Nr. 225 Erster Via« 178. Jahrgang Montag, 24. September 1928 Erich«'»' 'a,lich,ltor« Retinal >m Sild Di» Scholle 87e*trn Injelger Eieste». postscheckkoM^ gtetrihiri am Main 11 CTfl Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk vstd Verlag: vrühl'sche UiliveLsitüts v»ch' und Stetnörnderel R. £anqe in Sießen. Sdfriftleitnng und Seschäftrstkste: $4mlWraM L 3i*a|ec oon Injetae« flr btt lageanemmer bi» jjtn SachmttiQg vorher. Preis tlr | am -ihr Jtl ?ln>fiqtn von 27 mm Steile örtlich 8, autmdrt» 10 Reichspfennig. ft: R— iilomeanteiqen öo» 70 n m Stellt 35 Jietd)»p,ennig, Plotzvorfchrifl 20*. mehr. Cßefrrt alt leer Dt Fnedr ‘IDiQ) Gange. Serannponhd) tllr Dohtih Di Fr Wild Gange für Feuilleton Df H Thyriol. für den Äbtigen Teil Ernst Slumlchetn, tüt den An« jeigented ftnri fiiDmann. sämtlich In Gtesten Die Geheimnisse des Flottenpakts. Die zeitgemäße Indiskretion Seit Wochen erörtert die Weltprefc ein eng - lifch-fransösisches Flottenabkom- men. tef en Änhalt bisher m grogen Zug«! durchgejickerl war und gegen dessen Derosient- lichung sich die beteiligten Legierungen mit formalen Gründen ^räubten. Uun bat tne^earft- Prese in Amerika sich ein auSsuhri'ches 3n- st ruktionü sch reiben zu verschallen ge» mußt da« Briand an die diplomatischen Vertretungen Frankreichs in dieser i f f e bieten, während Frankreich seinerseits Wert darauf kat. möglichst viele Unterseeboote z i baren. Demre näh Haden sich beibe gepen'ettig die volle Freiheit in diesen Fragen zugesichert und nennen das. veil sie tm übrigen bi. Beschränkungen des Washingtoner Flotte nabkom men - von 1921 für bk größten Schi sskalegorien: Schlachtschisse und Flugieng Mutterschisle von mehr als 10 000 Xon- ncn. Kreuzer mit Gesämtzen von mehr al- sechs 3o(l und UnterUebootc von mehr al- 600 Tonnen bcltäligen und unterstreichen, kühn ein „Flot- tenabrustungs-Abkommen". Wenn man die Dinge nüchtern und objektiv be. trachtet, so wird man dafür wohl eine andere Bezeichnung finden, nämlich die Bezeichnung emea Flottenbündnisses, neben dem ein pol i - tisch.s einhergeht. Denn wenn dieses auch wirklich nicht in geschriebener Form existieren sollte, so bat da» Fehlen einer solchen Fixierung sa auch 1914 S»r Edward Grey nicht gehindert, den Bestand einer ungeschriebenen Bündnivverpslichlung anzuerkennen und ihr mit allen Mitteln des britischen Reiches zu entsprechen, tks ist also begreiflich, baß man sich i n Amerika einigermaßen über diese» Abkommen aufregt und daß nach Meldungen amerikanischer Blätter Toolidge eine „energische und kategmiich.- Rote" vorbereitet, in der er dieses Abkommen miß- Billigen will und mit Fortsetzung des großen Flotten- IxiuProgramm» droht, das Amerika nach dem «chei- tem der jüngsten Seeabruftungskonferenz begonnen hat. , . , , _ . Für un< hat Vic Sache in’o’crn Deveulung. als hie beiden Kontrahenten deS Abkommens sich in Gens eifrig bemühen, die große 21 b - rüst ungskonserenz bi- zu einer Einigung übet die Warineiragen zu verschleppen, die unter den obwaltenden Umftänben jedenfalls nicht vor 1931, allo vor dem 21blanf deS cnpäbnten Washingtoner 2lbkommens mit einiger Wahrscheinlichkeit in Aussicht ließt Inzwischen wird man aber die Tragikomödie bei allem Dedauern über ihr-m Anlaß belächeln können, die sich um das Schriftstück entwickelt hat: erst von Frankreich gegen den Willen Englands vorzeitig anqclunbigt, bann geheim gehalten in bezug auf seinen 3n- ßalt, dann in Genf von den Franzosen dazu benützt um die önalänher möglichst auf ihre Degenzugel'ändnisse in der Frage der Land- ahrüstung uiw. leltzulegen. und nun einem gewandten amerikanischen Journalisten mitsamt der ganzen Vorgeschichte in die Hände gefallen, um im alterungeeignet ft en Augenblick, mitten während der Al-rüftungSverhanblunaen in Gen! gkich'e als Beweis für den deutschen Dorwuri v e r i ' n t l i ch t zu werden, wonach von der ®cge’.' -i: Abrüstungssaootage betrieben wird! Auch 'I>?:träije haben ihre Schicksale, und diese sind nicht immer angenehm für ihre Urheber! Moskau enthüllt weiter. Sir angeblichen Londerabmachungen gegen die Sowjetunion Moskau. 23. Sept. (1DB.) Vas zentrale Militärblatt ftrafnaja Swefda veröffentlicht den ausführlichen Inhalt des englisch-französischen Abkommens. Das Abkommen enthält danach sieben einzelne Abmachungen: 1. das Flottenabkommen, da» auch die Flotten- lufammenarbeit im Stillen Ozean, die Aufteilung de» Mittelmeeres in englische und französische Einflußsphären, dir Anerkennung eng- lhher Sonbetinlcrcncn in Gibraltar und französischer la langer, und die Schaffung neutraler Seezonen unter besonderem Protektorat des Völkerbundes umfaßt: 2. eine Abmachung, die die Zusammenarbeit der englischen und französischen C u f I - fkreitkräfle außerhalb der europäischen Länder sowie im Zolle eine» Kriege» eine» der oer- lragfchließenden Teile mit der Sowjetunion versieht: außerdem enthält da» Abkommen eine besondere Abmachung zwilchen Frankreich und England über die Zusammenarbeit der Cuftfräfte im Mittelmeerbecken, in dem die volle jede» der beiden Teilnehmer bei aktiven Militär- aktionen gegen da» Land, gegen da» diese Zusammenarbeit gerichtet sein wird, festgelegt wird: al» derartiges Land kann sich jede» Land, gegen da» der vötkerband vorgehen wird, ober auch die Sowjetunion, erweisen: 3. enthält da» Kompromiß eine Abmachung über die militärische Daftruftlonsarbeit in den Ländern de» Orient»: 4. eine Abmachung über den Erkundung»- bienfl in den Ländern de» Orient einschließlich der Sowjetunion: diese Abmachung ist ihrem Typ nach analog dem 1913 zwischen England und Frankreich abgeschlossenen Sonderabkommen über die Zusammenarbeit brr Militärattache» und der Militär- und Marine-Lrkunbung»organe gegen da» Deutsche Reid); 5. eine Abmachung hinsichtlich au »gebllbe- t e r Reserven, in der die 71ichtau»dehnung der Rüstungseinschränkung auf ausgebildete Reserven vorgesehen ist: 6. die Koordinierung der englischen und der französischen Politik In der Rhein- und Reparation » f r a g e ; 7. die Koordinierung der englischen und der französischen Politik auf dem Balkan und in den an die Sowjetunion angrenzenden Ländern. Berthetots Instruktionen. Tie Unfreundlichkeiten gegen Amerika. Dori», 22. Sept. (IDIB.) Der .Flattn" läßt sich in einem Telegramm aus London einen längeren Auszug au» dem im „Corning Standard" wie der gegebenen Briefe Philippe Berthe- tot», des Generalsekretär» im französischen Auswärtigen Amt, vom 3. August übermitteln. 6» heißt darin: Wir sind zu der Ansicht gekommen, daß die einzige Möglichkeit, da» fjinberni» zu überwinden, darin bestanden hat. der englischen Admiralität eine besondere Beschränkung der großen Kreuzer zu bewilligen, die kleinen Kreuzer jedoch von jeder Beschränkung au»zuschlle- ßen. Da ist ohne Zweisel die Ture für ein ID e 11 r ü ft eu offen. Aber von dem Augenblick ab. in dem man einen Unterschied zwischen diesen beiden ftreujerlgpen macht, muß man die M öglichkcit einer gerechten Beschränkung der kleinen Schisse anerkennen, wenn man nicht die Hilfskreuzer in die Berechnung einstellt, wie das die vereinigten Staaten verlangen. Dadurch, daß man jede Einschränkung der für die Derlei b i g u n g der Küste bestimmten Unterseeboote ausgeschlossen hat, hat man die Regelung de» durch die englische Admiralität ausgewor- senen Problem» für die strikte Beschränkung der Unterseeboote mit großem Aktionsradius erzielt. Unter dieser Form dürste die neue Lösung nicht nur unsere Marine befriedigen, sondern auch die japanische, deren Vertreter natürlich diese gleiche Anschauung während der vorbereitenden Flottenkonscrenz geäußert haben. Der „Platin" gibt die Authentizität dieses Brieses, den der Generalsekretär Ph'tippe Berthelol a n d I c französischen Botschaften In IP a - shington, Rom und Tokio gerichtet hat, zu und ertlärt, daß er am 3. August abgegangen sei und den Zweck gehabt habe, die genannten drei Regierungen über Frankreichs Absichten zu unterrichten, um eine Grundlage für spätere Verhandlungen zu finden. Die französische Regierung hätte also im voran» die Lage aufklären und die Mißverständnisse beseitigen rool- Furchtbare Brandkatastrophe in einem Madrider Theater. Ein alter Holzbau in Stammen. — Furchtbare Panik im Zufchauerraum. Noch viele Opfer unter den Trümmern. Madrid, 23. Sept. (IDIB. Funkspruchs 3m Theater Nove da des brach kurz vor 9 Uhr abend» am Lude der letzten pause Feuer auf der Bühne au». Die Besucher im Parkett und in den ersten Ranglogen konnten den Zuschauerraum verlassen. bevor die Flammen ihn ergriffen. Da» Feuer verbreitete sich mit großer Geschwindigkeit, da die Baulichkeiten sehr alt und au» hol, waren. Eine furchtbare panik brach sofort unter den Besuchern au», während da» Orchester vergeblich bemüht war, durch Weiterfpielen die Menge zu beruhigen. Einwtlde»Rennennach den Au»gängen fehle ein. Dabei wurden viele Menschen zu Boden gcroorfen und auf vielen herumgetreten. Alle in der Nachbarschaft befindlichen Auto» wurden zur Fortschaffung der zahlreichen verletzten requiriert. Die gesamte Polizei und ein in der Nähe befindliche» Dnfanterierrgiment wurden zu den Rettungsarbeilen herbelgerusen. Da» Feuer hat sich aus den Häuserblock um da» Theatergebäude ausgebreitet. Dieser f)äuferblod liegt in einem der dichtbevölkertsten Viertel von Madrid. Die Feuerwehr hat große Schwierigkeiten, de» Feuer» Herr zu werden, da die alten Gebäude wie Zunder brennen. 80 der verletzten sind in ernster Erbeno- gesahr. Zwei Personen sind in den Rettungsstationen gestorben. Unter den Toten, die unter Den Trümmern liegen, befinden sich zahlreiche Kinder. Die Zahl der Toten kann noch nicht abgesehen werden, aber man weiß, daß mehrere hundert Zuschauer in den oberen Rängen de» Theater» Ungeschlossen waren, die sich nicht in» Freie retten konnten. Schwierige Löscharbeiten. Tic Bergung Der Cpfrr —Ter Tiltator an der Brandstätte Madrid. 24. e«pt. (WTB. Funkfpruch.) Der Brand im Theater DovedadcL und dem angren- Renten Häuserblock ist vollständig gelöscht. DaS (debäude. in dem das Theater un.vrgebracht war. fotrie die Dächer der angrenzenden Gebäude sind zerstört. Die Löscharbeiten mußten sich im wesentlichen daraus konzentrieren, die Flammen, die aus die Vebäude in der Umgebung des Theater- Übergriffen, zu ersticken. Die genaue Feststellung de r Zahl der Opfer tnirö erst im Lause des heutigen Tages möglich sein, da last bei sämtlichen Rettung^ rteller. in Madrid im Laufe der Dacht Verwundet.' eingelieert worden find. 'Ragen engen berichten, daß. als der Theatersaal bereit- ein einziger Brandherd war noch etwa 30 Personen in Flammen gehüllt, sich zwischen den Sitzreihen den Weg zum Ausgang zu erkämpfen suchten. Von den zahlreichen furchtbaren EpÜoden, die stch während der Panik abspielten, wird der Fall eines Zuschauers hrroorgehob n. der unzählige Verletzungen erlitt, weil er stürzte und Hunderte von flüchtenden Zuschauern über ibn hinweg strömten Ohne sich um seinen eigenen besorgniserregenden Zustand zu kümmern, erkundigte er sich bei seiner Rettung in höchster Besorgnis nach seiner Frau und seinen fünf Kindern, mit denen er in» Theater gegangen war. weil seine Frau gerade ihren DamenStag feierte. Äebnlich tragische Szenen haben sich In großer Zahl abgespielt. Ministerpräsident Primo de Rivera hat im Lause der Macht noch einmal den Brandplah ausgesucht. Er wes auf die Notwendigkeit hin. Maßnahmen zu treffen, die ähnlichen Katastrophen für die Zukunft vorbeugen. Es find Pioniere herangezogen worden, die große elektrische Scheinwerfer am Schauplatz der Katastrophe auffteIlten, da die Vas- und die elektrische Beleuchtung infolge des Brandes abge'chn.tten sind. Die Untersuchungsbehörden Haden bereits ihre Arbeiten ausgenommen. Sie konnten bi- zu der Treppe vordringen, die nach Bern ersten Rang hinaufführt. Auf einem der Treppenablätze sand der Untersuchungsrichter etwa 25 Leichen die hoch auseinander getürmt waren Da in dem größten Teil der Thearerräumlichkeiten keinerlei Beleuchtungsmöglichkeit mehr vorhanden ist. mußten die Llnter'uchungSbehörden bei Fackellicht arbeiten. Sv ist deshalb noch nicht möglich, bestimmte Angaben übet die Zahl der Toten zu machen, die sich unter Umständen noch auf den zu den Längen hinausführenden Treppen und :n den Foyers befinden können. Man ist der Ansicht, daß im unteren Zuschauerraum nur noch eine geringe Zahl von Toten liegt, daß aber in den oberenStockwerken. zu denen man bis jetzt noch nicht gelangen kann, eine weit erhcb- l.chere Zahl von Todesopfern ausgefunden werden wird. Sie AufräumungSarb eiten und Bergung der Leichen können erst beginnen, wenn d.e Scheinwerfer in Betrieb genommen i.nd. Sie Zahl der Verletzten, von denen der größere Teil nicht bedenklich verletzt ist. beträgt über 200. verichiedene beziffern sie auf rund 300. D.e Zahl der s e st g e ste l l te n Toten beträgt 25. D.e Zahl der Opfer unter den Stimmern konnte noch nicht sestgestellt werden. Viele Kinder warten auf den HettungdRationen auf chre Eltern. Sie Pol.»ei hat große Schwierigkeiten. um die Men'chenmcnge außerhalb des Theaters in Schach zu halten. Das alte Theater Vovedades war d a s größte Theater Madrids. Zur Zeit der Katastrophe befanden sich in dem Theater 3000 Perionen. Irn, dadurch, daß sie die anderen Regierungen, nämlid) die von Washington, Rom und Italien, über die Einzelheiten und den Geist de» zwischen Pari» und London abgeschloffenen Abkommen» unterrichtete. Dieser Kommentar sei für die mündliche Erläuterung de» diplomatischen Vertreter» maßgebend gewesen. Da» amerikanische Staatebeparlement habe ihn von Ansang an gekannt, wahrend ihn die amerikanische Zeitung al» eine Enthüllung darstelle. Da» sei eine flagrante Verletzung der Wahrheit, dazu bestimmt, aus die öffentliche Meinung Eindruck zu machen. Sie werde ohne Einwirkung aus die amerikanische Regierung bleiben, wie auch die amerikanifchc Antwort auasallen möge, so sei bewiesen, daß Frankreich den willen gehabt habe, zu einem allgemeinen Abkommen zu gelangen. Die Frage sei nun aufgeworsen und die Sera der Verhandlungen könne beginnen. Die Abendpressc scheint die Aussaslung, bah diese Verösscntlicbuna geeignet sei, das Mißtrauen besonders in den Vereinigten Staaten zu beseitigen, nicht zu teilen. Das „Journal b s D>.bats' muß feftftellen, daß die Veröffentlichung eine ziemlich beunruhigende Wirkung in Amerika ausgeübt habe und daß fie große 11 neck genbeiten bervorruse. weil bet Tert falsch interpretiert werde und zu schlechten Polemiken Anlaß geben könnte Das Dokument enthalte nichts Aeues, aber es fei nicht wie eine Rote abgefaßt, bte für eine ausländische Regierung bestimmt sei. Das Außenministerium, das sich an feine Vertreter wende, setze ihnen offen die Gründe auseinander, aus denen die französische und die englische Admiralität sich in der Kreuzerfrage hätten verständigen können. Gewisse Stellen würden also In Amerika ausgebeutet werden können. 3. V stelle das Aundschreiben fest, daß die für Mc kleinen Kreu- Act ausrechterhaktene Freiheit im Falle eines Kriege« zugunsten Englands sich aus- wirken könne. Selbst wenn Gngland in Fr eben - zeiten nicht mehr Einheiten dieser Art beflte. als die Vereinigten Staaten, werde die englische Flotte zu Beginn von Feindseligkeiten sich sehr schnell dank Ser Hilfsschifse ihrer tza n- del-slotte, bte denen der amerikanischen Flotte weit über le gen sei, vermehren können. Man werde n icht verfehlen, hierin u n f r e u n b» liebe Hintergedanken gegenüber Amerika zu brandmarken. Am Mittwoch hie nächste Zeppelinfahrt. Dr. (Stfenerb weitere Dispositionen — Tie Amecikareife. Friedrichshafen. 22. Sept. (DB) Die Dr Eckener dem Sonderberichterstatter des WTB. mitteilte, ist mit der nähten Fahrt des .Vras Zeppelin" für Mittwoch zu rechnen. Znzwüchen ist man dabei, die Ergebnisse der Untersuchungen bei der letzlert Fahrt durchzuarbeiten. Dor allen Dmgen b inb.lt es sich darum. daß der Lustzug. ver durch die arbeitenden Propeller verursacht wird, etwas abgeleitet wird. Dr. Eckener hofft bi« Dienstag mit diesen Arbeiten fertig zu fein. Dach der Mlttwochfahrt dürfte der .Graf Zeppelin" voraussichtlich eine große F"hrk nach Do d eutfXl nb ma en und dab i auch der Deichsh^uptuadt einen B.such abcatten. Wenn es möglich ist, sollen auch Dresden und Bre-lau berührt werden. Für diese Fahrt hat sich auch der Deichsverkehrsminister von Guörard angemeldet. 3n FriedrichSyasen sind au« Amerika Dachrichten über die beabsichtigten Cmjg- sangsseierlichkeiten sür den .Gras Zeppelin" em- getroffen. Das Luftschiff wird zunächst nach uakehurst steuern und dort vom amerikanischen Marinestaatsfekretär Wilbur empfangen weiden. Wahrscheinlich wird die .Los Angele«" dcm größeren Schwesterschiff entgegen- fahren, das ja auch den Kommandanten der .Los Angeles- Eommander Dofendahl. an Bord haben wird. Auch Präsident Loo- l i d g e wird es sich nicht nehmen lotsen, die Besatzung des .Gras Zeppelin" persönlich bei sich zu begrüßen. 3m Anschluß ist bann eine Dundfahrt des Lustschisses durch die großen Städte Amerika- vorgesehen Die Produktion de« Blaugases Hal sich in den letzten Tagen gebefert, so daß sie letzt normal ist. Dr Eckener rechnet nunmehr damit, daß die Zahr; na-ckr Amerika in der ersten Oktoberwoche angetreten werden kanm Deichsminister des Auswärtigen Dr. Strese- m a n n. Deichspostminister Dr. Schätze!, brr. frühere Reichskanzler Dr. Luther. Deichs- wehrmmister a. D. Dr. ® e ß I e r , der frühere preußische Ministerpräsident Dr. Stegerwald haben zerzlich gratuliert. Dr Eckener teilte bet Presse mit, baß cs ihm nicht möglich sei, auf bie zahlre ichen Glückwünsche, die chm nach der letzten Fahrt von allen Seiten zt^e- gangen sind, einzeln zu antworten. 6r bittet. seinen Dank auf diesem Dege entgegenzuneh- men. Die vielfachen Bitten von Städten füll« w 1 •V Chilenischer Flottenbesuch in Kiel Die Wetterlage. n -J llj torud n trete te. m ®rür> hervvrmgenben Anteil am noHomtfen m if t< w Tel Wort hatte unb i DliHt Stab 6hh Ma emetnbcbionH entsaften. Itun cht, ftd) in 'Korbtltol nach einer en. tti) eit auch einen Post. aU bucht weitere 200 Leichen a u f g e f u n- den würben, erreicht die ' * W es ft* Nti; Die Abrüstung erneut vertagt. Oie Vertagungsresolution in Genf bei Stimmenthaltung Deutschlands angenommen. befürchtet, bad durch den WitbclÜurm die gesamte Bevölkerung der kleinen Stabt Pekican-Eith um- Leben gekommen ist. 'Aach vorsichtigen Schätzungen glaubt man. baft sich die :Mamh i®1^ N f-bidnfen A hellem Gelb- ’n der 2lber in langfaw«’1 jon wund tage im 51 Aschen iyni dun ei" dem Rücken Felder wie gelegt 3«” Barten ste n. in Reichtum Ti« gonji blaß unb Ja Spiel deS L,^ *ü !s vi^-r Sx rcn M Jiiifen. m < Ssone an ein Sanft und a Iaufrot>'CT h fern und 2u «Dingt den 7 riicl in bic^ im feinen - Duft 'm Gr blitzen die S denden.ü'lc im Herbst t Jahreszeit. Rot frnüb:' die f.'tarnt in d.r ein in die §w und wenn verschwimm. bann hat li in Helles E 5-trbtt sind Arbeit, ein klbß unb i knS. Unb e schönen Do Der „General Baqudano" altz Gast der Reichsmarine. ''Kiel, 22. Sept. (WTD.) Trotz des herbstlich kühlen Regenwetters hatten sich zahlreiche Schaulustige eingefunden, um der Ankunst deS zum offiziellen Besuch der Reichsmarine in Kiel ein- getroffenen chilenischen Schulschiffes „General Dagu dan odes Vertreters des befreundeten chilenischen Volkes, beizuwvhnen. Das- Hafenbecken war von zahlreichen deutschen Marinefahrzeugen belebt und bot ein buntbewcg- tes Bild. Das Stationsgebäude zeigte dieRcichs- farben und die ReichskriegSslagge. Um 8.30 llhr war der alS Begrüstungs- und Begleitoffizier kommandierte Kapitänleutnant W u r m b a ch bei Kiel-Feuerschiff an Bord des ..General Baqudano" gegangen, desgleichen das deutsche Signalpersonal. das die Aufgabe hatte, daS chilenische Schiff, einen schmucken Dreimaster mit Hilfsmaschine, der in seiner schöngeschnittenen Form einen sehr guten Eindruck macht, sicher in den Hafen, einzulotsen. Beim Passieren von Fried- richsort wechselte es mit der dortigen Salut« Batterie den üblichen Salut. Als der ..General Bagudano" in den inneren Hafen einlief, stand die Mannschaft in Parade auf Deck, unb beim Passieren der deutschen Kriegsschiffe intonierte die chilenische Musik'apeNe das Deutschlandlied. Auf den Linienschiffen .Elsaß" und „Hessen" paradierten die Mannschaften gleichfalls. Der „General Bagudano" machte darauf zwischen dem Kreuzer „6niben“ unb Linienschiff .Hessen" fest und lieft gleichzeitig unter Salut die deutsche ReichSflagge hochgehcn. Kreuzer „förnben" setzte darauf die chilenische Flagge, die er feiner- seUS salutierte. Um 10 llftc begab sich der chilenische Ä’-inmar.bant, Fregat enla'^tän Allard, an Land, um zunächst Sem «Lhef der OllariReflation der Ostsee. Vizeadmiral Dr. h. c. Räder, im Stationsgebäude feine Aufwartung zu machen. 3m Qlnfd)luft hieran besuchte der chilenische Kommandant den Befehlshaber der Seestreitkräste der Ostsee Konteradmiral v. Löwenfeld, bei dem sich die Kommandanten der deutschen Kriegsschiffe versammelt hatten, unb begab sich hierauf wieder an Bord zurück, wo alsbald die Gegenbesuche des Chefs der Marinestation der Ostsee und des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Ostsee erfolgten. Mittags stattete Fregat en- kapitän Allard dem chilenischen Generalkonsul Lorca, der von Hamburg zur Begrüßung her- übetgelommen War einen Besuch ab Zu Ehren der chilenischen Gaste gab die Siadt Kiel im Ratskeller ein oriihftürf. Dbcrbürgemieifter Dr. Lueken bieft die Gaste ole Repräsentanten des chilenischen Volkes, das uns Deutschen stets deson dcre sreundlich begegnet sei, auf deutschem Boden herzlich willkommen. Der Dberbutgcrmeifkr ,chloft mit einem Hoch auf das chilenische Bolt, die chlle- nlsche Republik und ihren Präsidenten. In seiner Erwiderung dankte Fregattenkapitän Allard In herzlichen Worten für den von der Stadt Kiel bereiteten Empfang, der die Begeisterung unb das gute Herz der Deutschen für die Chilenen bem.-tfi. Deutschland habe einen großen und edrenoollen Ruf. Die in Chile lebenden Deutschen hätten einen Oie politischen Ziele des Stahlhelms. i'yür ein Volksbegehren zur Abänderung der Weimarer Verfassung. Berlin, 24. Sept. (TU.) Wie der „Montag" aus Magdeburg meldet, tagt^ am Samstag und Sonntag der Bundesvorstand des Stahlhelms, um die Ziele seines zukünftigen politischen Kampfes zu erörtern. Cs wurde eine Entschließung angenommen, in der die Bundesführung beauftragt wird, zur Beseitigung des parlamentarischen Systems ein Volksbegehren über öle Aenderung der Verfassung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919 einzuleiten unb durchzuführen. In einer weiteren Entschließung wird festgestellt, daß es eine unverantwortliche Schädigung der Zukunftsmöglichkeiten der nationalen Politik bedeute, durch Bildung der sog. Großen Koalition oder einer Rechtsregierung, die bei dem gegenwärtigen Stärke« Verhältnis der Parteien zur Unfruchtbarkeit verdammt fei, der Sozialdemokratie d i e Führung der Regierung abzunehmen. wenn die Resolution vor die Versammlung g< bracht wirb, und behält sich vor. bei dieser G< legenhcit eingehende Darlegungen zu machen. Oie Vernehmung des Raubmörders Hopp. Hopp bcstrcilcl die Mordabjicht - Tcrgrotzc Unbekannte. Der Raubmörder Hopp wurde am Samstagvormittag erneut vernommen unb gab bei dem Verhör eine feinen früheren Aussagen entgegengesetzte Darstellung über den Hergang der Mordtat. Er sagte aus, daß er ohne jede Absicht in ein Eisenbahnabteil zweiter Klasse eingestiegen sei. Dort habe er einen Hern auf dem Polster bewußtlos liegen sehen. Da er den Verdacht schöpfte, es sei ein Verbrechen geschehen, ein Verdacht, der noch dadurch verstärkt wurde, daß sich ein Fremder auffallend rasch von dort Liegenden entfernte, habe er seinen Revolver g e - zogen und sich dem wie tot auf dem Polster liegenden Herrn genähert. Als er mit der Hand, in der er den Revolver hielt, den Liegenden um- drehen wollte, sei ohne jein Wollen der Schuß losgegangen und habe den Direktor Rordmann getötet. Hopp stellt ganz entschieden in Abrede, daß er den Getöteten vorher beraubt habe. Ein gewollter Mord käme also keineswegs in Frage. Es steht fest, daß Hopp nach dem Raubmord an Direktor Nordmann noch weitere Verbrechen verübt haben muß. Man . fand bei ihm zwei Iraurinac und zwei Ringe, wovon der eine mit einem sehr schönen Halbedelstein geschmückt ist. Ferner ein Medaillon mit einem wertvollen Brillanten. Zn einer Brieftasche sind verschiedene Photographien und Schriftstücke gefunden worden, die wohl zur Verfolgung dieser Spur dienen werden. Genf, 22. Sept. (WB.) Der Abrüstungsaus- schuft der Völlerbunbsversammlung hat heute nachmittag bei Stimmenthaltung der deutschen unb ungarischen Delegation den gestern abend von seinem Redaktions- kvmmitee vereinbarten Entschlieftungsentwnrf zur Abrüsl ungsfrage angenommen. Die Abrüstungsresolution hat in Ueberfetzung folgenden Wortlaut: ^Die VölkerbunbSver- fammlung erinnert an den engen Zusammenhang, der zwischen der internationalen Sicherheit unb der Herabsetzung unb Beschränkung der Rüstungen besteht. Sie ist der Meinung, baft die gegenwärtigen Sicher heits- b e b i n g u n g e n, wie sie durch den Völler- bundspatt, durch die F.irdensverträge unb vor allem durch die aus Oiefen Verträgen hrrvor- gegan^ene Herabsetzung der Rüstungen gewisser Länder sowie durch die Verträge von Locarno geschaffen worden sind, schon jetzt ben Abschluß einer ersten allgemeinen Konvention zur Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen ermöglichen, und das; ferner die Regierungen, die glauben, daß ihre Sicherheit nicht ausreichend gewährleistet ist, dank der Arbeit des Komitees für Schiedsgerichtsbarkeit und Sicherheit über neue Mittel verfugen, die zur Verstärkung ihrer Sicherheit geeignet find und deren Verwirklichung im Bedarfsfälle unter Anrufung dcr guten Dienste des Völlerbundsrates durch bTcfe Regierungen erhofft werden kann. Die Versammlung ist weiter der Auffassung, baft die Konvention zur Herabsetzung unb Beschränkung der Rüstungen die internationale Sicherheit erhöht, und baft die Arbeiten des Ausschusses der vorbereitenden Abrüstungskonferenz, wie auch die des Komitees für Schiedsgerichtsbarleit und Sicherheit derart fortgesetzt werden müssen, baft sie bet späteren Etappen die progressive Herabsetzung der Rüstungen im Verhältnis mit der Entwickln n g der Sicherheitsbedingungen ermöglichen. Sie stellt die Rotwenbig-eit fest, die erste Etappe auf dem Gebiete der Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen in der kürzesten Frist zubringen und fie dort M versenken. Die zcchk- reichen Leichen unb Tinckadaver machen die Lage im Srurmgebiet unerträglich. Es werden Tv- phuSimpfungen soweit tote möglich auch im Hinterlatzde der Sturmzone vorg kommen, da die Ueberschwemmungen unb die Hitze die 2tu*- brethmg von Epidemien begünstigen Lln neues Verfahren la bet Stinne» Affäre. Berlin, 22. Sept. (DB.s In der Untersuchung der Slinnes-Angelegenbclt Ift nunmehr gegen R e gie r u n g s r a t Steiget Dom MinisteriumsürdiebefetztenGebiete das Disziplinarverfahren eingcLiiet worben, der auch seit zwei Tagen vorläufig seines Amtes enthoben worden ist. Regirrungsral Steiger bestreitet entschieden, sich irgendwie schuldig gemacht zu haben. Tie Untersuchung erstreck: sich daraus, ob Regierungsrat Steiger mit hochgestellten Beamten des 5inaraminlft eriumt übet die den Transaktionen bet S^nn.-d reftoren zugrunde liegenden Vorgänge gesprochen hat. Das BefuchSbuch tm Vorzimmer des RegierungsratS Steiger ist beschlagnahmt worden, in das^f ch alle Personen eintragen mußten, die mit Steiger eine Unterredung wünschten. Selbstmord Dr. Druckners. Wie von amtlicher Seite gemeldet wird, wurde bte Leiche des seit Dienstag verschwundenen früheren mecklenburgischen JuftizminifterS. Wini- sterialdirekror Dr. Briickner, Sonntag vormittag von Passanten m dem zum Schweriner Schloß- garten gehörenden See aufgesunden. D.e gerichtliche Untersuchung hat ergeben, daß Dr Brückner Selbstmord verübt har. Brückner ist wahrscheinlich schon am DienStaga end, gleich nach der Vernehmung durch den Oberstaatsanwalt, in» Wasser gegangen und hat sich in einiger Entfernung vom User einen tödlichen Schuft, in die rechte Schläfe beigebracht. Die Leiche ist jetzt zur CBeerbigung freigegeben unb in bie Dom- friekchofskapelle gebracht worden. Kirchenbrand bei Vagano. 3n der malerisch gelegenen Kirche von Wor- cvte am See von Lugano entstand durch einen Blitzschlag ein Brand in der Sakristei, durch den sämtliche wertvoller kirckftichen Geräte und Ausschmückungen, namentlich die prächtigen t>ene- zianischen goldgestickten Brokate, die einen Wert von 100 000 Franken besahen, zerstört wurden. Die von Lugano herbeigeeilte Feuerwehr tonnte das Kirchengebäude retten, die Sakristei war bereits ausgebrannt. Ein Ausbrecher. Einem etrafgc an -caen des AmtSgerichtS- gefängnises in Perl (Obennofcl) war gelungen. durch De.sch.u^cn mehverrr Geg.-nstä..de zwei Operationen im Gefängnislazavett und im KceiskrankenhauS zu Saarburg zu erzwingen, bei denen er jedeSmal einen Ausbruchsversuch ur.tcmabm, die ihm aber beide nicht glückten. Darauf veriuchle er es trotz der schweren Wunde noch einmal und konnte bei diesem letzten Ausbruch nicht wiedn: gSaftt werden. Man vermutet, das; er sich in den Wäldern des Saargaues aufhält, jedoch bereits gestorben ist, da hie Wunden noch nicht geheilt wäre: unb die große Operationswunde dazu noch mit 16 Klammern zusammengehalten wurde. Wabrfcheinlich ist er auf der Flucht verblutet. Bisher hat man keine Spur von ihm entdecken können. Chile. Fregattenkapitän Allard trank auf das Wohl des deutschen Volkes, feines hohen Präsidenten, des Oberbürgermeisters und der Stadt Kiel. Aus aller Wett. Der erste Schnee. 3nt Allgäu hat es nach dem schönen Wetter der letzten Woche tn der Rächt zum Samstag einen jähen Witterungsumschlag gegeben, der in den Pfrontener unb OberSoorfer Bergen bis über die Waldgrenze herab Sch.ree brachte. Auch im Riesengebt rae ist bie Temperatur vis auf 1 Grab unter Rull zurück- gegangen. In den frühen Dormitlagsfttmben des Somttags setzte lcichter Schneefall ein, ber noch anhält. Vortäufig bleibt der Schnee aber noch nicht liegen. Vie Sturmfdjäben in Jloriba. West Palmbrach. 24. Sc.'t. . WTB. Funl- fpi uch.) Rachdem jetzt in dem Gebiet ber Pe i:an- zu vollenden, und nimmt mit Genugtuung Kenntnis von den Bemühungen gewisser Regierungen, für die künftigen Arbeiten des vorbereitenden AbrusiungSausschulfeS einen günstigen Boden vorzubereiten. SHe Dui:desversantmlung spricht die bestimmte Hoffnung au«, daft die Regierungen, zwischen denen noch Meinungsverschiedenheiten über bte Debingungrn für bie Herabsetzung unb Beschränkung ber Rüstungen bestehen, unverzüglich im Geiste größter Versöhnlichkeit unb internationaler Solidarität die gemeinsamen Losungen suchen, bie ben Erfolg ber Arbeiten des vorbereitenden Abrüstungsausschusses ermöglichen, unb gibt bem Völker- bunbörat die Anregung, den Präsidenten be« vorbereitenden Abrüstungsausschusses zu beauftragen. sich mit den interessierten Regierungen in Verbindung zu halten, um den Stand ihrer Verhandlungen zu kennen und den Ausschuft am Ende dieses IcchreS ober in allen Fällen a m Anfang beS IahreS 1929 cinbemfcn zu tonnen," Zur Begründung der Stimmenthaltung der deutschen Delegation gab Graf Bernstorfs in ihrem Ramen folgende Erklärung ab: Die deutsche Delegation hat von ben Verhandlungen beS dritten VersammlungSsus- schusses und von der vom Redaktionstornitee dem Ausschuß vorgelegten Rcsolu ion Kenntnis genommen. Angesichts der unbestreitoaren G e g e n» sähe zwischen dem Inhalt der vorliegenden Resolution und den von der deutschen Delegatian bargelegten Auffassungen sowie in bezug auf den Weg, den sie zu ihrer Verwirklichung in« Auge gefaßt hatte, sehen wir unS außer Stande, dieser Resolution unsere 3uftimn>ung zu geben. Andererseits schließt kie Resolution kratische Anregung kommen, so werde der Vorschlag eingehend geprüsr werden müffen, da er verlange, daß daS Verbot von Aufmärfchen Nch nicht auf sportliche Hebungen erst recken solle. Hier könne leicht eine Ungleichheit entstehen, da die Organisation des Republikanischen Lchuhbundes auch al« Sportvereine ringe Lagen sind, die Hcimatwehrverbänbe dagegen nicht. Es tonne also geschehen, baß nach Den Buchstaben des sozialdemolratischen Vorschlages die Heimatwehrer. aufgelöst oder doch an jeder Aktivität gehindert würden, der Schutzbund | eb och nicht. Sine Erklärung derHeimnilvehren Wien, 22. Sept. (TU.) Die Bundesführung ber österreichischen Selbstschutzverdänbe (Heimatweyrcn) stellt der TU. eine Erklärung zur Verfügung, in der es heißt: Die Wien-Reustädter Tagung stellt nur eine Fortsetzung dcr Werbetätigkeit dar. wie sie der österreichische Heimatschutz seit den blutigen Zulitagen in einer Reihe von Industrieorten erfolgreich durchgeführt hat, ohne baft von den Austromarristen b-igegen Einspruch erhoben wurde. Der österreichische Heimatschutz hat die Wien-Reustädter Tagung ordnungsgemäß angemelbct, und ihre Genehmigung durch die vorgesetzte Behörde beweist, daß die Ein,;elheiten ihrer Durchführung dem Gesetz über die Koalitionsfreiheit vollkommen entsprechen. Rur böswillige Erfindungen können den Veranstaltern Absichten zu- sprechen, die eine Gefährdung der Ruhe und Sicherheit in sich tragen. Anders bei den Sozialdemokraten, bie absichtlich am gleichen Tage eine mehrere Wochen später angemeldete Trotzkundgebung veranstalten mit dem klar ersichtlichen Zweck, die Versammlung des Heimatschutzes unter allen Umständen, fei es auch durch Terrorakte, zu verhindern. Einzig und allein dadurch ist der Heimatwehrenaufmarjch in Wiener Neustadt zu einem entscheidenden Politikum in Oesterreich geworden. Die Entscheidung, um die es gebt, ist. ob die Versammlungsfreiheit in Oester- reich noch zu Recht besteht ober nicht. Deshalb hat auch bie Bundesführung der österreichischen Selbstschutzverbände alle Verhandlungen über etwaige Abänderung ber Tagung von vornherein abgelehnt. Die Heimatwehren wollen nur zur Feststellung ber Tatsache schreiten, daß das Bürger- und Bauerntum sowie bie mit ihnen verbundene, nicht marxistische Arbeiterschaft das Recht ber Koalitionsfreiheit auf allen Wegen unb selbst bann in Anspruch nehme, wenn diese zufällig nach einer Hochburg des Marxismus führen. Schon feit Wochen bewegt bie Presse Oesterreichs das Problem, was der Aufmarsch der Sozialdemo- traten und der Heimwehren am 7. Oktober in Wiener- Neustadt bringen wird. Dabei klingt durch die Komme, .tare eine gewiße Angst, daß dieser Ausmarsch von politisch völlig entgegengesetzten Parteien sehr leicht zu Unruhen führen kann, zumal die Stärke der einzelnen Vervände außerordentlich groß fein wird, sprechen doch die Sozialdemokraten bereits heute davon, daß sie mit 200 000 Mann aufmar* schieren werden, iftrenb die Heimwehren ankün- bigen, daß sie mit ihrem treffen in Wiener-Neustabt Oesterreich zeigen wollten, baß sic „vor den Toren Wiens" angelangt seien. Diese beiden Ankündigungen lassen selbstverständlich darauf schließen, daß die beiden Parteicn nicht gerade gewillt sind,' sich voreinander zu verstecken. Trotzdcin kann man nur hoffen, daß es gelingen wird, die Ruhe in Oesterreich auf- rechtzuerhalten. Ein Oemonftrationsverbot abgelehni. Wien, 22. Sept. (SU.) In ber Frage des Heimatwehraufmarsches am 7. Oktober ist eine neue Wendung zu verzeichnen. Die Sozialdemokratische Partei hat sich nämlich, im Einvernehmen mit der BundesLilung des Republikanischen Schutzbundes, dem Laubcshauplmann Dr. Bur:sch gegenüber bereit erklärt, den Arbeitertag in Wiener Reusiabt am 7.Oktober abzusagen, falls der Heimatwehraufmarsch nicht stattsinbet. Die Sozialdemokratische Partei erklärt überdies, daft sie bereit sei, einem Gesetz zuzuftimmen, durch das Aufmärsche der Selbstschuhver« bände, darunter auch des Republikanischen Schutzbundes, überhaupt verboten leerben, mit Ausnahme des Au^rückcns zu fe' Iii;:n (yd r- lichkriton unb dergleichen. Die Sozi al Demokraten seien jedock» nur bann bereit, einem solchen Verbot zuzustimmen, wenn es vor bem 7. Oktober erlassen werde und bereits auf diesen Tag Anwendung finde. Wie die Sozialdemokratische „Arbeiter* Zeitung" mitteilt, hat Bundeshauptmann Dr. Bu- resch das Angebot dem VundeSlanzler Dr. Seipel übermittelt und nach Einholung der Entscheidung des Bundeskanzlers dcm sozialistischen Landesrat Hellmer mitgeteilt, daft die Regierung nicht in ber Lage fei, auf bas Angebot einzugehen. Sollte es später zu Verhanblungen über bie sozialdemo- um Heberfliegen bei der nächsten Fahri würden sorgsam vermerkt. Da e« sich aber zunächst immer noch um Probefahrten handelt, bei denen es in erster Linie auf technische Prüfungen antommf, sei es nicht möglich, schon jetzt irgendwelche festen Zufagen tn jedem einzelnen Falle zu machen. ^verxfHies owvntt 3 "i«e »««<«•_ ® womo ® cre««i • ''KM • yiwife » »rivfriA. e Rt»«4t Pk eonen lune«*« ittntiwn UV »n gtXn 4« TrupfretiK «n. Pk rtr&mm Ort» W K-Uc« *> #Wrtl«!/tau LeftArecl ÄLelkervoraussage. Druckstörungen haben zum weiteren Abbau de« norbwestlichen Hochdruckgebietes geführt und bereits einen WiUcrungsumfchlag eingeleileL Mehrere Böen, die gestern in Begleitung der Kaltlust südwärts Dorgcbrungen sind, brachten auch tn unserem Gebiet unfreundliches Herbstwetter uiid mehrfach Reacnfck»aukr LeforiderS start war bet Tempcraturrückgang über Frankreich, wo heute mtrgcn fteUenweise leichter Rachtfrvst auf» trat, lieber bem Kanal und Belgien liegt eint Druckstörung. bie auch in un'erem Gebiet zu Bewölkung und erneuten Riederkchlägen führen wird. Dettervorhersage für Dienstag. Wechselnd wolkig mit Au hei erung. kühl, rinjjdne Regenschauer. WitterunaSauSfichten für Mittwoch: Roch kühl unb zeitweise bewölkt, strichwrife leichte Riedtrschkäge. Lufttemperaturen am 23. September: mittags 103 Grad Criflui, abends Grad (Telftu»; tun 24. September: morgen» 43 Grad Celsius. Maximum 11 Grad Celsius, Minimum 2,9 Grad Celsius. — Erd- temperafuren am 23. September: abeiids 11,2 Grud Ctlfnis: am 24. September: morgens 93 ®rab Celsius. — Niederschlag 3,5 Millimeter. — Sonnen- fcheinüousr 1-« Stunden. '0 Aus her provinzialhauptfiadl ? ie 8 en . den 24. September 1928. Oie Welt in Farben. Don Trubel Pfennig. Der Herbst ist bk bunteste OobrHwtl. Aul dem Tisch prangt In schm Deformsten Schalen bat Obst und wett« en mit v.m glüh« den Horden der erstea Georginen. Astern und Schwertli'.ien, die das cimmer beleben. Sir leuchten Dom Lenster her ale härten sie Hn Stückchen Sonne mit hereinoebrachl aus drm Gart.n wo Ne sich ihr erschlossen -Segen solche Pracht kann wohl der IchLnste Obstkorb nicht an. aber bl.e blaftgrünen Qfcpfd. b.c gelbrn Birnen die bauen P laumen und die Dl l artigen Trauben haben b:n Borzug. estbar zu sein, und sie sind um so begehrter, je melTr Sonne fie rei.ra Nest. Auch der Wald steh» im zeirrkleib in diesen Tagen h.< sinkenden Lichtes. .jwsr erscheint er uns in diesem Sahre noch ein wenig kärglich und ärmlich. Aber wartet nur: es wird noch kommen, denn grünt Blätter sah man niemul» fallen. langsam kle.den sich zurrst die Platanen in das leucht'n de Gold, daneben stebra die schlanken B.r>en wie übermütig- Blondköpfe in Hellem Gelb. Rostrot leuchten die Buchen vom Hong herunter und las e i da« Märchen vom goldenen Baum erstehen. Di? Blutbuchen brennen tn der Abendsonne und ihre Blitter tropfen in langsamem Flug wie Blut zur Grde. Don wundervollem Reiz sind auch bl: Weinberge im Herbst, die in allen Satbai Jbielai. vom fristen Grän der sp ti«bore:.en B.ät.er b»s -um dun eisten Ro'. der schon halbgelöstra. - Auf dem Rücken der Borge ziehen s'.ch dann die Felder wie bunte Bänder nebenclnande: Din- gelegt. Zmn Teil sind sie abgeerntet, zum andern warten sie noch aus den Menschen, dem sie sich In Reichtum und Fülle entfalten. $H« ganze Pracht des 5>erbW würde aber Mab und farblos sein ohne das wechselvolle Spiel des Licht,'s. daS in keiner anderen Jah'eS- zcii so vi l rrbig un ete Tage durchleuchtet. Mit schweren Rebeln erwacht bet Morgen ü.-tr den Flüsen. in den Tälern. Plötzlich d ingt die Sonne an einer Stelle durch und versllb:rt den Dunst und alles, was er gefangen halt: die Lautrop'en hinten w e slg's Si b?r an BlLt- km und Blumen. Und dann steigt sie herauf. Atoinat den Rebel zu Ihren frühen und gibt den Blick in die Ferne frei: die Höh.n liegen noch ttn feinen Dunst, an ben Hängen fbielt ein Dust in Grün und Grau, aber t kleidet, in b:r ein blas er Monb hängt, wie ein Guckloch in die »wigkeit Liber er gewinnt an Farbe, unb wenn ber Horizont im dunklen Blau-Lila verschwimmt, mit dem die Rächt heraufzieh:. dann hat 'ich die Mond ichel au- lichtem Silber in Helles Gold verwandet. Und die Abende im S'trbfl sind wie etn Ausruhen nach schwerer Arbeit, ein Atemholen, ein Besinnen auf sich selbst und die groben Zusammen hänge des Le- bcns Und es will mir scheinen, dast die einzig- sch.'nen Wort: Sichendorff« mindestens ebensogut auf b e lichtreichen Abende deU Herbstes passen, wie auf jene im buH- unb Mütenfroben Len» .24 war als Hütt' der Himmel die Srdc tiill gelüfn —" Ich habe nie versteh n kinnen, bah bet Herbst bk 3eit des CterbenA sein soll. Alles in der Ratur ist dann Arbeit letztes Reifen. Borlorge ».nd Borb r llung. St-> flam mein für dir Tage des Dun e s und der Jt i tr. in d:nen doch gelebt fein muh. wenn man einen neuen Frühling erwarten will. Taten snr Dienstag. 25 September Sonnenaufgang 5L0 Uhr. Sonnenuntergang 17.52 Uhr — IRonbaufgonq 16.49 Uhr. Monduntergang 24 01 Uhr 15-55: Abschluß be» Augsburger '.Kiäaionsfriedens: — im1« der Komponist Johann ctrauh ber Aeltcre in Wien acstorben (geboren 1804); — 1878: der Kartograph August Petermann in Gotha gestorben (geboren 1822). Pornotizen. Tage skatender für Montag. Schutze nvcr. tu Gicstrn: Mitgliederoersammlung. — QHanbo inen- und Gitarreno» rein .Rrapoltta" Drehen: Hsm. terstand zur Folge gehabt, bei dem man es ohnr die Xäiigfeil dealten lieben Ofens fchlichlich n'.cht mehr au>bal* von zwei Herren beseht war. vermutlich infolge Berfagras der Steuerung gegen einen Baum Bei bem Anprall wurde das Auto stark beschädigt. Die Insassen trugen Desichtsper'.etzungen unb Verstauchungen davon unb wurden mit dem Städtische« Sanitäts- auto nach der Sh.rurgischen Klüick verbracht. Tk Auto nobilisten stammten aus Osfenbach a. TL " Bom Verband ber evangelisch- kirchlichen fr r a ue nD c re i n c in Helsen Das viele ang^chlcllrae Bereme schon lang« gewünscht haben, ist nun endlich in örfüHuna gegangen Der Verband ist durch Äauf in den Besitz eines schön gelegenen Hauses in Rieder-Rainstadt gelangt. Die les Haus, als Srhoiungsheim gedacht, scll eine Heimstät e für untere Frauen unb Mütter werden, die fich einmal für ein paar Tage von zu Haufe frei gemacht haben, um neue Xräite dort zu fammeln in der fchbnen guten LuN. bei herrlichen Umgebung, um dann neu- gestärkt unb innenn Gewinn batxmtragenb nach Haufe zurückzuk . hren^ Das Hans fo'l am 24 Oktober clngewe.h ir.rbtn. Die Herdftverfammlung de- Verbandes soll am 25 Oktober in Darmstadt otgtbiUen werden Als neuer Verein wurde der Srauennercin der Luth rgemeinde zu Gieyen in den Verband aufgenommen. ’* Sine Perfonenstands- unb Be - triebsaufnahme fmbel auf Anordnung des Re ich Sfinanzm misters am 10. Oktober statt. Jin Kreis« G esten wird die Aufnahme in ber Stabt Diesten unb in einer Anzahl Landorte, jedoch nicht in allen, vorgenommen. Räheres wirb aus den kommenden amtlichen Bekannt» machungen zu erleben fein. •• Haftung der Sltern für Beschädigungen durch Drachen. Mit dem Herbst unb seinen Stoppet eldern ist für die Jungens auch bie Zeit bei Drachensteigens gekommen Ss fei j^tzt daraus auimerk am gemacht, bast für Slt rn die zivi rechtlich« Haftbarkeit besteht, wenn die Kinder mit den Drachen Schaden anr.chten. Be!.n3erS b’iu.tg hört man von 3ernidung ober von ct r.mgei an ilc.tri'chen Leitungen oder auch am Telephonnetz. Die Behörden ftü en sich bei ber Dean p.uchung der 6 t:ni auf die Po i civer- otbiumgen. wonach die Gltern für jeden Schaben ber durch ihre Kinder verursacht wirb auf- gulommcn haben. '• Auftrieb zum heutigen ßrajitf ur • ler Schlachtviehmarkt: 4844 Schweine. Morgen findet nochmals Schlachtviehmarkt statt. Kleine Strafkammer Gießen. • Diesten, 21. Vept. Din Landwirt aus Ridda d He vom dortigen AiUsgericht eine Geldstrafe von 30 Mark erhalten, da ct aN einer Schlägerei teilgenommen unb hierbei sich eines gc aorlichra Werkzeuges bedient haben fcllte. Tas Beru ung'gcricht stellte jedoch fest, dast di? Annahme des Amtsgerichts nicht ben Tatsachen entsprach, ba ber AngrNagte loebei eine Walle, noch einen sonstigen Gegenstand benutzt, noch sich aktiv an der Schlägerei beteiligt bitte. Gr bitte vielmehr sogir selbst einen Wellerstich erhalten ®r würbe baher von Strafe unb Kost en freigefprochen. (6in Motorrabfahrer war mit seinem Beifahrer auf ber Gtraste zwischen Giesten unb Steinbach gestürzt unb bitte sich verletzt, weil ein ihm entgegentommcnbeS Auto nicht rechtzeitig abgeblenbet hatte Der Chauffeur des Wagens war deshalb vom Ge- richt erster Instanz mit einer Geldstrase von 30 Mark belegt worben. Die Strafkammer verwarf seine Berufung, ba die Feststellungen des erstinstanzlichen Gericht- in jeder Hinsicht zutrasen. Rundfunkprogramm des Frankfurter Senber- (Aus ber Radio-Umschau'.) Dirn »tag. 25. Sa*ebfr 12 30 bis 13,30 Don Kalle! M>ttagsk«ize« des Rundfunkorchesters 15.S5 d.s 16.« H.ius- trauenbienst 16 35 bis 18.05: Opemnnillk tKonzen des Rund'unkorchesteos 18,10 bis 18,30. Lesestunde. 18.30 bis 18.45 Don Ko "ei 15 Minuten Ratschläge sür Mutter »nd Äinb. 18,-5 biö Ist lo Bon Kassel: .Sniährungspr.->b!eme'. Vvttrag von Dr. K Brauer von der OcHentli^en tm. UZtterat,bearbeitnnssma«chtnen seiucht. Aus'. tcbrifiL Beweib, mir Ana. u Refer. erbetw uni er R4HD au ben Glehen nn» Einladung Mr laben unsere Mitglieder vom DetteilungssteNenbezirf ^canlhttrtec Steave W der am Mittwoch, dem 26. (September 1926 abends 6 Uhr, im Restaurant .Zur Lahnlust- (Mitglied leigler) stattfindenden Mitglieder-Verfammlung unb unsere Mitglieder vom Dertellungsstellenbezirt VletthftrchGe zu der am Mittwoch, dem 26 September 1928, abends 8 Llhr. im Restaurant ,3ur Stadt WehlarE (fratffinbenben Mitglieder-Verfammlung yjfttchst ein. - Togeeorbnung für beibt Üerfammlungen: Geschäftsjahr IS27/28 und Kampf gegen die Konsumverein« iiiHHiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifniiiiiiiüiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiii Neues (Brünhorn L"«? Neue holl. Dollheringe per Stück 15 unb 20 »L Neues Filder-Sauerkraut per Vid. t5 Pi. «71) s. rn. Schulhof Marktkrane 4. Yiua-nn ^urflnrebMi. MWWMUM!llMilII!!!IIII«!lMMI5Mik tteItere.Ieist,AOsfäbige Sektkellerei 'uckn für Gröberen Bezirk tüchtigen.Herrn ber lau trab bie emlchl. QunMcbah de- «u*l bei fcbraüBHiien ^edmaungra. Sntraaen unter F. H. C. 7 «bar* Rudolf Moffe, FraakfUrt a. M. I'tv-V Oienslam Haushalt XCV -V 1 ____ Meine Verlobung mit Fräulein Käthe Siemhäusser Käthe Siemhäusser Walter Hans ^hn'ng Verlobte Hans Zhring Friedberg i. H. Lich im September 1928 Hörnsheim, Hochelheim, den 24. September 1928. 8438D Kräftiger Sonntagsjunge angekommen! 06719 1)6718 tag. 2 llbt Heinz Münch und Frau Ab heute bis einschließlich Mittwoch: 8439D Gleisen (Wolfstrabe 20), den 24 September 1928. Die Beerdigung findet In aller Stille statt 8434 D 06 TU Karl Schmidt/ Gießen, Neuenweg 42, Tel. 1075 Der Vorstand. 844 ID Sowie: Die neueste Ufa-Wochenschau Pens. Brandl -?*•?, Blas 22 ulw. bet 0672$ Inserieren bringt Gewinn maschine, Schwein. Tonnen). J. & ß. Watson Der ungeschickte Diensten L Melier r Gina, seine Frau Ilscbill, seine Tochter Hans Brausewetter Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren heißgeliebten Sohn, Bruder und Enkel beehre ich mich hiermit bekannt« zugeben Vlvlan Oibaen Käthe von Nagy Hans Brausawetter Gießen, Walltorsiraße 17 Z. Z. Katholisches Schwesternhaus 5 Royal-Girls Ballett-, Solo-, Exzentriktänze Elisabeth Decker,Ludwigstr.20 (Mltgl.d.R DTM u.denT.D.-Bunden, Verein f.muelkal.Erxleh.) Bunö W1 BlosßQditfll-gOnigsöetfl Näh. u. Karten in der Buchhandl. Kethner. Karl 9oo5, gtaftomniOus-BeUieö Bei günstiger Witterung morgen DienS Waagen und Gewichte aller Art empfiehlt u. stellt eichfähig her illltisoptrinlgüng 1852-1902. Unser lieber Altersgenosse Ferdinand Wiedmeyer ist von unv geschieden. Wir werden dem Dahinge- schiedenen ein ehrendes Andenken bewahren. Samstag nachmittag entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Betty Joseph geb. Goldschmidt im Alter von 70 Jahren. Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. September, nachmittags um 2 Uhr statt. Nach Ludwig Fulda. Ein reiz. Lustspiel in 6 Akten. Personen des Spiels: Oberregierungsrat R. Thoma Jean Dax Das unerreichte, wlssenschaftl. begründete Mittel für den Haarwuchs. 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Dir fühlen, oab wieder einmal di« ganz« Well auf un« sieht, und bah die Völker der Srde teils mit ehrlicher Freud«, teils in Veid und Hast und Mihgunst. teils in ängstlicher Spannung aufhorchen. Wadi« Tageszeit un gen aus Friedrichshafen berichten, toeü wir wieder «inen Z«vp«lin haben, der alles bisherig« übertrifft und den wtr diesmal nicht als Tribut an die Feinde abzuliefern haben. Seitdem am 4 August 1906 in Echterdingen dos Zeppelinlultschiff nach glänzend verlaufener ,^ahrt in einem Gewittersturm verunglückte, hat daS deutsche Volk mit allen Fasern seines Denken» und Fühlens teilgenommen an den Erfolgen und Vlihersolgen des unbeugsamen Grafen, der durch keinen Schicksalslchlag nied«rgerungen werden konnte, es hat ihm und feinem Derk die Treue bewahrt bis aus den heutigen Tag, ja es hat ihm seinerzeit durch bi« 6-Millionen-Spend« erst di« Möglichkeit d«s Weiterschassens gegeben. So gehören da» deutsche HoJ und da» Werk des Grafen Zeppelin für all« Zeiten zusammen. Als 'm Jahre 1925 Z.R. III (jetzt ..Los An- gelt»“) nach Amerika flog, da empfanden wir auch Stolz und Freude über da» herrliche Werk, fie waren aber getrübt durch die Trauer, dah wir da» herrliche Luftschiff den Siegern aus- ltesern muhten. Heute aber bei Z. 127 können wir mit reiner Freude und tiefem Dankbarkeit»- Ä teilnehmen an den Erfolgen, die sein« ruft eure und Führer zu verzeichnen haben. 3m 3ahre 1925 zog Z. R. III hinüber über da» Meer als Sendbote deutschen Friedenswillen», und da» Werk Zeppelin» wird, dessen sind wir sicher, für alle Zeiten ein FriedenSwerk bleiben, es wird die Völler und Cänber verbinden, es wird mit Helsen, besser al» Gens und Locarno und Thoiry. als Völkerbund und Kellogg-Der- trag, nicht durch Worte, sondern durch die Tat, dah Deutschland wieder al» gleichberechtigtes Mitglied in der schaffenden und ringenden Äulturtoelt anerkannt und zu gelassen wird. Da» ist da» stolze Gefühl, da» jeden Deutschen m diesen Tagen wieder einmal beseelt, einerlei, welcher Stellung und welchen "Ranges, welcher Büdung und Anschauung er auch sein mag, da» ist e», wa» die Räder stillstehen, den Verkehr stocken und di« Glocken auf unseren Kir- türmen — und in unseren Herzen ertönen Iaht. Gewih glna da» Streben de» Grafen Zeppelin ursprünglich dahin, nicht nur dem deutschen Dolle, sondern in erster Linie dem deutschen Heere ein brauchbares Luftschiff zu schossen. Der mllllärische Gedanke überwog also den Gedanken, ein Verkehrsmittel zu konstruieren. Unb do ist es interessant festzustellen, dah er von keiner Stelle mehr Widerstand empfinden muhte, alS gerade von den militärischen Stellen. Dur schwer gelang es lhin. das preuhische KriegSministerium von dem Wert seiner Luftschiff« für die KriegSsührung, namentlich für die Aufklärung zu überzeugen. Erst als am 9. und 10. Oktober 1906 nach verschiedenen Misserfolgen zwei gröhere Ausstiege glücklich vonstotten gingen, war der Widerstand gebrochen. DaS Kriegsministerium sagte ihm nun seine Unterstützung zu und da» Reich kaufte zwei Luftschiffe an. stellte aber die Bedingung einer 24stündigen ununterbrochenen Probefahrt Dies« Fahrt vom 4. August 1908 verlief glanzend, erst nach der Landung, di« wegen eines Motorschaden» bei Echterdingen stattfinden muhte, verunglückte da» Luftschiff in einem plötzlich austretenden Gewittersturm. Diese Fahrt bi» Echler- dingen war ein Triumphzug ohnegleichen. Sin Schrei des Entsetzen- ging durch gcnz Deutschland, als der Draht die Trauerbotschaft verbreitete. Und in vier Tagen standen dem Grasen als Spende des deutschen Volle» sechs Millionen Work zur Verfügung. Da» Werk war gerettet, und wie Russische Anekdoten. Don Siegisnmnd von TtaMi i. Die russischen Landst ahen und Drücken haben einen zweisechasten Ruf. Am Fluhufer angelnd, erlebte ich einmal folgende Szene: Zwei Bouern- wagen trotten gemütlich der Brücke zu. Kurz vor der Brücke lenkt der erste Bauer sein Pferdchen behutsam von der Strohe weg, daS steil« Fluhufer hinunter, und fährt planschend ins Wasser in die Furt hinein. Der ADCite Dauer fchaul mürrisch vor sich hin, biegt nicht ab, sondern fährt geradewegs auf di« Brücke los. Gespannt beobachtet Bauer Rr. 1 von der Furt aus feinen Kollegen auf der Brücke. Da — ein plötzliches Krachen — ein Geschrei: die Drücke ist unter dem Gesährl zusammengestürzt! Da zeigt der erste Dauer mihbilligend mit dem Peitschenstock auf da» Debakel, und ruft mir zu: ..So ein Esel--1 Er sicht: eine Drück«! — nein, er muh doch fahren!" IL D« Bauern des Dorfes Wriiöoje werden jedesmal schrecklich wütend, wenn man sie mit den Worten: ..Guten Tag. Makar!" begrübt. Sie werden daher sehr oft so gegrüht. Am „Guten Tag" ist ja nicht» Schlimmes und an ..Makor" eigentlich auch nicht», da es nur die Abkürzung des guten Taufnamen» Vkakarlus vorstellt. 8» liegt aber eine feine Anspielung darin. Dor langer Zert betuchte nämlich Zar Peter der Drohe auf der Durchreise das Dors Wellloie. Die zweihundert Bauern hotten sich barhaupt mit Salz und Brot aufgritcllt. Der Kaiser steigt au» dem Wagen, sieht sich die Leutchen an und fragt den ersten, wie er hell'e? — Der antwortet, schlicht und der Wahrheit ge» mäh: ..Makar". Zweihundert Dauern starren auf Peter» Gesicht und sehen, dah ihm diese Antwort und dieser Rome aus irgendeinem Grunde gut gefallt. Der Kaiser ist lustig. Er ist ..höchlich befriedigt". manch« herrlich« Fahrt wurde in den kommenden Jahren von den Schiffen ..Deutschland". .Hon'o". ..Schwaben", Diktvrio Lui'«" untemom. icn! Wer von uns ® ebenem erinnert sich nicht noch de» 27. Oktober 1912. als di« .Viktoria Luis«" hier auf dem Trieb landet«? Auch die Mannever- waltung gewann allmählich Vertrauen zu den Zeppei-i'.-Luftschiffen. L. 1 und L. 2 wurden in Auftrag gegeben Beide Lusttrcuzer sind verunglückt, das eine m einem Gewit reisturm über der Rord!« am 9 September 1913. do» andere infolge einer Explosion auf dem Johannistal« Flugplatz am 17. Oktober 1913. Erst da» dritte Manne-Luftschiff konnte den Grafen Zeppelin und seine Mitarbeiter wieder mit Freude und Stolz erfüllen Da kant der Krieg. Sechs Zeppeline standen unterer Heeres- und Marineverwaltuno zur Verfügung. vier Luftschiff« anderer Konstruktion. Fünf waren im Westen, drei im Osten und zwei bei der Morine stationiert. Gewaltig war bei den Feinden der moralische Eindruck, den die Zeppelinangrisfe auslösten, es sei hier nur an die Mitwirkung beim Sturm auf Lüttich, an die verheerenden Angriffe uf England. Pari». Drest-LitowSk ufw etin • 3m ganzen wurden während des Kriege famt- l'.che-.c Luftschiffen de» Heeres und r lEarint 111 Angriffe durchgeführt und bei diesen insgesamt 164 203 Kilogramm Munition angcworsen. Eine ganz gewaltige Leistung 15 Offiziere. 50 Jngenteiire. Steuerleute. Maschinisten und Ma- schinengewehrschüyen starben den Heldentod. So bemorragenb auch diese Leistungen v oren. so zeigte e» sich doch im Verlaufe de» Krieg«», dah trotz aller technischen Verbesserung^ trotz der vermehrten Steigfähigkeit der Luftschiffe die feindliche Abwehr immer mehr ausgestaltet wurde und doh der Kampf zwischen Luftschiff und Abwehr sich immer mehr zuungunsten der ersteren entwickelte. Al» man schließlich einsah, das; die aufgctpcnbcten Mittel nicht mehr im Verhältnis W* m zu erwartenden Erfolgen standen, ent- man sich Mitte 1917, di« Luftschiffe au» der Kampffront zurückzuziehen und nur noch Marinelustschifse zu verwenden, die bei der Aufklärung. beim Minensuchen und Angrissen aus di« englische Küste noch ganz Hervorragende» leisteten. Sines Luftschiffes soll ober hier noch besonders gedacht werden, des L 59. dos von 3am- boli in Bulgarien den l e rühmten Flug nach Oft- afrifa und zurück unternommen hat. eine Leistung. die der Ozeanüberguerung in keinem Punkte nachsteht Es war im übrigen da» gröht« bis dahin gebaute Zcppelinluftfchifs 1226.5 Meter lang. 23 9 Meter breit), also nur etwa 10 Meter kleiner als Z 127. 3n srredlicher Berkehrslufttahrt haben die Zep- pelin-Lustschisfe bis zum Ausbruch des Krieges ohne Unfall 38 000 Personen befördert Allein die uns Giehenern bekannte .Viktoria Lulle" beförderte als Fahrgastschiff in den 3ahren 1912 14 auf 489 Fahrten mit 981 Fahrt stunden 9738 Personen einschl. Besatzung über eine Gc- fomtf lugst recke von 54 300 Kilometer Die 66 Luftschiffe der Morine und die 35 des Heeres, die bi» Ende des Krieges gebaut worden waren, hoben auf rund 4720 Fahnen eine Gesamtfahrstrecke von rund 1 657 OCX) Kilometer zurückgeiegt. Da» sind ganz gewaltige Ziffern, und trotzdem wird do» Zeppelin-Lus llchifs in Zukunft ein friedliche» Verkehrsmittel bleiben Der verstorben« Reichspvstminifter von Stephan, der in so vielem bera Grafen Zeppelin geistesverwandt war. Hot schon im 3ahre 1874. allo zu einem Zeitpunkt, wo noch kein Meillch daran dachte, dast sich der Menschheitstraum des .Fliegens" einmal so schnell verwirklichen würde, die prv- pheti'chen Worte niedergeschrieben: .Aller Verkehr, der Luftverkehr erst recht, soll die Völker einander immer näherbringen . .An ein Verbieten de» Luftverkehr» ist auf die Dauer gar nicht zu denken, vielmehr wird er unaufhaltsam ein weitere« Bindeglied zwischen den Völkern werden". .Wie die Weltpost schon jetzt ihren geistigen Flug über den Erdball genommen Hot, so wird sie sicher alS die erste auf dem Platze sein, wetin e» her Menschheit einmal vergönnt ist. dem Zugvogel gleich durch da» unermeßliche Luftmeer frei dahinzuschweben von Zone zu Zone". Diese Worte sind schneller zur Wahrheit geworden, al» der Verfasser damals ahnen konnte, und wenn wir dieser Tage den .Gras Zeppelin" unter Glockengeläute über unsere Stadt dahin- fltegcn sehen sollten, dann wollen wir in Dankbarkeit geloben, unser Teil dazu beizutragen, dah der Geist Zeppelin», der die vorgenannten Weissagungen erfüllt Hot. und fein Werk niemals untergeben dürfen, wo» auch kommen möge. Die Wissenschaft von der Rekordernte. OaS 32. Institut der Kaiser - Wilhelm - Gesellschaft. - Oie klügsten Bauern werden die größten Kartoffeln ernten. — Deutschland soll unabhängig vom Auslandsgetreide werden. Don Dr. (Siegfried Rurtfr. Ende September wird da» neue Institut für Züchtung»!orschung in Müncheberg feierlich eröffnet. Wenn wir heute einen Hektar besten Bodens mit einer der wilden Stammformen unseres Wei- zenS bestellen würden, könnten wir von ihm bei der besten Pflege und Düngung höchsten» zwei bi» drei Doppelzentner Körner ernten. Das ist ein FünfunkHwanzigstel von dem, was wir mit den heute bekannten Sorten auf dersel. en Fläche und bei dem grohen Aufwand an Arbeit und Geld erreichen. So sehr ist im Lauf der achttausendiährigen Kultur der Weizen züchterisch verbessert worden. Schon die alten Armenier, die besonder» in der Obstzüchtung sehr viel leisteten, waren vor 2000 bi» 3000 Jahren bewusst züchterisch tätig. Aber eine wirklich zielbewusste Züchtung setzte erst In der Mitte des 19. Jahrhundert» ein, und streng exaktes Arbeiten gibt e» aus diesem Gebiet erst seit einer ganz kurzen Reihe von Jahren. Wan kennt heute die Deseymäs.ig.'eiten, nach denen die einzelnen Rassenunterschiede sich vererben. Genau so exakt wie der Chemiker au» den chemischen Elementen bestimmte Stosse gewinnt und auf baut, genau so exakt kann der Vererbungswissenschaitler willkürlich Kulturpflanzen mit ganz bestimmten Eigenschaften Herstellen. Bei unS ist leider die züchterische Praxis hinter den Fortschritten der Wissenschaft zurückgeblieben: ander» ist es im praktischen Amerika, wo «s mehr als hundert Spezialinstitute für Vererbung-Wissenschaft gibt und die Farmer sich die dort erzielten Ergebnisse zunutze machen. Dor etwa 20 Jahren begann man in Schweden bestimmte Rutzpslanzen durch wiill-nschaftliche Züchtung in grohem Maßstab zu verbessern. Der englische Dquareheadwrizen lieferte In Schweden in Jahren mit mildem Winter einen sehr hohen, bei strengem Winter aber einen sehr geringen Ertrag, und oft gab e» eine völlige Mißernte. Die schwedischen Landweizen sind dagegen völlig wintersest und frieren nie au», haben aber nur einen sehr geringen Ertrag. Die Anzahl der Körner ist oft genug nur halb so groß wie beim englischen Weizen. Man versuchte nun. die Eigenschaften dieser beiden Sorten zu vereinigen. Der schwedische Dotanller RilSson-Shle legte sich dies« Frage vor. und in zäher, zehnjähriger Arbeit hat er durch planmäyige Versuche die Ausgabe gelöst. Tatsächlich hat Schweden jetzt aus diesen Kreuzungen nahezu ideale Kombinationen bekommen. Der Ertrag de« schwedischen Weizen» ist in zwanzig Jahren durch die Arbeit diese« einen Mannes um etwa 48 Prozent gesteigert worden. Wenn wir unsere Getreideer- Jetzt fragt der Kaiser den zweiten Dauer, wie er bei he? — Der denkt ein wenig nach und sagt endlich langsam „Makar". Er spekuliert: wenn bereit» «in Makar den Kaier sroh macht, wie ftvh müssen ihn erst zwei Makare machen!) Der Kaiser fragt den dritten — der lagt ebenfalls, dem Gesetz der Serie folgend. .Makar"! Der Kaiser fragt den vierten, den fünften, die ganze Reihe entlang, — alle, alle heiben plötzlich .Makar"! Wo man hinsieht — nicht» tote Makare! So dah der Kaiser endlich hoffnungslos mit der Hand abwinkt. mit dröhnendem Gelächter in den Wagen steigt, und auch schon davon ist. Die Bauern aber sehen sich verdutzt an: wie war das nur gekommen, das mit dem Makar? — Doch es war nicht nur gekommen, eS ist auch geblieben! Denn jetzt sind es schon zweihundert Sabre, dast dir Dauern von Welikoj« sich alle erdenklichen Hamer geben, D. sogar „Parfllmoni' und ..Pawfsllachij" — und doch diesen „Makar" nicht mehr loswerden können, der ihnen auf jeder Landstraße lustig en'gegenschallt ..Guten Tag, Makar!" III. Der berühmte Fürst P o t e m k i n bekam öfter» melancholische An Wandlungen. Er konnte tagelang einfam vor ftch binftarren. wobei niemand zu ihm ins Kabinett durfte. Al» es mit ihm wieder einmal so weit war. hatte sich in seiner Kanzlei eine Menge von Papieren angehäuft, di« unbedingt sofort erledigt werden muhten — aber nremand besah den Mut. sich in da» Zimmer Seiner Durchlaucht hineinzuwagen. Sin junger Beamter namens Petuschkow hatte da» sorgenvolle Deliberieren der alten Dureaukraten mit angehört und erbot sich nun keck, die Papiere dem Fürsten zur Unterschrift vorzulegen. Mit erleichtertem Aufatmen wurde ihm der ganze S^ost eingehändigt: alles erwartete mit Un- fiibulö da» Schicksal der Unternehmung. Potemkin fah. barfüßig und ungekämmt, in einen Schlafrock gehüllt, da und kaute nachdenlllrch an feinen Hägcji. Petuschkow erklärte ihm schneidig, worum es sich handele, und unterbreitete ihm die Papiere. Worauf Potemkin wortlos nach der Feder griff und automatisch ein Blatt nach dem anderen unterschrieb. Rach einer schnellen Verbeugung kehrt Petuschkow triumphierend in das Vorzimmer zurück: ..Gr hat unterschrieben! Alle» stürzt auf ihn zu, man sieht nach: die Papiere sind tatsächlich alle unterzeichnet. Petusch- low wird allgemein beglückwünscht: „Schneidiger Kerl! Da» muh man sagen!" Aber da sieht fvch einer von den Beamten die Unterschritt genauer an — was ist denn daS? Da steht ja auf allen Papieren statt: ..Fürst Potemkin", die Unterschrift: „Petuschkow", „Petuschkow", .Petusch- sow" ... IV. Der junge Sch. hatte einen so verwegenen, dummen Streich gemacht, dah sich der Fürst Besborodko über ihn bei der Kallerin selbst beklagen woll e. Die ganze Verwandtschaft kam in Aufregung, man stürzte zu Fürst Potemkin und bat ihn. sich für den jungen Mann rinzu» fetzen. Potemkin befahl, dah Sch. sich am nächsten Tage bei ihm «infinden solle, und setzte hinzu: ..... und dann soll man ihm noch sagen, dah er mir gegenüber nur recht dreist fein soll." — Am nächsten Tage findet sich Sch. zur an berat en Zeit ein. Potemkin tritt in seinem ge- wöy... chen Kostüm au» dem Kabinett, spricht zu niemand ein Dort, und fetzt sich ans Kartenspiel. Run trifft auch Fürst Besborodko ein. Potemkin begrübt ihn fc eisig wie nur möglich und fetzt fern Spiel fort Plötzlich ruft er den jungen Sch. zu sich heran: ..Sag' mal, Bruder." fragt Potemkin, indem er ihm die Karlen zeigt .wie foll ich da eigentlich ’pielen?“ -- ..Da» geht das mich an. Durchlaucht." ’agl Sch. „spielen 6k doch wie Sie wollen!" — „Ach. du mein Vater." verietzt Potemkin mit gedrückter Stimm«, „man kann dir ja nicht einmal ein Dort lagen — gleich bist du schon böse!" Rach dem Fürst Bri borodko da» besagte Gespräch angehört hatte, beschloh et plötzlich, von einer Klage Abstand zu nehmen. V. Der junge P otemkin hatte eine sehr eilige Depesche von der Krim nach Petersburg zu bringen und legte diese Riesen ent ernung in einer tatsächlich überau» kurzen Zeit zurück, so dast selbst bre Kaiserin Katharina ihm barträge nur um 10 oder 20 Prozent steigern könnten, würde Deut'chland aus einem Einfuhr» ein Ausfuhrland für betreibe werden. Man lieht eine scheinbar rein wisscn'chasUiche Frag« erlangt eine hohe Volkswirtschaft liche Bebeu- tung. Aus der Hauptversammlung der Kaller-WU- Helm-Gksellschaft zur Forderung der Wissenschaften, die am 2d 3uni 1427 m Dresden stattgefunden hat. hat die» der damalige Leiter des Instituts für Dererbungsforschung an der Berliner Landwirt*chaftli§haushalt rund 1.2 Millionen Goldrubel betragt. Das ist eine zehnfach gröhere Summe, als in Deutschland für lämtlidx genetischen Arbeiten überhaupt oufgetiH*ntk,t wirb Aber Baurs berwbtiflte Klage erklang nicht vergeben» Dis Kaller-Wilhelm-Gesellschast dcschlost. ein brion- beres Institut für Z ic ch t u n a« forsch u n g in dem märkischen Städtchen Müncheberg bei Berlin zu errichten. Dori sollen di« Erfahrungen der thevrrlllchen Dercrbrnigswis- senschaft für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden. Dor etwa Jahresfrist wurde in aller Stille der Grundstein gelegt. Bezeichnend für den in dem diese neue Forschungsstätte geleitet rverben soll, i t die Zusammensetzung ihres Kuratorium» Reben Vertretern der Finanz und der Wissenschaft findet man bervorragenbe Landwirte. Rittergutsbesitzer und S2anbarbcilcr. Wir nennen aufs iperaieuwhl den früheren 0iaut»miniftcr v. Arnim-Erie» wen, den sozlaldemolr^ii'chen Reichstag»a>'e- - v i d. den Direktor der Darmstädter Baick 'Dr. Zakob Goldschmidt, den bcfaimten Pflanzenzüchter v. Lochow-Petku». den Rrichst.igs- abgeorbneten Hepp als Der tret er de» Reictzs- landbunde». den Rben. wie irüh.-r. In dem schoren Ko k^rr.n-ka ^ gegen die Ma'chll, »e- werk» jiatr die Sdschlußseter der Jung- me, st «rinnen und Jung m ei st er 1 92 6, m,t der bi« Uederr«i ch u v g bei Meister- briete txrbunben war. Mn den jungen Meistern und ihren Angehörigen oerelnigtru sich die Mit- gheber ber Meister prufungskvmmiision für die Provinz Oderhessen unter brr Leitung ihre. Vorsitzen, den, Erwerbrichulrot» Dr Bünntng» iGeßen), unb eine Anzahl librrugäft« ju ber frftlichrn Der- anftaliuna, in der Hankwerkrireublgteit unb fjanb- werkerstolz. aber auch Handwerkeroerontwortlich- (eit im kleinen unb im graften bk fieitgrbonkn w>iren. Der weite Äaum des Saale» war oollbefetzt Die sto pell« 211 c U « r leitet« bi« Feier, die etwa» nach 11 Uhr begann, mit einem schneidigen Marsch ein. Darauf sang ber Gesangverein „•) # । i f r t r 11* unter «einem Chormeister Q Schüttler in seiner Weise Mowrls tDunbcrbart „Wade de» (se'ong»', bi« her Feiersiundr einen iDurbigen Austokt gab. Qinem weiteren Vortrag ber Anpelle reihte bk .Heiterkeit' noch den Gesang Amtier Volkslieder an; lebhafter «tisall dankte ihr für ihre schon« Festgaben A nicht,«stend brgruftlf ber vorsttzenbt ber TkiftcrpnJungefommiffüm, Dr. Bünntng», bte Ftstotrsommlung; insbesonbtr« hieß er will- kommen bic Vertreter btt Handwerke kammer, Bauunternehmer 'Becker (Gieften) und Bommer- direktor Schüttler (Darmstadt), ferner Oberregierung r. ! Dr. Htst (Siesten) al» Vertreter des Pro, .mlbirektors, Beigeordneten Dr. Hamm (Dießen) ai» Vertreter der Stadtverwaltung, Prof. Dr Krausmüller (Giesttn) al» Dertrekr des Bezirksverdanbe» Gießen des hessischen Handwerk» und Gewerbe» und dc» Gewerbei'trelns Giesten, die Syndici Röhr unb Dr. Reis von ben Hand- werkskammernebenftellen Giesten bzw. Friebdcrg, bie Mitglieder der Mcisterprüsungskommission, denen er gleichzeitig für ihre Mühewaltung bei den Prüfungen dankt«, und den Schriftführer ber Kommission, Oberreallehrer i. R. Haggenmüller (Giesten). Dann hob der Redner hervor, dost do» Ergebnis der Prüfungen im allgemeinen zufriedenstellend ist, trotz der hohen An- forberungen, die gestellt wurden; auch die Meifterftücke feien zum größten Teil befriedigend. Jin ganzen hotten sich 358 Gesellen zur Meisterprüfung gemeldet. Davon bestanden 334, und zwar 6 mit der Rote 1 (Sehr gut), 134 mit der Rote 2 (Gut) und 194 mit der Rote 3 (3m Durchschnitt genügend). Rach Bernsen in» einzelne zergliedert bestanden: 6 Automcchaniker, 31 «acker, 3 Dachdecker, 27 (EkttroinftaUateure, 2 Glaser, 13 Friseure, 24 Maurer, 4 Feinmechaniker, 1 Me- talldreher, 2 Metallsormer, 17 Metzger, 2 Pflasterer, 5 Polsterer, 8 Sattler, 10 Schlosser, 16 Schmiede, !) Schneider, 28 Schuhmacher, 11 Spengler unb Installateure, 19 Dagner, 28 Weistbinber, 12 Zimmerer, 37 Schreiner, 6 Schneiberinnen, 6 Wt'stieua- Näherinnen, je 1 Steinmetz, Sdiriftfefter, Buchdrucker, Eisendrehcr, 6)ipfcr, Unser und Töpser. Nach ber Bekanntgabe de» Prüfung »eroebnisse» ermahnte ber Redner die Iungrneister und Jung- Meisterinnen, dem Handwerk unb seinen Organisationen allezeit bie treue zu halten, benn nur ein durch feste Organisationen gestützte» Handwerk könne weiterhin bestehen. Den jungen Handwerksmeistern und -Meisterinnen gelle sein herzliche» Glückauf für ihr ferneres Leben unb für ihre Zukunft. Bauunternehmer Decker (Giesten) überbrachte olS Vertreter ber Handwerkskammer ben jungen Meistern unb Meisterinnen herzliche Grüste und Glückwünsche zu diesem Festtag? Mochten sie den Meistertitel allezeit in Ehren trogen. Der gefchastsführende Direktor der Handwerk»- lamrier. S ch ü 111 c r (Darmstadt), sprach den er» folgreichen Prüflingen gleichfalls steril ich c Glückwünsche auS unb dankte den Mitgliedern der Mcisterprüsungskommis ion und ihrem Vorsitzenden. Dr. Dünnrngs, für die durch die Prüfungen gehabten Mühen. Zu ben jungen Meistern gewankt. sagte er bann u. a noch Meister sein, habe auch beute immer noch einen guten Klang. Darin drücke sich der ganze Stolz unb bic Hochachtung vn Beruf »stand aus. Das Wort »Meister' lege fernem Träger im Handwerk aber auch eine groste Verantwortung auf: dem Betrieb und dem handwerklichen Vachwuchs gegenüber, aber auch sür den eigenen Berufsstand Der Meister müsse seinen ‘Betrieb stets mustergültig unb ortmungs- gemäft führen, nutzbringend im Dtrtercfk des Betriebs w.e im Intereise bet Volksgeiarntheit. Der Redner ermahnte weiter zur ehrlichen Konkurrenz. zur Kalkulation aus gediegener Gruird- lage. Ieber Handwerker, der auf ehrlicher Balis fernen Betrieb führe, werd« letn Fortkommen sinden. Die jungen Meister möchten auch stetS mit ScrgsaU aus die gediegene Ausbildung des hand- wcrllichen Rechwuchfes achten, die Lehrlinge aber nicht nur zu guten Handwerkern, sondern n Rorwegen, bet Die norwegische Mannlchosi machte ben deutschen Der» ireict i ben Lieg nich' leicht, durch ihre gtoiie Lchn«Uigl«»t fchusei. die norwegischen Sturmer bi» zum Lchtuft be» Spiele» oct dein deutschen Tore recht gefährliche Situationen Hier zeigt« jedoch ber Tiürnberget 5 1 u b I f a u t b glänzend« Abwehrieiftungcit, und mir iym ist «S zu verdanken. btift Deutschland ohne Derlusttreffer banon- fam. Bei leicht überlegenem Felblpkl konnte bi« deutsche Mannschati bis zur Pauk durch Schmidt II (Rürnbergl ben Führungsirefser er» xieleiu Auch nach der Pause hatte Deutschland durch baS be'kre Iusammenlptelen seiner Elf ein wertig mehr vom Kamp'e. was sich schlieftlich burch «tn zweite» Tor da» ber Destbeutsche Kuzorra erzielt«, »ahlcnmasng auibrüdi«. Mit 2: 0 hat Teuischlanb auch den vierica Länbcrtampf gegen 2lorwegen gewonnen, allerdings wurde ihm bic»mal bet Lieg von dem Gegner nicht leubC gemacht Kußball in Kassel. 5. < 03 kastel — S. v fturbefkn stosset 3:1 Aus Anlaft der Einweihung d.>s neuen Sportplatzes a» der Rllmberger Strafte spielt« gestern der Lporlklub 03 gc '< i Kurl) f en-Kassel. E» trat ein ausgeglichener Kamps. Der gebotene Spork war in brr ersten Dpi lhälftc ziemlich «hallvoll. In der zweiten Hällte entwtck. te sich die Rlann- schatt t. 1987 . DL Ani -Ävlol.-Lchulv mli lue tof..»cd>:cn otjnc ?%^tdntf eop.-äl »0161)1 un fttnObar bU 1933 Ndeinilche pyp.-vant 8tau »olopj. B.dA'i adg. iBortrtee*-Obligation dltflüblbai 1938 4% SdUDrq -3 g -. p, W 1 । *1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II 1 « -e* I 1 Illi 1 5 S LL « «.2 ' 1 1 1 1 1 1 1 1 13 etc.@.........8 Bergmann ........ 9 Bekir. Stcferungei.....10 Ltchl und -ra|l ..... 10 igelten A OulUeaumt. .... 6 ®e|. 1. Elekir. Untern.. ... 10 Hamb. (Hehr. Werke .... 10 Rbttn. ülekrr. . ...... 9 Schlei. (Beto........10 Schudtn . ....... 8 Siemen» 6 Hal4k» ..... 12 Itanirabio . . ....... 8 Labmevtr . ..... . 10 Buderus ...... b Deuüche Erd»! ....... 6 (Bienet Stdnlo6to......8 (kellenkirchtntr ... |. H 3- * Harpe ncr ........ 6 186 181 .'20 159.71 272 155 201.5 482.26 175,75 85 138.6 127 1 S1 1 1 1 II Sill» 187 200.5 182.25 220 159 272 22 155 75 236 202 482 75 147 176 85,9 139.25 1'7.76 U8.4 150,4 137.65 122,25 133.2c 137.4 >17.75 106 111 95,9 280.9 144.5 14 5 25 «,Ö5 54.5 2»l.u :b5 . U 461 Ä! IU3.9 iOj.75 137.5 201.5 182.9 159.76 272.6 158,6 154.18 ■235,5 203 883 86 75 139 129.75 129.75 PHUivp («0I4 mann......7 Heidelberger Lemtat . . . . 10 Cement ftatiftafii......8 Oaob 4 Stdtag . . • • . 10 Lchuttdeis Patzenhole» ... 15 Chroede........12 Ber. «laniflott ...... 15 6embtTfl ..... 14 Zetlftoll Daldho!.....12 135.25 l7ü 144 - 285.25 103.13 130,25 135.5 144 100 129.6 144 336,5 294.5 579 485.5 .86.. 126.75 191.75 101.75 5. 554.2. 336.75 292.7* 572.5 482 284.75 210.13 128 194,5 1Ü0 52 128 5 255 76.5 BeUlbfl »Idjatlenfiura ... 12 ilharloNenburger ffiafiex ... 7 Teliauei ®al ......8 Taimlei Motoren ...... 0 Temag . ...... 0 •äbleroede Kleve» ...... 6 Ludw. Loewe ...... 10 Rai. AuwmobO.......0 22. Scvtembcr 24 Sevkemb 4% »olörtt.. - 4,90% SUlxtxte. <% Otürrnld) rinbftil out - 4% UnQiiri(d)f ®olbn< 4% Unganicbc Siaaitr. v. ItlC 4U% von 1918 4% Unflan|d)t Ärontnttt. 4% türt flcllanlnlx O. 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