!«.»» JJ.M IIJ.2 v* lt* 168^ 21.* 111.2 58.83 1.« I Ul® so.« fl,N 12,« n. 70 1,71» 58,3^ 111.« 112,« 112,11 0,518 1> jO.rü Ml® 16-S dS,5d 68.33 l,«d )> 58,8^ 12,8^ A® 3,01» 18-2 fli® Lir 5,405 iS fr« 80.® 58.^ lU.l] uU id 10-2 «•’S i.itj *? Ä 0.-P «> *g - r ■ *2 • ii Sf tip ßenschasi. chrwatilchrr ui» Dttbinbungtn. »tag im Lorjohn, ung des „5kuÜ: n Heidelberg stab iesjährige Qkrttr »slorpsrotionen - >r im ttadiliomi' halten. 3m 2ortr \y\ vor allem Zrc.v WulpslilM L :cni fletig Mr Mathematik und 1-' n weiteres Öntf* ehenden) Monti iversilälen. än ar D bis dahw ws ch tatkMse JW en r.w« , als staM-r. last lämtstchen ^ Die dicsialn,. Geiste engster fett. ___ I Gießen. er Fuhmau W mte im Hrrbß r en zur Miele 5.- mb verschick»^. * durch W«-' «n gegen* w» 1 angellaj tzrw ms Mlidialb jul 3a|i ^4)> enllichleil wurde » ■ toeacn versu- 'rechens vech." 'Kt Xeltibigwrg u ixnirteilt. balsteuerhin- Aeschältslruti! vor, da et sch als x® Meer beugen l ?' äs 'I ®ruÄ' k s,ii.n Ä'"J'r ■ '"WfuflJ**'to in'SL'ci ZE Ä 5 ? &?w* undorse. 6on btn OtuiioBh. >7 'amen J'Wniartu ^hvgelchäst toS 1 Alande Derzt-, Sotberun« '.billiger aUgeftr fr dttL. , ■^Wabigcn L fr au! le» ■Mflgcn, bk L>> 1 ^cuan!4afhnyc 'arkte llmlä-etL barfsdechungen br «toartte lSstcn fo rmentlich von Lion- Wn aus, Xm. a ™ Testhä'l tltocl gierigem (MW Zkiwlsurl unajüt xa3^L— EL nr. 145 Erster Blaff 178. Zahrgang Zreitag. 22. Juni 1928 «rieflet täglich,«ch« Sonntag» and feiertags. Mief«. (Bte^rnci ^mtlicnbiattcT fyttmal tw Büb Die Scholle moeat»»Bejiflsprtis: 2 Rnch»»arb and 2D Reichspsenittg ftr Trüg« lohn, auch bri 3hd)t#r» fdytmmeinjrlnrrThumnrrn infolge hü her er Okto alt 3an|d)iant: 61, 54 enb 112. Sildjrtft für Drahtnach» richten. iHjdgtr Oietz«. poßlcheSfonlo: grantlirtam mein 116*. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck wirt Verla-: vrShfsche UwtoerfitStS'Bidh iirt Stefnönitferd K taugt in Siezen. Sdfrtflletting und SeschSslrftelle: Schwlftraße 7. .Innahmk oor Lnjeiee» ftr bie laqetnemmcr bi» ju« Nachmittag vorher. Preis l*i l mm Höhe ftr Snjtiqtn von 27 ium Breite örtlid) 8, auswärt» 10 Aeichrpfennig- für Re- Mlameanifigen von 70 mm Breite 35 ‘Jteid)tPfennig, Platzvorschrist 20' . mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Will). Gange. Berantroartlich für Poluili Dr. Fr WUH Gange für Feuilleton Dr H Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Blum'chein, für den Anzeigenteil Äurt Hillmann. sämtlich in (Biefjen Kein Zortschritt in der Regierungsbildung. Herman« 9Rühzr verhandeU Weiler. Berlin. 21. 3unt IPpiv.-Tol) Die interfraktionellen Verhandlungen im Reichstag wurden heute mittag nach etwa zweistündiger Dauer beendet ett)en. Die auswärtige schwebende Schuld fei vollkommen getilgt, und die innere schwebende Schuld von 94 auf 75 Milliarden herabgesetzt. Al- PoincarL in der Frage der Stabilisierung eine Politik der Einigkeit forderte, kam es zu scharfem Wortwechsel zwilchen den Sozialisten und Abgeordneten her Rechten. Pom- care verwies darauf, dah die deutschen Sozialdemokraten mit Abgwrdneten and«er Parteien in diesem Augenblick üb« die Regierungsbildung verhandelten. Die Haltung der französischen Sozial :1t en sei wohl nur auS einem wohlüberlegten Opportunismus heraus zu v«stehen. Reparationslieferungen und Kohlenkrisis. London, 21.Juni. (WB.) In der Unterhaus- debatte über die Voranschläge des Dergwerksministe- rimns sprach das Arbeüermitglied Hall über die kritische Lage der Kohlenindustrie und betonte, daß seit 192-5 1112 Gruben geschlossen worden, und dah in manchen Gebieten 68 Prozent der Bergarbeiter erwerbslos seien. Die Fehlbeträge, die sich seit Beginn des augenblicklichen Abtommens angehouft hätten, beliefen sich aus 24 712 000 Pfund Sterling. Das liberale Mitglied Nunciman nannte es eine tragische Tatsache, dast jur gegenwärtigen Zeit die Zahlungen von Reparationen in Kohle von selten Deutschlands tatsächlich viele Tausende britisch« B«garbeit« arbeitslos machten D« Präsident des Handelsamtes. Tunliffe-List e r erklärte eS in sein« Antwort für unmöglich, durch administrative ober legislative Qfftion die die Kohlenlieferungen berührenden Bestimmungen des Friedensvertrages zu ändern. England habe die Frage in der ReparattvnS- kommission und durch diplomatische Vorstellung aufgeworfen. Oie Ermordung Rasputins. Tcr Prozeß gegen Zussupojf. Paris, 22. Juni. (WTB. Funkspruch.) Fürst Iussupoff, gegen den die Tochter Rasputins einen Prozeh auf Schadenersatz wegen Ermordung ihres Vaters angestrengt hat, gab gestern einem Vertreter des „Slatin* gegenüber die Xat ohne weiteres zu und «Härte, es habe fich um einen rein politischen A k t gehandelt, um eine Pflicht, die er für Rußland, das russische Herr scherhaus habe geglaubt durchführen zu muffen. Er fei überzeugt gewesen, daß Rasputin der böse ft c i ft Rußlands, der Feind der Zarenfamilie und ein Instrument in den Händen Deutschlands gewesen sei. Diese Ansicht habe sich seitdem in ihm nur verstärkt. Sein eigenes Buch habe er geschrieben, um den vielen falschen Darstellungen über das Ende Rasputins entgegen^- treten. Der von der Tochter Rasputins gegen ihn eingeleitete Prozeß bereite ihm keine Sorge, er habe bereits drei ähnliche Prozesse in London gewonnen und werde auch diesen in Paris gewinnen. polen und die Rheinlandbesehung Der „Manchester Guardian" übt schärfste Kritik an Zaleski. London, 21. Juni. (WB.) Der „Manchester Guardian" schreibt in einem „(Eine extravagante Forderung" überschriebenen Lettarttkel: „Die Besetzung des Rheinlandes ist wie der Rin £ 11 m den Fuß eines Gefangenen. Seine feinde haben ihn angekettet, um sicher zu fein, daß er bezahlen würde. (Er h o t alles befahlt, was sie ihn insgesamt zu zahlen aufgefordert habens aber einige von ihnen nutzen ferne Gefangenschaft aus, verlangen mehr und ziehen demgemäß an der .Wett. Der letzte Ruck ist von dem polnischen Außenminister Zalefkl gegeben worden. Er hat mit Zustimmung der französischen Regierung gehandelt: tatsächlich ist es höchst wahrscheinlich, daß sein Ziehen an der Kette in Paris anaeftiftet wurde, denn es fällt mit seinem Besuch in dieser Hauptstadt zusammen. Er fordert jetzt für Frankreich wie auch für sein eigenes Land eine spezielle Form von Sicherheit. Dos Rheinland ist entmilitarisiert. Keine deutschen bewaffneten Kräfte, keine deutschen Festungen können auf rheinischem Boden sein. Die ganze Autorität nicht nur der Dertragsmächte allein, sondem auch die des Völkerbundes garantiert die Beobachtung dieser Entmilitarisierung in einer Weise, die in der Geschichte keine Parallele Hot. Aber für Frankreich war die» nicht genug. Es Hai Deutschland mit einem Ring schwer bewasf. nder Staaten umgeben, die durch militärische Allianzen an Frankreich gebunden sind. Das Gleichgewicht der Macht, ein Prinzip, das dem Kriege dient, und dos längst von England auf- gegeben worden ist, ist von Frankreich angenommen worden, und es besteht jetzt ein fnrchl- dar belastete» Gegengewicht bewaffneter Mächte gegen ein unbewaffnetes Deutschland. Aber sogar dies war nicht genug. Deutschland hat In der Hoffnung, daß feine früheren Feinde schließlich befriedigt fein würden, aus freiem Willen feinen dauernden Verzicht auf Elsaß-Lothringen wieder bestätigt und der Annahme seiner gegenwärtigen westlichen Grenzen und der Entmilitarisierung des Rheinlandes für alle Ewigkeit zu- qeftimmt. Dieses Ucbereinfommen wurde von England garantiert, welches es unternahm, feine bewaffneten Kräfte gegen jede Macht zu stellen, die oerfuchen sollte, es zu verletzen. Man gab Deutfchlano Grund, zu erwarten, daß dies genug sein würde und daß Kette und Ring entfernt werden würde. Aber es war nicht genug: sogar die britische Garantie machte es nicht genug. Mit anderen Worten: Polen als eine alliierte Macht — eine Würde, die es mit Cuba, Ecuador, Guatemala ufto. teilt — fordert das Recht, britische, französische und belgisch« Truppen über daS Jahr 1 9 35 hinaus im Rheinland« zu halten. Was «s mit „sicheren Garantien" meint, wegen deren es bief«3 Recht geltend macht, geht aus den man» l nigsochen Kommentaren in der französischen und -.polnischen Press« hervor. Sie laufen auf daS * fog. O st »Locarno hinaus. \ Dieses Ost-Locarno ist eine bare Sinnwidrigkeit. Das Wesentliche von Locarno — es ist nicht nötig, es „West-Locarno" zu nennen, da es nur e I n Locarno gibt und geben kann — ist der deutsche Verzicht auf Elsaß-Lothringen und die britische militärische und Seegarantie. Elsah- Lothrinqen ist nicht einfach Frankreich ausge- liesert, sondern Frankreich jurürfgegeben worden, keines der Gebiete, die Deutschland an Polen verloren hat, hat diesen Charakter. Die deutsche Ostgrenze ist keine gute. 3hre Revision ist wünschenswert nicht nur als eine Frage von Recht oder Unrecht, sondern auch alS eine Frage der Zweckmäßigkeit. Eine Revision bebcutet nicht die Wiedernahme, sondem die Wiederher st ellung im 3ntt?res e beider Länder, besonders der Lokalbevölkerung, denen die gegenwärtige östliche Grenze Belästigungen und Härten zufügt, die keine Parallele an Deutschlands westlicher Grenze haben. Wcvs die britische Garantie anbetrifft, so ist bereits vielleicht zu viel, daß (Snglanb versprochen hat, Krieg gegen den Heber tretet des Locamover» trage« zu führen. Liber daß eS in ähnlicher Weise Deutschlands polnische Grenze garantieren soll, ist einfach nicht in Betracht zu ziehen. Die Borstellung, daß Engländer sterben sollten, um Polens Grenzen von einer sehr benötigten Abänderung zu retten, ist widersinnig. Jede Macht, die versucht, die Räumung des Rheinlandes hinauSzuzösem, um eine besondere Garantie für sich unter dem falschen Beweisgrund zu erlangen, daß die (Garantien noch nicht genug sind, sollte nicht im Zweifel gelassen werden. waS die Haltung unseres Landes anbetrifft. Oie deutschen Vorschläge zum Gicherheitsproblem. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 22. Juni. Wieder einmal steht eine Tagung des Sicherheitsausschusfcs des Völkerbundes bevor, der aber allem Anschein nach schon heute keine besondere Bedeutung beigemessen werden kann. Auf jeden Fall wird auch diesmal keinerlei Mmrieb zur Klärung des Adrüstungspro. blems zu erwarten sein. Das deutsche Jnlcresse an dieser Tagung gipfelt vor allem In der Frage, was aus den seinerzeit von Deutschland eingercichten Vorschlägen, die inzwischen von dem belgischen Berichterstatter Rolin-Iaquemyns bearbeitet worden find, und die einmal die Möglichkeit einer e i n ft io eiligen Verfügung durch den Rat im Falle des Ausbruchs von Feindseligkeiten zwischen zwei Ländern, ferner die unbedingte Notwendigkeit der Wiederherstellung des militärischen Status quo in einem solchen Falle und, sollten die Feindseligkeiten bereits ausgebrochen fein die Herbeiführung eines Waffenstillstände», oar- leben, werden wird Gewiß stimmen auch beute noch « Oie deutschen Angeklagten im Moskauer Zngenieurprozeß der feine Leoensgcschicht« schildert. Gr haoc m i t der Kommunistischen Partei sympathisiert und lei daher erfreut gewesen. m März 1927 nach der Sowjetunion entsandt zu werden, da er e6 mit eigenen Rügen sehen wollte, wie die "Siebener in der Sowjetunion leben. Mit der "LEG. habe er eigentlich nichts zu tun gehabt, da er nicht vom ASG-Kon- zern, sondern von der russischen Handelsvertretung m Berlin nach Sowjetrußland entsandt worden sei. Luch habe er von der Sowjet- Handelsvertretung 200 Dollar Vorschuß und zw«! Schreiben erhalten. DaS erste Schreiben sei an den Direktor des Donugolj gerichtet gewesen, womit feine Ankunft gemeldet und gebeten wurde, chn nach Möglichkeit ^u unterstützen und ihm bei seinen Arbeiten behtlflich zu sein. Das zweite Schreiben sei mit gleichem Inhalt an die Grubenverwaltung Rutschenlawo adressiert gewesen mit der Ergänzung, daß ihm bei freier Verpflegung und Wohnung täglich 5 Dollar ausgezahlt werden sollten. Sodann schildert Weher seine Arbeit in Sowjetrußland, insbesondere die Turbinenaufstellung in Gorlowka. wo man ihn gebeten hatte, der bevorstehenden Revolutionsseier wegen die Arbeit sofort aufzunehmen. was er auch mit Freuden getan hatte. Dort habe Meyer auch den Angeklagten Baschkin fcimcngclernt, von dem er gehört habe, daß dieser einen Bruder in der Ruhlandabteilung der AGG. habe. Wel>er betont ausdrücklich, daß er keine weiteren Reden mit Baschkin geführt habe, über Sabotage sei überhaupt nicht gesprochen worben. Weiler sagt Meyer aus, daß Ihn der llnler- suchungsrlchter mit Fragen geplagt und bis zur letzten Vernehmung verhört und ihn einen Faszislen genannt halte. Meyer habe die vor- Untersuchungsakten nur deshalb unterschrieben, weil ihm der Untersuchungsrichter gesagt habe, er müsse bas unterschreiben. Zum Gericht gewandt, sagt Meyer wörtlich: „Sic können sich vorstellen, in welcher Aufregung ich unterschrieben habe." Bei einem Schriftstück aber. doL ihm der Vorsitzende zeigt, kann sich Meyer nicht besinnen, dies unterschrieben zu haben und zuckt nur die Tlchseln und schüttelt den Kopf. Gr müsse damals vielleicht krank gewesen oder den schweren Rer - v e n a n f a l l g^h .bt haben. Meyer zählt dann auh was er für Sowjetingenieure von deren Angehörigen aus Berlin mitgebracht habe. Unter den Gegenständen befand sich auch ein H u t vom Berliner Bruder "Baschkins. Es hat sich aber herausgestellt, daß sich an dem viel umstrittenen Hut keine geheimen Zeichen für Sabotageanweisungen befanden. Hierauf wurden Baschkin und Weyer gegenüber g e ft e H t, wobei Baschkin einen Rerven- zusammenbruch erleidet. Meyer betonte, er begreife nicht, weshalb Baschkin ihn jetzt beschuldige, da er früher mit ihm sehr befreundet gewesen sei. Weher meint, Baschkin müsse zu diesen Aussagen verleitet worden feilt. Hier entsteht große Bewegung im Saal. Aus die Frage Krylenkos, wer Daschkin zu dieser Aussage verleitet haben fofi, zuckt Meyer die Achsel. Den Vorwurf, daß er Daschkin gezeigt habe, wie Turbinen zu zerstören seien, tote» Meyer sehr energisch zurück. Moskau. 20. 3unt lPriv Telegr.) 3m Schachty-Prozeß wurde heute mir der Vernehmung Kassarinows begonnen. Kassarinow bekannte sich in vollem Umfange schuldig. Er habe in Berlin mit Bley mann. Rubanowitsch und Daschkin verhandelt, der ihm eine Provision zugesichert habe. Kassarinow beschuldigte sich, der deutschen Industrie statistische Mitteilungen über daS Donezdecken gegeben zu haben. Ferner erklärte er. er sei in Berlin in Verhandlungen mit Dworschantschik getreten, ben er in einer Versammlung der AEG. kennengelernt habe. Die Verbindung mit Paris habe 3uss oWitsch vermittelt. Bei den Deutschen würden noch auf dieselbe Art Handelsgeschäfte getätigt, wie vor dem Kriege. Bleymann habe von der Organisation gewußt. GS erschien dann der deutsche Ingenieur F o b bc alS Zeuge vor Gericht. Fobbe hat sich erboten, über die 6 a b o- tagetätigfeit russischer Ingenieure Im Donezbecken auSzusagen. Es sei vvrausge- schickt, daß seine Aussagen vor Gericht mit großer Skepsis ausgenommen wurden und daß der Vorsitzende Veranlassung nahm. Fobbe darauf hinzuweisen, daß er nicht feine Erlebnisse erzählen solle, sondern nut das, WaS mit den Angeklagten in Verbindung stände. Fobbe glaubt, vor dem russifchen Gericht aus freien Stücken erhärten zu muffen, daß eine Reihe von Ingenieuren der Donadriebsgefeu- fchaft, eine gegenrevolutionäre Tätig f e i ( entwickelt hätten, doch stellte sich heraus. daß die Genannten ihn garnichtper- f önlid, f ennengelernt haben. Man habe ihn „wegekeln" wollen, weil er über die flegenreoolutonärc Tätigkeit 3 u viel gewußt habe. Sein Bestreben, die russischen Kokereien auf die Höhe zu bringen, fei an dem Widerstand der sabotierenden alten Ingenieure gescheitert, und man fei unangenehm berührt gewesen, wenn er auf Mängel der Verkokungsarbeit aufmerksam gemacht habe. Es wurde dann der Diplom-Jngenieur Otto van der AEG. vernommen, der mit aller Entschiedenheit sämtliche gegen ihn erhobenen Beschuldigungen widerlegte.' Den Versuchen Krylenkos, ihm gewisse politische Anschauungen unterzuschlebcn, tritt Otto energisch entgegen und auch der Vorsitzende erteilt Krylenko einen Verweis und untersagt ihm, den Prozeß zu Propa- aandazwecken auszunützen. Das Paket, das Otto bei Antritt feiner Reife nach Rußland von Baschkin für dessen Bruder erhalten habe, hätte einen Herren- Regenmantel enthalten. Mit aller E ttschicdenheit bestreitet Otto, daß er auch einen Brief für Kassarinow mitgebracht habe. Aus Befragung wiederholt Kasfarinow nochmals, daß er einen solchen Brief durch Otto erhalten habe. Otto bleibt jedoch bei seiner Aussage und erklärt, daß er keinen Grund sehe, wenn er tatsächlich einen Brief mitgebradjt haben sollte, dieses abzustreiten. Der Angeklagte B a f djf i n, bet seinerzeit aus- gesagt hatte, daß die ueberbringung des Regenmantels ein vereinbartes Signal bebe u (e ( habe, bestreitet jetzt feine vorherige Aussage. Rach dem Verhör Ottos toirb der deutsche Monteur Meyer von der AGG. vorgeführt, Holland, Frankreich und Polen für diese Vorschläge, während England nach wie vor durch seinen Sprecher, Lord Cushendun, seine Ablehnung ausspricht. Trotzdem wird es wohl diesmal nach Ansicht der hiesigen maßgebenden Stellen kaum zu größeren politischen Schwierigkeiten kommen. Amnestie. Gilt eineReichsamnestie auch fürbie£änbcr? Eigene Drah^meldung des „Gießener Anzeigers"'. Berlin, 22. Juni. Der jetzt auch im Rahmen der Regierungsbildung verhandelt« Antrag der Deutfchnativnalen und Kommunisten auf Erlaß einer Amnestie, die auch in den Ländern wirksam sein soll, hat eine ziemlich lebhafte Diskussion über die Frag«, ob di« Reichs - amnesti« auch zwangsw«is« auf die Länder ausgedehnt werden soll, hervorgerufen. Die Länder stehen dabei auf dem Standpunkt, daß nach der Reichsverfassung dem Reich ein solches Recht nicht zustehe, während, wie wir aus gut unterrichteten Kreien hören, man pon selten der Reichsregierung zur gegenteiligen Anlicht neigt. Man verweist dabei auf die Rcichsanmestie. die anläßlich des Kapp.Putsche« 1920 erlassen wurde, die die Länder umfaßt« und gegen die von feiten der Länder kein Einspruch erhoben wurde. Seitdem ist zwar keine Amnestie mehr von selten des Reiche« auf die Länder aus» gedehnt worden, denn die Erlasse vorn August 1925 (Hindenburg-Amnestie) und die Amnestie anläßlich der Ermordung Rathenaus 1922 waren nur für das Gebiet der Rechtshoheit des Reiches gültig und es blieb den Ländern überlassen, chrerseits Parallelvevordnungen herauszugeben. Diese Haltung aber wird von seilen des Deiches mit politischen Motiven begründet, denn obwohl man das Recht der auch für die Länder gültigen Reichsamnestie für sich in Anspruch nimmt, hab« man aus psychologisch- potttlschen Gründen gegenüber den Landern davon keinen Gebrauch gemacht. Weiter ver- tveist man von selten des Reiches auch auf die sogenannten außenpolitischen Amnestien (Londoner Amnestie, deutsch-lettische Amnestie), die automatisch auch von den Ländern dur ch- gcführt wurden. 3n diesem Falle erklären aber die Länder, daß kein Präzedenzfall vor» liege, da das Reich auf Grund der außenpolitischen Situation, die hier als höhere Gewalt zu betrachten fei, einfach zu diesen Maßnahmen gezwungen wurde. GS droht sich hier ein prinzipieller Kompetenzstreit zu entwickeln, dessen Rechtsgrundlage zumindest so unklar ist. daß di« letzte Entscheidung wohl bedauerlicherweise vor allem von rein Politischen Motiven bestimmt fern wird. Tschangtsolin wirklich iot. Schanghai. 21. Sunt (WB.) Der Tod ^schangtsoli'w ,st ben Generalkonsuln in Mulden f Lj $ *t H bekanntgegeben toor- x ’ ^^ung wird am Samstaa ftattfin- esrn. Di- Äonferv^. bte hier morgen zwischen öem Außenminister der nationalistisch«!" Regierung und dem amerikanischen Generalkonsul stattflnden wird, erregt besonderes Interesse, da Gerüchte verbreitet sind, wonach der GeneraUonsul die Frage der Anerkennung mit der gleichzeitigen Rückzie- hung der amerikanischen Marinetruppen aufwerfen werde. Cs wird angenommen. daß die Sowjetregierung ebenfalls die Anerkennung des nationalistischen Regimes in Erwägung zieht. Der Chef der Abteilung der Sowjetregierung für den Femen Osten, Melm i- koff, ist in Chardin eingetroffen. Man er- toartet, daß er demnächst Peking besuchen wird. Maddalenas Flug. Die Berbinbung mit General Nobile. Neue Hilfsexpebitionen. Rom, 22. 3uni (WTB Funkspruch) Lieber das Ergebnis des Fluge« WaddalenaS, dem es, wie erinnerlich, zum ersten Male gelungen ist, der Gruppe Robile neue Vorräte zuzuführen, wird von zuständiger italienischer Stelle mitgeteilt: Robile hat am Mittwoch der „Citta di QHilano" telegraphisch über die tiefe Bewegung berichtet, mit der er und seine Kameraden den Flug Maddalenas beobachtet haben. Einige der von Waddalena abgeworfenen Vorra tssxllete wurden beschädigt, da der daran befestigte Fallschirm sich nicht öffnete. Es handelt sich um ein Paket, ba« neu «Akkumulator en für Robile entbleit. Robile ersuchte infolgedessen, ihm andere Akkumulatoren und verschiedene sonstige Gegenstände zuzusenden. Er schlug vor, sämlliche flug- bereUen italienischen Flugzeuge zusammen zu ihm zu entsenden, wenn möglich auch ein Flugzeug mit Gleitkufen. daS fähig fei, auf dem Et« zu landen. Dieses Flugzeug soll dann bei jedem Flug ein Mitglied der Roblle- gruppe abtransportieren. Er stellte in Aussicht, daß er, sobalo seine Akkumulatorenbatterie ihre normale Stärke wieder besitz?, ausführliche Ratschlage über die Art tdegradier en wolle, in der man die Nachforschungen nach der mit dem Luftschiff toe i t e r g e t r le- denen und bisher noch immer verschollenen Drüpt" der Srpcdition durckfühi-en solle. Der telegraphische Verkehr mit General Rv- bilc wurde dann plötzlich unterbrochen, da dne Rebelbank sich übet Kingsbay lagerte. Der Rebel, der sich bis an die Rordsplhe ton Spitz, bergen und bi« zur Hirgobucht au«bteiietc, hat den ganzen Tag übet angehalten. Trotzdem hat der noiwegische Flieger Lützow Holm am Rachmittag einen neuen Aufklärungsflug nach dem Rordostland und Kap Brunn unternommen, öt informierte Kapitän Sora, bet mit einet Schlittenabteilung nach der Gruppe Ma- tianoto sucht, über die EisvethÄtnisse in der Umgebung der Foyninsel, die wenig günstig sind und «mpsayl Ihm die Rachsorschungen nach der Gruppe Wartanow, die sich bekanntlich nach der Rotlandung der w3talia" von Roblle getrennt hat, mit aller Energie fortzuseyen. Dem gleichen Ziele soll eine weitere Schlitten- e,?L^.^on gelten, die vorbereitet tourbt, unb bereits hätte aus brechen sollen, aber wegen des Rebels noch zurückgehalten toerben mußte. Am Donnerstag war bet sunkentelegraphische AachrichtenauL tausch mit Roblle sehr kurz General Robile ersuchte um Mitteilung über die Schlittcr.erpcdilion. Drr Eisbrecher .Krassin^ wurde gegen abend in Bergen erwartet, wo er seine Kohlenvorräte ausfüllen muß, ehe er nach Spitzbergen weiterfährt. Die Nachforschungen nach Guilbaud und Amundsen. Pari«. 22. 3unL (WTB. Funkspruch.) Das französische Warineminlsterium. ba« zwei Kriegsschiffe z u R a ch f v rsch un g e n nach,dem Verbleib Guilbauds unb Amundses abtommanbiert hat. hat außerdem sämtliche zwilchen Rortoegen und Spitzbergen kreuzenden Schisse darum gebeten. Ausschau nach der .Latham" zu halten. 2luch der russische Eisbrecher .Waligyn" wurde davon in Kenntnis gefetzt, daß bisher keine Rachricht über den Verbleib des französischen Wasserflugzeugs cinge troffen fei. Gegenwärtig prüfe manJlDbc- richlen die Blätter, auch andere RachforschungS- mechoden. von benen man sich günstige Ergebnisse verspreche. _ Aus aller Wett. Eiscnbahnkatastrophe in Norbschweben. Stockholm, 22. 3unL (WIL. Fuukspruch.) Ein V-Zug nach Rorrland, der gestern abend Stockholm verlieh, flieh kur, vor 1.30 Uhr nachts in der Röhe von BoUnäs mit einer hllfslokomo- live zusammen. Die drei ersten wagen des v-Fuges sind zertrümmert und ineinander geschoben. Die Zahl der Toten steht noch nicht sest. wird aber auf 14 geschäht. Die Zahl der Der- mundeten beträgt ungefähr 50. Die Rekordversuche des OpetfdKn Raketen wagens. Zu ben Rekordversuchen des Raketenwaaens er- fahren wir seitens der Opelwerke, daß auch der neue Wagen mit Opel-Sander-Raketen ausgerüstet tft. Die Zündung erfolgt row bisher auf elektrischem Wege. Die Zeitmessung, die naturgemäß bei den Versuchen eine große Rolle spielt, gescyieht durch die international anerkannten Löbner-Apparate, die alle 250 Meier durch elektrischen Kontakt ausgelöst werden. Die Versuche sind nicht öffentlich: die Strecke wird in weitestem Umfange abgesperrt. Wie wir weiter erfahren, überträgt der Rundfunksender Hannover am Samstag ab 2 Uhr nachmittags die Vorführung auf fast olle deutschen Sender. Zwei Opfer des Rheins. Drei auf der Wanderschaft befindlich« junge Leute bestiegen in der Rächt xum Dienstag in Kehl ein kleines Doot und fuhren damit rheinabwärts. Del der Rheinbrücke ®tef- fern-Drufenheirn wurde das Boot von der ftarü-rr Strömung erfaßt und gegen «inenDrückcn- Pfeiler geschleudert, an dem c« zerschellte. Die drei 3nsassen fielen ins Wdscr. vermochten sich aber an dem Wrack des Kohnv-s festzuhalten. So trieben sic in der Rächt noch btet Kilometer rheinabwärts, bis zwei von ihnen, denen die Kraft« versagt hatten, in den Fluten versanken. Der dritte trieb noch eine Strecke weiter, wurde dann aber von der Strömung an Land gespült. 19 Todesopfer einer kesselexploflon. 3n Mexiko platzte her Dampfkessel einer in einem Vororte liegenden Badeanstalt. 19 Per- [onen wurden getötet und 30 verletzt. Die Gewalt der Explosion war so groß, daß nicht nur zwei Gebäude der Anstalt vollständig zerstört wurden, sondern auch die Häuser in der Umgebung große Sprünge aufweisen. Die Wetierlaqe. LL / IM- O / Zto/77?er5fd/7, zZ 2/Juni " V7 - _> ==a£ »«rtt G <9*enrr Ofdtt*L G-S'", e Dtdecu ellegnt * S X 6#eni*f r ^Wiedsuoc. o-, ich kimif« On £ msho«' lodiudwtn K \igr*e,ee, -ut a«m wmdt. Ok ooetn It" ce» ble all# 2.50 ®rtff ' wrbtn. M, y„. :de wird in Drift. Iie mir weiter er- tot Hannover om i» Lorjühnivtz auf 2 IcbtT^'to her t •« ibaud- Ml« it. ba» Li«i ’MWÄ® Es ALL dei tödliche p_t» zum Sitnikj - w fuhren bn; Rfcinbtüde h* »t Don berldr incnTri. an dem ri» ielen ins 2 ;t. Brad des Mut n der M id) Ü zweid»^«, n, In den 51b» :t trieb noch r t L D\t dtwdl M nur rod T- qtört tourbtn, Ion- Umgebung grobe lge. 0 0 ur 1*i '.q d v- fi \ c *TtfSS<5 iffSÄS** sS^ ®jvi &$s dürste rn « f mS fc =S*9,<" . Teil- . ZeMl" heiterN i: mittag ^lsiuSI ° 9q2 0ri5 W^#"< 7 Srad ^'gpflüti- 5(11^'" Aus der Provinzialhauptsiadt. Dietzen, den 22. 3un( 1928. Ein Vermächtnis für die Stadt Giehen Don Prof. Helmte, Direktor der städtischen Museen. Den Museen der Stadt Ift in diesen Tagen ein Erbe zugei allen, da« für sie nicht nur eine Bereicherung an hohen Werten bedeutet, sondern auch ein schöne« Zeugnis dankbaren Dedenkens eines Gießeners an seine Heimat bildet. Der Dewerberat L L Dr. phiL Ludwig Aböls Vvruck, geb. am 30.März 1858 In Dietzen, gelt auf dem Dampfer ..Saarbrücken" auf der Löhe von Setzlon iw Mai 1628. hat einen Teil feiner Hinterlassenschaft der Stadt Gehen ver- mach». Dr Übte als Junggeselle in Hamburg- Wands Keck und bal sein Heim mit feinem Äunft- gefühi und Kunstverständnis ausaestattei Diele wertvolle Gemälde bedeutender Maler schmückten die Wände seines Hauses, und eine besondere Lifbc brachte der Verstorbene den Kunsterzeug- ntssen Japans entgegen. Gerade aus letzlerem Gebiete fammelte er mit grotzem Interesse, das er durch Weltreisen jede- Jahr belebte und vertiefte. Schon vor einigen Jahren, als er die Gräber feiner/ Dltern und Großeltern auf dem alten Friedhof auf suchte, teilte er dem Dersasser btefct Keilen mit, datz er einen leII seiner Samm- uingvn unserem Museum vermachen wolle, er betonte, datz er dadurch die Erinnerung an leine in ® eben hvchangesehene Famllie wach- hallen, aber auch feiner Anerkennung und Freude darüber Ausdruck geben wolle, datz Die Stadl durch Den Ausbau Der QDu’een für Die Pflege der Heimat Hebe ihrer Bürger so Drspietzliches leiste. Dun ist er fern der Heimat gestorben, aber er wird auf dem alten Friedhof bei seinen Dltern Me letzte Hube finden Uno sein Andenken wird durch seine Schenkung an das Museum in besonderer Art erhalten bleiben. Was der verstorbene uns an »unftgegenftänben hinterlassen hak verfällt in zwei <9nippen; Die erste umfaßt eine Reihe Dclgemälbc, unter denen sich nutzer den Bllbern des Stifters und feiner Großeltern folgende llerfferbilher befinden: A o. Keller: „Der Land'^aftsmaler" und „Römerin am Doster'; Mnger.eger: ,J3ornel)me Leute'; E v Gebhard: „Tstnischer Bauer'; f). Kaulbach: „Schuster in der Derkstotte'; H. W Gchweikert: Italienische Landschaft mit Pser- den' und „Italienis.'e La 'dschast mit Kühen'; tL Ä b a m : „Gros Pappenheim laßt sich die Reitpferbe vor seinem Palai» oorfsthren'; C. Albrecht: ^Qnlcrieur* T» sind im ganzen 13 Gemälde von £um Teil hohem Wert Die andere Gruppe enthält japanische Kunstgegenftände, unter ihnen eine große Zahl wertvollster Statuen astatischer Gottheiten und Priester aus ftnh. Bronze und Porzellan, dazu kommen jroci bemalte Satsuma-Tempelvasen von 1 Meter Hohe und eine Reihe kleinerer Stücke. ,fi liegt in der Natur der Sache, daß die 6amm- lung meaen Ihrer verschiedenartigen Zusammensetzung nicht geschlossen beieinander bleiben kann, datz vielmehr ein Teil Im Dölkermuseum aufgestellt werden mutz Um ober Gelegenheit zu geben, einen Kesamteindruck zu vermitteln, hoben wir im Mu- seum im Alten Schloß (21m Brandoloh) vorläufig ein Ausstellung aller Gegenstände, der Oefqemälbe und Der Japansachen, veranstaltet und hoffen, bah recht viele Gießener von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden. Sie befindet sich in dem Raum neben dem Universttätszimmer, eine Treppe hach, und ist am nächsten Sonntag (24. Juni) zwischen 11 und 1 Uhr zu besichtigen. Das schöne Sprucksche Vermächtnis ruft nun folgerichtig einen weiteren Gedanken hervor: Sollte sich nicht in der Gießener Bürgerschaft noch einer ober der andere finden, der In seinem Testament der Unkrftaht in ähnlicher Weise gedenken möchte? Und sollte nicht das 5ysährige Jubiläum, dos der Oberhessische Geschichtaoerein nm Samstag und Sonntag feiert, so ma chem den Anstoß geben, bei dieser Gelegenheit dem mit dem Geschicht,verein eng verbundenen und von ihm gegründeten Museum eine besondere Stiftung zuzuweisen^ Ss ift eine wahre Freude, zu sehen, wie dem Historischen Museum in Frankfurt, Da» eben dos gleiche fteft feiert, von allen Seiten Spenden in r» ichem Maße zusließen; die Ausstellung dort beweist ni*t nur, wieviel Werte in den alten Familien noch vorhanden sind, sondern auch, wie freudig diese Famillen für dos Wachsen ihrer Museen sorgen. Uns wird so viel angeboten, wo» geeignet wäre, im Museum zur Erhaltung alter Trachten, Sitten und Gebräuche, Hausrat ufw aufgestellt zu werden; ober die Mittel dazu fehlen meisten«, chier könnte sich der echte Gießener Bürgersinn in schönstem Sinne betätigen, mag m nun durch Vergabe solcher Gegenständ«, mag e» durch die Stiftung von Mitteln zu ihrem Erwerb sein. taten für Samstag 23 Juni Sonnenaufgang 3 44 Uhr, Sonnenuntergang 2010 Uhr.h—. Äonbaufgang 10 04 Uhr, Monduntergang 1804 der Industrielle Johann Friedrich August Borstg in Breslau geboren (gestorben 1654). — 1828 der Bildhauer Johanne» Schilling in Mittweida geboren (gestorben 1910); — 1916: der Bolksschriststeller Heinrich Hansjacob b- Haslach in Baben gestorben (geboren 1*27); — 1919: Deutschland nimmt die Friedensbedingungen an. — 1925: der Mathematiker Felix Aletn in Göttingen gestorben (geboren 1849). Gonnwendseier der Gießener Studentenschaft. älnter lebhafter Anteilnahme weiter Xtetle bet Bürgerichatt beging gestern abend die Gietzener Studentenschaft ihre Sonn» w e n b f e l e r, die, wie bisher, wiederum beün Bismarckturm ftatifanb Äun nach 830 Uhr erfolgte bet Abmarsch des langen 3ug<4 der Studenten in Wichs und mit Fahnen von der Universität aus. an der Spitze des ZugeS fuhr In einem Wagen S. Magnisizrnz der Rektor Pros Dr. Rosenberg mit dem Dorstand ber Studentenschaft. Unter den Klängen flotter Marschmusik durchschritten Die Studenten die von einem zahlreichen Publikum besetzten Stratzen und gelangten, ebenfalls von einem vielköpfigen Publikum begleitet, gegen 9.15 Uhr vor dem Bis- mardturme an. Rachdem die Jünger unterer mater Ludovidana in weitem Halbkreis aufmarschiert waren, leitete der Vorsitzende der Studentenschaft, »tud, SchmiDt. die 5 ter mit einer kurzen Ansprach? ein, in bet er dem Wunsche Ausdruck gab, daß gleich Dieser Som. mersonnenwende auch unserem schwergeprüften Daterlande baldigst eine Schicksalswende belebte- Den fein möge, unb in der er mit treffenden Worten die Stellung deS Akademiker- im Staate unb die Bedeutung der studentischen und der Korvorationserzlehung an dem akademischen Rachwuchs sür das Blühen und Gedeihen des BaterlondeS hervorhob. Seine Ansprache schloh er mit einem begeistert auf genommenen Hoch auf das deutsche Vaterland Anschließend wurde das L- »: .DerGott, ber Eisen wachsen liest. gesungen Sodann wies S. Magnifizenz der Rek- tor Professor Dr. Rosenberg auf die hohe Symbolik dieser Feier hin, die heute der deutschen Sehnsucht nach dem Wiederaufstieg unsere- Da- terlandeS zu der früheren stolzen Höhe Ausdruck fiebe. 3n Dem hingehenden Dienst am (Batet- anb begegne sich das Denken unb Fühlen ber Deutschen mit tvm oröstten deutschen Staats- mann und treuesten Diener seines DvlleS. Dem Altreichskanzler Fürsten BISmarck 3n bet Erinnerung an diesen größten Deutschen und in dem Glauben an Deutschlands große Zukunft, sowie im Hinblick auf die Ermahnung des ReichSpräfidenten von Hindenburg .Treue ist da» Mark der Ehre forderte ber Redner ic hier) doch etwas ganz anderes, unvergleick ltch Reines und Hohes ist daS find die Despra>, fernen, über die sich Freundinnen austauschen. MnD auch der Mana sollte das Büchlein lesen, um die Gattin In ihrem tiefsten Smvfinden und Wollen zu verstehea und desto lieber zu haben. 25? — 3 oftn ®. Brandon: Chiffre I. j. Kriminalroman. Cnaelhorns Romanbibliothek Band 1020/21. Broschiert 2 Mk.. Leinen 3.50, Halbieder 5 Mk. — Line 7'arbrecherftanbe macht einen grobangclegten Srprcsiungsueriuch an einem Londoner Deldmagnaten. Sie'er kann aus besonderen Gründen Die Polizei nicht zu Hilse rufen unb stellt daher ein Fähnlein ehemaliger Offiziere zur Abwehr des Anschlags in seine Dienste. Der Kamps d efer Iportlufagen Amateur- detektive mit den Verbrechern, woran sich schließlich — durch 3ufaII hiacingcAogcn — noch zwei richtige Deleltive beteiligen, ift packend und zugleich amüsant geschildert. Drei Liebespaare unb die Gestalt eines entzückenden kleinen Jungen geben der atemlos dahinjagenden Handlung einen eigenen Reiz. 2Z1 — .DaS Theater' (Herausgeber: Arthur Kürschner. Verlag Berlin-Schöneberg) besaht sich in seinem zweiten Mai-Hest u. a. mit dem Umbau der Berliner Opernbühne und bringt Interessante Berichte über Uraufführungen in Berlin, Weimar. Gotha, Budapest, Karlsruhe, Königsberg. Koblenz usw. Unter den übrigen Theaterbriefen fällt einer auS Ulm besonders auf. Da steht es zu lesen, daß das Ulmer Stadt- tbealer in ber Karwoche .Faust" In modernen Gewändern aufsühren ließ. 5er Doethesche Titelheld taucht als ordentlicher Universität-prvsessor auf, indessen Gretchen al« Kontoristin erscheint. Hamlet im Stad macht Fortschritte - Walther Boehmer: M i t Gott für Trust und Dividende. Pietätlose Schilderung selbsterlebter Tatsachen und zwangSläusige Konsequenzen aus dem Weltwirttchaftskrieg 1919 bi- 1927. (Victoria Verlag 21.-®. Wien I V. Preis geh. 3,60 Mk.) 270 Wie 6a» Salz zur Suppe gehört zum ®obnenfaffee Sevliys M*#e Kaffer-Sus«». Essenz. ” Ihr Kaffee Duftet einfach herrlich, mundet voll und könnte nicht besser fein! Din Verfuch überzeugt! CrtaMbeH *U ba ("ro'.muatt «I Dk». •tobt- CrtfltMlflMet r.U b* OHotmuUer gilt IS »ramm ZntzgU 35 Dk». ’ SINDBAD, DER SALEM-RAUCHER, erzählt weiter x Als ich in meine Vaterstadt zurückgekehrt war. konnte ich nicht zur Ruhe kommen. Statt mich von den Strapazen auszuruhen und mich meines neuen Reichtums zu erfreuen, packte mich von neuem die Abenteuerlust. Schließlich rüstete ich ein großes, eigenes Schiff aus, belud es mit vielerlei Waren und fuhr ins Meer hinaus. Nach einigen Tagen guter Fahrt trafen wir eine Insel von unbeschreiblicher Schönheit. Während meine Geehrten staunend umhergingen, legte ich mich unter eine Palme und schlief ein. Aber wie groß war meine Bestürzung, als ich aufwachte, und sowohl das Schiff wie auch die Freunde verschwunden waren. Verzweifelt irrte ich umher, biner meine Reiselust bereuend. Ihr würdet mich nicht beneidet haben, liebe Brüder. Bevor ich weitererzähle, Ia5t uns die Sorgenbrecherin und Vertreiberin aller quälenden Gedanken genießen. Nehmt, liebe Freunde, eine „ . , . . feipi C16 AR ETTE SA1LEM AUSLESE Htvrt ID OtetHhlin« io »Ne» Spezlelgetcbihen fOr 5 PJ erbCmcfc > Die Verkkslettuug Obeehesserr. 5979D 5994D 6002D 5. Juli Ziehung Nachruf Ein Wochenendhaus für nur BO Pfennig erbeten an LS9IV Gießen, den 22. Juni 1928. 5985D FrauTbekla Bormet geb. Dürbeck gesucht 04697 Gießen, den 21. Juni 1928. Oonrevt 5096 D Zhre Vermählung beehren sich anzuzeigen Gießen (Am Nahrungsberg 30), 23. Juni 1928 04064 Jhre Vermählung geben bekannt 5987 D Frau Pfarrer Scriba. 04691 gesucht. Gießen, den 21. Juni 1928. 5060D RASSOL Inserieren bringt Gewinn 83D 1 gr. Fl. MK. 1.75 Gießen (Kaiserallee 20), den 22. Juni 1928 Die Beerdigung findet Montag, den 25. Juni 1928, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen Für alle wohltuenden Beweise inniger Anteilnahme beim Hinscheiden unseres Heben Heimgegangenen sage ich, zugleich im Namen meiner Kinder und Enkelkinder, herzlichen Dank. ist gestern abend 87t Uhr sanft in dem Herrn entschlafen 3. Hauptgewinn 1 Motorrad (D-Rad) 4. Hauptgewinn 1 Piano ß. Hauptgewinn 1 komplette Küche Firma 3. Himmelsbach Freiburg im Br., Jriedrichstrahe 28. Die Trauerfeier findet Montag, den 25. Juni, nachmittags 3 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. ___________________________5902D deutschen Humoristen Otto Reutter im Rahmen eines Erste Belehskurx- lehriltgeeelliohall „Gibslsberger" e. Damenabtellnng e. V. BieBen LamStag, 26. Juni, abends 8*, Uhr: Bereinsaöenö in der »Stadt Ktd)*. Ausgabe der Fest« abzeichen für d. Bcr- bandötag in Main». 1W,D Der Vorstand. LamStag, R. Juni Kneipe.1 mengen. Verlangen Sie nur echtes Rafiol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zuriuk. Allein. Hersteller: Engel- apotheke Gietzen. Zu Haden in allen Apotheken. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johanna Reeh geb. Dürbeck. Hugo Hellwig liefet Hellwig geb. Wachenschwan Todesanzeige. Heute entschlief sanft nach langem Leiden unsere liebe Schwester und Tante 1. Hauptgewinn Ein Wochenendhaus wird erbaut am Wohnsitz des Gewinners 2. Hauptgewinn 1 Schlafzimmer und Küche In tiefer Trauer: Margarete Möser geb. Stöhr Marie Möser Für 7jähr. Mädchen wird liebevolle Pflegestelle gesucht. Schr. Ang. u.04678 an d.G. Anz. Motorivortklub 1926 Wieftcn. Sonntag, 24. Juni: Mill-Ml! llüMMsels Abfahrt 10 Uhr am Eifenbahnholel Hopfrid. «“D Im Trauerfalle: Tei.1382 Modehaus Carl Nowack,Seltersweg 85 dient jederzeit sofort bereitwUligst mit Auswahlen: Schwarze Mantel, Schwarze Kleider swa Schwarze Kleider- und Seidenstoffe Todes-Anzeige. Mein geliebter Mann, mein guter Vater Herr Johann Möser Institutsverwalter a. D. Alle Schweine, ÖÄ solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich Überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Ehloffel voll echte» Am 19. Juni starb unerwartet Fra MnnM Em« Biermann geb. Dernboeg Die Verstorbene gehörte seit 1919 der demokratischen Stadtverordnetenfraktion an. In ihr verlieren wir eine hochgeschätzte Mitkämpferin unserer demokratischen Sache, die sich in besonderem Maße der sozialpolitischen Seite unserer Arbeit widmete, und die wegen ihres liebenswürdigen Wesens allseitig beliebt war. Wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten. Stadtverordnetenfraktion und Vorstand der Deutschen Demokratischen Partei. Große W ßhllabrts - Wer I - Lotierie zum Besten der Pensionsanstalt der Genossenschaft Deutscher Bühoenanöebönßer Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem großen Verlust, der uns betroffen hat, sagen wir allen, insbesondere dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Willi. Sehnde ZoU-OherwadUmeisler 1. n Gießen (Kugelberg 61), den 18. Juni 1928. MstzM SnStieWeWWen nö Stieget Wfirteneii SWWWMlIU om Sonntag, 24. Joni 1928, muM 3 W. auf öerElebigsböhein Kietzen (Zs werden sprechen: ütarle Setzei, Koblenz, Bitgl. des Bunoesausldniffes, ßüer bie Besorgung u.Sflrforge der Knegeitzinleidiiedenen SnnietiM S. Sentzei, Banniloöl, fiöei die Beriorgung der Kriegsdeiltzndigten nJiirWrung des Brnotgungsrrtits Wir laden hierzu alle Kriegsopfer und alle fozialpolififch Interessierten ein. WW f. unser Delikatessen- und VebenSmtucl» (Mefrfiäft zu soforlia. Eintritt [5984D gesucht. Schriftliche Bewerbungen an unsere Filiale Babnbof- stranc 49 erbeten. Carl Srötjlinfl 1(.-»2 zu ! -tden gev«! E.derm ■jjartccn dauern SelL abvechMgf ®cf änflnl stschcn ti- Hie gjti- rtcoluf gwher DL «oner rib wünschst arbeitet auf auch nicht » Symnasimn i Aaditsch M verschallt, die monaten floi md dst Her un- sogar eit ,u rcM M <3cit Mer 3- für Außla Jahren auch tmt den Do! cf manchem j schien schon Auhland, W die ihn mit Endung bra InschauWgei bcQiflcn Dr drechung seit ihn aus feinei angeblichen ( Schule auf I Auszeichnung 1891 an der Mitten. M -weim zum ersten 2 Icbne.r ai scher Staalsc Duch hier feiner Nation eist ^undgebmg e nchen lato für einen ta machen, ttnub bette zum c Tesängnis. ' hatte und k letzen konnte, verwieset Prag md hmgen mit i »arischen Dvj ton war Aal gelang ihm in seine Heim tot dem aerc ^ranz Jy zu tvranftalt verk>rannt L daren die K linfe M^rn bon ^".endlich neues Nekr§ m b',;-. Mat 5^ ÄS Nr. 14'> Zweiter Blatt Zreklag, 22. Juni 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhessen) Stephan Aaditsch, der kwaUche Zanernkvnig. 3um Attentat in btr südslavischen Gkupschtina. (Bin ubcrraflctibcr $>cmagogc ein Mann von binoH^enber Rednergabe, ein fltaljfct Poli- liker —- das ist der funtund'unt^lgjährlgc Ot a - ditsch. dessen diplomatische Klugheit man im ursprünglichen Siim be* Wortes alt Dauern- Ichlauhett bezeichnen fann. Stephan Radirsch. der se Polizei nahm ihre Zuflucht sodann zu einem anderen Trick, der sich wiederholl in der Geschichte bewährt haben foll, sie Holle die Okairt des Eingefchlollenen herbei, um ihn zur Heber- gäbe zu überreden. Aber auch dkse Deteuerun- ® Versprechungen und Bitten aus lieblichem nde vermochten den Hartgesottenen nicht von seinem Entschluß abzubringen. Dann probiert« man cs mit Gasbomben. Aber der Singeschlos- fenc hatte während des Weltkriege« nicht umsonst al» Infanterist in den Schützengräben Im Artois und in der Champagne gelegen, er verwertete die dort gewonnenen 8rtabnmgai, sorgte für hinreichenden Luftzug in seiner Festung, und daS Gas zog wirkungslos ab. Da endlich kam die Braut - eine moderne Delila -- auf eine Idee, wie man den Unbcfteg- baren entwaffnen könne. Sie wies darauf hin, daß ihr Berlobter gern und lange schlafe und daß er, einmal im Schlummer, nicht durch da« Ab feuern von zehn Haubitzen zu wecken wäre, ilnb demgemäß beschlossen die Belagerer, die enbgültifle Entscheidung dieses KriegSspiels den ursprünglichen Kräften der Ola tut und dem Gotte Morpheus zu überlasten. Mit Erfolg. Rach dem alle kriegerischen Operationen auf der Seite der Belagerer eingestellt waren, wurde es still ringsumher, und am dritten Tage klang endlich deutlich aus der offenen Dachluke ein mek)disches Geräusch, da« bewies, daß dort ein Gerechter Im Schlafe lag. Und in Morpheus wohltätiaen Armen wurde der junge Freund der persönlichen Freihett tatsächlich auch glücklich überrumpelt und In die schon erwähnte Staatspension geschafft, deren Gast er nunmehr jedoch Höch stwahrf cheinlich länger al« bloß vierzehn Tage sein wird. Der Fahrschein der siamesischen Zwillinge. (a) Rcuyork. Man mag über die Verkehrspolizei von Manila denken, wa» man will: das eine läßt sich bestimmt nicht leugnen, daß sie nicht davor zurückscheut, Beschlüße zu fassen, deren Weisheit alle« andere als salomonisch ist. So hat sie soeben au« keinem anderen Grunde, al« well „öle Angelegenheit zu kompliziert" ist. den Brüdern Guclo und Simplicio Dvdino den Auto-Führerschein entzogen, den Auto-Führerschein, nicht die Führerscheine. Denn da« ist da« Eigentümliche an diesem Das rechte fff er. Neue Kölner Perspektive. Don Alfons paquet. '2m linken Rheinufer von Basel bi« Köln ’jnb Rhmwegen ist die Reihe der alten Städte. Xm linken Rheinufer die Dome, die schwarzen Kirchen, bic zerbrochenen, einst vom Wasser dc- -pültcn Stadtmauern; man spürt da noch etwa« ui« jener Zett, als der reißende, schlammige Fluß .kn FestungSgroben des alten Römerreiches gegen Unbekannt bildete, der jeden Qlugcnblid au« den Waldern von brühen vorbrechen konnte und der -ann endlich kam. alles über den Haufen warf, -rod ein neues Reich errichtete. Der Rhein wurde Nr» Rückgrat dieses neuen Reiche«. er blieb die Ctrabe der Kaufleute, der Pilger und Gesandtschaften von Italien bis zur Rordsee. Oll« dann "fcic See 5um Weltmeer wurde und von Holland Her in daS Gand vvrstieh. entstand die Reihe der .Handelsstädte. Residenzen und Flußhäfen auf X-m rechten Ufer. Das sind die jungen, un- Zeichartigcn Städte von Wesel. Duisburg und ?us fei darf aufwärts bi« Mannheim und Karlsruhe. 6p setzten sich erst allmählich die beiden Xbcinufcr in eine Art Gleichgewicht. Eine atlan- llche Einwirkung ging den Strom hinauf und legte Barenspeicher. Fabriken. Landungsmauern vor Me alten wohlgeordneten Fronten. Die jungen 3ndustric-Großstädte entstanden schon auf beiden reiten. Ludwigshafen ist wie 5>amborn. Homberg vie Enger«. Die alten großen, einst vom Wittel- -teer befruchteten Städte zögerten, auf das andere Ufer hinüberzugreifen, leere Felder lagen da. Eher schlossen sich Städte von beiden Seiten des Etro- nc« zu neuen Gruppen zusammen, ehe die alten Städte dem Baller 'Beispiel folgten und Doppel- Gtäbtc wurden mit dem Stro.n tote einem Kanal in der Mitte. Witten in der Entwicklung des Rheines zu emem in sich ruhenden städtebaulichen und strom- baulichen Organismus tut jetzt Köln, das sich entschlossen hat. die Rletropolc des Rheinlandes Au bleiben, den entscheidenden Schritt auf das andere Ufer. Das bedeutet die Einbeziehung des elfen Festungssternes von Deutz in das Stadtbild. Köln war zwei Jahrtausende lang eingefüllt in die flache Schale seiner Mauern. Es wünschte tofcl, sich auszudehnen, aber cs wurde eine preußische Festung; gegen die Umklammerung durch den FiskuS gab c« keinen Ausfall. Unersetzliche Bauten fielen dem Bedräng zum Opfer; die Kölner Sich ist eng und verwirrend wie eine Ehincscnftadt. Die Festungswerke, obwohl fett Jahrzehnten wertlos und für den Weltkrieg nic- mals ausgerüstet, hielten die Häuser Herde gefangen. Gegenüber am Strome lag nur die Kürallierkaserne, halb versteckt hinter dem Bahndamm. 3n diesem Mauerwerk versank eine Olbtei und eine Kirche. Rheinabwärts dehnten sich Mesen. Erst hinter der breiten, starken Krümmung des Stromes stellte Mülheim, auch eine der Tochterstädte von Köln, feine Türme und Schornsteine auf. Seit zehn Jahren lind die Baumbügel des Kölner Festungsgürtel», die alten Forts, die eine Großstadt von ihren OJorftäbten trennte, ein Trümmerfeld geworden, ein um die Stadt gebogener Bauplan. Die Stadt kann jetzt beginnen, sich auszudehnen. Wird sie nun, die drittgrößte in Deutschland, noch immer eine Halb- fcheibe bleiben oder sich auf die andere Seite des Stromes legen? Sie braucht den Raum. Schon greifen vier Brücken hinüber. Aber die Bewohner von Köln machten bisher den Gang über die windigen Brücken nur wie in ein fremdes Gelände. um von drüben einen bewundernden Blick auf die eigene Stadt zu werfen.. Hinter der Kaserne sind klein st ädtt sche Straßenzüge ein wenig benutztes Hafenbecken, an der Seite des Brückenkopfes begann noch immer das leere Feld. Wan baute auf dieses Fell» zum erstenmal die Werkbundesausstellung. die in der Panik des Kriegsausbruches geschlossen werden muhte. Die Bauten verkamen. Sie waren nicht schlecht, aber sie wirkten klein und zufällig. Es mußte Größeres an ihre Stelle. Gs entstand der Plan der P r e s s a; neue Räume, bessere Anfahrten muhten^geschallen werden, eine Außenstadt. nicht eine Fortsetzung des Häufcrgewirres von drüben; der Ansatz zu einem Köln der Zukunft, eine Breitseite, die sich vor dem Dom nicht zu schämen brauchte. Die Stadt Köln legte die Aufgabe in die Hände ihres eigenen Baumeisters des ötabt- haudi rektors Abel, eines Architekten aus dem Kreise des bedeutenden Stuttgarters Paul Bona tz. der modernes Können mit einem Gefühl für gesicherte Heber lief er ung verbindet. Drei Hindernisse waren zu überwinden, der alte Bahndamm, die Kaserne, die einstigen Messebauten. Drei 3ahve war Zeit. 3n diesen 3ahren wurde die Pressa vorbereitet, sie sc^us die neue Baugestaltung nicht, aber sie pressierte sie. Der Oöahn- damm ist gefallen. Die Kaserne erwies sich al« ein Dau, der zu bleiben verdiente, nun ist sie eine schloß ähnliche Helle Front mit ihren neuen breiten Seitenflügeln; vor \far senkt sich zum Strom die mit alten Bäumen bestandene Tarrasse; die dem Dorhos zugekehrten Enden der Seitenflügel zeigen mächtige, bis zum Dach verglaste Oellnungcn. Don den Sälen dieser Flügel her gelchen sind die Treppenhäuser em AuSlauf in das Helle, ein geschützter Ausblick auf das herrliche Gegenüber der alten Stadt. Gin Tor durchbricht jetzt die Mitte des Kasernenbaue« und führt in einen riesigen 3nnenhsf. Der öde Exerzierplatz ist umgewandelt. Die einstigen Stall- gebäube an den Seiten schließen sich um ein monumentales Viereck. An der Seite ragen zierlich die spitzen Türme der Küche von St. Heribert. die wieder freigelegt ist. um ein Teil des noch nicht gegründeten Rheinischen Museums zu werden. Jetzt finb in den dicken Äalerncmnauem die lichten Säle des Muteums, vor den Fenstern die Ovallerflächc. Eine Terrassen straße führt rheinabwärts zu dem Ollellcgelande, zu dem auch der Strahenzug der Hohenzollernbrücke übet eine Ichleifenmäßiae Rampe hinabführt. Die Mellehalle ist verschwunden. 3tc ist nicht abgebrochen, aber sie wurde zum Kern eines größeren Gebäudes. 6eme Fronten sind eine machematisch strenge Dacksternarchitektur. 0-reite OI>andelgänge an den Seiten, geräumige Säle an den Stirnpartien umschließen die Hallen von früher und geben dem Innern dieser Gebäude- malle, deren äußerer Wantei streng und gleichmäßig gefaltet ist, das Majestätische. Au« diesem flachen Haus tagt ein wenig höher rau ein Wittelblock. Ganz an feinem Snde springt der Turm auf, knaberllchlank, eine Säule, ausgefüllt mit den kleinen viereckigen Sälen, ein neuartiger Aufenthalt und Aussichtsturm mit dem aus- gespannten Baldachin des Dachgartens und dem kupfernen Türmchen darüber, das eine Laterne ist. Man hat diesen Turm und die Halle mit dem Stockholmer Stadthaus verglichen, ich weih nicht, warum. Man kann ebenso an das Ehilehaus in Hamburg denken, beim zu dem Vergleich berech- tigt nich^ als der Dacksteim Das Stockholmer Stadthaus ist zum Wasser hin ein Palazzo, zur Straßenseite pm em Kloster. Der Turm von Köln ist gant anders al« der breite gestumpfte Turm der schwedischen Hauptstadt, lind die Kölner Halle will nichts sein als eine Horizontale vor der Ebene. Die Backsteinarchitektur ist hier das Reue. GS ist wie ein Einbruch der iror di scheu Backsteinarchitektur hier am Endpunkt des Mittelrheins, Wahrzeichen einer neuen Epoche. Den« man sich die Achse dieser Halle forte gesetzt, so stößt sie schräg auf den Rhein. Tiber sie wird von einem kreisrunden, radial zerlegten Platz auf gefangen. Ihn umfaßt eine von vierzig enggestellten Pfeilern gebildete Halbrotunde, m der Mitte ein Würfel, von einem hohen Tor durchbrocyen. Dies ist die kristallisch glitzernde Ziegelsteinfront dcS Staatengebäuöe». dessen gläserne Halle sich zerteilt wie die Federn eine« Fächer«. Das Tor in der Mitte ist em Durchgang. ein Durchblick m die Straße dahinter mit Ihren Ausstellungskonstruktionen. Dann kommen die offenen OResenslächen Die Straße, die Dörier. die bemalten Gerüste der Ausstellungsstadt bleiben in der Ferne. Sie sind vergänglich. Drüben vor der Front der alten unb jüngeren Verwaltungsgebäude, der reichen BSohnhaufer, der drei alten Türme von 6t Kunibert, über den weich gesenkten Rampen, auf denen sich Analer und Zuschauer, m zwei Gliedern gestaffelt, die Zeit vertreiben, aus dem Glaspavillon der Bastei am Kölner Alfer, liebt man zu dem neuen Köln hinüber. Gs liegt da tote eine lange bewegte und geöffnete Stadtmauer, nut das über Sck gestellte Glashaus des Orhein- caf4s dort drüben formgt mit fernen Terrassen bis zum Strome vor Die Heine Uferbahn ist nicht Nchtbar. Ruhig fügt sich alles Gebaute m die Horizontale der Garrdschaft. nur der neue Kampanile legt seinen Schatten über die morgen- helle Wasserfläche. 3n der Breite des Stromes alerten kleine Dampfer mit grober Flagge, dahinter die Kähne am lan^n Stahlseil, ein Seedampfer fährt stromab. Das dort drüben übet dem Wasser erscheint fast tote der Ansatz einer Seestadt, klar und luftig. Der neue Turm ist ein Genchtturm. ©r gibt dieser Stadt etwas vom Olleer. Der Strom vor der dunklen Drücke schillert att« seinem Droiueton in ein Helle« Lichtblau hinüber, das schon einer Marn», einer Landschaft hx Wasserfarben zugehört. Falle' Cudo tm» SimplielS Rnnerr schlechter' Dings nur zusammen Auto fahren, sie sind nämlich sogenannte ..siamesische Zwillinge", obwohl sie von der Philippinemnsel Samar stammen. Lucio und Simvlicio sind sehr nette, gefällige junge Leute, und sie haben nur den einen Fehler, daß sie am Rücken aneinanbergewachsen sind. Sie verstehen da- Autolenken au» dem ff. und besitzen einen prächtigen amerikanischen Wagen aus Aluminium. LIrfprünglich hatte die hohe Polizei auch nicht das geringste gegen die Aushändigung her Fahrerlaubnis an die unzertrennlichen Brüder einzuwenden. Aber dann auf einmal, am grünen Lisch kamen die Bedenken. Wenn z.D. der eine der Brüder den Wagen lenkt und jemanden durch eigene- Verschulden überfährt, - kann und bars man dann den anderen mit einsperren? MnD andere, ähnlich kniffliche Fragen gingen der Verkehrspolizei von Manila durch den gewissenhaften Kopf. Sie kam zu keiner Klarheit und hieb einfach den gordischen Knoten durch. Allerdings nicht den, der die beiden BrÜ- der unlöslich vereint, sondern sie entzog ihnen die Fahrerlaubnis. Bekannte Juristen auf den Philippinen sind in der einheimischen Presse daraufhin sofort In einen leidenschaftlichen Mei- nung-kampf darüber eingetreten, ob man aus solchen ungewöhnlichen Gründen unbescholtene Staatsbürger an ihren Rechten beschneiden darf. Selbstverständlich haben die beiden Dodinos gegen dieses Vorgehen der Derkehrspoltzet Beschwerde eingelegt. Diese hat ihnen daraufhin an- heimgegeben, sich durch einen chirurgischen Eingriff .auSetnandernehmen" zu lassen, was die Zwillinge jedoch ablehnen, da eS sehr lukrpttv ist, aneinanbergewachsen zu sein. Denn sonst würden sie nicht solchen Wert aufS Autofahren legen können. Die Weichselbrücke von Marienwerder. Bei Marienwerder führt eine herrliche, ein Kilometer lange Brücke über die Weichsel, die im Jahre 1909 mit einem Kostenaufwand von rund 9 Millionen Mark erstellt worden ist und die einzige feste Verbindung an der unteren Weichsel barstellt, ble heute zwischen O st - preuhen und dem polnischen Korridor besteht. Sic ist dank der ausgezeichneten Bestimmungen bes Versailler Vertrages und entgegen Den früheren Gepflogenheiten, wonach die Grenze zwischen zwei Ländern in der Mitte eine- Flusses verläuft, polnisches Eigentum geworden, ebenso wie ein Teil der Hochwasser-Sicherungen auf dem rechten Weichselufer, deren mangelnde Instandhaltung die ganze Rie- berung auf der deutschen Seite zeitweilig größten Gefahren auSsehte. Dieses Eigentumsrecht benutzend, oder vielmehr mißbrauchend, hat Polen kürzlich beschlossen, die gewaltige Brücke abzubrechen und an anderer, ausschließlich den innerpolnischen Verkehrsbebürsnlssen bienender Stelle wieder aufzubauen. SS mag sein, bah die polnischen VerkehrSbebürfnisse einen solchen neuen Brückenbau nötig machen: es mag auch sein, bah durch die Grenzziehung von Versailles der Verkehr über die Weichselbrücke von Marienwerder, sicherlich nicht ohne Dazutun der polnischen Grenzschikanen, geringer geworben ist. Wie bem aber auch fei, bedeutet eS eine unverantwortliche Schädigung der Bevölkerung auf beiden . Seilen des bisherigen Verkehrsweges, und zwar gerade des polnischen Hinterlandes der Stadt Marienwerder, ihr die einzige Verkchrsgelegen- heit wegzunehmen. Und Darüber hinaus ist eS bezeichnend für die Auffassung, die in Polen von 1 der so gern und sooft im Munde geführten, ^.gesamteuropäischen Verständigung, von DerIn- teressenverbundenhcit und von der wirtschaftlichen i Einheit Europas in Wirklichkeit herrscht, daß man eine Politik der Abtrennung zwischen deutschen und polnischen, ehemals zusammen- gehörigen und noch heute wirtschaftlich verbundenen Gebieten mit derartigen kulturwibrigen Mitteln durchführt. Das läßt sich durch leine technischen Bedürfnisse rechtfertigen. Und auch die AuSrede, bah der Bau einer neuen Brücke iiducS Material erfordern unb deshalb mehr kosten würde, als wenn man die bestehende verlegt, vermag nicht zu überzeugen. Denn für den tn der vorigen Woche begonnenen Abbruch find Hunderte von Menfchen nötig, gewaltige Mengen Holzbalken, um baS Abbruchswerk ab- Klucht in die Wüste. Voll Waldemar Kelter. Warum ich geiab* heut dazu aufgelegt bin, diese schöne Jugendeselei zu erzählen — ich weiß nicht. Vielleicht macht ee, nach langen Regentagen, die Sonne, die alte Sehnsüchte in weiteste Ferne neu belebt. Damals vor 21 Jahren — große ffiütcl Darüber sind wirklich schon 21 Jahre vergangen — da- mal» war ich ein frisch angebräimkr Schiffsjunge an Bord einer Hamburger Vtermastbark, hatte die erste Reise non der Elbe nach Rieder-Kalifornien hinter mir, 150 Tage ununterbrochener Segelfahrt, und der seelische Magen (so was gibt es) beschäftigte sich intensiv damit, sine große Enttäuschung zu verdauen. Diese» Land nannte sich Mexiko. Wo aber waren die Palmen, die Papageien, die Caballero» auf stolzen Rossen? Irgendwo anders waren sie. Hier breitete sich trostlose Wüste, kahle Berge, ratzekahl, stiegen In furchtbaren Glnthimmel, und nur auf der Insel Tor. tuga, draußen im Golf, konnte man mit dem Glas eine 81 rt Vegetation wahrnehmen, riesige Kakteen, die in dem ebenmäßig gekrümmten Rücken des Ei- landes steckten wie Wäschepfähle. Stile Leiden eines Schiffsjungen, frisch von, Gmnnasium importiert, hatte man mit Heroismus getragen, sogar die drei entsetzlichen Wochen an der Wetterecke des Kap Hoorn wurden durchleuchtet von dem Gedanken: Es geht nach Meriko, hott au», du wirst delohntl Und nun? Ein Wüstenkaff, in gelbem Gand aufgebaut, ein paar rauchende Schlote der Kuvferfchrnelzcn, kein Baum, kein Strauch — da» präsentierte sich al» MerikoI Obwohl die Tage»temperatur nicht selten 52 Grad Celsius betrug, war die Stimmung unter dem Rull, punkt Nicht nur bei mir, auck bei Otto E, meinem lieben, wenn auch nicht sehr tapferen Weggenossen, mit dem ich später manche» kleine Abenteuer erlebte. Ihm war die Petersilie so gründlich verhagelt, daß er kaum noch einen Bissen zu sich nahm „Otto," sagte ich, „das geht nicht, du mußt effenT — .,Had ar en Zweck nid)!" erwiderte er dann und kroch in die Koje. Zwei vom Schicksal geschlagene Sechzehnjährige wurden irre an der Welt, bangten vor der nächsten Ent- täuschung. Die anderen Jungen — wir waren im ganzen acht — nahmen e» leicht Sie hatten sich den Wei»- heitsspruch der Matrosen ongeclgnet- „Was brau. zustühen rmv technische Einrichtungen, deren Anwendung zuzüglich der Arbeitslöhne und des Materials wahrscheinlich nicht viel weniger kostet, als der Bau einer völlig neuen Brücke an Materialtosten verschlingen würde. Aber selbst wenn auf diesem Wege ein Viertel oder ein Drittel der Baukosten für eine neue Brücke gespart werden könnten, würde sich der VandaliSmuS nicht rechtfertigen, mit bem man eine bestehende, feit bald 20 Jahren in das Verkehr-- und Wirtschaftsleben einer Gegend eingereihle Verkehrs- cinrichlung von einziger Art kurzerhand beseitigt. Diese Brücke von Marienwerder ist ein Symptom. Ihr Olbbruch ist ein schlagender Beweis Dafür, daß es Polen nicht darum zu tun ist. mit oem deutschen Rachbarn in ein möglichst cngeS und möglichst ersprießliches Verhältnis zu kommen, sondern baff jede- bcFicLige Interesse als Vorwand ausreicht, um Brücken abzubrechen, die ein Zusammenkommen der beiden Völker und ihrer Interessen ermöglichen oder erleichtern könnten. Jede Brücke gilt, wie das immer wieder bei Einweihungsfeierlichkeiten betont wirb, als ein Mittet zur Verbindung von Menschen und Völkern. Und nicht umsonst ist der Begriff der Brücke und des DrückenlchlagenS bildlich in den Sprachgebrauch übergegangen, um baS Ergebnis einer Verständigungstätigkeit zu kennzeichnen. Polen, dessen außenpolitischer Vertreter gerade in diesen Tagen eine unzeitgemäße und allgemein, zum Teil sogar in seiner Heimat als unerwünscht empfundene Einmischung in den deutsch-französischen ,Brückenschlag' am Rhein vollzog, blieb der Abbau einer wirklichen Brücke zwischen zwei Völkern vorbehalten. Em halbes Jahrhundert Oberhessischer Geschichtsverein. Von Or. Walbrach, Gießen. Der heutige Oberhessische GeschichtS- verein wurde am 15. Juni 1878 als „Oberhessischer Verein für Lokalgeschichte" gegründet. Diese DründungSversammlung leitete der erst 1923 in München verstorbene bekannte Recht-- lehrer Karl Gar eis, der von 1883 ab Ehrenvorsitzender deS Vereins war Unter den Gründen, die die Bildung eines Geschichtsvereins in Gießen ratsam erscheinen ließen, erwähnte Gareis besonders, daß der frühere Verein zu locker gefügt gewesen sei, um nicht allmählich auSeinanderzusallen, daß der Historische Verein für Hessen In Darmstadt Infolge der räumlichen Trennung für Oberhessen nicht in derselben Weise wie für die beiden anderen Provinzen wirksam sein könne, daß Oberhessen außerordentlich reiches Material für vorgeschichtliche und römerzeitliche Forschungen biete, und daß in Gießen als einer ^lniversitätsskadt immer eine größere Anzahl Männer leben, die sich mit dem Studium der Geschichte beschäftigen. Der neu gegründete Verein erfreute sich lebhaften Anteils der Gießener Bürgerschaft, so daß die Mitgliederzahl schon im Mai 1879 auf 165 angewachsen war. Ander äußeren Geschichte deS Vereins seien mir die Ramen der Vorsitzenden genannt, da es sich hier in erster Linie um die Tätigkeit des Vereins und seine Leistungen für die Erforschung unserer Heimatgeschichte handelt. Vorsitzender war bis 1883 Prof. Dr. Karl GareiS. bis 1889 Pros. Dr. von Ritgen, bis 1891 Prof. Dr. Frhr. von der Ropp, bis 1895 Pros. Or.Höhlbäum, bis 1897Pros, Ör. Otto Buchner, biS 1903 Pros. Dr. Höhlbaum und seitdem Geheimerat Prof. Dr. Dehaghel. Die Tätigkeit deS Vereins auf heimatgeschicht- lichem Gebiet läßt sich zunächst in drei großen Rubriken unterbvingen: Wissenschaftliche Vorträge, bei denen bekanntlich auch Gäste gern gesehen werden, die „Mitteilungen", von denen jährlich ein Band Den Mitgliedern gratis zuzugehen pflegt, und die Gründung intD Förderung des Oberhess. Museums im Alten Schloß. Um einem weiteren DevölkerunaSkreis Rechenschaft davon abzulegen, waS der Verein in den 50 Jahren seines Bestehens für die geschichtliche Erforschung unserer Provinz geleistet hat, und um alle für die Heimatgeschichte Interessierten mit unseren Bestrebungen bekannt au machen, werden im folgenden Die Leistungen des Vereins auf Den genannten drei Gebieten zusammengestellt. Selbstredend ist es nur möglich, eine kleine Auswahl der gehaltenen Vorträge hier au erwähnen. Sie werden unter bestimmten Gesichtspunkten zu Gruppen geordnet ausgezählt. Ramensnennung und Datum des Vortrags mußten Der Kürze wegen wegbleiben, so interessant es auch für manchen Wohl Ware, die Rainen Gareis, von Ritgen. Buchner. Binde- Wald u. a. zu lesen. Die erwähnten Vorttäge befassen sich durchweg mit Oberhessen. Vorgeschichte. Prähistorische Riederlas- fung Reubäusel unb Butzbach. Vorgeschichtliche Besiedelung her Wetterau. Der Steinsarg von Odenhausen. Germanen- und Römer zeit. Das Castrum Altebura bei Arnsburg. Die römische Villa bei Holzheim, ©ermanentoanberungen besonders in Oberhessen Eroberung und Sicherung der Wetterau durch die Römer. Der Pfahl- graben in der Wetterau. Reuere Geschichte. Hessische Franzosen- zcit 1806 bis 1814. KriegSleiden im 1 c. und 18. Jahrhundert. Hessische Politik 1863 bis 1871. Rechtsgeschichte. Bürgerliche Rechts- entwicklung in Hessen. Das Friedberger Malefizbuch. Die alte Gerichtsstätte bei Kaichen. Kirchengeschichte. Gin Ketzergericht in Gießen 1750. Staat unb Kirche in Hessen biS 1900. Kriegsgeschichte Anciennetätsliste des Hess.-Darmstädttschen Leib-Inf.-Regiments. Die Hess, freiwilligen Jäger 1814. Kulturgeschichte. Eine QfUfelber Dichterin des vorigen Jahrhunderts. Anfänge des Buchdrucks und der Zensur in Gießen. Hessische Fachwerkbauten. Stromer und Vagabunden (Zigeunerhinrichtung in Gießen 1726). Gießen. Daugeschichtliche Wanderung durch Gießens Umgebung. Gießen im 30 jährigen Krieg. Blücher in Gießen. Baugeschichte der Stadtkirche. Kunstgeschichtliche Reuigkeiten aus Gießen und •Umgcgenb. AuS alten Gießener Stammbüchern. LiebigscheS Laboratorium. Alte Gießener Familien. älniversität. Der Pietismus und die Hochschule. Die älteste Matrikel. Pros. K. T. Dahrdt in Gießen. (Siebener Stu deuten tum in der Frühzeit der Unioerfität. Burschenschaft unb Landsmannschaft und die Gießener Schwarzen 1814 bis 1820. Städte, Burgen unb Klöster in Oberhessen und der Rachbarschast. Geschichte von Laubach. Die Münzenberger Alter und Entstehung von Friedberg. Geschichte von Alsfeld. Grünberg mit AntoniterhauS unb v. Büdingen. Geschichte des Kalsmunts bei Wetzlar. Der Dom zu Wetzlar. Portal der Grvtzlindener Kirche. Geschichte der Burg Gleiberg, des Klosters Arnsburg. Ebenso wie bei Den Vorträgen, können auch bei Den in den „Mitteilungen" des Vereins gebrudten Abhandlungen nur Die die engere Heimat- geschichte betreffenden Arbeiten erwähnt werden: eine Vollständigkeit ist bei Der großen Zahl der Aufsätze unmöglich Von den Mitteilungen find fünf Bände als „Mitteilungen des Oberheffischen Vereins für Lokalgeschichte" erschienen und 27 Bände als „OlliHeilungen deS Oberhessischen Ge- fchichtsvereiuS". Die Einteilung nach sachlichen Gebieten, die bei der Bcttachtung Der Abhandlungen beobachtet wurde, ist etwa dieselbe wie bei den Vorträgen. Lieber Vorgeschichte sind mehrere Arbeiten erschienen: z. B. Die Hügelgräber bei Stockhausei,, ein größerer Ausgrabungsbericht von verschiedenen oberhessischen Orten, ein Grabhügel auS der Bronzezeit bei Alsfeld. Die Gcrmanenzeit ist durch Auffätze übet altgermanische Gräber und die Ringwälle auf dem Honsberg bei Butzbach vertreten Mit Den Römern in Der Wetterau beschäftigen sich naturgemäß eine ganze Anzahl Aufsätze (Pfahlgraben, Kastelle usw.). Mittelalterliche und Reuere Geschichte. Einige Arbeiten über die Wettcrauer chcn wir nn Land zu gehn, mir können das Land von Bord ans sehn!", und ihr Interesse konzen- tricvic sich durchaus auf den^ Schnaps, den man filnlfabo nennt. Von Mefer Seite war selbst der Trost gemeinsamer Klagelieder nicht zu erhoffen. Otto und ich, mir schwiegen daher, und immer trüber wurde unsere Gemütsverfassung. Bis eines Nachts das große Wort, Zukunft malend, sich löste. 3m Logis waren die Lichter gelöscht: der Kampf mit den Wanzen hatte begonnen. Ein aussichtsloser Kampf. Ich hörte Otto auf gut Sächsisch fluchen, hörte, wie er au» der Koje sprang, sich hastig in die Kleider warf und an Deck lief. Wir sanden ims an der Nagelbank des Kreuzmastes. Ein märchenhaft schöner Mond stand am Fimmel, ruhig atmete der Golf. Otto spreizte seine fünf Sfinger gegen den armen unschuldigen Mond und auchte aus Herzensgrund: „Schwindel!" Nun latte aber der liebe Gott dafür gesorgt, daß ein neue» Hofftiungslämpchen in mir entzündet worden war. Zuweilen nämlich versuchte ich, im Gespräch mit den Leichtersührern. den Lanchero^, meine spanischen Sprachkenntniste etwas aufzu- bessern, und gerade an diesem Nachmittag hatte mir einer erzählt: Im Innern der Halbinsel seien fruchtbare Täler, mit Quellen und Palmen unb weihen Kirchen unb so. Dao flüsterte ich leise meinem Otto E. ins Ohr, an nichts denkend. Er fchaute iroß auf, nahm die Pfeife au» dem Mund, lief in und her, rüttelte an den Parduhnen. „Was ast du. Otto?" — „Mensch", sagte er, „da brinne also I» was los?" — „Der Lanchero muß ce wissen." — „Dann albt» doch nur een» In der Welt, wir picken au»!' Auspicken heißt soviel wie auoreißen, fliehen. Der Mond lachte. Mir wurde etwa» schwindlig. Zwei, auch drei, vielleicht vier Stunden haben wir geredet. Dann waren wir einig. Am Samstag nachmittag wollten wir um Landurlaub bitten, am Sonntag früh ohne jede Bepackung, unter Hinter- laffung unsere» Hab und Gute», den Marsch ins Innere antreten. Keinem Menschen würde da» auffallen. Unser Ziel sollte die «ladt San Zgnacio [ein, die der Lanchero genannt hatte. Wo lag Can Uflnaclo? Wir wußten e» nicht. Egal, es war da. Was wollten wir dort anfangen? Keine Ahnung. Zwanzia Peso) hatten wir zusammen, da» reichte für» erste, e» mußte sich auch Beschäftigung finben. und bann weiter, weiter, mir heraus au» dieser Wüste, weg von diesem Schiff, bem wahren Abenteuer entgegen! Wir drückten uns die Hände. Der Schicksalstag kam. Wir hatten unseren Landanzug angezogen, die Taschen mit Kleinigkeiten vollgestopft. Das dicke Monkeyjackett nahmen wir über den Arm. Fertig standen wir am Fallreep, da» Boot wartete. Da trieb der Zufall den ersten Steuermann herbei. „Seid ihr verrückt geworden?" staunte er. „Seestiefel bei dieser Hitze?" — „Es ist wegen des Sande», Herr Lasten", stotterte ich und fühlte, wie mir das Blut in den Kopf schoß. „Der Sand kommt immer so in die Schuhe, mir wollten gern da oben auf den Berg, man soll die jenseitige Küste von dort sehen können." Lassen feiste übers ganze Gesicht. „Na, denn man laut Verrückte Bagage!" Und damit fchlenderie er da» Deck entlang. Der unbewußte Singriff war abgeschlagen, der Marsch nach San Lgnacio konnte beginnen. Lm Hotel Central kauften wir eine riesige Wassermelone. Otto wollte nicht, aber ich bestand darauf. „Nu fach mal, wer joll'n des Ding schleppen?", fragte er bitterböse. „Jeder eine Stunde. Es wird bald nichts mehr davon übrig fein." — „Des I» doch aber Quatsch mit so'n Dingi" ereiferte er sich. „Wenn de» erst angeschnidd'n ie. läuft uns ja d'r Sabber ann (Bleebcrn runter!" — „Otto, Rindvieh, du willst durch die Wüste marschieren, und denkst nicht an» Trinken?!" — „Mährde!" grunzte er. Der Fall war erledigt, wir zogen los. Heiliger Bimbam, die f)ihel Schon al» der erste Hügel am Ausgang der „totabt" erklommen war, rannen Bäche von Schweiß am Leibe herunter. „Wenn de» jo lveld'r geht", meinte Otto, „schteht m’r de» Wasser ball» m'n Schtiebeln." Er wollte die Melone anfchnelden unb zückte sein breites Scheidemesser, über da kam er an den Rechten. Kaum dreiviertel Stunden Weges und schon durstig! Ausgeschlossen, lieber Otto. „Mensch, her mit dem Dinge oder'ch weeß nich mehr, wos'ch due'" — „Nur über meine Leiche!" — „(Bemeener Gerl!" grollte er unb steckte fein Mester wieder ein. Und nun ging es bergab, bergauf, In praller Sonnenglut, ohne den geringsten Schutz. Zuweilen konnten wir eine kleine Talsenkung benutzen, die ein wenig Schatten gab, aber dahinter lag sicher ein großes Plateau, tiefsanbige Wüste, in der ble Seestiefel bi» über die Knöchel einsanken. Otto Stadiebünde im 13. imb 14. Jahrhundert, Me Mark Altenstadt u.a. Heber Hessische Fürsten finden sich kleinere Abhandlungen. Rechtsgeschichte Grundbesitz und Kredit in vberhesfischen Städten. Die Münzenberger Rechtshandschrift. Kirchengeschichte. K. von Grvßen- Linden. Kriegsgeschichte. Oberhessen im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg. Kulturgeschichte ist in mehreren Arbeiten vertreten (Zunftgeschichte u. ä.). Lieber Orts - und Familiennamen in Oberhessen wird ebenfalls gehandelt. Der Deutsche Orden in Oberhessen ist mehrfach Gegenstand von Abhandlungen, insbesondere die Geschichte Der Evmmende Schiffen- berg. Gießen. An größeren Arbeiten sind solche über die Geschichte der Stadt und Festung, über die Befestigungsanlagen zu erwähnen. Hebet die Universität sind mehrere Arbeiten erschienene z.B. die Matrikel, Akten zur Gründungsgeschichte. Lebensbilder von Pro- fcfTotcn, Darsteilungen der katholisch-theologischen Fakultät und aus Der Studensengeschichte: Earl Zollen und die Gießener Schwarzen (Festschrift zur 300-Iahrfeier der älniversität). Oberhessische Städte. Dörfer,Bur- gen, Klöster usw Gleiberg. Lich. Schotten, Höchst a. Ridder, Lißberg. Schiffenberg. Arnsburg, Grünberg, Ridda. Diese Arbeiten find zum Teil recht umfangreich HrfunDen und urkundliche Betträge linden sich über Gießen, Vetzberg, Gleiberg, Alsfeld, die Herren von Zalkenstein-Münzenberg usw. Schon in der Gründungsversommlung des Vereins hatte Prof. Hofmann die Einrichtung eines historischen Museums für Lokalgeschichte angeregt. Das Museum, das zunächst im alten Rathaus untergebracht war, hatte bereits nach einem Jahr etwa 150 germanische und römische Gegenstände aufzuweisen und etwa 1100 Münzen. Im Februar 1879 trat Pros. Dr. Otto Buchner an die Spitze dieser Reugründung, Deren Förderung er sich lange Jahre mit Liebe hingab. ..Prähistorische Funde in Der llmgegenb von Gießen'. heißt es in dem Museumsvericht von 1898, ..Zahlreiche Gräberöffnungen, wiederholte und glückliche Ausgrabungen am römisch-germanischen Oren emaile, vefcheidene Ankäufe. Schenkungen und Legate vermehrten die Schätze des Museums binnen kurzem." AIS neuen Unter- kunftSort fand das Museum im Rovernber 1901 das von der Stadt Gießen wiederhergestellte alte Schloß am Brand, in Dem es heute unier- gebracht ist. 1913 wurde nach längeren Verhand- l an gen zwischen Dem Vereinsvorstand. Herrn Kommerzienrat Dr. W. Gail und Der Stadtverwaltung über Die Vereinigung ihrer Sammlungen von Altertümern und Gegenständen der Völkerkunde, der Kunst und des Gewerbe» die Errichtung einer Gesellschaft mit beschrankter Haftung unter Der Bezeichnung „Oberhefsisches Museum und Gailsche Sammlung" beschlossen. Zum Museumsdirektor wurde Der bisherige Konservator Hauptmann a.D. Kramer bestellt, den die Universität einige Jahre zuvor wegen feiner wissenschaftlichen Verdienste zum Ehrendoktor ernannt hatte. Die Entwicklungsgeschichte des Museums fomüe natürlich hier nicht dargestellt werden: es handelt sich inrr Darum, zu betonen, daß da« Oberhessische Museum seine Entstehung Dem Geschichtsverein zu danken hat, Der auch jetzt noch die fähriichen Museumsderichie über Funde und Erwerbungen in seinen „Mitteilungen" erscheinen läßt. Der Tättgkeitsbereich des OberhessUchen Gc- schichtsvereins erstreckt sich aber noch weiter. Hier ist in erster Linie die Fürsorge für die Erhaltung von oberhessischen Baudenkmälern und Der Ruinen der ilmgegenD zu erwähnen. Schon leit 1879 arbeitete Der Verein in Gemeinschaft mit dem (Bleiberger Gesellig- keitsverein an der Wiederherstellung Der noch unter Dach stehenden aber vom Verfall bedrohten Bauten. Auch um die Erhaltung der Dadenburg,die zwar geschichtlich von geringer Bedeutung, hat sich der Verein dadurch ncrDient gemacht, daß er die Abtragung Der baufälligen Mauerrestc verhinderte und Durch eine Geldspende Deren Instandsetzung ermöglichte Ebenso setzte er sich für die würdige Instandsetzung der alten Kapelle auf dem Schi f senberg ein. Rachdem es schon zuvor Dem Verein gelungen war, stöhnte cnlsctzliel, unb schleifte fein Jackett am Boden hinter sich her. Immer wieder verlangte er nach der Wassermelone, jedoch ohne energische Geste; die Stimme war schon ganz klein geworden. Man soll nun keineswegs glauben, daß mir selbst etwa wohl zumute war. O nein! Eine innere Krise bildete sich mit teuflischer Schnelle, wie ein Schneeball rollten, wuchsen Gedanken und Gefühle ... wie ein Schneeball — ach! Nur di« (Erinnenma an Schnee mußte wahnsinnig machen, und dabei stand ich Im Ruse, unglaubliche Portionen von Hitze vertragen zu können. Was mich in dieser Lage non Otto unterschied, war lediglich da» ftumme Der- biffenfein. Er jammerte. Ich schwieg. 3m Grunde waren wir beide schon gehandicapt. An einer Schattenwand ließen wir uns endlich nieder. Hartbrot kauen mochte keiner, aber Die Me» tone mußte Daran glauben. Auch meine Widerstandskraft war erschöpft. Bald lagen nur noch die Schalen umher. Otto wollte unbedingt ausruhen, ich halte nichts dagegen, und so machten wir nn» lang. Es muß Hoyer Mittag gewesen sein, denn als wir vorn Schlaf erwachten, stand die Sonne schon lief. Otto sah mich von der Seite an. „Nu?" E» gab nur eine Antwort auf diese lakonische Frage. „Wir werden an Bord zuruckgehen, Otto", sagte ich. „Gehn m’r”, erwiderte er. Nacht siel ein, wir tappten mühselig in unbekannter Wildnis. Der Mond machte alles groß unb fremd. Wir beide aber dachten an den „Segen" de» ersten Steuermanns, wenn wir am Morgen nicht z»mk Dienst antreten würden, und nahmen alle Kräfte zusammen, die Lust unb auch den Schmerz. Endlos dauerte der Rückmarsch. Daß wir schließlich doch den Hafen erreichten, kommt mir noaj heute wie eine gütige Schicksalsfügung vor. Nach vielem Suchen erwischten wir einen Menschen, der am Kai herumlungeric: für einen Peso brachte er uns an Borh. Alle* schlief. Der Wachmann, der unsere Erschöpfung falsch deutete, meinte: „Na, war der Anisado flut?" Zum Teufel mit dem tlnifabo! In bie Klappe. Keiner von un» hat In dieser Nacht bi» Wanzen gespürt. Und am Morgen waren wir prompt zur Stell». Welt hinten, irgendwo, lag San Ignaelo mit feinen Lmellen, feinen Palmen. Wer weiß: viel« leicht hatte der Lanchero auch gefüinfert. ®u»«^ N 'S?* *- 'Ennaw.v M " 'hnhl«Wn,|'2 •**% Ste'* Ä,»«b'm r,. ®tlr £ M .^dar-ni i& üniM15t) i$oü.,el$*" feian* ^bvltn (mb hnite UM ^Unzenberg u-tt' imMuna be« >. »unM imVn UP bereit- ni-4 W uch tömil6t ?«»»■£ Dr. Otto Buch, Utknindung, bet- m'f Liebe (nn^ Hmgfgenö do- tlem-bÄht t>rm W", wiederhol,« m l6milt*gema» Anläufe, Lchcn- ' die bchähe bei B neun, Um«, « Dvvember in virdrchaM» n heute im' längeren Ne* »Vorstand, Hm- l und der ftf, ung ihrer &v- Gegenst» ,'■• des fc-.w bit it beschMnhas« bichnze Xan'.ix- mit Wt, bm >uvm Wegen srim m Shmrdnlrm er» leffiiftt M lEu- m»! batfiffttUl nun. zu betonen, seine Sntstrhun» a bat, btt M tumsderichie iider einen..MitieÄun« Oierhessilchen Sr- aber noch weilrr irsmge str die *' audenkrnüler' gend zu crtoäbnr Verein in ger »cfclHfl ederherMimg > ?t pom Beifall bc dir Schaltung dn Mich von gering in dadurch onkrnl nfl der bauWgei durch Möglich«' 222^2* 1*Ätt?«" lieber vcrian-ie er 5 ohne cnnM den, M '"'l W dfoe innenM tfssfg iM,£ u,,, gen «ru" Ar> kein/' Video ^*nod) di» 5 finflt ourruben- unbe-in uR} so lnachiEN " gerne en I Bj, Cttr lurudflepe , re er- $ilbr ■ ?d. ■Atii ®*r * te'jte Peso bro ur'ffT i Drgk" . »'S* ?»urer,r Gemeinde sehr zahlreiche Todesopfer. Schon bis Mitte Mai waren drei tfinroobner mehr al« im ganzen Jahre 1927 geworben. Inzwischen sind mehrere neue Todesfälle hin zugekommen Besonderc- hart wird die Familie Vopf-Textor getroffen. Der Schlaffer Wilhelm B o p f starb gestern nach kurzer Krankheit in der Kllnik zu kstirsten. (?r ist erst 38 Jahre alt geworden. Das Mitgefühl mit den schwergeprüften Familien — Wilhelm Bops hat im vorigen cherbst ein grohes Hau» erbaut, das noch im Rohbau steht — ist allgemein. Auch unser oerehner Lehrer i. R. Eduard Schwinn wurde am 18.3uni vom Tode hinweg- Scrafft. Cr ist heute unter reger Anteilnahme der inwobnerichast und der Lebrer der Umgeaenb zur letzten Nud. gebeli. t worden, v-r bat genau 25 Jahre an der hiesigen Schule gewirkt und sich während dieser Zeit als ein treuer und liebevoller Lehrer er- wicfen. vor knapp zwei Jahren, nachdem rr das Jubiläum seiner »jährigen Tätigkeit im Dienste der Lang-Gönser Schule batte feiern können, trat er in den ‘.Rubeitanb. Aber nur kurz war sein Lebensabend. Lehrer L9L Schwinn hat em Aller non 65 Jahren erreicht. Rach treffenden 'Sorten des Orts- geistlichen sprach Lehrer Roth al» Vorsitzender des «Schulvorstandes und im Ramen der Ortskollegen und legte einen -ranz nieder. Den Dank der Gemeinde Lang-Göns sprach Bürgermeister R o m p f unter Kranzniederlegung au» Zm Romen des Leh- rervereins ©iefoen-Öanb sprach der Vorsitzende, Leh- rer Hofmann, dem treuen Mitgliede warme Ab- schiedsworte. Er betonte besonders, mit welcher Hin. gäbe sich der Verstorbene feinem schweren Berufe gewidmet hatte. Aemeinderat Wilhelm dankte im Romen des Kesangoereins „ixrobUnn" seinem treuen Ehrendirigenten, der mitpeholfcn hatte, dast der Verein zu so hoher Blüte kam. Für den Gesangverein „Germania" sprach Ehrenvorsitzender Anton Müller. Jeder Verein trug ein Lied vor. Grünberg. 21. 3uni. Al» Fortsetzung ber Jnstandfetzunasarbeiten der arotzeii Verkehrtstraste ällrrchstein - Mücke — Grunberg ist setzt auch die Strecke derGietzenerStratze bi» zum QueckbSrncr Wald nru bearbeitet worden, vachdem hn vorigen Herbst die schadhaften Stellen auegebeffert wurden, ist seht die aanze Straffe mit Äie» und einem neuen Teerbelag verlebe» worden Es wäre zu wünlchen, bast die Straffe in die Sonntag i^r Krieger» und Militärverein .Hassia". Mrrio Büdingen. g. Ober- Mockstadt, 21. 3unL Gestern stürzte der Jvanaicrer .Karl .Kaiser doix hier auf dem Stvckheuner Bahnhof von einem Wagen und wurde dabei überfabrtn, so daff ihm beide Beine zermalmt wurden Am Abend ist der bedauernswerte Mann im Büdinger Krankenhaus gestorben Er war ein fkeitziger. ruhiger und diensteifriger Mann. Mrri» Alssrld. r. Auppertenrob. 20. 3unt Gestern ver- starb nach langem schweren Leiden enfer vor wenigen 3ab: X*örcr Strack, der hier feine Laulbahn c. ■ . i und beendete, genau wie schon sein Haler hier Icben»- länglich der vollserziehung biente De» Hoch- betagte blickte auf ein arbeitsreiches Leben zurück, in welchem cr ficd mit größter Sorgfalt der •«* ziehung seiner Schüler widmete, lieber seinen Wirkungskreis hinaus war er bekannt durch bas von ihm vor einigen Jahrzehnten geschaffene Musterhest für ländliche Fortbildungsschulen. 3n feiner Freizeit war der Dahingefchiedene ctfriaer Amateurmetevrologe. Lefonders verdient inachte er sich auch um die Erforschung der a^eimatge» schichte. Der offene, geiade Charakter, feine vielseitigen Verdienste al» Lehrer und 2Nenfch lassen dein verewigten in der hiesigen Gegend, in bm Herzen aller, die zu ihm in die Schule aengen oder ihn kannten, ein Denkmal erstehen, wie es schöner nicht gefchassen werden kann. ideales Reinigungs- und Pflegemittel für alle hellfarbigen Schuhe. Flasche 75 Pfennig. Hey G n». b. bf, Chu.msche ^ai'F.k,. Gfl^nbac,. Mom. Wo liegt der Vorteil? Crsi proben, dann loben! IModerne Herren-Anrüge, ein- und zweireihig, in allen färben und nur guten Qualitäten. M Mk. 23.-, 28.-, 35.-, 40 , 45 -, 50 - nnd höher. Manchester-Anzüge von Mk. 35.- an. Sport-Anzüge, 4teil., in allen Preisl. Burechen- und Knaben-Anzüge in allen Farben u. Orößen sehr billig. Uebergangs- MÄntel, Paletots in Marengo von Mk 35 - an. Covercoats in allen Praiilagcn. Schweden-Mlnlel von Mk.25. - an. Gummi-Mlntel von Mk. 15 - an, auch für korpulente Herren. Loden-Mlntel von Mk. 16 - an Windjacken von Mk. 12.- an. 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Die Mindestgebühr des vierteljährlichen Wafferverbrauchs beträgt für a) Gebäude mit Wohnungen bis zu 3 Zimmern einschliehlich für 1 Familie den Wert v. 8 cbm Waffer . 2 Familien . w . 16 , „ 3 nnd mehr Farnilien den Werl b. 24 cbm Waffer b) Gebäude mit Wohnungen von mehr als 3 Zimmern für 1 Familie den Wert v. 15 cbm Waffer , 2 Familien „ , . ® . „ 3 und mehr Famill« den Wert v. 35 cbm Waffer c) für Gärten 4 5LK 3. Der Wafferpreis ermäßigt sich für jeden cbm bei einem monatlichen verbrauch von 5977D 501 bi» 1000 cbm um 1 Apf. 1001 . 2500 . . 2 . 2501 . 6000 . . 3 „ 6001 und mehr , . 4 Die Srmästigung tritt nur ein, wenn ber Wasserverbrauch auf einem Grundstück oder auf mehreren, wirtschaftlich zusammengehörigen Grundstücken durch einen Wafferverbrauchenben erfolgt. Die Sntscheidung. ob diese Voraussetzungen vorliegen, erfolgt ausschliehlich durch das städtische Wafferwerk. Sind mehrere Zuleitungen vorhanden, so ist der von jedem Waffermeffer angczeigte Wasserverbrauch getrennt zu berechnen. DaS Waffergeld ist monatlich, bei kleinerem verbrauch vierteljährlich zu entrichten. Diese Bestimmungen treten am 1. Juli 1928 in Kraft- Giehen. den 22. Funi 1928. Städtische- Gas- und Wasserwerk. Gasmoffevmiete vom 1. Juli 1928 werden Anschluffgebühren erhoben, die für einen 3flamm, ©asm. monatl. 0.50 JUl . , 5 . . . 0.75 . . . 10 . , . 1. . . . 20 . . , 1.25 e . . 30 . . . 1.50 . . , 50 . . . 2 — . . _ 80 . . . 2.50 . betragen. Eine Mindestgebühr für den Gasverbrauch wird nicht mehr erhoben- Der Wert einer Gasmünze ist auf 11,5 Apf. festgesetzt. 5977D Giehen, den 22. 3uni 1928. Städtisches Gas- und Wafferwerk. Bekanntmachung. Der voraMchlag der Gemeinde Trohe für Aj 1928 liegt vom 23. bis einschl^ 29. d. M- zur Einsicht der Betelltglen offen- Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die AuSmärker bei- zutragen haben. 5993D Trohe, den 22. Juni 1928. Hesstsche Bürgermeisterei Trohe Schmitt. I^ommersprossen auch in den barinäcklasten Füllen, werden in einigen tagen unter Garantie durch daSechleunschädlichetetntverschünerunk, tz- mittel „Veno»" Stärke B Igel, geichI beseitigt Preis 2.75 Mk. Keine EchÜlkur. Nur zu haben bet: S4A Drogerie C. IVmterborf, Rrcnwl.9 10 chlndeubUrs-Droaerie, Selterswea 68a ©arncckn, Ariffcl ■ Kükenfutter ■ trugen Scheel. Mäusburg 17 DAS MARKENRAD AB FABRIK Überlesen Sie^ vor dem Kauf:\ BUhg Mt nur da* Rad, den obrx Repanhirrn ha Wind end Wetter viele Ja brr »uff. Seim Sfr miw- treutech fegennber nana en lo am oder unbe kannten RAdem. Der RnfHnerMerke entwhefdet-Mlfa Qualität brt da« KrgrbnN Jahr- zx*hntelanffer Erfahrung und verbergt hOdnte Leiatmigiiflhigkeit. Mifa-Rfider halten, was sie rersprcclien. M reisterei bejichtigt ui jr GrundMsgrrri e hierfür die stank- ften werden. 10m. h jlrtitel 79 und zu 150 Acichrw-' ing °^ 'X ihrig - n. ihrer chmidt- ,r jn der <5^ eordnung iy^{c5 Srer [agiing * ®”y{ ilfetfi ouf * j.O. M>* N«E^ Gießener Anzeiger (Eeneral-Änzeiger für Gberhcste'.i) Nr. 1^5 Drittes Blatt Srcttag, 22. Zuni 1928 Turnen, Sport und Spiel. Jugendsporiiag in Gießen. Der 24. Juni ift im ganzen Tvutftfccn Reich der Jugend des D. F. B und der D S. B Vorbehalten. "Selbe zusammen oerfört>crn mit ihrer in die QU ill tonen gehenden Mitglied erzähl zu ihrem Teil den Ceixn»tt«ilen Zxh< deutschen Volke«. Der kommende Sonntag gehört d.r Jugenb. 1Z5000 Schüler unb Jugendliche im deutschen Vaterland wollen an die'em Tag ihr ideal-s Streben und ihr physische« Kennen unter Beweis stellen. TDenn ein Bruchteil dieser 3ugcnb sich am Sonnlag auch in Diesten den <$ftem, Lehrern und Freunden im fairen Wettkampf zeigt, so will sie damit bekunden. dast Kameradlchastlichkeit, Dntschlossenhe l Se'.b'tbch-.r f u ung. ©ei':e«£Cf,cn- wart und Disziplin für sie (eine Schlagworte und Phrasen sinh. Un’cre Jugend. unsere Hoffnung will Träger dieser Begriffe sein! Fast ein halbe« Tausend wird am Sonntag in Fuftdall- und Handball kämpfen, in Staffeln und leichtalhletischei, Wettkämpfen in Diesten um den Sieg und die Wunpel beider Verbände kämpfen. Die Jugend des ganzen Heimatbezirkes — aus Diesten. Wetzlar. ^-euchelheim. Drosten- Buseck, Viedergtrmeä. Weilburg, Lollar. Wer- dors. Burgsolms. Laubach. Aßlar, Grünberg ufw. — ist Sonntag in Diesten versammelt. Schon am frühen Morgen beginnen die Fuß- ball- und Handballwettkämpfe auf den Plätzen der Spieloercinigung 1900. besV. s. D. und auf dem Universitätssportplatz. Cin Stern- I a u f durch die Stadt zum Oswaldsgarlen leitet am frühen Vachmittag die Hauptveranstaltungen ein. 3m Fcstmarfch werden 'ich sämtliche Teilnehmer nachmittags zum Waldsportplah des V. f. B. bewegen, wo ihnen Prof. Dr. Lenz- Diesten die Festrede halten wird. Damnastik- übunqen aller Teilnehmer, leichtathletische Wettkämpfe, ein 3ugendiustball' und ein Handballspiel. eine Reih. Staslelläufe lzweimal je 10X 100 Meter und einmal 10 50 Meter) und ein Propaganda-Fustballfpiel der Senioren Diesten-Stadt (Aiehen-Land in folgender Aufstellung beendet den 3ugcnb- spieltag. Diesten- Stadt: Dingel (V. f B ); Schneider (V. s. B ). Hohmann (1900); Duntrum ? v i ' .r sreigegcbcn. und seit dieser Zeit übt der Berg- recke feine alte Anziehungskraft erneut auf die Turner auS, die mit der Zahl von runh 2000 Wettkämpfern trotz deS trabt, innel'en Regen- wetterS im vorigen Jahre daS 74. Feld5erglest bureft führten. Möchte auch daS 75. Fe'dlerg e t sich zu eifern echten Volksfeste und zu einer Feier frohen Wiedersehens gestalten und in ungestörtem, erhebenden Verlauf zu einem Markstein fn der bewegten Geschichte der Feldbergfeste werden I 75. Feldbergfest. = Am 75. Feldbergfest nehmen auch Turner und Turnerinnen deS TurnganeS Hessen in größerer Zahl teil. AIS Wettkampfübn en sind vorgeschrieben: Lauf, Kugelstoßen. Weit- sprung und Freiübung für Männer. Jugendturner und Alterstumer: Lauf, Kugelstoßen, Hochsprung und Freiübung für die Frauen. Großem Interesse werden die historischen Rkann- schastSkämpse um Dölsungenhom, Jahnschild und Brünhildschikd begegnen. ©ferner Seziehungen jum Zeldbergsest. Don den Vereinen des Tumgaues Heften ftat neben Butzbach vor allem Dießen ganz wesentlich an der Förderung des FeldbergsesteS mitgearbeitet Schon beim 4. Feldbergfest 1842 wird ein Turner des Turnverein» 1846 Dießen als Sieger genannt Der Aufruf für daS 6. Feldberasest 1849 ist auch vom Vorstand deS Gießener Turnvereins unterzeichnet Später war der Gießener Turnlehrer Rüblamen wiederholt der Obertumwart, mithin der technische Leiter des Feste«, erstmalig beim 12. Fel l-bergfest 1864. Don da ab erscheinen bei vielen Festen auch Gießener Turner in der Siegerliste. Zu dem Turnverein 1846 gefeilte sich später der Männerturnverein als eifriger Besucher des FeldbergsesteS. Beim 36. Feldbergfest 1889 wurde u. a. heimischen Turnern auch der jetzige Gauobertumwart W. Will erstmalig Feldberg-Sieger; er errang mit Th Dau - bei vom Turnverein 1846 den 29. Preis. Br im 38. Feldbergseste 1891 wurde der jetzige @au- schristsührer Karl Wenzel mit dem 12. Preis erstmalig Feldbergsleger. Es ist hier natürlich nicht möglich, alle Gießener Feldbergsieger zu nennen. Ihre Zahl geht bt die Hunderte Aber die Gießener Turner, die einmal erste FeId- betgfieger geworden sind, sollen doch noch aufgezählt werden. ES |inb H. Roll vom Turnverein 1846, der 1909 an der Spitze der Auf dem Rasenplatz vor dem Haufe begegnete ihm 6qbiL Sie erzählte ihm, daß die Kriminalbeamten aus London inzwischen eingetroffen wären und eben von Inspektor Sneed unb Havelock auf den Korridoren verteilt würden. Willig schloß sie sich Dick auf seinem Spaziergang an. .Haben Sie gut geschlafen?" forschte er liebevoll. „D ja danke, ich bin doch wieder ein Mensch geworden, und ich habe das Herzklopfen nicht mehr." „Armes Kind", tagte Dick leise. ..Sie dürfen mich nicht bebauem, Mr. Martin! Ich habe ja alles meiner eigenen Torheit zuzufchrei- ben. Ach. wenn Sie wüßten, wieviel Vorwürfe ich mir Ihretwegen gemacht habe." „Meinetwegen? ,^ta. Mr. Martin. Ich weiß wohl, wie Sie die Unsicherheit über mein Schicksal gequält hat. Und wenn ich es selbst nicht wußte ... Mr. Sneed hat es mir gesagt!" „Das durfte er nicht!" „Doch, Mr. Martin. Ich bin ihm dankbar dafür. Nie wieder unternehme ich etwas ohne Ihre Zu- ftimrmmg. Ich weiß, bei Ihnen bin ich in guter Hut!" Dick suchte ihre Hand und drückte sie ftirmm unb heftm. ^Denn nur erst die Nacht vorüber wäre! Ich sorge mich um Mr. Havelock. Seine Niedergeschla- genheit wächst, je mehr sich der Abend nähert. Er fürditet. daß er fein nächstes Opfer ist!" „Westen Opfer?" „Stalettis!" Sie schauderte beim Aussprechen des Namens. Dick war sehr erstaunt. „Er fürchtet ctaktti?" .La. und noch mehr als das. Er glaubt daß Lord Selford unter Stalettis hypnotischem Einfluß steht und nur tut was er ihm einflüstert!" „Unb das erzählt er Ihnen?" „Nun ja —" sie lächelte mit unschuldigem Stolz, „er hat Vertrauen zu mir. Er fühlt daß ich ihn verstehe. Ein Mann würde ihn vielleicht verachten, wenn er sich ihm gegenüber so besorgt zeigt!" ..Unser Freund Havelock ist ein homme ä fem- m*s", konstatierte Dick lächelnd. SybU. mit ihren Gedanken beschäftigt horte seinen Einwurf nicht _ ____ ..Ich begreife Lord Selford nicht", sagte sie versonnen. „Er hat sich jahrelang nicht um uns gekümmert Woher kommt sein plötzliches Interesse an meinem Schicksal?" „Das kann ich Ihnen erklären. Sie sind feine gesetzliche Erbin . sagte Dick emft. Sybil blieb erschrocken stehen. «Was wollen Sie damit sagen. Mr. Martin? Er ist doch noch jung. Er koim noch Kinder haben. Vielleicht ist er überhaupt verheiratet. Havelock deutete es schon früher einmal an." ..Nun, und wenn Sie den Fall anders ansehen," entgegnete Dick, „wenn sie mit Havelock nnneft- men. daß er unter fremdem Einfluß steht, io gibt es sicher einige Menschen, die an seiner (Erbfolge interessiert sind. Lord Selford ließ sich bisher aus dem einen ober dem andern Grund mit Leichtigkeit ausplündern; ob Sie sich dazu hergeben würden, weiß man nicht Sehen Sie nun. daß Selford oder seine Drahtzieher ein berechtigtes Interesse an Ihrer Person haben?" „0 Gott," brach sie aus, „das ist ja entsetzlich ... entsetzlich!" ..Die Gefahr, die man kennt", sagte Dick mit un- erschütterter Nahe, „ist nicht mehr entsetzlich. Sie haben Freunde genug, die sie von Ihnen abwenden werden!" Sie sandte ihm einen bewegten Blick. „Cody", fuhr Dick nach einer Weile der lieber- legung fort, „hat schon einen Versuch in dieser Richtung gemocht und sein Leben dabei verloren. Das er Ihnen oortegte, war zweifellos eine Schenkungsurkunde ober gar ein Testament Damit wollte er gegen feine Genosten die Trumpfkarte ausfpielen. Vielleicht fühlte er sich schon bedroht und glaubte fein Leben durch das Vorhandensein einer solchen Urtunbe gesichert. Ader man kam ihm zuvor. Man hat ihn furchtbar bestraft!" Sybil, die inzwischen von seinem Ende in Kenntnis gefetzt worden war, schwieg erschüttert Dann iah sie Dick an mit einem Blick, der sich aus tiefen furchtbaren Ahnungen loste, „Aber wo ist Lord Scltord?" fragte sie leise. ..Ich weiß es nicht" sagte er einfach. ..ich kann nur hoffen und fürchten. Sybil blieb sieben und packte ihn am Arm. Ihre Augen hatten sich geweitet ..Sir denken, er ist — tot?" stammelte ffe ilufternb. Dick wandt« die Augen ab, um ihrem Blick zu entgehen. „Besser für ihn, wenn er tot wäre" sagte er durch die Zähne. Mr. Havelock trat in diesem Augenblick unter das Portal. Sacht löste Syvil die Hand aus feinem Arm. Sie gingen ihm entgegen. Der Anwalt mar bleich. Sein Gesicht war be« kümmert, seine Stirn tief gesurcht „Nichts Neues über (stalctti?*7 fragte er. „Nichts." erwiderte Dick, „aber feien Sie ganz ruhig. Er entgeht uns nicht. Das Netz zieht sich um ihn zusammen." Das Esten wurde von dem Verwalter in der Bibliothek serviert. (Es war em schweigsames Mahl. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Havelock und Sneed setzten sich in die Rauchecke. Dick ging mit Sybil noch einmal in ben Garten. Nach einer Weile kam sie allein zuruck unb bat ihre Mutter heraus. Nach lebhafter Unterhaltung mit Dick verabschiedeten sich die Damen, um ihr Schlaizimmer aus^suchen. und Dick Martin kehrte ohne sie in die Bibliothek zurück. Er trat ans Fenster unb blickte zum Himmel auf. (fine rosige Dämmerung senkte sich auf bie Kro- nen ber Bäume. In einer Stunbe würde es Nacht fein. „2öer begleitet mich zu ben Gräbern?" fragte er, Havelock blickte nervös auf bie Uhr. „(Fs ist reichlich spät für einen solchen Spaziergang, und wir können die Damen auch nicht allein lasten." „Die, Damen haben sich bereits zur Ruhe be- neben," entgegnete Dick, „unb zwanzig Kriminalbeamte sind genügender Schutz. Ich brauche Ihr« Führung. Eie dürfen mich nicht im Stich lasten, lieber Havelock!" „Gut, Mr. Martin — wenn Eie mich bitten, muß ich mich Ihnen wohl anschließen. Gern gehe ich nicht zu den Gräbern. Es ist ein schauerlicher Ort? „Nun, es ist auch nicht nötig, daß mir in bi« ßruft hinabsteigen. Mir liegt mehr baran. Teil« des Parkes kennenzulernen, über die ich no* nicht Bescheid weiß." (Forstetzung folgt.) Sieger stand; H Bouteiler vvm Männer- turncerein, der 1917 in der Unterstufe den ersten Platz einnahm. 1820 holte sich der Turnverein 184ti zwei erste Siege auf dem Heldbergfeit G. Daun war Bester in der Oberstufe, Karl R e u t e r in der Unterstufe. Das SS. Gauturnfest der O.T. in Buhbach. Ter vorgesehene Feftverlauf. Die alte Turnerstadt Butzbach, die seit 1902 kein Bau turnfest in ihren Mauern gehabt, nimmt in den Tagen vom 3 0. Juni bis 2. Juli diese- Jahres die Hessenturner der D. T. zu ihrem 55. Tauturnfest auf. Die Feststadt sieht auf eine abwechselungsreiche Turngeschichte zurück; in ihrer Bevölkerung lebt noch der alte Turnergeist der einstigen Turner- führcr Weidig, M. Kuhl und Wämser, die in Butzbach gewirkt und von dort den Turn- aedanken durch Tat und Wort hinausgetragen haben in die hessischen Lande. Die Turner des Hessengaues kennen die Turneriradition der alten Hessenstadt und erwarten von ihr ein besonders würdig zugerüstetes Gauturnfest. Die im Einvernehmen mit der Gauleitung getroffenen Vorbereitungen der äußerst rührigen Festausschüsse, hinter denen einmütig die ganze Bevölkerung der gastlichen Stadt steht, werden das Taufest zu einem Höhepunkt turnerischen Erlebens gestalten, nicht nur nach der turnerisch- technischen Seite hin, sondern auch in Hinsicht auf die Pflege turnerischen Gemeinschaftslebens. Wenn die Turner des Gaues durch Massenbesuch die Fiele des festgebenden Vereins unterstühen helfen, dann wird daS 55. Gauturnfest wirklich va? werden, was man im besonderen von Butzbach crtoortct: eine eindrucksvolle Kundgebung für die deutsche Turnsache und das Jahnsche Turner- und Volkstum, eine würdige Vorschau für das große deutsche Turnertreffen Ende Juli in Köln. Der Festvrrlauf erhält ein besonderes lokale- Gepräge und weicht dadurch etwas ab von dem üblichen Programm der Dauseste. Der Samstag wird nachmittags die üblichen turntechnischen Sitzungen und abends die feierliche Eröffnung des Festes auf dem altehrwürdigen Marktplatz bringen. Schon der Rahmen, der den Ecoifnungsakt durch das wunderschöne Marktbild gegeben ist, wird dafür sorgen, daß der Auftakt deS Festes eine wirkliche, erhebende Feierstunde wird. Der sich anschließende Kommers auf dem selten schönen Festplahe wird den Turnern und Festgästen Gelegenheit bieten, sich an den bekannten trefflichen Leistungen der Gaubesten an den Geräten zu erfreuen. Dem Meisterschaftsturnen folgt unmittelbar als etwas ganz Reues die Ausführung eineS FestsPiels in der großen Festhalle. Es dient der Verherrlichung der hohen Turnerziele. Der Festsonntag steht ganz im Zeichen turnerischer Arbeit. Hunderte von Hessenturnern treten zu den Wettkämpfen schon in früher Morgenstunde an. Der Fest zu g am Rachmittag, der ein besonderer Glanzpunkt der Veranstaltung werden soll, wird sich den besonderen Aufgaben anpassen, die ihm die Turnerstadt stellt. Rach Ankunft auf dem Festplah» sollen die allgemeinen Freiübungen ein Höhepunkt turnerischen Erlebens werden. Die Gauriege für Köln, die seit Monaten fleißig bei der Arbeit ist unb sich unter Leitung des ©au- vberturnwarts W. Will trefflich zusammengefunden hat, wird anschließend mit ihrem reifen Können erfreuen, und die auf die Ausbildung der Massen bedachtnehmende Vereinsarbeit kann sich beim Turnen der Musterriegen vor einer größeren Öffentlichkeit zeigen. Die Siegerverkündigung findet eine besonders würdige Gestaltung dadurch, daß sie aus dem nicht ganz zu vermeidenden Festtrubel heraus- gcnommen und auf dem historischen Marktplatz den ihrer Bedeutung angemessenen Rahmen erhält. Die festlich illuminierte Stadt wird am Abend de- FcstsonntagS den Turnern, die schon .die Heimfahrt antreten müssen, einen besonders schönen Abschiedsgruß bieten. Der Festmontag gehört den Volksturnern des Gaues, die Gelegenhüt haben, in den einzelnen Uebungsarten nm die Gaumeisterschaft zu kämpfen. Handball im Turngau Lahn-Oünsberg. Grohen-Linden — Großen-vuseck (Jugend) 3:4 (2:3). Am Sonntag trafen sich die Mannschaften zu einem Gesellscha'tsspiel auf dem Busecker Sportplatz. Rach wechselvollem Sviel stand der Kamps bei HalX>eit 3:2 für Großen-Duseck. Rach der Pause sah man ausgeglichenes Spiel. Durch Leichtsinn des Bufecker Tormanns kam Grohen- Linden zum Ausgleich. Jeyt setzte Grvßen-Bu'eck alles daran, um als Sieger aus dem Treffen yervorzugehen, was ihm auch durch ein viertes Tor vergönnt war. Aebeiter-Turn und Sportbund. Der kommende Sonntag bringt noch einige rüctständige Spiele der Vorrunde. Wiesecks erste Mannschaft fährt nach Alsfeld. Fährt die Mannschaft mit festem Siegeswillen nach Alsfeld, so dürfte sie Sieger bleiben, jedoch ist das Gegenteil nicht ausgeschlossen. Raunheim I hat Heuchelheim I zu Gast. Die Gäste werden sich lehr anstrengen müssen, wenn sie eine empfindliche Riederlage vermeiden wollen. Lollar I tritt auf dem Trieb gegen Gießen Ib an. Es dürfte den Gästen schwer fallen, einen leichten Sieg zu erringen. In der zweiten Klasse treffen sich in Raunheim Raunheim kl-Beil st ein I. Der AuÄgang dieses Spieles ist ungewiß. Hungen I hat Hachborn I zu Gast und wird sich anstrengen müssen, wenn es eine Riederlage verhindern will. Burkhardsfelden I fahrt nach Alsfeld, um sich gegen die dortige zweite Mannschaft zwei wertvolle Punkte zu holen. Wiesecks zweite Mannschaft geht nach Lollar, um ein Freundschaftsspiel gegen die dortige zweite Mannschaft auszutragen. Ob es ihr gelingt. auch diesmal den Sieg zu erringen, steht in Frage. In der Jugendklasse treffen sich Groh- See lheim — Raunheim. Leun — Heuchelheim, fe- weils auf dem Platze des erstgenannten Vereins. Die Jugend-Mannschaft Gießens geht nach Klein-Linden, um gegen die dortige Jugend ein Freundschaftsspiel auszutragen, bei dem die Gäste Sieger bleiben werden. Gießener Tennisklub 1922 e. B. Große Erfolge von Werner und Kirchner. — Werner gewinnt in Frankfurt das ßerren-Einzel-ö. — Kirchner Zweiter. Auf dem großen internationalen Tennisturnier in Frankfurt a. M. war der Gießener Klub durch seine besten Spieler, Kirchner und Werner, vertreten. Jedem der beiden gelang pS, in seiner Hälfte durchzukommen und die Schlußrunde des Herren-Einzels B zu einer rein Gießener Angelegenheit zu gestalten. Wenn man bedenkt, daß 64 Teilnehmer in der @uuel- konkurrenz vertreten waren, Größen wie Halberstadt, Dr. Fuchs, Daub. Th. Schmidt, Krafft, Alvenna. Kirchholtes usw., so ist die Leistung der beiden Gießener Herren geradezu erstaunlich. In der oberen Halste blieb Werner ziemlich leicht Sieger über Krumm und Berger, schwerer dann über Kirchholtes und Gabrilowicz, und traf dann auf den gefährlichen Frankfurter Th. Schmidt. Letzterer hatte in einem 3 Satz- Kampfe mit viel Glück gegen Krafft. Darmstadt, gewonnen. (Krafft führte im 3. Satz 5:2, hatte 7 Matchbälle und verlor 15:17.) Vorher hatte Krafft den Sicherheitsspieler Halberstadt ausgeschaltet. Werner verlor den 1. Satz gegen Schmidt 7:9, gewann jedoch zur allgemeinen üleberraschung durch frappante Sicherheit und glänzende Lauftechnik die beiden nächsten 6:2, 6:3 und kam durch diesen Sieg in die Schlußrunde. In der unteren Hälfte hatte K irchner gleich in der 1. Runde einen sehr schweren Gegner in Deutler. Darmstadt, konnte diesen jedoch mit 3/6, %, 6/< aus dem Rennen werfen. Mit einem w. o. kam er weiter über »Lila", schlug dann Schlichtermann (1880 Fsm., 6:1,7:5, Vogel, den Spitzenspieler von »Heimgarten". Fsm., 6:0, 6:3, und traf dann auf Daub, der vorher Klein- logel uno Dr. Fuchs geschlagen hatte. Zwar verlor Kirchner den 1. Satz knapp 6:8, hatte aber mit seinen stets abwechselnd folgenden „drives“ und „chops“ seinen Gegner so außer Atem gebracht, daß dieser nach dem 1. Sah zurückzog. Das Echlußrundenspiel zwischen Kirchner und Werner war vollständig ausgeglichen. Werner war Oer Glücklichere: das Spiet wurde dadurch zu seinen Gunsten entschieden, daß Kirchner am Reh unsicher war, oft aber auch mit seinen an und für sich sehr gut gesetzten Bällen Pech hatte. Mit Dem Resultat 3:6, 6:3. 6:3 bewies Werner erneut, daß er während des Frankfurter Turniers in Hochform war. Auch im Herren-Doppel konnte Kirchner mit Gabrilowicz. Ffm., und Werner mit Kleinlogel, Darmstadt, als Partner bis in die Schlußrunde durchdringen. Werner qualifizierte sich sogar durch einen 6:4. 6:1 Sieg über Alvenna-Kirchholtes für die Schlußrunde, die am Dienstag nachmittag in Frankfurt a. M. noch nachzuspielen ist. Th. Wirtschaft. Oie deutsche Reichsbahn ten Mai. Der Güterverkehr im Mai hielt sich au, der gleichen Höhe des Vormonats. 3m April 1928 wurden bei 23 Arbeitstagen insgesamt 3 438 742 und aroeitstäglich 149 511 Wagen gestellt. 3m Mai betrugen die entsprechenden Ziffern bei 25 Arbeitstagen 3 738 153 bzw. 149 526. Der Verkehr wickelte sich ohne Schwierigkeiten ab, die erforderlichen Wagen wurden ohne Verzögerung restlos gestellt. Der Fahrplanwechsel zum 15. Mai brachte eine Vermehrung und Beschleunigung der Besörderungsgelegenpeiten. Der Expreßgut» unb Eilgutverkehr belebte sich durch den allmählich einsetzenden Versand von Frühgemüse unb Lebensmitteln aller Art. Der Personenverkehr war bei Ein- sehung fast des gesamten Wagenparks bei dem guten Wetter an den Pfingsttagen sehr stark. Insgesamt wurden im Mai einschließlich Pfingsten 8362 überplanmäßige Züge gefahren, gegen 4637 im April und 3268 im Mai 1927. Der Personal st and hat sich von insgesamt 669 297 Köpfen im März auf insgesamt 694 511 Köpfe im April wegen der Durchführung der Sommerurlaube und der Einstellung von Zeitarbeitern bei der Bahnunterhaltung erhöht. Die C i n n ab m e n betrugen im April insgesamt 403,3 Mill. Mk.. denen an Ausgaben insgesamt 414,3 Mill. Mk. gegenüber Reben. Diese zerfallen in Aufwendungen für Betrieb und Unterhaltung sowie Erneuerung mit 345, für Reparationsaufwendungen mit 54L und für Rückstellungen für feste Lasten mit 14,4 Mill. Mk. Die Gesamteinnahmen blieben gegen März um 25 MM. Mk. zurück. Bei den Ausgaben entstanden vermehrte Aufwendmtgen infolge der am 1. April eingetretenen Erhöhung der Arbeiterlohne Da die Einnahmen zur Ausgaben- deckung nicht ausreichen, muhten 11 Mist. Mk. vorerst aus der Rückstellung vom Jahre 1927 entnommen werden. * Gelsenkirchener B e r g w e r k s - A- G. 'Aus dem Reingewinn von 21,7 Millionen Mark kommt nach Abschreibungen in Höhe von 1,5 Mill. Mark eine Dividende von 8 v. H. zur Verteilung. 6,2 Mill. Mark werden auf neue Rechnung vorgetragen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. Ti., 22. Juni. Tendenz: lustlos. Die freundliche Haltung, die noch im heutigen Bor- mittagsocrkehr zu erkennen war, mußt« zu Beginn des offiziellen Verkehrs einer größeren Lustlosigkeit weichen, da immer noch keine Fortschritte in der Regierungsbildung zu verzeichnen waren. Auch wirkte die unsichere Haltung der gestrigen Reuyorker Börse und die Feststellung der Konjunkturforschung. in der gesagt wird, daß zwar die Arbeitslosigkeit weiter etwas nachgelassen hat, aber daß die Aufnahmefähigkeit der Wirtschaft für Ar- beitskräfte • beträchtlich zurückgegangen ist, verstim- menb. Es machte sich daher eine größere Lustlosigkeit bemerkbar, da noch hinzukam, baß von einer Beteiligung bes Auslanbes am Geschäft nichts zu spüren, bie Spekulation somit wieber auf sich selbst angewiesen war nnb verschiebenstich zu Abgaben schreiten mußte. Das Geschäft konnte kein größeres Ausmaß annehmen unb beschränkte sich im allge- meinen auf verschiebene Spezialpapiere. Aber auch bie in ben letzten Tagen immer noch verlangten Werte hatten heute unter bem Druck ber Geschäftslosigkeit zu leiben. Gegenüber gestern Abenb blieben bie Kursabweichungen jeboch zumeist sehr klein, unb im (Brunbton ber Tenbenz war eine gewisse Widerstanbsfähigkeit nicht zu verkennen. Die Kursverluste gingen nur selten über 1 v. H. hinaus. Etwas Interesse bestanb für Commerz-Bank mit plus 1,75 v. H., für Deutsche Bank mit plus 0,50 vom H. Bis 1 v. H. schwächer Ingen bagegen Metallbank, Dresbner Bank unb Reichsbank. Am Montanmarkt waren Rheinische Braunkohlen mit minus 3,5 v. H. stärker vernachlässigt. Trotz ber Zulassung zur amtlichen Notierung waren Fnrben-Bonbs wenig verlangt, bis zu 1 o. H. schwächer angeboten. Scheibeanstalt verloren 1,75 o. H. Stärker vernachlässigt waren am Elektromarkt Gesfürel mit minus 2,25 o. H. Siemens verloren 2 o H., Licht & Kraft 1,5 v.H. Schuckert bagegen gut behauptet. Don Kaliwerten konnten sich Äschersleben gut behaupten, währenb Westeregeln unb Salzbetfurth mit je 1,5 vom H. bevorzugt waren. Am Bauunternehmungs- markt waren Holzmann mit plus 0,50 unb Wayß unb Freytag mit plus 0,25 v. H. bevorzugt. Am Rentenmarkt eröffneten Deutsche Anleihen etwas niebriger. Auslänber still, nur Anatolier gut behauptet. Im 'Verlaufe verstärkte sich bie Unsicherheit, ba auch eine Anspannung bes Geldmarktes eintrat. Das Geschäft blieb sehr klein unb bie Kursverluste betrugen erneut 1,5 o. H. Der Satz für Tag es gelb würbe auf 5,5 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4,1853, gegen Pfund 20,48, London gegen Kabel 4,8775, Paris 124,19, Spanien eher schwächer 29,50, Holland 12,0975. Berliner Börse. Berlin, 22. Juni. Trotz bes unregelmäßigen Verlaufs ber gestrigen Neuyorker Börse blieb bie Stimmung für Effekten im heutigen Vormittags, verkehr noch recht freunblich Man wollte wissen, baß bie Aussichten für bie Große Koalition befier geworben feien unb baß bie Volksparte! jetzt geneigt fei, sich in ber Preuhensrage mit einer Regelung im Herbst zu begnügen. Teilweise waren auch schon bie Zahlen ber Außenhanbels- b i l c n 3 bekannt. Die Einfuhr ist um 88 Millionen, bie Ausfuhr um 29 Millionen zurückgegangen. Zu Beginn ber Börse würbe bie Stimmung aller- bmgs schon wieber etroas unsicher, ba bas Geschäft auch heute äußerst klein roar; es bestanb auch heule nur für einige Spezial werte Inieresie. Die ersten Kurse waren jeboch im allgemeinen b c • tjauptet. Abweichungen von nT?br-a.fs 1 v. H. waren fehr selten. Fest lagen Glanzstoft, Oberkoks, Felbrnühle unb Ealmon-Asixst. Der stark rückgängige Ruhrkohlenabsatz im Mai verstimmte am Mou- tanmarkt. Schwach lagen Rheinische Braunkohle» mit minus 6 v. H., wahrscheinlich auf bie Presse- melbung, bah man vor einem Antrag auf Erhöhung ber Braunkohlenbrikettpreise stehe. Deutsche Anleihen behauptet. Ausländer sehr uneinheitlich. Anatolier 0,75 v. H. fester, nach den elften Kurfen weiter gesucht. Auch Türken eher freundlich, Anatolier eher schwacher unb etwa 1 d. f) niebriger. Pfandbrief markt still. Roggenpfandbriefe eher etwas fester. Heute werben Farben-Bonbs erftmolig amtlich notiert werben. Geldmarkt unoeränbert. 3m Verlaufe wirkte sich bie Geschäftslosigkeit wieder stärker ans, unb bie Kurse brodelten um 1 bis 3 vom H. ab. Glanzstoft minus 7 v. H., Salzbetfurth minus 5 o. H. Rumänen wieber fester. Auck Anleihen wieber lebhafter. Es traten auch Befürchtungen auf, bah zum Ultimo Reportgekbeinfchrän- tungen vorgenommen werden könnten. Frankfurter Lrcis.börte. Frankfurt a. M., 22. Juni. Der Frankfurter Probuktenmarkt verkehrte zum Wochenfchluß bet äußerst geringer Geschäftstätigkeit in stetiger Hal- tung. Die Preise konnten sich ganz unoeränbert hatten. Es würbe notiert: Weizen 26,50 Mark. Roggen 28,50; Hafer, inländischer, 27,50 bi» 2S,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0) <36,75 bis 37,25; Roggenmehl 38,75 bis 39,25; Weizenkleie 14 bis 14,15; Roggenkleie 16,50 Mark.— Tendenz: stetig. Letzte Nachrichten. Oie Große Koalition gescheitert. Berlin, 22. Juni. (111. Drahtbericht. Vie Der- hanblungen über bie Bildung einer neuen Reichsregierung auf ber (Brunblagc ber Großen Koalition find gescheitert, ba ber Abgeordnete Scholz im Romen bet Deutschen Dolf spartet an der Forderung auf sofortigen Baubeginn des Panzerkreuzer», bet Wahl eine» anderen Tages al» des N. August als Nationalfeiertag und die Zusage für sofortigen Beginn der Umbilbnngsverhandlungen der Preußischen Regierung. unb zwar bis zum Juli, sesthicll, unb der Abgeordnete Müllet- Franken diese Forderungen In der Sitzung ber sechs Fraktionsführer abkehntr. M ü 11 e r - Franken Ist nun an blc Fraktionen des Zentrums, ber Demokraten unb der Bayrischen Volkspartei herangetreten, um den versuch der Reubilduug ber Regierung auf ber (Drunbtage bet Weimarer Koalition zu machen. Oie Eisenbahnkatastrophe in Schweben Stockholm, 22. 3unL (MTB. Funkspruch.) Die Katastrophe bes Lappland-Expreß bei Bollnö». bie, wie bereits berichtet, vierzehn Todesopfer gefordert hat, ist wohl darauf zunidzu- führen, daß das Geleise an ber Ungtüdsflelle i n beiben Richtungen befahren wurde Vie Einzettokomotioe, die den Zusammenstoß herbeigeführt hak. sollte die Strecke in ber Fahrtrichtung von Korben nach 5üben benutzen, sie hat aber au» Ursachen, bie noch nicht aufgeklärt sind, j« früh Starterlaubnis erhallen, ehe bet nordwärts gehende Schnellzug vorbei roar. Bantnoten. Deoifenmartt Berlin—Frankfurt a. 2 Telegraph' läe 2»«,adi»n a TK7T 17-TTT IM 86 21 W 111.7« M.7* 2.64 III.VO W.M to.ri u.u 71.70 ttttt «.06 112,22 80.70 K8.4» 12.41 73.00 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reicbsbankbiskvnt 7 Prozent, LombardzinSfuß 8 Prozent. -iertin. rl stnni ftraiuiMifOK ä ot< n Holländische Sloten ...... vite lunlftbe WottH...... Norwegische Noten..... Teutftb üffierr .elOOÄronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwerer Noten...... . Spanische Noten....... T'checho'lowatische Noten . . Ungarische Roten . . . Frankfurt a. M Berlin schlub- flure l.lUjr- Äur» öch.uh Rur» fcmang Aur* Datmo: 21.6. 22. 6. 21.6. | 22. 6. PInNpv Holz mann . . • ■ . 7 I5D.13 Idü.4 150 150 vmdeloeegee Cement . • e 10 112.5 142.5 dement Karlstadt . . . 8 175 — — — Dayh & gretlafl . . . • • • 10 118,5 148.9 - — Gdiultfidl Patzen-ofer • e e u — — 853 MO £ (troerte...... 12 316 w Ser. «laryftoff . . . • e e 18 — 688 Brmberg..... 14 — 6*> 631.5 Sedönff Oalddvl . . e e 1t —— 301 107.25 J08 .Senftofl aid»affenbutg Charlottenburger tBafic . e e 12 310 •21U 210.25 211 e • . 7 — 130.25 130 5 Deslauer Wa# .... . 8 — — i!6.?5 816,75 Daimler Motoren . . . 0 — 114.6 115,5 114 Demag ...... Ablerwerlc fUna . . ■ • • . 0 — 57.75 'A.U e e e . 6 — 111.5 113.75 Lud».Loeve . . . . - - 10 - 244 242,5 sSa1. Auwmobil . . . e . e . 0 - — 91.5 91 Ctenfttln 4 Roppd . M e . 6 — Ul 5 121.75 Leonhard Die» » . Bamag-Meguw . , . ,'ranls. Maschinen . . • • • . 8 . 0 . * 77.6 — 107 21,Ä <8.5 366.25 Odpnct . . . • e 11 13V — UU 75 — Hegliaenstaedl . . . • • • . 0 . 4 27.75 *8 Z6 58 88,13 _ tfedirocde. . . . . • e e . 8 IH — • • MainlraskwerL . . . . 8 10' - Miog..... . • e • 10 149 — 119.5 149.5 Retarsulm« . . . • • • • . 8 66.12 — 67.75 — ■Betet# Union . . • e e . 8 110.75 w 112.6 — Q)ebt. Sioedrr . . . ■ e • 10 "l w • Voigt & tae’fnö . . • . . 209 — .'09.9 215 Lüdd. Zucker . . • • • . 8 150 < 151.75 — tzrandsurt a-M Berlin Franblurt a. M Berlin Schlutz- flure 1-Uhr. Rur« Sch.ub- Rur« tiniang Rur« Schlug. Aure * Äur» Sch.utz 21n| tos.-Rechtro ...... $HflL o6ne ttutifll.-Sediie . . Onr -Öt Ok>Ib»|. UN. kündbar Ml 1*82....... 4Ü% Sibeinlsche Ht?v.-V«a Liqu-- Soldp|.. ...... ü.Qr». cba. «orkrt«g»-ObUgati-a. rüchabloar 1932 4% Cdiroey. 0unk>e»^Lnl.. . . 4«s» c ritennchlsche «oldrft.. . 4,20% Ccüm. f üDcate..... 4% Ceftcrreid). elntjeitl. Otte 4% Unflartidje «vldrte. 4% Unaarüd* Ltaaisr. v. 1910 4S°e Dc«fll. fon 1913 4% ttngaüsche »ronenrte.. . 4% lütt. ZoUanlrlhe v. teil 4% Türkische Bagdaddahn-nnl. Serie 1 4% eeenl. Serie II - - 4% Rumänen converi. Vit«. ■ • ■ 4V»% Sumänen QtotoeuL eoe 1813 SUg Teutidx itiirndatzn . Hamdurg 21meri1a Paket ... 8 Hamd «udam. Tamvllch. . . 8 Hansa Dampsschiss ■ . • 10 9!orddeui>cher Lloyd . .... 8 «Ug. Deutsche LredUank. . . 10 Barmer Baekveretn ... 10 ■fledlncr Handeltgesollsch. . . 13 Lommerz- uud Prioal-Bank. H Darm«, u. Rationaldank . . 12 Deutsche Bant......10 Dittonto-oieieUschall Aul.. . 10 Dresdner Bank......10 Mitteldeutsch« LredUvauk ... 9 Meialldank.........8 «elchsdont .......tt 91 75.75 87 96.5 3,5 1.70 26 15 T 1.70 12.13 11,75 7 20,75 160,25 191,75 281 168 165,13 187,75 147.5 280 LZ „ r ?r sü;,Lr-'S.s.F.ge. s , । i « L« - > « i ' i « « s i ss 67,5 | 61.6 18.6 2 3.5 26 20 27 5 30 1.75 11.90 I - 20.4 210.6 Io».15 • II 9 146.5 i7i 19/ 281 25 168 166 187.6 206.6 148 "80.6 18.80 1.?» 11,60 12.5 * 168.5 210.5 159,75 141.0 147 475 193.25 481 Ito 165 167.5 <06 5 147.7t 297 A-S.«....... Bergmann..... Kirill. Lieferungen. . Licht und ftmfi . . . ,'reUen 4 GiuUeaume. »es. I. Wektr. Untern.. Hamd. (ileftr. Kerle . sttdein. Siek». .... (Heltr. .... «chuckctt...... 6lrmeit4 * Halske . • Dranrradio ..... Labmryer 4 6o.. . . Buveru« ..... Deutsche Erdöl . . . wiener Lrinkohl« . . Gelsenkirchener . . . Harvenei...... Hoesch Eisen. . • • • 3lle Bergbau . . • • Bli'dnem’cde . • • • »oln-Neuesse«. • ■ • iSanne4mtmn .... ■Dianiieieer..... cberichles. Eisend. Bedari Lbersch!es. fipttroerte ■flbOttii Bergbau. ^deruiiche lörauntol#:«i ^f^nftahl 1. % t iebeck Wontan Bereiniat» HnchEo. . C tael "l’tinen . . JtoU Aicherdleben . • »ah Beittrr,u-I« . . . stcliwerk LaUberturch » ^«benflnDulW» Dnnamtt Nobel . . . Sdtri reanftali ... (Wt’loiAgrtM .... •Hutfletttvede .... 'JlfMUaeftmtMl. . . . . 9 . . 9 . 10 . 10 . . 6 . 10 . 10 . . 9 . 10 . . fl • 18 . . 8 . 10 . . 5 . . 6 . . 6 li I- 4 . . 6 . . 8 . . 8 . . 7 . . v . . 8 . . 7 . . 6 . . 8 OV. 10 adr 1 . 6 .Ssh . 10 . 10 . 1» • u . . 6 . . 9 e . 6 . - . 11 » 1 1| i 1 'S-.' 1 1 LA ' 22 1 'ÄS 1 *3 • ST*. 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Su! arieu .'2,bS 7J.W 7r.to «5.03 J.819 2,025 3.019 11.38 3.025 ViOaton 16.7» 18.62 16.87 JÄda' ,1.4» 61.66 61.18 62.04 2,1Z. 2,U9 4,140 l. U4 flltxn. . . 5.4U5 5,415 5.405 5.414 Lana do 1.169 4,177 4,169 4.177 Uru uno 4.260 4,274 4.356 4.164 tflrro 20 92 247.96 ».911 20,951 Berlin, H st uni »eid Line' ÄmerdttniKDr Note»..... M.42 JTTeä «elgriche Noten ....... 58,66 Deutliche Rote» Englische Xetai........ 111.65 118,29 80.46 0.84 SS^ BeW 811 ftHOj, Sft!* i**®' Die | w selbst lie ‘ für beenbet zu I kz WfoerW I yn offenbar d Mnn eher zu e jjtrr fjennan ; schtn Lerhgndlu vollen Anfänge ^ulchung. Das Ktvilfen ftftflel I « ben langen, ' feine Wegierunfi t )|- SertKinilung Dfiltllw «leg« 1 unb 8oöt ■ tyignurkr Kab trm partamentai madja. meh | 'ttQtn, nach bi ‘ .Säftani^n",' j 1 o)ialistifcher SR | anmal bcnwnfti x üi.sungskrifis f I Leidet ist fjen I ktakische Partei! I ’anjen Linie sch ■ bester machen fi I er nach einigen I t Hechte, zögern! 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