Nr. 225 Erster Blatt 178. Jahrgang Siettag, 21. September 1928 8r)*«iei tagl«d), 20 Reich» pfenutg f*r Trüge» lohn, auch bet Richter- 5eine» einzelner Nmnm er» folge höherer Gewalt. Fernspiechonlchlüsf,: 61. 64 nnö 112 Atsch rftl fti Droh Mach' richten Bwjeiger Otetze«. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen postfchecNoilo: fmffvn am Dieta 11686 Vrvck mib verlaß: vrßhl'fch« U»tverftf Life Vach- mb Sttiibriiferet R. Lange iw -letzen. Schnstlettnnz and -eschäftrftele: Zchalßratze 7. l»»Oee Hi lajriar» für die lagesnemmrt bi» pim Nachminag norhu. prei» ter 1 mm h»he f*r Anzeigen von 27 mm Breit, . rllich 8, eutmärt» 10 ReichspsenAig. für Xe« dlamean;eigen von 70 n.m Brette 35 Rech^pfamig, Ding»<*r|d)ri|t 20'. mehr. Cbefrt6aNtr»r Dr Fnedr Mild Lange. Verantwortlich fürBolilib Dr Fr Wild Lange für Feuilleton Dr H Thyrtot, für den übrigen Teil Grift Blumfchein, für den Rn« -eigenleil NnN »iDman», lämtlid) in Gtesten M dem „Gras Zeppelin" aus der Fahrt über SüddeuWand. Oer zweite Probeflug des neuen Luftschiffs.—Oer Zeppelin über Mainz, Frankfurt und Darmstadt—Begrüßung in Stuttgart. Geschwindigkeitsprüfung über dem Bodensee. Don Bord te» .Graf Zeppelin". 20. Sept. (Dom Sonderberichterstatter des WTD.). 3um ersten Wale find h.-ute Fahrgäste an Bord bet Graf Zeppelin" und so herrscht denn am Schiss, wahrend es noch in der Halle liegt, ein emsig Gehen und Kommen. Die Passagiere ft eigen ein. G« ist wie bei einem großen Dampfer. her in See geht. Dann wird die Treppe abgewogen und auf einmal merkt man, wie in den Riefen! erb rege» Leben und Bewegung kommt. Da» Schiff ist losgekoppelt, e» beginnt -u schweben und an. langsam und sicher au» der Halle zu gleiten. Währenddessen flehen die Fahrgäste im Salon beisammen, plaudern, schwatzen, lachen in Erwartung eine» interessanten Eilchnifse». um da» un» sicher viele beneiden. Q3ornc im Äavigationsraum erklärt Dr. Eckener seinen Mitarbeitern die Route, die bi» zum allerletzten Augenblick geheimge- balten wurde. Inzwischen bat da» Schiss vor der Halle gedreht. Roch liegt es an den Tauen, dann ein Pfiff, einer der Motoren beginnt zu laufen und in demselben Augenblick sind wir auch schon vom Boden lo». Die übrigen Propeller fallen ein Wir fahren, sind bald 30. bald 50 Meter hoch Lin letzte» Grützen und Winken, und schon dehnt flch weit und grenzenlos da» Land vor unseren Blicken, Walder und Felder. Bauernhöfe und Häuser, an dem Bodensee liegt da» fülle Friedrichshafen. Dann aber ist auch schon die weite Fläche de» Bodensee» da. Die Sonne spiegelt sich in ihr durch den flüchtigen, dünnen Herbstnebel so. daß es dem Auge weh tut Wir stehen am Fenster, während Commander Rosendahl mir den heutigen Ausstieg technisch erklärt. — S» war h?ute kein Ballonaufstieg wie Sam-tag. sondern ein direkte» Anfahren gegen den Wird. Berge und Höhen und Wollen liegen unter un» Der Schus-körper hat ein gleichmässige» Stampfen und Surren angenommen. wenn c» einen Augenblick zum Bewusstsein vordringt, ist e» da» Gefühl, in dem St'lock eine» modernen Turbinendampser» zu sitzen Wir fahren mit Begleitung: der Rhein unter uns. ein kleine» frech.» Flugzeug neben uns, au» dem Photographen ihre K irtelkasten drohend gegen un» halten Hinter Basel, wo die Sonne wieder durchkommt, k ringt ei i kleine» Schweizer Flugzeug bis dicht unter un» vor. Der Pilot grünt und winkt und gibt un» ein Stück Wege» da» Ehrenae!e.t. Unter uns wandert der 6dealten de» Schif eS unbeirrbar, und die Federn der Journalisten veransta ten zwischendurch wieder einmal ein Wettrennen. Dann fliegt irgendwo ein Witzwort auf. Der Steward fragt nach den Wünschen der Herr chastcn. Jemand verlangt stürmisch den .Geschäftsführer", um sich über die langsame Bedienung zu be'chweren. Fröhliche R e i s e st i m m u n g! Interessant ist ein Besuch vorn im Sleucrraum. Don hier geht der Blick wundervoll nach vorn und nach allen Seiten. Jeder steht an feinem Posten, wird pünktlich abgelöst und hat seine bestimmten Ausgaben. Dor dem Karkentftch arbeitet der RavigationSoss izier mit Zirkeln und Tafeln, er mißt, vergleicht, rechnet nach: 2 Grad Ost! Der Steuermann am Seitensteuer nimmt das Kommando auf. ein Rad dreht sich. Reserveleute werden angelernt, deshalb stehen an jedem Steuer zwei. Wir haben lange keinen Icpvelm g habt...! Wir manövrieren Diel, das Schiff steigt und senkt sich wieder. Hier in der Spitze fühlt man die Bewegungen stärker. Dieder ein Kommando, die Maschmentelegraph.'n arbeiten, und zwischen allen steht unbeweglich wie immer Dr. Eckener. Der Kurs geht auf Baden-Baden. Di: Journalisten mit Dr. Eckcncr und Commander Rvlrn- dahl faxten DrStrefemann ihre besten Wünsche Sie hoffen ihn bald wieder in Berlin gesund begrüben zu können. In Baden-Baden wird der Gruß abgeworfen. Die Funkstation ist noch nicht in Betrieb. Sie wird noch immer ab gestimmt auf alle möglichen Stationen. Mit Friedrichshafen besteht dau.rnd Verbindung Das Schiff meldet von Zeil jU Zeit feinen Standpunkt. Dr Eckener kommt zu uns in den Salon, schiebt sein Butterbrot aus der Tasch? und frühstückt mit un» Sr schwört, nicht zu wissen. woh.n e» ginge. Denn erzähl, er daß ter Kurs Karlsruhe — Heidelberg — Mannheim — Frankfurt a. M. ist. Wir haben langsame Marschgeschwindigkeit. HO Kilometer pro Stunde. DaS ist auch der Durchschnitt der bisherigen Fahrt. Alle» funktioniert gut. Das ist die Quint- essenz helfen, was Dr Eckener sagt. SchliktzNch Frankfurt ... Cin riesige», graue» häufcrmcer mit dem hastenden vcrkehrsgetriebe der Grotzstadt. Ab - plötzlich scheint c», als habe ein Zanbcrstab die Stadt berührt. Alle Räder stehen still, alle Hände haben die Arbeit niedergelegt, die Auto« und Straßenbahnen hallen, die Leute sind umgestiegen und jubeln dem stiegen den Riesenschiff zu, do« noch gewaltiger gegenüber den Flugzeugen erscheinen mag, die e» hier begrüben. Aus den riesigen Werksanlagen der Z.-G.-Farben in Höchst ist e» nicht ander». Die Arbeiter kommen zu Hunderten, zu Tausenden herau»- gerannt, sie Heftern aus die Dächer, auf die Kefsekanlagen. Da» Sch-.ff fährt in gleichmässig ruhigem Kur». Am Steuer steht Eckener» Zunge. 24jährig, Diplomingenieur, blond und fräftifl. Man sieht ihm den Stolz daraus an, dah er diese» stolze Schiss steuern darf. Ich frage Commander Rosendahl nach seinem UrttU über die Fahrt. Er spricht besonder» über die Geschwindigkeit. Der .Gras Zeppelin" ist etwa 20 Minuten schneller al» die Lo» Angeles. Seine Durchschnittsgeschwindigkrit entspricht etwa dem Marimum der Los Angele». Der Durchschnitt ist 120 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit werten Wir nächstens über dem Bodensee leien, sagt Dr. Eckener. Bon den alten schwäbi chen Reckar- städten Laussen und Marbach ging es über Bad Hoheneck und Ludwigsburg nach der Landeshauptstadt Stuttgart die kurz vor drei 11br erreicht wurde. Da» Bild, da» die Stadt bei dem prächtigen Weller bietet, ift unbeschreiblich schön. Kaum ein anderer Punkt der ganzen Reise kann sich mit seinem Anblick messen. Da» Schiss überfährt den Prag- Friedhof. wo Zeppelin begraben liegt, um den Meister mit dem Schiss seines Romen» zu ehren. Ganz Stuttgart ist aus den Beinen. Die weiften gröberen Gebäude haben geflaggt. Drei- bi» vierhundert Meter über der Stadt fährt da» Luftschiff mehrere Runden, immer mehr sich dem Weichbilde der Stadt nähernd. Zweimal geht es über da» Bohn- hofSgelände, dann verläßt da» Schiss über dem Hohen-Bokser hinweg die Hauptstadt und erreicht bei Eßlingen das Reckartal, um von hier auS, direkt über Reutlingen und Tübingen, den Alpenrand zu erreichen Alle» lag in der freundlichen RachmittagSsonne Io zierlich, al» fei ei Spielzeug, für heute au» der Schachtel genommen und aufgebaut, und genau fo die Burg Hohenzollern mit ihren schlanken Tünnen und Erlern. An der Rauhen Alb hatte un# der Wind gepackt. Die Besatzung hat uns das nachher erzählt — wir hatten eS nicht gemerkt, sondern untere Aufmerksamkeit der Schönheit de» Donautale# gewidmet, da# sich in einer überraschenden Offenbarung vor un» auftat Weite Felsen fliegen au# dem Grün der Waldungen hervor, sie haben in der Sonne ein säst g.übliches Leuchten. Da» Wohlgepflegte ehrwürdige Kloster Beuron zieht vorüber. Plötzlich da» Rasseln der Maschinenlelegraphen. Flemming reitzt den Hebel herum, ftommanbo: Mil aller Kraft oorau»! Da« fchrille Klingeln der Telegraphen verstummt. Einen Augenblick acht etwa» wie kiese» Atemholen durch dos Schiss, und dann springt feine ganze Kraft an, 260 P.S. zum erstenmal. Roch keine Minute vergeht, und „dkaf Zeppelin" rast mit einer Geschwindigkeit von 137 Kilometer über den Boden hin. Den Wind abgerechnet beträgt die Geschwindigkeit 126 Stundenkilometer. Diese Messung ist da» praktische H a u p t e r g e b n i » de» Tage». Zehn Minuten später schon beginnt vom Konstanzer Münster au» die Slreckensahrt der Länge noch über den Bodensee. Die Sonne steht schon ziemsich tief und verklärt da» ganze Bodenseeland. Da» Drachenschiff ter Friedrichshafener Rettungsstation ist offenbar besonder» zur Begrüstung de» Luftschiffe# ausgelaufen. Fetzt erkennt man die Friedrichshafener Luftschiffsballe, die nach dem See zu nur halb geöffnet ist. Die Windverhältnisse scheinen eine Sinsahrt von ter Rückseite aus wahrscheinlich zu machen. Um 4.45 Uhr wird die 3nldftabt Lindau über:obren. Bor Bregenz stoppt da» Schiff stark ob und wendet in langsamer Fahrt, fo daß man die Vorarlberger AlpenKttte. die sich in der Abends vnneteleuch- tung in ihrer ganzen Pracht zeigt, mit Mutze betrachten kann. Sine Weile liegt das Lustschiff beinahe unbeweglich, gerate gegenüber der Einmündung de» Rheins. Offenbar wird e» bereu» zur Landung abgewogen. Da auf der langen Fahrt sehr viel Benzol verbraucht worden ist. wird es natürlich stärkeren Auftrieb haben, so dah man zur Landung grobe Mengen Gas wird ablas en müssen, was bei Verwendung von Triebgas natürlich nicht ter Fall gewesen wäre. Wie jetzt bekannt wird, ergaben die Messungen auf ter Botensee strecke eine absolute Marimalgefchwindigkeit te» Schiffes von 128 Stunten-Kilometer Um 5 Uhr fehl „Graf Zeppelin" jatn Landen an. In mässiger Fahrt, langsam, immer tiefer, mit direktem Kurs auf Friedrichshafen über die Landungsbrücke von Langenargen hinweg geht die Fahrt. 5.10 Uhr überfahrt das Schift wieder die Halle und zeigt die Landungsflagge. Bis die HoktemannIchoften bereit sind, fährt das Schift im Logen wieder über den See zurück. 525 Uhr geht dann die Landung auf dem Derftplatz von- I statten. Die beiden dicken, sechzig Meter langen Haltetaue fallen vom Bug des Schifte» zu Boden, | und nun Geginnt da» interessanteste Manöver de» ganzen Tages, das Niederholen des Luftschiffe«. Zwar sträubt sich der Riese, aus seinem (Element auf die Erde herabzusteigen. Aber hundert Hände klammern sich an die laue, und da mutz er nachgeben. Ale erster oerlätzt Dr. E ck e n e r die Führer- kabine, während die übrige Besatzung und die Fahrgäste noch zurückbleiben muffen, um das Schiff nicht zu rasch zu erleichtern. Run wird da» Schiff um den ganzen Werftplatz zum hinteren (Eingang der Halle geführt, und zwanzig Minuten später können es die Fahrgäste verlassen. In 9.30 Stunden hat das Schift 76 Menschen über eine Strecke von etwa tausend Kilometer durch die Lust geführt. Alle Fachleute und Laien sind von der wunderbaren Luftreife begeistert, namentlich auch die Amerikaner und vor allem Commander Rosendahl. Es gibt überhaupt nur eine Meinung- „Graf Zeppelin' ist das beste Luftschiff, das je geschaffen worden ist." Die nach Beendigung der zweiten Probefahrt von der Leitung der Werft mitgeteilt wurde, ist eine weitere Fahrt de» „Grafen Zeppelin" nicht vor Dienstag kommender Moche in Aussicht genommen. ©er neue Lustriese. „Graf Zeppelin" in Zahlen Da» neue Luftschiff bietet in feiner ganzen Gröhe einen überwältigenden Anblick. Wie ein riesiger Fisch dehnt e» sich fast über ten ganzen Platz. 6inc Staubschicht deckt die oberen Telle te» Schisse», die letzten Reste feine» Hollenda- sein». Solange da» Schiss in ter Halle lag, wirkte e» auf die Beschauer allzu unmittelbar vjw fast erdrückend. Jetzt sieht man erst, wie schlank und elegant dieses Meisterwerk der Technik trotz seiner riesigen AuSmahe geworden ist. Die schlanke Linie beginnt zwar für die Luftschiffe unmodern zu werden. Das erste Zeppelinlustschifs war elf- mal fo lang wie sein Durchmesser, während .Gras Zeppelin" nur noch Z.tmal so lang w;c dick ist ®5 wäre noch dicker gebaut Worten, wenn e» die .Hallenmatze" ertaubt hätten- temt die Theorie gebietet die neue stark tropfenförmige Gestalt Die entsprechenden Berhältnii>zahlen waren schon bei .Los Angeles" nur noch 7,2 und befragen bei dem im Bau befindlichen englischen Schiff 5.45 bzw 5,5. Tiefe Schisse werd n c.llo im IVr- hültni» gerate doppelt fo dick sein wie da» erste Luftschiff von 1900. Die gröbere Schlankheit d » .Gras Zeppelin" im Vergleich mit .L Z. 126* wird durch die neue Bauordnung ter Haupt- gondel noch unterstrichen. Sie ist weiter gegen bi« Bugspitze vorgeschoben worden und tritt nur noch in ihrem vordersten Teil, ter die Steuer- und RavigativnSraum« enthält, au» dem Schifs#körper deroor, währ.nd sie nach hinten allmählich ganz im Rumpf verschwindet. So bietet H? der Lust nur noch geringen Widerstand. Der Stirnwiderstand tk s Luftschiffe» ist inso'ge ter tropfenförmigen Gestalt sehr gering und ist trotz des 30.5 Meter befragen» dcn größten Durchmesser» nur so groß wie tet einer Scheibe von fünf Meter Durchmesser, beträgt also nur zwei bi» drei v H. te» Hä.ter» flaute» ter Durchmesierschnbe. Jetzt sied', da» Schiff so glatt und einfach au#, daß man die un» end.iche Kleinarbeit fast nergißt 14 Kilometer Träger und drei Millionen Rieten mußten verarbeitet werten, 20 003 Quateatmvter Gesaint- oterfläch« mußten überzogen und gestrichen werten. Die Gesamthubkrast te# Lustschifte». so. wie es die Werkstättenfahrt angetreten hat. beträgt mit 86000 Kilogramm Tragkraft ungefähr 98 Tonnen. Dem ftcfrm folgend? Lasten gegenüber: Da» Leergewicht des Schisse» einschließlich ter Motoren beträgt rund 55 Tonnen, so daß eine restliche Tragfähigkeit von rund 43 Tonnen verbl.ibt, wol e> zu berück ich in n ist. daß bei dieser Tragkraft etwa 25 030 Kubikmeter Treibga». das ja ohne Gewicht ist r.nge» schlossen sind. Die Dienstlast letzt sich wie fo:qt zusammen: öttoa 12 Toimen Benzin, eine Tonne Del. 9,1 Tonnen Wasserball ast, 3.9 Tonnen B- satzung und eine Tonne Ausrüstung, lo daß etwa 17 Tonnen Nutzlast übrigbleiten, die also zu gegebener Zeit für nutzbare Ladung. Passagiere oder Post, verwert et werten könnten. Sie Weiiechehandlung des Ahemlandprvblems. Verhandlungspause. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin. 21. Sept. In der letzten Zeit tauchen immer wieder Meldungen über die weitere Behandlung des Rheinlandproblems auf, die zum größten Teil auf völlig irrigen Voraussetzungen beruhen. So wissen gewisse Kreise bereits zu berichten, daß in kurzer Zeit eine deutsche Rote zu erwarten wäre, in der die deutsche Reichsrcgicrung den alli- irrten Machten konkrete Vorschläge über die Fortführung der Verhandlungen respektio die Basis der Lösungsmöglichteiten machen soll. Eine solche Rote ist jedoch zur Zeit noch n i d) t geplant und in einer solchen ausführlichen Darlegung wohl auch kaum zu erwarten. Nach den Genfer oftiziellen Scchsmachtekonferenzen ist in dem gesamten Derhandlungskomplex um das Rhein- landproblem zunächst eine Ruhepause einge- treten. In Berlin wartet man erst einmal die Rück- kehr der übrigen Mitglieder der deutschen Delegation aus Genf ab, was wohl kaum vor Ende der nächsten Woche der Fall fein wird. Dann dürfte vor allem auch zuerst der Auswärtige Ausschuß ntfammerüieten, den bet Reichskanzler über seine Genfer Verhandlungen Bericht erstatten wird. Im Anschluß daran ist der Zusammentritt der von Bayern gewünschten K o n fe • renz der Länderministerpräsidenten vorgesehen, die nach den bisherigen Dispositionen ebenfalls kaum vor Ende der nächsten Woche, eher aber erst in der ersten Woche des Oktober anberaumt werden kann. Aus Grund dieser Besprechungen und der parallel lausenden Arbeiten des Auswärtigen Amtes wird die Reichsregierung ihre weiteren Dispositionen treffen. Zur Zell ist sie sich darüber jedenfalls nicht im klaren. Es wird aller Wahrscheinlichkeit nach der diplomatische Weg zunächst gewählt werden, der bann die Voraussetzungen für die Einberufung einer neuen Sechsmächtekonferenz bzw. der geplanten Kommissionen schaffen wird. Sieb leicht wird bi» dahin auch Reichsaußenminister Dr. Strefemann selbst wieder in der Lage fein, die Geschäfte des Auswärtigen Amtes zu übernehmen, und damit auch diese Verhandlungen zu leiten. Doch auch dies läßt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen, da die Aerzte zuerst einmal seststellen müssen. Kaas über die Räumungsaktzon. Gegen dir Äontrollfommiffion. Dien, 20. Sept (TU.) Das Parlamenterifche Mitglied der deutschen Delegation, Reichstagsabge- ordnetet Prälat Dr. Äaas äußerte sich dem Sonderberichterstatter der „Reuen Freien treffe' über die von der deuftchen Regierung m Gens einge- leitete Räumungsaktion, wobei er u.a. erklärte. „Das unmittelbare (Ergebnis des deutsch n Vorstoßes ist die Einsicht der Unvollständig- feit und Undurchführbarkeit der durch den Dawesplan geschaffenen uorlöuf gen Reoa - rotioneregelung Die deutsche Ocffentlichkeit erblickt ober in der von Frankreich angengten Kontrollkommission eine Einschränkung, und zwar eine einseitige Einfchränkung der Souveränität des deutschen Vertragspartner» auf dem Boden des Rkeinlandes, die ihm unoer- ftjnbbd) ist. Die Schaffung dieser llontrollinstanz bedeute geradezu einen Anreiz zu kleinlichen schikanösen D u e r e 11 e n , die mir gerade im Interesse eines oertrouensvollen Verhältnisse» zwischen Frankreich und Deutschland vermeiden müßten. Zum Schluß gab Prälat Dr. Kaas dem Wunsche Ausdruck, dag im Interesse einds bcsriedigenden (Ergebnifles der nunmchr n Aussicht stehenden Verhandlungen die setzige fron- züsische Politik sich wieder aus diesen ge Linie zurückziehen machte, die sie bei den Besprechungen i n Paris eingehalten habe. Die Deufschnafionalen forbem Rechnungslegung. Tie Sorge vor neuen Zugcftöndnissen und Vindungcn. Berlin, 20. €ept. (TU.) Die deuifchnotionale Pressestelle veröffentlicht eine Erklärung, in der zur Frage der (Einberufung des Auswärtigen Ausschüsse- Stellung genommen wird, und in der es u. a. heißt. Die Opposition spielt zur Zeit eine Rolle, die etwa vergleichbar ist mit der Minderheit in einer Aktiengesellschaft. Sie drängt ouf eine klare Rechnungslegung, nachdem sich bie Cocamo-Dpcrat on als äußerst Verlust. U ar rlcs Geschäft erwiesen hat. Die Mehrheit versucht abef durch neue Geschäfte b i e alten Der* lüfte zu verschleiern. Als Locarno eingeleitet wurde, sagte man, es käme darauf an, bie Verhandlungen über di« Revision des Doaxsplane» ohne Befahl,ngsdruck im Rheir.lande zu f »hren, bie Vereinigung von England und Frankreich zu vcr- hindern usw. Nichts davon ist erreicht worden. Nun aber geht man daran, weiter zu verhandeln, neue Aktionen einzuleiten, ohne daß die deutfche Volksvertretung, die deutsche Oessentlichkeit, die Möfllichkeit hätte, sich über den Stand der Dinge zu informieren. Die inoffiziellen Verhandlungen in Genf gehen weiter Der Reichstag soll wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Das ist offenbar der Sinn der Derfchie- bung der Sitzung des Auswärtigen Ausschuffes. Gegen diese Methode muß die Deutfchnationake Partei Einspruch erheben. Gegen Verhandlun» gen ist grundsätzlich nichts einzuwendetr; aber Der« gefallenen e n, an meine alten Ao* $>ic trau« Aus aller Welt Die LtinneSasfäre. Airttw c Die Llmgesialtung des ^eichsbaus Kinanzminister Höpker-Aschoff über seine Resormpläne. auf bi« Besehuna der rheinischen Provinzen", die TIemenceau, Lloyd George und W i l s o n am 16. Juni 1919 unterzeichne ten und auf die der Reichskanzler bei den DHeinlandverhandlungen in Genf die alliierten Delegierten aufmerksam gemocht hat. In dem Olblomnien heißt es u. a.: Di« alliierten assoziierten Mächte beabsichtigen nicht, die W tzrMcs. X M seiner der Ätuc eine Stfrar gemeinen o lvohl über ändern all Tekennze durch Hust allmählich Anfang sär unter Änsis einzelnen H nach ftift ü> fidfenten To mb vnschvt terg 5en<*n. Schon al» der m Pßo^bussilrn gruppierte ch« p^tte. war es Bar, daß leiben konnte Der neue Oii beka SD Hp leid- Tausende . !Ä km s# ' darüber unK.rtii^ uo seine Oefen mag 1 gtJxn mag grinsen. ‘ Und gl«-' das lleinere yolkrleden |t der ist. Pa treten «röienen. m »ollen; sie V Mt und n wenn man 'stottern em Geist und-t genügte ein ausgeM 1 monie de- a ist, wenn au Übriglossen. ( Geist fluten mist an den wm ®uwn; häufig Brunis co Ist die iamie, heute t andern und zi bu Menschen Jreube sie si Leben geyens den Einfluß ausgeübt hat. Seit Monaten fiebern unsere Jungen in Erwartung der Erfüllung ihres Wunsches. Dun ist der große Tag wirklich erschienen. Haben Sie tiefen Dank. „IDit alten Wahlstätter wissen, was preußische Treue ist", schrieben Sie unter ein Bild, bai unsere Anstalt zeigt. Wir jungen Wahlstätter wollen versuchen, uns Ihrer Treue würdig zu erweisen. Doll jubelnder Freude und tiefer Ehrfurcht rufen wir: „Herr Reickspräsident, er lebe hoch!" Darauf nahm der Deichspräsident das Schauturnen der Zöglinge der Anstalt entgegen unb richtete an si« folgend« Worte: „Liebe Jungens l Es ist mir ein« große Freude, in diesen Daumen und auf diesen Plätzen, wo ich vor siebzig Jahren mich einst tummelte, euch und eure turnerischen Vorführungen gesehen zu haben. Was ich hier sah, ist mir ein Beweis, daß di« vaterländische Gesinnung, der Geist der Pflichttreue und der Wille auch zur körperlichen Ertüchtigung in dem alten Hause auch in seiner neuen Form und Gestalt noch weiter leben. Haltet an dieser alten Lieberlieferung fest; das wird euch helfen, im Leben tüchtige Männer zu werden und für das Vaterland von Duhen au sein. Ich wünsch« euck allen recht erfolgreiche Arbeit und eine glückliche Zukunft. Nochmals meinen besten Dank." Der Reichspräsident erhob sich später nochmals und sprach mit erhobener Stimme, zu den Schülern gewandt: „Denkt immer an di« große vergangen« Zeit und immer an bie strecke Zrn Zunaenbäni teil sich bei adliger Sc folgt. Dam falls üben bedrohlich < gen oo, erfd Ae 2frfa Stunden zvi sonder« na<$ knbften auf auch bit Eli Hefti, Dechen na«rheitsl«istung zur Abwendung einer Fluchtgefahr zuzustimmen. Heber d«n Stand deS Ver- tahrenS ist noch zu berichten, daß di« örmitt- lungen sich in bet Hauptfach« um die Frag« drehen, wann StinneS von der Ungesetzlichkeit der De'chäfte erfahren hat und wa» er dann getan hat, um die bereit» cingeieitetai Geschäfte rückgängig zu machen. StinneS erklärt. daß er niemals küese Geschäfte gemacht hätte wenn ihm bekannt gewesen wäre, daß sie ungesetzlich feiex. DaS oabc er aber erst München, 20. Sevt (WD.) Anläßlich der Tagung deS Aeichs^crbandLs des deutschen Groß- unb Uebcrfe;banct[» führte ber preußische Fi- nanjminifter Hbpker-Aschosf in ber AuS- schußfitzung zu dem Thema .Einheitsstaat unb Rationalisierung ber Verwaltung" u. a. aas: Die Mängel bt» brütigen Zustandes liegen klar zutage. Zunächst die Zersplitterung des Reich». Aber auch die Verwaltung leidet unter der großen Zersplitterung, hier vor allem die ö t e u c rverwaltung. Dies« Zersplitterung wird dadurch noch größer, daß daS Reich nach unb nach ohne jebes System versucht, Verwaltungen an sich zu ziehen. Dies führt dazu, bah neben der allgemeinen Verwaltung ber Länder neue KreiSverwaltungen entstehen unb bie Verwaltung immer umfangreicher unb unübersichtlicher wird. Daß auf vielen Gebieten bie Gesetzgebung beim Reich, bie Verwaltung bagegen bei ben Länbern liegt, hat schädliche Auswirlungen zwischen Reich und Länbern und auf manchen Gebieten einen heftigen Kvmpeten »streit gezeitigt. Wir brauchen, so fuhr der Minister fort, eine barte Re i chSg ewalt und eine vernünf tige Gliederung deS Reiches, damit große, wohl abgerundete Verwaltungsbezirke für die Wittelbehörden und für eine starke Selbstverwaltung entstehen. Bei der Bildung dieser Bezirke muß man Anknüpfung an bie preußischen Provinzen, mit mit denen bie kleinen norddeutschen Länder zu vereinigen wären, und an süddeutsche und mitteldeutsche Mittelländer suchen. Es würde sich dann folgender Aufbau ergeben: Zn Norddeuischland würden die ßdnberregierungen in der Reichsregierung auf geben. Die Post-. Eisenbahn-, Reichswehr-, Reichsfinanz- unb ReichsarbeitS- verwaltung unb auch die Reichsjustizverwaltung würden stärker zu einer Reichs Verwaltung ausgearbeitet werden. Dann würden die Behörden bet allgemeinen Verwaltung aus den preußischen Provinzen unb bie aus ben norddeutschen Ländern gebildeten Bezirke im Westen später erfahren. Die UntersuchungSbehdv- ben sind dagegen der Ansicht und suchen es nachzuweisen, daß S:innes sehr bald von der älngesetzlichkeit der Kriegsanlechekäuf« erfahren hätte, jedenfalls schon zu einem Zeitpunkt, al» «s chm noch sehr wohl möglich gewesen wäre, von ben Geschäften zurückzutreten. Der Mörder hopp ieffgenommen. Mainz, 21. £ept. (DTB. Funkspruch.) Gestern abend konnte vor dem Kastel er Bahnhof ber Mörder Emil hopp, der den Direktor der Delmenhorster Margarinewerke, Rordmann, in dem Ellzug Altona—Bremen überfiel und beraubte, f t ft genommen werden. Er wurde in da» Landgerichtsgefängnis eingdiefert Auf der Spur des Putbuser Srjtmörbcra? In Stralsund konnte der l7jährige frühere Fürsorgezögling K o l b c r g verhaftet werden, der bic-her IS Ginbruchdiebstähle in Mlltd- unb Dorbdeutschland, besonders auf ber Ins«! Rügen, zugegeben hat. UebercII drang er durch das Fenster in bie Wohnräume ein unb eittwen- bete übten und Gelb. Die Krimincupckkt^ei ist damit beschäftigt, festzustellen, ob Kolbetg auch als Täter für bie am 27. Juni begangene Mordtat an bem Arzt Dr. Brandenburg in Putbus auf Rügen in Frage kommt. Damals war gleichfalls von dem durch daS Fenster ein- gestiegenen Mörder Ühr und Geld geraubt worden. 3m Bärenjrolnget überfallen. Madrid, 21. Eept. lWTB. Funkspruch^) Im. Zoologischen Garten fiel gestern ein SiSbär über einen Wärter her bet den Bärenzwinger säubern wollte unb verletzte ihn schwer. Aus di« Hilferufe des Bedrängten eilten ander« Wärter herbei, bie ihn befreiten. In ber Xif- rcaung vergaß er aber ben Zwinger zu schließen. Der Bär gelangte ins Freie unb wurde von ben tzerbeigrci.ten Wär'.ern durch 30 Schüsse niedergestrcckt. Der verletzt« Wärter bürste kaum mit bem Leben davon- kvmmen. vergebliche» Suchen nach Lmnndjen. Dec Leiter b«S PolarsorschungSschisse» .Pour- quoi-paS", Dr. Charcot, frrr Nachforschungen nach Amundsen unb Guil- baut angestellt hatte, hat nach seiner Rückkehr in ben Heimathasen erklärt, daß bie Kreuzfahrt im Polarmeer infolge des herrschenden Debels sehr schwierig gewesen sei. Er selbst sei einen Monat lang nicht au» ben Kleidern gekommen. Er habe im Treibeis von Grönland Dachforschungen angestellt, aber keinerlei Spuren von den Vermißten finden können. Die wissenschafllichcn Arbeiten hätten unbeschadet der Dachforschungen zu interessanten Ergebnissen geführt. Ein Auto von einem Auge ersaßt. 3n älngarisch-Hradisch wurde ein LsiUo. in i\.n ein Arzt mit seiner Frau und rwch ein anderer Herr sahen, beim Passieren eine» nicht geschlossenen Bahnübergang«» Don einem Güterzuge erfaßt. Der Arzt tourlK unter bie Räder des ZugeS geworfen und sofort getötet. Seine Frau dagegen wurde nur leicht verletzt. Der dritte Insasse wurde so schwer verletzt. daß er nach feiner Ueberführung in da» Krankenhaus verstarb. Da» Opfer betrunkener Autofahrer. 3n Koblenz wurde ein 19 Jahre alte» Mädchen, da» in der Augustastraße vorschriftsmäßig auf der rechten Straßenseite fuhr, von einem Auto a n • gerannt, vom Rade geworfen und eine Strecke mitgeschleift. Das unglückliche Mädchen erlitt so schwer« Verletzungen am ganzen Körper, daß e» in besorgniserregendem Zustande ins strankenhau» übergeführt werden mußte und zur Zeit noch besinnungslos ist. Die Autofahrer, die betrunken waren, wurden von der Polizei verhaftet. Aum Fall Drückner. Zu ber Angekcgenh.'it Dr. Brückner, ber bezichtigt würbe, sich an seiner Dicht« vergangen zu haben, worauf sich biefe vergiftet habe, veröffentlicht ber Vorsitzende dc - Brückner- fchen Familienverbandes Probst Brückner eine längere Erkläruna, in Der er u. a. ausführt: Gs ist fallch. daß Dr. Brückner den Täter erkannt hat. B«' feiner großen Kurzsichtigkeit unb nach Zertrümmerung feiner Brille ist da» tooM begreiflich Eine Schuld des Angeklagten soll durchaus zugegeben toerben, aber ein Mizbrciuch nach Paragr ipb 176, Absatz 2 unb Paragraph 177 be» St G. B. bat nicht ftattgefunben. Diese lieberjeugung. b;t sich mehr unb mehr in mir aefeftiqt. Auch hätte nach einem Gewaltakt Die bet reffende Dichte nicht so glüh:nde Li:b?sbrie e geschrieben, wie sie vorliegen. Weiter sei sefigestellt, daß Dr. Bruckner gleich, nachdem er Kenntnis von der Anzeige erb alten hat, sich zum Oberstaatsanwalt begeben unb mit chm Rücksprache genommen unb bann erst seine Wohnung verlassen hat. Der Schweriner Oberstaatsanwalt Hennings, ber aufgrunb ber Strafanzeige gegen Dr. Brückner die älntersuchung In ber Angelegenheit in bis Hanb nahm unb ber auch ben Winisterialbire tvr Dr. Brückner sofort nernom» men hat, erklärt entgegen anderslautenden Gerüchten, daß ein Haftbes «hl gegen Dr. Brückner weder erlassen fei noch in nächster Zeit erlassen werde. Das rätselhafte Verschwinden Dr. Brückners bedeute allo nicht, daß er sich einer gerichtlichen Bestrafung entziehen wolle. Der Oberstaatsanwalt ist au» diesem Grunde fest überzeugt, daß Dr. Brückner sich sortbegeben hat in der Absicht. Selbstmord zu verüben Degerunruhco Im Unmeltergeblet von Florida. Ein von Okeechobee l Florida) an b:» Reu- Yorker Rote Kreuz gelangter unbeftäii ;ter Bcr.cht besagt, daß hun verte von obdachlosen Regern in dem gänzlich zerstörten Pakoks« an- fangen, widerspenstig zu toerbm. Die Unrub« brach aus. als zah.reich« bei dem Orkan um» Leben gckonunenr Reger tnsolge Fehlen» von Särgen verbrannt wurden. waS von ben Ucberfebenb.'n übel ausgenommen wurde 8mc Abteilung Rationalgarde befindet sich bereits in Pakokee Da die äleb rrschwernmung ber Um» gegenb anhält, ist bie Stabt nur durch Boot« erreichbar. lunntg will heiraten. Üer Schwergewichtsmeister Xunnet), ber sich in» Privatleben zurückziehen will, be- ab' Ixigt, sich mit ber MlllionärStochter Iosefine 2 a u ' c r in Sorrent bei Reapel zu verheiraten. Hindenburg besucht Wahlstatt. Der RcichSPräfideni in feiner alten Schule. D r e S l a u. 20. Sept. (TU.) Der Besuch Hindenburg» In Wahlstatt gestaltete sich zu einem persönlichen Erlebnis besonderer Art. Als der Reichspräsident durch die Pforte der alten Äa- dettenanstalt schritt, traten ihm bie Tränen in die Augen und er sagte: .Hier habe ich viel Unsinn gemachtI" Im Hose hatten sich die ehemaligen Schüler der Anstalt aufgestellt, unter ihnen zwei Zimmerkameraden Hindenburgs. Exzellenz von Paczinski und Srzelienz von Han stein, mit denen sich ber Reichspräsident längere Zeit unterhielt. Der Reichspräsident durchschritt bann bie alten Räume der Anstalt und erzählte von seinen Iugenderinnerunaen. Im Hinbenburgzimmer hängt unter bem Bilde bt3 General e dmarschalls eine W ebcrgabc des Briese», ben ber Reichspräsident 1914 al« Generaifeldmarschall übet den Geist der Jugenderziehung an bie Anstalt gerichtet hat. In dem Zimmer, das er früher bewohnt batte, unterhielt er sich mit ben beiden Stubenkaineraden längere Zeit allein. Daraus wurde der Reichspräsident nach ber Aula geleitet, unb dort von dem Leiter ber Anstalt, Oberstudienb rekior Daniel, mit einer Ansprache begrüßt, In ber er u. a. auS- fiibrte: .Seit Jahren ist es unter aller Wunsch, daß Sie. Herr Reichspräsident noch einmal diese Anstalt im neuen Gewände sehen möchten die Ihnen in Ihrer Jugend > Vie! war unb bie auf Ihr Leben einen so en^che d. -- Handlungen, die schon vorher politische, Festlegungen bringen, sind nicht als Verhandlungen zu bezeichnen. Wie kommt es, daß der fron« zostsch? Außenminister mit Bezugnahme auf den Artilel 213 des Versailler Vertrages schon von einer bestehenden Kontrolle spricht? Stimmt diese Aeuherung mit der amtlidjen deut, schcn Verlautbarung überein, daß die Rheinland- koMrolle im Grundsatz« zu gestanden wäre und daß nun über ihre Dauer verhandelt werden müsse? Wie steht e» mit dem Rechtsanspruch auf die Räumung, der als Folge von Locarno bezeichnet wurde? Wenn die Räumung jetzt einen Preis hat, bann bedeutet das eine vollständige Kehrtwendung der deutschen Politik. Woraus sich der Rä'umungs- anspruch gründet. DieBersailler Erklärung der„GroyenTrei". Berlin. 21. Sept. (TU.) Der „Vorwärts" veröffentlicht den Wortlaut ber ..Erklärung der Regierungen der Vereinigten Staaten von Arne- rila. Großbritannien unb Frankreich in bezug Hause vorgelegt wurde. Oie Abrüstungssaboiage. Keine Aussichten für den deutschen Antrag. Senf, 20. Sept. (TU.) Zu den Verhandlungen des am Mittwoch von der Abrüstungskommilsion eingesetzten Redaktionskomitee wird auf deutscher Seite nach wie vor darauf hingewiesen, daß in den Fricdensverträgen bie Verpflichtung für allgemeine Abrüstung klar ausgesprochen unb von ben Slgnatarftaatcn angenommen worden ist. (Eine weitere Hinauszöge rung der Abrüstung werde von der öffentlichen Meinung der ganzen Welt nicht mehr als tragbar empfunden werden und würde zu einem unmittelbaren Fiasko der gesamten Abrüstungsarbeit des Völkerbundes führen. Aus dielem Grunde sei in dem vom Grafen Bernstorfs in der Kommission ein- gcbrachten Entschließungsentwurs klar ausgespro' chen, daß die Dölkerbundsoersammlung den Zusammentritt für die erste Abrüstungskonserenz auf das Jahr 1929 nunmehr vorbehaltlos f e st s e tz e n müsse. Es besteht jedoch keine Aussicht, daß dieser deutsche Vorschlag zur Annahme kommen wird. Von englischer unb französischer Seite wirb mit Unterstützung zahlreicher anderer Ddegatlonen dem deutschen Antrag schärfster Widerspruch entgegengesetzt. Auf französischer Echte will man in keinerlei Bindungen verglich des Zusammentritts der Abrüstunaskonfe- resz cingchcn unb lehnt es entschieden ab, jetzt bereits endgültige Beschlüsse zu fassen. Von englischer Seite wird hervorgehoben, daß über bie Grundfragen der Abrüstung heute noch keinerlei Klarheit aeschofsen fei unb daß zunächst zwi- schen den Großmächten sowohl in ben Flotten- wie auch in ben Landabrustunassragen eine Einigung erzielt werden müsse, ehe man an einen Zusammentritt der Abrüstungskonferenz denken könne. Mit dem Zusammentritt der Vorbereitenden Abrüstungskommission zum Januar 1929 erklärt mau sich auf englischer Seite einverstanden Die Stellungnahme der deutschen Delegation auf Grund dieser Lage erscheint außerordentlich schwierig. Es ist zu erwarten, daß ber deutsche Delegierte, Gras Bernstorfs, bei ber kommenden allgemeinen Aussprache in der Vollversammlung in einer Rede nochmals den deutschen Vorschlag begründen unb hierbei eindrinasich auf bie in den Friedensoer- trägen festgesetzte Abrüstungsverpslich- tung der Signatarstaaten Hinweisen wird. Man erwartet, daß bie Derhanblungen in der dritten Kommiision in der Richtung verlaufen werden, daß eine allgemein gefaßte Entschließung angenommen wird, in der in vagen Formulierungen der Wunsch auf den baldigen Zusammentritt der allgemeinen Abrüstungskonserenz zum Ausdruck gelangt. Don deutscher Seite wird jedenfalls eine ber- artiae Entschließung grundsätzlich abgelehnt werden. Aus der ProvinziashaupaS zeigt die Ausstellung ..Naturschutz und ck ch u le", b c auf dem zweiten Deutschen fchuytag in Kassel vergangenes 3ahr graste -Bc- ach.ung gefunden hat. S e gab ein umfassendes £ub von der Arbeit der Schulen aus dem (Sc- biete deS Uatuc- und Heimatschuyes. Sin Teil der wertvollen lehrreichen Ausstellung ist erhallen geblieben und konnte bisher in den verschiedensten preusti'chen Provin städten In Verbindung mit Aaturlchutz.chrgängen anregend wirken. Sehr au begrüben ist es dah auf Wunsch hexischer Aaturschutzfreunde b;e Wanderausstellung im Dovember dieses 3ahres nun auch nach Hessen, und zwar in die Landeshauptstadt fommL Sie will den am Hatur- und Heimallchutz interessierten Kreisen, vor allem der hessischen Lehrerschaft, den Schulen unb ben Forst beamten, einen Einblick in die praktische und erziehliche Aatur'chuyarbe.t bieten und Qbittgxmgen zu er- vlgre cher Tätigkeit auf bleiern Miete geben. Prof Dr Spilger vom Pädago-z.'chen Znstitut der Darmstädter Hocki'chule hat d.e Adlicht, mit ber Aalur'chutzausstc.lung noch eine Ausstellung .Die hessische Heimat im Bilde" zu peib.nben. b;e ebenfalls die Bestrebungen des TTotur- unb Htimat'chutzes unterstützen und fördern loll. Hofienlt'ch erhält Prof. Dr. Vpil- aer dazu auch recht Dielt Bilder aus Ober- essen. Alle an der Pflege der AtimoHiebe in- :ervat sich inchr oder weniger mit ihnen und ihren Systemen veschästigt. »ab aber m unserer 'Hcd>- barftabt Marburg sich in aller Stille bie OSberte-Schule für BtwegungSkunst entwickeln konnte, entzog sich bisher unserer Äenntni». Frl. Elli Pletz, die als Diplom-Gymiiastik- lehrorin au- ber Marburger Schule hervorgegangen ist, hat am Mittwoch im Saale de» „Lase Leib" mit drei Schülerinnen deS Osberte- Systems den Verlach unternommen, Diesten mit dem System „Oebette" bekannt zu machen. Die Vorführungen, die nach kurzen Erläuterungen von Frl. 3nge Cangemat folgten, bewiesen, dast da» Osberte-System mit Aecht Beachtung verdient. Din fleiner Ausschnitt einer Osbertc- llcbungsstunde brachte Lockerung»- und Span- nungÄübungen. sow« Atemübungen, denen man eine bevorzugte Pflege zuweist. Sehr zweckmäßig wurden bie zu Ucbungätolgen — auch Studien — zusammengestellten „Druck- unb Zugübungen". ..Stost- und Zugübungen", bie Stpstbewegungen empfunden Die..Stilisierten ArbeitSbewegungen" konnten sehr gefallen. Fein he raus gearbeitet war die „Dongstudie", die sehr überzeugend wirkte und .zeigte, wie mit einfachen Mitteln hochstehende Leistungen erzielt werden können. Sie fl-olgt der Darbietungen, die in verständnisvoller Steigerung allmählich ihrem Höhepunkt zustrebte, brachte nun ..Akrobatische Hebungen“, die zwar, wie auch betont wurde, den Rahmen des Erreichbaren weit übersteigen, ernteten aber verdient entlasten reichen Beifall, denn He stellten außerordentlich« Anforderungen an die junge Os- berte-Schülenn. die aber spielend gemeistert wurden. Diese Prachtleistung führte zum Kunsttanz über, dem offensichtlichen Ziel des OSberie- Systems. Was hier gezeigt wurde, machte den Abend zu einem wirklichen Denust. Sin von Frl. Pietz gezeigte» „Präludium" von Ehopin führte stimmungsvoll in daS Debiet be» Tanzes ein. Die Groteske „Gefesselte“, dargestellt von Frl. Langemak. muh als formvollendet be* zeichnet werden unb fand nach stärkstem Eindruck lebhaften Beifall. S» war eine reife Leistung. bie der Künstlerin, sowie ihrem Lehrer alle Ehre machte. Dine Einlage „Der Harr“ bot länzcri'ch tot 'ging l-ch zu sehr in Wiederholungen unb hinterliest so den Eindruck des Eintönigen, ohne jedoch der Darstellungsgabe ber Künstlerin irgendwelchen ^lbbruch zu tun. Allerliebst wurde eine „Humoreske“ von Frl. Pietz und Frl Langemak als Schluß- stück des Abends geboten; ein« völlig abgerundete Leistung, bie Anklang bei den sichtlich erfreuten Zuschauern fand Frl. Maternus am Klavier begleitete mit feinem Verständnis tue einzelnen Darbietungen. Arbeitslust und Schaffensfreude ft an ben als Leitstern über den Vorführungen, bie bei innerer Anteilnahme freudbetont zur Gestaltung kamen. Sri. Pietz fand dankbare Zu'chauer, bie. zahlreich erschienen, mit ihrem Beifall nicht zurück- hielten unb erkennen liehen, bah man aixb einer gröberen Veranstaltung bet „Osberie^chule“ 3n- teic fe entgegenbri.igen wirb. Es unterl egt keinem Zweifel, bah bie „O8berte-€d)ule“ sich bei ziel» klarem Dege bie ihr geziemende Beachtung erringen wirb. Tatra für Latasiag, 22. Lrptrmbrr. 1792: der französische Nationalkonoent prokla- miert die Republik: — 1842: der ehemalige türkische Sultan Abdul Hamid in Konstantinopel geboren: — 1862 Aufhebung der Sklaverei in Amerika durch Abraham Lincoln: — 1884: der Reichskunst- wart Edwin Redslod in Weimar geboren: — 1914: Äapitänleulnani Weddigen. t*r Führer be» L'-Soote» 9, vernichtet drei englische Panzer bei Hoek van Holland. toornothen. — Tageskalender für Freitag. Katholisches Vereinshaus: Gastspiel ..Brcsigs Abenteuer , 8 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstrohe: ..Der seltsame Fall eines Arztes". — Aftoria Lichtspiele: „Tragödie im Zirkus Royal“. •• Bürgermeister D r. 3 re 0 ist von der Aeichs^nstait für Arbeitsvermittlung unb 2r- beilslcscnVersicherung in Brri.n mit Kr Leitung des Arbeitsam: es Frankfurt a. M. beauftragt worden. Herr Dr Frey hat zu diesem Zwecke einen längeren Urlaub von der b eftgen “tobt- icnpaltung erbeten. Ob diZer Urlaub zum endgültigen lieber!ritt zu der R ichsanstalt führen wird bleibt küns.iger Entschließung vvrbeh^ten. Dr. Frey tritt lernen Dienst in Frankfurt a M. in diesen Tagen art — Der neue Leiter des Arbeitsamtes Diesten. Herr Dues. bisher Geschäftsführer des Oeflentlichr-i Arbeusnachtoci cs in Harburg-Wilbclmsvurg. wird am kommenden Dienstag in sein h»esiges Amt eingefübet Der neue Arbeitsamt Flett er tnlrb <«n D' e:ckkbureau wi ber Räumen des Arbeitsamtes in der Allen Klinik Haden •• Schulrektvri. 2L Hermann Weyl Am Mittwoch ist in Grohen-Bufeck der Schul- reftor L X Hermann Wcy 1 nach kurzem Krankenlager entschlafen. Der Heimgeaangeve wurde am 10. Zanuar 1349 in Emmerichenpain i Westerwald' geboren. 3n seinem Deburisort besuchte er bie Volksschule. Aach feiner Sntla fung au» ber Schule trat er in da» Lehrerseminar zu Illingen dn unb bestaub bann im 3uli 1879 ba» Staatseramen al» Lehrer der Volksschule. Hierauf war er an verschiedenen Schulen in Preuhcn tätig, b«» er Ende 1883 ferne letzte C'.e'.le In Battenberg a. d ®b?r aufgab und au» dem preuhifchen Schuld enft aus>chi.d 21m 1. 3anuar 1889 übernahm rradler mit seiner Maschine stürz'« unb sich Tkrietzungcn am Kopfe unb Verstauchungen an ben Aänbcn unb B einen zu zog. Die eben'all» gefallene Frau criitt eine kleine Kopfwunbc. Dl« (14) erst nach bem llnglücks- sall herausstrlltr. war die .Frau fäxnerbäna jedoch trug sie nicht ba» für Schwerhörige dn- ae'ührte Warnungsbanb am Arm. Der b bauer- llche Vorfall sol'te allen Schtorrh^rigen eine erneute Mahnung fdn. nicht ohne da» Darnungs- band auf die Strafte au gehm. und zwar um Der eigenen ei jx*rbcit willen, aber auch im 3nhrd e eines ungdäf rdclen Fährverkehr». Leb tgens («t bet dieser Gelegensten betont, bah es sich für alle Mitbürger emb'eMrn würbe, vor bem Heber» queren ber Fahrbahnen erst einmal nach links unb rechts zu sehen um sich über dm Fahrzeug- Verkehr zu vergewis'em. Aach dieser Alchnnig Sn lassen viele Passanten immer noch iegti4)e orsicht vermissen •• Konzert in bet Un iversitäts- Aervenklintk Gießen. Man berichtet uns. Di« Defangvereine unte eS Vororte» Ä em-Vinbeit pflegen nicht nur tn ihren eigenen Aeihen Geselligkeit unb Gemüiltchkett. sie sind sich auch be- wuftt, baß der Gesang uns au» der so oft un» sruchtbarc.i Ebene aflläglicben Geschehen» zu lichteren Höhen zu geleiten berufen ist. Befonbets trifft bie« zu, wenn es gilt, Kranke aufzuheitern Darum werben auch weitere Äreite Anerkennung zollen, wenn Männergcfangverein« ben 3n|af1en unterer Universltäts-Vervenkllntk für Stunden eine Ablenkung bringen. Sv haben bn anerkennenswerter Weife am 2. September ber Gesangverein „Eintracht“ Kiein-Linben, unter Leitung seines Dirigenten. Herrn Leib, unb letzten Sonntag ber Gesangverein ..Arton" unter Führung des Herrn Aikolai in dieser Klinik einige Chöre gelungen, die nicht nur in textlicher Beziehung der Stimmung der Patienten angepasit waren, sondern auch schön und klangvoll vorgetragen wurden. Möge bie menschenfreundliche Einstellung dieser beiden Vereine bald Gemeingut aller Musik- unb Gesangvereine Giehen« und der näheren Umgebung werden! Berliner Börse. Berlin, 21 Sept. (WTB. Funkspr.) Nach dem etwa» freundlicheren gestrigen Abendoerkehr herrscht heute früh die übliche Gcschäftsstllle. Die Spekulation bleibt zurückhaltend und zeigt keine Unternehmung» lüft, zumal von der letzten Neuyorker Börse keine Anregung ausgehen konnte. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man Pari» 124,1650, Mailand 92,75, Spanien 29,33, ba» Pfuub 485,03 unb ben Dollar 4,1958. Kirchliche Nachrichten Israelitische Rrliglonsgrmrtabe. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage) Samstag, 22. September. Vorabend 6 Uhr; morgens 8.30; Predigt; abend» 6.30 unb 7.10 Uhr Israelitisch« Religlon»gescll(chaff. Sabbatseier den 22. September. Freitag abenb 5^5 Uhr; Samst.ig vormittag 8; Predigt: nachmittag» 4 Uhr: Sabbatausgang 7.10 Uhr. Die Wetterlage. o eweetwi »Mewwctte»*«-» » Vto« cVfin« • X nr'H,O- mir. Oy -iwfmwwu n *'«’•*<**• «we-tsl Nt Mrw n-cet* en v*ot 0k er w« iliuew nc-t-ete Ze» »• «tx» O t ruchl Stellung in gutem Haute zur gründlichen Erlernung des Haushalt». Selbige» kann Klavier loteten und tft febr kinderlieb. Ja- mtltenanschlub nicht ausgeschlossen. Schr. Angeb. unter 06650 an d.Eieh.Anz. erb. | Verkäufe | Zwei gute Milchziegen na verkanten. Schr. Anfragen unt. 06646 an den G. An». Etn 10 Monate alter Schäferhund wcazugshalber zu verkaufen. 00666 Möll, AnnerSder Weg 8. | Kaufgesuche | Kaufe gebrauchte» °"84’ Motorrad 200—350 ccm, von Privat gegen Kaffe. Angebote „Pont Mücke.*. S, 100.“ Gut erhaltener Sitaiaslen zu kaufen gesucht. Schr. Angebote um. 06644 a. d.Gteh. Anz. 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Alma die Margarine für Alle wird hergestellt In den berühmten Blauband-Werken. Preis nur 85 Pf. das Pfund. Tanz-Unterricht Zu unseren Winterkursen werden noch weitere Anmeldungen täglich entgegengenommen. Am Montag, dem 24. September beginnt ein neuer Kursus. Um falschen Gerüchten über das Unterrichtshonorar entgegen zu treten, teilen wir hierdurch mit, daß das Honorar für Anfängerkurse 40 Mk. beträgt. Nebenunkosten entstehen nicht Tanz-Lehr-Institut Bäulke Wolfstraße 21 GIESSEN Telephon 1055 «3511. (Siebener HuDerflelid- slVlM 1877 k. v. Höiaöem örö Betelns-Win Sonntag, .3. Sem., nachmlttagS3' ,Uhr. Schwimmen im Städi. Boik bad nü 1. Oktober Donnerstag von7—«Uhr abend». Kirmes in Crumbach bei Gastwirt Wiih. Geller am Sonntag, 23., und Montag, 24. September 1928. Es ladet höflichst ein: »342 0 Die Burschenschaft. I Generalvertreter für den Vertrieb eines in der Qualität u. Wirkung konkurrent losen Zungviehfuttermittels von führendem Konzern gesucht. Herren oder Firmen, die über ein entsprechendes Untervertreternek und gute Beziehungen zur Landwirtschaft verfugen, wollen sich unter Aufgabe von Referenzen wenden unter H. K. 1955 durch Rudolf Mosse, Hamburg 1. Neuer Beruf Ä bez Dauerftellg. biet, sich f. fleife- redegew. Herren im «ufjenöicnft al» Ner,r. f. Van6-- wirtlck einer Qlibcf Hermnertinsa. Oft n. JX.»« 0 lnveUdeoiaak,AM..Hxj.,laUea.H. Für die anläßlich unserer Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir herzlichen Dank Friedrich Lotz und Irau Gießen (Lahnhofstraße 33), den 21. September 1928 06652 Für die un4 anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Willi Will und Frau Marie geb.Schomber Gemünden a. b. Wohra, den 21. September 1928 O6C45 Hreibank. SamStag, den 22. Sept., von s Uhr ab 81480 Fleisch verlauf. Beamter sucht 1000 Jl»rk gegen Sicherheit u. gute Zinsen. Lchristl. Angeb. um. 0065U a. d.Gleg.Anz. 300 Mk. gegen Zinsen u. monatliche Rückzahlung jeenucbt. Schriftl. Ang. unter 06658 a.b.@ieB.8tni. Imekl 41s Handele- ■ekele Huielexnel Sonntag, 23. Sev> lembcr. nachm.: Samilleaflasflog nach bet iknbwigs- bürg bet Wtefeck. Kinderfest. 2!uiofabtgelegcnbeii 127 u. 2.43 ab Wall- 10c 82720 Ter Vorstand. Teilhaber Mil 2 — 3 Mille für ame Sache gesucht. Säir. Anaeb. umer 06651 nb. Gleb Anz. Sonntag 23. Sevt- nachm. 4 Uhr: 3olomGEDleln mit Aamilie auf b. Welleroburg *<- Ter Vorstand. Der vortta 11 b. Verein Ruder- sPort Gießen 1913 e.V. und Akad. Rüden abteilung. Sonniag, 23. Sept. 3 llbt: Abruöern. AdendS: Gemütlich. Beisammensein im Bootshaus. WD Dfolllnatioiiflle BoiisDoriei CrtJgr. (fliehen. Sonntag, 23. Sevt« nachm. 43V Uhr: Stölker- Gedenkfeier im groben Saale de» StntbQufo m Tillcnbuvg. Wir bitten untere Mitglieder um recht zahlreiche Beieili- lumg. Äbfahit 8.16 Uhr nachm. Gönn« tagskarte. KSfittD Der Vorttand. M. T. V. Sonntag, 23. Seo«.: Wanderung nach Klotter Arnsburg. Abmarsch 9 Uhr Univ-Bibliothek. Mode-Vorführung ä Carl Nowack Seltersweg 85 Freitag und Samstag nachmittags ab 3 Uhr Nr. 223 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Sreitag, 2b September (928 selbst dirigierte. Dieser, den man sonst vorwars, daß er die Tempi seiner Kompositionen stet» zu langsam zu nehmen pflegte, überstürzte diesmal das Allcg.o dermalen, dah die bedauern»- toerten Dilettanten außerstande waren, mirzu- kommen. Ss fehlte grr nicht viel, und man Hütte schon in der Ouvertüre uing Worten, aber eS ging noch so einigermaßen ohne bemer enSrrerten Zwifchrofall ab. 21» zweite Summer folgte Spohr mit feiner Gattin. Sie bitten eine Sonate für Harfe und Violine vorzutregen. Wie ft et», so sollte auch dieLmal ohne «loten g spielt werden. Beide Künstler sahen bereits, und Spohr war im Begriff zu beginnen, als ihm plötzlich leine F.au, tonst die BZonnenhllt selbst, äng tlich zuslü icrte. Um de» Himmel» willen. 2oui->. ich kann mich nicht besinnen, welche Sonate wir eigentlich spielen wollen, ich ah le nicht, wie sie an ängt.“ Such der Gatte mu )te sich erst einen MomeM besinnen ehe er ihr den Anfang leise In» Ohr singen konnte. Sie tarn wieder zur Buhe und Be'onne..heib da» Spiel b g um und endigte auch ohne Unfall mit lebhaftem Befall der Zuhörer. Danach sollte Frau Becker eint Srie fügen. Eben httte lie Som berg in feierlichster Haltung auf da» Podium geführt, al» sie sich auch schon wieder losrih und davonliei. Sie verschwand in einem Rebe nz immer — zum a oftten Erstaunen des Publikums. Dorette Spohr eilte ihr nach, voller Besorgnis, dah sie krank geworden fein könnte. 3edvch kehrten sie beide nach einigen Minuten zurück, und auch diese Arie ging glücklich und mit aHgemdre: Bestimmung des Publikums vonstatten. Das plötzliche Verschwinden hatte darin seinen Grund gehabt, dah der ziemlich korpulentm Sängerin infolge ihres üppigen Siner» der Stern au.g gingen war, we-hall» sie gezwungen war, erst ihre Kleider etwa» zu lockern. Die folgende Summer hatte Hermstedt mit einer schweren Komposition SpohrS. Hermstedt, der fönst bei jedem öffentlichen Su’treten die ängstliche Vorsicht fcfWt war. h Lc diesmal im Uehermut fein:» Lhamp gn.r.aufä^s ein neues, ran ihm noch nicht auöprobierte» Blättchen dem Rigaer Streiflichter. Von unserem v. M -Berichterstatter Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten Aiga. September 1923. Obgleich Westeuropa sich bi» zum heutigen Tage noch nicht darüber einig geworden ist wo Aiga liegt — einige halten ee für die Hauptstadt von Estland ober Litauen, andere schreiben getrost Lowjetruhland auf den Briefumschlag und geographisch besonder» Begabte schlagen Kurland vor — fo bat ee sich die ehrwürdige Hansa- ftadt doch mit dem bekanntEigensinn de» Ältere in den Kops gesetzt, in Livland bLiben zu wollen Vermutlich au» sieberchunb.'rtfieben- undzwanzigjähriger Gewohnheit, und da» ist verzeih ich! Aoch weil verzeihlicher ist e» allerdings, dah unpolitllche Leute, die vor mehr denn zehn 3obren die Schulbank ihrem Schicksal überlassen haben, nicht wissen, wieso Südlivland und Kurland sich heute hinter dem Sammelnamen Lettland verbergen und dah Äordlivland mit Estland — doch genug der Mnemotechnik. Der Begriff ,Rand- ftaaten“ tut bescheidenen Ansprüchen vollauf Genüge. und man weih ja auch noch gar nicht, wie fo was nach einem weiteren Dezennium heihen will. (Bei dem Galopptempo, da» die Geschichte neuerdings bevorzugt.) Voreilige und Wißbe- gierige mögen sich immerhin merken, dah Aiga die Haupt st a d t von Lettland ift. „Bon jeher da» geiftije und kommerzielle Zentrum für das ganze Gebiet am Baltischen Meer. Sih der Aegierung. sowie zahlreichrr. grober Industrie-, Handel»- und Kredituntemehmungen. Bedeutendster Hasen de» Landes. Viele Stultur- und Kunst- benfmäler.. Um nicht weiter abschreiben zu müssen, will ich nur noch erwähnen, bah Riga vor dem Änegc etwa eine halbe Million und jetzt 350 CXX) Einwohner zählte, bzw. wieder hat (denn vor acht Jahren waren es nicht viel mchr al» die Hälfte). Um ferner dem berechtigten Einwurf zu begegnen, bah die Bevölkerungsstatistik ausländischer Städte un» kein geradezu brennende» 3nterelie abnöagen könne, sei daran erinnert, dah jene Kultur- und Kunftdenkmäler deutsch sind und dah eS sich überhaupt um das Zentrum der dlieften deutschen Kolonie handelt Ein SuSlanddeutschcr soll kürzlich den Satz geprägt haben: .Und wenn wir hier einer gegen hundert ständen, bann wären wir immer noch geistig in der Majorität" Auf Riga übertragen büd tc es heihen ..Und wenn hier kein deutsche» Wort mehr laut würde, dann mühten dock) die Steine deutsch reden/ Da» Kopfof läster der wirf- lichen Altstadt .to der Ryghi. die Burg des Deutschen Ordern- an der Düna, dir wappengeschmückten Portale der Patrizi ^Häuser. das Gemäuer de» Pulverturms, der St. 3üraen»bof aus der Zeit der Schwert trag enden Brüder der Ritterschaft ckhristi, das um 1330 erbaute Hauber .Kompagnie bet Schwarzen Häupter", ba» noch weit ältere Kreuzgewölbe der Btariengilbe (mit der berühmten Brauffammer) und vor allen Dingen die seit 3ahrhunderlen ragenden Türme des Domes. St. Petri und St 3acobi. Der ftememe Dtimmenchor könnte gewlh noch beliebig ergänzt und erweitert werden, b. h. lähk die angeführte dröhnendr Baßgruppe schon erkennen. wie hoffnungslos jeder Versuch wäre, dagegen anzusingen. Man Heu sich in den letzten neun Jahren alle Mühe gegeben, wenigsten» die deutschen Straßen- namen zu entfernen und neue zu erfinden, denen nichts von dem Grist der .fluch bei ad eiten" Ber- !iangent>ai anbaftet. Sowei. auch mit vollem Er- o!g. als kein Westeuropäer mehr in der Lage ist, ich in Riga zurechtzusiiiden. Wenn jemand einem erzählt hat. dah er in der Ale? and erst rohe wvbnc, dann bad er beileibe nicht bie Unverfrorenheit besitzen, sich beim nächsten .OrbnungSmann" nach ihrer Lage zu erkundigen 3m günstigsten Fall erhält man dir eilige An!wort .So eine Srrahe kennen wir nichtI". läuft aber glcichzritiz Gefahr, einer reaktionären und bösanig.n Gesinnung verdächtig zu werden. Der Fremdling kaufe sich allo ein Strahenverzeichnl» mit alten und neuen Ql amen und lerne letztere bei einem gewifienhaften Lehrer aussprechen Auherdem merke man sich, dah auch der Briefträger. — aus staatserhalten- Gin Konzert mit Hindernissen. X>on Carl Georg v. Maaffen. Auf einer Konzertreise im Jahre 1811 berührte brr bekannte Komponist Louis Spohr auch Hamburg. Bei bieser Gelegenheit arrangierte im benachbarten Altona ein reicher Mu- siksreunb ein Konzert, zu dem er sich Spohr» sowie einiger Hamburger Künstler Mitwirkung erbat. Unter ihnen befand sich ber noch heute nicht vergessene Komponist Andrea» Romberg (176t 1821ber al» Är:liier ebenso geachtete wie gefürchtete Musi dirritor Lhristian Fried.ich Gottlieb Schwenke (1767—1822) unb ber da- mal» gerade nach Hamburg gekommene Klari- nellift Zohann Simon Hermstedt (1778- 1846). für den Svoh eigen» ein E-Moll-Konzert und Variationen für Klarinette g schrieben hatte. Der Altonaer Musikfreund hatte e» sich angelegen sein lasten, seine Gäste üppig zu bewirten. bevor sie sich mit ihrer Kunst vor dem Publikum produzierten. Sie wurden mit einem luiuribfen Essen empfang n. bei dem der äpun- pogner in Strömen floi. Rachdem die Gäste an die zwei Stunden getafelt und fleihig dem Ehampagner zugrsprochen batten, wurden sie so vergnügt und ausgelassen, dah sie ganz und gar das in Aussicht stehende Konzert vergasten. Wie grt>b war d„her ihr Schrecken, als plötzlich ein Bote austauchte mit der Meldung bah da» zahlreich oedamire tc Publikum bereits ungeduldig zu werden beginne und stürmisch den Anfang de» Konzerts verlange. 3n gröbter Eile wurde nun das Fest abgebrochen, und man eilte zum Konzertsaal. wobei sich h.rausstellte, dah keiner der Mitwirkenden mehr fo recht in der gehörigen Verfassung war. öficntlidb auf- treten zu können. - .Sie Zaghaftesten waren die Mutigsten geworden', berichtete Spohr falber darüber. Das Altonaer Dilettantenorchester, dem die Hamburgei Künstler ihre Assistenz verleihen sollten, säst bereits an den Pulten, als die fröhliche Schar eintraf. Das Konzert beginn daher sogleich mit einer Ouvertüre von Romberg, die der Komponist den Dlünden aHoiut nicht in der Lage ist. ein auf die alte Anschrift lautendes Schreiben richtig zu be ft llen 3 n Riga kann jedermann deutsch nur bie Polizei unb bie Schafsner nicht, denen die lautere unb reine Pflege des Landesidiom» non Amt» wegen obliegt. Do» Reifen in Lettland gewinnt dadurch tmir.crbtn den Reiz de» Abenteuerlichen und Un- gewll en. ist allo Romantikern besonder» an- zuempfehlen Sehr eigenartig ist übrigens ba» Schicksal ber Rigaer Straßenbahnschilder an den Hallestellen ursprünglich trugen sie drei Aufschriften (russisch, deutsch, lettisch): bann kam der Krieg, und die russischen Behörden verfügten die liebermahmg ber deutschen Schrift Vier 3ahrc später lieb die deutsch. Okkupationsmacht da» Won .Hil estelle" Wied r freilegen und dafür die rUlsische B z t nung au löschen 3 tz axr prangt nur noch am unteren Rande die lettische Schrift, wahrend tü beiden übrigen unter Weihern Anstrich verborgen sind Ein Stücklein Weltgeschichte aus der Verkehrstasell An den wichtig- ften Halteplätzen sind, nach ausländischem Muster, viereckige Säulen mit einem Verzeichnis der betreffenden Slrahenbahnlir i n ausgestellt worden. Run ift die Elektrische jedoch nich» >o lleinlich. sich streng an den Buchstaben (bzw. Lie Rummern) zu halten Wo etwa die ,EinS" und .Zwei" verkehren sollen, kommen auch bi? .Elf" und.Zwölf" daher - nur dah die Säule fit offiziell noch nicht anerkannt hat. Wenigstens nicht de jure. Wenn man einen .X a f a m e t c r" nehmen will, fällt man regelmäßig auf ein Privalaulo herein, denn die Zähluhr fitzt tief in den Singeweiden be» Wagens und sonst ist auch kein Unterschied zu merken. Hm sicherzugehen. setzt man sich lieber .in den Fuhrmann'' lwomlt bie 'Balten eine Pferd-droschke meinen). Sieht man aber ein rasselnde» Ungetüm, aller Derkehr»- grundsähe spottend, um die Gcke schwenken, und hängen zehn bis fünfzehn eingefleischte Selbst- n.öroer aste die reifen Trauben zur plattformlosen Tür heraus - dann ist 'S ein Autobus. Wer in den Grenzen de» Deutschen Reichs einen ähnlichen Klappcriasten aus unschuldige Mitmenschen loslassen wollte, wäre schon de» versuchten Totschlag» überführt! Rach oberflächlicher Schätzung muh e» in Riga annähernd achtundvierzig Omni- buölinien geben. Dafür sind die Material Unkosten auch gering: man kauft ein noch gut erhaltene» Ford-Chassis, befestigt dne Art Schäserhütte ober Hühner hau» baraut unb übergibt das Ganze frisch angestrichen dem Verkehr Trotzdem kippt solcher Autobus laut zuvcrlälligen Berichten, nur bann um. wenn der Ehausfeur betrunken ist — was nicht unbedingt die Regel sein soll. Bor Ausbruch des Weltkriege- zeichnete sich im Gesicht ber allen Stadt eine ausgeprägt hanseatische Ruhe und patriarchalische Behäbigkeit ab Man eilte nicht, man haftete nicht: man arbeitete, um z u leben und lebte nicht, um zu arbeiten. Geschäfte wurden beim . Frühstück" erledigt unb „frühstücken" konnte man (nach baldigem Sprachgebrauch) zu jeder Tages- und Rachtzeii. Tie Läden — auch die vorn, hm st en in Riga stets .Buben" genannt — begnügten sich mit schmalen, nach westeuropäischen Begriffen äußerst dürftigen Schaufenstern. Dafür waren Lager und Ansehen um so gröber. Heute Hal sich da» gründlich geändert, und an vie Stelle der schlichten Trabi ivn ist eine parvenuchast- schäbige Groftstadtclcganz getreten, bie den gemus loci mitten in» Gesicht schlägt. Wäs das Ansehen anbelangt, so behaupt . dis Land unb lerne I estes- freutvje Hauptstadt .haldtrvcken zu legen Da nach 10 Uhr abend» in öffen. tchen Lokalen fein SJofcol ausgeschenkt werden durfte .kt- wandelten sich alle Bar» Tanzdielen ultn im Handumdrehen in Klub» Statt de» alle > Batnen» erschienen über dem Eingang Bezeich- nungen wie .Sägerfiub“, .Feuerwehrklub" ober .3ode; flub" — oo.te dah sterbliche Augen darin jemals einen Säger. F uerwehrmann ober gar 3ockey entdeckt bitten. Der einzige Xliticridycb bestand darin, bafi ntnn für ein Geringes eine Mitgliedskarte erwerben muhte, dah es keine Polizeistunde mehr gab und dah man wohl oder übel genötigt war den Schnaps engros — au» Mmeralwasfcrllaschen unb ti:o GUllern — zu Oertilgen. Lckör ironl man au# Kaffeetassen. Wenn eine Razzia bevorstand, pflegte der Sn- Haber ba» gehe imnisvollerweise vorauszuahnen — vermutlich auf Grund de» .zw., en Gesicht» 3etzt ist das Gesetz zur Hebung der Trunksucht (wie Eingeweihte es nannten) bis auf bescheidene Reste eine» s lbstmörderischen Tode» verblieben. Lettland besitzt übrigen» eine Stadt ohne Barnen die Sammellommune .Riga- 6 t r a n d". Seit Fahren zerbrechm sich zuständige und unzuständige Stellen darüber bi? Köpfe, tote diesem peinlichen Mangel abzuhelsen sei. Man Hal .Beroftemstabf. ..^lircri'ura" Sonnenstabt" und alle nur erdenklichen Wong-'bilde au» dem Konservationsletllon (natürlich auf lettisch) borget(biogen, hat die Geschmacklosigkeit bi» »um äußersten angespannt - doch vergeben»! Die ldyl- lifchen Strandorte tragen immer noch ihre allen Einzelbezeichnungen, ohne sich eines Familien- namens erfreuen zu dürfen Ein Landstreicher-Geseh. sie Landstrahen sollen gesäubert werden. Die Verwahrlosten, die krank sind oder deren geistige Sabigletten nicht mehr ausreichen ein soziale» Le »en zu tühren und die h uie bettelnd, in Ob- d..chlofenafvlen übernachtend, durch das Land riehen, sollen nach einem neuen Gesetzentwurf durch bie Vormundschaft?geeichte oder durch die Bertoaltungebebörbci*. der B Wahrung überwiesen werden Ztoangsweile will man di' Landstrahe von diesen Elementen reinigen unb s e bann einer dauernden Anftaltopslege übergeben, trenn alle Berfuche sie wieder In baj soz'.me Leben cinzuordnen. mihlung.-n sind Zur Ze.t ver- handelt da» R nicht in allen Punkten Uebcreinfttimnung erzielt werben fonnte. Kongresse und Tagungen. Züricher Tagung des Vereins für Sozialpolitik. Der Berent für Sozialpolitik hat unter besonders reger Beteiligung von Wissenschaftlern, Praktikern aller Wirtschaftszweige unb Regie- rungöPertrctern Deutschlands unb ber Schwei; getagt. Unter den Erschienenen waren der Reichs- arbeiteminifter Wifscl. Reichsbankpräsident Dr. Schacht. Generaldirektor Silverberg Das Referat des ersten Tages von Prof. Som bart (Berlin) über Wandlungen be» Kapitalismus schuf burch grunbfäo iche Erörterung ber gegenwärtigen Wirtschaftslage den Hintergrund für bie gesamten Diskussionen Sombart ging von der Behauptung au», dah e» möglich sei über bie voraussichtliche En'Wicklung des Wirifchaftsleben» auf eine weitere Sicht Aussagen zu machen. Für bie Länder auherhalb West uropa» sei mit einer Ausdehnung des kapitalistischen Wirtschaft»- syftem» zu rechnen, während seine Stohkraft aber in Westeuropa selbst langsam Nachlassen werbe. DaS individualistische Gepräge weiche vor dem kollektiven Handeltt. Mit der Ausschaltung der allen dynamischen Marktmechanik setze sich ein System statistischer Wirtschaft, einer pfanvollen. vertoallungSmäsiigen WlrtschastSsührung unter strenger Bindung der ArbeitSverhällnisse durch. 0onwart sieht bie Gegenwart alS eine ilcber- gangSepoche. in ber noch starke Kraste eine» Inbl- vibualistischen Kapitalismus wirken, in ber aber die Gesetze einer neuen, gebundenen Wirtschaft immer klarer hervortreten. — Das Gegenreferal von Prof. Eckert (Köln) schloß mit dem Ergebnis, bah der Kapitalismus In seinem WesenSkern noch keineswegs vor dem Snd: stehe, sondern sich noch im Stad.um vo Hier önifaltung befinde. — Der Vortrag des zweiten Tag s über das Thema: bie Auslanbkrebite in ihrer sinanztcllen, wirtschaftlichen unb sozialen Bedeutung, hatte vorwiegend pralt.schen Tharaller. Die Bef er ent en betonten die intensive Kapitalverflechtung der Weltnalivnen. die zu einer gemeinsam vvrzube- reitenden Lösung der sinanzi llen Ausaaben dränge. Raturgemäh war die für Deutschland aus dem Dawesgutachten sich erg:bend? Situation ba» konkreteste Beispiel AuS der Diskussion verdienen be;onbcr.‘ t Lllrsfc hrungen Generald r Silver- bergS h.evvrgehoaen zu werden, dah, wie für alle Äreti opera;tonen, besonder» für Ausland- anleihen Vertrauen In den Kretitnehmer wich- Wundstück seiner Klarinette au'g schraubt. Er rühmte sich dessen auch noch Spohr gegenüber, dem nichts Gut » schwante. aB ber Künstler daS Orchestervodium besticg. DaS Soll» der Komposition fritte mit einem Br a Inhalten den Tone zu beginnen. Hermstedt pflegte dabei kaum hörbar anzusetzen, um bann den Ton nach unb nach zu g *to .Itiger Kraft onwachfen zu lassen, womit er stets einen sensationellen Erfolg davcn- tnig. Auch bie»mal b.gmn er auf bie gewohnte Weife, unb ba» Publi.um hörte dem Anschwellen des Tone» mit gespannter Ausrnerlsamkeit zu. 21» ber Virtuos« aber g rabe habet war, thn zu höchster Äta t zu steigern, überschlug sich ba» Blättchen unb g ib einen greulichen Mihtvn, etwa dem ähnlich, wenn eine GanS au schreit. Da» Publikum brich in Lachen au», wobei ber plötzlich nüchtern g worbcnc Musiker totenblaß vor Schrecken tou.b:. Doch faßte er sich wieder unb trug ba» Weitere in ber g.woh iten Voll- lommenh.it vor. so daß ihm am Ende ber enthusiastische Beim nicht fehlte Am schlimmsten aber e ging e» bem armen Schwenke. Da» allzureichlia-< Diner httte ihm, ohne bah e» von Ipm bemerkt worben war, bie Hosenschnalle gesprengt. Richt lange nach Beginn eine» Potpourri» mit Quartettbegleitung, worin Schwenke die Biolapartie übernommen hatte, fühlte dieser, daß ihm bei ieber Bewegung der Bvg.nlüh ung das BeinlLib zu finken begann. Er war aber viel zu gewislenhaft, um von seinen Boten etwa» auSzu'.allen, und wartete ruhig die Paulen ab. um bann erst da» rutschende Beinkleid wieder herau zuziehen. So unauffällig er auch bie» in» Derk zu setzen bemüht war, ba» Publikum hatte e» doch bemerkt und folgte feinen Manipulationen mit zunehmender H tt.r eit Als jedoch am Schluffe 6e» Potpourri» eine SechSzehr t I-Ie egmg dm k- baucrr.stocrten M-sikv' derma'e id. tt le. bah das Sinken be» Bein leide» so bedenkliche Fortschritte machte, dah eine Katastrophe in allernächster Zeit erio'g n mußte, ba v«-mochle da» Publllum nicht mihr an llch zu halten unb brach in befreite» Gelächter au». — Mit dieser Rümmer endete eines bei komischsten Konzerte, bie wohl je em Musikpodium erlebt hat. Spohr tigftc Voraussetzung sei unb dah gerade Deutschland die» bei Ausbau feiner Wirtschaft al» oberstes Gesetz anerkennen müsse Das letzte Referat behandelte ba» Thema .Kredit und Konjunktur". Rach einleitenden Worten von Prof. Diehl (Freiburg) sprachen Prof. E u k e n (Freiburg) vom tbeore- tischen Standpunkt unb Dr 3 ö h r. bet Direktor ber Schweizerischen Kreditanstalt Zürich, vom Standpunkt des prallifchen Bankiers. Eulen stellte die moderne wirtschaftliche Entwicklung mll ihren Konjunkturbewegungen vornehmlich al» einen Prozeß ber Kapitalinvestitionen dar 3 öhr betonte dem gegenüber, dah die Stellung zusätzlicher Kredite nicht von auSfchlaggeb.ndem Eln- sluh sei. 3n der folgenden Aussprache tarn eine Reihe bedeutender Konjunktur -Theoretiker zu Wort. u. a. Lederer (Heidelberg). Loewe (Kiel) unb Singer (Hamburg). Die Tagung in ihrem Zusammenhang von strasser Theorie und praktischer Erfahrung war ein wesentlicher Beitrag zur aktuellen Problematik der Wirtschall. Generalversammlung der Gewerkschaft deutscher Cofomotlofübrer. Boni 18. bis 20. September fand In Frankfurt die ©cnerclocriammlung der ©einer scha t deutscher Lokomotivführer statt Vorsitzender Reumann erstattete den DeschäitSbericht Er stell c fest, dah die BesvlbungSfrage für die Bau »- gruppe da Loromokivlührer nicht in befriedi- genba Weife gelöst wurde. Die Frage der dienstlichen Beanfpruchu. g des Lokomotiv'ühia» müfse unbedingt zugunsten de» Co!onwtiu,übrci» gelost wabern Auch die Dienstdauervorschri ten mühten geänbak werden. Al» zwei la Referent sprach Wartstein zmn Geschält ^bericht. Die Reichsbahngesellschaft müsse, um die Reparationen erfüllen zu können, auf bie Erzielung eine» höheren Gewinne» binarbeiten. Zueril werde hier an den 70 030 Lokomotivführern in großem Umfange gespart. Die» wirke sich auf die Betrieb»sicherh it der Eisenbahn aus, die gegenwärtige Betrieb» ührung biete al'e.i Anlaß zu gesieigaten Unfällen, wa» der Anlaß war, baß bie Gewerkschaft der Lo'omotiv'ührer bei ben verschiedenen Unglüd»|ällen nicht für die ReichSbehn Stellung nehmen konnte. Die Gefchwindigkeit ber Züge sei in Deutschland höher al» in allen anderen Staaten Europa». Diese selbst hat un» in seinen Erinnerun g n diese heitere Episode au» seinem Le'-en überlk e.t, und er bemerkt dazu, daß diese kleinen Un ä le später reichen Stoff zu aüalei Reckarien gegeben hätten. Lob ber schwarzen $tunff. Don Dan» Thykiok. Drei Männer haben — vor mehr al» vier Sahrhunderten — einer aus grauem Mittelalter herau, dämme roden neuen Zeit wuchtig die Tore geöffnet: Eoiumbu», Gutenberg, Bertold Schwarz. Drei Großtaten menschlichen Geistes haben da» Anll'.tz der Welt von Grund auf um geschaffen — drei Entdeckungen, ohne die auch das innere Bild unsrer Z.it undenkbar wäre: Amerika, der Buchdruck, da» Sch ehpulvn. Bon unermeßlicher Tragweite und . rdball- umfpannenber W.rkung alle drei — der Wen'ch- heit zu wahrem Segen aber die eine allein: da» Derk de» Johannes Gutenberg au» Mainz. Mit seiner to unbaba nm Erfindung war der Grundstein gelegt zu da Ausbreitung, Ber- riehxng und Bewahrung geistigen Gutes, worin jede echte Kultur nicht nur unsrer, sondern aller Rationen wurzell. Mit ihr waren jeglichem Gedanken Flügel valrehen, allem au» menschlichem Geist und Herzen jemals Descha'senem Wirkung. Widerhall und Beständigkeit befchieden. Die Schöpfung de» Drucke» al» be» vornehmsten Kulturträgers war ein unvergängliche» Werl von volloeredelnda, völlerverbmdenda Kraft. D.e ihm dienten durch die Jahrhunderte bi» auf den heutigen Tag. bescheiden unb namenlos — Gesellen und Meister da schwarzen Kunst —. haben ihr redliches Teil am geistigen Bau da Well mitgeschaffen Mögen lle fürba wirken, allem Guten. Sdeln und Ähönen eine bleibende Statt zu bereuen — llch selber zur Ehre unb Freude, ihrem Volks und da Menschheit auf Erden zum Segen! 4 Geschwindigkeit sei äußerst bedenklich, weil der Unterbau nicht entsprechend hergerichtet sei. Für Personcl, ragen wäre es b^s.er, wenn da- Par- lnment noch einen Sinjluh hätte. Die Gewerl- scl-c t ,'lellc die Forderung, daß die Kontrolle über die Qualität deS Lokomotivführer- nicht meint in dm Händen der Reichsbahnaes«llschast bleibe, sondern den staatlichen Drhörden übertragen werden müsse. Die dienstliche Bran- lvruchuna des Personals sei so stark, daß eine sichere Betrieb-! ührung nicht mehr gewährleistet sei. vorstandstagung de» Deutschen Amvallsoereins. Gleichseitig mit dem Salzburger Juristentag hielt der Vorstand des Deutschen Änwaltsoereins in Berchtesgaden eine Sihunn ab. Die Verhandlungen, die der Präsident des Deutschen Anwaltsoereins, Justizrat Dr. Martin'D r u ck e r (Ccipdiq) leitete, aalten zunächst der Durchführung der Neuorganisation des Deutschen Anwaltsvereins, die eine schärfere Zusammenfassung der Mitglieder des Vereins auf dem Wege einer Bezirksgruppenbildung, ferner eine wesentliche Erleichterung der Aufgaben und eine Um- Gestaltung der Hauptgeschäftsstelle vorsieht. Weiter- in besagte sich der Vorstand mit Mahnahmen zur Verbesserung der Lage der Anwaltschaft, die sich bekanntlich zur Zeit in schwerster Bedrängnis befindet, weil auf der einen Seite bei anhaltendem Zustrom zum Anwaltsberuf das anwaltliche Arbeitsfeld mehr und mehr eingeschränkt wird, während auf der anderen Seite die im Jahre 1925 getroffene gesetzliche Neuregelung des Gebührenwesens einen empfindlichen Gebührenabbau mit siw gebracht hat. Der Vorstand des Deutschen Anwaltsoereins faßte eine Anzahl wichtiger Beschlüsse über diese Fragen, die zum Teil auch noch die nächste Abgeordnetenoersammlung beschäftigen werden, die Anfang November in Frankfurt o. M. stottfinden wird. Oberhessen. Landkreis (Wieweit. * Odenhausen a. d. Lda., 20. Dept. Die von dem hiesigen Fußballsport-Verein am Sonntag veranstalteten leichtathletischen Wettkämpfe, verbunden mit Pokal- wettspielen in drei Klassen, nahmen vor einer großen Zuschauermenge einen sehr spannenden Verlauf. Die Oberrealschüler-Stasette von Grünberg über 400 Meter, bestehend aus Walter Trinkaus, Kurt Suchland, Hans Leonhard Pauly und Siegfried Bühler errang unter starker Konkurrenz den ersten Preis. Ferner erhielt der älnterprimaner Hans Leonhard Pauly (Mainz- lar) im 100-Meter-Lauf wie auch im 300-Meter» Lauf den 1. Preis. t. Burkhardsfelden, 21. Sept. Gestern wurden die sterblichen lleberreste unseres ä l t e - st en OrtSbürgers 3ohS. 2l l b a ch V. zu Grabe getragen. Der Verewigte halte das schöne Alter von 87 Jahren erreicht und half bis in seine letzten Lebenstage noch Feldarbeiten verrichten. Gr war Teilnehmer an dem Feldzug von 1866. Seit 1892 war er Gemeinderechner und hat dieses Amt in seltener Treue und Gewissenhaftigkeit verwaltet. Außerdem war er lange Zeit staatlicher Untererheber und Kirchenrechner. * 211 b a 4, 20. Sept. Heute verunglückte der 24jährige Willi Brück von hier beim Dreschen sehr schwer. Er wollte Fruchtbündel vom Gerüst in die Scheunentenne werfen, dabei brach ein Balken, und Drück stürzte in die Tenne, wo er liegen blieb.' Der sofort hinzugezogene Arzt Dr. S ch a d von Lich stellte eine schwere Ntppenquetschung fest. •y- L l ch, 20. Sept. Dom herrlichsten Wetter begünstigt fand gestern die feierliche Ginwei- hang unserer neuerbauten städti- scben Kleinkinderschule statt. Ilm 4.30 Ayr hatten sich im Hose des neuen Heims die Mitglieder des Gemeinderats, des Schulvorvorstandes und des Wohlfahrtsausschußes, sowie die Kinder mit der Schwester und den Gltern versammelt. Aach einem Lied und dem Prolog der Zunder übergab Baurat Wagner vom Hochbauamt in Dietzen, das die Pläne entworfen hat, den Schlüssel an Bürgernunsler Geil, der nach einer Ansprache, in welcher er besonders aus die fast 100jährige Geschichte der Anstalt einging, aufschlotz und mit Dankesworten den Merkwürdigkeiten aus der alten Natnrwissenschast Miigeieilt von Waliher Appell. Dor mir liegt ein Teil jenes Erzeugnisses mittelalterlicher Delehrsamleit, da- man eine Gnzv lopkidie der gesamten damaligen Natur- wisienschasten nennen tonnte. Selber betitelt er sich mit einige» wortreichen Ausschmückungen, aber doch bescheiden: Kräuterbuch. Das ist nicht wörtlich zu nehmen. Mein Band, der letzte des Werkes, behandelt nicht Kräuter, sondern .das sürneh.nbste Dethier bet Erden, Vögel und Fische, detzgleichen Metalle. Grtze, Edelgestein, Gummi und gestanden ©äfften, so zur Artzney gebräuchlich." DaS tut er, mit vielen Bildern, auf eine durchaus besondere, großzügige Art. Der gleiche Holzschnitt heißt bei diesen „eratten" Wissenschaftlern das eine Mal Alaun, das andere Mal Magneteisen, und genau so ist es mit den Bildern Der Spinne und Ameise. Natürlich gibt es damals, 1587, noch das Hge- sidert vierfüßig Thier Greiff: am ganzen Leib ein Löwe, mit Flügeln und Angesicht dem Adler gleich, mit Klauen wie Ochsenhörner." Ebenso selostversländlich gibt es den Lindwurm oder Trach, und den »König der Schlau- gen", den B a s i l i sk. der den Menschen durch seinen bloßen Blick tötet. (Geboren soll er von einem H-Hn sein, denn der legt in seinem letzten Alter ein öi. daraus der Basilisk kommt.) In diesem KrclS darf auch das Einhorn nicht fehlen, das »den Damen hat von dem einsam eintzigen Horn, so an seiner Stirn wachset. Es lebt in den wüsten Wäldern von Jndia mit einem Leib wie ein Pserd, einem Kopf wie ein Hirsch mit Fühen wie ein Elefant, einem Schwanz wie der des Wildschweine-." Leider scheint es zu diesen vielerlei Gaben nur den Verstand eines Sperlings mitbekommen zu hrben. denn: „Denn eS mit dem Löwen streitet, so stellt sich der gegen einen Baum, und wenn da- Einhorn in vollem Lauf auf ihn zurennt, entweicht er — und das Einhorn bleibt mit feinem Horn un Baum stecken, allwv es bann der Löwe umbringt.“ „3n Arabia lebt fünfhundert Jahr oder länger der Vögel Phönit So er dann sihet, daß er alt worden ist. fandet er viel tvohlriechend.'r Sveceren freute, und hr hoch über sich zu der Sonnen glu in. und it dem Wmdt feiner Flügel wacht er ein Feuwer Schlüssel an Schwester Lina weiterreichte, die nun mit den festlich geschmückten Kindern ihren Einzug hielt. 3m HauS selbst nahm €ti,td- dechant Kahn nach einer Ansprache über das Wort .Kinder find eine Gabe des Herrn" di« feierliche Einweihung des neuen He-me- vor, und sprach Segen und Gebet. Pfarrer Hickel vorn Elifabethensti-t in Darmstadt überbrachte die Grüße und den Dank deS Mutterhauses. Mit dem Lied „Run danket alle ®r>tt"_ wurde die Feier geschlossen, der sich unter Führung von Baurat Wagner eine Besichtigung des Hauses anschloß. Alle Teilnehmer teuren entzückt über die schöne bauliche und praktische Gestaltung des Hauses mit seinen hallen und freundlichen Räumen, die überall der Sonne und dem Licht ungehinderten Zutritt lassen. Mit vollem Recht wurde betont, daß das neue Heim eine neue Zierde unserer Stadt ist und sich architektonisch, den Wünschen des Denkmol?slcgrrS e tsprechend. auf- beste seiner Umgebung, dem alten Stadtwall, anpaht. Die Verteilung von Brezeln an die Kinder und eine photographische Aufnahme beschloß die schöne Feier. Unsere Kinderschule ist die zweitälteste des Hessenlandes und kann im Jahre 1934 ihr 100jährige- Bestehen begehen. Sie war ursprünglich eine Stiftung dar Fürstin Henriette zum Geburtstag ihrer Schwiegerioch'.er. der Surft m Warle zu Solms-Hohensolms-Lich 3m 3ahre 1845 erbaute die Stadt für diese Stiftung ein neues Haus. Als Kinderschultante wirkte Fräulein Elisabeth Reger 49 3ahre an der Anstalt. Zwei schöne Bilder der Stifterin und ersten Schwester wurden im großen Saal ausgehängt. Das Haus enthält neben zwei Sälen und den nötigen Räumen für die Schule eine Wohnung für die Schwester, sowie eine vermietbare Aeizimmerwohnung und ist mit allen Bequemlichkeiten der Renzert, wie Zentralheizung usw., ausgestattet. ♦ Lich. 20. Sept. Heute wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Vereine der im Alter von 72 Jahren verstorbene Glasermeister Ludwig Scherff zur letzten Ruhe getragen. Mit ihm ist ein Mann dahingcgangen. der als tüchtiger Geschäftsmann in der Stadt und der weiteren Umgebung geschätzt war, der sich aber auch um das öffentliche Leben als langjähriges Gemeinderats- nutglieb und durch feine aufopfernde ehrenamtliche Tätigkeit im Dereinsleben ganz besondere Verdienste erworben hat. Drei Jahrzehnte lang war der Verstorbene Rechner der Freiw. Feuerwehr, die er mltbegrünöen hals, (fr gehörte auch zu den Mitbegründern des Gewerbevereins für Lich und Umgebung, den er lange Zeit umsichtig leitete, bis er durch Ernennung zum Ehrenvorsitzenden geehrt wurde. Dem Turnverein war er jahrelang ein eifriger Förderer, einst als guter Wetturner, später als tätiges Dorstandsmit- glied, zuletzt als Ehrenmitglied. Der lurngau Hessen hat vor wenigen Jahren die Verdienste des treuen Turners um die Turnsache durch Verleihung des Gauehrenbriefes anerkannt. Die Licher Spar- und Kredit-Aktiengesellschaft hatte in Ludwig Scherfs lange Jahre einen gewissenhaften Kontrolleur: der durst) den Zusammenschluß der genannten Kasse mit der Spar- und Darlehenskasse gebildeten Licher Bank gehörte er bis zu seinem Tode als Aufsichtsratsmitglied an. Bei dem Leichenbegängnis fand das gemeinnützige Wirken des verdienten Mannes dankbare Würdigung. Feuerwehrkapelle und Gesangverein „CScltia* umrahmten mit eindrucksvollen musikalischen Darbietungen die inhaltreiche, tiefempfundene Grabrede des Stiftsdechanten Kahn. Durch warme Nachrufe und Kranzniederlegungen ehrten der Gewerbeverein, die Freiwillige Feuerwehr, der Turnverein, der Turngau Hessen und die Licher Dank den Verstorbenen. df. Langsdorf, 20. Sept. Am Sonntag fand hier die Diensteinführung unseres neuen Pfarrers Dr. Heymann durch Dekan Engel, Obbornhofen, statt. 3n eindringlichen Worten ermahnte er Gemeinde und Pfarrer an ihre Pflichten als Thristen und Seelsorger. Pfarrer Dr. Heymann behandelte in seiner zu Herzen gehenden Arrtrittspredigt die Gedanken „Glaube" und „Heimat". Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz besetzt, Umrahmt war die schlichte Feier von Gesang des Gesangvereins und Gemischten Chores. (.) Lang-Göns. 20. Sept. Die Wahl zur Kirchengemeindevertretung findet nicht, wie irrtümlich gemeldet wurde, am Sonntag, sondern erst am 30. September statt. Rächsten Sonntag dagegen .ft Kirchenvifi- t a t i o n durch den zuständigen Dekan. — Heute morgen in aller Frühe brach im Maschinen- r a u m der Holzschneiderei von 3vhanneS Thorn ein Feuer aus, baö von den Anwohnern bemerkt und bald durch beherzte Männer, die sich gewaltsam Eingang verschafften, gelöscht wurde. Als die Feuerwehr erschien, war nichts mehr zu tun. Der Schaden ist nicht sehr bedeutend. Die Entstehung des Feuers ist noch nicht geklärt. — Zum Amt des Gemeinderechners. das durch den Tod von Ludwig Belten verwaist war. hatten sich drei Bewerber (Kriegsverletzte) gemeldet. 3n der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde W. Stoll 3um Gemeinderechner gewählt. Kreis Friedberg. Lpd. Friedberg. 20. Sept. Sin Landwirt auS M a s f e n h e i m geriet beim Pflügen in ein Wespenne st Die wild geworbt en Tiere drangen auf den Landwirt ein und fetzten chm mit Stichen stark zu. Rach einigen Tagen stellte sich bei dem Mann eine D l u t v e r g i f t u n g ein, an deren Folgen et gestorben ist. 4. Dad-Rauheim, 20. Sept. Hm auch während der Wintermonate gute Theatervorstellungen für Einheimische und Kurgäste bieten zu können — im Sommer gibt das Kurt Heater in ausreichendem Maße Gelegenheit zum Theaterbesuch —, Hal sich vor zwei 3ahren hier die Volksbühne gebildet, die durch das Frankfurter Künstle rlheater für Rhein und Main In der "Wintersaison" der Dorjahre sehr gute Aufführungen geben ließ. 3m kommenden Winter wird das unter Leitung von 3ntendant Meißner stehende Künstlcrtheater sechsmal hier fbieten. Aus Anregung von Studienrat Weckerling, des Dorsitzeirden der Friedberger Volksbühne, will man zwecks gegenseitiger Unterftü^ung für die Zukunft eine engere Gemeinschaft mit der Friedberger Th?atergemein- schaft einaehen und den Mitgliedern in der einen Staat die Aufführungen in der anderen Stadt zu den gleichen Vorzügen zugänglich machen. Ärcis Büdingen. ld. Ridda. 20. Sept. Die große Grünfutterknappheit, unter der auch die Wetterau zu leiden hat, veranlaßt viele Landwirte dieser Gegend zum Ankauf von Dörrfutter in ihm wiesenreichen Dörfern des vorderen Vogelsberges. Die starke Rachsrage nach Heu und Grummet hat die Preise binnen kurzer Zeit ganz ungeheuer in die Höhe getrieben. So gilt der Zentner süßes Wi:senhrn bereits 5 Mark, und saures Grummet, das in den Vorjahren kaum abzusetzen war und rielsach gestreut wer en mußte, geht für 3 Mark pro Zentner reihend ab. „ ?" Ridda, 20. Sept. 3nsolge des völligen Ausfalls der Aepfei gewann die Zwetschen- ernte in diesem 3ahre eine Bedeutung, wie sie chr in den letzten 3 ab neunten kaum zukam. Die verhältnismäßig hohen Preise, die sich zwischen 8 iuil> 8,50 Mark pro Zentner bewegten, eiferten zum lohnenden Verkaufe an. Da auch keine sonstige wichtige Feldarbeit drängte, brach ein richtiger Sturm auf die Zwetschenbäume aus, der jetzt schon im Verebben begriffen ist. Fast alle Bäume trugen. Selbst die knorrigen CBeterarten, die nur mit Vorsicht zu besteigen sind und schon längst der Axt ausgeliefert fein müßten, zollten noch ihren Tribut. 3n der ganzen Umgebung sind die Zwetschenbäume sehr zahlreich vorhanden. Dielst darauf zurückzuführen, daß die Zwetschen als Dörrobst in früherer Zeit stark im eigenen Haushalt Verwendung fanden, wie auch dem Markt zugesührt wurden. 3etzt ist kaum noch eine Obst dörre im Betrieb. Dafür durste die Landwirtschaft aus dem Verkauf eine Einnahme verbuchen, die schon gewichtig in die Waagschale des Habens fällt — Fast der einzige Apfelbaum, der in diesem 3ahre einen mittelmäßigen Behang aufweist, ist der sogenannte „E h a u s s e e a p f e l". Leider sind viele seiner Früchte wurmstichig, so daß sie stark fallen und auch beim Abernten den Erttag schmälern. — 3m Laufe dieser Woche hat die Kartoffelernte allgemein begonnen. Das und verbrennet sich darinnen, und steht wider- umb aus der äsche lebendig auff.“ Auch einige der weniger sagenhaften, einheimischen Tiere, von denen wir noch verschiedene beraub reifen wollen, galten damals als Der- jüngungSkünstler, hatten alfv ein gerade heute wieder aktuelles Problem gelöst. Vom Fuchs, diesem „listig Thier", sagt die damalige Ratur-- kennknis und — vermeintliche — Erkenntnis: .Er ißt das Safft, so Dom Dannbaum fleußt, also überkompt er gesundheit und erstreckt das Alter seine- Lebens gar lang." Beim Adler heißt eS geradezu: „er wird erjünget“, indem er nämlich im Alter feine Federn ausfallen läßt uiü) von feinen Jungen ernährt und erquickt wird, bis er sie wieder bekommt. Doch scheint jener Zeit die Verjüngungspraris des Fuchses mehr imponiert zu haben. Es mag damit zu- sammenhängen. daß rund zwei Dutzend Rezepte geschildert werden, aus seinem Fleisch, seinem Blut und seinen inneren Organen Hellmittel für menschliche Gebrechen und Leiden zu gewinnen. Zum Beispiel zieht die gedörrte Fuchsen- zunge. in warmen Wein geweicht. Dornen. Pfelle und Stacheln aus dem Fleisch, wenn man sie nur über die Wunde bindet. Aehnlich überzeugend find die andern Angaben auch. Aber nicht nur Medizin für körperliche Beschwerden toeift der Gelhete, sondern auch Regeln für die Klugheit der Lebensführung: .Der Hahn ist deh tagS vorbott, weiß alle Stunden der nacht. Wann et Iräen will, so weckt und schlegt er sich zuvor dreymal mit seinen Flügeln. Also soll ein Weiser, ehe er redet, sich auch wol besinnen. Der Löw sörchtet den Hanen, und allermeist den weissen." Dom Schwan, der weiße Federn, aber .schwach fleisch' hat. wird festgestellt: .Gr fcit eine Gholerischc Eomple.ion, da tumb ist er zornmütig." Sine er reulich andere .Eomplerion" toelnt der Storch zu haben, von dem ein wahrhaft edler Zug berichtet wird: .Sie kommen stets wieder zu ihren Restern zurück, und werfen immer ein Junges aus dem lllest. für Den Herrn ihrer Wohnstatt, damit er die Federn als einen Tribut oder Zins habe." Ein besonders drastisches Beispiel für den Aberglauben, der sich au* jeder Seite des Buche- haben läßt, steht beim 11 b u „Wann man sein Hertz einer Frauwen unter die !in'e Seit legt, wann fie schläfst, so sagt fie alle aradie-voget (,L habt yi haben. Dieses bedauernswerte Geschöpf hat nämlich keine Füße, „fonbern flieget stätigs in der ßufft, und kompt nit auf keine Erde." — Ganz am Ende der Tierwelt von 158t rangieren die Fische. DaS Kapitel über den Hering, der .eine herrliche, liebliche Speise" ist unb aus dem, durch Räuchern .Bücking" gemacht werden, ist erstaunlich zutreffend. Dafür heißt es wenige Seiten weiter von der Fortpflanzung der Aale, (deren geheimnisvolle Zusammenhänge übrigens erst in unserem 3ahrzehnt einwand.rei geklärt werden konnten): .Die äle reiben sich an die Felsen, dieselbe abstreysfung wird lebendig und haben kein ander geberung." llnb vom Seehund wird behauptet: „Er ist ein feifler Fisch (!), säst wie ein Hund geformt, halt den Kopf aus dem Wasser." Unb wirklich zeigt das beigegebene Bild einen „Sechundt" mit Fischflossen. Diese kleine Au-wahl amüsanter Kurioslläten möge genügen. Aber so belustigt wir über die Merkwürdigkeiten lachen dürfen, haben wir doch fein Recht, dünkelhaft über ihre Urheber zu urteilen, stolz darauf, „wie herrlich weit wir eS gebracht haben. Wir wissen nicht, was spätere Seiten von den heute gültigen und für unverrücDar gehaltenen Raturfehren bestehen lassen, und müssen anderseits gerechterweife an- erkennen: trotz allen Irrtümern im Wissen unb trotz allen Verwirrungen im Glauben ist unendlich viele-, was frühere 3ahrhunderte aufxeiebneten, noch für unter Forschen als wegweisende Grundlage wertvoll und zum Tell unentbehrlich Lichtspielhaus Bahnhofsteahe. Im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße kam gestern ein neuer amerikanischer Fllm heraus, „Str seltsame Fall eines Arztes", über den sowohl feiner jabel, als der Regie und der Besetzung wegen einige Worte zu sagen sind. Es ist, wie zuvor festgeftcllt sei, ein guter und interessanter F irn, der empfohlen unb gesehen zu wer- den verdient. Das Manuskript (befferf Verfasser uns nicht mehr erinnerlich ist: cs handelt sich um die Bearbeitung eines Sühnenfpiels) — ist insofern bemerkenswert, al» es mit ausgesprochenem Gefühl für das film- stößig Brauchbare und Wirksame aufgebaut ist der Stoff märt an sich sowohl auf der Bühne, wie al» I Novelle zu gestalten, aber die Handlung kommt nur in einem ^ilm völlig jur Geltung, — aus I zeitlichen, räumliche« unb psychologischen Gründen; trockene Weiter begünstigt da- Au-ackern mit dem P luge, waS die 2fcbcÜ wesentlich vereinfacht. Das Srgebnr- in den Xiefenlagen entspricht den hoffnungsvollen Erwartungen, 3n den slachgründigen Höhenlagen, auf denen das Kartoffelkraut »orzerrig ab'larb, sind die Knollen klein. der Defamtertrag ist hier gering. Da eS sich aber dabei nur um kleinere Anbauflächen handelt, wird das günstige Ergebni- kaum abgefchwächt. ow. Ober-W iddersheim 20. Sept. Die Renovierungsarbeiten an unterer Kirche nähern 'ich dem Ende. Gegenwärtig wirb von der Firma Förster in Lich bic neue Orgel ausgestellt. D e im Chorgewölbe tolebet aufgedeckten alten Gemälde, Darstellungen der Symbole der vier Evangelisten, werden burd) den Avchckrkturmater Kienzle von Darmstadt neu gemalt. Der Oelsarbanstr.ch und die Einrichtung der elekttifchen Heizung werden auch demnächst beendet, so daß man die Wiebereinweihung auf den 7. Oktober festgesetzt hat. Damit wird auch eine Gedächtnis feiet gum Andenken an die vor 400 3ahren - geschehene Einführung der Reformation verbunden fein. Der erste evangelische Pfatter in Ober-Widdcts- heim war Pankratius E h e l i u i aus Württemberg. Zum Qlnbenfcn an dielen ihren Ahnherrn haben dessen Rachkornmen wertvollen Schmuck für die Kirche gestiftet, Glasmalereien für die Lhorfenster, em Kruzifi? unb Altarvasen, einen Altarteppich und einen Altatbehang. sowie ein Lesepult. Alle diese Gegenstände finb von Künstlethand gefertigt und werden vom 22. Sevkembet bis i Oktober in Darmstadt im Gewetbe-Museum ausgestellt. 3m 3ahre 1461 hat Eontadus Belzer. Pfarrer zu Echzell, in die Marienkirche zu Ooet-Widdetsheim einen Altar zu Ehren der heiligen Maria gestiftet und damit eine Stiftung verbunden .won sechs Husen guten Landes unb sieben Morgen Wiesen zu BorSdots. nebst zwei Hufen gleichen Landes unb sechs Morgen Wiesen zu Steinheim, daß der Pfatter ju Ober-Widdetsheiw alleiniger Nutznießer sei und dafür an dem Altar wöchentlich Atoeimai eine Wesse lese für Herrn Eontadum Beizet und dessen Defreundte"? Die Rachkorn- men dieses EonraduS Belzer hrben nun für bio renovierte Kirche einen neuen Altar gestiftet. ld. AuS dem oberen Riddatale. 20. Sept. Obgleich die Karkoffelstcnael fast überall noch gtün finb, die Knollen noch ziemlich fest hängen und vielfach noch eine dünne Schale haben, hat trotz der herrfcheTrden Hitze die der zu erntenden Kartoffel wnrig zuträglich ist. die Kartoffelernte eingesetzt. Die Ernteergebnisse find besser als die Trockenheit des Sommers erwarten lieh, doch liefern felbft gute Aecker nur etwa einer Bollernte. Am besten find die Frühkartosfeln, voran .Odenwälder Blaue" geraten. Sachgemäße Düngung hat sich wieder glänzend bewährt, ebenso lohnt c neues Saatgut. Allerdings dürfte ein Hinaussch eben der Ernte auf solchen 2k cf em noch weit belfere Erträge gebracht haben äleberall ist man bestrebt, die Srnlearbeit zu erleichtern. Das hier früher toenig geübte Ausackern der Kartoffeln wird jetzt fast überall angewandt. Reben dem Pfluge benutzt man auch Kartoffelerntemaschinen, die sich bei der Trockenheit des DodenS gut bewähren. Kreis Schotten. -r- Gedern. 20. Sept. Der im Saale des Bergwirtshauses abgehallene Bertretertag deS Gaues VvgclSberg-Süd (He f f i f ch e r Sängerbund), wurde von dem ©auDortitraben Storck (Altenstadt) eröffnet und gelehrt. Die Zahl der Gauvereine hat sich auf 42 gesteigert. Es wurde beschlofsen, am 5. Mai nächsten 3ahres ein Gauwertungssingen in Schotten abzuhalten, für das ein Pflicht- und ein Wahlchor vorgefchrieben sind. Gin engerer Ausschuß ist dazu berufen, alle Vorbereitungen zu treffen und das Singenzeitlich so zu regeln, daß noch anschließend ein Massenchor an der Kirche gesungen werden tarnt Durch die Wahl des 2. Gauvvrsitzenden Diehl (Ober-Schn i tm) zum Gauchormeister mußte eine Reu wähl vor- genonrmen werden. Der Lecker des Schottener Männerchors 1837, LouiS ©Übel, wurde -um 2. Vorsitzenden erwählt Der Männcrgesangverein Liederkranz Gedern unter Leitung seine- Dtrigen- keine Dramaturgie unb keine novellistische Technik könnte die Begebenheiten jo bildhaft zwingenb ver- binden unb ineinanhergreifen lassen, wie es in ber bewegten Photographie mit modernen Mitteln unschwer au erreichen ist. Unb außerdem sind sowohl im Buch, wie aus der Sprcchbühne gewisse undichte Stellen in der Komposition gar nicht oder sehr viel schwieriger zu überbrücken als es auf dem schnell abgckurbelten Filmstreisen möglich ist. Obwohl das Stück in der Lösung nicht ganz befriedigt und einige Fragen offen läßt, ist doch der Gesamteindruck der Szcnenfolge von einer suggestiven Wirkung: die Regie (Georae M e l f o r b), geschmackvoll unb technisch sehr sicher, ist mit Erfolg daraus bedacht, die ungewöhnliche Spannung bis zum glücklichen Ende auszuhalten unb womöglich zu steigern, ohne baß übrigens ber Abschluß als das unoermelbllchc „happy end“ im peinlichen Sinne bezeichnet wer den könnte. Die Handlung zu erzählen, mürbe zu weil führen unb übrigens nicht im Sinne derer liegen, die den Film noch nicht gesehen haben und kennen zu lernen wünschen Im Mittelpunkt der abenteuerlichen, obgleich nicht unwirklichen Ereignisse steht das Schicksal eines Arztes, welcher um eines eigenartigen Verbrechens willen in einem fran,;ösi- fchen Gefängnis eingekerkert wurde unb noch langer Haft entflieht, um ein neues Leben zu beginnen unb zugleich ein Doppeldafeln zu führen. Indem er nämlich an die Stelle feines Freundes tritt, ber einer Erblindung wegen feinen ärztlichen Beruf aufgeben muß. In solchem Doppelspiel, dieser kör- pcrlichcn Vertauschung, die eben nur im Film vollkommen sinnfällig gemacht werden kann, entfallen sich die überlegenen unb einzigartigen Möglichkeiten der Szenenführung. Diese Möglichkeiten sind sowohl regiemäßia ausgenutzt wie schauspielerisch vollkommen erschöpft, man steht — neben unbekannten, übrigens recht Suten Darstellern — feit langem wieder einmal onrab Veldt, der in ber Rolle bes gefangenen Arztes eine ausgezeichnete Leistung vermittelt. Er hat, was sehr wohltuend berührt, gar nichts Star- mäßiges an sich unb oerz'chlet auch burchaus auf jene „dämonilche* Effektsteigerung im Spiel, die manche an früheren Rollen getadelt Haden. Er gibt eine klar umrittene, ganz natürlich entwickelte Gestalt, mit großer Zurückhaltung unb Vornehmheit in der Dahl seiner Mcktel: unb also ist die Dieder- begegnung nut chm ein ungetrübter Genuß. — Barbara Bedford, Jan Reith unb H E. C a r c m sind nächst ihm in größeren Ausgaben mit nnerfennung zu erwähnen. —t— ®r9ebnif V**- Di. L 8 Dün. n tirtti L> L 'b ^lattfl'tT 9«n|tänbe Verden p^m Darm-!odt un 1 Nrt Itflj 5*w. ” Wun eetn a QtftiHtt mb )n^ Mn Diesen zu 'lchen Landes bah bfr einiger Mh. 'r wöchentlich n Sonroium >ie Aachkom- >n bf»r te :tn -fltfrfuiLr nun für blc lln yüifkf. Abbatale, itl tafl übnad ) NM \* dünne Mjalt $M dir der ir^lich IK die >'.e Emteergeb- t des Smm.'rS st gule Irftr te. 2m besten i .Obtntoälbc ingung Hai sich > lobte nm» aaueicheb:n bei ml belfere 6r- st man beftrebt. >as hier trüber olfrin wirb jetzt )em Pstuye be* schincn. ht sich [Ul bewähren m Saale be» rireteria- shesfifcher n ®awrH*iv rt unb gilnttL sich auf 42 ar* S.QHaiiMftri «fingen in em WH' mb ib. Kn engerer >rbereitung.-i zu । zu rrgeli^bah an der die W M Schrnilen! jM 7!eulvcchl vor- lei Schoitencr 1, wurde jo irrgesangverein semeS^ngm^ rlliflGe Technik st zwingend w- n, wie er in der men W «J rt edem jndein len Liebel umrahmte die Tagung mit gesanglichen 2>orblr hingen lb. Sichellachten. 20 Sept Der Deutsch. Loser.lauer Lodert Sachs, bet in der Rach- fnegszeu lehr oft unser Dorf, die Heimat seiner Sltern. betuchte. läht auf dem Wachlköppel. einet ndrd.ch un'ert» Orteti gdcgcnri. Höhe mit pobchttger Frrn'.cht ein turmart.ges Gebäude Errichten. bat auch eine Löhnung «spalten soll. Da d.e Vorarbeiten für den Tau schon z.em.ich Veit vorgeschritten find, hofft man. noch in bie'em Jahre mit der Maurerarbeit beginnen zu fönnen. Kreis «lvseld. • Ober-Breidenbach, 20. Sept Der Äa- rufieffbef .tier Georg Schwar - I kann jetzt auf das 50 j 6 b 11 g e Be st ehen feines Karustell- aeschä'te» xurüdoi-.den, mit dem er im Laufe der 3abrv ^birt-.dK Orte der Provinz Ober bellen besucht ha: und dort sehr bdattrJ geworden ift. Starkenburg. WSN. D a r m st o d t. 20. Sept. In der heutigen ersten Stadtoerordnetensitzung nach der Senenpauk ruj u a. der Antrag der KerroaUung auf Neu- bestuhluna de» Städtischen Saal» baue» im Flamin, nhang mit den oorgenomme- neu baulichen '.Umänderungen einen fehr heftigen Angriff der foz«aldemokralischen Fraktion gegen die HerwaUung wegen des diesjährigen Woynungsdauprogramms her vor. Don feiten de» sozialdemokratischen Redners wurde erklärt, daß feine Fraktion In dieser Frage do» Lertraucn zur Verwaltung o e r - loren habe In diesem Jahr fei von der Stadt keine einzige städtische Wohnung erstellt worden. Er sagte für (eine Fraktion schärfsten Rümpf an und erklärte, sie werde keinen Ausgaben mehr zu- stimmen, die nicht außerft dringend feien, bevor nicht endlich der Wohnungsnot in Darmstadt mit aller Energie ;u Leide geruckt würde. Für die Der- waltung erklärten «ürgerme.ster Mueller und Bürgermeister Ri Kerl, doh diese mit aller Energie an die Durchführung de, beschlofsenen Doh- nunfltbait Programms herangegongen sei. daß ober leider die Finanzierung der Bauten sich nicht so hätte bewerkstelligen loffen, wie e, auch die Verwaltung selbst gewünscht habe Es wurde angekündigt. baf» bereits In den nächsten lagen die schwebenden Finanzierungsoerhandlungen zu einem einigermaßen erfreulichen Ergebnis gebracht werden würden. Preußen. Kreis Wcltlar. H Wetzlar, 20.Sept. Der Neubau der hie- figen Lahnbrücke ist nun soweit gebtiben, b wenn sie zur Zeit dura- b.*n Wert des Vebäudes nicht gedeckt sein sollten, bei der zu erwartenden 'Tb'.rtitciynmi des Gebäui e z dvch nur eine vorübergeke'.de Ueberschul^un i nS^allung gebaf t haben kann, die einem gefunb:n 6lei er- pflichtigen in den entsprechenden Ikrlxilhiiffen nicht erwachsen sind. 3n dem Urteil VIA 599 27 hat er deshalb unter Anwend '.na des § 56 den Abzug des aufgenommenen Darlch ns zugefos en. In einem anderen Falle hat er sich aber wieder dahin ausgesprochen, daß es nicht zu beanstanden sei. wenn das Finanzgericht vorhandene Schulden für eine Erstattung der Lohnsteuer auf Grund be« § 56 nicht in Betracht gezogen bitte, da der Beschwerdeführer f.inc Au wei d ingen für die Abtragung ber Schuld behauptet hätte. (Urteil vom 19. Oktober 1927 VIA 621 27.। Auch hieraus geht wieder hervor, baf), nach der Rechtsprechung des Reichs inanzbv'es für die Anwendung des 8 56 S. St G. maßgebend sein soll, ob die Leistungsfähigkeit d?S Ste-uerpflich- ligen durch seine Verschuldung in dem in Frage kommenden Steuerabschnitt beeinträchtigt wird. Sleuerermäßigung wegen Verschuldung Von Or. paul Ruprecht, Syndikus der Dresdner Koufmonnschg^. über, ob hier etwa ein Streit mit jungen Burschen einen tragischen flutgang gefunden hat D>» jiflt hört man febenfalls Widersprechenbe (sterächte in biefer Sache Arctä Marburg. WS 21. Rosenthal b Warburg. 20. Sept. Gestern nachmittag geriet hier ber Landwirt Konrad Metz in das betriebe der Dreschmaschine und erlitt schwere Que.schunaen und sonst gc Verletzungen die seine Ikbcrrübrung in he Marburger Klinik notwendig machten. Dort ist er heut: früh gestorben. Maingau. WSA tz r a n k f u r t a M. 20. Sept. Heute nacht gegen 1 ilbr ist der Kaufmann Richard Reining von hier tn der Rähe ber Unter- lchwemstiege im Stadtwald mit seinem Auto l - dlich verunglückt. Reining wollte den Wagen an e.ner tiefer gelegenen Stelle dcr Strafte nach rechts berumre.ftcn und fuhr hierbei mit voller Wucht gegen einen Baum. Bei dem Anprall wurde er auf bas Steuerrad gedrückt, wobei er schwere innere D'r.etzungen erlitt, die feinen alsbaldigen Tod herbei führt en. Zu den b londeren, dir LeistunzS'äbig^eit des Steuerpfttchti-en beeinträchtigenden wirtschaftlichen Derhä.tnis en. die nach § 56 Oinf.ötO. bei einem Einkommen biS zu 30 000 Mk. durch Ermäftiaung ober Sclaft der Einkommensteuer berüdfi^ttqi werden können, zählt da» Gesetz auch eine etwaige Derschuldung de» Steuerpflichtigen. Liese gibt ihm jedoch nicht etwa, wie man vielleicht meint, in jedem Falle da» Recht, daraufhin eine 4tmlfilaung feiner 6.n- kvmmcnstei e' zu verlang n. Day d eS so ist. gebt schon barau* b'ri'ar. daft na^- 3.6t.®. Schuld',insen b.i der Ermittlung de» Einkom- mrns in Abzug gebracht werben Bnnen. womit zunächst den g.wolnlichen Hattet en einer D:r- schulkung nach billigem Ermesei l^echnung getragen wird. Will ein Steue.p lichti,er wegen Verschuldung die 2krgür-ftigung drS tz 56 E. St. G in Anspruch nehm?n, dann muft er deshalb nachweisen, daft darin eine auftergewähnllte Be astung durch' die. wie das Desetz sagt feine steuerliche Leist ungSfLhigleit b.eintröchtigt w rb. zu erblicken ist. Rach der bish riaen Äc^tsä.echung ist dies aber nicht schon d.r Fall. w:n.i der Steuerpflichtige Schulden hat. sondern erst bann, wenn er einen erheblichen Betrag seines Einkommens hat xur Tilgung ober Derzinfung dieser Schulden in dem Jagt* auswenden müssen, für doL er Steuer» crmäftigung beantragt hat. Aber selbst wenn d.e» au trifft, dann ist nach bex Rechtsprechung vor Genehmigung des Ermähigungsgesuchs noch zu prüfen, wodurch die Schulden entftmtdcn sind. Sind sie z.B dazu «macht worden, um damit Dermdger.Strertc anzuschafsen. so bi den sie keinen Grund zur Steuerermüftigung. da dann keine Beeinträchtigung der LeifiunaS ähig'eit derSteuer- pflichttgen vorliegt. Unter LeistunaS ähigkeit des Steuerpflichtigen ist nämlich nach dem Urteil des ReichSs inanzhv'er Dom 1. Avril 1925 VI B 86 25 die wirtschaftliche Straft zu verstehen, zu den Lasten des Reiches b.izutrazen. ohne daft dem Betreffenden ein schwer res Op'er zugemutet wird als dem Durchschnitt der Allgemeinheit. DaS ist aber bei einem Steuerpflichtigen, der Schulden zur Anschaffung von VermägenS- toerten gemacht hat. auch dann nicht ber Fall wenn er für deren Tilgung unb Derzinfung Aufwendungen zu machen hat. da er trotz biefer Pflicht immer noch belfer ober wenigstens nicht schlechter gestellt ist wie untere Steuerpflichtige mit Dem gleichen verfügbaren Einkommen, aber ohne den Besitz solcher Werte. DeingemSH hat ber Reichs inan^hof in feinem Urteil vom 28. September 1927 VI A 573 27 entschieden. daft die auS ber Erstellung eine- Wohn- Schulden einen Anspruch Darauf begrüntet batte, abarl-bnl hat «Enlfch. Bd 18. S. 2.6», zumal dieser neter b haupt.". hat. daft er Ab^ahllinrnm darauf gclei'ie: noch tetrgHegt baL daft es Ihm be; angemessener Einschränkung seiner Letens- füdrung unmöglich getrv e.r wäre u entnehm, daft in den Oiutfchustberatunaen für das Einkommensteuergesetz von 1920 f estgestel t tnorlen ist. duft die Worte: .durch 5tran:bei! Körper- ver'etzung. Verfchu dunz unb llnglükt älle" sich nicht nur auf die P.'rfon bet Steuerpllichtiaen. sondern auch aut Ang.'hörige, bereit Unterhalt ihm zur Last fallt, b.'.tk-ben. 3n ietem Falle aber darf wie der ReichS- finanihol jüngst entschieden bat (VI A 621 27) eine wegen Verschuldung temilllgt» 6 teuer- ermäftfgung den Sieuerp lichtigen nichi besser steilen w c andere St-ue-p libtige. die ein entsprechendes 6i ih>nipxn te o ten baten Er muft immer noch brn tarifmäfti^en Steuerbetrag zu be'.ahlen ha en. ten er zu entrichten h^ttt wenn er ein um die zur Drrzinfung unb Rückzahlung ber Schu ten au'g w.-nX ten Beträge verringertes Einkomiren brzogen bitte. Wenn die hier befprochene Vorschrift be* $56 E. St auch nach ihrem Wortlaut eine Kann- Vorschrift ist fo ist s.e doch nach ter Ausfällung t<* Reichs inanzbr eS «Entsch. Bd 12. ft. 1751 und ter Begründung deS Ersetzentwur'cs für die fttcuerbeperte ein Muft Vorschrift wenn die DorauSfeN ngen für i' re Anwrnd mq tat ächlich gegeben find. ^ieS bedeutet, daft in b e ent Aa e St.ucr.rlaft ober -ermäftigunz grwOhrt toetb n müf'en. unb daft q.gen teren Ver'agung die Recht-mittel te) Einfpruchel. b*r Berufung unb ter Rechtöbefchwerde zulL fig find. Kinderkleidung Iren WrleeL OleMee, Soneeeetrelee •. TeUpboe fr M Kifllrtidiö Für die Gefundheit LUX SEI FEN FLOCKEN Doppdpekr »0 Mi Norautpikri 10 Pit So mancher Kjnder cnpert. SUNUCHT GES. A.G. MANNHEIM Jun^e Mädchen la la 1.10 zu wenden an K3MD DKW Schilling Gießen 1.20 la 0. Vio^'kil, Freixpla i t-lö. IfiOV Drucksachen allerArt 6361a Modehaus la la BESTE GESCHAFTSPEKLAME IST STETS EIN INSf-RAT IM GIESSEN ES ANZEIGE« 1.00 0.70 Durch güsligei Ei»M firholei m billig! BebrüderIakob dlcueuwea 10, Telephon 11 GO 1.00 1.00 alle Stücke ..... 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Das waren Jahre/ Ren6s Augenlid zuckte, sank herab und blieb so l* ^Ich glaubte immer, sie riefen mich noch einmal zurück. Ich meldete mich sofort nach Marokko. Odette schrieb nicht mehr. Vielleicht war es bei ihr nur ein Rausch. Bei mir war es mehr. Ich hotte zum erstenmal geliebt. Du ladulft, Charles? Du mußt cs mir schon glauben, denn ich habe dir immer die Wahrheit gesagt. Nur hier, wo es uns an den Strogen geht, an das Leben sozusagen, da konnte ich es nicht. Odette verbot es mir; sie wollte nicht. Sie verbot es mir, ,e wieder nach B. zu kommen. Cs war zwischen uns aus — seitdem ... .J)at sie dir bas geschrieben*“ „Ja. das schrieb sie mir, als sie entlassen war. Sie wollte feine Antwort. Und so habe ich die Jahre, fern von der Heimat. Zeit gehabt, über Gauspieltag des Turngaues Hessen der D. T. -o- Am Sonntag hielt die Spiclerschaft de« GaueS Helfen ihre ordentliche Jahres- Versammlung in Gießen ab. Die Spielabteilungen der Turnvereine waren auS Stadt und Land zahlreich vertreten. In Berh.nderuvg deS ersten Gaufpielwarte» Fritz Seibert vom Tv. Wetzlar führt zur Zelt der zweite Gautpielwart Heinrich Weisel vom T u. Spv. Butzbach die Drichäte und leitete den Gausp:eltag Beide Gauwarte wurden bei der fällig gewordenen Wahlhandlung einstimmig durch Zuruf als Vorsitzende deS Gaufpielaus- Ichufse« w i e d e r g e w ä h l t. al» bewährte Mitarbeiter bleiben ihnen nach dem Willen der Versammlung weiter zur Seite al» Obmann für die Sommerlpiele Willi Loh, al» Obmann für die Winterspiele Willi Mohr, beide vom Tv. 184b Gießen, al» Schriftführer Albert eia - witzki vom Mtv. Gießen; die Schied»richter- vereinigung bleibt vertreten durch ihren Obmann für Sommerfpiele Willi Koch vom X.u. Spv. 1860 Warburg und durch den Obmann für Winterspiele August L a n g » d o r f vom Tv 1860 ^d-Bauhrim Aufreibern gehören dem Dau- >p elauSschuß die Spielwarte der lech» Xurnbetirk des Gaue» an, deren sorgfältige Auswahl in hen zuständigen DezirkSvortumerstunden nach- drücklich zur Aufgabe gemacht wurde 'chueßlich 'innen sich auch die Mitglieder de» Dauvorstan- de» jederzeit mit Sitz und Stimme an den Der- Handlungen beteiligen, und in diesem Sinne hieß der Leiter der Tagung den Gauobertumwart Wilhelm Will. Dießen, und Vektor Bach. Großen-Linden, willkommen. Aach dem Bericht de» zweiten Gauspielwart» über das abgelaufene Spiel fahr beteiligten sich an dem Lehrgang für Handball iw Miltelrhcinkreis die Turner Mohr vom Xb. 1846 G eßen und Weickhard 1 und Weisel vom T. u. Spv. Butzbach; der Lehrgang galt hauptsächlich der ffinführung in die neuen Handballregeln, die al» ffuiheit»regeln aller Handball spiel-mden Derbände nunmehr and) für die Deutsche Turnerschaft gelten und anschließend an den Dauspieltag in einer Vach- mittagsfitzung eingehend besprochen wurden. An den Pflichtspielen de» abgelaufenen Jahre» haben zwölf Mannschaften teilgenommen; von den fünf der Meisterklasse wurde der T. u. Spv. Butzbach erster, konnte sich aber weiterhin in hen Spielen der übergeordneten Daugruppe Daugruppe (Hessen. Frankfurt .Einzig und Main- Ofsenbach-Hanau) nicht durch'etzen. Meister der A-ÄlaHc wurde unter vier Mitbewerbern die Mannschasi bet Tv. Lauterbach, in der Jugendklasse kam unter drei Mannschaften der Tv. Wetzlar an die erste Stelle. An Meldungen für da» Spieljahr 1 9 28/29 liegen vor für bte Meisterklasse: Mtv. Gießen, Tv. 1846 Gießen, Tv. 1860 Dad-Vauheim. Tv. Wetzlar und T u. Spv. Marburg. — Für die A-ÄlaHc: Mtv. Gießen. Xv. Vidda. Tv. Wetzlar- Olkbergirme», Tv Wetzlar. Tv. 1846 Gießen. Tv. Heuchelheun. T. u.Spv Butzbach. Tgde. Friedberg, Tv. Al»feld. Tv. Schlitz. Tv. Lauter- Vach und Tv. Burg-Gemünden. — Für die Jugendklasse: Mtv Gießen. Tv. Trei» a. b. Lda., Tgde. Friedberg, T. u. Spv Butzbach — 3m Faustball haben an den Pflichtspielen de» vergangenen Jahres 28 Mannschaften talgenom» men. Bezirk-meister wurden Tv. 1846 Gießen. Tv. Aid da. Tv. Schlitz. Tgde. Friedberg und Tv. Frankenau. Unter diesen errang die Xumgcmeinbc Friedberg die Gaumeisterschaft, konnte sich aber, wie der Handball-Dauineister Mannschaft einfpirien müsten. Auch iS eine Heu- aut "ellung im gesamten Sturm porgenommen worden, die erst zu beweisen bat ob sie prak» ttsche Vorteile bietet. Die zweite Mannschaft emp«änat aus eigenem Platz die erste von Aidda. unv wird Arbeit genug haben, an einer Niederlage vorbei- zukommm. Trondem die Mannschaft komplett steht und den ??rtc l de» eigenen Platze» hat. dürste ein Punftegewinn kaum in Frage kommen. Die erste Jagend die in diesem Jahre sechs ihrer Besten an aktive Mann'chaften abgeben mußte, wird sich mit ihrem Grs atz neu einspielen mü sen. um einigermaßen in den kommenden Spielen abzuschneiden. Die ersten Punkte dürste sie (ich am Sonntag allerding» gegen Tret» holen. Drakonische (rtraftnahnahmen des W. G.V. Der Verbands-Fußball-Au»'chuh de» West- deutschen Spielocrbande» Hit jetzt die Strafen für die verschiedentlichen Vergehen aus dem Fußballplatz festgesetzt. SS banb.lt sich um Min- dest strafen, die gegebenenfalls erhöht werden können. Diese Mindest st rasen sind maßgebend für da» gesamte Verbandszebiet und können nicht selbständig von den unteren Instanzen abgeändert werden. Bei Beleidigung de» Schiedsrichter» wird der betreffenbe Spieler von drei Meisterschaftsspielen ausgeschlossen. Besteht die Beleidigung au» einem tätlichen Angriff, so wird der Spieler auf 6 Monate disqualifiziert. Beleidigung de» Gegners wird mit Ausschluß von 2 Meisterschaftsspielen gesühnt, ein tätlicher Angriff auf den Gegner mit 4 Monaten Disqualifikation, eine Aufforderung zu Unsportlichkeiten wird mit Au-schluß von vier Meisterschaftsspielen bestraft. ^Aohes Spiel" kommt etwa» günstig weg, denn hierauf steht Ausschluß von 2 Meisterschaftsspielen. V. f. B. Am fommenben Sonntag tr.tt bic Liga- m a n n f lägen. die nicht nachgesandt werden sollten. Ich hatte die Post dazu angewiesen, und Odette holte sie sich dann ab/ „Also ein ganzes «System. Und wie lange hat bas gedauert?“ „Ungefähr ein Jahr. „Und es sand feinen Abschluß an dem Todestage der Longeoille?“ „3a, da haben mir uns zum letzten Male ge- kJlnb bann? Deshalb bist du nicht hervor, getreten mit diesem (teftänbni» und haft afles über Odette ergehen lassen und thr alles überlasten? rief Charles. _ - . u. „Das mußte ich. daß du das fragen wurdest , sagte RenL „Bei Gott, an mir Hal es nicht gelegen. Aber Odette wollte nicht. Sie flehte mich an, nichts zu sagen, um dich zu schonen. ..Mich?“ lachte Charles höhnisch auf. „Ich hatte mich Odette Mort zur Verfügung ge- stellt. Ich wollte mich nicht Drücken'. Ich wollte dir alles sagen und die Folgen auf mich nehmen. Aber sic wollte es nicht. Der Rus deines Kaufes stand auf dem Spiel/ . , . ,JDas hätte sie sich vorher überlegen sollen , sagte Charles. „Vorher? Wenn man liebt, Charles .. - vedenn man da etwas vorher? Man sieht sich, und es ist aus mit der Vernunft.“ „Ja, das steht so in Romanen/ ,Lch konnte nicht eingreifen; ich durste '«ich nicht demaskieren. Das Gericht erschien sofort. Dbrtts Butzbach in den Gaugruppcn'pielen ebenfalls ncht durchsetzen. In der A-et. Die gaubeste Mannschaft nimmt alSdann den Kampf innerhalb der übergeordneten Daugruppe auf. Die spielsreudigen Schüler (bis zu 14 Jährens fönten unter Zustimmung der Verein»leitungen zu Schülermannfchasten zufammengefaßt werden, allerdings ohne sie dadurch der allgemeinen turnerischen Ausbildung zu entfremden. An Lehrgängen, verbunden mit Schiedsrichterprüfung, sanden im Gau statt, für Handball zu G ehen mit 14 Turnern, von denen 11 die Schiedsrichterprüfung bestanden-, — für Sommerfpiele (Faustball, Schlagball. Schleuderball. Trommelball, Barlauff in Lauterbach mit 16 Turnern, von denen die Prüfung für Schlagball vier Turner, für Faustball und vchleuderball je fcchS Turner bestanden. Indessen erwartet d.e Dauspielleitung insbesondere von ländlichen Vereinen eine noch bessere Beteiligung an künftigen Lehrgängen, zumal sie auch weiterhin verkehrsgünstig gelegt werden sollen. Die Schiedsrichtervereinigung umfaßt zur Zeit 22 Mitglieder für Handball, je sechs für Faustball und Schleuder ball, vier ftlr Schlagball, so daß neben der Förderung der gangbaren Spielarten (Handball und Faustball) auch die Ausnahme der anderen Spiele angeregt wurde Sinern Austausch der Schiedsrichter innerhalb der Daugruppe Wa n-Lahn vermag sich der Gau- spieltag nicht anzuschließen. einmal der beträchtlichen Mehrkosten wegen, und zum andern au» der ftcbcrzeugung herau». dah die gaueiqcnen Schiedsrichter mit der gleichen Unabhängigkeit auSzustatten sind, wie sie die gaufremden mit» bringen sollen. In diesem Zusammenhang tote» der ® auoberturntoart zum Schluß daraus hin, dah im Dau Hessen erhebliche Strafen gegen Spieler nicht zu verzeichnen sind; di« Mann- schasten sollten durch die Pflege persönlicher Bekanntschaft und durch heilere Geselligkeit vor und nach dem Spiele dazu erzogen werden, auch bei steigender Spielerregung im Gegner immer noch den Turn freund zu sehen. Mtt einem für die Schiedsrichter verbindlichen Lehrgang fand die anregende Tagung nach- mittag» khr Snde. Handball im Männer-Turn-Derein. Der Beginn der BerbandSspiele tm Dau Hessen am kommenden Sonntag sieht den Männerturnverein mit drei Mannschaften in Front. In der Meisterklasse, A-Waffe und Jugend beteiligt sich der Verein an den DerbandS- spielen. Die erste Mannschaft fährt nach D a d - A a u- h e i m, um gegen den dortigen Turnverein zu spielen. Das Stärkeverhältnis der Nauheimer in diesem Jahre ist zu wenia bekannt, um eine Voraussage zu treffen. Fest steht aber, dah die Männertumer alles daransetzen müssen, um zwei wertvolle Punkte mit nach Hause zu bringen. Erstmalig spielen in der Mtv.-Mannschaft zwei neu«. Spieler mit. die zwar dem StärkeverhaitniS der anheim entsprechen, sich aber erst in der d'ori war auch fein Rahmen für sie. Das magst du bestreiten, du konntest ja auch nichts daran andern, aber diese kluge, schöne Frau in dem engen dunklen Kontor sitzen zu sehen, um Rechnungen zu schreiben, und ihr nichts zu geben als ein Dach uberm Kopf, einen gedeckten lifd), na, und das bißchen Familicnglück .. / „Ah, du haft ihr also die Raupen in den Stopf gesetzt von den Reisen und der Atmosphäre, die man nicht mehr vertrug?“ „Rein, Charles, ich habe nie etwas getan, was gegen dich gewesen wäre. Aber Odette tot mir leid. Das hat sie jo olles gewußt, als sie dich heiratete, wirst du sagen. Gewiß hat sie das gemuht, aber sie hat nicht gewußt, was ein Leben in einer Stadt wie B. bedeutet, und der Lion d'ott mit seinen niedrigen, verräucherten, altmodischen Stuben ist kein Palast. Sic hat dich gern gehabt, ober was für ein Leden Hot sie denn dort geführt? Die stolze Madame Gontard hat diele Schwiegertochter ins Hous genommen und ihr täglich gezeigt, daß sic nicht hineinpaßte, flann man ihr verübeln, daß sie das eher einsoh als du? Du warst ja blind und verliebt. Nachher haft du sie eingestellt in diesen Betrieb, und sie hat sich fügen müflen. Host du dich je über sie zu bellogen gehabt? Rein, sicher nicht. Ader kann man es ihr verargen, wenn sie wünschte, hinouszukommcn, weit fort?“ „Noch Marokko?“ „Nicht nach Marokko, Charles. Eine kurze Reise hätte genügt, ans Meer, ins Gebirge, irgendwohin in andere Luft. Du hast sie nie gefragt, und sie bat nutzt bitten wollen. Sie war ja arm. bas hat sie täglich hören muffen von Madame. Sie war nicht Hausherrin, sondern immer nur die Schwie- gertochter von Madame. Und dos hat auf ihr ge- taflet." „Davon habe ich, weiß Gott, nie ein »ort gehört.“ „Nun, bann höre es letzt von mir, da mir uns Sim letzter. Male sehen, Charles. Bewahre dir bettel Cs ist eine Frau, wie man sie nur fetten findet. Diese Reise ist schon eine Tal'. Losie sie ben Anfang bilden zu einem anderen Leben. Und ihr werdet glücklich fein." -Du hattest Advokat werden muffen", höhnte Q^arles. „So host du dich in deinem Leben noch für niemand eingesetzt! Das scheint dir ja mächtig am Herzen ju liegen, wie ich mir Odette künftig lebe.“ „Das ist mir auch wichtig " RenL sah ihn fest an. ,M möchte, daß ihr glücklich werdet." „Nun, dazu hast du dein teil beigetragen! die Sache ging mir wahrhaftig denkst, ich bin fentimental geworden, Charles? Ader du hast deine Frau gar nicht gekannt. 53er» zeih, sie war viel zu schade für B. Und der Lion bren prächngen Leistungen neun l'orfonntag »u schi eßen ein gute» Resultat mit nach Haus« bringen. ÖpielDcrtiniflunfl 1900 Ziehen. ö. Am kommende'' Sonntag ruht die Ligaeif. um lür die am 30. September beginnenden Meisterichastsspirie gewappnet au fein. Die Ligareferve trägt m Lollar das Ruck'piel au». Port wird ihr wohl da» Stegen nstcht so leicht gemacht werden, wie am Vorsonntag br D.eße.r Zu der vollzädllgen Lll de» Lollarer Sportverem» kommt noch der fremde, in seinen Ausmaßen rech: knapp bemessene Sportplatz hmzu ffin Unentschieden zu erringen sollte aber immerhin für die Gießener im Bereich der Möglichkeit liegen. Die Dritte ff l s empfängt als Aückspiel- £igncr LIchS zweite Mannschaft, über die den inheimischen ein sicherer Sieg gelingen sollte. norau»ge_ — vielleicht auch für mich. In meinen Augen gebührt ihr ein Denkmal so gut wie ber Ieanne d'Arr. / (Er schaute noch Charles hinüber ber unbeweglich an der offenen Balkontür stand und In die Dämmerung starrte. „Run wirst du heimgehen, aller Freund, es Fff >pät geworben. Mein Diener kommt gleich -^iruck. versprich mir nur eins: baß du Dori hältst. Ri^ hörit du, Charles, darf sie davon etwas erfahren Ich reife morgen früh, ihr werdet nichts mehr oon mir Horen, bis die Anzeige kommt, die mtt bem schwarzen Ranb. Ober bu erfährst es von bem Notar. Ach, mir ist es nun leicht, aber Ich mäAM daß bu mir noch einmal betne Hand gibst. Charles Du kannst es nicht? Das tut mir leib." (Fortsetzung folgt) In der Jugendklasse faf Naunheim — ©rünbcrg zu Tost und wird auf eigenem Plag Sieger bleiben. Auch Klein-Linden wird die Jugend Kinzenbachs mit einer Niederlage heimschicken. — Wiesecks Jugend fährt nach Groß.Seelheim und dürfte, falls sie komplett antritt, das Spiel gewinnen. — Die Jugend Gießens wird gegen Niedergirmes Jugend auf eigenem Platze antreten. Am kommenden Sonntag treffen sich in Gießen die Vertreter der Bezirksoereine zur Vereins- Vertreter-Konferenz. Die Tagung wird sich mit Entgegennahme des Berichtes vom Bundestag beichöftigen, weiter wird das Bezirksfest 1929 fest- gesetzt werden. Außerdem wird man sich u. a. noch mit allgemein organisatorischen Fragen beschäftigen. Fußball in Heuchelheim. Obwohl das neue Spielshstern im W. 3. V. noch nicht gekommen ist, ändert es sich im Lahnkreis doch insofern, als die Gaue Gießen- Wetzlar, sowohl, wie Marburg eine Liga zu je neun Vereinen für sich bilden. Um den neunten Vertreter seltzustellen, müssen Sportverein Heuchelheim und Burg als jeweiliger Zweiter in ihrer Gruppe am nächsten Sonntag in Wetzlar ein Entscheidungsspiel austragen. Der Gewinner spielt dann dieses Jahr in der Liga. Hoffentlich gelingt es den Heuchel- heimern, den Sieg zu erringen. Fußballklub Großen-Buseck. Der Fußballklub,1926 Troßen-Vuseck kam am vorigen Sonntag einer Aückspielverpslichtung in Rieder-Weisel bei Butzbach nach und entschied das Spiel 2:1 zu seinen Gunsten. Fußball in Lich. 2tm nächsten Sonntag spielt die 1. Mannschaft des Vereins für Aasenspiele inGrün- b e r g gegen die dortige erste im fälligen Rück- spiel. Das Vorspiel in Lich gewann Grünberg mit 4:2 Toven. Lich tritt in neuer Aufstellung an und wird alles daran setzen, um eine Rieder- läge zu vermeiden. Fußball im Bezirk Main-Hessen. 3n der Gruppe Main sind am nächsten Sonntag wichtige Entscheidungen zu erwarten. 3m Frankfurter Stadion kämpsen die beiden Frankfurter Spihenvereine, F. Sp. V. und Eintracht. Beide Mannschaften verfügen nicht mehr über Vie Kampfkraft des letzten IahreS: Eintracht hat aber immerhin noch den günstigeren Eindruck zu erwecken vermocht: sie sollte auch diesmal lnapp die Oberhrnd behalten. Union Aiederrad wird gegen Dittoria Aschaffenburg billige Gelegenheit haben, ihren bescheidenen Tabellrnstand zu verbessern. Besondere Spannung wendet sich den Geschehnissen in Offenbach zu. Dort empfangen die Offenbacher Kickers den derzeitigen Tabellenersten, Rot-Weiß, Frankfurt: Kickers haben zuletzt den F. Sp. B. knapp geschlagen, und waren auf ihrem Gelände immer und für jeden rin schwerer Gegner. Rot-Weih fährt also zu einem Kampfe mit ganz ungewissem Ausgang. F. E. 93 Hanau wird der F. Vgg. 03 Fechenheim auf eigenem Platze nach Möglichkeit beide Punkte abnehmen, während das zweite Hanauer Treffen zwischen Sp. Vgg. 60 94 Hanau und Germania Bieber die Gäste siegreich sehen wird. In der Gruppe Hessen fällt die Begegnung Sp. Vgg. Rrhrilgen und Wormatia Worms aus, da rin Spieler der Wormatia an der Rordlandreise des D. F. D. teilnimmt. Alemannia Worm« hat tn der Sp. Gem. Höchst einen leichten Gegner: ebenso wird der F. Sp. V. 05 Mainz mit Hassia Bingen nid# viel Umstände machen. Dagegen wird eS zwischen dem F. E Langen und dem V. f. L. Reu- (Penburg sehr hart -ugehen. Fußball in Bayern. Die Gruppe Rordbahern stellt bereits am Samstag den D. f. R. Fürth und den 1. F. C. Rürnberg gegenüber. Der Altmeister wird sich den sicheren Sieg nicht nehmen lasten. Am Sonntag solgt dann A. S. V. ^lürnberg gegen die Sp. Vgg. Fürth. Rur wenn die Kleeblätter vodichtiq zu Werte gehen, werden ste vor einer unangenehmen Ueberraschung gesichert sein. F. E. Bayern Hos wird dem F. D. 04 Würzburg die Punkte mit auf den Heimweg geben müssen. Franken Nürnberg wird auch vom 1. F. C. Bayreuth kein« Konzessionen zu erhoffen haben. Auch in der Gruppe Südbahern häufen sich die Ereignisse auf Münchner Boden. Am SamStaq kommt das große Ort-Ireffen zwischen Bayern München und Wacker München zum Austrag Aehn ich wie In der Maingruppe bad man nach den Erfahrungen der neuen Saison auch hier mit einem Rollentausch gegenüber dem Vorjahre rechnen. Wacker sch.int näher am Siege zu sein. S. D. 1860 wird gegen Jahn Regensburg immerhin keinen leichten Stand haben, wenn auch von einer Riederlage zunächst keine Rede ist. Teutonia München kann sich gegen Schwaben Ulm mit frischem Lorbeer schmücken. Schwaben Augsburg wird gegen den D. S. V. München die Segel streichen müssen. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. ö. Die Lrichtathletilabteilung ter Sp'.elver- einigung 1900 kommt am nächsten Sonntag einer Startverpflichtung gegenüber dem Verein für Bewegungsspiele Wissen (Sieg) nach, indem sie ihre drei besten Mittelstreckler Peters. 2 e p- perling und Tönges zu den dort stattfindenden Siegerlanbkampsspielen entsendet. Die 1900er bestreiten die 800 Meter offen, Bep Porling und TöngeS evtl, noch die 400 Meter offen, sowie PeterS den Hochsprung. Ob sich die Gießener gegen die bestimmt zu erwartende Konkurrenz aus den westfälischen und rheinischen Großstädten (vor ollem Köln) werden durchsetzen können, erscheint mehr als fraglich. Hoffentlich sind sie dann wenigstens imstande, gute Zeiten zu erzielen. B.f.B. Leichtathletik. Don der Leichtathletik nehmen an dem am kommenden Sonntag in Wetzlar stattfindcnden Herb st Waldlauf des Gaues Gießen-Wetzlar Fischer, Müller. Adam. Mankel und L a ch m a n n teil. Für den Sieg kann normalerweise keiner der Genannten in Frage konnnen, den sich der bekannte Olympiatellnehmer Gerhardt von Weilburg nicht nehmen lassen wird. Ob sich einer von ihnen wird placieren können, ist fraglich, da die übrige Konkurrenz recht stark ist. Sport an höheren Schulen. Oberrealfchule Gießen — Realgymnasium Gießen 6:1 (1:0). Die zahlreichen Zuschauer, die sich am Mittwoch auf dem Universitätssportplatz eingefunden hatten, erlebten einen unerwarteten, erbitterten Kampf, der in nichts einem Lokalkampj oder Punktspiel nachstand. Die Realgymnasiasten, die daS Spiel durchaus gewinnen wollten, lieferten in der ersten SpirWlste ein durchaus gleichwertiges Spiel. Rach der Pause waren di: Ober- realfchüler nicht mehr zu halten und erzielten bis zum Schlüsse zu dem Führungstreffer noch fünf Tore, denen der Gegner nur das verdiente Ehrentor entgegen stellen konnte. Die Stärke der Realgymnasiasten lag in ihrer >na:siven Derteidi- gung, die durch den Turnlehrer der Anstalt eine esondere Verstärkung erfuhr. Die Oberrealschüler zeigten nicht ganz das gewohnte Spiel: erst gegen Schluß konnte die Mannschaft mit ihrer Spielwcise gefallen. Der Schiedsrichter hatte kein leichtes Amt, zumal erstmalig nach den neuen Regeln gespielt wurde: trotzdem konnte er bis auf einige Ausnahmen mit seinen Entscheidungen zufriedenstellen. _______ Wirtschaft. Oie Krisis in der Lokomotivindustrie. In der erst kürzlich abgeh.iltenen Tagung deS DerwaltungSrats der Reichsbahn-Gesellschaft ist festgestellt worden, daß die Reubeschafsung von Lokomotiven und Güterwagen auf das äußerste gedrosselt werden muß. Dies« Auffassung erfuhr nun nochmals ihre Bestätigung in der gestern abgeh rltenen Sitzung der Hauptverwaltung der Reichsbahn mit sämtlichen deutschen Lokomotivsabrilen. Dort wurde den Vertretern der Lokomotivsabriken erklärt, daß es unmöglich sei, sämtliche Werke zu beschäftigen. Ein dringender Bedarf der Reichsbahn an Lokomotiven sei nicht vorhanden, da noch etwa 1600 Lokomotiven überzählig seien, und mit Rücksicht auf die Finanzlage bei der Ausmusterung der Lokomotiven die größte Zurückhaltung geübt werden müsse. Für die nächsten Jahre kämen nut kleine Mengen bestimmter Lokomotiv- typen für besondere Zwecke in Frage, während der Rormalbedars aus Ueberständen gedeckt werden müsse. Eine Subventivnspolitik vermöge die Deutsche Reichsbahngesellschaft nicht zu betreiben. Wenn ihr auch an der Erhaltung einer deutschen Lokomotivindustrie gelegen sei, so sei die Anzahl der zu erhaltenen Werke doch Sache der Privatindustrie und nicht der Reichsbahn. Die Konferenz hat also keine positiven Crgeb- nille gezeitigt. D'e kritische Lage ter Lvko- mvtivindustrie besteht we Icr. Die Reichsbahn ist nur bereit, durch einen gewissen Ausgleich ihrer Vergebungen die Zusammensassung in der Loko- motivindustrie zu fördern. Eie stellt sich dabei auf den Standpunkt, daß der ganze Rationalisier tungsprozeh, die Ausforck-etung der Werke, ausschließlich Sache der Privatindustrie ist. Der Kreis der in Frage stehenden Lokomotivsabriken ist nachstehender: AEG.. Dodig, Hanomag, Henschel, Hrchenzollern, Jung G. m. b. H.. Krupp. KrauS, Linke, Maffei. Humboldt. Karlsruhe. Eßlingen, Ohrcnstein, Schwartzkopf, Hartmann. Schi- chau. Union-Gießerei, Bulcan. R. Wolf. Von diesen Firmen betreibt eine Reihe den Lokomoriv- bau nur als Rebenzwrig. Infolgedessen sind Rationalisierungswege. wie z. D. die der Waggvn- bauindustde. bei der Lokomotivindustrie mit ziemlichen Schwierigkeiten verknüpft. Hnb an Fusion ist bei der Derschiedmartigkeit dieser 20 Werke kaum zu denken Anderseits erleichtert das 2or» handenscin des Lvkomvtivbaues im Rebenbetriebe die Auslese, weil b*r Lokomotivbau ja für diese Liniernehmen nicht zur Existenzfrage wird. 'Daß die Bestrebungen in der Lokomotivindustrie nach einem Zusammenschluß des reinen Lokomotiv- baues gehen, ist schon aus der vor kurzem gegründeten Arbcirsgemeinschaft Henschel-Schwartz- kopf-Mafsei zu ersehen. Immerhin wird sich fern Werk, wenn nach der jetzigen Lage neue Kon'en- tra ianebestr.bungcn au tauchen, b.reiifi de -, ohie finanzielles Aeguic-a.ent seinen Betrteo einzu- schränken. Einen sinnvollen Ausgleich zu dem Vodchlage der Reichsbahn, „bah die Lokomotiv- industrie sich zu fünf regionalen Gruppen zusam- menschließen solle, von tenen bei jeder nur eine Fabrik die Produktion sortzusetzen hätte", zu finden, ist daher sehr schwierig, und nur privatwirtschaftliche Logik wird ihn finden können. Man dad daher gespannt sein, wie w:it bis zu der in der ersten Hälfte des MonatS Oktober vorgesehenen Sitzung der Deutschen Lokvmvlivbau-Ver- emigung die Vorbereitungen zu einer Verständigung in der Lokomotivindustrie gediehen sind. * ** Keine Auflösung her Kugellager- konoention. Die Kugellager- und Roll-Lager- konvention waren zwei Tage in Düsseldorf zu einer Sitzung versammelt. Entgegen verschiedenen Mel düngen der letzten Zeit ist festzustellen, daß weder von einer Auflösung der Konventionen, noch von onstigen inneren Schwierigkeiten die Rede war, andern daß lediglich die laufenden Geschäfte in der ;ewohnten Weise erledigt wurden. Eine Erhöhung )er Preise wurde nicht beschlossen, obwohl das Preisniveau für Kugellager und Roll-Lager unter dem der Vorkriegszeit liegt. * Kein Preiserhöhungsantrag des Rheinischen Drauniohlensyndikats. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, besteht beim Rheinischen Draunkohlensyndikat nicht die Absicht, zu der am 27. September stattfindenden Sitzung des Acichskohlenrates einen Antrag auf Preiserhöhung zu stellen. * Gründung der Zentralbank Deutscher Industrie A.-G. Mit einem Aktienkapital von 17,5 Millionen Mark wurde gestern in Berlin die Zentralbank Deutscher Industrie A.-G. gegründet, deren Aufgabe es in der Hauptsache ist, die mittlere und kleinere Industrie durch Gewährung langfristiger Kredite, insbesondere zwecks Förderung des Exports, zu unterstützen. Gründer sind neben der International Ciermanic Trust Company die Mehrzahl der deutschen Staatsbanken sowie führende Privatbankhäuser. Auf- sichtsratsvorsitzender ist der frühere Reichsfinanzminister Dr. Peter Reinhold. Die Auszahlung an den letzten Kreditnehmer wird sich zwischen 88 und 89 v. H. bewegen. Die Verzinsung dürste ausschließ' lich einer Risikoprämie etwa 8 bis 8,5 o. H. betragen. * Großbankenhilfe für die Ernte- finanzierung. In einer Besprechung, die gestern in Berlin zwischen der Derwaltuna der Getreide-Industrie und Eommission-A.-G. uno den ihr nahestehenden Banken stattgefunden hat, haben sich letztere bereit erklärt, bei der Durchführung des von der GetreideJndustrie und Comission-A.-G. mit den landwirtschaftlichen Genossenschaften verabredeten Programms für die Erntefinanzierung mitzu- wirken. * A. Riebecksche Montanwerke A.-G-, Halle a. d. S. Die Generalversammlung der A. Riebecksche Montanwerke A.-G- Halle a. d.S„ aenehmigte den »Abschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr und beschloß die Verteilung einer Dividende von 7,2 Prozent. * Der französische Außenhandel. Rach der französischen Außenhandelsstatistik für die ersten acht Monate d. I. belauft sich ter Wert der eingeführten Waren auf 34 539 707 000 Franken für 32 063 649 Tonnen: das bedeutet gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres einen Rückgang um 1 794 305 Tonnen. Die Ausfuhr beträgt 33 360 704 000 Franken für 27 289 671 Tonnen. — Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres stellt das einen Rückgang um 2 217 167 Franken, dagegen eine Erhöhung um 2 627 032 Tonnen dar. Die Statistik für den Monat August d. I. allein weist einen Ausfuhrüberschuß von 5 969 000 Fran len auf. Frankfurter T ursc. Cigcnc Drahtmeldung des „Gießener SUiyeigcrd". Frankfurt a. M., 21. Sept. Tendenz: überwiegend etwas fester. Nachdem noch vorbörslich eine gcoijie Unsicherheit geherrjchk hatte, im Zusammen- bang mit dem schwachen Schluß der gestrigen Reu- Yorker Börse und der dortigen "ieldmärktversteisuna, konnte sich zum Beginn des offiziellen Verkehrs die Haltung etwas bessern. Bei nicht einheitlicher Entwicklung waren auf den meisten Markten gegen die bereits etwa» erhöhten Kurse der gestrigen flbcnfr- dürfe Erholungen von 0,5 bis 2 o. H. zu verzeichnen. Von außen her dürften indessen nur vereinzelt Häuf- orbers vorgelegen haben. Da» Geschäft beschränkte sich im wesentlichen auf Deckungskäufe der Spekulation, die gestern offenbar einige Blankoabgaben vorgenommen halte. Einiges Interesse zeigte sich heute für Montanwerte, durch die höheren Forderungsziffern für August Horpener konnten 1,5 o. H., Mannesmann 1,25 v. H. und Pho- nir 1,75 v. H. anziehen. Am Elektromarkt waren AEG. 0,75 o. H., Fellen 1,40, Lahmeyer 1,75 v. H. und Siemens 1,5 v H. gebessert, während Stehl und Kraft und Gesfürel auf dem erhöhten Stand der Adendbörfe behauptet blieben. (Ehcmieroene waren vernachlässigt. J.-G.-Farben waren wenig verändert. Scheideanstalt waren etwas gedrückt. Ueberwiegend schwächer lagen auch Bankwerle. Reichsbank gaben 2 v. H nach. Auch Auloaktien rohren weiter eher angeboten. Kleyer minus 0,75, RSU. erneut minus 1 v. H. Etwas Kaufneigung bestand für Wayß & Freylag, die geringfügig hoher einsetzlen, im Verlaufe aber 2 vH anzogen. Deutsche Anleihen lagen still Am ausländischen '.HentcnmarH Anatolier lebhafter verlangt und weiter befestigt. Im Verlause konnten sich bei stillem Geschäft neue kleine Kurserholungen durchsetzen. Etwas reaere» Interesse machte sich für Elektrowerte geltend. Auch Reichsbank waren 1 v. H. erholt. Am Geldmarkt trat für Tagesgeld etwas größeres Interesse hervor, so daß eine Erhöhung des Sages auf 6,5 v. H. eintrat. Monatsgeld unverändert steif. Am Devisenmarkt lag das Pfund etwas schwacher. Mark gegen Pfund 20,349, gegen Dollar 4,1962, London gegen Kobel 4,8505, Paris 124,17, Mailand 92,76, Madrid 29,35, Holland 12,0990. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". B e r I i n , 21. Sept. Nachdem man noch heute vormittag und vorbörslich, begründet mit den anziehenden Geldsätzen in Neuyork bis auf 9 v. H. schwächere Kurse hören konnte, machte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs ein merklicher Stimmungs- Umschwung bemerkbar. Die Lage des Geldmarktes wurde günstiger beurteilt. Man rechnet zwar immer noch mit einer Erhöhung des Satzes, der übrigens erst morgen festgesetzt wird, glaubt aber nur an eine künstliche Verknappung seitens der großen Geldgeber. Verschiedentlich konnte man Großbanken als Käufer feftfteUen, besonders Montanwerke (Phönix, Harpener und Gelsenkirchen) wurden in größeren Posten aus dem Markt genommen. Auch in Fellen entwickelle sich, wie schon in den letzten Tagen, mit plus 3 v. H. ziemlich lebhaftes Geschäft. Aber auch auf den übrigen Märkten konnte man eher Deckungen der Spekulation beobachten, so daß die ersten Kurse im allgemeinen behauptet waren. Relativ schwach lagen Reichsbankanteile — minus 1,5 o. H. Anscheinend drückt hier anfangs des Monats per Ultimo gehandelle Ware. Deutsche Anleihen ruhig, Ausländer fast geschäftslos. Anatolier fester und nach den Kursen auch lebhafter. Pfand- briefmartt unentwickelt. Der Geldmarkt war unverändert. Tägliches Geld 5 bis 7 o. H., Monatsgeld 8,25 bis 9,25 o. H. Warenwechsel etwa 7 o. H. Im Verlaufe konnten sich die Kurse allgemein etwas befestigen. Die anfangs bevorzugten Werte lagen um Bruchteile eines Prozentes hoher, wenn auch von einem größeren Gcfchäftsumfang nicht die Rede fein konnte. Außer der Geldmarktlage wurde auch die politische Situation eine Kleinigkeit besser beurteilt. Reichsbank holten ihren anfänglichen Verlust etwa wieder ein Sonst fielen durch Lebhaftigkeit noch Deutsche Erdöl. Gelsenkirchen und AEG. auf. 7 Hurter Gctrc'dcbörsc Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M.. 21. Sept. Tendenz stetig. Bei tvc i t veränderten Auslandforderungen war die Marktlage zum Wochenschluß ftetig. DaS Geschäft war außerordentlich still, da die Händ- lerschast bei weiter großem Angebot nur den nötigsten Bedarf deckt. Die Preise blieben vollkommen unverändert. Es wurden notiert: Weizen 22,25. Roggen 22. Sommergerste für Brauzwccke 26. Hafer inländ. 21.75 biS 22.25. Mai» (aelb) für Futterzwecke 20. Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33 bis 33.50. Roggen mehl 3025 bis 31. Weizenkleie 12,90, RoggenNcie 1325. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ________hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent. Lombardzinsfuß 8 Prozent. [traiiilurt a. M Berlin Jrankhirt a. TO Berlin ^reuiifurt a. M Berlin Berlin 20 ectifinber ftefb Sranioiifdie -Jloun . . boUandilche Noten ...... sttolieoilche -Ji oten...... Nonveatlche Noten. ... Tftni’trCeftrrr ,6100 Krone» SnmanrldK Noten...... Echwedilkbe Noten...... Echweuer Noten....... kvaniiche Noten....... Iftbettic'loroafifdbe Noten . . Unaariftfir Noten ■ • Devtlenmartt Berlin Telegraph'lche mie 117,71 11,95 lZ,ÜW> IM,89 111,97 59.07 2,66 112.34 80.78 69.36 13.445 71.16 a. HL 0 n a Schluh-! Anr» 1-Uhr- Aue, »d).uü- fl'lT» tlnianq Aue, ächluh- Aur» l-Ufer- Mur» ub- Aurt 'tintang Aur» öchlutz- Aurs 1-lHt- Aur» S». uh Aur» Irlarig Aur* Latinn 6X Dl ReltbJanleilx ». 1OT7 1L «nl.-ilbl6l.-fe<6uU> «Ul lol.-jRrdjtrn 7% ttranfl piw Bt ®otbX)|. M- kündbar bti 1982 iy.% RbetnMe Hov^Bant Clou - ®dI6d|. a.8 » ab«. «0rfrtefl«-©MiflaHwi. rtr Äolbtit.. . • 430% Leiltrr (silberne. - - - 4% Ceitcneith. eintjettl. 8Ut - • 4% UnfltnW «olbrte- - 4% UngartidH €id«m. v. 18X0 4^% t*4gt. von 1913 4% Unnunldie troneimc. 4% iürt. ° l»l! 4% türfiid* Vagdadbabn-L»i. Gerte > 4% beegL Gerte II • 4% (Rumänen canoert. fföt. . - - iK% «umärt« SoibaxL Wü ISIS ®lg. DeundH Oambuia-.'lmenla Sätet . . . b batnb -Südam TampfKP. • • ■ Paola tamphdnfl • - * Narbdeuifdxr itioob . . . - • • nilg. 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UW.25 ' -6 7u 160.4 217 164 2) 469.75 151 6 843.5 200.t: 47» 140.45 176 04.9 138 116,5 150.25 136 451.6 140,5 131.0 138.5 115 10» 110 75 •3 277.6 144,5 154.5 <7.25 68.5 27» 481.5 451.5 :60.75 lK-35 1«^ 1 21.9. 183.75 197.5 >18 157.45 <70 154 m.-zs 8-0 447 84.9 IST 25 1X7.46 150.5 134.6 tzi IM 137.5 116 111 277 SV 53.8 27»..‘ 381.4 M 881.6 - 103.5 IW Darum: Pdtiwo ......7 fteiCclbccflet tfewent . . . . 10 LemkNl CadH&Ot . . .... 8 Bafefc 6 Oteüag . . . • • U> SdjultfeeU Patzcntzofa ... 15 E mdt .....12 Ser. »ürnttofl......1» ®entwrg...... • • • 1< $rllfto!f tBatobof.....« HeUftell S'thaffenburfl ... 12 ifeariotimburfler Galtet • • • 7 Te’iauer . ..•••» I atmirr Motoren......D Temas - ..•••• ® It'-etwerle tieoa .«•••• © Lu»w. Loeve ..... 10 «al. natemobti . ..•••• 0 l tert dem 4 8cu3d . • • • • 6 Veorbart Tte* • • • • • • ® ftamofl-Wegirt» . ...... 0 ,-iranfl. WdJtiWB ....... i>n>ner ..•••• 11 tetjltaenftaeM ,•••••. 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