Nr. 96 Erster Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 24. April 1928 Stl4nd Feiertag» Beilagen Tietz,»er ^amilienblflttei fjeimal tm DHL Vie Scholle «•nau-Bqegsprcts: 2 Retd)*marh unb 20 31eld)*p|e*nlg für Träge» lohn, auch bei Richter» fdyeinen einzelner Nummer» infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüffa: 61, 54 und 112 Anschrift fti Drahtnach» richten. Anzeiger Otetze«. poßscheckkonro: fittiffiiri am Main 11681. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrntk imd Verlag: vrßhl'fche Uetoerfitäts-Bnd?« und Stdeöniderd H. tauge tu Stegen. Sdfriftletttmg und Sefchöstiftele: Zchnllttage 7. Äenü^et »an Injeigei für bte lagttnnmmcr bi« zum Nachmittag vorher. Prell für | mm hohe für Anzeigen von 27 mm Srette örtlich 8, aasmärts 10 Seld)*pfennig; für Ne» klamean^etgen ron 70 mm Breite 35 Nelchspsrnnig, Platzvorschrist 20* . mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr TBilb. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Will» Lange für Feuilleton Dr fylbnriot, für den übrigen Teil Ernst Slumfdtein; für den An« zeigenteil Äurl hillmann, lämtlt* tn öttfien Die Wahlen zur französischen Kammer. Der erfft cr war doch der Verdacht nicht ganz von der Hand zu weisen, dah Poincar.^ nur einen Haken schlug, um für die Wahlen d e nötige Stimmung zu machen und dah er die Maske fallen lieh, sobald er sein Ziel erreicht hatte. Denn wenn er mit Deutschland zu einem Akkord kommen will, dann mühte eS seine Ausgabe sein, dafür zu sorgen, dah die radikale Rechte geschwächt wurde, um dafür der Mitte eine größere Schlagkraft zu geben. Aber nicht einmal davon farm die Rede fein; im Gegenteil, die einzigen, die allen Grund haben, mit dem Ausgang des ersten Wahlganges zufrieden zu sein, sind gepade die Rechtsradikalen, die Partei deS Herrn Marin, der zu den Unversönlichm gehört. Sie hat in der französischen Kammer 128 Mandate besessen und hat au« dem ersten Wah'gang bereits 72 herausg holt. sie wird also unter allen Umständen mit einem erheblichen Zuwachs in die neue Kammer heimkehren, während die Radikalsozialisten des Herrn Herriot von 135 Sitzen bisher nur 16 sich gesichert haben und die Sozialisten auch bei Ausnutzung aller Möglichkeiten im zweiten Wahlga ig nicht nur nichts gewinnen, sondern nicht einmal in der alten Stärke wiederkommen werden. Auch die K 0 m m u n i st e n haben nicht ein einziges Mandat Im ersten Wahlgang sich gesichert. Aber sie haben trotzdem stark an Stimmen gewonnen, sie haben ein erhebliches moralisches Plus und hauptsächlich in Paris haben sie die Sozialisten weit überflügelt. Wan soll sich hüten vor voreiligen Prophezeiungen. Es wäre deshalb auch nichts verfehlter. als aus dem ersten Wahlgang bereits die künftige Politik der französischen Kammer herausdestillieren zu wollen; vieles kann der zweite Wahlgang ändern, an der Stärkung des rechten Flügels aber vermag er nichts mehr zu ändern. Die nationalistischen Bleigewichte Poin- car6s sind stärker, als früher, die Macht, auf die Driand sich bestenfalls stützen kann, wird erheblich kleiner fein. Das Gleichgewicht der Kräfte zwischen diesen beiden Exponenten der französischen Politik hat sich also erheblich zugunsten Poincare« verschoben, so dah vorläufig diejenigen Recht zu behalten scheinen, die von Anfang an befürchteten, daß die Neuwahlen der französischen Kammer bessere Aussichten für die deutsch-französische Versöhnung nicht bringen würden. Der erste Wahlgang. Die Autzsichken für die Ltichwahlen. pari», 24. April. (IDIB. Funkspruch.) L» liegen nunmehr sämtliche Wahlergebnisse bi* auf eine» vor. hieraus ergibt sich, dah 183 Sitze endgültig vergeben sind, die sich auf folgende Parteien verteilen: Rechtsstehende 13; Red)t»republlfaner (Marin und Maginol) 72; Linksrepublikaner 42; Radikale Rechte (Loncheur) 15; Radikale 21; Sozialrepublikaner 5; Sozialisten 15; zusammen 183. Rach Berufen gezählt sind von den 183 Gewählten 51 Advokaten, 38 Grundbesitzer, 14 Industrielle, 12 Mente, 11 Professoren und Lehrer, 16 Journalisten, 5 Kaufleute, 5 Landwirte, 5 Richter, 4 Ingenieure, 4 Apotheker, 5 handeisange- slellte, 3 Offiziere, 3 Arbeiter, 3 Notare, 2 Geistliche. 1 Tierarzt, 1 Diplomat, 51 Abgeordnete sind neugewählt, 132 wiedergewählt. Ein Uebcrblid. in welchem Mähe die einzelnen Gruppen an den 427 Stichwahlen, die vom Ministerium des 3nnern festgestellt sind, beteiligt sind, läht sich nicht geben, doch glaubt man in gewissen politischen Kreisen, namentlich in den Kreisen der Radikalen. Voraussagen zu können, dah durch da- Ergebnis de« zweiten Wahlganges die 'Lage der Parteien de« Kartells der Linken sich so gestalten werde, dah Sozialisten und Radikale je etwa zehn Sitze zugunsten der radikalen Linken unb der LinkSrepubllkaner ab- geben werden. Von rechtsrepublikanischer Seite rechnet man mit einer Verstärkung der Gruppe Marin. Bereits jetzt zeigt sich durch die bekannt gewordenen Beschlüsse inzelner radikaler und sozialistischer Bezirksvereinigungen, dah da, wo die Kandidaten dieser beiden Parteien im Kamps gegen die Republikanische Vereinigung von Louis Marin und die auf dem rechten Flügel deS Zentrums stehenden Linksrepubliianer einander Schaden zufügen könnten, ein gegenseitiger Verzicht des einen Kandidaten zugunsten deS zahlenmäßig begünstigten anderen Kandidaten. Da gesetzlich neue Kandidaturen für den zweiten Wahlgang bis Mittwoch um die Miticmachl- stunde amtlich angemeldct werden können besteht also die Möglichkeit, gefährdete radikale und sozialistische Führer noch in günstigeren Wahlkreisen in die Stichwahl zu .bringen. Ungewiß ist d i e Haltung der Sozialisten gegenüber den Kommunisten und umgekehrt. Die Wahlen in Elsaß-Lothringen. Eigene Drahtmeidung des „Oiefjener Anzeigers". Berlin, 24. April. Aach den bisherigen Ergebnissen läht sich unmechrn schon einiges über die gründ ätzliche Stimmung und Tendenz der elsaß- wthringischc Wähler sagen. Gewiß sind das einstweilen nur sehr ungefähre Angaben, aber schätzungsweise kann man doch leststellen, dah von 400 000 abgegebenen Stimmen rund die Hälfte ein entschiedenes Bekenntnis für die Partei abgegeben haben, die sich um die Erhaltung der elsah-lothrin- gischen Eigenart und ihrer Kultur im Rahmen Frankreichs bemüht. Der im Oberelsah gewählte Abgeordnete Bilger gehört dem autonomistischen Flügel der elsässischen Volkspartei an und gilt nach französischer Auffassung als ein sog. ..heimlicher Aut 0 n 0 mi st". Er ist christlicher Gewerkschaftler und war schon Mitglied der letzten Kammer. Auch der eben allS im Oberelsah im Bezirk Thann gewählte Abgeordnete Brom gehört der gleichen Gruppe der Elsässischen Voltspartei an und gilt ebenso tote Bilger auf französischer Seite als ein heimlicher Autonomist. Dagegen ist der in Rappolts- toeiler gewählte Dr. Pfleger, der zum nationalistischen Flügel der Elsässischen Dolkspartei gehört, französisch eingestelll. allerdings wurde er in einem auch besonders stark französisch durchsetzten Kreis gewählt. Der im Bezirk von Schlettstadt gewählte Abgeordnete Oberkirch ist ebenfalls Mitglied der Elsässischen Vvlks- partei, kokettierte aber zeitweilig mit dem französischen Rohalismus und hat in der Kammer gelegentlich scharfe antideutsche Reden gehalten. Er stammt zwar von badischen Eltern ab, steht aber trotz gelegentlicher Fühlungnahme mit autonom i st ischen Kreisen im Grunde auf der nationalistischen Seite der Elsässischen Volks- Partei. 3m Kreis Erstem wurde der Präsident der Elsässischen Volkspartei, Seih, gewählt, der in nationalistischen Kreisen durch seinen Antrag auf Verwaltungsautvnsmie sehr verhaßt ist. Elsässische preffestimmen. Paris. 23. April. (WB.) Rach einer Havas- meldung aus Straßburg liegen von folgenden führenden elsässischen Blättern bereits Stimmen zu dem gestrigen Wahlergebnis im Elsah vor. Das .3 0 u r n a l d' Als ace et de Lorraine" (in französischer Sprache erscheinend, gcmähigt radikal) schreibt: Es würde zu nichts dienen, sich die Gefahren zu verheimlichen, die die gestrige Abstimmung für die Zukunft der französischen 3 bet im Eil ah bedeutet. Fortan, so kann man sagen, hat öle Politik s 0 r t- währender Verschleppungen endgültig Bankrott gemacht. Die wahren Franzosen dieses Landes mühten sich aufrassen, um im zweiten Wahlgang den nationalen Kandidaten den Erfolg zu sichern. Die Regierung muh dem Rechnung tragen, daß fünftig eine Politik fortgesetzter Assimilierung und eine energische Aktion gegen die Feinde Frankreichs notwendig ist. — Das .3 0 u r n a l d e f« ft" (rcpublikannch, in französischer Sprache) schreibt. Angesicht- der Ergebnisse des ersten Wahlgange- sind zwei Feststellungen notwendig. Einmal, dah von denen, deren heftige Campagne durchaus antinational war, niemand gewählt wurde: die Rosse, Krähling. Brogly, Dahl und Huber stehen in Stichwahl. Andererseits aber ist keiner von ihnen heute zu übersehen und selbst so anrüchige und verdächtige Leute, wie Paul Schall, haben Resultate von unerwartetem Umfange erzielt. — Der .Courier deStrahbourg" (französische Sprache, katholisch) schreibt: Man Hal geglaubt. gut daran zu tun. den Prozeß wegen de- Komplotts gezen die Sicherheit des Staate- bi- nach den Wahlen zu verschieben trotz der Proteste unserer Abgeordneten, die ocr- langtcn, dah der Prozeß vor den Wahlen liquidiert würde, um eine klare Lage zu schaffen. Die falsche Methode, die Partei der Volksvereinigung de« AntinationaliSmus zu beschuldigen. weil sie die 3ntereffcn der elsässischen Bevölkerung verteidigte, hat nur schlechte Früchte für die Parteien getragen, die diese Methode mihbraucht haben. Die Wahlen vom Monat April 1926 in Elsah-Lothringen werden Jweifelsohne diejenigen, die sich bisher mit den treignissen tn unserem Lande noch nicht vertraut gemacht haben, viele« lehren. Die .Action Fran^aise" beschästigt sich al« einzige« Pariser Blatt mit den Ergebnis en der Wahlen in Elsah-Lothringen. Si? schreibt, der Erfolg der Autonomisten In Elsaß und Lothringen sei zwar ein bedingter, der sich überdies nur durch die Ziffer dec abgegebenen Stimmen äußere, aber doch ein Er'olg. der geeignet sei. alle guten Franzosen In Bestürzung zu versetzen. 3m Lothringen deutscher Zunge stünden die katholi chen Autonomis.en und Kommunisten bei weitem an der Spitze. 3hre Vereinigung werde ihnen wahrscheinlich d e Sitze sichern. 3m Elsah schlügen die beiden .Führer des Verrats". Dr. Rick! in und Rosse hei weitern ihre Konkurrenten. 3hre Freunde, die Krähling. die Schall usw. er-je: len ebenfalls eine beträchtliche Anzahl von Stimmen. Das flarftc Ergebnis dieser Wa'> en werde also sein, di? häßliche Wunde in« V ' t zu rüden, die die schädliche Sinnlosigkeit ic« Regimes und die verbrecherische Politik eine« Briand dem Vaterland beigebracht haben. Die Republik habe ihnen einen großen Sieg verschalt. Korinth vom Erdbeben zerstört. $urd)tbore Verheerungen. - 20 Tote. - Oer Kanal bislang unversehrt. Athen. 23. April. (MV.) Vie Gegend von Korinth Ist von einem schweren Erdbeben heImgcsuchI worden. 3n der Stadl Korinth sind fast alle Häuser zerstört. Jlur die neueren Häuser haben dem Beben standgehallen, । aber auch diese sind schwer beschädigt. Die , Bevölkerung muhte die ganze Rächt unter , freiem Himmel verbringen. Das Armenhaus ! ist vollständig zerstört. Vie Stadl Ist ohne Licht. Ls ; sollen zwanzig Personen getötet worden fein. Lin schwerer Lrdstoh wurde auch In C u I r a - ! klon wahrgenommen. 3n Kalamaki stürzten ' fünfzig Häuser ein. Jn IsthnIa wurden zahlreiche 1 Häuser beschädigt. Das Erdbeben Hal einen 6 r ö - ; r I h von etwa achtzig Meter Länge hinterlassen. ' Der Finanzminister hat bereite einen Kredit von fünf Millionen Drachmen für das Hitsswerk zur Verfügung gestellt. Ls ist sicher, dah der Kanal von Lorinth intakt blieb, obwohl die Sauatschlsfahri aus vorsichlsgründen vorläufig unterbunden ist. Rach einer ergänzenden Meldung der lele- graphen-Union hat die Stadl das Aussehen eine» neuen Pompeji. Jn Korinth selbst und in den Dörfern Cutrafion, Kaiamaki und Amazdebris find etwa 80 0. h. aller Häuser zerstört, lieber zehn- I tausend Menschen sind obdachlos geworden. Durch das Erdbeben wurden in Korinth alle Bäckereien zerstört, so dah die G e s a h r einer Hungersnot droht Aus Athen wurden daher 20 000 Kilogramm Brot als erste Hilfe abgesandt. Die Regierung hat sofort Hilfszüge und Truppenabkeilungen nach Korinth enlfandt; ferner find aus Athen zwei Dampfer nach Korinth abgegangen, um die Bevölkerung nach Athen zu bringen. 3m Kanal von Korinth hat da» Erdbeben einen solchen Seegang verursacht, dah die Schiffe den Kanal nicht oerlaifen konnten. Der erste Erdstoß erfolgte um 22.15 llhr unb dauerte fünf Sekunden. Durch diesen Lrdstoh wurde das Elektrizitätswerk Korinth zerstört, so dah die ganze Stadt im Dunkeln lag. Aus den ersten Lrdstoh folgten zahlreiche weniger heftige, und 1 zwar wurden bi» gestern vormittag 10 Uhr insgesamt 47 Erdflöhe verzeichnet, deren Zentrum Patras und Korinth ist. Die weiter sestgestellt wurde, ist das Beben tektonischer Ratur. Montag mittag find der Innenminister und der Justizminister nach Korinth abgereist. Der Präsident der Republik, der einen Ausruf zur Spendensamm- lung für die Rotleidenden an die Bevölkerung gerichtet hat, wird sich gleichfalls in das Erdbebengeb iel begeben. Ein Friedhof. Athen, deu 24. April. (WTB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des Blattes „Ethnes" meldet, dah in Korinth 2500 Häuser unbewohnbar geworden sind. Korinth und Sena bieten ein furchtbares Bild Die Zahl der Opfer wäre noch gröher, , wenn nicht durch die vorhergehenden Erdstöße die Bevölkerung alarmiert worden wäre und die Häuser verlosten hätte, um Schutz zu suchen. Die Stadt sieht wie ein Friedhof aus Auf den Straften liegen überall Schutt und Trümmer von den Häusern. Es herrscht eine Totenstille, und zwischen den Ruinen der Häuser gehen einzelne Personen w i e Gespenster umher. Der Schauplatz der Katastrophe. Es ist nicht Da« alle, klassische Korinth, öu« von einem schweren Erdbeben zum großen Teil in Trümmer gelegt worden ist Das Korinth de« Altertum«, die reiche und glänzende Stadt der Hellenen, ist schon seit runo 2100 Fahren eine Ruinenstütte, denn als die Römer bn Fahre 146 v. Ehr. Korinth unter Mummius einnahmen, wurde es gänzlich zerstört Wohl hat E a s a r kurz vor feiner Ermordung die Stadt neu aufbauen lassen, auch die berühmten Tempel und andere öffentliche Gebäude au# der Hellenenzeil wurden aufs neue errichtet. Aber schon am Ende des dritten nachchristlichen 3ohrhunderts wurde Korinth abermals verwüstet, diesmal von gotischen Scharen, deren Führer A l a r i ch war. Was im Laufe der folgenden 3ahrhunderte au« dem Schutt wieder erstand, das t>ernid)tetcn im 8. Jahrhundert die Slawen. 3mmer elender und unbedeutender wurde die dereinst hochberühmte Stadt, zumal nach ihrer im 3ahre 1'59 erfolgten Eroberung durch die Türken Ter blühende Handel von Korinth war langst völlig verfallen und hatte sich ganz nach Pakra« gezogen. Erst al« vor rund einem 3ahrhundert. 1822, Korinth von der Türkenherrschast befreit war, begann es von neuem langsam auszublühen. Aber das Unheil blieb der Stadt nicht fern; diesmal war e3, wie jetzt, ein Erdbeben, dem am 21. Februar 1353 der nur erst kleine Ort völlig zum Opfer fiel. Damit schließt einstweilen die Geschichte der 3000 3ahre alten Stadt ab; denn f.e wurde bis heute nicht wieder aufgebaut, und inmitten der im 3ahre 1853 oerbllgbenen Trümmerstätle hat sich bisher nur ein armseliges. aus wenigen Hütten bestehendes Dörfchen angcfiebelt. Die j e t) t durch das Erdbeben verheerte Stadt liegt fünf Kilometer nordöstlich vom alten Korinth unmittelbar am Meere, dem herrlichen, in tiefem Blau leuchtenden Golf von Korinth, und ist eine ganz neue, erst nach dem Erdbeben entstandene Stadt, die die Griechen Rea-Korinthos, Reu-Korinth, nennen. Rur der Rame erinnert noch an ihre berühmte Vorgängerin; denn von dem Glanz und der Größe Alt-KorinthS hat sich nichts auf die Nachfolgerin übertragen. Rur etwa 7000 bis 8000 Seelen zählt das Gemeinwesen, das gerade, regelmäßige Straßen und vorwiegend nüchterne Bauten aufweist, während das klas.ische Korinth in seiner Blütezeit 80 000 Einwohner gehabt haben soll. Aber der leuchtende Himmel Griechenlands verklärt noch heute diese heroische Landschast. und bei der Erinnerung an den Hamen der berühmten Stadt wird ihre glanzvolle Vergangenheit wieder lebendig. Kaum zwei Kilometer von Reu-Korinth entfernt beginnt bei dem kleinen Hasen Pvseidonia der Kanalvon Korinth, der den schmalen Isthmus durchschneidet und den Golf von Korinth mit dem von Regina verbindet. Rur 6,3 Kilometer ist an dieser seiner schmälsten Stelle der 3sthmus breit; aber dieser kurze Kanal hat beim Bau nicht geringe Schwierigkeiten verursacht. Die ihn zu beiden Seiten erschließenden hohen Gesteinswände besaßen aus weite Strec'en hin nicht die genügende Festigkeit und mußten durch Mauerwerk erst künstlich gegen die Unter» Waschung geschützt werden. Ueberdies bildet gerade die Landenge den Herd der zahlreichen Erdbeben, die sich hier immer wieder "■»—1 er* Bulgarien drahtlich .nf belegt am m geantwortet. La Luz einAedrungen ist und sich her Gold- und Warenvorräte sowie des Viehbestandes bemächtigt hat. Gr hat ferner die Bergwerksangestellten mit sich fortgeführt. Es sind amerikanische Seeleute zu seiner Verfolgung entsandt worden. Reichspräsident von Hindenburg batte dem König Doris von Bulgarien seine aufrichtige Teilnahme anläßlich des neuten Erdbebenunglücks in Bulgarien brat zum Ausdruck gebracht. Der König hat darauf heute in einem in warmen Worten gehaltenen Ablehnung -es Savellfilms in den Vereinigten Staaten? N e u y o r k, 23. pril. (WB ) Der britische Hetz- film „D a rv n", der die Erschießung der britischen Krankenpflegerin C a o e l l behandelt, ist von allen Kinotheatern der Bereinigten Staaten, die unter der Direktion Loews stehen, zurückgewiesen worden, da er nicht zu den Filmen zu zählen sei, die das Publikum zu sehen wünscht. Keudell und die Kommunisten Vor einer Aktion im Lleberwachungsausschuß des Reichstags. Raubkrieg in Nicaragua. R e u y o r k, 23. April. (WB ) Die Eigentümer des GoldbergwerkS La 2u$ in Ricaraguo haben ein Telegramm nach Reuvork gerichtet, in dem mitgcteilt wirb, daß der Führer der Aul- ständischen in Ricaraguo Canbino in Oer Polarflug. Neue Pläne Witkins zu einem Klug über den Südpol. R e u h o r k, 23. April. (Tel.) lieber den Polarflug von Darrow in Alaska nach Green Harbour Svalbarb über eine Entfernung von 3400 Kilometer gibt Kapitän George Witkins folgende Einzelheiten: Wir stießen schon beim Abflug infolge der starken Belastung des Flugzeuges auf Schwierigkeiten. Dreimal brachen die Metatlkufen des Apparates, bis eS endlich gelang auf der 1300 Meter langen Abflugbahn einen guten Start zu bekommen. Während der ersten 750 Kilometer des Fluges war das Wetter günstig. Dann kam Rebel auf und entzog das Land für 150 Kilometer unseren Augen. Rachdem der Rebel überwunden war, flogen wir über offenem Wasser bzw. kleineren und größeren Eisspalten, die klar erkennen liehen, daß nirgends Land vorhanden war. Es waren dies ©egenben, die vorher noch von keinem menschlichen Auge erblickt worden waren. Die flate Sicht hielt bis ungefähr 350 Kilometer an. Dann durchflogen wir wieder eine dichte Wolkendecke und waren ganz auf unsere Instrumente angewiesen. Der Brennstoff hatte inzwischen bedenklich abgenommen, zudem verhin- oerte ein starker Schneesturm jede Sicht. Trotzdem gelang eS Eylson, eine glatte Zwischenlandung vorzunehmen, 5 Tage später flogen wir wieder ab. Die Schwierigkellen beim Start waren wieder sehr groß. WilkinS wird, wie verlautet, in der Lage fein, Green Harbour bereits in den nächsten . Togen zu verlassen. Er hofft, Oslo in einer Woche zu erreichen. DaS Flugzeug wurde bei - bet Landung beschädigt, doch bereiten die Repa* ' raturen, wie sich nun yerausstellt, keine Schwierigkeiten. Der Leiter der Firma, die das Flugzeug Kapitän Wilkins herstellte, All Lock* yemd, gab nach Berichten aus Los Angeles bekannt, daß Kapitän Wilkins bei nächster Gelegenheit einen Flug über den Südpol unternehmen wolle. Die Pläne für dieses Unter- nehmen seien bereits soweit fortgeschritten, daß die Rückkehr Kapitän Wilkins nach den Vereinigten Staaten innerhalb fünf Wochen unbedingt notwendig fei. Der Flug werde vielleicht bereite im Herbst durchgeführt werden. Da auch Commander Byrd sich auf einen Flug nach dem Südpol vorbereitet, wird die Absicht Wilkins lebhaft besprochen. Zihmaurice wieder auf (Sreenly Island R e u y o r k, 23. April. (Ml.) Die aus Greeuly 3slanb gemeldet wird, ist dort heute nachmittag dos Bordflugzeug, dos unter valchens Führung Duke Schiller und Fihmaurice nach Greenland Zsland mit Erfahteileu und Betriebsstoff zurückbringt, glatt gelandet. E» wird erwartet, daß die »Bremen" Dienstag in den frühen Morgenstunden GreenlyZslond' o e r l o f f e n wird. Vie Flieger werden die Rocht in Cafe 5 L Agnes verbringen und dann, von anderen Flugzeugen begleitet, nach Reuyork weiterfliegen. Oie et Gotthard Affäre. Die Erhebungen der BoltSbundjachvcrständigen. Genf, 23. April. (WTB.) Die beiden Rü- stungSsachverständi^.en, der Schwede K j e l l m a n und der Engländer Sherman, die am SamS- tag mit den sie begleitenden Beamten deS Völker* bund:se.relar a es von St. Gotthard n a ch G e n f zurückgekehrt find, halten sich die nächsten Tage noch hier aus, um den Bericht fertig, zustellen. Das Dölkerbundssekretariat hat noch keine Mitteilung über daS Sraebnis dieser Reife abgegeben. Gegenüber gewissen ausländischen Meldungen über die Tätigkeit der Sachverständigen und ihr Ergebnis erscheint es angezeigt, an den Auftrag zu erinnern, den das Dreierkomitee ihnen mitgegeben hatte, der dahin lautete eine Bestandsaufnahme des Materials zu machen und darüber, wie über feinen jetzt- gen Zustand zu berichten. Zweifellos haben sich die Sachverständigen daraus beschränkt, diesen Auftrag auszuführen. einmal von einer moralischen Mitoerant» Wartung der Reichswehr gesprochen hat Auch diesmal mtejcr joMe Die gleite Taktik verfolgt werden, sie hat aber doch sehr stark Schiffbruch erlitten. Die Zeugenaussagen der Reichsweyrofsi'iere stehen in einem so fchtofken Widerspruch zu den eidlichen Bekundungen der Freikorps und ihrer Kreise, daß der Ausgleich eigentlich nur noch durch juristische Deduktionen zu finden ist Gewiß mag es richtig fein, daß formalrechtlich für die Reichswehr eine schwarze Truppe nickt existiert hat. Tatsächlich aber hat sie doch mit ihr gearbeitet, muhte auch mit ihr arbeiten. Es wird ja jetzt von den Zeugen offen zugegeben, daß im Frühjahr 1920 sehr stark mit einem polnischen Ueberfalt an unserer Ostfront gerechnet wurde und daß dagegen Vorbereitungen getroffen werden muhten, bte bei der zahlenmäßigen Bindung unserer Reichswehr nur durch schwarze Formationen möglich waren. Wenn das aber richtig ist, dann waren die Freikorps subjektiv doch in dem Glauben, daß sie Soldaten seien und daß sie als Soldaten handeln, daß sie alfo unter Kriegsrecht standen und nach Kriegsrecht vorgehen mußten, weil jeder Verrat ihnen und der deutschen Sache schadete. Es würde, um unter das traurige Kapitel jener Jahre einen Schlußstrich zu ziehen, geradezu befreiend wirken, wenn auch bie Reichswehr jetzt den Teil der Verantwortung auf sich nehmen wollte, der sie tatsächlich trifft. WaS den ersten Fall anbelangt, so ist großes Gewicht darauf zu legen, daß der Ausschuß von der Verfassung zur Wahrung, nicht aber zur Wahmkh-nung der Rechte der Volksvertretung befugt ist. Er kann also sich nicht etwa an die Stelle des Parlaments setzen, sondern er kann nur eingreifen, wenn ein Etatsrecht der Volksvertretung verletzt wird. 3m vorliegenden Falle ist ein Parlamentsrecht durch den Reichsinnenminister sicher nicht verletzt worden. Wie man auch über den Schritt des Ministers v. Keudell denken mag. so steht doch fest, daß der Reichsinnenminister im Bereiche der Exekutive geblieben ist und im Rahmen seiner Ressortrechte gehandelt hat. Es entsteht also von vornherein die Frage, ob der Linkersuchungsausschuh das Recht hat. den Reichsinnenminister zur Rechenschaft zu ziehen. Wan muß abwarten, was von dem Ausschuß unternommen wird. Sollte das Ersuchen um AuS* kunftserteilung an den Reichsinnen- minister gerichtet werden, so würde der Minister v. Keudell zu entscheiden haben, wie er sich dazu verhalten will. Rach dem Standpunkte, den er bisher vertreten hat. läßt sich voraussehen, daß er ein Eingriffsrecht des älntersuchungsausschusses nicht anerkennen wird. Es erhebt sich weiter die Frage, ob der äleberwachungsausschuh etwa ein Mißtrauensvotum beschließen kann. Diese Frage muh verneint werden, da ihm ein derartiges Parlamentsrecht durch die Verfassung nicht übertragen worden ist. Faßt der Ausschuß eine Entschließung, so ist das Kabinett oder ein einzelner Minister nicht verpflichtet, sich nach dieser Willenskundgebung zu richten? Man darf also gespannt fein darauf, wie diese Sache ausgehen wird, und das um so mehr, als die kommunistischen Mitglieder des Ueberwachungsausschusses bei dem Vorsitzenden des Ausschusses bereits folgenden Antrag ein* gebracht haben: „Der Ausschuß wolle beschließen, die Reichsregierung aufzufordern, das Ersuchen des ReichLinnenrnmisteriums an die Länderregierungen zwecks Verbotes des Roten Frontkämpferbundes mit sofortiger Wirkung wieder aufzuheben." Oie Kandidatenlisten des nassauischen Zentrums. WSR. Limburg. 23. April. Gestern trat biet der Landesausschuh der Rassauischen Zentrumspartei zusammen. um die Kandidatenlisten für den Reichstag und den Preußischen Landtag endgültig festzustellen. Für den Reichstag wurde folgende Liste aufgestellt.- 1. Dr. Des - sauer, Universitätsprofessor. Frankfurt a. M., 2- ®T- Erone-Wünzebrock. Vizepräsident Der Vereinigung der deutschen Bauernvereine. Berlin, 3. S ch w arg. Mittelschullehcer. Frank- furt a. M, 4. R o t h . Bürgermeister von Monta- baur, 5. Dc. Scheller. Professor. Fulda. 6. Dr. Bierroth. Mittelheim. 7. Bongard. Kaufmann. Frankfurt a. M. Die Liste für den Preußischen Landtag lautet: 1. Dr. 6 te m m I c r Sanitätsrat. Bad Ems, 2. Rhiel. Amts- aerichtsrat. Fulda. 3. Fink. Lehrer. Wies- vaden. 4. Dr. Grah. Direktor des mittel- rhc nisch-nassauischen Dau.rnvereins. Koblenz. 5. E ch m i 11, GewerkschastLsekretär. Fulda 6. Dllmnot. Frankfurt a. M. Oie Kandidaten der Volksrechts- und Aufwertungspartei. WSR. Metzlar, 23. April Die Reichspartei für Lolksrecht und Aufwertung hat für den Wahlkreis Hessen-Nassau folgende Kandidaten aufqefteüt- 0ur brn 1 Dl 8 e ft ,9 K: lanbesgeridjtsprafibent i. 9t., Darmstadt: 2. Karl (Eigene Drahtmelbung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 24. April, Die Gegner des Reichsinnenministers rüsten zu einer scharfen Offensive, sie wollen ihn im äleberwachungsaus- schuh des Reichstages stellen und zur Zurücknahme feines Rot-Front- Derb o t e s zwingen. Sie halten ihre Position für außerordentlich günstig, nachdem der Minister bei fast allen ßänöerregierungen auf eine Ablehnung gestoßen ist und nachdem auch das Zentrum anfängt, ganz offen von dieser Maßnahme abzurücken. 3m Kabinett scheint Herrn v. Keudell ebenfalls keine gerade günstige Resonanz gesunden zu haben, so daß er ziemlich isoliert dasteht. Just in dem Augenblick, da man SU vernichtendem Schlag gegen ihn ausholt, haben die K o m m u n i st e n einen neuen und recht eindeutigen Beweis für die Berechtigung des Keudellschen Vorgehens geliefert. Sie haben am Sonntag in dem Berliner Stadtteil Reukölln einen Stahlhelmzug mit Knüppeln und Steinen überfallen, haben der Polizei eine regelrechte Straßenschlacht geliefert, haben Barrikaden errichtet, die im Sturm genommen werden mußten und haben schließlich noch die Polizei gezwungen, von ihren Schußwaffen Gebrauch zu machen. Diese Straßenschlacht hat bei den Gegnern des Reichsinnenministers peinlichstes Befremden ausgelöst. Wir werden aber trotzdem erleben, bah im Ueberwachungs- ausschuh eine geschlossene Front gegen Keudell aufmarschtert. Dabei taucht allerdings nun die Frage auf, toie weit überhaupt das verfassungsmäßige Recht dieses ^Aeberwachungsausschusses" geht, die Reichsregierung oder nur eins ihrer Mitglieder vor ein Forum zur Verantwortung zu ziehen. Die gut unterrichtete .Tägliche Rundschau" läßt sich hierüber folgendermaßen aus: Die versassungs- mäßige Befugnis dieses Ausschusses gehört au den schwierigen Fragen der Verfassungsauslegung. 3m 3ahce 1922 ist ein Gutachten darüber erstattet worden, dem der Reichskanzler Cuno und sämtliche Minister zugestimmt haben. Danach ist es möglich, daß der Ausschuß von sich aus zusammentritt oder auch seine Einberufung von der Regierung veranlaßt wird. ereignen, wie auch die jüngste Erderschütterung zweifellos unterhalb der Landenge ihren Ausgangspunkt gehabt hat. Und wenn auch nach den oisyer vorliegenden Meldungen der Kanal durch das Erdbeben nicht in Milleidenschaft gezogen scheint, so besindet er sich auf diesem schwankenden Boden doch stets in Gefahr, und niemand vermag zu sagen, ob den Durchstich der im 3ahre 1893 bem "Verkehr übergeben worden ist und der 22 Meter bereit ist. nicht auch eines TageS fein Schicksal ereilt. Ein neuer Erdfloß in Philippopel. Die Stabt ein Bild wilder Verwüstung. Sofia, 23. April. (TU.) Das heutige Erdbeben war, obgleich es nur kurze Zeit dauerte, furchtbar in feinen Folgen. Wiederum war es Philippopel. das besonders stark heimgesucht wurde. Die wenigen noch erhaltenen Häuser stürzten biS auf die Grundmauern ein, wobei nach den bisherigen Feststellungen acht Personen getötet und viele verwundet wurden. Die verhältnismäßig geringe Zahl der Todesopfer ist darauf zurückzufuhren, daß die Bevölkerung noch immer im Freien kampiert. Die meisten Minister befinden Jid^ im Erdbebengebiet. Die Hilfe, die das jugoslawische Rote Kreuz dem bulgarischen Volk zuteil werden läßt, wurde mit Freude und Genugtuung ausgenommen. Don unserer Berliner Redaktion Berlin, 24. April. In Stettin wird gegenwärtig wieder einer der häßl.chcn Prozesse durch gefochten, die unter dem Sammelbegriff der Fernern o r d e registriert werden. '21 ud) diesmal wieder das übliche Bild eines Freikorps, das f i ch gegen Spione schützen wollte und einen Verräter in recht brutaler Form beseitigt Hot. Die Einzelheiten sind auch diesmal wieder grauenhaft, so furchtbar, daß bei der Lektüre der Berichte als selbstverständliche Reaktion der Abscheu sich meldet; aber der Verstand darf darüber doch nicht schweigen, man muß immer wieder betonen, daß diese „Fememorde" in einer Zett geschahen, wo olles aus den Fugen geraten war, daß sie vor allem von Menschen begangen wurden, die teils seit 1914 im Felde standen, von denen schon das Wort galt, das Max Piccolomini seinem Vater zuruft: „Du haft den Frieden nie gesehen?" Sie waren eben Landsknechte, die das Mitleid nicht gelernt hallen, die zudem eine nationale Pflicht zum mindesten zu erfüllen glaubten, wenn sie für die rück- sichtslose Beseitigung aller Verräter Sorge trugen; selbstverständlich auf die Gefahr hin, daß sie dabei einen Unschuldigen faßten. Gerade diese Zwangs- läge, in der die Freikorps sich befanden, macht ja überhaupt ihr Vorgehen nur menschlich verständlich. Wenn die Angeklagten in byi bisherigen Prozessen damit nicht durchkamen, so hauptsächlich deswegen, weil die Reichswehr sie abschüttelte und durch ihre Zeugen jede offizielle Verbindung mit den Freikorps a b ft r f 11. Was ihr freilich nur insoweit geholfen hat, als schon ein früheres Gericht Schüttler, Rektor an der Äünthersburg-Schule, Frankfurto.M.; 3. Alfred Bind, Rentner, Wiesbaden; 4. Dr. Heinr. Witte, Bürgermeister a. D., Kassel; 5. Max Witt, Großhändler, Wetzlar; 6. Hermann K i n z e b o ch, Eisenbahnobersekretär, Frankfurt o.M. — Für den Landtag: 1. Karl Schüttler, Rektor, Frankfurt o.M.; 2. Dr. Heinrich Witte, Bürgermeister a. D., Kassel; 3. Dr. Otto Kromer, Volkswirt, Frankfurt o.M.; 4. Gustav Zacharias, Stadtbaurat, Wiesbaden. Tirpitz Ehrenvorsitzender -er Oeutschnationalen Vottspartei. B e r (i n , 24. April. (WTB. Funkspruch ) Wie die Deutschnationale Pressestelle mitteilt, ist Groß- abmirat von Tirpitz zum Ehrenoorsitzenden der Deutschnationalen Volkepaxtei ernannt worden. Lim das Volksbegehren in Mecklenburg. Schwerin. 23. April. (Tel.) Heute wurde bie älnterschriftensammlung für das gegen bie mecklenburgische Regierung gerichtete Volksbegehren des Landbundes abgeschlossen. Das Ergebnis liegt noch nicht annähernd vor. Wie das Statistische Landesamt mitteUt, haben in Schwerin etwa 2000, in Rostock 1000 Wahlberechtigte unterzeichnet. Bei dem Statistischen Landesamt ist man nach den vorliegenden übrigen Meldungen der Auffassung, daß die erforderliche Stimmenzahl vorausiichtlich nicht erreicht wird. Das endgültige Ergebnis dürfte erst am Donnerstag erwartet werden. Dec Landbuud hatte das Dolksbegehren beantragt, weil nach seiner Meinung die mecklenburgische Regierung widerrechtlich vom Reich überwiesene R o l st a n d s g e l d e r für di« Landbünde drei Monate zurückbehalten oder teilweise aus die Steuer in Anrechnung gebracht hat. Der Asgßanentönig fliegt über Berlin Berlin, 23. April. (TU.) Der König von Afgha. n.stan hat heute zum erstenmal das neue, ihm von her Rcichsregierung geschenkte Zunkersslug- 3 e u 9 benutzt und hat in diesem zusammen mit derKönigin, dem Gesandten Koster, dem stell- vertretenden afghan.schen Außenminister und einigen anderen Persönlichkeiten mehrere Flüge über “*rlln ausgcfuhrt. Der König und die Königin waren mit dem Flugzeuge sehr zufrieden und gaben nach der Landung dieser Tatsache Ausdruck. Dieser Flug ist übrigens der erste, den die Königin von Afghanistan in ihrem Leben überhaupt unternommen hat Der König wird Berlin erst am 28. d. M. verlosten. Aus aller Wett. Käthe Kollwih Vorsteherin de» Meisleralelier» für Graphik. Frau Professor Käthe K o l l w i tz ist vom Minister Dr. Becker namens des preußischen Staatsministeriums zur Dorsteherin des Meisterateliers für Graphik an der preußischen Akademie der Künste zu Berlin ernannt worden. Frau Kollwih tritt zugleich dem Senat der Akademie bei. Starker Schneefall in den bayerischen Bergen. Vergangene Nacht ist in den bayerischen Bergen Schneefall in einem Ausmaß erfolgt, wie es im dies- jährigen Winter selten erlebt wurde Die Schneedecke in Obersdorf beträgt zehn, in Bad Tölz elf, in Partenkirchen acht Zentimeter. Auf dem Hirschberg bei Tegernsee sind 15 Zentimeter Neuschnee gefallen. ~ — Betriebsunfall. 3m Betriebe der Chemischen Werke in dem Herne benachbarten Gerthe ereignete sich ein schwerer Betriebsunfall. Bei der Errichtung eines SäureturmS riß plötzlich beim Empor- S'ehen eine« 13 Tonnen schweren Steins eine Kelle des Flaschenaufzuges und begrubeinen Angestellten und zwei Arbeiter unter sich. Der Angestellte war sofort t o t, während bie beiden Arbeiter schwere Verletzungen erlitten. vom Meister zum Diebstahl gezwungen. 3n einer Karosseriefabrik in Berlin tonnte eine Reihe von umfangreichen Diebstählen aufgeklärt werden. Es stellte sich heraus, daß der Dieb der Werkmeister Otto Helmer war. Helmer hatte außerdem einen Lehrling, von dem er wußte, daß er in Fürsorgeerziehung gewesen war, durch Drohungen mi» Enthüllung über dessen Vergangenheit genötigt ihn bei seinen Dieb- stählen zu unterstützen. Lin Lied vom braven Manv. Donnerstagvormittag ist der holländisch« Ration al Held D. Rykers im 81. Lebensjahre an seinem Wohnort Ten Helders plötzlich gestorben. 3n den 3ahren 1872 bi« 1911. während deren Rykers als Mitglied der Besatzung und später als Kommandant eines Rettungsbootes an der holländischen Aordseeküste im Dienste der nordholländischen Rettungsgescllschaft fta .d, hat er nicht weniger als 511 Schiffbrüchigen dos Lehen gerettet. 3m 3ahre 1887 bemühte er sich in dreitägiger Arbeit um die Rettung der Besatzung der gestrandeten deutschen Dark ..Renown". Seine letzte Tat war die Rettung der Besatzung des deutschen Schoners .C l - friede" im 3ahre 1911. Rattengift la der Offertorte. Die mysteriöse Dergiftungsaffäre durch eine Ostertorte, die, wie berichtet, drr Reichenverger Schauspielerin Hilde Morton zugesandt wurde und nach deren Genuß die Garderobefcau Flöge und deren Tochter verstorben, während Frl. Morton und andere Mitglieder der Familie Flöge schwer erkrankten, hat ihre Aufklärung gefunden. Die Torte wurde der Schauspielerin von ihren Eltern zugesandt Das Arsenik ist durch eine verhängnisvolle Verwechselung bei der Herstellung der Torte in den Teig geraten. Oie Wetterlage. Montag den 23 Hprd >927 j? 7*atend$ £ Ovomtnto$.eneif»»»'»«' luMudwt$i >lu/*ltecod#n LV» Kn eeDto dl# f er- A wenden. Spaten aus gut. Stahl, Gabeln, C . Mafien, ule auch etwas aushalten Rasenmäher. Baum- <1 "X scheren, nur mit gut Schnitt. / Kau(cr»>S ill fi .1 Sie bei mir Ihre * 'X (( I / Zw, ‘ \l /, «r* Garter.gerfite, I ' j , dann erholten Sie , erprobte Quali M-Al \, rkfjL täten zu mäßigen lU T ,> WTql Preisen \ । W . H-i.| ■*- . -ii W A'1 i CT 71. H Gärtnerei Hch. Sänger GroßemLinden (Am Bahnhof) empfiehlt: BluhendeTopspflanzen,alle Vflanzen für Gräber, u. Fensterschmuck, Stränge und Ärautbuketts, Kopfsalat und Gemüse. Teleph. Bestellungen werden schnellstens ausgeführt. (Telephon: Amt Großen-Linden 342). 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Der Voranschlag der Gemeinde Kesselbach für das Rs. 1928 liegt vom 24. d. M. eine Woche lang zur Einsicht auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Während dieser Zeit löhnen Einwendungen vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, wozu auch Ausmärker beizutragen haben. Hess. Bürgermeisterei Kesselbach _____________Weber.________4234D Mehrere tüchtige Anstreicher gesucht. I.Schomberi Maler- und Weißbindermeister _________Erednerstraße 6. 4219p Jüngere Verkäuferin die etwas Bureauarbeit mitzuübernehmen hat, iür em großes Detailgeschäfi per sof. gesucht Schriftliche Angebote unter 4216D an die Expedition des GießenerAnzeigers Krau oö. Mädchi IUM Putzen nefu ,m« Marktplatz * Ich suche für auher- tinlb eine Krankenpflegerin Au melden 03185 Marktstr. 30 ^sichtiges, solides Fräulein ans guter Familie f. Biisen gef. mim Caf6 Hertler. Em in Küche und Haushalt erfahr. NSSA« zur Aushilfe sofort gesucht. Angebote an toebr. Seelbach, totesten, Bleich «raste 3 I. 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Stiöflle if———, Boioe«itii805-1 Verein.®—J 3m Konkursoerfab- auszuleiben.Antrag. ren über daö Her- ! unter Vir. 786 an inög. d. Aa. Frkdrlch toernicrL Wag er Amead, dro«.-Linden Neuenwegs». 4228D und deren Fntiabers Avskillk für Maiuriim. Vati- nuni. Graecmii, Primare'fe. 3993 l) Gicflen,8oelheitr.34, i>r. itoene. eeeoooeeeee* Nachhilfe erteilt Siud. gründ!, in all. Fächern. Auch Beaussichngiing von Lchularbeiieu.^täst. Honorar. Schr. Ang. unt.03170a.d.to.Anz. Schulgebildele Dome zu wissenschafillcher Miiarveii, Bo: leien. Abichreiben uiro.für ea.2Tiunden nachm. gesucht.Zn erfragen; Siephanslrabe 26 2, von 2-4 Uhr nachm. Stadttheater Mittwoch25.Avril N.llMM0lV-AV.-v!si. von 19'/, btS etwa 2!°/« Uhr Zum letzten Piale Das Kamel geht durch das Nadelöhr Vuftfvlel tn 3 Akten von Fr. Vanger, demfch von C. Pick. gnr^manmmnngnnmj Krieger-Verein Gießen Donnerstag, 26 .April, ibe di V , Uhr, Monals-Versatntnlung Mit Familie Iw Poat- keller und Vortrag v. Sinnier. Baumert Der Vorstand. o S » • a? ft C t । Insel leben- ii”* s2.' Vampsern trotzten, S Dckano und StWe iitianströme u^> ^arolenselder S was ihn auf Bi- yrudv«. erwartet. Men oon W zahllosen somalit man in AM - mon in der Schill will, muß ren; o4 Sem .^ von SarabiNt nochmals Paß und legen lassen, Perfol 3^ bet D Zcilendcn einschär' 48 versäumen, dm eiiiTtcn Mcksäh ebenso wie später man diese Deist 8 dem Schiss sieht ' nirri. Faszislen ut einige Herren, die gewollten sinbefai achtenden Delveau Kriminalisten oller llchkeiten als Det ncn. Wuhsam entzi mil diesen ausdrink bei der Aücksahrt fressen sind. lieber zwei 5 tu Hintergrund wachs ta mächtioe 21 e der Ätod des St einer Äaachwolle r lleuert aus die 3nfe reiche Krater zur Ze doch ist ihr ÄnM beäuMzend der S noch vor totniyn ‘ flleitet das Schiss dieser Insel vvrü 'Beleuchtung Fr xjeugnis davon < leine vulkanische ’ Hwei Kilometer Uuadratlilometer die keinerlei Hase Danystr liegt, un Die kleine 2u> auf der Insel gle M Deere geöss Ma die Dachbori Mi, noch einen . rmdsihH Wch bei d Aon Fr 2wnnt(t 5 im 7 nL?T d«r sei, 22’Dra ^nliner 5 « lüne ft Zr'LL s°teeii,c j ^den usw te&SS rtzrn 'EL--- bv, die QqL Wittes Lerte^-nalsch ZrSr L"*ll«rtau^61« Mn, ätzt: ll- Sonne ‘ich! Seife; selbst den le ^rbeits- :jfe ist frei ''gl und er- der Arbeit nlidif Seife des Berg. -n Mannes. ■ denn sie zu 35 Plg. Glanz. Bügeln Unikmchi mib gründlich erinh bd Ä.hosMM 0317s Sttinhr.t?. IM- Jill oo.n D 14, d) iti In o S IfiB- big- tnz- e »er ,|(lt d)in. qen- S">- StadtgS E bl» 1 »f|C8 99 ^inri42*°T^' । iKgbbcU^: /^Verein6 "SM — I Do»®erJ1.*^} ÜV. i« SS s ss IW» L«° r: KusllV 9M Perfekte MffM di IN luti.Bta- i. i tii Ikiitt- inM-itn'ii buxdinal \nxn\, n'n6( oao nrl, iWM Aulwrg 60. ‘Muni, byvoibkkm ILk “’lgtdjen’ielliinflb.Aci? ’0|ocniä;;eriöeumfiin,3 ' gksiichi. e»r. anflc- ?A boie unser nn ■ den Gliefc, Sn». n9. j IipoMeo b:lauOAultibcn.*nira8. ,, i unter eb GermcrtW" er I Neuenweg^'. k» Junges chruili-be» * Mädchen au? guter ftflnulte 'N ;tl folibem vebrnl* -• Snnbcl mM.e mtt n. aleichgeünnt. He s. Ms i*i. y, H n"ferbinbunfli««; er boijMlsMö Dienstag, 24. April 1928 Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffenf Nr 96 Zweites Blatt Auf den Liparischen Inseln lebendig begraben. Wo das faszistische Italien mit seinen politischen Gegnern bleibt. - Als Verbannter in der Strafkolonie. Dos Attentat auf den Äönig von Italien wird zur Folge haben, dah sich die laizistische Diktatur In Zukunft noch schärferer Unter- drückungSmahnahmen bedienen wird als bisher. Unterem Sonderberichterstatter Dr. H. B. ist eS auf einer Helfe durch Sizilien gelungen, nach der verbannleninfel Lipari zu fahren und dort mit einer Anzahl Anttfafzisten zu fprechen. hie alS Zwangsverschickte auf der kleinen Infel leben. Palermo, im April. 2elus, der Sott der Winde, hat nach hellenischer Ausfassung auf jenen fieben vulkanischen Inseln gewohnt, die z w i s ch e n S izi l i e n und .Kalabrien liegen und die Ae 0 lischen Inseln genannt werden Oft ist da« Wittek- 'ändische Meer in dieser Gegend von befugen «türmen bewegt; doch fanden sich früher viele Touristen, die der Seekrankheit auf. den kleinen Dampfern trotzten, um die feuerspeienden Berge . wie der argentinische Außenminister Dr. Gallardo versichern konnte, waren es nur die Irigvyenisten. die unter Alvear den Wiedereintritt Argentiniens in den Dölkerbund verhinderten. Es ist möglich, daß das Beispiel Spanien« auch für Argentinien vorbildlich und anspornend wirken wird. Sicher ist, dab Irl- gaben mit einer starken Opposition wird zu rechnen haben. Wan wird ihm, der eine Autv- kratennatur ist. wieder sein persönliches Regiment. Finanzmistwirtschast, Repvtensörderung usw.. mit mehr ober weniger Grund vorwerfen, aber der greife Präsident hat eS Immer zu beweisen verstanden, dah er sich keiner fremden Beeinflussung fügt. Freundschaft mit Gummibällen. Besuch bei dem Jongleur Castelli. Von Frank Warschauer. Hummer 5 im Darietä: ein Drahtfeilvirtuose. Ein Wann, der sein Leben in keiner Weise ernst nimmt. Wenigstens scheint eS so. Er geht nicht mir auf dem Drahtseil spazieren, als wäre er ruf der Berliner Tauentzienstrahe, nein, vielmehr benutzt er seine fragwürdige Situation da oben, um auSgercchnet Charleston und Black Dottom zu tanzen. Richt nur das. Gr läßt das Seil etwas locker und schunkelt bann wild umher. Rechts, links. Rechts, links. Ich muh. mit manischer Ausfchliestlichkcit an eine Zeitungsnotiz denken, etwa so: Infolge unvorsichtigen Schaukelns der Insassen kenterte gestern ein Boot auf dem Wannfee Die au« Friedenau gebürtige siebenjährige Elise HenScke konnte mit Mühe gerettet werden usw. Der Drahtseilkünstler schunkelt iwch immer. Wenn sein Drahtteil schon nicht gespannt ist. so sind es die Rerven der Zuschauer. Alle fühlen sich lauft gekitzelt durch die dreisten Spähe, die der Artist mit dem Tode treibt Wer wird eine« Tages der Stärkere sein? Dielleicht doch der verhöhnte Feind — Absturz, Entsetzen, tödliches Unglück? Ein guter Mensch, den ich seit langem kenne, ängstigt sich immer bei solchen Gelegenheiten fürchterlich. Er fühlt fich in diesem Augenblick für das Leben des Artisten mit verantwortlich. Wein Gott denkt er. der Wann da oben treibt die tollsten Dinge, begibt fich in schauerliche Situationen, alles nur. um mir nach dem Abendbrot ein kleines Vergnügen zu bereiten! Geht die Sache einmal schief — bann bin ich der Blamierte. Dann habe ich ein Menschenleben auf dem Gewissen. Weine Sensationslust ist Schuld an feinen Extravaganzen. Rümmer 6: Es kommt noch ärger. Drei berühmte Gleichgewichtsgenies. Zwei ganz jung, der Dritte gar ein Änäblein von nicht vielen Jahren. Das Änäblein ist sogar die Hauptperson. Ss klettert auf den anderen Artisten herum, steht Kopf auf ihren Köpfen. läßt fich in den unwahrscheinlichsten Situationen von ihnen bis in steile Höhen hinauf tragen, fast bis tum Schnürboden des Darietßs. So jung und schon so fähig I 8s ist eigentlich zum Heulen! Wenn ich denke, was ich in jenen Jahren noch für Dummheiten trieb, und in den folgenden ebenfalls... Der gute Wensch, von dem ich sprach, muh sich wieder ängstigen. Wein Gott, so denkt er, was geschieht, wenn jetzt in dem Augenblick, wo das Änäblein, Bein nach oben, den Kopf auf irgendeine dazu sicherlich brnfbar ungeeignete Metall- spive stützend sich In einer absurden und letzten Endes auch ungesunden Situation befindet, — was geschieht, wenn jetzt eine Dame einen Schrei- krampf bekommt ober ein älterer Herr plötzlich irrsinnig wird ober sich ein Streit zwischen einem Ehepaar entwickelt sbas kann ja vorkommen) — kurzum, wenn das Änäblein erschreckt und jählings aus seiner mühevollen Konzentration ae- rissen wird? Glücklicherweise ereignet sich nichts derartiges. Das Änäblein kommt aus irgendeine merkwürdige Weise wieder in eine normale Stellung und klettert, glücklich, dah die Sache vorbei ist. aus den Boden. Der gute Mensch atmet aus. Rümmer 7: Der berühmte Jongleur Rastelli. Sin junger, feiner, liebenswürdiger Herr. Sämtliche Folterwerkzeuge, wie eiserne Leitern, patador geformte Gerüste, Drahttelle usw. sind von der Bühne verschwanden. Rastelli bringt durchaus nichts mit. als ein paar normale Gummibälle. Marke Kinderspielzeug, und einige runde Stäbe. Und mit diesen harmlosen Gegenständen fängt er nun an, zu spielen. Diesmal droht kein Genickbruch. Richt nur der gute Wensch, auch alle anderen fühlen es. Eine Atmcsphäre der heiteren Spannung verbreitet sich. Alle lind gut gelaunt, alle unter der Führung des Meisterjongleurs. Der macht nun seine Spähe mit den Gummibällen und den Stäben. Aus irgendeine magische Weise hat er sie behext. Jedermann weih, was Gummibälle für unzuverlässige Geschöpfe sind. Jedermann hat schon seine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht. Sie sind unrubiaer als — nun als Heine Kinder. Sie lullern beständig herum, ganz besonders, wenn sie das nicht sollen. Hier aber sind sie plötzlich folgsam und artig. Sic fliegen durch die Luft, eins. zwei, vier, acht, kehren zu dem jungen, heiteren Mann zurück, taffen sich wie trauliche Vögel nieder auf feinen Kopf, auf den schmalen, senkrecht balancierten Stäben, auf Schultern und Fingerspitze, auf einem Vein und einem Arm. Es ist, als liebten sie ihren Weister, der liebenswürdig und lächelnd über sie herrscht, sie dirigiert, auftlattcrn, zurück- kehren läßt, mit ihnen in unzähligen Situationen ein Feuerwerk der Leichtigkeit, des geistreichen Spiels zaubert. Dazwischen flattern einmal größere Vogel durch die Luft, eine ganze Serie von Tellern, und schliehlich fliegen Suuunrbälle, wen und übermütig geschleudert, zu den Zuschauern. Wie verläuft fo ein Leben, das eines Artisten von Rang? Rach der Vorstellung suche ich den (eingliedrigen Italiener auf und lasse mir erzählen von dem Schicksal einer ganzen Familie, oas den Gummibällen gewidmet ist. Der Kunst, sie und andere mehr oder weniger aufsässige Gegenstände zu dressieren, dem virtuosenhaften Spiel, daS im tiefsten Grunde dem aller anderen Künstler verwandt ist. Enrico Rastellis Vater ist nach vierzigjährigen Reisen nach seiner Heimatstadt Bergamo zurückgekehrt; besitzt dort eine Landwirtschaft und ein Dutzend Häuser; erzieht seine Enkelkinder, während der Sohn reist; und Iaht höchstens in träumerischer Erinnerung an seine Vergangenheit ab und zu ein Paar Teller. Messer und Gabeln durch die Lust fliegen, ohne dah irgendjemand dabei zu Schaden kommt. Enrico aber zeigt in allen Weltteilen unablässig fein Spiel, das leicht und heiter ist, mag es auch in täglich sechsstündigem Training stets von neuem geschlissen, vielleicht ’ogar erkämpft (ein. Rein, es ist kein Kampf. Dies nicht. Und ist es nicht gut, zu wissen, dah In einer Welt der Mühe und harten, oft bösen Arbeit ein Mensch Sristcnz, Ruhm und Geld erwerben kann durch biele Kunst, die erstaunt und erfreut — die der Freundschaft mit Gummibällen? Das Pariser Wohnungselend. Angesichts der Tatsache, dah das Pariser WohnungSelend ärger ist denn je. hat der Pariser Gemeinderat schnelle Hilfsmaßnahmen beschlossen. Rach einer vorgelegten Berechnung wohnt zur Zeit ein Viertel der Pariser Bevölkerung unter Umständen, nach denen höchstens ein halbes Zimmer pro Familienmitglied zur Verfügung steht, während 11 Prozent bet Bevölkerung möbliert wohnen. Sachverständige betonen, dah Parts tatsächlich 100 COO Wohnungen nötig hat. Doch das Bauen schreitet langsam vorwärts. 1913 wurden noch 1021 Häuser gebaut, 1926 dagegen nur 306, und dann noch meistenteils Hotel«. Die Gemeindeverwaltung baut jetzt selbst 1000 Wohnungen, um die bereits übet 77 000 Menschen anstehen. Dor allen Dingen fehlt es an Geld. Man spricht von einer Sondersteuer, außer dem ist vorgeschlagen worden, dah die Bank von Frankreich Geld zu einem niedrigen Zinsfuß vvrschiehen soll. Ein dritter Plan sieht den Dau von Häusern auf Reparationsrechnung vor, 1 Orient. In dem jetzt fo beliebten Algier. Sine Händlergasse. Kommt ein Fremder. Springt ein Händler auf ihn zu. „Darf ich Ihnen al« meinem Gast eine Tasse Tee anbietenT' .Danke." .Oder eine Schale Mokka?" .Danke." .Aber vielleicht eine Taffe Schokolade?" .Rein. Verzichte. Aber Sie haben da eine nette Seide. Was kostet sie?" .Sofort. Mir liegt nichts daran, mit Ihnen Geschäfte zu machen. Ich will nicht verkaufen. Lassen Sie das doch, Herr Doktor. Vielleicht doch eine Taffe Tee?" .Danke. Habe keine Zeit. Also was kostet die Seide?" .3a, was fall ich sie Ihnen rechnen? Ich mochte an Ihnen nicht gern verdienen. Was ist sie Ihnen wert?" .Ditte, machen Sie einen Preis, sonst gehe ich. .Schön. Wie Sie wollen. Ich will nichts verdienen an Ihnen. Geben Sie mit das, was sie mich kostet. Geben Sie 150 Franken," .Aus Wiedersehen." .Dieiben Sie. Ich habe eS ja gleich gesagt, die Seide ist nichts für Sie. Also was wollen Sie dafür anlegen?“ .Zehn Franken." .Zehn Franken? Da büße ich ja SO dabei eins" .Also?" .Geben Sie mir meinen wirklichen Einkauf, geben Sie mir fünfzig Franken." .Zehn-" .Vierzig." .Keinen Sous mehr." .Dreißig." .Adieu? . Fünfundzwanzig." Endlich einigt man sich auf fünfzehn Franken. Stolz trägt der Seine Globetrotter seine Seide heim. Rähert sich ihm ein zweiter Händler. .Dars man fragen, was der Herr Engländer für die Seide bezahlt Jkü?“ IFünfzehn Stanten? Großer Go» so ein schönes Stück Geld. Bei mir hätten Sie denselben Stoff für acht Franken bekommen." (Aus dem Französischen von 2. H. R.) Aus der Provinzialhaupistatst. Meßen, den 24. April 1928. So nebenbei. Aus der - aber 'in, man nennt den Ramen der Straße lieber nicht. <86 entsteht so leicht Gerede. Also auf einer Straße steht ein große- Beet mit Hyazinthen unter einem Magnolienbaum. Sie sind holländischer Abstammung, also ruhig und reserviert, ilnb höflich. Eigentlich müßten sie betäubend duften aber dufte einmal einer bei der Kälte! Eine wundervolle Rosa sagt zu einer Blauen: „Ich bewundere 3ßre Farbe, sie ist äußerst selten. Mynheer." „Sie ist nicht natürlich," entgegnet der Angeredete, „sie müßte Opal feip, aber bei der Kälte friert man blau." „Bedauerlich, bedauerlich." gibt die Rosa zurück, „auch ich leide, ich könnte ganz anders aussehen, und in dieser kahlen Llmgebung komme ich mir sehr deplaciert vor, man wirkt nur Im richtigen Rahmen." „Sie sind eben zu früh herausgebracht worden." mischt sich die Magnolie ein, „zur richtigen Zeit zu erscheinen oder zu verschwinden, ist allerdings eine Kunst, die gelernt sein will. Wer etwas auf sich hält, drängt sich nicht vor." Die Holländerin errötete vor Aerger noch tiefer. „Aergern Sie sich doch nicht," sagte der blaue Mynheer. „die Magnolie ist alt. ich tariere sie auf mindestens 40 Iahre. Da muß man schon haushälterisch mit seinen Reizen umgehen. Die Äugend hat das Borrecht, nach Impulsen zu handeln, und die Ostertage rechtfertigten unsere FrühlingSsehnsucht durchaus." Die Veilchen hörten bescheiden zu. Veilchen sind immer bescheiden ohne dieses Attribut wären sie eben feine Veilchen. <8S ist sehr vor- teilhast, unter einet rubrizierteil Etikette zu stehen, man kann sich dabei alle- mögliche erlauben. Lind so kokettierten die Veilchen in aller Bescheidenheit mit einem Schmetterling, einem krassen Fuchs, der sie umflatterte. — Die Hyazinthen wurden ordentlich neidisch, strengten sich aufs äußerste an zu duften ... aber da kam ein Regenschauer und machte allen Gefühlen ein Ende. Ieder sah nur, wie er sich in Sicherheit brachte. Auch da- junge Mädchen im Kaschamantel und Sxotenstrohhut. Sie hatte ihren Frühlings- float angelegt, to l sie sich auf derach so, ich wollte ja den Straßennamen nicht nennen. Also weil sie sich dort gerade mit ihrem Verehrer, einem krassen FuchS getroffen hatte. Lind da fiel der Schauer auf ihre ersten Gefühle, oder der erste Schauer auf ihre Gefühle man kann das nicht genau wissen. Ich weiß nur eins, ich muß mir auch sobald wie möglich Frühjahrsgarderobe besorgen, denn wenn der Mai so normal wird wie der April, komme ich ja um in meinem Pelzmantel. E. v. M Oie Abwicklung der Landes- unb Kommunalsteuern 1925 — 1927. Der hessische Finanzminister und der hessische Innenminister geben gemeinsam folgendes bekannt: Rach Artikel? Abs. 1 deS SteuervorauS- zahlungSgesetzes für daS Rechnungsjahr 1928 vom 28. März 1928 sind Vie für das EtatSjahr 1 926 und 1927 zu entrichtende staatliche Gewerbesteuer vom Ertrag und vorn gewerblichen Anlage- und Betriebskapital, ferner Vie staat 1 iche Grundsteuer und Sonder- flebäubefteuet für da« Rechnungsjahr 1927 abaegolten durch die Zahlungen, die zu leisten waren auf Grund deS Gesetzes über die Gewerbesteuer 1925 vom 31. März 1925 und des Gesetze« zu dessen Ausführung vom 26. Juni 1925 in Verbindung mit den Finanzgesehen für die Rechnungsjahre 1925. 1926 und 1927. sowie auf Grund des SteuervorauszahlungSaesehes vom 29. März 1927. Rach Artikel 7 Abs. 2 des Steuer- vorauSzahlungsgeseheL für da« Rechnungsjahr 1928 ist gegen die Anforderungen von vorläufigen Lande-steuern und von Bor- auSzahlungen auf diese Steuern nach den in Absatz 1 genannten Gesehen insoweit die Grundlagen für die vorläufigen Anforderungen und die Vorauszahlungen nicht rechtskräftig feststehen — al« Rechtsmittelverfahren das Berufungsverfahren nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung gegeben. Aus Grrmd des Artikels 7 Qlbf. 2 Satz 2 des SteUervorauszahlungs- gesehes 1928 wird festgesetzt, daß die Lin - spruchsfrist von einem Monat vom 5. Mai 1928 beginnt. Gemäß Artikel 10 in Verbindung mit Artikel 11 des SteuervorauszahlungSgeseyes für das Rechnungsjahr 1928 werden die Vorschriften des Artikels 7 a. a. O. aus die entsprechenden Steuern (Umlagen) der Provinzen, K r e L,s» unb Gemeinden für sinngemäß anwendbar erklärt. Die Einspruchsfrist für diese Steuern ist die gleiche, wie für die S?anbe«flcucm. Daten für Mittwoch, 25. April. Sonnenaufgang 4,45 Llhr, Sonnenuntergang 19,12 Llhr. — Mondaufgang 8,27 Llhr Mond- untcroang 1.02 Llhr 1533: Wilhelm L von Oranicn geboren; 1599: der Staatsmann Oliver Cromwell in Hun- tington geboren; 1804: der Maler Friedrich Preller In Eisenach geboten: 1362: der eng- Usche Staatsmann Lord Eduard Gred in Oxford geboren: - 1874: der Physiker ©uilclmo Mar- font in Griffone bei Bologna geboren (tkftcncr Wochcnmarktpreifc $$ kosteten auf dem heutigen Wochenmarll: Butter 180 bis 200. Matte 30 bl« 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 40 bl« 45. Weiß- kaut 25 bi« 30, Rotkraut 40 bis 45. gelbe Rüben 25 bis 30. rote Rüben 15 bi« 20, Spinat 25 bi« 30, Llnter-Kohlrabi 12 bl« 20. Feldsalat 120 bis 150. Tomaten 130. Zwiebeln 25 bi« 30. Meerrettich 40 bis 100. Schwarzwurzeln 60 bl« 90 Rhabarber 30, Kartoffeln 4 bis 5, Achsel 15 bis 25, Suppenhühner 100 bis 130 Ps da« Pfund: Eier 9 biS 10. Blumenkohl 60 bi« 180 Salat 15 bi« 35. Salatgurken 100 bis 130. Lauch 10 bis 30, Sellerie 10 bis 100 Ps da« Stück Radieschen Bd 20 bi« 30 Ps Borriotizen. TageSkalenVer für Dienstag Stadttheater. 8 Llhr: „MrS. Chenevs Ende" (önbe 10 Uhr). - Lichtspielhaus Bahnbosstraßc „Die letzte Galavorstellung de« Zirkus Wolfson Astvria-Lichtspiele: „Der TvdeSveiter von Arizona . ~~ 2us bem Stadttheaterbureau toirb utt« geschrieben: Am Mittwock, 25 April | geht die interessante Reuheik ..Da« Kamc/ geht durch da« Radelöhr" von Frantisek Langet, zum letztenmal in dieser Winterspielzeit in Szene. Da das Werk nicht mehr durch das ganze Abonnement gehen kann, wird eS im Sommer noch einmal zur Ausführung gelangen. 3m übrigen sei ausdrücklich bemerkt, daß im Sommer keinesfalls Stücke gegeben werden, die im verflossenen Winter im Abonnement gewesen sind, oder im nächsten Winter durch da« Abonnement gehen werden. •• Schulbeginn. Dm heutigen tage nahm der Unterricht in allen Schulen unserer Stadt nach etwa brcimöd)igen Osterferien wieder seinen Anfang. 640 Abcschützen gingen heute morgen an der Hand der fürsorgenden Mutter zum erstenmal den Weg zum Schulhaus unb taten den ersten Schritt ins Leben hinaus. In den Schulhäusern herrschte natürlich leb' Haftes Gewimmel und Durcheinander der kleinen Gesellschaft und der besorgten Mütter, denen jedoch die Lehrer und Lehrerinnen überall mit der gewohnten Freundlichkeit entgegenkamen, wodurch sie Tagung des Berkehrsbundes Oberhesfen. Gestern fand in Gießen im Hotel Schütz die ordentliche 3ahre«tagung de« Ber- kehrSbundes Oberhesfen unter Leitung deS VunbeSvorsitzendrn. Beigeordneten Dr. Hamm- Dießen statt. Die Bundesmitglieder «bekanntlich gehörest die Provinztalverwaltung, hie oberhesfischen Kreis- und Stadtverwaltungen. die staatlichen Bade- und Kurdirektionen, die Industrie- und Handelskammern Gießen und Friedberg, die Handwerkskammer, Verkehrs- verein usw.. daneben einige Einzelpersonen dem Bunde an) waren in sehr starker Zahl durch ihre Beauftragten vertreten. Rach kurzen Be- grüßungswvrten an die Versammlung erstattete der BundeSvorsitzende Dr. Hamm den folgenden Bericht deS Bundesvorstandes übet da« Kalenderjahr 1927: Es ist für un« schmerzlich, den ersten Rechenschaftsbericht, den wir nach unseren Satzungen vorzulegen haben, mit einer Kundgebung der Trauer einleiten zu müssen. Am 24. Ianuat 1928 verstarb der Rechner unseres Bunde«, Herr BürgermeisterTheodorVölket-Lich. (Die Versammlung erhebt sich von den Sitzen. D. B.) Der Entschlafene hat seine Pflicht al« Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes in stets vorbildlicher Treue und mit größter Gewissenhaftigkeit erfüllt. Er hat durch feine rege und immer sehr interessierte Mitarbeit ganz außerordentlich zur Forderung unserer Bundesarbeit beigetragen und dadurch wesentlichen Anteil an den Erfolgen, die wir bi« heute erringen konnten. Dem Entschlafenen wird der Dank unseres Bundes immer gewiß sein. Wir werden dem arbeitSsrohen unb vorbildlichen Manne ein treues Andenken bewahren. Die Arbeit unsere« Bundes wurde alsbald nach seiner Gründung am 29. Rovember 1926 mit einer energischen Aktion zur Verbesserung der Fahrplanverhältnisse in der Provinz Oberhessen eingeleitet. Untere große Fahrplaneingabe vom 1. Februar 1927 sand erfreulicherweise bei der Deichsbahndirektion Frankfurt a. M. die verdiente Beachtung. Es ist nn« eine Genugtuung, an dieser Stelle mit aufrichtigem Danke an die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. feststellen zu können, daß durch die erwähnte Fahrplaneingabe und das große Entgegenkommen der Reichsbahndirektion eine wesentliche Besserung der Eisenbahnverkehr-Verhältnisse in unserer Provinz eingetreten ist. Wenn auch noch nicht alle Wünsche erfüllt sind, so geben wir uns doch der Hoffnung hin, daß die Reichsbahndirektivn auch künftighin unteren Vorstellungen weitgehendstes Gehör schenken und ihnen Erfüllung verschaffen wird. An Anregungen unsererseits zur weiteren Ausgestaltung des Reichsbahnfahrplans In unserer Provinz una auf den großen anschließenden Strecken wird e« nicht fehlen. Im Lause des Berichtsjahre« toaren wir. ferner an zwei weiteren Fahrplan- kvnserenzen mit der Reichsbahndirektion Frankfurt beteiligt, und zwar in R i d d a und in Alsfeld. Auf beiden Konferenzen war unser Bund durch den Bundesvorsitzenden, Herrn Beigeordneten Dr. Hamm, vertreten. Auch bei diesen Gelegenheiten wurden unsere Wünsche den Herren Vertretern der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. zur Kenntnis gebracht. Weiter nahm der Bundesvorstand an den Besprechungen von Fahrplanfragen teil, zu denen der Hessische VerkehrSbund Darmstadt geladen hatte, und zwar handelte e« sich dabei um Konferenzen in Bad-Rauheim und Fulda. Hier wurden Angelegenheiten behandelt, die sich zur Zeit noch in der Schwebe befinden. Die Bemühungen zur Erlangung einer weiteren Bahnverbindung quer durch den Vogelsberg hat der Bundesvorstand mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Gr hat sich aber im Hinblick auf die sehr stark widerstreitenden Interessen urtb angesichts der Tatsache, das) die unmittelbaren Interessenten sich bislang nicht zu verständigen vermochten, eines Eingreifens in dies« Bewegung noch enthalten. Der Bund ist nicht in der Lage, einseitig für ein ganz bestimmte« Projekt zum Rachteil der anberen Gebiete bc8 Vogelsbergs Stellung zu nehmen. Er muß erwarten, daß zunächst die unmittelbar interessierten Kreise des Vogelsberg« unter sich eine Verständigung auf ein einziges Projekt herbeiführen. Die Bestrebungen de« Vogelsbergs in dieser Bahn- fache werden vom Bundesvorstand ständig mit Aufmerksamkeit verfolgt, und zur gegebenen Zelt wird c« nicht mt her nachdrücklichen ilntcr- stühung eine« einmütig erwählten einzigen BahnproiekteS der Vogelsvergbewohner durch den Bund fehlen. Um die VerkehrSwerbung für unsere Provinz auf icinc breitere Grundlage zu stellen, veranstaltete der Vorstand des Bunde« im Frühsommer 1927 eine Pressefahrt durch den nördlichen und mittleren Teil unserer Provinz. An dieser Fahrt nahmen zahlreiche Vertreter bedeutender Zeitungen Deutschland« teil. Den Herren der Presse haben die städtebaulichen und lanbfdmfHießen Eä-vnheiten unterer Provinz sehr gefallen. In den veröffentlichten Artikeln in vielen Zeitungen ist bann auch üßer- scugenb und eindringlich von den Pressevertretern zum Ausdruck gebracht worden, daß unsere Provinz allen Reise- unb Wanderlustigen al« ein schönes Fleckchen Erde zum Betuch dringend zu empfehlen sei. Der Erfolg dieser Presse- sahrt konnte von un« in zahlreickren Anfragen von Interessenten nach Führern unterer Pro- binx Htgcftellt werden Da wir bisher ein solche« Führerbuch nicht befaßen, mußten wir Fragesteller je nach ihren Wünschen an tue einzelnen Städte verweisen Gtc-ichzeitig haben wir stet« die Stadtverwaltungen batadß- ridjtiat unb ihnen empfohlen, den Interessenten da« gewünschte Material direkt zu übermitteln Ibir dürfen an nehmen, daß auf diese Weise unserer Provinz tm verflossenen I Ian beachte bk |tüH|t Schach»6tke. ‘Bearbeitet von D Orbach Eingesandt. (3ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Stadttheater und Publikum. Weist. Weih am Fuge erzwingt da- Remis. Weih: 4 Steine. Ka4; Lf3; Sh3; Ba2. Schwarz: 3 Steine- Kd5; Le4; Bb2. Lösung bei Problems Ar. 155. Don H. Ranz, Uetzhaufen 1. Te8-e6! b c d e Aus dcr Lchachwclt. Wie unr aus zuvertätsiger Quelle erfahren, plant die ^urveru a! lung de-> Bades Soden t. ’X- •.m Monat 3uni d 3. e.n internationales chaupi- hiw. er Die Aheinichachnklsterschaft lt n. r n er t. M e m 3=' ftanbe sofort ins Friedberger Krankenhaus brachte. - .. btrete «chotten. !dbe»'g il6 irit «•‘"SÄ*’!» ' Ät^^?»'fteni 'ÄÄ T Dom f üblichen Doge lsberg 2L April- Das außerordentlich ungünfr.gc Wetter bet letzten Woche das uns säst täglich Aegen und Schnee brachte. Hal der Bienenzucht schweren Schaden Mtgesügt. Die schon durch bte 'chlechten Erträge der zwei^ letzten ,Jahre stgrk «rrückgeaangene Zahl t ~ flB1 fährt durch die Ungunst der Imker sogar bic Rachschau und die Unterstützung »einer Lieblinge mit Futter unmöglich macht, eine weitere Verminderung. Die Kirschblüte dürste völlig vernichtet sein. An allen Bäumen lieht man schwarzgeworbene Blüten tn einen Baum zum Lagern seiner Waren auf- fUbren will, und eine Schreinerwerkstatt ihrer baldigen Vollendung entgegensieht. Bei den erwähnten Umbauten handelt es sich in der Regel um Vergrößerung und auch Utoberniftenmg der seitherigen Hinrichtungen -r. Ober-Ohmen. 21. April. In unserer Wasserleitung finden sich seit kurzer -3cit 9 biS 10 Zentimeter lange, zwirnsadenbicke Dür- mer. deren Farbe von röllichem bis fchmutztg- weihen Drau wechselt. Fast täglich muffen die Hähne der Wassertet tun aen aercuugt werden. Der BvUsmund bezeichnet dieses bi« vor zwei Iahven gänzlich unbekannte Gewürm mit dem Damen „D a s s e r l a l b". 2lls Gegenmaßnahme werden sämtliche Hydranten und Schieber geöffnet und die Leitung durchgespült. HoNentlich gelingt es. dieses Ungeziefer au« der Leitung zu Publikum eine stramme Ai nichtende Kritik hat ihr na bic stramme Aüge damit eine Aechtsertigung. Trotzdem scheint mit auch der spontane Beifall de« ^größeren Teil« de« Publikums" nicht blost tadelnswert Diele geistig vielleicht weniger geschulten und höchste,enden Leute freuen sich einfach und — das -z^ort ist ja doppelsinnig — einfältig. wenn statt der schwülen, manchem zu tiefen und zu fernen Probleme etwa be« Oltober- tagB ober des Brandes im Opernhause die gang alltägliche und darum langweilige „Liebe und Treue" wieder zum Worte kommt, freilich aus einer Atmosphäre heraus, die dem herrschenden Zeitgeist noch reichlich Aechnung trägt. So ift das Stück auch on anderen Äunft hätten, z B. in Stuttgart, nicht bloß vom Publikum, fonbem auch von bet Kritik freundlich ausgenommen worden. Es gibt lunstliebende Menschen, bic des Pfeffer« überdrüssig find, der ihnen in heutigen Problemstücken geboten wird. H H Slusiuu, * ®ln9cr n? 61t >vio tzM an öet > irr? $ mehrere Ä‘ "J? ein A eil am% feiert bit iS E flB‘ ff««* Err (U.1- ®it tolt ». 'tt’tor MS® .^schreiben deren Srndmi übev f jjrt in der glrjch, 50 Silbe» 10 * “W in der ; weder einen In« Mdmaibi der Der- r,ven Mibiidutut- Diliailurlen tut tte.- hlich Tekgenheii. A» ilt bereit« nach brr- ächen *KM it im Mit Sen SertiMts . chtist an erst chtvintm-Derb' 1846 (Mert, btr rtmendkn wtint81o| ltet und die heut im mit an erster Mit ohne daß es bisher zu gröberen Geschäften gekommen zu sein scheint. Uneinheitlich war das Geschäft 'm österreichischen Teil dieser Messe Da« Bild der T e k t l I m e s s e ist zunächst noch wenig übersichtlich. Die Gruppen sind konjunkturell durch da« dem ungünftlgen 'Detter der letzten Wochen entspringende geringe Geschäft im Einzelhandel beeinflusst. Die Erwartungen, die man deshalb an die Frankfurter Messe geknüpft bat, waren nicht sonderlich hoch. Einzelne Gruppen sind recht zufrieden. So hört nwn von guten Verkäufen in Strumpfwaren, Strickwaren. Trikotagcn. Schürzenbändern und Gardinen. Ter- hältniSmähig befriedigend war die Rachsragr in Danmwolfwaren. Krawatten. Decken. Teppichen. Hcrrentuchen, Mühen. Schwächer lagen Herren- und Damenkonfektion, bessere Herrenwäsche. Posamenten. Hüte. Die stark propagandistisch eingestellte Textttmarkenschau sand auster- ordentlich starte Beachtung. Der Gefamteindruck. den man von ben geschäftlichen Resultaten des ersten Tages erhält gestattet noch keine Prognose für den Verlauf der Messe. Menge. I Ober-Lais. 22. April. Die Schul- sparkasse, bic der hiesigen Spar- und Dar- lehenskafse angeschlossen ist. hatte tm vergangenen Schuljahr bei 49 Einlegern 090 Mk. Einlagen. - Morgen werden die Schulrekru- t e n In bic Schule ausgenommen. Ihre Zahl ist mit 19 sür unser Dorf ziemlich hoch. Damit ist der im letzten Schuljahre erreichte Tiesstand bet Schtzterzahl (tn beiden Klatten zusammen 80 Schüler- überwunden. . T Gla « hütten. 21. April Die Gemeinde Mt gelegentlich der Feldbereinigung Gelände für bte Anlage einer neuen Ort«N raste ausscheiden Die neue Straße soll die bnngvnb nbtigcn Bauplätze schassen und verhindern, hast bat Dors zu sehr auscinandergezogen wir^ Sie soll tertia chaussiert teerben; auch d.e Aohre für Ne Wasserleitung werden sofort verlegt, um spätere Ausbrüche zu vermeiden. • Ulrich ein. 22. April. Der 5cm- sprechdienst bei dem Postamt Ulrichstein findet ab 23 4. an Dochcntaaen von 8 hi» 20 Uhr statt. An Sonn- und Feiertagen verbleibt e« bei dem seitherigen Dienst, 8 bi« 9. und 11.30 bi« 12.30. Acrztliche Hilfe au« Ulrichstein ist durch den Fernfprechcr von j e d e r P v st h i l s« st e 11 e au« zu jeder Tage«- und Vachtzrtt zu erreichen. Mreit «l-frlv. -er. Homberg a. d. Ohm, 21. April. Dem langjährigen Schäfer unserer Gemeinde. I ak. Schneider, wurde in Anerkennung seiner 5 0- jährigen treuen und gewissenhaften Dienste seitens bet LandwirtschastSkammer in Darmstadt bic Medaille .,F ü r treue Dienste" ber- liebcn, und diese ihm unter anerkennenden Worten durch Bürgermeister Schweiler in Gegenwart de« Demeindcrat« überreicht, für welche Auszeichnung der Subilar sichtlich gerührt dankte. - Hier herrscht zur Zeit eine rege Bau- tätigkeit, die als Umbauten bezeichnet werden kann, «ine größere Anzahl Neubauten wird gleichfalls zur Ausführung kommen. Die Umbauten betreffen das Aahrungsmittelgcwerbe «Metzger, Bäcker), auch daS Bekleidungsgewerbe ist herunter vertreten (Schuhmacher. Mützenmacher), einen ntzuen Laden und Werkstatt will ein Schlosser erbauen, während ein Spengler schinen fand starkes Interesse. In Anbetracht der umfangreichen Objekte ist heute SU wesentlichen Abschlüssen, abgesehen von 5klem- malchinen. noch nicht gekommen. Die Situation wird aber von den Ausstellern opttmiftrsch beurteilt. Auftrage sind in den nächsten Sagen zu erwarten. Sin ähnliches Bild bot am ersten Tage D Münchholzhausen, 22.April. Lehrer Jung von hier wurde mit Wirkung vom 1. Mai an tum Lehrer an der evangelischen Volksschule in 6obernbeim, Kreis Kreuznach, ernannt. Die | Gemeinde lieht Lehrer Jung, der mehrere Jahre an der hiesigen Volksschule erfolgreich tätig war, nur ungern scheiden. Auch der hiesige Gesangverein „Concordia" und der Gesangverein in Pohlgöns, deren Leiter Lehrer Jung war, be- dauern den Fortgang ihres mehrjährigen Dirigenten Die Verwaltung der freigewordcnen Lehrerstelle ist dem Schulamtsdewerber Erich Post in Sovernheim übertragen worden. 02 od) el beim, 22. April. DcrGemeinde - rat hat in feiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Hauser der «Demeinde umjunumeriere n. Die Numerierung soll strastenweise erfolgen, wobei an Stelle der alten Strahenbe^eich- nungen folgende neue treten sollen: die frühere Ludwlgstraste 'oll jeht Waldstrahe beißen, die Schnappgasse Friedyofswea. die Altegasse West- anlagc, bic Kuhgasse Wetzlarer Strohe, der Grasige Weg Gartenstrahe. die Gemcindcgasse Dleich- stradc, die Eichgasfe Lichbrunnenstrahc, die AindS- gaffe Lindenstrahc. die Dchöfsengasse Kirchgaffe, I die Wühlgassc Mühlbachstrahc. die Strahc „Am Iohannes Brounfchen Gehöft" Schulstrahe, und die Strahc ..Am Iohannes Si:aelschen Gehöft" Zeldstrahc. Auf ein die Aeubezeichnung der Strassen betreffendes Preisausschreiben erhielten drei Ortseinwohner je einen kleinen Geldpreis. — Die Verbindung« st rahe von hier nach Dornholzhausen (Kleebach- I strahe). die in den letzten Iahten bereit« bi« zur '3lMtoeigung be« Weges nach der Kunstmühle verbreitert wurde, soll nunmehr auch auf der restlichen Strecke bis zur Dornholzhäuser Gemarkungsgrenze eine Verbreiterung erfahren, um sie den gesteigerten Anforderungen de« Verkehr- anzupafsen. Die Arbeiten sind dem Bauunternehmer G ü m b e l von Hörnsheim übertragen worden. Xtrcifr Biedenkopf. < Wc ibenha usen, 22. April. Heute abend wurde ein hiesiger junger Bursche namens Burk von dem Auto eines in der Aähe wohnenden Industriellen auf der Chaussee zwischen Gladenbach und Erdhaufen überfahren und getötet. Ein junge« Mädchen, da« mit ihm ging, wurde ebenfalls verletzt und bewuhtlos in die Klinik transportiert. Anscheinend ist fein Zustand aber nicht lebensgefährlich Wie sich der Unfall zugetragen hat. fleht noch nicht genau fest. Iedenfalls haben sich bte beiden jungen Leute aber auf der vorschrift-mastigen Seite der Landstrahe befunden und ist das Auto zu dicht an den Fuhpfad herangekommen. Der Fall ist besonders tragisch, da der junge Mann eben seine Gesellenprüfung gemacht hatte und morgen eine Dienststelle in Hartenrod antreten wollte, um dann seine Mutter, eine Krieger-- Witwe, unterstützen zu tonnen. Dillkreis. DSA. Herborn. 23. April. Ein «ebtoerer Mvtorradunfall ereignete fich gjn SamS- tagabenb gegen 6 Llhr auf der Strahc von Dusternhain nach Herborn. Der 32 Iahre alte verheiratete Bauunternehmer Karl Götz von Viedershaulen wollte einem entgegenkommenden unbeauffidbtigten Fuhrwerk fogcnannt‘?t .Fahrender Leute" ausweichen, wobei er an kn Strassengraben geriet und stürzt e Er erlitt eine Gehirnerschütterung und sonstige schwere Derletzunyen. Der Beitayrer Zriedr Grün ton Obers Hausen kam mit leichteren Verletzungen davon. Beide wurden nach dem Äranfcnbauic in Herborn verbracht. Maingau. WSA. Frankfurt a.W.. 23. Aprll. Sin arbeitslos er und unter Polizeiaufsicht stehender 35 Jahre alter Wann wurde an einem der letzten Abende auf der Xaifcrftrahe von einem Pollzcibeamtcn beim Betteln betroffen. Er fast biteft auf dem Bürgersteig untet Su- rüdlcgung feines gefunden Beine« und täuschte damit den Passanten meisterhaft vor. ein Schwerverletzter zu fein. 2ll« er von dem Beamten aufgeforbert wurde, sich zu cick- fernen. kam er dieser Aufforderung nicht nach, und bei feiner folgenden Sistierung unternahm er plötzlich einen — Fluchtversuch. Er lief . wie ein Rekord! auf er davon mid bedrohe dabei mit seinem kräftigen Spazierstock bte tbn milverfolgenden Pafsanten und den Poluei- beamten. Es gelang schliesslich, den Wann wieder i einzuholen und festzunehmen wobei er > immer noch heftigen Widerstand leistete. Deist. Weitz zieht und seht in zwei Zügen matt. Weist: 10 Steine. Kg4; Df6; Tf2, h2; Lb4, h7; Sbl, b2; BbO, g5. _____ Schwarz: 9 Steine. Ke3; Ld4, e2; Sd2; Bc3, d3, e5, f3, 17. Endspiel Rr. 54. Don P. Heuäcker, löten. Schwarz. ffen. Men ; Mril. Unter 'evntm n* »elb. H " i am Samltagobcnh Uif)etorbentfl6t ® */ tz Der von bem xtSr Klein kvv L letzten sank ScreinSMlltbetkiN' dem uf dein Anwesen M Warf ötevem ruhe^ iden Mitgliedern u° «b» -Hr- ü". ithcr n ö ö.f EchUlfMd' . ■ |jti ehret hier nach w r s heute < Klalie mmen, „Das Kamel geht durch ein Aadclöhr", das zweiftllos recht harmlose Stück hat also .eine vernichtende Kritik" unb das beisallklatfchende :üae gefunden Di? ber- achgewirtenes Aecht und Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Aedakttvnstisch. Deed im Hörsaal An der Technischen Hochschule in DrcOden Var Hallwach« einer der Professoren, die dem Ttzp her .Fliegenden Blätter" lebhaft vidersprechen. Die hellen Sommeranzüge. sein Monokel waren Ergänzungen seiner eleganten und witzigen Art. sich zu geben Ungeheuer gekränkt ftihlte sich drr hohe Herr, wenn man zu spät In seinem Auditorium erschien. Al« einstmal« einer seiner Hörer durch zu fvätc« Eintreten seinen Unwillen erregte, hielt Hallwachs im Dozieren ein, und. das Monokel in« Auge klemmend, betrachtete er mastregelnd den Verspäteten. Dieser Iüngling nahm umständlich Platz, erfaßte dann die Stille, sah. seinerseits ein Monokel in« Auge klemmend, den Herne Professor erwartung-voll an. und. al« der die Sttlle noch immer nicht unterbrach, stand et wieder mit der gleichen Umständlichkeit aus. und sprach, entschuldigend unb hbslich: ,Verzeihung. Herr Professor, ich dacht, hier ttnirbc g c l e 1 c n“. worauf er verschwand Das feinste und klügste tat nun aber Hallwachs. indem er. anerkennend auf di? Türe weifend, meinte. .Der Mann war mit über." Unb alles lachte nun mit i h m mit. D. X & Herr pietsch aus ßonnerote, an seinen Hund. „Hu gomin, mei gubcs Hündchen, de bist ich lange genug vor dr Hausdiere gewäsen. Mr wolln nur wieder hibsch nuss bei '« Frauchen gehn. Haste« gebeert, mei Schnuckchen? Russlaattchcn wolln mt bei de Mama. - Awer Fibbsel. be bist doch beite gar gcc braves Gärlchcnt De muhb doch schccne solchen, wenn dir Härrichen seist. Fibl's! Gamm här! Dc blamierscht een ja förmlich vor 'n Leiten mit deiner Widerborschtigaeet. — Qia los. ich sag drsch noch flmal im <9üben: mr gehn jetz bei s Frauchen. Da gricht Fibbfel ooch ä Zuckerchen auS dr Biggfc. Au. wo sauste denn nu toibbct bin, dummes Ludet? Hier wohn'n mr dvchl — Da« bcefit. jetz relftt mt atocr be Gebuld, du Dlabdfert Ich last mich bvch nich von blr vetgnacken. I« bas bt Dank, bah mt dick uffgebäbbclt Ham. he? So ä undankbares Viech tote bich gibt« boch in ganz ®onnc- wiy nich zum xtoectew Mate - Aa warte, du teidche« Biest. ,etz »Ich' 'ch dr atoet eens mit dr Beittchc Iber, dast be «ebft. wär hier « Gom» manbo hat. — Gifte wohl, nu gommftc gegrochen. Un ba« mr da« nich wieder bafliert. du Binsell Beinahe hätte sich bei arme« Härrichen uff- gereecht wächen dir. Lene Voigt. Eröffnung der Frankfurter Zrühjahrsmeffe. Die Frankfurter Frühjahrsmesse nahm am Sonntag bei leiblich gutem □»£1™^ ihren Anfang. Schon rein äußerlich ist bte toiebcr auswärts ftrebenbe Kurve bet Frankfurter Messe ersichtlich durch die restlvseBelcgung aller verfügbaren Hallen, durch wieder zahlreicher hervortretenbe Aeklamefchilder unb durch ben Mallenbe'uch. den der erste Tag aufzuwe'sen hatte. Infolge gleichzeittg staftfinbenbe* Ausstellungen war e- nicht leicht, bic 1700 Aussteller unterzubringen. Das Ergebnis deS ersten Messetages wat unter Berücksichtigung bet ungeklärten Konjunktur- lagc bcfricblgenb. In den einzelnen Branchen bot der Messesmmtag folgendes Blld: Gute Aachstage bestand bei Leder- und Galanteriewaren in Acifeartikeln mittlerer Preislage, sowie in Damentaschen. Mit Rücksicht auf die Einkaufszeit waren Xeuc des SpielwarenmarktcS befriedigt, wenn auch der Bedarf naturgemäß schwächer war als tm Herbst. Angemessen war bas Geschäft m F a rb- leber. Musikinstrumente sanden Biel In- tcreffc. namentlich Sprechmaschinen. ©cbal^latten. Vadeln. Bei ben vertretenen großen Häusern her Lederindustrie ist e« zu größeren Abschlüssen am ersten Tage anscheinend noch nicht gefomrr.en. Dagegen befiehl Aachstage auch aus dem Aus- land, so daß 2*. chlüffe für bic nächsten Tage zu erwarten 'ir.d Für Reifeartikel bestand lebhafte Rachfrage aus Ungarn. Rumänien. Schweden, der Schweiz unb Kanada. Die Schuh- unb Cebcrmcffc war stark besucht. Zu größeren Mchlüssen ist eS hier nicht gekommen. Die alten Aussteller bet Haus- schuhgruppe waren mit dem Ergebnis be« ersten Tage« einigermaßen zufrieden. Im übrigen entwickelte sich die schon bekannte börtenmähige 'Betätigung des auf der Messe vertretenen und ! nicht vertretenen Lederhandels. Die Haftung auf der Möbelmesse war ! uneinheitlich. Gut atngen ab glatte Äü^en, Stühle. Rohmöbel. Kleinmöbel und Standuhren. 3m übrigen war festzustellen, daß scharfe Kal- kulatton Voraussetzung für das Geschäft ist Im Durchschnitt war man auf der Möbelmesse zupunkt der Gewerbeichau wird den am 17. Mai «Himmelfahrt/ stattfindende gewerblich«, historische und T.rächt ensest zug stehen. Lrtreulicher- weile liegen hiertzu bis heute die Zusagen aller Fünfte und Innungen des Areife«, vieler Vereine und insbesondere der Landbevölkerung vor. Sin besondere« Glanzstück des Festzuges werden die verschiedensten Trachtengruppen abgeben, bic in ihrer abwechsclungsrcchen ^ar'.-er-^ll'ammcnstcr- lung von keinem anderen Gebiete in Hessen er- recht werben Ärcie Wetzlar. I Wetzlar, 21. April Der Ufberaang von der menschlichen Arbeitsftast zzir Ma'chinr macht immer mehr Fortschritte, ltzestern konnte man In ten Straßen be* Vonnviertels eine neue S t r a • ssentehrmaschtne beobachten, die anscheinend einem Kreis von Interessenten vorgeführt wurde. Die Maschine kehrte nich! allein die Straßen, sondern nahm auch sogleich den zusammcngekehrten Sttaßenunrat selbsttätig in sich auf, so daß bas Zu- fommenfebren in den «traßenrinnen unb bas Fortschaffen des Unrats In besonderem Pferde- wagen, wie dies zur Zeit bei der jetzigen Kehr- maschine erforderlich ist, bei dieser Maschine In Wegfall kommt. x> Atzbach. 21. Avril. Unter Großer Anteilnahme aa« allen Teilen des Areife« Wetzlar wurde bet Schultheiß A. Tasch zur letzten Ruhe gebettet. Eine rasch auftretenbe tückische Krankheit batte den bewährten Mann plötzlich dahingcrafft. lieber drei Iahrzehnte hat er als Nachfolger leine« Vaters da« Schulchoßenamt und über ein Iahrzeßnt das Vorstehcramt segensreich in hiesiger Gemeinde verwaltet. Aber nicht nut seine örtlichen Remter, sondern auch fein Wirken in bet vereinigten Bürgermeisterei Ah- bach-LaunSbach und ais KreistagSabgeordneter kennzeichnen ihn al« tüchtigen Mann. Mit hervorragenden Gigcnschaftett an.s^e^rtchvet. war et ein zuverlässiger Berater der entscheidenden Organe und aller Gemeindcglicder. Unser Mannergesangverein ^Frohsinn" trug an feinem Grabe zwei trefflich gewählte Chöre vor. entfernen. Kreitz Lanterbakv. H Lauterbach. 23. April. Vorgestern fand die diesjährige Hauptversammlung der hiesigen Freiwilligen Z.euerwehr in dem Kcitzcrschen Saale statt. Die Wehr bestehl auS 216 aktiven und 50 inaktwen Mit- gliedern Au» dem Tätigkeitsbericht de« Kommandanten Krömmelbcin ift bemerkenswert, hab bte Wehr in dem verftofsenen Iahte zur Brandbekämpfung innerhalb der Stadt zweimal alarmiert und mit der Motorspritze nach auswärts ebenfalls zweimal in Anspruch genommen worden ist. Die Kasse der Wehr ift gut bestellt. Bei den im Monat März stattgehabten Führer- kursen hat die Wehr eine Schulübung vornefüßrt. die die Ancrtennung der Kursleiter gefunden bat. An bem Provinzialfeuertvehrtag in AlSfeld werden sich 70 Mann mit bem Mullkkorp« beteiligen. Rheinhessen. WSR. Mainz. 23 April. In der Rächt zum Sonntag fand daS Fahrpersonal eine« Personenzuges aus bem Dache eines Wagen« vierter Klasse ein«» männliche Leiche liegen, die an der Stirn eine zwei Zentimeter breite Wunde trug. Rach einem bei dem Toten gefundenen PcrsonalauswciShan- bell e« sich um den 24 Iahre alten Maler Rudolf klitsch, der in Siwille beschäftigt war Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung de« Falles beschäftigt. Preußen. Gewerbeschau Kirchhain. * Kirchhain, 22. April. Die Vorbereitungen für die vom 12. bi« 29. Mat ftattfinbetti* Gewerbefchau sind in vollem Gange. Die Beschickung der Ausstellung übertrifft alle Erwartungen. Die Anmeldungen sind in so großer Fahi eingelaufen, daß bic Ausstellung«- Leitung noch zwei weitere große Hallen mit insgesamt mehr al« 100 Meter Front errichtet Der am 12. und 13. Mai im Rahmen der Gewerbeschau statttindende DerbandStag de« SchmiedeverbandeS wird in der neuerrichteten städtischen Turnhalle ftatiftnben. Die Ausstellungshallen, sowie die offenen Ausstellungsflächen befinden sich auf dem durch Ankauf eines weiteren Grundstücks vergrößerten städtischen Fest- und Marktplatz. Dem Shrenausschuß find die Spitzen der Behörden beigetreten. Im Mittel- Geschichten aus aller Welt. Um einen Wetterbericht. (f) London. Ein nicht alltäglicher Kampf ist -wischen bea Derkehrsbehördcn in A izz a und der „Daily News and Westminster Gazette“ entbrannt. Gegen Ende des verflossenen Jahres sandte der Rizzaer Korrespondent des genannten englischen Blattes, — als die „Daily News“ noch selbständig waren — ein Telegramm, wonach in Rizza stürmisches Wetter herrsche, das sehr schweren Schaden an der Strandprvmenade an- gerichtet habe. Dies Telegramm wurde jedoch, da in der englischen Redaktion wichtigerer Stoff Verlag, nicht veröffentlicht. Wohl aber berichtete die lokale Presse in Rizza in demselben Sinne über den plötzlichen Wettersturz. Man scheint in Duza jedoch der Meinung zu sein, ein Fremder habe das einheimische Wetter nicht zu kritisieren, denn 36 Stunden später gab der „Petit Ni;ois“ in einem gesperrt gedruckten Artikel dem Korrespondenten der „Daily News“ den Rat, wenn der Wettergott an der Riviera nicht zu seinem persönlichen Gefallen regiere, doch den Schauplatz seiner Tätigkeit mit dem „so gesunden, trockenen und warmen London" zu tauschen. Das andere einheimische Blatt, der „Edaireur de Nice", stieß in dasselbe Horn und behauptete, der englische Journalist kenne wohl keine größere Freude, als Rizza uno das Riviera-Paradies vor den Augen der ganzen Welt schlecht zu machen. Was aber dem Ganzen die Krone aufsehk: der „Petit NiQois“ veröffentlichte in feiner nächsten Ausgabe den gesamten Wortlaut, der in der englischen Zeitung aus Raummangel nicht veröffentlichten Depesche des Korrespondenten! Das war dem Engländer, wie man zu sagen pflegt, doch zu happig. Wie kam das Blatt zu dem Wortlaut eines Telegramms, das er der französischen Postbehörde unter dem internationalen Telegraphengeheimnis anvertraut hatte? Er legte Beschwerde ein, und das englische Blatt wandte sich sogar an das Auhenamt, das auch keinen Augenblick zögerte, eine „Demarche in Szene gehen zu lassen. Wit dem Erfolg, daß bei der Post in Rizza unverzüglich peinliche Llntersuchungen begonnen wurden, um den Schuldigen zu entdecken, der dem „Petit Ni^ois" das Telegramm des Engländers mitgeteilt hat. Die Untersuchung blieb ergebnislos und soeben erst hat der französische Minister D o k a n o w s k i den „Daily News" offiziell mitteilen lassen, daß er nach dem negativen Ergebnis der Rachforschun- gen jede Berantwortung seines Ressorts für diesen Zwischenfall ablehnen müsse. Aber das englische Blatt will ungeachtet aller, durch diesen Vorfall sowieso in zweifelhaftes Licht gerückten „entente cordiale“ fein Recht und gerichtlich Vorgehen. Rnd so wird es jetzt wegen der Launen des Wettergvttes zu einem Krnninalrerfahren gegen „ilnbe onnt“ kommen. Ptumpudding-Ketter. . Schwesternhaus) 03100 Cafe Astoria Mittwoch, den 25. April, 8 Uhr abends Grofees Militärkonzert Ausgeführt von Mitgliedern der hies. Reichswehrkapelle 03)82 4213D Gießen, den 24. April 1928. 4210V Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unserer lieben Tochter, für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte am Grabe, sagen wir allen herz liehen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: •J. Kompf. Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die zahlreichen Kranzspenden anläßlich des Hinscheidens meines unvergeßlichen Mannes Herrn Kaspar Klein sage ich auf diesemWege meinen innigsten Dank. Frida Klein Witwe. Gießen, den 24. April 1928. Todes-Anzeige. Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater zines einzigen Kindes HerrWilli Preu im 31. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Preu und Kind nebst allen Angehörigen. Wieseck und Treis a. d. Lda., den 23. April 1928. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 25. April, nachmittags 4 Uhr. vom Trauerhause Möserstraße 11. 4229 D Nachruf. Am 23. April verschied unerwartet nach kurzerKrankheit Fräulein Mathilde Reuther aus Steinberg In der allzufrüh Entschlafenen betraure ich eine allseits hochgeschätzte treue Mitarbeiterin, der ich stets ein ehrendes Gedenken bewahren werde. Emil Weissenberg Inhaberder Firma B. Elsoffer, Gießen. 0318t Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die liebevolle Pflege der Schwestern des evangelischen Schwesternhauses, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarreis Hartmann am Grabe unserer teuren Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Familie Seipp Wilhelm Doll. Trohe, Alten-Buseck, den 24. April 1928. ____________03168 DAS MARKENRAD AB FABRIK Prüfen Sie bevor Sie sich zum Kaufe eines Kades entschliessen. Nehmen Sie sich die Zeit, zahlreiche Geschäfte zu besuchen — auch, eine Mifa- Fabrik- Verkauf- steile. Sie werden bestimmt an keiner anderen Stelle Markenräder von der gleichen hohen Qualität zum gleichen Preise kaufen können. Das ist der Erfolg unseres Mifa-Systems: Direkt ab Fabrik an den Verbraucher. Dabeimacht die Zahlung in überaus niedrigen Raten den Erwerb eines Mifa-Marken- rades einem jeden möglich. Kastaprtist 64-85-96-1051)1™. Wochtnraltn von 2.50 n an FABRIK - VERKAUFSTELLE Gießen, Neuenweg 4 Leiter: J. P. Mono KATALOG GRATIS iiptep! 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April 1928 an eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen gegen denselben können während dieser Zeit dott schrifttich oder mündlich vorgebracht werden. ES ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Torf-Gill, den 20. April 1928. Bürgermeisterei Dorf-Gill Schmidt. 4194D Einladung zur diesjährigen ordenttichen General - Versammlung auf Tonntag, den 6. Mai d. I., nachmittag» V/2 Uhr, im Schulhause dahier. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage. 2. Beschlußfassung über Verwendung des Reingewinns. 3. ErgänzungSwahl des AufsichtSratS. 4. Verschiedenes. Die Rechnuna und Bilanz pro 1927 liegen vom 25. April 1928 acht Tage im Geschäftszimmer zur Einsicht der Genossen offen. ' 4226D Londorf, den 23. April 1928. Der Aufsichtsrat: Hasselbach, Vorsitzender. Bullenverkauf. Tie Gemeinde Aüendorf a. d. Lahn verkauft auf dem Wege der Submission einen fetten Vogelsberger Bullen. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, 26. April 1928, vormittag» 11% llhr, auf der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen bekanntgegeben werden. Allendorf a. d. Lahn, den 23. 4. 1928, Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lahn Volk. 4223D DAS HAUS FÜR NEUZEITLICHE WO H N U N 6 S EI N RI C HTU N 6 E N MIT NAMHAFTEN ARCHITEKTEN ALS MITARBEITER / LIEFERUNG DIREKT AB FABRIK ZU ORIGINAL FABRIKPREISEN VERBÜRGEN QUALITÄT V. GUTE FORM DARMSTADT ELISABETHENSTR;34 KIRSCHENALLEE',68 MÖBELFABRIK nr. 96 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 24. April 1928 Turnen, Sport und Spiel. HrühjahrSwaldlauf des 2. Bezirks im Gau Hessen der O. T. Trotz be< winterlich anmuienben Wetter» traten 34 Läufer in drei Älaflen auf dem Xrteb -um Lauf an. Bezirkssportwart Weitz, Groben, Linden, lieh um 9.30 Uhr nacheinander die einzelnen Klaffen ab. Die Jugendunterftuse hatte 1,5 Kilometer, die Jugendvberstuie 3 Kilometer und die Aktiven Turner 5 Kilometer Läufst rede zu bewältigen. Ueber den Trieb, durch den Philofvphenwald zum Flughafen, von da zur Anneröder Strafte und zurück zur DolkShalle führte die 5 Kilometer lange Strecke, In die abgekürzt die beiden anderen eingelegt waren. Bei schönen Wetter wirllich ein schöner Weg für den Waldlauf. So aber kamen die Läufer auf den aulgeweichten Wegen schlecht vorwärts und erreichten über und über beschmutzt da» Ziel. Da nach Dorschrifl der D. T. keine Zeit mehr genommen wird, ist nachstehend nur die Reihenfolge der Sieger genannt T u r n e t (10 Läufer. 4 Sieget): 1. Han» Koch. Mlv Dietzens 2. Heinrich Stein. Mtv. ®ieftcn. 3. K O Brat fisch. Tv. 1846 Tieften: 4. Karl Ludewig. Tv Wetzlar. 2ugend-0berstuse(14 Läufer, 5 Lieger): 1. Theo Baubel, Tv. 1846 Gieften: 2. Gustav Koch. Mtv. Gieften. 3. Ludwig ©etnanö, Tv. Wetzlar. 4. Erich Reeg. Tv. Wetzlar: 5. Kurt Decker, Tv 1846 Gieften. Mannschaftssieg: Tv. Wetzlar. Jugend-Unterstufe (10 Läufer. 4 Sie- ger): 1. Wilhelm L i n d e n st r u t h, Tv. Wetzlar- RiedergirmeS: 2. Walter H ä l l m e i e r, Tv. 1846 Tieften: 3. HanS Schütz. Mw. Gieften: 4. Paul Schmidt. Tv. Weylar-RiedergirmeS. Wanschaf tSfieg: Tv. Wetzlar-Rieder- girmeS. Waldlaus des Gaues Wetterau. Zum Wettlauf am Sonntag waren gemeldet und angetreten 17 Turner und 4 Mannschaften in der A-Älafle. und 18 Turner und 3 Mannschaften in der 8-Klasse. Durch den vom Regen aufgeweichten Doden war der Lauf feftr behindert und stellte hohe Anforderungen an die Läufer. Trotzdem wurden gute Zeiten erzielt. Siegerliste. A-Klasfe. Einzelkamps. 1. Sieger Ad. Ladner. Gettenau. 2. Sieger Otto Schweizer. Gettenau. 3. S eger Karl Mattem. DisseS. Mannschaftskampf: 1. Sieger Turnverein Gettenau. 8 Punkte. 2. Sieger Turnverein DisseS. 22 Punkte. L-Klasse,Sin»elkampf. 1. Sieger Wilhelm Wagner. Florstadt. 2. Sieger Johannes Gebhardt. Rendel. 3. Sieger Theo DiDhSuser. Utphe. WannschastSkamps. 1. Sieger Turngem. Florstadt, 21 Punkte. 2. Turnverein Ossenheim, 24 Punkte. Handball der Sp.'Vg. 1900. ft. In ihren Spielnbschlüssen gegen den Polizei- fportverrin Duybach sind di« 1900er von wahrem Dech verfolgt. Rachdem man gehofft hatte, daft baS für Sonntag angefetjte Spiel nun bestimmt steigen werde, traf am SumStag die Abfage der Polizeileute ein. auS der hervorging, daft der Derband kurzerhand ihr letzte- Aufstiegspiel gegen Ktckers Offenbach In Offenbach vom 29. auf 22. April verlegt hatte. Die zweite Mannschaft der Spielvercinigung trat fett langer Zeit auch wieder einmal In Aktion. Al» Gegner war der Tv. Garbenteich erschienen. Die Garbenteicher. die vor kurzem der ersten Mannschaft de» D. f. D. Gieften nur 3:2 untcr’agen, mutzten eine 9: 2-Riederlage eln- stecken. Die 1903er waren sehr gut ^aufgelegt und lagen bei Halbzeit schon 6:1 in Führung. Al- beste Manns chast-teile waren der Jnnensturrn, in dem sich der neue Halblinke sehr gut einführte, der Mittelläufer und Torwart anzusprechen. Dei den Gasten sah man manche schön eingeleiteten Angrifse. die erfolgreich zum Abschluft zu bringen sie jedoch bei den aufmerksamen 1903er Deckungs- teuten nicht imstande waren. V. f. B.-Handball. D. f. D. — Tb. Alsfeld 9:3. Die Handballer deS D. f. D. schlugen die erste Handballelf de» Al»felder Turnvereins mit einem Ergebnis, da» Klassenunterschied zeigt. Der Sieg ist um so beachtenswerter, al» er auf dortigem Platz errungen wurde, ein Gelände, mit dessen besonderen Berhältnissen und sch ech.er D.schafsen- fteit sich die Gictzener Els nicht ohne Mühe abfinden muhte. Trotzdem zeigte diese ein in jeder Weise glänzendes Sptel und war ihrem Gegner dauernd überlegen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Blcften (Clga) — (Dermania-Bicber (Clga) 4:1. lhalbzeit 4:1). ft. Eine Ueberrafchung angenehmer Art bot die Ligamannschaft der Spielverrinigung 1900- Gieften in der Begegnung mit dem Futzball- verein .Germania 1901-Dieber bei Offenbach 2. M am Sonntag auf dem Sportplatz an der LiebigShöhe. Die Leitung deS Spiele» lag In den Händen de» Herrn Schäfer vom D. f. 2.- Gieften. Die Gäste hielten voll und ganz daft. was man sich von ihnen versprochen hatte. Es war ein Spiel von seltener Schönheit. 1900 war Immer etwas schneller am Ball und bei seinen Aktionen vor dem Tor mehr vom Glück begünstigt. Der Sieg der Einheimischen war verdient. insbesondere wenn man berücksichtigt, datz sie kurz nach der Pause den Mittelläufer verloren und trotzdem den auffommen- den Gegner zu keinem Erfolg kommen Heften. Schon in der ersten Viertelstunde nach Spielbeginn sielen nach schönen Flanken des LinIS- auften zwei Tore für Gieften. beide durch Kopfbälle der Halbstürmer. Halblinks und Rechtsautzen schossen Dann kurz hintereinander zwei weitere Tore an der gegnerischen Hintermannschaft vorbei ein. Das Sptel stand 4:0 für die Dlauweitzen. als bei einem Gedränge vor dem Gieftener Tor der Schiedsrichter abpfifs und Tor für Bieber entschied Mil 4:1 für 1900 wurden' die Seiten gewechselt. Bieber kam jetzt besser auf, aber auch Die Bereinigten machten noch recht viele schöne Angnf c. von denenzto i bald zu to.it ren Trestern geführt hätten. Einmal rettete Die Querlatte und einmal Biebers Torhüter mit gewagter Fuft- abwehr. Das Spiel Der 1. Jugend 1900» gegen Gladenbachs 1. Jugend fiel aus. Da GlaDenbach wegen Der Austragung eine» Diplomspiele» absagen mußte. 1900 2. JugenD gegen Watzenborn- Steinberg 1. JugenD tourDe 10 Minuten nach Beginn Des schlechten Wetter» wegen abgebrochen V. f. B. Liga—D. f. R. Offenbach 1:4 2. 3. komb.—Groften-Buseck 5:4 1. Jugend—1. Jugend Raunheim 0:0 2. Jugend—1. Jugend Leun 1:1 3. Jugend—1. Jugend Heuchelheim 1< 1. Schuler—1. Schüler Heuchelheim 3.-0 Die Ligamannschaft muhte ohne Ihren Sturmsührer Böttiger nach Offenbach fahren. Ohne Daft sie der Platzmannschaft Im Feldspiel unterlegen war. muftte sie sich ihr mit 4:1 beugen. WährenD der Gegner da» Resultat bi» zur Halbzeit schon auf 3:0 zu seinen Gunsten gestellt hatte, ohne technisch oder taktisch überlegen gewesen zu sein, gelang e» Der D. s. D.-Els nach der Pause ihm wenigstens auch in Der Ausnützung Der Torgelegenheiten die Wage zu hallen. Auch hier verhinderte wieder zweimal Die Torlatte einen grciibaren Erfolg Gieften-, fo daft das Schlutzresultat mit ein klein wenig mehr Glück auch mindestens ebensogut 3:4 hätte lauten können Das Endresultat entsprach also nicht dem Spielverlauf, sondern wäre Dem Kräfteverhältnis beider Mannschaften gerechter geworden, wenn e» mit einem Unterschied von einem Tor zu Gunsten der Gastgeber gelautet hätte. Eine aus der Ligareserve und der Dritten kombinierte Mannschaft hatte sich G r o- H«n-Buf eck» Erste nach hier verpflichtet. Die D. f. D-Mannschaft vermochte nach einem abwechselungSreichen Kampf, In dem jedoch beide Mannschaften keine besonderen Leistungen zeigten, die Gäste mit 5:4 zu schlagen. Die erste Jugend sand in Der gleichen DeS Sportvereins Raunheim einen unerwartet starken Gegner Raunheim, dessen Spieler meist Die Grenze de» OuynDalter» weit überschritten haben, war dadurch Der D. s. D -Elf körperlich DcDeutenD überlegen. Dah Tie trotzdem Dem al» auhervrdentlich spielstark bekannten Gegner auf dessen Platz ein 0:0 abringen konnte, stellt ihrem Können sowohl wie ihrem Kampfgeist da» beste Zeugnis aus. Die zweite Jugend errang durch ihr 1:1 gegen die Erste Leun» einen Achtungserfolg. Infolge RichtantretenS dreier Spieler stand sie dem vollzähligen Gegner toäbrenb do» ganzen Spiels nur mit acht Mann gegenüber und konnte dank ihre» aufopfernden Spiel» dieses für sie recht schmeichelhafte Resultat erzielen. Fußball in Heuchelheim. Sp. B. 1920 I — Union Jranffurt a. 2N.-Rlederrad higareseroe 2:4. Trotz Dem schlechten Wetter hatte sich zu Dem Spiel obengenannter Mannschaften auf dem Geier» berg eine grotze Menge Zuschauer elngc- fünften. DaS schöne Spiel konnte aber auch voll befriedigen. Wa» die Gäste in bezug auf Ballbehandlung, Stellungsspiel und Lausvermögen vorsührten, bekommt man hier leider sehr selten zu sehen. Datz die Einheimischen unter diesen Umständen nicht gewinnen konnten, war im voraus klar. Trotzdem führten auch Die Einheimischen ein Spiel vor. Das DaS Resultat nicht nur gerecht erscheinen lätzt, sondern mit etwa» mehr Glück noch hätte günstiger ausgehen können. Sofort nach Spielbeginn legt Riederraft ein mächtiges Tempo vor, Doch Die Einheimischen lassen sich nicht überrumpeln. Riefterrad kommt auf Der rechten Seite wiederholt schön Durch, unD fällt auch von Da Da» erste Tor. Dem bald das »weite folgt. Doch auch Heuchelheim kommt öfter schön durch und kann nach 20 Minuten ein Tor ausholen. Bis Halbzeit ändert sich an diesem Ergebnis nichts. 3n der zweiten Hälfte ist das Spiel ausgeglichen. Riefterrad muft vorerst stark verteidigen. Derschiedentlich liegt ein Tor für Heuchelheim In der Lust, jedoch Der Sturm ist zu nervös. Riefterrad kommt wieder mehr auf und kann In kurzen Abständen da» Resultat auf 4: 1 erhöhen. Heuchelheim lätzt aber nicht nach und sieht auch seine Bemühungen von Ersolg gekrönt. Rach schönem Durchspiel kann der Mittelstürmer ein weitere» Tor ausholen. Bi» zum Schluft ändert sich an diesem Ergebnis nicht» mehr. Riederrad hatte feine besten Leute halb- recht» und rechtSauften. Auch die Berteidlgung war sehr gut Bei Heuchelheim verdient die ganze Mannschaft ein Desamtlob. Dor diesem Spiel gewann die 1. Jugend gegen D. s. B. 2. Iugend 6 1. Da» Schülerfi.el Heuchelheim I gegen D. s. B 1- Schüler gewannen die D. s. Der 3.0. Ob Die Mannschaft aber auS lauter Schülern bestand, muft sehr bezweifelt werden. Denn drei Mann davon würden ihrer Gröhe und ihrem Gewicht nach in einer aktiven Mannschaft nicht aussallen. MrbäterSurn; und (^porfbund. Gieften I — Wetzlar I 8:3. Zum Pflichtlpl».l trat Ipeylar I. gegen Gieften I. (Kreisklasse) auf den Trieb ai Dietzen hatte Ersah etngeft'llt. Die Gäste bemühen sich. Dem Gegner ein ebenbürtige» Spiel zu liefern, konnten jedoch nicht verh.nftem, datz Gietzen mehr und mehr überlegen wurde. Dietzen konnte achtmal erfolgreich sein, dem die Gäste nur Drei Tore entgegenfeh n konnten. Gieften H — Raunheim II 1:5. Dorhcr sp.e.ten Gie II. g ge.i Raunheim II. Beide Mannschaften zeigten ein systemloses Spiel, in Dem bei Halbzeit das Resultat 2:1 für Raunheim ftar.D. Rach Seitenwechiei wurden Die Gäste überlegener. Mit Dem Stande 5:1 für Raunheim fand da» Spiel fehl Ende. IDlektf I — Gieften kb 10:1. Auf dem Wiesecker Lpvrtt'latz standen sich diese Mannschaften im Sericnfpiei gegenüber. In Der achten Minute konnte JBiefcd bereit» den ersten Treffer buchen. Gietzen wehrte sich tapfer, konnte jedoch nidn verhindern, haft da» Leder bi» Halbzeit noch viermal da» Retz fand. Rach dem Seitenwechsel fiel befonfterS da» laue Spiel der Wiesecker Hinternmnnsch^ift auf. wa» dazu führte, das, Dietzen Drei Ecken erzwingen konnte. Die jedoch inS Feld befördert wurden. Zwanzig Minuten vor Schluß konnte Der Halbrechte Der Gäste durch einen Fehler de» linken Berteidiger» Da» Ehrentor für feine Mannschaft buchen. Der Schluftpfiff de» Unparteiischen machte dem Spiel mit dem Resultat 10:1, Ecken 7:3 für Wiefeck ein Ende. Lollar I — Heuchelheim 1 2:2. Richt in Heuchelheim, «andern in Lollar fand Diese» Treffen statt. Bereit» in Der 6. Minute erzwang Heuchelheim eine Öde. Die gut getreten, abgewehrt, doch im Rachfchutz verwandelt tour'c. Lollar konnte kurze Zeit später Den Ausgleich Durch Elfmeter erringen. So ging eS in Die Halbzeit. Kurz nach Wiederanstotz brachten Die Gäste durch Selbsttor Lollar in Führung Heuchelheim fiel jetzt mehr und mehr ab. kam jedoch durch ein Selbsttor Lollar» müheloS zum Ausgleich. Dann kam keine Partei zu weiteren Erfolgen. Oppenrod l — Grotzen-Linben I 2:4. Bei Halbzeit stand das Resultat 0:2 für Grotzen-Linden. Rach Seitenwechsel erhöh en Die Gäste Die Tvrzahl auf Drei. Kurz daraus brachte OppenroD seinen ersten Treffer an und errang weiter Durch Elfmeter ein zweites Tor. Kurz vor Schluft konnte Grotzen-Linden sein vierte- To» erzielen. Arcioturntafl. Am Sonntag tagte in Frankfurtder ordentliche Kreisturn tag. Rach Entgegennahme Der Berichte, die gedruckt Vorlagen und durch Die Funktionäre mündlich ergänzt wurden, sand c.ie lebhafte Aussprache statt. Die Mitgliederbewegung zeigt eine zufrieftenstel.ende Entwickelung. Der Kassenbericht kann al» gut bezeichnet werden. Der technische Bericht zeigt klar die neuzeitliche Entwickelung in Der Sparte. Danz besonDers Die Turnspiele finden mehr unD mehr Beachtung. Die Satzungsvorlaye fanD nach lebhafter Aussprache Annahme. Hier ist besonders d:e zentrale Einziehung Der Beiträge zu ermäß en. Die ManDatsprüfung zeigte, Daft nur 50 Prozent Der vertretungsberechtigten Bereine an* toesenD waren. Der KreiSvertreter stvelfte in seinem Referat alle Fragen, die Den allgemeinen Kre-.Stag am 6. Mai beschäftigen werden. Die Krei» djule fenft wefentllche Beachtung. Hier soll eine Umorganii* fierung ftattfinDcn und ihr Tätigkeitsgebiet mehr in Die Bezirke gelegt werden. Rach der Wahl Der Delegierten zum Kreistag hielt KreiSvertreter Bauer einen Borirag über Die Aufgaben de - Bundestage» Hierbei ft reifte er alle Fragen Der Umorganisierung Der Bewegung Die Wahlen ergaben insofern eme Oien Denin g Innerhalb De» Spartenvorstandes, a.S Spartenlei'.er Dreh!. Fechenheim, f.e ühlt wurde. Rach einem kurzen Sch.utzwort des Kre -i» Vertreter» fand Die arbeitsreiche Tagung ihr EnDe. Oie deutschen Fechimeisterschasren wurden am Sonntag > in Bad Eilsen beendet. 6 a f i m i r - Frankfurt war auch in den Sonn- tagskonkurren^en erfolgreich und gewann Damit zum 6. Mal hintereinander die bcutfd)e Meisterschaft in allen drei Waffen. Auch Frl. Helene Mayer- Offenbach war ihren sämtlichen Gegnerinnen weit überlegen unD tourDe zum vierten Male in ununterbrochener Reihenfolge deutsche Meisterin. D.e goioenen Berge. Boman von Clara Viebig. Topyright by Deut'che Derlags-Anstalt Stuttgart 46 Fortsetzung Nachdruck verboten Das war es nicht. Die Bremrn sagte ganz kurz ; nur. „Merci." Aber Dann faate sie mit einem Aus- seufzen, das ihr aus der tiefsten Seele kam: „3a, bat is wohl schlimm mit dem Fuder. Aber wenigstens kann er des nu nit mehr saufen!" — Arme Leute! Der Kommissionär war froh, als er zum Hause heraus war. Das Wesen der Frau war ihm säst mehr noch zu Herzen gegangen als die Verzweiflung des Mannes. Er bestieg sein Motorrad: schnell fort aus Dem Unglücksnest! Er hatte keinen Mut mehr, sich Drin noch weiter umzusehen. So dünn stieg Der Rauch aus den Schlöten, so weniges Leben regte sich, und wo er einen Menschen gehen sah, ko war es ihm, als ob der gebückt daherschliche. Was nutzte es diesem Porten, daft es so wunderschön lag, schön wie nur |e ein Dörfchen im Erdenwinkel? Was nutzte es Simon Dremm, daft Der Feigenbaum an seiner Hauswand das Hochwasier überdauert, nicht einmal all seine Blätter verloren hatte, daft der neu trieb wie seine Brüder im Süden? D ihr, ihr! Der Mann schaute zu den Weinbergen auf mit bekümmertem Blick, er konnte seine Hände nicht von der Lenkstange lasten, sonst hätte er Denen Da eine Faust gemacht: ,Hhr, ihr!" — Die Frau war allein in der Stube zurückgeblieben. Sie war für den Augenblick froh, Daft sie allein war, allein mit sich und mit ihrem Glauben. Sie ging zur Stubenecke, wo unterm Bild Der schmerzhaften Mutter Gottes, Deren Herz sieben Schwerter durchbohren, ein kleines rotes Lämpchen brannte. Hier hatte sie schon oftmals ein Stoßgebet gesprochen in banger Stunde, sie tat es auch heute. Und dann ging sie, um nach ihrem Mann zu sehen. Der war noch im Keller. Aber er sollte doch jetzt heraufkommen: es war ihm viel bester, er kam an die frische Luft, an Gottes Sonne, die heute schon so warm schien, als daß er da unten im Düstern saß, mit seinem Leid sich vergrub wie in eine Gruft. Auf ihren Filzschuhen glitt sie die schlüpfrigen Stufen hinab — da hörte sie etwas laut poltern. Was war das?! Schwach war es nur unten beleuchtet, aus der Helle kommend, sah sie erst nichts. Sie rief: „Dremm, bist du noch hier? Bremrn! Dremm, wo bist du?!" Da sah sie ihn hängen. Den Tritt hatte er umgeftoften, der war es, der eben polternd umgcstürzt war. Und Simon Bremrn hing im Strick an Der Wand. 21. Kapitel. Des Loesenich Frau war gestorben. Es war sehr rasch gegangen mit ihr: und das jüngste Kind war einen halben Tag vor ihr gestorben. Das war ein Glück, Denn was hätte aus dem Kleinen werden sollen ohne die Mutter? .Laß doch die Kindlein kommen zu mir. Spricht Gottes Sohn, Ich hab' sie übernommen. Will sein ihr großer Lohn. Daß ich sie bei mir find'. Und keines geh verloren. Bin ich als Mensch geboren, Gewesen selbst ein 5ttnb." sangen die Schulkinder von Porten. Sie sangen noch unbekümmert um den Tod, den sie nicht verstanden, mit ihren hellen Stimmen wie tirilierende Lerchen in die helle Sonne des Tages hinein. ..Requiem aeternam dona ei Domine — Et lux perpetua luceat ei. Requiescat in pace. Amen." sprach der Geistliche an dem Grabe, darinnen die Frau des Loesenich nun lag, ihren kleinen Knaben im Arm. Aber das rührte viel weniger an die Herzen als Der helle Gesang Der Schulkinder. Die Frauen schluchzten laut auf. Die Bremrn zog ihren Hanni näher an sich und faßte Die kleine Hand ihres Ehristinchens fester: ach, wie schwer war es doch, ein Kind herzugeben! Selbst wenn es noch so klein war wie das vom Loesenich, und wenn der nun auch ein schönes Engelchen im Himmel hatte, das für ihn bat Die Bremrn hatte sich nicht ausschließen können, mit zum Kirchhof zu gehen: alle gingen, es wäre ausgefallen, wenn sie n.cht auch gefolgt wäre, es war schon schlimm genug, Daft Bremrn mcht mit zur Leid)' ging. Aber er wollte durchaus nicht das Haus verlassen. Er schämte sich so. Immer glaubte । er, sie sähen ihn alle Darauf an. Und es wußte es doch keiner. N.cht einmal Der großen Tochter hatte Die Frau eine Wort Davon gesagt. Was geschehen war unten im Keller, was ihre Augen er- \ blickt hatten so voller Entsetzen, daß sie fast aus Den Höhlen Drängten, das behielt sie für sich. Es war der Bremrn vergönnt gewesen, gerade zur rechten Zeit noch zu kommen, sie hatte Den Mann eilends abschneiden können, ehe sein Lebenslicht ausgebrannt mar; aber der Schmerz, den sie empfand. Der war ebenso groft fast, als wenn sie ihn schon tot gefunden hätte. Wie hatte er Das nur tun können? Seinem Leben ein EnDe machen wollen, ein unchr.stlicher Selbstmörder werden?! Darüber kam sie nicht weg. Sie soft an seinem Bett und weinte: als er aus tiefster Niedergeschlagenheit heraus, die ihn umfing, noch in halber Betäubung, scheu, wie ein geschundener Hund, Der sich noch immer nicht recht traut, verstohlen seine Hand nach chr hinschob, nahm sie Die nicht. Sie konnte ihn auch noch mcht ansehen. Oh, ihr Bremrn, oh, ihr Bremrn, sonst so ein rechtlicher Mann und frommgläubiger Christ, wie hatte Der nur fo werDen können?! Simon Bremrn begriff es jetzt selber nicht. Oh, daft er so wett heruntergekommen war. Daß er sich so hatte verwirren lasten von jenem unglückseligen Augenblick! Und wenn er auch nicht, wie manche wohl, mit einer gewissen Verachtung auf jene her- absah, die man im Winkel Des Kirchhofs abseits begräbt, fo empfand er Doch tief fein großes Unrecht. Er hatte Frau unD Kinder im otid) lasten wollen, und nicht nur seine Familie, auch Die hier, die mit ihm verbunden waren durch gleiches Los, jetzt in der Zeit der Not noch viel fester verbunden. Von allem und allen hatte er sich weastehlen wollen, — ein feiger Lump! Er versteckte fein Gesicht ins Kiffen und meinte vor Scham. Die Frau hörte ihn meinen: Gott sei Dank, er bereute! Das war ihr viel mert Sie fühlte sich milder werden: ach, es war ja Doch ihr Bremrn, ihr armer, chr guter Manal lieber Den mar zu viel gekommen an Unglück, Da hatte sich sein Geist verwirrt. Aber setzt, Gott 'sei geDanlt, jetzt war er wieDer bei sicy! „Anna," murmelte er nach langer Wette aus Den ocrbergenDen Kissen, „Anna, bist Du noch Da?" „Ja, Bremrn, ich bin bei Dir." Sie legte ihm Die HanD auf Den Kopf, unD als er hastig Danach gr.ff, griff auch sie zu. Sie hielten s.ch so aneinander fest. . . „Der Vater is krank," sagte die Mutter zu den Kindern, „seid sch in brav und gehorcht Der Maria " Die Kinder blickten scheu, es kam ihnen alles so mertroürDig vor, unD Daft Die Mutter Den ganzen Tag Drinnen beim Vater blieb. UnD D e Tla-ia, Die lachte auch nicht mehr Da ronrDen auch sie still unD traurig Stumm und gedrückt saften sie auf Den Stufen Der Haustür und schielten hin zum Feigenbaum- war Denn kein einziges grünes Knuppchen mehr Dran, ein Früchtchen, nicht größer als eine Bohne, aus Dem einmal eine Feige ward? Und wäre die Feige noch so Nein, noch so grün gewesen, sie hätten sie abgerissen, sie hatten ja solchen Hunger. Alle Moselkinder hunaerten; es mar überall knapp. Aber In den Dörfern, die nur Weinberge hatten, war es am hungrigsten Kartoffeln, Kartoffeln! Wenn man nur Kartoffeln hatte, trockene Kartoffeln mit einer Zwiebel und Salz, bann war man schon froh. Aber wenn man die nicht hatte —?! Der Pastor von Porten, der bis dahin ein bescheiden Bittender gewesen war, wurde jetzt ein Dringend Fordernder. Nun war er schon im Schreiben geübt, und die Not seiner Pfarrkinder und die Angst um sie, und ein heiliger Zorn noch dazu, ließen ihn den vorgeschriebenen amtlichen Stil ganz außer acht lasten. Und wie er unumwunden nach Hilfe schrie, so schrie es auch aus allen anderen Pfarreien, aus allen Winkeln und Ecken des Mosellandes. War cs denn nicht Pflicht der katholischen Kirche, wenn das Reich auch versagte, sich ihrer getreuesten, gehorsamsten Kinder warm anzunehmen? Das Zentrum mußte die Interesten Der Winzer wahrnehmen, nachdrücklich im Reichstag für sie auftreten, Hilfe verlangen, Hilfe erzwingen. Eine Bar- Zuwendung vorerst, aber Dann noch mehr, viel mehr noch als Geld. (Fortzevung folgt) Wirtschaft. steigende Ausfuhr, sinkende Einfuhr! Die mit einiger Spannung für das erste Viertel dieses Jahres erwartete Außenhandelsbilanz liegt nunmehr vor Sie zeigt zum ersten Male ein etwas freundlicheres Gericht, wenn sie auch nicht allseitige Zufriedenheit hervorzurufen vermag. Es ist unzweifelhaft zu begrüßen, daß die Einfuhr auf breiter Front eine rückläufige Bewegung angetreten, und daß demgegenüber der Export in gleichem Tempo an Ausdehnung gewonnen hat. Mit Recht kann für den Monat März von einer Rekordausfuhr gesprochen werden, ist doch die Milliardengrenze über- schritten worden, ein Vorgang, wie er seit Jahren nicht mehr zu bezeichnen war. Infolgedessen ist auch der Einfuhrüberschuß stark zusammengeschrumpft. Seht sich die Entwicklung der Ein- und Ausfuhr, wie sie sich uns im ersten Quartal zeigt, In gleichem Maße fort, dann wird man mit Jahresabschluß für rund 15 Milliarden Mark eingeführt und für rund 11 Milliarden ausgesührt haben. Diese Schätzung zeigt einmal, daß unser Außenhandel überhaupt an Umfang wesentlich zugenommen hat, zum anderen jedoch, daß ttohdem mit einem ähnlichen Einfuhrüberschuß wie im Vorjahre gerechnet werden muh. Zu beachten ist nun aber, daß daS erste Viertel des Jahres 1928 bereits stark im Zeichen einer abnehmenden Konjunktur stand. Daraus kann man folgern, daß der gestiegene Export mehr ein Produkt der nachlassenoen Aufnahmefähigkeit des Inlandsmarktes ist. Die schwindende heimische Kaufkraft wird auch durch die sinkenden Einfuhrziffern für Lebensmittel und Getränke bestätigt. Im Interesse unserer eigenen Rahrungsmittelprvduktion ist das Sinken der Lebensmitteleinfuhr zu begrüßen, Es zeigt doch an, daß sich die breiten Massen allerlei Einschränkungen aufzulegen beginnen, die im vorigen Iahre nicht zu beobachten waren. Der abnehmende Verbrauch der aus dem Auslande eingeführten Genußmittel hängt in der Hauptsache mit der zunehmenden Arbeitslosigkeit zusammen. Hier zeigt sich wieder einmal, daß man erst in Zeiten der Rot anfängt, eine sparsamere Wirtschaft zu treiben. Alm wieviel besser würde unsere Außenhandelsbilanz dastehen, wenn man schon wesentlich früher dazu übergegangen wäre, auf den Verbrauch ausländischer Lebensmittel zu verzichten. -Unsere Landwirtschaft ist stark genug, um den größten Teil deS heimischen Bedarfes decken zu können. Wenn sie in eine Krisis hineingeraten ist, bann rührt das nicht zuletzt ton der Bevorzugung ausländischer Lebensmittel her. Gerade in diesem Punkte zeigt sich mit aller Deutlichkeit, wie wichtig es ist, durch den Konsum nationaler Produkte die eigene Wirtschaft zu rräf- t i g e n. Wären wir beizeiten dazu übergegangen, die deutsche landwirtschaftliche Erzeugung restlos aufzunehmen und den Landwirt zu erhöhter Produktion anzufeuern, dann wäre der deutsche Dauer auch in die Lage versetzt worden, in steigendem Maße Industrieerzeugnisse aufzunehmen. Er fällt heute als Konsument aus, folglich sind viele Fabriken gezwungen, entweder Einschränkungen vorzunehmen, oder unter ungünstigen Bedingungen zu exportieren. Sollte sich unsere Konjunkturkurve wieder einmal nach oben bewegen, dann wäre zu wünschen unb zu hoffen, daß die breiten Volksschichten auf den Genuß ausländischer Lebensmittel in der gleichen Weise wie jetzt verzichten und entweder ihre . Löhne und Gehälter in den Konsum deutscher Rahrungsmittel hineinstecken, oder aber ihre i Spartätigkeit verstärken. • • Zeichnungsschluß für d ie Leipziger Anleihe. Die Zeichnungen auf die achtprozentige Leipziger 10-Millionen-Anleihe waren so erheblich, daß die Zeichnung gestern bereits geschlossen wurde, obwohl die Zeich- inmgssrist bis zum 25. April lief. • Cornelius Heyl A. -G., Leder werke, Worms. Wie der Lpd. erfährt, ist da- Geschäftsjahr 1927 nicht ungünstig verlaufen. Die gute Beschäftigung der Schuhindustrie im vergangenen Jahre hatte auch auf die Lederindustrie eine gute Absahwirkunq, so daß der Umsatz gesteigert werden konnte. Es ist eine Dividende von 8 Proz. in Aussicht genommen. Das laufende Geschäftsjahr leidet unter der schon feit Monaten anhaltenden Rohfellhausse, so daß eine genauere Voraussage über die nächsten Monate nicht gegeben werden kann. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 24. April Tendenz. Fester. — In Auswirkung der Verbindlich- Oer Ruhrschiedsspruch verbindlich! Der Reichsarbeitsminister hat sich oer- anlaßt gesehen, den für den Ruhrkohlenbergbau gefällten Schiedsspruch, der eine achtpro- jentlge Lohnerhöhung und einige Verkürzungen der Arbeitszeit über Tage vorsieht, für verbindlich ju erklären. Damit ist der seit Wochen drcchende Ausstand von 400 000 Bergarbeitern vermieden, gleichzeitig ist aber auch durch die Derbindlich- keitserklärung das Schicksal von rund 50 bis 80 000 Bergarbeitern besiegelt worden. Es war natürlich für den Arbeitsminister außerordentlich schwer, daS letzte Wort in dem Lohnkonflikt zu sprechen. Ihm lag das zu beachtende Schmalenbachgutachten vor, in dem von allen Kommissionsmitgliedern einstimmig festgestellt wird, daß der Ruhrbergbau unrentabel geworden ist und mit erheblichen Verlusten arbeitet. Er mußte aber auch gleichzeitig innerpolitische Rücksichten walten lassen und einen ausgedehnten und vielleicht sehr langwierigen Arbeitskampf während der letzten Wochen vor den Reuwahlen vermeiden. Denn so viel stand auch für ihn, auf Grund der verschiedenen Gespräche, die er mit den Gewerkschaftsführern gepflogen hatte, fest, daß di» Belegschaften in einen Streik eintreten würden, wenn er von einer Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches Abstand nehmen sollte. Für Herrn Brauns war also der jetzt von ihm eingeschlagene Weg der gangbare, in seinen Wirkungen kommt er allerdings den Folgen eines Streikes gleich. Denn so viel steht feit langem fest, daß die Lohnlasten nunmehr den Bergbau zwingen, auf mindestens fünfzig Prozent des verlustbringenden Auslandsabsatzes zu verzichten. Durch die im Zusammenhang damit hervorgerufene Förderbeschränkung werden etwa fünfzig bis achtzigtausend Arbeiter betroffen. Bei allem Verständnis für die unerquickliche Situation, in der sich Herr Brauns befand, muß man ihm aber doch den Vorwurf machen, daß er nichts getan hat, um den Schlichter von der Fällung seines verderblichen Schiedsspruches abzuhalten. Er hat sich vielmehr noch den Streikdrohungen der Gewerkschaftler gefügt, hat sich glatt über das Schmalenbachgutachten, das eigens für diesen Lohnkampf angefertigt worden war, hinwcggeseht, und hat die Existenzgrundlage des riesigen rheinisch-westfälischen Bergarbeiterheeres neuen Erschütterungen ausgesetzt. Kohlenpreiserhöhung beantragt. Essen, 23. April. Rachdem der Schiedsspruch für den Ruhrbergbau vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt worden ist, hat daS Rheinisch-Westfälische Kohlenchndikat. wie WTB.- Handelsdienst erfährt, eine Kohlenpreiserhöhung zum 1. Mai beantragt. Die Sitzung des Reichskohlenverbandes und des Reichskohlenrates findet am 2. Mai statt. Inzwischen wird im Syndikat über das zu beantragende Ausmaß der Preiserhöhung und über die sonstigen Rachnahmen beraten werden, die durch die DerbindlichkeitSerklärung notwendig werden. Zu diesem Antrag erklärt die „Germania": Soweit sich schon jetzt etwas Bestimmtes sagen läßt, wird die Preiserhöhung 80 bis 8 5 Pfennig betragen. Der bisherige Grundkohlenpreis war etwa 14,60 Mark. Es dürste kaum damit zu rechnen sein, daß das Reichs- wirtschaftsministerium auch diesmal wieder von seinem Vetorecht Gebrauch macht. Mit der einfachen Preiserhöhung dürfte jedoch die Situation nicht geklärt sein. Die Stilllegungsbewegung wird zunächst bei den Mangerkohlenzechen ihren Fortgang nehmen. Man spricht von 50 b i S 60000 Bergarbeitern. die in der nächsten Zeit von der StillegungSaktion betroffen werden. In der .Täglichen Rundschau" heißt es: Da 40 vom Hundert des Ruhrkohlenabsahes in das sog. umstrittene Gebiet gehen, wo eine Kohlenpreiserhöhung schlechterdings nicht angewandt werden kann, wird auch eine Kohlenpreiserhöhung nicht ausreichen, um die Belastung durch den Schiedsspruch wettzumachen. Das Ruhrkohlensyndikat wird infolgedessen diejenigen Lieferungen nach den umstrittenen Gebieten, die nicht auf langfristige Verträge erfolgen, ein* stellen. Die entsprechende Einschränkung der Produktion kann zunächst nur durch Feierschichten erzielt werden. Man rechnet vor der Hand voraussichtlich mit zwei Feierschichten im Monat. Da es aber unwirtschaftlich ist, auf die Dauer mit Feierschichten zu arbeiten, wird zweifellos bald an die Stelle der Feierschichten eine Belegschaftsverminderung treten. Man rechnet damit, daß die Arbeiterfchaft in absehbarer Zeit um 50 bis 80 000 Mann vermindert werden muß. keitserklärung des Schiedsspruchs für den Ruhrbergbau war die Tendenz im Anschluß an die erhöhte Llbendbörse allgemein fester und zuversichtlicher. Eine weitere Anregung, namentlich für die Montanwerte, bot der Antrag des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats auf Erhöhung des Kohlenpreises. Anderseits brachte der Rückgang des Kohlenabsahes im März etwas Verstimmung. Das Geschäft war etwas reger als an den Vortagen, wobei sich besonders einigen Spezialwerten verstärktes Interesse zuwandte. Angeblich sollen wieder einige Auslandkäufe zur Ausführung gekommen fein. Bei der ersten Rotierung gab es für die Mehrzahl der Papiere ettoa 1 bis 2proz. Besserungen. Lebhafter gefragt waren am Montanmarkt Rheinische Braunkohlen mit plus 3 Proz. Rheinstahl und Laura- Hütte gewannen je 2 Proz., während die übrigen Montanwerke meist nur gut behauptet eröffneten. Am Elektromarkt entwickelten sich lebhaftere Almsähe, vor allem in Siemens mit plus 3,5 Prozent und Schuckert mit plus 2,25 Prozent. Gesfürel und Bergmann zogen je 1,5 Prozent an. Gefragt waren ferner Zellstoff- werte, von denen Aschaffenburger 1,5 Prozent und Waldhof 2,5 Prozent gewannen. Von den A u t o a k t i e n lagen Daimler 2,75 Prozent höher, Adlerwerke und RSU dagegen nur behauptet. Merklich anziehen konnten noch A.-G. für Verkehrswesen mit plus 3,75 Prozent und Karstadt mit pluS 2.5 Prozent. Banken und Schiffahrtswerte waren vernachlässigt und meist knapp behauptet. Wayh & Freytag gaben 1 Prozent nach. Im Freiverkehr bestand für Russen Interesse. Im weiteren Verlauf wurde das Geschäft sehr still. Verschiedentlich traten kleine Kursabbröckelungen bis etwa 1 Prozent ein. So lagen Rheinstahl und Schuckert je 1 Prozent schwächer. I.-G.-Farben blieben auf den erhöhten Anfangskurs von 270 etwa behauptet. Der Geldmarkt blieb unverändert leicht. Tägliches Geld 4,5 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dollar 4,1818, gegen Pfund 20,410, London gegen Kabel 4.8820, Paris 124,02, Mailand 92,63, Madrid 29,18, Holland 12,1113. Berliner Börse. Berlin, 24. April. Die Aufwärtsbewegung, die schon an der gestrigen Abendbörse Fortschritte' hatte machen können, setzte sich heute weiter fort. Mit bet Derbind- llchkeitserklärung des Schiedsspruchs im Ruhrbergbau war ein wesentlicher Ain* sicherheitsfaktvr der letzten Tage ausgeschaltet worden. Auch der Qlntrag auf Erhöhung des Kohlenpreifes zum 1. Mai, der vom Rheinisch-Westfälischen Kohlenshndikat eingebracht worden ist, hatte Anregung gebracht, ohne die Störungen, die daraus für daS Wirtschaftsleben entstehen können, zu berücksichtigen. Die neue Diskonterhöhung der Federal Reserve- Bank in Reuyork fand dagegen weniger Beachtung. Bei einem nicht sehr großen Ordereingang war die Stimmung zu Beginn der heutigen Börse allgemein zuversichtlicher. Die Kurse waren überwiegend fester. Die Erhöhung gegen gestern mittag betrug durchschnittlich 1 biS 2 Prozent und ging bei Spezialpapieren bis zu 8 Prozent ca. So waren A.-G. für Verkehrswesen. Ilse, Mansfelder. Salzdetfurch, Schuckert. Siemens, Berliner Maschinen. Daimler, Ludwig Loewe Schuckert und Balzer, ferner Zellstoff Waldhof, Ostwerke, Schultheis, Charlottenburger Wasser, Karstadt. Polyphon und Tief 3 bis 8,25 Prozent erhöht. Anleihen nicht einheitlich. Ablösung für Reu besitz etwas fester. Ausländer ohne Almfah. Mexikaner fester. Bosnier uneinheitlich. Russen freundlich. Pfandbriefe unverändert. Geschäft äußerst klein. Liquidationspfandbriefe zeigten eher Schwächeneigung. Geld weiter leich.er Tägliches Geld 5 bis 6,5 Prozent. Monatsgeld 7.25 bis 8,5 Prozent. Warenwechsel 6.90 Prozent und darüber. Im Verlauf wurde es allgemein etwas ruhiger, und die Kurse bröckelten überwiegend allgemein ! leicht ab. Rur Polyphon setzten ihre Steigerung mit 3 Prozent fort. Das Angebot in Prä - I mientoare, das in den letzten Togen auf die Tendenz drückte, war aber offenbar zum Stillstand gekommen. Die Börse ist ziemlich leer verkauft, so daß die Aufwärtsbewegung auf gewohnter Basis steht. Rur Lorenz lagen zur ersten Rotierung 10 Prozent höher und zogen im Verlauf um weitere 7 Prozent infolge Materialknappheit auf 132 Prozent an. Die Stimmung bleibt weiter freundlich. Die Kursentwicklung ist uneinheitlich, im großen und ganzen aber behauptet. 3-rantfurtc: Getreidebörse. Frankfurt a. W., 24. April. Das Geschäft am Frankfurter Produktenmarkt war heute äußerst klein, da die zweite Hand ziemlich viel Ware an den Markt brachte und somit die Preise verichie- dentlich etwas nachgeben mußten. Hauptsächlich MaiS lag im Angebot. Für Futtermittel bestand weiter Interesse. Auch Weizen und Roggen wurden weiter vom Export etwas gesucht. Sonst) sind kaum Almsätze zu verzeichnen. Es wurden notiert: Weizen I. gut. gesund, trocken, bi- zu 1 Proz. Auswuchs 27 bis 2cL5. Roggen 29,25, Hafer, inländ. 27,75 bis 28,25. MaiS (gelb) für Futterzwecke 24. Mais (gelb) für andere Zwecke 25. Weizenmehl, südd Spezial 0 3^25 bis 39.50, Roggenmehl 39 bis 40,50, WeizenklekS" 15,40 bis 15,50, Roggenkleie 16,50 bis 16,75. Tendenz ruhig. Biicheriisch. — ASM. Hutchinson: Das wachsende R e i ch (Drei Masken-Derlag m München). Hutchinson ist ein Mann, den man sich in unsere Gegenwart schlechthin kaum hineindenken (amr, als Engländer unserer Tage kaum vors.Sllbar. Diese überaus große Schlichtheit, dieses stille Zurücktreten hinter da- Werk, keine Pofe, kein lauteS Gehabe, keine aufdringliche, anspruchsvolle „Individualität", nur einfaches, schlichtes Richts-als-Menschsein, sorgende Liebe und den rechten Weg ins „wachsende Reich" göttlichen Menschentums und vermenschlichter Göttlichkeit, ins Reich praktischer Religion. Ein sehr lieber Mensch, sucht und findet den Weg, als er nach dem Erlebnis des Weltkrieges umhertastet nach feinem Beruf, feiner besonderen Ausgabe, für die er im großen Völkermorden aufgespart wurde. In einer tiefen, aussichtslos scheinenden Liebe zu einem armen Mädchen, zwischen den She- katastrophen feiner Brüder findet er seine besondere Bestimmung, ein Beispiel praktischer Menschenliebe $u geben. Der neue Roman Hutchinsons stellt sich m seinem hohen ethischen Zielstreben, seiner innerlich freien und vornehmen Haltung und einer gleichzeitig äußerst glücklichen Gestaltung von Stoff und Form, durchaus ebenbürtig neben den unvergessenen ersten Rachkriegsroman des Dichters „Wenn der Winter kommt". 30 — Arithmetik und Algebra zum Selb st unterricht. Von weil. (seh. Studienrat Professor P. Crantz. l.Teil: Die sieben Rechnung»- arten, Gleichungen und Funktionen ersten und zweiten Grades. Mit 20 Figuren und einer Logarithmentafel. (Aus Natur und Geisteswelt, Band 120.) Ge> bunden 2 Mk. Verlag von B G. Teubner in Leipzig und Berlin. 1928. — Die Neubearbeitung des bereits in neunter Auflage erscheinenden Bändchens behandelt in leicht faßlicher Darstellung die Grundrechenarten bis zu den Logarithmen einschließlich, sowie die Gleichungen und Funktionen ersten und zweiten Grades. Besondere Sorgfalt ist dem Ausbau des Lehr- gebäudes gewidmet: die Anschauung ist stärker heran- gezogen. An zahlreichen, ausführlich durchgerechneten Beispielen werden die gewonnenen Sätze erläutert Die begegebene vierstellige Logarithmentafel wird vielen willkommen sein. 161 — Besser und besser. Photographieren leicht gemacht, 2. Teil, von A Stüler und K. Wagner. Mit 56 Bildern im Text. Franckh'sche Verlagshandlung. Stuttgart. Preis kart. 1,80 Mt. — Richt nur Der Anfang — auch der Fortschritt wird leicht gemacht durch den für den fortgeschrittenen Liebhaber-Photographen bestimmten 2. Teil. Wer sich erst einmal mit der Liebhaber-Photographie ernsthaft befaßte, und wem der l.Teil siegreich über daS An- fängertum hinweghalf, der möchte auch weiter einbringen in das überaus dankbare Gebiet seiner Liebhaberei. Dazu verhilft ihm „Besser unb besser". Er lernt auch unter weniger günstigen Aufnahmeverhältnissen arbeiten. Dem Ausbau der Aufnahmetechnik ist darum auch besondere Sorgfalt gewidmet. Dann kommt daS Behandeln der Regative, daS Herausbolen und Hervorlisten der Einzelheiten. Und zuletzt als Krönung der Ausbau des PositivverfahrenS, daS künstlerische Sehen und Erfassen eines malerischen BildauS- schnittS, fein Hervorheben durch Vergrößerung und daS Tonen. Die anschaulichen und zweckentsprechenden Zeichnungen erleichtern das Verständnis so, daß ein Mißverständnis oder eine Alnklarhett ausgeschlossen ist. 170 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die blnter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beichlostenen Dividende an. — ReichSdankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. 3 auklurt a.M Berlin Schluß ft'ir» 1-Utjr- Äur» Sch u‘j Sur- 2.niang fiur» Tamm 13 4. '24.4. | 23 4. 24. 4. 6®/» Di Reichsanleihe v. 102? Dt Hnl flblof -Sajulb mit 8L4 - 87.5 — nnvlof -Rechten . . . 31,9 61.85 52 51 Ikfrel. oü;.t Stu*l f .Rechten 7°/0 ftra; If Hi)v - Bl. wo. dpi untuiibbar bi ■ <932 . 17,60 :7.8 17.6 92.6 - - - 4V,0., Rheiimchk Hyp.Bank mqu -wo dpi A E W abo VorkriegS-Ob T7.76 - liuauoncii, ruitjaUlbar 1932 — 4% Schwei; Bu deSb Lnl **!» OelrerrÜbliche (Rolbrtc. . — W 36.6 4.20"^ Ccfteri ich. LUverrte 4 'o Ctuttitid) .in etil- Rir 4 — 4.13 — — - — — <° . UiiflaiddK Wolbric 24,8 24.9 25.23 4 Unaarifa.cLiaaikr v 191t w — 26.5 4'ifl bcOQl von rji3 * - - _ 4' . Ungarische .Mroncnrte . . — 1,1 4°/ Tuet .^ollardcibc o 1911 4°/. Durk Bugdaodadn - Uni L rtc 1 12.9 12 9 12.65 12.9 IJ.L 12.76 12.9 4"/ deonl Serie II . . 12 65 12.9 Li 6u 4eo Rumänen convert 9h«. 4‘/tu, Ötuuiäiun Voldanl . 6.6 - von 1913 ..... 18.13 — 18.25 Villa TcuUche Lilenbabn 4% — -ainvurg-Amerna Pair' . 6 •rmmb Subani Icmp sch « 164 158.6 162.6 219 154 219.ö Hansa TannsichiN ... .6 RordSeuischer rlovd b nug Teutsche Üreditanft.. 10 - w 225 «27.75 153.5 154.13 153 25 187 137 137.75 U7.26 Üovm r Ban'vrreiu 10 13».6 U9.5 Berliner paubri-qesellsch. 12 w 204.5 154 6 (loinmtri und privat-B-' > ■ 71.j 172 .71 I7Z I *iimit. u «Nrt ionalaank 12 139 5 40.5 2749 5 4l.o Teuiiche Bant 10 139.1. 15.- i5V, 1 159.26 Itölouto wrn-uschab Änr .0 151 v 151 25 >*).« 150 «b Ircebitcr Bunt lu u4 Li 153 7. 154.* 164 Mi'teidrui chc Kreditbank 9 * - IZ.o «14 Metallbau! .... 8 * 131.5 181.25 131 - Tiit . . 1 20.26 '17.5 219.7 3r:au6lurt a. M Berlin Schluß flure 1-Udr. Aurs Sch u(j A"T6 Anlang Aur» Datum: ■23. 4. 24 4. 23. 1. <4 4 71. E »....... . .7 164 164 5 62 25 163.75 Bergmann........ . . 8 ISS 187,6 I86 187,4 Elektr. Licserungen . . . 10 188 - IG» 169 6 Licht und .Htait . . . . 10 221.75 234 221 222.5 srelten 4 (i*uiQ aumt . . ■ .6 123 - 124 26 125 Ges i Eick r Unicrn . 10 281,6 ■283 280.75 284 159 7- Hamd. (?lettv. Werke . lu — — 158 heilt, telettt...... 8 * — 167 158,5 Lchies. «ehr....... . 10 - * 197.25 199.. ^ebudtrt ....... . . 7 192.5 194 4 181 75 193'5 elernen« A Halske . . ■ 16 21'6 299,6 294 300 Tr.nt rad> '........ . v 184,2 166 25 Lahmever A So...... •9 179 — 176 - Buder ß....... . 0 ül.25 91 5 90.25 91 deutsche Erdöl..... . .6 132.2j 133 35 1.1 7.1 132,9 Essener E ciukohle . . . .8 — - 134.5 130 Usciseukirchener . f. >/, 4 138.5 138.9 137.2u 138.7j Harveurr....... . 8 172 171 172.75 Hocsch Eisen....... . . 5 — 142.6 144 75 Ul'« Beradau...... Älöctn.nvftk...... . .8 267 - 251 259.25 - -5 — 121 1'23 Äöl i ‘JleucifeB - . . 6> , - 142.26 144.75 anncsmann - .f. 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M Berlin Schluß ; 1 Uhr- Sch uh tiniang Ä"r» Äur» Aur» Äur* Datum: 23 4. 24 4. | 23 4 | 24 4. ivdilivv HoUmann . . ■ 12 161 25 — 164 165,75 Heidelderaer Lement 8 150 150 — — Lcmcni Karlstadt ■ . ... 8 180 — ^anh 4 Freitag . . . . 1t 139 138 — — Cchuildeis Pavendoter. . 15 — — 359 364,5 Cfiroerft...... . • 12 — 302.5 309,5 Ber. Wlanjftoff . . . . 15 - «* 750 748 Bem berg ...... — 547.75 ^ctlfto Daldbos ■ ■ . - 12 .'95.5 298 293,5 498 Zciinoss Aschassrnbura . 1t 191.5 193 — 193 5 ttbarlott nburger Wasser 7 - 133 136.9 ciiautr GaS . . - . d - 199 25 202.5 'Truinier 'UZotoreu . . . . 0 101.6 - 104.25 101 0 104 75 50 Demag...... Adlerwcrke Klevcr . . . c 48.25 . 0 93 93 93 93 Vnbto Loenc ... . . 1 — 451,5 256.5 94at Automobil . . . . 6 - 97.75 ■J8.5 Or.nft in 4 Kappel . . . 4 — 130.5 132 Linke Ho mann . . . . 0 * — — Leanbard Tiev. . . . . r 240 244,75 Bamay-- epi in . . . . . 0 24 ■ 45 • Franck. M ichinea . 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