Nr. Ny Erstes «sM 178. Jahrgang Dienstag, 22. Mai 1928 tt|d)e iel tOgiiahies große Stürme aushalten müssen. Neben dcn fach- lichen Schwierigkeiten, die in der vergangenen Koalition lagen, haben sich auch öffentliche Aus- einandersetzungen unter denFührern ergeben, die letzten Endes doch auf bie Wähler nicht ohne Rückwirkung geblieben zu fein scheinen. Wir wollen über uns selbst und unsere Politik eindringlich nachdenken und danach trachten, daß wir wieder zu einer stärkeren Einheit auch in Fragen der Praxis unb Methode zurückkommen. Das Blatt stellt fest, daß, was das Ausmaß ter links gewonnene!» und rechts verlorenen Mandate an flehe, der Wahlausgang doch überraschend fei Was am me (ten zu denken gibt, ist der Um- stand, daß auch die Kommunisten ) u genommen haben und daß damit die allgemeine Tendenz eines Ruckes nach links gekennze ch et sei. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Sozialdemokrat n sich nur mit der Hilfe ehemals bürgerlicher St m- men habe verstärken können Ziehe die Sozialtsmo- krotie in so ftattl cher Anzahl in den Re ch'.tag ein, so werde in verstärktem Maße die Frage i vch her Verantwortung an sie gestellt merden muffen (Eine solche Partei werde vraktiich zu ?e gen haben, was sie von ihren Wahlversprechurgen wahr zu machen imstande sei. Angaben gemacht worben Hnb. Danach unterliegt es also keinem Zweifel, baß burch bas Haager Schieb'gerichtSuntcU etwaige Sprach- Prüfungen ober sonstige Maßnahmen zur Ein- schrankung bc8 Willen- ber Antragsteller auf Grunb bet getroffenen Vereinbarungen völlig unzulässig sind. Der Forberung, bie ber polnische Außenminister erhoben hat. kann nach bem Sinn unb Wortlaut bes Haager Schieds- gerichtsurtcils unter keinen llmftänben entsprochen werden. DerDonezprozeß. Ein Lchulddekenntnis. Moskau. 21. Mai. (WTB.) 3n ber heutigen Vormitta-z-sihung wurde bie Beweis- aus nähme eröffnet. Einer ber Hauptangeklagten, Beresowski, ein Ingenieur aus der Zarenzeit, der in der Anklageschrift als Kapitalist von 20 020 Rubel bezeichnet wird, gab ein Schuldbekenntnis ab. daS lediglich seine Gesinnung unb nicht Tatsachen betraf Beresowski war nach seinen Angaben der Heber* zeugung, daß das Lowjetregime vorübergehend sei. Er glaubte daher pflichtgemäß zu panfein, wenn er den Weifungen früherer Grubenbesitzer folgte. Er bestritt, ben Schacht I ersäuft zu haben, behauptet vielmehr, der Schacht habe bereits unter Mal er gestanden. AuS seiner Darstellung ging fervor daß er kein Verbrechen beabsichtigt hat. sondern durch das gegenrevolutionäre Cßerhalten feiner Kollegen mitgerissen worden ist. Er gab zu, den Weisungen der früheren ©rufen» besitzet, bie bie GtufenauSfeute m&glid st verringern wollten, gefolgt zu fein. Erschwerend fällt in- Gericht, daß Beresowski dafür Veld genommen hat. — Die deutschen Angeklagten rerlangten nach Dolmetschern, da sie nicht in der Lage waren, fern Prozeß zu folgen. J?ad> Ablehnung Müntes als Derieibiger beantragte Rechtsanwalt DotmS. ihn wen! strn« als vereidigten Dolmetscher heranzuziehen. doch lehnte das Gericht auch diesen Antrag ab. Lnqenieurverfolqungen. Ausländische Techniker und Ingenieure verlassen ihre Posten. K o w n o . 22. Mai. ($H.) Aus Moskau wird gemeldet, bah im Zusammenhang mit fern Dv* nezptozeh unb ben Verfolgungen gegen Ingenieure unb Techniker diese ihre Poften in ben Fabriken verlassen Aach in- ofsiz.ellen Angaben fe'infen sich in ber Sowjetunion über 530 Ingenieure und Techniker, von denen mehr als die Hälfte deutscher Herkunft sind. Einige Gruppen haben sich an die Sowjetregierung mit fern Ersuchen gewandt. sie von ihren Verträgen zu befreien und hnen b;e Rückkehr nach ber Heimat zu ermöglichen. Die tussifchen Ingenieure werfen von der D. P. LI. überwacht. 3m Gouvernement Tambow hat das Gericht zwei Ingenieure wegen politischen Banditentums zum Tode verurteilt. Das Urteil ist bereits vollstreckt. Oen^chnaiionale Stimmen. Zurück zur Lpposilion. i/cr „C o f a l a n 3 e i g er“ füllt feft: Die Verluste der Dcutschnationalen, gegen die sich der kon-entrifche Angrifi richtete, dulden keine Beschönigung. Sie sind größer, als auch die voraussehen konnten, d.e mit Verlusten rechneten. und sie sind keineswegs ganz unverschuldet. Es ergibt sich, daß die Deut sch nationalen das gefährliche Experiment des Eintrittes in eine schwer vorbelastete Regierung teuer zu bezahlen haben, teuerer vielleicht noch, als die Gegner des Experimentes es vor- auss qlcn. Man unternahm mit unzulänglichen Mitteln den Versuch zur Vereinigung einer un- ocßcueren Konkursmas e. Wan trägt jetzt die Kosten. 3um Schluß erklärt das Blatt: Es ist schwer vorstellbar, daß dieser Reichstag eines natürlichen Todes sterben sollte. — Die „Disch. Tagesztg“ die u. o. meint, ganze Organisationen im Bürgertum Hutten of enbar bewußt Wahlsabotage getrieben, erllärt: Ramentlich für die Vertretung der landwirtschaftlichen Lebensinteressen ergibt sich aus diesem Wahlausgang ein überaus düsteres Bild. Die Befürchtung erscheint nur zu begründet, baß die bescheidenen, aber doch verheißungsvollen Anfänge einer zielklaren und selten Agrarpolitik, die der letzte Reichstag endlich gebracht hat, nicht weitergeführt, womöglich noch zunichte gemacht werden. Vielleicht wird deshalb der einzige Ausweg darin liegen, in Kurze einen neuen Appell an die Wähler zu richten. Die „Kreuzztg." beschäftigt sich sehr eingehend mit den Verlusten des Zentrums und meint hinsichtlich der au bildenden Koalition: Wir glauben nicht, daß daS Zentrum sich in eine Lage begeben wird, die es ganz abhängig macht von den sozialdemokratischen Macht- gelüsten. Cs wird zweifellos aus Grund des Mandatsrückganges in Preußen besonders die Politik, die es dort betrieben hat und die parteimäßig so erfolgreich schien, einer Revision unterließen müssen. Zu den Verlusten der Deutfch- nationalen erklärt das Blatt: Es hat keinen Zweck, sich irgendwelchen Täuschungen hinzugeben und die besonders in den Provinzen zutage getretene starke Wahlenthaltung als erklärende Beschönigung ins Treffen zu führen. Auch diese WahlenthaUung ist ein Zeichen des erlahmenden politischen Willens. und sie ist zu einem Teil stiller Protest gegen die wenig befriedigende Art, in der die Deutschnationalen Politik machen zu können glaubten. (Sine Reformation der politischen Einstellung des Apparates wird sich nicht umgehen lassen. — Die „Deutsche Zeitung" berechnet, daß auch bei Berücksichtigung der an Splitterparteien verlorenen Stimmen die Summe der für den vorigen Reichstag abgegebenen nationalen Stimmen nicht erreicht wurde und lagt: Aus der Tatsache des völligen Verschwindens der nationalen Stimmen geht hervor, daß auch die Wahl des 20. Mai nur ein Beweis ist gegen öie bisherige Taktik der Rechten im Reichstag, nicht aber gegen den nationalen Gedanken. OieMeinung der Demokraten. Die Mitte übersprungen. — Notwendigkeit der Wahlreform. Das „Berliner Tageblatt" bezeichnet als einzig mögliche Mchrheitsbildung die Große .Koalition, da die Weimarer Koalition mit 239 1 Mandaten um sechs Stimmen hinter der absoluten F-Ätehrheit von 245 zurückbleibt. Dagegen zählen Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und ’• Deutsche Aolkspartei im neuen Reichstage 283 Stimmen, denen rechts und links, auch alle kleinen Parteien eingeschlossen, nur eine Opposition von 206 Stimmen gegenübersteht. In dieser Koalition würde die Sozialdemokratische Partei Über mehr Abgeordnete a l s die ande- reu drei zusammen verfügen Die inner« politische Bedeutung der Wahl, heißt es zum Schluß, liegt in der gründlichen Abkehr des deutschen Volkes von deutschnationaler Demagogie und Zwiespältigkeit in einem neuen starken Bekenntnis der deutschen Republik Außenpolitisch ist die Wahl ein erneutes Eintreten für jene Derständnispolitik, die von Wirth und Rathenau eingeleitet, zuletzt von Stresemann getragen war, der die Deutschnationale Volkspartei nur widerwillig folgte, und die im neuen Parlament wieder eine breite Mehrheit gefunden hat. — Die „Bos fische Zeitung" meint, baß die Wähler im (Eifer des Gefechtes über das Ziel hinausgeschossen haben. Sie seien unter Dem Ruse „91 i e wieder d e u t s ch n a t i o n a l" nach links marschiert und hätten dabei die Mitte übersprungen. Die Demokratische Partei, die das verfehlte Experiment der Reichsregierung auf das schärfste bekämpft habe, habe unter der Diskreditierung der Politik Der Mitte durch Zentrum und Deutsche Dolkspartei ungerechterwetse mitgelitten. Zusam- mensassend sagt das Blatt bann: Zwei Aufgaben hat der neue Reichstag. Er muß die Große Koalition so rasch verwirklichen, daß die Spekulation der Deutschnationalen auf eine lange Kabinettskrise, die zur Parlamentskrise erweitert werden soll, zuschanden wird. Und er muß so schnell wie möglich in den ersten Monaten die W a hl- re f o r m schassen, die endlich einmal wieder die Persönlichkeit-ur Geltung bringt und Wähler und Gewählte zusammenbrmgt Die Wäh- ler haben für die Republik und die Demokratie demonstriert Mit gutem Willen aber unzulänglichen Mitteln. An den Führern der demokratischen und republikanlschen Parteien ist es, diese Mittel zu verbessern und diesen Willen zu vollstrecken. Oie Sozialdemokratie. Drei Viertel der proletarischen „EinheitHsront" Der „Vorwärts" schreibt: Faßt man die ganze Wählerschaft, die den Willen zum Sozialismus demonstriert hat, zusammen, so ergibt sich, daß rund drei Viertel der sozialdemokratischen Parole folgten, während rund ein Vier- tel einstweilen noch hinter Moskaus Fahnen marschiert. In der „Einheitsfront" des Proletariats hat also die Sozialdemokratie die Dreivier tehnehrbeit. Daß btt Einheitsfront des Proletariates nicht zuslandekommt, liegt einzig und allein daran, daß sich das eine Viertel der Dreiviertelmehrheit nicht unterordnen will. Die Sozialdemokratie ist entschlossen, ihren eigenen We^ zu gehen, und sic ist auch stark genug dazu, -cic wird das Ge- wicht ihrer 152 Mandate in die Wagschale werfen. Mrchibare Lisigas-a^Kophe in Lamburg p osgenwolken über dem Hifengeöiet. — 1 Xot», mrhrrre 100 Vergiftete. Hamburg, 21. Mai. (WZB.) 3n der hofe- ssraße am Freihafen, wurden auf dem Lagerplatz der Chemischen Fabrik Stolzenberg, vermutlich durch Wärmeeinwirkung, die Deckel von Jägern, die mit Phosgen gefüllt waren (gleichzustellen mik dem im Kriege oerwendeken Gelbkreuz), gesprengt. Das Phosgen drang ins Freie. Die Dickung der Katastrophe war entsetzlich. Die Menschen sanken bewußtlos zusammen. Der Beoölke, rung bemächtigte sich eine Panik. Die Zahl der durch die Phorgenoergistung erkrankten Personen ist noch nicht sesfzustellen. Die phosgenerplosion hat bisher sieben Todesopfer gefordert. Jn den Hamburger Krankenhäusern sind bis heule abend 98 Personen mit P h o s g e n v e r g i f t u n - gen untergebracht. 3n Harburg haben etwa 3 0, in Wilhelmsburg etwa 1 0 0 Erkrankte die Krankenhäuser ausgesucht. Die Einwohner der verseuchten Straßenzüge, von denen vorübergehend etwa 350 in den Answcmdcrerhallen der Hamburg-Alnerika- Linie Unterkunft fanden, sind bis heute nachmittag um 2 Uhr in ihre Wohnungen zurückgekehrt. Einzelheiten des Unglücks. Hamburg, 21. Mai. (TU ) Ein vom „Hamburger Fremdenblatt" entsandter Sonderberichterstatter meldet über die Giftgaskatastrophe auf der Veddel: Der Wind trieb die Gaswolken am Boden vor sich her, über den Hosekanal zur Müggenburger Straße. In einem Boot auf dem Kanal wurden zwei junge Angler von der Gaswolke überrascht und mußten besinnungslos abtransportiert werden. Am jenseitigen Ufer des hofekanals wurde ein Platzmeister, dessen Frau und Jein Sohn vergiftet. Auch ein Wächter mußte vergiftet ins Krankenhaus geschafft werden. Von der Veddel und aus Wilhelmsburg wurden zahlreiche Erkrankungen gemeldet. Die Feuerwehrleute arbeiteten unter großer Lebens- qefahr, da die zur Verfügung stehenden Gas- und Rauchmasken dl« Gefahr nicht beseitigten. Man braucht Gasmasken mit Phosge. ncinlagc. die man sich aus Berlin zu verschaffen versucht. Der Wind drehte schließlich nach Südost um und trieb die Wolke über Wilhelmsburg. Von zwanzig bis dreißig Stellen zugleich wurden Vergiftungen gemeldet. Alle verfügbaren Krankenautos sind nach der Veddel und Wilhelmsburg unterwegs. Der Arbeiter- Samariterbund macht seine Kolonnen nach Hamburg und Wilhelmsburg mobil. Die Harburger Polizei hat in der Nacht eine Hundertschaft der Hamburger Dolizei zur Unterstützung bei der Räumung aufgeforoert. Die Einwohner der am meisten bedrohten Gemeinden werden in den Auswanderer- Hallen der Hamburg — Amerika-Linie untergebracht. Ein anderer Teil findet in den Krankenhäusern Unterkunft. In Den Bauernhäusern und Milchgeschäften ist alle verfügbare Milch beschlagnahmt worden, um sie den Kranken einzufloßen. Der Bevölkerung hat sich eine ungeheure Panik bemächtigt. Die Einwohner standen noch um 3 Uhr nachts auf den Straßen, obwohl jede Gefahr beseitigt war. Die treibende Gaswolke hat sich besonders unter dem Einfluß des stärker fallenden Regens, soweit verflüchtigt, daß sie kein Unheil mehr anrichten | kann Luch ist der Unglückstank unschädlich ae- ' macht worden. Die restlichen Gasmcngen sollen Jof I fort aus Hamburg entfernt werden. Die ' Hamburger Feuerwehr wird vorsichtshalber die um- liraenöen Wohnungen entgasen. Au gäbe tc; Behörde. die den ganzen Tag über mit fieberha trr Tätigkeit gearbeitet haben, muß cs nunmehr sein, die Ü r s a ch e n zu klären, die eine solch ungeheure Ge ahr hr.aufbe'chwören konnien Richt nur die Hamburger Feuerwehr, sondern auch die Berliner Wehren hat.en 'ich in den D enst der Abwehr geteilt und find augenblicklich damit le'chä>tigt, den Herd nach den Tlrfachen zu unierfuchen. Es herrscht über die Herkunft des furchtbaren G ftgases im allgemeinen noch große Unklarheit, wenn auch verschiedentlich darauf hinzewie'en wird, daß es sich um Giftgasbe stände aus dem Kriege handelt, daS langsam vernichtet werden sollte und von den ein bestimmter Prozentsatz auch für den Export nach Rordame- lila bestimmt fein sollte. 3n fachwissenschaftlichen K:e sen weist man darauf hin, daß das Phosgen gegenwärtig in Deutschland nur noch in ganz kleinen Mengen fabriziert wird, während in Krie.^zei'en eine Massenfabrikation betr.eben wurde. 3n amtlichen Kreisen betont man im übrigen noch, daß nach Art. 8 deS KriegSgerälegefetzes die Herstellung von Phosgen zwar nur bestimmten Firmen gestattet ist, daß aber der Handel mit diesem Gas keinerlei Beschränkungen erfährt. Oie Lagerung von Giftgasen in bewohnten Gegenden. Lieber das furchtbare Giftgasunglück in Hamburg hat die Hamburger Kriminalpolizei im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingelcitet, die sich nicht nur auf die direkte Entstehungsursache, sondern auch auf die Lagerung dieser ungewöhnlich großen Menge eines ber gefährlichsten Gase in einem dicht bewohnten und mit industriellen und Hasenanlagen übersäten Gebiet bezieht, wobei man von der Erwägung ausgehi. welche viel schrecklicheren Folgen entstanden wären, wenn bei anderer Windrichtung die Gaswolke direkt auf den Hafen und die Stadt Hamburg selbst getrieben worden wäre. Gestern abend beschäftigte man sich in einer Konferenz der Behördenvertreter mit Sachverständigen und den Betriebsleitern der Firma Stolzenberg mit der Frage, was mit den in weiteren Tanks auf diesem Gelände lagernden Phosgen-Gasmengen geschehen soll, ob sie abgeleitet und unschädlich gemacht oder ob sie unter Beobachtung der notwendigen Vor- sichtsmaßnahmen nach einem weniger gefährlichen Terrain abtranSportiert werden sollen. Daneben bleibt natürlich die Frage zu klären, ob für die Zukunft die Lagerung großer Mengen so gefahrbringender chemischer Stoffe in bewohnten Gegenden geduldet werden soll und ob nicht eine Revision bzw. Ergänzung der behördlichen Vorschriften notwendig ist. Japans Politik in der Mandschurei. Englische Warnungen an China, London, 19. Mai. (WTB.) Die „Times" schreibt: Die diplomatische Sprache der japanischen Regierungserklärung, daß keine Mn* ruhen i n der Mandschurei geduldet werden, wird hier als eine schwache Verhüllung der e ii f e r n e n Hand angesehen. Man fragt sich, was die genaue Absicht der japanischen Rote ist. Von einer Seite wird angenommen, daß Japan tatsächlich sein Protektorat in der Mandschurei erflärt. Die Wirkung der japanischen Aktion auf die politische Lage in China wird als sehr einschneidend angesehen. Ihr Zweck liegt offenbar in der nachdrücklichen Federung der Bestrebungen auf Errichtung einey verantwortlichen Regierung für ganz Chinr-kU 'recht aüe^i b* h ’Mite -Gleich 3j$^n LrK ÄbL Witter £ ? W Italic ,| '“W «W. N' «In fhdn ,. * Ä? "■ dnMM^Ln^ ,S" ««Hile W. 8**1. «i nm die 3nUteflm h el‘ Mtbungni Äontrotte iy umh» Welfen. Ä WfN rf&J "i ton 1925 ^ $ Welt. ivi Ödtfriga 'em »u Dtnöen ? Trompete. Ne toi ünbiflte. eit tourte t ö.Avvember 1918 ÄebrvtoNh gv Md)tn IS a1|tn. >n aiuutünbigen, all tnie überschritt. nischea Baunnburfd)«. i aus Tarragona nachbartcn Dorfe eint Dauernbuffche bdic inen Äinbernund iul dem Dorfe betau» )e|oehrschü||e auf i flinber getötet )ante et unter ttnew tourten sechs Kinder er eilte daraus quer- vegs ein anderes nter Strauchtoerf wr- s Dorf jurürf. drang l uni erschofe eine nifi ein flcinci IW Schüsse. Durch Hiebe ■x btt ‘BeMten. ns Daddy Svans qc- 's den Aeger. der sich n befand, und hangle ,m Hose des Wv inifltn Jahren emmti („griff« auf eine W mar. Evans war k „Mannermoroel affroplje in W- . föo wurde von «ne* «ä£ laßen einigt wW t Strafet gesinnt- i einem ®,W*tWEl h.« , ftsw «** nbutfl y-^ätme sgte.* E ^ handel' d „benungtüd E. icrtniB1- ki.f H) Vie ereign* ?-F- ZSS >fioo ,nl «och rlngeldifoflenen Crnle auf. Man fdtffcf di, Johl brr jur Aeif brs Mnglid» i ■ der (Stabe b c 11 n b 11 d) r n Bergleute auf I 00 bl» Ober 2 00. Jamlien, dir Ungehörige vermissen, Hoden t>lt ganze Rächt am Eingang jum Bergroerf «erbracht in der Hoffnung, bah r« einigen Der- ■nglAtfirn gelangen fdn fonnte, sich selbst vor ben hereinbrechenden (Seien ja teilen 6tn Arbeiter der Aachrfchicht der *u den Omi- gen gehört, die der ÄJtjftroKx Im Mather- Bctgtt*vtf entronnen sind, giot eine Schis» berunq feiner Bettung. ®r hatte gerade do» Bergwerk batte kn, att, zumal wenn bann Japan für China ähnliche Forderungen stellt? Wir würden un» nicht wundern, alls England und Frankreich mit verteilten Rollen spielen. Daraus beutet auch hin, daß Cham- berlain die französischen Vorschläge gar nicht er- wähnt Jedenfalls ist Kellogg seinem Aiel durch die englische Antwort, so entgegenkommend sie auch klingen mag, nicht wesentlich näher gerückt. neben zu können, daß England durchaus auf Dem amerikanischen Standpunkt stehe und eine Aechlung des Krieges begrüße. Das ist In der Theorie richtig: ebenso richtig, wie eS für Frankreich gilt, nur mit der kleinen Einschränkung. baß auch England bestimmte Bezirke hat. In die es sich nicht gerne hinein- r eben lassen möchte, lind dieser eine vorsichtige Satz hebt eiaentlich den grundsätzlich zustimmenden Charakter der englischen Bote auf. er unterscheidet sich In der Formulierung und in der Zuspitzung sehr stark von den sran.zöfischen Dorbehalten, nicht aber in der Sache Unb er ist, wa» psychologisch vielleicht da» mich> tigste ist, so gehalten, daß er sich hinter die amerikanische Mentalität zurückzieht. Denn auch die vereinigten Staaten wollen ja den Krieg nur da ächten, wo er ihnen unbequem ist Herr MdIogg hat zu derselben Zeit, wo er da» Pro gramm de» ewigen Frieden» verkündete, in Nico r a g u a bedenkenlos seine Truppen eingesetzt, um eine Regierung zu beseitigen, die hm nord- amerikanischen Interessen unbequem war. Und auch feine Politik Meziko gegenüber ist sehr viel we- Niger von Frieden»rücksichten als von den sehr handfesten materiellen Interessen der Petroleum- Magnaten diktiert. Für alle» die» Hot so Amerika schon längst die wunderschöne Formel der Man- r a e b o f t r I n erfunden, die unter dem Schlagwort: „Amerika ben Amerikanern" als moralische» Pro- tcktorat der vereinigten Staaten über ganz Amerika beansprucht unb diesen ganzen Kontinent der 93er- mlttlungetätlgtelt der Weltsriebensmächte entziehen soll. Dieser amerikanischen Doktrin möchte nun England eine britische Monroe-Doktrin gewisser- maßen entgegensetzen, die es hinter dem Wunsch versteckt, bah gewisse Gebiete in der Wett, deren Integrität ein besonderes und vitales Interesse für den tfrieben unb die Sicherheit England» barfteUl, von der Antikriegsoerpsilchtung ausdrücklich ausgenommen werden Das bezieht sich auf den Irak, Aegypten und Arabien, vor allem auf den Suez - f a n a L Was aber den vereinigten Staaten unb England recht ist, mußFrankreichbillig sein Also wird auch Frankreich feine Monroe-Lok pertraas ist identisch mit der in der deutschen Kote vom 27 April gekennzeichneten deutschen Stellung. Die englische Negierung konnte sich nicht de- reitfinben, irgendeinem neuen Vertrag zuzustimmen, durch ben die Verpflichtungen, die die Grundlage de» europäischen Friedens bilden, geschwächt werden könnten. tBrofcbrilannlrn hat ein so große» staatliche» Interesse an der peinlichsten Lrsöllung dieser Verpstlchtunaen. daß die engüsche Regierung unter Umstanden e» begünstigen würde, wenn In diesem Sinne der Artikel 4 de» französischen tniroerf» den amerikanischen Vorschlägen da- oerleibt würde. Die englische Regierung glaubt annchmen zu können, hab dagegen keine Einwendungen bestehen. Die Dohifahrt unb Unverletzlichkeit ge* Visser Gebiete der Avelt bildet für ben Frieden unb die Sicherheit Großbritannien» ein gan» besonderes ßebenvintertffe; eine Einmischung In diesen Gebieten kann beshalb nichtgebulbet werben. Diese Gebiete gegen einen Angriff zu schützen, stellt für bas britische Reich eine Maßnahme her eigenen Verteidigung bar. E» bars kein Mißverständnis darüber bestehen, bah die englische Regierung die amerikanischen Vorschläge unter Der ausdrücklichen Voraussetzung onnimmt, bah ihre Handlungsfreiheit in der obengenannten Richtung dadurch nicht beeinträchtiat wirb. Die Regierung der Vereinigten Staaten hol ebenfalls Interessen wahrzunehmen, die mit diesen verglichen werden können unb deren Richtbcach- hing durch eine fremde Macht von ihr als eine unfreundliche Handlung angesehen würde. Die englische Regierung würde e» willkommen Heiden, wenn die Mächte, mit denen es durch Verträge eng verbunden ist. in den Pakt mit c inb- zogen würden. Die englische Regierung könnte sich an dem Pakt nur in Gemeinschaft unb Mmü den Regierungen Indiens unb »mlnion» beteiligen, bie alle ben allgemeinen Prinzipien de» Pakte» herzltch zustimmen unb bereit sind, eine ölnlabung zur Teilnahme an dem Pakt anzunehmen." Oer Auionomiflenprozeß. Colmar, 21. Mai. (WB.) 3n her heutigen bitzung des Autonom islerrprozesses nahm der Staatsanwalt Z a ch o t daS Dort zur Anklagerede. Sr ertlärte, dah der Tatbestand eine» Komplotte» im Sinne be» Strafgesetzbuches vorliege. Der Ltaatsanwall gibt dann bekannt, dah Den Geschworenen vermutlich 17 Fragen vorgelegt werden würden, nämlich 1. Liegt ein Komplott vor? 2.—16. Inwieweit hat jeder der 15 Angeklagten an dem Komplott teilgenommen? 17. Mar das Komplott von einer komplottentsprechenden Handlung gefolgt ? Bei Bejahung der ersten 16 Fragen und unter -Zubilligung mildernder Umstände würde die Mindeststrafe ein Jahr Gefängnis, bie Höchst- (träfe zehn Jahre G^fänaniS sein. Bei Bejahung der 17 Fragen würde bei Verweigerung mildernder Umstände die Höchststrafe, lebenslängliche Deportierung, in Frage kommen. Die von der Srwinia hcrauS- gegebene Tageszeitung .Die Volksstimme" habe eine separatistische Kampagne begonnen, deren Ziel es gewesen sei, das Slsah von Frank- reich zu trennen. Außerdem hätten die Autonomisten ihre Schutztruppe organisiert, deren Ausbau nicht nur zur Verteidigung, sondern auch für Angriffszwecke eingerichtet gewesen sei. 3n Verbindung mik ben Organisationen von jenseits be» Rhein» habe man aus ben Elsässern eine nationale IfilnberfteH madjen wollen. Dir Autonomisten hätten auch bas Mosel-Departement in die Bewegung binein- sirhen wollen, um wieder eine Art Reidjs- lanb zu schaffen, ba» eines läge» wieder deutsch werden solle. Er verliest 30 Minuten lang Charakteristiken über RickIin und kleine Auszüge aus ben Reden, die Ricklin vor dem Kriege unb während des Krieges zum Teil im Reichstag gehalten hat, um zu oe- we'lcn, daß Ricklin Deutschland und die deutschen Institutionen bejaht habe, während er Frankreich und den französischen Institutionen nicht ebenso gegenüberstehe. So habe Ricklin 1912 erklärt, wenn EFaß-Lothrlngen die vollen Reihte eine» deutschen vundessl^ate» erhalte, bann werde e» an deutscher Gesinnung von keinem anderen Bundesstaat übertroffen werben Den Elsässern btt während der Aeit, al» ba» Elsaß »u Deutschland gehörte deutsche Beamte waren unb sich der beutschrn Reg'trung gegenüber loyal verhallen baten, tonne er nicht» vorwer- sen Er begreife ihre heikle -Stellung. Ross^ habe oder mehr getan Der deutsche Staatsangehörige Rost» habe Deutschland eine bedingungslose Ergebenheit entgegeraedracht Ader der fron- »öfische 6tQ0l»onaeb6nfe 9toa< bange bem französischen Staat nur Loyalität entgegen. RoRe habe bk Irrtümer, die die sranzöstsche Verwaltung im Elsaß trotz ihre» guten Willen» begangen habe, auigrbeutrL Dann speicht her Staatsanwalt noch übet leben bet übrigen Angeklagten, ohne etwas zu sagen, was nicht schon in der Verhandlung zum Ausdruck gekommen ist. Zusammensasienb erklärt er tue Autonomicüewrguna gehe von Deutschland au». Die Mittel für ha» Komplott stammten au» dem Auslande, und ihr Urlprung sei geheim g?5lte5?n. Das Kiel der Angeklagten kt gewesen, da» SUaß von Frankreich zu trennen und damit die Rückkehr de» Elsaß zu Deutschland zu vetantasien 9mt Rückkehr zu Deutschland käme nicht in Frage, gegen fit würden alle französisch gesinnten Slsässtr sich wenden. Das Srgclm:» wäre Bürgerin eg unb Krieg mit dem AuSlande. Der LtaatSanwölt zählte dann auf, wa» Frankreich dem Elsaß seit Kriegsende geboten habe. Die AuS'uhrungen de» Staatsanwaltes wurden vom Publikum mit lauten andauernden Beifallskundgebungen ausgenommen. Oie Wettei-lage. Jo Owofltmoi Onenn tonito ordettt ® wofliio. ® OtdCtei, e»cc<^ * Mio« Air«Mia e "<»uo*oi b tioreec»«' 6lc fatgtn mn arm wmet Oie oo dt* Mauenca sirMMca Z* Itn e«»ta dir IceprraUi «a Dir u*-tR Q/U eui «kiO«< «< ntr/cinivea* omocrrrOeru» Luftaruci Xvcttcruo .auvfafle. Die über Mitteleurova lagernden Storungen führten im Laufe de» gestrigen Tages au vielfachen Gewitterstörungen und vielerorts zu recht ergiebigen Niederschlägen. Da sich noch immer der Anschluß der Störungen geltend macht, wird zunächst die Wetterlage noch feine Beständigkeit annehmen und außerdem keine fortschreitende Erwärmung einsetzen. Vorhersage für Mittwoch, aooikiges Metter, auch zeitweise aufheiternd. Temperaturen nur wenig verändert, noch vereinzelt etwas Niederschlag. 8 b Qnskünftlei’irtn en «ollten ciftntltch alle Haatfrauen tein, d. K. «ie gellten ei verstehen, Geld, Zeit and Arbeit zu gpartn, um frei zu zein für frohe Stunden oder für Neigungen und Beschäftigungen der eigenen Pergönliehkeit. Das Geheimnig ist einfach: es besteht in richtiger Zeiteinteilung a. praktischen Einrichtungen in Küche und Haus. 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Hick a nv etillp'^nburi ® 'ff L an."!1 n* Hr. 119 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Dienstag, 22. Mai (928 Aus der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 22. Mai 1928. Telephonfreuden. Ich wundere mich eigentlich. daß nicht viel öfter über bat Telephon geschrieben wird. Denn es tut doch Io gut. «einen» Aerger Luft zu machen - Hot man ihn sich von der Seele gesprochen, tft man wieder frei und aufnabmc- »ähig für den unausbleiblichen neuen. Es itt natürlich auch lebt ärgerlich, wenn man überhaupt lein Telephon hat. Mehr noch, e* wächst f§ch allmählich zum unmöglichen Zustand au», wenn man auch nur einigermaßen im off ent' Heben, beruflichen oder sonst nach außensüh- renden L'eben steht. Wenn man dann nicht, die stählende Charakter-Gedulds übuna. vor den Ssientlichen Femlprechstellen wartend stehen will, must man sich entweder auf Äu4>en oder auf Xetten werfen, um beim Konditor oder Tandler belläuttg fragen zu können: .Dürste «b mal eben Ihr Telephon benutzen?" Unb dort muh man ferne Worte vorsichtig wählen, um nicht Unbefugten einen unerwünschten Einblick ln Aufträge, Anträge. Abmachungen u1u> nehmen zu lassen, (wobei natürlich noch nicht ten Sntlermlesten an ebenso zarte, wie nleressante bespräche gedacht ist wie: »Schatzi, kannst du es nixbt möglich machen, heut Nachmittag . . ." oder: „Franzel, bist du'S selber? Bist du allein? . . die ein Kapitel für sich Hilden). '"*• Ich wollte heute nur zum Trost für die. die sich gerade rocht über lästige Arbeitssto- runqen, falsche Verbindungen, dauernde» „bc- 1e|r und ähnliche unvermeidliche Vorkommnisse Geärgert Haden, die Telephonerlebnisse eines De- fannten erzählen, der mit x Ehren- und anderen Aemtern >.m Sfsentlichen Leben stehend, seinen ttlephonlolen Zustand allmählich zu einer äln- möglichkeit heranwachsen sah Und so überschlug er feine öfnfünftc, feine Ausgaben an Ztgaretten und Kuchen, feine liebenswürdigen Bitten, feine Briefe und Laufereien, und kam iu dem Aesultat. das) ein entsprechender Antrag ei der Herchspost das wirtschaftlich Dorteil- hafterc sei. Und da er ein fröhlicher Mensch war. hatte er dem Grundsah: .Man muh die Feste feiern wie sie fallen", und feierte den Tag des fertig gewordene.» Telephonanschlusses unter der Nummer 2244 mit einer kleinen De- sellschast im Freundeskreise, der sich erst in vorgerückter Stunde vergnügt von dem gastfreien Wirt kennte. Unter beruhigten Vorstellungen schlief dieser eilt als Letztes noch den echt weiblichem Satz seiner Frau mit in die Träume nehmend: .Weiht du. ich bin gespannt, wer dich zuerst an rufen wird." Die Spannung währte nicht lange .Nrrrrrr" gellte die neue Klingel in den Morgenschlaf. •In Dl ick auf die Uhr: halb sechs! .Zum Donnerwetter. wer kann denn da? . . .Hier 2244". •ine sonore Männerstinune ertönt: .Ich möchte gern wissen, wann der erste Wagen der Linie 8 zum Dahn Hof fährt." Das war denn doch! D. daS war der Malefizkerl, der Waler, der Dietmar, der ihn verulken wollte. Und so sagte er nur ironisch. .Schönen Dank für den Anruf, und glückliche Helfe, verpah den Anschluß .licht, mein Lieber, der erste Wagen fährt möglicherweise in 10 Minuten, guten Morgen Und schlüpfte wieder in» warme Dett. Hrrrrr." Halb achtl .Hier 2244". Sine ängstliche Damen ft inune. .Ach. entschuldigen Sie. aber ch habe gestern abend meinen neuen Hegen - Ichirm m der Dahn stehen lassen, in Linie 7. ist er vielleicht abgegeben worden?" .Wie kann ich das wissen", entgegnete der Gefragte mit einem Gemisch männlicher Höflichkeit, menschlichen Aerqers und allgemeiner Srstauntheit. .Ist dort nicht 2244?" .Jawohl, aber ich wüßte wirklich nicht".....Ach Doti, entschuldigen Sie. aber ich komme wohl besser persönlich, es ist nämlich ein ganz neuer Schirm, mit emailliertem Knopf, bitte, lassen Sie gleich Nachsehen, ich komme also nachher selber." .Angenehm", sagte der Höfliche und bängte resigniert ab. .Wer war es?" fragte neugierig die Dattin. .Sine Dame, sie kommt nachher persönlich heran, sie hat ihren Hegenschirm in Linie I stehen lassen, er ist ganz neu. Da begreifst wohl, das) sie ihn toieberbaben will". .Aber wieso kannst Du?“ -Ja. wieso kann ich! Das find die Unbegreiflichkeiten de» modernen Verkehrs lebens, mein Kind, und teer hielt Telephonanschlust für durchaus nötig?" .Du", sagte die mutige Dänin. ..Nein, du." entgegnete der Mann. Aber da Mann und Frau eins ftnb. kam es schließlich auf dasselbe heraus Der weitere tageelauf war zunächst ereignislos Die Dame mit dem Hegenschirm. oder vielmehr ohne den Hegenschirm. kam nicht persönlich. Aber am Nachmittag kam noch eine Anfrage, ob. wo und wie Ersatz für eine verlorene Monatskarte zu erhalten fei (was der neugebackene Telephonbesitzer auch nicht wußte), und warm der letzte Wagen vom Dahnhos ab- führe. Was ihm auch nicht bekannt war. und im übrigen hatte er längst durchschaut, daß feine Freunde sich verabredet hatten, ihn zu necken Aber gegen Abend kam ein dringendes Ferngespräch au» Bochum. ,0 Dott. unferm Werner ist was passiert!", rief die Dattin entsetzt und stellte sich zitternd neben ihren Mann. .Hier 2244". ..Hier Bochumer Waggonfabrik. Wir haben die von Ihnen bestellten 6 Waggons soeben zur Absendung gebracht und bemerken dazu. . -- .Ich hab« keine Waggons bestellt." schrie jetzt der erboste Mann, .was soll ich mit 6 Waggons, ich brauche sie nicht, hier 2244" .Ja eben, sind Sie nichtStraßenbahn-- aktiengesellschast T Hausen?" .Nein, bin ich nicht, falsch verbunden" und dann rief der Geplagte die Zentrale an und erfuhr, daß 2244 die abgelegte frühere Nummer der Slek- trischen Straßenbahngesellschaft fei, und des Nät- felS Lösung war gefunden. Hoffentlich bringt da» neue Telephonbuch dem Armen •ntlaftung. denn sonst ist wirklich nicht abzusehen, was ihm an täglichen Zumutungen noch blühen kann. OieVerkehrSordnung aufdemFlugplah DaS Kreisamt Gießen macht erneut auf die Vorschriften der Polizeiverordnung für den Verkehr auf dem Gießener Flugplatz aufmerksam, in der folgendes beftünmt wird: Die Grenzen des in der Gemarkung Gießen auf dem »Vordersten Stolzen Morgen" liegenden Flugplatzes sind durch weißgestrichene, an den Endpunkten niedergelegte Bretter kenntlich zu machen. Das Detrelen und Defahren des Nugplatzes sowie das Veiten auf demselben ist Unbefugten verboten. Der Flugplatz bleibt ausschließlich dem Luftverkehr Vorbehalten. Zuschauer dürfen sich nur auf den zugewiesenen AufstcllungSplätzen aufhalten. DaS Ausstelle.i von Kraftfahrzeugen und anderen Fahrzeugen darf nur auf den Angewiesenen Plätzen erfolgen. Ausgenommen hiervon sind Fahrzeuge, die der Start- und Flugleitung zur Verfügung stehen imd die als solche kenntlich gemacht ftnb. Hunde müssen an einer kurzen 2eine geführt werden. Die allgemeinen Bestimmungen über das Führen von Hunden (Maulkorbzwang und dergleichen) werden durch diese Verordnung nicht berührt. Der Luftverkehr im Gebiet des Fluglande-- platze« ©iclkn untersteht hinsichtlich Ordnung und Sicherheit, sowie des Signaldienstes der Polizeiflugwache Gießen. Jeder beabsichttgte Start ist rechtzeitig von der Flugleitung der Polizei- siugwache zu melden: ebenso ist jede bevorstehende Landung eines vmi außerhalb zu erwartenden Flugzeuges zu melden. Der Motor eine« Flugzeuges darf nur laufen, wenn sich im Führersitz eine mit der Bedienung desselben vertraute Persönlick^eit befindet. Flugzeuge dürfen nur auf dem von der Polizei- flugwache im Einvernehmen mit der Flugleitung bestimmten Platze ausgestellt werden. DaS Abbremsen des Flugzeugmotors hat stets so zu erfolgen, daß Gebäude und die Standplätze der anderen Flugzeuge von dem Propeller- Wind nicht getroffen werden. Sobald an der Polizeiflugwache der rote Ball hochgezogen wird oder rote Leuchtkugeln abgc» schossen werden, ist jeder Start verboten. Bei jedem Start wird durch einen Beamten der Polizeiflugwache mit einer weißen Flagge die AbslugerlaubniS gegeben und die Startrichtung angezeigt. Ohne diese Erlaubnis ist dem Flugzeugführer ein Start untersagt. Beim Starten ist Oer Film „Spione". Lichtspiclhauo Vahnhosstraßc. Dies ist vielleicht der beste Film, den der He- giffeur Fritz Lana — Schöpfer der .Nibelungen". des „Dr. Mabuse". der.Metropolis" — bisher geschaffen hat: sicherlich einer der besten deutschen Großfilme, die seit geraumer Zeit erschienen. Das Merkwürdige dabei: daß dieser ausgezeichnete Film au« einem höchst mittelmäßigen Homan entstanden ist. Aus dem Roman der Thea von Harbou. dessen gute und phantasievolle Konzeption durch einen miserablen Stil verdorben ist, brach Lang die Idee: er goß die Fabel in eine neue, seine eigene Form: er löste die Handlung, unter äußerster Beschränkung der terllichen Hilfen, mit einer bestechenden Vollständigkeit in Bilder auf. schnitt alles Ueberslüsiige weg und ließ die Zeit em mitspielendes Clement des Ganzen werden: in einem ungtbcuren Tempo rollt die also konzentrierte und äußerst verdichtete Bildersolge ab; sprunghaft, überraschend, von Spannung zu Spannung. ohne an Ueberfichtlichkeit zu verlieren und den Beschauer in jeder Sekunde zum Mitgehen zwingend. In solcher Beschränkung auf bildhafte Handlung in gesteigertem Tempo und unter vollem Verzicht auf die überspannte Stilistik der Vorlage wächst daS Werk eben in feiner Sondereigen- schaft als Spielfilm zu einer großartigen Eindringlichkeit und Einheitlichkeit. Hinzu kommt, daß der Bilderablauf in technischen Einzelheiten wie in der regiemäfitgen Gesamtanlage bis in die Fingerspitzen gekonnt ist. (Sicherlich auch in feiner Wirkung auf das Publikum in jebet Szene berechnet: da aber gegen eine gute Wirkung nichts einzuwenden ist, wird man sich kaum der Erkenntnis verschließen können, daß Lang eine der ausgeprägtestem befähigtsten imd eigenwilligsten Hegifseurpersonsichkeiten ist, die gegenwärtig am deutschen Film arbeiten.) Der Inhalt? Die Handlung zu erzählen, würde, auch in sachlicherem Stil, als das Buch geschrieben ist, zu weit führen, und außerdem würde die wörtliche Wiedergabe den Blldeindruck notwendig abfchwächen. SS handelt sich, turz gesagt, um den Kampf gegen eine sehr großzügig angelegte und außerordentlich gefährliche Spionagezentrale von internationalem Aktionsradius. hineinverslochten (nicht nur danebengekurbelt ober äußerlich auf gepappt) das Liebes- schickfal einer russischen Geheimagentin im Dienste der mit allen Mitteln arbeitenden Verbrecher. In der Gestaltung deS legitimen Gegenspieles (des Polizeichess) liegt die einzige schwache und angreifbare Stelle des FilmS: die Figur ist in der Hcgieauffa’fung wie in der (an sich nicht schlechten) schauspielerischen Wiedergabe verfehl!, bleibt übrigens auch hinter dem literarischen Vorbilde zurück: der Mann hat weder innerlich noch äußerlich daS überlegene Fornkbt, ohne daS er in seiner Stellung nicht möglich wäre. Dieser — einzige — Einwand wird durch die imponierende Hegicführung in allen übrigen Teilen des Werkes reichlich wettgemacht. Als vorbildliche Leistungen sind nächst der Organisation der Spionagezentrale vor allem die Eisen- bahnkalastrophe und die Aushebung des Verbreche rne st es zu nennen: hier liegen die mit einem ungewöhnlichen Schwung inszenierten, mit Energie und Spannung geladenen Höhepunkte der Handlung. Die Besetzung — wenn man von dein genannten Fehlgriff absehen darf — ist bis in deine Chargen rollen hinein durchweg zu loben. In Gerda Maurus, die die Spionin Sonja spielt, hat Lang einen neuen Star für die Ufa herausgestellt; eine sehr talentierte und temperamentvolle Schauspielerin, die sich mit dieser Leistung sympathisch und überzeugend eingeführt hat. Schars brofiliert der Spionageleiter Haghi von Hubvif Älein-Hogge. Gut und interessant von den übrigen vor allem Willy Fritsch. Lnpu P i d und Fritz Hasp. Niemand sollte sich daS Stück entgehen lassen; es ist ein Film, der eine selbständige Leistung darstellt, ohne Seitenblicke und Abstecher auf unerlaubtes Gebiet, feiner Grenzen bewußt, seiner Möglichkeiten mächtig... und also ein ein guter Film. —r— vom Nachbarslugzeug sters eine Mindesten tfcr- nung von vierzig Meter innezuhalten. Das Betreten der Häumc ter Flugleitung. der Werkstätten und anderer der SobcnorganJation des Luftverkehrs dienenden Häumlichkeiten ist ohne besondere Genehmigung der Flugleitung im Benehmen mit der Poli,^islugwache unterlagt. W ist verboten, in der Nähe der Flugzeuge und der Taifkanlagen zu rauchen, unverwahrtes Feuer und andere ^.'Suchtmittel außer elektrischen Glühlampen mit Uebergi»den zu benutzen sowie brennende Streichhölzer fortzuwerfen In den Werkstätten müssen Handfeucrlöschec betriebsfertig bereitstehen. Die Inhaber der betreffenden Häumc sind hierfür verantwortlich. Sie sind verpflichte:, allen behördlichen Weisungen bezüglich Beschaffung und Srhattung von Feucrlöschgeräten Folge zu leisten. Den Anordnungen der Beamten des ßuftüber- wachungSdiensteS ist Folge zu leisten. Sofern nicht nach allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind, werden Ucbertrc- tungen dieser Verordnung mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark, im Falle des Unvermögens mit entsprechender Haft bestraft. Oer Wert der deutschen Jugendherbergen. Dieser Tage hat der Verwaltungsausschuß des HeichSverbandeS für deutsche Jugendherbergen, dem alle großen deutschen Iugendverbände aller Hichtungcn angeboren, seine geschäftlichen Beratungen über daS Berichtsjahr 1927 abgeschlossen. AuS den Berichten geht hervor, welchen gewaltigen Aufschwung die deutsche Iugend- wanderbewegung in den letzten Jahren genommen hat. der in erster Linie der Anteilnahme der Behörden und der gesamten Oefsentlichkeit am Iugendherbcrgswerk zu verdanken ist. Die großen Städte Haven fast alle auS eigenen Mitteln Musterhcrocrgen errichtet. Heich und Länder, Provinzen. Streife und Gemeinden haben die Bedeutung des IugcndherbergSgedaidens erkannt und ihm im weitgehendsten Maste ihre Unterstützung zuteil werden lassen. Mit Hilfe dieser Unterstützungen kann der NeichSverband für deutsche Jugendherbergen daher augenblid- lich 2300 Jugendherbergen zählen und über eine Mitgliederzahl von 87000 verfügen. Glicht weniger alS rund 2,5 Millionen Uebernachtungen konnte der HeichSvcrband im letzten Berichtsjahr zählen, ein Beweis dafür, welche Bedeutung die Iugcndwanderbewcgung hat und welcher Beliebtheit sie sich erfreut. Dem HeichSvcrband für deutsche Jugendherbergen gehören Jugendliche aller sozialen Schichten und politischer Hichtungcn an. 29 v. H. der Mitglieder- ahl sind Volksschüler. 35 v. H. Schüler und Studenten und 36 v. H. sind Schulentlassene. AuS dem Gesagten geht also hervor, daß daS Iugendherbcrgswerk ein DolkSwerk ist, daS immer tiefer in die Nation eindringt und damit auch die Volksgesundheit entscheidend zum Guten beeinflußt. Viehhändler-Versammlung in Gießen. Dor einigen Tagen fand hier im Saal- bau Sauer eine Viehhändlerverfammlung statt, die vorn Schiedsgericht des Dießcnec Viehmarktes einberufen war. Für den 3k rto al hing 6 rat eröffnete dessen Vorsitzender Simon Stomberg (ÄelSlirchen) die Versammlung. DaS Gießener Marktschicdvgericht besteht jetzt ein Jahr und hat monatlich durchschnittlich 25 Wandlung-- klagen und etwa 25 Prozesse wegen Nestzah- lungen usw. entschieden, in 5 Fällen mußte daS Oberschiedsgericht entscheiden. Nach den Satzungen war eine Neuwahl des Obmanns oder Vorsitzenden des Schiedsgerichts vorzunehmen. Die Versammlung beschloß die Wiederwahl deS seitherigen ObmannS Salti Strauß (Lauterbach- auf zwei Jahre durch Zuruf. Für die gleiche Zeitdauer wurden die bisherigen Ersatzmänner Süßkind (Herborn) und Kaiser (Mardorf) wiedergewählt. Sin auS der Mitte der Versammlung gestellter Antrag, für das Schiedsgericht noch als Beisitzer einen namhaft gemachten akademisch gebildeten Juristen zu wählen, wurde mit der Begründung abgelehnt, daß cS sich bei Marktschiedsgerichten nur um sachverständige Laienrichter handeln könne Die bisherigen Mitglieder des DerwaltungSratS Simon Stomberg iHeiökirchen' Albert Kaufmann (Kir- totf). Süßt i nd (Krofdorf». Hatan Simon (Heuchclhetmi und Liebmann ^Hausen bei Gießen» wurden durch Zuruf wieder gewählt. Es fand dann eine lebhafte Aussprache wegen der vom Gießener MarkttchiedSgericht liquidierten Kosten statt, die vereinzelt an Hand einiger Fülle für zu hoch erklärt wurden Der Obmann. Sali, Strauß, erklärte, daß das Gericht bestrebt »ei. Härten, die in hohen Auslagen und Kostensorderungen der obsiegenden Partei bestehen. au mildem. Ganz ohne Kosten könne allcrbtng» das Schiedsgericht nicht arbeiten, aber die Parteien sparen immerhin gegenüber den Anwal ts- koften imb den Gerichtskoften. bio sie beim ordentlichen Gericht zu bestreiten haben, sehr erheblich. abgesehen von der erheblich schnelleren Erledigung der Streitfälle durch das Schiedsgericht. Allerdings mühten sich die streitenden Teile baritber klar sein, daß derjenige Streitteil, der die Kosten des Verfahrens zu tragen h.rt. als anständiger Kaufmann nicht mehr Kosten und Auslagen liquidieren dürfe, als wirklich entstanden seien, besonders sollte man das Stall- geld. Futter- und Pflcgekosten nur in mäßiger Höhe berechnen, ebenso seien für Arzt und Arznei Forderungen nur die Selbst losten, die durch Quittungen belegt werden, zu verlangen. Dem» aber die eine ober die andere Partei sich wegen zu hoher Kosten zu Unrecht belastet glaube. |ci es ratsam, dagegen Beschwerde zu erbeben, damit der Fall eingehend geprüft nx-rden kann. Einem Antrag, die Satzungen des Gießener Marktschiedsgericht den einzelnen VereinSvor- ständen. deren Mitglieder am Gießener Markt Interesse haben, zuzusenden, versprach der Obmann in den nächsten Tagen auszuführen. Es wurden weiter von verschiedenen Seiten Anregungen gegeben, die Organisation des Schiedsgerichts. auch besten Verfahren usw, auSzu- baucn und zu verbestern. U. a. wurde der Wunsch ausgesprochen, im Intercste deS Ansehens der bewährten Institutton einen besonderen Haum. würdig ausgestaltct zur Abhaltung der Verhandlungen zu mieten. Auch wurde angeregt, die Zeugenvernehmung, wenn irgend möglich, direkt vom Schiedsgericht vorzunehmen. um dadurch da« Verfahren zu beschleunigen. Man müsse natürlich dann auch gleich mit der Klage die Zeugen und sonstigen Beweismittel angeben. Der Obmann. Salti Strauß, bemerkte, daß daS Schiedsgericht nicht das Hecht hat, zu verlangen, daß ein geladener Zeuge vor seinem Forum erscheint. In vielen Fällen würden die Zeugen nicht kommen, auch eine eidliche Vernehmung von Zeugen vor dem SchiedS- Äfci nicht zulässig. Eine nicht beeidigte von Zeugen habe in vielen Fällen wenig Wert für einen HechtSfall. deshalb laste da» Schiedsgericht in den Streitfällen, die man ohne Anhörung von Zeugen schwer enttcheiden könne, die Zeugen durch den ordentlichen Hichter eidlich vernehmen. AuS der Aussprache ging hervor, daß alle Interestenten des Gießener Marktes darüber einig sind, daß daS Gießener Marktschiedsgericht sich bctoäort hat uno niemand es mehr abzuschafsen wünscht. Man erlarmte an. daß dadurch die ordentlichen Gerichte erheblich entlastet werden, daß die Parteierr. wenn sie ihre Hechtshänüel vor ihren Kollegen zum AuStrag bringen, viel Geld sparen und gegenseitige Differenzen viel schneller als vor den ordentlichen Gerichten Erledigung finden. Es sand dann eine gründliche Besprechung über neu zu schaffende Handelsbedingungen für die Gießener Viehmärkte statt. Der Obmann leitete die" Aussprache mit dem Hinweise ein, daß es eine sehr große Belastung des Verkäufers bedeute, wenn dieser dem Käufer gegenüber die Garantie übernehme, die Ware sei rein und klar und ohne Fehler. Eine solche allgemeingtbaltcne Zusicherung könne kein ver- nünftiger Mensch übernehmen, und mit einer solchen Garantie sei der Schikane Tür und Tor geöffnet Man wünsche hier eine Formel fest- zusetzen. daß der Verkäufer für alle gesetzlichen Mängel deS veräußerten Tieres auf- komme. Sollte der Käufer aber beim Kauf noch andere Bedingungen verlangen, die der Verkäufer zu bewilligen bereit ist, um ein Geschäft zu tätigen, so müßte über einen solchen Kauf evtl, ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werden. Die zahlreichen Einkäufer erklärten, von einer Aenderung der Handel-bedingung auf dem Der Fremde und das Ei. Don Hans ZRiebau. Vom Dahnbof Schnorrebrück her kommt ein Mensch. Aus der Landstraße hebt er sich ab wie ein Strich. Die Holzfäller im WirtShause treten an« Fenster und disputieren. Denn es ist sehr, sehr selten, daß in Schnorrebrück ein Mensch aus dem Zug fleiat Unb noch viel lettener ist es. daß er die Landstraße herunterkommt auf den Krug zu. Denn tnc Landstraße ist eigenttich keine Landstraße. sondern nur ein Projekt Gleich hinter dem Krug im Walde hört sie auf, und kein Weg und Pfad führt weiter inS Gebirge hinein. Es kann also nur ein Fremder sein, der da. fein Köfferchen schwingend, herunterspaziert kommt. Unb die Holzfäller freuen sich, und der Krüger freut sich und die Magd freut sich. Denn mit den Fremden, die sich hierher verirren, gibt es einen schönen, einträglichen Spaß, einen Spaß, der Tradition geworben ist im Krug, unb den. man weiß es nicht genau, der Vater ober ber Großvater des WirteS in die Welt gesetzt hat Inzwischen kommt ber Fremde näher, biegt in den Pfad ein, der auf den Krug zuführt, und ist schon in der Gaststube. Ss ist ein älterer, glattrasierter Mann. .Guten Tag", sagt er. setzt sich, bestellt Bier und Butterbrot und beginnt zu essen. Da schiebt sich einer von den Änedjten an den Schenkttsch. .Eine Hunde Korn", sagt er. Unb der Wirt haut jedem einen doppelten Korn vor die Nase. Auch dem Fremden. »Danke", sagt ber. .prost", trinkt aus. Unb dann fängt man (.endlich" denken die Knechte» an zu reden. Da zieht der Holzfäller, derselbe, ber ben Schnaps bestellt hat ein Ei hervor, pellt die Schale ab. steckt eS in den Mund, und hupp, schluckt eS herunter, heil wie eS ist. Der Fremde sieht eS unb lacht ,100 Mark zahl' ich dem", sagt ber Holzfäller, .ber's nachmacht." .Kleinigkeit", brummte ber Fremde. Da Birnen es die Knechte beim Feixen nicht lassen unb lachen laut heraus. ,100 Mark gilt die Wette", sagt ber Fremde. Die anderen freuen sich. .100 Mark', bestätigt ber Holzfäller, .zahle ich: und 100 Mark Sie, wenn Sie nicht innerhalb fünf Minuten ein gekochte- Ei. ohne zu kauen, verschlucken." .Herr Wirt", ruft bet Fremde, .ein Ei!" .Jawohl", faat ber Wirt, und geht in die Küche. Die Knechte stoßen sich In die Nippen. Da kommt ber Wirt zurück. .Dedaure", grinst er. „im ganzen HauS kein Si mehr da." „Sie haben die Wette verloren", schreit der Holzfäller, unb alle lachen lauthals. 2wer ber Srembe sagt: „Wieso?" Greist in die Tasche, zieht ein Ei hervor, pellt es ab, unb man sieht, es ist ein ganz, ganz weich gekochte-, unb schluckt eS herunter Die Knechte starren entsetzt. Kein Wort wird laut. Der Fremde schluckt unb schluckt. .Ich war nämlich schon mal hier", sagt er. .vor 18 Jahren: unb möchte gern meine hundert Mark zurückhaben." „Die Sünden ber Väter", denken die Knechte: schmeißen zusammen und pumpen den Wirt um den Nest an .... Hochschulnachnchten. Der bisherige Privatdozent für Geographie an ber Gießener Universität Dr. Wolfgang Panzer hat sich an die philosophische Fakultät der Universität Berlin umhabilitiert. Gebürttg aus München, ist Panzer Schüler von Norbert KrebS. bei dem er feit Ostern 1927 eine Asfisten- ttmstelle am geographischen Institut ber Uni- oerfität Berlin bekleidet. Früher dozierte er in Gießen und affigierte am dortigen geographischen Institut bei Prof. Klute. Panzers Arbeitsgebiete sind Geomorphologie. Physifchc An- thropogeographie. Länderkunde von Süd- und Westeuropa. Der Privatdozent für deutsches Hecht, bürgerliches unb Handelsrecht an der Untoerfltäf Göttingen Dr. jur. Karl August Eckhard! hat einen Huf an die Mntoerfltät Kiel als Nachfolger des emeritierten Geheimen Iustiz- rats Max Pappenheim erhalten unb angenommen. Er hat bereits die (rmemnmg zum Ordinarius in Kiel erhalten. toiefen. 6k Geschichten aus aller Welt ein etwas regeres itn n. sie ihr Abteil Sie wandte sich also nur für unverheiratete und liche Arbeitskräfte besteht Interesse... ES soll der Frühling HZ Ain verkünden . . . (c) Tokio. biS 140, Wirsing 45, Weißkraut 35. 50, gelbe Rüben 50, rote Rüben 15 Spinat 30. Römischkohl 20 biS 25, 130 biS 140, Tomaten 120 bis 150. 20 bi« 25. Rhabarber 20 bi- 25, fätzlich nicht nach Punkten, sondern in einer kurzen, schriftlichen Kritik, die jedem Verein noch zugestellt wird. Das Fest nahm einen sehr guten Qkrlauf, so daß alle Teilnehmer befriedigt nach Hause ziehen konnten. Käse 60 Rotkraut bi« 20, Spargel Zwiebeln zu leisten -nm Segen für Doll und DaterlarSr Das Hoch auf das deutsche 2id> und Vaterland wurde begeistert aufgenommen. SS folgte dann Mc Festrede des Pfarrer-, und zum Schluß eine sehr markige und begeisterte Ansprache des Bunde-vorßtzenden des Hessischen Sängerbundes.- Ministerialrat Dr. Siegen aus Darmstadt, der be'onderS darauf hinw.es, welch mächtiges Dekenntris das deutsche Lied in allen deutschen (Bauen al» c.nheitlicher und bestimmter Ausdruck deutschen Kulturwillens bedeute, da« bei den, Deutschen Sängerbundesfeft in Wien aller Welt Herr zur Erkenntnis kommen müsse. Es wurde dann noch zehn verdienten Sängern die Ehrenurkunde für 40jährige Sängertätigkeit aus der Hand des Vorsitzenden überreicht. Hieran schlossen sich Einzelvorträge der Gast- und Dundesvereine in der Stadthalle. Die Preisrichter und Dirigenten sammelten sich im „Frankfurter Hof" au einer Besprechung bzw. Vortrag über die Leistungen. Vei diefer Kritik wurde von den Preisrichtern durchweg betont, daß im Bunde wesentliche Fortschritte in der A' flti Am E gesell Sine gf Daste^ i«d» 1 rf M tauf KZ Ä * SL Leh« ist * Ls- i WRI®1 y.tXra« 3n einbr arkit । in Xra.i rüdtr ci richtige t;f.cr ge AcchLc * t«nfl ' Rus dem GießenerStandesamts- re gift er. ES verstarben in der Zeit vom l.dis 15. Mai: 1. Mai: Margarete Muller, ohne Beruf, 71 Jahre. Asterweg 23. 2. Mai: Karl Wiener, Landgerichtsdirektor, 64 Jahre, Am Nahrung«- berg 33. Renate Hornefser. 11 Jahr«, Molkke- r ¥5 Gesangsiätigkeit zu beobachten seien und die Vorträge eine beachtliche Leistung.az^fv ' wünschten, daß der Bund auf Amtsgericht Gießen. * (Biegen, 12. Mai. Die Frau eines Telegraphenarbeiters aus Großen-Buseck wurde von einem Rachbar wegen Beleidigung verklagt. Da auch der Klager gegen die Frau einen ehrenrührigen Vorwurf erhoben hatte, verglichen sich beide Teile. Eie nahmen die Beleidigungen zurück und übernahmen die auf ihrer Seite erwachsenen Kosten und die Hälfte der GerichtS- koften. Dieselbe Frau war auch noch von einem andern Rachbar wegen Beleidigung verklagt worden. Sie soll behauptet haben, dieser habe ihr in der Inflationszeit 10C00 Mk. zu wenig heraus- gegeben und das Geld unterschlagen. Diese Behauptung hielt sie noch in der heutigen Haupte Verhandlung aufrecht und behauptete auch hier, der Privatkläger habe ihr den Vorwurf des Meineids gemacht. Hierfür konnte sie keinen Beweis erbringen, ebensowenig dafür, daß der Privatkläger ihr 10 000 Mk. Papiermark zu wenig herausgegeben und das Geld unterschlagen habe. Sie wurde deshalb wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 25 Mark verurteilt. Kartoffeln 4 bi« 5, Aepfel 25 biS 40. Dörrobst 40, Suppenhühner 100 bis 120; daS Stück: Eier 11 bis 12, Blumenkohl 80 bis 180. Salat 20 bis 30, Ealatgurken 60 bis 100. Ober-Kohlrabi 35 bis 40, Lauch 10 bis 20, Rettich 30, Sellerie 50 bis 130, Radieschen (Bd.) 15 bis 20 Pfennig. Bornotizen. — TageskalenderfürDienstag: Stadt- Hicakr: Gastspiel der gesamten Frankfurter Ooe icttcnbühne Josef Strauß-Operette „Frühlingslun". Beginn 7.45 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Spione. — Astana-Lichtspiele: Der Stierbändiger — Dürervortr ag der Vol kshoch- s chule. Am Mittwoch. 23., abends 8 älhr pünktlich. findet im Hbrsaal 53 der älniversität ein Vortrag von Dr. Ludwig Reundörfer aus Offenbach über .Dürer m unserer Zett" statt. Die 'Ausführungen werden durch Lichtbilder erläutert. Anschließend bespricht Dr Reundörfer mit Interessenten die geplante Rürnbcrg- fahrt (Wochenendfahrt) der hessischen Volks- bochschulen. Räheres in der heutigen Anzeige. Ohm-Lum-aial-Sängerbimd. In Homberg a. d. Ohm fand jetzt das W e r t un g s s i n ge n und 21. Bundesfest des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes statt. Pünktlich um 8 Llhr begann in ter geräumigen Stadthalle das Gingen der 23 Bundes- vereine, das von dem QUärrnergefangperem Homberg mit dem Motto des deutschen Sängerbünde- eingeleitet wurde. Als Pflichlied war „Drauß' ist alle- so prächtig" und als selbst- gewählles ein Volkslied bestimmt. Es war ein Genuß, den Vorträgen der Vereine zu lauschen und dabei die Vielgestaltigkeit unseres Volkslebens. das sich hier un Volkslied widerspiegelte, auf sich wirken zu lassen. Gegen 10 Uhr traf der Vorsitzende des Hessischen Sängerbünde«, Mini- sterialra' Dr. Eiegert, aus Darmstadt ein. Gegen 12.30 Uhr war das Singen beendet. Die Ceiftungen standen durchweg auf einer beachtlichen Höhe. Als Preisrichter fungierten Kantor Samper aus Darmstadt und Lehrer Blaß auS (Broben-Cinten (Gießen). Rach der Mittagspause ordneten sich die Vereine zum Z e st z u g durch die Stadt, wo inzwischen noch etwa zehn Gastvcreine eingetrossen waren, so daß nahezu 40 Vereine mit Fahnen sich durch das schöne Städtchen Homberg bewegten. Auf dem Fcstplatz vor der Stadthalle angelangt fang der fest gebende Verein seinen Degrüftungschoc ..O Schutzgeist". ES folgte die Begrüßung von feiten des Bürgermeisters, der auch zugleich im Auftrage des Kreisamts Alsfeld die Sänger begrüßte. Dann wurde von den Bundesvereinen der M a s f e n ch o r unter der Leitung des Preisrichter- Samper vorgetragen. Es folgte die Ansprache deS Bundesvorfitzenden, der die Sängerschaft und die Ehrengäste, Vertreter des Kreisamts und der Stadt, den Bürgermeister, den Vorsitzenden des hessischen Sängerbundes, der Provinz, sowie des Lahngaues auf das herzlichste begrüßte, in kernigen Worten auf die Bedeutung des Volksliedes als Quelle nationaler Kraft und Einheit hinwies und die Sängerschaft ermahnte, treu weiter diesen Dienst ßrette c nimnttfy galten Iteattc Mun em gute •n friefc allen gr tvn epi ö. An vergmge bet Svst mutet e der veil bcimischc auifalla Tote bc Schuhst» Verteidig Hüter mu ui Unred strafte 18. 3. Mai: Kacharine Hinterlang. geb. Ruppel, Ww.. 63 I.. Kaiserallee 3a. Ioh. Schieferstein, Arbeiter. 61 Jahre, Reustadt 57. 8. Mai: Theodore Christiane Dapper, geb. Fillmann, 71 Jahre, Bahnhofstraße 29. 12. Mai: Emil Trenckmann, ohne Berus, 75 Jahre. Licher Strafte 74. Elisabech Völlmer, geb. Wahl, Wwc., 79 Jahre. Deidengalse 6. Adolf Blencke. Privatmann. 84 Jahre, Am Kugelberg 7. Friedrich Schneider. Oberpcstschasfner L CK.. 64 Jahre, Stephanstrahe 29. 13. Mai: Gustav Franke. Fabrikant, 58 Jahre. Ostanlage 30. 14. Mai: Regina Barth, geb. Wehrich, Wwe., 77 Jahre, Frankfurter Strafte 58. Werner Fahrenbach, Schüler, 14 Jahre, Frankfurter Straße 73. " Der Bauerschc Gesangverein singt inBad'Nauheim. Der Bauerjche Gesangverein Gießen, der schon wiederholt bei den Konzerten der Kurkapelle Bad-Nauheim mitgewirkt hat, ist auch in diesem Jahre von der Bad-Nauheimer Kurdirektion zu einem Doppelkonzert verpflichtet worden. Das Konzert findet am 10. Juni, nachmittags und abends, auf der Kurterrasse bzw. bei ungünstiger Witterung im Kurhaus statt. " Das Befinden der Opfer des Wieseckcr Omnibus-Unglücks. Da«bei dem schweren Unfall des Wiesecker Autoomni- busses bei Leidenhofen durch Quetschungen am Körper verunglückte Frl. Ranft befindet sich nunmehr erfreulicherweise auf dem Wege der Besserung. Dagegen ist der Zustand des schwerverletzten Wagenführers Wagenbach noch immer als unverändert ernst airzusehen. Die übrigen Leichtverletzten werden die verunglückte Himmelfahrttour inzwischen glatt überwunden haben. diese Würde ist nicht nur mit großen Ehrungei sondern auch mit kllnaender Münze verbünde Anno 1928 liefen nicht weniger alS dreizehn- tausend Zrühlingslieder ein. die Jury arbeitete wochenlang Tag und Rächt und unterbreitete dann dem Kaiser siebenhundert Gedichte. Der Herrscher von Rippon hat« wahrhaftig nicht leicht, besonder«, wenn man bedenkt, daß eine der größten japanischen Tugenden die Höflichkeit ist. Zwölftausendbreihundert Lyriker find ja bereit« traurig und weitere sechshundertneunundneunzig werden sich ebenfalls bald in ihren schönsten Hoffnungen betrogen fühlen und — was bliebe den Acrmsten sonst übrig? — sehnsüchtig auf den nächsten Frühling warten, um da mit erneuten Kräften ihr Glück zu versuchen ... fit 6$)ie Oranit mgenchr bat seit k ordentlich in diefer flonfcner überragtei rri-e tot W. 'S 1M bi butex V Tettixm fltn Ae Furien höhte li 'Piels bi Steafrau 2ei en Gramer vehr en drrch de brr Däfte Welle« 2 Philip ■tot non . Rffl 1300 “trrin mni 3* gegen zu einer solchen von 10 Mark. Dazu kommen noch die Kosten zweier Rechtsanwälte und die Gerichtskosten. Die Frau eines Kaufmannes von hier hatte im Februar einen anonymen Brief schwer beleidigenden Inhalls bekommen und vermutete, daß die Schwester ihrer Mieterin die Briefschreiberin ober mindestens die Urheberin desselben fei. Diese Vermutung teilte sie dritten Personen in bestimmter Form mit. Die al« Schreiberin oerbädjtigte Frau erhob Privatllage wegen Beleidigung. Die Angeklagte bestritt zwar heute, die Privatklägerin al« die Briefschreiberin bezeichnet zu haben, behauptete vielmehr, sie habe ausdrücklich erllärt, sie habe den Brief nicht geschrieben. Allein die Beweisaufnahme fiel zu ihrem Hngunften aus, und sie wurde deshalb wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 20 Mark und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Aus dem Amtsvek-lündigungsblatt. *DasAmtsverkundigungsblattNr.36 enthält: Straßensperre. — Polizeiverordnung für den Fluglandepla^ der Provinzialhauptstadt Gießen. — Nachtrag zur Ortssatzung über den Bezug von Wasser aus den Gemcindewasserleitungen zu Lauter, Alte»- Buseck, Trais-Horloff und Großen-Buseck. — Ge- meindeoichwaage zu Bersrod. — Dienstnachrichten. trag von zwanzig Dollar pro Woche erreicht werden konnte. Da« Geschäft de« zeitgemäßen Sklavenhändlers soll nicht übermäßig gut gehen; jugendliche — weib- Nachdrnck. auch mit Quellenangabe, verboten. Die Chamberlain-Tulpe. (r) Amsterdam. Kürzlich hat bekanntlich der englische Außenminister Austen Chamberlain mit Kind und Kegel dem kleinen Holland einen mehrtägigen Besuch abgestattet, der weniger den politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern als dem Genuß de« eben mit all seinem Dust und seiner Farbenpracht erwachenden Frühlings gewidmet war und völlig privaten Charakter trug. DaS hat die gottlose Presse natürlich nicht verhindert, mit Rotizbuch und Kamera jeden seiner Schritte auf niederländischem Boden zu verfolgen, und so behauptet nun der Reporter eines der größten holländischen Blätter. Zeuge der folgenden Episode gewesen zu fein, die. wenn sie sich nicht ganz mit der Wirklichkeit decken sollte, ihrem Autor wenigstens daS Zeugnis einer glänzenden unb leider etwa« bissigen Erfindungsgabe ausstellt. Eine« Tages war der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Großbritannien« mit seiner ganzen Familie, dem amerikanischen Gesandten im Haag. R. M. Tobin. und einigen anderen diplomatischen Würdenträgern Gast bei der reichen Familie Sverwijn in Roordwijk. Rach- dem man in gebührender und geziemender Güte gegastmahlt hatte, gab Chamberlain seinem Wunsche Ausoruck, sich einmal die in der Rähe, auf dem Wege nach Haarlem liegenden berühmten Tulpenzüchtereien ansehen zu wollen, und fein galanter Wirt kurbelte sofort sein Oluto an, um den illustren Gast durch diese prangenden Wundergärten zu fahren. Irgendwie mußte die Kunde von dieser Besichtigungsfahrt auch nach draußen gedrungen fein, denn nach ungefähr einer halben Stunde Weges hielt ein einfacher Mann, der Tulpen- züchter Gore, den Wagen mitten auf der Straße an, näherte sich ehrerbietig und mit den tiefsten Verbeugungen den Insassen und machte bann, anfangs etwas stockend, dann aber in zierlichem Redefluß. Seiner Exzellenz dem Herrn Außenminister Seiner Britischen Majestät folgenden ergebenen Vorschlag: Er wisse aus unzähligen Pressebildern und könne sich auch jetzt durch eigenen Augenschein davon überzeugen, daß Exzellenz im Rockausschlag stets ein Chrysanthemum, seltener eine weiße Orchidee trage. Ihm, dem Tulpenzüchter Gore, sei es nach jahrelangen Bemühungen gelungen, eine neue Tulpenart von einer geradezu märchenhaften weiß-gelblichen Färbung heranzuzüchten, und er würde die Krone seines gärtnerischen Erfolges darin erblicken, wenn er diese Tulpe nach seiner Exzellenz benennen und Deiner Exzellenz al« Entgelt dafür regelmäßig die nötigen Blumen für den Rockaufschlag liefern dürfte. Unter der Bedingung allertrtng«, daß Seine Exzellenz von heute ab feine andere Blume mehr al« Gewandsckmuck verwende als eben diese neue Tulpe ,.Auften Lhamberlain". Und damit überreichte Mynheer Gore dem über den unerwarteten Antrag bah erstaunten Bolitiker ein Exemplar dieser nach ihm zu taufenden neuen Blume. Schließlich brachen die beiden Wageninsassen in ein lautes Gelächter auS, und Chamberlain drückte dem braven Gärtner freundlich die Hand, wobei er die Bemerkung machte, er könne, trotz der ihm so innig zugedachten liebenswürdigen Ehrung, zu seinem innigsten Bedauern von seiner bisherigen Gewohnheit und Vorliebe für Chrysanthemen nicht abgehen und müsse daher für den gut gemeinten Vorschlag seinen allerherzlichsten Dank au«- sprechen. Und das Auto brummte weiter und ließ den verdutzten Mynheer Gore zurück, dessen Hugc Idee. Sir Austen Chamberlain vor seine Reklame xu spannen, ins Wasser gefallen war. Wir werden Chamberlain also auch weiterhin in den illustrierten Zeitschriften mit feinem Einglas und seiner gewohnten Knopflochblume prangen sehen. Ter Schein ist trügerisch . . . (—) P a r i s. Frau Camp kam auf dem Saint-Lazare-Babn- Hof in Paris an. Eine einfach« Frau aus der Provinz, welche da« Seineparadies noch nie gesehen hat und von dem .Tempo der Großstadt" bereit« in dem Augenblick verwirrt wurde, wo Mi. inerten- .Dv ist [ef üiabomc," antawttt n. ug aui menten rjiT r kt ixrbu^ttn yw- ?’flunflsb|Qtf v OfciDCr0rbnune Kr br lafbauptftabt ®lf^_ er ”n 8tjug DonSflüf, yni»Lauttt.L. Men.^ulfd. - ®,. ‘Ml ßj r, K •W5Ä Ä S? Ä1^ 'ZL^ W. %WUnfl V Mw® achten '» 'd auf *« jffWs andere ru l|t '■ilc *• £S auch nicht lagen.“ er« ? gelassen. um Doimerivettrr. toem lichte empört dir Frau er, Madame!" nt>. tonnten Cie wahr- rach die gcfrMte Unechter Srauenfogi! di« - den alten Äebür. richt übermenschlich h-'- chm längst zum Xeultl in Dsrt mehr. fonh-rn I und veradrerchte toi iftige 'MM «rufend Fronten (MN eder stmzbfischtSie^k- Bericht M« «« ‘KÄ t weniger ein. f'Öerbr^ 5$S'* Tumen, Sport und Spies. Anrudern der Gießener Ruder-Gesellschast 1877. 3Un Sonntag hielt bie Siebener Ruder- ® e 1 e IM 100-m-Staffel hatte gegen die aus älteren 3ahrgängcn der übrigen Vereine zusammengeleyten Mann'chaften keine AuSfichten und kam daher al« Dritter in 51,7 Sek. ein. D. f. B. Leichtathletik. Dci de:, leichtathletischen Wettkämpfen des F. D. Weilburg konnten die zwei Vertreter des V. f. 2.. der Sprinter R, Fischer und der Werfer M o b l. trotz starker Konkurrenz aus Frankfurt. Siegen, Wetzlar usw., recht schöne Erfolge erringen. Fischer, dem es bisher nicht möglich war, zu trainieren, schied im 100- und 200-Meter-Lauien aus, lief aber über die 400-Meterstrecke mit kinem früheren Klubkameraden Delbert (1900) ein sehr scharfes Ren- ner. das Delbert kurz vor dem Ziel knapp für sich entscheiden konnte. Zeit 54.6 bzw. 54.7. Bei intensivem Training tollte Fischer bestimmt in der Lage sein, seine frühere \orrr. wieder zu erreichen, M o h l gewann das Kuge.stohen für Anfänger mit 10,49 Meter und wurde im Äugel- stetzen offen und Diskus offen beidemal Dritter mit 10,83 byp. 30,97 Meter. Mohl erreichte frcrM nicht an entferntesten keine letzten Trai- ningleistungen von 11.50 2« et er ün Kugel- stotzen und 37 Meter im Diskuswurf Allerdings bat er sich erst seit kurzer Zeit diesem ^ezialspvrt geunbrnct Handball der V. T. Grohen-ctuben 3ogrob — Hertzoru Jugcnb 2:3 (0:3). Die Mannschaften trugen eui Freundschaftsspiel auf dem Groben-Llndener Sportplatz au*. Das Spiel wurde feiten» Herborns sehr hart durchgeführt. Rachdem der Schiedsrichter die Gästemannschaft zu rerftändigerem Spiel auf» gefordert hatte, geschah dies auch, jedoch nur so lange, bis Grotzen-Linden 2 Dore aufhvlte Dann legte Herbor-, wieder die alte Härte in das Spiel, so datz die Spieler Grotzen-Lindens. die zum arötzten Teile verletzt wurden, sich nach dem Schlutzpftff febnfen. Handball in Heuchelheim. Ip. Heuchelheim L •— I. u. Spo. Butzbach L 2J. Da» Spiel konnten die eifrigen Heuchelheimer gegen einen starken Gegner unentschieden gestalten. Butzbach spielte allerdings nur mit zehn Mann, war aber ,n Fang und Zuspiel bedeutend besser als die Einheimischen. Mit 2:0 führend, bauten die Einheimischen in der zweiten Halbzett ab und verstanden nicht, ihren Vorsprung zu sichern. Deutsche (^chwimmererfolge in Dien. 3m Dia na bad in Wien wurde am SamStag der 1. Teil des 3ntcmationalen Schwimm-Meetings der Hakoah bei gutem Besuch durchgeführt. 3m Verlaufe der Konkurrenzen mürbe ein neuer österreichischer Rekord aufgestellt und eine neue ausländische deutsche B e st l e i st u n g erzielt. Die Schwimmer und Schwimmerinnen aus Deutschland konnten in den drei Konkurrenzen, in denen sie gestartet waren, in sicherer Manier gewinnen. Rademacher tMagdeburg) siegte im Brustschwimmen über 400 Meter in 6,18 vor Friedberger (1. Wiener Amateure S. V.) 629 (neuer österreichischer Rekord). Rademacher schwamm verhalten und ging in der letzten Länge vor. um überlegen zu gewinnen. 3m 100-Meter- Rückenschwimmen siegte Küpper- (Diesen) in 1.13, der damit eine neue deutsche AuSlandbest- leistung ausstellte. Bei den Damen belegte Frl. Erkelenz (Oberhaufen) im Freistilschwimmen über ICO Meter in 1:14.1 den ersten Platz. Auch am zweiten Tage der internationalen bchwimmwettkampfe in Dien lagen bte deutschen Teilnehmer in Front. (F. Kademacher (Hella»- Magdeburg) schlug im LD-Meter-vruftlchrvunmen in 252 den uuch al» ($t»hinftläufer bekannten Wiener Karl Schäfer, der 2V5 benötigte. 3m 100- Meter-Ruckenschwimmen gab der deutsche Bekord- mann Ruppert (Viersen) seinem Gegirr blt zu neun Sekunden vor und schlug dennoch in der glänzenden Zeit von 1 12,9 alt erster an. Tat 400 Meter- 3reistilschwimmen der Damen war 5rau,cm Besi Erkenz i Oberbau (en) nicht zu nehmen. Die Wienerin Frist, Löwy stellte übermalt mit 6.20,2 eine neue österreichische BefUnftung auf. £tid>laWletif(t)t Detttämpse In Düsseldorf. 3m Rahmen der von dem Düsseldorfer Sport- llub von 1899 am Sonntag veranstalteten leichtathletischen Wettkämpfe startete auch die deutsche 4xlOO-3BeterOlbmb,a-6taffel in folgender Besetzung: Lammers. Dr. Wichmann (Frankfurt). Houben und Körnig. 3m ersten Laus erreichte die Staffel die Zett von 412 Sekunden. Die Olpmptastasfel unternahm dann in der gleichen Besetzung noch zweimal einen Dett- rekordversuch und erreichte jedesmal mit 41 Sekunden die beftebenbe Weltrekordzeit. 3m Diskuswerfen verwies Hoss- meister (Hannover) mit einem Wurf von 46.58 Meter Paulus (Wetzlar) mit 4656 Meter, also mit nur 2 Zentimeter Vorsprung, auf den zweiten Platz 3m W e i t s p r u n g wurde Möller (Hannover) mit 7,16 Meter erster vor Dobermann (Köln) mit 7.10 Meter Olympisches et?furnier. 3m Olympischen Hockeyturnier standen sich am Samstag in Amsterdam mi c> land und Deutschland gegenüber. Die deutsche Mannschaft trat in vollkommen veränderter Aufstellung an und wurde von Holland 2. 1 (2:1) geschlagen 3m zweiten Spiel des Tages siegte Frankreich über Spanien mit 2:1. nachdem Spanien zur Pause 1:0 führte. Rekord im Hammerwerfen. Anlästlich der internen Klubkämpse der Stuttgarter KickerS unternahm Wenninger (Stuttgarter Kickers) einen Versuch, den deutschen Rekord im Hammerwerfen zu brechen. Es gelang ihn, dies trotz des strömenden Regens, der während der Veranstaltung über die neue Kickersbahn niederging. Wenninger warf den Hammer 45,59 Meter, während der alte Rekord bei 43,12 Meter lag. Schach,Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mittellun- gen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des ..Giehener Anzeigers". Pröblet» Nr. 162. 8 6 5 4 3 2 l x b Z h 3 8 6 5 2 4 1 i*fc *Ä Don 0. 3aros§. Schwarz, c d e f a b c d e f g h Weist. Weih: 7 Steine. Khl; Dd6; Sf3 f7; Bd7, c2, g3. Schwarz: 14 Steine. Kf5; Da6; Ta4, c8; Lei; Sd2, g6; Ba5, b6. b7, ed, f6, g4, h3. Ein ausgezeichneter Zweizüger! Partie Nr. 105. Rachstehend die vierte Partie aus dem Wettkampfe Bogvljulow-Euwe. Indische Verteidigung. Deitz: Dogvljubow. Schwarz: Euwc. 1. d2-d4 2. Sg2- f3 3. <2-c4 4. Sbl-c3 1. Sg8-f6 2. g7-gö 3. Lf8-g7 4. 0-0 5. g2-g3 An dieser Stelle nicht angebracht; das auf der Hand liegende 5. e4 verdient hier den Vorzug 5...... 5. d7-d5; Jetzt an, besten. 6. c4xd5 6. Sf6xd5 7. Lfl-g2 7. c7-c5! Wiederum am besten. Schwarz hat bereits durch die letzten Züge einen geringen Stellungsvorteil erlangt. 8. 0-0 8 Sd5xc3 9. b2xx3 9. Db8-c6 10. e2-e3 10. Dd8-a5 II. Ddl-b3 11. T*8-b8 12. Lei-d2 12. Lb8-g4! Mit der Drohung 12. ...., Lxf3. 13. Lxf3, ex d4. 14. exd4. Sxd4 mit Bauerngewinn. 13. Tal-dl? Sin grober Fehler, der die Qualüät tostet 13...... 13. c5xd4 14. c3xd4 14. Di5-h5 15. Sf3 —b4 15. Lg4xdl 16. Tflxdl 16 Sc6-a5 Euwc trifft immer die stärksten Züge. 17. Db3 —bl 1 /. 5a5 —c4 18. Ld2-b4 19 Lg2-B 20. 5-a4 21. Lf3-d5 22. Lb4—c5 23 Tdlxbl 24. Lc5xe7 25. Ld5xc4 26. Lc4-d6 18. L«7-f6 19. Dh5-b5 20. Db5xa4 21. Da4-b5 22. DbSxbl 23. b7-b6 24. Lf6>-e7 25. b6-b5 Den Bauern kann Deist natürlich nicht nehmen. 26...... 26. Le7xh4 27. g3xh4 27. b5-b4 28. e3-e4. Bogoljubow glaubt noch an Wunder. Aufgegeben 29. h4-h5 28. Tf8-c8 29. a7-a5 30. Kgl -fl 30. 15-14 31. KFl-e2 31. b4-b3 32. K5Xg6 32 H7Xg6 33. Ke5-dl 33. b3-to 34. Kdl-d2 34. Tb8-b4 35. Kd2-d3 35. Tc8-cl 36. Ld5-a2 36. 13-12 Bogoljubow hat in dieser Parti« sehr schwach gesprclt, während sein Gegner durchweg fein und umsichtig manotxtiert hat. Lösung des Problems Ar. 159. Don H. Petersen 1. Dg7-g4!, Te4xg4. 2. c3-c44- usw. 1......a3-a2. 2. Dg4-dl!, Zugzwang TXa4. 3. Dh5 matt; ober 2. Td4, Tb4 ober beliebig. 3. cxd4, cxb4 ober c4 matt- Oie Rarrenkappe. Splitter und Sparren dorn Aebattlonstisch. Sfllblüfen ou» der Technik. Die „VD3.-Rachrichten" teilen aus ihrer Praxis folgende Stilblüten mit, bie in keiner Weise verfälscht sinb: „Das erböligc Rustland ..." ..Da« 3nstitut wirb seit zwei 3ahren ins Leben gerufen.“ „Wenn bie« Verfahren eingeführt wird, bann hat man nicht auf Sanb gebaut, sondern auf das richtige Pferd gewettet." „Vrer Jahrtausende hat allo die Handsäge gebraucht, um Fust zu fallen." „Der Hnterfuchung sind zwei Typen neuzuschaffender Städte von einmal zwei Millionen und daS andere Mal vier Millionen Einwohnern in Kreis«, Halbkreis- und Schlauchform zugrunde gelegt.“ «3st zur Aufstellung eines Posta utos als Hühnerstall eine baupolizeiliche Gencm $ed*m DAS MARKENRAD AB FABRIK tWn SCHUHHAUS l F Fordern Ile Katelot* Prima Schollen Prima LimandeS prima Sil et prima Aäuchersiscke in allen Preislagen von 95 Pf bis 3.50 Mk Liter alur C.109 Vostenfrri Irrst CMItlOj toi po Iturrte Lbttschü^ leSUe davon. 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Man nehme nur Doppelherz und lasse sich nichts anderes als „ebensogut® aufreden. Niederlage: Haus Hindenburg, Medizinal- Drogerie H. Elges, Seltersweg 68 a; Drogene E. Karn. Schulstr.; Löwen-Drogerie W. Kil- binger Nachf., Selterswcg; Drogerie Gcbr. Michel, Walltorstr. 29; Drogerie Hans Noll, Ludwigsplatz u. Neustadt; Kaiser-Drogerie Ernst Noll, Lindenplatz 5; Kreuz-Drogerie A. Noll, Bahnhofstr. 51; Drogerie C. Seibel, Frankfurter Str.; Drogerie 0. Winterhoff, Apoth. E. Guth, Victoria-Drogerie, Marktstr. Emil Karn, Central-Drogerie, Schulstr. W. Kilbinger Nacht, Löwen-Drogerie, Seltersweg 79 a. Aug. Noll, Kreuz-Drogerie, Bahnhofstr. 51. Hans Noll, Ludwigsplatz- und Neustadt- Drogerie. Carl Seibel, Germania-Drogerie, Fkf. Str J’int - 'i ft”“ als w; n». 3; 6igk hie Aöhrii 3nnti Ttett w mb y: fann. ' wichtig! aen die Heute renz nere Ij sondcrS d:e hiesj w Der. Trauend 2i ®raite kn feud 2ahr toi Jttjtoief Achtes, । nw ein Kten, b arten u.! Warum mit spitzen Schuhen sich plagen Volkshochschule Mittwoch, 23. Mai, 20 Ubr vüukt- lirf). Uniücrfitüt, II. Stotf, ^iiriaal 53 Vortrag mit Lichtbildern Dürer in unserer Zeit Vortragender: Dr. Ludwig Neundörfer (Offenbach) Eintritt: r») Mitglied deS rZreundeöraieS ,rei (Vorweis ber Hane), b) Veretnö' mtiglieder ober eingeschriebene Hörer 30 BL c) Nichtmitglieoer 70 Pt. AnlchlteKend an den Vortrag Besprechung von Interessenten an der Nürnbcrgiabrt (Wochenendsabrt) der hesfischen BoikS- bochschulen. 5ii3D Copyrigh 18 üortfo ”6 ma> flntem t Mrt in ^°«Sen fyen/ . "®einei ^nbch, ►7*) tot Der Sdiuh von wichtigster Bedeutung für Ihr gefälliges Aeuhere, für Ihr Wohlbehagen Julius Schulze Kreuzplatz prima Kochschellfisch Pa. Schellfisch im Schnitt {rima Lavliau im Schnitt rima Seelachs i. Schnitt Psingstwoche m Schotten Grotze Axsslellitiig unbr actfn n ule in der Turndalle. Während der ganzen Woche Schaufenster Wettbewerb. An den FeiertagengrotzesportlicheWettkämpfe 3. Pfingsliciertag (29. Mai> der altbetanme SchottenerPrümiierungsmarkt Bleröe-.Bnllen-JInöoleli- Storodne .Steflen-u.arflnierniotn Beginn deS ViehauflriebS 7Uhr, Beginn dcrPrämiierungßUbr. Militärmunk, Neitcrvcrciu, Verlosung, Volksfei, Tanz. Donnerstag, den 3l.Mai: Iugcnd Wettkämpfe. Ab 3 Ubr: Hausfrauen nachmittag, Modefchau und dergl. Vorsllbrnngcn in der TurnbaUe. 2. uns 3. Juni: Slsges lÜolotniö-Bennen .Nundum Schotten"des Deutsch.Automobil. u. Motorrad-Clubs. Achtung! Die neuesten Damen -Pfingft» Schuhe rot, blau ufro- ein- geirosfen. < 3968 H. Benner II., Schillerstrane 19. Nachstehende Photo-Fachgeschäfte bieten Ihnen wie seither Gewähr für günstigen Bezug erstklassiger PHOTO-APPARATE und Zubehörteile Pfingsten, das Fest der Radler, steht vor ■ _ M n» Sic dürfen mit dem Kauf eine» Radei nicht mehr zögern. Die Absatz- CtCi I Ui kurve der Mifa-Werke schnellte bereits in den letzten Wochen so gewaltig in die Höhe, das« eine vorübergehende Knappheit der beliebtesten Modelle zu befürchten Ist. 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De- iondert sind H die Netneren Personen- und Lastwagen, die bei der Durchfahrt durch die genannten Straßen ein zum Teil rasende« Tempo fahren, so daß man sich nur wundern muß. daß sich noch kein größeres Unglück ereignet ha: flr. torüningen, 21. Mai Dieser Tage siedclte Lehrer Johanne» Rullmonn nach seinem neuen Dirkungsott Lampertheim über Lehrer Heinrich Schaaf, dem die zweite Schulst,lle provisorisch übertragen wurde, ist gleich daraus hier cinge^»gen. < Holzheim 21. Mai. ^ie von vier in D u tz b a ch beschäftigten Arbeiter wurden leither noch Beendigung der Arbeit durch die Kleinbahn Butzbach -Ltch mit dem Personenzug 17.45 ab Butzbach nach der Station D a m b a ch aebr-cht, wo sie ein Autobus der Firma Schneider, Gambach, erwartete und nach Hause fuhr. Ab 15. Mai ist nun dieser Zug in leg« fall gekommen. Die Folze ist. daß die Arbeiter aus den nächsten Zug warten und sich eine anderthalbstündige Wartezeit gesall.m losten müßten. Um diesem Uebclstand abzuhelsen, hatte die Arbeiterschaft mit der Firma Schneider- Vombach Verhandlungen gepflogen zwecks direkter Verbringung zur Arbeitsstätte und zurück mittels Autobus. Die Verhandlungen scheiterten an der Frage de« Fahrpreises. Dun hat sich aber die Firma Freitag- Butzbach bereit erklärt, einen Wagen zur Verfügung zu stellen und die Beförderung zum früheren Fahrpreis (Wochenkarte 3 TU.) zu übernehmen Die zuständigen Bürgermeistereien baden ihre Zustimmung gegeben. Daraufhin hat sich, laut letzter Meldung, die Verwaltung der Butzbach Sicher dis en bahn ent chlo'sen, den Verwaltungssonderzug zur Rück- besörderung der Arbeiter ab Butzbach 17.44 wieder einzulegen. Sin endgültiger Entscheid wird demnach noch zu treffen sein: jedenfalls werden die Arbeiter großen Wert darauf legen, auf fchnellstem Wege von und zur Arbeitsstätte zu gelangen. ^reiS Friedberg. WSD. Bad-Douheim. 21.Mai. Infolge Versagens der Steuerung stürzte am Sonntag zwischen Obermdrlen und Zlegenberg da« von Ingenieur Zundel von hier gesteuerte Auto eine Böschung herab und überschlug sich. Zundel wurde schwer verletzt, seine Frau kam mit leichteren Verletzungen davon. Beide fanden Ausnahme im hiesigen Krankenhaus. Zundel hatte im vergangenen Jahre mit seinem Motorrad im Frankfurter Stadtwald schon einmal Einfall zu verzeichnen. Während er damals glücklich davonkam, 'nutzte die von ihm ongefahrene Person ihr Leben lassen. Kreis Büdingen. nd. D i d d a . 21. Mai. Heftern vormittag predigte hier in der Stadtkirche der neue Direktor DLH richt vom hessischen Landesverein für Inner« Mission in Darmstadt über den Wert und di« Wirkungen der Inneren Mission und zeigte, wie jeder Lhrist dabei mithelsen kann. AbendS schilderte er im Gottesdienst die wichtigsten deutschen Anstalten und Einrichtungen dreier christlichen Barmherzigkeit und Liebe. Heute sprach er In der Dekanat«!onse- r« nz vor seinen Amtsbrüdern über die Inner« Mission, der in der Gegenwart ganz besonders wichtige Aufgaben gestellt find. Auch die hiesige Stadtmission hielt am Sonntagabend im DereinShau« eine Ehina-MissionSseier des Frauenverein« ab. dir gut besucht war. -t- Aus dem Diddata 1. 21. Mai. Der DraswuchS aus den trockenen Berg- und den feuchten Talwiesen ist auch in diesem Jahr wieder sehr unterschiedlich. Die Bergwiesen, namentlich die gut gedüngten, haben dichtes, üppige« Futter, während die Talwiesen nur eine rerhättniSmähig dünne GraSnaröe haben, die stark von Sauergräfern. Hahnenfuß» arten u. dgl. durchsetzt ist. Diese haben fast keinen Dährwert. Die Grünfütterung ist schon seit einigen Wochen im Gange und erstreckt sich auf Gras, wie auf Klee Wenn auch die Heurorräte au« dem g.-segnetca Vorjahre nicht oufgebraucht find, so verwendet man doch gern frühzeitig Grünfutter um die Milchertrüge zu steigern. — Uni er den Maifrösten haben in besonderem Maße die im Tale stehenden und frisch blühende.' Rußbäume. sowie die Sichenkulturen in den forstlichen Pslanzgärten gelitten. Di« Apfel bl üte zeizt nur vereinzelt Frostschäden Meistens find die Bäume betrosscn. die in den kritischen Tagen erst ihre Blüten öffneten. — 5>vr RindViehbestand in den einzelnen Wirtschaften hat lieb säst allgemein vermehrt 2r über- trisst nicht nur stark den der Vorjahre, sondern ih höher al« in den VorkriegSjahrcn. SS bricht sich der Gedanke Bahn, datz ein guter Bi . Hst and immer noch der rentabelste Wirt chaftszwcig des Landwirts ist. jRrcie Lchotten. ■■ Schotten, 21. Mai Gemeinderatssitzung. An Steile de« verstorbenen Kaufmanns und Fabrikanten Karl Schütz wurde Obersteuerfekretär S i s e in den Gemeinderat cin- gesührt und auf sein Amt verpflichtet. Der Ge- meindcrat schlieht sich dem Schulvorstand an. der alS künftigen Rektor der Volksschule Lehrer Ulrich» Schotten (früher in Michelbach) in Vorschlag bringt. - - Die Stratzenbeleuch- t u n g soll verbessert werden, mehrere Straßcn- überspannungen werden angebracht, eine Reihe Lampen mit lOOkerzigen Birnen versehen. Zur Auto st recke Mücke — Ulrichstein — Schotten wird erforderlichen'alls, sobald da- DetrtebseraebniS für das Jahr feststeht. ein gewisser Zuschuß in Au« icht gestellt. Die Wege im Friedhof sollen eine Tcerbehandlung bekommen. Gintqe Baudarlehen zum üblichen Zinssatz (6 Proz ) werden genehmigt. Die Auswer- tungSsrage der städtischen Vor krieg s- schulden wird naher behandelt und der Bürgermeister beauftragt, sich in Güte mit den Gläubigern auseinanderzuseyen. Die Freistellen an der Realschule werden wie vorgeschlagen aeneh- migt Der Gemeinderat genehmigt die rleber- nabmc der Hülste der auf die Stadt entfallenden Kleinpsla st erlösten aus der Ortsdurchfahrt« st recke nach Rainrod mH 11 OOO Mark. — Der Hohewiesenweg wird weiter aus- gebaut werden, da einige Villenneubauten dort entstehen. □ Laubach , 21. Mai. Der hiesige Krieger- und Milltürverein hielt am Samstagabend im „Schützenhos" eine außerordentliche Hauptversammlung ab, worin beschlossen wurde, die Einweihung des E h r e n d e n k m a l s für die Gefallenen vom zweiten Pfingftfeiertag auf den ersten zu verlegen, do der zweite Feiertag in anderer Weise besetzt werden soll. Weiter beschloß man, der Einladung de» hiesigen Schützenoerei n » zur Beteiligung am Festzug des Gau- Schühenverbandes am 15.Juli zu entsprechen und eine Gruppe In Uniform aus früherer Zeit für diese Festlichkeit aufzustellen. Wegen der Beteiligung an dieser Feier am 15. Juli ist e» nicht möglich, der Einladung zur Teilnahme an dem Feste des ffrie- fieroereins in Offenbach, das an demselben Tage tattfindet, zu folgen. Dagegen wird der Laubacher Skiegeroeretn an der Fahnenweihe des K r I e - geroerein» Wohnfeld am 24. Juni sich beteiligen. Weiter wurde beschlossen. In diesem Jahr das Preisschlehen des Vereins wegen der Ueberfülle der hiesigen Festlichkeiten aussallen zu lassen. □ Llltenha in, 21. Mai. Seit einiger Zeit grassieren hier in der Kinderwelt stark die Masern. Die Epidemie tritt so heftig auf, daß die Schule auf unbestimmte Zelt geschlos- s e n werden mußte. Preußen. Kreis M bürg. WED. Warburg, 21. Mai. Aus der mit Fahnen und Wimpeln festlich geschmückten Ketzerbach wurde am SamStagabend die erstmalige (Stic ebung von 3000 Studierenden an der hiesigen Universität durch einen gemein- Die IfirmilöeB flehen 5Wrn. Roman von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag. Leipzig 13 Fortsetzung Nachdruck verbalen „Darin besteht ja eben die Kunst des Auswechselns, daß man alle» ganz offen vor den Augen des andern tut. Der Schlussel liegt übrigens wohlverwahrt In meinem Banksafe, und wenn Sie jemand deswegen bedrängen sollte, so können Sie es ruhig sagen. „Meinen Sie denn?" fragte Mrs. Lansdown, um einen Schalten bleicher werdend. ,chaß meine Tochter auch fegt nicht in Ruhe gelassen wird?" .Ich weiß es nicht", sagte Dick mit gesenkten Dimvern. Jjd) bin heute abend hier, um deswegen mit Ihnen zu beraten. Zunächst gestattrn Sie mir eine wichtige Frage: Hat Lord Selsord noch andere verwandte außer Ihnen?" Jtdne — wenn er nicht verheiratet ist", antwortete Sybil für die Mutter. Dick blickte sie an. der heitere Gleichmut fiel wie «ine Maske von seinem Gesicht, die Augen schmälerten sich, die Lippen wurden hart, unter der ft raff- gezogenen Gestchtshaut zeichneten sich deutlich di« Wangenmuskeln ab. ..Das habe ich befürchtet", sagte er endlich. Sein Blick hing am Fernsprecher. „Es ist gut, daß Sie telephonisch erreichbar sind", fügte er scheinbar ohne jeden Zusammenhang hinzu. Mutter und Tochter hefteten ihre Augen fragend und unruhig auf ihn. .Haben Sie Freunde außerhalb Londons?" frage Dick. Mrs. Lansdown nickte stumm. „Freunde, die Sie und Ihre Tochter auf einige Wochen als Gäste aufnehmen würden?" Mrs. Lansdown nickte wieder. Dick atmete auf. „Das ist wenigstens etwas, das mich beruhigt. Ich wollte Sie ursprünglich bitten, London schon heute abend zu verlassen, aber inzwischen bin ich zu der Uederzeugung gekommen, daß eine so rasche Abreise noch nicht notwendig ist." Mrs. Lansdown schlang di« Finger ineinander und beugte sich vor. .Können Eie mir erklären, wieso ...", begann sie mit blassen Lippen. Dick schüttelte gequält den Kopf. „Roch kann ich nichts erklären", sagte er. .Ich tappe im Rebel. Ich fühle wohl, daß er zu weichen beginnt. Hie und da sehe ich schärfer, aber Gott weih, was aus diesen Dämmerungen noch alles auftauchen und Form annehmen wird!" „Aber bei oller Unklarheit sehen Sie irgendwo eine Gefahr für mich und meine Tochter — das darf ich doch aus Ihren Dorten entnehmen?" ,Ia , gab D ck zu. und sah Mrs. Lansdown plötzlich aus vollem Auge an. „Es ist besser, Sie sind gewarnt. Ich ahne eine Gefahr, wenn sie auch noch nicht unmittelbar bevorsteht." „Und das alles wegen eines kleinen Schlüssels?" fragte Sybil ungläubig. Er nickte „Auch wegen eines kleinen Schlüssels", sagte er ernst. Dann wandte er sich an Sybils Mutter. .Kannten Sie den verstorbenen Lord Selsord? Das für «in Mensch war er?" .Kein guter Mensch", erwidert« Mrs. Lansdown, und noch in der Erinnerung verzog sich ihre Miene. „Er trank, er verprügelt« im Jähzorn seine Dienst- boten und Untergebenen. Es waren böse Gerüchte über ihn im Umlauf. Aber alle Selsord» waren mehr oder minder zweideuttge Charaktere. Der Erbauer des Schlosses führte ein so lasterhaftes Leben, daß er zur Straf« vom Papst exkommuniziert wurde. Von ihm flammt auch die Familiengruft. Haben Sie schon einmal von den Gräbern der Selfords gehört?" Er schüttelte den Kopf. Sie interessierten ihn nicht. Doch da hörte er plötzlich di« Worte „Gräber — Gruft" in seinem Innern nadjrtingen. als hätten sie doch ein« bejonbere Bedeutung für ihn. Und «r sah sein Schlafzimmer vor sich, der ermordete Lew Phocneo lehnte in feinem Schrank und sah ihn aus geisterbleichen Augen an. Hatte er nicht eine Toten- fjruft zu öffnen versucht, und war das nicht der An- aß zu feinem bitteren Ende gewesen? Plötzlich hörte Dick das Brausen seines Blutes. Er stand vor einer firoßen Entdeckung, und er mußte die Zähne zu- ammenbcißen, damit chn das Spiel feiner Gesichts- muskeln nickt verriet. Mrs„ Lansdown aber hatte das Aufmerken in seinen Augen gesehen, und sie stand auf und nahm tarnen Däm merlchoppen von Bürgerund Sudentenschast gefeiert. Der Vektor der Uniredität, Fi «.Herr v Sob« n. und Ober- bärgtrneitet Müller hielten Anlprachen. zwe. Musikkapellen konzertierten abwechselnd. Die Veranstaltung muß.e wegen starken Regen» der gegen 19 Uhr e.nfetzle vorzett.g abgebrochen werden. Samstag vormittag sand ;r der 11 ni- verfttatsaula d>e endgültige Immatrikulation der Studierenden de» diesmaligen Sommeriemester« in üblicher Wecke statt Arcie Bicdcnkopf. XX Biedenkopf, 21 Mai. D.r Kreis- ausschuh beabsichtigt, auf Grund der jeweiligen ministeriellen Bestimmungen Teile de» Hauszins- stcueraufkommcn» für Bauzwecke zur Bildung eines Bürafchaftsficherungsfonds anzulegen. Der Kreistag hat den Kreisausfchuh einftim* mig ermächtigt, Bürgschaften nach Maßgabe der ministeriellen Richtlinien in der Hobe zu übernehmen, daß die Büraschaftssumm,- . de» jeweils vorhandenen Bürafchaftrsicherungssond» nicht überschreitet. — Im Kreise Biedenkopf erhalten elf Gemeinden zur I n st a n ds e tz u n § ihrer Straßen innerhalb der Drtsberinge Beihilfen von 12 K50 Mark bei einem Gesamtkostenbctrag von 49150 Mark. & Roßbach, 21. Mai. Hier streute ein Ein- wohner unsere» Dorfes mit einer eiternden Wunde an der Hand Ammoniak-Super- Phosphat 9-9 und zog sich dadurch eine so starke Blutvergiftung zu. daß seine Ucberfübrung in die Gießener Klinik angeordnet wurde. Dort wird an seinem Auskommen gezweifelt. Tillkreis. Lpd. Dillenburg, 21. Mai. Die Gemeinde RitterShausen bei Elraßebersbach im Dill- kreiS ist am Montagnachmittag von einem schweren Drandunglück heimgelucht worden. Aus noch nicht bekam,ter Ursache ist im Anwe'en d«S Hüttenarbeiters Alwin Schüler Feuer auSgebrochen. das sich ralch auf die R a ch- baranwcsen ausgebreitet hatte. Al« die OrtS'euerwehr und zu Hilse geeilte Rachbar- keuerwehren am Brandherd erschienen, standen bereit« drei Wohnhäuser und vier Scheunen in Hellen Flammen. Sämtliche Gebäude sind vollständig zerstört worden. DaS Vieh konnte nur mit Mühe in Sicherheit gebracht werden, jedoch fiel der größte Teil der Wohnungseinrichtungen von drei Familien dem Feuer zum Opfer. Der Schaden ist beträchtlich und nur in geringem Umfange versichert. Maingau WSN. Frankfurt a. M., 21. Mai. In der Nach! zum SamStag wurde daS 2Zjahrige Dienstmädckxm Anna Gläser von ihrem Liebhaber durch einen Messerstich in die Brust getötet. Sein Freund, der daS Mädchen nach Hause gebracht hatte, erhielt Messerstiche in Rücken und Arm. Der Täter öffnete sich dann die Pulsader. Blutüberströmt wurde sowohl der Täter, wie sein schwer verletzter Freund ins Krankenhaus gebracht. — In einem Zigarrengeschäft in der SschersHeimer Landstraße versuchten zwei junge Leute «inzubrechen. Dabei wurden sie von einem Dolizeibeamten überrascht. Da der eine der Einbrecher versuchte, aus den Polizeibeamten zu schießen, muhte dieser von seiner Waffe Gebrauch machen, wobei der Einbrecher einen Schuh in den Bauch erhielt. Der Verletzte wurde In daS Krankenhaus gebracht und der Mittäter verhaftet. — Am Sonntag gegen Mittag stieh auf der Mörselder Landstraße der Motorradfahrer Wilhelm Schmidt mit einem Strahenbahnzug jufammen. Schmidt und der auf dem Sozius sitzende Karl Brand wurden schwer verletzt und nach dem Krankenhause verbracht. Hier ist Schmidt seinen Verletzungen inzwischen erlegen. Ein weiterer Unfall ereignete sich nachmittag« auf der ForsthauSstrahe, wo ein jugendlicher Radfahrer mit einer Autodroschle zusammenstieß und dabei schwer verletzt wurde. — In der Dornest, ahe entstand vergangene Nacht gegen 4 Uhr auf bisher noch nicht einwandfrei festzeftellte einen alten vergilbten Pergamentband vom Bücher- bord herab. „Es ist eine Familienchronik aus dem Jahre 1584", sagte sie. „Alle Untaten der Selfords sind darin verzeichnet. Lesen Sie hier, was über die Familiengruft steht", und sie legte ihm das Buch aufgeschla- gen hin. Er las: Sintemalen Sir Hugh unter dem Kirchenbann stund und ihme ein ehrlich Grab, allwie es sich für einen christlichen Ritter gezimet, refuefiret wart, (les er Werkleut kommen von weit her, so in bi« Erd« graben muften ein stattlich Grab fambt vielerlei Kammern für sich, item seine So.hne und die Soehne feiner Soehne. Selbige Gräber wurden geweiht durch Kaplan Ehrn Marcus, einem frumbcn und heiligen Mann, so seinem Herrn also ergeben war. daß er des Kirchenbannes nicht acht hatte. dov«m waren die Graeber mit Engeln, item mit Heiligen, fo in den Stein gehauen waren, gar Üblich verziret. Dick starrte auf die Zeilen. Er sah eine schlüpfrige Treppe jäh in die liefe gehen, er sah verwitterte Reliefs, Steinsärge in schmalen Kammern, aus denen der Ciectcm des Todes wchte. „Do liegt die Gruft?" fragte Dick, und der Modcrdust der Vergangenheit stieg aus den Seiten des Buches zu ihm auf. ,Hm Park von Selsord. Ganz abseits. Aus einem Hügel, den düstere Baumgruppen umstehen. Es ist «in unheimlicher Fleck. In den Kronen der Bäume höN man selten einen Vogel fingen. Natürlich meinen die Leute, der Ort sei verflucht, aber der Grund ist wohl nur die Dürre des Lodens." „Der wohnt augenblicklich im Schloß?" fragte Dick, dessen Spannung von Minute zu Minute wuchs. „Nur der Verwalter. Die Besitzung ist übrigens ein Erblchen. Sonst hätte sie der jetzige Lord Sei- sord wohl längst verkauft." Jjaben Sie lemals den jungen Lord gesehen?" „Nur einmal, aber da lebte sein Vater noch. Er hat mir manchmal geschrieben, in den letzten Jahren aUerbinss; nur zweimal. Wollen Sie feine Briefe sehen?" .Ja", sagte Dick rasch. Sie verließ das Zimmer. Dick blätterte in dem Buch. Als Mrs. Lansdown wiederkam, brachte sie «inen Kasten aus Ebenholz mit Er enthielt eine AnWeif« Feuer. Vermutlich durch acht'ofes Weg- u erkn eines noch glimmenden Stretchholze« oder Zigarren- bzw Zigarettenrcstes war ein umfangreicher Brand im Treppenhaus ausgebrochen, der bi» zum Dachstock reichie und noch einen großen Teil des Dache» erfaß«.- Die eiligst herl»e>gerusene Feuerwehr griff mit zwei Lölchzügen «in. und c» gelang ihr. den Brand aus da» Treppenhaus und Dach zu i^fchranken, fo daß die Wohnungen verschon« blieben. Den Hausbewohnern war e» nicht möglich, da« Hau» über die Treppe zu verlassen- fi« mußten cbrleitcrn au» den Fen- st er n geholt werden, ö» konnten alle unversehrt gerettet werden. Nur dem tatfrältiitn und umsichtigen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, daß ein größeres Unglück verhindert wurde Oas neue ftronffurfer (5taMpor(amenf. WSN. Frankfurt Bal den vorläufig zufammengestellten Zahlen au» den Srgebni»z«tteln — vorbehalt'.ich Nachprüfung der Wahlprotokosie — wird sich da» neue Frankfurter Stadtparlament elnschl. Hockst wie folgt zufammenfetzei, Sozialdemokraten 29 (bisher 19), Deutschnationale 7 (10), Zentrum 9 (8), Deutsch« Bolksparlei 9 (6). Kommunisten 11 (8). Demokraten 7 (7), Wtrttchaits- partei 4 (4), Nationalsozialisten 4 (4), Bolk»- rechtspartei 1 (—) Evangelische Volksgemeinschaft 1 (—), Arbeitnehmerpartei 3 (4), zusammen 85 Mandate. Derlungsfinqen des Wetteetal-SangerbundeS. df Bettenhauf en, 21. Mai. Der nach Auflösung des seitherigen Bunde» im Januar d. I. neug. gründ t? .W ettertal-Sängerbund" hielt gestern in Dettenhausen im Saale de» Gastwirts Müller sein erstesWertungsflngen ab. Den Willlommensgruß bot der erste Vorsitzende. Lehrer G ü n t h e r - Muschenheim. Alsdann begann da« Singen. Jeder der füns Vereine fang al« Pflichtchor .Mägdlein, hab acht!" von Sonnet: außerdem einen Wahlchor, der den verschiedensten Gebieten der Mannerchor-Lfteratur entnommen war. Al« Wertungsrichter war Musik- lebrer Blaß- Gießen gewonnen Allen Ehor- vorträgen war anzumerken, daß mit Fleiß, Ernst und Liebe zur Sache gearbeitet wird, was auch der WeriungSrichler öffentlich und b.i der K ilik in engerem Kreise lobend zum Ausdruck brachte. Wenn auch hier und da etwas zu bemängeln war, so darf doch ausgesprochen werden, daß die Leistungen der Bundesvereine auf bemerkenswerter Höh« standen: wozu die von Zeit zu Zeit ftatlfinbenben WertungSfingen mit anschli?ßender befruchtender Kritik ihr gut Teil beitragen. Wirtschaft. 3ur Finanzierung des deutschen Automobilabsahes. AuS Amerika wurde kürzlich gemeldet, daß der Automobilindustrielle Henry Ford die Gründung eineS eigenen Flnanzierungsin- stitut« für den Absatz seiner Automobile plane, welch.«« in arvßzügiger Weis« bei sehr geringen Ratenzahlungen den Kauf seiner Automobile ermög'ichen solle. Rachdem Ford bezüglich seiner Pr.'ise auch von anderen fltoften Automobilfabriken durch gleichwertige bll- ige Fabrikate geschlagen worden ist, scheint er jetzt fein Hauptaugenmerk auf die Finanzierung des Absätze« zu legen, um auf diefe Wesse neue Käuserschichten zu erwerben. Auch in Deutschland sind in der Frage der Finanzierung de« Automobilabfatze« in der letzten Zeit erhebliche Fortschritte gemacht worden, obwohl diese Frag?, zumal wenn es auf Selbstfinanzierung ankommt. in'v'ye der geringen zur Verfügung stehenden Kapitalien nur schwer gelöst werden kann Die Automobi'industrie Ist mit Rücksicht auf die Fueßlabrikation, die an sich nicht geringe Vorräte und hohe Investtons- kosten oeaniprucht, bar—‘ nnnetoiefen. die fertig» zahl von Briefen in buntem Durcheinander. Sie sortierte sie und legte ihm schließlich «in Schreiben vor, das die Adresse eines Berliner Hotels trug. Lord Selsord schrieb: Du hast so lange Jahre nichts von mir gehört, daß ich mich jetzt fast sHäm-, Dir zu schreiben. Aber es ist nie zu spat, begangenes Unrecht wieder gutzumachen, und da ich weih, daß Du altes Porzellan sammelst, habe ich einen altdeutschen Porzellankrug aus dem fünfzehnten Jahrhundert, den id) hier bei einem Antiquar entdeckte, an Dich abgesch,ckt. Er wird mir hoffentlich Dein volles verzeihen für all meine Versäumnis sichern. Herzlich Dein Pierce. Die Handschrift war Dick bekannt, es war unverkennbar die gleiche, in der die Briefe an Havelock geschrieben waren. «Hier ist der zweite Bries", sagte Mrs. Lansdown. Er zeigte ein Datum des verflossenen Jahres und war in Colombo aestempelt. Ich bin tief bekümmert über den großen Verlust, der Dich betroffen hat. Kann ich irgend- etwas für Dich tun? Du brauchst nur über mich $u verfügen. Sitte, geh zu Havelock und zeig ihm diesen Brief. Ich habe ihm bereits geschrieben. Er hat Anweisung, Dich in jeder Weise und mit jeder Summe zu unterstützen. Mir selbst geht es aut Seitdem ich den Plan gefaßt habe, ein Buch zu schreiben, lebe ich intensiver, und meine Reisen bereiten mir einen doppelten Genuß. Dick fragte nicht, welcher Art der Kummer gewesen war, der Mrs. Lansdown betroffen hatte. Er erriet es aus ihrer Kleidung. Mrs. Lansdown trauerte noch immer In tiefstem Schwarz um ihren Gatten. .Hch habe von Lord Selfords Angebot keinen Gebrauch gemacht, obwohl mir Havelock schrieb und sehr liebenswürdig seine Hilfe anbot Ich weiß nicht ..." Mrs. Lansdown zögerte, „... ich spürt« immer eine dumpfe Warnung in mir, wenn der Name Selsord in mein Leben hineinklang. Mit dem größten inneren Widerstreben, und nur, weil es eine willkommene Abwechslung in ihrem eintönigen Leben war, ließ ich Sybil nach Madeira reifen." Ein« Pause entstand. Dick nagte an seinen Lippen. Mrs. Lansdown sah ihn unruhig an. (Fortsetzung folgt) gestellten Waren so rasch wke möglich in bares Geld urnzu,etzen. Auf der anderen Seite wünscht der Käufer, die Kosten für das Auto nach und nach abzutragen und gegebenenfalls dabei den materiellen Ruhen. der ihm aus der Benutzung erwächst, heranzuziehen. Es muß also ein Bindeglied zwischen der auf den Erlös angewiesenen Fabrik und dem Käu er, der das Auto nicht in bar zahlen kann, geschaffen werden. Schätzt man den Automobilachsay in Deutschland für das lau ende Jahr auf etwa 40 bis SO 000 Automobile, so ergibt sich, wenn ein Automobil in mittlerer Preislage mit etwa 6300 91larf Durchschnittswert berechnet wird, ein Betrag von rund 300 Millionen Mark, der in irgendeiner Weise finanziert werden muß, da die Zahl der Käufer, die in bar bezahlen, sehr gering ist. Da es sich um die Finanzierung von mehreren hundert Millionen Mart handelt, so ist die Automobilindustrie in ihrer Gesamtheit an der Lösung der Finanzierungsfrage interessiert, welcher zudem eine große volkswirtschaftliche Bedeutung zukommt. Zur Lösung des Problems hat man bereits verschiedene Wege eingeschlagen. Teils haben sich eigens zu diesem Zwecke gegründete Au- t o m o b i l b a n k e n in der Finanzierungsfrage auf einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten, je nach dem Einzelfall, zwischen Käufer und Derkäufer geschaltet, teils haben sich besondere Finanzgesellschaften mit diesem Geschäft befaßt. Beide Wege bringen natürlich eine nicht unbeträchtliche Verteuerung mit sich, da die betreffenden Institute ihr Geld verzinsen wollen und gleichzeitig ein Risiko gegenüber den Automobilfaoriken aus sich zu nehmen haben. Die Automobilindustrie hat nun selbst versucht, ein System herauszubringen, das billig ist, der Fabrik das Geld sichert und das Risiko nach Möglichkeit herabdrückt. Mit anderen Worten, es handelt sich dabei um Selbstfinan- zierung. So haben z. D. die Brennaborwerke ein besonderes eigenes Versicherungssystem, in dem eine besondere Abteilung das Abzahlungsgeschäft mit der Kundschaft erledigt. Dadurch, oaß sich auf diese Weise ein fester Käuferstamm herausgebildet hat, ist das Risiko stark herab- gesunken. Zwischen der direkten Barzahlung und der auf mehrere Monate verteilten Barzahlung insgesamt besteht nur eine geringe Differenz, die sich aus dem normalen Zinssatz der Versicherungsprämie ergibt. Die Automobilsinanzierung muß, wenn sie erfolgreich sein will, mit den Zahlungsmöglichkeiten der breiten Mittelschichten rechnen, und den Käufer so gering wie nur möglich belasten. Dies gelingt am besten, wenn Institute, die auf Zwischenverdienst angewiesen sind, ausge- schaltet werden. * Auflegung der Frankfurter Stadtanleihe in Reuhork. Die Bank- firmen Rollins and Sons und Rabmond and Co. legen am 22. Mai die Anleihe der Stadt Frankfurt a. M. in Gestalt von 6,25 Millionen Dollar 6,5prozentigen Goldschuldverschrcibungen zu 99,5 vom Hundert zur Zeichnung auf. Hessen - Rassauische In stalla- t i o n s - A. - D., Höchst a.M. Die Gesellschaft, deren Aktienmehrheit an die Frankfurter Gas- gesellschast übergegangen ist, schlägt für 1927 4 v. H. (t. D. 8 v. H.) Dividende vor. * Hole? Schokoladewerke A. - G., Bad Homburg. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß für 1927 mit 570 000 Mark Verlust und beschloß die dadurch ersorder- ' liche Herabsetzung des Aktienkapitals von 520 000 auf 50 000 Mark durch Einziehung von 20 000 1 Mark Stammaktien und Zusammenlegung von w 500 000 auf 50 000 Mark im Verhältnis 10:1, sowie Wiedererhöhung von 50 000 auf 500 000 . Mark. Die neuen Aktien sind ab 1. April 1928 dlvrdendeberechtigt. Bis zum 15. Oktober 1928 soll die Kapitalerhöhung durchgeführt sein. Die entsprechenden Satzungsänderungen wurden genehmigt Auslandanleihe der AEG Die AGG. hat zur weiteren Stärkung ihrer Betriebsmittel und für die Finanzierung vorliegender größerer Geschäfte unter Mitwirkung der Berliner Handelsgesellschaft eine 20 jährige Anleihe mit 6 Prozent Verzinsung von 10 Millionen Dollars mit der Rational Lity Lank of Rew Port und deren EmissionshauS, der Rational Eich Co Rcuyork abgeschlossen. Der mit dieser Bank ab- geschlossene Treuhändervertrag sieht die Möglichkeit der AuSaabe weiterer fünf Millionen Dollar vor. Die Anleihe von 10 Millionen Dollar o>irö bereits am Dienstag in den Vereinigten Staaten zur Zeichnung aufgelegt werden. Der ZeichnungSkurs beträgt voraussichtlich 94,5 Prozent. Die AGG. hat daS Recht, die Anleihe zu jedem Zinstermin zu kündigen, und zwar bis zum 1. Mai 1933 zum Kurse von 102 Prozent, von dann bis zum 1. Mai 1938 zu 101 Prozent und später zu pari. Die Tilgung erfolgt zur Hälfte ab 1933—48 im halbjährlichen Raten zu pari, die andere Hälfte wird am 1. Mai 1948 zurückge,zahlt Die Anleihe ist eine reine Obngationenanleihe ohne Gewährung irgendwelcher Bezugsrechte. ' Getreidekreditbank A. - S , Mainz. Die ordentliche Generalversammlung der Ge- kretdekreditbank A.-G., Mainz, genehmigte den Mann:en Abschluß mit 10 Prozent Dividende Gemäß der Tages '"ung wurde le'^lossen, das Ak.ienkapi.al um 125 300 Mk. zu erhöhen. Die Verwaltung wurde ^.mächtigt, d.e ^.nzelheiten hierzu zu beschließen. Der Vorstand *ab bekannt, daß ein Konsortium, begehend aus i er Direktion der Disconio-Gesellschaft, Darmstädte, und Rationalbank, Commerz- und Privatbank und dem Bankhaus Kroncnberger & Co., Mainz, die neuen Ak.ien übernimmt mit der Verpflichtung, den alten Aklionä.en ein Bezugs echt 2: 1 a 107 Prozent anzubieten. Die neuen Aktien sind für das laufende Geschäftsjahr voll dividendeberechtigt. Der Vorstand erklärte noch, daß der bisherige Verlauf des neuen Geschäftsjahres befriedigend war und daß die Aussichten auch weiterhin gut seien, da das Institut über einen großen Kreis angestammter Kunden verfüge. tlranijuricr Börse Frankfurt, 22 Mai. Tendenz: schwächer.— 3m Anschluß an die im Verlaufe merklich abgeschwächte Abendbörse war die Tendenz zu Beginn des heutigen Börsenverkehrs Wetter nachgebend. Die Stimmung war ziemlich unsicher Man verwies wieder auf die gestrigen schwachen Abendbörsen, besonders auf die sehr flaue Pariser Börse. Gin starker Druck wurde ferner auf die Stimmung ausgeübt durch die ungünstige Außenhandelsbilanz für April, deren Ziffern im Verlaufe bekannt wurden. Andererseits befriedigte es, daß das Ergebnis der Reichstagswahlen im Auslande überwiegend günstig ausgenommen wurde, wie man es allerdings auch erwartet hatte. Außerdem war das Angebot seitens des Auslanoes nicht so stark, wie man es nach dem Rückgang an der Abendbörse verschiedentlich befürchtet hatte. Die Baissespekulation versuchte die Abwärtsbewegung der Kurse durch Blankoabgaben zu beschleunigen. Gs waren zunächst überwiegend etwa 1 bis 4prozcntige Kursrückgänge festzustellen. Stark angeboten waren Zellstoff Waldhos die 9 v. H. niedriger eröffneten. Am Bankenmarkt waren vor allem Danatbank mit minus 4,25 v. H., Reichsbank mit minus 7 v. H. angeboten, doch konnten letztere wieder 2,5 v. H. zurückgewinnen. Barmer Bank verloren 4 v. H.. Disconto- und Dresdener Bank je 4 v. H. Am Clektromarkt herrschte ebenfalls stärkeres Angebot. Siemens, Lahmeyer, Licht 8c Kraft und Bergmann etwa 5 bis 6 v. H. niedriger. Bon Montanwerten lagen Rheinische Braunkohlen 5 v. H., Rheinstahl 4,5 v. H. und Harpener 4 v. H. schwächer. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben 4 v.H. niedriger. Scheideanstalt 1,5 Proz. gedrückt. Deutsche Anleihen gaben bei stillem Geschäft etwas nach. Auslandrenten fast geschästslos. 3m weiteren Verlaufe machte die Abwärtsbewegung der Kurse weiter Fortschritte. 3.-G.-Farben verloren erneut 3 Proz. AEG. trotz des Abschlusses einer 10-Millipnen-Dollaranleihe minus 2 Proz. Reichsbank minus 4 Proz. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld 6 Proz. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1775, gegen Pfund 20,401, London Kabel 4,8830, Paris 124,02, Mailand 92,68, Madrid 29,12, Holland 12,0975. Berlin? Börse. Berlin, 22. Mai. 3n stärkerem Ausmaße als man erwartet hatte, trat heute zu Beginn der Berliner Börse eine stacke Abschwächung ein. Schon lange mußte man mit einer Reaktion auf die andauernde Haussebewegung des Auslandes rechnen, so daß diese eigentlich nicht sehr überraschend wirkte. Da aber die Beziehungen der internationalen Spekulation schon wieder sehr enge sind, konnte es nicht aus- bleiben, daß einige Rückschläge in Paris und Reuyort auch hier vielleicht Angstverkäufe, vielleicht Gewinnmitnahmen auslösten, um evtl, anderswo entstandene Verluste zu decken. Zu der ersten Rotierung kam dann auch verschiedentlich stärker Material an den Markt, doch handelte es sich zumeist um limitierte Aufträge. Die in der letzten Zeit von der Spekulation besonders bevorzugten Werte hatten natürlich auch die größten Abschläge zu verzeichnen, die nicht selten 10 Prozent und mehr betrugen. Glanzstoss lagen 35 Prozent unter ihrem gestrigen Schlußkurs. Selbst Bankaktien war bis 6 Prozent schwächer, Aeichsbank hatten 9,5 Prozent verloren. Verhältnismäßig gut gehalten lag nur der Elektromarkt, an tem AEG fefc lebhaftes Geschäft hatten Gegenüber den allgemeinen Betrachtungen trat die heute veröffentlichte Außenhandelsbilanz mit einer vergrößerten Kapazität von 43 Millionen gegen den Vormonat in den Hintergrund. Der Geldmarkt war unverändert angespannt Deutsche Anleihen lagen schwach. Ausländer geschä tslos. Bosnier bis 1 Prozent niedriger. Der Psandbriefmarkt hatte stilles Geschäft. Auch im Verlause blieb die Grundstimmung schwach, die Kursentwicklung uneinheit'ich. Vorüberg?hrnd traten allerdings Erholungen ein, die sich aber später auch nicht behaupteten, da neue Käufe fehlten und von den Auslandsbörsen (Berlin und London) weiter schwächere Meldungen ein trafen. Arankfurtcr Vörie. Frankfurt a. M.. 22. Mai. Der Frankfurter Produktenmarit v:r.ehrte auch heute wieder in sehr ruhiger Haltung. Es konnte sich nur äußertt geringes Geschäft entwickeln. Die Preise wurden unverändert festgeletzt. auß;t Weizen- fteie, die 0,25 Wk. verlor. Es wurden notiert: Weizen 1. gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 26.50; Roggen 28 bis 28,25; Hafer, inländischer 28 bis 28,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 25: Mais (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 bis 39 25; Aoggcnmchl 39 50 bis 40, Weizenkleie 15; Rogg^nkleie 17,50 bis 17,75. TtendQiz: ruhig. frankfurter Pfcrdemarkt. Frankfurt a.M., 21. Mai. Der heutige Pserdernarkt zeigte zahlenmäßig den gleichen Auftrieb wie im Vormonat: 550 Pferde Gutes ausgesuchtes Material war in der Minderzahl; ein Transport ostpreußischer Pferde sand Beachtung und flotten Absatz. Schlachtpferde wurden fast restlos umgesetzt. Die Kauflust war anfangs zögernd, entwickelte sich aber im Verlaufe des Marktes und konnte bei fester Preisgestaltung alsdann zufriedenstellend genannt werden, beste Tiere wurden zu Preisen gehandelt, die über der Allgemeinnotierung tagen. Aufkäufer aus dem Rheinland und Süddeutschland haben, wie immer, die größten Abschlüsse getätigt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 21. Mai. Dem Produktenmarkte fehlte es heute fast gänzlich an Anregungen und daraufhin gestaltete sich der Verkehr sehr ruhig. Der kanadische Farmerpvol war heute wieder mit Weizenosferten am Markte, die Forderungen der freien nordameri- kanischen Exporteure lauteten für Weizen etwas höher, dagegen zeigten sich die argentinischen Ablader entgegenkommender. Die Preise Jür Western- roggen waren leicht erhöht. Von Umsätzen in ausländischem Brotgetreide war bis zur Derichtsabsas- sung nichts zu hören. Dom Jnlande ist Weizen, allerdings nur in geringem Ausmaße, zu Samstagpreisen angeboten, Waggonware findet bei den Provinzmühlen schlank Aufnahme, Kahnware begegnet bei den Großmühlen einigem Inte: Bei Roggen fehlt weiter Angebot von Bahnw.. , Material zur Wasseroerladung, namentlich geringere Qualitäten, ist reichlicher angeboten, findet aber nur wenig Be achtung. Am Lieferungsmarkt war das Geschäft bei wenig veränderten Preisen für beide Brotgetreide- arten recht schleppend. Roggen- und Weizenmehle lind in den Mühlenforderungen unverändert, die Umsatztätigkeit hält sich in engsten (Brennen. Hafer blieb weiter fast völlig geschättslos, Gersten gleichfalls sehr still. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 262 bis 265, Mai 278,50 bis 279,50, Juli 287 bis 287,50, September 278,25 (ruhig); Roggen, märkischer, 285 bis 284, Mal 297 bis 296,50, Juli 275 bis 274,50 bis 275, September 251,50 bis 252 (stetig); Sommergerste 252 bis 290 (ruhig); Hafer, märkischer, 264 bis 270, Mai 276,75, Juli 276; Mais, zollbegünstigter Futtermais, 235 bis 238 (fester); (100 kg): Weizenmehl 32,75 bis 36,75 (ruh.); Roggenmehl 36,25 bis 39,50 (ruhig); Weizenkleie 17,25 bis 17,75 (ruhig); Weizenkleiemelasse 16,85 bis 17,25; Roggenkleie 18,80 bis 19 (behauptet); Dik- toriaerbfen 48 bis 60; kleine Erbsen 35 bis 38; Futtererbsen 25 bis 27; Peluschken 24 bis 24,50; Ackerbohnen 23 bis 24; Wicken 24 bis 26; Lupinen, blau, 14 bis 15; Lupinen, gelb, 15 bis 16; Serradelle 23 bis 28; Rapskuchen 18,80 bis 19; Leinkuchen 23,50 bis 23,80; Trockenschnitzel 15,20 bis 15,40; Syyaschrot 21,20 bis 21,80 Kartoffelflocken 25,40 bis 26 Mark. Kunst und Wissenschaft. Prof. Dr. Mar Scheler t- Am 20. Mai verschied der Ordinarius der Philosophie und Soziologie an der Frankfurter Universität. Dr. Ma? Scheler, im Alter von 54 Jahren. Der bekannte Philosoph. cm geborener Münchener, begann seine akademische Laufbahn im Jahre 1901 als Prival- dozent in 3ena und war dann in gleicher Eigenschaft in München tätig. Von 1912 bis 1914 lebte er als Privatgelehrter in Berlin, im Kriege war er den Gesandtschaften in Bern und im Haag zugeteilt. Michaelis 1918 folgte Scheier einer Berufung nach 5töln als Direktor am Forsch^n^. n'tttut für So ialwissrr.fch. ften und erhielt ein Jahr später die Ernennung zum Ordinarius an der dort.gen llni&erfität. 3m Frühjahr 1928 kam Schelcr nach Frankfurt. Er war Herausgeber der ..Zeitschrift für Phänomenologie und phänomenologische Forschung", sowie der ..Kölner Vierteljahrshefte für Soziologie". Thoma, Mann kiest in Frankfurt. Zugunaen der Studenten,-il e las am Montagabend in der Aula der Universität Frankfurt Thomas Wann, Deutschla bi reprä enta- tivster Dichter. auS ,unver -s ent'.ich'.en Werken". Als Thomas Mann den Saal betrat, mochte viellcicht mancher glauben, baß er nicht einen Dichter sondern einen TDif c rtfxütlcr vor sich habe, denn Thomas Manns Kopf ist der eines Gelehrten. Doch schon nach feinen ersten Worten ändert sich der Eindruck; mit einer nicht erwarteten Lebhaftigkeit liest er, unterstreicht und präzisiert durch Gesten, und der Hörer gerät unwillkürlich in den Bann der Ausdruckskraft und Bildhaftigkeit dieser höchsten Wortkunst. Der Dichter gab eine interessante Probe aus dein neuen, noch nicht vollendeten Werk .Joseph und seine Brüder", an dem er schon längere Zeit arbeitet. Man muß bewundern, mit welcher Souveränität der Dichter h.m biblischen Stofs neu gestaltet, wie er immer über dem Werk steht, und man freut sich vor allem über die seine Ironie, die namentlich über der außerordentlich feste nden Begegnung und Versöhnung Ssaus mit seinem aus der Fremde heimkehrenden Bruder 3a!ob liegt. Wie stets, steht das Psychologische 'm Vordergrund, und der Kontrast, der zwischen den beiden Charakteren der Brüder besteht und vom Dichter vertieft wird, gab der geschilderten Episode eine starke Spannung. Der Beifall des offenbar stark interessierten Publikums war verdientermaßen lebhaft. Vermischtes. Das (Bcfaüenen-Denfmal des Weinheimer S. . 4.60 112.14 «64 «J-» T537 166.76 •3.U65 112.07 Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. U Telegraphische A uszahl ung. ttl.ro «.52 60.61 11.18 n w Frarijöntche Soten . . . Holländische '.Rotte .... at. lknifitic Noten...... Norwegische '.Roten..... Tentfdj.Ctfterr . i 1OO Kronen iHumänifdie '.Roten...... Schwedische Roten...... Schweszee Solen....... Spanische Solen....... Ifd»«6o)lororfi(d)e Solen . . Unoarifde Soun . . . Sambura-Amerila 'Ihne ranib -öudani Tarne sch Paula Dauivf'chiii Viorbl'cuurtxr Vli'üO illlg Deutsche Ereditauft Barm i tteufvertüt ^erlittet OanociiacIcUfd). 2omm»r,- und Prtvat-Bl Tüiuifl u Snaonalcanf Deut.che Bank Tttkonio-Äeirllschatt Ini DreSdnet Baut BRiittibeundx drtfcttbanf MetaNdank .... RctchSdaak «t.ld i.. 6 16* c> 21 0*5 111.63 f/e Dl Set(66onleto< v. IVZZ Dl Hui Tlblof Schuld nut Muelof.Siechten Te6ol obre Hüll , .Rechten T/e tfraufi Hyp -Bk. So dp« unkündbar bk- 1932 . . <*/■% 'Ji betet lebe Hnv -Bank 8ton •ino-bDf 1 H aba WorfrteQfcCb llgatioacn. rudyiblbar j93‘ 4% eanviu ttiui-brib -vini 6% CtftertUbildie Soldrte 4,0Uej[ Ccftrrr ich. €Ubtrrte < 7, Ceitetreub ein eiil -iie 6»/, Ungarische Lvldrie 4°/. Ungarische tztaat-r v 19H> 4'/,°/ dcSgl von 1913 4a/, Ungarische Uronenrle . 4°l Turk .Sollonlciüf v 1911 4°/. Türk eaabaobabit-Hnl e.rie I 4»/. belfll. Serie II 4*, Üiumanen conorrt Rte 4lU" Jiuumrcn Oolbanl VON 1913 tUte Tcuilchr ENenbgba 4*u ia7.5 | 181.5 Al j 656.^ <74 ! 1.1 l*s , 164.H 168.5 . 166.5 NI ; 141 5 .-8L5! 277 Frankfurt a. M Berlin Sd)lub-| 1-Uhr- Rur» । Nur» Sch uh 1 Hin lang Rur» | Nur« Saturn n a. j 2i. 5. 1 21 5. ; 2». 5. tzraukten a. M Berlin Schlug fturs 1 Uhr- Äur» Sch u(; fter* Uniang Kur« Dalum: 21 5. 22 5. | 21. 5. | 22 5 «. L S.........7 Bergmann ........8 Eteklr. Lieferungen . . . lv Licht und Kratt . . . . io ^cllru & ®utü aum« ... 6 ötf r ttlef r Untern . . lu Hamb. Slcftr Werke . . io Rbein itleftr.......g Lchlel. Ltektr.......io Cchuclen ........i Siemens A HalSke . . . . 16 Iran radio..... . . s Ladmevcr k So......... Buder, S ......g Deutsche Erdöl......6 Essener S emtoble . ... 8 wcllenkirchener . f. % g « Harveuer ..... s voekar Eistn.........* Ille Bergbau......... «Ivckn rwerke ........ 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