Nr. 17' Lrftes Blaff 178. Zahrgang Montag. 25. Zuli 1928 8r|ä)< i*i Sonwtcq» erlag* Beilage». Lietzener FomiNendlLNe» Helwal im VUd tXe Scholle Sleiati»Be3»C»Pttb. Z Xeid^eark unö 20 7keich»Pfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge Häherei (Bemalt Fernsprechanjchlasse: 61. M und 112 Anschrift für vrohtnach- richten: Anzeiger Gtetze». Potld?edtonlo: gteiffiirt am Main 11688. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk Mkv Verlag: vrühl'lche UNioerßtLlr-vLch- enö Stetnöniderd R. tauge in Sietzen. 5christlettnng und SeschSstrftelle: Schnlltratze 7. Annahme ovn Anzeigen für die Iage»nummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Hitze für Anzeigen von 27 mm Steile önlich 8, autmäH« 10 Neichsptennig- für Ne- Klameanzeiqen von 70 mm Breite 35 Neichrpfennig, Platzvorschrift 20*, mehr. Chefredakteur Dr JVrtebr. Wild. Lange. BeraniwoNlich fürPolittk Dr. Fr Wiih Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für ten übrigen Teil Ernst zeigenteil Jiurt HiNmann, sämtlich in (Biehen Glänzender Verlauf des Wiener Sängerfesies. Die Anschlußkundgebung der deutschen Sänger. Töten. 21. 3uIL (X.-U.) 3m Rahmen des SängerbundeSscste« fand am SamStag die grobe Rnlchlubtundücbung in der Sängerhalle statt. Sie war gleichzeitig mit ter britten arohen Ausführung txrrbunten. die, wie die beiden vorhergehenden Aufführungen, von 40000 Sän- gern auSgeführl wurde. Der Zudrang deS Publi- kumS war heule noch viel größer als an den vorhergehenden Tagen. Obwohl in ter Sänger, holle etwa 80 000 Menschen Einlaß finden können. muhten viele Taufende an den Kaffen zurückgewiesen werden, weil die Halle bereit« voll war. Diese zahlreichen Menschen blieben auf dem Festplahe und hörten die Reden und musikalischen Darbietungen durch die angebrachten Lautsprecher an. Man sah unter den Ehrengästen u. a. den deutschen Gesandten, Grafen Lerchenfeld, und den Reichstagspräsidenten LSbe. Zwischen diesem und dem Reichsinnenminister Severtng sah ter Wiener Oberbürgermeister Seitz. Die Regierung war durch den Minister Waber vertreten. Ferner sah man die Spitzen der Fetzorganisatton und sämtlicher rcichS- teulschcn Verbände sowie des Deutsch-öfter- reichischen Volksbundes und der deutsch-österreichischen Arbeitsgemeinschaften. Den Anfang des Programm- bildeten wie bei den bisherigen Aufführungen die .Fanfaren" von Richard Straub und die .Hymne an Schubert", die von dem Gcfamtchor gesungen wurde. Dann bestieg, von grobem Beifall begrüßt. Rechtsanwalt Znednch Liszt, Berlin, die Dirigentenbühne zur Begrüßungsansprache, in der er auSsührte. daß das österreichische Land und di« Stadt Wien deutsch bleiben würden, solange es ein deutsches Doll und eine deutsche Volks oerbundenhei t gebe. Der Redner weihte dann den gefallenen Brüdern im Weltkrieg ein Gedenken und führte weiter aus. dab die Schict- salS gemein schäft des Weltkrieges verwirklicht hätte. was der Sängerbund aus ferne Fahne geschrieben hatte, eine allgemeine deutsche Volksverbundenheit, ohne Rücksicht auf politische Grenzen, zu schassen. Wie sollte es da anders sein, als dah der Heist« Wunsch auf- steige, das geistige Drostdeutschlund auch nach austen hin «S ein einiges Droscheutschland ersteben zu lassen. Wenn auch tausend Bedenken ter Verwirklichung dieses Gedankens entgeaen- ftänden, so fühlten die deutschen Sänger es doch zu tief, dast «S nationale Pflichten geben dürfe, die ein Voll nie ausgeben dürfe, ohne sich selbst aufzugeben. »AuS den Flammen der Begeisterung des heutigen Tages", so schloß der Redner, .möae die Liebe zum großen deutschen Daterland e. befreit von allen Schlacken und Borurteilen, erstehen, damit die Welt sieht und erlentti, dah der Deutsche Sängerbund und jeder ejnzeine seiner Sänger nur das eine Ziel im Auge hat. durch die Pflege des deutschen Liedes dem deutschen Ged anlen in der Welt zu dienen, für Alldeutschlands- Einigkeit und Gröhe Wir grühen dich, du grvsteS deutsches Vaterland, aus überströmendem Herzen mit brausendem Heil.ruf. Wir erneuern das Bekenntnis zu dir in den machtvoll dahin- strömenten Klängen des Deutschlandliedes, das in seiner Verkündung der Worte des norddeutschen DichterS mit dem von einem österreichischen Dunster geschaffenen Tönen das Sinnbild deutscher Verbrüderung unlöslicher deutscher SchicksalSver- bundenheit ist." Liszt wurde wiederholt durch stürmische Beifallskundgebungen uno häusiae Hellrufe unterbrochen. AlS er in seiner Rede der gefallenen Sänger gedachte, erhoben sich Sänger und Publikum einmütig von den Sitzen. ES trat eine weihevolle Pause ein, die mehrere Minuten dauerte. Hierauf erhob der Dirigent Keldorfer den Taktstock und die Sänger setzten zu dem Liede ein: .3 ch hatt' einen Kameraden." DaS Publikum fiel geschlossen in den Gelang ein. Darauf setzte Rechtsanwalt Liszt seine Rede fort. AlS er schloh. brach ein tosender Beifall aus. der kaum ein Ende nehmen wollte. Darauf wurde von Sängern und Publikum gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. Rach der An- schluhseier wurde das mu-ikalifche Programm unter der Leitung von Professors Wohlgemuth (Leipzig) fortgesetzt. Oer Feflzug. Wien. 22. Juli. (T.U.) Am Sonntag veranstalteten die deutfchen Sänger einen gewaltigen Fest- zug, der einen glänzenden Verlauf genommen bat. Die ungeheure Arbeit und vor allem die organisatorische Leistung, die es zu bewältigen galt, wird durch einige Zahlen veranschaulicht. 3m Festzug marschierten 7000 Vereine mit rund 150 00U Mit- gliedern. Sie hatten rund 500 Bannerwagen und ctu>a 6800 Einzelsahnen und Standarten im Zuge. Den polizeilichen Ordnungsdienst versahen 5000 Mann der Sicherheitswache und 9000 Ordner und Ordnerinnen des deutschen Turnerbundes und der (Tbriftlid^n deutschen Turnerschaft und 1500 Mann Bundestruppen. Die Organisation der Wiener Aerzte hatte sich dem Ordnungsausschuß des Festes freiwillig zur Verfügung gestellt und im Verein mit der Rettungsgesellschaft zwölf Rettungsstationen, zehn Sanitätsposten und 120 Erfrifchungs- stotionen, in denen Pfadfinder tätig waren, errichtet. Die Zahl der Bannerwagen wäre wohl noch größer gewesen, wenn in Wien und In den Orten der Umgebung für die von den Vereinen verlangten Bannerwagen noch Pferde auhutreiben gewesen wären. Dem vorzüglich ausgearbeiteten und durch- geführten Organilationsplan des Festzuges, dessen Schöpfer General Irautroeiler ist, ist es zu verdanken, daß der Festzug. abgesehen von den im Verhältnis xur Größe der Veranstaltung geringen Unfällen, glänzend verlaufen ist. Aus tem Festzug sind unter der groben Fülle ter vorbeimarschlorenden Vereine und ter öarge ft eilten Gruppen folgende Einzelheiten besonder- hervvrznheben: Bon den Zuschauern wurden besonders die deutschen Gänger auS Amerika. begrübt, die nach den deutschen Sängern aus Windhuk und Swakopmund solgten. Da sind die Vertreter des Sängerbundes San Franzisko, des nordamerikanrschen Sängerbundes 3n- dianopolis, Arion-Drvollyn, der Gesangverein ter deutschen Turnvereinigung Reu-OrleanS, der Mozartverein hi Reuyork, ter österreichische Gesangverein in Reuyork .Blaue Donau", ter Gesangverein aus Eleve land und ter deutsche Gesangverein auS Ohio zu erwähnen. Reuyork ist ferner noch durch den Schubert-Verein vertreten. Auch Südamerika hat verschiedene deutsche Sängervereine entsandt, darunter den Bund ter deutschen Männergesangvereine von Santiago de Ehile und der Deutsche Sängerbund auS Sav Paulo. Run folgen die Baltischen Staaten, und zwar sechs Vereine aus Reval und Riga, dann ter deutsche Männergesangvereian Oslo, hieraus 19 Vereine des Deutschen Sängerbundes inP o l- nisch-Oberschlesien und weitere 29 deutsche Vereins aus Polen. 3hnen folgten 28 Vereine auS Rumänien, in ihrer Mitte ein schöner Wagen ter Siebenbürger Sachsen in ihren Volkstrachten. Die Schweiz ist durch ten Züricher Männerges angverein oct treten. Jugoslawien durch acht Vereine. Ungarn durch ten Budapester Verein. Run tarnen noch stürmischer begrüßt als die übrigen Vereine, die Vertreterderbesetzten Gebiet e.D est » deu tschland-, der hessische Sängerbund mit einem Zest- wagen des Gesangvereins ^Zrohsinn^ aus Bad-Nauheim, ter pfälzische und nassauische Sängerbund mit tem Festwagen deS Schubert-DundeS »Wiesbaden als Weltkurort am Rhein". Dann folgten Festwagen teS Gesangvereins »Frohsinn" aus Bad Ems. dann der Rheinische Sängerbund mit zwei Festwagen. Die Sänger aus Trier trugen eine Tafel .Besetztes Gebiet". Die Koblenzer hatten eine originelle DacchuS-Gruppe als Sefttoagen. Run folgten die Sudetendeutschen aus Böhmen. Mähren und Schlesien mit Festwagen teS suteterrdeutschen Heimatbuntes. ter Liedertafel Weivpert und ter Liedertafel Tilsit, hierauf die Deutschen auS ter Slowakei. Großes Aufsehen erregte die Gruppe des preußischen Provinzialsängerbuntes (Königsberg und Danzig). Sie wurden von deutschen Ordensrittern zu Pferd und in schwerem Harnisch mit tem Wappen des deutschen Ritterordens begleitet. Mit ihnen zog eine Marienburger Droschke, deren Führer Paul Ricke! eigens zum Fest zuge die Fahrt Marienburg— Wien gemacht hat- Der deutsche Schulverein brachte einen Festwagen .Grenzlandsänger". Ihnen folgte die Gruppe ter österreichifchen Alpenländer Steiermark. Kärnten, Oberösterreich. Salzburg. Tirol und Vorarlberg, durchweg in ihren malerischen Trachten. Die Steiermark hatte einen Festwagen, der ten Erz berg DarftcIlL Der Salzburger Wagen hatte das Motto: .Stille Rächt, heilige Rächt". Der Vorbeimarsch ter S a ch s e n. etwa 18 000 Mann, dauerte eine Stunde. Ihnen folgten 39 akademische Sängerschaften aus Aachen. Drcslau, Br mm. Danzig. Dresden. Frankfurt a. M.. Freiburg (Breisgau). Göttingen, Heidelberg, Hohenheim, 3nn5brud, 3ena, Kiel, Köln, Königsberg. Leipzig. München. Prag. Rostock, Stuttgart, Tübingen. Wien und Rurn- berg sowie ter Wiener W a f f enr in a. Die Chargierten waren beritten und in vollem Wich^. Ihnen folgte die R o r d m a r k, Hannover. Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg. Ham- burg-Qntona, die Vereinigte Dorddeutscho Liedertafel Oldenburg, mitten im Zuge ein getixu* tigeS Siers atz aus Dortmund und ein Fvch- dampfer aus Bremerhaven. Dann kam die Provinz Sachten, Anhalt, Südbayern und Franken, die Arbeitsgemeinschaft ter Daye rn, ein Festwagen ter Münchener Sängerrunde. Run folgten die Sänger aus Berlin, Brandenburg. Pommern, Thüringen, Kurtz essen. Die Berliner brachten auf einem Festwagen ihr Wahrzeichen, das Brandenburger Tor. mit Es folgten die Schwaben. barm die Badener. Schlesien zeigte il a. ten Bunzlauer Topf und eine Rübezahl- gruppe des Sängergaues Hirschberg. Rumnehr folgte eine ter schönsten und größten Gruppen, der ostmärkische Sängerbund zu dem Wien, Niederösterrcich und das Burgenland gehört Don einer Reiterschar angeführt, zeig» diese Gruppe einen geschmackvgllen Festwagen „Cie Königin des Liedes". Die Hauptfigur war ein schönes Wiener Mädchen, umgeben von zwei Wienerinnen im Biedermeier-Kostum, einer Niederösterreicherin und einer Burgeniänderin. Dieser Gruppe folgte in einem vierspännigen Wagen Schulrat Falsch, der Organisator des Wiener San- gersestes. Hinter ihm fuhren seine verdienstvollen Mitarbeiter. Nun folgte die Gruppe „Volks- tum und Heimat", die künftlerifche Bilder österreichischen Volkslebens und alter Gebräuche und Sitten veranschaulichte. Sie bot eine selten chöne und vollständige Schau öfter reicht- cher Volkstrachten von einst und jetzt. Man ah eine Allwiener Ausfahrt, einen Erntefesttug u. a. mehr. Die in Wien ansässigen Egerländer zeigten eine ganze Spinnstube. Die Abkömmlinge Der Sprachinseln aus Mähren, dem früheren Oesterreichisch-Schlcsien, und die in Wien wohnenden Siebenbürger Sachsen sitzen einträchtig auf den Bärenfellen eines gemeinsamen Festwagens. Die Oberösterreicher zeigten eine goldene Hochzeit vor hundert Jahren, eine Drescher Gruppe und eine Mostpresse. Sehr schön waren auch die Salzburger Trachtenwagen und ganz besonders beachtenswert die Tiroler Gruppen, unter denen sich auch eine alte Landsturmgruppe aus ter Andreas-Hoser-Zeit befand. Dann kamen die D o r • arlberger, die Kärntner mit einer Bauernhochzeit, st eiermärkische Scheibenschützen, burgenländische Difchossreiter usw. Huldigungen vor dem Bundespräsidenten. Von ten vielen Darbietungen kann natürlich nur eine Auswahl genannt werten. Es müßten noch manche historische Fahnen und andere wertvolle Stücke genannt werden, die hier aus sorgsamer Hut feit langem zum ersten Male wieder an die Oeffentlichkett tarnen. Der Festzug, welcher sich heute vormittag um 10 Uhr in Bewegung gesetzt hatte, zog mit seinen letzten Truppen erst um 7 Ahr abends durch den Ring an den Tribünen der Ehrengäste vorbei, also neun Stunden nach Beginn. Rach dem Vorbeimarsch der Düste waren es die groben Wiener Gesangvereine, die mit den besonders abwechslungsreich und lünftlettfd) gestalteten Gruppen der Gesangvereine der österreichischen Länder den Schluß bildeten. Als letzter marschierte der Schubert bu n d, auf seinem Festwagen eine überlebensgroße Düste Franz Schubert-, unter dessen Zeichen ja daS ganze Söngersest gestanden hatte, vor das Zelt des Bundespräsidenten Hainisch, der. von einer kleinen Mittagspause abgesehen, trotz der ziemlich empfindlichen Hitze vom frühen Morgen ab den ganzen Tag ausgeharrt hatte. Der Schubert-Bund huldigte dem Staatsoberhaupt durch den Süngergruß und brachte dadurch das in glänzender Weife gelungene zehnte deutsche SängerbundeSfest zu einem schönen Abschluß. Die Hessen in Wien. Eine gewaltige Kundgebung deS Hessischen Sängerbundes auf dem Karlsplah. Wien. 22. 3uIL Eine Svnderkundge- bung deS Hessischen Sängerbundes aus dem KarlSplatz in Wien gestaltete sich zu einem besonderen Ereignis im Rahmen teS deutschen Sängerbundessestes. Eine unübersehbare Menschenmenge hatte sich um ten KarlSplatz eingefunten, der sich dem Auge im schönsten Schmucke darbot. Am Kirchenportal halten die Fahnenträger Platz gefunden, in der Runde nahmen die fast 2000 Sanger deS hessischen Sängerbundes OhifftcUung. Lautlose Stille herrschte, als BundeSchormeister R a u m a n n den Taltstock erhebt und in freudigem Bekenntnis braust „Das Deutsche Lied" von Kalliwoda zum Himmel empor. Tiefen Eindruck löste ter Gesang auS: als ter letzte Akkord verklungen, setzt ein brausender Beisall ein. Wieder wird es stlll in der Runde, alS der 1. Buntesvorsihente des hessischen Sängerbundes, Ministerialrat Dr. K. Siegelt in einer Ansprache u. a. etwa folgendes ausführt: „Die großen Feste des Deutschen Sängerbundes verfolgten von jeher hohe künsllerifche und vaterländische Ziele. Sie bedeuten nicht mir Höhepunkte in ter Geschichte des Männergesangs, sondern auch in der vaterländischen Geschichte überhaupt — unvergeßlich für alle btejenigen, die sie rniterleben durften. 3n der Tat, mit Porten laßt es sich nicht beschreiben, wessen die Macht des Gesanges an solchen Tragen fähig ist. Das Mit- genießen der reinen und edlen Freuten ter Sangeskunst, die von einem zum anderen übersprühente Begeisterung, das gemeinsameDekenntnis zum geliebten deutschen Daterland verbinden die Herzen der Sänger mit heiliger Kraft und finden Widerhall auch tief in der Seele eines jeten im Volke, tem Sangeskunst und Vaterland nicht leere Begriffe find. Liebe Freunde! Was in dieser Beziehung aber in Wien geboten wird, übertrifft alles bisher Dagewesene. 140 000 deutsche Sänger! Nicht nur aus dem ganzen Vaterland, auch aus fremden Ländern und fernen Erdteilen jenseits ter Meere sind die deutschen Sangesbrüder zusammenaeströmt, um gemeinsam ihren hohen Idealen zu huldigen. Jeder fühlt mit Stolz, daß es auch auf i h n ankommt, jeder steht unter dem gewaltigen Eindruck großer Geschehnisse. Das macht Wien tem deutschen Sänger wohl so anziehend? Ift's die alte Kaiserstadt mit ihrer klassischen Schönheit, mit ihren herrlichen Baudenk- malern und unermeßlichen Kunstschätzen? Ist's die liebenswürdige, lebensfrohe An der Bevölkerung, ter gemütliche Ton, das Wiener Leben, das uns reizt? Gewiß ist es für uns alle sehr verlockend, das schöne Wien — das Entzücken ter ganzen Well — mit eigenen Augen schauen zu dürfen. Die Gedanken der Sänger gehen aber auch tiefer. Wien ist die Stadt unseres Franz Schubert, — Wien ist die Stadt ter Lieber und des Männergefangs, — Wien ist der musikalische Mittelpunkt der Welt, die Stadt, in der die größten Musiker aller Zeiten gewirkt haben. Neben der Vergangenheit und Gegenwart gelten unsere Gedanken heute aber auch ter Zukunft, — ter Zukunft der sechs Millionen österreichischen Brüder, — der Zukunft der Länder Oe st erreich und Deutschland, ivelche sich zu einem Land vereinigen möchten. 1918 — am Ente des Weltkrieges — war der Zusammenschluß nahe. Die Volksvertretung in Wien hatte gesprochen. Vertteter Oester- reichs haben an unserem Derfasiungswerk mitgearbeitet. Da witerfprach die Welt. Unsere ehemaligen Gegner liehen es nicht zu. Aber dieser Widerstand wird eines Tages durch einen Sieg d« r Vernunft geb r o che n werten. Aufholten kann man ten Zusammenschluh- gedanken wohl, aber töten kann man ihn nicht. Immer lauter wird er ausgesprochen, und namentlich öle deutschen Sänger, die unter der grohlinigen Führung des Deutschen Sängerbundes schon mehr Einfluß aus den Gang ter Geschichte genommen haben, werden nicht ruhen, bl» das Ziel der Sehnsucht ter beiden Völker verwirklicht ist. Sprechen wir nicht dieselbe Sprache? Singen wir nicht dasselbe Lied? Sind wir nicht Brüter eines Stammes? Darum gibt eS kein Zögern und Fragen, wenn etwa ter Zusammenschluß größeren materiellen oder politischen Vorteil bringt — ein Zusammengehen ist nationale Pflicht. Mögen die Regierungen auch noch so zurückhaltend sein — die Völler streben zueinander und verlangen nichiS anderes, al« daß das vielgerühmte Selbst- bestimmungSrecht, das so oft au ihrem Rachteil ongewendet toorten ist, nun endlich auch für alle gelte. 3n diesem Gerste sind die deutschen Sänger nach Wien gezogen, in diesem Geiste find fie auf genommen: 3m Herzen und im Liede gleich 3st Deutschland und Deutschösterreich. Gewiß wird eS für unsere Staatsmänner noch manche schwere Frage zu lösen geben, über die man nicht einfach im Drange ter Begeisterung hinweg^chretten kann. Aber daS Wichttgerc find heute die treibenden Kräfte. Zu ihnen soll und will auch da« 10. Deutsche Sängerbuntestest gehören. Alldeuttchland mutz erblüh'n. Das ist das Lied von Dien! Die Rede sand begeisterten Beifall. 3ebe«ma{, wenn der Anfchluhgedanke in der Rede vorkam, wurden Hochrufe auf Hessen und auf Deutschland ausgebracht. Der Abschluß der Svnder- funbgebung bildete „Das BundeSlied" von Mozart. Aus Taufenden und aber Taufenden von Kehlen erschallte dann das Deutschland! cd, dann folgten Heilruse auf ten Hessischen Sängerbund, auf Hessen und auf Deutschland. Oer Reichsbahntarif. Bor Anrufung des Reichsbahnschicdsgerichts. Eigener Drahtbericht des „Gießener Bnac'igers". Berlin. 23. Juli. Die Besprechungen zwischen der Reichsbahngesellfchaft, dem Reichsfinanzminifte- rium und dem Reichsverkehrsministerium, die sich mit der Frage derBeschafsungneuerfinan- zieller Mittel für den Betriebs- und Beschaffungssonds der Reichsbahn be- fassen, und die auch noch fortgesetzt werden, scheinen, wie wir zu wissen glauben, doch mehr und mehr zu dem Ergebnis zu kommen, dah der ursprünglich ge- dachte Plan, die Finanzmittel auf dem An- le i h e w e g e zu erfassen, wenig Aussicht auf Durchführung hat. Das Reichskabinett, das, obwohl es auf der Tagesordnung für die letzte am Montag ftattfindende Kabinettssitzung vor den Ferien nur laufende Angelegenheiten angesetzt hat, sich ttotz- dem abschließend nunmehr auch noch in dieser Sitzung mit dem Problem ter Tariferhöhung befassen wird, dürfte auch jetzt noch zu keinem anderen Ergebnis kommen, als eben dem, daß eine Tariferhöhung wirtschaftlich nicht tragbar wäre, so daß dann die Reichsbahn den nächsten Schritt unternehmen wird, und das Reichsbahn- Schiedsgericht anruft. Es läßt sich natürlich noch nicht überblicken, zu welcher Stellungnahme das Schiedsgericht kommen wird, doch müßte mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß die Tariferhöhung auf diesem 2öege dann doch durchgesetzt werden wird. Wann es zur Anrufung des Schiede gerichts. wozu die Reichsbahn fest entschlossen zu sein scheint, kommen wird, stehl noch nicht fest. Doch kann man wohl annehmen, daß schon diese Woche in dieser Beziehung wenigstens Klarheit bringen wird- 3u bedauern ist nur, daß diese Frage wieder einmal in ein« Zeil fällt, wo das Parlament sich gerade in den Ferien befindet, so daß von dieser Seite keine Möglichkeit gegeben ist, einen Einspruch gegen die in jeder Beziehung untragbare Tariferhöhung der Reichsbahn zu erheben. Oas Reichsfchulgeseh. Eia dcutfchnationaler Znitiativ-Antrag Berlin, 21. 3uli. fVDZ.) Der deutsch- nationale Reichstagsabgeordnete und Reichs- Innenminister im letzten Kabinett Marr. D r. v. Keudell, hat mit Unterstützung der übrigen Mitglieder der drut^chnationalen Reichstagsfrak- tion jetzt tn Form eines Antrages seinen Entwurf zu einem Reichsschulgeseh vorgelegt. Drei Formen für die deutsche Volksschule werden wieder ausgestellt, nämlich die nach den Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule (bie sogenannte Gemeinschaftsschule), die Bekenntnisschule und die Dekennt- niSfreie Schule (weltliche oder Weltanschauung S s ch u 11). Anträge auf Herstellung einer der drei Schularten soll jede Person stellen, können, die die Sorge für ein volkSlchulpflichtigcS Kind zu tragen hat. Mindestens müssen die Erziehungsberechtigten von 40 schulpflichtigen Kindern einen solchen Antrag einreichen. Voraussetzung soll aber wieder die Möglichkeit eines geordnetenSchulbetricbes sein, toobei als Mindesthöhe bie in der betreffenden Gemeinde am 1. Januar 1919 bestehende Organisation angesehen wird Wenn zwei Drittel der Erziehungsberechtigten cS wünschen, können bestehende Schulsormen umgewandelt werden. Vach § 14 führt dieAufsicht über oll« Volksschulen der Staat. Der Religionsunterricht soll von einem Angehörigen der betreffenden Reli- gionsgesellschaft in Uebereinstimmung mit ihren Grundsätzen, aber unbeschadet des Aufsichtsrechtes deS Staates erteilt werden. Zur Einsichtnahme in den Religionsunterricht bestellt kxr Staat im Schulwesen erfahrene Beaus tragt«, di« von der Reliaionä» gesellschaft vorgeschlagen werden. Den obersten Stellen der ReiigionSge'ellschaften soll Gelegenheit gegeben werden, sich von der Ausführung deS Religionsunterrichtes zu überzeugen. 3n den Simultanschulländern Baden, Hessen und R a s s o u soll daS Gesetz e r st fünf Jahre noch der Verkündung in Kraft treten. Zur Bestreitung der Mehrkosten soll das Reich den Ländern ein« einmalige Beihilfe gewahren. Der Antrag des früheren Reichsinnenministers, der also im wesentlichen daS wiedergibt, was bereits im alten Keudeklschen Schulgesetzentwurf ehe er die Ausschuhveränderungen erhielt, enthalten war. wird wohl zunächst kaum zu weiteren Auseinandersetzungen führen, sondern dem Ausschuß überwiesen werden. Dort wird er verbleiben, bis im Herbst erst einmal die Regierungsumbildung vorgenonnnen worden ist. Dem 3entrum nahestehende Kreise wollen wissen, daß daS Zentrum, das selbstverständlich an der Forderung des Schulgesetzes festhält, selbst mit einem Entwurf auf» werten will. Hinzu kommt noch, daß auch dieser Entwurf, der, wie gesagt, alle feiner- zeitigen Abänderungen wieder herausgelassen pai, wenig Aussicht auf eine Annahme hat. Di« DolkSpartei hält nach wie vor an ihrem Standpunkt fest, den sie schon seinerzeit gegenüber der Schulgesetzfrage vertreten hat. Es ist deshalb irrig, anzunehmen, daß der Antrag von Keudell zu einem Zwist unter den Parteien führen wird, der ebentuen die Regierungsumbildung im Herbst gefährden könnte. Vielmehr schrillt die Lage so zu fein, daß man in den Kreisen der Regierungsparteien eher geneigt ist. sobald es die Lage gestattet, sich noch einmal zusammenzusehen, um darüber zu beraten, wie die Form eine» Schulgesetzes gefunden werden könnte, daS den Wünschen möglichst aller Parteien Rechnung trüge Das Zentrum selbst hat ja schon im Verlauf der Regierungsverhand- lungen bewiesen, daß es nicht die Absicht hat, durch das Schulgesetz di« Regierungskombination zu vereiteln. Selbstverständlich muß die Frage noch geklärt werden, man darf nur hoffen, daß die interfraktionellen Besprechungen Mittel und Wege finden werden, um dieses für das ganze Volk fo bedeutsame Problem einer gerechten Lösung entgegenzuführen. parteianträge im Reichstag. Berlin, 21. 3uli. (BDZ.) 3m Reichstage paben bie Zentrumsfraltton und die Bayerisch« Volkspartei eine Interpellation eingebracht, die auf einen Reichstesbeschiuß vom vorigen Jahr verweist, der di« Reichs reg ter ung ersuchte, die wirtschaftlichen Betrieb« des Reiche- und der ihm unterstehenden öffe ntlich- rechtlichen Körperschaften mit AuS- nahnnt der gemeinnützigen öfseittlichen Dersor- gungSbetriebe a u f d a S u n « r k ä ß l i ch e M i n- de st maß zu beschränken. Die Regierung wird gefragt, was in Verfolg dieses 'Beschlusses bis- nvu Afch?hea ist - 3n einer Interpellation der WirtschastSpartei toirb eine allgemeine Aevi- sion der Gewerbeordnung verlangt, um bcm um seine Effistenz ringenden Kleinhandel den glc.chcn wchutz zu gewähren, wie dem deutschen Han. werk — Die deut chnaFonale Rcich-ttigs rat- Kon ersucht di« Reichsregierung in r.ntm An- traqe. die vom Reichsrat gesorderien fünf Mil- honen Mark für Un we t te r f cha den im 3oödc 1927 außerhalb des Vorprogramms so schleumg zur Derfu^ng zu stellen, daß si- noch vor der Ernt« zur Auviadtung gelangen Zentrum und Bayerische Dolls^rtei bean- tragen gemeinsam unter der Voraussetzung bah l'ch die Länder mit angemessenen Beträgt, he- tciligcn, für landwirtschaftliche QHe- livr a ti onSa r beiten auf zehn Jahre hin- au« lahrllch zehn Millionen Mark als Darlehen an Lauder. Provinzen und Kreise, zwanzig Mil- lionen Mark für Beihilfen an Meliorauonsun. termehuiunaen und zwaii-ig Millionen Mark für ZniSverbilligunaen zur Verfügung zu (teilen. Di« Ehristlich-Vattonal« Bauernpartei beantragt mit Unterstützung anderer Gruppen bie Bor aung eine« Gesetzentwurfes -uc Erweiterung ber Befugnisse b«s R c t ch s | v o r k v m , Roblles Heimkehr. Das offizielle Italien rückt von dem Luftgeneral ab. I Oslo, 21. 3u(i. (111.) wie der hiesige Italienische j Gesandte geäußert hat, werden sich 71 ob11e and die geretteten Italiener von Varwick aus über Stockholm und Mitteleuropa nach Italien begeben. Der Gesandte hält es für wahrscheinlich, daß man Nobile In Italien jur Abgabe eines ausführlichen Berichtes ausfordern werde. Linen speziellen Gerichtshof dieser Art gebe es natur- lich nicht, doch Hobe man Gcsetzesparagraphen, die auch In diesem Falle zur Anwendung kommen könnten. Die Expedition Nobile sei rein privater Natur gewesen und habe ihre Mittel durch Spenden erhalten. Mussolini hob« niemals den Bese h l g e g e b e n , die italienische Flagge am 24. Mal über dem Nordpol abzuwerfen. Auch die Lxpedilion sei nicht auf feinen Befehl zurückzuführen. Alle gegenteiligen Behauptungen feien leeres Gerede. Reue Rettungsexveditionen für die „Laiham". Oslo, 21. 3uli. (WTB.) Die Admiralität veröffentlicht eine Bekanntmachung, in der es heißt: Das sranzösifche Polarschiff »Pour - äu o i p a s" unter dem Kommando von Dr. harcot, und ber Robbenfänger »Heimland" werden in den nächsten Tagen Die Suche nach ber »Latham" Amundfens am Eisranb von Grönland entlang ausnehmen. Vach den gegenwärtigen Plänen werden der französische Kreuzer »Siras bourg", der norwegische Kreuzer »Tor den skj old", ber französische Aviso ..Quentin Roosevelt" und der norwegische Regierungsdampfer »M i ch a «l S a r S" die Vachforschugen in der Gegend zwischen Spitzbergen und Grönland aufnehmen. wohin, tote man vermutet, die „Lalham" abgetrieben toorden ist. Der Robbenfänger »Hobby", der von der Amerikanerin Miß Boyd für eine 3acht- Fahrt gemartert, aber bann der norwegischen Regierung für die Nachforschungen nach Amundsen zur Ber» fügung gestellt worden war, wird mit Riiser Larsen und Lützow Holm an Bord neue Nachforschungen in der Hinlopen-Straße anstel- len. Die Privatexpedition auf dem Dampfer »Discount K o r u“ , bie von ben norwegischen Zeitungen organisiert wurde, wird bie Ostküste von Spitzbergen absuchen. Roch ein Todesopfer? Berlin, 23. Dull (Prio.-IcL) Der „Montag" meldet aus kingsbay: heute ereignete sich o o Bord der „Citta bi Milano" ein Todesfall: obgleich über die Person des verstorbenen st r e n g st e s Stillschweigen bewahrt wird, glaubt man doch annehmen zu Dürfen, daß es sich dabei um den Ma- rineoffizier Mariano, Öen einen Ueberlebendca der Malmgreen-Gruppe handelt. Mariano mußte, wie gemeldet, vor einigen Tagen ein Bein am p u t i c r t werden. Ferner sind Gerüchte im Umlauf, daß ber andere Ueberlebcnöe der Malmgreen- Gruppe, 3 a p p i, infolge der Aufregung über die gegen ihn in den letzten Togen erhobenen schweren Beschuldigungen wegen des Todes des schwedischen Forschers Maimgreen ernstlich erkrankt sei. Deutsche Flugzeuge sotten die AleffandricSruppe suchen. Berlin, 21. Iuli. Di« „D.A.Z." meldet aus Schwerin: Bei der Direktion der Heinkell- Werke in Warnemünde ist ein Telegramm des Kapitäns Romagna von der „(Eittä bi Milano" eingetroffen, in dem zwei heinkell- Doppeldecker zur weiteren Forschung nach der Ballon-Gruppe der „Italia" bestellt werben. Di« beiden Flugzeug«, bie mit 600-?8.°Motoren versehen sein sollen, müssen innerhalb von zwölf Tagen geliefert sein. Sie sollen ebenso als Land- wie auch als Seeflugzeuge zu gebrauchen fein und auch mit Schneekufen versehen werden können. Bei den Heinkell Werken hat sogleich eine Direktionskonferenz stattgefunden, in der beschlossen wurde, die Lieferung der beiden Flugzeuge zu übernehmen. missars zwecks Herabsetzung der öffentlichen Ausgaben. Weiter soll daraufhin hingewirkt toexoen, daß Importeuren von entbehrlichen ausländischen AgrarproduUen keinerlei Kredite von Stellen der öffentlichen Hand gegeben werden, und daß die Vamen solcher Importeure bekanntgegeben werden. — Die Zentvums- fraftion des Reichstages fordert alle bisherigen Arten der landwirtschaftlichen Besteuerung In einer einzigen Steuer zusammenzu- faffen. Sie fordert weiter die Vorlegung eines Gesetzentwurfes über den Schuh der Jugend bei Lustbarreiten, Vereinheitlichung des Ausbaues des höheren Schulwesens, einen Bericht über die praktischen Erfahrungen bei der Durchführung des Gesetzes zur Bekämpfung ber Schund- und Schmähschriften, Vorlegung eines ReichsbühnengeseheS, Verabschiedung einer Novelle zum Licktfpielgesetz, Vorlegung eine« ReichsberufSschulgesetzeS. Weiter wird beantragt, unverzüglich Maßnahmen au treffen, um einer rücksichtslosen Entlassung älterer Arbeiter und Angestellten wirksam zu fteuevn. Ross6 seht den Kampf fort. Pari«, 21. Juli. (WTB.) Wie dem »Petit Journal" aus Straßburg gemeldet wird, hat der autonomiftische Abgeordnete Ross« einen längeren Aufruf an seine Wähler und Freunde veröffentlicht, in dem er betont, er habe seinen Antrag auf Einleitung eines Kasfa- tionsverfahrens darum zurückgezogen, weil er kein Vertrauen zur Justiz habe. Gr brauche nicht um Gnade zu bitten, weil das ein Unschuldiger nicht nötig habe. Er habe auch nicht eine besondere Vergünstigung erhalten, benn bte bedingte Freilassung nach Ablauf von sechs Monaten sei eine Gunst, bie man jedem Verbrecher bewillige. Gr begrüße die Begnadigungsmaßnahmen immerhin als den Versuch einer Versöhnung und Wiederautmachung der Ungerechtigkeiten vom 24. Mai 1928. Rosso erklärte dann. Der Kampf fÜr eine weitgehende Autonomie werde fort- gesetzt werden. — Am Mittwoch wird in Sol- mar unter dem Vorsitz des Abgeordneten Michel Walter ein« Versammlung abgehalten werden, in der Ross« daS Wort ergreifen und über den Prozeß in Eolmar und bie letzten Ereignisse im Elsaß sprechen wird. Oer Kulturkampf in Mexiko. Rach der Ermordung LbregonS. Mexiko, 21. Juli. (WTB.) DaS mexikanische Staatssekretariat des Aeußern gibt eine Erklärung des Präsidenten von Mexiko bekannt, in ber «s u. a. heißt, daS unerhörte Verbrechen, dem General Obregon zum Opfer fiel, habe das gesamte mexikanische Voll in Trauer versetzt, und es gäbe keinen achtbaren Menschen, ber dieses Verbrechen nicht verabscheue. Mexiko verlier« dadurch seinen fähigsten Staatsmann. Der Präsident teilt darauf mit. bah ihm bte Regierung bie Führung über» lassen habe. Die Regierung fei entschlossen, ge* smtzt auf das Gesetz, mit alter Kraft unb Energie nicht nur den wirtlichen Täter, sondern auch die Anstifter und Hintermänner ber Tat zur Rechenschaft zu ziehen. Der Der- brrcher habe eingestanden, leine Tat aus rett« 9^ ö sein Fanatismus begangen zu haben. Drc Ermittlungen der Behörden hätten bereits ergeben, bafo ber Täter osfen'ichtlich von klerikaler Seite beeinflußt war. Die Regierung werde sich durch dieses dunkle Vorgehen gegen bie Einrichtungen ber Republik nicht beeinflußen lassen, sondern werd« die liberalen Grundsätze her sozialen Bewegung weiter verfolgen -um Wohle der mexSanischen Nation. Der Präsident forbert bann zu einem Zu- sammcnlchluß auf, um bi« höchsten 3beal« ber Olation au »verwirklichen und um bie Intrigen au vernichten, bamit bie Arbeit für bte Be- ständig keil ber nationalen Gesundung fortacfeti toerbc Als Trost biene es ihm. baß trotz ber Erregung, bte ba« Verbrechen übrraH im Lande Ruhe und Sicherheit fort bauert en jum Schluß betont er. baß bte Regierung ifrxm Weg wie bisher mit Ruhe und, wenn notwendig, mit Energie nach den Bestimmungen der Verfassung weiter verfolgen wird. Oie Diktatur in Aegypten. Eivc Erklärung des PremierminiftcrH Mahmud Pascha. London, 22. 3uli. Der ägyptische Premierminister Mohammed Mahmud Pascha erklärte dem Berichterstatter der „Times" in Alexan- öden, er und seine Kollegen hätten eine sehr schwere Verantwortung übernommen, aber es hab« geschehen müssen. Die Ars, In ber bte Geschäfte des Landes In der letzten Zelt geführt worden feien, fei unerträglich gewesen. Vie Regierung werde versuchen, bie Verwaltung z u reinigen. Sie beabsichtige nicht, ihre Vollmachten gegen bie Opposition zu gebrauchen, es sei benn, baß bie Opposition selbst scharfe Maßnahmen nofroenblg mache. Die Aushebung ber Pressefreiheit sei unbebingt ersorberlich gewesen. Der Premierminister sagte schließlich: Zch werbe nicht ein Tyrann fein, aber, wenn notroen- big, ein wohlgesinnter Diktator. Lhmas Kampf um die Vertrage. Voreilige Kiindigungsmaßnahmen der Nankingregierung. Berlin. 22. Juli. (Priv.-Tel.) Die Chinesen Haden den begreiflichen Wunsch, nach ber Liquidierung des Bürgerkriege« wieder Herr im eigenen Hause zu werden. Roch existieren aber zahlreiche Verträge mit fremden Staaten, die diesen Vorrechte aller Art einräumen, wie sie den Chinesen besonders kraß in den durch ausländische« Militär geschuhten fremden Niederlassungen in die Augen springen. Degen diese Verträge läuft jetzt die Nanking- Regierung Sturm. Mn« will scheinen, als ob st« sich bei der Kündigung dieser Abkommen recht schlecht hat beraten lassen und etwas voreilig zu Werke gegangen ist. SS ist gan- klar. daß weder England noch Japan, weder Frankreich noch Amerika in diesem Augenblick ihr« Truppen zurückziehen und ihre Staatsangehörigen den Chinesen gleichstellen werden. Dazu ist bie Lage in China noch vi«l zu unsicher. ES wäre richtiger gewesen, wenn bie Nanking-Regierung erst einmal den Wiederaufbau China« in Angriff genommen hätte. Wo ist die geordnet: Verwaltung, wie steht es um den Polizeibienst. kann ungestört Handel getrieben werden, gehorchen die Generale dec Zentralregierung? DaS alles sind Fragen, auf die die Nanking-Regierung vorläufig keine Antwort geben kann. Erst wenn diele Probleme zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst 'inb. wird China an die Lösung der unglckf>en Vertrag« denken dürfen. Solange aber die Ordnung im Lande noch auf recht Ic^vachen Füßen steht unb jederzeit der Kleinkrieg der Provinzen gegeneinander wieder ausbrechen kann wird die Nanking-Regterung ihren Kampf gegen diele Verträge zu einem er- fvlgreichen Abschluß nicht bringen können. Japan protestiert. Die Mukdenrcgierung schwenkt ein. London, 23. 3uli. (WTB. Funkspruch.) Daily Telegraph berichtet aus Tokio. Die japanisch« Regierung hat eine Protestnote gegen die Aushebung d«S chinesisch- japanischen Vertrage« an ben nationalistischen Außenminister Dr. Wang durch den japanischen Gesandten in Peking überreichen lasten. Darin wird die chinesische Erklärung al« ein Vertragsbruch bezeichnet. Am Schluß heißt c« »Wenn bi« Rationalisten ihr gegen- wärtioeS Vorgehen fortsetzen, bann wird bie lapanllche Regierung gezwungen sein, selbständig Maßnahmen kn c«o«n c.t Techs spannende Akte zeichnen ein treftendes Charakterbild dieses allverehrten und von den Feinden gefürchteten Kampfflieger«. Bilder der Verwüstung und des Todes, de» friedlichen Zusammensein« im engsten Familien- und freundes- kreise, im Flu^eeugkampfe hoch in den Lüften und schließlich von der feierlichen Beisetzung des Helden veranschaulichen den Hintergrund der Handlung. — Ferner: ..Die Schlange von Paria“ Gesellschaftsdrama in 7Akten. In den Hauptrollen: Baxnoa Nsvarrs, Barbara La Barr, Lswta Ilona. Sowie: „Die ncorste Ifa-Wochenschau*’. Meine Praxis bleibt bis einschließl 14 August geschlossen Dentist Zutt Bahnhofstraße 76. oaosD | Verkäufe j Ziege iu vertäuten. 06376 Schneider, Wteleck. Ludwiastraße 6. Oah neuwertiger Haikenwageo 4 2" PS 11987) gegen bare Kasse zu verk. Interessenten wollen sich melden u. 053HK an d. Giest «nzeig. Für Gastwirte Ein Grannnophon iMarken Auiomati mit 1U Pf. Einwurf und automauicher AuviSsttna. 60 Broz. unter Preis zu verkaufen. Schr. Angebote u. (M1D an den <8. Anz. erbeten. ————— Noch prima alte Mffltln «Industririhatbtlliast abzuaeben Schneider. Franiiurter Str. v. Gießen, den 20. Juli 1928. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die bei trockener Witterung bestehende Eiefahr der Entstehung von Waldbränden mache ich darauf aufmerksam, daß jegliches Fcueranzünden im Walde und in dessen Nähe, sowie das Wcgwerfen von glimmenden Streichhölzern, Zigarren, Zigarettenresten usw. schr gefährlich und streng verboten ist. Gießen, den 18. Juli 1928. 6798B Der Oberbürgermeister. I. v.: Dr. Rosenberg. Statt Karten' Ihre Verlobung geben beknnni Gerirud Frank Stndienasieffor Dr. Robert Alffen Pfarrhaus Reiskirchen Gießen 22. Juli 1982. 6377 Statt Karten! Die Geburt eines T-chierchens zeigen hocherfteui an Dr. Rudolf Coburger und Frau Gerti geb. Deißbäcker Gießen, Juli 1928. 06175 ‘V - -S I Dreihausen bei Marburg. 22 Juli 1928. «8131 Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. Juli, nachmittags 3 Uhr, in Dreihausen statt 05381 Fabrik 6810a Billiger Jahr sanft entschlafen ist 6743V ordentliches Aleranderstrabe 12 I. (6802V «8»D letzt turn Baden 07991) aciudjt. Direttloo Oer £anoe$- Ende 22 Uhr. 6753 D * Putzfrau ob. Mädchen für einige Stunden tn der Woche gesucht, o-ran Dam-. Retlerftt 1ILL für Slbnidje und Ar- bciterkonfekiton sucht bet Tetailkundschaii gut etnnefüUrte 1 großer, gebraucht Eisschrank au lechen ober auch käuflich au erwerben ■ I I 3 I i In tiefer Trauer: Luise Pfaff Wwe. geb. Sack Meline Pfaff, Gretchen Pfaff Heine Frey Launsbadi. Wißmar, Heuchelheim. Hattingen. Berlin. den 22. Juli 1928. Die Beerdigung findet am Dienstag. 24 Juli, nachm. 3',, Uhr, vom Trauerhause in Launsbach. Obergasse 99. aus statt. Sommervreiie! — #jür jede Barstellung werden noch Karten hir da- Sommer- Abonnement an-gegeben Borverkaiti: Montag u-LtenStaa a.t6ealerL10—IBUfrr In tiefer Trauer: Frau Kath. Gerbig geb. Gundrum und Kinder nebst Angehörigen. Gießen (Am Riegelpfad 46), Schwarz, Großfelda, den 23. Juli 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. Juli, nachmittags um 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. SIMM 1 fronnomnins werd, sachgemäß ll preiswert gestimmt u. reoar. G.Everi^ kleben. Dloifilr.il Icleobon 2403. Aakealnbr. Mk. monailich. Schreiben: Cnltuur u. Export, Nachen, Kaufmann G 24 Jahre alt. mit Jührerschcin 3b seit zwei Jahren. kl.Reparaturen selbst auSsilhrend, mit allenBuchhailungS- u.Bureauarbeiten vertraut, sucht v. sofort od. später Stellung auch als Chauffeur für Pers - oder Lieferwagen. Gell. Angeb. cm Karl Siebert, jr., SchweinSbera (Bcz.Kasscl). 053^!» Av-MM auS guter, evangelisch. Jamilie, daS auch weiten kann ikeine Stallarbeit). Lohn 45 Mk. pro Monat ohne SIbAug. Angebote mit Zeugnisabschriften an 3roo Hl Süuittjeis In Slellisnm _____ bei Bad'Naubcim. SIMM Dienstaa, 24. Juli, abend- 7'/. Ubr: ©offipiei Oes flurttjeottrs Baö-nantjrtm Sie M Mtln Lustspiel in 3 Akten von Karl Röhler. Verwette für Hessen u. angrenzende Gebiete. Schriftlich e AMebote>u67Wl)a^Gief^vInzetgcr Gestern entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, mein lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Konrad Qerbig Ober- Postschaffner im 48. Lebensjahre. Hch. Kalbfleisch Lleblgstraße 71 Tel. 1685 Rohrleger für Guß- und Tonrohr-Leitung zum baldigen Antritt sucht R.Derlich, Wetzlar Sophienstraße 31. gtw-d i tederteamfiande „Awn 3 mit denen Sie »ich bekleiden oder Ihr Heim schmücken, ÄsWtMSrFM 'W ILJ1 li - I werden in unserer Färberei u.Chem. Reinigung meistens Bedeutendste« Werk der Branche in Süddeutschland 2«o ignMBMgnQMB Laden in (Heben: Marktplatz Telephon Vertretung In Draht- und Hanfseilen wird abgegeben. Eingeführte Vertreter bevorzugt Schriltl. Angebote unt 6772D an den Gießener Anzeiger erbeten. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, liebe Braut, Enkelin. 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Der Dalian hat nicht mit bet Entwicklung fst hinaus, wird durch den ständigen Ansporn aber auch allzuoft in dem gleichen Maße, in dem er nach außen aufsteigt, als Mensch kümmerlicher und schwingt nur noch in der Tourenzahl. die ihn der jeweilige Zweck einzuschalten Swingt. Die Maschine ist heute in einzelnen Exemplaren das. was nicht nur der Laie ..Teufelswerk" nennt. Die Wunder der Technik haben dem Begriff „Wunder" längst den Todesstoß verseht. Man muß schon das „sich wundern" verlernen und sich daraus gefaßt machen, dah der künstliche Mensch mit seinem leiblichen Vruder den Konkurrenzkampf aufnimmt. Dah der Maschinenteufel das menschliche Him aufsaugt. Die Maschine hat Zeit und Raum au lächerlichen Geringfügigkeiten herabgedrückt, und zerfasert die Seele aller Dinge, um sie neu und größer wieder zusammenzufügen. Es gibt kaum etwas, was jetzt ober später vor ihren Polhpenarmen sicher ist. Der Mensch wird zum Motor, und die Maschine zum psychotechnischen Rätsel. Mensch und Maschine aber, wenn sie sich verbrüdern, um die Hinfälligkeit aller Theorien zu beweisen, können Tatsachen schaffen, die in ihren gigantischen Ausmaßen und Auswirkungen uns vor der Zukunft schaudern lassen. Ob bann noch der Sinn des Lebens sein wird: Mensch gewesen zu fein, ober ob der Maschinenmensch der liebe rmensch sein wird? Lpd. Ehescheidung und Wohnungsanrecht. Vor dem Landgericht III Berlin wurde vor kurzem ein Prozeß verhandelt, in dem sich als Parteien Mann und Frau gegenüberstanden, deren Ehe rechtslrästiQ geschieden worden war, die aber noch unter demselben Dache wohnten. Der Ehemann, in diesem Falle der Kläger, hatte gegen seine frühere Frau, die noch eine Kammer der Wohnung innehatte, die Räumung beantragt. und er drang damit auch durch Die speziellen Einzelheiten dieses Falles können hier unerörtert bleiben, dagegen dürsten die grundsätzlichen Ausführungen, mit denen das Gericht sein Urteil begründete, von allgemeinem Interesse fein. Die besagten in der Hauptsache folgendes: Hat die Ehefrau als Mitmieterin den Mietvertrag mit unterschrieben, so ist sie mit dem Ehemann z u gleichen Rechten und Pflichten an der Wohnung beteiligt ober, anders ausgedrückt, sie hat dann gegenüber dem Vermieter dieselben Rechte und Pflichten wie der Mann. Die Trennung deS ehelichen Standes hat keinerlei ® in - flüft auf die Rechtsbeziehungen der Parteien hinsichtlich der Wohnung, wenn beide Eheleute Mieter sind. Rur dann, wenn die Ehefrau nicht Mieterin der Wohnung ist, muft sie nad) rechtslrästiger Scheidung die bisherige eheliche Wohnung verlassen, ganz gleich, ob sie ober der Ehemann an der Scheidung schuld ist. Wer Mieter der Wohnung ist, kann den anderen Teil hinauSsetzen. Ee- yörle die Wohnung der Frau als Mieterin, so fann He nach rechtslrästiger Scheidung den Ehemann hinausfetzen, nicht etwa der ©bemann sie. Sind dagegen beide Eheleute Mieter der Wohnung. so kann nach Scheidung der Ehe keineswegs der eine den andern hinaussetzen: es fann vielmehr. da das Verhältnis der geschiedenen Ehegatten an der Wohnung als ein solches der Geme n'chast nach bürgerlichem Rechte zu betrachten ist. nur tzinc Regelung der Gemeinschaft, eventuell auf gerichtlichem Wege, angestrebt werden. Die Entscheidung des Rechtsstreits, in dem der Kläger Räumung der Wohnung durch die Beklagte verlangt, hängt im vorliegenden Falle also ^diglich davon ab. ob wirklich der Kläger alleiniger Mieter der Wohnung ist ober ob die Beklagte, wie sie behauptet, zu gleichen Rechten und Pflichten die Wohnung mit gemietet hat. Taten für Dienstag, 24 Juli. Sonnenaufgang 4.12 Uhr, Sonnenuntergang 20 Uhr, — Tlonbaufgang 12.31 Uhr, ÜÄonbuntergang 23.10 Uhr. 1783: Simon Bolivat, der Befreier Südamerikas, in Caracas geboren (gestorben 1830); — 1802: der Schriftsteller Alexander Dumas der Weitere in Vil- lers Cotterets geboren (gestorben 1870); — 1854: der Dichter Frank Wedekind in Hannover geboren (gestorben 1918); — 1908: der Maler Walter ßeifti- kow in Berlin gestorben (geboren 1865); — 1920: der Schriftsteller Ludwig Ganghofer in Tegernsee gestorben (geboren 1855); — 1923: Unterzeichnung des Jriedensvertrags von Lausanne zwischen der Türkei und den Alliierten. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der rote Ritter der Luft". — Astorla-Lichtspiele: „Die sieben Sünder-. L.U. Von der Landesuniversität. Herr Dr. med. Sigwalb Bommer, der sich für bas Fach der Haut- und Geschlechtskrankheiten an unserer Universität zu habilitieren wünsch!, wirb am Montag. 23. Iuli. nachm. 6 Uhr. in der Kleinen Aula feine öffentliche Probevorlesung halten, über das Thema: „Die Ernährungstherapie der Hauttubertulose nach Gerson-Sauer- bruch-Hermannsdörfer". •• Beginn der Hundstage. Mit dem 23. Iuli beginnen kalendermäftig gerechnet die „Hundstage'. Cs ist dies gewöhnlich die heifteste Zeit des ganzen Sommers. Doch manchmal, und es ist dies nicht selten, ist das Wetter auch außerordentlich schlecht. Wir haben in letzter Zeit schon Hundstage genug erlebt und wissen, was uns bevorstcht, wenn nunmehr noch gar bis etwa 22. August, dem astronomischen Ende der „Hundstage', sich wieder die Hitze so aus- breiten würde, wie wir sie eben glücklich überstanden haben. Wir wollen aber nicht hoffen, daft es noch ärger wird. Auch ist die Zeit pe- kommen, in der die sog. „ftclten Rächte" chr Ende erreicht haben. Dafür jedoch können wir uns an der unbeschreiblichen Pracht des Sommer» nachthimmels erfreuen, der häufig gerade in der Zeit der „Hundstage" eine seltene Klarheit aufweist. ** Rauchen in landwirtschaftlichen betrieben. Die Bevölkerung auf dem Lande wird namentiid) im Hinblick auf die anhaltend trockene Witterung erneut auf das polizeiliche Verbot des Rauchens in Räumen, in denen sich Garben, Stroh, Futter und andere leicht brennbare, oder besonders feuergefährliche Stoffe befinden, sowie das Verbot des Betretens solcher Räume mit unoerwahrtem Licht oder Feuerzeug nachdrücklich hingewiesen. Verfehlungen gegen die bestehenden Vorschriften ziehen strenge Bestrafung nach sich. •• Raturschuh in Hessen. Die bekannte Monatszeitschrift „Bott und Scholle" (HeimatS- blätter für beide Hessen, Rassau und Frankfurt a. M.) hat ihre soeben erschienene Iuli-Rummer als Raturschuhheft herausgebracht. Ram- hafte Mitarbeiter sehen sich in wertvollen Beiträgen dafür ein, daft der Raturschuhgcdanke in Hessen mehr gefördert werde als bisher, älniver- sitätsprofessor Dr. Hubert Erhard, Freiburg, (früher in Gießen) tritt in seinem allgemeinen Beitrag „Raturschuh" vor allem für den Küh- kops am Altrhein als Naturschutzgebiet ein. Für die „Denkmäler der Erdgeschichte" fordert Oberbergrat Dr. Schottler, Darmstadt, der Di- rcT'.or der Hessischen Geologischen Landescorsdall. in einem ernsten Mahnruf mehr Beachtung .Hesinrs Vogekwelf o.handckt der Marburg« Ornithologe Dr. D. Sun Tel Der Pllanzen- tpclt unserer Heimat und ihrem Schuh widmet sich ein Beitrag von Professor Dr. Spil- 9et, Darmstadt. Studienrat Grau. Offenbach beschreibt das erste hessische Raturschuhgebiet »Hengster , das unweit Of'enbach gelegene Hochmoor mit feinem seltenen Pflanzenwuchs. Für cne „Salzsteilen tx*r Wetterau" und ihre eigentümliche »lora und Fauna fordert Lehrer Ä O ft TO a I d. Bad-Rauheim, Schutzmaßnahmen, eh« ^.SU pät 'st, in erster Linie für die Salzwiesen bet Wissel^h.'im und Munzenbcrg. Der Beitrag „Rheinuser einst und jetzt". t*5n Pastor Dr med. h. c. Otto Kleinschmidt. Wittenberg gilt der Schönheit der Landschaft um die Altwasser des RheinS. •• Stadttheater Gießen. Aus dem Stabttfteaterbureau wird uns geschrieben: Wegen des außerordentlich großen Erfolges, den das Stadttheater Gießen mit der Wiedereröffnung der Waldbühne durch die Aufführung des Lustspieles „3m weißen Röftl" errungen hat. hat die Intendanz eine einmalige Wiederholung dieses Lustspiels am Sonntag, 12. August, nachmittags ’/j4 älhr angesetzt. •• Männerbadeverein 1 836. Das 92. Stiftungsfest des Männerbadevereins am gestrigen Sonntag konnte, dank des günstigen Wetters, programmgentäß gefeiert werden. Der Vormittag war dem sportlichen Teil Vorbehalten und bot jungen wie älteren Schwimmern und Schwimmerinnen Gelegenheit. ihr Können zu zeigen. DaS Wettschwimmen zeigte folgende Ergebnisse: a) 50 Meter-Kampfbahn: Schüler von 6 bis 9 Iähren: Sieger Heinz Kähler, 58 Sekund. Schüler von 9 —12 Iahren: Hellen Stappel. 48-,- Sek. Schüler von 12—15 3obren. Hans Weicker 44’ 5 Sek. b) 100 Meter-Kampf- bahn. Junioren von 15 18 Iahren: Hugo Bör - manir 1,34 Min. Iunioren von 18—25 Iabren: Emst Keßler. 1,39 Min. Scnioren von 25 bis 35 Iahren (50 Meter): Dr. Earl Pi stör, 45’ , Sekunden. Senioren von 35- 45 Iahren: Köh - Unger, 45 Sek. — Schülerinnen von 6 bis 9 Iahren: Elise Komps, 58 Sek. Schülerinnen von 9 12 Iahren: Rosa Lippert. 50 Sekund. Schülerinnen von 12—15 Iahren: Else lag* ner, 49’/, Sek. Damen von 15 18 Iahren: Betti Blum. 49' Sek. Damen von 18—25 Iahren: Dora Mittel. 48-' 5 Sek Der Ehr Zimmer- Gedächtnis-Wanderpreis konnte V. ausge- schwömmen werden, da die Tertei. . d, ‘eiben wegen Teilnahme an der ßaftnftaffci verhindert waren. — Der der Geselligkeit getoibn..te Rachmittag verlies ebenfalls in schönster Weise. Auf dem stark besuchten Platze konzertierte von 3 ilftr ab die Kapelle Weller. Dec erste Vorsitzende. Georg Todt, bewillkommnete die Erschienenen, dankte allen, die sich für die Sport fache eingesetzt, und forderte zum Anschluft an die Sportvereinigungen auf. Sein Hoch galt dem altehrwürdigen Männerbadeverein. Herr R e u h l. der sich um die Vorbereitungen unb Durchführung des Festes besonders verdient gemacht hatte, teilte in humoristischer Rede mit. daß Ga. Tobt der Titel eines BaderateS erteilt worden sei. — Ein von 8 Damen des Turnvereins 1846 aus geführtes Figurenlegen erhielte stürmischen Beifall, ebenso das von Mannschaften des Männerturnvereins und des MännerbadevereinS gebotene Wasserballspiel. Kinderpolonaise mit Brezelverteilung. Wurstschnappen im Wasser ufto. waren willkommene Programmeinlagen für die Iugend, und Preisschießen für die Erwachsenen. Mit der Preisvertellung am Abend fand das Strandfest seinen Abschluß. ** Bom KlinikSviertel. An einem zur Chirurgischen Klinik gehörigenWirtschastsgebäude. daS in den kalten und nassen Frühjahrstagen angefangen und in der Sonnenglut der letzten Woche fertiggestellt wurde, haben Die Arbeiter folgenden Spruch angefchrieben: Trotz Sonnen- glut. trotz Regenschauern sind nun vollendet diele Mauern, ihr Leut, die ihr vorbeigeht, schaut, was fleih'ge Hände haben erbaut " Rosenaus st ellung in Bad-Rauheim. Eine Rofenausstellung. Decanftaltet von der bekannten Firma Gebr. Schultheis m Steinfurth, fand am letzten Samstag im Rau- Heimer Kurhause statt. Die Reu Hellen der letzten zwei Iah re und die des nächsten Iahres in einigen Tausend der edelsten und schönsten Blu- men ausgestellt, gaben einen bequemen Heber- Dos Zauberflöienhäuschen. Don Liesbet Dill. Ein Kalvarienberg, steil, viel ausgetretene Stufen, führt auS den engen Gassen Salzburgs zum Kapuzinerberg. Hmrauscht von grünen Wipfeln alter, regengetränkter Bäume steht es einsam auf feiner Höhe, Vögel zwitschern leise. Cs ist Sonntag und doch geht der Wanderer hier oben nicht vorbei. Der geht unten über die Brückn, durch den Rokokogarten Mirabells, der sitzt Im engen Stieglkeller, wo einst auch Mozart saft und sich neue Schwungkraft holte unb neuen Mut zu diesem armseiigen Leben. ... Der arme Mozart. .. In diesem Leinen Bretter- hauS hat er seine „Za über flöte" geschrieben. Cs war seine letzte grafte Ober. . .. Das Häuschen ftanb einst in Wien. Cs reifte hierher, nach Salzburg. Weshalb es die Wiener ftergegeben haben. ... Mysterium. ... Don diesem Häuschen geht ein Zauber aus. ... es hat soviel Menschliches und Rührendes. In diesen vier Wänden, gefallt und abgeblichen von der Sonne, saß Mozart, gehetzt und bedrängt von seinem Gönner Schikaneder, dem Lbeaterdirektor zu Wien und schrieb eine Ober, Mozart arbeitete unendlich leicht, wie im Sieber, wenn ihn eine Idee besaß, sauber und geordnet schrieb er die Melodie hin, zierlich, elegant, er hatte alles im Kopf, ehe er begann. Unö dieser Schikaneder, der vor dem Bankrott stand mit seinem Lh«tter, der ihn anstehte ..Schreib mir eine Oper sonst mach ich Schluß!" wie miserabel bat er ihn bezahlt, ihn kaum am Gewinn beteiligt, nachdem die Oper fertig war und einen Erfolg erlebte wie ferne Oper vorher. ... Schikaneder ging nicht einmal zu seinem Begräbnis mit, als Mozart sich ausgehustet hatte in dem harten Winter daraus. Es war em Begräbnis dritter Klasse, im Schneetreiben und Sturm. Rur ein baar Musiker begleiteten den einfachen Sarg, seine Frau war auch zuhause geblieben. Eonftanze hatte sich zwar aus Verzweiflung in das Bett des Toten gelegt, um ..auch krank zu werden und zu sterben" aber sie ist nicht krank geworben, sie ist erst mit achtzig Iahren gestorben, nachdem sie den Staatsrat v. R i s s e n geheiratet hatte. Daß Mozart nicht einmal ein Grab kreuz bekam und niemand heute mehr zu sagen weiß, wo er eigentlich liegt, ist ihr zu danken. Sie hatte sich gar nicht um fein Grab gekümmert und mit Mozarts Totenmaske ist ihr ein Unglück passiert, sie hat sie beim Hausputz zerbrochen. ... Wenn man die Bilder dieser hageren, dünn- armigen Constanze sieht, mit der langen Rase, den schwarzen, nichtssagenden Augen, kann man sich schwer vorstellen, was Mozart an sie fesselte. Sie schenkte ihm sieben Kinder, die Eonstanze alle überlebte. Mozart war ein guter Ehemann, von Seitensprünyen ist nichts bekannt Er hat gern einmal Wein getrunken und sich im Siegl- fellcv einen kleinen Rausch geholt, aber selbst ein Genie kann nicht nur hungern, obwohl man das von einem Genie verlangt... Seinem strengen Vater, der Mozart als Wunderkind mit sieben Iahren schon in der Welt herumschleppte, wird Mozarts früher Tod in Rechnung gestellt. Dieses unregelmäßige Leben, das Heber- nachten in ärmlichen Wirtshäusern, in ungeheizten Zimmern, die anstrengenden Konzertreisen, alles daS hat Mozarts ohnehin zarte Gesundheit untergraben. Er starb mit 32 Iahren, kurz nach der Vollendung der .Zauberflöte . Sein Sterbehaus stand in Wien, aber es ist heute nichts mehr davon übrig, man hat das Haus ... abgerissen ... Aber fein Geburtshaus steht in Salzburg und beute gehen die Fremden in den einfachen, stillen, kühlen Zimmern umher und bedachten mit Ehr urcht Mozarts bdilan'.en- besetzte Uftr, die er von der Kaiserin bekam, seine Locken, seine Briefe, feine geschriedenn Roten und sein merkwürdiges Spinett mit den schwarzlackierten Untertasten und den weißen Obertasten, sein .Reiseklavier", seinen abgeschabten Sessel. Die Stelle, wo sein Deburtsätt gestanden, ist leer Welke Lorbeerkränze liegen dort... Auch hier an den Wänden des Sommerhäuschen. das aus einer einzigen kleinen Stube besteht, bangt überall weiter Qoorbcer. Bei Lebzeiten htt er wohl schon Lorbeer bekommen, aber wenig Geld. Der sparsame König Leopold bat ihn fo schlecht bezahlt, daß die | Hälfte feinet Gehalts davon für Miete drauf ging. Er lebte kümmerlich wie irgend em kleiner Leben. Musiker. Es gab ja so viele. . . An diesem Holztisch schrieb er seine „Zauberflöte", er benutzte diesen einfachen Stuhl. Während eine- Sommers hat er hier gearbeitet, er aß sogar in diesem Gartenhaus, während er arbeitete. Rur Schikaneder besuchte ihn und drängte, daß die Oper ja zum Herbst aufsührungsbereit sei. . . Im Frühjahr wurde sie skizziert, dazwischen mußte Mozart nach Prag, um dort eine Oper „Titus" zu schreiben. Als er zu rücktam, schon angegriffen, vollendete er feine ZaubeZlöte rasch am 30. September wurde sie zum erstenmal in Wien aufgeführt und batte großen Erfolg. Im selben Iahr im Dezember ist Mozart gestorben. Dor dem Heinen Gartenhäuschen steht Mozarts Denkmal. Gr ist immer jung, und fein zerstreuter, in der Ferne verlorener Blick ist in anderen Welten, er hat keine Sorgen - auf Denkmälern — er ist immer vierundzwanzig Iahre alt und immer schön . . Eine wilde Dlumenwiese umblüht das kleine Haus. In den Kastanien singen leise die Vögel, Lotten ziehen übet Salzburg, in dem Schloß Mirabell rauschen die Wasser und unter seinem Denkmal steht. Mozart. . . jung. . . groß. . spät erkannt . nie erreicht. . Er hatte sieben Kinder und kein Geld, er hatte kein Holz, um sein Arbeitszimmer zu heizen und mußte mit seiner Frau tanzen, um sich die erfrorenen Deine zu erwärmen, auch daS warme Gilet nützt nichts mehr, das chm eine ältere Freundin strickt, er friert immer, er weiß, es dauert nicht meh: lan$. . . Todesahnungen umschwebten ihn schon, wahrend er in diesem kleinen stillen Häuschen an der Zaubers löte arbeitete. . . Die Sorge, was auS seiner Frau, seinen Kindern werden wird, zehrten ihn aus. tagsüber muß er sich abschinden. Klavierftunden geben, sich heiser reden. Vorspielen. Proben ab- halten und nachtS arbeitet er. . . er hat nur Zeit zu komponieren, toerm alle andern schlafen. . €em Leben ist wie ein Licht erloschen . . an jenem falten Dezemdermorgen. . . Wo ist fein Grab. ... wo die Stätte, wo er fein Leben ausgehaucht hat? Richts mehr von allem. . . Rur das Zauher*lötenhäuschm steht auf der Höhe . . . Ein ÄalDarcnbeig . . . wie sein Ser Hegen als archäologischer Mtarbelter Schwere Regenfälle im vorigen Rovember führten in der Oaie Fahrern in Oberägypten zu einer bemerkenswerten archäologischen Entdeckung. Miß Caton --Thompson, die Leiterin einer englischen Expedition, wurde darauf aufmerksam, daß auf diese Regengüsse die Vegetation in einer ganz merkwürdigen Form ausblühte, di« an den römischen Wegebau erinnerte. Sie ging der Erscheinung nach und entdeckte, daft an diesen Stellen im Sande begrabene Bewässerungskanäle lagen, und fo wurde schließlich ein ganzes System von Bewässerung durch Becken. daS 21 englische Quadratmeilen ceutigen Wüstenlandes durchzieht, entdeckt. Die ägyptische Regierung, die benachrichtigt wurde, zeigte ihr Interesse durch Entsendung von Hilfsarbeitern. Im toci'ercn Verlauf der Untersuchung wurden Hausstätten. Töpferwaren und Münzen gesunden, aus denen sich ergab, daft die Funde aus der Zeit des Ptolemäus II. und Ptole- mäus III., also aus dem 3 vorchristlichen Jahrhundert stammten. Sin unberbrennbarer MtorbettieMoff. In Paris wurden interessante Versuche mit einem nicht entzündbaren Motorbetriebsstoff vorgeführt, der von dem russischen Ingenieur Makhonin erfunden ist. Der Spiritus, der schon seit einiger Zeit in Gebrauch ist. war bisher für private Verbraucher nicht auf dem Markt und wurde nur für Großverbraucher, wie den französischen Lustdienst und Ozeandampfer, abgegeben. Ietzt soll er aber auch für den Prwatverkehr zur Verfügung gestellt werden, und er kann in einem gewöhnlichen Wagen nach einer kleinen Veränderung des Vergasers verwendet werden. Er wird in Frankreich zum Teil aus schweren Oelen und zum Teil aus Kohlen here,e stellt. und der Oriinbet erklärt, daft die Kosten 20 Prozent niedriger sind als für Petroleum und der Derbrauch 40 Prozent geringer. Bei der Vorführung zeigte es stch. daft bet Betriebsstoff, selbst wenn et Im Wagen warm geworden war. nicht Feuer fmg und er konnte n.cht nur durch Zündhölzer nicht angcAÜnbet werden, sondern widerstand auch ©eiftgiuftenft gemachtem Eisen. bfid über den gegenwärtigen Stand der züchterb- tchen Fottschttite auf dem Ur -? zuchi. 'Moruxtt 3uiinertiandf»; bei» Badep OiifumÄ und der vv" Wender herbe.grei. « 21 ow treunbc sanden sagende Sotten Ville de Pem Xtfxb Pms IX- unter ben gelben ferner 3vy OKao nclknr t^a mit goldgelb. Dome Sdüh Helen dunkel mN hlbertofo grt6.it. Lady Slorciue Stron ■ PUjUtttr’a mit gelbltch, Mevroaw ®. A. mh bunfcUrangc mit kirschrvl, DucheM ol Sourherbnd groß . edle Blume in kräftigem Rs'a, Ocnfatirm, sch^ärz.ich karminrot, sehr groft- btum.g Von deut'chen Züchtungen üchristoph Dergand. -artrosa und Frau ö. Wr»gand, tief aotdgc b rot flcflrdlt. sehr duf.reich und Winter- hott. Auch eint beschränkte Anzahl guter aller Sorten war vettreten. Da bie4: vom Pudiiium .mmer noch gefragt sind. Der Wunsch des CuÄtfumB tfl »er nach wohlr rchenden. gut je- ‘üllten, jjrobDlumioen Aosen. Die Mehrzahl der hier angeführten ÄeuHerten entspricht Dielen An- sprüd-en. Diese Ro'enfchau m chrec tpetlrn Be» ■btäi.iuna aul do- Allerbeste war eine dec <6 brüten, bte hier gegeigt worUn ist und erreg,« Schafe 40, Schweine 4-545. a n f • 309, ■ 401. '.Heilige« 3mex» Cm- Unb Vluerelkoifum kostenlos zu erteilen. Diese Maßnaame der sowjelrusstschcn Negierung ist um so erfreulicher, ol» e» bisher im Touristen- unb Jrembenoerfibr nur mit außerordentlichen Schwierigkeiten verknüpft war, eine Einreisebewilligung für Rußland zu erholten. •• Straßensperrung. Wegen Ausführung von Schweißarbntcn an der Slraßenbahnglei»anlage ist der Seltcr»wcg zwischen staplansgasse unb Plock- straße ab heute, Montag, etwa vier Tage für allen Wahrerrrebr polizeilich gesperrt. •• Auftrieb xu m heutigen Fr. furter 5 4 I a d) t n I e h m a r f t Ochsen Bullen 70, Kühe 487, Färsen 274, Kälber Oberheffen. LaudkreiS Gies;rn. Äroßen-Linden. 3.Juli. Unsere alteln roürbigen Glocken mit ihrem meiobischen Geläute, dem ichvnsten ber näheren unb weiteren Umgebung, I luden am gestrigen Sonntag unsere Gemeinde in unser Gotteshaus zur Feier eine» Gustav- A d o l s - F e st e ». Zum Feslgottesdienst um halb zwei Uhr waren auch die Gemeindemitglieber und Glieder benachbarter Gemeinden recht zahlreich erschienen. Unter Leitung von Lehrer Romer eröffnete der hiesige Kirchengesangoerein mit dem Chor „Lobt Gott getrost mit Singen“ die Feier. Seiner Festpredigt legte Psarrer Muller, ein Diaspora- Pfarrer aus Dimiih in der Tschedjoslowakoi. den Text, aus Maith. 4, 23. 4, zugrunde Mit dem machtvollen Chor des Kirchengesungoerelns „Einer ist König“ sand die erbauliche Feierstunde ihr Ende. Nach kurzer Kasseepause begann um halb vier Uhr in der Kirche die Nachoersammlung. Dieselbe wurde eingeleitet durch herzliche Begrüßung,- unb Danke»worle des 'ersitzenden be» örtlichen Kirchenvorstandes, Pfarrer Schultheis. Sodann erstattete der Schriftführer des Bezirk Gießen des Gustav-2ldolf-Dereins den Jahresbericht. Die Sammlunacn für den Bezirk betrugen im letzten Jahr 2883 Mark. Davon entfallen auf unsere Gemeinde 85 Mark, auf die Filialgemein- den Allendorf (Lahns 35 Mark und Älein-Qinbcn 176 Mark. Die Stonfirmanbengabe de» Bezirk», an der sich alle Gemeinden außer dreien beteiligten, betrug 252 Mark. Der Gesamtbetrag der Sammlungen in Hessen betrug 90 36^ Mark, im Deutschen Reich 1 M3 073 Mark. Don 31 Untergruppen in Hessen fleht der Bezirk Gießen hinsichtlich der (Bcbcfreubig keil an 29- Stelle mit 5,8 Ps. aus den Stopf der De oölferung, gegen Offenbach mit 10,9 Ps. unb gar Oppenheim mit 31,9 Pk Reben vielen Arbeitsleistungen, die einem Waisenhaus zugute kamen, hat der Frauenverein de» Gießener Zweigvereins noch weitere 900 Mark zur Ablieferung gebracht. Unterstützt wurden 112 Gemeinden be» Inlandes unb 265 des Auslandes. In Hessen galt die Hauptunterstut- zung namentlich der Gemeinde Gau-Algeshelm in Rheinhessen. Auch die Grazer Haupltagung be» Der- ein» wurde von dem Redner gestreift. Er schloß mit einem warmen Aufruf zur Hilfe au» Anlaß des 100iährigen Bestehen» des Hauplverein» im Jahre 1932. In recht anschaulicher Weise schilderte nun Pfarrer Müller die Verhältnisse der ev. Diasporagemeinde Olmütz in Mahren. Mit dem Schlußwort de» Ortsgeistlichen, Pfarrer B e ck e r , der früher acht Jahre lang in der Diasporagemeinde Herbstein tätig war, schloß die erhebende Feier. ch L i ch. 22. Juli. Für den infolge seines hoben Alter, zurückgetrelenen langjährigen Beigeordneten unb ehemaligen Bürgermeister Parmer findet am nächsten Samstag Ersatzwahl statt Nachstehende Kandidaten bewerben fick um den freigewordenen Posten Bäckermeister Ludwig I h r i n g , Gemeinde- ratsmitglied Konrad Schone und Gemeinderat». Mitglied Brauereibefitzer Heinrich Heller IV. Letzterer hatte nach dem Tode de, Bürgermeisters Völker bis zur Neuwahl stellvertretungsweiie die Geschäfte unserer Stadt geleitet. # Hungen. 22. Juli. Während im vergangenen Jahre hier nur ein WohnbauS errichtet wurde, bat bis jetzt außer notwendigen Repara- tutarbeiten hier d e Bautätigkeit völlig geruht. Run wird mit der Errichtung eines Dienst- gcbäudes für dre hiesige Spar- und Lcihkalle begonnen. Die Srdarbeiten sind soweit vollendet. DaS Gebäude kommt neben die katholische Kirche. Die Rohbauarbeiten werden von den hiesigen Baufirmen Decker und Koch auSgefühtt. 5rfl im nächsten Sommer soll der Innenausbau vollendet werden. (=) Aus dem süblichen Kreise Gießen. 22. Juli. Durch das anhaltende trockene Werter der letzten Wochen ist d« Reife deS ©etreibed sehr vorgeschritten. Ueberall leuch- len bie jmlber.en Flächen der Korn- und Gersten - £*r- Weizen und Hafer find noch grün. Die Wintergerste ist geschnitten und zum größten -^eile schon ein gefahren In diesen Tagen be- äurnt der Schnitt der Sommergerste und der Woche dürste der Roggen, der schon gi einzelner, an Abhängen gelegenen Aeckern ge- f3üXttcn ** ^lgen. Der Stand ist fast durchweg gut Korn und Gerste liegen zum Teil cttvaS. durch die letzten Gewitterregen, aber doch u«h einer Seite, fo daß die Maschinen ' dolle Tätigkeit treten töimen. der nördlichen Wetterau. - Die ffrnte der Wintergerste TT.tn,_t*n letzten Jahren vermehrt angebaut Eu0*• Einmal wird sie als Mastfutter >ur Die Schweine wegen ihres hohen Eiweiß- Recht sder Llnrecht? Von ^usiizmspettor Schröder, Lutzdach. Der einen Prozeß verloren Hit schimpft über d»s ihn Tiber’abre ne Unrecht während fein jlüdlu'e. Gcgner t tum h ert gibt bo7rstrich:n. so gilt die Genehmigung alS erteilt, wenn nicht der Gläubiger sie dem Veräußerer gegenüber vorher verweigert hat. Die Mitteilung be# Veräußerers kann aber erst erfolgen, wenn ber Srwerber als Eigentümer im Grunbbuch eingetragen ist: sie muß schriftlich gesch.hen unb ben Hinweis enthalten, daß der Uebemehmec an die Stelle des bisherigen Schuldners tritt, wenn richt ber Gläubiger die Verweigerung inner halb ber 6 Monate erflärt. Die Unkenntnis dieser Vestimmimgen hat gar manchem Schaden gebracht, der in der Inflationszeit Grundbesitz veräußert hat: in dem Kaufver- trag wurde wohl die Bestimmung ausgenommen, daß der Käufer die bestehende Hypottzekschuld zu übernehmen habe, aber — der Gläubiger wurde nicht davon tn Kenntnis gesetzt! DaS mit der Hypothek belastete ober noch nach dem 15. Juni 1922 belastet gewesene Grundstück haftet zwar für die 25prozentige Aufwertung Falls die Hypothek jedoch für eine Äaufgclbforberung, eine Forderung aus einem Gutsüberlassungovertrag usw. bestand, meldete der Gläubiger die Höheraufwertung bem früheren Eigentümer alle inem persönlichen Schuldner gegenüber an; dieser muh zahlen, obwohl er selbst vielleicht ben Gr lös durch die Geldentwertung verloren hat! Vicht hypothekarisch gefieberte Ansprüche, die nicht als sog. Vermögensanlagen gelten, wie z. B. aus Gutsüberlassungsverträgen und Kaufverträgen, werben nach allgemeinen bürgerlich-rechtlichen Grundsätzen aufgewertet. Wenn nicht etwa die Zuständigkeit der Aufwertungsstellen verein- bart wird, entsd-eiden bei Streitfällen die ordentlichen Gerichte. Die Geltendmachung solcher Aufwertungsansprüche ist an keine Frist gebunden und unterlag keinem Anmelbezwang So kann es Vorkommen, daß ein Gläubiger noch Aufwertungsansprüche erheben kann, währei-.d er. wem feine Forderung hypothekarisch gesichert gewesen wäre und et Die Anmeldefrist versäumt hätte, nicht nur die dingliche (hypothekarische^ Sidxrung. sondern auch die persönllche For- be-unq verlieren würde! x insichtlich eines sog. DefälligkeitSdar- leben« ,wie es etwa Derwandte oder Freunde gewähren» kann höhere Aufwertung als die 25proz. begehrt werden. Falls ein solches Darlehen jedoch durch Hypothek gesichert war oder ist. kann nur bie normale t2Zproz > Auswertung in Frage kommenl Recht oder Anrecht? lus stnctaml -lun noch einige legte den ersten Rotverband an. (•) Groß-Felda. 22. 3ult. Infolge bet heißen Tage unb lang anbaltenbcn Trockenheit herrscht hier unb in bem benachbarten Kestrich grobe W a s s e r n oVielfach läuft in Häusern den ganzen Tag über überbauet kein Waller. 3n biefcr Rot M.nt man nun seine Zuflucht zu den alten zerWkenen Brunnen. 2lach rtünb- :.che.- Re.n.gung derselben sieht man nun unsere Frauen wie ehedem mit Eimern zum Dorf- brunnen ziehen, wie ein ibyllischeS Bild auS längst vergangei'.en Tagen. Preußen. Alrci» Wchlar. XX Wetzlar. 22. 3uli. DaS eine halbe Stunde von der Sta^t enfemte herrlich gelegene Hofgut Magdalenenhausen vomGra en Wilhelm Moritz zu Solms-Braun'e'.s nach seiner Gemalsiin Magdalene benannt, bie sich hier gern aufbielt, wurde belann..ih 1N0 städtisckeS Oigen- tum. Der noch einige Zeit unterhalt.'ne Wirt- lchaftsbetried ging tn der Inflationszeit ein. unb io wurde Wetzlar ei:-er schönen A»»Sslugsstätte IxtaubL Da mit Herbst die letzige Pacht eit ab* läuft, geben ft die Stadtverwaltung in erster Linie daselbst wieder eine Gaststätte mit Sommerfrische WSR. Wetzlar. 22.3uIL Der Präsideick des Deutschen Roten KreuzeS hat drin Kreis- inedizinalrat Dr. Braun in Wetzlar, dem langjährigen KretSinspefteur ber Sanitätskolonnen baS Ehrenzeichen beS Deutschen Roten KreuzeS 2. Klasse verliehen. L Launsbach 22. 3uli. Dieser Tage sand eine össenlltche Dürgerversammlung statt, bie sich mit bet Rieberlegung de» Gemeinde vor st eherpo st ens durch Albert P s a f f. sowie mit den RücktrittSab'ichten von vier Gemcinderäten befaßte. Der Cbrunb zur Rieberlegung des VorsteherposteirS durch Pfaff ist bie Ablehnung bet vom Gemeinderat bewilligten BcrgiJimg von monatlich 100 Mark buich den Krei- Ausschuß. Der Vorsteherposten war bis jetzt unbesoldet, unb bie gewährte Vergütung reichte kaum für Aiiswenbang unb Schreibmaterialien auS. Rach längt» er Aussprach.'. in bet üu4) noch andere Gerneindeangel.genheiten besprochen wuiden. fanden sich die vier Gemeinderäte bereit, auf ihrem Posten auSzuhalten. Vorsteher Pfaff bx’.gegen beharrte auf seinem ab* lchnenkten Stairbpunkt. T Waldgirmes. 22. Juli. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung, die jetzige Dreschhalle abzubrechen und eine neue, größere zu bauen. — Die vorgesehenes Kanalbauten sind beendet. Außer ben geplanten Straßen wurde auch noch ein Teil dev Roon- und Sackstraße kanalisiert. T Raunheim. 22. 3ull. Bei unserer Kirsche nver st eigeruna, bie viele Wetzlarer angezogen hatte, stellte sich daS Pfund am Daum auf 40 Pi. 350 Bäume brachten der ®emeinbe über 2700 Mark ein. ch Aus dem Kleebachtal, 22.Juli. Begünstigt durch bie beißen Tage ber letzten Wochen ist bas Getreide schnell berangereift. Am Freitag wurde mit bem Schnitt des Winter- roggen» begonnen. Die Frucht zeigt im allgemeinen, was Güte »mb Menge anbetrifft, einen sehr guten Stand. Auch die Kartoffeln haben sich in ben letzten Wochen prachtvoll entwickelt Dem Ktee wäre allerdings ein durchweichender Regen vo.möten, denn ber zweite Schnitt wächst nur spärlich unb langsam voran. Auch dem Heranwachsenden Grummet auf trocken gelegenen Diesen wäre ein guter Regen zu wünschen ÄrciS viedcnkopf. * Holzhausen b. Gladenbach. 21. Juli. Der in Gladenbach beschäftigte Weißbtnderlehr- ling Hermann Xranfcr von hier fiel gestern in Ausübung seines Berufes auf ber Aurora- bütte von einem hohen Gerüst. M»t einem Bruch des Schädels unb der Wirbelsäule, sowie noch schweren inneren Verletzungen sollte ber Bedauernswerte In die Marburger Klinik überführt werden, erlag aber unterwegs im Krankenauto seinen schweren Verletzungen. Kreis Marburg. WSR. Marburg. 22. Juli. Zum Rektor ber Universität für das Amtsjahr 1923,29 wurde der Professor der juristischen Fakrlltät Ministerialrat a. D. Dr. Zellst ® e n Am er, gewählt. Zu Dekanen wurden gewählt für bie theologische Fakultät Professor Dr. Hermeling. für die juristische Geheimrat Professor Dr. Leonhard, für die mediAinische Professor Dr. Diktier und für die philosophische Geheimrat Professor Dr. Drüneisen. Berliner Börse. Berlin, 23. Juli. (WTB. Funkspruch.) Bei fast völliger Geschäftslosigkeit blieb der heutige Frühverkehr ohne Anregung unb wenig verändert. An Kursen ist noch nichts zu hören, die Spekulation bleibt abwartend. Am Deoisenmarkt nennt man Paris 124,22, Mailand 92,80, Spanien 29,43, das Pfund 486,15 und den Dollar 4,1895 Dermifchtes. Hundewetirennen in China. Hundewettrennen erfreuen sich in China außer- ordentlicher Dellebtheit und bedeuten weit mehr als ein bloßeS sportliches Ereignis. Alles, waS Anspruch darauf erhebt, zur „Gesellschaft" gezählt zu werden, trifft sich bei diesen Veranstaltungen im Lunar Part von Schanghai. „3ch habe nie," so erzählt eine englische Augenzeugin, „Schanghai so auf der Höhe gesehen. Reben ber rem geschäftlichen Seite d^s älnternehmenS tritt ber Wunsch der Unternehmer, auch ben künstlerischen Anforderungen des Publikums zu genügen, deutlich zutage." Sv ist hier ein heiterer Rahmen der Geselligkeit geschaffen. Alles ist weiß: der Holzausbau ist weih: der Möttelboden ist weih. Dom Dache über ber Mitgliebertribüne hängen butzendweise schöne Blumenkörbe herab, an langen Ketten auf gerecht. Die Sitze sind mit buntfarbigen lichten Killen belegt 3n diesem Rahmen entfaltet sich ein elegantes Bild. Die meisten Mitglieder erscheinen in Abendtoilette, und es leuchtet von bunten Schals und Gewändern zwischen toftbaren Pelzen; viele ber Buntes Allerlei dasteht. Es gewinnt von Turnen, Sport und Spiel Der Start der deutschen ström er das mord. Haupt an der 4X100-Meter-Staffel für Turnerinnen. Start der deutschen Rheinstromstaffel. sonst beginnt t>V Chinesin jetzt mehr und mehr in der Oeffentlichkeit sich zu zeigen. Manche von ihnen tragen eine Tracht, die ein Kompromiß zwischen einheimischer und europäischer Mr* stellt. Sie lieben leuchtende Farben, tragen Kleider in einem Stück, gewöhnlich mit dem chinesischen hohen Kragen, aber mit Qlermcln, die bis an die Ellenbogen gehen. Die Kleider reichm bis etwa 15 Zmrtimrter über das Kine hlnob. dann kommt der überall übliche fleischfarbene Seidenstrumpf und der europäische Schuh mit hohem oder niedrigem Ablatz. Die Chinesin ist klug genug, keinen Hut zu tragen, und em schon gepflegter Bubenkopf steht den meisten Trage- rinnen sehr gut; besonders ist der Eton^chnttt sehr beliebt. in seiner Art wohl einzig auf der ganzen Welt Zahr zu Fahr immer grschirr in einen Wndenkorb. gingen fort und liehen es a5?nM und nachts in dieser gebückten Haltung allein. Vor Gericht wollte die Mutter, die der Geburt eines vierten KindeS entgegensieht, die Schuld mr das Kind abwälzen, während der Vater, ein Fleischergeselle, m vollem .Umfange geständig war. Das Gericht ging bis nahe an die vom Staatsanwalt beantragten sieben Jahre Zuchthaus heran und verurteilte beide Eltern zu je sechs Jahren Zuchthaus urrd fünf Jahren Ehrverlust. Frau Wieltsch wäre in Zittau beinahe von der Bevölkerung gelyncht worden, als sie einmal zu einer Haussuchung polizeilich vorgesührt wurde. Preisausschreiben für Erfinder. Lord Asquith hat vor einigen Zähren ein recht originelles Preisausschreiben veranstaltet, was alljährlich wiederholt wird und such zweiGefängnisbcamte. Er verübte, als Gefängnistor verschlossen fand, S e l b st - Gäste erscheinen an jedem Abend in einer anderen Toilette, so dah sich eine Art Modenschau entwickelt Die glücklichen Besitzerinnen eines Hunde- lieget* nehmen an seinem triumphale Einzug in den Saal teil und erhielten früher dabei Blumensträuhe; jetzt ist man aber davon abgekommen. Kürzlich war bei einem Rennen die Besitzerin deS siegreichen HundeS so reich bedacht worden, dah sie, als sie beloben mit ihrem Liebling, einem Silberbecher, einem gewaltigen Korb mit Blumen und Früchten und einem Mantel erschien, diesen Segen nicht festzuhalten vermochte und die Früchte aus dem Korb herauS- rollten. sie fanden ihren Weg unter die Mitglieder, zwischen denen eine lustige Schlacht mit Grape-Früchten in Gang kam. Hier wie auch mehr an Umfang und lockt Interessenten au3 der ganzen Welt an. Das Preisausschreiben setzt gestaffelte Prämien für die Lösungen von Ausgaben aus, die von allen Teilen des Publikums aus praktischen Bedürfnissen des täglichen Lebens gestellt werden. Veranstaltet wird das Preisausschreiben jetzt von einer Gesellschaft, die nahezu 1500 Mitglieder zahlt und deren Sitz in London ist. Alljährlich gibt sie ein Buch heraus unter dem Titel: „What'S wanted", in dem die erwähnten Aufgaben an die Erfinder gestellt werden. Die Erfahrungen, die in den vergangenen Zähren mit dem Preisausschreiben gemacht worden sind, sollen außerordentlich günstig gewesen sein und in der Tat den Erfindergeist außerordentlich angeregt haben. Aus allen Teilen der Welt liefen in jedem Zahre Lösungen auf die gestellten Fragen ein und stets ist ein erheblicher Teil von ihnen durchaus praktisch verwendbar gewesen. Das neue „What s wanted" für 1928 weist wiederum eine Reihe von Wünschen und Anregungen auf, die für manche Erfinder wohl wert sind, beachtet zu werden. Da wird z. D. ein Licht verlangt, das keine Wärme ausstrahlt, eine Schutzmahregel, um das Erfrieren von Leitungsröhren zu verhüten, ein Auto, das schwimmend jedes Wasser durchkreuzen kann, ein unzerreih- barer Schnürsenkel und unzerreihbare Strümpfe, die nie ein Loch bekommen, ein feuerfestes Papier für Alten und Banknoten. das seine Faltbarkeit nicht einbühen darf und vieles andere mehr: zweifellos Reuerunyen, die nicht nur dem Erfinder einen groben wird- schastlichen Erfolg bringen würden, sondern auch für die Allgemeinheit von größtem Vutzen sind. Sie Diphtherie-E Kränkungen nehmen zu. Der letzte Monatsbericht der Hygienesektion des Dölkrbundes gibt eine interessante Hefter- sicht über das Vorkommen und die Verbreitung der Diphtherie. Danach ist in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren eine ständige Abnahme der Erkrankungsziffer fest zustellen, die nur Ende 1926 durch eine leichte Zunahme unterbrochen worden ist. Dagegen wird in den meisten europäischen Ländern ein Anwachsen der Diphtherie festgestellt und speziell _ für Deutschland ein Mehr von rund 3000 Fällen im Vergleich zum vorigen Zahre errechnet. Die Sterblichkeit allerdings, die durch Diphtherie verursacht wird, hat neben einzelnen Ländern auch in Deutschland nicht unbeträchtlich a ft genommen. Das 14. Deutsche Turnfest in Köln Einweihung des JahnDenkmals. Köln, 22. Iuli. (TH.) Köln steht ganz im Zeichen des 14. Deutschen Turnfestes; Straßen und Gassen zeigen reichen Flaggen- schmuck. Die beiden großen Rheinbrücken sind mit unzähligen kleinen rotweißen Wimpeln geschmückt, die Säulen der Straßenbeleuchtung mit Grün umwunden. Am Samstagnachmittag wurde auf dein der Zahnwiese vorge-lagerten Hügel dasZahndenk- mal von Oberbürgermeister Dr. Adenauer vor 50 000 Kölner Turnern, Sportlern, Schützen und Radfahrern eingeweiht. Rach einem Chor des Rheinischen Sängerbundes wies Oberbürger- meister Dr. Adenauer in einer Ansprache auf Zahn als den Mann bin, der weitvorausschauend eintrat für die Einheit des Reiches und für die Ertüchtigung der deutschen Zugend. Zahns Geist habe der deutschen Zugend neues Leben und neue Zdeale gegeben. Die von ihm erstrebte Einheit Deutschlands sei nach außen hin erreicht, öfter von der inneren Einheit seien wir noch weit entfernt. Möge der Geist Zahns über alle Klassen, Parteien und Meinungen hinweg zu einer Volksgemeinschaft führen. Profe'sor Dr. B e r g e r legte im Ramen der Deutschen Turnerschaft und des Vorsitzenden der Turngemeinde Berlin zwei Kränze am Denkmal nieder. Zn seiner Ansprache wies Professor Berger darauf hin, daß das Laub des zweiten Kranzes von der Eiche in der Hafenheide stamme, unter der Turnvater Zahn seine Schüler versammelt hatte. An der Feier nahm auch der Enkel des Turnvaters Zahn teil, der gegenwärtig in Chikago lebt und zum Deutschen Turnfest nach Köln gekommen war. Vormittags wurde die auf dem Festplatz erbaute Turn-Fachausstellung eröffnet, bei welcher Gelegenheit der Vorsitzende de- Haupt- auSschusses, Stadtverordneter Gödde, des zu Beginn des Zahres verstorbenen D. T.-Oberturn- wartS Ma? Schwarze gedachte, während die Eröffnung der Ausstellung durch den D. T.-Vor- fitzenden Professor Dr. Berger vorgenommen wurde. Gießener Turner beim Deutschen Turnfest in Köln. Dom Turnverein 1 8 46 nehmen außer den bereit- erwähnten noch zwei weitere Muster- rtegen teil, und zwar eme für Altersturner von 35 bis 45 Zähren, und ehre für aktive Turner, beide am Stüyreck. Vorn Männer-Turnverein Gießen nehmen beim 14. Deutschen Turnfest in Köln außer dem am Freitag genannten noch teil: Die Kreismeisterin Else Dickeihaupt im Hoch- fprung, die Koeismeisterin Erna AlthauS im Weittlprung um die D.-T -Meisterschallen. Ferner die Turnerumen Tilly Espach, Charlotte I Amend, Erna Althaus und Elfe B i d e I - Staffel von Basel nach Köln erfolgte am Samstag früh kurz nach 7 Hhr in Basel am Schiffslandeplatz. Don offizieller Seite wurden Ansprachen gehalten, so von Prof. Brauns, Frankfurt a. W., und vom Schwimmwart des Kreises Baden, Prof. Weis, Schwetzingen, sowie vom deutschen Generalkonsul F ö r st e r. Don schweizerischer Seite waren anwesend als Vertreter des Eidgenössischen Turnvereins Turnlehrer August F r h und Dr. 3. Zschokke. Als erster Schwimmer startete W o l f s p e r - ger, der die Mrhmbe des Eidgenössischen Turnvereins bei sich führte. Am Dienstagabend wird wahrscheinlich der erste Schwimmer in Köln eintreffen. Handball im Turngau Lahn-Oünsberg. Tv. Großen-Buseck 1 — Tv. Allendorf (Cumba) I 12:1 (5:1). Am Sonntag weilte die erste Mannschaft des Turnvereins Großen-Buseck zu einem Gesellschaftsspiel in Allendorf. Großen-Buseck spielte mit reichlichem Ersah. Wit dem Anwurf entwickelte sich ein lebhaftes Spiel. Großen-Buseck spielte überlegen, während Allendorf zerfahrene Durchbrüche machte. Gut placierte Bälle wurden von Allendorss Tormann glänzend gehalten. Zn der zweiten Halbzeit merkte man die technische Hefterlegenheit der Großen-Dusecker besonder«; sie machten ihrem Titel als Gaumeister Ehre. Schiedsrichter O h l e m v tz - Kesselbach leitete gut. Großen-cinden 1. Ivgend — Buhbach 2. Mannschaft 2.-6 (1:2). Am Sonntag trafen sich obige Mannschaften zu einem Gclellschasisspiel in Butzbach. Die Platzmannschaft war Großen-Lrnden weit überlegen. Bis zur Halbzeit konnte sich Großen- Linden noch halten, was auch das Resultat 2:1 jrigt. Rach der Halbzeit wurden die Gäste immer mehr eingedrängt. Butzbach konnte noch vier weitere Tore erzielen. Der Schiedsrichter ließ viel zu wünschen übrig. Hoffentlich leitet in Butzbach beim nächsten Treffen ein korrekter Schiedsrichter das Spiel. Oie deutschen Hochschulmeifierschasten im Schwimmen. Der zweite Tag der deutschen Hochschul- meisterschaften im Schwimmen bot ein noch farbenprächtigeres Bild als der erste. Die Tribünen des Darmstädter Stadions waren trotz der Sonnenglut bis auf den letzten Platz besetzt. Die Zuschauer brauchten ihr Erlchelnen nicht zu bereuen. Reben den sportlich spannenden irrtb interessanten Wettkämpfen wurde auch andere Hnterhaltung geboten; so schwamm Berge S, der Darmstädter Olympiakandidat, als Einlage ein Rennen über 500 Meter und stellte Museum der Welt — die Bezeichnung..Profess o r" verliehen, um durch diesen Titel die freie wissenschaftliche Forschertätigleit nachauhen zu dokumentieren. Oberpräsident Ur. h. c. Fuchs beanstandete jedoch diesen Titel mit der Begründung, daß cs kommunalen Behörden nicht gestattet sei, ihre Remter mit Bezeichnungen auszustatten, die staatlichen Aemtern gleichen. Der Professorlitil fei ein rein staatlicher Titel. Der Landeshauptmann der Rheinprovinz rief das Oberverwaltungsgericht in dieser Frage an, dieses entschied, daß der Titel „Professor" gar kein Titel, sondern eine Dicnstbezeichnung sei und daß der Landeshauptmann der Rheinprovinz nicht bas Recht besitze, die drei verdienstvollen Gelehrten zu Professoren au ernennen, dieses Recht besitze einzig und allein der Staat. Lin sellsamer Rachlsaller. Seit vielen Monaten tauchte in fast allen Stadtteilen Berlins ein Mann auf, der auf unheimliche Weise nachts in die Wohnungen eindrang und dort die schlaf endenDe- tooftner, meist Frauen und junge Mädchen, erschreckte. Der seltene Gast ncchm fast nie etwas mit. Seine Eigenart bestand darin, daß er leise an die Betten heranschlich und den Schlafenden mit einer Taschenlampe solange inS Gesicht leuchtete, bis sie erschrocken aufwachten. Ertönten bann laute Hilferufe, so ergriff er auf schnellstem Wege die Flucht. Zn den letzten Wochen hörte man nichts mehr von ihm. Erst dieser Tage tauchte er plötzlich wieder auf, und zwar in einer Wohnung in der Langhansstraße in Weihensee. Der unheimliche Besucher wäre wiederum entkommen, wenn er sich nicht bei seiner Flucht auf dem Hofe den Fuß so stark geprellt hätte, daß er nicht mehr weiter konnte. Er wurde na chdem Polizeipräsidium gebracht, wo er als der 27 Zahre alte Hausdiener Keuschel festgestellt wurde. Heber die Motive seiner seltsamen Gepflogenheiten gab er keine Antwort. Er wird von Kriminalärzten auf seinen Geisteszustand hin untersucht werden. Sechs Jahre Zuchtbaus für ein entmenschtes Llternpaar. DaS Ehepaar Wieltsch in Zittau, das schon vor der Ehe drei Kinder besah, hatte seinen einen Sohn fortgesetzt so stark geschlagen und mißhandelt, daß daS Kind schließlich starb. Da das Kind noch unsauber war, sperrten e« die entmenschten Eltern auf ein Racht- Zwei Kinder verbrannt. AuS K r a p p i tz (Kreis Oppeln) wird ge- mett>ct: Zn der Rähe von Oberglvgau geriet die DerkausSbude eines Kirschenpächters in Abwesenheit deS Pächters und dessen Frau in Brand, wobei ein fünf Monate und ein 2»/> Zahre altes Mädchen ums Leben kamen. Sie konnten nur noch als verkohlte Leichen geborgen werden. DaS älteste Kino deS Pächters, ein 4i/j Zahre alter Zunge, wurde von Pasian- ten gerettet Der Brand ist anscheinend durch eine sortgeworfene Zigarette entstanden. Revision im Hein-Prozeß. Die Verteidigung des zweimal zum Tode verurteilten PosträuberS Hein hat. tote aus Kv- bürg gemeldet wird, gegen daS Urteil deS Schwurgerichte« die angekündigte Revision beim Landgericht Kvburg eingereicht. Schifssdrand im Hamburger Hasen. 3m Hamburger Hafen geriet auf dem englischen Motorschiff .Raby Sattle" Freitag nachmittag die au8 Baumwolle, Terpentin und Harz fteftehendc Ladung in Brand. Der Feuerwehr, die mit Fährdampfern mit sechs Zügen und einem Löschbvot bald zur Stelle war, war es nicht möglich, dem Brande Einhalt zu hm. DaS Feuer wütete die gange Rächt hindurch. Das Motorschiff brannte völlig aus DaS Schiff, va« in Liverpool beheimat ist, ist über 8000 Tonnen groß und hat eine Besatzung von 30 Mann. ES war am Donnerstag von Bremerhaven hier eingetroffen. Der Brand soll durch ein schadhaftes Kabel hervorgerufen worden fein. Die Dienstbezeichnung „Professor". Der rheinifche PrvvinzialauSschuß hatte vor einiger Zeit drei Direktorialassistenten de« Trierer Drodinzialmufeum- — daS Museum ist das bedeutendste römische Grubeneinsturz beim Berliner llulergrunbbahnbau Freitag abend 11 Hhr platzte, einem WTD.- Funkspruch auS Berlin, zufolge, in einer mehrere Meter tiefen Baugrube der im Bau befindlichen Hntergrunbbaftnftrede Alexander- plah-Lichtenfterg ein über 1 Meter Durchmesser haltendes Ab Wässerungsrohr dadurch, daß sich ein aus 10 Loren bestehender Zug fetbfttätig in Bewegung gesetzt hatte und mit aller Gewalt gegen das Wasserrohr fuhr. Znsolge der ein- flutenden Wassermengen stürzte das Erdreich in der Grube und ein Teil des Fahr- dammes ein. Ein Arbeiter, der auf einer Leiter stand, und von den Wassermassen umgerissen wurde, erlitt einen Beinbruch. Die Übrigen konnten sich retten. Der Schade n ist seh r erheblich, da die Baugrube auf einer Strecke von 250 Meter unter Wasser gesetzt worden ist. Zusammenstoß zweier Guterzüge. Zn der vergangenen Rächt gegen 3 Uhr stießen auf der Strecke Reuh—Düsseldorf vor der Eisenbahn-Rheinbrücke zwei Güterzüge zusammen. Etwa zwölf Wagen, die Lokomotive und Tender eines der beiden Züge wurden stark beschädigt. Ein Zugführer ver- brannte und konnte nur noch als verkohlte Leiche geborgen werden. Ein Hils-schaffner, der vom Zuge absprang, erlitt s chwere Armand Deinverlehungen. Die Qlufräu- mungsarbeiten sind noch im Gange. Ueberfaö auf eine Reisegesellschaft im Innern Korsika». Wie dem »Petit Parisien" aus Ajaccio (Korsika) gemeldet wird, ist auf ein Auto, das mit vier Holländerinnen und einem Franzosen besetzt war, auf einem Gebirgspaß bei Zicava ein H e ft e r f a II ausgeführt wordrn. Ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann trat aus dem Dickicht, zwang den Chauffeur unter Bedrohung mit der Waffe, den Wagen anzuhalten und ließ sich von den Zufällen Geld und Wertsachen übergeben. Alsdann erschienen zwei wettere Personen, schleppten mit dem Räuber eine der Holländerinnen ins Dickicht und ließen sie erst eine Stunde später wieder frei. Schwere Bluttat. Aus G anbershetm (Braunschweig) wird gemeldet: Zn der OrtschaffDodenburg ereignete sich am Donnerstagabend eine schwere Bluttat. AuS bisher noch nicht sestgestellter Hrsache erschoß ber Schlosser Walter aus Dodenburg die mit ihrer Tochter im Garten befindliche Frau ^Ludewig und verletzte deren Tochter, eine Witwe, durch mehrere Schüsse lebensgefährlich. FQIuf einen Radfahrer, der zu Hilfe eilte, gab der Täter ebenfalls Schüsse ab, die aber ihr Ziel verfehlten. Darauf richtete Walter die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich durch einen Schuß in den Kopf. Beide Verletzte wurden dem Krankenhaus in Hildesheim zugeführt. Bilbtckgrapftie Berlin—London. Der Bildtelegraphenverkehr zwischen Berlin und London wird, wie das .D. T." mitteilt, in beiderseitiger Richtung schon in den nächsten Tagen ausgenommen werden. Die bisherigen mehrmonatigen Versuche haften ausgezeichnete Ergebnisse gezeitigt. Es ist bemeitcnütoert, dah das deutsche System K a r o l u S, das auf der Strecke Berlin—Wien arbeitet, und nicht das System des englischen Erfinders Baird, angenommen worden ist. Die Heftermittlung der Bilder geschieht vorläufig noch auf dem Kavelwege. Bluttat In einem Jleugorter Gefängnis. Aus Neuyork wird gemeldet: 3m Bronr-Ge- fongnis erfchoßein Gefangener, der sich im Besitz eine» Armecrevolvers befand, bei einem Fluchtver- über diese Strecke «inen neuen Freiwasserrekord mit 6:42,2 Min. auf (früherer Rekord 6:53,2). Ferner sorgte improvisiertes Rettunas- schwimmen für die nötige Hnterhaltung. Die sporliche Ausbeute zeigen die Ergebnisie: 4X100- Meter-Belieblgstaffel für Stuben- ten: 1. Hniversität Heidelberg 4:47, 2. Technische Hochschule Darmstadt 4:50,9, 3. Hniversität Göttingen. — 1500-Meter-Deliebig- schwirnmen für Studenten: 1. Hellwig (Sena) 25 : 40,4 , 2. Rennstiel 31:07. — 200- Meter-BeNebigschtoiinmen für Studentinnen: 1. Hüsing (Hanrburg) 3:33,6. — 40-Meter-Streckentauchen: l.Dörf- fel (Heidelberg) 29,1 Sek., 2. QRifclI (Hannover) 30,6, 3. Appf el (Darmstadt) 33,4. — Mehrkampf für Studenten: 1. Kvh- Iih (Dresden) 4 Punkte. 2. Mif eil (Hannover) 8 P., 3. Siegel (Köln) und Klein (Göttingen) je 10 P. — 100-Meter-Seite für Studenten: 1. Watrin (Heidelbergs 120,2. 2. Schwabe (Göttingen) 1:23,2, 3. Petry (Darmstadt) 1:25,3. — Springen für Studenten: 1. Klima (Wien) 157,58 Punkte. 2. Kohlitz (Dresden) 142.76 Punkk.-— 100- Meter-Rücken für Studenten 1. Frank (Heidelberg) 1:18, 2. Ohl wein (Hamburg) 1:19. 3. Giese (3ena) 1:33,2. — 3X5 0- Meter-Brust für Studentinnen: 1. Hniversität Hamburg 2:29,6, 2. Hniversität Berlin 2:33,2. — 100-Meter-Deliebig- schwimmen für Studenten: 1. Hoch (Heidelberg) 1:07, 2. Watrin (Heidelberg 1:08,3. — Gemischtes Turmspringen: 1. Klima (Wien) 67,9 P.. 2. Hagen (3ena) 61,46 P. — 200-Meter-Brust für Studenten: 1. Becker (Darmstadt) 3:11,4, 2. Siegel (Köln) 3:18, 3. Rvthm ann (Gielen) 3:22. - 1 00-Meter-Beliebig- chwiinmen für Studentinnen. 1. Hü - ing (Hamburg) 1: 31, 2. Goß mann (Berlin) 1:32,2. Den Hochs chulmehrkampf gewann di« Technische Hochschule Darmstadt vor der Hniversität Heidelberg mit 23 Punkten Wasserballspiele: Hniversität Heidelberg gegen Hniversität Göttingen 5:1 (2:0); Hniversität Göttingen gegen Technische Hochschule Darmstadt 0:6 (0:5). Am Samstag gab es bereits folgende Entscheidungen : 3X50-Meter-Lagen staffel für Studentinnen: 1. Hniversität Hamburg 2 22.2 Minuten, 2. Hniversität Berlin 2:25,4, 3. Technische Hochschule Dresden 2:30,9. — 4 0 0- Mete r-Dellebigschwimmen: 1. Klost e r m a n n (Darmstadt) 5:53,6 Min., 2. Mind - ner (Darmstadt) 6.07,4. — 100 Meter Brust für Stube nten: 1. Becker (Darmstadt) 1:26 Minuten, 2. Dörf s el (Heidelberg) 128.3, 3. Schäfer (Darmstadt) 1:31,4. Ro thm ann (Gießen), der als Dritter in der Zeit von 129 Min. ankam, wurde wegen falscher Wende disgualifiziert. — 100 Meter Brust für S t udentinnen: 1. Bär (Heidelberg) 1:43,4 Minuten, 2. Brill (Gießen) 1:47,6, 3. Mer- I au (Darmstadt) 1:51,1. 4. Grunewal d (Berlin) 1:55.1. — 4 X 1 0 0 - M e t e r - Lagenstaffel: 1. Hniversität Heidelberg 5:15,4 Min. (neuer deutscher Hochschulrekord), 2. Hniversität Göttingen 5:32, 3. Technische Hochschule Sann* stadt 5:35, 4. Hniversität Zena 5:43,2. Oie Endrunde der Deutschen Fußball-Meisterschaft. bestretten, noch den Ergebnissen de» Sonntags Hertha B. S. C., der Berliner Meister, der WackerMünchenin Leipzig mit 2:1 schlug, und der Hamburger E. D, norddeutscher Meister, der in Duisburg Bayern München mit 8:2 (1:1) besiegte. Einen neuen Weltrekord im Diskuswerfen stellte am Sonntag bei den nationalen leichtathletischen Wettkämpfen des Sportklubs Schalke 96 in Essen Hofmeister-Münster auf. Mit einem Wurf von 48,77 Meter übertraf er den von dem Amerikaner Hartranft gehaltenen Weltrekord mit 47,89 Meter um 0,88 Meter. Deutsche Wafferbattspielmeisterschaft. 3m Borschlußrundenspiel um die deutsche Wasserspielmeisterschaft standen sich am Sonntag in der Schwimmbahn des Kölirer Stadions die Mannschaften von Hella-,Magdeburg. und Sparta. Köln, gegenüber. Hellas, Magdeburg, siegte mit 6:3 (2:2). Olympia-Ausscheidungsrudern. DaS Oilhmpia-AuSscheidungsrudern im Vierer o. St auf der Mainzer Ruderregatta gewann überraschend der Dresdener R. V. tn 6: 55,8 vor der Renngwneinfchaft Köln — 91 — 77 in 7:03,4 und dem Berliner R. C. tn 7:11,2. Den 1. Einer um den Rheinpokal gewann der Deutsche Meister Flinsch vom Frankfurter R. D. ganz knapp in 7:38 vor van Hoven vom Ludwigshafener R. V. in 7:38L. Den ZubiläumS-Achter gewann die Renn- aemei'nfchaft Mainz-Kastel (6:24) vor der Frankfurter Germania (6:25) und der RuderttqM Ellen. Llmschwimmung Helgolands in neuer Rekordzeit. Wie aus Hamburg gemeldet wird, gelang es dem Braunschweiger Schwimmer Albert 6 t o e rf e r vom Schwimm- und Sportverein Braunschweig, bei bewegter See die Insel Helgoland in der besten bisher erreichten Zeit von 3:42 Stunden zu um- schwimmen. Holländischer Armeegepäckmarsch. Wie aus Nyrnwegen berichtet wird, ist der Internationale Dier-Tage-Arrnee- G e p ä ck m a r s ch dort am Freitag beendet worden. Don den am Dienstag gestarteten 1200 Teilnehmern hoben 1050 den Gesamtmarsch planmäßig beendet. Die an den einzelnen Tagen ausgefallenen Teil- nehmer — am zweiten Tage wurde mit 59 die Höchstziffer erreicht — betreffen ausschließlich hol- ländische Teilnehmer, und zwar zumeist Soldaten. Don den ausländischen Teilnehmern haben sich vor allem die deutsche Reichswehrabteilung und die norwegische Militärabteilung ausgezeichnet. Don diesen Abteilungen ist auch keiner ausgefallen. Am Freitagnachmittag wurde die Deranstallung mit der Verteilung der Teilnehmerplakette abgeschlosien, die vom niederländischen Kriegsminister L a m b o o y im Beisein mehrerer ausländischer Mslitärattachss, deutscher Reichswehrosiiziere und Osiiziere der nie- dersisichsschen Armee vorgenommen wurde. Nr. 171 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesftisi Montag, 25. Juli (928 WiNschaWagen und Siändeparlamenl. Don Or. Bernh. Dem bürg, ebtm. 6taateminifter, Dl. b. LR. Pi« Rachwehen be* «rohen Kriege« find schwer .tf übmrnrbm. Auf der einen Seite ift überall in Europa ein «tobet Kapital- unb Gub- HanAPerluft eingrtretrn dr''en Auffülluna und Ctrdännunfl notwendig ift. GleichZtMa 'lNv aber die Aufwendungen der ö f 1 e n t - l, chen Hand auhereebenllich gestiegen. Man denke nur an die gewaltigen Summen für xrica«- penfionen und Hinterbliebenenfürsorge und die .Zahlungen, die unter dem Titel .Interalliierte Schulden und Reparattoncn" neben der -Der- zinfung und Tilgung der ftarf ^höhr^n nationalen Schuld erforderlich find. So werden an den Fleiß und die Ausdauer der »erftätiyn Sevolkernng ebenso wie deren maschinelle Ausrüstung auherordentlfche Anforde tltngen gestellt Dieter nottoenMgen öttobunfl der Produktivität aller nationalen Wirtschaften sucht man durch deren steigende R at i o n al i - f leruna au Hilfe ;u kommen. Die «me grötzere Produktionsmenge aus den Kops des Deschastigl^, bedeutet aber sich nur nut «rohen Kapitalaufwendungen für moderne ^ascknnen. für Umstellungen der Betriebe und Abschreibungen der veralteten Anlagen durchführen Iaht und Au ihrer Auswirkung erhebliche 3dt verlangt 3ft dem- nach von der Kapitalseite ««lehen die europäische Wirtschaft in einer problematischen Vn«e und zeitweilige Hochkonjunkturerschei- nungen dürfen Darüber nicht täuschen, denn sie hoben Aum erheblichen Teil ihre Grundlage auf ber horübergebenben Arbeit, die eben jene Ra- tionalisieruna mit sich bringt - so ist von der Arbeiters eite gesehen leicht verstanoZch. bah in einer weit bcmDfratificrtcren Weit auS Gründen, die ich nicht aufzählen will, die aber Einüchligen durchaus begreiflich sind, da« starke Bestreben erkenntlich ist. auf dem Weg besserer (rinnahmen die materielle und soziale Stellung zu heben. Alle eben geschilderten Forderungen tonnen aber nur aus dem Sozialprodukt gewonnen werden. ,ie konkurrieren um den höchst möglichen Anteil an ihm und darum geht auch der Streit. Er erhebt sich im wesentlichen um die Frage von Lohn und Arbeitszeit. Ausgetragen wird er in seinen rohen Formen durch die Kampf- mittel de« Streiks und der Aussperrung. in seiner Verfeinerung in bei Schlichterrolle, di« die Parlamente xmb Regie» ungen durch ihre Wirts «Halts- und Sozialgesetzgebung ausüben. ArbettSlämple sind, wie jedermann weih, auher- gewdhnlich kostspielig und verderblich. Hat doch in den heben 3obren von 1919—26 beispielsweise die 3ab: der von Der englischen Wirtschaft registrierten Streiks über riSOO betragen mit einem Verlust von 360 Millionen Arbeitstagen, was einem Lohnverlust drr Arbeiter von mindestens 1,5 Milliarden Mark entspricht, ilnb viel schlimmer waren doch die indirekten Auswirkungen, man erinnere sich de« englischen Kohlenarbeiterstreik», der zu einer sehr drastischen Gesetzgebung in England geführt hat. Man ist deshalb überall bestrebt, diese wirtschaftlichen Kämpfe zu mildern und vorbeugend aus- zuschalten. Erleichtert wird diese» Bestreben durch die fortschreitende Organisierung der beiden sich gegcnüberltebenben Gruppen, welche freiwillig und automatisch entstanden, jetzt die staatliche Anerkennung und Einsügung in die Gesetzgebung gefunden haben. Pa bei ist die Erkenntnis gewachsen. dah im Grunde genommen die Interessen beider Parteien doch weitgehend identisch sind, sie haben sich in denselben Kuchen zu teilen, sie wünschen, dah er recht «roh fei, und sie wissen, dah keine von beiden bestehen kann, wenn sie ihn nicht gemeinsam möglichst schmackhaft baden. Auch haben sie die gemeinsame Er- sahrung. dah alle Dinge immer leichter arrangiert werden können, wenn man sich gleichberechtigt um den runden Tisch versammeln kann. Das gibt eine für den Ausgleich günstige At- niofbbäre und gestattet präventiv ein-ugreifen, ehe es zu spät ift Dor allem aber ist solche Zusammenarbeit deshalb fruchtbar, well sw bie Teilnehmer gegenteilig darüber aufHärt. was tat, ächl ich 'st und die Grenzen aufzeigt, die für die Bewegungsfreiheit beider Teile bestehen. Und solche Erkenntnis ist keineswegs leicht, denn im Sozialprodukt stecken nicht nur Lohn und Gewinn, sondern aub R o b - material und Zins und von ihm muh von vornherein abgezogen werden Steuern und soziale Abgaben. Abschreibungen undAeservestellungen. Frachten und Dertriebskosten und die allgemeine Regie. Einige dieser Faktoren sind starr, andere labil und das Bild wechselt t»on Sag zu Tag Verständige Führer von beiden Seiten haben deshalb Arbeitsgemeinschaften der Unternehmer und Arbeitnehmer begünstigt, und es war in der schwersten Zeit Deutschlands ein beglückender Tag als sich unmittelbar nach dem Waffenstillstand Hugo St inne» und der Führer der deutschen Gewerkschaften Legien die Hand reichten. 2llS wenige Monate darauf die neue Verfassung zu Stande kam, bekam diese freie Vereinbarung in der Errichtung einer paritätischen Vertretung, dem A e i ch s w irisch a f t s r a t. eine gesetzliche Sanktion, ihm ist die gutachtliche 'Beratung wirtschaftlicher und sozialer Maßnahmen, die da» deutsche Parlament beschäftigen follen, übertragen und ein neuer Gesetzentwurf will die Befugnisse dieser Körper - s«hast noch erweitern, indem er ihr da» Recht gibt, ihre Beschlüsse vor dem deutschen Reichstag zu vertreten. Beschliehende Kraft aber ist dem Wirtschastsrat nicht verliehen. Er- macht keine Gesetze. Nun sind in anderen Landern aus gleicher Veranlassung ähnliche Projekte in der Diskussion, und es kommen ernsthafte Vorschläge, die Wirt- schaftsgesetzgebung von der allgemeinen Volksvertretung loszulöfen und einem zweiten Ständeparlament zu übertragen, von dem man eine größere Sachlichkeit und geringere Beeinflussung durch die Parteipolotik erhofft. So allo, dah nur Allgemeinpolitik und auswärtige Po- litik den allgemeinen Volksvertretungen überlasten sein würden. Ich halte diese Vorschläge für nicht gangbar. Schon die große Masse der Konsumenten, die unorganisiert ist, öürbc sich damit nicht abfinden können, und wo gehört die soziale Gesetzgebung hin, die doch die Frauen und Kinder am meisten betrifft und die doch zum großen Teil aus dem Frauenstimmrecht ihre Impulse empfängt? Wohin gehört die Steuergesetzgebung, die doch ein bestimmender Faktor des Sozialprodukts ift, und wohin die Zoll- und Handelsverträge, die doch nachgerade ein Prüfstein für die auswärtigen Beziehungen der Mächte geworden sind. Diele Gesetz- gebung aber hängt direkt zusammen mit ber A b • bedang ber inter staatlichen Schulben , d. h. mit der Ausführung der Friedensverträge, die doch ihrerseits wieder ein Regulativ im Völkerbund als letzte Instanz schließlich finden müssen. Eine Wirtschaftsstruktur ohne Rücksicht und ohne Abhängigkeit von der auswärtigen Politik gibt es einfach eben nicht. Verfehlt sich Deutsch- land gegen die wirtschaftlichen Klauseln des Versailler Friedens, so setzt es sich, wie die Ruhrbesetzung gezeigt hat, politischen und militärischen Sanktionen aus. Deshalb wurde die natürliche und selbstoer- stündliche Folge eines solchen Ständeparlaments die sein, dah es in allen Lebensbelangen dasPrimat erhalten würde, deshalb aber auch unter den Druck politischer Einflüsse und Leidenschaften gestellt werden würde, die feinen eigentlichen Zweck der objektiven Beurteilung vereitelte. Nur wären diese Einflüsse nicht offen und legitim, sondern vermutlich heimlich und korrupt. Es ist aber auch zweifelhaft, ob eine Vertretung ausgesprochenerrnahen aus Rurinteresfen- t e n in der Lage wäre, tatsächlich den Ausgleich zu finden ohne Opferung der in ihm nicht vertretenen .streife und ob es schließlich nicht bie materialistische Einstellung verstärken würde, die sich zum SchadenoonKulturundEthik,Wisse n- schaftundKunst heute schon so breit macht. Auf Möwe im Sturm. Vornan von Sophie Kloerß. 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Elena stand eine Weile und sah traurig zu ihr hinüber. Zweimal sagte sie bittend: ,3oujou. — Ioujou." Als keine Antwort mehr kant und ihr die Stille schrecklicher wurde als vorhin der Zorn, schlich sie naher, tastete leise mit der Hand nach Marias Haar und strich sanft darüber hin. Die zuckte mit dem Kopf, als wollte sie die kosenden Ringer forlroeifen. Elena hielt erschrocken an. versuchte es nach einer Pause wieder und begann leise zu flüstern. „Es muhte ja einmal kommen. Ich wußte es ja. Du warst ja so unwistend damals. Du sahst ja mit offenen Augen nichts. Mein Kott, die Erziehung von Tante Innozentia. Liebes, mein Allerliebstes, nun ist es geschehen. Nun weiht du alles. Nun schilt mich. Wenn du willst — du darfst mich schlagen. Ja, wenn dir davon teichter werden kann — Ach nein, du bist zu gut. Du schlägst nicht. Du leidest lieber selbst. Aber ich gab' doch auch soviel gelitten, so sehr viel. Wie wir da hinkamen nach Italien — Zwei 3ahrc_ lang kein Heim, keine Zuflucht. Heute steckte mich Sergei hierhin, morgen dorthin. Nur dah er mich immer finden konnte, wenn er mich brauchte. In Rom haben sie mich in einer Pantomime mitgeführt als Königin der Schönheit auf einem Elefanten, und die Männer waren toll nach mir. — Rcpräsentan- tin war ich bei einem reichen Politiker — weiht du. was das heißt?" „Schweig ftittr schrie Maria außer sich. „Ja, du sagst: Schweig still. Du willst nicht einmal hören, was ich doch dulden mußte. Ich hätte ja sterben können, aber sterben wollte ich nicht. Noch nicht. — Ls wäre wohl bester gewesen." Ganz leise redete sie, fast ohne Ausdruck, Maria war es, als schnitte ihr ein Mester in das Herz. Sie richtete sich auf und sah mit ihren heißen verstörten Augen in das schöne Gesicht der Schwester. So hell war es in seiner «arten Blässe, so jung in den feinen Linien, so verklärt unter der goldenen Haarkrone — Konnte so ein Mensch ausseyen, der durch allen Sumpf gegangen war? — War sie nicht wie ein Kind, das leiden muß, was man ihm • zufügt, und besten Augen unbewußt rein bleiben in aller Erniedrigung? Jäh kam der llmjd.nnmg. Das grenzenlose Mitleid füllte ihr Herz so ganz, dah aller Zorn in ihm unterging. Beide Arme warf sie Elena um den Hals, barg ihr Gesicht an deren Schulter und begann zu meinen. „Dir armen Menschenkinder! Wir armen verlassenen Menschenkinder! Vergib mir, Elena. Nein, ich will dich nicht mehr schelten. Ich hab' es leicht gehabt im Vergleich mit dir. Und, statt dir zu helfen, wollte ich dich noch hasten, weil du mich an dein Herz genommen hast. Nein, nein, ro-.r beiden dürfen einander nicht im Stich lasten. Wir müssen zufammenstehen in aller Not. Ich will immer für dich arbeiten. Und du wirst mich nie veriasten und mich immer lieben, wirst du?" „Wie du nur fragen kannst. Wen sollt' ich denn Heben, wenn nicht dich? Du mein Bestes. Du mein reines stolzes Schwesterherz. Bist du mir denn nun wieder gut?" Sie sagten sich so viele gute Worte wie noch nie in ihrem Zusammensein. Bis gegen Morgen saß Maria auf Elenas Bettrand, hielt die kleine, feine Hand und dachte immer: „Er ist ein ganz herz- loser, roher Mensch, daß er diesem zarten Geschöpf so Diel hat zufugen können. Jetzt kommt er nie wieder an sie heran." Maria arbeitete unermüdlich. Sie fertigte Entwürfe für eine KunstgewerbeWerkstatt an. Kissenplatten, einen Wandbehang, froh, wenn es ihr ein wenig Extrageld brachte. Elena sollte nicht zu sehr unter der Armut leiden. Nie sollte eine Sehnsucht in ihr wach werden, zurückzugehen zu dem Manne, ber ihr em Wohlleben nur auf Kosten ihrer Ehre geboten hatte Sie ahnte wenig in ihrer Unberührtheit. wie ganz andere Fäden Mann und Weib verstricken, auch dann noch, wenn das Heiligste ber Liebe lange untergegangen ift Elena hielt das Hocken in den engen Zinnnern nicht mehr aus, seit sie einmal wieder im Trubel gestanden hatte. Und war es nur ein Vergnügen, auf das sie früher oerächttich herabgesehen hatte — es war bod^ Leben, war Musik, Tanz, Lachen, vergnügtfein. Sie ging mit dem dicken Riedinger iweimal abends soupieren, nachdem sie vorher tm sperettentheater seinem Auftreten zugesehen hatte. Es machte ihr einen gant diebischen Spaß, wenn er, vor dem Vorhang erscheinend, sich mit besondedtesem Dege ist bie Lösung also nicht zu finden, sie kann nur du Hegen, wo die ökonomischen Gesetze in ihrer Bezugnahme auf alle Staatskomponenten erkannt werden und nicht da, wo der Interestent al» Intercstent auftntt, sondern nur da, wo die Abgeordneten als Vertreter de» gan i c n Sol- k e s ihre Aufgabe mit voller Verantwortlichkeit er- füllen — Brückenbaubcg'nn in Dehiar. WSR Metzlar 22.3uii. Mitt dem Bau her üielum Drittenen Lahnbrücke in Wehlar wurde am SamSttag begonnen. De Brücke erhält eine Eiienkonftrukrion aus tret au ft regenden vollwandigen Blvcktträgern mit oben- legender Fahrbahn, die eine Breite von 7.50 Meter erhält cfnpefaftt zu beiden Seiten ütwi Bürgersteigen in je 3 Meter Brette. Die Olfen- tonftruftion flammt von her Harkort A -G Duisburg Man hofft, tue Brücke nodi in Metern Jahre dem Verkehr über «eben zu können. Aaubniordversuch in Frankfurt Lpd. Frankfurt a. M. 21. 3uh. 3n den M ttogsUunden he* heut.gen Samstags wurde auf die Kassiererin de» Kaufhauses Ehape in der Ka erfiraf)?. Ecke Weierstraße e.n A a u b m ordne r f u ch unternommen. Der 28jähr g« Wilhelm He u f e l aus Dietzenbach drang, mit einem Tod- •d)lager bewaffnet, in dos Deschoftslokal. hieb auf die Kassiererin ein. raffte das in ber Kasse befindliche Geld an sich und versuchte zu flüchten. Es gelang jedoch, den Kauber feftzunehmen. - - Der Räuber hatte h Rechner..... < üaedt . . • < Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter hen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe her zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent ^ombarhztnSfuß 8 Prozeu' Berlin. 20 «Seid ^raniö|ild)t .'loten . . Holländische Noten..... 168.1-6 Ztalienische Noten...... Norwegische Noten...... Deatsch-Oesterr. i 100 .(fronen 22,06 111,58 58,93 Rumänische Noten...... .'.54 schwedische Noten...... 111,88 Schweizer Noten....... SO.61 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . GM.91 13,365 Ungarische Noten . 72,75 Frankfurt a. M Berlin Schluß l-Uljr- ftun 1 kur» Schlutz-s Anfang Run__Run Dalum: 20. 7. 33. 7. '0. 7. | 23. 7. rtankfurt a. M Berlin Frmihsurta. M. Berlin sdHub-i Rur» | -Uhr- Rur» Schtuh l Ansang Kur» 1 Run Schlub-> 1-Uhr- Kur» Kun Schluha>estltzLasl OeL. . 10 Dre«Sner Bank ... 10 I?.ite'N-aiiie«xeöll6ani . . . 9 DtrtaUbant 1 RrttMtanl .......H 87.25 51.4 17.85 91.75 76.05 - 1 I 21.75 10.65 21.11 IM 154 133 113.5 3tv 183.5 365 164.5 15S.35 165.5 .-68 10.75 163.25 154 z 183,5 161.6 164 | 143.5 1*67,35 87.5 61,5 1 17.9 3.35 ’ 1.76 11.6 11.6 10.9 23 164.25 198.75 19.'. 75 M.75 136 143 277.5 UM 265 164,5 158, . 165.6 143 368 61.6 17.75 30.65 26.75 1.8 163.2. 198.5 197,5 13«.35 143 281 36« IM. 5 IM.5 143.3 «8.75 A.S.S. . « Bergmanil...... 9 Eleltt. Steuerungen.....10 Licht und Kraft ..... 10 Reiten 4 (Sirtllecume .... . 6 ®d. f. lElcttr. Untern.. ... 10 Hamb. tSektr. Werke .... 10 Rhein. Delir. . ......S Echte«. Elektr......10 Echuckcn...... 8 Sternen« 4 Halste ..... 12 ItamtaMo ......... 8 Lahmeyer 4 Io. ......10 Buoerur . 5 Deutsche «frdSI ...... 6 vssener Eteinlohl»......6 Seiicnfirdjenei ... f. 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Jult 23 Amtliche NoNirana Ämtltcht Wörtern.i. t^ld Örter delo Bri" «mft-RoN Buen-Ltre- Bckl- Antw ttbrifttanlo .Vooenhagen €todbolm Hel'ing'or». ^Italien . . . 168,43 1,768 58,295 111,8« 111,92 10,53 21,93 -0.35« 168,77 1,772 58,415 112,14 112.19 .*1.97 20,394 168,.'9 *8.235 111.81 112,85 112,03 10,627 <1,9* 20,34a 169,73 1,77« 58,4.5 112,03 112,07 112,24 10.5,7 21.V« 20, .ihn «,18m 4,19.15 1.1645 4,192 5 16,36 10,42 16,375 16.41.5 Schweiz > . 50.69 80.75 10,58 60,7t kpernten - 69 19 6».3j 69,01 19.42 5kavan - - . 1.9,8 1.922 1.910 1,914 *io de Jan 1.5005 3.50t5 |.5OÜ J .502 Bien hi D^ Ceft- abgett -9.03 59,15 59,0' ZI, 14 l8.58 18.bJ 18.58 18.62 TandC Äonftüntni. 11.35 11.51 51.34 81.50 .'.135 2,139 2.135 3,139 Btdeu. . .415 6,125 5.415 5,425 Kanada 4.163 4.171 !Ä 4,191 Ilm nen 1,276 4.254 4.214 JO 883 20.923 20.875 20.915 Berltu. t>ati '*et8 •<*ncr 9lmertamd»e Noa» ..... Belutsche N«eu ....... Tui-ddx No«, ....... Snaltsch« ®