Nr 45 Erstes Blatt 178. Jahrgang Mittwoch, 22. Zebruar 1928 Erscheint rü glich, außer Sonntags nn6 fjttrrtags. Beilagen; Bleßener fjamtltcnblättex Heimat im Bild Die Sd>oQt wonal-vezr-rprelr: 2 Reichsmark urttt 20 Retchspfeunig für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen emzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanl chlüsser 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger 6le&ee. Postscheckkonto: KrcmtfuN om Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd eitb Öer1. 9. gewählte Mecklenburg-Strelitzer Landtag trat zu einer konstituierenden Sitzung zusammen. Anwesend waren sämtliche 35 Abgeordnete. Zum Präsidenten bzw. Vizepräsidenten wurden Landrat Dr. F o t h (Sozicklist) und Bürgermeister a. D. Dr. 2k l brecht (Deutschnational) wiedergewählt. An Stelle der bisherigen Minister H u - st aedt und Schwabe, die ihre Aemter nieder- legten, ernannte der Präsident den früheren Mecklenburg - Strelitzer Staatsminister, Dr. Freiherrn von Reibnitz (Sozialist) und den Bürgermeister der Landeshauptstadt Neu-Strelitz, Dr. H e i p e r tz (Deutfdje Volkspartei) zu Staatsministern. Der Antrag der Deutschnatianalen, festzustellen, ob beide bas Vertrauen des Landtages hätten, löste eine stundenlange, sehr er regte ~ Debatte aus, die mehrfach zu Unterbrechungen der Sitzung führte. Die Vertrauensfrage wurde sodann hinsichtlich Dr. Reibnitz' mit 19 gegen 16 Stimmen verneint. Das Vertrauen hinsichtlich Dr. Heipertz' wurde mit 18 gegen 17 Stimmen ebenfalls verneint. Ein weiterer sozialdemokratischer Antrag, die bisherigen Minister Dr. Hustaedt und Schwabe von der Weitersührung der Geschäfte 5« entbinden, wurde mit der Mehrheit angenommen. Deirmad) ist zur Zeit in Mecklenburg- Etrelitz kein Staatsministerium vorhanden. Der Landtagspräsident wurde ermächtigt, di« nächste Sitzung des Landtages nach Anhörung des Aeltestenrates einzuberufen. Oie Regierungsbildung in Hamburg. Hamburg, 21. Febr. (WB.) Das ^Harn- Bürger Scho" schreibt, die Soztaldemokra- t i e werde darauf dringen, daß der Senat, der immer noch auf dem Wahlergebnis von 1924 beruhe, dem neuen parlamentarischen Verhältnis angemessen um gebildet wirb. Der bisherige Präsident der Bürgerschaft. Roh, wird von den Sozialdemokraten voraussichtlich zum zweiten Bürgermeister vorgeschlagen werden. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei In Hamburg, Leuteritz. erklärte, daß die Sozialdemokratie im Gegensatz zu der Entwicklung nach den Wahlen vom 9. Oktober 1927 nach den damals gemachten Erfahrungen keinen Antrag an die Kommunisten zur Mitarbeit an der Regierung stellen werden, und daß sie sich auch aus eine etwaige Einladung der Kommunisten nicht zu einer neuen Derhcrnd- lungskomödie hergeben würden. Die Freigabe des deutschen Eigentums in Amerika. Nach der Annahme -er Freigabebill im Senat. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 22. Febr. Mit der am Montag erfolgten Zustimmung des Senates zur Freigabevorlage ist die Frage des deutschen Eigentums in Amerika wieder in ein akutes Stadium getreten. Zum wievielten Male schon I Seil mehr als fünf Jahren gehen die Bestrebun- oen, eine sachliche und gerechte Regelung zu finden, immer aber hatte sich bei der Beratung in dem Repräsentantenhause oder im Senat der Einfluß gewisser Kreise geltend gemacht, die nicht vergessen konnten. Auch innerpolitische Differenzen zwischen den Parteien verhinderten den beschleunigten Abschluß der Fre'gabevorlage. Inzwischen ist aber die Kriegsstimmung in den Bereinigten Staaten so weit überwunden, daß auch dort kein ernsthafter Mensch mehr die Konfiskation feindlichen Priva.eiZentums für gerecht oder auch nur für tragbar hält. Dor allem aber sagen sich die Amerikaner, daß sich die Waffe der Beschlagnahme beim nächsten Krieg gegen sie richten kann, und das ist heute, wo sie die Bankiers der Welt sind, eilne unangenehme Aussicht. Die Rückgabe des deutschen Eigentums soll sie also davor schützen, daß später einmal ihnen so mitgespielt wird, wie sie uns mit» gespielt haben. Wenn trotzdem seit der letzten Ablehnung der Regierungsvorlage durch den Senat mehr als ein Jahr verflossen ist, ehe eine Neuberatung möglich wurde, so ist das daraus zurückzuführen, daß auch amerikanische Privateigentümer noch erhebliche Ansprüche gegen das Deutsche Reich geltend machten und verlangten, daß zur Sicherung dieser Ansprüche das deutsche Eigentum dienen sollte. Nun hat sich aber bei der Prüfung der amerikanischen Wünsche gezeigt, daß die nominierten Ansprüche nur einen Teil des Wertes darstellen, die das deutche Privateigentum in den Bereinigten Staaten hat, und daher ging schon bei der vorjährigen Beratung die Absicht dahin, nur eine b e st i mm- ten Prozentsatz deutschen Eigentums zurückzubehalten, bis die amerikanischen Ansprüche aus den Dawes-Zahlungen befriedigt sein werden. Seinen Niederschlag fand dieser Gedanke in der sogenannten „Green-Dil l", die als ein Kompromiß zwischen allen Beteiligten vor ungefähr einem Jahre wohl im Repräsentenhause ihre Annahme fand, im Senat aber nicht gebilligt wurde. Nach amerikanischem Recht mußte die gesetzgeberische Arbeit nun von neuem beginnen. Zwar durfte mit gutem Grunde erwartet werden, daß das Repräsentantenhaus sich für eine rasche Verabschiedung der Vorlage einsetzen werde, doch befürchtete man neue Schwierigkeiten bei der Senatsberatung in dieser Session. Man hat sich getäuscht, die Vorlage passierte diesmal nahezu reibungslos sowohl den besonderen Ausschuß als auch das Plenum. Nun ist es verfehlt, zu glauben, es werde sicb m kürzester Frist ein Millionensegen über Deutschland ergießen, und die Hoffnung einiger unentwegter Optimisten, ihnen ständen alsbald 800 Millionen Mark zur Verfügung, wird vor der Wirklichkeit bald verfliegen. Ganz abgesehen davon, daß erst eine Kommission beider Häuser die geänderten Texte der Vorlage in Ueberein ft immun g bringen muß und daß die Gesetzesvorlage der Zustimmung des Präsidenten bedarf, wird eine Fülle von Formalitäten praktisch die Freigabe in die Länge ziehen. Doch kann an- genommen werden, daß die Rückgabe wenigstens für den größten Teil der deutschen Forderungen gesichert ist und daß die deutschen Besitzer mit einer gewissen Zuverlässigkeit ihre Dispositionen daraus einstellen können. Geplant ist die sofortige Freigabe von 80 Prozent des beschlagnahmten Eigentums an seine Besitzer, wahrend der Rest in einem Sonderkonto bei dem Schatzamt der Vereinigten Staaten zusammengefaßt werden soll. Hieraus werden zunächst die amerikanischen Privatforderungen an Deutschland getilgt, die Wiederauffülluna erfolgt aus den Eingängen des amerikanischen Anteils an den Dawes-Zahlungen. Für die an düs Sonderkonto abgeführten Beträge werden verzinsliche Zertifikate ausgestellt, die so lange im Besitz der Regierung verbleiben, bis eine noch zu bildende Vereinigung der Eigentümer einen Treuhänder zur Wahrung ihrer Interessen be- stellt. Dieser würde dann mit der Verwaltung der Zertifikate beauftragt werden, deren Einlösung für den Zeitpunkt geplant ist, wo die amerikanischen Ansprüche an Deutschland restlos befriedigt sind. Belgien und -ieRhernlandräumung Hymans fordert Trüffel, 21. Febr. (WB.) In einer Rede im Senat betonte Außenminister Hymans, daß in der Frage der vorzeitigen Räumung des Rheinlands von keiner Seite unmittelbar oder mittelbar ein Schritt bei der belgischen Regierung unternommen worden sei. Auf die Er- fiärungen Stresemanns habe Briand geantwortet, daß man über eine vorzeitige Räumung nur im Benehmen mit den Besatzungsmächten, also auch mit Belgien, verhandeln könne. Briand habe hinzugefüat, daß Frankreich gegen die vorzeitige Zurückziehung der Truppen nichts einzuwenden hätte, wenn es alle notwendigen Zusicherungen hinsichtlich der Sicherheit und der Reparationen erhalte. Aus diesen so maßvollen Reden spreche der Wunsch nach einer Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich. Belgien kann nur mit Sympathie jede Bemühung zu einer Annäherung ins Auge fassen, die auf Versöhnung und auf ein Regime internationaler Eintracht und politischer Stabilisation gerichtet ist. Aber man wird verstehen müssen, daß es sich nur mit Vorsicht auf einen Boden begibt, aus dem seine wesentlichen Interessen, nämlich diejenigen der Sicherheit und der Reparationen, berührt werden. Dr. Stresemann verlangt, daß die Besatzungsmächte den Vertrag von Versailles gemäß dorn Gestt von Locarno auslegen. Don diesem Geist hat sich Bel- g cn in seinen Beziehungen zu Deutschland leiten lassen, trotz der Erinnerungen an die Okkupation. Süt Locarno hat die belgische Regierung eine Reihe vog Maßnahmen angenommen, die zur Milde- rung der unvermeidlichen Unbequemlichkeiten der Anwesenheit fremder Truppen auf deutschem Boden bestimmt sind. Belgien ist bereit, diese Politik der Loyalität und Versöhnung fortzusetzen. Die Besetzung der Rheinlande wurden durch den Versailler Vertrag festgesetzt, um die Durchführung der Vertragsbedingungen, Sicherheit und Ve-ahlung der Reparationen ;n gewährleisten. Diese Bürgschaft, die durch die Abkommen von Locarno weder aufgehoben noch abgeschwächt wurde, sichert die Durchführung des Versailler Vertrages mit einer M rksamkcit, die man nicht unterschätzen darf. Ist es möglich, diese Garantie durch a n d e r e R! i 11 e l zu ersehen, die uns die gleichen Ziele mit gleicher Gewißheit er- re chen lassen? Es ist Sache Deutsch, l a n d s , das in dringender Torrn die Räumung fordert, in dieser Einsicht Anregungen vorzubringen. Sobald Deutschland greifbare Vorschläge über die Sicherheit und die Re arationen machen würde, würden wir sie im Benehmen mit unteren ehemaligen Alliierten objektiv und gerecht prüfen. An dem Tag. an dem die B sehung des Rheinlandes überilüssig fein wird, hätten wir keinen Grund, mit ihrer Beendigung zu zögern. Aber wir müssen darauf Hinweisen, daß nicht nur für Belgien, sondern für ganz Europa die Notwendigkeit besteht, die Innehaltung der Bestimmungen über die Entmilitarisierung der Rheinlande zu sichern. Es erscheint neue Garantien. unerläßlich, ihre Durchführung zu überwachen. Es wird Sache der interessierten Mächte fein, die zweckmäßigste Art der ^leber- wachung zu erörtern. Hymans hob sodann hervor. daß für Belgien die Bezahlung der Reparationen von Wichtig.eit sei. Belgien, so erklärte er, zweifelt nicht an der Absicht der gegenwärtigen Reichsregierung, die Verpflichtungen zu erfüllen, die sie übernommen hat. Wenn Deutschland die Aufhebung der Bef et- zu na fordert, die eine der Hauptgarantien für die Bezahlung der Reparationen bildet, so erwarten wir, daß es dafür neue Garantien vorschlägt. Immer noch farbige Truppen am Rhein. Berlin, 22. Febr. (Eigene Drahtmeldung.) Nachdem die Truppenverschiebungen, die sich durch die seinerzeitige Verminderung der Desatzungsarmee notwendig machlea, im wesentlichen abgeschlossen sind, läßt sich auch einigermaßen die Zusammensetzung der Truppen, de.en genaue Zahl niemals ganz festzustellen ist, da doch noch fortlaufend Truppen- auswechselungen vorgeno.nmen tce en, er,asten. Aach der neueren Statistik Hal sich dabe. ergeben, daß immer noch gegen 1 0 0 0 OK a n n farbige Truppen im Rheinlande weilen. So sollen sich in Hessen noch 400 Mann, in den preußischen Teilen des beschien Ge- bie es noch 500 Mann und in der Pfalz noch annähernd 370 Mann befinden. Gewiß las,en^ sich die Zahlen nicht genau nachprüen, die Tatsache allein genügt aoet schon, und es wäre angebracht, trenn Frankreich endlich den Entschluß fafien würde, durch Zurücknahme der farbigen Truppen den unwürdigen Zustand zu beseitigen. Oie Erkrankung des Reichskanzlers. Berlin. 21. Febr. (WTB.) Wie den Blättern mitgeteilt wird, ist Reichskanzler Dr. Marx durch seine Krankheit weiter an das Bett gefesselt, so daß er nicht in der Lage ist, an den Veranstaltungen teilzunehmen, die zu Ehren des Königs von Afghanistan geplant sind. An seiner Stelle wird Vizekanzler H e r g t die Reichsregierung vertreten. Es ist auch wahrscheinlich, daß der Kanzler die Regierungserklärung am 27. Febr. nicht selbst im Reichstag wird abgeben können. Im Anschluß an die Krankheit wird Dr. Marx zunächst einen Erholungsurlaub nehmen müssen, um sich einer Kur zu unterziehen. Zurückstellung der amerikanischen Ansprüche an Oesterreich. London, 22. Febr. (WTB. Funkspruch.) Wie Reuter aus Washington meldet, beabsichtigt Schatz, sekretär Mellon, dem Kongreß zu empfehlen, daß die Vereinigten Staaten ihren eisten Anspruch in Höhe von 24 055 703 Dollar auf die österreichische Aktiva zurückstellen, um Oesterreich die Ausgabe einer neuen Anleihe von 100 Millionen Dollar zur Verbesserung seiner Eisenbahn-' Telegraphen- einem Maskenanzug bekleidet. Sine dichtgedrängte Menschenmenge verfolgte die Kletterahrt des Tollkühnen mit ängstlicher Spannung. 3m Streik erschlagen. In Oberhausen wurde der Polizeiwachtmeister Schaar von dem Arbeiter Theihen nach einem vorausgegangenen Wortwechsel mit einem Basalt st ein erschlagen. Anlaß zu diesem Streit war. nach Angabe von Theihen, eine Auseinandersetzung im Wirtshaus wegen des Sohnes von Schaar, den Theihen vor längerer Zeit geschlagen haben sollte. Lin poliieibeamter von einem Raufbold erschossen. Bei einer Tanzmusik am Rosenmontag in Oberkail (Kreis Wittlich) wurde der als Raufbold bekannte Arbeiter Reuland, der mit mehreren jungen Leuten Streit anfing, vom Wirt aus dem Saale gewiesen, ohne daß der in der Wirtschaft anwesende Polizeibeamte Schuller einzuschreiten brauchte. Reuland holte sich von zu Hause einen Karabiner, lauerte vor Der Wirtschaft dem Polizeibeamten, .dem er anscheinend die Schuld an seiner Ausweisung bei- maß, auf und tötete ihn, als er die Straße betrat, durch einen Kopfschuß. Reuland hielt sich noch eine Stunde mit schußbereitem Karabiner im Dorfe auf und flüchtete dann in die nahegelegenen Wälder, wo er von Landjägern und Polizei beamten arrs Trier mit Polizeihunden gesucht wird. Reuland hatte die Absicht, den Polizeibeamten zu erschießen, seinen Eltern schriftlich mitgeteilt. Der Erschossene hinterläßt sieben Kinder. Entwendung von Sunstaltertümern. Aus dem Schlosse in Cadolzburg bei Nürnberg wurden zwei auf Holz gemalte zu einem Altar gehörende Predella-Türflügel gestohlen. Die beiden Tafeln sind beiderseitig bemalt, und zwar auf der einen Seite mit Brustbildern von Heiligen auf goldenem Grunde mit eingeprehtem Granatap elmuster. Diese beiden Heiligen stellen die heilige Margarete und die heilige Barbara dar. Auf der anderen Seite befinden sich die Brustbilder der heiligen Elisabeth und der heiligen Maria. Die Malereien stammen aus dem Nürnberger Kunstkreis um 1500 und haben hohen Wert. Als Täter kommen vermutlich zwei Personen in Frage: die eine nannte sich Dr. Schmidt aus Berlin, die zweite gab sich als Redakteur aus. Schwerer Unglücksfall auf dem Leipziger Ausstcllungsgelände. Auf dem Ausstellungsgelände am Völkerschlachtsdenkmal ereignete sich ein furchtbarer Änglücksfall. Infolge von ileberlaftung des Detondachbelages brachen drei mit Verglasungsarbeilen an dem O.erlichtfenster des Neubaues der Halle 7 beschäftigte Arbe.ter der Frank, urter Firma Claus Mayn durch das Dach und stürzten 21 Meter tief in das Innere der Halle ab. Eiy in der Halle beschäftigter Detonfacharbeiter wurde von einem stürzenden Ballen schwer ins Genick getroffen. Von den Abgestürzten war dec Arbeiter Kraus sofort tot. Die drei anderen Verunglückten erlitten schwere innere Verletzungen und Brüche und wurden ins Krankenhaus gebracht. Trauerfeier für Asquikh. In der Londoner Westminsterabtei fand am Dienstag di« nationale Trauerfeier für den ehemall- aen Premierminister Lord Oxsort and Asquith statt. Die politijchen Parteien waren durch bi« führenden Persönlichkeiten vertreten. Das Kabinett mit Ministerpräsident Baldwin an der Spike war nahezu vollzählig erschienen, während der König durch seine Söhne, den Prinzen von Wales und den Herzog von Bork vertreten war. Zahlreiche Mitglie- der des diplomatischen Korps, darunter auch der beutfd)e Botschafter, Dr. Sthamer nahmen an der Trauerfeier teil. Die Wetterlage. und Telephonsysteme zu ermöglichen. Die Bereinigten Staaten hatten die notleidenden Oester- reicher in den Jahren 1919/1920 durch Liefe- rungenunter st ützt. Die oorgeschossene Summe würde im Jahre 1 9 2 5 fällig geworden sein, hätte nicht eine von Senator Lodge oorgeschlagene Entschließung das Datum bis 1 943 hin- ausgeschoben. Andere Länder, darunter Großbritannien und Frankreich, haben sich schon bereit erklärt, ihre Ansprüche zugunsten der oorgeschlagenen Anleihe zurückzu st eilen. Oie ersten Wahlergebnisse ans Japan. Paris, 22. Febr. (W. T. D. Funkspruch). Ha- vas berichtet aus Tokio über die ersten Wahlergebnisse: Es sind 17 Liberale, 13 Konservative. 1 Proletarier und der Führer der Sozialisten gewählt; in Osaka 13 Liberale, 5 Konservative und 2 Proletarier. Nach einer Nachrichtenagentur sind die ersten Wahlergebnisse für die Regierung ungünstig. Es wurden als bisher gewählt bezeichnet 43 Kandidaten der Regierungsparteien, 54 Kandidaten der Opposition und 13 Kandidaten, die 7 anderen Parteien angehören. Die meisten von ihnen sind Arbeiterparteiler. Rottagung des deutschen Landwirtschaftsrates. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 22. Febr. In der Grünen Wocde, die mit Recht in diesem Jahre als die Notwoche der Landwirtschaft bezeichnet werden konnte, hatte der Ständige Ausschuß des Deutschen Lundwirtschastsrotes, der Vereinigung der deutschen Landwirtschaftskammern, sich angesichts der bedrohlichen Entwicklung der landwirtschaftlichen Notverhältnisse gezwungen gesehen, die Vollversammlung dieser Spitzenorganstation der öffentlich-rechtlichen Berufsvcrtretungen der deutschen Landwirtschaft beschleunigt zum 23. Februar nach Berlin einzuberufen. Auf dem Programm dieser Tagung, deren Bedeutung durch die Teilnahme des Reichspräsidenten und der Reichsmini st er sowie der Vertreter anderer Wirtschaftsorganisationen unterstrichen wird, steht ein einiger Punkt: „Notforderungen der deutschen Landwirtschaf t". Man muß sich einmal draußen im Lande seiber die Verhältnisse aistehen, durch persönlichen Augenschein davon überzeugen, wie in ganzen, für unsere Ernährungswirtschast ausschlaggebenden Gebieten die landwirtschaftlichen Betriebe aller Be-trievs- größen und -arten allmählich zum Erliegen kommen und die -Zahlen der Zwangsoerfteige- rungen bedrohlich zunehmen. Die Notrufe und Not- kundgebungen, die jetzt täglich die Spalten der Zeitungen füllen, sind leider zu sehr begründet; der deutsche Bauer läßt nicht ohne Grund die Hand vom Pfluge und es liegt ihm gewiß nicht, sich demon- stratto auf der Straße oder in Versammlungen zu zeigen. Bauernnot ist Volksnotl Die Agrarnot droht wie eine schleichende Krankheit die Grundlagen unserer Ernährungswirtschast zu zerstören. Darum richtet sich jetzt die Aufmerksamkeit aller, die um die Tragweite dieser Gefahr für die gesamte deutsche Wirtschaft wissen, auf die Tagung des deutschen Landwirtschaftsrates. Wir haben in den Beschlüssen des Haushalts- ausschusses des Reichstages und in dem Note Programm der Regierung Ansätze zu einer Landwirtschaftshilfe vorliegen. Man wird sich darüber klar fein müssen, daß diese Einzelmahnahmen noch nicht den Weg bereiten können zur endgültigen Lleberwindung der Agrarnot und zur Sanierung unserer Ernährungswirtschaft. Die Landwirtschaft hat jetzt das Wort. Der deutsche Landwirtfchcsttsrat hat auf seinen bisherigen Tagungen erkennen lassen, daß er nicht eine ausschließlich landwirtschaftliche Interessenvertretung ist, sondern daß seine Arbeit getragen ist von hohem Verantwortungsbewußt- fein um die letzten Aufgaben unserer Ernährungswirtschaft und des deutschen Wiederaufbaus überhaupt. Wenn auf der diesjährigen Vollversammlung die Landwirtschaft ihre Forderungen zur Kredit-, Wirtschafts- und Steuerpolitik vorträgt, so wird man erwarten können, daß damit ein Programm für eine ziel- bewußte Agrarpolitik vorgelegt wird, in dem nicht nur die landwirtschaftlichen Interessen aller Produklionsbezirke und aller Betriebsgrößen Berücksichtigung finden, sondern in dem auch alle verantwortungsbewußten und hilfsbereiten Kräfte sich zusammenfinden können zur Abwendung der Gefahren, die der Ernährungs- Wirtschaft. der gesamten Wirtschaft in Stadt und Land aus dem Versinken unseres landwirtschaftlichen Berufsstandes drohen. Aus aller Wett. Drei Schulmädchen vom Zuge überfahren. In der Nähe von P i n s ch i n, Kreis Stargard in Pomereilen, ereignete sich ein schweres Unglück. Drei Mädchen im Alter von acht Jahren überquerten auf drm Hei nwege von der Schule den Bahndamm, trotzdem die Schranke geschlossen war. Als sie sich auf dem Gleise be anden. kam ein Güterzug, der alle drei erfaßte. Zwei Mädchen waren auf der Stelle tot, das dritte erlitt so schwere Verletzungen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Untergang eines englischen Fischdampfers. Acht Mann ertrunken. In Grimsby traf die Nachricht ein, daß der englische Fischdampfer„Petunia' bei b -Doggerbank infolge Zusammenstoßes mit einem schwedischen Dampfer gesunken ist. Nur e... Mann der Besatzung wurde gerettet, 8 ertranken. Ueberschwemmung in Mecklenburg. Aus Mecklenburg und der Umgebung von Lübeck ; werden neue große Ueberschwcmmungsschäden gemeldet. So ist der M ü r i tz s e e über die Ufer getreten. Beim Seebad Müritz wurden drei Brücken weggerissen. An der Hamburg—Lübecker Chaussee ist das Hochwasser der Trave und ihrer Nebenflüsse in mehrere Häuser eingedrungen. Ein Fassadenkletterer am Kölner Dom. Ein bisher noch unbekannter junger Mann kletterte an den Grundmauern des K,lner Domes empor und schwang s ich dann von Steinstrebe zu Steinstrebe, bis er nach halbstündigem K'ettern auf der 160 Meter über der Erdober lache liegenden Kreuzblume des Domes an'anate. Es ist das erste Ma! in der Geschichte des Kölner Domes, daß ein Tollkühner es wagte, an dem Mauerwerk von außen bis zur Kreuzblume in die Höhe zu klettern. Der Kletterer war mit 9 rtfeen SciMI '65-- 'h; 9 1 > Lpr.d HG Dienstag.denZL Februar IQ2.Ö. 7h abends. Paris y War seit C * o Qwoixentos ©neuer. ®naiD oedecn. ® noikiq. q oedecKt * Schnee g Graupeln ■ neoci K (iewitier ©windstille. •O' unsere Zigaretten nicht zu 100 Prozent aus macedonischetn Tabak/Das würde garnicht schmecken,denn eine Zigarettenmischu/ig ist wie eine Speise, die aus Grundstoff und Zutaten besteht • Wir verwenden als Zutaten ca, 2o bis2y% bester Saansoun-und Smyrna-Tabake,die, zwar in ihren Charaktereigenschaften vollkommen von dem Macedonen-Tabak abweichen, die aber ebenso wie dieser aus Ländern alter und edler Tabak-Kultur stammen- Die Mischungsbas is gibt derZigarttte ihren? Charakter, nach ihr wird, sie benannt- Bei HAUS-NEUERBURjG-Zigaretten/ ist diese Mischungsbasis mazedonisch/, und zwar nicht nur bei dm teuren Sorten, sondern auch bei der f Pfg-Zigarette. im 50. Lebensjahre. Lollar, den 21. Februar 1928. 2013D 2O14D 01356 Vereine Daubringen, den 20. Februar 1928 01327 2022D Die Beerdigung findet Donnerstag, 23. Februar, um 2 Uhr statt 2028D Oer Vorstand. Gäste willkommen. Ober'Widdersheim, 21. Februar 1928. 2010V 3m Gebrauch | Haus Gebrauches. vornherein 2023c gesucht 2030D gesucht 199». Tiefenweg 6 I. rigkeit an Eichen 2. Dorirag: Im Namen aller Hinterbliebenen Emmi Nickel geb. Hillert. Ludwig Heep Joh. Lenz V. Job. Binz. Februar 1928. Jbn:tb. Metzer, Ban- und Möbel schreinerei. Groben Buseck. Statt jeder besonderen Anzeige. Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten herzensguten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder Herr Professor Dr. Oingler ^Insekten als Elemcniarmacht^ (mit -Lichtbildern). Gott dem Mann, unseren und Onkel Familie Familie Familie Allendorf a. d. Lahn (Schulstraße), 20. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Februar, nachmittags 3 */, Uhr, in Großen-Linden, vom Sterbehause Bahnhofstraße 48 aus statt. Vertreter gesucht! Zum Vertrieb uns. streichfertigen Dach- schütz» und Jsolte- rungsmasse „Krone- plasl" eine bei Behörden, Industrie u. Baufach beftemne- führte Persönlichkeit gesucht. Bewerbung mit Neferenzen an Postfach 234 Maunbeim. »«D Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 23. Febr. nachmittags 4 Uhr, statt. Drucksachen aller Art die vrühl'sche UnloerfitStt Druckerei, B. Lange. Giehen. §chu!pr. 7 Marktplatz nur 21 laegeuüber der Engelavoiheke». Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meiner lieben Mutter, unserer teuren Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Emilie Siliert 6'we.M Kessel sagen wir auf diesem Wege aufrichtigsten Dank. WregesagtW^ gnädige Krau, ich bin erffüunf, daß (Sil,Senkels Lleichmiitehselbst die hartnäckigsten Jlecken so rasch entfemt. 3d) freue mich, dieses ausgezeichnete Bleichmittel, das die Wasche gar nicht angreist, kennengelernt zu haben. Es stimmt: Zwischen wolle und wolle besteht ein grosser Unterschied. Eine gute, reine wolle muss haltbar und licht- und wasch' echt gefärbt sein, fle darf sich im Tragen nicht verziehen und beim waschen nicht etnlausen. fllle -lese Merkmale -eigen stch aber erst wühreo- des Großen-Linden, Gießen, Kirchgöns und Heuchelheim, den 20. Februar 1928. SbevhesMrbs Gsseüschaft «Ktuv- und ^ettknnde Traturwissenfchastliche Abteilung. Areitaa, den 24. Februar 1928, pünktlich 81/, Uhr abends, im Hörsaal des Botanischen Institutes, Ärandplah 4 (Eingang an der Gartenseite, nach 87. Uhr geschlossen). 1. Kurze Mitteilung: Herr Professor Dr. $unf „Ueber Äuntblätt- In Trauer: Wilh. Rühl und Kinder. Gießen, Bingen, Hannover, Mainz, Reichelsheim, den 21. Februar 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Februar 1928, nachmittags 3 Uhr statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Schwägerin Katharine Reinhardt geb. Nachtigall nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, gestern abend, im nahezu vollendeten 04. Lebensjahre, sanft zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Wilhelm Reinhardt, Schmiedemeister Familie Christoph Reinhardt Bürgermeister Reinhardt und Tochter. Allertshausen, den 21. Februar 1928. Die Beerdigung findet nächsten Donnerstag, nachmittags 2 Uhr statt Die Beerdigung unseres lieben 'F Kameraden- Konr. Klingler Arresthansverw. L R. findet Ereitag. den 24. Febr.,3Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Zahlr. Erscheinen Ehrenpflicht. Der Vorstand. 2OO9D Orchester- Verein. Donnerstag: Probe. Danach 7 wichtige Besprechung Der Vorstand. gesucht. 2031D Franz Vogt & Co., GoeihestraKe 32. Junges Mädchen am liebsten vom Lande, f. halbe Tage Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schmerzlichen Verlust, der uns beiroffen hat, einzeln zu danken, ist uns leider nicht möglich. Wir sagen daher auf diesem Wege für alle lieben und herzlichen Schreiben, für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichenWorte und herzlichenNachrufeamGrabe unseren innigsten Dank in tiefem Schmerz: Kath. Walter geb. Walter und Angehörige. Heute nacht entschlief ganz plötzlich meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Gertrud Rühl geb. Völlkopf. Heute abend um 10 Uhr entschlief unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Katharina Elisabeths Heep Mm geh. lenz im 83. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Lenz L Heute abend 88/4 Uhr verschied sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester EliSöMe MM W. M im 70. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Junker Familie Georg Herpel Familie Wilhelm Fritz Familie Ludwig Kehler Familie Ferdinand Rinn [Verschiedenes} Irische Schellfische Ka' eljau Rotbarsch Fiichkotclett- (Srüite Heringe empfiehlt 01360 Si>i>weßi>eMer Radiokliib Ortsgruppe Gießen Am Freitag, dem 24. Februar, abends 8.30 llbr, findet im groben Höciaal des Pbtzsikal.JustitutS, Ltrphanstr. 24, eia Demonstrations-Vortrag 0122s von Herrn Dr. Mü 1er au* Brandenburg statt. Fortschritte im Empfängerbau WaS verlangt man von einem modernen Empfänger? - Wege zur Lösung. — Industrie» und Baitlergerät — Netzanschluh. W Gäste sind willkommen! "W1 EeKtiii mit guter Schulbildung f. kaufmänn. Bureau für 1. April gesucht. Schrift!, auöführl. Angeb. unt. 01361 an den Gteh. Anz. erb. Bis lmlq »um Besuche der Privatkuudfchaft für Qualitätöwäfche aller Art und AuS- üeuerartlkel ist zu vergeben. (Suter Urnfatz.Allfetttge Anerkennungen. o,i$D Wäfcheiabrik Albert Weber, R-alfcnftein i. V. Lichtspielhaus Des großen Erfolges wegen Primaeierliebe bis einschließlich Donnerstag verlängert. In der Hauptrolle Grete Mosheim Fern.: Dermoderne Großbankbetrieb Ein Kultur- und Lehrfilm sowie das lästige Beiprogramm. MrWsiMGesMlsmelii Donnerstag 23. sZebr. 1928, abends 8 Uhr, un Hörfaal 44 der Untverfitäi tLudwtgftr.) Vortrag Oes 5erm Untoetflintsprofefior Bifilot über Georg Büchner Gäste willkommen! Im AnschluK an den Vortrag findet die MülllUMglleSttvttlMIülW statt. Tagesordnung: Geschäftsbericht Bericht des Rechners Bor andSmahl Verschiedenes Zum Eintritt am 1. April b. 3- oder später wird von hiesigem größeren Geschäft tüchtiger junger Kaufmann mit guten Kenntnissen gesucht. Zum gleichen Termin wird auch ein kaufm. Lehrling mit guter Schulbildung eingestellt. Schrtsil. Angebote mit Zeugnisabschriften und Lebenslauf unter 1973D an den Gießener Anzeiger. 1IIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIH Damen und Herren die Private erfolgreich besuchen, für leicht- verkäufl. la Palen tarnte! gelucht. 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Vertieft man sich in die Biographie Wolfs, so springt ins Auge die Derwandtschast mit dem Lebensgang eines großen „Nachschaffenden' .mit dem Hans von Bülows, wie er in Bülowschem bisherigen Zahl von vier verbleibt. — Die Dauer der Tagung ist ja wie immer eine Woche. Dr. Stresemann wird sich von der Riviera direkt nach Genf begeben. Sein Zusammenkommen mit Driand dürfte schließlich mit einiger Spannung erwartet werden, erhofft man doch davon eine Fortsetzung der durch die Reden eingeleiteten Thoiry -Debatte. Straßen kann man tagsüber zwei, drei miteinander gehende Studenten irgendein Lied mehrstimmig singen hören, ohne daß dies weiter auffällt. Don weiteren Veranstaltungen, an denen die Studentenschast regen Anteil nimmt, seien der offizielle Hniveriitätsfeicrtag („universitetski prasnik“) und der „universitetski bal“ genannt Sonst leben die Stuben'.en nur ihrem Studium. Ihr monatlicher Wechsel schwankt zwischen 1200 und 3000 Lewa (40—100 Mk). womit es sich dort aber bei den niederen Lebensmittelpreifen schon leben läßt. Alle Studen.en sind von großem Wissensdrang erfüllt und ihr Fleiß muß vorbildlich genannt werden. Sie sind im allge neinen, wie das ganze Volk, nücht"-n. sparsam und la- meradschacklioh, dem al.e.i Brauche früher Eheschließung entsprechend ist eine ganze Re^he von ihnen verheiratet. Für bedürftige Studenten, in allerester Linie für Kriegswaisen oder -halbwei en, besteht eine besondere Stiftung in Gestalt des „stu- dentski dom", Studentenhauses, das 1925 mit einem feierlichen Hochamt des Metropoliten und vielen Ansprachen und Gesangsvorträge i ein- geweiht worden ist. Es enthält 50 Te ten, je 2 in einem Zimmer, sowie Speiseräume usw. in mustergültiger Anordnung. Die dort Aufgenom- menen können ihr Studium vollkommen auf Kosten der Stiftung durchführen. 2m Sommersemester 1926 zählte die 1909 gegründete Hniversität in Sofia 2047 Studenten und 696 (!) Studentinnen. Vor dem endgültigen Ausbau der einzelnen Fakultäten mußten die bulgarischen Akademiker ihre Stui. eiueit im Auslande verbringen, wobei der Reihe nach besonders Rußland, Frankreich, Italien, doch in den letzten zwei Dezennien Deutschland bei weitem bevorzugt wurde. Roch keine Möglichleit des Studiums besteht hier für Zahnmedizin, Pharmazie, Geodäsie, Architektur, Bergbau und für sämtliche Fächer der Technik. Deshalb finden wir in Deutschland besonders viel Bulgaren als Studenten technischer Hochschulen. Außer der staatlichen Hniversität besitzt Sofia auch noch die „swoboden (freie) uriiversitet“. Es ist dies eine Hochschule zur Fortbildung von Beamten, Lehrern. Offizieren, Kaufleuten usw.. doch ist Gymnasialbesuch Vorbedingung für die Ausnahme. Die Vorlesungen finiten meist abends oder wenigstens in der für Beamte freien Zeit statt. Es werden Kurse für Handels-, für Finanzwissenschaft und für Diplomatie abgehalten. An sonstigen Hochschulen gibt es in Soja ein Lhceum |ür Geistliche (duchovna akadcmia), eine Kunstakademie (chudochestwena akademia) und di e Hochschule für Musik (musikalna akademia), und in dem sehr hübschen Seebad Warna am Schwarzen Meer auch eine gut besuchte Handelsakademie (trgovska akademia). Die im Auslande besinnlichen bulgarischen Studenten waren früher ohne Hnterschied des Studienfaches oder der politischen Einstellung, nur nach Städten getrennt, in einem großen Verbände vereinigt, der auch über eine eigene Zeitschrift verfügte. Hnter der Einwirkung der starken innerpolitischen Gegensätze im bulgarischen Vaterland in den Jahren 1922 und 1923 kam es jedoch zu einer Spaltung in zwei Verbände. Der eine umfaßt folgende Vereine: „Rodina* (Heimat) In Berlin, .,0tez Pa-isi“ (Vater Paisi, der berühmte altbulgarische Geschichtsschreiber) in Wien und „Bulgarska sedjanka“ (bulgarisch Spinnstube, süddeutsch Heimgarten) in Prag. Der , andere besonders an den Hniversitäten Frankreichs vertretene Verband heißt „Narstud“ (Abkürzung aus „narodni studenti“, Volksstudenten). Sobald es die finanziellen Verhältnisse erlauben, wird man in Sofia darangehen, die noch fehlenden Hochschulen zu gründen und auszubauen. Hnd dies nicht nur in Sofia: wie ich bei mehrmaligem Aufenthalt in P h il ippo- Pel, der wunderschönen und hochinteressanten, als einen ganz gewöhnlichen, geldkostenden und sorgenmachenden, männlichen Säugling. Dierundzwcnrzig Sage lang hatte unser Kerlchen, vor sich hinstarrend, nahrungheischend und schlafend, dumpf dahinvegetiert, als jene eine große, grundlegende Veränderung in seinem Wesen vor sich ging, die ihn um einen Rang höher hob und die seine erwach erien Menschenbrüder erst dazu veranlaßte, ihn als einen gleichwertigen Artgenossen anzuerken, e.i. Er lag in den Armen feiner Mutter. In vollen Zügen hatte er das lebenspendende Rah geschlürft, das eine gütige Natur in der Mutterbrust für ihn bereitet hatte. Dann war er in duftende weiße, vorgewärmte Windeln gelegt worden. Sein kleines Schimpan'engesicht drückte ein Höchstmaß an Zufriedenheit und Behaglichkeit aus. Lächelnd sprach die Mutter auf ihr Söhnchen ein. Was sie sprach, schien dem kleinen Mann so vollständig gleichgültig zu fein, wie einem Elefantenbaby, wenn es türkisch angeredet wird. Aber wie die Mutter sprach, das war schon eine ganz andere Sache? Zuerst war es wie ein leises, fernes Singen. Das kam immer näher und näher. Dann tönte es wie das liebliche Gäulen von silbernen Glocken. Hnd zum Schluß wurde es zum jauchzenden Gebraute von tausend Stimmen, in dem man schwebte und in dem man sich verwoben fühlte wunderbar. Jetzt schlug unser kleines Menschenwürmchen die Augen auf. Da sah es über sich leuchten zwei wunderschöne, sonnenklare Sterne. Die weiteten sich und wurden immer größer zu einem tiefen, blauen See. Hnd dieser tiefe, blaue See, der mußte viele holdselige Wunder bergen. Denn numdjr lachte unser Kindlein zum erstenmal in seinem kleinen Leuen, lachte aus tiefftem Herzensgrund. Hatte es seine früheren Gespielen von der blumigen Himmelswiete angetrojen, als es hineingetaucht war in den tiefen, blauen See? War durch die Dämmerräume seines kleinen Seelchens eine Sternschnuppe niedergefahren, die ihm für einen Augenblick erhellte, daß es in einem rauhen Dasein nicht altem war, und daß Muttermärchenaugen über ihm wachten? Erinnerte es sich an einen glückseligen Zustand, als es gebettet schlummerte im Herzen der Welt? Träume ruhig weiter, mein kleiner Säugling, und werde einmal ein großer und starker Mann. Lache, mein Kindchen, immer dann, wenn du dich an den Ecken und Kanten des Lebens gestoßen hast, und wenn du dein Dasein allzu schwer nehmen willst. Irgendwo ist immer eine Hoffnung und irgendwann bricht stets ein Lichtstrahl aus den Wolken, der die Sorgen zerstreuen kann. Derüere nie dein Lachen, mein kleiner Mann. Bulgarisches Giudenienleben. Von Dr. meb. vei. Johannes Tiörr, o. Professor an der Lanbesuniversstät Gießen unb Direktor ber Medizinischen Deterinärklinik. Der Verfasser dieses, namentlich unsere akademische Jugend gewiß stark interessierenden Aufsatzes hat früher an der Uni- oerfilät Sofia gelehrt und wird auf Grund seiner guten Kenntnis von Land und Leuten Bulgariens am Donnerstag im Rahmen einer Beranstaltung des Vereins für das Deutschtum im Ausland einen Lichtbildervortrag halten, auf den auch an dieser Stelle besonders hingewiefen sei. Bei keinem Volk ist das. was wir ..Studentenleben" ne men, so ausgeprägt wie beim deutschen. Wo in alter Welt fände man auch sonst so zahllose festgefügte studentische Korporationen, die, meist in großen Verbänden vereint, nicht nur gesellschaftlich und vie.fach auch politisch eine große Rolle spielen, sondern auch in vielen, besonders kleinen Hochschulstädten, dem ganzen Leben und Treiben ein Gepräge von besonderer Eigenart verleihen. Dem gegenüber kann man in Bulgarien von einem Studentenleben in deutschem Sinne, mit besonderen Sitten und Gebräuchen, nicht sprechen. Die einzige Hniversität des erst seit 1878 aus 500jähriger türkischer Fremdherrschaft erlösten Landes in der Hauptstadt Sofia ist sehr jung, noch nicht 20 Jahre alt, und studentische Eigenart, bei uns auf jahrhundertelanger Tradition fufjeub, hatte kaum Zeit zur Entwicklung, ganz abge'ehen davon, daß Bulgarien in den letzten zwei Dezennien nicht nur in das letzte große Völkerringen, sondern auch schon vorher in den äußerst blutigen Krieg gegen die Türkei und gegen Serbien verwickelt war, Kämpfe, die natürlich auch die gesamte studen- tifche Jugend zu den Fahnen rie en und jahrelang von der alma mater fernh e.ten. Dis zum Jahre 1925 trat die Studentenschaft dec Hniversiiä!, die sich inner.ich nach Jakute lä.en in „Sek.ione.i" mit en sprechender Dor- standschast gliejer.e, durch keinerlei äußere Abzeichen in Erscheinung. Dies änderte sich mit einem Schlage, a s man im Sommer e.mester des vergangener! Jahres de chloß. offenbar in Anlehnung an deutsche S.ubenlen itte, Mühen zu tragen. Diese jetzt bei säst allen Studenten der Hniversität zu sehenden, unseren deutschen ähnlichen Studen.e.nnützen weiteren Forma.s haben als Deck arbe ein schönes sattes Rot, darunter weiß-grün-rote Streifen — die bulgarischen Landes färben. Hm die vordere Hälfte der Mütze und über dem Schild liegt eine etwa bleistift- dicke, gedrehte, seidene Sturmschnur, deren Farbe je nach' der Fakultät verschieden ist. Hnnotig zu betonen, daß biete bei dem südlich-dunkeln Typ besonders Leibfame tote Mühe auch von allen Studentinnen mit Vorliebe getragen wird. Eine Ausnahme bil en die Angehörigen der Verbindung „Ward ar", die schwarze Mühen mit leuch end b.utroter Sturmschnur tragen. Die er Bund zählt etwa 253 Mitglieder, alles geb iene Mazedonier: die Be reiung des von Bulgaren bewohnten und vom Wardar durchjlosser.en Mazedonien aus serbischer und griechischer F.e.ndherrscha t ist ihr Ziel. Ihre schwarzen Muhen mit ro.er Schnur bilden eine dauernde und eindringliche Anklage gegen die Vergewaltigung ih.es so reichen und schönen -Landes durch „siegreiche" Nachbarn und gegen Geist durch Marie von Bülow der liebenden Erinnerung gefdxmtt wurde: das äußere Leben beider ein fortwährender Einsatz der ganzen Persönlichkeit für das zu verkündende Kunstwerk, — bei Bülow für das Werk insbesondere des letzten Beethoven und Richard Wagners, — bei Wolf für das eigene; >ein unaufhörliches, aufreibendes „Deransta.ten", oft unter den größten Geldfchwierigkeiten und vor übelwollendem Publikum, — ein Rasen von Konzert zu Konzert, ein leidenschaftliches, unermüdliches Werben in allen Städten Deutschlands und Oesterreichs. Nur, daß es am Schlüsse der achtziger Jahre dem faszinierenden Künstlertum Bülows gelingt, Beethovens letzte Sonaten und Quartette neben dem Kunstwerk Wagners den Leuten ins Herz zu „predigen", so daß er, immer wieder bejubelt, ein Triumphator vor die Menge treten kann; daß aber Wolfs neue Liedsprache, deren sich kaum eine der „großen" Sängerinnen annehmen will — (die Hofopernsängerin Emilie Herzog, mit Wolf befreundet, seht sich für einen ganzen Liederabend ein, in einem der letzten Lebensjahre, und muh — Brahms zugeben, um ihren Beifall zu erhalten —), daß diese Liedsprache während seinen Lebzeiten ftn- verstanden bleibt, und daß Hugo Wolf, bescheiden und sehr menschenscheu, kaum zu bewegen ist, das Podium zu betreten. Man hat Wolf ost den „Wagner des Liedes" genannt und damit wirklich einen Wesenszug seiner Kunst charakterisiert: die sich eng an die Dichtung anschließende Vertonung, wie sie sich hauptsächlich in der von Wagner übernommenen musikalischen „Deklamation" offenbart; auch die „Szene" teilt Wolf häufig mit Wagner, wie in dem Liede: „Wandle ich in dem Morgentau", oder „Heimkehr", das mit dem herrlichen, vieltausendmaligen Gruß an das vor ihm liegende Deutschland schließt. Aber der Tondichter hat auch _ von seinen großen Vorgängern naturgemäß übernommen. Von . einer Vielseitigkeit, in bezug auf seine Stoffe wie Schubert, — das Entsetzen und das Lachen weih er gleich überzeugend einzukteiden — (man denke an den „Feuerreiter" und den „Abschied" bei Mörike) hat er seinen Liedern einen „motivischen" Klavierpart beigegeben, wie es vor ihm nur noch Schumann verstand; wie dieser weih er die zartesten Stimmungen, die weichsten, verfliehendsten Hmrisse zu malen, das Wort bis ins letzte, nur noch geahnte, musikalisch auszudeuten. Diese innige Vermählung zwischen Wort und Ton nähert ihn Schumann ebenso wie Wagner (in seinen „Fünf Gesängen", den einzigen, die Richard Wagner geschrieben hat). Zum erstenmal hat Wolf das damalige Streben, einen ungerechten, jedem Sclbstbestimmungsrecht der Völker Hohn sprecheitden „Friedens"vertrag. Eine andere Verbindung, „Christo Bo- teff“, ebenfalls mit ausgesprochen vaterländischen Zielen, entstand 1924 innerhalb der juristischen Fakultät, ihr schlossen sich bald Angehörige aller übrigen Fakultäten an. Sie ist benannt nach dem bulgarischen „Theodor Körner", dem im ganzen Volke als Nationalhelden wie einen Heiligen verehrten Dichter und Freiheitskämpfer Christo Botefs, der 1876, also kurz vor der endgültigen Befreiung vom Türkenjoch, in der Nähe von Draza am Nordrande des Balkangebirges bei einem von ihm entzündeten Aufstand im Kampfe gegen die Türken fiel Seine von heißer Vaterlandsliebe durchglühten Lieder im Gewände prachtvoller Melodien sind Gemeingut des ganzen Volkes; man hört sie allenthalben, wo Daterlandsbegeisterung die Herzen erhebt, besonders oft im Kreise von Studenten und von Soldaten in Kasernen und auf Märschen. Jedes Jahr im Wintersemester veranstalten die studentischen Mitglieder jeder Fakultät eine yWetschcrinka" (Abendunterhaltung), zu der die Professoren und Aslistenten mit ihren Familien sowie Bekannte eingelaben werden. Die erste Hälfte dieser Hnterhaltungen bilden musikalische und deklamatorifche Sarbieiungen, von Studenten oder Studentinnen der betreffenden Fakultät vorgetragen; manchmal gewinnt man dazu auch befreundete Mitglieder der Oper oder Operette. Daran schließt sich eine Art Ball, bei der die Studenten die Frauen und Töchter der Professoren und ihre weiblichen Kommilitonen zum Tanze führen; dabei handelt es sich allerdings weniger um Rundtänze wie bei uns, sondern um den bulgarischen Nationaltanz, den reigen- ähnlichen „choro“ (Ton auf dem zweiten o). Die Tanzenden fassen sich wie bet einem „Ringelreihen" großen Ausmaßes Hand an Hand und bewegen )ich zu einer für unser Gefühl etwas eintönigen, doch sehr stark rhythmischen Melodie unter entsprechend wechselnden Schritten mit starker Betonung einzelner Takte im Kreise herum. Es gibt natürlich auch eine große Reihe verschiedener Schrittarten für die große Anzahl von Choro-Melodien, und einen Choro gut und fehlerfrei zu tanzen, ist, wie ich mich persönlich überzeugt habe, viel schwieriger als es zunächst beim Zuschauen aussieht. Alle Studenten ohne Ausnahme tanzen ihn leidenschaftlich gerne, und ich habe es auf wissenschaftlichen Exkursior-m oft erlebt, das. die Studenten jede kleine Wartezeit auf die Ei;enbahn oder auf den Wagen, manchmal mitten auf der Landstraße oder auf einer Wiese, zu einem C horo b«.nützten, nach den Klängen einer Geige, die zu diesem Zwecke immer irgendein Student mitschleppt. Die Tatsache. daß in solchen und vielen anderen Fällen die Studenten nur unter sich, ohne jede weibliche Beteiligung, tanzen, beweist am besten, daß keinerlei andere Motive eine Rolle spielen als die Freude der Jugend an rhythmi cher Bewegung. Heberhaupt findet man bei Studenten viel ursprüngliche Freude an Gesang und Musik; wo bei Einladungen oder sonstigen Veranstaltungen juifge Akademiker zugegen sino, werden gewöhnlich auch zwanglos Heimat- und Vaterlandslieder gelungen, und auch in belebteren Wort und Ton zu verschmelzen, auf das Gebiet des Liedes übertragen und dabei aus Situationen, nicht nur aus Empfindungen heraus geschaffen. Das sondert ihn ab von seinen Vorgängern, und es ist dies, was befremdete, da das Publikum in einem Liede bis dahin rein Lyrisches zu genießen wünschte und zu genießen gewöhnt war. Ebenso befremdete das stark heroortretende deklamatorische Clement, obwohl die Fülle me'odischer Erfindung dadurch nicht gehemmt erscheint. Atelche große Bedeutung Wolf dem Wort zumaß, geht schon aus einer Aeußerlichkeit hervor: er gab vielen seiner Lied- sammlungen das Bild der Dichter zum Geleit. Wolf war eine durch und durch „dramatische" Natur. Er hat seine Lieder einmal „kleine Opern" genannt. Mit seiner Oper „Der Corre- gidor" betrat er auch die Bühne. Aber seine „Liedbegabung" hatte nicht den weiten Atem musikalischer Erfindung, den eine Oper braucht, und seine „Dramattk", so schlagkrästtg im Liede, verlor sich hier in epische Breite. Die in ihr enthaltenen musikalischen Kleinodien konnten die Oper für den Spielplan nicht retten. Sie ist fast vergessen. Aber immer herrlicher blühen die Blumen seiner Lieder auf. Das erste Lachen. Skizze von Gideon Gössele. (Nachdruck verboten!) Große Erdgnisse werfen ihre Schatten voraus. Eine Woche vorher war ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner niedergegangen, obwohl man den Monat Dezember zahlte. Drei Tage früher war der Geldbriefträger ins Haus gekommen. Hnd zwei Stunden vor seiner Anlunft rollte ein Lastautomobil vorüber, so daß das ganze Haus in seinen Fuyen erzitterte. Ich bin überzeugt, daß dieses Zittern von den ortsansässigen Sternwarten als ein Fernbeben registriert wurde, dessen Herd 15 000 Kilometer südöstlich irgendwo im pazisischen Ozean zu suchen sei. Hnd darum möchte ich nicht unterlassen, es mit den obenerwähnten großen Ereignissen in Beziehung zu bringen. Hnd nun war es da. Es strampelte wild mit seinen kleinen Händen und Füßen und schrie mörderisch ir.it einem quiet chen en Piepstin mchen. Es war einundfünfzig deutsche Reichszentimeter lang und wog das stattliche Gewicht von siebeneinhalb irdischen Pfunden. Don seiner Mutter wurde es ein vom Himmel heruntergefallenes Engelchen genannt. Individuen jedoch, die dem Ereignis weniger nahe standen, bezeichneten es schon vom Vater Alexanders des Großen gegründeten Stadt, immer wieder heraushören konnte, glimmt dort im stillen eine große Sehnsucht nach einer zweiten, südbulgarischen ilnt- versität. Bis zur Erfüllung dieses Wunsches wird ja wohl noch viel Wasser die Mariza hinunterfließen, aber soviel steht fest: mit jeder hier neugegründeten Disziplin wird eine Anzahl junger Bulgaren weniger zum Studium nach Deutschland kommen, was wir bei allen guten Wünschen für ein Emporblühen dieses durch und durch deutschfreundlichen Bolles gerade im Interesse der Vertiefung unserer Beziehungen aufrichtig bedauern müssen. Aus -er Provmzialhaupistadi. Gießen, den 22. Februar 1928. Preisaufgaben der Universität Gießen für das Jahr 192S 29 Für dos Jahr 1928 29 sind an der h e f s i s ch e n Landesunioer s i tät Gießen folgende Preisaufgaben gestellt: Von der Theologischen Fakultät: Die christlichen Motive der studentischen Bewegung Deutschlands in den Jahren noch den Befreiungskriegen. Vor. der Juristischen Fakultät: Der bürgerliche Tod als Strafe. Seine Herkunft, Bedeutung, Wirkung und Beseitigung in Deutschland und in anderen Ländern. Von der Medizinischen Fakultät: Für den akademischen Preis: Wird der Plasmalogenspiegel des Blutserums burd) dos Nohrungsfett alimentär beeinflußt? Für den Balserpreis- Es soll untersucht werden, ob mit Hilfe serologischer Methoden eine Unterscheidung der Eiroeißorten der Linse möglich ist. von der veterinärmedizinischen Fakultät: Beiträge zur diagnostischen und prognostischen Auswertung von Haemogrornmen bei Erkrankungen kleiner Haustiere. von der Philosophischen Fakultät: 1. Aus der vergleichenden Sprachwissenschaft: Die Nachwirkungen des indogermanischen Haupttones im Gennanischen. 2. Aus der Geschichte: Mittelalterliche Dorsbefestigungen, zu behandeln für Deutschland oder einen größeren Teil desselben. 3. Aus der Botanik: Neue experimentelle Beiträge zur Physik des pflanzlichen Protoplasmas. 4. Aus der Zoologie: Bau und Funktionen der Atemwege und -organe der Schildkröten sollen, womöglich unter Zuziehung von Experimenten, untersucht werden. 5. Aus de r Geographie: Welche Abhängigkeit läßt sich zwischen den Bodenverhältnissen Oberhessens und dem Ertrag des Bodens feststellen? Wer sich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf die Stellung der Aus- r.be folgenden Semester an der Universität G i e - e n immatrikuliert gewesen fein. Jede Bewerbungsschrift darf nur einen Verfasser haben. Die Bewerbungsschrift ist in der Sprache abzufassen, in der die Ausgabe gestellt ist. Auf dem Titel ist ein Kennwort anzubringen. Die Bewerbungsschrift ist vor dem 1. April 1929 einzusenden unter Beifügung eines verschlossenen, mit dem Kennwort det Arbeit versehenen Briefumschlags, der die Aufgabe des Verfassers und seine Adresse enthält. Die Sendung ist an die Fakultät zu richten. Beim Jahresfest der Universität am 1. Juli 1929 verliest der Rektor die Urteile und verkündigt die Namen der preisgekrönten Bewerber. Daten für Donnerstag, 23. Februar. Sonnenaufgang 7 ilfjr, Sonnenuntergang 17,26 Uhr. — Mondausgang 8,21 Uhr, Monduntergang -20,09 Uhr. 1685: der Komponist Friedrich Händel in Halle geb. (gest. 1739). — 1813: der Theologe und Sprachforscher Franz Delitsch in Leipzig geb. (gelt. 1890), — 1834: der Reisende Gustav Rachti- gall in Eichstädt geb. (gest. 1885). — 1842: der Philosoph Eduard v. Hartmann in Berlin geb. (gest. 1906). — 1855: der Mathematiker und Astronom Karl Friedrich Gauß in Göttingen gest. (geb. 1777). — 1870: der Generalfeldmarschall Albrecht Graf von Roon zu Berlin gest. (geb. 1803). Reifeprüfung an der Studienanstalt. Am Montag fand unter dem Vorsitz von Staatsrat B l o ck die Reifeprüfung an der hiesigen S t u - d i e n o n st a l t statt, der sich 12 Schülerinnen unterzogen, die sämtlich bestanden. Der 20. Februar 1928 bedeutet einen Markstein in der Geschichte der Studienanstolt, war es doch die erste Reifeprüfung, die an diesem Tage an ihr stattsand. Als die hessische Schulabtellung durch ihre unterm 14. Januar 1911 erlassenen „Richtlinien für die Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens in Hessen" den Schülerinnen, die mit Erfolg eine höhere Mädchenschule durchlaufen hatten, gestattete, in die Obersekunda einer Oberrealschule einzutreten, begrüßte man auch in Gießen diese Regelung. Man war sich aber auch hier von Anfana an darüber klar, daß sie nur eine Zwischenlösung bedeuten könne und daß das Ziel, die Errichtung einer Studienanstalt, auch für Gießen erstrebt werden müsse. Der Erreichung dieses Zieles stellten sich aber größere Hindernisse entgegen. Die Kriegs- und Nachkriegszeit kam mit ihren verheerenden Folgen in wirtschaftlicher Beziehung. Es war dem Staate unmöglich, die Kosten einer Studienanstalt zu übernehmen. Wenn es trotzdem gelungen ist, daß nun auch Gießen eine Studienanstalt besitzt, so ist dies, wie Staatsrat Block in seiner Schlußansprache u. a. ausführte, in erster Linie zu danken dem großen Entgegenkommen der Stadt, die es bereit« willigst übernommen hat, die gesamten persönlichen und sachlichen Kosten zu tragen; zu danken ist es insbesondere aber auch der zielbewußten und hingebungsvollen Arbeit des derzeitigen Leiters der Anstalt, des Oberstudiendirektors Dr. Kalbfleisch, der keine Mühe gescheut hat, dies hohe Ziel zu erreichen. ** D i e Handels - und Gewerbebank Gießen fyält am 2. März ihre 69. Generalversammlung ob. Reben der üblichen Tagesordnung steht die Genehmigung des Erwerbs eines Grundstückes zur Entscheidung der Mitglieder. Weiteres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. '*• Autounsall. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr fuhr das Personenauto 1 Z 138 867, dem Bürgermeister Dr. Kühn von Wetzlar gehörig, in der Klinikstraße angeblich infolge Versagens der Steuerung gegen einen Baum und erlitt einen Achsenbruch und sonstige Beschädigungen. Der Führer blieb unverletzt. Da der Wagen wegen der starken Beschädigung nicht abgeschleppt werden konnte, mußte er an Ort und Stelle auf ein Lastauto verladen werden. Dabei brach eine Bohle, wodurch das Auto zurückrutschte und nun auch noch Benzintank und Oelkammer undicht wurden. Der Borgang hatte natürlich viele Zuschauer angelockt. " Eröffnung des Ruderbetriebs auf der Lahn. Während noch viele sportliebende Gießener auf Schnee und Eis hoffen, rüsten die Rulervereine, deren eigentliche Sporttätigkeit im Sommer ausgeübt wird, schon eifrig zur Aufnahme dieses Betriebes. Dafür war die am Sonntag staitgehabte „Eiersahrt" des Vereins Rudersport nach der Dodenburg ein beredtes Zeichen. Die Mannschaften eines Achters und eines Vierers eröffneten mit einem krä tige r „Hipp, hipp, Hurra" den diesjährigen Ruderbetrieb auf der geliebten Lahn, und arbeiteten sich bei der starken Strömung mit großer Mühe bis zum erstrebten Ziel durch. Rach einem gemütlichen Zusammensein ging es dann in sausender Fahrt lahnabwärts; denn in nur 20 Minuten legten die Boote die 7,5 Kilometer lange Strecke zurück. ** Allgemeiner Deutscher Frauen- verein. Man berichtet uns: In der jüngsten Versammlung des Allg. Deutschen Frauenvereins behandelte Frau Dr. med. Margot »Rothenberger das Thema: „Schwer erziehbare Kinder". Aus der großen Kategorie der schwer erziehbaren Kinder wurde von der Referentin d t e Gruppe der körperlich gesunden, aber psychopathischen Kinder herausgegrifsen, die durch äußere Fa toren zu Schwererziehbaren, sce isch Kranlen, Reuroti ern geworden sind. Dabei wurde die vererbte Anlage bewußt hintangesetzt und die Schädigungen der Umwelt durch ungünstige soziale Verhältnisse und salsche Erziehung in Elternhaus und Schule hervorgehoben. Es zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. 50 Fortsetzung Nachdruck verboten Seine Stimme zitterte vor Groll und Empörung. Raymond griff (eine Worte auf: Und wenn bu Melusine noch lieb hast, Wenger — bann gibst du sie trotzdem nicht auf. Oder vielmehr gerade deshalb nicht auf! Denn ebenso wie bu jetzt um die Erhaltung deiner Heimat hier gegen die Verwelschung kämpsst, ebenso mußt du Melusine ihrer Verirrung entreißen, die sie jetzt zu dem Franzosen führt! Ich selbst kann nicht alle die Fäden hier zu Ende ,üh- ren, die ich angefangen habe, einzuleiten. Ich will aus Straßburg fort sein, will über den Rhein gezogen sein, wenn sie draußen im Schloß von meiner Großmutter die Hochzeit von Alceste und der ganzen Franzosenklique feiern. Aber dir gebe ich jetzt die Fäden in die Hand! Und ich fühle es, Wenger, du wirst diesen ganzen Zauber vernichten können, mit bem Bouvier sie so unerklärlich behext hat, — wenn du noch die Kraft in deiner Liebe zu Melusine hast!" Wenger stand mitten im Zimmer. Den Kops etwas zurückgensigt, als sähe er in eine weile Ferne. «Starr, klar und gefaßt stand er da. Ein großes Ziel stieg vor ihm unter den Worten von Raymond auf. Er war sich bewußt, daß er in bie« (er Stunbe Melusines Schicksal anvertraut erhielt. Da klang von ferne Gesang auf. Helle, süße, fröhliche Kinderstimmen! Ein Glanz legte sich in Wengers Züge. „Jetzt singen sie draußen die Weihnacht ein!" Er schritt zur Balkontür, zog die Vorhänge zu- rück und öffnete die lür.JJin breiter Altan fügte sich an das Zimmer. Im Sommer ein luftiger Sitz zwischen Kübeln von hohen Oleandern und Granat- büschen. Der herrliche weite Blick war auch jetzt :m Winter der gleiche. Das Haus lag auf halber Höhe. Drunten im Dorfe blinkten die Lichter der brennenden Tannenbäume durch bie Fenster. Rings in der Weite die Gebirgswelt in ihrer schweigenden Majestät voll winterlicher Pracht. Ganz droben auf dem Gipset des Odilienberges leuchteten Lichter aus den dunkel (ich abhebenben filoftermauem auf: die frommen Nonnen fangen am Totenfchrein der Heiligen Odilia die Weihnachtsmesse. Die erste Weihnacht im Frieden «seit vier langen Jahren schwiegen zum ersten Male wieder die dumpf dröhnenden Geschütze der Vogesenkämpse. Zum ersten Male wieder in der Heimat — und doch — aus dem engen Kreis der «Seinen war er heule herausgeflüchtet, weil die drohende Berwelfchung ihm das Heimatgefühl in ihrer Mitte nahm. Wenger fühlte die Gedanken des Freundes. Er legte feinen Arm um Raymonds Schulter und trat mit ihm langsam an die Gittermauer des 2lltans. „Komm! Nimm noch dieses Heimatbild mit dir, RaymondI Hörst du, jetzt kommen die Kurrendekinder und singen von Haus zu Haus. Ist nicht Martin Luther gerade so als Bübchen vor bas Haus der Frau Cotta gezogen? Sieh, wie wir im Elsaß unsere alten deutschen Bräuche aus dem deutschen Mittelalter erhallen haben!" Im Scheine des Mondes sah man jetzt die junge ! Schar vor dem letzten Hause des Dorfes am Abhang stehen. Deutlich klang ihr fröhllch-neckendes Liedchen durch die winterliche Stille: „Christkindele, Ehristkindele! Komm doch zu uns herein! Wir bringen dir e Heubündele und auch e Gläfle Wein! — E Bündele fürs Esele! Fürs Kindele —« Gläsele! Und beten können wir auch!" — Stark und fest und treu fühlte Raymond sich von dem Arm des freundes umschlungen. Es war ihm, als hielt die Heimat chn fest. Drunten verstummte der Gesang jetzt für ein Weilchen. Der Hausvater trat aus dem Hause heraus und rief die jungen Sänger zum freundlichen Willkommen herein oder spendete ihnen kleine Gaben ober Geldgeschenke. Und bann schritt er in den Stall, segnete unter dem wieder da von ziehend en Gesang der Kinder Geräte und Vieh mit frommen Sprüchen ein und umwand draußen im Garten einige Obstbäume mit Stroh unter Segenswünschen auf ein kommendes gutes Erntejahr Uralt pflanzten fiep die Gebräuche hier von Generation zu Generation! — Näher kam nun der helle Gesang Eines der heiligen alten frommen deutschen Weihnachtslieder stimmten sie nun an: „Es ist ein Nos' entsprungen!" Als Beispiele wurden einzelne Typen: das Kvst- und Pflegekind, das Stiefkind, das eifersüchtige, ängstliche, lügnerische Kind, das stotternde Kind herausgearbeitet. Eingehend wurde dann noch auf die großen Schwierigkeiten der Erziehung einziger Kinder hingewiesen, die durch übertriebene Sorge und Aengstlichkeit der Eltern sehr ost verweichlicht und durch übergroße Beachtung zu Egoisten werden. Referentin wies dann auf die heilpädagogische Behandlung hin, betonte aber, daß es Grundprinzip jeder Erziehung sein mühte, aus Rormalgeborenen nicht künstlich durch falsche Erziehung Schwererziehbare zu schassen. Der richtige Weg ist die Erziehung zu Kraft, zur Wahrheit, zur Selbständigkeit und zu Verantwortungsgefühl gegen seine Mitmenschen. Wer dem Ganzen dient, fordert sich selbst, wer das Allgemeinwohl vernichtet, ober nur stört, vernichtet vor allem sich selbst. Es kommt nicht darauf an, daß wir stolz auf unsere Kinder sind, daß wir Musterkinder erziehen, sondern nur, daß unsere Kinder glücklich sind. Deshalb müssen die Schwachen nicht verzärtelt, sondern abgehärtet und ermutigt werden. Erziehung muh immer Vorbereitung fürs Leben fein, d. h. sich selbst helfen können und in der Gemeinschaft Gleichberechtigter mitarbeiten wollen. — Lebhafter Beifall und rege Aul spräche zeigten der Referentin am Schlüsse ihrer Ausführungen, mit welchem Interesse die Versammlung ihren fesselnden, belehrenden Worten gefolgt war. Oberheffen. Landkreis Gießen. —.— Klein-Linden, 21. Febr. Zwecks Errich tung eines Kriegerdenkmals nahmen am Sonntag der hiesige Gemeinderat und der Vorsitzende des Denkmalsausschusses, Kaufmann Friedrich Schimmel, nochmals eine Besichtigung des alten Friedhofs vor. Es wurde einstimmig die Abgabe des Platzes an der Wetzlarer Straße gutgeheißen. Bürgermeister I u n g will in der nächsten Gemeinde- ratssihung die Rutznießungsfrage am alten Friedhof mit dem Kirchenvorstanb regeln, worauf die Abtretung des Platzes an den Ausschuß erfolgen soll. Durch diesen Beschluß wird einem langgehegten Wunsche Rechnung getragen, zumal Klein-Linden noch eine der wenigen Gemeinden ist, die kein Gefallenen-Ehrenmal besitzt. Auch der alte Friedhof, der sich in einem wenig würdigen Zustand befindet, erfährt hierdurch eine Verbesserung. Mit der Errichtung des Denkmals soll alsbald begonnen werden. V Mainzlar, 21. Febr. Linser Turnverein, der dem Lahn-Dünsberg-Gau angeschlossen ist, hielt am Samstagabend in dem Müllerschen Saale sein diesjähriges Wintervergnügen ab. In einer kurzen Ansprache dankte der 1. Sprecher, W. Wehn, den zahlreich erschienenen Mitgliedern und Freunden der Turn- sache und ermahnte zugleich die aktiven Turner, treu wie seither zur Sache unseres alten Turnvaters Iahn zu stehen. Ein von Turnern und Turnerinnen flott gespieltes Theaterstück erntete reichen Beifall. In Anbetracht der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten mußte der Verein von turnerischen Darbietungen absehen, sie sollen einer späteren Familienfeier vorenthalten bleiben. ©u‘e Turnermusik und Tombolaverlosung hielten die Teilnehmer lange beisammen. wr. O d e n h a u s e n, 21. Febr. Am Sonntagabend hielt der hiesige Kleinkaliberschützenverein im Saale des Gastwirts Bel- ling sein Wintervergnügen ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz beseht. Zwei sehr schöne Theaterstücke, sowie einige Couplets, von hiesigen jungen Burschen und Mädchen gespielt bzw. vorgetragen, fanden reichen Beifall. Eine gute Kapelle sorgte für Llnterhaltung und spielte später zum Tanz auf. T T r eis a. Lda., 21. Febr. Der Krieger- herein „Germania" hielt am Sonntagabend im Saal von Kam. Amend seine diesjährige Hauptversammlung ab. Rach einem kurzen, vom Vorsitzenden, Förster Bing, erstatteten Jahresbericht trug Der Rechner Fritz die Iahresrechnung vor, die mit einem größeren Lleberschuß abschloß. Kam. Heinrich Schaaf erhielt die Ehrenurkunde für 25jährige treue Mitgliedschaft. Das am 1. und 2. Iuli d. I. in Großen-Linden stattfindende Be.'irrsfest wird vom Verein besucht werden. Im Monat Mai oder Iuni soll ein Familienausflug nach der Cdertal- spcrre veranstaltet werden. Den Schluß des Abends bildete ein Lichtbildervortrag über „Süd-Tirol", ein Stück geraubten deutschen Kulturlandes. * Garbenteich, 21. Febr. Der hiesige Gesangverein „Victoria" feierte am Samstagabend in seinem Vereinslokal sein 4 9. Stiftungsfest. Die Veranstaltung erfreute sich eines außerordentlich starken Besuches. Im ersten Seil des Abends gab der Verein durch den Vortrag einiger Männerchöre Zeugnis von eifrigen Proben und von hoher Pflege des deutschen Liedes. Der zweite Teil wurde ausgefüllt durch einen Schwan! in drei Aufzügen. Sämtliche Dar- steiler gaben ihre Rollen in vortrefflicher Weise, wofür ihnen reicher Beifall gezollt wurde. Der Verein steht zur Zeit unter Leitung des Musik- lehrers Groh, der auch den musikalischen Teil des Abends übernommen hatte. Bei einigen ausgezeichnet gegebenen Konzertstücken tarnen alle Zuhörer auch hier voll und ganz auf ihre Rechnung. Der übliche Tanz beschloß den in allen Teilen wohlgelungenen Abend. Die HO j ä h r i g e Wiederkehr der Gründung, gedenkt der Verein im nächsten Jahre in Form eines größeren Sängerfestes zu feiern und hiermit einen Gesangswettstreit zu verbinden. Als Festtage wurden der 15., 16. und 17. Iuni 1929 festgelegt. ri. L i ch, 21. Febr. Dankbare Zuhörerinnen fand ein gut besuchter Vortrag für Frauen und Mädchen unserer Stadt, der gestern abend unter dem Vorsitz der Fürstin Reinhard zu Solms-Hohensolms Lich im hiesigen Gemeindesaal stattfand. Rednerin war Frl. Blank aus Heidelberg vom Bureau des internationalen „Vereins der Freundinnen junger Mädchen", der bekanntlich in der Fürsorge für die weibliche Iugend aller Stände und Konfessionen tätig ist, besonders in der Bahnhoss- mission, Auswandererfürsorge, Stellenvermittlung und Beratung. Die Rednerin verstand es, durch eine fesselnde Schilderung der vielseitigen und segensreichen Tätigkeit dieser über die ganze Erde verzweigten Organisation neue Liebe zur Arbeit zu erwecken, die in unserer Stadt von jeher durch die hier schon lange bestehende Ortsgruppe der Freundinnen junger Mädchen Unter- stühung findet. Am Rachmittag hatte bereits eine ähnliche Versammlung in Münzenberg stattgesunden. D Lich, 21. Febr. Der gestrige sog. Fastnacht s m a r k t brachte unferer Stadt einen lebhaften Verkehr. Zum Markt aufgetrieben waren 270 Ferkel und 38 Schafe und Lämmer. Der Handel ging äußerst flott. Es wurden gefordert und bezahlt: für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark und für solche von 8 bis 13 Mocken 25 bis 35 Mark. 1 Ober-Bessingen, 21. Febr. Am Sonn- tagabend hatte sich der größte Verein unseres Dorfes, der Gesangverein „Reue Ein» tracht", im Saale von Iohannes Keil zu einem Familienabend einge unten. Die aktiven (Sänger waren schon wochenlang bemüht, einen genußreichen Abend zu sichern. Der glänzende Erfolg entsprach der aufgewendeten Arbeit. Rach Begrüßung durch den Vorsitzenden ertlang das deutsche Lied in ernsten und heiteren Weisen. Der zweite Teil der Vortragsreihe war dem Frohsinn gewidmet. Wah.e Lachstürme erregten bie Chöre „Ländliche Konzertprobe". Hühner- quartett und die „Generalprobe im Gesangverein". Viel Heiterkeit erweckten auch die musikalischen Antworten bei einem Gerichtsverhör, sowie das Dorge.üljrie Lachpanorama. Und endlich noch ein Schwank ließ die Teilnehmer nicht mehr aus dem Lachen kommen. Am Schluss« dankte der Präsident Heinrich Heinz dem Dirigenten Lehrer I a f o b für seine geleistete Arbeit, den Wunsch aussprechend, er möge noch viele Iahre den Verein leiten. Tanz in den Vereins arnilie machte den Schluß des in schönster Harmonie verlau e ien Abends. f Rodheim a. d. HorIoff, 21. Febr. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" hielt am Sonntag im Saale „Zur Luthereiche" sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Der Vorsitzende, Heinrich Rudel, wies nach den üblichen Degrüßungsworten auf die Bedeutung des deutschen Liedes als edelstes Volksgut hin, das ein einigendes Band um alle Vollsgeno.sen schlinge, und feierte feine volksbildnerische Kraft. Anschließend sand die Weihe des neuen Harmoniums statt, das Lehrer und Komponist Friedrich Funk von Friedberg mit der Ouvertüre zu „Lohengrin" von R. Wagner den über» Wenger löste den Arm von der Schulter des Freundes und neigte sich über den Altan herab: „Jetzt kommen sie zu mir herauf! Ich will Madame Grähling rufen, daß sie ihnen ein gutes Willkommen bietet I" Der Gesang griff ihnen beiden ans Herz. Das waren andere Klänge als die schmetternde Marsail- laife unter dem leichten, selbstgefälligen Schritt der französischen Sabres und den als „Elsässer Maidel" zurecht kostümierten Französinnen aus Nancy usw., bie für fünfzig Mark Schrei gelb zu Vive-la-France- Sftufen vom famosen Comite de räception gebungen worben waren. Aber auch Melusines Schicksal lege ich in dieser Stunde nochmals in deine Hände, soweit bas in Menschenkräften stehen darf! Bist bu bir auch dessen bewußt?" ,Ln Gottes Namen: Ja!" sagte Wenger schlicht, lieber ihnen wölbte sich flimmernd der oternen- Himmel. Der Mondschein zitterte rings über bie verschneiten Berge. Der fromme Gesang der Kinder- |d>ar zog näher und näher — unb beide standen da, als wären sie in einem weiten, heiligen Gotteshmist in dieser Stunde ...! Hier war bas elsässische Bott in seiner Wahrheit. in feiner Urwüchsigkeit, in feiner urdeutschen Bobenständigkeit, Kultur unb Kraft. "2Hr, unsere Hoffnung, unsere Zukunft, ihr, unsere Jugend!" dachte Wenger und sah der jungen Schar entgegen. Seine Züge wurden so licht und hell und zuversichtlich, wie sie den ganzen Abend noch nicht gewesen waren. Er freute sich auf ihr Kommen! Kannte er doch fast jedes einzelne von ihnen und war selbst jedem von ihnen bekannt. O, wie innig verwachsen war er doch mit dieser Scholle und ihren Menschen! ..Laß dir diesen Gesang deinen Abschiedsgruß sein, Raymond, den Abschiedsgruß aus der Heimat! Alte deutsche Volkslieder. Und unsere Kinder fingen sie, unsere Zukunft, unsere Hoffnung! Was in meinen Kräften liegt, soll geschehen, damit uns hier unsere heimatliche Sprache, unsere Bodenständigkeit bewahrt wird! O, wir werden schon unseren Kampf in Schule unb Kirche, in Familien und unseren volkstümlichen Freunden gegen diese Welschen aufnehmen! Die sollen unseren elsässischen Dickschädel kennenlernen! Des sei gewiß." Raymond lächelte. Sie traten jetzt langsam wieder in den herausfallenden Lichtschein des Zimmers. Aber sein Lächeln verschwand wieder, als er an bie Seinen dachte, die zu dieser Stunde draußen im Schlosse Hammerschlag um die Patriarchen der Familie geschart waren, die einen so tiefgehenden Einfluß auf Melusine besaßen. Aber jene Generation war am Ausslerben, und wenn ein starker neuer Einfluß Melusine jetzt entgegentrat und sie zum auf- wachenden Heimatgefühl hinüberzoa? Er blieb stehen und ergriff die Hand des Freundes: „Ich vertraue dir unsere Heimat an, Wenger! Baronesse Melusine stand in ihrem Wohnzimmer und legte sorgfältig einen kostbaren weißen Seidenstoff in Falten. Cousin Alceste verfolgte ihre Bewegungen mit lebhaftem Interesse. Man war eben im Begriff, die „corbeille de mariage" für Poetle zu richten. Die gut französisch gesonnenen Kreise hatten während der ganzen achtundoierzig Jahre deutschen Besitzes sich nicht die Gepflogenheit nehmen lassen, daß der Bräutigam der Braut in dem sogenannten „Hochzeitstorbe' die ganze Toilette für den Hochzeitstag übersandte. Baron Alceste de Hammerfchlag wollte es gerade der verwöhnten reichen Mülhausener Fabrikantentochter gegenüber an nichts fehlen lassen. Deswegen hatte er Melusine um ihren Rat und Beistand beim Einkauf der Geschenke für ^oette gebeten. Nun waren all die verschiedenen einzelnen Sachen von den Geschäften ins Haus des Verlobten gesandt worden und Melusine setzte den Schlußstein unter ihre Bemühungen. Sie arrangierte alles mit feinem Geschmack uno ihren graziösen weichen Bewegungen in dem flachen runden, mit weißem Attas ausaefütterten Korbe, dessen Rand mit kleinen, weihen seidenen Bandschleifen geziert war. Nichts war vergessen worden für eine ebenso komplizierte wie kostbare Brauttoilette! Entzückend« Wäsche, au9 einem Hauch von Batist, mit feinster Nadelslickerei unb seidenem Banddurchzug, wie sie die in Frankreich hochentwickelte Wäsche in duft rie sn Pariser Filialen jetzt nach Straßburg entsandte. Ein Taillenrock aus Seibenbatift mit echten Spitzenein- sätzen. Und neben der kostbaren, malten, weißen Brautseide zum Kleide auch der Schleier unb der Kranz künstlicher Drangenblüten, mit denen m Frankreich die Braute sich ,zu zieren pflegten. (Fonietzung folgt.) Aus- Tie Maingau. WSR. Abend fest. am I Verkäufe Häßlicher Zahnbelag Reuters, Wernges, als Schulverwalter wird er unsere Greine Schulstelle in evange- vom He si den Grund ist mitver- demnächst werden. [Verschiedenes Mal- und Zeichenunterricht für Anfänger tv. erteilt. Schr. Anaeb. u. 01346 an d. G. An». O. D. Nr.S Jede Erklltun f „Drowe" 1 Euc.-Menthol- Bonbons hellen sofort. V Droierte Wintsrtofl i KreuzpUtz IO.^F So war er in den Orten Crainfeld und Bannerod tätig. Ostern dieses Jahres meinde verlassen, da ihm Mainz übertragen ist. Trotzdem vier Wehren den Brand brannten Haus und Scheune bis auf nieder. Eine große Dreschnraschine brannt. Kreis Usingen. Uebeneugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pfg., große Tube 1 Mk. LHIorodont. Zahnbürsten 1.25 Ml-, für Kinder 70 Pfg. Chlorodont-Mundwasirr Flafche 1.25 Mk. Zu haben in allen LHIorodont Verkaufsstellen. Man verlange nur echt LHIorodont und weife jeden Ersatz dafür zurück. Landesjugendpfarrer Lic. v. d. A u hielt im Dormittagsgottesdienst eine von tiefem Ernst und scheu Landesverein für Innere Mission ins Leben gerufen wurde, einem allgemeinen Bedürfnis entspricht, beweist der Llmstand, daß sie hier schon 3 0 0 Mitglieder gewonnen hat. Auch in den anderen Schl'.tzerländer Gemeinden sind bereits zahlreiche Beitritte erfolgt. 0 Uellershausen, 21. Febr. Lehrer Reichert begeht in diesen Tagen sein 25 j ä h r ig e s Dienstjubiläum. Im Iohre 1906 kam er in unsere Gemeinde, nachdem er vorher schon in Schulen des Kreises Lauterbach gewirkt hatte. Gietzenev Pkevdemavki-Lofe ä > JLN. sind bet allen bekannten Voicnoer fäu ern tu der Stadt und auf dem Lande »u staben: General-^entieb ibudiacfcr. Neuen Baue 11. rtüt Wiederverkämer daselbst llLoief.ro JUt 28Losef.255LK. Kauf Ehlo odont Dir heute ein, Dann ist Dein Zahn stets blendend lebt Dersin-Schöneberg (Driglnalhrtef bd unserem Notar hinterlegt.) Gr. Schreibmaschine Scür • Maschinen tisch, Koviervcesse zu oerk. N.'chm. 5-7 zu besicht Wo, sagt d e Ektchäftöst. des ■Mfeä. An,.. 01348 spräche war lebhaft. Kreis Lauterbach. P Schlitz, 21. Febr. Wie sehr die lische Sterbevorsorge, weiche Ublor Mundgeruch beseitigt ((Ein Urteil von Sielen): Ich fühle mich veranlaßt, Ihnen heute vollkommen freiwillig und unaufgefordert ein Dankschreiben zu über fenben. Nachdem ich einmal aufgehört Halle, Chlorodonl zu gebrauchen versuchte ich in Reihenfolge... Ich kaufte nun vor kurzem wieder LHIorodont und beobachtete folgendes: Meine Zähne haben schon nach kürzerer Zeit wieder den gelblichen Schein verloren, sind wieder blendend weih und blank. Außerdem ist die frühere Glätte wieder zum Vorschein gekommen. Der eigenartige Geschmack des „Thlorcdmt" übt außerdem eine erfrischende, im Sommer besonders wohltuende Wirkung aus. Ich werde nach den wirllich gemachten Erfahrungen ab jetzt nur noch „Ehlorodont" benutzen und meine Devise wird stets lauten, für mich und jeden zur Empfehlung: Für Neubauten Chamott-Kesseloien «Kero» rostet nicht, reibt nicht, kocht schnell mit wenig Brand. Trotz dieser Vorzüge billiger Preis, empfiehlt Edgar Borrmann * Giefeen Haus- und Küchengeräte Gut erhalt- rweifl. Gasherd preiswert abAiin.01144 Liidarilaae 17 111. Bteuitongen Wie und halbrunde Cotten jeder Art liefert vt eiswert sreiBlihn- ft uion 01350 Ctcllmachcret J. Kaietsch Niederwalgern. GesMs-WskWliWllMen erfordern stet» eine sorgfältige Textgebung und Satzausstattung. Gute Satzleistungen sind nur erreichbar, wenn die Anzeigen ItfiDieitio genug aufgegeben werden. Der Annahmeschlutz für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Aach, mittag vor der Aufnahme. (Empfehlung»: anzeigen müssen, je nach Umfang und Satz, schwierigkeiten, zwei bis drei läge vorher bestellt sein. Nur mit Sorgfalt und dem not« wendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen Wetli öen enoMlen Wlg! höchsten Höhen. Man hat dabei meist die stille Hoffnung, daß in den höchstgelegenen Bezirken der Forstämter Ulrichstein. Schotten und Grebenhain und den standesherrlichen Waldungen die Preise niedriger seien als in den Gegenden, die günstige Bahnverbindung und Abfuhrgelegen- heiten haben. Leider kommen viele Steigerer mit ihren Vermutungen an die falsche Stelle, da die guten Qualitäten Holz auch hier ihren Preis haben, der wesentlich höher ist als im Dorjahre. Allgemein ist der Hiebsatz dieses Iahr etwas geringer. Es besteht aber fein Anlaß zu Befürchtungen ober gar zu Preissteigerungen. Man wird auch dieses Iahr, wie schon oft, die De- o6ad)tung machen, daß, nachdem die voreiligen und besorgten Steigerer befriedigt sind, man hinreichende Mengen zum Taxpreis oder darunter bekommt. Kreis Alsfeld. ~ Merlau, 21. Febr. In der Gastwirtschaft von Hörle hielt gestern nachmittag Landwirt- schastsas,essor Dr. Selz er vom Landwirtschaftsamt Grünberg einen interessanten D o r t r a g über „Düngungs Maßnahmen". Dr. Selzer betonte in etwa zweistündigen Ausführungen die Rotwendigkeit der künstlichen Düngung; insbesondere hob er die Kalkdüngung hervor. Bürgermeister K o ch e n b ö r f e r, bet Lebensgefahr sich_ in Sicherheit bringen konnten, bekämpften, 20 Zentner gutes HEU zu kaufen seftt-tt Adolf Be t, Mattia- rinengasse 14 p. bejahend für die Anschaffung eines Leihschen Epidiaskops ausgesprochen hat, soll ein solches für die hiesige Schule angefchafft Gutes mitieoot« 30 (aalen gelost. Lchr. Ang. u. 20321) an den Gien. Anz. Kirchliebe Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 22. Februar 1928. Sladtkirche. 6 Uhr: Pafsionsgottesbienst, Pfarrer Decker. gäbe des elektrischen Stromes einen Staffeltarif eingesühn, der drn (Großabnehmern erhebliche Nachlässe auch auf ^ichtstrom zubilligt Der Rormpreis von 50 Pfennig gilt bis zu einem Monatsverbrauch bis 100 Kilowatt-Stunden und ermäßigt sich von da ab bis auf 30 Pf. bei 1000 Kilowatt-Stunden. Kreis Westerburg. -D Rennerod, 21. Febr. Lin dreister Diebstahl wurde am Hellen Tage in der Ga st wirtschaft und Bäckerei August Gaspari verübt. Es gelang einem Langfinger, in einem unbewachten Augenblick die Wirt- schaftskasse zu öffnen und den Barbestand der Kasse zu stehlen. ES sind dem Dieb schätzungsweise etwa 20 Mark in die Hände gefallen. Obwohl Verdacht auf eine bestimmte Person vorliegt, sind die Verdachtsmomente nicht ausreichend. WSR. Herschbach bei Wallmerod, 21. Febr. Am Sonntagabend brach in der Scheune des Landwirts Iohann 03 r a ft Feuer aus. Im Au hatten die Flammen das Wohnhaus ergriffen, so daß die Bewohner nur mit größter warmer Liebe zur Iugend getragene Predigt I über das Bibelwort: Gott sprach zu Abraham: „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen | sein" und zeigte damit den wahren Weg zum Glück. Am Vachmittag sprach derselbe Redner -I- Cleeberg, 21. Febr. Ein 03ertreter der Firma Leitz führte dieser Tage in der hiesigen Schule und Kirche das nach den neuesten ®r<* fahrunaen hergestellte Leih-Epidiaskop vor. In interessanter Weise verstand es der Redner, seine Zuschauer für die Vorführung zu fesseln. Da der hiefi-e Schulvorstand sich bereits M -Kränze :^:ier -Handschuhe -WäSChe 156a Modehaus Salomon Frankfurt a. OH., 21. Febr. Hin, sichtlich der Organisation der städtischen Museen hat der Magistrat einer Vorlage zu- aestimmt. wonach für das Kunstgewerbemuseum, das Historische Museum und die Städtische Galerie einschließlich des Liebighauses eine einheitliche Oberleitung geschaffen wird, um eine höhere Auswertung der Museen zu ermöglichen und ihre systematische Ordnung zu fördern. Die Oberleitung der OHufeen soll Professor Dr. Swarzenski, dem Leiter der Städtischen Galerie, übertragen werden. Die Verwaltung der Museen im einzelnen soll in den Händen sachkundiger Ober-Kustoden liegen. — Ein 25 Iahre alter Kaufmann brachte sich aestern im Hause seiner Braut in der Gleim- ftraße einen Schuß in die rechte Lungengegenb bei. Er wurde schwer verletzt in das Krankenhaus verbracht. Verschmähte Liebe ist die Ursache der Tat. Birx verhaftet. Lpd. Frankfurt a. M., 22. Febr. Zu der von uns in einem Teile der gestrigen Ausgabe bereits gemeldeten Verhaftung des seit vorigen Monat von hier flüchtigen Arbeiters Birx, der in der vorvergangenen Rächt von Beamten des Kölner Kriminalkommissariats in Köln f e st - genommen wurde, erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Don dem gestohlenen Geld fand man bei Birx noch 27000 Mark in bar. Birx floh von Frankfurt zuerst nach Berlin, wo er sich kurze Zeit aufhielt, und von dort nach Leipzig. Don Leipzig ist er bann nach Köln gekommen, weil er dachte, im Gewühle des Kölner Karnevals untertauchen zu können. Er hatte dort bei einem ihm bekannten Kraft- wagenführer namens Dünnwald in der von Quadt-Slrahe Wohnung gefunden. Diesem fiel es auf, daß fein Gast so freigebig mit seinem Gelbe umging, und da er dachte, daß der Ursprung des Geldes nicht ganz einwandfrei sei, benachrichtigte er die Kriminalpolizei. Diese nahm Dirx dann liche, zur Ausführung der Pläne erforderliche Bausumme in der jetzigen wirtschaftlichen Rot ein sehr wichtiger Punkt. DaS Geld muß von den Gemeinden aufgebracht werden, also von den Steuerzahlern, die hinreichend belastet sind. Ein endgültiger Beschluß ist noch nicht gefaßt worden. — Die Bautätigkeit scheint hier in diesem Iahre wieder gut einzusehen. Bis jetzt liegen vier Daugesuche Privater zur Errichtung von Wohnhäusern vor. j:[ Gelnhaar. 21. Febr. Am Sonntagabend veranstaltete der hiesige Gemischte Chor unter Leitung des Lehrers Hünergarth in dem Daalbau der Wirtschaft Ritzel einen Konzertabend. Das Programm war sehr reichhaltig. Reben einer Anzahl ausgewählter Chöre wurden von Sängern und Sängerinnen Einzel- gefänge vorgetragen. Die Darbietungen des Chores bezeugten, daß er sich auf einer beachtenswerten Höhe befindet. Anschließender Tanz hielt die Besucher noch einige Stunden beisammen. Kreis Schotten. □ Laubach, 21. Febr. Wie wir seinerzeit meldeten, hat der hiesige Schützenverein die Errichtung neuer Schieß-Anlagen auf der Westseite des „Ringelsberges", oberhalb des Sportplatzes an der Staatsstraße 2 a u- bach— Freienseen, beschlossen. Die Arbeiten sind mittlerweile so gefördert worden, daß man hoffen darf, sie Mitte April vollendet zu sehen. Anfangs OHai soll alsdann das Eröffnungsschießen imb die Einweihung der neuen Anlage stattsinden. Dom 15. bis 17. Iuli wird der Gau-Verband der Schützen verein e fein 30jähriges Iubiläumsschie- ßen in Laubach abhalten, dessen Festfolge auf dem Gauschühentag am 18. März in Laubach festgesetzt werden wird. Der Verein hat sich unter dem Schühenmeister Wilhelm Greifer sehr gut entwickelt: er zählt zur Zeit 116 Mitglieder. Man rechnet für das Gauverbands- Schießen, womit ein größeres Volksfest verbunden werden soll, auf mindestens 200 auswärtige Gäste. — Im August soll das 8 0- jährige Stiftungsfest der hiesigen Turngemeinde abgehalten werden. Die guten Leistungen dieser Vereinigung gehen aus der höchst erfreulichen Tatsache hervor, dah nicht weniger als 26 Preise von hiesigen Sumern auf Turnfesten im Lause des vergangenen Iahres errungen wurden. Auch die F r a u c n r i e g c turnt eifrig und zeigt hervorragende Leistungen. Auf dem letzten Frauenturnen des Gaues wurden sämtliche sechs Mitglieder der Riege mit Preisen ausgezeichnet. Man hofft sicher, dah das diesjährige Gau-Frauenturnen nach Laubach verlegt wird. — Auch der Zweigverein Laubach des Vogelsberger Höhenclubs wird in diesem Herbst ein größeres Fest hier feiern, wozu die Vorbereitungen schon eifrig im Gange sind. Am 16. September wird der große H e r b st a u s f I u g des V. H. C.. der gegen 7000 Mitglieder umfaßt, in unserer Stadt abgehalten werden. Der hiesige Zweigverein hat sich unter der umsichtigen Leitung seines eifrigen Vorsitzenden (Oberfelretär Elbe) gut entwickelt. )—( Ruppertsburg, 21. Febr. Der Sonntag Estomihi war in unserer Gemeinde der kirchlichen Iugendpflege gewidmet. Zu verkau er.: Eine trächuae Siaiment. Kuh oder tracht. Simm. 'Jlinti, sehr gute Ab- sta »muna. bet 3,14D Karl Wächter. 'Ittünzenberg. 350 ccm Harley- Davidson versteuert bis friüb: iahr. in. elektr. Licht. Horn, Sozius ».komplett ein Werkze. a. nur 7 Mon. «cho end oefabren. Liaschine brucll- unbfeblerhei. roenen Anschaffung einer schwereren bi . zu uert Anzuselien tagt. ö. 1-3 Uhr mut. K. Pfaff. Marburger Straße 40. oise Preußen. Kreis Biedenkopf. # Königsberg. 21. Febr. Ein hiesiger Landwirt und Bergmann, der sich in Mecklenburg ansiedeln will, versteigerte am Samstag seine sämtlichen Grundstücke und die Hof reite. Die Aecker und Wiesen kamen über den erhofften Preis: es wurden bezahlt: für den Rormalmvraen Aecker 1000 Mk., Wiesen 1400 Ml. Für die Hofreite waren viele Liebhaber vorhanden, jedoch war bereu Zurückhaltung sehr auffallend: es wurde nur ein Angebot in Hohe von 8000 Mark von einem auswärtigen Liebhaber gemacht. Der hohe Zinsfuß dürfte für die hiesigen Interessenten der Hauptgrund der Zurückhaltung sein. — Die am gleichen Tage abgehaltene Holzversteigerung der Gemeinde ergab folgende Preise: Fichtenstammholz per Festmeter 28 bis 30 Ml., Fichtenrollcn 2 Meter lang, aus der Hand abgegeben, 21 Mk. per 2 Meter, • Eichentnüppel 16 bis 18 Mk.. Buchen!, ^üppel 22 bis 24 Mk. Kreis Wetzlar. J Wetzlar, 21. Febr. Die jüngste Stadtverordnetenversammlung hatte als besonderen Puntt den Reubau desFinanz- a m t e s auf der Tagesordnung. Der Bau soll zu Ansang Frühjahr begonnen werden und geht ganz zu Lasten der Finanzverwaltung, die Stadt hat also keine Ausgaben ihrerseits zu leisten. Dagegen ist über die Bauplatz frage zwischen den beiden Behörden keine Einigung zu erzielen gewesen. Während die Stadt den Bau in einem Bauviertel zwischen Banngärten und Reustadt haben will, hat die Finanzverwaltung ein Gelände gegenüber dem Amtsgericht nahe der Promenade soweit käuflich erworben. Aus den Verhandlungen im Stadtverordnetenkollegium kann die überwiegende Meinung der Stadtverordneten der bürgerlichen Parteien dahin prä- zif v;t werden, daß diese einem Er eilen des Baues an der Promenade nicht abgeneigt sind, weil sich dort oben schon mehrere Behörden, wie Amtsgericht, Katasteramt und Kulturamt befinden, daß jedoch in bezug auf die äußere Gestaltung des Baues noch besondere Wünsche vorgebracht werden sollen. Bei den Verhandlungen machte aud) der Bürgermeister noch einige Mitteilungen über die spätere Entwicklung des westlichen Stadtteils, besonders über einen Plan, das zukünftige neue Rathaus auf der sogenannten Odjfento:.ere erstehen zu lassen, ein Plan, der wohl der weiteren Zukunft gehören und der aud) wegen der Verschandelung des Stadtbildes noch manchen Widerspruch Hervorrusen bür te. 3m Verlau'e der weiteren Sitzung wurde noch ein Antrag der Stadtverwaltung gutgeheißen, daß bei der Auflösung des GutSbezirles Altenberg, westlich von Wetzmr, die an die Stadtgrenze anstoßenden Gebietsteile der politischen Gemeinde Wetzlar zugeteilt werden möchten. — Einem vielfach geäußerten Wunsche entsprechend hat auch die hiesige städtische Betriebsverwaltung für die Ab- in unserer Kirche zu nahezu 300 Personen in V/Jtünbigcm Vortrag über „Jugend und Elternhaus". Er, der die große religiöse sittliche Rot beiderlei Geschlechts in Stadt und Land und ihre Ursachen kennt, war berufen, zu zeigen, wie der Iugendnot, die den Eltern Rot und Sorge bringt, aber auch zum großen Teil bedingt ist durch ein Versagen des Elternhauses, abgeholfen werden kann. Richt Geschimpf und Vorwürfe allein können die ringende und sehnende Iugend den Weg zum wahren Glück führen. Er wies andere Wege, die kurz zusammengesaßt etwa lauten würden: 1. Sorge vor allem dafür, daß dein Kind nicht durch den Widerspruch, in dem dein Leben zu allem, was es im Religionsund Konfirmandenunterricht gelernt hat, steht, in Zweifel gerätI 2. Gib dir Mühe, deine Iugend in ihrem Ringen und Sehnen zu verstehen! 3. Habe Zeit für die innersten Röte der jungen Seelen! 4. Sei ihnen ein Berater und ein Halt gegen verderbliche Einflüsse! 5. Bete mit der Heranwachsenden Iugend und für sie! 6. Führe sie zur einzigen wahren Kraftquelle, zum Glauben an Gott und den Heiland! Wenn sie in seiner Gefolgschaft bleibt, dann ist aus der ringenden eine siegende Iugend geworden. Dann wird es werden, wie die Gemeinde im Wechsel fang. Aus das „Mir nach", spricht Christus wird folgen ein freudiges: ..Ich will dich lieben, meine Stärke." Rach dem Gesang von „Schönster §err Iesu" richtete der Ortsgeistliche Pfarrer . Fritsch noch ernste ermahnende Worte an Iugend und Erwachsene. Der Posaunenchor trug zur Verschönerung der Feier bei. In beiden Gottesdiensten wurde eine Kollekte für die Landesjugendpflege erhoben. lp Breungeshain, 21. Febr. Der V o - geldberg steht zur Zeit im Zeichen der Holzversteigerungen. Selbst aus der Wetterau scheut man nicht den Weg zu Hessens | Kaufgesuche Für getranene öenenlleiöet zahlt höchste Preise L. Rosenzweiß lbletzev.velkersni 581. Kane genügt. i8a3 MMWN neu. 14 Ztr. u.8 3tr. schwer, zu vert. Cberbiel 31 r. 60 'Kreis Wetzlar). lui leilzaiiliiD^ Konfirmanden An- züre, Lodenmäntel, W ndjacken, Lvortanziiae, Pier- ledi-i, Dibbel aller Art ujw. 01355 H. Benner II., Schillerstr. 19. die Versammlung leitete, dankte dem Redner für die lehrreichen Ausführungen. Verloren: aestern v d. Mediz. silmi! b. ©übanlofle Rote hrewi-Broeebe. (3ca. Belohn, abiu- geben in der ülM1 Medizinische« Klinik. Schottischer SffißferM en laufen auf den Namen „Schollt“ hörend. Abzuaeben bet *'aD Friseur Götz. Frankfurter Straß«. auS zahlreich erschienenen Gästen vorführte. Allgemein gefiel die Klangfülle des Instruments. Sämtliche Darbietungen des Abends standen im Zeichen der Freude. Den Höhepunkt der Feier bildete ein vieraktiges Lustspiel. Mehrere vorzüglich vorgetragene Männerchöre unter Leitung des bewährten Dirigenten und Gründers des Vereins, Lehrer Dietrich von hier. Einzel- ge|änge, Mundartgedichte und kleinere Theaterstücke füllten das Programm des Abends aus, der mit einem Harmoniumvortrag des Deut:ch- landliedes (Thema mit Variationen) be:chlossen wurde. Von dem üblichen Tanz war grundiätz- lich abgesehen worden. s. Utphe, 21. Febr. Am Samstag hielt der Turnverein „Frischauf" seine Jahres- Hauptversammlung in der Wirtschaft Rühl ab. Der Vorsitzende, Lehrer Arnold, gab zu- nächst einen Ucberbücf über die Entwicklung des Vereins und feine Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr. Der Rechner Friede. 'Bornmann erstattete alsdann die Rcchnungsablage, die einen Ueberfchuß oon nahezu 1000 Mk. ergab. Diese Summe soll ver- zinslich angelegt werden und einen Grundstock für die Erbauung einer Turnhalle bilden. Die hierauf oorgenommene Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Dorf. Lehrer Arnold, 2. Dorf. Herrn. Sack, Schriftf. Wilh. F i l f i n g e r I., Kassierer Friede. Bornmann III., 1. Turnwart Karl Beißer, 2. Turnwart Karl Freitag, Jugend- turnmarte Schulamtsanwärter Lehr und Friedr. Weber. Als Beisitzer wurden gewählt: Ludwig Sack, Ludwig Weber und Düo Barr. Auf mehrere Anträge hin wurden alsdann folgende Be- fchlüssc gefaßt: Veranstaltung eines Werbeturnens im Mai, eine Rheinfahrt des Vereins im Sommer, die Neueinführung des Speer- und Diskuswerfens, da diesen Hebungen besondere Werbekraft zugeschrieben wird. Die drei ältesten Dereinsmitglieder, Wilh. F i I s i n g e r, Friedr. Bornmann und Ludwig Sack wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ferner wurde beschlossen, sämtliche Turn- zeitungen künftig aus der Dereinskasse zu bezahlen. Nachdem der Vorsitzende insbesondere auch den Kassierern für ihre Mitarbeit gedankt hatte, schloß sich noch ein gemütliches Beisammensein an, das durch Darbietungen der Gesangsabteilung verschönt wurde. K.eis Friedberg. WEN. Friedberg, 21. Febr. Der heutige Pferdemarkt war mit 228 Tieren beschickt. Käufer und Interessenten hatten sich sehr zahlreich eingefunden. Besonders besseres Material wurde lebhaft gehandelt. " Griedel. 21. Febr. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete bi'*'''1' Tage einen Lichtbildervo ttrag, in dem Herr Welker aus Gießen über seine O . ntreise sprach. In etwa zweistündigen Ausführungen führte der Redner seine Zuhörer im Geiste durch die reizvolle Welt des Orients, burd> Aegypten, Afrika und dann durch Italien bis zur französischen Riviera. Die Zuhörer dankten dem Vortragenden mit lebhastem Beifall. WSN. Wölfersheim, 21. Febr. Da mit der Umstellung des Braunkohlenschwelkraft- werks Hessen-Frankfurt (Hesrag) ein starker Betrieb zu erwarten ist, wird der B a h n • anschluß des Werkes am Bahnhof Wölfersheim in der nächsten Zeit bedeutend vergrößert werden. Kreis Büdingen. Lpd. Büdingen, 21. Febr. Der zweite Tag des Büdinger Petri Marktes stand im Zeichen der Pferdeverkäufe. Der Pferdemarkt war gut beschickt Insbesondere kamen Arbeitspferde leichten und schweren Schlages zum Angebot. Die Kauflust war nicht übermäßig groß. ‘ Büdingen, 21. Febr. In unserem Kreise wird der Vertreter der Beratungsstelle für Werkunterricht, Schulrat D e n z e r aus Darmstadt, vom 27. Februar bis 3. März in Büdingen, Ridda, Düdelsheim, Altenstadt. Ed)zell und Stockheim in den oberen Klassen der Volksschulen für die Lehrer Lehrproben über „Raumlehre und Werkunterricht" halten. Am Schlüsse soll ein zusammensassender Dvppel- vortrag von Schulrat Denzer das Thema: „Raumlehre und Raturlehre auf werktätiger Grundlage" behandeln. Man hofft, durch die Veranstaltungen den neuzeitlichen Strömungen auf dem Gebiete des Werkunterrichts immer mehr Eingang in den Schulen zu verschaffen. Ferner wird Professor Dr. Blecher aus Friedberg am 3 März in Stockheim einen Vortrag für Lehrer über. „Der Mensch der Steinzeit und die früheste Besiedlung der Wetterau" halten. nd. Ridda. 21. Febr. Gestern weilte Geh. Daurat, Denkmalp'leger Pros. W albe-Darmstadt hier, um die hiesige Stadtkirche zu besichtigen, die nach Beschluß des Kirchenvorstan- des und der Kirchengemeindevertretung in diesem Jahre außen und innen erneuert werden folL Bei dieser Gelegenheit könnte nach Ansicht deö Geh. Baurats auch ein innerer Umbau vorgenommen werden. Heber die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit einer solchen recht umlangreichen Aenderung hielt Geheimrat Walde einen ausführlichen Vortrag, zu dem der evangeluche Kirchenvorstand, Vertreter der Kirchengemerndever- tretung und sämtliche Ortsvorstandsmitglteder der Gemeinden des Kirchspiels eingeladen waren. Die Meinungen über die vorgeschlagenen inneren Veränderungen sind im Kirchspiel sehr geteilt. Wenn auch die Zweckmäßigkeit anerkannt wird, so ist doch in der Hauptsache die sehr becracht- AXX\\\VX\\\X\V»\\\\\\^^ r- UM< G i v M. 'X'"; ' X 'M h D » MW äußerste Preiswürdigkeit während unseres 1980e Umbau-Au sver Kaufs Der große Anklang, den unser Geschäft in Gießen u.Umg, gefunden hat, zwingtuns zur Vergrößerung unserer Geschäftsräume. Um Platz für die notwendigen Arbeiten und die neuen Eingänge zu schaffen, finden Sie in den nächsten Tagen besonders günstige Umbau-AusverkaufHngebote in allen Manufaktur-, Mode-, Baumwoll- und Weißwaren, eine Gelegenheit, die Sie gerade jetzt zu Beginn der Frühjahrs-Saison nicht versäumen dürfen. Die bekannte strenge Reellität unseres Hauses bürgt Ihnen für wirkliche Qualität und Ludwig Stern Gießen, Bahnhofstraße L, Fernruf 1585 Bekanntmachung. Letr.: Befreiungsanzeigen von der Bei- tragspflicht zur Arbeitslosenversicherung. 201 ID Auf Grund des Artikels 5 der Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 29. September 1927 — ReichsgesetzblaU 1, S. 312 — erlöschen am 31. März 1928 alle auf Grund der 5. Ausführungsverordnung zur Verordnung über Erwerbslosenfürsorge vom 18.Januor 1926 — ReichsgesetzblaU I, S. 693 — ausgesprochenen Befreiungen von der Zahlung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Wird die Versicherunasfreiheit über diesen Zeitpunkt hinaus in Anspruch genommen, so ist die Anzeige bis 29. Februar 1928 bei den zuständigen Krankenkassen zu erneuern. Insbesondere wird darauf hinge- wiesen, daß für Befreiungen auf Grund des 5 71, Abs. 1 des AVAVG., entgegen der früheren Bestimmungen, ein schriftlicher Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit mit mindestens sechsmonatiger Kündigungsfrist Voraussetzung für eine etwaige Dersicherungsfreibeit ist. Bemerkt wird ferner, daß vom 1. April 1928 ab Befreiungen auf Grund der alten Bestimmungen, d. h. solche, die auf Grund der Bestimmungen über Erwerbslosenfürsorge vom 16. Februar 1924 erteilt wurden, unwirksam werden. Die für die Befreiungsanzeigen benötigten Formulare können unentgeltlich bei den zuständigen Krankenkassen in Empfang genommen werden. Befreiungsanzeigen auf Grund der vor- genannten Bestimmungen, welche nach dem 29. Februar 1928 eingehen, können nicht berücksichtigt werden. Gießen, den 21. Februar 1928. Öffentlicher Arbeitsnachweis für das - nördliche Oberhessen. Dr. Frey. Bekanntmachung Auf Grund der Vorschriften der Reichs- verdingungsordnung sollen vergeben werden: 20128 1. Sämtliche Fuhrleistungen einschließlich Fahren der Leichenwagen für die Zeit vom 1. April 1928 bis 31. März 1929 (7 Lose). 2. Die Lieferung der für die Betriebe des Stadtbauamtes im Rechnungsjahr 1928 erforderlichen Kohlen. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote find bis zum Eröff- nungstermin am Mittwoch, dem 29. Februar 1928 vormittags 10 Uhr verschlossen, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, an das Stadtdau- pmt einzureichen. Zuschlags- und Bindefrist: drei Wochen. Gießen, den 22. Februar 1928. Stadtbauamt: Braubach. Oie verehrlichen Milglieder unserer Bank werden zu der am Freitag, 2. März 1928,8 Uhr abendek,im Hotel Hindenburg staftfindenden 69. Generalversammlung ergebens? eingeladen. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichts für 1927 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Zahresrechnung und Bilanz und die dem Dorstand und Aufsichtsrat zu erteilende Entlastung 3. Verteilung des Reingewinns 4. Ersatzwahl ausscheidender Mitglieder des Ausflchtsrats 5. Bericht über die Revision der Bank durch den Verbandsrevisor 6. Genehmigung des Erwerbs eines Grundstücks 7. Verschiedenes. M.WlkiMW Mittwoch, 29. Februar 1928, von 10 Uhr Ole auf dem 25. Febr. ongesehte Versteigerung ab, in der Gastwirtschaft Herrmann, hier: meiner Hofreite findet bestimmt statt. Lichen-S tä : 30,28 km 1. Kl., 57,25 km 2. Kl., m K e 22,91 fm 3. Kl., 7,61 km 4. Kl., 2,56 fm CsHln LOtlOOn* Lichen-Stä Grast Boeger, Londorf. 7,61' km' 4. Kl., 2,56 fm 5. Kl., 4,56 fm 6. Kl., 2,69 fm 7. Kl. Lichen-Stg.: 84 1. Kl. 1997D VuchenStä.: 62,05 fm 2. Kl., 50,34 3. Kl., 11,56 km 4. Kl., 2,12 fm 5. Kl. Lrle und Birke: 1,65 km 1. Kl., 1,22 km 2. Kl., 0,91 fm 3. Kl. Fichten-Stä.: 34,47 fm 1a-Kl., 38,66 fm Ib-Kl.. 14,95 fm 2a-Kl., 7,30 fm 2b-Kl_, 12,14 fm 3a-Kl., 3,08 fm 3b-Kl., 6,82 km 4a-Kl., 4,10 fm 4b-Kl. Fichicn-Stg.: 25 1. Kl., 80 2. Kl., 146 3. Kl., 240 4. Kl., 100 5. Kl. Oberweidbach, den 18. Februar 1928. Der Bürgermeister. Oberförsterei Krofdorf. Brennholz-Versteigerung am Donnerstag, dem 1. März, 10 Uhr, in Krofdorf, Wirtschaft Freund, aus den Distrikten 23 (Krofdorf) und 49, 52b, 53a (Waldhaus): 2020D ca. 650 rm Buchen- und Eichenscheit und -knüppel 2000 rin Buchen- und Etchenreifer. Außerdem aus Distrikt 42, 54 und 58: ca. 1000 rm Eichenreifer. HolZversteigerung. Samstag, den 25. Februar d. 3., werden von vormittags 10% Uhr ab in der Wirtschaft des Otto Wagner 1. in Ruppertsburg am Bahnhof aus den Forstorten Langenberg, Steinrücke, am Schiegstand, Ziegenberg, Glashau und Großer Stein- bügel versteigert: 2001D Stämme: Esche 1. Klasse 28 Stück, 3,19 fm; 2. Klasse 6 Stück, 1,44 fm; Birke 1. Klasse 1 Stück, 0,23 fm. Derbstaugen: Esche 1. Klasse 10 Stück; 2. Klasse 17 Stück; 3. Klasse 24 Stück. Ruhknüppel: Eiche 1,8 rm (2 m lang). Scheiter: Buche 300 rm; Eiche 1,8 rm. Knüppel: Buche 100rm; Hainbuche 10,3rm; Eiche 16 rm; Esche 12 rm; Erle 3,2 rm; Birke 0,3 rm; Elsbeer 0,8 rm; Fichte 0,7 rm. Knüppelreisig: Esche 6rm; Astreifig: Buche 114 rm. Stöcke: Buche 142 rm. Dasjenige Holz, welches zur Versteige- rung gelangt, ist blau unterstrichen. Ruppertsburg, den 20. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Ruppertsburg. Högy. Gießen, den 21. Februar 1928. Handels- und Severbrbank e.s.m.b.H. Oer Vorsitzende des Aussichisrats: Adolf Roll. »»2v Friklbe SkksisU sowie i?öeiiöe SWseil W Weikn W SWM M Spionen empfiehlt 144 D U. taten Babnhoistr.59, Tel.66 Frliobo Lendbatter 'Bfö. 1.60, zum Ans- kochen Pfd.1.40 *u,el > Jakob Maternus, Ecke Klinik-umrank- kurier Straße. Friedberg. Anmeldungen zum (Eintritt in die unterste Klaffe der Aufbau- schule in Friedberg i. H. sind bis zum 12. März 1928 bei der Direktion einzureichen. Der Meldung (nicht stempelpflichtig!) sind beizufügen: 1. der Geburtsschein, 2. der grüne Impfschein, 3. das Schulzeugnis (mit Roten in allen Fächern der Volksschule), 4. ein von dem Schüler selbst geschriebener Lebenslauf. Da die Aufbauschule ihre Schüler schon in 6 Iahren zur Reife führt, kann sie nur gut begabte Schüler aufnehmen: sie müffen mindestens 7 Fahre die Schule besucht haben. Die Aufnahmeprüfung findet am 21. und 28. März statt, jedesmal morgens 8 llhr anfangend. Zriedberg, den 30. Januar 1928. Oie Direktion der Aufbauschule: Or. Faber.xhod la PorlMtanl bester Qualität, unter Syndikatspreis C. Rühsamen, 6le8en 8970 Fernsprecher 1Ö59._______ MeiWMch-SMWW Aus dem Gemeindewald Ulfa werden im Wege des schriftlichen Angebots in einem Lose verkauft: 2004D Fichte (Güteklasse N): Klaffe la 3 Stück, 0,56 fm; Klasse 1b 36 Stück, 12,24 fm; Klasse 2a 47 Stück, 28,80 fm; Klasse 2b 28 Stück, 31,55 km; Klasse 3a 10 Stück, 16,21 fm; Klasse 3b 3 Stück, 5,50fm; Klaffe 4a 1 Stück, 3,55 fm, zusammen 128 Stück mit 98,41 fm. Es sind die Nummern 92, 100, 114, 139 sowie 207 bis 337. Aufarbeitung nach Homa; Messung ohne Rinde. Das Holz ist geschält und gerückt. Anmeldung zur Besichtigung bei uns oder Herrn Förster Frank zu Stornfels. Zahlungsbedingungen: ein Drittel Anzahlung; für die Restsumme zinslose Stundung bis 11. November 1928 gegen Bürgschaft oder andere Sicherstellung des Restbetrags. Schriftliche Angebote mit der Aufschrift „Fichten-Stammholz-Submission" an die unterzeichnete Stelle. Die Gebote sind für geschältes Holz abzugeben. Eröffnung der Gebote Mittwoch, den 29. Februar 1928, vormittags 10 Uhr. auf unserem Geschäftszimmer. Hessische Bürgermeisterei Ulfa. Hofmann. WWnMÄll ^roünWn AlMlültüng Mein u.prelsroeri Ole Brüüi’föi? Unlv.-Nnaerel. si. Lange. Wen. 5öjulftr.7. Donnerstag, den 23. Februar 1928, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg, zwangsweise gegen Barzahlung: einen Aktenschrank, einen Kaffenschrank, eine Vitrine, eine Schreibmaschine, vier Schreibtische, ein Sofa, ein Vertiko, einen Spiegel, eine -Ladeneinrichtung, drei Blatt Oberleder, einen Dinterpaletot, 13 Kar-, tons Knöpfe, vier Einlegschweine, acht kg Blumenkohlsamen. 2029D Gerichtsvollzieher in Gießen AJ'vriI Steinstraße 13.___ Brennholzversteigerung Es werden versteigert aus dem Staatswald der Försterei Großen-Linden Dienstag, den 28. d. ZIL, von vormittags 10 Uhr ab, im Saale „Zur Eiche" in Klein-Linden aus den Forstorten Fuchsbau, Hexenbusch und Tannacker: 20039 Scheiter rm: 96 Kiefer; Knüppel rm: 30,8 Kiefer, 4,5 Fichte; Reisig 3. Klasse (Ast- reisig) 100 Wellen: 4,3 Buche, 46,8 Kiefer, 2,3 Fichte, 0,3 Birke; Stöcke rm: 52,2 Kiefer, 1,8 Fichte. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Gießen, den 21. Februar 1928. Hessisches Forstamt Schiffenberg. __________Nicolaus._____ __ Brennholz-Versteigerung. Aus dem Fürstlichen Forstdistrikt Tiergarten bei Hungen kommen Anfangs Marz zum öffentlichen Ausgebot: 2021t» ca. 20 rm Buchenscheiter, 200 rm Buchenknüppel 1500 rm Buchenreiser. Das Holz sitzt meist an chauffierten Wegen. Braunfels, den 21. Februar 1928. Fürstliche Rentkammer. Forstabteilun^ Nr 45 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Mittwoch, 22. $ebruar (928 Aus Natur und Technik. Der Werdegang einer Glocke. Von Ingenieur Karl Trott. Nachdruck verboten. Mit den Worten „Friede sei ihr erst' Geläute" schlieht Schiller sein Lied von der Glocke. Aber wo waren die G.ocken, dir den letzten Friedens- schluß hätten verkündigen sollen? Sie lagen zer- MH M Bild 1. schlagen in den Kriegswerkstätten und warteten au> ihre Verarbeitung zu Geschoß:eilen. Inzwischen haben ikf) aber tausend fleißige Hände geregt, um den Gotteshäusern die verlorenen Glocken wiederzugeben. Viel Mühe hat cs erfordert, denn das Gewerbe des Glockengießers ist nicht so ein,ach, wie es der Dichter schildert, der eigentlich nur auf den Schlußakt im Werde- aang des Glockengießens eingeht. Zu jedem Gußstück gehört eben auch eine Form, deren Herstellung eine große Erfahrung voraus etzl. Daher kommt es auch, daß sich der Beruf des Glockengießers gewöhnlich auf seine Nachkommen vererbt. Jede Glocke hat einen bestimmten Ton und eine be.timmte Klangfarbe. 3n frühe.en Zeiten schrieb man einem Glockengießer, dessen Glocken sich durch einen schönen Ton auszeichneten, mitunter ebenso wie den Waffenschmieden eine übernatürliche Begabung zu. Man erzählt auch von Beimengung von Gold und Silber zur Erzielung höchster Klangwirlung. Alle diese Fabeln sind vor dec Wissenschaft verstummt. Das Glocken- inetall, die Glockenbronze, ist so einsach wie möglich. ZS bis 80 vom Hundert Kupfer sind mit leicht zu verarbeitenden Lehm, aber dieser Lehm darf nur in ganz dünnen Schichten auf getragen werden und jede Schicht muß erst langsam trocknen, bevor eine andere ausgebracht wird. Durch Schrumv en des Lehms können sonst Risse entstehen, Die zur Erlangung einer im Innern vollständig glat.en G.ocke vermieden werden müssen. Cs ist daher nicht erstaunlich, wenn man zur Herstellung einer Glocke durch'chnitlkich drei Monate braucht. Besteht ja dock) die Form aus drei Einzelteilen, dem Kern, dem eigentlichen Gkocken- moöell, der sog. falschen Glocke, und dem Mantel. Richt jede Form wird in des „Dammes tic er Grube" hergestellt. Dies gilt nur von größeren Glocken, Die nicht leicht sortzuschafsen sind und deshalb gleich in der Grube gebaut werden. Die Formen für kleinere Glocken dagegen baut man gewöhnlich in der G.eßereihalle und versenkt sie dann erst in die Grube. Be'ondere Festigkeit verlangt der gemauerte, eisenbewehrte Kern (Bild I) nicht nur als Grundstock des ganzen Modellausbaues, sondern auch als Wärmespender durch ein in seinem Innern unterhaltenes Feuer zur Trocknung der Lehmschichten. Lieber diesem „feftgemauerien“ Kern liegen eine ganze Anzahl solcher Lehmschichten, deren letzte durch eine sich drehende Schablone (Bild 2) nach fcfcm Maße des G.ockeninneren vollkommen glatt gestrichen wird, lieber dielen Kern kommt nun die falsche G'ocke (Bild 3). Sie darf sich, weil sie später ent,ernt werden muß, mit dem Kern nicht verbinden, was durch eine Zwischenschicht aus Pottasche erreicht wird. Zur besseren Haltbarkeit wird dieses Modell mit Bind,aden durchzogen. Schl eß.ich wird in ähnlicher Wei'e noch der Man e. übergesetzt (Bild 4), bis das Ganze zuletzt wie ein großer Lehm- klumpen aussieht. Besondere Sorgfalt erfordert das Herstellen der verschiebe en Berzie.ungen, Inschriften usw. Würde man sie ebenfalls aus Lehm machen, so wäre ein Abheben des über die falsche Glocke gestülpten Man.e s unmöglich. Man verwendet daher Abgüsse aus einer Mischung von Harz mit Wachs, die auf dem Lehm der falschen Glocke be.'eftigt werden. Während die er Arbeit mutz das Fever im Kern natürlich unterbrochen fein; erst dann wird es wieder zum Trocknen angezündet, trenn die Zierraten durch die Lehm- schicht des Mantels überdeckt sind. Das Wachs Bild 2 Bild 3 Bild 4 22 bis 20 vom Hundert Zinn vermischt, wozu noch kleine Beimengungen von Blei, Eisen, Zink und Antimon kommen. Alles kommt nur auf die richtige Gestaltung der Glocke an. Man kann sie sich als eine Art Stimmgabel vorstellen, deren Echwingungszahl den Ton bestimmt. Der Glockengießer weiß aus Erfahrung, welcher Glockendurchmesser einem bestimmten Ton entspricht; ungleich schwieriger ist aber die Erzielung einer schönen Kiangsarbe. Diese ergibt sich aus der Form des Querschnitts, und zu dessen Berechnung heißt es, alle Formeln der Lehre vom Schall spielen zu lassen, wenn das Werk den Meister loben sock. Eine sehr langwierige Arbeit ist die Herstellung der Form. Sie besteht zwar aus dem Wie entdeckt man neue Elemente? Don Professor Or. Paul Kirchberger. Nachdruck verboten. Goethe macht sich ein wenig lustig über Fausts Famulus Wagner, dem es so große Freude macht, zu sehen, wie vor uns ein weiser Mann gedacht, und wie wir's dann so herrlich weit gebracht. Die überlegene Weisheit Fausts will nicht recht an diese Herrlichkeit glauben. Aber auf die Gefahr hin, mich auf die Seite Wagners stellen zu müssen — es macht doch Freude, zu sehen, wie durch den Fortschritt der Wissenschaft, der heutzutage weit schneller ist als jemals zuvor, nunmehr Aufgaben mit Sicherheit lösbar werden, die weit übet das hinausgehen, was sich frühere Geschlechter träumen ließen. Vielleicht gibt es kaum ein Beispiel, an dem die Stufen, die die menschliche Erkenntnis nach und nach erklommen hat. so deutlich sichtbar bleiben, wie bei der Entdeckung neuer chemischer Grundstoffe. Bor hundert Jahren, zur Zeit des eigentlichen Begründers ' unserer heutigen Chemie, nämlich des großen Schweden B e r z e l i u s , blieb nichts anderes übrig, als jedes Element einzeln zu entdecken. Denn irgend ein Zusammenhang der Grundstoffe untereinander war damals noch unbekannt. Dies war, wenn wir von früheren Jahrtausenden absehen wollen, die über das Wesen des chemischen Elements noch ungeklärte Vorstellungen hatten, sozusagen die erste Stufe der Erkenntnis. Die zweite Stufe wurde erreicht, als um das Jahr 1870 herum der Deutsche Lothar Mayer und der Russe Mendelejew die Elemente in einem System zusammenfatzten, das |o große Regelmäßigkeit aufwies, daß es Mendelejew in mehreren Fällen gelang, die Entdeckung noch unbekannter Elemente vorauszusagen und ihre Eigenschaften ziemlich genau zu: be» ftimmen; und dies alles, obwohl die eigentlichen Gründe für die Möglichkeit der Zusammenfassung der Elemente zu einem System damals noch voll- tommen im Dunkel lagen. schmilzt dann heraus, und im Mantel finden sich dementsprechende Bertie,ungen, die spä.er durch das Glockenmetall ausge.üllt werden. Ganz ähnlich wird auch die sogenannte Krone — in gewöhnlichem Deutsch würde man sagen: der Henkel — behandelt, die zum Aoznge der Luft noch zwei oder mehr Windp.eifen erhält. Die drei Einzelteile müssen nun zum Gusse vorbereitet werden. Mit einem Kran hebt man sie zunächst voneinander ab. Die sog. falsche Glocke, die nicht mehr nötig ist, wird zerschlagen. Es kommt nun darauf an, den Mantel so über den Kern zu setzen, daß Der entstehende Hohl- raum genau Dem Modell entspricht. Sind alle beim Zusammensetzen noch übrigb.eicenden Ritzen gut mit Lehm verstrichen, so wird Dem flüssigen Die Dritte und zur Zeit höchsterreichbare Stufe war erklommen, als es möglich wurde, aus der tiefen Erkenntnis der inneren Gründe für das System der Elemente einen Irrtum in der Auffassung der Ratur eines noch unbekannten Grundstoffes nachzuweisen, und aus dieser Erkenntnis heraus Fingerzeige für seine Auffindung zu gewinnen, die dann auch ausschließlich daraufhin gelang. Unsere heutige Vorstellung vom Wesen des Systems der Elemente ist die folgende: Alle Atome bestehen aus einem elektrisch positiven Kern, um den elektrisch negative Elektronen umlaufen. Bei jedem folgenden Element erhöht sich die positive Kernladung, die durch ein neu hinzu- kommendes negatives Elektron ausgeglichen werden muß. Die Elektronen laufen in bestimmten Ringen oder Schalen um; maßgebend für die chemischen Eigenschaften eines Elementes sind nur die äußersten Elektronen, während die in den innersten. dem Kern nächsten Schalen umlaufenDen Elektronen bei Den chemischen Umsetzungen unbeteiligt bleiben und daher für die chemische Ratur des Stoffes von nur geringem Einfluß sind. Die regelmäßige Wiederkehr chemisch-ähnlicher Elemente rührt daher. daß. wenn sich die äußersten der umlaufenden Elektronen zu einer festen Schale geschlossen haben, die neu hinzukommenden Elektronen Der neu entstehenden Schale sich ähnlich verhalten, wie sich seinerzeit an einer früheren Stelle des Systems — D. y. bei geringerer Kernladung, kleinerem Kern, dementsprechend leichterem Atomgewicht und kleinerer Zahl von Elektronenschalen — die ersten Elektronen der früheren, nunmehr geschlossenen Schale verhielten. Ist z. B. eine Schale fest geschlossen, ohne daß sich außerhalb davon noch Elektronen befinden, so Haber wir ein sogenanntes „Edelgas", wie z. B. Helium. Argon, Reon, Krypton, vor uns, das sich chemisch überhaupt nicht betätigt. Befindet sich außerhalb der geschlossenen Schale nur e i n Elektron, so haben wir ein sogenanntes Alkalimeiakl. wie z. D. Lithium, Ratrium, Kalium usw. Fehlt Glockenmetall durch Ausstößen eines Zapfens aus dem Schmekzo en der Weg über eine an- geheizte Rinne zum Einflußloch im Kopf der -öUD 5 Form freigegeben (Bild 5). D'e Befürchtung „wenn die Form zersprang" ist nicht unoerechtigt. Das eindringende ilüssige Metall beansprucht die Form außerordentlich, und man schützt sich vor einem Mißer olg dadurch. Daß man die ganze Form außen mit Metallbändern umgibt und sie bei größeren Glocken mit Erde einstampst. Rach zwölf bis vierundzwanzig Stunden ist Die Abkühlung eingeirc:cn, ter Kern wird heraus- gestemmt, ter Mantel zerschlagen, und Die Glocke selbst wird mit einem Sandstrahlgebläse blank gemacht. Ein Glockenguß spielt sich also im großen und ganzen noch genau so ab wie zu Schillers Zeiten. Die technische Beschreibung im Lied von der Glocke ist also auch heute noch nicht Überholt und wird voraus ichtuch auch auf lange Zeit hinaus seine Gültigkeit behal.enl OieEektnsiZierMg ösrReichsbahn Don Dr. Wolfgang Mejer. Kürzlich melde e die Deutsche Reichsbahn, daß bisher 1230 Kckome er ihres Streckennetzes auf elektrischen Betrieb umgeste.lt seien. Anläßlich derartiger Rachrich en von den Fortschrit en der Bahnelektri izie.ung tauchen im teZenten Publikum immer wie. er Fragen auf, wo die elektrisch betriebenen Strecken eigentlich lägen, weshalb man im Reiche beträchtlich weniger elektrische Ei.enbahnanla. en wäh.end der £ajrt beobachten könne als beispie Zwei e in der Schweiz, weshalb man die wichtigsten lleberlandstrecken wie Berlin-Hamburg noch nicht mit elektrischen Maschinen fahre, und wie lange es noch Dauern solle, bis das gesamte deutsche Bahnnetz für elektrischen Betrieb cinge.ichtet sei. Solche Fragen sinD auch Durchaus begründet. Die technischen Vorteile der elektrischen Bahn sind heutzutage in weitesten Krci'en bekannt. Der Reisende kennt Die Annehmlichkeiten der Rußsreiheit, des geräuschloseren Fahrens und der teilweise Höheren Geschwindigkei.- aus eigener Erfahrung. Der Sieg Der Elektrizität im europäischen Bahnbetriebe, das Ausfterleen Der Dampflokomotive gilt in Der Oe.fentlichkeit als ausgemachte Sache als Frage weniger Jahre. Werden doch die Schwierigkeiten, die einer allgemeinen ®lePri,i- z erring entgegenstehen, und die Leistungs ä)ig- leit neuzeitlicher Dampflokomotiven meist unter-, schätzt. Militärische Bebenken verhinderten vor dem Kriege Die Einführung des elektrischen Systems. Die Einheitlichkeit der Betriebsart mußte gewahrt bleiben. Die Ge'nhr Der Lahmlegung größerer Teile des Streckennetzes durch Zerstörung oder feindliche Besetzung einer Zentrale mußte man vermeiden. Die e militärischen Rücksichten hatten nach dem Kriege feine Bedeutung mehr. Dagegen fielen Die wirtschaftlichen Momente um so stärker ins Gewicht. Auch Dem Laien ist ohne weiteres verständlich, daß Die Bauroß m einer elektrischen Strecke mit Der gewaltigen Zahl Der Oberleitungsmasten, den Massen trpfewer Leitungsdrähte und hochwertig en I olatlons.na.erials weit teurer fein muß als eine Dampfbahngleisanlage. Aeber- dies müssen fompielige Kraftwerke gebaut, elektrische Lokomotiven bescha ft werden. Die Umstellung eines einzigen Kilometer Dampbahn- strecke auf elektrischen Betrieb kostet der Reichsbahn etwa 200 000 Mark. Da das deutsche Bahnnetz rund 53 000 Kilometer mißt, würden für Die Elektri izierung Der ge amten deutschen Reichsbahn über zehn Milliarden Mark erforderlich sein. Angesichts der Höhe dieser allein durch die Baukosten verursachten Ausgabe und der verhältnismäßig geringen oer.ügbaren Mittel, erscheint es einleuchtend, daß Die Reichsbahnleitung Die Elektri,izierung Der Fernlinien nur schrittweise und nur Dort vornimmt, wo gegenüber Dem Dampfbetriebe tatsächlicher Ruhen erzielt werden farm. Von wirklichem Vorteil ist Der elektrische Betrieb auf Strecken mit erheblichen Steigungen — Die mit Elektrizität besser bewältigt werden als mit Dampf —, und wo die Fahrzeit durch Einführung Der elektrischen Kraft beträchtlich verkürzt werden kann. Die Fahrzcitverkürzung ist ebenfalls in erster Linie auf unebenen Strecken gegeben, sowie auf Linien mit dichter Folge von Hallepunkten. Endlich ist Die Rühe Der Kraftquelle wich.ig für Die Anlage elektrischer Dahnen. Daher ist es folgerichtig, haß die Elektrifizierung Der Deutschen Reichsbahn bisher in Südbayern, Schlesien und dem mitteldeutschen Brauniohlengebiete erfolgte. Hier find die natürlichen Vorbedingungen gegeben, die Kra'tauellen in Form Der Wasserkräfte und Kohle günstig gelegen. Die Strecken München—Rege sburg, München—Rosenheim—Salzburg. Breslau -L eg* nih, Leipzig-Hacke und Leipzig—Bitterse.d- Magdeburg bilden gleichsam das Gerippe des bisher eie.infizierten Rehes; München-Rosenheim—Salzburg ist von Rosenheim bis Salzburg noch nid)t elektrifiziert, doch gehört der Ausbau dieser Strecke zu den nächsten Zielen, da hier ganz erhebliche Steigung vorliegt und der Anschluß an das österreichische Bahnnetz von Rosenheim aus erfolgen muß, natürlich auch über Rosenheim—Kufstein nach der Brennerlinie. Breslau—Liegnitz ist ebmralld noch im Werden und wird in drei bis fünf Jahren se tig- geftellt fein. Späterhin wird Die Ost-Westver- li düng München—Stu!tgart —KarlsruhKehl als eleltrische Strecke ausgebaut werden. Die Eleltrizität würde Bayern mit seinen gewaltigen Kraftanlagen — Walchensee werk — und der Oberrhein liefern, und die Steigungen dieser Strecke sprechen ebenso für die möglichst baldige Einführung der Eletrizität wie die Konkurrenz der Arlbergbahn, Die Den Terlehr Paris—Wien nach der Schweiz und Oesterreich wegzuziehen droht. Verkehrsgeographisch), technisch und toivt- schastlich kämen als nächstfolgende Ziele Die Elektrifizierung der Badischen Bahnen mit Dem Oberrhein als Kraftquelle unD Der sächsischen Linien als Terbindu rgsstück zwischen Bayern und Schlesien in Betracht. Erscheint schon Die Vollendung des genannten Liniensystems noch als Zukunstsproblem, so ist Die Elektrifizierung des gesamten deutschen Bahn- netzes noch nicht ackuell, vielleicht überhaupt fraglich. Aus flacher Strecke kann der Dampf durchaus den Wettbewerb mit der Elektrizität aufnehmen. Reichsbahndire.tor W e ch m a n n berechnete 1923/24 in seinem Buche „Der elektrische Zugbetrieb der Reichsbahn" eine Verzinsung des Anlagekapitals auf den einzelnen Strecken zwischen 6,6 und 13,8 Prozent. Da die entsprechende Ziffer für den Dampfbetrieb etwa 7 Prozent beträgt, ist die Ueoerlegenheit des ele.trischen Betriebes erheblich beschrän.t, teilweise nicht vorhanden. Das klassi ehe Land der ele.trischen Bahnen, Die Schweiz, hat sogar für Den ele.trischen Betrieb im Jahre 1924 infolge Der hohen Anlagelosten 30,68 Millionen Franken benötigt, währenh der Dampfbetrieb nur 28,2 Der Schale zu ihrer völligen Geschlossenheit nur noch ein Elektron, so haben wir ein Halogen, wie Fluor, Chlor, Brom oder Jod usw. Alle diese chemisch ähnlichen Giemen.e unterscheiden sich nur durch ihren Kern und Die geschloffenen Elektronen - schalen voneinander. Eine große, vor der Ausstellung unserer heutigen Atomtheorie ganz unlösbare Schwierigkeit war dabei Die folgende: Cs gibt eine Stelle im System Der Clemente, wo Die chemischen Etgen- schaften sozusagen stick'ustehen scheinen. Während sich sonst, wenn wir von einem Element zu dem mit dem nächstschwereren Atomgewicht übergehen, Die chemischen Eigenschaften gänzlich ändern und erst nach Abschluß Der Periode wiederlehren, was ja eben das Wesen des ganzen Systems ausmacht, so folgen an dieser Stelle lautet Elemente au einander, deren chemische Eigenschaften so ähnlich sind, daß sogar ihre Unterscheidung Schwierigkeiten macht. Diese Clemente heißen die seltenen Erden, und das bekannteste von ihnen ist das Ger, das einen wesentlichen Bestandteil her Gasglühstrümp e bildet. Die Verlegen-'eit bet früheren Ehemilet gegenüber dieser Tatsache des Stillstandes Der chemischen Eigenschaften im System war so groß. Daß einer von ihnen diese Stelle des periodischen Systems als „Rumpeltammer her Ratur" le,eich- nete. Das war freilich ein sehr hübscher Ausdruck, aber erklärt war damit nichts, und außerdem hat die Ratur keine Rumpelkammer, sondern es ist bei ihr wohlgeordnet. Run aber haben wir die Erklärung. Während sich nämlich im allgemeinen die Eie.krönen, die nötig sind, um die wachsende Kernladung auszugleichen, nur in den äußeren Gegenden des Atoms ansiedeln können, geschieht es mitunter, dcß innere Clektronenscha en, die vorläufig ge» schiessen schienen, späterhin, nämlich nach Bildung Der äußeren Schalen, to'.e.er aufnahmefähig werden. Treten aber E'eckronen in die innere Schale ein, so ändert das die chemische Ratur der Stoffe wenig oder garnicht; denn d;ese hängt ja nur von Den äußeren Elektronen ab. Es gelang nun dem eigentlichen TegrünDcr unserer heutigen, also der jüngsten Atomtheorie, nämlich Dem Dänen Riels Bohr, eine Regel aufzustellen, die etwa so lautet: 3n den äußeren Scha.en finden mehr Elektronen Platz als in den inneren, d. h. Die Perioden des Systems werden allmählich länger. Wir können zwischen der „vorläufigen" und ter „endgültigen" Zahl von GL'Lronen unterscheiden, die in einer Schale Platz finden, und die endgültige Zahl von Elektronen einer inneren Schale — wenigstens der Elektronen einer bestimmten Art, worauf wir jedoch nicht näher eingehen wollen — ist so groß wie Die der vorläufigen Füllung der nächstäußeren Schale. Auf diese Weife konnte Dohr angeren, wieviele Elektronen in der inneren Schale nachträglich, d. h. nach Eröffnung der äußeren Schale noch Platz finken konnten, 0. h. wie lange der Stillstand im Fort/ schreiten Der chemischen Eigenschaften von Clement zu Element anbauern kann; mit anderen Worten, er gab an, wieviele sogenannte seltene Erben es geben kann, und es stell.e sich heraus, daß ihre Anzahl um eins zu groß angenommen war. An der letzten Stelle, an Der man bisher eine seltene Erde verrnu.et hatte, mußte aljö ein Element anderer Art stehen, und nach dem periodischen System gelang es Dohr ohne Schwierigkeit, das der torangegangenen Elemente anzugeben, mit dem es die größte Aehnlichleit haben mußte: es war das Zirkon, und tatsächlich war es nur diese Aehnlichleit, de.etwegen das neue Element, Daß dann Hafnium genannt wurde, so lange übersehen worden war. Cs war einfach mit Dem Zirkon verwechselt worden. Es gelang nun, Stoffe, in denen das neue Clement vermutet wurde, noch vor dessen endgültiger Entdeckung durch L»:sscheiden fremder Bestandteile so mit Dem neuen Element anzureichern, baß sein endgültiger Rach weis gelang. Damit aber war nicht nur ein Stoss entdeckt, her mittlerweile schon praktische Anwendung gesunden hat, sondern auch der Schleier, her uns das Geheimnis Der Ratur verbirgt, wiederum um ein Stück gelüftet Millionen erfordert Hütte — trotz der günstigen natürlichen Voraussetzungen, trotz der Tatsache, daß in der Schweiz die billigere Unterhaltung des Tunnels bei elektrischem Betriebe stark mit» spricht! . Seit 1924 hat sich aber technisch das Bild noch zu ungunsten der Elektrizität verschoben. Die Dampflokomotive ist weiter vervollkommnet werden. 3m letzten Jahre brachte die A. E. G. ihre Kohlenstaublokomotive heraus, die den bisher wertlosen Brennstoff derart vortrilhaft ausnutzt, dah gegenüber dem gewöhnlichen Dampfbetriebe 20 Prozent Ersparnis erzielt wurden. Hundert solcher Lokomotiven bedeuten eine jährliche Ersparnis von 2 Millionen Mark! Ferner bestellte die Reichsbahn 1927 bei den Maffei-Werken die erste Turbinenlokomotive. Die verbraucht^ die übliche Kohle, benötigt aber nur etwa die Hälfte der für die bisherigen Kolbenmaschinen nötigen DrennstofMenge. Bezeichnenderweile werden auch aus der Schweiz — dem Lande, das ein Biertel seiner Bahnen elektrisch betreibt — Probefahrten neuartiger Dampflokomotiven gemeldet. Diese Hochdrucklokomotiven sollen ebenfalls bedeutend bessere Brennstoffausnützung gewähren als die alten Maschinen. Wir erleben also zu Beginn dieses Jahres einen erfolgreichen Vorstoß der Dainpfkraft. Durch bessere Eignung für bergiges Gelände, Möglichkeit rascherer Zugfolge und schnellerer Erreichung grober Geschwindigkeit wird noch wie vor die Einführung der Elektrizität auf verlehrs- geographisch und natürlich vorgezeichneten Strecken lohnen. Auf solchen Linien wird die Reichsbahn auch die Sie trifizierung vornehmen. Es ist aber zu begrüben, daß darüber die Pflege und Modernisierung des Dampfbetriebes nicht vernachlässigt wird. Denn in dem ebenen, hindernisfreien Deutschland wird der Dampf auf absehbare Zeit hinaus nicht von der Elektrizität verdrängt werden. Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im Januar. Der deutsche Außenhandel zeigt im Januar 1928 im reinen Warenverkehr einen Einfuhrüberschuß von 508 gegen 304 Millionen Reichsmark im Dezember 1927. Die Einfuhr ist um 113 Millionen Reichsmark gestiegen. Die Zunahme erklärt sich zum beträchtlichen Teile aus den Terminabrechnungen im Riederlagevcrkehr. Auch die Einfuhr an Lebcnsmittcln, die in besonders umfangreichem Maße an diesem Verkehr beteiligt sind, hat sich um 83 Millionen Reichsmark, sowie ferner die Rohstcffeinfuhr um 11 und die Fertigwareneinfuhr um 18 Millionen Reichsmark erhöht. Die Abnahme der Ausfuhr um 91 Mill. Reichsmark ist zum Teil auf saisonmähige Einflüsse zurückzuführen. An dem Rückgang sind Fertigwaren mit 78, Lebensmittel mit 3 und Rohstoffe mit 5 Mill. Reichsmark beteiligt. Trotzdem blieb aber die Ianuarausfuhr nicht nur beträchtlich über die Ausfuhr im Januar der beiden Vorjahre, sondern auch noch etwas über dem Monatsdurchschnitt von 1927. Die Börse hat gestern auf die Veröffentlichung der -Außenhandelszisfern für den Monat Januar mit ausgesprochen schwacher Haltung geantwortet, obwohl erst kurz vorher die Rachricht über die endgültige Freigabe des deutschen Eigentums in Amerika eingetrvffen war. 3n der Tat muß eine halbe Milliarde 3anuarpassi- vität im Außenhandel, hervorgerufen durch steigende Einfuhr — insbesondere von Fertigwaren — und sinkende Ausfuhr, zunächst einen, ungünstigen Eindruck Hervorrufen. Betrachtet man jedoch die Zahlen der deutschen Außenhandelsbilanz für den Monat Januar, wie wir daö bisher immer getan haben, in ihrem Werke und in ihrer Bedeutung nach der Seite rein saisonmäßiger Llrsachen. so wird die,er zunächst ungünstige Eindruck verwischt. Das zahlenmäßig verschlechterte Ianuorergebnis des deutschen Außenhandels kann ?u irgendwelchen Be° 'fürchtungcn grundsätzlicher Art keinen Anlaß geben. Allerdings hat der Monat Januar die Hoffnungen auf den deutschen Außenhandel vorläufig zunichte gemacht, die dahin gehen, daß die für Deutschland unbedingt notwendige Umstellung auf einen verstärkten Export im Ausmaß von 20 bis 30 Prozent seiner gesamten Produktion mit Rücksicht auf seine internationalen Zahlungsverpflichtungen noch nicht eingesetzt hat. obwohl bescheidene Anfänge zu dieser Entwicklung bei den nicht unerheblichen Steigerungen der deutschen Fertigwarenausfuhr in den letzten Monaten des Jahres 1927 sich gezeigt hatten. Für die Steigerung der Einfuhr sind in erster Linie Sailoncinslüsse und Terminabrechnungen (Wolle. Kaffee) maßgebend gewesen. Auffällig und bedauerlich ist die neuerliche Erhöhung des Importes von Fertigwaren, besonders Textilien und Eisenartikel. Auch wenn man bedenkt, dah ein Teil dieser ausländischen Fertigwaren in Deutschland weiterverarbeitet und wieder ausgeführt wird, so ist doch die absolute Ziffer des erhöhten Fertigwarenexports recht ansehnlich. Die Bedenken, welche sich gegen diese Entwicklung erheben, werden bestärkt durch den Rückgang der F e r t i g w a r e n a u s f u h r . die etwa wieder auf den Stand vom Sommer des Vorjahres gesunken ist. Wieweit sich bei der Zunahme der Einfuhr von Fertigwaren die Erhöhung der Ei enpreise, mit anderen Worten der höhere Preis für deutsches Eisen trotz Fracht und Zoll bei ausländischen, bemerkbar macht, ist nicht ohne weiteres ersichtlich, immerhin wird bei den bestehenden Zwistigkeiten zwischen Werkshani'el und freiem Eisenhandel letzterer die Wa'fe der Einfuhr ausländischen Materials, wie die Zahlen der erhöhten Eiseneiniuhr beweisen, in Anwendung gebracht haben, ilebrirenä hat der Import an Eisenerz mit 22 Millionen Mark einen Tiefstand erreicht: wir verw'e'cn bei der Betrachtung ter Außenhandels?ahsen stets gesondert auf diese Entwicklung in der Eisenerzeinfuhr, um den Rachweis zu erbringen, daß die von der Eisenindustrie behauptete Ei'enkonjunktur im Abflauen begrifsen ist, und daß der inländische Markt in seiner Aufnahmefähigkeit nachläßt. Rach der Entwicklung der letzten Monate scheint doch in dem allmählichen Fallen der Eisenerz- ein.uhr ei e symptomatische Bedeutung zu liegen, die in Anbetracht der Stellungnahme der Eisenindustrie zu der inzwischen erfolgten Eisenpreiserhöhung für die Oefsentlichkeit nicht uninteressant sein dürfte. Die auch von uns des öfteren erörterte Lage der allgemeinen Konjunktur in Deutschland hat nach dem Stande der Rohsto feinfuhr im Ianuar. die eine Rekordzahl feit der Stabilisierung auf weist, keine sichtbar rücfläujge Entwicklung genommen, denn nur bei einem Anhalten der verstärkten wirtschaftlichen Tätigkeit des Iahres 1927 kann der Monat Ianuar einen so hohen Bedarf an ausländischen Rohmaterialien gebracht haben. Somit enthä.t die deutsche Außenhande.sbilanz für Ianuar, die erste des Iahres 1928, große Schattenseiten. Sie wäre, wenn Deutschland nicht seine starten internationalen Verpflichtungen hätte, als günstig zu bezeichnen. Aber da nun einmal Deutschland ein Land ist, das auf die Ausfuhr unbedingt angewiesen ist, so muß unter diesem Gesichtspunkt die Gestaltung der deutschen Außenhandelsbilanz Bedenken her» vorru,en. *Württem bergische NotenbankStutt- g a r t. Die Württembergische Notenbank erzielte tm Geschäftsjahr 1927 nach Abzug der Tantieme, der Gratifikationen, sowie einer außerordentlichen Zu- . wendung an den Beamtenunterstützungsfonds in 'Höhe von insgesamt 60 000 Mark einen Reingewinn von 86^530 Mark, über dessen Verwendung wie folgt beantragt wurde: 4,5 Prozent Dividende gleich 316000 Mark, ordentliche Zuwendung an den Reservefonds 130 000, 0,5 Prozent Dividende gleich 35 000 Mark; satzungsmäßiger Gewinnanteil des. Staates 127,510, 2 Prozent Dividende gleich 140 000 Mark, zusammen 747 510 Mark. Der Nest von 115 020 Mark zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 1926 in Hö^ von 203 749 gleich 318 769 Mark soll ausschließlich für die Aktionäre auf neue Rechnung vorgetragen werden. Heber die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr läßt sich mit einiger Sicherheit noch nichts sagen, um so weniger, als unsere Wirtschaft neue Belastungsproben, innen- und außenpolitischer Art, zu bestehen haben wird. * Frankfurter Mühlen werke ® e b r. Wolff Handels-A. -G. Die Generalversammlung beschloß aus 250 858 (239 546) Mark Reingewinn wieder 10 Proz. Dividende zu verteilen. Rach dem Geschäftsbericht war derMchl- ab'ah schwankend und durch die Aeberproduktion der deutschen Mühlen erschwert, doch habe die Ge ellschast ihre Erzeugung an Mehl und Hart- grieh voll untergebracht. Von der Beteiligung mit der Hafenmühle erhofft die Verwaltung für beide Ge ellschaften Vorteile. Reuer Ziegeleiverband in Süddeutschland. Rachdem sich die Ziegeleien Hanaus und Umgebung von der Backsteinverkaufsstelle in Darmstadt kürzlich trennten, haben sie sich nunmehr gemeinsam mit den benachbarten hessischen und unterfränkischen Ziegeleien in einem neuen Verbände in der Form einer ©. m. b. H. zu ammengeschlossen. • Opel-Clite-Dia m a u t w e r k e - A. °G. Wie der W^TB.-HandelSdienst erfahrt, ist gestern ein Abkostimen unterzeichnet worden, wonach die Opelwerke die Aktienmehrheit der Etite-Diamant- Werke-A.-G. in Brand-Erbisdorf in Sachsen übernehmen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. Febr. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Tendenz: lustlos und schwächer. — An der heutigen Börse machte sich eine starke Lustlosigkeit geltend. die im Verlaufe eher noch zunahm. Die Umsahtätigkeit war äußerst gering, da bei dem andauernden Fehlen der zweiten Hand die Spekulation ebenfalls wieder fast untätig blieb. Cs wurden weitere Realisationen vorgenommen, darüber hinaus soll die Baissespekulation mit einigen Blankoverkäufen an den Markt gekommen sein. Da bei der herrschenden Unlust die Aufnahmefähigkeit naturgemäß gering war. schwächte sich die Tendenz allgemein weiter ab. Die Verbindlichkeitserllärung des Schiedsspruches im Konflikt der Metallindustrie blieb auch heute vollkommen ohne Wirkung. Man verwies auch diesmal wieder darauf, daß sie erwartet worden war. Die gesteigerte Passivität der deutschen Außenhandelsbilanz wurde dagegen weiter kommentiert und wirkte ungünstig nach. Bei den ersten Kursen ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse auf den meisten Marktgebie en Kursrückgänge von 1 b i s 2 Prozent. Im Angebot lagen vor allem wieder Schiffahrtswerte, von denen Hapag 2 Prozent und Rordlloyd 2,25 Prozent nachgaben. Am Elektromarkt waren Gef- fürel und Siemens um je 2,5 Prozent gedrückt, AEG. minus 1 Prozent und Licht und Kraft minus 2 Prozent. Scheideanstalt eröffneten 3 Prozent niedriger. I. - G. - I a r b e n 1,5 Prozent schwächer. Rheinstahl gaben 3 Prozent nach. Frankfurter Maschinen nach ihren lehttägigen Steigerungen 3,5 Prozent schwächer. Deutsche Anleihen eher angeboten. Von Ausländern hatten Türken weiter einiges Geschäft bei etwa behaupte e i K irsen: Anatolier jedoch schwächer. Im Verlaufe blieb die Stimmung lustlos, die Kurse lagen meist behauptet. Schisfahrts - werte konnten sich um etwa 1 Prozent erholen. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld 6 Prozent. Im D e v i s e n v e r k e h r notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,1885, gegen London 20,435. Mailand gegen London 92,05. Madrid 23,70. London-Kabel 4,8775. BerNnc Börse. Berlin, 22. Febr. Die Außenhandelsbilanz wirkte sich erst an der heutigen Börse richtig aus. Die Stimmung war infolgedessen beunruhigt. Besonders verstimmten auch die näheren Einzelheiten über die Freigabebill, die vorläufig noch nicht erfolgenden Zahlungen, die Klauseln bei der Rückgabe der Schiffe ufto. Ohne Einfluß blieb die Verbindlichkeitserllärung des Schiedsspruches in der Metallindustrie, da man damit gerechnet hatte. Der Geldmarkt blieb mit 5 bis 7 Proz. sehr leicht, Monatsgeld 7.25 bis 8,25 Proz., Warenwechsel 6,75 Prozent. Zu den ersten Kursen kam fast auf allen Märkten Material heraus, so daß sich das Kursniveau gegen gestern Schluß um 1 bis 2 Proz. senkte. Freigabewerte waren stärker angeboten und verloren bis 3 Proz. Berliner Handel sogar minus 4,5 Proz. Licht und Kraft und Stolberger Zink lagen ebenfalls je 3 Prozent schwächer. Außerordentlich schwach lagen Schadeaktien. die einen Verlust von 12 Mk. zu verzeichnen hatten. Dagegen konnten Bemberg und Glanzstoff um 3 bis 5 Proz. anziehen. Deut- s ch e Anleihen und Pfandbriefe sehr ftill und eher schwächer. Ausländer gedrückt. Bosnier büßten 1 Proz. ein. Rach den ersten Kursen wurde das Geschäft mit Ausnahme von Freigabewerten noch ruhiger. Die Kurst gingen allgemein weiter um 1 bis 2 Proz. zurück. Hapag und Rordd. Lloyd konnten 0,25 bis 0,5 Prozent anziehen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. Febr. Infolge der allgemein festeren Stimmung an der Börse mußten sowohl die Getreide- wie Mehlpreise erhöht werden. Auch Mais zog um 0,25 Mark im Prei e an. Die allgemeine Stimmung ist freundlich. doch ist das Geschäft nach wie vor ruhig. Es wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs. 25,25, Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Proz. Feuchtigkeit. 22,75 bis 23,25; Roggen 25; Sommergerste für Brauzwecke 28 bis 31; Hafer, in» länöi cher, 24 bis 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 22,75; Mais (gelb-)- für andere Zwecke 23,45; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 36,75 bis 37,25; Roggenmehl 33,<5 bis 36; Wcizenlleie 14 bis 14,25; Roggenkleie 15 bis 15,25. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin. 21. Febr. Die Grundstimmung mar heute Bormittag, beeinflußt durch die höheren Aus- landmeldungen und die um 5 bis 15 Cents gestiegenen Cifofferten, allgemein fester. Die erste Liverpooler Meldung brachte jedoch schon wieder eine Abschwächung und enttäuschte den hiesigen Marit. In effektiver Ware konnten sich die erhöhten Preise des Vormittags nicht behaupten, obwohl das Angebot nur unwesentlich zugenommen hat. Das Mehlgeschäft will aber immer noch nicht stärker ein. setzen. Am Lieferungsmarkte konnten sich für Weizen Erhöhungen von 1,50 bis 2 Mark durchsetzen, während für Roggen das Geschäft bei wenig vcr. änderten Kursen ruhig lag. Am Cifmarkt wurden die erhöhten Sortierungen teilweise bewilligt, .ini« ges in Manitoba IV und Westernroggen per Termin ist gehandelt worden. Für Hafer und Gerste war die Situation unverändert. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5-kg, Kl-Gewicht), 231 bis 234, März 261,50 bis 263, Mai 272 bis 273,25, Juli 275 bis 276 (fest); Roggen, märkischer (69-kg, Kl-Gewicht), 235 bis 239, März 262 bis 263 bis 262, Mai 268,50 bis 269 (stetig), Juli 258,25 bis 258,75 bis 258,50; Sommergerste 221 bis 275 (behauptet); Hafer, märkischer, 211 bis 222, März 232 bis 232,75, Mai 244, Juli 246 (fest); Mais, La Plata 221 bis 223 (zollbegünstigter Futtermais, fest); (100 kg): Weizenmehl 29,75 bis 34,25 (sehr fest); Roggenmehl 31 bis 34,25 (fest); Weizenkleie 15,30 (still), Roggenkleie 15,30 (still); Biktoriaerbsen 47 bis 55; kleine Erbsen 34 bis 36; Futtererbsen 25 bis 27; Peluschken 20 bis 20,50; Ackerbohnen 20,50 bis 21,50; Wicken 21 bis 23; Lupinen, blau, 14 bis 14,75; Lupinen, gelb, 15,25 bis 16; Serradelle, neu, 20 bis 23,50; Rapskuchen 19,50 bis 19,60; Leinkuchen 20,20 bis 22,40; Trockenschnitzel 12,80 bis 12,90; Soyaschrot 21,20 bis 21,80; Kartoffelflocken 23,30 bis 23,70 Mark. Kirche und Schule. Hessischer Kindergottesdienftverband. O Frankfurt a. M., 21. Febr. Gestern tagte hier eine von dem Hess. Kindergottesdienst verband einberufene Konferenz der Leiter von Kindergottesdiensten, die gut besucht war. AI. a. nahm an ihr als Vertreter des Landeskirchenamtes Oberkirchenrat Zentgraf aus Mainz teil. Im Mittelpunkt der Tagung, die von dem Vorsitzenden öcS Verbandes, Pfarrer Glock (Mainz), mit gründ- sählichen Erwägungen eröffnet wurde, stand ein Referat über „die Aufgabe d:s Dorbereiters und Leiters", in Vertretung des plötzlich erkrankten Stadtpfarrers Zimmermann aus Heilbronn von dem württembergischen Pfarrer Frick erstattet. Er gab aus der Praxis heraus Hare und bestimmte Richtlinien, die dankbar auf genommen wurden. Die Tagung hat ihren großen Wert gehabt, der sich in der Praxis aus- wirken wird. Dorftirchenvorstchertag in Lang-Göns. Am 28. Februar findet in Lang-Gons eine Dorfkirchen vor st ehertagunz ft.rit mit dem Derhandlungsgegenstand „Familien- not die eigentli che R o t unserer Tag e“, Vorträge von Pfarrer Bürbach in Weinsheim bei Kreuznach und Pfarrer G i 11 - mann in Weiler a. d. Rahe. Der erste Vortrag findet in der Kirche nach dem Gottesdienste statt. Danach ist Mittagspause in Bürgerhäusern der Gemeinde. Die Rachversammlung ist in der Turnhalle. Buntes Allerlei. Berlin baut einen Wolkenkratzer. Während der Bau des Europa-Hochhauses am Anhalter Bahnhof durch den Einspruch des Wohlfahrtsministers zu in Stockengebracht worden ist, soll jetzt an einer anderen Stelle der Berliner City der erste Wolkenkratzer errichtet werden. Das Bureauhaus Börse soll durch Umbau und Aufstockung so ausgestaltet werden, daß ein Gcsamt- gebäuöe von acht Etagen entsteht, dessen an der Ecke befindlicher Teil noch weitere acht Stockwerke enthält, so daß insgesamt sechzehn Stockwerke zur Verfügung stehen. Die Kuppelhöhc des Baues soll 64 m betragen. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen verlangen Sie stets 5Qy*8 echte Sodener Mineral-Pastillen. Die in -kN Pastillen enthaltenen Brunnensalze wirken lösend auf die Schleimhaut und schaden dem Magen nicht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angdübrten Ziffern geben die Hohe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. — Reichsbanktiiskonl 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. sts anhfuri a. M Berlin. 21. Fcvr. Weib tfner Franjoiische volländische 9tvten . . . 15,5(5 U>.o<6 Schluß 1-Utyr- Sch uh 2tn,ang Schluß 1-Utyr- Sch uty ’lAniang Schluh i l'Uhr- Sch u(j-l *2Ut|aii Roten . . 168.06 168.74 fl'irt fiurs » >r« Kur « T6 Rur» ft"re Sur fiurs 1 HUIS W'-r« Hur iltalienilche Roten . . . 22.19 22,27 Datum: 21 2 22. 2. 21.2. 22. 2. Tahmt: 21 2. |22 2. |si.i | 22 2. Datum: 21.2. |22.2 | 21. 2. Rorwegische Roten ...... Deutsch-Lesterr.5100 Kronen 111.19 5S.M0 111,63 59,14 p/. D> Wridjeanleitje v 1927 — — 37.5 L. E t» 7 167,5 166.5 167.13 166.5 ‘Ubtiiup 4?e>lanauit 141 — — 139.75 Rumänische Roten . . . 2.555 2,575 Ti Anl Ävloi Schuld mii Bergmann .......8 — 182 181 75 169 21 öeibeloerncr (iement . . 8 _ 137,5 Schwedische Roten . . . Schweizer Roten .... Evanische Roten .... 112.10 112,54 Üurlof -Hechten DcSgl otyiic tluSl | .Rechten 51,8 52 15.8 52.1 15.8 Elektr Lieferungen . . . lo Licht und lirari ... 10 170,5 '17,75 Lemeni .Q.’rtftabt • . . 179 80.33 80.65 16 15,7 218 216 i'anß A Rrettaa . li 132 — 70.92 71.20 7°,.. ftrai.ff Hnp..Al, v,o dpi unkündbar dis i932 — — Selten 4 Wudl mime .6 Ges ' Elek r Untern. . 10 12.5 265 262,5 125 25 261 123,5 263.5 SchaitdeiS Dawnbofer. 15 — 339 »79 75 336 5 Tschechoslowakische Roten . - Ungarische Roten 12.367 72 95 12,427 73,26 t’/»u/0 'Jityctimcfit £>pp -Bank U>qu -y>o Dpi «1 C (5 atfl H5orlneg6-Db iigationcn. rudtablbar t932 — — - - öamb Elektr Werte . . lo Rdetn Elelrr .... 8 ed)let Elektr ... .10 Schuster! ....... 7 — " 1 1 1 157.9 153 193 |xi.5 156.75 153 190 65 180.5 286 Hier. iSianjflofi ... Bemberg ..... Scdfto Daldbof. . Zellstoif Alchasfenbnra Eliarlon nburger Master . 15 - 8 12 10 176 254 590 438 255,25 593 450 253 172.5 126 Devisenmarkt Derlm Telegraphilch« -Frankfurt a. M. Auszahlung 4 Schwei; Bui deSb.-Anl. - - _ etemenö 4 HalSVe ... 16 — 285 187,13 — 127.5 21. Stehr. 22 JVebr. *°ie Oesteretchilchc Koldrte 4.2ii° , Defterr ich Silverrte Tran radio .....8 ■— — Hl _ enauer GaS Daimler Motoren - . . 8 . 0 173 5 87.25 172 25 4 4,3 Ladmever 4 So- .... 9 163 — 163 — - _ 87.13 Amtliche Jlort runu Amtliche Rotterung 4 -o Ceiirrrei* >m etil 9ttr -__________ -___ Buder S ..... 0 Teutlche Erdöl......o IU0.5 100 75 131.7 99,5 Demag . . . . Adlerwerke Äleoa. - . . . 0 62.5 Geld «ne t-»R0tt 168,36 168, 0 168,36 168,70 4°/» Ungarische Staotsr v 191b 34.6 — —- Essener S it.itotyle • • . 8 — r^ndw , :u anneSmann f >/, 9 < Man« elöcr 7 Cbcildilef Eilend Bedarf 0 122.5 155.5 105 * T U8.S 213.2. 122.4 146 >54.-., 118.1, 105 231,5 120 75 144 75 153 117,75 101.13 • 0 . f . 0 . c . 7 . t 26.5 79 13; 29 76.5 Z 202.5 e6.?5 79 131.13 85 ZOO Stockholm . HrlsingiorS. Italien. . London. . . Renvork . . Boris.... Schwel» . . Spanien - Japan . . Rio de Ian Wien In D-- Ceft. abgeft Prag . Belirad Budapest. Pul arten 112,29 10,535 20,409 4,1845 16,45 112.51 10,558 22.21 20,449 4,1925 16,49 112,32 10.535 22.18 20.408 4,1845 16,455 112,64 10,559 32,22 20,148 4,1925 16,495 flüa Drmiche Eisenbahn «'/, Hamdura-ÄmerUa Paie, b tmmb -Sudam Tamo sch b Han io Damvtichch 6 155,5 153,4 155,5 214 218 163,5 213 217.75 Lderlchlel lkokswerke 0 Pdänir Berg.au f */« 9 3 'Rheinische Braunkotylen 10 Siheinitatyl o Nie bett Montan . • i Bereinigte Stadlw f. ’/» 9 3 Otavi Mine.t 1 sb Kali AscherSleden li RolfiBcftereieln U Kaliwerk ©aUöctfnrtb 12 101.5 238 175 - 190.25 168,ö 97 101.7. 237 170.25 m6 5 100.2.) 235.2.) 108,5 ! 8 . k . IC . 8 115.75 144 99 I w 98.75 — 90.5 t 70 99 1,963 0.503 80,67 71.13 1,967 0.505 80.52 70,98 1,963 0,503 80,68 71 12 1,967 0.505 Norddeutscher rioud € 8111a Deutsche Erediianst 10 Bann r Bankverein 10 Berliner Hanvelsaelellsch. Commerz- und Privat-Bk i 5 armft. n Raiionaldank 12 156,5 270 • 77.6 233.75 154.25 176 156.25 144.9 147 272 176.75 -32.5 153,75 141.2.) 267,5 1.6 231 1 1 i 85 1 103 "" 151,75 11.4,13 43 65 176 185,5 254,5 103,5 l3.o 8 Betei 6 Union ■ . . .. . Mehr Roeder ..... Bargt A Haefsner . . . . Sndd .-Unter .... . 8 . 11 6 0 Ban Hl 177.5 132.5 knoten. rö 111.75 178.5 133 — J8.93 12.401 7,353 73.14 3,032 19.43 59.05 12.121 7,367 73,28 3.038 19.47 -8,96 12,401 7,358 73,14 3,024 19.43 59,08 12,421 7,372 73,20 3,030 19,47 Teuoche Bank 10 166.25 — 106.5 165.5 0 G i^ar en Industrie l< Tvnamtt Nobel ... o Scheid anfiou.....8 .'63.25 61 65 263,5 262 DanUg stonft ntta 81.56 2,118 81, 2 li Kl 65 81.81 Diskonto.Gesellkchab Am >0 Dresdner Bank lU 159 160.6 1o8 159.7» 159.75 161 US.75 - - Berit«. 21 Febr I___________ »elö Bne, 2,1 2,121 2,127 100 — 204 — Amerikanuche Roten. . 4.169 4 Athen. . 5,586 5.574 5,586 Vltiirelbeuliche Kreditbank 9 —• 219 226 222 Goldschmidt .... .5 113.5 - 113.25 111.75 belgische Noten ... 1 58,08 5N.32 ffanaoa 1,176 4,184 4.176 4.184 p/etaUbank ..... • 8 127 192 129.13 194 191.5 Rutgerewerke......... Metall aeiellchaf».....10 99 ’M 98,9 97,5 Dänische Roten..... Englische Noten . . . . 111,90 II 2,34 Um aac ■ Catn 4.276 20.93 4,284 20.97 4.276 20.932 4.284 20 972 • •