llr. 146 Erster Blaff 178. Jahrgang Samstag, 25. Ztml 1928 drvck i«d Verlag: vrühl'sche llUlversitülr-Vsch. enb Sicht breiferei H. Lange in Kietzen. Schriftlcifting unö -cschäftrstcllc: Schnlftratze 7 iDfifdloo gelegentlich Nicht mit Unrecht in a.-. i^"'h I Li» 11 seschicU. uni btr -n title Jottmurwn tiowlflljm ablrtm? i dlc Jtafllonen to un- den und der i$en, i geschM. ahsterihi. DV ta ng dnn ititi er Gmotiaßt btt Itfdjcilttl. bfl Kamtn ter Deutung auf fofortigti bet TW Am M als TLatxoual' lotbgen Beginn bet Berlin, 23. 3uni. (III.) wie gestern schon kurz gemeldet, sind die Derhandlungen über die Bildung einer neuen Reich»regierung auf der Grundlage der sogenannten Großen Koalition gescheitert. Da Dr. Schot; an fast allen Forderungen der Deutschen Bolfepartei festhielt, intbefonbete an dem sofortigen Baubeginn bet Panzerkreuzers, an ber Ablehnung bet ll. August als Nationalfeiertag und an der Federung, dah die anderen Parteien der Deutschen Volkspartei die Zusicherung machen sollen, dah Verhandlungen jur Umöllbung öt r preuhischen Regierung sofort a u f genommen und noch im 3uli jum Abschluh gebracht werden, erklärte Abgeordneter Müller- Franken, unter diesen Umständen verspreche er sich von weiteren vcrl-andiungen über die Grohe Koalition keinen (Erfolg mehr. (Er werde mit den Parteiführern nunmehr über eine Regierungsbildung auf anderer Grundlage in Verhandlungen eintreten. Nachdem daraufhin der Abg. vr. Scholz die Besprechung verlassen hatte, bat Abg. Müller- Franken die anderen Parteiführer, nämlich die Abgeordneten Welt (So).), o. Gu 6 rarb (Zentr), Koch (Dem.) und Leicht (Bayr. V.), bei ihren Fraktionen eine Entscheidung darüber herbeizuführen, ob sie zu Verhandlungen aufderGrund- lage der fog. Weimarer Koalition bereit seien. L >h seOer ref ek^ Regicnmgc Programm geeinigt, als iin unter den Fraktionsführern, die auf An» befürwortet. DaS war der einzige Punkt ter den bekannten vier Programmpunkten, die Deutsche CBollepartci aufgeworfen hat an denen hauptsächlich die Bemühungen Drohen Koalition gescheitert sind. rrden mitbringen durften, so dah schließlich ein IltasUiuin von zweiundzwanzig ehrenwerten Tlän* ttm zusammensah. um ein bis in die kleinsten De- ui lt ausgearbeitctcs Programm in täglichen Dauer- tzimgen zu bebrüten. Damit hat man nun put und Sonntag» int FereNags 8 eilige«: (blefcena ^mifUnMÄtter Hermat im Bild Du Scholle me«ot»-Bej«flsprets: 2 Rerchsmarli unb 20 Tkeichspfmaig ftr Träger» lohn, auch bei Richter- fche men dnjelnerRummern infolge höherer ötwalL Fernsprechanschlüsse: 51, M «nb 112. Anschrift ftr Droh Mach- richten, »nzeigse Oletze». poRscheckkonts: Iran ff« rt am Main 1188t. 'ten auch Btfur* «Portgtlbanitrön, mttn. Muhje. ®tf $ranffutttr D-chtnschluß bei « w ftetiger Hal. unoKänbnt Wt 2650 SUit «, 2150 bi» l'N, 50; 3Äai» (gelt) für . iubbcutidjt» 15«. iel)l 88,15 hi= ti itleie 1650 Ubrt- in.Jj ffiS •Ö tA 1,1^ L!L v Ä :r.» & M®5. IW ‘rren er glaubte, Zusammenwirken zu können. 3m ‘träfe dieser, zur verantwortlichen Mitarbeit beru- brwn Persönlichkeiten hätte mah sich zweifellos hat die D. D. P. keine besonderen Forderungen angemelbci. Leider aber Hal der Herr Derhand- lungSführer die beteiligten Parteien eingeladen. ihre Forderungen für da- künftige Regierungsprogramm geltend zu machen 2- war vorauSzusehen uno ist auch eingetreten, bah sich barauS eine solche Fülle zum Teil widerstrebender Programmpuntte ergab, das) sich die Derhandlungen zwar in die Länge zogen, aber nicht aussichtsreicher gestalteten. Das) die D. D. P. nunmehr zu diesen Einzelsragen ihre zum Teil abweichende Stellung zu präzisieren hatte, ist selbstverständlich. Allerding- hat die D. D. P. daraus bestanden, im Reiche unb in Preußen eine gleichartige Regierungskoalition zu erreichen. Dabei waren für sie feine Prestigefragen maßgebend. sondern allein sachliche Gesichtspunkte. Die heule vom ganzen Bolle lebhaft geforderte Aufgabe der Staate- unb Verwaltung Sreform, um nur baS eine zu nennen, seht ein Zusammenarbeiten von Reich und Preuften voraus; denn darin liegt der Schlüssel zu ber Lösung deS Problems. Deshalb muhte die D. D. P. die Schaffung einer gleichartigen 5toali- tion m beiden Kabinetten fordern. Auch von Anhängern anderer Parteien wurde diese Regelung staatsrechtliche Bedenken geltend, die von einer erstaunlich forma istisch engstirnigen Auffassung der politischen Rotwendigkeiten zeugen. Die Derhandlungspartner haben sich offenbar in dem Glauben gewiegt, dah die BollSpartei in dem glühenden Der langen sich mit der Der- antwortung für ein vorwiegend sozialistisch orientier es Regime zu belasten, zur rechten Zeit Kordel lasten würde und namentlich in ber Preubensrage mit einem Wechsel auf bie Zukunft abgefpeist werden könnte. Beherrscht von dieser reichlich vagen Idee, scheint man es m der Sozialdemokratie verfäum: zu haben, den eigenwilligen Herrn Braun etwas an die Kandare zu nehmen, um ihn an der Erreichung des Ziries mitaibeüen zu lassen, das bie sozial- demokratifche Partei doch wohl selbst erstrebte, als sie bie Derhandlungen mit der Dolkspartei begann. Es gab natürlich lange Gelichter, als man merkte, dah bie Dolkspartei mcht batan bachte, umzufallen, sondern auf ihrer Forderung nach Umgestaltung des preuhischen Kabinetts gleichzeitig mit der Bildung der Reichsregierung beharren blieb. Wenn neben b.efcm entscheidenden Purrkt noch in einer Reihe anderer Fragen sich Meinungsverschiedenheiten herausstellten, so häkle man das schlimmsten'alls als einen Beweis dafür nehmen können, dah der Deriuch, das Pferd beim Schwänze aufzuzäumen, nicht deshalb schon bester glüxft, weil es diefeS Mai ein Sozialist ist, der ihn unternimmt. Hier rächt sich eben der schwere Wihgrist. den Hermann Müller begangen hat, als er statt mir der Aufstellung eines Kabinetts mit ber Beratung Siiflbee ooe Injeiarn ftr die Tagctnemm« di» »um Rod) mittag vorher. Preis für i mm höhe für Anzerqen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfemng, für Re- klameanjtigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platz Vorschrift 20', mehr. Chefrebakdeur Dr. Jneör. Will). Lange. 'Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will) Lange; für Feuilleton Dr 5.2bgriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt Tillmann, sämtlich in (Hieben Aach dem Scheitern der Großen Koalition. Hermann Müller beim Reichspräsidenten. — Reue Derhandlungen über eine Weimarer Koalition oder ein „Kabinett der Persönlichkeiten". iemEäwedn MB. LlPtth H »* ierjt»D ohl wa°i f°E' xr wMEe vi -fahren in der 5°h^^ nuten. I" I aufgefiirt ehe ter norb«” nt. ,v.«< II«.* Wg U.* ‘■'S Ä Ü !»'* »N 4 a 'M. |68> ii.w in.2 t.M III.* 80,» 68,1 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen * blieb . stlll 1 z 'Ehr 5^ M A eNt hon S! Die Parteiführer begaben sich hierauf zur Beratung über diese neue Lage zu ihren Fraktionen. 3n ber Fraktionssitzung des Zentrums berichtete Abgeordneter v. ®u6rarb über die Beratungen des Fraktionsvorstandes, der vorher zusammengetreten war. Der FranktionSvvrstand hatte den Fraktionsvorsitzenden ermächtigt, in den Besprechungen mit dem Abgeordneten Müller-Franken Sief em mitzutelleu, dah durch die Dorgänge vom Freitagmorgen eine vollständig neue Lage geschossen sei, zu der bie Fraktion in ihrer gegenwärtigen schwachen Besetzung nicht Stellung nehmen ßnne. ES müsse vielmehr die Gesamtfraktion dazu gehört werden. Diese ist auf Montagabend 18 Hbr zusammen berufen. Außerdem wird am Montag eine Sitzung deS Reichsparteivorstandes des Zentrums stattfinden, zu ber Vertreter der Reichstags- unb Landtagsfraktion des Zentrums hinzu- gezogen toerben. Die Reichstagsfraktion stimmte den Ausführungen des Abgeordneten v. ®u£rarb zu. ohne in eine Debatte darüber einzutreten. An der Sitzung nahmen auch als CBertrcter der Bayrischen Dolkspartei die Abgeordneten Leicht und Rauch teil. Die demokratische Reichstagsfraktion nahm «»benfatts den Bericht des Frak- tionsvorsitzenden Koch-Weser entgegen. Erneut kam die Auffassung zum Ausdruck, dah die Methode falsch sei, vor der Regierungsumbildung eine Einigung der Fraktionen auf ein bestimmtes, ins einzelne gehendes Programm erreichen zu wollen. Weiter wurde dargelegt, bah bie bemokratische ReichStagssraktion gegen eine andere? a l S die Regierung der Drosten Koalition die schwersten Bedenken, vor allem auf dem Gebiete der S ch u I- unb Kulturfragen hat. zumal dadurch auch der Fortschritt auf dem Dege zum Einheitsstaat. zur Finanzresorm und aqm Kleinrentnergesetz erschwert wird. Trotzdem wird sich die demokratische Fraktion auS staat-politischen und parlamentarischen Gründen den neuen Verhandlungen nicht verschließen. Sie bringt H itkl 1 - UlllVI UL 11 ÜIUllHUr.H.IIJKI H, UU UU| 11 • unb ter Bapnia» |r-pmg de» fterrn Müller sogar ihre Lpezialrese- i ten versuch M ter Snw-lage te i machen. 14U entschliesten, unabhängig von den Bindungen Pnntzischen stq» < t Fraktioncn sich seine Leute auszusuchen, mit SZ- [d) LSo“iÄ'S .Äeife ?'°h°nd7i7 ' Uln Wi Biir r leresse. m unDeränbtn 3» w, um 1 bis j Sahteimr* eS begreiflich finden, wenn verantwortungsbe- wustte bürgerliche Parteien alles daranfetzen, um durch Detelligung an ber Regierung den sozialistischen Einflust zu milbent Aber vielleicht bleibt uns diese Pserdeluc nicht erfpart. wrrm die Sozialdemokratie zu verantmo t.icher Staatsarbeit auch auf wictschastS- und sbzialpolitiscl^em Gebiet gezwungen werden soll, für die si^ aUcin tn>c ih.en Rnjängem geradeste^n mus;, o.,ne hast ihr die Möglichkeit offen bleibt, in kritischem Augenblick aus der Verantwortung auszu^rechen oder bürgerliche Koalitionsgenossen mit dem Odium unbequemer etaatinottoenbigleiien zu belasten. Die segerrsreich eine solch: Probelektion fein kann, haben wir ja in England gesehen, wo Macdonald unb ber Labourparty nach ihrem Wahlsiege Gelegenheit gegeben wurde, zu zeigen, ob sie eS besser machen konnten, als die von ihnen kritisierten bürgerlichen Parteien Wir haben also allen Anlag, Herrn Müllec-Franlcrr für seine Bemühungen, eine Regierung auf dem Boden bet Weimarer Koalition zustande)ubrin- gen, vollen Erfolg zu wünschen. Wir furchten zwar, dast iu bieser societa? leonina mit ber Sozialdemokratie reichlich viel Scherben zerschlagen werden, die namentlich auf außenpolitischem ®ebiet uns einmal hoch in Rechnung gestellt werden, aber das deutsche Doll, das sich am 20. Mai diesen Reichstag gewählt hat, wirb vor dem Scherbenhaufen vielleicht am schnellsten und rrachhalf.gsten lernen, die parlamentarische Grundlage für eine Politik des Aufbaues und ber Gesundung im wohlverstandenen Interesse des arbeitenden Dolles aller Stände zu schassen. eines möglichst komplellen Regierungsprvgrcunms begonnen hat. Man wäre zweise^los innerhalb einer schon durch längere Zu a mm erarbeit m gewissem Grade erprobten Regierungsgemeinschaft über viele Punkte schnell zu einem erträglichen Kompromist gekommen, die im Laufe programmatischer Erörterungen von Partei zu Partei heute als ftöcenbe Felsolöcke mitten im Wege liegen. Es wäre töricht zu glauben, bie Dolkspartei speziell hätte irgenowelchen Anlah. der geschci- tert en Drosten Koalition blutiae Zähren nach- zuweinen. Ganz im Degenteil. Dem deutschen Dolle kann es nur heilsam sein, wenn einmal der Versuch gemacht wirb, aus dem Wahlergebnis vom 20. Mai in aller &£ärfe die politischen Folgerungen zu ziehen. Der Sozialdemokratie must endlich einmal Gelegenheit gegeben werden, zu zeigen, was sie kann, ohne dah sie in der Lage ist, bie Dera ntwortung für ihre Taten auf bürgerliche Koalitionsparteien abzuwälzen. Wie äuherst peinlich es ihr im Grunde ist, aus dem laut genug verkündeten ^Dahllieg nun auch bie praktische Konsequenz zu ziehen, konnte man schon aus ihrem heißen Bemühen sehen, bas Arbeitsminifterium sowohl, wie bas Wirtschaftsminifterium. al’o gerade die beiden für ihre sozialpolitischen Ressorts in den .bewährten Händen" ber bürgerlichen Minister ju belassen, ohngeachtet dessen, daß gerade sie bislang ber heftigsten Kritik von sozialistischer Seite ausgesetzt toaren. Es ist zweifellos ein gewagtes und sicherlich recht kostspieliges Experiment, den Staatsapparat auf unbestimmte Zeit ber Sozialdemokratie auSzuliefem, und man wird x4) beuteln gab. nachdem bie beiden Fraktionen Kit Partei in gemeinsamer Sitzung d e e Forde- -jtg feierlich broflamiert hatten. Don der Gegen- l'ri v wurde dies Qkrlangen der Dolkspartei auch |h Rechn'iuq gestellt unb Verhandlungen mit «n preuhischen Ministerprä'identen Dr. Braun ptngelcitet. Preußens 2lllgewaltiger hatte zwar «rtz vor knapp zwei Woch.m in der Reqierunqs- dlarung vor dem Landtag die Bereit- dilligkeit der KoalitlonSparteien zu einer SVerbreiterung der Regierungsbasis zum Ausdruck f.trad)t. aber nun sollte die Dolkspartei erst ein > i-ziellsv Ersuchen um Ausnahme in die Koa- ftian stellen. Auch das geschah durch einen t tritt deS Abgeordneten Dr. Wiemer bei der entrumsfraktion des Landtags. Da aber kehrte ■'rrr Braun seinen ganzen Borussenstolz heraus. 1 r cUen Anfängen im (Enbeffeft eine graste Enk- tLufchung. Da» darf man heule schon mit ruhigem C'-froifien feftfteüen. Nachdem die Sozialdemokratie u ben langen Jahren ihrer Oppositionsstcllung sich (eine Regierungskrisis hatte entgehen lassen, ohne Berhanblungstaktik bürgerlicher Parteiführer — Leider haben sowohl der preustische Minift r- präsident wie die preuhischen Fraktionen des Zentrums und der Sozialdemokraten keine Geneigtheit bekundet, baldigst die Ver- handlurrgen zu einer Umbildung der preuhischen Regierung aufzunehmen, 3m Gegensatz hierzu steht die erfreuliche Haltung der Demokratischen Partei, die sich bivnüht hat, zu vermitteln. Roch im letzten Stadium der Derband- lungen wurde vom Zentrum und Sozialdemokraten hn Landtage erklärt, dah dort Verhandlungen über eme andere Koalition vor dem 10. 3 u I i nicht beginnen könnten. Die D. D. P. hat nicht gefordert, dah die preuhische Lösung sofort vollzogen werde, wohl aber, dah die sosorttge Bereitwilligkeit für eine baldige Umbildung erklärt und ihre Grundlagen feftgeftellt würden. Das Entgegenkommen der D. V. P. hätte eS wohl verdient, dah man zur Erreichung des grohen Zieles im Reiche nicht mit formalistischen Einwänden bei preuhischen Fraktionen gekommen wäre. Rach alledem muhten die Verhandlungen sür die Große Koalition im Reiche scheitern. Für das, was sich aus der jetzigen Sachlage ergibt, muh die D. D. P. die Verantwortung ablehnen und wird die weitere Entwicllung mit Ruhe betrachten. Was nun? Schlechte Aussichten sür die LZeimarer Koalition. — Ein «abinett der Führer. Berlin, 23. Juni. (Priv.-Tel.) Den nunmehr in Aussicht genommenen Verhandlungen de» Reichs- lagsabgeorbneten Aluller-Franken über die Bildung ber Weimarer Koalition wird von den Blättern eine sehr ungün st ige Prognose geflcUt, unter dem Hinweis daraus, dah sich nach den Heu- Gerungen des Reichstagsabgeordneten Leicht und der Bayerisä-en Bollspartei-ftorrefpooben) eine Beteiligung der Bayerischen Bolks- parkel an einer solchen Koalition kaum er geben wird. Sollte die kleine Koalition nicht zu- staude kommen, |o wird llbg. Rrüller-Iranken, wie er es laut „vorwärts" in seinem Bericht an den Herrn Reichspräsidenten bereits ansgesührt hat, eine sozialistische Minderheitsregie- r u n g bilden, evtl, nutet Hinzuziehung auch solcher Persönlichkeiten. die nicht zur sozialdemokratischen Partei gehören, die aber unter Berücksichtigung der I auhen- und innenpolitischen Lage bereit sind, mit • der sozialdemokratischen Partei zusammen Politik . zu treiben, wie der „vorwärts- erklärt, will die Sozialdemokratie die Verantwortung, die ihr durch ihren Wahlsteg anserlegt ist, bis ; u m l e h - ten ausschöpsen. lleber die Auswahl der führenden Persönlichkeiten, die nicht zur Sozialdemokratie gehören, weih die „vossische Zkg." mitznteilen: Es kämen neben Müller-Zrouken als Kanzler in Betracht der Zen- trumsabgeordnete o. G u e r a r d als Vizekanzler, Dr. Stresemann als Außenminister, der Demo- krat K o ch - w e s e r als Justizminister, Dr. E u r - l i u s (Deutsche Volkspartei) als wirtschaslsminisier, Schätzet (Bayerische volkspartci) als postmini- fter, Groener als Reichswehrminister und Brauns (Zentrum) als Reichsarbeilsminister. Das Finanzministerium könnte Dr. h i l s e r d i n g (So;.), das Innenministerium Severing (Soz.) übernehmen. Ls blieben noch für den Fall, daß der Abgeordnete v. Guerard das Ernährungsministerium übernehmen sollte, noch das Ministerium der besetzten Gebiete und das Verkehrsministerium ;n besehen. Lines der beiden Portefeuilles könnte Dr. Wirth, das andere einem Sozialdemokraten angeboten werden. Das genannte Blatt glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß alle vorgenannten Politiker bereit wären, in ein folche» Kabinett ein- zutreteu, und sagt: wenn wir recht unterrichtet sind, haben sich sehr namhafte führende Parlamentarier sowohl des Zentrums, wie der Demokraten und der Sozialdemokraten für eine solche Lösung ausgesprochen. Das schwerinische Landiagswahlgeseh verfassungswidrig. L e i p z i g, 22. Juni. (LU.) Der Staatsgerichts. Hof für das Deutsche Reich hat auf die Klage der Rationalsozialisti chen deutschen Arlx:.terparter, Gau Mecklenburg-Lübeck, gegen das Land Mecklenburg-Schtoerin betreffend Feststellung der Derfassungswidrigkeit des Land- tagswahlgesetzes in der Fassung vom 13. April 1927 beschlossen: „Das Gesetz des Landes Mecklenburg-Schwerin vom 13. April 1927 verstößt. soweit es den Paragraph 12, Absatz 2 des Landtagswahlgesetzes ändert. g r g e n d i e Retchsverfassung. Der Staatsgerichtshof hat sich dabei an die Judikatur gehalten, die er in Wahlsachen im vorigen Jahre sestgelegt hat." Es handelt sich bei diesen Streitfragen um Bestimmungen. mit denen der Landtag seinerzeit Die Zulassung von Wahlvorschläaen davon abhängig gemacht, dah mindestens 3000 Unterschriften vorgelegt und 3000 Mark deponiert werden. Oie Llnmhen auf Gamoa. Der Bericht an die Mandatskommission Genf, 21. Juni. (T. U.) Die Mandatskommission deS Völkerbundes hat sich mit den bekannten Unruhen auf Samoa beschäftigt. Die Mandatsmacht R e u s e e l a n d war durch chren Londoner Oberlommifsar Parr und durch den bisherigen Gouverneur der Insel, Generalmajor Richardson, vertreten. Als Berichterstatter fungiert der Deutsche Geheimrat Dr. K a st l. Bisher wurde über den Bericht der Königlichen Kommission verhandelt, die fünf Wochen im Mandatsgebiet weilte und 300 Zeugen verhört hat. AuS den Ausführungen des Oberkommissars gehr hervor, dah die Königliche Kommission dem Gouverneur Recht gibt und daß die neuseelan- dische Regierung sich auf den Standpunkt ihrer Kommission stellt. Die weihen Bewohner 6a- mvaS beklagen sich über bas Alkvholver- b o t. daS sie nur gegenüber den Ein geborenen aufrechterhalten sehen möchten. Da aber die 2000 Mischlinge einerseits verwaltung-rechtlich alS Europäer angesehen werden, andererseits sich aber mit den Eingeborenen vermischen. ist die Beschränkung des Alkohvlverbots aus die Eingeborenen nicht möglich. Weitere Beschwerden der Weihen erstrecken sich aut den Verkauf deS Ola t tonal- Produkts Kopra durch die Regierung. Hierin sieht der Oberkommissar den Hauptgrund der Unruhen. Die Regierung wünscht nach ihrer Angabe eine Derbesserung der Erzeugung und* hat im Vorjahr 400 Toirnen Kopra nach London um den doppelten Preis verkauft alS ihn die Eingeborenen bei den landesüblichen Händlern erzielen. Die Unruhen sollen aber von sechs Europäern angeregt sein auS gewinnsüchtigen Motiven. Ueber die alS nationalistisch bezeichnete Beschwerde der Eingeborenen nach Schaffung einer autonomen Regierung geht der Bericht kurz hinweg. Die Regierung habe den Häupllingen 1923 Beteiligung an der Verwaltung an- geboten, doch hätten die Häuptlinge ab gelehnt und daS Volk sei zufrieden. Auch da sollen sechs weihe Unruhestifter und Hetzer schuld fein, dann aber auch die zu geringe Stärke der Pot.zci und die fehlenden juristischen Befugnisse, um gegen die gewissenlose und beständige Agitation einzuschreiten. Oie Konferenz der Kleinen Entente. Griechenland bietet einen Freihafen in Saloniki an. Bukarest, 22. Juni. (WB.) Die drei Außen- Minister der Kleinen Entente haben ein Eommu- niquS veröffentlicht, in dem es heißt: Die Politik der Kleinen Entente gestattete die Stabilisierung der freundschaftlichen Beziehungen mit Frankreich, England, Polen und Italien, «eit Locarno werden die Beziehungen der Kleinen Entente mit Deutschland immer bessere. Mil Oesterreich sind die Beziehungen sehr freundschaftliche. Die Kleine En tente. die äußerst friedlich gesinnt ist, begrüßt mit lebhafter Genugtuung den Entwurf dcsKctlogg- Paktes, dessen Erfolg sie wünscht und dem iie sich auch anschließt. Die drei Minister der Kleinen Blutige Llnmhen in Südslawien. Oie Belgrader Regierungskrisis. Vermittlungsversuche Möntp Alexanders. Belgrad. 22. Juni. (WB.) Svetosar Pri- bitschewitsch wurde mit bau früheren Prä- ' deuten des kroatischen Dauemklubs. Karl Kovatschewitsch. und dem Abgeordneten der Bauernpartei Dr. K o s s u t i t s ch . heute abend in einer zweistündigen Audienz vom König empfangen. Diese Audienz, die auf Einladung des König- erfolgte und in politischen Kreisen großes Aufsehen erregt, wird a-lS Beweis des Willens der Kroaten angesehen, eine Sanierung der außerordentlich ver chärsten politischen ßage anzubahnen. Pribitfchewitfch begab sich mit den beiden anderen Abgeordneten sodann ,5 u Stefan Aaditsch, dem er Bericht erstattete. Die ..Prawda" schreibt: Die mahgebenden Stellen wünschen, daß man einen neuen KurS mi t neuen Methoden einführt. Der zu erwartende Rücktritt der Regierung soll die Bahn dafür freimachen. Die bäuerlich-demokratische Koalition wird aber jedenfalls nur dann mit süh verhandeln lassen, wenn ihr weitgehende Zusicherungen voraussichtlich auch auf staatsrechtlichem Gebiete gemacht werden. Der Wiener Uniperfitätsprofefsor Singer, der im Laufe des Freitags in Belgrad eingetrof- fcn war. äußerte über Stephan Raditschs Zustand seine Zufriedenheit. In Belgrader politischen Kreisen erwartet man alS Ausweg auS der Regierungskrise die Bildung einer Konzentrationsregierung unter Warin- kowitsch. Der König hat allein am Freitag den Innenminister viermal zu sich rufen lassen. Auch der Ministerpräsident war wiederholt bei ihm. Oie Schüsse in derGkupschiina Line Darstellung der kroatischen Opposition Belgrad, 22. Juni. (WB ) 52 Abgeordnete der bäuerlich-demokratischen Koalition mit Svetosar Pribicfevics an der Spitze veröffentlichen eine Darstellung der Ereignisse, die der Mordtat in der Nationalversammlung oorangingen. Es heißt darin u. a.: Weder für uns noch für die Oeffentlichkeit ist das Verbrechen unerwartet gekommen. In der Sitzung der Skupschtina am 19. d. M. haben die radikalen Abgeordneten Thomas Popovics, Celics und Punilat Nalfchilfch einigemal die Abgeordneten der Opposition bedroht und gesagt, daß sie Stephan Radltsch ermorden werden. Die Opposition hat sofort an den Präsidenten der Nationalversammlung das schriflliche Verlangen gerichtet, daß Thomas Popovics und Punisat Natschiisch von drei Sitzungen der Nationalversammlung ausgeschlossen werden sollen. Am Tage der Ermordung hat der Abgeordnete Mastrovics an den Präsidenten appelliert, er solle die Ermordung von Stephan Naditfch und Svetosar Pribicfevics verhindern. Unmittelbar vor Punisat Natschitsch erhielt Thomas Popovics das Won, dessen ganze Rede aus Drohungen bestand, dah Stephan Ra- ditfch getötet werden würde. Der Präsident unterbrach die Sitzung. Sofort nach der Wiederaufnahme der Sitzung machte Abgeordneter Pernar den Präsidenten auf diese Drohungen aufmerksam. Der Präsident erwiderte: „Gehen Sie auf Ihren Platz." Punisat Natschitsch begründete sodann die Berechtigung der Drohungen von Thomas Popovics. Sve- tofar Pribicfevics schrie mit lauter Stimme: Hier wird mit Mord gedroht! Ich stelle das vor der ganzen Well fest! Schwere Ausschreitungen in Agram. Die Beisetzung der Opfer des Belgrader Attentats. Belgrad, 23. Juni. (TU.) Die L e i ch e n der in Belgrad erschossenen kroatischen Abgeordneten wurden am Freitag in A g r a m von einer Riesenmenge eingeholt. Im heim der kroatischen Bauernpartei wurden sie feierlich ausgebahrt. Zu einer schlichten Trauerfeier waren alle führenden Persön- Uchketlen Kroatien» an den Särgen vereint. Am Samstagvormittag wird die Beisetzung erfolgen. Ueber 100 Personen sind in Agram Im Zusammenhang mit schweren Ausschreitungen in der letzten Nacht fe st genommen worden, bei denen die meisten» au» Studenten und Arbeitern bestehenden Demonstranten an mehreren Stellen der Stadt förmliche Barrikaden improvisiert hatten und von dort au» mit allerlei Wurfgeschossen die Angriffe der Polizei abwehrten. Die Polizei hatte sich zunächst damit begnügt, in die Cuft zu feuern, richtete aber schließlich ihr Jener auch gegen die Demonstranten selbst. Bei den Tumulten, die bi» 3 Uhr nach Mitternacht andauerten, find fünf Personen getötet und 40 verwundet worden, doch soll die genaue Zahl der verletzten noch nicht sestzustellen fein. Bei der Polizei sind, soweit bekannt, zehn Mann durch Reoolver- schüsse oerteht worden. Am Jrcitag herrschte den ganzen Tag über Ruhe. Die Polizei hat au» An- laß der gestrigen blutigen Ereignisse, al» deren Urheber sie von Kommunisten aufgereizte Elemente bezeichnet, außerordentliche Sicherheitsmaßnahmen vorgeschriebcn. Alle Häuser, öffentliche Lokale, Kino» ufro. müssen um 7 Uhr abend» ge- schlossen sein. Jedes verwesten auf den Straßen ist nach 7 Uhr abends verdösen. Entente haben beschlossen, ohne Feindseligkeit geaen irgend jemanden die gegenwärtiae Politik energtsck weiterzubetreiben und sie besonder» durch Zusammenarbell auf wirtschaftlichem, finanziellem und kulturellem Boden zu entwickeln. Die drei Minister der Kleinen Entente, die die geeigneten Methoden zur Vertiefung ihrer wirtschaftlichen Be- Ziehungen geprüft haben, haben beschlossen, eine Delegation zu ernennen, die sich mit dem Studium dieser Frage befassen soll. Der rumänische Gesandte in Athen hat nach einer Meldung der LU. der Konferenz den Vorschlag der griechischen Regierung unterbreitet, eine Freizone im Hafen von Saloniki sowohl für Rumänien, Jugoslawien und die Tschechoslowakei, als auch für Ungarn zu gewähren, was einen gemeinsamen Ausgang zum Aegäischen Meer bedeuten würde. Die jugoslawische Auffassung, daß diese Frage eine rein jugoslawische Angelegenhrnt ist, trifft nicht zu. Es handelt sich nicht um einen Fveihafen für Jugoslawien, sondern auch für Dolen, Bulgarien uni) Ungarn, denen Griechenland ebenfalls dieses Angebot gemacht hat. Das neue Angebot der griechischen Regierung hat- mit den jugoslawischen Verhandlungen nichts zu tun. Dieser Vorschlag wurde vom Außenminister MtchalakopuloS gemacht, um «europäische Staaten, darunter auch Oesterreich, für einen großen gemeinsamen Freihafen in Saloniki zu gewinnen. Ds kann sein, daß dies ein Teil eigener Gedankengänge zu einer mitteleuropäischenWirtschasts- r e f o r m ist, welche in das Gebiet der Interessen der Kleinen Entente gehört. Zur Zeit sind noch keine unmittelbaren Verhandlungen zwischen Griechenland und Jugoslawien geführt worden, weil Griechenland vor allem seine übrigen Angelegenheiten, besonders zwischen der Türkei und Italien, regeln wolle. Dem Abschluß dieser Verhandlungen dürfte in Kreisen der Kleinen Entente mit Ruhe entgegengesehen werden. Man glaubt nicht, daß es zu einer politischen Abhängigkeit Griechenlands von Italien kommen dürfte. Ebensowenig glaubt man, daß Griechenland der KleinenEntente beitreten werde. Reue Verproviantierung Aobiles Keine Spur von Amundsen. Rom, 23. Juni. (WTD. Funkspruch.) Die italienischen Flieger P e n z o und W a t> b a - l e n a sind um 930 Uhr von Kingsbah abgeflogen und haben baut kurzer, drahtloser Signale und gut sichtbarer Stelle angebrachter Flaggen öte Gruppe Ho Wie um Mit - tag wieder gesichtet. Das sorgsam vorbereitete Material, Wasfen, Oefen, Kleidungsstücke und eine Akkumulatorenbatterie scheint sicher in RobileS Hände aekommen zu sein. Sein Bericht darüber steht noch auS. Kommandant Pcnzo versuchte zweimal zu landen, mußte aber erkennen, daß unter den beseitigen Verhältnissen dies nicht durchführbar ist. Infolgedessen wird jetzt versucht werden, eine Auslaufbahn für seine Landung herzurich- ten. Die beiden Flugzeuge lehrten um 3.30 Uhr nach Kingsbah zurück. Im Laufe der Nacht kehrte die au» zwei Alpenlägern und zwei 'Dlitgliebem des italienischen Alpen- Klubs bestehende Patrouille, die noch der Grupp« 'Mariano suchen sollte, an Bord des Hilfsschiffs „Brayanza" zurück. Sie hat chr Marsch. I Programm vollständig erledigt, ohne eine Spur d o m Verbleib der Gruppe Mariano zu entdecken. Sie Hot an verschiedenen Stellen Depots von Nahrungsmitteln jurütf • gelassen, die durck sehr in» Auge fallende oignale aekennzeichnet sind. Jedes Devot enchätt außerdem Instruktionen für die Gruppe Mariano. Heber das Schicksal Amundsens und de« französischen Flugzeugs „Cat&arn“ liegen noch ferne Rachrichten vor. Der Kreuzer „lor- denskjolg" geht heute nacht von Horten ab mit dem Befehl, die Suche nach der .Latham" aufzunehmen. Das norwegische Marineministerium erklärt, die „Qatfcam“ habe keinen Kurzwellen a p p a r a t an Bord gehabt und es fei deshalb für die norwegischen drahtlosen Stationen ein zweckloses Beginnen, auf kurzer Wellenlänge Meldungen der .Latham" auffangen zu wollen. Die Suche nach dem Verbleib der .Latham" wird dadurch erheblich erschwert, daß niemand recht weiß, welches die genauen Pläne Amundsens waren. Ehe er in Bergen startete, hatte Amundsen, tote bereits mit- geteilt, Kapitän Wisti.rg gegenüber erklärt, die .Latham" werde direkt nach KingSbah fliegen, aber es bleibt doch möglich, daß er fernen Plan im letzten Augenblick änderte. Es ist von einer privaten Hllfserpedition die Rede, die möglichertoeife unter der Führung des Polarforschers Otto Sverdrup die Suche nach Amundsen aufnehmen soll, aber es ist noch ferne Entscheidung darüber getroffen. (Sin deutsches Wasserflugzeug nach Kingsbay startbereit. Wie die Telegraphen-Union an zuständiger Stell« erfährt, bat die Deutsche Lust-Hansa im Einvernehmen mit dem Reichsoerkchrsministerium das Roland-Rocco-Flugzeug, das die Derbinduna zwischen Kopenhagen und Oslo ver- sieht, aus dem Verkehr zurückgezogen, und «sauf Abruf durch den Kapitän der „Ciid bi Milano" startbereit gemacht. Das Flugzeug liegt augenblicklich mit allen notwendigen Apparaten und Ausrüstungsgegenständen versehen, in Travemünde und wird, sobald es der Kapitän der „Ciid di Mi- fano" für notwendig erachtet, unter ausschließlich deutscher Führung nach Rfngsbag starten. Aus aller Wett. Opels Rekordversuch bei Burgwedel. Den für Ecnnstaanachmittag auf einer Strecke der neuerbauten Linie der Reichsbahn nach (Selle vorgesehenen Rekordversuchen deS Opel- schen Rafetentoagens wendet sich das Interesse der wissenschaftlichen unb technischen Welt in hohem Maße zu. Mit dem Sonderzug. den die Reichsbahndirektion Hannover aus Anlaß der Versuche zur Verfügung gestellt hat. ohne selbst irgendwie an dem Unternehmen beteiligt zu fein, werden sich 800 b i s 1 000 Personen an Ort und Stelle begeben, um Zeuge der Probefahrt zu fein. Für Opels Versuchsfahrten ist die Strecke von 23 Kilometer beim Bahnhof Burgwedel biS 30 Kilometer, also insgesamt 7 Kilometer bestimmt. Diese Strecke wurde besonders für die Probefahrt hergerichtet. Von 23 Kilometer ab wurde auf eine Ent emung von 2 Kilometer alle zweihundertundfünfzig Meter ein weißer Pfahl aufgestellt zur Kennzeichnung der E i n - schaltung von Kontakten, und die toei ere Strecke bis 30 Kilometer wurde auf jedem Kilometer in Abständen von je 200 Metern mit Kilometerzeichen versehen. Don großer Wichtigkeit für die Fahrversuche ist daS zuverlässige Funktionieren der Bremse des Raketenwagens. Nm die Bremswirkung zu sichern. wurden auf den letzten 3 Kilometern der Strecke die Schienenkop'e leicht mit Sand bestreut, während die letzten 50 Meter vollkommen in Saud gelagert werden, so daß der Rafetenwagen sich hier t o 11 a u f e n muß, auch wenn die Bremjc nicht in dem erwünschten Matze selbst- tätig wirten sollte. Die Eisenbafinkataslroptze in Schwede«. Gegen 11 Uhr am Freitagabend waren 14 von den 16 Todesopfern der Eiscnbahnkatafirophe identifiziert. Unter den Todesopfern befindet sich kein Ausländer, ver Zustand zweier von den verletzten wird al» besorgniserregend angesehen. Vie Ursache, daß die ftilfslokomotive aus dem Gleis gegen den Expreß fuhr, dürfte darin zu suchen sein, daß der Lokomotivführer ein S i g n a l des Stationsvorsteher» falschoerfton. den hat. Der Führer der hiljviokomottoe wurde schwer verletzt. Der Führer und die beiden Heizer der Schnellzug»tokomolioe wurden getötet. Unter den Opfern befindet sich auch der Führer der schroe- dischen Bauernpartei. Schwere Explosion-katastrLpHe in vrügge. Brügge. 22. Juni. (IDID. Fuukspruch.) hier brach lu einem Alteisenlager ein Brand aus. Ai» der Besitzer de» Lager» und sein Schwager versuchten, da» Jener zu löschen, ereignete sich e l n e Explosion, durch die die beiden Männer und alle ausgespeicherteu Materialien weit fortge- schleudert wurden. Sämtliche la der Tlach'ar- schäft stehenden Häuser wurden schwer beschädigt. Acht Personen wurden gelötet. 40 war- den schwer verletzt. Die Explosion ist auf da» Platze» einer Granate sehr großen Kaliber», die sich in einem Altmetallhaufen befand, ju- rückzusühren. Man befürchtet weitere Explosiv neu, da man anntmmt, daß unter dem Altmetall noch weitere Granaten seien. — Nach einer Meldung der nicht immer zuverlässigen Pariser „Lhikago Tribüne" soll e» sich in Brügge um bte Explosion eines Sauerstosjbehäller» gehandelt haben: außer den acht Personen sind auch fünf Kinder um» Leben gekommen. Dor Aufklärung de» Siegelsdorfer Eisenbahnunglück». Wie das „Acht-lJhr-Dlatl" meldei. fall nach den ihm gewordenen Informationen die liefert des Eisenbahnunglücks bei Siegelsdorf darin ui suchen fein, dah die Kurve von dem D 47 mit zu großer Geschwindigkeit durchfahren wurde. Angeblich toll >rach vergleichenden Aufzeichnungen der Stationen Burgfacrn, bach und Siegelsdorf die Gelchwindigkeu 90 Kilometer betragen haben, ein Tempo, für das die älnglückskurve nicht geeignet war. Auf Anfrage bei der Reichsbahndirektion Nürnberg wurde mitgeteilt, daß ein weiteres Kommunique über das Siegelsdorfer Unglück ver» offenllicht werden wird. Köhl und der künftig« Ozeanflngverkehr. Zu dor Meldung, daß die Lufthansa Hauptmann Köhl die Leitung des künftigen Ozea-nflugverkebrs angeboten hab-, teilt Hauptmann Köhl nut, daß ein offizielles Angebot von der Lufthansa nicht erfolgt sei. wohl aber habe man darüber gesprochen Grundsätzlich sei er nicht abgeneigt, da Posten eines Leiters im künftigen deutsch» Oze-anf lugverkehr zu übernehmen. Oie Wetterlage. -ri ■UWt-luK ’m *s ■s 25 22 ----- Fri/fag. rfen 22Jum ZS ___ 7 h abends. F* ©wentenwi «un • woimi» • e*<62 * Schnee «kOrjueciit ■ «eu Xet jjr.2 61, »f' jf fliegen en de» wmde pk peoe» 6,Le» d.e Ttmgeratu. 41 V e L.n.en vert>.»d«. Ort, g.oO« l«t necr5 Stunden. Dir t unt1 ■£ ißS4 Dort gefd^nll. '(töne M 'teufte lid) letz hie zartestes < ttfrhir. Drischt", fr iychheien sind Sleft will !«r Ktdne Hebe jtoM di- Lficrlichkeü. [u etn»ä Har Ämbmg ’wjc war Triumph aütli» beschew MW? staad iJr*11 •lieSS* h «b2f* M u "''K flhMÜ rC?,0mo»o|iW ' 2? •* S ‘•»»•taS ®- Suaqpti^ l lla8tt tii b,, fr*ÖBÖ lein *■ Blönnr, » 5*11 dtt wj! "8ttiUl^2 l*on W OBf da, nu. bea ftollbttt » 1 "kliere (rph nnter bee UH« ° |ele°. -Noch» iMrIDzcn p* in Btügat Hb °s'beh1ll„, ” Nwa Mn '»flefomaei ung nbcljnanglüif,. lt“ adte, soll N Nationen bit Ut';# Lirgtltdv^ deck N rvr von bau U ünbijteh bn| loU nach t-na'.u. Nationen 3auks> e ©d^toäiNflk X ein X«nj8, i: u IteigntlM L lhndireilir L.-.vq >eiterri|iiiw sdvrser 11^'4 w 1 0zeachgvnich. ih bk 8uUhil< :itung M Knlny en habe, teil! fc- offifhllU 3: la nW etfolj Mtt yfpn* abgenctat. b M^a W chmn. erläge. gK* ■«“fJL ü* K'S zS E Ste ftl 2* tung-auibr^ : Druck . leinen p vngen do- Sonn|aj:^' Ä'i Sst rauer Aus der Provinziashauptfiad^ Gießen, ben 23. 3uni 1928. Dämpfungen. Don Reinhold Scann. Dir !warnen all« aul bei großen Dell und ihrer Dächte Überresten! Licht und tuchen Duntelhett Das uns gebricht, iß Schalt.ntiefe rote bet Wald lic HU. Jnta von Datzdors-B»-choft. Dun hängt bi« t^eimglürflaiem« vor ber Türe unlcte* Itetnen Äaulef, oltväteklich anftcimelnb. *ai Licht mit einer leinen Gedänpftheit fpcn- ßmb. Cie verfinndildlicht das Trauft-une un- rerei Hilligenleis. Die L'iebfte schrnkte sie mit s_;n öeburtel g D tum Ift fic mir doppelt Werl $o grüben mich Li.be und ®lüd Kürzlich tarn ich von einer metner Da oder, ebnen du.ch deutsches Land Heun. Die Liebste tu le. toinn ung.-ähr in bet Dacht ich daheim 'ein könnte. Cie stand um jene Stunde auf und chattete bas Licht der Laterne ein. damit es eich grüb< wenn ich ben Wez heran'käme Dar rtr bas eine Freude, als ich das seine Licht rblidte. Die ganze Wohligkeit me nc6 Heim» VÜdS rann durch mich. Die Laterne schien mir gleichsam yi künden: Hier kommst du wieder zur Duhe. 6ter fannft u wieder einsinken in die ®naben gedämpfter SlunbenT Wahrend ich dies schreibe, laßen mir vuei Abend« aus einer der testen Fahrten ein. ier eine Ueberblenbete tteppigkcll eines reichen Haulcs, bte Dülte des Abenb» sormvolllte Leusterlichkeit. entsprechend den Gastgebern. Es 16a etwas hartes, Geschraubtes in den Stunden. Blendung flutete allenthalben. Schrie ohne Rrrn war Iriumtb Und dann der andere Abend Gemütlich bescheidenes Eigenheim, wahre Wenlchen- qemeinsamkeit. durch zarten Lampenschirm schenkte ii) beruhigendes Licht. O diese tiefe Stunde Jeik# Dort voller HerzenscchtheU. behutsam qdcb nlt. unbewußt behutsam wie eine reise, 4öne Frucht. GebümpUheit walte:«, darum 'chenkte sich lebte, segnende Diese, bte das Drelle I scheut 3a. es iß ein Wunder um die Dämpfung ic zartesten Schwingungen werden fühl- und hörbar. Menschen. die an Waldquellen brüllen und ichchheien. find zu bedauern. Die Melodie jeder ITiefe will schweigend ober behutsamen Deiens voll gen off en werden. Menschen aber, die noch He Dämpfungen lieben und um die Äunft ringen. ■ fit immer wertvoller zu gestalten, wissen um ten wahren Deicht um. 3e leerer einer wirb, hefte mehr liebt er das Drelle. Ueberbuntc, baib<*Saitk Dte reine Triebhaftigkeit schreit förmlich nach Deteung Gelockt will sie werden Schrillheit :6a ist immer noch das Zeichen jeher un- ■ ichöpferilchen aelft- und seelenarmen Zeit ge- »<1en. Virtuosität bet Uebcrlteigetung steht am ochsten im Jtur* auf allen Gebieten Sinnlosig- - feilen machen sich am besten bezahlt! Ls gilt, tatsächlich einen täglichen Kampf aegen das alles zu führen, um nicht selbst ein Opfer ter alles zeig teilenden Zeit zu werden. Degen- levichtserschrinungen im eigenen Leben tun not, irr stark, gesund, schaffen-froh zu bleiben, um ichl dem Sinn feines Lebens untreu zu werden. | Dämpfungen zu erleben, ist geradezu eine mebi- Nische Angelegenheit! Denn Dämpfungen bedeuten heute Medizin für Körper. Deist und «elel Laßt einmal bte Brandungen hinter euch! Selb einmal bte Einfalt frommer Daldkapellen!" "Geltet euch mit ganzer Seele in die Dohligkeit ti»es echten, bas Feine und Tiefe liebenden Ellenschenkveifes. Duht aus in den Behutsamkeiten (dknbiget Kunst. Lernt wieder bte Andacht in firrein leben-ökonomifckcn Dort erkennen. Baut IBän«, hinter denen der Friede wohnt uni) die tret beit der Seele. Lieb« und Traum, und wo bt gütet das Land der starken, reinen Quellen! Tapferkeit müht ihr immer wieder holen... 1* diesem Lande hinter den Wällen! Unb mor- jct wieder mutig in die Brandung! Vas Glockenspiel. ii» war in einer Drotzstabt des DHeinlandes. Da iil’e um die Mittagszeit in der verkehrsreichsten ttrabe einen Menfchenauflauf. Darum? Ein Uhr- nocher hatte an feinem Hause — neben der großen leflameubr — ein Glockenspiel anbringen afen. Kurz vor zwölf Uhr standen nun dort Lcharcn von Menschen und schauten hinaus nach dem hrnise: Marktfrauen mit ihren leeren Korden, La- leimadchen, eilige Hausfrauen, Briefträger, Kauf- «Ute, Dienstmädchen, daneben und dajwiichen viel linber und ganz alte Leute Bl» bann die Zeiger rxl Zwölf standen, wurde e» ganz still auf der sonst r lebhaften Kratze. In wohlklingenden Akkorden irfänten die Glocken und Glöcklein und zeigten die kicktagszeit an. Dann aber folgte ein Volkslied ,8eb Heimatland', zwei Strophen ... Me standen rtr in der Kirche ... Der letzte Ton war verhallt, das Stimmengewirr wieder ein, Stufe wurden laut, und bald hatte let Lärm des Alltags wieder alte umfangen. Nachdenklich fetzte ich meinen Weg fort. War'» ur Neugier, die die Menschen dort auf einige lugenblirfe stillstehen lieh, ober war's doch mehr? In den folgenden Tagen konnte ich dasselbe Schau- rtel erleben, wieder viele, viele Menschen. E» rurbe dasselbe Lieb gelpiell. €♦ ist doch merkwürdig, bah sich Menschen der lrohstodt, die heute Radio, Grammophon und alle» i ö,stiche haben, minutenlang hinstellen, um ein ein- ishe» Dolksliedchen zu hören. Za, es ist nicht nur 1 »jgler, e» ist die Sehnsucht nach einem Augenblick rerer Sammlung, innerer Andacht. Eine innere •c mme — vielleicht unbewußt — ruft: „Steh und terchef tiefes Glockenspiel in der Grohstadt gleicht einem lt cpunh in dem rastlosen Auf und Ab des tag- if n Leden». Denn es auch nur für kurze Zeit ist, Ic Menschen brauchen einmal eine solche :r mme, die die Hetzjagd der Stadt übertönt Das i»i mir das Glockenspiel gezeigt. Sein Klang kam sozusagen aus einer anderen tklt. In diesem Häusermeer, fern vom rauschenden Selbe, der Ruhe der Heide und der Unendlichkeit «s Meere», verlangt das menschliche Herz nach nntrer Sammlung, nach einem Augenblick der An tccht. Ich bin überzeugt, baß das kleine Volkslied .Lied Heimatland" vielen eine Freude bereitet hat, tefe aber die reinen Glockentöne noch lange nach ■üttrn und so mit helfen, über bte Alltäglichkeit hin- 3ij wieder etwas aufzuatmen und nach innen zu irrten. Gerade der Klang der Glocken stimmt ja h; Menschen zu andächtigem Lauschen, und manches Mnnerungsbllb aus fernen Tagen wird bei solchen längen in unserer Seele lebendig. Seien es freudige t« traurige Stunden gewesen, die Glocken haben m tgriunfen, in Freud' gefubelt oder im Seid er- schüUert Wohl dem. der von Zeit zu Zett diese fernen Glockentöne vernimmt Mf Beisetzung der $rou Stadtverordneten Biermann. Gestern nachmittag wurde auf dem Denen Frtedhof bte Kcrbl'He -Lite der Stadtverordneten Frau iimma Bi er m an n. geb. Dem- bürg, zur stillen Duhe gebettet. Pfarrer Bechtolsheimer legte feiner ge- daokenveichen Grabrede das Dori aus dem 4o- los erbries zu Grunde .Dlleö. was ihr tut in Dorten oder in Werken, da» tut im Damen des Herrn 3efu, und bautet Gott und dem Tater durch ihn." Er schilderte, wie die tief- religiöse Frau alle ihre guten Taten in der Stille vollbrachte, einem inneren Zuge folgend, ohne auf Dani und Anerkennung von auhen zu rechnen. Das Bewuhtsein, recht zu tun oder getan zu haben, war ihr innere Befriedigung genug. 3n ihrer Ehr hatte Ne veiles Samihcn- glöck gefunden, aber schwere Lchicksalsschlüge waren chr auch nicht er!pari geblieben. Sie sah den teuren (hatten ins Grab 'inten, und einen hollnungsvollen Sohn op'erte Ne auf dem Altar des Daterlandes. Als nach dem Krieg« bte veränderten Berhältniste den grauen das passive Wahlrecht verliehen, mürbe sie in bte Stadt- verordnetenversammlung berufen und wirkte mit reger Anteilnahme mit an den sozialen Aufgaben der Stadt. 3m Damen der Stadtverwaltung und der Ltadtoerordnetenveriammlung legte Oberbürger* meister Dr. Keller zwei Kränze nieder. Er danll« un Damen der Stadt der Verstorbenen für ihre erfolgreiche Mitarbeit hn Thealeraus- 'chuh. der Dohlfahrtsdrputation und dem Kuratorium der Ltudienanftalt. Kreisschulrat Fischer sprach im Damen der demokratischen Stadtverordneienfraktion und der Demokratischen Partei. Er hob hervor, daß die Derblichen« nahezu ein Jahrzehnt In vorbildlicher Weise in der Fraktion mitgearbeitet habe. Zu bewundern an chr war, dah fte, die au- den ersten Kreisen der Deichshauptstadt hervorgegangen war, einen freiheitlichen Desenszug mitbrachte und ein tiefes, soziales Verständnis und Derant- wvriungsgefühl zeigte, baS ihr bei allen Anre- gunaen und Abstimmungen stets den rechten Weg gezewt habe. Zum Dank und als Anerkennung für ihre treue Mitarbeit legte er einen Kran§ in den Deichsiarben nieder und versicherte, daß ihr Andenken bei der Demokratischen Partei unvergeßlich fei. Auch Vie sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion ebne das Andenken der liebenswürdigen und sszialdenkenden Frau durch eine Kranzspende. Ebenso ließ der QUIgcmeine Deutsch« Frauenverein, dessen Mitglied und eifrige Förderin die Verstorbene war, ihr zu Ehren einen Kran» niederlegen und durch Frau Bürgermeister Dr. Selb ihr Dank und Anerkennung aussprechen. Gchubert-Abend der Frauengruppe der Deutschen Bolkspartei. Die Frauengruppe der Deutschen Bolkspartei hatte ihre Mitalteber unb Freunde gestern zu einem Schubert gewidmeten Abend in ben Singsaal des Realgymnasiums empdaben. Der starke Besuch bewies, daß die Absicht her Veranstalterin, sich an einem Abenb einmal von der Politik sreizumochen, um nur der Muse zu huldigen, zum (Erfolg führte. Die statistische Feststellung, die Professor Kraus- müll er in seinem Schlußwort machte unb wonach im Verhältnis zur Große be» Saales mehr Zuhörer anwesend seien, al» in ber Wahlversammlung im Täte Leib, kann diese Ansicht nur bestätigen. Line große Anzahl von Mitwirkenden hatte sich in liebenswürdiaer Weile mit ihrem Können zur Verfügung gestellt, unb so konnte ber Abenb einen wohlgelungenen verlaus nehmen. Der 23. Psalm für vier Frauenstimmen eröffnete bte Bortragsfolge. Der mit Klavierbegleitung fingenbe Chor bestand au» etwa 15 Mitgliedern der Frauengruppe. Dieser Auswkt war bereit» eine achtbare Leistung. Es wurde gut ausgesprochen und rein intoniert, auch an ben schwierigsten Stellen. Al» zweites kam ber Zweite Satz aus dem B-Dur - Trio zum Vortrag. Herr Dinge(bet) (Violine), Herr Richter (Ria. vier) unb Herr Birnbaum (Cello) zeigten sich Ihrer Aufgabe sehr gut gewachsen. Die langen Gesangsstellen bes Cellos wurden mit schöner Tongebung unb feinem Empfinden gebracht, tzm An- schluß daran lang Frau Müller..Leutert drei Lieder („Fischerweite". ..Trockene Blumen" und ^Liebeslauschen"), sehr mustkalisch unb ausgeglichen im Vortrag. Die anfangs etwas kräftige Begleitung ließ manche Feinheit nicht immer voll zur Geltung kommen. Dann spielte Frau Dr. Fischer (Klavier) bte B-Dur-Variationen. Dies war vom technischen unb musikalischen Stanbpunkt aus eine sehr gute Leistung. Frau Fischer wußte jebe Variation in fein, fühlender Weise zu charakterifieren. unb e» gelang chr besonder» die Steigerung in der V. Variation unb der leise verklingende lieber gang zum Thema. Dberftubienbkeltor Baur vermochte durch die reife Wiedergabe von „Wegweiser", ..Ständchen" unb „Die Forelle" ebenfalls recht verdienten Beifall zu ernlen. Al» nächstes lang Frau Echudt ben Sreilengesang" unb „Sarujmeb". Dieser wirklich nicht leichten Aufgabe wurde sie voll und ganz gerecht. Ihr Vortrag trägt den Stempel oornebmer Auffassung, unb ihr sehr trag'ähiges Organ läßt fte alle Schwierigkeiten mühelos überwinden. Zum Schluß fernen bann noch zwei Polonaisen für Ria- vier vierhönbig (Frau Cläre Schlesier-Alt- mann und Frau Dr. Fischer) zu Gehör. Beide Damen konnten dem scharfen Rhythmus unb Schwung einerseits unb der weitgelchwungenen Schubenichen Rantilcne andererseits beredten Ausdruck verleihen. Ein au»gezeichneter Ausklang. Als Begleiter der Gefänp- betätigten sich Frau Luley, Frau Professor Bolos f und grau Schlesier-Altmann, alle mit durchweg feiner Empfindung unb guter Anpassungsfähigkeit. Der nach jeder Nummer sehr starke Beifall bewies die dankbare Anerkennung ber wirklich guten Leistungen. Frau ÄfillerwSeutert sowie Frau Schudt wurden zu j« einer Zugabe genötigt. Die gefagt: Ein erfolgreicher Abend. Gtctzcner ELochcnmarktpreise Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butt« Pfd. 1.30; Matte 30 bis 35; Käse 60 bis 1,40; Wirsing 17 bi» 20: Weißkraut 17 bis 20; gelbe Düben 15 bis 40: Stinat 30; Dbmrich- kohl 20; Srccgd 70 bis 1 20; Srb'en 40 b:8 50: Mi'chgemü'e 20; Tomaten 80 bis 1.20; Zwiebeln 18 bis 20; Rhabarber 20: Kartoffeln 5 bis 6; Aopset 35 bis 60: Kiriche-. 50 bis 80- Heidelbeeren 90: Stachelbeeren 25 bis 30: Erdbeeren 80 bis 1.20: junge Höhnen 1.00 bis 1.20: Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Eier Stück 12 bis 13; Blum«rkohi 30 b fchaftigen: 1. Diensteinweisung eine» Krei»1ag«mit- giiede». 2. Rechnung der Kreiskasie unb Verwaltungsbericht be» flreteausfchusfe» für Rj. 1926. S. Voranschlag des Kreise» Gießen für Rj. 1928. 4 Tätigkeitsbericht ber Bezirksfürsorgestelle unb de» Rreisfugenbamle» für Rj. 1927 unb Bericht bes Schularztes für 1927. 5. Erhebuna einer allgemeinen Wertzuwachssteuer in ben felbftdnbigen Gemarkungen für ben Kreis Gießen; hier: terlafo einer Kreis- fahung Die Stadt a lS Erbe. Von dem ver- ewigten Dewerberat 121. Dr. Spruck hrt di« Stadt Gießen außer dem gestern bereits gemeldeten 2)ermächtni- von Kunstgegenständen noch einen Grundbesitz tm Umfang von etwa 7 Morgen als Erbteil erhalten. Die Aecker liegen zwischen dem Pbilofophenwald und derMarburger Straße, sie stellen die früheren Universitätsversuchsselder im Wtesecktal bar. OberhessischeS Schwurgericht. Das Schwurgericht her Provinz Oberhes^en hält in der nächsten Woche in Dießen wiederum Sitzungen ab. Am Dienstag, 26. 3uni, wird gegen Ioh. Zeintnger von Dießen wegen Meineids verhandelt. AnklagevertreterStaatSanwalt Fischer, Verteidiger Rechtsanwalt Rothenberger in Dießen. Am Mittwoch. 27. 3uni, kommt eine Anklage gegen Heinrich Seipel von Staden wegen Brandstiftung zur Verhairdlung; Anklagevertreter StaatSanwalt Fischer, Berteidiger Rechtsanwalt Schröder in Friedberg. Der letzte Derhandlungstag am Donnerstag, 28. 3uni. ist einer Anklage gegen Wartha Kirchhofs von Ober-Schmitten wegen Kindestötung getoibmet; Anklagevertreter StaatSanwalt Dr. Eckert, Ber- teidiger Rechtsanwalt Schiink in G eßen. •• Rechtsanwaltschaft in ber vierten Generation. Dem Gerichtsassessor Dr. Kurt Rosenderg, Sohn des Recdtsanwalls unb Rotor» Zuftizrat Dr. Ernst Ludwig Rosenberg in Gießen, ist bie Zulassung zur Rechtsanwallschafi bei bem Landgericht ber Provinz Oberhessen erteilt worben. Wie wir hören, wirb die Rechtsanwallschaft (Advokatur) durch Dr. Kurt Rosenberg damit in ber vierten Generation in ber Familie in ununterbrochener Folge austzeübt werden, ein Fall, ber gewiß in Hessen unb tm Reich zu ben Seltenheiten gehören wirb. *• Bestandene M us iki«h r e c p rü- fung e in« 6 erbli ndeten Musikers. Di« Prüfung als MusMehrer für die höheren Schulen Preußens bestand Emil Freund, der erblindete Sohn des Dostwirts E. Freund. Herr Freund, der alS staatlicher Musiklehrer an der Blindenanstall in Marburg tätig ist, hat hier durch feine Pianist ischen Leistungen die Aufinerte lamfeil auf sich gelenkt. " Personalie. 3n den Ruhestand verletzt wurde der Oberoffiftent bei dem Amtsgericht Hunoen. Otto Schmalz auf Aachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. ab. •• Fahrplanverbesserung bei der Reichsbahn. Der Pz. 569 Gießen -Grünberg. Abfahrt 22,46. verkehrt vom Samstag. 23. Juni, ab an den Tagen vor Sonn- und geicrtagen, sowie 20. Rovember 24. Dezember 1928, 28. März und 8. Mai 1929 bis Mücke. ' Uraufführung im Stadtlheater Gießen. Man schreibt unS: Als erste Uraufführung bringt daS Stadttheater Gießen am Dienstag. 26. d. HL, .Tänzer im F a - f ch i n g . Komödie von Richard D u s ch i n s k h , heraus. Der Autor ift ein zukunftsreicher, junger Veriiner Schauspieler. Die Intendanz wird in diesem Stück den Theaterbesuchern das nun vollkommene Ensemble z.igen können. I?. zw i Hauptrollen sind die neue Salondame Maria Koch und ber erste jugendliche Held Franz Arzdors beschäftigt. Die Komödie wird zu aleicher Zell alS Uraufführung un Frankfurter Schauspielhaus hermrSgebracht werden. Die Gießener Ausführung beginnt um 19 * Uhr. um den auswärtigen Mjhm Aelcgenhell zu geben, nach der MMtaM die Theaterzuge zu erreichen. — Zn der darauffolgenden ersten Iullwvche findet keine Bvrltel- lung statt. * Wohltätigkettskonzert unserer RelchSwehrlapelle. Eine freudig« Heber- roichung wurde den Patienten der Hess. HeUstLtt« für Aervenkronk« am MiNwvchw.ittag zutet^ Unter der vortrefflichen Leitung des Obtbelag auf dem -st idwn Bürgersteig der Roonstraße vollendet ist. wird auch der west- kicke Bürgeistsig mit Blatten belegt. Gleichzeitig tottt) das morsch gewordene Geländer am >ußvei entlang her Wiefeck erneuert. Dort werden anstelle ber Holzpiosten Betvnpfeiler eingesetzt. da» etwa» erhöhte Geländer ähnllch wie das alte wieder tn geschälten S chenlnuppeln au»g«!ührt — Dor den c:chwar-s«tzen Kolo- nadendauten in der Bahndo ftrahe werden die Bäume entfernt, wodurch eine alleibingi nur bt» zum Gelände der Anaioinie reichende Verbretterung des Bürgersteiges einteitt. •• Srwtschtc Biumendiede. Trotz aller Ermahnungen und Warnungen konnten vier junge Leute ihre Zingec nicht von d m Blumenschmuck In den städtilchen Anlagen laffai. Die Burschen stcch.en In den letzten Rächten »u verschiedenen Zeiten Deranienstocke auS den Blumen- bceten der Anlagen, wurden dabei aber erfreulicherweise von dem Autfich:vb«rsonal der Siabt- verwaltung, das zum Schuss der Anlagen ietzk auch narbt 18 Dienst tut, erwi'cht. Die ölet llebev täier hatten die Blumenstöcke jedesmal in Aktentaschen gesteckt, und he erklärten den Aufiichts- beamten, ft« hätten mit den Blumen nur ihre Fenster schmücken wollen. Für diese ungewöhnlich« Art der Blumendescha fung hallen die An- lagenhüter natürlich nicht das geringste Verständnis. sondern sie brachten die dreisten Burschen zur Anzeige, so daß ihnen nunmehr ein« streng« Bestra ung sicher ist. Um künftig Schandtaten dieser Art soweit wie möglich zu verhindern, wird al» eventuelle Straiverschärsung noch in» Auge zu fassen sein, daß bei uxitertn Diebstählen in den Anlagen die Ramen der ermittelten Uebeltäter durch öffentliche Bekanntmachung zur Kenntnis der Bürgerschaft gebracht werden. •• Ein Verkehrsunfall ereignete sich gestern mittag kurz vor 12 Uhr in der QtorD- anlag« vor der Pestalo-zischule. Dort wollte «in acht Jahre alter Schuler der Pestalozzischule nach beendetem Schulunterricht den Fahr da mm überschreiten, alS im gleichen Auaenblick ein Auto und ein Radler angefahren kamen, wobei der Radler den Kraftwagen Überboten wollte. Da# Bübchen wurde von dem Radler angesahren und zu Boden gerissen, wobei das bedauernswerte Kind derartige Verletzungen im Gesicht erlitt, baß feine Leberführung durch öle nahegelegene Feuerwache mittels des städtischen Sanitats- autos nach der Ehirurgischen Klinik erforderlich wurde. •• Die Deutsche Flugspende teilt mit, daß die zu Ehren der TranSozeanslftger eingeleitete Sammlung durch gemeinsamen Beschluß der D-Banken mit dem Beitrage von 50 000 Mark eröffnet worden ist. Die Erträgnisse der Deutschen Flugspende sollen vor allem dazu dienen, minderbemittelten jungen Leuten bie Ausbildung zu Sporisliegern zu ermöglichen. •• Zuchtviehversteigerung in Alsfeld Wie auS dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, findet gelegentlich des PrämlenmarkteS in Alsfeld am 9. 3ult, vormittags 11 llhr, eine Zuchwtehversteigerung de» Landwirilchafts- kammer-AuSschuftes für Oberhessen statt. Gemeldet sind für die Versteigerung 50 Bullen und 2 Rinder der heft. Fleckviehrasie, sowie 4 Eber deS veredellen Landschweins. Die Bullen stammen zum größten Teil au» den besten Zuchten der Provinz. Der Prozeß Drescher in Wetzlar. 2Im nächsten Montag beginnt vor dem ö r - mtt le r len Schöffengericht We ylar die Berhandlung gegen den früheren Bank- Vorsteher Drescher in Wetzlar. Bekanntlich ift Drescher zur Last gelegt, als Geschäftsführer ber DolkSbank G m. b tz in Wetzlar, welche Stellung er feit dem Iah« 1920 bekleidete, durch Veruntreuungen die Bank in schwerste BedränaniS gebracht zu haben. Die Höhe dcS burch die angeblichen Machenschaften Drescher« der Dank erwachsenen Schaden- — es sollen 91 000 Mk. fein — zwana die GeTwssenschaft damals zu gaju außerordentlichen Maßnahmen Durch Beschfuß der Generalversammlung wurden die ursprünglich 100 Wk betragenden Geschäftsanteile der Genossen anfangs auf 300 Wk. und tn einer weiteren Generalversammlung auf 603 Mk. erhöht. Die Halttumme wurde auf 800 Wk. sestgesetzt Mitte 21pril d. 3. sand bereit« eine zwei tägige Verhandlung vvr demselben Gericht statt, doch konnte diese nicht zu Ende geführt werden, da daS Gericht Vertagung und Herbeiziehung einer ganzen Wenge weiteren Beweismaterials beschloß. Gs wurde ferner die Ernennung einet- wetteren Sach- verftändigen an geordnet, da der bis dahin al« Sachverständiger fungierende DerbandSrevllsr Schneider aus Darmstadt, der bte Verfehlungen des Drricher aufgedeckt hatte, von ber Verteidigung als befangen abgelehnt worden to»r. und daS Gericht diesen Antrag der Ver- teibigucig stattgegeben hatte. Die Anklage lautet auf Urfunbenfäl14ung. Untreue. Betrug, Bilanzverschleierung unb Unterschlagung. Die Ber- ‘cibigung liegt in den Händen des Rechtsanwalts Dr. Leopold Katz in Gießen. Für die Dauer der Verhandlung ist eine Woche in Aussicht genommen. Berliner Börse. Berlin. 23.3unt (WTB. Funkspruch) Bei sehr ruhigem Geschäft tonnten sich die Kurse gegen tk.n gestrigen Späiabendverkehr wieder eine Kleinigkeit erholen. (S-.emens 349 bis 350 I.-G.-Farben 27250 bis 273.) Die Xenbau ift aber Weller sehr unsicher, da die Frage der Regierungsbildung immer noch nicht geklärt ist. Am DeviseTvnarkt nennt nun Paris 124,19 zu 20^ Mailand 92,70. Spanien 29 55, Amsterdam 12,10 ca.. das Pfund 487,80, den Dollar 4,1840 zu 45 unb den Pen 46,50 zu 55. Stadttheater | Vermietungen |l liefert gut und preiswert Werkstätte für Möbel und Innenausbau Heinrich Vetter Tänzer im Faschine Gießen, Wiesenstraße 4 Zahlungserleichterungen 6034a [Stellenangebote Uchte Generalvertretung oder Alleinverkauf Wollstolle (Erstklassig hergerichtete, gebrauchte Pens. Brandl aller 1271. M7tS Gewebe per Mtr. 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Juni 1928 imot atcU Geschichten aus aller Welt jetzt totH da- Justizministerium Gericht-Vollzieher nach Rirnburg tiglcitcn von Trianon da- bedeutet: Volk 0 werben, denn selber einen schicken. utrnachen würde. Dane Kaum — wis'cn jetzt in der Motdau-RepublJ allerorten bänglichen Gesichtern und der Befürchtung. .Denn e* nur nicht wieder losgeht! . . .** Während es in Budapest umgekehrt hißt: .Denn es nur endlich wieder lo-gehr'..Äcin neuer Ärieg natürlich, der für Ungarn selbst b:e allerärgftc Äataftroribc wäre — ober doch ein Umsturz von oben, der einen Teil der Ungrrech- wir in Deuttchlanb. Dir wissen es aber doch nicht, solange wir nicht tnc ungarischen Verhältnisse kennen. Zwei Drittel de- Landen wurden gewaltsam abgetrennt. Und da- tägliche Morgen- und Abendgebet eine- jeden Ungarn: .Ich glaub an bic Diederauserstehung de- tau- sendjäyrigcn Reiches .. .k" klingt den Dersechrcrn de- Status quo um so bedrohlicher in bte Ohren, seitdem nun auch M u s s 0 l i n i e- in sein Brevier ausgenommen hat. Hier scheiden sich die Geister: Status quol heißt die eine Parole. Revision! bte andere. Die erste wird in den nächsten Tagen wieder einmal gehörig strapaziert werden. Denn die Außenminister der Kleinen Sn - lentc sich zu ihrer Besprechung zulammen- sinden. Es ist bekannt, daß diese Besprechungen um so lauter vonstatten gehen, je weniger konkret ihre Resultate sind. Rach dem Vorspiel zu schließen, da- Herrn Titule-eu- Belgrader Besuch darstellt. wird man diesmal besonder- laut sein. 6ie wollen tun. al- ob sie Freunde wären. Und al- ob nicht jeder an seinen eigenen Sorgen so schwer zu tragen hätte, daß für brillante Cc- kundantendienste wenig genug Lust und Energie bliebe! Am schwersten hat zweifellos Herr Marin- k 0 w i t s ch. der Auhenminister I u g 0 s l a - Hygiene desBergsteigens Don Or. Mustat-Äerlin, Facharzt für Orthopädie. Bai kaum einem anderen Sport sind die Leistunasfähigkeit und die 2lu-dauer so wichtig wie beim Bergsteigen: ist doch der Hochtourist mchr al- jeder anberc völlig auf sich angewiesen. Lin Versagen bildet nicht nur für ihn. auch für hie Gefährten, eine Quelle schwerer Gefahren. Die Dielen Unglücksfalle. welche jedes Jahr die Statistik des Bergsteigens belasten und den herrlichen Sport al- solchen schädigen, sind zum großen Teil auf ein Verkennen der Gefahrenquellen zu sehen. Der 'Bergsteiger muß wie ein Jäger sein, geduldig, -äh und unermüdlich: es bars ihn nicht verdrießen, bei ungünstigen Verhältnissen um« iukehvcn und an einem besseren Tage wieder zu versuchen, da- Ziel zu erreichen. Sr muß sich aber auch so in der Gewalt haben, daß er un» rrtoariete Schwierigkeiten, Temperaturstürze und Unbilden des Detters durch Stählung des Körpers zu überwinden vermag. Lin gutes Auge, da- die Sicherheit des drittes uiii) des Ganges verbürgt, ist bei schwierigen Touren notwendig. Schftörungen sind durch gute Gläser auszualeichen. Ss ist aber stets darauf zu achten, daß die Gläser nicht beschlagen. Dunkle Gläser schützen gegen die Ueberstrcchlung iurch Sonne, Schnee und Gis. Gin gesundes Gehör ist natürlich auch dem Wanderer von Vorteil: es gibt aber hervorragende Bergsteiger, die taubstumm sind und koch alle Schwierigkeiten überwinden. Die Beherrschung deS Körpers ist abhängig ton der Seele. Beschwingtheit, Elastizität, Mut, Entschlossenheit sind erforderlich jrcigeben des Lnterbewußtseins von den Sorgen des Alltages. Sssen, Hntertunft, Milieu sind ohne Belang gegen das hohe befreiende Genießen. Daß man unangenehme Empfindungen wie Schwindelgefühle bis zu einem gewissen Grade Werwinden kann, beweist Goethe, der durch De- Weil er Pola Negri liebt. (s) Warschau. Ein Beamter der Warschauer Steinkohlen- inib Bergwerksgesellschaft in Ben dvin, der fünfundzwanzigjährige. glücklich verheiratete Ian CiaSk, Vater zweier Kinder, der bei seinen Vorgesetzten als fleißiger und pflichtgetreuer Arbeiter beliebt war. scheint plötzlich, wie man so sagt, vom Hafer gestochen ux-rben zu fein. Ein»poetischeres Gemüt würde vom Pfeile Amors sprechen. Der brave 3an war eifriger Leser illustrierter Zeitschriften, Magazine und Frlmjournale und ebenso leidenschaftlicher Beer der Glut ni4>t mehr zu widerst er faßte den titarnfchen Entschluß. Hei iung Weib und K.nd zu verlassen und die gel ebte Filmdiva am Orte ihrer Drksamkeit aufzusuchen, um ihr fein Herz zu Zützen zu legen. Da Pola 2tcgn. wenn ke nicht gerade wieder damit beschästigi ist, irgendeinen Für- stcn >u betraten, l.ch meistens in H 0 lIdw 0 0 d aufbätt, muhte f a> 3an Sia - k vor allem steigen des Stratzburger Münster- und Gewöhnung an daS Hinabblicken in die Liefe fern angeborenes Schwindelgesühl vollständig unterdrücken lernte. Die Fülle neuer Eindrücke, welche besonder- im Hochgebirge auf den übermüdeten, nervösen, überarbeiteten Stadtmenschxn einbringen, bedeuten schon ein Teil der Erholung. Aber die drei Grholungsfattoren Ruhe, Bewegung und Klirnareiz find mitetnanber in Einllang au brin- aen. Die Aenderung des Klimas und Der Bestrahlung wirken verschieden stark auf den einzelnen. Bei zu starker Bestrahlung wird sogar eine f»genannte Hämolyse, d. h. eine Auflösung der roten Blutkörperchen, beobachtet. 3m allgemeinen nimmt die Zahl der roten DlutSrper- chen. der Träger de- Leben-, in der Höhenlage ebenso zu, wie der Blutfarbstoff, das Hämoglobin. 3n der Höhe und beim Steigen erhöht sich auch die Zahl der Pulsschläge, um nach längerem Aufenthalt in der Höhe und bei Ruhe wieder zur Rorm zurückzukehren. Geschieht dies nicht, so ist ein solches Herz nicht mit Sicherheit für das Bergsteigen geeignet. Jedenfalls emp- fiehlt es sich, in den Bergen Pulskontrolle zu üben. 3e geübter der Körper ist. um so größer ist der LeistungSesfekt, um so geringer sind Anstrengung und Verbrauch Lkchnlich geht eS mit der Atmung. Außer der .Kohlensäure, die durch die Lungen entleert wird, ist eine große Dafferabgabe nachweisbar, die je Stunde 17 bi- 34 Gramm beträgt. Je höher man steigt, um so wasserärmer ist die Lust, die WasserauSscheidungen fieiaen, und das Körpergewicht nimmt zusehends ab. Man soll ruhig und tief durch die Aase einatmen, um ein AuStrocknen des Mundes zu verhüten, und tief durch den wenig geöffneten Mund ausatmen. Das Ausatmen ist noch wenig geübt, erleichtert aber die Steigfähigkeit außerordentlich Sauerstoffmangel verursach in den Höhen die fogenamtie Bergkrankheit. Aach anderen Wissenschaftlern ist eine Blutstauung in den Lungen durch Verminderung des Luftdruckes dafür verantwortlich zu machen. Besonders schädlich ist der zu schnelle Wechsel der Höhe. DaS Hebelkntsgefühl, Schwindel, Herzklopfen, Flimmern vor den Augen. Schwäche. Blutungen aus den Schleimhäuten sind Erscheinungen, die zum Glück in tieferen Regionen fast vollständig wieder schwinden. Schrecklich ist es aber, wenn die Erkrankung jemanden auf der Tour an abschüssiger bte le betrifft. 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(toter Biimanbtr. 10)/Tel 1592 Uhren kauft man nur beim gelernten Paebmann lagt werden, tritt die Befreiung nur ein wenn die Voraustehungcn hinsichtlich des Alter» der LrwerbSunfähi gket t oder der SrwcrdSbe Hinderung m der Perlon des ®6etr.a*n<. ober foftrn sie in der Perfon der Thefrau liegen, wenn diefe für den Erwerb des Bermdgene weienriich beiträgt oder bc getragen hat htrbciAnfuhren, hat bem anderen ent stehend ni Schaden auch bami wenn er die Unwahrheit zwar aber kennen muf). Durch eine Mitteilung, deren dein Mitteiienden unbekannt ist. Am 18. Juni 1928 ist unsere Hebe gute Matter Anna Caesar geb. Schnug plötzlich und unerwartet im nahezu vollendeten 83. Lebensjahre hdmßeganßen. Ihre Bestattung Ist inzwischen in aller Stille erfolgt Zugleich sprechen wir allen denen, die unserer lieben Entschlafenen in liebevoller Weise gedacht und uns ihr Beileid bezeugt haben, unseren tiefgefühltesten Dank aus. Ächtung! 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Die Beerdigung findet Montag. demSB.Jnnl.nacbmittagsS^OUbr auf dem Neuen Friedhöfe statt Empfehle mich im Aofarbeiten und polieren von Pianos, Möbeln n. üergl. sowie Nenansertianus von founrtrrten und polierten Möbeln. — Die degenftonoe werden auf Wunsch abgeholt. wllhetm Sau, §ch«inerm«ifter, Rlrhreinben, Brandweg 11. 104710 .Wer bet Wahr he it »uwider eine Tatsache behrnwtet oder verbreitet, die geeignet ist. den Kredit eine# anderen zu gefährden oder sonstige seiner AmtsbefugniS eine Äu-kuntt erte'lt. lo wird diele 52'igteit von seiner Amtspflicht mit beherrscht, und wenn er dabei die im Verkehr mit dem An'ragenden erforderliche Sorgfalt auster acht lätzt. so verhetzt *c die ihm diesem Dritten gegenüber obliegend« Amtspflicht in fahrlässiger Weise. SS ist dann der Tatbestand des $ 839 Abs. 1 BGB gegeben d h verletzt ein Beamter vorsätzlich oder- fahrlässig die ihm einem dritten g?gcnübcr obliegende Amtspflicht, fo bat er dem dritten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Fällt d.-m Beamten nur Fahrlässigkeit zur Last, so faim er nur dann m Anspruch genommen werden, wenn der Verletzte nicht auf andere Weife Ersatz zu verlangen vermag. «Vergleiche auch Reich-Gerichtsentscheidung Vand 93,Seile 61 62.) Da» Aeichsgericht steht aus dem Standpunkt, dast. wenn jemand ein Gutachten, eine Auskunft. in Ausübung einer Bernfspflicht. z. D. auch ein Arzt, ohne genügende Unterlage erteilt, darin eine Fahrlässigkeit liegt, die zu Schaden Seriatzansprüchen führen kann. Deien Grundsatz sollten insbesondere auch die Gemeindebehörden gebührend berücksichtigen. 3m S)in- blick auf diesen Grundsatz deS AcichSgerichte kann eS zweifelhaft sein, ob ein etwaiger Zusatz auf den Bürgscheinen über die Zahlungsfähigkeit deS Vürgen „soweit bekannt" von einer Haftung betreu. Wird z.D. die Zahlungsfähigkeit kurzer 10000 im und bas letzte Jahreseinkommen 1000 Mk. nicht überstiegen hat. Die Sinkommens- trenzen erhöhen fich bei Steuerpflichtigen, zu km Haushalt mehr als zwei minderjährige Umber gehören, von 5000 Wk auf 6CXW Cfflf ,zw. von 4000 Mk. auf 5000 Mk. Bei Ehe- zatien, die zusammen zur Derrn bgenst euer veran- Der Fall, datz eine 2luskunst auf Grund eine« bestehenden BertragSverhältnisseS er- teilt wird, lommt dann in Firage. wenn jemand, -u dessen BerufSgeschüften eS gehört, anderen Personen beratend zur Seite zu stehen, wie z. B. AuSiunftelen. Aechtsanwülte. Notare, in dieser Eigenschaft die gewünschte Auskuntt erteilt. 3n solchen Fällen haftet der die AuSkunst Sr- teilende auher bei wissentlich salscher Auskunft auch wenn er in Fahrlässigkeit eine falsche Auskunft erteilt hat für den dadurch entstandenen Schaden (AeichSgerichtSentscheidung Band 52 Seite 366/367.) 3m Zusammenhang hiermit sei daraus hingewicsen. das) z.B. die bei der Auskunft Seriellung vielfach übliche Klausel .selbstverständlich ohne Obligo" ober ..ohne Gewähr' Donnerstag nachmittag 130 Uhr verschied nach knrsem schweren Krankenlager unser unvergeßliches Söhnchen Hänschen Becker im Alter von 4 Jahren. In tiefer Trauer Pernille Moll Becker nebst Anßebönfion Wies eck, den 29. Juni 1928. nm Beerdigung in Wieseck Sonntag. 24. Juni, 4 Uhr naebm., vom Trauerhauso Neuen weg aus. nicht Atirn Schadensersätze verpflichtet, wenn er oder der Empfänger der Mitteilung an ihr ein berechtigtes Interesse hat." Hier wird also Fahrlässigkell vorausgesetzt, d. h. dast der AuSkunftserteiler bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt hätte erkennen mülfc.i. dast die mitgeteilte Tatfache unwahr war. Sine oberflächliche Srkundigung genügt aber nicht 1 imb slmNge lau« M - 'm tdegalatz L Wflt Tkmigr amfotrt dm wt gt ile »n SrundM» betrieb gehötlm. lmzufehm, mit !a ftonz zu 2uch ftüe t zahlen alte unter des faihr' c ober gärten4.’ 1 oder Srunte«.- ür insbesondere te chl. LnsMchc a. 18. enialls alt W'S® Fernechw. WJ etzungen luckgegenftände die nicht M D» etcucrpHtditigci ®ennB?en. «sSS aben, sofern sie A M Swiooo»1» Wir suchen für den Bezirk ®irhee und Marbnea einen VezirKsvertreter zum Vertrieb unserer neuen Hand beichein'.gt ohne nachw«t«n a ten Kredit- ähigkeit. Svliditüt und fcdäu't.^bahren cm- »eimischer Personen und Gesd-äste. Eine dienst- iche Brrpslichtung. derartige An'ragen allgemein ,u beantworten, oestehl wohl für btc Gemeinde- »ehörden nicht, da solche Auskünfte nicht zu hren Dtenstobliegenheiten gehören, sie können olche Anllnnen ablehneir und die An'ragenden in die /bestehenden privaten Auskunsteten. oder in Bankinstitute verweisen, indessen wird llch reilich in der Praris eine solche allgemein« Ablehnung derartiger Ersuchen wohl nicht immer >urchfuhren lassen, denn namcntlid) in llcineren Orten liegt in vielen Fällen die AuSkunftenei- ung. z B. bei Ansragen der Hessischen Landes- >anl oder der Hessischen 1/andcsdtzpothctenban'. m 3nteref’e von Gemeindeangehörigen. inSbe- andere Bauherren, sur die eine Verweigerung >er Auslunst durch die Büraermeisterei ober das DrlSaericht nur Aachielle haken könnte, was wohl •ein Bürger neister oder OrtSgertchtsvvrsteher auf ich nehmen wird Eine weitere Kategorie von Auskünften find >ie Befcheinigungen der Bürgermeistereien über Me Zahlungsfähigkeit der Bürgen, in allen Fällen, n denen eine Bürgschaftsleistung, z. 2 bei Käufen, bei Verpachtungen oder Stundung von Zahlungen, behördlicherseits verlangt wird. Für beide Kategorien von Auskünften erwachst -echtl'ch für den AuStunfterieiler eine Haftung -ür die Richtigkeit feiner Auskunft. Für die rechtliche Beurteilung einer eventuellen Haftpflicht ins solchen Auskünften kommt es darauf an. ob Sie betreffende Auskunft erteilt wirb aus 7einerGesülligkeit. ober auf Grund eines vertragSverbaltniffeS oder einer Amts- b,w. BerufSpflichL 3e nachdem _ Die Beerdigung unseres lieben Kameraden uLj" Jobs. Möser I nstit-V erw. 1. R. • findet Montag, dem 2B. Joni, nachmittag 2% auf dem Neuen Friedhof statt. Zahle. Beteiligung erwünscht Der Vorstand. der eine ober anbero Gesichtspunkt juteifh, .rt btt Haftung verfchteden. Wenn eine G^- mctnbebehdrde von einer fremden Arma eine Anfrage erhält über ffbarateer Kreditsodigkeit eines einheimischen Bürgers oder einen Ge'chasts und sie erteilt hierauf Auskunft, so ist dies eine Gelälligkeit. denn die Auskunft Uxrb nicht etwa auf Grund eines Vertragsverhültnifses gegeben. 3n diesem .taHc ist eine Haftung für einen durch die Au-kun't etwa verurlawten Schaden nut auf der Grundlage deS § 826 BGB. möglich > Reichsgerichts-Lntfcheidung Band 76 Seite SIS», wonach -um Schadenersatz verpflichtet ist, uxr in einer gegen die guten Sitten ver- stostenden Weise einem anderen vorsätzlich Schaden zusügt. SS wirb also vorausgesetzt., dast die in der Auskunft kundgegebenen Tatfa tschräyst benullac en und Schulin eilen. 2(ufm-> ^gsschulden. Mt a 1 und für den- > l^ge'ch vorg^ nd mit 94 M Betrug j in äenfotteonv ICfiö OO Voldme Luigv >z. - 23 u w mit dm WÄ1." !s sich um eile an mltedilchr MgeMchaten en Aechts zwei'ellos ö'tentlicher Beamter ist Gs handelt llch hierbei um Erteilung von amtlichen Auskünften, Bescheinigungen, worunter zweifellos auch b'.e B<'edeinigung der Zablung-fäbtakcit der Bürgen auf den Bürgscheincn fällt. Die Der Bürgermeister ufw kraft seines 'Amtes zu erteilen bat. im Ge.te^'atz v B zu den austeroertrag- lichen Auekünften über die Kredttsähigkett einer Person aus Anfragen dritter, welche Defchä'te nicht zu seinen 21mtSpslichten gebären. Für die Hallung auS AuSkünftcii Befcheinigunarei ufw. au( Grund amtlidter Pflichten bat das Ae ichS- gericht folgende Grün df ätz« aufgestellt' Wenn ttn Beamter innerhalb der Grenzen GuteVerdienftmöglidikeit bietet nch rlibrigen Herren oder Damen durch den itertrieb einer Spar-Uhr mit ber bereit! grobe Erfolge erzielt ünb. Vctcbtee Arbeiten, da ohne Konkurrenz Schriftliche Angebote an die (»tefdmhvfteOe ber „VOH.SOUflE“ im Konzern ,.Vaterländlache*1, «tzrankfnrl a.M., VaulSplatz 16 fl012«s M ürieger-Verein Gielen Die Beerdigung unseres Kameraden undEhremnitgliedes Johannes Möser Institute Verwalter L R findet Montag 3*j Uhr nachm. auf dem Neuen Friedhof statt. RegeBeteUigung ist Ehrenpflicht I Crni Schomber Sonnt Heinze Verlobte ! Lollar Kirchhain (z.). Lollar) Am 24.3uni 1928 O472?| Berka Katz Arnold Gunzenhäuser Verlobte Lich lOberhessen) Hamm (Sieg) 24. Iuni 1928 11 n 1111 n 1r1111111 r n -^r*i Ihre Vermahlung zeigen an Carl Schneider Carola Schneider geb. Christ Gießen (Stephanstr. 32), den 23. Iuni 1928 04666 Ihre am 20. Mai in Aeuyork vollzogene Vermählung geben bekannt Kurt Weil l und Frau Else geb. Noack .................................................... Wir haben heute ein gesundes Mädchen bekommen! Professor £tc. Heinrich Bornkamm und Frau Liselotte geb. Maß Gießen, Wartweg 30 60391) ************************************************************************** Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesene Aufmerksamkeit danken wir herzlichst Valentin Moser und Frau Gertrud geb. Kaden Gießen, den 23. Iuni 1928 04729 lNI1WIUIIIIIUIllIIIIIWIlIIlII!llt!l>llII>III>IllIIIlIlIIIlIlIIIIIIUlIIIIIlI>i:!lIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlIIIIiIlIlIIIIIl>!!!!M NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Regelmäßige direkte Abfahrten mlf Doppeisdirauöen • Dampfern für Reisende u. Auswanderer von Bremen nach CANADA Nähere Auskunft über Einreisebedingungen u. Abfahrten erteilt (Heben: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 Wetzlar: Dornbusch & Binder, Lahnstrabe 12,14 iüiiiimuiiimmii!iiiiii:roii;iiiiiiii.\iiiu!i»CTnuiiiuntti!UiHinii!ii!»inniiiiunuiinii»i,jimnn,jmiOTWP Wir haben für sounre Fsrluna-Schreibniasctiine die General-Vertretung für den dortigen Bezirk unter günstigen Bedingungen abzugobon. Anfragen an Fortuna - BureaumasctiiDeo fi. m. b. B, Baden-Baden. 5832D Steinbrecher Siebtrommeln Feldbahnen H. Ring, Lollar« Tcleph. 80. Lvangel. Stadtmission Löberstraße 14 Sonntag, 24. Juni, nachm. 3 Uhr: Lhnflli». Waldsest auf der Waldbühne (Licher Straße). Gesangs- und Posaunenchor-Dorträge, Ansprachen o. Stabtmiff. Ufermann, Duisburg, Prediger Stöhr, Gießen, u. a. Jedermann herzl. willlommen./Bei ungünstig. Witterung findet die Veranstaltung im Saale, Löberstraße 14, statt. U4737 Vierhaus Onkel Franz Heute Konzert Gut bürgerlicher MittagStiich Schöner Saal ist noch einige Tage frei. Cale Eml Ludwig Heute Abend 8 Ehr TANZ Bis 1 Uhr geöffnet 604 4 D W SlMWklg Nächsten Sonntag: SWWl Io«} Eintritt frei! 6014D Eintritt Irei! Elsrr>Tmflt und daS doch 3in- brüdc oon unvergleichlicher Schönheit offenbart. Der Weg «st das Wasser und da« diel nur durch die deit kxgrettzt. So reisen wir gebunden an den natürlichen Weg. aber tonst ohne Programm. Ich holte diese Art deS Reisens für die schönste Im Schaden der Aue entsteht das leichte kleine Boot. Bald schaukelt uns der Rüden der Fulda vorbei an der reifenden Altstadt unter Brüden hindurch hinaus inS freie Land. Die Türme der Stadt gittern bald in der Ferne und entschwinden gapA nur der Herkules drüben im Habichts- wald bleibt noch lange am Hprizont sichtbar, wo er winzig allerdings wie ein Äom aus der Kimme emvorstcigt. Das Land aus den Ufern schweigt. GS klatschen nur die Paddelschläae im lang! am en Takt in die von einem leichten Wind gekräuselten, schüchternen Weilchen. Der Fluß tritt Zwilchen laubdewaldete Höben. Hier ent» faltet die Einsamkeit der idyllischen Landschaft von Wald unb Wasser den zarten Rety. tote wir ihn von Lahn und Mosel kennen. Dabei wechselt die Landschaft stets im Weilertreiben ihr Bild, und man wird nicht müde, sich daran satt zu sehen. Velten kommen Dörfer vorüber, selten einzelne Häuser. Wan glaubt kaum, vor Stunden noch im Menschengewimmel gewesen zu sein. Wir erreichen Münden, die Stadt an der Wiege der Weser. Snge alte Gassen und prächtige Architekturen deuten auf eine lange (De- schichte hin. Kirche und RathauS sind Dohimentc herrlicher mittelalterlicher Baukunst. WaS sind wir heutzutage dagegen für arme Schluder geworden! An der Aegidienkirche steht her Grabstein dks bekannten Doktor Eisenbarts, der — als man noch von keiner Lehre Tour'- wußte — aus besonders handfeste Weise die Leut? kurierte. Man merkt jetzt: die Weser hat unS mit sestem Arm gepadt und trägt uns schneller aU die Fulda davon. Die Fahrt gebt in den Abend hinein. Schon lenkt der Reinhardswald zur Linken seine Schalten schwor» au‘ die Wasserfläche Wir haben 3rit Dir brauchen kein Dorf, kein Gast- Hau» am Ufer. Im Bug des Bootes ist daS deh verstaut DaS schlagen wir. bevor die Rächt anbricht. auf weicher , Uferrand auf. Wir sind unabhängig von jedermann. Lager und Abend- mahlxeit find soldatisch einfach. Das erhöht erst den Reiz einer echten Wanderfahrt. Während das Teewaffer im Kessel hebet, fpielt leise das Grammophon Leyte Rcquifiten aus der zivili- liertrn Welt, die man vergißt. Die Weser gluckst unten beständig, aus den fernen Dörfern schlägt mitunter ein Hoth.ind an Man sryt am Feuer vor dem delt und wünscht sich nichts mehr.. Wie soll ich den Morgen dem beschreiben, der ihn nie im freien Feld erlebt hat? Die Morgenkälte läßt einen erwachen. Da ertönt ein Konzert aus dem Schilf und bem nahen Wald und aus ber Luft von jubelnden Bogel stimmen. Wan tritt hinaus in den jungen Morgen. Zuerst ein frilcheS Bad. bann heißen Tee und Schwarzbrot SS ist köstlich. Die Sonne scheint schon warm. Schnell verschwindet unsere ganze Lagerstatt im Bauch bes Bootes, unb nichts läßt Spuren ber beweglichen Wohnstätte erkennen. Weiter geht die Fahrt stromab Ich sagte schon, daß diese Gegend vom Derkehr wenig berührt ist. Keine staubigen Autostraßen laufen am Flusse her, unb bie Dahnschienen begleiten ihn nur kurz um ftd) bald ins Lanb bineiTuutoenbcn. Zwar benkt man an den Dau einer Wafscrtalbahn. aber biS dahin wird noch einige Zeit vergehen. So liegt eine heimliche Romantik über diesem Land. Rechts an bem Hange des Bramwalds taucht aus einem Busch von grünem Laubwerk BurS- selde mit wundervoller in romanischem Stil gebauter Kirche auf. Hinter Lippoldsberg tritt der Solling an den Fluß und tnidt fernen nordwärts gerichteten Lauf stracks nach Westen ab. Gs erscheint LarlShafen, daS ursprünglich unter bem Romen Sieburg von bem Qanbgrafen Carl von Hessen-Kassel gegründet wurde. Man nennt es die Perle des Weserlandes und sagt nicht zuviel damit. Auf beiden Seiten von Höhenzügen eingeschlossen. liegt es geschützt in einem Talkessel an der Diemel, die hier in die Weser mündet. Jener Fürst plante damals einen direkten Wasserweg mit feiner Hauptstadt Kaslel. um daS lästige Münden er Stapelrecht zu umgehen wonach die bort passierenden Schilfe anlcgcn unb einen Teil ihrer Fracht verkaufen mußten. Die begonnenen Arbeiten gelangten nicht zur Bolle-idun.; und die Weiterentwidlung gestaltete LarlShafen nicht zu einer bedeutenden Handelsstadt, sondern dank feinen Solguellen und keiner reizenden Lage zu dem beliebtesten Kur- und Ausflugsort an der Weser Bald grüßt eine Stätte aller deutscher Geschichte zur Weier herunter: Herftelle 79? wurde die Kaiserpf al» von Karl bem Großen auf seinem Zuge gegen bie Sachsen gegründet Auch keine Söhne Pippin und Ludwig, der eine aus Italien, ber andere von dem spanischen Feldzug zurück- kehrenb. hielten hier Winterquartier, um im Frühjahr wieder nach Italien und Spanien zurüdzukehren. Wenn wir die politische Karte aufschlagen, so finden wir mancherlei Farben in bunter Reihenfolge am Flußlauf verstreut Hesfen- Raffau, Hannover Braunschweig. Westfalen. Soll ich sortfahren, all die Orte und Sehenswürdigkeiten darin zu nennen, die an beiden Seiten vorüberziehen? Ich will es nicht tun. man würde des Gr zahlens nicht müde Du findest sie auf der Karte unb im Baedeker mit Sternen versehen. Rur einige Romen laß mich noch erwähnen: Hörter. Corvey, Holzminden. Hameln, wohlklingende Ramen alter Kultur, reich an Geschichte und Sage. Unb nicht zuletzt fällt mir babei Wilhelm Raabe ein. dieser Dichter von echt deutschen Humor unb voller Lebensweisheit. Wer den Meister kennt, bem wirb dieses Land besonders viel zu sagen'wissen. Don Hamels abwärts fliehen die 'Berge inS Land hinein. Devor aber der Fluß in bie Rordbeutsche Tiefebene tritt, kommen sie noch einmal heran und wollen ihm den Weg versperren. Aber die Weser wollte zum Meer unb brach sich burch das Hindernis Dahn. Das Tor heißt Porta Westfalica. Jetzt hemmen den Dlid keine ‘Berge mehr, jetzt bietet sich weite Sicht über endloses Land. Westfalen! Minden ftredt sich behaglich in der Ebene und zieht vorbei. Ich denke an eine alte persische Weisheit, die sagt: „Rur die sind glüdlich auf der Welt, bie in Freiheit eines weiten Horizonts sich erfreuen"* Man sieht, soweit man will. Wir erleben einen Sonnenuntergang so tief am Horizont, daß wir glauben, am Meer zu fein. Wir fpüren seinen Atem ciU ^eber-, Gallen-, Sein altbewährter ^kiiLpniuv ^plUvci ^tn., Darm-, Frauenleiden sowie Stoffwechselstörungen, Ischias und Rheumatismus, Pauschalpreise Im ganz neu erbauten und modern eingerichteten Kurhause, Pension (einschließlich Nachmittagskaffee), Bäder, Trinkkur usw.: 3 Wochen Mark 145.-, 2 Wochen Mark 100.-, 1 Woche Mark 55 - Kloster Arnsburg Eine Perle des Hessen- landes, beliebtster Aus- varbmdungen: ^ugsort mit historischen 8.14. 1343.*6 25 Baudenkmälern und Auto- 'dyllischer Umgebung. Verbindungen: Beste Verpflegung In der 8 ro und - is KlostermCihle. Ostseefahrten natü SwtnemOnde • Heringsdorl - Iinnowiit- Bornbelm » Insel Hüten ♦ Kopenüaüen t-chn-ll TJKML HI2 OQ 0 lTI mana [30133 B0HIS BB0HI aoan Gegensätze. 1. schmutzig: 2. offen; 3. markig: 4. mIMdfc 5. erfahren: 6. rund: 7. sparsam; 8. angenehm: 9. nichtig; 10. friedlich; 11. ängstlich; 12. nachlässig: 13. glatt. Sommersanfang. Buchstabenrätsel. Papua: Haser; Seife; Tante; "Kogel, Daschr Lotse; Irene; Kanon. Pfingsten. RStfeL Ebbe. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttonsttsch. Da capo. Fünfzig Leute stehen am Fahrkartenschalter, der Beamte ist nervös, und der Getrcidehanöker Herkules hat wegen unklarer Formulierung feiner Wünsche einen furchtbaren Anpfiff gekriegt. Rach Herkules kommt ein Mann an die Reihe, der in ötc Berge will. Sr hat einen Rucksack auf dem Lücken, und am Rucksack ist etn Eispickel befestigt. Als der Mann bezahlen will, entfällt ihm cm Droschen. Er bückt sich danach, der Stiel des Eis- pickelS schlägt dem Schalterbeamten auf den Kopf. Eine Weile ist alleS starr vor Entsetzen. Dann greift der Händler Herkules in die Tasche, läßt vorsichtig ein Geldstück zur Gr do fallen und sagt: „Sie, Herr — da liegt noch etn Droschen!" (Lust. Dl.) Sparsamkeit. Auf der Dahnfahrt sah ein freundlicher Herr mir gegenüber. „Fahren Sie auch nach München?" „Rein, weiter, nach Meran." „Zu länaeran Aufenthalt?" „Llngesähr drei Wochen. Ich befinde mich nämlich auf der Hochzeitsreise." „Ja. wo ist denn Ihre Frau Gemahlin?" „Ach, wissen Sie, ich habe mir die Reife ausgerechnet — für zweie kommt daS doch zu teuerl" (Lust.Dl.) schon im frühesten Alter an Ordnung in solchen Dingen gewöhnt werden, also trifft die Verantwortung doch wieder nicht die Llnmündigen aus Menschen- unb Tierreich, svndeim die Mündigen. Lind nun sei zum Schluß ein Mittel zur Tlb- stellung der Mißstände empfohlen, das man in anderen Städten schon mit bestem Erfolg angewandt hat. Jeder ^Betroffene, der die Fußsteige ufw. durch Hunde beschmutzen läßt oder durch Wegwerfen von Obstschalen u. dql. selbst verunreinigt oder den Verkehr aus ihnen gefährdet, wer Hunde mit in Lebensmittelgeschäfte nimmt, sollte in eine coram publico sofort zu erlegende Geldstrafe genommen werden: bann wäre dem Liebel bald gesteuert, auch ohne Schwefelblüte und ähnliche Mittel. GS ist feit Jahrhunderten dem deutschen Volke durch Schule. Presse und gute Literatur schon so oft gesagt worden, welche Rücksichten jeder Volksgenosse dem Rächsten. der Volksgemeinschaft und ihren Einrichtungen schuldig ist. daß es jedermann wissen kann und muß. Wo nicht darnach gehandelt wird, da fehlt eS eben am guten Willen oder wenigstens an der nötigen Besinnlichkeit: und da sollten die einschlägigen Behörden und Dienststellen nachdrücklichst zum Rechten sehen. Ein Tier- und Menschenfreund. Gefallenendenkmal. So begrüßenswert an sich dic Anregung in einem Eingesandt im „Gießener Anzeiger" oom 16. d M. ist, für Gießen dic Frage eines Ehrenmales für die Helden des Wettkrieges in Fluß zu bringen, durfte doch zunächst einmal die Aufmerksamkeit ber Bürgerschaft der Provinzioihauptstadt und besonders der «tadtoerwaltung aus folgendes zu lenken sein. Gießen besitzt bereits ein Denkmal, das den Ge- fallenen aus dem großen Kriege gewidmet ist, im 116er Ehrenmal auf dem Landgraf- Pbilipp-Platz. Zu diesem Male haben in opferwilliger Weise die Angehörigen de» ehemaligen Gießener Regiments und seiner Kriegsformationen fast 30 000 Reichsmark aufgebracht. Ein erheblicher Teil der Bausumme stammte aus den Kreisen der Gießener Einwohnerschaft, aus deren Reihen eine große Zahl der Gefallenen des Regiments stammt. Die Stadt Gießen hat bei der Enthüllung das Denkmal in feierlicher Weise in seine Obhut genommen und versprochen, für einen würdigen Zustand jederzeit besorgt zu sein. Und wie sieht es heute aus? Das Becken hat sotten Dosier; in seinen spärlichen Dasserpfützen haben Mücken und Kleintiere aller Art einen beliebten Tummelplatz, und im übrigen ift das Denkmals- decken Aufbewahrungsort für vielerlei Abfälle, wie Papier, Unrat, Obstschalen usw. Der Einheimische hat sich scheinbar schon an den unwürdigen Zustand dieser heiligen Gedächtnisstätte gewöhnt, sonst müßte schon öfter» öffentlich Einspruch erhoben worden sein!? Desto mehr aber nehmen auswärtige 116er, die oft den Weg nach dem Denkmal finden, um hier in einer stillen Minute Ihrer gefallenen Kameraden zu gedenken, Anstoß daran. Der Einsender ist der Meinung — und er hofft Zustimmung zu finden —, daß es zunächst wichtiger ist. das schon vorhandene Denkmal in einen würdigen Zustand zu setzen, ehe man der Stadt mit einem neuen Denkmal, das unbedingt auch kommen muß, neue Verpflichtungen zumutet. Dies ist, die Ansicht eines ehemaligen 116ers, der in den Reihe« des schönen weißen Kaiser-Regiments Im Frieden und im Krieg schöne und ernste Stunden mUtrlebt« durste, und der öfters von auswärts feine alle Gar- nlfonffabt oufsucht. Dr. K B. N. Rundfunkprogramm des Frankfurter Sender«. (Aus der „Radw-Llmschau".) Sonntag. 24. 3a«l. 3 b aahrlachMM der 0tfrr?igK>- Sormulitßy t*- Anpsist jtii Wann «kflefr, at einen Mod atf lad l| * *W will, «tsN 4-n c. der Stiel bä «ib tarnten aid beitet' cor ffnNen. - Äetfuld in frc Se/Sflück jur kbe M^L) til ein freundlicher her Machend ran." t?“ Zch befinde ma>-- Zrau Sema-sm ' e mir die 2Wfe - kommt das d:'. (Lust. D! - vielecki WM' -: * “‘S te gt®M w men <«*«*.„*■ • gefallenen J«»«3- • „, uni et einung s-S ’ä f-graniiv jijyilmf*®1 '• ?l3ool ?Är>nv^nw<^ tSSÄE’ MA 'S *?*£? $,>• ,0tt ^1715 ÄAt.< j pe1 Met he« Madrigals:res txr Unitxrfitäi $dm* brib~. Anschl.eyend “BiUvo'« Divlin-Wusik. Darauf: Späten »ort bti Dundkunkorchel er«. Dienstag. 26. 3mi. 1X30 Ui 13: Bon ftaW: 2» .tog^kontert 16.30 Ui 17 45: Äonwd bei Auahtuicko:d)est«r« Dianer MusU. 17.45 bi« 18 05; ®u Qc'efiunbe. 18.30 Ui 19: *Bon «4‘le2 Passion OuHf.< ÄfeAcnnüj«: Operette in bett Aufzügen von Iotzann Strauh Ln'chlcstend: Dichtungen von Peter Bo'eggrr Tnittrood), 27. 3uni. 12.15 bi« 12.45: Schuifunl Zrai^ösisch. 6iu|c U IIi. F. vorgttragen von WlK. 7 Kkeeberg 1530 bi« 16: Dia Stande der Jugend 16.30 bi« 17.45: Äon^cct br« A-ndsunlorchesrer« *Xtu< Xaiumu'U. 17.45 bi« 18.05; Die Bücherstunde 1815 bj 1845 ..^<.r,t14< Aeligion lAara- thustra)'. voetrog von Pfarrer Kernen« Xavier. 18.45 bi« 19.15. Stenagraphi- fcher T>ortbil6ung«?udii6 für Anfänger und Fartg schritten« 19.15 bi« 19.30: Senckenberg- Die:elstunde 19 30 bi« 20 15: Franzbl, scher Sprachunt.ertcht. 2015: 6h-rm über dem Pa» d ie. 5>ödptti von TB. Währing Anschließend: Schalls tatt?n«Konzert. Ordxfter-Äonyrt. Donnerstag. 28. Juni. 13.30 bi« 14 30: Don Kassel: WlltagSkonzert. 15.30 Ui 16: Stunde der Jugend 16.30 bis 17.45: Xoayzt de« Au ndfunk Orchester«: Italien. Opern. 17.45 bi« 18.05: Die Ge^flunbe 18.30 bi« 18.45: Don Kassel: Stunde ..Hau« und Dar» Iba' ..Die Dorteile einer Dünger decke". Vortrag von Cbattavingenieur Karl Hin-« 18.45 bi» 19.15: Dem Kassel: ..Der Buddha der Ge» schüchte und Legende". Dortrag von griedrich- Karl Kobbe. 19.15 b.« 19.45: ..Der Zusammen» bang bar Sinne". Dortrag von Oskar Baum. 19.45 bü 20.15: OSkar Daum Dortrag au« Eigenen Dichtungen. 20.15 bi« 21.15. Zett» gerrdssische Kammermusik. 21.15 bi» 22.15; Die Wästfie neue Krau tburvpä 'che Frauenbichhrng der letz- r<»n 20 Jahre An'ch'.i.nend Bon Mannheim clm an i Flügeln Freitag. 29. Juni 13 bi« 14: SLvllplatt «r-Konzeri: Bunte« Programm 15 30 5:3 16 Due Stunde der Jugend 16.30 bi« 17.45 Hautzlrcuen-Aachollllag. veran» laltrl von '.ranTurur Hau.srautm.er< n ..Dolche dl« chausbakter" kAu« dem Brief» wechsel von Do rche und Ehv.stme Bulp'u«). vor» getreyn von Lrnma Lvtoe. 17.45 M 18 05: Dr Lesest unb- 18 33 bi« 18 45: Stunde de« Süd-eitde urschen TUblo-^iufri 13.45 b;« 19.15; ..Walaltsche Wärchen eine tunstier Ich« Bor- Lesung von UniorJiiätoulloc Loedem.ger 19.15 b* 20.05. Zwenvg M nuten Fortschritte in D-isenscha t und Technik. 23.15. wUbert Kor ei» Abend Ln'chl.ehTnd: Don Kassel: Bilder au« dem fernen Oflen. Daraus Don KaNel: Spät» kontert. Samstag. 30. 3unL 13 k« 14 SchaUvlattrn-KonLert: Klavier- und &.ben>o:irjj. 15 30 bÜ 16: D.e Stunde der Jugend 16 33 bi« 17 45 Kon^rt de« Bund» tunkorchvslcr»; L tc Operetten. 17 45 bi« 18.05: e'c'lunda. 18.33 bi» 19: Der Brretlasten. 19 bis 19.30: Stunde de« Franksurter Bunde« für Dvlksbl.d. ng: Zum 150. Todestage Jean IaequoS Roulseaus'. Dortraa von Psarrrr Siemen« TaeSier 19 33. Dom Frankfurter Opern» haa«: Dor Protagvn st und Der Zar läßt sich photvsraphi.ren. Zwei Opern von Kurt WeUl. Lpielplan Der frankfurter Thcatcr. Opernhaus Lonntaa 24.3uni. von 19J0 bis nach 22,30 Ahr Der Zig unerdaron. Wvntag, 25., von 19 bi« nach 22 Ubr Die Oübln. Dien»- tag, 26 . von 19 bis 23 llhr: Lohengrin. Mittwoch. 27., von 19,30 bl« gegen 22 Llhr Der Protagonist, hieraus Der Zar ILbt sich photo- araphie.-en. Donnerstag, 28., von 19,30 bi« 22,15 Ilhr Cevallcria rusticin», hieraus: Der Bajn»zv Freitag, 29 . von 19 bi« gegen 22,30 Uhr: Die Zaubers lote. SamStag. 30., von 19,30 bi« gegen 22 Uhr. Der Protagonist, hieraus. Der Zar läht sich phstographieren. Erste Dorstellung nach den Serien 12. Auguft Der Troubadour. — Schauspielhaus Sonntag. 24.3unL von 11 bi« gegen 12JO Uhr Dal.n e bc. Adeinische:i Dichter. von 19.30 bt» nach 21 JO Ub-. BinMu Fettmilch Montag 25.. Den 20 bl« gegen 22.3? Uhr on 20 bi« nach 22 Uh Tinten.) F tdnllch Mittwoch. 27.. von 20 bt« gegen 22 JO llhr Länge, im Aasching Donnerstag. Ä. von 20 bi« 23 Ühi Otaello. Freitag 29 von 19 kn« gegen 21 JO Uhr; Llliom. SamSlag 30. von 20 bi« nach 22 V-br; Gastspiel de« Berliner Aenaiisancetbeater» Kranlheit der 3ug nb Aus bet Lradionbübne von 21 Ubr Der TN:be.fpcnod)amt mit Predigt. — Biddo. 830. Hochamt mit Predlgt. €oH»fei«btr"ll >. ’lrrue ». 'luefhrfen am24 (1 28 i>rau Dr Warr. San Nni Dr. ?chttevdake. 4>irlch» apviheke. JabnarM; Dr. Zäner. 'D Sprechstunden der IHfhnftion 12 bl» 1 Uhr mittag». 5 bl« 7 Uhr nachmittags. Samtiag nachmittag gcsch»osiell. /—Was ist Togal?— Togal-Dadletten sind ein hervorragende« Mittel Segen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Isrwen- u. Kopfschmerx, ErkMItunqa- krankheiten! Schäbigen Sie sich nicht durch minbervertige Mittel- Heber 5000 Aerzte anerkennen bie her- vorragende TDirfung de« ToqaL -ragen Sie Ihren Arzt In allen Apotheken Mart 1.40 0 4» Chla. 11» LMh . 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Die Stadtverordneten» Dersammlung hat darüber überhaupt noch Liefern bvn ZementtShren von 25 - 60 cm L W. Verlegen von Zementtöhren Shaussterung« ar dellen Vie Zeichnung findet statt: vom 25. Juni bi« zum während der üblichen G»schäst«stunden, BEHAGLICHKEIT durch HAUSRAT-NOBEL SIS QUALITÄTSARBEIT IN GESCHMACKVOLLER AUSFÜHRUNG ZU NIEDEREN PREISEN • AUF LANGFRISTIGE TEILZAHLUNG Spretti KOOeMnHO •"< KOcbe. •eiifcielj Iw".»,Mvndekvc-«-. >,1 Ouitaf Walter Kolonialwaren Mluborl U. Lang & Wiederstein, Marktstr. 4 Glas- und Porsellanbandlung Kücken brauchen a »eretre rieiichleaer. KlckenluHar. da, vn- • neehrticne Oacklue«rt »prell » Kücee. e 4 WicM.erdeuiiche *(.»- ItnarlUe. »prall W C rle • • l. di« nolwen- *6- ri->»ch6eig«be ■ 57vc«echfift«n IDrebe 6061M taetehun m >n «to» Rohelenen. mckf e.«A»teUen.wiedie.i^ Arbeitsvergebunq. Die Srd- und Maurerarbeiten, Sisen- belonarbellen und Werksteinllelerung zum SchulhauSneubau iTeilausführung) für di« Scmeinbe Drohen • Linden sollen dstenlUch vergeben werden. Die Bcrdingungsunterlaaen find, soweit vorrätig, bei dem unterzeichneten Architetten erhältlich, wo auch die Pläne eingeseben werden tonnen. Etöffoungstermin am Mittwoch, dem 4. Juli 1928, vormittag« 11 älhr. Drehen, den 22. Ium 1928. 6u6uD Tischer, Architekt B. D. 2. Zeichnung auf 8000 000 GM. 8% Central Goldpfandbnefe v. Z. 1927 - «pr..Dft.31nfen - Kündigung bi« 1933 au«§eschl«sseo und bei ben sonstigen Zeichenstetten, Bankfirmeo und Sparkassen „ . (vy . luiögli«) Stücknnsen zum Kurse von V7,75 Prozent bis zum Ädoahmetage. Stücke zu 5000, 2000, 1000, 500, 200 unb 100 SM. Prospekte unb Zeichnungs-Formulare find dei allen Bankfirme» zu bezieh«. Serlin JUB. 1, Unter ben Linden 46 49 in Berlin bei der Kaffe der Sesellschafi, , , Direction der Oieconio-Seselstchest. , bem Bankhavfe ©. Bleichrdder , ®ie|en , ber Sirtction ber Sikouto ■ 40.“ Federn gefüllt 14.-, 11.-, I .UU WW ROÖDt | Sellnsroeg 26 Segrflnöet 1798 I 'o o Nr. U6 vierte; Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 25. Juni 1928 Llawesplan und Rheinlandräumung. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoeftsch, o. Prof, der Geschichte an der Uniperfifdt Derlin, M. d. "K Wit der Tominierung Herbert Llark Hoover- 6um Kandidaten der republitonilchen Partei ift der arnerikan,lche Wuhllcldzug in ®ang gefoDimcn. E» ift wohl lein Zweifel, dah die Demokraten den Gouverneur von Rcuyott A Smith, auf stellen werden. Die Dahrscheiilllch- teit spricht für den Sieg Hoover-, aber in diesem Wahlkarnpi sind Faktorei' die ganx un- berechenbar und bisher in amerilanitchen Dahl- kämpfen noch nicht ausgetreten sind Wir meinen damit nicht die Unzufriedenheit der Farmer, um deren Stimmen die beiden Parteien werben Da- Unberechenbare liegt einmal darin, dah in Smith »um ersten Mal ein Katholik oU Wahlbewerber für den Präsidentensitz auftritt. Werden die protestantischen Demokraten für ihn stimmens Diemand kann diese Frage beantworten Södann: Hoover ist , trodcn", Lmich ..nah'. Zum / ersten Mal steht die Prohibition ganz im Vordergrund de- Wahlkampfev Auch da- ift unberechenbar, wie da- Prohrbitton-- geseh auf Stimmung und Dillen der Wähler gewirkt hat Wit Hoover benennt die republikanische Partei ohne Zweifel eine bedeutende Persönlichkeit, die au» eigener Kraft sich zu dieser Höhe empor gearbeitet und, wie bekannt, glänzende Fähigkeiten zur Organisation an verschiedenen Punkten erwiesen hat. auch — im Gegensatz zu den meisten Amerikanern — die Welt draußen wirklich und genau kennt. Weniger sicher ist, ob er neue Ideen hat und wenn ja. ob diese den Erwartungen Europa - entsprechen, die diese» auf die Präsidentschast-wahl setzt In dieser Beziehung aber sei doch vor Illusionen gewarnt I Hoover hat sich mehrmal- sehr entschieden gegen eine Streichung der Schulden an Amerika au-gelprvchen und die ’oge- nanntc Plattform, da- Programm, da- die Konvention von Kanfa- Litt) für den Wahlkampf angenommen hat, sagt ausdrücklich: »Wir haben un- ständig der Annullierung der Schulden widersetzt und werden un- weiter dagegen wehren. Denn e- gibt keine Autorität, die die Lasten der fremden Steuerzahler auf die Schultern unserer eigenen Bevölkerung abwälzen könnte." Diese Plattform hat Hoover angenommen. Wa» er im Innern davon denkt, weih man nicht. Das Programm icbenfalM ist im ganzen nicht ander-, al- wo- Goolidge immer gesagt und gefordert hat. Gin bAiicr Zug ift nicht darin, noch tn?nigcr i(i davon die Rede, dah Amerika eine energischere Europapolitik treiben solle. Don da aber nun die Brücke zu dem Punkt zu finden, auf den e- ankommt, nämlich zu einer Erörterung, das heiht zu einer Aevision de - DaWetz- Plane-, ist, da- Programm und die Perfön- lichkeit des Kandidaten der Republikaner auf den ersten Blick angesehen, «in sehr weiter Schritt! Man glaubt, etwa- von diesen Schwierigkeiten in der republikanischen Partei und ihrer Führer zu spüren, wenn man die betreffenben Sätze de» neuen Bericht- lieft, den der Repa - ration-agent soeben veröffentlicht hat. Sein erneuter Hinweis auf da- .fundamentale Problem, da» bleibe, die Schlustfestfetzung der deutschen Reparation-Verpflichtungen". bestätigt wieder unsere Vermurung, daß er mit der Eröffnung diese- Feldzuge- im vorigen Jahre vor allem auf die amerikanische Innenpolitik zielte und aus die In ihr heute führende Partei, der ja Herr Gilbert auch angehört. Denn so liegen die Dinge nicht, daß er in- Blaue hinein die «Festsetzung der deutschen Gesamtverpflichtung fordere und der Amerikaner nun sagen solle: .Gut. warum nicht? Unfcrcttoegen dazu eine neue Lachverständigen-Konierenz wie 1923 und 1924." Denn jede Inangriffnahme de- Dawes- planS-ProblemS un Sinne de- Herrn Gilbert führt mit absoluter Sicherheit in die Erörterung der interalliierten Schulden und ihrer Gesamtabrechnung hinein. Da aber ist der Standpunkt der amerckanifchen Oefsenlluhkeit. besonder- derjenigen die von diesen verwickelten Zusammenhängen nicht- versteht, ganz starr: die anderen sollen eben ihre Schulden an un- bezahlen und damit basta! Für den Amerikaner, der die ganzen Zusammenhänge überfieht. und der Weitz, dah ein Gefamtabschlutz für Deutschland ohne De'amtabschlub über die interalliierten Schulden nicht denkbar ist. also nicht denkbar ist ohne einen beftur.mien amerikanischen Entschluß, kommt es allo darauf an. eine Lösung der Der- zwickten Aufgaben zu finden, daß Rordamerika theoretisch jede Annullierung der Schulden »et- toei ger t und praktisch tatsächlich einen erheblichen Teil keiner .Forderungen streicht Wir fürchten, daß hier für die Rominierung Hoovertz und seine Dahl keine besondere Erleichterung sein wird Da- andere grobe europäische Problem ist in der letzten Woche von polnischer Seite wieder behandelt worden Gemeint ist d« Zentral- frage für den Völkerbund, die für uns immer stärker auf die Frage hinausläuft, ob und wie der Völkerbund die Rönnen und Wittel findet, die Friedensverträge zur friedlichen Revision zu^ulaffen. al- Voraussetzung einer wirklich erfolgreichen und hauet- hakten Organisation de- europäischen Frieden-. Rachdem Poincarö in feiner Regierungserklärung jede FrtedenSrevifion fchcvff abge- lehnk hatte, hat jetzt der polnische Austenminister Zaleski sich ihm angeschlosfen und feinen Standpunkt noch mehr verschärft. Rach seiner Rückkehr auS Pari- und Brüssel hat er im Warschauer Regierungsblatt die These ausgestellt: Wer nach einer s riedlichen Revision der Verträge ruft, arbeitet ebenso gegen den Frieden wie einer, der mit den Waffen in der Hand die Revision verlangt. AuS dem Munde deS polnischen AustenministerS wundert uns diese Behauptung nicht besonders. Aber ist er sich klar, dah er damit unweigerlich dem Völkerbund da- Tvde-urteil spricht? Und wie faim er behaupten, daß dann Polen- Austenpolitik wirklich dem Frieden diene? Et kann nicht bektreiten, dah in Locarno Deutschland und Polen sich gegenseitig versichert haben, Gvenzänderungen nicht ohne Zustimmung des anderen herbeizu- sühren und in diesen Fragen auf die Anwendung der Gewalt zu verzichten. Das heißt also, daß der Pole sicher ist: Deutschland will keine Gewalt in diesen Fragen anwenden, heistt also, sriedlich« Wittel der Verständigung, der Verhandlung und des SchiedSvertrags usw. Aber wenn in der Einleitung des deutsch-polnischen Derttagetz dazu getagt ist. beide Regierungen seien sich einig darin, dast die R«hte eine- Staate- nur mit feiner Zustimmung geändert werden könnten, fo folgt allerdings für un- daraus logisch, dah wir das Recht in Anspruch nehmen, auf einem friedlichen Wege mit Polen und im Völkerbünde auf die Aende» nmg auch des Rechte- der 5 rieben#Verträge hin- zuarbeiten. Watz Zaleski in jenem Satze sagt und waS er will, ist also mehr. Er will damit nachholen, Watz er in Locarno noch nicht erreicht hat. Deshalb stellt er sich unbedingt an die Seite Frankreich- xmb formuliert feinen Standpunkt in dieser Weise, die rund herauSgesagt sinnlos ist. Er geht dabei noch einen Schritt weiter, indem er den französischen Standpunkt in bezug auf die RheinlandrSumung sich zu eigen macht und Polen- Interesse und Standpimkt damit identifiziert. Er sagt nämlich, dah. wenn jemand Garantien in der Hand halte, mit denen er den Frieden sichern tonnte, es nicht erlaubt sei, diese Garantien aufzugeben, ohne sie durch andere Friedensgarantien zu ersetzen. Gs sei daran erinnert, dah derselbe Minister in ähnlicher Weise vor einiger Zeit auch Polens Interesse am DaweSplan festgelegt hat. wie er sich jetzt in die Frage der Rhrinlandräumung schaltet. Beides geht Polen di rett durchaus nichts an! Es ist am DaweSplan nicht beteiligt und an der Rheinlandbesetzuny desgleichen nicht. Aber gerade deshalb bleibt dieser Schritt und Standpunkt des polnischen AuftemninisterS sehr bemerkenswert. Er sieht natürlich, und mehr als das deutsche Volk und seine Parteien, die jetzt über der inneren Politik die großen auhenpoli- tischen Ausgaben einfach vergess en. dah im Zu- MMMhellWenSWsim Vornan von (kdgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann. Verlag. Leipzig. 38. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie machten sich auf dcn Weg. Al» sie den Gutshos erreichten, bliib Dick stehen, um den Hund zu streicheln, der Sybil so graste Dienste geleistet hatte. Sie kamen ins Tal. Eine Totenstille umfing sie. Noch eben hatte ein Heimchen im Grafe gezirpt, nun hörte auch da» auf. „Wissen Sie. warum Lew Pheeney eigentlich sterben mußte?" fragte Dick den Anwalt. Havelock sah ihn verwundett an. ,^kew Pheeney?" fragte er langsam. Er muhte fidji erst besinnen. Nun lüstete Dick das Geheimnis, das zu seinem gewaltsamen Tode geführt hatte. Havelock war sehr überrascht und konnte sich sichtbar nicht fasten. „Ich wünschte, ich hätte es vorher gewußt," sagte er endlich, „ich hatte vielleicht schon damals erraten, was es für ein Grabmal war, an dem er seine sinnst versucht hatte. Hat Lew Pheeney den Namen des Mannes genannt, für den er die Schlöstcr aufbrechen sollte?" „Lew Pheeney war keiner von denen, die aus der ^Schule schwatzen. Aber wer sollte dafür anders in Frage kommen als —" „Staletti?" warf Havelock rasch ein. Dick nickte. Havelock nahm den Hut ab und strich sich über sein feucht gewordenes Haar. „Ich glaube, wer mit Staletti anbindet, tut gut daran, sein Testament zu machen." ?lls sie den Hügel erklommen hatten, blieb Dick einen Augenblick stehen. „Was ist denn das?" Er deutete auf eine meiste Narbe, die in der Feme die glatte Fläche des Geländes unterbrach. „Das sind die Steinbrüche von Selford", erwiderte der Anwalt. „Sie sind schon längst außer Betrieb. Die Sttaße, die daran vorbeifuhrt, ift jetzt gesperrt Sic ist selbst für einen Fußgänger jährlich." Sie durchkreuzen den Wald und betraten erwartungsvoll die Lichtung, aber der Felsen, der sich über den Gräbern wölbte, lag in schweigender Nutze da. E» war Havelock anzumerken, daß er mit leichterem Herzen den Weg zum Herrenhause einschlug. Zwei Polizeibeamte bewachten das Portal. Sie berichteten, dast Mrs. Lansdown vor einiger Zeit das Fenster geöffnet und gebeten Hobe, sie um sechs Uhr zu wecken. „Gehen wir ins Haus", schlug der Anwalt vor. „Untere Stimmen könnten die Damen wecken!" Sie begaben sich wieder in die Bibliothek, wo Havelock sie mit eisgekühltem Ehampagner überraschte. Seine Hand zittette, als er das Glas erhob: „Trinken wir auf die glückliche Heimkehr Lord Selfords!" Die anderen gaben ihm Bescheid. Havelock setzte sein Glas geleert nieder. „Denn Lord Selford wirklich sein Versprechen hält." sagte er, „so werde ich als erstes die Ver- waltung seiner Güter in seine Hand zurücklegen. Die Nuffe, die er mir zu knacken aufgibt, liegen mir wie Bleikugeln im Magen." (Fr lächelte dünn über den versuchten Scherz. .Käme er nur", sagte er ernster. „Wo schloßen Sie denn?" fragte Dick. „Wo können wir Sie suchen, wenn etwas Unoorfter- gesehenes eintrifft?" -Ich schlafe im Wohnflügel des verstorbenen Lord Selford. (Fs ist dort sehr gemütlich, wenn mein Zimmer auch etwas abseits liegt. Aber was soll mir geschehen? Ein Beamter wacht auf dem Korridor vor meiner Tür." Eneed ließ den Ehampagner feinschmeckerisch über seine Zunge rollen. „Ein ausgezeichnetes Deinchen", sagte er anerkennend. -Wie wär's, wenn wir einer zweiten Flasche den Hals brachen?" fragte Havelock. -Ich sage nicht nein", lachte Sneed. Unter dem Einfluß der zweiten Flasche gewann der Anwalt seinen Gleichmut wieder. .Ich bin doch sonst nicht auf den Stopf gefallen," sagte er, „aber wie ich auch die ganze Sache drehe und wende, sie bleibt mir schleierhaft. Wie kam Lorb Selford zu Eody, und was hat um Himmels I am menfrung von Locarno, der Abrüstung-- erörterung tm Völkerbünde und Kellogg- Vorschlag. eine große internationale D i -- kufsivn betau’vebt, in der Deutschland und Rvrdamertta zusommenftehen. Frankreich mit feinen Vasallen auf der anderen geile. England mehr auf Seiten F.ankreichs. Italien noch nicht sicher und bestimmt. Er sieht da^- wenn biefc Erörterung enttchlofsen weiter geführt wird, fte unweigerlich bei dem Artikel 19 des Völker- bundsrakte» ankommen muh. Derrn Lchted--- gericht im Völkerbundsfinne und Ablage an den Krieg im Sinne Kellogg- haben keinen Smn. keine reelle Bedeutung für die Friedmssicheiung. wenn man nicht die Krieg-urfachen ein» bezieht und auf ihre Beseitigung sinnt Zu den Krieg-ursachen aber werden eben*» b. st mimt solche Regelungen der Frieden-verttage gehören, die keine Regelungen eine- dauerhaften Friedens sind. Das sieht der Minister Zaleski ganz deutlich und so hat er mit einer erstaunlichen Schärfe das Problem und Polens Standpunkt dazu formuliert. mit einer Schärfe die über alle bisherigen Formeln von Frankreich und Belgien hinausgeht und bcSbalb im Augenblick vielleicht auch in Paris keine besondere Zustimmung erregt Wir wissen allo, woran wir sind, und die deutsche Regierung weist das auch. Auf diele Weise ift es schlechterdings unmöglich, eine Verständigung mit Polen zu finden, und da- was konkret auf der anderen Seite als notwendiges GrgebnüS dieser Diskussion erwartet wird, in ihrem Verlauf gleichfalls unweigerlich an die deutsche Regierung herantreten wird, da- ist - das Oftlocarnol Rach dessen Annahme würde Polen bereit fein mit sich über eine Räumung des Rheinlande- 'prechen zu lassen, die Polen nicht- an gebt, auf die Polen feinen Einfluß hat und die nach unserer Uederzeugung nach Annahme eines Ostlocarno durch eine deutsche Regierung. Frankreich dann auch nicht vollziehen würde. Wir tonnen un- nicht denken, daß eine deutsche Regierung sich auf den Weg locken ließe, den so Herr Zaleski zeigt. Täte sie es. so würde fit sich selber in kürzester Zeit den Kopf cin- stvhen! —————— Der Mordprozeß Wichmann. WSR. Frankfurt a. M., 22. Juni. Dor dem Schwurgericht beginnt am kommenden Montag die Verhandlung gegen den 1898 in Spießen, im Kreise Ottweiler, geborenen Kaufmann Fried- rich Wichmann, der des Mordes in drei Fällen und der Tötung auf Verlangen beschuldigt wird. Dem Falle liegen die bekannten Vorgänge im Hause Bischofsheimer Sttaße 22 Augrunbc, wo am Rachmittag des 1. März die Frau und die drei Kinder des Angeklagten erwürgt aufgefunden wurden Wichmann hatte bis zum Jahre 1925 eine tadellose Vergangenheit. Man weiß, daß er der Sohn eine- Dendarmeriewachtmeisters ist, der etwas darauf hiell, seinem Jungen eine gute Schulbildung zuteil werden zu lassen. Wtchmmm besuchte da- Gymnasium in Reunttrchen, rückte, als der Welkbrand au-brach, al- Kriegsfreiwilliger em. Da war feine Führung so gut, dah er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und zum Unteroffizier ernannt wurde. Verwundet brachte man ihn in die Heimat, wo er nach Kriegsende alsbald in den Dienst der Reichsbahn ein trat. ®r wurde im Frankfurter Hauptgü terbahnhvf Obergütervorsteher. dann wirkte er als Vorsteher der Düterabfertigungsstelle Höchst. Hier vergriff er sich hn Februar 1925 am Kassengeld. Die große Dienstwohnung stand teer, e- mußte Mobiliar herbei, da- Geld zur Beschaffung holte sich Wichmann cigenfcänbig auS der Kasse und damit verdarb er sich Karriere und Zukunft. Der Abstieg begann. Die Amt-Unterschlagung brachte ihm eine Gefängnisstrafe von neun Monaten ein, er brauchte sie aber dank der Fürsorge der Dahnbehördc nicht abzusitzen und revanchierte sich damit, daß er den Schaden ersetzte, daS Geld hierzu verschasfte er sich vom Vater Einige Tausend Mark blieben noch übrig, die steckte er in eine Fabrik, um eine Position zu erhalten, aber die Fabrik verkrachte und nun sah Wichmann mit Frau und Kindern da und war zum Teil auf Unterstützung angewiesen. Die Familie mietete im Frühjahr 1927 in Mörselden ein Zimmerchen, für das er 15 Mark Monatsmiete zahlte Aus dem Lande war nicht viel für ihn zu holen, in der Stadt versprach er sich mehr, man zieht im Herbst nach brr Vlichos-Heimer Sttaße zu einem Arbeiter der vierzig Marl Miete für ein Zimmer forderte, dem man aber zuguterletzt die M.ete schuldig bleiben mußte. An, 1. März war wieder Mieiezu zahlen aber ht der Ka"e war nach irte vor Ebbe und so reifte der Enttchlust gemeinsam aus dem Leben zu scheiben. Rachdem die brei Kinder erwürgt worden waren, ging das Ehepaar morgens m Me Küche zur Frau des Vermieters beruntrr und erklärte dort, daß der Batt: Wichmanns alle Schuld begleichen werde Bis 4 llh. mittags lei alles erledigt. Dann verschwand das Paar Wichmann soll nun seine Frau erdrosselt haben Die Frau hatte ihr befKÄ Kleid angezogen Gegen 11 Uhr verlief Wichmann das Haus Al» nachmittag- nicht geöffnet wurde, holte der Vermieter die Poltert, die die vier Leichen Vorland. Wichmann war inzwischen durch die Rheinpsalz nach der fvinzö- fiicken Grenze gefab en. die ei auf Grund erne- faftchen Paffes ungehindert ixiflicren konnte, und versuchte bei der französischen Fremdenlegion unterzutauchen doch wurde er wegen feines schwächlichen Körper zu ft an des nicht angeworben. Er lehrte dann auf deutschen Boden zurück und wurde verhaftet. Den Vorsitz in der Verhandlung wird Land- gerichtsdiriktor Börner führen, die Anklage wird Sta.tt>?>inwaltscha't-rat Rei ze rt vertreten, die Verteidigung wird von den Rechtsanwälten Dr. Fürst und Steinschneider ausgeübt. Unter den 30 Zeugen befindet sich der betagte Vater, Angehörige der Ehefrau eine Reihe Leumundszeugen und Geistliche. Wirtschaft. Weitere Besserung der deutschen Außenhandelsbilanz. Der deutsche Außenhandel jjetgi im reinen Warenverkehr un Ma i einen Sinfuhrüb erschuft von 192 gegen 251 Millionen Mark im April. Sie rückläufige Bewegung Hal sich sowohl bei der Einfuhr, wie bei der Ausfuhr fortgesetzt. Die Einfuhr ist um 88,9 und die Ausfuhr um 29,5 Millionen Mark zurückgegangen. An dem Rückgang der Einfuhr find hauptsächlich beteiligt Lebensmittel und Getränke mit 34,8. Rohstoffe und halbsertige Waren mit 43,1 und fertige Waren mit 11 Millionen Rlark. Sie Abnahme der Ausfuhr entfällt mit 26,8 Millionen Watt auf Rohstoffe und halbferttgo Waren und mit 5,9 Millionen Matt auf fertige Waren Dagegen ist die Ausfuhr von leben ben Tieren und Lebensrnitteln um in-gesamt 3,2 Millionen Mark gestiegen. Da sich die Volbeinfuhr im April um 120,7 Millionen Matt vermindert hat. ergibt sich für die im April gestiegene Einfuhr ein Rückgang ün Mai von insgesamt 209,4 Millionen Matt Wochenbericht vom $ronffurter Sffeltenmartt. Auch in dieser Woche war Me Stimmung am Frankfurter Effektenmarkt uns icher und nervös, da eS sich immer mehr zeigt, daß der deutsche Marti in großem Maß« von bet Gestaltung der Auslandbörsen abhängig ist. Hauptsächlich verstimmte die schwache Haltung an der Reuhotter Börse und der langsame Fortgang in der RegierungSbrldung, fo dah eine größere Unlust zutage trat. Da von einer Beteiligung de- Auslandes und der Bankkundschaft am Börsengeschäft kaum etwa- zu verspüren war, war die Kulisse im wesentlichen auf sich selbst angewiesen, und das Geschäft konnte daher fein größere- Ausmaß annehmen. Da der Zahltag ohne Schwierigkeiten überwunden wurde, war eine gewisse Widerstandsfähigkeit im Grundton der Börse nicht zu vettennen. Schon auS biefem Grunde konnte sich im Verkaufe der Woche die Tendenz etwa» freundlicher geflohen, das Geschäft blieb jedoch weiter Hein und beschränkte sich im wesentlichen nur auf Svezialwerte. die auch zeitweise recht leb haft gefragt waren und durchuBg ganz erhebliche Kursgewinne zu verzeichnen hatten. Die zuvetticht^ willen dieser Abruzzen raub er in den Selfordschen Gräbern zu suchen? Dick stützte die Anne auf den Tisch und beugte sich zu ihm hin. „Diese Fragen lassen sich vielleicht beantworten. Haben Sie jemals den Nomen Bertram gehört?" „Berttorn ...?" Havelock furchte nachdenklich die «tim. „So hieß, glaube ich, der Vorsteher der Privatschule, die Lord Selford nach dem Tode feines Vater besuchte." .2lh!" sagte Dick befriedigt. „Da haben wir also die Zusammenhänge! Als «Bertram Ursache Halle, sich feines Balernamens zu schämen, machte er ihn zum Vornamen und hängte Cody an ' Der Anwalt lehnte sich in feinen Stuhl zurück. „Bertram und Eody ein und dieselbe Person Unmögllch!" .Es warten Ihrer noch ganz andere Ueber« raschungen, Mr. Havelock!. Der Verwalter sprach heute von einer früheren Haushälterin, der zu Leb- zeiten Lord Selfords auch die Pflege des Knaben oblag. Erinnern Cie sich Ihres Namens'" Der Anwalt suchte in feinem Gedächtnis. „Genau nicht. Aber der Klang liegt mir noch im Ohr. Ich glaube, es war Crowther " „Vielleicht Cawler?" half Dick fragend ein. -Eawler?" Der Anwalt fann nach. „Ja, bas kann febon stimmen. Der Name kommt mir bekannt vor. Ah, jetzt fällt mir ein — hieß nicht (Tobys Chauffeur Tom Cawler? Sie haben den Namen heute mehttach genannt" „Ganz recht' Mrs. Cawler war feine Tante und --Codys Frau! (Ein tiefes Schweigen entstand. „Und das wissen Eie sicher?" fragte Havelock. „So sicher wie das Amen in der Kirche. Codys Mörder haben, zwar alle Dokumente aus dem Schreibtisch entfernt, aber sie haben eine kleine Truhe übersehen, die Mrs. Cody unter ihrem Bett verwahrte. In dieser Truhe sand sich ihr Trauschein. Aus dem Trauschein geht dreierlei hervor. Erstens: daß sie Cody acht Monate nach dem Tode ihres Dienstherrn heiratete, zwettens: daß sie zur Zeit ihrer Heirat noch Haushälterin auf Selford Manor war, drittens: daß sie Staletti schon damals kannte^ Denn er war einer der Trauzeugen. Haben Sie übrigens Cody jemals gesehen?" Havelock schüttelte den Kopf. „Alle Dettaussverhandlungen wurden durch meinen Bureauchef geführt. Ich selber war ba- maß gerabe zur siur in siarlsbab." -3ft es Ihnen bekannt," forschte Dick, „daß Sta- leih mit Lord Selford verkehrte, daß er ihm ver- mutlid) sogar seinen ärztlichen Beistand lieh?" „Sie setzen mich in bas größte Erstaunen," brachte der Anwalt endlich hervor, „Selfords Arzt war doch Sir John Finton. Lord Selford hat, das muß ich ausdrücklich betonen, niemals mir gegenüber, auch nur gesprächsweise, den Namen Staletti genannt!" „Und doch war Staletti genau über feinen Zustand informiert", erwiderte Dick mit schwerem Nachdruck. Havelock starrte ihn an. - „Dos klingt ja," sagte er mit schwankender -stimme, „als hätte sich ba unter meinen Augen eine ganz groß angelegte Intrige abgespielt, beren Hemm gcmiiiern-.aßen Lord Selford selber war..." „Ja, gab Dick unumwunden zu, „fo klingt es. Lesen Sie doch bitte diesen Brief!" f-rr yab Sneed einen Wink. Der Inspektor zoä seine Brieftasche hervor, entnahm ihr Codns Brief an Mrs. Cawler und schob ihn über den Tisch. -.Den Brief haben wir auch in der Tnihe gefun- den", sagte Dick. Havelock beugte sich über den Brief und las ihn, ohne ihn zu berühren. „Das alles ist mir vollkommen rätselhaft", sagte er aufblidcnb. „Man hat mich offenbar von allen Seiten düpiert. Aber ich muß sagen, je mehr Licht in diese Zusammenhänge fällt, desto verworrener scheinen sie mir." ^ „Morgen früh kommt Lord Selford", tröstete ihn Tick. „Er wird und muß den Knoten für uns lösen " Es iah nach seiner Uhr. „Es ist spät. Ich schlage vor, wir gehen schlafen. Der weiß, was uns noch bevor- sieht." -need nahm den Brief an sicst Dann stützte er suchst beiden Händen auf den Tisch und erhob sich ächzend. Doch als er den riefen Sessel am Feuer sah fam er nicht weiter. Die ein steinbeschmetter Sack ins Wasser fällt, fo versank er in ben Sessel. -Hier schlage ich meine Zelte auf", verkündete er nut zufriedenem Seufzer. „Gepriesen sei der Erst» der des Klubsessels!" (Fortsetzung folgt.) liche Stimmung unb die fest« Lenden- der Heu» Yorker Dorf«, die sich neuerdings einftethe. tonnte sich günstig auswirken. Verschiedentlich wollte man wissen, daß sich das Ausland und die Privatkundschaft wieder etwas stärker am Geschäft beteiligt hätte, was dazu beitrug, dah sich die Spekulation genötigt sah, zu Rückkäufen zu schreiten, waS sich jedoch nur bet den bevorzugten Werten auSwirken formte. So waren vor allem am Kalimarkt Kali Aschersleben und Westeregeln mit je pluS 7 Prozent gefragt. Das Geschäft nahm hier zeitweise einen stürmischen Charakter an, was noch dadurch verstärkt wurde, dah sich immer größer werdender Materialmangel bemerkbar machte, der hauptsächlich durch doS in Aussicht stehende günstige Dezugsrecht bei den Kaliwerten hervorgerufen wurde. Auch Salzdetfurth tonnten im Einklang damit, da hier in der nächsten Zeit eine Kapitalserhöhung vorgenommen werden soll, 3,5 Prozent gewinnen. Am Danken- markt konnten Reichsbank mit plus 0,75 Prozent, nach einer vorübergehenden starken Abschwächung, bei lebhafterem Geschäft, anziehen. Die übrigen Danken lagen dagegen vernachlässiigt und bis 3,75 Prozent schwächer. Am Montanmarkt blieb doS Geschäft durchweg klein, die Kursverluste betrugen bis zu 8 Prozent, Gelsenkirchen dagegen konnten 1 Prozent gewinnen. Am Elektro- marlt waren AEG., Tchuckert und Siemens stärker vernachlässigt, 2.-G-Farben waren anfangs wenig beachtet, doch konnten sich die Kurs- Verluste im Verlaufe wieder auSgleichen, da die aeplante Einführung der Farbenbonds zur amtlichen Aotiz an der Berliner Börse anregend Wirkte, und das Geschäft bei gut behauptetem Kurs recht lebhaft wurde. Am Automarkt standen im Vordergrund deS Interesses Daimler, die immer gut gefragt blieben und bis 2 Prozent gewinnen konnten. Adlerwerke blieben dagegen nach ihrer kräftigen Steigerung in der vergangenen Woche vernachlässigt und angeboten. Schwach lagen noch Zellstoff Waldhof mit minus 8 Prozent. Devorzugt und stark gefragt waren Deutsche Erdöl, die 9 Prozent anziehen konnten. Auch Antgerswerke waren daraufhin bis 2 Prozent gebessert. Am Maschinenmarkte bestand für Voigt & Häffner, die in der vergangenen Woche nur wenig umgeseht wurden, bei einem Gewinn von 15 Prozent lebhafteres Interesse. Frankfurter Maschinen konnten 3 Prozent anziehen. Am Dauunternehmungsmarkte gaben Wayß & Frey- tag bis 4,5 Prozent nach Am Rentenmarkt blieben die Umsätze begrenzt. Deutsche Anleihen lagen nur eine Kleinigkeit niedriger, während von Ausländern Zolltürken und Vagdadferien erheblich schwächer lagen. Anatolier blieben dagegen gut behauptet. Zum Wochenschluß wurde das Geschäft sehr klein und beschränkte sich nur noch auf vereinzelte Werte, da die Meldungen über die Versuche Muller-Frankens zur Re- gierungsbildung wenig Aussicht auf Erfolg boten und geschäftshemmend wirkten Tagesgeld war zum Sah von 5 Prozent weiter flüssig. Am Devisenmarkt erfuhr London gegen Madrid mit 29,92 eine starke Abschwächung Auch Paris war etwa- angeboten und leicht abg^schwächt. Die Mark dagegen hatte wieder eine Erholung zu verzeichnen. Wochenbericht vom Zrankfurter produktenmarkt. In der letzten Woche war die Stimmung am Scanffuttet Produktenmarkt weiter lustlos, 1 die schwächeren AuSlandnotierungen bei den Händlern größere Zurückhaltung auslösten. DaS Geschäft bewegte sich in kleinem Rahmen und beschränkte sich im wesentlichen nur auf einzelne Getreidesorten. Roggen blieb in der Preisgestaltung von den schwächeren Holicrungcn l deS Auslandes ganz unberührt, da sich hierin »etwa- Deckungsbegehr von feiten des Exports * bemerkbar machte: auch daS Angebot in Roggen 7 pon Inlandsei te war sehr klein. Weizen dagegen war billiger angeboten, dem jedoch kaum Nachfrage gegenüberftanb. Ungünstig beeinflußt wurde Der Markt durch die schlechte Verfassung des Mehlgeschäftes. Besonders Weizenmehl war stark vernachlässigt und von der zweiten Hand sehr stark angeboten. Rog - gen mehl hatte im Einklang damit einen größeren Verlust aufzuweisen. Aus diesen Gründen bekundeten die Mühlen ebenfalls starke Zurückhaltung, und nahmen nur in den dringendsten Fällen Deckungen vor. Am Futtermittel- markt war Mais für Futterzwecke, da scheinbar die Landwirtschaft mit Futtermittln genügend eingedeckt zu fein scheint, stark vernachlässigt, was vielleicht auch mit den Sommermonaten in Zusammenhang zu bringen ist In Mais für andere Zwecke zeigte dagegen die Industrie vereinzelt Bedarf, aber auch das Angebot aus der Provinz blieb Nein, so daß sich der Preis hierfür gut behaupten konnte. Auch Rog- Igenfteie war bei kleinen Umsätzen eher etwas schwächer. Om allgemeinen konnten sich di« schwachen Auslandnotierungen nicht besonders auswirken und die Grundtendenz blieb ziemlich widerstandsfähig, was aber scheinbar noch mit dem geringen Angebot in Verbindung zu bringen ist. Auch das kleine Geschäft lieh ein weiteres Sinken der Preise nicht zu, da sich zum Wochenschluh an den überseeischen Märkten eine allgemeine Erholung der Tendenz durchsetzen konnte. Tic Stimmung wurde etwas freundlicher das Geschäft blieb jedoch klein, da die Händler weiter vorsichtig find Die Unternehmungslust der Mühlen und des Konsums blieb nach wie vor gering. Für Weizenmehl machte sich etwas mehr Interesse bemerkbar. 3m Vergleich zu den Rotierungen der Der- gangenen Woche gaben Weizen 0,25 Ml.. MaiS für Futterzwecke 0.50. Hafer 0.25, Weizenmehl 0,75. Roggenmehl 0,50 und Weizenkleie 0.10 Mk. im Preise nach. Dagegen konnten sich Roggen. Mais für andere Zwecke und Roggenkieie gut behaupten. Die Woche schloß zu folgenden -Kotierungen: Weizen 26.50 Mk.. Roggen 28,50. Haler 27.50—28,25 Mais für Futterzwecke 24.50. Mais für andere Zwecke 25. Weizenmehl 36,75 bis 37,25, Roggenmehl 38.75 39,25. Weizenkleie 14—14,15, Roggenkleie 16,50 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Am Frankfurter Schlachtoiehmarkt war die Haltung in der verflossenen Woche ruhig. Der 'Antrieb genügte den Änforderimgen, es verblieb sogar noch an den einzelnen Märkten Ueberstand. Obwohl der Auftrieb in Schweinen kleiner war, verblieb ein größerer Ueberstand. Am Hauptmarkt waren Rinder lebhafter gehandelt. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1381 Rindern, darunter befanden sich 246 Ochsen, 68 Bullen, 626 Kühe, 330 Färsen, ferner 1777 Kälber, 150 Schafe und 5304 Schweine. Im Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche waren 180 minder, 23 Schafe und 1000 Schweine weniger angetrieben, während 50 Kälber mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A l 60 bis 64, II 55 bis 59, B I 51 bis 54, II 45 bis 50; Bullen A 55 bis 57, B 50 bis 54. Kühe A 48 bis 52, B 42 bis 47, C 37 bis 41, E 25 bis 36; Färsen A 61 bis 63, B 57 bis 60. C 52 bis 56; Kälber B 75 bis 79, B 70 bis 74, D 60 bis 69; Schafe wurden infolge des geringen Antriebes an den beiden Markttagen nicht notiert; Schweine B 66 dis 70, C 68 bis 72, D 6.7 bis 71, E 60 bis 65 Marl. Im Vergleich zu den Notierungen der ver- gangenen Woche zogen Rinder bis 2 Mark an; Kälber waren bis zu 3 Mark billiger; Schweine erfuhren eine Steigerung von 6 Mark. • * Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Ql($® berichtete dir Direktion über die ab gelaufene erste Hälfte des am 30. September endenden Geschäftsjahres. Der Beschäftigungsgrad wurde als befriedigend bezeichnet. Der Auftragsbestand ist gut. • Si ebenprozentige Gvldpfand- briefe bet Frankfurter Hypothekenbank. Die Bankfirmen Mendelssohn & &o und Pierson & Go. zu Amsterdam unb R. Mees en Zonen zu Rotterdam werden am 28. Juni einen Betrag von 4 Millionen Mark siebenprozentige hypothekarisch gesicherte Goldpfanbbriese der Frankfurter Hypothekenbank zu Frankfurt a. M. zum Kurse von 96,5 Prozent Amsterdamer Usance zur Zeichnung auflegen. * D i e Preußische Central-Boden- kredit-A G. zu Berlin legt, wie aus dem Heu tigen Anzeigenteil ersichtlich, bis zum 14. Juli d. I. 8 000 000 Goldnmrk 8-o.H.-Central>Goldpfandbriefc vom Jahre 1927 zur öffentlichen Zeichnung auf. Diese bilden einen Teilbetrag der neuen Emission, die an den Börse von Berlin und auch in Frankfurt a M, Hamburg, Köln und Leipzig bereits amtlich notiert wird. Letzthin war der Börsenkurs 98,50 v H. Der Prospekt gibt an, daß das ein gezahlte Grundkapital der Gesellschaft 18 200 000 Reichsmark betragt und am 31. März 1928 ein Bestand von 223 608 937 Goldmark erworbene Hypotheken vorhanden war, wogegen 221 022 065 Goldmark Central-Pfandbriefe sich im Umlauf befinden. * 6 i n Draunkohlengaswerk für die Stadt Kassel. Dis Braunkohlengas G. m. b. H. in Berlin und die Stadt Kassel haben einen Vertrag abgeschlossen, nach dem ein vollständiges Braunkohlcngaswerk errichtet wird. Hm die Arbeiten so zu fördern, dah die wirtschaftliche Auswertung möglichst bald Tatsache wird, hat sich die Dubiag mit der Stettiner Chamotte-Fabrik A. G. vorm. Didier in Berlin und Dr E. Otto & (So., in Bochum zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, der auch die Deutsche Erdöl A.-G. beigetreten ist. Die Firmen Huben dann als gemeinsames Organ die Braunkohlengas G. m. b. H. gegründet. Die Braunkohlengasanlage ist die erste Anlage, die vollkommen auf dieBraun- koblengaSerzeugung abgestellt ist. Mit dem Bau ist begonnen; die Inbetriebsetzung soll noch in birtem Jahr erfolgen. «Frankfurter Börse. Berlin, 23. Juni. Nachdem die Tendenz gestern gegen Schluß der Börse und abends in Frankfurt lebhafte Bewegung gehabt hatte, war es zum heutigen VormiNagsverkehr und zum offiziellen Beginn eher wieder freundlicher. Ein Grund hierfür war eigentlich nicht erkennbar. Neuyork war zwar nach einem uneinheitlichen Verlaufe erhöht, aber sonst lagen irgendwelche anregende Momente nicht vor. Daß die Löwenstein-Anleihe perfekt ist, mar gestern schon bekannt, und die Meldungen über die Regierungsbildung und die Zustände auf dem Balkan waren eher Unsicherheitsfaktoren. Das Geschäft war heute gleich Null. Die Geschäftslosigkeit be- wirkte, daß ein größerer Teil der Papiere zu den ersten Kursen nicht notiert waren. Sobald eine Notierung zustande kam, lag sie auf gestrigem Kurs- Niveau Rückgänge von mehr als 3 v. H. hatten selbst die schweren Papiere nicht aufzuweisen. (Kali- werte hatten 2 bis 3 o. H. und flunftfelberoerte etwa 3 o. H. verloren.> Siemens eröffneten 2 n. H. höher, im Zusammenhang mit der Gründung einer Unter« gesellsä)aft der Photomaton-Corporation in London. Wie immer an Börsen, wenn etwas perfekt geworden ist, was taadang eine Anregung bot, hatte heute das Interesse für die gestern vom Reichsrat zum Terminverkehr genehmigten Papiere nachgelassen. Deutsche Anleihen behauptet. Ausländer geschäftslos. Anatolier etwas gesucht. Dagegen Bosnier im Verlaufe 0,50 bis 0,25 v. H. schwächer im Zusammenhang mit den Balkanunruhen. Der Pfandbriefmarkt lag unübersichtlich. Roggenpfandbriefe eher wieder fester. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 6 bis 7,5 v. H., aber etwas knapper. Der heute von den Banken festgesetzte Satz für Report- gefb durfte kaum eine Aenderung erfahren. Im Ver laufe schrumpfte das Geschäft, wenn das überhaupt noch möglich mar. weiter zusammen. Die Kurse bröckelten zumeist etwa 1 v. H. ab. Ziemlich lebhaft und widerstandsfähig lag nur der Farbenmarkt Berliner Börse. Frankfurt a. M... 23. Juni. Tendenz: ge- schäftslos. — Die im vorbörslichen Verkehr bestehende freundlichere Stimmung konnte sich aus Anlaß der immer noch ungeklärten Lage in der Reaie- rungsbilbung nicht lange halten. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs machte sich wieder eine größere Unsicherheit und Lustlosigkeit bemerkbar. Da auch die Beteiligung des Auslandes und der Bankenkundschaft weiter klein war, kamen Um fätze nur In einzelnen Spezialpapieren zustande, die aber nur zeitweise etwas lebhafteres Geschäft hatten. Da auch Gerüchte von einer Erhöhung des Reportgeldsatzes bekannt wurden, schritt die Spekii lalion zu Abgaben. Das herauskoinrnende Material das nur zögernd ausgenommen wurde, erlitt zumeist Kursverluste bis zu 1 v. H. Die feste Haltung zum Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und die weitere Besserung in der deutschen Außenhandelsbilanz regten dagegen etwas an, und der Grundton der Dürfe war im Zusammenhang damit ziemlich widerstandsfähig, so daß in einigen Werten verschiedentlich kleine Kurserhöhungen zu verzeichnen waren. Am Bankenmarkt waren Reichsbank mit minus 3,5 vom H. stärker angeboten. Commerzbank blieben dagegen gut behauptet. Am Schiffahrtsmarkt bestand einiges Interesse für Hapag, die 0,50 v. H. gewinnen konnten, mährend Nordlloyd mit minus 0,75 v. H. vernachlässigt waren. Etwas bevorzugt waren am Montanmarkt Gelsenkirchen mit plus 0,50 vom H. und Rheinstahl mit plus 0,25 v. H. Arn Chemiemarkt konnten I.-G.-Farben 0,75 v. H. unb Scheideanstalt 0,25 v. H. anziehen.. Am Markte der Elektrowerte waren Schuckert und Chade-Aktien gut behauptet, Licht & Kraft dagegen 0,50 o. H. erhöht. Vermehrtes Interesse bestand noch für Zement Heidelberg mit plus 1 v. H. Am Rentenmarkt kamen Umsätze kaum zustande. Ausländer eher etwas schwächer. Im Verlaufe wurde die Börse völlig leblos; Umsätze kamen kaum noch zustande. Die Kurse blieben im allgemeinen gut behauptet. Rur Siemens konnten eine Kleinigkeit anziehen. Der Satz für Tagesgeld wurde auf 5,25 v. H. ermäßigt. Am Devisenmarkt war die Haltung unverändert. Man nannte Reichsmark gegen Dollar 4,1850, gegen Pfund 20,412, London gegen Kabel 4 1780, Paris 124,19, Madrid 29,52, Mailand 92,78, Holland 12,1013. Berliner Produktenbörse. Berlin, 22. Juni. Der festere Schluß der überseeischen Terminbörsen und die Erhöhung her Notierungen in Liverpool gaben dem hiesigen Markte ein festeres Gepräge, zumal das herrschende ungünstige Wetter Befürchtungen wegen em er wetteren Verzögerung der (Ernte aufkommen läßt. Rach längerer Zeil war heute der kanadische jarmerpool mit Weizenoffenen wieder im Markte, die Forde- rungen entsprechen etwa denen der freien Ablader, die gegenüber gestern erhöht waren. Auch Plata- weizen wurde zu etwas höheren Preisen offeriert. Inlandangebot von Weizen zurückhaltender bei etwa 2 Mark höheren Forderungen, Kauflust jedoch werter ziemlich gering. Roggen vom Auslande zu etwa gestrigen Preisen angeboten, Offertenmaterial ron SnlanDroggen knapp, in der Hauptsache weiter ilauf- Interesse von Prooinzmühlen zu beobachten. Am Lie- ferungsmarfte wirkte sich vor allem der festere ©erlauf Liverpools in einem Anziehen der Weizen preise aus/ Roggen zeigte nur geringfügige Preisoerönde- rung. Mchlgcfchäft bei gestrigen Preisen ruhig. Haferangebot ist sehr klein geworden, höhere Forderungen werden, wenn auch zögernd, bewilligt. Rege Nachfrage macht sich für Futterweizen geltend, für den frei Berlin 258 bis 260 Mark erzielt werden Es wurden notiert (1000 kg): Weizen, märkischer (74-kg hl (Beroidjt, östliche Stationen über Notiz), 251 bis 253 Mark, Juli 268 dis 268,75 bis 268,25, September 264,50, Oktober 265 (fester): Roggen, märkischer (69,5-lcx Hi-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 270 bis 272, Juli 268, öe^fember 251, Oktober 251,25 (stetig); Sommergerste 245 bis 265 (ruhig); Hafer, märkischer, 253 bis 263, Juli 259 bis 259,50 (Geld — fester): zollbegünstigter Futtermais 240 bis 242 (stetig); (100 kg): Weizenmehl 31,25 bis 35,50 (etwas fester); Roggenmehl 35,25 bis 38,25 (behauptet); Weizenkleie 16 (still); Weizenkleie- melaffc 16,75 bis 17,25; Roggenkieie 18 bis 18,25 (stetig), Viktoriaerbsen 50 bis 62. Kunst und Wissenschaft. Interessante Junbe in Kloster Lorsch. Die Ausgrabungen im Kloster Lorsch haben m den letzten Wochen die lang gesuchten Entscheidungen gebracht unb die Baugeschichke der berühmten Kirche geklärt. Wie Professor Dr. Fr. Behm mitteilt, hat man in der Michaeliskapelle auf dem untersten Putz interessante Wandmalereien aus der Karolingerzeit entdeckt, eine im oberen Geschoß an allen vier Wänden umlaufende Schein- " Architektur aus jonischen Säulen auf einem hohen Sockel aus quadratischen Feldern. Regelmäßig mech. seit eine blaue mit einer roten Säule ab. lieber der Tür im südlichen Treppenturm ist eine Inschrift entdeckt worden, aber noch nicht entziffert. Die Wandmalerei steht ohne Vergleich und verdient größtes Interesse. Die Untersuchungen der Kirche selbst ergaben sehr interessante Aufschlüße. Am Glockenturm wurden die in Deutschland höchst fei- tenen freistehenden Campanile und Batistenen für damalige Taufzwecke entdeckt. Weiter ergab sich aus den Ausgrabungen, dah die um 774 erbaute karolingische Kirche die gleiche Frontlösung wie die ffl- banskirche in Mainz besitzt. In großer Tiefe fanden sich unter der weiter östlich stehenden kleinen Kirche mit halbrunder Apsis prachtvolle Quadern und ein Stück der Grundmauer, wohl der ehemaligen Krypta. Oestlich der Apsis stieß die Ausgrabung in den letzten Tagen auf ungeheure Mengen von karolingischer Stuck malerei in leuchtend bunten Farben, geometrische Muster, Darstellungen van Pflanzen und vor allem bedeutende Reste figürlicher Darstellung. Der Wert dieser Zeugen frühester Bildkunst auf dem Boden unserer Heimat ist un- schätzbar. Es spricht alles dafür, daß hier die Ecclesia varia, die ..Bunte Kirche" gefunden wurde, die 822 als Gruftkirche des oftfarolingi- scheu Königshauses erbaut wurde, die damals durch ihren bunten, ungewohnten Schmuck allgemeines Aufsehen erregte. Hier war der gegebene Platz für die Sarkophage der Fürstlichkeiten, von denen man um 1800 noch eine ganze Anzahl steinerner Särge gefunden hat. Hochschulnachrichten. Danziger Schulungstagung der Deutschen Lands- Mannschaft. Die Deutsche Landsmannschaft, die zu Psingsten in Eoburg ihr 60 ja fori ge8 Bestehen als Verband feierte, plant im Juli eine großangelegte Schulungstagung in Danzig. Die Tagung wird sich namentlich mit Fragen des Grenz- und Au»- landdeulschtums. insonderheit deS OftenS. sowie der Hochschulpolitik befassen, deren Erörterung angesichts des Ende Juli in Danzig stattsindenden Studententages eine befonbere Bedeutung gewinnt. Aus dein Programm find besonders der Vortrag des deutschen FraktionSsübrerS im polnischen Sejm, Landrats a. D. Dr. Raumann über „Das Deutschtum im Gebiet des polnischen Staate« and die Pflichten des deutschen Landsmannlchaf- ters gegen daS ausländische VolkStum' .sowie eine Grenzlandwanderung durch da- Gebiet der bedrängten deutschen Ostmark zu nennen. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Hohe der zuletzt beschtostenen Dividend« an. — Reichsvanldiskont 7 Prozent, LombardzmSfuß 8 Prozent. 5iaufcfurt a. M Berlin Schluß* w Schiuh. Anfang ftur» fiur» kur. Mur» Datum 22.6. 23.6. 22 6. n. 6. 6% »t. RtlAlanlrtDc v. 19Ü7 . . $1. fcni .*uuvi--€d}ulb mit Stu» 87.75 — 87.5 — Uil..8ic<6ien......... ohne Aulwl.-Xechl« . , . 5% RtolUI. Hi'p lvt. «°ldp|. un- — —» 51.5 81.6 E- 18.75 ld.9 kündbar bW 1932....... 4h% Mhetntjchc Hqu.-LmU Ltqu ■ OMbpj............ et — - • 8.(1 ü>. aba. Voktnegl-ObUgation., rüchatzUiar 1982 ....... 87 — - - 4% 6d)ro2.4 11,60 11.» — licii« 1........... — — 4% fcttü 11....... 11.» —• 11.0 d 4 „ fKumAitfü conntti. 9iir. . . - 7.23 — Oiumancn OoDanl. osn 1914 :13 at.i - ÜUfl. tcull4)f tiDCBbahn . . 4h i'ümbutd enntifu fallt . . . • Hamb -^üdain. Tampslch. . . 8 167 167,5 167 117 $>an(a TampHchtll.....1° — 158 210 211 siarddeutschir Lloyd.....8 lM.75 1*0 llfr.5 iillg. 3>eut(dir titebUaitlL . . 10 — • 141.75 141.5 Barm« Bantixrrt» ... 10 146.5 M 147.5 l4< tüfdintt yantxU^tfdlfd). - ■ 1« 474 * S73.5 473,25 Kommet!* und frwaH'ant. U 190.75 , 190,75 191.75 191.75 Darmsl. u. Rattonaldant . . 1'2 279 - H 8.5 2?« Teutfcbc Bant......1C 167 W 167.5 161.75 K»tonio-We|iD|j)a|t 8U1.- • 10 thl.a 164 IM.5 IM Treobtu t San!..... 1® WiUflNfulIrfje 4i«6l!bau! ... 8 lö7 1 166.45 167 iv; —* 3VU.5 yielallbant.........8 145,25 * 147,7. ik. Wri»«>anl........38 - 276 275,5 276,13 tjravkfurt a M Berlin bMutf- l-Uhr- Nnfcmi Auri Äurw Kur. «ur. Tchnn: 22. 0. | 23 6. | 22. 6. | 23.6 A.S.«........... . 8 177.75 — 178 178.5 Bergmann........ . b — — 204 —— Gkttr. Lleferangc,..... if> - — 171.5 — Licht und kratz...... 10 225,5 224.75 Frtzen 4 0>uiUeaumr.... . 6 131 —• 132 ffl.’l f. Wettr. ........... 10 .'Hl — 265,13 Hanrb. Gl-ltr. tiertc . . . . 10 — 160,5 160 Rhein, etetrr........ . v — 159.6 157.5 J- Gleln........ 10 — 36? 251.75 Sdjudftl......... . 9 203 203 101.13 203.25 GirmcnS 4 Hallte . • ■ • . rr 174 350.5 850.5 ->»S 6 Transrodio ........ . 8 — — 155 163,75 Lahmeyer & 6».. . . • . . 10 174,4 *r -» — Buderu4......... . p 84 — tu.4 136.5 136.25 128 Oilenn EiduIoH«..... . 5 * Gdftnhnbtnet , . . f I 4 110,5 Hl 141.75 111.5 Harvener......... Hoesch Eilen..... - « . 6 — —• 162.5 . 5 — — 140.25 — Slk Bergbau....... fllodnrrrtvtfc....... . 8 132 — 253,75 131.1 151 Köln Reuetzcn....... . t> — — 137.75 — Manneimann..... • . 8 Hl Ul 140.5 IW. 5 Mautsrider........ Cberidild. Stzra». Mtzygck. . C6nl»lr|. KoNmertr .... 117.5 — d— 103,75 103.25 . 6 d 116,25 116 PhivV Berabau..... 2ihrinil»c Brauntoklrn. . . Rhcwl'ad! • s. U 2«^ RiebeckMonIan...... li). 01 -96 96 29? 98.75 .87 4 V, 7,9 IM 159,35 158.5 158 159,75 Bereinige «lahlv. . . « . n> U8 98.4» Liavi D.'inen . . . • . 2 - _ — 53.76 53,75 ck 76 Mali Alcheclleden . • • • • 10 256 16 ftflH Wester^eln...»•• Ruluretf $ — I56.3> - 6ei|lifltaitarbf . . ■ e • . . 0 27,75 — — Aunfldanr..... e e • . . 4 bs.sS -8,5 *• tidllDfdt. . . . e e e . . f 114 * "'lalilrahroctft . . e e e . . 9 133 — ffiwn...... e e e . 10 149.5 — 14».5 148.5 MariuJcvr . . . . e e . . 9 6H 67 05 W . catl Unten . . . . . . . . S 111 112.5 — Okl-r. «oe'-r . . . e ■ ■ . 1« *- -d Sciat * Oaetzner . e e • . . e 2T.9 '07 — eüdv. Zucker . . . • • - . . 9 i;e,| ** 151 —— Banfnoten. ttirftn. 23. fttmi »ei» 2*Htl &nm'rrif»f -Jlotn . . 4.1* • 4 1-2 Oicttn . « • « » «,.I9 b 1.69 7?ötrn . 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