a 0$ 1 3 s° a e s = 5D$' -m ?:rrtN un Wh|k ZstzAz- DzgWk o;"°b *»n •'S MZWr = Oc »Scco-^g|to8^ ?2 2",S9,2ä"Sg.)9 ~ y» C>5 n „S f>g J»5s2»r!g‘s§? 2|5=»5 = |g^ o^5S' !tzE" 5°"2. =S= - -TS^Z WPfg r s n ■öS« „j w fehl- sfürfj? LZk^ZI, er 5 s 2,00 ^.r, o G * C* r, er --• K- - 'S 2-ti; c ;.»<■> Nr. 251 Erstes Blatt 178. Jahrgang Mittwoch, 2$. Oktober 1928 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Ort'# vnd Verlag' vrLHI'Iche Untve-siISi,-vuch. and Steinörutfetef TL r-nge in Sietzen. Sdjriftiettnng und S-schästsftelle: Schnlltratz-1 Das Reichskabmett macht selbst VoWage zur Reichsresom Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitrag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re. Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20u,n mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THynot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An» zeigenteil Kur« Hillinann. sämtlich in Bietzen Eriche«ni täglich,autzer Sonntags und Feiertag». Beilagen. Btetzener Familiendlättei Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezug,pretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge Höherei Gewalt. Fernfprechanlchlüsse: 61. 54 und 112 Anschrift für Drahtnache richten Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eine Enischtießung der Reichsregierung wird der Länderkonferenz vorgelegt. - Vertagungsanirag Bayerns. Die Länder bereiten Ergänzungsvorschläge vor. Reich und Länder. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 24. Oft. Cs war ohne Frage eine besondere Erleichterung für die weiteren "Beratungen des "Ausschuss der Ländetionferenz. daß sich die Reichsregierung ent chwtz, selbst Vorschläge für die V e r f a s s u n g s re- form zu unicrbrei en. de im wesent ichen darauf hinausgehen, eine starke Reichsgewalt zu schaffen, trotzdem aber leistungsfähige Länder zu erhalten, andererseits aber den Dualismus Reich-Preußen so zu be- fettigen, daß die hierbei gerade in ganz besonderem Matze auf tretenden Verwaltung. Überschneidungen behoben werden. Damit sind all die zahlreichen Denlschristen ad acta gelegt, denn sonst hätte die Gesahr bestanden, datz man sich in eine endlose Disku sion einlietz, die doch am Ende zu keinem Ziel geführt hätte. Run müs.en die Mitglieder des Ausschusses Farbe bekennen, ob sie auf dieser Basis eine Reichsreform wollen. Bayern hat ja sofort erklärt, datz es die Vorschläge der Reichsregierung nicht als geeignete Grund age für die W.ierLeraiung der Reichsreform anseyen könne, sagt allerdings nicht, warum es zu dieser ablehnenden Haltung komme, beweist aber wieder einmal, daß es Da ern gar nicht so sehr an einer Reichsreform gelegen ist, schon weil dadurch eine Stärkung der Reichsgewalt herbei esührt wird, die den Bayern untragbar scheint. Dadurch ist natürlich eine schwierige Situation entstanden, und der Bund zur Erneuerung des Reiche- könnte vielleicht in diesem Zusammenhänge mit Recht sagen, datz er eben aus diesem Grunde, weil Bayern jede Stärkung der Reichsgewalt ablehnen würde, in seinen Vorschlägen Bayern zunächst völlig herausgelassen habe, um die Reichsreform an sich dadurch nicht zu erschweren. Run weih man zwar noch nicht, wie die Dinge weiter entwick.lt werden können. Autzer Bayern werden Wohl alle Länder sich energisch für eine Reichsreform einsehen. Droh dem stört die Haltung Bayerns selbstverständlich die Entwicklung. Gewiß kann man den Bayern keinen Vorwurf daraus machen, datz sie ihre Selbständigkeit erhalten wollen, das wird ihnen aber auch von feiner (Seite bestritten. Wenn wir aber nun einmal ein Deutsches Reich sein wollen, uni) Bayern erklärt ja auch immer wieder, datz es fest am Reiche halte, dann müssen wir doch auch eine Reichsgewalt schaffen, die eben in vernünftiger Weise regieren kann, und nicht immer wieder in ihrer Exekutive gehindert wird, well sie nach der Verfassung diese an andere Kompetenzen weitergeben mutz, die dann ihrerseits von einem ganz anderen Standpunkt ausgeht. Cs gibt aber nun einmal Aufgaben, die völlig einheitlich im ganzen Reiche durchgeführt werden müssen. Das wird ja auch in dem Referat des hessischen Staatspräsidenten Adelung betont, der ausdrücklich erklärt, datz im staatsrechtlichen Verhältnis zwischen Reich und Ländern klargestellt werben müsse, welche Machtbefugnisse das Reich zur Wahrnehmung der Aeichsinteressen nach außen und innen zu erhalten habe. Wenn also Bayern jetzt den Regierungsvorschlag ablehnt, so wäre es doch zweckmäßig, wenn es seinerseits eingehend zu den einzelnen Vorschlägen Stellung nehmen würde. Es sind doch darin eine ganze Reihe von Punkten enthalten, die auch nach bayerischer Ansicht durchgeführt werden können. Daß etwas getan werden mutz, ist klar: ebenso klar ist es aber auch, datz die Reform nicht verschleppt werden darf, denn hier stehen die wichtigsten Interessen des Reiches auf dem Spiele. Hoffentlich wird die Entschlie- tzung der Reichsregierung wenigstens dazu beitragen, datz die praktische Arbeit nunmehr bald 'n Angriff genommen wird. Denn es ist jetzt wahrlich genug der theoretischen Auseinandersetzungen, die Reform muh jetzt in Angriff genommen werden. Die Lniiiaiive der Reichsregierung. Berlin 2Z.Ott (3BIS.) In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Versassungs- und Verwaltungsreform gab Reichskanzler Müller eine Entschließung der Reich sregie- r u n g bekannt, welche in der vorhergegangenen Kabinettssitzung einstimmig beschlossen worden war. Die Entschließung hat folgenden Wortlaut: „Auf Grund der gestrigen Verhandlungen des Ausschusses erklärt die Reichsregierung: 1. Die Reichsreform muß getragen fein von der Erkenntnis der Rotwendigkeit einer star- ken Reichsgewalt, der Bedeutung der vielgestaltigen Eigenarten des deutschen Volkslebens und des Erfordernisses sparsamster Finanzge - b o r u n g der öffentlichen haushalte. 2. Eine territoriale Neugliederung ist erforderlich und darf sich nicht beschränken auf solche Gebiete, die infolge Gemengelage einzelner Gebietsteile eine besonders erschwerte und kostspielige Verwaltung haben. 3. Ls ist erforderlich, als Glieder des Reiches leistungsfähige Länder bestehen zu lassen, hierfür ist zu prüfen, wie die Verwaltung der Länder zu gestalten ist (Wahl der Landtage, Amtszeit der Regierungen, Landessplhej. Ferner soll geklärt werden, wie die Organisation des Unterbaues in den Ländern nach einheitlichen Reichvgrundfähen (Reichsrahmengesehen) eingerichtet werden kann. 4. Die Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen erscheint im Rahmen der Lndlösung erforderlich. Deshalb ist zu klären, wie in diesem Falle das Verhältnis des Reiches zu den übrigen Ländern und die Zusammensetzung des Reichsrates gestaltet werden soll. 5. Die Verwaltungsbezirke des Reiches und die Ländergrcnzen sind nach Möglichkeit einander anzupassen. 6. Die Einrichtung der Auftrags Verwaltung ist in dem Sinne auszuarbeilei, daß die Reichsregierung die Länderregierungen mit der Ausführung von Angelegenheiten der Reichs, "rwal- lung beauftragen kann, so daß die verwallun als- dann nach näherer Anweisung der Reichsregie, g geführt wird und für die Ausführung die Vera« Wartung nicht gegenüber dem Landtage, sondern gegenüber dem Reichstag besteht. 7. Es ist zu prüfen, inwieweit den Ländern zur Erledigung im Wege der Eigenverwaltung Aufgaben übertragen werden können, die nicht als Lebensfragen der Ration vom Reiche oder lm Auftrage des Reiches zu erledigen sind. Auf vielen Gebieten wird sich das Reich mit einer Oberschicht von Gesehen und Anordnungen begnügen und die nähere Durchführung den Ländern unter selbständiger Verantwortung überlassen können. 8. Die Reichvregierung empfiehlt dem Ausschuß, zur Bearbeitung dieser Fragen zwei Unterausschüsse einzusehen, von denen der erste Vorschläge für die neue Abgrenzung der Länder und Reichsverwaltungsbezirke und deren zweiter Vorschläge für die Z u st ä n d l g k e i t der Länder und deren Organisationen zu machen hat. Die heutige Sitzung der Oänderkonferenz dauerte bis gegen 2 Hljc. Sie vertagte sich dann aus morgen vormittag 11 LlHr. Die Vertagung geht auf einen Antrag des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held zurück, der der Auffassung ist, daß die Entschlietzung der Reichsregierung eine neue Situation geschaffen habe, zu der die Delegationen der Länder erst Steilung nehmen mühten. Die Entschlietzung hat in Kreisen der bayerischen Delegation einige Tleberraschung hervorgerufen, zumal sie einstimmig gefaßt ist, also auch die Zustimmung des Reichspostministers Schätzet gefunden hat, der der Bayerischen Dolkspartei angehört. Auf bayerischer Seite werden besonders die Teile der Entschließung als ungeeignet angesehen, die eine stärkere Betonung der Reichsbefugnisse gegenüber den Aufgaben der Länderregierungen anstreben. Die Delegationen der Länder haben nun heute abend in der Reichskanzlei eine gemeinsame Sitzung abgehalten, in der beschlossen wurde, datz die Länder in der morgigen Plenarsitzung des Ausschusses Ergänzungsanträge zu der Entschließung der Reichsregierung einbringen werden. Diese Anträge sollen es ermöglichen, trotz der starken Bedenken, die namentlich von bayerischer Seite geäußert wurden, auf der Grundlage der Entschlietzung der Reichsregierung an dem Problem weiterzuarbeiten. Sie werden von den Ländern einzeln gestellt werden, da die Länderinterefsen gegenüber den Reichsvorschlägen verschieden gelagert sind. Preußen war an der heutigen Besprechung nicht beteiligt, es wird aber morgen eine Erklärung abgeben, die besonders den preußischen Standpunkt zu den in Artikel 4 der Reichs- Vorschläge behandelten Fragen des Dualismus zwischen Preußen und dem Reich zum Ausdruck bringen wird. 3m übrigen übt Preußen offenbar Zurückhaltung. So wird auch hervorge- hoben, datz die heutige Sitzung des preußischen Kabinetts sich nicht mit diesen Fragen beschäftigt hat. 3m übrigen haben sich die heutigen Verhandlungen so entwickelt, daß die Delegationen jede für sich beraten haben. Dann hat Bayern die Fühlung mit Württemberg und Baden ausgenommen und daraus ergab sich die gemeinsame Besprechung mit den übrigen Ländern, mit Ausnahme Preußens. Die Ent- chließung der Reichsregierung wurde in ihren einzelnen Punkten durchgegangen, und es ergab sich, datz sie nach Auffassung der Ländervertreter in vielen Fragen eine 3nterpretation notwendig macht, die nun durch die angekündigten Grgän- zungsanträge gleich hineingearbeitet werden soll. Besonders werden auf bayerischer Seite die f Punkte 6 und 7 als unklar angesehen, die sich mit der Einrichtung der Auftragsverwaltung beschäftigen. Der bayerische Standpunkt — es wird angedeutet, daß er dem der übrigen süddeutschen Länder nahelommt — geht dahin, datz die Vorschläge annehmbar sind, wenn die Auftragsverwaltung nur den Zweck haben soll, den Ländern Aufgaben zuzuweisen, die das Reich bisher selbst erfüllt hat, datz aber eine etwa damit beabsichtigte weitere Einschränkung der eigen staatlichen Rechte nicht tragbar fein würde und ab- gelehnt werden müßte. Auch die Lösung der preußischen Frage interessiert die süddeutschen Länder, weil sie von hier aus ein etappenweises Fort schreiten zur Auflösung auch ihrer jetzigen Rechte befürchten. Bayerns „unantastbare Rechte". Die Bayerische Bolkspartei hält äußerste Vorsicht geboten. München, 23. Oft. (Sil) Zu der in der heutigen <5i;ung des Ausschusses der Länderkonferenz vorgelegten Entschließung der Reichsregierung schreibt die „Bayerische Volksparteiliche Korrespondenz": Man hat den Eindruck, als ob die Reichsregierung nicht den Mut hätte, das Kind beim Ramen zu nennen. Deshalb ist äußerste Vorsicht geboten, und es ist verständlich, datz der bayerische Ministerpräsident nach Bekanntgabe dieser Vorschläge die Vertagung der Konferenz bis auf den letzten Sag beantragt hat. Föderalisten sind bei diesem Dokument sicherlich nicht Pate gestanden, vielmehr hat man den Eindruck, daß jene Kräfte im Reichskabinett den Ausschlag gegeben haben, die auf den s og. dezentralisierten Einheitsstaat hinauswollen, wie dies der gegenwärtige R.ichsjustizminister Koch-Weser in seinem Vorschlag entwickelt hat. Der Kem- punft der Erklärung ist die Stellungnahme zur preußischen Frage. Man will den Dualismus zwischen Reich und Preußen beseitigen. Welche Regierung und welche Parlamente sollen verschwinden? Ratürlich die preußischen Staatsorgane. Man käme dann auf ein dezentralisiertes Preutzen hinaus, dessen einzelne Teile dem Reich als Selbstverwaltungsorgane unterstehen. An diese provinziellen Selbstverwaltungskörper sollen die außerfreußischen Länd.r angepaßt werven. Will man darauf hinaus? Das s nd die Hauptfragen. die die Länder, die wirklich Länder im Sinne der Reichsverfassung bleiben wollen, zu stellen haben. Entscheidend bleib: für Bayern die Grundfrage, ob die beabsichtigt Reichsreform die bundes staatlich cStrut- t u r des Deutschen Reiches wahren will. D'.e den Ländern noch verbliebenen Hoheitsrechle, vor allem auf dem Gebiete der Justiz, der inneren Verwaltung und der Kultur sind und müssen unantastbare Rechte bleib.n. Alle Vorschläge, die von diesem Grundsatz abw'ichen, sind für Bayern und für alle Länder, die ihre Eiaen- staatlichkei! wahren wollen, nicht diskutabel. Stuttgart begrüßt die Znitiative des Reichskabinetts. (Stuttgart, 23. Oft. (SU.) Zur Entschließung der Reichsregierung über die Reichsreform auf der Länderkonfevrnz schreibt der „Schwab. Merkur": Es ist autzerordentlich zu begrüßen, daß durch die anerkennenswerte Initiative der Reichsregierung nun ein frischer Zug in die reichlich abgestandenen Beratungen des Ausschusses kommt, und man muh sich darüber klar sein, datz dieses Vorgehen der Reichsregierung in gewisser Hinsicht ftaglos eine Desavouierung des Ausschusses bedeutet. Man hat sich im Kabinett zu der Auffassung durchgerungen, datz durch die immer wiederholten Schaureden der Ländervertreter gar nichts gewonnen wird, sondern daß der Ausschuß nunmehr von Amts wegen vor die Beantwortung ganz klarer Fragen gestellt werden muh. Zum Schluß weist das Blatt noch darauf hin, datz sich die Reichsregierung nunmehr für die Förderung der inneren Reform mit dem ganzen Gewicht ihrer Amtsstellung und dem Ansehen der in ihr befindlichen Persönlichkeiten eingesetzt hat, und datz jetzt vom Kabinett e i n Druck auf die schnelle Erledigung der Arbeit dauernd erfolgen wird. Das Kabinett hat mit dieser Entschließung einen guten Teil der Verantwortung für die innere Reform auf sich genommen, und man kann erwarten, datz es diese Verantwortung im vollen Umfang auch tragen wird. DerpoliiischeKurs derBolkspariei. Der Jrakiionsführer Scholz zur außen- und innenpolitischen Lage. Tilsit, 24. Oft. (WB.) 3n einer von der Deutschen Dolkspartei einberufenen Versammlung gab Reichsminister a. D. Scholz-einen kurzen ileberblid über die außenpolitische Lage, in der sich Deutschland befindet, nachdem die deutsche Delegation von der Völkerbundstagung in Genf, die wichtige Entscheidungen gebracht habe, zu- rückgetehrt sei. Es sei objektiv notwendig aus- zuspvechen. daß auch durch Reichskanzler Müller die deutsche Ration in Genf in einer Weise vertreten worden sei. die der nationalen Würde Deutschlands vollkommen entsprochen habe. Man könne ihm ebenso wie der Auswärtige Ausschuß es getan habe, Dank dafür aussprechen. Die Stellung Deutschlands in Genf sei nicht leicht gewesen, und es müsse festgestellt werden dah die deutsche Diplomatie einen Erfolg erzielt habe: denn das Problem der Gesamträumung des Rheinlandes sei ausdrücklich durch die Mächte als ein zu diskutierendes Problem bezeichnet worden. Deutschland habe sich auf den Standpunkt gestellt, daß es zwar eine Regelung dieser Frage begrüße, dah es aber seinerseits es nicht für zweckmäßig halte, diese Frage von sich aus an- zuschneiden. Auch hierin habe Deutschland in Gens vollkoimnen das erreicht, was es wollte. Die Reparationsfrage sei dort von an- derer Seite berührt worden. Das Problem sei in die internationale Diskussion geworfen worden mit dem Ziel einer möglichst schleunigen Festsetzung der Endsumme unserer Zahlungen. Wenn man jedes dieser beiden Probleme besonders betrachte, so glaube er, dah das deutsche Volk auf diplomatischem Wege erreicht habe, was es erreichen wollte. Allerdings seien mindestens zunächst äuherlich diese beiden Probleme miteinander verknüpft worden, und daraus könnten. wenn diese Verkoppelung aufrechterhalten bleibe, wesentliche Schwierigkeiten sich für uns entwickeln. Man muh deshalb fordern, dah diese beiden Probleme getrennt voneinander behandelt werden. Richt die Locarnopolitik habe Schiffbruch gelitten, sondern diejenigen Leute, die in die Locarnopvlitik Utopist i s ch e Hoffnungen gefetzt hätten Wohin muß die deutsche Auhenpolitik künftig ihre Blicke richten? Er glaube, man forme diese Frage mit einem Wort beantworten: nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Amerika sei einmal der Gläubiger fast der ganzen Welt infolge der sogenannten Kriegsschulden, auf der anderen Seite sei auch Deutschland in grobem Umfange an Amerika verschuldet. Wir hätten unsere Industrie und unsere ganze Wirtschaft in den vergangenen Jahren nicht aufrecht- erhalten können, chenn besonders die Kommuner« nicht viele Milliarden Anleihen von Amerika erhalten hätten. Diese Doppelstel- lung Amerikas als Gläubiger sowohl der Sieger als auch der besiegten Staaten lege Amerika eine große Verantwortlichkeit und besonders auch Objektivität auf. Amerika habe ein großes Interesse daran, dah wir nicht von unseren direkten Gläubigern, wie England, Frankreich, Italien usw. erdrosselt Werdern Der Redner kam dann auf die Frage der Koalition im Reich und in Preußen zu sprechen. Aus allen Gebieten könnte fruchtbare Arbeit geleistet werden, wenn im Reich und in Preußen homogene Regierungen bestehen. Die Deutsche Volkspartei habe von Anfang an auch erklärt, daß in die zu bildende Große Koalition auch die Wirtschaftspartei einbezogen werden müsse. In kurzer Zeit dürfte dem Preußischen Landtag eine Vorlage unterbreitet werden, die ein Konkordat des preußischen Staates mit der römischen Kurie enthalte. Dieses Konkordat scheine nach dem, was bisher verlautbart wurde, für den preußischen Staat Verschlechterungen des bisherigen Zustandes zu bringen. In diesem Konkordat würden sogar die Schulen berührt. In dem Augenblick, wo das geschehe, entstehe eine vollkommen neue Situation; nicht nur, daß die Koalitionsoerhandlungen erschwert würden, sondern es würde auch die gegenwärtige Koalition in Preußen g e - sprengt werden, da die Demokraten austreten wurden. Die Deutsche Volkspartei würde natürlich nicht die Aufgabe übernehmen, an der Stelle der Demokraten dem Ministerpräsidenten zu einem Konkordat zu verhelfen. Zum Verhalten der Deutschen Volkspartei zumStahlhelm bemerkte Scholz, er sei bis vor zehn Tagen Mitglied des Stahlhelms gewesen, den er als Aufrechterhalter des alten Front- aeistes und als Erwecker des nationalen Gewissens für notwendig gehalten habe. Der Stahlhelm sei aber bewußt von seiner überparteilichen Haltung abgerückt und in die politische Arena hinabgestiegen. Daß er damit in Konflikte mit verschiedenen Parteien geraten würde, war von vornherein klar. Unmöglich sei es für ihn, Scholz, als verantwortliches Mitglied der Deutschen Volkspartei gewesen, zwei Herren zu dienen. Er habe sich deshalb vom Stahlhelm trennen müssen. Die Fraktionsvorstände der Reichstags- und der preußischen Landtagsftaktion hätten bekanntlich beschlossen, den Mitgliedern der Parlamente zu empfehlen, angesichts dieser politischen Haltung des Stahlhelms aus diesem auszutreten. Was tag.'gen die Volksparteiler, die nicht in gesetzgebenden Körperschaften tätig sind, anbelan^e, so hoffe man, daß durch deren Verbleiben im Stahlhelm dieser wieder auf den richtigen Weg zurückkehren werde. Oie Todesstrafe. Aussprache im Rechtsausschutz des Reichstags. Berlin, 23. Oft (T. 11.) In der Aussprache über die Todesstrafe im Strafrechtsausschuh des Reichstages bekannte sich Dr. Ehlermann (Dem.) als Gegner der Todesstrafe. Gerade weil es sich um eine Frage der geschichtlichen Entwicklung handele, und es auch bei den Anhängern der Todesstrafe personell und sachlich abbröckele, bitte er jetzt, bei Schaffung des neuen Strafrechts, die Todesstrafe akHuschaffen. Der volks- partelliche Abgeordnete Dr. Zapf bezeichnete eine lebenslängliche Verwahrung als grausam und bezweifelt, daß Oesterreich auf dieses Korn- promih eingehen werde. Der Redner kam zu dem Ergebnis, daß die Abschaffung der Todesstrafe abzulehnrn sei. Preußischer Ministerialdirigent Schäfer wies den Vorwurf zurück, als ob Preußen das Gna- Lenrecht jetzt übermanne. Vorn Reichsjustizminister sei ein Schreiben an die Länder ergangen, vorläufig mit Rücksicht auf diese Verhandlungen die Vollstreckung von Todesurteilen auszu- setzen. Dieses Schreiben habe Preußen zur Kenntnis genommen. Eine grundsätzliche Stellungnahme der preußischen Staatsregierung sei aus diesem Anlaß nicht erfolgt und kein Erlaß an die Justizbehörden ergangen. Eine Antwort fei auf das Schreiben von dem Justizministerium nicht verlangt und nicht erteilt worden. Der sozialdemokratische Abgeordnete Landsberg wies auf die Scheußlichkeit des Vorganges einer Hinrichtung hin und auf die unerhörte Grausamkeit, die die Todesstrafe gegen den Verurteilten mbl sich bringe. Es sei auch geschichtlich unwahr, daß die Todesstrafe noch niemals an Unschuldigen vollstreckt worden sei. Mit dem Vorschlag einer dauernden Verwahrung des Mörders ohne die Möglichkeit einer Begnadigung könne sich seine Partei nicht befreunden. Die deutschnationale TDgeordnete Frau Müller-Otfried setzte sich für die Beibehaltung der Todesstrafe ein. Höher als das Mitleid mit Verbrechern müsse das Mitgefühl mit den Opfern stehen. Die Rednerin lehnte auch die Ausnahmebehandlung für verbrecherische Frauen ab. Es kam dann zu einem kleinen Zwischenfall. Der sozialdemokratische Abgeordnete D i't 1 m a n n griff die Vorrednerin heftig an und bezeichnete es als unerhört, aus dem Munde einer Frau solche Wort« zu hören. Er warf der Rednerin Gefühllosigkeit und Hartherzigkeit vor und erklärte, er habe für «in« solche Frau nur ein kräftiges Pfui. Der Vorsitzende Dr. Kahl rief den Redner deshalb zur Ordnung. Der Abgeordnete Ditt- mann bezeichnete die Todesstrafe als Kernfrage der ganzen Strafrechtsreform und erklärte, er werde für ein Strafgesetzbuch, das die Todesstrafe enthalte, keinesfalls fein« Stimme geben. Weiter sprach Dr. Iörissen (Wirtschaftspartei): Er erklärte, daß gegenwärtig für Kapitalverbrechen die Todesstrafe noch nicht zu entbehren sei. Eine Vollsabstinnnung würde für die Beibehaltung auSschlagen. Oie Wohnungsansprüche der Rheinlandkommission. Zur Uebersiedelungsfrage. Frankfurt a. M, 24. Oft. (Landespressedienst.) Bekanntlich ist die Frage der liebersied l u n g der Interalliierten Rhein!andkorn- mission von Koblenz nach einer anderen Stadt des besetzten Gebietes akut. Es wurden bereits verschiedene Städte, darunter auch Wiesbaden, genannt als neue Unterkunft der Rheinlandkommission, doch ist die Frage bisher noch nicht entschieden. Die llebersiedlung wird für dre betroffen« Stadt wesentliche La st en mit sich bringen. Die Rhrinlandkommission umfaßt im ganzen 176 Personen. Da es sich meist um verheiratete Offiziere handelt, sind für sie 153 Wohnungen beschlagnahmt, außerdem noch eine Anzahl von Einzelräumen. Die Rheinlandkommission hat außer diesen Privat- räumen die Dienstgebäudr des Oberpräsidiums der Rhcinprovinz in Koblenz, das Gebäude des Regierungspräsidenten mit einer Reihe von Rebengebäuden, die Pavillons des Schlosses, Tennisplätze usw. beschlagnahmt. Die Kommission besteht aus 93 Franzosen, 48 Engländern und 35 Belgiern. Oas Flottenkompromiß, ein Verrat am Weltfrieden. Lloyd George über das britische Weitzbuch. London, 24. Oft (TBI23. Funkspruch.) Rach dem „Daily Chronicle" erklärte Lloyd George auf die Frage nach seiner Ansicht über das britische Weißbuch: Das Dokument bestätigt was ich in Parmouih gesagt Hobe. Die Preisgabe unseres Standpunktes in der Frage der ausgebildeten Reserven bedeutet, daß die Abrüstungskonfe- ren; eine Komödie sein wird. Es ist ein vollständiger verrat an der Sache des Weltsrieden s. Rach dieser von uns unterstützten Vereinbarung hat Frankreich ein Heer von fünf Millionen Wann aufrechlerhalten, Polen ein Heer von zwei Willionen, die Tschechoslowakei ein Heer von eineinhalb Willionen. Der Kellogg- pakt ist unter diesen Umständen nicht einmal das Fahrgeld Lord Cushenduns für seine Reise nach Paris zur Unterzeichnung des Paktes wert Oie Lage in Gpanien. Primos Diktatur und das Heer. Paris, 24. Oft. (Privatmeldung WTB. Funk pruch.) Dem „Ooumal“ wird aus Madrid berichtet, General Prtmo de Rivera werde am 27. Oft bei feiner Rückkehr nach Madrid eine durchgreifende Umbildung seine s Kabinetts vornehmen. General San I u r o würde Vorsitzender des Kriegs- und Marineministeriums werden. Finanzminister würde Graf Los Anges. Gleichzeitig werde die Regierung auch über die Strafmaßnahmen Beschluß fassen, die den ernsten Zwischen'«!! beilegen sollen, der sich am letzten Sonntag bei einer militärischen Zeremonie in Valencia ereignete. General Lopez Barrion soll nämlich in einer Ansprache bei Hebergabe einer Standarte an ein Kavallerieregiment erklärt haben: »An unserer Fahne fehlt eine dritte Farbe, das Symbol der Republi k." Diese Worte hätten bei den Anwesenden lebhaften Beifall ausgelöst. Der stellvertretende Mi- nisterprä!ident. General Anido, habe, als er von dem Zwischenfall erfuhr, sofort den Gene- ralkapitan von Valencia aufgefordert, seine Demission einzureichen. Dieser habe dies kategorisch abgelehnt Das nunmehr in militärischen Kreisen bekanntgeword.ne Ereignis hab« dort eine große Erregung ausgelöst. Sie Lage in der rheinischen Lisenindnstne. Aus dem rheinisch-westfälischen Industrierevier schreibt man uns: Die Verhandlungen über die in der nordwest- deutschen Eisenindustrie ausgebrochenen Lohnstreitigkeiten sind jetzt in ein entscheidendes Stadium getreten. Wie erinnerlich, hat die Industrie beschlossen, ab 1. Rovember die Werke stillzu- legen. Ihr Vorgehen ist vielfach auf eine heftige Kritik gestoßen, namentlich ist ihr vorgeworfen worden, daß sie' einen Machtkampf anstrebe. Davon kann keine Rede sein. Die Eisenindustrie hat t>en Kampf aufgenommen, weil sie endlich einmal dem Wettlauf zwischen Löhnen und Preisen ein Ende machen und ein für die gesamte Volkswirtschaft unbedingt erforderliches stabiles Preisniveau schaffen will. Aus diesem Grunde hat sie sich zu dem äußersten Mittel der Kündigung entschlossen. Da die Gewerkschaften die Tarife gekündigt hatten, wäre vom 1. Rovember ab ein tarifloser Zustand eingetreten. Ein solcher wäre nicht tragbar gewesen, denn bekanntlich geht die Taktik der Gewerkschaften schon seit geraumer Zeit darauf hinaus, während eines tariflosen Zustandes Teilstreiks zu veranlassen, um einen höheren Lohn zu erreichen oder beim Festbleiben des Werkes den Verband jedesmal vor die Frage zu stellen, gegen den Teilstreik in einem einzelnen Werke eine Gesamtaussperrung als Abwehrmaßnahme anzuordnen. Es liegt auf der Hand, daß ein solcher Zustand ständig« Beunruhigung infolge der dauernden Abänderung der Lohnbedingungen darstellt. Die Unternehmer betonen, daß sie die Erhaltung des allgemeinen Preis st an» des aus volkswirtschaftlichen Gründen für das erste Gebot ansehen und daß sie daher jede Erhöhung der Selbstkosten als eine schwere Bedrohung des schon jetzt außerordentlich überspannten Preisniveaus ablehnen müssen. Es wird festgestellt, daß trotz gestiegener In- und Auslandpreise die Erlöse bei fast allen Produkten feit Ende vorigen Iahres entweder überhaupt nicht oder nicht genügend gestiegen sind, um die Erhöhung der Selbstkosten wieder auszu- gleichen. Die Unternehmer haben bei den Verhandlungen zahlenmäßig belegt, daß sämtliche Erlöse in der Eisenindustrie infolge des immer stärkeren Ueberwiegens der verlustbringenden Auslandlieferungen bei gleichzeitiger erheblicher Steigerung der Selbstkosten seit Oktober 1927 rückläufig waren, und daß überdies der Auftragsbestand der Werke in dem dritten Vierteljahr 1928 zwischen 25 bis 30 Prozent zurückgegangen ist, während die Durchschnittsverdienste der Belegschaft in dem gleichen Zeiträume um 4 Prozent gestiegen sind. Die Gewerkschaften haben diese Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage nicht bestritten, halten sie aber doch noch für so gut, daß sie den Mehrverdienst in der Eisenindustrie im Monat Mai auf 48 Millionen Mark schätzen, während nach den Ziffern der Arbeitgeber in diesem Monat statt des vermeintlichen Mehrerlöses sogar ein erheblicher Min- dererlos festzustellen war. Wenig treffenZ> dürfte in diesem Zusammenhänge der Hinweis der Gewerkschaften auf die erhöhten Produktionsziffern sein, denn einerseits sind Produktion und tatsächlicher Absatz verschiedene Dinge, da es natürlich bei rückläufiger Konjunktur nicht sofort möglich ist, den Produktionsapparat entsprechend zu drosseln, und andererseits ist die Produktion, im arbeitstäg- lichen Durchschnitt gerechnet, bei den wichtigsten Werken, z. D. den Vereinigten Stahlwerken, in der Tat beträchtlich gesunken und zeigt weiter sinkende Tendenz. Vergegenwärtigt man sich das alles und berücksichtigt weiter die günstige Lag« der ausländischen Konkurrenz, von der insbesondere di« ftanzösischen Werke infolge ihres Kapi- tailüberflusses zu ebnem weiteren Ausbau ihrer Anlagen und zu entsprechender Selbstkostensenkung imstande sind — ganz abgesehen von den dauernd niedrig, etwa 50 Prozent unter unseren, liegenden Löhnen —, so versteht man, daß für die Industrie diesmal die Haltung des all- gemeinenPreisniveaus von höchster Bedeutung ist. Berbindlichkeiiserklärurrg der Schiedssprüche für die westdeutsche Textilindustrie. Köln, 23. Oft. (WB.) Die Nachoerhandlungen über die beiden Schiedssprüche in der Vürener und M.- Gladbacher Textilindustrie vor dem Schlichter für das Rheinland endeten abends mit der Derbindlichkeitserklärung der beiden Schiedssprüche. Für die Diersener Seidenb«triebe wurde ein Sonderabkommen vereinbart. Aus aller Wett. Eine Ehrung des deutschen Handwerks. Der 75. Geburtstag Harry Plate s, des Ehrenmeisters des deutschen Handwerks, gestaltet« sich für den Jubilar als ein Ehrentag von seltenem AuSrnatz. Zahlreiche Abordnungen hatten sich emgefunden, um Plate ihr« Glückwünsche auszusprechen. Für die Reichsregierung, insbesondere für das Reichswirtschastsministerimn, war Ministerialdirektor Dr. Reichardt erschienen, der folgendes Handschreiben Hindenburgs mit dem Bild des Reichspräsidenten und ein Schreiben des Reichswirtschaftsministers überbrachte: „Sehr geehrter Herr Plate! Da ich leider wegen Trauerfalles in meiner Familie meine Gratulation zu Ihrem 75. Geburts- tage gelegentlich meiner Anwesenheit in Hannover nicht persönlich überbringen kann, bitte ich stall dessen schriftlich von Herzen treue Dünsche senden und beifolgendes Bild zukommen lassen zu dürfen. Wit vielen Grüßen in Verehrung Ihr ergebener von Hindenburg Ehrenmeister des deutschen Handwerks." Ministerialdirigent Schindler vom preußischen Handelsministerium sprach die Glückwünsche der preußischen Staatsregierung und des preußischen Handelsministeriums aus. Er überbrachte zugleich ein Schreiben des Handelsministers und in dessen Auftrag eine kostbare Vase. Don den zahlreichen übrigen Rednern seien hervorgehoben Oberpräsident R o s k e, Dr. Mensch als erster Vorsitzender des deutschen Handwerk- und Gewerbekammertages, der Vorsitzende des Reichsverbandes des deutschen Handwerks und der Rektor der Technischen Hochschule in Hannover. Der Weg zum Erfolg des „Graf Zeppelin". Die Amerlla-Fahrt des neuen deutschen Zeppe- linluftschiffes gibt Veranlassung, sich der „O k - t o b e r d a t e n“ in der Entwicklung der Luftfahrt und des mühseligen Weges zu erinnern, der begangen werden mußte, ehe das Streben von Erfolg gekrönt war. Am 8. Oktober 1883 führte das mit einem Elektromotor getriebene Luftschiff der Brüder Tissantier in Paris feinen ersten Flug aus. Am 9. Oktober 1890 voll- sührte Major Adler als erster mit seinem Drachenflieger „ Fole" in Frankreich einen Streckenslug über ... 50 Meter. Am 13. Oktober 1902 verunglückt« das Luftschiff des Barons Bradskh in Paris; der Erfinder und sein begleitender Ingenieur fanden den Tod. 1905 begannen von Toul aus die ersten Flüge des französischen MNitärluftschifses „L e b a u d y - Iulliot II". Am 9. und 10. Oktober 1906 erfolgten die beiden ersten Ausstiege des Zep- p e l i n s ch i s f s „Z. III.“. Ein Iahr später nahm das englische Militärluftschifs „Rulli Secun- du s“ seine Probefahrten auf. Wieder ein Iahr weiter, und Wilbur Wright vollführte aus seiner Maschine den Sensationsflug von 1,04 Stunden Dauer mit einem Passagier! Am 10. Oktober 1909 durch flog der Deutsche Hans Grade 13 Kilometer in 11 Minuten 12 Sekunden. Dom 8. bis 12. Oktober führt« das Parsevallust- s ch i f f VI. seinen Aussehen erregenden Fernflug von München nach Berlin durch, geführt von Oberleutnant Stelling und Regierungsbaumeister Hackstetter. Wir feiern in diesen Tagen die Sieger über das Element — laßt uns dies« Pioniere nicht vergessen! Der Schuh der Arbeit. In diesen Tagen feiert ohne raufdjenbe FesteS- klang-e das Deutsche Arbeitsschuh- museum sein 25jähriges Bestehen. Lind doch ist dieses Museum eines der praktisch wichtigsten und segensreichsten Institutionen, di« wir besitzen. Das Arbeitsschutzmuseum umfaßt das ganze weite Gebiet der Unfallverhütung, es ist ein Mittelpunkt in der deutschen sozialen Arbeit geworden. Vor jetzt beinahe 40 Iahren wurden die ersten Llnfallverhütungsvorschriften erlassen und damals begann di« erste Vorarbeit für dieses Museum, das zunächst aus dem Material der Erftnder und Konstrukteure entstand, daS in immer größeren Massen dem Reichsversicherungsamt eingefanbt wurde. Rach langen schwierigen Verhandlungen gelang es denn, das Arbeitsschutzmuseum mit den Beständen des Reichsvers-icherungsamtes als Grundstock des Ausstellungsmalerials zu gründen. Mit der Entwicklung der Technik mußte das Museum ständig erweitert werden. Auch von der privaten Industrie wurden -wertvolle Stiftungen gemacht, wie z. B. die Hergabe des großen Hygiene- Mus-eums, daß die A.E.G. dem Arbeitsschutzmuseum geschenkt hat. So wurde besonders kleineren Industriewerken Gelegenheit gegeben, an einer zentralen Stelle die Möglichkeiten des neuesten Unfallschutzes zu sehen und mit den eigenen Maßnahmen in dieser Richtung zu vergleichen. Das Arbeitsschutzmuseum ist das praktischste deutsche Museum. Der Raubmörder Johann Heidger noch nicht gefunden. Köln, 23. Oktober. (WB.) Die Absperrung und Durchsuchung des Häuserdreiecks zwischen Riehler Wall, Niederländer Ufer und Oppenheim- Straße, wo der Mörder Johann Heidger zuletzt gesehen wurde, dauert fort. Spuren von ihm wurden dabei noch nicht gefunden. Ein Diebstahl von Medikamenten in der Eifelstraße wird vielfach in Zusammenhang mit den Brudern Heid- aer gebracht. Die Untersuchung ergab aber einen solchen Zusammenhang bisher nicht. Bei der Verfolgung wurden vier Personen durch die Schüsse der Verbrecher verwundet, der Gärtner Peters aus Köln erhielt einen Oberschenkel- und einen Bauchschuß und schwebt in Lebensgefahr. Bei den anderen Verwundeten handelt es sich um Polizeibeamte, von denen einer durch einen Blasen- und Darmschuß schwer, di« anderen leichter verletzt wurden. Der am Samstag bei dem Kampf mit den Verbrechern verletzte Landjäger Schmitz ist außer Lebensgefahr. Auch bei dem in der vergangenen Nacht schwerverletzten Oberwachtmeister Stammel besteht keine Lebensgefahr. Nach Blättermel- düngen verfolgte die Polizei im Laufe des Nachmittags eine neue Spur, da gemeldet worden war, daß auf dem Rhein ein Nachen abhanden gekommen ist, der später ans Ufer getrieben ist. Ob der Mörder mit dem Nachen entkommen ist, ist bisher noch nicht sestgestellt. Die BtiUanlen-Ria verhaftet. Don der Leipziger Kriminalpolizei wurde die 28jährige Klara Partenfelder, die den Spitznamen »Drillanten-Ria“ trägt, unter dem dringenden Verdacht verhaftet, Mitglied oder sogar Anführerin einer Einbrecherbande zu fein, die in Süddeutfchland eine Reihe großer, bisher unaufgeklärter Verbrechen verübt pat Angeblich bediente sich die Bande bei denRaub- zügen eines luxuriös eingerichteten Wohn- a u tos, in dem sich auch Schweiß apparate und modernste Einbrecherwerkzeuge befanden. Rach anfänglichem Leugnen gab die Verhaftete einen Teil der Einbrüche zu. Sie kam gerade aus Stuttgart: tags zuvor war dort ein Einbruchdiebstahl verübt worden, bei dem ein Bahnwärter so geknebelt wurde, daß er erstickte. 0b die Verhaftete damit in Verbindung steht, wird erst die Untersuchung ergeben. Die Partenfelder ist nach ihrer Festnahme in den Hungerstreik getreten. Tagung der deutschen haupksürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene. Am 19. und 20. Oktober tagten ht Dresden die Leiter der HauptfürsorgestAlen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Es waren 32 Hauptsürsorgestellen vertreten: erschienen waren ferner Vertreter des Reichsarbeitsministeriums, der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, des preußischen Docks- Wohl,'ahrtsministeriums, des Verbandes der Preußischen Provinzen und der Direktor der Kredit- gemeinschaft der gemeinnützigen Selbsthilfeorganisationen. Ern« Reihe Fachfragen, wie Wohnungsund Siedlungsfürsorge für Kriegsbeschädigte, Er- ziehungs- und Derufsfürsorge 'für Kriegerwaisen und Kriegsbeschädigtenkinder, Heilstürsorge für Kriegshinterbliebene. Zweifelsfragen des Zusatz- renlenwe'ens, Arbeitssürsorge als aufbauende Wohlfahrtspftege, Kapitalabfindung und Fragen des Schwerbeschädigtengesetzes wurden behandelt. Die Teilnehmer besichtigten außerdem eine Reihe sozialer Einrichtungen. Die neue Welle des Deutschland-Senders. Berlin, 23. Ott. Da auf der Funkkonferenz in Washington 1927 für die auf langen Wecken arbeitenden Grohrundfunksender das Weckenband 1340 bis 1875 Meter vorgesehen ist, muh auch die Wellenlänge des D e u t s chl a n d-S en - der auf die Welle 1 649 umgeändert werden. Dieser Umbau, der eine ungeheuere Summe verschlingt, hat bereits begonnen und wird noch in diesem Monat beendet sein. Da im Anfang aber noch mit Störungen in größerem Umfange zu rechnen ist, wird die Umstellung des Deutschland-Senders praktisch erst nach und nach erfolgen. Auf der Internationa le-n Funkkonferenz gelang es bedauerlicherweise den anderen Staaten, vor allem aus mtli* tärtechnischen Gründen, diese neue Wellenverteilung durchzusehen. Das Fiasko der deutschen Windhundrennen. Die vor etwa Iahresfrist in Deutschland von englischer Seite ins Leben gerufenen Windhundrennen und d-« zu diesem Zweck« gegründeten Gesellschaften haben jetzt, nachdem es sich schon nach den ersten offiziellen Rennen herausstellte, wie wenig Interesse in Deutschland dafür vorhanden ist, endgültig liquidieren müssen. Dieser Tage standen in Potsdam einige 100 Windhunde, Tiere, die von England gekommen waren und ausschließlich für di« Rennen dressiert wurden, zur Versteigerung. Aber auch dabei war das Interesse des Publikums außerordentlich gering, so daß sich die Besitzer genötigt sahen, den weitaus größten Teil der Tier«, um Die nicht unecheblichen Kosten für ihre Unterhaltung zu tragen, zu verschenken. Oie Wetterlage. 33ttcnenden Za* -artt / Dienstag, EzS d.23. Okt. 1928.7hat?ds.^ 0 , Oslo ° Kn geoen die Temperatur an Pi< tarnen ver6m4c» Ort« eut gieicncol *uf #tcer SÄÄ ÄissssS? *a*Ss ytn, teufe?0’"* r?D» asS? MÄ ••Ä5$ a^lanb-Senbeti. JM Men AW toi»*?*® tut "Nchlanö-Sen. ?" um9eänbert erei«”? ^Zrheum begonnen unb ®®naf beendet r5 ,">? Störung« Men ist. v:rd die o-Senders praktisch der Interna!ik>- x8 es bedauerlicher. . vvr allem au« M>. W neue Dellender. n Dindhundrenneo. tft in Deutschland dm gerufenen DintHwö. n Ilvese geMeien nochdm es sich schm Lennen Zeraussiellte, [e in Deutschland da« lültig liquidiere« >en in Potsdam einige t von Hngiand gdom« rhiich für die Rennen Weigerung. Mr auch des Pubukuins außer* sich die löesihrr ge* roßten Seil her Sim, losten für ihre Unter- fchenie«. erlogt )KXtt W^T) N und. romdt ft«?« [•fa!’’"*** u . Sri»* „m'A rt DI 29 Ml. Zimmer womögl. mit gutem Klavier. Schriftliche Anneb. mit Prets- nngabe unter 93341) an d. Gteß. Anz. erb. 2 Simmet für Bureauzwecke, möglichst in d. Rade des Bahnhois, -um 1. Januar 1929 jti mieten MU Schrift!. Angebote mit Preisangabe u. 9325D nn den Gtetz. Anzeiger erbeten. Stellenangebote Fmeorgeie utr Aushilfe für SnmStngS gesucht. 8nble 8-10 RM. 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Oktober, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofes aus statt. mark wird bestraft: 1. w.c .en :oi|iimmungen 10, 14, 28, 37, 40, 41, Gestern morgen um 6’/2 Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Dekan Dußmann heim Heimgänge unseres liehen unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Sophie Kaietsch und Kinder. Die studentische Reformverbindung „Adelphia“ im V. D. B. I. A. d. C.: W. Rudersdorf, Fx. Die Beerdigung findet Donnerstag, 25. Oktober, nachmitt igs 21/, Uhr. statt. im 62. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: . Wilhelm Benner nebst allen Angehörigen. Alten-Buseck, Frankfurt, Reiskirchen, Plainfield, Brooklyn (Nord-Amerika), den 24. Oktober 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Oktober, nachmittags 2V3 Uhr statt. 150 Reichs- 9355C in §§ ., 8, 43, 46, 47, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: A. E. Wagner geb. Veite. Lang-Göns, den 21. Oktober 1928. vom 17. Auaust 1928 zu Nr. M. b. I. II 3574 im Anschluß an die Friedhofs-, Be- Gießen (Weserstraße 29), den 22. Oktober 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Oktober, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 07496 Vertreter zur Bearbeitung von Behörden, dustrte und Autobestüern gegen hohe Provision. Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Herrn Stephan Pfeffer sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen i. d. N. Wilhelmine Pfeffer geb. Oppermann. Gießen, den 24. Oktober 1928. Für den Verkauf unserer elektr. HauS- baltungöartlkel an Private suchen rotr noch einige nur bestere Damen und Herren Höchste Bezüge Elgema, Ges. elektrisch Maschinen u. Apparate m. b.H., fließen, Llndenpleti 1 07515 Sielt. Witwer mit Ruhegeh. wünscht EHE m. gesund. Irl. ob- Wwe. lohne Kinder ii.ohneA»b.)gesetzi. Alters, Bewerberinnen bestenRuteS u. auS guter Fam. belieben unt. F. E. D. 229 durch Hndoll Bosse, Frankfurt a. HL, zu schreiben Strengste Diskret. Vermttil. zwecklos. 9337V. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte am Grabe unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit allen unseren tiefgefühltesten Dank. Helene Volk Wwe. Familie Ludwig Weife V. Aliendorf a. d. Lahn, den 22. Oktober 1928. ____________________________________________________ 07491 Vier rerkanad Grenze fahren. Mr Eu äußere 1 yplitik1 werden. Der ® Hauptsache Präsident' tat 5 Politik keine 2 bringen, t baten in. einer Dir Politik dui 2l ömi vorsichtig . Gegners 4 seine Mtc gmd der Dahlkamp za einem Dawespiw Das a! sich der schon etw uni) her, häsiigkeite ganze La Politik in jeder de ganzer lich die 1 handelt ti Stelle d i mit den r ali eine obwohl in Weiten z toi totfjan beiten fyat tarn die Klache der landi Mittel, m schen Der lelität Wirtschaft den land wie die sperich", Wässerung Dvuldei> alles n Dinge m öchlagwo Ein fol eigentlich sofort im C die Aussic Dird eigen gerade ein, dann, daß oder Hoov! PriiliinMomerl der Schule für höheres Klavierspiel von Minna Körner zum Besten der Schwesternhäuser inGießen im Saale der Musikschule Westanlage 48. Eintrittskarten 1.50 bei Challier u. Westanlage 48 Anfang vormittags 11 Uhr Kapital nicht erforderlich. Herrew denen an einer soliden Existenz gelegen tit, wollen ihre Bewerbungen unter genauer Angabe der seitherigen Tätigkeit und Ausgabe von Referenzen einreichen unter H. M. 427 durch Bndoll ,,Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte." Gott dem Herrn hat es wohlgefallen, am Dienstagabend 8’/* Uhr, meine liebe Gattin, unsere Hebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Elisabethe Spaar ^eb.Loiz nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 57. Lebensjahre zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Kaspar Spaar Gießen (Schiffenberger Weg 30), den 24. Oktober 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 26. Oktober, nachmittags 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt, WÄSCHESTOFFE in den Preislagen per m 0.95, 0.85,0.75,0.68 sind wieder aus der Bleiche eingetroffen Nur gute, erprobte und langjährig bewährte Qualitäten L. Bernard Plockstrafae 16 9361A Größtes Spezial-SWeschül am Platze M Hi Copjrig Fortfetzu Dos vor Wen Mensc Wnl Ur Konst W Az d ? kt Wc JM. hott len.m nicht t m. ^Qnn btt SM JUfriegtn. I«#11 L'r ’5n Kiewes ff feit di Überfall. Quatsch wie & »f; „B «C nut r Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie an dem Wellerwca in Dutenhofen, Kreis Wetzlar, liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab vier Wochen aus. 9345D Gießen, den 23. Oktober 1928. Telegraphenbauomt. Aus einem Leben unermüdlicher, selbstloser Aufopferung entschlief Dienstag morgen um 3'/, Uhr mein lieber Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Heinritli Mann i. Maurer Im 67. Lebensjahre. Die trauernd Hinterbliebenen. SUlMlUg- slülMliWliie 45 A Tnucrbrnnb ofcit 40.* beide gm erdalien. abzugeben. Wo, sagtd.GeschästS- steue d. G. A. 93581) Kaufgesuche | Junger tatafcr Nnnil zu kaufen gesucht. Schrtstl. Angeb. unt. 9150 l)a.d. Gieß. Anz. Eine gut erhaliene Auto-Garage ca. 2,00/3,80 m. zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. unter 07504 an den Gieß. An». Bestimmungen eine höhere Strafe wirkt ist. § 8. Diese Polizeiverordnung tritt der Veröffentlichung in Kraft. Gießen, den 20. Oktober 1928. Der Oberbürgermeister. 3. B.: Dr. Hamm. Wir betrauern tief das am Sonntag erfolgte Ableben unseres Heben hochverehrten A. H. Pfarrer Georg Groth (aktiv SS 88 - WS 90/91. 49, 63, 67, Absatz 1 der Friedhofs-, Beg-avnts- Ui u «euervestaltungsorü- nung zuwiderhandelt; 2. wer Denkmäler, Grabeinfassungen, Gitter und Aschenurnen, die ohne Ge- nehmigung des Oberbürgermeisters aufgestellt sind, trotz Aufforderung des Oberbürgermeisters innerhalb der gesetzten Frist nicht entfernt; 3. wer den von dem Begräbnisamt innerhalb seiner Zuständigkeit für die Beerdigung getroffenen Anordnungen nicht unbedingt Folge leistet; 4. wer die Ausgrabung und Wiederbestattung einer Leiche den Vorschriften des § 73 der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestottungs- ordnung zuwider vornimmt. § 2. Mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark werden die in § 44 Absatz 1 der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbeftat- tungsordnung genannten Personen bestraft, wenn sie ohne Erlaubniskarten oder ihre Arbeiter oder Gehilfen ohne Arbeiterkarten auf dem Friedhof betroffen werden. § 3. Mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark wird bestraft, wer der im § 58, Absatz 1 der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung vorgeschriebenen Anzeigepflicht nicht rechtzeitig nachkommt. Die Strafe tritt nicht ein, wenn die An- zeige, obwohl nicht von dem Verpflichteten, doch rechtzeitig gemacht worden ist. § 4. Mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark wird bestraft, wer die angeordnete Ueberführung einer Leiche nach der Leichenhalle während der in ß 61, Absatz 1 der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuer- beftattungsordnung bestimmten Frist oder zu der von dem Begräbnisamt festgesetzten Zeit verhindert. § 5. Zuwiderhandlungen gegen § 68 der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung werden nach § 367, Ziffer 2 des Reichsstrafgesetzbuchs mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit Haft bestraft. §6 . Mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark wird bestraft, wer ohne vorher ein- geholte polizeiliche Erlaubnis eine Leiche öffentlich ausftcllt. (Art. 366 P. St. G.). §7 . Mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark wird bestraft, wer den im Fall des § 84 der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung erlassenen Anordnungen des Oberbürgermeisters zu- widerhandell, soweit nicht nach anderen Wafferschmfarbeiien. Die Gemeinde Launsbach (Kreis Wetzlar) plant Wasseraufschlußarbeiten zwecks Gewinnung von Wasser für eine zentrale Wasserversorgung. Nähere Auskunft erteilt der Unterzeichnete, wo auch Ange- botsvordrucke zum Preise von 0,50 RM. erhältlich sind. 9364D Angebote sind bis zum Mittwoch, dem 31. Oktober, nachmittags 5 Uhr, an den unterzeichneten Gemeindevorsteher abzugeben. Launsbach, den 24. Oktober 1928. Der Gemeindevorsteher Pfaff. Iuvruchsteme für Bauten stets vorrätig Anfuhr prompt und billig (E. Rübfamen, Gießen fternfpredier 1659. 897D Zirka 8000 W i atb aui & M. inM schild die i die < die ' H. Hochstätter Mäusburg ____________________________________9341A Gestern früh */,5 Uhr entschlief nach kurzem Krankenlager unsere Hebe Mutter Frau Mathilde Möhl geb. Busch im 75. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Weife geb Möhl Gustel Schmidt geb. Möhl. gräbnis- und Feuerbestattungsordnung der Stadt Gießen folgendes bestimmt: § 1. Mit Geldstrafe vis zu SchelMe o. SL Psd. 48 Braüellfaie Psd. 30 Heinrich Kalbfleisch Televh. 1685. *»*D Besucht die Handele- schale Knnselmannl le beste Nachhille sind meine UebnngS- u. Nachhilfestunden, auch gegen Mittag»- oder Abendttsch. Sckr. Angebote unt 07513 a. d. Giest.Anz. Meiprliwt erteilt gründlichen, billigen Nacbhilleunttrhcht i. Latein, Nranzöi., Englisch. Schr. Ang. u. 07501 a. d. G. Anz. 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Der Hessische Minister des Innern hat durch Verfügung vorn 17. August 1928 zu Nr. M. d. I. II 3574 die in der Sitzung der Stadtverordneten - Versammlung vom 8. Juli 1926 beschlossene Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung l.er Stadt . io|i |i »n . ui.Qc.i über die gärtnerische Unterhaltung von Gräbern durch die Stadt sowie einer Gebührenordnung genehmigt. 9355C Diese Bestimmungen können bei dem städtischen Begräbnstamt (Altes Rathaus, Marktplatz) eingesehen werden. Gießen, den 20. Oktober 1928. Der Oberbürgermeister. 1.23.: Dr. Hamm. Polizei-Verordnung. Auf Grund des Artikels 129b II1 der Städteordnung vom 8. Juli 1911 in der Fassung des Gesetzes vom 15. April 1919 und der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 wird nach Anhörung der Stodtverord- neten-Versammlung und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern alle Arten Seefische nur feinste Nordike- wäre empfiehlt1,7,7D A. KocH NacüUgr. 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II Be. wng it: ichs- J55C WW NdsiD MM* empfiehlt M lq M flfnenübex bet Snflflflioibtk 6pnfe-.und Calais „r- Muffeln /in vrima C/Mlhät . empfiehlt blttiflii iyn Nrueu Baue 7, Teltob. 612. 45D eher- Bor« mgs« Witt o.fi, M 48 t hkhM 1 mit eftot« be- arten ohne itoj- Pid. 30 HelnrKb MM ichs- 58, und enen mmt An« licht» Beucht di« Handel«; tcbulc luMlMÜl 93640 dem n d-n abZU' Setz' züX-tS entrote ift er- eichs- bnete Straß 1 euer« oder M* «der tejiab iSer,2 strafe N ichs- 1 ein« eiche ).). eid)5« l des und An- zu' ibeten oer- M *• «-Ä’ U. auber oem * . bet ntedE vtt len "?? «naeb. u. Schrillt- J Verputz' arbeiten in »«V'S sO «LLSLrn find meine Hebung«' u. Mbilfeüunben, auch denen Jiiflfl»’ ober AbendliM Sckr. Angebote uni. OTolUb*® SWU sssjjs , zu 'Wrtf. Lerot'Ä^ Ilr.251 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 24s. ©Höbet (928 nwi ■■■l«l ------ - ,» —___, ■ Hoover oder Gmich? Worum geht es im amerikanischen Präsidentschastswahrkampf? Bon Dr. Otto Hoetzsch, o. Professor der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. "5X. Unfer ständiger außenpolitischer Mitarbeiter, der von einer Studienreise aus dem Westen der Vereinigten Staaten ^ur Teilnahme an den Vegrußungsfeier- lichkeiten für die Zeppelinbesatzung nach Washington zurückgelehrt war und sich inzwischen auf dem Dampfer „Berlin" zur Rückfahrt nach Deutschland eingeschifft hat, schildert in dem folgenden Aussatz besonders die große Rolle, die die Prohibition, die Frage naß oder trocken iin Kampf um die Präsidentschaft spielt. Washington, Oktober 1928. Vier Wochen lang bin ich vom Rorden, von der kanadischen Greirze bis zum Süden, bis zur Grenze Mexikos, durch den fernen Westen gefahren. Und unter den stürmischen Eindrücken in dieser Europa fast abgewandten Welt, die wirtschaftlich ungeheuer vorangeht, hat schon die äußere Möglichkeit gefehlt, sich zu sammeln und zu schreiben. Das geschieht jetzt in Washington, wo die politische Saison langsam in Gang kommt, wenn natürlich gerade in diesem Jahr sehr viele Politiker durch den Wahlkampf ferngehalten werden. Der W a h l k a m p f ist natürlich auch die Hauptsache. Die Frage, wer das Rennen als Präsident machen wird, steht im Mitte punkt aller Politik. Zunächst ist klar, daß die äußere Politik in diesem Wahlkampf überhaupt keine Rolle spielt. Was die Plattformen bringen, besagt nichts. Was die beiden Kandidaten in ihren Reden sagen, ist entweder von einer wirklichen Anteilnahme an der großen Politik durchaus entfernt, wie in den Reden von Al Smith, oder ist mit äußerster Absicht vorsichtig formuliert, wie in den Reden seines Gegners Hoover. Auch der Kellogg-Pakt und seine Unterzeichnung stehen nicht im Vordergrund der ZeitungserörIrrungen und Reden des Wahlkampfes, geschweige denn das Verhältnis zu einem oder dem andern Lande, oder der Dawesplan und dgl. Was aber sind die inneren Fragen, um die sich der Kampf dreht? Allmählich fliegt auch schon etwas mehr von persönlichen Angriffen hin und her, wenn sich auch der Kampf von Gehässigkeiten in dieser Beziehung fernhält. Das ganze Land steht, soweit es sich überhaupt für Politik interessiert, doch unter dem Eindruck, daß jeder der beiden Kandidaten in seiner Art e i n ganzer Kerl ist. Es sind fast ausschließlich die wirtschaftlichen Fragen, die behandelt werden, und darunter steht an erster Stelle die Krisis der Landwirtschaft mit den Wünschen der Farmer. Bisher sind sie als eine selbständige Partei nicht aufgetreten, obwohl in dieser Klasse genug Ansätze und Möglichkeiten zu einer besonderen agrarradikalen Partei vorhanden wären. Um so mehr suchen die beiden Parteien die Farmer zu gewinnen. Aber man kann nicht sagen, daß auf beiden Seiten die Klarheit besonders groß sei über die Gründe der landwirtschaftlichen Krisis und über die Mittel, mit denen ihr abzuhelfen sei. Dem deutschen Beobachter fällt die weitgehende Parallelität in den kritischen Verhältnissen der Landwirtschaft auf beiden Seiten besonders auf. Reben den landwirtschaftlichen Röteir sind es Fragen, wie die Schutzzollpolitik, die sogenannte „Prosperity", auch die Arbeitslosigkeit und die De- wässerungsfrage mit dem riesigen Projekt des Bvulder-Damm-Baues in Arizona, im ganzen alles nicht gerade sehr zusammenhängende Dinge und jedenfalls kein alles beherrschiendes Schlagwort dabei. Ein solches ist in dem diesmaligen Kampf eigentlich nur die Prohibition. Diese steht sofort im Mittelpunkt, wenn das Gespräch sich um die Aussichten des Wahlkampfes dreht. Dabei wird eigentlich überall zugegeben, daß das nicht gerade eine streng politische Frage ist, und sodann, daß der Präsident, ob er nun Smith oder Hoover heißt, ganz außerordentlich wenig Selb fällt vom Himmel. Roman von Paul Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 25. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Was war das für eine Dummheit gewesen, diesen tollen Menschen allein in die Wohnung Dekeppers zu lassen! Um ein Haar hätte ihn das mit der staatlichen Konkurrenz in unliebsame Berührung gebracht. Als der Berrückte nach einer halben Stunde aus der Wohnung gestürzt kam, bleich und verwildert, batte er den Revolver entsichert. Hatte jenem nicht der Schaum vor dem Mund gestanden? Und dann Dekepper, mitten im zerwühlten Zimmer auf der Erde liegend, wie ein Toter! Gott sei Dank, hatte er bald die Augen aufgeschlagen. Aber was chn betäubt hatte, war nicht aus ihm heraus- zllkriegen. „Wissen Sie es noch immer nicht, wie er Sie betäubte?" Dekepper zuckte bei der Frage zusammen. Er wagte kaum, von dem Wein zu nippen, zu dem ihn Kiewening freigebig eingeladen hatte. Er witterte eit dem schrecklichen Tag immer einen neuen Uebar all. „Indikator ...", murmelte er. „Indikator ober o ähnlich hieß es .. „Quatsch. Ihr Geist ist wohl noch verwirrt, he?" Dekepper nickte. Er glaubte es selber. Und wie die Wohnung zugerichtet war! Als ob die Senegalesen und Madagassen des Weltkriegs darin gehaust hätten. Alles schien umgestülpt. Alle Schubladen waren herausgerissen, die Tapete an verschiedenen Stellen abgerissen und der Aschenkasten des Ofens mitten im Zimmer zwischen den Betten! Kein Quadratzentimeter war ihm entgangen. Das einzig Erfreuliche war, daß jener ßichts gefunden hatte und ihn mit neuen Aufträgen bombardieren mußte. „Was hat denn Ihre Frau gesagt?" „Da war ja schon wieder alles in Ordnung." Dekepper blickte scheu beiseite. „Sie hätte sich sonst zu sehr aufgeregt.' „Und nur deshalb haben Sie uns händeringend gebeten, aufzuräumen?" fragte der andere streng. „Sehen Sie mich einmal an!" tun kann, die jetzige Lage zu ändern. Diese beruht bekanntlich auf dem 18. Zusatz zur Verfassung, der noch unter der Kriegspsychose und unter Ausschluß vieler Stimmberechtigter angenommen wurde, und berauschende Getränke im Lande verbietet. Dabei ist der Prozentsatz, mit dem ein Getränk berauschend wird, schon mit 1 Prozent und höher beginnend gegeben, so daß im Lande nur Getränke mit 1 Prozent Alkohol- zusah und darunter verkauft werden dürfen. Run ist aber den einzelnen Staaten überlassen, in welcher Weise diese Derfassungs- bestimmung ausgeführt werden soll. Die sog. „trockenen" Staaten haben strenge Ausführungsbestimmungen erlassen und wachen darüber. Die sog. „nassen" Staaten sind lässiger und lassen den Verkauf von stärkeren alkoholhaltigen Getränken mehr oder minder ungeschoren. Dazu ist nun, wie alle Welt weiß, und wie es in jedem Prohibitionslande der Fall ist, ein geradezu gigantischer Schmuggel getreten. Der Ausländer wird sich kein Urteil an- maßen, ob diese Prohibitionsgesehgebung gut oder schlecht sei. Er stellt fest, daß sie (genau wie in Rußland oder in Finnland) in ungeheurem Maße umgangen wird, daß sehr viel Bier oder Whisky heimlich fabriziert wird. Was im Gespräch darüber von Gegnern des jetzigen Systems gesagt wird, kommt regelmäßig weniger darauf hinaus, daß man in seiner Freiheit nicht beschränkt sein wolle, und kommt niemals darauf hinaus, daß der sog. „Saloon" schlechtesten Angedenkens, die Bier- und Schnapsschenke, die früher Amerika vergiftete, wiederhergestellt werden solle. Wer den amerikanischen Saloon früher selbst gesehen hat, gibt ohne weiteres zu, daß seine Beseitigung ein Segen ist, und niemand wünscht ihn zurück. Wohl aber geht das Gespräch und die Aktion gegen das System einhellig darauf hinaus, daß unter dem jetzigen System der Prohibition der Sinn für Gesetzlichkeit, die eine Grundlage des ganzen politischen Lebens in Amerika ist, ertötet wird. Besonders die heranwachfende Jugend, die natürlich nach der verbotenen Frucht greift, wird so zur Verachtung des Gesetzes direkt erzogen. Das hält auf die Dauer kein Volk aus und namentlich nicht ein Volk, das unter so demokratischen Einrichtungen lebt wie Amerika! Dis hierher ist die Sache leidlich klar. Dagegen weiß buchstäblich niemand, wie man aus der offensichtlich verfahrenen Lage herauskommen soll. Eine Aenderung des Verfassungs- zusatzes ist fast unmöglich, erfordert sie doch zwei Drittel der Stimmen, die bestimmt nicht aufzubringen sind. Würde eine Volksabstimmung mit 3a und Rein über die Frage veranstaltet, so würde sich ohne jeden Zweifel eine Mehrheit für das jetzige System ergeben. Dazu kommt, daß sonderbarerweise die Anti-AlkohLl- bewegung dort keine ftlnterstützung findet, wo man es erwarben sollte. Die Bierbrauereien und die Weinproduzenten in Kalifornien Haden sich längst um gestellt, verdienen heute eher mehr als früher, so daß von diesen mächtigen Gruppen der Bewegung gegen die Prohibition nichts zu- fließt. Das höchst entwickelte Schmugglergewerbe, die sogenannten „Bootlegger", haben das größte Interesse, daß der heutige Zustand bleibt. Die Ersatzmittel produzierenden Konzerne, wie z. D. die Coco-Cola-Jndustrie, desgleichen. ftlnd schließlich: Was soll praktisch gemacht werden? Der Anti-Prohibitionsbewegung würde genügen, wenn die Fabrikation von leichten Bieren und Weinen freigegeben würde. Aber das stößt rein stimmungsgemäh auf die Opposition der „trockenen" Leute, für die das schon der Anfan g v o'm ilebel ist. So steht man in einem Wirbel von immer gleichen Fragen, Einwänden und Gegeneinwänden, die nun quer durch die Parteien und durch das ganze große Land hindurchgehen. 3n beiden Parteien gibt es Rasse und Trockene. 3n den Städten haben möglicherweise die Anhänger einer Reform die „Nur deshalb." Dekepper sah interessiert nach der Kapelle. „Und Sie wollen auch nichts von dem wissen, was dieser Brod mit ihnen gesprochen hat?" „Nichts. Kein Sterbenswort. Er hatte mich doch betäubt." „Ja, aber womit? Chloroform hätte man gleich gerochen. Und im Faustkampf war er Ihnen doch kaum überlegen. Sind Sie immer noch dagegen, daß man ihn verklagt?" „Ums Himmels willen!" Er sah so verstört aus, daß die andern Gäste schon aufmerksam wurden. Es war nichts aus diesem Waschlappen herauszukriegen, und das Glas Wein hatte er sich schenken können. Es war klar, daß er irgendwie schuldig war. Wer wieweit? Daß man diesem schlappen Kerl keinen gefährlichen Auftrag geben würde, war klar. Höchstens hatte er Schmiere gestanden, und er war entweder aus Angst ausgekniffen ober er war von seinem kühnem Komplizen übers Ohr gehauen worden. Beides sah ihm ähnlich. Tatsache war nur, daß dieser mysteriöse Raub geschehen und daß dieser trübe Kerl dabei beteiligt war. Aber aus der Kenntnis beider Dinge ließ sich für den Okulus Nutzen ziehen. Er wußte längst, daß fein Auftraggeber nicht Brod hieß. Es war nicht schwer gewesen, das herauszubekommen: er hatte beobachtet, daß der junge Mensch im Arbeitsamt ihn kannte, und Martha Rebmann hatte das übrige erkundet. Ob „Brod" oder „Blinsky" — solange er zahlte, würde er Informationen kriegen, über wen er immer wollte. Aber er würde ihn für seine freche Art bestrafen, indem er ihn lange zappeln ließ: Rache f S^as für Geld konnte es nur gewesen fein, dessen Raub nicht an die Oeffenllichkeit sollte? War es nicht das Nächstliegende, daß Brod alias Blinsky es geklaut hatte? Wer wem? Nun, seinem Chef, dem reichen Brodersen. Da konnte er es verschleiern — wenigstens auf einige Zeit —, und das erklärte auch, daß noch nirgend etwas über den Verlust bekannt war. Ob man Brodersen einen kleinen Fingerzeig gab? Ungeahnte Möglichkeiten ergaben sich für den Okulus. Während er zufriedener feinen Wein schlürfte, überlegte er weiter: Brod alias Blinsky hatte ihn Mehrheit, das Land draußen aber ist geschlossen troefen. 11 n t> d i e Kandidaten? Sie haben sich beide ziemlich vertlausuliert geäußert. Aber das ist jedenfalls klar: Hoover trägt den Stempel trocken und Smith trägt den Stempel nah. So ist eine höchst sonderbare Wahlbewegung entstanden, die vielleicht an den Kampf zwischen Gold und Silber vor mehr als dreißig Jahren erinnert, aber noch unklarer und unbestimmter ist, und jedenfalls, tote wiederholt sei. durchaus unpolitisch. Das ist das Bild des Wahlkantpfes. Man sollte in einem solchett nicht prophezeien, aber ich riskiere es doch, und meine, indem ich alle meine Eindrücke zusammenfasse, daß Hoover mit einer knappen Mehrheit das Rennen tnachen wird. So interessant aber der ganze Kampf technisch und psychologisch ist, so unergiebig ist er aus jenen Gründen, die absichtlich breiter dargestellt wurden, im ganzen. Die Opposition gegen die langjährige republikanische Herrschaft ist erheblich. aber die Prosperität dauert im großen und ganzen noch an. Der Wohlstand ist erstaunlich. die Verschwendung mit dem, was verdient wird, und mit dem, was das Land bietet, ist für den europäischen Beobachter geradezu ungeheuerlich Der Optimismus ist nach wie vorder stärkste und belebende Faktor. Da ist kein Boden für eine völlige älmgestaltung. für erneu Umschwung, mit dem das bisherige System einfach umgeworfen würde. Alles das aber ist inneramerikanische Angelegenheit. Wie gesagt, der Wahlkampf trägt keinen außenpolitischen Charakter, und Europa wird einfach abzuwarten haben, wie nach der Wahl, wenn der Lärm verhallt ist, der gewählte Präsident die großen internationalen Fragen anfaßt, denen sich Rordamerika trotz alles Sträubens doch gar nicht entziehen kann, und die gerade im nächsten Präsidentschaftsterin zur Entscheidung treiben: Kellogg-Pakt, Interalliierte Schulden, Dawes-Plan, aber auch Fernen Osten und nicht zu vergessen Mittel- und Südamerika, von denen man im Wahlkampf auch nichts hört! Der arme Chatterton. Oie Tragödie eines Wunderkindes. — Ernst penzowts neuer Vornan. Von Or. Ernfi Heimeran. Der amerikanische Arzt S i d i s zeigte sich erbötig, aus jedem normal veranlagten Säugling einen Universitätsprofessor zu entwickeln und demonstrierte dies an seinem eigenen Sohne, der mit acht Jahren jedem akademischen Wissensstoff gewachsen war. Sidis glaubte so, den Begriff „Wunderkind" ad absurdum geführt zu haben. Was er gezeigt hat, ist aber nichts anderes, als ein Kunststück, das ihm jeder Uhrmacher auf seine Weise nachtut, wenn er die Hemmung aus einem Räderwerke entfernt. Es ist aber nicht die Beschleunigung eines Ablaufes, was mir hier mit dem Worte Wunderkind meinen, sondern eine endliche Leistung. Jener Christian Heinrich Heinecken aus Lübeck, der zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts am dänischen Hof im Alter von drei Jahren über die Geschichte der Hebräer, Aegypter, Assyrer, Phönizier, Perser, Griechen und Römer gelehrt, disputierte, oder jener B a r a t i e r, aus Schwabach ge- bürtia, der fünfjährig mehrere Sprachen beherrschte, sind freilich nichts anderes als herkömmliche Historiker oder Philologen, nur eben im Matrosenkleidchen, nach dem die Geschichts- oder Sprachwissenschaft aber nicht gefragt hat. Die Zahl der Kinder, die gleiches leisteten, wie in einem Amt Erwachsene, ist sehr groß; sie müssen aber da verzeichnet bleiben, wo man unter Abnormitäten und nicht wo man unter den Bedeutsamen des Menschengeschlechtes nachschlägt. Anders verhält es sich mit jenen Erscheinungen, die trotz ihrer Frühreife nicht mehr mit bezogenen Massen zu messen sind, bei denen es sich nicht mehr um Kenntnisse und deren Wiedergabe, sondern um Schöpferkraft und -Schöpfungen handelt, die vor dem Angesicht der Zeiten in Ehren bestehen. Und hier ist es nicht nur jener Mozart, dessen tintenbeschmierte Kinderhände uns schon mit unsterblicher Melodie bedeckt haben. Ihm ähnlich in den, wie es scheint, dafür besonders offenen Sphären der Musik gaben der Welt Unvergessenes Händel, Weber,Mendelssohn, Schubert, Verdi, Liszt schon als Unmündige; Po pes vielgesprochene Ode der Einsamkeit und M e t a ft a f i o s Jlias-Uebersetzung ist die eines Dreizehnjährigen; d an Dyck und Mantegna — Dürers nicht zu vergessen — haben sich ins Gedächtnis der Welt eingezeichnet in Jahren, da Altersgenossen gerade orthographisch schreiben gelernt hatten. Eulers erste grundlegend, mathematische Arbeit war mit fünfzehn Jahren abgeschlossen, und Christopher W r e n vermaß den Himmel als Dreizehnjähriger mit neuerfundenen eigenen Instrumenten. Unter solchen Schicksalen, die es sich lohnt, um der Wunder schöpferischer Begnadung aufzuschlagen, ist das des Thomas C h a 11 e r t o n eines der seltsamsten. Es lenkt uns auf diese Gestalt Ernst P e n z o l d t s neuer Roman „Der arme Chatterton" der soeben im Insel - Verlag zu Leipzig erschienen ist. Thomas Chatterton, in jeder Literaturgeschichte und in jedem Konoersationslexi- auch mit der Beobachtung dieses Grotteck betraut, die er schon längst auf eigne Faust unternommen hatte. Warum? Nun, auch das war klar: Brodersen hatte ein einziges Kind, ein Mädchen von anerkannter Schönheit. War Grotteck, der dort verkehrte, sein Rivale? War er auf ihn eifersüchtig, und suchte er deshalb Material gegen ihn? So was kam vor. Und er, Kiewening, war in solchen Fällen nicht schüchtern gewesen. Wer zahlte, war sein Freund. Warum kam nicht der andre zu ihm? Hatte dieser Grotteck etwas auf dem Kerbholz? Es war immerhin ein sonderbarer Zufall gewesen, daß er gerade damals in ziemlich aufgeregtem Zustand ins Alcazar gekommen war, das ein paar Minuten vom Tatort lag, und daß er Martha Rebmann den Fünfmarkschein hingeschmissen hatte. Wer es konnte auch gut sein, daß er dem hübschen Mädchen imponieren wollte, die er ja nachher ungeteilt hatte. Kiewenina kam zu dem Schluß, daß diese Möglichkeit viel für sich hatte. Auf alle Fälle notierte er: M. R. seinen Geburtstag unauffällig erforschen! Auch das würde kein Beweis fein. Aber eins würde schon zum andern kommen, und sein Scharfsinn würde daraus eine Hauptaktion machen. Unberufen — toi, toi, toi! Er notierte ganz unauffällig weiter: Auftrag an Lichtpauseanstall Obere Flußstraße 7, als ihn ein dumpfes Stöhnen feines Nachbars aus feinen Ueberlegungen riß. Er hatte ihn fast vergessen. „Trinken Sie aus und gehen Sie nach Hause!" befahl er. „Wenn Ihr Kopf wieder klarer ist, suchen Sie mich auf. Es soll Ihr Schade nicht fein." Dekepper gehorchte erleichtert. Während er den schwarzen Wein in schnellem Zügen trank, als ihm gut sein konnte, dachte er: Das ertrage ich nicht länger ...ich bin Ja schlimmer dran als ein gehek- ter Hund ... am besten, ich gehe gleich auf die Polizei und zeige alles an, chn und mich ... bann ist alles vorbei ... „Sie gehen bireftemang nach Haufe, verstanden!" fuhr Kiewening chn an. Dekepper duckte sich. Hatte dieser Mensch feine innersten Gedanken erraten? Mit einem schüchternen Gruß schlich er hinaus. Als Kiewening nach ihm aufbrechen wollte, sah er Fährmann in bas Lokal treten. Er winkte ihn eifrig fon verzeichnet, würbe 1750 als der Sohn eines Küsters zu Bristol geboren unb entzündete sich früh in einer Umwelt, wo Gottesäcker und Kirchen von der Vergangenheit redeten, zur Nachahmung erst und dann zur dichterischen Erschaffung von Ahnenzeiten und Ahnengestalten. Seine Hauptfigur ist ein Priester Rowley, den er das Leben seiner glühenden mittelalterlichen Phantasien leben - läßt. Chatterton begnügte sich aber nicht, die so in ihm erregten Bilder als einen Roman etwa hinauszustellen, sondern beginnt schon im zartesten Alter sein Poesien in eine dem Mittelenglisch genäherten Sprache zu kleiden, sie kunstvoll auf übernommenes Pergament niederzuschreiben, um diese Schriftstücke endlich mit Hilfe von Ocker, Kohlenstaub und Schmirgel als echte Dokumente erscheinen zu lassen. Es gelingt ihm so schon als Schulknabe, zünftige Gelehrte zu täuschen. Indessen führt er das Leben bitterernster Armut. Seinen Vater hat er nicht mehr gekannt. Sarah, die jugendliche Mutter, bringt sich mühsam fort. Er lebt in der Armenschule; als Fünfzehnjähriger duldet er bei einem verknöcherten Advokaten harte Lehrzeit. Zuletzt setzt er auf London, sieht sich dort aber völ - l i g verspielt. Siebzehnjährig, am 24. August 1770, endet er selbst sein Leben durch Arsenik. Seine Dokumente, allmählich als Fälschungen, aber als Werke eines Dichters von Rang erkannt, führen ihn nach dem Tode triumphierend in den Kreis der Laureati ein, denen er im Leben vergeblich versucht hatte, nahe zu sein. Penzoldt hat uns aber, historisch Verbrieftes mit dichterisch Verbrieftem verbindens, nicht nur dieses kuriose Einzelschicksal nahegerückt. Chatterton ist die Gestalt des schöpferischen Kindes schlechthin, das die herkömmlichen Male aller Frühreife trägt — als da sind: Abneigung gegen Schlaf und Speise, eine zarte Körperlichkeit, sonderliche Verbundenheiten mit dem Kosmos (Chat- teüon ift dem Monde untertan) — das vor alledem aber mit einer bewußten Künstlerschaft, mit einem sicheren Wissen um Sendung begabt ist. Schon als Knabe bittet er, man möge ihm einen Becher malen mit einem flügelbreitenden Engel, „damit er meinen Namen der ganzen Welt verkünde". Die besondere Tragödie Chattertons liegt dabei in dem Umstande, daß er sich hinter feinen gedichteten Figuren, hinter seinem Rowley wie ein Gaukler verbergen muß. In dem Maße nun, als ihm dieser heimliche Triumph nicht mehr genügt, als er begehrt, mit seinem eigenen Gesicht und Namen angesehen zu werden, als er erwachsen wird und nach literarischer Oeffentlichkeit trachtet (London), schwindet feine schöpferische Kraft, „geht das Wunder von ihm", löscht er aus und löscht fick) aus. Die Manuskripte Chattertons bewahrt, soweit sie nicht durch die um den Ruf ihres Sohnes falsch besorgte Mutter verbrannt worden sind, bas British Museum in London neben denen der größten Meister. heran und hatte die Genugtuung, daß er sich zu ihm setzte. Die Kapelle hatte eben ein Potpourri beendet, und die Klavierspielerin ging einsammeln. Ehe sie das Podium verließ, irrte ihr Blick suchend über das Publikum. Sie seufzte: Kurt Grotteck war wieder nicht da. „Erzählen Sie einen neuen Schwank aus Ihrem Leben, Herr Kiewening." Der andere war gleich dabei. Wenn man ihm glauben konnte, hatte er einen Bankdefraudanten erwischt. „Ein bummer Junge, aber anfangs hat er es uns schwer genug gemacht. Eben aus lauter Dummheit. Keine Fingerabbrücke, ba er sowieso immer in Handschuhen ging. Und er trat kontraktlich an jenem Tag aus der Bank, an dem er das Ding drehte. Ein Scheckformular hat er sich aber noch rechtzeitig zu besorgen gewußt." „Wieviel?" fragte Fährmann interessiert. Kiewening zwinkerte ein wenig. „Fünftausend Mark hat er unterschlagen. Er war, wie gesagt, ein blutjunger Anfänger. Wie weit kommt man benn heute mit fünftaufenb? Prosit übrigens!" Fährmann lachte. „Das wäre gerabe das, was meines Vaters Sohn brauchte, um ein nützliches Mitglieb ber menschlichen Gesellschaft zu werben. Ich würde bannt ein Konkurrenzlokal zum Alcazar eröffnen ..." . . und Ihr bester Gast fein", vollendete Kiewening. „Kennimus. Geist Ihr GesckM benn „Nie sollst du mich befragen ...", grölte Führ- mann. Er hatte schon einiges an diesem Tag ge- trunken. Martha trat an den Tisch unb hielt den Sammel- teilet hin. Fährmann legte ein Zehnpfennigstück darauf und versuchte, zärllich zu werden. Ob sie noch frei fei. Sie ging, ernst, ohne eine Miene zu verziehen. Kiewening schien sie gar nicht zu kennen, „Ihr Freund Grotteck hat bessere Chancen", meinte dieser lachend. „Ja, der Baron ist jung unb reich. Wer will ba- gegen aufkommen?" „Er ist also wohlhabend?" Kiewening spitzte die Ohren. (Fortsetzung folgt.) hat nie GSld für fo etwa- ost, daß das Moskauer angegriffen. Man erfand den Ausdruck „Stanis. lowerei", der unter den Schauspielern der Kaiser« Mahnung gründete ich den „Moskauer Verein für Kunst und Literatur", aus dem sich das Moskauer Kunst lertheater entwickelt hat, das kommt stehen, wird. bildet denn unser Theater ausgegeben. Man behauptet Künstlertheater sehr einen ehrlichen Gegner, dessen Romen ich, da er heute noch lebt und weiterarbeitet, nicht nennen will. Dieser Kritiker erzählt in seinen vor kurzem erschienenen Erinnerungen, daß ihn der Redakteur eines führenden Pariser Blattes seinerzeit gefragt habe, wieviel er für seine Gegnerschaft von mir bezahlt erhalte. Als der Kritiker den bei uns berühmt gewordene Katschalow, zu uns über, und gerade sie wurden die eifrigsten Anhänger unseres Theaters. mich, wie er sagte, „vor dem Unfug, jeden Schund zu spielen". Unter dem Eindruck dieser ernsten rischen Geschmack hatte, war ich so beschämt, daß ich kaum weiterspielen konnte. Mein Vater gab mir den Rat, einen literarisch gebildeten Schauspieler-Verein ins Leben zu rufen, und warnte Als die Regisseure des Kaiserlichen Schauspielhauses auf unsere Inszenierungen aufmerksam wurden und versuchten, bei uns zu lernen, wur- die beste Reklame und muh daher bezahlt werden". Als ich das las, konnte ich nur lachen — den sie von vielen Zeitungen he.tig angegriffen. Allerdings hatte ich unter den Kritikern auch neten unser Theater als einen „armseligen Dilettanten-Verem". Allmählich gingen aber viele Schauspieler aus kleineren Städten, darunter der lichen Theater als Schimpfwort galt. Berühmt gewordene Schauspieler kleinerer Bühnen bezeichn am 27. Oktober dieses Jahres sein 30jähriges Jubiläum feiern kann. Unser Theater wurde, wie damals alles Reue, von der Kritik stark Der weltberühmte Gründer und Leiter des Moskauer Künstlertheaters weilte für einige Tage in Berlin. Linser Mitarbeiter, dessen Vater mit Stanislawski befreundet war und den Wert seines Theaters als einer der ersten russischen Kritiker erkannte, hatte Gelegenheit, sich mit dem schwer zugänglichen Künstler ausführlich zu unterhalten. mantische und noch viele andere Arten von In- szenierungen. Rach meiner Lieberzeugung gibt es nur eine einzige Quelle, aus der das Theater schöpfen kann: das ist das Erlebnis des Schauspielers. Wo kein Erlebnis vorhanden ist, gibt es keine Kunst. Das Erlebnis ist das Primäre, dann kommt die Technik, das Handwerkliche der Schauspielerlunst. Ich beschäftige mich zur Zeit sehr viel mit dem überaus schwierigen Problem, Opern zu inszenieren. Ist auf dem Gebiet des Sprechtheaters schon sehr vieles erreicht, so hinkt die Oper immer noch in ihren Inszenierungen nach, und auf dem musildramatischen Gebiet läßt sich also noch vieles machen. Man bemüht sich jetzt, die „richtige" Oper — die alten Italiener, Redakteur erstaunt fragte, was er damit meine, erwiderte ihm der Franzose: „Jedes literarische Theater, das etwas auf sich hält, muh einen literarischen Gegner haben. Solche Obvoiitlon erhöht das Interesse für das Theatc , macht Oberhsffen. Lt ris Gicftcn. J Lollar, 23.Oft Zu dem Bericht über die in Aussicht stehenoen Winteroeranstal- tun gen der hiesigen Vereine verdient ergänzc-^d erwähnt zu werden, dah der „Turn- und Gesangverein" (Dirigent: Fortbildung^ schullehrer Eberle) am 17. Rovember das im westlichen Teil der neuen Fabrik zu too die Eisengießerei untergebracht Den mittleren Teil der neuen Fabrik die Formerei, den östlichen die Schlosserei und Dreherei. Das gesamte neue Fabrikgebäude hat eine Länge von 58 Meter, eine Breite von 16 Meter. Da die chemische Fabrik im vorigen Jahr von der Friedrichshütte verlegt wurde, wird diese Stätte, wo bereits vor vier Jahrhunderten eine rege industrielle Tätigkeit herrschte, bald veröden. Man hat daran gedacht, hier eine Förster- Wohnung einzurichten, vielleicht auch eine ® a stwirtschaft, wie sie früher längere Jahrzehnte bestand. — Am Sonntag hielt die hiesige e t to i [ I i g e Feuerwehr, die eine ötarte von 162 Mann hat, ihre letzte Llebung für dieses Jahr ab. Insgesamt hat sie sechs -Hebungen abgehalten. Rach Schluß der -Hebung unternahmen die Mannschaften einen Zug durch öie Stadt, mit ihrer Kapelle an der Spitze, ^ann begaben sich die Feuerwehrleute zum „öolntjer Hof , wo man noch einige muntere Stunden bei Konzert und reger, geselliger ilnter- haltung verbrachte. . , häufig seine Richtung ändere. Ich kenne aber überhaupt keine bestimmte sucht, besonders aus den Filialorten. Abends fand in der Turnhalle ein Wohltätigkeitskonzert für die Wiederherstellung der Stadtkirche statt, doS sich eines sehr zahlreichen Zuhörertreises aus Ridda und den umliegenden Or.schasten erfreute. Zur Eröffnung der Feierlichleit begrüßte Pfarrer Laut die Gäste und die Milwirkenden, besonders von den letz.er en Kreis ärektor Dr. Gähner, Wilhelm Appel um) Frau Adam, die alle drei in hochherziger Weise ihre musikalische Kunst dem guten Zweck dienstbar machten. Krcisdirektor Dr. Gähner trug mit technischer Vollkommenheit und in gefühlvoller Weise auf dem Flügel die Bachsche Fantasie con Fuge O-Dur und „Ausschwung" und „In der Rächt" von Robert Schumann vor und erntete dafür, sowie für seine fetnfinnige Begleitung der Lieder von Frau Adam (Sopran) und von W. Appel (Tenor) großen Beifall. Die beiden letz genannten Mit- wirkenden verfügen über vorzügliche Stimmen und reiche musikalische Auffassung. Sie wurden ebenfalls mit wohlverdientem Beifall der Zuhörer ausgezeichnet. Sehr ansprechend waren auch die Chöre des Gesangvereins „Sänger» kranz" von hier, der unter der meisterhaften Leitung des Iustizinspektors Dapper dahier seinen auf vielen Sängersesten bewähr en glänzenden Leistungen wieder ein neues Ruhmesblatt hinzufügte. Der eindrucksvolle Abend bot allen Musik- und Gesangsfreunden einen edlen Genuß wofür Pfarrer Laut den auswärtigen und hiesigen Mitwirkenden in herzlichen Worten dankte. Dem Kirchenbaufonds konnte ein ansehnlicher Betrag überwiesen werden. △ Echzell, 23. Oktober. Bei dem hier gegenwärtig vorgenommenen Umbau der elektrischen Leitung der Ueberlandzentrale geriet der verheiratete Installateur Naumann aus Büdingen dadurch in große Lebensgefahr, daß Stanislawski will die Öfter reformieren Aussprache mit Rußlands berühmtem Regisseur. Von Dr. Alexander von Andreewsty. an anderen Orten mit großem Biisall aufgenommene Singspiel „Glockentürmers Töchterlein" von Horst mit Orchester, Frauen- und gemischtem Chor, zur Aufführung bringen wird. * Daubringen, 23. Ott. Die hiesige Frei- willige Feuerwehr, die erst in diesem Frühjahr gegründet wurde und aus nahezu 50 aktiven Mitgliedern besteht, hielt am Sonntagabend im Saalbau Schäfer ihre erste Familien- Zusammenkunft ab. Das 25 Mann starke Musik- Meherbeer, Verdi — vom Musikdrama Wagners und seiner Rachfolger zu unterscheiden. Die Bezeichnung „Musikdrama" ist aber im Grunde genommen nichts anderes als ein Wortspiel, denn jede Oper ist ja ein durch Musik illustriertes Schauspiel, also ein Musikdrama. Ich versuche bei meinen Inszenierungen von Opern, die Regie aus dem Geist der Musik zu gestalten. Ist die Musik impressionistisch, so muß auch die Inszenierung in diesem Stil gehalten sein. Bei einer realistischen Musik, wie man sie z. B. bei M u s s o r g s k i findet, ist eine entsprechende naturalistische Inszenierung am Platz. Ich versuche eine harmonische Vereinigung des Rhythmus und des gesungenen Wortes zu erreichen und erstrebe eine vollendete Harmonie zwischen den schauspielerischen Vorgängen und der Musik. Bis jetzt haben wir Tschaikowskis Opern „Eugen Onegin" und „Pique Dame", Rimsky Korsakows „Zarenbraut" und „Mainacht", sowie Puccinis „Boheme" herausgebracht. Itztzt arbeite ich an der Inszenierung von „Doris Godunow", der jedoch in Mussorgskis ursprünglicher Fassung auf die Bühne kommen soll. Bekanntlich hat Rimsky Korsakow die „barbarischen Kraßheiten" des Autodidakten Mussorgski, wie er sich ausdrückte, glätten wollen und dazu die ur- krüstige Musik Mussorgskis instrumentiert. Die Instrumentierung im Sinne Wagners ist ihm auch glänzend gelungen, doch ist viel Cigentüm- liches dabei verloren gegangen. Run ist es nach jahrelanger Arbeit gelungen, die ursprüngliche Fassung dieses musikalischen Volksdramas zusam- rnenzuftellen. Es ist eine dankbare Aufgabe, dieses Werk, das wie kein anderes das russische , Voll musikalisch darstellt, freilich auch vor keinen Kraßheiten zurückschreckt, so darzustellen, wie es der Komponist gewünscht hat, der, nur um sein Werk überhaupt aufgeführt zu sehen, sich zahlreiche Striche gefallen lassen mußte. Ich arbeite zur Zeit nicht nur im Theater, sondern beschäftige mich mit der Riederschrift meiner künstlerischen Erfahrungen. Lieber mein Leben als Privatmensch habe ich schon ein Buch geschrieben; ich bin ja Zeuge einer unglaublichen Entwicklung aller Lebensverhälbnisse gewesen. Als ich geboren war, waren Wachskerzen eine festliche Beleuchtung. Ich habe den Sprung bis zum elektrischen Scheinwerfer, von der Troika zum Luftschiff, vom Segelboot zum Llnterseeboot, vom Feuersteingewehr zum Minenwerfer und von der Leibeigenschaft zum Bolschewismus miterlebt. Ich habe den Aufstieg Gorkis, dessen „Racht- asyl" in unserer Inszenierung im Auslande den Ramen Gorkis bekanntmachte, erlebt, bin öfters mit Tolstoi zusammengekommen und habe sämtliche Dramen Tschechows uraufgeführt. Lenin, der ein großer Freund unseres Theaters war, kam öfters ml Tschechows „Onkel Wania". Dieses melancholisch-romantische Schauspiel war sein Lieblingsstück. Er saß andächtig lauschend im Hintergrund einer Loge. Jedoch habe ich ihn persönlich nie gesprochen. Die Sowjet-Regierung ist unserem Theater in jeder Beziehung ent» aegengekommen. Lieber geschäftliche Angelegenheiten habe ich stets mit Trotzki verhandelt. Was mein obenerwähntes Buch anbelangt, so soll es „Tagebuch eines Schülers" heißen und mehrer« umfangreiche Teile umfassen: die Arbeit des Schauspielers, die Arbeit an mir elbst und di« Geschichte einer Inszenierung — ö. h. wie eine Inszenierung zustande kommt. Ein zweites Buch wird sich mit der Arbeit des Regisseurs befassen, während sich das erste nur auf die Arbeit des Schauspielers bezieht. Ein drittes Buch will ich dem vielumstrittenen Problem der Oper und ihrer schauspielerischen Verkörperung widmen. Ich möchte alle bei mir angeführten Beispiele durch Filmaufnahmen illustrieren. Ich suche zur Zeit jemand, der mir diesen Film machen würde, hohe aber bisher noch niemand gefunden. Der Film müßte ein Anhang zum Buche sein, das sich auf die Filmstreifen beziehen würde. Außerdem möchte ich, gleichfalls als Anhang zu meinem Werk, Grammophon-Aufnahmen machen? um verschiedene Arten der Deklamation, von denen im Buch die Rede ist, festzuhalten. Ich fahre bald nach Moskau zurück, wo wir ein neues russisches S'ück, „Die Blockade", herausbringen. Außerdem hibe ich vor, den „Othello" mit unserem alten Darsteller Leonidow in der Hauptrolle zu inszenieren. Linser Spielplan muß immer vielseitig bleiben." Kreis Friedberg. 2$. Dad-Rauheim, 23. Okt. Das Aus- fischen des großen Teiches lockte heute zahlreiche Zuschauer an. Auch die Schulen von hier und Friedberg ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, dem seltenen Ereignis beizu- wohnen. Die Deute war, da nur die größten Fische gefangen wurden, nicht so groß, wie man erwartete. Sie mag etwa 40 Zentner betragen. Gin Teil der Fische wurde an Ort und Stelle cm Einheimische verkauft. Der Hauptteil aber, der zunächst zu einem „Reinigungsbad" dem städtischen Schwimmbad anvertraut wurde, geht nach auswärts. am. Staden, 23. Okt. Schon über ein Jahrzehnt war das wuchtige E i ch e n k r e u z auf dem Turme unserer im Stile der Aufklärungszeit gebauten Kirche ohne Querbalken in zerstörtem Zustande stehengeblieben. Jetzt wurde bei einer Dachausbesserung durch Dachdecker Volp-Fried- berg auch das Turmkreuz wieder hergestellt. — Das Schmerzenskind der ganzen Gemeinde ist unsere Wasserleitung. Obgleich es täglich regnet, so daß teilweise schon wieder Wasser auf den Wiesen steht, kann man hier aus unserer Wasserleitung täglich nur innerhalb von vier Stunden Wasser entnehmen. Da wir in jedem Jahre über ähnliche trostlose Wasserver- hältnisse zu flogen haben, wäre unsere Gemeinde froh, wenn endlich einmal vom Kulturbauamt tn Friedberg energische Schritte und ganze Arbeit getan würden. Kreis Bild' gen. „ Ridda, 23. Okt. Die nach Durchführung der Feldbereinigung jetzt beendete Reuver» Messung der hiesigen Gemarkung ergab einen Flächeninhalt von insgesamt 3 9 4 8 M o r - gen. Davon entfallen auf Hofreiten 136, Grab» land 156, Ackerfeld 1516, Wiesen und Weiden 1144 Grasgärten 62, Wald 324, Eisenbahnen 65, Oedland 123, Straßen, Wege und Bäche 412 piiorgen. Die Reuvermessung wurde in den letzten 8 Jahren vorgenommen. nd. Vidda, 23. Okt. Am Sonntag wurde im hiesigen Kirchspiel das Erntedankfest gefeiert. Der Hauptgottesdienst in der Turnhalle toaT? f° ^Cf hie ^hr großen Räume vollständig von Andächtigen gefüllt waren Die Mädchen Vereinigung verschönte die Feier durch Wechselgespräche von passenden Bibelsprüchen und Wechselgesängen mit der oberen Mädchenklasse der Volksschule beim Altardienst. Der Altar und dessen Umgebung waren mit Früchten aus Garten und Feld geschmückt. Dekan Scriba hielt die Festpredigt unter Zugrundelegung des Gleichnisses vom reichen Kombauer über Gottes- besih und Erdenbesih des Christen. Der Rach- 'nittagsgottesdienst war ebenfalls recht gut beer bei Anlegung neuer Leitungsdrähte an einem Dachständer einen Draht erfaßte, in dem der Strom noch nicht abgestellt war. Er erhielt einen elektrischen Schlag und wäre sicher abgeftürzt, wenn er nicht glücklicherweise angefeilt gewesen wäre. Jämmerlich rief der Verunglückte um Hilfe, die ihm auch bald gebracht werden konnte. Bewußtlos wurde er zur Erde befördert und konnte sich erst wieder nach längerer Zeit erholen. 1" Hirzenhain, 23. Okt. Die Verwaltung der Eisenwerke Hirzenhain läßt auf dem ihr gehörenden Gelände in der Straße nach Llsen- born zwei Wohnhäuser für Werks- beamte errichten, um so dem herrschenden Mangel an derartigen Wohnungen etwas entgegenzuwirken. Mit dem Bau wurde in den letzten Tagen begonnen und man hofft, beide Häuser noch vor Eintritt des Winters im Rohbau fertigstellen zu können. + Aus dem Niddertal, 23.Oktober. Aus Anlaß des „Kalten Marktes" in Ortende r g, der vom 29. bis 31. Oktober abgehalten wird, sieht man in den Dörfern der Umgebung von Ortenberg schon feit geraumer Zeit groß e S ch a - r en Zigeuner, die alle als Reiseziel den Ortenberger „Kalten Markt" haben. Kreis Schotten. □ Laubach, 23. Oft. Die Arbeiten an dem neu en Fabrikgebäude der Firma Adolph R ö m h e l d (gegenwärtiger Inhaber Philipp Römheld), westlich unseres Bahnhofs, sind soweit gediehen, daß die neue Anlage voraussichtlich im kommenden Monat bezogen werden kann. Die Ausführung verschiedener größerer Aufträge, die bald zu erledigen sind und deshalb noch tn Der alten Eifergießerei auf Der FrieDrichshütte bei Ruppertsburg zu erfolgen hoben, wirD Dieileber» fieDelung in unser StäDtchen etwas verzögern. Gegenwärtig WirD an Der Fertigstellung Des netten Kupolofens gearbeitet. Di «-er Ofen . Rudingshain, 23. Oktober. Unsere Gemeinde veranstaltete zu Ehren des nach 45jähriger segensreicher Wirksamkeit im hiesigen Orte in den Ruhestand getretenen, jetzt nach Schotten übersiedelnden Lehrers Karl L i n ck eine herzliche A b » schiedsfeier. Im Gottesdienst, der zu Ehren des verdienstvollen Schulmannes gafl-j besonders ausgestattet wurde, würdigte nach einem stimmungsvollen Gesangsoortrag des Männergesangvereins Pfarrer Römer in feiner Predigt die hohen Verdienste Lincks um das kirchliche Leben in unserer Gemeinde, der er 45 Jahre im Organisten- und Lektorendienst treu gedient hat. Der Superintendent für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, überbrachte ein Anerkennungsschreiben der Landes- kirchenregierung an den Jubilar, den er in erhebender Ansprache feierte. Dekan Volp (Laubach) sprach dem hochgeschätzten Manne gleichfalls herzlichsten Dank im Namen des Dekanats aus. Am Abend bereitete die Gemeinde in dem mit Tannen- grün und Blumen geschmückten Hosmannschen Saale ihrem allgemein beliebten Lehrer eine außerordentlich stark besuchte Feier, an der auch zahlreiche Ehrengäste teilnahmen. Der Musikverein und der Gesangverein leiteten den Abend mit schönen Darbietungen ein. Darauf hielt Bürgermeister Hartmann die Begrüßungsansprache, in der er u. a. Darauf hinwies, daß Rudingshain sich mit seinem Lehrer Karl Linck dadurch für immer verbunden fühle, daß es ihn in Anbetracht seiner großen Verdienste um die Gemeinde zum Ehrenbürger ernannte. Der Redner sagte dem Scheidenden auch bei dieser Gelegenheit noch einmal herzlichsten Dank für all die reichen Gaben, die er in feiner 45jähri- gen Wirksamkeit unserer Einwohnerschaft zukom- men ließ. In Ansprachen von Beigeordneten Hof - m e i st e r, Bürgermeister Deubel, Pfarrer R ö • mer, Bürgermeister Menge! (Schotten), Schulrat Kinkel (Schotten) und Lehrer Braun (Rüsselsheim) wurde Karl Linck ebenfalls in herzlichster und verdienter Weise geehrt. Kreisdirektor Geh. Reaierungsrat Boeckmann (Schotten), der aus Gesundheitsrücksichten nicht Augegen sein konnte, gedachte des bewährten Schulmannes in einem herzlichen Schreiben. Lehrer Linck sagte in einer tiefbewegten Ansprache allen, die seiner so überaus liebevoll gedachten, aufrichtigsten Dank, und er betonte dabei, daß er sich stets mit Rudingshain eng verbunden fühlen werde. Bürgermeister Hartmann sprach noch allen Mitwirkenden an der feierlichen Ausgestaltung des Abends den Dank der Gemeinde aus. Darauf verblieb man noch einige Stunden in bester Geselligkeit zusammen. Eichelsdorf, 23. Oft. Das am Sonntag abgehaltene Erntedankfest war von Den beiden Gemeinden des Kirchspiels so stark besucht, daß der letzte Platz der Kirche beseht war. Die Konfirmanden führten ein Festspiel auf, in dem sie mit sinnigen Begleitworten die Früchte des Feldes zum Altar brachten. — Die R e u - wahl des Kirchenvorstandes soll am nächsten Sonntag durch die Kirchenvertretung vorgenommen werden. I Ober-Lais, 23. Okt. Llnsere Gemeinde hat im Kirchweg, der Straße nach Llnter-Lais. umfangreiche Reupflasterungen Der Gossen vornehmen lassen. Dabei wurde durch eine verbesserte Anlage dieser Gossen streckenweise eine Verbreiterung der Straße um nahezu einen Meier erreicht, was sich angesichts des ständig anwachsenden Verkehres und des Betriebes der Autolinie sehr angenehm bemerkbar macht, insbesondere, nachdem nunmehr au_ch Die Provinz, in deren Llnterhaltung Die Ortsdurchfahrt steht, Die Ausstückung unD Beschotterung Der neu gewonnenen Straßenstücke Durchgesühri hat. — Das elektrische Ortsnetz Des zu unserer Gemeinde gehörigen Weilers Llnter-Lais wird zur Zeit auf Die neue Betriebsspannung von 220 Volt umgeschaltet. Ein neues steinernes Transformatorenhaus ist an Die Stelle des alten, im Laufe der Jahre windschief gewordenen Holzbaues getreten. Die Llmschaliung legt den Einwohnern von Llnter- Lais insofern Kosten auf, als sie die Kosten der Auswechslung der Dirnen selbst zu tragen haben. Rach Durchführung der Llmschaliung soll der Ausdrusch des Getreides in LLnter-Lais erfolgen, da dann die in früheren Jahren bei der Inbetriebnahme der Gemeindedreschmaschine sich ergebenden Schwierigkeiten weggefallen sein werden. I Glashütten, 23. Okt. Als erstes, sichtbares Ergebnis Der Feldbereinigung in unserer Gemarkung werden soeben Die Arbeiten zur ® e - rabelcgung und Regulierung des Hillersbaches, unterhalb des Dorfes, durch- gesührt. Es ist zu hoffen, daß nach der Erledigung dieser Arbeiten die Lleberschwemmungen, denen die besten Wiesen der Gemarkung und auch große Teile des Dorfes bisher häufig aus- gesetzt waren, der Vergangenheit angehören werden. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 23. Oft Dieser Tage wurde in unserer Stadt mit den Kanalisier u n g s a r b e i 1 e n, veranschlagt zu 27 500 Mk., an der Kapelle begonnen. Soweit es die Witterungsverhältnisse zulassen, werden Die Arbeiten auch in der rauhen Jahreszeit fortgeführt, da jetzt, nach Deendigung Der Feld- unD Druscharbeiten, Arbeitslose eingestellt werden können. Das Llnternehmen ist zwar kostspielig, aber es Dürfte sich in Der Folgezeit als eine Wohltat erweisen. Zweck dieser Kanalisation ist, die Abwässer aus den Küchen und das Regenwasser möglichst unterirdisch abzuführen. Bereits vorhandene Heinere Kanäle werden tn Den Hauptröhrenstrang eingeführt werden. Ein riesengroßer, aber jugendlich schlanker Zusammenkunft ab. Das 25 Mann starke Musik- I weißhaariger Mann ist Stanislawski, un- korps der Freiwilligen Feuerwehr Lollar unter glaublich rüstig für seine beinahe 70 Jahre. Frisch Geltung seines Dirigenten Fr. Deines kon- und lebendig schildert er seine abenteuerliche, zertierte unter großem Beifall der dankbaren Zu* I abwechslungsreiche Entwicklung und teilt Einzel- Hörer. Kam. Bürgermeister Heinr. Preis be- Helten aus seiner gegenwärtigen Arbeit mit. grüßte die zahlreich Erschienenen und häufte be- „Meine ganze Tätigkeit," sagt er, „war eigent- sonders den Kameraden der Gießener und der lich eine ununterbrochene Arbeit an mir selbst. Lollar er greife. Feuerwehren, die der Einladung Mein Vater, Sergej Alexejew, war ein reicher gefolgt waren, zumal diese Kameraden auch bei Geschäftsmann; ich lernte daher in Der Kindheit Der Gründung der Wehr hier wellten. Kam. keine Rot kennen und hatte in dem reichen Wen z el, Gießen, dankte für die kameradschaft- Elternhaus sogar Gelegenheit, sämtliche damals liche Einladung und Begrüßung und wünschte I anerkannten Größen der Literatur und Bühne der jungen Wehr weiterhin ein ersprießliches aus der Nähe zu beobachten. Als junger Mann Zusammenarbeiten zum Ruhen der Freiw. Wehr wurde ich Ehrendirektor der „Russischen Musik- Saubringen und zum Segen der Gemeinde. Kam. gesellschaft" und beteiligte mich außerdem oft Lehrer Henkel brachte ein „Gut Wehr" auf an Dvle11anten vorst ellun gen von zweifelhaftem das Mufflkorps aus. Rach Abwicklung des Kon- Wert. Als ich einmal im Publikum meinen zert-Programms spielte die Kapelle zur Freude Vater erblickte, der einen ausgezeichneten litera» Der Jugend in flotter Weise zum Tanze auf. “ " - - • •- - - Die Feier verlief in echt kameradschaftlicher Weise und befriedigte allgemein in hohem Maße. O Ellmbach, 23. Oft Der Iungmänner- bunD der hiesigen altlut he rischen Gemeinde hat hier ein schmuckes Jugendheim errichten las en, das am vorigen Sonntag durch den Geistlichen Der altlutherischen Gemeinde zu Allendcrf a. d. Lumda, Pfarrer S t a l l m a n n, seine Weihe erfuhr. Zu der Feier hatte sich eine stattliche Besucherzahl von auswärts eingefunDen. Damit ist nun ein schöner Versammlungsraum geschaffen, Den man hier lange entbehren mußte und der geeignet ist, in gleicher Weise kirchlichen und LlnterhaltungIzwecken zu Dienen. Die Jugend besitzt nun einen Raum, wo sie, dem Gasthaus fern, Die langen Winterabende in schöner Llnterhaltung verbringen kann. Durch Die Errichtung einer Bühne ist Die Möglichkeit zum Theaterspielen gegeben. Anläßlich Der Einweihung hat die Jugend schon ihre K-.mst zeigen formen. _ Ein Herd, in einem Rebenraum aufgestellt, bietet selbst Gelegenheit zum Kaffeekochen. LI Rodhelin a. d. Horloff, 23. Ott. Auch unsere Gemeinde trägt sich mit dem Gedanken, ein Denkmal für die im Weltkrieg Gefallenen zu errichten. Die bereits seit langer Zeit gesammelten fteiwilligen Gelder brachten ein schönes Ergebnis; der noch fehlende Teil wird aus der Gemeindekasse zugelegt. Die Plahsrage ist dahingehend gelöst, daß dos Denkmal auf einen hochgelegenen, sich im Westen an die Friedhofsmauer anschließenden Play gestellt wird, so dah es auf den zu- führenden Straßen von Hungen und Steinheim von weither sichtbar ist. Der Durchbruch der Friedhofsmauer gewährt den Zutritt von Kirche und Friedhof aus. Das Denkmal, das in feinem Größenverhältnis mit der hinter ihm stehenden hohen Kirche im Einllang stehen muh, wird wahrscheinlich ein etwa 6 Meter hoher Obelisk sein, an dessen beide Seiten sich Mauerwerk mit Den Ramenstafeln Der Krieger an» schlicht. Der Entwurf stammt von Regierungsbaurat Kuhlmann, Gießen, und hat den ein- j stimmigen Beifall der Dentmalskommission gefunden. Man hofft, das Denkmal am 2. August 1929, dem Jahrestag des Kriegsbeginns, ein» weihen zu können. Richtung in der Inszenierung, denn jede Einstudierung muß individuell aus dem Geist des Werkes heraus geschaffen werden; deshalb gibt cs bei uns impressionistische, naturalistische, ro- J’Bet; 7 Fabrik £ Ä LZ >°rig" Da Ur^^ohr h. 4e. Si,1? hier' -bald Z^ge J- kine % -^öen iefäMl si*»S Affi «ää'uF durch 1 n'sA6*- ,,9K' <ät. ^««fc sxnS" "'m 1»Ä •tfitSt: »ä3 ? ¥tor-ih,n »<• tilar, den »,7« t, 5’ «" ®»lp Äffl Dekanais aus Am Sin?e«niit&iZ Saale anL£mP**. Zahlreiche Lni * ur,eln und der ß’enö mit schönen Dar. Bürgermeister Hort- prache, in der er u o N M mit feinem LS wbunben J®5( 'ei"eT grohen Der. • zm Ehrenbürger er- bem scheidenden auch bei °mmal herzlichsten Dank die er in seiner ». Einwohnerschaft £m. °Dn Beigeordneten chos. Deubel, MmrSiä- ugel (6d)oütn), Schul. w Lchrer lS ro u n sNs. Ebenfalls in herzlichster 'ehrt Kreisdirettor Geh. n n (Schottens, der aus : zugegen sein tonnte, ge- ulmanner in einem herz. • i n tf sagte in einer lies. bie [einer so überaus igfftn ßant, unb er be- 5 mit tRubingsl/ain eng iürgrnneistn ^attamv nden on der srierlichen den Dant der @emeinbe . noch einige Stunden in .en. i. Ott DaS am Sonnlag i k s e st war von den bei- chsviels so stark besucht, Kirche beseht war. Die -in Festspiel aus, in egleitwvrten die Früchte brachten. - Die Äeu» Vorstandes soll am die Kirchenvertretung Oft Unsere Gmeinde kraße nach Ilnter-Lais, lasterungen der L Dabei wurde durch dreier Gossen streiken- :tung der Straße erreicht, was sich ange» chsenden Verkehres und linie sehr angenehm to* dere, nachdem nunmehr deren Unterhaltung die . Ausstückung un6 > Mnnenen StraßenM L'S» tUrS uf, i tragen » *Ä* ", "‘7% 0It w SKZ fe/Ä )®eiÄ"e $r SÄS" Geschichten aus aller Welt. S. Ober-Ohmen, 23. Oktober. Der hier wohnhafte Riedeselsche Revierförster Hansult erhielt für seinen Jagdhund den ersten Preis bei der Gebrauchssuche, die kürzlich in Lauter- bad) veranstaltet wurde. — In diesem Jahre wurden zum erstenmal in der Nachkriegszeit wieder Neubauten hier ausgeführt. Einen sehr stattlichen Wohnhausneubau errichtete der Bäckermeister Philippi an der Provinzialstraße nach Ulrich- j stein, einen weiteren der Landwirt Georg Keil. Rheinhessen. WSN. Mainz, 23. Oft. Cm schwerer Motorradunfall ereignete sich in der Nacht auf Montag an dem Bahnübergang der Alzeyer Strecke zwischen Mainz und Finthen. Der vom Bacharacher Winzerfest mit seinem Motorrad zurückkchrende Dreher KarlHirtes aus Wiesbaden fuhr mit seiner im Beiwagen sitzenden Frau in voller Fahrt gegen die herabgelassene Schranke des Bahnüberganges. Der QInpraH war so heftig, daß Hirtes vom Motorrad mehrere Meter zurückgeschleudert wurde und mit einem schweren Schädelbruch und Ge- sichbsverlehungen bewußtlos liegen blieb. Das Motorrad samt Beiwagen fuhr unter der Schranke durch, riß das ganze Gestänge ab und blieb an der gegenüberliegenden Schranke stehen. Die Frau des Hirtes war mit dem Kopf derart gegen die Schranke gestoßen, daß sie mit einer schweren Gehirnerschütterung unb Ge- sichtsverletzungen bewußtlos im Wagen liegen blieb. Passanten riefen das Danitatsauto der Freiwilligen Sanitätskolonne herbei, das die Sckwoerverbehten in ihre Wohnung nach Wiesbaden verbrachte. Lpd. Mainz, 23. Ort. Schon seit Monaten werden die Opelwerke nachts von Dieben heimgesucht, die Automobil teile, Scheinwerfer, Lichtmaschinen u. a. stehlen. Sn einer der letzten Nächte gelang es, drei d e r D i e b e auf frischer Tat zu ertappen und fest zunehmen. Es handelt sich um Arbeiter des Werkes, die mit den Räumlichkeiten vertraut waren. Sie fuhren nachts mit einem Auto in die Nähe des Werkes, überstiegen die Mauer und stahlen dann, was sie mitnehmen konnten. Sh re Beute brachten sie zu Hehlern nach Mainz, bei denen bereits Haussuchungen vorgenommen wurden. WSN. Alzey, 23. Oft. Der verheiratete 33- jährige Steuerbeamte Heinrich Hoch aus Gundheim war beim Finanzamt beschäftigt. Er benutzte die Vertrauensstellung, um nach und nach der Finanzkasse über 10000 Mark zu veruntreuen Als die Veruntreuungen festgestellt wurden, ließ Hoch Frau und zwei Kinder im Stich und ergriff die Flucht. Er kam aber nicht weit, da er über keine großen Mittel verfügte. Sn Dingen wurde er einige Tage später fest- genommen unb nach Mainz ins Landgerichtsgefängnis übergeführt. Preußen. ftreid Wetzlar. KJ Wetzlar, 23. Oktober. Die B a u a r b e i - t e n an der neuen Lahnbrücke gehen rüstig vorwärts. Zur Zeit ist die bauausführende Firma damit beschäftigt, die Längsbleck-e, die die wichtigste Tragkonstruktion der Brücke bilden, ein» Aubaucn. Die Bleche kommen unterhalb der Fahrbahn zu liegen und haben schätzungsweise eine Höhe Nachdruck verboten. Dcmpsey versteht keinen Spatz. (a) Neuhork. Meister Dempseh tritt jetzt allabendlich im Neuhorker Majestic-Theater auf, um den Helden eines Sensationsstückes „Die große Schlacht" zu spielen. Selbstverständlich handelt es sich hierbei um eine Dox schlacht, und im zweiten Akt findet auf der Dühire ein richtiggehender Boxkampf statt. Die entgegenkommende Direktion des „Kunstinstituts" verpflichtete zum Partner des Champions ebenfalls einen Berufsboxer, einen gewissen Ralph Smith. Nach der Premiere sagte aber Smith die wetteren Aufführungen ab mtt der Begründung, daß er gegen den sonderbaren Star des Majestic-Thealers weder als Schauspieler noch als Boxer aufkommen könne', während sich nämlich Dempseh mit friedlich lächelndem Gesicht für den Applaus vor der Nampe bedankte, haben sich nicht weniger als drei Aerzte um seinen bedauernswürdigen Partner bemüht. Der Mann war in aller Form knock out geschlagen worden, und blutete am ganzen Körper. Dempseh bedauerte den Vorfall aufs lebhafteste und versprach hoch und heilig, sich zu bessern, was ihn keineswegs daran hinderte, den zweiten von dem Theater engagierten Partner, den Boxer Sack Herrmann, am zweiten Abend ebenfalls vorschriftsmäßig knock out zu schlagen. Dempseh beteuerte, daß es sich um keine Böswilligkeit handele, doch verstünde er in bezug auf Boxen leider keinen Spaß. Sobald die „große Schlacht" beginnt, fällt Dempseh stets aus seiner Rolle als Dühnenheld; er versteht sich nicht auf das „Markieren" und schlägt los. So blieb der Direktion nichts anderes übrig, als allabendlich einen anderen Partner in dieser gefährlichen Rolle auftreten zu lassen: zweimal hintereinander hall es leider fein Mensch aus, mit Dempseh zu spielen. Stratzenbahn und Schnelläufer. (h) Rom. Es gibt doch noch Fleckchen im hochstrebenden modernen Stalien, wo das Tempo noch nicht auf der Höhe der Zeit ist. älnd das nicht nur auf dem flachen Lande oder in den Abruzzen, sondern sogar in einer so modernen und fortschrittlichen Großstadt wie Turin. Die Turiner Straßenbahn verkehrt mtt einer fast sprichwörtlich gewordenen Langsamkeit. Snsbesondere lassen die Verbindungen mit den Vorstädten viel zu wünschen übrig. Ilm dem ab- zuhelfen, sind die Turiner auf den folgenden Ausweg verfallen: Sn einem der Vororte, Druente, wohnt der bekannte Italien sche Champion-Schnelläufer Antonio R o b i n o. Nun hatten sich gerade die Druenter über die Dedächligkell ihrer Straßenbahn zu beklagen. Es wurde nun für einen be- von 2,5 Meter. Wie aus der Lage der neuen Konstruktion zu ersehen ist, wird die neue Brücke etwa einen halben Meter höher zu liegen kommen, als die alle. Wenn die Arbeiten ohne Störung verlaufen, dürste sogar mit einer Fertigstellung noch in diesem Jahre zu rechnen sein. — Daß die Kirchen auch den modernen Berhältnissen Rechnung tragen, stimmten Tag ein W e 11 l a u f zwischen Robino und der Straßenbahn auf der Strecke Druente— Zentrum Turin organisiert. Zugleich mit dem elektrischen Wagen startete Robino und kam. ohne sich sonderlich ausgegeben zu haben 4 >/r Minuten früher am Ende der 13 Kilometer langen Strecke an als die Tram. Die an der Endstation harrende riesige Menschenmenge empfing den Sieger mit tosendem Beifall, und die arme Straßenbahn mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert. Wie verlautet, soll stch die Turiner Stadtverwaltung. der die Straßenbahn untersteht, diese praktische Demonstration sehr zu Herzen genommen und beschlossen haben, „ein bißchen Dampf hinter die Sache zu machen". Gelbsterns Freud und Leid. — Paris. Hollywood ist die Metropole der Filmstars und der Komparsen, Paris die Hochburg der Gelbsterne, der Mannequins, wie sie die Welt nennt, der „Probiermamsells", wie sie respektlos der Wiener Dolksmund betitelt. Beneidet von einer ungeheuren Zahl von Geschlechtsgenossinnen lebt der Gelbftern fein Dasein, und ist doch mit seinem Los nicht zufrieden. Eine „Autorität" auf dem Gebiete der Kunst des Anziehens, Fräulein Monika (Paris), hat es jetzt für nötig gefunden, die Presse davon zu unterrichten, daß ihr, Monikas, Schicksal und das ihrer Derufskolleginnen das bedauernswerteste von der Well ist. Hm acht Llhr morgens Ge- schästsbeginn, um 6,30 Ahr Tagwache mit anschließenden gymnastischen Hebungen, und dann während des ganzen Tages „Kleid an, Kleid a u s". Während die Dame von Welt oft eine Stunde zum Anziehen zur Verfügung hat, muß der Gelbstern dies in zwei Minuten — sage und schreibe zwo Minuten — erledigen, und obendrein ausgezeichnet erledigen. Monika berichtete auch vom „Lampenfieber" des Mannequins beim Anprob leren eines besonders kostbaren Kleidungsstückes, dem Fieber, das sie erfaßt, falls sie bei besonderem Anlaß b:i einer Modenschau aufzutreten genötigt ist. ein Fieber „vergleichbar dem. das die Bühnenkünstlerin bei der Premiere eines Sensattonsstückes, in dem sie eine Hauptrolle spielt, erfaßt". Die Gewährsmänn'.n. die in dieser Weise ihr Leid den Pressevertretern klagte, hat nach deren Ansicht nicht überzeugend gewirkt, im Gegenteil, führende Pariser Blätter sind der Qlleinung, daß nunmehr ein noch stärkerer Andrang zu den Posten der Mannequins einsetzen wird. Das Klagelied verhallte also nutzlos, verpuffte in einer Atmosphäre von Neid, einem Gefühl, das unter der Frauenwelt der Seinestadt noch stärker verbreitet srin soll, als anderswo. — Arme Monikal beweist die hiesige katholische Gemeinde, die für ihre Seelso-rge auf dem Lande ein Kleinauto in Dienst gestellt hat. Damll ist den hiesigen katholischen Psarrern Gelegenheit gegeben, ihre in dem sonst rein evangelischen Kreis Wetzlar verstreut wohnenden Gemeinoeglieder besser und schneller kirchlich zu versorgen als früher. O Hochelheim, 23. Okt. Die Kraftpost- haltestelle am Südende des Ortes wird feit kurzer Zeit bei der Mittagsfahrt Großen-Lin- den—Hochelheim—Gießen von der Kraftpost nicht mehr berührt. Die Postverwaltung hat sich gelungen gesehen, diese Maßnahme zu treffen, um die planmäßigen Fahrten einhalten zu können und insbesondere den für die Kraftpoftreisenden wichtigen Anschluß an den 14.01 Uhr von Gießen noch Wetzlar und Koblenz abfahrenden Personenzug zu erreichen. Einem erneuten Anträge der Gemeindevertretung, auch bei der Mittagsfahrt die südliche Haltestelle im Orte wieder zu berühren, wurde nicht stattgegeben. Kreis Marburg. 1( Marburg, 23. Oft Sn Ockershausen stürzte der Zimmermeister Schneider aus Hachborn aus dem Gebälk eines Neubaues ab unb zog sich eine schwere Rückgratverlehung zu. Man brachte ihn in die Marburger Klinik. — Der am Samstagabend auf der Kölber Kuppe durch Zusammenstoß seines Molorrades mit einem Fuhrwerk schwer verletzte Hephata-Diakon Walz aus Marburg ist heute früh in der hiesigen Klinik seinen schweren Verletzungen erlegen. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 22. Okt. Die in Frankfurt a. M. auf getretenen Fassadenkletterer treiben ihr Handwerk immer noch weiter. So wurde am 19. d. M. am Holbeinplah wieder ein Einbruch ausgesührt, wobei der Täter an der Dachrinne bis zum ersten Stock flet* terte. Sn letzter Zeit haben sich die Fassaden-' kletterer vielfach in Gärten und Höfen vorgefundener Lettern bedient, die ihnen bei der Arbeit wertvolle Hilfe leisteten. — Sn Eschersheim wurde ein fünfjähriger Sun gc von einem Anhänger einer Zugmaschine überfahren und getötet. — Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer aus Nied und einem Milchkarren auf der Mainzer Landstraße wurde ersterer, Pollzeihauptwachtmeister Dresse!, so schwer verletzt, daß er gegen Abend seinen Verletzungen erlag. — Der Deziris- leiter des Daugewerksbundes und frühere Neichs- tagsabgeordnete Heinrich H ü 11 m a n n ist heute früh im Alter von 60 Sahnen gestorben. Er hat in der sozialistischen Bewegung eine bedeutende Nölle gespielt und gehörte 20 Sahre der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung an. WSN. Hanau, 23. Oft Nach den Ergebnissen für das erste Halbjahr 1928 ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sich der Fehlbetrag der ordentlichen Verwaltung auf 450 000 Mk. und bei der Steuerabteilung auf 130 000 Mk., zusammen also auf 580000 Mk. belaufen wird. Den Hauptanteil an dem Defizit hat die sozialpolitische Abteilung, bernorgerufen durch die Reichsgesetzgebung über die Arbeitslosenversicherung. Zur Deckung des Fehlbetrags werden seitens der Verwaltung Steuererhöhungen im Betrage von 380 000 Mk. vorgeschlagen. 50 000 Mart hofft man durch erhöhte Reichszuwcisung n hereinzubekommen, während der Rest von 150 000 Mark durch Abdrosselung städtischer Ausgaben erspart werden soll. UMUMN ZMUMLMMM 0 >; » Der bedeutendste Orienttabakmann der letzten Dezennien prophezeite uns 1926: „Die Qualität Ihrer Cigaretten ist so unvergleichlich gut, daß Sie nach meiner Überzeugung in kurzer Zeit große Schwierigkeiten haben werden, den steigenden Bedarf In Ihren Werken zu bewältigen.“ Hermann Spierer, ein Sohn des Genfer Arztes Dr. S. Spierer, begann mit 17 Jahren seine Studien als Tabakfachrnann im Orient, die durch seine reiche Kenntnis orientalischer Sprachen begünstigt wurden. 26 jährig gründete er in Smyrna die Firma Hermann Spierer & Cie die mit Filialen in Constantinopel, Cavallo, Saloniki, Colo, Samos und Philippopel sowie zahlreichen Verkauf sf ilialen in Europa und Amerika sehr rasch den ersten Hang im Orienttabak-Export erreichte. Im März 1927 erlag er einer Krankheit, die er sich auf einer Heise im Orient zugezogen hatte. Es ist schwer auszumessen, wieviel die Heemtsma A.-G. diesem bedeutendsten Fachmann der letzten Dezennien zu verdanken hat, denn es waren nicht nur seine fachlichen Leistungen, die der Heemtsma A.-G. die Verarbeitung der wertvollsten Tabake der Weit ermöglichten, sondern vor allen Dingen der seltene Adel an Gesinnung und tätigem Altruismus, der eine absolute Sicherheit der freundschaftlichen Beziehungen gab und damit ein wichtiger Eckpfeiler für den Aufbau des gewaltigen Werkes der Heemtsma A.-G. wurde 1926 { Halbjahr 1927 { Halbiahr 1928 1. Halbjahr! Das Zeugnis dieser unvergleichlichen Qualitätsmischung ist die CIGARETTE REEMTSMA I 32 Mandolinen- Massenchöre in der Universitäts-Aula am 11. November, nachmittags 4 Uhr 9338U Gießener Konzertverein Einladung zum Konzertabonnement 1928/29 Es sind vorgesehen: 10 Konzerte, darunter auch Chor- und Orchesterkonzerte Preis d. Abonnements: I.PIatz 35 Mk., II. Platz 25 Mk. einschl. Mitghederbeitrag. Die Ausgabe Teppiche Bettvorlagen Verbindungsstücke Läuferstoffe in reicher Auswahl Tapetenhaus Ferd. Nennstiel 6egr. 1875 Plockstraße 14 Fernspr. 1636 9336A der Abonnements erfolgt in 2 Raten. Die Abnahme der ersten Pate verpflichtet zur 9347D Abnahme der zweiten. Auskunft und Neuanmeldung in der Musikalienhandlung Ernst Challier, Gießen, Neuenweg Nr. 9 Erstes Konzert: 4. Nov. 1928, Josef Szigeti (Violine) ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ED 9335A Ski-MMi* » 1 Große Auswahl in allen Modellen: Modehaus Salomon £)le ganxdlüßte zum Anlegen der Leimringe empfiehlt Pomona, Ichneumin sowie Unterlagepapier Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße - Ecke Wolkengasse Telephon Nr. 1403 Vorteilhafte Bezugsquelle für Obstbauvereine u. Gemeinden 9228A -Qualitätsware!—— Flußfische: Rota ugen, Hechte, Salm usw. 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Knaus (Violine). Alle Freunde der Volkshochschule sind herzlich eingeladen. — Eintritt frei. Bahnhofs- Restaurant Donnerstag, den 25. Dkl, ah 18.30 Dhr Flämische Karbonade mit Kartollelbrei Mk. 1.50 8654A „Ihr Brot ist köstlich und wohlschmeckend und für meinen 85jähr. Mann als Diabetiker unentbehrlich",schreibt Frau S. M. in E. Machen Sie heute noch einen Versuch mit dem echten 1722V Weier SWroi. Echt und frisch kaufen Sie es nur bei: Hermann Jung, Krauter- und Reformhaus, Schulstratze 5. 101005 Goethe-Bund Sonntag, den 28. Oktober 1928, vorm. 11 */4 Uhr, im Stadttheater 1. Morgenfeier i. Kammerspielzyklus Die Mitschuldigen Ein Lustspiel des jungen Goethe in Versen Mitglieder d. Goethe-Bundes haben bis zu zwei Plätzen freien Eintritt Die Einlösung der Theaterplatzkarten hat bis spätestens Freitag gegen Rückgabe d. Gutscheines Nr. 1 des Goethe- Bundes an der Tageskasse des Stadttheaters zu erfolgen 93400 Cafe Astoria Heuie Tanzabend bis 4 Uhr geöffnet 07514 Lew-undMWäsW in verschiedener Ausführung, sowie Citz- und Badewannen empfiehlt Wer Bolkmcnll, ElWVSiWg. EHMelsusrre- deEerr Reisedecken Autodecken Zelle empfiehlt billigst Sevd.KeunMel plockstraße Nr.l 4 9336A dasselbe sagen. was Millionen erfahrener Hausfrauen immer wieder be« tonen, wenn sie vergilbte oder graue Wäsche durch Hil, Henkels beliebtesBleichmittel, schneeweiß erhielten: : 3um Bleieben.- j[ ooneqlßicben ! Gießener Theater-Vereinigung Gegründet 1926 Samstag, den 27. Oktober, im Kath.Vereinshaus II. Stiftungsfest Konzert / Theater / Tanz x Anfang 830 Uhr / Eintritt 50 Pf. 07494 Ium Löwen Neuenweg 28 Morgen Oonnerstag,25.Ott. Metzelsuppe Ab 8 Lthr abends: 075,6 Gtimmungskonzert Gepflegte Export- u. Pilsener Biere, gute Küche Handarbeiten in der größten Auswahl MG.Grode Frankfurter Straße 19, Ecke Liebigstrafie 9367A Drucksachen aller Art »XÄ'« M« vrübl'sche Unloerfitütr Druckerei. H. Lange. Sietzen. Zchulftr. 7. finden Sie 9335a in reichhaltiger Auswahl zu niedrigen Preisen im H Aussteuerhaus Salomon (Haus der Handarbeit und Ausstattung) Gießen / Seltersweg 81 .■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ Nr 251 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 24. Oktober(928 Aus Natur und Technik. Der Sündenbott Kurzschluß. Don Franz Neumann. Nachdruck verboten. 3mmer, wenn es irgendwo brennt, ohne dah man die Ursache sofort erkennt, geht das allgemeine Urteil st.ts dahin. daß unbedingt „Kurz- schluh" den Brand veranlaßt haben müsse. So ist es auch kürzlich wieder bei dein Theaterbrand in Madrid gewesen: Schon eh: ausführliche Berichte Dor legen konnten, wurde vereinzelt berichtet, der Brand sei „wahrsche.nl ich" durch Kurzschluß entstanden. Dabei ist heute eine Brandstiftung durch Kurzschluß ziemlich unwahrscheinlich. Gin bekannter Professor der Elektrotechnik ist einmal allen Berichten über Kurzschluß als Drandursache aus den Grund gegangen, und er konnte in keinem Fall feststellen, daß dieser wirklich der Schuldige war. Rur in einem 'einzigen Fall blieb es zweifelhaft, aber in diesem Falle stellte es sich nachher heraus, daß die in Frage kommende Stromzusührungsleitung gar nicht unter Spannung gestanden hatte. Der betreffende Stromabnehmer hatte nämlich nicht bezahlt und Dar deshalb abgeschaltet worden. Cs liegt deshalb der Verdacht nahe, daß es sich in diesem Fall« das handelte, was man so im Bolksmunde .ein kleines Bersicherunasseuerle" nennt. Es gilt also für Brände der schöne Bers: Was man sich nicht erklären kann. das sieht man stets als Kurzschluß an! Dies kommt daher, daß die meisten Leute desto- toeniger vom Wesen des Kurzschlusses wissen, je mehr sie dieses Wort im Wunde führen. Es soll deshalb einmal auseinandergeseht werden, was Kurzschluß eigentlich ist und wodurch und unter Deichen Umständen er überhaupt nur gefährlich werden kann: Bekanntlich fließt mir der elektrische Strom auf einem Draht zu und auf einem zweiten Draht zum Elektrizitätswerk zurück, wenn ich ihn z. B. durch eine Glühlampe fließ m lasse. Die Stärke, in der der Strom flieht, bestimmt nicht etwa das Elektrizitätswerk: die bestimme ich! Wenn ich nämlich den Strom durch eine fünfzigkerzig: Glühlampe fließen lasse, so ist die Stromstärke doppelt so groß, wie wenn ich nur eine fünfundzwanzig- lerzige einschalte. Wit jeder Glüh'.ampe, die ich mehr einschalte, vergrößere ich die Stromstärke in der Zuleitung zu meiner Wohnung, denn wenn ich dem Strom gestatte, durch mehrere Glühlampen zu fließen, wenn ich ihm mehrere Wege ösfne, so verkleinere ich den elektrischen Widerstand: dementsprech.nd wird die Strvm- siärke größer. Es ist genau wie beim Wasser: nicht das Wasserwerk bestimmt meinen Wasserverbrauch: er hängt nur davon ab, wie weit ich Den Hahn aufdrehe oder wieviel« Hähne ich aufdrehe. Den bequemsten Weg gebe ich dem Strom nun, wenn ich gar keinen Widerstand zwischen die Zu- und die Bückteitung des Stromes einschalte, indem ich die beiden Drähte, den vom Werk kommenden und den zu ihm zurückführenden, unmittelbar miteinander verbinde. Infolgedessen wächst nun die Stromstärke gewaltig an. und zwar so stark, daß selbst meine .Zimmerleitungen trotz ihrer reichlichen Bemessung nicht mehr dick genug sind, um diese ungeheure Stromstärke ohne erheblich« Erwärmung leiten zu können. Sie werden also heiß, so heiß, daß ihre Isolation verbrennt, and daß sich schließlich die brennta.en Gegenstände in ihrer Umgebung entzünden können. Wird der Kurzschluß nicht aufrecht erhalten, sondern bringt man die beiden Leitungen nur einen Augenblick miteinander in Berührung, so reißt der Strom nicht ab, wenn man die Drähte ein Stückchen auseinandernimmt, sondern er bildet sich einen Lichtbogen — wie zwischen den Kohlen einer Bogenlampe — und fließt über diesen Lichtbogen munter weiter. Bun sind solche Lichtbogen, namentlich wenn sie zwischen zwei Metallen übergehen, ungemein Help, also ebenfalls für die benachbarten Gegenstände feuergefährlich. Damit sich nun solche Kurzschlüsse nicht aus- wirken können — ihr Eintreten kann durch gute Anlage der Leitungen zwar eingeschränkt, aber nie mit Sicherheit verhindert werden — hat man bie Sicherungen. Diese bestehen meist aus einem birnnen, in jeden Leitungsdraht eingefügten Drahtstückchen, das sich beim Anwachsen der Stromstärke über das zulässige Maß hinaus, also auch bei einem Kurzschluß, so stark erwärmt, daß es durchschmilzt und dadurch die Leitung unterbricht, die Kurzschlußstelle somit abschaltet. Die Wirkung des Kurzschlusses wird also auf das kleine Drähtchen beschränkt, das so angeordnet ist. daß cs nichts anzündcn kann; gewöhnlich ist es im Porzellanlopf eines Sicherungsstöpsels untergebracht. Schmilzt es. so kann es dort k.inerlei Schaden anrichtcn. Die Wirkung des Kurzschlusses hört aber natürlich infolge der Unterbrechung sofort auf. Aun ist es freilich störend, wenn eine Sicherung durchgeht. Es kommt daher häufig vor. daß die Sicherungen mit Stecknadeln od:r Drahtstückchen überbrückt und so unwirksam gemacht werden. Wer das tut, begeht eine unverzeihliche Unvorsichtigkeit und ladt unter Umständen eine schwere schuld auf sich: denn wenn es nun zu einem Kurzschluß kommt, so wird dieser nicht sofort durch die durchgch.n.e Sicherung unschäd.ich gemacht. sondern wirkt sich mit allen seinen Folgen aus. die dann tatsächlich im Riederbrennen des Hauses oder in ähnlichen schweren Schäden bestehen können. Für diese Schäden kann der haftbar gemacht werden, der die Sicherungen außer Wirkung gesetzt hat. Der Kurzschluß ist also, so lange die Sicherungen in Ordnung find, etwas durchaus Harmloses. Aber eben nur, solange die Sicherungen in Ordnung sind. Das sollte sich jedermann hinter die Ohren schreiben, der eine elektrische Anlage benutzt, um sich und andere vor Schaden zu bewahren. Die WeiierenwiMng derLusWiffhallen. Äon Karl Ammon. Für den Luftschiffverkehr ist die Weiterentwicklung des Hallenbaues von entscheidender Bedeutung. Direktor Prosesscr Dr.« 3ng. h. c. Otto Krell hat darüber eingehende Stud.en gemacht, di« er aus der 3ntematiDnalen Lustfahrtausstellung in Berlin zur Erörterung stellt. Wie grundlegend sich die Anschauungen über die günstigste Form von Lu,.schiffen im Lause der Zeit, seitdem es Luftschiffe gibt, geändert haben, sieht man, wenn man zum Beispiel das Luftschiff von Schwarz oder das erste Zeppelin- lulllchiff betrachtet. Die Körper beider Luft- sch.,fe waren walzenförmig. Das Luftschiff von würde, wenn das bei Windstille oder günstiger Windrichtung ausge ahrene neueste Zeppelmluft- schiss bei seiner Rückkehr stärkeren Wind quer zur Halle vorjände. Da es gewissermaßen in die Halle eingebaut ist und oben sowie an den Seiten nur wenig Spielraum übrig bleibt, wäre es unter Umständen noch gewagter, die Ein.ahrt in die Halle zu erzwingen, als es in Wind und Weller so lange vor der Halle verankert liegen zu lassen, bis sich die Wind.ichtung oder Windstärke so geändert hat, daß es in der Halle geborgen werden kann. Selbst wenn der Wind in der Längsrichtung einer festen Halle geht, entstehen bei der jetzigen ß;/- setzungen Gerüste darum gebaut sind, usw. Professor Krell hat es sich nun zur Ausgabe gemacht, die in Betracht kommenden Fraoen zu Hären, indem er die Strömungsverhältnisse an Hallen durch Schleppversuche von Hallen- und Luftschifsmodellen im Wasser untersuchte. Bei diesen Untersuchungen hat sich gezeigt, daß eine Luftschifshalle im wesentlichen die Form eines Luftschiffes haben, drehbar sein und von allen anderen die Luftströmungen beeinflussenden Gegenständen so weit entfernt fein muh, daß sie davon nicht betroffen wird. 3nsbesondere darf die Halle am hinteren Eingang nicht weiter fein, also nicht breiter und nicht höher, als es zur Einfahrt des Luftschiffes unbedingt erforderlich ist, weil sonst das Gebiet der Wirbel ungeheuer vergrößert wird. Dies geschieht z. B. auch durch seitwärts ausfahrbar«, nach dem Oeffnen her- ausstehend« Abschlußtore, die das Wirbelgebiet hinter der Halle vergrößern. Besonders ungünstig sind Doppelhallen, weil ein Schiff dabei außerhalb der Mittellinie, also unsymmetrisch zu den Wirbeln eingebracht werden muß. Bei zu hohen Hallen wird auch bei Wind in der Richtung der Hallenachse das ein- oder ausfahrende Schiff durch starke Wirbelbildung gefährdet. Professor Krell zeigt auf der Berliner internationalen Luftfahrtausstellung an zahlreichen Strömungsbildern und Modellen das Ergebnis seiner Forschungen. Er begnügt sich aber nicht damit, zu zeigen, wie man es nicht machen muß, sondern: gibt auch anschauliche Bilder, wie auf Grund seiner Untersuchungen richtige Hallen aussehen müssen (Bild 2). Er denkt sich auf dem hinteren Eingang der sischförmigen Halle einen Dertäu- maft mit einer senkrecht verschiebbaren Katze an der Spitze, an der die Luftschiffspihe befestigt wird. 3m Eingang steht als Verlängerung der Kahenbahn' eine senkrechte Kranbrücke. 3st das Luftschiff an der Katze festgemacht, so läßt man die Katze bis auf die Mitte dieser Kranbrücke herunter und verfährt diese dann in der Halle bis an die Hallenspihe, wobei das Luftschiff Technische Rundschau. Don Or. Hellmut Thomasius. Bisher war es ausschließlich die Politik, die das Aussehen der Landkarte veränderte. Sie zog neue Grenzen, fügte zusammen und riß auseinander. 3n Zukunft wird bei diesen Veränderungen auch die Technik ein gewichtiges Wort mitsprechen. Freilich wird sie nicht Grenzen zwischen Ländern und Völkern aufrichten. Die Um- tirälaungen aber, die von ihr ausgehen, werden vielleicht nicht weniger bedeutungsvoll sein als I» manche Neugestaltung politischer Art. Sie wird aus dem Nichts neues Festland hervor- ijaubem, wird da, wo der Fuß über trockenen Boden wandelte, Meere erstehen lassen, Berge werden verschwinden, andere werden entstehen. Tas Antlitz der Erde unterlag bisher nur den Umschichtungen, die die Natur bewirkte. 3eht greift die Technik ein, und sie arbeitet nicht selten schneller als die Natur. Wie lange dauerte es doch, bis sich infolge der Verwitterung, des Abschleifens durch das Gletschereis und durch sonstige Einflüsse der Kamm eines Gebirges mir um wenige Meter erniedrigte! Die Technik schaufelt oder sprengt heute ganze Berge rascher veg. Sie ist mit einem derartigen Werk oft in wenigen Wochen fertig. Wenn nicht alles trügt, sichern wir uns einem Zeitalter, das vielleicht in Zukunft als das der gewalttgen künstlichen Erdbewegungen gekennzeichnet wird. Wir neh- mm die Gestalt der Erde nicht mehr als etwas Gegebenes hin. Wir verändern sie nach unserem Belieben. Wo heute Meer ist, da wird morgen Land sein und umgekehrt. Daß es so kommen wird, ist vor allem der immer ausgedehnteren Anwendung des Baggers zuzuschreiben. Man hat ihn Im Laufe der Zeiten zu hoher Vollkommenheit durchgebildet, man hat «8 verstanden, seine Leistungen ununterbrochen zu steigern. Für jede Art des Erdreichs, für lete Art des Bedarfs gibt es besondere Bagger. Sie nehmen hier weg und häufen dort auf. 3n ununterbrochener, stetiger, schnell fortschreitender Arbeit verrichten sie Wunderwerke. Unter Verwendung der heutigen Hilfsmittel wären der Kanal von Suez oder der von Panama in einem Bruchteil der Zeit fertiggestellt, die man für sie brauchte. Diese einst so imponierenden technischen Taten müssen Hein gegen das erscheinen, was man jetzt vor hat und teilweise schon auszuführen beginnt. Daß man sich an neue und große Aufgaben wagen kann, die noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit geradezu als Unmöglichkeit angesehen worden wären, ist einzig und allein der Durchbildung des Baggerbetriebes zu verdanken. Die Landkarte wird ihre Gestalt ändern, und zwar an manchen Stellen der Erde schon in nächster Zeit! Da wird vorerst eine ganze 3nsel verschwinden. Sie trägt den poetischen Namen „Schwaneninsel" und liegt bei Portland im Staate Oregon in Nordamerika. Durch sie wird das Bett des Willamette-Flusses zu einem engen, gebogenen Kanal zusammengedrängt, in dem Schiffsunfälle durchaus nicht zu den Seltenheiten gehörten. Man hat nun beschlossen, die 3nsel einfach wegzubaggem. Die Unmengen von Erdreich, die hier frei werden, sollen eine anderweitige nützliche Berwendung finden. Die Verkehrsverhältnisse werden über kurz oder lang die Errichtung eines großen Lufthafens in der Nähe von Portland nötig machen. Ein am Ufer des Willamette- Flusses gelegenes Sumpfgeläride soll dazu umgewandelt werden. Dies geschieht dadurch, daß man die jetzt mit großen Wäldern bedeckte 3nsel zunächst abholzt. Dann wird sie vollkommen abgebaggert. Die Erde wird nach der Stelle des zukünftigen Flugplatzes befördert. Hier wird der Sumpf aufgefüllt, dann wird über ihm ein künstliches Holzplateau, eine Art von Berg ohne Gipfel, aufgeschüttet. Sein höchster Teil wird durch das ebene Gelände des Flugplatzes gebildet, das sich in einer Länge von mehreren Kilometern dahinterstrecken wird. Die Landungsfläche wird auch bei Hochwasser noch einige Meter über dem Fluhspiegel liegen. Für das gewaltige Werk werden vier Bagger in Tätigkeit gesetzt. Die Ausführung der Arbeiten wird zwei 3ahre in Anspruch nehmen. Daß man trotz dieser verhältnismäßig kurzen Zeit mit nur vier allerdings riesigen Baggern auskommt, ist wohl der beste Beweis für deren außerordentliche Leistungsfähigkeit. Ein noch größeres Werk wurde in Alabama in Angriff genommen. Hier wird ein riesiger See entstehen, ein Stausee, dessen Zweck es sein wird, ein neu zu errichtendes Kraftwerk mit Wasser zu versorgen. Run gibt es ja bereits eine ganze Anzahl derartiger Stauseen, die in der Weise entstehen, daß man quer über das Bett eines Flusses hinweg eine Mauer errichtet. Hinter Mcfer Staumauer sammelt sich das Wasser an. Meist dient das Fluhtal als Bett für den Stausee, so daß also weitere Erdarbeiten nicht oder nur in geringem Umfange nötig sind. Das Wasser wird barm aus dem See nach Bedarf entnommen. Beim neuen Stausee von Cherokee Bluffs am Tallopoofa-Fluh liegen die Verhältnisse jedoch anders. Hier müssen noch beträcht- liche Ausbaggerungen stattfinden und auch Seitendämme aufgeführt werden, die verhindern sollen, dah sich das auf geflaute Wasser in die Umgebung ergießt. Der neue künstliche See wird nach seiner Ferttgstellung 24 600 Hektar Land bedecken und 2,12 Billionen Kubikmeter Wasser führen. Er wird an einer Stelle über 100 Kilometer breit sein. Ein um ihn herumführender Weg wird eine Länge von 1120 Kilometer haben. Auch hier bewirkt es wieder die Leistungsfähig- keit der Bagger und sonstiger Maschinen, daß man zur Ferttgstellung die verhältnismäßig geringe Zahl von nur 4000 menschlichen Arbeitskräften benötigt. Die Arbeiter werden in einer besonderen Stadt angesiedelt. Die Durchführung des ganzen Werkes benötigt einen Kostenaufwand von 20 Millionen Dollars, also von 84 Millionen Mark. Ein anderes Bild: 3m Vakima-Tal werden: drei neue Seen entstehen, die ausschließlich Be- wäsferungszwecken dienen sollen. Aber diese drei Seen allein sind nicht das einzig Dewunderungs- toette an dem Plan. Dies besteht vielmehr in dem weiten und ausgedehnten Kanalneh, das sich von ihnen über das ganze Land erstrecken wird. Alles in allem werden durch diese Seen und das anschließende Kanalnetz 28 700 Hektar Oedland in fruchtbares Acker- und Gemüseland umge- wandelt werden. Es bedarf wohl keines besonderen Hinweises, dah auch hier die Hauptarbeit dem Bagger zufällt. Besondere Eisenbahnlinien wurden erbaut, die aussch lieht ich der Erdbewegung dienen. Es handelt sich nicht nur darum, die Kanäle auszubaggern, sondern auch darum, sie zu zementieren. Für die Herbeischaffung des Zements dienen allein sieben Züge, die die Gegend nach allen Richtungen befahren. Eine besonders eigenartige Verwendung des Baggers aber stellt die zur Ausführung eines Tunnels dar. Der 3ames Peak in Colorado soll durchbohrt werden. Di« Ausführung einer derartigen Arbeit ging bisher im allgemeinen in der Weise vor sich, dah man den Tunnel durch Sprengungen Vortrieb. Das abgesprengte Erdreich oder Gestein wurde dann auf Wagen geladen und aus dem Turme! hinausgefahren. Beim Colorado-Tunnel tritt nun an die Stelle der Sprengung der Bagger. Allerdings liegen hier die Verhältnisse deshalb besonders günstig, weil die Beschaffenheit der zu durchdringenden Schichten ein leichtes Abbaggern zuläht. Man geht in der Weise vor, dah man unterhalb der Decke des Tunnels zu graben beginnt. Es entsteht so ein schmaler Spall, der genügt, um sie zu stützen, so dah sie nicht einbrechen kann. Hierauf fährt auf Schienen der Bagger vor und gräbt die unter dem stützenden Gerüst liegende Erde weg. Er lädt sie in die Wagen, die sie aus dem Tunnel hinausbefördem. Man hat berechnet, dah man durch die Baggerarbeit gegenüber der Sprengarbeit ungefähr die Hälfte der Zeit spart« Turnen, Sport und Spiel Winter 1928/29 zur Linderung der vorhandenen und noch weiter drohenden Arbeitslosigkeit und zur rascheren Behebung der Wohnungsnot beizutragen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 2l. Z. 123. Trotz verschiedener Versuche, die von 3hnen gewünschten Auskünfte zu erlangen, ist uns dies hier nicht gelungen. Vielleicht erkundigen Sie sich einmal bei dem Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie in Berlin, der Ihnen wohl Bescheid geben kann. Nc l.Mannsä n £idj und et' luiibnngw in ' vmigemasM es 2^anns4ast in s . mmen; das 6 frälfte ab. Du fclamtfcb. Arbeiier- ©ic&er extin hatte tetAachrun hem 1 >u Vast, geglichenen Els eine bessere Le rr-chte ti auch tw? man Don teerten bar/. 2 ttadi überlegen. 6< l'üri, Mj. h n:o;.i Mtzrgmse bcüdu sich Vn ui ,b mehr aui. scheidung bei in Ülsen und sch unb mehr. Ji E inheimischen b .s es kurz vo flf.'ang, wenigste sä ist zu erreid Gieß Diesec!, das krsah antreten L-iÜung, die or loar. L« >tiö bet ef; 'Bis falb. Pf Srüenwechs Mte der falb ~-.3:2- Dann o^vtungstor. 7 ”rm Ausgleich Rf 8®' bei Unpart »7 Inl.-iön111 iS*- ä* l I?S”1: ^2- Eifers mußte sie sich dem ganz vorzüglichen Können chres Gegners mit 0:11 beugen. Handball der Sp.-Dg. 1900. o. 3m Anschluß an bas Ligatreffen Wetzlarer Sportverein — Spielvereinigung 1900 am Sonntag lieferten sich die Handballmannschaften 1900s unb der 1. Kompagnie des hiesigen Bataillons einen interessanten und schnellen Kampf, aus dem die Spielvereinigungsleute mit 5:2 Toren als Sieger hervorgingen. 3n der ersten Spielhälfte schien es, als würden die Platzbesitzer eine bessere Partie als am vergangenen Sonntag gegen die Maschinengewehrkompagnie liefern, denn sie konnten durch den Halblinken und Rechtsaußen je einmal und den Mittelstürmer zweimal in Führung gehen. Bald nach dem Wechsel stellte es sich jedoch heraus, daß man in den Gästen einen außerordentlich hartnäckigen und eifrigen Gegner gefunden hatte, der das Spiel noch keineswegs verloren gab. -Zwei von den Soldaten im -Verlauf zeitweiliger Drangperioden erzielten Toren vermochten die 1900er nur noch eins entgegenzusehen. Die unterlegene Mannschaft hatte ihre Hauptstützen in dem Mittelläufer und dem Mittelstürmer, aber auch die übrigen Leute taten vollauf ihre Schuldigkeit. Die Elf wird stets einen gefährlichen Gegner abgeben. — Bei den 1900ern wollte es immer noch nicht recht klappen, vor allem konnten die beiden Ersatzläufer nicht befriedigen. Dann verstand es der Sturm auch nicht recht, die gebotenen Gelegenheiten auszu- nutzen. — Schiedsrichter Bley hatte das Spiel stets in der Hand und wurde beiden Parteien gerecht. Die in Wetzlar beim V. f. L. weilende erste Jugendmannschaft mußte mit 7:2 (Halbzeit 3:1) Federn lassen. Mangelnde Kampserfahrung und nicht geeignete Besetzung mancher Posten erklären die Niederlage. Infolge Ausbleibens des Schiedsrichters fand das Treffen als Privatspiel statt. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Das Meifterschastssuhball'piel Wetzlarer Sportverein gegen 1 9 0 0 Gießen war für die Gießener ein großer Erfolg. Die recht schwach aufgestellte Els des Plahvereins ent- täuschte nach der angenehmen Seite. Eie zeigte bis zur Pause bei recht ansprechenden Leistungen ein ganz schönes Spiel und war in technischer und taktischer Hinsicht den Wetzlarern weit überlegen, deren Epielweise wenig Können verriet. Die 1900er begannen mit forschen Angriffen und brachten das Wetzlarer Tor oftmals in höchste Gefahr. Die stabile Wetzlarer Derteidigung bannte aber mit Eifer, im Verein mit dem guten Torhüter, ganz gefährliche Momente oder rettete ins Aus. Erst ein nach mehreren ergebnislosen Ecken verwandelter Handelfmeter brachte den Plahverein In Führung. Bald darauf erhöhten die Dlauweihen auf 2:0, dann war den Wetzlarern mehrmals das Glück hold. Ein dritter Trefser der Gießener wurde annulliert, wegen angeblichen Handspiels. Aach dem Wech el erschienen die Gießener in veränderter Sturmaufstellung, was sich sehr nachteilig auf das Gesamt piel auswirkte. Der Sturm brachte fast keine einheitliche Mtion mehr zustande. Läuferreihe unb Verteidigung wurden zeitweise überlastet. Wetzlar brachte eins sehr harte Kote ins Spiel, die der Schiedsrichter H j n d e r, Herborn, nicht immer rechtzeitig und streng genug bestrafte, während er ein angebliches Verchen zweier Spieler, das sicher in der Hitze des Gefechtes unabsichtlich geschehen ist, mit Platzverweis ahndete. Damit verlor das Spiel sehr an Beiz, da durch den Platzverweis des Gießener Mittelstürmers der Platzverein seinen besten Stürmer verlor, während die Wetzlarer ifaren platzverwiesenen Torwart sehr gut ersetzten. Ein eigentlich haltbarer Handelfmeter brachte den Wetzlarern das Ehrentor. Der Schiedsrichter gab fünf Minuten Nachspiel wegen der unterbrechenden Vorfälle. Düse kurze Zeitspanne wäre dm Gießenern bald zum Verhängnis geworden, denn die Mannschaft hatte eine so große Nervosität befallen, daß die Hintermannschaft schwere Schnitzer bei der Abwehr ungestümer Wetzlarer Angriffe machte und d:r Ausgleich mehrmals in der Luft lag. Die Gäste verschossen aber alle aussichtsreichen Sachen, so daß 1900 als verdienter 2:1-Sieger das Feld verlieh. Die 1900er Aeserven traten sehr geschwächt den Wetzlarer Neserven entgegen und verloren hoch mit 5:0. Bei der Pause stand das Spiel erst 1:0 für die Gäste. Dann verlor 1900 seinen besten Verteidiger durch Platzverweis nach einem Zusammenstoß eines Wetzlarers mit dem Gießener Torhüter, wobei letzterer schwer verletzt wurde und kurz darauf ganz ausscheiden muhte. Damit war die Niederlage der Gießener erst recht besiegelt. 1920’8 dritte Mannschaft wartete vergeblich auf Groß en-Busecks zweite Elf und gewann dadurch die Punkte kampflos. Die 1. Jugend trat zum vereinbarten Gesellschaftsspiel in Lollar nicht an. Die 2. 3 u - Wie wir hören, sind bereits Verhandlungen ein- geleitet zwecks Bereitstellung weiterer Anleihemittel, um besonders in den Wohnungsnotgemeinden die dringendsten Wohnungs- bauten, für deren Herstellung zwar verbilligte Baudarlehen beantragt waren, aber wegen der Aufteilung der verfügbaren Anleihemittel nicht bewilligt werden konnten, noch zu beleihen und fertigstellen zu können. Die aufzubringenden Geldmittel sollen vorlagsweise zu Lasten des neuen Baujahres 1929 verrechnet werden. den Bauhandwerkern aller Art über Winter zu Arbeit unb Verdienst zu verhelfen, damit den Meistern die Erfüllung ihrer steuerlichen und sonstigen Verpflichtungen zu ermöglichen unb die Weiter- beschästigung der bei ben Handwerksmeistern beschäftigten Arbeiter sicherzustellen, ist die Finanzierung von Neubauten, die von öffentlichen, gemeinnützigen unb privaten Bauherren für das Jahr 1929 vorgesehen sind, aber bereits im Jahre 1928 begonnen werden können, wenn die staallichen Baubarlehen für die einzelnen Wohnungen bereits vor Beginn des Jahres 1929 zur Auszahlung an die Bauherren flüssig gemacht werben können. Würde es ber hessische Staat ermöglichen, etwa ein Drittel sämtlicher staatlicher Baudarlehen für das Jahr 1929 bereits jetzt zur Verfügung zu stellen, bann würbe er nicht nur zu einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten beitragen unb in wirtschaftlicher Beziehung feit Jahren beobachtete Schwierigkeiten vermeiden, sondern der Staat würde vor allem auch in wohnungspolitischer Beziehung durch die frühere Bezuasfertigkeit staatlich beliehener Bauten eine große Erleichterung zugunsten der zahlreichen Wohnung suchenden in den hessischen Gemeinden herbeiführen. Der Hessische Landgemeindetag würde es begrüßen, wenn es gelänge, in kürzester Frist in der angeregten Weise zu einer Beleoung der Bauwirtschaft über ben Der Hessische Landgemelndeiag und Ne IinanzterungvonWohnungsbauvorhaben WSN. Darmstadt, 23. Oktober. Der Hessische ßanbgemeinbetag hat nach der Einleitung von Vorverhandlungen durch seinen zweiten Vorsitzenden, Bürgermeister Ritzel (Michelstadt), bei dem Minister für Arbeit und Wirtschaft ben folgenden Dringlichkeitsantrag gestellt: Von der Voraussetzung ausgehend, daß die Maßnahmen der hessischen Regierung zur Förderung der Wohnungsneubauten im Jahre 1929 gegenüber ben Maßnahmen des Jahres 1928 keine Beschränkung aufweisen werben, daß also mindestens die gleiche Zahl ftaatlidjer Baubarlehen für 1929 zur Verfügung stehen werden, wie sie für bas Jahr 1928 verfügbar waren, halten wir eine teilweise Belebung ber Bautätigkeit für das kommende Jahr schon im Herbst 1928 für eine Aufgabe von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Erfahrungsgemäß liegt das Handwerk besonders während des Winters zumeist in einem Umfang darnieder, ber eine wesentliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes bedeutet unb die Zahl der Erwerbslosen beträchtlich vermehrt. Es muß als eine Pflicht des Staates angesehen werden, auf die Beschäftigung des Handwerks mit allen verfügbaren Mitteln hinzuarbeitsn. Die beste Möglichkeit, Handball-Verbandspiele im Mannerturnver^in (O. T.) Mw. l. — Tv. Wetzlar l. 3:4 (Halbzeit 0:3). Mw. II. — Tv. Wetzlar II. 0:2 (Halbzeit 0:1). Mw. Jugend — Tv. Treis Jugend 11:1 (Halbzeit 5: 0£ 5Xe, Männerturner hatten am Sonntag die beiden Mannschaften des Tv. Wetzlar zu den fälligen Verbandsspielen als Gast. Bei den Gießenern wollte es nicht so richtig klappen: sie hatten ihren schlechten Tag. Besonders gUt dies sür die l. Mannschast, die verkehrt aufgestellt war: es fehlte ihr im Anfang die nötige Energie und Durchschlagskraft. Der Sturm war diesmal ein Versager. Die Durchbrüche in der Mitte waren wohl gut gemeint, aber der Gegner verstand es, die Verteidigung in der Mitte zusammenzuhalten und alle Angriffe zu unterbinden. Die Läuferreihe spielte aufopfernd, aber es gelang ihr nicht, ihre Aufgabe voll und ganz zu erfüllen. Dies lag aber auch daran, daß die Stürmerreihe allzu bequem war. Die Verteidigung macht immer wieder den großen Fehler, daß sie zu weit aufrückt und mit der Abwehr zu spät beginnt. Bei dem Tormann vermißte man die sonst übliche Sicherheit und Nuhe. Die Niederlage ist auch auf sein Konto mit zu setzen. Zu dem Spielverlauf ist zu sagen, daß es den Wetzlarern, bevor sich die Gießener Hintermannschaft zusammenfand, gelang, bereits in den ersten 10 Minuten drei ^leberraschungstove zu werfen. Die Mw.er wurden hierdurch aus dem Gleichgewicht gebracht. 3n den ersten 20 Minuten konnte eine starke Äeberlegenheit der Gäste fest- gestellt werden. 3n rechtzeittger Erkenntnis der Lage wurde noch während der 1. Halbzeit die Mw.-Mannschast umgestellt, und es gelang ihr hierdurch, das Spiel wieder in die Hand zu bekommen. Durch Stärkung der Läuferreihe wurden die Angriffe des Gegners besser unterbunden, der Sturm konnte durch gute Vorlagen präziser arbeiten. 3n der zweiten Halbzeit hatten die Männerturner mehr vom Spiel, Sie gaben immer mehr den Ton an, und es gelang ihnen dreimal erfolgreich einzusenden. Der Ausgleich wurde durch die nunmehr einsetzende zahlreiche Verteidigung von Wetzlar verhindert. Sin weiteres Tor der Männerturner wurde nicht gegeben. Wenn diese mit gleichem Eifer in der ersten Halbzeit gezielt hätten, dann wäre ihnen der Sieg nicht zu nehmen gewesen. Durch den Sieg über die Männerturner sind die Wetzlarer mit diesen punktgleich geworden. Die Nachrunde muß jetzt zeigen, wer als Sieger aus der Meisterllasse im Gau Hessen hervorgeht. 3m Spiel der 2. Mannschaften hätten die Männerturner unbedingt gewinnen müssen. Sie hatten den Vorteil des eigenen Platzes und waren auch im Feldspiel überlegen. Der Sturm muß die Angriffe besser dortragen und den Ball bei Einsetzung der Abwehr rechtzeitig abgeben. Cigenbrodeleien haben in einem Mannschaftskörper keinen Raum. Bei den nächsten Spielen müssen die M. T. V. er sich gewaltig anstrengen, um die Scharte von den letzten Sonntagen wieder auszuwehen. Die Wetzlarer Mannschaft spielte eifrig und rückt durch diesen Sieg an 4. Stelle auf (X-Klasse). Die Jugendmannschaft rettete die Ehre des Tages. ES gelang ihr, tm Rückspiel gegen T. V. Treis a. d. Lda. einen einwandfreien Sieg mit nach Hause tzu bringen. Konnte doch die eifrige Mannschaft bis jetzt ein Torverhältnis von 40:2 für den Verein erringen. Handball T. B. v. 1846. Tv. 1846 1 — I.- u. Spo. 1860 Marburg 4:2 (3:0). Die 1. Mannschaft konnte am Sonntag durch ihren Sieg über Marburg zwei wertvolle Punkte gewinnen. Gießen hatte in beiden Halbzeiten etwas mehr vom Spiel. Gut bewährt hat fich die Einstellung des neuen Mittelstürmers, der, wenn auch durch eine Verletzung behindert, den Sturm glänzend führte und selbst seines Kennen zeigte. Marburg stellte eine sehr flinke Mannschaft, mit guter Fangtechnik und gutem Zuspiel. Der Sturm hatte allerdings in der Gießener Hintermannschaft ein schwer überwindbares Hindernis und konnte dadurch nur zu zwei Erfolgen kommen. Ech'edsrichter Dach von Polizei Frankfurt leitete zur vollen Zufriedenheit. Am Sonntagmorgen spielte de 2. Mannschaft gegen ben Favoriten der A-ÄL Tumgemcinde Friedberg und verlor völlig unverdient 1:3. Die Friedberger entschieden das Spiel durch ihren schußfreudigen Sturm. Sie Jugendmannschaft machte ihre Schlappe gegen Grohen-Lindens Jugend wett und gewann 1:0. D. f. B. Handball. In der Vorschau war als Gegner ber Handballelf irrtümlich ber Wetzlarer Sportverein angegeben worben: tatsächlich war es 23. f. ß. Wetzlar. V. f. B. stand infolge plötzlicher Absaae und Erkrankung einiger Spieler stark ersatzgeschwächt unb nur mit zehn Mann ber kompletten, mit Paulus spielenben Wetzlarer Elf gegenüber. Trotz allen gend unterlag gegen Heuchelheims 1. Jugend in Heuchelheim 0:2 nach recht schwachen Leistungen. Die 3. Jugend toartete vergeblich auf ipren Gegner. Die 1. S chülerelf trat unvollkommen an und mußte daher gegen den Lokalgegner eine hohe 5:0-Niederlage einstecken. V. f. B. Die Ligamannschaft schlug die Liga Frohnhausens mit 3:1 und gewann damit chr Diertes Verbandsspiel. Das Resultat erscheint in Anbetracht des ungleichen Stärkeverhältnistes beider Mannschaften etwas knapp, findet aber feine Erklärung in ben dortigen unzulänglichen Platz- Verhältnissen, die jede fremde Mannschaft vor eine schwere Ausgabe stellen, während sie für die einheimische Elf einen außerordentlichen Vorteil bedeuten. D. f. D. kann froh sein, wenn auch nach knappem, so doch verdientem Siege seine Punkte von Frohnhausen sicher nach Hause gebracht zu haben, eine Tatsache, deren sich nicht jede Mannschaft des Gaues am Schluß ber Verba ndsfolele wirb rühmen können. Der Verlauf bes Treffens ähnelt stark bem des Dillenburger Spiels. Auch hier nutzte die Platzmannschaft anfänglich die Unsicher- heit unb die baraus resultierende Schwäche Gießens aus unb versuchte durch Steigerung des Tempos und mit äußerst wuchtig oorgetragenen Angriffen die Gießener Elf zu überrumpeln. Diese fand sich trotz aller Bemühungen nicht zusammen, und konnte sich in den ersten zwanzig Minuten nur unter Aufbietung aller Eneraie der Ueberlegenhell Frohnhausens erwehren, Dem es auch etwa nach einer Viertelstunde Spielzeit gelang, mit 1:0 in Führung zu gehen. Erst bann vermochte D. f. B. sein Spiel nach unb nach ben Platzverhältnissen anzupassen unb wurde bann auch zunehmend besser. Noch vor ber Pause wurde ber Ausgleich erhielt. Noch htm Wechsel aing Frohnhausen nochmal stark aus sich heraus, fiel jedoch sehr bald darauf gänzlich ab, da es seine Kräfte bereits zu sehr verausgabt hatte. Gießen lief nun zu einer prächtigen Form auf und schnürte ben Gegner in seine Hälfte ein. Trotz zahlreicher Verteidigung konnte dieser nicht verhindern, baß V. f. B. noch zweimal einschoß unb bei weniger Pech (Lattenschüsse) bas Resultat noch hätte erhöhen können. Zusammengefaßt barf man unter Berücksichtigung der ungünstigen Umstände mit der Gesamtleistung der Mannschaft zufrieden fein. Die Ligareserve hatte in ber Zweiten Frohnhausens keinen gleichwertigen Gegner. Rach durchweg überlegenem Spiel, in bem. sie sich mehr als eine Klasse besser zeigte, gewann sie hoch mit 8:0. Die vierte Mannschaft unterlag in Leihgestern ber dortigen Ersten mit 2:4. Ihre Niederlage ist lediglich auf das Ausbleiben zweier Spieler zurückzuführen, die ohne vorherige Absage bem Spiel fernblieben unb so ihre Mannschaft im Stich ließen. D. f. B. war technisch besser, konnte aber nicht seine zahlenmäßige Unterlegenheit damit ausgleichen. Daß bie nach Marburg fahrenden Jugend» unb Schüler Mannschaften kaum eine Chance auf einen Sieg haben würden, war schon in der Freitagoorschau vorausgesagt. Trotzdem alle vier Spiele verlorengingen, darf man doch von einem moralischen Erfolg ber V. f. B. - Abteilung sprechen, da alle Mannschaften gegen bie im Lahnkreis-Ju- gend-Fußball eine überragende Stellung einnehmenden Marburger weit bessere Resultate erzielten, als in ben letzten Treffen. Die knappen 1 ^-Niederlagen ber ersten unb zweiten Jugend beweisen, baß das Kräfteoerhättnis bereits fast gleich ist. Die dritte Jugend sowohl wie auch die zweite Schüler zeigten recht schöne Leistungen, kamen jedoch gegen die spielerisch und körperlich überlegenen Gegner nicht auf; Resultat 0:4 bzw. 0:3 für Marburg. Die erfte Schülermannschaft schlug im fälligen Pflichtspiel bie gleiche ber hiesigen Spieloereinigung glatt mH 5:0. V. f. B. war in jeher Beziehung weit besser als fein Gegner, unb brängte diesen während des ganzen Treffens in feine fl Ufte zurück. Was bie kleinen V- f. B.er in diesem <: ipiel an Ballbehandlung, Stellungsspiel unb Komi Ina- tion zeigten, dürfte von keiner Schülermannschaft des Hess-Hannoverschen Bezirks Überboten werden können. Die körperlich gleichstarken Schüler der Spiel» Vereinigung waren eifrig unb schnell, tarnen aber gegen das bedeutend reifere Spiel ihres Gegners nicht auf. Beiden Mannschaften gebührt ein Ge» samtlod für ihr rühriges Spiel. Spiel und Sport der höheren Schulen. Fußball. Gymnasium — Realgymnasium 2:1. Auf dem Universitätsplatz fand dieses Spiel statt. Es wurde sehr eifrig und schnell burchgeführt unb sah bas Gymnasium als glücklichen Sieger. Eine besonbere Note bekam bas Spiel burch das Mitwirken ber Turnlehrer beider Anstalten. Al» Schiedsrichter war ein Primaner ber Oberrealfchul« tätig, der sicher und gerecht leitete. Fußball in Leihgestern. Leihgesterns Jugend hatte am Sonntag auf eigenem Platze die Jugendmannschaft von ®r.* Buseck zum Gegner. Großen-Duseck gewann bos S1 5p.d*-'e,' *8^ Mailly N E ten ein eiß ff Uten S rmcr duA E ersten A «p j»***1* e-ieinbachl- jtxi weitere Tor in die Halle hineingezogen wird. Dabei bildet dann das halbeingefahrene Schiff mit seinem Heck geradezu eine Ergänzung zur Stromlinienform. Auch zur Unterbringung mehrerer Luftschiffe kann man diese Form wählen (Bild 3). so daß man z. B. im Haltenkopf zwei Luf: schiffe nebeneinander unterbringen kann, während das dritte im hinteren verjüngten Teil der Halle mit seiner Spitze zwischen den Enden der beiden vorderen Luftschiffe liegt. Muß man freilich eine noch größere Drehbare Luftschiffhalte für drei Luftschiffe. Zahl von Luftschiffen unterbringen, so bleibt nichts anderes übrig, als der Dau von festen Hallen ruib die Anlage einer drehbaren Schleusenhalle in so großer Entfernung — beispielsweise von etwa einem Kilometer —, daß die Störungen des Windes nicht bis zur Schleusenhalte reichen. Diese drehbare Halle muh man bann samt ihrem Inhalt auf einem Gleis an die feste Halle heranfahren. Das sind technische Aufgaben, denen die neuzeitliche Technik durchaus gewachsen ist. Die Ausstellung des Professors Krell ist aus vielen Gründen belangreich zu nennen. Einmal trägt sie zur Klärung der Hallenfrage bei, indem sie einen guten Einblick in die Luftströmungen und Wirbelbildungen bietet und diesen durch mit auyerorventlichem Fleiß zusammengetragene unb geschaffene rein sachliche Unterlagen stützt, dann aber zieht sie daraus die Folgerungen und bringt damit ein Gebiet der Technik, das ohne Zweifel hinter den Fortschritten deS Luftschiffbaues zurückgeblieben ist, um einen so großen Schritt vorwärts, wie es der gegenwärtige Stand der Technik erlaubt. Professor Krell weiß sehr genau, daß es dem einzelnen auf sich allein angewiesenen Konstrukteur nicht vergönnt ist, Ausgetragenes zu bieten; um so mehr ist es zu begrüßen, daß er sich entschlossen hat, seine Untersuchungen und ihre Ergebnisse auf der Ausstellung einem breiteren Kreise zur Anregung und zur Krittk vorzuführen. Man kann seinen in so überzeugender Anschaulichkeit dargestellten Vorschlägen nur eine solche Beachtung wünschen, daß durch Ausführungen in großem Maßstab die zurückgebliebene Frage der Bergung großer Luftschiffe den Fortschritten unb Erfahrungen im Luftschiffbau angepaht wird. Ein Jubiläum. Don unserer Berliner Redaktton. Am 21. Oktober jährte sich zum fünfzigstenmal der Tag, an dem unter Bismarck das Sozialistengesetz in Kraft getreten ist. Die Sozialdemokraten haben daraus ein honettes Jubiläum gemacht, sie haben seit Wochen die ganze Vorgeschichte des Gesetzes ausgeschlachtet. Unb schließlich wird man es ihnen ja auch nicht verdenken können, wenn sie mit einem gewissen Stolz den Gegensatz herausarbeiten, ber zwischen den Jahren 1878 unb 1928 liegt: damals eine Partei, die mit allen Staatsmitteln verfehmt unb bekämpft wurde, heute die stärkste deutsche Partei, gleichzeitig Trägerin der Negierungsgewalt. Allerdings, ganz ungetrübt ist die Freude für sie nicht, da auch die Kommunisten das Erbe des Sozialistengesetzes für sich beanspruchen. In Berlin haben am Sonn- tagvvrmittag die Sozialdemokraten demonstriert und unmittelbar nach ihnen die Kommunisten. Beide haben für sich beansprucht, bah sie im Besitz des allein echten Ninges wären, bie Kommunisten mit ber gehässig-boshaften Bemerkung, das ganze Sozialistengesetz sei nicht nötig gewesen, wenn damals schon Müller und Wels an der Spitze der Partei gestanden hätten. Auch der Außenstehende wird den Augenblick benutzen dürfen, um einmal bie Bilanz zu ziehen und festzustellen, daß die Ziele, die mit dem Sozialistengesetz verfolgt wurden, zweifellos nicht erreicht sind. Bismarck hat den Versuch gemacht, die Partei mit allen Mitteln der staatlichen Gewalt auszurotten, gleichzeitig aber durch eine großzügige soziale Gesetzgebung die Arbeiterschaft politisch an den Staat zu binden. Damit ist er gescheitert. Die für bie ganze Welt vorbildliche soziale Gesetzgebung wurde als eine Selbstverständlichkeit hingenommen, die Sozialisten haben sogar im Parlament gegen alle diese Gesetze gestimmt. Die Verbitterung der Arbeiterschaft aber tobte sich politisch in einem ungeahnten Anwachsen der sozialistischen Bewegung aus, gleichzeitig in einer verhängnisvollen Radikalisierung, die aus der deutschen Sozialdemokratie die einzige wirklich internationale sozialistische Bewegung machte. Ob das alles so kommen muhte, ob es wirklich unvermeidlich war, daß die Ideen Lassalles so in ihr Gegenteil verkehrt wurden, mag ber Historiker entscheiden. Die Nutzanwendung ist aber jedenfalls zu ziehen, bah es sich als verfehlt erwiesen hat, eine geistige Bewegung mit Gewalt zu unterdrücken. Unb diese Nutzanwendung ist auch heute noch aktuell; nur mit anderen Vorzeichen. Die Sozialdemokraten vergessen so leicht, dah bad Sozialistengesetz eine Folge ber Attentate auf ben alten Kaiser war, dah sie selbst aber nach den Attentaten auf Erz- berger unb Rathenau ein gleiches Ausnahmegesetz beschlossen, worin sie ja sogar trotz ihrer grundsätzlichen Ablehnung die Todes- strase anerkannten. Die haben also mit denselben Mitteln gearbeitet, bie sie damals bekämpften. Allerdings werden auch sie die Erfahrung machen müssen, daß die Kräfte, bie sie unterdrücken wollen, indem sie mit Zensur unb Verbot bie neu sich entwickelnden geistigen Strömungen niederzuhalten suchen, stärker sind als die Mittel ihrer neustaatlichen Abwehrorgani- satton. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 77 vom 23. Oktober enthält: Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1928/29 an den landwirtschaftlichen Schulen bei den hessischen Landwirt- schastsümtern. — Feldbereinigung Röthges. em Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse 23 10 j 24 10 | 23 10. 1.925 11,9 150,5 146,25 Banknoten. Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 , Lombardzlnsftih 3 Prozent. Die hinter den Papieren ongetührlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt 50,85 15.1 4H 8 . 6 10 6 10 10 12 11 12 10 io 10 . s . 8 u 8777 50,9 15,25 Schluß Kur, 147,25 140 287,75 ih4 290,5 luG,75 168,5 184,25 290 lu7 162,5 168,75 134 298,5 3,9 26,6 25,75 12.2 12,25 12.25 23,75 87,2 1 50,8 15,1 90 75.9 8®; £>ut)drt (Stlen’xiijn äutii«:g.ümerlfa Batet Sueia.-äuDam. Tamvllch. Otia Samufid)lff SbiOtrdicbet Lloyd . . evj Dtutldje tireDltanfL . 8k5,25 140,23 489,5 184.4 490 167 162,25 lo8,75 207,5 134,13 297,25 1.85 11.9 12,8 11.75 9.25 23,5 150,5 . 183 147.25 135.25 288 184,7a 290 167 162 168,5 207,5 133,5 296,75 50,9 15 Kunst und Wissenschaft. Walter von Molo: Präsident der Tichterakademie. Wie aus Berlin gemeldet wird, wurde bet der am Dienstag vorgenommenen Präsidentenwahl der Sektion für Dichtkunst an der Preussi- schen Akademie der Künste Walter v. Molo zum Vorsitzenden, Ludwig Fulda zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. 5t:. Vis Halbzeit führte Wieseck 2:1. Karz nici) Seitenwechsel glich Giessen aus. Nun er- Oht< der Halbrechte der Gäste das Resultat QU' 3: 2. Dann kam Giessen zum Ausgleich und Mhrungstor. Wohl hatte Wieseck Gelegenheit, KLzx- «tat"®?**« « Ä S’*«“ ta ^raiihturt a. M | Berlin Iminen; das Spiel wickelte sich nur noch in ihrer chi.'fte ab. Die Licher Mannschaft verdient "~ lose Bild. Die Neui)orker Effektenbörse hatte gestern zwar wieder sehr feste Tendenz, die amerikanischen Wahlen rücken aber immer näher, und man befürchtet, dass dann drüben ein Umschwung der Tendenz Eintreten könnte, so dass Hemmungen von dieser Seite unverkennbar sind. Die Diskonto- Gesellschaft hatte ein befriedigendes Altjahresergebnis ,xur Veröffentlichung gebracht, ohne dass dies irgendwie auf die Bewegung der Bankaktien Einfluß haben konnte. Die Ultimovorbereitungen kommen in Gang; obwohl der Reportgeldsatz erst mor- aen von den Banken festgesetzt wird, war heute schon inoffiziell erster Schiebungstag, und man konnte beobachten, daß die Nachfrage nach Geld nicht groß ist. Es sind außerordentlich viel Engagements im Verlaufe des Monats glattgestellt worden, so daß ein Angebot in Reportgeld bestehen dürfte, und man im Zusammenhang hiermit sicher mit einer Erhöhung des Satzes, wenn auch nur um 0,25 v. H., rechnen muß. Zu den ersten Notierungen kam Prämienware heraus. Obwohl das Angebot als wieder nur klein zu bezeichnen war, bröckelten die Kurse, da so gut wie jar keine Nachfrage aus dem Auslande und der Spekulation bestand, auf fast allen Märkten um 1 bis 2 v. f). ab. Darüber hinaus lagen Reichsbank, Schubert L-Saher, Ehade-Aktien und Bemberg bis 5 v. H. gedrückt, wahrend Buderus, Salzdetfurth und Glanzstoff durch relativ feste Haltung auffielen. Deutsche Anleihen eher schwächer. Ausländer uneinheitlich. Bosnier bis 1 v. H. niedriger. Auch Türken, Mexikaner und Rumänen zur Schwäche neigend, dagegen Russen auf dje Gründung eines internationalen Komitees zum Schutze der Inhaber der russischen Anleihen, wie schon in den letzten Tagen, lebhafter und fester. Der Geldmarkt hatte unveränderte Satze und war besonders für Tagesgeld recht rege. Auf dos bereits erwähnte Ueberangebot an Reportgeld hin wurde es im Verlaufe bei lebhafterem Geschäft auf Deckungen fester. Kaliwerte gewonnen bis zu 3 v. $)., Siemens lagen 2,5 v. H. über Anfang. Glanzstoff und Bemberg waren wahrscheinlich im Zu- sammenhang mit der internationalen Festigkeit der Kunstieidenwerte um 4 bis 6 v. H. gebessert, und auch sonst bewegten sich die Steigerungen im Rohmen von 1 bis 2 v. S). Als lebhafter lind u. a. der Elektromarkt, Mansfelder Bergbau, Oberfchlefifche Koks zu nennen. Später konnten sich zwar die Kurse auf dieser erhöhten Basis behaupten, das Geschäft wurde aber wieder geringer. Frankfurter wcrreivebörse F ra n k fu rt a. M., 24. Oktober. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte auch heute wieder in ruhiger Haltung. Trotz der höheren Auslandnotierungen blieb das Geschäft nach wie vor klein. Umsätze kamen nur in geringem Umfange zustande. Die Preise blieben jedoch gut behauptet. Es wurden notiert: Weizen 23.50 bis 23,65; Roggen 22,50 bis 22,75; Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 25,50; Hafer, inländischer, 23,25 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 33,75 bis 34,25; Rogaenmehl 30,25 bis 31; Weizenkleie 14 bis 14,10; Roggen- tleie 14,50 Mark. — Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 23. Oft. Die Umsahtätigkeit an der Produktenbörse hielt sich auch heute in verhältnismässig engen Grenzen, wofür einerseits die Zurückhaltung der Mühlen angesichts des sehr schleppenden Mehlabsahes massgebend war, andererseits hat sich das Jnlandangebot von Weizen, auf den sich das Interesse in der Hauptsache konzentriert, noch nicht wesentlich vergrößert. Zur Erfüllung eingegangener Exportabschlüsse wurden für deutschen Weizen in Stettin gestrige Preise angelegt, während die Jnlandmühlen aus dem oben angeführten Grunde 1 bis 1,50 Mark weniger boten, ohne jedoch auf diesem Preisniveau ausreichend Material erwerben zu können. Roggen ist stärker angeboten und zu Sxportzwecken nur vereinzelt gefragt. Die Jnlandmühlen sind mit Anschaffungen zurückhaltend, so dass die Preise gegen gestern um 1 bis 2 Mark nachgeben muhten. Der Lieferungsmarkt lag für Brotgetreide schwach, Roggen und Weizen verloren bis zu 1,50 Mark. Die heute besichtigten 90 Tonnen Roggen und 30 Tonnen W^zen wurden für kontraktlich lieferbar erklärt. Mehle haben auch bei vereinzelt ermässigten Forderungen weiter sehr schwieriges Geschäft. verhalfen so der Platzmannschaft zum glücklichen ©reg. Eckenverhältnis 5: 8. Heuchelheim 1 — Raunheim I 2:1. Raunhei:., war in Heuchelheim zu Gast und musste sich d.rt abermals eine knappe Riederlage gefallen la e r. Halbzeit 0:0. Alsfeld l — Wetzlar l 2:2. Dass dieses Tressen in Als.eld unentschieden ausgehen würde, hatte niemand erwartet. Wetzlar bot, völlig umgestellt, in seinen letzten diesjähci- aen. Serienspiel sein bestes Spiel. Rur der Um- stand, dass der Unparteiische au-biie; und dafür ein Alsseteer Dereinsangehöriger cinsprang, der wohl den Willen hatte, aber nicht fähig war, das Spiel zu leiten, versagte es ihm, als Sieger den Platz zu Verlusten. Grohen-Lindcn I — Burkhardsfelden! 3:0. Dieses Tres en land in Grossen Linden statt; es sollte das ent'cheidende Spiel um die Führung in der Ortsgruppe werden. Rach flottem Spiel ging es mit 1:0 für Grossen-Linden in die Pause. Rach Seitenwech'el drängten die Gäste merklich, doch ohne Erfolg. Allmählich kamen die Einheimischen weder auf und konnten bis Schluss das Resultat auf 3: 0 erhöhen. Die übrigen Spiele. Rodheims 1. Mannschaft gelang es nach schönem Spiel, die erste Mannschaft Rieder- g i r m e s 2:1 zu schlagen. Heuchelheim II. siegte über die neu erstandene 1. Elf Allendorfs leicht mit 2:0. Klein - Lindens Jugend fertigte ebenso leicht ihren Gast, die Jugend G r ü n b e r g s, mit 7:1 ab. Auch Heuchelheims Jugend schickte die Rachbarjugend von K i n z e n b a ch mit einer 7:0- Riederlage nach Hause. Roch besser machte es die Jugend Wiesccks, indem sie ihren Gast, die Jugend Leuns, mit einer 13:0-Riederlage abfertigte. Gießener Tennisklub 1922. In der Mitte des Oktobers hat die Sommersaison im Tennissport ihr Ende erreicht. Wirft man einen kurzen Rückblick auf die Leistungen des Klubs während des letzten Jahres, so kann man erfreulicherweise feststellen, dass sich das Riveau der Spielstäcke abermals wesentlich gehoben hat. Richt so sehr kommt das in den Ergebnissen der Klubwettkämpfe zum Ausdruck, da Giessen oft und mit Absicht kombinierte und zweite Mannschaften gegen auswä.tige erste ins Treffen schickte, sondern die Erfolge Giessener Klubmitglieder auf grössten internationalen Turnieren zeigen erst recht die geleistete Arbeit und das Weiterlommen des Klubs. Folgende Siege wurden errungen: Internationales Tennisturnier Frankfurt a. M.: Herren-Einzel B K. Werner 1. Preis, W. Kirchner 2. Pr.; Herren-Doppel B K. Werner l.Pr., W. Kirchner 3. Pr. Akademische Tennis-Meisterschaften Frankfurt am Main: Herren-Eintel W. Kirchner 2. Pr., Herren-Doppel W. Kirchner l.Pr. Internationales Tennisturnier Bad-Rauheirn: Herren-Doppel B 1 Ro l l 3. Pr., Mired B Frl. DeTg 3.Pr., W. Kirchner 3.Pr., W. Roll 3. Pr. Internationales Tennisturnier Bad Homburg: Herren-Doppel B W. Kirchner 3.Pr., G. Hamann 3. Pr. Erstes Lahnturnier, Limburg: Herren-Einzel W. K i r ch n e r 1. Pr., W. Roll 2. Pr.; Herren- Doppel W. Roll l.Pr.. E. Hamann l.Pr.; Mixed E. H a m a n n 2. Pr. Diesen sechs ersten, vier zweiten und sieben dritten Preisen in Turnieren stehen sechs gewonnene Klubwettkämpfe zur Seite; fünf wurden verloren, wobei zu beachten ist, dass zweimal Giessener kombinierte Mannschaften und viermal zweite Mannschaften gegen erste Besetzungen auswärtiger Klubs antraten. Die Gesamtpunktzahl lautet 109:98 für Giessen. Frühzeitig, fast ohne Trainingsunterbrechung, konnte in diesem Jahr das Hallentennis in der Dolköhalle ausgenommen werden. An zweimal vier Stunden in der Woche ist allen Mitgliedern Gelegenheit geboten, den weissen Sport auch im Winter auszuüben und ihre Form mindestens zu erhalten. Die bereits in diesem Herbst fertig- gestellte Reuanlage von zwei weiteren Turnierplätzen schufst neue Trainingsmög'ichkeiten In der nächsten Saison und lässt, zusammen mit dem vorhergegangenen Hallentraining, das Beste für das nächste Jahr erhoffen. Ty. Neuer Sieg Rademachers in Japan. Bei einem von dem Blatt „Asahi" am Sonfftag in Osaka veranstalteten Schwimmfest startete der deutsche Meisterschwimmer Erich Rademacher in einem 400-Meter-Drustschwimmen, das er in 6:30 sicher gewann. lin .sonder?. tDtt(frUb r ÄeMion. bitt«* kn kann. ^lin. Steffen mit 1:0. Die Platzmannschaft war von Anfang bis Ende des Spiels klar überlegen, nie jedoch ihre Ueberlegenheit in zählbaren Irfolgen zum Ausdruck bringen zu können. Fußball in Lollar. 5 orfabteilung der Turner Lollar I Spo. 1920 Heuchelheim I 4:2 (3:1). Ihrem stärksten Widersacher konnte Lollars ||f am Sonntag eine einwandfreie 4:2-Rieder- L]c beibringen. Heuchelheim trat nur mit zehn Dann an doch war auch Lollar gezwungen, ssech Verletzung des rechten Läufers grössten- mit zehn Mann zu spielen. Beide Mann- Kasten waren gleichwertig, mit Ausnahme des -aflesturmes. der sich nicht finden konnte. Als Liier des Spieles, das manchmal den Stempel n es Lokaltreffens trug, amtierte Herr Löcher, 1. j D. Giessen, in zufriedenstellender Weise. Fußballclub 1926 Großen-Buseck. Trotz der Ricderschläge an den vorhergegange- »n Tagen konnte am Sonntag das Spiel gegen li-der-Weisel ohne Beeinflussung durch die Do- iuderhältnisse ausgetragen werden. Die Platz- iwrinschaft siegte überlegen mit 7:2 Toren. Die k.sie, die in neuer Ausstellung angetreten waren, luiccten ein eifriges Spiel. Rach ungefähr zehn •turnten Dauer gelang es dem Linksaussen- Hrrmer, durch Alleingang das erste Tor für 2eder-Weisel zu erringen, kurz darauf folgte ikß zweite Tor für die Gäste. Kurz vor Schluss ihr ersten Hälfte war das Spiel zugunsten der Puymannschaft auf 3:2 Tore entschieden. Rach ihr Pause stand das Spiel ganz auf Seite von tzo^en-Buseck, nach kurzen Abständen erhöhte sch die Riederlage auf 7:2 Tore. Steinbach I—OaubringenH 6:l(4:0) QIm Sonntag trafen sich diese Mannschaften gint fälligen Derbandsspiel. Der Platz, der durch 8m vorher niedergegangenen Regen stark auf- §r»eicht war, lieh ein einhei liches Spiel nicht Mstande kommen. Bei Steinbach, das gleich mächtig Ir.Legte, wollte es erst im Sturm nicht klappen. Tit4:0 ging es in die Halbzeit. Rach der Pause H:ilte Daubringen das Resultat verbessern, was ih> auch durch Erringen des Ehrentores gelang. -&ö'ßd> die Steinbacher Stürmer erzielten noch zdci weitere Tore. A. f. K Lich. D-ic 1.Mannschaft von Daubringen weilte ft Lich und erlitt eine 6:2-Riederlage. Wenn Tmbringen in der ersten Hälfte das Spiel noch enigermahen offen halten konnte, so klappte die 'Tümschaft in der letzten Hälfte vollständig zu- sGg die tz- .."app> slndit aber k|n( ml» Platz. ± Wi|t oorZ sie für die .^"Uichen Vorteil be- A °*nn au4 noch Mm Stege seine Punkte m VQUi Krocht zu äJ.Ml W Tiani- der TerbanbsIpWe 3 "bürget Spiels. WL $ sanglich die ri. iltierenbe Schwäche hegens 5) Steigerung des lempos '8 Mtgetrügenoi Angrissen «rrumpein. Liese sand sich nicht zusammen, und konnte ig Minuten nur unter Aus. der Ueberleyn^eil tzrohn- « auch etwa nach einer jelang, mit 1:0 in Fühlung miochle S. f. B. sein Spiel 'agoerljäifniilen amu passe, meijmenb beflet. Noch wr is-leich enltfL ‘Hadi he in nvchrnai \toxt aus sq batt) daraus göiulich ob, .5 zu sehr verausgabt hatte, r prächtigen Form auf unb seine Hälfte ein. Trotz ich ante dieser nicht verhindern. iol einschoß und bei meniaei Resultat noch hätte erhöhen ht darf man unter Berück- gen Umstände mit der @e- chast zufrieden sein. • hatte in der Zweiten inen gleichwertigen Segnet -nern Spiel, in dem. sie sich -ffer zeigte, gewann sie hoch schäft unterlag in Leih' jten mit 2:4. Lhre ^irder- Ausbleiben zweier Spieler ne vorherige Absage de« |o ihre Mannschaft in, „ar 'echnisch bchr, näßige Unterlegenbeli bamü Wk'rtschasi. I^inder nwrkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rindermarkt in Giessen waren 087 totütf Großvieh unb 192 Kälber zum Verkauf aufgetrieben. Der Handel war flau, es verblieb etwas Uebcrftand. Man bezahlte für Kühe erster Qualität 500 bis 600 Mart. Kühe zweiter Qualität 300 bis 400 Mark, Kühe dritter Dualität 150 bis 250 Mark; Rinder ein- bis zweijährig, 100 bis 200 Mark; Kalber je Pfund Lebendgewicht 55 bis 65 Pfennig. * D ie hessischen Kreditgenossenschaften Anfang September. Die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Kreditgenossenschaften (Richtung Schulze-Delitzsch) in Darmstadt gibt die Zweimonatsbilanzen der ihr angehören- ken Genossenschaften bekannt. Die Bilanzsumme stieg bis Anfang September auf 65,8 Mill. Mk. gegen 62,9 Mill. Mk. Anfang August. Die Spareinlagen zeigen wieder eine starke Zunahme (rund l3/i Mill. Mk.); Anfang September waren etwa 32 Mill. Mk. auf Sparkonto eingezahlk. Auch die Einlagen in laufender Rechnung erhöhten sich um etwa 1/2 Mill. Mk. Tie überwiegend an Mitglieder ausgelieh^nen Gelder erfuhren eine Steigerung um etwa 21/1 Mill. Mk., nämlich von 45,8 aus 48 Mill. Mk. Dazu kommen 10 Mill. Mk. Wechselbestand, während für rund 4 Mill. Mk. Wechsel weiterbegeben waren. * D i e steuerliche Behandlung von Auslandanleihen. Wie WTB.-Handels- dienst erfährt, hat Ende September im Reichsfinanzministerium eine Beratung stattgefunden, in der die steuerliche Begünstigung von Auslandanleihen Gegenstand der Verhandlungen war. Hierbei kam u. a. auch die Frage der Auslandanleihe der Frankfurter Gasgesellschaft zur Sprache. Einstimmig war man der Ansicht, dass die Art und Weise, in der der hauptsächlichste Anteil des Anleiheerlöses verbraucht worden sei, nicht gebilligt werden könne. (Es handelt sich hierbei um den gemeinsam mit der Stadt Köln vorgenommenen Anlauf der Kohlenfelder.) Die massgebenden Stellen erklärten, eine Anleihe, die im wesentlichen für den Uebergang von Kohlenfeldern von einer Hand in die andere gedient habe, nicht für geeignet, um ihr die übliche steuerliche Degünsttgung zu gewähren. ' Disconto-Gesellschaft. In der Auf- sichtsratssihung der Disconto-Gesellschaft berichteten die Geschäftsinhaber, dass die Bilanz für das erste Halbjahr ein befriedigendes Ergebnis gezeitigt habe und der Geschäftsgang auch im weiteren Verlauf des Jahres eine lebhafte Steigerung aufweise. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 2t. Oktober. Tendenz behauptet. — An der heutt.".en Börse blieb die Umsahtätigkeit im allgemeinen wieder gering, bei weiterem Fehlen von Pub.ikurn und Ausland. Im Zusammenhang mit dem noch vollkommen unklaren Ausgang des Lohnkonfliktes in d:r Eisenindustrie war eine gewi'se Unsicherheit wieder nicht zu vertermen. Ungünstig wirkten auch unbestimmte Rachrichten von einem Scheitern des südslawischen S ahlverein-Auf- trages. Rach den le''ttägigen Kar'rückg"ingen bekundete die Speku'alion jedoch auf einigen Marktgebieten Deckungsn izung, so dass die ersten Kurse gegen die gestrige Abendbörse im aNgemeinen etwa behauptet waren. Ueberwiegend etwas fester eröffneten die Elekttowerte, von denen AEG., Bergmann, Ges^ürel, Dchuckert und Siemens bis 1 Proz. gewannen. J.-G.-Farben auf Deckungskäuse leicht erholt. Dis 1 Proz. beteiligt waren außerdem K öckner. Mansfe der Bergbau, Rütgerswerte, Metallgefcltschaft und Karstadt. Leicht abgeschwächt waren dagegen Adlerwerke und Wayss & Frehtag. Danken eröffneten knapp behauptet. Deutsche Linoleum waren angeboten und 3 Prozent schwächer. Rach den ersten Rotterungen verstärkten sich die Deckungskäufe, und die Haltung wurde allgemein freundlicher. J.-G.» Farben waren bevorzugt und erneut 1,25 Prozent erhöht. Deutsche Anleihen nicht ganz behauptet. Ausländische Renten ftiU. Im Freiverlehr Russen weiter gefragt. 2m Verlaufe nahm die alte Lustlosigkeit wieder überhand. Umsätze kamen nur noch vereinzelt zustande. Kaliwrrte lagen mehrere Prozent fester. Der Geldmarkt war weiter erleichtert. Tagesgrld zu 4,5 Prozent stark angeboten. Devisen waren etwas befestigt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1963, gegen Pfund 20,36, gegen London-Kabel 4,8502, gegen Paris 124,1950, gegen Mailand 92,60, Madrid 30,12, gegen Holland 12,0980. Berliner Börse. Berlin, 24. Oktober. Auch der Beginn der heutigen Börse bot das schon seit Tagen übliche l u st - Arbeiter-Turn- und Sportbund. 8 Giessen l — Dockenheim I 1:6. Liessen hatte am Sonntag zum ersten Spiel in Lu Rachrunde der Kreisklasse Docken- I zu Gast. Die Gäste traten mit einer aus- Ml ichenen Elf an. Wohl zeigte Giessen diesmal ■ehe bessere Leistung als am Dorsvnntag, doch Dichte es auch jetzt noch nicht an das heran, 1K6 man von einer Kceisklassemannschaft er* Uiiten darf. Dockenheim war von Anfang an «Idas überlegen. Dis Halbzett gelang es den «Sä ir »?n» zwei Tore vorzutegen, denen Giessen Mts entgegensetzen konnte. Rach Seitenwechsel itddie sich die Ueberlegeichett der Gäste mehr iirb mehr aus. Giessen glaubte nun an jeder Ent- Mdung des Unparteiischen Krittt üben au muffen und schädigte so den Spielverlauf mehr mrb mehr. Viermal noch muhte der Hüter der ■C.nfjeimifdten das Leder aus dem Reh holen, lü es kurz vor Schluss dem Halblinken Giessens jp.ajig, wenigstens das Ehrentor für seine QUann- fädil zu erreichen. Giessen Ib — Wieseck l 4:3. Wieseck, bas mit reichlichem und unfähigem tzilah antreten musste, bot am Sonntag eine Stiftung, die von einem Anfänger nicht zu über- streifen war. Lediglich der gewandte Jnnensturrn airb der Schlussmann konnten gefallen, alles übrige waren Versager. Giessen stellte wohl ein Impteswttlige Mannschaft, doch gingen die Lei- fltngen auch nicht über das übliche Mass hinaus. die Mannschaft zu diesem Siege kam, dazu «nhals der Unparteiische, der mit seiner Gei- fling die der beiden Mannschaften noch unter- >| l-Ühr- ISch.uh । itimang l Kur, | fiurs | fiurs mg fahrenden 3ug»n6' chasten faumeine^J ffiürben, wr I Ausgleich herzustellen, doch die Entscheidun- A-iagl -i-ron {inem .gp Unparteiischen verhinderten dies und - 9e9en X Iw * °'3 l.|t M » KM nrky'aj rSÄ Wurf» q,recht Datum Reldwanltil), o 1927 •Dteil.-»bloL.6d>ulD mil «ufi. ui.« ttrchien ! DbtL Obnr SueU».-«echtr . . . ;!•% jiantf. Hyp.«Bt Soldvt. un- SnDJar bis 1932 IPk'o h'öetnlidif 4>DD.-iBanl Stau. IIU« abg iPortrteg6«£)Nlflatton., ddyblbai 1932 IftGeiuets iäiinbe«b.«ianl.. UfllCt'teneldilidie <3ulbtle.. . . Letten Silberne..... uetCeiteneid) einbeiti Rte. . ü(Jtllnjüri|d)e Goldrie • ■ 6i%Ürajarijd)c Slaalsr. v. 1910 uyi re »gl. von i9i3 U'SLinaiiidie fironenrte.. UBkiürt. Zvllanleihe v. 1911 6 ft c«rNIche «agbobbaba-Anl.. Grtt I Serie II . iiftnunänen conurrt. 8lte. 6lkV8um4nen ColbanL von 1918 tzranksuri a. M Berlin Schlub-l i.Uhr- flurs ! flurs SdMb Rurs 'Untätig Kurs Datum: 23. 10. I 24 IQ. 23. 10. | 24. 10. Bhilipv Holzmann......1 Heidelberger Ccmenl .... 10 Semen! äarlftabl......8 Wavb 4 Freilag......10 Schultheis Patzenhola ... 16 Cftrocrfe ..... 12 Ber. Glanzttoll......18 Bemberg...... 14 ÄellftoH Waldhot.....12 dellftoff Alchassenbma ... 12 Charlottenburger Lian« ... 7 Tciiauer ®a8 ...... 8 Daimler Motoren ...... 0 Demag ...... • • . 0 Adlerwerte Kleber ...... 6 Uuöro. Loewe ....... 10 Nal. Automobil . ...... 0 Ctenfiein & ftoöpd . .... 6 Leonharo Tietz- ... 8 Bamag-Meguin . ...... 0 ?,rantt. Malchin« ...... 6 ® eigner .••••• 11 Heyliaenttaedl ....... 0 5ung5on= . ...... 4 Lechwerte..... .... 8 Mainkraliwerd ....... 8 Miag .......10 Nekarlulmer ........ 8 Beters Union - ....... 8 Gebr. Roeder..... . 10 Boigt & üaeffner ...... 8 Südd. Zucker........8 130 136 176 132,5 280 207 30,5 104,25 18,5 72,75 122,25 88 111 116,5 136,5 30.25 107 125,5 215,5 151 136,25 13175 279,75 103,5 31 131 318,25 275 550 467 278,25 205.25 124,5 188,75 81 51 104,75 245.5 54 HO 272 19,25 73 120,13 88,13 136,9 30,5 106,5 215 150 1 III 1 1 ^£33 1 1 1 1 1 1 IS I 1 1 1 1 Berlin . 23 üftooer nie Id Betet itraniojilttie Maien..... holländische Norm...... utülientftöe Noten...... Norwegische Noten. .... Dentsch-Oesterr., 5100 Ärtmen Romanische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweiler Noten ....... Spanische Wo,en..... . Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin- Telegraphische 16,38 167,76 21,93 111,53 58.80' 2,545 111,83 80.46 67,42 12.393 72.92 -Frankfurt Auszahl 16,44 168,44 22,01 111,97 59,04 3,565 112,27 80,78 67,70 12,453 73.22 a. M. ung. FrauKsurl a. M Berlin Schluh» flurs l-Ut)r- flurs Schluß flurs Ülnjang flurs Datum: | 23 10 24 ia | 23. 10. | 24 10. äLC.«. . ....... Bergmann...... • Elektr. titeferungew..... Licht und Kraft ..... gelten 4 Öuilleaume.... Ges. |. Elektr. Untern.. . . . Hamb. Elektr. Werte .... Rhein. Elektr........ Schlei. Elektr. . ...... Schucken . . ...... Siemens & Halit» . • • • • Transradio . ...... Lahmeuer . ......... Buderus...... • • . Deutsche Erdöl...... Essener Steinkohle . . . . Gelsenkirchener ... V n Harpener ........ Hoelch Eise». ....... Ilse Bergbau ..••••• ftlöcknerwerke ...... KVIn-Neuessen. ...... Mannesmann ....... Mansselder ...... Cberjdilei. Eisenb. Bedark • . Dbeddilej. ftotsruede . . Phünir Bergbau ütheinische Braunkohlen . Khelltttahl i. •/« Kiebeck Montan ... 'Bereinigte Stahl»..... Otavi Minen ..... Kali 'Aschersleben..... Kali Westeregeln ..... Kaliwerk Salzdetfurth . - - tJarben-UnOUftm . . • Dynamit Nobel . . . • • • Goldschmidt ...... flütgertroerfe . ..•••• MelaUgelellschofU . . . 8 . 9 10 10 . 6 10 10 . 9 10 . 8 12 . 8 10 . 6 . 6 . 8 9 4 . 6 . 8 . 8 . 7 . 9 . 8 . 7 . 5 . 6 6Vi 10 4K 7.2 6 9 sh 10 10 15 12 . b . 9 . 6 . • U Z 1 1 1 1 1 -11 1 IK 1 AR I S-2 IS53 1 18 °. 1 1 •*. । X? 1 T ' 1 CM» N?) o — Z 53 SS 2 3 5% 31 S 180,9 206 172,5 237,13 270?5 204,75 d92 134,75 121 109 122,75 115 91,13 274.75 133.5 92 250.75 210 99,5 185,5 180,75 204,25 172.75 237,5 148,4 270 145,25 155.75 226 204,75 589,5 145,4 162 81.5 134,75 120 122 133 126 246,5 109,5 122.75 123,4 114.75 108 110,5 91.25 274.25 134 92,5 24,4 279 280 472 251 118 98 99,25 179.75 204,75 173 236,6 269 145 155.2 225,5 -04 388 144 134 121.5 132,75 124.25 109.25 122 123 113,9 107,5 108,6 91 274.75 132,5 92 54,5 279,75 250,4 116,5 97 99,25 23. Oktober 24. Oktob r Ämtliche Noti runa Amtliche Notierung Geld Briet Geld Briet . ümfL-gtoh. H?uen.‘8treö 168,08 1,763 iM,ti 1,767 58,39 168.08 1.764 168,42 1,768 Brss-Ankw 58,27 58,27 58,39 Christiaiita 111,75 111,97 111,75 111.97 SoDenbagen 111,79 112.04 112,06 111.80 112,02 Stockholm . 112,26 112,03 112,25 HeisingforK. 10,547 10,567 10,54 10,56 Italien . . . 21,97 22,01 21.97 22,01 London. . . 20,334 20,374 20,336 20,376 Neuyork . . 4,1930 4,2010 16,41 4.1930 4,2010 Paris.... 16,37 16,375 16,415 Schwei» .. bü.665 80,825 67,72 80,66 80,82 Svautco. - 67,58 1,960 67,47 67,61 Javan . . . tHio de Jan 1,964 1,967 1.971 0.501 0,503 0,501 0.503 Wien In D-- Ceft abgeft. 58,94 59,0c 58.94 69,06 Prag . ■ . 12,429 12,449 12,42 12,44 Beltrad - - 7,373 7,387 7,365 7,379 Budavcst. - 73,03 73,17 73,03 73,17 ®nl.arten j,O27 3,033 3,031 3,037 Lissabon 18,88 18,92 18,98 19,03 Danjig ■ . . 81,32 81,48 81,32 81.48 .Ronft mttn 2.117 2,121 2,107 2,111 atben. . . 5,425 5,435 5,425 5,435 Lanada 4,1925 4,2005 4,192 4,200 Um. not). . 4,256 4,264 4,256 4,264 e«te» .. - 20,855 ■20,895 20,8» 20.895 Berlin. 23. Oktober "leid Briet Amerikanische Note» ..... 4,174 4,194 Belgische Nöten ....... 58,13 58,37 Dänische Noten . ...... 111,55 111,99 Englische ‘Roten........ 20,307 20,387 HOFFNUNG IST BALD lll.' en« 50101* W V Dion 2 h des !ehen sich , ^eid)slabiti( Iwei nid)lb( Hvd im ct| Sägern, ® Anhali, k Sayern, 5c barg. % , pfiffe 1(1 J,aakminif(i ^achversland Seichrrninislx 3n>eigerf ‘^nilleria(ö;i 'MRawi 7 etilen mln'Het bes werden. Nm Set i ^etlln t^ktgeb kihgten r M mit dc Ü die H?."Sen *f?S »s K,S 5n&UT13 Äns b 'M? tfX' Wen"’1' S’L’J« Einleuchtend, daß eine solche Einkaufsmacht gewaltige Vorteile sichert An der neuen Preisgestaltung erkennen Sie sofort die Auswirkungen dieser Riesen-Organisation. Was Sie auch kaufen mögen. immer spüren Sie in Ihrer Börse den Nutzen der fabelhaft niedrigen Preise. Dazu eine verblüffend große Auswahl in bester Qualitätsware und eine zuvorkommende, durchaus sachkundige Bedienung. W MM: L lll 1 L: \ \ " '