bedeutsame Fortschritte kennzeichnen in der Geschichte der Stadt Lich die Spuren seines Wirkens. Als erfahrener Verwaltungs" beamtet zeigte er immer Blick und Maß für das Erforderliche und das Mögliche, daneben war es aber auch sein Bestreben, in der Entwickelung seines Gemeinwesens mindestens gleichen Schritt zu halten mit den Nachbarstädten derselben Größe. Den vielerlei Wünschen und Anregungen aus der Bürgerschaft zeigte der nun Verewigte ein geneigtes Ohr, und soweit es in seiner Macht lag, suchte er mit bestem Willen den Wünschen Erfüllung zu schaffen. Aber nicht nur als Kommunalpolitiker war produktives Arbeiten das Kennzeichen seines Wirkens, sondern auch auf dem Gebiete der gemeinnützigen Vereinstätigkeit stellte er seine Kraft und sein reiche- Wissen gerne in den Dienst der Bürgerschaft. So war er Vorsitzender des Verkehrs- und Derschönerungsvereins von Lich, deö dortigen Dolksbildungsvereins und des Geflügelzucht-Vereins, ferner widmete er seine tat- rohe Mitarbeit der Förderung der Freiwilligen Feuerwehr, der Freiwilligen Sanitätskolonne, des Ob ft- und Gartenbauvereins; auch das Sangesleben seiner Stadt hatte an chm einen warmherzigen Freund, dem u. a. der Gesangverein „Cäcilia" dadurch öffentliche Anerkennung bekundete, daß er den nun allzu früh Heimgegangenen einstimmig zum Festpräsidenten für das bevor- stehende 90. Jubiläum des Vereins gewählt hatte. Heber den Kreis seiner Stadt hinaus gehörte Bürgermeister Völker als Vertreter der Evangelischen Volksgemeinschaft in Oberhessen dem Oberhessischen Provinzialtag als Abgeordneter an, ferner war er feit 1923 Mitglied des Auf- sichtsrats der Buhbach-Licher Eisenbahn A.-G. und seit der Gründung des Verkehrsbundes Ober- Hessen im Dezember 1926 als Bundesrechner Angehöriger des geschäftsführenden Bundesvorstandes. Den Entschlafenen zeichneten neben hohen beruflichen Qualitäten auch vortreffliche menschliche Charaktereigenschaften aus. Sein allezeit liebenswürdiges Wesen, seine auf starker sozialer Gesinnung beruhende stete Hilfsbereit- schäft und sein hoher Sinn für alles Schöne und Gute erwarben chm nicht nur in Lich die volle Sympathie der Bürgerschaft, sondern auch weit über die Licher Grenzen hinaus die Wertschätzung und Verehrung vieler Menschen. Das allzu frühe Hinscheiden dieses vortrefflichen Mannes ist darum nicht nur ein sehr schmerzlicher Verlust für seine Gattin und seine sieben noch unmündigen Kinder, sondern auch ein herber Schlag für die Stadt Lich überhaupt und für den großen Kreis von Männern, mit denen er allezeit in freudigster Tatkraft und in schönster Harmonie an den Aufgaben im Dienste der Allgemeinheit von Lich und unserer Provinz Oberhessen gearbeitet hat. Dem Verewigten wird in Lich und weit darüber hinaus für alle Zeiten ein ehrendes Gedenken sicher sein. Vermischtes. Die Verbreitung des Rundfunks. Nach einer amtlichen Statistik hat die größte Anzahl Radiolizenzen jetzt Schweden, nämlich 53,5 a u f je 1000 Einwohner. Darauf folgen England mit 53, Dänemark mit 44,8, Oesterreich mit 43, Deutschland mit 28,1 Norwegen mit 22,1, die Schweiz mit 15,9, die Tschechoslowakei mit 15,2, Ungarn mit 9, Finnland mit 8,8 und Belgien mit 4,6. heftiger Sturm in England. England wurde am Dienstag von einem erneuten Sturm heimgesucht, der von seltener Heftigkeit war. Zeitweilig erreichte der Wind eine Stärke von 70 Meilen in der Stunde. In den nördlichen Vorstädten Londons wurde erheblicher Schaden angerichtet. Teile des Themsetales waren überflutet. Berliner Börse. Berlin, 25. Jan. (WTB. Funkspruch.) Bet wenig veränderten Kursen ist das Geschäft im heutigen Frühverkehr weiter äußerst ruhig. Man taxiert J.-E.-Farben auf 268,5 und Siemens auf 294,5 bis 295. Der Orderseingang seitens des Publikums ist bis jetzt minimal. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,05 bis 92,12, Madrid 28,80 bis 28,82 und London gegen Kabel 4,8755 bis 4,8765. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. verlangen Sie MÄÄ; stets Zag's echte Sodener Mineral-pastillen. Oie in Öen Pastillen enthaltenen Brunnensalze wirken lösenö auf die Schleimhaut unö schaden dem Magen nicht. Lichtspielhaus Täglich bis auf Weiteres: Die Jugend der Kronprinzessin Louise und: Das reichhaltige Beiprogramm u. a. Wochenschau Am Freitag, 27. u. Samstag, 28. Januar. abds.lO.45Uhr Nachtvorstellungen Großer Ex perimental-Vortrag FredNarion/HelMen Das zweite Gesicht Psychometrie.okkulte Kräfte.Gedankenempfinden, Sten.endeutung, Wahrheit über Konnersreuth, Gedankenhygiene. Diese Versuche werden das erste Mal öffentlich gezeigt. Warum haben tSie kein Glück in Geschäften? Warum ist Ihre Ehe nicht glücklich? Neue Wege werden Ihnen durch „Marion gezeigt. Fragen des Publikums werden beantwortet. PreNseet Immen- Wiener Journal 10. Okt. 1927: Marion liest in der Vergangenheit der Menschen wie in e nein offenen Bucn. - Nürnberg.Zei.nng, 11. Okt. 1327: Fs war ein Ereignis. — ßottsrdamscher Courier, 5. Sept. 27: Seine Fähigkeiten erenzon an das Unmögliche. Münchener Neueste Nachrichten,: 2. Okt. 1927: Die Experimente des zweiten Gesichtes waren verblüffend. Preise auf allen Plätzen im Saal Mk.l.—. Rang und Lo.ren Mk. 1.20. — Der Vorverkauf zu diesem Experimental-Vortrag beginnt an heute an uns. Kasse. Sonntag vormittag 11 Uhr: II. Kulturfilm-Zyklus mit Vorirag des Herrn Dr.phil. Hermann Otto Vaubel vom Geogr. Institut in Gießen Zur Vorführung gelangt: i. Urweit im Urwald (an den Ufern der Amazonen) 2. Das Hospiz und die Hunde des großen St. Bernhard Eintritt auf allen Plätzen 50 Pf. 886c Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Emma Handwerk Karl Bergk Holzheim Lang-Göns 25. Januar 1926 0598 Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Käthe Ries Wilhelm Kreiling RechnungSrat Darmstadt Darmstadt Heuchelheim bei Gießen 25. 3anuar 1928 An sämtliche Meter Gießen«! In der Nummer 2 der HessischenHausbesiherzeitung macht Herr Launspach darauf aufmerksam, daß die Mieter die Kosten für Straßenreinigung und Müllabfuhr anteilmäßig zu tragen hätten- im Weigerungsfälle würden die Beträge im Beitreibungsverfahren eingezogen. Wir wundern uns, etwas derartiges aus dem Munde eines maßgebenden Stadtverordneten hören zu müssen. Die von uns an zuständiger Stelle emgezogenen Informationen veranlassen uns, unsere Mitglieder aufzufordern, diese Beträge nicht zu bezahlen. Mieterverein Gießen. KOMPRESSORLOSE DIESELMOTOREN VON 6 bis 1 5 0 0 PS DIE BILLIGSTE ANTRIEBSKRAFT FÜR GEWERBE UND INDUSTRIE MOTOREN-WERKE MANNHEIM A-G VORN. BENZ • ABT. STATIONÄRER MOTORENBAU VERKAUFSBÜRO: MANNHclM, WALDHOFSTRASSE 24 Teleph.Nr.64121 .Telegr.-Adr.Oelmotor 881 LIEFERWERKE: MANNHEIM - MÜNCHEN . 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Die Ende Oktober 1927 im Bahnhof Gienen gegen den Vorsteher des Ge- meindeverbandeS Wieseck-Alten-Bufeck Herrn Kerl Benner zu Wieseck, ausgesprochene Beleidigung nehme ich nlS völlig unbegrlindet mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns hiermit zurück. «er Ludwig Schäker. LlachhUfe- ftunden f. Bolkssch.,namentl. sürsolche.d.zuOiiern in die höhere Schule übertreten wollen, werden preiswert erteilt. Schrtfil. Angeb. unt. Nr. 0606 an den Gieh. Anz.erbet. Gebrauchtes Klavier zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preis unt. 0614 an den Gietz.Anz. erbet. In tiefer Trauer: Wilhelmine Völker und Kinder Lieh, den 24. Januar 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Januar, nachmittags 31/* Uhr, in Lieh statt. 0004 Die Stadtverwaltung und der Stadtvorstand. 889D 8900 903D Der Vorstand. glieder erscheinen. (heben Herborn 8780 896 öl empfiehlt 60a 898c empfiehlt DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Druckerei ÖÜIDÜ )WWIg. A. sofli. nodjfoifler MäuSb. 15, Tel. 1612 Verlangen Sie auafahrllche Drude edirift G 44 von der Schulleitung (heben, Goetheetrabe 32 ____________________________ 699aj Wir verlieren in dem Entschlafenen einen stets wohlwollenden Vorgesetzten und vorbildlichen Menschen, der uns mit seinem Rate immer gern zur Seite stand. Die Beamtenschaft brachte diesem ausgezeichneten Manne ihre volle Wertschätzung entgegen und wird ihm auch über das Orab hinaus ein treues Gedenken bewahren. Oroßen-Linden, Wieseck, Berlin, Kassel, 24. Januar 1928- Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. Januar, nachmittags um 21/, Uhr, statt. Der Verewigte hat von Beginn seines Dienstantrittes, am 24. Februar 1921, als Berufsbürgermeister unserer Stadt und Vorsitzender des Schulvorstandes stets in aufopferungsvoller, nie rastender Arbeit zum Wohle unseres Gemeinwesens gewirkt Es war allezeit für ihn eine besondere Genugtuung, wenn durch die gemeinsame Arbeit der städtischen Körperschaften unsere Stadt weiter vorwärts und aufwärts geführt wurde. Durch seine überaus treue Pflichterfüllung, aber auch durch sein freundliches und allezeit hilfsbereites Wesen, durch sein verständnisvolles Zusammenwirken mit allen Kreisen der Bürgerschaft hat er sich in unserer Stadt ein bleibendes Denkmal der Dankbarkeit und der Verehrung gesichert. Unsere Bürgerschaft wird dieses trefflichen Beamten und liebenswerten Menschen stets in Treue gedenken. Lieh, den 24. Januar 1928. Marktplatz nur 21 (gegenüber der Engelapotheke) Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen guten Mann, unseren treuen Vater Bürgermeister Theodor Völker heute früh im Alter von 40 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. | Kaufgesuche | Für getragene Sem«« zahlt höchste Preise k Rosenzweig Giefien.5eltersro.58L Karie genügt. 38ia Lieh, 24. Januar 1928. Die Beamten der Stadt Lieh. Am Dienstagmorgen verschied unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit das Mitglied unseres Bundesvorstandes Herr Bürgermeister Völker Lieh. Der Verewigte hat als Rechner unseres Bundes und Mitglied des engeren geschäftsführenden Vorstandes allezeit die Bestrebungen unserer Organisation in bester Weise gefördert und sich durch seine verständnisvolle, rege Mitarbeit ein bleibendes Andenken in unserem Bunde gesichert. Gießen, 25. Januar 1928. Verkehrsbund Oberhessen Der Geschäftsführende Vorstand: Dr. Hamm, Beigeordneter, 1. Vorsitzender. Heute morgen 4 Uhr entschlief nach langem schweren Leiden meine liebe Frau und gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Marie Rau geb. Pirr im 36. Lebensjahre. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Otto Rau und Kind. Donnerstagabend 8 Uhr im Hotel «Prinz Carl» Letzter Gratis-Kursus in moderner Reliefmalerei DenTeilnehmern der erst Kurse Ist nochmals Geleg. gegeb., a. die», teilzunehmen. Otto Georg vorn» H. Kühn Unerwartet entschlief heute morgen zu unser aller Schmerze nach kurzer, schwerer Krankheit der Bürgermeister der Stadt Lieh Herr Theodor Völker. Tieferschüttert erhielten wir heute die Kunde von dem unerwarteten Hinscheiden des Bürgermeisters der Stadt Lieh Herrn Theodor Völker. Hochfeine **07 KicMirt von Mk. 50.— an Dl. Schön, Marburger Siratze. Weyun Äullösung eines Hanshalls Cveisczimm. «eiche), Salon, Scklaszim., Küche, sowie Einzelmöbel u. Betten zu Verkansen-Anzuseh. zwischen 3 und 5 Uhr nachm. Au ersr. t. d. Geschst. d. GH. Anz. 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Gestern abend verschied nach kurzer Krankheit unser guter Bruder, Onkel und Pate Herr Ms Pfeil, SMnlsler im 78. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: C. Loth. Gießen (Lieber Straße 74), den 25. Januar 1928. Die Beerdigung findet im Sinne des Verstorbenen in aller Stille statt. 901D Zefus Christus im Spiegel der Weissagung. Vortrag Donnerstag, den 26. Januar, abends k Uhr, im (Seiangsaal des Realgymnasiums, Ludwigstraste. Einirill frei'. Referent: 8. Schmoll. >0610 Nachruf. Gestern verstarb unerwartet nach schwerem Leiden unser passives Mitglied Herr Biirgermeister Th. Völker Wir betrauern In dem Verstorbenen einen Heben, stets hilfsbereiten Sangesfreund, der, ausgestattet mit hohen Geistesgaben, seine ganze Kraft für das Gelingen unseres kommenden Jubelfestes als Festpräsident und Vorsitzender des Presse- und Verkehrsausschusses in erfolgreichem Maße eingesetzt hat. — Sein Hinscheiden berührt uns aufs schmerzlichste. 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Januar, abends 71 it Uhr, im Stadttheater Symphonie-Konzert Leitung: Univers.-Musikdirektor Dr. Stefan Temesvary Solist: Hermann Schey (Bariton) Orchester: Das Frankfurter Symphonie-Orchester Schubert: Unvollendete Symphonie — Vier Lieder mit Orchesterbegleitang — Symphonie In C-Dur Eintrittskarten: RM. 5.—, 4.—, 2.50 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. — Studentenkarten RM. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweiskarte. Die zweite Hälfte des Abonnements bitten wir bei Ernst Challier bis spätestens 21. Januar abzuholen. 6640 Schachklub,Gießen Einladung 8IM? Genevalvevsammlnng am Donnerstag, dem 26. Januar 1928, abends 8.30 Ubr, im Cas« Äfioria, oberes Zimmer Tagesordnung: 1. Kafienbericht 2. Jubiiäumssest. Wahl der verschiedenen AuSschüfie 3. BorüandSwahl 4. Verschtedenes oen Es wird dringend gebeten, dast alle Mit- EdgarBorrmann HauS- undKückeu- geräte, Giestcn. Frische Seefische lebende Karpfen Zander Rolzungen Schollen RopiWi zu kaufen gesucht. Nusdermauer & Labercnz. Labnstraste 3. Tel. 2463. oeo» | Empfehlungen | Kabeljau o.K. PfdV.45 Seelachs o.K. Pfdv.42 Goldbarsch o. K. Pf.0.50 Schellfisch o.K... Psd.0.55 Edi. Mitt Liebigstraste 71 Telcvb. 1685, ^-.a Neue Kurse beginnen am 16. April! Vogtsche Handelsschulen Nr. 2| Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Mittwoch, 25. Januar (928 DerKampfumdieSimultanschule in Hessen. Regierungsbildung und Lchulc. Don unserer Darmstädter Redaktion. Der Beschluß dec sozialdemokratischen Fraktion, mit den in Betracht kommenden Parteien die Verhandlungen zur Regierungsbildung wieder aufzunehmen, aber die Cn 1 sch ei- dun g bis nach dem Spruch des hessischen Staats- gerichtshoses über die Gültigkeit der Landtagswahlen zu vertagen, kommt nicht überraschend, da sich die politische Lage insofern geändert hat, als nunmehr feststeht, daß der Staatsgerichtshof am 30. Januar tagen wird. Wenn man sich dis Gründe vor Augen hält, die die Sozialdemo^ traten zum vorläufigen Abbruch der Verhandlungen veranlaßt hatten, so fällt am meisten der ins Gesicht, dah die Sozialdemokratie es vermeiden wollte, Bedingungen mit einer anderen Partei einzugehen, ehe über den Bestand des jetzigen Landtags entschieden ist. Die Führer der Sozialdemokratie haben wohl herausgefunden, dah mit einer Bindung nach irgendeiner Seite hin es schwer sein wird, unter Llrnständen einen Wahlkampf zu fuhren, denn die Sozialdemokratie ist unter sich in der Frage der Koalitionsbildung gespalten, sonst hätte sie sich schon längst entschieden. Die sozialdemokratische Taktik ist daher wohl zu verstehen und ihr gewissermaßen durch die gegebenen Verhältnisse diktiert. Bestehen so auch im eigenen Lager gewisse Schwierigkeiten, so ist doch die Stellung dev Sozialdemokratie gegenüber den anderen Parteien vielleicht die denkbar günstigste, denn sie kann sich als Partner für die Koalition wählen, wen sie will. Unter diesen Umständen ist auch zu verstehen, dah sie die Fühlungnahme mit den Verhandlungsparteien wieder aufnehmen will: sie vermag dann weitere Forderungen aufzustellen und Zugeständnisse zu verlangen. Ramentlich dem Zentrum gegenüber, dessen Taktik auch aus den früheren Verhandlungen zur Regierungsbildung bekannt ist: es sperrt sich ja zunächst, um soviel wie möglich für die Partei herauszuschlagen und um dann doch alle Forderungen der Sozialdemokratie anzunehmen. So hat es auch bei den gegenwärtigen Verhandlungen bereits bas Ministerium des Innern preisgegeben und die „Demokratisierung" der Verwaltung zugestanden, und das alles nur. um Zugeständnisse auf kulturellem G eb i et zu erlangen. Das Streben des Zentrums ist unentwegt darauf gerichtet, das Schulwesen Hessens in die Hand zu bekommen, um im gegebenen Augenblick die Konfessionsschule in Hessen einzuführen. Man rechnet in Zentrumskreisen mit einem für ihre Sache günstigen Ausgang der Verhandlungen über das Reichsschulgesetz. Das Zentrum erstrebt auch, was in diesem Zusammenhang bemerkenswert ist, die Errichtungeinessel b- ständigen Schulmini st eriums in Hessen; selbstverständlich ist nach seiner Auffassung der Posten nur mit einem Zentrumsanhänger zu besehen. Als solcher wird in Zentrumskreisen bereits der Abgeordnete Oberschulrat Hoffmann genannt. Man geht wohl nicht fehl, wenn man bei diesem politischen Handel in dem künftigen Schulministerium den Kaufpreis für das Ministerium des Innern sieht. Sollte die qlte Weimarer Koalition in Hessen wieder zustande kommen, so kann dies also offenbar nur geschehen durch Zugeständnisse der Sozialdemokratie an kulturelle Forderungen des Zentrums, die diesmal sicher auf dem Gebiete des Schulwesens liegen. Reu wäre dieser Vorgang ja keineswegs, denn schon vor drei Jahren hat sich nachher bei den Verhandlungen zur Regierungsbildung herausgestellt, dah allerlei Abmachungen zwischen Zentrum und Sozialdemokratie bestanden, die man keineswegs seinerzeit gleich bekanntgab. So wurden dem Zentrum kon-' fessionelle Lehrstühle zugestanden und ihm irt Personalsvrderungen weitgehendes Entgegenkommen bewiesen. Das Schicksal der hessischen Si m u l - tanschule liegt in der Hand der Sozialdemokratie: ob sie diesmal sestbleiben wird? Ihre frühere Politik bietet keinen Anhalt, diese Frage unbedingt zu bejahen. Man braucht auch nur auf Baden zu sehen, um zu erkennen, wie leicht aus politischen Gründen die Sozialdemo- „Hannele" in der „Krummen Hose". Von Max Iungnickel. In einer kleinen thüringischen Stadt war's, auf einer frühlingsblauen Wanderfahrt durch Berg und Tal, durch lahme, gebückte Gassen. Die Giebelhäuser, hexenalt, sahen ganz glück- versonnen aus. Auf dem Marktplatz hatten sich Wanderschauspieler eine arme Bühne gebaut. Der teuerste Platz kostete fünfzig ganze Pfennige und war mit zersessenem Plüsch überzogen. Es war an einem Samstag. Lleberall, in den Läden der verhutzelten Stadt, an den Straßenecken, erzählten die Plakate spannend und neugierig von Gerhart Hauptmanns „Hanneles Himmelfahrt". Don Engeln sprach der Theaterzettel, von Geistererscheinungen und von einem vertierten Vater. Wer das Stück nicht kannte, hätte an ein lichtdurchflogenes Gruselmeisterstück Denken können. Alm acht Uhr sollte die Vorstellung beginnen. Aber eine halbe Stuni< vor Beginn setzte ein milder Frühlingsregen ein, warm und schwer und anhaltend. Ich ging trotzdem hin. Mit mir waren etwa fünfzehn Zuschauer gekommen. Kurz vor acht Llhr hob sich der Vorhang, und der Direktor erklärte, daß die Vorstellung, infolge des Regens, im Wirtshaus „Zur Krummen Hose" stattfinden müsse. Die „Krumme Hose" war eine Kellerschenke, verräuchert, muffig, mit verqualmten, niedrigen Decken. Wir gingen hin. Der Regen rauschte und rauschte wie schwerer Segen. Halb neun Llhr begann in der „Krummen Hose" das arme Hannele gen Himmel zu fahren. Die Schauspieler hatten ein kleines Hinterzimmer als Garderobe und Bühnenzugang genommen. Eine eigentliche Bühne gab s nicht. Zu ebener Erde wurde gespielt, vom Publikum durch eine ausgespannte Wäscheleine abgetrennt. Die kratie bereit ist, kulturellen Wünschen des Zentrums entgegenzukommen. Richt zu vergessen ist auch, das) die Simultanschule keineswegs das Schulideal der Sozialdemokratie ist, sondern daß sie eine Weltanschauungsschule auf marxistischer Grundlage fordert. Dah die Auslieferung des Schulwesens an das Zentrum das Ende der hessischen Simultan^ schule bedeutet, darüber dürfte wohl kein Zweifel mehr bestehen. Es würden auf Betreiben des Zentrums allenthalben katholische Konfessionsschulen ins Leben gerufen, so dah sich dann ganz von selbst evangelische Schulen herausbilden, weil dann die Simultanschulen säst nur noch von evangelischen Schülern besucht werden. Wie Zentrumskreise über die Simultanschulen denken, dafür sei nur die Aeuherung eines Redners angeführt, die während einer öffentlichen Aussprache über Schulfragen in Darmstadt fiel. Der dem Zentrum angehörende Redner setzte die Simultanschule der evangelischen Schule gleich: sie sei auch als evangelische Schuleinrichtung zu betrachten, selbst wenn sie ausschließlich von katholischen Kindern besucht wird. Mit anderen Worten bedeutet das für die Auffassung des Zentrums, dah ein katholisches Kind keine Simultanschule besuchen darf und dah diese Schulart unbedingt zu beteiligen ift. Aus diesen Darlegungen geht wohl zur Genüge hervor, wie eng verknüpft das Schulwesen mit der Regierungsbildung ist: leider wird im weiten Kreisen des hessischen Volkes nicht erkannt, was hier auf dem Spiele steht. Llm das blaue Band des Ozeans. Oie Konkurrenz der großen Gchiffahrtslinien. Ltm das größte Schiff der Welt. Von unterem k.-Derichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, den 11.3anuar 1928. Wer sich daran erinnert, dah noch heute das Nationallied Englands „Britannia rules the wawes“ heißt, wird sich nicht darüber wundern, daß das Interesse Englands immer noch in weitgehendstem Mähe auf alles gerichtet geblieben ist, was mit der See zu tun hat. Die Ansprüche auf die Vorherrschaft zur jSce, die in der Rationalhyrnne enthalten sind, dürfen jedoch nicht etwa allein auf die Kriegsflotte bezogen werden. Stärker vielleicht noch als diese Frage nimmt auch heute noch die Handelsflotte das Interesse der öffentlichen Meinung in Anspruch, und selbst die allergewöhnlichste „Landratte" im Bereich der britischen Inseln weih oft staunenswert viel über alles, was die Seeschiffahrt betrifft. Wissen doch die meisten Engländer noch aus den Kriegsjahren her nur zu gut, was die Existenz der Handelsflotte für jeden einzelnen von ihnen bedeutet: Brot und Arbeit. Deshalb ist es überraschend, dah trotz dieser in England so selbstverständlichen Mentalität und des weitgehendsten Interesses für alle Schiff- sahrtsunternehmungen seit einigen Monaten eine Kampagne durch die britische Presse geht, die dem englischen Bürger klarmachen soll, dah wieder einmal Englands Vormachtstellung — diesmal die der Handelsmarine — bedroht ist, und dah es notwendig sei, durch große und kostspielige Schiffsbauten den Ruf Der englischen Reedereien wieder herzustellen. Wie, wird man fragen, seit wann ist Denn die englische Schiffahrt bedroht? Welche Konkurrenz fürchten die Engländer? Hat denn auch die Reederei im letzten Jahre so große Verluste gehabt, daß sie irgend etwas wettzumachen hätte? Wenn man nur englische Zeitungen liest, könnte man dies in der Tat glauben. Da wird ausführlich und mit sichtlichem Sachverständnis geschildert, was für große Anstrengungen die Italiener gemacht haben, um das große Passagiergeschäft nach Amerika mit Hilfe kostspieliger Reubauten in ihre Hände zu bringen; wie erbittert der Kamps mtt den Amerikanern tobt, die Im Verkehr zwischen den eigenen Gewässern England vollständig ausgeschaltet haben, und die nun das gleiche für Südamerika anstreben, und sogar dazu übergehen, ihre eigenen großen Linien nach Europa einzurichten I Was für schöne neue Schiffe sich Frankreich zugelegt hat — und, last not least, dah die verdammten Deutschen ihre Handelsflotte, die man ihnen in Versailles genommen hatte, wieder auf gebaut haben, und daß die nagelneue deutsche Handelsflotte überall den größten Eindruck mache! Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, daß noch heute a ch t von den zehn größten Schiffen der Welt deutsches Fabrikat sind, die in Versailles abgetreten werden muhten und nunmehr unter neuem Ramen und unter englischer, französischer oder amerikanischer Flagge segeln! Das Aufsehen, das die Meldungen der neuen deutschen Lloyd-Dampfer von je 50 000 Tonnen, „Europa" und „Bremen", in englischen Schiffahrtskreisen erregt haben, erscheint daher begreiflich — selbst wenn eine kühlere ileber- legung sagt, dah diese beiden Dampfer gröhten Formats die Hebcrlcgenfjeit der englischen und amerikanischen Handelsflotte, an Tonnage und Dampferzahl nicht wettzumachen imstande sein werden. Lind die — angeblich als englische Antwort hierauf gedachten — beiden englischen neuen Riesendampfer von je 56 000 Tonnen wird man in Deutschland mit einiger Lleberraschung, wenn auch nicht unbedingt erfreut, begrüßen, weil sie ja leider als Zeichen englischer Eifersucht auf die deutsche Handelsflotte gedeutet werden könnten. Da ein Teil der ausländischen Presse diesen Vorgang bereits in diesem Sinne interpretiert hat, ist es aber wohl angebracht, daraus hinzuweisen, worin der sehr wesentliche Llnterschied zwischen den englischen und den deutschen Reubauplänen besteht. England besitzt bereits eine große Anzahl von Riesenpassagierdampfern über 30 000 Tonnen (z. Z. zirka zwölf) und hat daneben eine Motte von fast 50 Dampfern zwischen 20 und 30 000 Tonnen, die nach den modernsten Prinzipien ausgestattet sind und zu einem erheblichen Prozentsatz erst in den letzten fünf Jahren in Dienst gestellt wurden. Englands Schiffe haben überdies den Vorteil, dah sie überallhin im transatlantischen Verkehr fast 2 4 Stunden Vorsprung vor allen deutschen Dampfern haben, ein Vorzug, der den deutschen Schiffahrtsgesellschaften schon immer viel Geld gekostet hat und auch heute noch kostet. Deutschland hat hingegen heute noch nicht genug Schiffe, um den eigenen Bedarf an Fracht- und Passagier-Dampfern zu decken, und kann sich weder an Zahl noch an Gröhe mit den englischen Schiffen messen, wenn man nicht die Betriebssicherheit Der deutschen Schiffe, die Zuverlässigkeit der Bedienung auf den deutschen Passagierdampfern und die sonstige technische Ausstattung heranziehen will, die auf deutschen Schiffen immer besser gewesen sind, als auf allen anderen Schiften der Welt. Die deutschen Reubauten sind daher eine wirtschaftliche Rotwendigkeit, Der entsprochen werden muß, damit das deutsche Passagier- und Frachtaeschäft rentabel erhalten wird, und die ausländischen Passagiere das volle Vertrauen zur deutschen Schiffahrt behalten. Denn schließlich vertraut auch der Ausländer sein Leben bei der Lieberquerung des Ozeans am liebsten solchen Schiffen an, die als besonders bequem, schnell, sicher und groß gelten. Derartige Rot Wendigkeiten, die Deutschland durch das Vorgehen der ausländischen Schiffahrtsgesellschaften, auch der englischen, auferlegt wurden, bestehen für Englands Handelsflotte nicht, oder nur in sehr viel geringerem Maß. Englands Handelsflotte beherrscht noch heute weitgehendst den internationalen Markt und braucht im allgemeinen keiner- l e i ausländische Konkurrenz zu fürchten. 3m Falle Deutschlands gehen überdies die Schiffahrtslinien beider Länder verschiedene Wege. Was auf deutschen Schiffen fährt oder verfrachtet wird, würde schon aus geographischen Gründen nur ausnahmsweise und in besonderen Fällen englische Schiffe benutzen: auch in der Schiffahrt seht eben eine Spezialisierung nach nationalen Aufgaben ein, die sich wachsend Beleuchtung war eine Stallctterne, die über der markierten Bühne hing, und wieder eine Stal- laterne, die auf einem kippligen Tisch, an Hanneles Bett, stand. Es war alles armselig: aber es wirkte bei weitem nicht lächerlich. Es war ein großes Erlebnis, wie ich es noch nie auf einer berühmten Bühne sah. Wie diese spaßigen und wehen und volksliedhaften Lichter in dem verzuckenden Kinderherzen aufschimmerten, das habe ich nur einmal so schön gesehen, damals in einer verregneten Kleinstadt, beim funzligen Auge einer Stallaterne. Hier stand wirklich ein fieberdurchwühltes Lumpenbett, von Trauerblumen umrankt. Hier stellte Hauptmann eine gvldsprvssige Leiter auf, die an die blaue Himmelstür stieß. — Was find Ramen! — 3ch weiß heute nicht mehr, wie der Direktor hieß und das Hannele und der Lehrer Gottwald und der Maurer Mattern und der Regisseur. Aber sie leben immer noch in mir wie am ersten Tag. Hier war ein Regisseur, der ohne Fabelfarben, ohne unterstrichenen Prunk den Trauhimmel Der kleinen Hannele schuf. Was ist das Rofteurige Dagegen, das ich auf berühmten Bühnen sah! Einen BilDerbuchhimmel hatte Der Regisseur geschaffen, Der für Den niedrigsten Platz einen lumpigen Groschen Eintrittsgeld nahm. Vielleicht hatte dieser Regisseur ein Dutzend hungriger Kinder, vielleicht war das Hannele seine Tochter. Aber wie hätte er sonst Die schöngeschnihten Schreine eines Kinderherzens Durchkramen können! — Er hatte einen Kinderhimmel aufgebaut voller Tand und Flittergold: einen Kinderhimmel, in Dem Die Engel erDtoarme Augen hatten, mit Puppen schäkerten unD große Zuckertüten umklammerten. Einen BilDerbuchhimmel. — Hier gab's keine große Musik: Zwei Klein- ftäDter spielten, hinter Der Szene im Rebenzimmer, auf Der Mundharmonika traurige Weisen. — — Aber Die Leute schluchzten unD gingen am Schluß toeinenD hinaus, in Den unaufhörlichen Regen.--Sie vergaßen ganz, Die Schirme aufzuspannen. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. 3n Der letzten Sitzung sprach Kapitän z. S. Dr. h. c. Spieß über Die vorläufigen Ergebnisse Der Deutschen atlantischen ExpeDition auf „Meteor". Die Expedition hatte als Arbeitsfeld den südlichen atlanttschen Ozean erwählt, dessen Erforschungen Der Plan Des IetDer auf Der Expeditton so früh verstorbenen Prof. Merz, Direktor Des Insti- tuts für Meereskunde in Berlin war. Die deutsche Reichsmarine kam diesem Plan in jeder Weise entgegen unD stellte Das Vermessungsschiff „Meteor" zur Verfügung: Die Rotgemein- schäft Der Deutschen Wissenschaft trug einen Teil Der Finanzierung. Die Aufgabe war Die Erforschung Der Form Des Meeresbodens, des 3nhalts und Der Bewegung Des südatlantischen Ozeans und seines Klimas. Zu Diesem Zwecke wurDen 14 Profillinien durch den Ozean gelegt, Deren süDlichste von Feuerland nach den Shet- lanDinfeln und Südgeorgien reichte. Auf der ganzen Fahrt, Die über zwei Jahre Dauerte, WurDen 67 500 Seemeilen (das 3,5fache Des Erdumfangs) zurückgelegt. Der Redner gab zuerst an Hand der Bilder Ansichten der besuchten Hafenstädte, Der Gletscher, Der Magellanstrahe, Dann der Eisberge des südlichen Eismeeres, wohin das Schiff vis 67 Grad südlich vordrang. Tenerisa wurde besucht und Der Pic von Sene- rifa bestiegen. Es folgte eine Erklärung der Arbeitsmechoden. Interessant ist Das Echolot, mit dem bis zu 8000 Meter Tiefe gelotet wurde, und Das gestattete, alle 20 Minuten Durch Schall, Der vom Meeresboden zurückgegeben toirD, Die Tiefe zu messen. Durch Schöpfapparate wurden Wasserproben unD Durch Kipthermometer Temperaturen aus allen Tiefen bestimmt. Ballon- aufftiege unD Drachenaufstiege erforschten Die Atmosphäre unD Die meteorologischen Verhältnisse bis zu 18 Kilometer Höhe. Den 3000 Lotungen, Die bei früheren ExpeDitionen zusammen vom GrunD des Atlantischen Ozeans mitgebracht wurden, stehen 67 000 gegenüber von der deutschen atlanttschen Expedition. Das Relief Des Meeresdurchsetzt, weil sie von ökonomischen, nicht aber von Prestige-Gesichtspunkten bestimmt wird. Das wird man englischen Chauvinisten, die aus der deutsch-englischen Schiffahrtskonkurrenz Kapital für hetzerische Zwecke schlagen möchten, auf das deutlichste vorhalten müssen. Eine Konkurrenz der deutschen und der englischen Schifffahrtslinien gänzlich ableugnen zu wollen, wäre zwar töricht, aber man wird andererseits auch nicht abstreiten können, dah die deutsche, rein privat wi rtschastliche Konkurrenz für England sehr viel weniger fühlbar ist, als Die Der Italiener und Amerikaner, die mit staatlichen Subsidien arbeiten und nur auf diese Weise gegen die englische Schiffahrt anzukommen vermögen. Wobei man nicht verfehlen darf, noch auf etwas anderes hinzuweisen, was man in England gerne übersehen möchte; im Kriegs- fa 11 e werden die mit staatlicher Subvention gebauten amerikanischen, italienischen und französischen Schiffe (wie natürlich auch die englischen) mit Leichtigkeit in Hilfskreuzer uwgewandelt werden können, während dies bei Den deutschen Schiffen nicht der Fall fein wird. Lind wenn die deutschen Schiffe bessere Sicherheitseinrichtungen, stärkere Maschinen usw. zu tragen vermögen, so ist dies eben nur der Fall, weil sie keine verschleierten Hilfskreuzer oder Truppentransportschiffe sind, wie das leider doch eben immer noch auch d i e englischen Schiffe sind... ________________________ Oberheffen. Geflügelausstellung in Lollar. 4 Lollar, 23.Jan. Der Geflügel- und D o g e l z u ch t v e r e i n Lollar und Llm- g e g e n d veranstaltete am Samstag und Sonntag im Saale „Zur Linde" eine allgemeine Geflügelausstellung, die recht reichlich beschickt war. Die Prämiierung Der Tiere, Die in 244 Rummern gezeigt wurden, war von den beiden Sachverständigen Konrad Rübsamen- Gießen und Jean Dörr- Reuenhain bereits am Samstagmorgen vorgenommen worden. Es war für sie keine leichte Arbeit, aus der Fülle des vorzüglichen Zuchtmaterials die Auslese zu halten. Eine Anzahl Ehrenpreise waren geflirtet worden, u. a. von den Buderusschen Eisenwerken, den Geflügelzuchtvereinen Londorf und Lang- Göns, von der Firma Engelmann-Jena, von dem Provinzialverband und von dem Geilügel- und Vogelzuchtverein Lollar und Llmgegend selbst. Die Ausstellungsleitung hatte Fritz R i e h m von hier. Der Besuch der Geflügelschau ist als sehr gut zu bezeichnen; sogar aus der weiteren Umgebung hatten sich recht viele Interessenten eingefunDen, so daß die Ausstellungsräume sich des öfteren als zu eng erwiesen. Aus Der Prämiierungs liste sei folgender Auszug berichtete Den Siegerehrenpreis erhielt Karl Stork, Launsbach (Zwergwyandottes, schwarz). Ehrenpreise: Hermann Dietz, Lollar (Rheinländer, schwarz) 1. Ehrenpreis; Ludwig Frank, Lollar (Hamburger, schwarz) 2; Otto Krug, Mainzlar (Italiener, schwarz) 3; Georg Peter, Marburg (Langschan, schwarz) 4; Christ. Hüchel, Fronhausen-Lahn (Hamburger Silberlack) 5; Theodor Veckel. Lollar (Plymouths Rocks) ö; Fr. Riehm V., Lollar (Wyandottes, schwarz) 7; Robert Pfarrer, Weckesheim (Elster Tümmler, schwarz) 8; Lud. Frank, Lollar (Kupfergimbel, schwfl.) 9; Ludwig Klinkel, Lollar (Wyandottes, schwarz) 10; Karl Müller, Lollar (Minorka, schwarz, einfachk.) 11; Otto Ruhn, Lollar (Flügel- tauben, Silber) 12; derselbe (Eistauben) 13: L. Klinkel. Lollar (Wyandottes) 14; Heinrich Seipp VII., Lollar (Italiener, rebhuhns.) 15; Wilhelm Lotz, Allendorf a. D. Lda. (Bantam, schwarz) 16; H. Hofmann, Marburg (Federfuß- Zwerge, porzellanfarbig) 17; Wilh. Schmulbach, Lollar (Rhodeländer, rot) 13; Ludw. Lich, Londorf (Steiger Kröpfer, rot) 19; K. Deines, Lollar (Reise-Brieftauben, dunkel, gehämmert) 20; Heinrich Schwarz, Lollar (Italiener, schwarz, einff.) 21; Ludwig Olemuh. Kesselbach (Hessische Kröpfer, blau) 23; Karl Kalctsch, Lollar (Hamburger, schwarz) 24; Konr. Wallon. Erbenhausen (Italiener, schwarz, einft) 25 (Medaille); Otto Ruhn, Lollar (Forellen-Tauben) 26 (Medaille). Sehr gut 1: Erich Loh, Bieber b. R. (Wyandottes, rebhuhnf.); H. Fuchs IV., Lollar bodens zeigt nach Den neueren Daten ein außerorDentlich vielgestaltetes Aussehen und durchaus nicht Die Eintönigkeit Die man nach Den wenigen Lotungen Der früheren Zeit annehmen sollte, wenn auch Ne Böschungswinkel im großen und ganzen immerhin gering sind. Stereophotogrammetrische Ausnahmen der Meer.swellen gestatten ein Ausmessen Dieser so flüchttgen Gebilde nach Form unD Höhe. Reben Diesen wissenschaftlichen Resultaten, von Denen schon Der kurze Lieberblick einen gewaltigen EinDruck gab, und Die Material für jahrzehntelange^ Bearbeitung liefern, hatte Die Fahrt auch eine na- ttonalpolittsche Bedeutung. Sie zeigte bald nach Dem Kriege Die Deutsche Flagge in Liebersee bei wissenschaftlicher Tätigkeit. Die Aufnahme Der ExpeDition war überall ausgezeichnet, und besonDers freuDig und wehmütig zugleich war Der Besuch Des „Meteor" in unserer ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwest-Asrika. wo er eine begeisterte Aufnahme fand. Den so inhaltsreichen unD in schlichter, sympathischer Weife vorgetragenen Worten des Redners folgten Die Zuhörer bis zum Schluß mit steigendem Interesse, und langanhaltender Beifall zollte ihm Dank und gab der Begeisterung über eine deutsche Tat, an Deren Zustandekommen und Durchführung Wissenschaft und Marine mitgearbeitet hatten, Ausdruck. K. Hochschulnachnchien. Der a. o. Professor Dr. Julius Schwiete - ring in Leipzig hat Den Ruf auf den Lehrstuhl Der Germanistik an Der ilnioerfität Münster als Rachfolger Arthur Hübners angenommen unD bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in Münster erhalten. Amtlich wird Die Ernennung des o. Professors Dr. Gustav Hertz in Halle a. S. zum ordentlichen Professor der Physik an Der Berliner Technischen Hochschule als Rachsolger von Prof. Kurlbaum bestätigt. Prof. Hertz übernimmt Den neuen Lehrstuhl mit Beginn des kommenden Sommersemesters. (Plymouths Rocks): Quito. Klinkel, Qollar (Whandottes, schwarz): Chr. Hüchel, Frvnhausen (Rhodelander. rot): Wilh. Walther VII., Dau- bringen (Italiener, rebhuhnf.): W. Frey, Baden- bürg (Italiener, gelb): Qd. Klinkel. Qollar (Zwergwyandottes, schwarz): Fr. Riehm V., Qollar (Zwergwyandottes. schwarz): W. Qich. Lon- dorf (Zwergwyandottes. schwa^): Ioh. Kriep. Rordeck (Italiener, gestreift): Chr. Hüchel, Fronhausen (Hamburger Silberlack): Gust. Lehr. Lol- lar( (Zwerg-Rheinländer, schwarz): Karl Müller. Qang-Göns (Federfühige Zwerge, Porzellans.): Otto Ruhn. Qollar (Forellentauben), derselbe (Eistauben): derselbe (Flügeltauben, blau): Rob. Tümmler, Weckesheim (Elster Tümmler, schwarz) S e h r g u t 2: Emil Schäfer, Wieseck (Sumatra, schwarz): W. Hachenburger II., Beienheim (Whandottes, schwarz): Q. Klinkel, Qollar(Wyan- dottes, schwarz): QI. Bechtold, Qaunsbach (Italiener, schwarz, eins?.): K. Kaletsch. Qollar (Hamburger, schwarz): Gust. Qehr, Qollar (Zwerg- Rheinländer, schwarz): Heinr. Hofmann, Dau- bringen (Bantam, schwarz): Ludw. Qich, Qon- dorf (Steiger. Kröpfer, rot): Otto Ruhn. Qollar (Forellentauben): derselbe (Flügeltauben, blau): R.Dfarrer, Weckesheim (Elster Tümmler, schwarz). Sehr gut 3: K. Kaletsch. Qollar (Hamburger, schwarz): Karl Müller, Qollar (Antwerpener Bartzwerge): Otto Ruhn, Qollar (Forellen- und Flügeltauben, blau): R. Pfarrer, Meckesheim (Elster Tümmler, schwarz). Sehr gut: Q. Klinkel. Qollar (Whandottes. schwarz): Gotth. Hermann, Hachborn (Hamburger Silberlack): Gust. Qehr, Qollar (Zwerg-Rheinländer): Karl Müller. Qang-Göns (Federfuylge Zwerge. Porzellans.): Otto Ruhn. Qollar (Eis- tauben). . Landkreis Gießen wr. Odenhausen, 24. Ian. Am Samstagabend fand hier in der Wirtschaft von Belling auf Veranlassung des Kleinkaliber- Schühenvcreins ein Bortragsabeno statt. Major a. D. Q i n d e n a »l (Gießen) sprach über seine Kriegserlebnisse in den Karpathen. Zahlreiche Qichtbilder ergänzten diesen Dortrag. denen dann iivch eine Anzahl Qichtbilder vom westlichen Kriegsschauplatz angereiht wurden. Der Bortrag sand lebhaften Beifall. — Reichspräsident von Hindenburg übernahm die Paten st eile bei dem 7. Sohne des Qandwirts Iohs. Krug von hier. V Londorf. 24. Ian. Der Gesangverein „Frohsinn" hatte zu seinem Konzert am Sonntagabend im Brögerschen Saale einen so starken Besuch zu verzeichnen, daß der Saal sich für den Andrang der Besucher als zu klein erwies. Die von jeher in bestem Ruse stehenden gesanglichen Qeistungen des Dereins rechtfertigten auch diesmal wieder den Besuch. Der Bortrag der Chöre zeugte von fleißiger und gewissenhafter Arbeit, die dem Verein und seinem bewährten Dirigenten. Musiklehrer QI. Kasten (Gießen). Ehrenchormeister des Hessischen Sängerbundes, alle Ehre machte. Die Chore und Volkslieder wurden vorzüglich zu Gehör gebracht und fanden mit Recht lebhaften Beifall. Ein dreiaktiges Theaterstück füllte das Programm noch in schöner Weise aus. Tanzvergnügen bildete den Qlbschluh der Veranstaltung. — Der Geflügel- und Kaninchenzüchterverein Qondorf und älmgegenb veranstaltet am 10.. 11. und 12. Februar eine Aus - st e l l u n g mit Prämiierung. Cs liegen bereits zahlreiche Anmeldungen hierzu vor. 5 Allendorf a. d. Lda., 24. Jan. Der unter der Qeitung des Dirigenten Schomber aus Beuern stehende hiesige Wännergesangverein hielt im Rathaussaal seine diesjährige erste Generalversammlung ab. Der Rechnungsabschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr zeigte ein günstiges Resultat. Bei der Vorstandswahl wurde der seitherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Es wurde beschlossen, von dem geplanten Familienabend wegen der Menge der in diesem Winter noch stattfindenden anderweiten Vereinsfestlichkeiten Abstand zu nehmen und dafür im kommenden Frühjahr einen größeren Familienausflug zu machen. 'Saasen. 24. Ian. Bei vollbesetztem Saale hielt unser Gesangverein „Eintracht" am Sonntag sein diesjähriges Konzert mit anschließendem Theaterabend ab. In seiner Begrüßungsansprache gedachte der Vorsitzende Wagner besonders dreier Ehrenmitglieder, die 25 Jahre dem Verein als treue Mitglieder angehörten und denen er aus diesem Anlaß ein Ehrendiplom überreichte. Unter der Qeitung deS Dirigenten R i c v l a i - Großen-Buseck brachte die Sängerschar in sehr eindrucksvoller Weise eine Anzahl Chöre zu Gehör und erntete damit verdientermaßen lebhaften Bei'all. Den Qlbend füllte ein gut gespieltes dreiaktiges Theaterstück in schöner Weise aus. Der (Verein kann mit Befriedigung auf die Veranstaltung zurückblicken. Reinhardshain, 24. Ian. Am Samstag veranstaltete der hiesige Spar - und Da r- lehnsverein. welcher der Raiffeisen-Genossenschaft angeschlosfen ist. im Saale des Gastwirts Roth einen F a m i l i e n a b e n d. der sehr gut besucht war. Von der Geschäftsstelle in Gießen waren G'schäftsführer Haack und Verbandsrevisor I o l t erschienen. Der Begrüßungsansprache deS Vorsitzenden Heinrich G r a u l i ch folgte ein von Frl. Eichenauer gesprochener Prolog, hierauf erläuterte Geschäfts ührer Haack die Grundsätze, nach denen die Raiffeisengenossenschaft arbeitet. Verbandsrevisor Jolk referierte dann über den Kredit- und Geldverkehr in der heutigen Zeit. Eine gemeinsame Kaffeetafel und mancherlei gesellige Darbietungen füllten den übrigen Teil des Abends aus. ' Hattenrod, 24. Ian. Die hiesige Gemeinde hat vor einigen Tagen ein „Iana x" - Epidiaskop angeschasft. Der Qichtbildapparat wurde von einer Düsseldorfer Firma geliefert. Sehr zu loben ist das Verhalten des Ge - meinderats. der die Anschaffung ohne Widerspruch beschloß. Die erste Vorführung findet in den nächsten Tagen statt. )( Großen-Linden. 25. Ian. In der älebersicht über die Bevölkerungsbewegung Oberhessens im Verlaufe von fünf, zehn Iahren, „Gieß. Anz." Rr. 19, dürste übersehen sein, daß die hiesige Stadt eine Zunahme von 381 Personen, also mehr als Alsfeld, Büdingen. Schotten, Qollar und Heuchelheim, zu verzeichnen hat. — Anläßlich der Feldbereinigung wurde festgestellt, daß die hiesige Gemarkung, außer Wald und Hofreiten, in runden Zahlen enthält: 14 Hektar Eisenbahngelände, 12 Hektar Wege. 8 Hektar Straßen, 3 Hekiar Bäche. 4 Hettar Gräben und 641 Hektar Acker und Wiesen. # Lang-Göns, 24. Jan. In der festlich geschmückten Turnhalle feierte der hiesige Turn- Derein am Samstagabend seinen 3 0. Stiftung s t a g. Rach markigen Begrüßungsworten des Ehrenvorsitzenden Wilh. Dern folgten turnerische Darbietungen und Musikvorträge. Zwei flott gespielte heitere Einatter trugen zur Verschönerung des Programms bei. Im Namen der Gauleitung sprach Gauoberturnwart Wrll- Gießen treffliche Worte. Er würdigte dre Ver- dienste und turnerischen Erfolge des Vereins im Gau Hessen und ermahnte insbesondere die In- gend zu eifriger Mitarbeit an der deutschen Turnsache. Der 1. Vorsitzende. Wilh. Heller, beglückwünschte die Mitglieder Alb. Schmidt, Karl Faber. Wilh. Römer und Karl S p e l- k u s zu ihrer 25jährigen Zugehörigkeit *um Verein und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese auch ferner dem Verein und somit der deutschen Turnsache weiterdienen möchten. Ramens der Geehrten dankte Turner Albert Schmidt mit warmen Worten. Den Schluß der in allen Teilen wohlgelungenen Feier machte ein Tanzvergnügen. welches die Teilnehmer noch lange zusammenhielt. I. H u n g e n, 24. Ion. Am Sonntag sanden die in Gießen begonnenen Kurse für die Kommandanten und Führer der Freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr en hier im Hotel „Zur Traube" ihre Fortsetzung. Zu dem hiesigen ersten Kursus waren Vertreter aus Bellersheim, Dettenhausen, Birklar, Dorf- Gill. Cberstadt, Ettingshausen. Hungen. Inheiden, Qangd, Langsdorf, Qich, Münster, Muschenheim, Rieder-Bessingen, Ronnenroth, Obbornhofen. Ober-Bessingen, Ober-Hörgern. Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Steinheim, Stockhausen, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Weickartshain erschienen. Der Leiter, Regierungsassessor G ü n g e r i ch vom Kreisamt Gießen, begrüßte zunächst den Präsidenten der Hessischen Qandes- brandkasse, Geheimrat v. H a h n, sowie Bürgermeister Fendt von Hungen und die Vertreter der Wehren. Geheimrat v. H a h n wünschte in feiner Antwortrede, daß den Führerkursen ein voller Erfolg beschieden sein möge zum Wohle der Allgemeinheit. Bürgermeister Fendt dankte namens der Stadt Hungen für die Wahl der Stadt als Ort dieser Tagung. Hierauf sprach Regierungsassessor G ü n g e r i ch über die gesetzlichen Bestimmungen für das Feuerlöschwesen. Anschließend referierte Reg.-Daurat Steinbach Gießen, über die Ausführungsbestimmun- gen zur Kreis euerlöschordnung und die Wasserversorgung. Kreisfeuerwehrinfpektor D i ck o r 6 machte bemerkenswerte Mitteilungen über die Dienstobliegenheiten der Kommandanten und Führer. Im Anschluß an die beiden erstgenannten Vorträge fand ein« rege Aussprache statt. Rach der Mittagspause wurde eine Hebung nach dem Feuerwehrhandbuch abgehalten, die nach der Kritik deS Kreisfeuerwehrinspeltors D i (f o r e zufriedenstellend ausfiel. In der folgenden Rachmittagssitzung sprach Brandmeister Beetz, Gießen, über Gerätekunde, während hierauf Stadtbranddirektor Braubach, Gießen, einen Vortrag über „Baukonstruktionslehre, insbesondere feuerbeständige Materialien" hielt. Eine rege Aussprache bildete den Ausklang dieser Referate. Darauf wurde der erste Kursustag geschlossen, der nächste findet am kommenden Somi- tag statt. ds. Langsdorf, 25. Ian. Am 3. und 4. Juni feiert unser Turnverein sein 25- jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß findet hier das Bezirksturnfest, verbunden mit Fahnenweihe, statt. Die Vorbereitungen dazu sind im Gange. Die Vergebung der Zuckerstände usw. ist im gestrigen Anzeigenteil ausgeschrieben. Die Fahne wird von der Firma H i s g e n in Qich geliefert. Die Mittel dazu sollen durch Spenden aufgebracht werden. Bei der Generalversammlung wurden von etwa 40 Mitgliedern schon über 200 Mk. gestiftet. Eine Haussammlung erbringt hoffentlich die noch fehlende Summe. — Schon seit Wochen schlägt uns keine Stunde mehr. Ob wir darob glücklich zu nennen sind? ihifere Kirchenuhr versagt den Dienst, gleichzeitig ist aber auch die Bahnuhr kaput und nur das leere Gehäuse starrt einem entgegen. s. Htphe . 24. Ian. In diesem Winter finden wieder regelmäßig alle vierzehn Tage Mittwochs Betstunden in der Schule statt, die im vorigen Jahre wegen Erkrankung des Pfarrers nur mit Unterbrechung abgehalten werden konnten. Diese alte Einrichtung wird besonders von älteren Ortseinwohnern begrüßt, da der Weg zur Kirche in Trais-Horloff zumal im Winter beschwerlich ist. Für die ältesten Leute wird hierbei auch das Abendmahl gereicht. Früher wurden sogar Taufen in diesen Betstunden vorgenommen. Die gleiche Einrichtung besteht auch in dem andern Filialdorf unseres Kirchspiels, in Inheiden. Kreis Friedberg Bad-Rauheim. 24. Ian. Der hiesige Männerturnverein, der etwa 300 Mitglieder zählt und ebenso wie der Turnverein von 1860 zur Deutschen Turnerschaft gehört, hielt jetzt feine gut besuchte Hauptversammlung ab, die 14. seit Gründung des Vereins. Die Jahresberichte zeigten ebenfalls eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung. Die Zahl der Mitglieder ist im Berichtsjahre um 57 ge iegen. Wie der Turnverein 1860 führte auch der Männerturnverein das Frauenturnen ein und besitzt nun neben seiner Turnerinnen-Abteilung auch eine ansehnliche Frauenabteilung. Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wurde der seitherige Oberturnwart B. W a ck gewählt, ein im Gau Hessen als Altersturner bekannter und als sachlicher Kampfrichter geschätzter Turner. Kreis Büdingen. △ Ridda, 24. Ian. Das am Samstagabend im Gambrinussaale hier abgehaltene Winterver- gnügen und Auszeichnungsfest des V.H.C. Zweigvereins Ridda nahm bei sehr starkem Besuch einen schönen Verlauf. Vertreter der benachbarten Zweigvereine nahmen an der Feier teil und überbrachten Grüße der VHC.-Brüder und -Schwestern. Der Vorsitzende des hiesigen Zweigvereins, Oberlandmesser Eich, begrüßte in herzlichster Weise alle Erschienenen. Musikstücke. gemeinsam gesungene Wanderlieder, ein Duett „Das Wetterhäuschen" boten abwechselungsreiche, gemütliche Unterhaltung. Besonders großen Beifall erntete das flott gespielte, von einem Hirzenhainer VHC.-Bruder verfaßte Sficaterftüd: „Mehr Recht" oder „Krieg den Männern". Hierauf fand die Verteilung von Auszeichnungen an 38 eifrige VHC.- Wanderer des Zweigvereins statt, die mit sinnreichen, auf jeden einzelnen besonders von einem hiesigen Dichter verfaßten Versen überreicht wurden. Zum Schlüsse wurde noch mehrere Stunden dem Tanze gehuldigt. Kreis Schotten. Eichelsdorf, 23. Ian. Der Vertretertag des Riddatalsängerbundes (Sih Eichelsdorf) findet am 12. Februar in Ober-Schmitten unter dem Vorsitz des Sägewerksbesitzer Th. Schäfer statt. Zur Der- handlung stehen das diesjährige Wertungssingen und seine Ausgestaltung, die Abhaltung eines Dirigentenkursus, sowie die Durchführung einer Dundes-Rheinfahrt. — Der Männergesang- verein „Eintracht", ein äußerst rühriges Glied des Riddatalsängerbundes, ist seit Iahren bestrebt, in fleißiger Arbeit unter der ziel- bewußten Leitung von Werkmeister Rau sein gesangliches Können zu steigern. Der Verein, der vor dieser Zeit verschiedentlich Krisen unterworfen war. die seine Kräfte lähmten, besitzt jetzt wieder eine 50köpfige. gut disziplinierte Sängerschar, die mit stimmlicher Begasung jeder Eingebung der Chorleitung au folgen weiß. So mußte auch der gestrige Liederabend, der in dem dicht besetzten Lehrschen Saale stattfand, zu einem vollen Erfolg für Chor und Chorleiter werden. In der Vortragsfolge waren besonders das Lied im Volkston, das volkstümliche Lied und das schlichte Volkslied vertreten. Eingeleitet durch das Beethovensche „Die Himmel rühmen", folgten Werke von Mendelssohn. Wengert. C. Kern. Schiebold und L. Baumann. Sämtliche Darbietungen waren inhaltlich gut erfaßt und kamen stimmlich geschloffen und fein abgetönt zur Durchführung. Hervorgehoben seien besonders Wengerts Soldatenlied „Es jagen die Rosse" und „Die schöne Schäferin" in der Bearbeitung von Spangenberg. Der Beifall der Zuhörer, unter denen sich auch zahlreiche Mitglieder anderer Dundesvereine befanden. war lebhaft und verdient. Umrahmt wurden die Gesangsvorträge durch Darbietungen des Musikvereins, die gute Schulung und treffliches Zusammenspiel erkennen liehen, obwohl der Verein erst auf ein einjähriges Bestehen zurückblickt. # Freienfeen. 24. Ian. Am Samstag hielt der hiesige Turnverein seine Generalversammlung unter der Leitung des ersten Sprechers, Schreinermeisters Immelt, bei guter Beteiligung in der Turnhalle ab. Die verstorbenen Mitglieder wurden in üblicher Weise geehrt. Rach dem Jahresbericht war das Vereinsleben im abgelaufenen Iahre recht rege. Die von Bezirk und Gau angesetzten Vorturnerstunden und -kurse wurden regelmäßig besucht, an den Wettkämpfen in kleineren und größeren Verbänden nahmen die Turner des Vereins mit Erfolg teil. Im verflossenen Vereinsjahr wurde eine Turne- rinnenriege gegründet, deren Leistungen schon recht beachtenswert sind. Die Rechnungsablage zeigte eine Einnahme von etwa 1300 Mk.. eine Ausgabe von rund 1200 Mk. Mit Dankesworten wurde dem Kassenwart Bähr Entlastung erteilt. Die ausschcidenden Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt, das Amt des ausscheidenden 2. Turnwarts wurde dem Turner Karl M ö l l übertragen. Turnerische Geselligkeit bildete den Abschluß des Abends. — Dieser Tage sand im hiesigen Gemeindewald eine (Brenn* Holzversteigerung statt, bei der durch die Gegenwart auswärtiger Käufer recht ansehnliche Preise erzielt wurden. Man zahlte je Raummeter Buchenscheit 1. Klasse 12 bis 13 Mk., Buchenscheit 2. Klasse 10 bis 12 Mk., Buchenknüppel 7 bis 8 Mk., Buchenstöcke 6 bis 7 Mk., Duchen- treifig 2 bis 3 Mk. Kreis Alsfeld. * H o m b e r g a. d. O h m. 23. Ian. Am 13. Mai findet das Wertungssingen und (Bun* desfest des Ohm-Lumdatal-Sänger- b u n d e s in Homberg statt. Die Vorbereitungen zu diesem Feste sind bereits in vollem Gang. Außer den 26 Dundesvereinen wird sich noch eine stattliche Zahl Gastvereine einfinden, so daß sich in unserem herrlich gelegenen Städtchen des Ohmtals an diesem Tage mehr als 1000 Sänger treffen werden. Der festgebende Verein, „Wännergesangverein Homberg", und die Einwohner Hombergs werden alles aufbieten, den Gästen recht schöne Stunden zu bereiten. Z Homberg a. d. Ohm, 24. Jan. Am Sonntagnachmittag hielten die Mitglieder des Geflügel-, Kaninchen- und Vogelzuchtvereins 192 1 H omberg und Umgegend in der Gastwirtschaft von Karl Rühl ihre diesjährige Generalversammlung ab, die guten Besuch zeigte. Rach kurzer Begrüßung durch en 1. Vorsitzenden Pfarrer Prätorius verlas der 1. Schriftführer Dentist Hübenthal den Geschäftsbericht für 1927. aus dem eine günstige Entwicklung des Vereins zu entnehmen war. Verschiedene Anträge wurden, zum Teil unter lebhafter Aussprache, behandelt und angenommen. Zu dem Vorstand treten aus den Kaninchenzüchtern noch die Herren Z i n n f a n n und Ludwig Wilhel m. Die (Beiträge zum Kreisverband der Kaninchenzüchter sollen gleich denjenigen der Geflügelzüchter zum Provinzialverband aus der Vereinskasse bezahlt werden. Die Anschaffung einer Tätowier-Zange für Kaninchen, die der Alters- und Züchter Kennzeichnung dient, wurde aus Vereinsmitteln beschlossen. Die Tätowierungsgebühr von 10 Pf. pro Tier flieht in die Vereinskasse. Im Monat Mai soll eine Tischbewertung von Kaninchen durch Preisrichter G e r h a r d t - K rchgöns erfolgen, später soll auch eine solche für Geflügel ftattfinöcn. Der Punkt „Käfiganteilscheine" wurde auf die nächste Versammlung verschoben. Die Schasfung eines Ehren Preisfonds wurde empfohlen. Unter „Verschiedenes" wurden die Mitglieder zum Besuch und zur Beschickung der Geflügelausstellung in Londorf am 11. und 12. Februar eingeladen. lieber die Grünberger Bezirksausstellung wurden wichtige Mitteilungen durch den Züchter Otto Södler - Rieier-Gemünden gemacht. In der nächsten Versammlung sollen einige Sätze (Bruteier anderer Rassen unter den Mitgliedern verlost werden. (=) Groß-Felda, 24. Jan. Dieser Tage hielt der hiesige Turnverein seine diesjährige Generalversammlung ab. An die Stelle des langjährigen 1. Schriftführers. Postmeister 11 f i n g e r , der von hier nach Londorf versetzt wurde, wählte man einstimmig den Rendanten Rudolf Niederkleen, 23. Jan. Dieser Tage sand hier die erst« Brennholzoer st eige- r u ng aus dem diesjährigen Einschlag statt. Es wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheitholz 32 bis 35 Mark, Buchenknüppel 20 bis 24 Mark, je zwei Raummeter: Buchenreifer 50 Wellen 10 bis 12 Mark, Eickenscheitholz 20 bis 24 Mark, Eichen- knüppel 16 bis 20 Mark, je zwei Raummeter: Eichenreisig 50 Wellen 6 bis 8 Mark. ]:t Hochelheim. 23. Ian. Dieser Tage sand hier eine Vers ammlung hiesiger Obstzüchter und -Händler statt, in welcher K. .csobstbaulehrer K ilp aus Wetzlar einen (Bortrag hielt über „Maßnahmen zur Förderung des Obstabsatzes". Bekanntlich konnte ein großer Teil der reichen Obsternte des vergangenen Jahres bisher noch nicht abgeseht werden. Das hat feinen Grund, nach den Ausführungen des Vortragenden, darin, daß erstens uns das Ausland mit Obst, hauptsächlich Aepfeln, geradezu überschwemmt. und zweitens, daß die Verbraucher der Rachbarstädte und des Siegerlandes — bisher unsere besten Absatzgebiete — zum großen Teil bei der wirtschaftlichen Lage unter Geldknappheit leiden. Den Hauptgrund aber sah Herr Kilp darin, daß die deutschen Züchter bei Sortenwahl, Ernten des Obstes und der weiteren Behandlung nicht mit der genügenden Sorgfalt zu Werke gehen. Kommt es doch vor, daß in mancher Gemeinde bis 100 verschiedene Apfelsorten gezüchtet werden, und infolgedessen von den heute gangbaren Sorten nur sehr wenig Ware auf den Markt gebracht werden kann. Um hier Abhilfe zu schaffen, hatte der Obst- und Gartenbauverein des Kreises Wetzlar an die Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe Karten verteilen lassen, auf denen drei Apfel» und zwei Birnsorten kenntlich gemacht werden sollten, die sich in unserer Gemeinde am besten bewährt haben. 30 ausgefüllte Karten wurden abgegeben. Rach einer regen Aussprache einigte man sich auf vier Apfelsorten: Baumanns Renette, Jakob Lebel (hier unter dem Qlamen Qtledlen- burtzer bekannt), Schöner von Boskoop und Landsberger Renette. Diese vier Sorten sollen in diesem Sommer gepfropft werden. Da das Reich einige Mittel zur Verfügung gestellt hat, stehen hier geringe Beihilfen in Aussicht. Rach den Erfahrungen, die man im vergangenen Jahre mit (Birnen gemacht hat, wurde von einer Auswahl dieses Obstes ganz abgesehen. Sodann gab Herr Kilp, der annähernd 30 Jahre als Obstbaulehrer des Kreises tätig ist, nach beherzigenswerte Winke über Ernten, Sortieren und weitere Behandlung des Obstes. Kreis Biedenkopf. # Königsberg, 24. Ian. In den letzten Wochen hat sich die Arbeitslage in unserer Gegend sehr verschlechtert. Die Zahl der Arbeitslosen ist in unserem Orte auf 14 angewachsen. Die Grube „Eleonore" in (Bieber hat eine Anzahl Bergleute entlassen, die aber von dem Gießener Bergwerk übernommen wurden. Auf der Grube „Eleonore" sind zur Zeit Feierschichten eingelegt. Es verlautet, daß die Grube in einigen Iahren auggebeutet sei. Die Arbeitsverhältnisse auf der Grube „Königsberg" waren bis jetzt gut, das ganze Jahr hindurch konnte eine Belegschaft von 40 bis 45 Mann beschäftigt werden. Da die Holzhauerarbeiten in aller Kürze beendet sind, wird sich die Zahl der Arbeitslosen nochmals erhöhen. ch Rieder-Weidvach. 24. Jan. Der Gesangverein „Liederkranz" hielt dieser Tage seine diesjährige Generalversammlung im Dereinslokal von Eduard Rentsch ab. Der Kassenbericht wies einen Kassenbestand von 63,78 Mk. aus. Bei der Vorstandswahl wurde an die Stelle des verstorbenen Kassierers Friedrich Knabenhans, der seitherige stellvertretende Kassierer Willi Herrmann und zu dessen Stellvertreter das Mitglied Eduard Rentsch berufen; zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Wilhelm Weber gewählt, die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Qlemtem erneut bestätigt. Am 1. Juli v. I. wurde der Dirigent des (Vereins, Lehrer Link, nach Gräfenhainichen versetzt, an feine Stelle trat Qebrer Reh als Dirigent. Der derzeitige Mitgliederbestand beträgt 36. (Besonders hervorzuheben ist, daß der älteste Einwohner unseres Ortes, Förster a. D. (Belte, noch immer als treues Mitglied dem (Verein angehört. Dillkreis. O Herborn, 23. Jan. Die im Jahre 1928 hier ftattfhibeiüjen Märkte sind auf folgende Tage festgesetzt: 6. Februar; l.März: 29. März; 16. April; 14. Mai ; 4. Juni; 25. Juni: 26. Juki; 20. August; 27. September; 25. Oktober; 12. November; 3. Dezember; 21. Dezember. Maingau. WER. Frankfurt a. M., 24. Ian. Fest- genommen wurde in Stuttgart der von vielen Polizeibehörden gesuchte Paketabgabeschwindler Reinhard Liebscher. Er wurde dem dortigen Amtsgericht zugeführt. Liebscher ist der bekannte Schwindler, der es verstanden hat, ben Hausangestellten in Abwesenheit der Herrschaften angeblich bestellte Instrumente, Bilder u. dergl. gegen eine (Nachnahmegebühr bis zu 200 Mark auszuschwätzen. (Beim Oefsnen der Pakete, die nur wertloses Zeug enthielten, stellte sich dann der Schwindel heraus. — In der Fechenheimerstraße er ignete sich am Montag ein furchtbares Drama. Dort fand man die Frau eines städtischen Beamten mit ihren zwei Kindern im QHter von acht Monaten und drei Jahren tot vor. Die Frau, die in der letzten Zeit an nervösen Störungen litt, hatte sich in Abwesenheit ihres Mannes m i t Gas vergiftet und ihre beiden Kinder mit m den Tod genommen. Nachdruck verboten. 26 Fortsetzung. Sonderbar. — Schwester Wendula im in FÄSTMA Distrikt 1: 3,09 km tämme Kl. la, C. Rübsamen, Gießen Fernsorecher 1659. 897D 5 (Schnittstämme) idelholz-Nutzschei 40 1. Film: Trinke gesunde Milch echnikuml/onstanz 1. dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2. Scheit rm 3. 4. 5. in Gießen Eintritt frei! Eintritt frei! 764a Telephon 1414. Neuenweg 28 Nadelholz Nadelholz Nadelholz tämme Kl. 1b, 53,11 km tämme, Kl. 2a, 86,02 km tämme Kl. 2b, 75,70 km tämme Kl. 3a, 14,58 km tämme Kl. 3b, 3,10 km Ingenierschule Maschinenbau a. Bodensee und Elektro- 1 techr'ik 140 82 12 4 2. 3. 20 Nadelholz 181 Nadelholz 154 Nadelholz Dienstag, den 31. Jan. Verteilungsstellen Bleichstraße Schanzenstraße Donnerstag, 2. Februar Verteilungsstellen Frankfurter 8trabe Neuen Bäue Mittwoch, den 1. Fehr. Verteilungsstellen Asterweg Rodheimer Straße Freitag, den 3. Februar V erteilungssteilen Rodheimer Straße Kaiserallee/Am Kugelberg ein Büfett, ein Klavier, einen Eisschrank, einen Kaffen schrank, eine Schreibmaschine, Kindererholungsheim Haffkrug Fleischwarenfabriken Altona u. Elmshorn Sonstige Scherzfilme Für Kinder außerdem Hans Huckebein und Vom Ei zum Ei. Gra i- und | Weiß-Stück von bester Qualität und größter Ergiebigkeit 7 u billigstemPreis Berliner Pfannkuchen I Krapfen Muzen Donnerstag, 26.Zan.1928 nachmittags 2 Uhr Eintrittskarten werden 3 Tage vor der jeweiligen Veranstaltung ausgegeben. Die Mitglieder können die Karte nur in der Verteilungsstelle, in der die regelmäßige Warenentnahme erfolgt, entgegennehmen — Nichtmitglieder können jederzeit Karten im Bureau, Schanzenstr. 16, empfangen. Die Veranstaltungen beginnen pünktlich um 8 Uhr. Es besteht dann die Möglichkeit für die Mitglieder in der Kaiserallee und Am Kugelberg, 10,30 Uhr ab Marktplatz die Straßenbahn zu benutzen. (Schnitlstämme) Nadelholzstämme Kl. 4a, 4,59 km Aokvevfiergevuns Aus den Waldungen der Gemeinde Treis a. d. Lda. soll am Montag, dem 30. d. M., von vormittags 9% Uhr an, nachverzeichnetes Holz an Ort und Stelle ver- Montag, den 30. Januar Verteilungsstellen Neuen Bäue / Kaiserallee Am Kugelberg fer (gesp.) 1. Knüppel rm: Buche 136; Eiche 31 Nuhholzsubmiffion Die Gemeinde Villingen verkauft aus dem Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimente: 859D Vorverkauf: Leder- ivarengesch. Röder u. Zmarrengeschäil S. Loeb. 882D Für Kinder finden die Veranstaltungen immer nachmittags 4 Uhr statt Für Erwachsene abends 8 Uhr. kanntgegeben. Der Gemeindevorsteher. Schmidt. 6. Stöcke rm: Buche 80; Eiche 33. Die Zusammenkunft ist um 9K Uhr in Oberseilbach (Hainstrauch), unterhalb des Jagdhauses Rinn. 881D Es zogen drei Burschen wohl über den Ifihein .... Roman von Erica G r u p e - L ö r ch e r. ®?o8e Ueüerrafffiunflen!!! Senforion auf Senfoflon! !! Drflmlietung !! jnölfdi.moDtloget! MMMWveNen TtwywvTvA*' 3Jf*f vw« wvXwwvwvV* XVekanntmachung^ Für die Lieferung des Sohlen-, Koksund Vrikettbcdarss an die hessischen Staatsbehörden, -betriebe und -anstalten im Rechnungsjahr 1928 wird hiermit zur Abgabe von Preis- und Lieferangeboten aufgefordert. Die für die einzelnen Dienststellen und Orte erforderlichen Sorten und Mengen sowie die Lieferbedingungen sind unter Beifügung von 50 Pf. je Ort bei der unterzeichneten Stelle bis spätestens 31. Januar 1928 schriftlich zu erfragen, wobei anzugeben ist, für welchen Ort bzw. Orte die Unterlagen gewünscht werden. 873D Nach dem 31. Januar 1928 eingehende Anfragen können nicht mehr berücksichtigt werden. Wölfersheim, den 25. Januar 1928. Hessische Bergwerks- und Kraftwerksdirektion. Interessante Filmvorführungen i. Palast-Lichtspielhaus, Kirchenplatz AolKvevfiekserrrms. i Dienstag, den 31. Januar 1928, nachmittags 2 Uhr, kommt aus dem Gemeindewald Vetzberg bei Gastwirt Becker folgen des Holz zum Verkauf: den Kopf zustimmend neigte uni) dann auf die Tür des Nebenzimmers schritt, um der Mutter zuzu- rufen, der Chauffeur sei eben vorgefahren? Die Baronin und Raymond traten ein. Sofort bemerkten beide die frostige Haltung des Brautpaares, beide mit stiller Bekümmernis. Raymond schritt auf den Freund zu: „Nun bleibe du noch bei mir, Dietwart! Wir haben uns ja gegenseitig eine Menge zu erzählen. Nicht viel Erfreuliches in diesen Zeiten. — Und du. Melusine, du fährst >etzt mit der Mutter zur Grandmama?' Er verfolgte die Verabschiedung des Brautpaares. So ernst hatte er den Freund lange nicht mehr gesehen, ihn kaum so gekannt. Mit vollendeter Ritterlichkeit küßte Dietwart erst der Baronin die Hand, dann der Braut. Dann sah er Melusine nach, wie sie unmittelbar hinter der Mutter der Tür zuschritt. Er wartete, ob sie sich nicht noch einmal zu ihm herumwenden würde. Ein einziges Mal. Um durch einen stummen Blick wenigstens noch ein warmes Gefühl für ihn zu offenbaren. Doch er wartete, er sehnte sich vergebens. Als draußen der Motor anjetzte und das Gefährt leise daoonglitt, trat Raymond auf den Freund zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Was hat es zwischen euch beiden gegeben? Du weißt, wie nahe ich dir stehe, Dietwart, es ist nicht undelikate Neugierde — Die Züge von Dietwart waren verzerrt. Er reckte sich wieder auf, als müsse er unter einer Beklemmung Lukt schöpfen: „Was es zwischen uns beiden gegeben hat? Undefinierbares!" Nach einer Weile fragt« Raymond weiter: „Glaubst du, daß es in den ganzen politischen Zuständen hier mit begründet liegt?" Der Freund zuckte die Achseln. „Vielleicht. Aber vielleicht sind es auch rein persönliche Empfindungen. Ich habe schon damals, als ich Melusine in Frankreich bei ihrem Besuch in der Etappe vom Bahnhof abholte, gefühlt, wie meine Verstümmelung sie betroffen hat! Dazu kam vielleicht, weil sie dieses Mal nicht den fröhlichen Tänzer fand, wie einst auf unseren Bällen. Ich sah schlecht aus nach meiner schweren Verwundung und Krankheit. Die Uniform saß mir nach der starken Abmagerung ungünstig. Ich war durch die bedrohlichen Nachrichten von der Front innerlich betroffen und zerrissen." (Fortsetzung folgt.) sie sich frei halten muhte? Ja, ein anderes Glück, dessen Möglichkeit berauschend und blendend schön, wie die Sonne der Provence es sein mußte, unter Frankreichs Himmel vor ihr aufgestiegen war? „Was meinst du dazu, Melusine?" fragte er „Glaubst du, wir könnten jetzt Pläne für unsere gemeinsame Zukunft schmieden, Dietwart? Glaubst du überhaupt, die Deutschen werden hier im Lande bleiben können?" In sein Erstaunen kroch ein Befremden und Unbehagen. „Es wandern jetzt natürlich viele Deutsche über den Rhein, weil ihnen die Verhältnisse unter der bevorstehenden französischen Besetzung nicht zusagen werden. Das ist begreiflich. Aber das ist freiwillig, ist Gefühlssache der Betreffenden. Von einem Zwange, von hier weggehen zu müssen, kann doch für uns Deutsche gar keine Rede sein. Die Franzosen besetzen vorläufig das Elsaß, wie sie dos ganze linke Rheinufer besetzen. Während des Was- fenstillstande». Wie die Bedingungen des Friedens ausfallen, muß abgewartet werden. Jedenfalls aber find von den Franzosen in den Bedingungen des Waffenstillstandes ausdrücklich Leben und Eigentum der Bewohner der zur besetzenden Gebiete zur Schonung und Achtung anerkannt worden!" — Sie faß schweigend und unbeweglich neben ihm. Er fühlte, er vermochte sie nicht zu überzeugen. So legte sich in seine Stimme ein etwas herber Klang: „Mein Vater ist zudem höherer Beamter. Er hat hier auf seinem Posten zu bleiben. Das ist eine selbstverständliche Pflicht. Was für einen Eindruck müßte es machen, wenn die ganze deutsche Verwaltung gerade in einem solchen Zeitpunkte auseinanderstöbe? Nein, wir bleiben!" Umsonst wartete er auf eine Aeußerung von ihr. Da quoll langsam, aber unaufhaltsam eine Ablehnung auch in ihm hoch. Er sah, wie ihr Blick wieder auf seiner künstlichen Hand ruhte, kühl, betrachtend — prüfend —, ohne Schmerz und Teilnahme. Vorhin beim Eintritt hatte sie eilig das Jackett abgeftreift und draußen auf dem Gang aufgehängt. Mit dem kleinen kleidsamen Pelzbarett auf dem Haar war sie eingetreten. Sie hatte es auch jetzt noch nicht abgelegt. Alle diese Kleinigkeiten sah er jetzt mit erwachendem Auge. Das alles verletzte ihn. Wie eine junge Dame saß sie neben ihm, die eben noch eilig einen zufälligen Besuch empfängt, ehe sie zur Großmutter wieder ausfährt. Nicht eine Braut Konsum-Verein Gießen und Umgegend e. G. m. b. H. Fichte 8. Reisig rm: Buche 2. Klasse (Stamm- ...... . reisig) 62; Buche 3. Klasse (Astreisig) c) Nestimmt: em pferb tm £ofe der Wirt- 428; Eiche 111; Fichte 27. i schaff zum Schwanen, Walltorstr. um 3 Uhr. I r$XA*»** Gerichtsvollzieher Unii Gteinfiraße 13. CHIS* GEBÄCK „3a. Unser Chefarzt im Lazarett war selbst ganz glücklich, wie gut diese Prothese gelungen ist und wie gut alles fitzt! Nicht wahr, es ift durchaus nicht auffällig? Gut, daß es die Linke ist. Ich werde kaum im Berufe behindert fein. Besonders, da ich mich der höheren Zollkarriere xuroenben will. Zum Glück hatten wir ja gerade unseren Referendar ae- macht, als der Krieg ausbrach. So wird der Assessor nicht so lang sein. Ich habe sogar, da leider her Krieg solche Lücken in unserer Verwaltung unter den jüngeren Kollegen gerissen hat, Aussicht auf eine baldige Position, auf die wir heiraten können--" Jetzt fand Melusine ihre Sicherheit wieder. Seit Tagen war sie sich klar, daß Dietwart bei seiner Rückkehr von der Verheiratung sprechen würde, einem Ziel, das anscheinend beiden nahe liegen mußte. Und doch war |ie fest entschlossen, in keinen baldigen Termin einer Hocyzeit einzuwilligen! Das stand in ihr fest. Denn sie rang noch mit inneren Stimmen. Die eine rief in ihr, Dietwarts Liebe, seine unveränderte warme große 'Zuneigung zu lohnen und ihm jetzt, nach einem solchen Ausgang des Krieges und persönlicher Tapferkeit ein doppeltes persönliches Glück und Anhänglichkeit zu bieten. Aber eine andere Regung gewann immer mehr und mehr die Oberhand, sich vorläufig unter allen Umständen ihrs persönliche Freiheit zu wahren. Sie fühlte selbst: so heiß, so stürmisch, so aufjauchzend glücklich war ihre Liebe nicht mehr zu Dietwart. Halle die lange Trennung eine Entfremdung gebracht? Lehnte ihr junges Mädchendasein sich gegen feine Verstümmelung auf, die sie in erster Linie als Einbuße feiner eleganten Erscheinung betrachtete? Und dann--ganz als Unterton aller sich in ihr widerstreitenden Gefühle — dieses brennende Warten, dieses Ahnen und Fragen: ob nicht vielleicht dennoch ein ganz anderes, viel heißeres Glück für sie noch in den Sternen bestimmt lag, für das diesem Moment ein! Wie ganz anders hatte sie da- inals droben im französischen Lazarett mit ihm über den Verlust seiner Hand gesprochen. Draußen begann der Motor des Kraftwagens zu surren und zu rasseln. Der Chauffeur lenkte den Wagen langsam von der Garage aus dem Hofe auf die Straße. Abermals tat Dietwart einen Schritt ins Zimmer zurück. Sein Benehmen trug in all feinem niebergerungenen Schmerze jetzt etwas Förmliches. „Ich höre, euer Auto fährt vor, Melusine. Du wirst jetzt mit deiner Mutter ins Schloß hin- ausfahren. Laß dich nicht durch meine Anwesenheit abhalten. Vielleicht ist es auch besser, wir setzen unsere Unterhaltung für heute nicht weiter fort. Es liegt Fremdes zwischen uns beiden. Es wird sich ein anderes Mal Gelegenheit geben." War es aufsteigender Trotz m ihr, weil er jo fest und männlich sprach, so vollkommen beherrscht und ohne Bitten und Betteln um ihre Zuneigung? War es ihr eigener Wunsch, einer unerquicklichen momentanen Situation ein Ende zu bereiten, oder war es etwas wie niedergehaltene Scham, daß sie jetzt war sie, der alles andere als wertlos, als unwichtig, zurücktritt und die jetzt nur Muße und Ruhe will, um sich dem vom Tode wiedergewonnenen (Beliebten zu widmen. Da erhob er sich. Er reckte sich auf. Es lag etwas Stolzes, Männliches in seiner Haltung. Betteln konnte er nicht um ihre Liebe, nicht um ihre Zustimmung zu einer baldigen Heirat! Stark und voller Selbstbeherrschung rang er seinen Schmerz über diese unerwartete Art seines ersten Besuches nieder. „Also, Melusine, du beschäftigst dich noch nicht mit der Frage einer baldigen Heirat zwischen uns beiden? Sie ist dir somit fein Wunsch...?" Er neigte sich etwas zu ihr herab und ergriff ihre Rechte. Sein Gesicht war ernst, bewölkt, ohne innere Glückseligkeit: „Melusine — warum haoen sich deine Gefühle für mich gewandelt?" Sie sah an ihm vorbei aus dem Fenster und zuckte die Achseln. „Ach, ich weiß ja. Es ist schrecklich für dich, daß du deine Hand eingevüht hast!" Er preßte die Lippen aufeinander. Dann ließ er ihre Hand langsam herabgleiten und trat einen Schritt zurück. „Ein Mann will kein Mitleid haben, Melusine! Ich müßte mir selbst leid tun, wenn ich nichts mehr in deinen Gefühlen besäße, als Mitleiden!" Cafe »Astoria« Heute großer Kaepenatiend TANZ geöffnet bis 4 Uhr .. rm Nadelholz-Nutzscheit u. Knüppel.' Fichlenlanaholz. Bedingungen werden im Termin be- Los 1: la-Klasse, 27,10 im, von Nr. 613 ab. - Los 2: Ib-Klasse, 35,86 lm, von Nr. 613 ab. Derbstangen. Los 3: 157 Stück 1. Klasse, von Nr. 813 ab. ___ Los 4 : 258 Stück 2. Klasse, von Nr. 811 ab. mm Los 5: 231 Stück 3. Klasse, von Nr. 808 ob. I Das Holz ist mit Rinde gemessen, an fahrbare Wege gerückt und lagert etwa 2 Kilometer vom Bahnhof Villingen. Das Holz ist vorher einzusehen, spätere Rekla- mationen werden nicht angenommen. Zahlungsbedingungen können auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. Angebote find getrennt nach Klassen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis zum Samstag, 28. Januar 1928, nachmittags 4 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Nähere Auskunft erteilt Förster Lefchhorn und die Bürgermeisterei. Villingen, den 23. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei Villingen. Pauli. steigert werden: ; verschiedene Forskorle (Hainstrauch, Aspenstrauch, Abt.l, 2,3 u.4). i ’ ÄÄS'Sfi »«ffeW Ich im „tbmen", 28 löeturf 0 30 km U,dU ' R fuiftitr -wanaaweite aeaen »arxabluna: Reisslängen 4. Klasse 50 Stück, 1 km; 5. Klosse 65 Stück, 0,85 km; 6. Klosse 90 Stück, 0,54 km; 7. Klosse (Bohnenstangen) 230 Stück, 0,69 km. zwei Schreibtische, 27 Schlachtmeffer, einen iUU M VH Winterpaletot, 13 Kartons Knöpfe. Buche 275; Eiche 49; Kie- b) Voraussichtlich bestimmt: 1 Nähmaschine, , i | einen Waschtisch, eine Chaiselongue, einen ; | Kleiderschrank, ein vollständiges Seit, ein Sofa, em Damenfahrrad, vier Einleg. schweine. ... 90°P Auf zum 116er-WeM Samstag im Cas6 Leib Treis a. d. Lda., den 23. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei Treis a. d. Lda Holzvetrttersevung , im Fürstlichen Forstrevier Hungen am Freitag, dem 27. d. 2TL, 10 Uhr vormittags, im Saale der Gastwirtschaft Strack zu Villingen. Zum Ausgebot kommen aus dem Distrikt Dietrichsberg bei Villingen: Buche rm: 231 Scheiter, 160 Knüppel, 31 Stöcke, 428 Reiser. 885D Eiche rm: 47 Knüppel. Fichten-Reisstangen: 381 Stück 4. Klosse, . 102 Stück 5. Klasse sowie 7 rm Fichtenknüppel. Für die auswärtigen Käufer steht am 7-Uhr-Zuge vormittags am Bahnhof Villingen ein Führer zur Besichtigung des Holzes zur Verfügung. Das Holz sitzt 3 bis 4 Kilometer vom Bahnhof Hungen und Villingen. Das mit 0 bezeichnete Holz kommt nicht zum.Ausgebot. Braunfels, den 24. Januar 1928. i Fürstliche Rentkammer, Forstabteilung. H -Kränze I Seide' -Handschuhe -WäSChe 156a Modehaus Saiomon MMWWW Donnerstag, den 26. d. M., versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, ab 2 Uhr: Kleiberschränke, Waschtische, Setten, Sofas, eine Küche mit Anrichte, zwei Warenschränke, Tische, Zimmerffühle, zwei Schreibladenkaffen, einen Vervielfältigungsapparat, eine Waschmaschine, zwei Herde, Oefen, Fahrräder. einen Photoapparat (9x12), Nacht- schränke, sechs Maskenkostüme (neu), einen vierrädr. Handwagen, einen Einkochapparat mit Gläsern u. n. v. o. 899D Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Tarator f; Unser diesjähriger 31 Dienstag 27 Freitag 28 Samstag 30 Montag 26 Donnerstag •er »ritten JJanuar- Woche die QI r b c i t 8 t o f c n 3 1f f e r hiebet : an Wegen ist. Die Baissespe ulationunter- nahm daher verschiedentlich kleinere Dor- st o tz e so daß bei den ersten Votierungen fast durchweg n e u e K u r s r ü ck g ä n g e von 1 bis 2Prcz. festzustellen waren. Am M o nta " wa rk t erhielt sich etwas Interesse für Phomx und Ober- bedarf sowie für Otavi bei behaupteten Kursem Dagegen lagen Rheinstahl Rheinbraun und Stahlverein im Angebot und w ar en je 1,5 P roz. schwächer. J.-G.-F a r b e n und Scheideanstalt eröffneten knapp behauptet. Elektrowerte ver- foren 1 bis 2 Proz. 3 Proz. etwas stärker gedruckt. Schiffahrts aktien blieben vernachlässigt und wenig ver- änbert. Dcrftimmtc, baB be-.brn D-rhanb. tunaen über die amerikanische srei- gabebitl verschiedene Einwände erhoben wurden. Süddeutsche Zucker gaben 2 Proz. nach. Zellstoff-Waldhof minus 1,5 Proz. Am heimischen Anleihemarkt waren Anleiheablösung weiter etwas gefragt. Ausländer fast umsatzlos. Im weiteren Verlaufe wurde die Stimmung etwas freundlicher. Lebhafteres Geschäft konnte sich ledoch nur J.^ -Farben entwickeln, die 2 Proz. anzogen Rheinstahl gaben 1 Proz. nach. Am Geldmarkt machte ötc Erleichterung Fortschritte. Tagesgeld war auf 4,5 Proz. ermäßigt. Am Devisenmarkt stellte sich die Reichsmark gegen Kabel auf 4,19o0, gegen London aus 20,448 London-Kabel 4 8745. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,10, Madrid 28,75. Französische Molen . . .... Holländische Moten...... Italienische Moten Norwegische Moten Deulsch-Oesterr.,-U00 Kronen Rumänische Moten Schwedische Moten Schweizer Moten Spanische Moten . Tschechoslowakische Moten . • Ungarische Moten Devisenmarkt Berlin—! Telegraphische Auszahlung. sich emlogierk. Zwei Fahrräder, die zu jener Zeit in Gießen gestohlen worden waren, sind in der Wohnung des einen der beiden Angeklagten vorgefunden worden. Beide hatten zunächst den Diebstahl geleugnet. Sie behaupteten, die Räder in Wetzlar gekauft zu haben. Rachdem nun aber der eine der beiden nach Wetzlar transportiert werden sollte, um dort der Polizei das Haus zu zeigen, in dem die Räder gekauft sein sollten, und nachdem der andere Gefahr lief, auf Grund feiner eigenen falschen Angaben als Hehler bestraft zu werden, bequemte sich der letztere zur Wahrheit, der der andere sich an- schlotz. Auf Grund der Angaben der beiden Angeklagten wurde der eine wegen Fahrraddiebstahls zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, der andere, dem eine Beteiligung nicht nachzuweisen war, freigesprochen. Kleine Strafkammer Gießen. • Gießen, 20. Jan. Ein wegen Betrugs mehrfach vorbestrafter früherer Obermaschinist war wegen Rückfallbetrugs in zjvei Fällen vorn Amtsgericht Herbstein zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt worden und verfolgte hiergegen Berufung. Auch die heutige Hauptver- yandlung ergab, daß er sich bei dem evangelischen Pfarrer in Herbstein fälschlich als evangelisch, als früheren Kapitänleutnant und Bekannten von Schlageier ausgegeben und den Pfarrer durch diese und andere mit großer Beredsamkeit unö Gewandtheit vorgebrachten Dehäuptungen veranlaßt hatte, dem vermeintlich in Rot geratenen früheren Offizier, der aus Italien aus- qewiesen sein wollte, 5 Mk. zu schenken. Auch bei dem katholischen Geistlichen von Herbstein war er mit großem Wortschwall vorstellig geworden, ohne jedoch nachweisbar falsche An< gaben zu machen, und war von diesem, der ihn sofort durchschaute und ihn los fein woyte, mit 3 Mk. beschenkt worden. 3m letzten Fall war kein Betrug nachzuweisen und es erfolgte insoweit Freisprechung; wegen des zuerst genannten Falles wurde die Strafe wegen des geringfügigen Schadens auf 4 Monate Gefängnis ermäßigt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfiitz 8 Prozent. K) An der Spitze stehen lieerw-KÜ M dem^äntiMphsdi wirtenden Zusatz (Yeld I Br-e- Wirtschaft. 2DSR In einer umfangreichen Denkschrift nimmt der frankfurter Magistrat zu den Bestrebungen der A. - G. für K 0 h l e v e r- Wertung, vom Ruhrgebiet aus ganz Deutschland mit Gas zu beliefern Stellung. Die Denkschrift erklärt u. a„ daß der Einfluß des Braunkohlenbergbaues auf die Möglichkeit der Gasversorgung keineswegs so^gering einzuschähen sei, wie es seitens der A.-G. für Kohleverwertung geschehe, weil angeblich Der bei der Erzeugung von Draunkohlengas entstehende Braunkohlenschwelkoks Absahschwierlg- teiten bereite. Demgegenüber wird auf den Ausbau der B r a un k oh l en s ch w e l e r e i auf der zur Frankfurter Gasgesellschaft zahlenden Gewerkschaft „Friedrich" bei Hungen und die Gründung der H e f r a g hingewiesen, deren Schwelkoks restlos für die E l e ft r 13 11 a t erzeugung verbraucht resp. in den betrieben der Gasgesellschaft verwertet wftd. Braunkohlen schwelkoks habe sich als ein vorzügliches Material für Kohlenstaubfeuerung .bewährt, und es fei wahrscheinlich, daß er eines Tages bei den kohlenstaubgefeuerten Lokomotiven der Eisenbahnen verwendet werden würde. Was die Sicherheit der Versorgung anbelange, fo fei selbst in Zeiten Politischer Wirrnisse eine völlige Einstellung der Gasversorgung, ausgehend von den bisherigen Gaswerken, säst niemals vor- gekoinmen. Dagegen liege das Ruhrrevier am Westrande des Reiches und fei daher den außenpolitischen Störungen sehr foicht ausgesetzt. Die Konzentrierung der gesamten Gaserzeugung in diesem Grenzgebiet könne m gegebenen Fällen die unabsehbarsten Folgen zeitigen. Auch innenpolitisch könne z.D. em Streik in diesem verhältnismäßig kleinen Gaserzeugungsgebiet genau so katastrophal wirken. Es sei zweckmäßiger, dieFern- aasfrage derart zu lösen, daß zunächst mittlere, kleine und kleinste Werke stillgelegt und Gruppengrobgaswerke geschaffen werden. Zu geeigneter Zeit könnten die Gruppengaswerke miteinander und später auch mit der Ruhr verbunden werden. Dabei würde es sich im wesentlichen um Gaswerke handeln, welche fracht günstig liegen und einen guten Ab - sahmarkt für Nebenprodukte haben. Wieweit solche Werke zu Kokereien auszubauen seien, hänge ab von den Bezugsmoglich- feiten der für Kokereibetrieb bestgeeigneten Kohle. Dabei würden die Gruppenwerke Erzen- gungsstätten bleiben und könnten mit der -Ruhr die gegenseitigen Reserven austanschen, und, wenn wirtschaftlich richtig, Zechenkoks für zusätzlichen Bedarf kaufen. Das sei die Idee und dec Weg, von denen sich die Frankfurter Gas- gesellschast beim weiteren Ausbau ihrer Werke leiten lasse. Frankfurt a.M Berlin Schluß, flut» ''Uh» flurs Schmß- flitr» Anfang flur Datum: 24. 1. 25.1. |M.l. 25. 1 Pvurov Hoizmann . \2 Hß,5 — 143,5 145,5 Heidelberger Gement . x 141 140,5 — — Lernenl Kallstadt . . t>f unkündbar bis 1932 gelten Anl. 95,75 _ _ Siemens & Habile .... 16 — 229.25 . 294 293,75 4°/0 Oesterelchische Goldrle 4,20®/. Oesterr ich. Silberrle 4U/O Oesterreich einbeitl. Rie - 4,2 — Tran.radio . . ..im Labmever * lo- ...... .9 170 169.5 135 5 170,75 — — — — Buderus . ..... 0 103.5 — 104 102,75 4% Ungarische Goldrte 25,5 — 25,5 — Deutsche Erdöl...... .6 136,4 136,75 136.25 136,9 4"/» Ungarische Siaaisr-v. 1910 — — — Essener Steinkohle . . . . .8 — 150.75 150,5 4»/,®/° dcsgl von 1913 — - — Gelsenkirchener f. •le 9 141 — 111 13 140.75 4% Ungarische flronenrte . 1.65 — — Harpener ... . .8 193.5 — 192,75 191.5 4°/, Lurl. .-jollanleihe v 1911 13,2 — 13,23 — hoc sch Eisen........ .5 147,5 146,25 4°/0 Türk. Bagdadbahn-Anl tzlse Bergbau ....... .8 236 Serie l. 13 14,25 Klöcknerwtrke ...... .5 126,5 126,75 124,75 4°/v desgl. Serk N 4°,0 Rumänen convert. Rte. 13,25 — 13,5 RöliuMeuefien ...... — 147 25 147 5.5 — — — Mannesmann -f. V. * 155 154,25 155,75 *'n°io Rumänen (Solbanl ManS elder..... - — 119 — 118,75 von 1913 16.65 — 16,9 — Oberschles Eisend- Bedarf 6 106,5 105.65 106,a CQfl Deutsche Eisenbahn 4'/, Hamburg-Amerika Palet. . 6 Hamb -Südam Dompssch 8 147,4 — 147,75 148 214,25 147,6 214 Oberschles KokSwerke Pbönn Berabau f '/, $ Rheinische Braunkohlen 0 3 10 105 242 105 240,5 174,5 100,4 105,25 243 101.5 105.5 241,25 Hansa Dauwflchiff ■ 6 Morddcutscher ülovd 6 152.75 152 153 210.5 151,75 aiocmnaoi u Riedeck Moman .....6 Bereinigte Stahlw. t ’/»9 3 Olavi Minen ■ • . 1 sb Kalt AscherSleben ■ . 10 KaliWeftcregela . 10 Kaliwerk EaUdetkurth 12 175,75 175,25 174 Ällg. Deutsche Lreditanst.. 10 Barm, r Bankverein 10 Berliner Handelsaesellkch. 12 Lommerz- und Privat-Bk. 11 Darm ft. u. Maiionalbank. 12 146,5 150 177,25 240 150 267,75 177,2.5 146 150,75 269,5 177,5 238,25 151 । 267.5 1 177.5 ^38.25 43,5 182.5 191 105.5 43,5 | 180 107 43,25 181 191 256,5 106 43.75 180.5 189,25 255.5 Deutiche Bank 10 DiSkontv-Geiellschafi «nt. 10 166.5 161 i 160 166.5 160.25 ’ 166 160 9 G ^arden.Jndustrte Dvnamn Model . . . 10 . 0 268 5 268 268 131.5 1268,25 Dresdner Bank 10 161,5 170.5 160.9 170.5 Scheio anftall ... .8 197,5 197.25 Muieldeutsche Lreditdank - 220 216 c»oldlchmidt .... .5 117 i 115,5 116.5 1114,13 pleialldank........ 131 I 131 — Rutgerswerke ...... . 0 100 100 100.25 1100,75 titeichLbank........ lü 195 ! 195 194.25 1 - Meiallaelell chatt .... 10 16,535 16,59a 168,80 169,48 22,21 22,29 111,28 111,72 59,00 59,24 2,60 2,62 112,22 112,68 80,68 81,00 71,15 71,43 12,385 12.445 73 08 73,38 Frankfurt a. M. 24. Jan 25. Jan. Amtliche Motxmna Geld Brief Amtliche Moncrung Geld Brief , 169,12 • 169,46 169,01 169,35 1,791 1,795 1,792 1,796 58,38 58,50 58,36 58,48 111,51 111,73 111,46 , 111,68 112,21 112,46 112,25 112,47 112,48 112,70 112,49 1 112,71 10,55 10,57 10,552 10,572 22,20 22,24 22,19 22,23 20,43 20,47 20,424 20,464 1,1905 1,1985 1,1900 4,1980 16,47 16,51 16,465 16,505 80,715 0,875 SO, 72 80,88 71.18 71,32 71,13 71 27 1.967 1,971 1,068 1,972 0.5045 0,5065 6.505 0,507 59,065 59,185 59,075 59,195 12,421 12,441 12,421 12,441 7,378 7,392 7,379 7,393 73,28 73,42 73,24 73.38 3,030 3,036 3,030 3,1’36 20,43 20,47 20,38 20.42 81.63 81,84 81,69 81.85 2,157 2,16l 2,161 2,165 5,594 5,606 5,544 5,556 4,182 1,190 4,183 4.191 4,266 1 4,274 4,276 4.284 20.953 ! 20.993 20.948 >0.988 Berlin. 24 Jan. | Geld Briei Amerikanische ’Moten..... 4,173 4,193 Belgische Moten...... 58,25 58.49 Dänische Moten ...... 111,98 112,42 Englische Moten....... 29.40 20.18