Nr W Erster Blatt 178. Jahrgang Donnerstag, 23. Sebruar 1928 trl^ctnt tögltdi,autzer Sonnlag» and 3-tteriag». Beilagen; ®teßenei Jamtlienblätiei Heimat 'm Bill» Die Scholle BTonats-Bejngsrrds: 2 Reichsmark und 20 tReid)spfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen elnzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlüffe: 51, 54 und 112 Sn|d)rift für Vrahtnach» richten Hnjeiger tieftet. poftscheiNoiNo: gronffnrtflm Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Unwerstlüwvuch. Md Stetnöraderd H. tcmge tn Sietzen. ZchristiettMg Md Seschaftrflelle: Schulltratze 7. Lnnah«e von Nnzeiaen für die lagesnnmmer bis zum Nachmittag oorher. Preis für I mm höhe gr Anzeigen von 27 mm reite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klamean zeigen oon 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzoorschrifl 20v , mehr. Chefredakteur. Dt Fnedr. WUH. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumjchein: für den Anzeigenteil Kurt hillmann, lämtlid) in (Bieben. König Aman Mahs Empfang in Berlin. Berlin im Zestschmuck. Berlin, 22. F«br. (SU.) Der Lehrter Bahnhof hat für den Empfang des asahani- schen Königspaares ein festliches Gewand angelegt. 3n den Vormittagsstunden ist die polizeiliche Absperrung durchgesührt worden. Aus dem Vorplatz ist ein großes afghanisches Vational- wappen, umgrenzt von Tannengrün, ausgespannt. Der Vorplatz und die Einzugsstrahen sind mit Flaggen und Grün festlich geschmückt. Zwischen dem Bahnhos und der Spree hat sich links vom Rondell die hiesige afghanische Kolonie ausgestellt. Daneben sind die Bildberichterstatter und Kinooperateure postiert. Hm *M1 Uhr rückte mit klingendem Spiel die Ehrenrompagnie, bestehend aus einer Musikkapelle, Infanterie und Kavallerie, an. Die Bahnhofshalle prangt im Schmuck von 22 langen Fahnen, die die afghanischen und Reichssarbcn zeigen und mit Tannengirlanden untereinander verbunden sind. Der Mittelbahnsteig, auf dem die Empfangsfeierlichkeiten stattfinden, ist völlig abgesperrt. Aus ihm haben Lorbeerbäume Aufstellung gefunden. Die überaus zahlreich erschienenen Pressevertreter haben aus einem Rebenbahnsteig ihre Plätze eingenommen. Allmählich finden sich aus dem Mittelbahnsteig die Mitglieder des Reichs- und des preußischen Kabinetts und die Vertreter der städtischen Behörden ein. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge umsäumt den Platz vor dem Bahnhof und die Anfahrtstraße zum Palais in der Wilhelmstrahe. Besonders stark ist der Andrang des Publikums an der Moltkebrücke, die einen äußerst günstigen Blick auf den Bahnhofsvorplatz gewährt. Zahlreiches Publikum hat sich auch auf dem Pariser Platz und am Brandenburger Tor versammelt. Ein großes Aufgebot von Schutzpolizei hält hier den Verkehr aufrecht. Gegen 11 Uhr vormittags verdichten sich die Menschenketten, die sich auf dem Pariser Platz anf- gesteltt haben, um den Einzug des Königs oon Afghanistan zu erroarten. Schon vor 10.30 Uhr rück en die zur Spalierbildung kommandierten Reichswehrkompagnien an. Zwischen den mit Tannenreis bekleideten auf der Mitte des Platzes zweireihig aufgestellten Pylonen hat eine Reichswehr- kapelle Aufstellung genommen. Das kleine Stück Unter den Linden zwischen der Länderbank und dein Hotel Adlon ist mit einem einreihigen Reichswehrspalier umsäumt, das sich auch in der Wilhelm- straße sortsetzt. Die öffentlichen und privaten Gebäude haben umfangreich geflaggt, auch die französische Botscl-ast hat die Trikolore gehißt. Im schönsten Flaggenschmuck liegt die nunmehr schon traditionell gewordene Feststraßc Berlins: die Wil- Helmstraße. Don dem Gebäude der amerikanischen Botschaft weht das Sternenbanner, das Hotel ,Kaiferhos" zeigt neben der Reichsslagge die schwarzweißrote Handelsflagge mit der Gösch. Rechts und links der Straße Reichswehrspalier. Schupo-Offiziere in Automobilen treffen die letzten Anordnungen. Die Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof. Kurz vor der Ankunft des Zuges mit dem Königspaar traf der Herr Reichspräsident in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner und feines persönlichen Adjutanten, Major von Hindenburg, auf dem Bahnhofe ein. Bevor Reichspräsident v. Hindenburg mit seiner Begleitung den Bahnsteig betrat, spielte die vor dem Bahnhofe aufgestellte Reichswehrkapclle das Deutschlandlied. Der Reichspräsident begab sich hierauf sofort zum mittleren Bahnsteig Am Ende des Bahnsteiges hatten sich zur Begrüßung des Königspaares u. a. versammelt Vizekanzler Exz. H e r g t in Vertretung des erkrankten Reichskanzlers, die Reichsminifter Curtius, Grüner, o. Ke u dell und Koch, in Vertretung des Rcichsaußenminifters Staatssekretär Dr. v. Schubert, ferner der Staatssekretär in der Reichskanzlei, Dr. Pänder, der preußische M.nister- präsident Dr. Braun, Reichstagspräsident Lobe, der Chef der Marineleitung, Admiral Zenker, der Chef der Heeresleitung, General Heye, Oberbürgermeister Dr. Büß , Polizeipräsident 3 är- gic b e l, der Kommandant von Berlin, Generalmajor Severin g, die Mitglieder der hiesigen königlich asghanisischen Gesandtschaft waren ebenfalls erschienen. Pünktlich um 11.15 Uhr lies der Sonderzug mit dem afghanischen Königspaare und dessen Gefolge auf dem Bahnhof ein. Der Salonwagen hielt genau an der Stelle, wo der Reichspräsident mit Staatssekretär Dr. Meißner und seinem persönlichen Adjutanten Major v. Hindenburg stand. Der Reichspräsident hieß den König von Afghanistan willkommen, hierauf slellle der König den Herrn Reichspräsidenten ihrer Ma- sestäl der Königin vor, woran sich die Vorstellung des Gefolges durch den König von Afghanistan anfchlotz. Rach der Borste.lung begrüßte das Königspaar die Mitglieder der königlich-afghanischen Gesandtschaft und schritt dann, voran der Herr Reichspräsident mit dem König, gefolgt von ihrer Majestät der Königin, die Staatssekretär Dr. Meißner führte, und dem Gefolge, den Bahnsteig hinab, wo die Vorstellung der Vertreter der Reichsregierung, der preußischen Regierung und der Behörden stattsand. Hieraus begab sich der Reichspräsident mit ihren Majestäten auf den Platz vor dem Bahnhos, wo sich die Mitglieder der hiesigen afghanischen Kolonie ausgestellt hatten, die das Königspaar lebhaft begrüßten. 3m Rainen einer islamischen Religionsgefellschast begrüßte die kleine Tochter des türkischen Generallonsuls die Majestäten und überreichte einen Blumenstrauß. Der König schritt sodann mit dem Herrn Reichspräsidenten die Front der E h r e n k o m p a g n i e ab, während die Musik die afghanische Rationalhymne spielte und eine gegenüber aufgesahrene Batterie Salut schoß. 3m Anschluß daran fuhren die Gäste nach dem Prinz-Albrecht-Palacs, eslordiert von Kavallerie. 3m er st en Magen hatte der König mit dem Herrn Reichspräsidenten Platz genommen, während im zweiten ihre Majestät die Königin, geführt von Vizekanzler, Exz. H e r g t. fuhr. 3n den folgenden Wagen fuhr das Gefolge mit den Vertretern der Behörden. Von der Menschenmenge hinter dem Reichswehrspalier wird der Zug mit st ü r- mischen Hochrufen begrüßt, die sowohl dem König wie der greisen Gestalt des Reichspräsidenten gelten, der in Zivil neben dem König sitzt. Vordem Palais Prinz Albrecht Das Palais Prinz Albrecht ist zum Empfang des Königs mit reichem Blumenschmuck versehen. Vorherrschend sind exotische Blumen. Das Ar- beits- und das Gartenzimmer sind in rot-weißen Farben der afghanischen Dynastie gehalten (die Landessarben selbst sind schwarz-weiß), die Wohn- räume der Königin tragen zartrosa, weihe und hellgrüne Blumen. Die Festtpfel ist mit tobrlila Darwintulpen ausgestattet. Gesandter Dr. Köster, der Ches des Protokolls, gibt noch kurz vor Eintreffen des hohen Besuches die letzten Anweisungen. Die Ehrenhofwache, ein Zug des Infanterieregiments 3, zieht auf und nimmt gegenüber dem Hauptportal Stellung. Am Hauptportal selbst und am Eingang zum Gartenzimmer stehen Doppelposten. Lieber dem Palais kreisen Flugzeuge. Punkt 8/4!2 Llhr ertönt vor dem Palais Musik, die Ehrenwache gibt Trommelwirbel und das erste Auto mit dem Polizeipräsidenten erscheint in der Auffahrt. Die Kavallerieeskorte reitet am Palais vorüber, und gleich darauf fährt das Auto mit dem Reichspräsidenten und dem König vor dem Haupteingang vor, dem der Wagen mit der Königin und dem Vizekanzler folgt. Wagen auf Wagen. Bei jedem ertönt das Kommando des wachthabenden Offiziers. Rach Auffahrt der 15 Automobile hört der Trommelwirbel auf, und nach einer kurzen Pause tritt der Reichspräsident wieder aus dem Palais, um sich, begleitet von den brausenden Hochrufen des auf der Wilhelmstraße bis auf die Dächer hinaus versammelten Publikums, ins Reichspräsidentenpalais zu begeben. Linker klingender Musik marschiert sodann daö Militär ab und nur die Polizei hält noch die Absperrung aufrecht. Der König bei Hindenburg. Berlin, 22. Febr. (WLB.) Der König von Afghanistan stattete heute um 15.30 Llhr dem Herrn Reichspräsidenten in seinem Haufe einen Gegenbesuch ab. Bei der Ankunst wurden dem König durch eine im Vorhof des Hauses des Reichspräsidenten aufgestellte Ehrenkompagnie militärische Ehren erwiefen, während die Musik die afghanische Rationalhymne spielte. Reichspräsident v. Hindenburg begrüßte gemeinsam mit seiner Schwiegertochter, Frau v. Hindenburg, in der Vorhalle des Haufes den König, der von seinem Gefolge und dem deutschen Ehrendienst begleitet war, und geleitete ihn in den Garten'aal, wo die Umgebung kes Reichsprä identen, der Staats- sekre.är im Auswärtigen Amt und der Chef des Protokolls Aufstellung genommen hatten. Rach beiderseitiger Vorstellung der Begleitung führte der Herr Reichspräsident den König in sein Arbeitszimmer und verweilte hier mit ihm in längerer Unterhaltung. Gegen 16.30 Llhr verabschiedete sich der König, vom Reichspräsidenten wieder bis an die Schwelle des Hauses begleitet. Die Ehrenkompagnie erwies dieselben Ehrenbezeugungen wie bei der Anfahrt. Ein zahlreiches Publikum begrüßte den König bei der Ankunft wie bei der Abfahrt in herzlichster Weise. Empfang des Vizekanzlers. Anschließend fuhr der Stellvertreter des Reichskanzlers, Exc. H e r g t, in das Palais Prinz Albrecht, um an Stelle des erkrankten Reichskanzlers dem Königspaare einen Besuch abzustattcn. Exc. Hergt wurde in herzlichster Weise von dem König empfangen, der sich angelegentlich nach dem Befinden des Reichskanzlers erkundigte und die besten Wünsche für seine baldige Genesung aussprach. Zugleich gab der König seiner besonderen Freude über den überaus freundlichen Empfang durch die Reichsregierung und die Berliner Bevölkerung Ausdruck. Daraus hat Vizekanzler Hergt erwidert, die Begrüßung sei gewiß herzlich gewesen, sie wäre aber noch herzlicher ausgefallen, wenn daS deutsche Volk nicht noch immer in Trauer- stimmung über den verlorenen Krieg und das daraus folgende Elend sei. 3nnerlich aber sei die Freude des deutschen Volkes über den Besuch des Königs Aman Ullah nur um so größer, denn man sei davon durchdrungen, daß der König von Afghanistan dem deutschen Volke immer feine Sympathien bewiesen habe und daß Afghanistan und Deutschland von dem gleichen Streben noch Freiheit und Llnab- hängigkeit beseelt seien. Der König war von diesen Worten sichtlich bewegt. — Lim 17 Llhr empfing der König das diplomatische Korps unter Führung deS Doyen, des apostolischen Runlius P a c e l l i. Messen beim Reichspräsidenten. Die Trinksprüche der Staatsoberhäupter. Der Herr Reichspräsident gab heute zu Ehren des Königs und der Königin von Afghanistan ein Essen, zu dem u. a. die Chefs der in Berlin beglaubigten diplomatischen Missionen, die Reichsminister, Reichstagspräsident Loebe, sowie der preußische Ministerpräsident Braun mit ihren Damen eingeladen waren. Der Reichspräsident führte die Königin zu Tisch. Zu seiner Linken saß der König, der Frau v. Hindenburg führte. Bei der Tafel brachte der Reichspräsident folgenden Trinkspruch aus: »Ew. Majestäten f 3m (Kamen des Reichs und in meinem Rainen habe ich die Ehre, Ew. Majestäten als Gäste des Deutschen Reiches herzlich und freudig willkommen zu heißen. Wir wissen, daß Ew. Majestäten als aufrichtige F r eu n d e zu uns kommen und hoffen, daß Sie während 3hres Aufenthaltes in Deutschland fühlen werden, daß wir diese Freundschaft a u f das herzlichste erwidern. Deutschland weiß und rechnet es Ew. Majestät auf das höchste an, daß Sie in 3hrem Vertrauen zu Deutschlands L e. st u n g'L s ä h i g k e i t niemals zweifelnd geworden sind, und wir bewundern das große staatsmännische Geschick und die große Tatkraft, mit der Ew. Majestät 3chr Land in so machtvoller und erfolgreicher Weise regieren. Da ist es nur natürlich, daß zwischen unseren beiden Staaten eine aufrichtige Freundichaft besteht, die viel älter ist als die offiziellen Beziehungen, die in den letzten 3ahren besonders auf wirtschaftlichem Gebiete Vertiefung und Ausdehnung erfahren haben. Als ein Zeichen des besonderen Vertrauens Ew. Majestät zu der deutschen Leistungsfähigkeit erscheint es uns, daß eine große Anzahl deutscher Aerzte, Lehrer, 3ngcnieurc, Techniker und Werk- Ineister nach Afghanistan berufen worden sind, wo ihnen wichtige und verantwortungsvolle Aufgaben übertragen wurden. Einen weiteren Beweis des Vertrauens erblicken wir in der Entsendung einer großen Anzahl afghanischer Schüler und Studenten nach Deutsch» land. D.ese jungen A gHanen w.ud n gcüiiä später einmal, wenn sie nach ihrer Heimat zurückgekehrt sind, die Bande aufrichtiger Freundschaft zwischen beiden Völkern noch fester knüpfen. Die deutsche Regierung weiß, daß Ew. Majestäten die weite und anstrengende Fayrt nach Europa als eine ernste Studienreise unternommen haben, um überall das aufzusuchen und kennenzulernen, was für die Entwicklung und den Fortschritt Afghanistans von besonderem Ruhen fein kann. 3ch hoffe, daß Ew. Majestäten auch bri uns reiche Anregung finden mögen. Deutschland ist gerne bereit, seine Erfahrungen aüf technischem und kulturellem Gebiet zur Verfügung zu stellen. Ein nicht geringer Anteil an diesem Reformwerk fällt 3hrer Majestät der Königin zu, die voll Eifer und Hingabe 3hren hohen Gemahl in feiner schöpferischen Arbeit unterstützt. Es freut uns, daß auch sie bei der Lösung ihrer hohen sozialen und kulturellen Aufgaben die Hilfe deut.cher Frauen heranzieht. 3ch erhebe mein Glas auf das Wohl 3 hrer Majestäten, des Königs und der Königin von Afghanistan, auf den Glanz und das Glück ihres Landes und auf das Fortbestehen und die weitere Entwicklung der herzlichen Freundschaft zwischen Deutschland und Afghanistan" — Rachdem die Musik die afghanische Rationalhymne intoniert hatte, erwiderte der König von Afghanistan mit folgenden Wor en in afghanischer Sprache: „Herr Reichsprä ident! Die Königin und ich danken in unserem Rainen und ün Ramen des afghanischen Volkes auf das herzlichste für alle 3hre so freundlichen Worte über unsere liebe Heimat, über meine persönliche Tätigkeit und über die freundschaftlichen Gefühle der deutschen Regierung und des deutschen Volkes. Besonders danken wir für den herzlichen Empfang, den Sie uns bereitet haben. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland, die Sie, Herr Reichspräsident, geschildert haben, sind in der Tat feit 3 ahren f e st begründet. Sie entspringen den herzlichen Gefühlen und dem Vertrauen, das unsere beiden Rationen miteinander verbindet. Afghanistan hat immer d i e Kraft und Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes bewundert und hat nie in der Bewunderung dieser Eigenschaften nachgelassen. 3mmer haben wir auch den deutschen Mitarbeitern, die sich dem Dienste unseres Landes widmeten, volles Vertrauen geschenkt. Der Fleiß, die Ehrlichkeit und die Leistungsfähigkeit der Deutschen in Afghanistan hat meine volle Anerkennung gefunden, und ich bin ihnen für ihre Mitarbeit aus richtig dankbar. Aus diesem Grunde habe ich und die Königin unseren teuren Sohn in die Amani-Schule geschickt, die unter d e u t- scher Leitung steht. Die Tatsache, daß soviel junge Afghanen teils in Deutschland, teils in Afghanistan auf deutschen Schulen studieren, bietet mir die sichere Gewähr dafür, daß unsere künftigen Beziehungen die allerherzlichsten sein werden. Herr Reichspräsident! 3ch trinke dieses reine Wasser auf 3hr Wohl, auf das Glück und die friedliche Entwicklung des deutschen Volkes und aus.die Festigung und Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland." ©er Zapfenstreich. 3m Anschluß an das Essen fand um 10.15 Llhr im Hose des Hauses des Reichspräsidenten e i n großer militärischer Zapfen st reich statt, der von elf Musik- und drei SpielmannS- korps her Berliner Garnison ausgeführt wurde. 3n dichten Scharen säumte die Menge die Wil- helmstraße an beiden Seiten ein. Pünktlich marschierten die Spielmannzüge mit Fackeln im Dor- Hose auf. Der Reichspräsident hatte mit dein afghanischen Königspaar auf dem Balkon des Hauses Platz genommen. Die übrigen Gäste sahen von den Fenstern des Reichspräsidentenpalais dem imposanten Schauspiel zu. Vor dem eigentlichen Zapfenstreich gelangten historische Miluäcmäische der deutschen Armee zum Vortrag. Die Feier sand ihren Abschluß mit dem Spielen der beiden Ralionalhymnen. Hieraus zogen die Truppen geichlossen wieder ab. Der hessische StMMiMsWg im FinanzausWß. Von unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 22. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags trat heute zusammen, um den Staatsvoranschlag für 1928 zu beraten. Zunächst begann man mit Verhandlungen über das Bau Programm für 1928, wozu ein Antrag Widmann und Gen. vorlag. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft, 0 r C'I l, bemerkte, daß die Beschwerden über verspätete Auszahlung von Dau- ko st envorschüssen nicht seinem Ministerium zur Last gelegt werden tonnten; die Verzögerungen von Auszahlungen seien lediglich auf Maßnahmen zur Wahrung dinglicher 21 e ch t e zurückzusühren. Der Minister empfahl den Gemeinden Bürgschaften für ihre Einwohner zu übernehmen, bann könnten die Hand- werkersorderungen eher befriedigt werden. Außer den Erträgen der Hauszinssteuer könnten vorerst keine Baukostenzuschüsse bereitgestellt werden, aber die Regierung werde sehen, noch andere Gelder für diesen Zweck flüssig zu machen. Ministerialrat Klump erläuterte das Bau- Programm im einzelnen. Es sind 11,6 Millionen Mark vorgesehen, wovon auf die Städte 6,2 Millionen und auf die Landgemeinden 5,4 Millionen entfallen. Etwa 1 Million ist für Tilgung und Verzinsung der Anleihemittel aufzuwenden, so daß im ganzen 4,4 Millionen Mark verfügbar sind. 1440 Wohnungen sollen errichtet werden, wofür rund 4 Millionen Mark aufzuwenden sind. Die restlichen 400 000 Mark sollen noch besonders den Landgemeinden zugute kommen. Finanzminister Kirnberger gab dann eine Liebersicht über den Staatsvoranschlag für 1928. Der Staatsvoranschlag schließt bekanntlich mit einem Gesamtbedarf für Verwaltungausgaben (einschließlich 8,5 Millionen für die Kosten der in Aussicht genommenen Besoldungserhöhung) von 139163 688 Mark ab, dem an laufenden Einnahmen die Summe von 127 951 625 Mark gegen» übersteht. Hiernach bleibt ein zunächst ungedeckter Fehlbetrag von 11 212 063 Mark. Ohne die Besoldungserhöhungen (8,5 Mill.) würde der Fehlbetrag nur 2,7 Millionen Mark betragen, gegen 7,3 Millionen Marl im vorjährigen Voranschlag. Minister Kirnberger unterbreitete dem 2-usschuß ein umsangreiches Zahlenmaterial über den Etat. Zum Schluß der Sitzung wurde ein Antrag Dr. Leuchtgens-Glaser (Hess. Bauernbund) beraten, in dem als Maßnahme zur Senkung der Staatsausgaben beantragt wird: „der Finanzausschuß wolle, ehe er in die Beratung der einzelnen Kapitel des 1928er Voranschlags eintritt, sich der Frage zuwenden, wie durch eine organisatorische .Umgestaltung der hessischen Verwaltung, sowie durch Verminderung 6er Staatsaufgaben und eine durchgreifende Vereinfachung des Verwaltung s- b e t r i e b e s die Staatsausgaben derart zu senken sind, daß die Fehlbeträge im hessischen Haushalt verschwinden und die hessischen Lanbessteuern ermäßigt werden können." Sollte vorstehender Antrag abgelehnt werden, so wurde von den gleichen Abgeordneten beantragt, „baS Plenum des Landtags einzuberusen und dort die Frage der hessischen Finanzlage im Sinne obigen Antrags entscheiden zu lassen, ehe mit der Kapitelberatung des Staatsvoranschlags- en. Wurfs für 1928 im Finanzausschuß begonnen wird'. Beide Anträge wurden abgelehnt. Arbeiisfriede in der Metallindustrie. Eine Erklärung der Gewerkschaftsfunktionäre znr Wiederaufnahme dcrArbeit in der mitteldeutschen Metallindustrie Halle. 22. Febr. (WTD.) Die Funktionäre der Metallarbeiter haben mit 52 gegen 4 Stimmen die Wiederaufnahme der Arbeit für Freitag beschlossen. In der angenommenen Entschließung wird kurz auf den Werdegang der Lohnbewegung Bezug gei ommen und festgestellt, daß die Linie, die durch den Schiedsspruch der nordwestlichen Gruppe (2 Pfennig Zulage) bezeichnet wurde, durch den mitteldeutschen Schiedsspruch, der 3 Psennig Zulage, und durch den vom Reichsarbeitsminister gewählten, der 5 Pfennig Erhöhung vorsieht, durchbrochen ist und da- mit zweifellos ein Erfolg verzeichnet werden kann. Weiter heißt es: Lediglich auf Grund des Machtspruches des Aeichsarbeits- ministers wird die Bewegung abgebrochen. Daß die Front am Ende der Bewegung noch so lest wie am Anfang ist, ist der beste Beweis da ür, daß noch Kraft vorhanden war, den Kampf weiterzuführen. Es wird darauf hingew.esen, daß die Arbei.er daraus die Lehre ziehen sollen, daß sie bei den kommenden Wahlen für die Aenderung der politischen Machtverhältnisse Sorge tragen müs en, damit man ihnen nicht wieder wie jetzt bei einem solchen glänzenden Kampf in den Arm fallen könn.e. Es werden nun an verschieb e en Orlen Verhandlungen zwischen den örtlichen Verwaltungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer wegen der Wiederaufnahme der Arbeit statt, indem Streikgefahr in der Berliner Metallindustrie. Berlin, 22. Febr. (211.) Nachdem der mitteldeutsche Melallkonflikt nach langen Verhandlungen soeben beigelegt worden ist, droht es am Montag oder Dienstag in den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller zu einer Arbeitsniederlegung der dort bewältigten Werkzeugmacher zu kommen. Die Proklamierung des Streiks hängt nur noch von der Terminfestsetzung der Berliner Bezirksleitung des Metallarbeiterverbandes ab. Auch der Vorschlag des Vorsitzenden des Schlichtungs- ausschusfes. nochmals über die Forderungen zu verhandeln, führte zu keinem Ergebnis. Die Austragung des Konflikts war bisher nur mit Rücksicht auf den mitteldeutschen Streik und die von dem Gefamtverband der deutschen Metallindustriellen angekündigte Generalaus perrung vertagt worden. Sollte es zum Streik kommen, so werden hieran etwa 4000 Werkzeugmacher beteiligt sein. Falls die Bezirksleitung des Deutschen Metallarbeiterverbandes wirllich den Streik beschließt, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Arbeitgeberseite mit einer Gesamtaussperrung in der Berliner Metallindustrie antwortet. Die Deutschen in Ungarn. StürmifcheLzenenimBudapcsterParlament Budapest, 22. Febr. (Prio.) Bei einer Rede de; ehemaligen siebenbürgisch-sächstschen Nationa- litätemninifters, Universitätsprosessor I. Bleyer, über die Stellung der ungarischen Deutschen zum Staate kam es im Parlament zu außerordentlich stürmischen Szenen. Dleyer polemisierte gegen Ausführungen des Abgeordneten Sandor, daß die Siebenbürger Sachsen s i ch nicht so patriotisch verhalten würden wie die ungarischen Juden. Bei der Be- mertung Bleyers, der Patriotismus der Deutschen fei so makellos, daß nicht einmal das U n - g a r t u m mit ihm konkurrieren könne, kam es zu einem heftigen Entrüstungssturm, der sich w'e» derholle, als Bleyer referierend äußerte: „Die ungarischen Könige haben die Siebenbürger Sachsen ins Land gerufen. Die Revolution hat die Krone vom Kopfe des Königs gerissen und daher find wir von der Treue entbunden." Nachdem sich die Erregung gelegt hatte, erklärte Bleyer, daß er sich mit dieser von gewissen deutschen Kreisen vertretenen Auffassung nicht identifiziere, und fuhr fort: „Ich liebe das Vaterland, aber i ch liebe auch meine Rasse. Jawohl, mir Deutsche sind eine Rasse." Auch diese Demerkuna führte zu erregten Zwischenrufen und stürmischen Ausbrüchen im Hause. „3d) mache kein Hehl daraus", sagte Dleyer weiter, „daß das Deutschtum hier im Lande unerfüllte Wünsche hat. Warum wird dieses verheimlicht?" Der Redner deutete weiterhin an, daß die Deutschen die Möglichkeit hätten, in Genf ihr Recht zu suchen. — Hier brach abermals urige» heure Erregung aus. Zum Schluß seiner Rede bemerkte Bleyer, daß er mit seinen Feststellungen keinen Keil zwisd)en die Ungarn und die Deutschen treiben wollte. Es liege ihm lediglich an der Feststellung von Tatsachen. Das Kriegsmaterial von St. Gotthard Wird zerstört. Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers". Berlin, 23. Febr. Auf der Tagesordnung der nächsten Völkerbundsrat ssihung steht der Zwischenfall von St. Gotthard. dem österreichisch-ungarischen Grenzbahn- hof auf dem eine von Italien für Ungarn bestimmte mysteriöse Wassens rndung cullgehalten wurde. Die Kleine Entente hat es durchgeseht, daß sich der Rat mit dieser Angelegenheit be- schäftigt, sie hatte die Absicht, ihn zu veranlassen, von seinem Untersuchungsrecht Gebrauch zu machen und eine Kontrollkommission nach Ungarn zu schicken. Inzwischen ist man aber in Rom und in Budapest mit sich zu Rate gegangen und hat beschlossen, die beanstandeten Maschinengewehre zu ze r Jt ö r e n und den Schrott öffentlich zu versteigern. Infolgedessen MeDechandlungeniiberdasAolprogrammi rc;««««. X.« fflixüanAr ©(nlltof rthor in ivnr.m oinoa foljTP'SobpA hi«* 'Rnr, Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Klausel oder in Form eines Mantelgesetzes die Vorlagen vor den Reichstag bringt. Aus keinen Fall wird man ohne neue schwere und erbitterte Kämpfe auf diese Sicherung, die das Parlament zwingt, entweder alles anzunehmen oder gar nichts, jetzt verzichten, nachdem man iich innerhalb der Koalition eben erst nach so schwierigen Verhandlungen über die finanzielle Seite des Notprogramms geeinigt hat. Allerdings lau,en innerhalb der Regierungskoalition noch außerordentlich wichtige und prinzipiell bedeutsame Verhandlungen. Richt nur von feiten der Sozialdemokraten, sondern jetzt auch aus Kreisen des Zentrums sind schwere Bedenken gegen die geplante Aushebung der G e - sriersleischkontingente bei der Einfuhr erhoben worden. Aber allem Anschein nach will man sich mit dieser Aushebung zufriedengeben, wenn als Ersah dafür billiges Inland- s ch w e i n e f l e i s ch für den Markt zugesichert und erwartet werden kann. Ob sich das mit Hilfe viel eicht des 30-Mi lio en-Krcd les crmög- lichen läßt', .aus welchem technischen Wege und zu welchem Zeitpunkt, darüber gehen die Verhandlungen noch weiter. Ungeklärt ist weiter noch die Frage, was von den neuen Vorlagen als Gesetz oder nur g l s Verordnung vor den Reichstag kommen wird. Es ist anzunehmen, daß man schon rein sinngemäß diejenigen Vorschläge, die nur eine rein zeitlich begrenzte Aktion betreffen, als einmalige Verordnung bezeichnen wird, obgleich das jetzt bei der Annahme im Reichstag wohl keine wesentliche Rolle spielt. Zweifellos dagegen ist, daß die Regierung bei der Vorlage des Rotprogramms im Reichstag nur auf öie Stimmen der eigenen Koalition im wesentlichen wird zählen können, denn die Oppositionspresse gibt unmißverständlich zu erkennen, daß sie an der Ausarbeitung des Pro- ?rammes nicht mitgewirkt habe und auch eine Bindung irgendwelcher Art eingegangen sei. Berlin, 23. Febr. Die Ausarbeitung des Notprogramms nimmt im Augenblick die ganzen Kräfte der betreffenden Ministerien in Anspruch. Geplant ist bekanntlich, daß der Vizekanzler H e r g t in Vertretung des immer noch leidenden Reichskanzlers Dr.Marx das Notprogramm in Form eines Mantelgefetzes am kommenden Montag vor dem Plenum des Reichstages vertreten wird. Die Landwirtfchaftshilfe und Jnoalidenfürsorge werden die Hauptpunkte in diesem Rahmen sein, während noch nicht fcststeht, ob auch die Kleinrentnerfürsorge hierin einbegriffen ist. Inzwischen hat das Reichsarbeitsministerium über die Kleinrentnerfürsorge eine Novelle ausgearbeitet, die dem Reichsrat zu- gegangen ist. Es wird den Kleinrentnern allerdings nicht, wie der demokratische Vorschlag vorsah, cm voller Rechtsanspruch gewährt, sondern nur ein Anspruch sog. „minderen Rechtes". Die den Gemeinden nuferlegte Fürsorge wird aus einer Kann- in eine Mußvorschrift umge- ändert, aber sie erhalten keinen vollen Rechtsanspruch und die Fürsorgebehörde wird bestimmen, wer von ihnen bedürftig ist. Der demokratische Vorschlag sah ja bekanntlich einen festen Rechtsanspruch vor, dagegen wird aber in Regierungskreisen behauptet, daß bei der jetzigen Regelung die Zahl der von der Beihilfe erfaßten Kleinrentner größer sei, als nach dem Vorschlag der Demokraten. Der Rahmen eines festen Mantelgesetzes bezweckt die einzelnen Teile des Notprogramms, also z. B. Landwirtschastshilfe, Jnvalvdenfürsorge, Kleinrent- nerfürforge usw. so untereinander zu verbinden, daß sie schließlich vom Reichstag nur in ihrer Gesamtheit angenommen oder abgelebt werden können. Dazu genügt natürlich auch wenn beispielsweise der Vorlage über die Landwirtschaftsbeihilfe «ine Klausel angefügt wird, die besagt, daß dieses Gesetz oder diese Verordnung nur dann in Kraft tritt, wenn Kleinrentnerfürsorge und Jnoalidenfürsorae gleichfalls bewilligt werden. Praktisch bedeutet es also keinen wesentlichen Unterschied, ob man mit Hilfe einer solchen DiedeMenAmeMngsnMmSichecheWywviem Fortsetzung der Genfer Debatte. Gens'. 22. Febr. (WB.) Im Sicherheitskomitee legten Rolin-Iaquemyns- Belgien, Rid - dell- Kanada und U n d e n - Schweden die Ansichten ihrer Regierungen über die dem Komitee vorliegenden Berichte dar. Zur Verwirklichung der Sicherheit dürfe man. wie der belgische Vertreter ausführte, nicht noch einmal bei der einfachen Empfehlung der Locarnoverträge stehen bleiben, sondern müsse sich dafür aussprechen, daß der Völkerbund für den Abschluß von Regionalverträgen nach dem Wüster der Locarnoverträge in ganz bestimmten Gebieten eine vorsichtige, aber entschiedene Initiative ergreifen sollte. Etwas Positives könne nach feiner Auffassung am besten auf dem Gebiete der Vergleichsverträge geschehen. Der belgische Vertreter stellte deshalb den Antrag, den Entwurf der schwedischen Regierung für einen Schieds- und Vergleichsvertrag, der allen Staaten zur Unterzeichnung offenstehen würde, zur Grundlage der Diskussion zu machen. Der kanadische Vertreter Riddel! empfahl die Einsetzung von ständigen Vergleichsausschüssen, in denen die beiden Staaten paritätisch vertreten sind. Die Sicherheit läßt sich nach Auffassung der kanadischen Regierung besser durch Abrüstung gewährleisten, als durch neue Sicherhcitsverpflichtungen. Sollten in Europa weitere Regionalvcrträge notwendig werden. so müßten sie genau geprüft werden, ob sie dem Geiste des Dölkerbundpaktes entsprechen und nicht in irgendeiner Form militärische Bündnisse darstellen. Der schwedische Delegierte U n d e n gab der Meinung Ausdruck, daß der schwedische Entwurf eines Ko .'etiDb.rtrageSt oh er Cch i - rigkeilen m bezug auf die Annahme der obligaio- schen Schiedsgerichtsbarkeit zu einem praktischen Ergebnis führen könne. Es sei durchaus nicht notwendig, daß sich alle Staaten diesem Kollek- tivvertrage anschlöfsen. ganz abgesehen davon, daß die Unterzeichnung jederzeit unter Vorbehalten erfolgen könne. Sicherheit ohne Abrüstung sei nicht denkbar. Der jugoslawische Delegierte Markowitsch erklärte, das Schieds- und Vergleichsverfahren kann nicht genügen, solange damit nicht auch Sanktionen und Garantien festgelegt sind. Auch der Völkerbundspakt selbst genüat nicht zur Sicherung des Friedens. Die jugoslawische Regierung ist der Ausfassung, daß die Sicherllng des Friedens nur durch ein allgemeines Sicherheitsabkommen möglich ist. Der allgemeine Sicherheitsvertrag müsse die Verpflichtung aller Staaten enthalten, ihre gesamten Streitkräfte im Falle eines Angriffs zur Verfügung zu stellen. Staatssekretär v. Simson verlas dann folgende Formulierung der deutschen Anregungen: „Im Interesse der Kriegsoerhütung könnten vom Sicherheitskomitee folgende Möglichkeiten einer Prüfung unterzogen werden: 1. Für den Fall, daß der Rat mit einer konkreten Streitfrage befaßt ist, könnten die Staaten im voraus die Verpflichtung über- nehmen, vorläufige Empfehlungen des Rates anzunehmen und zur Ausführung zu bringen, die zum Zwecke haben, einer Verschärfung oder Ausdehnung der Streitigkeit vorzubeugen und solche Maßnahmen der Parteien zu ver- hindern, die eine nachteilige Rückwirkung auf die Ausführung der von dem Rat oorzufchlagenden Regelung haben könnten. 2. Insbesondere könnten die Staaten für den Fall, daß eine Kriegsgefahr vorliegt, im voraus die Verpflichtung übernehmen, diejenigen Empfehlungen des Rates anzunehmen und zur Ausführung zu bringen, die zum Ziele haben, den militärischen status quo des normalen Friedensstandes aufrecht zu erhalten oder wiederherzustellen. 3. Für den Fall, daß Feindseligkeiten irgendwelcher Art bereits begonnen haben, ohne daß nach Ansicht des Rates die Möglichkeiten eines friedlichen Ausgleiches erschöpft sind, könnten die Staaten sich im voraus verpflichten, einem vorn Rat vorgeschlagenen Waffen st ill st and zu Land, zur See und in der Luft anzunehmen, wobei sie insbesondere die etwa bereits in fremdes Gebiet vorgedrungenen Streitkräfte zurückzuziehen und die Achtung der Staatshoheit des anderen Teiles sicherzustellen hätten. 4. Es wäre zu prüfen, ob die vorstehend be* zeichneten Derv'lichtungen nur bei Einstimmigkeit des Rates oder auch bei einfacher oder qualifizierter Mehrheit zu übernehmen wären. Auch wäre zu prü'en, welch« Form den Verpflichtungen zu geben wäre, damit sie mit dem Mechanismus der Völlerbundssahung im Einklang stehen. 5. Diese Verpflichtungen könnten in einem Vertrag oder Protokoll f e st g e l e g t werden, das allen Mitglieds- oder Richtmitgliedsstaa'en des Völkerbundes zur Zeichnung offenstehen und vielleicht, ähnlich wie dies in dem Entwurf des Vertrages' über gegenseitige Hilfeleistung von 1923 vorgesehen war, für die verschiedenen Kontinente gesondert in Kraft treten tönn e.“ ist dem Völkerbundsrat die Möglichkeit genommen worden, sich mit den italienisch-ungarischen Waffengeschäften eingehender befassen zu können. Man wird sicherlich auf der Ratstagung den Zwischenfall tura streifen, die Kleine Entente dürfte aber nicht zu ihrem Ziel kommen. In Prag und Belgrad ist man auch empört über die Vernichtung der Waffen. Hier hätte man es Heber gesehen, daß die Zerstörung unter den Augen einer Kontrollkommission des Völkerbundes stattgefunden hätte. serdichten Schotten zuzuschreiben sind, wobei jedoch zu berücksichtigen sei. daß angesichts einer so drohenden Gefahr auch bei sehr erfahrenen und geschickten Technikern solche Fehler natürlich sind. Leider könnten die Techniker sich nicht über ihr Verhalten rechtfertigen, da sie an dem Platz ihrer Arbeit und Pflicht ihr Leben gelassen haben. Sie A-Boot-Katastrophe in Amerika. Der Llntersuchungs-Gerichtshof der Marine hat die Verantwortung sür den Zusammenstoß zwischen dem UZBcot S 4 und dem Küstenschuhzerstörer Paulding, wobei das LI-Boot mit der Besatzung sank, den Be ehlsßaoern beider Fahrzeuge gemeinsam zugefchrieben. Der Gerichtshof hat die Enthebung des Konteradmirals Drumby vom Be ehl über die Kontrolle der Streitmacht anempfohlen, zu der die ll-Doote der Atlantischen Flotte gehören, weil er bei den Rettungsarbeiten nicht die überlegene Einsicht und das gesunde Urteil bewahrt habe, die von einem Offizier seines Dienstalters, seiner Erfahrung und feines Ranges erwartet werden mufre. In der Entscheidung des Gerichtshofes heißt es ferner, daß die von anderen aufgeftelllen Reltungspläne klug waren und durchge>ührt wurden und daß alles geschehen sei, um das Leben der Besatzung des It-Bco es zu retten. Professor hoehsch bei Brian!) und poincare. Außenminister Briand hat den in Paris weilenden deutschnationalen ReichstagsabgeordAus aller Wett. Die Ursache des Untergangs der „Principessa Mafalda". Die Kommission, die die Untersuchung über den Untergang des auf der Hohe von Bahia mit vielen Passagieren gesunkenen Dampfers der Ravigcttione genera.e d'Italia »Principessa Mafalda' geführt hat, ist zu dem Ergebnis gelangt, daß die unmittelbare Tlrsache drs Unglücks darin bestand, daß die Welle, die die linke Schraube trug, brach, und hierdurch Wasser in das Schiff drang, dessen Einströmen nicht aufzuhalten war. da es unmöglich war, eine der kleinen Verbindungstüren zu schließen. Zusaminensassend kommt die Kommission zu dem Ergebnis, daß die schrecklichen Folgen dieser zwar seltenen, aber doch möglichen Havarie einer fehlerhaften Handhabung einiger Verschlüsse der was - | neten Professor Dr. Hoehsch. der den Lesern des „Gießener Anzeigers" durch seine ständige Mitarbeit auf außenpolitischem Gebiet seit Jahren bekannt ist, empfangen. Professor Dr. Hoehsch wird auch vom Ministerpräsidenten P o i n c a r 6 empfangen werden. Das ftarroenbelgebief Naturschutzgebiet. Eine Verordnung des Landeshauptmannes von Tirol, durch die das Karwendelgebiet als Raturschuhgebiet erflärt wird, besagt u. a., die Veräußerung von Staatsgut solle tunlichst vermieden werden, die Fauna solle erhalten und auch das R a u b w i l d. insbesondere der Edelmarder, In mäßigem und unschädlichem Ausmaße vor Ausrottung bewahrt werden. Die Erbauung neuer Bergwirtshäuser und lln- terkunftshütten dürfe nur unter der Bedingung • erfolgen, daß der Raiur und dem Almbetrieb kein Schaden erwächst. In diesem Raturschuhge- biet ist das Pflücken und AuSgraben geschützter Pflanzen verboten. Kinder als Ladendiebe. In letzter Zeit wurden in den Altenburger Geschäftshäusern eine große Anzahl Ladendiebstähle verübt, ohne daß die Spitzbuben gefaßt werden konnten. Jetzt ist es der Kriminalpolizei gelungen, die Täter zu ermitteln. Es kommen nicht weniger als 22 Schulknaben und Arbeitsburschen im Alter von 12 bis 16 Jahren in Frage. Die Untersuchung ergab, daß die jugendlichen Spitzbuben bei der Ausführung choer Streifzüge auf ganz raffinierte Weis« zu Werke gegangen sind. Einige Eltern sollen sogar das Treiben i^rer Kinder gutgeheißen haben. Gerüstabsturz beim Zirkus SarafanL Beim Abbau des Zirrus Sarasaui, der in Chemnitz ein Gastspiel gab, ist aus bisher noch unaufgeklärte Weise beim Abmontieren der Träger und Säulen ein fahrbares, elf Meter hohes Gerüst eingestürzt. Hierbei wurde der Zimmermann Jäger aus Oberkaufungen bei Kassel so schwer verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus starb, während der Zimmermann Kühn aus Krähwinkel in Thüringen lebensgefährlich verletzt wurde. Schwerer Gerüsteinsturz. Auf der Zeche Hannover 1 und II in Wattenscheid stürzte in einem Querschacht ein Gerüst ein. Ein auf ihm befindlicher Bergmann und ein Hauer wurden dabei mit in die Tiefe gerissen, wobei der letztere einen Bruch des Rückgrats erlitt. Er starb bereits auf dem Wege zum Krankenhaus. Auch dec Bergmann hat so schwere Verletzungen erlitten, daß an feinem Aufkommen gezweifelt wird. Schwere Explosion in einem 'Aluminiumwerk. In dem etwa eine halbe Stunde von Schwabach bei Nürnberg entfernt liegenden Aluminium- werk Weigand, das erst seit einem Jahre in Betrieb ist, ist erneut eine schwere Explosion erfolgt. Bis mittags war ein Toter und ein Schwerverletzter geborgen, lieber die Explosionsursache ist noch nichts bekannt. Derartige Explosionen haben sich in dem in der Umgebung liegenden Aluminiumwerken öfters ereignet, ohne daß man jemals die Ursache hat feststellen können. Explofionsunglück. Die im Dombrowaer Gebiet gelegene Stahlwerkshütte Czenstozhau bei Ralow war bet Schauplatz einer schweren Erplosions.atastrovhe. Bei einem Walzabguh explodierte mit, furchtbarem Getöse eine Form mit 12 Kilo flüssigem Stahl. Die glühende Masse ergoß sich auf die aus 14 Arbeitern und zwei Ingenieuren bestehende Belegschaft. Alle trugen schwere Verletzungen davon. Drei von den Verunglückten liegen im Hospital hoffnungslos darnieder, während die anderen wohl mit dem Leben 'avon- kommen dürften. Oie Wetterlage. 355 Jl’Oj rdten. imeg yiWtwocb,den22 Februar 102ö 7 h abends. , T Wien S-S p ywememos 0 nerter. ' W «itnte- Ost ^5 mastige» ludiudwest Q sturmijcncr nordwesl Oie »teilt fliegen mit gern umdt Pie neiden Stationen jtentnden Zilien gesen die Temperatur an Die Linien eerDmdeo Orte mit gleichem auf neereiniveau umaerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Zentraleuropa liegt heute im Hochdruckbereich: infolgedessen erhält seine Windströmung zunächst das trockene Wetter. Nächtliche Wärmeausstrahlung läßt die Temperaturen unter Null zurückgehen, tagsüber jedoch führt die Einstrahlung zu milderem Wetter. Wettervoraussage für .^reitafl Neblig-wolkig mit Aufheiterung, nur leichter Nachtfrost, trocken. Witterungsaussichten für Sams' t a g: Wolkiges Wetter. Temperaturen stellenweise unter Null. a Lufttemperaturen am 22. Februar: mittags 5 Grad Celsius, abends — O.Z Grad Celstus. am 23. Februar, mordens —13 Grad Eelsius. Maximum 6,0 Grad Celsius. Qtiinimum Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 22. Februar: abends 3,2 Grad Celsius: am 23. Februar: morgens 1,8 ©rao CelsiuS. — Sonnenscheindauer: 63/< Stunden. Aus -er Provinzialhaupista-i. Gießen, den 23. Februar 1928. Dirke, wo du stehst! DaS einzige, was im Leben zuviel gepflegt und verhätschelt wird, ist die Unzufriedenheit. Man kann anklopsen, wo man will, so wird man hören, daß es selten jemand gibt, der so ganz mit sich und seinem Geschick zufrieden ist. Immer gibt es etwas auszuseyen. immer etwas zu nörgeln. Eine ganz besondere Unzufriedenheit aber ist die, den einmal erfaßten Beruf als ungeeignet oder zu gering zu finden. Gewiß, man fühlt sich tüchtig, wenn man weih, daß man gut darin ausgeb ldet ist, aber — man wäre ent» schieden etwas Großes geworden, wenn man nicht auf dem Posten stünde, auf dem man jetzt steht, sondern einen anderen Berus gewählt hätte. Es ist ja so rührselig, toenn man sagen kann, man sei von der Dorsehung schlecht behandelt toorben; es bleibt eine so schöne sentimentale Stimmung im Unterton, wenn das Unvcrstanden- sein damit zu Gehör gebracht werden kann. Mit diesen Träumen von dem, was hätte sein können und doch nun nicht ist. wird am nutzbringenden Schaf en gesündigt. Es mag manchmal für eine Dämmerstunde ganz angenehm sein, einer Fata Morgana gleich Bilder vor sich erstehen zu lassen von anderen Zeiten, anderen Stellungen und anderen Ländern, doch muß man die K aft haben, solche Träume nicht über die Grenzen seiner Feierstunde in sein Arbeitsleben hinein- schreiten zu las'en. muh zur rechten 3eit die Wirklichkeit erkennen, dann wird ein Sichüber- lassen der wandernden Gedanken die Frische der täglichen Arbeit fördern. Bor allem darf ein Träumen nicht zum neidischen Schielen auf den Weg des Nächsten werden. Nicht sogen: „Wenn ich die Arbeit verrichten könnte, die mein Nachbar tut. dann wäre es besser für mich." Wer weih, wo dann die Augen etwas fänden, was besser wäre! Solche Menschen taugen weder anderen etwas, noch sich selbst. Sie sind Zerstörer des Zufriedenheitsgesühls anderer und des eigenen.... Wirke jeder aus seinem Platze! So dah er zum Wohle der Bo'ksgemeinscha't es tut, dann wird er immer an der rechten Stelle sein: und Helse er seinem Nächsten, statt in der Gedankenwirrnis der Unzufriedenheit, in die W lt reiner, selbstloser und pflichtbewußter Tat. dann ist er auch im Gemeinschaftsleben am rechten Platze und sei er der Geringsten einer! Wiener prater-Abend der Sindentenhilse. Die Veranstaltung zu Gunsten der Gießener Studentenhilfe in der Neuen Aula der Universität am vorigen Sonntag erfreute sich einer außerordentlich zahlreichen Detei igung und nahm in jeder Beziehung ein:n sehr schönen und befriedigenden Verlauf. Schon bei dem Kinder- f e st am Nachmittag herrschte fröhliches Treiben, und die Darbietungen in Gestalt eines Singspiels. des Struwelpeters und eines Kinder- re'gens lösten lauten Jubel und Beifall aus. Den Abend als einen „Wiener Prater- Abend" zu gestalten, erwies sich als ein lehr glücklicher Gedanke. Bon der Wand des Saales grüßt« der Stephansturm, von der kunftgeiibten Hand eines Kommilitonen gemalt, wie überhaupt die Ausschmückung aller Festräume fast ausschlieh. tich von Studenten besorgt wurde, denen hier Gelegenheit gegeben war, ihre künstlerischen Anlagen zu betätigen. ur»«brauch L - f. C d 0d«rm«»«r'« M.di.mai- 9*600*^81)8 txf.uigi, nachixm bi« dahm eile onb.rtn an« gewandten Mittel versagten. woliast. P. In P. Per 6t. M. -.65, X>e/0 verstärkt M. Zar Nachd.da Ölung ist H.cda-S rem« beionö.rl »u «mpf.hitN. Zu hab. IN «Ui, Apoth, Dcog. u. Part. 2 erstklassige Chauffeure gesucht für meine beiden neuen l^Tonncn- Laltwagen (nut Anhänger, - Büssing und Kruvv - auf m. .Ziegelei in Vang-Gönß. Ausführung von Reparaturen Bedingung. Offerten erb. an W. Kifcher, Wiesbaden, Friedrichstrahe 29. 01373 1 Mark In Apotheken und Drogerien Danksagung Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schmerzlichen, unersetzlichen Verlust, der uns betroffen hat, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Sattler für die wohltuenden Trostworte am Grabe, ebenso von Reichsbahnrat Wilke, der Sängervereinigung Wieseck für den erhebenden Grabgesang, der Kapelle Topp Gießen für die zu Herzen gehenden Choräle, dem Verein ehemaliger 116er, der Altersvereinigung 1875—1925 Wieseck, der Bahnmeisterei 1 und III, dem Verband der Rottenfühier und der Volkshochschule Wieseck für die herzlichen Nachrufe am Grabe. Herzlichen Dank auch allen denen, die uns in den Tagen unseres Schmerzes Hilfe und Beistand leisteten. Mögen die vielen Beweise innigsten Mitgefühls unseren großen Schmerz lindern helfen. In tiefem Schmerz: Rath, Lepper geb. Euler und Kinder Verwenden Sie Roma, wofür immer Sie wollen — kochen Sie Gemüse mit Rama Margarine, braten Sie eine saftige Lenden- schnitte mit Roma, backen Sie zum Sonntag eine Sandtorte mit Rama— jeder Versuch wird es bestätigen: Rama Margarine kommt feinster Molkereibutter gleich. Todes-Anzeige. Allen, die sie kannten, die traurige Mitteilung, dafi meine liebe Tochter, unsere Hebe Schwester. Tante und Schwägerin Mariechen am 21. Februar 1928 im Elisabethenkrankenhaus zu Aachen von Ihrem qualvollen Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. 3flt Baö'Welm felöftönölge WWilW für Damenkonfektion per sofort evil. 1. Avril gesucht Fränkel/SellMMgSr 2O45D Eine Partie LAMMiU BiiO Mel abzugeben. 1S*’D Heinrich Goltmann Marburger Str. 65. Verkäufe | Gut erhaltener J| Damenrad Kinder-Liegewagen Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen um 7,10 Uhr unseren lieben Sohn, Bruder, Enkel und Vetter Willi nach kurzer, aber schwerer Krankheit im zarten Alter von 7 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Hch. Weber, Weichenwärter. hörend, entlaufen, iuiieüerbrtnger Belohnung. 2067 D Lotz, Kaiserallee 9, Telephon 261. GlaSrand f. Armbanduhr Sonnenstrane gefunden.'"b" oambleln, Juwelier. GiefoenerKonzertverein Donnerstag, l.März 1928, abends IX Uhr, in der Stadtkirche ACHTES KONZERT J. S. Bach lohannesPaflion Leitung: Univ.-Musikdirektor Dr. Stefan Temesvary. Ausführende: Der akademifche Gefangvereln und das Frankfurter Symphonie-O'rchefter; Soliften: Ria Ginfter (Sopran), Irmgard Heermann (Alt), Max Meili (Tenor), Alfred Peter (Bariton), Karl Rühl (Bah). Der Flügel ist aus dem Pianolager Auguft Förfter, CHefien. Eintrittskarten: Mk. 5.—, 4.— und 2.50 bei Emft Challler und abends an der Kaffe. Studentenkarte Mk. 1.50 bei Herrn vama WWWW MARGARINE gurken. Hebbel Gerichtsvollzieher in Giehen Dämmstrahe 241 Te!. 239 BMW Marburger Str. lBillenviertell, 1 Mt- nute v. clektr. Bahn, für Mk. 3.50 per qm zu verk. Näh. durch Schaumvekgkk & Sohn 0188t Ludwigstr. 30. Uhren, Wecker en Uros. P.Hollier, Breslan ü. Igonfo’KhifinMen poliert 1 Bücherbrett 2 eiserne Gartensessel 1 Liegesessel neu. 0,3,6 wlltzeimstt. 1 o. Aait neuer KinOetroogen billig zu verkaufen Wo, sagt d. Geschäfts- stelle d. G. A. 01377 f Kaufgesuche | Gebrauchte MotorhandsäSe Lelviifabrer, lauft Nudol. Goldmann, Wetzlar, ü,s71* Ueberführnng 2. Gutes Heu und Hafer Oberturnwart. |—■"l 24. IL 8 Uhr L___rJ B.-B. V/, i'. ßerTö 111, anscbl. Ber.öll. 9 Ohr Vor- trag Br. W. (1206 Stadttheater Freitag, 24. Fcbr. 19. Srrilag-üö.-Born. v. ID1/, b. geg. 21', U. Der eingebildete Kranke Lustspiel in 3 Akten von Molttzre, deutsch von Sulda. Simons ■ IM6 Zweites Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejseil) Donnerstag, 25. Februar '928 Das Revirement in der englischen Diplomatie. Don unserem k.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, Februar 1928. Wenn in der britischen Diplomatie Umbesetzungen erfolgen, so hat dies auch immer ge- wiise Aenderungen in der amtlichen Politik zur Folge, da die englischen Diplo- maten — im Gegensatz zu ihren Kollegen auf dem Kontinent — nicht nur stets sehr ausgeprägte Persönlichkeiten zu sein pflegen, sondern in der Regel auch eine stark persönlich gefärbte Politik zu treiben pflegen. Allerdings ist hierbei zu berück^ich.izen, daß die englische auswärtige Politik in ihren Grundlinien einer jetzt jahrhundertalten Tradition folgt, so das; grundlegende Umstellungen sich immer nur unter besonderen Umständm vollziehen werden. Das ist der Gesichtspunkt, unter dem man das große Revirement onschen muh, das England mit der Ent endung seines bisherigen Unterstaats^elretärs Thrrcl als Botschafter nach Paris und der Berufung des bisherigen Berliner Botschafters Linds ay an dessen Stelle nach London vollzogen hat. Soweit g un sähliche Dinge der englischen Außenpolitik in Frage stehen, darf man dabei auch als sicher annehmen, daß die Umbesetzung n keinen Wechsel der bisherigen Außenpolitik des Landes bedeuten, ja vielmehr im Gegenteil, daß England weiter an der Entente mit Frankreich und der Locarnopolitik Deutschland gegenüber festhalten wird. Dennoch verleihen besondere Umstände dem Revirement in der britischen Diplomatie ein besonderes taktisches Gewicht. Denn das Revirement kommt nicht nur in einem ganz besonderen Augenblick — die internationalen Borverhandlungen über eine etwaige Abänderung des Reparationsplanes stehen vor der Tür — sondern ist auch in anderer Hinsicht so interessant, daß es sich verlohnt, auf diese Dinge näher einzugehen, da sie die Absichten Englands angesichts der gegenwärtigen weltpolitischen Situation eindeutig erkennen lassen. So ist die Ernennung Tyrrells zum Botschafter in Paris keineswegs allein durch die Tatsache bedeutsam, daß Paris der wichtigste Posten im englischen Außendienst ist und daher den besten Mann unter Englands Diplomaten erfordert, sondern darüber hinaus ist Paris — infolge der eigentümlichen Verhältnisse für die Pläne Englands charakteristisch. Der bisherige britische Botschafter in Paris Lord Crewe hat sich nämlich, je länger die Zeit fortschritt, umso weniger dem französischen Außenminister B r t - and gewachsen gezeigt. Briand, der noch vor wenigen Jahren in England als ein wenig aussichtsreicher Eigenbrödler der französischen Linken galt, hat es verstanden, das Instrument des Locarnovertrages, das ursprünglich auch als Mittel zur Wiedereinschaltung Englands in die deutsch-französlschen Beziehungen von Lord D'Abernon erdacht war, so ausschließlich i n französischem Interesse auszunutzen, daß aus Grund dieser Politik heute in allen europäischen Angelegenheiten Frankreich und nicht England Trumps ist. Das geht fast so weit, daß man von einer politisch-moralischen Hegemonie der französischen Diplomatie in Europa sprechen kann, der allein Italien und — in wenigen Fällen — auch Deutschland sich nicht beugen, während England, durch seine Freundschaft an Frankreich gefesselt, trotz der häufigen Zusammenkünste Chamberlains mit Briand nur selten die Gelegenheit fand, sich von Frankreich zu separieren und eine selbständige Politik zu treiben. Der Kern dieser Situation lag dabei groteskerweise gerade in dem Verhältnis Chamberlains zu Briand. Denn ebenso wie in den Augen des nationalen Frankreich die guten Beziehungen Driands zum deutschen Außenminister Dr. Stresemann als „belastend" galten, waren auch umgekehrt die guten Beziehungen des englischen Außenministers Das Meer brenni. Von Robert Neumann. Ich bin nicht selber dabeiaewesen: Kapitän Coercamp von der „Katendrecht" hat mir diese Geschichte erzählt, als wir mit sechstausendsünf- hundert Tonnen Benzin gegen Rorden fuhren, die portugiesische Küste entlang auf Kap Finis- terre zu. Er sagte: Hier geht es steuerbords nach Santander, San Sebastian, Bayonne, Biarritz. Bor ein paar Jahren fuhr ich wie heute von Datum mit Benzin hier herauf — auf einem anderen Schiff und sür eine andere Reederei: Rainen tun nichts zur Sache. Ich hatte fünftausend Tonnen in meinen Tanks, davon sollten zweitausend nach Santander, dreitausend waren für London. Ich biege eben nach der Reede von Santander ab. da bringt mir der Marconist die Depesche, daß die zweitausend nicht in Santander zu löschen sind, sondern vier Stunden weiter östlich, in Passagas, einem kleinen Ha en hinter San Sebastian. Ich finde eine schmale Fahrtrinne vor, die in ein natürliches Becken führt, eng, zwischen Bergen, und in das mündet ganz hinten in einem Winkel ein kleiner Fluß. An dem einzigen hölzernen Pier lag ein Rorweger und löschte Ballen gepreßtes Papier oder Zellulose, wie man sie von dort oben bringt. Zwischen diesem Rorweger und der Mündung des Flusses ging ich vor Anker, legte Trossen an Land, und die Pumpleitung führten wir über zwei kleine Leichter an das steinige 11 "er zu einem Pumphaus. Don dort ging sie weiter etwa hundert Meier flußaufwärts und dann quer unter dem Flußbett nach der anderen Seite hin, wo ein paar große Benzintanks gebaut waren. Wir beginnen also zu pumpen, das Oel fließt glatt ab, aber wie nach unseren Apparaten tausendzweihundert Tonnen gelöscht find, kommt ein Mann von den Tanks und sagt, sie hätten dort nur achthundertdreihig Ton en im Eingang. Dreihundertsiebzig Tonnen wa.en verschwunden. Spurlos verschwunden. Unsere Leitung an Land und zum Pumphaus war dicht: so mußte also ein Loch in der Erdleitung sein, die von dort nach den Tanks führt. Ich stelle die Pumpe ab und erkläre, nicht weiter zu löschen, bis man den Fehler gefunden hat. Dann kommt der Hafen- Chamberlain zu Briand für Poincarö ein Anlaß. den englischen Einfluß nicht zu stark werden zu lassen. Wenn daher Chamberlain in Besprechungen mit Briand bestimmte englische Wünsche gesichert zu haben glaubte, stellte es sich immer wieder heraus, daß P o i n c a r 6 diese Zusagen nur zur Geltung kommen ließ, wenn er dies im französischen Interesse für absolut erforderlich hielt! Das war natürlich eine Situation, die den britischen Botschafter in Paris vor eine unmögliche Aufgabe stellte, do er der ganzen Sachlage nach zu einer strikten Reutralität zwischen dem sranzösi chen Außenminister und dem französischen Ministerprä identen gezwungen und damit persönlich so gut wie ausgeschal- t e t war. obgleich seine Sympathien zweifellos stärker aus der Seite Poincares standen. Die Ernennung Tyrrells an seiner Stelle ist denn auch in der Tat dazu bestimmt, diese Situation abzuändern. Tyrrell ist eben nicht wie Crewe „neutral", sondern ein ausgesprochener Freund Poincare s, dem Frankreich u. a. die feierliche Erneuerung der englisch-französi chen Entente im Frühjahr des vorigen Iayres zu verdanken hat, die bekanntlich von Chamberlain wie von Briand nicht immer eindeutig begrüßt worden ist! Daß England den glühendsten Berteidiger der Entente zu Poincare schickt, ist daher mehr als symptomatisch für die Auffassung, die man in London von der Lage in Europa hat. Man hält eben Poincare für den „M a n n, der wiederkomm t", und hofft, wenn erst die Derhandlungen über die Dawesrevision in Gang kommen, für die besondere Freundlichkeit, die darin liegt, daß England dies Herrn Poincare bereits vor den Wahlen durch die Entsendung seines Freundes Tyrrell zu verstehen gibt, von vornherein eine Atmosphäre zu schaffen, in der die englisch-französische Zusammenarbeit gegenüber Amerika zum Mindesten persönlich nicht belastet ist. Was immerhin als Tatsache von weltpolitischer Bedeutung angesehen werden muß, da ja schließlich die Entscheidung über die Aktionspläne in der Frage der Reparationsverhandlungen. soweit die ehemaligen Alliierten in Frage stehen, nicht bei England, sondern bei Poincare liegt. Die Aufgabe Tyrrells in Paris dürste damit zweifellos ziemlich klar umrissen sein. Sie kann der ganzen Sachlage nach nur darin bestehen, den englisch-französischen Standpunkt in der Reparationsfrage auf einen gemeinsamen Renner zu bringen. Auch die Berufung des bisherigen Berliner Botschafters Lindsay nach London an die Stelle Tyrrells und seine voraussichtliche Ersetzung durch einen besonderen Kenner Amerikas dürfte unter diesem Gesichtswinkel verständlich erscheinen, da sie jedenfalls nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, als besondere Freundlichkeit für Deutschland gedacht ist. Lindsay ist in Berlin durch seine außerordentliche Zurückhaltung aufgefallen. Man kann von ihm zwar nicht sagen, daß er sich irgendwie unbeliebt gemacht hätte (soweit seine Persönlichkeit in Frage kommt, ist das Gegenteil der Fall!), aber man kann auch nicht behaupten, daß er eine übertrieben aktive prodeutsche Politik getrieben hätte. Daß er dies in London als Unterstaatsselretär tun wird, ist daher gleichfalls nicht zu erwarten. Gehört doch Lindsay durchaus zu den Leuten aus dem Freundeskreise Tyrrells, die man als gemäßigte Cntentefreunde ansprechen könnte, die aber nicht ganz so weit französisch gesinnt sind, wie das zweifellos bei Tyrrell selber der Fall ist. Dagegen scheint es sicher zu sein, daß man in London an führender Stelle jemanden zu sehen wünscht, der die Derhältnisse in Deutschland aus eigener Anschauung kennt, der also gerade mit Bezug auf die innerpolitische Lage in Deutschland, die deutsche Wirtschaft, das deutsche Derhältnis zu Rußland usw. als besonders sachverständig zu gelten hat. Insofern ist die Ernennung Lindsays zum Unterstaatssekretär natürlich zu begrüßen, da sie zweifellos einer gewissen antideutschen Strömung im Foreign Office die Möglichkeit nimmt, bei den kommenden Reparationskapitän zu mir und fragt mich, ob ich nicht mit ihm nach San Sebastian will, mit der Straßenbahn eine halbe Stunde: der König von Spanien sei eben dort. Ich gehe mit ihm, übergebe das Schiff dem ersten Offizier: an Weiterarbeit war vor dem anderen Morgen nicht mehr zu denken. Den König sah ich nicht: aber San Sebastian ist sehr schön. Wir aßen im Kasino, saßen dann noch lange im Strandpavillon unter Menschen. Als wir heimkamen war es sieben Uhr, im März säst schon dunkel. Ich gehe an Deck — es riecht nach Benzin. Sie wissen, daß es auf einem Benzinschisf nicht nach Benzin riechen darf. Der kleinste Funke genügt — und man geht in die Lust. Am Mississippi kam vor zwei Jahren auf einen holländischen Petro enmdainpser der Zollkontrolleur. Er hatte neue Rägel in den Sohlen, und die schlugen Funken am Eisenblech, als et ein Tankventil prüfte. Dreiundzwanzig Manschen verbrannten. Ich gehe also an Deck, unö es riecht nach Benzin. Wit untersuchen die Verschlüsse der Kammern. Alles ist dicht. Manometer, Dentile, Leitungen — alles in Ordnung. Trotzdem läßt mich etwas nicht in Ruhe: ich lasse die Kessel unter Dampf sehen und alle Luken schließen. Warum? Ich weiß es nicht. Wir gehen nach hinten zum Maschinenmeister in die Kajüte, und ich erzähle von San Sebastian. Um zehn Uhr kommt ein Matrose, reißt die Tür auf, schreit: „Kapitän, das Meer brenn tl" Wir stürzen auf Deck. Am Hafeneingang, drüben, neben der Fahrtrinne. stehen zwanzig, dreißig, vierzig blaue, blaffende Flammen über dem Wasser. Schießen hoch, vergucken. Jagen dahin, dorthin. Werden breit. Rennen näher. Rennen, Hände mit Fingern. Erreichen den Rorweger. Zischen hoch um den Bug. Lecken mit kleinen Krallen die Wanten entlang. Dort Geschrei. Die Rorweger- matrosen springen hintereinander hinaus auf den Pier und laufen. Lausen und deuten nach meinem Schiff her. Und ich habe dreitausendachthundert Tonnen Benzin in den Kammern, und sehe, wie das blaue Feuer blafft und herübergreifll Ich schreie „An Land! Alle Mann an Land!" Da springen sie auch schon — wir hatten keinen Steg ausgelegt — da springen sie dwars auf den niederen Leichter hinunter und auf die Steine hinaus und Rettern und laufen. Wie sie Verhandlungen mit unsachlichen Argumenten nach dem Muster Augurs krebsen zu gehen, die bekanntlich auf Darstellungen ba.icren, die längst als überholt und der wirklichen Sachlage nicht als ent prechend zu bezeichnen sind. Damit ist, wenn man die Situation überdenkt, die takti'che Bedeutung des britischen Revire- rnents ziemlich klar ersichtlich: England ist nach wie vor nicht gewillt, eine enge Zusammenarbeit mit Deut chland zur Richtschnur seiner europäischen Politik zu machen: im Gegenteil, es wünscht die Beziehungen zu Frankreich stärker zu pflegen, weil es „der An ich t ist, daß nur auf die em Wege die großen Probleme der internationalen Politik zu ihrer Lösung getrieben werden kinnen". Mit anderen Worten. Deut.chland ist ihm dabei nur Mittel zum Zweck, um ieine eigenen Ziele zu fördern, wie man auch in England der Ansicht ist, daß die Duldung der deut ch°sranzösischen Verständi- gungspolitik Briands durch Poincare nur unter die em Gesichtswinkel verstanden werden kann. Ja, das gilt auch für die bevorstehenden Reparationsverhandlungen. Genau so, wie einst nach dem Ruhrkampf es für England daraus ankam. im Intere se des englischen Absatzes Deutschland Lust zu schassen, kommt es England heute daraus an, öie deutsche Wirtschaft durch eine möglichst hoch bleibende jährliche Deparationsverpflichtung zu drosseln, um die unbequeme deutsche Konkurrenz nicht zu groß werden zu lajen. Daß man sich ausgerechnet mit Poincar 6 , der im Interesse der französischen Währung möglichst große deut,che Reparationszahlungen zu erhalten wünscht (um damit die Amerikaner zufrieden- zustellen!), besonders gut zu stellen wünscht, ist daher ebenso charakteristisch für die Entwicklung der englischen Politik, wie die Tatsache, daß man in London eine Persönlichkeit nach Berlin zu schicken beabsichtigt, die infolge ihrer persönlichen Kenntnisse dem amerikanischen Einfluß in der Wilhelmstraße ein Paroli bietet! parlamentarisches ans Hessen. Die Deutsche Dolkspartei hat im Landtag folgenden Antrag eingebracht: Die Regierung zu ersuchen, baldmöglichst ein Gesetz vorzulegen, durch das die Verteilung der persönlichen Kosten der Höheren Schulen geregelt wird. Es ist unbestritten, daß das die Kostenverteilung regelnde Gesetz vom 21. März 1914 abänderungsbedürftig ist. Auch die Regierung hat dies anerkannt und im Finanzausschuß eine Reuregelung in Aussicht gestellt. Geschehen ist bisher noch nichts, anscheinend weil man sich nicht einigen konnte. Da alle Kostenträger ein erhebliches Interesse haben, zu wissen, wie man sich die Kostenverteilung denkt, muß die Regierung aus ihrer Zurückhaltung hervortreten und geeignete Dorschläge machen. Die demokratische Fraktion beantragt, der Landtag wolle beschließen: 1. Den durch das Unwetter im Jahre 1927 geschädigten 39 Gemeinden des oberen Vogelsberges wird von der Regierung das zum Anbau für das Jahr 1928 erforderliche Saatgut bis zum Betrage von 130000 Mk. zur Verteilung an die bedürftigen Landwirte bis zu einem Besitze von 50 Morgen unter Aufsicht des Staates zur Verfügung gestellt. 2. Die Regierung wird ersucht, baldigst zu prüfen, ob nicht im Wege der staatlichen Unwetterversicherung für die Zukunft ein Selbstschutz der Landwirte gegen Unwetterschäden geschaffen werden kann. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion beantragt, der Landtag wolle beschließen: 1. Die Regierung möge dem Landtag raschestens ein Wohnungsbauprogramm vorlegen, das die staatliche Förderung des Wohnungsneubaues mindestens in dem gleich n Umfang wie im Rj. 1927 für 1928 sicherstellt und das ferner aus Grund eines für mehrere Jahre berechneten Bauprogramms hie endliche Bewältigung der Wohnungsnot in Hessen ermöglicht. Das Erträgnis der Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz ist dabei in größtmöglichem Umfang drüben sind, gehe auch ich. Jeden Augenblick kann das Schiff in die Luft gehen — das Schiff, die Hasenanlagen, der Berg Kohlen am Kai, die großen Tanks hinterm Fluß. Drüben rennen sie schon, Hafenarbeiter, Weiber, Kinder. Rennen mit Geschrei und fieltern in die Hügel hinauf. Von den Felsen her breit einer der Offiziere mich an durch die hohle Hand: „Kapitän, geh vom Schiff! Die Flammen sind um das Heck!" Ich springe also hinunter auf den ersten Leichter — drei Meter tief — und wende mich. Das Schiff liegt da, Flammen ums Heck.. Und am Heck fünf Menschen. Fünf Matrosen, alte Leute, zu alt zum Sprung, die auf Heck stehen und daraus warten, mit dem Schiff in die Luft zu gehen. Ich: „Herüber!" Sie wollen nicht. Drunten schieben sich die Flammen backbords und steuerbords gegen den Bug vor. Da rennt einer über Deck, wirft im Lausen die Jacke ab, rennt bis zum Bug und springt, wo das Wasser noch frei ist. Er schwimmt. Die blauen Flammen laufen ihm nach. Er biegt aus, quer über den Hafen, nach der anderen Seite hin. Die blauen Flammen laufen ihm nach, erreichen ihn. Er brüllt auf, ist verschwunden. Inzwischen haben die kleinen Leichter zu brennen begonnen. Ich springe auf die Steine hinaus. Zwischen Land unö Schiff liegt die blaue Flammenwand. Und die vier alten Leute am Heck. Ich: „Herüber!" Da waren die Trossen, zwei Drahtseile, an denen das Schiff von Land her vertäut lag. Diese Trossen griffen sie alle vier und turnten durch die Luft nach dem Ufer. Sie kamen nicht bis ans Land, lieber den Flammen waren die Seile zu heiß. Reben den Steinen fielen sie alle vier in das brennende Wasser. Aber sie schleppten sich auf den Sand wie Fackeln und wälzten sich, bis das Feuer erstickt war. Dann rannten sie. Es ist ihnen nicht viel geschehen. Weiter? Ich blieb am Ufer, als einziger neben dem Schiff. Die blauen Flammen schlm gen am Bug hoch, leckten am Heck hinaus, bis über die geschlossenen Luken der Mannscha'ts- kajüten und nach den beiden Rettungsbooten am Kran. Das Schiss brannte nicht. Das Schiff sing nicht Feuer. Das Schiff ging nicht in die Luft. Der Bürgermeister kam. in goldstro enter Uniform: ich sollte das Schiff aus dem Hafen brin- zur Finanzierung des Wohnungsneubaues heranzuziehen. 2. Für den Fall, daß die für den Wohnungsneubau erforderlichen Kapitalien auf dem In- landsmarlt nicht zu angemessenen Bedingungen zu erreichen sind, soll die Regierung ermächtigt sein, einen entsprechenden Auslandskredit aufzunehmen. 3. Solange sich auf dem Wohnungsmarkt Angebote und Rachsrage nicht ausgleichen, wolle die Hessische Regierung bei den Reichsbehörden und im Reichsrat gegen jede weitere Erhöhung der Mi et en Stellung nehmen. 4. Die Regierung wolle sich für unbedingte Aufrechterhaltung des Mieterschutzes einsctzen. 5. Bei reichsgesehlicher Freigabe gewerblicher Räume ist dafür zu sorgen, daß die kleinen Geschäftsleute vor übersteigerten Mieten bewahrt bleiben, da sie sonst dem Ruin ausgesetzt würden. Das Zentrum hat folgenden Antrag cingebracht: In Hessen hält die wirtschaftliche Entwicklung -nicht gleichen Schritt mit dem wirtschaftlichen Aufstieg im übrigen Deutschland. Beweis dafür sind u. a. die hohen, weit über dem Reichs- durch schnitt stehenden Arbeitslosenziffern unseres Landes. Rur ein wirtschaftlich gesundes und aufstrebendes Land kann seine sozialen und kulturellen Aufgaben erfüllen, ohne übermäßige Steuerbelastung seiner Bevölkerung, nur ein wirtschaftlich' blühendes Land wird bei der Reu- ordnung der Verhältnisse im Reich in der Lage sein, entscheidend mllzubestimmen. Wir beantragen daher: Der Landtag möge einen wirtschaftspolitischen Ausschuß einsehen, der geeignete Vorschläge zur Förderung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Hessen machen soll. Der Ausschuß soll das Recht haben, Sach' verständige aus den Kreisen der Regierung und der Wirtschaft zuzuziehen. • Der Hessische Landbund hat im Landtag folgende Anträge eingebracht: Die Regierung wird ersucht, mit Rücksicht auf die große Rotlage der he,s. Landwirtschaft die Finanzämter anzu- weisen, Anträgen auf Stundung von Landessteuern zu entsprechen, wenn die Bezahlung der Steuern ans eigenen Mitteln nicht möglich ist. — Die Regierung wird weiter ersucht, gestundete Landessteuern in allen den Fällen n i e d e r z u s ch l a g c n, wo äu erkennen ist, daß Einkommen aus dem Betrieb nicht vorhanden sein kann und wo die Leistung der Steuer nur durch die Aufnahme neuer Schulden möglich wäre. — Die Regierung wird beauftragt, auf die Reichsregierung einzuwirken, daß das Reich den Rentenbankzins als steuerliche Vorbelastung d r Landwirtschaft auf die Reichskasse übernimmt. Nie süddeutschen wissenschaftlichen Assistent n un t> Nc neue »tarnten) efolbunß Man schreibt uns: Angesichts der bevorstehenden Landtagsverhandlungen über die Reuregelung der Deamtenbesoldung in den süddeutschen Ländern fand am 19. Februar 1928 in Stuttgart eine Besprechung der Vorsitzenden der süddeutschen Landesverbände im Deutschen Akademischen Assistentenverband statt. Aus dem Bericht des Verbandssyndikus ergab sich, daß in den großen norddeutschen Ländern nach den neuen De- soldungsgesehen die Besoldung der wissenschaftlichen Assistenten nach wie vor durch Gesetz unter Einstufung in die Rormalgruppe der höheren Beamten mit der Möglichkeit weiteren Aus- steigens in dieser Gruppe geregelt ist. Auch in Bayern ist eine Regelung der Assistentenbesoldung durch das neue bayerische Beamtenbesol- dungsgesetz zu erwarten. Mit Recht erwarten daher die Assistenten auch der übrigen süddeutschen Hochschulländer von ihren Regierungen und Parlamenten, daß bei der bevorstehenden Deamtenbefoldungsneuregelung auch die Bezüge der für den Unterricht, die Forschung und die Verwaltung an den Hochschulen unentbehrlichen wissenschaftlichen Assistenten durch Gesetz in entsprechender Höhe festgesetzt werden und daß Lagen. Wie? Mit wem? Das ganze Hafenbecken war eine Flamme. Hinten links in einem Winkel brannten fünf oder sechs kleine Fischrurter. Reben dem Rorweger brannte der Pier mit der Zellulose — weißgelbe Stichflammen. Feuerwe'-r kam, die Feuerwehren von San Sebastian, und spritzten sinnlos ins Wasser. Um zwei Uhr morgens huschten die lebten blauen Flammenhände über das Mecr. Um drei Uhr tarnen meine Matrosen wieder, einer und noch einer. Wir gingen an Bord. Die Lackfarbe an den Wanten war ein wenig verbrannt. Sonst war alles in Ordnung. Die drei^ tausendachthundert Tonnen Benzin lagen glatt in den Kammern. Eine Brandwache stellte ich aus. Dann warfen wir uns in die Kojen und schliefen wie Tote. Andern Vormittags brachten sie mir den Mann, der ins Meer gesprungen war. Er hatte sich trotz der Flammen über den Hafen gerettet, verbrannt, ohne Haut, ohne Fleisch, eine halbe Stunde im Salzwasser. Er lag vier Monate im Spital. Dann kamen der Kapitän des Rorwr-ers und die Fischer von den Barken zu mir. Sie wollten, daß ich bezahle. Wir nahmen ein Protokoll aus. Cs ergab sich, daß die Pumpleitung undicht war, dort wo die Spanier sie unter dem Flusse durchgeführt hartem Das Benzin war in den Fluß gegangen und öie Flut hatte es flußaufwärts gedrückt. Mit der Ebbe kam es dann abends in den Hafen herunter. Gegen zehn Uhr hatte ein Fährmann ein paar Land- leute über den Hafenausgang gerudert. 'Auf der Rückfahrt wollte er Geld zählen, eine Peseta fiel ihm ins Boot unö er suchte s e mit einem Streichholz. Das warf er dann ins Was er. unö so brannte das Meer. Er ret e:e sich schwimmend, seltsamerweise ohne jede Verletzung. Sern Doot ging in Flammen auf. Schaden — ich harte keinen Schaden bis auf öen verbrannten Lackanstrich außenbords. Der Rorweger war halb ausgebrannt und mußte auf Dock geschleppt werden nach Sanlan er. Zweieinhalb Millionen Peseten zahlte die Assekuranz- gesellschaft. Mein Schiff wollten s e nicht fort- lassen, obwohl ich keinerlei Schuld hatte. Aber ich fragte nicht. Ich zog meine Anker auf, nachts, und ging ab. Ich bin nicht wieder nach Passagas gekommen. mit die seitherige, unzureichende, unwürdige und lediglich im Terordnungswege geregelte Besoldung beseitigt wird. Letztere stellt eine einzig dastehende Zurücksetzung der wissenschaftlichen Assistenten gegenüber allen anderen Staatsbeamten dar. Die berechtigten Wünsche der Assistenten in den süddeutschen Hochschulländern werden nicht nur durch den Deutschen Akademischen Assistentenverband als Gesamtvertretung aller deutschen wissenschaftlichen Assistenten, sondern auch durch den Reichsverband der höheren Beamten bzw. dessen Landesverbände mit allen Kräften unterstützt werden. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 23. Februar 1928. Oie Arbeitsmarktlaqe im nördlichen Oberhessen. 3m Bereiche des Arbeitsamtes für die Stadt und den Kreis Gießen, sowie die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten hat sich die Lage des Arbeitsmarktes seit Mitte Januar weiter verschlechtert. Bei dieser verstärlten Arbeitslosigkeit handelt es sich aber in der Hauptsache um saichnrnähige Er cheinungen. Eine große Anzahl Arbeitskräfte aus den ländlichen Kreisen des Arbeitsamtsbezirks ist vom rheinisch-westfälischen Industriegebiet, wo sie bisher tätig waren, arbeitslos in die Heimat zurück- gekehrt. wodurch die Ziffern der Arbeitslosen- ftirsorge im hiesigen Bezirk die Erhöhung erfuhren. Das heimische Baugewerbe und die Industrie der Erden und Steine hat infolge der gelinderen Witterung eine Besserung in der Beschäl tigungslage zu verzeichnen, jedoch war es nicht möglich, die zusätzlichen Arbeitskräfte aus dem Industriegebiet hier unterzubringen. In der Landwirtschaft konnte eine Anzahl Arbeiter wieder Beschäftigung finden, da jetzt die FrüH- jahrsorbeiten vorbereitet werden bzw. allmählich schon in Gang kommen. Die Befchästtgungslage in der Industrie ist unverändert günstig geblieben. In den ländlichen Kreisen wird an verschiedenen Stellen an Dränagen gearbeitet, die Holzhauerarbeiten sind verschiedentlich noch im Gange, ebenso im Kreise Lauterbach die Rotstandsarbeiten. Bei all diesen Arbeiten finden zahlreiche Arbeiter Beschäftigung. 3m einzelnen ist ziffernmäßig zu berichten: Arbeitslosen-Fürsorge. Gießen-Stad t: Am 15. Februar 279 Hauptunterstützungsempfänger, 403 Zuschlogsempfänger (15. Januar 292 bzw. 470). Kreis Gießen: Am 15. Februar 978 Haupt- Unterstützungsempfänger, 1322 Zuschlagsempfänger (15. Januar 1009 bzw. 1185). Kreis Alsfeld: Am 15. Februar 589 Hauptunterstützungsempfänger, 754 Zuschlagsempfänger (15. Januar 191 bzw. 318). Kreis Lauterbach: Am 15. Februar 302 Hauptunterstützungsempfänger, 484 Zufchlagsemp- Tanger (15. Januar 231 bzw. 414). Kreis Schotten: Am 15. Februar: 327 Hauptunterstützungsempfänger, 520 Zuschlagsempfänger (15. Januar 130 bzw. 225). Insgesamt: Am 15. Februar 2475 Haupt- Unterstützungsempfänger, 3483 Zuschlagsempfänger (15. Januar 1853 bzw. 2612). firifenfürforge-CEmpfänger. Gießen-Stad t: 'n 15. Februar 129 Haupt- unterstützungsempfäna "*19 Zuschlagsempfänger (15. Januar 131 bzw. j). Kreis Gießen: Am 15. Februar 72 Haupt- Unterstützungsempfänger, 89 Zuschlagsempfänger (15. Januar 41 bzw. 69). Kreis Alsfeld: Am 15. Februar 30 Haupt- ui terstützungsernpfänger, 39 Zuschlagsempfänger (15. Januar 17 bzw. 21). Kreis Lauterbach: Am 15. Februar vier Hauptunterstützunnsempfänger, 7 Zuschlagsempfänger (15. Januar 2 bzw. 4). Kreis Schotten: Am 15. Februar 8 Haupt- unterstühungsempfänger, 35 Zuschlagsempfänger (15. Januar 13 bzw. 11). Insgesamt: Am 15. Februar 243 Hauptunterstützungsempfänger, 389 Zuschlagsempfänger (15. Januar 204 bzw. 355). Gicftener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170, Watte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 35 bis Der unangenehme Kalender. Von Josefa Meh. Ich besitze cinen kleinen Abreißkalender, den ich mir für den Zweck gekauft hatte, die Tage, die ich durchlebe, festzus^ellen, und nicht immer am Donnerstag zu denken, es sei Dienstag. Der ganz gewöhnliche kleine Block aus schlechtem Papier trug, wie alle seine Kollegen, die Wo- matsbexeichnung am Kopf, den Tag im Wagen und zu Füßen eine Weisheit. Und diese nun ist es, von der ich sprechen will. Als ich am ersten Tag des neuen Jahres mit dem gewissen kleinen Aberglauben, den wir so gerne ableugnen, auf Kalender blickte, einen Geleitspruch in die neue Zeit mitsunehmen, was lese ich da? „Wein, Weib und Wür el sind ein dreifach Weh." Ist das ein Gele.tspruch für ein neues Jahr, das sowieso gar nicht hoffnungsvoll aussah?! Run, es ging mir nicht weiter nah, nut. geschmacklos. Am nächsten Tage pflückte ich gleichmütig die drei Webs ab. Da mahnt es: „Dem Jüngling ziemt Beick eidenheil." Dagegen lieh sich nichts einwenden, auch fühlte A mich als Richtjüngling gar nicht getroffen. ®od) der dritte Tag! Am Drillen Tag schrie mein Kalender mich geradezu an: „Beringe nie über dem Geld, bevor du es hast!" Diese Weisheil packte mich 3a, ich muß es eingestehen, ich hatte über das Geld verfügt, das ich am I. 3a- nuar erwartet und am 3. noch nicht erhalten Halle. Aber man läßt sich so etwas doch nicht gern schwarz auf weiß Vorbalten. Andern Tags kam das Geld, zugleich mit einer Zeitung aus meiner Heimat, die eine Be- sprechung meiner kürzlich et?d) e:\enen Gedichte brachte. Ich ersah aus ihr, daß meine Heimat — bisher war ich von ihr nicht verwöhnt wor- den — von meinem Schaffen Rotiz f.eanmmen hatte und sogar eingeh: id unö lie evott. Diesen Tag mußte ich mir Merken D:n w e netten hatten wir also? Der Kalenoer antworte.e den 4. 3g» nuar. Aber nach dieser fachlichen Antwort erklärte er: „Besser Lob verdienen als Lob erhalten." Da hatte ich es. Ich versank in felbstquä'erische Grübeleien, die mir die halbe Freude an der 45, Weißkraut 20 bis 25, Rotkraut 30 bi« 35, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Spinat 35 bis 40, Sinter-Kohlrabi 10 bis 12, Rosenkohl 50 bis 60. Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 120 bis 150, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 5 bis 5V», Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15. Dörrobst 25, Honig 45. Suppenhühner 100 bis 120, Endivien 100 bis 120; das Stück: Eier 12 bis 14, Blumenkohl 60 bis 120, Salat 20 bis 40, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 30, Sellerie 10 bis 60 Pfennig. 2.H. Hniversitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 26. Februar, vormittags 11.15 Hhr, findet in der Reuen Aula ein Hniversitäts-Goi» tesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladcn sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Professor D. Hans Schmidt hält seine 01b- schiedspredigt. •* Eine Achtzigjährige. Frau Louise Kirchner geb. Irle, Dammstraße 22 wohnhaft, begeht heute in voller Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag. ** Eine Bereinigung Bogtscher Handelsschüler, die aus ehemaligen Schülern und Schülerinnen der Bogtfchen Handelsschule in Gießen besteht, ist kürzlich mit dem Sitz in Gießen gegründet worden. Die Bereinigung bezweckt u. a. die Förderung der Berufsinteressen ihrer Mitglieder. In Herborn besteht eine Ortsgruppe der Bereinigung. ** D i e Aufbauschule in Friedberg kündigte im Anzeigenteil unseres gärigen Blattes an, daß die Anmeldungen zum Eintritt in die unterste Klasse der Aufbauschule bis zum 12. März bei der Direktion einzureichen sind. Die Aufbauschule führt ihre Schüler bekanntlich schon in 6 Jahren zur Reife, deshalb kann sie nur gut begabte Schüler, die mindestens 7 Jahre die Schule besucht haben, aufnehmen. e* Der Berband mitteldeutscher Rotviehzüchter Hütt seine erste diesjährige und 11. Ausstellung und Zua)tvie-)ve::steige.ung für rotes Höhenvieh aus den westlichen Unterverbänden des Berbandes am 8. März in Gießen ab. Zum Austrieb kommen etwa 70 Dullen über 14 Monate und 10 Kühe und tragende Rinder. Obsrheffen. Landkreis Gießen. —r. Allendorf (Lahn), 22. Febr. Olm Samstagabend hielt der hiesige Kriegerver- e i n seine diesjährige Abendunterhartung ab. Verbunden damit war die Feier seines vierzigjährigen Bestehens. Der Vorsitzende oes Vereins, Philipp S t e i n m ü l1 er , sprach herzliche Degrühungsworte und gedachte derjenigen Kameraden, die bis zum Tode der Fahne die Treue hielten. Ihr Andenken wurde in üblicher Weise und durch den Gesang des Liedes „Ich hott' einen Kameraden" geehrt. Für 25- jährige bzw. 40jährige treue Mitgliedschaft wurde ein großer Teil der Kameraden ausgezeichnet. 3m Damen des Präsidiums der „Hassia" überbrachte Albin Klein aus Gießen den Iubi- laren die herzlichsten Glückwünsche. Auch der Kriegerverein Klein-Linden übermittelte dem Rachbarverein in echter Kameradschaft durch seinen Vorsitzenden die herzlichsten Grüße. 3in Ramen der Geehrten dankte Flurschütz Weller. Gute Klavier- und Stteichmusik sorgte für Unterhaltung, desgleichen gut eingeübte Theatervvr- führungen und Einzelfzenen. y Garbenteich, 22. Febr. Anfangs Juni feiert der Gesangverein „Frohsinn" dahier sein 50jähriges Bestehen. Das Fest wird mit einem Gesangswettstreit verbunden. Olm Sonntag fand im Gasthaus „Zum weißen Roh" der Delegiertentag statt. Es meldeten sich zur Teilnahme an dem Wettstreit 14 Vereine mit 750 Sängern aus der engeren und weiteren Heimat. Die Zahl entspricht den Größenverhältnissen unseres Dorfes mit 1000 Einwohnern und ermöglicht es dem festgebenden CBerein, seine Gäste aufs aufmerksamste bewirten zu können. Gelegentlich seines letzten Familienabends ernannte der Verein in Anerkennung ihrer Treue und Verbimste ihm gegenüber folgende Herren zu Ehrenmitgliedern: Heinrich Briegel IV. hier, Karl Walbo11, Annerod, Heinrich Schöck, Gießen, schönen Rezension verdarb. Unter anderem dachte ich: Wenn aus einem etwas w.rd, wollen plötzlich alle mit ihm auf der Klasse gewesen sein und behaupten, wie z. B. bei mir: „Frühec- war sie ziemlich dumm, nur ihre Aufsätze waren immer glänzend." Der erste Teil dieser Behauptung stimmt ja, aber die zweite nicht, denn unter meinen Aufsätzen stand mcir ens 4—5, und der Zusatz: „auch wurde der Aufsatz durch 15 orthographische und 36 Interpunklionsfehler entstellt." Ich dachte nun, mit der Zeitung wird es so ähnlich sein. Eie hält mich für ziemlich dumm, will aber auf mich, als Kind der Stadt, nichts kommen lassen. Am nächsten Tage hatte ich alles vergessen, Freude wie Zweifel, aber auch, den 4. Januar du löschen. So lebte ich wieder zeitenlos dahin und hielt diesmal, der Abwechslung halber, den Freitag für den vergangenen Mittwoch. Inzwischen erhielt ich die Besprechung einer großen Zeitung, die über meine Gedichte so ähnlich urteilte wie die heimatliche. Also mußte doch etwas Wahres daran sein. Gelegentlich eines Briefes, den ich schreiben wollte, blickte ich auf den Kalender, der immer noch den 4. Januar mit dem unangenehmen Spruch aufwies. Schnell orientierte ich mich bei meiner Wirtin über den heutigen Tag und erfuhr, daß wir den 8. Februar hatten. Frech und rund stand die Acht da. OTber das war noch gar nichts. Unter ihr hieß es: „Der Schmeichler h a t betrogen oder will betrügen." — „Ist nicht wahr!" schrie ich den Kalender an. „Wenn es doch zwei Zeitungen ganz ähnlich bringen!“ .,. Da fiel der Kalender um. Wohl mehr vom Lultzug als vom Inhalt meiner Worte. Ich fühlte mich nicht bemüßigt, ihn wieder aufzurichten. Am liebsten hätte ich ihn in meinen Prunklamin geworfen, der den ganzen Tag nichts tut als prunken, schrecklich viel Feuerung schlucken und kalt bleiben. Aber dann sagte ich mir, daß der tägliche Aerger ül er seine Weisheit mich mehr wärme als sein Blöckchen schlechtes Papier. „Ein jeder wird besteuert nach Vermögen," grinste mich am nächsten Tag der Kalender an. „Old) halt den Mund, von Steuern will ich nichts hören!“ Karl Schöck, Johanne- Göbel und Heinrich Amen d, hier. cp Orüningen, 22. Febr. Bei der diesjährigen zweiten Brenn- und Ruhholz- versteiaerung unserer Gemeinde waren die Preise sehr hoch. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheitholz 30 Mk., Buchenknüppel 26 Mk., Buchenreiser 4 Mk.. Kie- fernreifer 1,50 Mk., Eichenlnüppel 8 M!., Eichenscheitholz 15 Mk., Eichenreiser 1,50 Mk. Bauholz kostete 40 bis 50 Mk. je Festmeter. df. Langsdorf, 22. Febr. In der vergangenen Woche fanden hier im Saale der „Traube" jeden Abend Cvangelisations- Vorträge der Gemeinschaft statt. Prediger S t ö h r (Gießen) hielt die Andachten, die sich besonders aus der Frauenwelt guten Besuches erfreuten. — Am Montagabend sprach vor den Mitgliedern der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur cand. rer. Pol. Happich (Gießen). In feinen von ausgezeichneter Sachkenntnis zeugenden Ausführungen machte er mit den sozialen Fragen der Gegenwart bekannt. Seit langer Zeit haben wir hier keinen Redner gehört, der ein an und für sich schweres Problem so gemeinverständlich barstellte. Die Versammelten baten daher Herrn Happich, bald wieder hier zu sprechen, wozu er sich bereit erklärte. :—: Beuern, 22. Febr. Am Sonntag h lt der hiesige Turnverein „Gut Heil" im Saale des „Holländischen Hofes" sein diesjähriges Winter est ab. Der erste Vorsitzende, Schreinermeister Ludwig W.l.e m Arnold, begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Freunde der Turnerei. In kurzer, gehaltvoller Ansprache wies e" auf die Bedeutung und Wichtigleit ter spot liche i Betä igung ür Körper und Geist hin. Ein^e flott gespiette Theaterstücke ernteten reichen Beifall. Die anschließend aus- ge.ährten turnerischen Darb etungcn unter Leitung von Tumwart Otto Linden st ruth zeigten, daß in dem Verein gute Schulung und Training vorhanden ist. Tanz bildete den Schluß der gut verlaufenen Feier. e. Rüddingshausen, 22. Febr. Hier ver- anstalttte der Arbeitergesangverein „Konkordia" zwei Theaterabende, die einen sehr schönen Verlauf nahmen. Die Dorlührungen fanden in dem Saalbau der Gastwirtscha't Müs ig statt. Die Auswahl der passenden Stücke hatte der Dirigent, Lehrer Heiß, übernommen, unter dessen Leitung sie auch eingeübt und aufgesührt wurden. Dazu trug der Inhaber des Lokals noch einige Couplets und zwei Dialektdichtungen in Wetterauer Mundart vor. Die Verteilung der Rollen war sehr glücklich. Die Darbietungen fanden reichen Beifall. Bei der letzten Aufführung vermochte der Raum kaum die Menge der Schaulustigen zu fassen. Kreis Friedberg. — Friedberg, 22. Febr. Das histori - sche Seminar der Universität Gießen, das im Verlaufe des Winters sich mit siedlungsgeschichtlichen Arbeiten beschäftigte, unternahm am Samstag unter Führung von Prof. Dr. Aubin eine wissenschaftliche Exkursion in unsere Gegend. Es galt, durch Untersuchung der vorgeschichtlichen und mittelalterlichen Fernstraßenzüge siedlungsgeschichtliche Probleme, vor allem das der Stadt Friedberg, zu klären. Von Bad-Rauheim aus stand für die Studienfahrt ein größerer Autoomnibus zur Verfügung, der es ermöglichte, im Laufe eines Rachmittags größere Entfernungen zurückzulegen, und so in möglichst vielen Cinzelbetrachtungen ein klares Gesamtbild zu gewinnen. Die Anfahrt von Bad-Rauheim gab gleich zu Anfang ein überzeugendes Bild von der geographischen Lage und der strategischen Bedeutung des Friedberger Burgsel en. Von der Höhe desselben konnte Prof. Dr. K l u t e , der sich mit einigen Mitgliedern des geographischen Seminars der Exkursion angeschlossen hatte, einen anschaulichen Ueberblick über die Entwicklung der Landschaft geben und dabei auf die natürlichen Bedingte'.ten der Besiedlung Hinweisen. Eine Besteigung des noch im Dau befindlichen neuen Wasserturms am Südende der Stadt gewährte einen weiteren trefflichen Ueberblick über das Gelände, so daß die von der Burg aus gewonnenen Eindrücke und Anschauungen noch wesentlich ergänzt werden konnten. Dann ging die Fahrt weiter nach dem Löwenhof, von wo aus unter der orts- und sachkundigen Führung von Prof. Dr. Blecher Meine Butter war alle. Das lautet rhythmisch ganz gut und konnte der Anfang eines Gerichts sein. Es war aber bittere Prosa. Auch ter Zucker hatte mich auf unbestimmte Zeit verlaßen. Schokolade und Zigaretten waren eine schöne Erinnerung. Und woher soll man seine Anregung beziehen, nur von guten Besprechungen? Schiller, der Glückliche, brauchte nur faule Aepsel, aber die würde er heule auch nicht ohne Kasse erhalten. Der Kalender aber lächelte ganz infam: „Rüchterner Mund hält Leib und Seele gesund." Ich ergriff ihn und warf ihn ins Wesenlose. Aber ich hatte nicht bedacht, daß im Wesenlosen eine Tintenflasche stand. Sie fiel auf den Teppich. Auf den Teppich meiner Wirtin! Ich rieb den Teppich, bis ihm die Haare ausgingen und träumte die ganze Rächt von blauen Qtofen. Aber es war nicht schlimm. Das Morgenlicht beschien keine blauen, sondern weinrote Tepp ich - rosen, die sich ganz gut machten und von der Wirtin als so geboren hingenommen wurden. Außerdem erhielt ich mit der Frühpost ein noch ausstehendes Honorar, „'s ist nichts so schlimm, als man wohl denkt, wenn man's nur recht erfassen könnt". Ich bin nicht vom Kalender infiziert, dieser Ausspruch, freundlich vertont, kommt, soviel ich weih, in Stradella vor. Stra- della war die zweite Oper, die ich in meiner Kindheit sah und hörte, die erste war „Martha". „Martha, Martha, du entschwandest." — Ich bin doch etwas infiziert, aber Kalenderweisheit werde ich ganz bestimmt nicht von mir geben. Korrektur lesen ist für mich beinahe so unangenehm, wie photographiert werden. Olber wer nimmt darauf Rücksicht?! Ich sollte sogar sehr schnell Korrektur lesen, wie der Vermerk auf den Abzügen besagte. Umgehend. Um mir noch einen kleinen Aufenthalt zu verschallen, löste ich das vortägige Kalenderblatt und „Lust unb Liebe sind die Fittiche zu großen Taten", strahlte es mir entgegen. Ermutigt griff ich zur Füllfeder und entdecke gleich zu Anfang etwas, um defsentwillen es sich schon lohnte. K>rrektur zu lesen: Ich erwähnte nämlich in einer Rovelle ein Dackelpaar, das sich nachher in ein Paar Pudel verwandelt hatte. Schnell stellte ich die Einheitlichkeit der Rasse wieder her. (Friedberg) die alte vorgeschichtliche Weinst r a ß e über Ober-Rosbach bis zum Forsthaufe Bainhards verfolgt wurde. Mit großem Interesse wurde ihre Anpassung an das Gelände beobachtet, vor allem die Stellen, wo sie die „Fahrenbach" und die „Beunebach" kreuzt. Aus einer Urkunde Karls IV. vom Jahre 1361 ergibt sich, daß die Weinstraße noch im Mittelalter von Kaufleuten benutzt wurde, um die Zollerhebung in Friedberg zu umgehen. In einer geistreichen Schlußbetrachtung faßte Prof. Dr. Aubin die Ergebnisse der Exkursion zusammen. Wichtige neuere Gesichtspunkte über die noch umstrittene Eiedlungsge chichte der Stadt Friedberg fanden durch die Studien im Gelände eine starke Stütze. •4 Bad-Rauheim, 22. Febr. Die Ortsgruppe Friedberg des Bezirks Hessen im Bund der Kolonialfreunde ist eifrig bemüht, durch Vortragsveranstaltungen und sonstige Werbetätigkeit den kolonialen Gedanken auch hinaus aufs flache Land zu ' tragen. Die Friedberger Kolonialfreunde haben in die em anzuerkennenden Bestreben schon schöne Erfolge gehabt. Reuerdings gelang ihnen wieder die Gründung einer neuen Ortsgruppe des Bundes im nahen Ober-Mörlen, als deren Vorsitzender Lehrer Klimm gewählt wurde. Als erfte Veranstaltung der neuen Ortsgruppe ist für die nächste Zeit ein Vortrag von cand jur. Burk über die völkerrechtliche Stellung innerhalb der früheren deutschen Kolonien vorgesehen. Kreis Birdirrgen. —/— Ortenberg, 22. Febr. Olm Sonntag beging die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihr Stiftungsfest. Am Aachmittag fand in Anwesenheit der benachbarten Wehren von Selters und Wippenbach unter der Leitung von Kommandant Lenz eine Hebung statt, die aufs neue Zeugnis ablegte von dem guten Geist und Zustand unserer Wehr. Rach der Hebung begab sich die Feuerwehr unter Vorantritt der Kapelle in den Hirzelschen Saal, wo ein Fest- kommers stattfand. Im Verlauf desselben ergriffen der Kommandant, Prinz Emst zu Swl- oerg-Rohla und andere Redner das Wort, um die Verdienste der Wehr hervorzuheben und die Liebe zum Vaterland und Volk neu zu stärken. Olm Abend fand das Stiftungsfest durch einen Ball feinen Abschluß. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Febr. Am Montag feierte der allgemein beliebte Stadtrechner Schmidt sein 2 5jährige s Dienftjubiläum. Um 11 Uhr war feierliche Gratulation im neuhergerichteten, festlich dekorierten Rathaussaal, worin der Kreis- direktor, Geh. Regierungsrat Dr. B ö ck m a n n, der Bürgermeister Böhm, der gesamte Ge- meinderat und das Bureau des Stadtrechners sich eingefunden hatten. Geh. Regierungsrat Dr. B ö ck m a n n brachte mit herzlichen Worten dem Jubilar feine Glückwünsche dar, indem er die große Pflichttreue und Gewissenhaft gkeit dieses Beamten hervorhob. In gleichem Sinne gratulierte Bürgermeister Böhm, der im Namen der Stadt für den allezeit regen Diensteifer dankte und dem Jubilar als Zeichen der allgemeinen Anerkennung feiner wertvollen-Dienste eine prächtige Standuhr überreichte. Stadtrechner Schmidt dankte, hocherfreut durch die herzliche Ehrung, und lud die Gratulanten zu einem Glase Wein in den „Solmser Hof" ein. Hier brachte in warmen Worten Bürgermeister Böhm einen Trinkspruch auf ben all verehrten Kreisdire-ktor aus, 6 er es stets verstehe, Wohlwollen mit Gerechtigkeit zu verbinden. — Am 18. März wird die Wahl des Beigeordneten stattfinden. Der Gemeinderat hat den Kontrolleur P i tz (Bezirkssparkasse), der schon 25 Jahre dieser Körperschaft angeb^rt und das allgemeine Vertrauen genießt, vorgesch'agen. Voraussichtlich wird keine andere Wahlliste eingereicht werden, da Kontrolleur P-tz. wie kein anderer dienstliche Schulung und Erfahrung besitzt und auch bereits längere Zeit den durch Krankheit vielfach gehinderten früheren Beigeordneten Diehl zu allgemeiner Zufriedenheit vertreten hat. Er hat auch in selbstloser Weise erklärt, das Amt als reines Ehrenamt zu führen und auf die bisher gezahlten 300 Mk. Entschädigung verzichtet. — Stumpertenrod, 21 F br Am nächsten Sonntagabend wird in unsrer Kirche ein Missionsfilm „Afrikanische Reisebil-, d e r" vorgeführt werden. Dieser Film wurde im Jahre 1926 bei Gelegenheit einer Misfions- Olm nächsten Tag teilte mir der Kalender mit: Die beste Gottesgabe ist ein reines Herz. Ra ja, schön. OTber was ist eigentlich ein reines Herz? Ich übersetzte es ms Triviale: ein sauberes Herz. Ein auf neu gewaschenes Herz. — Dumme Scherze! Ein reines Herz ist ein reines Herz. Fertig. Olber es ist ein Begriff ohne rechten Hintergrund. Habe ich vielleicht ein reines Herz? Ich weiß nicht. Zwar lasse ich mich sehr oft anlügen und beschwindeln, ohne es zu merken, aber das kann auch ganz einfach meine Dummheit sein. Eine Portton Dummheit aber gehört wohl zum reinen Herzen. Kann man sich z. D. einen sehr geschäftstüchtigen Menschen mit einem reinen Herzen vorstellen'-' Olber lassen wir das. Ganz besonders hat es mein Kalender auf Fest- und Feiertage abgesehen. So äußerte er z. D. gelegentlich Mariä Lichtmeß „Olllzuviel ist ungesund". Run forschte ich weiter und fand bei Mariä Verkündigung: „Diel Leut, viel Ansichten." Tage und Wochen entschwanden. Längst übersah ich meinen Kalender, d. h. ich sah ihn wohl, doch vermochte er mir nichts mehr zu sagen. Ich hatte seine Bestimmung vergessen. Da fiel es ihm eines Tages ein, das Gleichgewicht zu verlieren, umzusallen und in zwei Hülsten zu brechen. Ich hob ihn auf, legte ihn auf seine nunmehr beiden Rücken und las die Sprüche d«»r Vorderseiten „Der Wildheit ist die Sanftmut Gegenmittel. Was will er damit sagen? E r ist doch umgefallen, und ich habe ihm ausgeholsen. Der andere Spruch aber, der unter einem Tag der fernen Zukunft stand, verkündete: „Die Reue ist der Frühling der Tugenden." — Ra also! Machen wir Stieben, kleiner schäbiger Block! Zwar bereu ich gar nichts, nicht mal die weinroten Teppichrosen, denn ste sind eigentlich viel hübscher als die früheren hochroten, aber: »Frühling der Tugenden" lautet zu nett, als daß man nicht wirklich etwas bereuen sollte. Also ich bereue... ach nein, lieber noch nicht- Ich werde dich fernerhin nicht mehr belästtgen, du kannst deine Weisheit ganz für dich allem verzapfen, kleiner Kalender. Denn das alles m ja doch nur Theorie, und was wollen toir, rcy bitte dich, heute mit Theorie anfangen?! Inspektionsreise de- MissionSinspektorS Weichert in Afrika ausgenommen und soll unS in lebenden und lebenswahren Bildern zeigen, wie sich das Leben der Regervölker, besonders in Süd- und Südwestafrika, abspielt und auf welche Weise die Heidenmission dort arbeitet. Die Borführung wird für alle, besonders aber auch für unsere Missionssreunde, viel Lehrreiches und Interessantes bringen. Am Montag, 27. Februar, wird derselbe Film auch in der Kirche zu Köddingen gezeigt werden. -s- Köddingen, 22. Febr. Am Sonntag sprach hier in unserer Kirche zweimal Missionar Krienke von der Chinaallianzmission. Seinen Ausführungen wurde von unserer Gemeinde garu besonderes Interesse ent- gcgengebracht, weil der Redner erst vor kurzem auS Chino zurückgekehrt ist und aus einer Gegend kam, wo auch ein Bruder unseres Schmiedes Seipel als Missionar tätig ist. Eine Fortsetzung zu diesem Miisionssonntag wird die Vorführung eines Missionsfilmes sein, die am nächsten Montagabend in unserer Kirche stattsindet, und die das Leben und Treiben der Regervölker in Süd- und Südwestafrika und die dortige Arbeitsweise der Mis.ion zeigen soll. Mrciö Alsfeld. •v. Ober-Ohmen, 22. Febr. Bei der diesjährigen Freiherrlich Riedcselschen Holz Versteigerung in Ober-Ohmen wurden gute Preise erzielt, doch lagen sie etwas niedriger als im Vorjahre. Vorwiegend wurden Brennholzbestände zum Verkauf anqeboten, doch herrschte bei allen Holzarten gute Kauflust. Sämtliche Holzbestände wurden ausverkauft. — Bei der letzten Grund- stücksversteigerung zeigte sich wieder die Rotlage der Landwir.scha't. Der hesiischr Morgen Ackerland in bester und nächster Lage des Dorfes wurde mit 500 Mark gehandelt. Geringere und entfernt liegende Grundstücke wurden überhaupt nicht angeboten. Kreis Lauterbach. t Engelrod, 21. Februar. Einen gemütlichen Abend veranstaltete hwr der hiejige evangelische Kirchenchor. Der Bctsaal war von den Mitgliedern stimmungsvoll hergerichtet worden. Hm 7.30 Hhr versammelten sich die Mitglieder mit ihren Familienangehörigen und die Freunde des Kirchenchors an den weihgedeckten mit Blumen geschmückten Tischen. Der Ortsgeistliche, Pfarrer L e tz i n g , wies in seiner De- grühungsansprache auf die Bedeutung der Kirchenchöre für die Pflege des religiöskirchlichen Lebens hin. Der Kirchenchor, unter Leitung von Lehrer Löffler, sang eine Reihe gut- eingeübter Lieder ernsteren und heiteren Inhalts. Im Mittelpunkte des Abends stand ein von Lehrer Löffler gehaltener Vortrag über das vorreformatorische geistliche Lied. Dann folgte eine gemeinsame Kaffeetafel. In vorgerückter Stunde sprach Pfarrer L e h i n g noch ein Dankeswort allen denen, die zur Verschönerung des Familienabends beigetragen hatten. Man ging mit dem Bewußtsein noch Hause, em paar schöne Stunden verlebt zu haben. Preußen. Kreis Biedenkopf. WSA. R o d h e t m a. d. Bieber, 22. Febr. Oer Sohn des Gastwirts Bender stürzte, als er sich in den Keller begeben wollte, die st eile Kellertreppe hinunter und schlug schwer mit dem Kopf auf den Steinboden, wobei er gefährliche Verletzungen des Schädels und an den Augen erlitt. Man brachte ihn in die chirurgische Klinik nach Gießen. Das Augenlicht ist gefährdet: man hofft aber, ein Auge retten zu können. (DNiederweidbach,22. Febr. Gestern fand im G.-meindewald Oberweidbach die diesjährige Brenn- holzoersteigeruna statt. Es wurden folgende Preise erzielt: Buchenscyeit 50 bis 55 Mark, Duchenknüppel 40 bis 45, Eichen knüppel 32 bis 36 Mark je vier Raummeter: Vuchenastreifer 7 und Eichenastreiser 3,50 Mark je 5 Raummeter. Kreis Wetzlar. WSR. Wehlar, 22. Febr. In A l l e nd o r f (Kreis Wetzlar) stürzte das zweijährige Kind einer Arbeiterfamilie, als es einer Gans nachlaufen wollte, in den hochgehenden H l m- bach, wurde von den Fluten einige hundert Meter fortgerissen und konnte erst nach längeren Bemühungen als Leiche geborgen werden. O Hochelheim, 22. Febr. Der hiesige Schühenverein hielt am Sonntagabend In der Gastwirtschaft von Philipp Jung sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Es gelangten verschiedene Theaterstücke zur Ausführung, bei denen die Spieler gute Leistungen zeigten. Der weitere Teil des Abends wurde durch humoristische Vortrüge von Awei Komikern aus Gießen und durch Tanzvergnügen ausgefüllt. -6- Lützellinden, 22. Febr. Die in den letzten Tagen im M a r k w a l d der hiesigen Gemeinde stattgehabte Brennholzversteigerung hakte einen ftatfen Besuch auf den umliegenden Orten aufzuweisen. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt. Duchenknüppel 20 bis 21 Mk. je Raummeter, Buchenwellen 15 bis 18 Ml. je 50 Stück. Fichtenknüppel 10 bis 11 Ml., Fichtenscheiter 12 bis 16 Mk., Kiefernscheiter 13 biS 15 Mk., Kiefernknüppel 9 bis 10 Mk.. Kiesernstöcke 2 bis 3.50 Mk., Fichtenstöcke 2 bis 3 Mk. je Raummeter. Fichtenwellen 11 bis 14 Mk.. Kiefern wellen 11 bis 13 Mk. je 50 Stück. -t- Atzbach, 22. Febr. Unter starker Beteiligung von Interessenten aus der Umgegend Der Büdinger Petri-Markt. < Büdingen, 22. Febr. Sin Ereignis von größter Bedeutung war für unsere Stadt und eine stundenweite Umgebung der diesjährige P e t r i m a r k t. Don dem Gedanken geleitet, der an den Büdinger Märkten interessierten Bevölkerung zu zeigen, wie groß gerade in früheren Zeiten die Zugkraft und wirtschaftliche Bedeutung eines solchen Marktes war, hatte die Stadtverwaltung in weitschauender Weise weder Mühen noch Kosten gescheut, um in einem großen, treu-historischen Marktzug das auszudrücken, was in diesem Falle lange Erklärungen nicht zu sagen vermögen. Und in der Tat, den Mühen und Arbeiten des Bürgermeisters H i l d n e r mit allen seinen Räten und Dienern, den zahlreichen Sitzungen, Besprechungen und Erwägungen der Marltkommission, soweit einer besonderen „K o m- Mission f ü r historische Fragen', war ein großer Erfolg beschieden. Eine beängstigende Menschenmenge füllte bereits mehrere Stunden vor dem Umzüge die Straßen und Gäßchen der Stadt, deren Reize und mittelalterliche Schönheiten überall anerkannt werden. Ein gnädiges Geschick hat uns hier auf denkbar kleinstem Raume Werke überliefert, die selbst von berufenen Kennern mit Hochachtung genannt, und anderen deutschen Kostbarkeiten des Mittelalters würdig zur Seite gestellt werden, die man aber gesehen haben muß, wenn hier die Gestalten einer längst entschwundenen Zeit ihren Einzug halten. Und was die heimischen Archive und Sammlungen bezeugen, was den Geschichts- und Trachtenkundigen beim Durchschreiten dieser engen Tore und Gäßchen berührt. was fein geistiges Auge zu sehen vermag und was vielen Ein-, An- und Umwohnern der Stadt zum Teil nicht, zum anderen Teil nur vom Hörensagen bekannt war, das zeigte der vom schönsten Wetter begünstigte Prachtvolle Marktumzug am Sonntag, den eine schier unübersehbare Menschenmenge mit Spannung erwartete und die einzelnen Gruppen mit lautern Beifall begrüßte. Der Zug war in zwei Hauptteile gegliedert, und zwar in einen h i st o r i s ch e n und einen neuzeitlichen Teil. Der h i st o r i s ch e Teil wurde eröffnet durch den Führer mit Fanfarenbläser, Markttrommler und Pfeifer in mittelalterlichen Kostümen. Ihnen folgte — von 4 Pferden gezogen — ein zu einer Ratsstube umgewandelter Wagen mit dem Bürgermeister, 7 Stadträten und dem Stadtschreiber. Die Herren nehmen von der Verleihung des Marktrechtes (1330) Kenntnis und unterhielten sich in öffentlicher Ratssitzung über dieses hochwichtige Ereignis. Die dritte Gruppe zeigte in ebenfalls eindringlicher Form einen Kauffahrteiwagen von Frankfurt a. M. aus der Zeit um 1350. Kaufleute und Landsknechte zu Fuß und zu Pferd, dargestellt vom Kriegervercin. vermochten dem begeisterten Publikum in unvergeßlicher Weise die damaligen unsicheren Zeiten mit allen den Gefahren der Landstraße, wohl aber auch die große Farbenfreude der mittelalterlichen Trachten überzeugend vor Augen zu führen. In der vierten Gruppe hatte der Büdinger Reiterverein durch mehrere seiner echt germanischen Hünengestalten einen Raubrittertrupp verkörpert, der alle Beschauer mit Staunen erfüllte. Ganz in Stahl und Eisen göhüllt, zogen sie hoch zu Roh vor der nachfolgenden Büdinger Schützengilde des 14. Jahrhunderts her: auf diese Weise sinnig die stolze Schönheit des Rittertums neben den mutigen und streitbaren Schützen der Städte verkörpernd. Die Gruppe der Schützen wurde von der Schühengesellschast Büdingen gestellt und ward viel bewundert. Wie ganz anders trat uns da jenes reizvolle Untertor entgegen; wie ganz anders schaute das stolze Mühltor aus. als diese prächtigen Gestalten vorüberzogen. Und gar in der Stadt! Wie ganz anders stimmten da die Erker, die Türme, die Ecken, die Winkel, die alten Bürger- und Handwerkerhäuser, das Rathaus, die Kirche, das Schloß zu dem stimmungsvollen Leben und Treiben der Büdinger Handwerkerzünfte, die in der nächsten Abteilung in mehreren wohlgelungenen Wagen die Reize des Renaissancezeitalters deutlich vor Augen führten. Es würde zu weit führen, alle die einzelnen Gruppen hier eingehend zu beschreiben. Da waren die Steinmehe durch Meister und Gehilfen vertreten, und man bemerkte ihre Kunstfertigkeit an verschiedenen Arbeiten ihres Berufes. Da waren die Gerber, Schuhmacher und Sattler, die ihren Wagen mit zahlreichen fachkundigen Mitgliedern bemannt hatten, und es war eine Lust, zu schauen, mit welchem Eifer und welcher Einfügungsfreudigkeit alle ihren Aufgaben gerecht wurden. Da waren die Zimmerleute, Wagner und Schreiner rührig und einträchtig beschäftigt. Es wurde gehobelt, gesägt. gestemmt und gehämmert, daß es nur seine Art hatte. Ein zierlicher Holzgiebel mit Richtfeststrouh. Möbelstücke. Räder usw. konnte man schon weithin leuchtend erkennen. Wir nennen weiter die Schlosser und Schmiede, die in einer stimmungsvollen kleinen alten Schmiede- werkstadt mit all den alten schonen Werkstücken, mit all den alten Werkzeugen beschäftigt waren, und das lustige „Ällng-Üang" des Ambosses mischte sich gar lieblich in die fröhlichen Lieder der Gesellen und Lehrlinge. Da waren ferner die Landsknechte auS dem 30jährigen Kriege mit einem echten alten Marketenderwagen, und den Abschluß dieser reizvollen farbenfreudigen Gruppe bildete der „historische" Marketender- Hund, der am „Geschütz" angebunden war. Und so reihte sich Gruppe an Gruppe, Wagen an Wagen. Die 2. Abteilung des historischen Teils zeichnete sich ebenfalls durch große Farbenfreudigfeit auS. Sie wurde eröffnet durch einen Flachsbereitungswagen mit Hechel, Spinnrad, Haspel, Webstuhl ufto.. ein Odilo, in seiner Lebendig eit sehr geeignet, a te Er nreru: g'ri zuv.e et und gewisse, bisher unbeachtete Hausgeräte der Jugend vertraut zu machen. Es folgte eine hübsche Schäferaruppe, welche die einstmals starke Büdinger Wollzucht versinnbildlichte und ein reizvoller Uebergang bildete zu der nachfolgenden entzückenden „Großendörfer Spinnstube". Eine stattliche Schar Spinnerinnen und Spinnstubenburschen, die teilweise zu den Klängen der Ziehharmonika das Tanzbein schwangen, wurde von einem reizenden alten Fachwerkhäuschen mit Strohdach würdig umrahmt. Da waren ferner die Bäcker in einem köstlich duftenden „Knusperhäuschen", die Metzger in stattlicher Zahl mit schön geschmücktem Schlachtvieh, die Winzer und Küfer mit herrlichem Gesang auf prachtvoll- schönem Wagen, die Jugend des Erntedankfestes inmitten eines großen Blüten-, Blumen- und Früchtewagens, ferner ein stimmungsvoller Gauklerwagen und ein Iagdwagen. Die Reuzeit war vertreten durch die Stadtkapelle. Bürgermeister, Gemeinderat und Marlt- kommission, Radsport, Reiterverein. Feuerwehr, Händlerpferde und eine stattliche Reihe sehr schöner Reklamewagen hiesiger und auswärtiger Firmen. Auf dem Marktplatz sprach Bürgermeister Hiltner von der Bedeutung des Tages und de§ Hmzuges. Er bezeichnete diesen Zug als eine Art Generalprobe für den im Jahre 1930, aus Anlaß des 6 00- jährigen Bestehens des Büdinger Marktrechts, geplanten großer Iubiläurns- zua. Zahlreichen Wünschen entsprecheno, mußte der In allen Teilen wohlgelunge..e und in musterhafter Ordnung verlaufene Zug am Dienstagnachmittag wiederholt werden. Vom herrlichsten Frühlingswetler begünstigt und von einer noch viel größeren Menschenmenge bewundert, ging auch dieser Zug in programmäßigem Verlaufe vorüber. Es sprachen Bürgermeister H i l d n e r und Lehrer H e u s o h n. Herr H e u s o h n erwähnte in kurzen Strichen die Entwicklungsgeschichte des Büdinger Marktes. Das Marltrecht wird 1330 von Ludwig IV. dem Bayern an Luther zu Vsenburg-Büdingen verliehen. Schon früher bestand im nahen Großendorf ein freier, d. h. ungeschützter Markt, die „Pfarrlirb". Dem Markt- recht von 1330 verdankt Büdingen seine Entwicklung. Der Marit wird von 1390 ab alle Montage abgehalten. 1578 werden weitere Märkte eingeführt. Im Januar und im Herbst wurden große Märkte abgehalten. Rachdern sich der Marktplatz in der Stadt als zu kl«n erwiesen, habe die Stadt unter großen Opfern den neuen Marktplatz erbaut. Der Markt sei nicht für Büdingen allein, es sei ein Markt für Büdingen und Hingebung, wie es auch früher gewesen sei. Der Redner schloß mit einem „Hoch" auf die Stadt Büdingen und den Büdinger Markt, in welches die zahlreichen Marckgäste einstimmten. Mit dem Markt ist eine Verlos ung verbunden. Die Ziehung findet am heutigen Mittwoch statt. fand hier gestern die diesjährige Rutzholzver- fteigerung unserer ©emcinöc statt. Es wurden folgende Durchschnittsgebote abgegeben. Eichenstämme 2. Kl. 16 bis 30 Mk.; 3. Kl. 30 bis 35 Mk.; 4. Kl. 35 bis 40 Mk.: 5 Kl. 50 bis 130 Mk.; (für einen Alteichenstamm der 5. Kl. von 1,85 Fm. Inhalt wurde der Preis von rund 360 Mk. erzielt); 6. Kl. 100 bis 130 Mk. je Fest- meter. Eichennutzknüppel (2 Meter lang) 12 biS 15 Mk. je Raummeter, Eichennuhscheit (1,2 Meter lang, Küserholz) wurde mit 17 bis 18 Mk.. Eichennutzknüppel (4 Meter lang) 12 bis 13 Mk. je Raummeter bezahlt. Maingau. WSR. Frankfurt a. M.. 22. Febr Gestern nachmittag wurde der 34jährige Weichensteller Wilhelm Prohmann aus Rothenbergen (Kreis Gelnhausen) auf dem Bahngleis beim Bahnhof Frankfurt a. M.-Süd. wo er mit Schraubenanziehen beschäftigt gewesen ist, tot aufgefunben. Er ist wahrscheinlich von dem Schnellzug Frankfurt-München überfahren worden. — In der Bergerstrahe st ü r z t e der Dachdeckermeister T ü r ck e bei Reparaturarbeiten vom Dach und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf verstarb. Stirnen, Gpori und Spiel. Handball (O.T.) Trotz der nicht immer guten Spielplahanlagen, bedingt durch das anhackende Regenwetier, tonnte der Männer-Turnverein Gießen doch einige Spiele von besonderer Bedeutung aus- tragen. Die rührige und als gut bekannte Iu - gendmannschaft erkämpfte sich am Samstag einen einwandfreien Sieg über die 1. Mannschaft des hiesigen Gymnasiums. Eine für einen Wochentag ziemlich große Zuschauermenge sah dem Spiel, das an wechselnden Momenten nichts zu wünschen übrig lieb, mit großer Span- nung zu. Das Kräfteverhältnis beider Mann- schocken war wohl ziemlich gleich verteilt; das Torverhältnis 6:3 Toren zugunsten der Männer -Turnvereinsjugend ist durch das bessere Zusammenspiel und durch die größere Spielerfahrung zustande ge.ommen. Der neuausgestellten Mannschack der Gymnasiasten muß lobend nachgesagt werden, daß sie sich sehr ritterlich schlug und im Lause des Spieles manchmal zu recht schöner Form auflief, so daß ihr Gegner alles vergeben mußte, um den Sieg sicherzustellen. Anerkennenswert ist auf jeden Fall, daß der Männer-Turnverein seine Mannschaften gegen Schulmannschaften antreten läßt, damit an den Lehranstalten, in denen sehr guies Spielermoterial vorhanden ist, das schöne und körperbildende Kampfspiel, das zweifelohne das Handballspiel ist, in entsprechender Form sich entwickeln kann. Ob jedoch diese Spiele, die doch jederzeit angeseht werden können, auf solch „grundlosem" Spielfelde ausgetragen werden müssen, ist eine andere, sehr offene Frage! Männcrturnvercin Gictzcn: Turnverein Dillenburg. Am Sonntag unternahm die 1. und 2. Hand- balletf des Männer-Turnvereins Gießen eine Reise nach Dillenburg, um erstmalig nach den Pflichtspielen gegen eine gutspielende Mannschack außerhalb des Gaues Hef en zu spielen. Der Meisterdes Gaues „Lahn- Dill" war als Gegner in einem Freundschaftsspiel ausersehen. Die Leute von der Dill mußten sich eine 8:2-Riederlage durch die Gießener gefallen lassen. Dieser hohe Sieg entspricht volllommen dem Spielverlauf. Die M.-T.-V.- Mannschast war, trotzdem sie mit zwei Ersatzleuten antreten mußte, recht geschickt und sorgfältig zusammengeslellt und beimpfte ihren Gegner in des Wortes ganzer Bedeutung „in bestechend schöner Manier". Besonders der Tormann und die beiden Läufer zeigten Glanzleistungen. Der 8:2-Sieg ist vollkommen verdient. Dillenburg hat im Vergleich zum letzten Jahre seine Mannschack erheblich verbessert; bei besserem Zusammenspiel darf man in der Elf einen spielstarken Gegner erwarten. Jedoch muh die Mannschaft von dem eigennützigen Spiele, das besonders der Sturm zu pflegen scheint, ab» sehen, denn mit dieser Spielweise werden kaum Erfolge zu buchen sein. Die Bodenverhältnisse des in „schwindelnder" Höhe liegenden Platzes waren sehr gut weniger gut dagegen die Leistungen des Schiedsrichters, dem die Spielregeln noch erheblich zu schaffen machten. Seine Arbeit konnte gar nicht gefallen und benachteiligte beide Parteien. — Während die 1. Mannschack so ganz überzeugend gewinnen konnte, muhte sich die 2. Mannschaft des M.-T.-V. mit einem mü» ^geren 1:1 als unentschiedenem Spiele begnügen. Mehr ausgeglichenes Stärmerspiel ohne fruchtlose Alleingänge hätten der dauernd überlegen spielenden M.-T.-D.-Mannschaft einen sicheren Sieg gebracht. f Blut reinigend Manna Gesundheit. Drogerie Wioterhon V KreuzplatzV Xjii/ Freibank. Freitag, deu 24. Februar, von uorm. 8 Ubi ob 206SD 5leii«oetlaal Holzversteigerung itn (SräfL Revier Feldheim bei Hungen. Blontag, den 27. 0. M., 9,30 Uhr vorm., beim Pflanzgarten im Scheibe! aus den Distrikten Tannengarten, Scheibel, Tisch und Hinterwald — Stammholz: Eiche — N — 4 Stück = 2,50 fm 3. Kl., Fichte — N u. F — 5 Stück — 0,84 fm la, 8 Stück = 2,38 fm Id, 11 Stück - 5,55 fm 2a; Derbstangen: Fichte 6 Stück — 0,49 fm 1. Kl., 14 Stück = 0,82 fm 2., 61 Stück = 1,72 fm 3.; Reisstangen: Fichte 13 Stück = 0,15 fm 4. Kl.; Bohnenstangen: Fichte 240 Stück 1., 400 Stück 2. Kl.; Nutzreiser: 9 rm Birke (zu Besen geeignet). — rm — Scheiter: 86 Buche, 3 Eiche; Knüppel: 47 Buche, Esche, Ahorn, 61 Eiche und Birke, 2 Nadel: Stockholz: 22 Buche, 7 Eiche, 3 Nadel; Zopfreiser: 169 Hainbuche; Astreiser: 117 Bucke, 103 Eiche, 48 Nadel. SämllicheS Holz wird unvorgezeigt ausgeboten. Käufer wollen dasselbe vorher einsehen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden. Blau unterstrichene Nummern werden nicht auS- geboten. Das Nutzholz kommt zuletzt zum AuSgebot. 2049V Grippefrei iga Sdiauinarke bleiben Sie durch rechtzeitigen Gebrauch der natUrl. Vorbeugungsmittel Emser Wasser (Kränchen) / Quellsalz / Pastillen Altbewährt auch gegen Katarrhe, Asthma, Hus'en, Heiserkeit, Verschleimung. Magen?Hure (Sodbrem en), Zucker u harnsaure Diathese. EmsolHb ist Ihr Mundpflegemittel; es verhindert Zahnsteinansatz in Apotheken,Drogerien,Mineralwasserhandlangen a. einscht Geschäften. 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Oft ist uni der Auftraggeber unbekannt und In Diefcn^dlten können wir nichts tun für d. Wiedererlangung der Bewerbungsunterlagen Gletzeuev Anzeiger velsemg oon önMüellell. Auf Grund der Reichsverdingungsordnung soll die Entwässerungsanlage unter Gelände für den ErweiterungS- bau der Universitat^Kinderklinttim öffentlichen Wettbewerb In 2 Losen vergeben werden. Los I u. la 200 Kubikmeter Erdaushub, 30 Meter Tonrohrleitungen; Los II u.IIa 180 Meter Gußrohrleitungen. Die Verdingungsunterlagen und Zeich- nunaen liegen auf unserem Amte, Stephan- sttaße 18, zur Einsicht offen. Angebots- Vordrucke, keine Zeichnungen, werden, solange der Vorrat reicht, dort abgegeben. Angebote sind verschlossen, mit ent- sprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin, Donnerstag, den 1. März 1928, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 21. Februar 1928. Hess. Hochbauamt Gießen. _______________Verth.___________2069 MellslMllWz.SMWii Bei dem am 17. Februar erschienenen Submissionsausschreiben ist bei der Zusammenstellung von LoS ll ein Jrttum unterlaufen. Es muß daselbst heißen: 1 a 1 b 2a 2b Los II: 16,51 62,46 33,78 19,43 = 308 Stück mit 132,18 fm. Eichelsdorf, den 22. Febr. 1928. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. 2054D Mäusburg 3 und Walltorstrafee 12 Telephon 829 Telephon 829 __2063a JEDER SOLL ES WISSEN! Von Freitag, den 24. Februar 1928, bis einschließlich Samstag, den 3. 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Schlager: Das Oeheimnis des Abbe l Der Mann, der nicht lieben darf Ein Filmschauspiel in 6 spannenden Akten. In den Hauptrollen: Marcella Albani und Wilhelm Dieterla. 2. Schlager: Funkzauber Ein Volksstück von der Liebe und des Rundfunks Wellen in 6 lustigen Akten. Personen des Spiels: Xenia Dcsnl, Werner Krauß, Margarete Kupfer. Bert Briese, Anton Polntuer, Leo Peukert, Fern Andra, Alfred Braun, Ellen Plessow, Fritz Kämpers. Sowie: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt Astoria-Lichtspiele Ab heute bis elnschl. Sonntag das große Doppel - Sch lager-Programm 1. Schlager: Ein Wildwestfilm von Pferden, Cowboys und Liebe in 6 spannenden Akten. 2. Schlagen IM klingt das Lied vom braven Mann Ein Blick in das Leben eines Feuerwehrmannes in 7 Akten. l!)91c Drucksachen aller Art die vrühl'sche Unioerfitätr-Druckeret, R. Lange, Eietzen, Zchulpr. 7 Nutzholz-Submission. Das nachverzeichnete, mit Rinde gemessene Nutzholz soll auf dem Wege der Submission verkauft werden. Angebote sind, getrennt nach Klassen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Donnerstag, dem 1. März 1928, vormittags 10 Nhr, bei unS einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Ge- bote unterwerfen, eingesehen werden können. DaS Holz ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle und Förster Bommersheim, Villingen. Güteklasse N (Stämme und Abschnitte): Hainbuchen: I. Kl. -- 5,37 fm Birken: 1. Kl. ----- 0,16 fm 2. „ = 7,04 „ 2. „ --- 2,96 „ 3. „ - 0,92 „ 3. „ - 1,17 „ Eichen: 1. Kl. - 5,99 fm 4. Kl. - 18,82 fm Stämme: Abschnitte: Stämme: 0,14 fm la-Kl. 10,44 fm 1. Kl. Fendt. 2043V 6,67 1,81 la-Kl. lb-„ 2a- , 2b* „ 3a* „ 3b. „ Ib-ftl. 2a- w 2b', 3a' „ 3b' „ 1,50 fm 4,75 , 15,52 „ 13,94 , 6,81 , = 4,16 fm = 26,67 , = 38,72 _ - 19,19 „ - 3,24 , 0,10 fm 0,87 , 1,41 „ 5,52 , 1,31 , 6,22 „ 2,76 „ - 47,65 fm - 71,95 , -41,81 , -24,71 , = 40,40 „ ™ 12,04 „ la-Kl. Ib' , 2a- , 2b'„ 3a- „ 3b'„ 4a- „ lb-Kl. 23' „ 2b', 33' , 3b' , Reisstangen: 6. Kl. 1240St. — 7,44 fm (Bohnenstangen). Hungen, den 18. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Hungen. Lärchcn-Stämme: - 0,42 fm lb-Kl. - Fichten-Terbftangen: 13,32 fm 2. Kl. - 3. Kl. = 11,61 fm , 5. 6. Kiefern: Fichten: «bschnitte 2. „ - 38,64 3. „ - 49,40 M-nnMWlMskeMlW Donnerstag, den 1. März d. I., werden von vormittags 10% Uhr ab in der Scho tischen Gastwirtschaft zu BernSfcld, Bahnstation Nieder-Ohmen, auS den Forst- orten Pferdsbacherholz 1, 6, 8, 10, Pfingstweide 1, 2, 5, 6, 7, Müllerberg 1, 2, 3, Lichterwald 3, 5, 6, 7, 10, Eisenkaute 1, 3, 4, 6, 7, 8, Buchwald 1, 2, 4, 6, 7, der Försterei Bcrnsfeld versteigert: Stämme: Güteklasse A Eiche 2. Kl. 2 St. 1,39, 3. Kl. 9 St. 4,91, 4. Kl. 4 St. 4,13, 6. Kl. 5 St. 4,91, 6. Kl. 2 St. 2,94. Güteklasse N Eiche 1. Kl. 1 St. 0,23, 2. Kl. 12 St. 5,41, 3. Kl. 12 St. 7,64, 4. Kl. 5 St. 6,37, 6. Kl. 1 St. 1,14. Buche 4. Kl. 2 St. 2,09, 6. Kl. 6 St. 6,07, 6. Kl. 3 St. 4,43. Kiefer lb-Kl. 6 St. 1,62, 23-Kl. 3 St. 1,68, 2b-Kl. 13 St. 9,17, 33-Kl. 14 St. 8,97, 3b-Kl. 3 St. 2,13, 4a-Kl. 2 St. 2,10. Lärche 2a-Kl. 1 St. 0,32, 2b-Kl. 1 St. 1,06,3a-Kl. 1 St. 1,06. Fichte la-Kl. 411 St. 70,60, lb-Kl. 67 St. 20,46, 23-Kl. 48 St. 31,21, 2b-Kl. 15 St. 17,18, 3a-Kl. 14 St. 18,65, 3b-Kl. 6 St. 5,03, 4a-Kl. 12 St. 21,73, 4b-Kl. 6 St. 14,11, 6. Kl. 2 St. 2,80. Weißiannc 2a-Kl. 1 St. 0,50, 2b-Kl. 1 St. 1,17, 33'511. 2 St. 2,53, 3b-Kl. 1 St. 2,61, 4a-Kl. 1 St. 0,82. Güteklasse F Eiche 1. Kl. 4 St. 0,77, 2. Kl. 7 St. 3,28, 3. Kl. 17 St. 10,07, 4. Kl. 6xet. 3,78, 6. Kl. 3 St. 2,77 fm. Derbstangen: Fichte 1. Kl. 145 St., 2. Kl. 147 St., 3. Kl. 56 St. Nutzscheiter: Eiche 20 rm 1. Kl., 12 rm 2. Kl., 10 rm 2m lang, 22rm 1,26m lang. Nutzknüppel: Eiche 1. Kl. 5 rm. • Nutzreiscr: Fichte (Schichten) 43 rm. Das Holz ist nach der neuen Holzsortie- rung aufgearbeitet. Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Einwendungen gegen Güte und Beschaffenheit deS Holze- nicht berücksichtigt werden. Die Nummern des zur Versteigerung kommende:- Holzes sind rot unterstrichen. Nähere Auskunft erteilen Herr Förster Kni st-Bcrnsfeld, sowie das unterzeichnete Forstamt. 2050V Grünberg, den 20. Februar 1928. Hess. Forstamt Nieder-Ohmen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung A wurde eingetragen: Am 11. Februar 1928 bei der Firma Wärme- und Kälteschutz Oskar Schleppen in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 14. Februar 1928 bei der Firma Hahn & Roerich in Gießen: Kaufmann Karl Axel Roerich zu Gießen ist mit Wirkung vom 1. November 1926 auS der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Weiter ist vereinbart: Das Geschäft nebst Firma ist mit Wirkung vom gleichen Tage unter Uebernahme der im Betriebe des Geschäfts seither begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf den Kaufmann Wilhelm Hahn zu Gießen übergegangen, der es als Einzelkaufmann weiterführt. Gießen, den 20. Februar 1928. 2036V _________Hessisches Amtsgericht._________ Submisfionr-holzverkaus. Eichen- und Buchenstammholz. Im Wege des schriftlichen Angebbts kommen aus dem Gemeindewald Düdelsheim, KreiS Büdingen, zum Verkauf: Eichenstämme: 101 Stück 1. Klasse - 18,34 fm 283 „ 2. „ - 101,89 „ 46 „ 3. „ - 28,21 „ 6,4.,- 5,10 , 1,5— 1,32 , Buchen stamme: 29 Stück 3. Klasse - 22,84 fm 25 , 4. , - 29,11 , 3 „ 5. „ - 5,46 „ Schriftliche Angebote sind bis zum Dienstag, dem 6. März d. I., nachmittags 7 Uhr, einzureichen, wo sogleich die Eröffnung erfolgt. 2053V Düdelsheim, den 22. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Düdelsheim. _____________Albrecht._____________ Nutzholzversteigerung Mittwoch, den 29. Februar 1. IS. werden von vormittags 10 Uhr ab im GambrinuS zu Nidda auS verschiedenen Distrikten sämtlicher Förstereien versteigert: Stämme fm: Güteklasse A Eiche Kl. 4 7 St. - 6,03; Kl. 6 7 St. -- 7,75; Kl. 6 6 St. = 5,71; Kiefer Kl. 2b 1 St. = 0,43; Kl. 3a 15 St. = 8,03; Kl. 3b 10 St. = 8,47; Kl. 4a 3 St. - 4,21; Kl. 4b 2 St. --- 3,50; Kl. 5a 2 St. = 3,37; Lärche Kl. 3a 4 St. = 2,65; Kl. 3b 6 St. = 6,16; 3idjtc Kl. 3a 36 St. = 24,72; Kl. 3b 63 St. = 56,87; Kl. 4a 19 St. = 25,76; Kl. 4b 3 St. = 4,13; Kl. 5a 2 ©L = 3,68; Güteklasse N Buche Kl. 6 1 (st. = 0,74; Esche Kl. 1 1 (st. = 0,16; Kl. 2 2 6t. = 0,34; Ahorn Kl. I 9 ©t. = 0,70; Linde Kl. 4 1 6t. = 1,06; Ulme Kl. 1 1 ©t. = 0,17; Kl. 2 2 ©t. = 0,66; Kl. 3 2 St. = 0,94; Kirschbaum Kl. 3 1 ©t. = 0,63; Kiefer Kl. 1b 4 ©t. -- 0,98; KI. 2a 43 St. = 19,28; Kl. 2b 41 ©t. = 22,20; Kl. 3a 12 St. = 7,99; Kl. 3b 5 St. = 3,90; Kl. 4a 1 St. = 0,79; Kl. 4b 3 St. = 6,26; Lärche Kl. la 3 St. = 0,37; Kl. 1b 2 St. = 0,44; Kl. 2a 4 St. - 2,38; Kl. 2b 6 St. = 3,76; Dcrbstangcn: fm: Buche 3. KI. 4 St. = 0,12 (Lenkwied); Esche 3. Kl. 6 St. = 0,18; Fichte 1. Kl. 44 ©t. = 3,97; 2. KI. 29 St. = 1,74; 3. Kl. 46 ©t. = 1,35; DouglaS 1. Kl. 3 St. --- 0,27; 2. Kl. 3 St. --- 0,18; 3. Kl. 13 St. = 0,39; Lärche 1. Kl. 2 St. = 0,18; 2. KI. 4 St. «= 0,24; 3. KI. 3 St. = 0,09; Reisslängen fm: Buche 4. KI. 1 St. = 0,02; Hainbuche (Bindbäume) 6. Kl. 20 St. = 0,27; 6. Kl. 22 ©t. = 0,12; Fichte 4. Kl. 43 St. = 0,83; 5. Kl. 377 ©t. = 4,83; 6. Kl. 140 St. = 0,84; 7. Kl. 230 St. = 0,69sDouglaS 4. KI. 7 St. = 0,14; 5. Kl. 88 St. = 1,01; 6. Kl. 36 St. = 0,25; Nutzscheitcr rm: Buche 13; Eiche 2. Das Holz ist nach der neuen Sortierung aufgearbeitet. Vorherige Besichtigung wird empfohlen. Spätere Einwendungen gegen Güte und Beschaffenheit werden nicht berücksichtigt. Stammholzauszüge sind gegen Entrichtung von 60 Pf. von uns zu beziehen. Die Holzarten werden in der Reihenfolge der Bekanntmachung aus- geboten, zuerst sämtliches Stammholz. Nähere Auskunft erteilen die Herren Förster und das unterzeichnete Forstamt. Hess. Forstamt Nidda. 2051D GMMMWrWWMlWs der Gemeinden EberögönS, Oberkleen und Niederkleen. Am Donnerstag, dem 1. März 1928, von vormittags 10 Uhr ab kommt im Nat- hause zu Ebersgöns aus den Gemeindewaldungen EbersgönS, Oberkleen und Niederkleen folgendes Nutzholz öffentlich meistbietend zum Verkauf: 1. Gcmcindewald Ebcrßgönv. (Auskunft Förster Große, Oberkleen.) 1 Buchenstamm Kl 3 = 0,61 fm, 6 Buchenstämme Kl. 4 = 4,17 fm, 2 Buchen stämme Kl. 6 = 1,69 fm, 22 Eichenstämme Kl. 1 ■= 3,46 fm, 37 Eichenstämme Kl. 2 ----- 9,32 fm, 40 Eichenstämme Kl. 3 = 20,34 fm, 26 Eichenstämme Kl. 4 = 21,20 fm, 2 Eichenstämme Kl. 6 — 2,07 fm, 26 Fichtenstämme Kl. la — 3,19 fm, 11 Fichtenstämme Kl. 1b — 2,56 fm, 6 Fichtenstämme Kl. 2a =• 2,38 fm, 47 Fichtenstangen 1. Kl., 114 Fichtenstangen 2. Kl., 6 Eichenstangen 1. Kl., 2 rm Eichenküserholz (Im lang). 2. Gcmcindewald Oberkleen. (Auskunft Förster Große, Oberkleen.) 1 Eichenstamm Kl. 1 = 0,20 fm, 15 Eichenstämme Kl. 2 = 4,66 fm, 21 Eichenstämme KI. 3 = 11,06 fm, 13 Eichen- stämme Kl. 4 — 12,97 fm, 3 Ächenstümme Kl. 4a — 1,60 fm. 2 Eichenstämme KI. 5 «= 3,40 fm, 39 Frchtenstämme Kl. la = 5,12 fm,7 Fichtenstämme KI. 1 b — 1,76 km, 57 Fichtenstangen 1. KI., 3 Kiesernstämme Kl. 1b — 0,83 fm, 8 Kiefernstämme Kl. 2a — 3,19 fm, 9 rm Kiefernnutzholz 1. Klasse k3 m lang). 8. Gemeindewald Niederkleen. (AuSk. Hilfsförster Schweitzer, Niederkleen.) 12 Eichenstümme Kl. 1 = 1,92 fm, 7 Eichenstämme Kl. 2 ----- 2,35 fm, 2 Buchen- stät.ime Kl. 6 und 3 ---- 2,32 fm, 11 Fichtenstämme Kl. la — 1,45 fm, 4 Fichtenstämme Kl. 1b ----- 0,65 fm, 16 Kiefernstämme Kl. 1b = 4,77 fm, 37 Kiesernstämme Kl. 2a — 17,71 fm, 12 Kiesernstämme Kl. 2b — 9,09km, 3 Kiesernstämme Kl. 3a = l,85fm, 9 rm Kiesernnutzholz 2. Kl., 30 Fichtenstangen 1. Klasse. Die näheren Bedingungen werden in dem Termin bekanntgegeben. 2052V Großrechtenbach, den 20. Februar 1928. Der Bürgermeister: Schneider. W'll.SlkNliWMrs!eWlMg Mittwoch, den 29. Feöruar, Donnerstag, den 1. und Freitag, den 2. März l. I. werden im Wohnbacher Gemeindewald versteigert: Stämme. Eiche: A3: 6 St. =4,90 Fstm., A4: 13 St. = 13,19 Fstm., A 5: 10 St. = 13,06 Fstm., A 6: 2 St. ---- 3,18 Fstm., Nr. 1: 87 St. = 7,99 Fstm., Nr. 2: 103 St. = 40,28 Fstm., Nr. 3: 68 St. = 45,23 Fstm., Nr. 4: 21 St. = 19,24 Fstm., Nr. 5: 2 St. = 3,07 Fstm. Stämme. Buche: Nr. 4: 13 St. — 14,08 Fstm., Nr. 5: 10 Et. = 14,50 Fstm., Nr. 6: 4 St. = 8.50 Fstm. Hainbuche: Nr. 2: 5 St. = 0,97 Fstm., Nr. 3: 2 St. = 0,80 Fstm. Birke: Nr. 2: 1 St. = 0,49 Fstm., Nr. 4: 1 St. = 0,59 Fstm. Kiefern: (Langholz) Nr. 1b: 21 St. = 4,95 Fstm., Nr. 2a: 30 St. 20,98 Fstm., Nr. 2b: 18 St. -- 6,93 Fstm., Nr. 3a: 8 St. = 3,14 Fstm., Nr. 3b: 1 St. = 0,97 Fstm. (Abschnitte) Nr. 4a: 2 St. = 1,38 Fstm. Fichte: (Langholz) Nr. la: 12 St. =1,71 Fstm., Nr. Ib: 34 St. = 10,09 Fstm., Nr. 2a: 21 St. = 12,40 Fstm., Nr. 2b: 23 St. = 23,00 Fstm., Nr. 3a: 1 St. = 1,82 Fstm. , Nr. 3b: 1 St. = 1,92 Fstm., Nr. 4a: 1 St. = 2,39 Fstm. Derbstangen Eschen: II. und HI Kl.: 14 St. Nutzscheit Buchen: I. Kl. = 4 Rm. Nutzreisig Fichten (Schicht): = 7,2 Nm. Scheiter Buchen: Rm.: 153, Eichen 65, Kirschbaum 2, Hainbuchen 6, Birken 1, Kiefern 14, Fichten 2. Knüppel: Rm.: Buchen 120, Hainbuchen 8, Ahorn 7, Eschen 2,2. Eichen 94, Kiefern 25, Fichten 4,4. Reisig: Buche Nm.: 831, Ahorn 19, Eiche 269, Kiefern 48. Stöcke: Nm.: Buchen 104, Eichen45. Zusammenkunft an jedem Tag um 10 Ahr am Waldeingang auf der Straße Wohnbach—Münzenbcrg. Günstige Zahlungsbedingungen. 2044V Wohnbach, den 22. Februar 1928. Hess. Bürgermeisterei Wohnbach. [Stellenangebote) Beit-Beteln n. G. sucht Zahlstellenleiter gegen Provision. Schrift!. Anaeb. unt. 2062! »a.d. Gieß. An». Ordentlicher Hausbursche !6—18 Jahre all, der mit einem leichten Fuhrwerk umgeben kann, sofort ges. moröorger 5(r. 40 p. Suche für sofort ob. auf Ostern einen kräftigen Jungen der die Bäckerei erlernen will. Schr. Angeb. unter 2039D n. d. Gsr. An». tacke Relsedimen. P. Kollier, DreslanD. Frau zum Ladenvnbcu gesucht 20ß‘)D SelterSweg 36. WÄeSlW oder 2038V Mms üldödieo dao kochen kann, in angenehme Dauer« ftellung gesucht. 3rauDr.BuDDer('6loos Bad Naubcim, Bismarckstraße 13. Eine tüchtige WlW für ein mittlere» Krankenhaus in einem Badeort für 1. März gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 2064 V a.d.Gieb.Anr- Zwei hiesige IWhr. Mädchen die die Schneiderei erlernen wollen, gesucht. Zu ertragen in d. Geschäfts!,, de» Gieß. Ans. 013g Saubere» Mädchen f. tagsüber ges. Rlmksurler Str. 103 L Fräulein daS längere Jahre einem besserenvau^ halt vorstand und m allen vorfommenden Hausarbeit, eins-bb Rahen bewand. Nb, auch in der Kranken« pflegeEriabrunghat, sucht passenden Wirkungskreis. Gme.Zeugnisse vorb. Scbr.Angcb. u.Olotö an d, Glcn.An». erb. Suche Stelle al» Barter mit vollem Familienanschluß, ohne aegensetiwe Der- gütung. Schrttiltlve Angeb. unter 013® an d. Gieß. An», erb. BeEseresMättn Hau'.bMmngSschule bC^tet,Hcfe in nur gutem Hame. Swr. Angeb. u. 01«) an d. Gieg. An», erb. locht W, ahlsIM leitet )cn Provisic Äanneb.u Ordentlicher »ausbuch -18 Jahre an, t einem lelihm lirroer! umgctr in.loforlflef.nl iurtiDrger5(t.4li ruche für [olr auf Cfttm eini: krältifleo jungen c die Bälkerri leinen rollt jjr. Anged. v.'rr Wa. d.S'A ocke Bdiiöiii Eolllir, BiM Fm ,um CirttW'' 5ch! LelteMs.^', WM ober 20380 toiwo «#• kochen kann, n nehme Daum nii nefuchi. Dr.fiUDIMlW adNaubeini. marckilrav U Line tfldjtiflc ein nullit rnnkeobaiS '■ iem üSobeori - Mär» fltwot luiitlWf* ieTW*'' Ilädch" i die edm* 1, lernen ö»;. töt. Mt d.Gefch^^ IcbJüi^/ -1» Bläöäi , coO^ ioni»11'6,' fff itellwjp frftft Ä *äfe Kt. 46 Drittes Blatt Dolksbund ^Deutsche KriegSgrabersürsorge" Der Landesverband Hessen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräber, fiürsorge hielt dieser 'Lage in der Aula der ILandesbaugeu erkschule In Darmstadt eine recht ffut besuchte Versammlung ab. Der Dorsitzende. Gehe.mrat Dr. Feh, Darm» fisadt, begrüßte die Vertreter dec Bezirks- und Ortsgruppen, sowie die zahlreich erschienenen Mäste und Mitglieder, darunter auch den Ver- !■ itreter dec Provinzialdireltion und des Kreis- iinnts, Oberregierungsrat Haber körn, ter in d2an.ensrre.ter We se die B.strcbungen ter Drlks- btundes stets unterstützt habe. Dec Vorsitzende Mrbreitete sich sodann über die Zwecke und Ziele des Volksbundes u.nd hob hervor, das; der Volksound nicht nur krie Ehrung der Gefallenen durch würdige i; O n ft a n b o a [ t u n g und Schmückung ihrer Ruhestätten im A> siande bezwecke, sondern 1 fraft er auch ideelle Zwecke in Anknüpfung an den , Ct> ertob ber Grsal'e e.i für bas Vaterland ver- s>>lge, und in diesem Sinne Denkmäler im Kerzen des Volkes, inöleonbe.e auch der l'ibeni en und kommenden Geschlechter setzen wolle. Die Größe dieses Op ecs werde aber erst recht ‘ tu die Augen tic.cn, wenn ein Besuch der Karnpf» '• Ktbiele und der Friedhö.e in größerem Umfang mwglich sei. Dann werde auch überall erkannt Imerdcn, vor welchen x e.störungen die heimatliche teeutsche Erde durch unsere Helden bewahrt Wörtern sei. Vor einiger Zeit habe er einen Bericht tt ittber den Besuch der Ge;rnd von Lens und der I Lor etto ° Höhe. sowie von S o u ch e z ge» 8 l«sen. Heber 300 000 Gefallene, darunter 60 OOO unbekann en Rarnens, liegen auf - beiefen Schlacht e.dern, die zu den blutigsten des Weltkriegs gehören. In Frankreich ruhen im gen- ß 8 m 900 C00 Deutsche, Den deren 450000 in Eiazel- t^iäbern gebettet sind. Jedes deutsche Cin-eigrab [•«a; ein schwarzes Kre..z mit weißer Inschrift. V Suf den französischen Gräbern stehen weiße kreuze mit schwa.zen Inschri ten. Von den oben geführten weile,en 450 000 in Frankreich geselle, en Deutschen liegt die Hälf e in Sammel» gräbern, von der Restzahl sind die Grabstätten unbekannt, es werden aber immer noch Grab» Mtten aufgefunden, und es gelingt auch oft, die S'olcn noch zu identi.iz eren. 3n der S adt Lens , stind nach dem bemerkten Berichte Die Spuren ilhrec vollständigen erstörung auf Schritt und Tritt noch zu erlence i, namentlid) sind die Vor» c»tte noch nicht wieder ausgcbaut. Auch an dec Loretto-Höhe zeigen sich noch die Spuren stärksten Kamp es, sogar liegt dort noch viel Kriegs- iriaterial (Stache.draht, Wellblech, Fe dslaschcn, Tornisterstücke usw.) umher, Schützengräben und Eranallöcher sind noch sichtbar. Auf der Loretto- B tzöhe ist die Kirche wieder aufgebaut. 3n einem, R wahe derselben errichteten 50 Meter hohem Turm H h e indet sich ein Gewölbe, in dem die Gebeine Den p ücec 30 000 unbekannten französischen Soldaten t chen. An der Seile des Turms sind Inschriften • e ingemcißelt, darun er folgende (übersetzt): „Ihr, die ihr als Pilger an ihren Gräbern vorbeigeht, ersteigend ihr Golgatha und ihre blutgedrängien Wege, höret den Schrei, der aus ihren Grüften emporsteigt: Völker seid einig, Menschen seid menschlich!". Das sind ergrei ende Worte der Versöhnung. । k»ie je'e.n Besucher tief zu denken geben. Dom Surme aus leuch.et nachts ein elektrisches Blink- l=ijt in der Minute viermal auf, die Bevölkerung itlrer Toten e'.innernd. Der Bericht, der sodann fi b'.e ausgedehnten Friedhöfe, die Deutsche bergen, sachildert, endet mit den Worten: „Emst und tnaurig starren uns die schwarzen Kreuze auf Ltm öden Boden an. Ist es nicht, als ginge ein o.wattiges Daunen von ihnen aus? Immer v laculer, als wollten sie uns ein letztes Wort mit» gilben an unsere deutschen Brüder drüben über Hm Rhein? Wie ein verzweiselter Aufschrei filingt es von den Grüften herüber an unser Ohr. ,,'.v eutsches Dolk verlaß uns nicht, Die r g i ft nicht deine Toten in ihrer Einsamkeit draußen fern der Heimat (Ls zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erie'a Grupe-Lörcher. Sil Fortsetzung Nachdruck verboten. „Ich werde Ehre einlegen mit meiner corbeille dh mariage, Melusine! Nicht nur bei Noette selbst, ländern auch bei ihren Freundinnen! Deswegen oin Ich dir viel Dank schuldig! Wenn du jetzt alles fertig arrangiert hast, könnte man vielleicht den fertigen Mrd deine Mutter auch noch bewundern lassen. Was meinst du?" Melusine breitete zum Schluß eine große leichte Spitzendecke zum Schutze über den duftigen kost- b ren Gabenkorb. Sie blickte nicht auf: ,Laß die . Dufter, Alceste! Sie hat sich zurückgezogen und mag * tuemanb sehen. Der Abschied von Raymond geht tir furchtbar nahe." — Alceste biß sich auf die Unterlippe. Seit Ray- rronds Fortgang am aeskrigen Tage stand ein . Schatten über dem Hause. „Sie sollte es nicht so ferner nehmen", meinte er nach einer Weile. „Es iss: doch kein Abschied auf Nimmerwiedersehen! Ray- ' inond ist gründlich verärgert über die neuen Zu- k sllinde hier. Aber er wird auch von Deutschland grins gründlich enttäuscht sein. Denn es ist jetzt nicht j nnchr dasselbe Deutschland, das ec vor dem Kriege tocmengelemt hat. als er mit seinem geliebten f gireunbe von Schölzer in den Vakanzen nach Tdü- nhgen hinauf reiste! Jetzt sieht's schlimm in Deutsch- Luib aus! Und zu essen gibt's bort drüben auch noch Irnqe nichts!" Melusine lachte leise spöttisch auf: „Du kennst den Mymond schlecht, wenn du meinst, daß das alles itzi von Deutschland wieder Vertreiben könnte!" Alceste schob eine Hand in die Tasche und ging ei lige Schritte auf und ab. Ihr Ton eben erinnerte ibei lebhaft an ihre einstige kampfbereite Kratz- bürstigkeit, mit der sie ihn früher so ost abgefertigt ‘1 bette. Wie sehr wurde ihre temperamentvolle Schlag- se-:ftgkeit, ihr halb lächelndes, halb spöttisches Sich- euslehnen gegen gelegentliche Bevormundungen von ihm immer im stillen geliebt! Zum Teufel, sie konnte doch ein kleiner Nicker bei Gelegenheit sein, und nxnn er sehr ehrlich.gegen sich selbst war, — sehr d ehelich, dann mußte erßich gestehen, daß sie im kiei- ij neu Finger mehr Persönlichkeit besaß, als dieser Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 23. Zedruar (Y28 Reue Bücher. — ES gibt Rechtsbrecher, die nie aus dem Gefängnis tommen, und Rechtsbrecher, die nie in das Gefängnis kommen. Gerade das gefährlichste, das ausgekochte Anrecht kommt nicht vor die Schranken der Gerichte. Es ist seine Eigenart, „nichtjustizfähig" zu fein, unbedingt sicher zu sein vor der Justiz. Deshalb aber benötigt die menschliche Ce'ellschaft „Ergänzungen zur Justiz". Diesen Gedanken behandelt Dr. W. B r 5 n n e r in einem eben erschieneaen Buche: „Ergänzungen der Justiz" und „Anrecht, von dem nicht die Rede i ft“. Berlin-Kohlhasen- brück. „Fairneß '-Verlag, brosch. 6,75 Mk. Der "Verfasser hat offenbar sein Buch ge chrieben, weil er nicht zur Ruhe kommen kann bei der schmerzenden Erfahrung, die wir ja alle gemacht haben, daß es so unendlich viel empörendes und frech triumphierendes Anrecht gibt, gegen das nirgendwo ein Kraut gewachsen fein soll. Wem sind sie im Leben noch nicht begegnet, die Impertinenten, die Recht in Aacecht verkehren und Anrecht in Recht und Verdienst, die alle Absichten und alle Mittel der Justiz zuschanden machen, die unser Blut und unsere Wut zum sieden bringen und gegen die wir macht'os sind wie der Gefesselte, der am geschmiedeten Gitter rüttelt. In eines jeden Menschen Schicksalslinie wohl hat solch ein Riederträchtiger irgendwann und -wie das häßliche Zeichen seines unerbetenen, verkrümmende i Eingriffs gesetzt. Pharisäer hat sie die Bibel genannt, ..Krypio- Kriminelle" nennt sie der Derfafjer. Für alle die zahllosen Opfer dieser Raffinierten erhebt dieses Buch die le'.denfcha'tliche Anklage und noch leidenscha'tlicher die Forderung aus Schuh und Abhilfe. Die Bedrohten, die Opfer selbst sollen den Kamps gegen die Kriminalität des Raffinements au,nehmen, sie und die Gesellschaft. Der Verfasser hat ein richtiges überreiches Kriminalmuseum von Tricks und Schlichen, von Masken und Fallen dieser Gilde der Edelgauner zusam rengeftellt, und fein Kalkül ist sicher richtig, daß kein Tatbestand von Anrecht (von ethischem Anrecht natürlich!) sich lange mehr halten kann, wenn er erst einmal cnt'qrDt und an den Pra 'ger gestellt ift. Entlarvung und Signalementsverbreituag soll der Ausgekochtheit das Handwerk erschweren und den Bedrohten zum Selbstschutz 'wappnen. Die Krypto-Kriminellen, die sich jenseits der Justiz angesiedelt haben, benötigen ja zu ihrem Leben die Gesellscha t mehr als irgend etwas anderes und partout vertragen gerade sie nicht die Deklassierung, mit der sie eine justizübende Gesellschaft bedrohen kann. Also ist es auch Sache und Ausgabe der Gesellschaft, dies Amt zu übernehmen, um der einzelnen und um der Gesamtheit willen. 17 — Elsce Frobenius: M i t uns zieht die neue Zeit. Eine Geschichte der deutschen Jugendbewegung. 430 6ei:e i 8° mit 16 Tafeln. Deutsche Tuch-Gemeinschaft G. m. b. H., Berlin SW 69. — Eine Gesckichte der ge"amten, großen, vielgliederigen Jugendbewegung in Scutfölanö; eine Ehcontk auf sorgsame Ducch-r >e.tung e nes weitschichtigen Materials, wie auf persönliche Anschauung sicher gegründet, ganz objeitiv, ohne Programm, ohne Polemik, ohne Aufruf und ohne Für oder Wider. Ein Querschnitt, eine historische Darstellung sozusagen aus der Cegenwart, deren Sinn und deren Entstehung am besten durch die folgenden Worte dec Verfasserin gekennzeichnet wird: „Ich beschloß, nicht kritisch und fordernd an die Iugendbev egung heranzutreten, sondern ihr als schlichter Chronist zu nahen, und baute entsprechend den Plan zum Buche auf. Dreierlei war dakei erforderlich: das Treiben der Jugend zu beobachten, wozu ich Sonntags in die Jugendherbergen wanderte. Ansprachen und Gesängen zuhörte und Tanzen und Spielen zusah; mit Vertre em der Dünde In Fühlung zu treten und die Schris en der Jugendbewegung durchzuarle ten. Der „neue Lebensstil" war mir bald vertraut. Bei vielen Unterredungen mit jugenölirei Menschen sah ich aber, daß nicht jeder mir geben konnte, was ich für mein Buch brauchte. Denn viele kannten nur die Gegenwart oder stellten die Ansichten, die in ihrem Bunde herrschlen. als Sinn der gesamten Jugendbewegung dar. So habe ich denn manchen Sommertag in den Bialiot^eien verbracht, um aus dem Schrifttum der Jugend das Werden der Bewegung zu erforschen. Zuerst las ich allgemein einführende Bücher, dann die Schriften der alten Wandervögel, aus denen das absichtslose Werden der 2u. eadbewegung und^ihr Widerspruch gegen die R.e tzanisierung des Lebens am klarsten heroorgeht. Erst später wandte ich mich den Schriften zu. die eine neue Problematik künden ... In eu ich die Geschichte der Jugend e.vegung schrieb, durchlebte ich noch einmal alle Siu e i meines eigenen Werdens. Ihr innerer Sinn war m r völlig vertraut. And ich meine, so müßte e3 vielen „Alten" gehen. Die innere Melod.e des Buchs wird am besten dargestellt durch den Schluß- vers deS von Anhängern aller Richtungea,der Jugendbewegung gelungenen Liedes: „Mit uns zieht die neue Zeit!", und so erhielt das Buch den Titel." — Deutsches Balladenbuch Eine Auslese von Ofto Zimmermann. 3,6 Seiten 8°. Mit Hclzschnilten von A. Paul Weber. Deutsche Dichter = Gedächtnis - Stiftung. Hamkurg-Gro> borstel, 1027. — Das Balladenduch der Deutschen Dichter Gedächtnis-Stiftung, seit 1001 in vielen Tausenden vow. Bänden ins deutsche Dolk gegangen, war lange vergrif.en. Die neue Auflage, die einer völligen Reubearbeitung und Reuauswahl gleichkommt, liegt jetzt vor. Geordnet sind die einzelnen Dichtungen nicht literarisch nach Autoren, sondern nach inhaltlichen Gruppen, Bücher genannt, um die innere Einheit auszudrücken. z. B. Buch der Liede, Buch des Schwertes usw. Ausgelassen sind die „klassischen" Balladen älterer und neuerer Dichter, die jeder schon aus seinem Lesebuch kennt. Der beste Sinn des Ganzen aber ist. daß es ein deutsches Troft- und Kcastbuch ist. erfüllt von alledem, was wir in Liebe und Haß. Gläubigkeit und K'arheit. Demut und Stolz. Scherz und Ernst deutsches Lcbensgefühl nennen. Auch die Ausstattung entspricht allen Anforderungen der heutigen Zeit, Buchschmuck und Bilder sind stimmungsvoll und reichhaltig. Inhalt und Aeußeres zusammen- genommen, ist das Ganze fein Buch zum flüchtigen Durchlesen, sondern ein Besitztum für immer, ein dauernd wertvoller Schah für Haus und Schule, für jung und alt. 79 in fremder Erd e!" D'.e'em Gedamen will der Volksbund dienen, das Gedächtnis an die Ruhestätten ter Ge.al.enen wach halten und diese pliegen. Jeder De ätsche sollte sich daher sagen: Die Sache des Volksbundes ift auch deine Sache, und sollte dies durch Beitritt beweise n!" Wie der Vorsitzende weiter ausführte, sind — veranlaßt durch den Vollsbund — von dem Mit.eldeutschea Reisebureau in Beclin Reisen in Gruppen nach Kriegerfriedhofen an der Westfront in Frankreich und Belgien von Frankfuct a. M. und Köln aus vorgesehen. Es wurden Prospekte verteilt, aus i »i»i—irir-rin Ti«rrv\iiuii»»ija«n^rKmrjgBaBT'ri»Ti Durchschnittstyo, den Pvette verkörperte. Und eigentlich lebte noch> heute ein kleines, aber lebendiges faible für Melusine in ihm —? Aber die Karre war nun einmal verfahren! Damals, als Melusine so töricht war, sich in den eleganten, ritterlichen jungen deutschen Referendar zu verlieben und er selbst sich dann mit Pvette verlobte. Eine Heirat aus Aerger, um jemand, den man nicht gewinnen konnte, zu vergessen und zugleich zu ärgern. Ja, so war das Leben. Die elektrische Glocke schlug draußen an. Melusine hob den Kopf. Nur kein Besuch! Es gab zur morgigen Hochzeitsfeier noch genügend zu richten, und der Abschied vom Bruder lag so schwer auf ihr, daß sie kaum vermochte, allen äußeren Anforderungen mit SklbstbAerrschung nachzukonnnen. Das Mädchen meldete Monsieur Bouvier. Gleich darauf trat Jean Paul mit seiner selbstgefälligen Sicherheit ein, die er nun hier um so mehr zur Schau trug, als er dicht am Ziele seiner Pläne stand: am heiligen Abend hatte die alte Baronin im engsten Familienkreise die Verlobung von Melusine mit ihm veröffentlicht und beglückwünscht. Baronin Helene als Mutter versagte ihre Einwilligung nicht, obgleich er sie sich als Schwiegermutter etwas erfreuter über die Wahl ihrer Tochter gewünscht hätte. Und Melusine hatte vorläufig von einer sofortigen Veröffentlichung in der Allgemeinheit nichts wissen wollen, sondern erklärt: es sei taktvoller, gerade letzt nach Raymonds Fortgehen sie nicht gleich zu publizieren, damit die Oeffentlichkeit nicht Gelegenheit gewänne, einen Zusammenhang zwischen seinem Fortgehen und dieser Berlobuna zu konstru.ieren. Aber der Stein des Anstoßes, als den Bouvier seinen künftigen Schwager von der ersten Begegnung an richtig einschätzte, und dessen ruhiges, scharfes Beobachten ihm jedesmal peinlich und unbequem gewesen war, wurde Bouvier ja nun aus dem Wege genommen, als Raymond Straßburg verließ. Es hätte Bouvier kaum etwas willkommener sein können! Deswegen befand er sich jetzt auch in allerbester Laune. Sein einziges Ziel war nun - Melusine durch erdrückende Liebenswürdigkeit völUg zu umgarnen, damit sie die Zustimmung gab, bei der morgigen Hochzeitsfeier ihres Vetters Alceste ihre Verlobung mit Bouvier bekanntgeben zu lassen. Dann war sein Ziel in wirklich greifbare Nähe gerückt! Dann war es ein leichte», hier als Gatte denen näheres, insbe'endere auch die Preise für die Reise und d'e An.eckunst, ersichtlich ist, es kann aber wegen dec Schwankungen des Franken keine Gewähr für die Höhe der Preise übernommen werden, es muß daher jeder, wec die Reise aus ühren will, sich mit dem Reisebureau direkt ins Benehmen setzen und Vereinbarung treffen. Sie Iahresrechnung für 1927. Aus dec Rechnung für 1 927 geht hervor, daß die Beiträge und Sammlungen in Hessen 15 383,45 Mk. ergeben haben und daß die Ver- wauungskoslen des Lan,esverbandes 371,17 Mk. betrugen. De n Rechner wurde Entlastung erteilt. Ul IT-T—nagTTT aaa»>-.Hni;riiTrwr'.»iinTinT.i i. r imrvgggaBiMl ber liebreizenden Baronesse Welzin-Hammer schlag, als eingcheiratetes Mitglied leitenden Posten an einem großen Orchester zu erhalten, dem sich bald andere ehrenvolle Aemter im musikalischen Leben der Stabt angliehern würden — und selbstverständlich würde man bei der ganzen hier jetzt herrschenden Stimmung ihn als Vollblutsranzosen ganz besonders hofieren! Die Hauptsache war nur, daß er durch die sreiherrliche Familie von Hammerschlag hier lanciert wurde, und er dadurch ganz andere Ansprüche erheben konnte, als wenn er als einfacher Professeur de musique über die Vogesen heruber- gezogen kam —! Er küßte seiner Braut zuerst die Hand, bann hauchte er ihr einen Kuß auf die Stirn. O, er wußte, wie er sich zu benehmen hatte! Denn im dunklen Empfinden, daß Baron Alceste als geborener Edelmann einen scharfen Blick für die Eleganz anderer besaß, ließ Bouvier es sich besonders angelegen sein, in jede seiner Bewegungen den Hauch selbstverständlicher Eleganz und Vornehmheit zu legen. Man hauchte seiner Zukünftigen nur einen Kuß auf die Stirn! Nur ein vulgärer Bauernbursche packte seine Liebste an der Schulter und gab ihr einen Schmatz! t „lieber all den Besprechungen des Hochzeitsprogramms habe, ich ganz versäumt, mich zu erkundigen, teure Melusine, welche Farbe deine Toilette morgen haben iSirb. Da ich die Ehre habe, dich zu führen, möchte ich es nicht unterlassen, dir ein Bukett in der Farbe deiner Toilette zusenden zu lassen!" „Rosa Chiffon! Pvekte hat den Wunsch geäußert, sämtliche Brautjungfern möchten in Rosa kommen." „Welch köstlicher Anblick wird das werden! Also rosa! Eh bien, mackere, was ist selbstverständlicher als daß ich dir ein Bukett ganz aus roso Rosen sende? Wenn es aus den Treibhäusern gibt: echte ba Erance - Rosen! Erinnerst du dich noch der La France, die ich dir damals im Garten meiner Großeltern zum Abschied pflückte?" O ja, wie genau entsann sie sich jener Augenblicke. Auch, daß im Kelch jener Rose noch Regentropfen geschwankt hatten, gleich zitternden Tränen! 2a, gleich Tränen. Und wie dieser Vergleich sich gleich einer dunklen Ahnung über sie damals hatte legen wollen, — trotz des unendlich süßen Rausches, den sie neben ihm im Gartenhause unter seinem Geigenspiel verlobt. Aus der Riederschrift über den letzten Der- tretertag in München, -u dem auch der Reichskanzler einen Vertreter entsandt hatte, wurden noch geschästlicke Mitteilungen gemacht. 3m Anschluß hieran hielt Lehrer Germann, stellvertreienker Dorsitzrnder des Landesverbandes und Vorsitzender der Ortsgruppe Darmstadt, einen sehr über, ich.lichea, interessanten und lehrreichen Vortrag über: „iln'ete fernen Gräber und dir Fürsorge des Dollsbun'es für die deutschen K.leger» gröber I n AuSlande", den der Redner durch Lichtbilder wirksam erläuterte. Es tourten Grabstätten aus Polen und Rußland, Rumänien, sowie dem übrigen östlichen Kampfgebiete (auch aus Kleina ien und Palästina), ferner aus Italien, sowie insbesondere aus Frankreich und Belgien im Bilde gezeigt. Daraus ging hervor, daß viele Grabstätten, namentlich auch in Belgien, noch start verwahrlost sind, im Gegensatz zu den in Belg.en be.ind- lichen, sehr aut (e gei.ichie.en und gep legten englischen Grabstätten, und daß die wücdiae Herstellung der ieätschen Grabstätten noch sehr gto?>e Summen beanspruche > wird, aber auch eine erste Ehrenpflicht des deutschen Volkes und des Volksbunde Z ist! Farbenirust und Erfinder. Eine Millioncnklagc vor dein Landgericht. WER. Frankfurt a. M., 21. Febr. In England hat während des Weltkrieges ein Professor eine für den Kriegsdienst sehr wichtige Erfindung gemacht. Aus dem Wege der Gärung von Stärke stellte er Azeton her, wodurch man das rauchlose Pulver ein,ühren konnte. In Deutschland war feine derartige Er indung schon vor dem Kriege längst vorhanden, sie beruhte aber auf einem andern Veciahren. Der jetzt in Frankfurt a. M. ansäf ige Direktor, Diplom-Ingenieur R a t h a n G r ü n st e i n, der von 1910 bis 1914 bei den Ehemischen Werken Griesheim-Elektron tätig war, vermochte Essigsäure aus Kalziumkarbid zu gewinnen, eine Erfindung, die im Kriege von eminenter Bedeutung war, weil man vom Ausland die Produkte, die zur Herstellung von Essigsäure notwendig waren, nicht mehr beziehen konnte. Grün st eins Verfahren, das durch Patentegeschüht worden ist. brachte die seitherige Tätigkeit der Holzveckoh- lungsindustrie zum Erliegen und spielt heute eine bedeutsame Rol'e in der Indigo- und Kunstseidefabrikation. I ner englische Professor ist an feiner Erfindung reich geworden, aber ©rünftetn hat nicht de besten Erfahrungen mit der materiellen Auswertung feines Verfahrens gemacht. Davon zeugt eine jetzt vor der vierten Zivilkammer des hiesigen Landgerichts gegen die I.-G.-F atbeninbu» ftrie und ihren Vorstand, sowie gegen einen Dr. F. sich richtende F e st st e l l u n g s k l a g e, die auf Schadenersatz abziekt. weil die Interessen des klagenden Erfinders nicht richtig gewahrt worden fe'en. Der Pro-eh schwebt schon längere Zeit. Grünstein hat seine Erfindung 1910 an Gr.esheim-CLktron verkauft, wobei er die weitere Ausarbeitung und die technische Einführung feiner Erfindung übernahm. Es war nur ausfallend, daß Griesheim- Elektron mit der Ausnutzung des Verfahrens zurück hielt und mit zusah, wie andere .Unter» nehmen dec chemischen Industrie Deutschlands die Patente Grünsteins bzw. GrleSheim-Elek- trons verletzten. Es ift darüber nachher zu Prozessen gekommen: sie endeten mit einem Vergleich. Ein neuer Streit entstand, als es sich um die Erteilung einer Generallizenz handelte, ©rünftetn glaubt, daß in der LLenzsrage seine Rechte bei dem Abschluß dec Interessengemeinschaft nicht in dem wünschenswerten Maße beachtet worden find. Auf den Ausgang des Prozesses kann man gespannt fein. Sind wirklich die Rechte des Ensinders verletzt worden und die K age hat Erfolg, so wird der Kläger sicher feine Forderung von Millionen gegenüber dem Konzern geltend machen. Sonderbar, daß diese Abschiedsstunde von ihm damals jetzt so greifbar deutlich vor ihr wieder anf- stieg! J>ab’ ich nur deine Liebe — die Treue brauche ich nicht!" Das war sein Lied damals gewesen. O, Jean Paul Bouvier, wenn dieses nun dein Lebenslicd in Wahrbeit war? — Am letzten Tage feines Hierseins hatte sich Raymond nicht mehr darauf beschränkt, ihr gegenüber Andeutungen über Bouvier zu machen, sondern er ließ sie direkt Einblick in die Antworten der beiden Detektive nehmen. Leidenschaftlich hatte sie sich gegen die Verdächtigungen an Bouvier gewehrt! Mit verbissenem Zorn hatte Raymond es dann auf- gegeben, sie aufjuflären. — £o war der Abschied zwischen den Geschwistern ganz besonders traurig geworden, weil er voll Mißverstehen, voll Trotz und voll Empörung über ihren Eigensinn war: seine guten Absichten anerkennen zu wollen. Aber ein Stachel war doch seit den Aeußerungen von Raymond in ihr sitzengeblieben. Ein Stachel, der sich immer tiefer in sie einnistete, und geaen den sie in ihrem immer noch leidenschaftlichen L:e- besrausch dennoch vergeblich zi< locken versuchte! Ein ausstcigendes Mißtrauen wühlte in ihr. Sie fuhr aus ihren Gedanken auf. Bouvier wurde inzwischen von Alceste an den großen Karb herangewinkt: Alceste hafte bas Spitzen tu ch aufgehoben und lieft ihn einen Blick auf die duftigen Herrlichkeiten werfen: „Betrachten Sie das genau, Bouvier! Damit Sie in der Lage sind, meiner Ku- sine eine ebensolche Corbeille de mariage zu senden, wenn Sie HochMt machen!" Das Lachen von Bouvier klang sichtlich gezwungen. Auf den ersten Blick seh man. daß alles im Korbs aus kostbarem Material gewählt war. Mon Dieu, woher sollte er, der kleine Professor ber Musik aus einem französischen Provinznest dritten Grades, die Mittel haben, um einen so kostspieligen Hochzeitskorb zu senden? Aber mit seiner seelischen Nonchalance beruhigte er sich selbst sogleich im stillen. Wenn erst seine Verlobung mit Melusine veröffentlicht war, und es ging einer baldigen Hochzeit zu, bann erhielt er in der Stadt als Schwiegersohn der Baronin Welzin-Hammerschlag Kredit in jedem Geschäft. Und später bezahlte er die Rechnungen dec ganzen Chose einfach von der Morgengabe, die er sicher von der alten Baronin in nicht zu knapper Weise für ihre Enkelin aus ihrer Prioat- schattille erhalten würde ...! (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. Oie westdeutsche Industrie zur Wirtschaftslage. In Düsseldorf tagte eine sehr zahlreich besuchte Torstands- und Hau)taussch^h.itzung des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und Westfalen. Einleitend hielt Generaldire.tor Dr. Silverberg einen Vortrag über die allgemeine Wirtschaftslage. In der anschließenden Aussprache betonte der Vorsitzende Paul Reusch (Oberhausen), erhoffe, daß die Industrie nicht in eine Laar hineinkomme, in der sich die Landwirtschaft bereits befinde. Die schwere Totlage der Landwirtschaft sei in großen Kundgebungen in deK letzten Lagen zum Ausdruck ge.onmen. Man könne die Entwicklung nur mit e r n st e r S o r g e betrachten. Die heutige Regierung stehe in zu starkem Maße unter dem Druck drr Gewerkschaften. Es sei zu befürchten, daß die Verhältnisse sich vorläufig nicht ändern würden. Das Unternehmertum dürfe für sich in Anspruch nehmen. daß es das Wohl der Allgemeinheit über das Wohl der Industrie stelle. Bei den Vertretern im Parlament und in der heutigen Regierungsweise vermisse man vielfach die gleiche Einstellung. Wenn der Arbeiter streike, so nenne man das Wahrung berechtigter Interessen; wenn die Industrie aussperre, so werde das als Vaterlandsverrat hingestellt. Wenn ein Unternehmen in der Lage sei. den Aktionären wieder eine Dividende für die Hingabe ihres Kapitals, auszuschütten. so gelte das nahezu als anstößig. Man tonne solche Auffassungen nur als abwegig bezeichnen. Generaldirektor K ö n g e t e r verwies auf die Totwendigkeit der Herauswirtschastung eines Ertrages der Werke. Alle sozialpolitischen Maßnahmen der Regierung könnten nur dann durchgeführt werden, wenn die erforderlichen Aufwendungen aus d-m Ertrag gezahlt werden könnten. Dieselbe Voraussetzung müsse bei der Bewilligung höherer Löhne gegeben sein. Die Selb st ko st en der deutschen In d u st r i e seien z.D. um 30 Prozent höher als die der französischen oder Helgi- schen Eisenindustrien. Die Erzeugungsbedingungen seien in diesen Eisenländern in jeder Richtung weit günstiger als bei uns, besonders hinsichtlich der Löhne, der sozialen Aufwendungen. der Steuern. Zinsen usw. Ernst Poensgen ging auf die engen, heute vielfach verkannten Zusammenhänge zwischen Wirtschafts- und Sozialpolitik ein und betonte, bis zum 1. April liefen für mehr als drei Millionen Arbeiter die Tarifverträge ab. Tach den Ankündigungen der Gewerkschaften müsse man den bevorstehenden Kämpfen mit großer Sorge gegenüberstehen. Wie sehr sich eine Lohnerhöhung für die Industrie auswirke, ergebe sich daraus, daß allein 1 Pfennig Lohnerhöhung für diese drei Millionen Arbeiter einen Kapitalaufwand von 80 bis 100 Millionen Mark erfordere. Dabei verlangten die Gewerkschaften heute meist Lohnerhöhungen von 10 bis 15 Pf. Der Vorsitzende des Bergbaulichen Vereins und deS Zechenverbandes. Bergwerksdirektor Dr. Brandt, berichtete über dieLagedesBerg- baues. Hier machten die Löhne einschl eßlich der Soziallasten 2/3 der Selbstkosten aus. Die Soziol- lasten betrügen allein etwa 24 bis 27 Proz. der Bergarveiterlöhne. Der Kohlenberg- bau sei mit seiner Rationalisierung an der Grenze des Möglichen angelangt. Man habe ungeheure Kapitalien aufgewandt, und die Zinsenbelastung fei entsprechend groß. Weitere Selbstkostenermäßigung könnte nur durch negative Rationalisierung, d. h. durch Stilllegung erfolgen, wodurch riesige Verluste an investiertem Kapital und eine Ausbreitung der Arbeitslosigkeit erreicht werden würde. Die Preise im unbesetzten Gebiet seien geradezu ruinös und lägen 4 bis 5 Mark unter den Selbstkosten. Beim Kohlenbergbau werde zuwenig abgeschrieben; die ausgewiesene Rente sei daher künstlich. Unter den Selbstkosten spiele aber im ^ergbau die Fracht im eigenen Vaterlande, besonders an die Küste, eine entscheidende Rolle. In der Frachtenvolitik der Reichsbahn und in der K a n a l b a u f r a g e müsse eine stärkere Berücksichtigung der wirtschaftlichen Erfordernisse des Bergbaues verlangt werden. Es sei ein unmöglicher Zustand, daß der Bergbau für die Fracht einer Kohle vom Ruhrgebiet nach Hamburg den gleichen Betrag aufwenden müsse, wie der Engländer für die Kohlenfracht von Cardiff nach Rio lBrasilien). • Erhöhte Quote bei der Hessischen Landeshypothe.enbank Darmstadt. Wie der LPD. erfährt, wird die bald auszu- weisende Quote der Teilungsmasse sich gegenüber der letzten am 30. Iuni 1927 ausgewiesenen Höhe wesentlich günstiger gestalten. Die Minimalquote beträgt voraussichtlich 17,80 gegen 15,67, die Ma-imalquote 19,20 gegen zuletzt 18,89. Bekanntlich hat das Institut eine erste Teilausschüttung von 10 Prozent durch Liquidations- Pfandbriefe angekündigt. — Auch die Quote für die Kommunalobligationen des Instituts werde mit mindestens über 10 Prozent gegen etwa 9,50 Prozent zuletzt angenommen. FranLsurtcr Abcbör se. Frankfurt a. M., 23. Febr. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers:) Tendenz: etwas freundlicher. — Die Börse eröffnete in etwas freundlich ererStimmung. und die Kurse konnten sich nach den Abschlägen der beiden letzten Tage meist leicht erholen. Die Spelu- lation, die verschiedentlich feere er aut halte, nahm Deckungen vor, da der Beschluß der Metallarbeiter, am Freitag die Arbeit wieder auszunehmen. befriedigte, und die Stimmung etwas beruhigen konnte. Eine Anregung bot ferner die Hausse in Kun st seidewerten an der gestrigen Londoner Börse. Im allgemeinen herrschte jedoch diefeVe Geschäftsstille, wie an den Vortagen, und die Börse litt wieder stark unter dem andauernden Ordersma igel. Gegen die gestrige Abendbörse konnten sich überwiegend kleine Kurserholungen von ca. 1 Prozent durchsetzen. nur aüf einigen Spezialgebieten war die Nachfrage etwas reget. So nahmen in Frei- gabewerten die Deckungen ein größeres Ausmaß an. Tarent ich Scheide- anstalt waren verlangt und 2 Prozent hö'er. Ha ag und Tordd. Llo.)d gelt an en nur 0,75 bzw. 0,5 Prozent, doch konnten die Kurse im Verlause weiter leicht anziehen. Etwas leb- bafter nmgefeht wurden ferner Zellstoff-Wald- Hof. d e 2.5 Pr zenl hohe.' er ffnct n. Aschas en- Lutger blieben Dagegen nur knapp behauptet. Am M 0 n t a n m a r k t bestand für Harpener, Mannesmann und Rheinbraun etwas Intere.se bei durchschnittlich Iprozentigen Besserungen. Elektrowert e gewannen 1 bis 2 Prozent. Gesfürel nur behauptet. I.-G.--F arben blieben vernachlässigt und nur gut behauptet. Auch Banken außerordentlich sti'l und fast unverändert. A u t 0 a k t i e n etwas lebhafter. Kleyer plus 1 Prozent. Daimler plus 1,5 Prozent. Deutsche Anleihen lagen still. Don ausländischen Renten Türken etwas gefragt. Im weiteren Verlauf kam das Geschäft f a st völlig zum Stillstand. Die Kurse bröckelten überwiegend leicht ab. I.-G.-Farben lagen im Angebot und waren 1,5 Prozent schwächer. Schifffahrtswerte blieben dagegen widerstandsfähig und güt behauptet. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6 Prozent. Im Devisenverkehr notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,1893, gegen London 20,445. London gegen Kabel 4,8790. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,12, Madrid 28,76. Berlins Börse. Berlin, 23. Febr. Im Anschluß an den Vormittagsverkehr eröffnete die Börse in etwas freundlicherer Stimmung. Der Beschluß der Metallarbeiter, am Freitag die Arbeit wieder auszunehmen, hat eine gewisse Beruhigung her- oorgerufen. Bei den ersten Kursen kam in geringem Umfange Ware aus fremden Geschäften heraus, die jedoch von der Spekulation, die einzelne Deckungen vomahrn, glatt ausgenommen wurde. Eine Stütze bot der Börse auch die Bewegung in Kunstseideaktien. Die Hausse die,er Werte in London hatte schon gestern hier zu Käufen angeregt, die sich heute weiter sortsetzten. Glanzstoff und Bemberg konnten 6 Prozent anziehen. Auch Texti'werte waren im Zusammenhang hiermit gesucht und fester. Im allgemeinen war das Geschäft nicht erheblich, doch lagen die ersten Kurse 0,5 bis 1 Prozent über Anfang. Freigabewerte un.iiheitlich, meist aber etwas fester. Lebhaftes Geschäft hatten Oberbedarf, die 2 Prozent anzogen. Dagegen Schubert & Salzer minus 4 Prozent und Feld- mühle minus 2 Prozent. Banken konnten ihre gestrigen Schlußlurse kaum behaupten. Deutsche Anleihen leicht befestigt. Ausländer still, zum Teil etwas anziehend. Pfandbriefe iwch nicht zu übersehen. Tach den ersten Kursen wurde das Geschäft, ausgehend von Glanzstoff, belebter. Allgemein ergaben sich neue Gewinne von 0,5 Prozent. Glanzstoff plus 3 Prozent, Bemberg plus 6 Prozent. DHeinstahl, Mannesmann und Polyphon plus 1 Prozent. Später wurde es wicder etwas ruhiger. Glanzstoff err.ihten wieder ihren Aufangsstand, die' übrigen Werte lagen 0,25 Prozent schwächer, doch meist noch über Anfang. Lebhaft und fest Hamburg-Süd und Hansa, die 3 bzw. 2 Prozent höher lagen. Tordd. Lloyd plus 0,5 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Febr. Die Gesamtmarktlage war an der heutigen Börse wesentlich freundlicher. Die Weizenpreise wie auch die Mehlpreise zogen an. Das stockende Mehlgcschäft belebt sich feit einigen Tagen etwas. Auch Kleie liegt etwas fester, obwohl der Umsatz immer noch verhältnismäßig klein ist. Für spätere Termine ist Kleie wesentlich höher offeriert,, doch finden Abschlüsse nicht statt. Braugerste in guten Qualitäten ist bei höheren Preisen gesucht. — Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs, 25,25, Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Proz. Feuchtigkeit, 22,75 bis 23,25; Roggen 25; Sommergerste für Brauzwecke 28 bis 31; Hafer, in- ländi cher, 24 bis 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 22,75; Mais (gelb) für andere Zwecke 23,45; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37 bis 37,50' Roggenmehl 31 bis 36,25; Weizenkleie 14 bis 14,25; Roggenkleie 15 bis 15,25. Tendenz: Fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Febr. Auftrieb: 49 Rinder, 893 Kälber, 206 Schafe, 644 Schweine. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71; geringe Kälber 56 bis 64. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Meidemast) 51 bis 54; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 50; fleischiges Schafvieh 35 bis 39. — Schweine: Vollsleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 55 bis 56; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 53 bis 55; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 52 bis 54 Mk. Kirche und Schule. Oekanaiskonferenz in Gießen. hr. Am Dienstagnachmittag trafen sich die Geistlichen des Dekanates Gießen fast vollzählig zu einer Konferenz, die unter Leitung von Dekan Gußmann, Kirchberg, stand und bei der auch der Superintendent, Oberkirchenrat Wagner zugegen sein konnte. Den Beginn machten einige geschäftliche Erledigungen: zum Tachsolger des Leiters des Dekana.ts- Erziehungsvereins, bislang Pfarrer Wahl, Lang-Göns, wurde Pfarrer Bönning, Rödgen, gewählt. Eine eingehende Aussprache erfolgte über die Erfahrungen im Kon- sirmanden-Unterricht, zumal in seiner Beziehung zum Religionsunterricht tfe: Schule. Das Hauptreferat erstattete Pfarrer Schultheis, Grohen- Linden; er sprach in einem großangeleglen, fünf» viertelstündigen Vortrag an Hand der statistischen Au nahmen von Füllkrug über „Selbstmord und Lebensmü'e". Das Material war eingehend gesichtet nach Stand und Beruf, Personenstand, Konfession der Selbstmörder, Art des Selbstmordes bei Männern und Frauen, Schülerselbstmorde usw. und gipfelte in einer Beurteilung des ganzen Frac-enlomple>es, die deutlich werden ließ, daß es meist völlig entwurzelte, irreligiöse Menschen sind, die zu diesem Mittel greifen, und welch große Verantwortung und Pflicht der kirchlichen Gemeinde sollen Lebensmüden gegenüber obliegt. Die Aussprache über den Vortrag war um deswillen bedeutsam, als zwei Nicht- theologen, die als Gäste geladen waren, das Wort ergri fen. Zunächst ging Medizinalrat Dr. Walger, Gießen, auf einge.ne Fragen ein und beleuchtete sie vom Standpunkt der modernen Psychoanalyse aus, vor deren gewaltigen Auswüchsen und ungesunden Extremen, die alle Schäften aus erotische Derdrängungslomp'.exe zurück,ühren wollen, er besonders warnte. Dem konnte auch der Heilpädagoge, Dr. Iohamics Reumann, Gießen, zustimmen, der vom Standpunkt des Individualpfychologen zu den Fragen Stellung nahm und mit seinen Ausführungen bei allen Te'lnebmern auf regstes Intere.se stieß. Wegen ter ro:g: chrit e.ten -Seit mußte die Konferenz danach geichlossen werden. * )( Stockheim, 21. chjurr a.M Berlin Berlin 2 . Ttehr. (Selb Wf । Hranjoniche Roten Holländische Roten . «tolienische Roten ..... Rorwegiiche Roten..... ®eutf(f)-Ccflcrt., ä 100 Kronen Rumänische Roten...... Schwedische Roten...... Schweijer Roten....... Spanische Roten....... Tschechoslowakische Roten . . Ungarische Raren . . Setiifenmartt Berlin Telegraphische HTJi 168,03 22.20 111.19 53.90 2,545 112,05 80.395 70.98 12,375 72 95 -Aranttur Aus 4 ad ifiTBö 168,71 22,28 111.63 59.14 2.565 112.49 80,715 71.26 12.4X5 73,25 a. SL ung. Schlich- K >r. I-Uhr- Kurs Sch ufe- R"re An>ang Kur Schlub Svrs 1-Uhr- 1 K"rs | Sch.uh 'An,ang $V'rs Kur Schlub K rs -'»hr- K»rs Sch "b K >r<» •Anter. Kiir Datum: 22 2. 23. 2. 22 2. 23. 2. Damm: 21 2. 23 2. | 22. L I 23 2. Datum: 22. 2. | 23. 2. 1 22. 2. | 23. 2 F/« Dl Rrichsanleihe 0 1927 Dt Anl tibloi Schuld mit Auslos -Rechten Desai. ohne AuSi | -Rechten »•/o ftrai.ft pvp -Bl. Oo bvt unkündbar dis -932 4‘/»°/o Rheim ich, 6n6 -Dank liiqu -0o dvi C te <3 üta DorkriegS.Obligationen rudtablbar 193? d1'. Schweiz Bundesb.-Anl. Ungarische Goldrie 4°/» Ungarische Siaaisr v 191b 4»/,°/ oesgl von 1913 4% Ungarische Äronenrke 4°/ Tuck HoUanleihe v 1911 4% Zürl Baodadbahn-Anl Serie 1 4e, deSgl Sert. 11 4ee Rumänen converi R«e 4'/,", Rumänen Soldanl von 1913 tlUa DtumDr Elienbadn 4'/, Lamdura-Amerila Palei. g vamb -Südam Lamo sch b Hansa Daumsschist 6 Norddeutscher Lloyd 6 8111g Deutsche Lrediianft. 10 Bann r Bankverein lu Berlinei pandrlSyeiellsch. 12 Commerz und Prioal-Bl 1 . lannft u Raiionalbank 12 Teuiiche Dank 10 T'Slonio Gesellschaki Am u Dresdner Dank io SXinrldruiiche LredUdank 9 vieiaUbank .......8 Reichs bank ...... 1" 87.25 52 15,55 - 34 4 2 1.3 24.85 5,05 154 154.75 113.5 146 176.25 230 165 Iü8 160 126.5 52 15,5 87,5 52.1 15.65 4jj 24,8 24,25 1.65 13,7 14,2 13,6 16.75 1'3.75 214 240 154.25 143,25 146 75 408.5 115.75 429.6c 164 6 M.75 160 422.25 127.25 191.25 1 s*. 1 «< Illi 1 ” 1 ' >": ”1 1 1 1 l 2 5 2 — ’-O&’ «■ — fl. i£ & 7 Bergmann .......8 Elekrr Lieferungen • . . lo liidji und Krau ... 10 Wellen L (Ämll aume .6 Ke! 1 Eiek r Uniern 10 vamd Elekti Werke . - lo Rbein Elcttr .... 8 Schlei. 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Äadftabt . . . 8 ’i: aDB A R-rcitao l. SchalldeiS Bayeudoker. 15 Lfiwerke . . 12 Ber Elanzstoff ... 15 Bemberg ......8 Sellfio Walddof... 12 Jcllfiort Aschaffenburg 10 Cbarloti nburger Waller 7 efiaurr GaS 8 Daimler Molaren ... 0 Demag .... 0 Adlerwerk, Hieve».... 0 Vubro roeitt . । । . 1 Rai Auiomooll ... e Crnft in 4 ckkovvel .... 4 Hinte Ha mann . .. . c L'conbnrD Tiey . . . f Bo mag- egi-m ... 0 Frankl M. lchmeo .... 0 '• rienti ....... 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