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178. Jahrgang
Nr. 172 Erstes Blatt
Dienstag, 24. Juli 1028
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
ünid wiiö Derlag: vrühl'sche Untoerftläts-Bnd?« und 5teindruckerel R. Lange in Sieben. §christlettunz und Seschäftsftelle: Schulftratze 7.
.'Iniiflbmf von Nnz»t-en für die Tagrsnummer bi» jum Nachmittag vorher.
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Dr Fnevr. Wilk Lange. Berontworllich für Politik Di. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumlchein; für den Anzeigenteil Hurt Hillmonn, sämtlich in Gießen
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Gießener FamMenblätter Heimat 'm Bild Die Scholle.
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Die deutsche Turnerschafi als Brücke zur Heimat.
Don Dr. O. Berger, erstem Vorsitzenden der Deutschen Turnerschafi.
Deutsche Turner und Burschenschafter standen sich besonder- in ihrer AnfangSzctt sehr nahe, gemeinsame Gebenkfeiem (Wartburg- feft 1817, Sranlfurter Parlament 1848) erinnern sie daran, wie wertvolle Kräfte au- ihren Reihen damals gezwungen wurden, ihr Vaterland zu verlassen und jenseits beS Meere« eine neue Heimat und einen neuen Wirkungskreis au suchen. Die Deutsche Turner- schäft hat die Drücken zu ihren auSgewanderten Turnsührern nie verfallen lassen, viele Der- eine des amerikanischen Turnerbunde« sind 1848 von deutschen Turnern gegründet, haben gleichzeitig mit unseren ältesten deutschen Turnvereinen' ihre 80-3ahrseier begangen, sind die ganzen 80 Jahre mit ihnen in Fühlung geblieben und werden jetzt beim 14. Deutschen Turnfeste in Köln mit ihnen Schulter an Schulter im Wettkampf stehen und Im Fest- zuge gehen.
Olur kurze Zeit während de« Weltkriege- war der Verkehr unterbunden, sobald es anging, sammelten und sandten die deutsch-ameritaniichen Turnbrüder reichliche Gaben für die darbenden deutschen Kinder und Greise. 1926 ging ich mit einer kleinen Riege von 12 Mann zum amerikanischen Dundesturnfest in LvuiS- Ville und die Ausnahme beim Feste selbst und in dem Dutzend von Vereinen, die wir vor und nach dem Feste noch besuchen konnten, war so begeistert und herzlich, baß seitdem die Briefe dauenrd hin und Hersliegen und die amerikanischen Turner jetzt drei ganze Dampfer geschärter! haben, um in Scharen zum deutschen Turnfeste am Rhein zu eilen. Viele dieser Männer und Frauen sehen bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal das Land ihrer Väter und Droh- väter und viele find noch in Deutschland geboren und Jahrzehntelang nicht dazu gekommen, es wieder aufzusuchen. Möge da« deutsche Turnsest die deutsche Sprache und das deutsche Denken und Fühlen in den amerikanischen Turnvereinen neu stärken, denn bei dem Mangel an deutscher Einwanderung und der so nahen Verwandschaft der englischen Sprache ist die Verengländerung der Sprache meist schon bedenklich fortgeschritten.
indessen nicht nur mit den Vereinigten Staaten hat die Deutsche Turnerschaft dauernd turnerische Beziehungen unterhalten, sondern ihr gehörten bereit« am 1. Januar 1906 35 Vereine in allen Teilen der Welt außerhalb der damaligen ReichSgrenzen als Mitglieder an. davon vier in Südwestafrika und K > autschou. Diese Zahl wuchs bis Kriegsausbruch ständig, in Brasilien, Chile, Deutsch-Südwestafrika wirkten sogar ganze Gaue. Der Welt- frieg Hit mandr der AuslandSvereine bis aui den heutigen Tag zerschlagen, anderen den Wiederaufbau recht schwer gemacht, andererseits Hunderte von Vereinen im Osten, Westen und Vörden zu Auslandsvereinen gemacht, die zum grasten Teil zugrunde gingen oder nur zum geringen Teile und unter großen Schwierigkeiten sich zu einem besonderen Verband im neuen Staatsgebiet zusammenschlossen, wie die Deutsche Turnerschaft in Polen. Dagegen hatte der starke Aderlast in d r Deutsch »Tun rsä a t die ikber- zeugung verstärkt, hast die Ausl.rndSbeustchcn für die Zuiunit des deutschen VollStums ebenso wertvoll seien als wir, und dah gerade wir Turner wesentlich dazu beitragen könnten, die Herzen der Ausländsdeutschen für uns zu gewinnen und bei uns zu erhalten. So hat die Deutsche Turnerschaft mit den großen Verbänden für da« Deutschtum im Ausland vereinbart, daß ihre Ausländsabteilung mit der Mittelstelle für auslande deutsche Leibesübungen gemeinsam unter einheitlicher Leitung des Diplom-Turn- und Sportlehrers S t a h s f und nach Anweisung eines belonberen Ausschusses, dem der 1. Dors, der Deutschen Turnerschast Dr. Verger, Dr. von L o e f ch und Kaufmann D ö l l i n g. Hamburg. angehören, alle Angelegenheiten bearbeiten, die mit Leibesübungen der Ausländsdeutschen zusammenhängen und zwar ganz unabhängig davon ob die Ausländsdeutschen der Deutschen Turnerschast oder einem anderen deutschen Verband angeboren können oder wollen obcr_ nicht. Seitdem hat sich der schriftliche und persönliche Verkehr über die Reichegrenze v ervielsacht und aus ursprünglich zarten Fäden sind schon vielfach tragfähige Taue für kräftige Hängebrücken geworden.
3d) begnüge mich noch ein wichtiges Bindeglied anzuführen. Schon 1927 hielt Stahls mit auslandÄeutschen Lehrern, Leitern und Leiterinnen einen dreiwöchigen Ausbildungslehrgang in Charlottenburg ab. Dieses Iahr bat er einen gleichen Lehrgang an die inzwischen ins Leben getretene »Deutsche Turns ch u l e der D. T. angeschlossen und fast 200 Männer und Frauen, darunter selbst Leiter höherer Schulen aus 20 Ländern einberufen und wegen Wangels an Platz noch weitere 150 abweisen müffen. Die Lehrgangsteilnehmer werden durch Vorträge und Hebungen von Lehrern und Lehrerinnen der Deutscher? Turnschule, der Deutschen Hochschule für Leibesübungen und der preußischen Hochschule für Leibesübungen gründlich unterwiesen und tragen die Gedanlen und ben Geist des deutschen Turnens hinaus in alle Länder, in denen Deutsche wohnen. Eine ganze Zahl der vorjährigen Lehrgangsteilnehmer nimmt schon zum zweiten Male an der Fortbildung teil und dieses
Deutschland und Frankreich.
Paris diskutiert die Räumungsfrage.
P a r i S, 22. 3uli. (XH.) In der.Vic toire" versucht Gustave Hcrv4 noch einmal, die französischen Rationallisten au einer Aenderung ihrer Politik gegenüber Deutschland zu überreden, scheint aber von einem Erfolg seiner Bemühungen nicht überzeugt zu fein. Recht interessant ist die Begründung Herv(-S für eine Dersöhnungspolitik mit Deutschland. Gr schreibt u. a.: .Wenn man leugnen wollte, dah die deutsche Sozialdemokratie von blökendem Pazifismus und den AuflösungSmikroben des Antimilitarismus und de« Klasfenkampfe« befallen ist, so würde man damit daS Licht am Hellen Mittag leugnen. Ich bin durchaus sicher, dah eS möglich ist, mit diesem neuen und demokratischen Deutschland, daS keine moralische Schuld an der Kriegserklärung von 1914 trägt, mit Erfolg eine Politik der Versöhnung zu versuchen. Wenn diele Polittk nicht mit der Mitwirkung unserer nationalen Parteien gemacht wird, so werden sie unsere Parteien der äußersten Linken machen, die dann auS ihr die Ehre und den Vutzen ziehen werden. Wenn unsere nationalen Parteien mangels Klugheit oder politischer Kühnheit diese Politik nicht betreiben und sie dadurch durchkreuzen, daß sie ihre Wählerschaft aufzu- peitschen suchen, wird Jie trotzdem gemacht werden, weil sie in der Vatur und Logik der Dinge liegt und gleichzeitig im Interesse der deutschen und der französischen Valion. Die Frage der Vheinlandräumung ist sekundär, weil wir Koblenz spätestens im Iahre 1930 und Mainz im Iahre 1935 räumen werden. Die Frage ist die, ob unsere nationalen Parteien rechtzeitig begreifen werden, daß ihnen durch die polittsche Evolution Deutschlands die Möglichkeit gegeben ist, diese Evolution in republikanischem, bemo- i Irakischem und friedlichem Sinne zu beschleu - I
n i g e n, und die Grundlage für den wahren deutsch-französischen Frieden zu legen. Die Festigung der Republik in Deutschland und der Machtantritt einer tief pazifistischen Parteimacht macht uns zur Pflicht, eine Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland zu versuchen, um so mehr, als wir bei diesem Versuch durchaus nichts riskieren.
Auch das weit rechtsstehende .Iournal de« Debats" muß zugeben daß die Zeit für Deutschland arbeitet und der Wert deS Rhcinlandpfandes für Frankreich um so geringer wird, je länger man die Räumung hinausschiebt. DaS Blatt gibt der Befürchtung Ausdruck, daß die Mitglieder des französischen Kabinett- sich niemals über die Kompensationen geeinigt haben, die vom Standpunkt der Sicherheit einschließlich der polnischen Grenze oder der Reparationen gefordert werden müssen. Darum müsse zuerst ein französischer Plan auSgerabeitet und dieser dann den Alliierten unterbreitet werden. Falls man freimütig mit Chamberlain rede, werde er sich bestimmt dem sranzösischen Standpunkt anschließen. Man brauche um so weniger eine feste Sprache zu scheuen, al« die Engländer nicht gezaubert hätten, im Lause der Verhandlungen über den Antikriegspakt energisch ihre Interessen zu verteidigen. Deutschland müßten dann ein für allemal die Bedingungen für eine vorzeitige Rheinlandräumung mitgeteilt werden. Im Falle einer deutschen Ablehnung wäre die Fortdauer der Besatzung vollauf gerechtfertigt. Für die französische Regierung wäre es außerordentlich gefährlich, keinen Plan zu haben, wenn Drtand im September in Gens mit Dr. Stresernann Aufammentreffe, der wisse, was et wolle unb wohin er gehe.
Iahr wird der Eindruck noch nachhalttger sein. Macht doch der ganze geschlossene Lehrgang zum Schluß daS 14. Deutsche Turnfest in Köln mit und wird seheir, daß da« deutsche Volk, das allein von allen Völkern keinen Waffenschuh mehr halten darf, doch noch eine gewaltige Macht darstellt, wenn e« einig ist. dah c« eine Zukunft haben und für sie sich einfetzen muh.
Die deutschamerikanischen Turner in Köln.
Aeieriichc Begrüßung im Gürzenich.
Köln, 24. 3ull (WTB. Funkspruch.) Zu Ehren der 600 deutfchamerikanifchen Turner und Turnerinnen aus den verschiedenen Staaten VordamcrikaS, die zur Teiinahrne am Deutschen Turnfest nach Köln getommen sind, veranstaltete die Stadr Kain gestern abend im Gürzenich einen festlichen Empfang. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hieh die Gäste mit herAlichen Worten toilltommen, wobei er an das großzügige Hiliswerk zur Linderung dec Rot während des Krieges dachte. Weiter betonte er, noch immer seufze daS was enlose Deutschland in einem Waffen st artenden Europa. Amerika hätte die verantwortungsvolle Ausgabe, bet Menschheit in Wirklichkeit ein Führer z u einem dauerhaften Frieden zu werden. Der Oberbürgermeister schloß mit herzlichen DankeS- worten an die deutschen Turnvereine, die immer, auch im Auslande, den deutschen Gedanken gepflegt hätten.
Profeftor Dr. Berger, der 1. Vorsitzende der Deutschen Tumerschaft. wieS auf die engen Beziehungen hin, die die Deutschamerikaner auf immer mit ihren Stammesbrüdern verbinden. Da« deutsche Turnen werde in Amerika mit Emst gepflegt, und er wünsche den amerikanischen Turnern und Turnerinnen, dah sie auch auS diesen Wettkämpfen mit Lorbeer beltänzt zurückkehren mögen.
Namens des Deutschamerikanifchen Turnerbundes sprach dessen Präsident George Seibel (der bekanntlich erst vor wenigen Tagen zu Besuch in Gießen weilte). Er sprach von den Berdiensten. die sich schon der General von Steuden wahrend der Unabhängigkeitkriege um Amerika erworben habe und verglich ihn mit dem Turnvater Zahn, der das deutsche Turnen begründet habe. Er betonte, dah alle Deutschamerikaner an ihrem Vaterlands bangen unb sprach oon ihrem festen Willen, deutsche Sitten unb beutsche Gebräuche zu pflegen. Sein Hoch galt ber Stadt Köln, der Deutschen Turnerschast unb der Freiheit. — Herzliche Begrühungsworte sprach auch ber Enkel bes Turnvaters Jahn, ber eigens zur Teilnahme am Deutschen Turnfest aus Amerika nach Dcutschlanb gekommen ist. Seine Ausführungen würben mit besonbers lebhaftem Beifall ausgenommen. — Ein Vertreter bes Bürgermeisters von Chikago überbrachte ber Deutschen Turnerschast eine (finlabung zur Weitaus Heilung 1933, mit ber ein großes Turnfest verbunden wer- den soll.
Keine Qstpreußenmanöver.
Berlin, 23.Juli. (TU.) Das Reichswehr- Ministerium teilt mit: Die für Mitte September angesetzten Uebungen ber Reichswehr an ber Oftfee- füfte, an benen Teile des Heeres unb ber Marine gemeinsam teilnehmen sollten, finden in diesem Jahre nicht statt. Den Grund für bas Ausfallen dieser
Uebungen bilden im wesentlichen die a n g c • f'pannU Lage der Reichsfinanzen unb das Bestreben, im Rahmen des Wehrhaushalts Ersparnisse zu erzielen. Die Bereitstellung der Truppen in dem für die geplanten Manöver wünschenswerten Umfange hätte in diesem Jahre wegen ber gleichzeitigen Heeresübungen in Schlesien verhältnismäßig hohe Auswenbungen bebingt. Aus biefem Grunbe erschien es zweckmäßig, eine gemeinsame Hebung für Heer unb Marine erst zu einem späteren Zeitpunkt vorzusehen, wo bic Heranführung ber beteiligten Truppenkörper voraussichtlich unter vergleichsweise günstigeren finanziellen Borbebingungen möglich sein wirb.
Das Beichsbahngerichi wird angerufen.
Die Etttscheidunft über die Erhöhung der Sicichöbahntarife.
Berlin, 23. 3ulL (WB.) Die Reichsregierung hat sich mit dem Antrag der Reichsbahn- gcfellfchaft auf Tariferhöhung erneut befahl. Sie ist der Austastung, d«ih die bisher gegebenen Unterlagen nicht hinreichen, um die Rol- wendigkeil einer Tariferhöhung öarjutun. Sie würde es vorziehen, wenn vor endgültiger Entscheidung dieser Frage, die so einschneidend für die gesamte Volkswirtschaft ist, die weitere Entwicklung bet Reichbahneinnahmen abgewartet würde. Da jedoch die Reichsbahn- gcfcllf djaft die Frage für geklärt unb die alsbaldige Entscheidung für geboten hält, erhebt die Reichsregierung keine Bedenken dagegen, baß bie bestehende Meinungsverschiedenheit, ob unb in welchem Ausmaße eine Tariferhöhung als notwendig zu erachten ist, schon jetzt dem Im Reichsbahngesetz vorgesehenen Reichsbahngericht unterbreitet wird.
Wie Bela Run abgeschoben wird.
Wien, 23. Juli. (TLT) Wie die Wiene» „Sonntags- und Monlagszettung" erfährt, sind nunmehr alle Verhandlungen für den Abtransport des ungarischen Ztommunistenhäupttings Bela Sun aus Oesterreich beendet. Kun wird an einem noch nicht bestimmten Tag« von Wiener Kriminalbeamten an die deutsche Grenze bei Passau befördert werden. Deutsche Ärtminalbcamte werden ihn dort übernehmen und ihn mittels Flugzeugs nach Hamburg bringen, too et auf einen von der Sowjetregrerung zur Verfügung gestellten Dampfer gebracht wird. Mit biefem Schiff wird Kun nach Kronstadt reisen. Es ist nicht wahrscheinlich, daß Dela Kun sofort nach Moskau wird testen können. Die deutsche Regierung hat darauf bestanden, daß Kun die Reife durch Deutschland im Flugzeug unternimmt, um zu verhüten, daß auf deutschem Boden Kundgebungen für ober gegen ihn stattsinden. Der Tag des Fluges über Deutschland wird geheim gehalten. Der Transport durch Oesterreich wird mit der Bahn duvchgeführt werden, ba die Wiener Polizei übet ein Flugzeug nicht verfügt und das Mieten eines Privatflugzeuges zu hohe Kosten verursachen würde.
Ausklang in Wien.
Das nächste Längcrbundesfcsk in Frankfurt.
Wien, 23. Iuli. (£11.) Bereits am Sonntagabend setzte ber Abtransport der Teilnehmer am Süngerbunbesfest ein. Die Bahn hatte einen Riefenandrang auszuhatten. Alle fahrplanmäßigen Züge waren überfüllt unb zahlreiche Sonderzüge mußten eingeschaltet werden. Einzeln« der fahrplanmäßigen x üge w r- ben in brei Teilen gefahren, doch genügte auch diese Teilung nicht mehr, um den Ansturm zu bewältigen. Der Abtransport bet Sänger vollzieht sich unter wesentlich ungünstige- r e n Umständen al« die Hinreise, ba bie deutsche Dahnverwaltung fast alle Svnderzüge, mit denen bic beutschen Sänger nach Wien gebracht wurden, wieder zurückbeotdert hat, um sie zur Beförderung der deustchen Turner zum Turnfest nach Köln zu verwenden. Die österreichische Bunde-bahnverwaltung ist daher gezwungen, ihren gesamten Wagenbestand zum Abtransport der Sänger zu mobilisieren. — Wie da- Pressebureau mitteilt, wird das nächste SängerbundeSsest im Jahre 1932 In Frankfurt a. M. a[»gehalten werden.
pariser Angstpsychose.
DaS Ccho der Wiener Länflerkundgebttnu für den Anschluß.
Pari«, 23. Iuli. (WB.) DaS Wiener Sängerfest nimmt in der Berichterstattung der Pariser Blätter einen breiten Raum ein und wird von mehreren Zeittmgen zum Anlaß genommen, um gegen bie Anschluhbewegung al« einer Gefahr für ben Frieden zu protestieren. DaS radikale ^Oeuvre" schreibt u. a.: Die Deutschtumpolitik, bic augenblicklich von Deutschland betrieben wird, kann nicht ohne Gefahr fortgesetzt werden. Ohne an seinen geographstchen Grenzen halt zu machen, maßt sich Deutschland da« Recht an, im Hamen aller Deutsch- s pr echenden aufzutteten. Wa» würde Berlin sagen, wenn Pari« sich einfallen ließe, im Rainen bet römischen Schweizer oder französisch sprechenden Bevölkerung des Tales von Aosta au sprechen? Oder will Deustchland, daß man öem Deutschtum eine Vereinigung ber englisch sprechenden Lander ober z. B. einen 'Vuno ber lateinischen Völker gegenüberstellt? DaS würde weiter nichts al« bas Wiederaufleben ber verhängnisvollen Allianzen bet Vorkriegs eit be- beuten. — Der „Petit P a r i s i e n" erklärt, die Besetzung Wien-, die Dcustchland auf einige Tage vorgenommen habe, sei ein gefährliches Spiel in einem Monat, in ben bie IahreStage fielen, die daran erinnerten, daß Oesterreich für ben Frieden gefährlich werden könnte, wenn eS sich der Führung Deutschlands überläßt.
Der „Temp,- bespricht bie gestern in Wien veranstaltete Kundgebung ber beutschen Sänger. Er hebt hervor, daß Reichstagvpräfidenf Lobe bei dem Empfang erklärt: „wir finb ein Volk unb eine Ration unb wollen beshalb ein Staat werbens- Heber den Sinn biefer Worte, so erklärt das Blatt, könne man sich nicht täuschen. Es handle sich hier um etwas ganz andere», als um Sprach- und ttutturgemelnschaft: Die durch den Sieg der Alliierten neu geschaffene europäische Ordnung solle In Frage gestellt werden! Die Ausrechterhaltung de» Frieden» in Mitteleuropa auf der Grundlage der bestehenden Verträge werde direkt bedroht durch eine Kundgebung, die ganz den Charakter einer Mobilisierung der aktivsten Elemente de» Alldeutschtum» in sich trage.
Auch das ..Journal des D6batS" erklärt, Deustchland gedenke, sobald eS möglich sein werde, sich durch di« Einverleibung Oesterreichs zu vergrötzerrr. Man fei also gewarnt: man zögere aber nicht, gleichzeitig auch deutlich zu machen, dcch die pangermanifche Bewegung sich nicht auf Oesterreich beschränke. In dem großen Unczug feien Delegationen auS Polen. Rumänien. Ungarn, der Schwein unb Sübflatoien vertreten gewesen. Man Hove „O Straßburg, o Straßburg" gesungen. Wo fei bet berühmte Geist von Locarno geblieben? Diese Ta stäche zeige, was bie Verwirklichung des Anschlusses bedeuten würde. Man würde ein Wiederaufleben deS pan- german'. stischen Elan« feststellen, ber die große Ursache des letzten Krieges war. Roch- barlanb von Ungarn geworden und die T^checho- flowakei umschließend, würde Deustchland leine alten Ambitionen mehren und ttotz sämtlicher Pakte der Welt auf neue Abenteuer au«gef>en. Wenn man diese Zukunftsmöglichkeiten bedenke, unb wenn man feftftelle, mit welchen Methoden bie Annerion Oesterreichs von Deutfchland vorbereitet werde, frage man sich mit einer gewißen Angst, wovon die alliierten unb besonders bic franzö'ischen Staatsmänner träumten. Man fei berechtigt, die alliierten Regierungen unb befanders die französische Regieruung zu fragen, ob sie entschlossen seien, den Anschluß nicht zu dulden. Wenn das ber Fall fei, bann begreife man nicht, weshalb sie nichts tun, ’olange es vielleicht noch Zeit ist, seine Durchführung zu verhindern.
Der Präsident bet Republik hat auf Vorschlag des Iustizministers beschlossen, auch ben Abgeordneten Dr. Ricklin eben'o wie bie brei anderen vom Colmarer Schwurgericht verurteilten Autonomisten zu begnadigen.
TFlonlag^ den 23 Juli 2 8.
Berichterstattuna nach Rom unzweifelhaft mit der Ärit
des
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Die große
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Danzig und Polen
Reue Versprechungen.
iu kommen, hängt t des DuSlan-
pvelt bet- ist man aber ir erregt, weil
Dreihundertjahrfeier her Gtadt Stralsund.
etroH u nb. 23 Juli. (Zd.) Stralsund stebt un Zeichen der Feier anläßlich der 300jährigen TCirftrfcbr des Tages, an bcm die Sötoner- icharen Wallensteins abziehen muhten, nachdem sie monatelang die Stadt vergeblich bermnit Hutten. Zn der ganzen Stadt herrscht Festtteude. erwartungsfrohe Stimmung. Die alte Stadtmauer, die alt« Stadttore, und die dochOebligen
lassen, gerade dieses Verhalten boi übelt. Innerhalb der Regierung vor allem deshalb über Nodlle seh'
des zusammen, die durch daS Verhalten Nobiles hervorgcrufen worden ist. Einsichtige Leute in Rom haben sofort auf das schärf st e die Versuche RoblleS verurteilt, durch irreführende Informationen den Umfang der Katastrophe zu verkleinern. Einen besonders peinlichen Eindruck hat eS aber gemacht, daß sich der General als erster reiten lieh. Die empfindlichen Italiener haben ih^i, obwohl sie sich bemühten, es sich äußerlich nicht anmcrlen zu
Amerika und dasEchuldenproblem
Zum pariser Besuch des Reparationsagenten.
nung tragen. Auch auf anderen Gebieten sagte General Gorezki Unterstützung der Danziger Wirtschaft durch Pdlen zu. Des weiteren versprach er, dafür zu sorgen, daß die bisher in einigen polnischen Blättern gegen Danzia betriebenen Hetzen aufhören. General Gorezki betonte in dem Interview wiederholt, daß seine Erklärungen als amtliche Stellungnah m e der polnischen Regierung onzusehen seien.
Die Rot der evangelischen Schule und Kirche in Polen.
lranzösischen Kammern vorzulcgeu Immerhin bewies die von Poincars bisher verfolgte Methode, trotz der noch fehlenden Ratifizierung des Ab- lontmenS, die Annuitäten prompt zu bezahlen, daß auch die französisch« Regierung rechtlich keine Handhabe sehe, gegen das Mellon-Be- renguer Abkommen aufzutreten. Man ist sich in Washington allerdings darüber klar, daß die französische Regierung nach Mitteln und Degen sucht und ihre Bemühungen fortsetzen wird, um ein günstigeres Abkommen zustandezu- bringen. Man verschließt sich in Washington den französischen Erwägungen bisher aber restlos. Wenn von französischer Seite aber immer wieder bi« Behauptung ausgestellt wirb, daß die europäi- lcheri Mächte im Weltkriege außerordentliche 23er- luflc an Menschenleben zu beklagen batten. — Frankreich allein \ . MillionenTote und daß es daher ein Gebot der Billigkeit sei. wenn die Vereinigten Staaten auf die Rückzahlung der von ihnen vorgeschossenen Gelder verzichteten, so hat man in Washington diesen Erwägungen gegenüber nur taube Ohren.
Der Pariser Vertreter der Telegrapden-Union. der diese Stellungnahme der Washingtoner Regierung von gutunterrichteter Seite erhielt, glaubt auf Grund seiner Erkundigungen hinzufügen zu können, daß auch eine neue Präsidenten- wähl im März 1929 kaum etwa- an der bestehenden Auffassung ändern dürfte. Die Amerikaner sind prakttsche Geschäftsleute und sentimentalen Erlösungen nur in geringem Maße zugänglich. Ihnen erscheint die Regelung der interalliierten Schuldenfrage als eine Angelegenheit, die ein für allemal gere- g e l t wurde, und daß eS daher nicht ange- racht sei. eine nach ihrer Auffassung gerechte Lösung erneut in Frage zu stellen. Man glaubt sich in führenden Finanzkreisen Amerikas auf den Standpunkt stellen au können, daß die Washingtoner Regierung bereits alles g c - t a n habe, um ihren früheren Kriegsalliierten entgegenzukommen.
Pastoren in den letzten acht Jahren keinen Ersatz, gefunden hätten. Noch empfindlicher sei die S ch u l n v t. Oesfentliche Schulen würden sür die deutsche Minderheit nur unterhalten, solange wenigstens 40 deutsche Kinder vorhanden seien. Durch die Abwanderung seien zahlreiche Schulen so geschwächt worden, daß sie auf- gegeben oder mit anderen vereinigt werden muhten. Ein volles Drittel aller evangelischen Schulkinder müsse Schulen mit polnischer Unter* rrchlssprache besuchen Oft genug bekämen die Kinder in diesen weder deutschen Unterricht noch Unterricht in der evangelischen Religion. Diesen Roten habe der Gustav-Lldols-Verein grobes Verständnis und reiche Unterstützung entgegen- gebracht. GS sei ernste Pflicht deS deutschen Protestantismus, die um Leben und Bestand ringende evangelische Kirche der Ostmark nicht tm Stich zu lassen und die Einheit im Glauben über trennende Grenzen hinaus auf* vochtzuerhalten.
DiesüdslütvischeRegi'emngsWs
Auf dem toten Punkt
Budapest. 23. Juli. (WB.) Wie der Pester Lloyd meldet, wurden heute nachmittag nach Rückgabe des Mandates von General S>ab- schitsch die Führer der pvlittschen Parteien neuerdings vom König empfangen. Der Führer der Demokraten, David owitsch erklärte Journalisten daß nunmehr wieder der Versuch gemacht werde, eine parlamentarische Re- ai erung zustande zu bringen. Der Vertreter der kroatischen Opposition, Prlbitfchewltsch, sagte, daß die Kroaten nach wie vor di« Auflösung deS Parlamentes und Neuwahlen verlangen. DaS Bestreben der maßgebenden Faktoren, eine Regierung der Der- ftänbigung zwischen den Kroaten und Serben zustande zu bringen, stößt auf große Schwierigkeiten wegen dr- volllommen entgegengesetzten Standpunktes der Kroaten und Serben. Der
Oie Heimkehr der geretteten Italiener. 3h plombierten Eisenbahnwagen.
Oslo 23.Juli. (WB.) Der norwegische Kreuzen „lorbenffjolb" und der französische Kreuzer ',<£ t r a 6 b o u r g“ werden nunmehr am Dienstag abend in Tromsö eintreffen, nachdem sie mehrere ergebnislose S u ch e x p e d i t i o n e n noch der „Lathan," Amundsens unternommen haben.' Don Kingsbay her kommen wieder phantastische Gerüchte, wonach der norwegische ütHeger Rijser Larsen die Leiche des schwedischen Meteorologen Malmgreen gefunden haben soll, doch werden diese Gerüchte von der Admiralität, der von Larsen keine derartigen Informationen zugegangen sind, dementiert.
Die „Citts di Milano" ist am Sonntag- abend um 6 Uhr von Kingsbay nach Narwik abgefahren, um die bereits geretteten Mitglieder her Besatzung der „Italia an Land zu setzen. Das Schiff wird sich darauf wieder nach Spitzbergen begeben, um seine Ausgaben weiter durchzufuhren. Major Mariano unterzog sich am 20. d. M. einer notwendig gewordenen Operation, bei dem das rechte Bein unterhalb des Knie» abgenommen wurde. Mariano befindet sich jetzt a u f dem Wege der Ge ne s u n a. (Damit scheint sich ba» geftem verbreitete Gerücht, da» schon vom Tobe Marianos wissen wollte, erfreulicherweise nicht zu bestätigen.)
Di« italienijche Gesandtschaft ist dahin informiert worden, daß die Ueberlebenden der .^Italia" nach der Ankunft der „Citts di Milano" in Narwik wahrscheinlich Dienstag abend ihre Reise auf der Eisenbahn durch Schweden nach Kopenhagen, und von bort über Berlin nach Italien fortsetzen werden. Wie au» Narwik verlautet, sollen Nobile und seine Gefährten die Reise durch Schweden auf Wunsch der italienischen Regierung in plombierten Eisenbahnwagen antreten. Der Zug soll auch nicht über die Hauptstrecke, sondern über eine Neben- strccke geleitet werden.
Die Empörung in Italien.
Aus Anlaß der Rttckberufung RobileS nach Rom wird unS von gut unterrichteter italienischer Seite geschrieben: „Der Befehl Mussolinis an General Nobile, sofort zur
Pari», 23.Juli, (in.) Parker Gilbert ist ; von seinem Besuche in Dinard bei seinem Freunde , und (Bonner, dem amerikanischen Staatssekretär, Mellon, zurückgekehrt und ist von P o i n c a r e zu längerer Unterhaltung empfangen worben. Damit nehmen die Beratungen während seine» Pariser Aufenthaltes ihren vckieutfamen Fortgang.
In diesem Zusammenhänge erscheint es nicht unangebracht, die Einstellung der Bereinigten Staaten und der Alliierten zum Dawesplan, zur Rep.irationsfrage »nd dem Inter- alliierten Schuldenproblem einer erneuten Prüfung ,ui unterziehen. In Deutschland wird allzu ost über- sehen, daß die Bereinigten Staaten an der Regelung des Reparationsprsblems nur indirekt interessiert sind, da sie den Frieden von Ber- saillcs nicht unterzeichnet und damit auf deutsche Reparationszahlungen d erlistet haben. Der Dawesplan ist allerdings das Werk eines Amerikaners, jedoch einer Privatperson, da General Dawtzs aus eigener Initiative, ohne die Regierung von Washington mit seiner Berantwordung zu belasten, diese Bor- schlage aemacht hat. Die Einstellung Washingtons geht doyer dahin, daß Amerika sich in das getarnte Reparationsptoblem nicht einzumi - s ch e n habe. An die Schwierigkeiten der Transfer- Zahlungen glaubt man in Washington nicht. Man ist vielmehr überzeirgt, daß Deutschland sich witt- schafllich im Aufstieg befindet, was es ihm ermöglichen werde, die durch den Daweeplan übernommenen Verpflichtungen ^u erfüllen.
Sehr anders wird in Washington die Frage her interalliierten Schuldenregelung beurteilt Man. weist immer wieder und gerade in letzter Zeit mit besonderem Nachdruck darauf hin, daß die Schuldenfraae zwischen den Vereinigten Staaten und England, und den Vereinigten Staates und Italien abschließend geregelt worden sei. Auch mit Frankreich wäre schon eine ähnliche Regelung getroffen worden, die allerdings noch nicht Gesetzeskraft erhielt, da Poincare e- bisher vermieden habe, daS sogenannte Mellon-Verenguer Abkommen den
Danzig, 23. Juli. (WB.) Der Präsident staatlichen polnischen Landwirtschaftsbank, General G o r o z k i, der sich zur Zeit zum Zwecke von Wirtschaftsbesprechungen In Danzig aufhält, erklärte in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der Danziger Volksstümne u. a., daß die jetzige polnisch« Regierung nie in als auch nur im gering ft en dran gedacht habe, (??) Danzigs Souveränität — fei es in poIitifAcn, fei es in kulturellen oder sonst in irgend weidjem Sinne — zu schmälern, sck)on ans dem Grunde nicht, weil eine Polonisierung Danzigs durch künstliche oder gar Gewaltmittel in keiner Weise im Interesse Polens liege. Die angeblich geplante Vereinigung der Danziger und polnischen Währung liege der polnischen Regierung vollkommen fern. Die polnische Regierung sei im-- mer darauf bedacht, sämtliche Maßnahmen zum Schutze der Wirtschaftsinteressen Polen» auch auf Danzig im Einvernehmen mit der Danziger Regierung auszudehnen. Diese Maßnahmen galten in erster Linie dem Schutz des Danziger Hafens gegen die Konkurrenz der deutschen Häfen. Was die angebliche Kon- furrcru des Hafens von Gdingen betreffe, so entwickle sich die polnische Ausfuhr in einem Tempo, das beiden Häfen volle Beschäftigung gewährleiste. Polen sei sich seiner Pflicht in bezug auf die volle Ausnutzung des Danziger Hafens bewußt und werde dieser Pflicht auch immer Rech.
Die Probefahrt des „Grafen Zeppelin".
Großes Interesse
in Amerika für daS neue Luftschisf.
Friedrichshafen, 23.Juli. (TU.) Die Verschiebung der Probefahrt des „Gras Zeppe- l i n" ist dadurch entftanben, daß die auf dem Werftgelände errichtete Fabrik, die das neue Brenn gas liefern soll, mit ihrer Einrichtung noch nicht so weit fertiggestellt ist, daß die Gasherstellung beginnen konnte. Da es sich bei dem JL Z. 127x vor allem um bie (Erprobung de» neuen Betriebsstoffes handelt, will man unter allen Umständen den ersten Ausstieg mit diesem Brenngas ausführen. Inzwischen ist die Entscheidung über die Zusammen st ellung der Fahr- mannschaft gefallen, die gegenüber ber Bf* satzung des „Z. K. III" verstärkt ist, weil für die große Fernfahrt des „Graf Zeppelin" drei Wachen etngeteilt werden müssen. Für die große Fahrt werben insgesamt 38 bis 40 Mann Besatzung an Bord sein. Die oberste Schisssleitung wird in den Händen Dr. Eckeners liegen; Luftschifführer sind Flemming, Lehmann und Wutsmonn, Naoigations- bzw. Wachoffiziere von Schiller, Prutz und Scherz. Unter den Steuerleuten wird sich auch der Sohn Dr. Eckeners befinden.
Das große Interesse der Vereinigten Staaten für bi« bevorstehende erste Amerika- fahrt deS „Gras Zeppelin" äußert sich darin, daß schon jetzt alle Vorbereitungen für den Empfang des deutschen Luftschiffes getroffen toeröen. In den letzten Tagen weilte der Luftschiftdezerirent deS amerikanischen Marine- departements. Commander F u l t o n. in Begleitung des Führers des .Los Angeles". Commander Rosendaal, in Frredrichshafen. um das Luftschiff zu besichtigen und sich über di« Wünsche hinsichtlich der Brennstoffversorgung und der Be- rellstälung von Hilssmannschaft in Lakehurst zu unterrichten. 9k Amerikaner sind in ber Lage, die Brenngasuachküllung aus eigenen GaS» Vorräten zu bewertttelligei'. die der „Graf ZeppeUn" zu seiner Rückfahrt über bin Atlantik brauchen wird. Mit den beiden Offizieren we.lte auch Präsident Litchfilb Don ber ametuu- nischen Goodhearromv. in Friedrichshafen. Die Goodyearcomp. plant detanntlich, sobald der amerikanische Senat bie Mittel dafür bewilligt, den Dau zweier Riesenzeppeline von annähernd 200 000 Kubikmeter. Der Fre-ndenzu- strom nach Friedrichshafen verstärkt sich von Tag zu Tag. An Sonntagen wird das Schiss regelmäßig von 10000 bis 13 000 Personen be-
Elsen, 23. Juli. (TU.) In Esten hielt der Rheinische Haupwercin der Guftav-Abolf- Stiftung seine 64. Provinziattaaung ab. Su- perinrendenl Sm end. Liste
emi alle Nachforschungen der anderen Gruppe von Schiffbrüchigen durchgcführt sind, wird eine objektive U V rLU n « der Entwicklung 5er W-^peditionen und
w«d«, Sor Siniterrai wsml», Uch °um W tK?rmÜ^CT^nftilrancni>tn Erfühle des llaliemfchen Volke» zu machen, indem er alten dankt, die sich für die Rettung der Sckust. brüchigen einsrtzten. namentlich der Beiawini de» russischen Eisbrechers .Krassin" uüd voller Achtung und 'Bewegung des Schwede Molmgrecn uob de» Italieners Pomella
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Bürgerhäuser bie wuchtige Front des Rathauses unb die gotischen Kirchenriesen tragen festlichen Schmuck. Von allen Türmen, überall in ber alten Hanfestabt wehen unzählige Flaggen. Der Zuzug von außerhalb ist groß unb macht sich in dem Sttahenblld bemerkbar. Am Hasen ist ba? Bild noch lebhafter. Dort sind die schwedischen 5 d) i f f c angelaufen: Äö«t Kreuzer, drei Zerstörer, drei Unterseeboote urck> drei Flugzeug« Ebenso sind 2loordrrungcn e6 i m en t c r «ingetrv en. die vor Drei vfeptpunberten an ber Verteidigung Swalsunb- beteiligt toaren.
Um ein Uhr wurde die schwebisch-pvm- rn e r s ch e Ausstellung von Oberbürgermeister Heidemann eröffnet Hier ist ber erste Der- such gemacht worden, die mehrhuirderttähnge Verbundenheit Pommerns mit Ötcninn Wien bar- zustelten. Die Ausstellung ist befonber» auch durch die zahlreichen und wertvollim Stiftungen aus Schweden ermöglicht worden. Ueberhaupt ist anzueclennen, mit welchem Ber- ständniS sämtliche Kreise Schwedens an btefer Ausstellung beteiligt sind. Um die Mittagsstunde sand in der alten dtralfunb*- Mariea- kirch«, ein weithin bekannter Bau von überragender Backsteinaotik, geistliche Musik statt, die einen besonderen Reiz dadurch erhielt daß da» Konzert auf der vom Jahre 1659 von Meister Stell- wagen erbauten Barockorgel, einem ber wenigen Kunstwerke dieser Art, gespielt wurde.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reich-kanzler trat Montag abend seinen Urlaub an Er wird furx vor bet Verfossunasfeier wieder nach Berlin zurückkehren. Seine St n .ertTetum übernimmt ber dienst- älteste in Berlin anvesenbe Reichsminister G r ö n e r.
Wie der Demokratische Zeitungsdienst berichtet, wird in ber nächsten Zeit der Leiter der Der» sassungsabteilung im Rrichsminifteriurn des Innern, Ministerialdirektor v. K a m e k e . «inen Urlaub an treten, von dem er nicht wieder in sein Amt zurückkehren wird. Auch der Bruder des früheren Innenministers. Ministerialrat Otto v. K e u d e l l, ist auf Urlaub gegangen.
Der deutsche Botschafter in Moskau wird in Berlin erwartet. Zwischen ihm und den maßgebenden Persönlichkeiten des Auswärtigen Amtes werden die Fragen, die seinerzeit zum Abbruch der deut'ch-russischen Wirtschaslsvechond- hingen geführt haben, einer Durchprüfung unter- jogen werden. Weiter werden der Donez- Prozeß unb die sich aus ihm für uns ergebenden Folgen, d. h. die Frage der ®arantien unb die -Sicherheit für die weitere Betätigung des deutschen Kapitals unb deutscher Arbeitskräfte in Rußland besprochen werden.
Der im Landsberger Fememordprozeß zu acht Jahren Zuchthaus berurtciltc Oberleutnant Raphael, ber auf Grund des AmnestieaesetzeS von der Strafanstalt Sonnenburg nach Tegel transportiert werden sollte. Ist am SamStag vormittag auf dem Hauptbahrchvf Jtüftrtn feinem Transporteur entwi ch en. Raphael sollte auf Grund der Arnnestieverordnung aus dem ©traf» gcfängniS Tegel entlass« n werden.
Die Wetterlage.
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«kau wird in nb den inah- Lärtigen 2m- tyit zum W- ^afisvrchand- drüiuntz unter- der 7>v»ez.
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teerten, daß Staat und Stabt b* wirtfchaflllche Sebeuiung br# ®;cftencr Ttarflc* er!arm! und gewürdigt haben. TRan Will bem Diehmartt m Dietzen eine Stätte schaffen durch Orbauung eine* modernen Äichhof*. wo e* möglich sein wird, die Xietc so imtetyibrin^en. tote c* der Zx'rtdjjy forbert und wic cs un Interesse der hohen Ikrntbacneteerte noltoenbig ift. Man will bamü auch den auf dem Markt beschäftigten medonen erträgliche Verhältnisse schassen. Der Veehhandel erkennt banPoar dielen guten Willen an, bo^t aber auch, dah alle matzgebendrn Faktoren ihren Einfluß aufwenden werden, um das hohe 3*1 recht bald zu erreichen. Wir vom Vieh- bandel versprechen, datz to:r treu zur Lache heben wollen und den S letzen er Markt auch in der Fmgczeil unterstützen werden Wie wir wissen, dah alle Versuche, den freien Viehhandel durch anbei» Interessengruppen zu ersetzen, scheitern werden, so genau wissen wtr, datz nur rm engsten Zusammenwirken zwischen Landwirt- schäft und Dichandcl auf der einen Seite und Behörden auf der anderen Seite eine gedeihliche Entwicklung der Dichteirtfchast gesichert ist. 3m freien Spiel der Kräfte, in der Erfahrung und in der Sachtenn i* liegt die Gewähr einer gesunden Volk-Wirtschaft. So wollen wir nun hoffen, datz tetr bald tn Dietzen eine Stätte haben werden an der tetr und unter erträglichen, menschenwürdigen Verhältnissen unserer hohen wirtschaftlichen Aufgabe widmen können. S. St.
pauschsah für Grundstücklaftcn.
Vom Finanzamt wird un- geschrieben:
Durch d'e in der heutigen Dummer veröffentlichten Bekanntmachung vom 12. Juli 1928 hat der Herr Präsident de- Lande-sinanzamt- Darmstadt den Pauschsatz für nicht au- Steuerlasten bestehenden Drund- stückslasten zur Ermittlung des Dcincrtrages der bebauten, nicht zwangsbewirtschafteten Grund- stücke fcstgcsctzt
Durch eine weitere Verordnung vom gleichen tage, die in der durch RcichSacsctz vom 13. Oktober 1923 qeregleten TBcife vckannlgemacht ist. sind zur Einheit-bewertung 1928 abweichende Bewertungssätze festgesetzt worden. Hiernach erhöhen sich (bei guter Lage) bzw ermäßigen sich «bei schlechter Lage) die Dormalsätze (Prozentsätze des Wrtrbciteagswcrtcs) wie folgt:
1. In den Städten Darmstadt. Dietzen und Offenbach für Villen in besonder- guter Lage um 5 Prozent, bei Dillen in schlechter Lage um 5 Prozent.
2. In den Städten Darmstadt. Dietzen. Mainz, Offenbach und Worms für Geschäftsgrundstücke in besonder- guter Lage um 5 Pro- Zent, in schlechter Lage um 5 Prozent, in besonder- schlechter Lage um 10 Prozent
3. In den Städten Darmstadt. Gietzen. Offenbach für Mietwohngrundstücke in schlechter Lage um 5 Prozent, in besonder- schlechter Lage um 10 Pvozei t
Hierbei gelten al- schlechte und besonders schlechte Lage in-befondere die Altstodtteile dieser Städte.
4. Bei gemischten Grundstücken steil- Wohnzwecken. teil- gewerblichen Zwecken dienend) finden obige Erhöhungen bzte. Ermähigungen auf den betreffenden Teil entsprechende Anwendung. — Vergleiche die heutige Bekanntmachung.
Taten für Mittwoch, 25. Juli.
Sonnenaufgang 4.13 Uhr, Sonnenuntergang 19.59 Uhr. — Mondaufgang 18.40 Uhr, Monduntergang 23.27 Uhr
1656: der Dichter Friedrich von Logau in Lieanitz gestorben. — 1848: Sieg Radetzkys über start Awcrt von Sardinien bei Cuslozza; — 1867: der Lyriker Mar Dauthendey in Würzburg aeboren; 1914: Abbruch der Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Serbien.
<8Urner D)ochcnmarktpreise.
ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Butter 180 bis 190, Matte 3u bis 35. Wirsing 25. Weißkraut 18 bis 25. Dotkraut 30 bis 35, gelbe Düben 20 bi- 25. rote Düben 20. Spinat 25 bis 30. Dömischkohl 15, grüne Bohnen 60 bis 70. gelbe Bohnen 60 bis 70, Erbsen 25 bis 30. Dlischgemüsc 20. Tomaten 30 bis 80, Zwiebeln 10 bi- 20, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 40. Kartoffeln 6 bis 8, Falläpfel 10. Birnen 30 bi- 40. Kirschen 45 bis 65, Heidelbeeren 60, Stachelbeeren 25 bi- 30, Johannisbeeren 25 bis 40. Erdbeeren 60 bis 80. Himbeeren 80 biS 90, junge Hähne 100 bis 120, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. baß Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Eier 13 bi- 14, Blumenkohl 10 bis 100, Salat 10 bi- 15. Salatgurken 20 bis 50. Einmachgurken 5 bis 15, Ober-Kohlrabi 8 bis 15. Rettich 10 bi- 25 Pf. das Stück; Radieschen 10 bi- 15 Pf. das Bund.
«US der provinzialhauptstadi.
Dietzen, den 24. Juli 1928.
Vehr Lust?
Unabhängig vom Wetter zu werden, da- er- ISeint nieten Menschen erstrebenswert, den einen in erster Linie mit Rücksicht auf ihren Beruf, ben anderen im Hinblick auf dcn Denutz ihrer Freizett. Dun sind wir ja tn technischen Dingen 'ion sehr wei: vorgedrungen. aber da» Wetter baba» wir doch noch nicht tn unsere Gewalt bekommen. Man kann nur bi gewissen Grenzen ichLbttchen Ginflüssen begegnen. So kann man die Falber künstlich beregnen, wenn sich leine Wollen bege bequmen wollen. 78an kann aber umgekehrt Die Felder weder heizen noch beleuchten, wenn Dauerregen die Feldsrucht faulen machen
Ander- in geschlossenen Räumen. Hier haben wir es in der Hand, künstliche TMnne und Kälte. Feucht gkcu und Trockenheit. Hell oder Dunkel zu erzeugen. Abgesehen von Fabrikation*- »otaa igen, sür die diese Wkgtichkeiten vongrdtz- tet Bedeutung lind, spielt auch für b^s Töehagen der Menschen. Ihre Arbeit«lnft und ihre Ausdauer all daS eine große Dolle, was man bas Wetter In der Wohnung nennen könnte Heber all. wo sich Mensche,: aufhalten. wird die Frage dringlich: Wie vermeiden wir Temperatur- und Luftzustände, die ilnlufwefühle erregen. Sie ist wichtig für den Leiter des stauchaufes wie Jur den Inhaber der Dergnügnnasstätte. für den Bureauvorsteher tote für ben Weister der Werk- statt In gut gelüfteten Räumen trxrt im Sommer mehr gekauft, verzehrt, gearbeitet als in überhitzten. Das ift so selbstverständlich, datz man ftch toundern mutz, wie wenig dafür getan wird.
Bei einer Zähluna in einer grotzen amerikanischen Stadt ergab sich, datz von hundert Familien mit einem Dlonol-elnlommen von etwa 400 TRL und darüber zwanzig in ihren Wohnungen elek- trttche Ventilatoren haben. Daraus ist zu ersehen, tote allgemein brühen die Erkenntnis durchgedrun- aen ist. datz die Zufuhr er frischer Luft und die Erhaltung der richtigen Temperatur und deS richtigen Feuchtigkeit »aradeS Im Innern von Gebäuden das OBWbciinben. Öte Gesundheit und Leistung der Menschen erheblich fördern. Bei uns werden dagegen In der Tlbsicht, der sommerlichen Hitzewirkung In den Räumen entgeaenzu- wirken, oft noch die schlimmsten Fehler begangen. Als solche muh man z. B. da- Anseuchten bei Futzbvdin- und das Aufhängen nasser Tücher bezeichnen. Durch die Verdunstung deS Wasser* ftnff zwar dir Temperatur etwa», aber danützt dem menschlichen Körper nicht-, weil glclch- leitig die Lust so feucht wird, dah sie die AuS- Dünftuna de- Körpers nicht mehr aUf nehmen kann. Die Folge ist dann, datz man erst recht schwitzt.
Man braucht In Wohn räumen einen ein- bl* zweifachen Luftwechsel in der Stunde, in Dafträu- inen einen drei- bis fünffachen, in Küchen sogar einen vier- bis sechSsochin. TBenn auch infolge brr Undichtigkeit der Wände. Fenster und Türen eine ununterbrochene Selbstlüftung stattfindet, so genügt diese doch in den meisten Fällen nicht, namentlich da, wo e- sich nicht nur um die Regelung der Feuchtigkeit und deS Sauerstosfgehal- -es handelt, sondern auch um den Abzug von Dampf. Staub und Gerücherr Besondere Kühl- ünlaaen sind wohl für Wohnungen bei un* entbehrlich. wenigsten- In solchen zweifelhaften Sommern wie dem gegenwärtigen. Wer sich nicht gleich einen Ventilator anschaffen möchte, dem 'ei verraten, dah auch du- Oesfnen der Fenster ein bewährte- und nicht zu verachtende- Lüf- tungtmlitel ist und bleibt.
Oer Gießener Diehmartt und feine wirtschaftliche Bedeutung.
Don der Leitung de- ..Verbandes Ober- felsischcr Diehhandeisvereine" wird un* geschrieben. Wie so viele Dinge in ihrer Bedeutung ünterfchätzl werden, so finden wir auch gerat* bei dem Eichener Diehmarkt, datz nur Dtnigc feine Bedeutung für die DoUSwirtschaft iegnt1en haben. Rund 2000 Tiere im Monat verden vom Ueberschuh dem Bedarf -ugesührt. 3» bedeutet dies einen Umschlag im CGkrtc von mgefähr einer Million Fremd sind den meisten >te Simonen, welche die Reichsbahn für die Beorderung. die Stallbesitzer für Unterbringung mb Futter erhalten. Ich will mir hier die kleine XbJdjtDtifung nicht derfagcn. datz Reichsbahn und htaklbefitzer hinsichtlich bei Sntgcaenkonunens gc- Kibre Kundschaft sehr gut zusammen passen.
bestehen auf ihrem Monopol. Der Staat bat m dem Markte wie auch die Stadt Dietzen »ine Steuerqnefl,'. die nicht zu unterschätzen ist. 3- mutz von feiten d?- Dtehhandei- zugestanden
Vornoti;cn.
— Tagcskalcnder für Dien - tag Stadtthcater .Die fünf Frankfurter^. 7.45 Uhr. Hnde gegen 10 Uhr. — Lichtspielh^u». Bahnbv'- strahc .Der rote Ttitter der Luft". — Astvria- Sicht*pieie .Die lieben Sünder".
*• Vorsicht Waldbräntze! ES wird wiederdolt daraus hingcw den. dah bei der jetzt befoefrinben trockenen Witterung bi? Gefahr der Entsteh"na von Wa'.bbränden besonder* grob ist; jegliches Feueranzünden hn Wald und in Wald- nahe. da» Fortwerlen von gl im wenden Streichhölzern. Zigarren. Zigarcttenrcftcn ufto. ist sehr gefährlich und streng verboten. (73gi. die gestrige Bclanntmachung.)
ee Vogelschutz in Hessen. Da* hellifche Ministerium des Innern hat die Einsuhr von Dogelnngen verboten und b-n Hessischen 7k»gcl- schutzverrm beauftragt, geeignete Mahnahmen gegen eine mitzbräiochllchc Benutzung von Ringen zu ergreifen In ben drei hessischen Provinzen bat der Hessische Dogelschutzvercin eine Anzahl von Vertrauensleuten bestellt, welche die Durchführung bn1 ministeriellen Bestimmungen Überwachen Künftighin müssen Interessenten, welche Dogelringe bestellen wollen, zuerst die Tkr- trauen*leute IhrcS Bezirke* von ihrer Absicht m Kenntnl* setzen und bann ein Gesuch um Genehmigung an da* Ministerium de- Innern richten. Dach erteilter Genehmigung werden bem Defuchstcllcr alsdann die Dogcliinge vorn Hessischen Doaelschutzvcrein zugestellt. Ferner muh von den Interessenten am Ende jede- Jahres dem Vertrauensmann de* betressenden Bezirkes ein Bericht übet die Art und Anzahl der beringten Vögel eingereicht werden, der alsdann von diesem an da- Ministerium dc* Innern toeitergeleitet wird.
— Dorfkirchentagung. G* fei nochmals auf den am morgigen Mittwoch auf der ßiebigß- höhe ftattfinbcnberx Deutschen Torskirchentag, aus den damit Detbunbencn Ausflug in den Hüttern- berg am Donnerstag, sowie auf dte volkskundliche Ausstellung in Drotzen-Linden hinazaretts, Braugasse Nr. 7, und an der Baustelle des Palizeiamtes am Landgraf- Philipp-Platz lagernden Altmaterialien wie Türen, Fenster, Brennholz, Fuß- bodenplattcn usw. sollen Mittwoch, den 25. d. M., nachmittags 5 Uhr, an Crt und Stelle versteigert werden. 6820V Hess. Hochbauamt Gießen
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Bellersheim, den 23. Juli 1928.
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Für die vielen Beweise herzlicherTeilnahme bei dem schweren Verluste unseres lieben Heimgegangenen, dem Krieger- und Gesangverein für die Begleitung zur letzten Ruhestätte sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe und für die hilfreiche Pflege unserer Krankenschwester sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.
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Die Aufgabe besteht darin, bestehende Verbindungen für alle Lebensversicherungs-Sparten auSzunntzen. neue Vertreter anzustellen und diese vrak- tisch einzuarbetten. Wir »ablen festes Geoalt, Spesen und Provision. Bewerbungen, die streng vertraulich behandelt werden, unter K.L. 834 L. an Ala Haaienatetn ft Voller, laaael
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beteiligen.
in
Arbeitsvergebung.
Nachstehende Arbeiten zum Neubau der Heilstätte für Iober(u(ofe der oberen Luftwege in «letzen sollen auf Grund der Neich-verdingungSordnung im öffentlichen
SoMMe-Verein t. B. Sletzeo.
Wir erfüllen hiermit die traurige Psltcht, uns. Mitglieder von dem Ableben unseres heb. Kameraden Herrn Konrad Gerbig, Oberpailscbaflner geziemend in KennmlS zu setzen. Die Beerdigung findet Mittwoch- natbm.3Ubrauf dem Neuen Friedhof statt. — Die Kameraden werben gebeten, sich zahlreich barmt zu
Ter Vorstand.
68120
Wettbewerb vergeben werden.
1. Zimmerarbeiten
zirka 33,00 cbm Bauhölzer
zirka 376,00 qm Dachschalung.
2. Dachdeckerarbetteu
zirka 400,00 qm Dacheindeckungen verschiedenen Ausführungen.
3. Lpenglerarbeiten
zirka 600,00 lsd. Meter Rinnen und Abfallrohre verschiedener Größen
40,00 qm Metallabdeckungen.
4. KanaiisatiouSarbeiten
a) zirka 760,00 cbm Erd arbeiten
b) zirka 680,00 lsd. Meter Tonrohre
c) zirka 626,00 lfd. Meter D.N.A.- Rohre.
Die Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen im Bureau deS Architekten, Baurot H Meyer, Frankfurter Straße 5, zur Einsicht offen.
Die Angebote aus Vordruck sind bi» zum EröffnmtgStermin
Montag, dem SO. Juli 1928,
»orm. 11 Nhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen daselbst einzureichen.
Zuschlagsfrist: 3 Wochen. 68281)
Gießen, den 24. Zuli 1928.
Der Heilstätten-Verein für Hessen.
Bekanntmachung über den Pauschsatz für die nicht auS Steuerlasten bestehenden Grundstücks- lasten.
Auf Grund des § 36 Abs. 2 der Durch» sührungSbestimrnungcn zum Reichsbewcr- tungSacfetz für die zweite Feststellung der EinhettSwerte und zum Bermögenstcuer- ^esetz für die Veranlagung 1928 vom L. Juni 1928 (Reichsgefetzbl. I S. 174) bestimme ich für den Bezirk deS Landes- Finanzamts Darmstadt im Benehmen mit der Hessischen Regierung folgendes:
§ L
Zur Ermittlung deS RemertragS der bebauten, nicht zwangsbewirtschafteten Grundstücke im Sinne der oben genannten Durchführungsbestimmungen können für die nicht aus Steuerlasten bestehenden Grundstückslasten (Nebenleistungen, Jn- standhaltungskosten, sonstige Grundstückslasten sowie für Abnutzung) 25 vom Hundert deS jährlich im Durchschnitt nachhaltigen Rohertrag« von diesen ohne Nachweis abgezogen werden. 68270
§2.
Die vorstehenden Bestimmungen finden Anwendung auf die Hauptfeststellung der Einheit-werte nach dem Stande voin I. Januar 1928 und auf Neu- und Nachfeststellungen, die auf einen Feststellungszeitpunkt vorzunehmen sind, der in den mit dem 1. Januar 1928 beginnenden HauptfeststellungSzeitraum fällt.
Darmstadt, den 12. Juli 1928.
Der Präsident deS LandeSfinanzamtS Darmstadt.
In Vertretung: Dr. Hellwig.
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Nr.l72 Zweites Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Dienstag. 24. Juli 1928
Das 10. Deutsche Gängerbundesfest.
(*>inn und Bedeutung des Deutschen Gängerbundes - Oie Männergesangvereine als Träger der nationalen Zdee — Oie ersten Wiener Festtage — Mobilisierung internationaler Taschendiebe — Gängerhumor.
Don unserem nach Wien zum Sängerfesi entsandten Sonderderichtematter Or. Georg Strelister
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.
Wien, den 21. 3u(l 1928.
Al« am 21. September 1862 der „Deutsche Sängerbund" in Coburg gegründet wurde, ahnte kaum einer, welche ungeheure Bedeutung für das nationale und kulturelle Leben deS deutschen Dolles dieser Bund haben wurde. Dr. Elben- bestimmt« damals, daß tue Satzungen des neugegründeten Verband«- denen des Schwäbischen Sängerbundes angepaßt werden. 3u jener Zeit umfaßt« der Bund nur 45 000 Sänger. Die Sachsen und Oesterretcher dursten dem Bunde nicht anaehären. Erst hn März 1863 — es bedurfte aber noch langer ZeU, btS sich Die arohdeutsche 3t*e durchbrach — wurde öfter rechlschen Sängern der Besuch relchsdeutscher Sängerbundseste gestattet. Damals lautete noch der § 1 Der Satzungen: „Der Deutsche Sänger- bunD umfaßt die Sängerbünde Deutschlands und die Sängerbünde und Männergefangvereine der im Ausland lebenden Deutschen, welche sich ihm an schließen" Das war recht vorsichtig, saft möchte man sagen: lauwarm getagt, um ja nirgends anzustoßen. Seit dem 3afre 1925 hat der § 1 aber folgenden Wortlaut: „Der Deutsche Sängerbund ist die Bereinigung von Sängerbünden des Deutschen Deiches und Oesterreichs sowie von Sängerbünden und einzelnen Der em en der im Ausland lebenden Deutschen. Er bezweckt die Ausbreitung und Veredelung des deutschen Männergesanges und die Förderung deutschen SinneS. Durch die einigend« Kraft deS deutschen LiedeS will er das deutsch« DolkSbewußtsein und da- Gefühl der Zusammengehörigkeit der deutschen Stämme erhalten und starken." Das ist ein großes, ein schönes Programm — noch mehr, das ist eine Idee von wetttragender Bedeutung.
Seit Zelter 1809 zum ersten Male seine 24 Singbärte zu einem „Mannergesangverein" zusammenschloß, bildeten diese der Pflege des deutschen Liedes dienenden Bereinigungen die ftärfften Stützen des nationalen Gedanken-. 3m brausenden Männerchvr mitzufingen, war in Deutschland seit jeher Ausdruck der BaterlandS- licbc und de- völkischen Bewußtsein-. Metternich, der österreichische Staatskanzler wußte schon, weshalb er seinem obersten Polizeiches, dec ihm di« Gründung eine- Männergesangverein- in Wien mitteilte, erbost -urief: „Halten Sie mir ja diese- Gift aut Deutschland nieder l" Diese- „Dist auS Deutschland" war, wie sich nachher zeigte, ein gute- Gegengift gegen den Parteihader und jegliche Zersplitierung-sucht unter den 'Deutschen. Und heute findet unter ‘Beteiligung Hunderttausender aus allen Ländern und Reichen der Welt, wo Deutsche sprechen und Deutsche singen, da- 10. Deutsche Sängerbunde-fest in Wien, in der alten Donaustadt, statt. Eine wichtige Etappe auf dem Wege zur nationalen Einigung!
Aber nicht nur Die nationale Begeisterung wird in den Mannergesangvereinen gepflegt, in denen jede festliche Red« unter den bunt gestickten Bannern die deutsche Ration preist — die Männergesangoereine sind auch «in« Herdstätte geselliger Tugenden, sie schließen Männer der verschiedensten Berufszweige brüderlich zusammen und pflegen die Freundschaft. Das Gesellige erweitert sich zum Sozialen,
die Tugenden eines oft kleinen, beschränkten Alltag- zu höheren Tugenden. Selbst im kleinsten Gesangverein wirken bindende Kräfte, die ein Tetl großer idealistischer Mächte sind. Ttur so ist es zu verstehen, Daß der Mannerae ang in Deutschland heute einen wichtigen Teil der allgemeinen, deutschen Dolkskultur darstellt, wenngleich seine AusdruckSrnitlel beschränkt sind. Der DolkSgesang erfuhr durch die Männergesangvereine eine neue Blüte. Altes, musikalisches DolkSgut, zum Teil fast vergessen, wurde auS der Ttefe gehoben und neu geweckt. Das deutsche Doll darf auf seine Männergesangvereine stolz fein, denn es ist deutsche Art, deutsches Wesen, deutsche Empfindung, die da zum Ausdruck gelangt. Die Italiener, die Spanier, wie überhaupt alle romanischen Böller keimen trotz ihrer Musikalität nicht die Institution der Männergesangvereine. Rur die slawischen Böller haben auS dem Gefühl des slawischen Drüdergedankens den Männergesang eigenartig und auf ihre eigene Weise entwickelt, ohne aber im entferntesten die Fülle, den Reichtum und die Mächtigkeit der deutschen Sängerbünde zu erreichen. Das alles mußte gesagt werden, um verständlich zu machen, welche Bedeutung dem 10. Deutschen ©än- gerbundesfest in Wien zukommt.
Die Satzungen des Deutschen Sängerbünde- bestimmen, daß „in der Regel' alle vier Jahre ein Sängerfest und „mindestens alle zwei Jahre" ein Sängertag stattzufinden hat. Jeder Sängertag bestellt einen Cinzclbund zur Führung der Geschäfte: fünf Mitglieder des Einzelbmides bilden den geschäft-führenden Ausschuß. Der Rürnberger Sängertag (3. Oktober 1925) teilte die deutsche Sängerschaft bereit- in 23 Kreise. Jeder Kreis stellt für je 12000 Sänger einen Vertreter in den Gesamtausschuß. Die steigende Kurve Der Mitgliederzahl zeigt deutlich das Rürnberger Bundesfest vom Jahre 1912. Damals umfaßte der Deutsche Sängerbund 77 Bünde und 35 Auslandsvereine mit 5391 Bereinen und nur 186 434 Sängern. Rach dem Weltkrieg schnellte die Mitgliederzöchl gigantisch empor. Gelegentlich des Festes in Hannover (1924) zählte man 71 Bünde mit 9300 Vereinen und 375 000 Sängern Jetzt nähert man sich schon bedenklich der halben Million!
Wien ist übrigens nicht da- erstemal Sammelplatz der deutschen Sängerbünde. Vor 38 Jahren, in der Zeit vom 15. bi- 18. August 1890. hielt man hier bei einer Beteiligung von nniD 10000 Sängern das vierte Deutsche Sänaer- bunde-fest ab. Damals schrieben stolz Die Zeitungen. „Endlich wird Wien eine Fremden- stadtl" Siebzehn Sonderzüge rollten an diesem Tage an. Von allen Seiten strömte eS fcharen- weiS in Die Stadt. Pferdebahn und Pferdeomnibus, damals die einzigen Transportmittel, waren überfüllt, und die armen, schweißtriefenden Pferde die einzigen wirklich Leidtragenden im Festrausch der Glücklichen. Die Zeilen haben sich geändert. Statt der Zehntausend sind hx diesem Jahre Hunderttausend e gekommen, und für alle hat Wien Platz zu machen gewußt. Allerdings ging eS nicht ohne arge Kopfschmerzen bei Den verantwortlichen Stellen und Behörden ab Wie mir Der Sek- tlonSleiter Der Wiener Polizeidirektion, Hofrat Dr. P., mitteilt, hat man in Erfahrung gebracht, Daß «in halbe- Taufend internationaler Taschendiebe die Gelegenheit
des Sängersestes benützt haben, um Wien mit ihrem Besuch zu beehren Ein Dutzend dieser Herrschaften konnte man bei Beginn des Festes bereit- hinter Schloß und Riegel bringen — aber die anderen? Auch die Organisation deS Fest- zugeS. der Abtransport der Massen, der Dertchr auf der Festwiese und andere Probleme machten Der Polizei viel zu schaffen. Dennoch hat bisher alle- geklappt.
Die Sängersrauen von Magdeburg werden schön eiferiüchtig fein, wenn ftc Horen, mit welchem Wahl'pruch ihre Männer unter Dem lauten Jubel Der Bevölkerung in Wien eingezogen sind. Aus der Außenwand eines Waggon- des aus Magdeburg kommenden Sonderzuges, der am Donnerstag in Wien eintraf, stand nämlich in Kreideschrist folgender übermütiger Bers
Wir Sänger aus der Magdeburg (sprich
Magdeburch)
Wir brannten unseren Frauen durch.
Den Wiener Mädeln hm wir künden:
Wir toerben eine andere finden!
Das find schöne Dorfätze. Aber tatsächlich war der Empfang, der seitens der Wiener Bevölkerung den reichSdeutschen Sängern bereitet wurde, ein überaus herzlicher. UeberaH, wo die Sänger mit ihren blauen Kappen und Abzeichen sichtbar wurden, begrüßte man sie mit
lauten Heil rufen. Daß die Gastwirte freudig erregt hnb. versteht stich von selbst, denn die Sänger zeichnen sich nicht bloß durch Stimm- gewalt, sondern auch durch einen gewaltigen Durst aus. Die Hitze ließ auch nichts zu wünschen übrig. Kein Wunder, wenn die dein Festplatz benachbarten Praterschenken einen Malsenbe'uch auszuweisen ßai'vn, wie man ihn seit Jahren nicht mehr beobachten konnte. Der erste, noch un- ossxzielle Degrühungsabend am Mittwoch verewigte bereit- 15 000 Besucher in der Aiesensesv' halle. Der Leipziger Mannerchor weihte den Abend mit einem prächtigen Orä estervortrag ein. Dann begannen die Mitglieder der .?lortnnarr — Sänger aus Hamburg und Schleswig-Holstein, denen eigentlich diese erste Begrüßung galt — mit Ihren Liebervorträgen. Rach dem Präsidenten deS Deutschen Sängerbünde- und anderen 2iebnem ergriff schließlich Bürgermeister Roth aus Leipzig da- Wort, um über Schubert und dessen Wirken zu sprechen. Dabei betonte er den Anschlußgedanken und sagte, die Zeit de- politischen und wirtschaftlichen Zusammenschlusses werd« trotz allen Hkchernissen h«rankomm«n. Dvnnerstagnachmiltag sand die seierliche Wiedergabe de- Bunde-banners statt, der am Abend in Der Festhalle die offizielle Begrüßung folgte. Darüber und über die folgenden Tage soll noch berichtet werden.
Stinten, Sport und Spiel.
Vom Deutschen Turnfest in Köln.
Tie Ehrengäste.
Köln. 22. Juli. Don Der Reichsregierung finD anwe'end: Reichsminister Des Innern Severin g. Minifterialdireftor Pellengahr. Chef Der Heeresleitung General Der Infanterie von Heye. Marincleitung: Kontreadmiral Pfeiffer. Marineschule FlenSburg: Korvettenkapitän Schulte. Reichspostministerium: Präsident Der Oberpostdirektion Köln, Geheimer Post- rat Kraiger. Köln. Dom deutschen Reichstag: Reichstagspräsident Löbe, ferner sind von Den Regierungen Der deutschen Länder vertreten u. a. da- preußische Ministerium für DolkSwohlsahrt durch Minister H i r t f i e f c r. das Preußische Ministerium für Wis enscha't Kunst und Dolks- bildung: Ministerialdirektor Ottendorf,
Preußisches Ministerium des Innern: Polizei- ober ft Wefsig. vom Preußischen Landtag Dr. Freifrau von Watter. von Baden: Kultusminister Leer-, von Mecklenburg-Schwerin: Ministerpräsident Schröder, von Oldenburg: Minister Wissel, von Thüringen: Staatsminister Leuthäuser sowie Bertreter von Braunschweig, Hessen, Lippe. Lübeck und anderen deutschen Staaten.
Oer erste Trainingstag in Amsterdam.
Am Montag war dererste Training-tag in Amsterdam. Zahlreiche bereits hier weilende ausländische Teilnehmer an den Olympischen Spielen benutzten den Tag. um noch eifrig für die bevorstehenden scharfen Kämpfe zu trainieren. Großer Aufmerksamkeit begegnete die polnische Leichtathletin Fräulein Konopacka. Die den DiskuS beim Training 40 Meter weit warf. Den Trainingsvorbereitungen der Mannschaften wohnten auch Der deutsche Reichstrainer Ioleph Waitzer und Dr. Diem vorn ReichS- auSschuß bei. Ganz allgemein sprach man sich recht abfällig über die Beschaffenheit der Trainingsbahn für Die Läufer aus. was auch die Amerikaner veranlaßte, ihr ßauftrai- *ntng nach der Bahn deS alten Stadions zu verlegen.
Auch auf der olympischen Ruderbahn herrschte reger Betrieb. Sehr beachtet wurde
hier daS .australische Wunder", der erste 22jäb» rige Einermeister Bob Pearce. der al- Favorit startet. Auch der als Favorit startende Achter Der Amerikaner trainierte eifrig auf der Amstel.
pelher im Training.
Dr. P e l ß e r hat sich zu Den Olympischen Spielen sein TrainingSguartier im Frankfurter Stadion ausgeschlagen. Am Sonntag startete er bei dem lokalen Sportfest Der Sport- gemeinDe „Eintracht" in einem 800-Rleter-Ein- ladungSlaus. den er. ohne bedrängt zu werden, leicht in 159,3 gewinnen könnt*.
Oas Endspiel
um die deutsche Fußballmeisterschaft.
herlha B. 5. C. — Hamburger Sportverein In Altona.
Das Endspiel um die Deutsche Fuß- ballmei ft erschaff wird nach einem Beschluß des Bundesvorstandes am kommenden Sonntag im Altonaer Stadion ausgetragen werden. Als Schiedsrichter des Spiel« zwischen Hertha B. S. C. und dem Hamburger Sportverein wurde Maul (Nürnberg) bestimmt.
O. T.-Gtromschwimmen zur preffa.
Am SamStag. 28. Juli, abend- 7 Uhr. veranstalten Die Schwimmer und Schwimmerinnen der Deutschen Turnerschast ein groveS Strom- schwimmcn zur Pressa. Der Start liegt am Kielshvs, Ziel ist der Pressaturm. Anschließend ist eine Ausfahrt deS Regattavereins und der Kanusahrer, Paddler und Ruderer der Deutschen Turnerschaft vorgesehen. Um 10 Ußr bewegt sich ein großer Facketeua zu den Usern des Rbeins. Diese werden Im pellen Glanze der bereits weltberühmt gewordenen Rheinbeleuchtung erstrahlen.
Vom internationalen Schwimmsport.
Arne Borg gewann bei Den schwedischen Meisterschas ten in Stockholm Die 100 Meier in 1:1,1. 200 Meter in 2:27 und die 1500 Dieter in 20:38. Auch fönst gab eS Favoritensiege. So holte sich R Johansson da- 100-Meter- Rückenschwimmen in 1:17,6, Der junge Harling DaS 200-Meter-Brustschwimmen in 2:59,8 und
Mscheln, am Strand gesunden.
Don Will Gcheller.
Bücherreihen schimmerten, ringsum an Den Wänden emporwachlend. in Der Dämmerung DeS RachmittagS. Dessen halbes Licht von Den Gardinen noch gedämpft wurde. Damen und Herren befanden sich, eine Heine Gruppe sreundlich gestimmter Menschen, m heiterem Gespräch. Der Hausherr, von einer südlichen Reise heimge- kommen, hatte die Freunde zu sich gebeten, um durch daS Beisammensein mit ihnen die erste Fremdheit deS ilebcrgangS leichter zu überwinden.
Er hatte einige Bilder herumgereicht und em paar kleine Erlebnvsse berichtet. Das Gefühl davon. wie schwer «s ist, zu erzählen, wenn eine Reife, tiefer Eindrücke voll, in ihrem AusgangS- bunft sich vollendet hat. warf einen flüchtigen Schatten über fern Gesicht, und sein Blick wandert« durch die Gestatten vor ihm, durch Die Wände um ihm. zurück in jene Welt, in deren wundersamer Szenerie er eine Zeit lang deS heimischen Daseins hatte vergessen können.
Don fernher toinlten ihm in seltsamer Der- fletnmmg. wie aus einem Jenseits Der Ding- IkMcit öäulengängc mit üppigem Zierrat, riesenhaft« Säle mit dem Prunk Der Decken und Der Wände. Kirchen, in Deren märchenhaft gestalteter Räumlichkeit Der lebende Mensch im Anschauen sich verliert, gewölbte Drücken, Paläste in leuch- tenDer Schönheit und andere. Dee Dem Verfall sich neeaen, Düdwerie. aus höchster DollenDung DeS farbigen Ausdrucks entstanden. Statuen aus Orj. auS Marmor, von groß gearteter Auffassung deS Lebens kündend, und enge Gassen, von drängendem Boll erfüllt und Plätze, in deren Weite selbst Die Masse sich zerstreut und Inseln und Schiff« und Das Meer, Das blaue, und der blaue Himmel über alledem ...
„Haben Sie denn gar nichts mitgebracht7". toanDte sich eine Dame an Den Versunkenen. Der mm mit Der Hand etwas wie Schleier von Der fttirne strich. „Keine Erinnerungen, Die Sie berührten. betasten Birnen, Die Ihnen beweisen, so oft Sie wollen, daß Sie" — sie lächelte ein wenig — „nicht geträumt haben?"
Er sah der Fragerin in die Augen.
mich immer verstehen, liebe Freundin! Aber Vie wissen ja, wie ich bin, an Der- Erichen denke ich allemal, wenn es zu spät ist und komme Dann mit leeren Händen. Rein, ich habe nichts mttgebracht — nichts, was ich zeigen Kirnte. *
„Aus DaS Zeigenkönnen kommt es ja auch nicht an , lockte Die Stimme. 11 nb DaS Gespräch sank herab. S-s bilDete sich ein Zirkel um Den Dialog.
Der Hausherr lächelte.
.Sie setzen mich in Verlegenheit. Teuerste, indem Sie nnchdurchschauen. Aber Da ich Sie gebeten habe, meine Heimkunft mit mir zu begehen, Darf ich Ihnen auch nicht- vorenthalten. DaS wäre ungastlich..."
„Run bin ich aber doch gespannt" sagte einer der Herren und drückte damit auS. was alle in diesem Augenblick empfanden.
.Es ist kein Grund zur Spannung Da, meine Sieben, nicht Der geringste. Hier — schauen Sie das ist alles," ettoiDerte der Gastgeber. Er hielt zwei 'Muscheln tn Der hohlen Hand, — eine flache, graufarben, mit leichtem Perl mutt er glanz in Der inneren Wölbung, und eine in Der Form de- Schneckenhauses, blau, mit phantastischem Stachel schmuck.
Diese hielt er der Dame, die ihn engere bet hatte, ans Ohr.
„SS rauscht," sagte sie.
„Ja," gab er zurück, .sie rauscht ein wenig. Sie rauscht ganz leise, wie Die Erinnerung an den Strand in mir rauscht, an Dem ich sie auf gehoben habe. Seltenheiten find DaS ja nicht. Ich hätte sie für wenig Geld in ganzen Haufen er stehen können. Aber ich habe sie vor meinen Füßen aus Dem feuchten Sand aufgehoben, zu Dem ich hmblickte, um mich vom Ansehen Der weiten Bläue des Wasser- Da Draußen zu erholen und — um dieses Qlnfeben mit frischem Entzücken wieder zu beginnen. Ich habe sie aufgehoben unD in einer salzigen Pfütze abgewaschen, während ich mit einem Freund plauderte."
Er schwieg einen Augenblick und sah vor sich hin. —
„Ich weiß nicht, ob es das Erlebnis des südlichen MeereS unD des südlichen Himmels war. was mich bewog, diese Muscheln mttzu- nehmen. oder ob das Gespräch das auf Diesem Strandspaziergang geführt wurde, mich — ohne Daß ich- recht wußte — zwang, diese unscheinbaren Dinge als Andenken mitzunehmen. Der Freund und ich wir fetten uns nicht oft, und wenn wir uns begegnen, haben wir nicht immer Gelegenheit. unbcßtnDcrt. unbeengt miteinander zu sprechen, ob wir eS gleich möchten. Run, diesmal hatten wir Glück älnd wir sprachen mit- einander, tote eS möglicherweise nur die Rähe Der Unendlichkeit ertaubt, die sich im Meer« spiegelt. UnD deshalb." er nahm die Muscheln wieder in Empfang, die die Runde gemacht hatten, und legte sie zu den Büchern zurück I „deshalb wiegen diese leichten, wertlosen Gegenstände mehr, al- ihnen anzusehen ist — wiegen freUich nur für mich, für mein, sagen wir, schweifendes Gefühl. Sie sind im Süden entstanden, dessen Erlebnis mir so schnell entrückt wurde, eS haftet an ihnen noch etwas von Dem Sand, auf dem ich ging, und — von Der StunDe, die sehr kostbar gewesen ist. Wie sollten sie Da nicht selber fttfibar geworden fern — für mich, nur für mich, immerhin kostbar für einen lebenden Menschen?"
„Bitte." sagte die Dame, „lassen Ste mich noch einmal hören."
„Gern," antwortete er und gab Die Schnecken- muschel in die zarte Frauenhand zurück, die sie mit f eingliedrigen Fingern in einer Bewegung -um Ohre führte, die wie ein Schmeicheln war.
„Sie rauscht," flüsterte es in Der Dämmerung, „fte rauscht wirklich, sie rauscht noch immer...“
Aus dem Notizbuch eines TheaterkritikerS.
Don Ludwig Marnrse.
. L
Der Xßeatertnnfer darf immer erst kommen, toenn DaS Unglück schon geschehen ist. Trotzdem könnte er mehr sein als ein Standesbeamter, der Geburten registriert, wenn das Theater ihn nicht bald für feinen Rcklame-Ehef. bald für Den por- sonifizierten Pleitegeier halten würde.
Ik.
Der Schauspieler sagt vom Krittler: er ist nicht vom Dau. Das stimmt' Denn sonst würde der Krittler Theater spielen und nicht krittfieren. Aber der Schauspieler krittsiert, ttotzdem er nicht vom Bau des Krittlers ist: er krittsiert feine Kritiker. Wer von beiden also dilettiert in deS andern Dezirr?
III.
Der Theatermann tagt zum Krittler mit Der überlegenen Miene des Eingeweihten: „Wenn Sie wüßten, wie diese Ausführung zustande gekommen ist!" Der Krittler antwortet: „Ich bin kein Historiker: und selbst Die Historiker würden vor Riederschrisi der ersten Zeil« neunzigjährig sterben wenn sie alle Ursachen eineS Geschehens erforschen wollten Der Theaterkrittker hat nicht über die Geschichte einer Aufführung, sondern über ihr Resultat zu berichten Was geht den Theaterkrittker die Indisposition eine- Streichholzes an?"
IV.
Der Schauspieler nimmt jede mchttabende Kritik als Beleidigung auf. Weshalb? Well er glaubt.
daß Der Kunst schon damit gedient ist, wenn er sein Herzblut verspritzt. Aber nicht alle Wunden erzeugen Perlen: manche nur Geschwüre.
V.
Die Meinung des Schauspieler- über den Kritiker: Wenn er lobt — na ja! Aber ganz verstanden hat er mich natürlich doch nicht.
Wenn er tadelt — ein boshafter Kretin
Wenn er gar nicht» sagt — ein unhöflicher Dilettant.
VI.
Es gibt eine Menge Theaterleute, die erzählen mit Hingebung, wie oft Der Vorhang nach der Ausführung hochgeht. Wenn ihr ttxt er nichts wollt, meine Lieben, Dann schafft euch einen Dorhangszieher mit kräftigen Bizeps an (und für literarische Premieren noch einen Grsatzmann).
VII.
Dei der Premiere stehen ost die Garderobenfrauen, die Dlllettabreißer und Die Zettelverkäufer schüchtern an Den Wänden und schauen begeistert zu. Oft, wenn Der Dlick auf die Dühne nicht mehr lohnt, betrachte ich sie durch- Opernglas zwecks Erforschung Der Publikumsmcinung. Sind sie doch die einzigen Zuschauer, von denen ich positiv weiß. Daß sie mit voller Seele Dabet finD, denn sie haben es doch nicht nötig, in- Theater zu gehen. Dei wem weiß man das sonst noch ganz genau?
VIII.
ES gibt Theaterkrittker. Die unterscheiden sich nur Darin vorn anderen Publikum. Daß sie Da», waS auch sie nicht sehen. auSdrücken fönnen.
IX.
Der gute Krittler kann schon vom Zuschauer- raum aus hinter die Kulis en sehen. Deshalb gähnt er oft, wenn das Publikum klatscht. Man hält ihn dann für blasiert. Kein Theaterle ucher kann so auS voller Seele gähnen und so übet* schwängllch klatschen, wie ein guter Theatet- krittker.
X.
Der Schauspieler beruft sich dem tadelnden Krittler gegenüber gerne auf die Kritik des Krittler-Kollegen, der ihn gelobt hat. Wäre dieser Schauspieler wirllich so sachlich, nur um Die Herausstellung Der Wahrheit bemüfjt, wie er eS gerne vor gibt: wieso beruft er sich nie bei dem lobenden Krittler auf den tadelnden?
XL
Ein Theaterkrittker ist schlecht, wenn die von ihm gut Kritisierten ihn schlecht finben; er ist gut, wenn Die von ihm schlecht Krittsierten ihn gut finden.
Tomen „Weimerwe
ob. Viermal noch konnten
mehr und mehr
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Der
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ab nicht
22 Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
Du meinst doch nicht, daß dein
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für verzichte ich näi offen." Unb al» sie
Straße an ft r atze".
Heber* Rücksichten
Errichtung Stadt läßt
spielt hatte.
„Elena -
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Ge ■ Ve- Fe-
Kreis Büdingen.
L Aid da. 23. Sufi. Sn der letzten mainderatssitzung tourten folgende
teerten. — Grk^entlrch des AuSräumenS der Ridda soll auch der Flutgraban auSge-
Möwe im Sturm
Roman von Sophie Klocrß.
chftch gegenüber. Wegen der vorgeschrrttenen Sayreszeit muß tee Angelegenheit jedoch bis -um Herbst zurückgestollt werden. Inzwischen soll auch der Frage nähergetreten werden, ob es nicht zweckmäßig vst, ein privates Konsortium für das Schwimmbad zu rirteressieren. — Heber die Gr*
kann ich noch bei anderen fragen, aber ich — ich glaube dem alten Herrn. Begreifst du das?"
„Gefälscht? Der Ring?" Elena konnte minutenlang kein Wort herausbringen. Jbre Gedanken ater liefen schneller und sicherer als die der Schwester. Sie fand die Spur.
„Also darum! Darum! — Natürlich, da war er fort, und dann war er wieder da. lind er hatte plötzlich so glänzende Geschäfte gemacht — und wir konnten in der Villa wohnen, in der Villa auf ter Insel. So lange, bis er — bis er das übrige ver-
Däste einsenden und mit 6:2 den Platz als Sieger verlassen.
wieseck Jugend — Odenhausen Jugend 2:2.
Wieseck hatte die Sagend Odenhausens zum Rückspiel zu Gast. Das Vorspiel endete unent- schieden 3:3. Auch diesmal gelang es keiner Partei, den Sieg za erringen. Sn der ersten Halbzeit wurde ein schönes Spiel geboten. Aach Seitenwechsel tatd ie Hitze ihr übriges, so daß daS Spiel mehr und mehr absiel. Deim Schlutz- psiff trennten sich zwei gleichwertige Gegner unentschieden.
Daubringen hatte Heuchelheim zu Gast. Aach Anstoß entwickelte sich ein scharfes Spiel. Veite Tore kommen öfters in bedrängte Lage, die nur durch entschlossenes Hanteln der Hüter geklärt Wird. Bei Halbzeit stand das Resultat 2:2. Aach Seitenwechsel tat die Hitze thr übriges, so daß der Gäste immer mehr heraus. Daubringen fällt die
los. Und immer wieder die Worte: „Es war entzückend."
„Und wie willst du das bezahlen, Elena? Nein, ueh mich nicht so an, das darfst du einfach nicht. Dir von Damen, die du zwei Tage kennst, Geld vorstrcckcn lassen! Um Gottes willen! — Immer klingt mir das Wort von der Nadja Stutufoff im Ohr: »Man kommt so ins Gleiten/ Du bist schon drin, Elena. Und mich reifet du mit. Ich seh' e». O wie ich es seh'! Lieber himmlischer Safer hilf mir. Ich will nicht unter die Näder, ich will nicht."
„Was du für eine Aufregung hast um solche Kleinigkeiten. Morgen kommt doch da, Geld aus Berlin, da geh' ich gleich hin zur Frau Dottvr und bring' es ihr wieder, in einem hübschen Umschlag zwischen Nosen. Sind die setzt zu teuer? Schön, bann Narzissen, die kann man überall für ein paar Mark bekommen. Und sie fühlt sich grenzenlos geehrt, dafe sie mir aus einer kleinen Verlegenheit hat helfen können."
,Ks ist kein Reden mit dir." Maria brach da»
Frl. Hazelius da- 200-Meber-Drustschtoimmen der Damen tn 3:27,8.
„Oie Wanderer" Sießener Radfahrer-
Gesellschaft v. 1896.
(Baa-Sommetfeff der Radfahrer in Krofdorf.
Rach dem recht guten Abschneiden auf dem vor drei Wochen stattgehabten Bezirk-fest konnte der Verein auch bei dem am letzten Sonntag in Ärofbaif ftaltgefuntenen Gau-Sommersest, der größten Veranftaltung innerhalb deS Gaues 73 fm B. D. R, wiederum sehr achtbar? Erfolge erzielen.
Acht Konkurrenzen wurden bestritten unD nachstehende Ergebnisse erzielt Korso Gr. D. I. Preis, Set Kostümreigen 1. Preis, 6er Schulreigen I. Preis, 6er Sugenbteigen 2. Preis, 8er Schulreigen 3. Preis, 8er Sugenbreigen 2. Preis, Sugendradball 1. Preis.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Marburg I — Raunheim I 1:4.
Aaunheim hatte die Reife nach Marburg unternommen, um gegen die dortige I. Mannschaft das fällige Serienspiel auSzutraaen. All- Sein hatte man mit einem hohen Siege ter te gerechnet, doch zeigte sich Marburg heute von feiner besten Seite. Shr etwas zu scharfes Spiel liefe die Gäste nicht zur vollen Entfaltung kommen. Zwanzig Minuten vor Schluß stand das Refultat 4:1 für Aaunheim, da sah sich der Hnparteiische durch daS drohende Verhalten der Zuschauer gezwungen, daS Spiel ab- qupfeifen.
Jronfeaufcn l — Lollar I 4:2.
Lollar weilte In Fronhausen, um fein fälligeS Rückspiel gegen die dortige erste Mannschaft auszutragen. Hatte man mit einem Siege der Gäste gerechnet, so wurde man sehr enttäufcht. Fronhaufen lieferte den Güsten ein ebenbürtiges Spiel, war zeitweise sogar überlegen. Lollar mußte sich tapfer wehren, konnte jedoch nicht verhindern, dafe es den Einheimischen gelang, viermal dem Leder den Weg inS Reh zu zeigen. Wohl gelang eS den Gastein, zwei Tore aufzu« holen, beim Schlußpfiff mußten sie sich jedoch mit 4:2 als geschlagen bekennen.
Daubringen I — Heuchelheim I 2:6.
schöne neue Häuser entstanden, die weiterer Dillen ist dort geplant. Die die Straße dort aus bauen.
Schotten, 23. Sufi. DaS lanbtoerl lehnte aus finanzielle,
mutzte in die Klinik nach Gießen verbracht werten.
ti- Hungen. 23. 3ult Eine überaus günstige Entwicklung zeigt die Geschäftsübersicht derhiekigenSpar - undLeihkasse e. G. m. b H. für das Safet 1927. Die Sahresrechnung ergibt solgentes Vild: Die Aktiva betragen 740 366,40 Mk.. d e Passiva 732 306,12 Mk.. der Reingewinn in Hohe von 676023 Mk. tourte bem Re'err e onds. der Vetriebsrücklage. dem Erübrigungsrückhalt zugeschrieben, fo daß die gesamte Re crve einschließlich des VaustockS und des Dispositionsfonds über 36 000 Mk. beträgt Die Höhe ter Spar:inlagen betrug 565 762,49 Mk.. wozu noch 31 209.70 Mk. aus Anlehen gegen Scheine und Einlagen bet Schulsparfallen von hier und ten umliegenden Dörfern im Betrage von 6298,71 Mk. kommen. An Darlehen wurden gegen Hypothek 157 097,63 Mk. gcaen Schuldschein 175 126.60 Mk. gegeben. Besonders augenfällig zeigt sich die Aufwärtsentwicklung der Sparkaffe in der Mitglietettewegung. Zu tem Miiglieter- stand vom Borjahre von 116 sind im Laufe des Geschäftsjahres weitere 29 hinzugetreten, während ein Mitglied durch den Tod abging und sonstige Austritte nicht zu verzeichnen sind, so dafe die M'tglieterzahl nun 144 beträgt Die Deschästs- autfeoben vermehrten sich um 2815 50 Mk.. die Haftsumme um 56 000 Mk.. so daß die (Aesamthaft- fummc am Schlüsse des Berichtsjahres 283 000 Mark betrug. Wie seinerzeit berichtet wurde, läßt die Spar- und Leihkasie in diesem Sabre ein neues Dicnstgebäute errichten, um neue Räume für die vergrößerten Betriebsverhältnisse zu erholten.
• Ui Hingen, 23. Sali. Heute morgen fand ein hiesiger Einwohner in ter Gemarkung Villin- gen-Lich einen feiten Luftballon mit einet Adresse aus Chafilok bei Montignies in Belgien.
Kvcis Friedberg.
D Holzhausen, 23.Juli. Der 3 ordentlichen Generalversammlung der hiesigen Textileinkaufsgenossenschaft am Samstag lag die BAanz aus tem dritten Geschäftsjahr vor Sie wurde einstimmig genehmigt und der Gewinn von über 1500 Mark tem Reservefonds überwiesen. AuS dem Geschäftsbericht des Vorstandes geht hervor, daß die Genossenschaft weiter im Aufstieg ist. Die 50 Mitglieder haben über 6500 QKart 'Geschäftsanteile eingezafeft, ter Reservefonds weist bereits die Höhe von 4500 Mark aus. Me Mobilien, wie Strick- und Epäl- maschinen. Motore usw., stehen bei einem An- schaffungStoert von 11 000 Mark mit 2500 Mark in ter Bilanz. An Maren wurden für etwa 200 000 Mark abgcsetzi. Die Strickerei ist voll beschäftigt. Der eigene Aeubau der Genossenschaft füll diese Woche noch unter Dach kommen und am 1. Oktober d. S. bezogen werten.
eS ab, die S t r v m z u f u h r nach den bodfe- gelegenen Tellen des Vogelsbergs durch elektrische Kabel zu bewerkstelligen. Bekanntlich treten bei Schnee rmd Rauh reif teS öfteren Lichtstörungen ein. die bei unter irdischer Zu* füferung des Stromes vermeidbar wären. Scten* falls aber ist ter Stromverbrauch ter betreffenden Gemeinten nicht so bedeutend, daß er einen kostspieligen Hmfeau, tote eS nun einmal ein« Kabellegung ist, rechtfertigen könnte. Heber» dies wurde bei der im Vorjahre ueuflelegtat Hochspannungsleitung besonders Rücksicht auf ble klimatischen Verhältnisse des Vogelsberg- genommen, fo daß die Zahl ter eintretenden Lcht* ftörungen auf ein geringes Maß feerabgedrückt werten wirb.
r' Gedern, 23. Sult Seit langen Saferen waren di« Fußweg« auf beiten Seiten der hiefigenProvinzialstrafeen zum großen Teil vergrast. Die Grasflächen hüteten für die Straßenwärter eine angenehme 5utterqueIIe für ihr Vieh. Setzt tourten auf Anordnung ter Pro- vinzialstrahenVerwaltung die Bankette aufgc- zackert und die aus verwittertem Basalt bestehende Erde toegqefafercn. Dank ter Bemühungen un eres Bürgermeisters ist eS gelungen, einen Teil diese- zum Ab decken von Straßen vorzüglich flctignetrn Material- für die ©emcinte zu erhalten Dasselbe ist bereits feiten- ter Provinz kostenlos für die Stadt auf die neuangelegte verlängerte Müfel- straße gebracht Worten. — Bei günstigem Wetter wird unsere Volksschule am nächsten Sonntag ihr diesjähriges Sugendfest abhalten. Wie in früheren Saferen wird auch diesmal ein Festzug das Fest der Kinder eröffnen. Die Feuerwehr* kapelle, ter Turnverein sowie die beiten hiesigen Gesangvereine haben ihre Mitwirkung zuge'agt. —* Eine sehr umfangreich« Tagesordnung hatte der BezirkSlehrerverein Gedern, ter am
beiter der Werke selbst, auf die Landwirte. die durch die Dünste belästigt werden, sowie auf die Badeorte Salzhaufen und Bad-Aauheim gebietet es.
s. TraiS-Horloss. 23. Suli. Bor einiger Zeit wurde im „Gieß. Anz." Klage darüber geführt. daß es sich für die Ortschaften, die unter- halb Trais-Horlosi an der Horlosi liegen, al- großer Hebelstand feerauSqcstellt hat. dafe da- piefige Schweltocrk feine Abwäsferin die Horloff leitet. Roch viel fchtoertoiegender ist aber ter Hmstand, dafe alle umliegenden Dörfer je nach der herrschenden Windrichtung in entsetzlicher Weise unter oft kaum zu ertragenden Gerüchen von Rauch und Gasen von Dort zu leiden haben. Man braucht nur Bewohner verschiedener Dörfer sich in der Bahn oder bei Festen treffen zu fefeen, sofort ist dieses Hebel der Gegenstand ihrer gegenseitigen Fragen und der Hnlerhaltung. Die gesundheitsschädigende Wirkung ist erwiesen, indem manche Personen an Tagen, an welchen ihr Wohnort von diesen Oafen bestrichen wird, an heftigem Kopfweh leiden, andere wieder zu Erbrechen neigen. Manche Leute sind gezwungen, nachts aufrecht im Bett zu sitzen, um nur atmen zu können. Manche Eltern haben feftgeftellt. daß in unserem Ort der natürlich am schlimmsten betroffen ist, Kinder an Den betreffenden Tagen an völliger Appetitlosigkeit leiten. ES schweben zur Zeit ärztliche Hntersuchungen hierüber. Auch sind mehrere Beschwerten an die entsprechenden Behörden ergangen, nicht nur von hier au#, sondern auch von der Stadtverwaltung Hungen und anderen Orten. BiS über Aidda hinaus macht sich die Belästigung bemerkbar Sn irgendeiner Weise muß hier Abhilfe geschaffen werden. Die Oeffent- lichkeit hat diele Zustände nur deShalb bis jetzt ertragen, da die Leitung des Wertes in Aussicht stellte, daß mit dem vollen Ausbau DeS Betriebes die Mißstände schwinden würden. Die zuständigen Behörden sowie der hessische Staat sollten diesem Problem schon au- dem Grund ihre Aufmcrlfamkeit schenken, weil in Wölfersheim eine weitere Schwelanlage errichtet wird. Sollten sich dort ähnliche Erscheinungen zeigen, so Dürfte der Weltruf des nahen Bad-Aauheim bald geschwunden fein.
Wie wir hierzu erfahren, liegen mehrere Beschwerden dieser Art z. Zt. dem Kreisgefund- heitsamt in Dießen zur Bearbeitung vor.
Lanvkrcis Gictzcn.
ibk. Kesselbach, 23. Suli. Am Sonntag- morgen fand unter Der Leitung des Landwirt- schastsassessors Dr. B Scher vom Landwirtschaftsamt in Grünberg ein GemarkungS- rundgang statt. Dr. Böcher gab an Ort und Stelle auf Grund - Der neuesten Versuche wertvolle Anregungen über Verbesserungen in der bäuerlichen Betriebswirtschaft, Die eine Ertragssteigerung zur Folge haben. Diese Belehrungen, die sehr im Interesse unserer Landwirtschaft gelegen sind, Dürften eigentlich von feiten Der Landwirte eine bessere Beteiligung erfahren. Zu begrüßen ist es, daß Landwirt Wilhelm CBeder IV. eine Fläche als Versuchsfeld in unserer Gemarkung zur Verfügung stellte, um etwaigen Zweiflern den Erfolg Der Betriebsverbefserungen praktisch vor Augen zu führen und sie von Der Notwendigkeit Der Anpassung an Die veränDerten Verhältnisse zu überzeugen. Man kann nicht heute noch nach Großvaters Grundsätzen seine Wirtschaft betreiben.
am. Weickartshain. 23.Juli. Gestern und heute wurde feier, wie alljährlich, die Kirmes gehalten. Bei dieser Gelegenheit sind jedes Jahr einige Verkaufsstellen mit Zuckerwaren aufgestellt. Einer Dieser .Händler namens Blum aus Lardenbach war mit seinem Fahrrad hierhergekommen, um es auf Dem Heimwege zu benutzen. Er hatte das Rad hinter feiner Verkaufsstelle versteckt. Als Der Zucker- Warenverkauf beendet war und Blum fein Rad ergreifen wollte, bemerkte er zu seinem Schrecken, dafe ihm das Rad gestohlen war. Er erstattete Anzeige bei Der Grünberger Gendarmerie. Von dem Täter Gefeit bis jetzt noch jede Svur.
WSA. G a r d e n t e i ch, 2ö. Suli. Ein hiesiger Landwirt ging Die Furche an einem Haferacker entlang, als plötzlich ein Aefe auS Dem Hafer wechsÄte, tem Mann gegen das Knie sprang, so Daß Die Kniescheibe gebrochen wurde. Der Mann war natürlich nicht mehr fähig, weiterzugefeen. Er Lag in ter Furche und erst nach langen Hölferusen tourte er entdeckt und
Oberheffen.
Klagen über das Gchwelwerk t TraiS-Horloff.
*1* Echzell, 23. Suli. AeuerdingS macht sich irf ter hiesigen Gegend die Anwesenheit des Schwelwerkes in Trais-Horloff unangenehm bemerkbar. Bet entsprechender Windrichtung und auch wohl sonst fast immer in Den schönen Abendstunten, breiten sich von Dort her üble Dünste aus, die Die Atemorgane angreifen und dazu zwingen, die Fenster zu schließeit, was namentlich im heißen Sommer recht lästig ist. Die Abwässer verunreinigen die Horloff, verur- fachen Fischsterben und machen Der SugenD das Baden unmöglich. Auf Die Dauer ist auch zu befürchten, daß ter Pflanzentouchs Der gesegneten Wetterau Schaden erleidet, tote eS in anderen Sn- dustriegegenden der Fall ist. An Die in Betracht kommenden Stellen ist Die dringende Bitte zu richten, Abhllfe zu schaffen, bevor das Hnheil durch ten Bau eines ähnlichen Werkes in Wölfersheim noch größer wird. Die Rücksicht auf die Ar-
mäfef und stellenweise auSgehoten werden. — Die nach den Grundstücken 3vnprr. Lötern und Weimer abtfrvigente Seitenstraße erhält ten ~Oeimcrtoeg“ und Die neu angelegte ter Beunte Den Aamen .Beunde*
Blühend wie eine Rose kam Elena am Donnerstagabend heim. Herrlrch mar ce gewesen. Und wie sie gefeiert und oerwöbnt worden war! Es hatte sich irgendwie herumgesprochen, dafe sie ganz etuxi3 anderes sei als eine Baronesse, aber sie habe nichts bekannt. Trotzdem, man hätte sie auf Händen getragen, die Damen, ebenso wie die Herren.
Geld? Äch. als sie nicht hätte initsahren wollen, — sie hätte gesagt, bie e-chwester habe den Kasten- schlüstel und fei |uft forlgegangen: das hatte doch ganz harmlos gelungen, nicht mafer*1' — da hatten Die beiden Damen sie einfach ausgelacht und gesagt, das könnte fte doch nach der Heimkehr regeln, wie sie wolle. Und hatten eingekauft mit ihr — „Also, Ioujou, ein Rodelkostüm so was Reizende» — man bat wirklich wieder entzückende Sachen, und billig! Spottbillig." Die Frau Doktor hätte es auch gesagt, find bie Frau Doktor hatte sie zu einem großen Kostümfest eingeladen, ganz zwang-
wollen einmal leichtsinnig vergnüat fein. ftuAen esten und Zigaretten rar dien. £»er haben Sie Besseres vor?
find wenn sein Leben vom Nein abbing, er mußte nntgehen. (Forts, folgt.)
eigener Mann —"
„Ich hab' den Ring ja sonst nie vom Finger gelassen. Und die Gfulietta — die — die hatte gar keine Ahnung von seinem Wert. Die wußte, wie falsch die Steine in meinem übrigen Schmuck waren. Warum hatte sie denken sollen, der Ring wäre echt?"
„Das — bas ist ja gräßlich!"
„Ja, schön ist es nicht. Und wir hatten uns auf den Ring verlassen.
„Ich habe mich nicht auf ihn verlassen. Ich verlaß' mich auf niemand mehr als auf mich selbst. Ich wollte, du tätest es auch. Aber manchmal tsl es mir, als wenn ich schwömme unb schwömme, und das Ufer weicht immer weiter zurück, und immer wieder gehen einem die Master über den Kopf, und — Ja, wir wollen nicht von mir reden. Für dich ist diese Lache ja so trostlos." Sie sah fr müde und gedrückt aus, dafe Elena sie zärtlich um« fafete.
_ „Quäle dich doch nicht so sehr, mein Liebling, Siehst du. ich habe soviel Aehnliches durchgemacht, mich wirft es nicht mehr um. Und denke doch, nun können wir wieder an unsere Sonnentage auf ter 2nsel denken ohne Diterwillen. Nun wißen wir doch, das Geld war wenigsten» mein eigenes ehr» litte-- Geld Wir haben mtpt von dem ^umpf geufert, in dem wir wohnten. Siehst du, bet allem Basen ist auch immer etwas Gutes. Ist es nicht so. Ioujpu?"
Maria umfaßte unb küßte sie leidenschaftlich, -a+mtrvifl a>ir die Schwester, oberflächlich und arglos trieb sie durch die Tage — aber wenn sie to mit warmem Herzen bat und tröstete unb ihre äugen so zärtllch strahlten, bann hätte man ein
schlüsse gefaßt: Die Erhebung einer
I x a l ft € u c r in Höhe von 200 Prozent der gemeindlichen Gewerbesteuer wird beschlossen. — Die im aller Kürze bezugsfertig werDenden Älcintoofenungenin ter Hopfengasse sollen zum Verkauf ausgeschrieben werten, um wieder Mittel zur Erbauung eine- weiteven Hauses zu bekommen. — Wegen ter Arnla g« von er» fe 6 fetem Fußsteig im Sohanniterhof und in ter Ludwigstraße soll zunächst ein Kostenvoranschlag oingesortert und sestgestellt werden, welcher Betrag von ten Gesamöosten auf die Anlieger entfällt und welcher Betrag hiernach von ter Stadt auszubringen rft. — An tem Erwerb DeS Hotels Stern zu ernenn höfeeven als von der Stadt bereit- gebotenen Kaufpreis von 22000 Mk. fect die Stadt kein Snteresse. — Der Errichtung eines Schwimmbades auf Der GänstoeiD steht ter Gemeinderat shmpa-
weiterung Der Aiederdruckleitung liegt ebn Projekt, veranschlagt zu 13 000 Mk., vor. Das vom Gemeinderat genehmigt und £ur alsbaldigen Ausführung beschlossen wird. — ~ Pflanzgarten soll vom Herbst d. S. ab mehr verpachtet werDen, sondern alß Schaf weide
Herz von Stein haben müsten, um ihr zu widerstehen.
Erleichtert ging Maria in ihren Unterricht, aber als sie mittags hcimkam, war Elena Doch gefahren. Das Mädchen tagte. Da wären zwei feine Damen gewesen, Die hätten Die Frau Baronin mitgenommen, ob die Frau Baronin gewollt hätte oder nicht. Und soviel hätten sie gelacht — Ja, Die wären ein mal vergnügt gewesen. Und so fein hält' Die Frau Baronin ausgesehen, wie sie gegangen wär', halt wieder die Sän-nste wär' sie gewesen. Und tausend Grüfee fieff sie Dem Fräulein sagen, und übermorgen wär' sie wieder da.
Maria mutzte Den Kops schütteln. Dar es möglich, einmal diesem Leichtsinn zu steuern? Und wo von sollte das nun bezahlt werden? Wie wollte Elena sich überhaupt Da durchbelfen? Hatte sie wirklich noch all die Einkäufe gemacht, Dann hatte sie ja gar nichts mehr in ten Händen. Ls war gräfelid), immer rechnen zu mästen, so kleinlich war es, so widerlich. Aber wenn sie nicht rechnete, was sollte aus ihnen werden. Jedenfalls wenn Elena am Donnerstag roieberfam unb am Freitag, am Ersten, die Hoheit den Monatswechsel schickte — ja, dann würde es sich wieder richten lassen. Ater fleißig mußte man sein, sehr fleißig, daß einmal ein Hochkommen in Aussicht war.
Vorsichtig hob ter Juwelier den funkelnden kleinen Reif aus dem (Etui, sah ihn an, sah auf Der Inenseite russische Buchstaoen, augenscheinlich eine Wibmuna, wandte ifen fein und her, nahm die Lupe, sah wieder ohne Glas auf Die toteine unb sagte langsam. „Unb was hätten Gnädigste sich als Preis gedacht?"
„Ich weife nicht--Man sagte mir, die Steine
seien sehr kostbar, besonders der Rubin —" sagt« Maria etwas unsicher.
„Ja — wenn er echt wäre, gewiß."
„Echt?" Und unwillkürlich tarn es: „Der Ring stammt von Der russischen Kaiserin, mein Herr. Die gab keine unechten Geschenke."
„Sicher nicht. Aber vielleicht sind die Steine inzwischen ausgewechselt worden?"
„Das — das ist ganz unmöglich."
„Es ist mir peinlich, ater ich kann nur bestimmt sagen, dafe sowohl der Rubin wie Die Brillanten außer ordentlich kunstvolle Nachahmungen sind. Hier bei nn» hatte man sie bisher wenig, in Venedig, wo die Frembenindustrie Derartiges in Masten er- zeugt, waren diese Halbedelsteine im glänzenden -schliss längst zu haben."
„Venedig, sagte Maria leise. Irgendwo schien ein Licht aufzudämmern, aber noch gab es keine Klarheit.
„Ikb bitte Sie, gehen Sie doch noch zu einem ober Dem andern meiner Kollegen hier in München. Damit Sie nicht glauben, ich wolle Sie beirügen."
,Db. ich glaube Ihnen schon. Bitte, verzeihen Sie Die Beläftiuna." Und mit einem plötzlichen Gedanken: ^Ich habe von diesem Austausch der Steine Nichte- gewußt, ©lauten Sie mir, ich ahnte es nicht."
„Das habe ich ohne Ihre Versicherung gewußt, meine Gnädigste."
Er geleitete sie an Die Tur und öffnete sie in höflicher Weise. ..Ich wünschte, !<± hält Ihnen einen besseren Dienst leisten können.--
..Er ist falsch," faate Maria und legte ten Ring auf den Tisch vor die Schwester. „Wenn du willst.
]:( G elnhaar. 23. Sult. Sn unserer Volks* 'djulc rft feit vorigem Safere Die Kropf* bekämpfung ctnqefübtl Unter Der. unter* fixfeten Schülern befunden sich etwa 43,75 Prc- 8vllen Springbrunnens dort geplant. Die Arbeiten im Innenausbau des Krankenhauses schreiten rüstig vorwärts: die Weitz* binterarbeiten sind beendet. Dis zum 6?citfeertW hofft man, da- Haus feiner Bestimmung übergeben zu können. — An tem neu erschlossenen Baugelände deS Hvhentoiesenwegs sind mehrere
Gespräch ab.
Morgen war Das Geld aus Berttn zu erwarten. Die Hoheit schickte sehr oünktlich, das mußte man ihr lasten, aber wenn schon ein Teil am ersten Tag für solche Dinge fortging — unb bann ble Miete für bcn letzten Monat, und bann wieder die Wäsche — Und — aber daran dachte Elena nicht — morgen hatte Maria (BcburUtaa. Drciuntewan- zig wurde sie. Freilich, ce war viele, viele Jahre her, seit sie ihn zusammen feierten daheim auf Erb- manneborf, bat längst in den Händen einer Seitenlinie war, weil man ihr Erbrecht bestritten. Elena wußte es wohl gar nicht, dafe der erste Februar ein Familientag gewesen.
Als Maria aber am nächsten Tag au» dem Atelier kam, ging fk in eine kleine Konditorei und liefe sich fluchen geben und eine Heine Flasche ,'üfeen Wein unb dachte: „Wenigsten» am Abend wollen wir un» ein nettes Stündchen machen. Dafür verrichte ich nächste Woche auf warmes Mittagessen." lind al» sie Heinz Godeabeim sich entgegen- kommen tafe, winkte sie ihm fröhlich zu: „Sie Dürfen mich beimbegfeiten. Ja, ganz wirklich. Dir
t*tatingfren 6om*tag hier tagte zu «ledigen. I 5a4)b«r.i nttWtlxne interne BercinMngele e- ’ betten besprochen waren, entwiddte der *1»; j ligende Seherr Häufel (Gedern» den Plan zur Durchführung der am 16. Xuguft öidrt 3ahre. tn Gedern lattfinbenten Reichs,ugendwetlköm-ie Di« Schüler der 13 verschiedenen Gemeinden de- Bezirtt werben In 7 Riegen die norgdibriebenen Wettkämpfe austragen wobei die Lehrer als Preisrichter tangieren werden. — Lehrer Kiel- Sicherchnden empfahl feinen nach der HZutigteit der eertommenbcn Laute veri atzten .Trichter der vevt'chen Rechfchreidekunll-- 21Ü Höhepnn't der Tagung dürfte der äusierst fe^'el.ide Bvrkrag bei Lehrers Gucken aus Herchenhain über den ttalienifchen Meister Leonardo da Vinci au betrachten fein. 3n e nbnidtooner Weite schilderte er Leonardo als Künstler und als Itaturttxften* lchaf tler , .
• Eschenrod. 23 Juli Trockene Jahre waren für die .Halmfrüchte fei,her in unterer «egend stets von Borlr.I. b3 der Boge!«berg stets al« grober Wasserbehälter wirkte und so eine gedeihliche Sntw cklung gesichert war. Ruch in diefem Jahre haben ,ich die Ge tret de . arten recht gut entwickelt und bart man botien, bah die Ernte gut aast allen wird. __
«Breunge-Hain.23 Juli Tast trotz dem eifrig;n 3agen im Bogel «oerg noch ein starker wildbestanb vorhanden ist. sah man Vieser Tage bet den ‘JJdrfA*naben zum Hoher^bSkopf und Reslelberg. Sin .Friedberger 3eu\ügc zusammen g estellt werden. WShr.no srü'-er die Militarnerwaltune grißerv Mengen abnahm, sind es beute meist gröncic Firmen, die sich beizeiten mit gutem Diesenheu eindecken.
• Rus dem Vogelsberg, 23. 3uli. Zur Feil ist man hier damit beschäftigt, festzustellen, in welchen Gemeinden Lautsprecher vorhanden sind und wer sich bereit erklärt, seine Einrichtung zu Dildunzszwecken zur Versüßung au stellen. Es wird na.nlich beabsichtigt, beim Süd- westdeutschen Rundfunk eine besondere Stunde des Landes einzurichten. Da sich schon eine Reihe von Persönlichkeiten bereit erklärt haben, das neue Amt eines lokalen Rundfunk-Volts- tildners zu übernehmen, durfte die Stunde des Landes bald in Erscheinung treten. Besonders die Gemeinden des Vogelsberger, denen infolge der Verkehrslage fast jede Möglichkeit der Weiterbildung fehlt, begrüben die neue Einrichtung sehr, insbesondere auch deshalb, weil man mit ganz einfachen Detektorapparaten den Frankfurer Sender hier vorzüglich hört.
Starkenburg.
WSN. D a r m ft a b t, 22. Juli. Heute stieben an der Ecke ftranicMtcincr Straße und *Rt)(inring rin mit mehreren Personen besetzte» Auto ans Langen und ein Milchfuhrwerk zusammen. Poe Auto wurde umpeiöorfcn und die Insassen her- iu»geschleudert Sech» Personen wurden dabei verletzt. Ein stmd erlitt eine Gehirnerfchüt- Irrung und mutzte ins Äronfenbau» gebracht werben Die übrigen Personen konnten nach An- legung von Notverbänden wieder entlassen werden. Die Schuldfrage lst noch nicht geklärt.
DSN. Dieburg, 23 Juli Ein mit vier Damen besetztes Auto stürzte bei Eppertshausen die Stratzenboschung hinab und wurde dabei schwer beschädigt. Die Insassen kamen mit Hautabschürfungen davon.
Preußen.
Um die Erhaltung der Frankfurter Messe
LPD. Frankfurt a. TL, 23.3uli. Vom Oder, hürgtrmetftcr der Stadt Frankfurt a. M. ging eine Anregung aus, datz von einigen Industriellen Krank, surt» freiwillig Subventionen zur (Erhaltung der Frankfurter Messe aufgebracht wurden.
Man Höri, daß diese Anregung zunächst erfolglos bfieb. Darauf hat sich ein erweitertes Gremium gebildet, das bestrebt ist, aus den weitesten streifen der rhein-mainüchen Industrie und des Handel» freiwillig LeiträgezurErhaltung der Messe Zu sammeln. Die Beiträge sind zunächst für zwei Fahre in Aussicht genommen. Bekanntlich hat die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung sich gegen d i e Wetterführung der Frankfurter Messe und für die Auslösung der Meise ®. m. b. H ausgesprochen.
flreie Wetzlar.
-j- Aus dem Kleebachtal. 23. 3uli. In den höheren Lagen unserer Gegend hat man in diesen Tagen mit 6ym Schnitt des Roggens begonnen. Da die Winterfrucht nur gcrinat Auswinterung sschädcn zeigte, ist das Ernteergebnis als gut zu bezeichnen, indessen werden sich die Erntearbeiten sehr in die Canae zieben. da der Roggen meisten- wie gewalzt Darnieoerficgt und die Ernten aichinen nicht oder nur selten benutzt werden können. Der Stand der vommer- frucht ist, abgesehen von höheren Lagen, ausgezeichnet. dagegen sind die Hackfrüchte bei der anbaltenbcn Hitze und Trockenheit im Wachstum noch zurück. Auf die ®rummctcmte find nicht fiel Hoffnungen zu setzen, da nur Wiesen mit genügender Bodenfeuchtigkeit einen be riedigenden Graswuchs zeigen. 3n beiorgni,erregender Welle wacht sich die anhaltende Trvclencit auf den Kleeäckern bemerkbar und wirkt fich in einer steigernden Futterknappheit aus. da der zweite xlee bei einer solchen Hitze fast gar nicht wächst. Langes Ausbleiben eines durchweichenden Regens dürste sehr schlimme Folgen nach sich ziehen.
Kreis Biedenkopf.
XX Aus dem Biebertal, 23. 3uIL Die öcuernte ist gut wie selten unter Dach ge- t0?V"*n und ihr Ertrag zufriedenstellend. Run muyte ein ausgiebiger Regen einsetzen, damit der zweite GraSwuchs aeförbert würde. Auch X»lcc ^nnte einen starken Gutz vertragen, ^kgen mangelt aber auch den Kartoffeln, den Hackfrüchten, sowie den Gartengewächsen
besonders den Bohnen. Infolge der strengen Eisheiligenzeik ist das Wachstum zurückgeblieben
in aulg erijet Regen kbnnte h cr n*>x. vieles . achholen Durch die fortgesetzte Hitze und Trockenheit lst der Roggen in die Zwangsreise übergegangen, die Körner waren in der Entwicklung gehemmt und wurden zu früh trocken. Der We>enstand ist zufriedenstellend Fr^hhaser. besonders auf leichtem Boden stehend, steift auch schon in die Milchreife, toi» für de Körner- entwicklnng nicht vorteilhaft ist. Sehr »u wünschen übrig lStzt der Obstertrag Viele Apfelbäume sind nach der Rekordernte im vorigen 3obre tragmüde Auch Birnen gibt es nicht allerorts. Äur die Zwetsctrenbäume. die leider vielfach ab- sterben, zeigen vereinzelt guten Behang
Tillkreis.
WSR. Dillenburg, 23. Juli. Rachdein eine R otbrücke errichtet ist. wurde nunmehr mit dem Abbau bet alten Obettorbrürfe, die durch eine neue ersetzt wird, begonnen. Die neue Obcrtorbrüdc, d ren Lage undGrötz« an den in das Dill beit und in das Utergdänbc eingeranunten Eisenpsählen erkennbar ist. ist bereits abgdted: und wird von der diesigen Firma Karl Schlierbach au geführt Ei« i »^tiiig werden auch die Arbeiten der Dillregulierung in Angriff gen nm: t en.
M Driedorf. 23 2«! Die Dr u st -Gefell schäft zu Hatern ha« chre Belegschaft um 50 Prozent vermindern müssen.
(tiro&sfcMctbafrCM.
WLR Wiesbaden. 23. 3uli. Zwischen Mainz und Wiesbaden kam es gestern zu einer aufregendenSzene. Unter b:n dort lagernden Zigeunern brach plötzlich ein Streit aus. Rachdem es zunächst ml Dtvckhie en und Stein- toürfcn abgeganzen war. zog einet einen Re- voli-er und feu.'rte auf seinen Gegner Las war das Zeichen zu einer allgemeinen Schlehe- rci Der Zeuerkampf dauerte etwa eine Viertelstunde. biS Polizei sich näherte. Es gab unter den Zigeunern schwere Verwundungen. Die Polizei nahm einen Zigeuner fest, der als steckbrieflich Dersvlgter abgeführt wurde.
Maingau
WSR. Frankfurt a. M., 23. Juki. Ein schroe rer Motorrad uusall mit tödItchein Ausgang ereignete sich in den heutigen Vor- mittag'.stunden aus der Strasie Grie-Heim—Frankfurt. Der 27 Jahre alle Schlosser Friedrich Jung au» Okriftel fuhr in der Nähe der Gastwirtschaft Franz argen etitttl Baum. Der Anprall war so heftig, vast der Motorradfahrer von seinem Fadr- 3ciig geschleudert und aus der Stelle getötet wurde. Die polizeiliche Untersuchung des Unglück- falle» ist im Gange — Der Borltonb de» Landesverbände» für Obst- und Gartenbau hielt am Samstag hier eine wichtige Vor- standsfitznna ab. Er beschäftigte sich u. a. mit der Lehr und Versuchsanstalt für gärungsloje Früchte- Verwertung in Ober-Erienbach. E» wurde beschlossen, auf »osten des Landesverbandes aus jeder Provinz zwei Herren an dem Lehrkuriu» teilnehmen zu lassen. Die so Auvoedildeten sollen bann über bic garungslose Fruchteverwertung weiter unterrichten. Die diesjährige Hauptversammlung be» Lande»vcrbanbe» soll am 13. unb 14. Oktober in Bübingen ftattfinben.
Strafkammer Gießen.
Glesien. 23. 3uIL
1. Sin hiesiger Obergefreiter war von dem Amtsgericht wegen Verletzung des Briefgeheimnisses zu 25 Mark verurteilt worden. Die Strafkammer sprach in frei, da sie nach eingehender DeweiSaufnahme die RlÖg- lichtelt nicht für ausgeschlossen erachtete, dasi auch eine andere Person den Brief geöffnet haben könnte.
2. Der Direktor einer hiesigen Bank hatte in der Zeit von Januar diS 3uni 1925 und im Januar 1926 feine Angestellten länger als zulässig arbeiten lassen und war deshalb von dem Amtsgericht in Geldstrasen von 400 und 600 Mark genommen worden. Rach mehrstündiger Verhandlung nahm er seine Berufung zurück
3. Ebenfalls im Januar 1926 batten die Angestellten einer anderen Dank lieberarbeit gemacht. und zwar sowohl in der Aus Wertung S- als auch in der Wechseln bteilung DoS Amtsgerichts hatte auf eine Strafe von 150 Mk. crlannt. Die Strafkammer verwarf bie Berufung des Angeklagten, nachdem die Verhandlung zwecks Ladung eines weiteren Zeugen auf Montag vertagt worden war. Wenn auch das Gericht 'Siebterbeiten in der Aufwertungsabteilung aus rechtlichen Gründen für straflos erachtete, so waren doch solche in der Wechsel- abteilung nicht zulässig.
Zeitschriften.
— Lus dem Inhalt de» neuen „I n s e l s ch i f f s" (Leipzig. im Zniri-Berlag, Sommer 1928), einer ebenso geschmackvoll {jcleüeicn wie tadellos aus« gestatteten Zeitschrift für Bibliophilen und litera- rische Feürichmeckcr. mochten roir^bie folgenden 'Beiträge besonders hcroorheben: Franz Spunds beschreibt eine ...llachtscier auf dem Athos", eine kulturhistorisch unb solktoristisch sehr bem-rkenswerie Reise- schillterung: mit bem modernen französischen Roman- der unb Rovclllsten Paul Morand macht eine kleine Skizze „Mr. U " bekannt, sehr witzig unb von au»- gesprochen gallischem Esprit unb stilistischem Schliff bic „Geschichten, Gebanken unb Meinungen" von Beyle-Stendhal: eine entzückenb kurzweilige Lektüre- die Freunbe Rilke» seien auf besten Briefe an Lrenek aufmerksam gemacht, bie jungamerikanische Prosa ist mit einer Novelle Sherwoob Andersons würdig vertreten.
— Im Iuliheft ber .Zeitwende" (C H Beck- schc Bcrlagsbuchhanbluna in München) kommt Bertold Dinz nochmals aus Ernit Krenek zu sprechen. Er weist dabei auf einen religiösen Gelang hin, der im „Jonny spielt auf" oorfommt: Jonny preist in brutaler tierischer Kraft ben Jehovah, ber bie Menschen schwarz erschuf. Dieser Sang an sich unb im ganzen Zusammenhang ist erfüllt von so tiefer Gemeinheit, baß einem bie Schamröte in» Gesicht steigt. Wohin sollen wir kommen, wenn dieser Geist einer tierhaften Triebhaftigkeit, noch gegenftändlikher gemacht durch entsprechende Musik, und zugleich noch verbunden mit einem Gottesbegrifs, der ungefähr dem alten Baal der ftananäer gleicht, jetzt allenthalben (in Magdeburg am ersten Weihnachtsfeier- tage!) ins Lolk getrogen wird? Spricht aus diesem Machwerk wirklich nut eine bittere Künstler-Ironie über eine verdorbene Zeit? ...
— Weltbauen unb Delttheater lautet das Thema des upenen Heftes der neuen Internationalen Zeitschrift .Die Vöttcher- st r afje“ < Angeftachlcn-Verlag E m. b H Bremen!. Sie verdankt ihren Ramen jener durch Ludwig ‘Xokliu» neu ausgeoauten Strasie im alten Vremen. tn welcher Profrilvr Bernhard Höriger das writbekannte Becker-Moberiohn- Ha»is geschahen hat. — Aus dein Inhalt des Heftes feien u a. frfgcnN Deiträge hervor- gehoben Os'.ar Vie. ..Architektur tn der Musik". Hier wird die nahe Berwandrichaft von kubischem und musitalLchrin Bau ikubtsche Musik') a In einer Biographie moderner Bau-
g" wird Bedeutung unb Biographie zril- ;er Architekten tote Beringe, Brmatz. &e butter. Dudvk. Fischet. Gaudi Cbroptuf Höriger. M.ndels'okm. Oud. Paul. Poelzig. Taut. Üntoin. van de Velde Wolf. Wright cnnridclt. ..WirifchalUfche ®nmNage des Bauwesens" gibt Friedrich Paulten Eckart von Stzdow zeigt ..©ctocix aus All-'Peru" als Bei spiel bedeutenden kunslactoerchtichen Schaffen» der Vergangen- heu Ergänzt wird das Bild der alten Inka- Kulturen durch Szenen aus einem o-Drama
— Sine Verdoppelung des Ernteerträge« wird durch ein mcrhritrOigee Verfahren erzielt, das im Reiche der Mute schon seit tKX) Jahren angewendet wird. ES beruht auf einem Kunstgriff, tote ihn untere moderne Pflanzenphtzfiologfe nicht klüger hätte eriinnen können. Während sich untere Landwirtschaft immer nur mit der Veredlung des Bodens betchästigte. wird nach der chinefifchen Bestellungsweife die Pflanze selbst veredelt, indem nach dem Autspriesien der Saat eine Verpflanzung erfolgt In dem soeben erschienenen Augustheit der Koralle lUNstein. Berlin) be- fchäftigt sich ein lesenswerter Aufsatz mit der Xtebcrtragbarfcit dieser Betzeftungsarl aus unsere Verhältnisse.
Wirtschaft.
Sonder«u,schuK für Tabakbau b. Deutschen TandwiNfLaf^seseltscha k In b.ssen.
WSR. Darmstadt, 23. Juli Der Sonder- ausschusi für Tabakbait ber Deutschen LanbwirlschaftlichcnGesellfchast tagte in diesem Jahre unter dem Borsitze der Herrn v. Colmar in Darmstadt. 9n den Räumen ber Landwinschaftekammer begrüßte der stellv. Bor- sitzende der Landwlrijchaftskammer, Hahn (Hesi- loch), der au» allen teilen Deutschlands erschienenen Teilnehmer brr Eonbetausschusse». Der Aus- lchusi beriet zunächst über eine amerikanische
Röhrenttocknung für Tabak. Oefonomterat Hoss - mann (Speyer» referierte über biefen Apparat, mit besten Hilfe es möglich ist. den Tabak vom Felde ab zu trocknen, fo dasi da» langwierige Trocknen in der Scheune ober Halle enibr'griid) wirb Der Tabak kann hierdurch bereite ein Bier teljabr früher jum verkauf kommen. Die Qualität w,rb auyrbrm durch die teyr fiel billlaere Röhren- lrocknung bedeiuend gebrsteri. Borausuchilich werben aus bem Reichrnotorvgramm zur Förberung bes Tabakbaues im Öonfe diefe» Iabrrr in hrficn einige dieser Anlaarn rrnchtet werden. Reg.-Rat Dr Ströbele lLudwigshasen) reserierte sodann über 12'ähriflr Tabakdüngung»vrrsuche Beim vergleich der Versuche ohne ?ünqun(i. mit Stallbim- gung unb mit oerichtedenen ömcralbüngungen. habe sich craebrn ban der Sralldünger ohne Rach- tell burrt) 'JxineraQuingung ersetzt werden kann so basi e» sich aber empftebl. ein Drittel Stollbung unb zwei drittel Minerolbuna zu geben van den Stiikuoffbiingunaen txiben sich am besten bemcljrt Harnstoff unb fchwefelsaurer Ammoniak, wobei tetz- terer einen etwa» belferen Ertrag. Harnstoff icdoch eine etwas befferc Qualität lieferte. Da» (Intgipfthi be» Tabak» fei bringend zu einpfedlen. Da» dritte Fachreserat hielt Proiestor Popp (Oldenburg) ubev die verschiedenen Berfohren. um da» Nikotin ganz ober teil weife au» bem Tabak zu entfernen, öie im Vorjahre von ber Landwirtschaftlichen Ge sellfchaft veranlasiten Bersume fallen jedoch noch ionqesetzt werben Im Anschlusi nn die Referate degrüsite Oderianbwlrifchaftvrat Bauer ble Teilnehmer namens be» delfifchen Ministerium» für Arbeit unb Wirifchait. Sm Freitaa beoann ber Ausflug In da» heffische Tabak- gebiet. E» würben besichtigt die Gemarkungen Drosi-Haufen, Viernheim unb HliUenfetd-Seehof. Reden ber Besichtigung der Tabakfelder aalt Der Besuch insbesondere den von der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Danustadt, Landwirlschasts- kammer Darmstadt, in dem Landwirischastsamk Heppenheim durchgesüdrten Düngung» - Sorten- anbau. imb Schäbiingsbekämpftinge-Bersuchen.
• Hessische Landesbank Staatsbank - Darmstadt. Dem Geschäftsbericht für daS Jahr 1927 entnehmen wir über bie Tätigkeit des Instituts das Folgende: Die Dank hat fich im Berichtsjahre, ebenso wie Im Dor- iabre. mit dein Realkreditaefchäft befasii. Die auS Pfandbrieferlösen gewährten Hypothekdar-' lebcn haben sich um 13.6 Millionen Mark erhöht auf 25.8 Mill. Mk. Der Psandbriefumlauf betrug am Jahresschlüsse 27,4 Mill. Mk. Für den Wohnunasbau hatte die Bank erhebliche Mittel bereitzv st eilen An vom Staate garantierten unb durch staatliche Zinszuschüsse verbilligten Bau-
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W Orb ach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mktteiiun- gen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redaktkon des ..(Siebener Anzeigers".
Problem Rr 171.
Von A. H Robbte«.
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1
Weih.
Schwarz, d e
a b
Weih siebt und setzt in drei Zügen matt. Weih: 5 Steine. Kc6; OsH Lf5; Sg7; Bf2. Schwarz: 1 Stein. Kg5
Partie Nr. 116.
3m Länderwettkampf des Weltichachbundes zu London gespielt.
Mjechio-Derteidigung.
Weih: Lh'rvn (Frankreich).
Schwarz: Grün selb (Oesterreich).
1. e2-e4 1. Sg8-f6
2. e4-e5
Andere Fortsetzungen an dieser Stelle sind noch weniger geeignet, den Rachziehenden vor schwierige Probleme zu stellen.
2... . 2. Sto-d5
3. Lfl-c4
Dte Fortsetzung vorzuzichen.
3. ...
4. Lc4-b3
Besser als 4. .. hindert wird.
5. d2-d3
6. Sgl-O
7. Sbl-c3
8. e5xd6
9. Lei ~e3
3. Sc3 ist unseres Erachtens
3. Sd5-b6
4. c7-c5
n d5, da hierdurch d4 ver-
5. Sb8-c6
6. e7-e6
7. d7-d5
8. Lf8xd6
9. Ld6-e7
10 0-0
Ein Fehler wäre 10. Se4, denn nach 10. Sd5 ist der Dauer c5 nkht zu schlagen, wegen späterem D»5 4-.
10. ... 10. 0-0
11. Sc3-e2
Jetzt hätte Schwarz auf Se4. Sd4 gezogen.
11. ... 11. Sbo-d5
12. c2-c3 12. b7-b6
13. Ddl-d2 13. Lc8-b7
14. Tal-dl 14. Sc6-a5
15. Lb3-c2 15. Dd8-c7
Pianmäsiiger Aufbau von beiden Seiten.
16. d3-d4 16. c5-c4
Schwarz will später nach Sicherung des Äö- nigsflügeüs auf dem DtmrenfLügd entscheidend Vordringen.
17. Lc2-bl 17. b6-b5
18. SG-eS 18. Sä5-c6
19. £2-f4 19. f7-ß
Zum vorläufigen Schutze be» Königsflügels. 1
20. Kgl-hl 20. Ta8-d3
21. Sc2-gl 21. Sc6>-e5
22. f4xe5 22. dxe5
Ding wegen 22.....Sxf4 nicht an, nun nimmt
Schwarz den entscheidenden Durchbruch auf bem Dainenstügel aus
22. ... 22. b5-b4
23. Tfl-B 23. b4xc3
24. b2Xc3 24. Lb7-c6
25 Le3-g5 25. Td8-b8
Die dominierende Steilung deS 6d5 lähmt das weihe Spiel.
26. Lg5xe7 26. Dc7xe7
27. Dd2-c2 27. Tf8-c8
Indteekte Deckung des Dauern c4.
28. Tdl-fl 28. Ic8-c7
29. Lblxf5
Verzweiflung, aber Weih war auch sonst verloren.
29. . . . 29. e6xf5
30. Tßxf5 30. Sd5xc3
Aufgegeben
Lösung des Endspiel« Rr. 58.
Don Horwitz.
1. Ke8-e7, Ta8-b8! (Sonst 2. Sd6l) 2. Se4-g5, Tb8-a8 3. Sg5-f7, Ta8-b8 4. Ke7-f8l! (Der notwendige Tempogetoinn) 4. .. Tb8-a8 5. Kf8-e8, FaS-bd 0. St7-ho, Tb8-a8 7. Sh6-ß, Kc6-b8 (Erzwungen) 8. Sf5 - d6, c7xd6 9. Ke8 —d8 (d7) nebst 10. cd c7 matt. (Sehr fein).
Lösung de« Problem« Rr. 168.
Don W A Schtekman.
1. b2-b3!, KO-e3 2. Ta4-d4! ufv.
1. . .., Kf3-g3 2. T»4-h4! usw.
Richtige Lösungen. Zu den Problemen Rr. 167 und 168: E. Röhrsch, (Stehen.
-lus der Sch. chwelt.
Die diesjährige Olympiade wird am 21. Juli im Haag beginnen. Es sind diesmal nur Amateure zugelaslen. 3m Turmer A sott von 20 Rationen je ein Meister spielen. Von Deutschland wird Earls. Bremen daran tellnehmen. 3m Turnier B. das erst am 23. Juli eröffnet wird, werden dte Länderlämpfe ausgetragen: eS beteiligen fich 14 Rationen Don deutscher Seite wurden aufgestellt. Wagner, Hilfe, Dlümich und Schönemann: Erfatzmann Foeroer.
Gleichlaufend mit der Sodener Veranstaltung hat der Dortmunder Schach verein ein kleineres Mcistertumier ausgeschriÄ>en. Teilnehmer: Do- goijubow, ‘Brrndmann. Tolle, Rsti, Sämiich und Spielmann: dazu vom Rheinisch-Westfälischen Schachverband Dr. Krämer und Dr. van Ruh.
Oie Narrenkappe.
Splitter unb Sparren vom Redaktionstisch.
Peinlich.
Erne Verehrerin auS Amerika schrieb an Dernard Shaw einen Brief, ber wie folgt lautete:
„Sehr geehrter Herr Shaw! ES gibt (einen klügeren Menschen auf der Welt als Siel
Unb es bürfte wohl kaum eine schönere Frau als mich auf der Welt geben. Ich werbe von Hunderten von Männern angebetet.
Das Kind, das aus unserer Ehe geboren würde, mühte die CBoHHommenbeit selbst feixt*
Dernard Shaw antoortete postwendend:
„Sehr geehrte gnädige Frau! Wenn nun aber unser Kind meine Schönheit und Ihrs Intelligenz erbt????*
Schrecklich.
„In Reuhork wird alle 20 Minuten ein Wann vom Auto überfahren." — ----
„Der arme Kttlk* v
dariehen hat die 1km! im Berichtsjahre rund 12 Mill. Mk. zugesagt. Mit Hilfe der verbilligten Daudarlehen wurden rund 5500 Wohnungen erstellt. Der Landwirtschaft konnten zu günstigen Bedingungen aus der dritten Amerika- Anleihe der Rentenbank-Kreditanstalt langfristige Hypothekdarlehen, und aus anderen Mitteln Vorschüsse für Feldbereinigungen und Entwässerungen zur Verfügung gestellt werden. Durch Beteiligung an einer Auslandanleihe der Deutschen Landesbankenzentrale hatte die Bank die Möglichkeit, auch die mittlere und kleinere Industrie mit langfristigem Hypothekarkredit zu versehen. Die Bilanzsumme stellt sich auf 76,2 Millionen Mark.
• Der Handel in Fr eiverkehr swer- ten an der Frank f urter Börse. Der Frankfurter Ausschuh für den Handel in amtlich nicht notierten Werten ist auf Anregung brr „Ständigen Kommission" des Zentra l-Verbandes in Berlin zusammengetreten und hat folgende Feststellungen getroffen: 1. Gegen den Handel in solchen Aktien, die früher amtlich hier notiert waren, die aber die amtliche Rotiz wegen zu scharfer Umstellung oder wegen Zusammenlegung des Aktienkapitals eingebüßt haben, wird im Allgemeinen nichts eingewendet. Es wird angenommen, daß diese Gesellschaften späterhin um die amthche Rotiz wieder nachsuchen werden. 2. Gegen den Handel in Freiverkehrswerten, die niemals eine amtliche Rotiz hatten, und gegen deren älmsatzfähigkeit im Freiverkehr schon früher keine Bedenken besto?rden. werden auch neuerdings keine solchen erhoben. 3. Gegen den Handel in ausländischen Werten, die an grohen ausländischen Börsen amtlich zugelassen sind, soll auch hier im Allgemeinen keine Einwendung erhoben werden. Der Ausschuh behält sich indessen seine Stellungnahme von Fall zu Fall vor. 4. Bei ausländischen Werten, die im Ausland amtlich nicht notiert sind, muh in jedem Falle vor der Entwicklung von Plmsähen ein Antrag bei dem Ausschuh gestellt werden, wenn ein Handel im Freiverkchr angestrebt wird. Der Ausschuh wird in allen Fällcm vor seiner Stellungnahme, von verantwortlicher Seite unterzeichnete Unterlagen verlangen. Er behält sich ferner vor, entsprechende Usancen für den Handel festzusetzen.
• Gebrüder Lutz A. - G., Darmstadt. Wie der SHD. erfährt, sieht sich die Gesellschaft angesichts der schwierigen Lage in der Lokomobilbranche veranlaht, ein durchgreifendes Umstellungsprogramm zu bewerkstelligen. Ob dabei e ine Sanierung des Unternehmens notwendig wird, ist eine durchaus offene Frage und jedenfalls unwahrscheinlich. Tatsächlich ist im ab- aelaufenen Geschäftsjahr kein Betriebsverlust entstanden, jedoch sind höhere Abschreibungen auf die grohen Bestände vorzunehmen, so daß ein Verlust von etwa 60 000 Mk. (Aktienkapital 570 000 Mk.) zu erwarten ist. Dieser wird zum überwiegenden Teil aus der bestehenden Reserve von rund 30 000 Mk. gedeckt. Jedenfalls wird das Werk schon im Interesse des Darmstädter Wirtschaftslebens auch weiterhin erhalten werden.
* Teil-Stillegung santrag bei Henschel & Sohn, Kassel. Wie WTB.-Handels- dienst zu den Meldungen verschiedener Zeitungen von mahgebender Seite der Firma Henschel L Sohn ersührt, hat die Firma infolge der überaus schwierigen Lage im Lokomotivbau beim Demobilmachungskommissar der Regierung in Kassel den Antrag gestellt, Ende August bzw. Anfang September einen Teil der Kesselschmieden und auch einen Teil der Lokomotivfabrik stillzulegen. Der Antrag wird damit begründet, dah tne Aufträge für die Südafrikanischen Staaiseisenbahnen ihrer Vollendung schnell entgegengeben, so dah die Kesselschmieden bereits fetzt nicht mehr ausreichend beschäftigt sind. Die Aufträge für Südafrika werden Ende August oder Anfang September vollkommen fertig* gestellt sein. Es hat den Anschein, dah es bis dahin nicht möglich fein dürfte, neue Aufträge hereinzuholen, Werl die Reichsbahngesellschast erklärt, aus Elatögründen und finanziellen Vorwegbelastungen nicht in der Lage zu fein, noch in diesem Iahre der Lokomotivindustrie größere Aufträge zuführen zu können. Die Lokomotivfabrik Henschel & Sohn hat in den nächsten Wochen in den großen Kesselschmieden keine Beschäftigung, da die Arbeiter auch im Automobilbau nicht beschäftigt werden können. Es ist deshalb damit zu rechnen, daß in den Kesselschmieden gegen 800 Arbeiter entlassen werden müssen. Im eigentlichen Lokomotivenbau hört die Arbeit spätestens mit der Fertigstellung der letzten südafrikanischen Lokomotive vollkommen auf, und auch hier dürste mit einer Entlassung von 500 bis 600 Arbeitern zu rechnen sein. Diese Betriebszweige der Firma Henschel Sohn sollen antragsgemäß vorübergehend stillgelegt werden. Der DemobilmachungS- lommissar wird um beschleunigte Behandlung gebeten. Die Meldungen einiger Blätter über Entlassungen von 3000 bis 4000 Mairn, also 80 bis 90 Prozent der Gesamtbelegschaft, sind stark übertrieben.
• Gebrüder Ltollwerk A.-G., Ä 51 n. Die Aktien der Gebrüder Stollwerk A.-G. haben in der letzten Zeit starke Beachtung gefunden. Die „Köln. Ztg." hört dazu von maßgebender Seite, dah der Geschäftsgang während des am 30. Ium abgelausenen Geschäftsjahres durchaus befriedigend war. Man rechnet mit einer Dividende in Höhe des Vorjahres (6 Prozent auf die Vorzugs- und 9 Prozent auf die Stammaktien) und außerdem mit einem Bonus, der aus den Zinsen des in Amerika frei gewordenen Guthabens genommen werden soll. Es handelt ljch bei diesem Guthaben um recht erhebliche, bisher noch nicht aktivierte Beträge, die einen lehr hohen Prozentsatz des Aktienkapitals der Gesellschaft ausmachen.
Frankfurter Börse.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".
5 r a n f f u r t a. M., 24. Juli. Tendenz: uneinheit lich. — Zu Beginn der heutigen Börse machte sich schon wieder starke Zurückhaltung und eine gewisse Unsicherheit bemerkbar, bald jedoch wurde die Stimmung allgemein etwas freundlich e r, da die Spekulation nach einigen Spezial, werten etwas größere Nachfrage bezeugte. Ander- feite stützte sich der Markt noch auf die festere Haltung der gestrigen Neuyorker Schlußbörse. Für die Montanwerte regen die etwas gebesserten Förderungszahlen für den Ruhrbergbau im Juni an. Das Geschäft blieb jedoch nach wie vor gering, und von außen her lagen Orders nur in ganz beschränk- tem Maße vor. Die Kursentwicklung war daher un- einheitlich, wobei die Abschwächungen nach beiden Seiten nur vereinzelt über 2 o. H. hinausgingen. Etwas lebhafteres Interesse bestand für einige Werte des Elektromarktes, Siemens lagen 2 o. H., G e (für el 1,5 v. H. höher. AEG. blieben behauptet, während Chadeciktien 2,50 Mark einbühten. Am Markte der K a l i a f t i e n waren Westeregeln 3,5 v. H. erhöht. Farben eröffneten leicht gebessert. Scheideanstalt wenig verändert. Bon den Zellstoffwerten waren Aschaffenburger 1 o. H. und Waldhof 2 v. H. höher gehandelt. Tietz und Schlickert wiesen kaum Veränderungen auf. Gleich nach der ersten Notierung verstärkte sich die Nachfrage nach Elektrowerten. Siemens waren bevorzugt und erneut 2,5 o. H. erhöht. Licht & Kraft gewannen 2 v. H. Deutsche Anleihen waren behauptet. Ausländische Ren- t c n fast geschäftslos. Im Verlaufe wurde das Geschäft allgemein noch stiller. J.-G.-Farben waren gegen Anfang 1,25 v. H. höher. Auch heute war der Ge 1 d m a r k t wenig verändert. Tagesgeld 7 o. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1895, gegen Pfund 20,363, London gegen Kabel 4,8805, Paris 124,19, Mailand 92,8250, Madrid 29,49, Holland 20,0813.
Berliner Börse.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 24. Juli. Noch im Vormittagsoerkehr hatte man zunächst auf Grund des festeren Neuyorker Börsenschlusses höhere Kurse genannt, als von dem Rückgang der Polypyonaktien eine Verstimmung ausging. Man wollte ungünstigere Nachrichten über die Einführung der Aktien in London wissen, und man sprach davon, daß das Bezugsrecht bei der Ka- pitalerhöhung vom Aufsichtsrat demnächst mit 4:1 zu 150 o. H. festgesetzt werden würde. Der Börsen- beginn brachte aber dann im allgemeinen behaup - tote Kurse. Die Haltung war nicht unfreundlich, die Marktlage aber fast ohne Umsatztätigkeit. Es waren kleinere Erhöhungen für Spezialwerte eingetreten, die aber nicht ausreichten, um allgemein eine Belebung herbeizuführen. Mit einer E r - Höhung des Reportgeld satzes von 12 auf 12,5 v. H. hat sich die Börse bereits abgefunden. Ob bis jetzt Kürzungen vorgenommen worden sind, ist schwer festzustellen, wenn ja, kann es sich nur um am Medio zusätzlich gegebene Beträge handeln. Die Abweichungen gegenüber den gestrigen Schlußkursen hielten sich im allgemeinen auf 1 bis 2 o. H. I l s e eröffneten 5 v. H. und F a h l b e r g List 4,5 o. H. höher, dagegen hatten Polyphon 11,5 v. H. ver- loren. Deutsche Anleihen waren behauptet. Ausländer geschäftslos. Mexikaner eher schwächer. Der Pfandbriesmarkt war still, cs scheint aber eher Ware herauszukommen. Am Geldmarkt bleibt Tagesgeld mit 6 bis 8 o. H. leicht. Monatsgeld 7,75 bis 9 v. H. etwas stiller. Anscheinend halten hier die Geldgeber etwas zurück, bis zur Festsetzung des Reportgeldsatzes. Im Verlaufe war die Haltung zuerst weiter etwas nachgebender, später wurde es aber lebhafter und, vom Elektro- markt ausgehend, fester. Siemens, Eonti Kautschuk, Oberkoks bevorzugt.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 24. Juli. Der heutige Frank- futter Produktenmartl verkehrte im Anschluß an die schwachen Auslandnotierungcn in flauer Haltung. Die Tendenz am Futtermittelmarkt blieb dagegen weiter fest, besonders Weizen- und Roggenkleie zu erneut erhöhtem Kurse weiter stark gefragt. Roggen in alter Ernte war bei stark nachgcbendem Preise in größeren Posten angeboten, dem aber keine Nachfrage gegenüberstand. Es notierten: Weizen 25 bis 25,25 Mark' Roggen 25,50; Hafer, inländischer, 27 bis 27,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 25; Weizen mehl, süddeutsches, Spezial 0, 34,50 bis 35; Weizenkleie 14 bis 14,25; Roggenkleie 15,75 Mark. Tendenz: flau, Futtermittel fest.
Buntes Allerlei.
Das verwunschene Schloß.
Iahrelang nach der Revolution konnte man auf dem Markt von Smolensk einen alten Mann in Soldatenkleidung beobachten, der an „Dämchen" — so werden in Rußland ausnahmsweise elegante Frauen statt Gcmossinnen bezeichnet — Knöpfe und Posamenten aus „Paris" verkaufte. Es war der Fürst Gortschakow, der Sohn des russischen Kanzlers, einer der reichsten Männer des Zarenlandes, direkter Abkömmling der schwedischen Eroberer Rußlands. Vor einigen Wochen ist der Fürst gestorben. Er hielt sich in Smolensk auf, weil in der Rahe dieser Stadt sein beschlagnahmtes Gut gelegen ist, das anläßlich des Todes des Fürsten, der dort bei einem Dauern in einer armseligen Hütte gewohnt hat, von einem Berichterstatter einer Moskauer Zeitung besucht wurde. „Das herrliche Schloß der fürstlichen Familie", schreibt der sowjetrussischr Journalist „ist vollständig verwahrlost". Es wird von den Bauern „verwunschenes Schloß" genannt. Rachts wollen die Bauern geheimnisvolle Gestalten sehen, die in dem Schloß herumspazieren. Es sind die Geister der fürstlichen Ahnen, behaupten die Abergläubische, die sich nachts versammeln, um ihrer Empörung über das Schicksal des Schlosses zu geben. Die Möbel sind zum Teil verschleppt, zum Teil zerstört. In einer Wand befindet sich ein Geheimschrank, den zu offnen trotz aller Bemühungen nicht gelungen ift Das Schloß ist so eingerichtet, daß es nur mit Hilfe einer Geheimchiffre zu offnen ist, die man nicht erraten konnte. Sauerstoffapparate wollte man nicht extra kommen lassen. So verbirgt der Schrank vielleicht ein wichtiges historisches Geheimnis. Der große Fe st sa al erinnert an einen Trümmerhaufen. In den Dienstgebäuden des fürstlichen Schlosses ist eine Dolksbib- lio thek, ein Teeraum für Landarbeiter und ein kommunistischer Klub untergebracht. Die Kellerräume des Schlosses, in denen sich seinerzeit das Weinlager des Fürsten befand, sind voll von Wasser. Die kostbaren Weine sind von den Dauern ausgetrunken. In der Autogarage werden Tanzabende für die Dauern- jugend veranstaltet. Das Kommissariat für Volksbildung hat beschlossen, das herrliche Schloß zu renovieren, um dort ein vorbildliches Volks- tHeater für die Dewvhner der Umgebung zu organisieren, während die Diensträume in ein Sanatorium für erholungsbedürftige Arbeiter und Angestellte der Sowjetbehörden umgewandelt werden.
Diese Schilderung lentt die Olufmerffamteit auf das Schicksal russischer Herrengüter, die nach Ausbruch der Revolutton von der Sowjet-Regierung als „nationales Eigentum" beschlagnahmt wurden. In der Rähe von Moskau befanden sich Schlösser, die Familien des uralten russischen Adels gehörten und die Kunstgegenstände von ungeheurem Wert enthielten. Hat man doch vor einem Iahre sogar in einem entlegenen Gut des Grafen Shoganoff im Ural einen echten Raffael entdeckt. Die meisten Schlösser sind aber, trotz der Bemühungen der Sowjet-Regierung „sie als Denkmäler einer ent- schwurchenenKultur" zu erhalten, eine Stätte wüsten Verfalls geworden. In den herrlichen Räumen, aus denen kostbare Bilder und Möbel allerdings herausgeholt und in Museen untergebracht worden sind, befinden sich Sow- jet-Dehördeir, bei denen die Reinlichkeit nicht immer sehr genau genommen wird. Von Zeit zu Zeit weiß die sowjetrussische Presse von aufsehenerregenden Funden in den „Häusern der Vertreter der alten bourgeoisen und kapitalistischen Zeit" zu berichten. So haben vor einigen Monaten Arbeiter, die mit der Renovierung eines Stalles auf dem Gute des Fürsten 3u- funoff. der als Mörder Rasputins und Inhaber eines eleganten Modesalons in Paris und Berlin, an dessen Spitze seine Frau, die Richte des Zaren steht, heute noch viel Don sich reden
macht, eine vergrabene Kasetke gefunden, die mit Familiens chmuck im Werte von vielen Millionen Rubel, gefüllt war. Der kostbare Fund ist als wertvoller 'Beitrag zum Iuwelenfonds der Sowjet-Union von der Regierung in Delitz genommen worden.
Die Sicherheit de» Luftverkehrs.
In einer Statistik über den Stand des Luftverkehrs haben einige Zahlen besonderes Inler- esse, durch die die Sicherheit vieles Verkehrs gekennzeichnet wird. Zunächst zeigen die schnelle Zunahme des Luftverkehrs folgende Zahlen: :n Deutschland wurden auf dem Luftwege befördert 1923 : 8507 Personen. 1924: 13 422, 1925 : 55 185, 1926 : 56 268. 1927: 102 681. Im Iahre 1926 kamen em. 1927 zwei Abstürze von Verkehrsflugzeugen in Deutschland vor. die den Tod dec Passagiere zur Folge hatten. Dabei wurden zurückgelegt im Iahre 1926: 6 141 479. im Jahre 1927: 9 208 029 Kilometer. Es entfielen in den verhältnismäßig ungünstigen Iahren 1926 und 1927 etwa 1 Toter auf eine Million durchflöge- ner Kilometer. Zum Vergleich Wied Angeführt, daß man im Eisenbahnverkehr etwa 5 verlcy'e Personen auf 1 Million durchfahrener Zug'ilo- meter, im Automobilverlehr sogar 12 bis 13 Verletzungen oder Todesfälle auf 1 Million Kilometer rechnet. Im Iahre 1926 wurden im ganzen Weltluftnetz von deutschen Flugzeugen regelmäßig bedient täglich 48 872 Kilometer Linie, von holländischen Flugzeugen 25 382, von französischen Flugzeugen 22 680 und von englischen Flugzeugen 10 395 Kilometer.
Eifeibahnunglück bei Reuyork.
Auf einem Viadukt, der in der RäHe des bei Reuyork gelegenen vielbesuchten Strandortes F a r R o ck a w a y über einen Wasserarm der 3a- maica-Day führt, stürzte der erste Waggon eines aus zehn Wagen bestehenden Personenzuges betf Long-Island-Dahn von der offenen Zugbrücke hinab in die Bay und versank zu drei Vierteln im Wasser, wahrend der nachfolgende zweite Waggon in gefährliche Lage am Rande der Drücke hängen blieb. In dem abgestürzten Wagen befanden sich 24 Passagiere und Fabeschaffner. Sie konnten sich zum größten Teil sofort retten, indem sie die Fenster einschlugen und hinausschwammen. Die Mannschaft eines in der Räho befindlichen Schleppdampfers sowie die Feuer-« wehr, die prompt zur Stelle war. schlugen daS Dach des abgestürzten WagenS ein und retteten auf diese Weile die übrigen noch eingefchlofsenen Passagiere. Auch 20 Badewärter, die sich gerade am Strande photographieren ließen, beteiligten sich am Rettungswerk. Der abgekürzte Waggon war ein Raucherwagen, und trotzdem die Insassen durch den Ruck des Absturzes durcheinandergeworfen wurden, entstand keine Panik. 12 der Passagiere erlitten beim Hinauskriechen durch die eingeichlagenea Fenster Schnittwunden. Das Unglück ist angeblich darauf zurück- zuführen. daß der Fahrschaffner ein Haltesignal überfuhr.
Kunst und Wissenschaft.
Dom Hessischen LandeStheater.
Günter H a e n e l von der Piscatbühne in Berlin, der als Gastregisseur in Darmstadt verschiedene Werke in der letzten Spielzeit herausbrachte, wurde als Regisseur des Schauspiels an daS Hessische Landestheater verpflichtet.
Ein neues Mitglied
der hessischen DolkSliederkommission.
plniversitätsprofessor Dr. Iohn Meier in Freiburg i. D., der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Vereine für Volkskunde, hat nunmehr auch Rektor i. R. Fritz H u f s ch m i d t in Zierenberg, den fleißigen Sammler alten Volksgutes, als neues Mitglied in die Kurhessische Volksliederkommission berufen, der bisher nur die Herren Bibliotheksdirektor Dr. Hops, Dibliotheksrat Dr. Struck und Iohann Lewalter angehörten.
Letzte Nachrichten.
Kein internationales Stickstoffkartell.
Berlin, 24. Juli. (WTB.) In der deutschen Presse wird eine Meldung des „Evening Standard" verbreitet, wonach die Bildung eines internationalen Stick st usskartells unmittelbar bevorstünde. Weder der J.-G Farbenindustri^ noch dem Stickstoss-Handelssyndikat ist, wie WTB - Handelsdienst erfahrt, von der Bildung eines solchen Kartells etwas bekannt.
Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angesührlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.
Qrranlfurt a. M |
Berlin
Frankfurt a. M
Berlin
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1-Uhr- Hur,
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Schlich- kur»
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Datum
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24.7.
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24.7.
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Noten......
Noten ......
17755
168.16
21.95
111.61
59.0,1
2.645
111,78
80,61
68.84
13.377 72,75
—Frankfurt
2 uSz « b
iii.Ü 168,84 22,0-1
112,05 69.27 2.565
112.23 M,M 69.17
12.437 73,05
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Datum:
23. 7.
24. 7.
43.7. j 24. 7.
Noten.....
rrr . i Ifirt Srnrwn
PHUtvv Hotjmann . . . tzeideldcrger Lemenl . . Tement Karlstadt . . . Eaob ch Freitag.... Schulchel» Batzcnhofer . Cftoede.......
Sei. Älanzstoss .... Bembcrg.......
Bdlttoll Sachhof . . . ScniloH «Ichassenbura . Charlottenburger Wasser Teflon« Sa».....
Daimler Motoren ... Temag..... •
Adlerwerte klever . • .
Ludw. Loewc . . . • • Rat. Automobil ...» crenstein ch Kappel . . Leonhard Tietz ...» Bamag-Meguln ...» grants. Maichinen ... ölritzncr ...... Hcyiiaenkaedl ...» 3ur.guanl. ...... Lechmcrle. ...»•• Mainkastwert» .... Miag....... • •
«clarsulmer . . • • • Set«; Union . • • • • Gebe. Roeder ..... Bri»t ch Haelin« . . . Eüdd. Mucker.....
. 7 10
. 8 10
15 18
18 14
12 12
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23. Juli
24. Juli
Amtliche Notierung Seid Briet
Amtliche Notierung 'tzelv »ritt
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