Nr. 170 Erster Matt 178. Jahrgang Samstag, 21. Juli 1928 Lrlchonl ttiglid),a»fert Sonntag* «nb 5«irrtega Bella gt*: (Btehener JamUtenblättei Heimat hn Bill» TMe Scholl* Jionati-BejDiipreU; 2 B«lch*mari> anb 20 Retchspfenntg für Trüge» lohn, auch bei Nichte» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 anb 112 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gietze». pokschrikkoM»: Sranftnn am Main 11681. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen t>nd «Ad Verlag: vrühl'sche UttiverfttütL-vuch- und Stetnörederti K Lauge in Lietzen. Schriftlettung und Seschästriielle: 5chnlittatze 7. Liaahme von Anzeigen für die Iage*nammer bi* jum Nachmittag vorher. Preis fir | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig. für Re- ltlameanzeigen von 70 mm Breit, 35 Re.chspfennig, Blatzvorschrift 20*, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh. Lange. Derantwoniich für VohtiM Dr. Fr Wild Lange für Feuilleton Di H Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmonn. sämtlich in Gießen Die französisch-belgische Heeresverbindung. Hollge 3nanberfegunoen, die sich in der belgischen Kammer abgespiell gaben, l«n- Een den CBlid auf die neue Mili tärvor- läge die der belgische ÄrlegBmlnlfter deDro- qu«v i lle eingebrachl hat, und die von den Sozialisten voran dem alten Döllerbundsvvr- lämpfer und ehemaligen Außenminister Belgiens, Dandervelde. bekämpft wird, de Broque- ville hat zur Begründung seiner Borlage ein paar sehr merlwürdige Argumente geltend gemacht ; das eine ist die Behauptung. ..ES ist nutzt zweifelhaft, daß unser Gegner an einen Einfall benft" Damit meint er zweifellos Deutsch land, ohne Gründe für feine Behauptung angeben zu können. Das zweite Argument stützt er auf die Erklärung, die belgische Armeee habe die Ausgabe. Frankreich eine Schuhstellung zu gewähren: d. h. also, er macht die Aufwendungen des belgischen Dolles für seine Armee von den Bedürfnissen einer kei neswegs auf die Dauer festgelegten französischen Politik abhängig. Diese Aufwendungen sind keineswegs unbeträchtlich Belgien unterhäll, nachdem es vor dem Kriege eine Friedenspräsenzstärke von 4 7000 Mann hatte, bisher ein Friedensheer von 83300 Mann, allo nicht viel weniger als das Deutsche Reich. Die neue Hccrcsvorlage, die das Snftern des Cadreheeres aus der französischen cheeresresorm entnimmt, bringt zwar scheinbar eine Verringerung, aber in Wirklichkeit eine größereInanspruch- nähme der Bevölkeruig für den Mobilmachungsplan. Die bisherigen Kosten des Heeres betragen etwa 12 v.H. des Gesamtbudgets, also ungefähr ebensoviel, wie diejenigen verschiedener Großmächte. Es ist deshalb verständlich, das, sich die friedenswiUigen (Elemente des Landes, die ihre Zuversicht aus den Völkerbund und vor allem den Locarnopakt stützen, der Belgien die Garantie Frankreichs, Englands und Italiens für feine Grenze gegen Deutschland verschafft, mit diesem so eigenartig begründeten „Reformvorschlag" ihres von jeher reichlich scharfmacherischen Verteidiaungsmini- sters nicht einverstanden sind. Aber die Regierungs- narteien, Konservative uno Liberale, wollen die Vorlage trotzdem annehmen, um den sozialistischen Argumenten aus innerpolitischen Gründen Widerstand zu leisten. Dandervelde hat alle Vernünftigen auf seiner Seite, wenn er erklärt, daß die Hypothese eine* Angriffskriege« Deutschlands gegen Frankreich, Belgien und England nichts andere« als Wa h n f i n n fei. Aber diese Vorgänge, die uns nicht direkt angehen und die wir schließlich trotz der phantastischen Behauptungen deS aus früheren Affären sattsam bekannten Broqueville gar nicht zur Kenntnis zu nehmen brauchten, haben doch eine tiefere Bedeutung. Denn sie zeigen die Abhängigkeit Belgiens, dellen Acutralität als ein unumstrittenes Axiom früher immer gegen nnS iirs Feld geführt wurde, von Frankreich Und zwar von dem Frankreich der Marschälle und der ® e n e r a IJt a b 6 d f fixiere, die offenbar einen entscheidenden Einslust auf die Gestaltung des künftigen belgischen Verteidigungssystcins. auf dessen dauernde Einbe- ziehung in das französische Rüstungssvsreni genommen haben. Db das angesichts der Entwaffnung Deutschlands, angesichts der vielfältigen Interessen, die zwischen Belgien und Holland ausgetragen werden müssen, und angesichts der britischen GlaciS-Politik nicht die Beachtung anderer Völker als gerade deS deutschen verdient, können wir deren Sntschridung überlassen. Aber im Interesse deS Weltfriedens, dessen stärkster belgischer Förderer der Teilnehmer deS Locarnopaktes. Dandervelde war, möchte man hoffen, dah die sonderbaren Ansichten des Derteidigungsministers nicht die Oberhand behalten. Oie Anwerbungen für die französische Armee. Paris. 20. Juli. (WTD.) Kriegsminister P a i n l e v e hat dem Präsidenten der Republik einen Bericht über den Stand der Anwerbung der zur Einführung der einjährigen Dienstzeit einzustellenden Berufssoldaten und Beamten für das Heer vorgelegt. .Petit Parisien" gibt einen Auszug aus diesem Bericht, m dem es heißt: Die Zahl der anzuwerben, den Berufssoldaten betrug, wenn man die Offiziere und die Gendarmerie nicht einrech- net. die sich früher auf 72 000 belief und die auf 106 000 erhöht werden soll, am 1. April 1928 78 000. Wenn man die früher bereits übernommenen Verpflichtungen zum Derbleiben beim Heer nach Absolvierung der 18monatigen Dienstzeit berücksichtigt, stellt sich die Zahl sogar auf 82 500. Was die Anwerbung der gesetzlich vor- .gesehenen Militärbeamten anbetrifft, so ist die Zahl von 2541 am 1. Oktober 1927 auf 4308 am 1. April 1928 gestiegen. An der im Gesetz vorgesehenen Zahl der ständigen Zivilbeamten von 30 000 fehlten am 1. Oktober 1927 noch etwa 10 000. Im letzten Halbjahr sind 2900 angestellt worden, und die Anwerbung der noch fehlenden 7000 Mann wird keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Die Zahl der mobilen republikanischen Garde soll auf 15 000 Mann erhöht werden. Am 1. Oktober 1927 bestand die republikanische Garde aus 45 Zügen und 1803 Gardisten, am 1. April 1928 aus 68 Zügen und 2300 Gardisten. Diese niedrige Zahl erflärt sich nicht aus der geringen Zahl der Anwerbungen, sondern aus der Schwierigkeit, für Kuads Staatsstreich im Dienste Englands? Die Regierung bezichtigt das Parlament der Unfähigkeit. — Zusammenstöße. Wird Aegypten englische Kolonie? Schon vor vierzehn Tagen wußten gut tn- fornnerde Persönlich!eiten, dah etwaS Besonderes, Gefährliche- in Aegypten bevorstehen müsse. Unter den verschiedensten Dorwänden hatte man in Kairo und Alexandria die Führer der Aegtptischen Rationalpartei, deren Hau>t Mohamed Hafez Dey Ramadan ist. hinter Schloß und Riegel gesetzt, um zu verhindern. dah diese radikalste Gruppe deS ägyptischen Parlaments bei den bevorstehenden Gr- eignissen zu schnell störend eingreife. Rach der Entlassung des Ministerpräsidenten RahaS Pascha, der zu der großen Partei der gemäßigten Rationalisten gebärt, war eS klar, daß die liberale, englandfreundliche Partei, die nur eine Mnrderheit bildet, aber ben- noch die neue Regierung stellte, verfassungswidrige Maßnahmen treffen würde, um sich rm Qfit zu halten. Da sie sich auf das ägyptische Doll stützen kann, daS die Engländer als Fremdlinge, Ungläubige, Ausbeuter und Fronvögte haht, muhte bet neue liberale Ministerpräsident, Mahmud Pascha, die Dolls- Vertretung dovonjogen und sich auf die beiden anderen politischen Kräfte stützen, die es in diesem formal unabhängigen, tatsächlich britischen Land noch gibt: auf den König Fuad, den die ägyptischen Rationalisten einen bezahlten britischen Agenten nennen, und auf den englischen Oberkommijsar Lord Lloyd. König Fuad tst ein geschickter Politiker, der eS gern den britischen Militärs überlassen hätte, die Der- antworiung für die Errichtung einer Diktatur zu übernehmen: aber die Engländer waren dazu nicht bereit, und so muhte der König selbst das Dekret unterzeichnen, das die Aufhebung von Parlament und Pressefreiheit in Aegypten verordnet, und das als die größte Provokation angesehen werden kann, die die englischen Fremdherrscher in ihrer an Herausforderungen so reichen Kolonialgeschichte gewagt haben. Denn König Fuads Dekret ist nicht in Kairo, sondern in London entstanden. Nur mit Lächeln nimmt man davon Kenntnis, daß sich die englische Regierung „in diesem innerägyptischen Streitfall" neutral verhält. König Fuad, der heute einige sechzig Jahre zählt, ist eine Marionette in der Hand der Engländer und ein Fremdling in seinem eigenen Land — obwohl ihm und der königlichen Familie ein Drittel des kulturfähigen ägyptischen Bodens ge- hört. Dieser Mann, der nach der Loslösung Aegyptens von der Türkei im Jahre 1917 den ägyptischen Thron bestieg, ist schon als Kind seinem Later, dem Khediven Ismael, ins Exil gefolgt; er hat den größten Teil seines Lebens in Italien verbracht und spricht nicht einmal arabisch. Es ist also zu verstehen, daß er zwar im vorigen Jahre bei seinem Besuche in England sehr gefeiert worden ist — der Prinz von Wales ist ihm sogar bei seiner Landung bis Dover entgegengefahren — aber in seinem eigenen Land zu den unpopulärsten Persönlichkeiten gehört. Dem ägyptischen Volk ist es völlig gleichgültig, daß Fuad tatsächlich ein sehr freundlicher, jovialer Mann, ein Sportfreund und Pferdeliebhaber ist, dessen Rennstall die Anerkennung aller britischen Pscrdekenner findet, mit Pomp und Freundlichkeit allein kann heute auch ein orientalisches Volk nicht mehr regiert werden. Man würde es dem Herrscher hoch anrechnen, wenn er Aegyptens Forderungen England gegenüber durchdrücken würde, lehnt es aber ab, Ovationen darzubringen, wenn er auf feiner repräsentativen Luxusjacht theatralische Schaustellungen veranstaltet. Der Luxus, den sich der von England eingesetzte und von britischen Soldaten geschützte König Fuad leistet, steht im beschämenden Gegensatz zu der Armut des größten Teiles seiner Untertanen. 14 Millionen Menschen wohnen in Aeaypten. denen nur 39 000 Quadratkilometer kulwrsähigen Landes zur Verfügung stehen. Denn mit Ausnahme der fruchtbaren Rilebene ist Aegypten ein wüstes, ertragloses Land. Es ist schon gefaat worden, daß fast ein Drittel der fruchtbaren Ebene der könig- lichen Domänenverwaltung untersteht; die übrigen zwei Drittel des Landes zerfallen in rund eineinhalb Millionen kleinste Bauernwirtschaften, die die Fellachen besitzen, und einige tausend Latifundien. die Gardisten ilntertunft in den Kasernen zu finden. Oer Kettogg-Paki. Washington, 20. 3uIL (WTD.) Rachdem nunmehr von 15 Rationen die Zustimmung zum Kclloggpakt eingetroften ist. hofft man. Kellogg werde bereits Mitte August in der Lage sein, nach Paris adzu- reifen, um dort mit den Vertretern der beteiligten Rationen den Kriegsächtungspakt zu unterzeichnen. Während das Staatsdepartement allgemeine Befriedigung über die eingelaufenen Antworten ausdrückte, hören polltische Kreise, daß zwar keine Absicht bestehe den gegenwärtigen Kreis der Unterzeichner zu «weitem, wohl aber soll anderen Ländern der Beitritt freigestellt werden. Daraus wird geschloffen, daß Rußland dem Dertrage bei treten könne, ohne dah hierdurch die Frage der Anerkennung Eowjetruhlands berührt werde. Wan nimmt ferner hier an, daß der britische Dor- die teils Europäern, teils ägyptischen Großgrundbesitzern gehören. 2300 in europäischen Besitz befindliche Güter verfügen nun zusammen über mehr Boden, als die eineinhalb Millionen kleinen Wirtschaften. deren Besitzer von dem Ertrag ihres minimalen Stückchen Landes natürlich nicht leben können und daher gezwungen sind, sich als Landarbeiter an die Großgrundbesitzer zu verdingen. Sie erhalten dabei «men Tagelohn von kaum einer Mark, und man kann ohne Uebertreibuna sagen, daß der größte Teil der fünf Millionen Aegypter, die in irgendeiner Weise in der Landwirtschaft beschäftigt werden, unterernährt ist. Man kann sich kaum oorstellen, welche Wut sich in den Herzen tiefer unendlich armen Menschen angesammelt hat. Aber damit ist noch kein umfassendes Bild der ägyptischen Armut gezeichnet. Rund 600 000 Menschen, fast fünf Prozent der Gesamtbevölkerung, werden in der Statistik als Invalide bezeichnet; sie leiden vorwiegend an der ägyptischen Augenkrankheit, die häufig zur Erblindung führt. Eine Million Aegypter wird in der jungen Industrie beschäftigt, in den Phosphat-Bergwerken in der Röhe des Suez-Kanals, auf den Petroleumfeldern, in der aufblühenden Textilindustrie und bei der Tabakbereitung; auch sie erhalten geringfügige Löhne. Dem Europäer ist es unfaßlich, daß nicht weniger als zweieinhalb Millionen Menschen, also fast ein Sechstel der Bevölkerung, das Hauspersonal der begüterten Schichten bilden. Die Arbeitskräfte sind so billig, daß sich jeder wohlhabende Mann nicht nur einen Schwarm, sondern fast ein ganzes Heer von Dienstboten hält. Aus der offiziellen ögypti- schen Statistik geht ferner hervor, daß zwei Millio- nen Menschen unproduktiv sind; leider ist nicht angegeben, öd es sich bei diesen Leuten, die nicht im ägyptischen Erwerbsleben stehen, in der Hauptsache um Bettler und ähnliche Existenzen, ober um arbeitslose Mitglieder sonst arbeitender Familien handelt. Keineswegs können aber damit die Rentner gemeint fein, da diese Schicht mit 130 000 Personen gesondert aufgeführt worden ist. Wenn man den zweieinhalb Millionen Dienstboten andere Berufs- schichten gegenüberfteUt, etwa den rund 150 000 Intellektuellen, die sich aus den Angehörigen der freien Berufe zusammensetzen, den 200 000 Beamten und den 150 000 Soldaten, so geht aus einer solchen Kontrastierung hervor, daß man die Aegypter mit Recht ein Volk der Dienstboten nennen kann. Aber noch in einem anderen Sinn trifft diese Bezeichnung zu. Die ägyptische Ration als Ganzes steht in den Diensten des britischen Boltes, für daS sie Baumwolle zu pflanzen hat und dessen Waren sie kaufen soll. In den letzten Jahren hat das ägyptische Dolk aber gegen diese Abhängigkeit rebelliert, und es ist dabei in gewisser Weise von den Amerikanern unterstützt worden, die einen Teil der ägyptischen Baumwollernte aufgclauft haben. Es gehört zum Gesamtbild der eng- lisch-amerikanrschen Wirtschafts- rivalität, daß die Amerikaner auch sonst versuchen, Einfluß in Aegypten zu gewinnen. Sie haben nicht nur eine wachsende Zahl von Missionaren nach Aegypten entsandt, sie haben auch eine Riederlassung der Standard Oil gegründet, und es ist mxf) nicht lange her. daß der junge Rockefell er 10 Millionen Dollars für die Gründung einer ägyptischen Universität stiftete; doch ist diese Stiftung zum Erstaunen der ganzen Welt nicht angenommen worden, weil die britischen Machthaber eine Schwächung ihrer Lage befürchteten. Englands wirtschaftlicher Einfluß hat sich aber — nicht zuletzt wegen deS immer stärker werdenden ägyptischen Rationalgefühls — allmählich so vermindert, daß Großbritannien, das vor dem Krieg 78 Prozent der ägyptischen Einfuhr lieferte, im letzten Jahr nur noch 23 Prozent zum ägyptischen Import bei steuerte, während sich die Einfuhrzifsern aller übrigen Staaten entsprechend hoben. Das ist eine bedrohliche Entwicklung, und England hat, wie schon ost vorher, den wirtschaftlichen Rieder- gang durch Gewaltakte aufhalten wollen. Das ist der tiefere Sinn des ägyptischen Staatsstreiches. der dazu dienen soll, mittelbar oder unmittelbar die gesamte Derwaltung deS Landes in bri tische Hände zu behalt über die Handlungsfreiheit in einigen Gebieten, vornehmlich auf den Suez- Kanal, Aegypten und Indien zu beziehen sei und daß biefer Dorbehalt eine Umschreibung der Selbstverteidigung darstelle, die dem Dertrage nicht zuwiderlaufe. Havas meldet aus Washington: Aus guter Quelle verlautet, dah der Pakt zur Aech- tun g des Krieges am 2 8. August in Paris unterzeichnet werden soll. Zustimmung Japans und des Tschechen. Washington, 20. Juli. (WB.) Die von dem japanischen Winster des Aeuhern unterzeichnete Antwortnote auf den Kel- logg-Dorichlag wurde heule im Staatsdepartement überreicht und abends bekanntgegeben. Die japanische Rote drückt die vorbehaltlose Zustimmung Japans zu dem Entwurf eines Kriegsächtungspaktes aus und übermittelt zugleich die herzlichen Glückwünsche der japanischen Regierung zu der raschen und allspielen, damit durch eine zweckmäßige Steuerung Zollpolitik der Einsluß der englischen Wirt- schast wieder verstärkt wird. Im Arak, in Arabien. in Demen ist England vor kurzem ganz ähnlich vorgegangen, hat sich schroffe llebcrgrific erlaubt, z. B im Irak ebenfalls d.iS Parlament aufgelöst, um Aufstände zu entsachm, die dann blutig niedergeschlagen wurden und den Kolonialvölkern zeigten, wie gesährlich es ist, dem englischen Imperialismus entg. genzutreten. Zweifellos werden auch jetzt in Aegypten blutige Erhebungen stattfinden, die Dann mit Waffengewalt — .zum Schutz der Fremden" — nieder- gehalten werden: ein neuer Schritt auf Englands Weg. Aegypten zu einer gewöhnlichen Kolonie zu machen. Oie Begründung des ägyptischen Ministeriums. Kairo, 20. Juli. (WTB.) In dem Schreiben des Ministeriums an den König heißt es. das parlamentarische Regime sei ein Instrument der Unterdrückung und des Despotismus in den Händen einer kleinen Gruppe geworden, die von einer Mehrheit unterstützt wird, die zu schmeicheln und zu befriedigen sie gezwungen ist. DaS parlamentarische Regime ist unfähig geworden, Reformen durchzuführen. Das Kabinett fand feine Alternative, als sich daraus zu konzentrieren. daS Land von diesen Parteieinflulsen zu befreien. Da das Parlament in seiner gegenwärtigen Form die Erreichung einer normalen Lage nicht begünstigte, die von dem Lande so herzlich ersehnt wird, darf eS kein Hindernis zur Erreichung dieses Zieles darstellen. Da« Ministerium hielt es daher für unumgänglich, daß beide Kammern aufgelöst und die Wahlen bis zu dem Zeitpunkt vertagt werden, wo man hoffen darf, daß sich die Ration in ihrer wahren Ansicht ausspricht. Da« Ministerium hielt ee außerdem für notwendig, da« Wahlgesetz zu revidieren. Das parlamentarische Regime und die Derant- wortlrchkeit des Ministeriums werde jedoch unter fernen Umständen durch die vorgefchlagenen Aen- derungen in der Dersassung einen Wechsel erfahren. Das Schreiben erwähnt die Rotwcndig- keit der Errichtung eineS stabilen Regimes, um Die Einigkeit im Lande wiederherzustellen und um das Land zu befähigen, für die Sache seiner Unabhängigkeit einzutrelen, um dadurch alle Bestrebungen zu erfüllen. Während der Aufhebung des Parlaments werde das Ministerium es übernehmen, eine Herrschaft der Gerechtigleft herzustellen, die Gleichheit zu sichern, die Freiheit innerhalb der Grenzen des Gesetzes aufrechtzuerhalten und die Reformen durchzuführen. die so lange von dem Lande erwartet wurden. Die Tore des ParlamentSgebäudeS wurden heute vormittag von der Polizei versiegelt. Wachen stehen vor dem Gebäude. Es herrscht Ruhe. SoMundgebungen und Zusammenstöße. Kairo, 20. Juli. lWB.) Der frühere Premierminister R a h a s P a s ch a, der sich heute mit mehreren Mitgliedern des leitenden Ausschusses der nationalistischen Partei nach Tan- t a h begab, wo zu Ehren der Parteileiter ein Festessen im kleinen Kreise stattfand, wurde unterwegs von der DolkSmenge mit demonstrativem Beifall begrüßt. Es kam dann zu Zusammenstößen zwischen den Dolksmassen und der Polizei, die mit Steinen beworfen wurde. Eine Abteilung von 530 Polizisten zerstreute die Ansammlungen und nahm 10 Der- haftungcn vor. Rahas Pascha kehrte später nach Kairo zurück. Das Bankett fand mit Erlaubnis der Regierung an Stelle der ursprünglich geplan- ten, aber verbotenen Parieitagung statt. Truppen bereitgestellt. London, 20. Juli. (WTD.) »Daily E-pretz" meldet aus Alexandrien, daß die Derösfen.lichung des königlichen Dekrets im »Journal Officiel“ in ganz Aegypten großes Aufsehen hergemeinen Annahme, die der amerikanische Dor- schlag gesunden habe. In der Rote wird gesagt. daß die japanische Regierung stolz daraus sei. mit als erste mit dieser Bewegung verbunden zu sein, die in so klarem Einklang mit den überall gehegten Friedens- Hoffnungen stehe. Die Rote betont die hohe Wahrscheinlichkeit der Annahme dieses einfachen und großherzigen Dertrages seitens der gesamten zivilisierten Welt und enthält keinerlei Vorbehalte und keine weiteren Darlegungen der japanischen Auflassung. Prag. 20. Juli. (WB.) Der Minister des Aeuhern, Dr. Bene sch. überreichte heute vormittag dem Gesandten der Bereinigten Staaten in Prag. Einstein, eine Rote, in welcher die tschechoslowakische Regierung ihre Zustimmung zur Unterzeichnung des Kriegs- ächtungspaktes Kelloggs aus'pricht. Der Text der t'chechoflowalifchen Antwort wird am Sonntag veröffentlicht werden. r . MSI einem gün1 Durch der Souveränität beruhenden Verträge ■banN rotuni Demel Gleichheit torialen Woldemaras wir- gewarnt. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 20 Juli. Der deutsche Gela ndte in Äotono, M 0 rath, hat in diesen Tagen beim litauischen Ministerpräsidenten, Pro- sessor Wolde in ar as, vorgesprochen und der litauischen Regierung mit Rücksicht aus die Diel» sach beunruhigenden Gerüchte über die Behandlung des Konfliktes mit Polen geraten, Polen gegenüber doch eine konziliante Haltung einzunehmen. Damit hat die deutsche Regierung, in deren Auftrag der Gesandte Mc>- rath diese Demarche unternahm, jene Politik fortgesetzt, die sie von Anfang an in bezug aus den litauisch-polnische,' Konflikt vertreten' bo‘. GS ist aber nicht richtig, wenn behauptet wird, daß der deutsch« Schritt nach Be- ig mit Großbritannien und im G-m- -----Jymcn mit Sowjetrußland erfolgt sei. GS hat sich vielmehr in keiner Beziehung um eine Kollektiv-Demarcde gehandelt. Wohl sind sich alle Mächte in diesem Punkte einig, und man kann deshalb audj annehmen, daß ebenso der englische Gesandte beim litauischen Ministerpräsidenten interveniert hat. DaS Sowjei- kommissariat für Auswärtige Angelegenheiten hat durch ° i t to i n o to der litauischen Regierung niemals ine militärische Unterst u t - z u ng Im Falle eines k ewasfneten Konfliktes mit Polen zugesagt. Auch Rußland steht viel- mehr auf dem Standpunkt, das) dieser Konflikt aus dein Wege gütlicher 'Vereinbarung auS der Well aeschafft werden muh. Hoffentlich wird die litauische Regierung und namentlich ihr Ministerpräsident. Pros. W oldem ar aS den wohlgemeinten deutschen Rat nicht überhören und endlich dazu beitragen, den Streit mit Polen beizulegen. die Anullierung oller ungleichen Verträge und den Abschluß neuer, auf der Grundlage der und gegenseitigen Achtung der terri- und diesbczügt «finger Ttegieru China verlangt Gleichheit beim Vertragsabschluß. Berlin. 20.Juli. (WB.) Die chinesische Gesandtschaft in Berlin aibt folgendes Telegramm der nationalistischen Regierung in Nanking bekannt: Die nationalistische Regierung hat mit Dem Ziele, sich den heutigen Verhältnissen anzupassen, und der Absicht, das Wohl Chinas zu fördern und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen China und den einzelnen Ländern zu vertiefen, stets Besprechungen über hie Reichsbahnfinanzen. Berlin. 21. 3ult. (Privat.el. deS DTB) Wie der .Dcrmania" zufolge verlautet, wird am Montag nächster Doch« noch eine Kabi- ne t t Ss itz u ng stattfinden, bei der voraus icht. lich erneut über di« Finanzlage der Reichsbahn beraten wird, Zwilche;- der ReichSbahngesellscha't. Lern R ich finanw.- hum und 5cm Rcich-verke^sminifteeium finden seit einigen Tagen wieder Besprechungen über die Beschaffung neuer firanz . . ler Mittel für den Betriebs- und Betch- fungsfonds der Reichsbahn statt. GS handelt sich darum, festzustellen, ob die Mittel aus dem Anleihewege oder durch Tariferhöhung zweckmäßiger beschaftt werden können. Diese Frage spiele auch bei Besprechungen zwischen den zuständigen Reichs stellen und dem Generalagenten eine gewisse Rolle. Besuch Hindenburgs bei der Stoffe. Berlin, 20.Juli. (Priv.-Tel. des WTB.) Der Herr Reichspräsident von Hindenburg trifft laut „Germania" am 8. August, vormittags, zu einem Besuch der Flotte in Kiel ein. Der Reichspräsident wird an Bord des Linienschiffes „Schleswig-Holstein" Schiffsübungen beiwohnen und am Abend desselben Tages die Rückreise nach Berlin mit der Bahn antreten. Oie Amnestie in Hamburg. B'erlin, 21. Juli. (Priv.-Tel. des WTB.) Wie der „Boss. Ztg." abs Hamburg gemeldet wird, werden die Abgeurteilten aus dem Urbans-Prozeß, der die Oktoberunruhen von 192 3 zum Gegenstand hatte, unter die A m n e st i e fallen, die sich auch auf den kommunistischen Abgeordneten Thälmann auswirken wird, gegen den im Anschluß an den Urbans-Prozeß noch ein Strafverfahren anhängig ist. Den Hamburger Spreng st offattentätern, die zum Teil mit schweren Zuchthausstrafen belegt sind, wird die Amnestie ebenfalls zugute kommen. England subventioniert die Kohlenausfuhr. London. 20. Juli. (WTB.) Wie Reuter erfährt, hat die englische Regierung beschlossen, der Kohenindustrie sofortige Hilfe zu gewähren. Sie hat wegen der Zunahme der Arbeitslosen und der Schließung weiterer Bergwerke finanzielle Unterst ü tz u n g besonders für die KohlenauS- fuhr bewilligt. Die laut „Daily RewS and Westminster Gazette" geplante Aktion für eine Besserung der verzweifelten Lage der Kohlenindustrie nimmt jetzt unerwarteter Weise die Gestalt einer TlnterstützungSaktion des Schatzamtes für die Eisenbahnen an, damit diese in die Lage versetzt werden, die Kohlen- transportsätze zu ermäßigen. Die Höhe der Bewilligung ist noch nicht festgesetzt. Der Plan, den Churchill dem Kabinett unterbreitet hat, teiltet jedoch darauf hin, daß die Höhe des Betrages es den Eisenbahnen ermöglichen wird, ihre Frachtsätze durchschnittlich um 9 bi# 11 Pence pro Tonne herabzusehcn. 3n der Frage der Aufrechterhaltung der Auslandaufträge spielt diese Ermäßigung eine bedeutende Rolle. Mit dieser llntcrstützungsaktion ist ein Plan für eine jährliche Auswanderung von 20 000 Personen, insbesondere Bergarbeitern, nach entlegenen Teilen des britischen Reiches verbunden. Karlsbader Ministerkuren. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 21. 3uli. Die Reise des deutschen Reichsauhemninisters Dr. Stresemann nach Karlsbad, wo er sich nunmehr auch noch von seinem Dallenleiden erholen wlll, gibt natürlich wieder einmal Veranlassung zu allerhand Kombinationen, zumal die Karlsbader Kur des Reichsaußenmmisters sich doch über einige Wochen erstrecken wird, und somit ziemlich nahe an die Eröffnung der VöUerbundstagung heranreicht. Dazu kommt noch, daß sich zu gleicher Zeit Präsident M a s a r h k in Karlsbad aufhält, und sogar noch im Rachbarhotel des deutschen Reichsaußenministers wohnt. Die ersten Gerüchte, die in diesem Zusammenhänge auftauchen, besagen deshalb auch gleich, daß ein Besuch des tschechoslowakischen Außenministers Benesch zu erwarten sei. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt selbstverständlich bei den zuständigen deutschen Stellen nicht vor. Es kann trotzdem für durchaus möglich gehalten werden, d aß auch Benesch einmal für kurze Zeit nach Karlsbad kommen wird, wobei ohne Frage eine D e - s p r e ch u n g zwischen ihm und dem deutschen Reichsaußenminister zustande kommen dürste, die sich sicherlich auch mit den aktuellen politischen Fragen beschäftigen wird. Weiter wird berichtet, daß auch der rumänische Außenminister Titu- l e s c u nach Karlsbad kommen wolle, was ebenfalls wieder durchaus im Bereich Der Möglichkeit liegt, zumal man rumänischerseitS Karlsbad außerordentlich bevorzugt. Vielleicht hat Ti- tulescu die Absicht, dann von da aus direkt nach Dens weiterzureisen, und da die Berliner Finanzbesprechungen. wie wir bereits melden konnten, über kurz oder lang zu voraerufen hat. Truppen sind nach allen wich- kiaen Mitlelpunkten gesandt worden, um Die O?Sunfl ausrechtzuerhalten Eine V e r s a m m - niif Der der frühere Premierminister R a h a Pascha eine Ansprache halten^ sollte, ist h». *7teaieruna verboten worden. -»«’£■ b«icht-t au« Alexandrien. Die Auflösung Des Parlaments ist für Die Wald-Partei ein s ch we r e rS ch l a g. Trotz des von der Regierung erlassenen Verbots der Wafdversammlung in Tanta aibt die Partei bekannt, daß sie die V e r f a m m - Fung abzuhal ten gedenke. Die Polizei in Tanta wurde aus diesem Grunde verstärkt. Englische preffestimmen. London, 20. Juki. (DB.) Die Auslösung beider ägyptischer Kammern wird in der Presse vielfach beachtet. Mehrere Blätter, Darunter „Daily Telegraph", sprechen von einem Staats st reich der ägyp tischen Königs, „Dally Erpreß" von einer Diktaturherrschaft in Aegypten. „Daily Herold" ist überzeugt, daß der Staatsstreich des Kanias Fuad und seines neuen Premierministers Mohammed Mahmud Pascha mit der Zustimmung des britlschenOberkommissars Lord Lloyd ausgeführt worden fei. Die „Times" schreibt: Kurz gesagt, die p a r l a m e n t a r i s che Regierung verschwindet zugunsten des Königs und seiner Minister, wie sie in Spanien und anderen Mittelmeerländern verschwunden ist. Es ist eine Veränderung, die einer Revolution sehr ähnlich sieht. einem günstigen Abschluß geführt werden, wo- duych der Weg zur Aufnahme der deutsch- rumänischen Handelsvertragsverhandlungen frei würde, könnte es wohl mög- tzch ein, daß Titulescu Die Absicht hat, mit dem Deut chen Reichsaußenminister über diese Materie sprechen. Daß wahrscheinlich auch Der österreichische Gesandte in Prag, Marek, dem deutschen Reichsaußenminister während seines Karlsbader Aufenthalts einen Besuch abstatten wird, ist wohl anzunehmen. Gerüchte, die wissen wollen, daß auch der russische Außenkommissar, Tschitscherin die Absicht habe, nach Karlsbad zu kommen, können jedoch nicht bestätigt werden, zumal Tschitscherin ja auch bis jetzt noch keine Bewilligung für einen AuSlanduclaub erhalten hat. für die im Augenblick wichtigste Frage gehalten. Dieses Ziel wurde in den verschiedentllchen Er- Höningen der nationalistischen Regierung verkündet. Nachdem nunmehr die Einig ungChinas zur Tatsache geworden ist, ist es die Aufgabe der nationallstifchen Regierung, jede Anstrengung zu machen, um dieses Ziel zu erreichen. Während die nationalistische Regierung fortfahren wird, ihrem Recht gemäß das Leben und Eigentum der Aus» länder in China zu schützen, gibt sie folgende be- sondere Erklärung in bezug auf alle ungleichen Verträge ab: 1. Alle ungleichen Verträge zwischen China und den anderen Ländern, Die bereits abgelaufen sind, werden ipso facto an ul (tert Reue Verträge sollen an ihre Stelle treten. 2. Die nationalistische Regierung wird sogleich Schritte unternehmen, um auf geeignetem Wege diejenigen ungleichen Verträge, die noch nicht abgelaufen sind,zur Aufhebung zu bringen und durch neue zu ersetzen. 3. Für alte Verträge, die bereits abgelaufe», aber noch nicht durch neue ersetzt sind, wird die nationalistische Regierung geeignete Jnterimsoor- schriften verkünden, um den Erfordernissen der Lage nachzukommen. Japan und Frankreich machen Schwierigkeiten. Parts, 20.3uli. (WB.) HavaS meldet aus Schanghai: Die nationalistische Reg.erung hat Die japanischen Behö rden davon in Kenntnis gesetzt, daß sie den Vertrag von 1 896 als abaelaufen betrachtet und daß die kürzlich bekanntgegebene Verordnung über die Stellung der Ausläirder in China nunmehr auch auf die japanischen Staatsangehörigen Anwendung findet. Es wird angenommen, daß die japanische Regierung sich auf den Standpunkt stellen wird, daß, da innerhalb von sechs Monaten nach Dem 1. Oktober 1926 kein neuer Vertrag zustandegekvmmen ist. Der alte Vertrag für toei tere zehn Jahre in Kraft bleibt - S>ie nationalistische Regierung wendet Die neue Verordnung auch auf die italienischen StaatSangebörigen an. weil sie den chinesisch-ttalcenischen Vertrag gleichfalls als abgelaufen betrachtet. Rach einer im .Ternps" veröffentlichten Meldung aus Peking protestiert hie französische Antwort auf Die Mitteilung der Hansing» Regierung. Die die Ab'chaffung Der Drei Dlbkomrnen über Die indochinesischen Zollabgaben betrifft energisch gegen den Rechtsstanbpmckt EhmaS auf Kündigung dieser Verträge Die fron» <ö"*che Rote weist daraus hin. Dem Frank- 1 r c t . bann wird unserer bedrängten Lcmdw.rttchaft in vieler Hinsicht geholfen Mit Lern "Beginn der Srnte ist m den ersten ~ x. — Auch der Stand der Star* und der Hackfrüchte ist soweit sehr gut. Oberheffen. Landkreis Gictzcn. Z Collar 20.3uli. Aus der gestrigen öffentlichen Dcmeindera tSsitzung ist zu berieten: Der Ar bei ter - S a m a rit e r - Kolo n n e soll tm alten Schulhause nach den Angaben -der Baukommission ein KeQer als De- räteaufbewahr'.lngsraum bei Errichtung eines be- sonderen Ginsahrttores und zweckeirtibrechendem Innenausbau überlassen werden. - - Der Plah vor den Schulgebäuden ist bei Regen- toetlcr stark aufgeweicht. GS wird die Anlegung eines zwei Meter breiten Fußweges von der Post nach den beiden Debäudeeingängen mit Kleinpflaster beschlossen. Die Arbeiten und Lieferungen sollen getrennt öffentlich ausgeschrieben werden. — Dem Gemeinderat lag eine Zeichnung mit Kostenvvr anschlag zur Errichtung einer Rotwohnung im Rebengebäude der Bürgermeisterei vor. die zur etwaigen Ausnahme zwangsweise ausgesetzter Famlien zur Verfügung stehen soll. Wegen der Höhe des Vor- ansch.ages (2200 Mark- wird die Ang^l^enheit zurückgeftellt. — Der Abgabe ein e 8 6 r b- beg räbniSplatzes wird zugesttmmt. — ®me längere Aussprache eitzibt der ^untt betr dec Gebühren für Erbbegräbnis Plätze. Der Grmeinderat hat stn Iah« 1928 die Erhebung einer Gebühr von 400 Mark für lede Grabstätte etned Erbbegräbnisses bddfclollen. Das Äreidcmt Gtesten wie das Hessische Ministerium haben hierzu die Genehmigung mcht erteilt, ent- sprecheiü) geringere Beträge in Vorschlag gebracht bzw. eine eingehende Begründung für die ursprünglich beschlossenen Beträge gefordert. Die Begründung foll gegeben werde.u — Für das erschlossene Baugelände .Auf demktein" rtxrb ein Abgabepreis ron 220 Mark für den Qual r atmetet sestgeletzt, der in drei Jahresraten zu sohlen ist. wobei die zwei letzten Jahresraten mit 5 Prozent zu oenmfen lind. Der l. Oktober 1923 gilt als Termin für die Zahlung der ersten Jahresrate für alle bis dahin abzu- lchl'.eftcnden Kaufverträge. • Hattenrod, 20. Juli. Dieser Tage wurden im hiesigen Wald von einem Anwohner unseres Ortes die Reste einer Brieftaube aus gefunden, die offenbar einem Raubvogel zum Opfer gefallen war: be Fuhnnge trugen die Dummern HZ und 0181Z 26 337. • Le-.h gestern. 21.3uTl Polizeidiener iX Kafpar Väth feiert heute fein 25jähri geS Dienstjubiläum a l s Kirchendiener der evangelischen Kirche Leihgestern. Der 3ubi!ar. der in Metern Jahre feinen 90. Geburtstag feiern konnte und einer der wenigen in der Gemeinde noch lebenden Veteranen von 187071 ist, erfreut sich öligem einer Beliebtheit. # Hungen. 20.3U1L Wie letzthin an dieser stelle berichtet wurde, hat die hiesige Stabtoerroal- sorgung der Sanlange ft eilten. Der Be- amtenverjicherungsverein des Deutschen Bant- und Banfierfleroerbee hielt, wie uns miigeteilt wird, kürzlich seine diesjährigeHauptoersammlung in Berlin ab. Das Vermögen dieser Pensionskasie, die am 31. Dezember 1927 56 387 Mitglieder zahlte, ist Ende vorigen Jahres um über 14 Millionen Mark auf 66,25 Millionen Mark angewachsen und hat damit den Höchststand aus der Feit vor der In- flation zum erste Male erheblich überschritten. Die Generalversammlung beschloß u. a. die Erhöhung des Kinderzuschusses auf 200 Mark. Die leitenden Körperschaften der Pensionskasse wurden ersucht, in eine Prüfung darüber einzutreten, ob bei der guten Finanzlage der Kaste ohne Gefährdung der Sicherheitswirtschaft eine weitere Steigerung der Leistungen und eine Herabsetzung der Altersgrenze auf 60 3ahre möglich ist, ob im Falle des Todes von Versicherten ein nach Mitaliedsjahren gestaffeltes Steroegeld gezahlt und ob bei dem Tode lediger bei dem Tode lediger Versicherter eine' Rente an Hinterbliebenen, für die eine Unterhaltungspflicht bestand, gewährt wer- den kann. Auch die Ausgestaltung des Heilverfahrens wurde angeregt, obwohl auch in dieser Beziehung die Pensionskaste bereits Vorbildliches leistet. ing einen versuch zur Bekämpfung bet ungeheuren Btaubplogemit dem sog Adinaöl. einer Mischung von Teer und staubbindendem Del gemacht, der sich gut bewährt hat Nunmehr bat btr hiesig« Gerne.nkerat beschlossen, auch noch den übriacn Teil der Kaisnstraftc sowie die Siebener Strotze und die Vahnhosstraste mit einer solchen Schicht aber ziehen zu lasten. Tarnst die Neuherstel- lung längere Zeit wirksam bleibt, soll daraus gesehen werden, da st der zu beiden Setten der Fahrbahn sich ansetzende Schmutz von den Hausl'esitzern entfernt wird Die Prooinsialstratzenverwaltuna läßt in Äürje noch bte Ortsdurchfahrt von der Friedberger Strohe zur (Brünberger «strafte und durch „Sachsen- Haufen " bis zur Schotter Strafte teeren nach einem Verfahren, das sich schon seit säst Jahresfrist auf der Inhridrr Strafte glänzend bewährt Hot, sowohl in bejug auf die Haltbarkeit al» auch auf dae völlige Verschwinden de» Staube». Mrcie Friedberg. WSR. Friedberg. 20. 3ull In einer Bürgcrmeifterpcrfammlung für den Kreis Friedberg, dte unter dem Vorsitz von Kreisdirektor R e ch t h i e n hier statlfand. hielt nach VegrüfrungSworten der Vertreter der Landgemeinden und der Städte des Kreises an den Kreis- dircktor und nach Ausiüdrungen eines Vertreters der Hessen-Rassautschen Landesversiche- rungsanstalt Kreisfürforpearzt Dr Kirchner einen Vortrag über die Gesundheitsfürsorge und die teilweise schlechten Verhält- niss« in Schulen des Kreises. Rach der Aussprache versammelten sich die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Mittages en im Hotel Trapp. Ium Schluss fand eine Besichtigung des neuerbauten Wasserturmes in Friedberg statt. L Melbach 20. 3ult In der vergangenen Rächt wurde in überaus dreister Wrise ein Einbruch in das hiesige Bahnhofsgebäude verübt. Mittels Rachlchlüssels wurde die äußere Gingangstüre erschlossen. Das Schloft der Bureautüre wurde gleichfalls mit Flachschlüssel geöffnet und das darüber befindliche Sicherst tttsschlost wurde vollständig derauSge- bohrt und mitgenommen. Die erwartete Beute an Geld war nicht allzu reichlich bi sich in der StativnSkasse nur 18 Mark befanden, die allerdings bis auf den letzten Pfennig mitgenommen wurden. Alles andere im Bureau blieb unversehrt Rach Oeffnung des Güterschuppens, der an das Bureau anstösit wurden hier ein neues und ein als Gepäck hierhergesandteS Fahrrad entwendet. Bisher hat man noch keine sichere Spur gefunden. Die äußeren Merkmale lassen auf die gleichen Täter schlieften. die den Einbruch am Bahnhof Büdingen versucht hatten. Mrcio Büdingen. H Bad Salzhausen, 20. Juli. Der Bade- betrieb befindet sich in der Hochsa i s o n Samt- lichc Pensionen sind voll besetzt, so dasi einzelne Hur- Safte in Nidda Wohnung nehmen müssen. Neben den mellen üben die gepflegten Parkanlagen besondere Anziehungskraft auf die fremden Gäste au». # Geift-Nidda. 20. Juli. Die Bunde»- fahrt des Sängerbundes „M i 111 e r e • Niddatal" findet kommenden Sonntag statt und führt an den Rhein. Es beteiligen sich Daran 415 Personen einschl. der Musikkapelle des Gesangoer. eins Wallernbausen. Vorbereitung und Durchführung der Fahrt liegt in den Händen des Bundesvorsitzenden, Lehrer Lentz von hier. Die angestrebte Früheroerlegung des Sonderzuge», der 5JO Uhr in Nidda absährt, lieft sich wegen des starken Zugverkehrs zum Wiener Sängerfeft nicht erreichen. Trotzdem erfolgt die Ankunft schon um 8 Uhr In Mainz, von wo nach 12ftünbiger Dampferfahrt bis St. Goarshausen um 20 Uhr die Rückfahrt wieder mittelst Sonderzug angetreten wird. # Berstadt, 20. Juli. Eine günstige Entw.lk- lung zeigt die Geschäftsübersicht der hie- sigen Spar- und Leihkasse e. G m. b H. für das Jahr 1927. Die Iahresrechnung ergibt folgendes Bild: Die Aktiva beträgt 73 854,85 Mark, die Passiva 73 049,85 Mark, der Reingewinn von 805 Mark wurde dem Reservefonds bzw. der Betriebs- rütflage zugeschrieben, so da ft beide wieder die für einen dörflichen Äaffenbetrieb ansehnliche Hohe von rund 3000 Mark erreicht haben. Die Hohe der Sooreinlagen betrug 52 013,13 Mark. Der Gesamtkassenumsatz erreichte den Betrag von 358 724,50 Mark. Auf gleicher Höhe wie im Vorfahr bewegte sich die Zahl der Mitglieder mit 108, wonach eine Gesamt- Haftsumme von 108 000 Mark besteht. Arcis Schotten. Y Gedern, 20.Juli. Sin schwerer Unglück s f a 11 ereignete sich vorgestern abend hier. Die Witwe Sophie Weber, die damit beschäftigt war, neben der ossenstehenden Ä eiter tür Aartofhln zu schalen, stürzte plötzlich die Treppe hinunter und blieb unten besinnungslos liegen. Im Laufe der Nacht ist die bedauernswerte Frau ihren Bet-, letzungenerlegen. Eichelsdorf, 20 Juli. In den letzten vierzehn Tagen ist der Verkauf von neuem Heu äufterft lebhaft. Die Landwirte ftoften das über Eipel.bkdal' geerntete Heu ab, um Raum für (Betreibe und Grummet zu schäften. Für den Zentner werden 2,80 Mark bezahlt. Der Heumarkt erweist sich im Gegensatz zum Vorjahre als aufnahmefähig, was mit der durch die Trockenheit bedingten futter- knappheit dec Ebenen Zusammenhängen durfte. Für alte» Heu zahlt man 3,50 Mark. — Die zeitig gemähten Wiesen haben bereits einen dichten Grasteppich angesetzt Infolge der Trockenheit stockt aber das Wachstum. — Die f) i m b e e r c n sind zur Reife gelangt, die Früchte sind ober klein und unansehnlich, da die notige Feuchtigkeit fehlt. Die Ausbeute Ist infolgedessen zur Zeit gering. Nur vereinzelt trifft man Beerensucher JL OberlaiS. 21. Juli. Wie bereits Im vorigen Iahe. fo hat auch jetzt tut) nach den Heu- tericn der Kon firm andenunt erricht wieder leinc^ Anfang genommen. Sine stattliche Schar fcr.rö auch in bleiern Jahr in unterem Ätrd/fK-' konfirmiert. Aus OberlaiS kommen 17, aus Glashütten 11 Kinder zur Schulentlassung. _L AuS dem südli chen Vogelsberg, 21.3uIL Seit vielen Jahren hat unsere Gegend nicht annähernd ein fo präch tlges Aehren- s e l d gesehen we zur Zeit. Die Halme aller Früchte stechen wie ein zahlloses Heer dicht beieinander, rolle Aehven wiegen sich im Svmmer- wrnd. mannshoch steht vornehmlich bas Korn und der Weizen teibst grvfte Gestalten verschwinden voUständig in den Aehrenseldern. Quantität und Qualität der Früchte Iaffen in der Tat nichts den. Man tnuft allerdings die Frage aufwerfen, ob i e» von der Zirku»leitung richtig gehandelt war. gerade in der Zeil be» gröftten Menschenbetriebes die (Elefanten transportieren zu lassen, da doch immerhin u. U auch die Möglichkeit gegeben ist. baft eines dieser Tiere durch irgendeinen Umstand scheu aeworden wäre und dann ein Unglück mit unabsehbaren Folgen angerichtet hätte. ” Werbeabend l ü r den V H § Am Donnerstag sand im (Saf6 Astoria ein wo hl gelungen er Werbeabend für den Vogelsberger Höhenclub statt. Der freundlichen Ginladung des Heimatd.chtcrs Georg Heft von Leihgestern war eine stattliche Schar von überzeugten Heimat- freunden gefolgt. Aufter dem Veranstalter, Gg. Hetz, half die vorreilhatt bekannte Konzertsängerin Frl. Hofmann aus Frankfurt a. M. den guicn Srfolg des Abends sicherzustellen Der Dritte im Bunde. Konzertfänger Gurt Richter, muhte leider in letzter Stunde absagen. Von den Erschienenen hat es gewift niemand bereut, zu der schönen Veranstaltung gekommen tu fern. Der bunte Abend der unter dem Leitspruch: .Deutsches Lied und deutsches Wort ' stand, nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. Frl. Hofmann fang in der Hauptsache schlichte Volkslieder mit e nschmeichelnder Stimme und gutem Vortrag, die Hauskapelle spielte liebliche Weisen, und der Heimatdichter Georg Heft, dem der V. H. E. schon fo viel verdankt, spendete verschwenderisch aus dem reichen Schatz ferner Mundartdichtungen. Alles wurde nxt grobem Beifall auf genommen. Die Veranstaltung hat gehalten, was sie versprochen: sie hat dem Vogelsberger Höhenclub viele neue Mitglieder zugeiühn und svU zu gelegener Zett aüs htefleiHgen Wunsch wiederholt werden. •• Grvfte- Krebs st erben in der Lahn. Rach Berichten auS Rieder-Lahnstein findet man zur Zeit ständig an den Ufern aus- g wachten.' Krebfc tot d li g n. Teilw.i e schwammen auch die Kadaver her umgekommenen Krebse im Uferwasser. Ob es sich hierbei um eine seuchenarttae Krankheit handelt, oder ob die Tiere durch das rasch zurücktretende Wasser die Verbindung mit dem Flusse verloren haben, wird gegenwärtig geprüft. Die Sachverständigen rechnen jedoch mit der Tatsache, baft die Krebse den Tod durch schädltche Fabrikabwässer gefunden haben, deren Wirkung bekanntlich bei kleinem Wasser stärker ist, alS bei großem, wo die schädlichen Stosse sich leichter verteilen können. Auch in den Gebirgsbächen ist stellenweise in letzter Zeit ein größeres Krebssterben bemerkt worden. Der Landesfischmeister it von der Regierung beauftragt worden. iinc eingehende Untersuchung vorzunehmen. •* Weiterer Ausbau der Ältersver- - Scharf« Maßnahmen gegen bi« Anlagen- Frer ler. Ben der Vtodtverwal- tung wird uns geschrieben: Die in der letzten Zeit wiederholt rorgdonnnenen mutwilligen Beschädigungen der Blumenbeete usw. in den städti- schen Anlagen haben dazu geführt, baft für die Folge gegen etwaige Frevler mit den strengsten Strafen vvrgeaangen wird. Auch wird jeweils die Art der Bestrafung unter öffentlicher Namensnennung der Täter in den hiesigen Zrittnv- gen bekanntgegeben werden •• Degen das Beschmieren der Häuser werdet sich wieder einmal eine leider durchaus beqrünbete Beschwerde, die uns aus dem ßekrfrrie zugeht. Zumal bei den erfreu- licherweile zahlreickten neu instandgesetzten Däusern in unserer Stadt — im vorliegenden Falle handelt es sich um ein Anwe'en in der Bruch- strafte — muft man immer wieder die häftlichen Spuren der ebenso gedankenlosen wie unästhetischen lätiateit jagendlick-er und älterer Schmierfinken fest st eilen, die Hauswände und Ginfriedi- gungen, oft in der unappetillrchften Manier, bemalen. beschmutzen und zerkratzen. Werden die Betreffenten einmal zur Rede gestellt, kann man oft genug noch obendrein ungehörige Antworten au hören bekommen. Vielleicht tragen d.ete Zeilen dazu bei, dem Unwesen zu steuern. •• Straftenbahn und Zirkus Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, war in den letzten Tagen der Personenverkehr auf der Städtischen Straftenbahn infolge des Zirkus- gastspiels auf dem Trieb außerordentlich gesteigert: boe Bahn beförderte insgesamt am Mittwoch 8300, am Donnerstag 9812 und am gestrigen Freitag 8309 Personen. Di« durchschnittliche Tagesfrequenz betrug bisher bn Monat Juli 5300 Personen- es wurden also am Donnerstag rund 4500, am Mittwoch und Freitag etwa je 3000 Personen über bte durchschnittliche Tages- frequenz befördert. •• Rindermarkt in Gieft « n. Am nächsten Dienstag findet hier Rindoichmarkt (Nutzoichmarkt) statt. Die Austriebszcit ist auf 7 bis 9 Uhr festgesetzt. — Bon der Lahn. Heutige Wasserwärme der Lahn 22 Grad Celsius. ** Die Geschäftsräume der Vrovin- z 1 a k k a s s e sind in da» Haus Sübanlcme Nr. 5 — I. Rickcrsche Unioersitätsbuchhandlung, Ernst Legler — verlegt worden. " Die Museen sind am Sonntag von 11 bis 1 Uhr geöffnet. •• Gieftener Stadtihealer. Aus dem 6tabttbeateibureau wird uns geschrieben Die Ausführung des Lustspiels ..Die fünf Frankfurter" von Röftter, beginnt am Dienstag nicht wie gewöhnlich um 20 Uhr. sondern bereits um 19.45 Uhr. Gs sind beschäftigt: als Gast Frau Augu'te Prasch-Grevenberg. Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, sowie die Damen Heft, Jahn. Jüngling. Koch. Krahmer. Scherer, und die Herren Arzdorf. Baftt. de Eastro. Gareis. Gehre. Goll. Haeler. Linkmann. Ritter, Tannert. Tclelh, Bold, Wesener. Regie führt .Karl Bold. D:e Dekorationen sind entworfen und ausgeführt von Karl Löffler. Inspektion: Linkmann. -o- Die Lahnstassel zum Deutschen Turnfest in Köln wirb am morgigen Sonntag zwischen 1 und 2 Uhr von Marburg her die Lahn- brücke in Gieften kreuzen. Die Paddler-Gilde Gieften begleitet die Staffel. •• Tödlicher Ungluck »sall auf dem ©ieftener Güterbahn ho s. In der Nacht zu gestern gegen 12 Uhr verunglückte auf dem hiesigen Güterbahnhof der 53 Jahre alte Rangiermeister Äarl Steift aus Roth bei Nieder-Walgern dadurch, baft ihm beim Rangieren belbe Beine abgefahren mürben. Der bedauernswerte Mann wurde sofort nach der Ehirurgischen Klinik gebracht, wo eine Amputation oorgenommen werben muftte. Gestern vormittag gegen 9 Uhr ist der als aufterorbentlid) pflichttreu bekannte Beamte aber seinen schweren Verletzungen erlegen. Er hinterläftt vier Kinder, von denen zwei noch unversorgt sind. " Erspvrni»maftnahmen bei Schulau s s l ü g e n. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen macht daraus aufmerksam, baft im Schuljahr 1928/29 für Schulausflüge Tagegelber und Reisekosten im allgemeinen nicht gewahrt werben tonnen. Nur bei mehrtägigen Ausflügen, bie mit größeren Kosten verbunden sind, kann auf Antrag ein Zuschuft au» btr Staatskasse bewilligt werden. •• Beit- und Fahr-Wettbewerb in Londorf. Der Ländliche Bett» und Fahr- Verein Rabenau veranstaltet am morgegen Sonntagnachmittag in Londorf feinen 2. Reit- und Fahr-Wettbewerb Am Abend finbet die Preisverte..ung und ein Reiterobend in der Landwirts chafiiichen Halle am Bahnhof Londorf statt. Aufter dem Sonderzug (ab Londorf 23,34 llftr) besteht nachts noch eine Lastauwverbrn- düng nach Gieften. Man beachte die heutige Anzeige. •• Ein ernster Verkehrsunfall ereignete sich gestern abend gegen 7.45 Uhr in der Kaiserallee zwischen ber SBoIfftrafte unb ber Moltke- strafte. Dorr kamen Angestellte de» Zirkus Krone mit zwei graften Elefanten die Kaiserallee herunter, um bie gewaltigen Dickhäuter ,um vcrlaben an bie Bahn zu bringen. Zur gleichen Zeit kam eine mit zwei Pferden bespannte Bauernkutsche die Kaiserallee herauf, anscheinend in der Absicht, zu dem Zirkus zu gelangen. Als die beiden Pferde die riesigen Elefanten erblickten, wurden sie unruhig. Darauf sprangen zwei Männer von einem Gesahn ab und hielten bie Pferde an den Maul- zügeln fest. Trotzdem gingen die Tiere aber 'chcuend hoch, rissen dabei die Deichsel ab und waren nun weder von den beiden Männern, noch von dem Dagenlenker zu halten. Da» eine Pferd it.;rmte gegen einen Gartenzaun, wo e» rasch wieder ergriffen und festgchalten werden konnte. Das andere Tier aber rannte, die Wagendeichsel hinter sich ber- schienend, die Kaiserallec weiter hinauf, wobei em lunger Radfahrer, Schüler des hiesigen Gunina- iiums, der mit seinem Fahrrad in der Dichtung nach dem Trieb fuhr, in gröftte Gefahr geriet. Das Pferd raste hinter dem jungen Mann der, der sich lchliehsich so bedrängt sah, baft er fein Rad mit einem Sprunge verlieft, es von sich warf und hinter einem Baume auf dem Bürgersteig durch Unterbuden Deckung suchte. Im gleichen Augenblick sprang auch das rasende Pferd auf den Bürgersteig und setzte bart an dem jungen Mann vorbei Darüber. wobei der Schüler nur wie durch ein Wunder unverletzt daoonkam. Da das Pferd jetzt ebenfalls gegen einen Oartenyiun geriet unb infolge- besten momentan stutzte, konnte es von zwei beherzten Männern gefaftt unb festgehalten werden. Trog des starken Menschenverkehrs unb ber recht brenzlichen Situation, sind bei diesem Vorfall erfreulicherweise keine Menschen zu Schaden gekommen, auch Sachschaden ist abgesehen von dem beschädigten Bauern fuhrwerk — nicht weiter en ist an- Au» der provinzialhauptfiadf. Gieften, ben 21. Juli 1928. Hosea and Lilien Der Rose, dieser LieblingLblume aller gebildeten Völler ber Grd«, wie mcht minder auch der Lilie dem hrrrllchen Sinnbildc der reinen iln- izu.rk beiden ftet. sichen Zierpflanzen unkret Gärten hat der Mensch Hit den ältesten Zeiten seine unb Sorgfalt zugewandt. Jedenfalls ist Oerlttx. heute noch ein Blumenlanb ersten Ran- gC4 Borftetmai der Rose und der Lilie, »rLhfr. von da aus nach Babe Ion verpflanzt Durden und dort zu bvn Hau -1 HumenfdxlQen ber berühmten Gälten Babylons zählten. Auch in der Bibel werden bei öfteren adIw unb Lilien sinnbildlich erwähnt. In den ältesten gc- schichMchen Zeiten waren die Boten unb ßiU«t schon au den Griechen gekommen, anfangs wohl nur dem Rufe nach als etwas Unbe stimmt es, Herrsiches tk-r Blumentodt bann aber auch bie Pflanzen feibsi mit ihren Dlüten. gebraucht fle bilbltd) In ber Ilias unb Odyssee. >ald finden «ich Rosen unb Lilien unter dem Frlt- unb Blumenschmuck liebenden Volke der 0^'.chen eingebürgeit, überall ttecbriUtet unb m Leben unb Sitten verflochten. Bei (einer ^eu- ücbfelL bei keinem Opfer unb bei keinen religiösen Gebräuchen duisten Aosen unb Litten fehlen. 3ünanny unb Iusafrauen schmückten und befransten sich damit. Die Aos.- war der Aphrodite als Sinnbild ber Schönheit, ber Aurora als Lcnnbllb ber lsirgenb geweiht: Ire war auch bi« Blume des Dconvlos. bas Symbol der Siebe und des Todes, auch ein Zeichen der Verschwiegenheit. Durch die griechischen Kolonien kam bie orientalische Vartenrofe gleichzeitig mit ber Lilie noch Italien, unb von da gingen beide in alle Welt hinaus, doch je weiter nach Rorden. desto mebr von ber Kraft unb Süßigkeit des Duftes einbüftend. der sie in ihrer ursprünglichen Hrimat umweht. Wie bei den Griechen, so sanden sie auch bei den Römern dieselbe tierebrung und die Lobpreisung ber Dichter in Wort und Lieb Bei ollen ossentttchen Belustigungen mürben bie Straften mit Rosen. Lilien unb Blumenblättern bestreut unb bie Bilbnisse ber Götter mit Kränzen und Girlanden geziert. Daft bie Rose auch tine Blume ber Gräber war, baft man den loten Aase» mit Tränen spendete, war auch bei den alten Romern eine durch zahlreiche Grabinschriften bestätigte Sitte. Die nach ber römischen Sage aus dem Blute des fterbenben Naturgottes entstandene Rose — ebenso schon al» flüchtig — zeigt neben der höchsten Lebensblüte bas Dilb ber raschen Vergänglichkeit. Ms nach dem Verfalle des Römischen Reiches bie Wett in einen Zustand der Barbarei versank unb auch der Gartenbau unb die Blumenzucht vernachiüsilgt wurden, blieten doch bie Rosen unb Lstien. dem rohen Menschen imponierenb. in den Gärten gebräuchlich und tauben bald Dieder eine sorgsame Pftege. 3m Christentum dienten Rosen unb Lilten zu beliebten Symbolen. Die heilige Iunasrau in ihrer 2Inmut unb Milde erschien al» Rose, die himmlische Reinbeit wurde in der Lilie cmgcschausi äolische Kirchen schmückten sich mit steinernen Rosen, auf Bildern der Verkündigung trug der tzngel den Lillensiengel. und einige Jahrhunderte Ianq war te in der katholischen Kirch« Gebrauch, baft bet Papst am Sonntag ßätate eine golbnc Rose weihte unb sie dem Monarchen eineS Staa- als ein Zeichen feiner besonderen Dunst unb Hochachtung zusandte. Auch in die Wappen- fptache jener Hlb ii) denlenden Zeit gingen beide Blumen über. Bekannt sind die bret Lilien im königlichen Wappen von Frankreich, fowie die feindlichen Zeichen der tot'n unb weiften Rose in den Kämpfen der Königsgeschlechter von England. Auch in Ungarn und in Holland standen Rose und Lilie in dodem Ansehen, unb von Holland aus ist die lieblich« Moosrose nach England gebracht worden, wo sie die sorgsamste Pflege sand. Von Frankreich, wo Diele Rolenarten wild vach'en, wurden bann un'ere Gärten mit bewundernswerten Varietäten der Hl-bri^en und Moos- rosen bereichert So sindrt man denn jetzt in jedem Garten, auch im kleinsten HauSgärtchen. Rosen und Litten als eine wahre Zierde. alS einen herrlichen Schmuck unb die Zahl brr Rosentteb- baber. dir zum Teil ausgedehi:te Sammlungen besitzen. ist ausiervrde-.itlich grost. Die groben Gartenanlagen. die vorzugewec'e der Ro'enkultur unb der Blumenzucht gewid. et sind, bringen alljährlich neue Arten und Varietäten in den Handel. Rosen unb Litten sinb seit den ältesten Zeiten anerkannte und devvriugte Lieblinge deo sinnigen, gemütreichen, mit Schönh itssinn begabten Menschen Belm frohen Fest schmücken sich in der Rofenzcit die Me-. chen mit Rosen die Tafel ist mit Rosen und Litten friert, die Gartenanlagen erfreuen das Augr an bieten derr'.ichen Blumen, unb auf den Gräbern blühen sie als ein Symbol ber Pietät, der Treue unb ber Liebe über den Tod hinaus. Gr. (• fetter Wochenmarktprcise. Gs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 190. Matte 30 bis 35. Wirsing 15 bis 27. Weiftkraut 15 bis 20. Rotkraut 30 bis 35, gelbe Buben 25 bis 30. rote Rüben 15 bis 40, etünat 25. Römischkodl 15 bis 20, grüne Bohnen 53, gelbe Bohnen 55 biS 70. Erbsen 25. Mischgemüse 20, Tomaten 20 bis 100, Zwirbeln 17 bl) 20, Rhabarber 15 biS 20. alte Kartoffeln 6 bis 6.5. neue Kartoffeln 8. Birnen 40. Kirschen 30 bis - 5. Heidelbeeren 50 bis 60. Stachelbeeren 25 3vdanni-beeren 25. Srbbeeren 70 bis 80, Walderdbeeren 100, Honig 45. junge Hähne 00 bi- 120. Euppenhahner 100 bis 120 Pf das C a.ib. Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf. Gier 13 bcS 14. Blumenkohl 20 bis 80. Salat 5 bis 10, cafatiurfen 20 bis 50. Sinmachgurken 8 bis 10, '^ber-Äoftltabi 5 bis 15. Rettich 10 bis 20 Pf. as 6tüd; Radieschen 10 bis 15 Pf. daS Bund. Bornottzcn. ~ Tageskalender für Samstag. Griangverein Heiterkeit: Generalversammlung. 3 ^Ihc. Restaurant Hindenburg. — Kurzschritt- verem ^Gabe'.sberger-: Vereinsabend, 6.30 Hbr. Hardk-Terrafte. — B.f.B.: Auftcrordentliche ve rianunlung im Vereinsheun, 9 Alftr. — Lichttplelhaus Bcbirbofftraftc: ..Frauenarzt Dr. ©Jötet - — Astoria-Lichttpiele. Seltersweg: »Büchte unb Lasso". __T ® S eska lender für Sonntag. Warmer-Badeverein 183k e.B.: Strandfest. - Lichtspielhäuser wie Samstag. gesucht <7®D abberufen, Heimat (In den Eichgärten 23), 21. Juli 1928 Gießen Beerdigung findet Dienstag, 24. Juli, nachmittags Die 21/, Uhr, auf dem Alten Friedhof statt 6793D U745A Verkäufe 67921 67890 Laden 6771A Herr Heinrich Bätz Gesucht au möglichst baldigem tfmtrui ordentliches •5743D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Hans Ries und Frau Lina geb. Bätz Gießen (Hammstraße 13), den 21. Juli 1928. [6744A hof statt 05363 Nötig. 6764D Stellenangebote 6752A bleiet Leuten. Vtuorechtiir.lL Artikel gesucht. Familie Familie Familie Familie Familie Familie mieten iriftllcbe Gießen (Llebigstraße 87), den 21. Juli 1928 Die Beerdigung findet Montag, den 23. Juli, nachmittags '/,3 Uhr, auf dem Neuen Fried- Georg Seipp, Förster Heinrich Schmidt Georg: Lanx Wwe. Karl Seipp Heinrich Seipp Olto Seipp Heute früh entschlief nach längerem Leiden plötzlich u. unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Allen Verwandten und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß mein unvergeßlicher Mann, unser lieber Vater, Sohn, Bruder, Schwager. Onkel und Pate Steinberg. Grüningen, Holzheim, Gambach, Frankfurt a. M. den 20. Juli 1928. Im Namen der Verwandten Familie Hirdes Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. Juli, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Gartenstraße 3 aus statt. MlomWen 17 bis 20 Jahre, in kinderlosenHauSbalt (2Personen« f. fo'ort gesucht. Zuschriften nn P. «öonuifinu. 2 Erlmheiben fast non. 1.53x2.70, für die HAIftc z. v. •■*D Carl Sehaaek. 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Jeder kann c» sich an den fünf Fingern abzahlen. dah wir untergeben muffen, wenn wtr un» nicht genügend foNpflanzen. Da» Problem .Geburt en rückgang" rst em reich» lich theoretische» Gebäude mit mangelhaften praktischen Vorschlägen für seine Abhilfe, und doch last» es 'ich in der emen ober anderen Dichtung nützlich beleuchten. Ich will hier nur ein paar Fragen herausgreisen: Bei dem Thema vom Geburtenrückgang rnter- essiert un<> zunächst einmal al» lehr wichtiger Ausgangspunkt. der aber so gut wie niemals berücksichtigt wird, die Frage, wieviel Kinder einer Frau eigentlich von Natur aus zuftehen. ■Hon sachverständiger Seite werden um unseren Vollsbestard gerade noch zu gewährlelsten. drei bi» vier Nachkommen für notwendig erachtet. Das ist aber nur das Minimum, auf das uns die wirtschaftliche Lage »urückgedrängt Hal. Schon die Erscheinung, dah bedeutende Manner sehr oft Spätlinge in der Familie waren, und wir heutzutage so wenig berühmte Männer haben, heule au| eine willkürliche Verkürzung der Kinderzahl hin Dir hoben aber auch einen lückenlosen Maststab, an dem wir die von der Natur gewünschte Kind-rzahl pro Frau in brauchbarer Weise angedcutel haben. TBtr müssen dazu einen Heinen Umweg machen. Ulan lut immer gut. wenn man in den komplizierten Menschenverhältnissen nicht Har sieht, sich zur Aufhellung an die einfacheren Beispiele in der Tierwelt zu wenden Dir kennen Tierarten, bei welchen wir alle ■Fahre sich wiederholende Arbeiten im @e- schlechtsdienfte sowohl beim weiblichen toie beim männlichen Geschlechte erkennen, die einen Vergleich zwischen männlicher und weiblicher Leistung zulassen. Die Geweihträger, Hirsche und Rehe. vollbringen die dem Seyen von Jungen | de» Muttertieres vergleichbare alljährliche Leistung der Geweihprvduktion. Der Hirsch .seht" zum Beispiel, wie man sagt. .vor", bi» zum 15. Jahre, der Rehbock etwa biS zum 7. oder 8 Jahre, d h er baut ,edes Jahr ein immer bessere-» Geweih auf bis zum Höhepunkt Dann .seht" er zurück, d. h. die Geweihe werden wieder schlechter. 5* gibt also einen Kulminationspunkt der organischen Leistungen, auf dem sich da» Produkt einigermasten und eine Zeitlang auf der Höhe erhält, dann aber nicht mehr besser wird. Wir müssen bei der weiblichen Parallelleistung. da wir ja bei der Geburt die Ouali- tätSentwicklung de» Menschen noch nicht voraus- sehen können, die Quantität statt der Qualität sehen. Und da zeigt die Statistik beim Menschen, dast im allgemeinen die Kinder immer größer werden, vom ersten bi» etwa zum neunten und von da an. in dieser Leistung auch, „gurüd- gesetzt wird. Wir dürfen annehmen, dast es in der Absicht der Natur liegt, bei diesem Sich- einspielen der Funktion, wie bei jeder anderen auch, zum mindesten e i n m a l die Höchstleistung zu vollbringen. Damit hätten wir wenigstens einen nngesähren Maßstab, was die Natur selbst zum Fortpflanzungsproblem meint. Sin Blick in die Natur zeigt toeiter ein sehr wichtiges Gesetz. Die Produktion der Nach- kiornmenichast findet ihre Grenze da. wo sie mit der Selbsterhaltung oder der Mühe für die Selbsterhaltung in Konkurrenz tritt. Wachstum und Destanderbaltung des Organismus geraten in einen Wettbewerb zu dem Fortpflanzungswachstum, genannt auch Wachstum über die Grenzen deS Organismus hinatls um die gleiche gemeinsame Kraftquelle, die von der Nahrungsaufnahme gespeist wird. Die Negulation verläuft in der ungebundenen Natur automatisch. Der Mensch macht insofern eine Ausnahme, als für die "Regulierung bei ihm die ileber- iegung, die Reflexion und die bewußte Kräfteverteilung. die Rationierung, dazutritt. Der denkende Kulturmensch läßt es gar nicht erst zu einer merkbaren Konkurrenz kommen, sondern stoppt mit der Fortpflanzung schon vorher ab. Darin lie'gt die Gefahr der ilebertreibung im Sinne der oft überspannten Sorge, man könne Direktor der UniversitätS'Frauenklinik, Leipzig, sich keine Nachkommenschaft mehr leisten, wenn das viclicichi bei gutem Willen und etwas näherem Zusammenrüden noch ganz gut möglich wäre. Solche, die der praktischen Seite des Problems ferner stehen, haben auch geglaubt, die Zeugungsfähigkeit des Volkes selbst habe abgenom- men. Davon ist gar keine Rede. Richtig ist, daß die Einschränkung der Fortpflanzung eine getool 1 te ist. d h der Mensch von heute greift willkürlich störend in den FortpslanzungS- prozch ein. Für den Menschen gibt es noch einen besonderen Beweggrund, sich fortzupflanzen, eine Fvrtpflan-ungsiust. Sie entstammt auch wieder einem Stück Ueberlegung. der Reflexion, deren der Mensch allein fähig ist. Jeder Mcn’ch bat zum mindesten ein dumpfes Gefühl dafür Manche haben aber auch sich zu einer ganz klaren Gewißheit durchgerungen, daß es außer der Fortpflanzung einen anderen greifbaren Weg. sich zu verewigen, ein Stückchen von sich übrig zu lassen, das im Kampfe ums Dasein weiter wächst, nicht gibt. Und das Sichverewigen ist doch das Allerhöchste Streben. Jede Religion. jede Kulturstufe und jedes Zeitalter ver- ixri&t es in allen möglichen Formen. Die Natur ist in diesem Sinne auch eine Rellgion. die uns die Verewigung nicht nur verheißt, sondern unter allen Umständen realisiert. Gs gibt also in dieser Richtung ein natürliches und gesundes Gefühl, einen FortpslanzungStounsch. einen Fortpslanzungsdrang beim Menschen. Dieser allein würde genügen, die notwendige reichliche Fortpflanzung automatisch zu unterhalten, tix-nn gegen ihn nicht Hemmungen auf gefahren würden. Wenn wir den wahren und letzten Ursachen des Geburtenrückganges nachgehen, so kommen wir auf widrige Wirts chas t liche Verhältnisse. Wie ia der Tierwelt ein üppiges Aesungsjahr eine reichliche und kräftige Nachkommenschaft in Erscheinung treten läßt, und ein kümmerliches Aesungsjahr in einer weniger zahlreichen und schwächlichen Nachkommenschast feinen unmittelbaren Ausdruck findet, so spielt beim Menschen das. was hinter seinem Lebensunterhalt steht, mittelbar eine entscheidende Rolle. Eine glänzende Wirtschaft ist der Fortpflanzung im allgemeinen günstig, eine miserable im allgemeinen ungünstig 3d) muß sagen .im allgemeinen". denn das gilt nur im großen und ganzen. Das beweist ein Blid ins Leben. 3m einzelnen sind es ja nicht immer die wirtschaftlich am besten gestellten Stände, welche die meisten Kinder hoben. Eher ist es umgekehrt. Trotzdem ist die Wirtschaflliche Sicherung die Grundbedingung. Sie ist aber je nach ihrer Ausgiebigkeit entweder ein begünstigendes oder hemmendes Moment. Hauptsache ist und bleibt die Fortpflanzungslust. Sie toirh sich trotz aller Hemmungen weiter aus. Fortpflanzungs- lutt kann natürlich auch in Fvrtpflanzungsun- lust umschlagen. Dann ftedt aber meistens das wirtschaftlich hemmende Motiv dahinter. Wenn wir nun fragen, wie man der sinkenden Geburtenzahl Einhalt tun und die Fvrt- pslanzungslust wieder neu beleben könnte, lo stehen uns Hilfsmittel zu Gebote. Man muß die wirtschafllichen Nöte und damit die Hemmungen herabsetzen, gar ganz beseitigen, und damit die Fortpflanzungslust steigern. Ob man die Menschen dazu bringen könnte, sich in höherem Grade fortzupflanzen, wenn man sie nur wirtschaftlich leichter stellen würde, ist zweifelhaft, weil ja mit der wirtschaftlichen Besserstellung der Gedanke Platz greifen könnte, in her Konkurrenz zwischen Selbsterhaltung und Fortpflanzung doch mehr Gefallen an der Verwendung des Löwenanteils auf die Selbsterhaltung zu sinden. wie das ja Allerweltsmvral immer schon gewesen ist. Man muß m. E. noch ein Stück weitergehen, und nicht nur die Fortpflanzung wirtschaftlich erleichtern, sondern auch diejenigen, die sich nicht fortpflanzen. wirtschaftlich ausdrüdlich schlechter stellen alS diejenigen, die sich fortpslanzen. Da« ist zweifellos eine sehr zu beherzigende Sicherung gegenüber menschlichm Schwächen. 3a das Staatswesen hätte es in der Hand, mit dem ihm zu Gebote stehenden Mittti der Besserstellung und Schlechterstellung eine Aus - Wahl deS optimalen in der Fortpflanzung zu treffen. Sogar wenn sehr spar' am und rationell vorgegangen werden müßte, fo könnte in der Tat lediglich durch eine Von einer Rassen Hochzucht geleiteten Wirtschaft die größtmögliche Zahl der besten, oder, wie man auch sagen iann. die 8inld>tänlung der Quantität unter Förderung der Qualität, also der höchste Grad der Mentchenökvnomie erreicht werden. Auch in der Ehe. der Krönung aller Mann-. Stau- und Kindererziehung hat die neue Zeit nicht nur zu revolutionieren und zu reformieren angefangen. Rußland hat sogar das ganze bisherige Liebesleben zu zerschlagen gesucht. Da» große Experiment Rußlands ist nicht gelungen. Die Ehe :ft neben der vielen Unordnung. die angerichtet wurde, in wertem Umfange bestehen geblieben. Der Befreiungsversuch aller Dexualbeziehung aus ihren notwendigen Konsequenzen bekommt sehr schlecht, vor allem der Frau. ES gilt so viel Schaden zu reparieren, daß man gut täte, auf sexuellem Gebiete die Züge! wieder in die Hand zu bekommen. Wir brauchen keine modernen Begriffe wie .neue" — au’ dem Boden der Liebesbeziehungen verantwortungslose .Kameradschaft' . weil wir von altersher schon willen, daß sie unerwünschtc Folgen haben Wir benötigen nach wie vor eine Ordnung des gesamten Liebe»- und FortpslanzungSlebens und 'einer Beziehung zur Wirtschaft. ES ist nicht leicht, in den verdrehten Köpfen, besondere, wenn sie von Liebe erhitzt sind, und man sie gar glauben gemacht hat. man lönnc bequem und verantwortungslos zur Regulierung feiner menschlichen Neigung und Leidenschaften kommen, wieder Ordnung schaffen Darum IvXirf unter Volk und seine Leitung eine Eheberatung in» Sinne einer Fortpflanzun^Sberatung und Beratung überhaupt, statt mit blutigem 'Dilettantismus au’ einem so diffizilen aber lebenswichtigen Gebiete her menschlichsten Siebungen immer weiter zu wursteln. Die für Meinungen. Heichsverdingungsordnung. Die von dem Rcichs-Berdingungs-Ausschuh auf- gestellte Verdingungsordnung für Bauleistungen, im gewöhnlichen Sprachgebrauch als Reichsver- dingungsordnuna bezeichnet, regelt ein Gebiet, dos volkswirtschaftlich von größtem Interesse ist. Das stimmt sind und mit einer Aendcrung bei der tiue- tührung nicht zu rechnen ist. Bel öfftntltchei schreidung sollen die Unterlagen an alle inländischen Bewerber abgegeben werden, die sich gewerbsmäßig mit dec Ausführung von Leistungen der ausgeschriebenen An beschäftigen. Bei beschränkter Ausschreibung sollen im allgemeinen drei dis sechs Unternehmer zur Angebots- abgabe aufgeforbert werden. B e i freihändiger Vergebung und beschränktem Wettbewerb soll unter den selbstän- Derdingungswesen gehört zu den umstrittensten Gebieten der Staats- und Gemeindeverwaltung. Die Gefahren und die Auswüchse des Berdingunos- wesens einerseits und das Bestreben anderseits, für die Vergebung von Lieferungen und Leistungen einheitliche Grundsätze im ganzen Reiche zu schaffen, sind die Ausgangspunkte gewesen für das Zustandekommen der Neichsverdingiingsordnung, kurz R.B.D.O. in dieser Abhandlung genannt. Der unter der geschäftsführenden Leitung des Reichsfinanzministeriums eingesetzte Reichsoer- dingungsousschuß Hot nach Ucberroinbung vieler Schwierigkeiten, die sich naturgemäß aus den Interessengegensätzen zwischen den Auftraggebern und den Auftragnehmern ergeben, die R. B. D. O. im Mai 1926 sertiggestellt. Für die weitere Behandlung ist der Reichsbauverwaltung ein kleiner Ausschuß zur Seite gestellt worden, der, wenn grundlegende Aenderungen notwendig werden sollten, den Arbeitsausschuß einberust. Die R. B. D. D. zerfällt in drei Hauptteile. Allgemeine B e st i m m u n g e n für die Berge- düng von Dauleistungen, allgemeine Vertrags - bebingungen für bie Ausführung von Bauleistungen, technische Vorschriften für Bauleistungen. Die allgemeinen Bestimmungen für bie Vergebung von Bauleistungen stellen als Leitsatz auf, daß Bauleistungen nur an fadtfunbige und leistungsfähige Bewerber zu angemessenen Preisen oergeben werden sollen, ungesunde Begleiterscheinungen sind zu bekämpsen, 2). Als Bauleistungen sind Bauarbeiten ober Lieferungen von Baustossen ober Bauteilen anzusehen, bie zur Herstel- hing ober Instandhaltung eines Bauwerkes bienen. Bezüglich der Art der Vergebung wird die offent- lidje Ausfchreibung als der Regelfall bezeichnet, daneben Die beschränkte Ausschreibung, die sogen, engere Submission, ferner freihändige Vergebung und zwar bann, wenn bie Arbeit vorher nicht genau unb einbeutig festgelegt werden kann, oder wenn verhältnismäßig kleinere Leistungen sich von einer vergebenen größeren Arbeit nicht ohne Nachteil trennen lassen, oder wenn ein günstigeres Angebot nicht zu erwarten ist: ferner soll bann freihändige Vergebung erfolgen, wenn für die Arbeit die künstlerische oder technische wissenschaftliche Leistung, besonders die Kunstfertigkeit ober (Erfahrung bcs Auftragnehmers, maßgebenb ist Bauleistungen sollen grunbsätzlich mit den zur Leistung gehörenden Lieferungen vergeben werden, wenn nicht die Derkehrssitte dem entgegen steht. Beson- ders umfangreiche Leistungen sind möglichst in Lose zu teilen (leiUofe). Leistungen verschiedener Handwerks- oder Gewerbezweige sind nach diesen getrennt zu vergeben (Fachlose). An einen General- unternehmer sollen die sämtlichen zu einem Bau gehörigen Leistungen nur vergeben werden, wenn örtliche Verhältnisse ober nnberc wichtige Gründe die Vergebung nach Fachlosen untunlich erscheinen lassen. Die Vergebung soll in der Regel zu (Ein- I heitspreisen erfolgen, zu einer Pauschalsumme nur I bann, wenn Art und Umfang vorher genau bebigen, zuverlässigen unb leistungsfähigen Gewerbetreibenden möglichst abgewechselt werden. Strafanstalten, Fürsorgehäuser unb ähnliche Anstalten sollen im Wettbewerb mit gewerblichen Auftragnehmern nicht z u g e 1 a s s e n werden. Wenn von dem Unternehmer besondere Stiftungen verlangt werden, bie nicht unmittelbar zur Leistung gehören, Io sind auch hierfür besondere Ansätze vorzusehen. In den Ausschreibungsunterlagen lall vorgeschrieben werden, daß die allgemeinen Vertragsbedingungen für bie Ausführung von Bauleistungen unb bie technischen Vorschriften für Bauleistungen ber R. V. D. O. Bestandteil des Vertrags werden. Vertragsstrafen ioUen nur ausbedungen werden, wenn die lieber- schreitung ber Ausfühningssrisi erheblichen Nachteil verursachen würbe. Die Strafe ist in angemessenen Grenzen zu halten. Auf Sicherheits- leiftung soll verzichtet werden, wenn Maimcl ber Arbeil voraussichtlich nicht zu erwarten sind, ober wenn ber Unternehmer genügenb bekannt ist und fenügenbe Gewähr bietet. D i e Sicherheit oll 5 o. S). ber Auftragssumme nicht überschreiten. Sinb bei Ausführungen von längerer Dauer wesentliche Preisänberungen zu erwarten, deren Ausmaß ungewiß ist, so kann eine angemessene Aenderung der Vertragspreise in der Ausschreibung vorgesehen werden. Zuzulassen sind nur solche Angebote, die rechtzeiztia bis zur Deff- nung des ersten Angebots eintreffen. Ausnahmsweise können auch verspätete Angebote zugelassen werden, bie nachweislich io frühzeitig gegeben waren, daß mit ihrem rechtzeitigen (Eingang gerechnet werden durfte, und die trotzdem aus einem vom Bieter nicht zu vertretenden Grunde erst nach (Eröffnung des ersten Angebots, jedoch noch am (Eröffnungstage, eingehen. Für den zu erteilenden Zuschlag sind nur solche Bieter zu berücksichtigen, die für bie (Erfüllung ber vertraglichen Verpflichtungen bie notroenbige Sicherheit bieten, insbefonbere bie, welche für eine sachgemäße unb rechtzeitige Ausführung bie erforber- liche (Erfahrung, Sachkenntnis unb Leistungsfähig reit besitzen, die Leistung im eigenen Betrieb aus- führen können unb über die notwendigen Mittel verfügen. Ausgeschlossen sind Auftragnehmer, die ich Der gesetzlichen Verpflichtung, einer Berufs- lenossenschast anzugehören, entziehen. Der Zu- chlag ist nicht an die niedrigste Geldsorderung gebunden. Angebote, deren Preis in offenbarem Mißverhältnis zur Leistung stehen, sollen ausgeschlossen und nur solche Angebote berücksichtigt werden, deren Preise bei cinmanbfreier Ausführung für den Bieter auskömmlich erscheinen. Unter den hiernach verbleibenden Angeboten soll ber Zuschlag auf bas Angebot erteilt werden, das unter Berücksichtigung aller wirtschaftlichen und technischen GesichtsFlug in die Ferien. Von (Sofie von llhde. Wenn niemand einem Ferien gibt, h> muß man sie sich selbst erteilen, sonst kommt man ia zu nichts. 3d) muß gestehen, ich habe das ntermcnhc Bedürfnis, ein wenig Distanz zu meinem Schreibtisch zu gewinnen. eS geht mir genau wie dem, meiner Ansicht nach etwas zweifelhaften, Liebhaber aus dem alten Soldatenlied. .3d) liebe Dir Liselotte, aber mehr noch au» der Fern' Dagegen hilft gar nichts, also auf und davon! Ich habe mir einen stillen Winkel ausgesucht: Osnabrück, die wunderschöne, grüne, wallum- zogene Stadt. Der Kontrast zwi’dxm dem grandiosen Berlin mit der Magie seines ^empo» und diesen mittelalterlichen Gassen und Toren, dielen Hügeln und dunkel aufgebauten Wäldern ist bezaubernd Aber unsere Passionen folgen uns ja leider überall hin, unb so stürze ich beim geradewegs zum Flußplatz hinaus, um schnell ein wenig den faszinierenden Gesang angetoorfener Propeller zu hören. Natürlich ist es sofort um wich geschehen: wie — eine direkte Maschine nach Borkum? Aus Glanz und Weite der Himmel in ®lam und Weite der See? Oh Gott, ich muh hin! Nächsten Tag um 3 soll die Iunkersmaschine Harten. Aber schon am Vormittag treibe ich jnid) draußen herum, schau mir den Start nach an _ und nütze die hier wie auf allen Luftbahnhöfen herrschende Zuvorkommenheit aus, wn meine Äenntnifie im Flugwesen zu erweitern. fcen bügeln ringsherum locken ernst und Mll die Wälder, und ich bin ein wenig beschämt ob meiner Untreue. Aber ich Iann mich von der seltsam betörenden Lust, die über den Flughäfen liegt, nicht losreihen, von diesem zauberhaften Lied vom Rausch der Schrulligkeit und der Vorführung der Ferne, von diesen ernsten brausenden Atrorden einer unerhörten Zukunstsmusik! Sie ist dennoch und trotz allem köstlich, unsere Zeit! LvS zuckt Start! Der liebenswürdige Pilot, der sich über meine Passion freut lädt mich ein, statt in der wohlverwahrten Kabine vorne neben dem cteuer zu sitzen, in Wind und Wollenslug, und ich stimme natürlich mit Begeisterung zu. Schon werde ich in eine mit Oel und Spuren der Arbeit achtbcn verzierte Fliegerkombination gesteckt. in die ich gut und gerne dreimal hinetn- gche. schon voltigiere ich mit mehr Entschlossenheit als Geschick auf den mir noch nicht recht geläufigen Führersitz, unb ber Propeller wird an- geworfen. — Jeder Flug ist für mich auf» neue eine Fahrt ins Glück. Ich fliege nun zum fünfzehnten Wale, aber immer wieder überwältigt mich der Zauber des Geschehens. Es ist ja doch nicht nur. daß man auf außergewöhnlich bequeme, sichere unb schnelle Art an sein Ziel gelangt und in ber Haft unterer Tage wichtige Stunden des Vorsprungs gewinnt — es ist der alte, endlich erfüllte Traum des 3karus, Sehnsucht und Ziel von Jahrtausenden! Wie sie das Gesicht der Erde und der Menschheit wandeln, diese silbernen Vögel! Grenzen fallen. Weite verschmilzt hin, er wird immer kleiner, unser alter Planti. Ach, und wie schön ist dieses schwebende V orwärts stürm en! Wir haben .bockigen" Wind, und her Pilot, höchste Konzentration und prachtvoll eingeschmiedet in das ftäf>kmc Ganze, muh durch unablässiges Ziehen und Drücken der Maschine die Böen parieren. Wundervoll, wie hier vorne, im dröhnenden Arbeiten des Motors, im präzisen Ablauf der 3nftrumente, beim An- schauen der ruhigen Handgriffe an willigen Hebeln, bie Maschine zu einer organischen Einheit sich verbinbet mit Wanderschaft der Wollen und Flug der Winde! Mögen sie da hinten in der Geborgenheit der Kabine immerzu behaglich elfen unb lesen, schlummern und ihre Geschäfte überdenken — sie ahnen ja nichts von dem Taumel von Weite, L'u’t und Kraft, der einem hier vorne daS Herz mit Blut und Leben füllt. Wirklich, da» Dasein kann zuweilen ganz verdammt schön fein. Dir haben die großen Moorstrecken von Ostfriesland überflogen, die EmS. sehnsuchtsvoll sich weitend, eilt der See entgegen, schon verspüre ich auf den Lippen das Salz des Meerwinde». Wir fliegen Emden an. das mit Kranen, Schiffen und Werft ersten Hauch von Ueberfec übermittelt Auf dem Flugplatz weht das harte Dünengras. Wir bekommen untere Schwimmwesten umgeschnallt eine Dorfchtsmaßregti. über die man versucht ist, zu lächeln, wenn man bedenkt, daß das Flugzeug, staristilch nachgewiesen, die größte Sicherheit ton, allen Verkehrsmitteln bietet, die Pferdedrofchken mit inbegriffen. Aber alle Hochachtung vor der peinlichen Gewillenhafttgkeit ber Lufthansa, damit hat sie sich Gegenwart unb Zukunft erobert Wir starten wieder, unb vor uns, um uns, über uns liegt das gläruenbe Grau von Himmel, Wasser unb Schlick. Wtr kommen durch Regenböen unb ihre sanfte Verschleierung löst die letzten Grenzen: eine Weite umgibt uns. ein leblos silbernes All, in dem ber Schaum der Wellen wesenlos steht Aber da tauchen die Insel auf, Norderney, das demnächst auch angeflogen werden soll, die langgestreckte Intel Juist und nun Dorkum, unser Ziel. Fllegen muß wahnsinnig gesund sein, denn meine Begeisterung hat sich in eenen handfesten Hunger materialisiert Schlanke Linie? Welch überlebter Begriff, wenn einem ein paar Stunden lang Gottes Winde um die Ohren gebraust fmb! Unb ich klettere voller Tatendrang aus meinem Häuschen. Eine kleine Draisine, bie aussieht toie ein Selbstfahrer zur Zeit Friedrichs des Großen, und die einen amüsanten technischen Kontrast zu unserer prachtvollen Maschine bildet, führt uns nach Dorkum hinein. Zunächst esse ich zwei Stunden lang, aber bann erhebt sich die schwierige Frage. Was nun? Denn es läßt sich nicht länger verheimlichen, daß es in Strömen gießt Aber mit eins ’ärbt sich das trübe Grau seltsam purpurn, es löst sich auf. ein Regenbogen, grandios über die Weite der Himmel geworden, macht Friede mit der bedrängten Erde. Und eine Sonne, alühend und streng über den Wassern schwebend, schickt sich an, unseren Antipoden den Morgen zu bringen. Da« Meer, unter einem entflammten Himmel, ist eine Symphonie in Rot, vom zarten Rosa der Schaumkämme bis zum tiefen Kardinal ber Wogentäler ein Sonnenuntergang ohnegleichen, ber mählich in einem metallischen Grau zerfließt. Den nächsten Morgen starten wir bei 65 Stundenkilometer Wind: ich erfreulicherweise wieder vorne in meiner Oel.'lüft. Tief unter den silbernen Tragflächen der Maschine rollt grün, mit weißem Schaum die Nordsee, schwere, leuchtende Wolkenberge jagen über und neben uns, und Regenböen wech’eln mit Sonn en blitzen aus zerrissener Himmelswand — gerade daS Wetter, das ich am allermeisten liebe xum Flug. Aber es geht ja viel zu schnell, wir haben Emden schon wieder verlassen, da ist der Teutoburger Wald, da ist Osnabrück — ’chon wird der Motor abgedrosselt, und die brausende Weite der Himmel ist wieder hoch und fern. Unb nun könnte ich ja eigentlich in die Wälder laufen, tn die grüne Stille, um derentwillen ich Berlin verlieh. Aber ich ahne schon, daraus wird nicht viel: ich werde ja doch den ganzen Tag gebannt hier außen stechen und mit einem ton Passion betörten Herzen dem Anwersen der Propeller zuhören, dieser berauschenden, die- fer verführenden Musiki punkt- als dos annehmbarste erscheint. ..bflcsehen von nmiciiiqreidjen X.feifi ungen oder Lpe,,alorbeiten sollen bei handwerksmäßigen Leistungen unter ion,t annähernd aleichwcrlien Angeboten im allgemeinen einheimische Bieter vor auswärtigen bevorzugt rverden, sowie unter einheimischen jene, Die am Ort der Leistung oder in dessen Nähe den Auftrag im eigenen Betriebe ausführen und hauptsächlich ortsansässige Arbeiter beschMgen. Unter Handwerkern ist zu bevorzugen, wer berechtigt i|t, den Meistertitel zu führen, oder Lehrlinge auszubilden und wer Lehrlinge im eigenen Betriebe ausbildet. Bei kleinen Arbeiten können selbständig kleinere Gewerbetreibende bevorzugt werden, wenn sie selbst die Aussicht ausüben oder Mitarbeiten. Vereinigungen von Unternehmern, Gesellschaften oder Genossenschaften sind als gleichwertig mit Einzelbewerbern anzusehen, wenn sie die Arbeiten im eigenen Betriebe oder in denen ihrer Mitglieder ausflihren. Wird auf ein Angebot rechtzeitig und ohne Abänderung der Zuschlag erteilt, so kommt nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen damit das Der- tragsverhällnis zustande. Der Vertrag selbst soll durch eine besondere Urkunde festgelegt werden, wenn nicht schon durch die Ausschreibungsunterlagen, das Angebot, den Zuschlag oder andere Schriftstücke der wesentliche Inhalt des Vertrages eindeutig feststeht. Was sodann dem zweiten Hauptteil ber 91.93.2.0., die allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen betrifft, so werden hier Art und Umfang der Leistung, die Ausführung selbst, Verteilung der Gefahr, Kündigung durch den Auftraggeber oder den Unternehme-r, Vertragsstrafe, Abnahme, Gewährleistung, Zahlung, Sicherheitsleistung ufw. geregelt. Von allgemeinem Interesse ist dabei die Bestimmung, daß Stundenlohn- arbeiten nur vergütet werden sollen, wenn sic entweder im Vertrage als solche vorgesehen oder vor ihrem Beginn als solche in Auftrag gegeben worden sind. Der Auftragnehmer hat die uertraglidje Leistung unter eigener Verantwortung auszuführen und ist für die Erfüllung der gesetzlichen, polizeilichen und berufsgenossenschaftlichen Verpflichtungen gegenüber seinen Arbeitnehmern allein verantwortlich. Der Auftraggeber hat die Leistung abzu- nehmcn, sobald der Auftragnehmer dies nach Fertigstellung verlangt, unter Umständen auch vor Ablauf der festgesetzten Ausführungsfrist. Die Abnahmefrist kann wegen wesentlicher Mängel bis zu deren Beseitigung verweigert werden. Wird keine Abnahme verlangt, so gilt die Leistung als abgenommen mit Ablauf von zehn Tagen nach schriftlicher Mitteilung über die Beendigung der Arbeit. Mit der Abnahme geht die Gefahr aus den Auftraggeber über. Der Auftragnehmer übernimmt die Gewähr, daß seine Leistung zur Zeit der Abnahme die vertraglich zugesicherten Eigenschaften besitzt, sowie den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Abschlagszahlungen sind ohne Einfluß au die Haftung und Gewährleistung des Auftragnehmers, sie gelten nicht als Abnahme von Teil- lei tungen. Die vorbehaltlose Annahme einer Schlußzahlung schließt Nachforderungen aus. Der dritte Hauptteil der R. V. D. 0. enthält die technischen Vorschriften für Bauleistungen mit allen Einzelheiten für jede Arbeit, z. B. Erdarbeiten, Maurerarbeiten, Ztrnmererarbeiten, Dachdecker- arbeiten, Glaserarbeiten usw. und stellt hierfür ganz bestimmte Normen auf. Durch die Gemeinschaftsarbeit anerkannter Sachverständiger aus allen Interessentenkreisen ist mit der R. V. D. 0. eine Norm geschaffen worden, die im ganzen Deutschen Reiche eine Vereinheitlichung und Vereinfachung ohne gesetzlichenZwang herbelführen soll und sich auswirken soll zum Setzen der deutschen Wirtschaft. Aufgabe der maßgebenden Behörden und der privaten Wirtschaftskrise muh es fein, für die Einführung der R. V. D. 0. bei den von ihnen vertretenen Stellen Sorge zu tragen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus Geschloffen vom 1. Juli bis 11. August 1928. Erste Vorstellung nach den Fe- rieai 12. August: Der Troubadour Schauspielhaus. Sonntag, 22. Juli, 19.30 bis 22 ilfor: Alt-Heidelberg. Montag, 23. Juli, 20 bis 22.30 Ahr: Alt-Heidelberg. Dienstag, 24. Juli, 20 bis gegen 22.30 Ahr: Tänzer im Fasching. Mittwoch, 25. Juli, 20 biS 22.30 Ahr: Alt-Heidelberg. Donnerstag, 26. Juli. 20 bis 22.30 Ahr: Alt-Heidelberg. Freitag, 27. Juli, 20 biS gegen 22.30 Ahr: Tänzer im Fasching. Möwe im Sturm. Vornan von Sophie Kloerß. 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Eben machte die Musik eine längere Dause. Es drängte vom Saal heraus, sie blieben sitzen. An der Loge vorüber schob sich die Menfchcnmass», viele sahen hin auf die kleine Gesellschaft, die sich da zulammengefunden, Zurufe klangen, Riedinger hob sein Glas und trank oorbeigehenden Damen zu, und zwischen den vielen Gestalten tauchte ein Cowboy auf, dem eine indische Schlangentänzerin nm Arme hing. Vor der Loge hielt sie den Schritt an. ,.Falstaff! Bist du sehr im Fett, mein alter Sir John? — Oh, laß dir nichts etnkommen, sie narren dich. Sie narren alle." Ohne weiteres trat sie an den Tisch heran und griff nach einem Glas. „Gib mir von deiner Lethe.- Als sie das Glas niedersetzte, waren ihre Augen noch unruhiger geworden. isie tat, als wenn sie Elena erst jetzt be- merkte. „Oh, ich bin zu dreist gewesen. Daß ich mich in solche Gesellschaft begeben habe.- Ein höhnender Blick auf Heinz Godesheim. „Wie er sich da ausmmmti Fürstin rechts, Fürstin links, der Burger in der Mitte.- Maria» Züge wurden kalt, Elenas drohend. „Aergern Vie sich nicht, Baronin,- bat Heinz dem bic aufgeregte Person sehr unangenehm roar. ,.od)langenbanbigerinen sind nicht mit dem Maß ber gewöhnlichen Sterblichen zu messen. ' Nadja Kutusoff lachte und hockte sich zum Ma- mradscha auf die Brüstung. Die zwei anderen (Rrunbehoften achteten nicht auf sie. „Wo warst du m diesem oonuner?" fragte sie den Inder. Wir wollten do^ aus den Watzmann, du kamst nötür- lich nicht Sie sagten, der ist auf Geschäftsreisen." „Damals? Za, damals war ich zum 'Vhotoara- vhieren für eine Zeitschrift in Italien. Der' — er beutete auf Godesheim — „war auch gerade da Zn Venedig trafert wir uns. Alte Sache halb Deutschland jenseits der 2llpen." „Der war auch da? In Venedig? Im Sommer? — Dann läßt sich viel erklären Solch, warme Freundschaft — Prost, kleiner Heinz Auf daß dein Glück wachse, blühe und gedeihe. .'Ibe- ihr Gesicht war voll Hohn. SamSiag 28 Mi. 19 biS nach 22.30 Ahr Don Carlos. Sonntag. 9. September, erste Vorstellung nach den Ferien: Don Earlos. Taten für Sonntag, 22. Juli. Sonnenaufgang 4.09 Uhr, Sonnenuntergang 20.03 Uhr — Mondaufgang 10.12 Uhr, 3Won bunter gang 22.43 Uhr. 1822: der Botaniker Iol). Gregor Mendel in Heint- zendorf geboren (geftorben 1884); — 1872: der Staatsmann Marl Helffirich in Neustadt a. d. Hardt geboren (geftorben 1924), Daten für Montag. 23 Juli. Sonnenaufgang 4.10 Uhr, Sonnenuntergang 20.02 Uhr — Mondaufgang 11.21 Uhr, Monduntergang 22 56 Uhr 1562: Ritter Götz von Berlichingen in Homberg geftorben (geboren 1480); — 1824: der Philosoph stuno Fischer in Sandewalde geboren (gestorben 1907); — 1914: Ultimatum Oesterreich-Ungarns an Serbien. Vom Aegen in die Traufe. WER. M a i n z. 20. 3uli. Einen interessanten, für den Angeklagten überraschenden Ausgang nahm die Derufungsverhandlung gegen den gewerbsmäßigen Einbrecher und Fahrraddieb Heinrich Enders aus Mainz, zur Zeit in Butzbach in Strafhaft. Als dieser im Okvber 1927 wegen Fahrraddiebstahls zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, hatte er am gleichen Abend wieder ein Fahrrad gestohlen, wurde aber von einer Polizeipatrouille ertappt. Das Bezirksschäfsengericht in Mainz verurteilte ihn wegen dieses Rückfalldiebstahls zu einem Fahr Gefängnis. Die Berufung gegen dieses Arteil begründete der Angeklagte damit, daß er seine sämtlichen, sehr zahlreichen Einbrüche in einem pathologischen Rauschzustand verübt habe. Der psychiatrische Sachverständige. Geheimer Medizinalrat Dr. Schäffer (Mainz), erklärte, daß eine einwandfreie Feststellung in dieser Hinsicht durch längere Beobachtung des Angeklagten in der Irrenanstalt ?.i Alzey erforderlich sei, denn es gehe im Interesse der öffentlichen Sicherheit nicht an, einen an pathologischen Rauschzuständen leidenden Gewohnheitsverbrecher nach der Freisprechung wegen Anzurechnungsfähigkeit wieder auf die Menschheit loszulassen. Entweder habe er feine Straftaten abzubühen, falls er dafür verantwortlich sei, oder et fei dauernd im Irrenhaus zu internieren. Als das Gericht demgemäß beschloß, den Angeklagten zu einer längeren Beobachtung seines Geisteszustandes nach der Irrenanstalt Alzey zu verbringen, wurde der Angeklagte kreidebleich; das hatte er nicht erwartet. Rundfunkprogramm. Sonntag, 22. Juli. 8 bis 9: Morgenfeier. 11 bis 11,30: 61 lern» stunde. 11,30 bis 12,30: Mittagstonzert. 15 bis 16: Stunde der Jugend 16 bis 17,30: Konzert des Rundfunkorchesters. 17,30 bis 18: Bon Mainz: Iubiläumsregatta des Mainzer Ruderverban- des anläßlich des 50jährigen Bestehens, Sprecher Dr. Paul Laten. 18 bis 19: Stunde des Ahein- Mainischen Verbandes für Volksbildung — „Frauengestalten der Romantik", Vorlesung von Gerdi von Hirschheydt. 19 bis 19,15: Sportnachrichten. 19,15 bis 19.30: „Venedig und der Lido", Vortrag von Dr. Paul Laven. 19,30 bis 20,30: Orgelkonzert. 20,30: Konzert des Rundfunkorchesters. Anschließend: Tanzmusik. Montag, 23. Juli. 15 bis 16: Studien-Musik. 16,15 bis 16,35: Die Lesestunde. 16,35 bis 18,05: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. 18,30 bis 19: „Der Zweck der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger". Vortrag von Admiral a. D. Mommsen. 19 bis 19,30: „Moderne Englische Literatur als Spiegel des Rachkriegs England", Vortrag von Dr. Älbert Kruse. 19,30 bis 19,45: Englische Literaturproben, vorgetragen von Johanna Meuschle. 19,45 bis 20,15: Englischer Sprachunterricht. 20,15: Minna von Banchclm, Lustspiel von Lessing. Anschließend: Schallplatten- Konzert: „Operetten-Abend". Dienstag, 24. Juli. 12,30 bis 13,30: Mittaaskonzert. 16,15 bis 16,35: Die Lesestunde. 16,35 bis 18,05: Konzert des Rund- suiÄorchesters: Italienische Opern. 18 30 bis 18.45: Die Stunde der Frau. 18,45 bis 19.15: Stunde der Lcrndwirtkchaftstammer ÄafM. 19.15 bis 19.45: Funk Hochschule: „Die wirksamen Faktoren der Erholungsreisen", Vortrag von Professor Dr. Erich Stern 19.45 bis 20.15. Die Schachstunde. 20.15 bis 21.15. Ge'angskonzert: Das Volkslied in der KunstmuNk. 21,15 biS 22.15: Rvrdisch.' Musik. IRiMroodi, 25. JuH. 15,30 bis 16: Stunde der Jugend. 16 bis 16,35: Die Bücherstunde. 16.35 bis 18.05: Konzert des Rundfuntorchesters. 18.15 bis 18,45: Vortrag von Professor Dr. Behm. 18,45 bis 19.25: Französischer Anterricht. 19,25 bis 19,50: .Die Ergebnisse der Londoner internationalen Konferenz für Krebs- sor'chung", Vortrag von Professor Dr. Bierrch, Hamburg. 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertelstunde. 20,15 bis 21,15: Bvrrrags stunde Ludwig Hardt. 21,15: Solisten-Konzert. Donnerstag, 26. Juli. 13,30 bis 14.30: Mittagskonzen. 15,30 bis 16: Stunde der Jugend. 16,15 bis 16.35: Die Lesestunde. 16,35 bis 18,05: Hausfrauen-Rachnrittag 18,30 bis 18,45: Stunde Haus und Garten. 18.45 bis 19,15: .Technit und KunstVortrag von Dr. van Kempen. 19,15 bis 19,45: Vortragszyklus des Allgemeinen deutschen Gewcrkschaftsbundes: „Ausdehnung der Anfallverstchenmg auf die Berufs! rantheiten". 20,15: Der tapfere Soldat, Operette in 3 Lttten von Rudolf Bernauer und Leopold Jacobson, Musik von Oscar Straus. Freitag, 27. Juli. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert 16 bis 16,30: Stunde der Jugend. 16,35 bis 17: Lefestunde. 17 bis 17,45: IDalter Hasencjeder. Vorlesung aus eigenen Werken. 18,15 bis 18,45: „Die ägyptisch- kleinastat ich-hellenistischen Myster.enkulte", Vortrag von Pfarrer Elemens Taesler. 18,45 bis 19,15: Stunde des Sudwestdeutschen Radio-Eluds. 19,15 bis 19,45: „Hört das Auge, sieht das Ohr?", Vortrag von Oscar Baum. 19.45 bis 20,05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20,05 bis 20.15: Film-Wochenschau. 20,15: Volkstümliches Konzert des Phil- harnwnischen Orchesters Stuttgart. Anschließend: Spätkonzert. Samstag, 28. Juli. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert: Georges Bi- zet. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,15 bis 16,35: Die Lefestunde. 16,35 bis 18.05: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,30 bis 18,45: Der Briefkasten. 18,45 bis 19,15: „Gustav Sack", Vortrag und Vorlesung von Hermann Toelle. 19,15 bis 19,45: Funkhochschule: „DaS deutsche Drama und Theater vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart", Vortrag von Professor Dr. Franz Schultz. 19,45 bis 20,15: „Studienreise des Bundes für Volksbildung zum Deutschen Museum in München", Vortrag von Dr. W. Schuckmann. 20,15 bis 22,15: Bunter Abend. Anschließend: Tanzmusik. Wirtschaft. Dom rheinisch-westfälischen Eisenmarli. Rach bcan Bericht der Deutschen Bergwerks» zoitung über die Lage am rheinisch-westfälischen Eisenmartt, ist der Markt auch heute noch mit Material außerordentlich gesättigt, so daß die Abschluhtätigkeit fast gänzlich richt. Die im Eisenhandel herrschende allgemeine Zurückhaltung macht sich auch langsam bet den Werken fühlbar. Es ist außerordentlich schwer, im Augenblick zu beurteilen, ob der Bedarf an sich in Wirklichkeit nachgelassen hat oder ob es sich bet der augenblicklich ruhigen Stimmung um eine materielle Reaktion handelt, die auf die großen Käufe vor der Preiserhöhung zurüctzusühren ist. Festzustellen ist jedenfalls, daß vor der Preiserhöhung große Mengen tatsächlich spekulativ gekauft worden sind, so daß es dem Abnehmer schwer fällt, die abgeschlossenen Mengen in der vorgeschriebenen Zeit zu spezifizieren. Obwohl sich nunmehr bei den Werken in bezug auf Abschluß tätigkeit und Spezifikationseingang ein gewisser Rückgang bemerkbar macht, kann man doch noch behaupten, daß die eisenschaffende Industrie im allgemeinen noch für einen großen Teil der Fabrikate gut beschäftigt ist. Meses trifft vor allem für das Standardprodukt Stabeisen zu. Godesheim sah sie kühl an und antwortete nicht. „Was hat sie nur?" fragte Maria. „Sie will uns kränken. Aber warum?' „Warum? Aus Haß." „Ich tat ihr nichts.' „O ja, du tust ihr viel, meine Königin. — Sie hat den Haß derer, die sich abgelehnt fühlen und bei anderen eine Reinheit sehen, die sie selbst lange verloren." „Sie tut mir leid. Wie ihre Augen flackern. Und keinen Augenblick kann sie die Züge stillhalten. So sehen keine glücklichen Menschen aus. Ich glaube, sie ist im Strudel und spürt, daß sie versinkt." „Warum wehrt sie sich nid)t?* „Vielleicht kann sie es nicht. Vielleicht würde sie durchkommen durch die Not, wenn einer neben ihr stände und ihr abgäbe von seiner Kraft." Sie dachte in heißer Sorge der Schwester, die da so strahlend fröhlich lachte, als sei sie nie durch Lcbensqual und Todesnot gegangen. Die Russin hatte weitergetuschelt mit dem Maharadscha, jetzt wandte sie sich an ihren früheren Freund. „Sir John, wie war doch die Geschichte die uns der italienische Attache neulich im Reigen vorsetzte? Bon Venedig. Toll muß es da zugehen. Da haben sie ein Nest ausgehoben, die Polizei, Spielhölle und Absteigequartier der galanten Welt, und —" „So etwas tommt hier auch vor." „Stimmt. Aber hier moren cs bisher noch keine russischen Großfürsten, die als verantwortlich zeichneten.- Marias Herz setzte aus. Der ganze Saal schwang im Mreife, schwarz wurde cs vor ihren Augen. Haire sie jemand tn das Gesicht geschlagen? Hatte sie jemand angespien? — Mit letzter Willenskraft riß He sich zusammen. Nicht spuren lasten, was einem jäh das Leben zerrissen hat. Lächeln, lächeln, wenn sie einen zerfleischen. Mühsam wandte fit ihre Blicke der Schwester zu. Srand der Schrecken in ihrem Anllltz geschrieben? Aber Elena haue nicht umsonst «ahrelang die übro.-r.' Kuns, geübt, mit leichten Füßen auf schwankende^ Decke über einen gähnenden Grund ju gehen. Sie lachte so unbekümmert, daß auch mdM einem der Hörer der leijeftc Argwohn kam. Bi« Worte der angetrunkenen Rmufoff könnten fine zielsichere Absicht haben. Nicht einen Gegen- I blick gab Elena der Schwester, und an ihrer Sicherheit gewann Maria die eigene wieder. „Es ist wahnsinnig heitz," sagte sie zu Godesheim. „Mir wurde eben ganz schwindelig. Und ber Seh steigt zu Kopf. Ich bin an solche Genüsse längst nicht mehr gewöhnt." Heinz ries nach Cis, Maria aß, und die süße Kühle tat ihr wohl. Sie sehnte den Augenblick herbei, wo sie gehen konnte, wollte aber nicht durch einen plötzlichen Aufbruch Erstaunen erregen. • Wieder hatte die Kutusoff mit dem Maharadscha getuschelt. „Dreck," sagte der plötzlich kurz und prob. „Es gibt Finger, die alles beschmutzen, roas sie anfassen. Trau' du einem alten Jrauenkenner, daß er echt und falsch unterscheiden kann." Er stand auf, trat vor Maria und verneigte sich lief. „Der süßen Königin des Abends nahe ich in tiefster Ehrerbietung. -Darf ich um die Quadrille hüten?" „Ich werde nuf Verwirrung stiften. „Die hast du schon heute in vielen Herzen gestiftet, o Herrin." Mafia stand auf. Alles war besser als hier stille sitzen und warten, wann der nächste Streich fiel. Sie sah Godesheim nicht an, und er wußte nicht, warum sie fortging, ohne ihn zu beachten, nachdem sie minutenlang so weich und bingebenb gewesen wie noch nie. Oben an der Treppe stehend, sah er ihr nach, ivie sie an dem Arm des langen Inders nieder- schritt, wie unter dem langen weißen Schleier hervor die rostbraunen Zopfe bin^n, in denen das Licht rote Funken _aufipruhen ließ, jah auf die Füße in den roten oonbalen, die fo schmal waren, wie mir jene s-e haben, deren Geschlecht feit Men schenaliern nie unter einer Last gegangen ist, und sein Herz wurde ihm beiß vor Sehnfuch«. „Maria? O Regina Maria. „Regina?" sagte neben ihm eine scharfe Stimme. „O bewahre, so doch hinauf darf sie nicht greifen. Ader eine Herzogin genügt auch, wenn', auch keine aus regierendem Haufe ist. Dafür har man Groß- fürsten zu Schwägern, an deren Tadellosigkeit feiner nihren darf." Nadia lief die Treppe hinab, blickte noch einmal »ach oben und lochte hämisch. „Ich bin Dem Herrn aus ber Handelsariftokratte nicht stotz genug, «ber das Liebchen mu, dem Venediger Lietesneft —" Do rannte Üe erschrocken | um die Ecke. Heinz Züge hatten sich jäh zu solcher Die £nefctktmine hierfür zumal für belfere Sorten und Abmes'ungen. lind durchschnittlich bei den Werten sehr lang Bei der Beurteilung der Gelamtlagc auf dem iSifenmartt darf nicht vergeben werden, daß s.ch in jedem Jahre die sommerliche Serieny.t fühlbar macht. Die Weiter- antwicklung des E.'enmarktes hängt davon ab, ob es innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate der eisenverarbeitenden Industrie gelingen wird, den augenblicklich geringeren Auftragseingang wieder so äu steigern, daß das heutige Produktionstempv veibehalten werden kann. Wochenbericht vom Frankfurter Snektenmarkt. Auch in dieser Woche war das Kennzeichen ter Börle eir.c weitgehende G e 1 ch ä f t s st i II c. Die Zahl der Börsenixsucher ist jetzt in der Zeit der Serienreifen zu sammcngr schrumpft und bu McbriggeblkL eien verharren in Lustlosigkeit und Zu rück ha Itung. da bei den Banken der Ordereingang außerordentlich gering bleibt Eine weitere Senkung des tefeit»- stark erniedrigten KaiLniveaus wurde verursacht durch die der Tirlonterhöhung ShikagoS nachfolgenden Diskontheraufsetzungen der Federal Rcser\e-Banks von Reuyork und Richmond. Zwar sind die e Maßnahmen weniger deshalb gehoben worden, um einer Geldverfnappung entgegcnzu- treten. {entern um die überhandnehu ende Börsenspekulation einzudämmen, wobei allerdings bezweifelt werten kann, ob diese Diskonipolttil die gewünschten Wirkungen haben wird. Jedenfalls aber erwartet man hiervon mit Recht einschneidende Einwirkungen auf die europäischen Geldmärkte. So glaub» man in Bör enkrriwn ein« baldige Diskonterhöhung der Bank von England befürchten zu müssen. Ater auch eine etwaige Ermäßigung des Reiey^bantdiekontes rückt durch die amerikanischen Erhöhungen in immer Weiter« Fernen. Es wurde darauf hingewiesen. daß durch die nunmehrige höhere Verzinsung des Kapitals im eigenen Lande der Anreiz der anwritani- schen kapitalkräftigen Kreise, ihre überschüssigen Gelter nach dem immer nocy fo kapitaftedürftigen Deutschland abzuführen, wesentlich verringert worden ist. Die Befürchtuirgen. daß nun die in Deutschland bereits investierten kurzfristigen amerikanischen Leihgelter in größerem Umfange gekündigt und zurückaerufen werten würden, fanden jedoch keine Bestätigung, und es beffiedigte allgemein, daß ter Dollarkurs, der dic 420- Grenze bereits überschritten hatte, bald eine merkliche Senkung bis 4,1882 gegen die Mark erfuhr, d. h., e- bestand eher wieder Angebot in Devisen. Davon ausgehend konnte sich später ein« gewisse Beruhigung und Erholung an der Börse durchsetzen, wobei sich die Tendenz auch vor allem auf die festere Haltung ter Reuyorker Börse und die am dortigen Geldmärkte ei »getretene Erleichterung stützte, wie überhaupt die Abhängigkeit ter bcuUd?en Börsen von tem Reuyorker Markte in dieser Woche wieder besonders augenfällig in Erscheinung trat. Ferner bedeutete die Tatsache, daß am GeldmarÄ erstmalig nach dem Medio, ter im übrigen -einerlei Schwierigkeiten bereitete, eine Erleichterung für Tagesgeld (7 Proz.) eintrat, eine Entlastung für die Börse. Der weiteren Entwicklung des Geldmarktes in der nächsten Zeit sieht man jedoch in Dörsenkreisen nach wie vor skeptisch entgegen. Tatsächlich zeigte auch ter letzte Reichsbankausweis eine nur geringe weitere Entlastung, wohl besonders deshalb, weil sür die gesteigerte Reife- tätigfeit beträchtliche Barmittel beansprucht werten. Sodann rückt das Problem der Ernte- finanzierung immer mehr in den Vordergrund. Die Anzeichen eines weiteren Konjmtt- turruckaanges fanden keine stärkere Beachtung, so blieben die im Rcchrberabau vorgenommeiwn Zechenstillegungen und Massenkündigungen ohne sichtbaren Einfluß. Gegen die vergangene Woche war die Kursentwicklung nicht einheitUch. Verluste und gewinne bis 4 Prvz. hielten fich etwa die Waage. Für I.-G.-Farben machte sich zeitweise etwas regeres Interesse bemerkbar, ebenso für Karstadtaltien. Deutsche Anleihen waren ziemlich lebhaft verlangt und fester. Von den ausländischen Renten lagen Mexikaner im Zufammeichang mit ter Ermordung teS neuen mexikanischen Präsidenten schwächer. Rumänen waren dagegen auf das Zustandekommen der Anleibe befettigt. 3m Freiverkehr bestand für Russenwerte einiges Interesse. rasenden Wut verzerrt, daß sie seine Finger schon wie in würgendem Griff um ihren Hals spürte. Erleichtert atmete sie auf, als sie am anderen End« des Saales landete. Sie hatte ihrem Haß Luft gemacht. Was hatten die zwei voraus vor ihr. daß ie fo schön, so stolz, so siegesstcher durch das Leben fingen? Es war recht, ihnen die Mask« vom Sc- icht zu reißen. Und gut tat es, dem Godesheim, der einmal ihr Entgegenkommen verachtet hatte, einen Stoß zu oefietzen, der ihn bis ins Herz traf. — Sie ging in die Kleiderablage und ließ sich den Mantel geben. Es gab in dieser Nacht auch noch an anderen Orten Zerstreuung. Dem Manne mit den Zornaugen noch einmal in den Weg kaufen, war überflüssig. Endlich! Endlich waren sie allein in ihren kleuien Stuben. Maria stand vor der Schwester, und ihre Augen flammten, wie Elena es nie gesehen hatte. „Du," sagte sie, „du! Alle» hält' ich für dich gegeben! An dich hab ich' geglaubt! (beliebt hab ich dich — 0 Gott! Vater und Mutter und Jugend lind Heimat und Zukunst — alles, alle» bist du mir gewesen, und du — O pfui." „Mario," flehte die Blonde. Es war Angst in ihrer Stimme, und sie zitterte am ganzen Körper. „Du muht mich doch begreifen." ,Ln deut Schmutz hast du gelebt! In tem Schmutz hast du mich leben lasten' Hättest du mich doch aus dem Hause gewiesen in der ersten Minute, wo ich zu dir kam. Vwbcr hinein in btt* Lagunen, als fo —" Sie schlug die -Hände vor da» (tzeficht. Ein Stöhnen schüttelte fk Ich hätte es sollen. Ja, ich hatte er sollen. Aber ich konnte doch nicht. Ich sehnte mich so sehr nach ein wenig reiner L'febe und Güte. Nach einem Menschen, der nicht Jur Geld käuflich war. Ich ivar hi fo verkästen, fo verlassen.- Sic wimmerte leise, wie ein geschallenes Kind. Aber Maria hörte den Blagdon nicht einmal. Ihr ganzer reiner Mäb- chenstolj stand in Flammen. „Und non dem Lchrnutzgelde haben wir gelebt! Das waren eergeiö Geschäfte. Das waren seine Geschäftsfreunde! Spieler und Dirnen. — Davon lebten wir auf ter Insel, wo wir uns wie die Götter oorkamen in oll der Sonne und Reinhett der See." Sie warf sich auf bas schmale Ruhebett und drückte das Gelicht in die Kisten. Es gab ferne Borte mehr, all ter verzweifelnden Empörung Lust zu machen. (Fortsetzung folgt) Wochenbericht vom fironffurfer prsduk enmerki. I 3n der neuen Woche wai die Stimmung am Frankfurter Produktenmarkt weile. UiflM. Die Händler bekundeten große Zurückhaltung und zeigten nur nv den dringendsten Fällen Unter- nehmunOslust. da die schwachen Auslandnostc- rungcn und da- günstige Welter allgemein auf b« tznmi. ung drückten Aua- touihen von serle» M •rfrnrt# de» Auslandes und bei» .'tonfuiiu* to um Und Ate getätigt. Ware in alter 0rmte kam zur Genüge an den Markt, der aber kaum Nachfrage gegenüberstand, waS wohl daurtsäch- llch damit in Zusammenhang zu bringen ist. daß teilweise die an den Markt kommende neue Ernte genügend und ziemlich günstig angebvtcn wird. Da» Fehlen de, Sauwirtschaft am Pro- duktengeschä'l machte sich auch stärker fühlbar- da diese immer noch stark mit der Feldarbeit und der Einbringung der Ernte beschäftigt ist. Trotzdem iirachte sich jedoch gerade von dieser Seite lebhafterer Deckung»begcar am F u t t e r m 111 e I - markte bemcrlbar. Weizen und Roggen waren au- der Provinz, bei ziemlich entgegenkommenden Forderungen waS in erster Linie bei Roggen der Fall war. in größeren Mengen angeboten: dre Umsätze blieben, wie schon er- wüdnt. ziemlich gering. 3m »mllang damit war naturgemäß auch der Mehkmarkt recht un» s.chcr und vernachlässigt Auch zu bedeutend er- mäßigten Preisen machte sich kaum Dectungsbe- gechr geltend, da die Mühlen weiter über ihren schlechten Absatz klugen Rur am Futtermiltel- markt war die Stimmung freundlich: hier schritt bu Landwirtschaft und auch teilweise die Industrie zu Deckungen. Besonders M a > S für Futter- tinedt und Wetzen k leie war zeitweise recht stark, und zwar zu erhöhten Preisen, verlangt. Auch Aoggenkkeic wurde etwa- lebhafter gefragt. Zum Dochenschlich blieb die Haltung flau und bir Händler verhielten sich weiter zurückhaltend, so hab das Geschält fast vollkoinmen ein» schrumpfte. Dur Futtermittel waren bei weiter etwa« anziehenden Preisen immer noch recht lebhaft gefragt und fest. 3m Vergleich zu den Dotierungen der- vergangenen Woche waren Weizen, Hafer inl. und Weizenmehl je 0,50 Mark billiger. Doggen lag sogar eine Mark schwächer. Doggenmehl büßte dreiviertel Mark ein. MaiS für Futterzwecke konnte dagegen 0,25 Mark und Weizeirklcie sogar 0,50 Mark anziehen. Äoggenkleie blieb gut behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Dotierungen Weizen 1 25,50; Doggen 27: Hafer inl. 27,25 27.75; Mai« für Futteczwecke 24.75 bi- 25; Weizenmehl 35,50 -36; Doggcrnnehl 36,50 37.50; Deizenkleie 14: Roggenkleie 15,75. Vochenberichi vom Frankfurter Gchlacktviebmarkt. Wie schon in der vergangenen Woche blieb auch in der neuen Woche daS Ge'chüst am Frankfurter Schlactztviehmcirtt klein. Der Bediii der Metzger und des öf portü ist erheblich zurückgegangen. waS besonders mit der sommerlick .n Hitze in Verbindung zu bringen ist. Auch tvar der Auftrieb in Rindern und Kälbern ziemlich groß, so daß Nr Käufer größere Unentschlossenheit zeigten, und da- Geschäft konnte sich daher an diesen beiden Märkten nur zögernd und schleppend gestalten. Bei Rindern verblieb großer Ueoerstand: während Kälber auSverkauft wurden. Auch in Schweinen bewegte sich das Geschäft an beiden Markttagen in sehr ruhigen Bahnen, jedoch wurde hier vollkommen geräumt, da der Austrieb ein bedeutend geringerer war und die Forderungen der auswärtiacn Händler, bei zumeist durchweg fluten Qualitäten ziemlich entgegenkommend waren. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1850 Rindern, darunter befanden sich 462 Ochsen, 121 Bullen. 771 Kühen und 410 Färsen, ferner aus 1680 Kälbern, 128 Schafen und 2770 Schweinen. 3m Vergleich Aum Auftrieb der vergangenen Woche waren 150 Rinder unb 280 Kälber mehr onaetrieben. Dagegen war der Antrieb in Schweinen um 730 und in Schafen um 10 geringer Bezahlt wurde pro Zentner Lebend- gewicht Ochsen AI 54 bis 58. II 50 bis 53, «i 45 bis 49. Bullen A 48 bis 51. B 44 biS 47, Kühe X 44 bis 48. R 39 bis 43. C 31 bis 33.D24 bis 30. Färsen X 55 bis 58. B 50 bis 54. C 45 NS 49. Kälber B 70 bis 72, <- 61 bi« 69, D 50 bi« 63. Schafe A l 50 bis 52. B 43 bis 49. Schweine B 65 bis 68. C 66 dis 69. D 68 bis 70. E 65 bis 67. Verglichen mit den Dotierungen der vergangenen Woche waren Rinder erneut bis d* 2 Mark billiger. Kälber gaben sogar bis zu b.Mark nach, auch Schafe wurden dis zu 2 Mark niedriger notiert. Schweine blieben dagegen im Preise gut behauptet • Die geplante Kapitalserhöhung der ol y p h o n - W e r l e 2 - G. Wie von der Verwaltung m'.tgetellt toirb, itnd die Bedingung cn für die Sintührung der Pcthphon-Lttien in Lor.don festgel.-gl. Die als Doraue'etzung hierfür erforderliche 5iapita'.Serhöhung. bei der gleich- zettig den Aktionären das B.iug^-echt angeboten irerben ’otl, toirh einer für die nächste Woche einberufenen Auff chtsralSfitzung zur Beschmutz- falfuna vorgriegt • Badische Lan de s -»lettrizitäts- VersorgungS A.-G. (Badenwerkl Karlsruhe. Dach dem Bericht de« Vorstandes der Badischen Landes-Elektrizitäisve.forgung-. A.-V. IBadenwerk) über das DelchäitSjahi 1927 28 hat sich die Gestaltung der Absayve.hältnisse des zu Anfang deS Jahres abgeschlossenen 7. Berichtsjahres dank der anhaltenden Ikfferung der allgemeinen Wirtschaftslage im ganzen Geschäftsjahr günstig ausgewirlt. 3m neuen Geschäftsjahr zeigt der Strvmbedarf eine wntere nennenswerte Zunahme. Der Vorstand schlägt nach Vornahme der erforderlichen Rücklagen für Erneuerung und Erhaltung de. Anlagen r<-<. den verblei lenden Reingewinn wie folgt zu verteilen Gesetzliche Rücktage 104 996 . 9 Prozent G.winnan- teilc auS 21 Millionen gleich 1 890 003 Mk., Zuweisung an den Wohlfahrtsfonds 100 000 Mk.. Vortrag auf neue Rechnung 4921 Ml • Großer Abschluß der Wcftwrrke in Wabana-Ärz. T ie Destwrrle «Gute Hoffnung-Hütte,. Harpen. Krupp, ManneSmann und d.e Vereinigten Stahlwerke» haben, wie die .Deutsche Berg Werkszeitung" erfährt, in den letzten Tagen mit der Wabanogesellfchaft (British 3mperial Production Eo. Ltd., London», vertreten durch die Bicker & Eo. A.G.. Essen, einen zehnjährigen Vertrag auf Vic'crung einer jährlichen Grundinenge von 700 000 Tonnen Wa- bana-Crz abgeschlossen. Die Lieferung beginnt ab 1929. Die Vereinigten Stahlwerke erhalten davon ’ l0. Am 1. Januar 1930 wird die eventuelle Mehrs ördermig der Gruben so geteilt, dgß die Lieferung an die deutschen Westwerke auf 800 000 Tonnen. 1931 auf 950 COO Tonnen ufw. steigt und im 3ahre 1933 1 150 000 Tonnen beträgt. Der Preis pro englische Tonne (1016 Kilogramm) beträgt 11 sh 3 d, dazu kommt Fracht Rotter- dain oder Srnden. Der genannte Preis gilt für die Grund.nenge von 700 000 Tonnen. Für die Mehrlieferung kann der Preis ab 1. September 1933 erhöht werden. Wenn darüber keine (Sir.gunfl erzielt wird, sann jod' Partei den Vertrag zum 1. Oktober 1933 kündigen. 3ebe weitere Mehr- förberung ist den ^vereinigten Stahlwer'en bevorzugt anzubieten. Die Belchaffenbeit des Grzes ist als sehr gut zu bezeichnen, da es ein Auskommen von 52 Proz. je, 0.8 bis 1 Proz. Phosphor und 11 bis 13 Proz. Kieselsäure hat. frankfurter -lbendbörsc. Frankfurt a. M.. 20. Juki. Die Abendbörse verkehrte wieder in saft vollkommener ©c- fchäftslofigkeit. Zu der bereits herrschenden Zurückhaltung trugen die aus Reuyork gemeldeten meist etwas schwächeren Ansangskurse bet Soweit Dotierungen überhaupt zustande tarnen, waren sie Ki den Berliner Schluß knapp behauptet. s gedrückt lagen 3.-D.-Farben und Lhade» aftien. Aschaffenburger Zellstoff gaben 2,75 Prozent nach. Dagegen konnten Adlerwerke weiter etwas anziehen. Anleihen waren vernachlässigt. Auch hn Verlaufe blieb es geschäftslos. Ab- lösungsfchuld 17,85, Barmer Bank 142.50, Tom- mcrzbank 183,50, Danatbank 265. Deutsche Bank 164,50, Dresdner Bank 165,50. Buderus 81, Gelsenkirchen 131L0, Harpener 148.50, Aschersleben 246, Westeregeln 249. Wannesmann 129,50, Phönir 89,75. Rheinische Braunkohlen 283. Rheinstahl 139,50. Stahlverein 93,75, Adlerwerke 116, ASG 171,50. Chadeaktien 573, Daimler 102. Deutsche Erdöl 134,75, Scheide anstatt 204, Licht und Kraft 212, I-G-Farben 258,50. Gesfürel 256. Holzmann 141, Karstadt 228. Dütgerswerke 97, Siemens 358,50. Zellstoff A'chaffenburg 222,25. Hapag 164, Dorddeutscher Lloyd 154. 'Berliner Pro> .ttcubörie. Berlin, 20. Juli. Die scharfen Rückgänge an den überseeischen Terminbörsen wirkten sich am hiesigen Markte gleichsall» in einer Abschwächung aus. Soweit Qludlanbofferten Vorlage». waren diese erheblich ermäßigt, auf der Basis der niedrigeren Forderungen kam es vereinzelt zu Llmfäyen. Inland-Brotgetreide alter iSrnie ttnrb für die geringe Olachirage ausreichend angeboten, die Eigner sind zu Preis- ftnueff innen bereit 3n Brotgetreide neuer ®mtc ist das Angebot nicht dringlich die Forderungen ziemlich unverändert. Das Wchlgefchäft ist völlig lustloS, auch stärkere Preisrückgänge veranlassen die Käufer ni$t zu Anschaffungen. Hafer liegt eiwos freundlicher, jedoch besteht nur für gute Qualitäten Interesse. Reue Wintergerste in guten Räiset-Erke. Lilbcnkapitlrätsel. Ifinem jeden der nachfolgenden lehn Wörter ist je fine cübe zu tmiuhnun. Zu einem Latz \u- "'inengesteltt. crgebcn diese Silben einen Wunsch des Berlages und der 6dniftleitung für die Leier. Lagune — Komtesse — Wetterhorn — Butterbrot — Fürstenstein — Leibdiener — Mit- fommer — Immergrün — Kinderei — Arsenal. Micu))oorhatkl. io 13 11 U Meaa »LAN Die Wörter bedeuten: Donlint» nach rechts und von oben nach unten: l. weiblicher Personenname: 2. preußische Provinz: 3. Charaktereigenschaft, 4. Oper non Verdi; 5 Muse und Futterpfla^c. 6. geographischer Begriff, 7. Insektenlarve; 8. Nebenfluß der Fulda: 9. weiblicher Personenname; 1<*. deutscher Strom; 11. Halbinsel bei Danzig, 12. arabischer Fnrstentitel; 13. sagenhaftes Schiff. Vexierbild. Wo ist die Sennerin? 3tfiflcvuugdrätkl. 1. 3d) bin ein großer Künstler, den Pinsel führe ich, Gesteigert bin als Geizhals bekannt dir sicherlich. 2. Ein Gewebe, sehr begehrt, nenne dieses mir, Und werde ich gesteigert, so brau ich gutes Bier. 3. Das Wörtchen, 's stammt aus fremdem Land, sollst deutsch du sprechen aus, Gefteiaert tst's, der Sinn ist gleich, zu sehn in jedem Haus. Homonym Bei Tisch, da bin ich viel begehrt. Doch, wer's zu allein gibt, Macht wenig sich beliebt. LilbenergänzungHrätscl —o—, —st—, —du—, —glis—, —Ian—, —gens—. Vorstehende sechs Wortbruchstücke wolle inan unter Zuhilfenahme der nachstehenden zwölf Silben au — bürg — e — er — gc — gen — graph — mo — nal — re — tri — ul zu dreisilbigen Wörtern zusammenstellen. — Die Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hinten gekfen. ergeben dann einen Wunsch für die Ferien und den Urlaub. Bildet UNstl. -liislöfnnstcn Silbenrätsel. 1. Sdmalc. Aaron. ,L ckzpori; t. Aandu; 5. Geiser, fi. (Ermin; 7. Runke; ■>. Bedier. '» Urft off; 10. Väicbc; 11. Davos. 1?. äagoii; 13. Elli: 14. Schlitier.. 15. Tarock; 16. 3o. 17. Docke: 18. Winkel; 1» 3man. Sorngerbundfeft in Wien. — lurnerfeft in Stoeln. Fchlaufgabe. Rosine; Usla; Celsius; Kasino: Sansibar: 2Uien; Cousine; Stqfimir. Rucksack ÄceuVu o.trälfeL lööDiifia VA fi] ro n hToi Problem „KeifejeU". Man lieft auf dem Plakat von oben nach unten in den Ortsnamen die durch die daneben stehenden Zahlen angedeuteten Buchstaben unb erhalt dann: „ftndre Voelker, andre Sitten". Bilderrätsel. E» ist in schwer, so bang kein Weh, Daß nicht eine Hoffnung drüber geh. Die Narrenkappe. Splitter unb Sparren vom Rcdaktionstisch. Der Bundeskanster auf Schulvisite. Bundeskanzler (Seipel visitiert gern kirchliche Schulen. Den Hnternd>l der Kloftertlaffen unb Ilm den Kleinsten der Kleinen eine Freude zu machen, hat er sich ungewohnt. am Schluffe des Unterrichtes «ich vom Lehrer eine Reckenaufgabe stellen zu lassen, die er bann mit absichtlichem Zögern richtig beantwortet. Ungefähr so: Fragt der Lehrer Herrn Seipel: „Wieviel ist zwei unb zwei?" Antwortet Seipel an den Fingern abzähle ich: .Bier — Herr Lehrer." Und dann zog er feine Börse unb legte Vier- Schillinge oder wieviel gerade daS Resultat der Aufgabe war, auf das Pult, damit der Lehrer für die Klasse etwas Schönes kaufe. Mit der Zeit sprach sich die Gewohnheit Seipels in Oesterreich herum und das Resultat wuchs mit der Häufigkeit der Schulbesuche. 2lls nun Seipel wieder einmal die Klosterschule in Salzburg visitierte, fragte ihn auf feinen Wunsch der Lehrer „Wieviel ist wohl zweimal fünf?* Seipel senkt den Kops. Denkt noch. Schwer sinnend. Da flüstert neben ihm ein kleiner Borbs „Strengens Gahna net unnötig an, Herr Seipel. mir brauchen grab zehn Schillinge für ein neues Rohrstaberl. Jo Hanns Rösler schweren Sorten bleibt gefragt, die Verkäufer halten jedoch auf Preise, so daß das Geschäft sich in engen Grenzen bewegt. Vereinzelt wird berichtet, daß neue Sommergerste bereits geschnitten wird. Das Lieserungsgeschäft entwickelte sich sehr schleppend, Juli-Weizen gab auf die schwachen Auslandmeldungen hin erheblich nach, die späteren Sichten waren behauptet Roggen tonnte seinen gestrigen Preisstand völlig aufrechterhalten. Ss notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer. 243 bis 245. 3uli 252 bis 254, Sept. 254.50 biS 255,50 bis 255,25, Oft. 254 50 ois 255,25 Brief. De». 255,50 bis 257 50 Geld. Roggen. märkischer, 254 bis 256 (unregelmäßig,, 5uli 270 bis 269.75. Sept. 24350 bis 244, Oft. 244 bis 244,50 Geld, Dez. 246 Geld i stetig): neue Wintergerste 206 bis 216 (stetig); Hafer, märkischer. 239 bis 250, 3ult 254,50, Sept. 217 bis 217,50 (still-, Dez 2.50 bis 253. Raps 320 bis 325; (100 Kilo, Weizenmehl 30 biS 3350 (ruhig); Roggenmebl 34.40 bis 36,50 (ruhig); Weizenkleie 15 (rupipi, Weizenkleiemelaffe 15 90 bis 16,10; Roggen kleie 17 (ruhig); kleine Erbsen 35 bis 40; Zuttererbfen 25 bis 27; Peluschken 27 biS 29; Ackerbohnen 24 bis 26: Wicken 27 bis 30; Lupinen (blau) 14 bis 15,50; Lupinen (gelb) 16 bis 17; Rapskuchen 19 bis 19.20; Leinkuchen 23.50 bis 24; Trockenschnihel 17,25; Soyaschrot 20,90 bis 21,90; Kartoffelflocken 25.50 bis 26 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die dinier den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — ReichSbankdiskonl 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Dev^rlunarkt Berlin—Frankfurt a. TEL relegraptztsche Auszutzlun g. Banknoten. ^tenkhma. TO. Berlin Schlitz- Axn SIU Utz. Kur» Schlutzl 2T.tlt34- bftry Tann« 11.1. »7. 11.1. 20. 7. ™ MSW I!M Mi G ») »5 o o K B t5 5 E o» 5 e» 2 - ......... “ ■ S7.25 il.34 IS.ti «1.1 2 3.55 25.7 i Ifi.M 115. ti U5.65 136 142.5 i* 267.5 166 1.1.35 166.5 267 r । > । ■ r । a. । g । । i । । v. । । । । । s g v K.S U.5 l*.l 31.5 25.8 10.8 11.6 10.» 2M 165..' 2U3 155.25 135.4 143.35 378.65 >85.5 163 153 ' 165 Ml 142.5 «7.25 871" 61.5 17.» 1.15 — 11.1 10.» 164.23 1*8,73 19V.75 U4.75 136 143 277.5 184 265 164.5 158.5 165.5 200 143 268 Her ha. 20 Ttult ■Seift üram nltt.- -.'loten • 1«, <* i77n Holläudilche Nolrn...... 168. <11 168.74 gulienifdie ‘Äoicn...... n.M 22.14 «onoeastLr Noicn...... Deockch.L.»rr7 . a ioo Kronen 111.58 112,02 58,83 59.17 8iuauuitftfce ^cten...... 2.54 2,56 LchwedUan ^cten...... Hl.s 111.32 Schweizer Äofnt....... «vaoikche *JJoun....... ri5n,atstche Boten . . llnaarlldc Koten..... <1.61 68.»1 12.365 80,93 69.19 il.lti 71,75 Jrankfune. « verltn Schlad- nur» S5tk Schluh- Hur» SAlufch Uiirtag. bflrlt Tcrtum. | 11. 7. 4« 7. | 19.7. 20. 7. l-S-ch............» ÜelÄ. 8ir!rnm6fn.....’G ’i*i nj.b »uü......1° -, .:rn * »ufilraime ,....<■ Kci. f. eithx. Unifru. ... ¥> esnuS. «cUr. «L--. *lefn........V' edlÄdtxi 8 Uta »al 4 Hattke ..... 1- . ..»••••• 8 Bfllaeyt t'to.......10 telusl ...... 5 r«^tcht tfuai.......6 »'«:« ......• kiKahraxaex ... t. I. 4 ■.*.*.*.*.*.*.".* n’t Setftau ........ t •••••••■? ........9 Rar. ?. tS aaini . .......R gu-tiftTbet.........7 . 5 Lbcr ± . '. e ktzch-rr 5^ ^leiard* ocauatelitr... io »Ne'Uhl L ¥. W »*»<.•? Raitel......7J Bczeunatt €taKä. , 6 Ctari Shatu ...... 1 rt Pali 3'dxr£r5tn.....10 BaS Sefttayls...... w eahserf . . . 15 J. a ^Kfte=-^N*ie . . . U Et n —,u Hobel ....... 6 =jH-^axrtoU ..... » ......... Süigctitoede . ....... 6 Sreräogeiellschost. • • • • • U 174 -14 1» M t* .63 166 8/ IM. 5 133 148.5 irr 150.5 Ito 104 90.5 -'M. 5 139.75 93.25 455.5 434 W M 98 134,5 ni.5 -5 129.5 456 358..' 166.25 81 134.75 Ul.5 113.5 129.73 110.4 89.75 zad 139.5 93.13 246 Z49 858.5 304 $5 '4 m.5 197,75 166. 15 313.75 ue 253.5 158.75 11. 247.Zä IW 161,75 147 - 81 5 136.75 121 U3.13 148,5 140.5 Cto 129.5 137 .30.75 110 103.5 115,4 90.25 ze6,5 139.5 M 50.75 Z51.5 254 434 161,25 124,5 93.75 98,5 172 ti 166.75 213.25 129 157.5 157.75 148.3 244.5 136 MO. 5 146 81 25 134.45 120.5 131.5 14S.75 129.25 ■a» 191.25 125.25 130.Z5 109.25 101.4 115.75 90.25 264 139... j M.13 51 25 248.5 250 430 860 124.5 94.75 l»raekh«rta.m Vertin s Schlvh. Muri SCblufck Muiaa- 6-st7 Datum: 1». 7. 30- 7. | 19. 7- ?O. 7. b- C ad O «2 2 32 £] 3 c" ° gOiö*dw-OV®<'OÄ®ö®« • ••••• • • • • • •••• •• e e ■■ 112 128 172 141 J 103,5 114^5 23.5 s.u •4.9 112 117 C0.5 108 210 151.Z5 141 137 172 297,5 225.5 115.25 3 152 111.5 351 3OS.5 64d reu 130,4 136.5 102 »4.4 114 831 79.7'i i a 23.5 71 IM 88 143.5 61.13 108.5 ist i7T 347 •27 296 344.25 124.5 195.5 103 55.75 115 »1.5 *0.5 121.25 254 ■Li 140.5 84 141.5 61.35 IW 151.75 W. Qnlt 20. äult Nonllchr (Selb Äotcrang Oner Ämiltdie *otutnna OelD - - Lmtz^Rou i<8,16 168,41 1,760 53.Z9.7 Boen-ltrel 1,763 58.Z75 1.769 58. .35 1,772 58,415 Lb.nrttanio Ul.« 112.04 111. M 112,08 aotn etadtolm 112.9l 112.08 112,14 lU.^d 111.62 112,07 112,14 142,19 btlftngfcrt. 10.527 10,547 10,51 10,55 Jtaltni. . . i 1,9.15 ZI,975 21. JJ 21,97 KCTlfcOn . . . Ä.J.6 20,236 Äl.354 40,394 Wenn ort . . 1.1645 1.134") 4.1655 4,1935 ®art$.... eiroei* . . 16,di5 16,425 16,3» 16,44 »0.68 80,71 80,50 90,75 Spanien . 68,VI 13. 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Juli 1928, abends 8*/, llhr, im -Schwarzen Walfisch" statt. Redner: pg. Kemper, Mannheim. Thema: Volk in Rot! Was will A.H. - Parteifreunde herzlich eingeladen. Caie Ernst Ludwig Heute Abend TANZ Bia 4 Uhr gcAffnet 6777D Brooipl lieferbar abiogeben! .'N jeder <6röve babe billigst anzubteien: wancrdrchte, sowie wollene Vierde decken, wasserdichte Waaenvlauen, Ltrobiäckc, Erntetüchcr u. Sacke aller 2lrt für Landwirtschaft M. CH. Mühlstein Säckcsabrik 6422V An der Maraarctenbütte 2*. | glooletei Harmoniums r werd, sachgemiih i il pretöwerl ge- j stimmt it. revar. | Oöerrrx j Giehen.VloMGl r Telephon 2403. r Ankantnbr. .QlatL r u. Harmoniums Auto-Need 1790. „,,D DürtODD- nöhmoininen Adler-, Diamant-, Proalo-, Torpedo- Fahrräder "• Triomph-Molorröder ©rommoDhone su günstigen Zahlungsbedingungen Zalob Schupp SelterSweg 83 H Heoarat -werWlle. Läuter, Tisch- und Diwandecken In 12 Monatsraten Norddeutsche Waren - Handels acicllichalt m. b.H., Berlin W. 62. Maahenstrahe 36. 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Diele großartige oder auch recht au»- । und blicken, daß man bei dieser Gelegenheit eine stattliche Anzahl neuer Wohnungen schosst, die itbheß! ch al» Äleinmobnungen bergeficlll werden ? durch den Wohnung-bedursnisfen der weniger die der Stadtverordnetenversammlung die Zustimmung zu dem Projekt so leicht machte, daß die Genehmigung durchEinstimmigkeit desHauser erteilt wurde. Dieser Entschluß der Stadtverordnetenversammlung konnte um so eher gefaßt werden, als die Negierung aus den Ertragen der Sondersteuer eine nach- trägliAe ansehnliche Ueberweisung an unsere studu- schcn Finanzen varnabm, die zur Bestreitung der Baukosten für die Wohnungen in diesem Neubau verwandt werden konnte. Wenn man alle Gesichtspunkte, die in diesen Zeilen ihren Ausdruck finden, in rechter Weise würdigt, so wird man sicher überall in der Bürgerschaft die Er- rir. uing dieses Gebäudes begrüßen, weil unsere Marktoerhältnisse, die Lage auf dem Wahnungo- markte und auch die Gestaltung des Stadtbildes durch die Ausführung dieses Bauprojekte» in günstiger Weise beeinflußt werden. Umständen darf diese , . unbequem ist, verschleiert werden! Man täusche sich nicht darüber, daß der Äetloflgepoft keineswegs nur eine erste platonische Anregung ist. sondern daß er ein An fang ist. Anfang und Ansatz zu einer Entwicklung, auS der für Deutschland Günstiges, aber auch Gefährliches hervor gehen kann! Die Situation an sich ist für uns günstig und Deutschlands Stellung stark. Aber gleichwohl wird für den weiteren Verlaus von der deutschen Politik schärfste Aufmerksamkeit. Gewandtheit und Entschlußkraft erfordert. an anderen Umständen gelegen hat: denn die Zeitung bleibt immer dieselbe! Niemals sich zufrieden ' *Irgend- wirklich weiter führt und wenn er, den Weg bahnt zu etwas, was man recht hübsch die „Flurbereinigung in Europa" genannt hat. Der amerikanischen Politik muß von Deutschland klargemacht werden, daß der Frieden in Europa nicht gesichert wird, wenn durch eine solche große Aktion die Pariser Verträge erneut gefestigt werden, sondern nur, wenn man damit zu einer Revision dieser FriedenSverträge auf friedlichem Wege kommt. Auf das schärfste stehen sich somit auch hier und in dieser Aktion die Standpunkte Deussch- lairds und Frankreichs gegenüber. Unter keinen iarheit, auch wenn eS erweitert werden. Frankreich hat am 14.3uh geantwortet. ClBebcr was der Antwort zuvvrging, noch diese selbst sind geeignet, unsere Desorgnisse als unbegründet erscheinen ft nämlich beim Werben gar nicht das Wichtigste. Mit großen Mitteln eine immer noch einigermaßen wirksame Reklame durchführen kann jeder. Aber aus einem Inserat die größtmögliche — ich bitte, dies Wort ganz wörtlich zu nehmen — also die größte oller möglichen Wirkungen heraus- mittelten Bürgerkrcise zugute kommen Die glückliche Verbindung de» Gedanken» der Schössling besserer Marttverdallmsfe mit der Errichtung weiterer Klein- Wohnungen in einem einzigen Projekt war e» auch. zuholen, das ist die wahre Werbekunst: und dazu braucht man mehr Vernunft im Gehirn als Geld in der Tasche. Denken Sie heute einmal über diese fünf Punkte So ist di« englische Politik durch eigene Schuld in eine reichlich schwere Lage hineingekommen. Das wollte der englische Innenminister,, der ja überhaupt durch wenig geschickte Vorstöße sich bemerkbar macht, verschleiern, indem er einen groben Vorstoß gegen Amerika machte, dahin, daß der Pakt lediglich leerer Formelkram sei, wenn Amerika nicht auf den weiteren Ausbau seiner Flott« verzichte. Das ist gewiß sach- im übrigen ist ja aber die Durch- r letzten Flottenvorlage in Amerika worden. Aber man begreift nicht. verschol .. . wie die englische Politik, der soviel an einem guten Derl)ältniS mit Nordamerika liegen muß. 65 Jahren auch das Schössen- und Geschworenen- amt. Bei Vollendung des 70. LelenSjahreS kann jeder nach sünsjähriger Verschollenheit für lot erklärt werden. — Gr darf nur mit seiner vorherigen Zustimmung eingeäschert werden (statt der Beerdigung). Werbekunsi im ZeitungSinseraf. Don Hans Schrader, Köln. Die meisten Inserate leiden darunter, daß sic zu klein sind. Das hat nämlich nicht einen, sondern gleich zwei Nachteile. Erstens ist es eine wissenschaftlich geprüfte und fest- stehende Tatsache, daß der (Erfolg eines Inserats stärker wächst als seine Größe: ein doppelt großes Inserat hat nicht den zweifachen, sondern etwa den dreifachen Erfolg. Ferner ist man bei dopvelter Größe in der Lage, mehr über die Vorteile seiner Ware zu erzähl«.n, außerdem auch noch durch ein Bild und bessere Naumaufteilung die Sympathiewerte der Anzeige zu erhöhen, jo daß man bei geschickter Benutzung aller Möglichkeiten leicht durch doppelte Größe statt eines dreifachen sogar einen zehnfachen Erfolg herausholcn kann! Zweifeln Sie, bitte, nicht an dieser Behauptung, sie ist zu oft schon bewiesen worden. Wenn dem aber so ist — kann man dann noch davon sprechen, daß Reklame „teuer" sei ? Muß man nicht vielmehr sagen: Jeder Inserent bestimmt den Preis seiner Kundenwerbung selbst — nämlich im Verhältnis zum Erfolg, also je nachdem wie wirksam er seine Inesrate abzufasjen versteht? Ist es nicht ganz gleichgültig, wieviel Geld ich ausgebe, wenn der Erfolg es mir mit entsprechendem Gewinn wieder einbringt? wo ist ganz bestimmt der Punkt, wo Sie den ~r Geschäft weiter heben leschäftsersokge beruhen auf einem Zufallstreffer — der dann allerdings in feiner Bedeutung erkannt und folgerichtig ausgenutzt und man prüf« rechtzeitig, ob an allen Stellen des großen Apparates, auf dem Deutschland dafür arbeiten muß, alles geölt ist, um sicher im deutschen Sinne und Interesse zu funktio- meren! Rechte und pflichten von der Wiege bis zur Bahre. Der Mensch wird mit seiner ®eburt „rechtsfähig". bekommt also Rechte und Pflichten. Erbfähig ist er bereits im Mutterleibe, nämlich 270 Tage vor der Geburt. Mit zwei Jahren muß er sich erstmalig impfen lassen, mit dem sechsten Lebensjahr kommt er m die Schulpflicht, wird mit sieben Jahren beschränkt geschäftsfähig (mit Zustimmung fernes Vormundes). Mu 13 Jahren wird er zur Beschäftigung in Fabriken zugelassen. Dom 14. bis 18. Jahre dauert die beschränkt« Strafmündigkeit. Mit 16 Jahren wird man eideSwündig. darf ein Testament errichten und (das Mädchen) heiraten. Der (die) Achtzehnjährige ist voll straftnündig unb kann evtl, für volljährig erklärt werden. Der (die» Zwanzigjährig« erhält das Wahlrecht zu Reichs- und Landtag. Das 21. Jahr bringt di« Volljährigkeit und die Desreiung aus elterlicher Gewalt und Vormundschaft. Der Mann wird ehemündig und durchweg weit klüger als alle alten Leute. Der (die) Löjährig« kann sich i n das Parlament wählen lassen, muß mit 30 Jahren die Berufung als Schöffe, Geschworener. Handelsrichter oder Beisitzer des Landesarbeitsgerichts annehmen und darf nach zehnjähriger Verschollenheit vom 31. Lebensjahr ab für tot erklärt werden. Der 35er kann Beisitzer deS Reichsarbeitsgerichts werden, der bOjährige adoptieren, wenn feine eigenen Binder da sind. Der 60jährige darf Vormundschaft, Pftegeschaft usw. ablehnen, mit wurde. Immer aber beachten Sie: Größer inserieret! bringt noch größeren Erfolg! _ j Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sißung vom 13. Juli die Errichtung eines Markt- laubengebäube» genehmigt und für dielen Zweck einen .Qrebit von 344 <>00 Mark zur Verfügung gestellt. Das Gebäude soll, wie wir in Nr. 164 vom 14. Juli berichteten, in der Morktlaubenstraße gegenüber den jetzigen Marktlauben errichtet werden. Es wird 12Marktlauben und ISWohnungen stimmen zu, und zu ihnen ist inzwischen noch Spanien getreten. Am längsten ließ England auf sich warten, dessen Rote am Freitag veröffentlicht worden ist. Die englische liberale Press« greift Chamberlain sehr scharf an wegen feines Zögerns und wegen seines Klebens an Frankreich. Es ist richtig, daß EhambcrlainS Politik gleichlinig mit der Briands vorgchen will und daß er sich in der ersten Antwortnote sehr stark dem ftanzösischen Standpunkt genößen ßat. Wir glauben aber, daß dies zur Erklärung der Haltung Englands nicht ausreicht. Es ist in einer sehr schwierigen Situation. 3m Grunde will es diesen ganzen Vertrag nicht, der, man mag ihn so gleichgültig und bedeutungslos nehmen wie man wolle, doch eben eine Bindung enthüll. Reue Bindungen aber will ff* «^gllfche Politik durchaus nicht übernehmen. Sie Ijat weiter sich selbst die Schwierigkeit ge- Rordamerika in so wesentlichen Punkten Standpunkt Franl r eichs entgegen kam. Die anderen Staaten haben zugestimmt Kpuncn, daß die großen Selbstverwaltung skolonien den Vertrag ohne Dorbe- halt annahmen und fo ganz deutlich im weiteren britischen Weltreichs die Politik Großbritanniens und bic seiner großen Kolonien Deutschland ohne Vorbehalt sofort zustimmle. Seine Interessen gehen mit denen Nordamerikas parallel, und es hat zudem auch ein gewaltiges Interesse daran, daß auf diese Weise sich Rord- amerifa Europa wieder zuwendet. Jetzt aber ist, wenn noch nicht die Gefahr, so doch das Problem, daß die praktische Anwendung und Bedeutung de« Kellogg-PakteS darauf hinaus« komme, im Sinne Frankreichs die Ordnung des Friedensvertrages von Versailles durch di« ungeheure Macht der Vereinigten Staaten zu garantieren. Es bedarf keines Wortes, daß das für Deutschland unmöglich ist. Dieses hat auch mit Recht in der Rote vom 27. April hervorgchoben, daß der Kellogg-Pakt, die Bewegung und Vertragsverpflichtung, auf den Krieg schlechthin zu verzichten, nur Sinn und Erfolg haben kann für den Frieden, dem ja Rord- amerila damit dienen will, wenn er die Ab - «stellt. Nach dem Brandplatz zu wird die Stirn, ehe de» Flügelbaues natürlich mit Fenstern versehen. wahrend die Stirnseite des glugelbauc» am Lindcnplatz Anschluß an da:. vorhandene Wahn- Haus nimmt. Für spatere Zeit ist ins Auge gefaßt, daß die Einrichtung von Markllauben von dem neuen Gebäude ausgehend auf der gleichen Straßenseite weiter ausgedehnt wird, und zwar auf die jetzt 1. Man darf das Inserieren nicht als notwendige» Hebel betrachten und dementsprechend neben- sächlich behandeln. 2. Man darf nicht zuerst fragen: „23as kostet'»?", sondern muß fragen: „Was bringt es mir?". 3. Man muß feinen gefunden Menschenverstand gebrauchen 4. Man muß System in sein Werben bringen. Dor allem aber: 5. Man muß danach streben, immer größer zu inserieren. Diese Grundsätze tun es zwar nicht allein, manches andere gehört auch noch dazu, z. B. gute Ware. Niemand kann mit Reklame eine Ware verkaufen, die nicht auch ohne Reklame zu verkaufen wäre. Die Reklame kann nur dazu verhelfen, daß er mehr Ware verkauft — aber ist das nicht gerade die Hauptsache? Die Steigerung des Umsatzes oder die Beibehaltung eines einmal vorhandenen großen Umsatzes, das ist Anfang und Ende aller Gelchästskunst, und dazu führt sicher der Weg, den die obigen fünf Grund'atze bezeichnen. Deshalb: Niemals den Mut sinken lassen' Niemals sagen: „Die Zeitung ist schuld!", wenn ein Inserat einmal nicht die gewünschte Wirkung hatte, sondern bann untersuchen, ob es nicht am Inserat selbst ober enthalten. Der Neubau soll so gefördert werden, daß er noch bis zum nächsten Winter im Rohbau voll- endet wirb. Die hier abgebruckte Skizze zeigt bie Front des neuen Gebäudes. Dieses wird am Brandplatz an das Hochstättersche Haus anschließen und am Lindenplatz den Anschluß an das jetzige große Wohnhaus finden. Die gegenwärtige Bedürfnis- anstatt auf dem Lindenplatz muß dem Neubau Platz machen. Die in der Skizze ersichtlichen Dogen im Mittelbau stellen bie neuen Marktlauben bar, in bcm Flügelbau nach bem Lindenplatz au (rechte Seite ber Skizze) wirb ein Laben geschaffen roerben, dessen räumliches Ausmaß so bemessen ist, daß auch nach ein Bureau dort Platz finden kann, während in bem Flügelbau nach bcm Branbplatz $u (linke Seite der Skizze) eine Bedürfnisanstalt für Männer und Frauen eingerichtet wird. Im ersten und im zweiten Obergeschoß, sowie in den Giebeln ber beiben Flügelbautcn werben Wohnungen her- daß ei mit feinem . ,, sonders auSgcdrückt zu erhalten, nicht durchkam. ES hat daher feinen RechtSsachverständi- gen, den der englische gern begleitet hat, nach Derltn geschickt, da Deutschland an sich zu einer Juristenkonserenz förmlicher Art Über diese Frage nicht bereit war. Die drei Rechtösachverständigen, GauS, Fromageot und Hurst, haben sich inoffiziell am 3. Juni, wie nachträglich bekannt geworden ift, getroffen und miteinander verhandelt. Gewiß ist das keine offiziell« Zusammenkunft, aber doch etwas sehr ähnliches. Und die fran- zösische Rote ist dann schließlich doch etwas wie ehx pos it tveS Ergebnis dieser Besprechungen. auSeinandergehen wird. Und sie hatte, wie erinnerlich, in ihrer ersten Antwort einen besonderen Vorbehalt der Handlungsfreiheit für bestimmte eigene Gebiete ausgestellt, eine Art englischer Monroedoktrin für die Länder um den indischen Ozean herum. Das hat Kellogg in seinem Entwurf vollständig und absichtlich ignoriert. Seine, die amerikanische Monroedoktrin, hat er ja. Wozu sckll er sich, besonders bei der jetzigen Situation -wischen England und Rordamerika, mit dieser Schwierigkeit belasten, daß England ganz deutlich zeigt, es wolle sich für gewaltige Gebiete seines Weltreiches in Asien und Afrika ohne jede Bindung das Reecht zum Kriege oorbeßalten? Die französische Interpretation ist nicht in den DeriragStert aufgenommen und selbstverständlich hat der deutsche Rechtssachverständige den deutschen Standpunkt bis zum äußersten vertreten. Aber einmal steht fest, daß die ameri- kanssche Beglellnote vom 23.3unt dem französischen Vorbehalte wenigstens nach Auffassung Frankreich- Rechnung trägt und den Verträgst«,t im französischen Sinne au«- legt. Sodann aber, waS wichtiger ist, stellt die ftanzösisch« Rote fest, daß der Vertrag mit den Verträgen vereinbar fei, durch die , Frankreich sich anderweitig gebunden habe. Soweit darunter Völkerbund und Locarno-Vertrag gemeint sind, sind wir einverstanden. Aber Frankreich denkt dabei natürlich auch an seine eigenen Verträge, bie die amerikanische Rote merkwürdigerweise „R eutralitäts-Ver- träge“ nennt und die, wie die Verträge mit Polen Belgien usw., im Grund nichts anderes sind als Rlilitärbündnisse alten Stils, zum Teil wie bekannt, offensichtlich gar nicht mit dem Völkerbundspakt vereinbar. Schließlich ist noch bedenklicher die sehr scharfe und wellgrei- fenbe Auslegung, bie Frankreich dem Rechte zum Verteidigungskrieg gibt: „Jedes Dvlk hat allein zu entscheiden, ob bie Umstände es nötigen, zu seiner eigenen Verteidigung zum Kriege zu schreiten." Man braucht nur in bie französische Presse zu sehen, um zu erkennen, was man in Frankreich barunter versteht, nämlich den Vorbehall. daß Frankreich sich gegebenenfalls die Freiheit sichere, indem es irgendwelche Zwischenfälle als Angriff drapiert, selb st einen Angriffskrieg zu führen. DaS ist ohne Zweifel der Versuch, der erfolgreiche Versuch, den Pakt in rem französischem Sinne umzudeuten und, wie wir es schon be- zcichneten, die kleine Deffnung der Tür durch Kellogg au benutzen, um dadurch schließlich doch Aum Rechte der Intervention, zum Sanktionskrieg und der Sanktionspolitik, zu kommen. Wir fürchten, baß die amerikanische Staatskunst, bie gewiß Weitblicken!) ist. aber mit den Finessen und raffinierten Geschicklichkeiten der französischen und Genfer Diplomatie doch nicht so vertraut ist. das in vollem Maße nicht überschaut hat. Oder sie muß sich eben sehr stark darauf verlassen, daß zunächst einmal die einfache Formulierung eines solchen Paktes genügt, und dann der moralische Druck überhaupt auf alle bie, bie eben in biesem Pakt klar und einfach darauf verzichten, den Krieg als Mittel der nationalen Politik zu benutzen. Aber Herr Kellogg muß uns schon gestatten, daß wir. durch unendlich viele Erfahrungen gewitzigt, mißtrauisch sind und es darum bebauern, baß Der Kel!ogg-paft. Außenpolitische Umschau Don Sr. Otto Hoehsch, o. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. D. Der Kellogg-Pakt ift nicht, wie i.an annahm, zum 14 Iull. bem ftanzösichen Rauo- nalfeieriag, fertig gemorbtiv Unb man kann nicht lagen, daß eS für bie Vorbereitung bieseS Friedens patres gerade eine überzeugende unb erfreulich« Begleitmusik ist. wenn man bie Ra- unb wie in einer riesigen parate glei4>fallÄ bie französisch« Zri.eg-Ilotre dem Präsidenten vorgeführt tourte. Das zeigt doch einbr.nglicher als alle- andere, wie wenig im Jnnern Die franz. 'Ich« Politik durch bi- »mit ruft ive Friedenspolitik bestimmt ist. bie Rorbamenka letzt ^cuii ch?a .ib bat ohne Vorbehalt der Unter- zeichnung jugc i.mmt «deutsche Antwort ".Imn). .In der jetzt v o r g e sch 1 a g « n e n Form . b. h e« lehnt burchaus und in jeber Form Jn.er- pr«ta:.onSversuche Frankreich- ab die sogar in Form eine« belonbcren Protokolls festgelegt toerben sollten. Selbstverständlich ßat aber die deutsch« Politik vo^ulx-hnlen. baß sie nun in der weiteren Behandlung chre besonderen Ge- lichtSpunfte nachdrücklich vertritt. Der Pakt hat nach unterer Auffassung nur emen Sinn wem, er die Abrüstung weitersührt unb desgleichen bie Revision ber FriebenSverträge vorbereitet unb ebenso sell'stverstänblich muß er um Rußland schon bestehenden Häuser der Stadt am Linden« platz. Für die Gegenwart ist es schon erfreulich, daß durch den Neubau der jetzige unerfreuliche Anblick von der Marktlaubenslraße her auf die rückwärtigen Häuser in der Schloßgasse oer- schwindet und das Stadtbild an jener Stelle ganz wesentlich verbessert wird. Weiterreichende Pläne hinsichtlich einer spateren durchgreifenden Neugestaltung des Straßenbildes am Lindenplatz in 23er- bindung mit einer entsprechenden Umgestaltung des Kirchenplatzes unb der Straßenbreite beim früheren f)otel Einhorn, sowie der Schloßaasse werden in der Errichtung dieses neuen Marktlauben. gebäudes einen guten Ausgangspunkt haben. Wann allerdings Der Zeitpunkt zur Inangriffnahme eines solchen Planes gekommen sein wird, ist heut, auch noch nicht annähernd abzusehen. Ein weiterer Vorteil des Neubaues — neben der Behebung der bisherigen Klagen über unzu- längliche Marktverhältnisse — ist auch darin zu er- anrempeln zu dürfen glaubt. Der Welt zeigt das nur. wie schwach unb wie unsicher die englische Politik ist. Die ganz« Art. wie England bi« Kellogg-Anregung btese Monate Hindurch behandelt hat, hat den Respekt vor der englischen Politik um so weniger erhöht, als ja dasselbe England gleichzeitig auch in Genf, in den Verhandlungen über Wrüstung und Sicherheit, direkt als Gegner der Abrüstung und Hemmnis einer positiven Weiterentwicftung aufgetreten ist. Zeichnet England den Pakt, was es ja gar nicht vermeiden kann, so kann Amerika, daS damit in die Entscheidung, wer Angreifer sei, hereinbe- bezogen ist. nun seinerseits in jeder Aufbringung eines amerikanischen Handelsschiffes eine Verletzung seiner Interessen, einen Angriss sehen. Unb das sind leise Anfänge einer Entwicklung, die für England sehr unbequem unb sehr schwerwiegend sein werden. Auch in Genf wird man sich nun überlegen, was dieser scheinbar sehr theoretische und platonische Pakt für den Völkerbund und sein« bisher bewiesene Unfähigkeit, die Abrüstung vorwäriS- zubringen, bedeutet. Die eigentlichen Kämpen aber um den Pakt sind nun in Europa denn es ist zunächst ein europäischer Pakt einschließlich Rordamerikas, weil die amerikanische Monroedoktrin daneben steht und ein Uebev- greifen Europas in jene Gebiete ausfchließt — Frankreich unb Deutschland. Sofort ist das Stichwort in Frankreich gefallen. Man ist dort wideerwillig auf Kelloggs Bahn gegangen. Man hat mit seiner Auslegung das Men schon- möglich« zugunsten Frankreichs durchzu eyen versucht, um Kellcggs Absicht zu sabotieren, und hat darin einiges erreicht. Für uns viel S'wiL. für Frankreich natürlich viel zuwenig. Aber gleich nachdem klar war, daß das nun nüßt zu vermeiden sei, kommt aus Frankreich die Formel, baß jetzt bk Vereinigten Staaten, die b«n Friedensvertrag von Versailles nicht unterzeichnet hätten, nach z^m Jahren den großen europäischen Ländern die Hand reichten in dieser „edlen 3b«, die zunächst von Dmand entwickelt unb bann von den Vereinigten Staaten übernommen wurde". Mit großem Geschick soll sofort in der Weiterführung der ganzen großen Frage Rordamerika an die Seite Frankreichs gebracht werden, indem man darauf rechnet, baß Rordamerika die komplizierten unb absichtlich kompliziert gehaltenen Verhältnisse in Europa nicht recht überschau«. Doppelt geboten also Vorsicht und Energie i auf Deutschlands Seite! Es war richtig, daß = 468 ID = Hi 111111111 u 111 iiniiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiii»iiiiii||inn|||||nnmi»i|||||l||l>l|IIIIIIIIIIIIIIIIH.l|jüü*ü**HÜÜHÜÜÜ£ BieTEChnis tw 6 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen Genrsen kann man durchs Fernrohr sehen, wenn man zehn Centimes hineinsteckt. Sie krabbeln wie große braune Insekten im silbrigen Geröll. KU seinem Park. Di« waldschäumenden Wässer, die von den Hängen stürzen, werden unmittelbar in die Autvsprengwagcn neuesten TYPS eingdülü. Soviel □Zahlt und soviel Komfort auf einem Plätzchen zusammen- daS ist Entgötterung des Paradieses, sagen die einen. Das ist Steigerung des Paradieses, das uns so erst erschlossen wird, sagen die anderen. Sö ist wohl eine Frage des Standpunktes, vielleicht je nachdem, ob man im Qluto sitzt, oder den Staub davon abbelommt. Landschasts-Serpeniine Bilder von unterwegs. Bon Hans Tlatonet. Di« Tetegraphenstange ist bis zum Gleichet hlnausgellettert. Schon steht fte da oben, romantisch wie nur irgendein Heinrich Heinescher Fich» tcnbaum, der einsam träumt. Das ilrtoelteiä des Morteratschgletschers, geröllübersät, zur Moräne versteint. stürzt wie ein gebäumtes Riesentier mit dem Schuppenpanzerrücken eines Mastodons talwärts. Unö hält plötzlich inne, als hätte eine erhobene Hand mit göttlicher Ruhe das Untier beschwichtigt. Qln der Grenze des Lebendigen steht der Gletscher still, und ihm entgegen kommt die Telegraphenstange, vorwitziger Späher der Zivilisation. rri . Dies ist der von der Schöpsung gewollte und geplante Weg: ein Halt dem Gletscher, ein Dor- wärts der Telegraphenstange. Wer sich mit der Entwicklung eins suhlt, freut sich darüber. Zungen schmecken sehr gut. Sehr Prakttlch zum Mitnehmen find hartgekochte *er. ta |ie geom Druck oder Stoß sowie gegen Hlhe Widerstands- fähiger find also bi» zum Abend nichts von ihrer Güte cinbühen. , , Zu vermeiden >ind: Gurken, oalaie. gesäte zene Fische, scharfe Äcnfernen. fettes WJ» überhaupt alles, was Durst hervorruft. Auch Schwarzbrot ist nicht praktisch qelchnrtten wenn auch noch io gut verpackt, trocknet es zu rach aus und fällt schwer ins Gewicht. Wrttzbrvt, Semmeln, eventuell Semmelbrot sein geschnitten, sind angenehmer, wenn man Nicht dorztcht, sich felbst einen Kuchen mit oder ohne Zucker zu backen. Ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung lind Lästigkeiten. von denen man heute weist, doh si« bei Touren direkte Kraftspender bar- kNalojapah. Gvenzscheide der Landschaft. **' Ehe Tie abftürzt ins dunstige Blaue. Bäumt sie sich nochmals zu Schnee und Firn. Ss umweht das Ewig-Rauhe Und di« Ahmmg des Süds ihre Stirn. Wo, wo sah ich schon diese Höhen. Die tote Grotten aus blauem Gestein In der zacsige-i Fern« stehen. Leuchtende Schatten, malachitne Reih'n. War es im Traum, toar es nn Bild«? Irdisch ist diese Landschaft kaum. Das ist Leonardos Gefilde' Landschaft zwischen Wachen und Traum. stellen. Sie dürfen weder zu trocken noch bröselig oder in zu kleinen Stücken fein. Idealer Proviant ist: Schokolade als Kuchen oder in Rippen. Odstbiskuits. weiche Keks. Hefeteig, mit Russen oder Schokolade gefüllt, Bischofsbrot. Zwieback und Liemonsbrot. bann Fruchtbon- bons, eventuell einige Würfel Zucker als Erfrischung. Getränk« sollen nur bei längeren Touren mitgenommen werden, und da am besten kühler, nicht zu führt Te« mit etwas Zitronensaft: für Heinere Kinder abgekochte Milch oder leichter Kakao in der Thermosflasche. Aber bei Familienausflügen teile man die Etappen fv ein, dast man ab und zu in einer Station Haltmacht, um ein warmes Getränk zu erhalten, denn zur Plage darf ein solches Vergnügen nie werden. Oos Reisegepäck tzer Daheimgebliebenen. Auch die Daheimaebliebenrn, die ihre Ferien- erholung auf Ausflügen suchen, haben ihre Reifesorgen, die sich bei ihnen meist um den Proviante korb drehen. Ramentlich die Hausfrau hat sich den Kopf zu zerbrechen, nach neuen Möglichkeiten zu suchen um ihr« Familie unterwegs gut und zweckmähig zu ernähren und auch ettoa* Abwechselung in die kalte Küche zu bringen. Bei der Zusammenstellung des Proviants überlege man: Wohin man gebt, ob an dem Ziel warme Getränke erhältlich: ob kleinere Kinder ober emp- finbliche Magen zu berücksichtigen sind: für wieviel Mahlzeiten Borsorge zu treffen ist: es handelt sich ja meistens um ein zweites Frühstück, ein Mittagessen, einen Rachmittagimbih, seltener um das Abendbrot. Bor allem muh man jedoch beim Verpacken des Proviants diesen je für die betreffende Mahlzeit zusammenlegen, um das lästige Oeffnen aller Päckchen zu vermeiden: ferner werde die erste Mahlzeit zuoberst verpackt. um sie sogleich bei der Hand zu haben. Dah man jede Speise in sauberes Butterbrotpapier dntoidclt, ist selbstverständlich: der jeweilige Irnbih, zum Beispiel für vormittag, werde bann in eine Serviette gelegt, welche nach der Beendigung zum Abwischen der Hände dient. Der Provianttoro oder die Tasche, ja sogar der Rucksack, kann in mehrere Felder geteilt fern — eS ist viel übersichtlicher. Er enthalte auch em ober zwei Bestecke - es gibt deren sehr praktische mit Schutzhüllen - einige Pappetellerchen, Pfeffer und Salz in verschlossenen Streuern. Auch die beliebten, sehr leichtgewichtigen Alu- miniumdvsen sind, falls man die einmalige Ausgabe nicht scheut, sehr zu empfehlen. Auch einige Gläser müssen eingepackt Werdern Run die Mahlzeiten selbst. Als Regel gelte hier, dast die leicht verderblichen Ange am frühesten verzehrt werden, wie z. B. Obst. Wurst, Butterbrote, denn all dies wird bald weich und unansehnlich: weiche, in Staniol gepackte Käse eventuell mit Butler gemengt. Leberpasteten als Brotaufstrich sind eher zu empfehlen. Aehnlich ergeht es mit dem Obst: außer Orangen. Bananen. Aepfeln ist srisches Obst kein richtiger Proviant. Erstens drückt es sich, ruiniert die anderen Vorräte und kann sogar leicht Magenbeschwerben verursachen. Wenn Wurst überhaupt mitgenommen wird, dann nur harte — sogenannte Salami. Aber viel rationeller und billiger ist es. sich tagsvorher Kalbs- oder Schweinesleisch zu braten oder zu kochen und. fein geschnitten in Butterbrotpapier eingeschlagen, mitzunehmen. Auch ein fafti- ges nicht stark gewürztes gehacktes Fleisch oder Die Berninabahn mit ihren gelben und roten Wagen, tote irgendeine beliebige eleftrrkfre Straßenbahn (nur bequemerj ist die herrlichst» transalpine Elektrische. Rach dem sie bis zu den Bernina-Häusern in iroftHare Winterluft empor- geflettert ist, läht fte sich in Luftigen Spiralen und Serpentinen nach Italien herunterfallen. Hnb, hast du nicht gesehen, bist du in «irrem aderen Klima mit dicker Luft, fiibergrauen Oliven und schwarzen Hemden. Wer den raschesten Wechsel und jähe Kontraste liebt, der lasse sich auf dieser Bahn von den Bernina-Gletscherii tn den Backofen Tirano hinabkurbeln. Der Luxuszug Paris—Aon, verschnauft in D. kaum eine ungeduldige Minute. Unterhalb des staubigen Restes beginnt die blaue Bucht des Gardasees. Die Reisenden, mit schläfrig-schweren Lidern, hingeräkelt in die Tagespolster ihrer Schlafkupees, blcnzeln, sofern nicht die Gardine vorgezogen ist. in das flirrende Licht der Mittagsglut. ilnb würden doch — ich meine die Herren mit den kleinen schwarzen Schnurrbärtchen und dem blasierten Mund — die Augen auf- Der Mittagsgong schlägt: nein, tausend Mite tagsgongs schlagen. Es ist. als dröhnte er über das Tcll, durch dieses ganze Land der best- organisierten ^Hotellerie" (so nennt sich in der Schweiz der Hotelbrsitz). Man könnte seine Uhr nach dem Gong stellen, der zum Essen ruft Der Reigen der Kuhglocken hat sich in diesen Klang verwandelt. Rirgends gibt es vollkommenere Hotelportiers: Sprachgenies, Fahrplan-Gedächtnis künstlet. AuS- kunftsbureaus. Cook in der Westentasche. Rur auf die Frage: .Wo sind eigentlich die Ober- engabiner?" gibt es teilte Antwort. Die Hotellerie hat sie geschluckt. Sie sind Hotelportiers geworden. die vollkommensten der Welt. 2lbec wo sind die Schafe Segantinis hin? Hat sie die Hotelkultur des Oberengabin in unwirtliche Höhen getrieben? Roch über die Hütte des Schafbergs hinauf, wo Segantini, noch tiefer hinunter an die Deen von Sils, wo Rietzsche einsam war? _ Die erstklassig gepflegte ©trabe, die von St. Moritz über Maloja im Serpentinen-Absturz nach Italien führt, ist einer der groharttgsten internationalen Autokorso- Europas. Der Reich- tum bet Welt fährt hier hundertpferdig spazieren. Er macht die schönste, tiefsinnigste Landschaft. Verschmelzung nordischer und südlicher Ratur, Es ist etwas unbeschreiblich Seltsames Gemsen in vcertaufendtecher Vergröberung unter dem Mikroskop an die Felswand gefleht „Wenn bat man nid) Zi«j«n ‘in“, sagt em skeptischer Berliner. Es gibt Leute, die ganze Buschen Edelweth. diese keuscheste, menschenscheueste aller Pflanzen, in ihren schweißigen Händen halten. Diese Blume, die fast ohne Stengel sich in unwegsames Geröll drängt mehr Moos als Blume, ein Stern aus Weitzern Filz. eine rregetabile Schneeflocke, di« sich am wenigsten zum Pflücken eignet wird eben darum just zum Sttäutzchen gebunden. Ss ist der Verntchtunaskampf des Menschen gegen das AristokratischAbseitige, das auSstirbt. Solbad Höhenluitkurort Dobel ihre Gaststätte lahresschau Dresden Ißad.'Wlfthmgen. für'TU8cen..£B&ne in unserer Bäderbeilage! Vesncht deutsche VSdee und SommeeßviLche«! ?20m ü.d.M.. zwischen Wildbad u. Baden Baden, in schöner, ruhiger Lage, inmitten herrl.Tunnenhocbwald.. mit prtlehk Fernsicht, Heilkr. Gebirgsklima, bea. «eeUnet k Äervöte. Iterea. a. Ailimaleldentle. Kurarzt Lesezimmer. Gate _a»thore. zntrt- reiche Priratwohnungen. Proipekte durch die luitfwttiM. Hauptniederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstr. 6, Telephon 88 Badeschriften durch die Kurverwaltung. Sanatorium Hohenwaldau Degerloch-Stuttgart iXi^etet^DUtkurw^u0« Hinten-, Schrot- und Rohkostkur). 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Das Geheimnis von Westerland: der hervorragende gesundheitliche Einfluss Westerlands beruht auf der wundervollen Wirkung des reinen Seeklunas und der Sterken Brandung auf den menschlichen Körper. Die Nerven werden angeregt, der Geist erfrischt. Sonne. Luft, Licht entfernen alle Krankheitskeime, stimmen den Körper um. verjüngen ihn, erhöhen seine Leistungsfähigkeit Sie werden sich selber dankbar sein, wenn Sie nach Westerland reisen. — Auch in diesem Jahre heisst es wie trüber schoni Eine Perle des Hessenlandes, beliebtester Aus- ..,bmdun«s;flussorl mit historischen a.14,13.48,Id26 Baudenkmälern und " Auto- • du ।1 ibche r Umgebung. Verbindungen: Beste Verpflegung In der 8 00 und >8.16 KlostermOhle. SUikrt. Brawfane, „haniT Sa.nd d«r Direkter Eisenbahn - V«rk.hr Ober den -D— durch. M«r". Rui-Verkehr. S«eUd«rd)eMt durch Her-M «U Uoyd. Buta. I.uen Sw *h -Mr« Kur*ehr*« echwh*. Stadt. Badeverwaltung Westerland (Obecbefletü ermöglicht es jedermann, auf Grund der preiswerten Pauschalkuren, seine Grholungszeit In den reizvollen Sergen und Wäldern Ober- Senedittus-Svrudel g Frauenleiden sowie Htoffwechselsiörungen, Ischias und Rheumatismus, Pauschalpreise im ganz neu erbauten und modem eingerichteten Kurhause, Pension (einschließlich Nachmittagskaffee), Söder, Trinkkur usw.: 3 Woche« Mark 145.-, 2 Wochen Mark 100.-, 1 Woche Mark 55 - Schlitz! 7 Wenn bte Hände tuben von des Werktags Last Und Erauickung du suchst von städtischer Haft. Dann sehnend die Seele zur Ierne dringt, Zvo Mutier Natur fte erfrlfchend umschlingt. Ißtr kennen ein Plätzchen, das GotteS Hand In unendlicher Gitte fetzte MS Land. Wo Quellen aofchwätzig sprudeln und springen Und Büglcln dir ctoldtae Lieder stngen. Wo bald du vergissest deS Alltags Spur In gottgefegneier fel'ger Natur. Wo öle Stunden dir hieben in kindlichem Gluck, Wo du träumst dich in Märchenländer zurück. Wo fröhlich die Äugel du wirfst vom Gestade, Wo der Schlihfluh dich lockt zu erquickendem Bade. So Eichen tauschen ein uraltes Vteö, o ein Lehnen dich bis tn den Himmel zieht, (£tn heilige» Lehnen.-- O ftill'S und komm' yn der DchUtzer Wälder herrlichen Dom. Luftkurort Schilt« — allberühmt. Prospekt durch Berlebr-vereln Schlitz tOberheffeni. GtaatNeh. Nukvau», Otto Saumgartan, । »1. Nidda 99 Fromdenhelm Jrie, Zentralheizung, ai. Mdda 237 QnhlflE Pafd Mnrhnrn Herrl. Aussicht Marburgs. Qualitäten ÜUlilütiUalB, marOUlU allererster Güte. - Auto-Halteplatz Kloster Arosburo ^p'ekien 8i« Bad Salzhaufen Oherheffen kZwelBahnatunden von Frankfurt am Main Uw 1 llwli wH I Kihlen^uVe'hamge e 1^7 Wthlum'* Stahl-, Schweteiquellen-, 'nhaiatonum " Sonnenbad. Altbewährt bei Herzleiden, Arterienverkalkung isch M, nrnfl-r Kuroark anderen Kinderkrankheiten. 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Angebote sind bis 4^ Uhr nachm. aus der Bürgermeisterei ein;ureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegcben werden. Hess. Bürgermeisterei Kesselbach. Weder. 6742 D Mir fahren über Niederwalgern nach freundlicher üandstädichen Gladenbach. Hier gen wir 'chwaczen Dreiecken durch Wald $elb. unterwegs herrlicher Rückblick aus Städtchen und leine reizvolle Umgebung Zeichen weist un» durch Aunzhausen nach 500 He ter hohen Hünstein, dem nördlichsten Vorsprung der Akdcrge. einem mächtigen bewaldeten Bergrücken. Der Gipfel des Berge» ist mit alt- germanischen Stein- und Srdwällen gekrönt und gewährt eine weite Fernsicht nach dem Hinterland. den Gladenbacher Bergen, Knüll. Rhön, Grobe Auswahl in Tapetenresten In jeder Rollenzahl su weit herab- » N W - Gleichet rom - Motor 2.2 KW (8 PSi. 440 SJolt, mit Anlasser, HebelaudscbaUer, TicherungStaiel und Lvann-chtenen. last aal, ist fldnii. obAua. 2chr. Anfr. u. 6737D an den Giest. 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Anamiten. nunfl Aum vchutzc Oct oeepunoc erlaßen, -nun» mehr hat auch di« Hamburgische Denkmalschutz- behärde ein« Dersügung hrrauSgegcben, die da» Jagen von Seehunven an der hamburgischen Bordseeküste verbietet Die Dersügung unter- Magnetopath Mitglied des BerbandeS der Lebenskraft» heiler Deutschland» locht aut Sn»Übung feiner Brait» 2'N Zimmer neti» gill nicht al» Fangen im Sinne der Der- I vrtnung tornn die Tie« sofort wieder frei- | gelassen werden. Wanderfahrten. SlabenLddj — fjänflela — Viedenkops rechen und tr«flciulau»gab< der Neicheorr- fastung — (jtniubrung eines neuen üeiebuches für die txortbilbungx>ld)ulen. — Empfehlenswerte Bucher. — DienftnaMrecktten gtnb auch etwas Frmidenverkehr. Vielleicht werden diele Zeilen bewirken, dast jemand die beiden Schönheiten in den Luruszug hincinhedl. , Anderer»ritt aber wolle, doch der Stattons- Vorsteher, der Doktor und der in D auch etwas von ihrem Leben Haden. Ein schöner stattlicher Aachrsaller kam aus blühendem Oleander direkt tn d* Tanibiele bei Lido geflogen fttetz rml letchtetn Anschlag gegen die erleuchtete aroste T.ro*unel der On- ginat-Ia^-Banb und fiel mir ^tchts dir mchts tot zu Boden. Man 'pielte gerat*: .Was mach. Herr Mayer am HimalajaAn betem Ae'm Ucb^rtnrt kann kin Geschöpf Gottes, mit Ausnahme des Menschen, in c.nem Atemzug solchen Wechsel der Atmosphäre vertragen ohne auf der Stelle betäubt zu wertem Aeisewmke. vad Salzschlirf. Das an den Ausläufern der Rhön und des Boaelsl^rge». also im Herzen Deutschlands gelogene SÄ Salzschlirf hat durch seinen Bonifazi usbrunnen und seine sensationellen Heilerfolg, bei Gicht Weltberühmtheit erlangt. Aber nicht allein bei der Dicht, die ja auf einer Stoff- wech elftsrung beruht, sondern auch bet Leiden auf ähnlicher Grundlage — Steinbildungen in den Ateren. tn den Gallenwegen bei Arterio- SNervse — ferner bei Rheuma und Delenkkrant- heiten aller Art leistet Salzschlirf ganz Vorzügliches Bielsachen Bedürfnissen entspreck)end Kai die Kurverwaltung in ihrem Badehof-Hotel in dielem Jahre eine diätetische Sanatoriumsabteilung. unter ärztlicher Leitung stehend, eingerichtet wo dem Kurgast Gelegenheit gegeben rst. auch hmsichtlich der gerade bei den obenerwähnten Ertränkungen so wichtigen Ernährungsfrage küraemäst zu leben und so den Prozest der ttetlung wlrtsam zu unterstützen. Achuy den Lcchunden in der Nordsee! Die vielen Versenden, die alljährlich die Bader der Aordsee zur Erholung aussuchen, haben immer wieder ihre Freud« daran, wenn sie bei einer Dampferfahrt auf den Sandbänken bie schwarzen Gesellen mit dem blanken Fell ün Sonnenschein sich tummeln sehen. Infolge der ungehinderten Jagd auf Seehunde, die durch keine Schonzeit geschützt waren, bat sich aber ihr Bestand in der Aordsee von Jahr zu Jahr verringert Um diese wertvollen Tiere zu erhalten, hat Rheinhessen. WLA. Mainz, 20. 3uli. Dav neue Mainzer Wasserwerk auf dem städtischen Gut .Schönauer Hof" geht feinet Do.lendung entgegen. Da» Werk vttd mit lew» verschiedenen Brunren m der Lage m und Dautchheim werden in v^ufunh von Schönau chr Wallcr erhalten Auch die Berhand- lungen mit Aullelsheim stehen vo: dem Vschlust. Mehrere A.edgemetnden werten ebenfgß» in Der- Handlungen mtt der Stadt Mainz treten. preuhen. Maingau DSV- Frankfurt a. M.. 20. Juli. Emer umfangreichen Wechfelfälfchungs- a f f ä t e ist man zu Beginn dieser Woche auf die Spur actommen. al» ein gröstcres Akzept einer Vödelheuner Girina fällig wurde. ergab stch. dast der Wechsel, der von dieser akzeptiert sein sollte, eine gefälschte Querschrift trug, und dast der Kaufmann Karl Voth. der einen Handel m.t chemisch-technischen Produkten betrieb, die Dech'elsälschung begangen hatte Fast gleichzeitig liest 'ich feststellen, dast von Voth noch andere Wechfelsälschungen begangen tourten, und dast es sich dabei um Wechsel bi» p 40 000 Mark dreht Roth, der flüchtig ist und sich nach hierher von ihm gesandten Airsicht»karten in Luzern aufhält, hatte Wechsel in Umlauf geletzt. bei denen nicht allein der Harne de» Akzeptanten. sondern auch der de» Ausstellers gefälscht war. Er hat dabei die "Hamen von Friedberger und Homburger Firmen mistdravcht. Bis letzt hat sich etatben dast von Roth gefälschte Wechsel in Gesamthohe von über 100 000 Mart in Umlauf gesetzt wurden, doch ist es nicht unwahrscheinlich, dast noch weiter« Wechsel von ihm kursieren, die ebenfalls gefälscht sind. WSA Bad Homburg. 20. Juli Am Mittwochnachmittag raste in dem Augenblick, als sich zwei grobe Kraftwagen auf der Oberurseler Ehauftee in der Rahe der Ziegelei Bauer überholten. neben die en beiden Fahrzeugen ein Motorradfahrer vorbei. Unmittd.ar daraus fuhr dieser einen entgegenkommenden Motorradfahrer aus Rot heim derart an, dast er in den Graben sturztc und schwere Verletzungen erlitt. Der Verletzte liegt in bedenklichem Zu- stand im Homburger Krankenhaus da miet er. Der schuldige Motorradsahrer. der 21jährige Buchdrucker Heinrich Schäfer aus Bad Homburg, kümmerte sich nicht um den Verunglückten, sondern fuhr eiligst davon. Bekanntmachung. Dienetag, den 24. Juli 1923. findet NindviehmarktsAuttviebmarttfstatt Au'- triebSte t am Markttage von 7-9 llhr. Giesten, den 21. Juli 1928. [6748B Der Oberbürgermeister. 3.7$.: Älingfoor. Bekanntmachnng. Tie StadtverordnetemBeriammlung Hal it| ihrer Sitzung vom 13. 7. 28 eine Äh- än)eruntnd)en Hochbauamt, Asterweg 9, toäh- tenb der üblichen Dienststunden offen. Einsprüche sind während dieser Zeit bei Serm-ldung des Ausschlusses bei dem starnrschen Hochbauamt anzubringen. Tiegen, den 19. Juli 1928. 6768B Der Oberbürgermeister: Jtelfer. mit separatem Einaang. Zemrale Lage erwünschr. 2cbriiiUcbe Angebote unter ---------------v „ 05362 an den Siestener Anzeiser erbeten. 4-K i67W«) an den Gtehener Anzeiger. Zwangsversteigerung^^ Am Tonnctetag, dem 2ti.Jult 1928, vormittag» 9 Uhr. wird durch da» Amtsgericht Giesten, Zimmer 112, da» imGrund- vuche von Gießen dem Adolf Sauer und Ehefrau Anni geb. Tafemer in Giesten zugeschriebene Anwesen Neustadt 38: ylur 1 Nr. 10337,|e=- 181 qm Hofteite- 8 ! rund, 71 qm Hofteite, lut 1 Nr. 1019 — 183 am Hofteite, zusammen geschätzt auf 60625 Reichsmark, »ersteigert. 5513 V Die amtegettchUiche -crsügung ist an her Crtltafel, Vergtiraße 20, zur Einsicht eulgchängt Giesten, den 2. Ium 1928. I. A. de» Hess. Amtegerichte Giesten Leo, Lrtdgerichtsvorsteher. $tird>(id)e Xadyriditen. Eoaogclischc (dtmclnbeu. Sonntag, den 22. Juli. 7. Sonntag nach Xrinitatit. Slablfirdy. b Uhr Pfarrer Becker: Chnstenlehr« für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeindi; 9 30: Pfarrer Mahr. — öohanncsftrch» v lallt aus: 9.30: Pfarrer Bechtolsheiwer. 8: Bibelvefprechung im Iohannessaal Pfarrer Muller. — ftapcüe bee Alten Friedhof»- 9.80: Pfarrer Becker — Clisalettz- ftlclnkinderschule ('Ißchlorer Weg). 8; Pfarrei Bech- talrtelmer. — Ivieftck. v 30. — Allen-vuseck. 10. — Airdiberg. 10: Kirchberg: 11 Christenlehre für die konfirmierte weibliche Jugend 130 Lollar — ftauscn-Garbcntclch. 10 30 Hausen: 1: Garbenteich «Pfarrer Ltaubach, Watzei'born). — Watzenborn-^ Steinberg. 9. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend: 12.45: Minber- gottesdienst. 2: Stiftepfarrer Lic. Echorlemmer. ftalhoiischc Gemeinden. Samstag, den 21. Juli. Giesten. 4.90 und 7 Uhr. Beichte Sonntag, den 22. Juli. K Sonntag nach Pfingsten. Stehen. 6.30 Uhr: Beichte. 7: Messe: Sommunio» der Frauen: 8; Kommunion: 9: Hochamt mit Pre» bigt; 11: Melle mit Predigt: 2: Andacht — (6rüii- berg. '».30: Messe mit Pr.digt. — Hungen. 9.30t 5)ochamt mit Predigt. — Lich. 7 30: Hochamt mit Predigt. — Ittdda. 8.30. Hochamt mit Predigt 8owntnn#bteufl 1ertte M. Mpnebeten am ±2 7.28 Dr.2)icnerUo(i. Brol. llr.Hvnigmann. Engelavothete. 'jabnarzt: l?r. Baum. 'D x Car mol holen ich r/i der Nathf ftutii, Finde , Carmol tut wohl — griff neuzeitlicher Wcjschepfiege. uzar M An die Herren! Warum schwitzen Sie in Rock und Weste? 9 B Lassen Sie sich bei uns aus herrlich angenehmen Wasch-Stoffen, wie Zephirs und Wasch-Popelinen, eine BLUSE mit daraufknöpfbarem Kragen herstellen. 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