Nr 501 Erstes Blatt 178. Jahrgang Samstag, 22. Dezember 028 (Er]d)tin; t ä g U ch, außer Sonnlags und feiertags. Beilagen Die OQuftrierte Gießener Familien blätter Heimat im 'Bilb Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Geaalt. Fernsprechanfchlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Hießen. Postscheckkonto: Zronlsurt am Main 11686. GietzenerAnzeigek General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und verlos: vrühl'sche UniverfttStt-vuch- und Ltelndruckerei H. Lanze in Sieben. Schnftleitung und Geschäftsstelle: ZchMrabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichsp'ennig; für Ne- Klameanzetgen von 70m Breite 35 Neichspfennig, Platzoorfchnjt 20 , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich iür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Te.l itnift DIumfchcin: für den Anzeigenteil Äurt Tillmann, sämtlich in (Biegen. Nette Beschemng. „Morgen, Kinder, wird's was geben, morgen werden wir uns freuen!“ so fingen unsere Kleinen nun schon lange, und immer großer wird die Spanung bis zu dem Augenblick, wo Later schellt, die Tur zu dem bis dahin sorgsam verschlossenen Allerheiligsten aufgeht und Buben und Mädels vor ihren Gabentischen unter dem glitzernden Lichterbaum stehen. Die großen Leute, die sich auch in der Vor- Weihnachtszeit notgedrungen oder freiwillig, je nach Temperament und Laune um so etwas wie Politik kümmern, haben es bei weitem nicht so gut, wie das kleine Volk mit seinem Wunschzettel und seinen Ueberraschungen. Das gibt es zwar in der Politik auch alles, aber was uns dieser Weihnachtsmonat in dieser Hinsicht brachte, war eine „nette Bescherung“ in wahrstem Sinne des Wortes. Zwar blieb die seit vielen Jahren zur Weihnachtszeit und Jahreswende obligate Regierungskrisis diesmal aus. Aber man hat sich redliche Mühe gegeben, dem deutschen Volke dafür vollwertigen Ersatz zu schas- fen. Ein Reichshaushalt mit einem Defizit von 600 Millionen Mark und zuguterletzt noch ein offener Krach zwischen Reichskabinett und Staatsgerichtshof, das sind eigentümliche und wenig erfreuliche Weihnachtsgaben auf den Beschertisch des deutschen Staatsbürgers. Das Riefenloch im Staatssäckel ist seit langem keine Ueberraschung mehr. Was der Reichsfinanzminister Dr. H i l f e r d i n g in der Racht- fitzung des Reichstages den schon nach ihren Ur- laubszügen strebenden Volksboten noch schnell verkündete, war keineswegs neu. Reu war lediglich das offene Bekenntnis Herrn Hilferdings, in den langen Wochen, seitdem ihm die Lage der Reichsfinanzen bekannt war, kein Mittel gefunden zu haben, um den Etat auszubalancieren. Woher das nicht alltägliche Defizit von rund 600 Millionen Mark kommt, erklärt sich ziemlich leicht. Das Jahr 1929 ist das erste volle Rormal'ahr für die Repara- tionszahlungen aus dem Dawesabkommen. Statt bislang 1247 Millionen werden wir künftig 1540 Millionen Mark, also rund 300 Millionen Mark mehr, aufzubringen haben. Diesen zwangsläufig erhöhten Ausgaben stehen jedoch gegenüber dem letzten Etatsjahr nur 300 Millionen Mark vermin- öerte Einnahmen gegenüber, die sich bisher aus Ueberfchüsien früherer Jahre und einmaligen Ein- nahmen, z. B. aus Münzgewinnen ergaben. Daß es einmal so kommen mußte, hat man schon vor Jahren gewußt, bestimmt aber in diesem Sommer. Trotzdem war eine der ersten Taten des sozialistischen Reichsfinanzministers die Senkung der Lohnsteuer, die ohne den Steuerträgern im einzelnen eine spürbare wirtschaftliche Erleichterung zu bringen, für das Reich einen Ausfall von gut 100 Millionen Mark bedeutete. Run steht Herr Hilferding händeringend vor feinem Voranschlag und weiß nicht, wo er den Rechenstift ansetzen soll. Von einem rechtzeitigen Einbringen des Etats ist schon überhaupt keine Rede mehr; Reichskabi- nett und Parteien schieben sich gegenseitig die Schuld daran zu. Die Regierung behauptet, ohne eine feste Koalition als Rückhalt könne sie der schwierigen Finanzlage nicht Herr werden, die Parteien roenbAi dagegen ein, daß sie erst wissen müßten, wohin finanzpolitisch die Reise gehen soll mit Herrn Hilferding als Kutscher, bevor sie sich zu einer festen Bindung entschließen könnten. Keiner will den Anfang machen und so ist tat- sächlich nichts oder nicht sehr viel geschehen. Der Personaletat des Reiches sieht keine Einsparungen vor, er wird sich sogar noch um einiges erhöhen durch den Beschluß, die Reichsbeamten nicht schlechter zu stellen, als die preußischen Beamten. Bei den sachlichen Ausgaben tobt nun seit Wochen ein erbitterter Kampf mit den einzelnen Ressorts, um jeden Pfennig, den der Reichsfinanzminister streichen möchte. Sehr erfolgreich scheinen seine Bemühungen in dieser Richtung bislang nicht gewesen zu sein, können es auch wohl kaum sein, ehe nicht endlich einmal die nun lange genug theoretisch erörterte Verfassungs- und Verwaltungs- reform einen Abbau der Staatsausgaben und damit eine Neuorganisation unseres Behördenapparats bringt. Aber darauf können wir nicht warten, wenn wir auch — sollte Reinholds Wort von den Reformen, die nur hart am Rande des Defizits in Angriff genommen werden, wahr werden — begründete Aussichten haben, daß man einmal da- mit beginnt, denn schlimm genug ist unsere Lage und bei der fallenden Wirtschaftskonjunktur können wir wenig Hoffnung hegen, aus dieser Klemme bald heraus zu kommen. Man hat nun daran gedacht, die Ueb er Weisungen an die Länder, die diesen nach dem vorläufigen Finanzausgleich aus der Einkommen- und Körperschaftssteuer zustehen, nach oben hin zu begrenzen, um einmal selbst Geld in der Hand zu behalten, zum anderen aber auch Länder und Gemeinden ihrerseits zu Einsparungen zu zwingen. Von dem Erfolg solcher erzieherischen Maßnahmen wird man indessen kaum jemand überzeugen, solange nicht daran gedacht wird, die mit dem Steuervereinheitlichungsgesetz zugesagte Senkung der Realsteuern auch tatsächlich durchzuführen. Im übrigen ist dieser Plan bereits dadurch illusorisch geworden, daß Preußen mit Billigung des Reichsfinanzministers feinen eigenen Haushaltsvoranschlag aus Grund des seitherigen Finanzausgleichs fristgerecht dem Landtag vorgelegt hat. Man hat ferner erwogen, die Erbschaftssteuer zu erweitern und Zuschläge zur Vermögenszuwachs- [teuer zu erheben. Beides sind sehr bedenkliche Maßnahmen, doppelt bedenklich in der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage unseres Volkes, dessen Schicksal davon abhängt, ob es ihm gelingen wird, in absehbarer Zeit selbst wieder eigenes Kapital in angemessenem Umfange zu bilden. Maß nahmen, wie die oben erwähnten, würden nicht Attentat auf den Kolmarer Generalstaatsanwalt Fachs t Oer Ankläger im Kotmarer Autonomistenprozeß durch die Gchüffe eines Elsässers schwer verletzt. - Oer Täter stellt sich der Polizei. - Keine Verbindung mit politischen Parteien. Paris, 21. De;. (1BI23.) 3n der Wohnung des früheren Generalstaalsanwaltes Fachot, der im Kolmarer Autonomistenprozeß eine große Rolle spielte und spater zum Rat am Kassa, tionshos in Paris ernannt worden war, erschien heute früh um 8 Uhr ein junger Mann und fragte nach Fachot. Als er ablehnenden Bescheid er* hielt, ging er fort, kam aber um 9 Uhr wieder. Diesmal wurde ihm vonFachot selbst geöffnet. Der Besucher zog einen Revolver und feuerte dreimal auf Fachot, der von zwei Schüssen im Unterleib getroffen zusammmen- brach. Der Täler entfernte sich dann eilig und enttarn unerkannt. Fachot wurde in eine Klinik geschafft, wo er operiert wurde. Die Eingeweide sind durch Revolverschüsse an sieben Stellen zerrissen. Fachot erklärte dem in seine Wohnung eilenden Polizeikommissar vor der Ueberführung in das Krankenhaus, daß er bereits in kolmar während des Aulonom.stenprozesfes und nach feiner Beendigung Zuschriften erhalten habe, In denen man ihn mit dem Tode bedroht habe. Auch in Paris feien ihm, besonders in der letzten Zeit, derartige Zuschriften zugegangen. Lei dem Attentäter, der sichderPolizel gestellt hat, handelt es sich laut „fjanas“ um einen gewissen George Benoit, geboren am 2. Juni 1900 In walburg (Departement Riederrhein). Rach seinen Angaben ist er eine Zeitlang in Straßburg Schlächter gewesen und vor einem Tttonat nach Paris gekommen. Seil längerem hat er nicht mehr gearbeitet, sondern sich auf die Suche nach Fachot gemacht. Benoit hat, wie havas berichtet, bei seiner ersten Bernehmung zugegeben, daß er Autonomist sei und Elsaß- Lolhringen habe retten wollen, vor drei Tagen habe er beim Kassationshof sich die Adresse Fachots geben lassen und habe heule morgen bei ihm vorgesprochen. Oer Anschlag. Fachot schwer verletzt. — Der Täter verläßt unerkannt das Hans. Paris, 21. Dez. (S^L-AIn.) Zu dem Anschlag auf den Generalstaatsanwalt Fachvt, der in unmittelbarem Zusammenhang mit seinem scharfen Vorgehen in den Autonomisten-Prvzessen stehen dürfte, werden folgende Einzelheiten bekannt: Am Freitagvormittag gegen acht Llhr erschien ein Mann, der stark elsässischen Akzent sprach, in der Wohnung 126 Avenue de Versailles, die der Generalstaatsanwalt erst gestern bezogen hatte. Der Mann wurde von der Gattin Fachots empfangen, er fragte nach ihrem Mcnrne, dem er eine wich - tigeMitteilung zu machen habe. Es wurde ihm bedeutet, Fachot sei nicht anwesend. Er werde erst in etwa einer Stunde Wiederkehren, ihn neun ilhr sprach dann der Attentäter wieder vor und wurde diesmal von Fachot selbst empfangen. Es entspann sich dann folgende Unterhaltung: „Sind Sie selbst Herr Fachot?" „Ja!" „Der Generalstaatsanwalt?" „Bestimmt!" Der ilnbekannte zog dann einen Revolver hervor und gab auf Fachot unvermittelt drei Schüsse ab. Zwei Schüsse gingen in den Unterleib, der dritte auf den Boden. Als Fachot die Schüsse erhalten hatte, griff er sich vor Schmerzen gekrümmt an den Leib und stöhnte: „Ich bin verloren! Es ist ein Mensch vom KolmarerProzeß, der die Tat vollbrachte!" Inzwischen hatte der unbekannte Tater in aller Ruhe die Tür zur Wohnung Fachots hinter sich geschlossen unb war die Treppe hmuntergegangen. Im Hausflur stieß er auf die Frau eines im Hause wohnenden Arztes, die sich mit der Pförtnerin unterhielt und den hinuntergehenden jungen Mann auf die Schüsse aufmerksam machte. Ohne irgend ein Anzeichen von Aufregung erwiderte dieser, daß er die Schüsse vernommen hätte, und daß sich im 3. oder 4. Stockwerk anscheinend ein M:e er das Leben genommen habe. Er könne sich aber nicht aufhalten, da er es sehr eilig habe. Der Tater konnte darauf das Haus unbehelligt verlassen. De beiden Frauen, die inzwischen den int Hause wohnenden Arzt benachrichttgt hatten, begaben sich nunmehr in die Wohnung Fachots, wo der Arzt dem Verletzten die erste Hilfe gewährte und sofort einen Krankenwagen herbeirufen ließ. Die erste am Tatort angeftellte polizeiliche Untersuchung hat — abgesehen von den drei Patronenhülsen — einen Brief zutage gefördert, der dem Attentäter in dem Augenblick au« der Tasche gefallen fein muh, als er den Revolver zog. Der Brief lautet: „Herr Generalstaatsanwatt! Ich bitte um eine Zusammenkunft. Ich erwarte Sie im Sole! „QU ober ne“. Place de la Republique. Eine Freundin." Oas erste Verhör. Persönlichkeit und Beweggründe des Täters. Paris, 22. Dez. (Havas. Funkspruch.) Benoit ist nach seiner Selbst st ellung bis Mitternacht verhört worden. Gr erklärte, er habe seine Tätigkeit als Schlächter wegen Krankheit aufgeben müssen. Während seiner Krankheit habe er die Berichte über den KolmarerPro- zeh gelesen und sich dabei die Auffassung gebildet, dah Generalstaatsanwalt Fachot für die Festnahme b^r Autonomisten verantwortlich sei. Er habe Hugestanden, Autonomist zu sein, jedoch treibe er nicht aktiv Politik. nur die äußerst bescheidenen Anfänge heimischer Kapitalbildung vernichten, sondern auch den eben wieder erwachten Sparsinn unseres Volkes im Keime töten. Bleiben schließlich die V e r b r a u ch s- steuern: Ausbau des Branntweinmonopols, Tabak-, Bier- und Weinftcuer. Abgesehen von der Tatsache, daß eine Erhöhung der Biersteuer von der Bayerischen Volkspartei und vielleicht auch vom Zentrum rundweg abgelehnt werden würde, und infolgedessen zum Angelpunkt einer Koalitions- ftifis werden könnte, so scheint der Reichsfinanzminister selbst wenig Hoffnung zu haben, mit den Erträgnissen erhöhter Verbrauchssteuern das Loch im Etat zuzustopfen. Da auch wenig Aussicht besteht, daß Herrn Hilferding unter dem Tannenbaum die erleuchteten Gedanken kommen, die in den Monaten vorher so konstant ausgeblieben sind, so werden sich nach den Wcihnachtsferien Regierung und Parteien doch wohl endlich zusammensetzen müssen, um in gemeinsamer, sehr energischer Arbeit einen Weg zu finden, der am finanziellen Zusammenbruch vorbeiführt. Eine nicht minder unerfreuliche und dabei auch noch im Grunde recht überflüssige Weihnachtsbescherung ist der Konflikt zwischen Reichsregierung und S t a a t s g e r i ch t s - Hof um die Besetzung der Berwaltungsratssitze der Reichsbahn. Aus einer an sich uralten Scharteke des innerpolitischen Kampfarsenals könnte sich eine regelrechte Staatstrifis entpuppen, wenn es nicht im letzten Augenblick dem so oft schon bewährten Dermittlungsgeschick und dem großen Takt des Herrn Reichspräsidenten auch diesmal wieder gelingen wird, einen Ausgleich herbeizuführen. Verheißungsvolle Anfänge find ja schon gemacht durch das gestern veröffentlichte Handschreiben des Reichspräsidenten und den Begleitbrief des Reichskanzlers an den Vorsitzenden des Staatsgerichtshofs/den Reichsgerichtspräfidenten Dr. Simons. Die Vorgeschichte des heute auf einen Krisenpunkt zusteuernden Konflikts geht in die Gründungszeit der heutigen Deutschen Reichsbahn- gesellschaft zurück, ja liegt eigentlich noch früher, als nämlich die Länder ihre Eisenbahnen dem Reich abtraten, sich dabei jedoch für den neu zu bildenden Verwaltungsrat die Ernennung je eines Mitgliedes vorbehielten. Das war jedoch vor dem Inkrafttreten des Damesplans, der bekanntlich die Deutsche Reichsbahn den Reparationsgläubigern verpfändete. 1 In dem nach dem neuen Statut zu bildenden Ver- > maltungsrat waren von achtzehn Mitgliedern neun Deutsche, von denen wiederum vier durch den Treuhänder und die restlichen fünf vom Reich zu ernennen waren. In aller Erinnerung ist noch der unerquickliche Streit zwischen Preußen und dem Reich um einen durch Todesfall erledigten Verwaltungsratssitz, den das Reich ohne die Zustimmung Preußens mit dem ehemaligen Reichskanzler Dr. Luther besetzt hatte. Preußen erhob damals Klage vor dem Staats gerichtshof mit dem Erfolg, daß der nächste freiwerdende Sitz mit einem von Preußen benannten Manne besetzt werden mußte. Das ermutigte auch Baden, Württemberg und Sachsen — Bayern, sonst bei ähnlichen Aktionen immer an der Spitze, war bereits befriedigt — ebenfalls Klage zu erheben auf die ihnen laut dem seinerzeitigen Abtretungsvertrag zustehende Vertretung im Verwaltungsrat. Sieht man einmal von der Rechtslage ganz ab und betrachtet lediglich die politischen Konsequenzen eines solchen Vorgehens der Länder, so ergäbe sich die unmögliche Situation, daß von den neun Deutschen im Verwaltungsrat der Reichsbahn fünf von den Ländern ernannt werden müßten, und das Reich, also der tatsächliche Eigentümer der Reichsbahn, nur über eine Minderheit von vier Stimmen in dem Verwaltungsrat seines eigenen Unternehmens verfügen könnte. Schon allein die Erwägung, daß es fick in diesem Gremium darum handelt, deutsche Gesamtinteressen gegenüber denen der Reparationsgläubiger zu vertreten, müßte Beweis genug fein, für das völlig Absurde, diese deutsche Jnteressen- wahrung nun nicht etwa nach den großen Gesichtspunkten des Ganzen, sondern durch Vertreter der einzelnen Länderregierungen unter Berücksichtigung ihrer Sonderwünsche vorzunehmen. Zweifellos ist dies von den klageführenden Ländern auch gar nicht beabsichtigt. Sie erstrebten lediglich einen Rechtsanspruch, auf Grund dessen sie vielleicht gemeinsam oder im Wechsel einen Mann ihres Vertrauens in den Verwaltungsrat der Reichsbahn delegieren können. Um so betrüblicher ist es, daß dieser sachlich gewiß ohne große Schwierigkeiten beizulegende Streit durch eine Verkettung von taktischen Ungeschicklichkeiten und Mißverständnisien Formen angenommen hat, die unter keinen Umständen gebilligt werden können. Zum 1. Januar 1929 waren drei durch Auslosung frei werdende Stellen im Verwaltungsrat der Reichsbahn durch das Reich neu zu besetzen. Baden, Württernberg und Sachsen erhoben An- Er fei Separatist, aber in individueller Form. Er habe geglaubt, in Fachol die Ursache allen An Heils zu beseitigen. Dieser Gedanke sei bald stärker hervorgetre.en. bald wieder zurückgetreten Er habe dann in Straßburg gearbeitet und gepla.tt, eine Stellung als Fleischer in Madagaskar anzunehmen, die Verhandlungen seien aber gescheitert. Er sei am 17. November nach Le Mans gefahren, too, wie ihm zu Ohren gekommen sei. Fachot die Leitung einer Pulverfabrik übernommen haben sollte. Von dort habe er zwei Briese an zwei autonomisttsche Zeitungen geschrieben, dah er Leit Generalstaatsanwalt suche, um ihn zu toten Wenn er festgenommen werden sollte, möge man sich um das Schicksal seiner Frau kümmern Alsdann habe er sich nach Paris begeben. De eits am 19. und 20. Dezember habe er vergeblich in der Wohnung, die Fachot beziehen wollte, nacy diesem gefragt Benoit erklärte, er habe in dem Augenblick auf Fachot geschossen, als dieser in dem Stockwerk, in dem sich seine Wohnung befindet. den Fahrstuhl verlassen wollte. Benoit, der während seiner Vernehmung wein.e und nachdrücklich betonte, dah er unabhängig sei und keiner politischen Gruppe an- gehöre, hat zu seinem Verteidi zer, den Rechtsanwalt Klein, der auf dem Kolmarer Awo- nomistenprozeh als Verteidiger fungierte, gewählt. Ein Bries des Attentäters. Berlin, 22.Dez. (WTB. Funkspruch.) Gestern Abend empfing der autonomistische Generalrat Hauß, einer oer Angeklagten des Kolmarer Prozesses, einen Brief mit ziemlich verwirrten Schriftzügen, der mit G. B. unterzeichnet war. In diesem Brief steht u. a.: Ich habe die Ehre, Jhben bekanntzugeben, daß man demnächst versuchen wird. Sie in einen neuen Konflikt zu verwickeln. Dieser Konflikt bin i ch ganz allein. Entschuldigen Sic meine Handlung. Ich tat es, weil ich meinem Lande damit zu dienen glaubte. Rehmen Sie sich meiner Frau und Kinder an, ich werde meine Tage sicher im Gefängnis beenden. — Auf der Rückseite des Briefes steht geschrieben: Es lebe Rosse! Es lebe Ricklin! Es lebe Elsaß-Lothringen! Es lebe das Volk! — Generalrat Hauß teilte diesen Brief sofort der Polizei mit. Marschall Eadorna f. In Dordighera ist der italienische Marschall. Cadorna am Freitag nach längerem Kr mksein verstorben. Graf Luigi Cadorna wurde 1353 als Sohn des Grafen Raphael Cadorna. geboren. Der Vater Cadornas hatte sich im Krimkrieg ausgezeichnet, leitete 1870 die Einnahme von Rom und war dann bis zur Einverleibung des spruch auf diese drei Sitze mit dem Hinweis auf ihre beim Staaisgerichtshof anhängig gemachte Klage. Einem Antrag Badens auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung wegen Offenhaltung der frciwerdenden Stellen bis zum Urteilsspruch wurde vom Vorsitzenden des Staatsgerichtshofes nicht stattgegeben. Die Reichsregierung hat darauf am 14. Dezember, einen Tag vor der Hauptverhandlung im Streit Länder contra Reich, von sich aus die drei neuen Verwaltungsratsmitglieder ernannt. Sie war dazu genötigt, weil der Treuhänder angefün» bigt hatte, bis zum 15. Dezember die ihm obliegen» den Ernennungen nach den gleichen Gesichtspunkten zu vollziehen, nach denen die Reichsregierung vorgehen werde. In dieser dem Urteil des Staatsgerichtshofs vorgreifenden, durch politische Erwägungen jedoch notwendig gewordenen Entscheidung der Reichsregierung am Vorabend der auf den 15. Dezember anberaumten Hauptverhandlung erblickte der Staatsgerichtshof nicht nur eine Brüskierung, sondern darüber hinaus auch eine Verfasfungsoerletzung beS Reichskabinetts. In einem geharnischten Schreiben, bas in biefer noch nicht bagewesenen Form wohl kaum bas Licht ber Oeffentlichkeit vertrug, roanbte sich der Staatsgerichtshof befchwerdeführenb an ben Reichsprösi- benten und fein Vorsitzender, der Reichsgerichts- präfibent Dr. Simons fügte ber Besckwerde gleich sein Rücktrittsgesuch bei. Die gefährliche Spannung scheint uns nun burch bie Antwort des Herrn Reichspräsidenten und die in der Form sehr entgegenkommend gehaltenen Erklärungen des Reichskanzlers sehr an Schärfe verloren zu haben. Wir möchten nur wünschen, baß es dem Herrn Reichspräsibenten in persönlichen Besprechungen mit ben Beteiligten halb gelingen möge, den ebenso unerfreulichen wie inhaltlosen Konflikt aus der Welt zu schaffen. Um ihn lohnt es sich wirklich nicht, daß der erste Richter des Reichs, ein Mann von großem internationalem Ansehen, seine Demission nimmt, und noch weniger, daß sich daran eine Regierungskrisis entzündet, die bei dem nun einmal geschehenen Einbeziehen des Reichspräsidenten leicht zu einer Staatskrisis werden konnte, lieber bie sachlichen Differenzen könnte unb müßte bann zwischen Reich unb Länbern bald eine alle Teile befriedigende Einigung herbeizuführen sein. Hoffentlich gibt wenigstens in diesem Punkt bie erzwungene Muße ber Weihnachtstage Gelegenheit, den Weg für positive Arbeit frei zu machen. Kirchenstaates durch daS Königreich 3t affen, Gouverneur von Rom. Der junge Graf wandte sich namentlich der Mllttärschriftstellerei zu. Er schrieb eine Studie über den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 und veröffentlichte mehrere Studien über di« nördliche LanLesgrenze Italiens. Als ein stiller, trockener mili.arischer Fach- mann konnte er sich vor dem Krieg die Gunst seiner Landsleute nicht erwerben. Er war Gene- ralstabschef. als Italien in den Krieg gegen Oesterreich-^lngarn eintrat. Vom Mai 1915 bis November 1917 leitete er die kriegerischen sinter- nehmungen der Italiener an der Isonzofront. In 11 grohen. blutigen Schlachten gelang es ihm nur, unbedeutendes Gelände zu gewinnen. Als er die 12. Schlacht vorbereitete, traf ihn ein wuchtiger deutschösterr.-ungar. Angriff, der sein ganzes Werk in wenigen Tagen vernichtete und die Italiener bis hinter die Piave zurückwarf. Cadorna wurde abgerufen und durch den General Diaz ersetzt. Im Juli 1918 wurde er nicht nur seines Ranges, sondern auch seines Ruhegehaltes für verlustig erklärt. Im Jahre 1924 jedoch wurde er rehabilitiert und von der Regierung OKuffoIyri zum Feldmarschall ernannt. Amerika und die Reparationskonfsrenz. Washington, 21. Dez. (WTD.) 3m Wei- ßen Hause wurde erklärt, Coolidae habe bisher eine Anfrage nach amerikanischen Sachverständigen für die Reparations rage von den europäischen Regierungen nicht erhalten; wenn aber eine Anfrage komme, werde er sie wohlwollend prüfen. Coolidge halte zwar die Repa- ralionsfra,e für eine reineuropäische Angelegenheit, es scheine- aber, dah Europa die Frage nicht allein lösen könne. Bezüglich des Mandates der Schaverstäirdigen richtete der Präsident die Mahnung an die europäischen Regierungen, daß weder Deutschland seine Sachverständigen beauftrage, zu sagen, „wir können nur so viel zahlen", noch die Alliierten ihre Sachverständigen anweisen, nicht unter eine bestimm le Summe herunterzugehen. Rurbei völlig freier Würdigung aller Faktoren könne eine Lösung gefunden werden. Bads» und die Michebahn. Ter geharnischte Protest eines „kleinen Landes". Karlsruhe, 21. Dez. (WB.) Das badische Staatsministerium hat am Donnerstag, 20. Dezember 1928, nochmals den Versuch gemacht, zu erfahren, ob wegen der Besetzung des Verwaltungsrates der Reichsbahngesellschaft eine vergleichsmäßige Verständigung möglich sei. Die Antwort des Reichskanzlers lautete verneinend. Hierauf hat die Regierung am 21. Dezember beschlossen, folgendes Telegramm an den Reichskanzler abzusenden: „Dem Lande Baden steht auf Grund der zwischen dem Reich und Baden ausgetauschten Erklärungen vom 26. März und 5. Mai 1924 ein vertraglicher Rechtsanspruch auf Benennung eines Mitglieds zum Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft zu. In der Klagesache Preußen gegen das Reich, in welcher Preußen einen gleichartigen Anspruch geltend machte, wurde der Anspruch mit Urteil des Staatsgerichtshofes vom 7. Mai 1927 grundsätzlich anerkannt. Auch der Reichskanzler ist im Schreiben vom 18. Juli 1927 an die badische Regierung der Auffassung, daß die Reichsregierung zur gleichen Zeit und unter den gleichen Untztänden die gleiche Zusage in bezug auf den 93er» waltungsrat der Reichsbahn an Baden gemacht habe. Die Reichsregierung hat diese Rechte des Landes Baden bei der neuerlichen Ernennung der Verwaltungsratsmitalieder übergangen. Die vom Lande Baden gestern noch versuchte vergleichsmäßige Verständigung hat der Reichskanzler als unmöglich bezeichnet. Die badische Regierung legt gegen die wiederholte Uebcrgehung der Vertragsrechte Badens Verwahrung ein. Desgleichen erhebt sie gegen die etwaige Absicht, Dertragsrechte der Länder durch Reichsgesetz einseitig zu ändern, ebenso nachdrücklich Widerspruch wie gegen die Auffassung, als ob Dertragsrechte eines Landes um so weniger zu beachten seien, wenn das Land klein ist. Badische Staatsregierung, gez. Dr. S ch m i t t." Aus aller Welt. Glückwünsche für Dr. v. Wilämowih-Wöllendorf. Reichskanzler Müller hat Exzellenz Wilamo- witz-Möllendorf, den berühmten Altphilologen der Berliner älniversität, zur Vollendung seines 80. Lebensjahres in herzlichen Worten die besten Glückwünsche zugleich namens der Reichsregierung telegraphisch übermittelt. Zwei Tote bei einem Schloßbrand am Riederrhein. Im Besitz der Familie des Grafen Stolberg- Wernigerode Schloß D i e r s f o r d t bei Wesel brach am Freitagmittag Feuer aus, das sich infolge des starken Wtndes sehr schnell ausbreitete. In den Abendstunden war das ganze Gebäude ein- geäschert. Bei den Loscharbeiten, an denen die freiwillige Feuerwehr von Wesel und die Feuerwehr des Rhein.-Wests. Elektrizitätswerks sich beteiligten, ereigneten sich mehrere schwere Unglücks- falle. Ein Wefeler Feuerwehrmann wurde von einem Mauerstück von der Leiter gerissen und blieb schwerverletzt liegen. Durch herabstürzende Balken wurden ferner zwei Feuerwehrleute zur Erde geschlagen und von Glutmassen verschüttet. Beide erlitten den Flammentod. Der Brand ist vermutlich durch Funkenflug aus einem Df en entstanden. Das Schloß enthielt sehr wertvolle Kunst- gegenstände, Gemälde usw., die nur zum Teil gerettet werden konnten. Drei Kinder erstickt. In der Rahe von Arghenta (Wittelitalien) hatte eine Frau beim Schlafengehen ihrer drei Kinder, von denen das älteste sechs Jahre zählte, einen De t t wärmer ins Bett gestellt. G ukande Kohlen sielen auf die Bettdecke und setz en das Bett in Brand. Die Kinder erstickten. Beim Durchgehen von Pferden tödlich verunglückt. In Braunschweig scheuten am Hauptbahnhof zwei Pferde eines Möbelwagens und gingen durch. Ein Zutscher versuchte sie aufzuhalten, wurde aber zur Seite geschleudert, geriet unter den Wagen und wurde eine Strecke weit mitgeschleift. Der Möbelwagen stürzte schließlich um, und die Pferde kamen zum Stehen. Dem Kutscher wurde der Brust korb völlig eingedrückt; er war sofort tot Kessen als Schrittmacher derReichsresorm. Innenminister Leuschner spricht über die nächsten Aufgaben der hessischen po.iiik. WSR. Darmstadt. 21. Dez. Nachdem der Arbeits- und Wirtschaftsminister K o r e l l und der Staatspräsident Adelung sich über hessische Staatsaufgaben ausgesprochen hatten, nahm auch der Innenminister Leuschner in einer Versammlung von Vertrauensmännern der Sozialdemokratischen Partei zu verschiedenen Fragen Stellung, die auch die breitere Oeffentlichkeit interessieren dürften. Lieber diese in vertraulichem Kreise abgegebenen Erklärungen berichtet der „Volksfreund" u. a.: Die Politik in den Ländern hat, wie z. D. in Preußen, gezeigt, dah es möglich ist, sich auch unter schwierigen Verhältnissen durchzusetzen, um die Interessen der Arbeiterschaft im Staate wahrzunehmen. Für Hessen hat die Llebernahme des Innenministeriums als der eigentlichen Verwaltungszentrale besondere Bedeutung. Die damit verbundenen grohen Aufgaben müssen von uns unter besonderer Berücksichtigung der Interessen der arbeitenden Bevölkerung gelöst werden. Ihre besondere Rolle spielt dabei die gesetzgeberische Reformarbeit. Ein nach modernsten Gesichtspunkten gestaltetes Gemeindebeamtengesetz harrt der Verabschiedung durch den Landtag. Die neue Städte- und Gemeindeordnung muh zu den nächsten Gemeindewahlen rechtzeitig da sein. Eine Modernisierung des Polizei st rafgesetzbuches zählt ebenso wie die Erneuerung des sehr veralteten Hebammengesetzes zu den dringenden Aufgaben. Zn der Polizei ist oid vernachlässigt worden. Ihre Reorganisation war und ist erforderlich, weil sich auch die polizellichen Aufgaben von Jahr zu Jahr ändern und schwieriger werden. Auch durch Schaffung des Landeskriminalamtes sott die Polizei schlagkräftiger gemacht werden. Der S o n d e r d i e n st hat die Gemüter lebhaft beschäftigt, aber die Polizei muh — in ihrem eigenen Interesse — nach allen Richtungen den Anforderungen gewachsen sein. Von einer Preisgabe des Achtstundentages kann gar keine Rede sein; man muh doch berücksichtigen, daß die Arbeiterschaft auch bei acht» ftünbiger Arbeitszeit 8*/r-9 Stunden im Betrieb steht, weil Pausen und Essenszeit nicht wie bei der Polizei eingerechnet werden. Zn der Frage der Neugestaltung des Reiches wollen wir Sozialdemokraten i r der hessischen Regierung den Gedanken des Einheitsstaates in praktische Formen bringen. Die Gefahr des Lutherschen Planes ist die Abdrängung Süddeutschlands. Ohne Bayern und Sachsen aber ist der Einheitsstaat nie möglich. Als Land zwischen Rord und Süd hat Hessen die historische Mission, hier zu vermitteln. Ein sang- und klangloses Aufgehen in Preußen brächte die Idee um keinen Schntt weiter. Ich glaube vielmehr, daß es möglich ist, in Hessen und von Hessen ausgehend eine Lösung zu schaffen, die auch den anderen Ländern den Weg zum Einheitsstaat zeigt. Eine ganze Reihe von Aufgaben kann ohne Ge'ahr von einer Stelle im Reich mit ci.iem gemeinsamen Parlament erledigt werden. Bestimmte Gebiete des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens müssen aber der Selbstverwaltung Vorbehalten bleiben. So könnte man sich sehr wohl denken, daß tm rhein- mainischen Wirtschaftsgebiet ein Mustergebilde geschaffen wird, das im Kern die Züge der künftigen Glieder deZ dezentralisierten Einheitsstaates zeigt. In diesem Sinne wollen wir in Hessen unseren Ehrgeiz dareinsehen, die Schrittmacher des neuen Reiches, die Lokomotive zum Einheitsstaat zu sein. Dann müßte sich allerdings auch zeigen, ob Preußen bereit wäre, in di?sem Teil seines »Reiches" im Interesse der Idee einen solchen kühnen Schritt mit uns g emeinf am zu tun. Ich persönlich zweifle nicht daran angesichts einer so bedeutenden staatsmännischen Persönlichkeit wie Otto Braun. Aus solchen Erwägungen ist auch der demokratische Vorschlag, die Justiz dem Reich zu übertragen, abzulehnen, das mißverstandene Wort von dem ,betonten Hessentmn" kann nach alldem nichts anderes bedeuten, als die besondere Verpflichtung zur Wahrung der kulturellen, wirtschaftlichen und auch grsellscha, tlich-poli ischen Werte, die Hessen in den neuen Zustand cinzu- bringen hat. Gevermgs Schiedsspruch für die uordwefideuische Eisenindustrie. Berlin, 21. Dez. (DTB.) Dem vom Reichs- rninister des Innern S e o e r in g ergangenen Schiedsspruch für die nordmestliche Cifeu- und Stahlindustrie geht als Einleitung eine von den beteiligten Arbeitgebern und Arbeitnehmer- organisaiionen unterzeichnete Erklärung voraus, wonach der Schiedsspruch für den In ihm angegebenen Zeitraum und in dem in ihm bestimmten Umfange als Tarifvertrag zwischen den beteiligten verbanden gilt, hinsichtlich der Lohnregelung sicht der Schiedsspruch zunächst vor, daß für die Zeit von der Dlederauf- nohme der Arbeit bis zum 31. Dezember 1928 sich die Entlohnung nach dem für verbindlich erklärten Schiedsspruch vom 27. Oktober 1928 regelt. Mit Hortung vom 1. Januar 1929 erhalten die in reinem Zeitlohn beschäftigten Arbeiter über 21 Jahre eine nichtakkordfähige Zulage. Die sozialen und sonstigen tariflichen Zulagen werden durch diese Regelung nicht berührt. Die Ecklöhne bleiben unverändert. Die Regelung der Zeitlöhne gilt nur für die Geltungs- dauer der vorliegenden Entscheidung. Die A k k o r d e sind so anzusehen, daß der Durchschnittsarbeiker bei gefieigcrler Leistung unter normalen Vetriebsoer- hällnifsen 15 Prozent über den Tariflohn der entsprechenden Gruppe hinaus verdienen muß. Mit Wirkung vom 1. Januar 1929 wird die A r- beitszelt in folgender Weise verkürzt: für alle Arbeiter, die 60 Stunden arbeiten, allgemein auf 57 Stunden je Woche, in den Gießereien, Radiatorenbetrieben, den Wassergasschweißereien u. a. auf 52 Stunden in den sechs Wochentagen in den Sand- stra ■! «afereien de One c , Ze enl- febrifen, den Thomasschlackenmühlen auf 48 Stunden in sechs Wochentagen, Betriebe, die zur Zell kürzere Arbeitszeit haben, behalten diese bei. Maßregelungen aus Anlaß des Lohnlarifes sind unzulässig. L ne Unterbrechung des Arbeltsverhältnisses hat nicht stattgefunden. Die Betriebsräte bleiben bis zuw. Ablauf ihrer Wahlperiode im Amt. Der beim Rcichsarbeitsgericht schwebende grundsätzliche Rechtsstreit über das Zustandekommen eines rechtszüitigen Tar foertrages durch den Sch edsspmch vom 27. Oktober 1928 wird durch die vorliegende Entscheidung nicht berührt. Andererseits bleibt ohne Rücksicht auf den Ausgang des Verfahrens die in dieser Entscheidung getroffene Regelung bestehen Die Aendemngen des Rahmentarifes, der im übrigen unverändert rociter- befleht, treten mit dem 1. Januar 1929 iu Kraft. Der Rahmeniarif ist erstmalig am 1. Mai 1930 mit zweimonatiger Frist, die In der vorliegenden Entscheidung getroffene Regelung der Löhne und der Arbeitszeit erstmalig am 1. August 1930 mit zweimonatiger Frist kündbar. Linen Monat vor dem Termin muß jedoch die Absicht der Kündigung der anderen Vertragspartei angezeigt werden. Werden die Vereinbarungen nicht gekündigt, so verlängert sich ihre Gültigkeit automatisch um ein Jahr. Die Begründung. In der Begründung des Schiedsspruches des Reichsinnenministers heißt es, daß bis zum 31. Dezember 1928 die Lohnerhöhungen des verbindlich erklärten Schiedsspruches gelten sollen, um dem Schlichtungsverfahren Achtung zu verschaffen. Weist das Schlichtungsverfahren auch Mängel auf, die eine Abstellung erfordern, so darf sich doch eine Partei über einen rechisverbindlich erttärten Schiedsspruch nicht mit einem Akt wirtschaftlicher Selbsthilfe Hinwegsehen, der für das ganze Wirtschaftsleben die schwersten Folgen haben müßte. Andererseits ist die Wirtschaftslage in der nordwestlichen Eisenindustrie zur Zeit keineswegs besonders günstig. Die allgemeine Konjunktur ist, gemessen am Beschäftigungsgrad von 1927, zurückgegangen, uhb die Ertragsmöglichleit hat besonders in der erzeugenden Industrie eine nicht unbeträchtliche Einbuße erfahren. D i ch t s deutet auf eine erhebliche Besserung in kurzer Zeit hin. Dies muhte bei Prüfung der Lohnerhöhungen berücksichtigt werden. Bei Bemessung der Lohnzulagen war zu berück- sichtigen, dah von jeder Teuerungswelle im deutschen Wirtschaftsleben die Angehörigen der rheinisch-westfälischen Eisenindustrie sowohl als Konsumenten als auch als Produzenten erfaßt werden. Der Lebensunterhalt ist im Westen verhältnismäßig teuer. Eine planmäßige Lohnaufbesserung muhte deswegen in erster Linie d i e niedrigsten Lohn- und Akkordsätze berücksichtigen. Die finanzielle Auswirkung dieser Aufbesserungen hält sich in den Grenzen des Erträglichen. Die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie seht nicht nur eine Erleichterung der Ausfuhrbedingungen voraus, sondern vor allem eine gesunde und leistungsfähige Arbeiterschaft. Wäre die Schlußbcstimmung, dah das Recht zur Kündigung für jede Vertragspartei davon abhängt, daß sie die Kündigungsabsicht den anderen Virlrags'parteien wenigstens einen Monat vor dem Kündigungstermin a n z e i g t, um gemeinsam die wirtschaftliche und soziale Lage zu klären, bereits in früheren Tarifbestimmungen enthalten gewesen, so wäre der Lohnstreit in der beklagen Form wa^rscheinl'.i928.7h aDds. lorsn. tocKh. iDeraetn- - ■ y • / ««Par; Qwonttnloi G nenn o nue eeoernt G womit), q oedtm oitege^ # Scnncc * tireupei» e * ch r Jehier und manche fal che Rechnung. ‘Ja sind kleine Erfolge und große Died-rlag n. stille Ständen sch ner Freuden und laut? Fest.ichkciten. die keinen guten K ang halten. Vor allem aber sind die Stunden der Qlrbcit darin, di? gleicharmigen, die dahineinnen wie die immer gleichförmige Welle im Bach. Und jede brachte ihr Teil, aber keine hob sich be- sondrrs hervor. De g? d tr Stunden? Drin, Sie war.n doch auch erfüllt von der Freude des SchaifcnS und g? krönt von Er o g. 3 d? bedeute e eine Stufe, auch wenn sie noch so klein war. zum Ersolg. jede eine Erhöhung und jede ein Werk, aus das man im Grunde stolz zu sein ein Anrecht hat, denn sie hat etwa- g? chasfen, was vorher nicht da war. Gerade diese Stunden der Drocit stcl.en uns am höchsten: Unsere K.aft, unser Geist schufen bewußt ein Werk^ das nur entstehen konnte, weil wir es entstehen lassen wolsten. Wit Stolz kann uns ein sotch?r Gedanke ersül en, daß wir Machthabcr sind ü er die toten Stoffe, sie zu einem Leben erwecken können, das zweckvoll ist oder der Schönheit dient, sie aber auch zerstören können zu einer formlosen Masse. Lind mag das Werk unserer Hand auch noch so gering sein, es bedarf doch unser, ohne unS wird es nicht. Dur noch wenige Blätter! Diel ist nicht mehr von ihnen abzulesen, und die Tage, die sie bedeuten, werden nicht mehr viel aufnehmen. Was wir versäumt haben, können wir nicht zurückholen, und jeder Tag ist ein Gesäß, das nur einen gewissen 3nhalt bergen kann. Aber gerade wenn wir vor Len letzten Blättern stehen, kann in unÄ der Entschluß reifen: Wenn der Block wieder voll ist, wenn sich ein neuer Kreislauf erschließt, dann soll jedes Blatt voll deS wertvollsten 3n- halts werden. Der Tag soll leuchten und klingen, und selbst, wenn er uns etwas zufügt, das schmerzt, wenn wir es nicht ändern können, so wollen wir es wenigstens gelassen tragen und trachten, auch aus ihm zu gewinnen, oder zu lernen. Jedes dieser Blättchen soll unserer Erhöhung dienen! Sin großer Entschluß. Wir werden wohl oft wankelmütig werden. Aber was tut's? Wenn wir nur immer das Ziel vor uns sehen. S. Obermeister Ernst Ludwig Sack t- Gestern verstarb nach längerem Kranksein, aber doch unerwartet, der Obermeister der Fleischer- Innung zu Gießen, Ernst Ludwig Sack. Der Heimgegangene entstammt einem alten Metzger- qeschlechte und war der anerkannte und populäre Führer der Innung. Mehr als zwei Jahrzehnte hat er mit großem Geschick und ebenso großem Erfolge die Geschäfte der Innung geleitet; er war nicht nur ein Führer in der schweren Zeit des Zusammenbruches und des Wiederaufbaues der deutschen Wirtschaft, sondern darüber hinaus alle Zeit seinen Berufsgenossen ein lieber Kollege, ein hilfsbereiter Freund und Berater, der unter Zurückstellung jedes eigenen Interesses stets der Allgemeinheit diente. Neben zahlreichen Erfahrungen in allen Dingen des praktischen Lebens hatte er einen weiten Blick für die Zukunft, und gerade diese besondere Fähigkeit hatte ihm persönliches Zutrauen und Hochachtung weit über seinen Berusskreis hinaus verschafft. Dem Bezirksverein der Metzger-Organisation ..Beide Hessen.Nassau" gehörte er viele Jahre als Vorstandsmitglied an. Kein Opfer der Arbeitskraft und Zeit war ihm zu groß. Wer sich fein Bild vergegenwärtigen will, das Bild eines charaktervollen Handwerlers, eines freudigen Arbeiters, eines bescheidenen Menschen und eines humorvollen Gesellschafters muß iw einige Jahre zurückgehen, als der Schatten der Krankheit seinen Lebensweg noch nicht verdunkelte. Die Metzger-Innung Gießen hat nicht nur ihren langjährigen Führer verloren, sondern auch eines ihrer tüchtigsten Mitglieder, das immer befreiend, helfend und beruhigend wirkte, und dem die Sympathien nicht allein der Kollegen, sondern des ganzen Handwerkerstandes ungeteilt entgegenschlugen. Der Name Ernst Ludwig Sack ist unverlöjchbar verknüpft mit der Geschichte der Innung Gießen. Sein langjähriges Wirken bleibt ein kostbares, beispielgebendes Vermächtnis, und fein Andenken wird stets in hohen Ehren fori» leben. Weihnach en und Tierschutz. Vom Tierschuhverein für Hessen wird uns geschrieben: .. . „ Wiederum naht das deutscheste, das sinnigste und innigste aller Feste, das Fest der Liebe und der Bescherung! Weihnachten! Bei seinem Kommen sollte die Menschheit und besonders die Christenheit sich stets daran erinnern, daß mit diesem Feste für sie der Himmel erschlossen und Gottes Dähe und Hilfe in dem Weltheilanü sich ihnen von neuem offenbarte. Diemals und zu keinen Zeiten wird sich- die Menschheit diesem wunderbaren Leuchten der Weihnachtssonne, dieser stillen und doch so mächtigen Gewalt, entziehen können — sie hätte es sonst schon längst get~n —, wir fühlen seinen Sauber und lassen uns in seinen Bann schlagen, wir fühlen uns versetzt in die Märchenwelt der seligen, längst verlorenen Kinderzeit, und wer mit verhärteter, kalter Seele dieses heilige Erlebnis begeht, ist unter den Armen unserer Zeit der Aermste, ist weltenweit entfernt von Gott, dem Gütigen. Drum möge jedem in der Unrast der Arbeit und der Sorge ein warmer Strahl dieses wunderbaren Leuchtens in die müde Seele fallen, möge chn aufwecken, seiner Pflichten gegen Mensch und — Tier eingedenk zu werden, ilnb wer sich erwärmt für die Dot und das Leid seines Menschenbruders, der kann und wird auch nicht an dem tausendfachen Leid des Tieres achtlos und herzlos vorübergehen, der wird Veranlassung nehmen an dem Feste der Liebe und der Gabe.., zum Schuh aller Bedrängten, Gequälten, Wehr- und Schutzlosen — ob Mensch oder Tier — sich einzusetzen und 2ll>- hilse zu schaffen nach dem Worte: „Geben ist seliger denn Dehnten!" Welch schöner und sinnreicher Brauch ist es doch z. B., der heute noch in manch ländlicher Gegend, hauptsächlich unter nordischen Völkern, herrscht, die Haustiere am Feste der Liebe ebenfalls zu beschenken, ein Brauch, der übrigens so nahe liegt im Gedenken daran, daß der Heiland unter Tieren im Stalle das Licht der Welt erblickte, das) also Tiere berufen waren, ihm die erste Huldigung darzubringen. Darum sollte man gerade an diesem Geburtstagsfeste warm der Tiere gedenken und s i ch ihrer Dot annehmen, damit die tausendfachen Klagen verstummen und Friede werde zwischen Mensch und Tier! Taten für Sonntag, 23. Dezember. 1597: der Dichter Martin Opitz in Bunzlau geboren (aeftorben 1639); — 1827: der österreichische Admiral Wilhelm von Tegetthoff in Marburg an der Drau geboren (gestorben 1871). Daten für Montag, 24. Dezember. 1475: der Satiriker Thomas Murner in Oberrohnheim im Elsaß geboren (gestorben 1537); — 1524: der portugiesische Seefahrer Vasco de Gama auf der Fahrt nach Kotschin gestorben (geboren um 1469); — 1868: der Schachmeister Emanuel Lasker in Berlinchen geboren. Wochrnurarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Wirsing 15 biS 20, Weißkraut 10 biS 15, Rotkraut 20 I bis 25, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 | bis 20, Spinat 25 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grüniohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 60, Feldsalat 100 biS 120, Tomaten 80 bis 90, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 50 bis 150. Schwarzwurzeln 50 bis 60, Kartoffeln 5, Aepsel 20 bis 40, Birnen 10 bis 30. Dörrobst 35 bis 40. Düsse 60 bis 80. Hvnig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120 Pf. das Pfund; Wirsing 10 bis 12. Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 12 bis 15, Aepfel 20 bis 35, Dirnen 10 bis 20, Karlos ein 3.80 bis 4L0 Mark der Zentner; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Eier 17 bis 18. Blumenkohl 60 bis 120. Endivien 15 bis 25; Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Samstag. Gewerbeverein Gießen: 92. Stiftungsfest, im Cafe Leib, 8 Uljr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Leibeigenen". — Astoria-Lichtspiele: „Wa- ciste und die 3avanerin". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Pinkepunk", 15 bis 17.30 Uhr; „Perlenlomödie", 18.30 bis 20.15 Uhr. — Man» dolinen-Verein „Deapolita": Weihnachtsfeier im Katholischen Vereinshaus. 8 Uhr. — Gesangverein ..Concordia": Weihnachtsfeier im „Frankfurter Hof". 7 Uhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die Leibeigenen". — Astoria-Lichtspiele: „Ma.iste und die Javanerin". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt- theaterbureau wird uns geschrieben: Sonntag, 23. Dezember, findet zu ermäßigten Preisen als Fremdenvo.stellung „Perlenkomödie" von Bruno Frank statt. Als Dachmittagsvorstellung wird das phantast.sche Weihnachtsmärchen „Pinke- punk" von Fritz Peter Buch aufgeführt, das bet der Kinderwelt einen so großen Erfolg gehabt hat. — Die 3ntendanz des Stadttheaters hat sich dazu entschlossen, die Gedenkfeier zu Tolstois 100. Geburtstag am ersten Weihnachtsfeiertag mit der Erstaufführung „Und das Licht scheinet in der Finsternis" zu begehen. Für den zweiten Feiertag ist ein Gastspiel des Denen Operettentheaters Frankfurt mit der hier erfolgreichsten Operette dieses Ensembles „Liebe und Trompetenblasen" vorgesehen. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Vorstellung 19.15 Uhr beginnt. Für die Kinder wird am Dachmittag das Weihnachtsmärchen „Pinke- punk" gegeben. Beginn 14Vz Uhr. •• Kauft am Heiligenabend beizeiten! ErfahrungZg.rnäß werden am Heiligenabend immer noch in erheblichem Maße Weihnachtseinkäufe besorgt. Das kaufende Publikum sollte sich dabei aber vergegenwärtt ^en, daß es auch den Geschäftsinhabern und deren Angestellten Rücksicht schuldig i t. Wer selbst Wert darauf (egt, den Christabend in schöner Festesstimmung, nicht abgehetzt vo.n Alltagswerk, zu begehen, der sollte das gleiche auch der Geschäftswelt und deren Angestellten zubilligen. Daraus ergibt sich die Dotwendigkeit, etwaige Einkäufe am Heiligenabend nicht erst zwischen 4 und 6 oder 7 Uhr rr erledigen, so.rd?rn die Besorgungen bis pätestens 4 oder 5 Uhr zu beenden, damit auch die Geschäftsinhaber und die Angestellten den Christabend in rechter Feststimmung begehen können. •* Der Postdienst z u Weihnachten. Am Montag, 24. Dezember, sind die Schalter d?S Postamtes von 8 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr wie Werktags geöffnet; ab 16 Uhr ist Sonntagsdienst. Die Briefkastenleerung erfolgt wie Werktags, die beiden letzten Leerungen fallen aus. Dir Ortdbrie,juftetlung, dir Orts- geldzustellung, die Bestellung der Pakete und der Landpvstdienst erfolgen wie Werktags. Am Dienstag, 25. D ezember, ist Schalterdienst wir Sonntags. Außergewöhnliche Briefkastenleerungen sind von 6.15 Uhr bis 7.30 Uhr, die Leerung von 8.30 bis 9.45 Uhr fällt weg. Dachmittags werden die Briefkästen wie Sonntags geleert; Ortsbriefzuftellung wie Sonntags, Ortsgeldzustellung fällt aus; vormittags findet eine Ortspaketzustellung statt, ferner eine Dries- und Paketzustellung nach allen Landorten. Am Mittw och, 26. Dezember, ist Schalterdienst wie Sonntags, ebenso die Driefkasten- Temmg. Der übrige Pestdienst fällt an diesem Tage aus. ,r Geplanter Umbau deS Postamtes 1. Wie wir hören, wird ein Umbau dcS Postamtsgebäudes in der Bahnhofstraße grplrnt. Die bauliche Veränderung feil der Schaffung erweiterter Detriebsräume und der Vcrttg?ng d?r Paketannahmeste le von der Straßenseite weg nach einer Setten- oder der Hof- sront dienen. Der Umbau kann aber erst in An- gri.f genommen werden, wenn das Telegraphenamt, das jetzt noch mit einem Teile seiner BureauS in dem Postamt,g buud? untergebracht ist, seins Dienst stet en sämt.ich in das neue Te e- graphengebäude im Hofe des Postamtsgrundstückes verlegt hat. Voraussichtlich wird mit den Umbauaröeiten im kommenden Sommer begonnen werden. Weite Kreise der Dü.ge.'chaft werden es besonders begrüßen, daß durch diese bauliche Veränderung die Pakelannahmestelle an einen Ort verlegt wird, bei dem nicht die Gefahren des Straßenverkehrs, wie gegenwärtig, in Erscheinung treten können. •• Arbeiterrückfahrkarten während der Feiertage. Arbeiterrückfahrkarten, die am Samstag oder Montag gelöst werden, gelten auch über Montag, 24. Dezember, hinaus is 27. Dezember. ** Oderhefsischer Kun st verein. Die Wcihnachtsausstcllung „Künstlerhilfe 1928" ist morgen, Sonntag, 23. November, von 11 bis 1 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags zum letztenmal geöffnet. Die Lotteriegewinne können während dieser Zeiten, dann aber erst wieder am 27., 28., 29. Dezember, von vormittags 9 Uhr an, gegen Aus händigung der Lose in Empfang genommen werden. Am 24., 25., 26. Dezember ist der Ausstellungsraum geschlossen. Sie Museen sind morgen Sonntag, 23. Dezember, geschlossen. ** Sonntagsdienst auf dem Polizei- amt. Das Polizeiamt teilt mit, daß am Montag, 24., und Montag, 31. d. M., Sonntagsdienst statt - findet. Dringende Angelegenheiten können, wie sonst an Sonntagen üblich, in der Zeit von 11 bis 12 Uhr auf dem Polizeiamt Weidengasse 5, Ihre Erledigung finden. ** Wintersport auf dem Schiffen- b e r g. 3m heutigen Anzeigenteil gibt der Pächter des Schiffenbergs bekannt, daß dort oben eine Rodel- und Skibahn eingerichtet ist. Diese Win- tersportgelegenbeit in nächster Dähe der Stadt dürste sicherlich zahlreiche Freunde finden. •* Zwei jugendliche Ausreißerinnen. 3n Chemnitz wurden zwei junge Mädchen von hier, di? i)re elterlichen Wohnungen heimlich verlassen hatten, mittellos aufgegnjfen. Auf Grund von Ausschreiben der Krimi laldolizei Bochum und der Polizeivervaltung Rückingen wurden hier die Arbeiter Herbert 3ohn und Andreas Lach in Schutzhaft genommen. Beide waren als vermißt gemeldet. Aufgeklärter Ginbruchsdieb- st ahl. Der Polizeibericht meldet: Auf Ersuchen der hiesigen Kriminalpolizei wurden bei einem in Daumburg a. d. Saale festgenommenen Woh- nungseinbrecher Erhebungen über einen am 15. Dovembcr hier in der Bahnhofstraße bei einem Metzger und Wirt verübten Einbruch angestellt, die zum Erfolg führten. Der Geschädigte und seine Angehörigen haben den Täter, dessen Lichtbild übersandt wurde, erkannt. *• Autobrand. Gestern nachmittag gegen Va4 Ahr geriet auf dem Hofe der Autoreparaturwerkstatt Letsch in der Krofdorf er Straße ein Personenauto aus bis jetzt noch unbekannter Ur- fache in Brand. Der Kraftwagen erlitt in seinem Vorderteil am Motor einigen Schaden. Die rasch herbeigeeilte Feuerwache brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten, da die Flammen von dem Personal der Firma bereits erstickt worden waren. Berliner Börse. Berlin, 22. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der Vormittagsverkehr des heutigen letzten Börsentages vor dem Fest ist natürlich sehr ruhig. Die Tendenz ist aber bis jetzt etwas freundlicher, da Deuhvrk gestern eine feste Haltung gezeigt hatte. 3nteresse besteht für Svenska. Siemens und Schuckert liegen bis jetzt noch vollkommen ruhig, die Dividende hat den Erwartungen der Börse entsprochen. Kurse sind nur zu hören 3. G. Farben 267 und Svenska 500 Geld. Al einverkaufs- Mederlage eines unentbehrlichen Bedarfsartikels der Lebensmittelbranche wird von bedeutendem Unternehmen für Kre.s Dietzen an seriöse Persönlichkeit vergeben. Die Niederlage bietet gute und gewinnbringende iianv Lebensexistenz. Nur ganz einwandfreie und kreditwürdige Persönlichkeiten wollen sich mit ihren Zu- schnfien wenden unter P. 4419 an ALA- Haasenstein dl Vogler, München. MM-W« Wir suchen für Oberhessen, Hessen- Nassau und Westfalen eine erste Verkaufskraft für unsere bereiter eingefuhrten Fabrikate. Schriftliche Angebote unter 11212D an ben Gießener Anzeiger erbeten. Ardeilsvergedung. Die für den Wohnhausneubau Wilh. Stonr e, Odenhaufen, erforderlichen Glaser- und Schreinerarbeiten, sowie Die litt den Wohnhausneubau Jost Pfeffer, L ch, erforderlichen Glaser- und Schreinerarbeiten mit Ausnahme der Treppen, wllen auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Angebotsunterlagen sind, solange Vorrat reicht, am Montag, dem 24. d. M.» bei den Bauherren in Oden» Hausen von 10-1 Llhr, in Lich von 3 bis 6 Uhr, in Empfang zu nehmen. Unter- zeichnetet: ist während dieser Zeit zwecks Rücksprache und Einsichtnahme der Zeich- nun gen an Ort und Stelle. 08910 Die Angebote sind verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis spätestens Freitag, den 28. d. M bei dem Anlerzeich- treten bis 6 Llhr abends abzugeben, wo nie Eröffnung derselben im Beisein etwa erschienener Bieler erfolgt,freie Wahl unter den drei Wenigstnehmenden Vorbehalten. Grünberg «Theo-Kochstr. 8), 22. Dez. 1928. Baller. Architekt. Gut möbliertes Zimmer treunbltd» u. fonnig, zum L Januar z» oet mieten 0891s MoULettr. 2 a II. Mtüto Kaiseraltee 45, zu uerm. Nah. b. [l0M»D '2L Bccker. Kevlr- straße & L £eL 1043. Reisender für Äureaubedarfsariikel u. Schreibmaschinen gegen hohe Provision per 1. Zanuar 1929 gesucht. Schriftliche Angebote uni 11216D an den Gieß. Anzeiger erbeten.____________________ Lehrling zu Ostern ober früher von hiesiger Großhandlung gesucht. 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Dte Herberge zur Hetmat richtet auch in diclem Jahre wieder eine betAlicbe Bitte an die Bürgerschaft , mitzuhetten, den Weihnachtstisch für fremde Wanderer zu decken. Die Not und Zahl ist «roh, auch solcher, die durch die Seit» Verhältnisse dahmae« bracht worden sind. Gaben an Geld, Wasche, fletr. Kleiber. Lebensmittel rc. werden dankbar vom Uniertetchneien ent- geaengenommen. AusTel.-Anr,s178 werden die Gaben abgeholt. >09810 Namens des Vorstandes Lob. HauSva er. I li Gießen. 3. Feiertag, 6 Uhr: Dämmcrjchovveu, Hindenburg. *M*D Geiangvereiu „Concordia" aegr. 1864. Sonntag, 23. Tca, abds. 7 Uhr. int Iber- emSlokal „Frankfurter Hof". weihlisliitskeier Gäste sind Willkomm. Am L.We bnacht-- ieicrtnn: MsDMN im Vereinslokal. l,-36D Der Vorstand. Die Wanderer. 3i6i)lili'ppen 1. Feiertag: Pfälzer Hof S. FHertag: U,"D Hindenburg Neujadr (Hovfcld, jeweils 11 llbr. Sonntag, 23. Dez^ acends 8 Ubr: Weihsaehlsfeier im ttatb. Vereins- bau«. Gäste können einge- füort lucröen. U3;kD Der Vorstand. Motorivortklub 1026 Gienen. Ain 2.Weibnacbts- feicriag, lu UUr: M SrflöiölODnen INI Bereinslvtal. Hotel Fopteld. uasD Stadttheater Sonntag, 23. Dez., (auner Abonuetnentl SuiDciüoiiteUunn von 15 bis 17'/,, UOv Otntepunt Dlnrcuentomöüic in »üni Akten von Flitz Peter Buch. Musik von Hans Sanier. Bon 18' , b. 20'/. Ubr «Srcmöenuorüelhuio pttltuiomöOle Geselllchuitsstück in 4 Akten <1j53»D von Bruno Frank. DienStag. 23. Dez., ferner ßeieuan) 12.MllSl0g-M.-Vksl. von 19V. bis 22 UüV Bu Veo Tolstois 100. GeburtSlag Dr.d das Liebt scheinet in der Hnsterois Drama in 4 Akten von Vcu N. Toinoi. Mittwoch,26.TcAd (Aiuener Feiertags (inner Abonnement Kindervorstellung von 14' . bis 17 Uhr Blnleounr Märchenkomödie in fünf Akten von Fritz Peter Bach. 'DiuHC von HanS Sanier. Bon 11)' .btS21'.Uhr inn;,er ..bounement» Fremden Vorstellung Einumttae Wiederbolnng Lreoe uno IromDeieiiüiüfen Cuerctic in 3 Akten von HanS Stillm und Hans Bachwltz. Muiil v. M. rhoiand. Donnerstag, den 27. Dezember, idriuer Feiertag» (auger Abonnement) stuiöexuoiueUnn» von 15'/. bis 1 . Uhr Blnlppnni 'Diardjcnlomoöie in 5 Akren von Fntz Beier Buch. Mustk von Hans Sattler. Freitag, 28. Dez., 13. Zretttlsj-AVli.-ülss. von 10'/, b.s 22 Ubr lind das Licht scheinet in der Finsternis Drama m 4 Akien von Veo A. Tolstoi. Sonntag. 30. Dez., Inuüer Avonnememl Fremdenvoiiiellung von 18 bis 20'/« Ubr DerPfOzeßMaryDogan (The Trial ol Mary Ougao) Ein Stück in 3 Ak en von Bayar d Beiller, für d.denlsche Bühne benibenet von Ter Vorstand. Rudolph Lothar. im 63. Lebensjahre. Die Trauerfeier findet am 24 Dezember 1928, mittags 12 Uhr, in der der Stille statt Kapelle des Neuen Friedhofes, die Einäscherung Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 11225D teiligunp- wird gebeten. Annerod, Frohnhausen, Kirchbrombach, den 22. Dez. 1928. I12181) 08955 I1238D D8944 Vereine 11228t) 112130 Gießen, den 21. Dezember 1928. I1U16D 08943 1I243D Familie Fa mit le Familie Familie DRUCKSACHEN aller Arl liefert die Brühl'sche Druckerei Gießen, den 22. Dezember 1928. Kari Sommer Adolf Sommer Wilhelm Sommer Kaietech Die Trauerteier für unseren lieben Kameraden Wilhelm Sack und Frau Gretel Sack Sein Andenken wird bei uns stets in Ehren gehalten werden. findet am Montag, 24. Dez um 12 Uhr statt. Krofdorf, den 21. Dezember 1928. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. De zember, nachmittags 3 Uhr statt. Am 21. d. M. verschied nach längerem Kranksein, aber doch plötzlich und unerwartet unser lieber Die Beerdigung findet Montag, den 24. Dezember, nachmittags 27, Uhr, statt. Tieferschüttert und trauernd stehen wir an der Bahre des für das Wohl und Gedeihen unserer Innung sich aufopfernden, unermüdlich sorgenden Führers. Mit seltenem Geschick und Interesse hat er seine reichen Erfahrungen jederzeit in den Dienst der Innung und des Handwerks gestellt und sich hervorragende, bleibende Verdienste erworben. Sein Name wird in der Geschichte unserer Innung in dankbarer Erinnerung allezeit hoch in Ehren gehalten werden. Der Vomtand. _______ I1241D Drucksachen aller Art >le Srüdl'sche UniversttäU-vruckrrei, R. Lange, Stehen, Schulstr. 7. Bavaria. NligcmHne Weib- nachrskneipc findet nicht statt- dagegen ll,,,D 3iiiflmiiienlnnit zum Gedenken eines verstorbenen A.H. Großen-Lindeo, den 2L Dezember 1928. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 23. Dezember, nachm. 2 Uhr vom Trauern ause Moltkeatraße 11 aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet: Der Vorstand. In tiefer Trauer: Marie Sack geb. Flett Ludwig Sack und Frau geb. Becker Dr. Adam und Frau geb. Sack und 4 Enkelkinder. Laubsäge^Werkzeugkaaten. Vorlagen in großer Auswahl Edgar Borrmann, Gießen Fisenwaren Haus und Kw-hen-zonlte. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIII Bavaria Giefeen A.-H.-Verband Aktiver Bund Danksagung. Für die wohltuende Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir im Namen aller Angehörigen unseren herzlichsten Dank. Familie Friedrich Höchst Londorf, den 2L Dezember 1928. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme, die uns in reichem Maße bekundet wurde, für die Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen und lieben Worte des Herrn Pfarrers Bühler bei dem Heimgänge unseres heißgeliebten Kindes Eischen sagen wir allen auf diesem Wege unseren herz- hnhnt An I Innl- 1866 Alters-Vereinigung 1916 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Altersgenossen Herrn Ernst Ludwig Sack Metzgermeister geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Trauerfeier findet Montag, den 24. Dezember, mittags 12 Uhr stait. — Um recht zahlreiche Bet''estern verstarb nach längerem Leiden Herr Obermeister Emst Ludwig Sack Seit Gründung unserem Verein als passives Mitglied angehörend, nahm er stets mit größtem Interesse an unseren Bestrebungen Anteil. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Orchester-Verein Gießen (1908) _____ 1I2I9D Nach kurzem Krankenlager verschied heute früh 27- Uhr mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Wilhelm Scheid im 72. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Scheid geb. Groß Gestern verschied nach längerem Leiden unser lieber Alter Herr und Ehrenmitglied Herr Obermeister Ernst Ludwig Sack Donnerstag abend 91/, Uhr. entschlief nach kurzem schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwiegervater und Großvater Heinrich Sommer Schreinermeister im Alter von 66 Jahren. In tiefer Trauer Frau Elisabeth t ominer Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, meine Hebe Tochter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Ulm Seh. Becher im 46. Lebensjahr nach kurzer schwerer Krankheit plötzlich und unerwartet zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Ulm III., Schaffner, und Kinder. Philipp Becker und alle Angehörigen. Aliendorf a. d. Lahn, Lützellinden, den 21. Dezember 1928. Die Beerdigung findet Montag, den 24. Dezember, nachmittags 2 Uhr statt. Am 21 Dezember 1928, mittags 12 Uhr, verschied infolge einer Lungenentzündung mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Ernst Ludwig Sack Metzgermeister Obermeister der Fleischer-Innung Herr Ernst Ludwig Sack in Gießen V.f.B.08 Sonntag, d. 23. Dezember um 5 Uhr, auf dem Waldsportplatz (Ehrenhain): Waid- UM Weihnachtsfeier mit Bescherung d. Kinder 1. Feiertag, abends 7 Uhr Familienabend Im Vereinshelm Am 2. Feiertagvormittag Frühschoppen Im Vereinsheim ni98D DER VORSTAND Statt jeder besonderen Anzeige. Heute verschied plötzlich und unerwartet mein herzensguter Mann, unser treusorgender, lieber Vater, Bruder, Schwager und Onkel der hessische Staatsförster Herr Philipp Markart im Alter von 51 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinten eb en: Käthchen Markart und Kinder. Lumda, den 20. Dezember 1928. Beerdigung: Sonntagnachmittag 2 Uhr. Todesanzeige. Durch einen tragischen Unglücksfall wurde uns heute vormittag, mitten aus seinem arbeitsreichen Leben, mein geliebter Mann, unser guter treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Luh II. im vollendeten 54. Lebensjahre entrissen. Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Loh Familie Heinrich Loh VII. Familie Karl Stroh Familie Albert Luh und Angehörige dem Markt verloren. Abzuaeben gegen Belohnung ’**’ Tteiustrahe 51 p. Besucht die Handelsschule Knnzelmanni tLmsoanner- Oekonomtcwageu zu lausen gesucht. TaietbnDovpeisvän' nei'Oekonomicwa- gcn zu ve» kamen. Näheres bei U8b8U Ludwig (Sbrift, Bodheim a. d. Bieber. Moacobwoiti! Eisenb.-Beamier, v.= berechn 48, ev., mit 3 St. u. 20-12 Fahr., t. der Nähe Bao-Hom- burgs, lucht zw. Heirat mit Fräulein oo. Wwe. oh. St. bek. zu iverden. Schi. Ang. ii. 08894 a. d. G. Anz. Der Vorstand der Fleischer-Innung Gießen Carl Pirr, stellvertretender Obermeister. 1,2220 F. G. F. D'enStag. 25. Dez., 1. Weimiachto- fcicrtae, ab li Uhr: äafanimenionif mit Sflmiiie bet Kamerad Sicck, Hammstruue. '"*°D Ter Vorstand. M. T. V. Am 1. Feiertag (25. Dezbr.l, abends 6 Uhr: Mioaclttier Turnhalle, Diem- strake tiiehe Ber- elnSzeitungi. ““7D fc Wt; ’^V- K ife. •VC L I? L $ l: » <■ i ■ . ■ .V-- WWW BQ J !lr trag fo erh wird l führen In i ruhe Ai hnbs ! Die ztun 1 jainip & als war kniff 1 schciter gcnai'.r Seren -en d sich ? Aber Sae wie ii nis.' deutsch 8änf auf fid Kluft Zraicki weit ? x\t D Komm die 4 fvrtset! man i mm hc Man lungc Ms sagt. - tions erreich Wan und si frag' arbeite Poinca immg Leistm hmg: Äonlr vor, t fein» gesühr wieder gewan dieser auch itolien den P 2teuort. Zu kurz sich au Seite < geteilt Kompt Dahr! Politik nissen denken Mt Z Politik gesichr trau mit A ginnt, Sin im Hii ei: Linlich ßebhas S» wa Dies. Origin, D0( Schlich/ töcken i angeglic htbeuol Seiislie Sc! ^kai Gare holt fc Är zu Vvhricj 8eht q. lt wie sy poniste er 2perg^ Mr •kui, wnijAfl' ^nec *4 Nr 501 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Samstag, 22. Dezember (928 m"—i . t. ------ ------ - ----- Aach Lugano. Außenpolitische Umschau. Äon Or. OttpHoehsch, o.professor der Geschichte AP der Universität Äerlin, M. d. "5t Die Ratstagung an sich in Lugano hat doch zum Schlaf) nod) etwas gebracht: Mit dem Zu- scunmenstoh zwischen Tr. Stresemann und dem polnischen Außenminister ist. was durch den Antrag des kanadischen Ratsrr.i gliedes schon begonnen war. die Minderheitenfrage vor dem Völkerbunde ausgerollt, und hoffentlich setzt sich nun die deutsche Vertretung energischer und ernsthafter für dieses gewaltige Problem ein. als das bisher der Fall war. 3m übrigen aber war natürlich die Auhenminister-Zusammenkunft neben dem Rate die Hauptsache. Das deutsche Bemühen, die Ratssitzung als das Eigentliche erscheinen zu lassen, scheiterte, muhte scheitern. QBir wundern uns nur, dah die sogenannten kleinen Götter, die Vertreter der anderen Staaten, die z. D. nachmittags gar nichts zu tun haben, weil diese Zeit für die Konferenzen der drei oder vier Drohen freigehalten wird, sich diese völlige Umkehrung gefallen lassen. Aber das ist nicht unsere Sache! Das Ergebnis der Ministerkonferenz nun ist, wie es eben fein konnte: nämlich kein Ergeb - n i s. Wennigstens aber ist nichts verdorben! Der deutsche Minister hat keine neuen Zugeständnisse gemacht oder Bedingungen auf sich genommen. Das Resultat ist, dah so die Kluft zwischen Deutschland hier und England- Frankreich aus der anderen Seite aller Welt, soweit diese es noch nötig hatte, klar geworden ist. Darüber täuscht natürlich auch das Schluß- Kommunique, das feierliche Bekenntnis der Drei, die Politik der Versöhnung und Annäherung fortsehen zu wollen, nicht hinweg. Denn, sowie man daran geht, sich zu überlegen, was das nun heiße, kommt man nicht weiter. Man will die Räumungsverband- lungen bald beginnen. Schriftlich ist dazu nichts fixiert, bloß mündlich dergleichen zuge- fagt. Bald aber heiht: wenn die Reparationsverhandlung eine bestimmte Etappe erreicht habe, was noch ganz im Unsicheren ist. Man hat ferner offenbar über die sehr heikle und für Deutschland sehr wichtige Kontrollfrage hinweggeredet. Die französische Seite arbeitet da mit einer Arbeitsteilung. Poincars führt die Reparationsgeschäfte: Räumung bloß gegen Kasse, gegen neue Bezahlung, Leistung. Bciand führt die Sicherheitsverhandlung: Räumung nur gegen Errichtung eines Kontrollorgans, und zwar über 1935 hinaus. Machen wir uns aber auch darüber nichts vor, dah das Ergebnis zugleich ist, Deutschland feine Isolierung unzweifelhaft vor Augen geführt zu haben. England hat sich, um es immer wieder zu sagen, von Deutschland zu Frankreich gewandt und steht mit diesem zusammen. In dieser Front, wenigstens uns gegenüber, steht auch Italien. Denn wir glauben, dah die italienischen Vertreter in Lugano an erster Stelle den Punkt besprochen haben, daß bei irgendeiner Reuvrdnung der Reparationsfrage Italien nicht zu kurz kommt. Chamberlain und Scialoja haben fio') auch — wenigstens hat das die englische Seite amtlich am 14. Dezember in Lugano mit- geteilt — über die Durchführung des Genfer Kompromisses vom 16. September geeinigt. Wahrhaftig, es wird Zeit, über deutsche Außenpolitik unter diesen neuen, schwierigen Verhältnissen recht gründlich und entschlossen nachzudenken! Der Ausgang dafür ist doch, woran nicht zu zweifeln ist, dah vor allem die englische Politik des Jahres 1928 die neue Lage heraufgeführt hat und dah ein tiefes Miß- trauen gegen diese englische Politik nunmehr mit Recht das deutsche Volk ergriffen hat. Beginnt, wie man sagt, tatsächlich jetzt der letzte Alt der endlichen Liquidierung des Krieges, so erheben wir gerade deswegen die Frage: wird dieser Akt in einen endgültigen Frieden sichren oder — in einen neuen Krieg? In Arabien und Afghanistan ift Unruhe und Kamps. An beiden Stellen wird Englands Interesse wesentlich berührt, in ferner so- Gießener Stadttheater. Marischka und Granichstaedten: „Das Schwalbennest". Ein Altwiener Singspiel im Diedermeierkostüm, im Biedermeiersempo, mit Biedermeiergesühlen. Wll einer einfachen, wienerischen, durchaus altertümlichen. manchmal fast altväterischen Musik, liedhaft, sangbar und im Dreivierteltakt zu tanzen. ES war reizend. Diese Musik, ohne den geringsten Anspruch auf Originalität, Aufmachung und opernhaste Gesten, ist von Granichstaedten mit absichtlicher Schlichtheit den Vatermördern, Schohfräcken, Reif- röcken und Kapotthüten des Librettos stilistisch angeglichen. . r. „ a Es gibt gleich im ersten Akt ein allerliebstes W enermadelquintett, ein Terzett und ein Fiaker- Lieb, wie es vor Zeiten eine w enerische Spezialität war: der zweite Akt ist musikalisch nicht minder liebevoll ausgestaltet: das stimmungsvolle Hoch- zei.slied „So schön wie hier kann's nur im Himmel fein“, bas große Chanson alten Stils mit dem Refrain „W'.en, Weib, Wein das von Gareis blendend gelungen und sofort wiederholt wird, und abermals ein sehr hübsches Duett für zwei Männerstimmen, deren eine ganz un- wuhrscheintich hoch binaufflettert, — „3m Leben geht alles hübsch langsam ..." 3m dritten Akt wird nicht mehr gesungen. Aber man hat nicht, wie so ost, das peinliche Gefühl, dah dem Komponisten nichts weiter eingefallen ist. Sondern, dah er sich einer neuerdings beliebt gewordenen Operstkendramaturgie angepaht hat. Was die Handlung betrifft (Libretto von Mari s ch k a und Granichstaedten), so ist sie klein, aber sehr geschickt und bühnenwirksam dar- geboten. Besonders dec Mittelakt ist durch eine szenische Sicherheit ausgezeichnet, die raffiniert genannt werden konnte, wenn sie nicht mit so ausgesprochen österreichischer Gefühlsseligkeit und einer verschollenen Romantik verkleidet wäre, die „ach Lavendel duftet und mit Spinett und Spieluhr llirnpert. Und wie die Musik ihre anmutigsten Reize in Wiener Chansons und Walzermelodien entfaltet und ihre Partiturüberraschungen nicht mit b£in- schwenkenden Schlagern, sondern etwa mit der genannten Wonroedoltrin für den nahen Orient und in seinem Verhältnis zu, ober genauer gesagt, gegen Rußland. Mehr Aufmerksamkeit aber erregte in der letzten Woche der aufzüngelnde Krieg zwischen Bolivien und Paraguay. Wieder stellte diese Verwicklung die typische und unbeantwortete Frage: wer ist der Angreifer ? Vor allem aber stellte sie die Maschinerie zur Kriegsverhütung. um die ja recht viele Köpse in der Welt sich heute mühen und für die reichlich) viele Verträge schon geschlossen find, auf eine ganz große Probe. Das galt sowohl für den Völkerbund, wie für Nordamerika, wo gerade die Auseinandersetzung um die Ratifikation des Kellogg-Paktes jm Gange ist (im Auswärtigen Ausschuß des Senats am 18. mit 14 — 2 Stimmen angenommen) und wo zufälligerweise gerade auch die panamerikanische Union tagte. Die Welt sah das sonderbare Bild, dah zwei Staaten miteinander in Krieg gerieten, die beide Mitglieder der zum selben Zweck vorhandenen, in diesem 3ahre dazu auch in Havanna zusammengekommenen, panamerikanischen Union sind. Das Ergebnis ist immerhin, daß Bolivien, wohl unzweiselhast der Angreifer, und Paraguay um das Dreifache überlegen, einte n 11. Es nahm die Washingtoner Vermittlung ebenso an, wie es auf das Eingreifen des Völkerbundsrats feinen Truppen die Einstellung der Feindseligkeiten befahl (17. Dezember). Natürlich ist der Hauptdruck von der nord- amerikanischen Seite ausgübt worden, wobei der Präsident von Argentinien erfolgreich sekundierte. Aber unbestreitbar hat auch das Eingreifen des Völkerbundes mit dazu geholfen, den Frieden hier au erhalten. Er war auch wirklich auf das höchste engagiert! Vom weiteren Verlaus wird er sich wohl fernhalten, auch wird schwerlich eine außerordentliche Ratstagung stattfinden. Denn die eigentliche Vermittlung ist Nordamerikas Sache, und gerade hier war das Eingreifen des Völkerbundes heikel und schwierig, weil es an die bekanntlich keineswegs klare, dafür aber sehr dehnungsfähige iwrdamerikanische Monroedoktrin rührte. 3n der Sache freilich ist die Aussicht auf endgültige Verständigung nicht groß. Denn der Konflikt ging ja letzten Endes zurück auf jenen Krieg (1879—83) zwischen Chile und Peru, aus dem der heute noch nicht beigelegte Tacna- Arica-Streit zwischen beiden entstand, an dein Bolivien an der Seite Perus teilnahm unb mit dem Bolivien jeden Zugang zum Meere verlor. Dieses Land von P/s Millionen Quadratkilometern, größer als Deutschland, Frankreich. 3talien, die Schweiz, Belgien und die Niederlande zusammen, ist ein absolutes Binnenland. Deshalb drängt es im Grenzstreit mit dem schwachen Nachbar Paraguay zum Anschluß an das Stromsystem des Paraguay und dann des La Plata nach Osten zu kommen. Wenn man in Washington stolz daraus sein will, daß der Kellogg-Pakt, den ja beide Streitenden auch angenommen haben, mit seiner Kriegsächtung hier einen Sieg davongetragen habe, so soll man sich dort nicht darüber täuschen, daß daraus erst recht die Pflicht und die Notwendigkeit erwächst. Mittel für eine friedliche Beilegung derartiger Konfliktfälle, wie wir einen jetzt erlebten, zu finden. Sonst entstehen unweigerlich, trotz Kellogg-Pakt und Artikel 12 des Völkerbundes, trotz Havanna-Entschließung und panamerikanischer Union, aus solchen Konflikten Kriege, die nur ganz ausnahmsweise so relativ ungefährlich sind, wie dieser vorübergehende Bandenkrieg zwischen Bolivien und Paraguay! Von der Straße zur Macht. III. Der Condottiere. Don unserem römischen ^.-Korrespondenten. Drei Aufgaben hatte er zu lösen,' als er dem sicheren Sessel des Zeitungsleiters, dem warmen Nest der Partei, dem Frieden der Neutralität den Rücken kehrte, um sich ins Ungewisse zu stürzen: eine Zfankurrenzzeitung zu gründen, ein Heer aus dem Boden zu stampfen und einen Krieg zu entfesseln. Mussolini bestand ein Abenteuer nach dem andern. Das erste, so schien es, war das leichteste. Der Oktober 1914 hatte sich gut angelassen, die deutsche Offensive in Frankreich stockte, die russische Dampfwalze glich, von Italien aus betrachtet, schon eher einem überhängenden Berg, der Aushungerungsring tim die Zentralmächte schloß sich immer enger, das Propagandagold floh in Strömen durch die neutralen Länder. Um ein reicher Mann zu werden, brauchte der Habenichts bloß ein paar Zeilen nach Paris zu schreiben. 3eder kleine Buchdrucker konnte es über Nacht zum Zeitungsbesitzer und damit zum Vorkämpfer für den Triumph des Rechts und der Gerechtigkeit bringen. Notleidenden Presseunternehmungen half man mit Vergnügen aus der Klemme. Der tolle Benito, so hieß es. hatte nur 5 Lire in der Tasche, als er dem „Avanti" seine „unwiderrufliche Demission" hinwarf — also! Also war der „P o p o 1 o d'3 t a li a" mit anderen Worten ein französisches Propagandablatt, Mussolini bestochen. Sein getreuer Anwalt, Avvo- cato Francesco Bonavita erzählt sogar in seinem „Mussolini svelato", wie er sich nach Paris begab und dort einem gewissen Giulio Guesde die traurige wirtschaftliche Lage des stolzen italienischen Interventistenorgans vorhielt, worauf die Antwort erfolgte, die jeder schwenkungsberefte Neutrale erhielt: „Eine einzige Visitenkarte eures Mussolini, mit der er Sie bevollmächtigt, das Nötige bei uns einzukassieren, genügt!“ Strahlend kehrte der Mittler in die Redaktionshohle der „Via Paolo di Cannobio" in Mailand zurück — aber Mussolini zückte die Visitkarte mit dem Sesamwort nicht. Abenteurer mochte man ihn nennen, die Reinheit seines Schildes sollte niemand anzweifeln. Seine Zeitung muhte sich eben durchhauen, wie er auch. Der Schein blieb jedoch gegen ihn, denn der „Popolo d'I:alia" trat, wo es sich um Deutschland handelte, nicht aus den französischen Fuh- tapsen heraus. Die erste Nummer vom 15. November 1914 ziert das Bild des „Banditen mit der Pickelhaube" und der erste Leitartikel, gezeichnet Benito Mussolini, nimmt die Zivilisation gegen die preußische Vergewaltigung in Schuh, genau nach Vorschrift. „Echo von Paris" hätte das Blatt heißen fonnen. Wer aber in Mussolini Hine'rizuschauen vermag, der erkennt, daß der Schein trügt. Richtig ist. dah er entsprechend seiner impulsiven Natur bei Kriegsausbruch in der hählichsten Vbeise gegen Deutschland hetzte, die Meinung jedoch, er habe diese Haltung erst nach der Gründung des „Popolo d'3talia" eingenommen, ist unzutreffend, der Schluß, der aus dieser vermeintlichen Mauserung gezogen wird, irrig. Der „verbrecherische preußische und alldeutsche Militaris- mps", der „feit 1870 die Straßen der europäischen Kultur unsicher machende Wegelagerer", dem man „mit dem Browning an der Grenze entgegentreten muh wie der friedliche Bürger dem Einbrecher", alle diese Klischees waren schon vorher in dem neutralistischen, sozialistischen und internationalen „Avanti!" erschienen. Eine Tatsache, die lediglich bezeugt, dah Mussolinis wie tausend andere auch von Anfang an bem übermächtigen Lügenfeldzug erlag, dem das schwerfällige Deutschland nichts entgegenzusehcn wußte. Bis die dickleibige, gründliche, wissenschaftliche „Aufklärung über Löwen" kam, hatte längst auf der ganzen Welt der Brandstreifen von Reims gezündet.’ Wahrend man jn Berlin sich dem Grohmutterglauben von den kurzen Deinen der Lügen hingab, durchwanderten die belgischen Kindlein mit den abgeschnittenen Händen ganze Kontinente. Mit Gold wurden die händelos Geborenen aufgekauft und auf die Reise geschickt, das leichtgläubige Völkchen des Südens war der raffinierten Täuschung verfallen, bevor es zur Besinnung kommen tonnte. Nur wer in jener Zeit auf einer neutralen Redaktion gearbeitet hat, kann sich einen Begriff von der Gewalt des sentimentalen Ansturmes machen, den Frankreich und Harmsworth zu entfachen wußten. Kleine Charaktere, schwankende Politiker werden einfach umgeweht. Selbst ein Mussolini entdeckte, am Schreibtisch des „Avanti", aus einmal seine bluttiefe Liebe zu dem „gemarterten Frankreich". Später kam ihm die schneidende Waffe natürlich zu gelegen, als dah er sie Weglegen hätte können. Er sah, dah ein Neutraler nach dem aubern damit abgeschnitten werden konnte wie eine reife Frucht, die in den Schoß der Entente fiel, und gerade diese 3ntervention wollte er ja erreichen. Warum? Auch daraus gibt jener erste Leitartikel des „Popolo d'3talia" eine klare Antwort. „Dem Krieg fernbleiben, heißt für d ie Reaktion statt für d i e soziale Revolution arbeiten. Die Neutralitätspropaganda der Sozialisten ist antirevolutionär. 3st unser Kriegsruf dagegen nicht revolutionär? Viele rebellische Geister werden sich um mich scharen. Meine Haltung liegt im nationalen und internationalen Interesse des Proletariats. Ich marschiere!" Mussolini war also, als er fdjeinbar seine Partei verriet, ihrem Dogma treu geblieben, mehr Revolutionär denn je. An die Spitze seiner Zeitung setzte er links ein Motto von Blanqui! Chi ha del ferro ha del pane (Wer Eisen hat. hat auch Brot), und rechts einen Ausspruch Napoleons: Die Revolution ist eine Idee, die Bajonette vorgefunden hat. Dazwischen las man „quotidiano socialista“ (sozialistische Tageszeitung). Wie und warum Mussolini vom extremen Neu- tralisten zum enthusiastischen Interventionisten! überging, ist ein Geheimnis, behauptet Don Sturzo. Nun, eine einzige Zeitungsnummer entschleiert dieses Geheimnis. Der Leiter des Popolo d'Italia war doch gewiß nicht mysteriös, wenn er schrieb: „Die Neutralität drohte die Partei einzukapseln und ihr jede Möglichkeit, jede Bewegungsfreiheit abzuschneiden." Ohne Bewegung keine Revolution. Faszistische Höflinge haben später versucht, ben Vorwurf des Gesinnungswechsels, der im Grunde gar nicht vorliegt, damit zu entkräften, daß sie behaupteten, die Neutralität Mussolinis fei vom ersten Tage an nur Maske gewesen, er habe mit ihrer Hilfe die Sozialisten für seinen Plan eines nationalen Staates gewinnen toollen. D^s ist Unsinn. Nicht ein nationaler Staat, sondern die 3ertrümmenmg des Königreiches und die Aufrichtung einer sozialistischen Republik schwebte Mussolini vor. Wer über verwirrenden Aeußerlichtesten nicht die klare Hauptlinie seines Trurs übersieht, erkennt ohne weiteres, daß ihm der Krieg nichts anderes als eine praktische Anwendung feiner Theorie von der segensreichen Gewalt, der direkten Aktion: war. Die Gewalt, das lehrte et immer wieder, ist nicht unsittlich. Mit Gewalt muh die Erde aufgeriffen werden, wenn sie Brot hervorbringen soll. Gewalt sprengt ben mütterlichen Schoß, auf daß ein Mensch geboren werde. Höch ste und heiligste Gewalt, geheiligt durch das Opfer, erblickte er im Kriege. Die Zeitung erkämpfte sich Boden. Nun galt es, ein Fähnlein Verwegener zu sammeln. Der Condottiere gründete also nach alter italienischer Sitte Faszi Kampsbünde. Sie nannten sich bezeichnend er weise Faszi d'azione rivoluzio- naria, revolutionäre Aktionsverbände. In ihren kurzen Statuten ist zu lesen, daß sie in dem gegenwärtigen Augenblick (des Krieges) und dem unmittelbar folgenden ein aussichtsreiches Betätigungsfeld für die Verwirklichung der revolutionären Ideale erblicken und sich daher die Gelegenheit einer gemeinsamen Bewegung nicht entgehen lassen wollen. Die Faszi wollen eine Lage schassen, die Italien in den Krieg reißt, mit dem Ziele, die ganze dynastische Politik des Hauses sanften Paraphrasierung von Volks» und Kinder- I Format" zum Beispiel. Er übertrieb in der liebem erzielt, so ist der Text rührend harmlos Karikierung einer Rolle, die an sich schon eher und harmlos fröhlich, aber in seiner Einfachheit in eine mit allen Wassern gewaschme Operette und Geradheit für manche moderne Operette vor- paßt als in dieses Singspiel, dem wir etliche gut besuchte Wiederholungen wünschen. Dr. Th. bildlich. Und so ist die kleine, oft lyrische Handlung den fast verschollenen Bezirken des alten bürgerlichen Wiener Dottsstückes entwachsen. „Zu ebener Erde und erster Stock' mit geringen gesellschaftlichen Abwandlungen, die dramaturgisch nicht viel zu bedeuten haben. Der eine Liebhaber ist ein Prinz, der andere ist ein armer Fiaker. Der gemeinsame Vater der beiden Bräute verbindet in seiner Eigenschaft als Oberkammerdiener des Prinzen die beiden durch mehr als ein Stockwerk getrennten Familien. Aber das Dolksstück am Donauufer hat von jeher nicht ungern rnärchen- und traumspielhafte Motive verwendet. Und deshalb kann süg'ich auch dieses Singspiel mit einer traurigen Dopp.lhochzcit beginnen und mit einer luftigen Doppelverlobung enden, bei der sowohl Prinz wie Fiaker die Richtige erwischen. Es wurde sehr liebenswürdig gespielt. Die stilreine und humorbcgable Inszenierung (Fritz Diest^l) verband sich mit der klangvollen und taktfesten musilalifchen Wiedergabe (Leitung: Gustav G ö r 1 i ch) zu unbestrittenem und verdientem Erfolg. , Eine brillante Leistung bot Resni (a.G.) in der Partie des Oberkammerdieners, die ihm sozusagen auf den wienerischen Leib geschrieben ist. Man freut sich über jede Begegnung mit diesem stets sympathischen und geschmackvollen Schauspieler, der über ein weiches und ausgezeichnet geschultes Organ oerfügt Haindorff (Prinz Karl) wirkte zunächst gesanglich etwas unfrei, ging aber im Mittelakt, der ihm dankbare Aufgaben bietet, erfreulich aus sich beraub, ©ein Partner, Fiaker Brandl — wir wissen nicht, wer für den abwesenden Herrn Fels eing:fpruncen war — mach e ebenfalls darstellerisch und stimmlich hier den besten Eindruck. Als die beiden bräutlichen Schwestern Netti und Gustl bilde.en die witzige Soubrette Lydia Petri und die queckfilvenr-backfischige Käthe Itter ein halb drolliges, halb rührendes Pärchen, lieblich anzuschauen alle beide im altmodischen Blümchenkleid. — Reul (Fürst S anis aw) haben wir schon besser gesehen; In der „Frau von Was das Glasbild im Jilm vorzaubert. Sieht der Zuschauer im Film sich riesige Säle mit hohen Kuppeln weiten, blickt entzückt zum hohen Dom des Himmels auf, dann ahnt er meist nicht, daß in vielen Fällen nicht die Natur, sondern ein Glasbild diese Wirkungen hervorgebracht hat. Man hat in Hollywood einen ganz neuartigen Weg gefunden, um sich kostspielige Riesenbauten und weite Reisen zu ersparen. Man benutzt nämlich die Glasmalerei, wie Paul Ludwig Stein in der Frankfurter Wochenschrift „Äe Umschau" aussichrt. In der kalifornischen Fllmhauptstadt gibt es einen Künstler, der auf diesem Gebiet Erstaunliches leistet. Das ist Paul A. G r i in m, der im Laufe eines Tages das gewaltige Schiff eines gotischen Domes oder die weite Bucht eines Hafens auf der Glasscheibe hervorzaubert, so dah sie für die Aufnahme verwendet werden können. Man stellt dabei einige Meter vor der Kamera die große bemalte Spiegelscheibe auf, die in einem Holzrahmen befestigt ist und auf einem Rädergestell fortbewegt werden kann. Die Kamera wird hinter einem schwarzen Samtvorhang verborgen, der nur ein Loch enthält, damit sich das „Auge" des Aufnahmeapparates, das hindurchblickt, nicht in der Scheibe spiegelt. Nur die obere Hälfte ist bemalt; durch die untere wird hindurchphotographiert. Natürlich muh die Malerei sich genau an das durch die untere Hälfte sichtbare Motiv anschließen und es sortsetzm. Die Menschen und Tiere dürfen nicht höher ragen als die natürlich auf gebaute Szenerie, weil sonst die Köpfe hinter der Malerei verschwinden. Grimm malt seine Glasbilder stets an Ort und Stelle, um für ein genaues Zusammenfällen garantieren zu können: sie sind in Schwarzweih gehalten, und zwar in mehr als 50 verschiedenen Schattierungen. An einzelnen Stellen sind Löcher angebracht und mit Stanniolblättchen verlleidet, durch die Lichter hindurch» glänzen und Leben in die Szenerie bringen. > 3m Hellen Tageslicht wirkt diese künstliche Fort- | setzung einer Naturszene allerdings leicht starr, wenn sie längere Zeit gezeigt wird. Aber in nächtlicher oder dämmeriger Stimmung bietet die Glasmalerei einen stimmungsvollen Hintergrund für ganze Teile der Handlung, und da sie sehr leicht und billig anzufertigen und in den verschiedensten Formen zu verwerten ist, bedient man sich immer häufiger dieses Mittels, mit dem man viele schöne Wirkungen erzielt, ohne dah der Zuschauer den wahren Zusammenhang ahnt. Schildkröte macht das Rennen. Wenn es auch allgemein bekannt ist, dah ein großer Teil unseres Sagenschatzes Gemeingut der ganzen Menschheit ist, so muß es doch überraschen, einen scheinbar so bodenständigen Stoff wie die Geschichte vom Wettrennen des Hasen mit dem Swinegel in fernen Landen, und zwar bei den Indianern Kanadas, wiederzufinden. Diese erzählen die Geschichte folgendermaßen: Die Schildkröte rühmte sich, schneller zu sein als alle anderen Tiere. Viele boten ihr eine Wette an. aber alle, ben Wolf, den Hirsch, den Hasen, wies sie ab, da sie ihr nicht entfernt ebenbürtig seien. Endlich kam auch ein junger Krieger vom Stamm der Ojibwä, der sie so lange drängte, bis sie sich zu einem Wettlauf herbeilieh: am nächsten Mittag sollte er in Gegenwart aller Tiere stattfinden. Es wurde verabredet, dah der Indianer rings um einen See Herumlaufen sollte, während die Schildkröte unter dem Eise denselben Weg schwimmend zurücklegte: zur Äontrolle sollte sie an den zahlreichen Lochern, die die Uscher ins Eis geschlagen hatten, jedesmal ihren Kops her- ausstrecken. Pünktlich am Mittag tauchte die Schildkröte, unb der Indianer begann seinen Lauf. Als er sich dem ersten Eisloche näherte, steckte die Schildkröte bereits den Kopf heraus, so auch beim zweiten und allen folgenden: und als eifalich Ojibwä völlig erschöpft an dem Ausgangspunkt zurückkehrte, sah die Schildkröte schon eine ganze Weile am Ufer: sie hatte ihren Schwester,: Bescheid gesagt, sich bei den einzelnen Eislöchern aufzuhalten und beim Schall der Schritte des Läufers aufzutauchen. — Immerhin, das Märchen endet nicht so tragisch wie beim Hasen. A. Ä. H läge der Stadt, arte dem hervorgeht, daß Wetzlar zur Zelt eüun Grundbesitz von rund 411 Hektar besitzt, darunter viel wertvolles Bauland. Das Gesamtvermögen bej.fert Dr. Kühn auf 15800 000 Mark, dem emr Schuldenlast von etwas über 9Vs OKI tioncn gegen- übersteht. Letztere wurde dann noch ein,em er» läut .'Ti, wobei auf die einzelnen Baujahre zurückgegangen wurde. Die in der öffentliche Der- sammlmig angegebenen Summen an Zinsbelastung bezeichnete Bürgermeister Dr. Kühn als unrichtig. Bon einer katastrophalen Lage der städtischen Finanzlage läimc keine Rede fein; die Stadt sei in dec Lage, allen ihren Verpfsich urgen nach'ulommen. Auch der Stadtbaurat Golder gab in längeren Ausführungen ein Bild über die Baukostenfrage der in Betracht kommenden Pro eite, und versuchte an Hand von Zahlen eine Begründung der fteberschreftungen zu geben, die sich weniger aus Mehrausgaben bei dm Bauprrtsen, all aus Mehrleistungen bei dem Zinsendienst und dem Kursverlust der Anleihen erg.ben würden. Eine Aussprache über die Ausführungen der beiden Redner wurde nicht brltebt, und so wurde der Antrag auf Eir.s.hung eines Regierung-- k o m m i s f a r s zwecks Prüfung der ganzen städt. Dermrgenslage einstimmig angenommen. Die weiteren Punkte der öfientlichen Sitzung waren anscheinend unter dem Eindruck deS voran» Berkehkksiechnische Betrachtung zur Gießener Krastomnibuslinie Von Architekt H. Völker, Gießen. Oberheffen. Landkreis tz-ietzeu. CO Klein-Linden, 21. Dez. Aus der G e meinderatssitzung vom Donnerstagabend ist als bemerkenswert zu Berichten: Der Freiwilligen Feuerwehr wurde auf ihren Antrag ein vorläufiger Zuschuß von 100 Wart für Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Retüings- geräten gewährt. — Wie in den letzten Jahren, so sollen auch dieses Jahr wieder an Sozialrsnten- empfänger, Hilfsbedürftige und Erwerbslose Win - terbeihilfen ausbezahlt werden. Der Ge- meinderat bewilligte für verheiratete Sozialrentenempfänger und Hilfsbedürftige mit Familien 25 Blk.. für Alleinstehende mit eigenem Haushalt 20 Mark und für Ledige 15 Mark. Erwerbslose unter 2,93 Mark täglicher Erwerbslosenunterstützung sollen als Verheiratete 20 Mark, als Ledige 10 Mk. erhallen. Der Gesamtbetrag der Unterstützungen beträgt 1120 Mark, davon trägt ein Viertel der Kreis Gießen, weitere 40 v. H. werden vom Staat aufgebracht. Um auch den übrigen Erwerbslosen eine Winterbeihilfe zu gewähren, genehmigte der Gemeinderat für bedürftige Verheiratete die Auszahlung von 12 Mark und für bedürftige Ledige 6 Mark. □ Allendorf a. d. Lahn, 21. Dez. Aw Dieltet ag hielt der hiesige Kirchengesang-- verein im Luhscheu Saale eine wvhlgelungene Familien- und Weihnachtsfeier ab. Die Festansprache hielt der Ortsgcistliche, Pfarrer Decker, über das Wort: „Also hat Gott di: Welt geliebt." Schon torgetragene Weihnachtsgedichte, entsprechende Lieder des Kirchen» chores und gemeinsam gesungene^ Weihnachtschoräle umrahmten die Feier. Höhepunkte des Abends bildeten die Ausführung: „Hnb es waren Hirten auf dem Felde" und die lebenden Bilder zu dem Liede: „Qlm Wcihnachtöbaum die Lichter brennen“. Am Schlüsse überraschte der Verein seinen Dirigenten mit einem prachtvollen Weihnachtsgeschenk. * Annerod, 21. Dez. Die Erlen strafte in unserem Orte ist für La st fuhrwerke und Lastkraftwagen über drei Tonnen Gesamtgewicht gesperrt worden. Zuwiderbandlungen gegen die E'errvorschrist sind mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bedroht. - • Alten-Duseck. 21. Dez. Der hiesige Frauenmissionsverein hieU gestern Donnerstag, abend im festlich geschmückten Saale der Klünkinderfchule unter sehr zahlreicher Beteiligung s.ine Weihnachtsfeier ab, der diesmal insofern noch eine besondwe BedeuüurZ zukam, als damit die F.iec seines 20jährigen Bestehens verbunden war. Der Ortspfarrer gab in ferner Ansprache einen RücDlick auf die verflossenen zwei Jahrzehnte, und konnte fest- stellen, daß der Verein in dieser Zeit nicht nut an Mitgliederzahl gewachsen, sondern auch cm Klarheit in dw Erfassung sei irr Ziele und Aufgaben erstarkt fei. Es ergab sich erfreulicherweise, daß von den 60 F.auen, die einstmals int Jahre 1908 den Verein hatten gründ,n h-elfen, noch h«rte 25 dem Verein angehören, der jetzt ungefähr 90 Mitglieder zählt. Aus den Mi'.teln des Vereins werden, abgesehe:^ von Aufwendungen für Zwecke der örtlichen Kirchengemeinde^ hauptsächlich unterstützt die Baseler und die Gvß^ merjche Mission. das syvi che Waisenhaus inj Jerusalem und das Evangelisationswerk in Spanien. Möge es dem Verein, der dem Verband evangelisch-kirchlicher Frauenvereine in Hessen an» geschlossen ist, noch lange Jahre vergönnt fein, wie seither mit stets wachsenden Kräften feinet schönen Aufgabe zu dienen s. Beuern, 21. Dez. Am Bescherabend vollendet die zweitälteste Einwohnerin unseres Dorfes, die Landwirtswitwe Marie Dietrich, ihr 8 7. Le bensj'ah r. Sie rnutz zwar viel zu Bett liegen, ist aber geistig nrchi völlig gesund. Sie ist Wohl weit und breit dis einzige noch lebende Tochter eines alten, durch seine Kriegserlebnisse bekannten Rußlandkämp- fers der napoleonischen Zeit. Das höchste Lebensalter zur Zeit hat gleichfalls ein weibiiches Glled der Gemeinde, Frau Fiedler, die noch ein halbes Jahr älter ist als die oöengenarave. Außer diesen beiden weist unser Dorf noch sieben weibliche Personen auf, die das achtzigste Seoatet fahr überschritten haben. Dagegen sind unsere alten Kriegsveteranen alle gestorben bis auf einen. Heinrich S ommerlad, ber’un Anfang der 80er Jahre steht. Z Saasen 21. Drz. Der Evangel. kirchliche Frauen- und Jungfrauen« Verein, der seit 14 Jahren bei uns besteht, begründet und geleitet von Herrn und Frau Lehrer Herber, hatte seine Mitglieder dieser Tage zu einer Feierstunde eingeladen Zahlreich waren die Mitglieder dem Stufe gefolgt, so daß der Saal von Wilhelm Schepp von den erschienenen ca. 130 Frauen und Mädchen völlig besetzt war. Mit dem Adventslied »Wie soll uh dich empfangen" begann die Feier, worauf der Leiter eine kurze Begrüßungsansprache hielt, die in den (Iedanlengang der Feier einführte. „Es ist ein Aos entsprungen', so klang es darauf, und nach einem Begrüßungsvorsprach sang der Mädchenchor „Es scheinen die Sternlein so hell". Das Leben, ein Wandern zur Ewigkeit, war der Grundgedaicke der folgenden CBorträge, die teils heiter, teils ernst zu uns redeten und klangen. Zeit — Erinnerung — Gegenwart traten auf in einem Gespräche. Der Jungfrauenchor fang „In goldnen lenzesfrohen Tagen". Es folgte ein Vortrag mit Chören: „Die zwölf Monate", worin die Monate als Personen auftraten und ihre Besonderheit darstellten, zwischendurch waren passende Chöre eingefügt. Aach einer Pause, die der leiblichen Stärkung gewidmet war. folgte eine scherzhafte Aufführung: „Mädchen von heute", die ebenso, wie alles Gebotene, von den Märchen flott und gut bargeboten wurde. Dach DerKommunalkonWinWetzlar. Die Verwaltung verteidigt sich. LS Wetzlar, 21. Dez. Die gestrige S t a d l v e r - ordnetensitzung brachte die lieber» raschung, daß Bürgermeister Dr. Kühn einen für die nichtöffentliche Sitzung vorgcs hen.nPunkt, nämlich die Vermögens- und Schuldenübersicht der Stadt, in offen l.cher Sitzung bchandeln ließ, um dabei sich g'eichzeüig über Die Angriffe zu äußern, dis am letzten Dienstagibmb in öfftnt ich:r Versammlung gegen, ihn und die Verwaltung erhoben worden waren. Dr. Kühn bedauerte hierbei lebhaft, daß diese öf.enftiche Dersammlurg cinb:rufen worden sei, zu der absolut kein Grund vorg liegen habe. Hätte er sich geweigert, den Anträgen der S.adt- verordneten zu entsprechen, dann wäre das Grund gewesen, an die breite Öffentlichkeit zu gehen, aber er habe ja allen Wünschen willfahrt, und die Unterlag m, dis in dis Hände der Stad.v rordnften g kämmen feien, beto.cfen es. Dabei seien alte Labenhü.er Li der Derfammlung aus getischt worden, dir längst als unwahr er- teufen seien. Mit solchen Erna.tonen fei jedoch schon immer in Wetz'.ar gearbeitet worden. Gegen Verleumdung rn sei er immun. An Hand eines zahlreiche Materia's gab Dr. Kühn alsdann einen Heberblick über die Finanz- ster Anschluß zum Bahnhof geschaffen ist. Ferner ist die Universität dadurch mit den Kliniken und allen chren wichtigsten Instituten dieses Stadtteils und dem Studentenheim in einer unmittelbaren, nur ein paar Minuten Fahrzeit erfordernden Linie verbunden. Trotz vieler Vorteile fehlen aber auch dieser Linienführung noch zwei notwendige Ergänzungen. Einmal ist die Verbindung mit dem Stadtzentrum auf den Uebergangsoerkehr an Bahnhof und Ludwigsplatz zur Straßenbahn angewiesen. Da von diesen die rote Linie den Wochen- markt auch nicht unmittelbar berührt, ist die Verbindung mit diesem besonders für Hausfrauen mit gefüllten schweren Einkaufstaschen nicht so verlockend, wie sie zu einer starken Benutzung von dieser (Seite wünschenswert ist. Deshalb müßte die Verbindung zum Stadtzentrum vom Ludwigsplatz aus, unter Vermeidung einer Konkurrenz zur Straßenbahn und unter Umgebung der verkehrstechnisch schwierigen Altstadt, in folgender Weise weitergeführt werden: Durch die Roonstraße (Haltestelle am Großen Steinweg, — eine Minute Fahrt) zur Moltkestraße (Haltestelle für Eisbahn, — zwei Minuten Fahrt). Durch die Moltkestraße zur Ostanlage (Haltestelle für Landwirtschaftliches Institut, — drei Minuten Fahrt). Durch die Senckenbergstraße zum Landgraf - Philipp - Platz. (Haltestelle für Wochenmarkt, Botanisches Institut, Polizeiamt, Kreisamt, Agrikulturchemisches Institut, Gericht, Kaserne usw., — fünf Minuten Fahrt.) Dadurch kann man ohne Umsteigen von Klein- Linden in zwanzig Minuten und von allen Außenbezirken Gießens in noch weit kürzerer Zeit ohne Umsteigen und mit Erschließung von lauter Wohnbezirken, die jetzt ohne Derkehrsmillel sind, bis zum Wochenmarkt, also mitten ins Stadtzentrum, gelangen. — MU zwei Wagen wäre das allerdings nur bei einem Fahrtabstand von zwanzig Minuten möglich, während fünfzehn Minuten wohl als das Höchstmaß an Zwischenraum zwischen zwei Wagen anzusehen ist, da Verkehrsmittel, welche zu selten fahren, wiederum deswegen weniger benutzt werden. Aber notwendig in allernächster Zeit wäre die Durchführung zum Wochenmarktplatz unbedingt, weil eben erst dadurch die Vorbedingungen zu einer restlosen Verkehrsausnutzung dieser Linie gegeben ist. Die zweite notwendige Ergänzung zu der projektierten Linie wäre die Ausdehnung des Außenbezirkoerkehrs auch auf der Nord- und Westseite Gießens mü dieser zusammen zu einem einheitlichen System. Die Wagen mußten vom Landgraf-Philipp-Platz weiter laufen zum Walltor (Haltestelle mit Uebergang zur grünen Linie, — ab Ludwigsplatz sieben Minuten Fahrt). Von hier über Nordanlage-Schottstratze .zur Steinstraße (Hallestelle, — acht Minuten vom Ludwigsplatz). Durch die Steinstratze bis zur Weserstraße (Haltestelle, — neun Minuten ab Ludwigsplatz). Sodann durch die Weserstraße wieder zur Nordanlage (Haltestelle für die sämtlichen dortigen Schulen und Kaufmännisches Dereinshaus, — zehn Minuten ab Ludwigsplatz). Die Linie läuft bann über die Nordanlage zur Unterführung am Os- waldsgarten (Haltestelle für Biebertalbahn, Wohngebiet an und jenseits der Lahn. — elf Minuten ab Ludwigsplatz). Ueber die Westanlage zur Bahn- hofstratze (Haltestelle für die Schule an der Westanlage und Uebergang auf rote Linie ins Stadt- innere, — zwölf Minuten ab Ludwigsplatz). Die letzte Strecke führt dann unmittelbar zum Bahn, Hof, — ab Ludwigsplatz in 14 Minuten. Mithin wäre der gesamte Außenverkehr mit vier Wagen und 15 Minuten Wagenfolge zu bewerkstelligen. Der große Vorteil dieser letzten Strecke besteht nicht nur in der unmittelbaren Verkehrs- erschließung des bisher sehr abgelegenen Gebietes in der Gegend der Lahn und der Steinstraße durch schnellste Verbindung zum Markt, zum Bahnhof und zu allen anderen Stadtteilen, sie schafft auch die notwendige Verbindung zwischen Bahnhof und Biebertalbahn einerseits, zwischen Stadtzentrum und dieser andrerseits, und sie schafft drittens die notwendige Fahrverbinduna aus den entgegengesetzten Stadtteilen zu den Schulen an Nord- unb Westanlage. Zweifellos würden hier zahlreiche Schülerabonnements mit evtl. Schülersonderfahrten in Frage kommen. Allerdgings ist für solche Sonderfahrten, wie auch für alle unvorhergesehenen Fälle oder Wagendefekte ein fünfter Reservewagen erforderlich, wie auch schon bei halbem Linienbetrieb ein dritter Reservewagen zur Hand sein müßte. Ader vielleicht ist hier zunächt die Möglichkeit zu einer Vereinbarung mit Privatunternehmern ober Reichspost gegeben, daß zu solchen Fällen Wagen auf einzelne Fahrten gemietet werden können. Der Zweck dieser Ausführungen soll nur jein, die wesentlichsten Gesichtspunkte für die Gestaltung dieser neuen Gießener Verkehrslinien einmal kurz zusammenzustellen, und schon aus dieser Zusammenstellung ergibt sich, welche bedeutenden Verkehrsvorteile und -möglichkellen bestehen und welches 3neinanbergreifen der jetzigen mit den künftigen Verkehrslinien sich ergibt gegangenen schneller erledigt, als eS sonst fiel so.chen Vorlagen der Fall ist. Für den Dau von Kleinwohnungen wurde die Aufnahme einer Anleihe von 130000 Mark gut- geheißen, wobei über die Art der Ausführung der Bauten noch gesprochen werden folL Ein Antrag sämtlicher Fraktionen auf Abänderung der bestehenden Orsgesetze wegen Erhebung d.r Anliegerbeiträge kam trotz der borge* brachfen Bedenken der Stadtverwaltung zur An- nahm«. Einem Antrag der Verwaltung auf Qlb- änterung der Gewerbe st euersätze standen Bedenken der Stadtverordneten gegenüber, so daß dieser Punkt zurückgestellt wurde, und so ging man mittags um 2 Ahr bereits auseinander, um Anfang Januar einer Einladung des Re- gieruugspräsidenten auf persönliche Aussprache wegen des Konfliktes nachzukommen. Wann diese sein wird, steht noch nicht fest. Savoyen abzuschaffen, den Militarismus ins Herz zu treffen und den Weg für alle politischen und wi.tschastlichen Forderungen fixizumachen. Der erste Haufen, der zu dem schwarzen ‘Banner stieß, war der revolutionäre Arbciterverband Filippo Corridonis, des Syndikalisten, der bald darauf als einer der ersten vor dem Feinde fallen sollte. Beide Verbände setzten die Intervention als schwere Artillerie in ihre Llmsturzpläne ein und vereinigtest sich daher zu den Faszi Jnterventisti d'azio..e rivoluzionaria. Bei der Lösung der dritten abenteuerllchen Aufgabe, einer unwilligen Regierung die Kriegs- erflärung abzupressen, sand Mussolini inD'An- nunzio einen Bundesgenossen, der wie kein anderer in die Trompete zu stoßen teuftte. ... Wie sich die roten Interventionisten die Benützung des Krieges al 3 Mauerbrecher für das (Sinti nnen der monarchischen Festung dachten, ist nicht ganz klar, und konnte niemals (lar werden. denn sie wußten es selber nicht. Ihre Führer, Mussolini und Corridoni, wußten nur. daß vor der Tat der Wil e zur Tat, vor dem Programm die Bewegung steht. Movimento, war einmal movimrnko tor.)andcn. Drw g ing dann würde ich schon das K .ralisicrurgs ystem dazu finden. Ein derart grwc l izcs Erri^nis wie der Krieg mußte ja dir entscheidende Wendung bringen. ilnö die Wendung kam. Anders frcistch, größer,. sittlich reiner, als Mussolini gedacht. Beim Durch'w'ngen in drn Schützengräben strei t man leichter als sonst die letzten Parteischalen ab. Erschrocken über die Cinstimm g eit, m t der das Parteigericht den Abtrünnigen verurteil e, mit Schimpf und Schande ausftieß, hatte der einsam Geteordene, der Stunden vorher noch zu Hundert- tausenden sprechen konnte, mit erstick.et Ssimme in das Gewühl hineing?schr en. er sei und bleibe Sozialist, jetzt lag das' alle? weit zurück. In der näch-tlichen Feueresse des Karst begegnete ihm ein Schatten, der größer war als die Gestalt des väterlichen Verschwörers in der Schmiede, so groß und hoch, wie ein Mann, dem Heim und Herd zu schirmen das erste Gebot ist, überhaupt f(bauen kann: der Schatten dte Vaterlands. Der Mythos der Ration. Da sa rk dem Condottiere das Haupt auf die Brust, da brachte er den nationalen Gott die Internationale zum Opfer. Das war die Wandlu-g. Von dieser Stunde an hatte die Revolution eine neue Idee. So-g- sam hütete ihr Träger das heitige Feuer, bis die Zeit erfüllt sein würde, es zum offenen Brand anzusachen. Das also waren die Bajonette, die — das napo°> leonische Leitnwtiv an der Spitze des Popolo d'Itakia wurde Wirklich'«'ft — die Revolution gefunden hafte. Rationale Dafonette! Ga i'altb barrikaden! Jetzt hatte Mus olini seine Bestimmung erlannt. Richt mehr die Umwälzung war das Wesentliche, sondern die Grütze des Va e:- lands. Ja, nun g'aubte er daran. Run hafte er eine Religion. Sie mußte verbreitet werden, sei es auch mit Feuer und Schwert. Da war er, der Renaissancemensch, der Mann des 15. Jahrhunderts. Rifti, sein unrersöhn- lichrr Feind, hat ganz Recht: Dieser Condottiere kommt von fernher! Wer aber will behaupten, daß er damit nicht in unsere Zeit pa.se? Wer kann wissen, ob eine spätere Zeit über unser Jahrhundert nicht ähnlich urteilt wie wir über das vier ehnte oder fünfzehnte? Ob es kommenden Geschlechten, nicht eben'o verworren, so geaufam und verworfen, so vul.anisch erscheint? Jagt nicht feit der Iahrhundertteende ein Krieg den anderen? Gärt es nicht oben und unten? Sind wir nicht Zeuge des Zusammenpralles von Weltanschauungen, von Schichtenverschiebungen, von Gewalten, die eruptiv an die Oberfläche drängen und eher nach Üebertoältigung, als nach Ausgleich streben? Foltert man nicht in den Gefängnissen. gehen nicht bei jedem Herrschastswechsel Tausende und Abertausende zugrunde, ist das Geld noch sicher, liegt nicht drückendes Duiftel über allem und allen? Ist es nicht wieder so, als ob die Menschheit im Guten und Bösen sich neue Formen geben wolle, wie einst die Erde, bevor sie enDgültig erstarrte? Und ist sie endgültig erstarrt? Es sieht im ersten Drittel unseres Säkulums mindestens so aus, als ob wir förmlich in ein geologisches Zeitalter geraten wären. Hat nicht Oswald Spengler einen Untergang im Sinne einer Rückbildung angekündigt? Vielleicht ist sie Fortschritt, wir wissen es nicht. Vielleicht ist auch der Faszismus das eine oder das andere, wiewohl er heute lediglich eine Bestätiiuna der Spenglerschen Weisfagung von der Wiederkehr der Autokratie erscheint. Sollte er aber vorübergehen — nun, auch der Weltkrieg ist vorübergegangen. Was besagt das gegen ihn, was gegen den Krieg? Was gegen Mussolini? Wie dem auch sei, keine andere Führergeftalt patzte so gu in die italienische Rachkriegszeit die dieser Bollstribun. Wit fernen Vorzügen wie seinen Schwächen war er der gegebene Mann. Richt umsonst hafte ihn das Schicksal im Schmelztiegel des Krieges geformt. Er wird mehr getrieben ton einer unbekannten Macht, als daß er selber treibt Er tennt sich schlecht aus in sich selbst. Als einmal eine große Zeitung ein Referendum veranstaltete, wie es jetzt Mode ist, eine Umfrage bei ihren Lesern, um die beste Definition der Persönlichkeit Mussolinis zu erhalten. da schickte er sie selber ein: „Ser Abgeordnete Mussolini erklärt, nicht genau zu wissen, was er eigentlich ist, schwerlich fömten es also andere wissen. — Veröffentlicht diese Erklärung und brecht die Rundfrage ab. Vielleicht kann sie in fünfzig Jahren wieder ausgenommen werdem" Und vor die Biographie, die seine leidenschaftlichste Anhängerin schrieb, setzte er die Kritik: „In diesem Buche ist mein Leben — wenigstens jener Teil, den man kennen kann, denn jeder Mensch Hal Geheimnisse und unerforschbare . Winkel in seiner Seele." Condottiere konnte Mussolini werden, weil ihm die Ratur eine ungemein feine Witterung mitgegeben hat. „Das Blut sagt mir alles. Ich muß nur auf mein Blut hören. Es ist so, ich bin wie die Tiere, ich fühle das Wetter, das kommt. Wenn ich meinem Instinkt folge, gehe ich niemals fehl." Er ging nicht fehl, als eine herrenlose Zeit willens war, sich einem Führer zu beugen. Rach dem Kriege standen Die Aussichten für 1 inte und rechts gleich zu gleich. Wer wollte, konnte eine Staatsumwälzung probieren. Stoff für einen Qieubau war auch genug vorhanden, und viele wolllen. aber nur einer unter den Berufenen war auSerwählt. Es siegte der überlegene Führer. Aus dem Amlsverkündigungsblatt. ' Das AmtSverkündigungsblatt R r. 92 vvm 21. Dezember enthält: Polizeiverordnung über den Fahrzeugverkehr in der Erlea- straße in Annerod. -- Dienstaachrichlen. Nachdem in der Swdtoerordnetensitzung vom 14. Dezember die Einrichtung einer städtischen Kraftomnibuslinie in den von der Sfta- ßenbahn nicht berührten Stadttellen beschlossen wurde, wird man versuchen, die zweckmäßig st e Linienführung und Haltepunktfest- [ e g u n g zu bestimmen. Die nachfolgenden Zeilen sollen versuchen, hierzu die wesenllicysten Gesichtspunkte herauszustellen. Erfahrungsgemäß sind Derkehrsmillel in den äußeren Stadttellen um so stärker frequentiert, je mehr sie die möglichst peripheren Gegenden nicht nur untereinander, sondern vor allem unter Berührung der wichtigsten öffenllichen Gebäude und Institute verbinden und zugleich eine denkbar schnelle Zuführung des Verkehrs zum Bahnhof auf oer einen Seite, zum Stadtzentrum auf der andern Seite ermöglichen. Für kleine und mittlere Städte ist es zur Erfüllung dieser Aufgabe notwendig, daß das Verkehrsmittel möglichst nahe bis an alle Wohngebiete der Peripherie herangeführt wird, auch wenn dadurch kleine Ausbiegungen aus einer direkten Ringlinie nach beiden Seiten erforderlich sind. Das Auto, als schnellfahrendes Verkehrsmittel, verliert durch eine solche Ausbiegung höchstens eine bis zwei Minuten, aber es befördert dadurch gerade die am weitesten entfernt wohnende Bevölkerung, die des Verkehrsmittels am meisten bedarf, bis unmittelbar an ihre Wohnstätten. Tut es das nicht, müssen die Bewohner der Peripherie erst noch fünf bis sechs Minuten gehen, bevor sie das Verkehrsmittel erreichen können, so verliert dieses leicht seine Bedeutung, denn der einmal begonnene Fußweg von sechs Minuten wird bann lieber in bisher gewohnter Weise um nochmals 'sechs Minuten fortgesetzt, und man ist dann schon ohne Verkehrsmittel entweder an der Straßenbahn, ober an ben ersten Geschäftsstraßen. Diese Grunbsätze auf Gießener Verhältnisse an- .gewanbt, würde die Autolinie vom Ludwigsplatz zum Kliniksviertel und nach Klein-Linden am günstigsten auf folgender Route fahren: zunächst durch die Gartenstraße zur Stephanstraße. (Am Anfang derselben Haltestelle für bie neue Bürgermeisterei, Oberrealschule, Universitätsbibliothek, künftige Ortskrankenkasse, — eine Minute Fahrt.) Durch bie Stephanstraße zur Ecke Goethestraße (Hallestelle für neues Finanz- unb Versorgungsamt und für Phys.-Ehemisches Institut, zwei Minuten Fahrt). Durch bie Goethe zur Lud- wigstraße (Hallestelle für Universität, drei Minuten Fahrt). Die Ludwigstraße durch Unterführung zur Liebiastraße (Haltestelle für Pädagogium und ’ Kath. Schwesternhaus, — vier Minuten Fahrt). Die Liebigstraße auswärts bis Iheringstraße ober Weißerbe zur Erschließung dieses äußeren Wohn- . bezirkes und der daran anschließenden Fabriken (Haltestelle hierfür Ecke Liebigstraße-Weißerde, — fünf Minuten Fahrt). Durch bie Weißerde zur Wilhelmstraße (Haltestelle für Kreisgesundheitsamt. Hess. Dermessungsamt, Forstamt, — sechs Minuten Fahrt). Weiter durch die Wilhelmstraße zur Ludwigstraße aufwärts (Haltestelle Ecke Ludwigstraße- Leihgesterner Weg für das neue Studentenheim unb bas neue Wohngebiet auf ber Schönen Aussicht, — sieben Minuten Fahrt). Don hier zur Augen- ober Kinberklinik (Haltestelle für bas gesamte untere Kliniksoiertel, — acht Minuten Fahrt). Durch bie Friedrichstraße zur Bahnhofsbrücke am Wetzlarer Weg. (Hier Haltestelle für Bahnhof unb Uebergang auf rote unb grüne elektrische Linie. Die Entfernung biefer Haltestelle vom Bahnhof ist nicht größer, als bie Ueberquerung eines großstäb- tischcn Bahnhofsvorplatzes, unb wäre die notwendige direkte Derbin'bung aller Wohnviertel an dieser Strecke mit dem Bahnhof und aus Richtung Klein-Linden auch mit dem städtischen Jnnenoer- kehr. Für Ortsfremde müssen Tafeln am Bahnhof mit den genauen Abfahrtszeiten auf die Haltestelle oberhalb der Treppen Hinweisen, — neun Minuten Fahrt.) Sodann über Wetzlarer Weg bis zur Klinikstraße (Haltestelle an der Ecke beider für dieses Wohnviertel, sowie Güterbahnhof und Diehhof, — zehn Minuten Fahrt). Durch bie Klinikstraße zur Frankfurter Straße (Haltestelle an ber Ecke beider für das gesamte obere Kliniksviertel, — elf Minuten Fahrt). Durch Frankfurter Straße bis Schubert- ftrafte (Haltestelle für diesen neuen Außenbezirk und für Deterinärklinik, — zwölf Minuten Fahrt). Alsdann nach Klein-Linden (Haltestellen Anfang, — 14 Minuten unb Mitte 15 Minuten Fahrt) mit sofortiger Rückfahrt. Durch biefe Linienführung wäre es möglich, bas gesamte Gebiet zwischen Ludwigsplatz unb Klein- Linben durch zwei Wagen in viertelstündiger Fahrzeit und mit viertelstündiger Wagenfolge bis in die äußersten Wohnbezirk« so zu erschließen, daß deren Bewohner in wenigen Minuten zu allen wichtigen öffentlichen Gebäuden und Instituten dieses Bezirkes gelangen könnten, daß sie an Bahnhof und Ludwigsplatz unmittelbaren Anschluß mit ber Elektrischen ins Stabtinnere und zu den entgegengesetzten Außenbezirken, nämlich zur Marburger Straß« und Dolkshalle haben, und daß von Richtung Klein- Linden wie von Richtung Ludwigstraße her schnell- I Millionen tdHteen \kh vor Erhaltung- im Gasgerät 7toV | Wurme $dmh MIT HEIZUNG WOLF NtTTER&JACOBh»« MSusborg 12 Gieren Mäasbarß 12 BERLIN W 15• FINNENTROP'/WESTF 08929 billigst Verlr.: Emil üecjer, üammstr.43, ßieOen.Tel. 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Dienstag, 25., 15 bis 17.30 Uhr: Trilltrall und seine Brüder. 19.30 bis nach 23 Uhr: Aida. Mittwoch, 26.. 15 bis 1730 Uhr: Trilltrall und seine Brüder. 19.30 bis 23 Uhr: Die Fledermaus. Donnerstag, 27., 15 bis 17.30 Uhr: Trilltrall und seine Brüder. 19.30 bis 23 Uhr: Die Fledermaus. Freitag, 28., 14.30 bis 17 Uhr: Trilltrall und seine Brüder. 19 bis 22.45 Uhr: Der Rosenkavalier. Samstag. 29.» 15 bis 17.30 Uhr: Trilltrall und seine Brüder. 19.30 bis 22 Uhr: Der Freischütz. Sonntag, 30., 17.30 bis gegen 23 Uhr. Die Meistersinger von Dürnberg. Montag. 31.. 15 für Damen, Herren und Kinder in großer Auswahl kaufen Sie gut und billig im I H. Schön . Marburger Straße. Brennholz Anmachholz Sägemehl zum Rauchern ,osD Jul.WelLhöfer »Vernsorecher 743. gum Weihnachlsseft praktische (Sc chcnkartikel für Küche und Haus Edgar Borrmann, Gießen Eiieuwareu. Haus- und Küchenaeräte. Zreibank. Mo tag, den 24. Dez., von k Uhr ab 10.$; 1U Zleischvettaus. 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Landwirt Otto Lyncker, auch wegen Diebstahls in zwei Fällen, zuneunMonaten Gelängnis, Dr. Karl Reinheimer zu sechs Monaten Ee'ängnis verurteilt. Die Angeklagte Else Trumm wurde wegen schwerer Urkundenfälschung in Taleinheit mit Betrug zu drei Monaten Gefängnis vrrurter.'t. Der Angellagte Körber wurde srrigesprochen. Der Haftbefehl gegen Else Trumm und L y n ck e r wurde aufgehoben. Den Angek.aglen wurde die Untersuchungshaft angerechnet. Bewährungsfrist erhielten Dr. Reinheimer für di« ganze Straf« und Lyncker für den Rest der Strafe. Bei der Angeklagten Trumm wurde die erkannte Strafe von drei Mana len durch di« Untersuchungshaft von neun Monaten als verbüßt erllärt. Kleines MM und Herde phmktnnlane InsekIeur-Schule ieireeet» Zur Marburger Raubmord-Angelegenheit. WSR. Frankfurt a. M., 21. Dez. Die durch einen Kriminalbeamten von Kassel hier vorge- ncmmene Vernehmung des in der Strafanstalt Preungesheim fitzenden Schreiners Wilhelm D r ö d l i n, der beschuldigt wird, anfangs 3uni 1928 seinen Arbeitskollegen Gesang in bzr Rühr von Marburg erschossen und beraubt zu haben, führte bisher zu keinem Geständnis des Beschuldigten. Die Verneh nung wird in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, nachdem noch weitere Zeugen gehört sein werden. Insbesondere ist die Polizei auf der Suche nach einem wichtigen Zeu-.en. dessen jetziger Aufenthalt noch nuht ermittelt werden konnte. Durch seine Vernehmung hofft man. genügend Material zu echallem um dann die Raubmordsache auf» dem Thor: „Das Lied, bas meine Mutter sang", folgte ein Schlutzgedicht, das auf die äleber- raschung des Abends hinleitete: jedes Mitglied erhielt ein Geschenk, eine Tasse mit der Vereens- aufschrift. Es folgte der gemeinsame Gesang: „Macht hoch die Tür", und der Pfarrer von Wirberg hielt eine .Ansprache, in der er die bunten Bilder und Stlänge des Abends zusam- menfahte unS vertiefte In den Advcittsgcdanken vom kommenden Heiland und unserer Aufgabe bei der heiligen Erwartung der Adventszeit. Run wurden die neuen Taffen eingeweiht uub noch mancher Vortrag auS dem Stegreif, oder auch wohlvorbereitet folgte. Es war eine rechte Feier: Dank gebührt den Leitern, Herrn und Frau Lehrer Herber, die — wie immer — die Hauptarbeit geleistet haben. Dank aber auch den 3ungfrauen, die mit ihren Vorträgen. Ausführungen und Chören sehr viel Freude brachten. Eine Tellersammlung von 32 Mk. wird Bethel und dem Erholungsheime des Verbandes evangelisch-kirchlicher Frauenvereine zugute kommen. ri. R i« d e r - B e s s i n g e n. 21. Dez. Mit dem Eintritt der Weihnachtsferien hat Schulverwalter Volk aus Zell bei Bensheim, der seit der Krankheit und dem Hinscheiden unseres Lehrers Kreis die hiesige Echulstelle vrrwal ete und fünf Monade lang hier tätig war. Abschied von und genommen. Herr Volk wird von Beginn des neuen 3ahres an in einer deutschen Auslandschule. nämlich in der deutschen Schule zu Florenz (Italien) wirken. Da in den letzten 3ohren durch fünfmaligen Lehrerwechsel der Unterrichts- betrieb in unserer einklassigen Schule recht un- llebsam gestört war, ist es der dringende Wunsch der Gemeinde, daß die Stelle recht bald wieder be'ini.iv besetzt wird. s. Aus dem mittleren Horlofftal. 21. Dez. Die Dörfer unserer Gegend strhen eben im Zeichen des Gänsefchlachtens. Die Preise gehen infolge des Herannahens der Feieitage in die Höhe. Vorige Woche kostete Las P,und 1 Mark, zu Beginn dieser Woche 1.10 Mark. Die meisten Händler bringen die Festbraten zum Frankfurter Markt. — Ausfällig ist die Tatsache, daß man in diesem Winter erstaunlich hohe Schlachtgewichte bei den Hausschlachtungen feststellt. Diese Erscheinung ist wohl auf den guten Ausfall der Kartoffelernte zurückzuführen. Schweine zwischen drei und vier Zentner und darüber sind keine Seltenheit. s. äl t phe. 21. Dez. Gestern abend veranstaltete unfere Schule eine Weihnachtsfeier, zu der die Eltern und Angehörigen der Schulkinder sich so zahlreich eingefundrn hatten, daß leider rächt alle Zutritt erhalten könnt em Rach einem Begrühungssprechchor spiel'en Kinder der oberen Jahrgänge ein wech nächtliches Theaterstückchen. Alsdann wechselten Gedichtvorträge und Weih- nachtstieder. Zum Schlüsse konnte Knecht Ruprecht federn Kinde ein Geschenkpäckchen überreichen. Kreis Friedberg. <£ Bad-Nauheim, 21. Dez. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde Beigeordneter Oberbadmeister K i s f e l mit 20 von 22 Stimmen auf neun Jahre wiedergcwählt. Der Gewählte gehört 16 Jahre ununterbrochen der Stadtverordnetenversammlung an, davon 10 Jahre als Beigeordneter. Bürgermeister Dr. A h l beglückwünschte Beigeordneten Kissel unter herzlichem Dank für die der Allemeinheit in vorbildlicher Weise geleisteten Dienste. Beigeordneter K i s f e l sicherte Turnen, Sport und Spiel. $. (£. »Teutonia" Steinberg. Für die erste Mannschaft ist zum nächsten Sonntag der voraussichtliche A-Klasfemneister Sportverein Heuchelheim, 1. Mannschaft, als Gegner verpflichtet worden. Die Spielstärke der zur Zeit in guter Form befindlichen Heuchelheimer dürfte wohl allgemein bekannt sein. Steinberg wird sich mächtig anstrengen müssen, wenn es ehrenvoll abschneiden wlll. Am 2. Feiertag ist Rieder-Weisel Gegner der 1. Mannschaft. Auch hier dürfte es zu einem intereffanten Treffen kommen, das für den Platzverein evtl, einen Sieg ergeben tarnt weitere treue Mitarbeit in der Stadtverwaltung zu. — Die städtische Hundesteuer für 1929 wird in gleicher Weise wie für das Jahr 1928 festgesetzt: für den ersten Hund 12 Mark, für den zweiten 24 Mk., für den dritten 36 Mk.; für den vierten und jeden weiteren Hund einen Zuschlag von je 8 Mark. Bürgermeister Dr. Ahl konnte die flott verlaufene öffentliche Sitzung bald mit Wünschen auf fröhliche Weihnachten und ein frohes Neujahr schließen. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeit in 1929 ebenso erfolgreich fein möge wie im jetzt ablaufenden Jahr, das insgesamt 17 Stadtverordnetenversammlungen und 90 größere Ausschußsitzungen zu verzeichnen hatte. Kreis Büdingerr. /X Ribba. 21. Dez. Gestern ließ die Firma Louis Staffel. Papierfabriken in Witzenhau- sen und Unter-Schmitten. ihre Grundstücke in der Gemarkung Kohden öffentlich freiwillig in der „Krone" hier versteigern. Die feit- her von Fabrikdireltor Sauter bewohnte geräumige Villa nahe bei Ridda ging für 24 780 Mark an Vermessungsinspeltor Wenzel von hier über. Die um die Hofreite gelegenen Grundstücke. welche sich als Baugelände eignen, kamen auf 4330 Mk.. ein Quadratmeter durchschnittlich auf 65 Pf. bei Bauplätzen auf 1 Mk. Die Genehmigung hat sich die Verkäuferin bis zum 5. Januar k. 3. vorbehallew — Hier hat die «Äadtverwaltung im letzten Herbst mehrere Bauplätze an der neuangelegten Crundestrahe, den Quadratmeter für 2 Mk., abgegeben. Zwei Häuser sind an dieser Straße bereits aufgeführt, und für den Reubau des Lokomotivführers Rudolf Runk sind die Fundamente bereits ausgegraben. Ferner wird im Frühjahr Oberwachtmeister Holland an derselben Straß« sich ein Wohrchaus erbauen lassen. h. BadSalzhausen,21. Dez. Der frühere Kurhauspächter unseres Badeortes, Fritz Eunike, hat feinen Wohnsitz von hier nach Elberfeld verlegt und aus Gesmrdheitsrücksichten sein Pensionshaus, die Villa Viktoria an der Kastanienallee, verpachtet. Der neue Inhaber wird den Pensionsbetrieb, der im verflossenen Sommer geschlossen war, iift Frühjahr w'.eder eröffnen. Auch der neue Besitzer der „Villa Zimmermann" will diese zu einem vornehmen Pensionshaus verwenden und hat bereits einige bauliche Änderungen vornehmen lassen. I Beziigsquellen-Kachweis und Literatur vom alleinigen Fabrikanten: Bergisches Kraftfutterwerk 6. m. b, H. H2U6D Düsseldorf-Hafen Telephon 10801 » Postscheck-Konto Köln 12261 Holzverstemerung der Gemeinde Wißmar. Trettag, den 28. d. von 10 Uhr vormittags an, bei Gastwirt Bittendorf. Distr. 25 (a) Stümpfe, 26 (b), 27, 32 Kattenbach, 8 (a) Reitzensteinerwald und 12 (b) Ken- nelsheck. " 112070 Eiche: 24 rm Nutzrollen, 2 und 3 m lang, 96 rm Scheit und Knüppel, 295 rm Reiser. Such«: 978 rm Scheit und Knüppel, 1649 rm Reiser. Anfang im Distrikt 25 (a). Wißmar, den 19. Dezember 1928. Der Gemeindevorsteher. Bes Kaufgelegenheit ZA Modehaus 100 cm breit |0u Salomon p Meter im Rest Mk. Ä (Heften. Schal strafte 4 r 11244A Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 23. Dezember. 4. Advent. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr: 11: Kinder» kirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr; 5: Pfarrer Becker: zugleich Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Markusaemeinde. — Johannes- klrchc. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinder- kirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer: 5: Pfarrer Ausfeld; zugleich Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Johannesgemeinde. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche: Pfarrer Lenz. Elisabeth-Klein- kinderschule. 9.45: Pfarrer Becker. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst. — TDieferf. 9.45; 11: Kinderkirche. — Alten-Bufeck. 10; 4: Weihnachtsfeier der Kleinkinderschule. — Kirchberg. 10: Kirchberg. — Kausen-Garbenteich. 10: Garbenteich: 1: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 9.50: Kinderkirche; 10.30: Predigt. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.30: Kindergottesdienst. Der Nachmittagsgottesdienst fällt aus. 3.30: Weihnachtsfeier der Kinderschule. Montag, den 24. Dezember. Heiliger Abend. Stadtlirche. 4.15 Uhr: Weihnachtsfeier der Kinder- kirche der Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr: 6: Christandacht; Pfarrer Becker. — Johannesklrche. 3: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Christandacht; Pfarrer Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst. — Kapelle des Alten Friedhofs. 3: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Lutherqemeinde; Pfarrer Lenz. — kirchbera. Nachmittags 6: Mainzlar; 6.30: Lollar — Kaufen-Gardenteick». Chriftvcsper: 5.30: Garbenteich. 6.30: Hausen. — Dahenborn-Sleinberg. Abends 7: Liturgischer Gottesdienst (Schülerchor). katholische Gemeinden. Samstag, den 22. Dezember. Gießen. 4 30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, 23. Dezember. 4. Sonntag im Advent. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte. 7: Messe; Kommunion der Frauen: 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 5: Christenlehre und Andacht. — Grüvberg. 9.30: Messe mit Predigt. — k>un<-en. 9 30: Hochamt mit Predigt. — L'ch. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8 30: Hochamt mit Predigt. — Echzell. 11: Meße mit Predigt. ointniuO'nift •. trr-ten. 'tnoth-?-'* nm23.<2.28 Dr. Neumann. Frau Dr. Warr. Pelikanaporbeke. Zahnarzt: Dr. Fischer. ‘D Zwangsversteigerung. Am 11. Januar 1929, 9 bis 10^ Uhr, wird versteigert das Zahnsche Anwesen: Wohnhaus vucgsiraße 1 In Gladenbach — Metzgerei mit Laden und Wurstküche, Scheune und Pferdestall (3,70 Ar) und eine Anzahl Grundstücke Gladenbacher Gemarkung, darunter ein großer ©arten, zum Ted Bauplatz. 11231V Amtsgericht Gladenbach. Versteigerung. Montag, den 24. Dezember 1928, vormittags 10 Uhr, soll in Langsdorf bei der Bürgermeisterei im Auftrage des Amtsgerichts Lich 11214D eine Suh bezüglich deren ein Rechtsstreit anhängig ist, meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden. Versteiaerung findet bestimmt statt. IRori, Gerichtsvollzieher in Lich. ® @ ® K ® ® 8. Wirtschaftlichkeit,Preiswürdlakelt O Dauerhaftigkeit - weitgehendste KUD W I II H H Regulierfähigkeit, Bequemlichkeit O M I H Kostenlose Beratung durch: y y HlwiH S Fachgeschäfte und Städtisches Gaswerk G!eBen IU489D Äv'.ikw n» schafft Körbe voh Wintereier und < Ihren Mühnezn Ideale Gesundheit. 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Samstag und Sonntag: Familien - Konzert mit verstärktem Orchester. 2. Feiertag, von 5 Uhr: Weihnachts - Konzerte. Während den Feiertagen Ausschank des betflbmien St. Georgen Bock. Gut hür- nerl. 'DititagSttsch. Schöner Saal noch einige rage frei. Es ladet ftbl. ein "8U40 P. Sauerdorn. CAJFIE HEBSTREIT Frankfurter Straße 2. Weihnachtsfeiertag, Silvesterabend und Neujahr KONZERT der alten Kapelle Einbrodt I12I7D Linoleum-Teppiche in den neuesten Mustern Heinrich Hochstätter.Brandpiatzi __ I1087A SälMlkranz, Gießen Unsere Weihnachtsfeier am 2. Feiertag findet im Hotel Hindenburg abends 8 Uhr statt, wozu wir unsere verehrlichen Mitglieder frdl. einladen. Der Vorstand. Wasserdichte Waggondetken in Normalgrößen 10X6,8X5 u. 8X4 rn vevMiets« zu günstigen Bedingungen Ä. Imker, hahnamlL Spedition Gießen, Eriengasse 2, Fernsprecher 147 Leihdecken-Lager der 10147D Firma £. Siromeyer & Co., Konstanz Nr 501 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag. 22. Dezember |?28 Die Familie der Klubleute. Wo Junggesellen Weihnachten feiern können. — Oer Klub der Millionäre Treffpunkte der Aristokratie. — Ewige Oamenfeinde. Don Werner Falcke. Bedauernswert ist der Reisende, der am heiligen Abend in eine Stadt verschlagen Li.d, in der er weder Freun e noch Bekannte besitz.. Selost wenn er sich in ci 1er Weltstadt aufhält, wird er diesen Aoeid trübselig verbri.gen; druckt doch kein anderes Fest dem önerttlichen Leben so deutlich seinen S.e.npel auf wie gerade Weihnachen. Die Theater sind geschloßen, ii Kaba etts und Varietes wi d niH gespielt, und auch die Ki"v- theater liegen dunkel und verlassen da. „Hellig- abend in der Familie' lau.ei ein ungrschsiebenes Gesetz, auch der Junggesellen, die keinen Anhang besitzen, erbarmen sich an di sie in Abend be reun- drte Familien, dir sie zur Bescherung und zum Abendessen eir.laden. Wohin soll sich aber der Hagestolz flüch.cn der keine Einladung erhol en Gat, oder der ein so überzrug er Gegner des Familienlebens i.t. daß er jede Einladung hart- nädig ablehnt? Für den vereinsamen „3ung- aescllen aus älebcrzeugung" gibt es am heiligen Abend nur einen Ausweg, wenn er nicht zu Hause bleiben will: er wi d eine S.ä te aufsuchen, an der er vielleicht Grsinnungsgenossen findet, er muß in drn Klub gehen. Roch vor wenigen Jahren stand man in Deu.schl nd dem Klubleben ziemlich fremd gegen- über. M.n kannte wo.)l dw poli sichen Klubs, in denen sich bekannte Paria nen oder derselben Partei zusammen aaden, man verkehrte in mehr oder minder vornehmen Spi silubs: daneben gab es aber nur we sige, vornehme Vereinigungen die bei der Wahl ihrer Mi.glieder sehr exklusiv vorgingen. Für den gewöhnlichen Sterblichen blieb meist nur der Anschluß an eine Vereinigung übrig, die sporllichen Zwecken diente. Von einem ausgesprochenen Klubleben, wie es beis ielsweise in Lo.advn üblich ist, konnte man in Den schland nicht sprechen. In neuester Zesi ist das anders geword.n: zahl eiche grsellschas.liche Derxi igun- gcn siiid gegründet worden, deren Mi glirdrr sich bei kün, tierischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen zusa.nmenfinden. Der vornehmste gesellschaftliche Klub Bersins trt die „Den sche Gesellschaft 1924", die 2003 Mi glieder zählt. Die bestcn Damen aus der deutschen Diplomatie sind in der Mi.gli.dsliste dieses Klubs Dertreien; hohe Beamte pslegen dort zu speisen, und einmal in der Woche findet im Klubheim, das in der Schadowstraße liegt, ein Vor.ragsabend statt. Heber allen Veranstaltungen der Gesellschaft herrscht ein gedäinpfter, zurückh'ltender Ton: man liebt dort keine erregten, l.idenschaftlichen Diskussionen, denn tu Mi glieder der Deutschen Gescllschaft sind vorsich ig ausgewählt, es sind Männer, die es „zu etwas gebracht haben". Eine Mischung von Sport- und Gesellschaftsklub ist der „Auttnnobilllub von Deutschland", und ähnliche Ziele verfolgt der vornehme „silnion- Klub". Auch zu diesen Vereinigungen erhält der gewöhnliche Serbische Lt en Zutritt: ein ausge- nügeltes Dallotage-Syfte.n ermöglicht es, einen Bewerber um die Mi gtsidschaft abzulehnen, wenn er auch nur wenigen Mitgliedern aus irgendeinem Grund nicht genehm l|t. Reichtum allein verschafft keineswegs den ersehnten Zutritt, man must schon über ausgedehnte gesellschaf liche Beziehungen verfügen und ci.'.en makel, rcirn Ra- men besitzen, wenn man das Mi gliedsschild des „Automobilllubs von Deutschland" an seinem Wagen anbringen möch.e. Der Adel stellt nach wie vor im Au.omot illlub ern star es Kontingent: daneben gibt es viele Adelssamilien, die sich noch mehr von der Außenwelt abschließen, und die man im Wirtschaf's-Klub des Aöiigen Gaues Kurmark trifft, der in der früher so vornehm- ruhigen Doß-Slrahe liegt. Die frühere Hofgesellschaft findet man im „Adligen-Kasinv" am Pariser Platz. Dicht am Tiergarten, in der Viktoriastrahe, kommen die Patrizier von Berlin, die schon lange in Berlin ansässigen reichen Kaufleute, die Direktoren der Berliner Grohbaiaken und einzelne Industrielle zusammen. Dort befindet sich das neue Klubheim der „Ressource von 1794", die sich mit dem „Klub von 1880" zusammengeschlossen hat. Die Jndustriegewalsigen der Reichsßaupt- stadt, die Wirtschaftsführer und Leiter riejjet Konzerne gehören dem „Klub von Berlin" an. Der Außenstehende, dem zur Mittagszeit ein Blick in den Speisesaal vergönnt ist, ahnt kaum, wieviel Millionen dort beisammen sein mögen. Wichtige Ereignisse des Wirtschaftslebens,_ die neuesten Trustbildungen und andere großzügige Finanztransaktionen werden im „Klub von Berlin" zwischen Suppe und Braten besprochen. Jedes Klubmitglied kennt je'en Anwesenden, uno ein Bewerber, der in diese exklusive Gem.inschaft ausgenommen werden will, wird auf Herz und Vieren geprüft. Adel und Hochfinanz nereini ;en sich im „Sportklub", der seinen Sih iln.er den Linden hat. aber dem neuen Reichtum ist der Weg zu diesem Klub verschlossen, benn man legt besonderen ÖSert darauf, nur zurückhal.ende Mitglieder zu besitzen, die keineswegs durch über- mäßigen Luxus auffallen wollen. Eine etwas freiere Luft weht schon in dem „Allgemeinen Deutschen Sportverein", der wohl das schönste Klubheim von B:rlin besitzt. Wundervolle alte Teppiche und Gobelins schmücken die Villa des „Klubs in der Heydtstraße", wie diese Vereinigung auch genannt wird. Reben den rennsportlichen Interessen, die ihre Mitglieder pflegen, ist man dort abends auch einem kleinen Spiel nicht abgeneigt. Dergeöens haben bisher die Ehefrauen der Klub mit glieder dagegen protestiert, daß sie nur an bestimmten Tagen das Kluvheim als Gäste betreten dürfen. Kerne Staatsumwäl- zung hat die eisernen Grundfähe der Leitung erschüttern können, und fo müssen denn die Damen nach wie vor ihre Gatten im Empfangszimmer erwarten. Ebenso „damenfeindlich" ist der „Deutsche Düh- nen-Kluv", dem fast alle bekannten Schauspieler der Reichshauptstadt angehören. Rach den anstrengenden künstlerischen Leistungen finden sich dort die Schauspieler nach Theaterschluß zusammen, um entweder im gemütlichen Gespräch oder am Spieltisch den Abend zu verbringen. Manchmal frnden sich auch Gäste ein, und oft haben sich der deutsche Außenminister Dr. Strese - mann, sowie andere Staatsmänner im Kreis der Künstler aufgehalterr. Bekannte Filmkünstler und Schauspieler treffen sich in dem Klub „Bühne und Film', der ein kleines Palais in der Hardenbergstraße bewohnt. In den präch.ig ausgestat- teten Räumen dieses Klubs wird sich so mancher Liebling des Publikums über den heiligen Abend Hinwegtrösten Wenn dieser Künstlerllub ein Fest veranstaltet, steht stets ein dicht gedrängter Menschenknäuel vor der Tür, um die Anfahrt der Bühnen- und Filmgrvßen mit bewundernden Blicken und Ausrufen zu begleiten Maler und Bildhauer hatten bisher ihr Heim im Künstler« Haus, wo der „Verein Berliner Künstler" tagte und nächtigte: die Vereinigung wird sich aber ein neues Heim suchen müssen, da das Künstler- Haus abgerissen werden soll. Auch an Dcvmenklubs mangelt es nicht: der „Deutsche Lyzeum-Klub" bietet seinen Mitgliedern herrliche, wohnliche Klubräume: daneben gibt es noch den „Deutschen Frauen-Klub"". der ebenfalls zahlreiche Mitglieder hat. Obwohl sich in Deutschland das Klubleben in letzter Zeit mehr und mehr eingebürgert hat, kann man es noch immer nicht mit England vergleichen. Roch gibt es in Berlin feine Vereinigung wie den „Carlton-Klub", dessen Mitgliederzahl nicht über eine gewisse Grenze hinausgehen darf, und dessen Mitglieder aus der engl. Hocharistokratie ihre Kinder schon bei der Geburt bei der Klubleitung anmelden, damit sie später, wenn sie erwachsen sind, aufgenommen werden können. Reben diesen feudalen Klubs gibt es in England Vereinigungen, die man in Deutschland noch immer vermißt. Es sind die „Doar, ing-Clubs', Pensionen, die wie Klubs organisiert sind. Man kann sich in einem solchen Klub em Zimmer mieten, wenn man zwei Referenzen beibringt. Lach« Vaiarro! Roman von 3- Schneider-Foerstl. Urbebcrrechtsfthutz-Oskar Meister. Werdau i. Sa. 28. Fortsetzung Nachdruck verboten. Ein kaltes Rieseln sickerte ihn von den Schultern nach unten. Ob sie ihn pveisgab oder ihr Wissen gcheimhielt? Würde sie so viel Rücksicht und Erbarmen kennen? — Wer waren die beiden anderen gewesen, deren Gesichter er nicht hatte unterscheiden können, so rasch war sein Heixabglciten gewesen. Er hörte sie veräch sich sagen: „War das nicht der Hettingen? So weit ist er also schon gekommen?" und dann Marias Antwort: „Er hatte die Riederträch igfeit, mir einzugestehen, daß er um des Geldes willen um mich warb. — Ich habe auf das hin meine Verlobung mit ihm sofort gelöst! Er ist ein Ehrloser!" Ein Ehrloser! Der Pickel sauste in das Erdreich, daß einer der Arbeiter, der dicht neben ihm schaffte, erschrocken zur Sei:e sprang. „Bekommst du doppelt be&afclt, weil du so drauflosarbeitest, Hettingen. Ein bißchen sachter tut's auch!" „Du hast recht!" sagte Joachim und holte mit beiden Händen einen riesigen Stein aus dem gelockerten Boden, sah nach unten und ließ ihn dann den Abhang hinabrollen. Riemand kannte ihn hier. Die Kameraden duzten ihn, wie jeden anderen auch Aber jetzt-- jetzt für den Augenblick mußte er all seinen Willen zusammennehmen, um nicht vor Lachen hin- auszuschreicn, welche Rolle ihm das Schicksal zu geteilt hatte. Die Worte aus Bajazzo fielen ihm ein: „Jetzt spielen, wo mich Wahnsinn umkrallet? Wo ich kaum weiß zu stammeln, noch llar zu silnd doch! — Es muß fein!--ssehn! Das Schicksal will's! Bah — - bist du denn ein Mensch? Bist nur Bajazzo! Hüll dich in Tand und schmücke dein Antlitz, Man hat bezahlt ja! Lach doch, Bajazzo! Kennst kein Gefühl! Bist nur ein Spi.lzeug zum Scherz!" „Lach doch, Bajazzo! „Hettingen, eine Leermaschine!" mahnte der Genosse neben ihm. Joachim trat hastig zurück, —sah auf der gegcnüberliegenben Seite des Schienenkörpers ein blondes Kinderköpfchen auf tauchen, das gerade Wegs zu ihnen berüberfteuerte, zwei Meter noch --dann mußte der Stahlkoloß es zermalmen. Mit einem Sprung setzte Hettingen über das Gleis und stieß den Knaben zurück, daß er den Hang hinunterkollerte. Ein Schlag, der ihm für den Moment das Bewußtsein raubte, traf ihn, daß er einige Meter zur Seite geschleudert wurde. Leblos blieb er auf dem Schotter liegen. Die Arbeiter kamen her beigelaufen und versuchten, ihn aufzurichten. „Der Hettingen!" schrie einer dem Bahnmeister zu, dessen Gesicht zwischen Schreck und Zorn schwankte. „Vor einer halben Stunde hab ich ihn gewarnt," sagte er erschüttert. „Lauf einer von euch nach einem Arzt. Die Dräsine steht vorne auf dem Rangiergleis." Der blonde Junge kam den Hang heraufgeklettert und brach in jämmerliches Weinen aus, als er seinen Retter blutüberströmt vor sich liegen sah. Sein Schluchzen war herzzerbrechend. „Er hat mich zurückgerisfcm, sonst hätte mich die Maschine übersahen, Vater." Der Arbeiter, der Joachim zuvor gewarnt hatte, riß ihn an sich und bedeckte das Kindergesicht mit Küssen, lieh ihn dann los und beugte sich über Hettingens offene Brust, die sich kaum merklich hob. „Da ist keine Zeit mehr zu verlieren. Verbindet ihm doch einer die Schramme an den Schläfen, ich weih einen Doktor, der In der Rähe wohnt, der muh mit, wenn er zu Hause ist." Mit ein paar Sätzen jag e er den Hang hinab und bann die staubige Straße hinunter. Fünf Minuten später hielt unten ein Kraft- wagen, dem ein äl.erer Herr entsprang, der mit Hilfe des Arbeiters, der mit ihm gekommen war, den Bahnkörper herauf kletterte. „Immer wieder die alte Geschichte," sagte er verärgert. „Könnt und die Annehmlichkeit für die Klubbewohner besteht darin, daß sie die schon ausgestatteten Ausenthal.sräumc, die Eßsäle, die Billardzimmer und die Dibliothel des Kludheims benutzen können. Ein besonderer Raum dient zum Empfang von Geschäftssreunden. mit denen man ungestört Besprechungen ab halten kann, und die Mahlzeiten werden den Mitgliedern zu ve.haltnismäßig billigen Preisen verabreicht. Daß es aber in England augenblicklich eine Art Kruvkrisis gibt, beweist die Schließung einer feudalen Bereinigung, die vor furo em erfolgt ist. Die Größen der englischen Literatur, Kunst und Polisik gehörten dem „Dagabond-Klub" an, der soeben sein Ab- schiedsfcst gefeiert hat. Dreißig Jahre lang hat der Klub bestanden, Geist und Witz herrschten in seinen Räumen, die von 500 makellosen „Vagabunden" bevölkert wurden. Innere Zerwürfnisse und sinanzielle Schwierigkei.en führ.en das Enve dieser Vereinigung herbei, di: zu den bekanntesten Londoner Klubs gehört hat. Daß sich Der Klubgedanke auch international audjU treten beginnt, beweist das Bestehen des „Internationalen Rotary-Klubs", dem 2000 Vereinigungen in 40 Ländern angeboren. OberhessWer Geschichisvmin. Am zweiten Vortragsabend des Oberh ssischen Gefchichtsvereins in diesem Winter sprach der Marburger Historiker Prof. Dr. S p e n g e l über den „Kurverein von Rhens (1338) und seine Beziehungen zur großen Politik der Zeit". Auf Grund bisher unbeiannter und deshalb unbenutzter Handschriften aus der Landesbibliothek Kassel konnte der Vortragende neues Licht auf diese Periose der deutschen Geschichte verbreit.m, die deshalb so bedeutsam ist, weil sie die Stellung des deutschen Kaisers xum Papst für die folgenden Jahrhunderte feftlcgte. Der Redner führte etwa folgendes aus: Die Beschlüsse des Kurfürstentages von Rhens (16. Juli 1338) sind nur ein Glied in der langen Kette von Kundgebungen aus der Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern, die den Zweck hatten, im Kampfe gegen die Ansprüche der römischen Kirche das Recht des Reiches zu verfechten. Aber sie haben die stärkste unö allein eine bleibende Wirkung gehabt. Einmal, weil die Kurie durch das einige Auftreten der Kurfürsten am schwersten getroffen wurde. Dann aber durch die Art der Formulierung. Die vorhergehenden Vorstöße des Bischofstages von Speyer und des Ständetages von Frankfurt waren Kundgebungen der Parteien, des gebannten Erzbischofs von Mainz und des Kaisers: und ihr Standpunkt war in mehr als einer Beziehung — z. B. in der Verwerfung der päpstlichen Prozesse gegen Ludwig den Bayern und im Festhalten an Ludwigs Kaisertum — anfechtbar, ja für die Kurie indiskutabel. Die Beschlüsse von Rhens, wohlweislich zerlegt in die beiden Aktenstücke des Kurvereins und des Weistums, vermeiden solche Anstöße: sie setzen sich ein für die Rechte des Reiches, ohne zu sagen, welche es seien, und ohne die Gegnerschaft der Kurie zu erwähnen: sie stellen die Unabhängigkeit der deutschen Königswahl vom apostolischen Stuhl fest, ohne die Person Ludwigs des Bayern auch nur zu nennen und ohne die Frage des Kaisertums überhaupt zu berühren. Als die Persönlichkeit, die diese taktische Formulierung veranlaßt hat, erweist sich der große Erzbischof von Kurtrier, Daldewin von Luxemburg. Dieser Mann hat auch später, von einer kurzen Zeit stärkerer Anlehnung an den kaiserlichen Standpunkt abgesehen, an dieser Auffassung festgehalten und sie schließlich in der Reichspolitik durchgefetzt. Sie machte es ihm möglich, Ludwig von Bayern am Ende doch noch preiszugeben, womit sowohl die luxemburgische Politik gefördert als auch ein Abschluß des Streites zwischen Reich und Kurie erreicht wurde: die Erhebung des neuen Königs, Karls IV., gelang Daldewin ohne Kapitulation vor päpstlichen Ansprüchen: die Bitte um Approbation ist im Lause der Verhandlungen ganz aus den Verträgen verschwunden und von Karl IV. selbst nie ausgesprochen worden. Die Beschlüsse von Rhens, in ihrer besonderen Form Daldewins eigenstes Werk, haben also dank Daldewin stillschweigend das Feld behauptet und sind damit — auch die „Goldene Dulle" hat dies beredte ihr denn nicht Obacht geben? Lokomotiven sind doch keine Puppenwagen." Der Kreis, welcher sich um den Verunglückten geschlossen hatte, tat sich ihm auf. Er kniete neben dem lang auSgeftredien reglosen Körper nieder und legte das Ohr gegen Joachims Herz. „Er hat noch Glück gehabt! Ein bißchen etwas wird schon entzwei sein. Wenn er zum Bewußtsein kommt, werden wir schon sehen!" Mit Wasser, das einer der Kameraden in einem Kruge herbei schleppte, wusch er die fingerlange Schramme und schnitt kurzerhand den Aermel des Hemdes an der rechen Schulter ab, daß er nur noch als ein Fetzen herunterhing. „Halt einer von euch fest — es können auch zwei fein! — Ich muh ihm erst die Achsel wieder einrsichtenl" Drei der Arbeiter griffen zaghaft nach Hettingens Oberkörper. „Run hallet!" gebot der Arzt befehlend. Es mußte ein fürchterlicher Schmerz sein, der Joachim aus seiner Betäubung rsiß. Mit starr geöffneten Augen sah et den Kreis von Menschen um sich erbliche den Jungen, der sich dicht neben ihn gedrängt hatte, und schloß die Lider mit einem Aufatmen der Befriedigung. „Bleiben Sie gefälligst wach mein lieber, junger Mann!" sagte der Doktor eindringlich „Ich will wissen, wo der Hauptschmerz sitzt. Hier?" Er drückte gegen Hettingens breite, gewölbte Brust. Der blutleere Mund gab einen kaum hörbaren Laut von sich. Die schwieligen Hände suchten den Körper aufzustühen. „Es ist nicht der Rede wert, Herr Doktor." „Mir macht es nicht den Eindruck, als ob es so wäre," sagte der Arzt grob. „Wissen Sie was, Sie versuchen jetzt, ob Sie überhaupt zu stehen vermögen. Dann reden wir weiter." Eine sengende Röte jagte Hettingens fahle Wangen hinauf, als er nur mit Hilfe zweier Kameraden auf die Beine kam und diese ihn nur mühsam zu tragen vermochten. „Sehen Sie, mein lieber junger Freund! Es fefjeint doch der Mühe wert zu sein, daß ich mich um Sie kümmere. Vorläufig suchen Si: sich ein schattiges Plätzchen und halten sich vollkommen Schweigen fortgesetzt — die Grundlage der Souveränität des alten Deutschen Reiches gotr-orben. Rach Schluß des Vortrags dankte der Vorsitzende, Geheime Rat D e h a g h e l, dem Redner für seine interessanten Ausführung.n. Wirtschaft. Oie Deutsche Reichsbahn im November. Rach dem Bericht der Deusichen Rcich-soahn- Gesellschaft ist der Güterverkehr im Monat ' Rovember gegen den Vormonat zurückgegangen. Die Auswirkung der Lohnkämpfe in der Westdeutschen Eisenindustrie auf Han el und Industrie machten sich im Eisenbahngüteroer.e)r e.npsinbsich bemerkbar. Dazu kam der natürliche VerkehrZ- rückgang infolge der Einschränkungen der Bnu- tätigkeit, der Beendigung der Ernte uno endlich der silmstand. daß sich die Wasserstands, erhält- niffe auf den Dinnenstraßen belferten und oah sich die Binnenschiffahrt infolgerefien wieder in größerem Umfange an der Bedienung des Massenverkehrs bc.eiligtc. Der Personenverkehr war entsprechend der Jahreszeit und der ungünsti en Witterung für Reisen schwächer als im Vormonat. Die Detriebsergeb nisse stellten sich im Oktober 1 928 wie folgt: 1. Einnahmen im Personen- und Gepäckoerkehr 114,12 Millionen Mark, Güterverkehr 316,95 Millionen Mr, Sonstige Einnahmen 38,50 Millionen Mk., zusammen 469,56 Millionen Mk. 2. Ausgaben für Betrieb und Unterhaltung 316,57 Mill. Mk., für Erneuerung der Reichseifenbahnanla en 57,12 Mill. Mk., Dienst der Reparationsschuldverschreibun en 54,80 Mill. Mk., feste Lasten 15,40 Mill. Mk.. allgemeine Rückstellung 25,40 Mill. Mk., zusammen ebenfalls 469,56 Mill. Mk. Die im Otto-er erzielte Gesamteinnahme der Reichsbahn ilelt sich auf der Höhe des Vormonats. Die Einnahmen reichten aus, alle Ausgabeverpf sich tun en d.s Derichtsmonats zu decken. Von dem verbliebenen Mehrbetrag von rund 25 Mill. Mk. wurden rund 1,2 Mill. Mk. zur Wiederauffüllung des in ger Vorzeit in Anspruch genommenen Vor: ra es 1927 verwendet. Der Restbetrag von rund 24 Mill. Mark wurde zum Ausgleich von Miirderein- nahmen in den kommenden schwächeren Dcrkehrs- monaten zurückgestellt. Der Personalbestand betrug im Oktober 731 783 Köpfe gegen 735 524 Kopfe im September. Der Minderöedarf im Oktober gegenüber em Vormonat ist auf den Rückgang der Deurla Übungen und die Entlassung von Zeit- und Aush'llfs- arbeitern zurückzuführen. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Auch in dieser Woche blieb die Stimmung an der Effektenbörse unsicher. Der Geschäftsumfang hat sich weiter verringert, da das Interesse von Auslandseite weiter nachlieh und auch das private Publikum dem Markte fernblieb. Die bevorstehenden Feiertage machten sich stark bemerkbar und hemmten das Geschäft. Zur Zurückhaltung mahnte auch das Herannahen des Jahresultimos, wodurch die Spekulation, die teilweise auch nach den großen Realisationen der letzten Woche noch Engagements bestehen hatte, zu weiteren Abgaben veranlaßt wurde, die, wenn sie auch kein großes Ausmaß annahmen, bei dem kleinen Geschäft und der herrfchenden Aufnahmeunlust meist zu neuen Kursrückgängen führten. Verschiedentlich versuchte auch die Baissespekulation durch Dlancoabgaben das Kursniveau stärker zu erschüttern, sie schritt jedoch bald wieder zu Deckungen, so daß neue große Kurseinbußen — mit einigen noch zu erwähnenden Ausnahmen — meist vermieden werden konnten. Die allgemeine Lustlosigkeit und Zurück- Haltung wurde durch die unbefriedigende außenpolitische Lage noch verstärkt. Die nunmehr allerdings zum Stillstand gekommenen kriegerischen Unruhen zwischen Dolivien und Paraguay riefen eine gewisse Unsicherheit hervor. Ferner zeigte man sich über das Ergebnis der Besprechungen in Lugano zunächst meist wenig befriedigt, doch setzte sich später eine etwas günstigere Beurteilung der Lage durch, ©cilagt wurde vielfach wieder über die von den betei- stille. Don den Kameraden leiht ihnen gern einer feinen Arm, daß Sie. ohne zu fallen, an Ort und Stelle kommen. Ist es Ihnen dann bei Feierabend nicht möglich, auf eigenen Fuß n h.i.nzu- geßen, fo telephoniert man ein ach um den Sanitätswagen. Morgen sehen wir dann schon weiter!" Mit einem Lächeln, das gar nicht zu seiner sonstigen Kühle und Knappheit stimmte, r i.hte er Joachim die Hand. Ganz mütterlich sachte, um ihm keinen unnötigen Schmerz zu be eiten, schob er ihm den abgeschnittenen Hemdärmel etwas hinauf. Als er schon eine Strecke gegangen war winkte er dem Bahnmeister. „Ich habe das Gesicht da oben irgendwie im Gedächtnis,e und weih nur nicht, wo ich es hintun soll!" „Hettingen! Herr Doktor —" „Stimmt!" Zur größten Verwunderung des Beamten ging der Arzt den Weg noch einmal zurück und setzte sich zu dem Verwundeten, der bereits an einem ruhigen, sonnengeschüh en Eckchen des Bahnkörpers Platz genommen hatte. „Ist es erträglich, Baron?" Joachims Hand fuhr hilsios empor. Ein Leugnen war zwecklos. Er nickte nur. „Gab es sonst keine Arbeit für Sie in dem großen Wien?" „Rein, Herr Doktor!" „Seit wann?" Joachim sah na,ch Len anderen, die bereits wieder an ihre Defchättigung gegangen waren, und gab dann erst Antwort. „Ich bin sehr froh, daß ich hier Unterkommen konnte. Es ist doch wenigstens etwas! Wenn der Winter einseht, ifb es ohnedies wieder zu Ende." „Dafür bietet sich etwas anderes. Wie lange sind Sie hier vertraglich noch geöund.n?" „Dis zum Schluß der Qlroeit Wenn ich Sie um Ihr Schweigen bitten darf? Herr Doktor?" „Das hätte es gar nicht nötig gehabt! Mcin Druder ist der Besitzer der Jan.es Werke in Bellinzona. Haben Sie Lust, dort einzutreten, lieber Baron?" Ein kurzes Schweigen. (Fortsetzung folgt) ligten Stellen nur ungenügend erfolgende Kursregulierung verschiedener Werte, deren starte Kurseinbußen den gesamten übrigen Markt ungünstig beeinflußten. An erster Stelle erfuhren die Daimleraktien wieder eine scharfe Abwärtsbewegung auf die Nachricht, daß mit dem belgischen Interessenten van Roggen eiye Einigung über die Bedingungen der Hebernahme des Schapiroschen Daimlerpaktes nicht erzielt werden konnte. Stärker angeboten waren ferner die Schifsahrtsaktien, nachdem der Abbruch der Cini- gungsverhandlungen zwischen der Hapag und dem Norddeutschen Lloyd mitgeteilt wurde. Man knüpfte hieran verschiedentlich Befürchtungen über die wahrscheinlichen Auswirkungen des nun wieder einsetzenden Konkurrenzkampfes der beiden Reedereien. Schließlich traten noch größere Kursrückgänge am Cffektenmarlt ein, namentlich für Schuckert und Siemens, da über das voraussichtliche Ergebnis der Aufsichtsratssitzungen der beiden Hnternehmungen am 20. und 21. Dezember Unsicherheit herrschte und von manchen Kreisen befürchtet wurde, daß die Siemensdividende unverändert bleiben werde. Späterhin aber wurde die Stimmung wieder optimistischer, zumal sich für diese Besorgnisse keine Anhaltspunkte ergeben hatten. Bom Elektromarkt ausgehend, an dem größere Deckungskäufe stattfanden, wurde die Haltung allgemein etwas freundlicher, wobei sich für I.-G.-Farben, Elcktrowerte, Schiffahrtsaktien und Autowerte zeitweise eine gewisse Belebung des Geschäftes durchsetzen konnte. In der Hauptsache dürfte es sich hierbei aber nur um Deckungen gehandelt haben, während das 3n* teresse von außenher weiterhin gering blieb. Ber- schiedentlich wollte man auf einigen Märkten Interventionskäufe kleineren Hmfanges beobachten. Die Besserung der Stimmung wurde unterstützt durch die feste Haltung der Reuhorker Börse und die am dortigen Geldmärkte eingetretene Entspannung. Am hiesigen Geldmarkt blieb Tagesgeld zum Satze von 7 Prozent nach anfänglicher Erleichterung gesucht, Heber die voraussichtliche Gestaltung des Iahresultimos war man sich meist noch im unklaren. An den Rentenmärkten war das Geschäft in deutschen und ausländischen Werten wieder äußerst gering bei meist nachgebenöen Kursen. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. In der neuen Woche war die Haltung am Frankfurter Produktenmarkt ziemlich ruhig, die Tendenz konnte jedoch als etwas freundlicher bezeichnet werden, und die Preisgestaltung nahm allgemein nach oben gerichtete Formen an. Die Händler traten etwas aus ihrer gewohnten Zurückhaltung heraus, da d e festeren ausländischen Dotierungen eine Anregung bot.m. Das Angebot, von Inlandware war sehr gering, da die bestehende Frostgefahr die Beschickung der Märkte stark beeinflußte, doch wurde den Anforderungen durchweg volllommen Rechnung getragen. Infolge der bevorstehenden Weihnachts.eiertage machte sich vermehrte Nachfrage nach Weizen und Roggen geltend. Auch Mehle waren im Zusammenhang damit vorübergehend etwas lebhafter verlangt. Bevorzugt war von Exportseite und Mühlen Weizen, der im Laufe der Woche beträchtlich anziehen tonnte. Roggen, der anfangs vernachlässigt lag, wurde gegen Ende der Woche ebenfalls lebhafter begehrt, und zwar stärker von Konsumseite. Sonst machte sich noch einiges Interesse für inländischen Ha er bei anziehendem Preis bemerkbar. Am Mehlmarkt war das Geschäft nur zeitweise reger, die Preise blieben jedoch gut gehalten. Am Futtermittelmarkt waren die Umsätze gering. Auch zum Wochenschluh konnte das Geschäft keine besondere Belebung erfahren. Die Tendenz blieb jedoch verhältnismäßig fest. Die weiter erholten Auslandnotie- runcen wurden günstig vermerkt, und die wenig an den Markt kommende Ware wurde glatt aufgenommen. Verglichen mit den Notierungen der vergangenen Woche zogen Weizen 0,30, Roggen und Hafer je 0,25 Mark an. Die übrigen Getreidesorten blieben vollkommen unverändert. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 22,90, Roggen 22,25, Hafer, inländischer, 22,75 bis 23, Sommergerste 23,75 bis 24. * Betriebseinschränkung a u f der Main-Weser-Hütte. Lollar. Wie uns von den Buderus'schen Eisenwerken mitgekiÜ toi d, muß der Betrieb der Main-Weser-Hütte in Lollar mit Rücksicht auf die durch die Iahres^eit bedingten Berhältnisse am H.izungsmarkt wahrend der Wintermonate eingeschränkt werden. Bon der ursprünglich beabfich'toten, dem Demo- bilmachungskommissar bereits angezeigten Entlassung von etwa 350 Mann wird zunächst abgesehen und versuchsweise auf einige Zeit unter Entlassung von nur 50 Mann eine Feierschicht Samstags eingelegt • Spareinlagen im DeutschenReiche im Oktober. Ende Oft)5er 1928 belief sich der Stand der Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 6546,9 Mill. Ml., gegen 6371,7 Mill. Mk. Ende Septenrber 1928. Der Zugang im Berichtsmonat beträgt mithin 175,2 Mill. Mk. Tie Scheck-, Giro-, Kontokorrent- und Despositen- einlagen beliefen sich Ende Oktober au, 1344,5 Mill. Mk. gegen 1337,0 Mill. Mk. am Ende des Monats September. • Erhöhung des Privatdiskonte s. An der gestrigen Berliner Börse wurde der Privatdiskont für beide Sichten um 1/3 Prozent von 6' i auf 63/s Prozent erhöht. • 8-Prozent-Goldpfandbriefe der Landeskreditkasse Kassel. Wie WTD.- Handelsdienst erfährt, ist es der Verwaltung der Land:skreditkasse Kassel gelungen, aus ihrer Serie 10 der auf Feingold abgeftellten 8pr^zenti- gen Goldpfandbrie.e in Höhe von 10 Millionen Mk. an ein Berliner Konsortium von Banken unter Führung der Preußischen Staatsbank (See- handlung) einen Betrag von fünf Millionen zu verkaufen. Damit dürste vorerst der größten Realkreditnot im Kasseler Bezirk, die vereits zu einer Drosselung des Pfandbrief kredites und zu einer Sperre in der Annahme von Darlehens anträgen seit etwas länger als drei Monaten geführt hatte, gesteuert sein. Dieser neue, auf Feingold ab- gestcllte 8prozentige Pfandbriestyp, Serie 10, in Höhe vor insgesamt 10 Millionen Mk. ist bis zum 1. März 1934 ohne Tilgungssatz vorgesehen, wird aber vom 1. März 1934 ab mit jährlich 1 Prozent g.tilgt werden. Die einzelnen Landes- rentcreien im Regierungsbezirk Kassel siird gestern von der Zo: ralverwaltung der Landeskreditkasse Kassel angctoiefen worden, Anträge auf Gewährung von Hypothekarkrediten zur Weiterbearbeitung durch die Zentrale in Kassel wieder anzunehmen. • D ie Außenhandels st ati st ik von Frankreich. Rach der vorliegenden Statistik über den Außenhandel Frankreichs in den ersten elf Monateir des Iahres 1928 betrug in diesem Zeitraum die Einfuhr 44 865102 Tonnen im Werte von 48 235 353 000 Franken, was gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres eine Verminderung der Tonnenzahl um 467 243, jedoch eine Vermehrung des Wertes um 563 091 000 Franken ausmacht. Die Ausfuhr in den ersten elf Monaten des Iahres 1928 belief sich auf 37 818 216 Tonnen im Werte von 46 613 704 000 Franken, was gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung der Tonnenzahl um 3 245 484, aber eine We rtverm in derung um 3 235 805 000 Franken bedeutet. * Geschäftsabschlüsse im Siemen^» konzern. Deb Aufsichtsrat der Siemens & Halsle-A.-G. Berlin beschloß, aus einem Reingewinn von 18,45 (i. V. 18 85) Mill. Mark eine Dividende von 14 Prozent (i. D. 12 Prozent) vorzuschlagen, 2 5 (5,0) Mill. Mark der Sonder- rücklage zu überweisen und 2,68 (2,52) Mill. Mark auf neue Rechnung vorzutragen. — In der Aufsichtsratssihung der Siemens-Schuckert- A.-G. wurde beschlossen, aus einem Reingewinn von 16,56 (i. V. 14,78) Mill. Mark eine Dividende von 10 Prozent (i. V. 9 Prozent) vorzuschlagen, der Sonderrücklage wieder 3 Mill. Mark zu überweisen und 1,15 (0,98) Mill. Mark auf neue Rechnung vorzutragen. * Eisenwerke Gaggenau A.G. in Gaggenau. Der Bür eravsschuß der Gemeinde Gaggenau hat einstimmig 6 schlos en, für die Ausnahme eines Darlehens von zwll Millionen Mark durch dir Eisenwerke Gaggenau eine Aus'attbprgschall von 503 000 Mar* unter der Bedingung zu übernehmen, daß in Zukunft nur Arbeiter aus der Gemeinde ©aggenau beschäftigt werden. Durch die Arbei e entlassangen bei den Eisenwerken Gaggenau lind rund 1100 Mann betroffen. Man rechnet aber damit, daß diese Maßnahme nur vorübergehend fein wird. „Torpedo" Fahrräder und -Schreibmaschinen Weilwerke QL-®., Frankfurt a. M. -Rodelheim. Der Aufsichtsrat beschloß, der auf den 17. Januar 1929 einzuberufenden G. V. aus dem nach 78 992 (65 245) Mark Abschreibung m verbleibenden Reingewinn von 123 693 (152 764) Mark 6 (8) Prv'ent Dividende auf 1,60 Mitt. Marc Aktienkapital vorp schlagen. Die restlichen 27 693 Mark sollen vorgetragen werden. • Damag-Meguin QI.-®., Berlin. Die G.-V. der Bamag-Meguin QI.-©., Berlin, genehmigte den dividendenloien Qlbschluß für 1927/ 1928. Auf Anfrage wurde mitgeteilt, daß die Gesellschaft gerade in letzter Zeit in größerem Maßstabe Anlagen zur Aufbereitung unö Verbrennung von Hausmüll, namentlich im Auslande, bearbeitet. Ferner habe sie für das In- und Ausland Kokerei- und Sttckstoffanlagen im Bau. In das neue Geschäftsjahr sei sie mit einem großen Auftragsbestand eingetreten, dem aber bald ein gewisser Rückgang gefolgt sei. Die allgemein rückläufige Bewegung auf dem Gebiet des Maschinenbaus habe die Gesellschaft ziemlich hart betroffen, doch könne in den letzten Wochen eine gewisse Besserung festgestellt werden, so daß die Werke für Anfang 1929 mit der Ausführung größerer Aufträge gut beschäftigt seien. Hefter die Aussichten könnte jedoch noch nichts gesagt werden. FEant.urter Börse Frankfurt, 22. Dez. Tendenz zurückhaltend. Die heutige Wochenschluß- und letzte Börse vor den Weihnachtsfeiertagen eröffnete in ruhiger Haltung. Die Tendenz zeigte Neigung zur Schwäche, und die Spekulation bekundete große Zurückhaltung und Lustlosigkeit. Der feste Verlauf der gestrigen Börse in Neuyork blieb ganz ohne Einfluß und wurde kaum beachtet. Das Geschäft war sehr minimal und beschränkte sich nur auf ganz vereinzelte Werte. Orders sollen nur in ganz geringem Umfange eingetroffen sein. Der gestrige knappe Bericht des Siemens-Konzerns entsprach nicht ganz den Erwartungen der Börsenkreise, obwohl eine Dioidendenerhöhung zur Verteilung kommt, und übte eher eine Verstimmung aus. Das an den Markt kommende Material wurde verhältnismäßig leicht aufgenommen, die Kursverluste gegenüber der gestrigen Abendbörse waren nur klein und gingen selten über 2 v.H hinaus. Auf der anderen Seite machte sich jedoch Deckungsbedürfnis geltend, allerdings nur für vereinzelte Werte. Diese Werte konnten eine Kleinigkeit gewinnen. Stark angeboten und vernachlässigt waren Siemens mit 4,5 und Schuckert mit 2 v.H. Einige Nachfrage bestand für Cyade-Aktien mit plus zwei Mark, J.-G.-Farben bei relativ kleinsten Umsätzen 1,25 o. H. höher. Die übrigen Werte waren knapp gehalten, eher etwas schwächer. Bankwerte behauptet. Renten bei geringen Umsätzen eine Kleinigkeit gebessert. Im Verlaufe tarnen Abschlüsse kaum noch zustande. Die Spekulation schritt in etwas größerem Ausmaße zu Abgaben, was sich besonders am Elektromarkt auswirkte. So traten an diesem Markt für Schuckert und Siemens erneute Abschwächungen bis zu 3 v. H. ein. AEG. waren dagegen gut gehalten. Chade-Aktien waren weiter etwas gefragt und erneut 1 Mark höher. Am Geldmarkt trat eine Erleichterung mit 7 v. H. ein. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1940, gegen Pfund 20,36, London gegen Kabel 4,8540, gegen Paris 124,03, gegen Madrid 29,79, gegen Mailand 92,65, gegen Holland 12,08. er Börse. Berlin, 22. Dez. Der offizielle Börsenbeginn war nicht so fest, wie man im Vormlttagsverkehr und an der Dorbörse erwartet hatte. Das Geschäft war wieder sehr gering, da Orders außenstehender Kreise nicht vorlagen. Mit der erhöhten Dividende von 14 v.H. für Siemens und 10 v. H. für Schuckert hatte man in den letzten Tagen schon gerechnet. Siemens lagen zum ersten Kurse bei etwas größeren Umsätzen 4 o. H. schwächer. An sonstigen vorliegenden Momenten wären noch zu erwähnen die trotz erhöhten Tagesgeldsatzes feste Neuyorker Börse und der Rückgang der Maklerdarlehen, der Monatsbericht der Deutschen Bant, der ziemlich zuversichtlich lautete. Das Hauptgeschäft war in Svenska, in denen anscheinend Auslandskäufe aus England und der Schweiz Vorlagen und den Kurs um fast 4 Mark erhöhten. Montan- werte waren meist etwas fester. Der Schiedsspruch wurde noch lebhaft erörtert und veranlaßte die Börse zu kleinen Käufen. Schlesische Bergbau lagen 3 o. H. fester. Beeinflußt von der Abschwächung bei Siemens, waren auch die übrigen Elektrowerte me ft etwas schwächer. Fester lagen Chade-Aktien und Deutsche Ton- und Steinzeug. Eine gewisse Beunruhigung herrschte auf Betrachtungen über die Entwicklung des Geldmarktes zum Ultimo, da heute eine weitere Versteifung zu bemerken'ist. Tagesgeld war mit 6,5 bis 8,5 v. H. gesucht, Monatsgeld mit 8,75 bis 9,50, eher aber mit 9 bis 9,50 befeftigt. Warenwechsel etwa 7 v. H., ohne Umsatz. Deutsche Anleihen waren kaum verändert. Ausländer eher schwächer. Im Verlause schrumpfte das Geschäft noch stärker zusammen, da aber die Spekulation vereinzelt kleine Deckungen vornahm, setzte sich zum Teil eine Kurserhöhung von 1 v. H. durch. Otavi und Mansfelder lebhafter und fester. Siemens 1,5 v. H. erhöht, Chadeaktien weitere 2 Mark höher. Amtsgericht Gießen. Als der Fahrweg der Bahnhofstraße m der Nähe der QCi estratzr s iner^eit info gr von Crd- arb'.iten u. dgl. eingeengt waren, fuyr auf demselben ein Postbeamter mit seinem Fahr:ad nach dem Bahnhöfe zu, und zwar vorschriftsmäßig auf der rechten Seite neben den Stein- bzto. Erdhaufen her. Er mag deshalb, zumal dort Steigung vorhanden war, etwas unsicher ge ahren sein. Ein Auto kam hinter ihm her; es überholte ihn und streifte das Rad. so daß der Fahrer zu Falle kam und Berl tzurgen davon rüg. Der Anze'lagte crJ-rte, der hin und herschva.krnde Rad ahrer sei durch eigene Schuld wider das Q'uto gefallen. Tie beiden Tat e gm widcrspra en dieser Annahme. Das Gericht war der Ansicht, daß gerade der geschilderten Hmstände we en brr Autoführer b im He'erholen tu besonderer Vorsicht verp lichtet gewesen ist und unbedingt einen größeren Zwischenraum zwi chen sich und dem Radfahrer hätte las en müllen, wozu Gelegenheit noch vorhanden war. Immerhin tbar die Situation eine etwas schwier g,'. und der Angeklagte erhielt wegen fahrlässiger K'rperver- letzung desha'b nur eine verhältnismäßig geringe Geldstrafe. Wer in ärgerniserregender Weise Tiere boshaft auält und roh mißhandelt, wird wegen Tierqucl rei bestraft. Dies erfuhr ein heuiiger Angellagter. we'cher eine Katze, der eine neben ihm wohnende al einsteßende Frau beson e s xu- getan war, mittels einer Mistgabel von ihrem erhöhten Standorte in den Hof herunterstieß, wo sie nicht «in und aus konnte und von einem Hunde, den der Angeklagte auf sie gehetzt ha t«, in die Eng? ge rieben und übel zuger chtet wurde. Sie erholte sich nur wieder durch die liebevolle Pflege ihrer Besitz rin; dem Angeklagten trug aber, da sch noch Sira erschwer'u-g'grü de her- ausst'l ten. s in Verhalten der Kitze gegenüber eine Geldstrafe von 30 Mark ein. Schon int vor'gm Iahre wurde ein Familien- Wohnwagen von einer'den Insas en feindlich gesinnten, irhiilirt'.tocig'en Familie a s willkommenes Angriffsobfett auserfrhen. Die Fenster des Wagens wurden zertrümmert, wider die Wende wurde mit Backsteinen g we- en und mit Knüppeln in den Wagen^.ein'.udrinzen versucht u. dgl. m. Otts die Po i'>et erschien, mußte die e sich gar viele Wider etzlich eiten und De'eidi- gungen von der angriffslusti en Familie gefa len las en. Tie Angreifer erhielten ihre wohlverdienten Strafen. Sie waren schwer zu'ammenzubrin- gen; es fanden deshalb mehrere Haupt erhand- lungen statt. Heute hatte sich die letzte noch jug ndliche und unbestrafte Angeklagte zu ver- an.tootten; sie war die offensichtlich am wenigsten belastete; wengstcns konnte ihr nur die Beteiligung an den Würden fester Gegenstände tri er den Wagen nachgewiesen werden; sie erhielt eine mäßige Geldstrafe. Kunst und Wissenschaft. Der Kleist-Preis 1928. Der Klei st-Preis für das Iahr 1928 ist, tote aus Berlin gemeldet wirb, von dem Vertrauensmann der Stiftung, dem Dramatiker Hanns Henny I a h n n, an die 28 Iahre alte Anna Segyers in Berlin für die beiden Novellen „Aufstand der Fischer von St. Barbara" und ..©rubetsch" verliehen tootben. Ferner hat Iahnn den folgenden jungen Autoren eine „ehrenvolle Erwähnung" zuerkannt: Beter Martin L a m p e l. Hermann Kesten, HanS Reiser, Boris Silber, Wolfgang Weyrauch, Ernst G l a e s e r und Peter Werder, Oer Reichsgerichwpräsideni besteht auf seinen Rücktritt. Berlin, 22. Dez. (TU. Drahlmeldung.) Der Reichspräsident empfing heute vormittag 11 Uhr den Reichsgerichtspräfidenten Dr. Simone zu einer Aussprache über den zwischen dem Staaksgerichrshof und der Reichsregierung entstandenen Konflikt. Au der Besprechung nahmen ferner der Reichskanzler, der Reichsjustizminister und Staatssekretär Dr. Meißner teil Am Schluß der Aussprache erklärte Reichsgerichtspräsident Dr. Simons, ec sei zwar nach den Darlegungen des Reichspräsidenten, des Reichskanzler» und de» Reichsjustizministers überzeugt, daß die Absicht einer Nichtachtung de» Staatsgerichtshofes und feiner Entscheidung seitens der Reichsreg erung nicht o o r tä g e, mü'fe aber dennoch mit Rücksicht auf die von ihm von Anfang an eingenommene grundsätzliche Stellungnahme auf seinem Abschiedsgesuch beharren. Gleichzeitig erklärte sich der Rcichsgerichtspräsident auf Wunsch des Reichspräsidenten und der Reichsreg erung und im hinbl ck auf die Geschäftslage des Reichsgerichts bereit, fein Amt bis 3 u m April kommenden wahres weiterzuführen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben, die frohe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — ReichSdankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.____________________ J-auhfurt a. M | Berlin ^ ar.hfurt u. M Bettln 3r-auitfurt a. M Berlin Berlin 21 De-eniber cheld | **ner ^rditiöitiO).- Auren pollaubtldjr 'flöten ...» lienische ‘flöten ..... 'florwegilche 'flöten . ... Demich-Oeslerr, ä 100 Kronen ÜUl 168.03 41.905 111.64 58.95 4.54 111.98 80.79 68 06 13,405 72.84 —$ranf rt Auszah1 16,47 188.71 41 985 112.07 59.19 4.56 112,42 81.11 8.34 12.465 .12 a. zn. ung Schlub- Kur» , '-Uhr- 1 Kur» 1 Sch u!^ U«niang Kur-- Sch.utz-! I-Uhr- fturs . Ä"r» Sd) ub i An ang Kurs . Kur- Schluh- I-Ubr» Kur» Kur» Sd) ui) , chniang fi't» fturs Datum 21 12. | 22. 12 | 22 12. Datum: | 2t 12. | 22 11. 21. 12 | 22 12 Datum: 21. 12 1 22. 12. | 21. 12. | 22. 12 5% »t »ridxanletbf o 1927 tu em -eblöi.-uJ6 mit ÜUS leb-Sedlten De»gl obnr Sullol.-Rechte r% tzrankl Hyp.-Bt «oldvl- mi tfinobai bl» 1932 4K% tHbeiniidv Hvv.-Bank Stau Goivvl 8.6.« ata Borhlega-CbUflatüm. cüdiablfxn 1932 1% »chwetz i8unoe9b.-’AnL. 4% CeftenetdjildK Äolvrte.. 4,20% Letten Silberne. 4% Cetteneid) einbeitL Sie. 4% Ungart)d,r »olbrte. 4% Ungarische Staat«. 0. 1910 Detfll von 1918 4% Nugarilche thonenrte. 4% tiitl Xollantetbr o 1911 4% türkische Bagtadbadn-Änl., Serie 1 4% oetfll Serie II 4% (Rumänen tonnen Sie. Rumänen Solbanl non 1618 87.4 52.175 14.575 30 96,75 2,4 1,7 1.75 10,65 | j | | | | | | t | | ( | | f «7.5 »2,1 '4,5 2.45 25.9 24,4 1.75 11,8 11,7 11,5 20 1 1 tl. 1 Sl 'S 1 1 1 1 1 — S.tL.Ä ..... 8 Bergmann ...... 9 Äekn Lieferunge»..... 10 titdil und fit oft .... 10 gelten & Guilleaume.... 6 Gel. f Eietn. Untern.. ... 10 Hamb Glekrr Werke .... 10 Rhein, (ileftt .9 Schlei. 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Ilt6ccboiloroahfdje flöten - ■ Ungarische flöten Devisenmarkt Be-lin Telegraphische 21. Tezemd r 22 Dejeml) r Amtliche i!»eld flon cuna Brie üllttltche flotteruny «Äeld Ärte» flott Buen.-Aires Brss.-Antw- iSbnftinnia Roprnbaaen ßtorfbolm belsingtor-. Italien London. . . flennork . . io»,34 I.7'i2 >8.305 dl.<9 111,90 112,23 10.538 <1.94 20,^36 1,1895 1 40 •0,78. 8.25 1.92» ■ 49»5 w.uzo 12.418 7.57. luo.<8 1.766 08.425 H2.O1 112.14 114,45 1U,ü58> 41.98 40,..76 4,1975 168,<,8 1.76; 38.3t U1J9 111,92 112.29 Iu.j38 21.955 4.190 a 158.72 1.766 38.43 112.01 112,14 • 12,51 u.uM 21.995 a.,.8 <.1985 In,45 1.00 8.40 1,934 3.4985 -r». 15 12,438 7,381 0,84 8,2o '.9.0 • 49.s -9,u3 12.418 7.J75 Berliner Hauoelagelelllch. 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T.e e k e s.'s e l s p i c L Aus der ganzen Spiel- gemeinde gehen zwei Ki.rdrr zur Türe hinaus. Sie überlegen sich Awri gleichlautende Wörter, deren Sinn aber verschieden i.t, z. D. Schimmel — Schimmel; Dank — Bank; Dauer — Dauer usw. Das eine-davon vertritt dar Pferde, das onbcrc hat. über den Schimmel-Pilz zu sprechen. Sie gehen ins Zimmer., setzen srch. auf den Dvden (das ist nicht unbedingt notwendig, erhöht aber bei Kindern den Reiz des Spiels\ Run fangen die beiden eine wechselsellige Unterhattung über ihren Teekessel an. „Teelesiel" heißt nämlich das zu suchende Wort und darum das Spiel „Teekessel erraten“. Jedes der beiden Kinder spricht von dem Vorkommen- den Eigenschaften, den Deson- herbeiten „seines“ Teekessels. Hat mm ein^ Kind das 'Wort erraten, darf es sich zu den leiden sehen und and) mllreden. Ta kommt es ost vor, daß es sich getäuscht hat. Darn muh es wieder an seinen Platz zurückgehen. Sitzt die ganze Gesrllschaft am Doden, dann ist das Spiel zu Ende, to?il alle Spieler den -Teekessel" erraten haben. Der letzte nennt ihn. Dieses Spiel schärst daS Denken und trägt so neben seinem Zweck zu unterhallen auch zur Dil- dung des Denkvermögens bet 2. W örterraten. Eine nicht mitspielente Person gibt ein Wort an, 5. D. „Tante". Dieses schreiben alle Mitspieler zweimal so auf. daß die Buchstaben des ersten Wortes unteoeinander von oben nach unten und die Dgchstaöen pes zweiten Wortes von unten nach oben das Wort »Tante" ergeben. Der erste Buchstabe steht also mll dem letzten Buchstaben — ein größerer Raum dazwischen — in einer Zeile. Run müssen alle Mrtspieler Wörter suchen, und zwar i.t diesem Falle fünf, weil »Tante" aus fünf Buchstaben besteht; her erste und letzte Buchstabe ist gegeben. Auf einem Zettel würde yiellcicht folgendes stehen: Tinte Der Erste in der Runde steht auf, Amt erklärt fein erstes Wort, und aus der Namen Erklärung müssen es die anderen Spie- Tara ler erraten. So geschieht es mit seinen Eszet fünf Wörtern, bis der nächste kommt. Dieses Spiel ist sehr luftig und zwingt die Kinder, allein zu reden. Sie können sich hier auf recht unter hallende Weife im denkenden Sprechen üben. 3. .Wer kennt die meisten Orte? Für größere Kinder ist folgendes Spiel recht anregend. Eine am Spiel nicht beteiligte Perfon nenht einen Buchstaben. Fünf Minuten lang dürfen mm alle Mitspieler Orte mit diesem als Anfangsbuchstaben ausschreiben. Rach Ablauf der Frist werden die Orte von jedem verlesen, und wer die .meisten auf feinem Zettel stehen hat, bekommt einen kleinen Preis, vielleicht eine Klei- nigkell zum Raschen oder sonst etwas. Wan möchte, es nicht meinen: Kinder, denen die Orte von der Schule her im Köpfchen schwirren, wissen da oft mehr als Erwachsene, denen sie nicht mehr geläufig sind. 4. Personen erraten. Zwei Kutter melden sich, die sich gegenseitig erraten wollen. Für sie Wied nach i tander, ohne daß beide vonein- anter toiffen, die Person bestimmt (z. D. Kolumbus. Rapvleon. Beethoven, auch noch lebende, den Kindern bekannte Personen oder Märchen- gestalten). Die beiden setzen sich hierauf gegenüber und fragen sich gegenseitig aus. Sämtliche Fragen werden nur mit -3a" oder „Rein" beantwortet. Z. B. „Lebst du noch? — Bist du ein Mann? — Bist du eine in der Geschichte bekannte Person?" irfto. Keines darf zwei Fragen nacheinander stellen. Wer ans diesem wechselseitigen Frag- und Antwortspiel die Person-des andern zuerst findet, hat getronnat. Die Mit- spielenden ergötzen sich an den Fragen; denn ihnen sind ja di2 beiden Personen schon bekannt. 5. Sache erraten. Der Suchende geht zur Türe hinaus, währenddeffen die Spielerschar den zu erratenden Gegenstand int Zimmer bestimmt: Z. B. die Uhr an der Wand, ein Bild usw. Hierauf wird d.r Dcaußenstehende hevei lgerufen, und er beginnt zu suchen.. Dabei geht er langsam im Zimmer herum. Alle Spieler murmeln: ra- fcatbarabarbarabiir —---— Rähert sich der Suchende dem bestimmten Gegenstand, damt verstärken sie das 'Gemurmel, je Weller er sich davon entfernt, desto leiser wird es. Auf diese Weise Wied her Gegenstand bald gefunden fein. 6. 3 ntelligenzspiel. Acht bis zwölf Ge- genstände teerten auf den Tisch gelegt Einer Aßt die ©egenftänte ein bis drei Minuten (z. D. Taschenmesser, Schere, Ring, Fingerhut, Blume, Bleistift Feder, Wollknäuel uste.) ansehen. Dann wird ein Tuch daraufgelegt, oder die Gegenstände werten vom Tisch weggenommen. Zeder Spieler schreibt nun auf einen Zettel in -zwei Minuten alle Gegenstände, die er noch weiß. Anters formulieren könnte man dieses Spiel, intern man eiten Zettel, auf dem zwölf Wörter stehen, jeden ter Teilnehmer zwei Minuten lang anschauen laßt; bann muß jeder nietet» schreiben, wieviel er sich gemerkt hat Da kennt; man manchmal schon so Heine Denker heraus, die manche Wörter in Zusammenhänge bringen und sich so Stützen fürs Gedächtnis suchen. Solche Spiele sollen aber wirllich den Charakter tes Spielens teibehallen, nicht etwa, daß Ehrgeiz u. dgl. den Zweck verderben. 3n ganz feLtcnen Fällen nut kann man hier auf die Begabung ter Kinder schließen. Bei diesen und ähnlichen Spielst können Preise verteill teerten. Fleißige Mutterhänte richten diese schon vorher zurecht Lauter kleine Sächelchen. die wenig Geld kosten «nd den Kindern doch eine grohe Freute machen: Für die Mädchen ein kleines Radelbüchlein, Mallarten, für die Buben kleine Heftchen aus ter 3ugend- Denke beim Empfang nicht gleich an Umtausch und Zuzahlung, oder an einen heimsichen Berkaus. Es kränkt und stimmt den traurig, der es für dich auswähsie. Ist die Gabe bescheidener ausgefallen als du dir gedacht hattest, schill — selbst in Gedanken — den Spender nicht einen Knauser oder Geizhals. Dergegeitwärtige dir lieber, daß noch andere Anforderungen an feinen Geldbeutel gestellt werden. Geschenke aus dem lieben Kreis deiner Umgebung sind wie Sendlinge dankbarer, treuer Herzen. Deshalb nimm jede Gabe — erscheint sie dir auch noch so töricht oder überflüssig, die aus Kinderhand stammt — mit fröhlicher Dankbarkeit an. Kinder sparen oft Pfennig auf Pfennig, verzichten auf ihre eigenen kleinen Genüsse. nur. um der Mutter etwas schenken zu können. Ktllisiere nicht an Handarbeiten, die Kinderhände verfertigt haben. Heuchle, wenn es dir nicht anders mögsich ist, eine freudige Ueaerrafdjung bei dem Geschenk- Empfang. Das Kind lernt darüber selbst dankbar für alles zu sein. Zeige sogar für ein versprochenes, in Aussicht gestelltes Geschenk deine Anerkennung. Ein Dank zuviel macht dich nicht ärmer ... Ein Künstler hatte seiner jungen Frau zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfeste auf Kartonpapier die Geschenke gemalt, die er ihr zu- gedacht hatte, und dazu geschrieben: „Dies bekommt mein Frauchen, sobald mein erstes Bild verkauft ist." Frauchen war ein prachtvoller Kamerad, freute sich auf die versprochenen Gaben, und sagte herzlichen Dank im voraus. Empfängst du als Geschäfts- oder Hausangestellte ein Geschenk, so begnüge dich mit dem, das man gab; stelle keine Vergleiche mit den Geschenks! deiner Äoneginnen an, laß dich ebensowenig durch ein abfälliges Urteil beeinflussen. Es ist oftmals nur die Mißgunst, die ein solches Urteil ausspricht 3n jedem Falle zeige dich als zufriedene und dankbare Empfängerin. Dies ist nicht bloß lebensksitg, sondern auch schicklich, und wird dir nie schaden. praktische Winke für die Weihnachtszeit. Von Marie Prios-Nell- Schmuck der Weihnach ts ta fel. Aus grünem Kreppapier fertigt man sich einen Tischläufer, dem man große und kleine Gold* sternchen in verschiedenen Mustern auf Hebt. Diesen legt man in die Mitte der Tafel; nun stellt man zwei Basen und eine Schale aus blauem Glas, angefüllt mll Deerenlorbeer und Tannen- grün, auf den Tisch und verbindet die Basen mit Holzperlenketten in gelb oder blau. Die Tischkarten fertigt man aus Garnrollen, die bronziert und mit einem blauen Srttenband tebunten werden, an das man das Kärtchen klebt. 3n die Oeffiumg oben steckt man ein kleines Licht. Wenn man kerne Tischkarten gibt, kann jeder Gast vor seinem Gedeck ein kleines Blwnen- töpfchen finden, in das ein Licht gesteckt ist. Der Tops ist von einer hellgrünen Manschette umhüllt 3n die Mitte des Tisches kommt die gute Weihnachtstorte, ju ter die Hausfrau drei Böden aus Honigkuchenteig bäckt und mit Buttercreme füllt; nachdem diese mit einem Schokoladenguß überzogen ist, verziert man sie mit kleinen Pilzen und Silberkugeln; letztere bestehen aus Zucker und sind in Silberstaub gewalzt. Christbaumkerzen. Wewr Kerzen nicht in die Lichthalter passen, schabt man sie meistens mit einem 'Messer dünner. Einfacher und sparsamer ist es, sie kurze Zeit in kochendes Wasser zu halten, worin sie weich werden. und «sich dann leicht sormen lassen. Weihnachtsbäumc lange frisch zu erhalten. Wie unangenehm ist es, wenn man gezwungen ist, den Baurn stets im geheizten Zimmer zu haben, und er dann schon am zweiten oder dritten Tage die Radeln fallen läßt. Man sehe darauf, daß das mrtere Ende tes Baumes resp. Stammes etwa 2—3 Zentimeter durch den! Fuß resp. die Bank durchgeschlagen Mrd; man stelle dann, sobald der Baurn ins Zimmer tommt, einen Dlumenuntersatz mit Wasser direkt unter den Stamm und lege einen kleinen Schwamm inS Wasser, der den. Schnitt des Stammes berührt. Man wird sehr bald inne werden, wieviel Wasser der Daum braucht, also hvchzieht Alle Tage mutz man nachsehen und Meder Wasser nachgiehen, auf diese Weise hält der Daum sich sehr langq frisch und grün, Bettenfabrik 11M5A I109ID Praktische Weihnachts-Geschenke Die schönste WeMMe aus dem GIESSEN QfgrOndtt 1S8Y Mtusburfl Nr. 12 10970* Sonntag ist das Geschäft von 12 bis B Uhr geöffnetl toTTOA N2MS I Tefinlilyng nach Wyntch Spezialgeschäft für Herrenwäsche Seltersweg 81 Rundfunk-Geräte und Zubehör Elektrische Staubsauger Elektrische Waschmaschinen Elektrische Heizöfen und Bratöfen Elektrische Bügeleisen Elektrische Beleuchtungskörper Elektrische Motoren Elektrische Zeit- und Blink Schalter in größter Auswahl zu billigsten Preisen empftehlt Rudolf Rödiger, Walltorstr.35 Puhmlnnisiht Beratung und Vorführung Iedwzalt unverbindlich Herren-Hemden kauft man bei Vom Guten das ysstsl t- Alleinige Niederlage'. 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An den Zugendgottesdienst am Äachmittaa. in welchem eine Unterredung mit der schul-, sowie der christcnlehrpflichtigen Jugend erfolgte, schloß sich eine Sitzung der Kirchengemeindevertretung an. Der Vorsitzende verpflichtete zuerst die Heiden neu eingetretenen Mitglieder. Hermann Guth und Lehrer Häufel. Sodann erfolgt« eine Ehrung dH Ktrchenoorstehens Christian Oberheim IX. aus Anlaß seiner 25jährigen Juden sehr fest geschlagenen 12 Eiweißen. Dann füllt man sie in die tüchtig gebutterte und mit feinem Zwiebackmehi ausgestneute Form und bäckt sie bei schwacher Miitelhitze dreiviertel bis eine Stunde. Aoch warm, bestäubt man den Viskuit mit Puderzucker. Glühwein. Zwei Flaschen guten Rotwein läßt man mit i/8 Pfund zeriteinertem Hutzucker. 10 Gramm in Stückchen gebrochenen Zimt. 10 Recken und dem Saft einer mittleren Zitrone auf nicht zu starkem Feuer Siedegrad erreichen. Dann verquirle man an heißer Herdstelle den Glühwein tüchtig, gieße ihn durch ein Haarsieb und serviere ihn. Schlummergrog. Einen sehr wohlschmeckenden und bekömmlichen Grog bereitet man auS bestem Dum, womöglich aus altem 3amaita» Rum, den man in jedem besseren Kolonialwaren- geschäft kaufen kann. Oe nachdem man den Grog stärker oder schwächer liebt, rechnet man auf einen Teil Dum vier bis sechs Teile kochendes Wasser uno Zucker nach Belieben. Sine dünne Zitronenscheibe in jedes Glas getan, erhöht den Wohlgeschmack und die Bekömmlichkeit. Eierpunsch. Man bringt gut Vs Liter Wasser zum schwachen Kochen, gibt 200 Gramm Zucker, den Saft einer großen Zitrone, etwas Zitronenschale. 4 Recken und, nach Geschmack, ein wenig Muskat, und läßt alles zusammen gut ziehen. Dann gießt man die Flüssigkeit durch ein Haarsieb, gibt ein Glas Kognak, zwei Gläser Arrak und 6 bis 8 Eigelb hinein und schlägt alles zusammen auf gutem Feuer bis zum Siedegrad. Kochen Dars der Sierpunsch nicht. Vom Feuer genommen, schlägt man ihn noch eine Welle, um das Gerinnen zu verhüten, und gießt ihn ihn Punschgläser. Weinpunsch Ruf ywei Flaschen Weißwein bereitet man i/s Ädec kräftigen Tee. Man bringt ihn mit dem Wein, Vs Pfund Zucker, dem Saft einer Zitrone und etwas Zitronenschale auf den Siedegrad und verquirlt alles zusammen mit einem großen Glase Arrak-Punsch- essenz. Aotweinpunsch. 2lus eine Flasche guten, allen Dotwein, am bLsten Bordeaux und Burgunder. rechnet man anderthalb bis zwei Flaschen Wasser. Man läßt den Wein mit 125 bis 150 Gramm Zucker aus den Siedegrad kommen, gießt das kochende Wasser. Vs Flasche Arrak- oder Burgunder-Punschessenz und den Saft einer mittleren Zitrone hinein. Gut durcheinander gequirlt, serviert man das heiße Getränk in Punschgläsern. Königspunfch In ein Liter Wasser locht und schäumt man ein Pfund Hutzucker aus. Dann preßt man den Saft von zwei Apfelsinen und einer Zitrone hinein, schneidet etwas von den Schalen beider Früchte und einige Scheiben Dosen-Ananas dazu und läßt alles zusammen gut ausziehen. Dun siebt man die Flüssigkeit durch, gießt eine Flasche Weißwein, eine Flasch« Dotwetn, J/« Flasche Sherry. V, Flasche Madeira, ein Glas Marasquino binzu und läßt alles zusammen unter gutem Quirlen recht heiß, aber nicht kochend werden. Kinder, die gern lesen. Es zeigt sich bei den K ndern schon sehr früh, ob sie eine Deigung zum Leien haben. Bestimmt sind es nicht bu trägen, nicht bte unerzieybaren Kinder, bk sich mit Andacht in die Lektüre eines Buche« versenken. Di lle Mütter meinen, daß sie dem Kinde das Lesen verbieten müssen, oder aber, daß das Lesen auf ein Minimum beschränkt werden soll. Das Kind darf über dem Lesen die Schularbeiten nicht versäumen, das ist gewiß. Es muß ihm ferner Zeit zur Erholung in der frischen Luft bleiben. Dir ungestörte Freude an der Lektüre aber sollte Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Wittel bei Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven» u. Kopfschmerz, ErkAllungs» Krankheiten! Schädigen Sie stch nicht durch minderwertige Mittel. Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 5000 Lrzte. darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt In allen Apotheken Mark 1.40 ^0.46 Chln, 12.6 Uth- 743 Actd- acet. mJ. ad 100 Arayl J sehorigkeck zum Kirchsworstanrr, her Vorsitzende danlle im Damm der Kirchengemeinde und der kirchlichen Körperschaften dem Verdi en stD ollen Manne für feine treue und gewissenhafte, vorbildliche Amtsführung imb überreichte ihm als Zublläumsgabe der Kirchengemeinde eine Wertvolle Bibel: außerdem übermittelte er die Glückwünsche des LandeSlirchenamtes und des Dekanates Schotten, denen sich Oberkirchenrat Wagner mit herzlichen Wünschen anschloh. Dach der Bsratuiu? des Voranschlages für 1929 wurden die Wahlen zum Landeskirchentag und Dekanatstag vorgenommen. An die Sitzung her 5^irchen- gemeinbetieriretung schloß sich eine Sitzung de» Kirchenvorstandes an. in welcher im Anschluß an den Bisitationsbericht des Pfarramts wichtige Fragen des Gemeindelebens besprochen und besonders eingehend über den baulichen Zustand von Kirche und Pfarrhaus und über den der Orgel verha'rdelt wurde. Sehr interessant war die Feststellung de- Visitators, daß bereits ün Zadre 1854. also sieben Jahre nach Einweihung iber Kirche, über den schlechten Zustand des Kirchendaches berichtet wurde, und daß dieser Zustand, der zweifellos auf die Verwendung schlechten Materials zurückzuführen sei. nun endlich beseitigt werden müsse, solle nicht das ganze Gebäud? Dot leiden; im Prinzip wurde auch in einer vor einigen Wochen ftattgefunbenen Sitzung des Kirchenvorstandes mit der Gemeindeverwaltung die Ausführung einer gründlichen Dachreparattrr beschlossen. sehe Mutier eher fördern als unterbinden- Lesen bietet Anregung und vermittelt Di düng- Aufgabe der Mutter wirb es sein, bb Lektüre des Kindes zu überwachen, damit das Ktnd mcht e;n Vielleser wird und nach dec Qualität nicht mehr fragt Das lesende Kind weiß bereit# nach kurzer Zeit, auf welchem Gebiet eS seine Lieblings- lektüre findet 3n dieser Hinsicht muh es unterstützt werden, denn zuwe.lm hat sich schon grade durch das Lesen die V^anlaaung des Kindes offenbart. Was man in der Zugmd lieft und lernt, bleibt für alle Zeiten im Hirn des Menschen haften. Der zukünftige Techniker vertieft sich bereits früh in technische Bücher ober in Bicg-aph en von Männern der Technik. Gin Wissen, da# ihn in seinem späteren Beruf Hel end zur Seite stehen wird. Das Lesen mit unnach ichtlichrr Strenge zu bekämpfen, ist ein mäßig:# Unternehmen, denn das Kind wird sich Zeit und Gelegenheit zum Lesen schassen, wird diese Gelegenheit aber beim* lich suchen. Die Mutter einer bekannten Familie, in der die beiden Töchter dem Lesen leidenschaftlich ergeben waren, nahm den Kindern bei jeder Gelegenheit das Buch fort und kwuckte i)n:n da ür den Strumpf zum Stopfen, das Kleid zum F.icken in die Hand. Die Kinder gehorchten scheinbar- Des Aachts, wenn die Eltern schliefen, knipsten sie rasch die Lampe an, holten ihre Buchn: hervor, die sie irgendwo versteckt hielten, und begannen mit der Lektüre. Tie Dacht, die sie durchschlafen hatten, schien ihnen verloren, sie bedauerten und beklagten sie. K'ar, daß di: beiden Mädchen nervös und blutarm wurden und sehr schlecht aussahen. Die Mutter kennte sich diese Tatsache nicht erklären. Sie pflegte ihre Kinder, gab ihnen zu essen, nur an eines dachte sie mcht'. an die geistige Nahrung. Für ihren Begriff sollten Mädchen etwas anderes tun, al3 die freie Zeit mit Lesen zu verbringen. Glücksicherweise vertraute sich das eine Kind dem Vater an, drr Vater schuf Abhilfe, indem er eine bestimmte Zeit deS Tages den Kindern zur Le.türe freigab. Ein gutes Erziehungsmittel, denn Ä nber, die wirklich gern lesen, werden diese Stunde mit Sehnsucht erwarten. Der Tag soll so eingeteilt fein, daß nach Beendigung der häuS- lichnr Arbeiten diesen Kindern eine Zeit ungestörter Muße gegönnt wird. Kinder, die gern lesen, werden unruhig, zappelig und nervös, falls die Stunde der Lektüre von Anrufen oder Beschäftigungen anderer Art häu tg unterbrochen wird. Lesen ist das gute Recht der Kinder. Anschließend: Bon KLln: Dartzmusik BeS groß«, Orchesters des Westdeutschen Rundfunks Mittwoch. 26. Dezember. 8,30 bis 9.30: Katholische Morgenfeier. 1130 bis 1230: Feierstunde des KulttuckartellS der modernen Arbeiterbewegung. 12,30 bis 13,30: „Die Wachtparade des Frankfurter Linienbatarl- lons", Vortrag von Jacob Ballin, mit Vorführungen eines TrviTTmserkorps und des Frankfurter Harmonieorchesters unter Leitung von Kapellmeister Weilerü 1530 bis 16: Stunde der Jugend. 16 bis 18: Bunter Dachmittag. 18 bis 19: Konzert des Wi ggelaar-StreichquartettS des Frankfurter DundfunkS. 23,15: Dach Stuttgart: Helleres Konzert des Rundfunkorchesters. 1. Intermezzo: »Schnell eine Lebensversicherung!" Lustspiel von Arkadtz Awertschenko. Zwei, es Zntera«-zo: „Frühling", Operette in einem Mt (3 Bilder) von Äud. Vger. Musik von Franz Le- hlr. Anschließend: Tanzmusik. Donnerstag, 27. Dezember. 6.30; Morgengymnastik. 12,30 bis 13.30: Mittagskonzert des 'Rundfunkorchesters. 15,05 bis 1535: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16.05; Hmrss rauendien st. 16.35 bis 18,05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 1830: Lefestunde. 18,30 bis 19: Don Kassel; Vortrag. 13 bis 19,30; Schachstunde. 20 bis 22: Von Berlin. Bunter Abend. AnscUießend; Konzert des Dundsunkorchesters: Alle Tanzmusik. Jteitog, 28. Dezember. 630: Morgengymnastik. 12 bis 13: Schall- tzlatten-Konzert: Buntes Programm. 15D5 bis 1535: Stund« der Jugend. 1535 bis 16,05: Haussrauendienst. 16.35 bis 17,35: HauSfrauen- Aachmittag. veranstaltet vom Frankfurter HauS- frauenberefn G. D.. Frankfurt a. M. 1738 bis 18,05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: titfeftunbe. 18,30 bis 18,45: Viertelstunde der Deutschen Aeichspvst; „Wie tiefere ich meine Neujahrs-B refsendungen auf?", Vortrag von Postinspellor Günzel. 18,45 bis 19,15: Stunde des Südwestdeutschen Aadio- Cluds. 19,15 bis 19,45: Stenographischer Fvrt- bildungskitrsus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 60 Silben aufwärts). 19.45 bis 20,05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20,05 bis 20,15: Fllm-Wvchenscham 20,15 bis 21.15: Lello-Konzert. Samslag, 29. Deiember. 6.30: Morgengymnastik. 13,15 bis 14,15: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 15,05 bis 1535; Stunde der Jugend. 1535 bis 16,05: HauS- frauendieitst. 16,35 bis 18,05: Aach Stuttgart; Kmtoert drS Aundfuntorchesters: Operetten. 18.10 bis 1830: Lesestunde 18,30 bis 18,45: Briefkasten. 18,45 bis 19,15: Esperanto-Unter richtig,15 bis 19,45: »Der AeichAjagdound und feine Aufgaben", Dortrag von Otto Specht. 19,45 bis 20,15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Sternenhimmel im Januar: Planet Urmtus". Vortrag von Prof. Ed- nuxnb Sittig. 20.15 bis 2130: Don Stuttgart: Serenaden. 21.30 bis 22.30; Heitere Stunde ün Frankfurter Dialekt: Friedrich Stoltze. Anschließend bis 0,30: Don Berlin: Tanzmusik. tKundfunkprogramm. Sonnlag, 23. Dezember, 8,30 bis 930: Morgenfeier, veranstaltet von Prediger Wächter. 1130 bis 12: Gllernstunde. 12 bis 13: Wittagslonzert drS Rundfunkorchesters. 15 bis 16: Stunde der Jugend. 16 bis 17: Konzert deS Bundsunkorchesters: Puccini (geb. 23. Dezember 1858). 17 bis 18. Von Kassel: Hirtenlegende. Oper tn einem Auszug von Eugen Bo- dart. Dichtung nach Lope de Degas „Spiel von der Geburt Christi", in der deutschen Übersetzung von Frtedrich Walther. 18 bis 18,45: Stunde des Landes. 18,45 ois 19,30: Stunde deS Rbein- Mainischen Verbandes für Volksbildung: »Weih- nächtliches", Vorlesung von Hansi Meißner. 19,30: Vom Frankfurter Opernhaus: »Der Zigeuner- baron", Operette in drei Akten von Ioh. Strauß. Anschließend: Sportnachrichten. Darauf bis 030: Tanzmusik. Montag, 24. Dezember. 630: Morgengymnastik. 12,30 bis 1330: Schall- platten-Konzert: Weibnachtskonzert. 15,05 bis 1535: Stunde der Zugend. 15.55 bis 16,05: Hausfrauenvienst. 16,05 bis 18: Konzert des Aundsunkörchesters: Weihnachtsmusi^ 18 bis 19: Don Kassel. 19 bis 20,30: ,DaS Spiel von den helligen drei Königen", nach der Weihnachtslegende von F. Tunmermans. 2030 bis 21: Orgel-Konzert. 21: „Die drei Geister", aus den W eihnachtserzählungen von Charles Dickens. Anschließend bis 24: Schallplatten-Konzevt: Feierliche Musik. Sienatag, 25. Dezember. 830 bis 9,30: Geistliches Konzert, Ausführender: Der Bläsercho^ des Wartburgvereins. 10 bis 11. 5. 7 p i der MatlHäu:rch :W ihnachts' Gottesdienst. 12 bis 13: Schollvlatten-Xonzert. 15 bis 1530: Stunde der 3ugwb. 15,30 bis 17: „Hurnsti-Bumsti", ein lustiges Kinderstück, (nach dem Grimmschen Märchen ^Rumpelstilzchen". 17 bis 19: Konzert des Rundfunkorchesters (nachgeholl): Beclioz. 19 bis 20: Aach Stuttgart und Köln: .Hellige Aacht". «ine Werh- nachtslegende in oberdaherischer Wundart von Ludwig Thoma. 20: Von Köln: WeihnachtS- Konzert: Intermezzo ^Die Stund« der Verlobten". iet ein Teppich in'!