Nr. 198 Lrfte; Statt 178. Jahrgang Donnerstag. 23. August 1928 SoeUAfl» nab FEwz». BdUf«: SaflitlimbUttu hn Blü» CH» Scholl«. B*eew8eii|i»ttu. 2 Kelch» »arli enb 20 SUi^pfrenig ftr Träger, lohn cud) bei Richter- et in t n «4 n $ einer Tiu rnr-it rn feig« höherer (BcwalL Fer»spr«cha>schl-sse: 61. 54 nab HZ Lnschrrst fix Drahtnach- richten Anzeiger Gietze». po»sche«o,to: Iraikfirl am Main 11CM. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn»S und Verla-: vrühl'sche Universittttr-Vuch' unö SteintnKferel L Lange In Sießea. Schrtftlettnng und Seschöftzstelle: 5chalftraßc 7. leieret von Anzeigen ftr bif Togeenummer bis Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm HShe ftr '.Inzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, ausirint 10 Neichspsenmg- für Re- klamean,eigen von 70 mm Brette 35 Rctchspsennig, Platzoorschtist 20*, mehr. tH)efrebaklrur: Dr. Fnedr. TD üb. Lange. Deranlwörtlich lür Dolihk Dr. Fr. TDifi). Lange: für Feuilleton Dr. H.THyrlot. für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den Anzeigenteil Jturl Tillmann, sämtlich in Dietzen. Frankreichs neuer Etat. Haushaltspläne verdienen immer die größte Beachtung, nm so mehr, al- genaue Äenner der einzelnen (Xtattpofi turnen zwischen den öetlen der Zahlenreihen ganz genau herau-lesen nmneii. Wie der Wind weht. d H. wa- der betreffende Staat im kommenden Hau-haft-jahrr für Absichten hegt Während nun Deutschland leinen jeweiligen Dtattvoranschlag der Oessentlichkeit immer au Weihnachten kredenzt, fällt die Ber- öslentlichung des französischen Hau - - daltsplaneS in jedem »Jahre in den Monat August und siel in den letzten Jahren dazu noch zumeist mit dem Geburt-tage de- fron- zSsischen Ministerpräsidenten zusammen. Pvin- carös neuer Stak ist nun in vieler Hinsicht interessant. Aus der einen Seite verrät er. bah ursprünglich 6 Milliarden Mehrfvrderungen bestanden hätten, die der sranzösische Ministerpräsident in der Ruhe seine- SvmmerausenthaltcS in Lampignv um 5 Milliarden wiederum gekürzt hätte Dabch ball es Pvincare für notwendig, daran« hinzuweisen bah in dieser Hinsicht der ursprünglich von dem Ariegt-, Marine- u n b K v l o n i a l m i n i st e r i u m angelorderte Betrag d e Zifser de- Vorjahre- um reichlich vier Milliarden überschritten hätte, die er aus ®runb der Kürzungen de- Finanzministerium- an diesem ötat auf eine Milliarde reduzieren konnte. Für den eiligen fielet klingt da- natürlich außerordentlich verlockend, wobei er vor allem leicht geneigt sein könnte, diele Maßnahme al- eine Geste der Abrüstung anzu- sehen <3inc Geste die in mancher Hinsicht auch mit der bevorstehenden Unterzeichnung des Stcl- loggpatte- in Zusammenhang gebracht werden kann, denn schon die Mitteilung, daß sich der französische Ärieg*nüniftcr Pain 1 evö entschlossen habe, den so döse klingenden Hamen feine- Ministerium dahingehend abzuändern, bah da-selbe fortan nur noch Armeeministerium heißen soll, soll ja als eine solche Huldigung der Kriog-ächtung gelten 3m Grunde genommen handelt es «ich aber bei der Erhöhung der Militärausgaben um 1 Milliarde ganz einfach um eine R u st u n g s m a ß n a ß m c Da» sagt ja schon die Begründung, die Poincarö «einem Hau-halt-vvranschlag gift Man gebt sicher nicht in der Annahme fehl, wenn man behauptet. baft ein großer Teil dieser Heuanforbe- rungtn für die Desensivvrganisation verwand! werden soll Denn schon der gestrige Arttkel des .Gcho deS Pari-" zeigt, daß man e- drüben in Frankreich recht ernst mit dem Ausbau nimmt, wobei man sich sogar so sehr versteift, die Aheinlandräumung von dem Ausbau dieser Definsivorganisation abhängig zu machen Vielleicht hat auch Frankreich auf Grund des MarineabkornmenS mit önglanb in seiner Heete-or,Ionisation eine freiere Hand bekommen. Der zweite interessante Punkt in dem neuen französischen Budget ist die Tatsache, dah Frankreich diesmal zum erstenmal seine Dawe-einkünste mit einer Milliarde Papiermark IS) Millionen Reich-mark auf der Kreditseite figuriert. Dies wird besonder- unter strichen. und Poincarö sieht «ich veranlaßt au erklären, daß er sich nicht ohne einiges Zögern zu btek-r Maßnahme entschlofsen habe 3m übrigen beschäftigt sich der Voranschlag mit den Annuitäten des Dawesplanes, die ja in diesem 3abrc zum erstenmal in normaler Höhe eingehen. Ernste Mahnung an die Ministerien, leichte Beruhigung für die Bevölkerung und schließlich ein kleines Zuckerbrot in der Erhöhung des steuerfreien Einkommens das ist die Form, in der Poincara seiner Bevölkerung sein Geburtstagsgeschenk überreicht Man must natürlich noch abtoarlen, bis der Statsvoranschlag im einzelnen bekannt wird, ehe man den neuen französischen Haushaltsplan in seinen Einzelheiten beurteilen kann. Die deutsche Soziallast. Eigene Drahtmeldung des „®iefjcnec Anzeigers". Berlin, 23. Aug. Die Vachkriegczett hat in Deutschland eine wesentlich« Steigerung der sozialen Belastung gebracht Davorliegende amtliche Material zeigt, dast der größte Anteil der deutschen Soziallast mit 1.4 Milliarden Mark im Jahre 1025 auf Ära nfen» Versicherung entfällt, während für die 3 n - validenverficherung nur rund 0ch Mil- lurrde aufgebracht wird Es folgt bann die An - gestelltenverficherung die im gleichen Jahr 185,8 Millionen Mark beträgt und die sich jetzt noch um weitere 40 bis 50 Millionen erhöhen wird. Auch die Unfallversicherung verschlingt immerhin rund 237 Millionen Mark. Inzwischen ist aber noch eine weitere Steigerung der gesamten Soziallast. die ^>25 nach den amt- Heben Ziffern rund 2,5 Milliarden Mark aus- machte, eingetreten, so dah man jetzt mit einer jä^r Häfen Belastung von über drei M i Hia r d e n Mark rechnen muh. Zu diesen Summen, die von Arbeitgebern und Arbeik- nehmem aufgebracht werden, kommt dann noch duröfsentlicheSoziallastausAeichs- zuschuffen. die nn Jahre 1913 nur 60ch Mll- [tonen Mari für den Aeichset^t ausmachte in* Mifch-n aber auf das Zehnfach« gestiegen ist. Bet Smrechimng dieser öffentlichen Soziallast wird man für das 3atzr 1927 als soziale Gesamtaufwendung immerhin einen Betrag annehmen müssen, der annähernd vier Milliarden Mark beträgt ileber die Verteilung der Soziallast auf Arbeitgeber und Ar- Das Reichskabinett geschlossen hinter Etresemann. Keinerlei weitere deutsche Gegenleistungen für die Vheinlandräumung. Die Franzosen sangen an, sich mit dem Gedanken tmer Zusammenkunft ihres Ministerpräsidenten Poincars mit dem Reichsaußenminifter Dr. 6trefemann vertraut zu machen. Sie haben allmählich eingejehen, daß sich diese beiden Herren auf der Außenministerzusammentunst anläßlich der Unterzeichnung des Kellogg Paktes nicht dauernd au» dem Wege gehen, ober sich nur über belanglose Fragen unterhalten können. Früher oder spater wird da» Gesprächsthema doch einmal zur Rhein- I a n b f r a g e hinuberwechseln unb ben Ministerpräsidenten vor die Ausgabe stellen, dem deutschen Außenminister über seine Absichten und Pläne reinen Wein einzuschenken Damit nun Poincar« nicht etwa auf den Gedanken kommt, den tatsächlichen Machtverhällnissen Rechnung zu tragen und irgendwelche Zugeständnisse zu machen, die für die trotz der fchweren Bewaffnung Frankreich» nach wie vor äußerst ängstlichen Chauvinisten unerträglich scheinen kannten, wird bereits versucht, den Preis genau zu umreißen, den Deutsch- l o n d für eine eventuelle frühere Räumung des Rheinlande» zahlen mußte, wobei jedoch nicht vergessen wird, hinzuzufiigen, daß Deutschland erst einmal kommen und feine Vorschläge unterbreiten möge. Wir glauben, daß, wenn es dem Außenminister gelingt, Räumungsverhandlungeii in Fluß zu bringen, er mit feinen Vorschlägen nicht hinter dem Merg halten wird. Wie sie ungefähr aussehen müssen, dürste in Paris nicht ganz unbekannt sein, nachdem sich unser Botschafter v. H v e s ch gerade in den letzten Wochen sehr eingehend mit den maßgebenden Persönlichkeiten der sranzösischen Regierung über diese» Thema unterhalten hat. Nie- ni a I s werden sie sich aber in jenen Bahnen be- roeaen, die verschiedene Panier Zeitungen dem Auftemninister brüte schon vorschreiben mochten, als da sind: Verzicht aus den Anschluß Oesterreichs an das Reich, internationale Kontrolle des Rheinlande» und Erfüllung der Wunsche Polens auf Garantierung der gegenwärtigen deutsch polnischen Grenze. Wir sind bereit, im Rahmen von Rnumungsver- Handlungen über die Wünsche Frankreichs mit nn< reden zu lassen, niemals jedoch üb r For - berungen, bie über ben Versailler Vertrag hinausgehen. Auch Teillösungen scheiden van vornherein aus, da ohnehin bie [Räumung ber zweiten Zone vor der Tür steht. Dr. Stresemann» Aufgabe in Paris wirb gewiß nicht leicht sein, sofern sich Poincars bereit findet, sich mit unserem Außenminister an einen Tisch zu setzen unb ernsthaft biejenigen Probleme einer Diskussion zu unterwerfen, bie bas deutsch-französische Verhältnis belasten unb, nachbem wir ben Versailler Vertrag in allen seinen Punkten unb sogar darüber hinaus erfüllt haben, seit langem eine Lösung erheischen. Die gestrige Kabinetissihung. Berlin. 22. August. (WB.) 3n der heutigen, unter Vorsitz de» Reichskanzler» abgehaltenen ftablnell»Hhung gaben Rcichsaußonminlstcr Dr. Stresemann unb Staatssekretär o. S ch u - b e r t einen Ueberblid über die außenpolitische tage und über die Probleme, die In der bevorstehenden Völkerbundstagung zur Erörterung stehen. An die erwähnten Darlegungen schloß sich eine eingehende Aussprache, welche die völlige Einmütigkeit de» Kabinetts über die Behandlung der aktuellen außenpolitischen Aragen ergab. Die weiteren Verhandlungen de» Kabinett» galten der Krisenfürsorge. Das Kabinett beschloß. von einer Zwischenlösung abzusehen und die Verlängerung ber Unterftützungs- dauer auf 39 Wochen, die der Reichstag vor seinem Auseinandergehen gewünscht hatte, mit Wirkung vom 17. September b. 3. in Kraft zu sehen. Ein bcmcrfcnemerfcr Kommentar. Berlin, 22. Aug. iPrivannformation des WTB.) Aach bet heutigen Kabinettsfitzurig wird in Berliner politischen Kreisen zur außenpolitischen Lage darauf hingewrefc". daß dre Unterzeichnung be* Kellogg-Pakte» für uns in erster Linie eine Angelegenheit nicht der beitnehmer liegen keine amtlichen Ziffern vor, doch bezahlen bei der Krankenversicherung die Arbeitnehmer zwei Drittel des Beitrage», so daß allein aus ihrem Aufkommen drei Fünftel der ganzen deutschen privaten Soziallast von den Arbeitnehmern getragen werden. Rücktritt der Thüringer Regierung. Weimar. 22. Aug (WTB.) Die thüringische Regierung ist in ihrer Gesamtheit jurüdgelrcten und hat dem Präsidenten des Landtages davon Kenntnis gegeben. Staatsrat Glöckner (Sonneberg) stellte heule dem Präsidenten des Landtages leinen Poften als Staatsrat zur Verfügung. Sr ctflärte. daß er damit der au« dem Demokratischen Parteitag in Weimar von seiner Partei gegebenen Anregung Rechnung getragen habe. deutsch-französischen, sondern der deutschamerikanischen Politik ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Reise Dr. Stresemann- nach Pari- zu betrachten. Natürlich ist zu erwarten, daß der Ausenthalt Dr. 6 1 rc lern a n n 6 in der französischen Hauptstadt auch Gelegenheit zu Konversationen über bie Fragen bieten wird, an denen w i r ein besondere- Interesse haben So wird der deutsche Außenminister gewiß auch zum ersten Male mit Poincarö Fühlung nehmen. Diesen Unterhaltungen ist aber keine Bedeutung beizumessen, alS ob sie irgend welche greifbaren Ergebnisse zeitigen könnten. Dagegen wird die bevorstehende Tagung des Völkerbünde- rm Anschluß an die Pariser Zusammenkunft voraussrchtl'ch in der üblichen Weise von Besprechungen der Außenminister begleitet sein, und es ist anzunehmen. daß dabei auch die aktuellen Fragen der deutsch-französischen Politik eingehender besprochen werden, darunter natürlich in erster Linie da- Problem der Rheinlanb- r ä u m u n g. Was diele letzte Frage anlangt, so dürften für bie deutsche Außenpolitik zwei Gesichtspunkte maßgebend sein, einmal bie Notwendigkeit einer Gesamtlösung, die beide Zonen betrifft, und zum anderen, daß für uns irgendwelche politische Gegenleistungen nicht in Frage lommen. Diese Gesichtspunkte entsprechen der Linie, die die Außenpolitik seit Locarno immer verfolgt hat. Richt fünf Minuten! Berlin. 22. August. (prio.-IcL de» WIB.) Zu ber Meldung de» „Daily Telegraph“, wonach Frankreich unb Belgien für bie Räumung ber brüten Zone bie permanente internationale Kontrolle Im Rheinland. Mobilisierung eine» erheblichen Teile» der Dawes- Bonds, ein Ostlocarno zwischen Deutschland unb polen, einen erneuten Verzicht auf den Anschluß und Einlösung der von der deutschen Regierung in Belgien ausgegebenen Franken fordern werde, schreibt die „R a 11 o n a 11 i b c - rate Korrespondenz“, die Dr. Stresemann nahestehl: „Wir hallen diese Meldung für ersunben, weil man an allen maßgebenden Stellen Belgiens und Frankreich» genau weiß, daß sich In Deutschland keine Regierung finden würde, bie bereit wäre, auf einer derartigen Basis auch nur z u diskutieren: nicht fünf Minuten!“ Erweiterung der britischen Nesahungszone London, 23. Aug. (WIB. Funkspruch.) Line Reutermelbuug au» Koblenz besagt, daß die britische B e sa tz u n g » z o n e a u » g e d e h n I werden wird und daß in einigen lagen die Franzosen den Engländern ein große» Stück Land u m Erben heim bei Wiesbaden herum überweisen werden, wo gegenwärtig ein Flugplatz im Bau ist. Die Grenze des britischen Besatzungsge- biete» werde in südwe st sicher Richtung um ungefähr drei englische Meilen ausgedehnt werden. Fährt Stresemann nach Gens? Berlin, 23. Aug. (XU.) Laut _B.T.- wird heute vormittag bei Dr. Stresemann eine ärztliche Beratung ftattfinben. in deren Verlaus festgestellt werden soll, wie weit der Reichsauyenminister sich in diesem Augenblick. nach Beendigung der für jeden Rekonvaleszenten anstrengenden Karlsbader Kur, noch eine gewisse Schonung auserlegen muh. Es handelt sich bei der ärztlichen Beratung keineswegs darum, noch zu entscheiden, ob Dr. Stresemann bie Teile nach Paris unternehmen soll. Dir«e Reise ist beschlossene Sache, und Dr. Stresemann hat in Pari- nur wissen lassen, mit Rücklicht auf seine Rekonvaleszenz von einigen an- «trengenden Veranstaltungen abzulehen. die zu seinen Ehren geplant waren. So dürfte bet der Weimar. 23. Aug. (XU.) Der Rück- tritksbelchluh des Kabinett- hat hier als Entspannung gewirkt. Da- bisherige Kabinett wird als geschäft-führendes Ministerium ohne Verantwortung ’olange im Amt bleiben, bi- ein neues Kabinett geblldet worden ist. Die Znitia tive zur Regierungsbildung werden die Parteien ergreifen müssen, die bisher an der Koalition nicht beteiligt waren. Die demokratischen Minister und der Panzerkreuzer. Berlins 23. Aug. ar!amenfarif6en Union 1 icn Hilf» eilten, wurden ebenfalls g c Die Wetterlage. Oie englische Regierung schweigt. t>em gestellt sehen. Stell« die nut tM«t. Aus öfter Welt. Otconjluq vou Rlftiq und .Zimmermann? 'Jlarf) bisher unverbürgten Berichten beabsichtigen bi< beiden Innker-slieger 91 i ft t c 5 und 3 i ni m ermann, die kürzlich mit einer Junker»- maj.tiine d.-n Weltrekord im Dauerslug ausgestellt haben, mit einem gleichen Typ. mit dem Hauptmann stähl seinen Ozeanslug ausführte, einen fr 111 g n a rt) Amerika zu unternehmeu. tzungen zu. Das Nach- crmeisters o d) ö h wurde lUftönbig Wie ou» Moosbach (Vbervfalz) gemeldet wird, brach in der Scheune des Drechslermeisters ®all aus bisher unbekannter Ursache ß c u e r aus, das sich mit rasender Schnelligkeit über das ganze Anwesen verbreitete. Die Ibsährlge Tochter des Gall erstickte im Rauch und konnte nur als Leiche geborgen werden. Ein etwa dreijähriges Äind de» Gall erlitt schwere Brandwunden. Frau Gall zog sich beim Abspringen aus dem oberen Fenster schwere Berletzu na e n zu. Das Nach- baranwesen des Schuhmachermei,.. ebenfalls von den Flammen erfaßt und vollständig der Leitung getroffen wurden, waren auf bet * " tot. Zwei weitere Personen. Svwjetruhland wieder im Schmollwinkel. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers'. Berlin, 23. Aug. Roch im Laufe der letzten Woche schien es. al» ob Sowjet-Rußland in letzter stunde oersuchen würde, in di» Liste der Unterzeichner bei Kellogg-Paktes hercinzukommen. Dieser Versuch oder Absicht war aber, auch wemi sie wirklich ernst gemeint sein sollte, trab zumindest zweifelhaft erscheint, von vornherein ziemlich aussichtslos Ei bleibt allo den Russen nur die Möglichkrsi offen, nachträglich den Pakt zu unterzeichnen. Wie man aber in gut unterrichteten Streifen dort, scheint man in Moskau überhaupt von einer Unterzeichnung des An ti krieg Spaltes abfeben zu wollen. Schon jetzt wird die Parkte auö^e- gebcn daß der Kellogg Pakt etne Ange legenheil der fa pi t a l i ft > f chc n Machte fet und sich sogar gegen Rußland richte. Mit diesen Parolen scheint man in Moskau die Richtunterzeichnung des Paktes vorbereiten zu wollen. Zweifellos spielt dabei auch für die Moskowiter die Frage des P r e - stiaeS eine große Rolle: man mag sich als nachträglicher Unterzeichn-er nicht auf eine Stufe etwa mit Spanien oder anderen kleineren Län- Den Regierungen in London und Parisist es fichtltzch unangeneh m, daß die interna t;t>» nale Deoatte über bat geheimnisvolle Flottenkonrpromih sich zu einer scharfen Ruse,nandersetzung mit den Amerikanern auszuwachsen droht, Insolgedesfen soll sich P v t n - t ar 6 den amerikanischen ©taatfcfefretarxc l- logg in der nächsten Woche einmal beiseite nehmen und ihm auseinandersetzen, daß dieses Äom- promiß eine gänzlich belanglose Angelegenheit ist, terrch die sich Amerika nicht beunruhrgi zu suhlen brauche. Enasische Marinesachtterständige werden an dieser Ünterhalwng teilnehmen und dem französischen Ministerpräsidenten Htlfost-l. lung leisten. Es soll aber nicht nur der omerrta- nische Staatssekretär bearbeitet werden, viel wichtiger ist eine Tinte rb in düng der Diskussion inderWeltpresse über die neue englisch-französische Politik. Die Regierungen tn London und Paris verfügen über einen so ausgezeichneten Propagandaapparat, daß es ihnen nicht schwer werden wird, einen guten Teil deS überraschend schnell empor geschossenen Mißtrauens wieder zu beseitigen. In Amerika durfte daS wohl kaum gelingen, da auch die Regierung In Washington weiß, tote sie sich zu verhalten hat, um bat Interesse der amerikanischen Oeffentlrch- keit an den Dingen, die sich in Europa vorbe- reiten und deren Spitze gegen Amerika gerichtet ist. wach zu halten Mag der .Tempo noch so sehr den Wert des Flottenabkommens verkl ei - nern. daß er am 3. August schrieb, ©nglanb habe dem französischen Alliierten das Recht zuerkannt, seine Flotte auf he n Stand der englischen zu bringen. schlagenen Verhandlungstermine a b l e h n t, findet in der Warschauer Presse eine sehr schlechte A u s n a h m e. Die offiziöse „E p 0 k a“ zieht aus der Note den Schluß, daß Woldemaras keine Verständigung mit Polen wolle und deshalb die Verhandlungen ewig verschleppe. Unter diesen Bedingungen müsse die polnische Regierung prüfen, ob die Fortsetzung direkter Verhandlungen mit Woldemaras überhaupt noch zweckmäßig sei. Das Pilsudskiblatt „Glos Prawdy" meint, Polen müsse vom V ö l k e r b u n b » r a t die Ergreifung praktischer Maßnahmen fordern, um Litauen zur Achtung der Empfehlungen des Völker- l'undes zu zwingen. Der die Regierung unterstützende „Expreß Poranny" ist ebenfalls der Auf- sassung, daß der Bälkerdundsrat zum Schutze des eigenen Anlehens Woldemaras bewegen müsse, seinem törichten Mampfe ein Ende zu machen. Reue Unkerschlagungen bei der Kreissparkasie Saarlouis. Saarlouis. 23. Aug. (WTV- Funkspruch.) Rachdem erft etwa vor einem Iahr bei bet Kre-ssparkaste SaarlouiS bw Unterschlagung einer großen Summe befanntgttoorben war, ist gestern wegen neuer Veruntreuungen an derselben Kasse der 23jährig« Svar- kalsenangeltellte Peter Fine feft genommen worden Genauer« Angaben lallen sich zur Zeit noch nicht machen, doch soll es sich um größere De trüge handeln. Schwere Gewitterschäden in Schleswig Holstein. *5:n am Dienstag über oerlchiedene Zette Schleswig-Holsteins medergegangervs auber- ordenrltch schweres Gewitter hat. Hamburger Meldung zufolge, berrächll chen Schaden anger chtet. In Kirchbarkau schlug der Dlitz in das Wohnhaus «mH 2anN Wirtes. Das Wohnhaus mit der gesamten Krnte wurde em Raub der Flammen. In Iütz- büttel im Dithmarschen wurde ein Pachthof vom Dlitz getroffen und mit der ganzen Heuernte erngeäschert. In Sarzbüttel fuhr der Dlitz in einen Birnbaum, unter dem Xmbcr Schutz gesucht hatten, unb -t Me te bte neunjährige Tochter des Landmanns 5t u e b I. Schwere Gewitter in Oderi lallen. Wahrend es in Rom feit dem 11. Ttai nicht mehr geregnet hat, und die Hitz« und Trockenhett auf da» höchste gestiegen ist, treffen au« Nord- Italien Bericht über heftige Gewitter ein. So tobte gestern inE 0 m 0, nach dem „Oior- nale d Italia", ein starkes Gewitter, da« die Straßen und die Bahnen überschwemmte. Auf der Strecke Mailand—domo ist der Eisenbahn- verkehr durch einen großen Erdrutsch u n - terbrochen worden In Florenz wurden von den heftigen Riederschlä^en viele Fensterscheiben zertrümmert und die Stuhle der Kaffeehäuser aus den Straßen durcheinander geworfen. Eine. Frau wurde verwundet. Troß des Gewitter« ist die Temperatur in Florenz jedoch kaum gesunken. Strandung eine« deutschen Dampfet«. Haiti, 23. Lug. (WTD. Funkspruch) Der deutsche Dampfer „Ä m a s s i a", der auf dem Wege von .Kingston, Jamaika nach Santiago de Euba war, lief bei der Einfahrt in den Hafen von Haiti auf eine Sandbank auf. Zur Erleichterung des Schiffes wird die Ladung teilweise entfernt. Erdbeben in persten. Teheran, 23. Aug. (WTB. Funkspruch) I» N i s h a p u r und S h i r m a n in der Provinz EHorasan Hal sich gestern abend 11 Uhr ein schwere» Erdbeben ereignet. In Nishaour wurden zehn Personen getötet, einige Häuser wurden beschädigt. Fünf Petfonen durch Starkstrom getötet Aus Phönix (Arizona) wird gemeldete Durch Sturm wurde in der vergangenen Rächt eine elektrische Hochspannungsleitung heruntergerissen. Drei Personen, die von Berlin. 22. August. (WB.) Der Neigen der I mit der 2 5. 9nterparlamentar Ifd) en Konferenz in Verbindung stehenden Festlichkeiten wurde am Mittwochabend eröffnet durch einen Empfang, den die deutsche (Br u p p e der Inter parlament arischen Union den auslandstchen Gasten in den festlich geschmückten Räumen des Reichstages bereitete. Erschienen waren Reichskanzler Hermann Müller, die Reichsminister v. Gusrard und Dietrich, denen spater noch weitere Minister folgten. Weiter bemerkte man die Staatssekretäre Sautter und Zweige r, den Reichspressechef Dr. Zechlin und als Vertreter der Stadt Berlin Oberbürgermeister Dr. B ö ß. Die Parteien des Reichstage« mit Ausnahme der Kommunisten und Nationalsozialisten waren durch zahlreiche Abgeordnete vertreten. Fast vollzählig waren hie Mitglieder der ausländischen Gruppen erschienen. Diele mit ihren Damen. Von Gruppenführern eien erwähnt. Senator Edge (Vereinigte Staaten), Dr. Drexel (Oesterreich), La Fontaine (Belgien), Nikisorosf (Bulgarien), Minister des Aeußeren Dr. Moltesen (Dänemark», Stebenfreund (Danzig), Quissi Wassef Bey (Aegypten), Dr. Merlin (Frank- reich», Albert Berzeviczy (Ungarn». O'Farell (Ir- land), di Stefani-Reapolitani (Italien), Sanstaka Ilahijo (Japan), Minister Dr. Heemslerk (Holland), Dembinski (Polen), Djuoara (Rumänien), Iooa- nowitsch (Jugoslawien), Hallin (Schweden), Dr. Stuber (Schweiz), Dr. Brabec (Tschechoslowakei) und der deutsche Vertreter beim Informat ions- bureau des Völkerbundes, Dr. Beer: ferner der (Beneralfetretär der Interparlamentarischen Union, Dr. Lange (Norwegen), und der derzeitige Generalsekretär der Interparlamentarischen Union Dr. Boissier (Schweiz). ^eichsiagSpräsidettt Loebe begrüßte bic zahlreichen Gäste mit folgender Ansprache: Es gereicht mir zur besonderen Freude und Ehre. Sie namens der Interparlamentarischen Union und als Hausherr in Deutschland, in Berlin unb in diesem Hause der deutschen Volksvertreter herzlich zu begrüßen. Wir danken besonders den verehrten Abgeordneten au» den fremden Ländern daß sie unfern Rufe, di« IubiILumskonferenz in unserer Hauptstadt abzuhalten, so zahlreich und auS allen Teilen der Srde gefolgt sind. Diele hochverehrte Mitarbeiter und Mitkämpfer seh« ich in deren Kreis. Es drängte mich wohl, sie einzeln zu benennen I und zu begrüßen, aber ihre große Zahl verbietet mir das. So darf ich mich deshalb darauf beschränken. besonders die Veteranen unserer De- toegung, Herrn Senator L a Fontaine und Herrn D a r t h 0 l d t aus Rord-Amerika, unseren langjährigen Mitarbeiter Stefani-Reapolitani aus Italien, Herrn Derzeviczy aus Ungarn, sowie Herrn Senator Dandurant aus Kanada, der den weiten Weg niemals scheut, an unseren Beratungen teilzunehmen, zu begrüßen. In diesen wenigen Hamen, meine Damen und Herren, fühlen Sie sich all« begrüßt, die Rach- barn von rechts und links, unsere französischen Freunde unter Führung des Herrn Senators Merlin, und unsere polnischen Freunde unter Führung des Herrn Dembinski Die Mrbdten, die vor un» liegen, werden getragen sein von dem Geiste des guten willens, den von un» vertretenen Völkern zu dienen und sie vor der Geißel des Kriege« zu bewahren. den Stand der englischen au bring; ist noch nicht vergessen. Auch der Pellt Pansi deutet an, daß teabsichtigt fei. Frankreich zu einer Seemacht ersten Ranges zu machen, was übrigens daraus hervorgeht, daß in den letzten Iabrcn nicht weniger als 120 Einheiten auf Stapel gelegt worden sind, von denen bereite 60 Kriegsschiffe an den jüngsten Marönemanovern teilnehmen konnten. Im neuen französischen Haushaltsplan, der soeben veröffentlicht wurde, ist der Marineetat um eine Milliarde erhöht worden, die restlos Neubauten zugute kommen soll. Es ist gewiß für die Engländer gefährlich, das französische Ru- stungSsieber ungch.rmpft zu lassen. Aber England braucht zunächst einen Dundesgenossen zur See. der bereit ist, seine Flotte restlos in den Dienst der englischen Sache zu stellen. Selbstverstcmdlich nicht ohne Gegenleistung, tote der frühere Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt. 3aques Setzdouk. kürzlich ausdrücklich fefrftedte. Auf Grund ausgezeichneter Informationen eiUärte er, daß England die Herrschaft über die Meere haben, aber Frankreich das zweite Kolonialreich der Welt werden nmsse. Unfl ar ist allerdings, tote sich Frankreich die Ver- toi rflÜbung der Kolonialpläne denkt. Sollte man sich mit der Absicht tragen, seinen Landhun- gcr auf Kosten Amerika« zu befriedigen? Monate hlnaus die Operationen der deutschen Truppen praktisch unmöglich gemacht werden^ die den Rhein überschreiten und die Richtung nach 0 französischen Grenze einschlagen sollen. Das englisch-französische Jloiienabkommen Die Dorbereltungen sind bereit« so weit gediehen, daß am Ende der Woche mit einem Start nach Irland, von wo der Flug ausgehen soll, gerechnet werden kann. Die beiden Flieger haben bereits in diesen Tagen bei den zuständigen Behörden die notwendigen Unterlagen erhalten und insbesondere auch die Pässe besorgt, da sie sich, falls der fnug glücken sollte, längere Zeit in Amerika aufzuhalten gedenken. Lin riesiger Halbedelstein. Bei der Firma Rudolf Leyser in Oberstein (Rahe) ist ein brasilianischer Amethyst von ganz besonderen Ausmaßen zur '.Bearbeitung eingetroffen. Es Han- beit sich um den größten Halbedelstein, der jemals der Oberstein-Zdaer Industrie zuaeleitct wurde. Der Kristall hat ein Gewicht von W Kilogramm, ist 63 Zentimeter hoch, 52 Zentimeter breit und 30 Zentimeter dick. Schweres Vrandunglück. eingeäschert. Lin Sul«l)os durch Dranbftiffuna vernichtet. In Bernterode bei Staffel stand gestern morgen gegen 4 Uhr plötzlich die Scheune des Gutshoss der Witwe Joses Fick in Flammen. Die Besitzerin versuchte, den Brand zu bekampsen und erlitt dabei schwere Brandwunden. Das ganze Gehöft wurde eingen|d)ert, das gesamte Inventar, Erntevorräte und.Kleinvieh wurden ein Raub der Flammen: nur das Großoieb konnte gerettet werden Die Feuer- wehren der Umgegend mußten sich darauf beschränken, den Brand von den Rachbarhäusern abzuhalten, was auch dank der in dem Bergdörfchen gelegten Wasserleitung gelang, tt* wird mit großer Wahr- scheinlichkeit angenommen, daß der Brandstifter ein vor acht Tagen von der Gutsbesitzerin entlassener Gutseleve ist, der gedroht hatte, den Gutshos an.zu- stecken. Man vermutet außerdem, daß auf sein Konto mehrere Diebstähle, die in den letzten Tagen begangen wurden, zu buchen sind. Bis jetzt fehlt von dem Brandstifter jede 6pur. Der stampf gegen den Cäre der Motorräder. Auf Veranlassung de» Berliner Polizeipräsidenten wurden gestern abend an seckzs verschiedenen Stellen Berlins an den Hauptausfallstraßen die strastradfahrer daraufhin kontrolliert, ob ihre Maschinen Lärm verursachten. Di« mit knotender Maschine ankommenden Fahrer rourben_ an« gehalten. Den Polizeibeamten deigeaebene Sachverständige entschieden ab ein Rad beschlagnahmt werden sollte oder weiterfahren durste. Eine groß« Anzahl Räder wurde den Fahrern abgenommen und wird aus dem Verkehrramt untersucht. Der gestrigen Kontrolle werden in den nächsten Tagen weitere Prüfungen folgen. 'L^ettervoraussage. In der Furche tiefen Drucke», di« sich vom Itian- lischen Ozean über die britischen Inseln nordostwärts nach Skandinavien und Finnland hin erstreckt, gewinnt das neue Fallgebiet weiter an Ausdehnung im nordeurooaischeit Bereich. Infolgedessen werden wärmere Luftmassen an der Südseite bei uns die Temperaturen — wenn auch nur vorübergehend — zum Steigen bringen. Weitere Rieder- schlage sind dabei zu erwarten. Aach SorüberAug der warmen Lustwelle folgen kühlere ozeanische Luftmassen, die im Laufe de« «amstags unruhiges Detter, begleitet von leichten Schauern und stellenweise Gewttter Hervorrufen werden. Voraussage für Freitag Zunächst wechselnd tooUNj. dann vorwiegend bedeckt, vorübergehend wärmer, zettweife Atederschläge. süd- toestliche Winde. Voraussage für Samstage Wechselnd wolkig mit Tiulbeitctung. allmählich etwas kühler. Regenschauer, zum Leit gewitterhastev Art, west- liche Wlndc Lufttemperaturen am 22. Atmust. mittag» 18,4 Grad Ifelfhi», abends 14,7 Grad Celsius, am 20. August- morgens 14,1 Grad Celsius Äarimuwi 18,5 Grad Celsius, Minimum 11,2 Grad Celfw«. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe an 22. August: abends 17,2 Grad Celsius, am 23. August: morgens 14,9 Grad Celsius. — Niederschlag 1 mm — sonnen- f(Weinbauer 6’1 Stunden. Für die Sicherung des Frieden« aber möchten mir nicht nur den guten Dillen, sondern jene praktische Institution vorbereiten, den Frie- denswillen zu einer gesetzmäßigen Organisation führen, die n-cht mehr zerbrochen werden kann. Am Anfang unserer Bewegung stehen unsere unvergeß- lichen Vorkämpfer Randale Cremer und Frede- ric P a s s y , die diese Garantie in den Schtedsver- trägen zwischen den Staaten sahen Dir schätzen und fördern diese Verträge heute noch an erster Stelle. Aber wir dehnen unsere Bemühungen aus auf die vielen anderen Gebiete des Zusammenlebens und der Verständigung der Volker, auf die Gesetze des Völkerrecht«, die Abrüstung, den wirtschasllichen Wiederaufbau, die Bekämpfung sozialer Rot. Einige dieser Fragen stehen auch auf der Tagesordnung der Berliner Konferenz, und mit dem Dank für Ihr Erscheinen verbind« ich den Wunsch, daß diese Beratungen den von uns vertretenen Volkern dienen mögen. Unsere hochwillkommenen Gäste aus allen frctifbcn Ländern werden jetzt von der unzwelselhaflen, tief wurzelnden Jrieöeneliebe de« deutschen Volkes sich überzeugen können. Im Geiste dieser Friedens- liebe rufe ich Ihnen zu: herzlich willkommen! Die Begrüßungsworte des Reichstagspräsidenten wurden mit herzlichem Beifall aufgenommen. In geselligem Meinungsaustausch vereinigten sich dann die Gaste aus den verschiedenen Rationen. - Jür besseren Minderheitenschutz. Berlin, 22. Aug. (WB.) lieber die Sitzuna der Kommission für Kolonial- und Minderheitenfragen der Interparlamentarischen Union wurde der amlliche Bericht in französisch» Sprache festgestellt, in dem es heißt: „Die Kommission beschloß, eine Unterkommission von fünf Mitgliedern einzusetzen mit dem Auftrage, etwaige Verbesserungen im Minderhel. tenoerfahren vor dem Dölkerbutd zu studieren. Bei dieser Gelegenheit erinnert die Kom Mission an die Resolutionen der Konferenzen von Wien, Kopenhagen, Washington-vttawa, welche eine ständige Minderheitenkommission beim Völkerbund Dorgefeben, und in denen die Interparlamentarische Union die Ausdehnung des Minderhei - tenschutzsnstems aus alle Staaten befürwortet harte. Die Kommission ersucht ferner bte Unterkommission, die Entwicklung des materiel- len Minderheitenrechtes nicht au» den Augen zu verlieren und bei ihren Arbeiten die m verschiedenen Staaten schon bestehenden kulturellen Garantien zu berücksichtigen." Ein Protest entifoszistischer Italiener. -Berlin, 22. Aug. (WV.) Sine Reihe ehemaliger italienischer Abgeordnet er, di« im Auslände leben, hat an die in Berlin tagende Interparlamentarische Union em Schreiben gerichtet, in dem diese Abgeordneten ausführlich chre Auffassung begründen, daß die Mitglieder des italienischen Parlamentes nicht alS Vertreter deS Volkes und einer die Regierung Italiens kontrollierenden Kammer arlzusehen seien, sondern alS „Agenten und Be- mrtte dieser selben Regierung". Die im Ausland« lebenden italienischen Abgeordneten bitten, ihre Protestkundgebung der Versammlung zur Kenntnis zu bringen. » 5 ’ .2, bcnOen Streitmacht erreicht worden le» totrh vor- t)Olnifu)5lnOUnd)Ctt ©tCHJC läufig amtlicherseits leine Stellung 0<’ V f ° noinmen. ..Svenmg Standard" weist Mittwoch- K 0 w n 0. 22. Auy. (WTV.) An der De m a r- abend daraus hin. daß ein weiteres SullschweiAeu kationslinie tm Grenzvezirk des KreiteS der Londoner Regierung nur ungünstige Folgen Trokiai feuerten am 20. OIu^Ü. einer Vlät- baben könne. Der augenblickliche Zustand der termeldung zufolge, p 0 l n i f che So l d ate n aus Vermutungen bilde nur die Vrutstätte für jede einem Versteck auf den lltauis chen Grenz- Art von Mißtrauen und Unsicherheit. Polizisten. Am Abend desselben Tages wurde Seine weiteren Mtteilnngen an Stmerilc. I Grenzposten beschossen? In der daraufsolgenden Washington. 22. Aug. (WTV.) Gegen- Rächt kam es sodann zu einem regelrechten über den heurigen Londoner Meldungen über an- Feuergefecht zwischen den polnischen und gebltche beruhigende titrflänmgen. die die briti- litauischen Grenzpolizisten. Die Polen übersche Regierung in Washington über fielen die lita uische Grenzwache, btc da» englisch-franzöl ische Mar ine ab- sich vor der polnischen lleberma^t wrui^ieben kommen abgegeben haben soll, wurde im mußte. Als am Morgen die litauische Grenz- Staatsdepartement festgestellt, daß die britische wache Verstärkungen erhalten hatte und toteber Regierung in den letzten Wochen keine toei- zur Demarkationslinie vordrang, hatten sich die ttre Mitteilung über diese» Thema an die Polen zurückgezogen. Vor ihrem Rückzug hatten amerikanische Botschaft in London, oder an daS sie «inen Greirzpfahl weit in das litauische Ge- Staatedepartement gerichtet habe. Rach Smpsang biet hineingerückt. Der Pfahl wurde an d,e ter britischen Rote, die cm Resümee des In- alte Stelle gebracht. halte» der englisch-französischen Verständigung rilO Völkerbund enthielt, habe die amerikanische Regierung in | XUOrfCPOU FUfi uc,n 'WlterPUiiv. London Ausklarung über gewisse untlare Punkte 1928, 1 ntn. wriw 3m arbei vv» Aoh 5t. c:nK !'g« Ai Ja« I für I für Ml - b Zut 2e M neu bet : straf' r.'.rh und zur perlt glcid rtri Da non Incra Itfll. rtn Mä rnfta fuhr Itärl toätrij lafcr tincri AM timen, -ÄT San«! ■W. btt v .. Ai 1 B 1 Le 5»/ l'p, *e njj All 30 H* 40: n 4532 NIVEA-SR Laden 6771A Geschäftseröffnung! 1* • kohlensanrer Kalk all. Up«-. Orte. u. ‘JJ 1414. In den ersten 10 Jahren »ollte Jede Mutt« ihr Kind nur milder reinen, milden ___ Unter 2lnn W^Ilelwerks dis zum Wall tot beendet, zur feit werben die R.-Hrgrä^ wleber mit Srde gefüllt. QorauFfichllich wird bw Ostanlage dis •.um ®nbe Meter Woche wieder instandgafeyt lein. Bornotizni. — lagesfalenber für Donnerstag. Lichtlk"elbau«, Bahnhofstraße: „21m Rüdesheimer Schloß steht eine fiinbt.' — Lstorta Lutztspirle: .stampf im Tale der Riefen'. Ich habe mich in GIESSEN als Qarten-Architekt dem Teilabschnitt des Bauprojekts die Rohr» herlegun^ in einigen Tagen beendet sein. 3u* gleich mit dem Herngasrohr nach CDiefed in rb auch tn der Marburger Straße ein neues Wasserleitungsrohr als Fortsetzung der von der Motttest raste und der Ostanlage her fTimcnbtn Jerstärkungsleitung mit verlegt. um d»e Wasserdruckverhältntsse in der oberen TUrbucger Straße unb in TDtdcd zu verbessern. ferner wirb von der Bückingstraße ab entlang der Marburger Straße bis zum Wu> fedec Weg unb in diesem selbst bk Gaszufuhr durch Oepuna eines weiteren Rohres verstärkt. Hnmtttewar anschließend an die Be- wältigung bidcA Bauabschnittes werden im Wielecker Weg |toei Rohrleitungen eingebracht, und zwar wird em Rohr als Berstärkunasleituna zur Sasabgade an die Anwohner deS Wtelecker Wegs bienen. während das andere die Hrrnga Steilung nach Wieseck barftellt, die vom Daswerk biS zur chemarkungsaoenze aelührt wird Die Rohrvev- egung m W i«seck selbst wird seitens der dortigen Gemeinde durchgeführt, die Arbeiten tollen Anfang nächster Woche m Angriff genommen werden. 3m Gießener Stadtgebiet werden die Srd- arbetten für dieses Das- und Wasserwerlprojett von der Sirma SV W. Rinn in Bisßcn. die Rohrvertegungsarbe.tcn von der Siana Ioh. Fr. Träger in Jt6ln ausgelührt Mit den einschlägigen Srdarbeiten in Wieseck ist der dortige Bauunternehmer Schäfer beaustraal. Aus Gießener Gebiet werden verlegte für die Gasfernleitung nach Wreseck 2450 Meter Rohr, für d,e Das-Verfiärkungsleitung 700 Meter und für die Wasserleitung 1140 Meter Rohr. Die Gasfernleitungsrohre bestehen aus um intet en Stahlrohren, deren Verbindungsstellen autogen ae'chwdßt werden. Die übrigen Rohre sind auf 12°, Bruchreis » .•Adam Fleischmehl 4”» Garncelenechrot 55. I'orachmehl st*,» Knochenmehl !• -. Holxkohle Gegenwärtig ist man mit der Rohrverlegung der MarvurgerStraße beschäftigt. Die ^.usschaaziui'gen Imb jetzt biS zum Wies «der Weg ged.ehe«. Denn der weueren AbwuLung des Ar de «sprogramins feine unvorhergesehenen » abeend'e In Km Weg treten, wird auch in hervorragenden Zuchten der Unterverbaatze Ober- Hessen. Wetzlar. Biedenkopf. Westfalen und Slur» hcffen Die vom Verbände eingesuhrten Milch, leiftungsprüfungcn zeigen gute Ergebnisse. Die Tier« bringen die wertvollen Rutzungseigenschatten im Milch-. Arbeit?- und Fleifchtyp zum Ausdruck. Die Leistunasergebniffe »eigen eine dauernd frei, flende Zunahme, die Spitzenleistungen belaufen sich m der vberhessischen yerdbuchgefcUschaft auf Kilogramm 30—40 qm grob, in erstklassiger Qk- schaftSlage. Idr taubere Branche per bald gesucht. Cft unt. 0. J. 411 an die Ala, Haasenafeta I Veiler, laghkug ' D r eßen, 22. 2lug Sin ehemaliger Schneider in Frankfurt a. M Hai einen verlorenen Wechsel, den er Don einem Kunden erhalten hatte, durch einen von ihm gefälschten ec- an ewen Kaufmann in " Die Vreife zur S ^erSIrettöH(r% »ennxlolw vom Deretn lubcr Löwen, Neuenweg 15, nach«, ab 2 Mfre: ein elektrisches Mavier, ein Süsett sdiche), drei EosaS (gut erhalten), einen Schreib- lisch, einen Bücherschrank, einen Waschtisch mit Marmor, einen Serviertisch, Ständer- lampen, einen Blumentisch, einen Spiegel, Notenständer, einen kklavieTstudl, einen S^Nentisch mit 6 € fühlen, drei Metall- bttteu mit ff eil, einen ttüchenschranf, einen Tisch, einen Lrumeausplegel.l TcppichsxZ, zwei vezimalwaagen, eine Realstraturkafle, einen Radioapparat, eine Badewanne, Schrauben unb Rieten, 4000 Agarren, ffrawatten, vamen-Handtaschen, 50 ffilo yupbsben«, eine Korbflasche (TO Liter), rin« ffflchenherd, ein en ff affenschrank, Herren- und Damenräder n. n. b. a. Dersteigeruog destlmmt. t8d*d Mar eine Shvenurkunde für 25jährige wertvolle Mitarbeit. Vertreter der LardcSgcnossensrvallS- banl Darmstadt, der Bolfsbank D.eßen, der Obst- verwertungsgeuvssenschaft, der auswärttaen und der hreliaen Beamten dcgluckwünichtcn den Jubilar und überreichten schdn« beschenke. AU- Eein wurde zum Ausdruck gebracht, daß lich Herr tmann um di« Entwicklung deS vberhessischen ossenschaftSwesens große Berdienste erworben habe unö es besonders ihm zu verdanken sei. daß der Bezirk Gießen heute zahlenmäßig und organisatorisch vorbildlich dostebc. ilch mit 4 v.H. gleich 181,30 Äilo. flromm Fett, in Westfalen 4304 Kilogramm Milch mit 3.95 v. H. gleich IW Kilogramm jZeil. in Sieben- topf 4332 liloaramm MUch mit 4.2 d. H gl.,ch 183 Kilogramm ^ctt und in Kurhesten 6154 Silogramm Milch mit 3,89 v. S). gleich 238,95 Kilogramm Jett. ” 5).«n ft jubiläum. Man fcbteibt un4: Am Montagnachm itag versammelten sich im Eisenbabnhotel Hopleld mehrer« Bertreler d«S hessischen landwirrichastlichen Gcnoflenschafts- tvasens zu einer kleinen Feier anläßlich des 25jährigen tHenfljubiläunU deS Leiters der hiesigen Kreisstelle. Oberrevisors Hartmann. Der Derbondapräsident übermittelte die Glückwünsche deS RevifionsverbandeS und überreitbtt dem 2u- ** Sründuna eines Instituts für Höhenlufkfvrschung. Dx Deuts,1 AuSjiebtitch, 1 Schraibladenkoste, 1 Waschtisch mit Spie- aeiaufsah, 1 Gch7ank, 1 fflavier, 3 Süsett,, t Laderwalze,2 Aktenrollsckränke.l Schreib- mit Tisch, 1 Zkuraarberobe, einen öpiegel, 1 Strickmaschine, 1 t-olzbabewanne, 1 «er ff orn, 1 Motorrad, 2 Daren schränke 1 Partie Spiel- unb Zebrnnaren, 1 Pferd, 1 Sofa mit Umbau, 2 Sessel mit Plüsch de, «ug, 4 Stühle, 1 ruetben Lisch u. 1 Dertikv. ?Erichssvoll,ietzer in Sieben vmnmstr. 24 I, Telephmt 23V. Achtung Hühnerhalter! Ibr« elnaaitlge Hühnerfütterumr ist falsch. Einen richtigen Erfolg erxielen Slo nur durch Muskator-Misch-Futter? Sonnengebräunt wird Ihr Körper, wenn Sie Ihn woj Luit, und SonnenM*m. voc Fahnen und Wsndcrongcn mn NIVEA-CREME einreiben. Nivea-Creme verstärkt die bräunende Wirkung der Sonnenstrahlen und vermindert die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes; sie allein enthält das hautpflegende Eucerih Aber trocken muß Ihr Körper sein; Sie dürfen ihn niemals naß den Sonnenstrahlen aussetzen. Doacn M 0.20 bh FJO / Tuben aus reinem Zinn M 0.60 u. 1.00 Mnikator-Körner-Mlachfntter • Pfd. Mk. 0.18 Muikator-Elermehl na Welchfatteri . , „ o.tfl Miukator-PriniÄ-Hühn erweisen . .... _ aifl AJuekatorKüken-MlschfuUer....... . , O3S Geflügelzuchtverelne erhalten Rabatt. 300 Jung-Hennen 13 Wochen alt aus erster Zucht Deutschlands, ’welBe amerlk. L'uhom. krlftise. In grodera Auslauf anfaeioaren- Tiere, pro StÜch Hk. &.OO. 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"in üb> 7®*T 1 sw et von 6 der 0 Hfe gj idvSe, feie r 36 19c llr.M Zweiter Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 25. August (928 Sin mohammedanisches königi eich in Europa. Achmed Zogu will König von Albanien werden. — Oer Herrschertraum des vierunddreißigjährigen Oittators. — Orient in Europa. Don Dr. Georg Häfner. Xbanien» Dihaior. Achmed Zogu scheint am Ziele seiner Dünsche angelangt zu Inn. ®rr>fk Teile der Bevölkerung Qu» banirni haben tn gut ocganihvrtm Demonstrationen AU verliehen gegeben, bah sie hie Rückkehr Aur monarchischen Staats- verfallung wünschen. Der ehrgeizige Leiter der albanischen Boittik wirb Iribft- herssänksich einem Auf. hei Königstitel cmZunehmen. nur AU gerne Folge leisten, -eit Anfang 1921, als er die Prälihent- schast des Londes übernahm, geht bereit» Irin streben hahm. seine an sich gesicherte Vefihon Au einer erbfvlgede recht iglen Dl>- noftie au*|ubKf<6orn bezeigte Interesse an Flug- ersuchen wurde bei den Brüden-, Wright zuerst wieder tm Jahre 1396 geweckt, al» die Rachncht von Otto Lilienthals Todessturz IS°‘ 1?* 2lnKr^a gelangte Nach fünfiäbngen Vorveriuchen mit Apparaten, deren Konstruknon auf Lilienchal unb C ban u tc 'uhte b.e Brüder so viele iStfabrungen gefam- nrelL dass sie 1Ä?1 mit einer vergrö^rten Maschine. einem Doppeldecker mit 35 Ouadratmeter Tragfläche, ernst halt da» Problem des Gleii- fluge» in Angriff nehmen konnten. Sie gaben den Tragflächen eine Krümmung von 1:12, ein Verhältnis, das schon Lilienthal hinsichtlich der Hubkraft als das günstigste feftgeftellt. aber aus 6tabilität»grünben nicht angewcndet hatte. Schon in diesem 3obre gewannen die Brüder Wright soviel Hebung, dass sie 100 Meter weit zu gleiten vermochten. 1902 nahmen sie ihre Versuche auf htm alten Versuchsfelde bei Kitty Haw? wieder auf. Am 17. Dezember 1903 bauten sie erstmals einen Motor von 16 P. S. in den Apparat. Mit einem stärkeren Motor (25 P. S.) begannen sie im August 1904 eine neue Reihe von Versuchen und erzielten ständig verbesserte Leistungen. Diese Versuche fanden in der Rähe von Dayton ganz im geheimen statt. Mit dem oben erwähnten Rekord vom 5. Ortober 1905 wurde diele Versuchsreihe abgeschlossen. Die letzten Zweilel an der Wahrheit der Berichte über die erstaunlichen Leistungen der Gebrüder Wright schwanden erst, al» der bekannte Luftschiffer Hauptmann a.D. AHildebrandt sich im Jahre 1907 persönlich nach Dayton begab und auf Grund der Vernehmung einer Anzahl vertrauenswürdiger Augenzeugen einen ausführlichen Bericht nach Berlin sandte. inzwischen waren auch die Franzosen nicht untätig geblieben. 1907 begann Jarman Flugversuche mit dem V o i s i n s ch e n Eindecker. Rach langer Hebung gelang ihm am 15. Oktober der erste Flug über 285 Meter, und ae 31. Oktober 1938 konnte er feine erste längere Luftreise auS- fähren, die ihn über 27 Kilometer von Ehalon» nach Reims führte. Täbrrnb Orville Wright 1906 in Amerika feine Verbuche wieder aufnahrn, welche die Abnahme der 5Iuflrr.a’d)int durch da» Kriegs mim- ft en nm der Verc-.nigren Staaten 3 um Ziele hatten, folgte Wilbur im Sommer dieses Zahres der Einladung einer durch Harr O Berg und Lazare Weiller gebildeten Gesellschaft. die für die Summe von SCO 000 Franken die französischen Patenie der Wrights ankaufen wollte. nach Frankreich. Am 8. August begann Wilbur Wright auf dem Rennplatz von Hunaudiere gegen bedeutende politische Geständnisse. gelungen ist. die Einwilligung M u 11 0 |, n 1» au einer Kenig»krönung zu er- lan»r Ss ist nicht ausgZchlosien. d.ist die Kerbt nbung aus andere Weile fester geknüpft werken soll verlautet doch, dass Achmed 3og:i eine italienische Prinzessin betraten wird Rider vom Ahön-SegeWg-Welidewerv 1928. Don einem Giessener Iungslieger. Lastautos kommen. Flugzeusf werden abgeladen. Zelte entstehen — 19 an der Zahl. Sie sollen oll die grossen und kleinen wertvollen Bogel beherbergt1 n. flirr wird schon eine Maschine ausniontiert, da wird noch lackiert und verbessert, dort macht schon ein Flugzeug die ersten Fluge. „Die „Teko" kommt!" ülier Herren mit blauen Armbinden betreten das Zelt — die Technische Rom Mission. Das Flugzeug wird auf Herz und Nieren geprüft. Bangen 1)erzcn» stehen die Erbauer dabei. „Wird es abgenommen werden -> Wird unsere Mühe nicht umsonst gewesen sein?" Cs scheint nicht so. Nur Kleinigkeiten sind noch abzuandei n — ein Herr notiert sich da» Nötige, lind dann zieht sie weiter — die gefürchtete und doch meloerlangtc „Teko". — Die gewünschten Abänderungen werden oorgenom- men. — Und wieder kommen die Leute mit den blauen Armbinden. Einer der Herren sieht nach, was er sich für das betreffende Flugzeug notiert hat, die Abänderungen werden kontrolliert, und wenn alles in Ordnung ist, wird ein (Stempel auf das Flugzeug gedrückt — „Es ist abgenommen!" — Manche Flugzeuge werden allerdings auch nicht abgenommen. • Südwind! — Die „Kanonen" (bekannte Segelflieger) schimpfen zwar, aber für Schulflugzeuge ist es der brauchbarste Wind. Zelte öffnen sich, und ein weisser Bogel nach dem anderen wird non emsigen Iungfliegern zur Kuppe gebracht. Nach erfolgter Startmelbung gibt die Sportleitung den Start „frei", und die ersten Maschinen werden mit dem Gummiseil in die Luft geschnellt, einige zu Prüfung»-, andere zu Abnahmeflugen (ein Flug von 30 Sekunden Dauer), wieder andere, um sich um den ausgesetzten Tagespreis zu bewerben. Wir stehen am „Dellensealerhang" (benannt nach einer Fliegergruppe, die sich in den ersten Wettbewerben auf diesem Hang eine Halle gebaut hatte), non wo aus man die Flüge non der Kuppe gut übersehen kann. Die meisten Schulflugzeuge landen glatt auf dem „Zuckerseid" bei der weissen Ziel- flagge. (Zuckersetd genannt, well in der Inflationszeit als Preise für Zielflüge auf dieses Feld Naturalien, z. B. ein Sack Zucker ausgesetzt waren!) Doch hie und da verschätzt sich auch mal einer in der Höhe und ist gezwungen, zwischen den Stein- wällen niederzugehen. Das ist eine heikle Geschichte — hierbei gibt es leicht Bruch Da kommt auch schon ein Flugzeug mit einer „Afsenfahrt" von der Kuppe — plötzlich ein weithin hörbares Krachen, Splitter fliegen hoch in die Luft — ein grosser Steinhaufen hat eine glatte Landung vereitelt ' Sanitäter, Polizisten und viele Neugierige erlen herbei, die einen um zu helfen, die anönen um zu staunen. Auch die Photographen sind schon unter- weg». Doch von weitem siebt man schon, wie sich jemand au» den Irümmern heroorarbeitet — der Führer ist unverletzt geblieben. Pr bestaunt seinen „zünftigen Bruch'. 12 Uhr - die Sirene ruft zum Mittagessen. Die Kantine stillt sich Kegen Abgabe non itssmarten erhalt man sein offen Die Kellner haben vollauf ZU tun; sie sind jedesmal froh, wenn diese Schlacht vorbei rft. — Wahrend alles eifrig mit Futtern beschäftigt ist, geht die Türe auf: Ausflügler und vor allem Ausslugsirinnen, fog. Nhbnhaschen, betreten die Kantine. Sofort beginnt ein mächtiges Trampeln verbunden mit lauten Äh- und Oh Rufen. Meist streben die verdutzten Fremden so schnell wie möglich wieder nach dem Ausgang. — Auch wenn „Kanonen" in die Kantine kommen, wird getrampelt. • .Heute Abend ist Rhönzauber." Die Helden des Tages (ollen ein wenig gefeiert werden Alles steht auf der tiagergaffe in (Irroartung der Dinge, die da kommen sollen Ah, da kommt auch schon der „Rhönvater". (Diesen Namen führt Zivilingenieur llrfinus aus Frankfurt, der die Segelfliegerei nach dem Kriege ms Leben gerufen hat.) stoch zu Rosie, mit einem alten oeitenfteuer, das er sich auf den Rücken gebunden hat, kommt er daher geritten. Die Helden des Tages muffen in ein Auto, der „Rhonvater" reitet vorne weg, bann kommt eine Musikkapelle, die auf „richtigen Blechinstrumenten" spielt, und daran schliessen sich alle anderen Flieger an. So geht e» mit Gesang und Fackeln durchs Lager zu einem grossen Feuer. Dort werden Ansprachen gehalten an die alte Frau Siedel (wohl ein lagen- bafter Rhöngeift) und an die liebe alte Knoose (Ausdruck für Nebel). Dann geht e« wieder zurück zum Lager und in die Kantine, wo es Freibier gibt. Nacht» nimmt zuweilen der Rhöngeist feinen Weg zur Wasierkuppe, wahrscheinlich sogar während des Wettbewerbes öfter als fonft. Dann wandert er durch das Lager und sucht sich ein Opfer au». Dem einen schmiert er die Nase mit Kaltleim zu, dem anderen baut er vor seine Äabinentur einen riesigen -stausen, bestehend au» alten Flugzeugen, lannrnbäumen, Konservenbüchsen usw Manchmal verrammelt er auch sämtliche Türen de, sogenannten Schlafwagens, so dass die Einwohner am nächsten Morgen nicht herauskönnen. (Der Schlafwagen ist eine lange schmale Baracke, die in ungefähr 30 Kabinen eingeteilt ist, die auf beiden Seiten des Ge- Damit setzte bald der ausserordentlich schnelle Aufschwung der Flugschisfahrt ein. Man erreicht da» Ziel durch den Einbau immer stärkerer Motoren. interessant ist es, dass die neueste Entwicklung der Flugzeuge in Deutschland insofern wieder gewillermasien an den Ausgangspunkt zurück- gefüstrt hat. als man sich heute wieder besonders um das Leicht!lugzeua mit schwachem Motor (biS zu 20 Pferdestärken) bemüht Vogelwunder. Von Paul (kipper. Die Anmutigen. Jedes Jahr im Oktober ziehen die Kraniche in strenger Keilordnung von Skandinavien und Deutschland über das Mittelmeer, den Nil entlang, nach dem cuban. Dort überwintern sie auf den langen Sandbänken des tropifchen Flusses, eilen bei Sonnen- aufgang geschäftig über die Durrabfelber und füllen Magen und Hals bis oben mit ftornern, um den Rest des Tages wieder am Wasser zu stehen, zu träumen, zu spielen und zu tanzen. Es gehört zu den ergreifendsten Schönheiten des Bengt Berg schen Afrikafilms, wenn auf der Leinwand über dem Nil sah die Kranichheere auftauchen, den Himmel verdunkeln und in herrlicher Flugbahn zum Flusse niederftossen, wo Hunderte von Jungfern- kranichen stehen, die — von der gleichen Wanderskhn- fucht getrieben — aus Indien geflogen kamen. Und dann steht auf der Leinwand im magischen Abend- dämmer jenes schmale Inselband, auf dem tausend Äranidjoögel ihren Tan; treten, springen, flattern, mit gesträubten Armichwungfkdem, ekstatisch berauscht von ihrer eigenen Schönheit. Neunzehn verschiedene Glieder der Kranichfamilie kennt die Disienschaft. Auf der Logelwicse des Dresdner Zoologischen Gartens schreiten Kronenkranich, Halsbandkranich, Vettern aus Europa, Asien und Afrika, Futter suchend, im Kreis. Der Jungfern- kranich, im silbergrauen Federkleid, paradiert mit feinen langen Schwingfedern, die — einer Schleppe gleich — den Erdboden berühren und die Linie dieses Vogels noch betonen. Ein anmutiges Geschöpf mit klugem Auge, das schwarz gEn^enb ziemlich weit vom am verdickten Kopf sitzt Etwas wetter oben auf der Diese rennt der graue Kranich mit schnell fördernden Sprüngen dahin, trinkt aus dem grossen ©afierbebäücr und benutzt mit einer grotesken Verdrehung des Halses feine Schminktube, die Bürzeldrüse am hinteren Ende seines Körpers Groteske Schönheit. 3ni Alter!um galt der Pelikan als Symbol der Dpferfahigfeit. Ob dieser Vogel sich tatsächlich seine Brust aufreisst, um in der Not die Zungen mit feinem Herzblut zu nähren — wer weiss es? Aber irgendein Geheimnis webt um jene Tiere mit den grotesken Ruderfüssen und dem gewaltigen Schnabel, an dessen unterem Teil ein riesenhaft dehn- barer Hautsack hangt Man ist leicht geneigt, Pelikane hässlich zu finden. Betrachtet man sie jedoch, wie sie — gstichsam aus Stein gehauen — auf knorrigem Baumast fitzen, sich von den fllippen herab im Wasser spiegeln und da» Sonnenlicht über ihr Federkleid flutet, - wenn die rosenroten, weissen, zartgelben, grünlich-schwarzen Farbtöne der einzelnen Spielarten aufteuchten, wenn einer jäh in toller Verdrehung mit der Schnabelfpitze in die Wolken sticht, wahrend der zierliche Zwergenvetter, der amerikanische braune Pelikan, ewig frierend Kopf, Hals und Schnabel in seinem Fcderflaum verbirgt! Ettll wie eine Lotosblume schwimmt der Nashornpelikan über den See, und kaum ein Dellenkreis verrät die rudernde Bewegung. Würdevoll sind sie, und wenn sie ihre Stellung verändern, geschieht es eigentlich nur, um mit dem Schnabel jedes einzelne Federchen an Brust und Rücken zu waschen, zu kräuseln und zu glatten Und durch windaufjagende Bewegungen der Riefenflügel all das herauszukämmen, was nicht feftgewachfen ist. Man erlebt oft Ueberraschungen bei der Beobach, tung von Pelikanen. Sie können stundenlang in Ruhe verharren und bann neidisch und gierig zu dreien um em winziges Fifchlein kämpfen. Das Märchen. Flamingos find wohl die allerfchonsten grossen Vogel. Sie sehen aus wie japanische Tuschzeichnun. gen, unkörperlich, von einem grossen Meister köstlich stilisiert. Und die Beweglichkeit ihrer Gliedmassen kennt keine Grenzen. Hals, Kopf und Hakenschnabel stiessen rhythmisch in starken Kurven oder steilen feierlich empor, Symbol zeitloser Erhabenheit. In den ttopischen Heimatländern leben die Fl» mingos zu Abertausenden am Fluh, ein Anblick, der faum zu beschreiben ist. Der Forschungsreifende Hume spricht „von weiten, rofenfarbenen Inseln im Doffer ober von Purpurwolken, die bie fcheidenbe Abendsonne bestrahlt. Denn man sich den Flamingo- beeren nähert, sieht es aus, wie eine Scaffe hell- rofenroten Schnees. Das Ausspannen der Flügel oerwanbett sie in einen riesenhaften, rotglänzenden Schleier, der im Entschwebtn mächtige Falten wirst." „Eine Feuerlinie am blauen Himmel*, sagt Brehm ---- Dieser chsam wie xum Gelöbnis Jortj. die da geschrieben stehen: Monroes Erben Die C . * 5 Nachdruck verboten. 7. Fortsetzung. Oberheffen. Lanvi .is Gietzeu. Allenborf a.d. Lda., 22. August. Wir Toten Flieger Blirben Sieger Durch MnS Allein Volk Flieg Du Wieder itnb Du Wirft Sieger Durch Dich Allein. Verhängnisse. Vornan von tie-bet Dill. Copyright by Martin Feuchtwanger, -alle (Saale). Und im Weggehen schauen wir noch einmal zurück nach dem Denkmal, auf dem sich nur noch schwach der Wiederichein de- verglimmenden Feuers spiegelt, und g'eichsam wie zum Gelöbnis sprechen wir leise die Worte, die da geschrieben Die dellen Augen der jungen grau Dcrbunfeltcn ich sah. Wie ein Schleier legte es sich über das eine, weiße Gesicht. „Nein, aus die Uhr habe ich an dein Abend nicht mehr gesehen." „Ziehen Sie Ihre Uhr abends nicht regelmäßig auf?" „Ich hatte sie schon aufgezogen, ehe ich fortging", sagte Odette. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür und der Gendarm führte den Capitaine herein. Der Richter wandte sich nun diesem zu. Supon stand in seiner etwas lässigen Haltung vor dem Richter und grüßte nach Öbelle hinüber. Sie er. widerte feinen Blick fest ... Ihre Lippen bewegten sich, sie schob wieder die '.Ringe hin und her. „Ich kann wohl gehen?" fragte die alte Artemis. „Mir brennt sonst draußen alles an." „Ja, gehen Sie, ich werde Sie später noch einmal brauchen." Artemis zog die Tür hinter sich ins Schloß. fcreia Schotten. Laubach. 22. Aug. 3n der gestrigen S ihn na de- Gemeinderats wurde in Betreff der Verpachtung der Gemeinde- Grundstücke auf der Lfchenstruth" beschlossen. diese Grundstücke nochmals zu verpachten. — Zur Deckung der kosten der Kanalisation wird ein neuer Schuldschein auf 25 000 Mart ausgestellt. — Wie schon berichtet, hat die Gemeinde .A m R o te nbe rg" an Fabrikant Schunk einen größeren Bauplatz zu verkaufen sich erboten, unter der Bedingung, daß binnen zwei Jahren mit d?r Errichtung de- Baue- begonnen werden sollte. Diesem Vorschlag hatte der Fabrikant zugestimmt. Auf seine jetzige Dr- flärung, daß er auf die Berpslichtuna. innerhalb zweier Fahre zu bauen, doch nicht ein gehen könne, beschloß der Gemeinderat. auf seiner Forderung des Bauens Innerhalb zweier Jahre zu beharren. Der Berkaus der Billa ,Frieden-ruhe" durch Fabrikant vchunk an die Krankenkasse Offenbach zweck- Ginrichtuna eine- ..Erholung-beime- für kranke Kinder' ist noch nicht endgültig auSgeführt worden. Die Frage deS Au- tritt - der Gemeinde au - dem Waldbesihcrvcrband wird zurückgesteUt. — Oberforstineister Königer wird vom Gemeinderat al- Vertreter der Gemeinde bei der Bezirk-sParkasfe ernannt. Hier ist die Stadl die Garantie-Gemeinde \r Gedern. 22. Aug Heute früh ereignete sich auf der Baustelle der Bahnerweiderur^G' anlagen ein schwerer Unfall. Der 27jäbnae Wilhelm Peppel au- Mittel-Seemen. Sohn de- dortigen Altbürgermeisters, wurde durch herabstur,ende Erd- und Steinmassen verschüt- t c t Dem Bedauernswerten wurde dadurch der einen seiner wenigen Grsolge — die er teuer genug bezahlen mußte — erreicht, daß in die Satzung deS Bblkerbundes die Bestimmung ausgenommen wurde, die Monroedoktrin widerspräche nicht den geschriebenen und ungeschriebenen Gesehen des neuen Bundes. Tiun sind aber die Bereinigten Staaten, die jene Monroe- doktrin als Glaubenssatz ausgestellt haben, gar nicht Mitglied des Völkerbundes, und die übrigen amerikanischen Staaten lehnen von sich aus die ganze Monroebok trin a v. Da- ist nach der ganzen Vorgeschichte verständlich. Bor mehr al- hundert Zähren hat der damalige Präsident brr Bereinigten Staaten Monroe eine Botschaft an den Kongreß gerichtet, tootfn er dem Sinne nach den Satz aufstellte'. ,Ame- rika den Amerikanern!" ®tfne Doktrin verfolgte ben Zweck, die lateinamerikanischen Staaten. die sich eben von Spanien befreit hatten, zu schützen, er wollte ihnen eine Rückendeckung geben, die ihnen damals sehr willkommen war. Die übrigen europäischen Staaten aber hatten fein Interesse daran, irgendwie zu dem Problem Stellung zu nehmen. Dann hat sich die Doktrin ausgewachsen mit der Macht der Vereinigten Staaten. Washington verstand es. darau» eine unsichtbare Mauer zu machen, die um bett ganzen Kontinent herum gelegt wurde und alle Eingriffe Europas in irgendwelche inneren Angelegenheiten irgenbeiiW» amerikanischen Staate- verbot Die Bückendeckung wuchs sich zu einem Protektorat ans, da- von den Heineren amerikanischen Staaten zunächst ganz gerne gesehen, als sie jedoch spater crftarHcn. als eine lästige Fessel empfunden wurde, weil ntm Washington au« der Versuch gemacht wurde, die Formel umzuprägen in den Begriff: „Amerika den Bereinigten Staaten!" Die ständigen Einmischungen tn Kanada. Panama, in Nicaragua, in Merilo. die Selbstverständlichkeit, mit der die Vereinigten Staaten auch in Argentinien. Brasilien und Chile Halbdunkel da eine düstere Gestalt nach ter anderen den Hang frnauff<.ud>t jede einen llttre« ren Tannenbaum hinter sich her'chleppend. Unb bald ist ein riesiger Holzstoß errichtet, inzwischen ist es völlig dunkel geworden Da kommen sie auch ff,er. Köhl. bie Leiter de« Wrttbrwerbe- unb all die vielen begeisterten Anhänger des Seg'l l'tgfvortrs. Das schnell entmintet' Feuer beleuchtet da- Denkmal. daS malerisch umlagert ist. Unb herrlich nimmt sich im Schrine deS lotemben Feuer- der eherne Adler aus. der da oben stehl trotzig den Blick nach Westen gewendet. Der Vorsitzende der Rhön-Rostitten- GesellfchaH spricht einige Worte. Und bann spricht Kohl. Seine to'thin'challente Stimme übertönt das Knistern des Feuer«. Sonst ist allr« ruhig. Sr spricht so sch'icht und doch so zündend, unb au« seinen Worten Hingt bas feste Vertrauen zu Deutschlands Zukunft. Wir steten toi' Gebannt bis ein begeisterte- Hoch auf Deutschland :->c Zungen löst. Wit ^Deutsch'and, Deutschland über olleS" schließt bi? eindrucksvolle Feier. ,Köhl ist da!" 3nt Auto kam er mit seiner Frau. Beim Ab'ndessen wird er stürmisch begrüßt. Dann wird unS mitgeteilt, daß am Fliegerdenkmal ein Feuer angezündet werden soll. Kaum ist da- Abendessen vorbei, so eilen auch schon die ersten zum Denkmal, bztv. in den etwa- tiefer liegenden Wald, um 5annenbäume zu holen Gespensterhaft sieht eß aus, wie im Sonntag — Nebel, dicker Nebel. Viele Besucher sind heraufgekommen in der Hoffnung, schäne Flüge zu sehen, doch die liebe Knoosc macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, und trotzdem mllssen sie noch (Eintritt bezahlen. Auch die Flieger müssen fidi einmal ausruhen. Sie sitzen in her Kantine und schreiben oder sind oben auf der Baude (rote das Unterkunftshaus aus der .Huppe heißt). Dort sind auch die Matrosen, feie als Winker Im Wettbewerb tätig sind. Da wird Klavier gespielt, gelungen und getanzt. Andere sitzen In ihren Schlafräumen und lassen das Grammophon spielen. Im „Schlafwagen' sitzt auch eine Gruppe, die singt, daß das ganze Ge höube wackelt — Die neugierigen und enttäuschten Ausflügler müssen sich damit begnügen, einen Blick in die Zelte zu werfen, im übrigen müssen sie sich mit den Hotels obflnben. (Ls gibt dort oben außer der Baude noch zwei kleine Hotels.) e Westwind — Rekordmind. Die Sirene hat drei- mal gerufen — das ist das Zeichen zum Start. HeberaU aus den Hallen fömmen die hochwertigen Maschinen. Der Meßtrupp zieht mit Theodolit, Entfernung». und Windmesser zum Westhang, um die Flüge zu vermesten, Sanitäter, Arzt, Polizei und Sportleitung, alles geht nach dem Startplatz Die Winker verteilen sich auf den Rängen, van wo nur sie Weiterflug und Landung der Flugzeuge, wenn diese für Meßtrupp Und Sportleitung am Startplatz nicht mehr sichtbar find, gut beobachten lännen. Die Polizei sperrt den Startplatz ab. Die erste Maschine ist fertig. Das Gell ist eingehängt. Der Pilot ist verstaut. Einer vom Meßtrupp ver- fändet den Wind R Millimetersekunden — Rj — 9 „ PI _ g _ „Ausziehen!" ruft der Führer — .Laufen!" — „Los!" und wie aus einem Katapult 'geschossen, schnellt dos Flugzeug in die Lust. — An bere folgen. Bald ziehen vier bis fünf solcher Vögel ruhig und masestätisch ihre Kreise, teilweise schrau- ben sie sich höher und höher, teilweise aber gehen ste auch auf Strecke. Der Wind hat zugenommen. — 15 Millimeter, sekunden. — Schwer haben die groben „Kisten" mit den Böen zu kämpfen, doch sie steigen dauernd. Da kommt einer herunter; der Führer scheint genug zu haben. Er versucht zu landen. In 50 Zentimeter Äöbe kriecht er über den Boden gegen 12 bis . 15 Millimetersekunden Wind. (Er steht fast. Er kann 1 die Maschine nicht aus den Boden setzen, do dos »Gelände hier abschüssig ist Der Pilot versucht zu drehen, doch der Wind ist starker als er. Dav Flug- . Kug berührt mit der rechten Flügelspike den Boden. Der Wind greift unter die Flächen unb krach — da liegt das Flugzeug aus dem Blicken. „Die schone Stifte!" Na, der Führer ist wenigsten« heil bnnnnge* kommen. flrciS Büdingen. Lpd. Büdingen, 22. Aug. In der bkfigtn Gegend wird zur Zeit viel falscher Geld ange« troffen. Meist handelt es sich um Drei- und Fünf. Markstücke, die sich sehr fettig angreifen. # Echzell, 22. Aug. Hier totrf» sehr übet Felddiebst ühlc geklagt. 3n der vorigen Woche tourte dem Landwirt Heinrich Sichel- m g nn II. auf einem Acker ein schwerer Leiterwagen Haferdülchel von ten Haufen weg gestohlen Es ist die- in drei 3abrm der dritte Diebstahl auf demselben Grundstück Wie die Feststellungen ergaben kommt cm Doppel- svünnerfuhrwerk in Bettacht, allerdings lassen sich bei der damals bestehenden Trockenheit schwer Rachweisungen an Wagenspuren erbringen. Auch auf Kleeäckern mehren sich nächtliche Spitzbübereien. — Die gestrigen Aegenfälle haben eine banbtkfc Durchfeuchtung de- Bodens gebracht. Besonder- den Dick tour» und Zuckerrüben kam der Stegen willkommen. Für Klee und Wiesen langt die Feuchtig. leit noch lange nicht. Die langanhaltenbe Trockenheit macht sich nun auch an den Obst bäumen bemerkbar Die teiltoetfc sehr voll düngenden Zwetschenbäume lassen einen grotzLN Teil der Früchte unreif abfallen, die wenigen teigeletzten Aevfel und Birnen bleiben klein unb warzig, einzelne Blätter vergilben. 3n diesem und im Vorjahre gepflanzte Iungbäume fangen in trockenen Lagen an dürr zu werden. Hier ist filtere# Diesten mit Abdecken der Baumscheibe am Platze. ' A u s d e m N I d d a t a I 22. Aug. Das F c h - I e n eine- einheitlichen OrtSbau- plans. dessen Ausarbeitung sinanziell« Bedenken verhindern, macht sich setzt bei der räumlichen Ausdehnung vieler Dörfer unangenehm bemerkbar De Neubauten werden in Verlängerung der Hauptstraßen errichtet, so dast die Ortschaften we.t au-einandergezogcn werden. Da aber die verbindenden Sirastenzüae nicht vorhanden sind, zeigt das Ortebilb nicht den Eindruck . nnerer Deschiofsenhelt. Dabei erwachsnf den Gemeinden durch Verlängerung de- Wasser- lei tung-ftrange- nach den verlchiedeirften Seiten« Au«behnung der Strahenbeieuchtung auch bei nur einseitiger Bebauung erhebliche Kosten. die sicherlich den größten Teil der Gebühren für einen vrtsbauplan decken würden. Mertwnrdiger- tocifc inerben noch immer gerade die verkehrsreichsten Durchgang-ftrachen beim (Jrtoerb eine- Bauplatzes bevorzugt. Man kennt bk Staud- vlage, die Gesahren für Kinder. Hühner und Gänse durch die norüberrafenben Auto- und Motorräder, den Lärm zur Aachtzeit aber man will ,,'ooch etwa- sehen und hören von der Wett'. Dem Straßenverkehr entrückte- Bauaelände. das zum halben Preise zu haben wäre, ist wenig begehrt. bäudes liegen unb eingerichtet sind, wie ein Schlaf magrnabt-il, nur nicht fo nnrnebm.) Vjcute ist Rekordwetker! Einer will den Lokal- .ekord brechen, er fliegt bi© in den «bend hinein. Wir stehen am Hang. Jetzt fehlen noch 4 Minuten, bann ist der Rekord gebrochen. Schnell wird am Fuß der Hanges ein Feuer angezundet. Alles fteht drum herum unb beobachtet gespannt dos Flugzeug. Jetzt kurvt der Führer wieder gerade über uns Einer kommandiert „Eins — Zwei — Drei!" und La- onden'" rufen wir alle mit vereinten Mräf• 'ten. „Was' ertönt es klar und deutlich ron oben. Bei der nächsten Iflunbe ift er schon tiefer. Und wieder rufen wir „ßa—anben Da ruft der Füh- rer von oben: Jtönnen vor Lachen'" Lau'es Gelachter unten! Doch er kommt tiefer. Sr fliegt nach dem Lager zu „Wird er dort in der Dunkelheit landen können?" Alle, rennt hin Doch siehe do, auch dort brennt ein großes Feuer unb der Motorlandeplatz Ist mit Fackeln umstellt. Das Flugzeug landet glatt. Der Führer wird herausgehoben. Hoch rufe ertönen; viele Hande strecken sich dem Sieg reichen zum Glückwünsche entgegen. Ein Starker nimmt ihn auf die Schultern und mit „Oh Deutsch land hoch In Ehren" bewegt sich her Zug durch das Lager zur Kantine, wo der müde und hungrige Pilot sich erst einmal ordentlich starken fall. „Unb bas Klingeln?" „Dos kam aus Madames Zimmer, die mir ja nm anderen Morgen neben der Ktingelschnur gesunden haben. Sie hat wahrscheinlich auch das Klopfen gehört unb mar aufgeftonben. Unb tn her Angst, es fei etwas mit ihrem Sohne passiert, ist sie ^usammengebrochen. Unb lag so die gany Nacht .. „Wieviel llbr kann es gewesen sein, als Frau Gontard heimkam?" Die Alte schaute Frau Dbclle an und lAmieg. Obfite faß auf bem blauen Sosa und hielt die Hände fest über den Knien gefaltet, wie, um sich einen Holt zu geben ober eine Stütze. Sic sah aus, als ob ihr alles ziemlich gleichgültig fei unb dieses peinliche Verhören sie Inngrodlf. „Nun, Artemis, besinnen Sie sich wieviel Uhr kann es gewesen sein?" „Es wirb Mitternacht gewesen sein, Herr Richter." Frau Odette warf Artemis einen Blick zu. „Artemis, eo kann nicht Mitternacht gewesen sein", sagte sie bestimmt, ..ich bin gleich nach zehn Ubr fort gegangen von meiner Tante unb bin den ganzen Weg herimtergelaufen, dar- sind kaum zwanzig Minuten. Ev war halb cif Ubr ..." „Ich bitte nochmals", sagte der Richter ungehol ten. „die alle Frau nicht zu verwirren." Er wandte sich an Artemis. „Sie meinen also, et fei Mitternacht gewesen?" „Gott ja, so genau kann man das wirklich nicht mehr sagen, Herr Richter ... ee kann auch früher gewesen sein. Man hat eo nur fo Im Gesicht, wie- nie! Uhr es ist. Ich habe zwar nicht auf meinen Wecker gesehen aber später al» halb elf Uhr war es bestimmt ..." Run, bann war ee brcioieritl elf Uhr, da will ich" nicht bestreiten", sagte Frau Obette mit großer Sicherheit.....Tiber ich bleibe dabei, daß e» nicht später geroejen sein kann." .Haben Sie denn auf die Uhr .Rkbn Ma bm'ne, als Sie Heimsamen*" Tage sand man zwischen hier und Treis ben von Norbeck stammenden Knecht eines hiefiaen Mühlen- besitzen bewußtlos am Straßenrande auf. Das von ihm benutzte Fahrrad lag nahe bei dem verunglückten. Der zur Unfallsteue gerufene hiesige Arzt stellte SchLbelvcrletzunaen fest, so daß der Knecht in die Chirurgische Klinik zu Gießen verbracht werben mußte. Dort haben sich die Verletzungen des vermutlich mit dem Rade Gestürzten erfreulicherweise all- leicht herausgestelll-, dos Befinden des Knechtes ist durchaus zusrieden- stellenb. S. Beuern. 22. Aug G/.ircn seltenen Fall sowohl hinsichtlich de- erreichten Aller- al# der Fruchtbarkeit stellt ein Zuchtfchwetn deS hiesigen Landwirts Wilhelm Arnold V. bat. Ö# ist über neun Jahre alt und, da c# in der Zucht nicht zurückaing. acht Jahre lang zur Zucht verwendet tooroen. In dieser Zeit hat eS bei jährlich zwei Würscn über 140 Ferkel zur Welt gebracht — eine ansehnliche Vachkommenschast -. Il tphe, 22. Aug. Am Sonntag fand das Abturnen des hiefiaen Turnvereins „Frisch auf" statt. Dabei errang im Zwölfkampf den 1. Preis Fritz Weber, im Acht- kampf erhielt Robert Tag den ersten. Kar' Ltndcmrtcr ben zweiten Preis. 3n_ her ilnterftufc war der Tertianer LudwigSchöser 1. Sieger. Beim Schülerturnen erhielten Hermann Sack und Reinhard Schäfer die beiden ersten Preise. Am Abend vorher veranstaltete der Verein «ine Gedenkfeier zum 15 0. Geburtstage Jahns. Ein langer Lampionzug. an dem auch Gesang- unb Kriezerverein teilnahmcn. bewegt^ sich durchs Dorf unter Vorantritt ter Turn.r.apelle und begab sich zur hochftgelegenen Stelle ter Gemarkung am Wasser- bassin. Während das Deutschlandlied erklang, loderten die Stammen eines Freuden feuer# empor. Der Gesangverein trug Thöre vor, die Tlirner stellten mehrere lxmgalisch beleuchtete Pyramiden. Lehrer Lehr gedachte in einer kurzen Ansprache ter Beteutung de- Turnvater- Iayn. Aach ter Rückkehr zum Dorf reihten sich nach turnerisch« Vorführungen an. Kreis Friedberg. WSN. B a b » 91 a u h e l m , 22. Aug. von her hie sjgen (Benbarmerieftallon wurde tn zwei Fällen tn Ilmlauf befindliches falsche« Papiergeld festgestellt. Es sind dies blaue Hundertmarkscheine aus der Vorkriegszeit. Die Zahl 1906 Ist aus den Scheinen In 1928 umgeändert worden. Es sollen auch falsche Zwanzigmarkscheine in ben Verkehr gebracht worden sein. Nach den bisherigen Ermittlungen stammt bas Fatschgelb von einem Händler, der (fier, Obst usw. auskaust und die falschen Scheine in Zahlung gibt. WSN. Hausen bei Bußbach, 22. Aug. Da die Amtszeit des hiesigen Bürgermeisters abgelaufen mar, sollte eine Bürgermet st erwähl statt- finden. Es ist aber innerhalb her gesetzlichen Frist nur ein Wahlvorschlag auf den seitherigen Bürger- meister Wilhelm Häuser cingcgangen, so baß dieser auf roeitne neun Jahre als gewählt gilt. OO Aus der südlichen Wettern u, ben 22. Aug. Die Getreideernte ist teentet unb bei dem günstigen Wetter gut eingebracht worden. Die Frucht hatte keine Lagerstellen, so daß mit Maschinen gearbeitet werten konnte. Beim Drusch, ter eben in vollem Gmige ist. zeigt sich, daß auch der Kvrnerertrag an Menge wie. an Güte keine Wünsche offen läßt. „Verzeihung, Herr Eapilainc, daß wir auch Sie herbemühen. Ich möchte nur fcftftcUen, ob Eie in Ihrem Hause irgenb elnxie Verbächtiges wahrgenommen hoben, als Sie es zum ersten Male Dekaten ... Sie sind heute morgen angefonmwn?" „Ja!" z „Wohl mH dem Frühzug?" „Nein, ich bin zu Fuß gekommen ... Ich hatte mir in Ehateaudun ein Reitpserb anaesehen, unb es ivar mir langweilig, aus ben nächsten Zug zu warten. Da ging Ich burch den Wald hierher. Am Watbrante traf ich Herrn Gontard, und er nahm mich mit seinem Wagen mit." „Sie Unb bann gleich in Ihr Haus gegangen?" „Rein, ich ging erst bierber, unb wir aßen zusammen Nach Tisch ging ich bann hinüber." „Die kamen Sie denn in Ihr Haus?" „Ich habe einen Schlussel, ben ich gewöhnlich biertasse. Ich habe aber nicht» Außergewöhnliche* bort gesunden Alle Zimmer waren In Ordnung Und verschlossen, wie ich sie Weihnachten uertaffen habe. .Haben Sie auch gebärt baß ble alte Frau (Bon iarb schon gestern idenb Licht in Ihrem Hause ge- sehen haben will?" Tharle» kam herein, er sah verstört unb fabl aus. Als Dbclle ihren Mann erblickte, sprang sie ans unb warf sich an (einen Hal». „Charles, Charles!" fchluchzt« sie. Er strich über das weiche dunkle Haar unb brückte ihre zitternde Gestalt fett an sich. „Sei ruhig, Odette, dir geschieht ja nichts. — Haben die Herren mich etwas zu fragen?" .Ich bitte 'Ölak xu nehmen, Herr Monwrb." E ho ries blieb stehen. „Verzeihung, wenn ich bitte, mid) rin an denn al vernehmen zu lassen, meiner Mutter geht e» sehr schlecht", sagte er mit gebrochener Stimme. Sein veränderte» Aussehen, der Xon feiner Stimme war so überzeugend, daß der Richter ihn mitleidig ansah. „Es sind nur ein paar Fragen, Herr Gontard. Wir werden gleich an der Tatstelle noch eine kurze Aufnahme machen unb bitten bann Ihre Frau, uns zu begleiten." „Unb ich?" „Sie brauchen wir bort nicht. Ich muß nur einiges wissen." Der Richter schlug das Blatt um, bas mit stenographischen Notizen bedeckt war. „Also Sie waren an bem gestrigen Abend zur Iagb gesahren und kamen morgens mst den Herren Meunier unb Thiriot zurück. Haben «ie bie alle Dame näher gekannt? Ich meine, haben wie sich näheraestanben, und wußten Sie über Ihre Verhältnisse Brscheib?" Charles zogertt, bann sagte er ruhig und fest, in bem fr Odette ansah „Ra urkich habe ich sie a-rannt. Aber, offen gestanden, ich habe sie nicht leiben mögen unb bin nie in Ihr Haus gegangen. . Aber Ihre Frau ging wohl öfters hin?" ,J3o. meine Frau besuchte ihre Tank zuweilen." *,”®as war Ihnen über bie Berfjältnifle der alten Dame befannt?1 „Ich wußte, baß sie Vermögen hat, man hielt sie sogar für reich, aber Ich hielt diese (BeriiAfc für übertrieben. Meine Fran sagte immer, es sei ba wenig zu hassen. Dic alte Dmnc hatte ja Ihr Vermögen einem .Hundeasyl vermacht. Aus solche Damen ist nicht zu rechnen. Ich bin kein Erbschleicher und meine Frau noch weniger. Sie tft manchmal zu ihr gegangen, weil sie ihr leib tat." „Wußten Sie, baß Ihre Frau cm diesem Abend zu 3brtr Tante gehen wollte?" (Fortsetzung folgt) Der Capitalne lächelte. „Das ist roobl kaum möglich. Wer sollt« denn dort in der Nacht etwas zu tun haben?" • „Nun, Sie haben wohl noch allerlei in der Wohnung stehen?" „Geiviß, alte Möbel. Die schleppt niemand fort.' „Unb baß Silber?" „Habe ich längst In meine Wohnung nach Nantes gebracht." „Also, Sie glauben, daß das Licht eine Halluzination her alten Dame war?" „Ja, das ist sogar sicher. Sie glaubte ost, etwas Aehnliches zu sehen, was sich hinterher als Trug erwies. Sie Ist sehr ängfUid). besonder- abends, unb verträgt Die schwüle Gewitterlust nicht. „Könnte irgend jemnnb von ben Dienstboten aus dem Haute hier vielleicht sich das leere 5)aus zu- nutze machen zu einem Stelldichein und bergkid)en. da der Schlussel im Hause liegt?" fragte der Richter. Der Capitaine schüllelte den Stoyi- Or sah zum Fenster hinaus. „Das glaube Ich nicht. Die Flamin Mark wäre selbst baju zu dumm der Hausknecht Ist ein Krüppel, Der Kutscher ein Greis, der in der Stadt seine Familie hat, unb der alten Artemis traut man wohl so etwas nicht zu." Der Richter notierte etwas. ,Lch mußte bas nur seststellen. Sie find entlassen, Herr Capitaine." „Verzeihung, eine Frage." Der Capitaine trat an ben Tisch, hinter dem der Schreiber schrieb, unb warf einen raschen Blick auf bie Akten .Ich muß heute abenb mieber zurück. Ick) habe keinen Urlaub, Sie haben mich wohl nicht weiter nötig?" „Rein, wenn bas später notwendig ist bei her Verhandlung, werben rotr Ihnen Mitteilung davon machen." „Dann bin id) also entlassen?" Der Capitaine sah Odette r.odj einmal kurz an. verneigte sich leicht vor ben Richtern unb ging mit raschen, elastischen Schritten hinaus. „Ich laste Herrn Charles Gontarb bitten", sagte ber Richter. Der Genbarm ging. ,Lch muß nach meiner Schwiegermutter sehen", erinnert« Odette. „ff* tut mir leib, augenblicklich brauch« ich Eie noch. Behalten Sie Platz, bitte. Wir sinb halb mit brr ersten Vernehmung fertig." dn Vorrecht verlangen, hat ft ad herftimmf und auf Den letzten vana wen'.am schon Kongreß zu einer Trpkof-on geführt, die zeigte, toi« gering die Sympathien sind, bereit sich bie Vereinigten Staaten auf bem Kon'.inent außerhalb ihrer eigenen Grenz« erfreuen. Wo- ffoftarica will, ist allo, dem Machthunger Washingtons einen Riegel vorzuschieben. Es macht sich zum Wortführer de- getarnten Lateinamerika unb will den Völkerbund zto'.ngen. Partei zu ergreifen, der nun tn der schwierigen Lag« ist. eine Desinition zu sinden. die entweder die Vereinigten Staaten vor den Kops stößt — toas man gerne vermeiden möchte —. oder die anderen ameritanjl'v'n Staaten unbefriedigt laßt Es wird ein ästhetischer Genuß fein, zu fehen. mit welchen Formeln sich bie vereidigten Juristen de- Völkerbünde- aus dieser Verlegenheit zu befreien ttachten. Juristen des Völlerbunte- in Gens sind in einiger Verlegenheit. Der kleine mitfelameri- kattische Staat Svstarica hat ihnen eine Ruß zu knacken gegeben, ble sie einstweilen nicht bewältigen können. Eostarica war aus dem Völkerbünde ausgetreten und hat jetzt eine Einladung zur Rückkehr eehaltrn. yot sich dazu auch grundsätzlich bereiterklärt, aber daran die Bitte um chic au I hentl s che Interpretation des Begriffs der Monrvedoktrin qe* knüps:, der sich sehr zu Unrecht tn ter Völker- bund-sahung im § 21 fintet. Die Geschichte ist außerorbentsich kompliziert. Wilson hat als 2öls 2186a- Aufft 6ode auf d Bell Dmkfä htfrm L" L W tan i ten, leftrtg CTtbt Idb? jum ten । btti der arh ,5a! Juri tvchl 9rr kin 2Hai leim «Iw rat über idtr fMktl ersetzt ten 6 nm 8 bttn Mf A u. lio.i jür 6 W ScntTül anßal: m b Darms Mü 5 brhalb der Dvnoustadt kaum da« Brustkorb eingedrückt. Ter sofort herbe - «rille Arzt tonnte nur den bereit« etngeirrtenen Tod lest stellen Peppel hinwrläftt eine Ditwe und ein Kind Der 33jüyr.ge Otto Baumann au« 0lafl bon 200 Proz. auf die Gcwrrteertrag- und Gewerbekapitalsteuer zur Erhebung kommen — Zur Ausbringung ter Kosten, die durch den Aupenverputz der Kirche, die Aeupflasterung te* Lchulyo>es und Mo Bezahlung ter der Gemeinte im Umkfltmd«rerialrea zuge>allerren Obftbäume ent ft. bcn. soll bet ter Kreistparkafse in Dotzlar dne2 nlelhe von 5000 TO f. ausgenommen teerten.,— 3m Anschluß an die Beratung de« Haushaltsplanes genehmigte ter ®cmcinberat ten Antrag des Gastwirte« Schieserttein auf Abhai» ^nfl des Ne»j übrigen Kirchweihfeste« am O Münchholzhausen. 22. Lug. Dir Legierung zu Koblenz hat tem Schulamtstewer» ber Erich Post non hier die Verwaltung einer freien Vehrerstelle an ter evangelischen Volks» chule zu Gehweiler Kreis Simmern, zum l. September übertragen. Zum Lehrer an der lief f gcr. evangelischen Volksschule •at die Legierung den Lehvrr TO ar TO a a ft von < tehw.iler. Kreis Simmern, vom 1. September an endgültig ernannt. 0 Dornholzhausen. 22. Lug. Der G e- mcinberat betchätt'gte sich in seiner jüngsten Sitzung mit ter Bera tung de S Haus- »altsplanes für das Rewnunasjahr 1928 und fafite batei u. a. folgende Beschlüsse Der Schulhof soll mit Kleinpflastrr neu gepflastert teerten; Ne Arbeit fall nach einem von tem KreiSbauamt auszustellenten Kostenanschläge t^fentlid) zur Ausschreibung gelangen. Für den 2 ch u l s a a l soll ein neuer Ofen und zur Gr- gän-ung ter Oehrmittel eine neue Wandtafel bd «I e r. Bruno Granichstaedten. Stolz. Georg Jarno. Laif Denavkv auch ter Dre mäterihaus-Komponist Berte, Die ten Markt" beherrschten Derrn die Operette war noch ihrem neuen Aufschwung, ter um das 3abr 1Ä05 begann, raich von en et Kunstart zu einem Hantel«. unb Effportartitel geworden, zu <*mem großzügigem Industriebetrieb ter aac> ter TO.cten, dem Dienen Diener Bezirk, in tem f*4 da« Theater an ter Dien und das Or^ann» Str aus, »Theater befinden, feinen Stempel auf- drückte In biefer Gegend, tm ttafo Dobner. rm „Museum" und im „ Parate isgattl" Iras ho rllce. was zum .Bau" gehörte, von den Korn- vonisten. ten Librettisten, ten Regisseuren an- gefangen bis zu den kleinen ttfton ft innen, und m dem bekannten Lied »Ich kenn' auf ter Dieben ein kleines 5ho:c. ‘ sand dieses Milieu seine bich- V-r.fche Derklärung Im Sommer vereinigten sich Ne Prominenzen ter Operette hi Ischl, und in biekm beliebten Kurort am Trauneft raub, im Salzkammergut, ist noch heute ter Sitz ter OpereHenbrrle. wo d»e Abschlüsse für den korn- t.tenten Winter mit ten Bühnen Verlegern und Theaterd.rektoren ..getätigt" werten. Beim Konditor Säumer ober im Kursalon, im nahen Laufen ober am Lussensee wurden und werten die neuen Operetten an ten Meistbietenden versteigert. Mitarbeiter gesucht. Heltentenöre und Pri- inadonnen vermittelt und verschachert: da wird komponiert und — abgeschrieben, und die Ehro- nisten des Operettenmarkt» verkündeten in Ifch- ler Bäterbrieten ter Welt die Genstlle te« kommenden Winters In diesem völlig unkünstlerischen Industriebetrieb muhte da« Genre notgedrungen zu ter berüchtigten Schablone erstarren, nach ter feit langem alle Operetten gezimmert sind. Um Gelegenheit zu recht prächtiger Ausstattung zu haben, muftfe die Handlung In möglichst reichem TOilieu, auf Atelsschlöllern. unter Großfürsten ober Ballanpolentaten ober aber be< einem ero- k'fchen Rabob spielen, und das so geschaffene Serrlnld vornehmen Lebens au« ter Perspektive te« Spießbürgers hat, wie man weift, mit ter Wirklichkeit ebenfooiel gemein wie etwa das Milieu des ..Mikado" ober ter „Geisha" mit dem wirklichen Sopor 6harre Schablone auch ter Aufbau ter sinnlosen Handlung im ersten Akt lernen sich unter romantischen Umständen die Liebenden kennen: im zweiten Akt finden sich ihre Herzen, aber an seinem Finale türmen sich, von hochdramatisiher Musik umwogt, ihrer Der- einigung für ewig unüberwindlich« Hindernisse entgegen, tee dann im gewaltsam auf gepfropften dritten Akt plötzlich siegreich Überwunden werden, wobei im happy end auch noch das unerläft- f ich e zwei t e Pärchen, Komiker und Soubrette, sich selig in die Arme zu Iinten haben. Da« alle« hat sich ein Bierteljahrhuntert hin- durch unverändert Hunderte von Malen rrietet- holt, und auch der nach dem Weltkrieg erfolgte Sieaeszug amerikanischer Tanzmusik, dem sich die Komponisten rasch anzu- passen wußten, bat mir die Rhythmen, nicht aber ten Geist ober, besser gesagt, ten Ungeist bie- ler Kunstgattung geändert. An diesem harmlosen Kitsch hat sich eine Generation oberflächlicher Menschen erfreut, ihre Sorgen Darüber pergcUen ober selig tm Tanz gedreht Aber wenn sich schließlich doch die alte Wiener Kultur und ihr sicherer Geschmack von dieser ilnlunft abzuwenden beginnen, so ist das mir eine Erscheinung, die beispielsweise gegenüber ter noch niedriger heften» ten Abart ter Berliner Operette eines Gil- bett. Kollo. Hirsch und Götze schon früher zu beobachlen gewesen ist. In Wahrheit ist auch die Diener Operette nicht toi Ist ist nur das. toa« sich feit Jahr und Tag als Wiener Ope- rette au«gibt Und wenn jetzt ter Trust ter Operettengcofttndustrie verdientermaßen sichtbar Spuren brt Zusammenbruch« zeigt, so ist da« nicht zu bedauern, sondern nur zu begrüben. Es Zeit, daft neue, junge Tatente an die Leihe kommen, daft betonter* neue Librettisten an« Werk gehen. Und die erstarrten Formen ter Operette durch etwas Aeue« zu ersetzen, ist auch b.e Absicht Mar Leinhardt« im Theater an ter Dien. Wenn e« diesem schöpferischsten aller Theaterleuten gelingt, fein Ziel zu perwirllichen und eine neue, zeitgemäßere Kunstgattung an Ihre 0teile zu setzen, so wird der gegenwärtigen Operettendämmerung gewiß nrtch ehre neue Morgenröte folgen. z 31 i e b c r n e e n 22. Aug. Am Sonntag und Montag hielt bie Kreissynobe Wetzlar ihre diesjährige Tagung in ter hiesigen Ge- meinte ab. Die Tagung begann mit einem feier« l‘euar Diakon Denninahau« von Duisburg 0iS Gemeindehelfer angestellt. Die Presbyter i Johanne« Jung und Johannes Wächters- • ’• Ebersgöns wurden durch ten Prs- vrnziai-Kirchenrai durch Verleihung von Shren- niten Misg«re chnet. Für Kirchteuzwecke wirrten zur Verfügung gesteill für die Gemeinde Dtengaulen vom Prswnzias-Kirchenrat 3500 TOL, •yj,, Dorlar ton ter Prvoinzial- ChnotelOOO M5. und vom Provinzial-Kirchenrat M^Am 31. Oktober 1927 hat « Oberkleen ourch Generalsupermtentent Wieber, Garden- eine Kirchenvifitatton Raitgefunten, bk? » voll befriedigend verlief. Alsdann wurde « die Beratung bet Vortage be« Provinz ial-Kirchen- r.a E« ü oer bie Gesangbucherneuerung cm getreten. Kantor Schneiber, Wetzlar, ftiefi ba* ebrfeitonbe Aefovat über ba« teutftte«xzng» ter an be r Dien, bie berühmte Deburts- flätte so vieler klassischer Werke ter heiteren musikalischen Muke, wirb in wenigen Wochen auf- hören. Operettenbühne zu sein. Mar Reinhardt hat da« Hau« gepachtet, und wo zuletzt Ernerich Kalman« ...^erAogin von «b> ‘flfftT jeden Abend m modernen Lhvlbinen über die Bühne tanzte, wird in ter kommende,, Spiel- jeft ernste dramatische Kunst ihren Einzug halten Ater es ist nicht da« Theater an ter Wien allein, ba« sich von ter wienerischsten aller Kunstgattungen abwentef. Roch zu Beginn bieses Jahres gab ce m ter österreichischen Hauptstadt o ch t Operettenbühnen. Aber eine nach ter andern bat ten Kamps auf gegeben und das Genre gewechselt Da« Laimunb-Theater. das Bürger- Lheaier. da« Ear>Theattt. das OtaM-Ifteater - fit alle rauhten das Lennen aufgeben, zur Levue oder zum Schauspiel über- geften. und e« werten fortan, hochgerechne!. drei Theater übrtgblelten in denen die Operette au4> femerftm noch ein? Heimstatt findet An- ges'chk« diese« Mall eilst erven« der Opcrelten- ickihnen baten d e Diener Scchverftärdiaen ter ^ener Operette schon wehmütige Rekroeoge zu widmen begonnen Das große Erve Franz von Supp««, Millöcker« und eine« Johann Straub' ist vertan, da« Hau«, ht tem „Die lüft i g e Witwe" ihren Siegeszug um die Welt begann, toentet sich ab von den alten Göttern. Wo die grozto« auSgefchwungenen Walzer eines Johann Strauß', Franz V4har« und te« verblichenen Lev Fall dos goldene Wiener 5>erz in Begeisterung versetzt haben, werten fünf» tifl die rhythmisch gefchleuterten Beine mehr exerzierender als tanzender Girls und die gölte fchkuernten PhantafickostÜme schöner Figuran- tmnen mehr das Auge als die S>cele ergötzen. Wan kann ten Wienern ihren Schmerz nachfühlen: intern das Theater an ter Wien sich von ter Operette obwendet. tefchlwß, es eint TrÄfttion. die zwei Menschenalter hindurch lebendig war und Umge Zeit für bie Kunstgattung der Operette in ter ganzen Weit vorbildlich gewesen ist. obwohl sie in Wirklichkeit gar nicht in Dien entstanden ist. Denn ihr Schöpfer und pröftttr. bisher nie wieder erreichter Meister war lener Deutsch-Franzose, bet als armer fünfzehn, jähriger Junge au« seiner Heimatstadt Köln nach Paris ging, um dort sein musikalisches Genie zu entdecken und in über quellen der Fri^t» barteif zu entfalten. Es war Jacques Offenbach. Dien Hal gegen Ente ter fftnf- Mfoer Jahve de« vorigen 3aftrbunten« tm Larl» Ibeatcr. dessen Direktor damals Heft rot) war, Won mehrere Offenbackfche Operclfcn kennengelernt. oft* die erste Wiener Aufführung von ..Orpheus in der Unterwelt", die am 27. Mär§ 1860 im Earl-Thealcr fiat tja nb, zu einem künstlerischen Ereignis allerersten Range« wurde. 2 a i rn n n d « poesieburchtränkte Zauder» spiele. Rest rotz« Possen traten mm m ten Hintergrund, und die Operette wurde für die Wiener, die an tem Witz, ter Satire und ter Frivolität des neuen Genres nicht minder Gefallen sanden all» die Pariser, rasch die beliebtere theatralische Unterhaltung. Aus den Spuren Offenbachs bewegte sich auch Franz v. S u p v e. ter in seine Arbeiten jene neue Rote brachte, be tn ter Verbindung italienischer Melodik mit wienerischer Sentimentalität aber auch mit wiene- r schein Humor bestand. Mif Earl Millöcker und Johann Cf rauft bildete Supp« da« glänzende Dreigestrrn au« der ll als Ischen Zeit ter Wiener Operette, die gegen Ente ter achtziger Jahre nach ten Delt- ertolgm des ..Boccaccio", te« Bettel- studen ten-. ter „Flebermaus" und te« ..Zigeunerbaron«" ihren Höhepunkt erreicht hakte und mm langsam tem Versall ent* acgcngfng. Zeller, ter Komponist des.Oberst eigcr«** und ..Bogelhänblers". Heuberger und H. Leinhardt heteuteten Stufen te« Abstieg« in einer Zett, tn ter zwei englische Wetter folge. Sullivans ..Mikado" und „Die Geisha" von Sibneft Jones jahrelang die Diener Operette In ten Schatten stellten. Mit Franz Lshar« ..Lustiger Witwe" begann fhc neue Biüte des Genre«, ba«. ohr.e doch on die Meisterwerke ter bergan genm Epoche tevanzureichen. auf« neue fernen Siegeszug durch die nun auch theatralisch sozusagen aibuftriali- & sich W vv ter zweite Klerßbttitt zu Gnbe ist. am «npEiriblst-sten bemedbar. wenn auch hier und te schon ter Au tterrnai« gc’^Murtm wirb U7id bie Dickwurz aeblättert werten. Den Tuftmin und Kohlral'en. Die Infolge bet langen rrocken he. r toum tcfknb.d find ist ba« Regen- toccer her letzten Tage sehr zustatten gekommen, währenb srühe Kartosselsorten schon abgestorben find, und ter Regen nur noch bei ten späten Sorten tes D-tLstum noch etwas anregen tann. Omen beteuertisven Anblick bieten tee Miesen tn trockenen Lagen Diele zeigen nur ^^-n«elt hatte Grasstengel, während Witten mit grrrugenb'r Bodenfeuchtiakeck einen fälligen Gras- inuift« zeigen, jedoch wird da« Gr.'.s fetzt schon zmn Teil grün gefüttert. Bei ten Kohlpflan - &e r. treten tn größerem Umfange Krank- eiten auf auch übt die Raupe tes Kohl- weiftltng« ihr verterbllche« Werk aus, fo beft btt Aussichten sür eine flute Orale gering sstib Tillfrci». bl. D11lendurg. 23. August. Der Kreis- tag be» villtreise» irai am Mittwoch uor- mittag zu einer dringlichen Sitzung zujamiiien. Zur Beratung stauten zwc» Punkte. - gierst rourbe über ten non den Kommunisten im Laudwge ein- gebrachten Antrag aus llnlhebung ter Vnnbrat» beraten. Dazu lag ein Antrag tei Aibelttgeinein« jchflsl por. in tem gesaat tourte, daß sich der L'anb- rat im WiNfch.ii't»kai,.pse völlig nrutrof und korrekt verhalten habe und ihm Dank für inne Bemühungen zur Beendigung de» Äamp|e» aurge- sprachen wird. — Rach einer lebh.tsten Debatte wurde mit Stilmnenmehrheit tem Vanbrat ba» tBer trauen au»gesprochcn. - Z» Punkt 2 befaßte sich ter Äreishig mit ten ÜJHUrln tur die 2lu»gesperrten. Hier wurde nach einer leb- baslen Aiiesprache beschlossen, den Nrrioan.schuß zu ersuchen, in eine Nachprüfung der Unlerstuyung»- löflc ehuutreten. ffbrmo fallen die ncrautlogien 30 00b Mark für die Pudtel- und Walzwerkardeiter nachaeprüst werten. 3m allgemeincii unirbf beschlossen. weiter zu zahlen und fpäter einen Nachtrag»etat ovrzulegeu. bl. Burg bei Herborn, 22. Aua. Bci Ernte- arbfitrn aus dem Felde st ü r zt, der Landwirt Uoui» Freimüller von einem hochbeladenen .storn- wagen und trug schwere Derletzungen nm Kopse und Halse davon ÄSR. Mandeln, 22. Aug Montag morgen 6 Uftr geriet infolge Defekt» der Suiudjerfammer ein strohgedecktes Wohnhaus in Brand Da» Feuer griss trotz sofortigen Eingreiseus der Feuerwehren de» Orte», non Steindrucken und Slraßedersbach auf dieScheuue und non dieser auf ein ebenfalls au» Wohnhaus unb Scheune bestehendes Anwesen über. Sämtliche (Bebaute wurden ein Raub der Flammen. Außer dem Lieh konnte nur wenig gerettet werden, vor allem sind große Mengen Heu und Körnerfrucht verbrannt. Maingan. Frankfurt a.M. 22. Aug. lWB.) Aus ter Frankfurter Stabivn-Len n bahn ereignet« s'ch om Mittwochabend um 6.30 llftr beim Training ein schwerer Unfall. Der belgische Dauerfahrer Le jvur loHibiertc mit einem zweiten Fahrer, kam zu Fall unb mußte mit einem schweren Schäbelbruch in- ZkranTenftaus übergefüftrt werten wo er bereits um 8 llftr feinen schweren Verletzungen erlag. Der andere Fahrer, ter Frankfurter SLäfer. kam nut leichten Ber letzungen davon. Tagung ber Kreissyno-e Wetzlar in Triederkleen. ter Zuschlag erteilt ttmrte Bei den Oi(mbeton- urbeitr i betrug ba* höchste Angebot 41 263 TOk. ba* niedrigste Lnged-ü Firma Paill Zürn iKassel, 31 239 TOk.. waichem ter Zuschlag erteilt wurde Bei ten Zimmererartetten betrug da« höchste Angebot 8642 RN ba* niete ghe 7248 Mk Der Zuschlag tourte teer nicht tem Wenigst- nehmende-., sondern brrn .tunmermnfter H Bük - fing IV. , Al «seid» zu seinem Angebot non 7366 TOarf erteilt, weil ihr werigftnebmentx Firma feiner ft^ndwerksrnäftigen Betrieb hat Die Kfompneraeteiton tr urten einem Aisselter Handwerksmeister zu Icuiem Angebot von 1115 TOT übertragen ba* höchlte 2lngebr< betrug 1900 TOk Mis ten Maurerarteiten für den Oleubau fh begonnen Worten Dieter soll in diesem Herbst noch fertiggestellt werten Die Kühlanlage im Hotel.Deuffche« Haus", welche teiner- zett von ter Firma Mannesmann geliefert wurde, funfttoniert nicht richtig und muft durch eine neue ersetzt werten 64 liegen hierzu Angebote vor von der amerikanischen Friuda.re'Gttellfchast und von ter Firma Drown, Bavert u. Eo in Mann- Hern Der Zuschlag für die Anlage tourte nach eingehender Prüsuiig ter beiten Systeme durch bi» Daukommission ber Firma Srvton. Boveri u So. zu ihrem Angebot für 3400 TOT. erteilt - .rar ten städtischen Neubau an ber Hochstrafte, welcher V KJ «nb t . , 4 » ln eüiq ml Sprechstunden der Redaktion 12 bie 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. An;eigcnauslräge sind lediglich an die Geschäftsstelle ,u richten. Jur unverlangt eingesandlc Manuskript« ohne beigesügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. V. ttV So« WfrlOf, DedrsenmarU 2)crGn —jtanflnri a. H Stltgtao h > lch« Ql u « < o b I b n g. * Neues Verfahren für bie Stickstoff- lagerung. Eine Frankfurter Firnia hat ein neues Verfahren für die Stickstofflagerung entdeckt. Bisher mußte der Stickstoff bekanntlich unterirdisch gelagert werden: das neue Verfahren gestattet eine ober- irdische Stickstofflagcrung. Auf diese Weise wird eine rationellere Stickstofflagcru"g erzielt. Wie verlautet, steht die Firma rocen der Ausnutzung des neuen Verfahrens mit der holländischen Regierung in Verhandlung. * Kabelwerk Nassau in Haiger sttilge l e g t. Das Kabelwerk „Nassau" hat seinen Betrieb eingestellt und die gesamte Belegschaft mit annähernd 70 Arbeitnehmern entlassen. Die Ursache der Stillegung ist in der Hauptsache in finanziellen Schwierigkeiten zu suchen. Qluf einer am Montag in Köln stattgehabten Gläu- bigerversammlung ist ein Gläubigerausschuh be- Wirtschaft. Oie Gel-marliaussichten. Der Leiter der 'Beratungsstelle für Auslandanleihen, Geheimrat Norden, gibt in der „Deutschen Konfektion" einen Ueberblick über die Aussichten des Geldmarktes und der Wirtschaftslage. Dabei ist es selbstver- > stündlich, dah er auf -die Geldverhältnisse des * Neuyorkcr Markt es hinweist, der bekanntlich f gegenwärtig leine Aufnahmefähigkeit für deutsche Anleihen aufzuweisen hat. Die Situation ist jedoch - nicht ganz so ungünstig, wie sie Geheimrat Norden. auch mit wohlverstandener Rücksicht auf seine Position als Leiter der Beratungsstelle, auffassen muß Zwar liegen in Amerika etwa 300 bis 400 Millionen Bonds deutscher Anleihen in den Tresors amerikanischer Emissionshäuscr. aber es ist damit zu rechnen, daß in nicht allzu ferner Zeit das durch die Erhöhung der amerikanischen Rediskontrote verdeckte, an sich flüssige Aussehen des Neuhorker Geld- und Kapital ma r t - tes wieder in Erscheinung tritt. Das Staatsdepartement hat selbst verlauten lassen, dah die gegenwärrige hohe Diskontrate in Amerika nur von kurzer Dauer sein werde. Hinter dieser Erklärung sind wohl auch politische Gründe zu suchen, die nicht zuletzt auf die Derschiebungen der finanziellen Bedeutung zwischen dem Londoner und Neuhorker Geldmarkt hinzudeuten scheinen. Das große Fragezeichen am internationalen Geldmarkt ist vor allem die Bank von Frankreich, die im Besitze eines ungeheuer • St Heine »folg1 Jet" VW __' ■ 1 J 3 !__ Hraruv^lchc No.ea ...... feodänt>ifc6t Noten...... Ulalienische Äottn...... Norwegische Roten . . . . Demlch- Ctfterr. 1100 Kronen Wamantfdx Roten...... Schwedische Noten...... SLwen-r Roten....... SDänische Noten....... Ischcchoilowakische Noten . . Ungarttche Roeen üln Zusc Par ist r erste bew Hüt intpe ekvr M ■ Unter 3r.f i lisch« Gesangbuch, hob die Notwendigkeit über die angeregte Erneuerung hervor und befürwortete die Annahme der Dorlage. Das Korreferat hielt Pfarrer Dr. Schmidt, Reiskirchen, der in der Hauptsache den Entwurf des dem deutsch-evangelischen Gesangbuch beizufügenden „SonderguteS" der Rheinischen Kirche behandelte: er empfahl die Streichung einer Anzahl Lieder des „Sondergutes" und befürwortete die Aufnahme einer Anzahl neuer, im „Sondergut" nicht vorgefehener Lieder, di« er im einzelnen nannte. DaS Thema löste eine fehr lebhafte Aussprache aus, die damit endete, daß die Dorlage des Pro- vinzial-Kirchenrats mit 18 gegen 15 Stimmen angenommen wurde. Noch der Mittagspause wurden die Derhandlungen fortgesetzt. Pfarrer Lic. Müller, Dutenhofen, als gleichzeitiges Mitglied der Synode Braunfels, überbrachte die Grüße dieser Synode, die zu gleicher Zeit in Wehlar-RiedergirmeS tage Nach einer kurzen Mitteilung deS Superintendenten Wieder, Garbenheim, über die Derpachtung der Pfarr- grundstücke wurde auf bi« den Synodalen im Druck vorliegenden einzelnen Synodalberichte bin» gewiesen. Der Synodalvertretcr für Innere Mission. Pfarrer Koch, Lützellinden, empfahl die Einführung eines sogenannten Inneren MissionS- sonntages, der zweckmäßig m die Trinitatiszeit zu legen sei. Sodann gab Superintendent W i e- d er, Garbenheim, den Voranschlag der Shnodalkasse für 1928 bekannt, welcher in Einnahme und Ausgabe mit 27 003 Mk. obschlieht. Einen sehr wichtigen Punkt der Tagesordnung bildete die Aufbringung der S y n o dal- umlage. Hierzu lag ein Antrag dec Kirchen- gemcmde Wetzlar vor, der eine stärkere Heranziehung der ländlichen Gemeinden zu der Aufbringung dieser Umlage vorsah. Der Antrag löste eine sehr lebhafte Aussprache aus, an der sich insbesondere Gemeindevorsteher a.D. Borck, Hörnsheim, und Presbyter Schmidt, Ahboch, beteiligten. Als Vertreter der ländlichen Kirchengemeinden sprachen sich beide Herren sehr gegen die Annahme des Wetzlarer Antrages aus, wobei Gemeindevorsteher a.D. Borck, HörnSheim. an der Hand ausgiebigen Zahlenmaterials nachwies, in welchem Umfange bei der Annahme des Wetzlarer Antrages die ländlichen Gemeinden höher als bisher zu der Umlage herangezogen würden. Bei der Abstimmung wurde der Antrag der Kirchengemeinde Wetzlar mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Mit Stimmenmehrheit angenommen wurde dagegen ein Antrag der Kirchengemeinden Atzbach-Dorlar und Lützellinden-Hörnsheim, nach dem die Ausbringung der Umlage wieder wie früher erfolgen soll. Ferner wurde noch über einen Antrag der Kirchengemeinde Dorlar auf Einführung eines einheitlichen Bußtages in den Landeskirchen Deutschlands verhandelt, wobei die Mißstände, wie sie sich besonders an den Grenzen verschiedener Länder mit zeitlich verschiedenen Bußtagen ergeben haben, besonders betont wurden. Als Synodalort für das nächste Jahr wurde Dutenhofen, als Synodalprediger Pfarrer K u l k e, Niederkleen, und als defsen Stellvertreter Pfarrer Knieper, Krofdorf, bestimmt. Mit einem kurzen Schlußwort des Superintendenten Wieder, Garbenheim, wurde die Tagung geschlossen. allem Elektrowene, von denen elektrische Lieferungen 3,5 d. $)., Schuckert 2,25 und Siemens 2,25 o. H ein- büßten. AEG , Licht und Kraft, Gesfürel waren je 1,5 o. H. hoher. Montanwerte lagen unverändert still bei Kursrückgängen bis zu etwa 1,5 v. H Rheinische Braunkohlen behauptet. Von Banken verloren Berliner Handelsgesellschaft 2 o. H, Rcichsbank 2,5 v H. Don den Autowerten konnten sich Adler gut behaupten. Kaliwerte verloren etwa 2,5 o. H Deutsche Anleihen lagen gelchaflslos, von Ausländern Rumänen nach wie vor verlangt und weiter erhöht. Im Verlaufe konnte sich die Tendenz etwas erholen, da die Spekulation Deckungsneigung bekundete. Farben waren 1 v. H., Siemens 2,75 o. H. gebessert Am Devisenmarkt war das Pfund international schwacher. Pfund gegen Kabel 4,8525, Pfund gegen Mark 20,370, sonst war Mark gegen Dollar 4,1975, London gegen Paris 124,24, Mailand 92,70, Madrid 29,2*. Holland 12,1050. Am Geldmarkt war Tagesgeld stärker Angeboten, so daß der Satz auf 4,5 v. H er. mäßigt wurde. Berliner Börse. Beilin, 23.Aug. Während man im heutigen Vormittagsverkehr noch freundlich gestimmt war, berrfchte an der Porbörse und beim-of^ielkn Be- finn große Unsicherheit und infolgedessen chwachere Tendenz, Die Geschäfts- losigkeit war unvermindert groß. Auch heute mußten wieder 82 Kurse wegen Orbermangels ge- strichen werden. Bei den Banken lag auch nicht eine Publikumsorder vor, und die Epekulation, die nur unter sich blieb, zeigte eher Neigung zu Abgaben. Vereinzelt haben auch kleinere Abgaben stattgesun- den, und bei der herrschenden Unlust wurde die Mare nur sehr zögernd ausgenommen. Die gestrige Neu- norfer Hausse löste feine Wirkung aus, man achtete eher auf d>e weniger günstigen Momente. Die Arbeitsmarktlage hatte in der dritten Augustwoche eine erneute Verschlechterung aufzuweisen, was beunruhigend wirkte. Ferner die Ungewißheit, ob der Reichs- außenminifter an der Pariser Paflunterzeichnung teilnebmcn kann oder durch seinen Gesundheit^ zustand gehindert wird. Tagesgeld 4,5 bis 6 v. H. und darunter. Monatsgeld mit 8 bis 9 v. H gesucht. Warenwechsel ohne jeden Umsatz 7 v. H und darüber. Für Bemberg zeigte sich etwas Interesse im Zusammenhang mit der Errichtung der zweiten Fabrik der American Bemberg Corporation und der damit ver- bundenen Produktionserhähung. Farben, Reichsbank, Feldmühle, Schuckert, Poluphon waren etwa» stärker angeboten und verloren bis 4 v. H. Deutsche An- leihen lagen schwächer, Ausländer dagegen fester, Bosnier 1,13 höher. Am Rumänenmarkt hielt das Interesse an. 1913 Rumänen 25,75 bis 26 v. H. Im Verlaufe wurde es auf kleine Deckungen hin eher etwas befestigter, doch nur in dem Ausmaß von 1 bis 1,5 v. H. Bemberg und Glanzstoff konnten aus dem angeführten Grunde 5 bis 5,5 v. H. erneut anziehen. Reichsbank verloren dagegen noch fast 1 v. H. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M.. 23. August. Tendenz: Ruhig. Der heutige Produktenmarkt verkehrte in gut behaupteter Haltung. Die AuSlandmrl- dungen sind wieder etwas hoher, jedoch sind die Händler vorsichtig, so daß daS Geschäft sich nur in sehr engen Grenzen bewegte. ES wurden notiert: Weizen 1 gut. gesund, trocken, bis zu 1 Proz. AuSwuchS 24,10 bis 25. Roggen 22,90 bis 23, Sommergerste für Brau zwecke 26.50, Hafer, inländ., alter 26. neuer 22.25 bis 22,75, MaiS (gelb) für Futterzwecke 21,75. Weizenmehl, südd. Spezial 0 33.50 bis 34. Roggenmehl 32 bis 32.75, Weizenkleie 14, Naggenkleie 1525 bis 15,50. Frankfurter Lchlachtviefturarkt. Frankfurt a.M., 23. Aua. Austrieb: 96 Rinder, 900 Kälber, 277 Schafe, 373 Schweine. Es wurden notiert Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 75 biS 80 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 74, geringe Kälber 64 bis 69. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Wast- hämrnel lWeidemast) 48 biS 52: mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genähr.e Schafe 40 biS 47. — Schweine Dollfleischige Schweine von etwa 240 biS 300 Pfund Lebendgewicht 80 bis 83; von etwa 160 biS 240 Pfund 79 bis 82; fleischige Schweine von etwa 120 biS 160 Pfund 76 biS 80 Mk Marktverlauf: Am Schwcuremarkt verblieb nach schleppendem Geschäft ileb«rftanb.' Kälber und Schale rege, auSverkauft. Mraul Mtl u baltu habe, ui brngro ’Mmet berent', berr. h be. vv lam< md)t ctnmi Idee rcftlc s?cms< iigen M biflim Welt llmfd Durch Ne Vsf X Symbol führe btm toenii w ist, d bcrQ unfi , zu be fimft immer ben för dir Sri mz b taitn n nmg Di 8e murbi Boll schef in M man rich An Adel faenöe fitem Nibe J 'S S?/ nktnf stellt worden, der die technischen und wirtschaftlichen Derhältnisse an Ort und Stelle prüfen soll. Die Stillegung bedeutet für die ohnehin unter den wirtschaftlichen Notständen schwerleidende Stadt Haiger und für den gesamten Dillkreis einen Schlag, der nur schwer zu verwinden ist. • Streik in der Herrenkonfektion. In der deutschen Herrenkonfektion ist wegen Lohnstreitigkeiten ein Streik ausgebrvchen. Don dem Streik sind in Frankfurt a. M. bisher zwei Großbetriebe betroffen, in denen am Mittwochmorgen etwa 750 Arbeiter in den Streik getreten lind. — Die Konfektionsschneider in Mainz haben in einer am Dienstag abgehaltenen Versammlung beschlossen, am Donnerstag in drei hiesigen Qtetrieben die Arbeit niederzulegen. — In Aschaffenburg wurde ebenfalls in einer außerordentlich stark besuchten Dersammlung der christlichen Gewerkschaften und in einer Dersammlung der freien Gewerkschaften einstimmig beschlossen, den Teilstreik ab Donnerstag aufzunehmen. Man einigte sich darauf, zunächst Die Firmen Gebrüder Trier. Iakob De sch und August Dordemfelde lahm- zulegen. * Frankfurter Strohhutfabrik AG, Frankfurt a.M. Di« Gesellschaft schließt dos Geschäftsjahr 1927/28 mit einem mäßigen Gewinn ab, wodurch der aus 1926 27 übernommene Verlust von 60 000 Mark sich auf etwa 30 000 Mark ermäßigt bei 200 000 Mark Aktienkapital. Der Betrieb ist nunmehr vollständig auf Mützen- und Filzhuifobrikation umgestellt worden und erstreckt sich in der Hauptsache auf Kinder- und Herrenhüte bzw. Mützen. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind in Anbetracht der vorliegenden Auftragsbestände nicht ungünstig. * 'S) i c Heag kaust das Städtische Elektrizitätswerk Erbach i. O. Die Hessische Eisenbahn A. G hat daS Elektrizitätswerk Erbach i. O. mit dem gesamten Leitungsnetz mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. für einen Kaufpreis von 300 000 Mk. übernommen. Die Beurkundung der Rechtsveränderung hat am Mittwochnachmittag in Darmstadt stattgefunden. Das Erbacher Elektrizitätswerk wurde vor etwa 25 Iahren erbaut. Notwendig gewordene Er- Weiterungen und Umstellungen d:s Werkes haben es ratsam erscheinen lassen, zur Ersparung der hohen Kosten das Werk an die Heag zu verlaufen. Wie verlautet, sollen sämtlich? zur Zeit im Erbacher Werk beschäftigte Angestellte und Beamte von der Heag übernommen werden. Die Strahenbeleuchti'.ngSanlage bleibt im Besitz der Stadt Erbach. Das Baubureau der Heag in Groh-Arnstadt soll nach Erbach verlegt werben. Doraussichtlich wird mit dem Besihwechsel eine Verbilligung des Stromes für die Erbacher Kraftstrombezicher eintreten. • D i« erst« Ammoniakfabrik des holländischen Staates. Wie der D. H. D. erfährt, ist der Firma Mester & Co., G. m. b. H., in Frankfurt a. M. von der Firma Society Anonyme Ammoniaque Shnthetique et Derives in Brüssel ein Auftrag für die Lieferung von Stickstoff- und Wasserstoff-Erzeugungs-Anlagen, welche an die Staatsmynen in Limburg (Hollandgeliefert werden, erteilt worden. Die Anlagen werden auf Grube Maurits bei Heerlen zur Aufstellung gebracht. Die Anlagen zerlegen stündlich 20 000 Kubikmeter Koksofengas und 5000 Kubikmeter Luft. Die hieraus erzeugten Wasser- ft off- und ©tiefft affinen gen genügen zur Herstellung von 100 Tonnen synthetischem Ammoniak pro Tag. Sie arbeiten nach Dersahren und Konstruktionen des Inhabers und Geschäftsführers der Firma Mefser & Co., G. m. b. H., des Ingenieurs Adolf Messer. Es sind im In- und Ausland« hierauf Patente erteilt und an» gemeldet. 5’taiiliurtcr Börse. Frankfurt a. M., 23. Aug. Tendenz: schwacher. Nachdeni bereits vorbörslich eine merkliche Unsicherheit fühlbar war, erfuhr die Tendenz bei Beginn des offiziellen Verkehrs eine allgemeine Abschwächung. Die trotz immer noch herrschender Geldvcrsteisung weiter feste Neuyorker Börse konnte dem Markte heute keine Stütze bieten, da der unveränderte Ordermangel auf das Kursnioeau drückte, außerdem war man verstimmt über die nach den Berichten der Landesarbeitsämter festzustellende Z u- nähme der Arbeitslosigkeit. Nach den gestrigen Deckungen schritt die Spekulation zu Ge- winnsicherungen, zu denen auch der nahe Ultimo wieder Veranlassung bot. Das Angebot war nicht groß, doch hat andererseits kaum Aufnahmelust be- standen. Auf den meisten Märkten traten 1- bis 2-v. H. Kursrückgänge gegen die gestrige Abendbörse ein. Stärker angeboten waren Farben, die 3 o. H. nachgaben. Scheideanstalt verloren von ihrem gestrigen Gewinn 2,25 v. H., Holzverkohlung blieben gut behauptet. Angeboten waren ferner vor wotin 'm S" großen Devisenvorrates ist und nach der Stabilisierung ungeahnte Möglichkeiten am internationalen Geldmarkt besitzt. Don ihrer Goldpolitik wird die Gestaltung auch der internationalen Geldmarktlage in Zukunft maßgeblich beeinflußt sein. Die Rolle Frankreichs als Kreditgeber hat bekanntlich bereits auch für Deutschland Bedeutung gewonnen, denn ter ein getretene Abzug besonders kurzfristiger amerikanischer Gelder ist von den deutschen Banken durch die Hereinnahme französischer ausgeglichen worden. Ob der französische Geldmarkt für langfristige deutsche Anleihen in Frage kommt, kann man heute noch nicht sagen, denn der Geldbedarf Frankreichs selbst ist. eine Folge der Staoilifierung. zunächst groß, und bekanntlich stehen größere InvestitUlionsprogrammc in Frankreich vor der Durchführung, täe_ aller- bmgd auf Betreiben des französischen Finanzministeriums zum überwiegeirden Teil soweit als möglich auf Reparationskonto zur Abwicklung gelangen. Die Anleiheaufnahme Deutschlands im Ausland? hat im ersten Teil dieses Iahres zum 3>il Rekordziffern aufzuweifen gehabt, die aus ihr herrührenden Mittel sind noch nicht voll aue- genuht, so daß vorerst unmittelbare Auswirkungen der verschlechterten Anleihemöglichkei'en in Amcrcka nicht eintreten werden Hinzu kommt, dah dre amerikanischen Emissionshäuscr die Zahlung der Anleihen garantiert haben, ganz unabhängig davon, ob tatsächlich di: Emission der Bonds durchgeführt ist. Darin, dah in diesem Iahre mit einer Diskontermähigung nicht mehr zu rechnen ist, muh man mit Geheimrat Norden übereinftimmen. Deutschland muh an dem Zinssatzvon 7 Prozent als dem seiner wirtschaftlichen Lage und seinen Kreditverhäll- nissen entsprechenden Landeszinsfrih festhalten, da eS die >Zufuhr ausländischen Kapftals vorerst nicht entbehren kann und ausländische Gelder nur zu »erhältnismäßig hohen Zinssätzen in deutsche Anlage gehen, zumal da die Wirtschaftskonjunktur tatsächlich im Zeichen des Rückganges steht und man der Entwicklung im Winter mit einiger Sorge gegenüberstehen muß. Auch selbst b:i einer Klärung der gegenwärtig über der internationalen Geldmarktlage liegenden Unsicherheit muh dies beachtet werden. Schwierigkeiten für die Erntefinanzierung. auch bei einer allgemein erwarteten guten Mittelernte, werden sich jedoch keinesfalls ergeben. Oer deutsche Außenhandel im Juli. Der deutsche Außenhandel zeigt im Iuli 1928 im reinen Warenverkehr einen Einfuhrüberschuß von 268 gegen 215 Mill. Mark im Dormonat. Die Einfuhr hatte ihre im Iuni wieder in Erscheinung getretene Steigerung auch im Iuli bei behalten. Die Zunahme von 74,3 Millionen Mark erklärt sich jedoch überwiegend durch Terminabrechnung im Niederlageverkehr. Die hierfür besonders in Betracht kommenden Waren, wie Kaffee, Tee. Kakao und Mineralöle haben allein eine Einfuhrsteigerung um 70.5 Millionen Mark aufzuweisen. Bei einer Reihe anderer Waren sind die Erhöhungen in erheblichem Umfange saisonbedingt. Diese haben auf die Gesamtentwicklung nur geringen Einfluß gehabt, weil sie größtenteils durch Rückgänge ausgeglichen wurden. An der Steigerung der Gesamteinfuhr sind Lebensmittel, Rohstoffe und Halbfertigwaren beteiligt. Fertigwaren wurden dagegen geringfügiger eingeführt. Die Einfuhr von Gold betrug 119,1 Millionen Mark, mithin gegen den Dormonat 70,6 Mitt. Mark mehr. Das Gold flammte zu drei Dierteln aus Rußland, der Rest fast ganz aus Großbritannien. Auch die Ausfuhr ist im Iuli wieder etwas gestiegen. Die Zunahme von 21,6 Mill. Mk. hat in erheblichem Umfange Saisoncharakter. Mit 18,9 Mill. Mk. entfällt sie überwiegend auf Rohstoffe und mit 4.2 Millionen Mark auf Fertigwaren, während Lebensrnittel und Getränke um 2 Mill. Mark zurückgingen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführt en Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — ReichSbankdiSkont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 3 Prozent. WelD "Wie t - 177772 nl.45- ' i67,;; 166,45 21,96 22.1.4 111.70 112,14 59. M 2.545 2,5-5 UI.83 112,47 60,6{ *0.91 09.46 69.74 U.3H7 12,457 11.9Q 73.20 Jranhfurt a.M Berlin JranMurt a. M Berlin Frankfurt a. vt Berlin Schlich- 1-Uhr- öchluh Anfang Schlutz-1 l-Uhr- Sdjiufp Untang Schluh- 1-Uhr- Schlich- Untang Aure Rur» Rur* Rur» Rur» ( Rur» Rur, Rur» Rur» Hur» ,,fiu”. Rur» Datum 23.8. 23.8. 23.8. 23. 8. Datum: | 24. 8. | 23 8. 22. 8. 23.8. Damm: 24. 8. 33. 8. 1«.». , <3. 8. 6% Dt. ßretchtanlkche t>. 1927 . Dt. ■nl..«blöl..3diulo mü 5Lu4- 87,13 — 87.5 — a.u.®...........8 17» 176.6 177.75 17b Phllipp Hoizmami 143 143. L — 51.25 Bergmann..... • • . 9 193.5 197,9 196.25 keidelderger llewenl.... 10 — IM — U)|.-9er. SlanjsloN ...... 18 Bemberg ........ 14 Zellstoff Walddof.....12 Zellstoff,;<« etaant 6.1910 4%% bHfll. von 1914..... 4% Un(ianld>< Äronenrto..... 4% türf. ^oUanlcUK v. 1911 . . 4% tilrfiidje Saedodl-ahn-wü., Serie l .......... 4% beiflL Sertt II....... «umlnen connrrt. Rle. . . . 41,% (Rumänen »rlNud von 1919 3.1 — 2.05 2,05 ©jener GteinlabU......8 üldientircfiaiet ... t H 3- 4 fcarptnet ..... ..... 6 Vcef* Eisen. ...... .8 vergdau ........ 6 < cknenverie ....... .7 fljln-Seudlat...... . 9 Mannesmann..... 8 Mansfeld«.........7 Cberiälel. ®tenf>. Bebatf. . . 5 Oderschlei. »oBmedt.....6 - 126.5 153,5 255 121.5 136 125.5 152 135,75 128 126 152.5 134.5 254 U2 130.25 136.25 109 125.25 150.5 134.25 120.7* 131 108.4 103.75 — Ludw. Loewe ....... 10 Nal. 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