'a v sjl DU,;! :_tz 7=%? - 0 »3 'K.L8,sk °3?n- 3 2.2: *- r-A-r? " > ö Q2^-0 ; 3 &3 X, 3y» StSh*F :??ks ? ft&in S rtA Nr. 95 Erstes Blatt 178. Jahrgang Montag, 25. April,928 CErid)« ibi lüglich.aufeti Sonntag» nnb Feiertag» Beilagen. Lietzener ^amtlitnblättei Heimat im Bild Die Scholle monati-BeingiFttls; 2 Äeid)»eiark und 20 Reichspfennlg für Trüge» lohn, auch bei Nichterscheinen elnjeinerTlummem Infolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüile: 61, 54 anb 112 fluid) rtfl für Drahtnachrichten Anzeiger rietzr». MtzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen DoHArdfonto: Sranfiurtam main 11686. Dnid Ditö Dtrlag: vkühl'sche Unioe» sitäiL-buch und Stcinörudcrd R. £ange in Sietzen. Sdfriftleihing und Geschäftsstelle: Zchnlttratze 7. Zunahme von Injeiaen für die Iage»nummet bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, oueroarts 10 Neichspfennig. für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 20*. mehr. Thefrebakteur Dr Jnebr. Dich Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Dich Lange für Feuilleton Dr HTHynot, für ben übrigen leil Ernst Diumschein: für ben Anzeigenteil Kurt Hivmann, sämtlich in Gießen. Die Kammerwahlen in Frankreich. Der Wahltag. Paris, 22. April. (WB) Die Dahlen haben sich in ganz Frankreich, soweit bis zum späten Nachmittag Nachrichten oorliegen, ohne Zwischenfälle vollzogen. Der Wahlakt begann um 8 Uhr und wurde um 18 Uhr geschlossen. 3n Paris zeigte sich vor den einzelnen Wahllokalen im Laufe des Nachmittags die übliche Tätigkeit, die im fjcran- schleppen der säumigen Wähler besteht. Im übrigen haben die verschiedenen Parteien im Lause der oer- Sangenen Nacht durch auffallende Plakate für ihre andidaten geworben. Die Wahlbeteiligung soll sowohl in Paris als auch in der Provinz eine stärkere gewesen sein als im Jahre 1924. Der Präsident derRepublik, der in Rambouillet weilte, hat sich heute vormittag in aller Frühe nach 'Parts begeben, um (“Ine Wahlvflicht zu erfüllen. Er hat sich kurz nach halb neun Uhr nach dem Wahllokal des Bezirks des Elysse begeben und ist bann nach Rambouillet zurückgekehrt P o i n c a r 6 hat im Maasdepartement, in der Gemeinde Samplgny, In der sein Landsitz liegt, sein Wahlrecht ausgeübt. Das vorläufige Wahlergebnis Paris, 23. April. (1DIB. Junffprud).) Vas Innenministerium läßt durch die havasagenlur folgende Uebersicht über bas Wahlergebnis veröffentlichen, bie ble Ergebnisse von 602 brr 612 oorzu- nehmenben Wahlen enthält. Ls stehen noch aus ein Ergebnis au» Korsika und neun aus ben Kolonien. Bon ben 602 vorliegenden Ergebnissen sind 175 endgültige, d. h. Abgeordnete, die i m ersten wahlgang gewählt wurden. 3n 427 Fällen hat Stichwahl ftallzuslnben. Die 175 Sitze oerteilen sich aus die einzelnen Parteien wie folgt: Rechtsstehende 13, Rechtvrepubiikaner (Warin) 72, ClnferepubHfanet 41, Rechte Radikale (Coudjeur) 15, Radikale 16, Sozialrepublikaner 4. Sozialisten 14, Kommunisten 0. E» werden gemeldet die Wiederwahl von vriand, f) c r r l o t und Iardieu , hanbels- minifler Vokanowvki, der radikale Abgeordnete w a I v y , die sozialistischen Abgeordneten L h a st a n e t und Vincent A u r i o l, der katholische Abgeordnete Lhampetier» de Ribe». Unter den Wiedergewählten befinden sich weiter der Abgeordnete FIandln von der Fraktion Bo- kanowski, der sozialist sche Abgeordnete Paul- B o n c o u r , der elsässische Abgeordnete P l o eg e r. Reu gewählt wurde der frühere radikale Senator und Minister Francois Albert. Ls bestätigt sich, baß der sozialistische Führer Leon Blum in Stichwahl gegen den kommunistischen Abgeordneten Vuclos steht, und bafj ebenfalls der kommunistische Abgeordnete L a ch i n in den zweiten Wahlgang gehen mutz. Auch der Abgeordnete Coudjcur und der Vorsitzende der Radikalen Partei, V a l a d i e r, werden ihre Wandate im zweiten Wahlgang zu verteidigen haben. Pensionsminister Warin wurde wiedergewählt, ebenso Kammerpräsident B o u i s s o n. Unter den Gewählten befindet sich ferner der warineminister £ e t) - gues. 3n Stichwahl steht der radikale Wirtschafts- Minister Queuille. Einer der Gegenkandidaten des sozialistischen Abgeordneten Blum, der Radikale Franklin Bouillon, lätzt bereits durch ha- va» erflären, datz er im zweiten Wahlgang zugunsten Blum» z u r ü ck t r i t t. Kriegsminister P a i n l e v s steht in Savoneu in Stichwahl Ls haben ihm siebzig Stimmen an der absoluten Mehrheit gefehlt. Die Wahlen in Elsaß-Lothnngen. Tie Haltung der -lulonomislcn. ©traftbutg, 22. SlptU. (LU.) Die bisherigen Meldungen über die Wahlergebnisse aus Ellaft- Lothringen lassen erkennen, datz, wie erwartet, in den deutschsprachigen Wahlkreisen fast durchweg Stichwahlen notwendig sein werden. 3m Wahlkreis ©traft- burg-©tadt I erzielte der Herausgeber der seit Monaten unterdrückten autonomistischen Wochenschrift »Die Zukunft". Paul © ch a 11. obgleich er selbst seit Monaten wegen angeblicher „®o* führ düng der Staatssicherheit" in Untersuchungshaft ist, 3634 Stimmen, während der gleichfalls heimatlich (autonomistisch) eingestellte Kommunist Haas 5368 Stimmen auf sich vereinte. Ihnen gegenüber stehen in demselben Wahlreis der Sozialist (Antiautonomist) P e i r o t e s mit 6293 Stimmen, der gleichfalls antiautonomistische Radikalsozialist Oe finger mit 620 Stimmen und der französische Nationalist © t a e h l i n g mit 5437 Stimmen. 3m Wahlkreis Straftburg-Stadt II erreichte der Sozialist Weill 4847 Stimmen und der Demokrat (Antiautonom.) n deren Auswahl die Professoren Ung?r und Eickcn im Einvernehmen mit bzr afghanischen Gesandtschaft entscheiden sollen. Auch hat der König jedem Angestellten der Klinik, der nur irgendwie mit ihm zu tun hatte, Geldgeschenke gemacht, deren geringster Betrag 400 Mark beträgt. Oie Wetterlage. o 5 o •Utidu © QvWMMOS Qnt'icr (jnero o cn V«ro>ndtn Ort# mit 1HKHM «*l M««rcsnivtau „ss#rrran#l,- Lelldrecfc LZettcrvorauSsagc. Der im Westen lagernde hohe Druck bat sich südostwärts nach Frankreich und Spanien hin auSgebrcitet und auch bei und zu Bewölkung-- abnahme geführt. Der Einfluß deS hohen Druckes dürste nur vorübergehend fein, denn da- Island-' tlef hat südwärts über den britischen Inseln an Ausdehnung gewonnen und der Einfluß feiner Vorderseite hat dort zu Erwärmung und Rieder- schlägen geführt. Seine Randstörungen werden auch bei unS später wolkiges Wetter he.vor- ru'en und die milde Südweftlust läßt die Temperaturen anftdgen und es vereinzelt zu Rieder- schlägen kommen. Wettervoraussage für DienStag: Rach vorübergehendem Austlaren wieder Bewölkungszunahme und vereinzelte Riederschläge mit Temperaturanstieg. Lusttemperaturen am 22 April: nachmittags 5,8 Grad Telsius, abends 3,3 Grad Celsius: am 23. April: morgens 2,8 Grad Celsius. Maximum 7,7 Grad Celsius, Minimum —1,6 Grad Celsius. . rageska ' Auftrieb zum heutigen lvieh markt, ühe 578. Färsen 382. Kälber 566, Schien, den Zweck rchnei- Nützlichkeit Wert, tigkeiten fi hübsches Blumenangcbinde. llfcet die eaWkammewe £fte^ rge. UrtHa-l raffiniert zu erhöhen. 7luc eins vernachlässigte er in seinen Bedeutung hinzuweisen, die die richtige "Wahl der von den 0 kranken 309. hält der berühmte holländische Arzt van de Velde überall sensationelle Vorträge, und er weift eine Menge guter' am des der Ehe und zur Merbeiführung eines vollkommen ehelichen Qtücks im Zusammenleben zu geben. Ohne Zweifel ist es furter ö Dullen 83. tiWdW ff.) fönig 2mm ardj PrMbt Dr. Operation in ter mtetyig, hat der lompenanlagt und 'ent Jepan-- lt Patienten, üx hlngn uwb Mrn Eichen T^andl- ) bat ter Röntg er Älinit, der tun Mr, Leid- ngfter Beiras <00 Tenlgevel-e Der reutstz. gehilfrnvrr- ertveiter'.e Lar.!- erlm abgebalhnai »ke.t&antaT te Deteiligur/ erband bet 2c1- banlbeamimvm- rag abzulth- ügenb brzch«t Bei StukLverstspfuny RIC°H BRMDT'S Schrotiterpillcn h des hob^ ^[ante britilGZ seiner der ürnNlNS ^ wethefi nrfjff hervor Der Jubilar dankte für die herzliche Ehrung in bewegten Lorten und wünschte allen Mitarbeitern, daß er auch ihnen vergönnt sein mochte, im Hause drr Lrühl'chen Drurfcrei do» 50jährige Arbeit»- jubiläum zu begehen. Mit persönlicher Beglückwünschung de» Jubilar» bur* olle Mitarbeiter fand die fchiichtc und würdige Feier der HrbeU ihren Üb|d)lufc. Taten für TltnStag. 24. April. Sonnenaufgang 4.47 Uhr, Sonnenuntergang 19.10 Uhr — Wondausgang 7.30 Uhr. Monduntergang 0 Uhr 1819: der Dichter «laus Groth in Heibe geboren (gestorben 1899); - 1844: der Ncchkslehrcr Karl von Garei» in Bamberg geboren (gestorben 1923); — 1884: Lüderitzland (Südweslasriko) wird unter deutschen Schutz gestellt; — 1891: Generalfeldmaricholl Graf Ollmuth von Moltke in Berlin gestorben (geboren 1800). Bor notizen. Doturheilverein: _ _... hau». Lichtbildervortrag. Dr. med Ma'.ech-Dießen über »Wege zur Bekämpfung de» Kreoses". — Palast-Lichtspiele Allmvorführung. .Seine Ma- seslät ba6 Kind". — Turnverein von 1846 : 3*,. Ühr. Turnhalle. Versammlung der Teilnehmer am Deutschen Turnfest in Köln, Filmvorführung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: . Die letzte Galavorstellung des ZirkuS Wolsson". — Llstoria» Lichtspiele: .Der Todesreiter von Ari-ona". Großen Kaplaneigasse wurde nach langen Jahren eine» unwürdigen Bauzustande» wiederhergestellt und wird am 7. Zull in einer schlichten ,,eicr kiner Bestimmung übergeben werden. Lchlicht und einfach v e der Wann war, so soll auch die Feier der Hebcrgabe sein. Zwar wird die Versammlung. die zu Obren des großen Toten anwesend ist. weltumspannend fein. Haben doch fast alle Kulturstaalen der Srde bzw. deren führende Zachvereiniaungen ihr lebhaftes 3nter- efse an dieser Feierlichkit bezeigt. Arbeits-Zublläum in der Brühlschen örurferei. £t diejenige Marke, die für die Marmorne unter Meuten die höchste Garantie bedeutet. Ver gemeinsame Qenuß dieser aus besten Ocienttabaken zu höchster Qualität gemischten Zigarette verbürgt eine nie gekannte Einigkeit und Toleranz unter den Ehegatten. - Zur* und Greiling = Juwel zu 6 Pfennig, man erlebt so in Vuft und Aroma eine Abstimmung, die das Glück und den Frieden in der Ehe zur höchsten Annehmlichkeit zu steigern vermag. Am Samstag. 21. April, konnte unser Mitarbener, der Typograph-Maschincnittzer Otto Ettel auf eine -O.ahnge Tätigkeit im Betriebe der Brühlschen Uni- versität»-Luch- und Gteinbrudcrei, R ticnae, in deren Verlag der „Gießener Anzeiger' erscheint, zurückblicken. Au» diesem Anlaß vereinigte sich Samstag um die Wtttagstunde mit dem Ches Hause», Buchdruckeretbcsincr R. Lange, die große Schar der Mitarbeiter aller Zweige de» Betriebe», um dem Jubilar In einer stimmungsvollen Feier eine herzliche Ehrung an feinem sellcnen Jubiläum», tage zu bereiten. Herr Longe wie» in seiner Gluck- wunschanspmche an den verdienten Veteran der Arbeit daraus hin, daß e» im Leben der Nationen, der Länder, der Gemeinden und der Arbettsbetriebe, wie auch de» einzelnen Marksteine gäbe, an denen man den Schritt einhatte, um die Bedeutung der Stunde zu würdigen. An einem solchen Markstein her Arbeitsgemeinschaft der Brühlschen Universität»- Buch- und Steindruckcrei und des verehrten Jubilars stehe man in dieser Stunde. Dor 52 3obren kam Otto Ettel, gebürtig ou» Landsberg a d. Warthe, al» junger Setzer nach Gießen. Zunächst war er zwei Jahre in der Kellerschen Buchdruckerei tätig. Dann Iäiun»gabc. Im Anschluß daran sprach der Vorsitzende de» '.Betriebsräte, Schriftsetzer Heinrich Schneider, dem Jubilar und verehrten Kollegen herzliche Glückwünsche zu seinem seltenen Jubiläum aus mit dem Wunsche, daß dem Jubilar auch weiterhin no$ viele Tage gesegneten Schaffens beschieden sein möchten. 3m Nomen seiner Kollegen überreichte Herr Seher dem Gefeierten als äußeres Zeichen der f---- fchähung und Anerkennung eine würdig ausgeführte Glückwünschadresse sowie einen Präsentkorb und ein •• Personalien. Der Landgerichtsrot bei dem Landgericht der Provinz Oberhesjen Adolf Meyer ist mit Wirkung vom 4 April 1928 Aum Landgerichts- direkter bei dem Landgericht der Provinz «starten- bürg und zugleich zum Amtsrichter bei dem Amts- gerecht Darmstadt I ernannt worden. — Am 1 Mai 1928 tritt auf Grund des Altcrsgrenzegesctzes der Förster Heinrich Koch II. in Beuern In den Ruhestand. •• Der Telephonverkehr mit Rod- heim und Niederkleen verlängert, vom Postamt Gießen wird uns miteeteilt: 3ur Dcrbcsse- rungber Sprechmöglichkeiten sind die Dienststunden der Fernsprechoermittlungsstellen In Rodheim an der Bieber und Niederkleen erweitert und an Werktagen auf die Zeit von 8 bl» 20 Uhr festgesetzt worden. *• Sin Lotterie-Hauptgewinn noch Dießen gefallen. Bei der 31. Preußisch. Süddeutschen Klassenlotterie, deren erste Klasse Ende voriger Woche ausgespielt wurde, fiel ein Hauptgewinn von 100 000 Mark auf die Nummer 359 098. die in bet ersten Llbteilung in Dießen, in der zweit:n 2lbteilung In Hannover gespielt wird. In Dießen fiel der Gewinn in die Geschäftsstelle des Lotterie-Sinnehmers Flimm. Das LoS wurde in Vierteln gespielt. Seine Gewinner sind Arbeiter und Ge'chäftsleute in Dießen und Umgegend, die das Geschenk Fortunos sehr aut gebrauchen können. " Kurzschrift. Der Deutsche Stenographen- bund in Dresden, die Spitzenorganisation der die deutsche Vinyritskurzschrist pflegenden Steno- graphenvereine. hält vvm 22.-28. April eine Werbewoche ab. Dem Bunde gehören zur Zeit 1500 Vereine mit 110000 Mitgliedern und verschiedene Fachgruppen an. Die Werbewoche hat den Zweck, die breite Oeffentlichkeit auf die t ber Aneignung stenographischer Fertigsten für leben mit Schreibarbeit Beschäl- tigten und auf den Wert der stenographischen Einheit aufmerksam zu machen. Wie aus ber Anzeige vom Samstag ersichtlich, eröffnet der Sl- ‘eu/^Ut liste turne )?nbt inV '5i, ®«"m- -Effi 'in Berlin. ■ »Ä JsL IS!? 2u'am- J®«itt nach 3c, yün. tourten JjuntnA^ btt JÜJe 2arri. wgd«n enichirt ' bst ßindern^ssk JonbenÄom. Dehrrrr tarnte "achir hon ihren flr Hous Ich Fernruf 1342 4I8ID 7 Ab heme bis einschließlich Donnerstag: Murer fm ESifiNSE 4I87D 1 I 0,17 MLerMuchr gesucht 03153 SeluvEbiev gesucht. 41061) 4192 Reidsrerhißd Denlsdier Teahünstler Md MnsHHeftrer, Brlsfirnpiie Gteften. We* ainmal ein Paar Schuhe mit HEY-Politur behandelt hat, will nichts anderes mehr. Machen auch Sie einen Versuch I Es gibt nichts Besseres! FOr f den Hausputi 5 Fensterleder bUll(e /i.-rrt Auto-Leder .Drogerie WiolerhoiL Kreuzplatz 10 V Der Apparat kocht und reinigt völlig felbfttätig bei billigftem Stromvedirauch. An jede Lichtleitung anzufchließen. Das altberühmte Köstritzer Schwarzbier ist erhältlich durch: Emil vchmall, Diergrohhandlung u. Eisfabrik, Karl Burhenne. 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Nicht nur Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden beseitigt, Garderobe, Vorhänge, Decken, Teppiche, Handschuhe werden auch meistens wieder wie neu. Ebenso wird das Aufflrben und Plissieren von Stoffen usw. in der bekannt erstklassigen Weise von uns ausgeführt 5000-m. bllvoiheknrisch sicher« OCiicÜL bei Actine» inaner Verzinsung gesucht. Schr. Sinne, bore unter 03151 an den Gien. Anz. erd. Stadttheater Leitung: Intendant Dr. Rolf Brasch. Dienstag.24.Avril 28 Diensiag-'yu.-Brft von 2u vis 22 Ubt Zum iehten Male JNrs.LheneySLnde Lustspiel in 3 Alien «vier Bildern, von Lonsdale, deutsch von Bersti. l^-iD Umgezogen nach Löberstrafie 19 Dr. Johannes Neumann Heilpädagoge Behandlung schwer erziehbarer Kinder: Bettnässen, Trotz. Lernhemmungen, Stottern, Verwahrlosung, Behandlung nervöser, seelischer Störungen Erwachsener. Erzlehungs- und Eheberatung. Sprechstunden: 11—12 Uhr und auf Verabredung durch Fernsprecher 1291 In tiefer Trauer: Albert Schmidt Ottilie Schmidt geb. Schuchard Toni Schmidt. Vertreter welcberdleKolonial« waren-Geschälieund Galthöie deS Weiter- maldeö besucht, sucht noch die Vertretung einer leistungotähig. kulanten Zigarren- rabrik bzw. Tabak- war. «Iroßbandlg. z.üvern.Schr.Angev. u. 4206" a.d. (tt. Anz. Lürlcnhcrrschafl von Dohamm« scheen gibt es Kirchen. Dcnno christlich'bi 50 000 Emvoh Sechstel der füi Groh ist die Teils der Devöl Einwohner sind ■ hinft, die auch fy in den letzten 3 Milchen die sra Damit ist ober dieser emopdisch Orients sindet, fiert Aus den 1 man den starken Vie überall auf Mippopel auh HI Kilometer ist das Drchm, l zwischen den Ob Ahodove-Bebir, Ebene von säst Getreide, Obst Mähe, und es spiel, im Hei harten zu beo c^cugniffen hc gekleidete Besil kaufen wollen.' man, wie innig lichcs Slawentu vemifcht haben Mgniffe ruffisch buvh dunklere ü Wtung brvorzuc .Dm Kulturhif diel umkämpfte. Nordanlage 12, _ Kontor.___ Für kleineren HauS- Hali mit Garten wird tücbtiocd Mädchen vom Lande - Alfred Kornlinsdi Palztachertabrik- Bocholt i. Weeif. sacht für ihren Spezialartikel Polier»!- midleklameM nachweisbar bestens eingeführte Nutzhotzversteigerung im Stadtwald Bad.Nauheim. Freitag, den 4. Mai 1928, vormittags 9 Uhr. Zusammenkunft in der Steingasse, am Waldeingang. Versteigert werden: Gerichtsvollzieher kr. A. in Gießen, Jheringstr. 7. — Telephon 1239. Möbel Schlalalmnier and Ktshenelnricbtungee aoarie Modelle liefert preiswert zu günsilgenZahlungS- dedinauugen UMD Rudolf Blum SteinstraOe 63 Niöbelschrelncrei Mtritrer Dienstag, den 24. April 1. I., nach, mittags 2 Uhr, versteigere ich im -Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Bücherschränke, 2 Schreibtische, zwei Büfetts, 2 Kredenzen, 2 Rohrsessel, Irun- deS Tischchen, 14 Paar Schneeschuhe, 20 Paar Herrenschuhe, 10 Paar Zug. stiefel, 1 Kassenschrank, 1 Schreib- maschine, 1 Küchenbüfett, 1 Karbidgas. entwickler, 1 Sofa, 1 Klavier, 1 Trumeau, 2 Chaiselongue-, 1 Oelgemälde, 1 Regn- lator, 1 Kommode, 2 Kleiderschränke, 1 Vertiko, 1 Staubsaugeapparat, drei Warenschränke, 1 Ladenkasse, 1 Diwan, 1 Waschmaschine, 2 Waagen, 1 Fahrrad, 1 Glasaufsatz, 2 Läuferschweine. Voraussichtlich bestimmt: 1 Waschkommode mit Spiegel, 1 Korb- garnitur, bestehend in einem Tisch und 2 Sesseln. Klasse = 2,64 „ =• 6,99 „ ™ 27,06 „ =- 45,32 „ = 29,87 „ =■ 9,58 „ -- 4,39 Versteigerung. Mittwoch, den 25. April, vormittags 10 Uhr, versteigere ich in Lich, bei meiner Wohnung, ein Bllfeti aus Eichenholz, eine Kredenz aus Eichenholz, einen Lederklubsessel. Diese Sachen können vorher besichtigt werden. Daran anschließend an Ort und Stelle: eine Bandsäge, eine Abricht-, Hobel-, Fug- und Kehl- maschine, einen Elektromotor, alles zwangsweise, meistbietend, gegen Bar- zahlung. Versteigerung voraussichtlich bestimmt. Lich, am 22. April 1928. 4201D Mori, Gerichtsvollzieher. Lichtspielhaus Bahnhofstrabe 34 Misik-Miricht Zur Gewährleistung eines guten fachmännischen Musikunterrichts liegt in der Musikalienhandlung Challier eine Liste unserer Mitglieder mit Fachaugabe und Adresse usw. auf. Weitere Auskunft erteilt der erste Vorsitzende Albert Kasten, Seltersweg 81 Sprechstunde 12—13 Uhr — 8,7 rm. DaS Holz liegt an chaussierten Straßen, eine halbe Stunde von der Bahn entfernt. vad.Nauhetm, 20. April 1928. 4193D __________Der Bürgermeister. 1 Eichenstamm „ - v,x, „ Eichen-Nutzscheit 1. Klasse — 15 rm, II. Güte Vehr ab -r-beben g Philipps IS *4 5* 01*L Giniinid. vtifH^n do S au« k* »naM’5®8 * IP» dl- ? nut jil»* ' 3toi Von ■ 8a» «ine der c.ini9< Schritte T® Ml und 1 S®. W r 2; «graue nachtdunllen fc ^ber we Sy Sirmam ■Werfen Qr.t ff b'1": uns 8a »SWS! te fewiile hiL^ Trist btn Aa.?1* Zügi Sr»'- einen rJa ,en« li neulich ä Ht bot Statt besonderer Anzeige. Samstagnachmittag V,6 Uhr verschied nach kurzem Krankenlager unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Karl Schmidt I. im Alt« von 76 Jahren. |Verschiedencs| Ein (Partner nimmt noch IO3O30 Garienarbcii au. Zu er fr. in der Geschst. d. vielt An-. Mein intolaslzl irtbrr Ende dieser Wocke nb Gießen nnrü Her ord i. IV. Güter werden auf dem Hin» ».Rückweg noch mitgenommen. Friedrich Stiefel II. Olrünbcrg(Hcss c n) Der schönste Zirkusfilm, der je in Gießen zur Aufführung gelangte in 6 spannenden Akten. Personen und Darsteller: Direktor Wolfsohn ..... Herrmann Vallentin Eva. seine Tochter ................ 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Auf den Märkten, in den Straßen bemerkt man den starken armenischen Einschlag, und wie überall auf dem Balkan wohnen auch in Philippopel außerordentlich viele Zigeuner. 117 Kilometer lang und 48 Kilometer breit ist daS Decken, das die Maritza bei Philippopel zwischen den Ausläufern deS DalkanS und dem Ntzvdope-Gebirge bildet. In dieser fruchtbaren Ebene von fast 5030 Quadratkilometer gedeihen Getreide. Obst, Wein und Nüsse in reichem Maße, und es ist ein besonders schönes Schauspiel, Im Herbst den Einzug der bäurischen Karren zu beobachten, die mit kostbaren Naturerzeugnissen hochbeladen sind, und deren buntgekleidete Besitzer die Ernte in der Stadt zerraufen wollen. An den BolkStrachten erkennt man, wie innig fich gerade in Ostrumelien südliches Slawentum mit osmanischer Nationalität vermischt haben! lebhafte Farben, die an Erzeugnisse russischer Volkskunst erinnern, werden durch dunklere Tücher, wie sie türkische Zurückhaltung bevorzugt, zum Teil verdeckt. Dem Kulturhistoriker bietet diese merkwürdige, viel mnkämpftc, von vielen Nationalitäten bc> Dschumaja-Moschee zu den w'.chtigsten Bauten gehörte, die noch aus der Zeit der türkischen Herrschaft erhalten geblieben waren. Gerade um diese beiden Bauten wäre es besonders schade. Wenn in den Berichten miigeteilt wird, daß weit über tausend Hauser eingestürzt sein sollen, so darf man nicht vergessen, daß nicht ganz Philippopel auS Prachtbauten besteht; vielmehr sind viele Stadtteile aus Holzhäusern errichtet, und manches der neuen Gebäude zeigt, daß man in Bulgarien modern und schön für gleichbedeutend hält, während die kostspieligen Derwaltungs- paläste tatfächl ch nur dazu dienen, das ehemals orientalisch schöne Stadtbild zu zerstören. Besonders in der Nähe des DahnhosS hat man Straßenzüge angelegt, die ähnlich langweilig rmd trostlos wohl nur iwch in Messina au finden sind, wo die Stadtbaumeister ebenso wie in Philippopel in den letzten Jahren bei der Ausarbeitung neuer Straßenlinien vorwiegend mit dem Lineal gearbeitet haben, dabei aber das Studium des Geländes sehr vernachlässigten. Die Europäisierung des Gebietes hat seit der Trennung Bulgariens von der Türkei mächtige Fortschritte gemacht, sicherlich zum Bortell der Einwohner, denen allmählich manche im Orient unbekannte hygienische Einrichtung zur alltäglichen Selbstverständlichkeit geworden ist, aber auch zum Nachteil des ehemals ästhetisch reizvollen Stadtbildes. Erst seit dem Jahre 1885 ist Ostrumelien, dessen Hauptstadt Philippopel war, mit Bulgarien vereinigt, und erst seit dem Jahre 1938 ist das bulgarische Fürstentum zu einem auch staatsrechtlich von der Türkei völlig unabhängigen Königreich umgewandelt worden. Die Beziehungen zum Orient sind also in dieser Stadt noch sehr lebendig, und wenn auch viele türkische Untertanen allmählich nach Konstantinopel und Kleinasien ausgewandert sind, findet man in Philippopel doch noch viel Zwillingsbrüder. Von Albrecht Schaeffer. Das eine der beiden Pferde trat verlangend einige Schritte vor bis zum Llscrrand, senkte den Kops und begann langen Halses behutsam vom Spiegel des Wassers zu trinken. Sein Reiter in grauer Montur sah dir Sterne in der nachtdunklen Flut unter blanken Kreisen tanzen, zittern, von Taumel ergriffen werden und fchwin- ten. Aber weiter hinausblickend faß er das übrige Firmament ungestört in dem mächtigen Decken des großen Lees, umringt von der schwarzen Mauer der Wälder. Nun glitt fein Schauen darüber empor in den wirklichen Himmel hinein,- und da zuckte unter der Gewalt dieses Glanzes und dieser Fülle von Glanz ein solcher Jubel des Glücks in ihm auf. daß er die Zügel fahren lieh, beide Hände hinter sich in den Sattel stemmte und nun, das Haupt ganz tief im Genick, aus den Sternen trank, offenen Mundes, offenen Auges, mit ganzer Seele. Er hörte nicht mehr in der Tiefe das Icife fromme Schlürfen des Tiers: nicht in Pausen, wert fern, in Rußland, die ruh losen Schüsse sollen. Ihm war es. als ob er den Geist aufgebe — mitten in Engel hinein. Daher konnte er auch nicht wahrnehmen, was unterweilen sein Freund tat, der zu Pferde neben ihm sah. Die Zügel hochgezogen, hielt er mit beiden Händen das Zifferblatt seiner Taschenuhr in daS Licht des grabe über den Reitern stehenden Mondes und gegen feine Augen empor minutenlang so, bis die beiden Zeiger, auf die Zwölf weifend fich deckten. Aber weiter, nur einen leisen Seufzer entlassend, blieb er so: dann wurde in unendlicher Ferne eine Turmuhr vernehmlich. die auch die Stunde schlug, einen kaum — wie ein Pulsschlag — vcrnHmlichen Schlag hinter dem andern. Nun fiel die IHjr, an der Kette hängend: der Reiter stöhnte: ..Gott sei gelobt!" aus solcher Tiefe der Brust, daß der andre zusammenfuhr und ihn ansah. ohne seine Haltung sonst zu "c-intern, iletertem drängte jener fein Pferd heran dann war' er feine S.irn gegen den .arm ^es Freuno es, drückte ihn, ßhluchzte fast, ergriff endlich feine Hand und küßte |ie. Und „gottlob!“ seufzte et wieder, sich und sein Pferd zusammenfaNend und absondernd, „dieser Tag ist vorbei/' „Erkläre mir —a fing ter andere verwundert an. und der Freund begann schon, eifrig, aber ruhiger von Sah zu Sah: „Du, Rudolf, erinnerst du dich nicht, wo wir heute vor einem Jahre waren?" „Wenn ich nachrechne ... warte! Wir haben — August. Da waren wir wohl im Bayerischen Wald." „Wir? Wer?" „Nun. du und ich und Herbert, mein Zwillingsmensch. — w ißt du, daß ich eben seiner gedacht habe? Er geht nämlich heute — da es zwöll Uirr ist — heute in Urlaub. — Ja, eben dachte ich seiner ...“, wiederholte er. und well er Atem nahm, als wollte er mehr sich vom Herzen reden, blieb fein Freund still, bis er anfing: „Ich will dir sagen, wie es ift. — außer mir weiß es niemand. Ich bin," fuhr er fort, über den Kops seines Pferdes hinweg gegen die Sterne blickend und sprechend, „kein Träumer. Wer. es gibt mitunter Augenblicke, wo das Gefühl. nein — ein,uw das Leben in mir überhand nimmt — soweit, daß ich hinterher meine, ein Augenblick länger, und ich hätte mich verloren. So war es auch eben. Dann aber — in dem äußersten Augenblick geschieht es. daß mir mein Bruder erscheint. Das heißt: ich sehe ihn irgendwo im Raum, ohne Umgebung, allein, aber ganz genau, jedes Glied, in meiner eigenen Haltung, als wär ich es selber. Und bann, tn ter nächsten Sekunde schon, bin ich wieder in mir. unten, bewußt, auf der Erde. DaS ist aber nicht enttäuschend: beim ich weiß, daß eS nötig unb gut ist. Und bann bin ich bankbar: benn ich erkenne in bissen Augenblicken —, was ich vor euch allen voraushabe — nämlich: zweimal geboren zu sein." „Ein kleines Geheimnis," schloß er nach einer winzigen Stille leicht ab. und gleich, als ob feine Mitteilung nicht unziemlich groß werten sollte, fügte er die Frage daran: .Unb nun, mein Lieber, was wolltest bu mir sagen?" Daraus sammelte sich ter andere, so gut ers vermochte, unb nahm seinen gaben auf, intern er fragte: „Uno was in jener Nacht war — vor einem Jahr, erinnerst bu dich nicht?" „Etwas besonderes? Haben wir nicht geschlafen?" oSmanifche Tradition, unb eS ist schon gesagt worden, daß diese Stabt, in der ein bulgarischer. ein griechischer und ein katholischer Dllchos resibieren. auch eine bebeuknbe mohammedanische Bevölkerung besitzt. Aber diese Pforie zum Orient war auch lange Zeit ein Bollwerk deS Europäertums gegen die rorbringenben OS- manen. unb gerate ter Maritasluß ist im russisch- türkilchen Krieg von 1878. an tem bulqart’dx* Freiwilligenformationen teilnatzmen. heflig um- kämpft worben Damals enlstanb bic berühmte bulgarische Nan.malhymnc „Schumy Maritza. .Es braust bie Mariha. von Blut geschwollen", die zum erstenmal bei der Erstürmung teS Schip- kapasses gelungen worden fein soll unb alle Bulgaren heute noch daran erinnert, baß ihre Freiheit nur durch einen Ausstand gegen bie türkische Herrschaft errungen werben konnte. Mehr als fünfhundert Jahre Hal Philippopel zum türkischen Reich gehört: bie Oimancn haben bie Stadt im Jahre 1363 erobert — aber damals sah Philippopel natürlich ganz anders aus, beim es ist inzwilchen nicht nur bem Grbbcbcn von 1818 zum Opfer gefallen, sondern auch im Jahre 18*6 von einem furchtbaren Brand hcimgesucht worben, der bas Stad'.bilb völlig veränderte Aber Philippopel selbst ist älter, kann aus eine längere Geschichte zurückblicken als bie Türkei unb sogar als ba5 Boll der Bulgaren, beffen Zar Joanisza bie Stabt im Anfang des 13. Jahr- hunbcrts einmal zu zerstören versucht hat. Es führt seinen Namen aus Philipp 1 I. von Mazebonien zurück, ben großen Dater beS größeren Alexanter. ter von bem Ort 340 v. Ehr. Belitz ergriffen haben soll. Doch Philippopel ist noch älter, war schon eine thrakische Hauptstabt, als Philipps mazedonifches Reich noch nicht bestand. Denn schon früh erkannten bic Bolksstämme. Die bas Maritzatal behobelten, baß bie Hügel, bie sich an dieser Stelle in der weiten Ebene erheben, einen hervorragenden Schuh gewähren. Diese Hügel, einst strategisch wichtig, verleihen heute dem Stadtbild einen besonderen Reiz, und bas Auge wird nicht müde, bic überdnanber gebauten Häuserreihen zu betrachten. Auch bic Dörfer, bie in der Umgcgcnb von Philippopel liegen, finb von bem Erdbeben heftig heimgesucht worben: unter ihnen hat besonders Borissograb gelitten, das auch Hadschi-Cles heißt — die meisten Orte biefer Gegend haben einen internationalen, einen bulgarischen unb einen türlischen Namen, unb Philippopel heißt z. B. auf bulgarisch Plowdiw, auf türkisch Filibe. Borissograb ist eine wichtige Mmlabcftcllc für Getreide, das im Maritzatal reichlich gcbcibl; es liegt sehr niedrig, nämlich nur hundert Meter über Dem Meeresspiegel, während Philippopel sich auf einer Ebene erhebt, die 160 Meter über dem Meeresniveau liegt. Das ist übrigens für das Innere der Ballanhalbinsel eine sehr geringe Höhenlage, und Darauf ist eS zurückzusühren. daß in Der Nähe von Philippopel Reis und nicht weit entfernt sogar Feigen und Melonen in großen Mengen gedeihen. DaS Erdbeben hat also diesmal eine schöne unb von Natur reiche Gegend betroffen, Deren Bevölkerung sich hoffentlich bald von bem Schaben erholen wirb. Was ist die „Nota"? Der Präsident der deutsch-polnischen gemischten Kommission für Oberschlesien, der Schweizer Dr. Salon der. hat vor einiger Zeit, nämlich am 25. März, ein Verbot erlassen, das sich gegen bas Absingen ber Rota, eines polnischen Hehliedcs in ben beutfdjen unb polnischen Schulen Ostoberschlesiens richtet. Der polnische Wojewobe hat Darauf vor einigen Tagen halb ausweichend. halb ablehnend geantwortet, indem er erklärt, daS Lied werte in den deutschen Schulen, in denen man in einem besonders prägnanten Falle bie beut- schen Schüler gezwungen hatte, es mit feierlicher (Schärte zu fingen, von ber Wojewodschaft verboten werden, in polnischen aber nicht, weil es ein wichtiges historisches Dokument sei unb die „große nationale Tradition" erhalten „Erst nicht, benn wir kranken viel Wein." „War es bas? Unb bas alles?" „Samt legten wir uns schlafen, in drei Betten nebeneinander, unb ich lag in ter Mitte. Unb Dann, im Morgengrauen, wachte ich auf. weil dein Gesicht über mir war. Aus tem Schlaf gerissen, und aus dem Traum gerif en. so war Dein Gesicht über mir, unb bu sprachst —“ „Was hab ich gesprochen?" „Heute in einem Jahr bin ich tot." „Ach! — Habe ich bas gesagt?" „Lieber, ja! Unb warfst dich danach auf bie Seite herum, unb ich glaube, du schliesst sofort. Vielleicht warst bu auch gar nicht erwacht. Ich aber —" Da ber Sprecher verstummte, ergriff Rubolf seinen Arm. auSrusenb: „Du hast das ganze Jahr Daran geschleppt, unb ich habe eS vergessen!" „Seit ter Krieg begann —wollte ter sich noch oerteibigen, wurde aber stille und beide schwiegen nun in ter männlichen Beschämung von Freunden, die sich innen berührten. Sie blickten über den See hin, sahen aber beite nichts mehr. Rudols. ter vor einem Jahr seinen Tob geträumt hatte, empfand kaum dies eigene, unverständliche, erst von dem Freunde ihm zu- gcwicsene Erlebnis, sondern bic Liebe des Freundes. ein Lebensgeschenk, an dem ihm bic eben genossene trunkene Lust bes Lebendigseins in den Gestirnen jetzt enger, fester, leiblicher greifbar wurde. Alsbald wandten sie ihre Pferde und ritten im Schritt, kaum die Richtung bedenkend, tief im Innern beschäftigt, als schauten sie in das Werk einer Uhr, staunend unb suchend, wo die Ursache ihres Lebens sitze, so ritten sie burch bie unenbliche Nachtleere Der Ebene unter ben Biltem ber Sterne bahin. bis schwarz Darunter bie Umrisse bes Dorfes erschienen, wo ihre Schwabron in Ruhestellung lag. Es war nur eine einzige Straße, an ber die elenden Hütten lagen mit wenigen rötlichen Fenstern, leer in bem bunftigen Licht des hohen Mondes. Am Posten vorüber, ter im Schatten kaum sichtbar war. sahen sie diese mondhelle Straße wie ein o fenes Schicksal vor sich liegen, und in der gerne Darin den Schatten von einer Gestalt. In tem Augenblick, wo ihre menschlichen Umrille deutlich wurden, hielt Rudols so plötzlich sein Pferd an, bah auch ter Freund ihm helle bic zur Bildung einer Volksseele notwendig fei. 3m übrigen wird die von 6-alonter verwandte Hebersetzung als unrichtig bezeichnet. Diefe Gegcnäußerung ron polnischer Seite versälscht ten Sachverhalt total Denn daS Lied ha! weder mit der großen polnischen Tradition etwas zu tun. die Jahrhunderte zurück- liegt, noch ist cs irgendwie geeignet, im nationalen Sinne erzieherisch zu wirk..' Es spricht von tem „3cr‘aU des lrcu,ritterlich, n Ungeheuers (Deutschtum) in Staub und Asche" und sagt an anderer Stelle „ber Deutsche wirb uns nicht ins Gc icht fpeien und uniert Kinder nicht verdeutschen". UeterdieS ist daS Gedicht, teilen künstlerische Bedeutung sehr umstritten wirb, aus Bestellung beS jetzigen Bürgermci'ierS ter Stadt Teschen. die nicht mehr deutsch, ater auch nicht ganz polnisch, sondern zum Xcil tschechoslowakisch geworden ist. deS Prälaten L o n b z l n von her recht unbedeutenden Dichterin K o n o p n l d a im Jahre 1895 versaßt worden. a!,o nichts weniger als historisch londern ein reine- Gelegenheitsgedicht. Unb obendrein ein recht unschönes. daS von allen verständigen Polen, die eS nicht gerate schätzen, davon zu hören, daß man „ihnen nicht in- Gcßcht speie", selchst abgclehnt wird. ES ist also nicht recht ersichtlich. warum man sich für Die ostoterschlesischc Jugcndbildung aus Die Beibehaltung diele- Machwerks versteist. dessen tetzerischer Eharatter freilich unbestreitbar ist. ES sei denn, daß man mit dieser Ablehnung weitere Sr- Ichwerung für die Stellung Salon- ders zu erreichen hofft, dessen Objektivität den polnischen Behörden in Ostoberichlc>icn außerordentlich lästig fällt. Aber schließlich leben wir ja nicht mehr in ten Tagen deS akuten NationalistenkainpseS und der Hochspannung zwilchen Deutschland und Polen, vielmehr bemühen sich bie beiderseitigen Zentralbehörden um vertragliche Abmachungen auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet unb stehen gerade jetzt wieder vor einer Ausnahme solcher Verhandlungen. Man sollte deshalb erwarten, daß von Warschau aus. wo man sicherlich mehr Gewicht auf Die Fortführung Der HantelSvertragsverhand- lungen legt, die in Wien mit ErfolgauSiicht vorbereitet wurden, als auf bie merkwürdige Auffassung deS ostoberschlesischen Wojewoben von der zweckmäßigen Erziehung ter Jugend zu einer polnischen Gesinnung, tem Konslikt um daS Hctz- lieb Der Rota schleunigst ein Ende gemacht werde, sei es auch nur. um die Spannung deutscher unb polnischer Bevölkerung in Ostober- schlesien zunächst einmal milbem zu helfen. Die Beseitigung dieses LleteS auS ten deutschen Schulen war eine Selbstverständlich k e i t, weil es eine unerhörte Taktlosigkeit war. deutiche Kinder zu einem derartigen Liede gegen ihr eigenes Volk zu zwingen. Seine Erhaltung in polnischen Schulen würde, abgesehen von der Mißachtung der völkerbündlichcn Autorität, ein Beweis schlechten Willens gegenüber ter notwendigen unb beiderseits angestrebten GntspannungSpollllk sein. Oberheffen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 23. April. Zu bem Bericht vom SamStag über ben Rechnungsabschluß ber ®emeinbe von 1926 ist noch ergänzend mitzuteilen: Die Gebäude ber Gemeinte brachten eine Einnahme von 6390 Mk, der eine Ausgabe von 313 691 Mk. gegenübersteht, bic Waldungen brachten einen Ileberschuß von 21 457.42 Mk., bic Wasserversorgung ergab 4483.87 Mk.. bie Sondersteuer (Vergnügungssteuer usw.brachte 3218,11 Mk, der Anteil an Deichssteuern betrug 19 541,76 Mk. die ©cmeinbeumlagcn erbrachten 35 347,82 Mk. Zuschüsse erforderten bic Schäferei 853 Mk., bie Erwerbslosenfürsorge .3644,05 Mk.. bie Verwaltung 22.359,57 1. bie öffentliche Sicherheit 6370,23 Mk., die Gesundheitspflege 3683,67 Mk. (hierin enthalten sind Vorlagen, bie an Die Kliniken geleistet tourten), bie Armenpflege 6923,32 Mk., folgte. Gr griff mit ter Hand an bie Augen, blickte immer zu ber Gestalt hm, sagte endlich. „Sonberbar — eben meinte ich, bat ist Herbert." „Dein Bruder? Wie sollte der Herkommen?" „Es i st ja nicht Herbert. Aber hergekommen fein könnte er schon, Da er nur zwölf Meilen fern ist, — doch sein Urlaub —" Intern setzte er bie Sporen ein unb jagte bie Straße hinunter. Der antere folgte überrascht erst nach Setunben, sah den Freund mit jener Gestalt zusammentrejfen, vom Pferde springen, jenem nach der Schulter greifen, und sah, daß eS ter Bursche deS Freundes war. Der rief: „Wann, warum bist bu wach?" Der einfache Mensch, bie soldatische Haltung wahrenb, atmete heftig, schickte bie Augen zau- bernb von einem zum anbern, begann endlich: „ES ist telephoniert worden — in Abwesenheit — Der Bruder von Herrn Leutnant —“ „Tot," sagte Rudolf stumpf unb lieh ben Kops an sein Pserb fallen. Affenjagd auf hoher Gee. Der englische Dampser Ap^am, bet jetzt von ter a’rifan s er West üfte nach Pl.meut) zurück- gekehrt ist. hatte 40 junge --anen an Bord, die für Jmpszwecke im Zusammenhang mit der Erforschung des gelben Fiebers nach England gebracht tonten sollten. Sie wurden zunächst in drei großen Kisten gehalten. Als aber einer entkam, beschloß man, sie in einen besonderen Raum zu bringen. Bei dieser Ueberfübmng enttarnen sie aber alle unb waren halb über bas Schiss verstreut. Einige schaukelten sich in ten Masten, anbete hatten sich nach ber drahtlosen Station geflüchtet, noch anbete spazierten auf ter Kommandobrücke herum. Die Bemannung teS Schiffs unb bie Pas'agiere beteiligten sich alle eifrig on ter Assenjagd auf hoher See, die sich aber recht schwierig gestaltete. Es Dauerte eine Woche, bis man alle Ausreißer wieder eingefangen hatte. Als aber bie Assen nunmehr ^zähft würben, da fand man zum allgemeinen Erstaunen, baß es nicht nur 40, sondern 44 waren. Man vermutet, daß man sich in der Zahl bet Assen bei ber Einschiffung geirrt hat. denn eS ist ja nicht gut möglich, daß während ber Jagd noch vier Affen I aus tem Meer Dazugekommen sind. — ■■ Cd)u!cn 7034,39 Mk, blc Ätr<$<- für sachliche 'J!/uA$fldb»n 2U62.44 Mk. da» Bcstattung-wescn r einer äasterst stark besuchten Bauernversamm- :unfl über die Rot der Landwirtschaft im DogelSbarg, und darüber, toa« von Re- gierungSfelte getan wird, um dieser Rot entgegenzutreten Landwirt Fi sLer-Slchenl-ausen leitete au Stelle deS ^rhinderten I. Dorsitzenden. Fort- hildungSschullehrer Steinmann-Lerchenhain, die Berfammlung. Rachdem er den Minister und seine Beamten, den Vertreter de« ÄreKamt« Schotten, die einzelnen Herren der verschiedenen LandwirtschastSämter und Vie etwa 500 Anwesenden begrüßt hatte, gab er seiner Freude darüber Ausdruck, dast endlich wieder einmal ein höherer Staatsbeamter c« für notwendig erachtet nabe, sich um die LebenSverhälintsfe der Vogelsberger Bauern zu bekümmern, ör sieht in dem Besuch de« Minister« die ersreultche Tatsache, dast man den VoaelSberger Bauent nichts vor- enlhalten will und man sie für gleichberechtigt mit den Übrigen Volk-genossen erachtet. Al« Vertteter de« Kreife« Schotten begrüstte Regleruna-rat Dr. Helmreich-Schotten die Versammluna. Gr dankte dem Minister ebenfalls für sein Erscheinen, da« beuxlfe, dast er ein füblende« cherz für Den Vogel-berg besitze. Denn sich hier die Landwirtschaft nicht umstelle, dann gehe sie dem sicheren Ruin entgegen. Hier fei c« Pflicht de« Staate«, einzuareisen. Eine Fe.'dverei- nigung. die einer evtl. Ümstellung vorangehen müsse, koste natürlich viel Gew. Gr verlange die Errichtung von Musierwirlschasten, da der Landwirt erfal>r»»ag«aemäst sich erst bann umstellen wird, wenn e» wirklich den Ruhen einer anderen Staat wird die Stiften^ dieser Betriebe garantieren. (MusterWirtschaft.) Der Minister fchlvst seine mit Beifall aufgenommene Rede mit der Bitte an Vkx-rlandwtrtfchaftSrat Bauer um nähere Erläuterungen betr. Detterschäden, Ernte usw. OberlandwirtschastSrat Bauer führte dann u. a. aus: Rach den statistischen Ermittelungen betrug die Rieberschlag«menge 1927 in Rheinhessen 540 Millimeter, im Vogelsberg durchschnittlich 1137 Millimeter. In Herchenhain sogar 1773 Millimeter. Diese letztere Ziffer bedeute gegen Rheinhessen ha« Dreifach«. Dir können die Nimatischen Derhaltnifse wohl nicht ändern, müssen aber bestrebt sein, un« ihnen anzuvassen Folgende Zahlen mögen für sich sprechen: Der Ertrag an Körnerfrüchten In den Kreisen Lauterbach und Schotten betrank'dreizehn Doppelzentner auf den Hektar — tm Jtatyt Alzey aber 26 Doppelzentner auf die aleich« Flache. Dazu ist die Erzeugung im Vogelsberg wesentlich schwieriger und mit grösteren Au«-_ gaben verknüpft Der Runkelanbau Im Vogels- oerg bürste sich niemal« rentieren, der Kartoffelanbau fei vorzuziehen. Gin« gesunde und billige Tierzucht ist notwendig. Sine Umstellung auf LeistungSzucht must erfolgen. In der Diskussion sprachen einige Landwtrle von Ihrem Stanhbuixft auS und trugen ihre Wünsche vor Rachdem Minister Korell alle stichhaltigen Einwände beantwortet hatte, versprach er, die für Hessen bestimmten ReichSmtttel von 4 Million«n Mark, die mit 4 bis 4,5 Prozent zu verzinsen seien, umgehend zur Auszahlung zu bringen. Lleberparieilichs Tagung in Lauterbach. WSR. Lauterbach. 22. April. Da« hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft veranstaltete unter dein Vorsitz de« Minister« Korell. bejlei'.el von den Mt ist,rialrälen Becker, Hehl. Oberlandwirtschai tSrat Bauer und Staatsrat Karcher hier eine überparteiliche Tagung, zu der Vertreter aller Parteien, WirtfchaftSverbSnde und BerufSgruppen eingeladen waren. Die Tagung war au« allen Lagern stark besucht. 3m engsten Könnet mit allen Kreisen der Bevölkerung wurden zunächst die landwirtschaftlichen Verhältnisse be« Vogelsberg« beraten. In sachlicher Auseinandersetzung wurden praktische Vorschläge zur Abhilse bet wirtschaftlichen Rotlage gemacht. Diese Bemühung wurde auch von geg- nerischer Seite anerkannt. Der Vizepräsident be« hessischen ßanbtag«, Vertreter deo Canbbunbc» v. Helmolt. dankte Minister Korel. für daS Verständnis der Regierung. Altbürgermeister Jost (Qanbbunb) erklärte, dast her unter der grostherzogllchen Regierung aufgestellt» General- Äulturblan ohne Verbindung mit den Wünschen und Forderungen der Landwirtschaft entstandeic und darum gescheitert sei. Er begrüßte dankbar die Absicht bc« Ministerium«, den neuen Plan durch Zusammenarbeit zu schassen. bae Wart zu seiner 'Abschlcbarede, die vor allem Worte deo Danke» enthielt für das reichliche Entgegenkommen, das er von allen Selten der Gemeinde während seines -ehnfährlgen Wirkens gefunden hatte. al. Allcndorf a. b. Lahn, 21. April. Am zweiten Oftertag wurden In hiesiger Kirche durch Pfarrer D e d c v 19 Binder konfirmiert. 8 Knaben und 11 Mädchen. — In die Schule a u f o c n o m m e n werden ebenfalls 19 Kinder. 10 Knaben und 0 Mädchen. D Großen-Linden, 21. April. Um Un- glürfofdUen »»vrznbeugeil, winde vor einiger Zeit bet Teil der Bahnhofstraße, der In blc Vurchfahrtbstraße Gießen—Frankfurt clnmünbet, für IcgLdjcn Verkehr mit St r u f t f a h v n e u - gen g e 1 pc r r L Diese Maßnahme war dringe, »d nötig, einmal wegen der nur sehr geringen Breite der Bahnhofstraße und bann namentlich wegen des sehr Harten Gefälles der Straße nach Westen hin. Auch die Einmündung der Bahnhofostraße in die Eigener Drahtbericht untere« ^-Mitarbeiter«. allem wolle er keine trügerischen Hoffnungen erwecken. Es dürfe niemals vorkommen, daß der Große gegen den Kleinen ausaespielt werde. Wenn man von wirklicher Not spreche, müsse immer die Wahrheit gesagt werden. Es stehe der Not der A r beit gegenüber die N o t des Kapitals und der R e n t e y. Ucberall haben die Lebensbedingungen Schritt aehalten mit einer Aufwärtsentwickelung, nur bei der Landwirtschaft nicht. Das Leben andere sich doch ständig, die Methoden der Großvater könnten doch nicht Immer so fortgesetzt werden (Eine U m ft e 11 u n g sei notwendig Es erscheine ja töricht, wenn man sich gegen Dinge stellen wollte, die unfer Herrgott sich entwickeln ließe Selbstredend müsse Grund und Boden bleiben. Go komme nur darauf an, wie die Erzeugnisse desselben verwertet und verkauft würden (Zustimmung bei der Versammlung). Alles Gei- ftlge spiegele sich Im Dorwartegehen und Stehen- bleiben. Einen Grund dafür, bah das Mißtrauen der ÜanbbcDÖlferung gegen die Regierung so groß sei, erblicke er darin, daß der frühere General-Kul- iurplan nicht früh genug bekannt wurde Diesen ftehler will nun der Minister nicht machen, sondern dafür sorgen, daß bei allen Schritten der Regierung zur Besserung der Lage der Landivlrlschask von seht ab Vertreter der Landwirtschaft ionogen werden sollen, damit man nicht spater sagen könne: wir find ja nicht gefragt worden. Der Minister verlangt eine Mitverantwortung dec landwirtschaftlichen Bevölkerung. Die Pro- hultlonSwelfe unterliege einer Gefährdung. 6« steht fest, daß gerade im Vogelsberg so viel Rlederschläge fallen. Der Minister macht den Vorschlag, da« ® r a « statt al« Heu tn Silo« zu verwenden. Die- würde aber solange nicht möglich sein, al« der Landwirt in seinem An- grenaer einen Feind sieht. Auch hier müsse da« Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden. Weiter Frankfurter Straße ist nur schwer xu übersehen. Io dah an dieser Stelle Unfälle nicht hatten ausblei- den fdnnen. ch Lang-Göns, 21. April. Schon über ein Jahr ist verflossen, seitdem der große D a m m der Main — Weserbahn nördlich unserer Station ins Rutschen aekommen war, und heute sind blc Stützarbeiten noch nicht beendet. Ihn der Westseite des breiten und hoben Dammes ebenfalls die unbedingt sichere Festigkeit zu geben, find auch dort tiefe Rigole eingefügt worden. Diele Ar- beitskräfte sind am Wecke, um die sehr umfaßenden Arbeiten zu Lude zu führen. ♦ Cid). 21. 2lpc»l. Gegen die Wahl bc« Referendar« HanS Veil in Oberstein xum besoldeten Bürgermeister der Stadt Llch war Beschwerde beim KrciSamt Gießen eingelegt worden. Da« KreiSamt Gießen hatte nacy clngcbcn- den Vernehmungen die Beschwerden al« unbegründet xurü(ffletotcfcn. Ruumchr wirb bekannt, daß ein Bewerber um öle BürgerrneistersteUe Zwischenruf „Grenzen zul" trat der 2tcbnet entgegen. Sobald die Grenzen für die Einfcchr geschlossen werden, würde auch die Ausfuhr natürlicherweise aufhören. Diese Ist aber unbedingt nötig, denn sonst sei Erwerbslosigkeit mit Ihrer Rot die Folge. Die deutsche Landwirtschaft darf durch Zölle nur soweit geschützt werden, vaß nickt ausländische Schmutzkonkurrenz ihr OBcfeu treiben kann. Die Regierung würde jederzeit den Bauer, der wirklich selbst baut, zu schützen wissen. ES fei aber unnröglich, die Grenzen vollständig zu schlleßeir. 3in neuen General Nulturplan müsse vorgesehen werden, daß die landwirtschaftlichen Proouklc verarbeitet werden fönneu. Eine 1lÜberproduktion wirb wohl einsetzen. Der 'Bauer wirb immer auf Verbrauch angewiesen fehl. ®« besteht also ein gemeinsames Interesse mit den anderen Ständen, Gewisse Betriebe in eiiizelncu Gemclnden sollen unter Aussicht von Herren, bk den wissenschaftlichen Plan völlig beherrschen, bearbeitet und geführt werden. Der Parteifiaiidpunkt beeinflußten 'Ausführungen. Ihm kvinmi es vor allen Dingen daraus an, daß Im Interesse der Sache der richtige Weg beschritten wird. Der Anlaß zu seiner Reis« mar ole Rot der Vogelvberaer Bauern, blc er ganz genau kenne. Der Minister machte blc Versammlung aufmerksam auf die Immer tiefer greifenben Gegensätze zwischen hem Bauernstand einerseits und den OJchultoemp- filngern, Beamten unb Wrbclleru anbererseils. Ohne oen einen Stand könne der andere auch nicht leben. Der Redner verspricht, wirtschaftlich, wissenschaftlich unb stnciN'.lell so gut ju Helsen, wie ee von Regierungsseite möglich ist. Vor allem aber müsse da» Mißtrauen gegen blc Nealerung, das Un Bauernstand besteht, avneh- men. Der Dlcbnrr zählte sodann auf, was vorn 6tc aus zur Behebung der Rot des Vogelsberger Bauen» bisher getan wurde. Er will durch die Zah- len einesteils blc Landwirtschaft nicht beschämen, anderenteils weiß er aber auch, daß die seilherlgei» Lelftunaen des besstschen Staates für die Unwetter- Gefchäolgten recht gering sind Im Vergleich zu der Größe der Not. In erster Linie müffc den Meinen Landwirtschaftsbetriebe»» gehst- f c n werden, da die große»» doch noch eher existieren und die fchlin»me Zelt überstehen würden. Dor scheiben. Pfarrer Thorn gebuchte in längeren Bussuhrungen her großen Verdienste, die sich der Scheidende tn der Schule unb auch Im kirchliche,» Leden ber Okmelnbe alt Lektor, Organist und Mit- glleb des Kirchenvvrstanbeo erworben hat unb mrad) Ihm bei» Dank bev Klrchenvorsianoes aus. Der Gesangverein ehrte seinen ehemaligen Dirigenten durch eine Anzahl sehr schön vorgetragener Ehäre. Die Schulkinder Überreichte»» ihrem Lehrer als Zeichen der Anhänglichkeit und Dankbarkeit eine Baime. (für die sonstige Ausgestaltung des Abends jatte der Frauen verein reichlich gesargt. In seinem Austraa hielt Privatier Weicker (Vließen) einen äußerst interessanten Vortrag Über leine Nelle-Eindrücke vom heiligen Land. Musiklehrer Schweitzer (Dbenl)aiifen) brachte mit seinen Sd)ülern einige sehr schön vorgetragene Musikstücke zu Gehör. Nachdem Bürgermeister Wagner für blc Gemeinde Geilshausen dem scheibenden Lehrer den Dank für seine Der- bleuste aliogesprochen hatte, ergriff Lehrer Paul auSwechfelt MterhtngS ist diese praktische )ivn- erung nicht geeignet, l»i weite Verbraucherschichten zu dringen, heim ein solcher Apparat mit Anüwcchselvorrlchtung kostet Über 3000 Mark. Reben her deutsche»» Sprechmaschinenlnhustrie Haben auch hie enisprechenhen englische»» um) amerikanischen älnternehmungen Im letzten Jahr einen ungeahnten Aufschwung genommen. Glaubte man doch vor wenigen Jahren, al6 ha« Radio die Welt eroberte, daß da« Schicksal der Sprech- maschinei» und Schattplatten besiegelt fei. Diese düsteren Drovhezeiungen haben sich nicht erfüllt, da« Radio hat dem Grammophon sogar neue freunde zugesührt, da der Rundfunk ii» weiten BevötterungSschlchten da« Bedürfnis nach guter Rkufik geweckt hat. Bleie Musikfreunde geben sich mit dem Programm, da« ihnen der Rundf»»nk vorfetzt, nicht zufrieden, fonderi» wollen ein Musikstück hören, daS gerade Ihrer augenblicklichen Stimmung entspricht. Daß die deutschen Schallplatte»» sich mit ben ausländischen durchaus messen können, beweist die steigende Beliebtheit, deren sich die deutschen Platten tm Ausland erfreuen. Attest» Im Monat Februar wurden fast 040 000 deutsche Schallplatte»» exportiert, während da« Ausland im Februar vorigen Jahre« nicht einmal die Hälfte, nämlich 415 000 Siürf. kaufte. Hauptsächlich In Rumänien hat sich bte deutsche Platte eingebürgert; aber auch Schweben, die rschechoslowakei. Holland und die Türkei sind große Abnehmer der deutschen I,»- duftrie. In letzter Zeit findet matt sogar In Lhina Gefallen an deutsche»» Musikstücken, und tvenn diese« Land erst seine RevolutlonSwirren »iberstanden habe»» wird, bietet sich der deutschen Sprechmaschinenindustrle dort ein weite« Betä- tlgunaSfeid. Einen weiteren Bewel« für die Leistungsfähigkeit der deutschen Schattplattei»sabriken bildet der verringerte Import von auS- >ä,»dischen Blatten, bon denen Im Februar nut ungefähr ('8 000 Stück elngesübrt wurden, während Deutschland Im Februar 1927 fast 130000 - größtenteils amerikantfche Platten kaufte. .Mit Recht kann man von einem Steg der du« Radio sprechen . meint wt Vetter einer ber größten Schattplatten- fabrifcn. .Hock nie war die Rachsrage nach Grammophonpiattet» so groß wir jetzt, und einzelne Schlagerplattc» bringen eS zu Rekord- umsähen. So haben wir allein 30 000 Platte»» mit den» Schlager „Dlnah" verkauft, UM noch Immer wird diese« Musikstück verlangt. Dcn» Sieg der Sprech maschine über den Rnndsunk erkläre ich hauptsächlich daran«, daß die Schatt- plattensabrikcn erste Künstler verptticktei» könne»», während viele im Rundfunk wirkende Künstler nur Mittelmäßige« leisten. Für un« finget» Kü»»st- ler, wie der berühmte Italienische Tenor G i g l i, Paiiiera, Leo S 1 ezak, berühmte Künstle- rinneii wie die D u r. Maria Ieriha, Fritzi M a s s a r y und Julia C u 1 p sind auf unseren Platten zu Horen, und der Kunstfreund kann sich durch unsere Ausnahme»» an der Melsterschast eines Pablo L a f a I S unb Fritz Kreisler erfreuen. Sclbstverstänblich ist die Herftellung von Platten, die die Stimme eines weltberühmten Künstler«, eitva Schaljapin«, wiedergeben, eine recht kostspielige Angelegeirheit beim außer dem hohen Honorar, ha« ei,» solcher Künstler beansprucht. erhält er noch eine prozentuale Beteiligung am Ümfatz." In unermüdlicher Arbeit hat sich die Sprech- maschinen-Jndustrie bemüht, die Schallplatten technisch zu vervottkommnei». und mit dem neuen elektrische»» Aufnahmcvcrsahren ist c« auch gelungen. einen beträchtlichen Schritt vorwärts zu tun. Bei dem alten Ausnahmever ähren mußten sich Orchester und Künstler dicht am Ausnahme- trichter zusammendrü»»gen, unb c« war dennoch nicht möglich, ein volles Orchester auszunehmen. da sich viele Instrumente nicht zur Aufnahme eigneten. Rur alteu oft konnte man bei einer sonst recht klangschönen Platte ein störendes Klirren bei hoben Tönen seststetten, während tiefe Töne gewöhnlich gänzlich »-erschwanhen. Diese llebelflänhc waren besonder« bei Eßorausnahme»» festzustetten. da die Schwingungen, die die Stimmen der Mltwlrkendei» hervornesen. nicht so auf« gelangen werde»» konnten, daß eine hannonische Wiedergabe erfolgt. Bel d -» neuen elektrischen Ausnahmever ihren fallen all diese Mängel fort Ber!<. unben ist der alte enghalsigc Trichter Aum Aufiangen der Sckall- wetten. und nicht mehr auf mechanischem, sondern auf elektrischem Wege werden diese Scha'lwette»» aus eine WachSplatte übertragen. Jede Stimme unb id>d Instrument sind deutlich zu unterscheiden. und jede Ruanee de« BortraaeS kommt zur Geltung. Während bisher eine Ausnahme auf einen besonderen Raum angewiesen war. werden jetzt sogar während der Auttührung einer Oper oder eine« Konzertes Ausnahmen gemacht. Oo gibt e« beispielsweise eine Platte mit Schaljakin, die während einer Vorstellung im Londoner „Covcnt-Onrdcn“ ausgenommen wurde, und al« die berühmte Sängerin Retttz Melba sich al« „mirnl" in Puccini« .Bobdme" vom Pudtt- kmn verabschiedete, wurden ihre Schlußarir und ihre AbschledSrcde ebenfalls während der Vorstellung ausgenommen. Aber nicht nur für Mußestunde»» eignet sich die Sprechmaschine, auch im Geschäftöleben beginnt sie fick einzubürgern. Dringt doch Ölt französische Postverwaltung in bleiern Sommer den Besitzern von Telephonanfchlüssen eine bedeutsame teckni'chc Steuerung, die vielleicht in absehbarer Zeit auck In Deutschla »d elnziehen dürfte. Durch einen kleinen, handlichen Apparat, der in jede Leitung eingebaut werden kann, können künftig alle GefPräche automatisch registriert und von dem Telttrehmer wieder abgehdrt werden. Sine besondere Vorrichtung sott eS sogar ermöglichen, daß der Apparat selbst- tätig telephonische Bestellungen In Abwesenheit be« Teilnehmer« aufnehmen kann. Ungeahnte Aussichten aber scheint neuerding« die Sprech- maschine Künstlern zu bieten: denn in diesen Tagen wurde eine bisher in Europa unbekannte amerikanische Sängerin zu einem Gastspiel an hie Wiener Staatioper verpslichtet. ohne daß sie ein Direktor dieser Oper persönlich kannte. Durch eine Grammophonplatte war die Leitung her Staal«- oper auf diese Sängerin aufmerksam geworden. Dorade in bet letzten Zeit haben die Aktien deutscher Grammopbongefellschaften sensationelle Kurssteigerungen erfahren, und di» au« London kommende Meldung über eine bevorstehende 8Eon ber drei größten Sprechmaschlnenge'ell» schasien der Welt machen c« wahrscheinlich, daß da« Ausland maßgebenden Einfluß auf die deutschen Fabriken zu gewinnen versucht. Zwar scheint e« vorsrühi, schon heute von der Bildung eine« Welt -Grammophontrust« zu sprechen, doch wird blc deutsche Sprechmaschinenindustrle aut daran tun. blc neuen bebcuttamcn Transaktionen mit gespanntester Aufmcrkfamkett zu verfolgen. . Vie go| Vornan 5 bt) Dni 48 kvNlttzllng. «remm i bas erschie S?S' ''«Süd 7' te’nen StUttfr 4m!* ** iJ? mk ( Der liomm ' \ mal i, ' odp<. mli fiiJ "rau,- jn.. ®**ho Segs.- w" *»«!•> $wcr3 Sb,1 Ke 1 S u l°h ||, 6®n Ü)rtu Mnfer» 3^ «Mi * VH, Je«. 1 Satan. 1^*8 of Bauet Ä"«- ."“f bü S wrfS b°u bn 1W- J .6et Kartoffel. unk Eg- Sine Um? 1 folgen. u??°bwittc S* ** ihre ct ÄoteH alle »f tote. £ u. bestlmmtrn Uvnen Dark 4 derlin!en feien,’ U"g zu bringen. Tagung id). 1 Ministers Sto. ialrälen Decker, Dauer und üderyartei- irrln aller 'Yav Dnultgrupyen lg War aus aller gsten Stonnei mit 3 Wurden zunächst en Verhält, beraten. 3n fach. 'm praltische 2oi> Östlichen Ävilag rdr auch von g? Dlzepräfidrnt IH ! des LandbunKt M Rml, fdt j. AlMrgemei'ier aß der unter btt ifgestellte ©trittal« mit den Dünfchtn rtscha/t entstanden begrüflte dtuilfar 6m neuen Plan srn. hwer zu überleben, nicht hatten auiblti« I. Schon über ein große Damm der °ch unserer 6toiton und heute sind die beendet. Um der Damtneo ebenfalls m geben, sind auch worden. Dielt Arie sehr umfaßtnbtn die Dahl des Obersteln «w «* et Stadt M »ar ßen eingelegt^ ittz nach cingehcn» weichen als imbc* lehr wird bekannt, MrgermcisterM Dorttaaes kvMl t eine Ausnahme angewiesen SÄ ij5.aä SS *&JS| 6?- Seschaftsl^ b. in ab> die vE dürltr. hm Ät W. SÄf# ;en in t kann- .^tzprech' idings A ragen 'denn^Lril-' unbekannt? Wiener । kannte- " giaatS* ,5Pft "öA KtzZ W3 Tumen, Sport und Spiel am qu < igivmyt ii, iv vuy '^““‘‘5^ ••••* diesjährigen mitteldeutschen Meistertitel Anfang und war schon in den ersten vier Mi- Olympifc nuten für Berlin entschieden. Aach dem Anstoß | erreichte Wenn auch München am gestrigen Sonntag zum neunten Städtefpiel gegen Berlin in der Reichshauptstadt nicht mit seiner besten Besetzung antreten konnte, so hätte doch niemand Sedacht, dost Suddeuischland mit diesem hohen rgebniS geschlagen die Heimreise antreten mühte. Das Spiel nahm einen fast sensationellen verein Oppeln mit 10:5 siegreich Die Berliner stellten die einttanMrci technUW bessere Monn- lcha'r tv. zur Halbheit schon mit 6.2 in Front lag Handball-Länderspiel Württemberg-Baden 6:6. Aut dem Spielplatz der Turngemeinde Heidel- berg wurde gestern nachmittag da- Handball- Länderspiel Württemberg-Baden der Deutschen Turnerichoit ausgetragen Der Kamps endete mit einem Erfolg für Württemberg 8:6 Fußball in Westdeutschland. In der Westdeutschen Fußballmeisterschaft gab eS gestern entscheidende Resultate. Schalke 0 4 wurde von der S p Bgg K Sin» Sülz 2:7 geschlagen, wodurch Äölr.-cuH die erste Anwartschaft aus die BerbandSmeisterschast der Westdeutschen gewinnt. Schwarz-Weih Olfen- Kurhess en Kassel ebensollS innerhalb der Runde der Ersten, endete 2 2. Süddeutsche Fußballmeisterschaft In den Berbandsspielen um die süddeutsche kv» i le re Beschwerde an den Minister 6t« Onncrn wtlcljl f»t. Die Gnlffribung te« Minister» wird in den nächsten Tagen er- txl-rtpLi * 22. Aprll. 3n der jüngsten Sitzung I?« Stabtvor st ande« standen 'digeirt.c vL«i»(i*en Dünkte zur Beratung: Da» Klopfen ÄÄbaren Pi lästerst et n e wurde dem ^eschma'chu'cnvelltzer Kar »lse m Lach tzu >inem Angebot von 5 Ml ie Äuoihnetcr frei ,ut den Wauen verladen übertragen. — 2kr- t ebene Anwohner ^rDarbenteicherStr -snben an den Stadtvorstanb daß Ersuchen ge- -lchtet die Kanalanlage dieser Strahe um ,lB)Q to Meter zu verlängern Dach dem technischen Gutachten erfordert die Anlage einen Kostenaufwand von etwa 1200 Mark. Der Stadt- »orstand beschloß, die Arbeiten zu Lasten bet Voranschlags für 1928 auSsühren zu lassen Der Münnergesangverein . 0 ä c i l i a" glch veranstaltet am 9.. 10. und 11. Ium anläh- lich der Feier seines ÜOjährigen BesleyenS einen «rosten «esanggwettstreit Aus Antrag wurde beschlossen, dem Mtflebcuben Berem die veranügungssteuer zu erlassen und ihm gleich- »eitig einen Darantiesonds von 1500 Ml. mc Bersügung zu stellen. -Mehrere Gesuch- teller beantragen die Entwässerung ihrer »rundstücke an der kleinen Weibe Vas Kulturbauamt schlägt die Anlage eines Drainagestrange« in dem Weg bis zum Weid- iraben vor. Da Mc Trockenlegung des Weges m öffentlichen Interesse liege, lönnten die Kosten bet Herstellung der Drainaae auf die Stadt ibernvmmen werben, währet« es den Gelnch- lellern überlassen bleiben müstte. nach Einholung bet Genehmigung durch die Stabt auf ihre Kosten weitere Droinagestränge durch ihre Grund- lücfe anzuschliehen. Der Vtabtvotstand trat den Vorschlägen de» Kulturbauamtes bei. — Die Stadt Sich Hot vor einigen Jahren von der Stanbesherrschaft Solms-Lich cm gibst, re« DeIändestück im Brennofen er- worben und von diesem Gelände einen Platz für den beabsichtigten Schulhausneubau ouS- aeschieden. Ein Dersuch, dieses Gelände vor- äufig öffentlich zu verpachten, führte zu keinem Ergebnis. 0» wurde beschlossen, das Gelände ntif Klee einzusäen und alsdann das Futter Si veNverteii. Ein weitere» freies Stück in der röste von etwa 1100 Quadratmeter wurde einem Interessenten sreihändig zu dem jährlichen Pacht- Preise von 15 Mk überlassen. — An die öffentliche Sitzung schlost sich eine geheime Sitzung an. M citz Fricdftcrg -z. Friedberg, 22. April. Die Augustl- nerschule IGymnafium und Oberrealschule), eine der ältesten hesfischen Lehranstalten, war im abgelaufenen Jahr von 496 Schülern besucht, darunter 18 Mädchen. Dach dem Glau- Bei einer schwerathletischen Veranstaltung in Prag vollbrachte der tschechische Halbschwergewicht, ler Vaclav Psenicka bei den Ausscheidungs- kämpfen für Amsterdam außerordentlich gute Stiftungen. Er drückte beidarmig 108 Kilogramm und überbot damit den bisher auf 107,6 Kilogramm stehenden Weltrekord, den der Deutsche Jak Bogt hielt. Sehr beachtenswert ist auch (eine Leistung im Olympischen Dreikampf, bet dem er 344 Kilogramm | erreichte. ber Münchener verloren diese den BaK und € obtl konnte auf Dorlage von Ruch schon in der ersten Minute da» Führungstor für Berlin erzielen. Sofort nach Wiederanstoh fiel da» zweit» Tor durch ® rtnael und In der vierten Mmute stellte So bei das Ergebnis aus 3:0. Trotz der Derlusttvre fami'ftcn die Münchner tapfer weiter und sahen ihre Bemühungen auch in der achten Minute durch ein Tor von Neubauer belohnt. Ein Foul von Erte an Kirsei wurde durch einen Elfmeter geahndet, den Gülle zum üierten Tor für Berlin »infanbte Rach der Pause tauschte München ben verletzten Hörmü11er durch Schäfer auf dem linken cilügel au«. Das Gefühl de» sicheren Sieges liest Berlin angesichts des rorvorfprunaes deir nötigen Schwung vermissen. Sin Selbsttor de« Münchener Dertei- digcr« Kling erböbtc diesen sogar auf 5: 1 für Berlin. Zum Schluss kämpfte die Münchener Elf mit voller Hingabe, um da» Ergebnis zu verbessern: aber auhcr sechs Ecken, die ergebnislos verliefen, glückte e» den Süddeutschen nicht, den sich in Hochform befindlichen Berliner Torwächter Gehl ha ar auch nur ein einzige» Mal zu schlagen Deutsche Zechtmeisierschast. Die Kämpse um die Deutsche Fecht- Meisterschaft begannen am Freitagvormittag mit einer Beteiligung von 25 Fechtern (29 Meldungen) um den F1 o r e t t m e i st » r- titel. Durch den Rücktritt der Fechter der D. T tnegen Beteiligung des Franzosen Labat und des Spaniers de Pomez der Spanier hat übrigens seine Meldungen zurückgezogen -- stehen nur Mitglieder d.s Deutschen Fechterbunbes im Kamps um den Titel. Au» der Zwiscbenrundo gingen nach immer härter werdendem Kampf E a s i m I r und Gazzera mit je fünf Stegen. Moos. Berger Ronde mit je 4. Sommer und Rofenbauer mit je 3 und Körner mit je 2 Stegen in den Sndkampf Sasimir war wieder eine Klafle für sich und ging ohne Aiederlage durch fämtltche Runden Erst da» letzte Gefecht zwi- scheit Sozzera und bem Titelverteidiger entschied über die endgültige Placierung ES wurde von E a f i m i r 5:1 in bestechender Form gewonnen Dieser errang damit die Meisterschaft vor Dazzera und Berger Srgebnif e: 1. Eaf imir (Frankfurt) 8 Siege. 4 erhaltene Treffer. 2. Gazzera (Offenbach) 6 24 3. Berger (Hannover) 6-26. 4. Moos (Frankfurt) 5/23. Am zweiten Tage der beutfchen Fechtmeister- schaffen kamen die Degenkonkurrenzen zum Austrag, in denen Eafimir - Frankfurt ebenfalls siegreich blieb. Er gewann nach zwölf Dor- und Zwischenrunden im Sntfcheibung-kampf mit sieben Siegen den Xitel eine- deutschen Meisters im Degenfechten vor M o st - Frankfurt, Sommer- Berlin. Halberstadt - Offenbach und Oberleutnant Ha?- Reichswehr. Neue (^chwimmrekorde. Die holländische Meisterin Marie Baron schwamm bei den AusscheidungSkämpsen für Oie Olympischen Spiele 200 Meter Brust in der neuen holländischen Rekordzeit von 3:16,4. Diese Zeit ist zwar besser, als der von der Dänin Else Jacobsen mit 3:16.6 anerkannte Weltrekord inzwischen hat ober die Hifdes- heiinerin Frl. Lotte Mühe beide Zetten in Magdeburg mit 3:15,8 unterboten. Die Schwedin Martha Moreliu« verbesserte in Deuyork den Weltrekord im 300-Meter-Freistilschwimmen von 4:19,4 aus 4:11,2. Oomgörgen in der zweiten Runde t. o. Bei dem gestrigen Boxkämpfe In Leipzig besiegte der Engländer Daniels den deutschen MittelgewichtSmelster Domgörgen in der zweiten Runde durch k. o. Neuer Schwerathletik-Weltrekord. benöbekenntni» verteilen sich die Schüler etxm- gclilch 392. kathol.lch ttroettt.sch 2k. sonstige Bekenntnisse 2. 262 Schüler hatten »hrcn Wohnsitz in Friedberg. 234 austerhalb An der Anstalt wirkten auher dem Oberstudiendirektor Reuter ein Oberstudienrat. 24 Studienrät». 3 überplan- mastige Siudienräte. 5 Sludienassettoren und Stu- dicnrescrendare, 1 Zeichenlehrer. 1 Oberreal- lehrer und 3 autzerordentliche Lehrer Die Reife- Prüfung bestanden 11 Gymnasiasten und 32 Ober- reallchüler (darunter 3 Schülerinnen). Rege» Leben herrschte in den bestehenden Schülervereinen an der Augustinerschule, von denen die folgenden im Jahresbericht der Anstalt genannt werden. Augustinerlchul-Bibelkreis. Augustiner- luni- und Splelrereiniaung. Horst Friedberg im Deutschen Psadsindervund. Schulgruppe des D. D QL. welch letztere gelegentlich der D. D. QL- Wcrbewoche im Mai vergangenen Jahres 1075 Mark sammelte. Die beiden Iugendgruppen de« D. H. E. sind Ostern 1927 eingegangen. T Fauerbach v. d. Höhe, 21. April. In den nächsicn Tagen wird in unserem Dorfe al« einem der letzten in unserer Gegend mit der Anlage der Wasserleitung begonnen. Die im Iseltal oberhalb Münster liegenden Quellen sind bereits gefastt worden, durch Kauf gingen sie in den M'sitz der Gemeinde Fauerbach über. Die Arbeiten, einschließlich der Kanalisation einiger noch nicht kanalisierter Straßen, wurden einer Firma auS Wetzlar für den Betrag von 112 000 Mark übertragen. Wan hofft, bis zum Herbst die Arbeiten beenden zu können. Mixiä Büdingen. I Hirzenhain. 21. April. Die Eisenwerke Hirzenhain lassen soeben aus dem Gelände ihrer Ofenentailliererei einen neuen Kamin errichten, an den neuartige Musfelbsen angeschlossen toerben sollen. Die Arbeit wird von auswärtigen Spezialarbeitern aus- geführt. D Echzell. 21. April. Auf dem gestern frier abaehaltenen Ferkelmarkt waren 286 Tiere aufgetrieben. Die Preise stellten sich für ein Ferkel. 6 Wochen alt, auf 15 Mark. 8 Wochen alt 2D bis 24 Mark. 10 Wochen alt auf durch- schnittlich 30 Mark. Bei mäßigem Handel blieb noch ein kleiner Lieberstand. Ridda. 23. April. Für die freute statt- gefundene Aufnahme neuer Schüler in die frielige Realschule haben sich 21 Schüler gemeldet, so daß der vorjährige Stand von 100 Schülern bleibt Rach nur dreimonatiger Wirksamkeit an der Realschule wurde der Studienassessor Dr. Todt von hier an das Gymnasium in DcnSheim versetzt Zu seinem Rach- folger ist Studienaffesfor Dr Lui mann vom Gymnasium Büdingen an unsere Realschule verseht worden, dessen Familie schon seither hier wohnte. mißte. Nack dem dritten Kilometer führten jfrelber, Petr.i, Hufen und Kapp in einer Spitzengruvpe, etwa 20 Meter vor dem übrigen Felde. Nach fünf Kilometer mochte fich die lleberlegenheit Hufens und Helders bemerkbar, die bis zum Schluß an- hielt. Die Mannfchaftsmeisterfchaft fiel an den Polizeisport verein Hamburg. Ergebnisse: Deutschs Waldlausmeisterschaft, 10 Kilometer: 1. Husen, Pollzeispartv. Hamburg 33.25:4; 2. Selber, B. s. B. Stuttgart 33.59:2; 3. Brauch, Polizei- fporto. Berlin 34.20:1. Mannschaft» mel ft erschast: 1. Polizei- rrtv. Hamburg 13 Punkte, 2. v. s. B. Stuttgart, Sportfreunde in Siegen. Deutsche Handballmeisteeschast. Auf dem Platz des Sportklub« Sharlottenburg in Berlin-Witzleben kamen Sonntagnachmittaa die in der Reichshauptstadt angesehten Spiele Sur Dvrrunde um die Deutsche Handballmelster- ckast der Deutschen Spvrtbehörde zur Durch- übrung. Im -Vorspiel der Frauenmann- s ch a s t e n errang der Sportklub Eharlot- tenburg über Spvrtsreunde Breslau mit 9:0 (4^) einen überlegenen Sieg. Im Vorrundenspiel der Herren trafen der brandenburgische und der südvstdeutsche Weister zusammen. Auch hier blieb der Vertreter -Berlin«, der Deutsche HanbbsHtlub Berlin, über Pvlizeisport- Waldlausmeisterschast der D. T. Die Deutsckr» Turnerschast trug am gesti-igen Sonntag ihre diesjährige Waldlaufmeifterschast in Erfurt aus. Der 7.5 Kilometer lange Laus führte durchgängig durch Wald und stellte höchste Anforderungen an die Läufer. Gleich zu -Beginn zog sich da« Feld auseinander, und schon wenige bunbtrt Meter hinter dem Ablaus hatte fich der Tiielrerteidiger Schaumbura-Hünße an di- Spitze gefetzt. Bei 6000 Meter lag et bereits 100 Meter vor und gewann schließlich unangesochten. Den ersten Kreissteg errang die Kreismannsckaft des Turnkreises 3b Brandenburg mit 18 Punkten. Den ersten Platz im Dereinsmannschaitslaus errang bet Turn- und Sportverein Friesen Berlin mit 21 Punkten. . Einzel-Siege: 1. Fritz S ch a u m b u r g - H u n r e in 24,37* 2. Mar Syring Turnverein Renden- Anhalt 24,56, 3. Leygraf-Krefeld 25.01'/» Deutsche Waldlausmeisterschast der Sportler. Diese würbe am gestrigen Sonntag in Weimar euMftragen. Es starteten 81 Teilnehmer, unter denen man den mitteldeutschen Meister Bräutigam (Leipzig) und Rätze (Luckenwalde) ver- konnte. Zußball-Städtespiel Berlin-München 5:1. Fußballmeisterschast fielen gestern, namentlich in der Runde der Meister äußerst wichtige Sntfcheidungen. DaS Ergebnis bestand darin, daß die Frankfurter Eintracht, die ihr Spiel in Saarbrücken gegen den Fußball- verein Saarbrücken mit 4:2 Tdren gewann, nunmehr wieder einen Punkt vor der 61> B g. Fürth stehl, die auf eigenem Platze gegen Bayern München 0:2 verlor. Der Sleg der Frankfurter Eintracht wurde in einem harten Spiel verdient errungen, trotzdem Saarbrücken zweimal den Ausgleich Herstellen konnte. Das Spiel in Fürth zeigte beiberfeit« recht gute Leistungen, namentlich der Sturm der Münchener arbeitete hervorragend, ihm ist in erster Linie der Bayernfiea zu verdanken. Der K. F. B. Karlsruhe fchlug auf eigenem Platze dir Stuttgarter KickerS sehr hoch mit 5:2 Toren, trotzdem die Karlsruher bi» zur Pause nicht Immer überlegen waren. Roch höher wurde die Wormatia WormS vom S. B. W a l d h o Mannheim geschlagen. Mit 7:2 Toren blieb Waldhof dank feine» beträchtlich überlegenen StürmerfpieleS siegreich . In der R u n d e d e r Z w e i t e n u n b D r 11 - ten halte die Gruppe Rorbwest nur ein Spiel aus dem Programm. S. E. R o t w e i ß Frankfurt erkämpfte sich mit ersot-geschwächter Mannschaft ein ehrenvolles 0:0 gegen den Tabeilenzweiten. den S. B. 0 5 Mainz. Der Kampf war sehr flott und teilweife recht spannend, das Etärkeverhältnis dem Ergebnis entsprewend. — 3n der Gruppe Südost fiel von den drei vorgesehenen Spielen die Begegnung S. E. FrE >- butfl gegen Phönir Karlsruhe aus. Der B f. B. S t u 11 0 a r t konnte auf eigenem Platze seine 2:0 -Niederlage aus dem Borspiel gegen Union Döckingen durch ein verdiente- 2:0 wieder gutmachen Der B. f.R. Fürth mußte die Ueberlegenheit deS 1. F. E. Nürnberg ebenfalls mit einem 0:2 anerkennen. Wacker Hatte mitteldeutscher Fußballmeister. Mit einer großen Ueberrafchung endete gestrigen Sonntag daS Entscheidungsspiel um die mitteldeutsche Fußballmeisterschaft auf der Dresdner Radrennbahn, auf der sich der Pokalsieger Dresdner Epvrtclub und her Saalegnumeister Wacker Halle gegenüberstanden. Die Hallenser gingen schon in der ersten Gpielhälfte durch einen Treffer in Führung, di» sie bis zum Spielende zähe verteidigten. Trotz großer Ueberlegenheit gelang es Dresden nicht, den Qlusgleich zu erzwingen, so daß QDacker Halle mit 1:0 den diesjährigen mitteldeutschen Meistertitel erringen Die goldenen Berge. Nomon von Clara Diebig. Eopyright bh Deuttche -VerlagS-Anstalt Stuttgart. 45 Fortsetzung. Nachdruck verboten Daß Bremm seinen Sinundzwanziacr gerettet hatte, das erschien ihm bei seinem Unglück jetzt doch wie ein Glück. Oaiu ruhig lag da» Faß oben auf seinen Stützen, er fah es an mit liebenden 'äugen: sein Wein, fein köstlicher Wein — und den wollt» keiner mehr haben?! Aber oielleicht jetzt doch noch! Und siehe, wie gerufen erschien auf einmal der Felden Der Kommissionär war viel grauer geworden, eitdem sie ihn nicht gesehen hatten Die Bremm sagte e» ehrlich heraus alcich beim Guten- tag: -Jesses, wat seid Ihr gealtert!- «r gab ihr das Kompliment zurück; er war besonder» er- schrocke«, wie Simon Bremm aussah. „Ja, liebe Frau," sagte er und versuchte Forschheit zu heucheln, „wir haben all nix zu lachen. Die Mosel ist unserem Herrgott sein Stiefkind. UeberoQ Unglück fetzt, bei arm und reich. Habt Ihr et gehört, der alte vousemont, der hat auch Malör gehabt,^ dem sein Sohn, der Doktor, der is |a ertrunfen." „Erlrunken —?!* „3hr habt nir gehört? No ja, Ihr hier in eurem Drecksnest, da frört Ihr nix. Ende Dezember schon, grab als da» Wasser so arg roar.* Ettte Tür fiel in» Schloß. Jemand war rasch aus her Stube gegangen; cs war bie Maria gewesen. Maria war entsetzt. Die auf der Flucht vor etwas Grauenhaftem rannte sie davon. Nein, das hatte er nicht verdient, nein, das gewiß nicht! Seine Schuld war nicht größer als die ihre, und f i e lebte, war gesund, — und er, er batte sterben müßen! Es padte sie an wie mit eisigen Händen. Sie rannte m den Stall, da war sie allcin. niemand sah sie, niemand fragte sie, nur bie Kuh drehte den Kopf nach ihr. Neben bem Tier sank sie aufs Stroh und hob flefrenb bie Hände: «Herr erbarme dich unser! Ehriste, erbarme dich unser! Heilige Maria, Muttergottes, bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Tobes!" Sie war völlig zerknirscht: Oh, da» hotte ihr Haß, ihr Zorn nicht gewollt, baß solch ein Schirfsol über ihn Der- hangt würbe! Hatte sie ihn denn überhaupt gehaßt. ihm vielleicht geflucht? Eine solche Strafe auf ihn frcrabgeroün|d)t? Nein, nein. Geflucht niemals, ihn gehaßt vielleicht unb In Zorn an ifrn gebacht, aber auch bas, auch bas schon längst nicht mehr. Dfr Gott sei gebankt, baß sie seit jenem Abend in Jakob Brcinms Berg gelernt hatte, ihr | Schicksal auf sich zu nehmen, e» zu tragen, aebub | big, oyne Widerwillen unb Zorn. Der arme Mensch ertrunken! Der arme Mensch, so jung sterben zu müßen! Aerr, schenk ihm bie ewige Ruh, unb bas ewige Licht leuchte ihm!" Die Tränen liefen ihr ström- weise übers Gesicht, als sie feine» Enbes gedachte. Unter Schauern, bie über ihr Herz hingingen wie sanft nkberbeugenbe Winde über reif werbende Karnflur, betete sie inbrünstig für bie Ruhe feiner Seele. Niemanb störte Maria. Drinnen in ber Stube war die Bremm nur noch allein. Bremm war mit Feiben in ben Keller gegangen. Der Kommissionär zeigte sich jetzt nicht abgeneigt, etwa» zu kaufen Es war an Der Mosel so viel kaputt gegangen, baß er doch daran denken mußte, von dem, was noch etwa da war. auch sich etwas zu sichern. Unb billig würben sie sein, mußten sie ja jetzt alle fein. Bremm fah finster brein, als ber Kommissionär ihm für das einzig übriggebliebene 5über von ben dreien einen sehr geringen Preis boL Da» war wenig, lächerlich wenig, es deckte ja nicht einmal die Kosten. Aber freilich, der Wein war ja auch noch nicht fertig, er mußte noch geklärt, gesüßt, geichönt werben. Der Feiben versicherte: „Ich verdienen nix bran.“ Unb was für ein Risiko war für ihn babei! Wenn er nun sitzen blieb auf bem Wein? Und das sah Bremm ein: ber. Feiben hatte recht, cs war heutzutage nichts mit dem Weinhanbel. 6r piß die Zähne zusammen: so mochte ber Feiben benn dies Fuder nehmen. Aber gleich bar bezahlen; er hatte keine Mark mehr im Haus. Unb er war mit der Steuer im Rückstand, bas Finanzamt ließ nicht Gnade für Recht ergehen, Mahnzettel waren schon .zwei gekommen — o weh, die Strafgebühcen. Wenn er einen mit einer Dienstmütze nur schon von ferne zu erblicken glaubte, lief e» ihm kalt über den Rücken, er zitterte vor einer Pfändung. Der Feiben hielt ihm bie Hanb hin: „Abgemacht. Nu laßt uns aber nach oben gehen." Es schauderte ben Mann: Teufel auch, bas war eine Nässe frier in bem Keller! Da fiel sein Blick noch auf bas Faß. das. sehr hoch gelegt, mit besonderer Sorgfalt gestützt war: „No. was habt Ihr denn da noch? Eine Flamme der Hoffnung schoß in Bremm empor: sein Einundzwanzig»!:, sein Cinundzwon- ziger' Vielleicht wollte ber Feiben ben auch noch? Den jetzt boch! Unb wenn er ben wollte, würbe er ben ja auch gut bezahlen, benn ber war etwa» anbere», was ganz anderes, zehnmal Desieres als diese letzte Kreszenz. Er hielt an sich, um nicht seine Hoffnung zu zeigen. Aber feine Miene wurde hell, ohne baß er wußte, mit glänzenben Augen sah er auf zum Faß: „Kein ganzes Fuber mehr, vielleicht breioiertel — wollt Ihr bat etwa?" Er triumphierte: „Ader bat kost wat!" J)m, ja — wollen sehn," meinte ber Feiben „Einunbzwcmziger — hm. Der hält Euch kein halbes Jahr mehr. Aber laßt mich probieren!" Bremm verzog spöttisch ben Munb: kein halbes Jahr mehr? Ei, was ber Feiben boch wußte! Aber er, er mußte es besser, wie gut noch ber Wein war. klar wie Gold, unb wie ausgezeichnet der schmeckte. Freilich, es war ihm frort, ben hergeben zu müssen, seine ganze Freude war biefer Wein — och. unb sein Trost. Wenn er ben nicht gehabt hätte, wer weiß, oielleicht hinge er bann schon längst ba am Haken! Er warf einen Blick nach ber Wand hin, wo bie Seile noch an bem Haken hingen. Aber bann gab er sich einen Ruck: wenn er den Einunbzwanziger jetzt gut verkaufen konnte, mußte er ihn verkaufen unb Gott noch banken dafür — bie Not war zu groß. Bereitwillig lief er, um einen Tritt zu holen unb Werkzeug, ba« Faß war ja noch zu. Er öffnete e», das ging merkwürdig leicht — ei, bas kam wohl daher, weil er es gern tat, er mußte es gern tun — ober sollte er vielleicht Damals ben Spunb nicht sehr fest eingetrieben haben? Selbstverstänblich, erst recht War er etwas eilig dabei gewesen? Das Wasier kam damals allzu geschwind. Mit einer Hanb, bie vor Erregung plötzlich zitterte, steckte er nun ben bünnen Schlauch in» Spundloch, er sog, sog auf — Herrgott, wie schmeckte benn das?! Er ließ in» Probiergläschen laufen, schüttete aus. ließ bas wieber oollaufen — jetzt stieß er ein „Gott steh mir bei!" heraus unb wäre saft umgcfaUen: ber Wein war trüb, völlig trüb Hatte sein Golb ganz verloren. Er kannte seinen Wein, seinen golbenen Wein, seinen Einunb- zwanziger gar nicht mehr wieder Und schmecken tat ber — pfui! Simon Bremm bebte wie bürres Laub, bas ber Sturmroinb schüttelt Das war zu viel, zu viel bes Unglücks, bas über ihn kam. Der Spunb war nicht herausgefahren, aber bicht. ganz bicht hatte er auch nicht gehalten, in feinen Einunbzwanziger war boch Wasser gelaufen! Die Fuße verfagten Simon Bremm. bie Kni» brachen unter ihm ein, um nicht umzusinken, fetzte er sich platt auf ben Boben unb hielt sich mit beiden Händen bie Bugen zu Feiben war auch bestürzt, er ftanb sehr betroffen. Das tat ihm aber leib, tat ihm ehrlich leib für den Mann. Wie konnte bas nur geschehen fein? Wahrscheinlich hatte bie Gewalt bes Wasfers bas Faß gehoben, unb ba es sehr hoch lag, unter bie Decke gestoßen; ber Spunb hatte sich habet ein wenig gelockert — ein Wunber. baß ba» Faß nicht völlig geplatzt war. Anfcheinenb unversehrt lag es noch da, aber ben Wein konnte ber arme Kerl nun auch auf den Mist schütten — futsch. Der Komifsionar versuchte Bremm zuzureden: ,Hhr teilt bas Schicksal mit so vielen anbem, Bremm, regt Euch boch nit so auf, et kommen auch wieber bessere Zeiten. Steht boch auf, Bremm, Ihr könnt einem ja orbentlich bang machen! Ha, sagt boch ein Wort. Mann!" Aber Simon Bremm sagte kein Wort, stumm blieb er am Boben sitzen. Er schien gar nicht zu bemerken, baß ber Feiben jetzt ging. — Der Kommissionär schlich bie Treppe heraus, es war ihm unheimlich im Keller, er war froh, als er jetzt in der Stube war. Da wartete noch bie Frau. Das war auch eine Aufgabe, ber von Bremms Mißgeschick mit seinem Einunbzwanziger zu erzählen. Zögernb, stockenb teilte er es ihr mit. Er war sehr erstaunt, baß sie es eigentlich ruhig nahm. Tröstete sie vielleicht ber Anblick bes Geldes, bie dreihundertunbfünfzig Mark, bie er ihr fedt auf ben Tisch legte für bas von ihm gekaufte yuber des Reuen? Unb baß er noch zehn Mark für die Kinder zulegte als fein Präsent? (Fortsetzung folgt) x', Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im März. Der deutsche Außenhandel zeigt im März im reinen Warenverkehr einen Sinfuhrüber- schuh von 208 Mill. Mark, gegen 306 Mill Mark im Vormonat. Die Einfuhr im reinen Warenverkehr ist im März gegenüber dem Vormonat um 18,6 Mill. Mark zurückgegangen. Der Rückgang ist bei der Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren erhebnch stärker, nämlich 54,5 Mill. Mk, während die Einfuhr bei den übrigen Gruppen zugenommen hat. Die Ausfuhr zeigt gegenüber dem Vormonat wiederum eine Zunahme, und zwar von fast 80 Mill. Mark. Tie überschreitet in diesem Monat erstmalig 1 Milliarde. An der Zunahme sind alle Gruppen, in erster Linie aber die Fertigwaren mit 70,7 Mill. Mk.. beteiligt. Die Einfuhr von Gold ist um 10 Mill. Mark, die Ausfuhr nur unbedeutend gestiegen. DaS Sinken der Gesamteinfuhr, ein besonders starker Rückgang der Einfuhr an Rohstoffen und Halbfertigwaren, und erhebliche Zunahme der Gesamtausfuhr um fast 80 Mill. Mark, hervorgerufen besonders durch eine Steigerung der Fertigwarenausfuhr um rund 71 Mill. Mark, diese Tatsachen kennzeichnen am stärksten die Bilanz des deutschen Außenhandels im Monat März. Damit tritt die von uns bereits erwartete Klärung der Verhältnisse im deutschen Außenhandel ein, in Verfolg der Konjunktur und Saisonbewegung. Die Ergebnisse der vorhergehenden Monate kennzeichneten wir dahingehend, daß die gesunde Tendenz, welche die GntwiÄung des deutschen Außenhandels Ende des vergangenen Jahres zeigte, erhalten geblieben ist. Dies wird durch die Märzbilanz im vollen Maße bestätigt. Betrachten wir zunächst die Ziffern der Ein - suhrfeite, so lassen sich bereits hieraus verschiedene Rückschlüsse auf den Einfluß der Saison und auch der Konjunkturlage ziehen. Abgesehen von der Wirkung der im Januar uni) Februar vorgenommenen Eindeckungen mit Rohstoffen, vor allem von feiten der Textilindustrie, die zu der Verminderung der Einfuhr führte und die Gesamteinfuhr trotz Steigerung der Lebensmitteleinfuhr und der Fertigwareneinfuhr sinken ließ, hat zweifellos der vielfach, auch seitens des Instituts für Konjunkturforschung festgestellte Rückgang des Tätigkeitsgrades in manchen Jndustrie- gruppen besonders der Produktivgüterindustrie zu dieser Verminderung beigetragen. Auffällig ist allerdings die Steigerung der Lebensrnittel- einfuhr und die Wiederkehr in der Steigerung der Fertigwareneinfuhr, nachdem die Erhöhung des Importes von Fertigwaren im Januar durch die Steigerung der Fertigwaren im Februar so gut wie ausgeglichen war. Trotzdem bleibt die eingetretene Wendung nach der günsti- g e n Seite bestehen, die sich auf der Cinfuhr- seite in den nächsten Monaten noch verstärken dürfte. Was die Ausfuhrseite anbelangt, so betrachten wir die Steigerung der Zahlen, die sich übrigens auf alle Gruppen verteilt, als einen durchaus normalen und der Entwicklungstendenz entsprechenden Vorgang, der allerdings bis zu einem gewissen Grade in den Einflüssen einer gedämpften Jnlandkonjunktur Unterstützung findet. Daß dies der Fall ist, zeigt ohne Zweifel eine gesonderte Untersuchung der Außenhandelsbilanz für die Textilindustrie, die ja bereits in den Vormonaten eine beachtliche Rolle in der l Entwicklung des deutschen Außenhandels gespielt hat. Die Textilbilanz beeinflußt diesmal auf ' der Ausfuhrseite besonders stark das Rechnungsergebnis, da Textilfertigwaren für sich eine Zunahme um insgesamt 15,8 Millionen Mark aufzuweisen hoben. Es sind von uns am Ende des Vorjahres einmal Befürchtungen ausgesprochen worden dahingehend, daß es der deutschen Textilindustrie anscheinend nicht leicht werden würde, im Falle eines Rückganges der Jnlandkonjunktur sich auf den Export infolge chrer hohen Preisbildung umzustellen, was natürlich bei der Bedeutung der Textilindustrie als Veredelungsindustrie für den deutschen Außenhandel eine nicht unerhebliche Rolle spielen würde. Diese Befürchtungen scheinen sich jedoch nicht zu erfüllen. Das gleiche gilt für die deutsche Eisenindustrie, die zum ersten Male wieder seit längerer Zeit eine Steigerung der Ausfuhr um rund 8,5 Millionen Mark aufzuweisen hat. im wesentlichen wohl darauf zurückzuführen, daß sich die Preise am Welteisenmarkt beträchtlich gebessert haben. Auch die Maschinenindustrie beginnt sich mehr im Exportgeschäft zu betätigen, denn sie weist eine weitere Zunahine des Auslandabsatzes im Werte von 6,3 Millionen Mark auf. Die chemische Industrie konnte ihre Ausfuhr um 14 Millionen Mark steigern. Die Rohstoffeinfuhr bleibt, verglichen mit den Vorjahren, trotz des Rückganges immer noch auf c.nen verhältnismäßig hohen Stand. Da der Einfuhrüberschuß im März auf 208 Millionen Mark gesenkt werden konnte, der im Monatsdurchschnitt 1927 327 Millionen Mark be- iragen hatte, so muh die Außenhandelsbilanz im Monat März, im ganzen betrachtet, ein günstiges Urteil finden, um so mehr, als sich in ihrer Gestaltung die gesunde Tendenz der Gesamtentwicklung kündbar macht. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Produktenmarkt der ver- slosfenen Woche eröffnete in sehr fester Haltung. Eine günstige Wirkung ging vor allem von den weiter steigenden amerikanischen Votierungen und den Meldungen über den schlechten Saatenstand in Vordamerika aus. Die Händler mußten daher aus ihrer Zurückhaltung heraustreten, da sich auch neuerlich große Materialknappheit bemerkbar machte. Hinzu tarn noch, daß von Seiten des Auslandes größere Kaufaufträge eingingen, denen aber nicht immer voll Rechnung getragen werden konnte. Die Mühlen und der Konsum beteiligten sich wieder stärker am Geschäft. Das Angebot in allen Getreidesorten war sehr gering, daß aus diesem Grunde das Geschäft eher eine Hemmung erfuhr. Roggen war besonders lebhaft verlangt. Hauptsächlich trat hier Polen als Käufer auf. Die hohen geforderten Preise wurden glatt bezahlt. In Weizen konnte sich nicht so reges Geschäft entwickeln, nur Weizen für Futterzwecke wurde in größeren Posten um- geseht. Trotz der weiter steigenden Preise gab die Zweite Hand immer noch keine Ware an den Markt, wahrscheinlich in der Hoffnung, immer noch größere Gewinne erzielen zu können. Im Verlaufe machte sich immer stärkerer Bedarf von seiten der Mühlen bemerkbar, was sich auch auf alle Fälle auf den Mehlmarkt günstig auswirken tonnte. Größeres Interesse bestand besonders für Roggenmehl, hier wurden bei beträchtlich erhöhtem Preis, Abschlüsse in großem Rahmen getätigt. Auch Weizenmehl erfuhr dadurch eine Belebung. Hafer hatte ebenfalls beträchtliches Geschäft aufzuweisen. Mais für Futterzwecke war vernachlässigt. Mais für andere Zwecke lag dagegen fester, auf Deckungen aus Jndustriekreisen. In Futterartikeln konnte sich nur langsam etwas Geschäft entwickeln. Auf schwächere Auslandsmeldungen kam im Verlaufe etwas mehr Ware an den Markt, was hier jedoch keinen nachteiligen Einfluß aus- üben konnte. Zum Wochenschluh wurde die Stimmung sehr fest, da wieder ein stärkeres Anziehen der amerikanischen Votierungen festzustellen war. Doch war eine gewisse Zurückhaltung bei den Händlern festzustellen, was wohl auf die vorübergehende Abschwächung der Auslandsmärkte zu- rklckzuführen war. Das Geschäft konnte sich daraufhin nicht mehr so lebhaft gestalten. Auch ließ das Interesse der Mühlen und des Auslandes etwas nach. Im Vergleich zu den Votierungen der vorigen Woche zogen Weizen, Hafer und Weizenmehl je eine halbe Mark an. Mais für andere Zwecke und Weizenkleie konnten je eine halbe Mark gewinnen. Mais für Futterzwecke gab dagegen eine halbe QHarf nach. Roggen zog 1,25 Mark und Roggenmehl 1,50 Mark an. Die Woche schloß zu folgenden Äotterungen: Weizen 1 27,50, Roggen 29,50, Hafer inl. 27,50 bis 28,25, Mais für Futterzwecke 24—24,25, Mais für andere Zwecke 25—25.50, Weizenmehl 38,50 bis 39,50, Roggenmehl 39—40,50, Weizenkleie 15,25, Roggenkleie 16,25-16,50. Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Sttchtag des 18. April berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 139,6 gegenüber der Vorwoche (139,0) um 0,4 v. H. gestiegen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,2 v. H. auf 134,1 (Vorwoche 132,5) angezogen. Die Indexziffer der Kolonialwaren war mit 133,4 unverändert. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich mit 133,8 (133,6) und diejenige für industrielle Ferttgwaren mit 157,7 (157,6) leicht erhöht. • Abermalige Erhöhung des Privatdiskonts an der Berliner Börse. Der Privatdiskontsatz für lange Sichten ist am Samstag in Berlin um Vs Prozent auf 6^4 Prozent erhöht worden, so daß nunmehr beide Sichten einheitlich 88/* Prozent notieren. • Adlerwerke, vorm. Heinr. Kleyer A-G., Frankfurt a. M. Wie wir von Der- waltunasseite erfahren, sind die Gerüchte Wer Kaditaterhöhungsabsichten vollkommen unzutres- feno. Es fänden keinerlei Verhandlungen statt. ’ Süddeutsche Jinmobiliengesell- schäft A-G., Frankfurt a. M. Einschließlich des Vortrages von 21-096 ergibt sich ein Reingewinn von 256 992 (171 000) Mark, woraus 8 (5) Prozent Dividende verteilt werden sollen. Generalversammlung am 22. Mai. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 23. April. Tendenz: Ruhig. — Die Börse begann die neue Woche in äußerst lustloser und zurückhaltender Stimmung, und viele BörseWesucher schienen die Hausfeperiode der vergangenen Woche nunmehr als abgeschlossen zu betrachten. Bei fast vollkommenem Ordermangel von seiten des privaten Publikums, wie auch des Auslandes bewegte sich die Llmsahtättgkeit in den allerengsten Grenzen. Die Spekulatton war besttebt, die noch bestehenden Engagements abzuweisen, so daß die Kurse überwiegend etwas abbröckelten. Ungünstig wirtten die Vierteljahresziffern des Stahlvereins. die einen Umsahrückgang anzeigen. Andererseits befriedigte die wieder etwas erhöhte Ruhrkohlenförderung. Die gebelferte Auslandbilanz für März konnte auch heute kaum eine Wirkung ausüben. Der Geldmarkt war weiter leicht. Bei der ersten Votierung waren gegen die Schluhkurse vom Samstag meist 1—2prozenttge Kursbesserungen zu verzeichnen. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G. > Farben knapp behauptet, gaben im Verlauf jedoch etwa 1,5 Proz. nach. Scheideanstalt konnten ein Prozent anziehen. Elektrower te verloren etwa 1 bis 2 Proz. Siemens blieben knapp behauptet. Am Montan martt lagen Rhein- st a h l mit minus 2,25 Proz. etwas stärker gedrückt. Don Banken war Danatbank mit minus 3,75 Prvz. angeboten. Reichsbank konnten dagegen erneut 1,5 Proz. anziehen. Zellstoff Waldhof büßten 1,5 Proz. ein. Don Bau - unternehmungen büßten WahßS Frey- t a g 2 Proz. ein. Deutsche Anleihen lagen stlll. Don ausländischen Renten Zolltürken etwas fester. Für Rumänen bestand etwas stärkeres Interesse. Im Freiverkehr lagen die amerikanischen Kunstseidewerte heute etwas ruhiger. Amerikanische Enka 75,50 bis 75,75 Dollar. Im wetteren Verlauf blieb zwar das Geschäft ziemlich still, vereinzelte Deckungen bewirkten jedoch, daß sich die führenden Werte etwas im Kurse erholen konnten. So erreichten J.-G.-Farben wieder die Anfangskurse. Interesse zeigte sich für Schuckert mit plus 1,5 Proz. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld 4,5 Prozent. Am Devisenmarkt nennt man Reichsmark gegen Dollar 4,1880, gegen Pfund 20,419, Londvn-Kabel 488,20, Paris 124,06, Mailand 92,60, Madrid 29,11, Holland 12,11. Berlins Börse. Berlin, 23. Aprtt. Voch vorbörslich hatte es so ausgesehen, als ob es, von Spezialwerten ausgehend, fester werden wollte. Das sehr ruhige Geschäft und das Fehlen neuer Aufträge drückte sich in den anderen offiziellen Kursen wieder starker aus. Eine Einhritlich- keit in der Kursentwicklung war nicht festzustellen. Die Abweichungen gegen den Samstag- schluß 'waren im allgemeinen nur gering. Vereinzelt konnten sich die leicht erhöhten Vachbörs- kurse von Samstag behaupten. Anderseits hatten einige Papiere, wie Essener Steinkohle, Rhein stahl, Salzdetfurth, Schuckert & Balzer und Schlesische Zink 3—5 prvzentige Abschwächungen zu verzeichnen. Kanada, Reichsbank, Holz- mann, Rheinische Braunkohlen und Akkumulatoren fanden etwas Beachtung und waren bis 3 Prozent erhöht. Bei Glanz- st o f f ist heute der Dividendeabschlag von 16,2 Prozent zu berücksichtigen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Bosnier bis 0,25 Prozent schwächer. Pfandbriefe still. Farben- Bonds 145 bis 145,50 Prozent. Geld war eine Kleinigkeit leichter. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent und darunter. Monatsgeld 7,25 bis 8,50 Prozent. Warenwechsel 6.95 bis 7 Prozent zirka. Auch im Verlaufe war das Geschäft sehr still. Es wurden Ueberlegungen angestellt, wie man eine Belebung erzielen könnte. Die so nötigen Auslandaufträge fehlen im Moment. Anscheinend bietet das Kursniveau augeWlicklich nicht den nötigen Anreiz. Die Abschaffung der M e d i o l i q u i d a t i on, um eine Ermäßigung der Spesen zu erzielen, wurde erneut vorgeschlagen. Vorübergehend schwächer, konnte sich im Verlaufe wieder eine Erholung durchsetzen. Das Geschäft belebte sich etwas, und die ersten Kurse wurden fast Werall wieder erreicht und noch überschritten. Fest lagen Rheinstahl und Zellstoff Waldhof mit zirka 2 Prozent über Anfang. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 23. April. Aus die schwächeren Liverpooler Meldungen eröffnete der Frankfurter Produktenmarkt die neue Woche in schwacher Haltung. Die Händler Wien größere Zurückhaltung, so daß Umfälle nur in bescheidenem Rahmen getätigt wurden. Roggen weiter bei Reinem Angebot verlangt. Mehle lagen ruhiger. Veuerdings bestand größeres Interesse für Kleie. Die Preise gaben ^irchschntttlich, hauptsächlich für Weizen und Roggen etwas nach. Auch Mais lag etwas schwächer, bei nachgebenden Preisen. Es wurden notiert: Weizen 1. gut. gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 27 bis 2725. Roggen 29,25, Hafer, inländ. 27,75 bis 28,25. Mais (gelb) für Futterzwecke 24 bis 2425. Mais (gelb) für andere Zwecke 25 bis 25.50. Weizenmehl, südd. Spezial 0 38 25 bis 39.50. Roggenmehl 39 bis 40.50. Weizenkleie 15.40 bis 15,50. Roggenkleie 16,50 bis 1625. Erbsen, je nach Qualität, für Speisezwecke 32 bi8"6?. Linsen, je nach Qualität, für Speisezwecke 55 bis 110, Heu. süddeutsches, gut. gesund, trocken 8. Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 4.50. Weizen» und Roggenstroh, gebündelt 3.25. Treber, getrocknet 18,50 bis 18,75. Tendenz ruhig. Frankfurter Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M , 23. April. Auftrieb: 1466 Rinder (darunter 369 Ochsen. 83 Dullen. 578 Kühe. 382 Färsen). 566 Kälber. 78 Schafe, 5991 Schweine. Es wurden notiert: R inder (Ochsen): Dollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 63 Mt., (ältere) 56 bis 59; sonstige vollfleischige (jüngere) 51 bis 55, (ältere) 48 bis 50; fleischige 44 bis 47. (Bullen): Jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 50 bis 55; sonstige vollfleischige oder aus- gemäftete 45 bis 49. (Kühe): Jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachttoerts 44 bis 50; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39 bis 43; fleischige 34 bis 38; gering genährte 25 bis 33. (Färsen — Kalbinnen, Jungrinder —): Dollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 63; vollfleischige 55 bis 59; fleischige 49 bis 54. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 70 bis 75; mittlere Mast- und Saugkälber 63 bis 69; geringe Kälber 54 bis 62 Mk. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 48 bis 50; vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund 49 bis 51; von etwa 200 bis 240 Pfund 50 bis 52; von etwa 160 bis 200 Pfund 51 bis 53; fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 47 bis 50; Sauen 40 bis 46 Mk. — Marktverkauf: Rinder, mittelmäßig, nahezu ausverkauft. Kälber, ruhig, ausverkauft. Schafe des geringen Auftriebs wegen nicht notiert. Schweine schleppend, lieber- stand. Kunst und Wissenschaft. Reger-Fest 1928. Das 6. Reger-Fest in Duisburg (7. bis 10. Juni) bringt an Orchesterwerken die beibat repräsentativen Hauptwerke des Meister-, die ursprünglich so heftig umstrittene und dann jahrelang vernachlässigte „Sinfonietta" op. 90 und das 100. Werk, die Hiller-Dariationen. Es schien geboten, an Stelle der nunmehr ganz volkstümlich gewordenen Mozart-Variationen gerade diese beiden Werke, deren Bedeutung jetzt erst recht bekannt wird, erneut zur Diskussion zu stellen und ihren inneren Reichtum blobzulegen. An kombinierten Werten mit Orchester bringt das Fest die bekannte Suite im alten Stil in der von Reger selbst bearbeiteten Orchesterfassung (Violin- solo: Georg Kulenkamps f). das Klavierkonzert, das ja schon als Sinfonie mit Klavier bezeichnet wurde (Klaviersolo: Edwin Fischer), und die Chorwerke mit Orchester „Der Einsiedler", „Requiem" und „Der 100. Psalm". Letzte Nachrichten. Glückwünsche für Geheimrat Planck. B e r l i n. 23. April. (WTD. Funkspruch.) Der Reichspräsident hat dem Geh. RegierungS- rat Universitätsprofessor Dr. Max Planck in Berlin zu seinem 70. Geburtstag den Adlerschild des Reichs verliehen und In einem Begleitschreiben die außerordentlichen Verdienste des Gelehrten auf dem Gebiete der Physik gewürdigt. Der Reichskanzler hat Prof. Dr. Planck durch den Staatssekretär in der Reichskanzlei, Dr Pünder, seine Glückwünsche aussprechen lassen. LombardzinSfuh 8 Prozent. Berlin. 21 Avril (Seit) r vriel Framömche 'Jioten..... Holländische Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oe sie rr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwerer Noten ....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarisch« Noten - - Devisenmarkt Derlm Telegraphische 14.43 168.02 22.07 111.53 68.63 2.595 111,88 80.4.3 69,96 12.345 72 80 —StanfTuc 2 uszad nWi 168,70 22,15 111,97 58.87 112.32 80,75 70.24 12,405 73.10 ___। Briet AmlU-Rou Burn-.Utre« Brff^Aatw Ldttftiania »DPtnbogcn Stockholm öd final ort. Stolitn . . Eonoon. . . 'Äanxxrf .. .. pan kn . Jovan . . •*Ho de gan. Siro tn D - Cdt obadl helfend Bndavcft. Bu l arten Erlaben Tonxta 168,39 1,7*6 68,32 111,74 112,05 112,12 10,513 22.025 20.394 1,1780 16.44 80.5.3 70 03 1,VV2 ■>.5035 •'S, 785 12,379 7.358 72.9 j 5.012 17.88 81.56 2.134 5,514 4,177 4.311 30.93 168773 1,790 68,44 111,96 112,27 112,34 10,53.; 22,065 »,4.K 4,1860 16, .8 80,69 70.17 1,996 0.5055 68.905 12.399 7,87? 73,09 3,018 17.9* 81,72 2,138 5,526 4.186 4,329 29.95 168,36 1.786 58,32 111,72 112,06 112,12 10,511 22,0.3 20,393 4,1775 16,445 60,51 70,05 1,992 0,5035 ■*8,78 12,378 7,353 72.85 3.022 17.83 81.58 2,128 6,510 4,177 4,321 80.915 168.70 1,790 68,44 111,94 112.28 112,34 10.531 22,07 20,433 4,1855 16.485 80,67 70 19 1.996 0,5055 68,90 12,398 7,365 73.09 6,028 17,87 81,74 2,132 5,516 4.185 4,829 80.985 Itba . . ttinabe 8S7V. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent $T M f- «Itht nnrtte. ja mb Eltttr Wette . mein- El«Irr . . . Schlei. eUftt .... Schuckert ..... iltnunl k Hals» . . Iran-radio ...... jabmrver *<*... SuderuS ..... deutsche Erdöl .... wiener Stein kotzle . . tellenttrcheoer . f. % . .7 . .8 162.5 184,5 161,20 182,25 160.75 182.25 160.75 182,25 Pviltvv HoUmanu . . 12 btt de ldera er 6znttni . . 8 166 149 163 164,25 164,6 62 17,8 - I 4,13 24,8 21.76 1,95 811^1111 i i « äs i . 10 . 10 . .6 . 10 . 10 . .8 . 10 . .7 . 16 . .8 . .9 . .8 . .6 . .8 3 4 223 123 158 188.5 293 181.5 91 131.25 138 221,25 - 186 291,75 — 137 166 220 124 277 158 5 157 197 186 75 290.75 163.25 179.5 92.13 130,9 135 138 220 123.9 277 157.5 157 196.5 187 291.5 164,9 — 90.75 129.5 131.5 137.25 Canan »attstadt......8 Wavtz k Rrthao . . lv Sch»lthett »nniMn . . 16 vftwettr ......12 Btr Slaruftoff ..... 15 Beordere . ......... Zellfton waldbos. . . . 12 Zellftoss Aschaffenburv . 10 ibattovenbura« Doffer 7 ? cfsauer «AaS ... 8 Daimler Woeoren ..... 0 Demao ...... 0 Adlenoett, Litt«. ... 0 codw. roerr» ..... lf JJai. 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