Montag, 24. Dezember 1928 178. Jahrgang Nr. 302 Erstes Via« k W30 .1, l H E *e den Reichsgerichtspräsidcnten riicht gelungen, 'N & « LÄ bei Wltel Grippe, Vtungs» festgelegt und vom französischen Außenminister Briand bestätigt worden. Die Durchfechtung dieses Kampfes wird auch unseren, der Politik an sich fernstehenden Bestrebungen den wertvollsten Rückhalt geben." 3 l- edxrii, M btt M: D r. Simons zur Zurücknahme seines Abschiedsgesuchs zu bewege^i. Es bestand noch eine leise Hoffnung, daß die Aussprache zwischen dem Reichsgerichtspräsidenten und dem Reichskanzler durch den verbindlichen Takt des Reichspräsidenten eine Verständigung anbahnen würde. Aber auch diese Erwartung hat sich nicht erfüllt, obwohl Herr Dr. Simons den Eindruck gewonnen hat, daß auf Seiten der Reichsregierungi die Absicht einer Mißachtung des Staatsgerichtshofs nicht vorlag. Er hat sich aber doch zu den Grundsätzen bekannt, die er als Vorsitzender des Staatsgerichtshofs ausstellte und hat daraus die Folgerung gezogen, nicht aus persönlicher Verärgerung, sondern zur Wahrung der Würde des Amtes, das er repräsentiert. Dr. Simons wird, wie wir am Samstag tn einem Teil der Auflage schon meldeten, im April n. Zs. aus dem Amte scheiden. Er hätte ohnehin wegen Erreichung der Altersgrenze am 1. Oltvber nächsten Jahres gehen müssen, fein Rücktritt erfolgt also ein halbes Sahr vorher. WL 18,15 *n AM», lchrr gort- geschrillt bis 20.05: Ksenschch ochmschmu Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich sür Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den An« zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. «vecktzr mntamtn lenk Pro. 11. Stegen Warf 1.40 1100 A»yt Der D.D.A. dünkt Stresemann. Berlin, 22. Dez. (TU.) Der Verein für das Deutschtum im Ausland (V.D. QI.) hat dem Reichsautzenminister Dr. Stresemann ftllgendes Schreiben übersandt: „Hochgeehrter Herr Reichsminister! Es ist uns ein dringendes Bedürfnis, Ihnen für Ihr so entschiedmies Eintreten zugunsten der Kulturrechte deutscher Volksgenossen im Auslande, besonders in Polen, unseren aufrichtigen Dank zu übermitteln. Außer den zwei Millionen Mitgliedern des Vereins für das Deutschtum im Qluslande, der der Erhaltung deutschen Kulturgutes im Auslande dient, wird, man es sicherlich in allen Schichten des deutschen Volkes begrüßen, dah Sie eine grundsätzliche ^ufrvllung dieses Problems angekündigt haben. Reben der wichtigen politischen Bedeutung Ihres Schrittes fällt für uns als ein weiterer nicht gering einzuschähender Erfolg Ihrer so entschiedenen und treffenden Worte die Stärkung des vertrauens der ausland- deutschen Volksgruppen zu dem Mutterland ins Gewicht. Der V. D. QI. hat es seit jeher als eine seiner wichtigsten Aufgaben betrachtet, die geistigen und seelischen Beziehungen zwischen Auslandöeutschtum und Mutterland zu festigen, und wir sind Ihnen daher auch hier zu besonderem Dank verbunden. Die Unantastbarkeit des Rechtes auf Aufrechterhaltung dieser kulturellen Beziehungen durch Erhaltung von Sprache und Art ist duvch Ihre Rede in Lugano ausdrücklich VLM Die Einsetzung des Sachverständigen-Auöschusses Deutschlands Verlangen nach unabhängigen Reparationsgutachtern durchgedrungen. Simons geht -och. Leider ist es hem Reichspräsidenten w rstr.35 -30-W MS bi- 2 16,05: * ptoff, bis W- ££ kn-musil. politische Weihnacht. Von Dr. Hans Luther, ehem. Reichskanzler. Sollte es am Weihnachtsabend nicht heißen: „Politisch Lied ein garstig Lied?" Wer in der Politik nichts Höheres mehr zu erkennen vermag als ein Kämpfen der Interessenten um die knappe Rahrungsdecke: wer nur das parlamentarische Recheneinmaleins gelten läßt! wer nur wirtschaftliche Tatsachen sieht, an denen die Menschen wie Hampelmänner hin- und hei^ap- peln: der sollte allerdings zur Weihnachtsfeier seine Türen fest abdichten gegen jedes Körnchen politischen Staubes und sollte den Hauch der Heiligung nur aus jener Welt erwarten, die wir mit irdischen Maßstäben nicht zu messen vermögen. Qlber, gelobt sei Gott, wie die ganze Geschichte der Menschheit lehrt, ist Politik doch noch etwas anderes, und grundlegend hat sich daran in der Gegenwart nichts geändert. Es ist nicht wahr, daß etwa die Kriege früher aus politischen, jetzt aber aus wirtschaftlichen ilr- fachen geführt würden. Früher ist es bei Kriegen um Salzlager oder Silbervorkommen gegangen, so wie heute um Eisenerzlager oder um Petroleumquellen. Ebenso aber, heute wie in alten Zeiten, enthält jedes große, geschichtliche Geschehen einen Durchbruch politisch- seelischer Kräfte. Freilich: „Ins Innere.der Ratur dringt kein erschaffener Geist." Kluge und schauende Menschen vermeinen zwar, ein großes und regelmäßiges Wogen der Geschichte enthüllt zu haben, das inneren Gesetzen folgen soll. Mir aber scheint es immer noch, dah der Schöpfer Himmels und der Erden sich in sein Hauptbuch nicht hineingucken läßt. Rur eines wissen wir am Heiligen Qlbend mit doppelter Klarheit: Das Heil ist nicht bei den Mächten der Llpfreiheit, mit denen wir Stunde um Stunde ringen, sondern kann nur in der inneren Freiheit des Menschen fein. In welcher Weife der einzelne die Kräfte, die ihm auf den Lebensweg mitgegeben sind, zur Geltung bringt, darin liegt feine Verantwortung. Wie es mit dem einzelnen Menschen ist, so ist es auch mit einem Volk als ganzem. Auch ein Volk ist ein Geschöpf aus der Hand des Meisters und hat mit dem Pfund zu wuchern, das ihm verliehen. Auch ein Volk geht den Weg der Freiheit nur, wenn es immer wieder seine Kräfte der Umwelt entgegenwirft, um die Mächte der Unfreiheit zu überwinden. Politik treiben im höchsten Sinne heißt, aus den inneren Spannungen des Volkslebens heraus das Lebensgesetz des Volkes lebendig machen und zur Wirkung bringen. Der Einzelmensch kann im Kampf um sein Lebensgefetz zergehen, wenn er fich an den Widersprüchen seines Innern zermürbt. Auch ein Volk kann zergehen, dem es nicht gelingt, seine vielgestaltigen Kräfte schließlich in einer Hauptrichtung zusammenzU- raffen. Wir Deutschen haben es nicht so leicht, wie die Franzosen oder Briten es hatten, als sie in der starken Wandung eines machtvollen Staates Rationalgefühl und Rationalstolz entwickelten. Für uns sprudelte nach langen Jahrhunderten nationalen Versickerns erst im Bismarckreich ein frischer Quell deutscher Einheitskraft. Qlber die Form, in die wir die neuen, starken Wellen gefaßt hatten, das Reich von 1870, ist zerschlagen, und nun gilt es, zu sorgen, daß die Wasser sich nicht wieder verlaufen. Das deutsche Volk hat Proben seiner inneren Stärke abgelegt, als es nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges zusammenblieb, und zum zweiten Mal, als es die Schrecken einer in solcher Größe wohl nie zuvor gewesenen Währungszerrüttung unerschüttert Überstand. Hierauf w e i t erbau e n , immer erneut in das Bewußtsein der Bevölkerung hämmern, daß ein solches Volk nicht Dazu bestimmt sein kann, im Ringen um die Palme der Menschheit nur noch ein Erzeuger wirtschaftlicher Güter oder nur Kulturdünger zu fein, das nenne ich Politik. Solche Politik kann nur erwachsen aus einem tatfrohen Willen zur Entfaltung der eigenen Kraft. Dieser Wille muh stärker sein als die un- Sen Hemmungen und Lockungen, die die icn und leider auch manchmal die Führer zu'behaglichem Zuwarten einladen. Ist unser Volk schon innerlich bewegt von der Tatsache, dah wir Jahr für Jahr uns mehr verschulden, ohne ein Ende abzufehen? Von der Tatsache, dah der Durchschnitt der letzten Jahre einen Dauerfehlbetrag unserer Außenwirtschaft von etwa vier Millionen Mark aufweist? Wir wollen der Botschaft vom Frieden auf Erden dienen. Gerade deshalb müssen wir uns klar darüber sein, dah die Gefahren für den Frieden nicht nur in der übermäßigen Stärke einzelner Glieder der Staotsgesellschast liegen, sondern ebensosehr in der künstlichen Schwäche anderer. Glieder. Wer dem Frieden dienen will, darf nicht zu schwach für den Kampf ums Recht sein. Um unseretwillen und um der Welt willen müssen wir deshalb danach trachten, unsere Eigenkraft zu stählen. Würde unser Staatswesen den Weg zum Ziel gradlinig gehen, so könnte kein Zweifel sein, daß wir durch bessere Ausnutzung des wirtschaftlich Möglichen, besonders durch Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung, viel kräftiger werden könnten als wir heute sind, dah unser Mittelstand emporzublühen vermöchte, dah Angestellte und Arbeiter ein von den Wechselfällen der Weltwirtschaft unabhängiges Brot und bald deshalb reichlicheres Auskommen gesichert hätten. Ohne irgendwelche Ausfuhrmöglichkeiten irgendwann zu vernachlässigen: die Hausmacht un- Wenn man sich die nachstehende gemeinsame Erklärung betrachtet, die von den sechs Genfer Mächten über die Einsetzung des Sachverständigenausschusses veröffentlicht worden ist, dann versteht man es noch weniger, warum man volle drtn Monate gebraucht hat, um das zu erreichen. Qlber schließlich, das ist Sache der Diplomaten sowohl, wie der federführenden Finanzminister, die solange um Förmlichkeiten gestritten haben. Die Hauptsache ist, daß jetzt endlich der Ausschuß zusammengesetzt wird, seine Arbeiten beginnt und bald zu einem Ergebnis kommt, das allen Teilen gerecht wird. Die Verhandlungen, die soviel Zeit beansprucht haben, drehten sich bekanntlich um die Form des Auftrages, der den Sachverständigen erteilt werden soll, um die Ausdehnung oder Begrenzung des Auftrags und um die Form ihrer Ernennung. Schon in dem Genfer Beschluß vom 16. September war die Wendung enthalten, dah ein Ausschuß von unabhängigen Finanzsachverständigen eingesetzt werden solle. Ohne Rücksicht hieraus hatte Poincare zuerst verlangt, daß die sechs Regierungen Vertreter, also Beamte tn den Ausschuß entsenden sollten, die von Instruktionen ihrer vorgesetzten Behörden abhängig wären: also das genau Gegenteil von dem, was man unter unabhängigen Finanzsachverständigen versteht. Dem konnte die Reichsregierung unter keinen Umständen zustimmen. Es ist schließlich die deutsche Auffassung erfolgreich geblieben, die aus dem Kommunique hervorgeht. Es heißt dort, daß ein Ausschuß von unabhängigen Finanzsachverständigen eingesetzt werden solle, dem der Auftrag zu erteilen sei, „Vorschläge für eine vollständige und endgültige Regelung des Reparationsproblems auszuarbeiten". Hieraus geht klar und deutlich hervor, dah die Sachverständigen frei von jeder Bindung sein werden und ihre Vorschläge nach bestem Wissen und Gewissen entwerfen sollen. Diese Vorschläge sollen die Regelung der Verbindlichkeiten umfassen, die sich aus den zwischen Deutschland und den Gläubigermächten bestehenden Verträgen und Qlbkommen ergeben. Wir haben immer darauf bestanden, und die nunmehr vereinbarte Fassung gibt uns darin Recht, dah die Finanzsachverständigen vollkommen befugt und in die Lage versetzt sind, eine vollständige und endgültige Lösung des Reparationsproblems herbeizuführen. Sache der beteiligten Regierungen ist es nachher, die Vorschläge der Kommission anzunehmen, abzuändern oder abzulehnen. Eins jedoch muh stutzig machen. Es ist Weber in dem Kommunique der sechs Mächte, noch in der zwischen Poincars und Hoesch getroffenen Vereinbarung davon die Rede, daß die Sachverständigen die Leistungsfähigkeit Deutschlands prüfen sollen. Vielleicht ist man dabei von dem Gedanken ausgegangen, daß eine vollständige und endgültige Lösung des Reparationsproblems ohne eine solche Vorarbeit gar nicht denkbar ist. Jedenfalls würde das nur gesunder Logik entsprechen. Aber da wir in den Verhandlungen immer von neuem darauf gedrängt haben und da Poincars ebenso wie Churchill eine ganz andere Grundlage für die Arbeiten der Kommission von Anfang an im Auge hatten, scheint uns hier, aus Mangel an einem Einverständnis eine Lücke geblieben zu fein, die sich vielleicht noch sehr unangenehm fühlbar machen wird. Man wird ja bald sehen, wie sich die Sachverständigen zu dieser Frage stellen werden. Von ausschlaggebender Bedeutung wird die Mitwirkung der Vereinigten Staaten serer Wirtschaft kann nur der innere Markt fein. An den bestmöglichen Zustand sich rastlos heranzuarbeiten ist nicht Aufgabe der Privat- wirtswvft allein, so sehr letzten Endes aller wirtschaftlicher Erfolg von Wille und Tat der mit Kopf und Hand im privaten Wirtschaftsleben Schaffenden abhängt. Wir in unserem engen Atemraum brauchen auch für die Wirtschaft an so manchen Stellen die stützenden Hände des Staates. Diese Hände müssen gesund und kräftig sein, und von ihnen darf nicht gelten, dah die eine nicht wissen soll, was die andere tut. Wir dürfen die Zerspaltenheit und Verworrenheit unseres öffentlichen Lebens, die den Gegenpol jeder Sparsamkeit darstellt, nicht weiter bestehen lassen. Wir dürfen uns nicht vertrauensselig der Hoffnung hingeben, wenn wirtschaftliche Rotwendigteiten sich immer wieder in dem staatlichen Wirrsal eine Gasse bahnen, dah dann im Schlußakt durch eine Art Mystik des Werdens der Wunderbau des deutschen Reiches vollendet dastehen würde. Rein, wir müssen aus bewußtem Wollen einen Reichsbau errichten, in dem Kultur und Wirtschaft und sozialer Menst am Mitmenschen wohnliche Stätten sinden. Wir müssen wissen, daß nur aus solchem Dau heraus der Weg in die Freiheit führt. Alm dieses Zieles willen immer mehr Menschen mit dem Hochgefühl zu durchtränken, auf das der Dichter die Herzen lenkt: „Hart ist das Los, das uns Aermsten fiel, Alnd doch: hab Dank, du gabst uns ein Ziel!" - Das ist Politik, ist Politik auch int beseligenden Lichterglanz des Weihnachtstages. sein. Präsident C 0 01 i d g e hat sich bereits darüber geäußert und die völlige älnabhängig- keit der Sachverständigen besonders betont, ganz im Sinne der deutschen Auffassung. Qlber er hat auch von neuem einen deutlichen Wink nach Paris erteilt, sich keinen trügerischen Hoffnungen über ein finanzielles Entgegenkommen Amerikas hinzugeben. Es wird und will helfen, soweit es unbedingt erforderlich ist, aber nicht mehr. In Paris sollte man sich endlich damit abfinden, daß ein Erlaß der amerikanischen Kriegsschulden nicht zu erwarten ist. Das (Kommunique. Berlin, 22. Dez. (WB.) Die Verhandlungen zwischen der deutschen Regierung und den an dem Genfer Beschluß beteiligten fünf Gläubigerregierungen sind nunmehr zum Qlbschluh gekommen. Der Auftrag, der der Sachverständigenkommission gegeben wird, lautet wie folgt: Die deutsche, belgische, französische, großbritannische, italienische und japanische Regierung haben in Verfolg des Genfer Beschlusses vom 16. September 1928, in dem die Einsetzung eines Ausschusses von unabhängigen Finanzsachverständigen vereinbart worden ist, beschlossen, dem Ausschuß den Auftrag zu erteilen, Vorschläge für eine vollständige und endgültige Regelung des Reparationsproblems auszuarbeiten. Die Vorschläge sollen eine Regelung der Verbindlichkeiten umfassen, die sich aus den zwischen Deutschland und den Gläubigermächten bestehenden Verträgen und Qlbkommen ergeben. Der Ausschuß wird feinen Bericht den an dem Genfer Beschluß Beteiligten, sowie an die Reparationskommission erstatten, lieber das Ergebnis der Verhandlungen als Ganzes gibt die nachfolgende, von den betreffenden Mächten herausgegebene Mittellung Qluskunft: Die Regierungen der sechs Mächte haben in Verfolg der Besprechungen, die über die Einsetzung des Dachverständigenausschusses geführt wurden, beschlossen, das folgende Communiqu6 zu veröffentlichen: Herr Raymond poincart, Präsident des Ministerrates, und Herr v. hoesch, deutscher Botschafter in Paris, haben die Frage der E i n - sehung des Sachoer st ändigenaus- f ch u s s e s, wie er in dem Genfer Beschluß vom 16. September 1928 über die Regelung des Reparationsproblems vorgesehen ist, geprüft und sind hierbei über folgendes übereingekommen: 1. Ls liegt im allseitigen Interesse außerordentlich wünschenswert, daß sich außer den Sachverständigen, die von jeder der an dem vorerwähnten Genfer Beschluß beteiligten sechs Regierungen zu bestimmen sind, auch Staatsangehörige der vereinigten Staaten an den Arbeiten des Sach- verftändigenausschusies beteiligen. 2. Der Ausschuß soll nach dem Vorgang des im November 1923 eingesetzten ersten Sachverständigenausschusses aus unabhängigen Sachverständigen bestehen, die internationales Ansehen und Autorität in ihrem eigenen Lande genießen, und die an keinerlei Instruktionen ihrer Regierungen gebunden sind. Die Zahl der Mitglieder soll zwei für jedes Land betragen. Es besteht jedoch Einvernehmen darüber, daß die Sachverständigen Ersatzmänner hinzuziehen können. Erscheint täglich,außer sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat-im Bild Die Scholle. Sezug§preirfür'2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummcrn infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. WS: M- M bis $,05: Stuttgart: itat IM» 15: Dries- Uniernchi. ' unb feine M. 19,45 Bundes für m Saniur: Pros. Gb Stuttgart. Slunbe Im !. Anschlie- fit 3. Der Ausschuß wird sobald als möglich zusammcntreten, und zwar vorläufig in Paris. Die endgültige Entscheidung über die Wahl des Tagungsortes bleibt dem Ausschuß vorbehalten. 4. Der Ausschuß wird von den sechs Regierungen entsprechend der vorerwähnten Genfer Vereinbarung vom 16. September 1928 den Auf? trag erhalten, Vorschläge für eine vollständige und endgültige Regelung des Reparationsproblems auszuarbeiten. Diese Vorschläge sollen die Regelung derjenigen Verpflichtungen umfassen, die sich aus den zwischen Deutschland und den Gläubigermächten bestehenden Verträgen und Abkommen ergeben. Der Ausschuß wird seinen Bericht den an dem Genfer Beschluß beteiligten Regierungen sowie der Reparations- kommisiion erstatten. 5. Was die Ernennung der Sachverständigen betrifft, so soll in der folgenden Weife verfahren werden: Die Sachverständigen der an dem Genfer Beschluß beteiligten Gläubigermächte werden von den Regierungen dieser Mächte bestimmt und nach dem Belieben dieser Regierungen entweder von ihnen selbst, ober von der Repara- tionskommisiion ernannt. Die Sachverständigen Deutschlands werden von der deutfchen Regierung ernannt Die sechs beteiligten Regierungen werden in geeigneter Weise feftftellen, wie die Beteiligung der amerikanischen Sachver- ft ä n b i g e n am zweckmäßigsten fichergestellt wird " Pomcars erinnert an seine Bedingungen. Paris, 22. Dez. (WTB.) Das Ministerpräsidium beröffentlieht folgende Rote: Die Regierung der Republik hat in einem Memorandum vom 30. Oktober, das später her- off entließt werden wird, den übrigen Glän - brgermächten und Deutschland die Bedingungen mitgeteilt, von denen sie ihren Beitritt zu jedem Regelungsplan abhängig machen wird. Diese Bedingungen sind die, Die der Außenminister auf der Konferenz von Genf und der Ministerpräsident auf seinen Reden von ChambHrh und Eaän bekanntgegeben haben. Wie Havas berichtet, wird erster Delegierter Frantreichs für den Sochver- ständigenausschuß zur Regelung des Reparationsproblems der ©ouoerneur der Bank von Frankreich, Moreau, fein, dessen Stellvertreter Untergouöemeur Ri st. Zweiter Delegierter wird Parmentier fein mit Professor QI Hi? als Stellvertreter. Oer deutsche Vorbehalt. Berlin, 22. Dez. (WTB.) Zu dem französischen CommuniquL, noch dem die französische Regierung in einem Aide-Memoire vom 30. Oktober den an deren Gläubigerstaaten die Voraussetzungen mitgeteilt hat, von denen ihre Zustimmung zu jeder Reparationsregelung abhänge und daß dieses Aide-Memoire auch Deutschland zur Kenntnis gebracht worden ist, wird folgendes m.t- geteilt: .Es ist richtig und in der Oeffentlichkeit bekannt, daß der deutschen Regierung dieses an die übrigen Gläubigerregierungen berichtete Aide - Memoire später auch mitgeteilt worden ist. Ebenso ist bekannt, daß die deutsche Regierung ihrerseits in einem Memorandum der französischen Auffassung die deutsche Auffassung gegen ü berge'- E'ehenerAMger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverßtStt-Vrtch und Zteindruüerei K Lange in Gießen. Zchriftieitung und Geschäftsstelle: Lchulstrahe 7. stellt hat Die deutsche Auffassung ist seinerzeit von dem Reichsaußenminister in seiner Reichstagsrede am 19. November dargelegt worden. Er hat damals der deutschen Regierung volle Entschließungs- freiheit für den Zeitpunkt nach Erstattung des Sachverständigengutachtens ausdrücklich Vorbehalten und festgefielll. daß eine wirkliche Lösung der Reparotionssrage nur dann vorliegen könne, wenn sie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands nicht übersteigt, wenn sic uns die Erfüllung unserer Verpflichtungen dauernd aus eigener Wirtschaftskraft und ohne Gefährdung der Lebenshaltung unseres Volkes ermöglicht. Es ist beabsichtigt, diesen Austausch von Memoranden im Einvernehmen mit den übrigen Regierungen zur gegebenen Zeit zu veröffentlichen. Amerika fordert völlige Llnab- hü'ngigkett der Sachverständigen. Paris. 22. Dez. (WB.) Die Havas-Agentur meldet aus Washington: 2m Weihen Hause erklärt man, oatz die o m e r i k a n i s ch e R e g i e- rung über die Absicht der europäischen Natto- nen, die Vereinigten Staaten zur Teilnahme an dem Experten-Ausschuh zur Regelung der Reparationsfrage aufzufordern, wohl unterrichtet sei, bisher aber keine entsprechende Aufforderung erhalten habe. Die Persönlichkeit des amerikanischen Präsidenten sei für die Entscheidung ausschlaggebend. Seine Ansicht sei, daß die amerikanische Regierung die An- regungnatürlichaufnehmen werde, baß sie es aber, da die Frage einzig und allein Europa betreffe, vorziehen würde, wenn die Europäer die europäischen Angelegenheiten selbst regeln. Wenn sie dies in diesem Falle nicht könnten, würde die Beteiligung der Vereinigten Staaten wünschenswert sein. Die Sachverständigen mühten in voller Unabhängigkeit diskutieren und sich ein Urteil bilden können und dürften nicht von vornherein Anweisung erhalten, die geeignet seien, das Urteil zu beeinflussen. Die Aufgabe der Sachverständigen sei, den Betrag der Zahlungen festzusetzen. Reuter berichtet aus Washington: Sehr großes Interesse wurde durch die Erklärung des Präsidenten Coolidge hervorgerufen, daß die amerikanische Regierung einer Einladung der europäischen Regierungen zur Teilnahme an den Beratungen des Sachverständigenausschusses sympathisch gegenüberstehen würde. Etwas jedoch könnte, wie angenommen werde, die amerikanische Regierung verhindern, an den Verhandlungen teilzunehmen, nämlich die Haltung Frankreichs. Präsident Coolidge vertrete nachdrücklich die Ansicht, daß die Sachver- st ä n d i g e n auf der Konferenz frei ihr Urteil ab geb en müßten. Er sei der Ansicht, daß cs zwecklos für Amerika sein würde, Ver- tveter in irgend einer Eigenschaft zu entsenden, wenn die französischen Delegierten vorher an irgendeine endgültige Reparationsgesamtsumme gebunden wären, unter die sie nicht gehen durften. Die Vereinigten Staaten nicht formell beteiligt. Paris, 24. Dez. (WTB. - Funkspruch.) Der „Chicago Tribüne" wird aus Washington berichtet: Es ist offiziell bekanntgegeben worden, daß die Vereinigten Staaten nicht formell an der Beratung über die Repara- tionsregclung durch wirtschaftliche Sachverständige teilnehmen wollen. Wenn Europa die amerikanische Mitarbeit benötigt, muß es selbst die amerikanischen Sachverständigen ernennen, wie schon bei dem Dawesausschuß. Die Vereinigten Staaten wollen sich lediglich Vorbehalten, die Auswahl, die Europa trifft, zu billigen oder zu mißbilligen, ohne jedoch irgendeine Verantwortung zu übernehmen. Amerika würde es vorzieh?n, wenn Europa seine eigenen Probleme allein regeln würde, weil es befürchtet, daß bei der Reparationsfrage auch unvermeidlicherweife die Schuldeu- frage erörtert werden wird. Als Männer, die in den Augen der europäischen Regierungen das größte Ansehen genießen und daher als amerikanische Sachverständige in Frage kommen könnten, wären zu nennen; der Vizepräsident Charles ®. Dawes, Owen D. Boung und Charles Evans Hughes. Natürlich ist nunmehr die Frage zu klären, welcher Weg zur Ernennung der amerikanischen Delegierten eingeschlagen toerben soll, nachdem die Vereinigten Staaten diese Ernennung nicht vornehmen wollen. Gin Kommentar desFemps". Paris, 23. Dez. (TU.) Der „T emp s", der dem Reparationsproblem einen ausführlichen Artikel widmet, schreibt, daß das Abkommen der sechs Mächte günstig ausgenommen worden sei, da es die Rechte jedes einzelnen aufrechterhalte und wirkungsvoll die Tür für nützliche Verhandlungen öffne. Die im Kommunique festgelegten Bedingungen entsprächen vielleicht nicht ganz den Erwartungen, besonders hinsichtlich der strengen Begrenzung der Vollmachten des Stomitees, doch sei festzustellen, daß unerläßliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu sein scheinen gegen jeden Fälschungsversuch der Debatte. 3m Grunde genommen habe die Frage der Verhandlungen nur eine relative Bedeutung, da es wohl klar sei, daß die Regierungen die Freiheit behalten würden, die Vorschläge der Sachverständigen anzunehmen oder zurückzuweisen. Deshalb habe die französische Regierung sehr passend auf die Ausführungen PoincarSs in Ehambsry und Caen hingewiesen. Wenn man in Berlin demgegenüber das Argument von der verlangten Notwendigkeit einer neuen Untersuchung der deutschen Zahlungsfähigkeit anführe, so sei das eine Taktik, die kaum recht behalten werde, wenn man eine Fälschung der Gegebenheiten des Problems in der Mitte des Sachoerständigenkomitees selbst vermeiden wolle. Die Verhaftungen in Mainz und Koblenz. Mainz, 22. Dez. Rechtsanwalt Dr. Führ, der die Verteidigung von deutschen Angeklagten im besetzten Gebiet allgemein übernimmt, ver- Die Reaktion in Afghanistan. Von E. Mukden. Aus Afghancstan dringen zu uns Alarmnach- richten. Der König und die Königin, die erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit, gleichsam als Symbol des Eintritts Afghanistans in die Gemeinschaft der zivilisierten Welt, eine Triumphreise durch Europa unternahmen, sollen nach sich allerdings einander widersprechenden Meldungen jetzt aus der Haupt st adt Kabul geflohen sein. Das Land ist in Hellem Aufruhr und das Leben bei Herrfcherpaares vielleicht in Gefahr. Ein tragisches Schicksal scheint über diesem Lande zu walten. Es sind erst neun Jahre her, seitdem der heutige Emir Afghanistans A manu l l a h die Regierung angetreten hat. Sein Vater war unter rätselhaften Umständen auf der 3agb erschossen worden: Engländer und Russen schoben sich gegenseitig die Schuld an diesem Mord zu — was uns sogleich die echt orientalische Atmosphäre von internationalen Intrigen veranschaulicht, die Kabul umgibt: an die Stelle des Vaters schob sich ein Onkel Amanullahs und erst nachdem es diesem gelungen war, die Armee auf seine Seite zu ziehen, wurde er auch Herr der Staatsmacht. Der Friede, den bald darauf (am 8. August 1919) England mit dem jungen Emir schloß, dessen indische Truppen sich im Kampfe mit den afghanischen Grenzstämmen erfolglos erschöpften, legte auch die Basis zu einer neuen außenpolitischen Entwicklung: England muhte auf die diplomatische Vormundschaft verzichten, die es bisher über Afghanistan aus- übte. Welche Ideale beseelten nun den jungen Herrscher im Beginn feiner Tätigkeit und drückten seiner ganzen bisherigen Regierung ein charakteristisches Gepräge auf? In erster Linie war es das Ideal einer nationalen Unabhängigkeit. „Ich werde mich eher zum Selbstmord entschließen, bevor ich das Land wieder unter das britische Protektorat stelle", erklärte er auf der Vollversammlung (Durbar) des Iahres 1919: „und ich gelobe feierlich, mein Leben nur meinem Volke zu widmen". Wir haben hier im Kern das Regierungsprogramm Amanullahs — den aufgeklärten Ab so- l u t i s m u s. Denn aus der Idee der nationalen Freiheit ergab sich ihm die Rotwendigkeit, die Idee der Reformen wie, umgelehrt, das bisherige geschichtslose Dasein im Schatten einer fremden Macht mit den noch mittelalterlichen Zuständen im Lande eng verknüpft schien. Man kann sagen, daß Amanullah seinen Staat aus dem Mittelalter in die Reuzeit hinüberführen wollte: und nun ist es abermals das Mittelalter, das gegen ihn rebelliert. In der Tat: die neuzeitlichen Reformen, die er ein- zusühren bestrebt war, waren ohne einen Bruch mit dem bisherigen Feudalsystem kaum denkbar — schon mit Rücksicht auf die äußere Macht des Staates. Das gilt vor allem von der Unterdrückung der Macht der Stämme, deren Verhältnis zu dem Emir vor Amanullahs Regierungszeit so sehr an das Verhältnis zwischen den Ständen und den Monarchen in unserem Europa im Mittelalter erinnert. Die Stämme stellten, allerdings eher freiwillig als pflichtmäßig die Truppen und genossen dafür verschiedene Steuerprivilegien. Die Erstarkung der Staatsmacht war aber auch hier ohne allgemein« Wehrpflicht unmöglich: das reguläre Heer wurde vielfach mit Hilfe türkischer Instruktoren unter Leitung des ehemaligen türkischen Ministers Djemal Pascha organisiert, was, nebenher ge° .sagt, den Gedanken des Panislamismus kräftig förderte: aber mit der Schaffung eines ständigen Heeres wurde die bisherige Stellung der Stämme völlig untergraben. Man mutz sich das deswegen vor Augen halten, weil sich aus allen bisherigen Nachrichten immer mehr die eickscheidende Rolle eben der kriegerischen Derg- stämme bei der gegenwärtigen Umwälzung herauskristallisiert. Aber es gab noch andere Elemente der Opposition in Afghanistan, und zwar die Mullahs. Vertrug sich denn die europäische Bildung, die Amanullah, wie wir eingangs gesehen haben, inaugurierte, mit dem bisher geltenden System, da aller Unterricht in den Händen der Geistlichkeit lag? Auch hier war also der Bruch mit der Tradition, in der Form der Einführung weltlicher Schulen offenbar rmvermeidlich. Und wenn Amanullah auch die Mullahs nicht ganz des Rechts des Unterrichts beraubte, so stellte er doch, eben darum, neue und größere Ansprüche an ihre Vorbildung. Er verstaatlichte ferner den Wakuf, d.h. das Kirchenvermögen: und wenn ihn dazu vor allem auch die Wirtschaftsnot des Staates zwang, so stellte doch di? neue Maßnahme einen empfindlichen Eingriff in die alten Rechte der Geistlichkeit dar. Obendrein sagte man ihm nach, daß er an seinem Hofe Schauspiele, in denen Mullcchs vom alten Schrot und Korn verspottet wurden, nicht ungern sah. Weniger gefährlich waren solche Elemente. wie bte allen Würdenträger oder Vornehme (S r r - dars). deren ehemalige Privilegien durch die neu« staatliche Ordnung beschnitten oder gar ab» geschafft wurden, und die an sich gleichfalls ein Element der Opposition Ratten bllden können. Hier erwies sich Amanullah als Diplomat, indem er da manchen hohen Posten in der von ihm ge- schaffenen Staatsbureaukratie mit Ministerien, einem Staatsrat imb sechs Gouvernements eben jenen Vertretern der vornehmen Familien über-* lieh. Um so weniger zeigte er sich als Diplomat in seinem sonstigen Reformwerk. Er ging hier vielmehr geradezu mit Sturm und Drang an seine Aufgabe, vom Standpunkt eines (Semem» wesens, bai bisher jahrhundertelang im Mittelalter lebte. Als eine Art Revolution wurde es z. B. empfunden, datz er in Kabul eine öffentlich« Frauenschule einführte. Ueberhaupt „die Ehre der Frau und der Schariat" (Herkommen) ist das Leitmollv der gegen Amanullah erhobenen Klagen, das auch in manchem Flugblatt bei. einzelnen Unruhen (so im Iah re 1923 in der Provinz Kabul) wiederkehrt. Erst recht nach der Rückkehr des Herrscherpaares von seiner Reise durch Europa nahm aber sein Europäisierungs- eiser noch mehr zu. Der König zwang all« Abgeordneten, sich die Bärte abrasieren zu lassen und europäische Kleidung anzulegen: die Königin ging als moderne Frau ohne Schleier den afghanischen Frauen mit einem Beispiel voran, das nachzuahmen sie sie anspornte, das aber den Anhängern der Tradition als religiöse und sittliche Entweihung erschien! Schon an diesem letzten Beispiel erkennt man, daß, trotz aller äußeren Machtentfaltung, die Stellung Amanullahs innerlich lange nicht so stark war, wie die eines anderen ihm im Geiste verwandten orientalischen Reformators, nämlich Kemal Paschas, der dieselben und noch weitergehende Reformen siegreich verwirklichte. Zieht man eine Parallele zwischen dem politischen Regime der beiden, so merkt man allerdings einen großen Unterschied: Kemal hat nach dem anatoli- schen Aufstand alle aufständischen Elemente rücksichtslos, physisch ausgerottet. Im Reiche Amanullahs -aber gab es von 1920 bis 1924 fast ununterbrochen Unruhen (1924 sogar einen Thron- prätendenten in der Person Abdul Kerims), ohne daß man von solch exemplarischen Strafen wie die von Angora etwas gehört hätte. Und dazu gesellt sich noch ein Unterschied, der zwar äußerlich scheint, aber wohl nicht ohne Wichtigkeit ist: Kemal ist es bisher nicht eingefallen, seine reformierte Türkei zu verlassen, während die lange Abwesenheit Amanullahs auf Reisen den ihm feindlichen Elementen die Möglichkeit der Organisation nur erleichtert haben mag. Daß nun, nach wechselndem militärischen Geschick die rebellierenden Bergstämme die Oberhand in den letzten Kämpfen gewannen, entschied, wie in solchen Fällen üblich, auch die Ausdehnung der Bewegung auf einen Teil der Arme« und des Hofes. In den von den Aufständischen aufgestellten Forderungen: Thronverzicht Amanullahs zugunsten seines älteren Bruders, Verlangsamung der Europäisierung, Entlassung aller europäischen Instruktoren, spiegelt sich aber deutllch der ganze Charakter dieser Bewegung als Reaktion gegen die Reformen und deren Verkörperung im Regime Amanullahs, wobei zugleich auch dynastische Motive nicht ausgeschlossen erscheinen. Besserung der Lage für den König. London, 22. Dez. (WTB.) Die afghanische Gesandtschaft in London erklärt, daß die Aufständischen aus allen Höhen der Umgegend Kabuls vertrieben und daß alle zur Hauptstadt führenden Stratzen gesäubert worden sind. Di« Verbindung zwischen der Stadt und der außerhalb liegenden britischen Gesandtschaft ist wieder hergestellt. Die allgemeine Lage, sowohl in Kabul wie in den östlichen Provinzen ist bedeutend besser geworden. Der Luftverkehr zwischen Kabrll und Taschkent ist gestern wieder eröffnet worden. Abbeförderung von Krauen und Kindern aus Kabul. New Delhi, 23. Dez. (WB.) Reuter. Vier Europäerinnen, drei Kinder und vierzehn Frauen indischer Staatsangehörigkeit wurden heute früh mit Flugzeugen von Kabul nach Peschawar abbefördert. Andere Gesandt- schastcu haben Großbritannien zu dem gleichen Zweck um ihre Dienste ersucht. Es sind Gerüchte im Umlauf, der afghanische Hof werde nach Kandahar übersiedeln, wo Amanullah größere Unterstützung durch di« südlichen Stämme findet. suchte, vom französischen Kriegsgericht in Mainz wiederholt Auskünfte über die Verhaftungen zu erhalten. Es wurde ihm dabei aber in höflicher Form erklärt, datz er auf gründ der gesetzlichen Vorschriften keinerlei Einsicht in die Akten nehmen könne. Es handelt sich also um ein Verfahren wegen Spionage verdacht es, und nicht nur, wie in manchen Blättern angenommen wird, um einen Einbruchsdiebstahl. Di« Verhafteten sind nach wie vor von der Umwelt gänzlich abgeschnitten. Die Untersuchung dürste wohl noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die Schüsse aus Fachst. Die gesamte Pariser Presse bringt spaltenlange Berichte über das Attentat auf den Generalstaccks- anwalt Fachot, ebenso auch über die Gründe, die den Elsässer Benoit veranlaßt hatten, auf Fachot einen Mordanschlag zu verüben. Es läßt sich natürlich von hier aus nicht nachprüfen, ob die Angaben stimmen, daß Benoit ein elsässischer Auto- nomist ist, und daß er Ricklin uno Ross 6 habe rächen wollen. Die ganze 21 rt aber, wie man in Paris diesen Vorfall behandelt, zeigt doch, daß die Franzosen innerlich recht zufrieden mit dem Attentat sind, weil sie nunmehr eine Handhabe besitzen, um auf dem schnellsten Wege in der Kammer die Annahme jenes Gesetzes zu erzwingen, das sich gegen autonomistische Bewegungen richtet, in oer Hauptsache aber die Heimattreuen Elsässer treffen will. Daß man sich gar nicht bemüht, zu untersuchen, ob im Elsaß Fehler gemacht worden lind, und ob nicht durch eine Aenderung des Systems eine Aussöhnung mit der elsässischen Be- oölEerung herbeigeführt werden könne, zeugt davon, wie roemg die Franzosen doch aus der Vergangenheit gelernt haben. Fachot zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt. Paris, 22. Dez. (WB.) Das Befinden des ehemaligen Generalstaatsanwalts Fachot wird als befriedigend erklärt, wenngleich die Aerzte noch keine definitive Prognose stellen können. Fachot wurde im heutigen Ministerrat zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt. Deutscher Protest gegen pariser Blätter Berlin, 24. Dez. (Priv.-Tel des WTB.) Wie die „Voss. Ztg." erfährt, hat die deutsche Botschaft in Paris beim französischen Außenministerium gegen die Sprache mehrerer Pariser Blätter, die in ihren Kommentaren Hu Dem Attentat auf den ehemaligen Colmarer Oberstaatsanwalt Fachot eine moralische Mitschuld D«u tschlands zu konstruieren versuchten, nachdrücklichsten Protest erhoben. Haussuchungen in Straßburg. Paris, 22. Dez. (WTB.) Havas meldet aus Straßburg: Auf Antrag der Pariser Staatsanwaltschaft sind in autonomistischen Kreisen von Straßburg Haussuchungen vvrgenvmmen worden, um testzustellen, vb George Benoit, der das Attentat auf Fachot verübt hat, Beziehungen zu den Führern der AutonolÄstenbewegung gehabt hat. Es ist das Gerücht verbreitet, daß ein von dem Täter nach der Tat geschriebener, stark kompromittierender Bries beschlagnahmt worden sei, der Bericht gebe über die Ausführung der Mission. Der Vater des Täters soll übrigens Bürgermeister des Heimatortes Walburg sein.' Ein Mftnbrand in Veuyork. In dem prachtvollen, noch nicht fertiggestellten Dau der neuen Vaptiftenkirche in Reuyork, die in der Rahe der Eolumbia-Univerfity am River Sibe Drive errichtet wird, brach in der Rächt ein Brand aus, der sich rasch ausbrcitete und schließlich das gewaltige, den Reubau umgebende hol;- gerüst in einer riesigen, fünf Meilen weit sichtbaren Jlammcngarbe auflodern ließ. Der Brand, der einer der gewaltigsten ist, von denen Reuyork heimgesucht wurde, hatte viele Taufende aus Reuyork und Reuyersey angelockt. Vas Jener ist wahrscheinlich durch einen der offenen Koksöfen entstanden, die zum Austrocknen des Gebäudes aufgestellt worden waren.-. Obwohl die Jeuerwehrzüge selbst aus den entlegensten Stadtteilen herangezogen worden waren, erwiesen sich alle Bemühungen, den Brand zu löschen, als erfolglos, da das Wasser sofort gefror und das Gerüst um den 110 Meter hohen in normannischem Stil gehaltenen Turm, der zweite, der vom jüngeren R o ck e f e l l e r zum Andenken an seine Mutter errichtet worden war, von den Jeuerwehrleuten nicht mehr erreicht werden konnte. Schließlich loderten die Jlammen 200 Meter hoch über dem Turm empor, so daß die Jelswände des Hudson-Afers und die in der Rahe liegenden Ortschaften hell erleuchtet waren. Die Kirche war mit einem Kostenaufwand von vier Millionen errichtet worden. 3n dem Rockefeller-Ge- dächtnis-Turm sollte das größte Glockenspiel der Welt untergebracht werden. Der Brandschaden wird vorläufig auf eine Million Dollar geschäht. Wahrscheinlich wird er aber sehr viel größer sein, da die Erdgeschoßmauern des Gebäudes, das schließlich einem riesigen Hochofen glich, durch die Einwirkung der Hitze stark beschädigt worden find. Durch die brennenden Gerüstteile, die wie Raketen durch die Luft flogen, wurden in den den Reubau umgebenden vornehmen Wohnvierteln zahlreiche kleinere Brände verursacht, die indessen rasch gelöscht werden konnten. Aus aller Welt. Tumult um Weihnachtsbäume. Im Berliner Norden ist es am Sonntag- nachmittag wegen zu hoher Preise für Weihnachtsbaume zu schweren Tumultszenen gekommen, die ein Eingreifen der Polizei note wendig machten. Gegen 16 Uhr gerieten in der Eberswalder Strafte zahlreiche Personen mit den Verkäufern von Weihnachcstannen in Streit, da sie mit dem geforderten Preis nicht einverstanden waren. Erne Anzahl junger Burschen schürte den Streit und schließlich fielen die Hunderte, tote auf Kommando, über die Tannen- b äume her und schleppten den gesamten Dor- rat, etwa 4 5 0 Stück, weg. AIS die Polizei erschien, waren die Weihnachtsbaumräuber verschwunden. Rur ein Ibjähriger Bursche konnte fest genommen werden. Außer dem Raub m der Eberswalder Straße wurden in der Nähe des Nordbahnhofs von einer zahlreichen Menschenmenge zwei mit Christbäumen voll beladene Wagen geplündert. Die Polizei war gezwungen, mit Gummiknüppeln vorzugehen, um die Ordnung wiederherzustellen. Bei Eintritt der Dunkelheit rottete sich in der Danziger Straße eine Menschenmenge zusammen und bemächtigte sich eines Wagens mit Christ» bäumen. Als das Lieberfallkommando erschien, flüchteten die Leute mit ihrer Deute. 25 Millionen Geldstrafe für Sprilschmoggler. Einer der größten Schmugglerprozesse der letzten Jahre ging nach ungefähr fünfwöchiger Dauer vor dem Hamburger Schwurgericht zu Ende. Nicht weniger als 5 9 Anaeklagte , darunter sechs Zollbeamte, zierten die Anklagebank. Die Angeklagten hatten seit geraumer Zeit unverzollten Sprit in das Zollinland geschafft und hier weiter- verkauft. Da der Zoll auf Sprit lehr hoch ist, wur - den bei diesem Geschäft außerordentliche Gewinne erzielt. Wie hoch sie waren, geht schon daraus hervor, daß für das einzelne über die Grenze geschmuggelte Faß 100 bis 200 Mark Destechungs- gelber an die Zollbeamten gezahlt wurden. Die Strafen find entsprechend dem Ausmaß der Verfehlungen und der dabei erzielten Gewinne außerordentlich hoch. Der Haupträdelsführer erhielt eine Gefängnis strafe von 2 Jahren und eine Geldstrafe von annähernd 5 Millionen Mark zudiktiert. Insgesamt wurden 10 Jahre Gefängnis und etwa 2 5 Millionen Gelöst r a f e verhängt. Eisgang auf der Elbe. Wie aus Magdeburg gemattet wird, ist die Schiffahrt auf der Elbe infolge des ftarfeit Eisganges eingestellt worden. Wettervoraussage. Das Frostwetter geht seinem Ende zu. Warmluftmassen des Inlandtiefs sind südwärts vorgedrungen und haben auf den britischen Inseln kräftigen Lempecaturanstieg hervorgerufen. Beim Aufgteiten der Warmluft hat sich dort ein ausgedehntes Regengcbict entwickelt. Allmählich wird sich auch bei uns der Einfluß des Inlandtiefs bemerkbar machen, so datz mit einem Ansteigen der Temperaturen zu rechnen ist. Hierbei werden auch Niederschläge auftreten, die zunächst noch als Schnee, später als Regen niedergehen. Vorhersage für Dienstag: Meist bedeckt. Temperatur ansteigend, vereinzelt Nieter- schlage- Aussichten für Mittwoch: Ber werter ansteigenden Temperaturen vereinzelte Regensälle. Winlerfportnachrichlen der Hess, Wetterdienststelle. Vogelsberg (Hoherodslvpf): Wetter: Leichter Nebel, Temperatur minus 3 Grad Celsius. 30 Zentimeter Schnee, gekörnt, Ski und Rotel sehr gut. Odenwald (Neunkirchener Höhe): Wetter wolkig, Temperatur minus 2 Grad Celsius, 14 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut Aus der Provinziakhauptstadt Gießen, den 24. Dezember 1928. Weihnachten. Kein Dolk der Erde hat in alter Zeit seine Freude über die Geburt des Jesuskindes so sinnvoll zum Ausdruck gebracht, wie dos deutsche Volk. Nach Rom kommen heute noch am ersten Weihnachtstage Hirten aus der Campagna, um die Sackpfeife und die Schalmei auf den Straßen erklingen zu lassen, dort laßt man sogar in den Kirchen Kinder die Kanzel besteigen, damit sie von der gnadenreichen Geburt des heiligen Kindes predigen. Wie leicht wiegen diese Bräuche gegenüber der deutschen Christmette, dem deutschen Christbaum, den Wiegen- liebem, die naive, unverbildete Menschen früher bei uns in den Gotteshäusern an der Krippe gesungen haben. Die deutsche Weihnachtsdichtung der alten Zeit ist voll an Reiz und ursprünglicher Schönheit. Paul Gerhardt versetzt sich in der Christnacht in den 3tall zu Bethlehem und spricht: „Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei von Rosen und Violen. Mit Tulpen, Nelken, Rosmarin aus frischen Gärten will ich ihn von obcnhcr bestreuen." Unsere Weihnachtsfeiern, namentlich die, die vor und noch dem Feste stattfinden, sind sehr flach und durch ihre ewige Wiederholung sehr geistlos geworden, aber noch immer zehren wir dabei von dem edlen Gute der allen Zeit. Der Dichter Hermann Hesse schildert einmal, wie ein früherer Loteinschüler zu einem Schlosser in die Lehre kommt. Am ersten Tage seiner Lehrzeit soll er ein Stück Eisen abfeilen: er freut sich, daß die Arbeit so leicht vonstatten geht, als aber der Meister nachsieht, stellt sich heraus, daß der Knabe mir den Rost abgefeilt hot, an das Eisen ist er nicht gekommen. So dringen unendlich viele Menschen am Wcihnochtsfeste nicht zu dem eigentlichen Gegenstände durch: sie bleiben an Aeußerlichkeitcn hängen. Was ist der Kern der Weihnachtsfreudc? Martin Luther hat das in klassischer Weise zum Ausdruck gebracht, wenn er von dem Kinde, das in der Krippe liegt, sagt: „Das em^e Licht geht da herein, gibt der Welt ein' neuen Schein, es leucht' wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht." Der lebendige, persönliche und ewige Gott hat mit den Menschen einen Heilsplan vor, er will sich mit ihnen verbünden, er will sie an seinem seligen Leben teilnehmen lasten. Jesus ist von Gott dazu ausersehen worden, diese Verbindung herzustellen, in ihm berühren sich Himmel und Erde, Göttliches und Menschliches, „Gott ist Mensch geworden", so haben die alten Dogmatiker gesagt: sie folgten hier dem Worte Luthers: „Der Sohn des Vaters, Gott von Art, efn Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammertal, macht Erben uns in seinem Saal." Die Menschen der Gegenwart setzen allerdings dieser Bekundung großen Zweifel entgegen. Sie sagen, daß immer noch großer Jammer in der Welt sei, sie weisen auf die Familientragödien hin, die täglich von der Zeitung gemeldet werden, sie denken an den Jammer in Krankensälen, an die Wohnungsnot und die Erwerbslosigkeit dieser Zeit, sie machen geltend, daß trotz des Wortes „friede auf Erden" immer noch der Krieg mit brutaler Macht durch die Welt gehe und daß das Menschenleben voll ist von bitteren Erfahrungen. Sie ver- gössen nur, dieser Bekundung onzufügen, daß auch Jesus den Jammer der Erde kennengelernt hat, daß er aber in königlicher Freiheit durch alle Not ae- gangen ist, niemals den Frieden der Seele und die Gemeinschaft mit Gott verloren und dadurch ge- ,-eiqt hat, daß alle Trübsal sich in Segen verwandelt, dem Worte des Apostels entsprechend: „Wir Ibissen ober, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge - ,m besten dienen." Ist noch Jammer in der Welt, m herrschen auf ihr noch lange nicht paradiesische Unschuld und Reinheit. Allcrwärts zügellose, ungc- bärdige Söhne, die die Eltern in Armut und Kummer 'bringen: leichtsinnige Töchter, die von dem Weoe der Rechtschaffenheit abweichen: Vater, die die Ihren nicht versorgen, aber als Tyrannen über ihnen walten: eigennützige Mütter, die verschleudern, was der Ehemann mit vieler Muhe erwirbt: heftiger Streit bei dem engen Beieinanderwohnen der Menschen: rücksichtslose Gewinnsucht. Jesus hat die Sünde nicht aus der Welt geschafft, aber er zeigt den Weg, wie die Menschen von ihr frei werden, er verheißt dem Reumütigen Gnade, er macht aus Sündern Gotteskindcr, er schafft neue Kreaturen, die sich nach einem Leben des Ernstes und der Reinheit sehnen. Wir haben heute von dem Weltall eine ganz andere Vorstellung als die, die zu der Zeit lebten, da Jesus auf Erden ging. Immer größer, immer gewaltiger haben sich im Laufe der Zeit die Wunder der Schöpfung der Menschheit aufgetan. In klaren Winternächten sehen wir über unserem Scheitel die Sternenbahn, die wir die Milchstraße nennen. Die Astronomen sagen uns, daß es sich hier nicht um kleine Gestirne, sondern um Sonnensysteme handelt, und sie schätzen die Zabl dieser Sonnen auf fünfzig Milliarden. Dabei schweben im Weltall tausend ähnliche, riesenhafte Sternenwelten. Wie klein in dieser Unendlichkeit unser Erdball! Ein Naturforscher hat gesagt, der etwaige Untergang der Erde werde für das Weltall so viel bedeuten, wie der Untergang eines einzigen Apfels für die Apfelkultur der ganzen Erde. Dennoch hat Der Mensch in dem ungeheuren, unendlichen Kosmos Würde und Bedeutung, er stützt sich auf das Wort: „Freuet euch, daß eure Namen geschrieben sind im Himmel." Der dieses Wort gesprochen und es durch sein Leben und Sterben bewahrheitet hat, ist der, dessen Geburtsfest die Christenheit in dunklen, winterlichen Tagen mit Dank und Anbetung feiert. H. B. Bornotizen Tageskalender für den 1. Weih- nachtsfeiertag. Stabttheater: „ilnb txre Licht scheinet in der Finsternis". 191/2 bis 22 ilpr. — Verein ehem. 116er Weihnachtsfeier. Casä Leib 8 Uhr. — Gesangverein Harmonie-Gemütlichkeit", Liebigshöhe, 7 LIHr. - M.T.V.: Weih- nachtSfeicr, Turnhalle. 6 2hr. — 3tubcrt(ub Hassia 1906 c. B. „Weihnachtsbescherung", 4 ilf)t nachm. für Kinder, abmds 8 Uhr für die Familie im Bovtshause. — F.G.F. Zusammenkunft mit Familie bei Kam. Sieck, Hammstrahe. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Looping the Loop". — Astoria-Lichtspiele: „Der gefesselte Polo". — Tageskalender f ü r den 2. Weih- nachtsfeiertag. Stadttheater: „Pinkepunk', von 14.30 bis 17 il&r; „Liebe und Trompetenblasen". von 19.15 bis 21.45 Ufjr. — Dauerscher Gesangverein e. D.: Weihnachtsfeier im Caf6 Leib, 7.30 Uhr. — Spielvereinigung 1900 e. V.: Fußballspiel gegen „Borussia", Frankfurt, 2 il^r nachmittags. — Radklub „Germania": Weihnachtsfeier im „Bayrischen Hof", ab 4 Llhr. — Gießener Radfahrer-Verein 1835 e. V.: Weihnachtsfeier, im „Hessischen Hof", 8 Uhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Looping the Loop". — Astoria Lichtspiele: „Der gefesselte Polo". — Stadttheater Gieß en. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 3n der Gedenkfeier zu Tolstois 100. Geburtstag „ilnö das Licht scheinet in der Finsternis" am ersten Weihnachtsfeiertag. 19.15 Uhr. spielt die Hauptrolle des Rikolaj Iwanowitsch Walter Ebert- Gr a s s 0 w. Es wirken ferner mit die Damen Brack, Fuhrmann, Heß, Jahn, Jüngling, Krah- mer, von Pagendorf, Scherer, die Herren Arzdorf, Bastü. de Castro. Gareis, Gehre, Haeser, Knur. Linkmann, Ritter, Schubert, Seih, Steiner- Kaiser, Tannert, Volck, Wesener. Spielleitung: Oberspielleiter Hans Tannert. Bühnenbilder: Karl Löffler. — Für den 2. Feiertag ist die Operette „Liebe und Trompetenblasen" an- gesetzt. Trotz der zahlreichen Nachfragen wird diese Operette, die in der Besetzung der Erstaufführung herauskommt, nur dieses eine Mal wiederholt. Beginn 19.15 Uhr. — Um auch den auswärtigen Kindern Gelegenheit zu geben, das Weihnachtsmärchen „Pinlepunk" zu besuchen, wird es am zweiten Feiertag 14.30 Uhr bei ermäßigten Preisen gegeben. — Am dritten Feiertag wird ebenfalls „Pinkepunk" aufgeführt, Beginn 15.15 Uhr, ermäßigte Preise, außer Abonnement. — „Und das Licht scheinet in der Finsternis" wird am Freitag, 28. Dezember, erstmalig wiederholt. Sonntag, 30. Dezember, wird als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen „Der Prozeß der Mary Dugan" aufgeführt. Zu Sylvester kommt in aparter Reuinszenierung mit der Musik von Hugo Hirsch der beliebte Schwank „Charleys Tante" heraus. Spielleitung: Rudolf Goll. — Der Goethe-Bund hat, wie man uns schreibt, für seinen am kommenden Samstag stattfindenden literarischen Gesellschaftsabend die be- huinte Vortragskünstlerin Resi Langer mit einem originellen Vortragsprogramm gewonnen. — Die Künstlerin bringt unter dem Titel: „Geist — Witz — Humor" eine Chansonsrevue. Diese einzigartige Veranstaltung dürfte sicherlich stärktes Interesse finden. (Siehe heutige Anzeige.) ** Oberhessens Vertretung im Landeseisenbahnrat Frankfurt a. M. Die Industrie- und Handelskammer Gießen wählte in ihrer jüngsten Sitzung zum Vertreter der Kammer im Landescisenbahnrat Frankfurt a. M. für die Jahve 1929 dis 1931 den Kommerzienrat Ramspeck (Alsieldi. Als weiterer Vertreter Oberhesscns ist schon seit 3obren der Syndikus der Industrie- und Handelskammer Friedberg. Rotar Stahl (Bad Rauheim), Mitglied des Landeseisenbahnrates. "• Ehrenmitglied der Industrie- und Handelskammer Gießen. In Würdigung und Anerkennung der großen Verdienste, die sich der mit Ablauf dieses Jahres aus Gesundheitsrücksichten aus der Industrie- und Handelskammer ausscheidende Kommerzienrat Grünewald, Alsfeld, während seiner 29iährigen Zugehörigkeit zur Kammer als deren Mitglied und seit 1909 als deren stellvertretender Vorsitzender erworben hat, wurde ihm durch einstimmigen Beschluß der Vollversammlung der Kammer die Ehrenmitgliedschaft verliehen. " Der ©otbene (Sonntag. 3m Gegensatz zu dem Kupfernen und Silbernen hatte der gestrige Goldene Sonntag in unserer Stadt ein ruhigeres Gepräge. Zwar war der Verkehr in den Läden am gestrigen Tage wieder recht lebhaft, allein er reichte nicht an den Umfang des Verkehrsbetriebes heran, den man an den beiden vorhergehenden Sonntagen bemerken konnte. Die planmäßigen Züge der Reichsbahn waren gut beseht, aber eine Verstärkung des Wagenparkes war nicht erforderlich. Durch diese Erscheinung wird bewiesen, daß die Werbewoche „Gießen im Licht" in der Tat eine außerordentliche Anziehungskraft auf das kaufende Publikum aus- geübt hat. *’ Erne n nun a. Studienrat Prof. Dr. Rich. Trapp an der hiesigen Oberrxalschule wurde zum Oberstudienrat ernannt. ** Die Museen sind am 1. und 2. WeihnachtS' feiertag zwischen 11 und 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. Die Räume sind erwärmt. ** Anlagenkonzert findet morgen, ersten Weihnachtsfeiertag, 11 Uhr am Liebigoenkmal durch das Musikkorps des 1. (Hess.) Grenadier- Bataillons, 15. Jnf.-Regt., unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r statt (nur bei guter Witterung). Vortragsfolge: 1. „O du fröhliche, 0 du selige", 2. Chor der Friedensboten aus der Oper: „Rienzi" (der letzte der Tribunen) von R. Wagner. 3. Marsch und Chor aus „Judas Maccabäus" von Fr. Händel. 4. Solveigs Lied aus der „Peer-Gynt- Suite Nr. 2 von E. Grieg. 5. Große Fantasie aus der Oper „Undine" von A. Lortzing. ** Frühere Auszahlung des Heere s- renten und der Unfall - und Invaliden- bezüge für Januar 1 9 2 9. Um den Empfängern von Militärversorgungsgebührnissen, Unfallentschädigungen und Jnvalidenbezügen wieder Gelegenheit zu geben, die Beträge für Januar 1929 bereits im Dezember abzuheben, wird mit der Auszahlung der Militärversorgnungsgebührnifse bereits am 27. Dezember und der Unfall- und In- validenbezüge bereits am 29. Dezember begonnen. ** Stadttheaterabonnement. Im heutigen Anzeigenteil ist. eine Bekanntmachung über die Einlösung des 4. Abschnitts des Stadttheoterabonne- mente enthalten. Interessenten feiert auf die Be- kanntmachung besonders hingewiesen. “ Eine öffentliche S t e ue r in ah n u ng erläßt die Stadtkasse Gießen im heutigen Anzeigenteil. worauf auch an dieser Stelle hingewiesen sei. (Weitere Lokalnachrichten im 3. Blatt.) A | ■ ■ | W, b«l Rheuma, gschla», tzrxenschuh, FZ, IfäfiinflflTT gteroen. u. Eckülkunggschmcrzen. I 188 I X »armcUttrgctftQImoI iftinaflMt Apokhrktn u. Drogerien erhältlich. Nur echt mit dem Stilleben im Etikett. _ Künstliche Augen fertigen nach der Natur und passen ein V I L F. Ad. Müller Söhne, Wiesbaden -- P Filiale Frankfurt am Main, 10—4 Uhr, TS*-- Weserslrafle 41 Ecke Taunusstraße' H.C.König, SleinhagenVWestf. Für die Geilindheit MeRlrtichts fUnerAesse liiijenleurschyle fiiienhiirB ThOr| Maschinenbau — Elektrotechnik Automobil- und Flugzeugbau. rospektfrei Jean W«!»el, Gieften, Sonnenatrafce 6, Telephon Nr. SS Was ist Spenholz? . Sperrholz ist ein veredeltes Holz, das in Form von Tafeln in der gesamten Holzindustrie Verwendung findet wie Vlechtafeln in der Eisenindustrie. Sperrholz besitzt alle Vorzüge des Dollholzes, wie rasche Lieferung, leichte Bearbeitung, schönes Aussehen und geringe Wärmeleitung. Es vermeidet aber dessen Nachteile, nämlich Quellen und Schwinden und das dadurch hervorgerufene Reihen und Werfen. Es gibt dem Holz quer zur Faser die gleiche hervorragende Festigkeit, die es in der Längsrichtung besitzt und kann daher auch in viel größeren Breiten und geringeren Stärken verwendet werden als das Vollholz. 9258v. Infolge dieser bedeutenden Vorzüge hat das Sperrholz in sämtlichen Zweigen der Holzindustrie immer mehr Eingang gefunden. Voraussetzung für die Bewährung des Sperrholzes ist, daß es in erstklassigen Spezialfabriken hergestellt wird. — Rur als zuverlässig bewährte Fabrikate auf den Markt zu bringen, war von jeher das Geschäftsprinzip der bestens eingeführten Firma L. Meinhold & Eo., Frankfurt a. M., Falkengasse 5, auf deren Anzeige in der heutigen Rümmer verwiesen wird. 18 12 10 LBemrd J.D.: Dr. Rosenberg. 11269 11248D Hain. 8 5 4 Kleiderstoffe Mantelstoffe Seidenstoffe sowie sämtl. Baumwoll- waren kaufen Sie außer' gewöhnlich preiswert bei Grebe "Hain, teil 21. Dezember 1928. Hessisches Forstamt Grebenhain. Suchen-Irennholzverkaus Das Hessische Forstamt Grebenhain in Plockstraße 16 Größtes Spezial - Stoffgeschäft am Platze mann Louis Marcus ernannt. Gießen, den 24. Dezember 1928. Bekanntmachung Stadttheatcr-Abomicment. Einladung zur Lrgänzungswahl des Vorstandes der Israelitischen Relig'.onsgemeinde Gießen. Es wird zur Kenntnis der Interessenten gebracht, daß in Gemäßheit der Bestimmungen der Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen vom 4. August 1871 infolge Ablaufs der Wahlzeit des Mit- güedes Herrn Kaufmann Adolf Baer eine Ergänzungswahl notwendig geworden ist, und daß diese Wahl 112800 Sonntag, den 30. Dezember 1928 im Sitzungssaal des Gemeindehauses in der Lonystraße, dahier, stattfinden soll. Alle nach 8 2 und 6 der Wahlordnung Gesucht für Ostern oder früher Lehrling mit guter Schulbildung. Befreiung von der Fortbildungsschule Bedingung. Selbstgeschriebene Angebote mit Schulzeugnissen und Lebenslauf an Georg Philipp Gail A.-G. Matt di-, Kautabak- u. Ziaarrenkabrike« Die Einlösung des vierten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat von Donnerstag, den 27. Dezember, an in den üblichen Kassen- stunden an der Theaterkasse — Johannes, straße 3 — zu erfolgen. „n.2^L Die zu zahlende vierte Rate betragt für: Proszeniumsloge, Rangloge, RM. 1. Rang (Reihe 1 und 2) Logen-Rückplatz, l.Rang (Reihe 3 und 4), Sperrsitz (Reihe 1 bis 11) Sperrsitz (Reihe 12 bis 14), l.Rang (Reihe 5 und 6) Sperrsitz (Reihe 15 bis 18), 2. Rang Oeffsntiiche Mahnung. Das vierte Ziel der vorläufigen Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlagen einschließlich der vorläufigen Sonder- gebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1928 wird hiermit zur Zahlung bis spätestens 3. Januar 1929 einschließlich gemahnt. Nach Ablauf dieser Frist werden die Rückstände auf Kosten der Schuldner zwangsweise eingezogen. Außerdem sind bei Zahlungen nach dem 5. Dezember 1928 Verzugszinsen zu entrichten. 11257C Gießen, den 24. Dezember 1928. Stadtkasse Gießen. Berow ößü Bünatöeiiea. Auf Grund der Reichsverdingungsord- nung sollen die Glaserarbeiten für den Neubau eines Jsolierhauses für die Medizinische Klinik zu Gießen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Di« Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen auf unserem Zweigbureau in der Hautklinik, Sockelgeschoß, Zimmer 36, in der Zeit von 11 bis 1 Uhr vormittags, zur Einsicht offen. Angebotsvordrucke werden, solange der Vorrat reicht, dort abgegeben. 11245V Angebote sind verschlossen, mit entspre- chender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin, Montag, dem 7. Januar 1929, vormittags 11 Uhr, bei oorbeschriebener Zweigstelle einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 27. Dezember 1928. Hessisches Hochbauamt Gießen. 3. 23.: Kuhlmann. Keeeerr mit vornehmer Gesinnung und in gesicherter Position, die sich nach einem uneigennützigen, geistig vorwärts strebenden Freundeskreis lehnen, tit Gelegenheit geboten, einem Bunde, der über die ganze Welt verbreitet ist, betzutreten. Alter nicht unter 30 Jahren. Schriftliche Anfr. unter 11261V an den Gieß. Anz. zum 10. Januar 1929 an uns einreichen. Nähere Auskunft wird durch das Forstamt erteilt. Fernruf Nr. 15 Amt Greben- (Reihe 1) 2. Rang (Reihe 2 und 3) 2. Rang (Reihe 4 und 5) Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. 37210 „Mfe des Stadttheaters Gießen" erfolgt Uebersendung der Abonnementskarten. Gießen, den 22. Dezember 1928. Der Oberbürgermeister. — ____y o ,_______ j Oberhessen verkauft freihändig zu den für Stimmberechtigten werden zu dieser Wahl ( den Holzoerkauf aus hessischen Staats- mit dem Bemerken eingeladen, daß die ■ Waldungen geltenden Bedingungen 1000 Abstimmung in den Stunden von 10 bis Raummeter Buchenbrennscheiter 1. Klasse 13 Uhr stattfindet. in fünf Losen zu je 200 Raummeter. Zum Wahlkommissar wurde Herr Kans- Interessenten wollen ihre Angebote bis Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Louis Marcus Centralboden> eeiamt-Dediunß QM. 403 201 ooo Oexamtümlaul ., 396118000 preußische EöNfflff-Bodeukredii- Aktiengesellschaft Zeichnung auf 1OOOOOOO GM. 8% Central-Golöpsandbriefe v. 3-1928 - Apr.-Okt.-Zinsen - Kündigung frühestens zum 1. Oktober 1934 zulässig. Oie Zeichnung findet statt: / vom 18. bis 31. Dezember 1928 während der üblichen Geschäftsstunden, früherer Schluß Vorbehalten, in Berlin bei der Kaffe der Gesellschaft, , „ Direktion der Oisconto-Gesellschaft, „ dem Banlhause ©. Bleichröder in Gießen bei der Direktion der Oisconto-Gesellschast Filiale Gießen und bei den sonstigen Jeichnungsstellen, Lankfirmen und Sparkassen »um Surfe von 97,50 Prozent W'L Stücke zu 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 GM. Oie Abnahme der Pfandbriefe kann bis zum 31. Januar geschehen Sie werden an der berliner Börse bereits amtlich notiert Stücke können sofort geliefert werden. - Prospekte und Zeichnungs-Formulare find bei allen Lank- firmen zu beziehen. Berlin NW. 7, Unter den Linden 48/49, Grundkapital BM. 18200000 Reserven „ 7968000 preußische Central-Äodenkredit-Aktiengesellschast Lindemann Hartmann Oesterlink Wrede _____________________________ 6061V Ofenschirme Kohlenfüller, Kohlenkasten, Ofen Vorsätze, Verdampf schalen in grober Auswahl Edgar Borrmann, Giefcen Eisenhandlung 9M2A Gießen, Asterweg Nr, 47 9593V Gesucht sofort OS 974 10700A wa Ein Reisender wie wir ihn suchen Garbenteich, den 24. Dezember 1928. 11279D Inserieren bringt Gewinn । gesucht 11275D Cafö Amend. nachmittags 2‘/i Uhr, statt. 08971 Parterre nicht erforderlich 11262V Nur noch 37 Mark 08963 verkauft 08962 O P P e r. Serfh. 112520 SUDD.MÖBEL-INDUSTRIE GEBR.TREFZGERGMBH RASTATT Beachtens Sie meine Muster-Ausstellung in der Bahnhofs-Kolonnade (Cafe Schwarz) Angeb. unt A. A 2290a.Annoncen - Albachary, Berlin W 35 braucht nichts als Energie und FleißI Alle Fertigkeiten, die beim Besuche von Privatkundschaft ferner nötig sind, kann er bei uns erwerben. Herren, die sich durch Vertretung einer altbekannten Seifenfabrik eine Lebensstellung schaffen wollen, melden sich unter Nr. 11263D an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers sbhtor» Wohnungs-Einrichtungen sowie Einzelmöbel in aparten Modellen und in nur gediegener Arbeit — Billigste Preise / Frankolieferung Zahlungs-Erleichterung gestattet Heute morgen entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Gatte, unser treusorgender Vater und Großvater Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. Dezember, nachmittags 31/* Uhr statt helle Geschäftsräume in guter Verkehrslage in 1-2 zusammenhängenden Etagen zu mieten gesucht Zuoirätolfe N f Hygienische Artikel) sämtliche Gummiwareii L Drogerie Winlerholf J Kreuzplatz 10 y Hygiene 3. Feiertag, 27.12„ abends 8 Uhr, Treffpunkt der Damen £ei(fimtöipti(- und f)onöüall-llöteiiung tm Vereinshetm, Waldsportplatz. Herein ehern, iißet Weihnachtsfeier am L Zeieriag. OficHcncr Ruder- Gesellschaft 1877. 1. Feiertag, 11 U.: „Hindenburg". 2. Feiertag, 11 U.: „CafH Ainend". NeujabrStaa.HU.: „Cafe Hettler". Voranzeige: Winterfest tm Januar. Einladung, ergehen noch. Der Vorstand. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Weisel geb. Leicht. Unfall Löberftrahe. Dame, welche am 15. Dezbr. meiner Frau behilflich war, wirdsrdl.umNamen und Adresse gebeten. Buchwald,! 08961 Alice nur. 19. Oer Vorstand: Phil. Arnold, Oirektor- (3g. Will). Lindenstruth, Rechner- Au g. Iftanft, Kontrolleur. Allendorf (Lahn), den 24. Dezember 1928. Die Beerdigung findet am 2, Weihnachtsfeiertag, nachmittags 2*/, Uhr, statt. Möbelfabrik Carl Stückrath Dem Herrn über Leben und Tod gefiel es. meine liebe Frau, meine stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Luise Ulm geb.Volk im 68. Lebensjahr, gestern abend 8',, Uhr, von ihrem schweren Leiden durch einen sanften Tod zu erlösen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Ulm Familie Friedrich Luh nebst allen Angehörigen. 8OO-1OOO qm -EIN-BE5UCK UNSERER AUSSTELLUNG- FRANK FURT Ä/M VILBELERSTR.29 WIRD Sie ÜBERZEUGEN WmiiiWg 1900 e. V. 2. Feiertag, Dorrn. 11 Ubr ab: MMMN „Coss Amcnd". Nachm. 2 Ubr: Wflinulel gegen „Boruisia"- Franksurt. Abends: 3iuanglofes MMMiW im ^Hindenburg". "-°D Der Vorata^iL Es ist bestimmt in Gottes Rat. daß man vom liebsten was man hat. muß scheiden. Nach Gottes unerforschlicbem Ratschluß, entschlief sanft nach kurzem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, am 22. d. M., nachts 3Uhr, unser heißgeliebtes Töchterchen, Schwesterchen, Enkelchen und Gotchen Emmichen im 7. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Seipp Familie Konrad Seipp nebst Angehörigen Familie Ludwig Maid nebst Angehörigen Leihgestern, den 24. Dezember 1928. Die Beerdigung findet Montag, den 24. Dezember, Aufwertung. Gemäß Beschluß des Vorstandes und Aufsichisrates des Spar- und Vorschuß-Dereins II. E.G.m.b.H.Äeuern, werden die alten Spareinlagen fteiwillig, jedoch ohne Anerkennung eines Rechtsanspruchs mit 15 Proz. vom Goldmattwert aufgewettet. Oie Inhaber der alten Sparbücher werden hiermit öffentlich aufgefordert, dieselben zwecks Umschreibung in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1929, bei uns vorzulegen. Leuern, den 21. Dezember 1928. Spar- und Vorschuß-Verein II E. G. m. b. H. Beuern. kostet der nebenstehend abgebildete Co n einen tu i-K onzert- Sprech-Apparat 42X42 cm groß mit gutem Einfederschneckenwerk und wundervollem Ton. Derselbe Apparat aber mit Doppelfederschneckenwerk von etwa 10 Minut. Laufzeit kostet nur 43 Mk. Fabrikat Herfeld & Cie., Neuenrade i. W. Alle Apparate werden in Eiche dunkel, runder Vollklang- tonfübrung mit neuem Schlangen- z Tonarm. Geschwindigkeitsregulator, la. Schalldose und 400 Nadeln geliefert. Außerdcn werden .jedem Apparat 7 Stück 25 cm große unt neue Elektro-SchallplaHen (14Musikstücke) im Wert« von 19.25 Mk. gratis beigegeben. Zu diesen uner reicht dastehenden Qualitilts-Apparaten werden nurMarkeri- schneckenwerke verarbeitet, die wenigstens 25°/0 teurer sind, als wie andre solche verwenden, es gibt deshalb die Fabrik eine Garantie von 3 Jahren. 109341) Kataloge über alle Musikwaren, Mund- und Ziehharmonikas, Gitarren, Mandolinen usw. stehen zu Diensten. Lieferung zu Fabrikpreisen, die von keiner Konkurrenz unterboten werden können. Carl Heller 3., Lieh (Oberhessen), Tel. 27. Stadttheater Dienstag, 25. Dc»., (crucr «Zeierlag» ir.MllStog'M.'vrsl. uon 19' - btS 22 116 t Zu Veo Tolstois 100. Geburtstag ünd das Licht scheinet in der Finsternis Drama in 4 Akten von Leo 9t. Tolstoi. Mittwoch,26.Dc.*>- (zweiter Feiertag) (tuher Abonnement Kindervorstellung von 14' 3 bis 17 Uhr Uintecunt Märcheukomödie in fünf Akten von «)ritz Beter Dutt). Munk von Hans Sattler. Lon 19'/«bis 218 4Uht (anher Abonnement» Jremden Vorstellung Elnmniige Wiederholung kieke uno Iromöetenöißfen Operette in 3 Akten von HanS Sturm und Hans Bachwitz. Muük u. M. Noland. Donnerstag, den 27. Dezember, (dritter ^etertag» müßet Abonnement) Kindervorstellung von 13'/. bis IS Uhr Blnleouni Märchenkomödie in 5 Akten von Arie Peter Buch. Musik von Hans Sattler. TREFZGER MÖBEL TAUSENDFACH -B-EW-Ä-HRT IN 8 EIGENEN VERKAUFS-STELLEN GLEfCH BILLIGE PREISE Bewies MMen als Beihilfe für Büfett für sofort an allen Orten fleissige, strebsame Per- sonen zur Uebernahme einer Motagen-B.Striinipfs»rei aus unserer rZeminastrilkmaschinc. Vcicb» ter und hoher Verdienst. Günstige Bedingungen. Borkenntnisse nicht erforderlich. Prospekt gratis und franko. Trikotagen- und Strumpffabrik Neber & Fohlen, Saarbrücken 3 1. Feiertag: 9.30 Ubr: Sinnen in b. Jobanneskirche zum Gottesdienst (Orgelbühne). Nchm.: Zusammenkunft mit Familie tm Kaufm. Berems- hans (Mltgl. Rinn). 2. Feiertag: vorm^ LicbigSböhc, nachm., ab 16 Uhr: Weilinachlsieier daselbst. 1I27GD Der Vorstand. Herr HeiBridi Weisel, Lehrer im Alter von 58 Jahren. ÄufVeeiuug Oie Spar- und Oarlehnslasse Ettingshausen e. G. m. b.H. hat die Aufwertung der alten Spareinlagen und Geschäftsanteile, zum Aufwcrtungssah von -ß/zo / /Ö beschlossen. Wir fordern alle Spareinleger auf, die alten Sparbücher in der Zeit vom 1. bis 15. Januar 1929, zwecks Eintragung der Aufwertung, ohne Anerkennung eines Recht- anspruchs vorzulegen. Ettingshausen, den 21. Dezember 1928. Spar» und Darlehnskasse Ettingshausen e. <3. m. b. H. Guter Verdienst Zum Besuche von Privatkundschaft in Stadt und Land sucht alte, gut eingeführte Firma tüchtigen Verkäufer für leicht abzusetzende Bedarfsartikel. Bestempfohlene, redegewandte Leute wollen Angebote mit Angabe d. Alters u.der bisherigen Tätigkeit unter 11272D an den Gieß. Anz. richten. Ruder Mub Haina 1906 e. V. 1. Feiertag, nachm. 4 Uhr: Weib nachtsbescherung f. d. Kinder. abdS. 8U.: s.d. Familien. 31. 12.: Silvester- feier. 5.1. 29: Mitglied - Pers. S'/2. 1,267 D Samtl. Veranstaltungen staden im Bootshause statt. Ter Vorstand. Soziale VNEi ber Aufgeber v. Stellenangeboten ist es, die ein« geaangen.2cwrrbunqs« unterlagen (Zeugnisse, Zn-gntsoblchrht., Licht- MlDer a.bgt) schneNftcnü lurüAnf. Dir Stellung« suchenden sind dankbar Dafür, wenn man ihre Bemühungen zur sürDa- men u. Herren einen Ansänger - Vehr lang i. d. Einbcits- knrzschrist nuer Leitung eines staatl. gevr. Lehrers der Stenographie. Unterridnsgebühr: 12 Rm. Anmeldung, werden v. Hrn. Alex Karnbach, Am Kugelberg 23, oder zu Beginn des Lehrgangs entgegen genommen. Beginn des Jortbil- dungskursuS: 8. 1. 29, 8 Uhr, Beginn des Diklat- kurfus: 7. 1. 29, 7 Uhr, Beginn des Rede- schrtflkursuS: 9. 1. 29, 7 Uhr, Beginn des Prak- tikerlurius: 9. 1. 29, 8 Ubr. "«»D Der Vorstand. Deutscher BäUSfflüihEDä Orlsgr. Giessen. 08852 2. Feiertag vormittags 11 Uhr: Frühschoppen im Hotel Kobler. llllllllllllllllllllllllllllllllllll SAlsssetletzrW i.Vau-u.Maschlnen- l schlosseret für soiort gesucht 08972' H. Boller, Schlosser- meister, Lana löönS hiMMWIMMIIM Welt.. alleinsLkinder- loser Willver (Rentner) m. Barvermög, sucht Frau aus Stadt ob. Land nut Elnk. ob. Barvermögen 6to. gemeinsamen HanS balts oder Heirat. Schr. Angeb. u. 0^981 an d. Giess. Anz. erb. junges lIMn das alle Arbeit im Haus verrichten kann, für 1. Januar gesucht. Alter nicht über 22 Jahre, ose« Iran Dentist Otto Rudolpb Grosten-Linden. ^Stellengesuche! Ollllllllllllllllllllllllllllllllü Lunge Dame aus gutem Hause, ausgebildet alsLabo- rantin u. Röntgenassistentin, ausserdem französische und eng- UscheKorrespondenz, sow.Schreibmaschtne beherrschend, sucht entsprechende Tätigkeit, a. liebsten bet Arzt. Schr. Angeb. unter 112501)a. d.Gh.Anz. lillllllllllllilllllllllllllllllllll [Verschiedenes! Fleißige Herren zum Besuch von (S)e- schäften gesucht. Gute Bcrdienstmöglichkeit. Schr. Angeb. unter 112831) a. d.Gss.Anz. Mehrere Draioa^earieilei’ für toiort gesucht. Vvrzustellen am zweiten Jeiertage zwisch. 11 Uhr vvrm. u. 3 Uhr nachm. bei Gg. Minaclböfer, Watzenborn, Goetbe'tr. 15 I. 0 ■ MU | turlrt E«6«Ä«- 4sS» Hs jiwC« PA fielt v°"Msir Montag. 24- Dezember 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheifen) Nr 502 Zweites Blatt Verheißung. SrSanken am ersten Weihnachtstage. Von Dr. W. Sl. Krannhals. Schleuß mich, so ftreng du willst, in tausend Eisen ein, ich werde doch ganz Frei und ungefesselt sein. (Aus des Angelus Silesius cheru- bimischen Wandersmann.) Es ist ein feiner Duft in allen Zimmern: Die Sanne steht im Lichte des Tages, und wenn man ixe Augen schließt, heute morgen nach gestern dbenb, dann ist ein feines Flimmern darin und Sem ein Klingen von Liedern, die wir als Kinder fangen, und es sind aufjauchzende Kinder- itunmen und leuchtende Augen, die schier das reine Flimmern der Kerzen überstrahlen. Nun ist c$ still, der Tag ist da und ist frei von Arbeit, und wir haben ein wenig Zeit, nahe beim Daum oll sitzen und in ihn hineinzusehen mit sinnenden 1 (Gedanken. Wie haben wir es uns doch anders gedacht, das vorige Weihnachten schon und nun dieses, dieses unser deutsches Heimat-, Kinder- und Familienfest! Cs tut fast körperlich weh, wenn man sich so überlegt, daß wir diese grüne Tanne eigentlich an ein großes Grab sehen! Dicht nur an ein Grab, an dem Dater und Mutter knien und den suchen, der nicht mehr dabei ist, nicht nur an ein Grab all unserer stolzen Hoffnungen, nicht nur an ein Grab unseres Glaubens cm den Frieden in seiner süßen Eintracht, sondern faft als an ein Grab unserer selbst! Wer es sich nicht abgewöhnt hat, itn Volks- ganzen zu denken, sich selbst nur als ein Teil einer großen Gemeinschaft au fühlen, ... und wer kann dos, ob er es vielleicht gleich möchte,... wer sich das aber nicht abgewöhnt hat, der steht an solch einem Grabe! Denn was i st Deutschland? Was ist unser Volk? Wo ist Deutschland? — Wo ist das deutsche Volk? Manner sehen wir und Frauen, Jünglinge und Greise, es ist eine wirbünde Masse, die hierhin sprüht und dahin, und nur das äußere Band der Feindschaft der Welt preßt sie zusammen. Dacht ist über diesem Grabe! Was ist Deutschland? Ein geographischer Begriff! Was bist du? Was bist du, daß du dich, ohne zu erröten, Deutscher nennen kannst? Aber die Tanne steht am Grabe! Was ist das? ?r Weihnachten. Dein, es will wohl kein Winter werden in diesem Jahre, so unnatürlich warm wie die Luft ist . . . In der kleinen Kate am Eingang des Dorfes, in der Schlafkoje an der Diele, die eigentlich für eine Wagd gedacht ist, liegt 'Annkathrin, die junge Frau des Moorbauern unter rotgewürsel- tem Federbett. Sie hat vor ein paar Stunden hr erstes Kind geboren, es jetzt zum ersten Wale .tu die Brust gelegt und liegt da, erschöpft noch nnd ein wenig benommen, aber gelassen und 'Hill, während der blaue Qualm des offenen Zeuers vom niedrigen Herde aus an ihr vorbei and über die abenddunkle Diele zieht. Gewiß, es ist auch noch ein Bett drüben in Jwr kleinen Dönze da. Aber darin schläft Oma, die Mutter ihres Mannes, und Oma hat trotz chrer Jahre immer noch das Regier im Hause. Gerade schlurft sie, das verknitterte, braune Gericht unter schwarzem Kopftuch, in ihren Holz- chuhen an der Bettstatt der jungen Frau vorder, setzt sich und beginnt die Kuh zu melken, langsam und bedächtig, wie sie alles angreift, was cs zu tun gibt. Mit leisem Sirren hört man i>m Milchstrahl im hölzernen Eimer, so still ist es. Nur die Hühner auf ihrer Stange sind noch nicht ganz zur Ruhe. Da fällt von fern der dumpfe Schlag einer Pauke in die Stille. Klarinette und Dudelsack erheben sich. Für einen Augenblick hält bte Alte mit Melken inne Wat's bat? Dann weiß sie: Wandernde Marktbezieher, wie sie zuweilen durch die -Dörfer kommen. Nun Hingt auch ein Triangel in das Genäse! des Dudelsacks. Näher und näher i kommen sie. Kinderstimmen mischen sich in den ’ Lärm ... Da sind sie schon vor dem Hause. Ohne einen Blick zur Tür hinauszuwerfen, steht Oma vom Melken auf und trägt den Eimer zum Herd, um die Milch durchzuseihen Aber da bricht die Musik mi. einem Ruck ab. Jawohl, der Gendarm ist es! Er verlangt Ausweis und Genehmigung . . . Gut, die Papiere sind fn Ordnung. Aber heute ist heiliger Abend, zum Kuckuck, und sie sollen aufhören für heute. Ja, das wollen sie wohl. Sie sind selber müde genug. Aber wohin nun? Zum nächsten Krug ist es noch eine gehörige Ecke und Menschen und Tiere sind müde. Da tritt einer von ihnen in die Kate hinein, fragt, ob sie nicht hier bleiben können über Nacht. Das Kamel kann auf der Diele liegen, und der Tanzbär drüben im leeren Schweinetoben. Dein, es ist keine Gefahr dabei. Er hat einen Ring in der Rase unb ist zahm tote ein Hunb, jawohl, und den Asien behalten sie sowieso bei sich. Er hat auch eine Kette am Fuß. Cs braucht durchaus nicht umsonst zu sein, sie wollen gern bezahlen. Wenn sie nur etwas Heu und Stroh für das Kamel haben können und vielleicht einen halben Laib Schwarzbrot für den Bären. Da! Wenn Großmutter will--zehn Mark wollen sie geben! Oma macht mißtrauische Augen, aber das Geld lockt sie nicht wenig. Wenn nur ihr Hinnerk wieder zurück wäre. Drei fremde Mannsleute im Hause und das Getter dazu, das ist keine Kleinigkeit. Aber da kommt Hinnerk, gerade zur rechten Zeit. Er ist vorgestern mit dem Torfbovt zur Stadt gefahren unb legt nun soeben wieder in dem schma en Graben am Hause an. Was los ist? Ja, er soll Einquartierung bekommen: Drei Mann! Hnb Kamel und Tanzbär dazu. Hinnerk ist genau so mißtrauisch wie die Akte. Mer das ausgelobte Geld, das sogar im voraus bezahlt werden soll, be iegt allen Widerstand. Da wird auch schon der Riegel der hohen Tür auf gestoßen, und das Kamel braucht nur ein wenig den Kopf zu senken, so ist es schon unter Dach, unb den Bären zieht man an feinem Dosen- ring in den leeren Schtoeinekoben. Das Schwein, das man über Spmmer darin grohzog, hängt ja schon seit Wochen unter der Dtele im Rauch. An die junge Frau denkt niemand. Sie liegt da in ihrem Bett, blaß und müde, aber halb auf* gerichtet hat sie sich doch. Die fremden Menschen unb das Kamel dort! Aufgeregt brüllt die Kuh yon ihrem Stand herüber. Erst als Tiere und Menschen versorgt sind, und auf einer Strohschütte auf der Diele liegen, winkt sie verstohlen ihrem Mann. Ja, richtig, das Kleine ist ja gekommen! Verlegen geht Hinnerk auf seinen schweren Holzschuhen zu ihr, hebt die Laterne hoch und betrachtet das Kind. Annkathrin lächelt. Ihre Augen stehen hell im Schein des Lichts... Cin paar Stunden später kommt die Hebamme noch einmal, um nach der Mutter zu sehen, stellt draußen ihr Rad ab. Ja, was für eine Unvernunft! Ob Hinnerk denn ganz von Gott verlassen ist, daß er die fremden Leute ins Haus genommen hat! Aber Hinnerk weih sich zu entschuldigen. Oma! sagt er kurz. Da, denn soll Annkathrin nur aufpassen, daß sie nicht erschrickt, wenn sie in der Dacht aufwacht und mit einem Male das Kamel vor ihrem Bett sieht. Hinnerk muh bei ihr wachen, unbedingt! Hinnerk nickt nur stumm. 3a, das will er wohl machen, hängt die Laterne unter die rauchgeschwärzten Deckenbalken, rückt einen Binsenstuhl neben das Bett und beginnt Besen zu binden, damit er nicht einschläft. Als die Hebamme weg ist, wickeln sich auch die Fremden in ihre Mäntel, decken ihre braunen Gesichter mit den Hüten zu, und es wird still im Hause. Dur zuweilen, wenn das wieder- fäuenbe Kamel den Kopf hebt, kttngeln die Glöckchen an feinem Halfter in die webende Stille, schinunert das Zaumzeug des Tieres rot unb golden im Schein der Laterne auf. Hm Mitternacht beginnt das Kind zu schreien, leise hebt Annkathrin es aus den Kissen, aber Hinnerk nimmt es ihr ab, unb während er hilflos unb ungeschickt mit ihn: dasitzt, beginnt er zuletzt mit dem Stuhl zu wippen, zu stupp- ' stoppen, wie die Alten es nennen, und summt leise durch die Zähne: Deester, Käuh und Schop, n’ Danzbär und 'n Aap, Kamel feem ut bat Morgenland bit int Dübelsmoor gerannt — stop, Kindchen slop! Draußen ober steht die Dacht, und die braune Erde des Moores atmet schweigend im Licht dey Sterne wie eine schlafende Mutter, ruhig und voll Zuversicht. Weihnachtszeit -er Königin Luise. Welche Bedeutung die Tage um das Christfest für die schöne vielverehrte und vielgeprüfte Königin gehabt haben, erzählt in einem Aussatz „D t e Weihnacht und bte Weltg eich ichte" Fritz Martin Rintclcn im neuen „Ä a h e i m" (65. Jahrgang Nr. 12): „Napoleons Stern fuhr flammend vorüber. Zweimal brachten in jener Zeit wechselnder Geschicke die Tage um Weihnachten den guten Geist Preußens, die Königin Luise, in die Hauptstadt ihres Landes. Am 22. Dezember 1793 zog die Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz, die Braut des Kronprinzen von Preußen, zum Potsdamer Tor in Berlin etn und fuhr durch das Spalier von 26 Kompagnien der Bürgerbrigade in der Wilhelmstraße und der Straße Unter den Linden zum königlichen Schloß. Zwei Tage später, am heiligen Abend, stand das junge Paar im Weißen Saale vor dem Altar, und der 5)ofprebiger Sack segnete die Ehe ein, die beiden und mit ihnen dem ganzen Lande reichen Segen bringen sollte. Drei Weihnachten aber tarnen, die das Königspaar auf der Flucht verbringen mußte. Durch den Sieg in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz und den faulen Frieden, den Oesterreich zu Preßburg am zweiten Weihnachtstag 1805 mit Bonaparte schließen mußte, hatte Napoleon den Gipfel seiner Macht erklommen. Am 23. Dezember 1809 konnte Berlin König und Königin nach langer, schmerzlicher Abwesenheit neu willkommen heißen. Jedoch schon übers Jahr, am gleichen Tage, zog ein trauriger Zug in dunkler Frühstunde am Schloß vorüber: er führte die bisher im Dom beigesetzte Leiche der geliebten Königin nach ihrer lebten Ruhestätte im Charlottenburger Schloßpark. Siebenundsiebzig Jahre später, wieder in einem Christmonat, am 4. Adventfonntaa 1870, traten die von Berlin nach Versailles entsandten Abgeordneten des norddeutschen Reichstags vor den Sohn der Königin Luise mit der Bitte, durch Annahme der deutschen Kaiserkrone das Eiegeswerk und die Einigung Deutschlands zu vollenden." Oberheffen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 24. Dez. Die Kinder unseres Kindergottesdienstes versammelten sich am gestrigen Sonntag in unserer Kirche zu ihrer Weihnachtsfeier. Ein kleines Weih- nacktsspiel „Die Heilige Nacht", von Schülern zur Ausführung gebracht, fand nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den vielen Erwachsenen, die der Feier beiwohnten, großes Interesse. Jedem Kind wurde eine kleine Weihnachtsgabe in Gestalt eines Büchleins überreicht. — Die Evana. Inge ndvereinigung hatte schon am Freitagabend unserer Kirche bei sehr starkem Besuch „Das Gotteskind", ein Weihnachtssviel nach alten deutschen Boltes Spielen und Liedern, verfaßt von Emil Alfred Herrmann, ausgeführt. D G r o ß e n - L i n d e n, 24. Dez. Im Saale des Gasthauses „Zur Sonne" wurde am Samstagabend durch den hiesigen Turnverein (DT.) der Film vom Deutschen Turnfest in Köln gezeigt. Der Besuch der Borführung des wirklich guten Films ließ leider zu wünschen übrig. Am Nachmittag hatte eine Vorführung für Kinder statt- gesunden. I—I Saubringen, 22. Dez. 3n der letzten Nacht wurden in unserem Dorfe zwei freche Kaninchendiebstähle ausgefuhrt. Bei dein Schrankenwärter PH. Michel, der Nachtdienst hatte, wurden zwei und bei dem Hüttenarbeiter Fuchs an der Alten-Busecker Straße sechs schöne Tiere von den Dieben mitgenommen. Schneespurca konnten von den« Hof des letzteren wohl eine Strecke durch den Wald bis wieder auf die Alten-Busecker Straße festgestellt werden. Weitere Ergebnisse fehlen bis jetzt noch f Mainzlar, 22. Dez. Gestern abend sand die Weihnachtsfeier unseres Kindergartens statt. Der Müllerschr Saal war von Ancehör'.gen, sowie von Freunden und Gönnern des^ Vereins bis aus den letzten Platz besetzt. Die Kinder trugen unter der Leitung von Frau und Fräulein Pauly mehrere sehr gut ein» geübte Weihnachtslegenden und -lieber vor. Dann richete Dekan Guß mann iKirchberg) beherzigenswerte Worte an die Eltern, spwie die Kinder. Hierauf folgte ein hübscher Reigen, und nach diesem naiyni dec Nikolaus die Verteilung dec Weihnachtspakete für die Kinder vor. Auch die den Garten nicht mehr besuchenden anwesenden älteren Kinder wurden mit einem kleinen Geschenk bedacht. Die nachfolgenden Spiele der Kinder, die einen Einblick in die Arbeit des Kindergartens gaben, fanden bei allen Anwesenden volle Anerkennung. Vesonderer Dank gebührt für Len guten Verlauf der ganzen Veranstal- iung der Leiterin deS Kindergartens, Fräulein Pauly. — Glück in Anglück hatten dieser Tage hier zwei Kinder im Alter von 5 und 6 Jahren. Die Kleinen fuhren mit ihrem Schlitten auf der Straße unter ein Pferdefuhrwerk. Das Pferd, ein sehr ruhiges Sier, verhielt sich zum Glück volldnnmen still, bis man die Kleinen unter ihm hervorgezogen hatte, die erfreulicherweise nur mit dem Schrecken öavon- famen. * Grohen-Bus eck. 23. Dez. Der Ge ang- verein „Germania", Grvßen-Bussck, der unter der Leitung des Musiklehrers Qubert Kasten aus Gießen steht, hielt im Saale des Gastwirts Gans seine diesjährige Weihnachtsfeier ab. Nachdem einige Chöre gut zu Gehör gebracht waren, begrüßte der Präsident des Vereins die Anwesenden und dankte dem l. Vorsitzenden des Lahntal-Sängerbundes, Lehrer Gengnagel, Grünberg, daß er der Einladung des Vereins Folge geleistet hatte, worauf die Sänger ihrem Bundesvorsitzenden einen Gruß durch dreifachen Heilrus entgegenbrachten. Anschließend sprach Herr Gengnagel in aufklärender Weise über Ziel und Zweck der Sänger- bundes-Vewegung, und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich in der hiesigen „Germania" die Jugend so start und mit großem Eifer der edlen Sangeskunst widmet. Für die lehrreichen Ausführungen erntete der Redner stürmischen Beifall. Hierauf überreichte der Vereins- Vorsitzende B o n a r i u s bei brennendem Weih- nachlsbamn dem Chorleiter Kasten als Zeichen dankbarer Anerkennung für seine mühevolle Arbeit im vergangenen Jahre ein Weihnachtsgeschenk. Nachdem von den Anwesenden das alte Weihnachtslied „Stille Nacht" gesungen war, dankte Herr Kasten mit bewegten Worten für die Freude, die ihm seine Sänger bereitet hatten, und gab dem Wunsche Ausdruck, daß das schöne Verhältnis zwischen dem Verein und ihm auch In Zukunft bestehen bleiben möge, wie seither. Die Musik, die unter der Leitung des Mitgliedes Karl Stephan stand, sorgte für rege Abwechslung des Programms und fand lobende Anerkennung, besonders bei den schönen Weihnachtsliedern. Die ganze Feier nahm einen schonen, würdigen Verlauf. 4- Cid), 24. Dez. Eine schön verlaufene Weihnachtsfeier bot gestern Abend in Steins Saalbau die Gesellschaft „Gemütlichkeit" ihren Mitgliedern und deren Familien. Die von der Gesangsabteilung oorgetragenen Chore wurden beifällig ausgenommen. Im Mittelpunkt des Abends stand ein gut gespielter Zweiakter „D du felige Weihnachtszeit", ein Melodienstrauß deutscher Aeihnachtslieder von Marcellus. Auch die Musikkapelle erntete mit ihren Vorträgen viel Beifall. )( Cid), 22,Dez. Ein schönes Weihnachtsgeschenk wurde der evangelischen Gemeinde zuteil. Der am 13. Juni verstorbene Kirchenoor- steher, Sattlermeister Heinrich Kult, hatte testamentarisch der evangelischen Gemeinde Lich 1000 Mark vermacht und damit eine heute selten gewordene Liebe und Treue zu seiner Gemeinde vc» iviesen. Der Betrag wurde jetzt durch Vereinbarung mit den Erben aus 250 Mark aufgewertet. Die Zinsen kommen nach dem letzten Willen des Cntschla» jenen an Weihnachten, erstmalig im nächsten Jahr, an bedürftige Kranke und Arme zur Verteilung. Dis Stiftung wird in dankbarer Erinnerung an den treuen Mann den Namen „Heinrich-Kutt-Stif lung" führen. # Bellersheim, 23. Dez. Der Jagdpächter Frank ppn Frankfurt a.M. hielt in diesen Tagen in der hiesigen Feldmark eine Treibjagd ab, bei der 40 Hasen auf der Skvecke blieben. Kreis Friedberg. 7 Bad - Aauheim 23. D?z. Die hiesige Ern st- Ludwig-Sch ule (Re ovmrealgynma- lium L S. und Oberrealschule) hat sich in ihrer Turnhalle eine geschmackvolle Schulbühne geschaffen, die bei drr Weihnachtäseier der Anstalt von Oberstudienbirektor Dr. M o l z mit einer inhaltreichen Ansprache über dir Aufgaben der Bühne geweiht wurde. Die Darbietungen der weiteren Vortragsfolge bewegten sich auf be- Weihnachtsgeschenke im Ächte des Rechts. Nicht die alte oft wiederholte Frage »Was schenke ich?", auch nicht das vielfach behandelte Gebiet „Wie schenke ich?" ist es, das für den Juristen zur Frage der Weihnachtsgeschenke von Interesse ist. Für ihn handelt es sich darum, die rechtlichen Voraussetzungen und dir Wirkungen der Schenkung zu betrachten. Cs klingt vielleicht etwas paradox, im Zusammenhang mit den Weihnachtsgeschenken von rechtlichen Voraussetzungen und Wirkungen zu sprechen, überhaupt dabei an derartige Rechksfälle zu denken. Trotzdem ist dies nicht ganz gleichgültig, denn die meisten Menschen sind nun einmal materialistisch veranlagt. Die Weihnachtsstimmung, die diese Regungen etwas elnbämmt, verfliegt nur zu schnell. Cs ist eine bedauerliche, aber leider nicht ableugbare Tatsache, lmß es nach Weihnachten schon oft zu Auseinandersetzungen gekommen ist, die In nicht seltenen Fällen sogar $u Prozessen geführt haben. In vielen Fällen wird ja allerdings der Beschenkte das ihm gemachte Geschenk aimehrnen, selbst wenn es nicht vollkommen feinen Wünschen entspricht, ohne von dieser seiner Ansicht etwas zu äußern. Hat er aber überhaupt ein Recht dazu, ein Geschenk aus i gendwelchen -Gründen zu beanstanden? Muß er nicht, da er ja keine Gegenleistung dafür erbracht hat, mit dem zufrieden sein, was ec bekommt? Grundsätzlich jak Man kann wohl ein Geschenk ab lehnen, wenn man es aber annimmt, so muß man eben mit dem Geschenk zufrieden sein, so wie es ist. — Der Schenker hat regelmäßig weder für Mängel im Rocht, noch für physische Mängel der Sache elnzusteheii. Schadensersatzpflichtig kann dagegen der Schenker gemacht werden, wenn er dem Beschenkten in arglistiger Weise einen Rechtsmang l der geschenkten Sache verschweigt. Dasselbe gilt firr das arglistige Verschweigen von Sachmängeln. Trotz allem sind diese Bestimmungen über die Schenkung für das Weih- nachtsgesckMlk von minderer Bedeutung. Wichtiger dagegen ist die Fsage. ob etwa aus irgendwelchen Gründen dw Schenker das Recht hat, dis geschenkte Sache wieder zurückzusordern. Für die Schenkung allgemein bestimmt das B.G.B., daß ein Schenker die geschenkte Sache zurückfordern kann, wenn er nach Vollziehung der Schenkung außerstande ist, snnen standesgemäßen Unterhalt zu befriedigen, oder seine gesetzlichen Unterhaltspflichten zu erfüllen. Weiters in kann eine Schenlung aus verschiedenen Gründen widerrufen worden, insbesondere, wenn sich der Beschenkte durch eine schwere Verfehlung gegen, den Schenker oder einen seiner Angehörigem, z. B. eine Mißhandlung desselben oder eine schwere Beleidigung des groben Undanks schuldig gemacht hat. Allerdings wird neben anderem durch VeMihung und Insbesondere durch den Tod des Beschenkten dieses Recht hinfällig. Für das Weihnachtsgeschenk wird ma.i aber diese eben genannten Rechtsbestimmungen nicht anwenden können. Bei ihnen handelt es sich nämlich nicht um Schenkungen im allgemeinen Sinne, sondern um sogenannte Pflicht- oder Anstandsschenkung.n. Solche Schenkungen unterliegen nicht dem Recht dec Rückforderung und des Widerrufs. Eine besondere Relle spielen im Rahmen der Weihnachtsgaben die WciinachtsgratriöUion für Angestellte und auch die Weihnachtsgeschenke für das Hauspersonal. Bezüglich der Weih- nachtsgratifi'a ion ist zu fugen, kxrß cs sich hei ihnen mit nur sollen vorkommeirden Ausnahme- sällen, nicht um Schenkungen im rechtlichen Sinne handelt. Die gesetzlichen Bestimmungen über die Schenkung finden deshalb auf diese keine Anwendung. Hinzu kommt, daß die Weihnachts- gcatijifaiion ja stets in Geld und nicht in Sachen besteht. Anders schon beim Weihnachtsgeschenk der Hausangestellten. Gewiß wird auch hier ost genug zu Weihnachten Geld gegeben. In den meisten Fällen bekommt die Hausangestellte ihr Weihnachtsgeschenk in Gestalt von Sachen. Dür- feix nun diese auch nicht zurückgefordert werden? Die Beantwortung dec Frage ist nicht ganz leicht. Wenn es sich um eine reine Schenkung handelt, darf eine Rückforderung nicht stattfindon. Das Weihnachtsgischenk an die Hausangestellte wird aber von dem 2lrbeitgeber in den seltensten Fällen als reine Schenkung aufge, aßt werden. Es handelt sich vielmehr hin.- um eine Zweckschenkung, die gleichzeitig eine Belohnung für geleistete Dienste fein soll und darüber hinaus ein Ansporn und eine Dorausgabe auf dir in der folgenden Zelt nocb zu leistenden Dirnste. Man wird hier also woyl mit Recht annehmen können, daß eine Rückforderung dor Geschenke nur dann ausgeschlossen ist, wenn die ja allgemein gestellten Voraussetzungen, die der Geber an fein Geschenk knüpft, auch erfüllt werde». Die Hausangestellte, die ulimittolbar nach dem Weihnachtsfest ihren Dienst verlaßt, wird kein Recht auf das volle Weihnachtsgeschenk haben Man wird hier im Hinblick auf den Grundsatz von Treu und Glauben vielmehr eine Teilung des Geschenkes eintreten lassen müssen. Der Teil, der als reines Geschenk und als Anerkennung für die geleisteten Dienste zu betrachten ist, muß ihr verbleiben, den Teil, den die Hausangestellte als Ansporn für die weiteren Dienst« erhalten hat, wird sie §u- rückgebeu mässen. In der Praxis wird diese Teilung allerdings nicht ganz seicht durchzuführen sein, man wird die Entscheidung jeweils nur bei Kenntnis der besonderen Voraussetzungen des einzelnen Falles treffen können. In jedem Falle wird man dabei brachten müssen, daß für hie Rücksorderung allerhöchstens em kleiner Teil der Geschenke in Frage kommen kann. Darüber hinaus wird man für den Fall der Rückforderung verlangen müssen, daß bei Hingabe der Geschenke an die Hausangestellte sowohl der Schenker wie die Beschenkte sich darüber klar waren, daß es sich nicht um eine reine Schenkung handelt, sondern, daß sie eben den genannten Zweckbestimmungen für die Zukunft entsprechen sollte. R. I. achtlicher Höhe. Has gilt sowohl von den von Oberreallehrer Bechtolsheims r geleiteten Weihnachtschören und den von Frl. Hildegard Molz einfiuMerten Tänzen, als auch von den mit viel Liebs eingeübten scenfschen Aufführungen. Der 5. Akt von Goethes ^Iphigenie" wurde trefflich wiedergegeben, und ii recht« Weihnachtsstimmung versetzte das schöne Leaendenfplel ^Christophorus" von Otto Bruder. Die toopIgelungene Feier erntete dankbaren Beifall. # Wohnbach, 23. Dez. Dieser Tage fand in der hiesigen Feldmark durch die Jagdpächter Philippi von Friedberg eine Treibj agd statt, bei der 63 Hasen erlegt wurden. Die Jagdausbeute fiel trotz des guten Hasenbestandes verhältnismäßig gering aus, da das Wild bei der Schneedecke nicht lagerfest ist. Kreis Büdingen. 11 Büdingen, 23. Dez. In der jüngsten (3 e» meinderatssltzung wurde an erster Stelle über die Einrichtung eines Orts museums verhandelt. Geh. Rat Dr. Mohr und Gewerbelehrer Rieß waren als Vorstandsmitglieder des Büdin- ger Geschichtsvereins zu der Verhandlung geladen worden. Bürgermeister Hildner machte den Ge» meinberat zunächst mit dem bisher gepflogenen Schriftverkehr in dieser Sache bekannt. Der Staat konnte aus dem Kapitel „Denkmalpflege" im letzten Jahre leider keine Mittel bereitftellen, da im Kreise Büdingen für Kirchenrenovierungen bedeutend« Summen verbraucht morgen sind. Andrerfe ts kann dis Stadt auf ftaatlid)e Hilfe in diesem Falle schon deshalb nicht verzichten, weil gerade die e Hilfe nicht nur dem fraglichen — übrigens unter Denkmalschutz stehenden Bau — sondern besonders den reichen Sammlungen des Geschichtsoereins zugute kommen soll. Es handelt sich hier um ein sehr altes, schönes, jetzt verputztes Holzhaus aus dem 15. Jahrhundert, welches m allernächster Nähe des Rat« Hauses steht und zur Zeit als „Herberge zur Heimat" benutzt wird. Dieser Bau soll im Fachwerk freigelegt, ausgebessert bzw. ergänzt und nad) geringfügigen inneren Aendenmgen dem Geschschts- verein für seine Sammlungen zur Verfügung gc» stellt werden. Geh. Rat Mohr legte die Notwen» digkeit dieser Maßnahme und bi« vollständig ungeeignete derzeitige Unterbringung der Sammlungen noch besonders dar und empfahl dem Gcmeinderat, hier Abhilfe zu schaffen, da sonst die provisorisch untergebrachten Sammlungen verlorengehen muffen. Gewerbelehrer Ni eß erläuterte besonders die technischen Möglichkeiten des Projekts und gab über Die Kostenfrage Auskunft. Trotzdem konnte sich der Gemeinderat in dieser Sache noch nicht einigen. Es soll erneut an den Staat Ijerangetreten werden, daß zu den etwa 8000 bis 10 000 Mark betragenden Umbaukosten ein entsprechender Zuschuß gewährt wird. Alsdann soll dem Gemeinderat erneut Vor» läge gemacht und endgültig darüber beschlossen werden. — Für die Stadtkaf se wurde die Beschaffung einer Additionsmaschine bewilligt. Der Kredit soll aus dem genehmigten Mobiliar- beschaffungsfonds entnommen werden. — Der Vor- sitzende erstattete sodann Bericht über die am 18. d.M. im Kreisamt stattgehabte Besprechung über den ‘Bahnbau Büdingen — Operseemyn. Zu den Verhandlungen waren im Kreisamt Vertre» ter der einzelnen Ministerien anwesend. Die Auge« legenheit formte leider nicht sonderlich gefördert werden. — Für Sozialrentner, Ortsarme und Erwerbslose wurden Winterbei Hilfen bewilligt. Die Auszahlung fall nach Prüfung der Bedürftigkeit durch die zuständigen Kommissionen in einzelnen Raten, ober in Form von Lebensmitteln usw. erfolgen. △ Nidda, 23. Dez. Studienvat Lauck- Hard, der über te&ni Jahr« bereits dl« hiesige ehemalige Höhere Bürgerschule und nunmehrige Realschule leitet, ist zum Studiendirektor ernannt worden. — Dieser Tage tarn der 17 Jahve alte Sohn des hiesigen Herbergsver- walters Weber beim Rodeln auf der Straße Nidda--Ranstadt In große Lebensgefahr dadurch, daß er die sehr steile Mzweigung von Wallernhausen her yerabfuhr. als von Ranstadt ein Auto nahte, das ihn überfahren hätte, wenn er nicht die Geistesgegenwart besessen hätte, sich sofort hinfallen zu lassen. Dabei brach er ein Bein, dessen Heilung längere Zeit in Anspruch nehmen wird- A Alof« ld, 22- Dez. In dieser Woche wurde in der ganz in der Nähe unseres Dorfes stehenden Jagdhütte, Frankfurter Jagdpächtern gehörig, eingebrochen. Der oder die Diebe, jedenfalls ortskundig, schlugen ein Fenster ein und gelangten so in den Jnnenraum: es wurde ein Anzug und ein Mantel gestohlen. Da auch ein warmes Essen auf dem Feuerherde gekocht wurde, nimmt man an, daß es Fremde, auf der Wanderschaft befindliche, gewesen sind. ist dies innerhalb kurzer Zeit schon der vierte Einbruch in Jagdhütten unserer Gegend. Vor einiger Zeit wurde in einem Jagdhaus im Bingenhelmer Walde eingebrochsn und sämtliches Inventar, Betten, Kücheneinrichtung u. a. m. gestohlen. Preußen. Kreis Biedenkopf. XX Rodheim a. d- Bieber, 23. Dez. Anter- reger Beteiligung auswärtiger Jagdfreunde wurde am Freitag in hiesiger ®«marfung ein großes Treibjagen abgehalten. Das Ergebnis kam aber nicht hem vorjährigen gleich: es wurden diesmal nur 70 Hasen erlegt. Kreis Wetzlar. WSN. Wetzlar, 23. Dez. Das fahrplanmäßig« P ost a u t o der Strecke Wetzlar -Schwal- bach geriet in Schwalbach auf unaulgeklarte Weise l n B r a n d. Es gelang, die Karosserie zu retten. Der Vorderteil des Wagens mit dem Motor brannte vollständig ans. Personen wurden nicht verletzt, da der Wagen noch nicht besetzt war. XX Kinzenbach, 23. Dez. Nachdem die hiesige Spar«- und Darlehnskasse im vorigen Herbst durch den Tod ihren langjährigen ersten Direttor Emil Pfaff verloren hat, mußte nunmehr durch das unerwartete Ableben des Rechners, Maurermeisters LudwigHos- m a n n , zur Neuwahl eines Kassenführers geschritten werden. Es waren für diesen Posten drei hiesige Bürger in Vorschlag gebracht: der Schwerkriegsbeschädigte Wilhelm M a d e b a ch erhielt mit 7 Stimmen die Mehrheit und ist somit für dieses Amt gewählt. Aus kleinen Anfängen ist unsere Kaste zu einem gemeinnützigen Institut mit einem Jahresumsatz von über 100 000 Mk. herangeivachsen. Kreis Marburg. LPD. M a r b u r g, 23- Dez. 3m Dorfe Wolfshausen ereignete sich «in schwerer Auto- Unfall. Der Direktor der Kinderklinik in Marburg, Prof. Dr. Freudenberg, und sein Oberarzt befanden sich auf der Fahrt nach ‘3a b» Nauheim. An der Kurve in der Ortschaft stieß der Wagen mit einem aus Gießen kommenden Wagen zusammen. Prof. Dr. Frendenberg und sein Oberarzt wurden schwer verletzt. Der Lenker des anderen Autos blieb unverletzt. Die Verletzten wurden mittels Krankenautos In die Klinik nach Marburg gebracht. Kreis Biedenkopf. Q Weidenhausen, 22. Dez. Auch dieses Jahr fand wieder eine Weihnachtsfeier der hiesigen Volksschule im Saale des Gasthauses Buchenauer statt. Wie gewöhnlich, war der große Raum nicht nur bis auf den letzten Platz besetzt, sondern es standen die Besucher nod) in allen Gängen. Nach einer kurzen Ansprache des Hauptlehrers und dem Gesang der Weihnachtskantate „Ihr Kinderlein kommet" begannen die Aufführungen mit einem Engelreigen der 1. Klaffe, dem ein mittelalterliches Maricnlieo „Eia Sufanna" zugrunde lag. Melodie und Reigen ergänzten sich zu einem einheitlichen Ganzen. Es wäre zu wünschen, daß derartige Krippenspiele unserer Ahnen zu Weihnachten wieder öfters aufleben würden, da gerade sie den weihnachtlichen Charakter besonders betonen. Darauf folgte das Märchen „Die Stern- toler", das die 3. Klasse aufführte. Die kleinen Sternchen mit ihren Lalernchen und dem Vater Mond, der sie in Zucht und Ordnung hält an der Spitze, wirkten sehr hübsch in der dunklen Nacht. Die beiden Hauptrollen lagen in den Händen von Kindern, die für ihr Alter besonders Gutes leisteten. Es schloß sich hieran das Stück „In Christbaums Heimat", von Knaben und Mädchen der 1. Klaffe aufgeführt. Auch da trugen wieder sehr hübsche Reigen von Nixen, Elfen und Schstccslockeil 3uv Belebung des Ganzen bei. Den Schluß bildete der „Weihnachtszauber" der 2. Klaffe, in deni gekränkte Zwerge einen spottenden Jungen in ihre eigene Gestalt verzauberten und erst auf Einspruch des Knechtes Ruprecht wieder erlösten. Die Derzweif- lung des kleinen Jungen mit seiner Riesennase erregte besondere Heiterkeit und sorgte dafür, daß Scherz und Ernst an dieseni Abend zu ihrem Recht kamen. Mit dem Weihnachtslied „O du Fröhliche" schloß die wohlgelungene Feier, die jedesmal für unser Dorf ein Ereignis bildet. D Ulkreis. bl Driedorf, 22. Dez. Samstag früh brach im W a s s e r t u r m auf dem Bahngelanbe Feuer aus, bad in kurzer Zeit den Turm in Schutt und Asche legte. Die Bahn- und Freiw. Feuerwehr lokalisierte den Brand. — Der 19 Jahre alte Karl Betz aus dem nohen Arborn verunglückte beim Abladen von Hol- dadurch schwer, daß ihm ein S t a ni m das Rückgrat brach. Man brachte den bed.rnernswerten jungen Manu in dir Gießener Klinik, wo er sehe schwer damirderllegt. Blutiger Kamp? zwischen Vater und Sohn. Xajfcl, 23. Dez. (WTB.) Der 59 Jahre alte Hauptwachtmeistcr Rau von der hieslgeti Schutzpolizei muhte heute nacht feinen eigenen 20jährigen Sohn, der sich mit gleichgesinnten Freunden zu einem gefährlichen Boden- und Kellereinbrecher' ausgebildet hatte, gelegentlich einer neuen Straftat [e ft nefjmen. Rau legte feinem Sohn Handschellen an, dis der junge Mann indessen auf dec Straße ab» riß, um flch wütend auf seinen Vater z u werfen und ihn nlederzuschla- gern Der Hauptwachtmeister zog seinen Dienst' revolper und feuerte zwei Schüsse ab, pou denen der eine den Sohn in die Brust traf, so daß er schwer verletzt zusammen- brach. Der jugendliche Einbrecher wurde dem Landeskraukeichaus in Kassel zugesührt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde». Dienstag, den 25. Dezember. 1. Weihnachtsseiertag. Stadlnrche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; Belchls und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde: 5: Pfarrer Becker. — Dohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfarrer Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Elifaöeih- Kleinkinderfmule. 9.45: Pfarrer Ausfeld. — Klem- Linden. 10: Hauptgottesoienst; 11: Kindergottes- dienst; 1.30: Mittagsgottesbienst. — Wiesen. 10: (Frauenchor): Opfer für die Heidenmijsion; 5.30: Chrjftvesper (Schülerchor). — Alten-Bufeä. 10: Bereinigte Möunergesangvercine und Frauenchor; 6: Chor der Obertiass?. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Feier deo hl. Abendmahls für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg; Kollekte für die Mission: 4: Liturgischer Weihnachtsgoltes- dienst (Mitwirkung des Mannergesangvereins Ruttershausen); Missionskollekte. — Hausen-Sacbenleich. 10.30: Hausen (Kirchengesangverein); 1: Garden- teich. — Watzenborn-Steinberg. 1: Hauptgottesdienst (Kirchenchor); Opfer für die Heidenmission; 4: Weihnachtsfeier der Kinderkirche. — Lich. Mitwirkung des Posauenchors und der Chorschule. 10: Stiftsdechant Kahn; 2: Stiftspfarrer Lic. Sdjorlemmer; 5: Weihnachtsfeier der Kinderkirche. Im Anschluß daran Beichte. (In allen Gottesdiensten Kollekte für die Kinderkirche.) Mittwoch, den 26. Dezember. 2. Weihnachtsfeiertag. Stadliird)e. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 5: Missionar Schlqudraff. — Zohanneskirche. 9.30: Pfarrer Aus» feld; Beichte und Hf. Abendmahl für Lukas- und Johcmnesgemeinku; 5: Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Fciebyofs. 9.30: Pfarrer Müller. — Llisabelh-Klelnkinberfa:ule. 9.45: Pfarrer Bcch» tolsheimer. — Klein (inden. 1.30: Hauptgottesdienst. — wiefeck. 10; Opfer für den Kleinkinderschulfonbs. — Allen-Vuseck. 10: Alten-Buseck; Chor der zweiten Klasse; 6: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 4: Weihnachts-Kindergottesdienst. — Hausen-Garben- lelch. 10: Garbenteich; 1: Hausen. — Watzenborn- Steinberg. 10.30: Predigt. — Lich. Mitwirkung dec Chorschule. 10: Stiftsdechant Kahn; h«. Abendmahl; 2: St.ftspsarrer Lic. Schorlemmer. (In beiden Gottesdiensten Kollekte für die Kinderkirche.) katholische Gemciude». Montag, den 24. Dezember. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Dienstag, den 25. Dezember. Weihnachtsfest. Gießen. 5 Uhr: Chriftmette; 5: Beichte; 6 und r. Messe; 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Meße mit Predigt; 4.30: Beichte; 5: Vesper mit Segen; 7: Beichte. — Grünberg. 9.30: Meße mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 6: Christ- mette. — Nidda. 5; Christmette; 8.30: Hochamt. — Schotten. 10.30; Hochamt. Mittwoch, den 26. Dezember. Fest des hl. Stephanus- Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion: 9: Hod)ami; 11: Messe: 4 30: Beichte; 5; Festandacht mit Segen; 7: Beichte, 8: Weih' nachtsspiel. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt. — Laubach. 10: Hochamt. — Lich. 10: Hochamt. — Nidda. 8.30: Hochamt. —■ Echzell. 11; Hochamt. Lonnia^Sdiciist >. 'l-riteu.2lpotbeken am20.lL28 Dr. Genre. Dr- Sleinreil'. Hirschapoibeke, Zahnarzt: Dr. Gonter. ’D Am 26. Dezember (2. Feier agtt Dr. Klewih. Dr. Meyerhofs. Engelapotheke. Zahnarzt: Dr. Haubach. Gießen, 1928 08934 Ihre Verlobung geben bekannt Anna Kreiling Wieseck t Ludwigsburg), Weihnachten 1928 Verlobte J8973 Marie Fink Gießen, Weihnachten 1928 plockstraße 14 Kaiserallee 3 JI264D Verlobte Heuchelheim, 2Veihnachien 1928 >«941 Gießen, Weihnachten 1928 Helene Kipper geb. Hinke (•81*53 Wieseck Weihnachten 1928 uö965 Klein-Linden, Weihnachten 1928 U8932 H374D Verlobte Klein-Linden, Weihnachten 1928 OS907 Darmstadt, 4. Advent U2S3D 112« ID Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen itvafae 9. el. 1043. Reiskirchen (Kr. Gießen), Weihnachten 1928 0894 Statt Karten! Verlobte ■ .--M '*8964 Erna Gerlach Robert iKeh Gertrud Schupp Ferdi Nennstiel Anna Bergk Heinrich Arnold Die Verlobung meiner Tochter Lilli mit Herrn Dr med Franz Lederer aus Fürstenfeldbruck bei München beehre ich mich anzuzeigen Erna Steinmüller Ernst Weigel Verlobte r r 11258D j Ihre Verlobung geben bekannt Karoline Lücke! Willy Hahn Emmi Faber Karl Schäfer, Architekt Für die uns anläßlich unserer Verlobung in so reichemMaßeerwiesenenAufmerksamkeiten sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Luise Wagner Karl Schimmel VSS& b°n ^Dez-mb-r 192« Georg Schupp und Frau Käthe geb.Wagner Ferdinand Nennstiel und Frau Elise geb. Enders Die Verlobung ihrer Kinder Gertrud und Ferdi geben hiermit bekannt Ottilie Luh Hermann Engel Verlobte Spar-u.VorschußvereinA.-G. Telephon 229 Großen-Linden Telephon 229 Postscheckkonto Nr. 34756 Frankfurt a. M. Vergütung von Spareinlagen zu 8% Ausleihungen gegen Hypotheken und Bürgschaft Lang-Göns Garbenieich Weihnachten 1926 Dr. Johannes Neumann Dr. Margret Neumann geb. Bücking Vermählte Großen-Linden Hörnsheim Weihnachten 1928 Adreßbuch szsa Ltadiplan und Einwohner- und Seschäftsverzelchnisten von ? Städten und 74 Ortsgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt. schattS- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt /Preis 10 Reichsmark Sberhesflfcher Adreßbuchverlag, Gießen, Schulflr. 7 Verlobte Seuckelheim , . M«' - z. 3- AdrnosterN'Gleßen Weihnachten 1928 Statt Karten! Frieda Vinn Heinrich Schneider Bettvorlagen io allen Preislagen Teppichhaus Hochstätter. I1104A Ich habe mich in Giehen als Heilpädagogin niedergelassen zur seelischen Behandlung nervöser Leiden, Erziehungsberatung Eheberatung Dr. phil. Margret Neumann Löberstrahe 19, zXnrui 1291 Mittwochs und' Samstags 3—5 Uhr II2530^ Ein leichter ziMWillkli 1 leichter Qckono- miewageit, 1 gebe. Hobelbank au verk. l KIoon, ■88M Steinbach. Buchen- Scheitholz trocken, auf Ofen« länge aeichnit en, 2 rm tret Gienen für 40 :ViL Hal nbAu« neben 11265V Weber, Bürger melfter, ttekscloach. Kaufgesuchej KUsSaus in Greben negen i ar au kanten aefncht. Schr. Slnaeboie mit Angaben über Lane und l'Veiö um. 0^1)77 an den Giest.Llnzeig. Stier für Dame au kaufen gesucht. ede ... 8 Phüntr Bergbau 6% Rheftchche Braunkohl«, 10 Rhetnrtadi f. % 3a»t 4^ toebeck Montan ... 7^ Bereinig i, Stahl». .... 6 Ciaöl ®nnrn . .... 8 eh «toll Aschereiedeu .... 10 ftaZl Westeregeln ..... 10 Sallwett SaljdetsattH ... 15 3 »• ... U Dynamit Nobel ...... 5 Scheide an stall . ...... 9 Sokdschmvll ...... S Kütger» wette ....... S MerallgeseLscheßU ..... ü 193.2 234 250 148 468,6 425.5 180 88,5 121,5 185 233 105,76 90 280. r 139 91,5 i»2,25 279,5 280.6 503 ^,75 188 97 104,5 190 l z, i । §i । i iS । 11Ci ।€।bi i isi C-i o.। sg> s 193 234 183 249.75 149 268 4 154.25 175.26 226.25 259.75 424 152 180 83.75 135,65 120.75 136 127 231 106. 127 124.75 110.75 111,4 114.2. 90.75 281.75 >39.25 • 52 J2 1.75 279.o 281.25 504,6 266,5 3a, 75 192.. 232.75 182,75 246 <5 148 264.2. 153 175 227,5 456..) 418.75 153 83.75 136.5 123 122.5 137 128.75 234.0 105.75 129.5 127.7. 111 112 114.7.) 91,25 281 140 153 -3.25 282 282 509 -u9.25 126 96.7< 104,5 stranbfuri a M Berlin Schluh- Rurs Schlutzk Abend- bSrse Schluß- Rur» Schlutzk Mittag, börle Datum: 21. 12 22 12 | 21. 12. | 22. 12 Phillov Hölz mau»......7 137 137 — 136,5 Heidelberger Temen» .... 10 — 135 _ Gement Karlstadt......8 — 174 — Wahß 4 Freitag .....10 —- 133.25 34 139 Schultheis Davenhose» ... 15 — — 324.5 323.5 Okwette ..... 12 — 282.75 281.. Sei. Kiarqrtoff......18 — —- 531 534 Bemberg ..... W —- — 426.5 427,5 Hellkofs Waldhos .... 12 —* 206,9 276 276,23 Zellftvft Aschafsenbrrw ... 12 Chariottenburger Wasser ... 7 131.5 131.4 Dessauer «ar .....8 — 218 216.75 Daimler Molare»......0 77, i 78 77.5 78.25 — 15 75 46,6- Sdlerrvette ttew* ...... 6 88 88.25 88.25 89 Luvw. Loeroe ..... 20 — __244 243.5 Kat. Automobil . ...... 0 — — 53.1- 53.25 Oren stein 4 Stop od ..... 5 — — 100,1 100.3 Leonhard Iler ...... S — — J89.5 289 Bamag.Meguin ...... 0 strmtts. Maschine» ...... 6 19.25 69,9 19,25 20 69 21 69.5 «Wftn« ........ 117 117 116,1 117,25 heyltaeniiaedt.......0 15 15 Mainkasttr«91 ...... . 8 «1 81 83,1b 82 124.5 121,5 — Miag ...... 10 136,5 136.. <66.5 136 Nttarsuim« ....... 8 27,d — 28 38 Beters Union ....... 8 104.7ti 104.75 105 104,5 ®e6t Roeder ...... 10 124 124 — Boigt 4 Haessuer ...... 3 214 — - 60N>. ßndet......... '55.75 — 156 155,23 21. DezcmLcr 22 Dez e mb r Amtliche 'Jion.runa Amtliche 'Jtotteruna Geld örter Geld 1 Brier 8tatfU9iotl. 8uen-»Htre^ 168,34 1,762 168,68 1,766 58,435 168,38 1,762 168,72 1.766 n > er ____ >8,305 o8,31 58,43 l£brrftianin 111,79 112,01 111,79 112,01 ffopenbagen 111,90 112,12 111.92 112,14 Stockholw 112,23 112,45 112,29 112,51 HelsurgrorL- 10,538 10,558 10,538 10,558 statten . . . 21.94 21,98 21,955 21,995 London. . . 20,336 20,376 30,34 20,.,8 Nowork . . 1,1895 1,1975 1,1905 1,1985 PariS.... Schweiz . . tu, 40 16,14 16,41 10.15 >0.78. 80,945 >0,84 1.00 Stxn'ica. . -8,25 68,39 ■8,2u »8.40 Atwan «Hü) de Am. 1.928 .4965 1,932 «4^85 1,9-0 ).49u5 1.934 0.4985 Wien in Oeü abaeti ",025 »».Ito >9,03 49,15 Prag 12,418 04,438 12,418 12,438 Belgrad 7.37) 7,389 7,375 7,38.1 vndavesi. Bul arten ■ J,U1 73,15 73,03 ,029 73,17 ,027 -,053 ,035 Lstsabon 18,43 18,47 18,44 18.47 Danrig