Prozeß trontn icn ** er und Anatolier angeboler aber nicht unfreundlich. Seibis 138 Proz, 'Bezüge 10’ i rr; - -TFM» 168- «,r" m.fi 59.fi t.» iti.fi 80.Ö ;o,5l 12,10 <3.1® a. L Tw 16? » 22165 Ui 2* 58,98 2,58 (11,88 8O.fi <0,28 I2.fi 72 89 -8.fi I1L- I12.fi 112Z io.fi fi'1! K.’fi l.»j IO.*» ,£i '•“'ä£S s-gste mnL 5 6nar' b,e mit einer Kl onen gegen ^93 Millionen -vemruug um 150 Millionen um 80 ®il# ™ Importes um 110 Mil« b-'eb günstig, "c bestand weiter Interesse 7l ^°llte man belgische E. Glätter erholt waren 9- W*n ulto. Ts,«« um 4,5 Prvz. achehen, bc gen einer Dividendenreduw irheiteten. Die Kur sei!- mst nicht einheitlich8 e Besserungen von 1 H che Anleihen behaupt«, eilt Mexikaner etwas fester. 1,188 -8.20 111- Il2.fi U*'g 10.-25 rr.v- ,.i--° 16.11 10-1^ iO,.2> a,V iz,3-9 J,3W 12.9- 1,01" 16.58 »,|fi >-5?‘ 1,1-9 3U erung auf 5V« bis Pro;, trfen wurde es zunächst etwas er wieder ruhiger. Die Kurse I Proz. unter Anfang. m gefragt er Getreidebörse. M, 21. März. Die Mack. Detreide, Futtermittel und Preise. Bvggen ist besonders in Angebot vorhanden. Lehr Futtermehle. Es wurden nogut, gesund, trocken, bis zu M 26.75, W » g :e für Brauzwecke 30 bis 31A ■ 27 bis 27,50. W W 14,50 bis 25, Mais M g 50 bis 26, Weizenmehl, sud- 0, ZS bis zen5eie 14,60 bis 14 A 16 M Tendenz. M Mchrichten. t Hnflifirfj"einer U6e. - 3166er 6 M. h Liebevwerda, 21.IM *2. WK im OT,B,kn*te* j»; *llW fln Qnmat|, J^nbert. eft, Bonds Fächer e-1(Jr Renten hit ^os fefter . Prozent. rj? gefragt. le e:ijnmun7£,letn «* n9 vom 59Qt7 et erholen. 5'T-2ezug b?L°rlte *)t toaren U’ '£15 bis plus 1 Pr^°?°,'37.75 bis -agesgeld Q?ji«S1?m Teld. r lag das 'IlunbS*' 3m 11 0dS-!«ch! L'i.d. J* Conlon 20 Ä1 Baris aeaen o.nt ' ’drid 29$ &nbon IM Unc. -^örie. ' «-i» > 58.38- Hl.'* 112.19 112-3 |U> 42.195 1D.Ü 1.1-5' 16-° 6V,ij 10 «v L* 0,5-fi' »» IZ-^ 1> n. । J.V13 ts »>.68 lfi?5 l.fi? d'__— M. 70 Erster Blaff 178. Zahrgcmg Donnerstag, 22. MSr; 1928 (Er|d)etnt täglich,cmhri Sonntags und Feiertag» Beilagen; Gießener FamUiendUttter Heimat im Bild Die Scholle. monatsibcingspteis: 2 Reichsmard und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerR''Mmern infolge höherer Gewalt. Fernfprechans chlüfse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten; Anzeiger Gieße». Postscheckkonto: Stawfhirt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vr-a Md verlas: vrühl'lche UntrerRtäts.Bnd). Md Stetnönidtrd B. lange tn Netzen. SchrMIettmg und SeschästrtzeNe: SchnMatze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig- für Re« Nlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,„ mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polittd Dr. Fr. Wilh Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen Siresemann spricht vor der deutschen provinzpreffe. Berlin, 21. März. (WB.) Der Berliner Verband der Auswärtigen Presse, der die in Berlin vertretenen Zeitungen im Reich umfaßt, veranstaltete heute in den prachtvollen Festräumen des Schöneberger Rathauses einen Empfangsabend, zu dem etwa 400 Gäste erschienen waren. U. a. waren anwesend die R e i ch s m i n i st e r Stresemann, Brauns, Curtius, Schiele, von Keudell, Koch, ©Toner, Köhler, von der preußifchenRegierung die Minister Grzefinski, Becker, Höpker-Aschoff, 5)irt siefer, Schreiber, Steiger, Schmidt, das Präsidium des Reichstags und des Landtags, das Diplomatische Korps, an der Spitze der Nuntius P a c e l l i, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, die Spitzen der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden, Vertreter des Reichsrats, namhafte Vertreter von Industrie und Wirtschaft, führende Mitglieder des Reichstags und des Landtags, die Chefredakteure der Berliner Presse und zahlreiche Verleger aus dem ganzen Reiche. Konsul Klippgen, Verleger der „Chemnitzer Allg. Zeitung" hieß die Gäste willkommen, wobei er betonte, daß der heutige Empfang eine gemeinsame Deranstal- tung des Vereins der Auswärtigen Presse und der durch dessen Mitglieder in Berlin journalistisch vertretenen Zeitungsoerlage sei. Darum finde die Verbundenheit der deutschen Zeitungsverleger mit ihren journalistischen Mitarbeitern ihren Ausdruck, worauf die Berlage ganz besonderen Wert legten. Er fügte hinzu: Der heutige Abend ist eine Veranstaltung der großen deutschen Provinzpresse. Dem Wort Provinz haftet heute ein gewisser Beiklang von mit freundlicher Duldung ertragener Zweitklassigkeit an. Dieser Beiklang ist in Deutschland nicht gerechtfertiat. Ein Teil des Zweckes des heutigen Empfanges tft es, diesen Beiklang immer mehr verschwinden zu lasten. In Deutschland hat die Provinz eine andere Struktur als die Provinz der meisten europäischen Staaten. Bei aller Achtung für die großen Berliner Zeitungen glauben wir doch, daß die deutsche Regierung und die Vertreter der ausländischen Staaten sich eine vollkommene Unterrichtung über Lage und Stim- mung in Deutschland nicht allein durch die Berliner Blätter, sondern auch gerade durch die deutsche Provinzpresse verichasfen können. Auf der anderen Seite geht auch für die deutsche Regierung der Weg zur O e f f e n t l i ch k e i t zum überwiegenden Teil uberdie Provinzpressc. Reichsaußenmimster Dr. Siresemann dankte dann dem Vorsitzenden für die Worte der Begrüß ung und erklärte, daß seiner Tleberzeu- mmq nach die Reichshauptstadt wie auch die Städte des Reiches mehr G eselligkei t unu weniger gesellschaftliches Leben brauchten. Einst hatte Ravoleon I. seinen Mr- nistern gesagt, er warne sie vor den Diners, und auch Fürst Bülow hatte erklärt, daß viele der Diplomaten an den Diners zu- grundegingen. Das ist nicht ein Witz, so fuhr 5er Minister fort, ich für meine Person möchte das eine sagen, wenn die Hast und Die Aufregungen des Berliner Lebens so bleiben, wenn vom 1. Oktober bis in den Sommer hinein die Menschen der Gesellschaft verpflichtet sind, dann ertöten sie bei uns die geistige Fortentwicklung, welche die Staatsmänner brauchen. Ich erkenne nicht an. daß jemand ein Staatsmann ist. der nicht im geistiaen Leben seinen Mann steht. Es ist nötig, daß der Staatsmann die Zeit hat. um die Bucher zu lesen, die ihm Kunde geben von dem kulturellen Leben des ganzen Volkes. WirbrauchenauchdieeinsamenStun- den, in denen man nachdenkt. Vielfach wird heute bei dem parlamentarischen Minister überhaupt nicht gefragt, wann er die Zeit hat. sich die Polittk zu überlegen, die er fortwährend vertreten muß. Wir brauchen schließlich auch eine Besinnlichkeit in unserem Leben, und wir brauchen jene feine G.eselligkei t, die im kleinen Kreise einmal Probleme erörtert, von vielem spricht und den Menschen kennenlernt. Ich will von der Gelegenheit profitieren, daß ich hier einmal den Herren der Presse einiges sagen kann, die an mir ja auch mancherlei kritisieren. Lassen Sie mich die Frage aufwerfen, was eS denn überhaupt für einen Vorteil bedeutet, wenn die Zeitungen heute» zwei bis dreimal am Tage erscheinen. Ist es überhaupt ein Vorteil für unsere ganze Kultur- entwicklung, daß der Mensch der Großstadt alle drei Stunden eine Zeitung erhält? Bei der Konzentration, die dem deutschen Dolle eigen ist, wäre es vollkommen genügend, toeim die Zeitungen nur in einer Ausgabe erscheinen würden. Es ist bedauerlich, daß die Zeitschrift bei uns nicht die Bedeutung hat, die sie haben könnte als Ergänzung der Tageszeitung. Wo bleibt da die Besinnlichkeit, um die Artikel nur einmal genau zu lesen? Bei uns herrscht eine Zersplitterung un Zeitungswesen, die nicht zum Besten ist. wir stehen vor Neuwahlen, über deren Termin gestritten wird, taffen Sie mich aber die Anregung ansfprechen, daß wir alle dazu beitragen sollen, den Wahlkampf auf ein Minimum an Zeit zu beschränken. Schließlich kommt es doll) dahin, daß aus der vornehmen Art, mit der der Wahlkampf zuerst geführt wird, zum Schluß Demagogie und Parleihah wird. Andere Völker benötigen nicht mehr als vierzehn Tage, um das Volk aufzuklären. Run lassen Sie mich zum Schluß noch das eine sagen: SS wäre töricht zu glauben, daß eine Partei Deutschland glücklich machen könnte. Dies wird ja schließlich nur von Rednern von lokaler Bedeutung nach dem Rezept gepredigt, daß die eigene Partei nur Engel umfasse, während die anderen böse Teufel wären. Ohne ein Zusammengehen von Parteien können wir in Deutschland nicht regieren, und nie ist unsere heutige Zeit in den Augen der Welt weniger schön erschienen, als während der Zeit wochenlanger Verhandlungen über die Regierungsbildung. Ohne Korrektion ist eine Politik in Deutschland nicht möglich. Die praktische Zusammenarbeit hn Kabinett hat stets gezeigt. daß in Deutschland die Sachlichkeit zuletzt doch über alle Parteipolitik siegt. Ich habe den verschiedensten Kabinetten angehört und habe stets gefunden, daß die Minister trotz ihrer Zugehörigkeit zu den verschiedenen Parteien und trotz der manchmal auseinandergehenden Ressortinteressen sich doch immer zu - s arnrnenf anden in der Verantwortlichkeit gegenüber Reich und Dolk. Im 'Februar ging die Koalition auseinander, doch schon nach wenigen Tagen fand sie sich nicht nur in der Koalition wieder zusammen, sondern einigte sich darüber hinaus mit der Salzburg, 21.März, (wv.) Eine Gesellschaft von siebzehn Naturfreunden aus Wien brach heute mittag von Zittelhaus am Sonnen blick auf und wandte sich in östlicher Richtung über die hohe Riffel. Belm sogenannten Neubau eines alten Goldbergbaues versuchten sie über ein Schneebrett zu kommen, das abb t ad) und mit ihnen in b k Tiefe fuhr. Vier Personen wurden gerettet, dreizehn werden vermißt. Oberstleutnant Dilgeri. der mit einem Gendarmeriekurs am Rahfeld stationiert ist, machk sich mit den Teilnehmern des Kursus sofort auf, am zum Schauplatz des Unglücks zu gelangen und einen Aufstieg zu versuchen. Ob dies möglich fein wird, ist fraglich, da ein außerordentlich starker Sturm weht. Die alpinen Rettungsstellen von Vad Gastein und Stadl Salzburg wurden sofort mobil geinadjt Jlad) den letzten Meldungen trug sich das Unglück auf dem Sonnblick folgende rniahen zu: Die Touristen waren durch den plötzlich einsehenden F ö h n- slurm in ihrer Gebirgswanderung aufgehalten worden und hakten in der Rähe des Neubaues sich zusammengefunden, um zu beratschlagen, wohin sie Berlin, 21. März. (D. D.Z.) Reichsfinanzminister Dr. Köhler gab im Haushaltsausschuß des Reichstages genaue Ausschlüsse über die R e - fernen, die man unter Umständen noch im Etat erblicken könnte. Mangelnde Sparsamkeit könne man der Regierung nicht uorroerfen, denn die meisten Ausgaben des Etats, des Nachtragsetats und des Ergänzungsetats feien zwangsläufig durch Beschlüsse des Reichstags hervor gerufen. Namentlich das Notprogramm fei zwangsläufig, denn es enthalte im weientlichen nur Ausgaben zur Milderung der Not der Landwirtschaft, der Sozial- und Kleinrentner und daran wolle wohl niemand sparen. Der Reichsfinanzminister gibt darauf einen Gesamtüberblick über die Etat- und Finanzlage des Reiches-. Ich stelle voran das vorausfichtliche Er- qebnis des Rechnungsjahres 1927. Ich hatte im Januar bereits ausgeführt, daß dem Reiche bei vorsichtiger Schätzung ein Nettomehraufkommen aus Zöllen und Steuern von jedenfalls nicht unter 500 Millionen erwachsen werde. Diese Schätzung hat sich als richtig er- wiesen. Es fehlen noch rund 500 Millionen zur Erreichung des neuen Etatfolls, wie es im Nachtragsetat festgesetzt ist. Da in den Monaten des dritten Diertelzahres regelmäßig über 500 Millionen aufgekommen sind, so kann fein Zweifel darüber bestehen, daß der März noch so erhebliche Einnahmen bringen wird, um mindestens das neue Etatsoll zu erreichen. Die Uebermeifungen an1 die Länder haben in den abgelaufenen elf Monaten 2578 Millionen, also bereits fast die ganze, den Ländern garantierte Mindestsumme von 2600 Millionen, erreicht. Um die in dem Nachtragsetat eingesetzte Summe von 1255 Millionen bei den Zöllen zu erreichen, müßten die Zölle hn März 95 Millionen erbringen. Selbst wenn das Gefamtauskommen den im Nachtragsekat eingestellten Befrag übersteigen sollte, wird der Ueberschuß dringend benötigt, um den Anleihebedarf von 1926 und 1927 abzudecken, der nach wie vor die schwerste Belastung für die Reichsstnanzen bleibt Ich habe vom l.wärz ab die gesamten Ausgaben des Exttaordinariums vorläufig ge- Opposittvn, um noch eine große Menge sachlicher Arbeit erst zu Ende zu bringen, ehe man an den Wahlkampf heranginge. Lassen Sie uns hoffen, daß diese Einigkeit und diese Sachlichkeit über diejenigen i)en Sieg davonträgt, die glauben, daß nur eine Partei irgendwie das Gute für Deutschland bringen könne, und daß auch bei scharfem Kampfe eines bleibt d i e Hingabe an Volk und Vaterland, wie sie die Persönlichkeit des Herrn Reichspräsidenten uns zeigt. Ich habe die Empfindung, daß drei Elemente in dem Eindruck, den wir von dem Herrn Reichspräsidenten gewinnen, zusammenwirken: das ist einmal der Gedanke, daß hier ein Leben voller Pflichttreue vor dem einzelnen liegt; das ist zweitens die unendliche Würde, die von dieser Persönlichkeit ausströmt, und das ist drittens der Gedanke,' daß dar'm die Zukunft liegt, daß sich d a s Gute des Alten mit dem Guten des Reuen so vereinigen muß, um das Reich zu erhalten. Wenn wir diese Synthese unser polittsches Leben durchdringen lassen, dann wird trotz Parteikampf, trotz schwerer wirtschaftlicher Lage schließlich eine Zukunft vor uns ausgebreitet werden können von Frieden, Freiheit und Fortschritt. (Starker Beifall.) sich wenden sollten. Sie standen dabei alle dicht massiert aus dem Steilhang. Durch die übergroße Belastung der Schneemafien kam eine Lawine in» Rollen, die 15 von den 17 Touristen etwa 400 Meter in die Tiefe riß. Rur vier Touristen, die ganz oben auf dem hang standen, vermochten sich zu retten. Auch sie waren wohl durch die Schneemafien verschüttet worden, konnten sich aber mit großer Mühe wieder heraus- arbeiten. Sie trugen nur Hautabschürfungen davon. Bergführer aus Aolm-Saigurn, die sich sofort auf die Suche nach den Verschütteten machten, fanden etwa 400 Meter unterhalb der Absturzstelle a b - gebrochene Skistöcke, Skier und verschiedene andere Ausrüstungsstücke. Die Bergführer mußten jedoch nach fünsstündiger Arbeit die Suche nach den Verschütteten als aussichtslos aufgeben, die Kamen von elf Personen find bekannt. Ret- lungsexpeditionen sind von Rauris, Böckstein und Bad Gafhein abgegangen. Da sich die Bergungsarbeiten infolge des herrschenden Schneesturmev äußerst schwierig gestalten, dürften vor morgen keine näheren Rachrichten zn erwarten fein. sperrt. Das bedeutet natürlich nicht, daß diejenigen außerordentlichen Ausgaben, für deren Leistung bereits eine rechtliche Verpflichtung vorliegt, nun tatsächlich nicht geleistet werden. 3d) habe aber geglaubt, alles unternehmen zu müssen, um eine Senkung des Anleihebedarfes herbeizuführen. Wir müssen uns darüber klar sein, daß di« Einstellung von ileberf^üffen in den ordentlichen Etat nicht in unbegrenzter Weise fortgesetzt werden kann und daß sich auch die Einsetzung von Münzgewinnen im kommenden Jahr nicht wiederholen wird. Will man zu gesunden Finanzgrundsätzen kommen, so müssen solch große Rachtragsetats endgülttg der Geschichte angehören. Rach meiner Meinung muß erstrebt werden, im Jahre 1928 Anträge oder Wünsche für einen großen sachlichen Rachtrags- etat einfach zurückzustellen. Trotz der Kritik an dem Haushalt 1928 glaube ich immer noch, daß dieser Haushalt zwar sehr angespannt ist, aber doch geordnet. Sie Höherschähungen um 410 Millionen beruhen auf genauen Berechnungen. Soweit die Steuern von der noch ungewissen Entwicklung des Jahres -1928 beeinflußt werden, bleibt natürlich jede Schätzung von ungewissen Faktoren abhängig. Immerhin hat es aber doch den Anschein, als ob sich das Tempo und das Ausmaß der Konjunktur zwar etwas abschwächt, daß sich aber doch keine Katastrophe vorbereitet. Jedenfalls wird die Reichsregierung alles tun, um einem solchen Rückschlag entgegenzuarbeiten. Der Etat 1927 in feiner Gesamtwirknng mar vorsichtig ausgestellt und hat sich auch ebenso ausgewirkt. Der Nachtrag 1927 bringt zum weitaus größten Teil Ausgaben, die lediglich Folgen bestehender Gesetze ober vom Reichstag gefaßter Besrhlüfie, mithin unvermeidbar find. Wenn wir alle zwangsläufigen Ausgaben zusammenstellen, bleibt aus dem Nachtragsetat nur ein ganx geringer Teil, der dem eigener. Ermessen der Reichsrogierung an- heimgegeben war. Die Deckung des Nachtragsetats erfolgt in geordneter Weife durch Ersparnis fean Ausgaben und erhöhte EinnahSchweres LaminenungLück in den Salzburger Bergen. — 13 Vermißte. Die Finanzlage des Reichs. Finanzminisier Dr. Köhler begründet den Erganzungsetat. men aus Steuern und Zöllen. Die Regierung hat die Beamtenoorlage erst eingebracht, als sie Geld hatte. Das Jahr 1927 wirst noch einen Ueberschuß von mindestens 160 Millionen ab, der in das Jahr 1928 übertragen werden soll. Daß der Etat 1928 nicht mit Ueberaufroenbun- gen ausgestellt ist, sondern den Grundsätzen der Sparsamkeit entspricht, ist nicht nur hier in . Deutschland, sondern — was für mich wesentlich mehr wert ist — vor allem auch im Ausland rückhaltlos anerkannt worden. Ls ist gelungen, den Bedarf zu senken, obwohl 1928 neue zwangsläufige Ausgaben In großem Umfange im Ltat stehen. Ich erkenne gern, daß der Reichstag sich bis in die letzten Wochen hinein zurückgehalten hat, die Anträge auf Reuausgaben sind erst in dem Augenblick gekommen, wo nach Auflösung der Reglerungskoalitton sich niemand mehr gebunden fühlte, wo niemand mehr glaubte, die Verantwortung für den Etat übernehmen zu müssen. Es ist unmöglich, dem Etat noch gewaltige Ausgaben zuzusetzen durch die Anträge, die namentlich zum Etat des Iimern gestellt sind. Man hat daran Krittk geübt, daß wir. Reserven verbrauchen wollen. Es ist im allgemeinen nicht üblich, daß eine Regierung, die in wenigen Wochen/ demissionieren will, ihren Rachfolgern die noch vorhandenen Reserven offenlegt: aber ich will es Ihnen sagen, ich habe schon erklärt, daß die Hälfte des Rot- Programms aus einmaligen Ausgaben besteht und die Hälfte der zur Deckwig verwendeten Mittel später daher frei werden. In der Ausgestaltung des Spi ritusmonopols llegt mm eine ganz wesentliche Reserve, die sich nicht nur auf 100 Millionen beläuft, die Zigarettensteuer wird, wenn Sie den Gesetzentwurf annehmen, der Ihnen seit gestern vorliegt, eine Reserve aufweisen, die gleichfalls über 100 Millionen hinausgeht. Wenn Sie diese Summe mcht 1928 durch große Rachtragsetats verwenden, werden diese Reserven zur 03er- fümxny stehen. Beim außerordentlichen Etat hat die Regierung mit Erfolg versucht, Ordnung zu schassen; wir haben versucht, auch das Anleihesoll zu kürzen. Daß es 1928 nicht möglich fein wird, eine neue Anleihe aufzunehmen, kann nicht als Schuld der jetzigen Regierung dargestellt werden. Es ist richtig, der Etat 1928 ist nicht mit stillen Reserven ausgestattet: früher wurde es als ein Vorzug gepriesen, daß ein Etat scharf gefaßt sei und keine Lieberschüsse aufweise. Heute soll nun ein solcher Etat das Gegenteil einer gesunden Finanzpolitik fein. Weshalb eigentlich diese Manöver? Ich kann die Erklärung nur in ganz bestimmten Entwicklungen sehen, über die man ja in verhältnismäßig kurzer Seit Rarer sehen wird. Die Lasten der gesamten deutschen Wirtschaft sind derartig angewachfen, daß es für die Wirtschaft unmöglich ist und sein wird, sie auf die Dauer zu tragen. Die Kriegslasten 1928 machen eine äußere Last von 2,2 Milliarden, eine innere von 2 Milliarden, insgesamt also 4.2 Milliarden aus. Diese Zahlen muß unser Volt kennen, um sich darüber klar zu werden, woher die ungeheuren Belastungen kommen. Dazu kommt der absolut notwendige Aufbau im Innern. Daß unsere Politik nicht darauf hinausgegangen ist, eine pflegliche Behandlung des Kapitals und die Förderung neuer Kapttalbildung zu stören, dürfen wir wohl behaupten. Wir halten den Wiederaufbau des Eigenkapitals Deutschlands für dringend erforderlich. Ich bin überzeugt, daß unsere Politik im Rechnungsjahr 1927 die scharfe und unsachliche Kritik nicht verdient, die chr zuteil geworden ist. Wir werden ja am Ende des Jahres 1928 sehen, wie sich die Dinge auswirken. Ich glaube, daß man aus der Entfernung unsere Arbeit dann ruhiger und gerechter beurteilen wird. Oie Rentenbanttreditanstalt. Annahme der Kompromitzsormel im Reichsrat. Berlin, 21.März. Der Reichsrat nahm am Mittwochnachmittag die Rovelle zum Gesetz über die Errichtung der Deutschen Rentenbankkreditanstalt in der zwischen Preußen und dem Reich vereinbarten Kompromitz- f a f f un g an. Diese Rovelle bildet einen Teil des landwirtschaftlichen Rotprogramms. Die Regierungsvorlage. die die Tätigkeit der Rentenbankkreditanstalt auf Geschäftsverbindungen mit allen Genossenschaften erweitern wollte, ist dahin abgeändert worden, daß die Geschäftsverbindung beschränkt worden ist auf solche Organisationen, die der Förderung des Absatzes landwirtschaftlicher Erzeugnisse dienen. Weiter wurde die Beteiligung an den betreffenden Llnternehmungen in der Weise eingeschränkt, daß die Kapitalbeteiligung der Rentenbankkreditanstalt der Höhe nach auf fünf Prozent deS Grundkapitals beschränkt wurde. Weiter soll eine Beeinträchtigung der bereits bestehenden zentralen Kreditinstitute dadurch vermieden werden, daß zu einer Beteiligung an den betreffenden Unternehmungen eine qualifizierte Mehrheit von zwei Dritteln des VerwaltungsratS der Rentenbankkreditanstalt erforderlich ist. Ferner ist vorgesehen, daß für Gewährung von Darlehen an Organisationen zur Förde- 4 rxmg beS Absatzes landwirtschaftlicher Produkts seitens der Rentenbank-Kreditanstalt keine höheren Beträge am Geldmarkt ausgenommen werden dürfen, alS zehn Prozent ihres Grundkapitals, also nicht mehr als 30 bis 40 Millionen Mark. Damit wird das kurzfristige Passivgeschäft der Rentenbank-Kreditanstalt auf einen Betrag beschränkt, der Schädigungen des Geldmarkts ausfchließt. An der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse kann sich die Renten- bank-Kreditanstalt mit Einlagen nur beteiligen, wenn dafür eine Zweidrittelmehrheit ihres Verwaltungsrats vorhanden ist. Oer Wahltermin. ReichStagswahleu vermutlich Mitte Mai. Berlin, 21. März. (Priv.-Lel.) Die ,B. Z." kündigt einen Schritt der Fraktionsführer der bisherigen Koalitionsparteien beim Kanzler an, der endgültig Klarheit über die Festsetzung des Wahltermins schaffen wird. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat sich in ihrer gestrigen Sitzung mit dieser Frage sehr eingehend beschäftigt: man war sich darüber einig, daß der 2 0. Mai wohl als der geeigneteste Termin angesehen werden kann. Es käme auch noch der Sonntag vorher, der 13. Mai, in Frage. Darüber werden die in Aussicht genommenen interfraktionellen Besprechungen und die beabsichtigte Fühlungnahme mir dem Reichskanzler Dr. Marx die Entscheidung bringen. Der Reichskanzler wird dann nach der Fühlungnahme mit den Fraktionsführern sich mit dem Reichspräsidenten alsbald in Verbindung setzen, um mit diesem die formalen Vereinbarungen über die Reichstagsauflösung und Reuwahlen zu treffen. Keine Kandidatur Wirths in Baden. Freiburg, 21. März. (WTB.) Der Landes- ausfchuh des badischen Zentrums hat heute die Aufstellung der Kandidaten zur Reichstagswahl für den badischen Wahlkreis vorgenommen. Die Äste enthalt 17 Ramen. 2ln erster Stelle steht Reichsiinanzminifter Dr. Köhler, dann folgen Reichstogsabgeordneter Diez (Radolfzell), Reichstogsabgeordneter Er sing (Karlsruhe), Landtagsabgeordneter Dr. Föhr (Freiburg). In dem offiziellen Parteibericht heißt es dann: Eine eingehende Aussprache führte zu dem Be-- schluh, für dieses Mal von einer Aufstellung des Herrn Dr. Wirth abzusehen. Dabei wurde allgemein betont, daß man seine Fähigkeiten und Verdienste anerkennt und der Wunsch ausgesprochen, daß diese im Rahmen des Zentrums wieder einmal in den Dienst des deutschen Parlaments gestellt werden könnten. Langenöls. Neue Versteigerungen ohne Zwischenfälle. Berlin, 21. März. (WB.) Zu den Vorfällen bei der Versteigerung in Langenöls wird den Blättern mitgeteilt, daß der Regierungspräsident gestern eine Verh andlung mit den Führern der landwirtschaftlichen Bewegung gehabt Hal mit dem Zwecke, weiteren Zwischenfällen vor- zubeuaen. Die Vertreter der Landwirtschaft haben sich bereit erklärt, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln aus die ihnen nahe- stehenden Schichten in diesem Sinne einzuwirken. Heute ist wiederum eine Versteigerung in. Langenöls festgesetzt, die ohne polizeiliches Aufgebot abgehalten werden wird. Der Kreislandbund von Rimptsch hat heute eine Erklärung erlassen, worin er nochmals darauf hinweist, daß er vor ungesetzlichen Maßnahmen warnt. Ebenso hat der in Frage kommende Landrat eine Erklärung abgegeben. Die Pressestelle beim Regierungspräsidenten berichtet, daß der heute aus 13 Uhr in Langenöls, Kreis Rimplsch, angesehte Versteigerungstermin ohne jeden Zwifchensall stattgefunden hat. Der Regierungspräsident ist seit heute früh damit beschäftigt, die Einsprüche der Steuerpflichtigen gemeinsam mit den landwirtschaftlichen und amtlichen Sachverständigen zu prüfen. Es herrscht vollkommene Ruhe. Die Leiter des Kreislandbundes haben ihre Zusicherung, daß keine Ruhestörungen vorkommen sollen, in vollem Umfange innegehalten. Irgendein Zuzug von Landleuten aus der Umgegend hat nicht stattgefunben, und ebensowenig wurden von der ortsansässigen Bevölkerung die amtlichen Handlungen gestört. Außer dem ortsansässigen Landjäger sind weder Landjägereibeamte noch Schuhpolizeibeamte anwesend. Schiedsspruch im Lohnstreit der Reichsbahriarbeiier. Berlin, 21. März. (WTB.) Im Lohnstreit bei der Deutschen Reichsbahngesellschaft wurde von der Schlichterkommer unter Vorsitz des Unterstoatsfekre- tärs a. D. v. M o e l l e n d o r f heute im Reichsarbeitsministerium ein Schiedsspruch gefällt. Der Spruch sieht für die verschiedenen Lohngebiete eine Erhöhung d e r geltenden Grundlöhne von drei bis fünf Pfennigen für die Lohngruppe 3 vor. Die Löhne der übrigen Lohngruppen erhöhen sich in dem gleichen Verhältnis. Der Zuschlag für die Ueberzeitarbeit soll 25 Prozent betragen. Diese Lohnregelung soll erstmalig zum 31. März 1929 kündbar fein. Der Schiedsspruch wird, wie der „Vorwärts" mitteilt, von allen beteiligten Organisationen der Eisqn- bahner als untragbar bezeichnet. Die Vertreter ber Organisationen werden morgen unter sich über die durch den Schiedsspruch geschaffene Situation beraten. Am Montag, 26. März, beginnen die Sitzungen des Verwaltungsrats der Reichsbahn, der sich auch wohl mit der Frage der Lohnerhöhungen beschäftigen wird. Oie Verhandlungen im Buchdruckgewerbe. Berlin, 21. März. (WB.) In den heute im Reichsarbeitsministerium geführten Verhandlungen über die Verbindlichkeitserklärung des für das Buch druckgewerbe ergangenen Schiedsspruchs ist noch kein Ergebnis erzielt worden. Eine Entscheidung des Reichsarbeitsministers wird e r ft i n e i n i genTagen erwartet. Das Lawinenunglück im Riesengebirge. Krummhübel, 21. Mär^. (WB.i Zu dem Lawinenunalück am kleinen Teich, dem der 18jäh° rige Günther auS Erdmannsdvrf im Riesen - gebirge zum Opfer gefallen ist, wird noch weiter berichtet, daß in der neunten Vormittagsstunde zwei neue große Lawinen niedergegangen sind und eine dritte Lawine abzustürzen droht, was die Rettungsmannschaften zur vorübergehenden Einstellung ihrer Rettungsarbeiten zwang. Der Sturm im Gebirge, der die Rettungsarbeiten so außerordentlich erschwerte, wuchs bis zur Windstärke 10 an. Die russischen Abrüstungsvorschläge. Politis für ein lamgsameres Tempo der Beratungen. Gens, 21. März. (WTD.) Der Berichterstatter PolitiS faßte im vorbereitenden Ab- rüstungSausschuß die bisherige Kritik an dem russischen Entwurf zusammen und führte dabei im einzelnen auS, daß der Grundsatz der vollständigen Abrüstung nicht in Llebereinstim- mung mit den Artikeln deS Paktes, insbesondere mit Arttkel 8 stehe, der die Verpflichtung zur Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen nach zwei Seiten hin einschränke, nämlich im Hinblick auf bte nationale Sicherheit und auf die Einhaltung internationaler Verpflichtungen. Ferner wäre die im Pakt vorgesehene gemeinsame Aktion der Döl- kerbundsstaaten bei Durchführung des sowjetrufsischen Projektes nicht möglich. Weiter hänge die Verwirklichung eines allgemeinen Ab- rüstungsprojeltes von der Stabrlifierung des wirtschaftlichen Friedens ab. Solange diese Stabilisierung nicht erreicht sei, könne über eine erste Abrüstungsetappe nicht hinausgegangen werden. Politis trat dann sehr entschieden für Beibehaltung der bisherigen Arbeitsbasis des Vorbereitungsausschusses ein, gab jedoch zu, daß auf Grund des russischen Projektes bei der zweiten Lesung zum Vorteil der seitherigen Arbeiten Zusatzanträge zu dem kombinierten französisch-englischen Abkvmmens- entwurs gemacht werden können. In bezug auf die weiteren Arbeiten des Ausschusses unterstützte dann Politis den gestrigen englischen Vorschlag, das russische Projekt allen Regierungen zu eingehender Prüfung zu unterbreiten. Dafür müfe jedoch den Regierungen ausreichend Zeit gelassen werden. Die Festsetzung des Datums der zweiten Lesung sollte nach seiner Auf- sassung dem Vorsitzenden Loudon unter Fühlungnahme mit den übrigen Instanzen und unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklung der Abrüstungsarbeiten überlassen werden. Politis schloß mit dem dringenden Appell an die sowjet- russische Delegation, im Interesse der Verwirklichung eines ersten allgemeinen Abrüstungsplanes, durch den nach und nach ein höherer Abrüstungsgrad erreicht werden könne, weiter im Vorbereitungsausschuh mitzuarbeiten. Oie Beschuldigungen gegen die verhastrien Ingenieure. Berlin, 21. März. (Priv.--Tel.) „Berliner Tageblatt" und „Voss. Ztg." geben Angaben russischer Blätter gegen anrirenolutionare Verschwörungen im Donezgebiet wieder, die zur Verhaftung von 60 Ingenieuren, darunter der deutschen, geführt haben. Als Hauptverschwörer werden zwei Brüder Kolodup genannt, die selbst ehemalige Schachtbesitzer waren und später als Spezialisten bei der Sowjetverwaltung arbeiteten. Es wird ihre weißgardt- stischc revolutionSfeindlichc Gesinnung in beit Vordergrund gestellt. Zwei konkrete Vorwürfe werden gegen sie erhoben, wobei es sich um die Vernichtung der Abb aumög lich kei t eines sehr guten Schachtes und um die Ersäu- sung eines anderen Schachtes handele. Rach der Behauptung des Blattes „Rabotschaja Gazeta" sollen diese Handlungen gegen das bessere Wissen der Spezialisten, die in ausländischem Solde gestanden hätten, zwecks Schädigung der Svwjetwirtschast erfolgt fein. Aus Charkow melden die Blätter, daß auf der Fabrik Rarti feftgeftcllt wurde, daß dort ein- getroffene ausländische Maschinen un« verdeckt geblieben find, so daß sie verrosteten. Die Fabrikleiter haben bei der Bestellung nicht gewußt, „wie. wann und wo man die Maschinen werde benutzen können ' Die Untersuchung gegen die Deutschen wird beschleunigt, sie soll in zwei bis drei Wochen erledigt fein. Der Reichstag billigt die Herabsetzung des Gefrierfleifchkontingents. Berlin, 21. März. (VDZ.) Im Reichstag wird die zweite (Beratung des Kriegsschäden- schlußgesetzes fortgesetzt. Abg. Henning (Völk.) erklärt, feine Freunde könnten die Ansschußvor- lage nicht als Schlußgesetz annehmen. Das Deutsche Reich habe im Versailler Vertrag die Verpflichtung zur vollen Entschädi- g u n g der Liquidationsgeschädigten übernommen. Der vorliegende Entwurf bringe aber nicht einmal eine angemessene Entschädigung. Hier würden die Forderungen der Feinde erfüllt und die des eigenen Volkes zurückgestellt. In der Schlußabstimmung wird die Vorlage gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten, der Wirtschaftspartei und der völkischen Gruppen angenommen. Rach Ablehnung der demokratischen Entschließung werden die Ausschutzentschließungen angenommen. Es folgt nun die zweite Beratung derVorlogen über die Einführung von Einfuhrscheinen für Schweinefleisch und über die Herabsetzung des zollfreien Gefriersleischkontin- gents von 120 000 Tonnen auf zunächst 50 000 Tonnen. Der handelspolitische Ausschuß hat den Vorlagen zugestimmt und empfiehlt Entschließungen, in denen u. a. die Reaierung ersucht wird, bei Notständen in der Fleischoersorgung der ärmeren Bevölkerung sofort die ausreichende Versorgung dieser Bevölkerung mit zollfreiem Gefrierfleisch sicl-erzu- stellen. Dann werden zwei Millionen verlangt, mit denen die Zentralorganisationen der Verbraucher und Fleischer in die Lage gesetzt werden sollen, Lieferungsoerträge mit landwirtschaftlichen Genossenschaften abzuschließen. Abg. Schmidt- Berlin (Soz.) beantragt die Aufrechterhaltung des bisherigen zollfreien Gefrierfletschkontingents. Die vom Zentrum oeran- laßten Aussckußentschlleßungen könnten die Lage der Verbraucher nicht verbessern. Abg. F r o m m (Dntl.) erklärt die Zustimmung der Deutschnationalen zu den Vorlagen. Die Voraussetzungen, die seinerzeit für die Zulassung des zollfreien Gefrierfleischkontingents Vorlagen, seien heute nicht mehr vorhanden. Es bestehe vielmehr ein Überangebot an inländischem Vieh und Fleisch. Abg. Meyer- Berlin (Dem.) beantragt, das zollfreie Gefriersleischkontingent nicht auf 50 000, sondern auf 70 000 Tonnen herabzusetzen. Den Einfuhrscyeinen für Schweinefleisch wurden die Demokraten zustimmen. Mit einer vollständigen Aufhebung des zollfreien Gefrierfleisches würden die De- mokratendann einverstanden fein, wenn der autonome Zoll auf Gefrierfleisch wesentlich herabgesetzt wird. Bei Anlehnung ihres Antrages werde die Mehrheit der Demokraten gegen die Vorlage stimmen. Reichsernährungsminister Schiele erklärt, die Regierung fei bestrebt, den Zoll aus Ge- sriersleisch möglich st bald neu z u regeln. Dem Abg. Schmidt gegenüber weist der Minister darauf hin, daß die Fleischeinfuhr aus dem Auslande fast drei Viertel der Menge erreiche, die auf den Diehmärkten an deutschem Rindvieh zum Verkauf gestellt wird. Die Konkurrenz des zollfreien Gefrierfleisches fei tatsächlich sehr empfindlich für den deutschen Landwirt. Der Minister bittet um Ablehnung der sozialdemokratischen und demokratischen Anträge. Der sozialdemokratische Antrag auf Beibehaltung des bisherigen zollfreien Gefrierfleifchkontingents wird in namentlicher Abstimmung mit 212 gegen 148 Stimmen bei einer Stimmenthaltung cibgelehnt. Das Ergebnis wird mit Pfuirufen links aufgenommen. — Der demokratische Antrag, der das Kontingent auf 70 000 Tonnen herabfetzen will, wird in namentlicher Abstimmung mit 195 gegen 159 Stimmen bet sieben Stimmenthaltungen abgelehnt. — Die Vorlagen werden nach Ablehnung weiterer Aenderungsanträge mit den Ausschußent schließungen über erhöhte Gefrierfleischlieferung bei Notständen in zweiter und dritter Lesung angenommen. Donnerstag: Bericht des Untersuchungsausschusses über die Ursachen des Zusammenbruchs. Zur Beurteilung der Vorgänge im Donezgebiet ist beachtenswert, was über den unmittelbaren Anlaß zur Verhaftung der deutschen Ingenieure verlautet. Danach soll eine nicht zustande gekommene Dampf prob e bei einer vor kurzem an- gekauften Turbine diesen Anlaß gebildet haben. Die deutschen Ingenieure haben es angeblich abgelehnt, diese in völlig unbenutzbarem Zustande vorgefundene Turbine einer Dampfprobe zu unterziehen, was ihnen als „Sabotageakt" auSgelegt wurde. Aus aller Welt. Schweres Unglück in einer Braunwhlengrube. Alückenberg bei Liebenwerda, 22. Marz. Me schon In einem Teil der gestrigen Auflage kurz gemeldet. stürzte gestern mittag infolge des heftigen Sturms die bei der Braunkohlen- und Bttkett- Dnbuffrie-A.-G. im Bau befindliche Abraumförderbrücke zusammen. Ls wurden zehn Tote geborgen. 3n der vergangenen Nacht ist im Krankenhaus noch ein Schwerverletzter des Unglücks feinen Verletzungen erlegen. Damit beträgt die Zahl der Todesopfer e l f. Als Abschluß einer vorläufigen Untersuchung der Ursachen der Katastrophe durch Ingenieure des Werkes wurde heute vormittag mitgeteilt, daß ungewöhnlich starke, böige Winde mit unerwartet starken Dirbelwirkungen die Katastrophe verursacht haben. Schon bei dem ersten schweren Windstoß hatte der Richtmeister feine 26 Arbeiter zum verlassen des Gerüstes aufgefordert. Ls war aber z u spät. Schon der zweite schwere Windstoß riß das ; gesamte Holz- und Llsengerüst in die Tiefe. 3n 125 Bieter Breite liegt das über 300 Tonnen schwere Eiscntragwerk in wirrem Durcheinander von zer- splitierten holzirägern und zerrissenen Drahtseilen. Reue Windstöße überschütteten das Trümmerfeld mit tjerangetriebenen Sandmassen. Obendrein war noch an einer anderen Stelle der Grube ein Brand ausgebrochen, dessen dichte Rauchwolken lange über die Irümmerftätte hinweggingen. In der zehn Tote und acht Schwerverletzte lagen. Das Rettungswerk war durch alle diese Umstände aufs äußerste erschwert. Die Untersuchungen über die Ursache des Unglücks sind noch im Gange. Lin AehlerinderKonstruktionder Brücke, die als eine der größten und modernsten ihrer Att geplant war, wird nicht angenommen. Die Beerdigung der Opfer soll voraussichtlich Ende der Woche in einem gemeinsamen Grabe auf dem Friedhof in Lauchhammer stattfinden. Die bergbaupolizeiliche Untersuchung durch das Bergrevier Halle-Ost ist bereits ausgenommen worden. Lin Opfer des Sturmes. Der ftarie Wind, der gestern den ganzen Tag über herrschte, hat auch ein Todesopfer gefordert. Die 15jährige Handelsschülerin Charlotte W e - del aus Schönwalde benutzte zur Heimsahrt von Berlin die Kleinbahn. Schon vor Einfahrt das Zuges in den Bahnhof verließ sie do^ Abteil und st eilte sich auf die Plattform, ohne die Schutztür zu schließen. Bei einem heftigen Windstoß verlor das junge Mädchen das Gleichgewicht und st ü r z t e vom Wagen. Sie geriet unter die Räder und war sofort tot. Sie hatte gestern in Berlin auf einer Handelsschule ihre Prüfung be- standen. Drei Streckenarbeiter vom Zuge überfahren. In der Rähc der Station Merzdorf (Kreis Dolkenhain. Schlesien) wurden drei Streckenarbeiter, die bei dem herrschenden starken Sturm das Herannahen eines Güterzugrs nicht gehört hatten, von diesem überfahren. Zwei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, der dritte kam mit leichteren Verletzungen davon. Schwerer Unfall in einer Kiesgrube. Straubing, 22. März. (WTB. Funk- spruch.) In einer Kiesgrube bei Straubing wurden gestern durch herabrollende Kiesmassen drei Arbeiter verschüttet. Einer war s o s o r t tot, die beiden anderen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Zwei Kinder unter Mauersteinen begraben. Auf einem Platz in Charlottcnburg fuhr ein Lastkraftwagen gegen ein Stapel von Mauer st einen mit solcher Gewalt, daß der ganze Aufbau umgerif fen wurde. Zwei Kinder, die an dem Steinhaufen spielten, ein dreijähriger und ein neunjähriger Knabe, wurden unter den Mauersteinen begraben. Sie muhten mit schweren inneren Verletzungen in ein Krankenhaus überführt werden. Brennende Walder in der Reumark. Auf bisher ungeklärte Weise entstand nördlich von Matfchdorf (Reumark) ein Waldbrand, der bei dem herrschenden Oststurm größere Ausdehnung annahm und um die Mtttagsstunde auf den Frankfurter S t a d t f o r st Übergriff. 3ur Bekämpfung des Waldbrandes sind größere Abteilungen Reichswehr aus der Frankfurter Garnison ausgerückt. Großseuer durch einen brennenden Güterwagen. 2lus der Geldernschen Kreisbahn geriet wahrscheinlich durch Funkenflug aus einet Lokomotive ein mit Stroh beladener Güterwagen zwischen Auwel und Straelen in Brand. Der brennende Wagen wurde abgekoppelt und rollte auf der abschüssigen Strecke nach Auwel hinunter, wo er drei Häuser und die Schule in Brand setzte. Ein Haus und die Schule brannten vollständig nieder, während bei den beiden anderen Häusern die Dachstühle abbrannten. In der Rächt geriet dann gleichfalls infolge Funkenfluges das in der Rähe der Brandstätte gelegene Anwesen eines Wirtes in Brand und wurde ebenfalls ein Raub der Flammen. Großfeuer in den Kabelwerken der ALG. In den Kabelwerken der AEG. in Ober- fchöneweide brach ein Großfeuer aus, das erheblichen Schaden anrichtete. Sechs Züge der Feuerwehr mußten stundenlang Wasser geben, außerdem wurde vom Feuerlöschboot von der Spree aus Wasser gegeben. Der Brandherd liegt in einem großen, mehrstöckigen Fabrikgebäude. Das Feuer erstreckt sich auf eine Fläche von ungefähr 3000 Quadratmetern. Es brennen Me Tischlerei und ein Oelschuppen der Kabelwerke der AGG. vrandkatastrophe in Indien. Durch ein gewaltiges Schadenfeuer wurden in dem Dorfe Esur in der Provinz Shikappur deS Staats Mysore 400 Häuser vollständig zerstört und 31 Personen getötet. Der Maharadscha von Mysore beschloß, die Einziehung der Steuern in dem vom Llnglück betroffenen Dorf aufzuheben und den Einwohnern eine Anleihe zum Wiederaufbau des Dorfes zu bewilligen. Line Tropfsteinhöhle im Vogtlande. Bei Steinbrucharbeiten in Syrau entdeckte der Bruchmeister Undeutsch eine Höhle, die Tropfstein-- gebilde, unterirdische Schluchten, Wasserläufe und Seen enthält. Die Höhle wurde durch den Geologen Professor Weise aus Plauen untersucht, der feststellte, daß es sich um einen Höhlenbezirk handelt, der z u den schön st en in Deutschland gehött. Die Hohle liegt unweit des Flugplatzes Plauen. Sie ist schätzungsweise 110 Meter lang und 40 bis 50 Meter breit. Panik infolge eines Jilmbranbes. In der ungarischen Gemeinde Solt (Pester Komitat) geriet während eines durch Lichtbilder illustrierten Vortrages, den der Ortspfarrer im Gebäude der Gewerbekorporation hielt, plötzlich ein Film in Brand. Die brennenden Zelluloidstreifen, die in den Saal geschleudert wurden, setzten die Einrichtung in Brand. Unter den anwesenden 150 Personen entstand eine Panik. Etwa 45 Personen, die die Ausgänge nicht rechtzeitig erreichten, erlitten Brandwunden, zwölf von ihnen wurden schwer verletzt. Oie Wetterlage. o • 10 2a TTilttnoc^ den 21.771 dr^ 1721 fäiendj. 7^ '/ 0 Meynt J ©tfontenh>s.O neuer <> nar» »edecn e wotxig. e oedecat eftege^ * Sehnet e» Grätigem ■ Mtoei X 6rwmer.(§)windstine. •O' leichter Ost y massiger Südsüdwest q stürmische» "ordwesl Ole Pfette fliegen mit dem winde Oie oeoen Stationen stehenden tafr len gelten die Temperatur an. Pie Limen veromgee Orw aut gleiche» huf fleeresniveau umoerechnetee Uittdruci '^eUerooraussage. Ore warmen Luftwaffen des westlichen Tiefdruckgebietes, die bis über Mitteleuropa oorgedrungen sind, haben einen Abbau des russischen Hochdruckgebietes herbeigeführt. Im weiteren Bereich des Drucksallgebietes dauert das wolkige und zeitweise regnerische Wetter an. Wettervoraussage für Freitag: Wolkiges Wetter, Temperaturen wenig verändert, zeitweise regnerisch. WitterungsaussichtensürSamstag: Wechselnd wolkig, noch vereinzelte Niederschläge wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 21. März: mittags 2,7 Grad Celsius, abends 1,5 Grad Celsius: am 22. März: morgens 4 Grad Celsius. Maximum 4,6 Grad Celsius, Minimum 0,1 Grad Celsius. — Erdtempero- turen in 10 Zentimeler Tiefe am 21. März: abends 2,8 Grad Celsius: nm 22. März: morgens 1,8 Grad Celsius. — Niederschläge 1,9 Millimeter. — Sonnen* scheindauer: 4% Stunden. ’wictf [erlöge. i -er Ortspfarrer im notwn hielt, plötzlich -ie btemtenbtn Jellu- aal -rlchleaderl itung in Drand. Unter trioncn entstand eine m, die die Ausgänge erlitten Lrandwunden. schwer verletzt. : im Vogtland«. n Syrau entdeckte t« > Höhle, die Iropffkiit- chten, Vasserläuse und :rbe durch den TeolW untersucht, der feststellte, nbezirk handelt, der tu tschland gehört. Sie gplotzer Plauen. Sie ist mg und 40 bis 50 Meter i Mibrande». * «a* lroet(en dn LLE. MÄE ^lchboot von der .Der Drandherd liegt ^9en Fabrikgebä^ ^inA von un. JJ w brennen & 'den der Äabefort In Indien. abenfeuer tourten In vvinz Ehitappur -es ser vollstän-i» ""getötet. Der befchlost, die Ein, m vom llnglüd be« unb drn Einwvhnnn Hanfbau des Dorfes -»nr>4 S'-gSSÄ*** M-° " ÄÄ SÄ «> «* 6.* <>* •« „a.r >tw W®1 ,4»**# «''S,'«. SW;» Äi-'1"' ^Elnea bearfl, SS« J von ,n toutbe A der " iDlcltenT1 «in- 'S« 4,"!> ^Nnatl ein DM. ^lich l urm Ä!?*16« M W w “ »" ÄS' 1US ,Ll8J«Utn 10 N. M. verfaßt hat. von Kotzebue in ba8 Pfund: Butter 160 bis 180; Matte 30 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 40 45; Weihkraut 25 bis 30; Rotkraut 40 bis biS 45; Schriftsteller Ludwig Quidde in Bremen geb.; — 1918: Litauen erklärt sich als selbständiger Staat; — 1924: der Kolonialpolitiker Joachim Graf von Pfeil in Friedersdorf gest. (geb. 1857). Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: AIS nächste Fremdenvorstellung wird am Sonntag, 25. d. M., Ludwig Fuldas »Höhensonne" gegeben, das feine und aktuelle Lustspiel, das zwei Stunden köstlicher Unterhaltung und viel zu lachen bringt. Trotz des großen Beifalls, den die seitherigen Aufführungen fanden, wird diese Vorstellung am Sonntag die letzte des Stückes sein, da im weiteren Spielplanentwurf kein Platz mehr für eine nochmalige Wiederholung ist. Cs gelten ermäßigte Preise. Die Vorstellung beginnt um 18 Uhr. 3n der Rolle der Angela gastiert Fräulein Eva Christa aus Regensburg aus Anstellung. Dorbestellannahmen sind eingerichtet: Krofdorf: bei Kaufmann Karl Wagner, Hauptgelbe Rüben 25; rote Rüben 25; Spinat 45 bis 60; Unter-Kohlrabi 10 bis 12; Grünkohl 45; Rosenkohl 60 bis 80; Feldsalat 150 bis 180; Endivien 100 bis 120; Tomaten 130; Zwiebeln 25; Meerrettich 40 bis 100; Schwarzwurzeln 60 bis 90; Kartoffeln 4 bis 5; Aepfel 10 bis 18: Birnen 10 bis 15; Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 11 bis 12; Blumenkohl 60 bis 180; Salat 40; Lauch 10 bis 25; Sellerie bis 50; das Bund: Radieschen 30 Pfennig. Gs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt . . -■ --- — bis Aus -er provinziashauptsiadt. Giehen, den 22. März 1928. Das „harmlose" Wort. Du redest heute dieses und morgen jenes, und denkst dir nicht immer viel dabei. ES ist ja nur Scherz, ein leicht hingeworsener Gedanke, eine flüchtige Eingebung, wie sie die Stunde gibt, die Minute, die flüchtig verrinnt. Gar nichts Bedeutsames hast du hineingelegt, allenfalls ein wenig Spott über die. zu denen du das Wort sprachst. Möglich auch dab da« Wort nur Mittel sein sollte, dab du hören wolltest, was dir die andern daraus zu sagen haben, und dah du so tiefer in sie hineinlauschen wolltest, al« es dir sonst möglich ist, ihr wahres Denken zu erkennen. Aber plötzlich kehrt sich das Wort um. Die andern haben es anders aufgefabt. haben ihm einen andern Sinn untergelegt. Selten, dah es ein dir freundlicher Sinn sein wird. Diel eher, daß das Wort eine Art Wechsel wird, den du einlösen muht. »Er hat es ja selbst gesagt", heißt e«. Und der harmlose Scherz ist überraschend zum blutigen Ernst geworden. Du hast dich in einer Laune schlechter hingestellt, als du bist, hast dir Eigenschaften, Leidenschaften, Rei- gungen angedichtet, die du gar nicht besitzt, hast geglaubt, die andern würden von selbst erkennen, dab du gar nicht so bist. Und sie haben ganz anders gehandelt, als du erwartet hast, sie haben in dein Wort einen viel schlimmeren Sinn gelegt, als du jemals vermuten konntest. So ist das »harmlose" Wort mit einemmal gar nicht so harmlos, sondern im Gegenteil ein recht gefährlicher Geselle geworden. Eine Waffe sollte es vielleicht gegen die andern sein, und nun hat sich die Waffe gegen dich selbst gewandt. Die andern hast du ein wenig ritzen wollen, und dir werden Wunden geschlagen. Keiner entgeht diesen Erfahrungen. Jeder macht sie. Richt einmal, sondern hundertmal. Dielleicht täglich. Und wird immer wieder denselben Fehler begehen, auch wenn er sich vornimmt, seine Worte besser zu hüten. Das Wort ist ein heimtückisch-scharfes Werkzeug, und erst bittere Erfahrungen führen zur sorgsamen Beherrschung. Ganz entgehen wird man seiner Heimtücke auch bei aller Vorsicht nicht. Und man braucht doch auch das Wort, es ist unentbehrlich. Also muh man sich auch mit den Dachteilen abfinden, die in ihm liegen. Aber dadurch kann man dem Rachteil ein wenig von seinem Gewicht nehmen, wenn man auch das harmlose Wort nicht mit der Unwahrheit, in jeder Form, in Verbindung bringt, dah man dem Wort jenen wahren Goldgehalt gibt, den er haben soll, wenn es Bedeutung und QBert erlangen soll: Die Wahrheit. Dann ist das Wort harmlos und doch nicht unbedeutend, dann hat es Gewicht und ist doch nicht schwer, bann ist es scharf und trifft doch den nicht, der es als Waffe führt gegen die Welt, die sich zwar vom Schein blenden läßt und doch dem Rur-Scheinen- Wollen mißtraut. — r. Daten für Freitag, 23. März Sonnenaufgang 5,57 Uhr, Sonnenuntergang 18,17 Uhr. — Mondaufgang 7,01 Uhr, Mond- Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 23. März. Kapelle des Alten Friedhofs. 6 Uhr: Passionsandacht, Pfarroerwalter Dotzert. Samstag, den 24. März. Kapelle des Alten Friedhofs. 2 Uhr: Beichte für die Konfirmanden aus der Luthergemeinde und deren Angehörige, Pfarrer Lenz. Jlrael'.tlkche Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 24. März. Borabend 6.30 Uhr; morgens 9; abends 6.50 und 7.30 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 24. März. Freitag abend 6.15 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 7.30: Wochengottesdienst: moraeng 6.30: abends 6 Uhr. Borirotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein: 8.15 Uhr, Großer Hörsaal der Universität, Lichtbilderoortrag von Professor Dr. Erhard: „Die Berchtesgadener Alpen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Manege" — Astoria-Lichlspiele: „Der Held von Sonora". — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Am Sonntag, 25. März, findet in der neuen Universitäts-Aula das letzte Abonnementskonzert in diesem Winter statt. Durch einen glücklichen Zufall gelang es, den bekannten Geiger Prof. Gustav Havemann, der unseren Besuchern von früher her in bester Erinnerung sein wird, dafür zu gewinnen. Als Führer einer Trio-Vereinigung wird er zusammen mit dem Cellisten Adolf Steiner aus Berlin und Frau Lydia Hoffmann-Behrendt, einer heroor- ragenden und von der Kritik als markante Erscheinung anerkannten Berliner Pianistin, drei köstliche Klaviertrios vortragen, Bei den wenigen bekannten, gut eingespielten und wirklich hervorragenden Trio-Vereinigungen konnte diese Musi^gattung in den letzten Jahren nicht in dem Maße, wie sie es verdient, gepflegt werden. Die letzte derartige Darbietung war die der Kölner Künstler Uzielli und Genossen, die aber schon viele Jahre zurückliegt. Unsere Musikfreunde haben diese Lücke mit Bedauern empfunden. Bei Meister Trautmanns Lebenszeiten waren es immer Feierstunden, jährlich dreimal durch ihn, Redner und Heger solche Kammermusik in prächtigen Aufführungen zu erleben. Diese Erinnerungen wieder zu beleben, versucht das bevorstehende Konzert mit dem Vortrage dreier berühmter Kompositionen, nämlich der Klavier- Trios von Brahms in bl-Dur, Max Reger in E-QHoll und des ewig schönen 6-Dur-Trios von Schubert. Der außerordentliche Professor Lic. theol. Dr. phil. Walter Baumgartner in Marburg hat einen Ruf an die Universität Gießen als Nachfolger von Prof. D. Hans Schmidt auf den Lehrstuhl des Alten Testaments erhalten. Personalien. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Wilhelm Krämer zu Ober- Breidenbach die eoPfarrstelle zu Angersbach, De- kanat Lauterbach, übertragen. — In den Ruhestand tritt am 1. April auf Grund des Altersgrenzegesetzes der Förster Heinrich Z i m m e r zu Bisses, Kreis Büdingen. •* Geschäftsverkehr am kommenden Sonntag. Das Polizeiamt teilt mit: Auf Grund des § 105b Abs. 2 der Reichsgewerbeordnung ist für alle Geschäftszweige des Handelsgewerbes der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen, die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern am nächsten Sonntag, 25. März, in der Zeit vom 11 bis 18 Uhr gestattet. ftraße 79. Lich: bei der Buchhandlung Hermann Vollmann, Wißmar: bei der Schreibwarenhand- lung H. Kümmel, Großen-Buseck: bei K. Schmidt. Kaiserstraße 27. Drohende Mäuseplage! Don sachverständiger Seite wird uns geschrieben: Die Feldmäuse haben außerordentlich gut durchwintert. Die schädlichen Rager bevölkern scharenweise Wiesen, Ackerraine, Gärten und Wegeränder, überhaupt alle trockner liegenden Plätze. Da die Feldmaus sich bekanntlich ungemein vermehrt, bedeutet jede jetzt getötete Maus eine Verringerung der Gefahr. Die beste Bekämpfung ist die durch Legen von Gift in Form von Zelirkörnern. Städte und Gemeinden sollten dabei mit gutem Beispiel vorangehenl Gießener Mochenrnarktpreise •• Zur Vermeidung von Waldbrän- d e n wird wiederholt darauf hingewiesen, daß jegliches Feueranzünden im Walde und in dessen Rahe, sowie das Wegwerfen von glimmenben Streichhölzern, Zigarren-, Zigarettenresten usw. sehr gefährlich und streng verboten ist (vgl. die gestrige Bekanntmachung). •• Straßensperre. Wegen Vornahme von Wasserleitungsarbeiten wird die Provinzialstraße Grünberg—Röthges, Ortsdurchfahrt Grünberg, bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt durch die Vorstadt. Die Fahrbahn der Provinzialstraße Queckborn—©rünbetg in der Ortsdurchfahrt Queckborn ist wegen Verlegung einer Wasserleitung teilweise mit Erdmassen und Materialien belegt und nur vorsichtig und langsam zu befaßten. •• Für Kleinpflasterungen in der Provinz Oberhessen sind im Rechnungsjahr 1928 folgende Straßenstrecken in Aussicht genommen: Rieder-Weisel — Rieder-Mörlen 3.4 Kilometer; vor und hinter Kloppenheim 1.5 Kilometer; Vilbelcr-Berg (Granitpflastrr) 0,7 Kilometer; Büches — Büdingen 0,7 Kilometer; Utphe — Berstadt 1,5 Kilometer; Berstadt — Echzell (Abzweig) 2.2 Kilometer; Ridda — Ranstadt 2,5 Kilometer; Ossenheim — Rieder-Florstadt 1.3 Kilometer; Ober-Florstadt — Staden 2,2 Kilometer; Ortsausgang Schotten (Rainrod) 0,4 Kilometer; Gießen — Marburg (bei der Odenhausener Abfahrt) 0,6 Kilometer; Gießen- Steinbach 2,0 Kilometer und Gießen-Grünberg von Kilometerstein 3 bis Kilometerstein 7 (Waldstraße) 4 Kilometer. Hiernach sind in Oberhessen 1928 im ganzen 26,1 Kilometer zu pflastern vorgesehen. Zwischen der Provinzialverwaltung und der Stadt ®ießen schweben Verhandlungen wegen der Uebernahme der. Grünberger Landstraße, soweit diese innerhalb der bebauten oder für die Bebauung vorgesehenen Stadtgrenze liegt, auf die Stadt, Außer den Kleinstraßenstrecken sollen aus Provinzialstraßen in 1928 noch etwa 10 Kilometer Halbschwere Bitumen-Straßendecken hergestellt werden. Der Provinzialtag hat seine Zustimmung dazu gegeben, damit der Provinzialausschuß in 1928 eine Anleihe ausneymen kann, von welcher Summe etwa Zweidrittel für die geplanten Straßenhcrstellungen Verwendung finden. *♦ Umgestaltung desSchiffenberger Wegs beim Bahnübergang. Die Erd- und Planierungsarbeiten für die Umgestaltung des vorderen Teils des Schiffenberger Wegs werden unter Hinzuziehung von Straßenarbeitern nunmehr zur Ausführung gebracht. Gleichzeitig wird für den Wasserabfluß durch Anlage von Gossen und Sinkkasten gesorgt, ebenso werden die notwendigen Bürgersteige hergestellt. Hierdurch wird den Anliegern ein lang gehegter Wunsch erfüllt und das Straßenbild an dieser Stelle wesentlich verbessert. ** Von der Bautätigkeit beim Kugelberg. In der Fuldaer Straße, der neuangelegten Straße zwischen der Straße „Am Kugelberg" und der Bahnstrecke Gießen—Fulda, herrscht zur Zeit ein sehr reges Treiben. Die in dieser neuen Straße im Laufe des vorigen Jahres im Rohbau errichteten Wohnhäuser sind nun fertiggestellt und zum größten Teil in den letzten Tagen bereits bezogen worden. Zur Zeit werden die Vor« und Hausgärten einge- friedigt, ferner werden die Vor- und Hausgärten durch Anfahren und Ueberfchütten mit guter Erde zur Bewirtschaftung hergestellt. Die Straßenbeleuch- tung in dieser neuen Straße ist auch bereits vor einiger Zeit angelegt worden. ** Vom „Professoren« cf". Ein neuer Stadtteil ist am sogenannten „Professoreneck", an der Straßengabelung nach Reiskirchen und Rödgen, im Entstehen begriffen. Während dort zu Beginn des vorigen Jahres nur wenige Wohnhäuser standen, sind im Laufe des vergangenen Jahres einige weitere im Rohbau errichtet morden, an deren Fertigstellung zur Zeit gearbeitet wird. In diesem Jahr sollen nun wieder einige weitere Bauten begonnen werden. Es ist aber wünschenswert, daß die Straßenbeleuchtung, die zur Zeit nur bis zum Schützenhaus geht, bis zu diesem neuen Stadtteil hin verlängert wird. ** D i e Schul- und Jugendgruppen des D. D. A. Gießen (Verein für das Deut ch un Im Auslande) ver. nsta"en am Samstagabend und Sonntagnachmittag im Cafö Leib intereffante Vorführungen, deren Besuch zur Förderung der guten Sache bestens empfohlen sei. Man beachte die heutige Anzeige. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarki: 1291 Kälber, 413 Schafe und 417 Schweine. Berliner Börse. Berlin, 22. März. (WTB. Funkspruch.) Eine Tendenz ist im heutigen Frühverkehr noch nicht erkennbar. Entscheidende Momente liegen nicht vor. Man schätzt gestrige Abendkurse. Glanzstoff 718 bis 720. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,14, London gegen Kabel 4,8825 und die Reichsmark gegen Kabel 4-1815. — Ein kleiner Aukobranb entstand heute vormittag gegen 9.15 Uhr In der Autohalle der Provinzialdirektion in der Ostanlage. GS gelang den Angestellten, bas Auto rasch aus der Halle zu bringen und den Brand mit Hilf« eines FeuerlöschapparateS schnell zu unterdrücken. Die alarmierte Feuerwehr brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Das Auto hat am Vorderteil einige Beschädigungen erlitten. ** Allgemeiner Den tscher Frauenverein. Man berichtet uns: Am 9. April feiert Helene Lange, die Dorkämpferin der deutschen Frauenbewegung, chren 80. Gevurtstag. Aus diesem Grunde gestaltete der Allgemeine Deutsche Frauenverein — auch er ist eine Schöpfung der Jubilarin — seine Märzsitzung zu einer Feier für Helens Lange, Frau Pros. Eigener hatte es übernommen, den sehr zahlreich erschienenen Zuhörerinnen in einem eindrucksvollen Vortrag darzulegen, wieviel wir der Frauenbewegung und in erster Linie der Persönlichkeit von Helene Lange verdanken. Die Generatton, die heute im Berufsleben steht, und noch mehr diejenige, die sich jetzt daraus vorbereitet, nimmt es meist als lelbstverständlich hin, daß ihr so viele Möglichkeiten der Ausbildung geboten werden. Welche Schwierigkeiten aber zu überwinden waren und in welch verhältnismäßig kurzer Zeit eine durchgreifende Wandlung auf dein Gebiet der weiblichen Erziehung und Berufstätigkeit herbeigeführt wurde, das brachte die Vortragende in der Lebensgefchichte von Helene Lange vorzüglich zum Ausdruck. Die Erziehung Helene Ganges war typisch für die des wohlbehüteten jungen Mädchens aus guter Familie in jener Zeit. Sie hatte sck/were Kämpfe zu bestehen, bis man ihr erlaubte, das Lehrerinneneramen abzulegen. Nachdem sie das aber' durchgeletzt, bildete sie sich unablässig selbst weiter, gründete u. a. 1865 den Allgemeinen Deutschen Frauenoerein, fthrieb eine viel angefeindete Broschüre über Mädcyenschulbildung und konnte dann endlich die ersten Realkurse in Berlin einvich- ten. 1893 wurden Gymnasialkurse für Frauen eingeführt und drei Jahre später bestanden die ersten Teilnehmerinnen ihr Abitur. Im Jahre 1900 wurde die erste Studenttn in Deutsckland immatrikuliert, und so folgte ein Fortschritt dem anderen. Es ist Vieles erreicht worden, aber doch können wir nicht sagen, daß mir heute in gesichertem Besitz dessen sind, was die Vorkämpferinnen der Frauenbewegung für uns erarbeitet haben. Deshalb müssen die Frauen als die Erzieherinnen der kommenden Generation stets der Verantwortung eingedenk sein, die auf ihnen liegt, wenn sie die Stellung der Frau auf beruflichem, politisckem und, nicht zuletzt, auf menschlichem Gebiet yeben wollen. An den Müttern ist es, daran zu arbeiten, daß das Verhältnis der Geschlechter zu einander sich reiner und würdiger gestaltet und die deutsche Frau wieder das erlange, was Tacitus als das „Heilige" in ihr gepriesen hat. So schloß die Rednerin ihren warmempfundenen Vortrag. Daran anschließend verlas die Vorsitzende, Frau Minna Reumann, einige schöne Strophen, die sie selbst für die Jubilarin Untergang 20,35 Ahr. 1819: Der Dichter August Mannheim ermordet (geb. 1761); — 1849: Sieg der Oesterreicher unter Radetzky über die Sardinier bei Rovara; — 1858: der Politiker und NETTO 5 Pta JOE LOE Jeder wmünftiae Kandier wi rd tidt freuen! So versicherte uns ein kluger Täch/rumn. als wir ihm mittetlten, dass wir eine, neste Cigarette mit der 'Parole bringen: Hiles für den Jnhali. nichts mehr für äusseren Cuxus! A' BÄTSCH A R I CIGARE Aeußerst günstiges Sonder-Angebot aus unserer Abteilung Strümpfe ■ Damen-Mako-Strümpfe 1 Posten feinfädig, Mako, mit Doppelsohle und Hochferse, in modernen Farben und schwarz, alle Größen Kinder-Schul-Strümpfe 1 Restposten aus la Mako, schwarz und braun, für das Alter von 3 bis 10 Jahren, per Paar.......... Damen-Seidenflor-Strümpfe schwarz und in allen Modefarben, 1 Posten fein- lädige und starke Qualitäten, zum Aussuchen, Wert bis Mk. 3.00, per Paar durchweg............ W 1” D'-StrOmpfe aus künstl. Seide mit verstärkter Florsohle und Hochferse, 1 Posten, feinfädige und schwere Qualitäten.............. Damen-Seidenflor-Strümpfe 1 Posten, extra schwere Qualität, öfache Sohle, Hochferse, moderne Farben.................... Damen-Seidenflor-Strümpfe „Medalia", unsere Spezialmarke, extra pr. Qual. m.4f. Randu. Strumpfhalterschutz, alle Modefarben Damen-Waschseide-Strümpfe 1 Posten, teils mit Mako, teils mit Flor verstärkt, Strapazierqualität, in modernen Farben......... Modehaus Salomon - Schulstraße 4 Werbedamen Mann Kopfwäschen mit Ondulieren 1.80 Mk. Abonnementökarten für Ondulieren und Frisieren 10 Nummern 6.00 Mk. Anständige, saubere Bedienung. 3064D ich eine | Empfehlungen | Auto- Nseb llllllllllilllllllllllllllllllllllö Stellengesuche Hebbel Springmann Überzeugen Sie sich I Auch in den billigen Preislagen bringen wir gute Schuhe u. große Auswahl moderne Formen Großer BelegenheitsM! Ein Posten Bamen-Loxusschuhe Reisemuster meist kleine Nummern in Lack, Wildleder und Modefarben Zum Aussuchen Damen-Spangenschuhe elegante Neuheiten In Gießen: Bahnhofstraße 58 Wetzlar Fulda 23.HI.8' ,ühr Kränzchen. Mietgesuche. Für Bckannie such Schön möbl. grob, sonniges Zimmer, el.Vv zenrr. Vage, für 1. Avril z.vrm. Plockftr. 5 III. .“■ehe Beisedamen. F. Hollier, Breslau D. ION. Simmet in. 2 Belten, evtl, mit Studien bcn. z.vm. EanDgr.p6.-0i. mi.l. Lahnstraße 37 MarktstraDe 17 Bubikopf ueufchne.den Bubikovfnachfchncitcn . Dauerhafte Ondulation mit guter Schulbildung, etwas muüka» lisch sucht 102210 Musikalienbandlg. Cballier. Skrälltger, nur unbedingt zuverlässig., sauberer junger Mk. Mk. Junger Kaufmann sucht gut möbliert. Zimmer in blond —- beige rosö - grau - elfenbein - braun - Lack Braune Bamen-Sganijenschuiie anges. L.-XV.-Absatz, schöne Form . . . Zuverl.,kinderliebes Mädchen für tagsüber in kl. Haushalt sofort ob. 1. IV. gesucht. Bor- zustellen 12—2 und 5-7 Mir [02208 Goetbestr. 30 p. mit separaten« Eingang. Nähe mögl. Seltersmeg. Schr. Angeb. unter 02209 an d. Gtetz.Anz. erb. Herren-Halbschuhe schwarz Frauen-Rmdleder-Felöhalbschuhe kräftige Ware.................... [Wohnungstausch} LMlWNW. Biele eiue5-Zimm. Wobng. in schöner Lage: suche eine 6-Zimmer Wobn , am liebst. Nähe des Balmhofs. Schrtitl. Angeb. unter 02219 an o.Gien. Anz. erb. Fritz Lchilling, Frankfurter Str. W. Beschlagnahmefrete 3-Zimmer- Wohnung für sofort gesucht. Schr. Angeb. u. 02197 a.d.Gteh.Anz. erbet. 4.50 0.80 0.90 Spesen * Provision 'iterfcanfspramien (feine Anfänger), per sofort ober zum i. April 1928 aus Anwalts unb 9tomr.: Bureau. Schriftliche Angebote unt. 02192 an den Giekener Anzeige« erbeten. Ehrlicher, flotter Junge für leichte Beschäftigung gesucht. Demselben ist Gelegen- beit geboten, 'ich als Fabrradmontcur auszttbildcn. [3106V B. Goldberg, Brandgasse 3, Fahr- rad ° Gronbandlung. Junger SAhMer Leeres Zimmer an Frauod.Fräulein zu vermieten 02195 Steinstr. 52 H. Knecht, der die Landwirtschaft versteht u. mit Pferden umgehen kann, für sofort bei gutem Vobn. 3107V Wilb. Hahn II., Annerod, Tel. GtehenNr. 1167. Lehrling Sohn achtbarer Eltern, mit gutem Schulzeugnis, von hiesiger Grotznrma für Ervedttton unb Vager sofort gesucht. Selbftgefchr. Angeb. u.3106va.d.Gn.Anz. gesucht. Angebote unt. Nr. 113 an Mitteldeutsche Annoncen-Expedition, Gießen, Plockstraße 5 795 Ärheitsstisfel-Toursnstiefel ® Gute Qualitäten Anfahren nach Bad Lalzhau- fcn statt. Trenpuurr 1 Nhr mtllagS nut Klublokal Caiö Betstralt. iLü tu Pflicht jedes Mitgliedes, sich hieran zu beteiligen. Gäste herzlich wiü- kommeu. Für Diufik ist gesorgt. 31UD Der Lvortleitcr. Für denBesuch von Schreinereien und Glasereien jüngerer Reisender zusosonigemEintritt gesucht.Bedingung: Bollkommene Fachkenntnisse. Schriftl. Angeb. mit Unterlagen unter 02206 an den Metz. Anz. vom Lande sucht Stellung. Zu erfr. in der Geschäftsstelle d. Metz. Anz. 02214 1790. 1M1: Verein für Motorradsport 1926, (Sieden. Am Sonntag, 25. er., findet unser Schi« in großer Auswahl, zu billigen preisen. Acltcrer Maschinist ab 1. Avril s. eimge Monate gesucht. Maschinenschlosser bevorzugt. Zu erfragen in d. Geschst. d. Gieh. Anz. 02201 braun 16.50, 15.50 Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstr. 24 I. — Telephon 239. für erfolgreiche Verkaufsmethoden elektr. Haushaltungs-Apparate — daher gröbte, ständige Verdienstmöglichkeiten gegen ßeruft aU {ßinHaufs Pens. Brandl Sonn. möbl. Zimmer, gute Küche. Tel. 1085. Sonntag, den 25. März von 11 bis 6 Uhr geöffnet I 02194 Damen Frisier Salon E Gtehling, Gnauthstraße 34 Vierabend Onkel Franz. ßansrsGher Gesang - Verein. Morgen Freitag, Sonntag, 25. lll., nachmittags 4 Uhr Weltersburg: WMilNMll. Gebäck mitbringen. 0KM Der Vorstand. Freitag, den 23. März 1928, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 3118V 1. 1 Büfett, 1 Bücherschrank, 4 Schreibtische, 1 Tisch, 2 Stühle, 3 Sessel, 1 Standuhr, 1 Lederwalze, 1 Klavier, 1 Massage-Apparat, 3 Warenschränke, 1 Nähmaschine, 3 Fahrräder, 1 Schreibmaschine, 3 Ladentheken- 1 Registrierkasse, 4 Fleischwaagen, ca. 6‘/4 Kilo Treibgurkenkern, 2 Kastenwagen, eine Häckselmaschine, 1 Runkelmühle, zwei Pferde, 1 Mengtrog, 1 Bettstelle, 1 Kleiderschrank, 1 Aktenrollschrank, 16 Paar Herrenzugstiefel, 8 Paar Herrenschnürstiefel, 5 Schweine. II. Voraussichtlich bestimmt: 1 Fahrrad. Stadttheater Freitag, 23. März, 23. Zreitog-M.-'üorsl. von 19' 2 bis21'/. Uhr Sunt ersten Male Brand im Opernhaus Drama in 3 Akten von Georg Kaiser. Für meinen klein. Haushalt (2 Pers.) suche ich ein im Kochen und allen Hausarbeiten erfahrenes , braves Mädchen m. gut. Zeugnissen ttaiser-Magazin, o^wSeltersweg 2. H 02212 Tüchtiges Mädchen d. zu Haufe schlafen kann, für Haushalt und Geschäft gesucht. Frau 3im mer, Reuen Bäue 21, 02221] Laden. nicht unter 18 Ql, fürMilchhandwagen zum AuSfabren von Vorzugs - Flafchen- Milchfürvormittags gesucht. Geeignete Bewerber woll. ihre Angebote nebst Lohnanfvrüch. und Angabe der seitherigen Tätigkeit schriftlich unt. 3108V an d. (Siebener An- »einet richten.______ Braver, sleitz'ger Zunge zum Packen gesucht. Wo? sagt die Geschst. d. Metz. Anz. [02104 Heinrich Sack, Matttstraße 19. Reparaturen. ™°D üilllllllllll«IIIIIIIIIID Möbl. Zimmer zu vermieten [02213 Heuchelheim, F riedrichftrafre 14. .3roet schöne, leere Zimmer mit Ofen, el.L.» separater Gasleitung. beste Lage, für 1. April zu vermieten. Zu erst, in der Geschästsst. des Gieh. Anz. [02217 ■'f ' »A f. MA MW ' "ji v VS S, yj/s SSS\ I I I i I 1 1 Bohnerwachs und schiel sSr Mi sammenführer Gewiß darf gesamte Pro! versucht loori kann. Auch | samtentwicklui Dendung, lungen, die Anfänge f ^inzchielleret Das Einst Von 3m Ernst. Martig einc ®ie sich in Klasse 3a 30 bis 38 Mk.: ein Stamm von 1,05 Festmeter kam auf 49 Mk. Birkenstammholz war außerordentlich billig, je Festmeter 8 Mr. Auf die Ruhholzfubmission von rund 50 Festmeter Fichtenstammholz der beiden ersten Klassen einschließlich Fichtenderbstangen und 45 Festmeter Kieferngrubenyolz waren sieben Angebote eingegangen. Zimmermeister Heinrich Aeppelmann von Inheiden erhielt als Höchstbietender den Zuschlag zu folgenden Preisen je Festmeter: Kiefern grubenholz 24,26 Mk., Derbstangen 31,25 Mk., Fichtenstammholz Kl. 2b 41,05 M?., Klasse 2a 39,66 Mk.. Klasse 1b 36,55 Mk., Klasse la 33,06 Mk. * Bettenhausen, 21. März. Am Sonntage abend fand hier ein vom Kriegeroerein veranstalteter Lichtbilder vortrag statt. In gut besetztem Saale sprach Kamerad K. Kratz aus Freienseen über seine Erlebnisse im Kriege auf „U. 32". In dem zweieinhalbstündigen Vortrag, dem die Besucher mit Begeisterung lauschten, fehlte es weder an Ernst noch Humor. Jedermann erfreute sich an den vortrefflichen Bildern der ehemaligen stolzen Marine. Der Gesangverein brachte zwei oatcr. ländische Lieder zu Gehör, die dem Abend noch eine besondere Würze verliehen. Kreis Friedberg. z£ Bad-Rauheim, 21. März. Der heute unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Ahl g e r f e ft bei Herborn gegangen und hat sich nichts anmerken lassen. Nach einem längeren Kreuzverhör durch Vorsitzenden, Staatsanwälte und Verteidiger ist die Vernehmung des Angeklagten einstweilen beendet. Es werden daraus mehrere Zeugen vernommen: die beiden Freunde des Angeklagten, die vor der Tat mit ihm den Spaziergang gemacht hatten, und mehrere Mädchen, die mit Peter in mehr oder minder auten Beziehungen gestanden haben. Aus den Aussagen ergibt sich u. a., daß Peter st a r k hinter dem Mädchen her war. Er war Dirigent des Kirchenchors einer dort verbreiteten Sekte. Im Dorfe selbst spielte er den braven Burschen, während er es, wie einige Zeugen bekunden, auße r ha l b des Dorfes in punkto Alkohol und Mädchen um so schlim- nttr trieb. Die Mutter des Angeklagten verweigert die Aussage. Daraus wird der Vater vernommen, und hierbei kommt es zu einer großen lieber- raschung. Der Vater berichtet, daß sich ein Bruder von ihm feit 1914 im Irrenhaus befindet, und zwar in der Landeshsilanstalt in Herborn. Er habe damals bei der Einlieferung zwar angegeben, die Geisteskrankheit seines Bruders rühre von einem Unfall im Bergwerk her: das habe er aber nur getan, um zu einer Rente zu kommen. In Wirklichkeit verhalte sich die Sache so, daß seine Mutter ihm schon früher gesagt habe, daß man von Jugend auf seinen Bruder für nicht normal gehalten habe. Bei seinem Bruder hätten sich in dem Alter, in dem sich der Angeklagte heute befindet, die gleichen Iähzornanfälle und Gewalttätigkeiten gezeiat, von denen eben verschiedene Zeugen bezüglich des Peter berichtet haben. Diese Angaben des Zeugen sind für Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidiger, neu. Der zufällig anwesende Direktor der Herborner Anstalt erklärt, daß die Geisteskrankheit nicht auf einen Unfall zurückzuführen sei, daß es sich vielmehr um eine erbliche Belastung in der Familie handle. Der Verteidiger erklärt darauf, er könne die Verantwortung nicht übernehmen, daß weiter verhandelt werde, ohne daß der Angeklagte in einer Anstalt auf seinen ©elftes- zustand untersucht worden sei. Diesem An- trag schließt sich der Direktor der Herborner Anstalt an. Das Gericht beschließt darauf, den P r o - zeß auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Der Angeklagte soll in einer Anstalt auf seinen Geisteszustand beobachtet werden. Peter selbst wehrt sich gegen diese Vertagung. Er will nichts davon wissen, daß er geisteskrank fein soll. stattgehabten Stadtverordneten Versammlung lag ein Defchlutz des Dauaus- schusses vor, der den Stadtverordneten empfahl, vorlagsweise einen Kredit bis zu 2 0 0 0 0 0 Utl. zur Verfügung zu stellen, aus dem für 20 im Jahre 1928 zu erstellende Wohnungen Dau- beihilfedarlehen unter den gleichen Bedingungen wie im Vorjahre zu gewähren sind. Die Versammlung stimmte dem zu. weil Gesuche von Baulustigen auf Gewährung von ordentlichen und außerordentlichen Baudarlehen schon in großer Zahl vorliegen und nzan es für ratsam hält, zeitig mit dem Bauen zu beginnen, auch wenn die Höhe der aus der Sondergebäude-- steuer vom Staat zu erwartenden Mittel im Augenblick noch nicht bekannt ist. Aus der Versammlung wurde im Zusammenhang damit Kritik an den hohen Preisen geübt, die der Staat hier für sein Baugelände fordert. Auch wurde gewünscht, daß bei Gewährung der Darlehen in erster Linie die kriegsbrschädigten Gesuchsteller zu berücksichtigen seien. Eine längere Aussprache entspann sich über den Punkt der Tagesordnung, der die äleberleitung der städtischen Besoldungs- gruppen behandelte. Hierzu lag ein Antrag der Verwaltung vor, der auf Grund der zwischen dem Hessischen Städtetag und der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamkn getroffenen Vereinbarung die Ueberleitung der städtischen Beamten und Angestellten in die neuen Besoldungsgruppen vorschlägt, und zwar derart, daß dem Reichsbesoldungsgesetz entsprochen wird. Die Versammlung stimmte zu und wü-rschte darüber hinaus auf Antrag auch eine Angleichung an die zu erwartende hessische Besoldungsregelung. falls diese eine Besserstellung der hessischen Staatsbeamten gegenüber den Reichsbeamten bringen sollte. Für Herstellung einer Straße wurden 14 500 Mk. bewilligt. Vor Jahresfrist hat die Ort^franfcnfaffe des B u chdruckergewerbes (Berlin) in der Küchlerstrahe ein Anwesen erworben und daselbst ein Erholungsheim eingerichtet. Die Krankenkasse beabsichtigt, auf ihrem Grundstück noch einen Reubau zu errichten, benötigt dazu aber Befreiung von Vorschriften der Ortsbausatzung. Die Verfannnlung sprach sich nach längerer Aussprache für die Befreiung aus. Zu Beginn der Sitzung verlas Bürgermeister Dr. Ahl ein Einladungsschreiben der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz für deren 40jährigeS Jubiläum im April dieses Jahres. Krr'I Büdingen. )( Büdingen, 21. Marz. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz von Dekan Schäfer eine Konferenz der evangelischen Geistlichen unseres Dekanates statt, der auch der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner beiwohnte. Rach Schriftlesung und Gebet durch Pfarrer Bär (Lindheim) widmete der Vorsitzende dem aus dem Dekanat fcheiden- den Pfarrer Kahn (Ortenberg) herzliche Dankesund Abschiedsworte. Pfarrer Türk (Rohrbach) wurde an Stelle des Scheidenden zum Vertrauensmann für Aeußere Mission. Pfarrer tie. W i ß m a n n (Wenings) zum Vertrauensmann für den Pressedienst ernannt Pfarrer Bär (Lind- Heim) hielt hieraus einen Vortrag über .Die Führung der Ortschroniken". Die Frage der Familienregister wurde eingehend besprochen. Der neue Direktor des Hessischen Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht (Darmstadt) sprach sodann über das zeitgemäße Thema „Gegenwartsaufgaben der Inneren Mission in Hessen". Nach einer Mittagspause schloß sich dann eine Ausschußsihung des Evang. Kreiswohlfahrtsdienstes an, der ebenfalls Oberkirchenrat W a g - n e r, Direktor Röhricht und Regierungsrat Dr. Lotz als Vertreter des Kreisiugendamts beiwohnten. Der durch den Geschäftsführer vor- getracene Jahres- und Kassenbericht fanb eine eingehende Besprechung, die geleistete Arbeit einmütige Billigung. Die provisorische Leitung des Evang. Kreiswohlsahrtsdiensies übernahm für den bisherigen Geschäftsführer. Pfarrer Kahn (Ortenberg), in dankenswerter Weise Pfarrer Werner (Usenborn). Eine endgültige Besetzung der ehrenamtlich geleiteten Stelle soll erst im Laufe des Jahres erfolgen. △ Ridda, 20. März. Die hiesige Ortsgruppe der Liga zum Schutze der deutschen Kultur im Auslande hatte gestern abend zu einer großen Filmvorführung im Gambrinussaale eingeladen und als Redner Ingenieur A. Ertel aus Gießen gewöhnen, der die einzelnen Vor- fü&rungen erläuterte. Eine Reise auf dem Luxusdampfer „Kolumbus" führte die zahlreichen Besucher von Bremen nach Reuyork. Der zweite Film zeigte „Im Postkraftwagen durch Deutschlands und Oesterreichs Alpenwelt" die schönsten Touren in diesem Gebirgsabschnitt. Der letzte Film „Sonne ist Leben" ließ den Zuschauer die gewaltige Energie der Sonne erkennen, die alles Leben auf der Erde weckt und für seine Erhaltung unentbehrlich ist. Dem Redner wurde großer Beifall gespendet Heute hatten die Schulkinder des Bezirks Ridda einige Stunden anschaulicher Belehrung durch das Kino des Kreislehrervereins Büdingen, das „Die Großdeutsche Volkstagung in Goslar 1927“ und dabei die verschiedenen zahlreichen Stämme der 37 Millionen Ausland- deutschen, ihre Trachten, Tänze usw. zeigte. # Unter-Widdersheim, 21. März. Bei der in diesen Tagen abgehaltenen Grundstück- Versteigerung wurden geringe Preise erzielt Allerdings waren die Verlaufsbedingungen besonders ftreng. Reben der Tragung sämtlicher Unkosten mußte die Hälfte der Kaufsumme sofort bezahlt werden, ein Viertel am 1. Juli und der Rest an Martini 1928. Ein Grundstück von 3000 Meter kam auf 1200 Mk, ein gleichgroßer Acker mit etwas geringerem Boden auf nur 700 Mt Kreis Schotten. § Laub ach, 21. März. Die ErnteauS- t e n werden durch das fortgesetzt trockene 1 Wetter sehr trübe. Die Winterfrucht ist für einen Stil diese Jüngsten schreiben, und was sie vorzubringen wissen. (Natürlich ist jede derartige Auswahl subjektiv. Auch wenn drei Herausgeber daran arbeiten. Sehr fraglich, ob drei anbere die gleichen Stücke herausgehoben hätten: noch fraglicher, ob sie es nicht überhaupt unterwegs aufgegeben hätten und im Papierchimborasso elendiglich steckengeblieben wären. Es tommt auch gar nicht so sehr auf die Auswahl im einzelnen an. wenn ]ie nicht von vornherein schlecht und kritiklos ist. Es kommt darauf an, daß überhaupt etwas geschieht Wir müssen abermals auf die grundsätzlichen Darlegungen Stefan Zweigs im Vorwort zur Anthologie jüngster Lyrik verweisen (Familienblatt Rr. 70. 1927): wenn unter den Dreizehn dieser Sammlung nur einer ist, dem geholfen wird, und der verdient, daß ihm geholfen wird, barm hat das ganze Unternehmen die Mühe reichlich gelohnt. Wenn wir diejenigen namhaft machen sollen, deren Erzählungen uns am eindringlichsten berührt haben, deren Prosa nach Gehalt und Form uns am reifsten zu sein scheint, so wären es nach sorgsamer Prüfung diese vier: Joachim Maaß, Manfred Hausmann, Werner Türk und W. E. S ü s k i n d. Maaß rundet mit Phan- tafie und stilistischer Vornehmheit eine feine, in sich ruhende Erzählung um die „inconnue de la Seine“. Hausmann ist unfern Lesern nicht mehr fremd. Von ihm findet man eine Land- streicher-Rovelle. ein Kapitel aus dem merkwürdigen neuen Buche „Lampioon", auf das wir noch ausführlicher eingehen werden: seine Geschichte ist überzeugend, oft hinreißend um der Abgründigkeit des Erlebnisses, der Wildheit und Wucht des Bekenntnisses und um ihrer unbedingten und rücksichtslosen Sprache willen. Türk, mit seinen ..Kellernächten", schildert schonungslos und mit einer erstaunlichen Sicherheit des Zu- grifss ein Stuck unterirdisches Berlin, ein kleines Proletarierschicksal, und man konnte an einen Rückfall in den Raturalismus glauben, wenn nicht der konzentrierte Geaenwarlsstil neuer Sachlichkeit überall zu empfinden wäre. Endlich Süs- kind. der aus der lyrischen Anthologie schon bekannt ist, mit einer kurzen, ungemein gedrängt und eindringlich erzählten Rovelle vorn Leben und Sterben des amerikanischen Filmlieblings Dalentino. Das sind diese vier: weniger überzeugt hat uns Georg von der Dring, dessen „Soldat Suhren" so außerordentlich gelobt wird. Die hier zu lesende Erzählung „Die Furt", eine Freikorps- episode von 1809, ist stilistisch etwas spröde und im Gegenständlichen zu verschwommen und breit. Von den übrigen wären Claire Goll, die ja allerdings nicht zur jüngsten Generation zählt, mit einer zarten und nachdenklichen Tiergeschichte, und Manfred Stur mann („Abschied von Europa") zu nennen. Daneben finden sich auch ein paar recht schwache, ganz unfertige Proben in dieser Sammlung (Hans Lorbeer. Hilde Böhm, Georg D o b ö), und es ist zu erwägen, ob sich unter den Hunderten von Manuskripten, die verworfen wurden, nichts Besseres dafür hätte eintauschen lassen. Sache der Herausgeber! And im Grunde unwichtig neben der Tatsache, daß doch aus dieser Anthologie heraus nun eine kleine Gruppe von Ramen zu nennen ist, deren jeder eine Hoffnung bedeutet, lind wenn es statt der vier oder fünf oder sechs nur ein einziger wäre von vierzehnhundert, so genügte das schon, um dieses Buch zu rechtfertigen: man muß wünschen, daß das Beispiel, we ches hier und anderweit mutig gegeben wurde, begriffen, auf genommen und wiederholt werde. Es hat sich bis jetzt noch immer gelohnt. —y— Hochschulnacknchten. Der durch die Emeritierung des Geh. Regierungsrates M. Friedwagner an der Universität Frankfurt a. M. erledigte Lehrstuhl der romanischen Philologie ist dem ordentlichen Professor Geh. Rat Dr. Karl Boßler in München angeboten worden. — Der Ordinarius Dr. jur. Fritz Pringsheim in Göttingen hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Zivilprozeß- recht und deutschen bürgerlichen Rechts an der Universität Frankfurt als Rachfolger Prof. Max Pagenstechers erhalten. — Zum Rachfolger des Geh. Rats Eugen Korschelt auf dem Lehrstuhl der Zoologie an der Universität Marburg ist Prof. Dr. Friedrich Alverdes in Halle a. d. Saale ausersehen. — Der durch die Emeritierung des Geh. Rats Otto Iaekel an der Universität Greifswald erledigte Lehrstuhl der Geologie und Paläontologie ist dem a. o. Prof. Dr. Johannes Weigelt in Halle a. d. S angeboten worden. — Zur Wiederbesetzung des Ordinariats der Physiologie an der Universität Greifswald (an Stelle von Prof. A Kohl- rausch) ist ein Ruf an den a. o. Professor Dr. med. et phil. Wilhelm Steinhaufen in Frankfurt ergangen. — Der Münchener Staats» und Kirchenrechtslehrer Prof. Dr. Karl Rothenbücher hat den Ruf an die Universität Bonn abgelehnt. — Zum Rachfolger des emerit. Professors M. Brendel auf dem Lehrstuhl der Astronomie der Universität Frankfurt a. M. ist der a. o. Professor Dr. Karl Wilhelm Meißner ebenda ausersehen. — Der durch die Uebersiedlung des Prof. G. Hertz nach Berlin an der Universität Halle erledigte Lehrstuhl der Physik ist dem a. o. Professor Dr. Gerhard Hoffmann in Königsberg i. Pr. angeboten worden. — Zur Wiederbesetzung von Lehrstühlen an der Universität Leipzig sind Berufungen ergangen an Professor Dr. Wilhelm Dlaschke in Hamburg (Mathematik), Dr. Gerhart Rodenwald t, Generalsekretär des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches und Honorarprofessor an der Universität Berlin (Klassische Archäologie), Prof. Dr. Hermann Scheumann in Berlin (Mineralogie und Petrographie) sowie an den Privatdozenten Lic. theol. Hans Rückert in Berlin (Kirchengeschichte). Rückert hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Kirchengeschichte an der Universität Leipzig als Nachfolger H. Boehmers angenommen und bereits seine (Ernennung zum ordentlichen Professor in Leipzig vom 1. April 1928 ab erhalten. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat den Privatdozenten für Chirurgie an der Frankfurter Universität Dr. A. W. Fischer zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt Neuroth Gießen, den 20. März 1928. 3082D 02172 Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sprechen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Familien Balser und Noll. Gießen, den 21. März 1928. Unterfertigter G C. betrauert tief das am 17. 3. zu Darmstadt erfolgte Ableben seines lieben A. H. des Provinzialdirektors Dr. Eugen Kranzbühler rez. 1889 (XX, X X X) Der G C. der Starkenburgia Ihr Bohner.* ^achs •Fä&s 'ich Siir L SSH. toingtu. Aelle?' A der Dach tzchni!?^rot >är und S *33 ft* Wibetg) y-7S WML Mfe1™ w. sich dam eint m Areislvohlschrtt. « vbemrchenrat Doo- und DemerungSk« c , ^ceichugendaM 6 vor« Kassmbencht fand eint >ie geleistete Arbeit ein- rovisorische Leitung des übernahm für iWer. Warm Rafjn Btoettet TSk'^t üne mbflüUiqt Lrletzana ?ten Stelle soll erst m [gen. B. Die hielige vrtsznch) der deutschen Kultur o i abend zu einer groß» im Eambrinussaale einer Ingenieur A. (Sttel der die einzelnen Dn> Eine Aeise auf dem 1118" sührte die zahlreich« n nach Äeuhork. Ter )m Postlrasttoagen durch terreichs Alpmvelt 6it fern Gebirgsabschnitt. Der leben“ lieb den Zuschauer der Sonnt erkennen, die rde weckt und für seine h ist. Dem Redner all gesendet 5>eute llnder de- Dezirtt m anschaulicher Deich - des KreiSlehrervereins Arobdeutsche Dolkstagung . dabei die verschiedenen 137 Millionen Ausland- Ti. Tänze ufB>. * rrsheim.rl.M^Dd gehaltMN Gründ stuck- irden geringe Pmle er- i die Derlaufsbedingungen m der Tragung sämtlicher ein Riertel am 1. Ali tini 1923. Sin Grundstück iuf 1200 M. em i geringerem Dvden -chottea. m» i Otto ^Astuhl der UniverlA rosellor Dr. ^rch MW \ Wißt Pr. * an 7, jlalbei ifÄ ^Scnera''^ Aeiche« 1‘. DeuE. Jer' tutS & univerl'^aim an drr "s l)E un6 ologiest [je *** »L-l 2$: 10 Rosen 4 Mark! 3® Ihr 3 art en gewinnt durch Anpflanzung unserer Boien. Wir liefern nur kräftige Pflanzen Bnsohrosen: 10 Stück in 10 Sorten RM. 4.— 25 Stuck in 10 Son. RM. 9.-. 25 St. in 25 Sort RM. 10.— Kletterrosen in verschiedenen Sorten: 1 Stück RM. 0.GO, 10 Stück RM. 5.40 Hoehstammrosen i.v.S.,75-100cm Kronenhöhel St. RM 1.75 10 St. RM. IG.—, 100 140cm 1 St. RM 2 —, 10 St. RM. 18.- Tranerrosen 160-200ein: 1 Stück RM. 4 —, 10 St. RM. 36.— Balkon- und Topfrosen: 1 St. RM. 0.60. 10 St RM. 5.40 Jede Pfianze wird pflanzfertig mit Namen- und Farben- bexeichnuuu geliefert. Versand nur gegen Nachnahme. Garantie für gute Ankuntt. Beste Pflanzzelt? Je früher, desto besser! Illustrierter Banptkatalog über Rosen, Obst- bänme, Johannisbeeren nsw. mit Knlturanwelsnngen gratis. F. Paulsen, O. m. b. IL, Baumschulen Elmshorn, Königstrabe 440. 30ööd 3000 R. vom Selbiigeber gesucht auf sicheres Objekt. Schr. Ana. u. 02202 an den Gteß. SlnA. Muffeln in prima Qualität empfiehlt billigst W.Kankel, Neuen Baue I. Teleph. 612. 4öd dem Redner »Du lügstl" zurief. wurde « 3115D ab 3117V Neue Kurse Herborn Giefcen BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER beginnen am 16. April! Vogtsche Handelsschulen der ver- wei- for- ZleWvkMlli. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii rannte gegen den Meßwagen und wurde be> schädigt. Sohlleder Gummiabsätze Schuhputz Einlegesohlen empfiehlt Köhler Neustadt 79 am Osroolbs- garten. I0675D Freibank. Freitag, den 23. Mär», von 8 Ubx Verlangen Sie au&lührlldie Druckschrift O 44 von der Schulleitung Oleh en, Ooethestrahe 33 2808a Polizei im Frankfurter Gtadtparlament. Lärmszenen. - Kommunistischer AnSzug WSR. Frankfurt a. M., 21. März. Heute kam es in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung zu erregten Lärmszenen. Schon gleich zu Beginn der Sitzung verwahrte sich der nationalsozialistische Stadtverordnete Sprenger gegen die Bemerkung einer Frankfurter Zeitung, das; er Beleidigungen gegen die Verfassung ausgesprochen habe. Seine Fraktion beantragte dann die Auflösung der Versammlung und Ausschreibung von Neuwahlen. Unter Lachen und Gejohle wurde dieser Antrag abgelehnt. Kaum war man in die sachliche Beratung eingetreten, als es bei der Gtatsposition ,Städtische Reklame- stelle" erneut zu allgemeiner Unruhe kam. Während einer Rede des sozialdemokratischen Stadtverordneten Kirchner störte der Kommunist Lang dauernd durch Zwischenrufe. Als er dann AsäowB Asthma-Räucherpulver Bei Beklemmung, Verschleimung, asthmatischen Beschwerden kann eine Räucherung mit Astmol-Räucherpulver Linderung bringen, der Krampf kann oft gelindert, der Schleim gelöst werden, sodaU die Nachtruhe nicht gestört wird. Sehr bequem und angenehm im Gebrauch. Schachtel M. 2.50 in den Apotheken. GALENUS Chem. Industrie, Frankfurt.M Lang jedoch n i cht nach, so die Sitzung unterbrochen und Aeltestenausschuh, in dem auch Lang treten ist, einberufen werden muhte. Lang Drucksachen aller Art jtoltung1 Ittlreln und^preirweri die vrühi'sche Univerfitätr-Vrvckerei, H. Lange, Sieben, Schuistt. Z. ho t 10? durch »«brauch DOtxrmcytr e ,me6i$lnol-1)** " U VKlfK b Jahrzehnten, wo er in diesem Städtchen wohnt, noch nicht beobachtet hat. Wenn nicht bald Aegen kommt, wird es mit der Landwirtschaft schlimm aussehen. - Die hiesige städtische Ziegelei, die, wie wir seinerzeit meldeten, am 1. Mai 1927 von der gräflichen Verwaltung auf 25 Jahre gepachtet wurde, hat sich sehr gedeihlich entwickelt. Anher dem neuen Ringofen ist auch eine Trocknerei neuester Bauart eingerichtet, die sich vorzüglich bewährt. Auster Backsteinen werden jetzt auch Falzziegel. Biberschwänze, Drä- nage-Röhren angefertigt. Die Fabrik hat jetzt 25 Arbeiter; es wurde den ganzen Winter durchgearbeitet. — Besondere Erwähnung verdient der Vogelsberger Heimatfilm, den Kreisschulrat Lorentz (Lauterbach) am letzten SamSlag aus besonderen Wunsch im Gasthof „Zur Traube" vorführte. Alle Bilder gefielen sehr. Besonderen Beifall fanden das Hungener Schäserfest, die Vogelsberger Köhlerei, der Schmeerschorsch. das Schützer Trachtenfest, das Schlitzerländer Hochzeitsfest und der Wintersport am Hoherodskopf. — Der Schnepfen st rich ist in diesem Jahre sehr spät aufgegangen und sehr schlecht. Kreis Alsfeld. >4 AlSfeld, 21. März. Aus der Stadt- vorstandssitzung. Als erster Punkt der am Dienstag stattgehabten Sitzung stand zur Verhandlung die Festsetzung des Wasser- geldes für das Aechnun >iahr 1928. Es wurde beschlossen, den seitherigen 50prvzenti- gen Zuschlag zu dem Wassergeld auch wieder für das Aj. 1928 zur Erhebung zu bringen, in derselben Weise wie im Jahre 1927. Don sozialdemokratischer Seite wurde angeregt, dast dieser Zuschlag möglichst Dom nächsten Jahre ab unterbleiben möge. — Zwischen der Stadtverwaltung und der Eisenbahn ist schon längere Zeit wegen Abschluß eines neuen Wasserlieferungsvertrages verhandelt worden, da der alte Vertrag gekündigt wurde. Es ist nunmehr eine Einigung erzielt worden. Dementsprechend wurde der vorgelegte neue Vertragsentwurf mit der Eisenbahnverwaltung genehmigt. Der Einheitspreis beträgt darnach für das Kubikmeter Wasser 20 Pf., dazu kommt noch eine Grund- taxe und die Wassermessermiete. — Zu dem Punkte Pflasterung der Unterlasse wurde beschlossen, diese in der gleichen Weise mit Kunstpflastersteinen zu versehen, wie die Ober- gafse und Mainzer Gasse. — Verbreiterung 5er Hohl: Diese Straße, an der eine gröbere Fabrik liegt, muh infolge des zunehmenden Verkehrs verbreitert werden. 3m Hinblick darauf, dah mit der als Anlieger beteiligten Firma Sondermann u. Bücking eine Einigung über das zur Verbreiterung erforderliche Gelände nicht zu erzielen war, wurde beschlossen, dah diese Verbreiterung nur oberhalb des Geländes der Firma vorgenommen wird. Der darüber vorgelegte Voranschlag über 2300 Mk. wurde genehmigt und der erforderliche Kredit bewilligt. — 3n Ergänzung eines früher gefaßten Beschlusses wurde auf ein Gesuch mehrerer Anlieger beschlossen, die Kanalisierung des unteren $eil8 der Straße im Schnepfenhain noch tn Lang der erneuten Aufforderung, jetzt endlich den Saal zu verlassen, nicht nachkam. erschienen Rathausdiener im Sitzungssaal, um ihn mit Gewalt zu entfernen. Die Fraktionskollegen Langs stellten sich aber schützend vor ihn, so dah schließlich die Polizei z u Hilfe gerufen wurde. Daraufhin verlieh Lang unter Protest den Saal. Aach Wiedereröffnung der Sitzung gab der Vorsitzende eine ©rflärung ab. in der er das allgemeine Bedauern über den Zwischenfall ausdrückte. Ein Antrag der Kommunisten. die Sitzung nochmals auf kurze Zeit zu unterbrechen, damit ihre Fraktion zu den Vorgängen Stellung nehmen könne, wurde ab- gelehnt. Darauf verliehen d i e Kommunisten unter Protest geschlossen den Saal und zogen sich zur Beratung in das Fraktionszimmer zurück. Äach diesen Vorgängen, die fast zwei Stunden währten, konnte man endlich die Spezialberatung des Etats fortsehen. Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Will geb. Kessler im Alter von 70 Jahren sanft entschlafen iet Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Peter Will und Kinder nebst allen Angehörigen. Annerod, Großen-Buseck, Gießen, Hausen, Steinbach, Engelrod, Leihgestern, den 22. März 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 23. Marz, nachm. 3'/t Uhr, statt. Amtsgericht Wetzlar. Q Wegen Jagdvergehens, sowie unbefugten Waffenbesitzes verhandelte das Gericht gegen einen Land- und Gastwirt aus Münchholzhausen. Der Angeklagte war beschuldigt, an einem Tage im Dezember v. 3. in der Gemarkung Münchholzhausen mit einem Gewehr gewildert zu haben, wobei ihn ein Zeuge gesehen haben will. Auf die Anzeige des Augenzeugen hin erfolgte damals eine Haussuchung, die ein Gewehr zutage forderte, sonst aber ergebnislos verlief. Der Angeklagte gab den Besitz des Gewehrs, das einmal vor Jahren bei ihm stehen geblieben sei, zu, bestritt aber unberechtigt Jagd ausgeübt zu haben. Der Zeuge hingegen bekundete unter Eid, den Angeklagten beim Wildern beobachtet zu haben. Durch vier weitere Zeugen wurde dagegen dem Hauptzeugen ein ungünstiges Zeugnis ausgestellt. Das Gericht sah daher Jagdvergehen als nicht erwiesen an und erkannte insoweit auf Freisprechung. während es wegen unbefugten Waffenbesitzes auf 2 0 Mark Geldstrafe. hilfSweise vier Tage Gefängnis, sowie Auferlegung der Kosten erkannte. Gegen einen gerichtlichen Strafbefehl über 50 Mark Geldstrafe, der ihn der gemeinschaft- licken Körperverletzung beschuldigt, hatte ein junger Bursche aus Erda Einspruch erhoben Vor Gericht bestritt er, beteiligt gewesen zu sein, waS aber durch die eidlichen Zeugenaussagen widerlegt wurde. Das Gericht erkannte daher auf die gleiche Strafe von 50 Mark, Hilfsweise 10 Tage Gefängnis, und legte dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auf. daS Bauprogramm für die diesjährige Kanalisation aufzunehmen, vorausgesetzt, das; auch für diese Arbeit der beantragte Zuschuss aus den Mitteln der Wertschafsenden Erwerbslosenfürsorge der Stadt gewährt wird. — Die Lieferung sämtlicher, für das Aechnungsjcchr 1928 erforderlich werdender Rand st eine für den Straß en« bau wurde der Firma Jean Dern u. Co. in Gießen zum Preise von 4,75 Mk. für den laufenden Meter übertragen. — In nichtöffentlicher Sitzung wurde Frl. Gudrun Fuhrmann auS Ballenstedt im Harz als Gemeindehebamme angenommen. (-)• Groß- Felda, 21. März. Auf der jüngst hier stattgehabten letzten Generalversammlung des hiesigen V. H. C. -Zweigvereins eröffnete Apotheker Frey als 1. Vorsitzender die Sitzung. Rach gründlicher Aussprache waren alle Erschienenen von dem gleichen Willen beseelt, den hiesigen Zweigverein wieder neu zu beleben. Sattlermeister Dölzing wurde einstimmig als 1. Vorsitzender gewählt. Weiter wurden in den Vorstand gewählt: Dr. Kömpf (Kestrich), 2. Vorsitzender, Rendant Lang (Groß-Felda), Rechner, Lehrer Peppler (Zeilbach), Markie- rungswart, Lehrer Roth (Kestrich), Schriftführer und 1. Wandcrwart. Hm den geselligen Verkehr zu heben, wurde beschlossen, Familienzu^amrnen- künfte innerhalb des Vereins zu veranstalten. y. Kirtorf, 21. März. Bei der hiesigen Hvlzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Kirtorf wurden sehr hohe Preise, wie diese bei den in der Hmgegenb stattgehabten Versteigerungen nicht vorkamön, bezahlt. Wohl dürften die günstigen Zahlungsbedingungen (zinslos, die Hälfte bis 1. Juli, die andere Hälfte cm Martini d. I.) mit eine Hauptursache der hohen Preise gewesen fein. Zum Brennholz waren nur Kirtorfer Ortsbürger, zum Ruhholz auch andere Steigerer zugelassen. ES kosteten je vier Raummeter: Buchenscheitholz 1. Klasse 54 bis 60 Mk., 2. Klasse 4 bis 5 Mk. weniger; Birlenscheitholz 40 bis 45 Mk.; Kiefernscheitholz 24 biS 30 Mk.; Fichtenscheitholz 22 bis 30 Mk.; Buchenknüppel kamen auf 40 bis 46 Mk.; Birkenknüppel 32 bis 40 Mk.; Eichcnknüppel 36 M?.; Kie^ernknüppel 20 bis 22 Mk.; Fichtenknüppel 18 bis 20 Mk.; Buchenstöcke 26 bis 32 Mk.; Eichenstöcke 20 Mk.; Kiefernstöcke 15 bis 20 Mk.; Fichtenstöcke 7,50 bis 8,50 Mk. Die Duchenstammreiser kosteten 2,50 bis 3.50 Mk.; Buchen ast reifer 2 Mk.; Eichen- reiser 1 Mk.; Birkenreiser (Besenreisig) 1 Mt für den Raummeter durchschnittlich. Das Ruhholz (Kiefern) kostete pro Festmeter etwa 50 Mk.; Derbstangen pro Stück 1,50 bis 3 Mk. und 30 Bohnenstangen 2,50 bis 3 Mk. Der Gesamtbetrag betrug etwa 11 000 Mk. Rheinhessen. WSR. Mainz, 21. März. Auf eigenartige Weise entstand vergangene Rächt zwischen 2 und 3 Uhr ein Autounfa11 in der Rheinpromenade. Auf einem mit mehreren Personen besetzten Auto lag quer ein Fahrrad, das einen dort stehenden Meßwagen streifte und einem im Wagen sitzenden Elektrotechniker aus Mainz-Kastel gegen den Kopf schlug, dah er einen Schädelbruch erlitt 3m Städti- chen Krankenhaus wurde festgestellt, daß Lebensgefahr für ihn besteht Ein weiterer Insasse erlitt eine leichtere Kopfverletzung. Das Auto Die beiden Forstämter zu G ü ibcrg verkaufen auf schriftlichem Wege an den Meistbietenden am 2. April 1928, vormittags 10 Uhr, auf ihren Geschäfts- zimmern: 1660 fm Fichtenlangholz, 200 fm Kiefernlangholz, 71 rm Fichtcnpapicrholz, 33 rm Kiefern-Kistenholz, 100 fm Eichenstammholz und 13 rm Haiubuchea-Röller- Holz in zusammen 15 Losen. Loseinteilung (keine Nummerlisten) auf Anfordern kostenlos. Gebote, nach vorheriger Besichtigung der Schläge, bis längstens 31. März an das Forstamt Grünberg bzw. Forstamt Nieder-Ohmen zu Grünberg. 31220 I. A.: Hessisches Forstamt «rünbcrg. Donnerstag, den 29. d. M., von vormittags 9 Uhr ab, im Saale auf dem Schiffenberg aus den Forstorten Hafen- lopf, Tempel, Dörnergrund, Schiffenberg, Beunde, Sommerberg, Buchenberg der Försterei Baumgarten, Töpferkaute, Altgehegt, Rabenpfuhl, Rehhecke, der För- sterei Leihgestern, Fuchsbau, Hexenbusch der Försterei Grotzen-Lindcn. Langholz N Eiche 1—5. Kl. 123 Stück = 54,11 fm. Abschnitte N Buche: 3. und 4. Kl. 10 Stück = 7.33 fm. Langholz N Esche 1., 2. und 4. Kl. 16 St -= 4,60 fm. Langholz A Kiefer 3a- bis 4a-Kl. 6 St = 7,31 fm. Langholz N Kiefer la- bis 3d-Kl. 60 St. = 31,61 fm. Langholz F Kiefer Id- u. 2a-Kl. 2 St. = 0,76 fm. Abschnitte A Kiefer 3a- bis 4d-Kl. 89 Stück = 71,95 fm. Abschnitte N Kiefer 2a- bis 5a-ftL 102 St. = 81,45 fm. Langholz N Fichte la- bis 3a-Kl. 653 St. --- 188, 69 fm. Abschnitte dl Fichte 2b-ftl. 1 St. = 0,38fm; Dcrbpangen: Esche 1. und 3. Kl. 7 Stück = 0,54 fm, Fichte 1.—3. Kl. 137 Stück = 10,62 fm; Rutzschciter rm: Kiefer 1. Kl. 2 (1,25 m lang), 2. Kl. 27 (3 m lang), Fichte 2. Kl. 1, 2 (3 m lang), Rntzknüppel rm: Eiche 2 (2,60 m lang); Nutzrcisig rm: Esche 14, Fichte 3, 1. 3124D Die Nummern des zu verkaufenden Stammholzes find blau unterstrichen. Nummerauszüge deS Langholzes und der Abschnitte können zum Preise von 1 RM. daS Stück von Samstag, dem 24. d. Mts., ab von unterzeichneter Stelle, Goethe- strahe 42 (Fernruf 2578), bezogen werden. Vorherige Besichtigung deS Holzes wird empfohlen. »ießeu, den 21. März 1928. Heff. Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. gettc sich bann, die vom Aeltestenausschuh mulierte Erklärung abzugeben, vielmehr gab er von sich aus die Erklärung ab, daß er nich- die Absicht gehabt habe, den Redner zu beleidigen. Daraufhin verfügte der Vorsitzende den Ausschluß von drei weiteren Sitzungen. Als amci Le >*: V ■ / ■' butter fein 1/2 Pfd. kostet 50 Pfg.. ecspai+Dirmehtv als n?ßs sie kostet Und nicht nur das: AlknSpeisen Verleiht sie den Nahrmert und den BMilgesdimadt bester THolkeräbuiter \rfn- HGeiünpf^ ordentlichen billigen Preisen 3093a Wir bieten Ihnen außer unseren regulären Standard-Qualitäten einige Sonder-Angebote von besonders guten Strümpfen zu außer- ferse Paar 2.10 verstärkter Sohle Paar Damenstrümpfe Mako in allen Farben Damenstrümpfe Waschseide, schwarz u. farbig m. 4facher Damenstrümpfe Prima Mako mit Doppelsohle und Hoch- Damenstrümpfe Künstl. Waschseide in allen Modefarben Paar 1.75, 1 45 Paar' Pf'. 95 Paar 2.25 webe Paar seide und farbig Paar Damenstrümpfe Seidenflor, extra starke Qualität, schwarz Damenstrümpfe Prima Waschseide, trägt sich wie Natur- Damenstrümpfe Seidenflor, hellfarbig, schönes klares Ge- Damenstrümpfe Die sehr beliebte Dollar-Marke ........ Paar Iland de minderter la Haarwaschen, Frisieren, Ondulieren, Zöpfe, Parfüms, Toiletten- und Seschentartikel billigst bei [02205 SMMMIMMN >'«ni U z°si°i.8 i'i!"1*« &J»« fetfit SäS' & sL erilvler mögen f. Landwirte «eign., m. Kasten u. Leitern zu verr. Oss.u.Nr.172 a. HUtleld. Aan.-Exp., Gteben, Ptockstr. 5. Zwei Einspänner- Mennwn zu verkaufen. 021W Sodiitvlldsrg. Vsg 8?. Mubsofa beste Ausführung, noch neu. Umstände halber preiswert zu verk. Anzuseh. zw. 11 u. 4 Uhr ob. abends. Wo, sagt d. Geschäftsstelle d. G. Anz. 02203 Äerkaufe: Bih, neues natur OeiloerfaQren 2 Werke, neuwertig. Wo sagt d. Geschäfts- stelle d. G. Anz. Gut erhaltener KWer-Klappwap zu verkaufen. 02224 Gr. Steinweg 10 I. Nimm doch auch Zum 2557a I — — liefern wir Ihnen A Ä RA M Modehaus Neuen Anzug 10.50. s±.™n. Wr SH s» 8ä; inW ,Volle, Kaliee Untersucht Jerringe bruat an M S infolgedessen, überschätz v trägt 308 Januaru durchschnitt gang der 3 weniger als Einfuhr' ren. andere' Erhöhuni waren allein ist. Ser Süd sich im nach dieser Selle wird. Sujfal. 33,7 Will 1 Rohstoffe entfällt. Unt( Rohstofseinfu eine nicht ! unmiitelbare junlturlage Rekordrohstv lrirgszeit, m LrMilanz ist dies auch an Sttiigto' TeMerzeug Fertigware, Q'orhergnm hin eine 3 Monaten so für. baß i auch nicht e Dampfun Handelsbilar Denn es me abflauen zelnen 3ni der Cisener Alles in । des SmDi durch die toarenaut ausgeglif nicht anders sich in den wird, so dal tiv günst des deutsch, der Passiw laijd bedroi liche Lende möglich ist, 2ndustriezw auf den die Mittel Verpflichtung hmauS noch weitem Fell die Frage, tung echer ^ertigwarer dieser Ansa bisher nach bilanz nicht 3ach der Wegen Gerhard Klamp Witwe 46 Seltersweg 46 3120c an die Cubana, Zigarren - Vertriebs - Gesellschaft Frankfurt a. M. gewähre ich auf meine sämtlichen Zigarren in der Preislage von 10 bis 30 Pfennig 30% Rabatt auch im Einzelverkauf Versäumen Sie nicht diese günstige Gelegenheit! Damenhandschuhe 445 Fantasie mit gestickter Stulpe .......... ° Paar 2 25, 1.85, 1.65 8 Herrensocken gJF Fantasie, Baumwolle mit Flor........... Paar 1.10 Damenhandschuhe Glacä mit aparter gestickter Stulpe .... bh Paar 6 95, 6.50 ** Herrensocken Fantasie, Mako mit Kunstseide ......... Paar Herrensocken Prima Flor mit Kunstseide, neue Dessins Paar 2.75, 2.45 Damenhandschuhe Glacä in allen Modefarben............. Paar 6.50, 5 25 Das große Haus der guten Qualitätswaren Gießen Seltersweg 28 vormals Fritz Nowack 02200 02228 Kräftiger Bub angekommen! Gießen, den 19. März 1928 02196 I. Süddeutsche 3092« Telephon 3889 | Verkäufe [ Uhren, Wecker en ßros. P.Holtter, Breslau v. Gastwirtsmesse in Darmst adt Vom 5.—10. Mai 1928 in der neuen Städtischen Festhalle Veranstaltet von der Gastwirte-Innung Hessen (Rhein- Main - Gastwirte - Verband) zum 45. Verband s tag. Grobe gastronomische Schau Für Aussteller höchste Auszeichnungen von Staat und Stadt. / Ausstellungs-Anmeldungen nur noch bis 15. April an Geschäftsstelle Darmstadt, Alexanderstr.12. Gießen, den 19. März 1928 Gelterstoeg 63, z.Zt. Katholisches Schwesternhaus Karl Meier und Frau Tilli geb. Krafthöfer BMleripperite to Zehlnng genommen. P«» Pott kart« toiMMH OiUMotuiUd Br. 8 Z Hnlrato-Wcrk. Rollncea. grnfl Rüdiger Dte glückliche Geburt unseres zweiten Zungen zeigen wir hocherfreut an Hans Roth und Frau Liefet geb. Kraushaar Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesene Aufmerksamkeit danken wir herzlichst! Wilhelm Mahnke und Frau Pauline geb. Fiedler Gießen, den 22. März 1928 Steck-Iwiebeln Knollenbegonic« Lamenbandlg. Scheel, Mäusbura 17. Annerod SmlelWWrn uns AvsslöglM empfehle ich in altbekannter Gllle meinen prima Apfelwein sowie den echten 8 and fäic mit Butter, ferner meine la Hausmacher-Wurst. ülDMea mit Sront zu leoec logeszeit! Im Ausschank das beliebte Ervortbtcr auß dem Giehener Brauhaus. Vereine können Zimmer auf oorherige Bestellung erhalten. Angenehmer Aufenthalt auch im Garten. SOM WW VöMkk Televbou 1784 0?1M Umtausch alter Rasierklingen V oder eiter Appante Alle 8,*Ume werden awecke Werboog Ja weiterer Handetr beim Senke der neuen hoblgeechllffenee Jr Mulcnto-Dlamon. Dane rill Ingen, welrbe riete Jahre ohne Behlelfen brauchbar bleiben and den etlrkatn ▼ Bert von Grand auf anerneieren od. der eenen Mnlouto- Patent- Bunter Atzend der Schul- und Zugendgruppen des V. D. A. Gießen (Verein für das Deutschtum im Ausland) Samstag, den 24. März 1928, abends 1 Uhr, und Sonntag, den 25. Marz, nachmittags 4 Uhr, pünktlich im Saale deü Cafs Leib, Walltorstraße Eintritt für (Lrwa chsene 60 Pfennig, für Schüler 30 Pfennig Jedermann ist herzlich willkommen! 3i i0D (PEST) Reßolfir: Herren- Hüte mit kleinen Schönheitsfehlern Krenzplatz6 3112a WLeVL ohne Anzahlung in 10 Monatsraten liefern Agay L Glück, Frankf. a. M. A39. Größtes Teppichversand- Haus Deutschlands. Schreiben Sie sofort.' Nr. 70 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)__Donnerstag, 22. März (928 ...... r —-j—■- M M|W-w-nTTn——————— ——M——1 Wirtschaft. Rückgang der Außenhandelspassiviiät im Februar. Wir hatten bei der Betrachtung der Zahlen der deutschen Außenhandelsbilanz für den Monat Januar, der eine Passivität in Höhe von rund einer halben Milliarde Mark gebracht hatte, auf die saisonmäßigen Einflüsse hingewiesen und dabei fest gestellt, daß das zahlenmäßig verschlechterte Januarergebnis des deutschen Außenhandels zu irgendwelchen Befürchtungen grundsätzlicher Art keinen Anlaß geben konnte. Die gesunde Tendenz, welche die Entwicklung des deutschen Außenhandels Ende des vergangenen Jahres zeigte, ist, wie das E r g e b n i s des Monats Februar zeigt, erhalten ge- blieben, da im Januar eine Erhöhung der Passivität infolge der Belastung durch die Terminabrechnungen (Wolle, Kaffee usw.) eintreten muß.e. Untersucht man im einzelnen die Ursachen der Verringerung der Passivität im Februar, so kommt man dabei zu Schlüssen, die an sich keine Aeberrafchung bilden können und infolgedessen, so erfreulich sie sind, auch nicht überschätzt werden dürfen. Die Passivität beträgt 308 Mill. Mark gegen 498 im Januar und rund 325 Mill. Mark im Monatsdurchschnitt des abgelaufenen Jahres. Der Rückgang der Belastung ist einmal auf die um nicht weniger als 133 Mill. Mark verringerte Einfuhr an Lebensmitteln zurückzuführen. andererseits auf die nicht unbeträchtliche Erhöhung der Ausfuhr, die in Fertigwaren allein um rund 60 Mill. Mark gestiegen ist. Der Rückgang der Lebensmitteleinfuhr dürfte sich im nächsten Monat fortsehen, so daß von dieser Seite eine weitere Besserung eintreten wird. Auffällig ist die wiederum, und zwar um 33,7 Mill. Mark gestiegene Einfuhr an Rohstoffen, die fast ausschließlich auf Wolle entfällt. Änterkucht man die Zusammensetzung der Rohstoffeinfuhr des weiteren, so zeigt sich hier eine nicht ganz einheitliche Entwicklung, und unmittelbare Folgerungen bezüglich der Kon- junkturlage lassen sich aus der Tatsache einer Rekordrohstvffeinfuhr, die höchste in der Rach- kriegszeit, nicht ohne weiteres ziehen. Spielt die Textilbilanz auf der Einfuhrseite eine Rolle, so ist dies auch bei der Verminderung der Importe an Fertigwaren der Fall, die ausschließlich auf Textilerzeugnisse sich erstreckt. Auch bei der Fertigwarenausfuhr stehen Textilerzeugnisse im Vordergründe. Die Textilbilanz zeigt mithin eine Besserung, die sich in den nächsten Monaten fortsetzen dürfte. Gewisse Anzeichen dafür, daß die Jnlandkonjunktur, wenn auch nicht einen Rückgang, so doch eine merkbare Dämpfung erfahren hat, sind in der Außenhandelsbilanz des Monats Februar zu finden. Denn es mehren sich die Tatsachen, die auf eine abflauende Geschäftstätigkeit in einzelnen Industriezweigen hindeuten (Rachlassen der Cisenerzeinluhr usw.). Alles in allem genommen ist die Erhöhung des Importes von Fertigwaren im Ianuar durch die Steigerung der Fertigwarenausfuhr im Februar vollkommen ausgeglichen. Cs ist eine Wendung, wie nicht anders zu erwarten war, eingetreten, die sich in den nächsten Monaten noch verstärken wird, so daß wir zu dem Ergebnis einer relativ g ü n st i g e n Beurteilung der Februarbilanz des deutschen Außenhandels kommen, wenngleich der Passivsaldo immer noch eine für Deutschland bedrohliche Höhe aufweist. Eine grundsätz- liche Aenderung zugunsten Deutschlands, die nur möglich ist, wenn es uns gelingt, in wichtigen Industriezweigen mit Erfolg die Amstellung auf den Export vorzunchmen, um dadurch die Mittel zur Abdeckung unserer hohen Zinsverpflichtungen an das Ausland und darüber hinaus noch Kapital zu gewinnen, liegt noch in weitem Felde. Wesentlich für den Augenblick ist die Frage, ob einmal ein Anfang in der Richtung einer starken Steigerung des deutschen Fertigwarcnexports gemacht werden kann. Ob dieser Anfang bereits gemacht ist, das laßt sich bisher nach den Ziffern unserer Außenhandelsbilanz nicht fcststellen. Der Arbeiisniarkt. Rach dem neuesten Reichs-Arbeitsmarkt-An- zeiger bietet die Gesamtlage in großen Zügen dasselbe Bild wie in der Vorwoche: Stillstand der Aufwärtsbewegung bei verminderter Beschästigungsmöglichkeit infolge des herrschenden Frostwetters, das teilweise die offenen Bauten sowie die in Angriff genommenen Erdarbeitrn wieder stillegte. Vereinzelt schritten auch Ziegeleien, die die Arbeit bereits wieder ausgenommen hatten, zu Stillegungen. Daneben hält eine gewisse Ansicherheit der Bc - schäftigungslage, besonders im Bergbau und im Metallgewerbe an. Der Anteil der arbeitslosen Bau ach- und Bauhilfsarbeiter an der Gesamtzahl der Arbeitsuchenden ist unvermindert groß. In der Textilindustrie ist die Beschäftigung noch immer gut, obgleich die Rei- gung zur Abschwächung — wenn auch noch in geringem Ausmaß — hier und da beuL^er zu werden scheint. Merklich gebessert hat sich die Beschäftigungsloge im Bekleidungsgewerbe. Die chemische Industrie hat weiterhin günstigen Be- schästigungsgang. In den übrigen industriellen Berufszweigen hoben sich wesentliche Veränderungen im Beschäftigungsgrad nicht ergeben. Die Landwirtschaft hatte nicht so stark unter den Einflüssen des Frostwetters zu leiden. * Reue Devisenankaufsbedingun- gen der Reichsbank. Im Devisenverlehr der Reichsbank sind folgende Aenderungen eingetreten: Beim Ankauf von Wechseln und Schecks auf das Ausland, welcl)e über Reichsmark lauten, wird von jetzt ob stets der Reichsbanl- distont gerechnet, auch wenn der ausländische Diskontsatz höher ist. Beim Ankauf von Wechseln und Schecks auf Ja, an werden bis auf weiters mindestens 28 Tage Zinsen (anstatt bisher 42 Tage) gerechnet. Der zu berechnende Zuschlag für nicht akzeptierte Wechsel, welche eine bestimmte Zeit nach Sicht zahlbar sind, wird bis auf weiteres auf 35 Tage (bisher 47 Tage) herabgesetzt. • Di e Frankfurter Inlandanleihe. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, wird vom Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. die An- nahnie des Angebots von zwei unter Führung der Seehandlung und Mendelsohn stehenden Bankenkonsortien voraussichtlich beschlossen werden. Cs sollen zunächst von den bewilligten 20 Millionen Mark 10 Millionen Mark fünfprozentige Schahscheine mit dreijähriger Laufzeit begeben werden. Diese Schatzscheine sind umtauschbar in eine siebenprozentige feste längerfristige, aber kurz kündbare Anleihe. Die Schahscheine werden mit einem zeitlich abgestuften, hohen Rückzahlungsagio von grundsätzlich 8 Prozent ausgestattet. Zu einer Beteiligung eines unter Führung der Frankfurter Bank stehenden Konsortiums, das dieserhalb heute eine Sitzung abhielt, kommt es jedoch nicht. * Die Unterbringung der Farben- Teilschuldverschreioungen. Der den Aktiv, nären in Höhe von rund 200 Millionen Mark an- gebotene Teil der 250 Millionen Mark Farben-Teil- schuldverschreibungen ist, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, glatt untergebracht worden. Auch ausländische Kreise haben sich an den Käufen beteiligt. Das Bezugsrecht muß bis zum 23. März ein- schließlich ausgeübt werden. * Franks urterBank. Wie dem WTB.-Handelsdienst bestätigt wird, erwägt die Verwaltung der Frankfurter Bank die Reduzierung der Dividende von 8 auf 7 v. H. Die Bilanzfitzung findet Ende März statt. . , „ _ * Frankfurter Hypothekenbank. In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 1927, nachdem im Vorwege neben sonstigen Rückstellungen der Pensions- anstatt 100 000 Mark überwiesen werden sollen, eine Dividende von 9 v. H. in Vorschlag zu bringen. * Frankfurter Brauhaus e. G. m. d. H., F r a n k f u r t a. M. Der gestrigen Mitglieder- Versammlung lag ein Angebot der Bank für Brau- industrie vor, die Genossenschaft käuflich zu erwerben. Das Angebot bewertete das Unternehmen abzüglich der darauf lastenden Hypotheken mit 1,2 Millionen Mark. Rach einem auf Grund des Angebots aufgestellten ßiquioationsftatus würde das für den einzelnen Anteil eine Auszahlung von 140 v. H. ergeben, worüber hinaus noch 308 800 Mark zur Verfügung der Genofsenfchast ständen. Rach stundenlanger Diskussion, in der besonders zum Ausdruck gebracht wurde, daß der genoffenschastlick)e Gedanke nicht zugunsten der Expansionspolitik der großen Konzerne geopfert werden dürfe, zumal eine Rotwendigkeit für eine Auflösung der Genossenschaft gar nicht vorliege, wurde das Angebot mit großer Mehrheit ab gelehnt. Auf Grund des vorgelegten Jahresberichtes wurde beschlossen, aus 0,26 Mill. Mk. Reingewinn 10 v. H. (i. V. 12 v. H.) Dividende zu verkeilen. Von den 688 000 Mark Außenständen der Bilanz betragen, wie erläutert wurde, 600 000 Mark Darlehen, die größtenteils I hypothekarisch gesichert jini. * Brown Boveri L Co. A-G., Mann- h e i m. Rach dem jetzt vorliegenden Bericht der Gesellschaft über das Geschäftsjahr 1927 hat dieses in allen Teilen einen befriedigrnven Verlauf genommen. Der auf den 30. März einberufenen Ge:eralversammlung wird vorgeschlagen, die von der Gesellscha t im Mai 1926 an die Altbesihgläubiger für ihre Teilschuld- verschreibuugen von 1907 bis 1914 abgegebenen GenußrechtSurlunden durch Barab ösung zu tilgen. Das Altienlapital der Gesellschaft soll außerdem um 10 Millionen Ml. erhöht werden. Aus dem Reingewinn von 1 466 542 Mk. sollen bekanntlich auf die Sta nma'tien 9 Prozent Dividende (8 Prozent) verteilt werden, während zum Vortrag auf neue Rechnung 20 555 Mk. (26 347) verbleiben. * Bayerische Motorenwerke 21.®., München. In der AufsichtsratLsihung wurde über das Ergebnis des Iahres 1927 be ich et. Rach Abschreibungen von 925 893 Mark (i. V. 516 313) verbleibt ein Reingewinn von 1 835 969 Mark (i. V. 685 748), wozu der Vortrag aus dem Vorjahre mit 75 956 Mk. kommt. Der auf den 20. April einberufenen G.-V. soll vorgeschlagen werden, nach Dotierung der ordentlichen Reserve mit 282 290 Mk. (i. D. 50 000), wodurch diese auf 1,2 Mill. Mark gebracht wird, eine Dividende von 14 Proz. (t. V. 12 Proz.) zu verteilen und 156 662 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Heber das lausende Geschäftsjahr wurde mitgeteilt, daß die Bestellungen für Flug- motore und Motorräder, insbesondere auch aus dem Auslande, durchaus befriedigend eingegangen sind. Die Motorradabteilung sei bereits für das ganze Iahr 1928 mit Aufträgen versehen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. März. Tendenz: Lebhaft. — Zum Beginn der heutigen Börse war die Stimmung allgemein feste r und zuversichtlicher, wenn auch auf den meisten Marktgebieten eine Belebung nicht eintreten konnte, da weiterhin von einer Beteiligung des Privatpublikums nicht die Rede sein kann. Die Spekulation wurde angeregt durch die Mitteilung, daß die bis jetzt angebotenen 200 Millionen Mark Farben Bonds glatt untergebracht worden sind. Ferner befriedigte es, daß am Geldmarkt infolge der umfangreichen Vorbereitungen zum Ultimo Tagesgeld noch ziemlich leicht blieb. Demgegenüber trat die Verstimmung über die immer noch unklare Lage zwischen Deutschland und Rußland und die verschiedenen Lohnbewegungen etwas in den Hintergrund. Die allgemeine Tendenz wurde jedoch vor allem günstig beeinflußt durch die außerordentlich lebhafte Rachfrage nach Farbenbonds, die mit 138 Proz. eröffneten und schließlich bis 139 bis 139,25 gesteigert waren. Bezüge 10,4 bis 10,5 Proz. verlangt. I.-G.-Farben selbst waren um 1,75 Prozent gebessert, doch nytfi der Abgang des Dezugsrechtes in Betracht gezogen werden. Bei den ersten Rotterungen überwogen die 1- bis 2prozentigen Kursvesferungen, doch war die Kursentwickelung nicht ganz einheitlich. Am Montanmarkt waren die reinen Kohlenwerte bevorzugt. Rheinbraun plus 1,5 Prozent, Riebeck plus 2 Prozent, Mannesmann, Gelsenkirchen und Buderus 1 bis 1,5 Prozent höher, während Harpener nur knapp behauptet blieben. Am Elektromarkt waren die Veränderungen nur gering, gelten plus 2 Prozent. Am Bankenmarkt gewannen Danat 2 Prozent, Reichsbank 1 5 Prozent. Von Autowerten gaien RSA. 15 Prvzenttnach. Scheideanstalt konnten 1,5 Prozent anziehen. Am heimischen Anleihemarkt waren Reubesitz leicht erhöht. Ausländische Renten still. Rur für Anatolier bestand etwas Interesse. 3m weiteren Verlaufe bröckelten die Kurse auf Realisationen etwas ab. Rur I.-G.-Farben-Bonds blieben verlangt und konnten bis zu 140 Prozent anziehen. Im Freiverkehr bestand für Glanzstoff Interesse. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6Prozent. Im Devisenverkehr konnte sich der Dollar etwas befestigen, bagegm gab das englische Pfund leicht nach. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel auf 4,1821, gegen London auf 20,413. Paris gegen London 124,02, Mailand 92'40, Madrid 29,12. London gegen Kabel 4,8815. Berlins Börse. Berlin, 22. März. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) In Rachwirkung der gebesserten Handelsbilanz und nachdem das beunruhigende Moment der Farben-Transaktion anscheinend zur Zufriedenheit der Verwaltung seine Erledigung gefunden hat, war die Stimmung des Vormitlaqsverlehrs allgemein zuversichtlicher. Spezialwerte warm besonders gefragt. Die Festigkeit des vorbörslichen Verkehrs konnte sich aber bei den ersten Rolicrungen nicht überall behaupten, da die Spekulation zu Gewinnmitnahmen neigte. Die Ansicht'n über die Bilanzziisern bei Harpe ter sind g.teilt, sie find zwar nicht so sch echt, daß die Dividendenreduzierung eine Erklärung findet, inan war aber über die Höhe des Bankgut a^ens enttäuscht. Im allgemeinen ergaben sich zu den ersten Kursen 1- bis 2proze.tige Kursgewinne. SPSzialwerte waren stärker befestigt, Glanzstoff. Be.nberg, Waldhof. Polyphon, Berger, Karlstadt usw. zogen 3 bis 7 Prozent an. Dagegen lagen Schadeaktien mit minus 7,50 Marl erheblich gedrückt. Heimische Anleihen ruhig. Ausländer überwiegend etwas fester. Anatolier bis 0.75 Prozent höher. Renten still. Pfandbriefe weiter gesucht. Am Geldmarkt war Tagesgeld unverändert 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld 7,50 bis 8,50 Prozent. Warenwechsel ca. 7 Prozent. Bei kleinem Geschäft war die Haltung im Verlau.e zunächst schwächer. Diese Kurse gaben durchweg 0,5" bis 1 Prozent nach. Später wurde es aber, von Spezialwerten ausgehend, wieder lebha ter und fester. Berger, Karlfiadt, Glanzstoff und Berliner Maschinen bevorzugt. Frantfurrcr Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 22. März. Weizen liegt bei anziehenden Preisen ruhiger, dagegen Roggen außerordentlich fest bei anziehenden Preisen. Das Geschäft in Braugerste flaut vollständig ab, da Angebot nicht mehr vorhanden ist. Hafer nach wie vor fest. Mais unverändert, für spätere Lieferung etwas leichter. Weizenmehl weiter ruhig. Roggenmehl fest und entsprechend dem Roggen im Steigen begriffen. Kleie ist nicht mehr ganz so gesucht wie in den letzten Tagen. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26,75, Roggen 27.25 bis 27,50, Sommergerste für Brauzwecke 30 bis 31,50, Hafer, inländischer 27 bis 27,50, Mais (gelb) für Futterzwecke 24,50 bis 25. Mais (gelb) für andere Zwecke 25,50 bis 26, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 bis 38,50, Roggenmehl 37,50 bis 38.50, Weizenkleie 14,60 bis 14,75, Roggenkleie 15,50 bis 16. Frankfurter Schlachwiehinarkt. Frankfurt a. M., 22. März. Auftrieb: 103 Rinder, 1291 Kälber, 413 Schafe, 417 Schweine. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 75 bis 80 Mk.", mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 74; geringe Kälber 56 bis 64. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 51 bis 56; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 45 bis 50. — Schweine: Vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 54 bis 56; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 52 bis 56; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 52 bis 54 Mk. — Marktverkauf: Kälber und Schafe anfangs lebhaft, zum Schluß abflauend, ausverkauft. Schweine mäßig rege und geräumt. Letzte Nachrichten. Zwölf Todesopfer des Lawinenunglücks geborgen. Salzburg, 22. März. (WTD. Funkspruch.) Eine alpine Gendarmerie-Abteilung ist um 5.30 Ahr früh nach Aeberwindung ungeheuerer Schwierigkeiten an der Stelle angelangt, wo gestern die dreizehn Wiener Skisahrer von einer Lawine verschüttet worden find. Eine Turnerabteilung aus Taxenbach traf ungefähr zwei Stunden spater ein. Den vereinten Temühungen ist es bis 10 Ahr gelungen, zwölf von den Verschütteten als Leichen zu bergen. Ein Demnzlückter wird noch vermißt.__________ Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloffen Jüt unverlangt eingefandte Manuskripte ohne beigefügte? Rückporto wird keine Gewähr übernommen Anzeigenaufträge sind lediglich au die Geschäfts st eile zu richten. Berlin. 2t 'Wär, Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. Devissrunarkl Berlin—Frankfurt a. 2 Telegraphisch« Auszahlung. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Retchsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinssuß 8 Prozent. frranzoniche Noten..... Holländische Waten ..... Italienische Noten...... Norwegische Noten..... Demsch-Qcsterr., a 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . - Ungarische Noten •^ricr 16,05 168,59 22,26 111,72 58 88 2,61) 112,32 80.6.'» TO.47 12,40 73,05 Heid 16,49 167.91 22 18 111.28 58,64 2,58 111,88 80,33 70.19 12,34 72 75 Franksurta-M Berlin frraithfurt a. M Berlin Schluß Kurs 1-Uhr- Kurs Schluß- fturs 1-Uhr. Kurs Sch-utz^ Kur» 'Anjang Ku» uß Kur» Kur Datum: 2t. 3. 22 3. 21. 3. 22 3. Datum: 21.3. 22. 3. 21. 3. | 22. 3. 0. 6 .....7 Bergmann • ..... .8 Elektr Lieferungen. . . lu Licht und Start ..... 10 freiten & Gnill amne • 6 Ges r glefir Untern ■ . 10 Hamb Elektr Werte - • 10 Rdcin teleto .... 8 Schlei. Elektr. ..... 10 Schulten ....... 7 Steinens 4 HalSt» .... IG Tran radio ■..••. 8 Labmever A ®o- ....... 9 Buden'S • ..... 0 Teutiche Erdöl ..... .6 Essener 2 einkohle.....8 Geilenkirchener f. 9 4 Haroenei .... 8 Hoescb Eilen.......... frlie Bergbau ....... .8 Mlöctöcrroerfe ....... 5 Köln-Neuessen .... 5'/, •J.’ annesrnano f '/, I 4 Mans ellrct 7 Ldcrichlel Eilend. Bedarl 0 Lderichtti KoiLwerke 0 Pbonu Bergbau f ’/» 9 3 R de milche Brauntodlen 10 Rdetnuaiy 0 'Jilubed Montan .... 6 Bereuttgte Stadlw- f.I 3 Ctdül Minen 1 sh Kali ÄscherS le den 10 Kali Westeregeln 10 Kaliwert Sattderirrrtb 12 3 ® frarden-Sndukrtr ic fonamtt Nobel .... 0 Scheid anstatt ...... .8 vwldlchmidt .... .5 Rutgrrvwerte ..... .0 Merallgrielli chatt ..... 10 15? 173 166.5 413 118 273.5 269,75 92.5 124 138.5 171.5 245 144.5 100,75 268.5 155 102 169 177,5 49.25 192 106. ü 99,75 152,65 173 26 214 120 273 169.5 270,5 94 124.5 133.5 171 145.25 “2 101.25 270 155 5 143 £ 251 193,5 100,5 171 152.25 173 167.5 213 118.25 272 152 75 152,75 188 25 169 5 270.5 136 - 92,25 124 140,75 133.25 171,75 138,75 244.5 116 25 139.5 145,5 114,5 99.25 94.75 100.5 269 155 149,5 102,4 14.40 169,75 1.8.75 205,25 259.25 106.5 100.25 152.75 173.5 167.5 120,5 273 5 153.25 152.75 170 271 >136.5 93.65 124.5 141.5 134 171.75 139 244.75 117.25 140 115.5 114.75 100 95 101 _ 269.75 155,5 103 43.9 170 179 - 256,25 450,25 120.75 105.75 100,75 PvNtvv Holjmann 12 Heidelberger Eement . . 8 dement Karlstadt .... 8 Eavß 4 frreitaa ■ IC SLnttdetS Payard oter. . 15 Ostwerte ... 12 Ber. Glanzstott ...... 15 Bem berg ...... 8 Betlfto i Dalddok • . - 12 Zellstoff Slchaffenbura 10 Cbarloti nburger Doffer 7 cffauer SaS . . 8 Daimler Mv'oren . .. . 0 Tenurg • • e e . 0 Adlerwerte fl eoct. . . . 0 Ludw toeire . . . . . li Tt ...... 0 frungoans ...... 6 Lechwerte ...... 8 Mainkrattwerke ...... 8 Miag ....... IC Nekar Kilmer ..... 8 $ctcr< Union ....... 8 (Seht Roeder - ..... U i'oifli & Haeffuer .... 6 8nbb Hader ......0 Bau 145 140 178 169 88 5 86 25 74 141 24.5 86 4 116.5 116 139.5 60 97 173.5 131 fnotm 140,5 265 169 88.5 - — - 59 - 146 336 270 717 517 204 119 170.4 89 51.5 85.4 238 5 91,75 131,5 208 25.5 73.5 141 84.J1 139,75 60.25 97.5 175 131 Sill Srrr.TjS 1 1$1 s 1 5 1 1 1 1 1 1 1 <0 1 1 1 1 1 Berlin. 21 Mür; | i^elD Brtei Amerikanische Noten..... belgische Roten...... Dänische Noten ...... Englische Noten . ...... UK8 58.12 llt.78 20.36 17188 58.36 112,22 20.44 Fra iKsurt a. M | Berlin Schlutz- 1-Uhr» I Sch uh ! Ansong Kurs Kurs l Kur» 1 Kur Datum 21 3. 22. 3. 21.3. 22. 3. Dt Retchsanleibe v 1927 Dt flnl tiblol Schuld mit 87.25 51.85 87,5 S2 52 Auvlol -Rechten Desgl ohne ÄuSl- l »Rechten 7»/0 frrantf Hvp.-B:. Go dvi 14,75 14,8 14,8 14.8 unkündbar bis 1932 t’/.o/o Rheinische 6öD »Bank Ligu -Äo.dvt —' — — — — 0 6 (S adg BorkrtegS.Ob' ligattonen. rückzahlbar 1932 —' l1/, Schwei; Pundcsd.-Anl. — - —■ 4°/, Oeftereichilche Goldrte — — 30,65 — 4,20°/. Oesterr ich Silverrie 4% Oesterreich einueitl Rie — 7 4% Ungarische Goldrte — 25,25 4°/» Ungarische Staatsr v 1910 — — — — 4Vi0/., desgl von 1913 *'/□ Ungarische tftonenrte —3 — — — 1,65 — VI lud Joüanleitje v 1911 40/. Turk Bagdadbabn-Anl Serie .1 12,4 12.4 12,4 —' — — 4°/r deSgl Serü 11 — — — — ««,. Rumänen convert Rte Vit „ Rumänen Goldanl — — von 1913 — flüa Deutsche Ltlenbabn 4'/, pamdurg-Amerika Palet. 6 150,75 150,5 150 Hamb -Sudam Tamciftfi L 232^9 149.65 143,5 145.5 252,25 175.5 232.9 162,25 lu6.75 159,5 233 5 Hansa Damvilchtff 6 Norddeutlcher Llovd 6 150 150,25 150 144.u 125.7. 452,5 176.25 -'33.25 162,25 157.13 158.9 tiOfl Deutsche Ereditanst. 10 Barm r Bankverein 10 143.5 115 - Berliner HanbelSgesellsch. 12 Lommer». und Prioat-Bk li T arm st u Nanonaldank 12 Deutsche Bank 10 DiSkonto-Geselllchafi flnt 10 Dresdner Bank 10 175.5 233 162 157 159,75 175.25 235 157 159 HJ/ittelDeutidx Errdttdank 9 — 206.5 206 — pietalldank ..... - 8 125.5 126.5 127 — «eich» dank ....... lu 187 188.5 — 188.5 21. Mär« 22. Märi Amtliche Noti runa Amtliche Notierung i^eld Briet ■tclD Brie' Ämsl-- Rot! "168,21 168.55 168,22 168,56 Buen--Aires 1,788 1,792 1.788 1.792 Brss^Änrw J8.2Ü 58,32 58.21 58,33 Ebrrffiania 111,51 111.73 111.51 111,73 ttovendagen 112.01 112.23 112.01 112.23 Sio»,77 08,89 08,80 68 92 Prag 12,379 12.«99 12.382 12.402 Belgrad 7,353 7,367 7,3.)3 7,367 «udaoeff. 72.97 73.11 73.01 73,15 Bul arten 3,019 3,025 3,019 3.015 ‘-'iRabon Danzig Qonfl ntta 16.58 16.6x 17.08 17.12 81.53 81.69 81.56 81.72 2,121 2,125 2,123 2,127 Athen 5,554 5,56b 5,554 5,566 Tana do 4,179 4.187 4,179 4,187 Um mw 4,313 4.324 4.326 4,5:4 Catn - . - 20.92 1 20.96 80.923 30.963 I Meiner werten Kundschaft zur gefl. Kenntnis, daß ich Frankfurter Strabe 89 ein Damen- und Herren-Friseurdeschäfl eröffnet habe. Um geneigten Zuspruch bittet hochachtungsvoll Oskar Schön 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten. 31160 3 Prozent Rabatt! Für Mädchen Für Knaben 0.45 0.25 0.75 0.50 1.00 Vvekswevte VEavMeK 0.60 2.15 0.75 2.25 0.05 2.50 Stuck 0.10 2.95 2.75 3.90 4.25 Gießen, Bahnhofstraße 14 MffHN Zu den bevorstehenden Konfirmationen empfehle 02191 Am Nahrungsberg 49 Telephon 1057 Verl. Sie Rabattmarken war, dabei fand die nackte Mauer, blickenden, weiten NWimw nnb Sommunion! Den Kopf hintüber gelehnt an saß sie und schaute mit entrückt Augen auf zu den Sternen. Ob Slromplbanilöflrlel mit 2Paar Strumpfhaltern Oie goldenen Berge. Roman von Clara Diebig. Copyright bh Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. schmutzig war er von Staub und Schweiß! Er traute sich gar nicht ins Städtchen hinein. Erst als es dunkel geworden war, wagte sich Joseph zwischen die Häuser. Vielleicht, daß er hier . _ auf so einem, der da oben blinkte, wohl auch Menschen wohnten? Eine Näherin wohnte wie sie? Eine, die dort, wie sie hier, einsam war, vor der Türe saß und sich sehnte? Ach, so sehr sehnte! Die Einsame seufzte tief: sie fühlte sich heute besonders matt. „Sie nähen zuviel, Fräulein Nettche," hatte die Frau von oben Prima IUD Rheinwein liefert zu Festtagen m Lethsatz von 20 1 an. ver 1 RM. 1.40, foroie tn 10 l-Korb- slaschen infL Flasche su RM. 20 ver Nachnahme. Wetnam Friede Baum, Spread* Ungeu, Rheinhessen. MiMWWMk.V Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß am nächsten Sonntag, dem 25. März 1928, die Geschäfte m 11 *ootOi5 6 litt im staut amtlicher Bekanntmachung) für öeo MM iWgeUleli werden ßfirfenl Oer Vorstand. blühende Pflanzen in reichster Auswahl und allen Preislagen Rud. Weber, Gartenbaubetrieb Joseph nrußle lange so sitzen geblieben sein. Nun machte er die Augen auf, die er geschlossen hatte — weiß Gott, er muhte geschlafen haben, es war schon Abend. Seine Kleider waren feucht vom Tau. In der vergangenen Nacht hatte er sich ums Elternhaus Herumgetrieben, hatte dann, als es Tag wurde, in einer verlassenen Bretterbude an der Chaussee, die der Obstpächter erst wieder im Herbst bezieht, Unterschlupf gesucht. Und dann war er gewandert, lange schon. Die Mosel macht unendliche Windungen, und die Chaussee macht sie immer mit; die Füße taten ihm weh von dem langen Gehen auf der harten Straße. Seine Sohlen waren zerrissen und hielten nichts mehr ab. Bis zur Kreisstadt würde er heute Abend noch kommen, da dann die Nacht zubringen — aber wo? Wie? Er hatte kein Geld für die Herberge. Eine verfluchte Situation! Er stieß einen kurzen Pfiff aus und kraute sich hinterm Ohr. Wieder in irgendeiner verlassenen Bude liegen, oder wenn er keine solche fand, ganz im Freien nächtigen? Im Städtchen kannte er niemand, und niemand kannte ihn, so würde ihn auch keiner da aufnehmen. Na, dann mußte es eben so gehen. Wenn er erst in Koblenz war, kriegte er ja Geld, und dann war er wieder obenauf und alles ging gut! Er pfiff wieder, aber jetzt klang das Pfeifen anders, es hatte bereits Melodie. Als ein paar junge Mäherinnen, die Gebunde Gras auf dem Kopf, nun über die abendliche Chaussee daherkamen und nach dem einsam am Gra^enrand Sitzenden äugten, sprang er auf. Waren das hübsche Frauenzimmer und lustige dazu! Sie unterbrachen ihr Lachen und erwiderten heiter sein Gutenabend, blitzten ihn dabei an mit blanken Augen. Es tat ihm leid, daß er mit den zweien nicht anbändeln konnte, aber sie gingen weiter. Denen war er wohl zu abgerissen? Er verwünschte seine heruntergekommene Kleidung. Dom Liegen i.m schmutzigen Stroh der Bude war die auch nicht besser geworden. Scham überkam ihn: oh, wie nungcn, allerlei Ideen, lauter Unmöglichkeiten, solche Unmöglichkeiten, daß sie schon Verrücktheiten waren. Ach, nur nicht verrückt werden über die Einsamkeit unb über das leere Leben. Heber das Altwerden ohne Mann, ohne Kindl Nettchen schreckte zusammen; wer kam da? Sie Halle um diese Zeit im Gäßchen noch niemals Schritte gehört. Hier wohnten keine Leute, die spät abends nach Hause kamen. Es hatte sie noch niemals ein Mensch gestört, und wenn sie hier bis nach Mitternacht gesessen hätte. Nur die Katzen aus der Nachbarschaft kamen miauend geschlichen, und Fledermäuse, deren Zickzackflug man nicht mehr sehen konnte, spürte man durch ein leis-wehendes Streifen am Gesicht vorbei. Sie hatte sich dock) wohl getäuscht — kein Tritt mehr. Und doch wurde sie das Gefühl nicht los: da drüben an jener Wand des Hauses lehnt jemand unb sieht hierher — nach dir? O was, nach ihr sah ja keiner. Ober ber Mann, besten Gestalt sie, jetzt schärfer hin seh end, entdeckte, verkannte sie. Der wartete auf eine anbere. Sie räusperte sich. Und dann sagte sie ruhig: „Guten Abend." Sie hatte ja nichts zu fürdjten. Don drüben erwiderte einer: „Guten Abend," unb kam dann über die Straße. Auf Nettchens Gesicht fiel Sternenschein, der verschönte,^es schimmern machte wie Mond im Dunkeln. Sonst sah man nichts, nur dies weiche Mondengesicht. Der Mann schien erstaunt, hier eine so einsam zu finden. Auf der Bank vor der Tür im Dunkeln, unb ironn doch allein?! Soviel er erkennen konnte, ein hübsches Gesicht, unb es schien ihm zu lächeln. "Dar^ ich mich neben Sie sehen, Fräulein? Ich bin müb.' Er sagte es mit einem Seufzer. -*3a, setzen Sie sich nur." Nettchen rückte ein bißchen. Sie kannte ihn nicht. Wäre er einer von hier gewesen, so hätte sie ihn erkannt, trotz ber unsicheren Dunkelheit; aber b e n hier hatte sie noch niemals gesehen. Aber sie hatte keine Angst vor ihm, er schien ihr hübsch unb sehr jung. .'Noch so spät auf?" sagte er und klemmte sich neben das Mädchen auf das schmale Bänkchen. „Auf wen wartste denn?" „Auf niemand." Er legte zutraulich den Arm um sie. Sie zuckte unwillkürlich zusammen: ach, jetzt merkte der junge Mensch, daß sie einen Buckel hatte! doch eine Unterkunft fand: etwas zu essen, einen Bottich zum Waschen und ein Lager, auf dem er sich ausstrecken konnte. Vor Sonnenaufgang würde er sich dann heimlich auf und davon machen. Er schlich, suchend, scheu wie einer, ber kein gutes Gewissen hat, durch die dunkeln, vom Sommerdunft mit schwerer Luft erfüllten müden Gassen.... In b^r engen Gaste, von der es hinunter an die Mosel geht, saß die Schneiderin Nettchen Schmitz auf ber schmalen Bank an ber Hauswand. Sie hatte den ganzen Tag zu geschnitten, probiert, genäht, und das dis um zehn Uhr am Abend, nun schöpfte sie Lust. Alles im Haus war zur Ruhe gegangen, nur sie allein war noch wach. Sie war immer diejenige im Haus, die am längsten auf keiner mehr was. gefaat, als sie heute beim Vorbeigehen zu ihr ins ^ensterchen guckte, „Marjö, wat sind Sie blaß! Fehlt Ihnen was? Sie sehen bald aus wie en Gespenst." Unb dann hatte sie sich darüber sehr amüsiert, einen so guten Witz gemacht zu haben. Nettchen seufzte wieder: ach, ihr fehlte nichts — unb doch fehlte ihr etwas, ihr fehlte sehr viel! Sie konnte bas nur nicht sagen. Alles fehlte ihr, was sie befriedigen würbe, gesund machen unb glücklich. Die Frau oben erwartete jetzt das dritte Kind, hatte rote Backen, war gesund und fröhlich. Die hatte gut lachen! Das einsame Mädchen erschauerte. Wirre Gedanken durchschossen Nettchens Kopf: ad), nur nicht immer wieder diese Gedanken, die sie so oft heim- fuchten unb quälten! Sie tarnen in ber Nacht, und dann war's vorbei mit dem Schlaf; sie blieben bis zum Morgen, unb bann stand sie auf, müde und matt. Sie kamen auch bei ber Arbeit, unb dann war es am schlimmsten, denn bann mußte sie nach- her trennen. Begehrende Gedanken, wilde Hoff- Aber er merkte nichts. Er war müde und ganz vom Dunkel umfangen. Hier saß es sich gut — ah’ Er streckte die müden Beine mit den schmerzenden Füßen von sich. In einer Regung, die dreist war — war die hier vielleicht ein gefälliges Mädchen — unb die doch etwas Bangsuchendes in sich barg, wie bei einem Knaben, ber sich im Wald verirrt bat, zag er sie näher zu sich heran. Man konnte ja mal versuchen, vielleicht nahm sie ihn auf. Sie durfte es nur nicht merken, wie heruntergekommen er war. Gut, daß es so dunkel war! Ihn fröstelte, nach heißem Tag kühlte die Nacht jetzt plötzlich rasch ab, ein Obdach wäre nicht zu verachten. „Wie heißt du, mein Schatz?" „Nettchen!" Sie ging auf seinen Ton ein; es siel ihr gar nicht ein, „Sie" zu sagen oder abwehrend zu tun. Dieser hier war wie vom Himmel herunter in ihre Gasse gefallen, ein fremder Mensch und doch — „Unb du, wie heißt du?" „Joseph." Er küßte sie. Und sie ließ sich so ruhig küssen, wie sie es sich hatte gefallen lasten, daß er den Arm um sie legte unb sie näher an sich heranzog. Sie hielt ganz still, nur ihr Herz schlug rafenb, in bem Tempo eines schnellen, unerhörten, schindelnden Gefühls: ah, nun erfuhr auch sie es einmal, wie es einer zumute ist, um die sich der Arm eines Mannes legt! Jesus Maria, wenn er es nur nicht doch merkte, daß sie bucklig war! Ein Glück, daß es so dunkel war. Nettchens ängstlicher Blick suchte den Himmel ab: Gott sei Dank, kein Mond war zu sehen! Nur bie Sterne blinzelten traulich. Die flüsterten da oben Stern bei Stern, wie zweie hier unten miteinander flüsterten. Was sie eigentlich miteinander zu flüstern hatten, hätte keines von ihnen vorher zu sagen gewußt. Die Nacht sank, vertraut machend, immer tiefer auf sie herab. Arn Ufer vorbei schlich leise die Mosel. Dumpf dröhnte nun lcmgfam die alte Kirchenuhr sie tat zwölf Schläge. "Als zwölf! Ich bin so müb," flüsterte gähnend ber Bursche. „Unb verdammt hungrig." Der Magen tat dem Joseph weh, er hatte Krämpfe darin vor Hunger. "2ch habe zu essen," flüsterte das Mädchen. Oh. wie war Nettchen auf einmal so froh, daß sie am Abend keinen Hunger gehabt hatte, es mar alles noch da: Brot, Wurst, und ein Topf voll Milch ..Ich holen dir was heraus, für zu esten!" Sic fPrang hastig auf._____________(Fortsetzung folgt.) Ptund Mund Mcbl 0, süddeutsches '.ViCbl OO, Auszuamebl Tokuinentn vausmarke Lonscrktasse. Mandeln Vaiclnunkcrnc Zitronen . Qetkcr's Backpulver .. • Mund Mund . 3 Stück TascMMer weiß Linon Bahsl-Tasdientfldier mit eleganter Spitze 0.75 1.30 big l.UJ 1.40 Liter Stück 0.10 ^tuck 0.14 Stuck 0.15 Leihehen la Drell, mit Träger wuDlhosen laKun* neide,gestreift BlacHandsMie weiches Leder, schwarz, mit 2 Druckknöpfen weiß, mit 2 Druckknöpfen 0.23 0.26 0.30 0.80 0.80 0.55 D.9O 2.20 1.40 0.20 SlenaiöiegkraäeD 4fach Mako Scnleilröen schwaiz. ürSteh- u. Stehumlegkragen ......0.75 Einslerodier weiß Cröpe de Chino, mit Hohlsaum Soeben la Mako m.Doppelsohle, schwarz und farbig . . Trikothemden kräftige Qualität, mit weißen Batisteinsätzen. Weine Oberhemden mit Batist-Einsatz und Manschetten Handschuhe senwarz. 1 Druckknopf, besonders weiches Leder 4.25 3.90 Tarragona, lose, Liter 1.30, l-Liter-Fl. Ma aaa iivlasche Muskat, griechischer Suhwetn Apfelwein, loie Lu er 0.40 ia ZmKVverr beste Marken: 2.00 1.30 2.60 1.25 1.15 1.50 1.55 1.10 0.50 Sloii-HandsMe kräftige Qualität, weiß . Tashemden kriiitige Qualität, mit Stickerei, schmale Träger StrümDle feinste künstliche Seide, schwarz und weiß 2.U5 No ufcktmebl, ebelite WeizenL Mund Norintben Biand mroirc Rönnen . . Blund Staluornnchc Sultaninen. Pfund !■ Smvrna »uttantnen, Helle . Pfund Gutsevfleste IVekre aus eigener Kellerei: Ißcifctvcin . Flasche Deut cbcr Rotwein Franzön ch. Rotwein Wciiiwetn, loie Rotwein, loie Gießen: Bahnhofstraße 49 Telephon 1656 Weferstraße 1. 3 05D KvvMng'S Kaffee iteiS.ttelchbtelbenoe-retnschiueckenbe Qualitäten Pfund 4.60 4.00 8.60 3.20 2.60 Ksohuns s Tee bocharomat. Mischung. ', ,yPfd. 0.55, 0.70,0.85 !lk.N tri*«*; Sonntag Bl gern Dl' Asoav' n Aichs' 9?eid)5Pfel lohn, «J scheinen err msolgt h Fernspr' J 51, & Ä«sch< richten: N pB zriB-l" Interesse winows gingen» Argentmt gegen da! unb unve sprachen, dicht bes« der ganze bender 6t nächst für ichen Pry Smugtuui Lord Eu ÄuSsprach Dem Lc> in welc sichten kommen s Gleichbere Staaten Degens ob die Stieb in ®en: der 31 Zur Bekc lands eri! der Gent vom Söll rüstung zi ruhland ii einen An barstaater anderer ( Borwurs bundes in Regierung anerkennt, eine ganze ichlosstnen Merdun' llätze von iand. Die fennur gerkri ookati offenen ' Revolutjo rußland t land hab« der Bälle der Sich, 'Bürgerin und seine dazu gege Irdenen s und des , suchen. Die Ta nerlei Bei hat, frei® «t, sei ei «uten M einer Del •’fyjieruw Bölter oi K in d ^Euftun kerdunde- Aitarbeit 2lbriistuni nicht da? Ausschuß. Corb Ti Renin Hietunq Uusst oonufe damit t lorojeir ganda : roie we Dasse iah! Rhim Nauptsc halten gel|u Hand "en. : Laheit, Aen i ^flicru Nere St 4 L-I-h w