Dienstag, 24. Januar 1928 178. Jahrgang Nr. 20 Erstes Blatt Keine Verständigung über das Schulgesetz Oer Kampf um die Gimultanschule. — Oie Kostenfrage. — Neue Zentrumswünzche Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". ■23. stan. Mnschaft. uptmann 'n für Dichtkunst. tonie der Künste. Pw- . n. und der Torfihendc , Wilhelm v. Scholz, ilbung zufolge, namens r Sektion Gerhart der Sektion beizutreten. M dieser Ditte ent- pallo, wo er zur Zeit > 0 l z folgendes Schrei- Trotz der Kritik an der angeblich zu optimistischen Schätzung der Einnahmen hat leider kaum einer der Kritiker Abstriche bei den Ausgaben verlangt. 3m Gegenteil sind von denselben Kritikern Forderungen gestellt worden, die neue Ausgaben heroorrusen mühten. Ein solches System ist unmöglich, wir können nicht einen offenen Defizilelat auffiellen. Wer neue Ausgaben verlangt, muh auch Vorschläge zur Deckung machen. annatfew von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für i mm höhe fit Anzeigen von 27 mm DreUe örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig- für Ne. Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Relchvpfennig, Platzvorschrift 20°,mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Deranttoortlich für Politik Dr Fr. Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den Anzeigenteil Kurt hillmann, sämtlich in Dietzen. liarden Mark. Der Verlust in der Handelsbilanz betrage allein etwa 3,7 Milliarden Mk. Die Schwächung der deutschen K a p i - t a l k r a f t werde durch den Stand der deutschen Kreditbanken bewiesen, deren Aktienkapital noch nicht die Hälfte deS Friedenskapitals betrage Der Sparkassenbestand betrage den fünften -Seil des Friedensstander. Die Produktion werde erschwert durch den teuren Geld st and. Kurzfristiges Geld koste in Deutschland das Doppelte als im Ausland. Die fremde Darc vertreibt den Bauer von der Scholle, den Arbeiter von der Arbeitsstätte. Line Konjunktur kann nur von Bestand sein, wenn sie die Basis des inneren Marktes hat, d. h. die Landwirtschaft an ihr Teil hat. Eriah auf dem Weltmarkt kann nicht geschaffen werden. Die 3dee, dah wir unfern Platz auf dem Weltmarkt stark erweitern können, wird sich als Illusion erweisen. Auch Exportkredite werden daran wenig ändern. Dies Geld, das dem Ausland deutsche Waren billig verschaffen kann, wäre nützlicher angewendet, wenn es zur Hebung der landwirtschaftlichen Nöle in Deutschland verwendet werden würde. Es gibt keine gefährlichere Politik als die Politik der Illusion. Die deutsche Wirtschaft ist bereits übersteuert. Ganze Gebiete der Landwirtschaft werden von den Steuern befreit werden müssen, wie es Friedrich der Große nach dem Siebenjährigen Kriege getan hat. Wir brauchen 22,2? 111.82 59.26 2,595 111-68 81.« 12,01 12,44 73,W 0. E 1,156 58, Hl,81 1'2.30 112,73 10,6'» 22,^ 20,477 4,20'6 16,3t5 60,90 71.6' 1> u,5O7 j9,20 12,40 ;393 ,Z,ß s ö 1,15 1,2*’ Parker Gilberts Amerikareise Kriegsschulden und Reparationsleistungen. At 'T'jSr 22,19 111,38 59,02 2,51- 112,22 b0,'< 71,73 12.3« 73.10 jetzt eine Sparpolitik im größten Stile. Der Dualismus zwischen Preußen und dem Reich ist ein riesiger finanzieller Luxus, wir können uns das Gegeneinandcrarbeiten der beiden großen DerwaltungSapparate nicht leisten. Die Parlamentarisierung der Verwaltung führt zu einer reinen Ausgabepolitik. Das Reich muß mit gutem Beispiel vorangehen und den LuxuS der Spczialverwaltungen einstellen. Beispielsweise können die Behörden des Arbeit-Ministeriums und die Finanzverwaltung verein i g t werden. Wir danken dem Finanzminister, daß er sich die alte deutschnationale Forderung der Selbstbeschränkung der Parlamente zu eigen gemacht hat. Auch die Länder und Gemeinden, namentlich die Gemeinden, müssen den Weg zur Sparsamkeit zurückfinden. Einem rationellen Finanzausgleich zwischen Reich und Ländern steht wieder der DaweSplan entgegen. Solange b-- Tributsuw.me nicht fest bestimmt ist, hängt ein Damoklesschwert über dem Haupt jedes Finanzministers. Deutschland wolle unter eigener Verantwortung eine Schuld auf sich nehmen, die seinen Kräften angemessen sei. Dazu gehöre aber völlige Freiheit und dazu gehöre auch die Wiederherstellung der agrari chen Basis der deutschen Landwirtschaft. Die Borbedingung für die Wiederherstellung deS deutschen Volkslebens sei die Rückgabe des dcutscyen Bodens im Osten. — Weiterberatung Dienstag. E 1,792 58.4'5 111.6 ■ 112.28 112-51 . 10,553 . 22,18? 1 20,431 4,1933 , I 965 I 9,503 j9,08 US 73,28 | s 3 564 i 4 183 I 276 1 Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers. Berlin, 24. San. Der Reparationsagent Parker Gilbert ist von seiner Amerikareise wieder nach Berlin zurückgekehrt. Sie war nicht allein als Urlaub gedacht, sondern hat offensichtlich von Anfang an den Zweck gehabt, bei der, Regierung der Bereinigten Staaten zu berichten und zu sondieren. Deshalb hat er auch den. Rückweg über Paris gemacht, um Herrn Poln - care über die Auffassung, die nicht nut in Washington, sondern auch in Wallstreet herrsmk, ins Bild zu sehen. Denn die Schwierigkeiten für die Lösung des ReparationLproblemS liegen in erster Linie in Frankreich. Die Franzosen haben ja nachgerade «ingesehen,, daß die schöne Phrase „le bocke payera tout s e nur in Schulden gejagt hat und daß sie niemals Aussicht haben werden, die Milliarden aus uns herauszupressen, von denen sie zuerst geträumt hatten. Immerhin, sie möchten doch noch ein kleines Geschäft machen, sie möchten nicht nur ihre Schulden los werden, die sie ihrerseits wieder in England und in den Vereinigten Staaten aufnehmen mußten, sie wollen von Deutschland darüber hinaus noch eine stattliche Anzahl von Milliarden haben, um ihren inneren Etat wieder in Ordnung zu bringen und tim auch heute noch so, aI8_ ob sie glauben, dah das ernsthaft möglich wäre. _ .. T Herr Parker Gilbert wird ihnen keinen Zweifel darüber gelassen haben, daß sie, wenn sie wirklich an dieser Auffassung festhalten, sich einer traurigen Illusion hingeben. Er hat banim darauf hingewiesen, dah die stillschweigenden Voraussetzungen, von denen der DaweSplan ausgegangen ist, bisher nicht eingetreten find, dah nämlich der deutsche Export sich so stark wieder heben sollte, um aus seinem Lieber- schuß die Zahlung der Reparationen zu ermöglichen. Davon ist gar keine Rede gewesen, wir haben im vergangenen Jahr einen Einfuhrüberschuß von vier Milliarden gehabt, der als Einzelerscheinung nicht zu schrecken braucht, der aber doch unter dem Gesichtswinkel der Reparationszahlungen nachdenklich stimmen muh: auch Herrn Parker Gilbert nachdenklich gestimmt hat, wie sich auS seinem letzten Be- richt ergibt. Denn es geht natürlich nicht an, daß unsere Gläubigerstaaten eine hohe Zollmauer um sich errichten, damit sie auf diese Weise den deutschen Import ausschließcn, gleichzeitig aber von uns verlängern daß wir aus dem Lieber schuh unserer Exports 2,5 Milliarden jährlich zahlen sollen. Was wir bisher gezahlt haben, ist nicht von verdientem, sondern vongepumptemGclde gezahlt. Das läht sich vorübergehend macyen, ist aber als Dauererscheinung unmöglich. DeS- Die Verhandlungen Parker Gilberts werden auch dem französisch-amerikanischen Kreditverhältnis gegolten haben, das immerhin indirekt mit der Reparattonsftage zusammenhängt. Amerika hat vor kurzem das Kreditembargo auf französische Industrieanleihen aus gehoben und damit Frankreich den guten Willen bescheinigt, seine Auslandverpslichtungen zu regeln. Diese Sperre aus französische Anleihen war seinerzeit als Pression gegenüber dec französischen Weigerung verhängt worden, seine Kriegsschulden gegenüber Amerika vertraglich zu regeln. Diese Regelung ist auch bisher noch nicht ersolgt, und es stellt deshalb eine gewisse Vorleistung Amerikas dar, wenn diese Maßnahme jetzt ausgehoben wurde. Aber daneben verfolgt die amerikanische Finanz damit ossenbar noch das Bestreben, in die französische Wirtschaft hineinzukommen, die ihre Finanzgeschäfte mit dem Ausland in der Zwischenzeit auf dem Wege über den englischen Kapitalmarkt abgewickelt hat. Damit wird vielleicht weniger einem Expansionsbedürfms der amerikanischen Finanz, alS vielmehr dem Ziele gerecht, gleichfalls den Boden für eine Gesamtregelung der europäischen Schuldenverhältnisse durch eine zunächst innigere Verflechtung der einzelnen Schuldner mit dem amerikanischen Kapitalmarkt zu ebnen. Hält man diese Dinge zusammen, so wird man sich der Lleber- zeugung nicht verschließen können, daß die jüngste Arnerikareise und der Pariser und Brüsseler Aufenthalt Parker Gilberts weitausschauende und wichtige Gesamteuropäische, aber vor allem für Deutschland maßgebende Fragen zu behandeln hatten. die Gefahr, dah mitten im sogenannten Frieden d i e Kernprovinz des alten preußischen Staates an Polen falle. Ostpreußen müsse aus seiner Znsellage besreft werden durch eine großzügige Ostpolitik. Die 2iot der Land- wirtschaft sei verursacht durch die furchtbare Blut cntziehung infolge der großen Tribute an das Ausland, die nur aus Krediten geleistet werden könnten. Die deutsche Z a h l u n g s b i l a n z biete ein hoffnungsloses Bild, sie zeige einen Fehlbetrag von mehr als ein Vierteliii Gestalt einer Schuldenvermehrung von 4,4 Mit-- r Präsident.' nur fürs lagen, dah n Kollegen Einladung, : DMiuift, beijiitre- jtem Datil eMntze. ich gezögert, mich an örstirm za beteiligen, aligen Dedenken weiter Sektion ist heute eine wie damals, ein blohcs jeute zu dem Ursprung- rm Ministers die Ein- ist unterstützt von Max W Mann, denen sicher Derchrung ver- iein Fernbleiben emer Hanken der Kamerad- hkommen. 24 be eune zur KameradschaM' meine anfängliche Skep« en Glauben zu ersehen. Hauptmanns ifr Miktion. 5 bl; 7 Uhr nachmittag» )f find lediglich an di« chten. __ '-«ÄÄ: 'Mud, tiN«nt § iu 23 Kggen 24S,<>nt 28 bis jld/9elb) S Hl. - Markt, geräumt. Kälber und ne bei Mhig regem Etat-Kritik. ReichSfinan,Minister KSliler antwortet der Opposition. Berlin, 23. Ian. (V.D.Z.) Die allgemeine Aussprache über den ötat für 1928 wird fort- S eiff er t (Völk.) fordert eine wirksamere Form des Wahlverfahrens Der Zentrumsantrag bringe diese Pforrn nicht. Er sei nur der Ausdruck des Machtwillens, die Leinen Parteien und Gruppen zu unterdrücken. Mit so Leinlichen Mitteln werde man die Auf- Wertungsvolksbewegung nicht zuruckdrangen können. Der Redner fragt nach dem langst versprochenen Rentnerversorgungsgeetz und dem notwendigen Fürsorgegeseh fur d i e 2 n f l a t i o n s o p f e r. Er halt eine höhere Aufwertung als gegenwärtig für möglich. Frau Abg. Volke (Komm.) bezeichnet den Dürgerblock als die Frucht der sozialoeinokraft- schen Politik von 1918. Severing habe sich schon an den Bürgerblock angeschmiert: wenn man der sozialdemokratischen Presse glauben könnte, wäre Groener bereits Mitglied der S.P- D. und Hindenburg würde bald folgen. Thälmann habe wie ein schlechter Sozialdemokrat geredet. 2m Gegensatz zu den offiziellen Scheinkommu- nisten würden die linken Kommunisten an dem Sturz dieser bürgerlichen Gesellschaft arbeiten. Die Reichswehr könne nicht reformiert, sie müsse radikal aufgelöst werden. Reichöfinanzminister Or. Köhler: Man hat mich wegen meinet pessimistischen ‘Beurteilung der Finanzlage in meiner vorjährigen Etatsrede getadelt: damals haben aber die sozialdemokratischen Finanzsachverständigen Dr. Her. und Keil die Lage noch dunkler gcKpen, ich befinde mich also in recht guter GeseNschaft. Die scharfe Kritik, die hier an meinen Schatzungen geübt worden ist, kann ich nicht als berechtigt anerkennen. 2ch werde darüber un Ausschuß nähere Aufklärung geben, ilnter den heutigen Llrnständen darf nicht ein Etat ausgestellt werden, der am Schluß mit großen Lleberschüssen endet. Wir müssen auch von dem ungesunden System der Rachtragsetats abkommen. Den Gegenstand berechtigter Kritik hat der außerordentliche Etat gebildet. 2ch muß an der Forderung festhalten, daß die außerordentlichen Ausgaben gedrosselt werden müssen. halb ist die erste Vorbedingung für das Funktionieren des Dawesplanes überhaupt, daß unser Export st e i g t, und Voraus' etzung dafür ist wieder, daß wir im Frieden unsere Produkte in der Welt umsetzen können. Solange das nicht möglich ist. wird der Dawesplan auf dem Papier stehen bleiben unb_ früher oder später wird sich zeigen, daß er übe rha up t n ich t durchführbar ist. Sehr rasch freilich wird diese Erkenntnis, eben weil sie sür die Glauoiger schmerzlich ist, sich nicht durchsetzen. Deshalb ist es für Deutschland auch weder politisch noch taktisch klug, sich in die Auseinandersetzungen darüber einzumischen, die durch die Reise Parker Gilberts ausgelöst sind. Wir können gar nicht abwarten, ob nicht nach den französischen, vornehmlich auch nach den amerikanischen Wahlen die Erkenntnis von den einfachsten Maximen je bet Volkswirtschaft sich hinreichend durchgesetzt hat, um mit der Ausgleichung aller Kriegsschulden auch öve deutsche Rcparatiomslast zu vermindern. geordneten Schulbetrieb behandele und den § 14, der gewiße Richtlinien für die zum Religionsunterricht bestimmten Lehrbücher aufstellt, Meinungsverschiedenheiten. Die Formuliening die die beiden Paragraphen in der ersten Lesung gefunden haben, genügt der Zentrmnspartci nicht. Sie verlangt, daß über ihren Sinn hinaus- ftimmungen über einzelne Anträge herbeige- führt toerben. 2n bezug auf die Kosten kennt man bisher erst eine Ziffer, die von der Opposition genannten 300 Millionen Mark, die der Reichssinanzminister, auch für eine längere Reihe von Jahren, als zu hoch bezeichnet. Man weis) aber immer noch keine positiven und exatten Zahlen von feiten der Antragsteller, und es scheint uns, als würde sich im Reichstage für das ganze Gesetz unmöglich eine Mehrheit finden lassen, solange man die finanziellen Au s - Wirkungen nicht genau und mit beweiskräftigen Zahlen b e k a n n t g e g e b e n hat. IMS :__. no ,795 8,54 1,19 2,51 2,13 i,512 2,22 1,412 201 6,51 1,915 1,99 *967 5065 i,|95 447 ,389 3,42 1,1X18 0,47 ,1,86 -110 1,550 1.19? Z z.ablin« Berlin, 24. Ian. Die interfraktionellen Be- 1 sprechungen der Regierungsparteien Über den §20 I sind unterbrochen worden, ohne daß bis- her eine Annäherung der gegensätzlichen Anschau- 1 ungen zwischen Dolkspartei und Zentrum sestge- ; stellt werden konnte. Dom Zentrum wird die Forde- rung der Deutschen Volkspartei, wonach in den Säubern, wo „n a ch Gesetz und Herkommen die Simultanschule bisher bestand, es beim alten bleiben soll, als ganz unannehmbar und verfassungs- widrig bezeichnet, weil die Verfassung den Begriff des „Herkommens" nicht kennt, Denn nach einer solchen Bestimmung könnten verschiedene andere Länder, bcispeilsweise Sachsen, durch den Staats- gerichtshof eine Entscheidung erzwingen, wonach auch sie von der Geltung des Schulgesetzes ausgenommen werden. In Zentrumskreisen wird die Aussicht auf eine Verständigung sehr pesfimiststch beurteilt, und es wird betont, daß das Zentrum entschlossen sei, seine Minister aus dem Kabinett zurückzuziehen, wenn der Standpunkt des Zentrums nicht durchgesetzt wird. Auch von volksparteilicher Seite verlautet, daß die weitere Aussicht der Verhandlungen von den Unterhändlern dieser Partei nach der heutigen Besprechung auherordent- lich p e s s i m i st i s ch beurteilt wird. Die Dolkspartei hält ihren Standpunkt in der Frage Weiterführung der Simultanschule aufrecht. § 20 fordert in der bisher vorgesehenen Fassung für die in Betracht kommenden Länder eme Liebergangszeit von fünf Jahren. i während die Deutsche Vollspartei unbedingt daraus besteht, daß in diesen Ländern die Einrichtung als eine dauernde Detoniert wird. Die Volkspartei hat wiederholt erklärt, daß in diesem Punkt an eine Tkachgiebigkeit von ihrer Seite nicht zu denken wäre, und es sind in der Part^ sechst sehr starke Kräfte am Werk, um ein auch nur teilweises Entgegenkommen zu verhindern, nachdem man in der Frage des § 16, der Einsichtnahme in den Religionsunterricht durch geistlich« Behörden, weitgehend en t ge genge kommen ist. Die Opposition gegen eine Aufhebung Der Simultanschulen in den beteiligten Ländern wird besonders gestärft durch da« geschlossene Zusammenstehen der liberalen und sozialistischen Parteien in Sachsen gegen das Schulgesetz Überhaupt. Dort ist in Dresden eine Kundgebung unter Beteiligung breitester Vvlksmassen veranstaltet worden, deren Resolution die sächsischen Behörden auffordert, die sächsischen Volks- masseii „gegen die beabsichtigten Gewaltakte des Bildungsausschusses des Reichstages energisch zu schützen". Man steht in Sachsen auf dem Standpunkt, daß die §§ 9 und 18 deS Entwurfes einen Rückschritt und eine Verkümmerung deS sa^- Das Steuervereinheitlichungsgesetz wird jetzt vom Volksschulwesens bedeuten wurde daß VW Reichsrat durchberaten. Die Reichsregierung hat a[fD das Gesetz in seiner Wirkung besonders seine Verabschiedung in keiner Weise verzögert. gcgcn Sachsen richte. Heber die Ausgestaltung des Etats für 1929 gn fcen heutigen interfraktionellen Verhandlungen sind auch wir in Sorge. 2n der Frage der Ver- -Xu c5 ^doch gelungen, in der Frage der K o ft en waltungs- und Verfass ungSreform Durchführung des Gesetzes eine Emigimg zu erbat man der Regierung Fü h r e r l o s i g k e i t ,jel«n und zwar wurde das Kompromiß in der vorgeworfen. Wenn wir in dem Ergebnis der fo^tuna gefunden, daß die Reich s r e g i« r u n g Länderkonferenz einen Fortschritt sehen so be- €inen Fonds bilden soll, aus dem finanziell finden wir uns bei diesem ilrteil in ile&crein- leistungsschwachen Landern Mittel zur stimmung mit der Erklärung des preußischen Durchführung des Gesetzes zur Derfugmig gestellt Ministerpräsidenten Braun. (Heiterkeit rechts.) werben sollen. 5m Reichstage verlautet, daß Reichs- Das stürmische Drängen des Abg. Cremer chnenminister Dr. v. Keudell morgen eine entspre- nach dem Einheitsstaat scheint in feiner eigenen rf)ent)c Erklärung abgeben wird. Was dagegen Dartei nicht überall geteilt zu werden. Zwei bcn §20, die Frage der Simultanschule anlangt, so Taae nach feiner Rede habe ich Ausführungen bcftättgt sich nur, daß die Auffassung der Fraktio- seines Fraktionsvorsihenden Dr. Scholz ge- nen sich auch nach den heutigen mterfrakttonellen lesen, die wesentlich ruhiger klangen. Der «Mhrer Besprechungen unverrückbar Segenuber- der Deutschen Vollspartei in Baden. Abg. Dr. stehen, ohne daß es gelungen ist, irgendwelche Mattbes hat vor kurzem die Meinung ver- Wege zu finden, die zu einem Kompromiß fuhren treten daß aus wirtschaftlichen Gründen der Nach der „Germania' bestehen innerhalb Föderalismus hochgehalten werden mußte. Koalition nicht nur über den 8 20 des Reichs- (Hörtl Hört!) Mit der Verwaltungsreform, die sch^fttzes, sondern auch über den §9, der den von allen Seiten gefordert wird, dürfen wir _— - "" nicht warten, bis das Verhältnis von Reich I und Ländern neu geregelt ist. Bild des Greises, der sich mcht zu helfen weih, und X.anoem ne g €r nicht den Mut, Herrn Sr Lw- Abg. Reil (ü.) ther mitzuteilen, dah feine Ernennung aus Grund meint- Der bisherige Verlauf der Debatte habe eines rechtlichen 2rrtums erfolgt fei und warum ^inen ebenso tiefen9 wie lehrreichen Einblick in ersuchte er ihn nicht deswegen, von seinem Amte da^traute und^ harmonische Familienleben, des zurückzutreten? (Lebhafte Zustimmung links und Reaierunasblocks gewährt. Bezeichnend sei die im Zentrum.) Tatsache, daß die „Kreuz-Zeitung" Herrn von £)r# Quüah (ON.): Guerard vorwirft, er ^be die Koalitwnsfteudig- dem Finanzminister entrollte Kon- ÄS Leifelhaft f J A pntturbi^ ™ fiSÄttS ESS? S&5 Suftimmung9!^ S'an^ct6 bk I mit »=r Oiot M d°E°n, Sst-ns. Es Angaben der Presse über die üble P h o e b u s- A f f ä r e bestätigen muhte, so bleibe nur die Frage, wie es möglich war, daß so lange Zeit die zutreffenden Pressemeldungen m ganz unwahr- hastiger Weise von der Regierung demeiitiert wurden. Berechtigt fei die Frage, wieviel Millionen noch in versteckten ^opichen des ^eich» Wehrministeriums liegen, um gelegenstich Wr illegale Zwecke verwendet zu werden. Bei der Erklärung des Reichskanzlers zu dem ^lusprucy Preuhensauf den Po st en i m V e r w a l - tungsrat der R eichsbahn bot er das gegangen wird. Angesichts dieser Widerstände ist kaum anzunehmen, dah man im Ausschuß selbst zu irgendeiner endgültigen Verständigung gelangt und es wird deshalb als möglich angesehen, daß das Gesetz in feiner bisherigen Form dem Reichstag zugeleitet und die etwa notwendigen Abänderungen dort im Wege von Ab-s MGietzener Anzeiger WM General-Anzeiger für Gberhessen richten- Anzeiger Gietze«. Kr« ! Lrsr. 'ritUch-In-len. unb Güterzug d-z L^Men wurde l^e^ut ausrinan- e>n Güterwagen, W äusaminenstieh. getötet und -wer. Berlins. ^Projekte Derlins, J ift. ift das neue irr Dahnhvs. AS- gantischm ProietteS n bezogen worden. )ochhau4 werden einer Art gibt, tzchvn der Bau begonnen (ander liegende 8ioä° t geplant, das ßaus verwenden. D.eses tl wird nach seiner ) Zimmer enthalte Zetten versehen hat. wie wir hören, i jetzt plötzlich gegen hoben und die Ar- len lassen, nachdem e Genehmigung zum omm enden Instanzen Einspruch des Wohl- imit begründet, dah : und Lustvergebung he ein* Kunst und Wissenschaft. Lisa Rado t Einen schmerzlichen Verlust erlitt das Frankfurter Operettentheater und mit ihm das theaterfreudige Frankfurter Publikum durch den plötzlichen Tod der beliebten Soubrette Lisa Rado, die am Sonntagabend noch gespielt hatte und am Montagmorgen in ihrer Wohnung tot aufgefunden wurde. Ein herbeigerufener Arzt stellte als Todesursache einen Herzschlag fest. hundert Bewerber um das Preisausschreiben der „Presfa". Auf das von derJnternationalenPresse" ausstellung Köln 1928 erlassene Preise a u s s ch r e i b e n zur Erlangung eines Presseschauspiels unter dem Wahlspruch „Eine Stunde Tageszeitung" sind, einem WTB.-Funkspruch aus K ö l n zufolge, annähernd hundert zum Teil sehr umfangreiche Arbeiten eingegangen. Die Entscheidung des Preisgerichts ist vor Anfang Marz nicht zu erwarten. Berliner Börse. B e r l i n , 24. Ian. (WTB.) Nachdem es im gestri- Sen Nachmittagsverkehr auf Deckungen eher etwas efter geworden war, ist es heute früh in den Zurecms wieder sehr still. Die Grundstimmung bleibt jedoch weiter freundlich. Kurse werden nod) nicht genannt. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen London mit 124,02, Mailand 92,15, Madrid 28,70, London gegen Kabel 4,8745 und die Reichsmark gegen Kabel mit 4,1960. Kür großen Haushalt wird zum 15.1IX spätestens 1. III. tücht. ältere Kraft gesucht, die selbständ. todtt, bäckt, einmacht, sparsam u. vernünftig wirtschaften kann, Küche u. Zubeh. rein bäh u. etwas Hausarbeit übern. Dauerstellung, guter Lohn u. gute Behdig. Schr. Angeb. m. Zeugn. u. 0590 a. b. Gieß. Anz. Für mein. Restau- rations- und Saal- betrteb im Sieger- lanb suche ich 2 tüchtige, fleißige Mädchen auö gutem Haufe in Dauerstellung.Atter 18—25 Jahre. Hoher Lohn und Bitte Behandlung. Eintritt am 1. und 15. Febr. Schristl. Angeb. unt. 8631 > a.Gieh.Anzeig. Zu erfr. ©nantb- 3r0|>l sche Druderei strafte 14 p., r. sehbaren Umständen einen anderen Weg als den vorgesehenen nehmen mußte, war nicht von der Gießener Studentenschaft in die Wege geleitet, sondern es war «in Fackelzug der Frankfurter, Marburger und Gießener Burschen f d) a f t e n aus Anlaß der feit Jahrzehnten üblichen Feier des Burschenschafter - Reichsgründungskommerses. (weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt) Eine städtische Pressestelle in Mainz. Lpd. Mainz, 23. Jan. Mit Wirkung vom heutigen Tage ist eine Pressestelle des Oberbürgermeisters der Stadt Mainz errichtet worden, über deren Ziel und Zweck heute vormittag Oberbürgermeister Dr. K ü l b die Pressevertreter unterrichtete. Aufgabe dieser Pressestelle, die dem Stadtsyndikus Dr. S ch w a h n unteriteht, ist es, die Presse über wichtige Projekte und Angelegenheiten der Stadt zu unterrichten und ihr die Möglichkeit zu geben, an Hand einwandfreien Materials die Oeffentlichkeit zu informieren. Oer Eronberger Mord aufgeklärt. WER. Frankfurt a. M.. 23. Jan. Am 29. Rovember wurde in der Gemarkung Kronberg die 27jährige Auguste Gerber aus Frankfurt a. M. ermordet aufgesunden. Den Tatumständen nach konnte als Täter nur ihr CBräutigan* der Arbeiter Peter Müller aus Oberyöchstadt, in Frage kommen. Müller war nach der Tat unter Zurücklassung von Mantel und Kopfbedeckung geflüchtet. Alle Rachforschungen nach dem Flüchtling waren bisher ergebnislos. Am 21. Januar wurde nun im Gebiete der Landeskriminalpolizeistelle eine u n - bekannte männliche Leiche aus dem Main g e l ä n d e t, die erst an Hand von Kleidungsresten als die des geflüchteten Mörders identifiziert werden konnte. Lehrling m.gut.Schutbildvng. Nur schriftliche An- geboie erbeten. Tovwerke Avenüslera G. m. b. H. Geübter Packer der auch selbst Kisten Geschäftsmann sucht leere Mansarde oder Zimmer zu mieten. Schristl. Angeb. unt. 0561 an d. Gien. Anz. erbet. [Stellenangeüote| Junger Fautan der im Lohn- und KalkulationSwesen bewanden ist, perfekter Rechner fern muß. schöne Handschrift besitzt und Schretbm. bcbienen kann, zum fofordgen Eintritt geh Schriftliche Angeboie mit lüdenlofem Lebenslauf und Zeugnisabschriften unter 869l) an dte Geschäftsstelle des Gießener An- zeigers erbeten. Wtr suchen für unser Bureau zum sofortigen Eintritt jogg. Mm b. mit allen Bureauarbeiten vertraut ist, Stenogr. u. Schreibmaschine beherrscht. Ferner zu Ostern gleich, In welchem Staate der unterdrückte Teil der Volkheit lebe. DaS treffe auch auf Süd - tirol zu. Hier werde eine Verständigung nicht möglich sein solange das Italien Mussolinis unsere südtiroler Brüder so unerhört vergewaltige, wie es in den letzten Zeiten geschehen sei. Das seien Dinae, gegen die nicht nur das Gewissen des deutschen Bolkes in stärkster Kraft aufbrennen müsse, sondern die auch das Welt- gewissen angehen mühten. Das südtiroler Problem sei nicht nur ein österreichisches, sondern es sei ein deutsches Problem, weil es sich hier um die Zukunft unseres gesamtdeutschen Volkes handle. Hinsichtlich Deutschösterreichs sei es nötig, daß wir zu einer neuen, einer gesamtdeutschen Geschichtsauffassung kämen, die Friedrich den Großen und Maria Theresia als deutsche Menschen zugleich sehe und werte, denn beide Staaten hätten eine gewaltige deutsche Mission gehabt und seien ihr in hohem Maße gerecht ge- worden. Die Grenzverhältnisse im Osten seien so, dah sie zu einem Ost-Locarno nicht führen könnten. Danzig sei deutsch, der Korridor werde uns nicht zur Ruhe kommen lassen, ebenso auch Westpolen, die oberschlesische Frage hätte eine andere Regelung finden müssen. Die Ausführungen deS Redners über den Osten kann man dahin zusammenfassen, dah für alle Gebiete, die jenseits unserer alten Reichsgrenze liegen, ein Rationalstaat überhaupt nicht möglich ist, sondern daß dort nur ein Rationalitätenstaat in Betracht kommt, in dem den Minderheiten Schuh und Achtung ihrer Volkheit, ihrer Eigenart und ihrer Religion zu gewährleisten ist und sie dann ihren Staatsbürgerpllichten gerecht werden können. Der Vortragende forderte zum Schlüsse, daß überall das Persönlichkeitsrecht des Menschen auf sein Volkstum ebenso anerkannt werde, wie das Persönlichkeitsrecht des Menschen auf seine Religion. Rur auf diesem Wege werde Mitteleuropa wieder zur Ruhe kommen und sich schließlich auch eine Interessengemeinschaft sämtlicher Völker Mitteleuropas herausbilden. Das deutiche Volk im Reiche habe die Pflicht, die Fäden zu seinen Volksgenossen außerhalb der Rcichsgrenz.n nicht abreißen zu lassen, sondern sie immer fester zu knüpfen, damit auch das deutsche Volkstum überall in der Welt sich durchsetzen könne und geachtet werde von anderen Völkern. Anhaltender lebhafter Beifall der Versammlung dankte dem Redner für seinen glänzenden, das deutsche Volksgewissen anpackenden Vortrag. Daten für Mittwoch, 25 Januar. Sonnenaufgang 7.50 Uhr. Sonnenuntergang 16.35 Uhr. — Mondaufgang 9.38 Uhr. Monduntergang 19.44 Uhr. 1558: Einweihung der Universität Jena; 1776: der schottische Schriftsteller Robert Bruns in Allo- way geboren (gestorben 1796); 1866: der Dichter Herbert Eulenberg in Mülheim a. Rh. geboren; 1881: der Schriftsteller Emil Ludwig in Breslau geboren. Gießener WochenmarkLpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 30 bis 40, Weißkraut 20 bis 25. Rotkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 15, rote Rüben 15, Spinat 40 bis 50, Unter Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 25, Rosenkohl 40 bis 50, Feldsalat 150, Tomaten 120, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 5 bis 51/«. Aepfel 12 bis 20, Birnen 10 bis 15. Dörrobst 20 bis 25, Honig 45 bis 50. Rüsse 50 bis 90 Pf. das Pfund; Gier 16 bis 18, Blumenkohl 30 bis 120, Salat 40, Endivien 30 bis 35, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 30, Sellerie 10 bis 60 Pf. Bornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: 7.30 Uhr: „Der Raub der Sabinerinnen" (Ende nach 10 Uhr). — Deutscher und Oesterreichi- scher Alpenoerein: 8.15 Uhr. Großer Hörsaal der Universität, Lichtbildervortrag. — Lichtspielhaus. Bahnhofitraße: „Die Jugend der Königin Louise". — Astoria-Lichtspiele: .Lim, der Gaunerkönig"._______ Junges Ehepaar fuidjt für sofort 1 Zimmer mit Küche, oder 2 Zimmer leihuetfe möbliert nn. Küchenbenutzung. Schr. Angeb. U.750D trn d. Gieß. Anz. erb. (Ehepaar fuchl z. 1.11. 1 Dohli' u 5ö)ial3im. IL einen kleinen Haarn anm Ai len. Angeb. n.iit Preisangabe an Bll». Krause, Stunft- malet, Alfeld an der Leine, Pauti- it-iafre 11. 18681) Teppiche — Läufer ohne Anz. In lOHonatsr. Uef. Teppichbaus Agay a Glück. Frankfurt M. Schreiben Sie sofort 1741 Reparaturen von HncliH schnell und billig. Auf Wunsch Ab- Diel Geld monatlich 500'.»1 f. und mehr verdienen bet uns stethige, rede- gewandte Herren vd. Damen. Leicht ver- läuft Konfumartlk. Schristl. Angeboie unter 0587 an den Giehener Anzeiger. Jüngerer »<> äss im gesM Ä chten l^terlE erimfl ää:, övel- fimooflne 4/16 P.S. gibt bill. ab Kircher, Bleichstr. 15. 0594 Eif. Bett mit 2tür. pol. 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Es naht jetzt wieder die Zeit heran, da die Kinder angemeldet werden müssen, die von Ostern 1928 ab eine höhere Schule besuchen sollen. Den Eltern wird es deshalb erwünscht sein, wenn wir sie nochmals auf die Bestimmungen Hinweisen, die für die Aufnahme in eine höhere Schule maßgebend sind. 3n die unterste Klasse einer höheren Schule können neu ausgenommen werden: 1. Kinder nach vierjährigem Besuch der Grundschule; 2. besonders leistungsfähige Schulkinder nach dreijährigem Besuch der Grundschule. Als besonders leistungsfähig sind solche Kinder anzusehen, die geistig und körperlich so veranlagt und deren Schulleistungen derart sind, dah sie ohne größere Schwierigkeiten im Unterricht der höheren Schule mit guten Schülern, die einen normalen Linterrichtsgang haben, auf gleicher Höhe bleiben können. Eltern, die den Wunsch haben, ihr Kind schon nach dreijährigem Grundschulbesuch einer höheren Schule zuzuführen, müssen einen entsprechenden schriftlichen Antrag anfangs Februar an den Leiter der Grundschule richten, die ihr Kind besucht. Es besteht noch eine zweite Möglichkeit, Kinder schon nach dreijährigem Besuch der Grundschule einer höheren Schule zuzuleiten. Besonders leistungsfähige Schulkinder können nämlich das dritte Grundschuljahr überspringen, d. h. sie werden nach Ablauf ihres zweiten Grundschuljahres sofort in die vierte Grundschulklasse verseht. Eltern, die die Absicht haben, ihr Kind die dritte Grundschulklasse überspringen zu lassen, mü,yi ebenfalls einen entsprechenden Antrag bei dem Leiter der in Betracht kommenden Grundschule einreichen. Kinder, die in eine höhere Klasse einer höheren Schule eintreten wollen, müssen nachweisen, dah sie die für diese Klasse notwendigen Äenntnine besitzen. ** Die Jugendherberge auf dem Hoherodskopf hatte im vergangenen Jahre 1044 Uebernachtungen (1029 in 1926). Davon entfielen 837 auf männliche, 207 auf weibliche Wanderer. Die meisten stammten aus Oberhessen (395 Uebernachtungen, davon 194 aus Gießen), Hessen- Äu (381 Uebernachtungen, davon 212 aus Frank- Rheinland und Westfalen (108), Rheinhessen (84), Starkenburg (76). Der Ausbau der Jugendherberge kann jetzt als abgeschlossen gelten. Wie erinnerlich, hatte die neu gegründete Ortsgruppe Gießen des Berbands für deutsche Jugendherbergen in 1924 auf eine Anregung ihres Vorsitzenden, des Bürgermeisters Dr. F r e y , es übernommen, das ehemalige Schweizerhäuschen auf dem Gipfel des Hoherodskopfs zu einer Jugendherberge auszubauen. Den Grundstock dazu lieferte eine Haussammlung, die bei der Gießener Bürgerschaft viel Verständnis fand und rund 2300 Mark erbrachte. Noch in 1924 konnte der Ausbau soweit gefördert werden, daß die Schlaf- und Aufenthaltsräume des Erdgeschosses und ersten Stockwerks fertiggestellt und im Oktober der Benutzung übergeben werden konnten. Das nächste Jahr brachte den Ausbau des Dachgeschosses zu einem dritten Schlafraum. Im letzten Jahr wurde die Herberge von Malermeister Ludwig DiehmannII (Klein-Linden), der früher schon die Jnnenausmalung hergestellt hatte, mit einem schmucken Außenanstrich versehen. Im Herbst konnte das Haus noch mit elektrischem Licht ausgerüstet werden. Die Jnneninstallation besorgte H. Imhof (Schotten). Besondere Schwierigkeiten bereitete in dem felsigen Voden die Verlegung der Kabelzuleitung. Diese Art der Zuleitung wurde auf Wunsch des zuständigen Forstamts gewählt, ihre sehr erheblichen Kosten wurden rund zur Hälfte von der Provinz Oberhessen getragen, die bereits durch jährlichen Beitrag an die OG. das Herbergswerk m Oberhessen förderte. Erwähnt sei hierdei, daß auch die Beiträge der Stadt Gießen und ein Teil der von der Zentralstelle für Volksbildung und In- genbpflege durch Schulrat Hassinger für Ober» dessen zur Verfügung gestellten Mittet für den Aushau verwendet wurden. ** Der Fackelzug am Freitag. Wir werden um Aufnahme folgender Zeilen gebeten: Der Fackelzug am Freitagabend, der aus nicht oorher- für sofort gesucht. Schristl. Angebote u. 0560 a. d. Gte». An». Kaufmanns- Lehrling mit guter Schulbildung für Ostern gesucht. Selbstgeschriebene Angebote unt. 847D a. d. Gieß. Anz. erb. Zigarrenfabrik in Gießen sucht einen tausmännischen Lehrling und eine jüngere Lagröhnerin Schristl. Anfragen unter 0566 an den Giest. Anz. erbeten. 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Mu ««Men sü SNbt do ff.!* kbr L-lurchn S gewalti 'bunnt mir? ®ine h)pt 6 ft® bet ^u&ei ^hi?fU4flt 5^en, M .9- eui» m NÄ Üt? 835a Warten Sie Unser Inventur- Ausverkauf Donnerstag! o h u ....... 4 Realschule zu Laubach. Anmeldungen für das Schuljahr 1928/29 (Knaben und Mädchen) für alle Klassen: Donnerstag, den 9. Zebrnar, von 10-1 und 3-5 Uhr. Vorzulegen sind: Geburtsschein, Impfschein und Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule. Oie Aufnahme in Sexta erfolgt im allgemeinen nach 4 Grundschuljahren. Besonders leistungsfähige Schulkinder können bereits nach 3 Grundschuljahren ausgenommen werden. 858v Oie Direktion: Dr. Hainer. Ober Inspektor zur Unterstützung der bestehend. Organtsalion u. deren weiteren Ausbau tn Verbindung mH der Akautsitton von alter, erstklassig., gut eingesührter ^ebenS'.UnsaU-u. Haftpflicht-Bersicherungöges. zum sofortigen Eintritt gesucht. Hobe Bezüge, festes Gehalt, Fahrl- verglltung u. Spesen sow. Provision werd. lt. DirektionSvertrag gewährt. Bewerbung, m. 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Obst- und Garteubanvercin Gießen Für die Landgemeinden sind Formulare usw. bet den Bürgermetstereten erhältlich. Spiegel, einen Zimmerteppich. Junker holzverfteigerung. Freitag, den 27. d. Itl.» von vormittags 10 Uhr an, soll aus den Distrikten Zaunbach und Köhzahl des Stangenröder Ge- meindewaldes nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 855V 139 Stück Eichenstämme von 17—25 cm Durchmesser, 27,85 km, 7 Stück Kiefernstämme von 18—30 cm Durchmesser, 4,70 km, 13 Stück Fichtenstämme von 33—41 cm Durchmesser, 25,23 km, rm Eichennutzknüppel (3 m lang), rm Fichtennukreiser (in Schichten), rm Eichen-, Kiefern- und Fichten scheit, rm Eichen-, Kiefern- und Fichten- knüppel, rm Eichen- und Fichtenreiser, versteigere tch Neuenweg 28, im „Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: einen Trumeauspiegel, einen Schreibtisch mit Aufsah, ein Sofa, einen Paletot, zwei Echaiselongues mit Decken, zwei Schreib- tische mit Seffel, vier Stücke Herren- und Oamenmantelstoffe, eine Partie Packpapier, ein Büfett, einen Zimmerteppich, ein Oamenfahrrad, eine Kommode, / Aus Norwegen \ / ist eine direkte Sendung von\ dem ganz mild schmeckenden \ Med.-Lebertran eingetroffen. 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Ianuar 1928 Feine Herren-Schneiderei Mäßige Preise Die glückliche Geburt eines gefunden Zungen zeigen hocherfteut an bewahren. Buderus’sche Eisenwerke Wetzlar, den 24. Januar 1928. 8601) Nachruf. Am 23. d. M. verschied nach langem schweren Leiden unser langjähriger Mitarbeiter Herr Hugo Hoos aus Lollar Ueber 26 Jahre hat der Verstorbene in unseren Diensten gestanden und mit großer Pflichttreue und vorbildlichem Fleiß die ihm übertragenen Arbeiten erledigt. Wir werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken Für jeden denkenden Menschen ein wertvoller Begleiter ist Kämjpiest - nicht leiden von Dr. J. Ullmann-Er6ny. Geb. Mk. 2.60. Unter diesem so bescheidenen Titel erschien soeben in der Hahnschen Buchhandlung, Hannover, ein Wegweiser und Ratgeber für Lebensklugheit und Zufriedenheit; die wichtigen Probleme der Selbst- und der Kinder-Erziehung sind eingehend behandelt — ein unbeschränkter Interessentenkreis! __871A 856D Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlichster Anteilnahme bei dem Heimgange meines lieben Mannes, unseres guten Vaters u. Bruders sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sage ich allen auf diesem Wege tiefgefühlten Dank. Im Namen aller Trauernden: Frau Ida Becker, Witwe. Bersrod, den 22. Januar 1928. 805D Alten-Buseck, den 23. Januar 1928. 0568 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Klos. Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir anf diesem v\ ege allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Julius Stohr. Gießen, den 23. Januar 1928. Langd, den 22. Januar 1928. 8610 Für die uns beim Heimgange unseres lieben Vaters in so reichem Maße erwiesene Teilnahme sagen wir unseren innigsten Dank. Familie Meyer und Nagel. K*3* I Spanier Wor 1928 »Wen Tech,« ! ®eppfer b^lahnh^ser lößraße U M Äh-, M 11010*1 e Zeit! , Ä A Miete h Fernruf 1656 MKttiti itigkeit), gegründet 1889. rbensjahre 1.- M. . 1.50 . . 3.- . . 7.- . , 15.- . ab 6tcxW 25 Psemi: en. m 6330 u 22d: lucht irftunfl* rM 3201 terbeuckmde- Anmeldung^ tn Aettz, SSerstrahel eweg 62, und unser A<# 8431 in allen Soiic fiels aus W lUeitt Steinftuße n t st auf lgendc 859V 13 ab. 13 ab. 13 ab. i 11 ab. Mab. en, an t etwa n. Das Nekla- n.Z°h- Bürgeroie sind usschrist ,28.3a- bei der n, wo- ■t Aus- ni die lionu"d .n b|el,t m tw* lonfnj]' .»rennt' etbeie”- Stadlß SÄ Stadtth««*1' Tss; j„ narren *m -u -- cw - r. Ewald Rosenbrock. Es ist ein Zeugnis von dem unerschütterlichen Willen und der Kraft der deutschen Landwirtschaft wenn sie auch in diesem Fahre wiederum im Begriff steht. „Landwirtschaftliche Wochen" in Berlin und den Mittelpunkten der Länder und Provinzen zu veranstalten. Reben der „Grünen Woche" in Berlin, die von jeher der Sammelpunkt wissensdurstiger und erfahrungsreicher Landwirte gewesen ist und in der bie Ergebnisse der Arbeiten des ganzen Reiches zusammengefaht werden, haben auch die „Landwirtschaftlichen Wochen" in Schwerin, München. Stettin. D a r m st a d t, um nur wenige zu nennen, eine Bedeutung, die weit über den Rahmen örtlicher Veranstaltungen hinauSgeht. Wenn sich in diesem Jahre die Landwirte versammeln, um neue Anregungen aus Wissenschaft und Praxis entgegenzunehmen, so werden sie, wie selten zuvor, unter dem Druck einer Wirtschaftsbilanz stehen, die ernsteste Schlüsse für die Zukunft zulätzt. Trotz allgemein etwas verbesserter G e t r e i d e- preise ist das Saldo des Getreidegeschäftes für den Landwirt trübe. Das ungünstige Erntewetter verbunden mit Witterungskarastrophen in vielen Teilen des Reiches hat die Güte und den Wert der Ernte außerordentlich herabgesetzt, so daß fast zwei Drittel der gesamten Getreideernte zu Preisen verkauft werden mußte, die unter den Bedingungen des handelsrechtlichen Lieferungsgeschäftes liegen. Der gütemähig etwas günstigere Ausfall der Ernte in einzelnen Landesteilen vermag — ganz allgemein gesagt — die besonders schwierige Lage der Haupterzeugnisgebiete Mecklenburgs und des nordöstlichen Preußens nicht aufzuwiegen. Auf dem Gebiete der Viehzucht sind die Verhältnisse vielleicht noch ungünstiger zu beurteilen. Während die Rindviehpreise keineswegs ausreichen, haben die Echweinepreise seit dem Frühjahr 1927 eine stets fallende Tendenz gezeigt, die zwar durch den üblichen Konjunkturaufschwung im Herbst Wohl etwas gemildert ist, aber keineswegs den Verhältnissen der Rormaljahre entspricht. Den gesunkenen Schweinepreisen gegenüber haben sich fast das ganze 2ahr hindurch die Preise für Kraftfuttermittel fest gezeigt, so datz man an dem Beispiel der Schweinepreise und Schweineerzeugungskosten wieder einmal die klaffende „Schere" erkennt. Gedenkt man, daß die hohen Kraftfuttermittelpreise zur Eigenverwendung eines großen Teiles der in ihrer Güte mäßigen Getreideernte geführt haben, so wird damit das kurz gezeichnete Bild der Erntebilanz weiter verschlechtert. Besonders bedenklich ist, daß dieses betriebswirtschaftlich und kaufmännisch betrübende Ergebnis nicht eine normale Wirtschaft nach einer Reihe von guten oder mittleren Ernten, sondern einen von flüssigem Kapital ent- blötztenBetriebnachmehrerenKata- strophenjahren trifft. Wie außerordentlich dankbar man in der Landwirtschaft schon kleine Erfolge beurteilt, zeigen die Pressestimmen, die über die Abwicklung der dritten Rate der Rentenbankschulden am 30. November berichteten, obgleich jeder weih, daß es nur möglich war, einen ganz geringen Teil der Summe aus der Landwirtschaft herauSzuholen. Diesem Scheinerfolg gegenüber steht aber die erschütternde Tatsache der steten ungeheuren Zunahme der landwirtschaftlichen Real- und Personalkredite, die, an sich schon bedenklich durch die mit wenigen Ausnahmen ho^n Zinssätze, die verantwortlichen Stellen möglichst schnell zu Hilfsmaßnahmen veranlassen müßten. Rach den Angaben des Instituts für Konjunkturforschung betrugen die erfaßbaren Kredite der Landwirtschaft am 31. Oktober 1927 über 5,1 Milliarden, und zwar die Realkredite etwa 2.7, die Kredite mit mittlerer Laufzeit 146 Millionen, bie kurzfristigen Kredite 2,3 Milliarden. Bekannte Loslösen von Vorbildern. So bekennt er sich nach Vollendung des Oktetts an Kuppel- wieser: „Ueberhaupt will ich mir auf diese Art den Wog zur großen Symphonie bahnen." Und wie stark ein auf Beethoven scher Einstellung fußendes Urteil fehlgehen konnte, mag eine Aeußerung von Joseph Joachim über daS der ODur^Symphonie zeitlich nahestehende Streichquintett zeugen: „Vieles ist ganz wunderschön, von überquellender Empfindung, und so eigenartig im Klang: und leider macht das Ganze wieder keinen befriedigenden Eindruck! Maßlos und ohne Gefühl für Schönheit in den Gegensätzen." Daß derselbe in späterer Zeit, nachdem er bas Wesentliche in Schuberts Schaffensart immer mehr erfaßt und erkannt hatte, sich voll Begeisterung über dieses Wert äußerte, bestätigt bie Annahme eines Sonderstiles bei Schubert. Statt der motivischen Weiterentwicklung und planmäßigen Durcharbeitung im Hinblick auf bie Gesamtgestaltung des Werkes gibt sich Schubert in quellender Fülle seiner Erfindungskraft. Seine Themen sind in sich geschlossen und inhaltsreich, aber nicht für eine Weiterentwicklung im klassischen Sinne geeignet, da sie sich im Augenblick ihrer Formulierung als fertiges Ganzes erweisen und durch motivische Zergliederung in der Durchführung an ihrem Inhalt verlieren würden. So findet sich in seinen Werken an Stelle der Weiterentwicklung die Abfolge, die Aneinanderreihung von musikalischen Bildern, die an sich als Einheit bestehen bleiben und sich nur innerlich variieren und figurieren. Einem auf llassischer Grundsätze eingestelltem Urteil, das in der Gesamtsormung aus der Logik des Motivischen heraus das Wesentliche erkannte, muhte wohl oder übel der Blick für dieses Hinströmen, Aneinanderreihen und lyrische Verheilen zunächst entgehen. Zu dem bildet sein Oesterreichertum für Hubert einen grundlegenden Faktor seiner Formung. Die Welt Wiens gibt seiner Tonsprache ein eigenes Gesicht: eine gewisse Unbekümmert - heit, sorglose Heiterkeit zeigt sich in der Abfolge der einzelnen Bilder, es ist wie ein ge- sprächhaftes Plaudern und Sich-geben, das den einmal formulierten Gedanken gern wiederholt, weil es an ihm selbst Freude gewonnen hat. And so kann man seine Werke als eine Art Heimatskunst ansprechen, die in überquellender Frische des Genies sich auswirkt: das Formen Führer der Landwirtschaft haben in verschiedenen Entwürfen Vorschläge zur Behebung der Kreditnotlage gemacht. Die Rundfunkrede des Reichsernährungsministers zeigt, daß man auch an den verantwortlichen Stellen den Ernst der Lage erkannt hat. Man wird deshalb erwarten können, daß die für die gesamte deut che Landwirtschaft dringend notwendigen Maßnahmen baldigst getroffen werden. Und zwar müßten diese infolge des allgemeinen Charakters der Kreditnot das gesamte Reichsgebiet und alle Betriebsgrößen umfaßen, und so großzügig angelegt sein, daß sie nicht nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeuten. Sie sind auch unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, daß sie über die Eigenschaft einer Augenblicksmahnahme hinaus d i e Grundlage der zukünftigen Kreditpolitik legen müssen. Auf dem Gebiet der Handelspolitik ist in schwerem Cinzelkamps anläßlich der abgeschlossenen oder im Stadium der Verhandlung befindlichen Handelsvertragsverhandlungen im vergangenen Jahr zäh um landwirtschaftliche Positionen gerungen worden. Rur mit großer Mühe war es möglich, wenigstens den dringenden Bedürfnissen der Landwirtschaft Rechnung zu tragen. Insbesondere haben die Vorverhandlungen zu dem Handelsvertrag mit Polen der Landwirtschaft immer mehr Veranlassung gegeben, stets von neuem auf die schwere Gefahr hinzuweisen, die eine Preisgabe vor allem der Schweine- und Kartoffelforderung der deutschen Landwirtschaft bringen könnte. Aber wenn es auch gelingt, diese drohenden Gefahren abzuwenden, so dürfte das im Sinne einer großzügigen aktiven Agrarpolitik noch nicht genügen. Die Grundlage einer solchen wäre die allgemeine Erkenntnis von der Bedeutung des landwirtschaftlichen Berufsstandes in unserer nationalen Wirtschaft überhaupt. Denn nur eine solche Grundmeinung könnte im parlamentarischen Staat der Gegenwart die auf dem Volkswillen fußende Regierung veranlassen, eine Agrarpolitik zu treiben, die nicht im Kampf mit den übrigen Wirtschaftsgruppen Einzelerfolge und Kompromißlösungen erzielt, sondern die im Zusammenwirken und im wohlverstandenen Interesse aller deutschen Wirtschaftskreise einschließlich der Ver- braucherschast das Ziel erstrebt, die deutsche Landwirtschaft sowohl zum Ernährer des gesamten Volkes aus deutschem Boden als auch zum besten Kunden von Industrie, Handel und Verkehr zu machen und damit die gesamte deutsche Wirtschaft zu kräftigen. Schon in kurzer Zeit wird sich bei den neuen Verhandlungen über das Zollgesetz zeigen müssen, ob der parlamentarische Staat in der Lage ist, derartige Rotwendigkeiten zu erkennen, odeb ob nacheinander hier und da unter Verzettelung der zur Verfügung stehenden Mittel nur die dringendsten Rotstände behoben werden sollen. Das gilt gleichermaßen für die Gebiete der Handels-, Kredit- und Steuerpolitik. Wenn die „Landwirtschaftlichen Rotwochen" in diesem Jahr über die in letzter Zeit aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Hannover und Pommern kommenden Rotschreie hinaus zu dieser agrarpolitischen Grund- stimmung in Volk und Staat durch sachliche Arbeit und ruhige oder ernste Aufklärung beitragen würden, so würden sie eine große Tat an Ihre bisherigen würdigen Arbeiten reihen. Sicherheit gegen Abrüstung. Der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses des Völkerbundes B e n e s ch hat die drei Referenten auf Ende Januar zu einer gemeinsamen Besprechung nach Prag zusammengebeten, deren Zweck offiziell der ist, die drei verschiedenen Berichte zu einem gemeinsamen Hauptreferat zusammenzufassen, das dann Ende Februar dem Sicherheitsausschuß selbst vorgelegt werden soll, der dann wieder Anfang März schon vor der Ratstagung beraten könnte. Die Abrüstungskommission ist erst für die Zeit nach dem Rat auf Mitte MätH einberufen. Wir haben gegen die Verkoppelung dieser beiden Ausschüsse von Anfang an Einspruch erhoben und bedauern auch heute noch, daß die deutsche Regierung sich bereit gefunden hat, in formeller Beziehung fo weit nachzugeben, daß zwischen der Sicher- heitssrage und der Abrüstungsfrage tatsächlich ein unlösbarer Zusammenhang besteht. der auch darin noch zum Ausdruck kommt, daß in beiden Ausschüssen fo ziemlich dieselben Leute fitzen: mit dem einen Unterschiede, daß Herr B e n e s ch im Sicherheitsausschuß präsidiert, während Herr Loudon die Leitung der Verhandlungen im Abrüstungsausschuß hat. In beiden Kommissionen aber drängen dieselben Kräfte in der gleichen Richtung, die nun einmal für Deutschland nicht günstig ist. Denn die Abrüstung ist eine zwangsläufige Folge des Versailler Vertrages: da ist ausdrücklich ausgesprochen, daß Deutschlands Abrüstung nur eine Vorleistung fein soll, die automatisch dann von den übrigen europäischen Staaten nachgemacht werden mutz, während die ganze Sicherheit eigentlich nur eine französische Erfindung ist, dazu erdacht, der Abrüstung entgegenzuarbeiten und für Frankreich den Zwang, dein deutschen Beispiel zu folgen, in unbegrenzte Fernen hinauszuschieben. Es bleibt abzuwarten, welche Suppe in Prag gekocht wird. Allzuviel Vertrauen, daß bei den Künsten des Herrn Benesch etwas für uns Schmackhaftes herauskommen könnte, haben wir nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht mebr. Um fo notwendiger ist es, daß die deutsche Politik rechtzeitig ihren Widerspruch anmeldet und nachdrücklichst darauf aufmerksam macht, daß sie in der Form zwar entgegenkommen konnte, in der Sache Dagegen niemals. Der Sicherheitsausschuß hat sich über drei Fragen zu unterhalten: die Ausgestaltung der wichtigsten Paktartikel. Da können natürlich Fußangeln genug gelegt werden, die dank der liebenswürdigen Unterstützung des Herrn Paul-Boncour auf die Wiederbelebung des Genfer Protokolls hinauslaufen. England hat zwar dem Ausschuß eine Denkschrift eingereicht, die nach wie vor den Einspruch gegen die Wiederkehr des Genfer Protokolls aufrecht erhalt, aber das Entscheidende ist doch, datz nun einmal Deuts chland seine Karten aufdeckt. Soweit wir wissen, wird das auch beabsichtigt. Sobald der Houptbericht der Referenten vorliegt, wird Deutschland in einer aus» führlichen Denkschrift seine Auffassung verfechten und ein Minimalprogramm aufstellen, das dann im Februar dem Sicherheitsausschuß selbst Dcrliegt. Wobei hoffentlich ein für allemal den Versuchen ein Ende gemacht wird, die darauf hinauslaufen, den ganzen Sicher- heitsausschuß zu einer Sicherheit gegen die Abrüstung auszubauen. Die endgültigen AufbringungSschlüffel zur Zndustriebelastung. Rachdem nunmehr die Ergebnisse der Veranlagung zur Vermögenssteuer 1927 vorliegen, sind von dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsfinanzminister die Verteilungsschlüssel zur Aufbringung der Indust r i e b e l a st u n g für die Kalenderjahre 1926 bis 1928 endgültig festgesetzt worden. In den Jahren 1926 und 1927 waren bisher nur Vorauszahlungen zu leisten. Mit Rücksicht auf die veränderte Bemessungsgrundlage ist es möglich gewesen, die endgültigen Verteilungsschlüssel niedriger zu bemessen, als die vorläufigen, und zwar für 1926 auf 3,5 v. T. anstatt 3,75 v. T. und für 1927 auf 7,1 v. T. anstatt 7,5 v. T. deS aufbringungspflichtigen Betriebsvermögens. Zuviel gezahlte Beträge werden auf die Leistungen für 1928 angerechnet. Für das Jahr 1928, in dem erstmalig auch ein Tilgungsbetrag für die auf Grund des Industriebelastungsgesetzes ausgestellten Industrieobligaiionen aufzubringen ist, haben die aufbringungspflichtigen Betriebe 8,5 v. T. des Betriebsvermögens zu leisten. Der erste Teilbetrag ist am 5. März 1928 an die Finanzämter zu zahlen. ______________________ Aus Der provinzialhauptstadi. Gießen, den 24. Januar 1928. Die Arbeitsmarktlage im nördlichen Oberhessen. In der Zeit vom 15. Dezember 1927 bis 15. Januar 1928 hat sich die Lage auf dem Arbcits- markte im nördlichen O b e r h e s j e n (Stadt und Kreis Gießen, sowie die Kreise 'Alsfeld, Lauterbach und Schotten) außerordentlLch stark oerschlechtert. Es handelt sich dabei allerdings um eine rein saifonmäßige Erscheinung. Infolge des starken Frostes mußten die Bauarbeitcn im ganzen Ärbeitsamtsoezirk eingestellt merben. daneben sind auch die Steinbruch, und Erdarbeiten völlig zum Erliegen gekommen. Die Holzhauer- arbeiten in den Wäldern tonnten jedoch ihren Fortgang nehmen. Die Landwirtschaft hat zur Zeit keinen, oder nur geringen Bedarf an Arbeitskräften. Die übrigen Wirtschaftszweige blieben mit ihren Betrieben stabil. Notstandsarbeiten wurden bisher in Lauterbach aufgenommen, es ist jedoch damit zu rechnen, daß weitere, schon beantragte Notstands, arbeiten vom Landesarbeitsamt genehmigt und bald in Gang kommen werden. Im einzelnen ist ziffernmäßig zu berichten: 2kbeiislofen-3urforgc. Gießen-Stadt: am 15. Januar: 292 Haupt- unterstützungsempfänger, 470 Zuschlagsempfänger (am 15. Dezember: 191 bzw. 311). Kreis Gießen: am 15. Januar: 1009 Haupt- unterftüjsungsempfänger, 1185 Zuschlagsempfänger, (am 15. Dezember 266 bzw. 354). Kreis Alsfeld: am 15. Januar: 191 Hauptunterstützungsempfänger, 318 Zuschlagsempfänger, (am 15. Dezember: 86 bzw. 144). Kreis Lauterbach: am 15. Januar: 231 Hauptunterstützungsempfänger, 414 Zuschlagsempfänger, (am 15. Dezember: 89 bzw. 157). Kreis Schotten: am 15. Januar: 130 Hauptunterstützungsempfänger, 225 Zuschlagsempfänger (am 15. Dezemher: 71 bzw. 123). Insgesamt: am 15. Januar 1853 Haupt- unterstützungsempfänger, 2612 Zuschlagsempfänger; (am 15. Dezember: 703 bzw. 1089). Krisenfürforge-Empfänger. Gießen-Stadt: am 15. Januar: 131 Haupt- unterstützungsempsänger, 250 Zuschlagsempjänger (am 15. Dezember: 103 bzw. 185). Kreis Gießen: am 15.Januar: 41 Haupt- unterstützungsempfänger, 69 Zuschlagsempfänger (am 15. Dezember: 20 bzw. 25). Kreis Alsfeld: am 15. Januar: 17 Hauptunterstützungsempfänger, 21 Zuschlagsempfänger, (am 15. Dezember: 11 bzw. 17). KreisLauterbach: am 15. Januar: 2 Haupt- Unterstützungsempfänger, 4 Zuschlagsempfänger (am 15. Dezember: 1 bzw. 0). Kreis Schotten: am 15. Januar: 13 Haupt- Unterstützungsempfänger, 11 Zuschlagsempfänger, (am 15. Dezember: 5 bzw. 5). Insgesamt: am 15. Januar: 204 Hauptunter- stützungsempfänger, 355 Zuschlagsempfänger, (am 15. Dezember: 140 bzw. 232). Dom Zung-B. H. 6. — Der 2 ung - V. H. C. hielt am Samstag und Sonntag in Friedberg seine Führer- t a g u n g 1927 ab, die recht gut besucht war und in offener Aussprache nutzbringende Arbeit leistete. Der Tagung ging eine Sitzung des Iirgend a u s s ch u s f e s voraus, in der hauptsächlich Fragen des „Vater-Bender- Heim s" auf der Herchenhainer Hohe besprochen wurden. Die eigentliche Tagung leitete der Obmann des Jung-V. H. C., Prof. Bender (Frankfurt a. M.) mit einem Rückblick auf das abgelaufene Jahr ein, der zeigte, daß wir zur Zeit auf keinem Höhepunkt der 2ung- D. H. C.-Dewegung stehen. Die Aussprache erörterte die Hemmungen, die sich vor allem infolge von Geld- und Zeitnot den Bestrebungen entgegenstellen, die ideale Opfer erfordern. Schulrat H a s s i n g e r (Darmstadt), der als Vertreter der Zentralstelle zur Förderung der Volks- ——miwi II II" I —an-3— der Klassik durch den Willen erhält hier sein Gegenstück durch die natürliche Aneinanderreihung in schlichter reslektionsloser Art, denn diese Werke sind aus starker innerer Stimmung durch eine angeborene Musizierfreudigkeit erstanden. Und darum wollen sie auch durch Hörfreudigkeit ersaßt sein. Man würde Schuberts Symphonren am stärksten Abbruch tun. wollte man ihnen ein reflektierendes Programm unterlegen oder sie in ihrer Organik zu zergliedern versuchen. Sie wollen hörend ausgenommen und genossen und erlebt sein, und verlangen darum vom Hörer bedingungslose Hingabe; dann werden sie sich ihm erschließen mit all ihrem romantischen Zauber und all ihren Reizen, so wie sich die Ratur uns draußen mit ihrem Zauber offenbart. Da werden scheinbare.Längen zur Quelle des Geniehens, da wird sich die Form in ihrer naturtjaften Gewachsenheit erschließen und ein Stück des alten Wien wird erstehen. Ein Wort Grillparzers mag das bekrästigen: „Hast du das Land vvm Kahlenberge rings gesehen, „ so wirst du mich und meine Kunst verstehen." Als frühestes symphonisches Meisterwerk Schuberts ist die Symphonie in b-Moll an^u- sprechen, die er 1822 als 25jähriger schuf. Das Werk besteht nur aus zwei Sätzen, einem Allegro moderato und einem Andante con moto; einen dritten Sah, ein Scherzo, hatte Schubert be- goanen. Daher hat man ihm die Bezeichnung die „Unvollendete" gegeben. Die Ansichten darüber, ob diese Fertigstellung absichtlich unterblieben ist und Schubert sich an dem in sich geschlossenen Inhalt der beiden ersten Satze hat genügen lassen, gehen auseinander. Er hatte das Werk seinem Freunde Anselm Hüttenbrenner zu- gesandt, und der hütete das Manuskript, bis es im Jahre 1865 durch den Wiener Hoskapell- meister 2oh. H e r b e ck in der Bibliothek Hütten- brenners entdeckt wurde und bald darauf feine Ausführung erlebte. Allerdings oerftanb die damalige Zeit noch nicht den Wert dieses einzigartigen Werkes zu ermessen mit seiner Abgeklärtheit und Weltentrücktheit. Wir Heutigen dagegen sehen in ihm einen ständig wiederkehrenden festen Bestandteil unserer Shmphon.eMnzrrte, eine der herrlichsten Oifenbatungen musikalischen Geiste-. Sechs 2ahre später, also im letzten Lebensjahre des Meisters hören wir von der großen L - Dur- Sy m p h o n i e, die Schubert der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eingereicht hatte, die aber als zu schwer und schwulstig abgelehnt worden war. So verblieb dieses Werk in den Händen» von Schuberts Bruder Ferdinand. Als zehn 2ahre später Robert Schumann Wien besuchte, wanderte er hinaus zum Währinger Kirchhof und fand Franz Schuberts Ruhestätte unaefchmückt. Aus dem Rückwege faßte er den Entschluß, Schuberts Bruder Ferdinand aufzusuchen. Bei ihm sieht er bann unter den nachgelassenen Partituren die der L-Dur-Symphonie und veranlaßt die Direktion der Gewandhauskonzerte in Leipzig, sich dieses Werkes anzunehmen, und am 22. März 1839 brachte es Felix Mendelssohn zum erstenmal zum Erllingen. Begeistert spricht sich Schumann in der „Reuen-Zeitschrift für Musik' für die Symphonie aus und erkennt sogleich als ihre Wesenseigentümlichkeit die Ber- wachsenheit mit der Wiener Umgebung. „Bei der Symphonie von Schubert, im Hellen blühenden romantischen Leben darin, taucht mir heute die Stadt deutlicher als je auf, wird es mir wieder recht klar, wie gerade in dieser Umgebung solche Werke geboren werden können. Hier ist außer meisterlicher musikalischer Technik der Komposition luxt) Leben in allen Fasern, Kolorit bis in die feinste Abstufung, Bedeutung überall, schärfster Ausdruck des Einzelnen, und über das Ganze endlich eine Romantik ausgegossen, wie man sie schon anderswoher an Franz Schubert kennt. Und diese himmlische Länge der Symphonie, wie ein dicker Roman in vier Bänden etwa von 2ean Paul, der auch niemals enden kann, und aus den besten Gründen zwar, um auch den Leser hinterher nachschaffen zu lassen. Wie erlabt dies, dies Gefühl von Reichtum überall, während man bei andern immer das Ende fürchten muß und so oft betrübt wird, getäuscht zu werden. 2m Anfänge wird wohl das Glänzende, Reue der 2nstrumentation, die Weite und Breite der Form, der reizende Wechel des Gefühlslebens, die ganze neue Welt, in die wir versetzt werden, den und jenen verwirren, wie ja jeder erste Anblick von Ungewohntem; aber auch dann bleibt noch immer das holde Gefühl, etwa wie nach einem öorübergegangenen Märchen- und Zauberspiel. Man fühlt überall, der Komponist wan seiner Geschickte Meister." Und nicht tre s en der kann der Eindruck dieser großen Symphonie wiedergegeben werden, als mit den Worten Hans v. B ü l o w s nach der Au sührung die'eS Wertes: „Man hatte in ewigen Räumen einer zeitlosen Welt geweilt." Dr. H. btlbung und Jugendpflege an der Sitzung teil- nahm, konnte aus seiner Erfahrung mitterlen, dah vielerorts ein Stillstand oder gar Rück- aang in den Verbänden der Jugendbewegung zu beobachten sei. Als positives Ergebnis der Aussprache darf man den Entschluß ansehen, mit wenigen zuverlässigen Iugendgruppen, deren Deist die idealen Ziele des Jung-V. H. C. Wirklich lebendig werden lasse, den Aufbau wieder herbeizuführen. Diel verspricht man sich von tätiger Mitarbeit an gemeinsamen Auf- gaben. So will man die sämtlichen 18 Zugendgruppen und durch sie auch die einzelnen Zweigvereine dahin bringen, dah sie den Ausbau des „Vater-Dender-Heims" auf der Herchenhainer Hohe als ihre Aufgabe ansehen, wie es z. V. Frankfurt a. M. getan habe, dessen Zweigverein beim letzten Strs- tungssest 370 Mark für den guten Zweck gesammelt und dessen Zugendgruppe für Ausstattung zweier Zimmer des Heims 150 Mark aufgebracht habe. Zn dem Zusammenhang konnte mitgeteilt werden, dah das Dender-Heim der wandernden deutschen Zugend schon gute Drenste getan habe. Deschlossen wurde, für den Z u n g - D. H. C.- Ta g 1928 Düdingen für den Zung-V. H. C.-Führer tag 1928 Offenbach a. M. zu gewinnen. Der Zweigverein Fried- berg-Dad-Aauheim des D. H. C. bot den Gästen am Samstag einen schon verlaufenen Degrühungsabend im Kasino zu Fried.erg, mit dem gleichzeitig das Dekorierung-fest vrrounden war. Privatkliniken sind gewerbesteuersrei. Der hessische Derwaltungsgerichts- h o s hatte am Samstag die Frage zu entscheiden, ob Aerzte zur Gewerbesteuer herangezogen werden können, wenn sie eine Privat- klrnik unterhalten. Die beiden Darmstabcer Frauenärzte Dr. Hoffmann und Dr. Wolf betreiben eine Privatklinik und wurden deshalb zur Gewerbesteuer für die Zahre 1925 und 1926 herangezogen. Sine Beschwerde dagegen wurde vom Finanzgericht zu ihren Angunsten entschieden. Vor dem Verwaltungsgerichi machten sie geltend, dah ihr Unternehmen nicht darauf angelegt sei, Gewinne zu erzielen, sondern dah es mehr den Charakter eines Krankenhauses als den eines Sanatoriums habe, da es sich rein auf die Krankenbehandlung beschränke, die steuerfrei sei. Der Verwaltungsgerichtshof entschied, dah das Urteil des Fmaingerichls aufzuheben und die Beschwerdeführer von der Steuer zu befreien sind. Die Kosten des Versahrens wurden der Staatskasse auferlegt. » * Der Verein für Sterbeunterstützung Giehen hielt am Sonntag die 38. Hauptversammlung im Postkeller ab. Aus dem ZahreSbericht ist zu entnehmen, dah dem Verein zur Zeit 1822 Mitglieder angehören. Aus der Zeit der Gründung (1889) leben noch 100 Mitglieder. Gestorben sind in dieser Zeit 777 Mitglieder: seit 1906, in welchem Zahre auf Grund reichsgesehlicher Bestimmungen der Verein sich umstellen muhte, starben 583 Mitglieder, die sich mit 6,70 Mk. Jahresbeitrag eine Anterstützung bis zu 350 Mk. sicherten. Zn den letzten vier Zähren wurden an Sterbegeld 35 750 Mk. gezahlt. Zm Berichtsjahre 1927 wurden 66 Mitglieder ausgenommen, gestorben sind 25 Mitglieder, an deren Hinterbliebenen je 350 Mk. Sterbegeld bezahlt wurden. Der Verein trat mit 621221 Mk. Kaffenbestand in das Zahr 1927. Die Einnahmen an Mitgliederbeiträgen beliefen sich auf 12 316,45 Mk.. die Ausgaben auf 10 86?,46 Mark, so dah ein Kas'enbestand von 7661 Mk. auf 1928 übertragen werden konnte. Infolge dieses günstigen Kassenbestandes konnte die Versammlung dem Antrag des Vorstandes, das Sterbegeld um 20 Mk. auf 370 Mk. zu erhöhen, zu- ftimmcn, Vorstand, Aufsichtsrat und Beisitzer — Chr. Reih (1. Dors.), Vonarius (2. Dors.), Diehl (Kassierer», Zödt (Schriftführer), Weber, Ries, Baum (Beisitzer), B e i m - b o r n, Rabenau, Laichinger. C i se, Amend (Aufsichtsrat) wurden einstimmig wiedergewählt. (RähereS über Anmeldung neuer Mitglieder ist aus der Anzeige in der heutigen Nummer zu ersehen.) ** Die Evang.Kirchengesangvereine des Dekanats Giehen hielten dieser Tage hier im Gasthaus „Hindenburg" eine Vertreterversammlung ab, um über das diesjährige Deka- Es zogen drei Burschen wohl über den Mein .... 'Roman von Erica G r u p e - L ö r ch e r. 25 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er schätzte die Baronin sehr. Sie hatte neben ihrer Vornehmheit etwas Mütterlich-Herzliches. Vielleicht glich sie nicht nur äußerlich durch die klaren, blauen Äugen, die kräftige, nicht eben große Statur mehr ihrem Vater und mit ihm dem alteingesessenen elsässischen Typus. Während Dietwart noch nach den rechten Worten suchte, um bei der Mutter seiner Braut um «in 14’£nes Wort des Vertrauens zu bitten, meldete das Mädchen den Besuch des jungen Herrn Barons Atteste. Da der Angemeldete bereits draußen auf dem Gange wartete, war es für die Dame des Hauses unmöglich, sich verleugnen zu lassen oder um eine spätere Zeit des Besuches zu bitten. So blieb ihr, als sie Dietwart mit einem Blick ansah, diese unvorhergesehene Störuna entschuldigen zu wollen, nichts übrig, als den Bescheid zu geben: den Herrn Baron hereinzuführen. Alceste hatte draußen schon den Eindruck empfangen, im Salon seiner Tante fei Besuch anwesend. 9n feinem Gesicht, das nervös und zerstreut schien von einer Menge liebe rlegungen und Eindrücken in dieser ereignisreichen, unruhigen Zeit, trat plötzlich der Eindruck einer impulsiven Ablehnung hervor, als er Dietwart erkannte und erblickte. Wie, der stille Verlobte feiner Kusine war hier? Hielt er etwa innner noch an der Verlobung fest und besaß möglicherweise gar die Absicht, jetzt bei der Baronin Helene die Veröffentlichung zu veranlassen, wo der Krieg aus war? War es diesem Herrn von Schölzer immer noch nicht ganz zum Bewußtsein gekommen, daß die Zeit, in der hier die Deutschen eine Rolle spielten, vorbei war? Völlig und für immer vorbei! Daß man in einer so reichen und vornehmen, alteingesessenen Zamitie, wie die Hammerschlag es war, gar nicht daran denken konnte, die einzige Tochter jetzt einem Deutschen zur Frau zu geben? nats-Kirchengesangvereinsfest M beraten. MS Festtag gilt der schon in früheren Zähren fest- gelegte Sonntag Craudi. 20. Ma,, der Sonntag vor Pfingsten. Als Ort für die kirchliche Fmer wurde Kirchberg bei Lollar ausersehen. Sie Nachfeier soll in der alten Burgruine von Staufenberg abgehalten werden. Zn der kirchlichen Feier werden einige Massenchöre von rund 400 Sängern und Sängerinnen vorgetragen. Auch der evang. Frauenchor Alten-Buseck unter seinem Dirigenten Konrad Nicolai- Grohen-Buseck wirkt in der kirchlichen Feier mit. Zn der Nachfeier singt jeder der Dekanatsvereine zwei selbst- gewählte Chöre. Die Vorbereitungen zu dem Fest liegen in den Händen des Vertrauensmannes der Kirchengesangvereine, Pfarrer S t a u b a ch von Watzenborn-Steinberg. •• Elternabend in der Oberrealschule. Am Sonntag fand in der Oberrealschule der zweite Elternabend statt, der dem ersten an Gediegenheit der Darbietungen in keiner Weise nachstand. Nebst verschiedenen Musikstücken, vor» wiegend klassischen Charakters, kam ein Einakter „Der Halsabschneider" von Lope da Vega zum Vortrag. Die sichere Bewegung der jungen Leute auf den Brettern, ihre deutliche Aussprache und ihr verständnisvolles Zusammenspiel machen dem Spielleiter, Studienreferendar Dr. Blaut, alle Ehre. Von programmatischer Bedeutung war der Vortrag des Orchesterleiters. Studienrat Dr. H i l l e n b r a n d. Da er selbst wohl bewandert in der klassischen Musik ist und durch seinen unermüdlichen Fleiß das Schülervrchester zu erstaunlichen Leistungen befähigt hat. dürste es von -Interesse fein, die leitenden Gedanken seines Vortrags „Die Pflege der Znstrumentalmusik in der Schule" an dieser Stelle hervorzuheben. Dr. Hillenbrand führte u. a. aus. daß das Schülerorchester, entsprechend der Befähigung feiner Mitglieder, von der Darbietung für großes Orchester geschriebener Werke absehen und sich füglich beschränken solle auf eine möglichst getreue Wiedergabe einfacher Orchester- und Kammermusikwerke des 17. und 18. Jahrhunderts, die ja auch entsprechend der Eigenart der damals bestehenden collcgia musica von Nichtberufsmusikern ausgesuhrt wurden. Also zurück zu Haydn, Mozart und deren Vorläufer! Damit dies aber möglich ist, veranlasse man einzelne Schüler, mehr als seither Blasinstrumente zu pflczen: denn bekanntlich haben die alten Meister die Blas-, zumal Holzblasinstrumente, reichlich bedacht. Die Ausführungen Dr. Hillenbrands wurden mit ungeteiltem 'Bei'al entgegengrnommen und dürften für jeden, der sich mit Schülerorchester zu befassen hat, beherzigenswert fein. Eine die'en leitenden Gedanken gemäß außerordentlich erfreu- liche Wiedergabe erfuhr die K.ndersymphonie Haydns. •' Canada-Filmvortrag. Zn den Palast-Lichtspielen ‘"anh am Samstagabend ein gut besuchter Filmvortrag statt, in dem Oberingenieur Blecker- Hannover an Hand eines wohlgelungenen Dildftrei ens über „(Sana" a. das Land der eigenen Scholle" sprach. Der Vortragende gab zunächst einen kurzen äleberblick über die wirtschaftliche Bedeutung Canadas, die besvnders im letzten Jahrzehnt ganz erheblich zugenommen häbe. Er bezeichnete Canada als ein Land der Zukunft, im letzten Zcchve seien bereits 40 Prozent der Weltausfuhr in Getreide auf Canada entfallen. So verspreche das Land die Kornkammer der Welt zu werden. An Hand des Films erlebten die Besucher im Geiste eine abwechslungsreiche Reise, zunächst mit einem Dampfer des Norddeutschen Lloyd nach Halifax und von hier quer durch Canada bis nach Vancouver am Pazific. Zn bunter Folge zeigte der Film prächtige Ausnahmen der canadischen Naturschönheiten. der Bewirtschaftung des Landes, und vermittelte ebenso Einblicke in das Kulturleben. Zm Zusammenhang damit ging der Redner auch kurz auf die geschichtliche Entwickelung ein, an der besonders die Provinzen Quebec und Ontario reichen Anteil haben. An Hand einer schematischen Darstellung wurde im Film u. a. auch gezeigt, nach welchem Derteilungs- schlülsel von feiten der Regierung in den kommenden Zähren das Land aufgeteilt werden soll, Maßnahmen, die zur tmrtschafttichen Erschließung und Besiedelung der riesigen Landflächen no-t- wendig geworden sind. Zm Hinblick darauf dürste der Film besonders für Auswanderungs- lustige Znteresse haben. - Zusammensassenb ist zu sagen, dah dieser lehrreiche Kulturfilm, der von den Döring-Filmwerken (Hannover) in Derbin- düng mit dem Norddeutschen Lloyd hergestellt wurde, dazu beiträgt, die manchmal recht unklaren Vorstellungen über Canada (das übrigens zum Teil fast unter den gleichen Breitengraden wie Deutschland liegt und daher auch ähnliche Degetationsmöglichkeiten bietet) zu beseitigen. Der Redner fand lebhaften Beifall. Oberheffen. Landkreis Gießen. h. Heuchelheim, 23. 3an. Der hiesige Turnverein hielt am Samstagabend in der gut besetzten Turnhalle sein Winterfest ab. Die reichhaltige Vortrags ol-e bot vielerlei Abwechslung, so daß den M g eder genu reich St md n bereitet wuroen. Be, anders erwähnt seien die Volkstänze der Turnerinnen und sämtliche turnerischen Vorführungen der Turner. Ein gut gespielter Turnerschwank bildete den Schluß des offiziellen Teils. Die Kapelle Otter bestritt den musikalischen Teil, und es ist ihr besonderes Verdienst, daß fast nur deutsche Tänze gespielt wurden. * Wieseck, 24. Zan. Am morgigen Mittwoch kann der Bahnarbeiter i. R. Wilhelm Lepper in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. Der alte Herr macht noch täglich seine Spaziergänge. Er ist Veteran von 1870/71. el. Staufenberg, 23. 3an. Die Gemeinde ist zur Zeit dabei, den Mißstand, der bei jedem stärkeren Regen dadurch eintritt, daß die aus dem Burghof kommenden Wassermassen verschiedene Höfe zwischen Burg- und Obergasse überfluten, zu beseitigen. Durch die Ausführung einer neuzeitlichen Kanalisation in diesen Straßen sollen die Abwässer ausgenommen und abgesühri werden. Außerdem sind die an Straßen mit Kanälen wohnenden Hauseigentümer verpflichtet, alle Abwässer aus den Hofreiten in die Strahenkanäle unterirdisch abzuführen. Wenn auch dieser Zwang vielleicht von einzelnen Hausbesitzern als Härte ernannten wird, so ist diese Maßnahme doch nicht zu umgehen. wenn die geschaffene Anlage ihren Zweck voll erfüllen soll. Nicht uninteressant dürfte es sein, daß bei den Ausführungsarbeiten 'nahe des Gipfels des Staufenbergs bis in drei Meter Tiefe zäher, mit Sand durchsetzter hellgrauer Ton gefunden wird, der mit dünnen Lagen von weißem Sandstein durchzogen ist. Z Rödgen, 23. Zan. Am Samstagabend konnte der Präsident des hiesigen Männer- gesangvereins „Harmonie", Herr Becker, überaus zahlreiche Gäste im Saalbau des Gastwirts Balser zu einem älnterhal - tungsabend seines Vereins willkommen heißen. Zm Mittelpunkt des ersten Teils der Vortragssolge stand ein Theaterstückchen, das von den Darstellern recht gut gespielt wurde. Aus dem zweiten Teil des Programms sei zunächst der Männerchor „Heber Nacht" von Niemeier genannt, der außerordentliche Anforderungen an die Sänger stellte, und bei dem man sich wunderte, dah ein so schwerer Chor von dem Verein so gut dargeboten werden konnte. Hier muß die Hand des Chormeisters C u r t h s - Giehen immer und immer wieder geformt haben, um das Werk so erstehen zu lassen. Ganz besondere Aufmerksamkeit erwarb sich eine Operette, die gesanglich und darstellerisch auf beachtenswerter Höhe stand. Einen glücklichen Abschluß fanden die Darbietungen mit den beiden Chören „Sehnsucht nach dem Rhein" von Sonnet und „Zn der Pfalz" von Gomps, die durch ihre Frische die Zuhörer mitriffen. Dirigent und Sänger ernteten danach besonders freudigen Beifall. Die Kapelle Weller -Gießen stellte die ausgezeichnete Musik. w. A l l e n ö o r f a. d. Lahn. 23. Zan. Am Samstagabend veranstaltete der hiesige Männergesangverein „Einheit" unter der bewährten Leitung seines Chormeisters H. K ö h- l e r von Großen-Linden eine wohlgelungene Abendunterhaltung. Damit verbunden war gleichzeitig das 46. Stiftungsfest des Vereins. Eine sorgfältige Auswahl von Chören legte Zeugnis ab von dem guten Können der Sanger. Dec Gesangverein „Einheit" kann jedenfalls mit seinem Chormeister voller Befriedigung auf das Dargebotene zurückblicken. Einen sehr guten Griff hatte der Verein auch in der Wahl der Gießener Humoristen getroffen. Besseres in dieser Beziehung hätte wohl kaum geboten werden können. Gute Streich- und Klaviermusik vervollständigte noch den hohen Genuß des Abends. Zwei Mitglieder des Vereins wurden für 46- jährige treue Mitgliedschaft mit Ehrenurkunden ausgezeichnet und zu Ehrenmitgliedern ernannt. T Lich, 23. Zan. Der Bezirk Lich der Kriegerkameradschaft „Hassia" hatte gestern einen großen Tag. Aus der ganzen Um* gegend waren die Kriegervereine mit ihren Fahnen nach Lich gekommen, um in der geräumigen Turnhalle mit ihrer vorzüglichen Akustik dem großen Militärkonzert zu lauschen, davon dem gesamten Musikkvrps d e s 1. (hessischen) Grenadier-Bataillons, 15. Zns.-Regts., Gießen, gegeben wurde. Pünktlich um 3 älhr wurden unter Führung von Wilhelm Lotz, dem Vorsitzenden des Kriegervereins Rieder-Bessingen, und unter den Klängen der Kapelle die Fahnen eingebracht. Sodann ergriff der Vorsitzende des Bezirks Lich, Tierarzt Dr. Walter- Lich, das Wort zu einer begeisterten Ansprache. Er begrüßte zunächst die Erschienenen, gedachte des Reichsgründungstages 1871 und forderte zur Mitarbeit am Wiederaufbau unseres Vaterlandes auf. Auch eine Ehrung der Gefallenen aus dem Weltkrieg und der Gestorbenen des letzten Iahres wurde vorgenommen. Der Vorsitzende konnte im Auftrage der Hauptleitung der „Hassia" dem Krieger- herein Ronnenroth aus Anlaß seines 50- jährigen Bestehens eine Ehrenurkunde überreichen. Der Vorsitzende dieses Vereins dankte für die Ehrung und gelobte weitere Treue zur „Hassia". Die sehr lettene Auszeichnung des Ehrenkreuzes der „Hassia" wurde dem Straßenwart i. R. Konrad Mih- ler von Nonnenroth zuteil. Er kann in diesen Tagen auf eine 50jährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied im Nonnenröther Kriegerverein zurückblicken. Der Geehrte, einer der letzten Veteranen aus dem Krieg 1870/71, dankte gerührt für die Auszeichnung, und versprach, auch in Zukunft ein treues Mitglied der „Hassia" zu bleiben. Dem Konzert lauschen etwa 800 Personen aus den Orten Lich, Rieder- und Ober-Bessingen, Nonnenroth, Ettingshausen, Harbach, Hattenrod, Birklar, Langsdorf und Muschenheim. Die von Obermusikmeister L ö b e r dirigierten Konzertstücke sanden allgemeinen Beifall, so daß die Kapelle noch des öfteren zu Beigaben auf gefordert wurde. Die Kapelle, die übrigens als Hauptfestkapelle bei dem im kommenden Sommer stattfindenden großen Gesangswctt7"- it des Gesangvereins „Cacilia" bereits engagiert ist, hat bei ihrem gestrigen Konzert wiederum glänzende Proben ihres Könnens gegeben. Hoffentlich bleibt auch der finanzielle Erfolg des Tages nicht aus, denn das Konzert war als Wohltätigkeitsver- a n ft a 11 u n g gedacht, dessen Tleberschuh den notleidenden Kameraden aus dem Bezirk Lich zugute kommen soll. — Am Abend schloß sich ein kameradschaftlich geselliges CBeu fammenfein an. Durch die Mitwirkung des Sängers Heinz Bechstein -Gießen wurde dem Abend eine besondere Note gegeben. Mit seinen Arien aus der Mozartschen „Zauberflöte" eroberte sich der Sänger die Sympathie aller Besucher, die mit ihrem Beifall nicht zurückhielten. Der 1. Vorsitzende deS Kriegervereins Lich, Stadtrechner Häuser, sprach u. a. ernste Worte der Ermahnung an die Zugend des Vereins, der guten Sache allezeit die Treue zu bewahren. Sodann erfolgte die Verteilung der Diplome vom letzten Bezirksschießen. Es konnten nachstehende Kameraden ausgezeichnet werden: Heinrich Müller, Christian Rau, Wilhelm Kraus, Karl Müller und Willi Hahn. Das Ergebnis war für den Kriegerverein Lich sehr befriedigend. Mit Tanz bei erstklassiger Musik fand die Feier ihr Ende. Die Bemühungen des 1. Vorsitzenden des Bezirks Lich, Tierarzt Dr. Walter- Lich, in dessen Hand die Hauptvorbereitungen gelegen hatten, sind vollauf gelungen: die erhebende Feier hat alle Teilnehmer höchst befriedigt. <55 Lich, 23.Jan. Ein schönes Zeugnis von Zusammengehörigkeit zeigte die am Samstagabend im Saale des „Holländischen Hofes" stattgehabte Wiedersehensfeier des Jahrgangs 18 9 1. Selbst aus Darmstadt und aus dem besetzten Gebiet waren die alten Schulkameraden dem Rufe gefolgt, um an der Wiedersehensfeicr teilzunehmen. Rach Worten herzlicher Begrüßung durch den Vorsitzenden, Ludwig Qi6 mann, ergriff Kamerad Oder war dieser Herr von Schölzer jetzt vielleicht gerade hier, um mit Delikatesse wegen der völlig veränderten Verhältnisse die Verlobung wieder zu lösen? — Nun. Alceste würde ja nachher Gelegenheit haben, die Tante auf der Fahrt nach dem Schloß hinaus genau auszusragen. Deswegen nahm er gar nicht erst den von der Daronin durch eine Handbewegung angebotenen Sitz an, sondern begann, nachdem die beiden Herren sich mit frostiger Höflichkeit begrübt hatten, sogleich mit dem Grund seines Herkommens. Ob es der Tante passe, wenn man in einer Stunde hie Fahrt zur Grandmama hinaus anträte? Die Tante würde ja heute ohnehin draußen erwartet, und er wolle sich gern anschließen, weil er der Grandmama - jetzt alle Einzelheiten über den Einzug der französischen Truppen in einigen Tagen geben könne, die die alte Dame gern erfahren wollte. Mit einem kurzen Blick auf Dietwart, her eine Selbstmahnung mar, hier in Gegenwart hes Deutschen feine Einzelheiten über die prunkvolle Auf. machuna her bevorstehenden französischen Parade zu geben, setzte er bann noch schnell hinzu: er denke nun unter hem Wechsel und der Klärung her Verhältnisse daran, seine Hochzeit mit Adrienne schon in wenigen Wochen hier abhalten zu können. Baronin Helene lächelte. Um Dietwart nicht völlig als stummen Zuhörer auszuschalten, äußertze sie jetzt: „Da Sie soeben erst aus dem Lazarett von auswärts zurückkehren, Herr von Schölzer, werden Sie kaum erfahren haben, daß mein Neffe sich vor einiaer Zeit mit Fräulein Adrienne Amberger aus Mülhausen verlobt hat." Die beiden Herren wechselten einen kurzen Blick. Der von Alceste war ein Gemisch von Zorn unb Spott. 9a, er hatte sich eine Zeittang in seine Kusine Melusine verliebt! Hatte geglaubt, sie mit ihren achtzehn Jahren in seine französische Auffassung hinüberziehen zu können. Dann aber war ihm eines Tages während des Krieges als nahem Verwandten die vertrauliche Mitteilung gemacht worden: Melusine habe sich heimlich mH Herrn von Schölzer veriobt, dem Freunde von Raymond. — Er nahm damals diese Nachricht mit äußerer Gleichgültigkeit auf. Nun ja, es war so gekommen wie er damals schon an jenem Winter tage im Schlosse her Grand- mama oorausgesehen hatte, als hie beiden Freunde um ein Haar beim Schlittschuhlaufen auf den Nebenarmen des Rheins ertrunken wären! — Wie abtzeschnitten war mit der Keulttnisnahme von Me- lusinens Verlobung seine eigene Zuneigung zur Kusine gewesen. Verflogen, verpufft. Kein Gefühl resignierter Liebe hinderte ihn, gegen Ende des Krieges sich mit her Tochter des reichen Fabrikanten Amberger aus Mülhausen zu verloben. Einige gute ; elsässische Freunde, teils in Straßburg, teils in Mül- ! Hausen, hatten ihre Hände beim Arrangement dieses ; Verlöbnisses im Spiel gehabt, bei dem — nach echt j elsässischer Aufsassuna — die grundlegende gegen- \ fettige Frage war: ob man reich heirate. Und da es der jungen Adrienne sehr schmeichelte, ■ eine junge Baronin Hammerschlag zu werden, und sie nur elegant, — aufgeputzt, nach französischem Genre zugestutzt —, aber nicht im mindesten hübsch ! war, entschloß sich her Herr Fabrikant, ihm gleich als Morgengabe eine Million in Aussicht zu stellen. Eine Million in Mark. Wenn es günstig war, rechnete man in Mark. Dietwart sprach seinen verspäteten Glückwunsch Alceste zur Verlobung aus. Atteste dankte mit kalter Höflichkeit.. Man hielt als Leute von guter Kinderstube auf Wahrung der äußeren Formen, selbst mit hem Unterton her geheimen Abneigung 1 und des gegenseitigen Zornes. Dann verabschiedete j sich 2Ucejte von beiden, indem er nochmals Darauf i hinwies, er werde den Chauffeur veranlassen, in einer Stunde bereit zu sein. Draußen knackte ein Schlüssel in her großen Wohnungstür, die Baronin unterbrach sich aufhor- chenh, einige Schritte kamen den Gang heraus. „Da sind die beiden!" und sie eilte zur Tür, um hmaus- zurufen: „Äonrmt gleich herein. Es ist lieber Besuch hier. Sehr lieber Besuch!" Draußen wechselten die Geschwister einen sekundenlangen Blick einer stummen gegenseitigen Frage. „Wer wird es sein?" Und beide dachten im gleichen Herzschlag. „Es ist Dietwart!" Da blieb Melusine doch stehen. Ihre Hände waren herabgesunken. Sie preßten sich unwillkürlich zusammen. Ja, sie stand und zögerte, als müsse sie sich innnerlich fassen. Der Bruder bemerkte es. Auch ihm war, obgleich auch er erst feit Tagen wieder zurück war, eine Aenderung bei Melusine ausgefallen, wenn man von Dietwart in ihrem engsten Kreise zu dritt gesprochen hatte. „Melusine? Was ist dir? Warum gehst du nicht hinein? Warum fliegst du ihm nicht an den Hals — und du sagst ihm, wie glücklich du bist, daß er überhaupt aus diesem schrecklichen Krieg hat zurückkommen dürfen? Gerade wie du mich empfangen hast? Was ist dir, Melusine?" Da erhob sie den Kopf. Sie sah ihn mit einem Mick an, den er nicht zu enträtseln vermochte. Dann schritt sie, während ihre Brust sich erregt hob, an ihm vorüber und ins Zimmer. „Melusine? Liebe! — Und auch du, Grüß Gott, Raymond!" Dietwart war auch in heißbewegter Freude der Kavalier, der Mann mit vornehmer Haltuna. Er zog die Hand Melusines an seine Lippen und sie fühlte die Inbrunst, die Wärme seines Kusses im Glücksempfinden, sie wieder zu sehen. Die beiden Freunde drückten sich die Hand. Aus- atmend standen sie sich Auge in Auge gegenüber. Die Worte versagten im Moment einer solchen Begegnung voll Enttäuschung. „Daß wir uns so wieder sehen!" war ihr gemeinsamer Gedanke, „das ist das Resultat unseres vierjährigen Mitkämpfens draußen?" Die Baronin glitt mit ihrer weichen, mütterlichen Art näher: „Vielleicht mag Dietwart noch nachher zum Nachtessen bei dir bleiben, Raymond? Dann können Sie ungestört mit Raymond plaudern! Ich werde draußen mit Alceste bei der Grandmama erwartet, und ich weiß, sie rechnet auch auf Melusines Mitkommen. Deswegen werden wir beide uns jetzt zurückziehen und dem Brautpaar fein Wiedersehen unter vier Augen lassen!" Zum ersten Matt in ihrem Leben vermochte Melusine von Welzin die Situation nicht zu meistern. Sie, die meltgcroanhte Junge Dame! Sie wußte durchaus nicht, welche Haltung, welche Worte sie jetzt wählen sollte, in^ihrem Gemisch von Ablehnung und dem Mitkeiden zugleich, das sie für Dietwart empfand. Er aber folgte einzig dem Zuge seines Herxens. Er umschloß sie jetzt mit seinem Arm und sagte: ,Liebste, nun bin ich wieder hier. In all dem Kunrmer über die äußeren Vorgänge ist es mir ein doppelter Lichtblick, daß ich nun wieder bei dir sein kann!" Aber sie löste sich mit leichter Absichtlichkeit von ihm, ihr Blick tastete an seinem (inten Arm herab: „Du hast — du hast bereits eine — künstliche Hand?" (Fortsetzung folgt.) Hans Jhring das Wort zu einer kurzen Ansprache über die Bedeutung des Tages. Gin aemeinschastliches Essen. Musik und Gesang und der Austausch alter Jugenderinnerungen liehen die recht stimmungsvoll verlaufene Feier aus- klingen. _ s. Bellersheim, 22. Ian. Der Arbeiter Hermann Schneider von hier, der bei der Gewerk- schäft „Friedrich" in Trais-Horloff beschäftigt ist, verunglückte an seiner Arbeitsstätte. Er war an dem neuen Bagger, auf dem Gewichtskasten stehend, mit Schmieren beschäftigt. Da dies dem Führer des Baggers nicht bekannt war, setzte er die Maschinerie in Bewegung, wobei Schneider Quetschungen am Brustkasten erlitt. Er wurde sofort in das Hungener Krankenhaus ein» geliefert. f Obbornhofen, 23. Jan. Her hiesige Männergesangverein „Eintracht" hielt gestern im Saale „Zur neuen Welt" sein diesjähriges Wintervergnügen ab, zu dem sich fast sämtliche Einwohner eingefunden hatten, so dah der Saal bis zum letzten Platz beseht war. Als Hauptstück wurde ein Dreiakter „In der Hölle von Marokko" gespielt. Die Qualen der Fremdenlegion wurden den Besuchern in ihrer ganzen Schrecklichkeit ausgemalt. Die Spieler meisterten ihre Rollen in bester Weise. Einige Einzelvorträge und zwei kleine Theaterstücke vervollständigten das Programm. Mehrere gut wiedergegebene Männerchöre unter Leitung des Dirigenten, Landwirt Heinrich Glocken- gießet von hier, verschönten die in bester Weise verlaufene Beranstaltung. ''reis Friedberg. ch Friedberg, 23.Jan. Die cm Jahre 1928 hier stattfindenden Märkte sind auf folgende Tage festgesetzt: 21. Februar: Pferdemarkt: 22. Februar: Schweine- und Krämermarkt: 21. März: Schweine- und Krämermarkt: 18. April: Schweine- und Krämermarkt: 16. Mai: Schweine- und Krämermarkt: 13. Juni: Schweine- und Krämermarkt: 11. Juli: Schweine- und Krämermarkt; 8. August: Schweine- und Krämermarkt: 5. September: Schweine- und Krämermarkt: 3. Oktober: Schweine- und Krämermarkt: 23. Oktober: Pferdemarkt: 24. Oktober: Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt: 21. November: Schweine- und Krämermarkt: 19. Dezember: Schweine- und Krämermarkt. £ Bad-Rauheim. 23. Jan. Der Turnverein von 1860, der größte Verein am Platze, hielt Samstagabend seine stark besuchte 6 8. Generalversammlung ab. die der Vorsitzende. Kaufmann Ph. Weih, mit einem ehrenden Gedenken an den verstorbenen Oberturnwart der Deutschen Turnerschaft. Max Schwarze, eröffnete. Die umfangreiche Berichterstattung zeigte, daß der Verein sich weiter aufsteigend entwickelt. Die Mitgliederzahl hat sich im Berichtsjahre um 168 vermehrt und beträgt jetzt 7 11 beitragspflichtigeMit- glieder. wozu noch 211 Knaben und Mädchen kommen. Die einzelnen Abteilungen weisen folgenden Gesamtbefuch auf: Männer 2400. Turnerinnen 2182. Knaben 4718, Mädchen 6482, Frauen 1688, Spieler 582, Fechter 659. Heber 500 Frauen, Männer und Schüler besuchte^ mindestens einmal in der Woche die Turnstunde. Der Verein ist Mitglied der Lebensrettungs- ge.ellschaft, deren Grundschein im abgelaufenen Jahr von zwei Vereinsangehörigen erworben wurde. Die Rechnung schließt in Einnahme und Ausgabe mit 23 725 Mk. ab. Rund 1075 Mark führte der Verein an sog. Gausteuer an den Dau ab. Der Voranschlag für 1928, der dem Spargedanken stark Rechnung trägt, sieht nur 14 426 Mk. in Einnahmen und Ausgaben vor. Der Jahresbeitrag wurde einstimmig auf 9 Mk. festgesetzt) Die Ergän^ungswahl zum Vor st and brachte die einstimmige Wiederwahl des 1. Vorsitzenden PH. Weiß, der nun nahezu ein Vierteljahrhundert ununterbrochen an der Spitze des Vereins steht und im Gau Hessen zu den bekanntesten Turnerpersön- lichkeiten gehört. Ehrungen wurden daun sehr vielen treuen Mitgliedern durch Überreichung von Urkunden zuteil. Besonders anerkannt wurde die Unterstützung der Turnsache durch die Presse, was auch nach außen hin durch die einstimmige Ernennung des Schriftsteller Carl Reinhardt zum Ehrenmitglied zum Ausdruck kommen soll. Erfreulich ist Die einstimmige Annahme eines Antrags, der die würdige Ausgestaltung der Jahn- Gedächtnisfeier am 11. August d. I. und die Schaffung eines Jahndenkmals oder eines Jahnreliefs durch die Bad-Rouheimer Turnerschaft fordert (eine Jahnstraße hat unsere Stadt bereits). — Bad-Rauheim, 23. Jan. In der hiesigen Glasschleiferei sind durch jugendliche Arbeiter seit längerer Zeit Veruntreuungen vorgekommen, die jetzt entdeckt wurden und zur Verhaftung des Haupttäters führten. Die gestohlenen Kristallgegenstände wurden weiterverkaust, sind aber zum größten Teil bereits durch die Polizei beschlagnahmt. Die Ankäufer dürften sich Wohl wegen Hehlerei vor dem Richter zu verantworten haben. * Bad-Nauheim, 23. Jan. In dem Bericht über die Bautätigkeit im verflossenen Jahre hat ein Druckfehler zu einer Unrichtigkeit geführt. Es muß st a a t l i ch e s (nicht städtisches) Medizinisches I n st i t u t heißen. _ . ch Butzbach, 23. Jan. Dm Firma Bamag-Meguin A.-G. hat am Samstag 100 Arbeiter wegen Betriebseinschränkung entlassen. Kreis Schotten. X Schotten. 23. Jan. Der Zweigverein Schotten des V. H. C. hielt am Samstag m der gut besuchten Turnhalle sein diesjähriges W i n t e r f e st ab. Gute Musik, die üblichen Auszeichnungen, ein flottes Theaterstück und sonstige Aufführungen bildeten den Inhalt des schönen Programms. Der bekannte Hessen- Rassauische Heimatdichter Rudolf Dietz trug eine Reihe eigner, gehaltvoller Dichtungen mit großem Erfolg vor. — Mit den Zügen am Samstag und Sonntag trafen mehrere hundert Skiläufer und Win t ersp or t ler hier ein, um den schneebedeckten Höhen des Hoherodskopfs, Taufsteins und Oberwaldes zuzustreben. Eine wundervolle Rauhreifwinterlandschaft nahm hier die Sportler auf. Welch verändertes Landschaftsbild doch schon diese Höhendifserenz von ein paar hundert Meter schasst! Der Andrang in den Klubhäusern war gewaltig, die Häuser des V. H. C. waren Ü6erfüllt. Die beiden Sprungschanzen wurden eifrigst benützt, besonders die neu angelegte, große Schanze hat sich glänzend bewährt. Eine A b - teilung Schupo trifft heute auf ihrer Hütte am Horst bei Rudingshain zu Sportübungen Turnen, Sport und Spiel. Handball in der O. T. Aus dem Sportplatz in Heuchelheim wurde am Sonntag die Entscheidung um die Hand- ballrneisterschaft in der 1. Klasse des Gaues Hessen ausgetragen. Der Sieger dieses Spieles steigt nun zur Gau-Sonderklasse auf. Zu dem wichtigen Spiele hatten sich die Turnvereine Lauterbach und R i d d a qualifiziert. Rach schönem Spiele gewann Lauterbach überlegen mit 5:1 Toren und wurde hierdurch Meister der Klasse. Stand bei Halbzeit 3:0 für Lauterbach. Handball der öp.^0.1900. Universität Marburg — Gießen 1900 9:3. ö. Wenn auch die stark geicpwachten 1900er — es mußten drei Stürmer ersetzt werden — mit reichlichem Pessimismus die Reise nach Marburg antraten, so kam es doch schlimmer, als man dachte. Allerdings wären drei Tore Unterschied dem Spielverlauf eher gerecht geworden. Schon der Anfang war für die Gießener wenig verheißungsvoll, als wenige Minuten nach Spielbeginn der Torwächter einen haltbaren Ball des Marburger Linksaußen durchrutschen ließ. Im weiteren Verlauf des Spieles war es nun die rechte Sturmseite der Marburger Studenten, die der Gießener Hintermannschaft am meisten zufetzte und den Schlußmann bis zur Pause noch dreimal zu schlagen vermochte. Rach Wiederanpfiff zeigten sich die 1900er von einer ganz anderen Seite. In forschen Angriffen brachten sie das Marburger Heiligtum des öfteren in Gefahr. Mittelstürmer, Ersatzhalblinler und Linksaußen machten in dieser Zeit je ein wunderbares Tor. Aber Dann war nichts mehr zu machen, hatten doch die Marburger einen Mann (Torhüter des Rasensportvereins Germania) zwischen Den Pfosten, der auch Die schärfsten Bälle in glänzenDer Manier meisterte. Inzwischen hatte sein Gegenüber Den gefährlichen Marburger Halb- linlen zu einem billigen Erfolg kommen lassen, unD die infolge einer Prellung stark geminderte Aktionsfähigkeit des Gießener Mittelläufers trug nicht wenig Dazu bei, Daß Die Studenten zu weiteren vier Erfolgen kamen. Die Hauptmängel bei Den Gießenern waren jedoch die schlechte Deckungsarbeit und Das mangelhafte Freistellen. Mit Dem Schied dichter konnte man sehr oft nicht einig gehen, jedenfalls fuhren die 1900er nicht gerade gut durch seine Entscheidungen. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die fast einem Vereinslampf gleichkommenden Fußball-Begegnungen zwischen dem Wetzlarer Sportverein und Der SpielVereinigung 19 0 0 Gießen am Sonntag in Wetzlar standen unter einem ungünstigen Stern. Am Vormittag standen sich die 2. und 3. Mannschaften in Gesellschaftsspielen gegenüber. 1900 unterlag beidemal erwartungsgemäß. Während die 3. Elf eine 3:6-Riederlage einstecken mußte, verloren die Reserven 1:7. Allerdings waren von dieser Mannschaft mehrere Spieler ausgeblieben, so dah einige vorher in der dritten Elf tätig gewesene Spieler einspringen mußten. Dem Treffen Der Ligamannschasten am Rach- mittag ging ein Gesellschaftsspiel Der beiden ersten Jugendmann schäften voraus. Gießen 1900, das nur 10 Spieler zur Stelle hatte, blieb mit 1:2 im Rachteil. Inzwischen hatte Der Platz seine Spielfähigkeit verloren. Trotzdem begann das Verbandstreffen Der beiden Ligamannschaften, das aber in der 12. Minute wegen der miserablen Plah- zustände beim Stande 0:0 abgebrochen wurde. Vormittags gewann 1900s II. Jugend in Gießen das Diplomspiel gegen Leuns L 3 u - gend 3:2, obwohl auch hier die Gießener nur 10 Spieler zur Stelle Ratten. B. f. B. Dritte — Lollar I. 7:1. 1. Jgd. — V. f. B. Marburg 1. Jgd. 0:7. 3. Jgd. — V. f. B. Marburg 3. Jgd. 0.4. 1. Schüler — Sp. Vgg. 1900 1. Schüler 4:0. 2. Schüler — Sp. V. Wetzlar 2. Schüler 0:0. Die Dritte Mannschaft gewann ihr letztes Verbandsspiel gegen den Tabellenzweiten, Lollars Erste, mit 7:1 und errang Damit endgültig Die 8-Meister schäft der Gau - klasse 2. Das Treffen stand ganz im Zeichen der Ueberlegenheit Der V. f. B.-Elf, Die in allen Teilen besser besetzt war und von Anfang bis Ende den Ton angab. Lollar, das trotz Der hvhen Riederlage im allgemeinen doch einen recht guten Eindruck machte, kämpfte mit Energie bis zum Schluß um Verbesserung des Resultats, kam jedoch gegen Die bessere V. f. D.-Clf nicht auf. Die erste Jugend war bei der gleichen Der Vereinigten Marburgs zu Gast. Die 0:7- Riederlage Durfte ihr bewiesen haben, daß sie trotz ihres bisherigen guten. Abschneidens in Den Diplomspielen noch sehr viel zu lernen hat. Auch die Dritte Jugend mußte die Ueber- legenheit ihres Gegners, der Dritten Marburgs, durch eine 0:4»Riederlage anerkennen. Aus eigenem Platz hatte die erste Schüler- Els oie gleiche der hiesigen Spielvereinigung 1 900 im Diplomspiel zum Gegner. Was Die kleinen V. f. B.er in diesem Treffen an Technik, Zuspiel und systeinvollem Spielaufbau zeigten, ist wert, mancher aktiven Mannschaft als Vorbild hingestellt zu werden. Die eifrigen kleinen 1900er kamen gegen das reifere Spiel der Platzmannschaft nicht auf und hatten es nur ihrem prächtigen Torhüter zu verdanken, mit einer 0:4-Riederlage Davonzukommen. Die zweite Schülermannschaft konnte, allerdings nur mit zehn Spielern, gegen die zweite Schülerelf des Sportvereins Wetzlar nur ein 0:0 herausholen. Oeutsch-sranzösischer Schwimmwettkampf. Paris, 22. Jan. (WTB.) Das Ergebnis des heutigen Wettschwimmens zwischen Deutschland und Frankreich stelll sich wie folgt: 100 Meter Freistil beliebig: Sieger Heinrich (Deutschland) 1,5' 200 Me 1 er: Sieger Rademacher (Deutschland) 2,554/j. 100 Meter Rückenschwimmen: Sieger Küppers (Deutschland) 1,14-5. 800 Meter Stafetten-Schwimm en: Sieger Die deutsche Mannschaft, bestehend aus Heitmann, Derichs, Berges und Heinrich, in 10,03 5. Wasserballspiel: Sieger Frankreich mit 6: 3 (2: 2). Vor Beginn des Kampfes überreichte P a d 0 u dem Führer Der Deutschen Mannschaft, Erich RaD emacher, eine Erinnerungsplakette. Das Spiel begann mit einem Angrisf Der Franzosen, Der aber vor dem deutschen Tor zum Stehen kam. Infolge Der Rervosität Der Deutschen scheiterten ihre besten Angriffe. Das Spiel verlief in Der ersten Halbzeit nicht aany fair, was das Ausscheiden Der Spieler Barke unh M a h a u d wegen rohen Spiels beweist. Zur Halbzeit stand das Spiel 2: 2. Rach Wiederbeginn hatten die Franzosen mehr vom Spiel und konnten noch vier Tore schießen, während die Deutschen nur eins aufholen konnten, so daß sich das Schlußergebnis auf 6: 3 für die Franzosen stellte. Die MM-Slipattouiücn in St. Mrih. Der große internationale Militär-Skipatrouil- lenlauf, der als Demonstrations-Vorführung auch bei den Olympischen Spielen in St. Moritz einen wichtigen Bestandteil des Programms bildet, hat die Meldung von 9 Rationen gesunden. nämlich von Deutschland, Frankreich, Finnland, Italien, Rorwegen, Polen Rumänien, Der Tschechoslowakei und Der Schweiz. Die Schweizer, die 1924 den Patrouillenlauf in Chamonix bei Den 1. Olympischen Spielen gewannen, gelten auch diesmal wieder mit ihrer Zermatter Patrouille als Favorit, werden sich aber nur mit Mühe Der Finnen und Rorweger erwehren tannen. Auch die deut- sche Mannschaft hat gute Platz au s- sichten. Jede Patrouille besteht aus einem Offizier als Führer und drei Mann, unter I Denen auch ein Unteroffizier sein kann. Die I Mannschaften starten in Der Uniform ihres Landes, mit leichtem Gepäck und Karabiner. Die Laufstrecke beträgt rund 30 Kilometer und weist eine Höhendifferenz von 800 bis 1000 Meter auf. Die Strecke wird erst in Der Rächt vor Dem Rennen markiert unD Damit bekanntgegeben. Während in Chamonix noch kurz vor dem Ziel ein Schießen stattfand, wird in St. Moritz diese Unterbrechung des Laufes Wegfällen, weil das Eidgenössische Militär-Departement von Der Ansicht ausging, dah eine Patrouille, die taktisch richtig handelt, sich mit dem Gegner überhaupt in kein Feuergefecht ein» läßt, sondern geschickt ausweicht. Große Pläne deutscher Berufsboxer. Der deutsche Europameister im Halbschwergewicht Max Schmeling hat durch die Boxsportbehörde Deutschlands bzw. Oie Internationale Box-Union in Paris den Schwergewichtseuropameister, Paolino Uczudun (Spa- nien), um dessen Titel herausfordern lassen. — Auch Karl S a h m (Hamburg), der Weltergewichtsmeister. hat den soeben neuernannten Europameister dieser Kasse, Leon D a r t 0 n (Belgien) um dessen Titel herausgefordert. — Der deutsche Bantamgewichtsmeister Felix Friedemann kämpft am kommenden Mittwoch im Pariser Wagramsaale gegen Den Franzosen Eduard Mascart, einen Der hervorragenDsten Vertreter Dieser Klasse. ein. Der V. H. C. hat in Der Jugendherberge und in Den Klubhäusern Matratzenlager und billige Unterkunftsverhältnisse geschaffen, auch die Stadt Schotten hat ihre neuerbaute Jugendherberge Den Wintersportlern zur Verfügung gestellt. Das Zweck- verbandsauto bringt Die Wintersporllervon Den Zügen bequem bis nach Breungeshain Dem Fuß des Hoherodskopfs. □ Laubach, 23. Jan. Der hiesige Steno- graphen-Derein (Vorsitzender Obersekretär Elbe) hatte in Gemeinschaft mit dem hiesigen Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs gestern abend int „Solmser Hof" einen „bunten Abend" veranstaltet, Der mancherlei Unterhaltung bot. Rach einem schwungvollen Prolog tourDen zwei Einakter flott gespielt. Außerdem wurden verschiedene Musikstücke verständnisvoll vorgetragen. Auch eine Tombola war eingerichtet worden. Bernhard Graf zu Solms-Laubach bot verschiedene wohlgelungene humoristische Darstellungen. Ein flotter Tanz schloß die Feier ab. — Die Firma Römheld (Eisengießerei) auf der Fried- richshütte bei Ruppertsburg hat die Absicht, ihren Betrieb in unser Städtchen zu verlegen und hinter dem Bahnhof eine Fabrik zu errichten. Die Gemeinde ist bereit, die Licht- und Wasserleitung auf ihre Kosten bis zur Grenze der Fabrik zu führen, ein Grundstück Der Stadt, das in den Reubau hineinfällt, ohne Entgelt abzugeben und in gewissen Grenzen das Unternehmen zu finanzieren. Roch in dieser Woche wird der Gemeinderat zur Frage Der Errichtung Der Fabrik endgültig Stellung nehmen. — Eine Kommission des Gemeinderats hat eine Zusammenstellung Der Viehzüchter innerhalb Der ©emeinDe gemacht. Hiernach gibt es in unserem StäDtchen 104 Rindviehzüchter unD 134 Ziegenzüchter. Von Den Ziegenzüchtern gehören nur 32 als Mitglieder Der hiesigen Ortsgruppe des Gießener Kreisziegenzucht v e r e i n s an. Es wäre zu wünschen, dah Der hiesige Zuchtverein an Mitgliedern zunähme, damit Durch gemeinschaftliche Arbeit Die gemeinnützigen Bestrebungen besser geförDert werden könnten. In Verbindung mit Dem diesjährigen „Ausschuß- Fe st", zwei Wochen vor Johanni, soll wieder ein Prämienmarkt im Rahmen des vorjährigen abgehallen werden. — Die Zigeuner machen sich in unserer Gegend wieder in unangenehmer Weise bemerkbar. Am vorigen Freitag lagerte eine Horde im Tälchen links der Straße Freiensee n—G onters- k i r ch e n , unweit des Tunnels der Bahnstrecke Hungen—Mücke. Die hiesige Gendarmerie brachte die braunen Gesellen, die einen Gewerbeschein zum Spielen im Kreise Alsfeld hatten, über die Grenze unseres Kreises. Kreis Alsfeld. (-) Groß-Felda, 23. Ian. Bei den Holzhauerarbeiten im Walde der Nachbargemeinde Ober-Breidenbach wurde der Holzarbeiter Günther von einer stürzenden Fichte erfaßt und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat Der bedauernswerte Mann, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreute, hinterläßt eine junge Frau mit zwei unmündigen Kindern. * Mücke, 24. 3an. Am nächsten Freitag, 27. 3anuar, kommt im Bibelheim Flen- sungerh 0 f der äußerst i ntereffante und lebendige Missionsfilm Der Sudan-P io- nier-Mission Wiesbaden zur Vorführung. Der Film zeigt in wunderschöner, lebendiger Anschaulichkeit Land und Leute von Oberägypten, er führt ein in die Welt des Mohamme- danismus und in die Arbeit untern Rubiern, Arabern und Beduinen. Es sind zwei Dor- ührungen, nachmittags eine für Kinder, abends eine für Erwachsene, vorgesehen. Kreis Lauterbach. •$ Unter-Schwarz, 23. 3an. Bürgermeister Christian Lips ist vor einiger Zeit infolge eines Unfalls aus dem Leben geschieden. Als sein Rachfolger wurde dessen Sohn Konrad Lips einstimmig zum Ortsoberhaupt für unsere Gemeinde gewählt. Seine Diensteinführung erfolgte dieser Tage in einer zu diesem Zweck anberaumten Gerne inde- ratssihung durch Kreisdireitor Dr. Wichel von Lauterbach. WafferleiinngSprojeki im Kleebachtal. cv> Hochelheim, 24. Jan. Die schon seit ungefähr zwei Jahren bestehende Frage der Wasser- bejchaffung für den Bau einer Zentralwasserleitung für die hiesige Gemeinde hat nach langen und schwierigen Verhandlungen nunmehr gestern abend endlich chre Lösung gesunden. Wie bereits im „Gießener Anzeiger' berichtet, hatte die Gemeinde Niederkleen für die Abgabe des dort überschüssigen Wassers eine laufende jährliche Entschädigung von einer Mark je Einwohner gefordert. Diese Forderung galt der hiesigen Gemeinde als zu hoch und daher unannehmbar. Die Gemeinde unternahm daher dieser Tage nochmals Schritte, um das Wasser anderweitig, nämlich aus der Gemarkung Weidenhausen, zu beziehen. Die Verhandlungen führten jedoch zu keinem befriedigenden Ergebnis, da zunächst Schürfungen vorgenommen werden müssen und das Ergebnis derselben nicht vorauszusehen mar. Aus diesem Grunde begab sich die hiesige Gemeindevertretung gestern abend nochmals nach Niederkleen, um erneut mit der dortigen Gemeindevertretung über die Abgabe des überschüssigen Wassers zu beraten. Die Verhandlungen führten nach mehrstündiger Dauer zu einer Einigung dahin, daß die Gemeinde Niederkleen ihr überschüssiges Wasser an die Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim gegen eine laufende jährliche Entschädigung von zusammen 1100 Mark abgibt. Der Betrag verteilt sich auf beide Gemeinden prozentual nach der Einwohnerzahl. Diese Entschädigung gilt solange, wie die Einwohnerzahl der Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim zusammen 1800 Personen nicht übersteigt. (Nach dem Ergebnis der letzten Volkszählung betrug die Einwohnerzahl beider Gemeinden zusammen 1579 Personen). Wird Die Zahl 1800 überschritten, so beträgt die laufende jährliche Entschädigung 70 Pfg. je Einwohner der beiden Gemeinden. Die EntschÄügung ist vom Tage der Inbetriebnahme der Wasserleitungen ab zu zahlen, und zwar für jede Gemeinde nach ihrem prozentualen Anteil besonders. Die hiesige Gemeinde will mit dem Bau der Wasserleitung sofort beginnen, die Baukosten werden auf annähernd 100 000 Mark geschätzt. Wirtschaft. Von den Schlachtviehmärkten. Das Geschäft an Den Deutschen Schlachtvieh- märkten erfuhr in Der vorigen Woche eher einen weiteren kleinen Rückgang. Der Auftrieb war für Den vorliegenDen Bedarf ziemlich reichlich ausgefallen, Da auch Die Beteiligung Des Exports nur recht mittelmäßig zu nennen war. Das mußte nachteilig auf Den Geschäftsgang unD Die Preis- bilDung einwirken. Eine Ausnahme von Der schleppenDen Haltung machten leDiglich Die Kälbermärkte, Da hier Die Rachfrage wesentlich zugenommen hat. Auf getrieben waren im einzelnen: Rinder 18 000 gegen 16 000 in Der Vorwoche, Kälber 18 200 gegen 16 200. Schafe 7600 gegen 7900. Schweine zeigten mit 102 000 gegen 95 000 Stück Die stärkste Steigerung. Der Großviehmarkt hatte meist nur langsamen Umsatz unD konnte in Den meisten Fällen nicht ganz geräumt werDen. Die Preislage zeigte Da unD Dort leichte Schwächungen. Bullen büßten verschieDentlich etwas mehr ein als Die übrigen Gattungen. An Den Kälbermärkten wurDe Die Ware in ziemlich regem Zuge abgeseht. Besonders prima schwere, fette Kälber wurden etwas höher bezahlt. Für Schafe waren mit einigen Ausnahmen die Preise Der Vorwoche maßgebenD. Bei Schweinen trat infolge Der vermehrten Zufuhren ein mehr oder weniger großer Preis- Druck ein. Die Preise verschoben sich hier durchgängig um 2 bis 4 Prozent nach unten. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert: Rinder Kalber Schafe < Zchweine Berlin 18-56 45-87 25-62 50-60 Bremen 25-60 40-85 — 40-52 Breslau 15-56 48-75 40-57 46-59 Chemnitz 20-60 58-60 42-56 40-54 Dortmund 20-63 47-85 — 45-57 Dresden 22-59 54-82 38-62 44-58 Düsseldorf 20-64 50-85 25-33 45—60 Elberfeld 20-63 50-85 — 50-60 Essen 27-63 50-115 48-52 50-61 Frankfurt M. 22-60 55-77 30-50 40-62 Hamburg 15-59 34-89 20-66 42-56 Hannover 20-61 40-90 30-53 44-54 Husum — — — — Karlsruhe 18-61 51—76 —— 47-60 Kassel 22-62 48-65 — 50-58 Kiel 20-55 32-66 31-60 38-54 Köln 20-62 50—110 40-53 52-63 Leipzig 23-60 50-78 35-61 40-58 Magdeburg 25-59 40-75 15-50 44-55 Mannheim 14-62 48-77 42-47 44-58 München 15-57 66-86 — 40-58 Stettin 15-55 35-80 20-50 40-57 Stuttgart 14-61 55-80 — 40-62 Zwickau 15-56 60-76 35-58 48-58 * Erweiterung DesHapag-Dienstes nach der Westküste Rordamerikas. Der von der Hamburg-Amerika-Linie von Hamburg nach Der Westküste RorDamerikas via Panama unterhaltene Passagierdienst wird noch in diesem Jahre Durch Die Einstellung der gegenwärtig im Bau befindlichen Passagier- und Frachtinotorschifse „San Francisco", „Los Angeles", „Seattle" und „Portland" eine bedeutsame Erweiterung erfahren. Diese vier Motorschiffe zusammen mit Dem Motorschiff „Duisburg", Das ebenfalls neu in diese Fahrt eingestellt wird, ermöglichen etwa dreiwöchentliche Abfahrten von Hamburg und Antwerpen nach 1 der Westküste Rordamerikas. die 6 5 Weiß zieht und Bc5, e6 6 6 5 5 4 3 3 2 2 Weiß: 8 Steine. Kg3; Tf2; Lei; Ba5, c5, 64. e3, g4 Schwarze 9 Steine. Kg6; Tf7; Lf3; Ba6, b7, c6, e4, g5, ho. ; -• DevNeumarkt Derlm—Frankfun Telegraphtsche Auszahlung. ;1 Problem Nr. 145. Don K. Laue. Schwarz. Weih. Weih: Dr. §l. Weih. seht in zwei -Zügen matt. allerdings bei dieser Llniformänderung vorläufig noch um einen Vorschlag, über den im Reichspostministerium noch beraten wird. Anzunehmen aber ist, daß eine Aenderung der Uniformen bestimmt erfolgt. Meinungsverschiedenheiten bestehen noch über die Farbe des Stoffes, die bekanntlich bisher dunkelblau war. Wahrscheinlich wird man für die neue Bekleidung ein helleres Blau wählen. 2km Reichspostministerium glaubt man kaum, daß die neuen Uniformen vor März oder gar vor dem Sommer zur Ausgabe gelangen werden. Drei Opfer einer Lawine. Im Lintergraben bei F r u t i g e n ging eine Lawine nieder und verschüttete drei dort auf der Straße nach A d e l b o d e n mit Aufräumungsarbeiten beschäftigte Männer. Alle drei sind ledig. Die Leiche des einen konnte geborgen werden, während die Bergungsarbeiten nach den beiden anderen Verunglückten noch im Gange sind. Es besteht keine Aussicht, sie lebend aufzufinden. Festnahme eines Lifenbahnräubers. Der Eifenbahnfahndungsdienst in Köln nahm drei Fuhrleute einer Kölner Speditionsfirma fest, die fortgesetzt beim Abholen eingetroffener Güter vom Schuppenplatz, andere auf Schach-Ecke. Bearbeitet von W- Orbach. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Die überschlanke Linie. Eine Schauspielerin, die sich durch eine Abmagerungskur beinahe bis zur Unsichtbarkeit „entfettet" hatte, wurde kürzlich von dem bekannten englischen Dramatiker James Barrie mit einem hübschen Bonmot auf der Probe begrüßt. Denken Sic." sagte er. »da sah ich vorhin eine leere Droschke nach dem Theater fahren, und dann — stiegen Sie aus." Der gebildete Hausknecht der Jirma Schwundemann & Sohn. Herr Schwundemann fen., in Firma Schwundemann & Sohn, war ein sehr ruhiger Mann. Er hatte einen Choleriker als Prokuristen und einen Hausknecht namens Hansen, der sich oft recht „gebildet" ausdrückte. Eines Tages kam, der Prokurist zu Herrn Schwundemann gestürzt und sagte: -^5^ Schwundemann, ich muh verlangen, daß der Hausknecht e ntlassen wird. Was meinen Sie, was der unverschämte Mensch eben zu mir gesagt hat?" „Sie haben das Pulver auch nicht er- erfunden!" hat er gesagt" Herr Schwundemann blickte seinen Prokuristen lange nachdenklich an und sagte endlich: „Haben Sie es denn erfunden?" • Einmal war selbst der alte Schwundemann sehr erbost, nämlich als Hansen einen sehr wichtigen, eiligen Bries am nächsten Tage befördert hatte. Ja. Herr Schwundemann." sagt Hansen, „Sie haben doch selbst gesagt, der Brief hätte Zelt bis morgen." , r Ä „Was soll ich gesagt haben? Horen Sie, Hansen, sind Sie verrückt oder ich?" meinte der ^.Aa," erwiderte Hansen. „Sie werden sich doch keinen verrückten Hausknecht halten, Herr Schwundemann I“ Womit der „Alte" natürlich entwaffnet war. In einer im Wanderpreisturnier des Schachvereins „Anderßen" zu Frankfurt a. M. gespielten Partie kam es zur vorstehenden Endstellung. Weiß am Zuge spielte: l.Tf2—62, woraus Schwarz durch folgende genau berechnete Opferkombination das Spiel zu seinen Gunsten ent- schied: 1. .... Lf3Xg4! 2. Kg3Xg4, TfZ—f3. (Mit der Mattdrohung 3.....h5.) 3. T62—h2, Tf3Xe3. 4. Lei—f2, Te3—a3. 5.Lf2—cl, Ta3-f3. 6. Lei— g3. b.....hö-hS-b ! 7. Th2xh5, (7. Kh3, h4) 7...... Tf3xg3+ 8. Kg4Xg3, Kg6xh5; (Aufgegeben.) Lösung des Problems Ar. 142. Don I. Graham. 1. De5-e81, K63-e2 2. De8-h5+ usw. 1..... K63-e2 2. De8-a4! usw. Aus -er Schachwelt. 2m Weihnachtsschachturnier zu Hastings siegte Dr. Tartakower, Paris, vor L. Steiner, Budapest. Mitte Februar dieses Jahres soll ift Berlin ein großes internationales Meisterturnier stattfinden, wobei auch Dr. Emanuel Lasker als Teilnehmer genannt wird. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an Schachredaltion des „Gießener Anzeigers". g4, h2, h7. Endspiel Nr. 49. (Lehrreiche Partiestellung.) Schwarz: Orbach. Schwarz. Weih: 6 Steine. Kf8; D61; Ta2; Le5, e8; Sf3. Schwarz: 9 Steine. Khö; Db2; Le3; Sc4; P"~, Französische 'Jioten . ..... Holländische Noten . . . • • Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Lcsterr., A100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Sloten...... Schweizer Noten ....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten der Möglichkeit liegt. Rach Festsetzung der ersten Kurse wurde es infolge der herrschenden Geschäftslosigkeit bis zu 1 Proz. schwacher. Lebhaft umgesetzt wurden Rütgerswerke. Später entwickelte sich wieder eine Spezialbewe- flung. Siemens plus 1 Proz. Rütgerswerke plus 2 Proz. Auch Phönix lebhaft. Das Niveau der Anfangskurse wurde auch von den übrigen Werten zum größten Teil wieder erreicht. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Jan. Das Geschäft in Weizen und Roggen blieb unverändert lustlos, Geschäfte wurden kaum getätigt. Mais liegt schwächer. Hafer infolge der allmähligen Verknappung etwas fester. Weizen- und Roggenkleie im Preise nachgebend. Die amtlichen Notierungen blieben zwar noch unverändert, doch sind Käufer zu dielen Preisen kaum vorhanden. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs, 25; Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Proz. Auswuchs, 23,50 bis 23,75; Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Proz. Feuchtigkeit, 22,75 bis 23,25; Roggen 24 50; Sommergerste für Brauzwecke 28 bis 30; Hafer, inländ., 23,25 bis 24; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Mais (gelb) für andere Zwecke 22,75 bis 23; Weizenmehl, süddeutsches, Spez. 0 37 bis 37,50; Roggenmehl 34 bis 35,50; Weizenkleie 14,25; Roggenkleie 15,25 bis 15,50. Franks :rter Kartoffelrrrarkt. Frankfurt a. M., 23. Jan. Tendenz: ruhig. Umsätze mäßig. Industrie hiesiger Gegend 3,85 Mark je 50 Kilogramm. Geir» KW 168,88 22,19 111,38 69,02 2,675 112,29 80,70 71,43 12,385 73 10 Briet 16,585 169,56 22,27 111,82 59,26 2,595 112,75 81,02 71,71 12,445 73,40 a. M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdislont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. diesem oder benachbarten Plätzen lagernde Frachtstücke in Körben und Kisten unbemerkt als Leergut herausschafften. Auch eine Reihe von Hehlern ist ermittelt worden. Festgenommen wurden ferner drei Personen, die Kisten mit Steinen oder wertlosen Gegenständen von auswärts nach Köln-Gereon versandt hatten und dann beim Abholen diese Kisten mit anderen, hochwertiges Gut enthaltenden Frachtstücken vertauscht en.__ «h. Das Gebrauchsinstrument in höchster Vollendung Vertreter: A*t Förster, Kietzen Bahnhofstr. 65B Fernruf 1367 • Mannesmann-Mula 3 Die Verwaltung der Mannesmann-Mulag A.-G. Aachen hat beim Regierungskommissar Antrag aus Entlassung von 150 Arbeitern und Ange- stellten das sind rund 25 Prozent der Belegschaft gestellt' Es handelt sich um eine Dorsorgungs- Maßnahme, mit der jedes Jahr gerechnet werden muh, weil der Auftragseingang das Werk in hen Monaten Dezember und Januar nicht voll beschäftigt und weil nach der Sanierung das Kapital nicht ausreicht, um auf Lager zu arbeiten. Im März und April hofft die Verwaltung die gleiche Zahl von Arbeitern wieder einftelleir zu können. * Neue Zementfabrik. Die bekannten großen Kalksteinlager in Steinau, Kreis Schlüchtern, deren größter Teil für erstklassig befunden und von einem Konsortium erworben wurde, sollen fetzt ausgebeutet werden. Es ist die Errichtung einer modernen Portland-Zementfabrik beabsichtigt. • Die französische Außenhandels- statistik. Rach der soeben veröffentlichten Außenhandelsstatistik betrug die Einfuhr nach Frankreich im Jahre 1927 = 49 358 947 Tonnen im Werte von 52 852 760 000 Franken, was eine Erhöhung der Tonnenzahl um 3 904 961 tonnen, aber eine Verminderung des Wertes in Hohe von 6 745 561000 Fr. gegenüber dem Vorjahre ausmacht. Die Ausfuhr belief sich im Jahre 1927 auf 38 050 956 Tonnen im Werte von 55 224 717 000 Fr., was eine (Steigerung der Tonnenzahl um 5 502 452 Tonnen, jedoch eine Wertverminderung um 4 453 213 000 Fr. ausmacht. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 24. Jan. Tendenz überwiegend etwas schwächer. — An der heutigen Börse herrschte ziemlich starke Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortdauer und Verschärfung des Streikes in der Mitteldeutschen Metall-Industrie. Die Geschäftstätigkeit war wieder stark eingeschränkt, von privater Seite dürften kaum Kaufaufträge Vorgelegen haben. Die Spekulation nahm verschiedentlich Abgaben vor; das Herannahen des Ultimos macht sich bereits bemerkbar. Verstimmend wirkte ferner die Ungewißheit über den Fortgang der Verhandlungen in der Freigabeange- legenheit, nach neueren Meldungen hoffe man jedoch, das Gesetz in zirka zwei Wochen dem Senat vorlegen zu können. Dann verwies man auf die wieder ziemlich gespannte innerpolitische Lage. Bei der ersten Kursfestsetzung lagen die Kurse nicht einheitlich, es überwogen jedoch kleine Rückgänge bis zu 1 Proz. Schiffahrtswerte waren etwas stärker angeboten und bis 1,5 Prozent niedriger Am Montanmarkt wurden Phönix weiter lebhaft umgesetzt bei behaupteten Kursen. Auch Oberbedarf gefragt und etwas fester. Rheinstahl verloren dagegen 1,25 Proz. J.G. Farben lagen 1 Proz. schwächer. Scheideanstalt eröffneten gut behauptet. Holzverkohlung sogar plus 1 Proz. Elektrowerte gaben durchschnittlich 1 bis 1,5 Proz. nach. Bergmann, Licht und Kraft und Gesfürel blieben gut behauptet. Zellstoff-Wald- hos minus 2,25 Proz., dagegen Zellstoff-Aschaffenburg gehalten. Deutsche Anleihen behauptet. Ausländische Renten still. Zolltürken etwas höher. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft auf ein Minimum zusammen, und die Veränderungen gingen kaum über 1 Proz. hinaus. Phönix und Oberbedarf blieben weiter gefragt, letztere zogen noch 1 Proz. an. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 5 Proz. Im Devisenverkehr konnte die Reichsmark etwas anziehen, der Kurs stellte sich gegen Kabel auf 4,1945. gegen London auf 20,4475. London-Kabel 4,8750. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,10, Madrid 28,70. Berline- Börse. Berlin, 24. Jan. Die heutige Börse eröffnete kursmähig nicht einheitlich, aber in nicht unfreundlicher Haltung. Das sehr stille Geschäft und die Ungewißheit über die Frei- gabeangelegenbeit beeinflußten die Tendenz. Vorbörslich war es so geschäftslos. daß angeblich noch nicht einmal 6 Mille Farben- Aktien gehandelt wurden. Rur Spezial- werte fanden einige Beachtung, so Schlesische Gas, Transradio, Hohenlohe, Oberbedarf, Phönix, Rheinische Sprengstoff, die bis zu 4 Proz. anziehen konnten. Dagegen Schlesische Bergbau minus 4 Proz. Für Schiffahrtswerte kam zunächst keine Notiz zustande, später lagen sie behauptet. Bankaktien wenig verändert. Heimische Anleihen etwas freundlicher. Ausländer geschäftslos. Mexikaner schwächer. Pfandbriefe still und noch uneinheitlich. Der Geldmarkt zeigte unveränderte Sätze Heute soll die Festsetzung des Reportgeld- f a tz e s erfolgen, wobei eine Senkung im Bereiche Buntes Allerlei. Vom Schulkceuzer „Linden". Der Schulkreuzer „Emden" ist in S a n t a B a r - b a r a de Samana (Dominikanische Republik) eingetroffen und wird am 9. Februar nach St. T h o - mas (Westindien) in See gehen. Amerikanischer Besuch. Schon im vergangenen Jahre war eines der hauptüberseeischen Reiseziele der Amerikaner Deutschland gewesen. Aus allen Staaten der Union strömten sie nach Deutschland, um an den verschiedensten Veranstaltungen, Ausstellungen, Kongressen und sonstigen Zusammenkünften teilzunehmen. Wie wir hören, soll der Zustrom der amerikanischen Reisenden nach Deutschland in diesem Jahre das vergangene aber noch weit Übertreffen. Man rechnet für die Reisesaison in Verkehrskreisen schon jetzt mit einem Rekordbesuch. Das geht daraus hervor, daß namhafte große deutsch-amerikanische Vereine sich bereits gerührt haben und ihren Besuch in Deutschland ankündigten. Dutzende von deutsch-amerikanischen Vereinen, Sängerbünden und Turnvereinen haben schon jetzt bei den Reisebureaus Fahrkarten bestellt und auch die deutschen Schiffahrtslinien dürften sehr stark von den amerikanischen Deutschland- reisenden frequentiert werden. Insbesondere sind kommenden Sommer auch wieder eine ganze Reihe Tournees von wissenschaftlichen Verbänden durch Deutschland vorgesehen,von denen einer bereits im Februar in Deutschland eintreffen wird. Es ist der Groh-Amerikanische Aerzteverband. der eine der führenden amerikanischen Fachorganisationen überhaupt ist. Liebesbriefe auf Bestellung. In dem Trastevere-Viertel von Rom hat ein Mitarbeiter der „Opinion" einen Laden entdeckt, dessen Inhaber durch ein merkwürdiges Reklameschild seine Dienste anbietet. Er nennt sich „Schriftsteller für alle öffentlichen und privaten Gelegenheiten" und empfiehlt die Anfertigung von „Schriftstücken in allen italienischen Dialekten. Spezialist für Dienstmädchen, die zärtliche oder schmollende Liebesbriefe haben wollen; feurige oder traurige Liebeserklärungen, vorwurfsvolle Briefe an ungetreue oder unbeständige Ehemänner, Liebesbriefe (feurige und kühle) für Infanteristen und Kavalleristen. Anonyme Briefe kosten die Hälfte!" Auch die Post führt neue Uniformen ein. Die Reichspost wird dem Beispiel der Reichswehr folgen und auch für ihre Angestellten eine neue und zweckmäßigere Uniform einführen. Dabei ist beabsichtigt, die Schnitte der Uniform der der neuenReichswehruniform an» zupassen. Der neue Schnitt sieht zwei Taschen auf der Brustseite und einen Ausschnitt zum Tragen weißer Wäsche vor. Auch bei der Post ist man zu der Ansicht gekommen, daß diese Uniform ohne den bisher beengenden Kragen eine Erleichterung besonders für die Zustellbeamten bedeuten wird. Es handelt sich a 8 8 6 2 2 h 8 8 h 59a Frankfurt a. *Dl | Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlich- 1-Uhr- Schluß ! Ansang Schluß. 1-Uhr- Schlich- Anfang Schlich- 1-Uhr- Schluß- Anfang Kurs Kurs Kurs 1 Kurs Kurs Kurs Kurs Kur- Kur» Kur» Kure Kur Datum: 23.1. 24.1. 23.1. 24. 1. Datum: 23 1. 24. 1. 23.1. 24 1. Datum: 23.1. 24.1. 23.1. | 24. 1. *1« Dt- Reichsanlelhe o. 1927 Ti Hnl Ablos Schuld mit _ 87,5 — S-E G- . ......7 172 171 171.75 171,75 Pbtllpp Holzmann . Heidelberger Cement . Eemenl Karlstadt. . . . 12 146.5 — 145,5 143.5 Bergmann ........8 190 190 190,9 191 . 8 140 141 — — AuSlos -Rechten — 52,2 52,25 52,4 Elektr. Lieferungen . . . lo - 178 . .8 — — Dcsal. ohne Äuslos.-Rechten T'/o Franks Hnv.-Bk. Gowvs unkündbar bis 1932 . . 17 17 17 17 Licht und Ärait .....10 Felten & Guilleaume ... .6 Ges r. Elektr Untern . . 10 225 224.75 226,4 225,5 Wayß & Freitag . . 10 139 1 — —— 93 5 124 — 124 5 123,75 SchultdetS Payenhoker . 15 — — 405 403 — * — 276,5 276,5 276,75 278.25 Ostwerke..... 352 351.5 <*/,% Rheinische Svv -Bank ßtqu -Goldps 83.25 — Hamb Elektr Werke . . 10 Rhein. Elektr.......8 — 150.25 151.5 150 8er. Glanzstoff .... Bem berg ...... . . 15 ■ ■ 8 — 578 451 578 445 AEG abg BorkriegS-Ob- SS,les. Elektr. ...... io Schucken .......7 — — 195 199 Zellstoff" Waldbof. . Zellstoff Aschaffenburg Eharlottenburger Waffe • - 12 259 256 258.5 257.5 ligationen, rückzablbar 1932 85 — — — 191 189,75 191 190,25 . 10 180 180 179 i’/o Schwei;. Bundesb.°AnI. 95,75 _ — Siemens & HalSke . ... 16 — 294 294,5 294 r 7 — 127,25 — 4°/0 Oefterrlchische Goldrte — —- _ Transradio _. ....... 8 — — 136,5 135 5 Tcffancr GaS . . 8 — 180.65 181.5 _ — 4,2 Labmever L Co.......9 169 —— 169.25 171,4 Daimler Motoren. . . . . 0 88 87 88.5 — 4% Oesterreich cinheitl. Rte — — — BuvernS ......0 103,9 102.75 104 103,5 Demag .... Adlerwerke Kleve». . . . . 0 68 67,25 4°/0 Ungarische Goldrte 25,5 — 25.5 — Deutsche Erdöl ..... .6 135,75 134.75 135 134,75 . . v 89 — 89 — <°/o Ungarische Staoisr v 1910 —■ — — Essener Sieinkohle ... .8 — — 150,5 151 rwdw- Notice . • . . . ir _ — 271,5 — deögl von 1913 — — — — Gelsenkirchener . f. •/, I 4 140 141 141.5 142 _ _ 99.25 — 4% Ungarische Kronenrke . <°/, Türk. Zollanleihe v 1911 4°/0 Türk Bagdadbahn-Anl Serie I. 1,65 13,15 14,25 13,2 1,6 13,25 14.25 1,7 13.3 Harpenn ...... 8 Hocsch Eisen ....... .5 Ilse Bergbau ....... .8 Klöcknerwerke ....... .5 193.25 127 193.5 126,25 194,25 147,25 234.5 127,25 191 147,5 237 126,5 Orenstein 4 Koppel . • Linke Hofmann . . Leonhard Tiey . . Bamaa-Megum . . * • Franks Maschlnm » • Grivner • • • Hevliaenstaedt . ..» JungbanS uh Lechwerte . • « • • Mainkrastwerke . . . . Miag .»»»» » 4 . . 0 . . 6 Illi Illi 136.75 201 29,25 136 200,25 4°/o dcsgl. Serk !I 4° 0 Rumänen converl Rte 13 25 5,55 _ 13,25 — Köln-Neuessen ......61/, '.biannesmann .f. ’/« 9 4 155 154,25 147.5 154,5 147 75 154,5 .; o — — 75 135 4Rumänen Goldanl. ManS'clder..... 7 1-1 — 120.5 voll 1913 16,75 — 16,75 — Oberschles Elsenb. Bedarf 0 Lbcrschlcs Kokswerke . 0 Pdönir Bergbau f */i 9 3 Rheinische Braunkohlen io 103 103,5 101,2a 104,25 89.25 89.9 90 — Lüg Deutsche Eisenbahn 4'/-, Hamburg-Amerika Palet. . 6 Hamb -Südam Dampssch 8 149 147,65 149 214.75 1 11 104,75 243 105 242 99 25 104 243.5 98.13 105.5 242 1 . 8 . . 8 . . 10 125 120 141 11 1 1 141 1 1 1 Hansa Dampfschiff 6 Norddeutscher Lloyd 6 Vllg. Deutsche Ereduanst 10 154 152,5 211,5 153.25 147 153,25 146.5 Rheinstahl o Riebeck Montan .....6 Bereinigte Stahlw- f. */t 9 3 Olavi 'Ditneii 1 sh Kali AschcrSleben • lo KallWesteregelo . . 10 Kaliwerk ©aUbetfnrtb 12 176,5 107.5 175.25 107.75 176,25 151 107 5 176 107,5 Nekarlulmer . . . . , . SeterS Union < . . • • Gebr. Roeder » . . » . 8 . . 8 . . 10 114 145 5 1 1 I 101 114 1 1 1 Barm r Bankverein 10 150 5 — 150.75 151,25 42,4 42,25 42,75 Böig, 4 Haeffner . . . , 6 178 — 180 171.4 Berliner HandelSaeselllch. 12 Commerz, und Privat-Bk. 11 Tarmst. u Nationaldank 12 178 ?41 177,5 269,9 177 240 270.75 177,5 240 '18L5 255,5 1 1 1 1<8.5 187,5 255.25 178.5 187,5 255,75 Küdd Zucker ... . 0 Ban 145 hioten. — 144,9 Deutsche Bank 10 167 —— 166.5 167.5 9 G Farven-Industrie 10 .'68,5 267.5 268 267 Diskonto-Gesellschaft Lnt 10 Dresdner Bank . 10 160,5 161,5 161 160 160.5 Dvnaurit Nobel.....0 — 130.5 131.5 Berlin. 2.3 Jan. | Geld Briei 160,<5 161 Scheid anstatt ...... .8 197 197 — _ Amerikanische Raren. 1 4,176 4,196 Mitteldeutsche Lreditbank 9 —— — — । 220 «Goldschmidt .... .5 117 — 116 _ Belgische Nöten . . . Dänische Noten . . . Englische Noten . .. » 58,28 Metallbank...... .8 Meichsbank ..... 1» 131,5 193,75 132 193.5 194 Rütgerswerke ........ 0 Melallgeiellichast.....10 96.25 96 96,75 96,75 • 1 I 112,03 1 20,412 11 2,47 • • • ZU.18^ 23. Jan. 24 Jan. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Amst^Rott. 169,19 169,53 169,12 169,46 Buen.-AireS 1,792 1,796 1,791 1,795 Brff^Antw 58,415 58,435 58,38 58,50 Ehrifttania 111,59 111,81 111,51 111,73 Kopenhagen 112,28 112,50 112,24 112,46 Stockholm . 112,51 112,73 112,48 112,70 Helüugfors. Italien. . . London. . . 10,555 22,185 10,575 22,225 10,55 22,20 10,57 22,24 20,437 20,477 20,43 20,47 Neoyork . . 4,1035 4,2015 1,1905 4,1985 PariS.... Schweiz .. 16,475 16,515 16,47 16,51 80,74 80,90 80,715 ,0,875 Spanien . 71,53 71.67 71.18 71,32 Japan . . . Rio de Jan. 1,965 1,969 1,967 1,971 0,505 0,507 0.5045 0,5065 Wien io D-° Lest, adgest 59,68 59,20 12,441 59,065 59,185 Prag . 12,421 12,421 12,441 Belgrad 7,379 7,393 7.378 7,392 Budapest. . 73,28 73,42 73,28 73,42 Bul arten 3,027 3,033 3,030 3,036 Lissabon 20,43 20,47 20,43 20.47 Danzig. Konstantin. 81,72 81.88 81,63 81,84 2,161 2,165 2,157 2,161 Alben 5,564 5,576 5,594 5,606 Eanada 4,183 4.191 4,182 4.190 Lira oav 4,276 4.284 4,266 4,274 E-trv 20.962 21 002 20.953 20.993 «a £5E = 3 _5 =a! c KOk ° M %,C3 SS -L= |M$: w Im »Aar x 'S * 5 -E esgSü