m 91 Erster Flatt 178. Zahrgang Samstag, April 1928 6r|d)ei*i tagItd),aufctt Smuuag» in» Verlage Bdlegei. Gietzenri Jümtltenblätte! 5,igcn von 70 n m Drell, 35 Reichspsennig, Platzvorjchrisi 20' mehr. Lfeeftebakteur Dr. Fnebr Wlkh. Lang«. Derantwonlich für PoUnk Dr Fr Wilh Lang, für Feuilleton vl H Tfeyriot. für den übrigen led Ernst Dlumschkin, für den An» zeigenteil Äuri hillmann, sämtlich in (Bieben Sei den deutschen Fliegern aus Greenly Zsland. Vie Gefnerfieischverordnung. Annahme im Reichörat. Berlin, 20. April. Der Reichsrat beschäftigte sich am Freitagabend mU der neuen Gefrierfleisch- Verordnung. Die Verordnung bringt neben der vom Reichstage beschlossenen Herabsetzung des zollfreien Gefrlerslelschkontingent» aus 50 000 Tonnen eine grundsätzliche Aenderung insofern, al» die Zollfreiheit in Zukunft n o r aus Rindergesrlerfleisch beschränkt wird, während s,e bisher für Gefrierfleisch allgemein galt. Die weitere Aenderung liegt darin, daß da» Kontingent setzt nicht mehr dem Handel sondern bestimmten Trotz st ädten und In- dustrlebezlrken zur Derfuguna gestellt wird, die in der Verordnung einzeln ousgesuhrt s,nd. Der Reich»rat Hot den Kreis der in der Regierungsoer- ordnung ausgezählten Gemeinden noch erweitert. Die Verordnung betont stärker al» der ur- sprüngliche Regierungsentwurf die Forderung, datz da» g l e i s ch e r e l g e w e r b e und der Grotz- handel bei der Verteilung des Kontingents ein- zufcholten sind. Die Verordnung verbietet weiter die Verarbeitung des zollfreien Gefrierfleisches zu Durst und die Abgabe an Gast- und Speise- wirtschaften. Es sei zur Versorgung der minderdemitt elfen Bevölkerung zu verwenden. Oer Streit um die Schule in Braunschweig. Einschreiten des Rcichöinnenministcrs. Berlin, 20. April. Am 6. Icmuar 1928 wurde der Srlafe deS früheren braunschweigischen QBiniflcre Marouardt, den den Charakter der braunschweigischen Schulen als evangelisch » l u t h e r l s ch e Bekenntnisschule wieder heraestellt hatte (vom 19. September 1925) von Minister SieverS, dem Vertreter der jetziaen sozialistischen Regierung, wieder aufgehoben. Sr betonte, datz die braunschweigischen Schulen keine Bekenntnisschulen seien, vielmehr den Charakter von Gemeinschaft S- schulen trügen. 3m Januar traten daraus der Eltembuno und das Konsistorium mit der Bitte an den Reichsminister deS 3n- nein heran, einzuschreiten. Der Reichsminister deS 3nnem hat nun den Standpuna eingenommen, datz die Schulen in Braunschweig nach dem Braunschweiger LandeSgesed evangelisch-lutherische Schulen seien und datz nach Artikel 174 der Reichsverfassung dieser Charakter der Volksschulen vor Griefe eine# ReichsschulgesetzeS nicht abaeändert werden dürsc. Der Minister vertritt die Auffassung, datz der Srlafe vom 6.3anuar 1928 im Widerspruch mit Artikel 174 der Reichs» Verfassung stehe. Er hält die Anrufung deS Reichsgerichtes für erforderlich, um die Klärung dieser Frage herbeizuführen. Dem brauschweigifchen Ministerium ist mitgetcilt worden, datz der Reichsminister des Innern die Entscheidung des Reichsgerichtes anrusen werde, fall« die Regierung in Braunschweig nicht bis zum 1. Mai bereits eine Erklärung abgeben sollte, datz sie einen Ausgleich der gegensätz- lieben Ausfassung für möglich hält. Die hessischen Aeichsiagskandidaten der Evangelischen Volksgemeinschaft. Frankfurt a. M.. 20. April. (Wolfs.) Die Evangelische Volksgemeinschaft hat für den Wahlkreis 33 (Hessen) folgenden Wahl- Vorschlag aufgeftc'.It: 1. P arrer Weidner, Ober-LaiS. 2. Kaufmann Heinrich Seyfried, Frankfurt a. M.. 3. Lehrer Wilhelm Greb. Weisenau, 4. Glasermeister Bernhard Dietrich XII., Grofe-Zimmcm. 5. Landwirt und QMrgcrmeiftcr Thomas S t ö ck, Dliyenrod. 6. ODcrrangicrmetfter Ferd. Hehler, Bad Nauheim, 7. Metallarbeiter Georg 3 akob Weth- rich, Mainz Kastel. 8. Studienrat Heinr. Pro- scher, Mainz. 9. Bäckermeister Heinr. Herrn. Mainz, 10. Untererheber Jakob Stein. Wald- Michelbach. 11. Pfarrer Veiler, Dretzcnheun, 12. Schriftleiter Edwin Hamburger, Staden. Für den Wahlkreis 19 (Hessen- Rassau) trägt der Wa.)loorfchlag bis Rr. 3 die gleichen Flamen; 4. Kausm. Angestellter Emst Müller, Sossenheim, 5. Landwirt Winter, Wüstwillenroth, 6. Apotheker Heinr. Veesen- m e y e r. Gebern. 7. Rechnungsrat Heinrich Demmc. K nigstein (Taunus,. 8. Fabrikarbeiter Heinr. Weber. Höchst. 9. E traf anstaltspf arrer Berning, Franksur!-Preungesheim. x Die J^eichstagskandidaten der WirtschastSpar-tei in Hessen Nassau. WSN. F r a n k f u r t a. M., 20 April. Die Reichs- Partei des Deutschen Mittelstandes ^Wirtschafts- Partei) hat für Hessen-Nassau folgende Kan- didatenliste für den Reichstag ausgestellt: 1. Her- mann Drewitz, Bäckermeister, Berlin: 2. Dr. Werner Rhode, Rechtsanwalt und Notar, Frankfurt a. M: 3. Karl Hesse wer sen, Ziegeleibesitzer und Landwirt, Wiesbaden: 4. Paul John, Gastwirt und Hokelbes tzer, Marburg. 5. Wilhelm Wiesemann, Malermeister, Bad Ems: 6. Carl Klepper, Apotheker, Melsungen: 7. August Fa strich, Fabrikant, Bad Homburg: 8. Konrad Koch, ehemaliger Schneiderobermeister, Kastel: 9. Dr Fritz Rupp, Schriftsteller, Frankfurt a. M , 10. Wilhelm Bachmann, Drogeriebesitzer, Bad Wildungen: 11. Heinrich Linck, Kaufmann, Hanau. Tteagotr, 21. April. (MTV. jvnkfpruch.) Nach Depeschen der Canablao Prefe an» Lake St. Agne» erklärte Köhl: „Sobald unser jlogzcug au»gebestert ist, fliegen wir nach Reuyork, wie zuerst beabsichtigt war. Unterweg» besuchen wir höchstwahrscheinlich Murray Bat) und Montreal. Danach hoffen wir den Jing von Reu- york nach unserem Heimatland amtieren zu können. Stanton, ein Berichterstatter de» „Quebec-Chronicle an Telegraph-, der der Lanadion Prefe zur Verfügung gestellt wurde, und Ray Jernflorm, ein Photograph der Zaramount Rew» und Astociated Prefe landeten In einem jlugzeug der Canabian Airways, gesteuert von bem Piloten Romeo Vachon, aus bem Eise nahe bei Greenly 3»lanb. Köhl unb fj ü n e f c I b , ehr erfreut, sie zu sehen, kamen ihnen dl» an» 1 fer entgegen, um sie zu begrüben unb kiesen sich von Jernflorm photographieren. Diese Silber wurden heute In aller Eile durch ein jlugzeug nach Reuyork befördert. Köhl und Hünefeld unterhielten sich eingehend mit Stanton. Köhl Hal bei der Landung der „Bremen' eine leichte Schnittwunde an der Sflrn baoon- getragen, bk jeboch unbebeutenb ist. hünefeld und jihmaurice tarnen völlig unversehrt davon. Asso- clcated Prefe veröffentlicht die Unterredung, die Ray jernstrom, der Photograph der Paramount New» und Astociated Prefe, mit den deutschen Jliegetn auf Greenly Island gehabt hat. Die deutschen Jlleger, fo erklärst Ray jernstrom, empfinden in ihrem Jnselgesängni» keineswegs Langeweile, da sie von dem Gedanken de» 2D c 11er f l n g • beseelt sind. Keiner der beiden Jlleger schien über «egend etwa» klagen zn wollen. Aus alle Jtagen bezüglich ihre» persönlichen Wohlbefinden» änderten sie sich sehr zuftieden. hünefeld sprach sich sehr entschieden dafür au», datz die Jlleger nur mit der „Bremen“ Greenly Island verlassen würden. Die beiden Deutschen haben mit Jlagaen aus dem Eise die beste Landungsstelle gekennzeichnet. Jeia- strom äufeerie sich wenig zuversichtlich Die chinesischen Marschälle halten es noch stark mit der mittelalterlichen Kriegstaktik: sie beziehen im Herbst ihre Winterquartiere und suspenbieren inzwischen den Krieg, um für daS kommende 3ahr neue Kräfte au sammeln. 3m Frühling geht dann erst der Kampf wieder loS. Auch diesmal ist alle« programmäfeig verlaufen. Kaum ist der Winter vorüber, da hat sich die Südarmee in Marsch gesetzt und ist nach Rorden vorgestofeen. Wir hören von einer großen Schlacht, von phantastischen Verlusten an Toten und Gesungenen: Angaben, die zwischen 20 000 und 200 000 schwanken. Das mutz man nicht allzu tragisch nehmen, den Chinesen kommt es auf eine Rull mehr oder weniger nicht an und die Entfernung nach Europa trägt das ihrige dazu bei, um Schlachten zu produzieren. die an die Großkampftage des Weltkrieges erinnern, während es sich doch tatsächlich meistens nur um einen Guerilla-Krieg handelt, der natürlich auch nicht ohne Verluste bleibt, bei dem aber doch das taktische Geschick und gelegentlich auch das rollende Geld für die Entscheidung eine größere Rolle spielt als die Tapferkeit. Genug, die Auseinandersetzung um die innere Ordnung in China — eine Auseinandersetzung, die sich immer mehr zu einem Ausiösungeprozefe gestattet — hat erneut begonnen und sofort sind auch die Grotzmächte wieder zur Stelle, die zunächst ganz friedlich zusahen, wie die Chinesen ihre Kräste gegen sich selbst erschöpften, die aber nachgerade doch bcDenllüy geworden sind wegen der Rückschläge, die der ewige Krieg ihrem Handel bringt die aber außerdem noch gerne für alle Fälle ihre 3nterelfen- sphäre wahren möchten. Allen voran ist diesmal 3 a p a n gegangen das mit überraschendem Tempo gröfeere militärische und maritime Einheiten in Bewegung gesetzt hat. um in die Schantung - Provinz einzumar'chieren. die es offenbar als Aufmarschgelände auszubauen ge- dentt. Es ist jetzt baS brittemal. dafe die Javaner dieses Spiel wiederholen. Roch im vorigen Jahre haben sie. vielleicht nicht ganz ohne amerifa- ni chen Druck, die Erklärung abgegeben, bah sie sich niemals in die inneren Angelegenheiten Chinas einmischen wollten, öafe lie aber jeden Eingriff in ihre Rechte in der Mandschurei und Mongolei verbieten müßten. Diese beiden Gebiete betrachteten sie also damals schon als ihre 3nteressensphäre. Gleichzeitig haben sie mit zwei Brigaden d i e Schantungbahn beseht und damit der Rationalistenarmee unter Tschiangkaischek den Weg nach Rorden versperrt, so dafe die ganze Oftensive zu- fammenbrach. Darauf wurden die javanischen Truppen zu- 1 rückgezogen. um aber erneut eingesetzt zu werden, als Tschiangkaischek. nachdem er den Oberbefehl wieder übernommen hatte, einen weiteren Vorstotz nach Rorden unternahm. 3etzt kommen sie zum drittenmal: diesmal mit anderer Motivierung. 3m vergangenen 3 ah re über die Möglichkeit, die „Bremen" von Greenly Island au» zu starten. Die Insel solle stell zum Life ab, und e» müsse g r o tz e S ch w I e r l g- teilen bereiten, da» jlugzeug den Abhang fein- unter zu bringen. LuIsInIer lege eine Bretter - rampc an, wobei ihn Einheimische unterstützen. Die beiden Deutschen haben den andertfeall'fiündigen Besuch Ray jernstrom» dazu benutzt, zahlreiche Milleilungen nach Reuyork zu senden. Starker Sturm an der amerikanischen Nordostküste. Reuyork. 20. April. (WV.) Der an der ganzen Rordostküste herrschende starke Sturm, der. wie gemeldet, den Flugverkehr zwischen Greenly 3Sland und der Aufeenwelt erneut beeinträchtigt hat. hat an der ganzen Rordostküste der Bereinigten Staaten beträchtlichen Schaden an gerichtet. So_ ist u. a. eine ganze Reihe von Waldbränden zu verzeichnen, unter denen einer bei Reu-3er- sey in Pennsylvcmien einige tausend Acres Wald vernichtet und zahlreiche Hauser zerstört hat. Die Bevölkerung der in dem Waldbezirk eingebetteten Siedlungen muhten ihre Wohnstätten im Stich lasten und flüchten. Oie Fahrt der „Bremen*. Reuyork. 20. April. (WB.) Die Morgenblätter bringen die ersten Bilder der ..Bremen" auf Greenly 3sland. Man kann daraus deutlich die verbogene Propeller- spitze erkennen, sowie die primitiven Bretter- unterlagen und Stüyftangen. die verhindern sollen. dafe die .,'Sternen" erneut die dünne Eisdecke der Landung-stelle durchbricht. Dte Fahrt- schildern ngen v. Hüneselds werden fortgesetzt. Hünefeld hebt unter anderem hervor, bafr eS FitzmauriceS Geschicklichkeit zu verdanken ist, wenn es gelang. daS Oed In der Oel- Zuleitung auSzubesjem. DieS war besonders wichtig, da ein Andauern des Oelverlustes unfehlbar daS Verderben bedeutet hätte. Kaum war diese Gefahr überwunden, als der Sturm eine solche Heftigkeit gewann, dafe die ..Bremen" zeitweise nahezu aufrecht in der Luft stand. hatten sie ein unmittelbares 3nteresse daran, eine Katastrophe Tschangtsolins zu verhindern. An ihm haben sie sich inzwischen desinteressiert, was sie jetzt wollen. *ife oftenbar nur, von Schantung aus eine Flankendeckung für d i e Mandschurei zu beheben; was allerdings praktisch darauf hinausläuft, dafe ein AuS- tragen der innerchinesischen Gegensätze auch jetzt wieder verhindert wird. Oie Truppenlandung Japans in Tsingtau. Protest brr nationalistischen Negierung Schanghai, 20. April. (Reuter.) Die Japaner landeten 550 Mann 2TI a r I n e - J n f a n I c r l e In Tsingtau, wo da» kriegsrecht verhängt unb Schiffen die Lin- und Ausfahrt bei 3laä)l untersagt wurde. Die japanische Regierung begründet in einer amtlichen Erklärung die Entsendung von Truppen nach China und sagt dabei, sie habe, ab sie letzte» 3afer ihre Kräfte au» Schantung zurückzog, der chinesischen Regierung mitgctrilst dafe sie zum Schuhe de»Leben»und der Güter ihrer Staatsangehörigen diese Truppen von neuem entsenden würde, wenn Jrlebe unb Ordnung noch einmal bedroht würden. ID.e weiter gemeldet wird, hat die n a I i o n a 11 - stische Regierung bei bem japanischen Generalkonsul wegen Entscndung von japanischen Truppen Einspruch erhoben. Die Absendung hat in nationalistischen Kre sen Erregung feeroorgerufen. Man glaubt, dafe die jo'.ge davon eine Boykottierung Japans sein werde und dafe die jremdenseindlichkeit im allgemeinen wieder ausleben werde. Man betrachtet diese Entsendung japanischer Truppen ab einen versuch To- Nos, wieder auf die Bucht von K i a u t s ch o u Hand zu legen, die 3apan während der Washingtoner Konferenz hat aufgeben müssen. O'.r Sieh der Süda-mee. Paris, 20. April. (WB.) Wie Havas aus Schanghai berichtet, scheint der S eg, den die Süd- tnippen an der Eisenbahnstrecke Tientsin—Nank.ng baoongetraqen haben, beträchtlich zu sein. Der Fall X f i n a n f u s scheine bevorzustehen, da die National sten dort vor den Japanern einrücken wollen Der britische und der amerikanische Generalkonsul in Tsinanfu rieten ihren Landsleuten abzureisen, da sich die Kämpfenden der Stadt nähern. Es wird w iter gemeldet, daß die Natio. naliften die Stadt Ient > chaufu am 18. April eingenommen haben unb rasch Vorbringen, um die entmutigten Nordtruppen zu verhindern, sich in die Nähe von Taianfu (zwischen Jentschaufu unb Tsinanfu) aufs neue zu formieren. Wiederaufleben des Bürgerkriegs in Gina Krieg -em Kriege! Voreilige Leute hatten schon vor Monaten behauptet, Die grobe Welle der Wahlen, btc seit dem Frühling dieses 3ahres über die Wett flute, werde ein 3nteresse an aufeeirpottt Ischen Dingen nicht auflommen lassen, die groben internationalen Probleme kämen in dleiem unglück- leligcn 3afere 1928 nicht einen Schritt vorwärts. Erst nach den Wahlen in Frankreich, Deutschland und England, namentlich aber erst nach den amerikanischen P r ä s i d e n t s ch a s t S - Wahlen werde man in den Kabinetten bie Akten ..Rheinlandräumung", „Revision des Dawes- planS", ..Kriegsschuldenregelung'' oder „Qlnti* kriegSpakt" wieder aus den Schüben ziehen unb mit alten oder neuen Männern, sicher aber mit alten Methoden an ihre Weiterbearbeitung gehen Bi« zu einem gewissen Grade hat diele pessimistische Austastung von der zwangsläufigen Trägheit der Auyeirpolitik in einer Zett innerpvlitlscher Reugruppierung zwei e.los recht. Wirkliche Entscheidungen werden wir in diesem 3ahre kaum in einem Punkt zu erwarten haben. Aber dafe die Wahlbewegung andererseits auch die Geister lockert und Männer von sonst beispielloser Starrheit und 3ntransigenz zwingt, nicht nur Farbe zu bekennen, sondern auch —* wenigstens theoretisch — Konzestionen au machen. Kompromisse nicht schlankweg adzulehnen, daS haben wir schon in den letzten Wochen mit Staunen sehen können. ES wäre jedoch in hohem Mähe unbedacht, ja geradezu gefährlich, nun alles für bare Münze zu nehmen, waS im Zeichen der Wahlen gesprochen wird. Riemand ist im Wahlkampf ganz er selber. Auch Herr P o i n * c a t d nicht, der sich so fleißig aus der Zriedens- schalrnei übte. Die Posaune des Streits liegt ihm mehr. Er hat cS auf ihr in langet Dienstzeit als Lenker der Geschicke feine« Volkes zu eine» beispiellosen Virtuosität gebracht, und er wirb zweifellos mit innerer Begeisterung au seinem LiebllngSinstrument -urückkehren, sobald ihm die Wahlen — woran nicht zu zweifeln ist — fein Mandat alS Diktator Frankreichs erneut bestätigt haben. Daran wollen wir Deutsche unS halten, dann haben wir keine Enttäuschungen zu fürchten und können mit klarem Blick den kommenden Verhandlungen über die Reugestattung unserer (-jahlungSverpflichtungen enigegenfefeen. Wir dürfen uns auch nicht verhehlen, datz die eben entfesselte Debatte über einen Antike i e g s p a k t nicht unberinflufet von den Wahlen ist. Die Dinge möchten nach Tisch vielleicht doch gewaltig anders auSsehen. Der Vater des Gedankens, den Krieg als Mittel der Politik durch einen feierlichen Verzicht wenn nicht ganz auS der Welt zu ,(baffen, fo doch in die zwei e Reihe zu drängen, ist Aristide B r i a n d , Frankreichs Außenminister, aber es wird ihm schwer fallen, fein eigenes Kind wiederzuerkennen, wenn er siebt, waS auS ihm unter Den Händen der amerikanischen Staatsmänner geworden ist. Briand hatte ursprünglich den Amerikanern einen Pakt vorgeschlagen, worin beide Mächte feierlich daraus verzichteten, jemals Krieg gegeneinander zu führen. Er gedachte mit dieser grob- artigen Geste den Vereinigten Staaten etwa- zu schenken, waS sie schon beloben und für dirie Gabe von zweiielhastem 'Wert das feierliche Ber- spsechen Amerikas einzutauschen, niemals in europäische Verwicklungen einjugreiien, wenn cs Frankreich z. 2. eines Tages ein fallen sollte, zum Schutz seiner bedrohten Sicherheit wieder einmal das Ruhrgebiet zu besetzen ober sonstige bewaffnete Spaziergänge im alten Europa zu unternehmen. Herr CBrianb hat seine Kontrahenten gewaltig unterschätzt. Die Vankees sind andere Leute wie die. mit denen Frankreichs Diplomatie im Genier Völkerbund w.e mit Hampelmännern umzuspringen beliebt. Hier gilt eS eine ernstere Partie als auf dem Genfer Schachbrett, und Herr Briand ist auf dem besten We^e dazu, von seinem Gegenspieler mattgrietjt zu werden. Frankreich ist tatsächlich gar nicht in der Lage, ge;en Amerika, die gewaltigste Macht der Erde, Krieg zu führen. Hm seine Vorherrschaft in Wesiearopa sicherzuste '.en, ist ei fo zahlreiche und schwerwiegende europüi che Bindun,en em» gegangen, datz es nicht einmal im Gelolae Englands das gewaltige Risi.o eineS amer kan.fchen Krieges auf sich nehmen konnte, ohne seine europäische Machtstellung au:d Spiel zu setzen. Das wissen die Amerikaner natürlich ca'.z genau, unb sie haben keine Lust, sich zwangsläu in von der europäischen Politik aurschatten zu las en, ohne dafür greifbare Vorteile für sich einzutauscherr, die man sich z. D. auf de n Gebiete der Kriegsschuldenregelung hätte denlen können. Davon ist aber (eine Rede. Die Franzosen vermeiden es ängstlich, dies für sie durchaus unan-enchn.e Thema anzuschneiden und ho.ien auf eine Art General.'ardon bei der groben Aufrechnung von interalÜ e ien KriegesHu.'dm und deu.schen Reparationsleistungen die sie anftreben, seitdem ! sie es aufgegeben yaben, auf ein für sie erträgliches Sonde.abkommen über ' ie Kriegsschulden mit Ameri.'a zu ho'en. Fran.reich ist a so mit seinem Vorschlag eines zweiseitigen Antikriegs- paktS in Washington aus keine Gegenliebe gestoben. Frank 2. Kellogg, der Staats'ekretär der Vereinigten Staaten und Leiter der Aufeen- rolillk des Kabinetts Coolidge. hat nicht einen Augenblick mit dem © e g e n 3 u g gezögert. Amerika erfiärte sich aus'chliefelich zu einem Pakt bereit, zu dem der Beitritt allen Mächten ofsenstehe. Kellogg ist auch überraschend schnell zu Taten übergegangen, nachdem ein mehrfaches Hin und Her zwischen Paris und Washington zeigte, dah Frankreich an einer solchen Umbiegung seines ursprünglichen Plan- nicht- gelegen sei. Auch einen gemeinsamen amerikanisch-französischen Paktvorschlag an die an- deren (Srohn-achte, den Driand propagierte, nachdem er sich nun schon einmal mit einer Verallgemeinerung de- Vertrage- abfinden muhte, konnte er nicht mehr durchsetzen. Kellogg hat den fran- zölischen Auhenminister in den Sand gesetzt, ihn faltgeftellt und ist nun in überraschender Initiative mit einer Hole an die Großmächte Frankreich. England. Deutschland. Japan und Italien herangetreten, deren entscheidender Passus solgcndermahen lautet: ..Die Regierung der Vereinigten Staaten hat den Wunsch, den Krieg als Institution abgeschafft zu sehen, und ist bereit. mit der französischen, britischen, deutschen, italienischen und japanischen Regierung einen einzigen vielseitigen Vertrag ab- zuschlichen, dem in der Folgezeit noch be.zutre- ten jeder Regierung und allen anderen Regierungen freistehen soll, und der den Vertragsparteien die Pflicht auferlegt, untere nander nicht zum Mittel des Krieges zu greifen.“ Also ein Konkurrenzunternehmen für Genf, ein zweiter Völkerbund, das ist zweifellos der erste Eindruck dieser Sätze der amerikanischen Rote. Ihr be - gefügt ist auch schon ein Vertragsentwurf, der in wenigen Artikeln klivp und klar, ohne Verklausulierungen und Abschwächungen vor- behaltloS daS als Rorm aufstellt, um was man sich im Genfer Völkerbund und seinen Kommissionen für Abrüstung und Sicherheit seit bald zehn Jahren vergeben- müht die Aechtung des Krieges als Mittel der Polit k. Mag der K?lloggsche Plan als solcher nun auch besonder- uns Deutschen recht utopisch erscheinen, so verdient er doch allein um deswillen unsere größte Beachtung. weil er der erste Schritt ist, den Amerika au- seiner seit Wilsons Riederlage in Versailles selbst gewählten Isolierung wieder auf Europa zu macht. Und Der hierfür gewählte Zeitpunkt ist um so merkwürdiger, als die Wahlbewegung auch Amerika schon ersaßt hat, die. soweit sie überhaupt die Außenpolitik zur Erörterung stellt, sich darum dreht, ob die Politik der R i ch t e i n m i s ch u n g. des Desinteressements, die die herrschende republikanische Partei unter den Präsidenten Harding und Coolidge gegenüber Europa getrieben hat. die richtige war oder ob man im Interesse der amerikanischen Politik und Wirtschaft die splendid Isolation in Zukunft zugunsten, einer neuen Verknüpfung mit den europäischen Geschicken in Anerkennung einer großen Schicksalsgemeinschaft der am Weltkrieg betei'igten Mächte aufgeben soll. Möglich, daß cs zu optimistisch gesehen ist. wollte man in der Rote Kclloggs schon die entscheidende Wendung nach Europa hin erblicken, möglich aber auch, daß die Pessimisten Unrecht behalten, die in der amerikanischen Initiative nicht mehr als eine Wahlmache sehen wollen mit dem Zweck, die außenpolitische Aktivität der gegenwärtigen Regierung vor den Wahlen noch einmal in die richtige bengalische Beleuchtung zu setzen. Wichtiger als die Motive ist die Tat selber und die Stellung der Großmächte zu ihr. Frankreich ist verstimmt und macht fein Hehl daran-, daß es sich düpiert vorkommt. ES hatte sich ganz etwa« anderes gedacht und geht nun mit Feuereifer daran, dem glücklicheren Konkurrenten Knüppel zwischen die Deine zu werfen, um wenigsten- einen Plan zu hintertreiben, an dessen Zustandekommen in der von Amerika vorgeschlagenen Form es nicht da- geringste Interesse hat, wenn es ihm mm schon nicht gelungen ist. seine eigene Idee durchzuseyen. SS bat also schleunigst einen Gegenvorschlag ausgearveitet. der in Washington, London. Berlin, Rom und Tokio schon überreicht ist. aber bis zur Stunde der Oeffent- lichkeit noch nicht bekanntgegeben wurde. Aber ^-ohne seinen Wortlaut zu kennen, wissen wir aus J>em Verlaus der amerikanisch-französischen Pakt- ''verhandlungen genug, um zu sehen, woraus cs Frankreich ankommt. Es will sich eine Hintertür für die Aufrechterhaltung seiner Rüstungen und die Möglichkeit bewaffneter .Sanktionen" auf- halten, wenn eS als Ausnahme des Antikriegspakts den sog. Verteidigungskrieg zulassen will. Damit wird der ganze Vertrag-Vorschlag auf das tote Gleis geschoßen, auf dem sich schon daS Abrüstungsproblem befindet. .Abrüstung" und .Sicherheit", .Angreifer" und .Verteidiger", da- sind Worte, mit denen eS sich trefflich streifen läßt, ein circulus vitiosus, au- dem man schon in Genf nie herausgefunden hat und in dem auch nack den frommen Wünschen des Quay d'Orsay der amerikanische Paktvorschlag an der Drehkrankheit zugrunde gehen soll. Bestenfalls der Schemen irgendwelcher feindlichen, möglichst nichtssagenden Versprechungen, ein Vertrag, der. seiner für Frankreich gefährlichen Gistzähne beraubt. für Gutgläubige vielleicht die von Mr. Kellogg erhoffte moralische Wirkung haben könnte, praktisch aber alle- beim alten läßt. Im übrigen aber zurück zum Genfer System und zu einer gesunden Machtpolitik der Bündnisse und Kanonen ad majorem Oalliae gloriam. Zweifellos positiver eingestellt ist die britische Politik, wenn auch England gewisse Vorbehalte namentlich mit Rücksicht auf feine Dominion- glaubt machen zu müssen. Es hat Da seit den Tagen des Locarnopaktes mit seiner Uebernahme von Garantieverpflichtungen für den status quo am Rhein durch England Erfahrungen gesammelt, die ihm raten beim Eingehen weiterer Bindungen ähnlicher Art vorsichtig und zurückhaltend zu sein, solange die Auffassung der Dominions noch nicht bekannt ist. Run wäre es allerdings kaum denkbar, daß grade die Dominions. von denen z. B. Kanada und Australien viel mehr zu den Vereinigten Staaten hinneigen, als es dem Mutterlande lieb ist. gegen eine enge Verbindung mit Amerika Einspruch erheben werden. Sollte der AntikriegSpalt allerdings im Verlaus der Verhandlungen mit Irgendwelchen Sanktionen gegen Angreifer ober Garantien, die eine bewaffnete Einmischung mit sich bringen könnten, belastet werden, müßte England mit dem starken Widerstand seiner Dominions gegen die Uebernahme derartiger Verpflichtungen rechnen waS immerhin die Möglichkeit eines Beitritts für da- Britische Reich erheblich verringern würde. Im ganzen gesehen scheinen aber die englischen Bedenken mehr technischer als grundsätzlich politischer Ratur zu fein. Die Stellung Iapans und Italien- ist von sekundärer Bedeutung. Das japanische Insel- reich braucht Ruhe und Stetigkeil in seinen außenpolitischen Beziehungen, um die schwere WirtschastSkrisis zu bannen und den ernsten Gefahren zu begegnen, die dem allzu plötzlich -um modernen Industriestaat gewordenen Lande vom Kommunismus her drohen. Mussolini scheint zwar im Begriff eine große politische Offensive vorzubcreitcn, von der ängstliche Gemüter be haupten, sie wolle die in Versailles zustande gekommene Landkarte einer gründlichen Revision unterziehen, aber es ist wohl kaum damit zu rechnen, daß sich der Diktator im Ernstfälle herauSnimmt ohne den. wenn auch nur stillschweigenden, Konsens der angelsächsischen Mächte zu operieren. Wit einem ernsthaften Widerstand des faszistischen Italien gegen den amerikanischen Paktplan dürfte also ebensowenig zu rechnen sein, als die italienische Politik in Genf jemals außer der Reihe getanzt ist. ungeachtet allen wegwerfenden und verächtlichen Tiraden ihres römischen Herrn und Meister-. Wie steht Deutschland zu dem Paktvor- schlag K.-lloggs? Selbstverständlich bejahend, das scheint die allgemeine Meinung von rechts bis link- zu sein. Ist doch die arnerika lische Offensive allzu deutlich gegen die Sanktions- und Sicherheitspolitik Frankreichs gerichtet, die mit ihren Bünd nssen die Rie.erhaltung Deutschlands zum Ziel hat. und das schwerste Hindernis aut dem Wege au einer Genesung Europas Ist. Deutschlands Zustimmung steht also außer Frage. Auch schon deshalb, weil ein entwaffneter Staat rings umgeben von bis an die Zähne gerüsteten Mächten, denen er hilflos ausgeliesert ist, nach einem Vertrag greisen muh. dn: ohne Vorbehalte und Einschränkungen die Aechtung des Krieges proklamiert, den zu führen Deutschland selbst nicht in der Lage ist. Wir dürfen deshalb annehmen, daß das Reichskabinett, das sich schon mit der Materie befaßt hat. den amerikanischen Paktvorschlag bedingungslos atze tieren wird, und wir wollen hoffen, daß Deutschland- rück- ■imwi II im !»■!■ tm ■I—II in........... haltlose Zustimmung auch in der offiziellen Form einer Antwort auf die amerikanische Rote nicht mehr lange auf sich warten läßt. Frankreich bemüht sich zwar, lebhaft unterstützt von seiner Presse, die anderen Regierungen mit dem Hinweis auf seinen eigenen, soeben überreichten Gegenentwurf zu ei..e.n Hinauszögern ihrer Antwort zu veranlassen, um womöglich so etwas wie eine europäische Einheitsfront gegen den amerikanischen Vorschlag zustande zu bringen. Aber wir haben schwerlich Anlaß, uns der sich von Paris angemaßten Führung anzubeguemen und in eine Front einzuschwenken, in der wir als einzige entwaffnet.' und einen wahren Frieden notwendig fordernde Großmacht ein: schlechte Figur machm würden. Der einzige heikle Punkt in der Kelloggschen Rote ist für uns der Umstand, daß sie Rußland schneidet. Der neue Pakt müßt; also gegebenenfalls in Einklang gebracht werden zu unserem Vertcagsverhältnis zu Rußland. Bei der ausgesprochenen Antipathie Amerikas gegenüber den Bolschewisten und Der Spannung zwischen England und der Sowjetunion wird die Regelung dieser Frag? nicht ohne Schwierigleilen sein. Aber an unserer grundsäh- llchen Einstellung zu den Gedanlengängcn des amerikanischen Vorschlags kann dies nichts ändern. Wir brauchen Amerika a'.s natürlichen Gegensprecher der französischen Politik, um eine Revision der Friede ns Verträge auf friedlichem Wege, der für uns im Auge wlick allein möglich ist, zu erreichen. Deutschen!) sollte also mit seiner Antwort auf die Rote KelloggS nicht zögern. Sie Generaiaiissprache im Hessischen Landing. Darmstadt, 20. April. (WB.) Der Hessische Landtag hat nun doch noch am Freitag die allgemeine Aussprache über den hessischen Voranschlag zu Ende gebracht. Die Deutschnatio- nalen schickten noch einen Dritten Redner vor, der erneut aus die Vorgänge bei der Regierungsbildung in Hessen zu sprechen kam und die Beschuldigungen gegen die „nad) links ab- gerutschte' BockSpartel wiederholte. Abgeordneter Eberle bedauerte die gegenseitigen Reibereien zwischen Zentrum und Deutscher Volkspartei wegen der Regierungsbildung. Prof. Axt sprach dann nochmals eingehend über Die Vorschläge feiner Aufwertungspartei zur Deckung des Defizits im Staatshaushalt und zur Gutmachung des Unrechtes an den Inflationsgeschädigten. Rach einigen persönlichen Bemerkungen begannen in erster Lesung die Abstimmungen über die vorliegenden Anträge, Die zu Den Etatvorbemerkun- gen gestellt sind. Sie wurden nach Den Beschlüssen des Ausschusses angenommen. Beim Kapitel I des Haushaltsvoranschlages „ForstVerwaltung" sprachen Daan die Abgeordneten An- germeier. Späth und Anthes über die Verhältnisse der Forstarbeiter und deren tarifliche Besserstellung. Der Bauernbündler Glaser wünschte, daß in Zukunft wieder Forstge- lände in freier Verpachtung vergeben werde. Landessorstmeister Hesse gab dann auf verschiedene Fragen der Vorredner Auskunft und dankte für Die der Forstverwaltung ausgesprochene Anerkennung ihrer Tätigkeit. Die Abstimmungen zum Kapitel Forstverwaltung wurden zurückgestellt. In Der nächsten Woche sind, wie Präsident Delp bereits heute ankündigte, D o r - und RachmittagSsitzungen zu erwarten, damit man In Der vorgesehenen Zeit mit den Etatberatungen fertig werde. Die Koalitionsparteien sind jedenfalls entschlossen, den Etat i n Drei Wochen Durchzuberaten, damit Die Ab- georDneten noch In Den Wahlkampf wirksam ein greifen können. Sitzungsbericht. Präsident Delp eröffnet um 10.45 Uhr die Sitzung. Das Haus und Die Tribünen find weiter gut besetzt. Auf eine Anfrage Werner (2)n.), warum die im Rechnungsjahr 1928 erforderlichen Bekleidungsstücke nicht zur öffentlichen Ausschreibung gekommen und der n i ch t hessischen Firma Mohr L Speyer in Frankfurt a.M übertragen worden feien, erwidert Ministerialdirektor ©panier, daß durch Verordnung vom 6. Juli 1926 zur Beschaffung der Dienstbekleidung für die Beamten der staatlichen Ortspolizei und Gendarmerie eine Kleiderkasse errichtet wurde. Die Kasse ist eine mit selbständiger Rechtsfähigkeit ausgestattete, öffentlich-rechtliche Zwangsvereiniaung der bezeichneten Beamten. Auf die Beschlüsse dev Kassenoor» standes hat die Regierung einen entscheidenden Einfluß nicht. Der Vorstand der Kleiderkasse hat die Vergebung auf Grund des Mehrheitsbeschlusses vorgenommen. Es fand eine beschränkte Submission innerhalb der bisherigen Lieferfirmen der Kasse statt. Durch diese Maßnahme sollte nur eine Herabsetzung der G e st e h u n g s k o st e n der Dienstkleidung erzielt werden. Unter Zugrundelegung der neuen Preise wurden die bisherigen Schräge für das Rechnungsjahr 1928 erneuert. Auch war die Kleiderkasse mit Den Lieferungen Der bisherigen Firmen zufrieden. Abg. ferner (On.) 3n Der Kritik Der Dawes-Lasten müßten alle Parteien einig fein. Der Abbau Der Reparationen sei keine nationalistische Parole. Er hoffe, daß die Erwartungen Der Linken im Hinblick auf Die Räumung des besetzten Gebiete- sich erfüllen. Auch im Zentrum und bei Den Demokraten fei Die Auffassung über Die E r z b e r g e r- IQe Finanzreform geteilt. Die Zentrali- hcrung Der Finanzpolitik sei alles anDere als eine Verbilligung gewesen. Durch Den allzu häufigen Wechsel Der Reichsfinanzminister sei wohl auch der endgültige Finanzausgleich und Die Reuregelung deö Steuervcrteilungsschlüssels noch Pyot arfvlgt. Durch die Einstellung Der süddeutschen Staaten sei der Gedanke des Einheits- staates wohl vorerst erledigt. Er sei im Hin- bild auf Die örage DerhessischenGesandt- ^sicht. wie sie 1912 der Damalige Abg- Ulrich vertreten habe, daß eine Aenderung hier erforderlich sei. Bei den Angriffen Der Lin- en aus Die höheren Schulen fei zu berücksichtigen. daß Doch Die Gemeinden für Die höhe- ren Schulen einen fefir großen Betrag zu steuern. Z^r den Aufbauschuler würden z. B. vom Staat 900 0211 jährlich aufgctocnDet für Die Schülerinnen an Den höheren Schulen nur 85 Mk Bei Den Deutschnationalen feien keine Feinde Der DollS- schule zu finden. Wenn Abg Reiber (Sem.) eme Säuberung und Republikanisierung Der De- | amtenschast fordere. Dann feien Der Korrup- tion alle Türen geöffnet. Den Beamten müsse das Recht der freien Meinungsäußerung in den selbstverständlichen Grenzen garantiert bleiben. Bei Der Einstellung Der hessischen Regierung zu Dem angeregten Verbot des Quoten Frontkämpferbundes messe man nicht mit gleichem Maß wie gegenüber Den Rechtsorganisationen. Rach seiner Auffassung fei der Sozialdemokratie bei Der letzten RegierungsbilDung In ungünstiger Situation nur durch die Haltung Der Volkspartei Der Sieg ermöglicht worden. Finanzminister Kirnberger gibt Die Erklärung ab, daß Die Gerüchte, der Hesrag- vertrag sei anstatt vor einem Gericht vor einem Rotar abgeschlossen worden, was über 230C0 Mark gekostet hab?, nicht richtig seien. Der Vertrag sei v.c.mehr vor einem Frankfurter Rotar abgeschlossen worden, was keine höheren Gebühren verursacht habe, als sie auch vor Gericht entstanden seien. Abg. Eberle (Dem.) erwidert auf Die Angriffe der Deutschnationalen. Vor Dem Volksentscheid habe man von Mißwirtschaft und Dettelgängen nach Berlin gesprochen, heute erkenne man Die Tätigkeit von Finanz - minifter Henrich an. Das Schauspiel Der gegenseitigen Angriffe zwischen Zentrum und Deullcher Volk-Partei halte er für falsch. Ein einfacher Vergleich zwischen den Defiziten in den Etat- Der einzelnen Länder führe doch zu keinem richtigen Bild. Wenn auch der Landbund eine Christlich^Ratlonale Bauernpartei für den Wahlkampf aufstelle, so würden sich auch diese 2ll>- georDneten später Den Deutschnationalen an- schließen. Der 20. Mai werde auch auf Dem Lande zeigen, wohin Die Landwirtschaft gehen werde. Abg. prof. Axt (23. N. p.) erklärt, seine Freunde würden Die von Der Regierung gemachten Vorschläge unterstützen. Die Verwaltungsresorm werDe mit Recht in den VorDergründ Der Betrachtungen gestellt. Ra- rnentlich Die Inflationszeit habe Die Aufblähung DeS Beamtenapparates begünstigt.- Hessen hätte schon vor Dem Eingreifen DeS Aeichssparkom- missars energische Sparmaßnahmen treffen können, um Die 'Vereinfachung DeS Staats- Wesens etappenweise vorzunehmen. ElneS der Hauptübel für die Rotlage Der Landwirtschaft und Der allgemeinen Wirtschaft sei Der hochgetriebene Zinsfuß Durch Die übermächtigen Finanzkreise. Der beste Weg für Die Stärkung Der Kaufkraft und Die Belebung der Wirtschaft sei eine gerechte Auswertung. — Damit ist die Generaldebatte geschlossen. Es beginnt die Abstimmung über die Ausschußberichte zu Den Vorbemerkungen deS Etats In erster Lesung. Angenommen werden Die AuSschuß- beschlüsse, nach Denen verschiedene kommunistische Anträge, z. B. auf ZOprozentige Lohnerhöhung aller Staatsarbeiter, auf Streichung der Dienstaufwandsentschädigung, die Deamtengehälter über 7500 Mark auf diese Summe herabzusetzen, ab- gelehnt werden. Ein Antrag Reiber, „Die seither gezahlten Prüfungsgebühren an Die Mitglieder von Prüfungsausschüssen und -kommissionen zu ft r e i- chen", wird Der Regierung als Material überwiesen. — Angenommen wird ein Zentrumsantrag, „Die Regierung solle ersucht werden, nach Ablauf Des Rechnungsjahre- 1927 bezüglich aller staatlichen Betriebe einen Geschäftsstand (Bilanz) nach Den Bestimmungen Des Handelsgesetzbuches nebst Gewinn- und Verlustrechnung vorzulegen, Damit die Möglichkeit gegeben sei. Die Resultate dieser kaufmännischen Bilanz schon bei Aufstellung DeS nächsten Etats mitzuver- werten." — Dem Anträge Des BauembunDeS, Die Regierung zu ersuchen. Die Bewirtschaf - tung der Beamtenwohnungen, sowie Die Verfügungsberechtigung über Beamtenwoh- nungen, Die nach Den Gesetzen und Verordnungen über das Wohnungswesen Den Staatsbehörden zustehe, einheitlich zu regeln und einer Stelle Der hessischen Zentralverwaltung zu übertragen. Wird Augeftimmt. — Der Ablehnung ver- fällt Der Antrag Leuchtgens, „in sämtlichen Ministerien die Zahl der oberen, mittleren und unteren Beamten dadurch zu vermindern, daß ein Drittel aller Minlsterialbeamtenstellen auf Den Inhaber gefetzt wirk)". E6 folgt das Kapitel Zorstvenvaltung. __Hier find veranschlagt in Einnahmen 10 177 601 Mk., In Ausgaben 7 748 523 Mk.. so daß sich ein Ueberschuß von 2 429 078 Mk. ergibt. Gegenüber Dem Vorjahre bleibt Der Ueoerschuh um jirfa 200 000 Mk. zurück. Verursacht wird dieser Rückgang durch eine Steigerung Der Ausgaben für Holzwerbekosten, für Holzanbau und Wegebau. Abg. Späth (Zen.) legt die Wünsche feiner Partei für die berechtigten Forderungen Der , Waldarbeiter in privaten, gemeindlichen und staatlichen Forsten dar. Gr fordert eine bessere Regelung der Hinterbliebenenfürsorgc der Forftarbeiter. Das System Der AkkorDarbeit hab« gerade für Die Forstarbeiter schwere Bedenken. Ein Teil Der hessischen Forstsekretäre mühte in höhere Stellen eingestuft werden: Durch ihre Tätigkeit würden die Förster für ihre Hege- und Pslegearbcit entlastet. Die Tarifverhandlungen würden mit Dem Forstarbeitsamt in sachlicher Weise geführt werden, um Die berechtigten Ansprüche der Forftarbeiter durchzusetzen. Abg. AntheS (Soz.) schließt sich den berechtigten Ansprüchen der Forftarbeiter auf Lohnerhöhung an. Er wünscht von der Forstverwaltung, daß sie das ihr anvertraute Gut zum besten DeS ganzen Hessenvolkes verwalte unb verwerte. Landesforstmeister Hesse erklärt, Hessen sei das einzige Land, da- eine staatliche Vers orgun g für seine Forftarbeiter habe. Sine reichsgesetzliche Regelung Der Hinter- bliebenensürsorge stehe bevor. Sine schematische Regelung der Arbeitszeit mit der Lohnverrech- nuntz gebe eS im Deru e Der Forftarbeiter wegen Der besonderen Verhältnisse nicht. Die Mittel für Den Wegebau seien eine Kapitalanlage. DaS abgeschaffte Geschirrgeld sei jetzt fn -Hcn Lohn eingerechnet worden. Die Meh einnahmen für Hoi- feien Der guten Konjunktur zu verdanken und Der _ raschen Holzverwertung. Die Regie- jagden hätten sich bewährt. — Die Abstimmung wirb auSgeseht. DaS HauS vertagt sich auf" DienStag. Die Erdbebenkalaslroy! e in Bulgarien. Sofia, 20. April. (WTD.) Gestern abend 9.25 Uhr wurde in H a s k o w o, das 70 Kilometer südöstlich von Philippopel ge'.egcn ist und mehr als 20 000 Einwohner zählt, c i n heftiger Erdstoß verspürt, dem mehrere weniger starke Stöße die ganze Rächt hindurch folgten. HaSkowo war bei Dem letzten Erdbeben, daS nur Schomsteineinstür^e und Rille in Den Häusern verursachte, verhältnismäßig ver'chont geblieben. Auch Der GrDstoß gestern abend rief keine besonderen 3e Rötungen hervor, wenn er auch heftiger als Die früheren war, verstärkte jedoch die Panik Der Einwohner. Da Die Bevölkerung schon nach Dem ersten Erdstoß Die Häuser verlassen hatte, waren keine Todesopfer zu verzeichnen. Haskowo ist ein wichtiger Mittelpunkt Der TabakinDustrie. Ein österreichisch-italienischer Grenzzwischenfall. Wien, 20. April. (WB.) Nach der »Innsbrucker Volkszeitung"' ist der Bundesbahnheizer Anton Fafhing, als er am 17. April dienstlich auf der Brennerstrecke tätig war, von den italienischen Behörden verhaftet und dem Militärgerichts. Hof in Verona zugeführt worden, well er angeblich versucht hat, einen italienischen Zollbeamten zur Desertion zu verleiten. Wie dazu verlautet, hat das Bundeskanzleramt die österreichischen Vertreter bei den Itattenischen Behörden mit entsprechenden Schritten beauftragt. Oer Sachverständigenbericht über Szent Gotthard. Vari-, 20. April. (WB.) Der „OHatin“ berichtet auS Gens. In Völkerbundskreisen gehe Das Gerücht, Die Sachverständigen In der Mascht - nengewehrangelegenheit hätten f.stge- stellt, daß DaS Dem Untersuchungsausschuß vorgewiesene unbrauchbar gemachte Material nicht von aus Italien kommenden Maschinengewehren herrühren könne. Der Bericht der Kommission sei allerdings noch nicht geprüft worden. Wenn das Gerücht bestätigt werde, werde wahrscheinlich Der vom Völkerbund eingesetzte Dreierausschuß eine ergänzende Enquete beantragen. 12 Attertufi. Oie Wetterlage. Freitao den 2 0. April 4328. Jhaltndj. uie» ° o 6 6civ v® * tkr* ki »ru a 4$ O 0 9vonenies ^nrnec a Haecit» voui». ® * UH»« O «riBMIn. ■ Hc6<1 K GrWitler «icntr» On nemgc Suatuowtsi K iiureeceei -ordwtsl Ott »lene fliegen em dem wmoe Ok Beiden sutiontn uenenden 2«»» ien geltn die Temperelvf »n. Pit timen arDmMa Orte aut gteicBcflb nl i*.'rresei*f4u ueMfrcwetire Leftdrutt Wettervoraussage. Die über Dänemark liegende Störung hat sich südwärts verlagert und so zur Fortdauer deS unbeständigen Wetters geführt. Rach ihrem Dor- überzug dürfte endlich eine langsame Besserung Der Wetterlage einsetzen und die Bewölkung ab- nehmen. Die Temperaturen steigen langsam an. Wettervoraussage für Sonntag: Aolkig, auch vielfach ausheitemd, Abnahme bet Schauer und langsame Erwärmung. Lufttemperaturen am 20. April, mittags 8,2 Grad Telsiu», abends 2,9 Grad Celsius: am 21 Avril: morgens 2,1 Grad Celsius Maximum 8,5 Grad Celsius, Minimum 0,3 Grad Celsius. — Erdkcmpera» turen in 10 Zentimeter Tiefe am 20. April, abends ö,8 Grad Celsius: am 21. April: morgens 4,2 Grad Celsius. ~ Niederschläge 7,8 Millimeter. — Sonnen» scheindauer 5% Stunden. & A^itcn B fcUl ras n>un <6 gdSnt haben, tn!e wie man ve> iS ptei wichtiger, o rw Lehrer M fjbaft berührten Ru Sanz sinnlos ist KulKr mit den Ke Lat lann er schoi Denn er so ver! Durch solche Leder lein Kind, das aus und sich nun allen Mt, sondern ma Sielt .Wunderkind einigen Wochen. - OedensallS freu Ochsten Montag j xsührt Verden. U nicht vergällt wer Ml Voraussagen Sintern. Denn es i erst« Schuliahres vom kindlichen 6} freundlich wie nur Arbeitsschule, wird, führt unaufi die Anfänge der ' Hinter zunächst gar ktnm. Sie brauch zu sitzm und nur ch« Lrnntnissr c ganz verlehri, ve regen, dah die ! gaben brfemmtn. lote sie geknetet, ( alles zu des Schuya ftebergeben vir Sinter, und sorg Freute des SA Die Ämter sinder ~ten, und je loen besser wird es ael Dvh! ater ftur Sorgen ein. I» bet Schule eit Jjyita unt .24 W sagt "ur Mi and, Leben warum Ml bei «« manche bes S? nicht sl> & niil nur schon ft mit aadw j^kaden siche/ W ich agi ater 8« dr’c WA •t *,& -chulrs^.Ai^ den .Sr vl' 5cb- Ltet konnten d. Ult: Ccb.; öu in d ^sei »! -vb verschwunden. 5* 00t Ü n kört man doch " S* bist, dann vknin“ Ob-r. ■»«h'A ak Di?1 für «FZ KrS **»k A ö'ai'An» ie s£2 'tflot- s y*ni•'’ Sä? letzten Kdbrbr7 ^.W in den m°btg ver ch»nt stcrn abend rief unpen hnvsr, truheren Dar, Einwohner. , ersten Erdstoß >e, waren kein« Vv ist ein wich« iftrit mUn all. btt Innsbrucker rohnheizer Anion dienstlich au| der italienischen 'm Milstärgerichi-. n, weikeronMich Zallbeomlei zur )azu verlautet, hat richischen Bertreier mit entsprechenden bericht über rb. )er „Watin“ be* Wen «he ba3 der Wolchi. A W«R VW rKa^chntz vor* uttatenal nicht nben Meschi» n tonne. Der De- rding- noch nicht Gerücht bestätigt der vom Doster« j eine ergän« L je. .0 0 JO 0 U'rJiS“ ■ ®5nrf *s®s S'SxL i-iaf irmllNg- go grab W^rbtem^ ni^^iJ1®146 : Honnt"' Mtel- .Mutter, aber jetzt müssen wir Wirklich fort über schon wenn Unb bie & Blumenkohl jedenfalls freuen ihnen nur Gießen an <02* ddß man U*£ut£ 20 biS 100 30 Pf. da» WP Dbt SP ioi C»i hi Diese .Wunderkinder" einigen Wochen. — o 1840 17H 0 28« D 101 23*7 Heber gang Arbeit so [ontnien?“ spät, ich gebe Wahner, den neuen Rücken tragend. uiD er mit leinrr Mutier antritt. Poetisch lagt Bund. Vornotizeu UND ZURUCK 25. April 1928 P BP 0 • 1950 21U6 2210 22» 17» 10» 2100 21iO Aus der provinziashauptstadt Stehen, den 21. April 1928. Der Anfang Auc langsam, langsam, wir haben noch eine Stund« 3*jl , ,. .Wenn wir ober zu spat „QBtt kommen nicht zu ab Gießen an an Ffm. ab acht." — Da steht er. der kleine Schulranzen stolz am d-m kann «S nicht erwarten, bi« ben ersten Schulgang man wohl' ,®r will d-n ersten Schritt rnS Pfarrer Heumanns Heilmittel itet« .orrltig in der Niederlage Hirsch-Apotheke Gießen, frankfurter Straße Nr. 4 Das Pfarrer Heumann-Boch 272 Seiten. 150 Abb Munger, er- hilf jeder Leser volletAndlg umsonst und portofrei von Ludwig Heumann b Co., Nürnberg M 613. >210 TS kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Butter ISO biS 200. Matte 33 btS 35. Wirsing 35 biS 45, Weihkraut 30, Rotkraut 45. gelbe Rüben 30. rote Rüben 23. Spinat 25 bi« 40, Unter-Kohlrabi 23. Grünkohl 30, 6e dsalat 150, Tomaten 130, Zwiebeln 30, Meerrettich 40 biS 100 Schwarzwurzeln 63 biS 90. Rhabarber 30 bis' 40. Kartoffeln 4 biS 5. Aevsel 12 bis 30, Birnen 10 bis 12, Dörrobst 25, Honig 45 bi« 53, Suppenhühner 100 bi« 120 Pf. da« Pfund, Ääfc (10 Stück) 63 bis 140 Pf: Eier 10 bi« 11, Blumenkohl 60 biS ISO. Salat 20 bis 35. Salat- gurken 100 bis 130, Lauch 10 bi« 30, Sellerie -- - -- das Stück: Radieschen 15 bi« Ffm. ab 25« 23« 23<7 M' Meeiantwehe znro Vorverkaufeprela bei S. Loeb, Gießen, Bahnhofstr. 02a ersten vchuliahre« bemüht sich, den vom kind.iwen Spiel zur ernsten freundlich wie nur möglich au gestalten. Die Arbeitsschule, wie sie beute ja genannt wird, führt unaufdringlich, fast spielerisch in die Anfänge der Wissenschaften ein. dah die Kinder zunächst gar nicht merken, baß sie etwa- lernen. Sie brauchen gar nicht mehr so still zu sitzen und nur zu horchen. Sie sollen sich ihre Kenntnisse e r a r b e i t c n. Es ist deshalb ganz verkehrt, wenn ängstliche Eltern sich auf» regen, dah die Kleinen nicht gleich Hausausgaben bekommen. Ober wenn die Rinder erzählen, wie sie geknetet, gemalt und gespielt haben. DoS geschieht alle« zum Besten der Kinder, und am Ende de« Schuljahre« ist man doch am Ziel. Eine andere Frage tritt tn diesen Tagen an unS heran .Wie wird unser Kind tn der Schule voran- kommen? Wird ihm das Lernen leicht fallen, oder wird e« ihm Aut P age werden?" Ruch ba sei man nicht gleich faisu.rgSlo» wenn es vielleicht im 21.sang etwa» ha >ert. Manche Kinder entwickeln sich lehr langia.n. Wichtig ist auch bari wir da« Inttrelfe. 6a« wir in den ersten Woch-n der Schule un> ihrer Arbeit entgegenbringen, auch w e i t e r h i n wach» halten und unS um unsere Kinder bekümmern, dah wir Freud und Leid der Schule mit ihnen teilen. Elternhaus und Schule sollen Hand» n-Hand arbeiten. nicht nur im ersten Schuljahr sondern während der ganze., Schulzeit. Ls ih doch so. bai Eltern und Lehrer dasselbe Ziel haben. Au« den Kindern wahrhaft gute Menschen zu erziehen! L. Talk« für Lonntag 22. April Sonnenaufgang 4 51 Uhr, Sonnenuntergang 19.07 Uhr. — Mondaufgang 6.10 Uhr, Monduntergang 22.30 Uhr 1073: Papst Gregor VII., der Große, führt da» Zölibat ein; — 1418: Ende de» Konzils von Aon- stanz. — 1724 der Philosoph Immanuel Kant zu ftonigsberg geboren; — 1766: die Schriftstellerin Germaine von Slael-Hostttin in Pari» geboren; — 1S61 der ungarische Staatsmann Gras Stephan I Tisza in Budapest geboren. Baicn für Montag, 23. April Sonnenaufgang 4 49 Uhr, Sonnenuntergang 19.09 Uhr — Mondausgang 6.44 Uhr, Monduntergang 23 54 Uhr. 1616. William Shakespeare In Stratford on Avon geftorben; — 1616 der Dichter Miguel de Cervantes oaaoebra In Madrid geftorben; — 1828: König Sibert V. von Sachsen in Dresden geboren; — 1848: die Preußen schlagen die Danen bei Schleswig. — 1855: der Schriftsteller Ernst von Wolzogen in Breslau geboren; — 1878: der Müler Friedrich Preller I in Weimar geftorben; — 1924: der Politiker Karl chelfserich In Bellinzona geftorben. Giessener Wochcnmarktpreise. Das Großflugzeug ,Hermann Köhl^ in Kranlfurt. WER- Frankfurt a. M . 20. April. Da« vor kurzem auf den Ramen de« Ozean- flieget« ..Hermann Köhl" getaufte Großflugzeug 0.31 traf am Donner «:aa- abend 6 Uhr au« Berlin auf dem Frankfurter Flugplatz ein, um hier während der Messetage zwischen Frankfurt in' Dari« Melsegästc zu te ordern Gl ble bl während der Messe h.er ftationiert. Da« Fiugz^». ist votl- lommen au« Metall he.gestellt und mit drei Motoren versehen. Dal Innere ist wie ete O-Zug-Wagen eingerichtet. Da« Großflugzeug ist da« erste F.ugzeug. da« Schlafkabinen enthält, und daS bequem zum Trans» Port von Kranken verwendet UKtOen kann. Für Passagiere können außer den elr * len Sitzen noch weitere fünf Sitze eingebaut w rd: i, so daß im ganzen mit der Besatzung 2 0 Personen befördert werden können, eute morgen startete da« Flugzeug zu feinem ersten F-ag nach Paris. Der Abllug sollte um 11 Uh. erfolgen, um die aus 2.45 Uhr festgesetzte Ankunf: in Pari« nicht zu überschrei en. Der Start verzögerte sich um eine Viertelstunde, ging aber dann mit wunderbarer Leichtigkeit vonstatten. Schon nach ganz lutAcm '2üüauf erhob sich die Aielen- inaschine, die außer dem Piloten ech« Passagiere an Bord hatte, und in toeni icn M.nuten war sie in westlicher Richtung verschwunden. Die Rei >- dauer war auf 3’/* Stunden vv gesehen, so taß das Flugzeug infolge des verzögerten C a .« mit vierlclstündiger Derfpätung in Pari« hät.« eintreffen müssen. Unlerwcg« konnte e» aber die versäumte i'eit aucholen und traf fo pünktlich um 2.45 ilbr in Pari« auf dem Flugplatz I Le Dourget ein Zum Empsang hatten sich dort als Vertreter des deutschen Botschafters Le- gationSfekretär Dr. L 1 ob > u «, sowie zahlreiche Vertreter deS französischen Luftfport« eingefui»» den. Das Flugzeug wird morgen die Rückreise I nach Frankfurt aniteten und Qnbt April regelmäßig den Dienst De r l i n—Franks urt—Pa- I r i « versehen. fGr wenig Geld etwas sehr Gutes auf den Kaffeetisch bringen kann? Nun—dann probieren Sie dodi mal](athrejneT$ Malzkaffeel Das ganze Pfundpaket kostet nur 55 Pfg. und ergibt---120 Tassen! Tragen oie doch auch mal GuteS Voraussagen, besonder« den ängstlichen Kindern. Denn c« ist doch so: Jeder Lehrer de« — TageSkalender für SamStag. Stadttheater, 8 U&r: Denefizvorstcllung .Der fröhliche Weinberg" (Snde nach 10 Uhr). - Siebener Freiwillige Feuerwehr, 8 Uhr, »Frankfurter Host': Mitgliederversammlung. — A.-D. 1878/1928, Caf4 Leib: MonatSverfammlung. — M.T.D., Restaurant Faulstich: MonatSverfammlung. — Bund der Kolonialfreunbe: MonatS- Denammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstrahe .Die Sache mit Schorrfieael". — Astorra-Licht- fpiele: .Der geheimnisvolle Rächer." — TageSkalender für Sonntag. Stadttheater, 6 Uhr: .Sin besserer Herr" (Snde 8 Uhr). — Gernbardtscher Zither- und Mando- linencbvr. 11 Uyr vorm. bei Senkler (Frankfurter Straße): Generalversammlung. — Lichtspieltheater wie SamStag«. — DolkSkonzert in der DolkShalle. Dom Arbeiterkulturkartell Dieben wird un« geschrieben: Rur selten ist Gelegenheit geboten, grobe Lonwerke bedeutender Meister zu hören. Um so anerkennenswerter ist e«, daß e« da« Arbeiterkulturkartell unternommen hat, am Sonntag. 29. April, nachrn. 3 Uhr. in der hiesigen DolkShalle .Das Lied von der Glocke" von Friedrich von Schiller, ein Oratorium, komponiert von A. 2. Romberg, zur Aufführung zu bringen. 3n erster Linie ist eS jedoch da« Verdienst der Vereinigten Arbeitergesangvereine .Eintracht" Giehcn, .Hängerkranz" Wieseck und .Germania" Lllten-Duseck. unter Leitung ihre« strebsamen Chorleiter« Heinrich Meher - Wieseck, dah die 1 Ausführung dieses Tonwerkes ermöglicht werden konnte. Dre Arbcitersänaer und -sängerinnen haben in monatelangem fleißigen Studium keine Mühe und kein Opfer gescheut, um bei diesem Dollstonzerl in Ehren bestehen zu können. Reben dem Männer- und Frauenchor der Arbeller- fänger wirkt noch der aus 40 Wann bestehende Orchefterverein 1908 von Gießen mit. dessen sehr beachtliche Leistungen anläßlich des Schubert- I SinsonielonzertcS rwch in angenehmer Erinnerung find. Als Solisten sind gewonnen: Fräulein Diesela Wanner (Sopran) Dieben, Frau Lu Kramer (2111) Frankfurt a. M., Herr Ludwig Schmidt (Tenor) Frankfurt a. M und Herr Otto flbclmann (Bah) ebenfalls auS Frankfurt a. M. Da« Kulturkartell hat e« sich zur Aufgabe gemacht, kulturelle und künstlerische Veranstaltungen von hohem Wert zu ermöglichen, die ein einzelner Verein der Arbeiterfchaft durch- zusühren nicht in der Lage ist. Die Ausführung dieses großen Thorwcrke« durch die Vereinigten Arbcitergesangvereine bedeutet zweifellos ein seltenes Ereignis auf dem Gebiete de« Gesanges. Gs sollte daher kein Musikfreund und kein Freund deS Desanges den Besuch diese« Konzertes versäumen. " 30 umbükt von mütterlicher Liebe und — Angst konnten d e Kleinen bi« jetzt dah nleben, spielen und wied r spiele ». Sie waren elgentllch vollständ g Herr ihrer Zeit, soweit e« die Eltern erlauben. Run a?er tritt der Staat auf und lagt .Von h.ute ab mußt du in die Schule!" Sin ganz neuer LebenSa.'schn tt beginnt. 2lb:r meisten« wird viel zuo,el Aufhebens davon gemacht Schon lange vor Der Schulzeck seufzt die Mutier .Wie soll da» du erst elnma. in der Schule bist Großmutter bdtäiigi Das arme K,rchl" Ist ; b:r Junge recht toi 0 ermah ck der Dater .Wart nur wenn du in d.e Schule kommst, da merkst du den Smit bei Gebe i«r Rur der klug? Onkel lagt .La ck ihn nur wie er ist! Der wird mit d r Schule schon sert'.tz. Außerdem schadet da« dem Lausbuben gac nicht«." — Gott fei Dank, ist wohl die Unsitte so ziemlich verschwunden, daß man den Kindern Angst macht vor d.r Schule. Aber so hier und da hört man doch noch .V3enn du mal in der Schule bist, dann kriegt du jeden Tag einen Abzug." Od.r ..Der Lehrer wird dir da» schon ab gewöhn eu." Da« find unsinnige Redensarten. Sorgen wir 3ltcm doch lieber dafür, daß da« Kind wenigsten« einigermaßen selbständig in kleinen Arbeiten wird Richt so. daß e« schon schreiben kann, wenn e« zur Schule kommt. Gott lxhütel Do« wünscht kein Lehrer. Rein, sie sollen gelernt haben, wie man Kleide auf- unb zu- kuäpst. wie man den Ranzen aujhängt usw. Da« ist viel wichtiger, al» wenn sie wissen 3x4=12. Dem Lehrer sind bie frischen, von keiner Wisfen- schast berührten Kinder die liebsten. Ganz sinnloS ist eS natürlich, ttxmn die ftoUc OHutKr mit den Kenntniffe« ihr.« Ätnbc« prahlt: .Da« kann et schon, und schreiben tonn er auch! Denn er so weit^mracht. muß er studieren!" Durch solch: Redeiisarten schädigt man nicht nur fein Kind, das auf aa 13 falsche Gedanken kommt unb sich nun allen fe.n.m Mitschülern überlegen fühlt, sor.drrn man macht sich auch lächerlich. " ~~ *' * " versagen meist schon nach ein. I •• Goldene H 0 chzei t. Der Lehrer i. 9t. Wilhelm M e nz unb Frau, Edelstrabe 3 wohnhast, I können am Montag. 23. «pri(, das Fest ihrer goldenen Hochzeit begehen. . . Schausenster-Gtnbruch. 2kn der letzten Rächt wurde daS nach der Roonstraße zu gelegene große Schaufenster der LudwigSvlatz- Drogcrie von H a n S R 0 11 von Sieben mittel« eines großen Steine« zertrümmert und daraus das Schaufenster zum Teil auSgeraubt. Die Tat ist gegen 4 Uhr geschehen. Geraubt wurden folgende Degenstände: 1 Leica-Kamera Rr. 2775, I Agfa-Zsolar-Kamera 404 0 Tompur 6>',x9cm, Kamera-Rr.) ober Y 103/214 027, 1 Sontessa- Rettel Locarette 5x8 cm, 207, Derval N, (Rümmer noch unbekannt). 1 Ömern ann Hcag Ul. 9X12 cm, Doppelanastigmat in Lronos-Verschlub A 141 043/1 313 304. Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung de« Vorfalls beschäftigt. Die Polizei fordert auf. etwaige Wahrnehmungen, die zur Ergreifung der Diebe und zur Wiederbe- fchassung des gestohlenen DuwS dienen können, sofort bei der Kriminalabteilung zu melden. Dor ] Ankauf der gestohlenen Sachen wird gewarnt. •• Lichtbildervorträge für junge Mütter. Wan berichtet un«: Am 16. und 19. Avril fanden im Singfaal der Oberrealschule auf Veranlassung des VerbandcS kaufmännischer Be- rufSlrankenkasfcn. OrtSauSschuh Sieben, zwei sehr gut besuchte LichtbildervortrLge über die Ursache der Säuglingssterblichkeit und deren Bekämpfung, bie Ernährung der Mutter und des Säuglings, sowie übet bie Pflege de« gesunden und des kranken Kinde« statt. Dte leicht verständlichen unb äußerst beachtenswerten AuSs-ührungen de« vortragenden Arzte«. Dr. med. A Hofmann (FachatAt für Säuglings- unb Kinderkrankheiten), haben u. a. gezeigt, welche Fehler auf diesem Gebiete leider noch zu häufig gemacht werden und wie leicht eine aufgeklärte und gut unterrichtete Mutter in der Lage ist, eine Erkrankung ihres Kinde« zu verhindern. Bemerkenswert ist, dah Dr. Hofmann die Pflege de« Säugling« an Hand praktischer Vorführungen feiten« einer Säuglingsschwester unter Verwendung einer durch da« Provinzial-Kinderheim zur Verfügung gestellten kompletten SäuglingsauSrüstung und eineS lebenden, prächttgen Säugling« erläuterte. Zusammenfassend kann man mit Bestimmtheit sagen, dah die Veranstaltung chr hohe« Ziel nicht verfehlt hat. Die mit großem Beifall auf genommenen Ausführungen des Arzte« besitzen für jede aufmerksame Zuhörerin einen nicht zu unterschätzenden praktrschen Wert. Zhven Abfchluh soll die Veranstaltung durch den Film „Seine Majestät das K i n b'. der am Montag, 23. April, abend« 8 Ubr In den Palast- Lichtspielen vorgesührt wird, erfahren. Zu dieser Vorführung können auch Richtmitglieder S'm- tritt erhalten. (Siehe heutige Anzeige.) ilebergeben wir also ruhig der Schule unsere Kinder, unb sorgen wir dafür, daß ihnen die Freude be« Schulbeginn« nicht gestört wird. । Die Kinder finden sich von selbst in daS neue Geben, unb je weniger man davon spricht, desto besser wird e« gehen. Wohl aber ftunnen auf un« Dltern einige neue Sorgen ein. .Wie wird sich unser Kind in der Schule einleben? Wird e« sich nicht einsam fühlen unter den vielen fremden Gesichtem?^ .Ach waSl" sagt der Vater. ..das kann dem Kleinen nur nützlich sein, wenn er auch mit Kindern au« anderen Kreisen in Berührung kommt. 3m Leben ist e* genau so. Der Staat weih schon, warum er alle Kinder zwingt, bie Grundschule au besuchen." Aber manche besorgte Mutter hat doch Angst um chr _Do blind'. SS. wird vielleicht .böse Wörter" hören. Vasscnsitten annehmen ufw. Da« ist alle« nicht so schlimm. Sind doch .richtige" Kinder nicht nur in der Stube gewesen, sondern haben auch schon vor ihrer Schulzeit auf bet Straße mit anberen gespielt. So sollte eS wenigsten« fein. Der Kindern sind bie vielen neuen Kameraden sicher sehr toilUommen. Sie können sich ja ihre Freunde aussuchen. Die Fvlgeir des Umgang« mit .bösen Buben" werden meisten« üderlchätzt. Die paar wenigen Stunden, bie unsere Kinder in bet Schule finb, können unmöglich die Wirkung baden wie die häusliche Erziehung. Wenn es also einmal nicht stimmt, bann schlage man zunächst an bie eigene Brust, komme aber nicht mit ber alten Phrase: ,DaS haben unsere Kinder von den .andern" gelernt!" Sorgen wir boch lieber bafür, baß bie häusliche Erziehung so ist. daß äußere Einflüsse ohne Schaben an den Kindern abprallenl — LU. SonbtrConbfSunlDerHtSt Gießen. Dem Ehrendoktor unserer Universität Hugo Junkers hat ber Rektor au« Anlaß be» Ozeans luge« bie herzlichsten Glückwünsche der LandeSuniverlität ausgesprochen. Hierauf ist an Seine Magnifizenz folgende Drahtantwort cmgelaufen: .Herzlichen Dank für freundlichen Sluckwunlch. Der von den tapferen Fliegern ergebe Erfolg wird uM zu weiterer Arbeit anfpornen. Hugo Junkers" •• A I 5 Dramaturg an bas Gießener Stabttheoterderufen. Der Intendant unsres Stadtthealers, Dr. Pro Ich, bot als Dramaturg Dr Karl Ritter oem stiemen Theater in staffel an tos hiesige Stadttheater berufen. Dr. Ritter wird fein Engagement mit Beginn ber Sommerspiel zeit antreten. •• Schulbeginn. Am lommenben Rlontag nimmt ba« neue Schuljahr seinen Anfang. 3n ben Volksschulen finben am Montag noch Anmeldungen dec bisher nicht onganelbelen schulpflichtig werbenden K.nder. außerdem Prüfungen usw. statt. Der Unterricht selbst beginnt in allen Schulen der Stadt, also in ben Dolks- unb auch in ben höheren Schuten, am Dien « - tag, unb zwar für bie schon eingeichukten Kn der um 7.45 Uhr, für bie Abc-Schützen um 10 Uhr vormittag«. •• Der Sommerluftverkehr aus uns«, rer Flug st reck« Frankfurt—Gießen — staffel—Hannover beginnt, wie die Lusioer- kehrs A -G Lberhcsten-Lahngau Im heuttgen An- zeigenteil betanntnibt, am kommenden Montag, dem 23 April. Der Start in Richtung Kastel—Hannover erfolgt auf dem hiesigen Flugplatz um 13.15 Uhr, der Start in Richtung Franlsurt a.M um 14 30 Uhr | Flugpassagierc werden, wie schon im Lorjahre, mit | einem Zudringerauto ab Ludwigsplatz zum Startplatz befördert. Der neue Flugplan stellt nach den vertchiedensten Richtungen des Inlandes und nach dem Auslände günstige Lnschlußmäglichkeilen her. Man beachte die heutige Anzeige. •• Straßensperre. Wie der Oberhessi'che Automobilklub Gießen mitteilt, wird die Landstraße Herborn—Hachenburg Zwischen Kilometer 35,7 unb 32,6 ab 23. April bis 2 Mai gesperrt. Umleitung über Roth—Schimbach—Arndorf. •• Gin Anlagen konzert der Militärkapelle findet bei günstiger Witterung am morgigen Sonntagoormittag von 11 bis 12 Uhr in der Südanlage statt. — Vom Oberhessischen Sängerbund. In einer tn Großen-Linden im Gasthaus »Zur Linde" stattgehabte Vorstandssihung deS Oberhess. Sängerbundes wurde einstimmig ber Beitritt zum Hessischen, sowie zum Deutschen Sängerbund be- l'chlossen. Der Oberhessische Sängerbund wirb den fünften Bezirk des Lahngaue« de« Hessilä-en Sängerbundes bilden. Der Sängertag be« Oberhessischen ©ängerbunbe« in Rödgen bei Gießen inbet nicht, wie I. Z. berichtet, am 30. Mai, andern am 13. Mai statt unb bürste auch ür Richt-Bundesmiiglieder von großem Interesse 22.- 0 P 0 0 5*3 638 710 soo 652 900 910 Jedenfalls freuen sich bie Kleinen, wenn sie nächsten Montag Aum ersten Male zur Schule geführt werden. Und diese Freude soll ihnen nicht vergällt werden. Man soll !C da* Seit S6 Jahren. | Vermietungen | 5-ZiMerWoLm. (Neubau» zu verm. Nähere» 40-crfmri ihrer gut cuigeffibrt. Marke einen tücht^ vertrauens wsirdta. Frovleloircverireter L den öouifl. Platz, evtl, auch f.gröu. Bezirk.Arbe>t-sreud.r.'errei'. die bei Kurz-n.tli'enwar^ Hauo- u. .Küchengeräten f>nsta0at!ons-. elektr. u.etn« schltgigen Eng, «4- u. DetailarfchaH. gut einaettchrt sind u.Rdiübev eine er« folgreich. Tullgk. auSweifen tönnen, wollen Cff. m.flcfer. unter 21.C. 147 a. 4135A Fachkundiger 4138,3 Iiingercn 5Är; Mboneiiei gesucht. 03092 focht 03110 A Ltcinreich Vinbenoofk 2. Sache SelfeahlntL P Holller.Brea aaSb. Friedrich Kreiling Schlosiermetster Wieicck. klarvs, feine Mah- schneiderei, Ludwigstrane 85. 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Alle Mitglieder, auch bisherige Nichtmif glieder willkommen. Der Vorstand. NB. Die Zentral« unterer tamerab- fchaftl. Bereinigung bat ihre diesjährige (ßEnpraioetfammlnna Lonnta»22 April, i vorm.lOUHt t.ftranfr tun a. M. (Reftaur. Reichsapfel, Groh« Friedberger Str.Ml, wozu alle Mitglied, der Vereinigungen auch ehtgelaben find. Montag. 2S.Avril, abds. 7 Uhr eröffnen rotr in der Goethe' schule, Wettanlage einen 3851D Anfänger- Lehrgang i. d. deutsch. ElDhtili- knrricbrin f. Damen u Barren unt.Veltung eines ttoatl. geprüft. Vebret» der Kurzschrift. UnterrichtS- gelb 12 RM. Ein Fortbildungs- Lehrgang beginnt am gleich. Avend, I Uhr. Diktat: beginn 24.4., abend» 7 Uhr Heotc abend 87» Uhr [4I74D ZahresSaupi- Versammlung im BereiusdauS. Der Vorstand. lpfJ846,Gieb Diescnigen Turner u. Turnerinnen, tue am Deutschen Turnfest in Köln icilneb- men wollen werden z. einer Besprechung auf MoM. abends 87, Uhr, IN die Turnhalle gebeten. Nach der Be- fptcrtmna Filmtoffflirnnt Der Rhein v. Mainz biS Köln. mast) ledieekrlH; Beginn 2B. 4., abendS 7 Ubr. Amneldg. an Herrn Ätam Hanttein, Wilhelmstr. 611 oder z. Unterrichtsbeginn erbeten. Sllveisv.-Sbvom.- Dereln oon 1861 doO Dameaoerelo .Gllveisverger" Stadttheater Leitung: Intendant Dr. Rolf Brasch. Eountag.22.UprU Auuer Abonneu>ent 3remöenDorfirtIaüfl von 18 bi» 20 Uhr Sin beflerer Herr lfustfvielin8 Bilder« von ttf. Hafenclever. «Gutscheine haben Gllltigkeiil. Dien-tan.21.April 28 DtenetagHD.-Brn. von 20 biS 22 Ubr Erste Balebaknrt- eehrlftieaellaebatl „Oebelue per“ a. Damenaitel ang e. V. Gieflen Wir eröffnen am Dienstag, d. 24. April, abends 7 Uhr, in der Pestalosrisckale (Nordanlage) einen Ansänger- Lehrgang f. 7 amen u.Herren in der deiiischenVin beitSknrz'chriftum. Leitung e nes ftaa l. geprüften Lebrerö der Ltenoaravhie. UnierrtcbKnelö 12.- JLH Anmeld, werden von Heirn 21 kx Karubach, am KugelbergM, ober zu Beginn des Un erricht» entge rage- nonunen. :««v Beginn des ,>ori» bildungSunterrichi» Dienstag, d. 24. April, abends 8 Vkr. Beginn der übrig. Kurie am Hontag, d. 23. April. Der Vorstand. Zum letzten Male Ms.LheneysSnde Lustspiel in 3 Akten (vier Bildern» oon Lonsdale, deutsch von Berftl. i.^.,v 9)' , bt» ciroa 21'/. Uhr Zum letzten Ülaie Das Kamel gehl durch dasAadelöhr Lustspiel in 3 Akten von all. Ooeretten-Eiitschclne leiben (stültigkelt. da* dürfte Seit 36 Jahre». &W1 Gieße! Äfltnci -- - Und i öpitoat \v UnZ) lagie Die Ü unseres unS ver schass ontver treten, gcsanune zu neh^ Leiter oc mü W entsproß Die deutsche! ilveltc nr» virtfcha't und damals zu 1 Reinerträgen Hon bedeutete für die 3nbu vir nn Schl überdedle- Dährunc scheinung. 3n virtscha't von entblößt. wahres 1923 den war. Sei Ml tonnte h ang seines - neuen harten luysristig und nisvollen -ori Mit der Inans die neue 0 schäft. Die Ursache wenden 2erss meinen virtsch lificrungsperi, Ernte- und 1 und in der h fafiung begrü; überspann unter üoütDim Virtschaftlichcr Das eine Ziel Intensivierung lichen Verlusten erreicht. Srntee ncchernd wiedei kchveinebeftänl Die Industrie Jahren in der nehmet, denn d, gen nicht gespa tigr Ziel, die Tk btlanxunbbi mitteleinfv reicht wben. dilanz hat \v verschlecht dischen Lebent men. Die Folgen ungünstiger 1 flctoirft Die in Derbindun! tvirtschastsfcher sunlenen Äau einer Preis geahntem Aus sür industrielle der Dährungs pelle der Dorf d>e landwirW den Aorkriegst nach untoffcntli Mefe Srscheinun ZE scheiden ZSK ftA- Komik l fei* i$iS 1?^' SM Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesseu) Ur. 94 Zweiter Blatt Samstag, 21. April 1928 Die Krisis der deutschen Landwirtschaft. Ursachen und Symptome. — Oie Bedeutung der Landwirtschaft für Staat und Volk. — Oie Intereffensolidaritat zwischen Industrie und Landwirtschaft. — Wege zur Heilung: Staatshilfe und Selbfthilfe. Don Dr. W. H. Pfaff, Leiter des Universitätsversuchsguts in Gießen. Die schwere Votlage. in der sich auch unsere hessische Landwirtschaft besindet, hat uns veranlaßt. an das Landwirtschaftliche Institut der Landes- Universität mit der Ditte heranzu- treten, aus Grund der dort in reichem Waste gesammelten Erfahrungen zur Agrarkrise in grundsätzlichen Ausführungen Stellung zu nehmen Herr Dr. W. H. P s a f s, der Leiter deS LlntvedttätS-VeriuchSguleS. hat mit dem folgenden Aufsatz unserer Ditte entsprochen. Die deutsche Landwirtschaft durchlebt heute eine schwere Krise. die in ihren Anfängen bis i n d a S zweite KrlegSjahr zurückreicht. Zwangswirtschaft und Mangel an Betriebsmitteln hatten damals zu immer mehr absinkenden Roh- und Reinerträgen geführt Die nachfolgende Inflation bedeutete für die Landwirtschaft ebenso wie für die Industrie nur eine Scheinblüte, die wie ein Schleier daS wirkliche Dild der Lage überdeckte. Dafür trat mit der Stabilisierung der Währung die Krise um so schärfer in Erscheinung. In jenem Augenblick war die Landwirtschaft von Reserven und Betriebskapital völlig entblöht. nachdem vorher noch die Ernte deS Jahres 1923 für Papiermark verschleudert worden war. Dei dem allgemeinen Mangel an Kapital konnte sich der Landwirt die zur Fortführung seines DetriebS und zur Bezahlung der neuen harten Steuern erforderlichen Mittel nur kurzfristig und zu hohen Zinsen in der verhängnisvollen Form deS Wechselkredits verschaffen. Mit der Inanspruchnahme dieser Kredite beginnt die neue Verschuldung der Landwirtschaft. Die Udatben der seitdem immer mehr zunehmenden Verschuldung liegen zum Teil in allgemeinen wirtscha'tlichen Schwierigkeiten der Stabi- lilierungSperiodc. zum Teil in den ungünstigen Ernte- und Preisverhältnissen der letzten Jahre und In der hoben steuerlichen und sozialen De- lastung begründet, teilweise aber auch in einer überspannten Intensivierung, die unter vollkommener Außerachtlassung betriebswirtschaftlicher Gesichtspunkte durchgeführt wurde. Das eine Ziel dieser von oben her propagierten Intensivierung wurde — allerdings mit erheblichen Verlusten für die deutsche Landwirtschaft — erreicht. Ernteerträae und Viehbestände sind an- näbernd wieder auf Vorkrieashöhe gebracht, die Schweinebestände sogar darüber hinaus gestiegen. Die Industrie hatte in den vier abgelausenen Jahren in der Landwirkschast einen guten Abnehmer. denn der Landwirt hatte an Aufwendungen nicht gespart. Dagegen ist daS andere wich- ttge Zid. die Verbesserung unserer Zahlungsbilanz und die Eindämmung der VahrungS- mitteleinsubr auS dem Ausland nicht erreicht worden. Im Gegenteil, unsere Zahlungsbilanz hat sich von Jahr zu Jahr weiter d e r s ch l e ch t e r t. und die Einfuhr an ausländischen Lebensmitteln hat ständigzugenom- m e n. Die Folgen dieser Tatsachen haben sich in sehr ungünstiger Weise auf unsere Landwirtschaft aus- aewirkt. Die Konkurrenz der Auslanoprodukte tn Verbindung mit der Llngeordncthcit der landwirtschaftlichen Marktverhältnisse und der gesunkenen Kauskralt der Bevölkerung haben zu einer Preis- und Absahkrile von nie geahntem AuSmast geführt. Während die Preise für industrielle und gewerbliche Erzeugnisse nach der Währungsstabil.sierung auf etwa das Doppelte der Vorkriegszeit gestiegen waren, blieben die landwirtschaftlichen Erzeugnis,e viel ach unter den Dorkriegspreisen und stiegen erst nach und nach unwesentlich über die Vorkriegspreise. All diese Erscheinungen haben zu einer vollkommenen Unrentabilität der landwirtschaftlichen ‘Betriebe geführt. Vach Untersuchungen deS Deutschen Landwirtschaftsrats waren die Reinerträge der landwirtschaftlichen Detriebe im Jahre 1924 auf 25 Proz. der DorkriegSreinerträge gesunten, im folgenden Jahre hatten 51 Proz. aller untersuchten Detriebe mit Verlust abaefchlossen und nach den neuesten Feststellungen hatten beisvielSwelle die von der sächsischen Duchstclle unter'uchten Detriebe für das Wirtschaftsjahr 1926 27 im Durchschnitt einen Verlust von 8 Wk. je Hektar aufzuweilen. Die Votlage der kleinbäuerlichen Detriebe ohne Buchführung zeigt sich in der Herobdrückung der Lebenshaltung der Dauern- somilie. tn der Entblößung von allen DetriebS- mittcln, insbesondere auch von Dargeld und in der Unmöglichkeit, ihren Zahlungsverpflichtungen nochzukommen. Die Verschuldung Hal bereits die Höhe der Vorkriegszeit mit rund 13 Milliarden Reichsmark erreicht. Sie setzt sich zusammen aus: 3,5 Milliarden Aufwertungsschulden. 3 „ Realkredit, 4,5 . Personaltredit, 2 , Rentenbankschuld. Der wesentliche Faktor der Votlage ist nun nicht in der Höhe dieser Verschuldung, sondern in der Zinsbelastung zu erblicken, die heute doppelt so hoch ist wie vor dem Krieg. Dazu kommt die Erhöhung der Steuern, die etwa daS Dreifache gegenüber früher betragen und die Erhöhung der Soziallasten, die vor dem Krieg mit 8.70 Mark je Hektar errechnet wurden, während sie im Jahre 1927 je Hektar auf 26.39 Mark zu stehen tarnen. Die Votlage der deutschen Landwirtschaft wird heute allgemein anerkannt. Dagegen gibt es noch weite Kre'se unseres Volkes, welche den Delangen der Landwirtschaft verständnislos gegenüberstehen und deren Dedcutung für die gesamte Volkswirtschaft noch nicht erkannt haben. Es ist noch zu wenig bekannt, dah selbst in unserem schon stark nach der industriellen Seite hin orientierten Lande die landwirtschaftliche Erzeugung wesentlich höhere Werte darstellt, als die Prodkutton der wichtigsten bergbaulichen und industriellen Rohstoffe und Fabrikate. Der Gesamtwert der landwirtschaftlichen IahreSerzeu- gung beträgt etwa 12 Milliarden Reichsmark. Im eiruelnen machte vor dem Krieg der Wert der Fletscherzeugung 4,3 Milliarden, der Milch- vroduktion 3.4 Milliarden aus. während die deutsche Maschinenindustrie Werte tn Höhe von 3 Milliarden, der Kohlenbergbau in Höhe von 2,3 Milliarden Mark produzierte. Welch groheS Interesse die Industrie an einer kaufkräftigen Landwirtschaft hat. geht auS feigenben Tatsachen hervor. Der Wert deS tn der landwirtschaftlichen Produktion wirkenden EisenS wird auf 9 Milliarden geschäht, wovon jährlich 5 Proz. ersetzt werden müssen Diese 5 Proz. stellen annähernd eine halbe Milliarde dar. Diese Zahl übertrifft dm Wert der ae'amtcn Produktion der deutschen Landma'chinenindustrie des Jahres 1927, welches einen Höhepunkt in der Erzeugung dieser Industrie darslcllt. An künstlichen Düngemitteln wurden im Wirtschaftsjahr 1926/27 etwa für 650 Millionen Mark verbraucht. Zu dieser wirtschaftlichen Dedeutung der Land- wirtschait tritt neben der bevölkerungspolitischen und sozialen vor al em noch die ernahrungS- wirtschaftliche. Die Kriegs- und Vach- kriegszeit hat den Völkern die Wichtigkeit der Landwirtschaft im Rahmen der Gefamtwirtfchaft fiar genug vor Augen geführt. Sin deutliches Dild von Der sich in der Welt vollziehenden Um- stellung bot die Genfer WeltwirtfchaftS- Gießener Siadttheaier. iyrantifet Langer: „Das Samet geht durch dad Nadelöhr." , ... ilnb in der Xatl DaS Vieh ging durch, obzwar sich quetschend wie ein Lurch! Der Reiche aber sah ganz stier und sagte nichts als: Wehe mir!" Morgenstern. Wir hätten uns eine Wiederholung deS betrüblichen Kommentars, wie er sich zur Würdigung von ,Mrs. LheneyS Ende" leider als notwenoig erwies, von Herzen gerne gespart. (SS ist, sür alle 'Beteiligten, immer angenehmer, eine gute Kritik au schreiben, als eine schlechte.) SS hilft aber nichts es muh eine schlechte geschrieben werden. Alle Komik und alle verzweifelte Drastik deS bekannten biblischen Gleichnisses vom reichen Mann und vom Kamel und vom Vadelöhr hat Christian Vlorgenftern in ganzen zwanzig Veden der .Galgenlieder" mit unvergleichlicher Grazie und Treffsicherheit erschöpfend 3um Ausdruck gebracht. Frantisek Langer wollte ein DolkSstück (ohne Gesang und Tanz) daraus machen, aber es ging über seine und unsere Kraft. Vorbilder gibt es genug für dieses mist- geschaffene Wüstenschiff, das in Prag beheimatet ist. ES gibt den .Biberpelz" mit der Mutter Wolffen, es gibt die .Haubenlerche" von Wildenbruch. es gibt den guten alten L Arronge, und es gibt leider Anny Woche und Hedwig Courths- Mahler. Wenn Frantisek Langer wenigstens aus allen diesen Rezepten eine Mischung zu gleichen Teilen zustandegebracht hätte, was an sich kein Vergnügen gewesen wäre - man hätte sich bescheiden können. Aber ihm ist weder ein Halbwegs brauchbarer Abllatfch der Haupimannschen Waschfrau, noch die Lösung der sozialen Frage nach Wildenbruchs Muster auf tschechisch gelungen. von L'Arronge Hal er allenfalls gelernt, was man heutzutage entschieden unterlassen sollte. Der leider überwiegende Rest tierteilt sich auf die obengenannten Vertreterinnen der neueren deutschen Literatur. Lind das kann nicht gut- geheisten werden. Es must dem Autor vielmehr in aller Kürze einiger dramatischer Anstands- und Elementarunterricht erteilt toerben. Ein Bühnenstück entsteht mit handelnden Personen. Der Umstand, dah diese Pedonen reden müssen, um sich verständlich zu machen, darf nicht dazu mistbraucht werden dast man die Mitglieder einer Familie lang und breit einander Geschichten erzählen lästt. die ihnen seit Jahren und Jahrzehnten bekannt sind, blost damit der Zuschauer, der es noch nicht wissen konnte, möglichst bald und deutlich edährt. was eigentlich loS ist. ES ist auch unter gesitteten und fort gegriffenen Literaten nicht mehr üblich, die Figuren eines Stückes in schwarze Schafe und weihe Schafe einzuteilen. In gute und böse, in ganz arme und ganz reiche. So einfach ist es denn doch nicht. Lind wenn man eine Anzahl dieser Leute auf einem Haufen zusammen haben will, von denen schlechterdings nicht ertoartet werden kann, dast sie jemals gutwillig oder zufällig zu'ammen- treffen, dann must man sich schon die Mühe machen, ein solches Zusammentreffen ein bihchen glaubhaft ober wahrscheinlich zu gestalten SS must, kurz gesagt, auch in einem Lustspiel alles wenigstens einigermaßen vernünftig, möglich und mit rechten Dingen zugeben. Wan muh ein wenig vom Handwerk verstehen, man darf sich auf die Verlobung am Schluß und auf das Rührende nicht allein verlassen. auf das Gefühl jedenfalls nur dann, wenn es echt ist. Wenn es aber krumm und falsch und verkrüppelt ist, dann geht das Kamel weder durchs Vadelöhr noch aufs Standesamt. Llnverbesserliche Opttmiften glauben, die Geschichte mit dem armen, aber unbescholtenen Mädchen. dem reichen jungen Wann und dem bofen Vater des jungen Mannes gäbe es auch in Romanen unb Theaterstücken seit einiger Zeit nicht mehr. Doch' Gibts noch. Dei Frantisek Langer. Die Liebe ist boch eine Himmelsmacht und überwindet siegreich alle Widerstände. Sie kriegen sich, sogar in allen Ehren. Lind machen einen ResornrtWilchladen auf. Lind las en sich trauen, damit das Kindchen, das schon unter- wegs ist, makellos durchs Leben gehe. Lind der grimmige Vater, gerührt von so viel Liebe, k 0 n s e r e n z des vergangenen Sommer- die tn einer gemeinsam nieder zeigten Ansicht Die De- beutung der Landwirtschaft hervorhebt unb gleichzeitig das Vorhandensein einer internationalen Agrarkrise zum Ausdruck bringt: .Der wirtschaftliche Viedergang der Landwirtschaft findet feinen Ausdruck in der Störung deS Gleichgewichts zwischen den Preisen der landwirtschaftliche» und denen der Indust rieer^eugnisse. Diese Störung hat zur 5t>lgc. dah in einer groben Zahl von Ländern die Landwirte für ihre Arbeit und für den Kapitalaufwand keine genügende Entschädigung mehr erhalten." .Wenn nicht zweckdienliche Wahnahmen zur Wiederherstellung deS richtigen Preisverhält- nisfes ergriffen werden, ist zu befürchten, dah eS früher oder I ättr zu einem Rückgang der landwirtschaftlichen Erzeugung kommt, der daS Wohl der gesamten Menschheit beeinflußt." Wenn hier in diesen Auslassungen die Welt- wirtschastSkonferenz die Wiederherstellung eines normalen Preisverhältnisses zwischen landwirtschaftlichen unb Industrieerzeugnifsen und damit die Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirtschaft im In eresfe der Weltwirtschaft verlangt, so ist es für uns mit Rücksicht auf unsere Lage im Herzen Europas und unsere auhen- polltische und finanzielle Machtlosigkeit doppelt notwendig unsere Landwirtschaft wieder lebensfähig zu machen. Wir können uns nicht länger Den Lufus einer VahrungSmitteleinsuhr von jährlich 4 Milliarden Mark gestatten, die zum groben Teil geborgt ist unb von ber wir 3 Milliarden im eigenen Lande erzeugen könnten. Der Reichstag hat sich diesen Zusammenhängen nicht verschlossen und das von der Regierung vorgelegte Votprogramm zum groben Teil aenebmigt. Die in diesem Programm vorgesehenen HilfSinahnahmcn wie Förderung des Genossenschaftswes<-ns und der Absatzorganisationen, Herabsetzung des Gesrierfleifchkontingents, Ausdehnung des Sinfuhrschelnsystems auf die Ausfuhr Don Schweinen unb Schweinefleisch. Llmfchuldungsmabnahmen, Steuerer!eich erringen und Dgl. können die so elementar her vor getretene Krise allein nicht bannen, sie können sie nur mildern. Die Landwirtschaft fordert deshalb weiter vor allem Verbesserungen deS landwirtschaftlichen Zoll sch utzeS. Auch die Länderregierungen haben Steuererleichterungen unb FörderungSmabnahmen für ihre Gebiete in Aussicht gestellt. Dah auch führenbe Inbustriever- tretungen von der Votwendigkeit einer Stärkung der Landwirtschaft und des Binnenmärkte- überzeugt sind, geht auS dem Jahresbericht der Industrie- und Hant-elskammer deS Ruhrbezirks hervor, der folgende Sätze enthält: .Wenn wir unS wirtschaftlich realpolitisch ein- stellen. müssen wir in erster Linie danach trachten, unsere eigene Wirtschaft möglichst auf der Grundlage bt 8 inneren Ausgleichs von Landwirtschaft unb Industrie einzurichten. Dazu ist notwendig eine bewußte Förderung Der Landwirtschaft zwecks Hebung ber landwirtschaftlichen Erzeugung. Wir müssen dahin kommen, dah untere deut che Landwirtschaft sowohl In qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht immer mehr in die Lage versetzt wird, den deutschen Dedarf an Lebensrnitteln zu befriedigen, um so mehr, als für die Passivität unserer Auhen- handelsbilanz vor al cm Die Einfuhr bestimmend gewesen ist. Der Gedanke der Interessensoli D a r i t ä t zwischen Industrie und Landwirtschaft und bie daraus resultierende Forderung des Pflege deS Dinnenmarktes hat in der letzten Zeit in erfreulicher Weise immer mehr an "Beben gewonnen." erweicht seinen harten Sinn unb gibt enblich seinen Segen. Sonst ist nicht viel zu erzählen. ES lohnt sich auch nicht. Der reiche junge Wann, d.m eine arausame Laune des Autors dazu oeruammt hat. den Mund nicht aufzutun, schmeiht mit dem Gelb um sich, dah eS ein wahres Labial ist in der armseligen Kellerwohnung, wo die gute und tugenbfame. lei Der arbeitslose Susi ihr küm- merlichÄ Dasein fristet. Die geschä tstüchtige Gaunerpraktilen ihrer Mutter und ihres Stiefvaters angeln auf den ersten Anhieb nicht nur den reichen Jüngling, sondern auch noch einen Dankier und eine Da.ne vorn Wohltätia.eits- ticrein, die den zur Erledigung von Formalitäten notwendigen Frageboaen gleich mitgebracht hat. Es ist ja wirklich rührend, aber eine derartige Anhäufung von Drieftafchen und Scheckheften muh selbst arglose Gemüter etwas tierftimmen. Dah der junge Wann sich auf den ersten Dlick, noch auf der Kellertreppe, in Susi bi« zur Raserei verliebt, mag angehen. (DaS kommt immerhin vor.) AlleS weitere ist nun unvermeidlich: dah Susi des edlen Spenders Geliebte wird, dah sie vom Papa mit wirkungsvollen Es leiten vor die Tür gesetzt wirb, dah die Dräut des jungen WanneS vor Wut fast umkommt, dah die Geliebte erhobenen Hauptes geht (oh. man hat auch seinen Stolz unb au Herdern hat man gerade einen schönen Batzen an der Börse gewonnen; der reicht über den dritten Akt hinauS). — dah sie alle zuletzt hübsch unter Dach und Fach fom- men. Unb in ber Tat. das Vieh ging durch, obzwar sich quetschend wie ein Lurch. Der reiche Wann aber wird doch des Himmelreiches teilhaftig werden. Dafür hat Franttsek Langer gesorgt. — In der von V 01 ck ziemlich umständlich halb auf Realistik, halb auf Sentimentalität gespielten Aufführung ze.ch etm sich Xu Ära firner mit ernsthaftem Bemühen um die Rolle deS Proletariermädels unb Luise 3 ü n gl i n g alS dessen gaunerhafte unb mit vielen Wassern gewaschene Erzeugerin aus. Baste als reicher Jüngling Alik brachte die paar Worte, die Langer ihm betodligt hat, mit Anstand vor und Aus der anderen Seite ist sich bie Landwirt» schast vollkommen bewuht, bah mit staatlichen Maßnahmen allein ihre Lage nicht verbessert werden kann. WaS zunächst die ProduktionSseite anbelangt, so hat bie Landwirtschaft in den vergangenen vier Jahren die bittere Erfahrung gemacht. dah sie bei der Einrichtung ihrer Betriebe unb bei der Aufnahme von Krediten eine viel zu optimistische Aufsa'sung von den Möglichkeiten, bei intensiver Wirtschaftsweise eine Rente zu erzielen, an den Tag gelegt hat. Sie hatte übersehen, bah die Preise und die Produktionskosten gegenüber ber Vorkriegszeit sehr viel günstiger und eine grundlegende Aenderung im Betriebssystem unb in ber DetriebSsührung notwendig waren, um sich den veränderten PreiSverhäld- nisfen und ProbuktionSbedingungen anzupafien. Solange es der Landwirtschaft nicht gelingt, mahgebenden Einfluß auf bie Gestaltung ber Marktverhältnisse zu gewinnen und daS PreiSverhältniS zwischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen und ErzeugniSrnitteln ungünstig bleibt, wird es Ausgabe deS einzelnen Landwirts sein, Den DelrievSaufwand mit dem Ertrag in Llebereinstimmung zu bringen, d. h nur solche Aufwendungen zu machen, die sich unter Einrechnung einer Risikoprämie auch wirklich lohnen. Damit ist eine Schädigung volkswirtschaftlicher Interessen nicht verbunden. Da weitere Intensivierung weitere Unrentabilität unb Damit den Zusammenbruch deS Betriebs herbeiführen würde. Auf der A b s a tz f e i t e harren ber Landwirt- schaft neue unb gro’je Aufgaben. Dem Absatz- Problem hatte der einzelne Landwirt bisher nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt. Wohl tmni't ein Teil bet Erzen an .sie durch landwirtscha't- liche Absatzienoffenlcha ten auf den Markt c- bracht Ihr Einfluh auf Markt unb Preisgestaltung konnte aber mangels einer Lieferung-Pflicht und mangel- einer straffen Zu- sammenfaffung nur gering fein. Die Konkurrenz ausländischer standardisierter Quafi- tätSprodukte unb bie Tatsache, dah Der einzelne Landwirt den mächtigen Konzernen und Kartellen der Industrie und deS Handels, den Organisationen unb Verbänden der Konsumenten unb Arbeiter und den Innungen deS Handwerks unorganisiert gegenuberflebt, die ihm die Preise für seine Betriebsmittel diktieren unb bie infolge ihrer Macht Preise und Markt seiner Erzeugnisse zu beeinflußen in ber Lage sind, zwingen die Landwirtschaft zu seftemZusammen- schluh in Absayorganisativnen mit LieferungSpslicht und zur Produktion von Markenerzeugnissen bester Qualität unter weitgehender Anpassung an die Ansprüche deS Konsums. In diesen Rahmen gehört auch eine Verminderung deS heute noch immer herrschenden S 0 r - tenwlrrwarrS bei Getre de. Kartoffeln und Obst und der gemarkung-weise Anbau von wenigen ertragstreuen Sorten. Vur auf diese Weile und wenn Staat, Organisationen und Landwirtschaft Zusammenarbeiten, wird es möglich setn, normale PrelSverhältnisse herbeizu- führen und die Rentabilität der Landwirtschaft wieder herzustellen. Hierzu bedad es aber einer vollkommenen geistigen Umstellung unserer Landwirte und ihrer Anpassung an die neuen Ausgaben. Dah bei der Vorbereitung dieser Umftellung ber Landwirts haftSwi senschaft urb insbesondere Der Wirtschai.s.ehre oeS LandbaueS eine besondere Rolle zukommt, ist ohne Frage, wie auch der Ausbau ihre- Studiums und ihrer Fodchungsmittel eine unumgängliche Votwendigkeit darstellt. war immerhin noch besser dran alS G e s s e r S, ber die höchst unsympathischen Geschälte des grimmigen Vaters zu verwa'ten hatte Goll war ein schwindelhafter armer LaziruS urb erzielte einen netten SonderapplauS. In kleineren Rollen MarckS, Heym, Teleky, Bold unb Gehre. ES gab Beifall nach allen drei Akten. Dr.Th. Künstler und Kunsthandel. Während sich ber Kunsthanbel mit Den Werken alter Meister bei uni in den letzten Jahren auherorbentlich gehoben hat. liegt ber Markt für die K inst Der Lebenden noch immer sehr darnieder iln ete jungen Äin .ler können zum groben Teil ihre Werke nicht verkaufen, weil eS an einem gut organisierten unb wagemutigen Kunsthandel fch t Dteie ile' eist nde werden durch eine Umfrage beleuchtet, die in dem von Adolph Donath Hera-sge ebenen .ÄunfttoanD"ter' veröffentlicht wird. Darüber, dah der Kunsthandel notwendig fei. find sich alle einig aber seine jüngste Entwicklung erregt vielfach Bedenken. .Wenn ich zurückdenke", fchreibt Lesser LI r y. jnub ich doch sagen, dah sich die Verhättnis'e gegen früher verfchoben haben. Vor etwa dreihig Jahren gab eS eine Reihe von Kunsthändlern, die für den Künstler — soweit es ihre eigenen Mittel erlaubten — eintraten mit Eifer und Hartnäckigkeit. ja sogar mit Liebe, bi- der Künstler sich mit seiner Kunst durchgerungen hatte. Der Respekt unb bie Verehrung waren bamalS noch vorhanden für bat tragische Schallen deS mittellosen Künstlers. Das ist jetzt ganz ander- geworden. Der Kunsthandel ist le der in unserer modernen Zeit in der Ha 'ptfache ein Geschäft, da- da- darin investierte K v tal gu’ nerjin'en muh Lind dann die Auktionen'!! Dte K »nstler haben sich diesem neuen Zustand anzupa sen Der ucht Sie bilden Vereine, veranstalten musi!a ische Abende Tee und Tanz, Bälle, auf denen sie ihre Werke an den Wänden zeigen Alles die-, um mit Den reicheren kunstliebenden Kreisen in Verbindung zu kommen, was vorher der größeren Geschickllch- keii des Kunsthändlers Vorbehalten war." Oberhessen. Ser neue Stromtarif des LcberlandiverleS I Dom D o g e ls b e r g, 20. April. Immer mehr macht sich in unseren Dörfern eine Miß - st i m m u n g über die neuen Stromtarife deS Lieberlandwerkes Oberhessen bemerkbar. Man empfindet allgemein die Grundgebühren als zu hoch. Der nur Lichtstrom beziehende Kleinbauer und Arbeiter hat meist während der Frühjahrs- und Sommermonate einen derart geringen Stromverbrauch, daß sich für ihn die Grundgebühr allein schon weit teurer stellt, als bisher sein gesamter Strombezug. Die Eigenart der ländlichen Arbeit zwingt zu frühem Zubettgehen, so dah hier eine Vergröberung des Stromfonsums, die einen Ausgleich der Preise herbetsühren könnte, zumindest in den Sommermonaten unmöglich sein wirb. Der Elektromotor ist in der Landwirtschaft niemals derart beschäftigt, bah et voll ausgenuht werden könnte. Iauchepumpen. Schroten, yadjeln, Hvlzschneiden usw. nehmen immer nur verhältnismäßig kurze Zeit in Anspruch. SS wird also die (für den Motor zu zahlende Grundgebühr fast stets teurer fein als bisher der gesamte Stromverbrauch nach dem alten Tarif. Die neuen Tarife mögen für Großverbraucher künftiger sein alt die bisherigen, für die bereits schwer ringenden kleinen und mittleren bäuerlichen Betriebe stellen sie eine unerträgliche Mehrbelastung bar. Auch Handwerk und Kleingewerbe führen lebhafte Klage über die schweren Benachteiligungen, die die neuen Tarife, insbesondere für Kraftstrom, für sie bringen. 3m ländlichen Handwerk und Kleingewerbe, das bei uns fast ausnahmslos mit landwirtschaftlichen Betrieben verbunden ist. kommt eS nur äußerst selten vor, dah die Mo- tore voll auSgenutzt werden. 3n vielen Mühlen z. B. wird der Motor nur in Zeiten deS Wassermangels als Aushilfskraft benutzt, während er (meift während des größeren Teiles deS Iahres) sonst stillsteht. Er muh aber unbedingt vorhanden sein und wird meist ziemlich schwer gewählt, um alle vorkommenden Arbeiten damit bewältigen zu können. Auch in vielen Schreinereien u. a. finden wir starke Mobore, die zum Schneiden von Langholz usw. nur sehr kurzzeitig benutzt werden. Diese Betriebe werden durch die hohen Grundgebühren austerordentlich stark belastet. Die Höhe der Belastung sei an dem Beispiele eines Schreinereibetciebes mit je einen Motor von 15 und 5 Pferdestärken gezeigt. Dieser Betrieb verbraucht im Monatsdurchschnitt 60 Kilowattstunden. Dach dem früheren Tarif batte er dafür 17,30 Mk. zu entrichten, nach dem setzt gültigen allein an Grundgebühr 24,65 Mk.. dazu als Arbeitsgebühr 7,20 Mk., mithin 31.85 Mark. Die Kilowattstunde stellt sich somit für diesen Betrieb auf 53 Pf. Das bedeutet ater nicht mehr und nicht weniger als nahezu eine Verdoppelung des bisherigen Tarifes. Cs must unbedingt eine Ermäßigung der zu hoch angesetzten Grundgebühren eintreten, wenn Landwirtschaft und Handwerk vor großen Schäden, das Lieberlandwerk vor dem Verlust seiner ländlichen Kraftstromabnehmer bewahrt werden sollen. 25 Zahre Versorgungs-Kuranstalt in Vad'Rauheirn. 4 Bab-D anheim, 20. April. Gs sind fetzt genau 40 Iahte, dah unsere Badestadt in die Deihc der Militärkurorte eingetreten ist. Mit bet Saison 1888 wurden erstmalig Militärkurgäste nach hier entsandt. Sie wurden in Privatquartieren untergebracht. Die rasche Entwicklung deS DadeS, die sich von 1890 ab in einem starken AstWgen der Fremdenkurve ausdrückt, hat auch eine stetige Zunahme der Militärkurgäste im Gefolge gehabt. Betrug die Zahl im Iahte 1888 nur 5, so war sie 1890 bereit- auf 22, 1900 auf 8d, 1902 gar aus 113 angewachsen. Insgesamt waren eS 646 Militärkurgäste, die in den Iahten 1888 bis 1902 in Privatquartieren hier untergebracht wurden. Die immer stärker werdende Benutzung unseres DadeS durch die Militärkurgäste gab der Militärverwaltung Veranlassung, dem Gedanken der Errichtung einet eigenen Heims naherzutreien. 1903 schon konnte die Idee verwirklicht werden. In bet Frankfurter Strahe wurde ein Haus gemietet und am 20. April 1903, also vor 2 5 Iahten, darin unter dem Damen M t l i - tärkurhauS eine Kuranstalt für Militärpersonen eröffnet, die dem Kriegsministerium unterstand. Der neuen Anstalt standen zunächst 45 Betten zur Verfügung. Im ersten Iahte fanden 144 Militärpersonen Aufnahme. 1907 stieg die Zahl auf 416 infolge der starken Inanspruchnahme der hiesigen Kur durch Teilnehmer am südwest- afrikanischen Feldzuge. AlS der Weltkrieg ausbrach, 6Hb:te das Mili- tärkurhauS mit seiner Verwaltung die Zentrale deS großen Deservelazaretts Bad-Dauheim, mit 4500 Betten einet der größten Lazarette Deutschlands. Die höchste Krieasfrequenz hatte das Iahr 1918 mit 14 632 Milrtärkurgästen aufzuweisen. Die Auswirkungen des Kriege- zeigen sich aber auch noch im Besuch der DachkriegSjahce, nachdem auS dem MilitätkurhauS eine Versorgungskuranstalt geworden war, die dem Reichs- arbeitSministerium untersteht. 1919 suchten noch 1804 ehemalige Heeresangehörige in der Anstalt Genesung von Leiden, die sie sich im Kriege zugezogen. Von da ab fällt aber die Frequenzkurve, um von 1924 ab mit 472 wieder den normalen Stand her Vorkriegsjahre einzunehmen. Die Räumlichkeiten b:r Anstalt erwiesen sich aber nicht mehr als zeitgemäß. Vorübergehend destand die Gefahr der Aufhebung deS Kurhauses und seiner Unterbringung in reichseigenen Anstalten anderer Kurorte. Dem sozialen Sinn unserer Stadtverwaltung, die in bester Kurlage ein- ihrer Häuser mietweise dem DeichsarbeitS- ministerium überließ, ist eS zu danken, daß die Kuranstalt erhalten blieb. Da« neue Heim ist neuzeitlich gebaut und entspricht in seiner Einrichtung der eine- Sanatoriums. Es stehei, 56 Detten in 35 behaglichen Zimmern zur Ver- fügung. so daß bei rund 10 Iahreskuren etwa 580 Gäste im Laufe eine# IahreS Ausnahme finden können. Außer b?n Kriegsbeschädigten deS ehemaligen HeereS werden, soweit es der Platz erlaubt, auch Deichs-, Landes- und Ge- meinb.'beamte als Besucher zugelassen. Für Angehörige b:8 jetzigen Heeres. b:r R ichSwehr, ist die Anstalt jedoch nicht bestimmt. Acrztlich wird die Anstalt zur Zett von Regierung-medizinal- rat Dr Gründaum geleitet: alS erster Ver- waitungSbeamter ist seit 1912 Inspektor Lange tätig. Im vergangenen Iahte betrug die Frequenz der Anstalt 537. DerD»miischlagi>erprovlnzSberhe!lensüriy28. Den Mitgliedern des oberhessischen Provinzialtags ist soeben der Voranschlag der Provinz Oberhessen für daS AechnunaS- j a hr 1928 von dem Provinzialdirektvr übermittelt worden. Der Provinzialtag wird, wie bereits gemeldet, in seiner ordentlichen Tagung am 5. Mai über den Voranschlag zu beschließen haben. Der Voranschlag für 1928 schließt in der Betriebs- und Vermögensrechnung mit insgesamt 5 775 024 Mk. ab, gegen 4 981 570 Mk. im Iahte 1927; das ist für 1928 gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung der Aufwendungen um 793 454 Mk. Die Betriebsrechnung ist dabei mit insgesamt 5 537 270 Mk., gegenüber 4 981 570 Mk., die Vermöge nsrechnung ist mit 207 754 Mk., gegenüber nichts im Vorjahre, auSgewiesen. Im einzelnen ist folgendes über die Einnahmen und Ausgaben im Voranschlag 1928 gegenüber dem für 1927 zu ersehen: Betriebs- rechnuna (die Beträge des Vorjahre- sind stets in Klammer beigefügt): Allgemeine Verwaltung, Einnahme 3200 Mk. (3000 Mk.), Ausgabe 91910 Mk. (73 900 Mk.); Polizei- wesen, Einnahme nichts, Ausgabe 500 Mk. wie Im Vorjahre; Kunst undWissenschaft, Einnahme nichts, Ausgabe 9500 Mk. (5000 Mk.): Bauwesen Einnahme 3 616 500 Mk. (3 169 000 Mk.), Ausgabe 4 940 000 Mk. (4 491 500 Mk.): Allgemeine Förderung der Wirtschaft, Einnahme 73 000 Mk. (im Vorjahre nicht«), Ausgabe 90 640 Mk. (10 000 Mk.); Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen (Soziale Fürsorge), Einnahme nichts, Ausgabe 9207 Mk. (9107 Mk.); An- ft alten und Einrichtungen, Einnahme 214 840 Mk. (196 840 Mk.), Ausgabe 282 540 Mk. (264 540 Mk.); Finanz- und Steuerwesen, Einnahme 1 409 730 Mk. (1 362 730 Mk.), Ausgabe 142973 Mk. (127 023 Mk.); Betriebs- und Vermögensverwaltung, Einnahme 250 000 Mk. (tote im Vorjahre), Ausgabe nichts. In der VermögenStechnung ist unter Einnahme und Ausgabe ein Betrag von 207 754 Mk. auS dem Reste- und Ausgleichs stock vorgesehen. Lieber die einzelnen Kapitel ist folgendes zu sagen: Die Steigerung der Kosten für die Allgemeine Verwaltung ist in der Haupt- fache auf die Erhöhungen bei den Besoldungen und De.gütungen und auf gesteigerte Dureau- kosten zuruckzusühren. Das Polizeiwessn ist mit 500 Mk. Jahresbeitrag an das Untersuchungsamt für Infektionskrankheiten unvermindert wie im Borjahre geblieben. Im Kapitel Kunst und Wissenschaft fin- den wir 3000 Mark Zuschuß an das Stadtiheater Gießen, das ja bekanntlich und erfreulicherweise auch aus den Orten der Provinz reae besucht wird, neu eingesetzt. Ferner sind hier in der Position .Kunstsammlungen, Museen und Archive, Büchereien, Lesehallen usw." 1500 Mark mehr eingestellt, die zum Ankaus von Bildern aus der Hessischen Künstlernothilfe, die weitgehende Unterstützung verdient, verwendet werden sollen. Das Bauwesen (Provinz st raßen) sieht hn einzelnen folgende» vor: Aus der E t n n a h m e - feite für allgemeine Unterhaltungskosten für B- und V-Straßen 377 000 Mark (357 000 Mk. im Dor- jähre), wovon 370 000 Mk. (350 000 Mk.) auf den Staatsbeitrag entfallen; für besondere Herstellungen auf V-Straßen 3 007 000 Mk. (2 747 000 Mk. im Borjahre), wovon 2 100 000 Mk. aus Kapital- aufnahmen für die Durchführung des Dauprogram- me», 890 000 Mk. (600 000 Mk ) aus Mitteln der Kraftfahrzeugsteuer und 17 000 URL aus dem Son- derkonto „Rücklage für die bei Ucbernahme der Straßen entstehenden ersten Kosten" stammen; Erlös aus Daumfällungen 63 000 W. (wie im Dorjahre). für Reu- und Umbau von Prooinzialstrahen und Brücken 115 500 Mk (Vorjahr nichts), bestehend aus Staatszuschüffen, Zuschuß der Stadt Gebern und Anleihemittel. Rücklagen für die bei lieber- nähme der Straßen entstehenden ersten Kosten 54 000 Mk. (2000 Mk.). Auf der Ausgabenseite sind vorgesehen: Derwaltungskosten 241 000 Mark (188 600 Mk.), Allgemeine Unterhaltungskosten für B- und V-Stroßen 667 000 Mk. (653 500 Mk.), ß-Straßen 612 500 Mk. (431 750 Mk.), O-Straßen 243 500 Mk. (418 850 Mk.), Besondere Herstellungen auf V-Straßen 3 007000 Mk. (2747000 Mk.), Baumpflanzungen 40 000Mk. (41 000 W.), Reu- und Umbau von Prooinzstraßen und Brücken 125 000 Mk. (8800 Mk.), Rücklagen für die bei Uebernahme der Straßen entstehenden ersten Kosten 4000 Mk. (2000 Mk.). Im Kapitel Allgemeine Förderung der Wirtschaft sind für die Beteiligung der Provinz Oberhessen an der kürzlich gegründeten Hessischen kommunalen Gasfernversorgung (He- koga) 16 Anteile an dem Gründungskapital von 300 000 Mk. •=■ 48 000 Mk., zuzüglich Verzinsung in Höhe von 8 Prozent — 3840 Mk., insgesamt «Uso 51 840 Mk. voraeseden. Die Deckung der Anteilzeichnung soU durch Kapitalaufnahme erfolgen. 2m gleichen Kapitel sind 25 000 Mk. als Anteil der Provinz Oberhessen an dem Bau bet Debenbahn Virstein—Hartmannshain vorgesehen. wozu noch 2500 Mk. für den Kapital- öienst hinzutreten, so dah für diesen Zweck ün neuen Rechnungsjahr insgesamt 27 500 Mk. verausgabt werden. Auch diese AnteUscheinzeich- nung soll ihre Deckung durch eine Kapitalaufnahme finden. DaS Kapitel Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen (Soziale Fürsorge) ist mit 9207 Mk. für Beiträge und Zu- scküse an soziale Einrichtungen und Vereine nur um 100 Mk. gegenüber dem Vorjahre gestiegen. Für Anstalten und Einrichtungen ist folgendes vorgesehen: Prcvin'i^l-Pflrgeanstalt, Einnahme 147 600 Mk. (136 600 Mk. L V.), Ausgabe: 213 600 Mk. (202 600 Mk.); Pro- vinzial-Kinderhe.m, Einnahme: 38 540 Mk. (34 540 Marl). Ausgabe in gleicher Höhe; Chemisches Llntersuchungsamt. Einnahme: 28 700 Mk. (25 700 Mark), Ausgabe: 30 400 Mk. (27 400 Mk.). Im Kapitel Finanz- und Steuerwesen fallen natürlich große Posten ganz besonders auf. An Provinzialumlagen sollen im Rechnungsjahre 1928 eingehen 925 000 Mk. (gegen 908 000 Mk. L V.); die Erhebungskvsten find mit 75 QOO Mk. wie im Vorjahre veranschlagt. Aus den Deichssteueranteilen werden im neuen Rechnungsjahre 338 000 Mk. erwartet (gegen 290000 Mk. i. D.). Aus der Einnahmeseite sind ferner in diesem Kapitel verbucht: 133 000 Mk. (157 325 Mk.) Entnahme auS dem Reste- und Ausgleichs stock, 8230 Mk. (2905 Mk.) Einnahme- rückstände nach dem Rechnungsabschluß 1926, 5500 Mk. (4500 Mk.) Zinsen für Kasseguthaben und Kcsfeanleihen. Aus der AuSgabenseite sind neben den schon oben erwähnten 75 000 Mk. noch 67 973 Mk. (52 023 Mk.) für Ausgaben bet den verschiedensten Kapital-Positionen ringe ft eilt. Die Betriebs- und Vermögensverwaltung weist als Einnahme deS Provinzial- hauShaltS aus den Erträgen des Wasserwerkes Inheiden die Summe von 250 000 Ml. wie im Vorjahre aus. In der Ve rmögenSrechnung ist zu lesen, daß im Rechnungsjahre 1926 die Einnahmen 1 835 849 22 Mk., die Ausgaben 1 628 094,47 Mk. betragen. Der Rechnungsrest in Höhe von 207 754,75 Mk. soll auf daS Doranschlagsjahr 1928 übertragen werben. Landkreis Gießen. £ Wiefeck, 21. April. 3n ber gestrigen Gemeinderatssitzung würbe über den Rechnungsabschluß für bas Rechnungsjahr 1926 verhandelt. Wie aus brm von dem (Semei nbe re ebner MöbuS gegebenen Bericht ersichtlich ist, betragen bis Gesamteinnahmen Im Betrieb 353 917,05 Mk.. während sich die Ausgaben auf 333 426,88 Mk. belaufen. Die Einnahmen und Ausgaben in ber Abteilung Vermögen gleichen sich mit 43 959,12 Ml. auS. Die Kreditbeschaffung zum Bau b e r @ Anleitung ist nun zu günstigen Bedingungen sichergestellt. Es werben von ben benötigten 170 000 Mk. 30 000 Ml. aus Dotstanbs'reb:ten ang-.forbert, währenb die wftlidxn 140 000 Mk. auf dem Anleihewege beschälst werben sollen. IebensallS ist bamlt zu rechnen, daß bie Arbeiten in aller Kürz-e in Angriff genommen werben, bamlt bis zur Einbringung der Ernte mit ber Fertigstellung ber Gasleitung zu rechnen ist. i Lollar. 20. April. Der Bezirkslebrer- verein Lollar besichtigte bieser Tage daS hiesige Buberussche Eisenwerk. Vor ber Besichtigung machte Direktor 3 a n f e n bie Teilnehmer an Hanb von Plänen mit ber Anlage bei Betriebes bekannt unb gab einen kurzen Lleberblick über seine Entwicklung. Olufe kleinen Anfängen ist ber große Betrieb, der jetzt etwa 2000 Arbeiter beschäftigt, hervorgegangen. Der ursprünglich mit ber eigentlichen Gießerei verbundene Hochofenbetrieb, ber ber Eisengewinnung diente, wurde spater eingestellt; 1901 wurde der letzte Hochofen ausgeblasen. In neuerer Zeit hat sich das hiesige Werk, bas eine Abteilung des Wetzlarer Werkes bilbet, auf bie Herstellung von Zentralheizunasanlagen (Hci.,körper, Kes el usw.) eingestellt und bärste wohl die größte Spe?ial- sabrik hierfür nicht nur in Deutschland, sonbern des ganzen Kontinents sein. Unter ber Führung von Diplom-Ingenieurs Schönauer wurde ein Rundgang durch Formerei, Gießerei, Lager und Versandabteilung angetreten. Dabei lernten die Teilnehmer den Werb:gang der Fabrikate aus eigener Anschauung kennen. e Lollar. 20. Avril. Der Kurzschriftverein Lollar hielt dieser Tage sein diesjähriges FrübjahrSwettschr eiben ob. Vur Rcichskurzschrlstkundige konnten sich daran beteiligen. DaS Ergebnis war durchaus zusrie- denstettend. SS wurde geschrieben In ben Abteilungen 60—160 Silben, anschließend daran fand ein PrciZ-Schön- und Richtigschreiben statt. Bon 30 Wettschreibern konnten folgende mit Prüfen ausgezeichnet werben: OGteilung 160 Silben1 Stf'e un> Ehrenpreise: Hedwig Schäler. Ottilie 2 Preis: Ouile Schnell. Abteilung » 120 Silben; Erster und Ehrenpreis: Erna Klinke!. 1. Preise: Karola Fischer. Albert Medenbach. Abteilung 100 Silben: Zweite Preise: Albert Schneider, Ottilie Schwahn. 3. Preis: Alb. Grün. Abteilung 80 Silben: Erster und Ehrenpreis: Albert Kunkel. Erste Preise: Srna Fink, Kar! Klein. 2. Preis: Frieda Fink. Abteilung 60 Silben: Erster und Ehrenpreis: Erich Gilbert. Erste Preise: Willi Feldmann, Emo Kern, Ernst Müller, Robert Psaff, Cyriar Schmidt, Toni Schnell, Robert Stahl. Zweite Preise: Rudolf Becker, Heinrich Dietz, Erna Petrasch, Anna Seitz. Dritte Preise: Heinrich Oemmer, Helmut Meister, Karl Mülich. Im PreiS-Schön- unb Richtigschreiben erhielten folgende Teilnehmer Preise: Erster unb Ehrenpreis: Heinrich Lern« mcr. Erste Preise: Erich Gilbert, Erna Klinke!, Albert Medenbach, Ernst Müller. Zweite Preise: Albert Klinket, Robert Pfaff. Dritte Preise: Albert Grün, Erna Kern, Karl Klein, Karl Mülich. Erna Petrasch, Albert Schneider, !Toni Schnell. ibk. Londorf, 20. April. Eine Aenderung im Fernsprechverkehr aus dem hiesigen P o st a m t tritt ab Montag ein, die von ben Teilnehmern bankbar begrüßt wirb. Tie Dienst- stunden sind durchgehend und bis 20 Uhr ausgedehnt. Die seither oft hinberlich empfundene Mittagspause fällt nun weg, so bah die Teilnehmer zu jebet Tageszeit ben Fernsprecher benutzen können. * L i n b e n st r u t h, 20. April. Der hiesige Ges angverein .Germania" beschloß, anläßlich seines 25jährigen Bestehens am 15. unb 16. 3uli ein Sängerfest abzuhalten. Dazu haben sich bis jetzt schon zahlreiche Vereine beS Shattiobunbes und der Umgegend angemeldet. Bei bieser Veranstaltung sollen den Gründern des Vereins für ihre 25jährige Mitgliedschaft Ehrenurkunden überreicht werden. ^reiS Friedberg. K Friedberg, 20. April. Die Kirschberge bei Ockstadt unb Oder-RoSdach. die die größten hessischen Kicschenkulturen tragen, stehen jetzt im herrlichsten Blütenschmuck. Die Kirschenernte ist für die genannten Orte eine wichtige Erwerbsquelle. Hoffentlich zerstört die unfreundliche, kalte Witterung nicht die vielversprechenden .Blütenträume". I Steinfurth. 20 April. Heute wurde die älteste Frau unseres Dorfes. Frau Katharine Bechtold, im Alter van 86 Jahren z u Grabe getragen. Sie war dis zu ihrem Tode bei voller I neiftlaer Frische und körperlicher Gesundheit. — Der Landwirt Ludwig Wagner von hier stürzte, als er da» Gerüst in seiner Scheune bestieg, von der Leiter. An den Folgen de» Sturzes ist er gestern g e ft o r b e n. Die Eltern des Verstorbenen verlieren mit ihm ihren fünften Sohn, drei nahm ber Weltkrieg, einer starb schon vorher KrciS Schotte«. — Stumpertenrod, 20. April. Der Kampf deS WinterS mit dem Sommer tritt hier bei uns im Gebirge in diesem Iahre in ganz besonderer Weise hervor. Statt deS AprilregenS fällt täglich Schnee, bet am Tage bald wieder schmilzt, dagegen in bet Dacht regelmäßig liegen bleibt Infolgebessen haben wir schon feit ber vorigen Woche jeben Tag am Morgen bas Bild einer richtigen Winterlanbfchast vor Augen gehabt, die allerdings mit dem Auf steigen bes TageS Der- schwinbet, um bann über Dacht toieber neu zn erstehen. Dieser Gegensatz in ber Datur wirb um so stärker empfunben, weil auch hier schon bie FrühjahrSblumen blühen, bie regelmäßig morgens unter dem Schnee verschwunden sind, aber am Tage in Blüte stehen. — Der hiesige Gemischte Ehor .Eintracht" hat beschlossen, die von Ihm angeschasste neue Verein S f ah n e am zweiten Pfingstseiertage einzu- weihen. Die Feier soll in kleinem Rahmen gehalten werden. Die Weiherede hat Lehrer Kunz, ber Dirigent beS Vereins, übernommen. w Groß-Eichen. 20. April. Eine hiesige Bauersfrau halte sich burch einen Dorn eine geringfügige Wunde an bet Han°V zuge- zoyen. Dach dem Streuen von künstlichen Düngemitteln stellte sich eine Blutvergiftung ein, fo daß die Ueberführung bet Frau in d:e (Siebener Klinik notwendig Wurde. Durch operativen Eingriff formte dort der Vergiftung Einhalt geboten werben. KreiS Alsfeld. =t. Ober-Ohmen, 20. April. Der ehedem für die Fischzucht so bebeulungsvolle Teich bet Frelherrn von Riebesel, dessen Wasser- zufuhr durch einen Dammrutsch infolge Hochwassers 1914 gänzlich abgeschnitten war. wurde nach vorausgesongcner Ausbesserung des Users. Reinigung unb Düngung des TeicheS mit 4 9 Karpfen unb 51 Schleien beschickt. Diese Strecklinge, die teilweise bis zu zwei Pfund wiegen, stammen auS den herrschaftlichen Teichen des oberen Vogelsberges. In einigen Iahren wird, Hank der Bestrebungen des RcvierförfterS Han füll, die Fischzucht dieses Teiches wieder auf mustergültiger Stufe unb mitbestimmend für die Höhe der Aschpreise in hiesiger Gegend sein. w Rieder-Ohmen. 20. April. Nachdem Bürgermeister Heinrich D e e b , unser langjähriges verdientes Gemeindeoberhaupt, sein A m t aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat. ist am 29. April eine B ü rg e r m ei st e r w a h l erforderlich. Soweit sich bis jetzt überblicken läßt, kommen für bie Wahl zwei Kandidaten in Betracht, unb zwar ber seitperige Beigeordnete unb Landwirt Carle unb ber von den Sozialdemokraten aufgestellte Arbeiter Sommer- ko r n. v Nieder-Gemünden, 20. April. Der Dienstknecht eines hiesigen Landwirtes streute vor futym mit ungeschützten, wunden Händen Kalksalpeter. Bald daraus stellten sich beftige Schmerzen unb Vergistungser- schelnungen ein, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werben mußte. Dieser Tage ist ber junge Mensch nun in bie Gießener Hautklinik überwiesen worben. • Burg-Gemün ben. 20. April. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete dieser Tage einen Marlne-Lichthilbervortrag Der frühere U-Bootmann Karl Kratz aus 5ieien- feen, ber schon in einer ganzen Reihe von Ortschaften in unserer Llmgegenb Vorträge gehalten hat, sprach nun auch hier über seine reichen Erlebnisse währenb seiner Marin Bienftzeit unb im Weltkriege. Der Rebner verstanb e- ausgezeichnet, seine Zuhörer mit den packenden Geschehnissen unb ben gewaltigen Leistungen unserer Kriegsslotte, insbesondere aber der LI - 2 o o t e, bekannt au machen. Lebhafter Beifall binlte bem Rebner für seinen interessanten unb lehrreichen, etwa 2V8 Stunden währenden Vortrag. Der Kriegerverein kann mit Befriedigung aus diese Veranstaltung -utückbllcken. Starkenburg. Einweihung eines Lehrlingsheims für Krüppel. WSD. Dledst-Rom stabt. 20. April. Dadurch den LanbeSverein für Innere Miffion in Dieder-Ramstabt bei der Anstalt für Epileptische neu erstellte Krüppel-Lehrling S h e i m ist gestern Im Beisein vieler geladener Gäste, der Vertreter der Kirchen». Staats-, Provinzial- unb Gemeindebehörden feierlich eingeweiht unb seiner Bestimmung übergeben worden. Die Weiherede hielt ber Vertreter beS Landeskirchenamt-, Prälat D. Dr. Diehl. Der schöne, dreistöckige Dau, dessen innere Einrichtung allen Erfordernissen ber Deu- zeit entspricht, ist mit einem Gesamtfostenaufwand von zirka 125 000 Mack unter Leitung de- Architekten Müller- Darmstadt erstellt worben. Mit wenigen Ausnahmen würben bie Arbeiten von Dieber-Ramstädter Handwerksmeistern au<- geführt. Preußen. TilltreiS. □ Schönbach, 20, April. Als zwel funae Burschen aus Gusternhain mit lijten Fahrrädern von Roth her bie steile Straße nach Schönbach heruntersahren wollten, überrannte einer der Radler einen 5 Iahre alten Iunaen. Während daS Kind zum Glück ohne Sätaben bavonlam, stürzte der Radler und erlitt dabei schwere Verletzungen am Kopfe. Kreis Biedenkopf. ]( Biedenkopf, 20. April. 3m nahen Städtchen Breidenftein wurden vorgestern abend das A n w e f e n des Landwirts H. Ä ü l - le r. sowie da- angrenzende HauS deS Hütten- arbelterS Fr. Achenbach burch Großfeuer vernichtet. Spielplan der Frankfurter Theater. OperndauS. Sonntag 22. April. H M nach 22 Llhr; Die Meisterfmger von Dürnberg. Montag, 23.. 19.30 his nach 22 Llhr: Xutanbot Dienstag, 24.. 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Der Zigeunerbaron. Mittwoch. 25., 19.30 bi- 22.30 Uhr: Don 3uan. Donnerstag, 26., 19J0 diS nach 21.45 Uhr: Ariadne aus Daxos. Freitag, 27., 19.30 biS nach 22.30 Uhr: Der ZiaeunerdarorL. SarnStag, 28., 19 bi« gegen 22.30 Uhr. Carmen. Sonntag, 29.. 19.30 bis 22.15 Uhr: Fidelis Sä 0C° Drillmaschinen Hackmaschinen Schrotmühlen Hack 0. HStielptioje ferner Ulmer Pflüge. Decring Mähmaschinen. alle landw. Match Inen A. J. Tröster / Butzbach in Sachen der optischen Werke E. Leitz in Wetzlar, Antragsstellerin gegen die Firma M. Hensoldt & Söhne in Wetzlar, Antragsgegnerin wird im Wege der einstweiligen Verfügung gemäß §§ 1,4 Gesetz betr. den Schutz von Gebrauchsmustern vom 1. 6 1891, 1, 3, 13 Gesetz vom 7. 6. 09, 823 BGB. in Verbindung mit §§ 25 Gesetz vom 7. 6. 09 und 940, 91 ZPO. angeordnet: 1. Der Antragsgegnerin wird bei Meldung vom Gericht jeweils bei jedem Uebertretungsfal) teslzusetzender Geld- oder Haitstrafen verboten, in schriftlichen und mündlichen Mitteilungen und Bekanntmachungen, die für einen größeren Personenkreis bestimmt sind, zu behaupten oder zu verbreiten, daß ihre Epidiaskope (Bildwerter) patentrechtlich geschützt seien, und sie als la zu bezeichnen, daß sie in Herstellung solcher Apparate aut 75jährige Erfahrung sich stützen könne, diese Ihre Apparate die führenden und eine Spitzenleistung seien. 2. Die Kosten des Verfahrens trägt die Antragsgegnerin. - Streitwert 6OOO.- Reichsmark. Landgericht II. Zivilkammer Das Rad der M ©lsterw|rtjvon (jen bekannt Dauerfahrern SawaH. Lewanow.Tnollembeek, Ro- sehen, Leddy und Dickent man von Sieg zu Sieg geführt Auf Rennbahn und Straße, in den schwersten Prüfungsfahrten haben Brennabor- Räder ihre hervorracende Qualität and uncedmgte Zuverlässigkeit bewiesen. Wählen Sie daher nur ein BRENNABORRAD BequemeTeilzhlg. Ständiges reichhalt Lager und kulante Bedienug bei: H. Kümmel, Wieseck, Inh. A. Kümmel 4IJ9D ttruii von Mark 2.2L an Kin Carl Schunck Ist der grobe Modestoli tür'e Frühjahr Denkbar grüßte Auswahl Herrliche Farben und Muster Billigste Preise Es folgen einige Beispiele aus der Fülle des Gebotenen: Besäe, aUo. Weftfalia Pfuhl-Pumpen Ä,D _eritfL mit 5 Zahl, "igramie 11 F 14 Tag. üroJfAfti, kuui 1 nd ■ hei. in uerfdi.Wro u.thiMübr. Kari Germer. 'Vuiiipenbou Heuchelnrim b. <• .eilen I B PreiSilit.' «rntio und >r nko. 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April 1928 Start in Richtung Kassel-Hannover.....13.15 Uhr Zubringerauto ab Ludwigsplatz..........12.50 Uhr Start in Richtung Frankfurt am Main... 14.30 Uhr Zubringerauto ab Ludwigsplatz..........14.05 Uhr Günstige Anschlußmögllchkeltcn nach dem Inland und Ausland Auskunft und Flugscheine: Flugleitung Gießen, Flughafen, Fernruf 2491; Hamburg-Amerika-Linie, Bahnhofstraße 52a, Fernruf 396; Norddeutscher Lloyd, Kirchenplatz 13, Fernruf 797; Möser, G. m. b. H., Seltersweg 38, Fernruf 128. Luftfracht 1 Luftpost I 4142D Schloß-Lase/Marburg Vehrlngweg 5/Znh.Larl Spangenberg/Tel.1045 Defilier öeraw-flonbltorel Gori Lvansenbera, Dafmljofflr.il, Tel.140 Großer Garten und geschloffene Terrasse - Saal Herrlicher Älick auf die Stadt, das >5ahntal und die Lergo Qualitäten allererster Güte Autoauffahrt und Parkplatz Mttwochab 16 Uhr Lanz-Tee/Samstag ab 20 UhrGes.-Tanz Geseflschafis- bzw. dunkler Anzug erbeten. Sonntagnachmtttag and -abend Konzert! 4164D Seine Majestät das Kind! 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Romberg Mitwirkende: Vereinigung für Chorgesangskultur: Arbeitergesangverein „Eintracht", Gießen; „SÄnger- krei9",Wlesock; „Germania", Altenbuseck; Orchesterverein 1908, Gießen / Solisten: Fri. Giesela Wanner (Sopran), Gießen; Frau Lu Aramer(Alt), Frankfurt-M., Herr Ludwig Schmidt (Tenor), Frankfurt a. M., Herr Otto Ebelmann (Baß), Frankfurt a. M. Musikalische Leitung: Herr Heinrich Meyer, Wieseck Eintrittspreise: 1. Platz RM.2.-, 2. Platz RM.1.50, 8. Platz RM.1.- Karten Im Vorverkauf bei Ernst Challler, Neuer Weg; Oberhessische Volkszeitung, Bahnhofstraße (Laden); Zigarrengenossenschaftsfabrik, Walltorstraße; Friseur Kleinschmidt, Neustadt; Gewerkschaftshaus, Schanzenstraße; Zigarren- geschäft Loeb .Gießen. In den Landorten b. allen Vorsitzenden der Arbeitergesangvereine und Vertrauensleute. Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein Arbeiter-Kulturkartell, Bezirk Gießen 41441 > __________________________________ Cale Astöria Heute TanHM 03 i 32 Musik-Unterricht Zur Gewährleistung eines guten fachmännischen Musikunterrichts liegt in der Musikalienhandlung Cha Hi er eine Liste unserer Mitglieder mit Fachangabe und Adresse usw. auf. Weitere Auskunft erteilt der erste Vorsitzende Saalbau Sauer Morgen Sonntag: H TANZ!! Mobs „Mel Smf Heute abend ozom MBMui Stammiksch / «Stimmung Ml. Gewerhe- und MasGhinenbauschale Albert Kasten, Seltersweg Sl Sprechstunde 12—13 Uhr (außer Mittwochs) 4I28D Reidisverbgnd Deutscher Tonkfinsller und Masiklehrer, OrisdruDue Gieheu- löitr-hpi Klappsportwagen Marke „Opel" Gut u. preiswert Neueste Modelle Moderne Farben Gebr.Weil Neustadt 10 4027a Fahnen In allen narben leihweise für BundeS'. Gau» unö Bercinsteste gegen entsprechende Gebühren. S.Saulsiich Polttergcichäft, Allendorf a. d. Lda. 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Naturhettverein. oans Lichtspielhaus Bahnhofatrabe 34 Nur noch heute und morgen Die Sache mit Schorrsieüel Nach dem Roman der Berliner Illustrierten Zeitung Ferner: Da« gute Beiprogramm Astoria-Liditspiele 1. Schlager Der lohen» olle Rächer Wildwest-Abenteuer L Schlager Salon in Seide 4167c Während der Wechseljahre De 3«ü tn ax'ifcn Wt Frau.meß Dom 40 lletxns» labrf an. öfter Icdwer unin ben cooblbrkanntfn ®e» fiSaxrbtn unö 6U Sflunlbtil filrmStn unö s«t>«»ach,nöen ttrkhftnunflfw yi :nbm dal tut es jtbn ffran not irdev toonal »in» »»illang öen blal» ninlgm0*n.auegl»«t>*n6 etrtenbtn H»itt>»l»1DoA» bvlöer-Sprak! .markt m»etco‘ «u nebmtn. 6tr di« ffir^kliabr» leidjtrr u ebn» ed>«ötn »u Qbtrfltbtii b«U»n kann tlbtr ooobl orrflanben. nur van ärztlich enpiobirn»n tn Qlpotb u 'trogrrtm rrMltl «diien Reichels Wacholder-Excaki Bestimmt au haben bei: W. Kilbinger, Bachs., Drogerie St. Leibet. Drogerie. Frankfurter Ltrasse. Drogerie Winter* hoff. 2n Gründers: L. Lcvon. Drogerie. TB ltr.94 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen)Samstag, 21 April (928 Wandem und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Frühling an der Bergstraße. Don Hans Hilmar. Die oberrheinische Tiefebene ist der harten Deutschlands. Und läng» der .B e r g st r a h e“, so hecht des Odenwalds terralsensörmiger West- Hong, do breiten sich die gesegneten Gefilde der Obstplantagen und Weingarten den küssenden Strahlen der FrühlingSsonne direkt nach Westen xu entgegen. Widrige Ostwinde werden durch die breite, kuppelige Masse de» Odenwalde- ab» gehalten, und nach Rorden zu hat der hohe Kamm deS Taunu» sich alS schützender Wall vorgeschoben. Und wenn nun aus dem Süden der leuchtende Götterjüngling, der Mai, in diese Lande gekommen ist. dann schäumt ein einzige- großes Blütenmeer aus und spült mit schimmernden Wellen die Berge hinan, das; alle die reuenden Dörfer und alten Städtchen und modernen Billenplätze in solcher seligen Blütenpracht zu ertrinken scheinen. Bur der kahle Dipsel des hohen. markant gezeichneten Berges mit dem diabolischen Rarnen MelibokuS. den aber da- Dolk im Gegensatz zu den zünftigen Geographen .Molchen" nennt, dieser alte Philister schaut griesgrämig au» der festlich geschmückten Landschaft heraus wie Das Nordseebad Westerland modern, verjüngend, preiswert Die Brandung bei Westerland die stärkste der Nordsee-Bäder Der Strand bei Westerland der schönste der Nordsee-Bäder Die Landschaft Westerlands groaslmig. herb, mennigfall Die Reise nach Westerland Schnellzug, Schiff, Flugzeug Die schönste Sommerfi eude: Baden em Strand. Graben im Sand Von Waterlandt Bim-Jawn Sie sich unsere Kurschriften schielol Stadt Badeverwaltung Westerland k_____________________________/ Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes Out bürgerliches Haus Gartenwirtschaft M70D Touristen bestens empfohlen Hotel Pension Hospiz 34880 Bad-Nauheim Benekeistr. G—8 Telephon 2096 Behagliches Heim für txurjrfiste. i »aut-r- tnieter. Passanten u. 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April 1926 iw Lauterbach Zur Versteigerung find gemeld. etwa 80 Lullen ber Aleekviehraffe. Äeqinn der Versteigerung 11 U>r vsrmittaas. Die Gemeinden sind zum Ankauf herzlichst eingeladen. 41370 LoNdwirischafiskammer-Ausfchuß für Oberheffen in Flaschen und Gebinden liefert in g u t e t Qualität 4IT6D 3. Welker Apfelweinkelterei, Keffelbach Fernruf Amt Londorf 28 talMM uuS östl. Sandboden SpeisekarlolielD empstehlt [4165D g. Soner & 6o. Kohlen- u. Vanb d- vrodnkte-Tel.l 154 Lager und Bureau: Walltorttrahc 48. Schwachs Nerven lta4 dleOrundunacäeo der mellten Krankheiten. Blutarmut. Herzklopfen. nervöse Kopf- echmerien, Schlafloelg. ktit.3chwlchexustHnd. aller Art. Unlust zur Arbeit. Zittern. Appetitlosigkeit. nervosa Magenbeschwerdeo •offen nur durch Doppelherz dem von der Wissen- echaft anerkannt. Ner- venkrlftlgungsmltte) beaandclt werden. Allein echt mit der Herz Schwester. RSS? bestimaet bet: Drogerie E. Karn. Echnlttrahe. Drogerie C. Seibel. Drogerie HanS Noll.LudwiaSvlatz u. 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Mr haben den vielgereisten, auch bei unS in Gießen durch seine Dorträge wohlbekannten und geschätzten Deograptxm Albrecht Hau-Hoser gebeten, unS eine (3t- fförung für die eigenartigen geoaraphischen Verhältnisse von Greenly Island, dem südlicher alS Berlin gelegenen Landungsplatz der Ozeanflieger. zu geben. Wer wußte, bevor die deutschen Ozeanflieger landeten, außer ein paar Fischern von Green- l h Island? Der einsamen, eiSumlagerten 3n- jd an der Grcrrze zwischen den beiden britischen Dominien Kanada und Deusundland, in der schmalen Belle ISle Straße, die zwischen Aeusundland und Labrador hindurch den nördlichen AuSgang deS St. Lorenz- Strome« in den offenen Ozean bildet. Freilich — dies« Verbindung ist al» Verkehrsweg von zweifelhafter Güte, nur wenige Monate deS IahreS ist sie eisfrei und benutzbar, und in dieser kurzen Zeit wird sie nur selten von größeren Lchitten. häufiger von Fiichbooten befahren. Die Gefahren sind groß. Reich an Klippen ist da» Fahrwasser, und al» schlimmster Feind droht stündig ein dicker Rebel. Die angrenzenden Küsten sind kahl und ärmlich. Rur kümmerlicher Wald kann sich gegen die ständige seuchte Kälte halten. <3iS und Schnee halten Land und Wasser besetzt,noch zu Zeiten, in denen in Europa alle» blüht und grünt Dabei liegt Greenly Island ungefähr aus der selben geographischen Brette wie Köln oder Leipzig, südlicher al- Berlin! älnd hat ein Klima, wie eS in Europa allenfalls in Lappland zu finden ist. Genau genommen freilich gibt e- in Europa überhaupt kein Gegenstück- An die Küste deS Ochotskifchrn Meere- müßte man gehen, um ein genaue- Gegenbild zu finden. Denn der verblüffende Gegensatz zwischen dem Klima Greenly Islands und Deutschlands hat feine Wurzeln in der planetarischen Verbreitung von Strö- muna-systemen in Luft und Wasser. Die Drehung der Erde bewirkt, daß in den höheren Breiten die Westküsten her Kontinente aus der Rordhalbkugel von toarrnem, die Ostküsten aber von kaltem Wasser bespült werden. Während Europa bi- zur Rordspitze Rorwegens, ja bi- zu Spitzbergen hinaus unter dem ®in- fluß deS wärmenden Golfstroms lebt, und durch einen ähnlichen Strom auch die Küste von Alaska und Britisch Kolumbien bewohnbar gemacht wird, stehen die O st - lüften Asien - und RordamerikaS unter dem Einfluß kalter Ströme, die bis in das mittlere Iapan und f a st bi-Reuyork herab- reichen. Labradorftrom nennt man diesen kalten Strom an der Osttüste RordamerikaS. Frei kommt er herab au- den immer ei-bedeckten Meeren de- PvlargebieteS. An Grönland vorbei führt er da- Ei-, und nimmt an Grönland- Küsten neue- EiS auf. In Gestalt gefährlicher Eisberge lübrt er e- mit biS weit in die Regionen der Mischung mit dem Dolsstrom hinein. Hier sinkt da« schwere kältere Wasser de- Ror- denS in die Tiefe unter dem leichteren, wärmeren de- Süden- hier tauen die Eisberge- im Mischung-gcbiet der Ströme, Im Bereich der Reusundlandbank sind die ergiebigsten Fischgründe: hier aber bildet sich am gefährlichsten und dauerhaftesten der Rebel. Die Dampferrvute nach Reuyork umgeht diese Rebelgebieie. wenigsten- zum größten Teil. Aber schon aus der wenig nördlicheren Fahrt nach Boston geht eS durch da- Gebiet der Rebel und Eisberge stark hindurch: und Glück hat jeder Dampfer, dem eS gelingt, Halifax, den Hafen Reujchottlands, ansulaufen. ohne kostbare Stunden und Tage durch Rebel zu verlieren, älnd noch schlimmer ist die Einfahrt in den Lorenzgolf, ob man nun südlich von Reusundland, oder nördlich durch die Belle Isle Straße fährt. In Reufundiand und Labrador aber dehnt sich eine subpvlare Landschaft in der Breite Mitteleuropa-, England- und Skandinavien-. So ist e- begreiflich. daß in diesem Landstrich wenige Rlcnschcn eine Riederlasiung gesucht haben. H a l i s a ». da- auf demselben Brei- tcngrad liegt wie ®enua. kann sich nach Klima und Degitation weder mit Stockholm noch mit Oslo vergleichen. Außerhalb ollen größeren Verkehr- liegt dieser Teil RordamerikaS. trotzdem hier die geringste Breite Wasser- Äordamerika von Europa trennt. Dem jüngsten Verkehrsmittel ist e- vvrbe- balten geblieben, auf diesem Wege die Verbln- dung zwilchen Alter und Reuer Welt zu versuchen. Lindbergh slog von Reuyork über Kap Ryce. die Südostspiye ReufundlandS. Runges- ser und Eoli haben nach Reufundiand ihren KurS gerichtet. Lindbergh kam an. Rungeiser und Eoli blieben verschollen. ES ist etwas andere-. ob man von Westen nach Osten, oder von Osten noch Westen fliegt. Denn im nördlichen Atlantik herrschen, ebenio wie im nördlichen Pozisic und rund um den Südpolarkonltnent fast ständig westliche Winde. Auch da- ist eine Folge der Erdrotation: wer in den höheren Breiten über den Atlantik will, muß immer mit vorherrschenden westlichen Winden rechnen. Xlnb die westlichen Winde erreichen meist Stärkegrade, die auf festem Land nicht bekannt lind. Richt selten herrschen Sturmg^- schwmdigkeiten, weiche die Eigengeschwindigkeit eines Flugzeuge» völlig kompensieren können. DaS hat Hauptmann Köhl oei seinem ersten Flug erfahren müfsen. Damals ist er, in kluger Erkenntnis de» Möglichen, umgekehrt: diesmal hat er da» Glück gezwungen. Aber es hat ihn weit auS dem KurS verschlagen. Sturm und Rebel hätten auch die-mal ein dunkle- Ende bereiten können: es ist gut. sich klar au machen, daß die Elemente de» 'Wetters auf der nördlichen Route über den Atlantik immer die gleichen sein werden. Solang? nicht die Fluggeschwindigkeiten noch wesentlich gesteigert werden können, solange nicht wesentliche Verbesserungen in der Orientierungssähig- keit deS Flugzeuges auch im Rebel gelingen — solange bleibt der Rord -Atlantikflug ein TodeSweg. Leicht ist eS möglich, daß der erste regelmäßige Verkehr einen weiten Umweg machen wird, auf jener Strecke die Eckener seinen Zeppelin geführt hat: über die Azoren. Hier kann man mit günstigeren Winden rechnen, hier gibt es so gut wie keinen liebel. Der Umweg ist freilich groß: fast doppelt so lang ist oie Strecke über den freien Ozean. Aber die Gefahren lind wesentlich geringer. So mag man bezweifeln, ob der Weg über Reufundland einmal vorn Luftverkehr wird ein- geschlagen werden. Aber dieser Zweifel vermindert nicht, er steigert nur die persönlich« Leistung der drei Rkännrr von der .Bremen." Falsche Methoden. Don unserer Derliner Redaktion. Die Reichsbahn macht ihre Drohung mit dem Antrag auf allgemeine Tariferhöhung tatsächlich wahr, sie hat eine Denkschrift auS- gearbeilet. die in den nächsten Tagen dem Ve r- kehrSminister zuaeht. Gr hat dann nach Rücksprache mit dein Kabinett die letzte Entscheidung zu treffen, hat aber bisher keine Reigung zu erkennen gegeben, den Wünschen der Bahn zu entsprechen. Eine Art Begründung für die Rotwendigkeit der Erhöhung hat Herr v. Siemens aus dem Industrie- und HandelS- tag gegeben. Er hat indessen wohl selbst nicht erwartet, daß er gerade hier auf begeisterte Zustimmung stoßen würde, da er ja vor den Kreisen stand, die am besten beurteilen können, wie auch eine geringfügige Erhöhung der Dahn- tarife fich im gesamten Wirtscha'tsleben multipliziert. Die Reichsbahn ist seinerzeit alS selbständige» Derkehrsuntemehmen begründet worden, um ihr Die goioenen Berge. Roman von Clara Diebrg. Eopyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 44. Fortsetzung. Nachdruck verboten Herr Doujemont tarn darum ein. Nach einigem Hin und Her und nach der Vererbung des Hervcn- beras an die Gemeinde konnte er einem Maurermeister den Auftrag geben und in Angriff nehmen lassen, was er sich ausgedacht und selber gezeichnet batte. An das kleine Kapellchen oben kam ein Anbau heran, ein Aussichtstempel im Surgenftit mit Tür und Bogenfenster und einer Mauerbekrönung — fern Mausoleum. Unter dem Stein in der Milte würde er liegen, gleich durch seinen Garten, bunt) feinen Berg trugen sie ihn hinauf. Es war ihm ein so schmier Gedanke, und er freute sich so daraus, daß er heiter war. Uebcrall hatte man sich bemüht, das, was die Mosel durchernanderaeworfen hatte, wieder aufjuräumen, das gutzumachen, was sie schlecht gemacht. An Fleiß fehlte es nicht, überall waren die jungen Dbftbäume wieder aufgerichtet worden, die das Wasser wie schwache Halme zu Boden gelegt halte: Sdjtamm war aus den (Bärten geräumt, der Schutt abgetragen, den niedergebrochene Mauern in Haufen zu- rückgelassen hatten. Und man hatte das, was man in den Denbergen bis jetzt versäumen mußte: gelockerte Pfähle neu zu stecken, Ruten anzubirDen, Dung herouszufchleppen, Mauern und Treppchen auszubestern, angefangen in größter Ecke nachzu- holen. Aber Fleiß und guter Wille, selbst die Feuer nicht, die Tag und Nacht brannten, konnten die Häuser trocken machen, die im Wasser gestanden hatten: chre Wände waren vollgesogen wie weicher Schwamm. Doch man wohnte schon wieder darin. Raum, daß das Wasser seinen Huß aus der Stube Öl hatte, setzte der Mensch den feinen wieder n. Wo sollte man denn auch bleiben? Man mußte doch ein Dach überm Kopf haben, einen Ort, um seine Betten zu stellen. Es war ja nun auch Februar geworden, die Sonne kam schon höher, vielleicht, daß sie bald so warm schien, um alles zu trocknen. Die Bremms waren längst wieder nach unten gezogen. Es war eng, unerträgLd) eng oben — all die Menschen, all die Habseligkeiten, all die Hühner. Als die Frau zum erstenmal wieder an ihrem Herd stand, die Füße in Holzschuhen, denn der Boden war noch so naß, daß andere Schuhe durchweichten, war sie so froh, daß Tränen ihr in die Augen traten. Oder kamen die Tränen von dem dicken Qualm, der aufstieg? Das feuchte Reisig wollte durchaus nicht brennen, der ausgekältete Ofen nicht ziehen, immer wieder mußte sie das Anzünden aufs neue.versuchen. Sie hustete und prustete halb erstickt, bis endlich, endlich die erste helle Flamme ausichlug, und der erstickende Dunst sich verzog. Aber der andere Dunst blieb. Es roch noch immer nach modrigem Master: an den Wänden lief es, nun, da der Raum sich durchwärmte, in langen Tropfen herunter, die zu kleinen Rinnsalen wurden. Aber das störte nicht, man war doch daheim, konnte wieder die Betten aufschlagen, die Kleider in den großen Schrank tun, die alte Uhr, Spiegel und Bilder aufhängen und di« Lampe über den Tisch. Die Frau atmete auf, mit einem befriedigten Gefühl sah sie sich um: nun konnte es wieder wie früher werden. Da hörte sie einen dumpfen Schrei. Sie wußte nicht recht, woher der kam, auch nicht, ob es eine Männer- oder Frauenstimme war. Ihr erster Gedanke war an die Tochter, aber die kam eben herein, in ihrer Schürze ein paar junge Kätzchen. Die Alte hatte die im Heu der Stallkrippe geworfen und bann vor dem steigenden Master hinaufgeschleppt zwischen die obersten Balken. Maria lächelte, als sie auf die hungrig sich meldenden Tierchen niedersah. „6d)rie da nit jemand?" fragte die Mutter. Aber Maria hatte nichts gehört. — Simon Bremms erster Gang war nach dem Keller gewesen. Er hatte schon gleich den ersten Tag am Aellereingang gestanden, mit sehnendem Auge hinab ins Tiefe gestarrt. Aber noch wogten Finsternis und Master zu undurchdringlich da unten, er hatte sich wider Willen gedulden muffen. Endlich, endlich konnte er eindringen. Heute gelang’s. Master, noch immer Master. Das mußte diefes Mal aber mächtig hoch im Keller gestanden haben! Diese Entdeckung legte sich wie mit Klammern dadurch ein« größere Anpassungsfähigkeit nicht nur gegenüber den Reparattonssorberunacn sondern auch gegenüber der deutschen Wirtschaft geben au können. Statt drssen versteift He sich immer stärker auf ihre Monopolstellung und wirkt sich nachgerade al- «in Fremdkörper im 6laatflgefügc aus. der gefährlich werden kann. Da» jclgt sich in der Haltung, die sie gegenüber dem kühnen Gedanken der Gassern- verlor^ung an den Tag legt. Sie ist ernstlich mit der Forderung hervorgetreten, daß ihr von der Femversorgunr für jeden Kubikmeter Gas und für jede linkt übning eines Ellenbahnwec-.es eine freie Abgabe bezadli werden müßte: mit der Begründung, daß durch den Ferntransport de» Gales die Einnahmen der Bahn au» der K 0 h l «f ö r b e r u n g wesentlich geringer wurden. Man stelle sich einmal die Analogie vor. daß die Segelschiffe seinerzeit eine Entschädigung verlangten wegen der Einführung der Dampfer! AuS solchen Anschauungen heraus darf ein Zivilisation- ortfchrckt nicht verhindert werden, zumal da der billige GaSbezug doch eine Revolutionierung mancher Industriezweige und damit ein Anschwellen der Beförderung hoch- trertiger ArbeitSer^eugnis'e bringen würde. Aehnlich liegen die Dinge auch bei bc.n Der- largcn nach Tariferhöhung Gewiß ist eS richtig, daß die Reichsbahn keine Abschreibungen in brr Bilanz kennt, sondern die Instandhal- tu: gtiirbcitcn auS laufenden Mitteln vornehmen muß: ebenso richtig aber ist. daß der preußische Finanzminister Miquel au8 laufenden Einnahmen den Wert der Eisenbahnen von vierzehn Milliarden aus neun Milliarden langsam heruntergeschrieben hat. Wenn die Eisenbahnen in ihrem Anschaf lunAsprvgrmu in rückständig sind, da.m muh eben ein AuSweg gesucht werden, um die dafür erforderlichen Betröge auS Anleihemitteln flüssig zu machen und entsprechend zu amortisieren. Wir wissen auf der anderen Seite doch auch, daß durch die Zwangsablieferungen nach dem Frie- densvertrag die 'Bahn in der Ins ationSzeit in großem St.le Reuanschafsungen vornehmen und ihren Fuhrpark auf einzelnen Gebieten vollständig mobemlfiercn konnte. Man kann sehr leicht mit ^Zahlen von Taufenden von Kilometern und mit eine n Milliardenvedars jonglieren. darf aber dauei doch den sesten Boden unter den Fü >en nicht verlieren. Der seste Boden kann st'doch sür jedes Wirtscha ts unternehmen nur in dem Prinzip der Rentabilität bestehen. der trotz der ReparationSla'ten auch bei der Reichsbahn gewahrt ist. ilnb die Einnahmen sind gerade gegenüber den FriedenSlätzen groß genug. um auch noch eine entsprechend? Anleihe tragen zu können, die alle Schäden in der Anlage ordnungsmäßig ausgleicht. Wirtschaft. Oie Deutsche Reichsbahn im März. Der Güterverkehr der Reichsbahn entwickelte sich auch im März recht lebhaft Gegenüber dem Vormonat ist eint Verkehr Szunahme von arbeit» täglich 7338 Wagen, d. h von etwa 5 Prozent, fast zustellen. Im Durchschnitt wurden arbeit-täglich 150 698 Wagen gestellt. Die arbeitstäglichen Zugleistungen im Güterverkehr Huben gegenüber dem Vormonat um 4,5 Prozent angenommen und lagen damit um 6,2 Prozent höher al- 1927. Im Personenzugverkehr sind im ganzen ReichSbahnney 1664 Zug« (Vormonat 1249, März 1927 ----- 1198- über Plan gefahren worden. An hingen voll zu decken. Zwar gelang es infolge der bei den Sachprogrammen vorgeno.n- menen starken S.nfchrän'ungen und infolge anderer Sparmaßnahmen, die sachlichen Aus».den in mäßigen Gre-izen zu halt n bag-gen bedingten die Erhöhungen der De,ä ter und Ruhegehälter. ferner d e planmäßig gestiegenen Re- paration-loßen eine stark« MehrbelaUuna Fär den Dienst der Reparatio i-schu.dverschr.ivungci« ist die Zahlung an den Generalagenten richtig geleistet worden. Der Personalbestand hat sich im Februar auf 656179 Köpfe (im Januar 635 649) in der Haupt lach« durch den Verkehrsrückaang. sowie die Entlaffung von Zeit» und Aushllfs- arbeitern vermindert. Deutsche Hentenbank. Die Deutsche R e n { e n b a n t die bekanntlich die Liquidierung deS Umlauf- an Renten- bansscheincn in Verbindung mit der Zurückziehung der Reichs- und Wirtschack5kredit« durch- zusühren hat, legt jetzt ihren Tätigkeitsbericht für 1 92 7 vor, dem wir folgende- entnehmen: Der Reichskredit (am 1. (Januar 1927 9-i6.3 Mill. Mark) wurde im Laufe d?S 3abrci um 136,2 Mill. Mark gemindert, so daß et am 31. Dezember 1927 noch 810,1 Mill Mark betrug. Die Wirtschast-kredite betrugen am 1. Oanuar 192? noch 293,4 Mill. Mark, sie waren biS zum 30. Rovember 1927 in voller e zurück-u»iehen Tins ist gefaxten und war wir möglich durch die Heranziehung aller verfügbaren Reserven de» Instituts und Deut c.i ^.m'.mlmnk-Kredir- cnftalt, die auch im Berichtsjahre wieder toc'eit* lich zur Erleichterung der Rückza' lungövcrpßlch- tungcn der Landwirtschaft beigetragen hat. An Rei tenbanlscheißen wurden Insgesamt rb 431L Mill. Mark auS dem Verkehr gezogen und vernichtet. so daß am 31. Dezember 1927 noch rb. 739.9 Mill. Mark im Umlauf waren. Der Reingewinn des Instituts auS dem Jahre 1927 stellt sich aus rd. 14.1 Mill Mark, gegen 32,5 Mill. Mark im Vorjahre. ES Airb vorgescklapen, auS dem Reingewinn von 11 0997'6 Mark diese» Mal keine Ueberiragunq an die Deutsche Renienbankkreditanstalt vo.z mehmen, ihn vielmehr der Gewinnreserve zuzumhren d!e damit aus 52.7 Will Mark anwachsen tri d. Die Zurückbehaltung b.*4 Re ngewinnS empck-b't sich nach Angabe der Derwa'tung im Hin''ltck aus die in ihren Auswirkungen nr>J> nicht übersehbaren Verpslichtungen nnch dw Renienl-a".'- verordnung und dem Liquidietung»ge!ey. zu- al die Ueberschüsse der Rentenbank anqe icht» de» starken Rückganges ihrer gewinnlas enden Oe- fchäflSmöglichteiten in Zukunft sehr gering sein werden. Deutsche ^enteubank-Kfeditanstali. Dleichzeittg mit der Deutschen Rentenbank legt auch die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt (La-dwirtschaftliche Zentralbank, ihren Abschluß für daS Iahe 1 927 vor In dem Bericht yeißt eS u. a.: In der Kreditlag« der Landwirtschaft ist Im Iah re 1927 keine Erleichterung, sondern eine Verschlechterung eingetrelen. waS auf die mangelnde Rentabilität der landwirtschaftlichen Betrübe. daS nicht bei riebt gen ii« Ernteergebnis und die in der zweiten Jahreshälfte yervorgetretene Verteuerung der Äreb'-I« zurückckufUhren ist. Die Verschuldung der Landwirtschaft hat Im Realkredlt di« 31. Dezember 1927 von 2,048 auf 2,855 Olli'liaeben und im bankmäßigen Personalkredit von I.9b4 aus 2,35 Milliarde seit AuSga:g deS IahreA 1926 Angenommen. 3m ga.zen ist a so. wenn man Die sogena mten Lchwi nrn.r d t au er acht läßt, eine Zunahme in der Reuverschul- dun g von 4,012 0 u, 5,205 Milliarden Mark f.stzuslellen. Da5 Bebenllich« ist hierbei, baß trotz steigender Roalverschul.ung. di: ei cn Teil der Personalverschuldung auf je o:nmm hat, gleichwohl ein Anwachsen b r Personalverfchul- Oung zu verzeich >en ist. Angesichts b:es.r zu e.n i-och burd) steige >be Zi.t-sLye ver.ch isten Krc t- lage wurde d e Deutsche R.' .tenba l-Kre. i'anbclt in 1927 von der Landwirtschaft in erhöhtem Maß« mit Kreditanträgen verschiedenster Art in Anspruch genommen. DieS wirkt sich im Personolkreditgejchäft deS Instituts, in dem e» bem Mann um ble Brust — er hätte sich bas ja denken können, unb hatte er sich das denn nicht auch gedacht? Ja, immer. Tage und Nächte ge- dacht, voller Unruh. Boller Angst, obgleich er die Fuder gesichert wußte. Er mußte noch jetzt bis unter die Knie waten: wie ein Bergmann im Schacht, die Laterne vor sich I im Ledergurt, ging er. Halt — da, was schwamm da?! Er riß die Laterne vom Gurt und hielt sie höher, hinleuchtend. Ein sich schaukelndes Ding aus der trüben Flut — was war es? Ach nichts, ein Srück Holz. Nein, Himmel nein — 0 Gott, erbarm dich — ein Pflock, ein Spund? Der Spund aus dem Spundloch! Simon Bremm stieß einen Schrei aus in wildem Entsetzen: von welchem Faß? Das ließ sich vorerst nicht ergründen. Aber er wußte es ja auch schon so: ein Faß von dem neuen Mein, der noch gärte. Der hatte da» Abgedichtetsein nicht ertragen — Gewalt wider Gewalt — sich Bahn geschasit, mit der Kraft seiner Gase den fest eingetnebenen Spund herausgeschleudert. Und ihm nachströmte, was heraus wollte. Ausgelaufen. Stieren Blickes sah der Mann drein, er war betäubt vom Schrecken. Aber gleich packte ihn neue Angst und rüttelte ibn auf: sieh dich um, sieh dich um, was Ist noch geschehen?! Faßdauben, Faßtrümmer. Sie schwammen umher J)err im Himmel, Jesus, Maria und Joseph' Noch eins kaputt?!" Er stand und wagte nicht sich zu rühren. Und er rührte sich doch, verängstigt, verzweifelt: was mar noch geschehen? Sollte das Faß vom Loesenich nicht gehalten haben, das er geborgt hatte? Ein altes Faß. Alte Fässer haben oft schadhafte Stellen, man sieht die nicht gleich. Aber dem Druck der Gase widerstehen sie nicht. Das Faß, das Faß vom Loesenich — das 1 ganze Faß auseinander! Geplatzt. Ruiniert! Mit der Faust schlug Simon Bremm sich gegen die Stirn: warum war er auch so dumm gewesen? Es war leichtsinnig, ein altes Faß sich zu borgen. Aber hatte er denn Geld gehabt, um ein neues zu kaufen? Nein, kein Geld. Und der Dein wollte oerorgt sein, und er war froh gewesen, ein Faß mehr zu gebrauchen, als er selber noch Föss:r hatte. Er war dem Loesenich dankbar gewesen. Der konnte ja auch nicht dafür. Aber er, er — JD du Esel!" Unablässig hämmerte er sich gegen die St-rn, daß ihm der Kopf dröhnte. Und was hatte er noch versehen, was noch nachlässig gemacht?! Nichts versehen, nichts nachlässig gemacht, stöhnte es seinem Stöhnen die Antwort. Don den f.nstern l Wänden, aus den dunklen Ecken, aus der unheim- j lich stehenden schwarzen Flut rief's ihn an wie ein Schicksal: „Du hast Unglück gehabt — Unglück ist Winzerlas!"— Unter den Winzern von Porten, die Bremm ihr Beileid aussprachen, war nicht einer, der nichts zu beklagen gehabt hätte. Zwei Fuder auf einmal hatte freilich keiner verloren, denn so viel hatte er nicht. Und Bremm hatte wenigstens noch ein drittes vom Neuen, und hatte auch noch seinen Einundzwanziger. Ja, Gott sei's gedankt, ja! Dem Reiter mar auch ein Faß völlig ausgelaufen, geblaßt, und dem Ehlen hatte der Spund auch nicht dicht gehalten, das Dreckwafser mar ihm ins Fuder 1 gekommen. Und dem Schäfer mar gestern das Rind krepiert vom dumpf gernordenen Futter, unb dem Hüsgen mar gle ch anfangs fein Schwein ersoffen. Und alle hatten für ihre ftinber kein Brot. Sie iahen sich an m t Augen, vom Jammer ganz hiebe, schüttelten bie Köpfe und wußten sich keinen Rat. Sie hatten beim Bäcker schon lange geborgt, der i konnte nun nicht mehr backen: er hätte fein Geld, um Mehl anzuschaffen. Der Loesenich hatte seinen Wein gerettet: es war eine gute Idee gewesen, durch den Stubenboden den Schlauch in bas Faß im Keller zu leiten, aber I burd) bie Gase, ble ständig nach oben entwichen, . Tage unb Nächte bie Stube vollbunsteten, waren die Loesenichs ave krank geworden. Die Frau sah ; vor ihrer Haustür, obgleich es noch kühl war — ein blasser Schatten — sie sah schon halbtot aus. , Sie hielt immer den Mund offen und schnavpte । gierig nach Luft, sie konnte gar nicht genug Atem I feigen. Eingesperrt in der Stube, deren Lust, so- wieso schon verbraucht, nun noch giftig gemacht war durch die entweichenden Dünste, war es ihr auf die Lunge geschlagen: sie hustete bös. Und wie sahen bie Kinder aus! Alle die Loesenichsklnder melkende Blumen — aber bas Fuder, bas Fuder, das mar gerettet. — (Fortsetzung folgt.) auf die Verwendung der eigenen Mittel ange- wiese.i ist. dahin aus. da) der Debitvre.:stand sich Ende 1927 ausschließlich der Melivrations» kredite aus 263,3 gegen 209.4 Mill. Mk. im Vorjahre belief. Hierin sind 30 Mill. Ml Wechselforderungen, die von der Deutschen Rentcnbank an Stelle von bar übertragen wurden, enthalten. Wahrend das Institut hinsichtlich der Zins- lähe den Bewegungen deS Reichsbanksa es gefolgt ist, ist eS in der Rückiorderung der Kredite der Landwirtschaft durch weitgehende Prolongationen entgegengekommen. Ferner Hot es in der Struktur der Kredite den Bedürfnissen der Landwirtschaft dadurch Rechnung getragen, dos) es 100 Mill. Mk. seiner P e r s o - nalkredite in Abzahlungskredite umgewandelt hat. so daß der Landwirt den Kredit im Laufe von mehreren Jahren zurückzahlen kann. Diese Maßnahme soll den Landwirt von dem Druck seiner Wechfelverpflichtunaen befreien. Als Zinssatz für diese in Abzaylungs- kredite umgeschuldeten Kredite ist zunächst bis Ende 1928 der Sah von 6 Prozent festgesetzt, wobei auch hier den Kreditnehmern, die mehrere Zwischenstellen bis zum Landwirt haben, bis zu 1 Prozent Zinsnachlaß aewährt wird. Die vom Landwirt zu zahlenden Zinsen sind einheitlich auf Z*/2 P rozent festgesetzt. Diese noch in der Durchführung begriffenen AbzahIungSkredite sind vra tisch, wenn auch mit kürzerer Laufzeit, ein Ersah für 2. Hypotheken. die bei dem Mangel an Privat- kapital im allgemeinen nicht zu erlangen waren. Die Kleinbauernkredite von rund 10 Mill. Mk. hat das Institut mit diesen Abzahlungskrediten zu einer einheitlichen Kreditart vereinigt bei gleichen Zinsbedingungen und gleicher Laufzeit. Im ganzen betragen die zur Verfügung gestellten Abzahlungskredite zur Zeit rund 110 Mill. Mk. (von 263,3 Mill. Mk. Personalkrediten insgesamt). Die Bilanz per 31. Dezember 1927, die auf beiden Seiten mit rund 1,3 Milliarden Mk. (687,3 Will. Mk. L D.) schließt, weist stark erhöhte Zahlen auf. Auf der Aktivseite stehen Kasse, Reichsbankgiro, Postscheck- und Bankguthaben mit rund 69,8 Mill. Mk. (1,1) zu Buche, Guthaben bei der Deutschen Rentenbank mit 4,9 (25,5), Wertpapiere mit 24,8 (7,4), Personalkredite bis zu 9 Monaten 183,7, länger befristete 79,6 (i. V. Personalkredite einschl. Kleinbauern- kredite 209,4), neu Abwicklungskredite 59,95, M.lio ationslred te 17,4 (15 5),Siedlungszwisck'e i- kredite 64,9 (9). Auf der Passivseite steht das erhöhte Kapital von 335 Mill. Mk. Die Hauptrücklage wird mit 4,7 Mill. Mk. (1.3) ausgewiesen. Die erste Amerika-Anleihe sieht mit 101,6 (103.3), die Golddiskoutbank-A leihe mit 355,7. die zweite Amerika-Anleihe mit 126, die dritte Amerika-Anleihe mit 210 Mill. Mk. zu Buche. Außerdem sind neben einigen kleineren Posten aufgewiesen: Deutsche Rentenbank-Ab- wicklungslreoite 59,95 Mill. Mk. Guthaben des Reichs für londwirtschastliche Siedlung 66.6 .anteilige Zinsen für Schuldverschreibungen und Hypothekarschuldscheine 13,5 sonstige Passiva 23,14 (3). Laut Gewinn- und Verlustrechnung erbrachten u. a. Zinsen aus Krediten und kurz- triftigen Anlagen 13,1 Mill. Mk. (12.3), Zinsen aus Wertpapieren und Devisen 914 000 (603 000), Zinsen auf Hypothekardarlehen 31L (18.6). Demgegenüber stehen HandlungSunkvsten mit 1,16 (958 000), Zinsen für die erste Amerika- und GolddiSkontbank-Anleibe 28,03 (15.06) usw. Aus dem ausgewiesenen Reingewinn von 15,86 Mill. Mk. (13,6) sind rund 9.25 Mill. Mk. nach den gesetzlichen Vorschriften für Zuweisungen 'an die Haupt- und Sonderrücklage au verwenden. Don dem verbleibenden Betrag beantragt die ' Verwaltung eine Zuweisung von 250 000 Mk. an s den Pensionsfonds und die 'Verwendung von 500 000 Mk. für landwirtschaftliche Fvrschungs- zwecke. Der Restbetrag von rund 5,9 Mill. Mk. soll als weitere Sonderrücklage verwendet werden, wodurch sich diese auf 23.87 Mill. Mk. erhöhen würde. Wochenbericht vom Sranffurfer Effektenmarkt. Aach der ausgesprochenen festen Haltung der lehten Wochen trat an der Effektenbörse ein gewisser Rückschlag ein. Bereits In der vergangenen Woche deuteten verschiedene Anzeichen daraus hin. Der glatte Verlauf der Medioli- quidation hatte jedoch vorübergehend eine Besserung der Stimmung zur Folge, aber bald verstärkte sich der Kursdruck ziemlich erheblich, und auf den meisten Marktgebieten traten ^"esrückgänge ein Verschiedentlich wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß die Auf- wartsbewegcrng der Kurse In zu raschem Tempo erfolgt fei. Maßgebliche Dörsenkreise waren jedoch nach wie vor von der gefunden Entwicklung der Vör,enkurse in der letzten Zeit überzeugt. Die Spekulation schritt jedenfalls zum Abbau ihrer teilwei e umfangreichen Hausseengagements. Die Baissepartei benutzte die etwas unsicher gewordene Stimmung zu scharfen Angriffen auf das Kursniveau und nahm in größerem Ausmaße Blankoabgaben vor, so daß die Kurse stärker zurückgingen. Dadurch ängstlich geworden, kam nunmehr auch das private Publikum mit Verkäufen an den Markt, die Abgaben von dieser Seite nahmen jedoch nicht das vielfach befürchtete starke Ausmaß an, und das herauskvmmende Material konnte meist ohne größere Schwierigkeiten untergebracht werden, da die Baissiers zu Rück- bedungen ihrer Leerverkäufe schritten. Im allgemeinen war das Geschäft merklich stiller als in den vergangenen Wochen, denn auch von feiten des Auslandes liefen die Kaufaufträge nur mehr zögernd ein, oder blieben teilweise ganz aus. Die Aktienmärkte waren täglich größeren Kursschwankungen unterworfen, wie es meist der Fall zu sein pflegt, wenn die Beteiligung der außenstehenden Kreise am Börsengeschäft nachläßt und die Spekulation im wesentlichen auf sich selbst angewiesen ist. Reber- baupt machte sich eine wachsende Rn s i che r - geil und Nervosität bemerkbar. Dabei war die Abschwächung der Kurse Wohl weniger durch -die angeführten äußeren Gründe, als durch börsentechnische Momente bedingt. R. a. wies man auf die immer noch ungeklärten Lohnkonflikte im Ruhrbergbau und in der sächsischen Metallindustrie hin. Ferner bestanden wieder Befürchtungen hinsichtlich einer evtl. Diskonterhöhung in Aeuyork, da der amerikanische Geldmarkt ziemlich stark angespannt sein soll. Demgegenüber standen jedoch an günstigen Momenten die weitere merkliche Besserung der Arbeitsmarktlage und die stärkere Entlastung der Reichsbank nach dem lehten Ausweis. Die Tatsache, daß der Geldmarkt mit Ausnahme des Zahltages, an dem Tagesgeld stärker gesucht War, so daß der Sah dafür vorübergehend auf 7 Prozent erhöht wurde, relativ leicht war. konnte keinen nachhaltigen Einfluß auf die Stimmung ausüben. Gegen die vergangene Woche waren zumeist Kursrückgänge von etwa 3 bis 8 Prozent zu verzeichnen. 10 bis 20 Prozent abgeschwächt lagen Zellstoff Waldhof, Gessürel, Rheinische Braunkohle. Ilse Bergbau büßten sogar 26 Prozent ein. Andererseits konnten Reichsbank 14 Prozent anziehen. Auch Lah- meyer und die Kaliwerte lagen etwas fester. Starkes Interesse wandte sich den im Freiverkehr gehandelten amerikanischen Kunsts iden- toerten zu, von denen American Demberg- Shares A und B bis etwa 150, Glanzstoff com- mon shares bis 105, preferred shares bis 150 und American Enka bis 73 Dollar anzogen. Angeblich sollen in diesen Werten größere A u s - lanskäufe vorgenommen worden fein, namentlich für Rechnung des belgischen Finanziers L ö - wen st ein. Deutsche Anleihen lagen bei stillem Geschäft etwas freundlicher. Don Auslandsrenten zogen Mexikaner, Serben und Bosnier etwas an. -- Am Devisenmarkt lag die Mark weiter recht fest. Vorübergehend konnte daS englische Pfund seinen Kurs erhöhen. H—r. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt konnte sich im allgemeinen nur langsam entwickeln. In Rindern wurde anfangs lebhaft gehandelt, doch trat im Verlaufe größere Unlust an den Tag, da Tiere in allen Qualitäten reichlich am Markte waren. Trotzdem wurde der Markt geräumt. Am Schweinemarkt war das Angebot ebenfalls sehr groß. Schwere und fette Schweine waren kaum unterzubringen. Hier verblieb größerer Ueberstand, was ein starkes Nach- geben der Preise zur Folge hatte. Am Hauptmarkt waren Schafe so knapp angeboten, daß die Notierungen ausgesetzt werden mußten. Der Export beteiligte sich wieder etwas stärker am Geschäft. Der Gesamtaustrieb bestand aus 1321 Rindern, darunter 322 Ochsen, 51 Bullen. 450 Kühen und 358 Färsen, ferner aus 1552 Kälbern, 146 Schafen und 8025 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Wochen waren 660 Rinder und 2775 Schweine mehr angetrieben; während 83 Kälber und 30 Schafe weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 61 bis 64, II 56 bis 60. B I 51 bis 55. H 48 bis 50. Bullen A 51 bis 56, B 48 bis 50. Kühe A 45 bis 52. B 40 bis 41. C 34 bis 39. D 28 bis 33, Färsen A 61 bis 61. B 56 bis 60 C 50 bis 55. K '(6er B 72 bis 76. C 65 bis 71. D 56 biS 61. Schafe A 53 bis 58. B 44 bis 50. Schweine C 49 bis 51, D 50 bis 52, E 48 bis 50. Verglichen mit den Notierungen der vorigen Woche, zogen Rinder eine Mark und Schafe bis zu vier Mark an K..lber gaben dagegen bis vier Mark und Schweine bis zu einer Mark nach. Oie Kohlenproduktion in Hessen, WSN. Die monatliche Statistik für die Kohlenvro- duktion in Hessen weist für den Monat März 1928 folgende Zahlen auf: Än Rohbraunkohlen wurden gefördert: 38 969 Tonnen , verkauft wurden davon 10 713 Tonnen: der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Ab. satzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monats- schluß absatzfähig 15 204 Tonnen Rohkohlen, 70 Tonnen Briketts, zusammen 15 274 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwerte von 73 960 Mark. • Ausgabe von Goldpfanbbriofen durch die Hessische Landesbank. Der hessische Finanzminister erläßt eine Bekanntmachung vom 14. April, daß er der Hessischen Landesbank (Staatsbank) die Genehmigung zur Ausgabe von aui den Inhaber lau enden und zu 8 v.H. verzinslichen Goldpf ando..e, en im Qlenn- toert von 5 Mill. Goldmark, Reihe 9, nebst den zugehörigen Zinsfcheinen erteilt hat. ^Erhöhung des Privatdiskonts an der Berliner Börse. Der Privatdiskvnt- sah für Wechsel mit kurzer Sicht wurde gestern in Berlin um 0,25 auf 6,75 Prozent und der für Wechsel mit langer Sicht um 0,15 auf 6,65 Prozent erhöht. * Verlängerung des amerikanischen Bereitschaftskredits der Deutschen Golddiskontbank. Die Deutsche Golddiskont, bank hat, wie der WTB.-Handelsdienst mitteilt, den im vorigen Jahre mit einem amerikanischen Bankenkonsortium vereinbarten Bereitschastskredit, der ver- einbarungsgemäß am 1. Juli 1928 abläuft, verlön- gert. Eine Inanspruchnahme des Kredits hat bisher nicht stattgefunden und steht auch nicht in Aussicht. * Preiserhöhung für Gebrauchsund Kun st Porzellan. ®tr Verband Deutscher Fabrikanten für Gebrauchs-, Zier- und Kunstporzellan hat sich dem Vorgehen des Ge- Ichirr-Porzel an- 'ab.ikante'.verbandes angesch'os- sen und die Preise um 5 Prozent erhöht. * Frankfurter Maschinenbau« A.-D vorm. Pokorny & Wittekind. Frankfurt a. M. Die Bilanz von 1927 schließt mit einem Rohaewinn von 705 228 Mk. (I. D. 171 761 Mark Verlust). In der gestrigen AusfichtsratS- sitzung wurde beschlossen, der G.-V. (18. Mai) vorzuschlagen, aus dem nach Abschreibungen von 208 064 (152 101) Mk. verbleibenden Reingewinn auf die Stammaktien eine Dividende von 6 Prozent zu verteilen. Die Vorzugsaktien erhalten die sahungsgemäße Dividende von 6 Prozent mit Nachzahlung für 1926. Das erste Quartal des laufenden Jahres hat sich befriedigend gestaltet. * Verein für chemische Industrie 2L - ©., Frankfurt a. M. Wie wir hören, hat der Aufsichtsrat beschlossen, aus 0,570 (0,292) Millionen Mark Reingewinn auf das auf 6,5 Millionen Mark erhöhte Aktienkapital 7 (i. V. 6) Prozent Dividende vorzuschlagen. Zum Vortrag verbleiben 0,09 (0,015) MIR Mark. * Hilfsaktion für b i e Mannheimer Gewerbebank. Die badischen gewerblichen Kreditgenossenschaften haben sich gestern in Karlsruhe zu einer Besprechung über die Verhältnisse der Mannheimer Gewerbebank zusammengefunden und ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit zu einer Hilfsaltion zum Ausdruck gebracht Voraussetzung dafür ist, daß die für Die Sanierung notwendigen Maßnahmen von feiten der Mitglieder beschlossen und durchgesührt werden. In diesem Falle sind die Genossenschaften überzeugt, daß für die Gläubiger Verluste nicht entstehen. * Vereinigte GlanAstoffwerke QI.-®.. Elberfeld. In der gestrigen Generalversammlung vertraten 59 Altionäre ein Kapital von 49.836 Millionen Mark mit 166 213 Stimmen. Wie sich im Verlaufe der Verhandlungen ergab, war der belgische Finanzier Löwenstein, der nach Dlättermeldungen 14 Prozent des Stammkapitals besitzen soll, in der Generalversammlung nicht vertreten. Der Aufsichtsratvorfitzende, Dr. Wolfs, gab eine ausführliche Begründung der vorgeschlagenen Kapitalserhöhung. In Erledigung der Tagesordnung wurden bann die Regularien erledigt. Ferner genehmigte die Versammlung den Derschmelzungsvertrag, durch den das gesamte Vermögen der Bayerischen Glanzstoffwerke in Obernberg unter Ausschluß bet Liquida l n g g?n Gewährung von Aktien auf die Vereinigte Glanz- ftofftoerfe übergeht. Ebenso fand der Verschmelzungsvertrag. durch den das gesamte Vermögen der Vereinigten Kunstseidenfabriken. Frankfurt am Main, auf die Vereinigten Glanzstosswerke Übergeht, die Genehmigung bet Dersammkmg. Weiter wurde die vorgeschlagene Erhöhung bei Stammkapitals um 15 auf 75 Millionen Mark durch Ausgabe von 50 000 auf den Namen lautenden QHtien. sowie die Erhöhung deS Vor- zugskapitalS bis auf 600 000 Mark genehmigt. ' Gothaer Waggonfabrik A.-G. Die Gothaer Waggonfabrik schließt das abgelaufene Geschäftsjahr nach 680 000 Wk. Abschreibungen mit einem Verlust von 891 702 Mk. Die gelegentlich der Sanierung gebildete Rückstellung für Entwertung von 1040 000 ist vorerst noch ausrechterhalten worden. Die Reorganisation deS Werkes, die erst in der zweiten Hälfte deS Berichtsjahres einsetzen konnte, mußte sich bei ihrem Umfang in da» neue Geschäftsjahr erstrecken, so daß auch im laufenden Geschäftsjahr die Produktion noch nicht in einem Umfang auf genommen werden konnte, wie sie die Wirtschaftlichkeit deS Unternehmens erfordert. Die Autoproduktion begegnet lebhafter Nachfrage. 6’ne Steigerung deS SabrikationSprogrammS ist vorgesehen. Zum Zwecke der hierfür erforderlichen Erweiterung der Betriebsmittel wird eine KapitalSerhöhung von 3 Millionen Reichsmark vorgefchlagen. Die Waggonfabrik, sowie die übrigen ^Abteilungen des Unternehmens sind mit Aukträgikn noch für einige Monate versehen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 21. Avril. Tendenz: unsicher. — Zum Wochenschlutz verstärkte sich Le schon einige Tage zu beobachtende Zurückhaltung. Das Bärfengefchöft schrumpfte bis auf ein Minimum zusammen, wobei nach wie vor eine Unsicherheit i n der Orunbftimmung nicht zu verkennen war. Lei wieder uneinheitlicher Kursentwicklung waren daher überwiegend Kurs- abbröckelungsn feft^uftcllen. Auf die Stimmung druckte vor allem die Gefahr einer Erhöhung des Diskonts der Federal Refervebank in Reuyork im Zusammenhang mit den Diskonterhöhungen In Boston und Chikago. Ferner brockte die immer noch unge klarte Lage im Rubrberg- b a u Zurückhaltung. Don außen her dürften kaum Orders Vorgelegen haben. Auch von Seiten des Auslandes war das Interesse heute merklich aer. Bei der ersten Notierung lagen Scheide- im Angebot und 2 v. ch. niedriger. Am Elektromarkt verloren AEG 1 o. f) und Licht vr Kraft 2,75 v. f), während Siemens 1,5 ö- f). anziehen konnten. Montanwerte lagen nicht einheitlich. Rheinische Braunkohlen gewannen 1,13 d./)., baaegen büßten Mannesmann 1,5 v H ein. Phönix, Rheinstahl und Stahlverein waren leicht abgeschwächt. Schiffahrtswerte waren knapp behauptet. Am Bankenmarkt zogen Reichs- bank wiederum 4,25 v. H. an, angeblich auf hollän- bische Käufe, Eommerzbank gaben dagegen 1 d. f). und Danatbank 1,25 o. H. nach Zellstoff Wakdhof konnten sich 2 v. H. erholen Von Bauunterneh- mungen lagen Wayß L- Freytag 3,5 o.H , Zement Heidelberg 2 v. H. schwächer. I. - G Farben roayn bei stillem Geschäft leicht gedrückt. Ablösung ohne Option blieben leicht behauptet. Serben lagen auf Realisationen etwas schwächer. Talonserben 22,50 Prozent Gold. Amerikanische Kunsts sei bewerte lagen merklich ruhiger. Amerikanische Enka 75 Dollar 3m weiteren Verlauf horte fast jede Umsatztätiakeit auf, und trotzdem die günftiaen Außenhandelsziffern für März verlauteten, gaben die führenden Werte meist etwa 1 d. J). nach Am Geldmarkt war das Angebot in Tagesgeld zu 4,5 v. f). ziemlich groß Am D e- visenmarkt schwächte sich das Pfund ab. Reichsmark gegen Pfund 20,410, gegen Dollar 4,1818, London gegen Kabel 4,8817, Pari» 124,02, Mailand 92,60, Madrid 29,12, Holland 12,11. Vertin ..onr Berlin, 21. April. Stärker als sonst machte sich heute zum früheren Samstagbeginn das Fehlen des Ordereingangs bemerkbar: da bisher keine Einigung bei den Verhandlungen im Ruhrbergdau erzielt werden konnte, und die Entscheidung jetzt beim Reichsarbeitsminister liegt, sowie die bevorstehende Aussperrung in der sächsischen Metall- Industrie verstimmte, bekundete die Spekulation eher Abgabeneigung. Auch die gestrige Privatdiskontbewegung übte noch nach- träalich einen Druck auf die Börse aus. Die ae • besserte Außenha ndelsbilanz (die Passivität ist um rund 100 Millionen zurückgegangen), machte keinen starken Eindruck. Während nur für einige Spezialwerte Interesse bestand, brachten die ersten Notierungen überwiegend 1- dis 2prozentige Abschwächungen. Als stärker befestigt sind zu nennen Bank für Elektrowerte, Reichsbank, Rheinische Braunkohlen, Glanzstoff. Schwach lagen Kali werte und Deutsche Atlantische. Auch einheimische Anleihen waren etwas rückgängig. Bosnier dis 1 v. 5). schwächer. Karstadt waren überwiegend 2,5 Prozent erhöht. Für Banken bestand bei neuen Umsätzen Interesse. Reichsbank weitere 2,5 v. H. höher und sehr lebhpst. Datum: Devifenmarkl Berlin -Frantfun a. QL Banfnotra 66.7a 187 103.6 Die hinter den Papieren , Lombardzinsfuß 8 Prozent. Damm t. »4 3 f 8 io: 75 104.6 0 6 V e 8 8 5 .0 10 0 0 6 8 K N » 12» IM.M «87 76.78 18 4t 73.16 Lchiei. Clektr Schufen LiemcnS 1 Rollte Iran radio tiobmeotr 4 Ca Buveri.ß Ttutfdx Erdöl Eftener 6 etnfoNe iLelscuktrchen« Harornrr Ootlrt) Eilen . . t^rabae . Älödn.rnxrfc Köln-'Nrueften •1' annetSmann Man» cUxi WbllIDD ÖDlimoitll CwiDtlberaer ttemeni Lernen «adftubi anfi * ftrettao Scbeltbrti HatruLoser C ft werft Ber »lamfiofi . . Bemderg HeUfto Valdbos J-ilnoft lfd)an«nbtmi iLt 9 tlergniann tl ttr LieIrrungen Licht und ftraft »Velten !, 168 01 a 05 111.5« Mt.m 3.6» ULM 10.42 70.01 18.35 7r 86 I -67.b | 1X8,5 107 104 :*7 ti I 18V I 166.»> IU3 Wbarlon-nburorr »aller eftaller (8a= FaUnler Mo oren . . . Demag ... flci.-rroerft Ä.twt. . . . klldw ewiti - . . •Jlat Automobil . . . Crrrrfl m $ ÄODDtl . . . Vlnft Ho mann . .. Veonbcrb llei . » Bcunao- 1 egi in , . . ftran/ W ichloev • . . <* rinnet .... HevliaerrNoed« ..... ihmaban# . » . . VtcÄroerte . . » . . IVatoh-afTtorrtt • • . • . llttaq • • • . • Ärforlalmer ...... Sern« Ur ton . * . rbt Roeder .... »*rtgi ä Hoeftrrer .... 8Hbfc Ander I» 12 . 15 8 12 10 'At1 1 .i 'JO tlon'l ffrtniöitfdje Jloivii Holländisch? Vlottn ytauenlfdx Violen..... Norwegische Noten. . . . TfmfdS-Cefterr.iUK) Kronen Rumänische Noten...... Schwedisch.' 'Noten...... cd)melier 'Noten . . . .. Spanische Noren ...... Uchechoilowotische Noten . 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