Hoheitsgebiete greift, und zwar Arbeits Ämtern Schund und Schmutz, Lander über- die Errichtung von Das hessische Zentrum zur Reichsrrform Oer Landiagsabgeordnete Hoffmann gegen einen Anschluß an Preußen. der durch uno Lieber die Sonntagsverhandlungen des Parteiausschusses wird ein Bericht ausgegeben, laut dessen der Parteiausschuh einen Antrag angenommen hat, wonach erwartet wird, dah die I der Wirtschaftsdemokratie in den Mittelpunkt des demokratischen Wirtschafts- Prüfstellen gegen _ von Reichsbauämtern, von ReichsfondZmtcrn und ReiHswasse.st.aheabehvr- den. Als besonders empjindlichrr Mangel unseres Derfassungslebens sei die Tatsache zu beklagen, daß die Einzelstaaten nicht mehr die genügenden Einflußmöglich reiten auf Gesetzgebung und Verwaltung hatten, um der Rotlage des Mittelstandes und insbesondere der Landwirtschaft zu steuern. oder reichsländisch werden. Denn glaubt einer im Ernste, die Preußen ließen uns im althessischen Gebiete auch nur einen Pfennig zum allgemeinen Fi- nanzbedarf mehr zukommen als in ihren alten Provinzen? Das Wort von der Unmögl.chkeit der Einsparung auf kulturellem Gebiet klingt sehr stolz — die Preußen würden uns mit der Zeit die Möglichkeit nachweisen. Glaubt etwa jemand im Ernst daran, daß wir auf die Dauer — trotz aller „Sicherungen" gegen die Berliner — die Uni- versität Gießen neben Marburg und Frankfurt behielten? Aber wie praktisch vorankommen? — Es bleiben zwei Weae: Frankfurt fühlt sich in dem preußischen Schlauche zwischen den beiden Hessen nicht wohl. Uns stört der preußische Schlauch ebenso. Was wäre natürlicher, um sofort, also vor der großen Regelung, diesen Zustand zu beseitigen, als daß über den Artikel 18 eine Bereinigung vorgenommen würde? D a r m st a d t, 22. Oft. Unter der Lieberschrift „Untergang in Preuß en?" seht sich der hessische Zentrumsabgeordnete Oberschulrat Hoffmann in einem Artikel mit der begeistert zustimmenden Stellungnahme aus. inander, die sein Parteikollege von Papen in der „Germania". dem Berliner Zentrumsorgam zu den bekannten Reformvorschlägen des Lutherbundes eingenommen hat. Der hessische Zentrumsführer schreibt u. a.: Der Weg für eine endgültige Lösung der Frage Reich—Preußen würde durch die Verwirklichung der Vorschläge von Luther erheblich kompliziert. Dem „Zweidrittelreich" im Reich würden 7 Millionen Menschen mehr zugeführt: der Klotz, der die organische Gliederung des Reiches unmöglich macht, würde noch vergrößert: die Röte des rhein-mainischen Wirtschaftsge- b i e t e s (Frankfurt und Hessen) blieben in vollem Umfang bestehen, denn Hessen soll Kommunalverband neben Rassau und Hessen- Kassel werden. Eine Lösung? — höchstens eine solche zugunsten Preußens: es hätte sich diesmnl auf kaltem Wege ..arrondiert" zum erstenmal ohne die Hohenzollern! Eins ist mir nicht recht verständlich: Warum gehen wir nicht den Weg über Artikel 18 der Verfassung? Darauf muß losgesteuert werden. Auch das besetzte Gebiet könnte mitmarschieren, denn die Gefahr des Separatismus ist endgültig vorüber. Mittlerweile geht es uns in Hessen nicht schlechter als den andern Landern. sofern das Reich die Besahungsschä- den erseht. Rur eins kann uns als Hessen helfen: uns erhalten bis zum nächsten Finanzausgleich! Lind der muß kommen und muß dem Reich die Fondswirtschaft legen, mit dem es in die Länder h.neinreaiert. Mit über einer Milliarde Zuschüsse (soviel betragen wohl die Fonds!) an die besetzten Lander für die ihnen als dringend erscheinenden Bedürfnisse wäre geholfen I — Und wie wird eben verteilt? Es ist doch keine großzügige Politik, daß man z. B. 30 Millionen als Grenzfonds verteilt und dabei Hessen von den Empfängern ausschaltet! — und es den Handelskammern und Gewerkschaften überläßt, ich Kopfweh über die Art der Verteilung ziz machen. Denn diese Politik aufhört, wenn klare S-ch e i - düng der Steuerquellen zwischen Reich, Ländern und Kommunen vorgenommen ist und die Besatzungsschäden vom Reich an die Länder ersetzt werden — aber nicht als Zuschüsse unbekannt an wen, wie im Falle des Grenzfonds —, dann hat Hessen gar keine Veranlassung, sich an ein großes Preußen anzuschließen — denn etwas anderes ist das Reichsland nicht. Und die von Abegg (Staatssekretär im preußi- chen Innenministerium) gerühmte Güte der p r e u- zischen Verwaltung? Der Sparkommissar ist icher anderer Meinung, nachdem er die hessische Verwaltung studiert hat. Er hat bereits zugegeben, daß sie sehr einfach ist — einfacher als an andern deutschen Ländern. Allerdings müssen wir uns mit der Notwendigkeit weiterer Erspar- nismaßnahmen vertraut machen, und die kommen auf alle Fälle, auch wenn wir preußisch dem geltenden Zustand ausgeht. Die Denkschrift erörtert diese Lage im einzelnen. IH. Der preußische Z e n t r a l l a n d t a g bleibt gewissermaßen als „Vereinigt. Landtag der preußischen Länder" bestehen. Bei der Reuwahl wird eine enge Verbindung mit den Einzellandtagen der bisherigen Provinzen geschaffen, z. B. dadurch, daß für beide Wahlen die gleichen Listen gültig sind, nur mit dem LInterschied, daß zum ZentraUandtag eine größere Stimmenzahl auf einen Abgeordneten gehört, so daß nur ein Teil der Abgeordneten des Provinziallandtages, die Spitzenkandidaten, gleichzeitig Abgeordnete des Zentrallandtags würden. IV. 3m Reichsrat muh ein Teil der Stimmen der preußischen Lander, etwa ein Drittel, in zentraler Hand bleiben. 3m übrigen ihnen nach der Einwohnerzahl zufaNen. Landtags-und Reichsratsproblem müssen in Llnterausschüssen geklärt werden, jenes unter Zuziehung preußischer Sachverständiger. V. Die Verhandlungen mit den kleinen und mittleren Ländern müssen getrennt nebenhergehen. Hier werden besondere Liebergangsverträge notwendig, die von Fall zu Fall ganz verschieden lauten werden. Am Schluß entwirft Brecht auf dieser Grundlage zehn formulierte Vorschläge, in denen es u. a. heißt: 1. Die Gebiete der Länder Preußen, (Bayern), Sachsen, (Württemberg. Baden), Thüringen, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Braunschweig. Anhalt, Bremen. Lippe, Lübeck, Mecklenb.-Strelih, (Waldeck), Schaumb.- Lippe werden Länder nach Maßgabe der folgenden Vorschriften (neue Länder). Bis zur anderweitigen Abgrenzung durch einfaches Als letzte Folge einer mangelnden Aussta :ung der Landerrechte ftcllt der Bericht die Zentralisierung des Geldwesens in Berlin hin. Richt im bundesstaatlichen System, sondern in der Richtachtung dieses Systems seien die Mängel unseres Verfassungslebens begründet. Dazu komme, daß das Werk von Weimar vielfach die für die Verfassung einer großen Ration unerläßliche Klarheit und Festigkeit vermissen lasse und den Ländern die für ihren Lebensraum nötige Bewegungsfreiheit nicht gewährleiste. Der Bericht schließt: Llnsere Währung ist stabilisiert worden. Das war eine große Aufgabe. Heute fordert ebenso wichtige Rot Stabilisierung der R ei chs ve r f a s s un g auf der Grundlage des Rechtes. Bayern müsse aus grundsätzlichen Erwägungen heraus fordern: 1. klare Grenzen zwischen Reich und Ländern auf dem Gebiete der Gesetzgebung wie der Verwaltung, 2. ver a sungsmähige Sicherung und Festigung der Länder bezüglich ihrer Gebiete, ihrer Rechte und ihres staatlichen Bestandes, sowie ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Selbständigkeit, 3. unbedingte Gewährleistung der finanziellen Lebensfähigkeit der Länder, und schließlich 4. Ausbau des Reichsrcttes, bezogen auf verstärkte Mitwirkung an der Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches. Dies seien und blieben nun einmal die Grundfvrderungen. dis nicht nur Bayern, sondern eigentlich jedes Land erheben müsse. Alles drehe sich einzig und allein um die Entscheidung darüber, ob den Ländern ein Eigenrecht als oberste 3nstanz verbleiben soll oder nicht. Bayern werde sich auf das entschiedenste dagegen wehren, daß seine Ei^en- staattichkeit dem machtlüsternen Zugr.sf des Llni- tarismus zum Opfer falle. Mchsniinister Koch vor dem demokratischen Parteiausschuß. Berlin, 20. Oft. (W2T.) Auf der Tagung des Demokratischen ParleiauZschmses erstattete &cr Parteiführer, Reichsjustizminister Koch, ein Referat über die politische Lage, in dem er u. a. ausführte: Das Ergebnis von Genf ist nicht so negativ, wie es manche hin- stellen wollen. Tatsächlich ist erreicht, daß die Verhandlungen über die Räumung des Rheinlandes und die Reparationsfrage ausgenommen werden, ohne daß der Eindruck erweckt ist, als wenn wir die einzigen in Europa sind, die an solchen Verhandlungen 3nteresse haben. Die Locarnopolitik schützt uns heute politisch vordem gewaltsamen Zugriff eines einzelnen unserer früheren Gegner und beseitigt wirtschaftlich durch die Transferklausel die Furcht vor einer neuen 3nflation. Der Redner wies ferner darauf hin, daß zehn 3ahre nach dem Kriege das Rheinland noch immer beseht sei und erklärt, daß sich hier unsere Gegner an dem Derständi- gungsgedanken versündigen. Ob die Locarno-Po- litik zu einer Dersöhnungspvlitik führen wird, hängt jetzt von den anderen ab. Don einer völligen Befriedung der Welt kann man leider noch nicht sprechen. Bei dieser Sachlage kann man die Ablehnung des Ersahbaues des Panzerkreuzers heute nach dem Flottenabkommen zwischen Frankreich und England und nach der Gestaltung der auswärtigen Lage nicht mehr damit rechtfertigen, daß wir dem Auslande das Beispiel friedlicher Gesinnung zu liefern hätten. Trotzdem bleibe ich ein Gegner des Panzerkreuzer- baues, weil ich nach den Erfahrungen der Vor- kriegszett seinen militärischen Wert im Verhältnis zu seinen hohen Kosten nicht anerkennen kann Aus dem Gebiete der Reichsreform scheinen die Bestrebungen auf Herbeiführung des dezentralisierten Einheitsstaates der Erfüllung näherzukommen 3ch hoffe, daß die Länderkinferenz in der nächsten Woche uns auf dem einzig möglichen Wege einer Endlösung voranbrtngt. Ob die K o a l i t i o n, so führte der Minister aus, in der gegenwärtigen Form Heftchen bleibt, scheint mir nicht von ausschlaggebender Bedeutung. 3edenfalls muß hauptsächliches Ziel der Zusammenhalt der gegenwärtigen Koalitllms- parteien für die Dauer der Wahlperiode sein Der Parlamentarismus diskreditiert sich, wenn man fortfährt, alle 3ahre Regierungen zu wechseln. Zweiter Weg für den Fall, Preußen verlegt diesen ersten Weg: Dann bleibt uns gerade so gut die Anbahnung einer D e r w a l t u n g s ge me i n- schäft mit einem süddeutschen Lande, wie der „Untergang in Preußen". Heute — im Hessenlande — bedeuten unsere Städte wie Mainz, Darmsta.dt, Worms, Offenbach und Gießen etwas — geradeso auch die mittleren wie Bingen, Bensheim, Friedberg: bei Anschluß an Berlin sind sie alle nur ganz kleine Nummern. Die rheinhessischen Winzer, sowie die Landwirte im Ried, Vogelsberg und Odenwald bedeuten etwas in Hessen — in Preußen nichts. Unser Vorschlag: Nicht Untergang in Preußen — selbständiges Leben zunächst bis zur allgemeinen Feldbereinigung und bis dahin den andern beweisen, daß wir gerade so gut leben wollen, wie die übrigen Länder, die ja alle unter dem ungerechten Finanzausgleich jammern — Preußen nicht ausgenommen! Bayerns Forderungen. Die Münchener Denkschrift für die Länder- konfcrenz. München, 21. Oft. (WTD.) Der Bericht, den der bayerische Ministerpräsident Dr. Held dem Ausschuß der Sonderkonferenz für Verfassungs- ur.d Decwaltungsreio.m bereits vor etwa 14 Tagen übergeben hat. beschäftigt sich im ersten Abschnitt mit den von preußischer Seite geltend gemachten Mängeln Er kommt in der Hauptfrage (Preußen und Reich) zu dem Ergebnis, daß bei der Erörterung des Verhältnisses zwischen Preußen und Reich die Hauptursache der Llnzuträglichkeiten in der Richtbeachtung der verfassungsmäßigen Zuständigkeit Preußens durch das R e ich zu erblicken sei. Genau so wie auch in dem Verhältnis zwischen den übrigen Ländern der Kernpunkt der Mängel des Verfassungslebens in dieser Richtbeachtuna der verfassunas- mäßigen Zuständigkeit der Länder liege. 3m zweiten Abschnitt des Berichtes werden u. a. Beispiele aufgeführt, die beweisen sollen, dah das Reich fortgesetzt durch die Errichtung : von neuen Sonderbehör den in die Oer Brechische Reformplan. Berlin, 20. Oft. (TL1.) Lieber die beiden Denkschriften des preußischen Mitgliedes des Amtlichen Reichsreformausschusses, Dr. Brecht, wird folgendes mitgeteilt: 3n der Maidenkschrift werden die „Mängel des gegenwärtigen Zustandes und ihre Tragweite" systematisch punktweise zusammengestellt. Die 3unidentschrist soll dem Reichsvesormaus- schuh als Beratungsunterlage dienen. Hier führt Brecht in kurzen Kapiteln aus: Der Ausschuß kann nur arbeiten, wenn er nicht vom Zwang, sondern von der Freiwilligkeit der Entscheidung für alle Länder ausgeht. Wenn er die größten Mißstände nicht vergehen will, muh er die preußische Frage einbeziehen, d. h. die Beseitigung der doppelten Zentralregierung in Berlin. Hierüber kann aber nicht isoliert enftchieden werden, sondern es muß em Gesamtbild ausgearbeitet werden. Erst dann ist die politische Entscheidung möglich. Dabei ist das französische Präfektensystem auSzuschalten. Verschiedene Abstufungen in der Organisation der Lander und ihren Beziehungen zur Zenttale sind notwendig und bis zu gewissem Grade unschädlich. Trotzdem müssen sie alle einheitlich „Länder" heißen. D.e Llnter- schied« dürfen nicht durch verschiedene Bezeichnung künstlich aufgebauscht und im voraus staatsrechtlich entgegengesetzt bewertet werden. Dadurch werden Angleichungen erschwert. Alle Teile sind darüber einig, daß die Länder an Konzentration der Behörden gewinnen sollen. Dies darf aber nicht nur für Preußen gelten. Zar Entlastung des verworrenen Gesamtproblems muh abgetrennt und besonders einer Lösung zugeführt werden: 1. Das territoriale Reugliede- rungsproblem, von dem einige Teile allerdings besonders eilig zu behandeln sind (kleine norddeutsche Länder, Problem Hamburg, Gestaltung Lachsen Thüringen Anhalt, Frankfurt- Hessen, Braunschweiz S d annover, Rordhan- nover-Oldrnburg». Dazu gebart die Frage, ob und in welchem Llmsange „landfreie Städte" anzuerkennen sind. Hier soll ein Llnterausschuh eingesetzt werden, ebenso für 2. die Ang'eichung der 'Verwaltungsbezirke. 3n weiser Selbstbe- schrünlung muh ferner verzichtet werden auf die „Typisierung" und Rormung des Aufbaues der Regierungen der Länder, d. h. der Gestaltung der Lanie spitze (?a:de r gierung, Landespräsid nt oder a Les a pt.nann) unD ihrer Bestellung (Bestellung auf Zeit und auf die Umgestaltung der Landtage (außer Zentra lpreußeni. Durch Abtrennung dieser Fragen läht sich die Arbeit auf die folgenden Hauptfragen konzentrieren: I. Die Provinzen Preußens können auch als Länder, 'bei Vereinigung der Zenrral- regierungen, prinzipiell zunächst nur d.e heutigen Zuständig leiten als Ausgang punkt ha en, vorbehaltlich einer Sond:raehandlung neu aufgenommener mittlerer Länder. Es würde ein großer Rückschritt sein, wenn da, wo bisher Preußen einheitliche Gesetze für das ganze Staatsgebiet erläßt, künftig jede Provinz getrennte Gesetze machen könnte und müßte, ganz abgesehen von den Kosten einer solchen ver- zwölffachten Gesetzesmacherci. 3n der Verwaltung sollten den Provinzen zwar weitere Befugnisse übertragen werden: das kann und muh aber späterem einfachem Reichsge eh bzw. Re- aierungsanordnungen überlassen werden. Die Ansichten sind zu verschieden, um von vornherein mit. Zweidrittelmehrheit hier grundlegende Ent- Icheidungen zu treffen. Der O b e r p r ä s i d e n t toürbe Dann also zunächst alle bisherigen preußischen und Reichsbehörden zu- lamme n f af f e n, mindestens in Fragen der Verwaltungsresorm. II- Llmgekehrt kann den großen außer» preußischen Ländern nicht mit einem SaHage ihre Gesetzgebung und Verwaltung abgenommen werden. Die Zusammensüh-rung der re ® hier auf anderem Wege erreicht loerdem Es muh dazu 1. das 3nftitut der Auf- 9 eingeführt werden, so daß sich das Reich auch zur Erledigung seiner Rerchsaufga^n der Länderbehörden bedienen ®rpolhmg des obersten Anordnungs- 5^$ ""d der Verantwortung vor dem Reichstag. Hierzu muh kommen, jedenfalls bei den norddeutschen Ländern, 2. die Möglichkeit A."??l^"^szweige der Länder (evtl, mit Ausnahme) durch einfaches Reichsgeseh a u f fa« Reich zu übertragen und auftrags- weise zuruckzugeben: 3. für die in eigener Regie w« Reiches fortgeführten Verwaltungen die .Möglichkeit" den höchstenLandesbeam- ten (unter Llmständen auch in den Provinzen) zugleich zum obersten Chef der Reichsverwaltung in seinem Gebiete zu ernennen; ünetoeit davon Gebrauch gemacht werden kann muß der Entwicklung überlassen bleiben. Dann ist der tote Punkt überwunden. Denn dann ist die Zusammenfassung der Behörden auch in den auherpreuhischen Ländern so gut wie in den Preußischen möglich, obwohl man in beiden von Neue Wege zur Neichsverfaffungsreform Preußens Vorschläge für die Länderkonferenz. - Auch Bayern legi eine Oenkschrist vor. Reichsgeseh sind die jetzigen Landesgrenzen in Preußen, die jetzigen Grenzen der preußischen Provinzen, maßgebend. Die Vorschriften der Reichsverfassung gelten auch für die neuen Länder, soweit im folgenden nichts anderes bestimmt ist. 2. regelt die Gesetzgebung. 3. Die Verwaltung steht nach Maßgabe der Reichs- verfassung den neuen Ländern mit folgenden Besonderheiten zu: a) in den preußischen Landern geht die bisher dem Lande Preußen zustehende Verwaltung nur so weit auf die neuen Länder über, als sie ihnen durch Reichsgesetz übertragen wird. 9m übrigen wird die Verwaltung Reichsverwaltung; b) die Justizverwaltung wird in allen neuen Ländern R e i ch s o e r w a l t u n g; c) durch Reichsgesetz können weitere Vermal- tungszweige auf die Reichsverwaltung übertragen werden; d) die Reichsregierung kann Angelegen- Hellen der Reichsverwaltung gegen Erstattung der Kosten auftragsweise durch die Landesverwaltung ausführen lassen. In Auf- tragsangelegenheiten ist die Landesverwaltung dem Landtage nicht verantwortlich. Die Art der Aufsicht und der Beschwerdeweg werden durch Reichsgesetz geregelt. 4. regelt den Preußischen Zentrallandtag. 5. Für jedes Land ober mehrere von ihnen wird als oberster Vertreter der Reichsbehörden e i n Reichsoberpräsident (andere Bezeichnung vorbehalten) vom Reichspräsidenten bestellt. Als sol- cher kann auch das präsidierende Mitglied der Landesregierung bestellt werden, das in diesem Falle die Amtsbezeichnung „Landespräsident" führt. Das Verhältnis des Reichsoberpräsidenten (Landespräsidenten) zu den übrigen Reichsbehörden wird durch Verordnung der Reichsregierung bestimmt. Die übrigen Punkte regeln die Zusammensetzung des Reichsrats und das Beamtenrecht. Nr. 249 Erstes Blaff____ 178. Jahrgang Montag, 22. Moder 1928 Erscheint täglich,außer MM _ Sonntag* and Feiertags AySiSfes E« Ln»ahme von Anzeige« w )Iwwf MM 2 Reichsmark and 20 61 W W B Kal M Äk M lW _ W HA W ML B klameanzeigen von 70 mm Reichspfennig für Träge» U B B ’W' JtiP M «0' W WB'' Breite 35 Reichspfennig, lohn, auch bei Richter- MM ~ ÄB ” V Platzvorschrist 20'/° mehr, scheinen «iy-slnerRurnmern IV Chefredakteur: infolge höherer Gewalt. ,___ Dr. Friedr. Wilh. Lange. ZWL General-Anzeiger für Oberhessen »MZ Postscheckkonto: Diumschein; für den An- Krmikfurtam Main 1163& vrnck mid Verla,- vrühl'sche UninerfiiätL-vnch. ntti> Steindrnckerei L Langt in Sietzen. Schristleitnng und Seschäftrstelle: Schnlftratze r. Hilgenberg zum deutschnationalen parteivorsihenden gewählt. Berlin. 20. Oktober. (VDZ.) An der Vertreter- tagnng der Deutschnationalen volksparlei. die heute nachmittag im Reichstag zusammentrat, nahmen 400 Vertreter aus allen Gebieten des Reiches teil, darunter 285 Stimmführer. Die Fraktionen des Reichstages und des preußischen Landtages waren beinahe vollzählig vertreten, Ueber die Sitzung wurde folgendes Kommunique ausgegeben: „Die Parteivertrelung der Deutschnationalen Volkspartei hielt am Samstag im Reichstag die zur Reuwahl des Parteivorsihenden anberaumte Sitzung ab. Der Wahl ging eine programmatische Aussprache vorauf, die von Graf Westarp eröffnet wurde. Rach deren Beendigung wurde die Wahl desvorsitzenden vorgenommen. Herr Geheimrat h u g e n b e r g. der als einziger zur Wahl stand, wurde gewählt und nahm die Dahl an. Seme Dahl wurde durch lebhaften Beifall der gesamten Versammlung begrüßt. Herr Geheimrat hugenberg übernahm den Vorsitz mit einer kurzen Erklärung. Lr sagte zu. datz er das ihm übertragene Amt im Sinne der Forderung der Größe, Kraft und Einigkeit der Partei ausüben werde. Daran knüpfte er herzliche Worte des Dankes an den bisherigen Vorsitzenden Grafen Westarp, den die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrte. Hieraus wurde die Versammlung auf Sonntag 11.30 Uhr vertagt. Ueber die Sonntagsihung wird von der deutsch- nationalen Pressestelle eine Mitteilung ausgegeben, in der es heißt: „Die deutschnationale Parteiverkretung setzte am Sonntag, dem Tage der Zerstückelung Oberschlesiens durch das Genfer Abkommen, ihre Aussprache fort. Sie wurde durch eine kurze, von Exzellenz W a l l - r a f geleitete Gedächtnisfeier für Karl h e l f f e r i ch eingeleitet Dabei wurde der Karl-Hetfferich-Preis an den diesjährigen Preisträger, den Studenten der Rechte. Hans Georg v. R i b b e ck. übergeben. Die daran anschließende Aussprache wurde durch eine Rede des Parteivorfihenden. Geheimrat hugen- b e r g s. eröffnet, an die sich ein Referat des Frak- tionsführers Graf Westarp schloß. Unter dem tiefen Eindruck beider Reden beschloß dieVersamm- lung einstimmig, die Tagung ohne Aussprache zu schließen. Hugenbergs Programm. Berlin, 22. Oft. (Priv.-Tel.) Unter dieser Niederschrift bringt der „Montag" Auszüge aus den Reden deS neuen Parteiführers und des bisherigen Führers vor der Parteivertretung der Deutschnationalen Vollspartei. Geheimrat H u - genberg ging davon aus, daß er den Grundsatz mancher Porter: „Rach uns die Sintflut" niemals mitmachen tverde. Deutschland stehe vor dem Ergebnis eines falschen politischen Rechenexempels. Die deutsche Politik habe es nicht erreichen tonnen, daß sich die Hoffnungen der im wesentlichen von Helfferich durchgeführten Stabilisierung der deutschen Währung erfüllten. Die Politik Dr. Stresemanns habe nicht alle Möglichkeiten ausgenuht. 3m Gegensatz zum Ziel dieser Politik hätten sich England und Frankreich wieder gefunden, und zwar ohne Deutschland. Die entscheidende Frage der deutschen Außenpolitik sei heute nur. ob Deutschland Gefahr laufe, das Schlachtfeld der Welt zu werden. Dies mit allen Mitteln zu verhindern, sei die Aufgabe der deutschen Außenpolitik. Das ernsteste Problem der inneren Lage sei die ungeheure Verschuldung. Denn diese Form der Wirtschaft noch zehn Jahre fortgesetzt werde, sei Deutschland ausverkaufk. und das Ende der deutschen Wirtschaft sei erreicht. Ls gebe dagegen nur ein Ziel: die Verbreiterung der Decke der deutschen Wirtschaft. Der häßlichste Vorwurf gegen einen Politiker laute, daß er fein Herz für die breiten Massen des eigenen Volles habe. Politik könne nur in dem Ziel bestehen, die Lebensmöglichfeiten für die große Masse des Volles zu verbessern. Jeder müsse sich dafür einsetzen, daß für die breiten Schichten des Volles jede nur mögliche Fürsorge organisiert werde. Aber er sei überzeugt, daß im Interesse der Arbeiterschaft selbst an unserer sozialen Gesetzgebung manches geändert werden müsse. Es müsse verhütet werden, daß die sozialen Einrichtungen ein Machtinstrument einer einzelnen Partei oder einer einzigen Richtung würden. Für die deutsche Landwirtschaft bestehe die Gefahr, daß sie in die Hörigkeit des internationalen Kapitals oder einzelner parteipolitischer Richtungen gerate. Alles materielle Geschehen sei aber nicht ohne die richtige geistige Einstellung zu lenken. Es bleibe die Aufgabe der Deutschnationalen Volksf-artei, sich für die Aufrechterhaltung des deutschen Geistes einzusehen. Dazu gehöre auch, daß man mit den Fehlern des parlamentarischen Sy- st e m s, mit den zahllosen und nutzlosen Korn- missionsberalungeu ein Ende mache und die auch im Parlament vorhandenen guten Kräfte wieder für gesunde Arbeit einsehe. Die Fraktion s-ei die Vorhut, die den politischen Gegner im täglichen Kampfe bis an die Wurzeln feiner Kraft fassen müsse, die Partei sei die Streitmacht für die große Bewegung. Es bleibe Aufgabe der Deutschnationalen Dollspartei, die überzähligen Kräfte der Wirtschaft und der Wehroerbände anzuregen. Eine Hoffnung habe die Deutschnationale Vollspartei, das sei p-ie Angst vor der Verantwortung, die ihre Gegner beherrsche. Die Verantwortung bestehe nicht darin, daß man Kompromisse mache, sondern daß man die Probleme wirklich meistere. Wenn diese Verantwortung an die Deutschnationale Vollspartei herantreten werde, dürfe sie sich ihr nicht entziehen. Vorher müsse man aber das notwendige Fundament dafür bereitet haben. Der deutsche Staat müsse ausgebaut und umgebaut werden, nicht im westlichen Sinne, sondern auf der Basis der Geschichte und der Eigenart des deutschen Volles. Der Leitstern der deutschnationalen Politll bleibe die Freiheit nach innen und nach außen. Graf Westarp erflärte: Das Ende der Locarno-Politik sei selbstverständlich. In den Reparationsver- handlungen sehe er die große Gefahr einer Vergrößerung der Daweslasten. Er sei nicht grundsätzlich gegen eine Kommerzialisierung der Reparationsverpslichtungen. Dazu komme, daß Poincare wahrscheinlich nicht die Endlösung der Reparation, sondern nur die Deckung der nächstenVerpflichtungenFrankreichs beabsichtige. Im Rahmen der innerpvlitischen Fragen besprach Graf Westarp vor allem das Problem d.r Verfassungsresorm. Er glaube nicht, daß es zu Reformvorschlägen kommen werde: wenn derartige Verhandlungen geführt werden sollten, müsse man dazu einen Ver fassun g s au s s chu h des Reichstages bilden. Der Zweck der Opposition sei die Gewinnung der Macht, aber es 'fei fehlerhaft, die Jnteressenpolitik zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Man müsse die Opposition jederzeit so fuhren, daß man die Macht jederzeit übernehmen forme. Nie Aufnahme in der Presse. Berliner Zeitungsstimmen zur Wahl Hugenbergs. Berlin, 21.Oft. (Tll.) Die Mehrzahl der Berliner Blätter nimmt zu der Wahl von Geheimrat Hugenberg zum Vorsitzenden der Deutschnationalen Vollspartei eingehend Stellung. Der „T a g", ein Blatt des Hugenberg- Konzerns, weist darauf hm. daß die Wahl für niemanden eine Lleberraschung sein könne, der über die wirkliche Entwicklung in der Deutschnationalen Dolkspartei auch nur einigermaßen unterrichtet gewesen sei. Die Partei habe vor der Entscheidung gestanden, in der im heutigen innerpolitischen Leben Deutschlands üblich gewordenen Kompromißwirtschaft des Parlaments völlig aufzugehen oder sich auf den Boden ihrer weltanschaulichen Politik zurückzufinden. Die Partei kehre jetzt auf den alten Weg zu -- rück. Ihre Weltanschauung und ihre Grundsätze würden das oberste Gesetz ihrer Politik bleiben. Das sei der einzige Weg, der die Partei und Deutschland aufwärtsführe. — Der „Lokal- Anzeiger", der ebenfalls dem Hugenberg- Konzern gehört, sagt, es sei von keinerlei Belang, sich mit den internen Vorgängen der jüngsten Tage bei den Deutschnationalen zu befassen. Ihr Ergebnis fei aus innerer Rotwendigkeit heraus die Wahl Hugenbergs gewesen, der immer mit unbeirrbarer, vielen manchmal etwas starr erscheinender Zähigkeit das Grundsätzliche deutsch-nationaler Weltaasfassung sestgeßalten und nie um parlamentarisch-taktischer Erwägungen willen etwas davon preisgegeben habe. Er sei immer wie ein unerbittliches Gewissen seiner Partei gewesen. Er werde, wie man seine Persönlichkeit kenne, als Parteiführer seine wichtigste Aufgabe darin sehen, es zu bleiben. — Die „Deuts che Zeitung" hebt hervor, daß die Wahl von allen, die auf dem Boden entschlossen nationaler Politik ständen, nur auf das lebhafteste begrüßt werden könne. Der Rame des Geheimrats Hugenberg bedeute ein Programm, das im Grunde genau das Programm der Deutschnationalen Dolkspartei sei, dem die Deutschnationale Dolkspartei ihren Aufstieg verdankte, bis man in weiten Kreisen zu fürchten begonnen habe, daß es aufgegeben sei. Die „Deutsche Tagesztg.", das Organ des Reichslandbundes, die dem Verzicht auf den Gedanken eines Direktoriums für die Leitung der Partei besonders zustimmt, behält sich nähere Ausführungen über die Bedeutung des Führerwechsels vor und spricht dem bisherigen Vorsitzenden, Grafen Westarp, für seine Hingebung und Sachlichkeit bei der Leitung der Par- teigcschöfte die höchste Anerkennung aus. — Ebenso nennt es die der Dolkspartei nahestehende „Deutsche Allgem. Ztg." llärend, daß man auf die Kompromißlösung des Direktoriums verzichtet habe. Hugenberg, der bisher hauptsächlich als Wirtschaftsorganisator fjeroorgetre' en sei, werde zu zeigen haben, ob er auf dem Felde der Politik die gleichen Erfolge ernten könne. Seine Wahl habe eine Bedeutung, die weit über den Rahmen einer internen Parteiangelegenheit hin- ausgreife. „Hugenbergs Wahl ist mehr als ein Personenwechsel", so schreibt die „Germania", das Berliner Organ des Zentrums; sein Rame bedeute einen neuen Kurs. Er verkörpere die radikalste Richtmrg seiner Partei und gehöre zu den unversöhnlichsten Gegnern des neuen Staates. Das Blatt nennt seine Wahl eine Gewaltlösung. Der Gegendruck werde kaum aus- bleiben. — Der demokratische „Börsenkou- rier“, der darauf hinweist, daß es vielleicht der erste Fall sei, daß der Leiter eines einflußreichen Zeitungskonzerns an die Spitze einer Partei trete, schreibt, es bleibe abzuwarten, wie sich die deutschnationalen Angestellten und Arbeiter zu dem Wechsel in der Parteiführung stellen werden. — Das „Berl. Tageblatt" nennt die Wahl einen Sieg der Extremisten über die anderen Parteigruppen. Die Deutschnationalen verlieren damit für die nächste Zeit die Bündnissähigkeit mit anderen Parteien und scheiden aus Koalitionskombinationen borläufig aus. — Rach Ansicht des „D o r w ä r t s" bedeutet die Führung Hugenbergs die Radikalisierung der Deutschnationalen Dolkspartei. Die intransigente Opposition gegen den Staat, die Mobilisierung gegen die Republik, gegen die Außenpolitik des Reiches und zum schwersten Kampf gegen die Sozialdemokratie, das ist der Sinn dieser Wahl. Programms gestellt wird. Ein weiterer Beschluß besagt, daß die Partei an der. Entschließung des Hamburger Parteitages zum Kontor- d a t festhält. Der Parteiausschuß beschloß weiterhin, die Reichstagsfraktion in der Frage des Panzerkreuzerbaues nicht zu binden. Zur Wahlreform wurde eine Entschließung angenommen, einen Initiativantrag einzubrin- gen, der grundsätzlich den Einerkandidatenwahl- kreis unter Festhaltung des Proporzes festlegt. Schließlich gelangte noch eine Resolution zur Reichsreform zur Annahme, in der es heißt: Sofern es nicht gelingt, die Angelegenheit durch die Reichsregierung in nächster Zeit voranzubringen, ersucht der Parteiausschuß den Verfassungsausschuß der Partei, gemeinsam mit der Reichstagsfraktion einen einheitlichen Entwurf einer Reichsreform auszuarbeiten, der die Grundlage von Verhandlungen mit allen reichsreformfreundlichen Organisationen (Wirtschaftsverbänden, mit politischen Ausschüssen und Bünden) bildet, um durch eine große Volksbewegung den Gedanken der Reichsreform zu verwirklichen. Eckeners Pläne. Einrichtung einer Luftpost mit vier Luftschiffen. Washington, 21.Oft. (WTB.) Bei einem Begrußungsfrühstück im National Preß Club, dem die bedeutendsten Politiker, Tagesschriftsteller, Redakteure und Verleger Amerikas angehören, führte Dr. Eckener in längerer Rede aus, fein nächstes Ziel fei die Erreichung einer größeren Ge- s ch w i n d i g k e i t, um die Fahrtdauer gegenüber den See chiffen auf die Hälfte herabzudrucken und aus bösen Wetterwinkeln schnell entfliehen zu können. Dieses Ziel sei durch stärkere Ma- schinen leicht zu erreichen. Der „Graf Zeppelin" habe mangels einer geeigneten Bauhalle nicht stärker ausgerüstet werden können. Dr. Eckener erklärte ferner, er erstrebe zunächst die Einrichtung eines ßuftpoftbienftes mit vier Luftschiffen und zweleinhalbtägiger Fabrtdauer, fo daß alle vierTageeinLuftschiffinjederRich- t u n g fahre und die Post schneller als jeder Dampfer befördern könne. Die Post fei rentabler, und wie er scherzend hinzufügte, nicht so nervös wie manche Passagiere. Die neuen Luftschiffe würden etwa je zwei Millionen Dollar kosten; dazu kämen aroei Luftschiffhäfen für je drei Millionen. Insgesamt seien also 14 bis 15 Millionen Dollar erforderlich, und um dieses Kapital zu erhalten, müsse bei den Finanzleuten Vertrauen auf die Sicherheit und die Rentabilität der Zeppelin- schiffe geschaffen werden. Keine Lleberschätzung der pariser Ministerkonferenz. Nur ein Meinungsaustausch aber keine Vereinbarungen, sagt Havas. Paris, 21. Oft. (Havas.) lieber die Besprechungen, die Winston Churchill, Parker Gilbert und PoincarL in Paris hatten, will die Agentur Havas erfahren haben, daß sämtliche, besonders in der ausländischen Presse, verbreiteten Kombinationen über bereits erzielte Ergebnisse hinfällig seien; die Verhandlungen seien keineswegs bereits fo weit fortgeschritten. Die erste Konferenz der Finanzsachverständigen könne fein anderes Ziel haben, als die Anzahl und Höhe der von Deutschland zu zahlenden Annuitäten festzu- setzen. Ueber die Festsetzung des Betrages der deutschen Schuld könnten sich die alliierten Regierungen erst äußern, wenn sie im Besitz fester Vorschläge der deutschen Regierung sein würden; bisher aber habe Deutschland noch nicht seine Absichten bekannt- gegeben. Sämtliche Präzisionen ' über die eventuell Deutschland zu bewilligende Herabsetzung des Gesamtbetrages seiner Schuld müßten also anscheinend als unrichtig angesehen werden. Die Regierung der Vereinigten Staaten scheine nicht geneigt zu fein, eine bedeutende Herabsetzung ihres Gläubiger- anspruchs an die alliierten Länder vorzunehmen. Sie halte die Frage für endgültig durch die von ihr eingegangenen Sonderabkommen geregelt. Es sei also höchstwahrscheinlich, daß die amerikanische Regierung sich damit begnügen würde, in die Sachverständigenkommission einen einfachen Beobachter zu entsenden, wenn sie sich überhaupt entschließe, sich vertreten zu lassen. Die Unterredung am vergangenen Freitag habe es gewiß dem englischen und dem französischen Finanzminister ermöglicht, ihre Ansichten a u s zu t a u s che n und sich Klarheit darüber zu verschaffen, daß diese Ansichten miteinander in Einklang gebracht werden könnten. Aber diese Prinzipielle Verständigung zwischen den am unmittelbarsten an der Lösung des Problems interessierten Regierungen könne keineswegs Modalitäten für ein allgemeines Abkommen präjuknzieren, dessen Verwirklichung sehr wahrscheinlich lange und schwierige Ver- handlupgen notwendig machen werde. Hinzuzufügen sei, daß trotz sämtlicher bisher veröffentlichten Informationen noch keineswegs eine Bestimmung über den Zeitpunkt und Ort des Zusammentritts des Finanzausschusses getroffen sei; man scheine bisher Berlin. Brüssel ober Paris in Betracht gezogen zu haben. Hinsichtlich des Zeitpunktes sei man allgemein der Ansicht, daß, falls nichts Unvorhergesehenes eintrete, die Konferenz i m Verlaufe des Monats Dezember stattfinden könnte. Ein Meinungsaustausch über die Ernennung der Persönlichkeiten, die an den Verhandlungen teilnehmen würden, sei n o ch nicht e rfvlgt. Nie Generalratswahlen im Elsaß. Wahlsieg der autonomistischen Gruppen. Straßburg, 22. Oft. (TU.) Der am 14. Oktober in Elsaß-Lothringen bei den Wahlen zum Generalrat errungene Erfolg der Autono in i- st e n und der ihnen nahestehenden Gruppen ist bei den Wahlen am gestrigen Sonntag zu einem vollen Sieg erweitert worden. Wie der erste Wahlgang, so wurde auch die Stichwahl unter der Parole „Für oder gegen die Erhaltung Elsaß- Lothringen, für Muttersprache und Heimatrecht, für Autonomie" ausgefochten. Im Kanton Straßbura-Süd schlug der Kommunist Huebler, bekannt durch seine Reden in deutscher Sprache in der französischen Kammer, den sozialistischen Straßburger Bürgermeister Peyrotes mit 1884 gegen 1440 Stimmen. Im Kanton Straßburg-Nord erhielt der vom Kolmarer Prozeß her bekannte Redakteur Paul Schall 3090 Stimmen. Sein Gegner, der in Kaufmannschaft und Industrie bekannte Herr Daln konnte ihn mit seinen 3750 Stimmen nur knapp schlagen, während der bisherige Mandatinhaber, der Sozialist Meyer, nur 971 Stimmen erhielt. Im Kanton B r u m a t h siegte der Autonomist Dr. Koeßler über den Borfitzenden der Straßburger Handelskammer Herren- schmidt. Im Kanton Barr mußte das Zentrum sein Mandat an den Heimatrechtler Reisacher abgeben. Im Kanton Druliengen siegte der Fortschrittler Bauer (verbündet mit der autonomistischen Partei) gegen den Radikalsozialisten Mehrung; im Kanton Luetzelstein wurde den Sozialisten" ein weiteres Mandat durch den heimatrechtlichen Fortschrittler Deiß abgenommen; in Sulz unterm Wald wurde der aus dem Kolmarer Prozeß bekannte Journalist Heil gewählt. Der Abg. Dahlet, Fortschrittler und Heimatrechtler, unterlag mit 1360 Stimmen gegen 1470 Stimmen des bisherigen Mandatsinhabers Dr. Hoeffel (Dem.) Im Oberelsaß konnte die französische patrio- tische Gruppe in drei Vogesenkantonen mit knapper Mehrheit ihre Vertreter durchbringen, während in Gebweiler der heitmatrechtlich gerichtete Zentrumskandidat S e n e n tz das Mandat den Sozialisten abnahm. Damit haben die Autonomisten zusammen mit den auch von französischer Seite als autonomistisch anerkannten Fortschrittlern und autonomistisch anerkannten Fortschrittlern und autonomistisch gerichteten Zentrumsoertretern und Kommunisten von 18 im Unterelsaß zur Wahl stehenden Generalratssitzen 15 erobert. Die Sozialisten unter Führung Grumbachs behielten von ihren bisherigen fünf Sitzen nur noch einen. Aus aller Well. Einstellung der Bergungsarbeiten in Vincennes. — 19 Todesopfer. Paris, 22. Oft. (WTB. Fu-nkspruch.) Der den Aufräumungsarbeiten in Vincennes sind noch 6 weitere Leichen geborgen worden. Die Zahl der geborgenen Leicht, beträgt somit 19. Da man annimmt, daß nunmehr kein Toter sich mehr unter den Trümmern befindet, sind gestern abend die Arbeiten an der Unfall* stelle eingestellt worden. Der größte Teil der im Erdgeschoß besindlichen Wohnung des Eigentümers und Bauunternehmers konnte freigelegt werden. Hierbei machte man allerdings einen unerwarte te n Fund. Reben Möbeln, Kleidungsstücken, Küchengeräten usw. entdeckte man drei Mausergewehre, einen Karabiner, eine große Menge Pistolen- munition und einen Maschinengewehrstreifen. Mit dem Fortgang der Aufräumungsarbeiten und nach Prüfung des Baumaterials ergibt sich der Eindruck, daß die Güte des Zements und die Mischung des Mörtels viel $u wünschen übrig lasse. Die Mauersteine sind völlig zerbröckelt und der Mörtel bleibt nicht an ihnen hängen. Die für die Hauptteile des Gebäudes verwandten T-Eisen waren außerordentlich schwach. Ein Ingenieur des Ministeriums für öffentliche Arbeiten, der die iln- fallstelle besichtigt hat, erklärte, daß derSand. mit dem der Mörtel gemischt war, minderwertig gewesen sei, und daß die eisernen Träger unmöglich die ihnen zugemutete Last hätten tragen können. Dr. Sfrefemann feiert seine silberne Hochzeit. Reichsaußenminister Dr. Stresemann, der gegenwärtig zur Rachkur in Wiesbaden weilt, feierte Samstag silberne Hochzeit. Die Feier fand im engsten Familienkreise und im Beisein einiger Freunde statt. Glückwünsche Und Dlumenspenden waren in großer Zahl eingetroffen. Der Aufenthalt in Wiesbaden ist der Gesundheit des Reichs- auhemninisters außerordentlich zuträglich gewesen. Dr. Stresemann hctt sich hier gut erholt, fo daß mit seiner vollständigen Wiederherstellung tn kurzer Zeit zu rechnen ist. Line Kirche niedergebrannt. In Eckartsberga bei Apolda ist die aus dem Jahre 1423 stammende Kirche, die eben einer R e • Novation unterzogen worden war und am Sonntag neu eingeweiht werden sollte, bis auf die Grundmauern niebergebrannt. Der wertvolle Altar fiel ebenfalls den Flammen zum Opfer. Bei den Löscharbeiten erlitt ein Feuerwehrmann durch niederstürzende Balken Kopfverletzungen. Die Wetterlage. \JA TttzT-S* lonc Icti Nordoyan. OSO 55 'do. •ROst- O Kl&nt 0 ■moc Sonntag, d.21. 0Kt.1928,8hmg5. jgworxenlos.® neuer. Qnaro eeoetxt »wemia eotdtcxt »Reet* * Sthnec c Qroupei» e Neoei K 6e»Mtter.(§)wind$tiik. O se» leichter Osi massiger luosuowesi X stürmische» "entwert die Pfette fliegen mit dem winde Oie oooen Stationen stehenden Za» La (orCna o/o I ym iA n P|Of *9^'" 75^ ~V JarbZ^ayen ---- fen gehen die Temperatur an. Oie Limen veromdeo Oe»» tut gteicne® Steiuttr. 78. Kl. Süllofen saft neu, sehr billig zu verkaufen. 07466 Steinstr. 71 v. l. |Verschiedenes| Besucht die Handelt- schale Kunzeimann I WWWWMWW D-Zug Fraokiorl- Gießen - Hamborg. Junge Dame, grüner Mantel, buntes Kleid, tn Begl. ein. älter. Herrn, grüner Hut mit Gamsbart, die am DlenSiag, 16. Okl., 21 Ubr, tn Franks, einst, u. in G. auöft, w. v. Herrn t. bl. Anzug um Bild u. Adr. unt. K 673 an die Alla. Zta., Uclzeu- Hannover, IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!II»IIIIIIIIIIII»IlIIIIIIIIIII»IIIIIIIIIIIIli Buchführung praktische Ausbildung zum bilanzsicheren Buchhalter in privatem Abend-llnterricht erteilt staatl. geprüfter Buchhalter und Bücherrevisor. Billiges Honorar, bequemste Ratenzahlung. 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Platz im Vor- an der Abendkasse ^Jfiatz im Vorver- der Abendkasse 0.70. ult mit Abteilungm für: aschintnMfstr u. Slcko. jtlfibrtintr, Mer und djbinbtr »1960 ■femefleri am 29. CMobtt it btr Schulleiter tchttztv ’0t: Der Schulleiterr flltt, Mot 1 Turnva^ st^.gge. 8 ^u>k' .tz'Mru. ip M Ww ■ i B fl' IT Vereine__/ M WM'M gfflinn bes ttr.249 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)" Montag, 22. Gttober 1928 Erinnerungen an Rasputin. Die Entdeckung der Mordtat. - Der blutige Stiefel. - Rasputins Leiche wird aus der Newa gezogen. - Milde Bestrafung der Mörder. Von Maria Grigorjewna Rasputin. Copyright by United Press Association ok America. Nachdruck, auch im Auszug, verboten. (Schluß.) Meine Schwester Maria und ich lagen noch im Bett, als unser Dienstmädchen Katia ins Zimmer stürzte: „Maria, wissen Sie, wo Gregor Esinwwitsch ist? Die Polizei ist da und fragt nach ihm. 3n seinem Zimmer finde ich ihn nicht." — „Gestern abend ist Papa zum Fürsten Jussupow gegangen. Wan wird ihn wahrscheinlich die Nacht über im Palast an der Moika zurückbehalten haben." — Ich fühlte mich aber von einer plötzlichen Llnruhe ergriffen, stand auf und wollte gleich an Protopopow tele- phvnieren. Da klingelte auch schon das Telephon und eine Stimme sagte, daß der Minister des Inneren vn ® ;D[ IXl U'ivyt/l, «ggdhaus ei QcnKinbtjagb). ' füllung zu gehen. Nachdem in den verflossenen Wochen bei der Aussaat des Getreides (..feien vx.; Uw Lebens bedin gun gen. — Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die dicken Drahtseile der Drahtseilbahn von Stockhausen nach Ilsdorf herunterzunehmen. Das Hm fegen der Gerüste dürfte wohl bald erfolgen. Diese Drahtseilbahn war schon jahrelang außer Gebrauch. — Auch in diesem Jahr war die Bautätigkeit im Gegensatz zu anderen Plätzen in Mücka ziemlich rege. Außer den hergestellten Neubauten wurden die an dem Straßen kreuz Merlau—Flen- Nm, fä SmS* eine 1 ''btt baat r. Ober-O rat beschäftigte mit bet Aes beamten. Se, Aigen Schall mmdevertrelmig "^irtfdxiftäiage c A Ausbessmmf ;üt den nörbl >crges" an 8 of bei ®ieficn, mit Beton und starken Eisenträgern gerichtet. An Stelle der alten Schie neue, stärkere und längere in den Bau. — Was man in hiesiger Gegend in Landwirtschafts- I sei'n» tote*,, Ifre vwc » Mscitig ” f Nidda, ,"t neuen A KAM E -r vor dem A : feilend ß Ar r) Laubach Ä « M ochniiekmcis Stelle des lürzl kanten Karl W» gcrmrister auf iurde dir ßra, eg. nöuuba Detter, nvrM örtert. Das K äuternden nxinberat toii ■tt' n. Das e 7. hieran icrijauOal ine staatliche £ st, soll mit de rind um Dorsch Txt Gebühr mutjung soll ■ und AstBerm 'Abschieden ju di .Die blonde C 'traurig, versteht M sich J •Mw neben t E? e&rl "ach ei Analen hellwsa HZ TZ Oberheffen. Larrokreis Gießen. Bg. Grohen-Duseck, 21. Ott. Heute wurde auf dem hiesigen israelitischen Friedhöfe unter großer Beteiligung ein Denkmal für d i e im Weltkrieg gefallenen 3 s - r aeliten der Gemeinde Beuern, Großen- Buseck und Reiskirchen eingetoeiljt. Das Ehrenmal stellt eine weithin sichtbare, von einem Stern gekrönte, schlichte Säule dar. Die Weiherede hielt Rabbiner Dr. Sander aus Gießen. 3n packenden Worten sprach er von der Liebe der Eltern zu ihren Kindern, der großen Liebe zum Vaterland, die die Krieger alle Not und Gefahr ertragen lieh, und der stacken Liebe, die nun alle Volksgenossen verbinden müsse zu gegenseitiger Hilfe, um sich der Gefallenen wür- fr dig zu zeigen. Hieraus erfolgten Kranzniederlegungen seitens des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, der drei Gemeinden und der Kriegervereine zu Reiskirchen und Gr.-Buseck. Letzterer schoß unter Führung seines Vorsitzenden, Christoph Pfeiffer, drei Ehrensalven. Stimmungsvolle Chöre der Gesangvereine „Germania". „Heiterkeit" und „Sängerkranz" erhöhten die Feierlichkeit. Das Denkmal ist eine Stiftung. Dem Vernehmen nach wird die Errichtung des Gefallenendenkmals-.. öer_ Gemeinde Großen-Buseck im kommenden Frühjahr endlich in Angriff genommen. : Reiskirchen, 21. Oft. In einem Stein» 6 r u d) dahier verunglückte der Arbeiter H. Men - g e l dadurch, daß sich ein Rollwagen loslöste und ihm gegen das Bein stieß. Der sofort herbei» gerufene Arzt stellte einen Unterschenkel» oruch fest. I ss O ieckvorn, 20 Oktober Um Mitternacht r wurden die Einwohner durch Feuerlärm aus dem Schlafe aufgeschreckt. Es brannte vor dem Dorf . I neben dem Wasserwerk in der Maschinenhalle der Müllerschen Holzschneiderei. Als die ersten Helfer auf dem Brandplatz erschienen, hat» ten bereits die Leute des Wasserwerks einen Schlauch an den hinter dem Pumpengebäude befindlichen Hydranten angebracht und das Feuer gelöscht. Es ist infolgedessen nur ein kleiner Teil dec mit Brettern verschalten Maschinenhalle abgebrannt, und die Maschine scheint keinen Schaden gelitten zu haben. # Hungen, 21. Oki. Der bekannte Aller- heiligenmarkt wird in diesem Jahre eine j Erweiterung erfahren. Es wird nämlich i neben dem Krämer- und Schweinemarkt erstmals ein Schaf markt abgehalten werden, auf dem die Landwirtschaftskammer für Hessen 40 Hammel- und Mutterlämmer zur Versteigerung f bringt. ft Aus dem Seental, 21. Oft. Die Um- bauarbeiten auf der Bahn Mücke — Laubach — Hungen zwischen den «Stationen Weicker tshain und Stockhausen sind soweit beendet. Soeben werden die Räumungsarbeiten vorgenommen. Die Eisenbahnbrücke über den Seenbach bei Stockhausen wurde heiße Mary Värennes... Wie heißen Sie?" — „Camille..." — „Oh, ein hübscher Ramel" Camille lächelt. Mary wird ein wenig rot und fährt schnell fort: „Ich hab heut Namenstag... und Sie sollen mir Glück bringen“... und gibt dem Jungen in der blaugrauen Uniform, ehe der noch seinen Glückwunsch Vorbringen kann, einen Kuß. Da klatschen die zwanzig Gäste lachend in, die Hände, da setzt der weiche Geigenstrich der kleinen Musik wieder ein mit einer sanften Aufforderung zum Tanz, die jedermann ins Blut und allen in die Deine fährt, da öffnet sich die Tür zum Gelben Zimmer nebenan, da stehen alle zwanzig auf und teilen sich geschwind in zehn Paare, und als elftes, aber an ihrer Spitze, schreitet dis Värennes mit ihrem blaugrauen Rekrutentänzer über die «Schwelle des blankspiegelnden, ovalen Raumes in Gelb und eröffnet den Namenstagsreigen. So tanzen sie, so plaudern sie, essen Frücht« und trinken Wein, lachen und treiben «Scherz immerfort... alle jungen Mädchen wollen einmal mit dem Soldaten zur Musik geschritten fein im Gelben Zimmer, und der ist gar nicht, wie man sich einen Rekruten wohl vorstelleN» mag, ungeschickt, verlegen und verbiestert, sondern sehr ruhig und höflich und von unbefangene» Fröhlichkeit, voller Verständnis für das wunderliche, bunte Abenteuer um ihn herum, das er doch nicht hat ahnen formen..., er beweist mehr als Drill und Kasernenhvfschliff, er gibt knappe und verständige Antworten, erzählt abet nicht viel von sich und seinem Leben, jetzt... hier in der Garnison, ... man muh das halt auf sich nehmen und abmachen, n’est-ce pas? Als etwa eine halbe Stunde in aller Fröhlichkeit vorübergerauscht ist, da wird auf einmal der zarte Geigenstckch von einem ganz fernen, Hellen Hornruf der Clairons durchschnitten und für einen Augenblick überstimmt, ... die meisten haben es gar nicht beachtet, nur der Dlaugrau« mit feinen scharfen und aufmerksamen Ohren hat die Mahnung gefjört: er tanzt seinen Tanz zu Ende, führt seine Partneckn artig an den Tisch zurück und tritt dann an die Schauspielerin . 'EtudW9 Main-Rhein-Lahn- Fulda fertiggestellt ist, wird es Zeugnis davon ablegen, daß das so mächtig aufftrebmiLe Iugendherbcrgsmcrk auch in unserer * ' rüstig voranschreitet. WS'! ! * nAtbel A-> Ot»t Lag il DEkchr. $ Jäger hot ^‘Lre im Turnen, Sport und Spiel mit der Verwaltung öfters ammenftöße, i ?r neuen Realschule findet am 4. Rov. Verwaltung hervor, z w ei neue e n zum Kuh neigt, daß Erie Schauspiele "bgebrmnt, Ren Lchoden gelitten ju vk» Gastgeberin heran und bittet, sich nun verüb schieden zu dürfen. Die blonde Barennes ist einen Augenblick traurig, versteht aber sogleich, dah es sein muh, tfczbt sich und führt ihren Gast in ein kleines SoBinett neben dein Gelben Zimmer, verschlvindet iiii> kehrt nach ein paar Minuten wieder, einen feninalcn hellrosa Briefumschlag in der Hand, tacauf steht in großen steilen Buchstaben „für Twille“ ... sonst nichts. Sie gibt ihm den Brief ml» reicht ihm ihre kleine gepflegte Hand, über mens-Schuckertwerken m Wehlar und eines von dem Ingenieur Frih Groh in Leun. Der Zuschlag wurde dem Wenrgstfordernden, Ingenieur Groh, Leun, erteilt. Die Arbeiten sollen sofort in Angriff genommen werden und bis Mitte Rovember beendet fein. Es handelt sich um die Abnahme von rund 5000 Meter alter Eisenleitung, die durch solche von Kupfer erseht werden soll. Die Kosten des Umbaues belaufen sich auf rund 2000 Mark. Die Bauleitung ist der Heber- landzentrale der Dudernsschen Eisenwerke in Wetzlar übertragen. 'n. Das Projekt wird vorläufig zurück- . Hierauf wurde die Frage der W a n - origer Woche doch flat! !>a8 in Iägnkreism fehl ist daS langsam Der- Der Mannt« Aller» m Mm Jahre eine vird nämlich vch^nemaL erstmals * Serben, aus dem « für ßessm 40 iet Wr DersteiMng taUl. Oft A; Umber Dahn Dücke- -loischm kn 8'ationen > ktockhausen sind ’kn werden die Däu- nmen. Ae tzisenbchn« y bei btoähausen wurde Eisenträgern neu her« ■ alten Schienen tarnen e in ben Dau. - Das b in Landwirtschaft sche/ri ni$t 'm fr m in den verflos/E at deL De treidel m toutimv scheinen sie c r Haushaltungsschule besprochen. Da in« staatliche Lehrerin zur Zeit nicht vorhanden V soll mit dem Kreisamt darüber verhandelt nö um Vorschläge gebeten werden. Die Frage er Gebühren für die Äanalbe» uhung soll vertagt werden. — Die Stadt t den nördlichen Teil des sog. „Roten- arges" an Fabrikanten Schunk (vom Windes bei Gießen) verkauft. Dieser will hier ein ' a g d h a u s erbauen (er ist der Pächter der 1 c mein bei agb). Das Gelände erstreckt sich bis : dem alten Steinbruch und zu der Baum» mchpe auf der Kuppe einschließlich. ,r Gedern. 21. Olt. Karl Phil. Ober heim -aus Reuhork, ein geborener Gederner, feit." Und da die Gäste sich Ihr zuwenden, fragend, lachend, durcheinandersprechend —, ihr, die mehr zu wissen scheint, als sie selber toiffen, bricht die Schauspielerin den kleinen Brief auf, der am Rosenstrauß befestigt war, und liest, in losbrechenden Lärni und wildes Gelächter hinein, von der gediegen bedruckten Besuchskarte mit lauter Stimme den Ramen Camille Courzot. Das ist ein Rame, den jeder kennt, jeder rn diesem Salon, jeder in ganz Parrs, jeder in Frankreich; Courzot ist der Rame ernes großen und mächtigen Industriekapitäns; ein Rame, der über Geld, Aktienpaketen, Aufsichtsräten, Werken, Konzernen, Banken und Schiffahrtslinien herrscht. Camille ist sein Sohn, einziger Erbe von soviel Macht und soviel Werten, jetzt junger Rekrut in einem Pariser Regiment... Auf der Rückseite der Karte standen, ähnlich wie auf jener andern, ein paar hingekritzelte Worte voir Dank, Erinnerung und Glück bringen. Preußen. Kreis Wetzlar. LJ Wetzlar, 20. Oft. Die Stadtverordneten hielten nach längerer Pause am gestrigen Nachmittag eine Sitzung mit einer größeren Tagesordnung ab. Während der fast dreistündigen Sitzung lag so etwas wie tiampfftimmung rechts und links, und es gab sowohl zwischen den Parteien, als auch zu Bett, schläft gleich ein und träumt diese Rächt von einem Gesellschastsspiri, welches „Das goldene Kalb" heißt — wie schrecklich! —, und in den: sie und Camille die Hauptrolle spielen: sie müssen um ein gewaltiges goldenes Standbild herum Charleston tanzen, und das Standbild sieht aus wie ein scheußlich glotzäugiges Kalb, hat aber eine riesige blaugraue Rekrutenmühe übers Ohr gestülpt, und alle Zuschauer sind Freunde und Freundinnen der Barennes, die lachen aus vollem Hals und schaben Rübchen und schwenken kleine bunte Fähnchen in den Händen. Wenn man aber genauer hinschaut, sind es lauter blanke, funkelneue Hundertfrank-Scheine, denen In der Mitte das lächelnde Bildnis des jungen Camille eingeprägt ist... rn sich wundem muh, wo doch der gemeine wl bat dergleichen gelernt hat, sie will nach» kiffen, aber ihre Gedanken laufen durcheinander, int» es ist auch spät — schrie nicht eben das l!!av.ron_ aum zweitenmal herüber? Cs kann aber cns Täuschung gewesen sein — und wahrend v. lich noch zu sammeln bemüht, ist der Blau- gmue schon draußen, und Mary Barennes kehrt u l einem verlorenen Lächeln nachdenklich zu ürei Freunden zurück. 0K. „L a u b a ch" (das Gartengelände an der Detter, nördlich vom Bahnhof) eingehend er» rbert. Das Kulturbauamt soll um einen er» hrlernben Dortrag gebeten werden. Der Ge- mcinberat wird an Ort und Stelle Einsicht Wieder ist kaum eine halbe Stunde vergangen. Martz Barennes und ihre Freunde beraten eben mit großem Stimmengeschwirr, ob man in der Tanzpause zuerst photographieren soll, oder Gesellschaftsspiele machen, oder Blei gießen oder Tischchen rücken — da kommt die Zofe herein, etwas erhitzt, mit einem riesigen Strauß roter Rosen, ganz srisch aus dem Treibhaus, von Wasserperlchen flberftäubt, duftend und von genau der gleichen Farbe wie jene an Martzs weißem Kleid, die sckwn ein wenig welk und matt geworden ist vorn Tanzen... ein herrlicher Strauß ist das, ein kostbares Bukett, ein verspätetes Angebinde zum Ramenstag, das ein sündhaftes Geld gekostet haben muß. Die Barennes, kaum erstaunt, nimmt die Blumen, beschnuppert sie, „von wem?" will sie wissen und sieht die Zofe fragend an, die einen Augenblick zögert und dann, mit rotem Kopf und etwas überstürzt, also berichtet: Dec Chauffeur habe die Blumen mitgebracht, er sei eben zurückgeft>mmen..., der Rekrut.. j oder der junge Herr, den er gefahren, f)dbe unterwegs, in der Stadt, vor einem großen Blumengeschäft halten lassen, den schon geschlossenen Laden durch einen rückwärtigen Eingang erreicht, dort einen mächtigen Blumenstrauß erworben, sich noch ein Stück weilerfahren lassen und schließlich den Wagenführer mit dem Bukett für das gnädige Fräulein heimgeschickt. Während noch alles verblüfft ist und mancher Im Stillen überschlägt, was diese Blumenpracht — jetzt, im Oktober! — gekostet haben möchte, fährt die Zofe atemholend, aufs neue errötend und mit leiser Stimme fort zu berichten: der junge Soldat habe sich beim Hinausgehen sehr artig bei ihr bedankt und ihr, ehe sie es hindern konnte etwas in die Hand gesteckt, dies hier, o Gott! — und sie öffnet die Hand, und eine blanke, neue knisternde Hundersrank-Rote kommt zum Borschein. „Das war gewiß ein Irrtum", stammelt das Mädchen verwirrt, aber während nun, nicht mehr gehemmt, ein helles Hallo in der Gesellschaft ausbricht, wird die Diva Martz Ba- rennes ganz blaß, lächelt kaum unb sagt zur verwunderten Zofe: „Gehen Sie nur, Berthe, es war kein Versehen,... das hat alles seine Richtig- Krcis Marburg. J[ 2Raburg, 21. Oft Auf der Landstraße Cölbe—Marburg ereignete sich gestern abend gegen 8 Uhr ein schweres Motorrad- Unglück. Ein junger Mann aus Marburg rannte in der Dunkelheit mit seinem Motorrad in ein Pferdefuhrwerk. Mit schweren Ver- le Hungen wurde er in die Marburger Klinik eingeliefert. An seinem Auskommen wird gezweifelt. Man wartet nun wohl auf einen volkstümlichen Aktschluß: Derlobungsanzeige und Großaufnahme des jungen und reichen Paares in allen Blättern Frankreichs und der europäischen Welt. Es ist aber leider nichts damit. — Martz Barennes blieb am späten Abend, als die letzten Gäste gegangen waren, lange allein, in tiefe Gedanken verstrickt. Sie schämt sich sehr, vor der Zofe, vor chren Freunden und am meisten vor Camille. Dabei ist sie in ihn verliebt und wagt es sich nicht einzugestehen, well Camille so reich ist, und niemand glauben würde, dah sie sich in ihn verliebt hätte, wenn er nur ein kleiner, blauer, blutjunger Rekrut gewesen wäre,... nur Camille, nicht Courzot. Sie ärgert sich über den dummen Zufall, der die Karten so plump gemischt hat... und denkt gar nicht daran, die Rolle in dem neuen Film zu übernehmen, den einer ihrer Freunde noch am selben Abend aus dieser Begegnung hatte machen wollen... „Komödie im Leben" sollte er heißen. Während sie noch darüber nachsinnt, was für ein alberner und verlogener Titel das sein würde, fallen ihr schon die Augen zu... sie geht Fußball in Hessen-Hannover. 3m Bezirk Hessen-Hannover spielte gestern Tura Kassel gegen S. S. Northeim 3:3, Sp. Kassel gegen Borussia Fulda 2:2 und Germania Marburg gegen Hermannia Kassel 5:0. Fußball in Eüddeutschland. Bezirke Main-Hessen. Hier beendete die Gruppe Main mit dem gestrigen Sonntage die Spiele der B o r r u n d e. Hierbei behauptete sich Eintracht Frankfurt durch einen überlegenen 7:1°Sieg über Bictoria- Aschaffenburg an der Spitze der Tabelle und liegt nunmehr 3 Punkte vor den beiden folgenden Bereinen. Bon diesen büßte Rotweiß Frankfurt durch schlechtes Spiel gegen den F.C. 93 Hanau, das 1:3 verloren ging, zwei Punkte ein. Rotweih ist hierdurch mit Offenbacher Kickers punktgleich geworden, die nicht ohne Glück ein 5:3 gegen die Sp.Bgg. 60/94 Hanau errangen. Die Hanauer waren nur in der letzten Viertel- stunde dem Gegner nicht gewachsen. Roch weniger entspricht das 2:1 Öen Leistungen, das Germania Bieber gegen Union Niederrad erzwang. Riederrad hätte den Sieg verdient, war aber in großem Mähe vom Peche verfolgt. Der F.Sp. B. Frankfurt scheint seine starke Krise endgültig überwunden zu haben. Diesmal siegte er mit nicht weniger als 9:1 Toren gegen F.Bgg. 03 Fechenheim. In der Gruppe Hessen will es keinem der Gegner gelingen, den Tabellenführer, Wor- mafia Worms, zu schlagen, oder ihm wenigstens einen Punkt abzunehmen. Rach wie vor stehen die Wormaten, die diesmal auf fremdem Platze gegen den F.Sp.B. 05 Mainz 3:1 gewannen, ohne Punktverlust an der Tabellenspitze. B.f.L. Reu- Isenburg verteidigte seinen zweiten Tabellenplatz ebenfalls mit Erfolg. Er ging mühelos und unangefochten mit 5:0 Toren als Sieger aus der Begegnung mit S.G. Höchst hervor. S.B. Wiesbaden konnte auf einenem Platze Alemannia Worms 2:1 besiegen. Ebenfalls auf eigenem Platze gewann auch Haffia Dingen 3:1 gegen den F.C. 03 Langen. Bezirke Dahern. Hier zeitigte die Gruppe Rordbahern ein sehr befremdliches Resultat, da der 1. F.C. Nürnberg gegen den B.f.R. Fürth nur ein 1:1 erzielen konnte. Die Sp.Dgg. Fürth gewann dagegen ihr Treffen mit dem A.S.D. Nürnberg in befriedigender Hohe, nämlich mit 4:1 Toren. Auch Bayern Hof enttäuschte nicht und schlug Franken Nürnberg mit 3:1 sicher. Auch die Gruppe Südbahern leistete sich eine Extravaganz. Schwaben Augsburg nahm Wacker München mit einem 2:2 einen weiteren Punkt ab. Bayern München errang fein 2:0 gegen Jahn Regensburg auch nicht ohne große Mühe, und Teutonia München leistete dem D.S.D. München mit 1:2 recht anerkennenswerten Widerstand. Fußball Berlin — London 4:1 (3:1). Rund 10 000 Zuschauer bewiesen ihre starke An- teilnahme an dem am Samstag im Wimbledvner Stadion ausgetragenen Fußball-Städtettesfen zwischen London und Berlin. Waren die Londoner zu Beginn des Spiels die schnelleren, so konnten die Deutschen sich später immer mehr durchsetzen und den Kampf fast ausschließlich m die gegnerische Hälfte verlegen. Die beste Leistung auf dem Platz bot unzweifelhaft Gehlhaar im Berliner Tor. Außerordentlich starker Beifall belohnte Berlins Elf für einen verdienten 4:1* Sieg. Der Kampsverlauf: Berlin hatte Platzwahl, England eröffnete den Torreigen und ging drei .. Wie heißen Sterin hübscher Dame! & S « wl und zt, Md der t! erstell en und vercn ch und das •"S- ■ e Stunde s-rÄ's Äimille wird draußen sogleich von der Zofe iir Empfang genommen: sie wird ihn zum Auto flifirsn, das am Tor wartet und chn bei den As ernen absehen soll. Camille, der mit ein paar IfMIen Griffen die Mütze richtet und den Rock naterm Koppel glaitt zieht, bittet das Mädchen, kdnonzugehen, er werde gleich folgen. Kaum hat Bi? Kleine den Rücken gewendet reißt er den ^frief auf: eine blanke funkelneue knisternde Hun- ikxrttrank-Rote fällt ihm entgegen, eine kleine Motographie, eine schmale Visitenkarte; ihr Rame ssiht darauf, auf der Rückseite sind ein paar Jo-rte gekritzelt, er liest, schon der Zofe nach» llvifmd, im Gehen etwas von „tausend Dank" m) „Glück bringen“, schiebt bann alles in die Äcktasche, erreicht das Mädchen im dunllen Jföfen Garten, die bringt ihn ans Auto, das M glühenden Scheinwerfern und angeworfenem 13oit>t_ am Tor wartet; er bedankt sich bei der für die Führung, gibt ihr die Hand, drückt ■atoeä hinein — „c’est pour vous“ —, sagt dem 1 «Hrilsfeur ein paar Worte, springt in den Wagen ...fort Kreis Lauterbach. 4 Eichenrod, 21. Okt. Die bei den, Brande im Februar d. I. arg betroffenen beiden Familien haben seit einiger Zeit die neu aufgerichteten Gebäude wieder in Benutzung genommen. Dankenswert ist, daß bei dem Scheunenanbau des Theodor Schaaf das oberhessische Mu st er des Fachwerks am alten, stehcngebliebenen Wohnhaus an dem Neubau weitergeführt wurde, trotzdem man mit weniger Holz hatte auskommen können. auf der Spilburg herzurichten, da zu Ostern nächsten Jahres die vorhandenen Räume nicht mehr ausreichten. Hier war ein Teil der Stadtverordneten der Ansicht, daß die Räume bei dem Oberlyzeum gewonnen werden könnten, während der Direktor desselben nur zwei Räume im Dachgeschoß vorübergehend abgeben wollte. Bei der Aussprache machte sich besonders der Unwille über eine von dem Direktor angeblich vereitelte Besichtigung durch eine Kommission Luft. Zum Schlüsse wurde die Angelegenheit bis nach erfolgter Besichtigung vertagt. Bei der Aussprache wurde dann noch sc,.ans des Bauamtes die Mitteilung gemacht, daß die Pläne für einen neuen Schulhausneubau soweit fertiggestellt sind, daß sie zum 1. November vorgelegt werden können. < Niederkleen, 21. Okt. Ein auswärtiger Einwohner verkaufte hier dieser Tage auf einer öffentlichen Versteigerung folgende Grundstücke, wobei die dabei angegebenen Preise erzielt wurden: a) für eine Wiese im Distrikt „Sand" in Große von 7 Ar 825 Mark; b) für einen Acker im Distrikt „Tiefen Graben" in Große von 9,43 Ar 1170 Mark; c) für einen Acker im Distrikt „Kaltenfeldchen" in Große von 13 Ar 1020 Mark; d) für einen Acker im „Haarenberg" in Große von 18 Ar 261 Mark. ~ Oberkleen, 21. Okt. Der Gemeinde- r a t beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Vergebung des Umbaues des restlichen Teiles des elektrischen Ortsnetzes der Gemeinde. Auf die Ausschreibung waren nur zwei Angebote eingegangen, eines von den Siedle besonders zwischen den Deutschnationalen und den Sozialdemokraten zeitweise recht heftig und persönlich wurden. Zu Beginn der Versammlung brachten die Sozialdemokraten einen Dringlichkeitsantrag wegen der Schulverhältnisse bei den Volksschulen ein, der an den Schulaus- schuß verwiesen wurde. Nach einer Vorlage der Verwaltung soll nunmehr auch in Wetzlar eine Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft dergestalt erfolgen, daß alle Wohnungen mit einem Vorkriegsmietwert von 800 Mark und darüber herausgehoben und auf Mietsberechtigungsscheine vergeben werden. Die Vorlage sand nach einigen Erörterungen über die Höhe der zu ziehenden Grenze die Zustimmung der Versammlung. Bei den nächsten Punkten, Kosten für die Friedhofserweiterung in Niedergirmes, Anschaffung eines neuen Krankenautos und Kosten für die Erweiterung des Krankenhauses war sich die Versammlung über die Notwendigkeit der Ausgaben im allgemeinen klar, nur wurde rechts und links die Nichtberücksichtigung des Bewilligungsrechtes der Stadtver- ordneten kritisiert und bemängelt, daß Ausgaben getätigt worden seien, ohne zuvor die Stadtverordnetenversammlung zu hören. Seitens des Bürgermeisters wurde dies mit der Dringlichkeit der betreffenden Ausgaben begründet. Bemängelt wurde weiter die Monopolstellung der ftädtl- fchen Gärtnerei, so daß die bürgerlichen Fraktionen einen Antrag einbrachten, bei gärtnerischen Lieferungen das Submissionsverfahren künftig in Anwendung zu bringen, was von dem Bürgermeister in Aussicht gestellt wurde, wenn er auch Einspruch gegen Verallgemeinerungen erhob. Die Kosten der Friedhofserweiterung mit rund 20 000 Mark, des neuen Krankenwagens mit 16 000 Mark und die Mehrausgaben beim Krankenhauserweiterungsbau mit 40 000 Mark wurden dann bewilligt. Eine weitere lebhafte Debatte rief ein Antrag der ifen. Mett. $foare, ^ren- I c öar jy? b er don^Kn. n, der mLe btt fUrf 1 und MiZenÄ btt im.h ^sse iu Arntindrn 5)11 * »rt .eQn5ct[t nc .®er. a3 1 Noch teirh ? ^nlmols?det° t nenmm* Kreis Nlsfeld. j r. Ober-Ohmen, 21. Okt. Der Gemeinbr- r:t beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung nit ber Besoldung der Gemeinbe- bc ernten. Deren Sbrberixng nach einer 15pro- jritigen Gehaltserhöhung erachtete bie Ge- riirbeoertretung in Anbettacht ber schlechten Tittschaftslage als zu hoch. Es würben 10 Prv- ?:il Ausbesserung bewilligt. llitngen unÖ Grünberg—Ruppertenrod liegenden SWohnhäuser mit einem schmucken Lieberwurf verletzen, der diesem Ortstell ein recht freundliches Gepräge gibt. U Aus dem südöstlichen Teile des Kreises Gießen. 21. Oft. Mit den Tee» mngdarbeiten auf ber Straße Hung en L angd—Rodheim wird nun einem schon lange gehegten Wunsche der Einwohner unserer Orte Rechnung getragen. Der auf dieser wichti- pen Durchgangsstraße (Gießen Gelnhausen) von S IMdarajotn Dank hat die Gemeindevertretung einstimmig L Schilf mw loninge ^ckilossen, diesem von echter Heimatliebe er« mmen verschMMn. füllten Sohn Gederns 3 um Ehrenbürger zu icht mehr dm Vü ihrer (mcmtclL 'Gegenwärtig ch man dicken Drahlseilc M n Stockhausen nach bmen. §as üm.'egCT ra d erfolgen. Dick Draht' ang ouher Gebrauch. - rdirBautätlgke' m Plätzen m Muck, hergestellten AeulmkN ssenkM Werlau-Fl^ Minuten nach "Beginn durch fernen Halbrechten in Führung. 25 Minuten später konnte Ruch ausgleichen, dem drei Minuten später Herberger ein zweites Tor für Berlin folgen läßt. Rach einigen Ecken auf beiden Seiten stellte Raue als Linksaußen die Führung auf 3:1 für Berlin, mit welchem Ergebnis bie Seiten gewechselt wurden. Rach Miedcranttitt versuchten die Londoner mit aller Macht, den Ausgleich herbeizuführen, scheiterten jedoch entweder an der Berliner Hintermannschaft oder an Gehlhaar, der einen seiner besten Tage hatte. Di.rlins Sturm zeigte sich weiter sehr schußfreudig, kam aber über Ecken nicht hinaus. Schließlich gelang es nach etwa 30 Minuten Lehmann, durchzudribbeln und bie Führung Berlins auf 4:1 zu erhöhen, bei welcher es dann bis zum Schluß blieb. Handball-Bezirksliga Main-Hessen. Gruppe A. F. Sp. V. Frankfurt — Sp. V. 98 Darmstadt 3:2. V.f. R. Schwanheim — Sp.Bgg. Arheilgen 10:1. V. f. B. Friedberg — H. S. V. Frankfurt 1:6. Rotweiß Darmstadt — Polizei Darmstadt 1:6. Gruppe B. Polizei Worms — Wiesbadener S. E. 6:0. Wormatia Worms — F. Sp. V. 05 Mainz 2:0. Germania Wiesbaden — Sp. V. Wiesbaden 0:10. Polizei Wiesbaden — F. Vgg. 06 Kastel 12:2. Deutsche Mtorradnieisterschast. Das von der Motorradfahrer-Sportgemeinschaft Groß-Dresden im Auftrag der Landesgruppe des DMV. am gestrigen Sonntag bei herrlichstem Wetter durchgeführte Motorradrennen, in dem zugleich der Endlauf um die Deutsche Motorradmeisterschaft ausgetragen wurde, nahm, vom sportlichen Standpunkt aus betrachtet, einen außerordentlich interessanten Verlauf. Das Rennen fand vor 30- bis 35 000 Zuschauern statt. Zum Meisterschaftslauf starteten 30 Fahrer, von denen Stegmann auf DKW. mit 109,8 Stundenkilometer Die schnellste Runde und S 0 e n i u 5 (Köln) auf BMW. die beste Zeit des Tages mit 1:55,08 Stunden fuhr, die einem Stundendurchschnitt von 101,1 Kilometer entsprach. Nach den Ergebnissen des letzten Laufes um die Motorradmeisterschaft sind folgende Fahrer als neue Motorradmeister anzusehen: Klasse bis 175 ccm: Geiß (Pforzheim) auf DKW. Klasse bis 250 ccm: Winkler (Chemnitz) auf DKW. Kla se bis 350 ccm: Pätzold (Köln) auf Sunbeam. Kla se bis 500 ccm: Soenius (Köln) auf BMW. BMV 550 ccm: Bauhofer (München) auf Verband Hessischer Kleinkaliber-Schühenvereine Der dem „Reichsverband Deutscher Kleinkaliber- Schützenverbände" angeschlossene „Verband hessischer Kleinkaliber-Schützenvereine" hielt in Marburg sein diesjähriges Landesschlußschießen ab. Zuvor fand dort die Jahresversammlung sämtlicher Kreisschießmeister statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, General a. D. Keller, gab der Geschäftsführer den Jahresbericht bekannt, aus dem zu ersehen war, daß sich im Verbände im letzten Jahre nicht nur die Zahl der Ortsgruppen und Mitglieder, sowie das allgemeine Interesse der Bevölkerung am Kleinkaliber-Schießsport beträchtlich gehoben hat, sondern vor allem auch die Durchschnitts-Schießleistungen sich bedeutend verbessert haben. Besonders erwäbnenswert dürfte fein, daß bei Millionen von Schüssen kein einziger Unglücksfall vorgekommen ist, sicher ein Zeichen der guten Organisation und Leitung des Verbandes. ‘ob,t. Um H üeuer[QIm , 5 brannte vor dem Jnrf ia lt. Am Nachmittag ist ber eigentliche Weiheakt, . °Ichinenhall» e vor öem Neubau vorgenommen wirb. Die 'Schneiderei Ai, Nachfeier wirb abends in ber Turnhalle ab» Endplatz erschienen bot ^Halten. Ein Festzug leitet bie Weihefeierlich. IC5 Wasserwerks einen ' > lki”n ein- Milosch fährt Polsterklasse. Von Hans fRiebau. Milosch fährt nach Berlin. Zweiter Klaffe. Mllosch liegt auf dem Polster unb schläft. „Horen Sie," sagt ba jemand, „bas geht aber nicht. Sie treten mich ja mit Ihren Stiefeln." Milosch blinzelt. Unb schläft weiter. Da ruft ber andere ben Schaffner. „Stehen Sie auf!“ wirb ber energisch. Aber Mllosch rührt sich nicht. „Lasten Sie sich Öoch," brummt er ben Schaffner an, „erst mal seine Fahrkarte zeigen." Der Schaffner läßt sich bie Fahrkarte zeigen. „Dritter Klasse", runzelt er bie Stirn; „kommen Sie mit!" Unb Milosch schläft weiter. Aus dem Anhalter Bahnhof sieh deren. „Donnerwetter," staunt • wie haben Sie denn gewußt, dah ich J „Sie haben doch," sagt Milosch,/„vor dem Fahrkartenschalter dritter Klaffe ange gegangen." „Stimmt. Unb da haben S/ie mich also gesehen?" 1 „3a,“ sagt Mllosch, „ich stand doch hinter Ihnen." an- Nach Erledigung mehrerer geschäftlicher und organi- satorischer Fragen, sowie einer regen Ansprache über die Erfahrungen im letzten Jahre, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsche, daß der Kleinkaliber-Schießsport sich im kommenden Jahre noch weiter verbreiten möge. Auf dem schönen Schießstand in der Knutzbach fand die Austragung der Landesmeisterschaften statt. Nachdem bereits in allen Kreisen und Bezirken die Meisterschaften ausgeschossen waren, traf sich die von etwa 650 Vereinen des Verbandes ausgewählte Spitze in Marburg, um im sportlichen Wettstreit die Landesmeisterschaften auszutragen. Im M a n n - schaftsschießen Klasse 1 errang die Landesmeisterschaft der Verein Gemünden-Horrido (Kreis Frankenberg) mit 686 Ringen. Es folgten dann der Reihenfolge nach Wabern, Schlierbach (Kreis Gelnhausen), Landenhausen (Kreis Lauterbach), Kassel-Horrido, Oben ula (Kreis Ziegenhain), Straß- ebersbach, Arolsen, Zierenberg, Hann.-Münden. — Klasse 2 (jüngere Schützen): Landesmeisterschaft mit 620 Ringen: Verein Wilhelmshöhe; es folgten Homberg (Bezirk Kassel), Kestrich, Hofgeismar, Bergen (Kreis Hanau), Strebendorf (Kreis Alsfeld). — Im Einzelschießen Klasse 1 wurde mit 146 Ringen Landesmeister Nolte (Schlierbach), der somit das vom Reichspräsidenten gestiftete eigene Bild mit persönlicher Unterschrift und Widmung errang. Es folgten Hotz (Oberaula) mit ebenfalls 146 Ringen und Herrberg (Viermünden, Kreis Frankenberg) mit 145 Ringen. In Klaffe 2 wurde D i ck h a u t (Borken) Landesmeister mit 139 Ringen; es folgten Knoth (Tann, Kreis Hersfeld) mit 138 und Bode (Homberg) mit 136 Ringen. Wirtschaft. Ungeklärte Geldmarktentwicklung. Die Erleichterung am Geldmärkte, die in den letzten Wochen festzustellen war, hat in der vergangenen Woche eine ilnterfrredjung erfahren. Zum Medio war am offenen Geldmärkte, besonders am Tagesgeldmarkte, eine Versteifung eingetreten, da sich der Ginkornmen-- steuertermin, an dem immerhin Zahlungen von etwa 350 Millionen Mk. zu bewirken waren, erst bei Vorzeigung der Schecks bei den Banken bemerkbar machte. 3m üßpigen scheinen sich aus dem erstmaligen Wegfall der Medioligui- dation für den Geldmarkt keine Folgen ergeben zu haben. Bereits der Donnerstag der letzten Woche brachte jedoch einen gewissen Tendenzumschwung mit Anzeichen einer sich anbahnenden Erleichterung. Da die Weiterleitung der Steuergelder durch das Reich an die Länder bereits stattgefunden haben soll, dürften diese Gelder jetzt ihren Rückfluß zum Markte finden, älnd dann stand der Reichsbankausweis vom 15. Oktober, der eine Entlastung brachte, wie sie günstiger in der Mitte eines Monats kaum jemals wahrend der letzten Zeit zu verzeichnen war, ganz im Zeichen der Gelderleichterung. Die gesamten Kapitalanlagen der Reichsbank in Wechseln, Schecks, Lombards und Effekten haben um 241 Millionen auf 2218 Mill. Mk. abgenommen. Insgesamt belauft sich in den ersten beiden Oktoberwochen die eingetretene Entlastung der Kapitalanlagen auf 514 Mill. Mk., so daß über 3/4 der zum Quartalstermin eingetretenen Anspannung bereits wieder ausgeglichen ist. Immerhin spiegelt sich die Versteifung in der Zunahme der Lombardierungen um 55,7 Mill. Mk. auf 140,9 Mill. Mk. wider, während die Wechsel- imd Scheckbestände um die beträchtliche Summe von 283,5 Mill, auf 2062,3 Mill. Mk. abnahmen. Auch der Rotenumlauf zeigt einen sehr bedeutenden Rückgang um rund 300 Mill. Mark auf 4815 Mill. Mk., der in Höhe von rund 95 Mill. Mk. durch das entsprechende Anwachsen des Girokontos infolge der Einzahlungen der Steuerbehörden aus den Eingängen der Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer bedingt ist. Die Goldbestände der Reichsbank haben wieder um 21,5 Mill. Mk. (Gold russischer Herkunft) auf 2509 Mill. Mk. zugenommen. Die Rotwendigkeit, die bei der Reichsbank aufgenommenen Lombards zurückzuzahlen, dürfte mit die Haupturfache für die Geldanspannung der letzten Tage gewesen sein. Auch liegt nahe, eine Ursache der Geldversteifung in dem Rückfluß kurzfristiger Auslandguthaben zu suchen, woraus die Bewegung des Reichsmarkkurses schließen läßt. Die zukünftige Entwicklung des Geldmarktes ist ungewiß. Es beginnen zwar am Geldmarkt erst in der jüngsten Zeit gewisse Anzeichen, wie die Minderbeanspruchung der Reichsbank durch die Wirtschaft, sich zu entwickeln, die im Sinne eines allmählichen Rachlassens des Kreditbedarfs als Folge des Abflauens der Konjunktur gedeutet werden mögen. Alles in allem bleibt jedoch die weitere Geldmarktentwicklung ungeklärt, da nicht zu übersehen ist, ob und wie weit aus einem verstärkten Tempo der inländischen Konjunitur- abschwüchung, oder aber aus der Gestaltung der internationalen Geldmärkte Erleichterungen zu erwarten sind. Am Tagesgeldmarkt zogen die Zinssätze auf 6'/2— 81/? Prozent p. a. an. Privatdiskonten notierten bei kleinen Umsätzen mit 65/8 Prozent. Auch Monatsgeld ist steifer geworden und kostet unverändert 8—9 Prozent. Viel gefragt ist auch Dreimonatsgeld über den Iahresultimo, für das auch 9V2 Prozent geboten wird. Oie Weli-Elektro-Gründung. Die grundsätzlich bereits bekannte Gründung des Elektrotrusts in Brüssel unter maßgebender Führung der belgischen Sosinagruppe und Beteiligung zahlreicher anderer Gesellschaften, sowie eines Konsortiums, das sich aus den prominentesten internationalen Danken zusammen- setzt, ist jetzt erfolgt. Der Rame der Firma lautet „Trust Financier des Transports et d'En- tveprises Industrielles". Das Aktienkapital ist verhältnismäßig klein, es beträgt 100 Millionen belgische Franks. Die Interessen des Trusts erstrecken sich nicht nur auf die europäischen Staaten, sondern auch auf Südamerika und zum Teil auf Nordamerika. Die Gründung.ist für die deutsche Industrie von hervorragender Bedeutung, besonders für die beiden Grohkonzerne Siemens und A.E.G. Als europäische Haupt- beteiligte von der elektroindustriellen Seite her sind Sosina, Gesfürel und Chade zu nennen, deren Beziehungen schon seit langer Zeit bestehen und in den letzten Jahren noch enger geworden sind. Die Namen der deutschen Mit- gründer sind: Berliner Handelsgesellschaft, S. Bleichröder, Comes & Co., Danatbank, Deutsche Bank, Disconto-Gesellschaft, Dresdner Bank, A. Schaffhausenscher Bankverein und M. M. Marburg & Co. 2m zwanzigköpsigen Aufsichtsrat ist nur ein deutscher Vertreter, Generaldirektor Oliven der Gesfürel, Berlin. Die Mehrzahl der Aufsichtsratsmitglieder, nämlich 12 Herren, sind Belgier. Das verhältnismäßig kleine Aktienkapital läßt darauf schließen, daß das Unternehmen nur als eine Vorgründung anzusehen ist, daß die eigentlichen Transaktionen von Bedeutung in der internationalen Elektroindustrie noch bevorstehen, bzw. Gegenstand von in ihren Grundzügen bereits feststehenden Verhandlungen sind. * Sie amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 17. Oktober berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 140,4 gegenüber der Vorwoche (140,5) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe auf 135,2 (135,3), die Indexziffer für Kolonialwaren auf 132,6 (133,1) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren stellte sich auf 133,4 (133,5), während die Indexziffer für industrielle Fertigwaren unverändert auf 160,0 lag. * Die Auseiandersetzung Bürbach- Wintershall. Die Vorgänge am Markt der Kaliwerte finden mit dem Kuxentausch Durbach- Wintershall ihre Erklärung. Beide Konzerne haben die gewünschte Bewegungsfreiheit wiedererlangt. Wie in dem Wochenbericht der Gebr. Dammann Dank ausgeführt wird, bedeutet die jetzige Lösung einen bedeutenden materiellen Erfolg für den Durbach-Konzern und im besonderen für die Krügershall A.-G., die mit 251 Wintershall-Kuxen an dem Geschäft beteiligt ist. lieber den Veräußerungspreis liegen zuverlässige Mitteilungen noch nicht vor. Er dürfte sich aber mindestens im Rahmen des gegenwärtigen Tageskurses — etwa 115 000 Mk. — halten. Eine Abgeltung durch Kali-Industrie-Aktien kommt nicht in Frage, die Regulierung erfolgt vielmehr in bar unter Verrechnung der zu übernehmenden etwa 1500 Kuxe des Gumpel-Konzems. Damit erfährt die geldliche Lgge des Duroach-Konzems mit einem Schlage eine Verbesserung von etwa 20 Mill. Mk. Der Kalimarkt reagierte auf das Ereignis durch eine Aufwärtsbewegung in Krü- gershall-Aktien um etwa 25 Prozent. * WeitereAusdehnungderDereinig- ten Elektrizitätswerke. Der Aufsichtsrat der V. E. W. hat in seiner Sitzung vom 18. Oktober der Fusion mit dem Elektrizitätsverband Büren- Brilon zugestimmt, über die wir bereits vor kurzem berichteten, und gleichzeitig die weitere Verschmelzung mit dem Werk Wittgenburg in Berleburg und dem Elektrizitätswerk Nieder-Nordberg G. m. b.H. (Kreis Brilon) genehmigt. Durch die Verschmelzung mit den Elektrizitätswerken der Kreise Meschede, Büren, Brilon und Wittgenstein hat das Versorgungsgebiet der V. E. W. eine Ausdehnung um etwa 2820 Quadratkilometer auf insgesamt rund 13 400 Quadratkilometer mit rund 3 Millionen Einwohnern erfahren. Es erstreckt sich nunmehr über 26 Stadt- unb Landkreise, umfaßt den weitaus größten Teil der Provinz Westfalen unter Einschluß des Landkreises Lingen in der Provinz Hannover und reicht im Westen von der holländischen Grenze und der Grenze der Rheinprovinz bis an die Grenze des Landes Waldeck und der Provinz Hessen-Nassau im Osten. Der Strombedarf der V. E. W. ist, wie WTB.- Handelsdienst weiter erfährt, im Steigen begriffen. Die Zunahme beträgt geg nüber dem Vorjahr, das bereits eine ungewöhnliche Steigerung von rund 35 v. H. aufwies, auch im laufenden Jahre rund 20 v. H. Stromerzeugung und Stromverbrauch werden im laufenden Jahr, unter Einschluß des neu hinzugekommenen Gebietes, eine halbe Milliarde Kilowatt übersteigen. *KabelwerkeRheydt A.-G., R h e y d t. In der Hauptversammlung der Kabelwerke Rheydt A.-G. wurde der Jahresabschluß und die Verteilung einer Dividende von 12 v. H. (im Vorjahr 15 o. H.) einstimmig genehmigt, lieber die Aussichten teilte der Vorstand in Ergänzung des Geschäftsberichts, in dem die Beschäftigung als ruhig bezeichnet wird, noch mit, daß in der letzten Zeit die Beschäftigung etwas lebhafter geworden sei. Die geldlichen Verhältnisse seien zwar allgemein noch angespannt, do^ sei der Bedarf an elektrotechnischen Artikeln der gleichgeblieben. Man dürfe deshalb auch für das laufende Jahr mit einem ähnlichen Abschluß wie für das vergangene Jahr rechnen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. Oktober. Tendenz: lustlos. — Die große Geschäftsstille der alten Börsenwoche übertrug sich auch auf den Beginn der neuen Woche. Das fast vollkommene Fehlen der zweiten Hand und die L u st l o s i g k e i t des Auslandes an den deutschen Börsen bewirkten wieder, daß das Geschäft außerordentlich zögemd in Gang kam und die Umsätze sich in den engsten Grenzen bewegten. Die Glattstellungen an der Neuyorker Börse vom Samstag, die herrschende Zurückhaltung und Lustlosigkeit, die weiteren Geldmarktaussichten und der herannahende Ultimo wirkten hemmend. Die Kursentwicklung war gegen die Schlußkurse von Samstag wieder nicht einheitlich. Elektrowerte waren nach den Kurserhöhungen vom Wochenschluß auf Realisationen der Spekulation angeboten und durchweg abgeschwächt. Von den an der Sofina-Um- grünbung beteiligten Werten verloren Chadeaktien 4 Mark und Gesfürel 2,5 v. H. 1 bis 2 v. H. schwächer eröffneten noch Berliner Handelsgesellschaft, Commerzvank, Danatbank, Klöckner, Deutsche Linoleum und Adlerwerke. Schiffahrtswerte und die meisten Montanaktien blieben bei minimalen Umsätzen gut gehalten. Leicht erhöht waren J.-G.-Far- ben, Deutsche Eisenbahn, Süddeutsche Zucker. Etwas regeres Interesse machte sich wieder für Karstadt bemerkbar, die 4 v. H. anziehen konnten. Deutsche Anleihen waren behauptet. Ausländische Renten still. Anatolier etwas schwächer. Im Verlaufe hörte fast jede Umsatztätigkeit auf. Die Börse ließ sich auch nicht durch die günstigen Außenhandelsbilanz- ziffern für September anregen. Die Kurse bröckelten meist etwas ab. J.-G.-Farben lagen 1,5 v. H. niedriger. Am Geldmarkt machte die Erleichterung für Tagesgeld Fortschritte. Zu dem ermäßigten Satz von 5,5 v. H. war bas Angebot ziemlich groß. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1988, gegen Pfunb 20,358, ßonbon gegen 5?abel 4,8495, gegen Paris 124,19, gegen Mailand 92,57, gegen Madrid 20,02, gegen Holland 12,0970. Bc ncr Börse. Berlin, 22. Oktober. Wie immer am Montag kam heute im Vormittagsverkehr das Geschäft nur schleppend in Gang. Obwohl Anregungen nicht Vorlagen, glaubte man doch mit einer Befestigung rechnen zu können, da man wissen wollte, daß das Ausland wieder für einiae Spezialpapiere Interesse bekunde. Ob dieses wirklich der Fall gewesen ist, läßt sich schwer feststellen. Bei den ersten Kursen war jedenfalls kaum etwas davon zu spüren. Auch die günstigen Außenhandelsbilanzziffern konnten keinen starken Eindruck machen. So war die Tendenz zum offiziellen Beginn ziemlich unentschieden. Das Geschäft war sehr klein, eine große Anzahl der ersten Notierungen fielen aus und gegen Die Samstagkurse gesehen, neigte man eher zur Schwäche. Die Abweichungen gegen die Samstagschlußkurse hielten sich im Rahmen von 1 bis 2 o.H. Kunstseibenwerte lagen um 7 o, H. gebrückt, obwohl man in ber Sonntagspresse lesen konnte, daß man eine Amerikareise einiger Verwaltungsmitglieder mit evtl. Exponsionsplänen der Glanzstoff in Arne- rifa in Zusammenhang bringen könne. Stöhr plus 4,13 v. H., Ilse Bergbau plus 4 v. H. und Schlesische Portlondzement plus 2,5 v. H. sind als besonders fest zu erwähnen. Deutsche Anleihen lagen ruhig. Ausländer behauptet. Der Pfandbriefmarkt war bei stillstem Geschäft gehalten, Roggenpfand- briefe eher etwas freundlicher. Der Geldmarkt war weiter erleichtert. Tägliches Geld 5 bis 7 v. H., Monatsgelb 8 bis 9 v. H., Warenwechsel etwa 6,88 v. H. Trotz ber guten Verfassung des Geldmarktes und der oben erwähnten Außenhandelsbilanz gaben die Kurse bei kaum zu überbietender Geschäfts-' losigkeit weiter nach. Durch widerstandsfähige Haltung fielen nur wenige Werte auf. So waren Kar- stabt etwa 1 v. H. Der Anfang und lebhafter ge- handelt, auch Glanzstoff gingen etwas über An- fang um. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. Oft. Am Frankfurter Produktenmarkt war in Anbetracht der schwachen Auslandnotierungen die Tendenz schwach. Obwohl das Angebot immer noch klein war, traten in den meisten Getreidesorten Abschwächungen bis zu 50 Pf. ein. Besonders vernachlässigt war der Mehlmarkt. Roggenmehl hakte nur bei 50 Pf. niedrigerem Preis Umsätze. Das Geschäft bewegte sich im allgemeinen in sehr engen Grenzen, da Umsätze von der Händlerschaft nur in sehr dringenden Fällen getätigt wurden. Auch am Futtermittelmarkt war Roggentleie sowie Weizenkleie stark angeboten und vernachlässigt. Nur für Mais für Futterzwecke konnte sich bei geringer Nachfrage der Preis behaupten Auch Sommergerste lag schwächer. Es wurden notiert: Weizen 23.50 bis 23.85; Roggen 22,50 bis 22.75; Sommergerste für Drauzwecke 25 bis 25.50; Hafer, ütlänb.. 23.25 bis 23.50; Mais (gelb) für Futterzwecke 21.50 bis 21.75; Weizenmehl, südd., Spezial 0 33.75 bis 34.25; Roggenmehl 30.25 bis 31; Weizenkleie 14 bis 14.10; Nog- genkleie 14.50; Erbsen 32 bis 59; Linsen 63 bis 115; Heu, süddeutsches, 12 bis 12.50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgebündelt, .4 bis 5; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt," 3.50 bis 4; Treber, getrocknet, 19.75 bis 20. Tendenz: Schwach. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Oktober. Auftrieb: Rinder 1559 Stück; darunter Ochsen 443, Bullen 93, Kühe 587, Färsen 392; Kälber 516, Schafe 91, Schweine 5610 Stück. Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 55 bis 57, ältere 48 bis 54, sonstige vollfleischige jüngere 40 bis 47; Bullen: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 47 bis 51, sonstige vollstes- schige oder ausgemästete 43 bis 46; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts, 44 bis 47, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 37 bis 43, fleischige 30 bis 36, gering genährte 22 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Jungrinoer): vollfleischige, aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts 55 bis 58, vollfleischige 48 bis 54, fleischige 42 bis 47. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71, geringe Kälber 55 bis 64. Schwein e. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 76 bis 79, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 75, Sauen 65 bis 70. — Marktverkauf. Rinder ruhig, Ueberftanb. Schweine schleppend, Ueberftanb. Kälber unb Schafe ruhig, ausverkauft. Kunst und Wissenschaft. Tagung der Vereinigung für gerichtliche Psychologie unb Psychiatrie in Hessen. Die 26. Tagung der Vereinigung für gerichtliche Psychologie unb Psychiatrie in Hessen findet am Samstag, 27. Oktober, in Mainz statt. Aus dem reichhaltigen Programm seien hervorgehoben die Vorträge: Professor Kuhn (Gießen): „Die Entwicklung ber Erbbiologie"; Dr. Storch (Gießen): „Persönlichkeitsforschung"; Dr. v. Heutig (München): „Kriminal-Psychologie"; Professor Fe t scher (Dresben): „Praktische Gestaltung ber Kriminalbio logischen Forschung" Gemälde-Versteigerung in Frankfurt. Bei ber letzten Versteigerung von Gemälden alter unb neuer Meister im Auktionshause Bangel in Frankfurt a. M. würben u. a. folgende Höchstpreis! erzielt: Corot (Landschaft) 14 000 Mark, Daumier (Straßenmusikanten) 13 500, Trübner (Garten am Starnberger See) 6200, Feuerbach (Bildnis eines jungen Mädchens) 5200, Renoir (Landschaft) 4000, Courbet (Gänsehirtin) 3600 unb Pissarro (Landschaft) 3500 Mark. Das Tagebuch von Goethes Vater. Das Tagebuch von Goethes Vater, von dessen Entstehen uns ber Dichter in Dichtung unb Wahrheit berichtet, ist seltsamerweise bisher unveröffentlicht geblieben. Jetzt wirb bieses wertvolle Manuskript burch Rubolf Glaser in feiner großangeleg- ten Biographie von Goethes Vater endlich ans Tageslicht gezogen. Das Buch erscheint demnächst im Verlage Quelle L- Meyer in Leipzig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschkostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Frankfurt o. M. Berlin Frankfurt a. TI. Berlin Schluß- Äurs 1-Uhr- Kurs Schlich- Kurs Anfang ftur» Schluß- Kurs l-Uhr- kur» Sch.rch- Kurs Anfang Kurs Schlub- Kurs 1-Uhr- Kur» Schiuh- Kurs Anfang Kur» Datum 20 10. 22. 10. 20 10. | 22 10. Datum: | 20. 10. 22 ta | 20. 10. | 22 10. Datum: 20. 10. 22. 10. 20. 10. | 22. 10. 6% Dt. Retd)«mlelfc o. 1927 . DL Lnl.-Slblöl.-Schuld mü Aus- to|.-$Red)ten Desgl. ohne AuSlos.-Rechte - - - 7% Fra»4 Hyv -Bk Goldpf. uw kündbar bis 1932 4¥>% Rheinische Hyp.-Bank Ligu.. Saldos. L.E.G obn. BortriegS-Obligatton., rückzahlbar 1932 4% Schweiz. BunveSb^Ant.. 4% Oesterreichische Oolbrte.. 4,20% Ceftcn. Silberne. . 4% Oesterreich elnheill. Rtt- 4% Ungarische Golbrte. 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 4y,% deSgl. von 1918 4% Ungarische Kronenrte.. . 4% iürt. ZoUanleihc v. 1911 . . 4% Türkische Bagdabbahn-Arrl.. Serie I 4% bergt. Serie 11 ..... 4% Rumänen conoert Rte. . . . <%% Rumänen Oolbanl Bon 1918 -flUg. Deutsche «Ä>eir*-ahn . 4% ä-u^burg-Amerika Paket ... 8 Hamb'.-D^^Damvfsch. . . 8 Hansa DampssM' • • Norddeutscher 21^?.^-' • • • Ang. Deutsche Credt-E. . . 10 Barmer Bankverein ■ • Berliner HanbelSgeseÜU--, “ Commerz unb Prto«.V°" “ Darmst. u. Nation Man? Deutsche Bank \ Drskonto-Gesellschaft Star • ' Dresdner Bank " 1 , vriUelbeursche Lredtwa^ ' ’ a Metallbaal..... 87,25 50,8 15,25 90 75,9 85 95,75 32,25 26,4 1,85 12,5 154 150,5 135,5 140,5 292 186,5 292 168,75 163,5 169 203,5 134,5 -03 , pC e> cn CHO 1 1 1 £ 1 TV»,8 L, I I I I o. 1 1 t 1 1 1 1 1 1 1 1 SS 1 87,25 50,9 15,1 32,25 3,1 26,5 2 12,5 12,5 12,3 25 154,5 187 188,75 150,5 135,75 141,5 293,25 186,5 294 169 163,75 170 209 134,5 302.75 03 h- O“. “ K fv ►— * K g KG B wo 1 •8» 1 »1 1 Im*. >1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 A.S.G..........S Bergmann ....... 9 Gleite. Lieferungen.....10 Licht unb Kraft .....10 Felten 4 Guilleaume. .... 6 Ges. s. Gelte. Untern- ... 10 Hamb. Gelte. Werke .... 10 Rhein. Meter. ...... 9 Schlei. Elekte. ...... 10 Schurken ....... 8 Siemens 4 HalZke ..... 12 Tran«rabio ....... 8 Lahmeher 4 Co....... 10 Buderus 5 Deutsche Erdöl . ...... 6 Essener Steinkohl«......8 Geilenkirchener ... $, H 3-4 Harpener ....... .6 Hoesch Eisen.........8 Ilse Bergbau........8 Klöcknerwerke ........ 7 Köln-Neuessen. ...... 9 ManneSmann ........8 Mansfelder.........7 Oberfchles. Eisend. Bedarf... 6 Oberschlei. SokSwerke ... 6 Phönix Bergbau . . dH Rheinische Braunkohlen .10 Rheinstahi I. % Jahr Riebeck Montan .....7,2 Bereinigte Stahl»......6 Ltavi Minen ..... t «h Kali Aschersleben.....10 KaN Westeregeln......10 Kaliwerk SaUdetfurlH ... 15 I. ®. Farben-JnouSM ... 12 Dynamit 9?obd . ...... 6 Scheideansialt. ....... 9 Goldschmidt ....... 6 RütgerS werke . ......6 184,5 209,75 175,5 242,5 150,5 276,75 156 209 396 173,5 84 136,5 124,5 138,5 250 116 125 114 110,5 92,25 278,75 137,5 95 54,9 282 284 473 254,5 211,75 100 102 185 183.a 208 241,5 274,25 207,75 395 137 125 115 125,5 92,13 282,75 255 1ÖU 184,5 209 17 243,25 150,75 275,75 147 157,5 229,5 208,75 395,5 148,5 84,5 137,5 124 125,25 138,5 115,25 125,5 126,25 115 111,13 112,25 93.75 278,4 138 94,5 54,9 282,5 284,5 475,5 254,5 99,65 101,75 183,25 208,25 241.75 151 274,75 147 157,5 207,9 394 83 136,9 138,6 250 114,5 125 115,13 111 111,4 137 54,9 282 284 473,25 254.75 99,5 100,9 Philipp Holzmann......7 Heidelberger Cement .... 10 Cement Karlstadt ..... 8 Wayh & Freitag ...... 10 Schultheis Pahenhofa ... 15 Ostwerke ........12 Ber. Glanzstoff......18 Bernberg ...... . 14 Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer ®a«........8 Daimler Dlotore« ...... 0 Demag . ....... 0 Ablerwerke Klever ...... 6 Lubw. Loewe . ...... 10 Nal. Automobil ....... 0 Orenstein 4 Koppel . .... 6 Leonhard Tietz . . .... 6 Bamag-Mcguin . ...... O Franks. Maschine« ...... 6 Oi rinnet ...... 11 Heyligenftaedt ....... o Jung Han». . ...... .4 Mainkraftwerk» ....... 8 Miag ...... . 10 Nelarsulmer ....... 8 PeterS Union ........ 8 Gebr. Roeder . ...... 10 Boigt 4 Haesfner ...... 8 Eübd. Zucker ...... 8 _________________Bant Berlin. 20. Oktober Amerikanische 'Jlette..... Belgische «Rottn ..... . Dänische Noten ....... Englische Noten ....... 1 n 34,25 37,25 174 133 85,25 208 80,75 109 19 73 122 89,25 117 137 30 125,5 215 151,5 oten. 0 4 5 11 20 u- 2 ■— ° w , ■ 8 1 1 1 1 1 1 1 l 1 1 1 l 1 1 1 1 5 1 o 1 l i 1 1 1 1 1 1 1 3 1 325 283 559 472 284,5 126,25 192,25 80 53 108,5 54,25 112,4 273,75 19,5 74 121,25 88 137,5 31 107 215 152,75 B 4 5 11 20 1 1 1 1 8 1 S3S I I 1 I I 1 1 1 1 1 1 1 1 | 1 - :;8 ' 3 SS 2 LÄSZZ Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. 2H. Telegraphische Auszahlung. Berlin. 20 Oktober Held •Stiel Französische Noten . . . ÜUf io, ir Holländische Noten...... 167,81 168,49 Italienische Noten ...... 21,95 22,03 Norwegische Noten . ... 111,58 112,02 Deutsch-Oestrrr, i 100 Kronen 58.80 59,04 fltumäntsche Noten..... 2,535 2,555 Schwedische Noten ...... 111,84 112,28 Schweizer Noten....... 80,54 80,86 1,7 44 67,72 Tschechoslowakische Roten • ■ 12.385 12,445 Ungarische Noten 72,96 73,26 20. Oktober 22 Oktob r Amtliche Noti.rung Amtliche Nokierunü Geld Briei Geld i Amst.- Rott 168,14 168,48 168,09 168,43 Bucn.-AireS 1,765 1,769 1,764 1,763 Brss°Antw 58,29 58,41 58,26 58,93 111,9» ISbriftumta 111,79 112,01 111,76 Kopenhagen 111,84 112,06 111,82 112,14 Stockholm 112,09 112,31 112,06 112,28 HelnngforS. 10,55 10,57 10,54 10,56 Italien. . 21,97 22,01 21,97 22,01 London. . . 20,344 20,384 20,336 20,376 Neuyork . . 4,1950 4,2030 4,1940 4,2020 Paris.... 16,37 16,41 16,37 10,41 Schweiz . . 80,72 80,88 80,70 80,86 Spanien . 67,71 67,85 67,70 07,84 yovan . . . Rio de Fan 1,932 1,936 1,944 1,948 0,501 0,503 0,501 0,503 Wien in D-- Ceft adgeft & ;: 58,96 12,43 7,368 59,08 12,45 7,382 58,945 12,428 7,368 59,065 12,448 7,382 Budapest. . 73,12 73,26 73,08 73. *2 Bulgarien .1,027 3,033 3,032 Lissabon 18,88 18,92 18,88 18,92 Danzig. . 81,32 81,48 81,31 81,47 (fonftantin. 2,123 2,127 2,114 2,118 Athen. 5,425 5,435 5,425 5,435 Kanada 4,1925 4,2005 4,1925 4,2005 Urn -not). • 4,256 4,264 4,256 4,264 Cairo - . - 20.865 20.905 20,86 20,90