Nr. 71 Erstes Blatt 178. Jahrgang Zrettag, 25. März 1928 (Er|d)etnt täglit^, cncher Sonntags und Feiertags Beilagen; Gießener Familiendlüttei Heimat im Blld Die Scholle. monats-Bepgsprels: 2 Reichsmark und 20 Retchspfemrig für Trüge» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße«. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto. Sranffurtam Main 11886. VrvS «nb Verlag- vrühl'sche Univerfitalr-Vuch' und Ztetndrvckerei R. Lange in Sietzen. Zchriftleiiung und Geschäftsstelle: Schalstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20% mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Gange. BerantworUich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen. Litwinow antwortet seinen Kritikern Rußland verteidigt seinen plan auf der Abrüstungskonferenz in Genf. ®enf, 22. Mürz. (WB.) Der mit lebhaftem Interesse erwarteten großen Antwortrede Litwinows im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß gingen zwei kurze Erklärungen der Vertreter Argentiniens und Chiles voraus, die sich beide gegen das russische Projekt alS undurchführbar und unvereinbar mit dem Dölkerbundspakt aussprachen. Litwinow, der alsdann vor dem dicht besetzten Saal und unter großer wahrend der ganzen etwa zweistündigen Rede gleichbleibender Spannung das Wort ergriff, dankte zunächst für die eingehende Diskussion des russischen Projektes, an der sich zu seiner lebhaften Genugtuung 14 Redner beteiligten, und besonders Lord Cushendun, der mit feiner Rede der Aussprache ihre ganze Bedeutung gegeben habe. Wenn Lord Cushendun die Frage gestellt habe, in welchen: Gei st e und welchen Absichten die russische Delegation nach Genf gekommen sei, so wolle er nicht auf Grund der Gleichberechtigung der im Ausschuß vertretenen Staaten an bei: englischen Delegierte,: die Gegenfrage richten, ob die englische Delegation lediglich aus Friedensliebe oder aus andere:: Motiven in Genf sei und was sie bisher für b i c Sache der Abrüstung in Gens getan habe. Zur Bekräftigung des Friedenswillens Sowjetruß- lands erinnerte Litwinow u. a. daran, daß es beider Genueser Konferenz vollkommen unabhängig vom Völkerbund die Frage der allgemeinen Abrüstung zur Behandlung stellte. Auch habe Sowjet- rutzland in den zehn Jahren seines Bestehens weder einen Angriffskrieg gegen irgendeinen seiner Nachbarstaaten geführt, noch an kriegerischen Abenteuern anderer Staaten teilgcnommcn. Gegenüber dem Vorwurf wegen Nichtberücksichtigung des Völkerbundes im russischen Projekt, das übrigens von einer Regierung stamme, die den Völkerbund formell nicht anerkennt, erinnert Litwinow an den Umstand, daß eine ganze Reihe von in den letzten Jahren abge- ichlosienen internationalen Verträgen nicht beim Völkerbund hinterlegt wurden, darunter auch Der- trage von Dölkerbundsmitgliedern und selbst England. Die Frage Lord Cushenduns wegen Anerkennung oder Verurteilung des Bürgerkrieges könnte er, Litwinow, als eine Pro- o o k a t i o n der sowjctrussischen Regierung zur offenen Verteidigung des Bürgerkrieges und der Revolution ausfassen, um damit morgen Sowjet- rußland der Propaganda zu bezichtigen. Sowjetrußland habe keinen Grund zu der Annahme, daß der Völkerbund auf dem Wege der Abrüstung und der Sicherheit gleichzeitig die Verhinderung des Bürgerkrieges und des Klassenkampfes beabsichtige und seine Regierung hätte niemals die Zustimmung dazu gegeben, mit England oder anderen hier vertretenen Regierungen die Frage des Klassenkampfes und des Kampfes gegen die Revolution zu untersuchen. Die Tatsache, daß die Sowjctregierung, die keinerlei Verpflichtung gegenüber dem Völkerbunde hat, freiwillig im Vorbereitungsausschuh mitarbei- let, sei ein Beweis für die Aufrichtigkeit und den guten Willen Sowjetrußlands. Mit der Entsendung einer Delegation nach Genf habe die sowjetrussische Regierung keine anderen Absichten verfolgt, als die Völker von den Lasten des Militarismus und der Kricgsgeißel zu befreien. Die russische Regierung sehe in den: Umstande, daß die Vorarbeiten für die Abrüstungskonferenz unter den Auspizien des Völkerbundes erfolge, kein Hindernis gegen ihre Mitarbeit im Ausschuß und ihre Teilnahme an der Abrüstungskonferenz. Sowjetrußland sei übrigens nicht das einzige Nichtmitglied des Völkerbundes im Ausschuß. Lord Lushendun habe ferner von ihm die Versicherung verlangt, daß die sawjetrussische Regierung in Zukunft keine bewaffneten Aufstände in anderen Ländern Hervorrufen werde. Der englische Delegierte habe damit die Abrüstungssrage dazu benutzt, um die sowjetrussische Regierung össentlich der Propaganda zu bezichtigen und offenbar nicht erkannt, wie wenig vernünftig es sei, diese abgestumpfte Waffe immer wieder zu benutzen, nachdem man in zahlreichen Hauptstädten Dutzende von Einrichtungen und Bureaus entdeckt habe, die hauptsächlich von rustischen Emigranten unterhalten werden, und vorwiegend der h e r - stellung gefälschter Dokumente zu Händen fremder Regierungen dienen. was die Einmischung in innere Angelegenheiten betrifft, so müsse er sagen, daß zwischen der englischen und der sowjetrussischen Regierung der Begriff der Einmischung in innere Angelegenheiten noch nicht seststehe. Wenn man jetzt erkläre, daß der russische Vorschlag nicht mit dem Völkerbundspakt vereinbar sei, so könne er nicht verstehen, warum er nicht sofort im Rovember Dongen Jahres abgelehnt wurde, noch warum man ihn überhaupt zur Diskussion zuließe. Artikel 8 des Völkerbundspaktes über die Beschränkung der Rüstungen stelle nach russischer Auffassung nur eine Minimalverpflichtung dar, die in keinem Falle zum Hindernis einer vollständigen Abrüstung werden könne, Ueberdies fei der Völkerbundspaktkein e w i g e s Gesetz. Seine Abänderung sei wiederholt ins Auge gefaßt worden, und bei der Annahme des sog. Genfer Protokolls habe die Völkerbundsversammlung sogar Vorarbeiten für die durch die Annahme des Genfer Protokolls notwendig werdenden Paktabänderungen vorgeschlagen. Wenn ferner im russischen Vorschlag militärische Sanktionen vermißt worden feien,_ so erinnere er daran, daß die Frage der militärischen Sanktionen bei den Völkerbundsmitgliedern selbst umstritten sei. Wenn natürlich die Mehr-- heit des Ausschusses den Grundsatz der vollständigen Abrüstung für unannehmbar halte, so sei jede weitere Aussprache zweck- l o s. Die sowjetrussische Delegation lege dem Ge- Der weiße Tod. Wie wir schon in einem Teil der gestrigen Auflage meldeten, Hal das furchtbare Lawinenunglück am Sonnenblick zwölf Tote gefordert. Der dreizehnte der verschütteten wiener Skifahrer wird noch vermißt. Alljährlich, wenn der Frühling naht, beginnt in den Bergen die gefährliche Zeit der Lawinen. Gewöhnlich hört man nicht viel von der Wirkung des Föhns, dessen warmer Hauch die gewaltigen Schneehänge auslockert und in die Tiefe stürze:: läßt; erst ein Unglück von dem Ausmaß der Katastrophe, die sich jetzt auf dem Sonnblick zugetragen und bis zur Stunde bereits zwölf Todesopfer gefordert hat. erregt die Aufmerksamkeit der breiteren Öffentlichkeit, der auf diese furchtbare und drastische Weise die Gefahren der Berge besonders in diesen Monaten vor Augen geführt werden. Erst wenn die Schneemassen chren verheerenden Weg zu Tal angetreten habe::, Menschen und Menschenwerk, die sich ihnen entgegenstellen, unter sich begraben, erfährt die Welt jenseits der Berge davon. Man neigt dazu, die Häufigkeit der Lawinenstürze zu unterschätzen; dabei hat man allein in der Schweiz in einem einzigen Jahr davon mehr als 9000 gezählt. An dieser Zahl gemessen mögen die Opfer, die eine Lawine gelegentlich fordert, nicht sehr beträchtlich erscheinen. Ihre augenblickliche Wirkung ist geradezu furchtbar. Sie ist imstande, lediglich durch den Luftdruck einen gegenübcrstehenden Wald, der von den Schneemassen gar nicht erreicht wurde, binnen einer Minute völlig umzulegen; sie kann unter Umstünden ein ganzes Dorf verschütten, und wenn mit dem Frühling die eigentliche Lawinenzeit ein- seht, wenn auf jeden Frühlings- und Sommertag in den mitteleuropäischen Alpen viele Hunderte Schneelawinen entfallen, so können die Wirkun- gen solcher Raturereignisse nicht geringfügig sein. Daher bekämpfen die Gemeinden gemeinschaftlich die Gefahr; Versicherungsgesellschaften gewähren für die Zerstörungen alljährlich hohe Entschädigungen, die Regierungen selbst müssen große Summen auswerfen, um dauernd eine:: Stab von Ingenieuren, Forstbeamten und Sachverständigen zu unterhalten, die die Raturgewalten bekämpfen, indem sie an gefährdeten Abhängen für Aufforstung sorgen oder in besonders bedrohten Tälern und Gegenden Gräben und Brustwehren, Schuhzäune und Mauern anbringen lassen. Das Unheimliche an diesen Raturereignissen ist der Umstand, daß man nie mit Bestimmtheit sagen kann, wann sie eintreten werden. Freilich, fast jedes Hochtal Der Alpen hat seine bekannten, gewöhnlich nach dem betreffenden Berg benannten Lawinen, die mit größerer oder geringerer Regelmäßigkeit alljährlich ungefähr um dieselbe Zeit und manchmal sogar an derselben Stelle niedergehen. Dem Bewohner der A l p e n b ö r f e r ist ein gewisser Schuh durch seine langjährige Erfahrung gegeben. Er kann den Lawinen, die ihr besonderes Bett und ihr bestimmtes Ablagerungsgebiet haben, sorglich aus dem Wege gehen. Wenn sie wider alles Erwarten au?bleiben, so weiß er ganz genau, wie er sein Verhalten einzurichten hat. Er muh für die nächste Zeit die von dem Schneezug bestrichene Gegend unter allen Umständen meiden, Benn er weih genau, daß er sein Leben aufs Spiel seht, wenn er sich in die Rähe der Leitrinne oder auf den Schuttkegel wagt. Leute, die mit den örtlichen Verhältnissen vertraut find, werden daher nur in den seltensten Fällen von einer Lawine überrascht werden; wenn es überhaupt Gebirgler sind, dann stammen sie gewiß aus einer anderen Gegend. Für den W i n t e r s p o r t l e r , den die Freude an der sportlichen Leistung in so bedeutende Höhen hinaufsührt, wo sich überhaupt keine menschlichen Siedlungen mehr befinden, gibt es naturgemäß diesen Schuh der Erfahrung nicht; er kann sich auf nichts anderes als auf seine Vorsicht verlassen, was er leider, wie die nur zu häufigen Unglücksfälle immer wieder erweisen, zu seinem eigenen Schaden außer acht läßt. Sobald die Witterungsverhältnisse die Wahrscheinlichkeit der Lawinengefahr aufkommen lassen, muß der Skifahrer auf seiner Hut sein. Leicht lockert der Föhn die rieftgen Schneefelder, und oft genügt nur ein winziges Rinnsal von Schmelzwasser, um eine einem Abdanken der allgemeinen Abrüstung einen so großen Wert bei, daß sie, so lange die geringste Hoffnung zu ihrer Verwirklichung bestehe, selbstverständlich an einer weiteren Aussprache dieser Vorschläge teilnehme. In bezug auf das Ergebnis einer weiteren Aussprache gebe er sich allerdings keiner Täuschung hin. In einer Entgegnung gab der französische Delegierte Clauzel feinen: Bedauern über die fast persönlichen Auseinandersetzungen Ausdruck. Dagegen bezeichnete er die Kontrollbestimmungen des russischen Projektes als besonders beachtenswert und machte den Vorhang aufliegende Schneeplatte ins Gleiten zu bringen. Es gehört langjährige Erfahrung dazu, um aus dem Zustand des Schnees auch nur annähernd sichere Schlüsse auf seine Tragfähigkeit ziehen zu lernen. Der Schnee im Hochgebirge nimmt unter den sich fortwährend verändernden Witterungsverhältnissen auch ständig wechselnde Formen an; jedes Kind in der Großstadt weiß ja, daß Schnee, der bei strenger Kälte und scharfem Wind fällt, wesentlich anders beschaffen ist als Schnee bei zunehmender Temperaritt oder bei Tauwetter. Der Schnee ist um so feiner und trockener, je niedriger die Temperatur ist; feuchter und grohflockiger Schnee fällt immer nur bei milder Witterung. 3m Hochgebirge verändert aber auch der bereits gefallene Reuschnee fortwährend seine Struktur, je nach den Schwankungen der Witterung, wobei er die stärkste und rascheste Veränderung durch den Föyn erfährt. Eine besondere Eigenart der Föhnwirkung sind die Lawinenbretter, zusammenhängeiGe Schneetafeln von großer Ausdehnung, die durch Spalten von den sie umgebenden Schneefeldern getrennt find. Freilich bedarf es keineswegs immer erst der Bildung von Satoinenbrettern, um bet Föhn Lawinen zu lösen. Auch feuchter Schnee braucht, selbst wenn er sich durch die Wirkung des Föhns im Ansangsstadium des Schmelzens befindet, nicht unbedingt bedrohlich zu sein. Unter Umständen wird gerade durch die Feuchtigkeit seine Konsistenz erhöht. Cs kommt hierbei weit mehr daraus an, ob der Schmelzpvozeh oberflächlich oder schon bis in tiefere Lagen vorgedrungen ist. Aus jeden Fall :st der Aufenthalt aus großen Schneeflächen im Hochgebirge bei Föhnwetter immer außerordentlich gefährlich, und kein Skiläufer vermag zu sagen, ob die Tour mit einer Katastrophe endet, oder ob er ungefährdet zurücllehren wird. Reunundneunzigmal kann eine riskante Tour glimpflich ablaufen; im hundertsten Fall endet sie mit einem Unglück, vielleicht gerade dann, wenn die Anzeichen noch nicht einmal bedrohlich waren. Auch bei den jungen Wienern, die auf dem Sonnenblick südöstlich Gastein vom weißen Tod überrascht worden sind, hat es sich so verhalten. Sie hatten einen ziemlich steilen, sehr gefährlichen Hang au überqueren. Infolge des Schneesturms oeriehlten sie die Richtung, und als sie dies bemerkten, st e l l - ten sie sich in einer Gruppe zusammen, um darüber zu beraten, auf welchem Weg sie wcitersahren wollten. Diese Unvorsichtigkeit wurde ihnen zum Verhängnis. Unter dem Gewicht der siebzehn Körper gab der durch den Föhn gelockerte Schnee in einer Breite von zwanzig Meter nach, und die ganze Gruppe st ürzte den steilen Hang in die Tiefe hinab. Der erfahrene Hochtourist weiß, daß alle Mulden unö Rinnen besonders gefährdet find. Man darf sie u n - ter keinen Umständen als Ausstieg benutzen; sie müssen, so hoch wie möglich überquert werden; wahrend die anderen Teilnehmer der Gesellschaft von: sicheren Platz aus den Querfahrenden und den Schnee oberhalb feines Weges beobachten, dürfen diese Stellen auch immer nur von einem Ma n n betreten werden. Damit wird erreicht, daß selbst im ungünstigsten Fall höchstens einer verschüttet werden kann, so daß die anderen ihn um so eher retten können, als sie den Verschüttungspunkt und den Stillstandspuntt der Lawine genau kennen. Zwischen beiden Punkten, in der Fallinie, ist der Verschüttete zu suchen. Es gibt noch andere Vorsichtsmaßregeln, die der erfahrene Echneeschuhläufer nicht unbeachtet läßt. Die Beschaffenheit des Schnees unter den Skiern läßt Rückschlüsse auf feine Güte zu. Wenn nämlich der Schnee keine völlig glatte und von Sprüngen freie Fläche, sondern Längsrisse hinterläßt, die sich nach unten etwas erweitern, weiß der Fachmann, daß dieser Schnee nicht mehr bindet und sich in einem Zustand befindet, der Lawinengefahr erzeugt. Allerdings fallen diese Merkmale nicht gleich auf; die erwähnten Spalten sind oft fo fein, wie mit einem scharfen Messer geritzt, und man muß sich tief auf den Schnee hinab beugen, um sie zu erkennen. Man muß dafür einen langen durch (Erfahrung dafür geschärften Blick haben, wie überhaupt die Hochtouristik gerade in diesen Wochen nur von gründlichen Kennern, von Unerfahrenen aber nur dann ausgeübt werden sollte, wenn sie sich in Begleitung erprobter Führer befinden. schlag, daß das Generalsekretariat für die zweite Lesung des kombinierte:: englisch - französischen Entwurfes eine Gegenüberstellung mit dem russischen Entwürfe ausarbeiten solle. Desgleichen soll der deutsche Antrag auf vollständige Offenlegung aller Rüstungei: für die zweite Lesung verarbeitet werden, die nach dem Wunsche des französischen Vertreters noch vor der nächsten Dölkerbundsversammlung stattfinden sollte. Spaniens Antwort an -en Völkerbund. Zur Mitarbeit bereit gegen Zucrteilung eines Ratsfitzes. Madrid, 22.März. (MTB.) Die spanische Regierung antwortete auf die Einladung des Präsidenten des Völkerbundsrates zur Wiederaufnahme der Mitarbeit Spaniens am Völkerbund im wesentlichen folgendes: Vie Ausdrücke der Sympathie, in denen 3hr Schreiben gehalten ist, das alles vermeidet, was den Anschein eines Hinweises auf unsere nationalen Ansprüche haben könnte, und nur dem Wunsche Ausdruck gibt, daß Spanien nicht aus dem Völkerbund anstrete, damit es weiterhin an dessen großen und hingebungsvollem werke Mitarbeiten könne, hat ihren Eindruck auf die spanische Regierung nicht verfehlt. Spanien, das im Lause dieser Jahre nicht ansgehört hat, an dem erhabenen Ziele des Völkerbundes mitzuarbeiten, in dem es verschiedenen Ländern Ausgleichs- und Schiedsverträge vorschlug und solche mit ihnen abschloh, weiß die Einladung des Rates wohl zu würdigen. Seine Regierung ist bet Auffassung, daß es keine andere Antwort gibt, al» eine dankbare bedingungslose und vorbehaltlose Zustimmung zu der ehrenvollen Aufforderung. Sie überläßt es der Versammlung, die Form für die Zuerkennung eines Sitzes an Spanien zu finden, damit seine Tätigkeit wirksam und nützlich fei und im Verhältnis stehe zu seiner besonderen Stellung als neutrale Großmacht, während des letzten Krieges und zu seinem Range als Schöpfer von Völkern und Zivilisationen. Oer Eintritt der Türkei in den Völkerbund. Genf, 23. März. (Priv.-Tel.) Zu den Gerüchten über Sondierungen der türkischen Delegation wegen Ausnahme der Türkei in den Völkerbund erfährt man von türkischer Seite, daß bisher irgendwelche offiziellen Schritte in dieser Frage nicht unternommen worden sind. Die Frage des Eintritts der Türkei in den Völkerbund bleibt solange gegenstandslos, als die Türkei nicht einen ständigen oder mindestens einen halbstündigen Rats- sitz, d. h. die Wiederwählbarkeit in den Völkerbundsrat, zugesichert erhält. Gegenüber dem Hinweis, daß dadurch, daß China im September d. I. aus dem Rat ausscheidet, eine erhebliche Besserung der Aussichten der Türkei auf einen nichtständigen Ratssih zu erwarten sei, wird von türkischer Seite erklärt, daß ein Eintritt der Türkei in den Völkerbund während der nächsten Völkerbundsversammlung kaum in Frage komme. Truppenkonzentration an der italienisch-südstavischen Grenze? Paris, 22. Mär;. (IDIB.) Der „Petit JJari- sien" gibt, allerdings unterbefonberem Vorbehalt, in einem Telegramm Mitteilungen der Zeitung „Rovosll" aus Agram wieder, wonach ber Zeitung von der südslawischen Grenze die Nachricht zugegangen sei, daß Italien Truppen längs der LiniegegenüberderZrontAiume- Coubliano (Laibach) zusammenziehe. Sorgfältig verborgene Batterien schwerer Artillerie seien per Bahn und auf der Straße dorthin befördert worden, vorgestern sei eine Bestandsaufnahme der Wagen und Zugpferde vorgenommen worden. Die Eigentümer seien davon in Kenntnis gesetzt worden, daß sie beim ersten Signal sich mit dem Material zu bestimmten Konzentrationspunkten begeben müßten. Die Soldaten des Jahrganges 1928 seien unter die Fahnen gerufen worden. Der Generalsekretär T u r a 111 werde am 25. Mär; In Triest empfangen werden. Lr werde dann die längs der südslawischen Grenze aufge- slcllten Truppeneinheitcn besichtigen und inspizieren, die bereits neue Weisungen erhalten hätten. Tteue Besuche orientalischer Staatsoberhäupter. Berlin, 23. März. Voraussichtlich noch in diesem Jahr sollen noch andere Persönlichkeiten, die an der Spitze orientalischer Staaten stehen, ebenfalls einen offiziellen Besuch an dein Regierungssitzen der größeren europäischen Staaten abstatten wollen. So verlautet, daß bereit» im Herbst König Fuad von Aegypten Das LawinenuuM auf dem SonnenM. eine Guropareise antritt. Auch der Präsident der türkischen Republik, Mustafa Kemal Pascha, sowie Schah Riza Khan von Persien sollen die Absicht haben, noch vor Ende dieses Jahres die wichtigsten Staaten Europas zu besuchen. Deutscher Reichstag. Berlin, 22. März. (V. D. Z.) Dem Reichstag wird oorgelegt der mündliche Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses über die Ursachen des inneren Zusammenbruchs im Weltkriege. Der Ausschuß hat die Ergeb- ntsse der Untersuchung in einer Gesamtentschließung zusammengefaht. Abg. Dr. Philipp (Dn.) berichtet über die Verhandlungen. Den Kernpunkt der Verhandlungen habe immer wieder die Frage gebildet, ob die Revolution „gemacht" wurde oder ob sie sozusagen von selbst gekommen sei. Die Ausschußmitglteder wichen in der Beantwortung dieser Frage erheblich voneinander ab. Abg. Dr. Rosenbera (Soz.) gelangt zu dem Ergebnis, daß es sich in der Revolution um einen Zusammenbruch des in seinen nationalen Wünschen und Hoffnungen enttäuschten Bürgertums handelte. Abg. Dr. Berg st räßer (Dem.) wies insbesondere aus die psychologischen Gründe hin, die mit zum Zusammenbruch des Heeres geführt hätten. Di« Ausschüsse hätten verneint, daß die unabhängige Sozialdemokratie als solche revolutionäre Propaganda getrieben habe. Dieser Auffassung habe Abg. Graf zu Eulenburg mehrfach wider- sprachen. Seiner Auffassung nach habe die unabhängige Sozialdemokratie doch durch die Art ihrer Propaganda und durch ihren Standpunkt in der Frage des Streikrechtes während des Krieges den Ausbruch der Revolution mitoorbe- r eitet, deren Führung alsbald die sozialdemokra- ttschen Parteien gemeinsam übernommen hatten, lieber die entscheidende Frage, ob der Reichstag im Laufe des Krieges viel oder zu wenig Einfluß auf die Führung bx Politik genommen hat, konnte der Ausschuß zu einer übereinstimmenden Ansicht nicht gelangen. Abschließend hat der Ausschuß festgestellt, daß die Schuld am Zusammenbruch nur im wechselseitigen Zusammenwirken zahlreicher Ursachen gefunden werden kann. — Ohne weitere Aussprache stimmt das Haus der Ausschußentschließung zu. Es folgt die zweite Beratung des Haushalts des Reichs- miuisteriums des Innern. Der Ausschuß legt dazu eine ganze Reihe von Entschließungen vor. Eine Entschließung fordert, daß die Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehorden an Veranstaltungen, bei denen Flaggenschmuck verwendet wird, nur dann in ihrer amtlichen Eigenschaft teilnehmen, wenn die Reichsfarben an h er vorragender Stelle gezeigt werden. Eine weitere Entschließung verlangt einen Gesetzentwurf, der für alle Deutschen an Stelle der Staatsangehörigkeit die deutsche Reichsan- g«hörigkeit setzt. Abg. Soll mann (Soz.) erklärt, das Reichs- «menministerium fei zu einer deutschnationalen Porteifiliale geworden. Die von den Deutschnatio- nalen und bayrischen Partikularisten bekämpfte Weimarer Derfassung hab« sich bewährt, als die Bismarcksche Derfassung im Weltkrieg xusammen- brach. Der Föderativgedanke sei gut für die Einigung Europas, unbrauchbar aber für Deutschland. , Der neuerliche Aufruf des Zentrums für den echten Föderativstaat beweise mir die wachsende Unsicherheit der Föderalisten. Abg. Berndt (Dn.) erklärt, das Scheitern des Schulgesetzes errege Empörung bei der ganzen christlichen Elternschaft. Der Kampf um das Schulgesetz werde fortgeführt werben, bis die konfessionelle Volksschule und die Souveränität des GlternrechteS gesetzlich gesichert sei. Di« unter dem Schlagwort „Einheitsstaat" geführte Agitatton sei aus parteipolitischen Gründen künstlich entfacht worden. Die Gefühle der Süddeutschen sollten pfleglicher behandelt werden. Der Einheitsstaat sei nur möglich, wenn der einheitliche Volkswille ihn verlangt. Die Deutschnationalen würden alle Anträge ablehnen, die unitarischen Charakter haben. Der unselige D u a» lismus in der Verwaltung sei nicht durch das Reich, sondern durch Preußen verschuldet. Di« Ursache aller Mißstände sei die demokratisch-parlamentarische Weimarer Derfassung, die für Deutschland nicht paffe. Eine Reform der Verfassung sei notwendig im Sinne der Beschlüsse der Länderkonferenz. Der Redner verlangt die Vereinigung der Aemter des Reichskanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten in einer Person. Die Regierung müsse unabhängig vom Vertrauen des Parlaments sein. Der Reichspräsident müffe das Recht haben, die Minister zu ernennen und gegen Parlamentsbeschlüsse Einspruch zu erheben. Der Reichspräsident müffe dieselben Rechte haben, wie der Präsident der Vereinigten Staaten. Zu verurteilen sei der Gesinnnungsterror, der in der Flaggenfrage geübt werde. Statt eines Volksstaates haben wir einen unfreien Parteistaat. Wir wollen die körperliche und sittliche Ertüchtigung der Jugend. Wenn unsere Minister deutschnationale Beamten in die Verwaltung bringen, dann handelt es sich um tüchtige Leute. (Gelächter links.) Der preußische sozialdemokratische Innenminister betrachtet aber den Staat als den ersten Diener der Sozialdemokratie. (Erregte Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Die Treue monarchistischer Beamten zu ihren alten Idealen sollte auch in der Republik wirken. Unter großem Lärm schließt Abg. Berndt seine Rede. — Weiterberatung Freitag. Oie Einberufung des Nerfassungsausschuffes. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 23. März. Die Achtzehnerkommission, der sogenannte Ausschuß zur Verwaltungsreform, der seinerzeit im Januar auf der Länderkonferenz beschlossen wurde, soll nun nach einer Anküw digung des Staatssekretärs Dr. Pünder noch in den nächsten Wochen einberufen werden, obgleich man schon in weiten Kreisen resigniert erst im Laufe des Sommers damit gerechnet hatte. Den Verhandlungen um seine Zusammensetzung hat kein glücklicher Stern führend geleschtet, denn noch bis zuletzt gab es gewisse Schwierigkeiten. Der ursprünglich beabsichtigte Weg, auf den man sich mit den Ländern über die Ernennung der Vertreter des Reiches ins Benehmen sehen wollte, — und die Länder sind an der Art der Vertretung außerordentlich interessiert — wurde leider von der zuständigen Stelle nicht einHehalten. Wie man hört, sind auch größtenteils bie Mitglieder, die die Länder in die Achtzehnerkommission schicken, schon bestimmt. Preußen wird von Ministerialdirektor Dr. B r e ch t, seinem Reichsratsmitglied vertreten sein, während Sachsen den Ministerpräsidenten H e l d t ernannt hat. Aus gut unterrichteten Kreisen wird mitgeteilt, daß man den Versassungsausschuh ohne Rücksicht auf Wahltermin und Regierungsbildung ganz selbständig und unabhängig von diesen Vorgängen einberufen und arbeiten lassen will. Bestechungsaffäre beim Eisenbahnzeniralami. Berlin, 22. März. (Wolffbureau.) Das Sisenbahnzentralamt in Berlin hat für die gesamte Deutsche Reichsbahn das notwendige Material, wie Lokomotiven, Wagen, Schienen, Schwellen usw. zu beschaffen. Wiederholt ist behauptet worden, bah im Zentralamt der eine oder der andere Beamte nicht mit der erforderlichen Korrektheit arbeite. Vor einigen Wochen tauchte nun wiederum ein Gerücht auf, daß bei der Vergebung von Eisen für Waggonbauten eine Kölner Firma in auffälliger Weise bevorzugt worden sei. Als diese Gerüchte sich immer mehr verdichteten, unterbreitete Generaldirektor Dorpmüller der Staatsanwaltschaft das gesamte Material, soweit es der Reichsbahn bekannt geworden war. Der beschuldigte Oberbaurat Schultze, der beim Eisenbahnzentralamt in erster Linie als Konstrukteur tätig war, hatte eine Erfindung gemacht, die eine wesentliche Verbesserung der sog. Achsenlagerschalen brachten. Als Beamter hätte er diese Erfindung seiner Behörde zur Verfügung stellen müssen. Das tat Oberbaurat Schultze jedoch nicht, sondern er schloß im Rovember 1924 mit einer Kölner Firma einen Vertrag, in dem ihm für alle Ankäufe der Schultzeschen Lagerschalen durch dos Eisenbohnzentralamt eine Provision von 5 Prozent zugesichert wurde. Schultze verstand es, auf die Bestellungsabteilung insoweit Einfluß zu nehmen, daß von dort aus tatsächlich die Kölner Firma in sehr starker Weise herangezogen wurde. Wie groß die Bestellungen des Eisenbahnzentralamtes bei dem Kölner Unternehmen gewesen sind, geht aus der Tatsache hervor, daß im Laufe der Jahre der Oberbaurat weit über 100000 Mark Lizenzgebühren erhalten hat. Gr soll jedoch, wie verlautet, die ihm zustehenden Lizenzgebühren nur zum Teil erhoben haben. Auf dem Wege von Köln nach Berlin ist ein Teil der für ihn bestimmten Summen hängen geblieben und von einem Angestellten unterschlagen worden. Es ist damit zu rechnen, daß die Untersuchung noch weitere Ausdehnung erfährt, zumal jetzt auch noch andere Gerüchte ernstlich nachyeprüft werden sollen, die über das Zentralamt tm Umlauf sind. Oie Eisenbahnergewerkschasten zum Schiedsspruch. Berlin, 22. März. (WTB.) Die drei vertragsschließenden Organisationen der Reichsbahnlohnempfänger, der Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands, die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner und der Allgemein« Gffenbahnerver- band, haben in einer gemeinsamen Sitzung zu der durch den Schiedsspruch geschaffenen Lage Stellung genommen. Sie kamen einmütig zu dem Ergebnis, daß der Schiedsspruch unhaltbar sei. Aus keinem Gebiete sei den berechtigten Forderungen der Eifenbahnarbeiter Rechnung getragen worden. Aus diesem Grunde erhoben die Gewerkschaften gemeinsam gegen den Schiedsspruch den schärfsten Protest. Oie deutschnationalen Kandidaten für Hessen-Nassau. Der Landesvertretertag der Deutschnattonalen Volkspartei für Hessen-Nassau, Waldeck und Wetzlar stellte folgende Kandidatenliste für Reichs- und Landtag auf: 1. Reichstag: 1. Abg. von Lindeiner-Wildau (Berlin), Amtsrichter a. D. 2. Abg. Lind (Niederissigheim), Landwirt. 3. Faßbender (Pfieffe, Kr. Melsungen), Landwirt. 4. Otto, Gewerkschaftssekretär in Dillenburg. 5. Frau Wagner (Wiesbaden). 6. S ch m i d t, Landwirt in Oberfetzbach, Kreis Gelnhausen. Der Reichstagsabgeordnete Hartwig, der bisher an 3. Stelle der Hessen-Nassauer Liste stand, wird diesmal von der Parteileitung auf der Reichs- l i ft e aufgestellt. 2. Landtag: 1 Abg. 3 u ft i, Landwirt in Lützelwig. 2. Abg. Steuer, Mitglied des geschäftsfichren- den Vorstandes Kassel. 3. Rektor Iaspert, Frankfurt a. M. 4. Buchhändler Sonnenschein (Marburg). 5. Ein Landwirt (Name bleibt noch offen). 6. Amtsgerichtsrat W a l d s ch m i d t (Corbach). 7. Landwirt Hohl (Ergsdorf, Kr. Kirchhain). 8. Frau von Rosenbera (Fulda). 9. Landwirt W e g m a n n (Röhrigshof b. Schlüchtern. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Don unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 22. März. Der Finanzausschuß beriet das Steuervorauszahlungsge- setz. Artikel 1 bis 5 dieses Gesetzes wurden angenommen. Zu Artikel 6 lag ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, der einen neuen (3.) Absatz angefügt haben wollte: „Die Gemeinden dürfen an Grund- und Gebäudesteuern für bebauten Grundbesitz höchstens 30 Pf., für unbebauten höchstens 12 Pf. je Hundert des Steuerwertes erheben." Der Antrag wurde abgel« hnt und der Artikel genehmigt. Zu Artikel 7 hatte Abg. Dr. Riepoth einen Antrag eingebracht, wodurch der Wortlaut in dem Sinne geändert werden sollte, daß die Gewerbesteuern bis 1926 als ab» gegolten zu betrachten seien und für 1927 sollte noch keine Reuveranlagung vorgenommen werden. Der Antrag wurde abgelehnt und der Artikel angenommen. Artikel 9 wurde genehmigt. Es lag hierzu ein Antrag Blank-Weckler-Heinstadt vor. die Zahl 20 (in der ö.Zeile) durch die Zahl 10 zu ersetzen (Es betrifft dies die Zurückzahlungen.) Ein Antrag Dr. Äiepoth will in seinem ersten Teil dasselbe, im zweiten wünscht er, daß die Worte „auf Antrag" gestrichen werden. Ferner werden noch redaktionelle Aenderungen gewünscht. Der Antrag Weckler wurde einstimmig angenommen, womit auch der erste Teil des Antrages Dr. Riepoth angenommen ist. Der zweite Teil wurde ebenfalls angenommen, aber die weiteren Aenderungen abgelehnt. Die Artikel 10, 11 und 12, sowie die Aeberschrift wurden genehmigt. Eine Regierungsvorlage über eine Krediterweiterung für das Landestheater wurde mit 7 gegen 6 Stimmen angenommen. Eine Regierungsvorlage über bauliche Veränderungen in Bad Salzhausen wurde einstimmig angenommen, ebenso fand eine Vorlage über ben Dau und die Errichtung von Landarbeiterwohnungen auf fiskalischen Hofgütern Annahme. Hierauf wurde in die Beratung der Besol - dungsvorlage eingetreten und die Artikel 1 bis 9 im Wortlaut angenommen unter Ablehnung einer Reihe von kommunistischen Anträgen. Zu Artikel 5 Titel 10 hatten die Abgeordneten Storck, Heinstadt und Reiber eine Entschließung eingebracht: „Der Landtag ersucht die Regierung, die schwerkriegsbeschädigt enBe- amten ohne Deamtenschein im hessischen Staatsdienst bezüglich der Besoldung so zu behandeln, wie die mit Beamtenschein und die reichsrechtlichen Verordnungen maßgebend sein zu lassem Ferner wird die Regierung ersucht, bei der Reichsregierung dafür einzutreten, daß 1. schwerkriegsbeschädigte Beamte bei Verwendung im Reichsdienst ebenso behandelt werden, wie die Beamten, für die die Bestimmungen des Unfair» sürsorgegesetzes für Beamte zutreffen; 2. den schwerkriegsbeschädigten Beamten die Kriegsjahre in dem Maße als Ruhegehaltsdienstzeit anzu- rechnen, als ob sie während der ganzen Dauer des Krieges an dem Kriege teilgenommen hätten." Die Enffchliehung wurde gegen eine Stimme angenommen. Zu Artikel 7, Position 4 lag ein Antrag Dr. Keller vor, beim ilebertritt aus Gruppe 2c nach 2a ober 2b wird das Besoldungsdienstalter höchstens um 42ahre gekürzt. Der Antrag wurde abgelehnt. Abg. Dr. Leuchtgens hatte zu Artikel 3 beantragt, daß das Dienstalter lediglich in den Dienstaltersstufen zu berücksichtigen sei. Auch dieser Antrag verfiel der Ablehnung. Der frühere Landtagsabgeordnete Dr. Deh- linger, der viele Jahre dem Hessischen Landbund angehört hatte, dann im Herbst vergangenen Jahres zur Deutschen Volks- Partei übergetreten war, ist jetzt auch aus dieser Partei ausgeschieden. Dr. Dehlinger ist weiten Kreisen bekannt durch sein Eintreten für die Entwässerung des Rieds. Hessens Geftierfleischversorgung. Darmstadt, 22. März. Die Pressestelle des Staatsministeriums teilt mit: Da die Herabsetzung des Gefrierfleischkontingents künftig nur die Berücksichtigung eines kleineren Personenkreises mit zollfreiem Gefrierfleisch zuläht, hat de: hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft bereits vor einiger Zeit bei der Reichs reg ierung Schritte unternommen, damit auch in 'Zukunft bei der Verteilung des Kontingente Hessen imVer - hältni s seines seitherigen Bedarfs an Gefrierfleisch berücksichtigt wird. Insbesondere wurde für bie Städte Darmstadt, Mainz und Offenbach und deren Umgebung gefordert, daß bei der Zuteilung des geminderten Kontingents diese Gebiete gegenüber anderen, gleich dicht besiedelten Bezirken, im Reich nicht b en achte lkigt werden dürfen. Die endgültige Regelung ist noch nicht getroffen. Es steht jedoch zu erwarten, daß in Zukunft auch Hessen in einer Werse berücksichtigt wird, die es gestattet, den Bevölkerungskreisen zollfreies Gefrierfleisch in ausreichendem Maße zuzuführen, die auch in anderen Teilen des Reiches mit gleicher Bevölkerungsdichte damit versorgt werden. Aus aller Welt. Der zwölfte Tote der Einsturzkakastrophe auf der Friedländer Grube. In Lauchhammer ist im Krankenhaus der Schlosser Malik als '7. Todesopfer der Einsturz- katastrophe auf der iedländer Grube seinen Verletzungen e .egen. Die Beisetzung der Toten wird voraussichtlich am Samstag erfolgen. Di« Toten werden am Freitag in einem Saal im Lauchhammer Werk aufgebahrt, wo auch die Trauerfeier stattfinden soll. Mutter und Kind verbrannt. Infolge Funkenfluges eines an der Lauenburger Kreisgrenze bei Wutzkow (Pommern) ausgebrochenen Waldbrandes fing das mit Stroh gedeckte Gehöft des Ansiedlers Graumann Feuer und breitete sich so schnell aus, daß die im Zimmer befindliche 30 Jahre alte Ehefrau und ihre beiden Kinder nur noch mit brennenden Kleidern das Freie erreichen konnten. Alle drei mußten ins Cauenburger Iohanniter-Krantenhaus geschafft werden, wo die Frau und das 11 Monate alte Kind den schweren Brandwunden erlagen, während das zweite Kind mit dem Leben davonkommen dürfte. Da die gesamte Feuerwehr bei dem Löschen des Waldbrandes beschäftigt war, konnte niemand helfen, und das Anwesen brannte mit dem gesamten Viehbestand und Mobiliar vollständig nieder. Todesopfer bei einem Dorf-Großbrand. Das mecklenburgische Dorf Klein-Krams bei Ludwigslust wurde von einer furchtbaren Brandkatastrophe heimgesucht, der dreizehn Gebäude, ein Menschenleben und viel Vieh zum Opfer fielen. Das Feuer war auf einem Gehöft des Hofbesitzers Hagen in den weichbedachten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden aus- gebrochen und infolge des Sturmes mit rasender Schnelligkeit aus die Rachbargrund stücke über- gesprungen Eine 66 Jahre alte Frau tonnte sich nicht mehr retten; sie sand den Tod in den Flammen. Großfeuer im kreise Solberg. Die Ortschaft Damitz wurde von einem verheerenden Feuer heimgesucht, dem acht Gebäude bäuerlichen Besitzes zum Opfer sielen. Da Gefahr für das gairze Dorf bestand, mußte ein Kommando der Kolberger Reichswehr zur Hilfeleistung entsandt werden Mitverbrannt sind sämtliche Ernte - und Futtervorräte und alle in den abgebrannten Gebäuden untergebrachte landwirtschaftliche Maschinen, ferner 50 Schweine, 5 Schafe und sehr viel Federvieh. Das Feuer wird auf Brand- I stiftung zurückgeführt. 1 Dorfbrand. Der Ort Drehna bei Uhtzst (Lausitz) wurde von einer Feuersbrunst heimgesucht, die infolge des herrschenden Sturmes einen großen Umfang annahm. Zwei Gehöfte fielen dem Feuer vollständig zum Opfer, wahrend von fünf weiteren Gehöften die Stallungen und Scheunen vernichtet wurden. Viel Vieh ist mitDerbrannt. Da nur wenig gerettet werden konnte, sind einzeln« Besitzer, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben, sehr schwer geschädigt. Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt. Großseuer in Güstrow. In der Woh u,ig eines Tischlermeiste.s brach aus unbekannter Ursache Feuer aus, das schnell um sich griff und innerhalb einiger Stunden vier Häuser und eine Bäckerei in Asche legte. Achtzehn Familien sind durch den Brand obdachlos geworden. Fast sämlliches häusliches Mobiliar wurde ein Raub der Flammen. Die Familien sind sehr hart betroffen, da sie größtenteils nicht gegen Feuer versichert toafen. Heidebrände bei Berlin. In der Näh« der Siedlung Rohrdamm geriet eine Grasfläche von ca. 25 000 Quadratmetern in Brand. Ungefähr gleichzeitig brach in derWuhl - Heide in der Nähe des Waldfriedhofes in Ober« schönem«ide Feuer aus. Es brannten die Grasnarbe unb Sträucher in einer Ausdehnung von etwa 100 000 Ouabrabmetern. In beiden Fällen wurde das Feuer, dessen Entstehungsursache unbekannt ist, nach etwa einstündiger Arbeit gelöscht. Das ganze vermögen verloren. Einer W o ch e n m a r k t h ä n d l e r i n ist ihr ganzes Vermögen im Betrage von 13 000 Mark. Darunter 300 Mk. in Goldstücken, das sie dauernd in einer ledernen Tasche bei sich führte und während des Marktes in einer Kiste unter dem Stand aufbewahrte, auf dem Charlottenburger Wochenmarkt gestohlen worden. Liebestragödie im Ronnenklofler. Dom Turm des Ronnenkkosters Lauterach bei Bregenz ertönte Donnerstag nacht heftiges Glockenläuten. Als Mitglieder deS Heimaffchutzes in das Kloster drangen, fanden sie dort zwei Rönnen im Handgemenge mit einem Mann. Der Eindringling versuchte zu flüchten, wurde aber von dem Kommandanten des Heimatschutzes durch einen Revok- verschuß niedergestreckt. In dem lebensgefährlich Verletzten erkannte man einen 29 jährigen Eisenbahner Ludwig R o p p, der bei seiner Vernehmung erklärte, er habe eine junge Rönne geliebt, habe sich aber beim Einsteigen tm Fenster geirrt und sei in die Zelle zweier alter Rönnen geraten. Gefecht mit Einbrechern. Einbrecher, die vor drei Wochen in das Pfarramt in Eilsen bei Recklinghausen drangen, wurden von der Landespolizei ermittelt und bei Ehreshofen gestellt. Es kam zu einem Feuergefccht, wobei ein Beamter nicht unerheblich verletzt wurde. Ein Einbrecher wurde durch einen Kopfschuß getötet, ein anderer durch einen Brustschuh so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die Katakomben von Glauchau. Auf Grund von Häuserfenkungen, die in den letzten Jahren um den Marktplatz von Glauchau in Sachsen stattfanden, wurde ein Ingenieur beauftragt, die unterirdischen Gänge der Stadt zu untersuchen. Dabei hat er ausgedehnte Gänge feststellen können, die insgesamt 6000 Meter Länge haben und in einer Länge von 2000 Meter mit Ziegeln ausgebaut sind. Die Bewohner der Stadt brachten bei Kriegsgefahr dort ihr Hab und Gut in Sicherheit. Unter dem Rathaus befinden sich größere Höhlen. Teilweise sind die Gänge in zwei Etagen eingerichtet und liegen bis zu 17 Meter tief. Oie Wetterlage. ICKXh C>wofXtnio5.0 neuer o naro oeoeewi e *omio. • oedtexx eRege^ # Schnee a Grauptin e Nehei K Orwnttr ©Windstint. «Q-< sef« lekMer Osi y massiger Sudsudwesi \ stürmische nordwesl Die Pfeile fliesen mit dem winde Oie oetoen Stationen stenenden Zafr ten gehen die Temperatur an. Pie tmien eerhmden Orte eit gleichet» fVercsniveau umotreebaeten uultdruca Wettervoraussage. Das im Westen liegende Tiefdruckgebiet Bringt weiterhin milde ozeanische Luftmassen nach dem Kontinent, und die zunehmende Erwärmung macht ostwärts über Deutschland Fortschritte. Infolgedessen bleibt das milde Wetter bei wechselnder Bewölkung, wobei es auch zeitweise zum Auftreten leichter Riederschläge kommt, fortbestehen. Wettervoraussage für Samstag: Weiterhin mild, zeitweise stärker bewölkt, vereinzelte Niederschläge. Witterungsaussichten für Sonntag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, oereinzslt etwas Regen. Lufttemperaturen am 22. März: mittags 12 Grad Celsius, abends 6.8 Grad Celsius; am 23. März: morgens 5,4 Grad Celsius. Maximum 12,8 Grad Celsius, Minimum 2,1 Grad Celsius. — Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 22. März: abends 5,4 Grad Celsius; am 23. März, morgens 3,4 Grad Celsius. — Niederschlag: 1,8 Millimeter. — Sonnenscheindauer 2J4 Stunden. A v drei Wochen in bei Tecklinghausen drangen Hwlizei ermittelt und It. Es kam zu einem ein 'Beamter nicht un- Cin Einbrecher wurde getötet, ein anderer |o schwer verletzt, icn gezweifelt tirirb. von Glauchau. »Heafungen, die in den ?aMay von Muchau wurde ein Ingenieur Heu Gänge der Stadt er ausgedehnte Tange ^amt 6000 Meter in« Länge vvn 2000 .haut W Di« Dewoh- bei Kriegsgefahr dort ierheit. Unter dem Rat« 6« UM «n» Stagen eingerichtet und tief. h£ n1* s Ic> Berlin. «erlet WM ,‘as„-T ■ S? verloren. thQnblerin ift ihT A von 13000 kow unter bern 6tfl b . i worden. 8 Jloiinenrlofiet. SrS Lauterach 'Wag nach, h-s, lvstn drangen, sanden un Handgemenge 7r Eindringling ver- wt bon dem Komman- - vurch einen Levol. n dem lcSensgeMich men A jährigen 6ri‘en- .brr bei seiner Berre eine junge 'Born 1 Einsteigen im e Zelle zweier alter E,7. säfetf? OW .*ss*** teuren, einen > V bau durchzusük ' artige Lasten r und auch keine )U erfüllen h leulschlcmd aus gratis und fror | Material bezieh Wan mch 1 ^ieliet betrat dieser Posier zu wollen. 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Unsere Mitglieder mit Anaehöligen sind zur Teilnabute emgeladen. ‘D Der Vorstand. 1867 -1917. Morgen abend 81/, Ubr: Abschiedsscier Dittmar bei Hopseld. Heiur. Zimmer Wagnermeister in Lich iOberbessenl. Haustochter tn Vertrauensstellung für Hotel mit Restaurant in kleiner Stadt RhetnhesfenS zum 1. Avril gesucht. Schriftl. Gesuche mit GehaltSansprüchen unter 022)0 an den Gieß. Anz. erbeten. au« achtbarer Ja- mllie kann sofort in bte Lehre treten. ßeötüOet jalon Metzgeret Neuenweg 10. Wagnerlehrling auf Ostern ob. später für tagsüber ges.»«« Babnbosstr. 37 11. Stellengesuche! Junger Mann 18 Jahre alt, der 3 Jahre auf einer Bezlrksfparkasfe tätig war, sucht Stellung alS Gehilfe auf einem kaufmänn. Bureau. Zeugnis kannaufWunfchvor- aelegi werden. Schr. Angeb. unter 02229 a. d. Gteß. Anz. erb. < i ßy W N A V Freitag, 25. Mürz (928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Psychosen »gen ia also ab von gewissen anderen so stimmt doch die Rechnung Sieht man also ab von kehrenden Kinder, die Mütter und Großmütter alt. ein Kind cm der Hand zu halten. ine jubelte auf und mehr den roten Mond entgegen» Man mutz deshalb diese Frage doch Prin- ' -chieller betrachten, ohne damit das Verhalten dieser Völler auch nur irgendwie entschuldigen m wollen. Es handelt sich eben im Grunde gekommen um eine grundsätzliche tirnstellung in. der gesamten politischen Auffassung. Datz dies nicht ohne weiteres möglich ist, zumal es |:d) vielfach auch dabei um die Aufgabe lieb- gsDordener Privilegien handelt, erklärt sich eben aus dieser unerhörten Veränderung der Lage. Man wird deshalb in Genf doch noch lange beraten müssen, ehe man zu einem Resultat k»nmt. England wird ebenso nicht gleich zu einer ' arideren Auffassung von seinem Imperium körn- nten. Derartige Maßnahmen aber, wie die Pol- imlche Grenzschuhverordnung und die Hinaus- -.ogerung der Rheinlandräumung sind nur ge- Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Bajazzos Freude und Leid wird in dem Film „Manege', der eben im Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft, in packender Weise erzählt. Es ist die Geschichte zweier Bruder, der Artisten Flamingo, deren inniges Bru- reits sichtbar zu fein, da es Rächt war. Ich wies ihn Donata: sie erklärte, sie wolle jetzt nicht Wolken, sondern dem weißen 02258 0ßt 19, 1306. So fabulierte ich für Donata daher: aber mit einem Male merkte ich, daß ich meinen Märchenfaden nur noch für mich weiterspann: für jene andere Donata, die, immer noch ein Kind, in meinem unverbesserlichen Herzen lebt, traumbegierig und wundersüchtig. Die wirkliche Donata hatte nämlich die Augen geschlossen und war. das Köpfchen auf meinem Arm. eingeschlafen. Zwischen wirren Gesichten vom fahrenden Mond und von tanzenden Sternen hatte sie der Schlummer überrascht. (Berechtigte tiebersetzung von Harry Kahn.) »Obe "(htB: , 0223? Wolken?" . , o. , ,„ .Fünf Minuten, wenn wer rasch gehen, Ltebes. I^lnd wenn wir oben sind, wie kommen wir wieder herunter?" . „2lch, da gibt es Lufttreppen: die hast du nur noch nicht gesehen." ..Welche Farben haben denn die Lufttreppen / Sie wußte ganz genau, daß wir „spielten. 2lber sie tat so, auch vor sich selber als glaubte sie daran: es machte chr eben Spatz, lu „glauben." , . , Die Wolken entzündeten sich immer mehr, entwickelten und verwandelten sich dabei in die verrücktesten und verzerrtesten Formen: aus Drachen wurden Walfische, aus Walfischen Turme, aus Türmen Adler. aus Adlern Segelboote. Die ganze Skala des Feuers erbrannte in ihnen, von Rauch bis zu Glut. Die Luft, die Dinge und Gestalten in dieser Luft wurden £u Wythengebilden: die auf der Allee heim- Folgen - Ursachen... Selten hat ein Prozeß von zunächst ausgesprochen privatem Charakter derart das Interesse und die Meinungen aller Schichten eines Volkes aufgerührt, wie der Kranh-Prv- z e h, jener übermäßig aufgebauschte Abschluß einer zwar aufschlußreichen, aber allgemein überbewerteten Fugendtragödie. Seit einigen Wochen sind die Gerichtsakten über den Fall geschlossen, aber die Akten der öffentlichen Meinung sind nach wie vor offen: es scheint, als wolle die Debatte darüber kein Ende nehmen, wenigstens kein vernünftiges und fcucytbares. tinb nur solch ein Abschluß hätte Sinn und Zweck. Ganz gehen. Schön: warum nicht. . . Wir machten also kehrt und bewegten uns auf den weihen Mond zu. Ich dachte aber bei mir, es sei an der Zeit, Donata nach Hause zu ihrer Mutter zu bringen. Das Haus war ziemlich entfernt; und ihrem Gehüpf und Gezwitscher zum Trotz schien mir die Kleine müde; ich hob sie also, die darüber aufjubelte, in eine gerade vorbeifahrende Autodroschke mit zum Glück aufrecht stehendem Ta» xamcterfähnchen. Ich schmiegte sie an mich; sie war glücklich, aber ihre Augen, die schillerten wic eine sich im Wasser spiegelnde Wolke, blieben auf ten Mond gerichtet. Als sie ihn nicht mehr sehen konnte, wurde sie nachdenllich und fragte .^Waruin fährt der Mond nicht im Auto?" Da wußte ich im Augenblick nichts zu antworten: ich konnte nicht einmal lächeln. Aber die großen Augen Donatas ließen nicht von mir ab. und ihr reiner Blick hatte etwas so Forderndes, es war darin ein solches Verlangen nach einem „Märchen", ein solcher Wunsch, etwas für wahr halten zu dürfen, was über aller Wahrheit ist, daß die Spanne eines Atemzugs genügte, uns zu verständigen, und daß ich, zu meinem eigenen Ergötzen, also loslegte: „Der Mond? Aber natürlich: der fährt auch im Auto, wenn er nicht mehr laufen kann und wenn er noch weite Wege zu machen hat. Das Mondauto ist allerdings nicht so wie unsere Autos, kannst du dir denken: seine Räder und Sitze sind aus Sternstaub, der ist leichter als Luft, und der Motor besteht nur aus Feu-r. Der Mond darf auch nur darin fahren, -wenn es ifym der liebe Gott erlaubt. Der Mond hat auch viele Freunde und Freundinnen unter den Sternen, bie nicht immer von ihrem blauen Garten fort können. tinb da fährt er zu ihnen zu Besuch, alles in seinem Auto mit hunderttausend Kilometer Stundengeschwin- Süddeutsche Gastwirtsmesse in Oarmstadi. Die erste Süddeutsche Gastwirtsmesse, die in Verbindung mit dem 45. Verbandstag des Rhein-Main-Gastwirteverbandes (Hefsifcher Landesverband) in der neuen städtischen Festhalle ju ©arm* stadt stattfindet, hat nicht nur bei den Ausstellern aus dem gesamten Jnteressentreis des gastronomischen Gewerbes, sondern auch bei allen staatlichen und städtischen Behörden Beachtung vier Fahre — , . r . „ _ Es ist so süß, es ist trostreicher als alles, und Dienstmädchen. Am andern Ende des Himmels, im Osten, der mehr grün als blau schimmerte, erschien jetzt der runde Vollmond, perlmutterblaß in ferner Vorabendhelle: es war, als schäme er sich, be° ----- ‘ " doch noch nicht 3 liet Tank M. • An;, grill Bileiüv*; iiirlllJH'lli; „ftliOTirgir . via»idl»1ul i, f. Bll!» Äflnntmb25. iWäU schule flotbanlaet' MS. 8 uv derverhältnis durch eine Frau zerstört wird, die dann jahrelang als Todfeinde nebeneinander leben, in dieser ganzen Zeit nicht ein Wort zusammen sprechen und doch jeden Abend gemeinsam auf dem Turmseil stehen, um dort dem Publikum rund um die Manege ihre mit Todesgefahr verbundene artistische Kunst zu zeigen; die non' Erfolg zu Erfolg schreiten und doch unversöhnt bleiben -- bis abermals eine Fran in das Leben des einen der Brüder tritt. Uni) nun erreicht Bajazzos Erzählung von Freud und Leid seinen gewaltigen Höhepunkt, tim dieses Mädchen ringt Ralf Flamingo mit dem gewissenlosen und grausamen Stiefvater, der das ihm anvertraute junge Menschenkind um Geldes willen der Manege und der sensationslüsternen! Menge zu opfern bereit ist. In diesem Ringen wird der Bruder Ralfs zum Schicksalswender, um an dem Bruder wieder gut zu machen, was er einst an ihm gefehlt. Mutterliebe greift nun in dieses dramatisch starke Geschehen ein und läßt in höchster Ge.ahr die Mutter die Schußwaffe zum Mord am Gatten und Stiefvater ergreifen, um dann aber verständnisvolle Richter zu finden und zu erleben, wie zwei Brüder nach der jahrelangen abgrundtiefen Feindschaft sich versöhnt wieder zusarnmensinden, und einem jungen Mädel das erhoffte Glück erblüht. Das ist in großen Strichen der Inhalt der Handlung. Kein Kitsch, sondern eine feingestaltete Erzählung aus dem Artistenleben. Die Bildwirkung ist außerordentlich stark, zahlreiche vortreffliche Ausnahmen von Zirkusatt ak- tionen und wohlgelungenen Zirkustypen beleben das Ganze und bilden eine wirkungsvolle tim- rahmung des Kernstückes. Man erlebt bei diesem Film Theater im Theater, ein Schauspiel voll starker Spannung von Anfang bis Ende, frei von jeder ermüdenden Rebenhandlung, straff zusammengesaßt von stärkstem künstlerischen Konzentrationswillen. Der Regie von Max Reich - mann sind die Darsteller in sehr glücklicher und verständnisvoller Weise gefolgt. Schauspielerisch hervorragend sind Kurt G e r r o n (Bela Garay), Raimondo van Riel (GastonFlamingo), Ernest van Düren (Ralf Flamingo) und Mary Johnson (Eva). Feingezeichnete Figuren stellen Lucie Höflich als Mutter und Valy Arnheim als Stallmeister. Alexander Murski als Direktor fällt in seiner kleinen Rolle ziemlich stark ab. Als Gesamtwerk verdient der Filrn- streisen unbedingt Anerkennung. 6. Märchen für Donata. Von Ada Regn. Ich ging mit Donata spazieren, Donata ist Steine klopfen und tragen, mitgebaut. 3m letzten Fahre wurden die aus japanischen Mitteln erbaute Chinchou-Pitzuwo-Bahn. sowie die rein chinesischen Mukden—Hailungchen- und Taku- shan—Pahantala- (von der Pell ig—Mu denlinie aus) Bahnen eröffnet; in diesem Fahre soll die Fertigstellung und Eröffnung der ebenfalls fast ganz chinesischen Hulan—Hailun- (nahe Harbin), Taonan—Tsitsihar- (in Heilm.gllang) und Kirin - Tunhua-Dahnen folgen. Daß Fapan diese Entwicklung aufmerksam verfolgt, kann man sich denken. Die Entlastung Schantungs zugunsten der dort wohnenden Japaner und die höheren Ansprüche japanischer Auswanderer empfehlen ihm wohl, den Vortritt in so unkultivierte Gegenden und in so kritischer Zeit diesen Chinesen noch zu überlassen; sern aber kann der Augenblick nicht mehr fein, in dem der japanische Riegel vorgeschoben und Chinas Wanderung vom Ror- den wieder abgelenkt wird. _ Denn auf mongolischer Seite setzt sich Sowjet- Rußland nach seiner Riederlage in China um so stärker fest, und die proletarische Bewegung in Fapan macht seine tiebervölkerungssrage immer brennender. Bisher hat die japanische Regierung es freilich wundervoll verstanden, der Sozialisten Herr zu bleiben, indem sie durch Auflösung der ersten Proletarier-Partei die Teilung der Anhänger in vier Gruppen erreichte, die einander eifersüchtig unb, erbittert befehden und von benen nur noch eine sich zu marxistischen Theorien bekennt; da diese aber gerade größtenteils aus Landarbeitern besteht, so wäre ihre Ansiedlung in Rord-China höchst erwünscht, sobald dort der südchinesische Zulauf aushört. Roch ist kein Ende abzusehen, da Tschiangkaitschek jetzt nicht nur mit den städtischen, sondern auch mit den ländlichen Proletariern seines Herrschastsbezirkes — 16 von 21 Provinzen nach seiner letzten illusionistischen Regierungserklärung! — völlig gebrochen hat. Durch die Wanderung der Chinesen werden indessen zugleich die beanspruchten 70 Prozent der Gesamteinnahmen, soweit man von einem solchen Dinge in China überhaupt^reden kann, für die Ranking-Regierung von Tag zu Tag mehr verschoben. Auch daran mag Fapan denken. Mit Arbeit und Eisenbahnen verdient man wenigstens etwas, was man nachher südchinesischen Rationalisten gegen neue ..Konzessionen' leihen kann. Die Südprovinzen lieferten China immer die fähigsten Köpfe, Anhwei beispielsweise Lihungtschang. Tuanchihui. Dr. Huschi sowie den listigen Fengyühsiang; oder Tschekiang etwa Dr. Alfred Sze. C.T. Wang und Tschiangkai- tschek: das einst während der Han-Dynastie so glänzende Honan, in der Mitte gelegen^ kann in neuerer Zeit nur seinen Büanschikai für sich beanspruchen. Wenn nun der an Kövsen arme Rorden Chinas von Chinesen des Südens und der QUitte überflutet wird, so eröffnen sich dadurch zugleich auch geistig ganz neue Aussichten, nicht nur für Chinas Entwicklung und Stellung in der Welt, sondern insbesondere auch für den lieben Rachbar Fapan, der dort oben in der Regel nur mit Stumpfheit und tintertoürfigfeit schwer beweglicher, harter Kuli-Schädel zu rechnen gewohnt ist. t China auf der Wanderung ist iebenfalls em neues Moment in der Entwicklung der Dinge im Fernen Osten —, hoffen wir. zu Chinas Herl. -M .1 gu*un »n 5ie' . a bohlte ÄrKtz w eignet, die Entwicklung, die sich zum Wohle Europas durchsetzen muß, unnötigerweise zu hemmen. China aus der Wanderung. Don Professor Or. Waldemar Oehtte. Daß nach großen Katastrophen ganze Vollsteile und Rassen aus ihren Wohnsitzen gedrängt werden, wissen wir Europäer von unserer Dölker- wanderung zu Beginn des Mittelalters. Aber das waren unkultivierte Stämme, die sich auf kultivierte Gegenden warfen. Was sich heute in China ereignet, ist genau das timgekehrte. Aus den kultivierten Provinzen der Mitte und des Südens wandern die Chinesen zu Hunderttausen- den seit den letzten nationalen Zusammenbrüchen nach Rorden. wo sie nicht eine schon vorhandene Kultur zerstören, sondern eine erste neu erbauen. Die Zahl der Auswanderer allein aus Schantung nach der Mandschurei, die in den letzten Fahren zwischen drei* bis vierhunderttausend schwankte, stieg im Fahre 1927 auf eine Million und wird für 1928 nach dem Januar- Ergebnis im voraus auf zwei Millionen veranschlagt. Das ist kein Flüchten von einzelnen mehr, sondern ein zeitgeschichtlicher Vorgang. China befindet sich auf der Wanderung. Ein Volk, das länger als zwei Fahrtausende vor Christus wissenschastlich die Astronomie beherrschte. noch früher medizinische Pflanzenkunde besaß und bann halb auch Arithmetik. Geometrie und Physik, in systematischer tieberlieferung jedenfalls noch im letzten vorchristlichen Jahr- taufenb. betrieb —, ein solches Volk muß int 20. Jahrhundert vor seinen eigenen Generalen und Piraten, was dort ja beinahe dasselbe ist, in unbebaute Gegenden flüchten, weil fremde Einflüsse und Destechungsgelber das Anwachsen eines neuen charaktervollen Volkskerns immer rechtzeitig zu verhindern wissen! Bei weitem nicht so übervöllert wie Fapan. obwohl die Kopfzahl von 279 Millionen im Fahre 1795 auf 436 Millionen im Fahre 1926 gestiegen ist, kann sich China sogar in seinen heute schon ärmsten Bevölkerungsteilen nicht mehr vor seinen Aussaugem retten, auch nicht im südlichen Kwan- tung, seitdem Tschianglaitschek mit Angelsachsen und Japanern aus selbstischem Machtoedurfnis heraus insgeheim gemeinsame Sache macht; sicherlich mit dem Wunsch, jene später wieder „national" abzuschieben, aber die Ausführung solcher Wünsche ist nur allzu bekannt. Von Kwankung, insbesondere seiner Hauptstadt Kanton aus. war einst ja Amerika mit chinesischen Wäschern, Aufwärtern und Berg- Wertsarbeitern — von letzteren gibt es in ti. S. A. nur noch 150! — überschwemmt worden; und der in Amerika reisende Rordchinese versteht seine dortigen Landsleute noch heute nicht, weil sie den kantonesischen Dialekt sprechen. Don derselben Provinz waren 85 000 nach den Philip- pinen. 25 000 nach den Hawai-Fnseln und ungezählte Millionen — wenigstens vier — nach Java, Siam, Formosa und Singapore gewandert. Das alles ist ihnen jetzt mehr oder minder verschlossen. Auf ihrem Zug nach Rorden haben sie in Schantung gehört, daß es ein noch nördlicheres China streckenweise ohne Chinesen gibt, und Schantung selbst geht ihnen, wie erwähnt, mit gutem Beispiel voran, tind da unter Tschang- tfolin soll es keine Kommunisten geben! Bloh heraus aus der Hölle dieser räuberischen „Land- und Geld-Verteiler". So allein läßt sich auch die ungeheure Cisen- bahn-Entwicklung der letzten Zeit in der Mandschurei und den beiden Rachbarprovinzen verstehen. Scharenweise kommen die Einwanderer, am meisten, wie festgestellt worden ist, nächst Schantung aus Tschili und Honan, die näher gelegen sind als Kwantu.rg, siedelir sich an, wo sie Landsleute finden, kultivieren ein Stück Land, bauen eine Hütte und halten timschau nach der nächsten Bahn. Wo soviel arbeitsame Menschen sind, bringt sich eine neue Linie von selbst ein, wird auch zum Teil von den Einwanderern, die faim Gehen .... ----- - , - Wan kann von Frrrum zu Frrtum getau- melt, von Schmerz zu Schmerz geschritten sern, «ller Dinge dieser Erde mag man müde und tn sehnsüchtiger Erwartung des Endes sein; das Händchen eines Kindes, das in unserer Hand Lat. bedeutet uns, daß kein Frrtum unheckbar ob das Leben immer am Anfang feiner selbst rst. Ich ging also mit Donata spazieren; es vxrr in einer heiteren Dämmerung zwischen Winter ob Frühling, drin die westlichen Wolken wert ob wechselvoll vom Sonnenuntergang erglühten. Genau gegen Westen gingen wir, eine Vor- Itabtallee hinunter, die eingefaßt war von zwei Laumreihen, durch deren nacktes Zwerggewrrr ter Himmel durchleuchtete. Donata war eitel Seligkeit, denn ich hatte ihr zu verstehen gegeben. wenn wir so weiter gingen, wurden wir schließlich bei den Wolken droben ankommen. Es schien, als berührten ihre Füßchen gar nicht die Erde, und manchmal machte sie einen kleinen Sah als wolle sie auffliegen. Einmal sagte sie, 'nach oben blickend, und den Widerschein der Dämmerung in den Piipillen: „Wie weit ist's denn bis zu den roten digkeit. Er spricht bei den sieben Schwestern vom Großen Bären vor, von denen man nicht weih, welche am schönsten ist; und dann fährt er bei den sieben Schwestern vom Kleinen Bären vor, von denen man auch nicht weiß, welche die schönste ist. Bei allen schwätzt er ein bißchen, und bann fährt er zu den Plejaden. das sind schrecklich viele, und auch lauter Schwestern, und man weih auch von ihnen nicht, wer die schönste ist. Sie tanzen Ringelreihen, und da steigt der Mond aus und tanzt mit. tind wenn er genug getanzt hat, fährt er wieder weiter, beim Berenike erwartet ihn, die ihr langes blondes Haar kämmt; auch mit Mars und Fupiter muß er über die timlaussgesehe konferieren; und auf der Rückfahrt beeilt er sich, damit er noch Hesperus, Wega, Aldebaran und Sirius begrüßen Eamt. tind bann fährt er heim auf der Milchstraße, die ganz weiß ist und viel, viel schöner als alle Straßen auf der Erde, tind 'ba oben ist alles ganz still unb in seliger Ruhe. Das Mondauto fährt und fährt ohi" jedes Geräusch, unb die Sterne lächeln, wenn es vorbeikommt, und werfen ihm Kußhände nach. Manch armseliges, lleines. namenloses Sternchen ruft ihm bittend zu: Ach, nimm’ mich doch mit! Ich langweile mich hier so m diesem verlorenen Firmamentwinkel, wo man gar keine Aussprache hat. tind da sagt der Mond: Mein liebes Stemkein, hier hat dich Gott hingestellt, gegen den Willen Gottes, des Himmelsherrn kann man nichts machen. . . abgesehen von der Rolle, die der Prozeß unb die Beteiligten in der privaten Diskussion spielen — der Berliner Dolksmund kolportiert heute schon Dutzende von Anekdoten und Witze über dieses Thema — gehören sie leider auch schon zum festen Repertoire mancher Kabarett-. Revue- unb Variete-Humoristen, wobei weniger bic Tragik unb Problematik der Sache als vielmehr das plump Sexuelle für die Aufnahme entscheidend war. Auch Film und Theater haben da und dort versucht, den Prozeß zu geschäftlicher Reklame auszunutzen. Die Angehörigen von Hilde Scheller sahen sich bereits gezwungen, gerichtlich gegen solche Auswüchse vorzugehen unb tinter- lassungsklagen anzustrengen. Fn den Schulen hat die Tragödie nicht nur zu lebhaften Auseinandersetzungen innerhalb der Lehrkörper sowie zwischen Schülern und Lehrern geführt, sondern auch Maßnahmen, wie Einschränkung der Freizeit, veranlaßt. Politische, kulturelle unb wissenschaftliche Versammlungen unb Vorträge sinb an der Tagesordnung. Vor allem aber hat sich eine umfangreiche unb leider auch bedauerlich unsachliche Diskussion in jenem Teil der Presse breitgemacht, der zur Verfechtung von extremen unb über- radikalen Forderungen die persönliche Verunglimpfung des politischen Gegners braucht, da sich solche „Politik" mit sachlichen Argumenten eben nicht verfechten läßt. Die Einseitigkeit der Betrachtung hat zwar auch in einem Teil der übrigen Presse verschiedene Blüten gezeitigt unb es entbehrt trotz des tragischen Anlasses nicht einiger Komik, wenn man in manchen Zeitungen allein die Zugehörigkeit der jungen Menschen zum Fungdeutschen Orden für ihr Verhalten verantwortlich machte, während man wieder in anderen Blättern alle Schuld in den politischen tim- Wälzungen des Jahres 1918 erblickte: ober wenn die modernen Schulreformer die alten Lehrer, unb die andererseits die konservativen Pädagogen wiederum die modernen Lehrer für die Steglitzer Tragödie vor Gericht gezogen wissen wollen. Aber all diese Einseitigkeiten, die doch meist wenigstens mit sachlichen Argumenten belegt waren unb mit Einschränkung auch sachlich manches für sich haben, werden gänzlich in den Schatten gestellt von gewissen Blattern, die ..feststellen", daß die Schuld an dem Schulerdrama einzig und allein die — 2uden haben. Dieses Chaos von Olleinungen und tirteilen, von Auswüchsen und sinnlosein Fanatismus, ist leider nicht nur eine Folge, sondern man möchte fast behaupten: eine tirsache dieses Prozesses. Die jungen Menschen, die in ihm eine Rolle spielten, waren ausgesprochen unausgeglichene, zerrissene und haltlose Charaktere, denen brauchbare. sittliche und geistige Maßstäbe fehlten. Kann das in Verwunderung setzen, wenn die ältere, die verantwortliche, bie Führer- generation. die den Jungen Vorbild und Muster sein soll, derart zerrissen und unausgeglichen ist. wenn sich alle in Haß und fanatischer Rechthaberei bekämpfen? Kann unter diesen timständen die Jugend ein gesundes Vertrauensverhältnis zu den Aelteren finden? tind allein auf dieses Vertrauensverhältnis kommt es an. Dieser Prozeß konnte sich fruchtbar auswirken, wenn er Anlaß zu einer gründlichen Selbstbesinnung des ganzen mündigen deutschen Volkes wurde, wenn er zur Einsicht führte, bah ewiger, grundsätzlicher und hemmungsloser Hader das schlechteste Erziehungsmittel unb Beispiel für die Heranwachsende Generation ist. Dionn, «15. Darlehen in Höhe von 6°° M Klick- geböte unt. A, " tot Siebener 3n, Werteten/" /Suche" oebilbeter, M unobb, Tame «volle 7'fluri mit ausuchi. Charakter, “•«•ter von 28 bi? Ä M, iunätdlt in «new. ,u tret. Per. traurndvolle Zu- ichriftzwennmöM ^Kieh. Snz. erbet. Vereins j Komponenten, so stimmt doch dre Rechnung immerhin einigermaßen, daß die Psychosen heute roch recht reichlich verbreitet sind. Ge- - iih ist das konstante Sicherheitsgefühl durch den i' Weltkrieg in mancher Hinsicht labil geworden: vns jedoch Deutschland anbelangt, so kann wohl Iium ein objektiv dentender Mensch zu dem xhluß kommen, daß hier jede Psychose ihre Begründung fände. Es läßt sich sicherlich nicht eugnen, daß Deutschland große Fortschritte in einem Wiederaufbau macht, einem Wiederauf- iau aber, der nicht von der Tendenz getragen ft. die verlorene Schlacht des Welttrieges durch ■ine neue wieder gut zu machen, sondern nur niter dem Gesichtspunkt, die Kraft des Volkes in den Dienst d er Allgemein - ieit zu stellen. Vorausgesetzt wird also lediglich. )aß diese Kraft in ihrer Entwicklung nicht durch willkürliche Maßnahmen anderer Mächte be- jirbert ober gar unterdrückt wirb. Trotzdem aicubcn eben bie anberen Mächte von ihrer j, Psychose in bezug auf eine Deutschen-Gesahr ,ud)t loskommen zu können. Besieht man bie- ■ |cn Zustanb bei Tage, so fällt es einem aller- Udmgs nicht schwer, ihn bahin zu interpretieren. als oiT bei ben anderen doch irgendwie ein U nsicherheitsgefühl auf die eigene »Kraft vorhanden sein müsse. Diese Erkenntnis mirb noch bestärkt burch bie Tatsache, daß manche Liinbcr nach dem Kriege noch nicht in der Lage Smaren, einen ähnlich umfangreichen Wiederaufbau durchzuführen, obwohl sie nicht durch derartige Lasten wie Deutschland behindert waren md auch keinerlei Entschädigungsverpflichtungen erfüllen hatten, sondern sogar noch aus r-eutschland auf Grund des Versailler Vertrages acatis unb franko in großen Mengen Gelb unb Material beziehen konnten. Lamsiag.A.Mär^ abenM 8 Uhr, finite: im Ratb. ®trciw bauS ein UM» des iöandervogc! ^öbeoflug" fiait. Unsere Mitglieder Oil Snaehöiigen sind zur tellnabiue emgekaden. " ip ie ein anständiger Freier, anstündig auf genommen werden; unter seinen Augen mußten die veiden fein, bann wäre es nie und nimmer dazu gekommen, bafc der junge Mann über den Zaun stieg, lüstern nach verbotener Frucht und die pflückte. Herr Dousemont bedauerte seinen Mißgriff lebhaft, er war ganz alteriert. Und daß er, der so gern lecker speiste, nicht nur feinem Gaumen, auch seinen Augen etwas Gutes antat, nun dieses schöne Kind mit der unbefangenen Heiterkeit, die so wirkte wie freundliche Sonne, fortab nicht mehr nm sich haben sollte, das wollte ihm gar nicht in den Sinn. Ihn grauste, wenn er an das Gesicht der Lena dachte. Und was der Heinrich wohl dazu sagen würde? Der kam, ehe er zu seiner Hochzeit nach Berlin fuhr, noch einmal hierher zurück, freilich nur kurz, aber gerade, weil es nur kurz war, hätte er dem Sohn das Vaterl-aus gern noch einmal im besten Licht gezeigt, es dem so recht behaglich gemacht, und wie konnte er das mit der alten, übellaunigen Person und einem noch uneingeschulten Trampel, der in nichts Bescheid wußte? Und wenn er bann dem jungen Paar bei feiner Ankunft das große Essen gab, zu dem alle Honoratioren gelaben wurden, ein tfeft, wie nochmals eine Hochzeit, wie sollte bas bann werben mit all seinen Vorbereitungen, wenn bie Maria ihm nicht dabei half? Wegen dieser leidigen Geschichte ihm davonging?! Wie hilfesuchend blickte der Alte um sich; da sah er im Berg die vielen Reben, ein warmer Wind hob das grüne Weinlaub und der Wind kroch darunter und küßte die schwellenden Beeren. Und da waren die Berge, da war der Strom, und der Berg drüben neigte sich auch und küßte im Spiegel die Mosel — alles strebt zueinander, vereint sich. Nur der bleibt einsam, der abgängig ist und greises Haar hat. Herr Dousemont fühlte es heute auf einmal, daß er schon alt war; mit steifen Beinen ging er den Weinbergspfad abwärts. Noch heute wollte er mit ber Maria sprechen, vielleicht, daß er sie bereden konnte, vorderhand wenigstens doch zu bleiben; e» eilte ja noch nicht ... Fortsetzung folgt.) ^ich gehn gleich mit." Er drängte hinter ihr her. ,..Aie war erschrocken; nicht daß sie sich gefürchtet hatte, ihn hereinzulassen, aber wenn sie nun drinnen Licht anmachen mußte, und wenn er sie bann im Hellen sah?! Aber Gott fei Dank, sie fand auch ohne Licht alles, es stand wohlgeordnet im Schrank beisammen, sie brauchte cs ihm nur in die Stube zu tragen. Da saß er schon im Sofa und wartete ausgehungert. Er aß mit hastig malmenden Zäh- €r kaum genug. Sie saß, an ihn gelehnt, jttu neben ihm auf dem Sofa und freute sich, une gut es ihm schmeckte. Keiner von ihnen wollte — sahen sie denn so nicht genug? D (Bott, nur kein Licht! Nettchen schauderte. Wik nun fertig gegessen: das hatte aber mal gut geschmeckt! Wahrhaftig, er war dem Mädel von .^)erzen dankbar, ein gutmütiges Sing! Wenn er nur Wasser hätte zum Waschen. -J™"™ ^örte sie's so lief sie auch schon. Sie holte ichnell Wasser, Seife und Handtuch. Sie hatte in ihrem ganzen Leben noch nid/ts Liebes gemafdien, meber Mann noch Kind, nun wusch sie ihm der vor Wohlgefühl stöhnte, das Gesicht und bie Hände. Sie tat es geschickt, so geschickt im Dunkeln, als fei es im Hellen; ihre liebevolle Sorgfalt leuchtete ihr. Dann kniete sie nieder, ob er auch widerstrebte — o weh, wenn sie seine zerrissenen Schuhe jetzt fühlte, die durchlöcherten Strümpfe! - stellte feine brennenden Fuße m die Schale mit Wasser und kühlte sie: das tat ihnen wohl, o die armen Füße! Und bann trocknete das Mädchen sie ihm. Es erschien Nettchen wonnesam, atyo dienend auf den Knien au liegen. ° gofepf) empfand eine große Erleichterung, bas Brennen hatte gleich aufgehört; und als sei mit den Schmerzen der Sohlen auch anderes verschwun- den, bas ihn geschmerzt hatte, so war es ihm. Er Me sich auf einmal ganz frei, ganz leicht. So schlimm war das am (Eu.be doch nicht, daß er nun nach Afrika mußte, er hatte sich bas viel, viel fchlim- mer gedacht. Auch dort gab es Mädchen, und wenn Hier oben im Weinberg hörte er wenigstens nicht bas empörte Grollen der gereizten Löwin, aber ge= 'nutlich war es ihm doch nicht. Was war mit der Kleinen passiert, daß sie Hals über Kops Ijeim wollte? Er machte sich allerlei Gedanken, er kam sich gewissermaßen verantwortlich vor für das junge Kind, das der Bremm ihm ins Haus gegeben hatte. Fernand anderem hätte der feine schöne Tochter vielleicht gar nicht anvertraut. Wie stand er vor dem ehrlichen Mann nun da? Der Alte vom Berge saß lange oben auf der Bank unterm Kreuz und dachte nach. Nie war die Maria mit jemand an- berem ausgewesen, als mit dem jungen Menschen aus ihrer Heimat, der sie zuweilen besuchen kam. Er hatte nichts dawider gehabt, der Mensch machte einen sel)r guten Eindruck, hatte so treuherzig seine Hand hingestreckt, als er die beiden einmal traf und die Maria ihn ihm vorstellte. Und sie war aud) fo unbefangen dabei gewesen; er hatte kein Arg gehabt. Aber freilich, junge Leute fo allein beieinander — ach, ach! Und der Alte gedachte auf ein- mal schmunzelnd der eigenen Jugendzeit: konnte man von dem jungen Menschen denn erwarten, daß er nicht zugriff bei einem fo schönen Mädchen? Die Mana war ein zu goldiger Schatz. Ach, ach! Herr Dousemont wurde plötzlich gatu traurig: es wäre doch ein Jammer, wenn dieses Mädel, gerade dieses Mädel sich verplempert hätte! Und er machte sich Vorwürfe, denn nun schien ihm kein Zweifel mehr, warum die Maria von hier fort wollte. Was war er doch für ein Schafskopf gewesen, für ein alter, kurzsichtiger Tor! Daß er der Maria verboten hatte. einer jung ist und versteht, sie zu nehmen, bann sind fte auch freundlich. (Er fühlte sich wieder ganz wohl- gemut. Das liebe Nettchen! Das hatte ihm wirklich viel Gutes getan. Und das gute Mädchen würde ihn auch nicht ganz oergeffen. Er lächelte: so blieb denn doch noch ein Erinnern an ihn in der Heimat zurück. Er zog sie von den Knien auf und fetzte sie sich auf den Schoß. (Ein Gefühl unendlicher Seligkeit überdauerte Jlettdjen, sie mackste ihre Augen fest zu und ließ den Kops an feine Schulter sinken. Wie im Traum suhlte sie feine streichelnde Hand. Tiefe Dimkelheit und tiefe Nachtstille, die kein Ruf von draußen kein Laut unterbrach; sie hörte nur den Atem des Mannes und den ihren, der rasch und zittrig ging. Qonft nicht!—. Und doch, was war das? Was war das?! Es dämmerte ihr etwas auf, es drängte schnell näher und näher, es überfiel sie und hielt sie fest. Mit der Schnelligkeit eines Himmel und Erde durchzuckenden Blitzes war es gekommen — ein Gedanke. Und dieser Gedanke überwältigte Nettchen. Sie Zitterte unter ihm. Aber ber Joseph ließ sie jetzt von seinen Knien hcrabgletten: „Nettchen, lebwohl!" Er stand auf. Er ftanb ungern auf, aber die hier war bock) zu schabe, baß er sie ins Gerede brachte, die war keine von denen, die man bezahlt — er hätte sie ja auch nicht bezahlen können — darum war es besser, daß er jetzt ging. Er tastete sich zum Ausgang. Sie jedoch sprang ihm nach, mit einem Satz mar fie wieder bei ihm, sie packte ihn mit Armen, die auf einmal eine Kraft besaßen, die niemand ihnen zu- getraut hätte. Sie hatte den Blitz gesehen, der alles erhellt, der ihr Leben vor ihr erleuchtete: jetzt wußte sie, was sie wollte. Und jetzt wußte fie auch, was fie tun mußte — ja, mußte. Den Mann vom Ausgang wegzerrend, hielt sie ihn fest mit eisernen Armen. 11. Kapitel. .Maria Bremm hatte Herrn Dousemoitt gekündigt Der Alte war sprachlos: dieses Mädchen, das er gehalten hatte wie zugehörig, wie ein eigenes Kind fast, das wollte fort?! Der mußte doch irgend je- manb etwas zuleide getan haben, es konnte gar uldsts anderes fein. Er nahm sich die alle Lena vor: „Ihr ward sicher zu grob — nä, sag nit (Lollar) und Otto Dender (Nodheim); 2. Sieger 150 P. Albert Drescher (Lollar) und Ludwig Lepper (Waldgirmes); 3. Sieger 148 P. Wilh. Schmidt (Waldgirmes), Heinrich Römer (Wieseck); 4. Sieger 147 P. Carl Agel (Lollar); 5. Sieger 146 P. Wilh. Ferber (Waldgirmes). Turner sinter stufe (Siebenkampf): 1. Sieger 133 P. Walter Bierau (Lollar); 2. Sieger 117 P. Ludwig Knortz (Ahbach); 3. Sieger 116 P. Willi Feldmann (Wißmar); 4. Sieger 114 P. Waldemar Grote (Lollar), Karl Rupps (Garbenheim); 5. Sieger 113 P. Willi Bauber (Waldgirmes). Turnerinnen Ober stufe (Siebenkampf): 1. Sieger 126 P. Paula Hildebrand (Wieseck); 2. Sieger 116 P. Anna Bernhardt (Wieseck); 3. Sieger 114 P. Emilie Schmidt (Wieseck); 4. Sieger 111 P. Clara Bremer (Wieseck); 5. Sieger 108 P. Gertrud Verlach (Wieseck). Turnerinnen Unterstufe: 1. Sieger 85 P. Emma Lotz (Wieseck); 2. Sieger 79 P. Ottilie Schreiner (Wieseck), Anna Pausch (Wieseck); 3. Sieger 78 P. Emma Schreiner (Wieseck); 4. Sieger 77 P. Minna Seibert (Wieseck); 5. Sieger 76 P. Martha Röhl (Wieseck), Lina Erb (Wieseck). (Sauwaldlauf Gießen—Wehlar (W.G.V.) Die ursprünglich für Sonntag, 25. d. Mts., in drei Gruppen im Gau angesetzte Gauwaldlaufmeisterschaft ist auf den 1. April verlegt worden. Der Lauf wird getrennt nach Leichtathleten, Fußballspielern und Jugend ausgetragen. Handball in Hessen-Hannover. Der Bezirksmeister Kurh. Pol. Kassel setzt am nächsten Sonntag seine Spiele um die westdeutsche Meisterschaft fort, und zwar trifft er diesmal auf die stärkste aller Mannschaften des Westens, den B. f. B. 0 8 Aachen unter der Leitung des besten deutschen Handballschiedsrichters R ö t h m a n n, Barmen. Kurhessen hat hier gar keine Möglichkeit, sich durchzusetzen. Die Aachener sind eben im Westen säst eine Klasse für sich, und für die Kurhessen wird es sich nur darum handeln, die sichere Niederlage nicht zu hoch werden zu lassen. — Erwähnenswert ist noch das gute Abschneiden des V. f. L. Wetzlar gegen die beste Frankfurter Mannschaft, H a n d - ball sp. -Ve r. Frankfurt. Wetzlar holte ebenso wie in Wetzlar ein Unentschieden, diesmal mit 2:2 Toren heraus. Handball der Gp.-Vg. 1900. B. Die HandbctNabteilung der Sp.-Vgg. 1900 hat sich für nächsten Sonntag einen Gegner nach frier verschrieben, der eine gewaltige Steigerung der Anforderungen notwendig macht. Es ist dies der Pvlizeisportverein Butzbach. Nachbarstädter haben gerade in den letzten Wochen besonderes Interesse auf sich getentt, gilt es doch für sie, sich für die Ligatlasse des Frankfurt-Darmstädter Bezirkes zu gualifizieren. Die 1900er gehen in Anbetracht eines sich in Hochform befindlichen Gegi'.ers mit etwas gemischten Gefühlen in den Kampf. Wenn die Mannschaft seither in stärkster Aufstellung ge- spielt hätte und das auch am nächsten Sonntag tun könnte, wäre mit einem energischen Widerstand zu rechnen gewesen. Trotzdem sind die Spielvereinigungsleute einer erfolgreichen Gegenwehr fähig, vorausgesetzt, daß sie sich nicht zu Anfang überrumpeln lassen. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Eldracher startet für „Eintracht"Frankfurt. ö. Wenn auch seit geraumer Zeit mit dem Weggang des hervorragenden 1900er Sprinters und Olympiakandidaten Eldracher gerechnet wurde, so muß doch die Tatsache, daß er sich in Frankfurt a. M., wo er sein Studium sort- setzen wird, in der kommenden Saison betätigt, nicht nur bei der Gießener, fonbeim auch bei öer gesamten westdeutschen Sportgemeinde das Gefühl eines Verlustes auslösen. Vor einem Jahre noch kaum über die Grenzen seiner engeren Heimat bekannt, hat dieser ausgezeichnete Spvrtsmann im Verlause der vergangenen Saison die Aufmerksamkeit der deutschen Sportwelt auf sich zu lenken vermocht. Die Anerkennung ist ihm durch die Einreihung in die Olym- Piatändidatenliste und die Verleihung der Zehn- Besten-Nadel der Deutschen Spvrtbehörde für Leichtathletik geworden. Für die Spielvereini- stand v gül!>8 ici h Wtlag- vorn i*Äi« ®’-t «ute Spieler er B'gts jch, voran- in Aastrelen hc S-eßen v-rtrrkn ° grQ "d °Moerem |d)° Stirn*» Toren. "ft Segnet, eil . Ä* Sä; nnb fernes ausgeze ba beide Mhmder! gebend für den Sp her die ffrfbftnW t über NaMe oer ihr eigen nennen. Das LchEpiel bi 1900s gegen w Zutzbach. Die 1. Fußball Siplomfpiek durch c fort, wobei man den Ersatzleute, wenig G Um 6am8tagnad Mspiel zwischen d ritztervereini her Siebener C gung statt. Beide zusMmengestellt. Die Ligaman Sonntag hier gege zu einem Gesellscha in der vergangen Lahnlreisliga und durchaus leine schl Mannschaft spielst durch ihren Eifer Elf tritt bis auf licyster Aufstellung einen Karen Sieg letzten Spiel auf zumachen. Die Clgarefe ÄerbvrnS als (? W nach ebenfalls «n MV Arsu 2 Z z 4 fc s 1 L H si e A XI 4 L 4 Qeg. en iecelüfweiide^ReMcune! HUftftWgSgpS unsere Qreiling) ? Auslese vor1 allen anderen Faktoren durch die gute Auswahl hochwertiger Sabake garantiert. Sie ist Ms Macke von- überlegenem Qe? schmack die. tägliche JConsum? nach edlen- Erfahrungen^ qualitativ unbedingt' die Spitze halten. Taf) wie die besten Zigaretten? die es gibt, verwenden, dine Selbstverständlichkeit', sich aber stets beimAuspcobieren ein vernichtendes 'llcteil.'lDir ha? Tier Staucher wird jetzt oft in Anpreisungen von Zigaretten mit geruchfreiem tyapietbcand zu fesseln gesucht. Ein jüngstes empfiehlt sich sogar mit Siapier, das mit Magermilch be? handelt wird. Man setzt diesem £ Zigaretten? Jtapiez also Seit Solche»Erfindungen« wir auch, mit periodischer Stegei? s \'s- !M MM Die »Dritte" hat Gr. - DuseckS »Erste" zum Gegner. Hier sollte es leicht möglich sein, daß der Eifer Gr.°Busecks über die größere Spielerfahrung der DsB.-Elf siegt, wenn letztere das Spiel von vornherein zu leicht nehmen sollte. Erstmals seit langer Zeit tritt auch die Hand' ballmannschast auf den Plan. Sie tritt aus hiesigem Platz gegen die Handballmannschaft des Turnvereins Garbenteich an. Eine Voraussage zu geben, ist nicht möglich, da die V. f. B.-Elf in neuer Ausstellung antritt. Die erste Jugendmannschaft trägt ihr letztes Diplomspiel der diesjährigen Serie aus. Ihr Gegner ist die erste Jugend von Niedergirmes. Obgleich der Ausgang dieses Treffens für die V. f. B.-Jugeudelf insofern ohne Bedeutung ist, als ihr die Meisterschaft ohnehin sicher ist, wird sie doch alles aus sich herausgeben, um ein eines Meisters würdiges Spiel zu liefern. Jedoch muh sie mit Ersatz antreten, so daß sie trotz des Vorteils des eigenen Platzes in Anbetracht der Spielstarke des Gegners keine leichte Ausgabe vor sich hat. Die 2. Jugend trägt ihr fälliges Diplom- spiel gegen die gleiche des Wetzlarer Sportvereins auf dem früheren „Hessen- Platz" aus. Ebenfalls ersatzgeschwächt werden sie Mühe haben, sich gegen die Wetzlarer zu halten. Arbeiter-Tunr- und Gportbund. Der zweite Sonntag der diesjährigen Berbands- spiele bringt folgende Treffen: Gießen I hat Marburg zum Gegner. Der Ausgang des Spieles muß offengelastcn werden, da es das erste Spiel Marburgs ist. Lollar I hat W e tz l a r I zu Gast. Tritt die Lol- larer Elf in der Aufstellung vom vorigen Sonntag an, so dürfte der Sieg ihr sein. Heuchelheim! empfängt Alsfeld! und wird auch aus diesem Spiel als Sieger hervorgehen. Wieseck I ist spielfrei, tritt aber zum Freundschaftsspiel gegen Gießen I lKreisklasse) an. Hier wird es ein spannendes Spiel geben, wenn Gießen seinen körperlich schwachen Gegner achtet. In der zweiten Klasse treffen sich Gießen II gegen Kinzenbach I. Der Ausgang ist ungewiß. R o d h e i m I gegen W i e s e ck II. Tritt Wieseck komplett an, so dürfte ein schönes Spiel zu erwarten sein, dessen Ausgang ungewiß ist. L e u n II gegen N a u n h e i m II. Hier werden die Gäste den Sieg und die Punkte mit nach Hause nehmen. Fronhausen I gegen Oppenrod I. Hier werden die Einheimischen Sieg und Punkte an sich bringen. Daub ringen I gegen Burkhardsfelden I. Der Ausgang dieses Spiels muß offengelassen werden. Hachborn I hat Großen-Linden I zu Gast. Hier werden die Gäste Sieger bleiben. In der Jugendklasse treffen Klein-Lin- den und Groß- Seelheim zusammen, wo die ersteren Sieger bleiben werden. Heuchelheim hat Treis zu Gast und wird sich auf eigenem Platze den Sieg nicht nehmen lassen. Wieseck geht nach A l t e n - B u s e ck, um sich Sieg und Punkte zu holen. Naunheim hat Wetzlar zum Gegner. Der Ausgang muß offengelassen werden. Gießen hat Leun zu Gast und wird sich Sieg und Punkte nicht nehmen lassen. Naunheim I fährt zum Rückspiel nach U r b e • rachin Hessen. Zeigt die Mannschaft die Spielweise des vergangenen Sonntags, so dürfte sie nicht aussichtslos in den Kampf gehen. fflvt'Dei^rank- t b t ü ej|tn e. Gegner, der pM die Marburger n wird. Man geht ^en oussteiM-en und 06 Kassel siebt, fam auf der Strecke Jen läßt. Gin Sieg der S?.1SS S®*" d die Pl»* - l. 11 nd auch : seinern . -Mc '"‘ST**"' ib nicht men jn * °hl w.Xi”* ren [oUte t» ,rÄ Wiläums-Zaselmattt in Butzbach. Pb. Butzbach, 22. März. Der heutige I u - biläums-Faselmarkt war überaus stark aus der ganzen Tlmgegend besucht. Als sich oer Festzug in Bewegung setzte, schien Heller Sonnenschein über die Stadt, und Kopf an Kops stand die Bevölkerung und die Marttbesucher auf den Straßen, um den Jubiläumsfestzug zu sehen. Es war ein ganz imposantes Bild. Vorneweg Schupo, dann Schullinder, hierauf ein Beiter in Heroldstracht und dann die ehemalige Schützenkompagnie, die von Landwirlschafts- schülcrn gestellt wurde. Am Rathaus machten sie Halt, und unter den Klängen des Präsentiermarsches erwiesen sie den eingeladenen Gästen usw. eine Ehrenbezeugung. Hierauf setzte sich der Zug wieder in Bewegung, der ein farbenfrohes Bild bot. Aus ihm feien besonders erwähnt, der Wagen der Brauerei Jhring» Melchior, der größten Brauerei der Provinz Oberhessen, der einen Reklamewagen für das Spezialbier Hessenguell darstellte, der Wagen der Gemeinde Rockenberg, der die Heuernte symbolisierte, die drei Wagen der Firma A. I Tröster, die die Entwicklung des Saatbaues von der Vergangenheit bis heute darstellten, und von denen der letzte dieser Wagen die vierzigtausendste in der Fabrik hergestellte Maschine mitfüh.rte. Als besonders erwähnenswert sei der Wagen des Vereins des Einzelhandels genannt, der unter der Devise: „•Stabt und Land, Hand in Hand", eine Verbrüderung von Stadt und Land darstellte. Junge Stadtburschen in Biedermeiertracht mit Landmädchen in Hüttenberger Tracht verkörperten diese Idee. Weiterhin sei nicht vergessen ein Wagen des SchreinermeisterS Ebner, der als Emblem des SchrcinergewerbeS einen großen Hobel zeigte, unter dem Heinzelmännchen saßen, die sozusagen über Rächt die Aufträge in solider Qualität ausführen. Die Schuhfabrikation war durch einen Wagen der Schuhfabrik Rumps & Sohn vertreten. Ebenso hatte die Molkerei Ost heim und der Apfelweinfabrikant Müller - Ostheim, sowie die Kunstmühte E h r i st - Griedel Wagen gestellt, die ihre einzelnen Gewerbe verkörperten. Der Reiter- verein Butzbach und Umgegenb umrahmte teilweise den Zug und ritt auch mit einer besonderen Grupppe in demselben. Als selbstverständlich darf noch versichert werden, bah in dem Zug auch die prämiierten Pferde, Rinder, Kühe und Ziegen mitgeführt wurden, die durchweg sehr schöne Exemplare aufwiesen. Hier seien gleich die zur Verteilung gekommenen Preise aufgeführt: Belgier, a) Stuten mit jährigen Fohlen. Heinrich Dreut II. (Griedel) Ehrenpreis, Hch. K. Aug. Schneider (Ostheim) 2. Preis usw.: b) Stuten mit mehreren Rachkommen: Ferd. Schmidt (Birklar) Ehrenpreis, Georg Bill I. (Riederweisel) 2. Preis usw.; c) Tragende Stuten: Georg Kißler I. (Riederweifel) Ehrenpreis. Phil. Hildebrandt I. (Riederweisel) 1. Preis, Heinrich Kempf II. (Bellersheim) 2. Preis usw. Oldenburger, s) Stuten mit jähr. Fohlen: Martin Schmidt (Dorfgull) Ehrenpreis, Herrn. Konrad Straßheim (Griedel) 1. Preis, Gg. Hch. Bender (Dorsgüll) 2. Preis usw.: b) Stuten mit ' mehreren Rachkommen: Herrn. Konrad Straß- Heim (Griedel) Ehrenpreis, Wilhelm Dingel (Grüniugen) 1. Preis, Herrn. Wissel (Griedel) 2. Preis usw. Simmentaler Rinder über 1 Jahr. Gg Haub (Riederweisel), Wilh. Ehr. Haub (Riederweifel), Ehr. Hildebrand X. (Riederweisel), Friedrich Häuser (Riederweisel) je einen Ehrenpreis; Wenzel Hasser III. (Riederweifel), Karl Wörmer (Ostheim), Ph. Häuser I. (Riederweisel) je einen 1. Preis: Joh. Hch. Adami II. (Riederweifel) 2. Preis usw. Simmentaler Bullen (12 bis 18 Monate): Mohr (Gambach) 1. Preis: Karl Wilh. Müller (Kirchgöns) 2. Preis usw. Simmentaler Kühe mit 1 bis 2 Kälbern: Christoph Häuser lOsthrim) Ehrenpreis: Friedr. Mack (Riederweifel) 1. Preis: Heinrich Marx (Riederweifel) 2. Preis usw. Kühe mit drei und mehr Kälbern (Hess. Fleckvieh): Ambros. Leibl (Rieder-Weisel) Ehrenpreis, Hrch. Bopp (Griedel) 1. Pr., Georg Keßler (Rieder-Weisel) 2. Pr. usw. Vogelsberger, a) Bullen über 2 Jahre: Gemeinde Hartenrod 1. Pr.: b) Dullen 12 bis 18 Monate: Hch. Faber (Großen-Linden) und Gemeinde Gambach je einen 2. Pr. b) Rinder über 1 Jahr: Ludwig Engel (Riederkleen) Ehrenpreis, Wilh. Kolmcr (Griedelbach), Karl Frank (Hochelheim) je einen 2. Pr. c) Kühe mit 1 bis 2 Kälbern: Karl Schmidt (Steinberg) Ehrenpreis, Hrch. Hosmann (Hörnsheim) und Johs. Blank (Watzenborn) je einen 2. Pr. usw. Simmentaler Familien: Hch. Marx III. (Rieder-Weisel) und Ambros. Jak. Leibl (Rieder-Weisel) je einen Ehrenpreis, Hrch. Topp (Griedel) l.Pr., Joh. Hch. Adami II. (Rieder- Weisel) 2. Pr. usw. Leistungswettbewerb, r.) Kühe mit 1 bis 2 Kälte n: Hch. Marx HI. Q ieder-Weisel) Ehrenpreis, Ambros. Jak. Leibl (Rie.>er-We.)el) l.Pr., Phil. Hildebrand I. (Rieder-Wc.sel) 2. Pr. usw. Schweine: Anton Müller XXXII. (Lang- Göns) und Wilh. Stark (Wiesberg) je einen l.Pr., Anton Müller XXXII. (Lang Göns) 2. Pr., Wilh. Müller VI. (Bingenheim) 3. Pr. Ziegen, a) Böcke: Gemeinde (Rieder-Weisel) l.Pr.: b) Ziegen, 3 Jahre und älter: Adam Studt I. (Rieder-Weisel) l.Pr. c) Z i e g e n , 2 Jahre alt: Peter Christ (Butzbach), 1. Preis und Ehrenpreis. d) 3 i e g e n, 1 Jahr alt: Jakob Schnupf (Nieder- Weise!), Wilhelm Bill II. (Nieder-Weifel), Johannes Hauk VIII. (Nieder-Weifel) je einen 1. Preis. Bemerkt sei noch, daß ein gemeinschaftliches Essen den Jubiläumsmarkt beschloß, bei dem Bürgermeister Dr. Jansen die Begrüßungsrede hielt. Ihm erwiderten Oekonomierat Müller (Neuhof), Oeko- noinierat Breidenbach seitens des Landwirt- schaftökammerausschuffes, Bürgermeister Dr. Seyd (Friedberg) u. a. Alles in allem genommen: Die Jubelfeier des 50jährigen Bestehens des Faselmarktes nahm, wie allgemein an* erkannt wurde, einen durchweg guten Verlauf. Stadt und Land bewiesen, daß sie in guter Harmonie miteinander leben, und so soll es auch bleiben. Bei der Lotterie fielen die ersten zwölf Gewinne (Rinder) auf die Nummern 10791, 534, 12920, 3221, 9961, 11902, 11545, 13920, 13017, 12710, 13661 und 4785. daf> die von uns verwendeten Zigacetten?Tapiece I Zigarette des veewöhntenStaachers, dec allein wählt - .4 a slese S'Pfg). 5üt lesouder-s Anlässe wttplMeu wir wtsete „Juwel“ «zu 6 AP. schon einmal ein 2:2 sieserte. Ob der vorteil des eigenen Platzes den Böckinge- v diesmal zum Siege verhilft, bleibt abzuwarten. Gpielvereimgung 1900 Gießen. o. Den Reigen der Spiele am kommenden Sonntag eröffnen die kleinsten 1900er. Die Schüler- clf trägt ein Gesellschaftsspiel aus. Der Gegner stand bei Niederschrift dieser Zeiten noch nicht endgültig fest. Anschließend kommt ein kleines „Lokalderby" zum Austrag. 1900s Ligareserve empfängt die 1. Mannschaft vom Ballspiel-Club 1920 Gießen. Da in der Mannschaft des Platzvereins einige gute Spieler ersetzt sind, kann man den Spielausgang nicht Voraussagen. Das Hauptereignis dürfte jedoch das erstmalige Auftreten der Alten Herrenelf in diesem Jahre sein. Biele bewährte ehemalige Ligaspieler vertreten die Gießener Farben. Mit den Gästen „Borussia" Frankfurt a. M. «bestehen für den Platzverein schon seit langem freundschaftliche Bande, in Fußball wie in Leichtathletik. Das Bor- spiel in Frankfurt im vergangenen Jahr gewann 1900 mit 7:4 Toren. Die Gaste werden auch diesmal neben den „Alten" einige jüngere Spieler Mitwirken lassen. Das anschließende L i g a s p i e l wird die Einheimischen vor eine schwere Aufgabe stellen Der Gegner, „Hessen 09" Kassel, gehört der 1. Bezirksklasse an. In den jetzt beendeten Meisterschaftsspielen waren die Kasselaner sehr 'erfolgreich und machten lange Zeit den „Kurhessen" Kassel die Gruppenmeisterschaft streitig. Bei Abschluß der Spiele rangierten sie hinter den Vorgenannten an 2. Stelle. 1900 muß bei diesem Treffen voraussichtlich auf die Mitwirkung seines rechten Verteidigers und feines ausgezeichneten Rechtsaußen verzichten, da beide verhindert sind. Dies konnte ausschlaggebend für den Spielausgang sein, wenn auch seither die Erfahrung gelehrt hat, daß die 'V reinigten über Ersatzleute verfügen, die respektables Können ihr eigen nennen. Das Schlußspiel bestreitet die 1. Handballelf 1 900s gegen den Polizeis portverein Butzbach. Die 1. Fußballjugendelf 1 900s fetzt ihre Diplomspiele durch eine Begegnung in Butzbach fort, wobei man den Blauweißen, infolge der vielen Ersatzleute, wenig Chancen geben kann. D. f. B. Am SamStagnachmittag findet ein Fuhball- wettspiel zwischen den Vertretern der Schiedsrichtervereinigung Wetzlar und denen der Gießener Schiedsrichtervereinigung statt. Beide Mannschaften sind recht stark zusammengestellt. Die Ligamannschaft tritt am kommenden Sonntag hier gegen die Liga von Kirchhain zu einem Gesellschaftsspiel an. Die Gäste spielten in der vergangenen Saison erstmals in der Lahnkreisliaa und haben in dieser als Äeuling durchaus leine schlechte Rolle gespielt. Was der Mannschaft spielkulturell noch fehlt, erseht sie durch chren Eifer und Siegerwillen. Die VsB.° Elf tritt bis auf eine Ausnahme in stärkstmög- lichster Aufstellung an und wird versuchen, durch einen klaren Sieg den schlechten Eindruck vom letzten Spiel aus hiesigem Platz wieder gut- zmnachen. Die Llgareserve empfängt die gleiche HerbornS als Gast, und sollte aller Voraussicht nach ebenfalls nicht allzuviel Mühe haben, ein günstiges Resultat herauszuholen. 4 r. ! i M i .• i , Uetlei^lCeiV tmwetife« jofti*ftcitlicCeqanf! Die Leistungsfähigkeit unseres Hauses ist an Preiswürdigkeit nicht zu überbieten. Anbei einige Beispiele: Hera-Mi^ ein- und zweireihig, hochmoderne Farben und Dessins ......Mk. 62, 56, 48, UMM-MW ein-u.zweireih., neueste Cheviot-Mustgn., eleg. 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L'»i° M I"^age tvri b,e für sie b Sgyntn te&s §«n|a r° AK M.ri Drittes Blatt ■■amrauuc^' *ety - - J»*w Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) »»>—--» ———-^o —X-X7XU Zreitag, 23 März (928 ■aamaaKOB. - * >' uaMOHaaBOii Wirtschaft. Von der internationalen Rohstahlgemeinschaft. Auf der jüngsten Tagung der internationalen Rohstahlgemeinschaft ist die deutsche Ausfuhrbe- schräntuno insofern gemildert worden, als das Ausfuhrkontingent für Deutschland um 50 000 Tonnen monatlich erhöht worden ist. Diese Maßnahme hat sich wegen des gestiegenen Ausfuhrbedürfnisses der deutschen eisen erzeugenden Industrie als notwendig erwiesen. Trotz der Beibehaltung der Ermäßigung Der Strafabgabe für Deutschland ist auch jetzt noch die Belastung je Tonne Rohstahl nicht unerheblich: sie wiro deshalb als besonders unangenehm empfunden, weil sie in der Praxis vornehmlich Frankreich (also einen der schärfsten Konkurrenten der deutschen Eisenindustrie) zugute kommt und für dieses Land eine Art indirekte Ausfuhrsubvention aus Kosten Deutschlands darstellt. Reue Länder sind der internationalen Rohstahlgemeinschaft nicht beigetreten. Don einem Beitritt Englands ist es ziemlich still geworden. Polen macht seinen Anschluß davon abhängig, daß ihm nicht nur sein Inlandmarkt geschützt, sondern daß ihm darüber hinaus auch noch für die Ausfuhr ein ziemlich hohes unveränderliches Kontingent zugebilligt wird, Bedingungen, die dem in einer vernünftigen Regelung der Produktionshöhe liegenden Sinn der Rohstahlgemeinschaft widersprechen und die deshalb für die anderen Länder nicht in Frage kommen. Die Bildung internationaler Derkaufsverbände für Walzerzeugnisse kommt nicht recht vom Fleck, wenn auch nicht zu verkennen ist, daß namentlich in Frankreich, das in der Zwischenzeit für Träger und Halbzeug Derkaufsverbände gebildet hat, die Stimmung solche:: Verbänden gegenüber besser geworden ist: allerdings sind mit Belgien die Schwierigkeiten noch ziemlich groß. Hauptdifscrenzpunkte liegen hier in der Quotenfrage, da fast alle beteiligten Länder Quoten verlangen, die über die bisherige Produktion weit hinausgehen und die deshalb als vernünftige Derhandlungsgrundlage nicht zu betrachten sind. Seit Bestehen der Rohstahlgcnneinschaft ist immer klarer geworden, daß Deutschland in der Q^vtenfrage deshalb besonders benachteiligt ist, weil dem Umstand feine Rechnung getragen wurde, daß die deutsche Eisenindustrie die entwicklungs- fähigste war. Don dem Zeitpunkt des Eintretens stärkerer Rachfrage an mußte d e deutsche Eisenindustrie deshalb gewissermaßen zwangsläufig ihre Quote überschreiten und dadurch in Zahlungsverpflichtungen geraten. Als zweites wesentliches Moment hat sich die Tatsache ergeben, daß für die westeuropäischen Eisenländer, in denen schon seit langer Zeit wirtschaftliche und finanzielle Stabilisierung herrscht, mit wesentlichen Selbstkostencrhöhmrgen nicht zu rechnen ist: die Hoffnung, daß durch sie der auf dem Welteisenmarkt liegende Druck (namentlich in bezug auf die Preise) sich mindern werde, kann daher nicht mehr gehegt werden. Aus dieser Entwicklung heraus muh Deutschlands Bestreben zunächst dahin gehen, daß bei den nächstjährigen Verhandlungen über die Erneuerung der R oh st a h l ge mein sch af t die deutsche Quote seiner tatsächlichen Leistungsfähigkeit angepaht wird, damit nicht der ungerechte Zustand bestehen bleibt, daß Deutschland zwangsläufig seine Quote überschreiten muh und damit in Strafe gerät, während Frankreich seine Quote bisher noch nie hat ausnuhen können. Weiter muh die deutsche Eisenindustrie den größten Wert darauf legen, daß die deutsche Zoll- und Handelsvertragspolitit so gestaltet wird, dah Ueberraschungen durch die Konkurrenz des westeuropäischen Eisens ausgeschlossen sind. Die deutsche Eisenindustrie hat auf einen derartigen Schuh um so mehr Anspruch, als sie in ihren Selbstkosten nicht nur wegen der natürlichen Derhältnisse (z. B. infolge des billigen lothringischen Erzbezuges) über denen der westeuropäischen Länder liegt, sondern weil darüber hinaus durch die Art der staatlichen Wirtschaftspolitik die Selbstkosten unnötigerweise weiter her- aufgesetzt werden. Wie diese Wirtschaftspolitik des Staates auch indirekt auf die Eisenindustrie zurüctwirkt, zeigt mit Deutlichkeit die Tatsache, daß die Reichsbahn schon vor einiger Zeit ihre Aufträge weitgehend hat stoppen müssen, weil die für sie bereitgestellten Beträge infolge der staatlichen Eingriffe zu anderen Zwecken haben verwandt werden müssen. * * Deutschnationale Versichcrungs- A k t.- (9 e s. in 5) a m b u rg. Die Geschäftsentwicklung im Jahre 1927 ist als sehr gut zu bezeichnen. Es wurden Lebensversicherungen mit rund 90 Millionen Mark Versicherungssumme abgeschlossen. Der Bestand betrug am Ende des Jahres rund 195 Millionen Mark Versicherungssumme. Der günstige Sterblichkeitsverlauf und befriedigende Prämieneingang läßt wiederum eine nennenswerte Vermehrung der Gewinnrücklagen für die Versicherten erwarten. Das laufende Geschäftsjahr läßt sich sehr gut an. * Julius Berger, Tiefbau - A. - G.. Berlin. Nach den: Geschäftsbericht für 1927 ist die Julius Berger, Tiefbau A.-G., Berlin, mit den im vergangenen Jahre vergebenen Bauarbeiten aus dem In- und Auslande und den im laufenden Jahre neu hinzugekommenen Bauaufträgen noch auf mehrere Jahre hinaus gut beschäftigt. Wegen Ueber- nahme weiterer Arbeiten in Deutschland und dem Auslande sind aussichtsreiche Verhandlungen eingeleitet. Die Verwaltung hofft, auch für das laufende Jahr eine zufriedenstellende Dividend« in Aussicht stellen zu können. teresse zeigte sich im Verlaufe für Mannesmann, Dessauer Gas (plus 2 Prozent), Glanzstoff (plus 6 Prozent) und für Elektropapiere, die 1 bis 2 Prozent anzogen. Berger blieben ebenfalls gefragt, ohne sich aber im Kurse zu verändern. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 23. März. Die Marktlage ist unverändert fest. Besonders Roggen steigt im Preise. Braugerste wird nicht mehr angeboten. Hafer bleibt gesucht und äußerst fest. Das Mehlgeschäst, besonders für Roggenmehl, ist belebt. Alle Futtermittel liegen fest. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26,75, Roggen 27,25 bis 27,50, Sommergerste für Brauzwecke 30 bis 31,50, Hafer, inländischer 27 bis 27,50, Mais (gelb) für Futterzwecke 24,50 bis 25, Mais (gelb) für andere Zwecke 25,50 bis 26, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 bis 38,50, Roggenmehl 37,75 bis 38.50, Weizenkleie 14,60 bis 14,75, Roggenkleie 15,50 bis 16. Letzte Nachrichten. Geständnis eines Muttermörders. Limburg, 23. März. (WSR. Eigene Draht- rneldung.) Arn Abend des 14. März wurde, wie schon gemeldet, in Niederzeuzheim die Ehefrau des Landwirts Ludwig Horn im Stalle t o t aufgefunden. Die Vermutung, daß nicht ein Unfall, sondern ein Verbrechen vorliegt, wurde durch die Untersuchung der Staatsanwaltschaft schon am nächsten Tage bestätigt. Unter den: Verdacht, die eigene M u tter getötet zu haben, wurde darauf drei Tage später der 19jährigeSohn, Anton Horn, verhaftet, der allerdings hartnäckig leugnete, feine Mutter ermordet zu haben. Unter der Wucht der bclaitenöen Momente hat Anton Horn nun in der vergangenen Rächt dem Untersuchungsrichter ein volles Geständnis abgelegt, die Mutter mit einem Beil nach einem vorhergegangenen Streit erschlagen zu haben. em gehört das Achilleion? FranLfurLer Börse. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". F r a n t f u r t a. 'DL, 23. März. Tendenz: uneinheitlich. — Im Zusammenhang mit dem immer näher heranrückenden Ultimo eröffnete die Börse heute wieder in zurückhaltender Stimmung. Die Tendenz neigte etwas zur Schwäche, da die Spekulation zu Nealisationen schritt, doch wurde das nur in geringem Umfange herauskommende Material leicht aufgenommen. Die Kursentwicklung war uneinheitlich. Ueberwiegend angeboten waren Elektrowerte, von denen Gesfürel und Siemens je 2 v. Sy und AEG. 1 v. H. einbüßten. Auch am Farbenmarkt herrschte Angebot. J.-G.-Farben gaben 2,75 v. H. nach, Bonds waren bis auf 139,25 v. H. gedrückt. Am Montanmarkt verloren Buderus 1 d. Sy, Harpener 0,5 v. Sy, Phönix und Rheinstahl je 1 v. Sy Stark gefragt waren dagegen Mannesmann, die 2,75 o. Sy anzogen. Auch Rheinbraun konnten im Verlaufe 1,5 v. H. gewinnen. Zellstoff Waldhof eröffneten 2 v. Sy niedriger. Schiffahrtswerte lagen still und wenig verändert. Am Bankenmarkt war die Haltung geteilt. Commerz und Deutsche minus je 1 v. H.,' dagegen Danat plus 1 v. H. Rach den ersten Kursen' konnte sich die Tendenz allgemein etwas bessern. Die lebhafte Nachfrage nach Mannesmann und Interventionen am Farbenmarkte regten an. Die Kurse waren bis zu 1 d: Sy erholt. Bon heimischen Anleihen lagen Ablösung ohne Auslosung schwächer. Von Ausländern waren Anatolier lebhaft gefragt und fester. Im Verlaufe wurde das Geschäft außerordentlich still, und die Kurse brodelten wieder etwas ab. Nur Karlstadt weiter gefragt (plus 4 v. H.). Am Ge l d m a r k t war Tagesgeld etwas knapper, der Satz stellte sich auf 6 5 v. H. Am D e v i s e n m a r k t notierte die Reichs- mart gegen Kabel 4,1819, gegen London 20,414. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 28,97, London gegen Kabel 4,8820. Bcrlinc. Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 23. März. Obwohl von der Geldmarktseite heute keine allzugrohe Ueberraschung sein dürfte, so ist doch der herannahende U l - timo der Hauptgrund für die Geschäfts- stille und den mangelnden Orderseingang. Rur einige Spezialwerte, bei denen Dividendenanregungen Vorlagen, fielen aus dem Rahmen. So konnten Berger 6,75 Prozent anziehen, Stolberg- Zink plus 4 Prozent, Karlstadt auf die Kapitalerhöhungsabsichten plus 3 Prozent, Hugo Schneider auf den erhöhten Dividendenvorschlag plus 5,25 Prozent. Anderseits lagen Deutsche Maschinen minus—minus. Sonst hielten sich die Abweichungen in den engsten Grenzen. Glanzstoff stark schwankend, aber eher fester. Heimische Anleihen ruhig. Ausländer gehalten. Bosnier und Macedonier 0,5 Prozent höher. Pfandbriefe still und zumeist behauptet, teilweise sogar etwas fester. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Prozent, Warenwechsel 7 Prozent. Bei der Festsetzung des Reportgeldsatzes rechnet man mit einer Erhöhung um 0,25 Prozent. Rach den ersten Kursen wurde die Haltung zunächst etwas nachgebend, später, durch I Spezialbewegungen angeregt, konnte sich die Ten- I denz allgemein wieder erholen. Größeres InSchicksale eines Kaisersitzes. Von Or. Georg Häfner. Die seit mehr als einem Jahrzehnt umstrittenen Besihverhältnisse des Achilleions auf Korfu sollen nun endlich geklärt werden. Der griechische Minister für Volkswirtschaft hat den Wert des Schlosses, das ehemals Wilhelm 11. gehörte, auf 28 Millionen Drachmen beziffert. Geblendet steht der Reisende, der aus unseren Breitengraden nach dem Süden reist, um den Frühling einige Wochen früher zu begehen, an den Gestaden des Mittelmeeres: leuchtend blau wölbt sich der Himmel über den meerumspülten Inseln, rot und braun glänzen die Felsen, weißer Gischt entquillt dem blauen Meer. Kaum aber ist der kleine Dampfer in den Hafen von Korfu eingelaufen, so vergißt der noch an die Stille des Meeres, die Einsamkeit des großen Wassers gewöhnte Reisende wenigstens für einen Augenblick die zauberhafte Schönheit, die gerade dieses Gefilde der Seligen erfüllt, er bemüht sich vergebens, seine Aufmerksamkeit auf jenes kleine Eiland zu lenken, das Arnold B ö ck l i n als Vorbild zu seinem berühmten Gemälde „Die Toteninsel" gedient haben soll, und unmittelbar vor Korfu liegt. Er wehrt sich nur noch gegen die aufdringlichen Händler. Fremdenführer, Geschäftsleute, die alle zu billigem Preis — so behaupten sie wenigstens — eine schnelle Besichtigung des Achilleions ermöglichen wollen. Denn natürlich haben die erfahrenen Korfioten sofort erkannt, daß es sich um einen Deutschen handelt, und was kann ein Angehöriger dieses Volkes, so denken die Korfioten, anderes auf der Insel des Odysseus zu sehen wünschen, als das Achilleion, dieses märchenhaft gelegene Schloß, das von 1907 bis 1914 Wilhelm II. gehört und auf dem sich der ehemalige deutsche Kaiser immer wieder für einige Wochen der Erholung aufgehalten hat. Ist man endlich zur Besinnung gekommen, so bietet sich ein Panorama von unvergleichlicher Pracht: malerisch schieben sich die Häuserblocks übereinander, wie ein Labyrinth erscheinen die engen, gewundenen Straßen der Stadt, Straßen, die dem Weltenbummler reizvolle Spaziergänge bieten, in denen aber der Mitteleuropäer um keinen Preis wohnen möchte. Vor allen Dinge:: wegen einer erschreckenden Erscheinung, die der Mittelmeerreisende schon im Vieux Port von Marseille, im Hafenviertel und besonders auf dem Fischmarkt von Reapel und natürlich auch in den sizilianischen Häfen feststellen :i:ußte: ganze Stadtteile strömen einen durchdringenden, unangenehmen Geruch aus. Gerade an einer Stelle, an der wohl alle Fremden vorbeikommen, fließen die Abwässer der Stadt ins Meer, und der dort entstehende Geruch, das ist eine Schattenseite des paradiesisch warmen, sonnigen Klimas, übertrifft alles, was man in anderen Mittelmeerhäsen gewohnt ist. Dann aber flüchtet man sich in das Auto und eilt ins Innere des Landes, zum Achilleion, das die Korfioten „Achillion" nennen, mit dem Ton auf der zweiten Silbe. Ueberraschend die hervorragend angelegte Straße, ein Weg, wie man ihn sonst nicht in Griechenland finden wird. Zu beiden Seiten erblickt man das übliche Gewirr subtropischer Pflanzen, dem Mittelmeerreisenden schon aus Sizilien und in bescheidener Menge sogar von der Riviera bekannt, aber doch immer wieder durch die bizarren Formen ausgezackter Kakteen, meterhoher Agavenblüten, putziger, wie aus dem Spielzeugkasten hervorgeholter Zypressen überraschend. Run ist man in dem Bergdorf Gasturi angelangt, hat die kleinen, unscheinbaren Hütten hinter sich gelassen und klimmt zu dem Schloß empor, das noch nicht einmal 40 Iahre steht und doch schon eine abwechslungsreiche Geschichte besitzt. Kaiserin Elisabeth von Oesterreich ließ sich diese mächtige Villa im Stil althelleni- scher Paläste in den Iahren 1890 und 1891 erbauen; sie erwarb zu diesem Zweck die Kuppe von Gasturi, südwestlich von Korfu, das d:e Griechen Kerkyra, die Römer! Korkyra nannten. Der italienische Architekt Raffaele Carito hat dort das Schloß für die unglückliche vorletzte Kaiserin Oesterreichs erbaut, für jene Frau, die einige Iahre darauf einem Attentat zum Opfer fiel. Run stand das Haus verwaist, und bald darauf begann der Handel um das Besitztum. Ein amerikanischer Millionär wollte unbedingt den Palast mit den marmornen Treppen, den vielen Statuen, Hallen und herrlichen Gärten, die für den Rordeuropäer unvorstellbare Blütenpracht erwerben: schon damals tauchte auch der Plan auf, das Schloß an eine Kasinogesellschaft zu verkaufen und in ein zweites Monte Carlo zu verwandeln. Ein belgisches Konsortium beabsichtigte, dort ein Sanatorium für Lungenkranke einzurichten und dem Unternehmen ein Palasthotel anzugliedern. Alle diese Angebote lehnte der österreichische Kaiser im Ramen seiner Tochter, der Prinzessin Gisela von Bayern, die das Achilleion geerbt hatte, ohne lange Erörterungen ab. 12 Millionen Mark soll seinerzeit der Bau des Schlosses verschlungen haben; ein erheblicher Teil dieser Summe ist für die herrlichen Parkanlagen verwendet worden. Run konnte man nicht erwarten, daß ein Privatunternehmen diesen großen Betrag für die Besitzung zahlen würde: aber auch Wilhelm II., dem das Schloß dann überlassen wurde, soll nur einen verhältnismäßig geringen Bruchteil der Baukosten vergütet haben. Dann begann ein großer Umzug: das persönliche Eigentum der Kaiserin Elisabeth wurde nach der Wiener Hofburg zurückbefördert, und in ungeheuren Kisten — allein die Verpackung soll 35 000 Mark gekostet haben — traf das Mobiliar des neuen Besitzers ein. Zu den Gegenständen, auf die man in Wiener Hofkreisen wenig Wert zu legen schien, und die deshalb im Achilleion zurückgelassen wurden, gehörte auch das vielumstrittene Heinedenk- mal, das die Kaiserin Elisabeth in ihrem Besitztum aufgestellt hatte. Sie liebte diesen Dichter, dessen Werken sie in ihrer Bibliothek einen Ehrenplatz neben Homer, Goethe, Byron, Shakespeare einräumte. Aber das Heinedenkn.al mußte verschwinden und wurde erst sehr viel später in einem versteckten Winkel Hamburgs auf» J.aufefurt a. Tl | Berlin Schluß-! :-Uhr» ISch.uh- Anfang Kurs I Kurs | Kurs 1 Kur 22.3. | 23. 3. | 22. 3. | 23. 3, Datum: 146.5 142 129 261,75 170 88,5 86,25 86,5 86,75 6 209.5 87 139,25 132 Banfnotea führten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. o 6 o 0 176 131 139.75 59,5 97,13 116 141 178 129 0 6 8 8 10 8 8 10 6 0 10 7 8 0 0 0 Cftrocrfe Ber Glanzstost Hemberg 208.5 25,75 73.25 132 90 131,5 87 115 5 119,5 141 59.25 97 335,25 270,25 730 534 5 261 175.5 133 Zellfto-' Walddof. . Zellstoff flftbaffenbtrra Eharlott-nburger Wasser 25 73.5 140,5 335,5 269 5 732.75 522 264.5 170 119,25 177.5 88 75 49.25 86 237,5 91.65 131,75 . - 12 . - 15 8 - - 12 118.65 I 178 I 88,75 PdUivp Hoizmann . 12 Heidelberger Lernen» 8 lemenr Äadüabt .....8 •h'an& A Hrrttao 10 SLnltdetS Payeudokrr. 15 enauer Gas Daimler Mo'oren Demag Adlerwerte K ever. rubto. Hoeirt Rai Automobil . Drenftrtn 4 Kovvrf Linke Hofmann Leonhard 21c 8_ Bamaa- - eg um . . Srantf Melchiors wrtina . . . Heoltoeostardi . . ftungbanS . • Lech werke . < • • yianrfrafttoerft . . Miog . . . Rekarlolmer . . . • Beter« Union < . . Gebr Roeder . . Doigt A Hoeimer . vndd flsder - . Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Berlin. 22 März Geld Brief i?ran;öiische "Jioten..... lM9 16,55 Holländische Noten ... Italienische Noten...... 167,91 22.18 168,59 22,26 Norwegische Noten...... 111,28 111,72 Deutsch-Qcstcrr., a 100 Kronen 58,64 58,88 Rumänische Noten...... 2,61 2,63 Schwedische Noten...... 111,88 112,32 80,37 80.69 69,98 70,26 Tschechoslowakische Noten . . 12,35 12,41 Ungarische Noten - - 72 75 <3,05 SeDüenmarti Berlin —Frankfurt a. 2H. Telegraphische Auszahlung. F auksurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Schiutz fivrs l'Uhr- | Kurs ' SdhUfe; K"rs •Hnjang Kur Schluh Kurr 1-Uhr- Kurs Schuch I Kurs Ansang fiurc Datum 22 3. 23.3. 22. 3. 23. 3. Datum: 22. 3. 23 3. 22. 3. 123 3 F/e Dl Reich San lei he v 1927 87,25 — 87.5 — «.ES- ..... .7 152.25 151.25 152 173 151,25 Dt Hnl Slülof Schuld mit Auslcst -Rechten DeSgl. ohne ÄuSl-s -Rechten _ 14.4 52 14.8 52 14,6 Bergmann ...... Elekir Lieferungen . . • Licht und Kratt ... Reiten & Guilleaume . . Ges ' Elekir Untern- ■ ■ Hamb Elektr Werd - • Rhein Elektr 10 10 212.5 121.5 153 212 168,5 213 122,5 '70 25 153.25 152.75 188 166 212,5 !•/„ Franks Hop.-Bl Go dpt unkündbar bis 1932 1'/,"/« Rheinische Svv -Bank fciqu -Goldpi ll 6 <5 Qta BorkrlegS-Ld liganonen rustiadlbar 1932 1 1 _ - - 10 10 . 8 269 268.75 153,5 152,5 186 5 . 7 169,25 269 169 Siemens & HalSte . . . 16 267 '69 267 47, Sckwcn Bundesb.-Anl. — 8 _ 136.5 136,75 4 •/, Veste reichliche Goldrle 4.20°/, Oesterr ich. Silberrte 47« Oesterreich ein >eitl Rtc 4°/o Ungarische Goldrle 4*l0 Ungarische StaatSr v 1910 4'/,«/, desgl von 1913 —— — 30,65 — . 9 156.75 IHM Mill 25,25 25,5 25,2 Buder^S ■ • • • • Teutiche Erdöl..... Essener Steinkohle . . . . Geilenkirchener t 9 0 .6 .8 4 96 124 134 95 123.25 169 75 95,13 124 141 134.5 170 13 95.25 123.5 139,75 134 170 4-Vo Ungarische fironenttt 4% Türk joaanlctbc v 1911 «o/# /, 9 ManS'elder..... Lderschles Estenb. Bedarf W. 4 0 144.75 114 147.5 114.5 139 145.25 114.75 100 146 114,75 99 Lderschles KokSwerke 0 — — 95 94.4 BQq Drmiche Etlendahn 4'/, Hamburg-Amerika Paket. 6 150,5 150 150,5 150,75 Phönir Bergbau f I Rheinische Braunkohlen 3 10 101 267 100 267 101 267.5 100.2o 268 vamd -Südam Damvstch 8 Hansa Damvfichtst 6 Norddeutscher Lloyd - 6 Ullg. Deutsche Lreditanst- • 10 143,75 150 144 234 149.65 144,5 234 149.65 143,5 Rdeinstahl 0 Rredeck Montan......C Bereinigte Stablw- i. '/,9 3 Otavi 'Minen 1 sb 103 152 143 102 153.75 143.5 103.13 ,4.13 153 143,5 102,75 44 Barm r Bankverein 10 145 252,25 Kali Aschersleben 10 169 5 179 — 1<Ü 169 Berliner Handelögciellsch. 12 — 4«j3 f«) KaliWesteregelo . . 10 — 1.9. 1 ib Evmmerj- und Prival-Bk H 175 1 4 4 h5:o 235 161,75 156,75 158,5 206 187,75 Kaliwerk Salidetiurth 12 257 — 256,25 255,75 Lärmst- u Nationaldank. 12 Deutsche Bank 10 235 162 5 161,25 162.25 g G Karben-Industrie 10 . 0 .8 .5 .0 10 ;50,75 248 -'50 120 106.5 100,75 249 Diskonto-Gesellschaft Ani 10 Dresdner Bank 10 Mitteldeutsche LrrduLank S Meiallbank ....... 8 Aetchttank......io S l 1 SV 158,5 126 187 I •>. .13 158.9 207 128 Dynamit Nobel ... Scheid anfrall ...... Goldschmidt . . . RütgerSwcrke . ...... welallgesellichak» ..... 193,5 106,5 100 170,5 192.25 99 172 105.5 100,75 22. Mär; 23. Mär; Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie' Geld Brie- , Am!l-. Rott 168,22 168,56 168,28 | 168,62 Buen. Aires 1.788 1,792 1.787 1.791 Brss.-Amw 58,21 58,33 58,235 | 58,355 Ehristiania 111,51 111,73 111,53 111,75 Kovenhageu 11.',01 112,23 112,03 112,25 Stoekdolm 112,14 112,36 112,16 112,37 pelsingfors. 10,52 10,54 10,52 10.54 ätaüen . . . London. . . 22,075 22,115 22,075 22,115 20,393 20,433 20,396 20,438 Wen Dorf . . Baris.... 4,1780 4,1860 4,1780 4,1860 16,445 16,.85 16,445 16,485 Schweiz . . 80,485 80,645 70.13 5Ü,48> 80,645 Svanien . 69 99 70,13 70.27 Javan - - ■ 1.963 1.967 1,969 1,973 'Rio de Jan Wien in D-- 0,5035 0.5055 3.502 0.504 Ceft abgest ■^8,80 58.92 38.80 68,92 Prag 12,382 12,402 12,382 12,402 Belgrud 7,35j t ,367 7,353 7.367 Budapest. Bul arten 73,01 .3,15 72,99 73,13 3,019 3,025 3,019 3,025 Lissabon 17,08 17,12 17.23 17,e7 Daiv.g. . 81,56 81,72 81,56 81,73 »oiiftinttn. 2,123 2,127 2,121 2,125 Alben. . . 5,554 5,666 5,554 5,666 Canada M79 4,187 | 4,180 4,188 Um uao . 4,326 l 4,334 4,326 4,334 6*e . . - 20.923 20.963 l 20.923 20.963 Berlin. 22 März | Geld Brie, Amerikanische Noten..... Belgische Noten...... Dänische Roten ...... Englische Note» ....... 4,169 58.12 111,73 20.357 4,189 58,36 112,17 20.437 r a hr tr DON1OP BEREIFUNG X Pfirsichzarten Teint eibl 1 NIVEACREME beseitigt sofort Sprödigkeit und Röte. Sdiedileln zu <0, M. 60 u. ICO PI Tuben zu tO und 160 Pt gestellt. Andere Kunstwerke blieben: nach dem riesigen Wandgemälde, das im Oberstock des Treppenhauses den jungen Achilles zeigt, wie er an seinem Siegerwagen die Leiche Hektors mn Trojas Mauern schleift, hat der Palast den Namen .Achilleion" erhalten Weniger schön ist das kolossale Achillesdenkmal, das von Goetz in Bronze gegossen worden ist und auf der Plattform des Gartens, den Blick auf das Meer beherrschend, in übermenschlicher Größe steht. Andere Statuen, deren Kunstwort nicht überragend ist. sind später, während des Krieges, von serbischen Soldaten beschädigt worden. Aber noch ist die kaiserliche Einrichtung vorhanden, und im Arbeitszimmer Wilhelms II. sieht d-r Besucher auch den merkwürdigen Reilsessel, dessen Gestalt ein wenig an einen Dureausessel erinnert, und auf dem der Herr des Hauses zu sitzen liebte. Der griechische Führer hat nichts dagegen. daß man diese eigenartige Sitzgelegenheit auch einmal ausprobiert. Noch hatte Griechenland seine Neutralität nicht abgegeben, da erschienen im Anfang des Jahres 1916 französische Kriegsschiffe vor Korfu und landeten Äeberreste des geschlagenen serbischen Heeres, ohne sich um den Neutralitätsbruch zu kümmern. Aus dem Achilleion wurde ein Sanatorium für serbische Offiziere gemacht — als eine letzte Erinnerung kann man noch heute an einem Nebengebäude die Aufschrift „cuisinc des officicrs“, „OsfizierSküche", lesen. Auch Peter von Serbien hat dort residiert. Später, als Griechenland unter dem Druck der Entente in den Krieg eintrat, ging das Besitztum Wilhelms II. endgültig verloren: aber noch immer hat man keine richtige Verwendung für den Palast gefunden. 3m Dezember vorigen Jahres wurde dann gemeldet, daß das Achilleion, das der ehemalige deutsche Kaiser mit einem ungeheuren Kostenaufwand seinerzeit ausbauen lieh, öffentlich versteigert werden sollte. Schon vorher hatten sich, genau so wie nach dem Tod her Kaiserin Elisabeth, allerlei Spekulanten um das Achilleion beworben, und auch das alte Projekt, dort eine Spielhölle zu errichten, ist wieder aufgetaucht. Nun hat sich die griechische Regierung doch entschlossen, den Palast selbst zu übernehmen und dadurch dafür zu sorgen, daß das Gebäude nicht unwürdig verwendet wird. Die Korfioten haben die Entwicklung in diesem letzten Jahrzehnt mit großem Schmerz verfolgt: sie sind deutschfreundlich gesinnt und haben vor dem Krieg, als Wilhelm II. noch das Schloß bewohnte, aus dem Fremdenstrom, der dadurch nach Korfu gelenkt wurde, manche wirtschaftlichen Vorteile gezogen. Oberheffen. Landkreis Gießen. 00 Klein Linden, 22. März. Aus der G e meinderatssitzung von Mittwochabend ist als bemerkenswert zu berichten: Der Gemeinde- rat kommt dem Gesuch des Bäckermeisters Lutz um Errichtung einer Kaffee-- und Schank- wirtschaft entgegen und bejaht die Bedürfnisfrage. weil eine Koffeewirtschast in unserem 2000 Seelen zählenden Dorfe noch nicht vorhanden ist. - Dem Wunsche vieler Einwohner entsprechend, beschließt der Gemeinderat die Anschaffung von drei gußeisernen Bänken, die auf dem in letzter Feit sehr schön hergerichteten Friedhof Aufstellung finden sollen. Die Lieferung soll durch einheimische Geschäftsleute erfolgen. — Von einer Anzahl Bürger war der Antrag gestellt worden, den großen, freien, der Gemeinde gehörigen Platz an der Ecke Steinftratze —Hügel st raße einzuzäunen, mit Mutterboden aufzufüllen und als Gartenland zu verpachten. Der Antrag wird abgelehnt, da die Gemeinde in absehbarer Feit einen Platz für die hiesige Feuerwehr benötigt, da an dem sehr verkehrsreichen Maiplatz Feuerwehrübungen nicht mehr abgehalten werden können. — Aus besonderen Gründen verfällt auch der Antrag der Bewohner der Bergstraße um Zuschuß zur Errichtung eines Fußpfades der Ablehnung. Man hofft jedoch, daß nach Fertigstellung der Wasserleitung diese, wie auch die anderen neuen Straßen ausgebaut werden. — In nichtöffentlicher Sitzung wird über die Besetzung der Stelle eines Feldhüters und Totengräbers beraten. Ein Beschluß wird aber nicht herbeigesührt. 8 Beuern, 22. März. Untere Gemarkung ifl heute vielfach noch die Heimstätte für Vögel und Tiere, die an anderen Orten längst nicht mehr zu finden sind, Mit dazu trägt der PI instand bei, daß die vielen Steinbrüche, in denen früher bis zu 100 Arbeiter Beschäftigung fanden, stilliegen und kaum von einem menschlichen Frst' betreten werden. Nur noch zwei große Deiche fördern heute den kostbaren Blafenbasalt, hier allgemein Lungstein genannt, der in den letzten Jahren namentlich bei Anlagen von Kriegerdenkmälern Verwendung findet. Die alten Steinbrüche verwachsen allmählich mit Schwarz- und Weißdorn. Haselnuß-, Brombeer- und Himbeersträuchern und bieten Vögeln jeglicher Art. vom kleinen Zaunkönig bis zur Elster, guten plnterschlupf Auch die Schling- oder glatte Natter, eine bis zu 80 Zentimeter lange Verwandte der Ningel- natter, wird heute noch dort beobachtet. Mehr als 20 Morgen Oedland, mit zum Teil undurchdringlichem Gestrüpp, bedeckt den Roten Holzberg, einen kleinen Hügel südöstlich unseres Dorfes. Leider wird fast in jedem Frühjahr durch unsere Jugend ein großer Teil des mit dürrem Grase bewachsenen Wüstlandes in Brand gesetzt und dadurch unseren gefiederten Sängern die Nistgelegenheit genommen. Diesem Unfug müßte im Interesse unserer Landwirtschaft unbedingt ein Ende gemacht werden, denn wenn keine Singvögel mehr da sind, so nimmt das Ungeziefer überhand und richtet Schaden an. K eis Friedberg. Bad-Nauheim, 22. März. Ein verheißungsvoller Auftakt zu dem am 21. und 22. April stattfindenden 10jährigen Jubiläum der hiesigen Freiwil ligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz war die vorgestrige 40. Generalversammlung der Kolonne, die sehr stark besucht und von einem vorzüglichen Kameradscha tsgeist beseelt war. Die Berichte der Kolonnenführer ©tarn m und Hanauer zeigten wieder, daß die unter der opferfreudigen Leitung von Sanitätsrat Dr. Hahn aufgeblühte Kolonne der Stadt und dem Bade unschätzbare Dienste leistet. Es gehören der Kolonne zur Feit 62 aktive und 460 unterstützende Mitglieder an: alle Kreise der Bevölkerung sind darin vertreten, vier Vereine besitzen die korporative Mitgliedschaft. Unermüdlich arbeitet der Kolonnenarzt Sanitätsrat Dr. Hahn an der Fortbildung des alten Stammes und an der Ausbildung und Heranziehung eines jugendlichen Nachwuchses. Es fanden im Laufe des Winters 12 Uebungs- stunden statt, die durchschnittlich von 41 Mitgliedern besucht waren. Die Kolonne unterstützte außerdem einen Kursus des Alicefrauenvereins zur Ausbildung von Nothelscrinnen und führte im Auftrage der Berufsgenossenschaft einen B e° triebshelferkursus für die Kreise Friedberg und Büdingen durch. Rege war auch die praktische Tätigkeit der Kolonne. Es wurden 105 Krankentransporte von Mitgliedern ausgeführt, in 115 Fällen konnte erste Hilfe geleistet werden. Bei sportlichen Veranstaltungen und sonstigen Festlichkeiten wurden wiederholt Sani- tätswachcm gestellt, wobei das von der Bad- unb Kurverwaltung in anerkennenswerter Weise überwiesene Verbanbszelt gute Dienste leistete. Das schon lange gewünschte Krankenauto wurde von der Stadt angeschafft, in den öffentlichen Dienst gestellt und der Kolonne zur Benutzung Überlassen. Die Kolonne erfreut sich in ihrer gemeinnützigen Tätigkeit der besonderen Fürsorge der Stadtverwaltung und der Unterstützung der Volksbank. Da auch aus der Rot- kreuztag-Sammlung 650 Ml. der Kolonne überwiesen wurden, konnte ber Rechner Th. Stamm einen günstigen Kassenbericht vortragen. Das Vermögen der Kolonne wird mit 2600 Mk. berechnet, wozu noch 2000 Mk. für Ausrüstungsstücke kommen, die allerdings Eigentum der Stadt sind. Fr reis Büdingen. ♦ Nidda, 22. März. Gestern fand hier die letzte Brennholzversteigerung des Forstamts Nidda statt. Obgleich eine verhältnismäßig große Menge von Holz zum Verkauf stand, waren die Preise ganz ungemein hoch. Die zahlreichen Steig- liebhaber hielten bis spät nachmittags aus. Für Buchenscheitholz wurden 20 Mark, einigemal sogar 25 Mark für ein Raummeter, für Buchenknuppel 15 Mark, für Buchenstöcke 9'Mark und für gewöhnliches Buchenreisig 2 Mark je Raummeter bezahlt. — Die Bautätigkeit hat hier schon rege angefangen. Der Bau von drei neuen Wohnhäusern für Private hat schon begonnen; ein weiteres folgt in Kurze. Die Stadtverwaltung will ein großes Wohnhaus mit sechs Beamtenwohnungen errichten und hat bereits mehrere Plätze für den Neubau besichtigt. Auch soll ein neues Finanzamtsgebäude gebaut werden, weil der Bezirk des hiesigen Finanzamts bedeutend erweitert werden soll. Dann wurden die vorhandenen Räume nicht ausreichen. Jetzt sind schon mehrere Abteilungen des Amtes in einem benachbarten Privothaus untergebracht. Kreis Schotten. : Na in rod, 22. März. Die Grippe greift hier in erschreckender Weise um sich. Ganze Familien sind erkrankt und liegen zu Bett. Der größte Teil der Schüler fehlt, so daß die Schließung der Schulen notwendig wird. Die Vorstellung der Konfirmanden, die am nächsten Sonntag erfolgen sollte, mußte auf unbestimmte Feit verschoben werden. Die Krankheit verläuft im allgemeinen gutartig. Nach einigen Fiebertagen bessert sich brr Fustand. — In Schotten tritt die Grippe mit ähnlichen Erscheinungen auf. Die Zahl der Erkrankten ist aber hier im Verhältnis geringer. I Ober-Lais, 22. März. In ber Angelegenheit der Errichtung des neuen For st Hauses nahm das Kulturbauamt Gießen unter Leitung von Regierungsbaurat Steinbach eine OUäbcsichtiguag vor. An dem von der Hochbaubehörde ausgewählten Platze — am Ortsausgang nach Michelnau auf der Höhe — wird die Beschaffung des nötigen Wassers auf Schwierigkeiten stoßen und mit bedeutenden dauernden Kosten verbunden fein, ba das Quellgebiet tiefer liegt als der in Aussicht genommene Bauplatz. Sehr wahrscheinlich wird nun die Entscheidung doch zugunsten des Platzes zwischen Ober- und Unter-Lais fallen. Kreis Alsfeld. er. Homberg a. d. Ohm, 22. März. Für den allgemeinen Verkehr ist es sehr erfreulich, daß endlich von Station Neuhaus bis zur Verladerampe der Firma Gebr. Becker mit der P f l a st e r u n g begonnen wurde, denn dieses Wegestück befand sich bei regnerischem Wetter infolge des Verkehrs mit schweren Lastwagen in trostlosem Zustande. Zur schnelleren Abwicklung des Transportes von dieser Verladerampe bis zum Einladen in die Eisenbahnwagen wird demnächst ein Bulldogg eingestellt werden. Im Interesse der Sicherheit wäre es wünschenswert, wenn beim Passieren der Züge der Uebergang über bie Schienen durch Schranken verschlossen würde, bie doch leicht vom Stationsgebäude aus bedient werden könnten. Amtsgericht Gießen. 1 Gießen, 15. März. Ein Angehöriger des hiesigen Reichswehrbataillons ist der Unterschlagung angeklagt, weil er einen goldenen Brillant? in g im Werte von mindestens 350 Mark einem Mädchen aus Rödgen, mit dem er ein Verhältnis hatte, geschenkt hat, obwohl der Ring nicht sein Eigentum war. Gr behauptet, den Ring in Berlin, wohin er zur Dienstleistung kommandiert gewesen war, von einem Mädchen, das Hedwig geheißen habe, dessen Familienname er aber nicht kenne, erhalten zu haben. Er habe die Hedwig in einer Wirtschaft kennengelernt, sie habe ihm den Ring auf seine Bitten vorübergehend überlassen, er habe ihn ihr auch wieder zurückgeben wollen. Sie hätten auf den nächsten Abend um 7 Uhr eine Zusammenkunft verabredet, er fei aber durch längeren Dienst in der Kaserne verhindert worden, pünktlich dazu zu erscheinen. Als er gegen 8 Uhr an den verabredeten Ort, gekommen sei, habe er die Hedwig nicht mehr getroffen und sie auch später nicht mehr gesehen. Er habe zwar gesehen, daß der Ring aus Gold fei, aber nicht geahnt daß er einen so hohen Wert habe, deshalb habe er sich nichts dabei gedacht, als er den Ring später verschenkt habe. Die Angaben des Soldaten klangen zwar äußerst merkwürdig und unwahrscheinlich, allein sie konnten nicht widerlegt werden, zumal die entfernte Möglichkeit, daß sich die Sache tatsächlich so verhalten hat, nicht gänzlich ausgeschlossen ist. Sehr auffallend ist auch, daß der Sachverständige der Meinung ist, die Form und Ausarbeitung des Ringes deute darauf hin, daß er aus ber ©aargegenb stamme, und daß der Soldat ebenfalls dort her ist. Wenn nun auch ein Zweifel zugunsten des Angeklagten vorgenommen werden mußte, daß er den Ring auf die geschilderte Art erhalten habe, so durfte er doch fn keiner Weife wie ein Eigentümer über ihn verfügen und ihn verschenken: er mußte ihn vielmehr, wenn er die Eigentümerin nicht feststellen konnte, seiner Kompagnie oder ber Polizeibehörde übergeben, damit diese Oie weiteren Nachforschungen vornehmen konnten. Das Gericht verurteilte deshalb den Angeklagten wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 100 Mark, hilfsweise 20 Tagen Gefängnis. 3m November v. 2. fuhr ein Autofahrer mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometer durch bie Frankfurter Straße. Die Fahrbahn war glatt, ba bet zerfahrene Schnee gefroren war. Als ber Autofahrer Radfahrer überholte und ein weiterer Radfahrer ihm entgegenkam. war er gezwungen eine verhältnismäßig scharfe Kurve nach rechts zu fahren. Dabei schleuderten bie Hinterräder des Autos stark nach links, der Wagen kam senkrecht zur seitherigen Richtung in Fahrt, rannte einen der überholten Radfahrer an, der geschleift und verletzt wurde, und kam jenseits des Bürgersteigs auf einem Acker zum Stehen. Der Auwführer hatte sich wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten. Er bestritt eine solche, wurde aber zu einer Geldstrafe von 5 0 Mark verurteilt. Die Fahrlässigkeit wurde darin erblickt, daß der Angeklagte trotz ber Glätte ber Fahrbahn zu schnell gefahren wax. Die Gefahren von Wcchs elunter- schriften für solche, die nichts davon verstehen, zeigte die Hauptverhandlung gegen einen vorbestraften Handwerker. Die Frau eines früheren Schulkameraden von ihm befand sich in Geldverlegenheit. Der Angeklagte gab ihr 30 Mk. Darlehen und ließ sich dafür von der Frau einen Wechsel über 100 Mark akzeptieren, den er einer hiesigen Firma zur Deckung eigener Schulden in Zahlung gab. Die Bedenken der Frau wegen der Höhe des Wechselbetrags beschwichtigte er mit falschen Vorspiegelungen. Als der Wechsel fällig wurde und die Firma ihr Geld verlangte, schlug der Angeklagte der Fran vor, ihm einen zweiten Wechsel über 100 Mk. zu unterschreiben, damit wolle er ben ersten Wechsel in Ordnung bringen. Die Frau schrieb wieder quer, ber Angeklagte gab ben Wechsel an einen anberen seiner Lieferanten weiter. Bald darauf erzählte er der Frau, er habe ben zweiten Wechsel zu lange in ber Tasche getragen, der könne jetzt nicht mehr benutzt werden, bie Frau solle einen dritten Wechsel unterschreiben. Auch dies tat sie. Der dritte Wechsel wanderte zu einem weiteren Lieferanten, mit dem der Angeklagte in Geschäftsverbindung stand. Die Frau hatte ohne Wissen ihres Mannes gehandelt. Die sämtlichen Wechsel gingen zu Protest. Wegen des ersten Wechsels ist sie bereits rechtskräftig verurteilt worben und muß abzahlen. Wegen der beiden anderen Wechsel ist sie gleichfalls wechselrechtlich verpflichtet. Der Angeklagte, der in schamloser Weise die Zerfahrenheit der Frau auSgenutzt hatte, erhielt eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Krofdorfer Straße 4), den 22. März 1928. 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