Nr. 69 Erster Matt 178. Jahrgang Mittwoch, 21. März 1928 6r|d)ttnt rügUch,sicher Sonntags anb Feiertags Beilagen. Gietzenei FamilienbUttler Heimat im Bild Die Scholle. monau-DejugspteU; 2 Relchsmard und 20 Reichspfeunlg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 64 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietze». poßschecttoins: graitffurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfittttr-Vuch- und Stchtöraderd N. Lange in Gießen. Zchristiettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.: für R-- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Oie polnische Grenzschutzverordnung. Eine neue Gewalttat gegen das Deutschtum in den Grenzgebieten. — Oie Wirtschastsverhandlungen erneut gefährdet. Unter dem Datum des 16. März hat der polnisch« Ministerrat nunmehr die Ausführungsbestimmungen zu der sog. Grenzschutz Verordnung vom Dezember 1927 veröffentlicht, di« auch in diplomatischer Umschreibung als nichts anderes bezeichnet werden können als ein unfreundlicher Akt, als eine Herausforderung Deutschlands. Gs scheint so. als ob Marschau kein Gewicht darauf lege, die Verhandlungen über den deutsch-polnischen Wirtschaftsvertrag weiterzuführen. Offenbar hängt das damit zusammen, daß in sehr maßgebenden Kreisen Warschaus die Auffassung gehegt wird, dah di« Reichstagswahlen in Deutschland eine LinkSmehrheit ans Ruder bringen werden, mit der Polen anfangen könne, was «s wolle. Als seinerzeit die Grenzschutzverordnung veröffentlicht wurde, wurde den Polen von Berlin aus sehr nachdrücklich zu verstehen gegeben, dah sie nicht geeignet sei, einen deutsch-polnischen Ausgleich vorzubereiten. Warschau beeilte sich daraufhin, die Versicherung abzugeben, dah die Ausführungsbestimmungen alle Härten abschleifen und dafür sorgen würden, dah sich keine Unstimmigkeiten mit dem deutsch- polnischen Riederlassungsvertrag ergäben. Inzwischen „handelte" Polen weiter. Es wertete die polnischen Zölle auf, in einer Weise, dah der polnische Zolltarif nur noch einen lückenlosen Kampftarif gegenüber Deutschland bildete. Selbst wenn die deutsche Regierung auf dieser Grundlage die Verhandlungen wieder ausgenommen hätte, so hätte das Ergebnis für di« deutschen Wirtschaltsinterefsen auherordent- lich nachteilig sein müssen, weil wir ja gezwungen gewesen wären, von den hohen Zöllen abzuhandeln, um nur geringe Zugeständnisse herauszufchlagen. Polen aber hätte für jedes Zugeständnis erhebliche deutsche Gegenleistungen verlangt, die nicht nur in der polnischen Presse sehr deutlich angemeldet worden sind. Da wurde vor allem betont, dah die polnische Landwirtschaft unbedingt und nachdrücklich auf die Ausfuhr eines hohen Schweinekontingents und K a r t o ff e l° mengen in unbegrenzter Höhe nach Deutschland bestünde. Ueberboten wurden diese an sich untragbaren Forderungen noch durch das hohe Kohlenkontingent, auf dessen Bewilligung die Warschauer Regierung übrigens ein viel höheres Gewicht legt als auf Schweine und Kartoffeln. In Ostoberschlesien ist die Wirtschaftskrise wieder in vollem Anzuge. Die Polen rühmen sich zwar, daß sie die Kohlenförderung gerade in diesem Gebiete bis zur Dorkriegshohe gesteigert hätten, nur wissen sie nicht, wohin sie mit den Mengen sollen. Der polnische Inlandverbranch zeigt nur eine ganz mäßige Steigerung, was sich auch für absehbare Zeit nicht ändern läßt. So bleibt nichts übrig, als selbst unter Verlust ausländische Märkte zu suchen, was auch bishe ■ geschehen ist Allein die englische Kohle hat die polnische Kohle von den skandinavischen Märkten nahezu wieder verdrängt, so dah nur noch Deutschland als Großabnehmer übrig bleibt. Die Polen fordern ein Kontingent in Hohe von 4,2 Millionen Tonnen im Jahr, das ihnen einen hohen Ruhen abwerfen muß, weil die Kohlenpreise in Deutschland ja höher liegen als in Ostoberschlesien, was sich indessen daraus erklärt, daß die Gestehungskosten in den polnischen Kohlengebieten erheblich geringer sind als in deutschen Kohlenrevieren. Der deutsch-polnische Warenaustausch hatte trotz des Zollkrieges 1927 einen Wert von 700 Millionen Mark, wobei ungefähr die Halste je auf Deutschland und Polen entfällt. Allem für Polen bedeutet die Ausfuhr nach Deutschland rund 30 vH. seiner Gesamtausfuhr, wahrend der deutsche Anteil an der Ausfuhr nach Polen rund 3,5 v. H. der deutschen Gesamtaussuhr ausmacht. Run geht die deutsche Ausfuhr m der Hauptsache nach Kongreß polen. Daß nach Westpolen und Ostoverschlesien tue deutsche Ausfuhr verhältnismäßig gering ist, das hat ja wesentlich dazu beigetragen, einen Wirtschafts- ausgleich mit Polen zu suchen. Die zerrissenen Grenzgebiete sind ja wirtschaftlich noch vielfach aufeinander angewiesen. Deutschland war und ift bereit, dem Rechnung zu tragen, was aber nur möglich ist, wenn Polen die Hem m u n - gen gerade im G renzverkehr beseitigt. Der deutsch-polnische Riederlassungsver- trag sollte dazu ein Anfang sein. Wie Polen sich die Fortsetzung denkt, beweist es durch die Ausführungsbestimmungen zur Grenzschuhverord- nung. Indem die Grenzzone eine Ausdehnung auf 39 Kilometer erfährt, wird beispielsweise Oftoberschlcsien ganz indieseZone einbezogen, ebenso der p o l n i s ch e K o r r i - vor. Die polnischen Verwaltungsbehörden in den Grenzgebieten können künftig jeden Deutschen ausweisen, der dort Eigentum besitzt oder dies Eigentum als Erbe antreten kann. Ein Grund wird sich immer leicht finden lassen, zumal die Ausführungsbestimmungen so deynoar sind wie ein neuer Gummizug. Die Dingewnden sich so entwickeln, daß Polen zwar nach Abschluß eines deutsch-polnischen Wirtschaftsvertrages Kartoffeln, Schweine und Kohlen nach Deutschland ausführen könnte, daß aber eine deutsche Ausfuhr nach Westpolen und Ostoberschlesien mit fast unüberwindlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hätte, weil auf der polnischen Seite die Träger für diese deutsche Ausfuhr fehlen würden. Da der Erlaß über die Aus- führungsbestimmunaen vom gesamten Ministerrat unterzeichnet ist, also auch von Pilsudski, so ist seine Annahme im Sejm und Senat gesichert, da die Rationaldemokraten und die Plasten den Regierungsblock Pilsudskis unterstützen würden. Oie Auffassung in Berlin. Fortdauer deS vcrtragsloscn Zustandes. Berlin, 20. März. (WB.) Der Wortlaut der polnischen Abänderungsverordnung zu der Grenz» zonenoerordnung vom 23. Dezember 1927 ist heute in Berlin eingetroffen. Die zuständigen Stellen prüfen die Frage, wie sich jetzt die Rechtslage der Ausländer in den Grenzbezirken darstellt. In einem Punkt bringt die neue polnische Verordnung gegenüber der Verordnung vom Dezember eine Verbesserung. Die frühere Bestimmung, wonach alle Aus- länber, die gegenwärtig in den Grenzbezirken Grundbesitz inneyaben oder eine gewerbliche Tätigkeit ausüben, innerhalb von drei Monaten u m Genehmigung zur Aufrechterhaltung des Eigentums oder zur Fortsetzung ihrer Tätigkeit nachzusuchen hatten, ist m Wegfall gekommen. Dagegen ist es auch nach der neuen Verordnung dabei geblieben, daß in anderer Beziehung die Rechtslage der Ausländer in den Grenz- bezirken erheblich unsicherer ist als vor der Dezemberverordnung. Besonders bestehen hinsichtlich der Niederlassung und der Ausübung von Handel und Gewerbe große Unsicherheiten, die der Klärung bedürfen. Die „B. Z." schreibt: In politischen Kreisen sieht man nunmeyr keine Möglichkeit mehr, die deutsch-polnischen Handelsoer- tragsoerhandlungen in absehbarer Zeit wieder auf- zunehmen. Der vertragslose Zu st and zwischen Deutschland und Polen wird also weiter dauern. In wirtschaftlichen Kreisen wird man hüben wie drüben das Scheitern der Wirtschasts- verhandlungen, die noch vor Wochen einen ganz günstigen Anlauf genommen haben, außerordentlich bedauern. Wahrscheinlich wird es sehr schwieriger diplomatischer Verhandlungen oebürfen, um überhaupt wieder eine Basis zu schaffen, auf der man die wirtschaftlichen Fragen erörtern kann. Die Zusagen des polnischen Außen- minrfters Za 1 eski an Dr. Stresemann m Gens sind leider ohne Erfolg geblieben. Man glaubt kaum, daß vor Juni, also erst nach den Wahlen, eine deutsch-polnische Fühlungnahme zu einem Ergebnis führen kann. Das landwirtschaftliche Notprogramm vom Haushaltsausschuß genehmigt. Berlin, 20. März. (DDZ.) 3m Haushalts» ausschuh des Reichstags stand auf der Tagesordnung das im Crgänzungshausyalt für 1928 enthaltene landwirtschaftliche Rot - Programm. ReichsernährungSminister Gchiele: Die dringendsten Probleme sind di« Regelung der landwirtschaftlichen Schuldveryält- nisse und in überwiegendem Maße die Regelung des landwirtschaftlichen Absatzes. Aus dem Gebiete der Kreditversorzung steht zunächst im Vordergrund die Konsolidierung der schwebenden Schu den. Soweit noch Beleihungsmöglichkeiten für oen erststelligen Kredit bestehen, wird die Rentenbankkreditanstalt, die zur Zeit noch mit der Unterbringung des Erlöses ihrer zweiten und dritten Amerikaanleihe beschäftigt ist, für weitere Kreditmöglichkeiten Sorge tragen. Bei zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben sind die Möglichkeiten der erst- stelligen Beleihungsgrenze ausgenuht. Hier ist geplant, durch die Aufnahme weiterer Anleihen durch territoriale Institute, die von den tragenden Kommunalverbänden garantiert werden, zu Helsen. Der Ergänzungsetat für 1928 sieht eine Ermächtigung für den Reichsfinanzminister vor, kurzfristige Vorschüsse bis zur Höhe von 100 Millionen an Institute zu geben, welche Kredite zur Umschuldung drückender Schulden an landwirtschaftliche Betriebe gewähren wollen, soweit rationelle Fortführung bei Gewährung des Kredits zu erwarten ist: die Vorschüsse dürfen nicht gegeben werden, wenn die Aufnahme entsprechender Anleihen durch die Institute als gesichert gelten kann. Dazu kommt eine Ermächtigung an dieReichs- tegierung, sich zusammen mit Ländern und Gemeindeverbänden oder mit den von den Landesregierungen bezeichneten Stellen an einer Organisation zu beteiligen, um bei der Durch-, fiihrung der Umschuldung die Kreditinstitute leistungsfähig zu erhalten. Es ist vorgesehen, diese Hilfe für Umschuldungskredite von im ganzen 200 Millionen Goldmark eintreten zu lassen, wobei sich das Reich mit einem Gesamtbeträge von 75 Millionen beteiligen wird unter der Voraussetzung, daß die Länder und Gemeindeverbände sich zu einer Beteiligung in gleicher Höhe bereiter Hären. Betrachtet man jedoch die hohe verschulbungs- jiffer, die zur Zeit eine Belastung von 60 Mark je Hektar ergibt, in Verbindung mit den Preisen für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, so zeigt sich, daß eine maßgebende Hilfe nicht von der Kreditseite allein Herkommen kann. Der Minister verweist auf die Schwierigkeiten bei der Schweinehaltung und die hier entstehenden Verluste, die das Institut für Konjunkturforschung gegenwärtig mit 60 Millionen im Monat berechnet. Bei der Gesamtviehhaltung sei mit einem jährlichen Verlust von 10 Proz., also rund einer Milliarde Reichsmark im Jahr zu rechnen. Hierin liege eine wesentliche Ursache der riesigen Rachkriegsverschuldung. Das zeige aber, daß nicht eine an sich denkbare Zinsermähigung und Erleichterung auf dem Gebiete der Steuern und sozialen Lasten imstande sei, diese Schuldenlast abzudecken. Die entscheidende Hilfe müsse vielmehr von der A b s a tz s e i t e her kommen. Die großen Märkte in Berlin nähmen 23 Proz. des gesamten Auftriebs auf, Hamburg 16 Proz. Diese beiden Märkte entschieden heute die Marktlage. Wie bei der Regelung des Zuckermarktes müsse man auch hier eine größere Stabilisierung bet Marktpreise erreichen, so baß einmal dem Landwirt ein ausreichender Gewinn bleibe, und die Spitzen nach oben und unten ausgeglichen, sowie d i e übermäßigen Preisspannen — biS zu 75 Proz. mehr als vor dem Kriege — verringert würden. Die Schlußfolgerungen auS der Ausgeglichenheit des Marktes können nur dahin gehen, daß wir das Problem deS besten Absatzes, die Abkürzung deS Wege- vom Produzenten zum Konsumenten, zu lösen übernehmen und damit zugleich den Konsum erleichtern. Die Summen auf die Länder zu verzetteln, würde sicher keine volle Befriedigung schaffen. Ein befriedigendes Ergebnis ist vielmehr durch eine zentrale Regelung zu erwarten. Endlich handelt es sich nicht um die Sanierung der notleidenden Genossenschaften, sondern um ihre Technisierung und Ratlonalifierung, um den jetzigen vielfachen Leerlaus zu verhindern. Sie müßten heranwachsen zu einem Machtfaktor der Vermittlung zwischen Erzeugung und Konsum. Abg. Dr. H i l f e r b i n g (Soz.) legte dar, daß die Not der Landwirtschaft nicht e i n 1) e i 11 i d) au behandeln sei. Für die Umschuldung der Landwirtschaft trete auch seine Fraktion ein, sie fordere aber genaue Kontrolle über die Verwendung der Gelder. Abg. Thomsen (Dntl.) stellte mit Unterstützung des Zentrums einen Antrag, der zur Prüfung des Verteilungsplanes nicht bloß die Zustimmung des Reichsrats, sondern auch eines 28gliebri= gen Ausschusses Herangehen wolle. Hätte man die Landwirtschaft rechtzeitig von den Fesseln der Zwangswirtschaft befreit, eine zweckmäßige Zoll- und Handelspolitik getrieben und nicht die Steuerleistungen so ungeheuer gesteigert, bann wäre wohl ein Notprogramm nicht notwendig gewesen. Es müsse alles vermieden werden, was einer Verzettelung der Mittel gleichkomme. Dem Ausschuß des Reichstages zur Festlegung von Richtlinien für Verwendung der angeforderten Mittel stimme er zu. Zum Titel, der 5Ö0 000 Mark zur Verbilligung des Zinsfußes von Darlehen für landwirtschaftliche Boden Verbesserungen anfordert, fragt Abg. Thomsen (Dntl.), ob diese Zinsverbilligung nicht a u f , ehn Jahre statt auf fünf Jahre garantiert werden könnte. Staatssekretär Dr. Hoffmann erklärt, dah Verhandlungen über die Verlängerung der Zinsverbilligung stattgesunden hätten, diese aber ergeben hätten, dah es zunächst bei den fünf Jahren verbleiben möge. Der Titel wird bewilligt. Die Zweckbestimmung des Titels, der acht Millionen zur Organisierung des Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch fordert, beantragt Abg. Frau Sender (S.) so zu fassen, dah die Ausschaltung des Zwischenhandels erreicht wird. — Abg. Dietrich- Baden (Dem.) erklärt gleichfalls, diesen Titel nicht bewilligen zu können, ehe er nicht Klarheit über die Ausführung bekomme. — Staatssekretär Dr._ Hoffmann weist darauf hin, dah der Ernährungsminister gebeten hätte, die Einzelheiten dieses Plans der Viehverwertung später zu beraten. Der Einfluß der Viehverwertungsgenossenfchaf- ten auf die Marktlage werde anscheinend überschätzt. Dah man den legitimen Diehhandel nicht entb.'hren könne, sei klar. Eine Verbindung mit der Bacon-Gesellschaft sei ausdrücklich vom Minister abgelehnt. Abg. H a m k e n s (D. D.) nemrt das Wichtigste am vorliegenden Problem, den Ucbe rauft rieb von Schweinen bzw. Vieh zur Aufsaugung zu bringen. — Abg. Schlack (Ztr.) sieht die einzig« Möglichkeit einer Erleichterung des Marktes nur allein in der Umwandlung der Erzeugnisse in Dauerware. Staatssekretär Dr. Hoffmann erklärt, daß der Ernährungsminister den Weg, die Verbindung zwischen Erzeuger und Verbraucher zu erweitern, mit- gehen könne, er glaube nur nicht, so weit gehen zu können, den Viehhandel gänzlich auszuschließen. In der Abstimmung wird ein Antrag Schlach angenommen, der bezweckt, die Mittel ebenfalls zur Organisation und Förderung des direkten Absatzes zwischen Verbraucher- und Erzeugergenossenschaften zur Verfügung zu stellen. Der Titel wird in Höhe von acht Millionen angenommen, desgleichen der Titel von 30 Millionen als einmaliger Beitrag zur Behebung der gegenwärtigen außerordentlichen Notstände in der Landwirtschaft. Bewilligt wird eine Million zur Förderung der Geflügelzucht und des Absatzes. Desgleichen werden die Anträge genehmigt, die die Zuziehung eines aus 28 Mitgliedern bestehenden Ausschusses des Reichstages bei der Fest- steUung der Richtlinien für die neuen Plans verlangen. Die Garantie von 22 Millionen zur Organisation des Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch soll auch für Erzeuger- und Verbrauchergenossenschaften nach einem genehmigten sozialdemokratischen Antrag mitgewährt werden. Auf Anfrage teilt Ministerialdirigent Wachsmann mit, dah die Reichsfinanzämter schon vor Wochen angewiesen worden seien, nicht wegen Reichs steuern Zwangsvollstreckungen vorzunehmen. Darüber hinaus reiche aber der Einfluß des Reiches nicht. Die Verschuldung der Landwirtschaft erstrecke sich aber auch auf Lande-steuern und sonstige Verpflichtungen. Es wird bann noch eine Entschließung bewilligt, sofort die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um Zwangsvollstreckungen bei mit Roggen- Hypotheken belasteten bäuerlichen Klein- und Mittelbetrieben aufzubalten und die Vermitt- aingsfteUen anzuweisen, sofort die notwendigen Mittel aus dem der Reichsregierung zur Verfügung gestellten Fonds zwecks Umschuldung der hoch- belasteten bäuerlichen Betrieb« anzufordern. — Der Rest des landwirtschaftlichen Notprogramms wird genehmigt. Ausschreitungen in Schlesien. Störung einer landwirtschaftlichen Zwangsverftcigerung. Rimptsch, 20. Mär,. (MTV.) Anläßlich der gestern nachmittag in Langenöls (kr. Rimptsch) öeranftalfeten Zwangsversteigerungen auf landwirtschaftlichen Betrieben hatten sich etwa 1000 Bauern aus den Kreisen Reichenbach und Rimptsch angesammelt, die durch Singen von Liedern auf den versteigerungsplähen die Abgabe von Geboten zu verhindern suchten. Der Landrat des Kreises Rimptsch hatte ein Schuhpolizeikom- mando von 20 Mann nach Langenöis entsandt, die mit dem Gummiknüppel gegen d i e Bauern vorgingen. Es gab mehrere Leichtverletzte. Als sich der Tumult immer mehr steigerte, weil ein bekannter Führer der Landwirte verhaftet werden sollte, ließ der besehlshabende Offizier die Maschinengewehre auffahren und die Karabiner laben. Angesichts dieser ernsten Lage wurden die weiteren Zwangsversteigerungen abgebrochen. Rur dem besonnenen Verhalten des Offiziers und dem Eingreifen der anwesenden Landbundführer ist es zu verdanken, dah noch im letzten Augenblick ein B lutvergiehen vermieden wurde. Rach amtlicher Feststellung hat die Schutzpolizei zwar von Gummiknüppeln Gebrauch machen müssen, aber verletzte hat es nicht gegeben. TNaschinengewehre wurden nicht ausgesahren. Die Schutzpolizei hat überhaupt keine Maschinengewehre mit sich geführt. Regierungspräsident Jänicke hat sich gleich nach Bekanntwerden der Ereignisse an Ort und Stelle begeben, um Sorge zu tragen, daß es morgen bei dem anberaumten versleige- rnngstermin nicht abermals zu Unruhen kommt. Der Landrat des Kreises Rimptsch, Sey- b o l d , der zur Zeit an den Beratungen des Staatsrates in Berlin (eilnimmt, wurde telephonisch zu- rückberusen. Der Reichsfinanzminister an den Landbund. Berlin, 21. März. (WTB. Funkspruch.) Reichsfinanzminister Dr. Köhler hat, wie der „Dörsencourier" meldet, gestern d i e Führer des Landbundes zu sich gebeten, um energisch Verwahrung dagegen einzulegen, daß die Regierung durch Steuerstreiks bedroht wird und die Stimmung auf dem Lande zu agitatorischen Zwecken ausgenutzt werde. Die Regierung sei mit dem, was sie für die Landwirte tue, an der Grenze des finanziell Möglichen angelangt. Bei offener Rebellion konnten jedoch weitere Hilfsmaßnahmen nicht getroffen werden. Oslo wersci .ond. 1? Schvunk kann e«, eine Er sondern zu ihrer in erster zur 2er nicht in dieses stungsi zwar d ihre Ol vermag mangel stehen Größen der zu auszusp. wendig« nun a Schill das, hx erkenne, lachen f I-odist mahnahi vorstellt. Denn diese D so birg1 schon । sahrmo kann d die 01, lehr । die sch Luftr der C Füllen des Ki Anders den Kr Durch i Drüsen« Men Lung, vorgeru hing ui Alles i brüte n ist chai und sü oder isi entsteht nismr schlösse vor aü- geistigen ÄonD' Unter OJeiflt beiden < lopses weniger 3n be Europa der M zu so^ finden Süddeul Heimat /eigl ul MN der Kco. per in 1 dringen und De> unterrich Die ü so vielio innerer des mcv schieden tigen *■ Gegen die britische Rheinlandbesatzung. Ein Antrag der Arbeiterpartei euf Zurückziehung der britischen Truppen vom Rhein wird im Unterhaus abgelehnt. Eine Entschließung der bayerischen Bauernschaft. München, 20. März. (WB.) 3n der von der oberbayrischen Kreisbauernkammer einberufenen Versammlung der Bauernschaft im Zirkus Krone, an der etwa 7000 Personen teilnahmen, erklärte Ministerpräsident Dr. Held, eine Wende für die Landwirtschaft könne nur kommen in einer anderen Gestaltung der Handelspolitik. Heber das, was das Reich in Aussicht stelle, hinaus werde die bayrische Regierung im Rahmen des Möglichen das ihrige tun. Danach wurde eine Entschließung angenommen, in der dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben wird, dah die Behandlung des Rot- Programms im Reichstage einen so schleppenden Verlauf nimmt und weiter erklärt wird: Werben die Forderungen der Bauernschaft innerhalb kürzester Zeit nicht der Verwirklichung nahegebracht, dann muh die Landwirtschaft aus dem Zwange der Rot zu der ihr geeignet erscheinenden Selbsthilfe greifen. Oie Rentenbankkreditanstalt. Berlin, 21. März. (Priv.-Tel.) Rach der Börsenzeitung beschäftigte sich das Reichs - k a b i n e t t im Verlauf seiner gestrigen Beratungen unter Hinzuziehung eines Vertreters der preußischen Regierung mit dein Renten- bankkreditgeseh. Rach dem Ergebnis der gestrigen KabinettSsihung darf man annehmen, daß die der Erledigung dieses Gesetzes im Reichsrat bisher noch entgegenstehenden Schwierigkeiten behoben werden. Wie verlautet, soll eine Einigung zwischen der Reichsregierung und der preußischen Regierung gestern angebahnt worden sein. Wie der „$ag“ mitteilt, soll das Kompromiß die Billigung des Reichskabinetts gesunden haben. Das Kompromiß wird heute noch formal vom preußischen Staatsministerium behandelt werden. Es wird dann die Grundlage der Verhandlungen des Reichsratsausschusses bilden, der die Verhandlungen des Reichsratsplenums vorbereitet. Das letztgenannte Blatt will weiter wissen, dah sich das Reich zu einer Beteiligung an der Preußenkasfe verpflichtet habe. Heber die Höhe dieser Beteiligung form das Blatt jedoch keine Angaben machen. Die Verhaftungen in Rußland Ein Tßnamitdiebstastl als Ursache? Berlin, 20. 2Narz. Die „Kreuzzeitung" veröffentlicht folgende Mitteilung einer aus dem Do- nezbecken nach Berlin zurückgekehrten Persönlichkeit übet die Gründe der Verhaftung der deutschen Ingenieure: 3n den Zechen, über die die Ingenieure die Aufsicht haben, waren durch russische Arbeiter 1 5 Pud Dynamit entwendet worden. Als die G. p. 21. davon in Kenntnis gesetzt worden war. beschloß sie. alle möglichen Maßnahmen zu treffen, unter die auch die Verhaftung und die Vernehmung der zuständigen Abteilungsleiter. die deutsche Ingenieure sind. fiel. Inwiefern die Ingenieure für den Diebstahl des Dynamits haftbar gemacht werden, entzieht sich der Kenntnis des Vertrauensmannes des Blattes. Heber den Stand der Verhandlungen mit der Sowjetunion kann nicht viel Reues gesagt werden. Cs kann nach nicht amtlich bestättgt werden, daß ein Dritter der verhafteten sreige- lassen worden sei und daß der Generalkonsul von Charkow einen B e s u ch bei den verhafteten hat machen können. Cs ist auch nicht geklärt, ob der sechste der verhafteten mit Kamen Koster ein Reichsdeutscher ist. vielleicht ist er ein deutschstämmiger russischer Staatsangehöriger. Rückwirkungen. Koblenz, 20. März. (WTD.) Eine Anzahl sowjetrusfiicher Ingenieure. Vertreter s o - wjetrusfischer Eisenwerke, hatten gebeten, in Begleitung eines Sekretärs der Sowjet- Handelsvertretung zur Besichtigung verschiedener Werke der Eisenindustrie in Deutschland zugelassen zu werden. Die durch Vermittlung der hiesigen Industrie- und Handelskammer um Erteilung der D e s i ch t i - aungserlaubnis angegangenen Werke haben jetzt angesichts der Verhaftung deutscher Ingenieure in Sowjetruhland erklärt, daß sie ihre Zusagen zurückzögen und die sowjetrussischen Ingenieure nicht empfangen würden. Das Parteiprogramm der A.E.P.D. Dresden, 20. März. (WTD.) Der Partei- vorstand der Alten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands veröffentlicht heute das elf Abschnitte umfassende Parteiprogramm der A. S. P. D. Im ersten Abschnitt, der den Dienst an Volk und Staat behandelt, heißt es u. a.: Die A. S. P. D. ist eine Partei der schaffenden Bevölkerung. Ihre Einstellung zum Staate liegt jenseits aller taktischen Zweckmäßigkeitserwägungen. Aus dem Grundsatz der Gesinnung dient sie dein Staate und ist sie bereit, sich dem Gebote der staatlichen Rotwendigkeiten bedingungslos zu unterwerfen. Weiter heißt es: Die A. S. P. D. ist eine sozialistische republikanische Partei. Sie tritt für wahrhafte Völkerversöhnung ein. Ihr außenpolitisches Prog a nm umfaßt folgende Punkte: Außerkraftsetzung des Versailler Vertrages, Beseitigung der durch den auf- gezwungenen Schuldspruch auferlegten Lasten, Durchführung der Abrüstung aller Länder bis auf den Stand der deutschen Abrüstung, Revision der erzwungenen Landesgrenzen, Rückgabe der früheren deutschen Kolonien und Bereinigung Oesterreichs mit Deutschland. Oie Arbeitszeitverhandlungen im Ruhrbergdau. Essen, 20.März. (WB.) Die heute fortgesetzten Derhandlungen über das Mehrarbeitsabkommen im Auhrbergbau verliefen ergebnislos. Die Gewerkschaften blieben bei Ihrem Verlangen nach einer Verkürzung der Schichtdauer unter und über Tage auf sieben bzw. acht Stunden, die unter Hinweis auf die Höchstkosten und die Absatzlage des Ruhrberg, baues vom Zechenverband a b g e l e h n t wurden Die Gegenvorschläge des Zechenverbandes wurden von den Gewerkschaften gleichfalls ab gelehnt Der Zechenverband hat den London, 20. März. (WB.) Pas Arbeitermitglied Kenworthy, über dessen Stellungnahme gegen eine weitere Beteiligung Englands an der Rheinlandbesetzung bereits kurz berichtet wurde, führte in der heutigen Hnterhaussitzung u. a. aus, irgendwo in Deutschland stehe eine kleine britische Armee mit einem sehr großen Stab. Die Kosten dieses Stabes seien ganz unverhältnismäßig hoch. Wenn die Besahungsarmee nicht ganz zurückgezogen werden könne, so sollte sie wenigstens noch weiter verkleinert werden. Die Truppen verständen sich so gut mit der Bevölkerung, daß Hunderte von Heiraten zwischen englischen Soldaten und deutschen Mädchen stattfinden könnten. Hoffentlich würden diese Ehen glücklich sein. Aber es wäre besser, wenn diese jungen Soldaten in England mit englischen Mädchen in Berührung gebracht würden. Kenworthy sprach die Hoffnung aus, daß der Kriegsminister von seiner Beredsamkeit und feinem Einfluß im Kabinett Gebrauch machen werde, damit diese Armee sobald als möglich re st los zurückgezogen würde. Sie sei schon viel zu lange dort. Die ganze Besetzung bringe keinen Rutzen. Sie rufe bei denen, die jetzt auch Mitglieder des Völkerbundes sind, Groll und Verstimmung hervor. Sie sei nutzlos als Bollwerk gegen eine Invasion, nutzlos vom politischen und vom allgemeinen Standpunkt aus. Das Arbeitermitglied Kelly nannte die Beibehaltung der britischen Desatzungsstreitkräfte am Rhein „eine Art von bewaffnetem Frieden zwischen den beiden Rationen". Auch Berlin, 20. März. (VDZ.) Im Reichstag beginnt die zweite Beratung des Kriegsschäden- fchlußgesetzes. Abg. Duchwih (Soz.) erklärt: Die Regierung habe es beim Kriegsschäden- schluhgeseh an der richtigen zielklaren Führung fehlen lassen. Die große Zahl der Klein- und Mittelgeschädigten werde benachteiligt zugunsten der kleinen Zahl der Grohgeschädigten. Trotz der Enttäuschung, die die Vorlage vielen Geschädigten bringt, sei es notwendig, ein Echlußgesetz zu machen. Die ungelöste Frage der Liquidations- und Gewaltschäden würde eine dauernde Beunruhigung der Wirtschaft bleiben. Der Redner verlangt eine Kürzung der Beträge für die Grohgeschädigten, damit die Barentschädigung auf 10 000 Mark erhöht werden kann. Seine Freunde könnten der Ausschußvorlage nicht zustimmen. Abg. Dr. Schneider -Tyüring. (Dn.) betont, die Entente habe den völkerrechtswidrigen Raub des Privateigentums der Kolonial- und Auslanddeutschen verschleiern wollen mit der Feststellung der Entschädigungspflicht des Reiches. Sie habe aber dem Reich nicht die Möglichkeit zur Erfüllung dieser Pflicht gegeben. Das Reichsentlastungsgesetz habe den Geschädigten einen Rechtsanspruch auf angemessene Entschädigung bei wiederhergestellter finanzieller Leistungsfähigkeit des Reiches gegeben. Das vorliegend Gesetz erfülle diesen Anspruch nicht. Die von der Regierung vorgetragenen reparationspolitischen Bedenken seien nicht von allen Ausschuhmitgliedern geteilt worden. Bei den Geschädigten werde der Eindruck entstehen, dah in gewissen Kreisen d i e Erfüllungsbereitschaft nach auhen größer sei als den eigenen Volksgenossen gegenüber. (Sehr richtig!) Wenn trotz aller dieser Bedenken die Deutschnationalen der Vorlage zustimmen, so seien sie dazu veranlaßt durch die Zwangslage, in die die Regierungskrise den Reichstag gebracht habe. Den Geschädigten werde nun zwar wenig, aber das Wenige schnell gegeben. Abg. Dr. S ch e f t e r (Zentr.) führt aus, sämtliche Parteien hätten im Ausschuß die ursprüngliche Regierungsvorlage nicht als eine brauch- Schlichter, der an den heutigen Verhandlungen teilzunehmen verhindert war, angerufen und ihn ersucht, die Echlichtungsverhandlungen am 28. und 29. März abzuhalten. Oie elsässischen Auionomisten. P a r i s, 20. März. (WB.) Wie dem „Petit Journal" aus Mülhausen berichtet wird, hat der mit der Autonornistenangelegenheit beauftragte Untersuchungsrichter gestern Abbs Haeggi als Zeuge einem vierstündigen Verhör unterworfen. Außerdem hat der Untersuchungsrichter den Abbö Z e m b s ebenfalls lange verhört. Zembs, obwohl einfacher Landpastor, soll eine Million zur Schaffung der ersten inzwischen verbotenen autonom.stischen Zeitung „Die V o l k s st i m m e" zur Verfügung gestellt haben. Man habe, so schließt die Meldung des „Petit Journals", feftstcllen können, woher diese beträchtlichen Gelder gekommen seien. Kleine politische Nachrichten. In politischen Kreisen rechnet man damit, daß der hessische Landtag auf Dienstag, 27. März, einberufen werden wird. Die Tagung ist insbesondere deshalb notwendig, well am 31. März 1928 das hessische Finanzgesetz abläuft, so dah eine Verlängerung des Gesetzes vermutlich um zwei Monate erforderlich ist, bis der neue Etat eingebracht und beraten worden ist. * Der demokratische Antrag, dasStudenten- recht in Hessen nach dem preußischen Muster zu regeln, ift in dem Fi.cmzausschuß des Hessischen La dtags mit den Stimmen der Demokraten, der Sozia de.no. rclle i und des Zentrums angenommen worden. Da nit würde in Hessen die zwangsorganisierte Selbstverwaltung auf« gehoben. ♦ Der Preußische Landtag hat das Frankfurter Eingemeindungsgesetz mit großer Mehr- I heit en bloc angenommen. das Arbeitermitglied Lawson krittsierte die Aufrechterhaltung des brllischen Desatzungsheeres am Rhein. Oer Staatssekretär für den Krieg, Worthington Evans erwiderte, das britische Besatzungsheer sei ein T e i l einer internationalen Streitkraft, die auf Grund des Friedensvertrages dort stehe. Die Politik seiner Aufrechterhaltung dort fei eine Frage, die heute aus technischen Gründen des parlamentarischen Verfahrens nicht erörtert werden könne. Die tatsächliche Zahl der Streillräste sei nicht 7255, wie Kenworthy erklärt habe, sondern 6228 einschließlich der 93 Mitglieder des Bahn- Schutzes im Saargebiet Durch Vereinbarung sei das britische Heer am Rhein während des letzten Jahres um etwa 1000 Mann vermindert worden, und die augenblickliche Stärke sei einige hundert Mann unter seiner normalen Stärke. Die Truppen Jeien in Kasernen und seien nicht sckftecht untergebracht und versorgt. Es sei äußerst bemerkenswert, wie sehr die britischen Besatzungstruppen bei denen beliebt seien, mit denen sie am Rhein in Fühlung kommen. Zweifellos seien sie im gegenwärtigen Augenblick in der Stellung, die sie einnehmen, nicht unwillkommen. — Kenworthy fragte, weÄ^alb es notwendig sei, daß ein Hotel als Generalhauptguartier für dieses kleine Heer gebraucht wird. Worthington Evans erwiderte, der Stab eines Besatzungsheeres fei keineswegs wie der Stab zu Hause. Der Stab des Rheinlandheeres habe sehr viele Obliegenheiten zu erfüllen. In Anbetracht dieser Obliegenheiten fei er überzeugt, daß der Stab nicht vermindert werden könne. Kenworthys Antrag wird mit 222 gegen 129 Stimmen abgelehnt. bare Cndlösung betrachtet. Das Bestreben, den nun schon jahrelang wartenden Geschädigten endlich Hilfe zu bringen, hätte die Mehrheit des Ausschusses bewogen, die erheblich verbesserte, wenn auch immer noch unbefriedigende neue Vorlage anzunehmen. Der Rechtsanspruch auf volle Entschädigung sei damit nicht erfüllt, aber auch d i e übrigen Gläubiger des Reiches hätten sich große Abstriche gefallen lassen müssen. Abg. 2)aud) (D. V.) erklärt, die Beschlagnahme deutschen Privateigentums fei ein Kampfmittel unserer Feinde gewesen, das allen Grundsätzen des Völkerrechts und der internationalen Sicherheit widerspricht. Wenn England heute so eifrig den Bolschewismus bekämpft, so müsse daran erinnert werden, daß England als erster Staat Privateigentum in Staatseigentumverwandelt und damit B o l s ch e - wismus getrieben hat. Damit habe England überall das Vertrauen verloren, dem es früher feine Stellung als Weltbankier verdankte. Amerika, das jetzt die Stellung als Weltbankier einnehmen will, bat aus guten Gründen das beschlagnahmte deutsche Privateigentum wieder herausgegeben. Angesichts der durch die Regierungskrise entstandenen Zwangslage könne den Geschädigten die notwendige schnelle Hilfe nur gebracht werden durch die Annahme des jetzt vorliegenden Ausschußentwurfs. Abg. Dr. Heuß (Dem.) bezeichnet die Verhandlungen über dieses Gesetz als eine Folge von Grabreden vor eingesargten Hoffnungen, Rechten und Zusagen. Das Gebimmel einer Resolution werde wenig Trost bringen. Die Zuspitzung der innerdeutschen Erregung dürfe uns aber nicht vergessen lassen, daß die Quelle von Rot und Hnrecht rn dem Eigentumsraub der fremden Mächte ruht. Der Redner bedauert, daß der Gedanke des bloßen Abfindungsgesehes zu eng fengeyalten wurde und erwartet, daß die Richtlinien zum Billig- keitssond noch einige Besserungen schaffen. Völlig unbefriedigend sei die Lösung der Wertpapierfrage. Auch das Problem der Ausgleichsgläubiger müsse baldigst in Angriff genommen werden. Weiterberatung Mittwoch. Im Verlaufe der Untersuchung der Affäre auf dem britischen Schlachtschiff „Royal O a t" hat die Admiralität Konteradmiral William K e r r an Stelle des Konteradmirals Collard zum Befehlshaber des ersten Schlachtgefchwaders der Mittelmeerflotte ernannt. • Der amerikanische Senat nahm die Iohnson-Re- solution an, die eine Hinausschiebung des Inkrafttretens der nationalen Abftammungs- Häufel des Einwanderungsgefetzes um ein weiteres Jahr Vorsicht. Durch die Annahme der Resolution bleibt das gegenwärtige Quotenverhältnis unverändert. Der Entwurf geht nunmehr dem Repräsentantenhaufe zu. • Das amerikanische Staatsdepartement veröffentlicht den ersten Band der Kriegsdoku- mente, der das Jahr 1914 behandelt. Weitere Bände bis 1919 werden folgen. Das Gesamtwerk ist nach dem Vorbild der deutschen und britischen Aklenpubii ationen zusanunengestellt und bringt eine fast vollständige Wiedergabe aller im Staatsdepartement vorhandenen, den Weltkrieg betreffenden Schriftstücke. Oas hessische polizeibeamtengeseh. Darmstadt, 20. März. Der Gesehge- bungsausschuh nahm die zweite Lesung des Polizeibeamtengesetzes vor. Die noch rückständigen Artikel 16 und 17 wurden in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. Zu Artikel 14 wurde ein Antrag Schreiber angenommen, der die Altersgrenze für Polizeibeamte im Vollzugsdienst auf das 60. Lebensjahr und im Ver- ; waltungsdienst aus das 65. Lebensjahr festsetzt. Bei Artikel 43 und bei Artikel 8 wurden die dazu gestellten Anträge abgelehnt und die Regierungsvorlage wieder hergestellt, worauf dann das ganze Gesetz angenommen wurde. Der Ausschuß trat sodann in die Generalaussprache der Regierungsvorlage über elektrische Hochspannungsleitungen und Gasfernleitungen ein. Das Kriessschädenschlußgesetz vordem Reichstag. 0Womenlos.0 netter (j ner» oedetei ® wxig. ® otoem »ttegew # Scnnee a Craupem * neDei K Gtwiiter @)wind$nn< O' st** leichter Ost y ma>s,0rr tuosuawen 'S Sturmijcfier nordwesl 6ie Pfeile flieaen mit dem winde Oie or oen Stationen stenenoen zafr ten geoen die Temperatur an pie Linien veroindto Qrw etil gleiche* auf tteercsnnieau umgereconeten Luftdruce LÄeUervoraussage. Die westlichen Druckstörungen brachten heute morgen über Frankreich, im Äanalgebiet und England verbreitete Riederschläge. Auch bei uns hat bereits stärkerer Lustdruckfall eingesetzt. Die Störungen dürften aber in unserem Gebiet nur zum Auftreten von etwas Bewöllung führen und nur im Süden dürste Reigung zu Riederschlägen vorhanden sein. Wettervoraussage für Donners- t a g: Zeitweise etwas bewölkt, Temperaturen nur wenig verändert, trocken. W i 11 e r u ngsa u ssich ten für Freitag: Keine wesentliche Ae.derung. Lufttemperaturen am 20. März: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 2,1 Grad Celsius: am 21 März: morgens —1,4 Grad Celsius. Maximum 8,3 Gxad Celsius, Minimum —3,5 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 20. März: abends 4,5 Grad Celsius: am 21. März, morgens 1,3 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer: 8% Stunden. Aus aller Wett. Tie Jbsenfeier in Lslo. Die Ibsen°100-Iahrseier fand mit der feierlichen Begehung von Ibsens Geburtstag ihren Höhepunit. Auf dem Crlöserfriedhof, wo Ibsen beigesetzt ist, sand eine eindrucksvoile Feier statt. Hnter den zahlreichen Kränzen, die an Ibsens Grab niedergelegt wurden, befinden sich auch sehr viele, die von Vertretern des Auslandes herrühren. Hm 12 Hhr wurde auf allen norwegischen Festungen zum Gedächtnis des Dichters ein Salut von 21 Schüssel gefeuert Auch die Schulen veranstalteten Qtebenffeiern. Die H n i De r f i t ä t hatte zu einem Festakt rn der großen Hniversitätshalle geladen, bei der u. a. der Storthingpräftdent sprach. Die Reden waren eingerahmt von musila'ischen Darbietungen des Philharmo nschen Orchesters und dem Vortrag aus Werken des Dichters. Die Feier schloß mit der Rationalhymne. Professor Roman W o e r ne r (Würzburg), Professor Vase nius (Helsingsors), Sir Edmund Gosse (London), Pierre La Chesnais (Paris) wurden zu Ehrendoktoren der Hniversität promoviert. Den Abschluß der Osloer Feierlichkeiten bildete eine Vorstellung von „R o s m e r s h o l m" im Rationaltheater, der die gesamte königliche Fa- milie beiwohnte. Später gab die Regierung ein Bankett, zu dem außer den Mitgliedern des Kabinetts und der Ministerien Vertreter des Storthings, des diplomatischen Korps, sowie ausländische Gäste aus Literatur-, Kunst- und Theaterwelt erschienen waren. Die ausländischen Gäste, unter denen sich auch Max Halbe befand, überbrachten Grüße aus ihren Ländern. Als Huldigung der Jugend für Ibsen fand ein Fackelzug statt. Ein Kind zu lobe gemartert Der Heilkundige Wilhelm Haase und die Arbeiterin Luise H tz i g wurden vom Schöffengericht Lichtenberg wegen fortgesetzter Kindes- misftandlung und Körperverletzung verurteilt, und zwar Haase zu zwei Jahren Zuchthaus unb die Htjig zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus. Haase, ein Mann von 75 Jahren, lebte davon, Kinder polnischer Schnitter in Pflege zu nehmen. Das ist ihm aber schließlich untersagt worben. Im Dezember vorigen Jahres nahm der alte Haase trotz des Verbotes wieder zwei polnische Schnitterkinder in Pflege, zwei Brüder im Alter von 9 und 18 Monaten, die er in unglaublicher Weise mißhandelte. Mit einem Rohrstock schlug er besonders das jüngste Kind, so daß es schließlich rechtseitig gelähmt war. Wenn die Kinder schrien, gab Haase ihnen Schnaps zu trinken. Die Kinder mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Dort starb das Jüngste an den Folgen der erlittenen Mißhandlungen. Wie man später feststellte, hatte sich auch die Hhig an der Mißhandlung der Kinder beteiligt. Winker Wetter in Toscana. In Toscana herrscht wieder Winterweüer. Auf den Bergen liegt Schnee. Das Thermometer zeiyt 5 Grad unter Null. Aus Triest berichten die Blätter über einen schweren Sturm, der schon feit elf Tagen wütet. Auch dort ist die Temperatur stark gesunken. In R o rn weht seit einigen Tagen kalter Wind. Aus S ü d i t a 1 i e n wird anhaltender Regen gemeldet. Feuer im Zuchthaus Sing-Sing. Das Innere der Matratzenfabrtk des Reuyorker Zuchthauses Sina-Sing wurde durch Feuer zerstört. Drei Zuchthäusler wurden bei der Bekämpfung des Brandes vom Rauch betäubt. Obwohl 200 Zuchthäusler außerhalb der Zuchthausmauern arbeiteten und die Zuchthaus- tore geöffnet wurden, um die Ossininger Feuerwehr hereinzulassen, machte keiner der Gefangenen einen Fluchtversuch. Oie Weiterlage. ( 1 Mefltnt X 5 [Dienstag, den 20.TDarx <928. BlrtW ?« früher im Ater von ietrinunglaublid)tt rite. M tinem ‘Rofytftod Äinb,fo dch es gelähmt tDat. 'Nem bk §aa'e ihnen bchnapS z, 'et muhten ins Krantenhak ort starb das Jüngste ai ttencn Mißhandlungen. Nü e, hatte sich auch die Ayig g der Kinder beteiligt. etter in To-caaa. : wieder Winterwetter. Auf her. öas Thermometer zeigt 5 Grad e st berichten die Blätter über m, der schon seit elf Tagen >ie Temperatur stark gesunken, aigen Tagen kalter Wind. Aus inhaüenöer Siegen gemeldet, chthaos Siog-5Iag. Watrayenfabril M Lina-Ling wurde durch k 3u ju»(' denrag- . 8,s ■! »&: ""ErlL Äetierlage. f» frO Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 21. März 1928. Kropf und Kropfverhüiung. Von Or.med.Eur, Kayser,Äerlin-Wilmersdorf. Unter Kropf versteht man eine krankhafte Dergröherung der Schilddrüse, die zu beiden Seiten und zum Teil unterhalb des Kehlkopfes gelegen, je nach ihrer Gröhe auch vom weniger geübten Auge erkannt werden kann. In bestimmten Gegenden und Landstrichen Europas wie auch in anderen Erdteilen, tritt der Kropf gehäuft aus und macht diese Gegenden zu sogenannten Kropfländern. In Deutschland finden sich solche Kropfgegenden besonders in Suddeutschland, wahrend der Norden unserer Heimat verhältnismäßig weniger Kropfträger zeigt und die Meeresküste vom Kropf nahezu verschont bleibt. Dieses eigenartige Auftreten der Kropfbildung hat zu allerlei Mutmaßungen über die Entstehung des Kropfes geführt. Allein wer in die Geheimnisse des Kropfes näher eindringen will, der muh zunächst über Wesen und Bedeutung der Schilddrüse selbst genauer unterrichtet sein. Die Schilddrüse gehört zu den in neuerer Zeit so vielfach genannten, interessantesten Drüsen mit innerer Absonderung, d. h. ^u denjenigen Drüsen des menschlichen Körpers, die einen, für die verschiedensten Funktionen des Körpers lebenswichtigen Stoff erzeugen und in die Blutbahnen ergießen. Dieser Wirkstoff, der in der Schilddrüse nur in tausendstel Grammen enthalten ist, ist charakterisiert durch seinen Gehalt an Jod und führt den Namen Thyroxin. Fehlt er oder ist er in zu geringer Menge gebildet, so entsteht ein schweres Krankheitsbild, der Kretinismus. der sich durch Haarausfall, trockene schlaffe Haut, durch Wachstumsstörungen und vor allen Dingen durch Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten bis zur völligen Verblödung kundgibt. Der Kretinismus stellt also eine durch fehlende Schilddrüsenabsonderung bedingte Störung dar, die teils durch angeborenes Fehlen der Schilddrüse, oder durch einen krankhaften Schwund derselben bedingt sein kann. Zu letzterem kann es, wie wir heute wissen, nicht nur durch eine Erkrankung der Schilddrüse selbst kommen, sondern auch dadurch, daß ihr vom Körper die zu ihrer Funktion notwendigen Bestandteile, d. h. in erster Reihe Jod, in nicht genügender Menge zur Verfügung gestellt wird, und sie selbst dann nicht in der Lage ist, durch geeignete Maßnahmen dieses Ioddefizit auszugleichen. Eine voll leistungsfähige Schilddrüse ist hierzu imstande, und zwar dadurch, daß sie durch gesteigerte Tätigteit ihre Oberfläche, respektiv sich selbst zu vergrößern vermag. Größenzunahme der Schilddrüse und mangelnde Iodzufuhr von feiten des Körpers stehen also zueinander in Wechselwirkung. Die Größenzunahme befähigt die Schilddrüse, von der zu geringen Iodmenge verhältnismäßig mehr aufzuspeichern und zur Bildung des lebensnotwendigen Wirkstoffes zu verwenden. Was stellt nun aber diese Größen zunahme der Schilddrüse vor? Nun, nichts anderes als das, was wir eben als Kropf bezeichnen. So erkennen wir ohne weiteres, daß eine der Ur* fachen für die Kropfbildung der Mangel an I'o d ist, und daß der Kropf selbst eine Abwehrmaßnahme des Körpers gegen diesen Mangel vorstellt. Wenn nun aber auch auf den ersten Blick diese Abwehr zweckmäßig und erwünscht erscheint, so birgt das Auftreten eines Kropses doch, wie schon angedeutet, eine ganze Reihe von Gefahrmomenten für den Körper in sich. Zunächst kann der Kropf rein mechanisch durch Druck auf die Nachbarorgane (Blutgefäße, Nerven usw.) sehr erhebliche Störungen Hervorrufen, die schließlich bei zunehmendem Druck auf die Luftröhre zu Atemstörungen und der Gefahr der E r st i ck u n g führen können. In solchen Fällen wird man zur operativen Entfernung des Kropfes seine Zuflucht nehmen müssen. Anders liegen die Dinge bei den übrigen, durch den Kropf hervorgerufenen Krankheitszuständen. Durch die beim Kropf vorhandene ungenügende Drüsenabfonderung können nämlich die verschiedensten inneren Organe, insbesondere Herz und Lunge, stark geschädigt und Störungen her- vorgerusen werden, die einer ärztlichen Behandlung unbedingt bedürftig und zugänglich sind. Alles dies sind Gründe, die uns veranlassen müssen, dem Kropf eine genügende Beachtung zu schenken und jeden Kropfträger zum Arzte führen sollten. Zwar müßte man nach obigem annehmen, es müsse ein leichtes sein, durch Einnahme größerer Mengen Jod den Krops zu beseitigen. Allein so einfach liegen die Verhältnisse leider nicht. Vielmehr hat sich gerade im Gegenteil gezeigt, daß die künstliche Zufuhr größerer Jobmengen ebenso wie die durch eine Erkrankung besonderer Art hervorgerusene Ueberbrobuftion von Schilddrüsenwirkstvff daS unter dem Namen „Basedowsche Krankheit" bekannte schwere Krankheitsbild hervorzurufen imstande ist. Der wissenschaftlichen Forschung ist es indessen gelungen, dasjenige Minimal-Iodquan- tum zu ermitteln, das jeweils hinreicht, die normale Funktion de r Schilddrüse zu ermöglichen. Hierin liegt nicht nur der Schlüssel zu der selbstverständlich nur von ärztlicher Hand zu leitenden Behandlung, sondern auch zur planmäßigen Verhütung der Kropibil- oung. Letztere ist, wie wir gesehen haben, an bestimmte Gegenden geknüpft, und diese sind in ihrer Erd- und Wasserbeschaffenheit durch eine starke Jodarmut ausgezeichnet. Wan wird also in den sogenannten Kropf ländern, wie dies auch bereits z. B. in der Schweiz, in Oesterreich, Bayern und Württemberg mit gutem Erfolge geschehen ist. für regelmäßige Zufuhr genügender Iodmengen an die gefährdete Bevölkerung forgzn müssen. Besonders gefährdet sind in diesem Sinne die Schulkinder, weil die Entstehung des Kropfes nach dem Stande der Wissenschait nicht nur mit dem Iodmangel, sondern auch mit der geschlechtlichen Entwicklung und Reifung des Körpers im innigsten Zusammenhänge steht. Durch planmäßige Verabreichung von sogenanntem Vollfalz, d. h. K o ch f a l z. dem I o b in beftimmten, minimalen Mengen beigemifcht ist, hat der Kamps gegen den Kropf besonders unter den Schulkindern bereits nennenswerte Erfolge zu verzeichnen. und es ist zu hoffen und zu wünschen, daß durch internationale Zusammenarbeit der Aerzteschast. aber auch durch die auch mit diesen Zeilen erstrebte Aufklärung der Bevölkerung Kropf, Kretinismus und Basedowsche Krankheit in naher Zukunft ihre Schrecken verlieren und schließlich ganz ausgerottet sein werden. Daten für Donnerstag, 22. März Sonnenaufgang 5.59 Uhr, Sonnenuntergang 18.16 Uhr. — Mondaufgang 6.42 Uhr, Monduntergang 19.06 Uhr. 1449: Kaiser Maximilian I. in Wiener-Neustadt geboren (gestorben 1519); — 1599: der Mater Anthonys van Dyck in Antwerpen geboren (gestorben 1641); — 1771: der Schriftsteller Heinrich Zschokke in Magdeburg geboren (gestorben 1848); — 1797: Kaiser Wilhelm I. in Berlin geboren (gestorben 1888); — 1832: Wolfgang von Goethe in Weimar gestorben (geboren 1749): — 1858: der Forschungsreisende Hans Meyer in Hildburghausen geboren; — 1871: Otto von Bismarck erhält Die Fürstenwürde. Bornotizen. — TageskalenderfürMittwoch. Stabt« theater: 7.30 Uhr, „Höhensonne" (Ende 10 Uhr). — Gießener Lesehallenverein: 6.15 Uhr, Universitäts- Bibliothek, Mitgliederversammlung. — Verband Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur: 4.30 Uhr, Caf6 Leib, Kleiderschau. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Regine". — Astoria Lichtspiele: „Die Braut am Scheidewege". — Dortrag vor denGießenerFrauen- vereinen. Am Freitag, 23. März, abends 8 Uhr, wird im Johannessaal Dr. Neumann vor den fünf Gemeindefrauenvereinen über das Thema sprechen „Zwang und Freiheit in Erziehung und Ehe". Doch sind auch andere Gemeindeglieder herzlich ein« geladen. (Siehe heutige Anzeige.) — Aus dem Sta^dttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Freitag, dem 23. März, gelangt „Brand im Opernhaus", em Drama in drei Akten von Georg Kaiser im S.tadttheater zur Auffühnmg. Kaiser, einer der wichtigsten Faktoren der modernen Bühnenliteratur, ist auch in Gießen durch die früheren Ausführungen von „Gas" und „Kolportage" dem Publikum bekannt. Sein Werk „Brand im Opernhaus" hat überall, auch rm Auslonde, begeisterte Aufnahme gefunden. In den Hauptrollen find beschäftigt: Kraulern Scherer und die Herren Tannert, Hennig, Gehre und L i n k m a n n. Die Spielleitung liegt in den Händen Hans T a n n e r t s. Die neue szenische Ausstattung, in den Werkstätten des Theaters hergestellt, ist von Karl Löffler. Gründungsgedenkfeter im Gießener D. H. C. Aus eine 20jährige ersprießliche Tätigkeit kann nunmehr der Zweigverein Gießen vom Vogelsberger Höhen-Club zurückblicken. Aus diesem Arrlah fand am Samstag im schön mit Wimpeln und Wanderemblemen geschmückten Saale des Eafe Leib die Gründungsgedenkfeier statt. Daß der Verein, der sich auch im Dienste der Allgemeinheit durch Anlegen und Unterhaltung der Markierungen im Umkreise unserer Stadt eifrig betätigt, sich großer Sympathien erfreut, bewies der außerordentlich starke Besuch der Veranstaltung. Die gut zu- fammengeftel tc Vortragsfolae, die von vorzüglich gespielten Musikstücken der Kapelle Weller umrahmt war, wurde durch die eindrucksvolle Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Oberlehrer Will, eingeleitet. Der Redner, der in kernigen Worten auf die Bedeutung des Tages hinwies, gab seiner Freude Ausdruck, daß auch der Hauptvorstand in Gestalt seines ersten Vor- fitjenben Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein) vertreten fei, und entbot ihm und dem anwesenden ober hessischen Dialektdichter Peter Fuchs (Ofsenbach) einen besonderen Willkommgruh. Drei Lieder für Frauenchor, von denen namentlich das erste und letzte ansprachen, fanden lebhaften Beifall, ebenso eine von V.H.C.°Br. Währum meisterlich vorgetragene Bravourarie für Oboe mit Orchesterbegleitung. Einen breiten Raum nahmen naturgemäß die Wanderauszeichnungen ein, die diesmal in besonders feierlicher Weise aus der prächtig dekorierten Bühne vorgenommen wurden; eröffnete doch die Wanderfee in eigner Person mit einem finnigen, vom Schriftführer verfaßten Vorspruch den weihevollen Akt. Nach einer kurzen Ansprache des Wandermeisters C. Haibach überreichte Frl. Bergen mit hübschen Wandersprüchen den 32 fleißigen Wanderern das schlichte Abzeichen. Es wurden ausgezeichnet mit der Nadel 25: Elli Dingel, Anni Bergen, Helene Bergen, Erna Heimes, Wilh. Julimann. Ehr. Junker. Ed. Langloy, Paula Langloh, Karl Peter. Minna Rühl. Marie Schulz, Wich. Türk. Martha Will, Andreas Wagner; mit der Nadel 50: Gg. Fritsch, Karl Grüger, Rud. Schwab, Dina Stahlhacke; mit der Nadel 75: Klara Decker, Fritz Delitz, Aug. K5hn, Kurt Oppenheimer, Alb. Schneid- müller, Fritz Schwab, Karl Währum; mit der Nadel 100: Karl Gust. Schmidt, Karl Wenzel; mit der Nadel 125: Karl Planck, Karl Stroh, Kurl Weber; mit der Nadel 200: Karl Haibach; mit der Nadel 225: Karl Faber. Den Glanzpunkt des Abends bildete ein von Frau Will mit großer Mühe eingeübtes Blumen- märchen: „Komm, holder Frühling", in welchem die Vertreibung des Winters und der Einzug des Lenzes mit Frühlingsblumen und -Heren, von der D.H.C.-Iugend dargestellt. sowie der Frau Sonne (Frl. Heimes) mit Gesang und Reigentänzen sehr wirkungsvoll geschildert wurde und begeisterten Widerhall fand. Den Schluß der Darbietungen bildete ein Dialektstück „3n der Spinnstub", in welchem das urwüchsige Leben und Treiben in einer oberhessischen Spinnstube mit Gesang, Tanz, Harmonikaspiel und dem nött- gen Branntwein von 16 Mitgliedern sehr anschaulich vorgeführt wurde. Wohl selten ist ein Dialektstück in so vortrefflicher Weise, wie hier, aufgeführt worden; alle Mitwirkenden boten ihr bestes. Der reiche Beifall galt nicht nur den Spielern, sondern auch dem Verfasser Peter Fuchs, der übrigens später auch einige seiner dichterischen Erzeugnisse zum besten gab. Nachdem noch Dr. B r n ch h ä u f e r die Grüße des hohen Vogelsbergs und des Gesamtvorstandes übermittelt hatte und dem Zweigverein auch für die Folge eine gedeihliche Weiterentwicklung wünschte, schloß der Vorsitzende mit herzlichen Dankesworten an die Mitwirkenden die Reihe der Darbietungen, um nunmehr den Tanz in seine Rechte eintreten zu lassen. Der andern Tages nach der Hardt veranstaltete Ausflug war ebenfalls stark besucht und verlief bet fröhlicher Stimmung auf das beste. ** Modeschauen in Gießen. 9n den nächsten Tagen wird die Damen- und Herrenwelt unserer Stabt wiederum Gelegenheit haben, zwei interessanten Modevorführungen in Gießen beiwohnen zu können. Am kommenden Freitagnach- mittag und abends veranstalten die Firmen Gebr. SeMs-WWWMkW erfordern stete eine forgfältlge Textgebung und Satzausstattung. Gute Satzllistungcn sind nur erreichbar, wenn die Anzeige« WÄ genug Megebkn werden. Der Annahrnefchluh für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Nach» mittag vor der Aufnahme. Empfchlungs. anzeigen müssen, je nach Umfang uno Satz, schwierigketten, zwei bis drei Tage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gefetzte Empfehlungen Mmi den MiiMiea WM I - - - 1.....11 . ... —--1 Imheuser, H. Lehmann, Schuhhaus Süß, C. Röder, Josef Henkel, E. Challier, Dlumenhaus Dietz eine Vorführung von Frühjahrsmodellen im Cafe Leib, während am nächsten Montagnachmittag und abends die Firma Rosenau, vorm. Fritz Nowack, ebenfalls im C..e Leib eine Modenschau der Oefsentlichkeit darbietet. Beide Veranstaltungen dürften sicherlich sehr regem Inter- esse begegnen. Heber die Ausgabe der Karten usw. ist näheres aus den Anzeigen in unserer Montagausgabe und in der heutigen Nummer ersichtlich. ,e Aus dem Gießener Sianbesarnts- r e g i ft e r. Es verstürben in Dietzen in der Zeit vom 1. bis 15. März: 1. März Karl Stabiler, Schlosser, 76 Jahre alt, Hammstraße 14; 1. März Johann Heinrich Dörmer, Forstgartenverwalter. 55 Jahre alt, Forstgarten; 1. März Elfriede Pusch. 3 Monate alt, Frankfurter Straße 46; 2. März Luise Strohbach, ohne Beruf, 18 Jahre alt, Goethestrahe 48a; 3. März Josef Bengel, ohne Beruf, 70 Jahre alt, Licher Straße 74; 4. März Ida Karoline Wisker, geb. Stark, 28 Jahre alt, Krofdorfer Straße 44; 4. Mär- Lotte Wirker. 5 Stunden alt, Krofdorfer Str. 44; 4. März Marie Noll, geb. Lenz, Witwe, 67 Jahre alt, Mäusburg 12; 5. März Elisabeth Mahr, geb. Stecker, 59 Jahre alt, Löwengasse 22; 7. März Peter Möser, ßabemeifter i. R., 84 Jahre alt, Mühlstraße 32; 9. März Elfriede Elise 2llt- haus, 4 Monate alt, An der Margaretenhütte F. 2; 11. März Heinrich Flöring, Oberbahnhofs- vorsteher i. R, 83 Jahre alt, Alicenstraße 16; 12. März Elise Klinge, geb. Ströhmann, Witwe, 58 Jahre alt, Marktstrahe 8; 12. März Elisabeth Feiling, Hausmädchen, 25 Jahre alt, Selters- weg 11; 13. März Karl Joseph Seibert, Bahn- schreiner, 77 Jahre alt, Stephanstratze 17; 14. März Heinrich Noll, ohne Beruf, 83 Jahre alt, Licher Straße 74; 15. März Johannes Orn- wert, Echlofser, 70 Jahre alt, Kaiferallee 38. •• Seebien ft Ostpreußen. Am 28. März wirb der Seedienst Ostpreußen mit ben Motoc- schnellschifsen „Hansestabt Danzig" und „Preußen" zwischen Swinemünde—Zoppvt—Pillau unb Memel wieder eröffnet. Die Linie Swinemünde— Zoppot—Pillau wird in der Zeit vom 28. März bis zum 25. Mai und vom 1. September bis zum 15. Oktober zweimal wöchentlich (Hinfahrt: Mittwochs und Samstags, Rückfahrt: Freitags und Montags), vom 26. Mai bis zum 1. September viermal wöchentlich (Hinfahrt: Mittwochs, Donnerstags, Samstags und Sonntags, Rückfahrt: Mittwochs, Freitags, Samstags und Montags) befahren. In der Zeit vom 23. Mai bis zum 29. August besteht zudem einmal wöchentlich zwischen Pillau und Memel eine regelmäßige Verbindung mit Abfahrt von Pillau Montags und Rückfahrt von Memel Mittwochs. Beide Schiffe find mit den neuesten Einrichtungen ausgestattet. Sie vermögen je rund 1200 Passagieren Raum zu bieten. Die Benutzung des Seeweges von und nach Swinemünde sichert dem Fahrgast ein unbehindertes Reisen nach ben Ländern im abgetrennten deutschen Osten, unter Vermeidung des polnischen Korridors. ** E i n Zug Sdjneegänfe wurde am Montag, abends gegen 6.30 Uhr, beobndjtet, wie er in der Richtung Schiffenberg—Hangelstein über den Stadtwald zog. •• Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Degen Verlegung von WasserleitungS- röhren sind die Karl-Vogt-Strahe, Lanbrnann- strahe unb Wolfstraße auf etwa zehn Tage für allen Fährverkehr polizeilich gesperrt. 6 . "i -,:: A WO ■rV’ET1-". V - "es- &!■ -A. - NETTO 5 Pf« (5 Qibt IzQine Bessere/ JOE LOE -S ?alLE 5 p ülRffr? 'den taba J1& Oer Ttettogehcdt einer Ware ist das YDesenJLdcViß,, bei einer Cigarette also der Tabak. Deshalb haben wir die ‘PackLcng so ein fach rote möglich qehjalten 'and die bei der Ausstattung erhielten £r Sparntsse für eine Erhöhung ober Qualität verwendet* Versuchen Sie daher die neue Batschar i UBos fesch kleidet, ! offensichtlich Qualität hat und doch billig ist, riesigen Auswahl Dame in meiner findet die Z. Pfeffer, Gießen Marktplatz S Spezialhaus für Damen - Bekleidung Sonntag, den 25» März, ist mein Geschäft von 82 Uhr an geöffnet 3101a Modische Wiener Strickkleider mmeniiitiifieiiiiitntittiiMeiiwmiiiniitn IIIIIIHIIIflllllHHIIIIIIIHIIIIIIIIIIHIIHilM Höchstleistung in Geschmack n. Preis ich eine 3064V 3103a Verlangen Sie kostenlos illustrierten Katalog! Selter«« ec. 12841a 3099a gesucht. 02; '82 oesuchi. 02188 Junger empfiehlt 02190 3071D geben. ; Uii7D werden. lucht 02189 Mnksurker Str. 117 o Mühlstr.22. Tel.1096. —-— — —— v v. w. aaumnr.zz. ^ei.iuuu. Moderne Hüfthalter 85 75 und Korsetts Verkauf im I. Stock 3102a Modehaus Salomon zu besonders günstigen Preisen! Der Frühling naht; denkt an die Saatl 17. April neue Kurse. 27100 Gebe. Kahl. Telephon 87. für Biergcschätt ge- fuchi. Schr. Angeb. u. 30771) g, d. Gss. Am;. ületfnge^, sauberes Mädchen das bereits schon in Stellung war und bürgert, kochen kann, bet gutem Vobn für 1. IV. gesucht. 3063V 350 ccm, au verkant. Wo sagt d. Geschäftsstelle d. G. An«. 02,77 Zur Fußbodenpflege Bobner, Bohnerwachs, feftunb flüssig. O-Ccdar-Mov, Ambronn Mov, Ligella Mov, Mov-Neiniaung. mittel, selbsttätigI Herdpuhmittcl aUcr Art. Friedr. H ey d & Sohn «ran Rau, Wallroritrafie 37. Borzusteil. im Vaden. Frau Rothschild, Bergstrane 15. Kasha-Mantel jugendl. Backfischform, halb auf Seide mit Sommerpelz 2550 Garten erde kann angefahrcn Reformleibchen prima Satln-Droll, welfi und grau, In allen Welten 5.50, 3.50, 30 Ml. täglich und mehr Nachweis!, für jeder ui. leicht zu verdienen durch Vertrieb uns. bew.Ariik. n. Neuheiten. |159A WttersLGrensellblllfl am Hburg 8 48. Zuverlässige- Mädchen in 5>üche u. Haushalt erfahren, nach Weilburg i^ahnlf.l. April evtl, später gesucht. Zu ersr. b. Bauer, (Ziehen, Seliers- weg 91 I. 102186 Burberry-Mantel reine Wolle, mit hübscher Biesengarnierung 25“ Veloutine-Kleid mit hübscher Biesengarnitur, in vielen Farben 26°° Alle Blumen-,Gemüse- und landwirtschaftliche Sämereien in nur ersten Qualitäten und zu vorteilhaften Preisen empfiehlt Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstr., Ecke Wolkengasse Telephon 1403 Veloutine-Kleid mit gestickter Crepe de chine Weste und Kragen 34oo Hüfthalters und ohne Gummiteile, eleg. Aust., alle Welten, auch tür bes.^tark.Damen, 8.50,6 50 Barten. Grösseres StückGar- ten, gegen Pflege des Gartens, kostenlos zu verpachten. M76D Frdr. l eipei, Markt 16. Gießen “ Suche für Ostern einen kräftigen Ärthrling eotl. mit Kost uno Wohnung. 02182 Hcinr. Schmidt IV. Schloffermeister, Hcnchclbcim. Frühj ahrs-Mantel In uni und karierten Stoffen, flotte Verarbeitung 1350 beste Qualität zu billigem Preis C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659 18971) Kasha-Kleid flotte Form und Faltenrock 125» Cm WM 'gegenüber der Engelapoihekes. Kasha-Kleid In den neuesten Formen, mit eleganter Bordüre 19'° 75 Büstenhalter moFdoe" 410 mit Vordor-oder S?.tenschlu6, I aus Selden-Baumwolltrlkot od I Kretonne...... 2.50, 1.75, ■ Kasha-Mantel in entzückenden Fassons, ganz auf Seide 295° Verkäuferin durchaus selbständig und branchekundig tn Wäsche-, Weib- und Wollwaren per forort oder 1. Avni für gröberes hiesiges Geschäft gesucht. Ausführliche fchrisllichc Angebote unter Angabe der bisherigen Tätigkeit mit Zeugnisabschriften und Ge- halrsansprüch. unt. 02174 an den Gless.Anz. F rühj ahrs-Mantel aus reinwollenem Herrenstoff in modernen Farben und Macharten 395» Rips-Mantel in vielen Farben, modernste Machart mit seitlicher Garnierung l950 Versteigerung. Nächsten Freitag, den 23. März, von nachm. 2 Udr, versteigere ich 2 LandwirlschasiSwagen, 1 Handwagen, 1 Dockart mit ^ederverdeck t4-Siizer>, 1 Dockart (sehr leicht- 2-Sitzer». 2 Psllige. 2 Eggen. 1 Mutter ätnvser, Zauchefas;. Waschmaschine. Butterfass, Bütke itfro. Alle Gegenstände sind fast neu und sehr gut erhalten. ;02181 Dorlar, den 19. März 1928. Äarl Feiling. Frische AeWslge Kabeljau Rotbarsch Bratschellfische Bückinge Sprotten Seeaal Kür Personen-Kraftwagen wird ein Chauffeur gesucht aus nur guter Familie, der auch kleinere Reparaturen selbst ausführen kann. Bedingung: Ruhiger, sicherer und absolut zuverlässiger Fahrer, guter Wagenpfleger. An- dere Arbeiten müssen mit übernommen werden im Garten. Gute Behandlung u. gute Verpflegung. Ausfahrt, schristl. Angeb. mit Lebenslauf u. Zeugnlsobschr. erb, unt. 3088D a. d. G. A. MWWUlkN^GlWWW sucht für eingeführte Tour in Oberhessen und Umgeg. einen tüchtig., zuverlässig., strebsamen Reisenden oder Vertreter per sofort bei hoher Derdienstmöglichfeit. Schriftliche Angebote unter 3098D an den Gießener Anzeiger erbeten.___________ Popeline-Kleid reine Wolle, in modernen Farben 790 Rips-Kleid in vielen Farben, mit reicher Goldstickerei 2150 1000 Mark von Handwerker auf Jahr gegen gute Sicherheit sofort gesucht. Schr. Angeb. u. 02178 an den Giess. Anz. [Stellengesuche Selbständiger Klempner und Installateur sucht für sofort (Stellung. Schr. Angeb. u. 02187 a. d. Giess. Anz. | Verkäufe ~~j Ardie- Motorrad WgSSMWkk für leichte HauSarb. vorm. 2—3 Stunden in bess. 2-Personen- HauShuli gesucht. Schr. An geb. mit Gevaltsansor. unter 021N a. d. Giess. Anz. MMWeü für kleine Winschast gesucht. Dem Mädchen tu Gelegenheit geboten, häusliche Arbeiten u. Kochen zu erlernen. Offerten an Frau Aayns’e Dern, Vcibgeftcrn, Bahnhossir.128.BW7t, Sielte selbständiges Mädchen das perfekt kochen kann, ul besten Gmv- sehlungen z. 1. Mat Bnddertr. 9 II. ikö |Verschiedenes| Hansa Handelsschule J.Kunzeimann Gießen, Bahnhof str. 60 Beamter sucht leeres Zimmer auch evtl, möbliert. Schristl. Angeb. unt. )2l76and. Giess. Anz Stellenangehote| Junger, kräftiger Hausbursche der etwas Gartenarbeit versieht, ne- | Kaufgesuche | Güt erb., gebraucht. Damenrad gegen bar zu kaufen Emj.-Abitur J. Wclltiöfer. Telephon 743. Rustin Der Linjährig- Sreiwiütge co. 200 Hefte, gut erhalten, für 50 RM. bar zu verkaufen. Schr. Ansr. n. 02179 an den Giess. Anz. Pens. Brandl Som. möbL Zimmer, gate Küche. Tel. 1085. Gr.. gmmööLdlmrner et. £, gut heizb., an rub Mieter z.om.yn,, ^öberstrasse 3 II. f Mietgesuche | «Vür Bekannte suche Frauen-Mäntel in schwarz, marine und farbig 7« auf Seide, in allen Gröben u. Welten 4900 Frauen-Kleider in Seide und Wolle, in allen Farben und Größen In reichhaltigster Auswahl 39°° Brufeier v. rcinr. weih.Wyan- dotten, gar. Winter- leger, Nachz. amerlt. Importen, g. Isd. ab F. Funk, Giessen. Bergwerk. ,2„3 2 - 3000 Ztr. klein- gemachnS Vrennholz äusserst billig abzu- Hufthalter“”,Ä#) 00 StmpIliaMrtel Gummitelle aus prima Drell / mit4abnehmbar. Hallern, in, oder Brokat mit Strumpf-> weiß und farbig. Drell oder haltern, alle Weiten 4.00, 3.00” Prochi aile Weiten,? 75 1 50, Woimong. Fritz Schilling, Frankfurter Str. 23. 3 ° gimmer- Wohnung von Einzelperson gesucht. Schr.Angeb. u. 02171 and. Giess. Anz. Hfööl. ZiiliMk von bess. jüng. Herrn gesucht. Schriftliche Angeb. mit Preis u. Angabe der Lage u. 3089V an den Giess. Anz. erbeten.______ Assistentin sucht zum 1. IV. einfaches Zimmer im Kltnikvtertel. Schrifil. Angeb. unt. Z090va.d. Giess. Anz. Si^Ülllznl Spezialgeschäft 11 01mVl hir Damen-Konfektion Umstände halber verkaufe ich einen fast neuen, gefederten Lauterbacher Wagen 4-Sitzer, mit Deichsel und hebere. Näh in der Geschäftssi. des Giess. Anzeig. 02180 Schweren Wagen Dlfv., für .3-ubrmann geeignet, verkauft Reinhard Frank, Orünberg LH.,£)beri Ziegelhutte. a*'l Haibverdeü neu, mit abnehmbarem Bock, statt 950 Ji für 680 Ji im Auftrag z. verk. 051,9 o •en P90 ^'Kleid und Falt. - ^nrock }50 ^■Kleid -- BordT"' * gso -Kleid “ re^er Goldstickerei po ine-Kleid Biesengarnitur, in i Farben s°° ne-ffleid Crepe de chlne md Kragen 400 i'Kleider Ile, In allen Farben und hhaltigster Auswahl ;g°0 310)1 äie üdmAiM Siov, -mdteb W^en. erlitt» ’u prdr.Te >ohn «iü 5.50, >» Boltz q, Tblr. lege b Hülfe pezlalgeschäft amen'Konfektion 3103a Frdr. leip«1- —»t jß, 6a* SM viverlet Dt nc°en i&eii b u.02178 । stock auf schul; ,ßen suche] jebraudJi. >nraO -"'S 911®. edönesj vsa sch^ .Inarin M't'-60 prll iurst- Friid-e «M Kabeljau Wlbarich Hratschellftjche Büäinge Tproitcn fgii w® Garte11 erde i„,n Gebe «u»1' Mittwoch, 21. März 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Nr. 69 Zweites Blatt Vor zehn Lahnen. Die große Frühjahrsoffensivc des letzten .Kriegsjahrcs. Olm 21. März 1918 begann die große Offensive, die den letzten Abschnitt des Krieges einleitete. Zu diesem Tage schreibt uns unser militärischer H. K.-Mitarbeiter: Günstiger denn je zuvor war beim Ausgang des Jahres 1917 Deutschlands und seiner Verbündeten militärische Lage. An der Westfront hatten die Deutschen eine ganze Anzahl großer Durchbruchsversuche der Franzosen und Engländer abgewehrt. Die italienische Front am Jsonzo war unter den wuchtigen Schlägen österreichisch-ungarischer und deutscher Truppen zusammengebrochen. 3 m O st en waren Ostgalizien, die Bukowina, ein Teil Livlands und die russischen Ostseeinseln von den Russen gesäubert worden. Die bolschewistische Revolution hatte den Kriegswillen des russischen Dolles und Heeres derart erschüttert, daß mit einem baldigen Friedensschluh gerechnet werden konnte. Der uneingeschränite Unterseeboot-Krieg hatte zwar nicht die erhoffte Entscheidung gebracht, mußte sich aber je länger um so mehr auswirken. Allerdings waren die Vereinig- t e n Staaten in die Reihen unserer Gegner eingetreten. Das Eingreifen ihrer neuzubildenden Streitmacht war erst für die Mitte des Sommers 1918 zu erwarten. Dem Kriegszuwachs, den die Entente durch das amerikanische Heer zu erwarten hatte, stand aus feiten der Mittelmächte nichts ähnliches gegenüber. Allerdings konnte die Zahl der deutschen Divisionen an der Westfront durch Einsatz von bisher in Italien und Rußland verwendeter Divisionen auf 199 gebracht werden, gegenüber 192 Divisionen der Entente. Die deutsche Oberste Heeresleitung war also durchaus berechtigt zu dem Entschluß, im Frühjahr 1918 die Initiative zu ergreifen und durch eine großangelegte Offensive eine Entscheidung zu erzwingen, bevor durch den Einsatz der unerschöpflichen Kräfte und Hilfsmittel der Amerikaner die Lage aussichtslos wurde. Konnte man doch außerdem hoffen, durch einen entscheidenden Sieg nicht nur die Stimmung des Heeres, sondern auch die des deutschen Volkes und seiner Bundesgenossen zu heben und Völker und Heere zur äußersten, letzten Leistung anzuspornen. Als Angriffsstelle wählte die Oberste Heeres- leitung die 75 Kilometer breite Front Croi - sille s—L a F e r e, die gegenüber dem rechten Flügel des englischen Heeres lag. Hier bot das Gelände die geringsten Schwierigkeiten, hier war auch die schwächste Stelle der englischen ^ront, so daß die günstigsten Vorbedingungen sür einen taktischen Crsolg gegeben waren. Allerdings mußte als Rachteil in Kauf genommen werden, daß der Angriff zum großen Teil über das unwegsame, verwüstete Gelände der Sommeschlachten und des großen Rückzuges vom März 1917 ging, und daß infolgedessen der Rachfchub sür die dichtgedrängten Divisionen der drei Angriffs- armeen Schwierigkeiten bereiten mußte. Schwerer als dieser Rachteil wog aber die Tatsache, daß die ersten Angriffsrichtungen in westliche Richtung zeigten und daß das operative Ziel, die Zertrümmerung des englischen HeereS, durch eine anschließende Operation im freien Felde, nach dem Gelingen des Durchbruches eine Drehung in nordwestlicher Richtung nötig machten. Es scheint so, als ob die Oberste Heeresleitung die Schwierigkeit einer solchen Bewegung, die schon für ein voll leistungsfähiges, bewegliches Heer eine schwere Aufgabe bedeutete, unterschätzt hat. Da als zweites Ziel des Durchbruches die Trennung der Engländer von den Franzosen bezeichnet wurde und da man als sicher an nehmen konnte, daß die Franzosen ihren Bundesgenossen zu Hilfe eilen würden, sollte die linke Flügelarmee des deutschen Angriffs, die 18., eine Aowehrflanke am Erozat-Kanal lyrö an der Somme bilden. Für diese Ausgabe wurde aber die 18. Armee von der Obersten Heeresleitung zu stark gemacht. Kein Wunder also, daß sie von vornherein sich mit dem Gedanken trug, ihre Aufgabe durch eine Offensive über die Somme hinaus zu lösen. Die Folge war, daß starke Gießener Eiadttheater. „Das Dreimäderlhaus." Dies ist gewiß die volkstümlichste Operette der letzten zwanzig Jahre. Es war kein schlechter Gedanke und es lag auch nahe, gerade Heuer, im Schubertgedenkjahre sich ihrer wieder zu erinnern. Denn mit dem Dreimäderlhaus des seligen (Malermeisters Christian Tschöll ist die bittersüße Liebesgeschichte (eine Titulierung von Rudolf Hans Bartsch, dessen „Schwammerl" dem Textbuche von Willner und Reichert zugrunde liegt) — die halb heitere, halb traurige Herzensaffare des Wiener Meisters innig verbunden. Und Schubert selbst hat ja auch das Beste dazu hergeben müssen, den unoerwelklich blühenden Melodienkranz seiner Lieder. Ihm zuallererst ist es zu dankem daß das Singspiel zu seiner Zeit durch ganz Deutschland ging. Im letzten Kriegsjahr drangen die bekanntesten Lieder weit über die Grenzen bis in die tftont hinein. Sie haben den Krieg überdauert und sie machen das liebenswürdige, wenn auch von Sentimentalität nicht ganz freie Stück — in Verbindung mit einer für Singspieloerhältnisse nicht schlecht aus» gesponnenen Handlung und der reizenden Einkleidung des Ganzen in die altfränkisch-behäbigen Kostüm- und Szenenbilder aus dem Wiener Biedermeier — immer wieder zu einer lohnenden und ihres Erfolges gewissen Bühnenaufgabe. Die gestrige Inszenierung, von Oberspielleiter Becker besorgt, hinterließ im Ganzen erfreuliche Eindrücke; im einzelnen hätte der textliche Teil gelegentlich einer sorgsameren Ueberwachung auf den groben bedurft; der Mittel- und Schlußakt d,e im Vergleich zum ersten musikalisch etwas fhefmutter- lich behandelt sind und leicht ms Schleppen kommen sollten konzentrierter gefaßt werden, zlm Din- qentenpult wirkte Kapellmeister Reff;, em wenig mehr Schmelz und Weichheit im Klangkörper seines Orchesters wäre vor allem der quellenden Melodik des Eingangsaktes zustatten gekommen. Auch in Thoren und Sologruppen wäre an Fülle und Rundheit gelegentlich zuzusetzen gewesen. Aus dem Ensemble muh Alois Re s ni (a. G. vom Frankfurt« Opernhaus) mit hoher »netten- Kräfte aus 5er Hauptoperationsrichtung abgezogen wurden und bei der eigentlichen Entscheidung fehlten. Das war um so verhängnisvoller, als es die Oberste Heeresleitung unterlassen hatte, sich eine Reservearmee hinter den Angriffsarmeen bereitzustellen, um den taktischen Durchbruch operativ auszunutzen und der Operation die gewünschte Richtung zu geben. Cs wäre durchaus möglich gewesen, die Kräfte für eine solche Reservearmee freizumachen. Aber die Oberste Heeresleitung beabsichtigte, dein Durchbruch beiderseits St. Quen 1 in einen Durchbruch beiderseits Lille folgen zu lassen. Deshalb scheute sie sich wohl, alles auf die Karte des ersten Angriffes zu sehen. Vielleicht überschätzte sie auch die Leistungsfähigkeit der Angriffsdivisionen und glaubte, daß diese nicht nur den Durchbruch bewerkstelligen, sondern auch die anschließende Operation durchiühren könnten. Dieser Irrtum der Obersten Heeresleitung sollte sich bitter rächen. Da der strategisch wichtige Rordflügel der Angrifssfront (17. Armee) um sieben Divisionen und 200 Geschütze schwächer war als die 18. Armee, und da die 17. Armee den stärksten Teil der anzugreifenden englischen Front vor sich hatte, kam sie nur langsam vorwärts. Hierdurch gewannen die Engländer die Zeit, um ihre Reserven heranzuführen und die Offensive aufzuhalten. Aehnlich lagen die Verhältnisse bei der mittelsten, der 2. Armee. Aber auch die linke Flügelarmee, die 18., kam nach ihren an änglichen Erfolgen nicht mehr vorwärts. Der angestrebte Durchbruch war mißlungen. Lediglich ein großer Geländegewinn war erzielt, Gefangene waren gemacht, Geschütze und Munition erbeutet worden. So groß dieser taktische Erfolg auch war, er genügte nicht, um die Entscheidung zugunsten der Deutschen herbeizuführen. Reichsunmittelbare Städte. Von unserer Berliner Redaktion. Der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. Mulert, immerhin eine wichtige Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, besonders soweit es die Kommunalpolitik betrifft, propagiert seit einiger Zeit, wie wir aus gut unterrichteten Kreisen wissen, den Plan, d i e Städte wieder reichsunmittelbar zu machen. Das klingt etwas mittelalterlich, aber beruht aus' durchaus ernsthalten Erwägungen. Der Gedanke ist augenscheinlich der, Städte von einer gewißen Größenklasse ab unabhängig von der Länderwaltung zu machen und sie direkt der Reichsverwaltung und -regierung zu unter- stellen. Einmal argumentiert Präsident Mulert dabei in der Richtung, daß in der praktischen Verwaltung tatsächlich die Organisationen und die Verwaltung der Kommunen d i e letzten Ausführungsorgane auch für den größten Teil aller Reichsgesetze feien, so daß es nur gerechtfertigt erscheine, hier eine direkte Verbindung herzustellen. Vor allem aber dürfte der Gedanke, daß die Kommunen aus diese Weise den selbstverständlich viel größeren Eingriffsmöglichkeiten der Länderregierungen entzogen werden, dabei die am stärksten treibende Kraft sein. Ralürlich müßte zwischen den reichsunmittelbaren Städten nach dem Plane Dr. Mulerts ene direkte Verbindung zur Reichsregierung bergest eilt werden über deren praktische Ausgestaltung er aber bisher noch keine konkreten Dorsch äge gemacht hat. Augenscheinlich l:v ft er mit dieser Umgestaltung für die Städte, wenigstens für die größeren Städte, die davon betroffen würden, eine -rötere Freiheit zu gewinnen. Es ist deutl ch, daß dieser Plan in gewisser Weise aus der xiaue des Unitarismus liegt, wenigstens insofern, als bei seiner Durchführung die Länderregierungen in ihrem Geschäftsbereich eingeschränkt würden. Aus dem Amisverkündiqungsblait. 'DasAmtsverkündigungsblattNr. 20 vorn 20. März enthält: Straßensperre. — Die Fahrbahn der Provinzialstraße Oueckborn—Grünberg. — Erhebung einer Biersteuer in der Stadt Gießen. — Mitnahme von Hunden in Felder und Wälder. — Die Ausführung des Urkundenstempelgesetzes. — Dienstnachrichten. nung an erster Stelle genannt werden. Sein Glaser- meister TkchöU war eine ungemein belebte und be- wegliche Attwiener Figur, mit Humor, und sprudelnder Beredsamkeit (in unverfälschter Mundart) gesprochen, mit Wärme und Weichheit gesungen; eine ausgezeichnete Leistung, die spontanen Beifall auf offener Szene weckte. Den Schuberffranzel, ungelenk, verlegen, ver- schüchtert und herzensgut — man möcht ihm alleweil beispringen in seiner hilflosen Verliebtheit — mari) von Steinbrecher mit fünfter Ticlan- cholie und in einer recht guten Maske gegeben; gesanglich war er, besonders im Mittelakt, nicht in bester Form. Käthe Itter, das Hannerl, führte als anmutiger Backfisch im Blümchenkleid und Schutenhut das Mädck, n ter zett aus dem Haufe Tfchöll. Don den übrigen feien noch Schr 0 eder, Palik, Gantzert und Ottendorfer ge- genannt. Es gab viel Beifall und mehrere Wiederholungen vor vollem Hause. Dr. Th. Freikarten. Von Liesbet Dill. MontagS» werden die Karten ausgegcben, die Sekretärin des Herrn Ministers fragt erst an, ob der Herr Minister selbst . . aber selbstverständlich hat ein Minister keine Zeit, Konzerte zu besuchen. Ein Violinkonzert, ach nee ... er ist nicht musikalisch, geht höchstens mal in eine Opernpremiere aus Repräsentationsgründen und in eine neue Operette. Also weitergeben ... Und die Sekretärin gibt die Karten weiter. Der Herr Regierungsrat bedauert. Am Dienstag ist er auf einer Jagd und feine Frau hat einen Teempfang. Also weitergeben ... Das Telephon klingelt bei dem Assessor an. Aber Assessoren in einer großen Behörde haben keine Muße, Konzerte zu besuchen, zu denen man sich vorher in den Smoking werfen muß. Wenn das Konzert noch um zehn Uhr begänne! Aber es fängt um halb acht an. Eine unmögliche Zeit für einen vielbeschäftigten Juristen im Ministerium. Vielleicht macht es dem neuen Referendar Spaß. Aber der Referendar ist „leider nicht musikalisch' doch der Bureauvorsteher spielt ja Klavier. vielleicht hat der Lust? ... Der steckt die Karten in seine Tasche und die Sekretärin hat sich davon entlastet. Gott sei Dank, sie sind unter- gebracht. Hoffentlich kommen sie nicht wieder. Das kommt nämlich auch vor bei Konzertkarten! Der Herr Bureauvorsteher ruft seine Gattin an. „Du, Alwine, wir haben morgen abend ein Konzert ..." Ein Konzert? Lieber Himmel? Wenn es Theaterkarten wären! Aber Konzertkarten! Cm Violinist aus der Provinz? Den (Hamen hat sie noch nie gehört. Er auch nicht. Aber das macht nichts. „Einem geschenkten Gaul," sucht er sie zu überreden. Aber Alwine hat keine Lust. Sich anziehen, um aus Lichterfelde im Regen womöglich herzujagen in das Konzert eines unbekannten Violinspielers? Rein, weißt du, Theaterkarten gern. Also es ist nichts mit Alwine. Der Bureauvorsteher ist erleichtert, dann kann er an dem Abend in seinen Kegelklub gehen. Und die Karten wandern weiter. An einen Schreiber, der sich für Kunst interessiert. Leider hat er an diesem Abend gerade eine Hochzeit vor, seine eigene nämlich, da kann man nicht in ein Konzert gehen, wenn man sich noch so sehr für Kunst interessiert ... Die Karten wandern treppab in die Portierloge. Der Türhüter wirft sie der Gattin auf den Kaffeetisch. Wie wärs? Die beschaut sich die grünen Karten. Ach nee, weeste, dafor hab ick leene Kledage. Laß man Alma hinjehn. Aber Alma geht lieber ins Kino und hat auch schon eine andere Verabredung für den Abend. So bekommt die Karten schließlich der Hausknecht, der abends glücklicherweise nichts vor hat und einen Freund aus dem Dierkeller nebenan mitnehmen wird. Dem ist es auch mal gut, er kommt sonst ans Saufen ... An dem Abend, als sich ein nervöser, bleicher, junger Violinspieler mit unsicherer Hand die weiße Binde vor dem schlechten Garderobespiegel des Künstlerzimmers zurechtrückt und auf die summenden Geräusche im Zuhörersaale lauscht, klopft ein junges Künstlsrherz hoch vor Srwar- Oberhessen. Land'.ris Gießen. ck. Heuchelheim. 20. März. Am Sonntagabend hielt der Gesangverein „Liederkranz" in der Turnhalle ein sehr gut besuchtes Konzert ab. Einleitend wurden zum Gedächtnis an Franz Schubert zwei Ehöre aus der deutschen Messe stimmungsvoll vorgeirap?n. Unter der Leitung von Herrn Otto Görla ch°Gießen wurden dann Chöre von Löffler, Isemann, Kirchl, Schauh, Wohlgemuth, Orthegraven, Baumann und Geilsdorf in technisch vollkommener Weise zu Gehör gebracht. Auch die Kapelle Weller trug durch ihre formvollendeten Dar bictungen viel zum guten Gelingen tcS Abends bei. X Wieseck, 20. März. Unser Frauen- Der ein hatte im letzten Herbst den Beschluß gefaßt, als Weihnachtsgabe der evangelischen Kirchengemeinde und ihrer Jugend einen Film- ostoapparat zu beschaffen. Der Deutsche evangelische Filmdienst hat den Auftrag erst kürzlich ausführen können. Rachdem man schon in zwei Frauenabenden verschiedene Bildstreifen gebracht, wurden am Sonntag in der Kirche gegen Abend der Schuljugend und abends den Konffrmanden und Erwachsenen zwei Serien gezeigt; im Gedanken an Albrecht Dürers 400. Todestag gab der Ortsgeistliche Erläuterungen zu seiner „Kleinen Passion", ihr folgte eine Passionsliturgie: „Also hat Gott die Welt geliebt", in der als schweigendem „Gottesdienst" außer Schriftworten auch Gesangbuchverse auf dem Bildschirm erschienen, die die Gemeinde andächtig mitfang. Die Bilder dieser Reihe waren von Schnorr von Karolsfeld, Franz Staßen. Rudolf Schäfer und anderen. Der Reinertrag der Abende, für die ein Eintritt nicht erhoben wird (nach Abzug der Beschaffungskosten der Serien), soll der Vermehrung unseres Kleinkinder- schulf onds zugute kommen. Der Frauenverein hat mit seiner Gabe der Bereicherung und Vertiefung unseres Gemeindelebens einen guten Dienst erwiesen. Qj Lollar, 20. März. Das günstige Wetter der letzten Zeit hat bewirkt, daß bis jetzt hier drei Reubau t en in Angriff genommen würben. Daneben wird rege an dem Innenausbau mehrerer im Vorjahre erstellter Rohbauten gearbeitet. Cs ist somit für dieses Jahr ein guter Anfang gemacht. After Voraussicht nach werden auf dem neu erschlossenen Baugelände „Auf dem Stein" gleichfalls mehrere Häuser von Privaten zur Ausführung kommen. Dieses Gelände wird seit acht Tagen vermessen, und die vorgesehenen 39 Bauplätze werden ausgesteint. Die Verhandlungen mit den Buderusschen Eisenwerken wegen der Einbringung mehrerer Grundstücke in die Masse und die gewünschte Vorbehaltung von sieben Plätzen sind zur beiderseitigen Zufriedenheit beendet worden. Die Firma hat sich mit den Wünschen der Gemeinde einverstanden erklärt, wonach die Firma die Kosten der Vermessung anteilmäßig übernimmt und sich bereitfindet, die Bebauung der der Firma zuzuteilenden Stücke gleichzeitig mit den angrenzenden Plätzen vorzunehmen. — Hier wird zur Zeit die Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft vorbereitet. Da für eine solche Vereinigung hier starkes Interesse besteht, ist für die nächste Zeit wohl mit einem Erfolg der Bestrebungen zu rechnen. — Größere Umbau- arbeiten sind gegenwärtig an der Straße Lollar-Sichertshausen in der sog. Tiefenbach im Gange, wo etwa 60 Mann beschäftigt sind. _ Ä df. Langsdorf, 20. März. Dieser Tage fand hier, veranstaltet von der Liga zum Schutze der deutschen Kultur, ein Filmvortrag statt. Cs wurden drei lehrreiche und interessante Filme dargeboten. Begleitende Worte s rach Ingenieur Ertel. Der Vortrag war von fast 100 Personen besucht. — Deim Wintergeräteturnen in Ridda, am 18. d. M., hatte unser Verein wieder recht schöne Erfolge zu verzeichnen. In der Jugend- Oberstufe (Reunkampf) errang Langsdorf unter zehn Teilnehmern fünf Siege, Gustav Bausch den ersten Sieg. In der Iugendtumer-Unterstufe (Siebenkampf) errang Langsdorf unter 27 Teilnehmern und 26 Siegern den 9., 16. und 18. Sieg. T-eim Schülerturnen (Siebenkampf) errang unter 55 Teilnehmern und 49 Siegern Paul Dender den 3„ Fritz Fay den 9. Sieg, außerdem wurden in dieser Stufe errungen der 16., 19., zwei« mal der 20., der 21. und 25. Sieg. 6 Saasen, 20. März. Zu einer Schul- entlassungsfeier hatte unsere Schule die Eltern und die ganze Gemeinde auf Sonntagabend ein geladen. Für die Kinder und Eltern war die Hauptprobe am Samstagabend zum Besuch freigegeben, eine Maßnahme, die schon deshalb nötig war. weil der Saal trotz der öffentlichen Hauptprobe die Zahl der erschienenen Gäste nicht zu fassen vermochte. Der Mandoli n e n k l u b Saasen trug durch seine Darbietungen zur Verschönerung der Feier bei. Die Leitung und Vorbereitung des Aveirds lag in den Händen unseres Lehrers Herber, was geboten, war eine Feier im besten Sinne. Die Don den Kindern eingeübten Chöre wurden mit Begeisterung dargeboten und zeigten die gewohnte Dorzügliche Schulung. Die Begrüßungsrede hielt nach einer luftigen Begrüßung durch zwei Kinder Lehrer Herber. Der Leitgedanke der Vortragsfolge — Gedichte. Iugendspiele und Ehöre — war „Arbeit und Pflichterfüllung". Besondere Erwähnung sollen hier nur das Iugend- spiel „D.r Sonntag", u d „DieSpinnstube"_ finden, die stürmischen Beifall fanden. Der Höhepunkt der Feier war die EntlaffungSrede des Lehrers Herber, der in wohlgefügter Rede der Jugend beherzigenswerte Wegwcisu'-gen für die Zu unft bot. die Kinder sangen daraus: „Ach, nun gilt's das Abschiedslied". Den Abschluß der Feier bildete der Daterländische Teil, der das kostbare Gut der Heimat oerherrlichte. Alle Besucher der Feier, darunter waren auch Freunde aus den Rachbardörfern, trugen reichen Gewinn aus ihrer erhebenden Art davon. Lehrer Heroer hat sich durch seine aufopferungsreiche Arbeit, und die Kinder, die Vorzügliches nach schwerer Arbeit geleistet haben, ebenso den Dank der Gemeinde verdient. Die Vorstellung und Konfirmation der Konfirmanden findet am Sonntag Iudika resp. 2. Osterfeiertag statt. 5 Göbelnrod, 20. März. Dieser Sage sand eine gemeinsame Sitzung oes Gemeinderates und Schulvorstandes in Anwesenheit des Vertreters des Kreisschulamtes. Kreis- schulrat Fischer, und der oberen Baubehörde statt. Die Frage des Schulsaales sollte zur Lösung kommen. Rach einer Besichtigung des jetzigen Saales, der zu klein ist und den bescheidensten Anforderungen nicht genügt, wurden von dem Oberbaurat drei Projette oorgetragen: 1. Vergrößerung des jetzigen Saales, 2. Bau eines neuen Saales, 3. Bau eines neuen Saales in Verbindung mit einem Betsaal im Stock darüber. Es fand eine ausführliche Aussprache über diese Projekte statt, an der sich neben Lehrer Allendorfer und Bürgermeister Weber - ein großer Teil der Mitglieder beider Körperschaften beteiligte. Das Detsaalprojekt mußte wegen der finanziellen Rotlage der Gemeinde zurücktreten, beschlossen wurde der Bau eines neuen Saales, der in den Schulgarten an der Straßenfront gebaut werden soll und einen gesonderten Eingang von der Rückseite des Hauses erhält. Voraussetzung für die Ausführung dieses Planes ist eine finanzielle Unterstützung des Staates, da unsere Gemci c allein bei ihrer Finanzlage das Geld nicht aufbringen kann. Der jetzige Schulsaal soll später zur Vergrößerung der Lehrerwohnung umgebaut werden. r. Rüddingshausen, 20. März. In der vorigen Woche wurden hier allabendlich in der Kirche von Missionar Walter (Beuern) Gottesdienste abgehalten, die teils für alle Gemeindeglieder, teils für erwachsene Jugendliche oder Kinder, oder nur für Eltern bestimmt waren. Das Gotteshaus war immer gut besucht. Missionar Walter verstand es, zu allen zu Herzen gehende Worte der Erhebung und Ermahnung zu sprechen. Seine Vorträge wurden wesentlich ergänzt durch persönliche Besprechungen. die während der täglichen Hausbesuche stattfanden. Die rege Anteilnahme der Gemeinde an dieser Evangelisation zeugt von großem religiösem Interesse in unterem Ort. gr. Grüningen, 20. März. Am Sonntagabend brachte der Isheimsche Gesangverein seinem ersten Vorsitzenden Wilhelm Leidich anläßlich einer Familienfeier ein Ständchen. Der Verein trug unter Leitung seines tung. Wie wird man ihn hier auf nehmen? Wer alles wird da sein an seinem Ehrentag? Wieviele Menschen sind schon drinnen? Der Diener brummt etwas von ... „janz scheene voll". Und es hört sich auch so an. Räuspern, Sprechen, Schritte, Stimmen. Er stimmt seine Violine mit zitternden Händen und lächelt sich im Spiegel Mut zu. Das erstemal, daß er vor einem Grohstadtpublikum spielt. Sie sind anspruchsvoll hier, kritisch, kühl, haben alles genossen. Sein Harne ist noch unbekannt. Sein Stern flimmert noch schwach, aber in sich trägt der Künstler die Hoffnung, daß er einmal ausgehen wird und aufsteigen, so daß er nicht mehr nötig haben wird, an Freunde und Minister Freikarten zu verschenken. Ein Klingelzeichen, er geht hinein. Händeklatschen empfängt ihn. Erst sieht er gar nichts, kalte Wellen jagen über seinen Rücken. Der goldgleihende Saal, eine Menge Köpfe, einen Flügel, das Orchester mit seinen Pulten und Lichtern, alles verschwimmt zu einer Farbenorgie ... Dann seht er an. Das süße fromme Chaconne von Bach durchzittert den hohen Saal. Weich, göttlich schön, ergreifend und bewegt spielt er das Lied. Er erntet warmen Beifall. Allmählich spielt er sich ein, er spielt Beethoven und Brahms, er spielt und spielt ... die blonde Haarsträhne fällt ihm über die Stirn, die Geige singt und weint ... Alle lauschen andächtig. Und als er geendet hat und seinen Beifall einheimst, schaut er zum erstenmal auf und unterscheidet vor sich in den Reihen sonderbare Köpfe. Was für ein wunderliches Publikum hat man doch in einer großen Stadt ... Zu Hause, tn der Provinz, waren heute alle Spitzen vertreten, und hier? ...Er hätte geschworen, daß in der vordersten Reihe die beiden jungen Männer mit den wilden Haarschöpfen, deren breite Gesichter ihn regungslos anstarrten, keine Jünger der Kunst seien Aber wer kennt das Publikum einer so großen Stadt? Und die Geschichte der Freikarten? Dirigenten Lehrer Buh zwei schöne Lieder vor. Heinrich Mohn, der frühere Vorsitzende des Vereins, beglückwünschte im Barnen des Vereins und wies auf die große Aufgabe des Vereins in diesem Jahre hm Bach den Dankesworten Leidichs bewegte sich der Fackelzug in die Wirtschaft von Jakob Fay. wo die Vereinsmitglieder bei einem Glase Bier einige gemütliche Stunden verlebten. — Die Llebernahme der Post- beförderung durch unsere Autolinie ist jetzt Wirklichkeit geworden. Die Post wird zwischen 12 und 1 Ähr zugestellt und geht 2.30 Ufjr von hier weg. Allseits wird diese Beuerung begrüßt, allerdings ist die Zeit zwischen Zustellung und Abgang der Post zu kurz. Es wäre zu wünschen, daß die Post entweder mit einem früheren Auto käme, oder mit einem späteren wegginge; es läßt sich hoffentlich hierin noch Besserung schaffen. LJ Lich. 20. März. Ein Schlosserlchrling, namens Kübler, von Hungen, der bei Schlosser- meister Friedrich Schmidt von Lich beschäftigt ist, nahm in 2lbwesenheit seines Meisters ein in der Werkstatt zur Reparatur stehendes Motorrad und fuhr damit davon. Zwischen Eberstadt und Lich st ü r z t e er mit dem Bad und zog sich erhebliche Verletzungen zu, so daß er mit dem Auto des Meisters geholt und nach Hungen gebracht werden mußte. • Bonnenrot h, 20. März. Wer jetzt durch die Fluren der hiesigen Gegend geht, kann zahlreiche große schwarze Flächen bemerken, die weithin sichtbar sind. Es handelt sich dabei um die Hecken und Sträucher, die man abgebrannt hat, und von denen aus die Flammen oft über größere Flächen dürren Grases mit ergriffen haben. Daß durch diese Maßnahme unsere Vogelwelt, aber auch den Iagdbestäirden empfindlicher Schaden zugefügt wurde, ist eine sehr bedauerliche Tatsache. Es wäre zu begrüßen, wenn die Behörden dem sinnlosen Äiederorennen der Hecken und Sträucher mit Entschiedenheit entgegrntreten würden und dadurch auch den bei solchen Bränden gefährdeten Wäldern wirksamen Schutz brächten. • Bellersheim, 20. März. Am Sonntag- nachmittag hielt die Landwirtschaftliche Bezugs- und A b s a tz g e n o s s e n s ch a f t ihre Generalversammlung ab. Der Abschluß für 1927 ist günstig. Bei rund 50 000 Mk. Warenbezug ergab sich ein Reingewinn von 1700 Mk. Zwei Prozent werden an die Warenempfänger zurückvergütet, der Rest den Reserven überwiesen. Der Geldeingang ist wie überall ungünstig. Abends versammelten sich die Mitglieder zu einer würdigen Feier anläßlich des 25jährigen Bestehens. Dem langjährigen Rechner, Bürgermeister Müller, und dem Aufsichtsratsmitglied K. W. Müller überreichte der Vertreter des Hess. Genossenschaftsverbandes für ihre 20jährige Tätigkeit Ehrenurkunden. Ferner wurden an die noch lebenden 16 Gründer Gedenkblätter verteilt. Von verschiedenen Seiten wurde auf die wirtschaftliche und ideelle Bedeutung der Genossenschaft hingewiesen und besonders der zahlreich anwesenden Äugend die früheren Verhältnisse, sowie Zweck und Ziele des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens eingehend geschildert. Der Gesangverein „Germania" trug verschiedene Lieder vor, die, wie die verschiedenen Reden, mit großem Beifall ausgenommen wurden. Kreis Friedberg. * Groß-Karben, 20. März. Der Leiter des hiesigen Bahnhofs, Oberbahnhofsvorsteher Bender, stand am 16. März 40 Jahre im Dienste der Eisenbahn. Der Jubliar verwaltete lange Jahre die Bahnhöfe Ober-Schmitten und Echzell und ist seit 1921 hier tätig. Kreis Büdingen. △ Bidda. 20. März. Ein Militär- k o n z e r t, wie es am Sonntag hier in der Turnhalle von der Gießener Militärkapelle geboten wurde, ist für die Landbewohner immer ein hoher Genuß. Deshalb hatten sich sowohl nachmittags als auch abends sehr viele Musikfreunde aus Bidda und der weiteren Umgebung zu den beiden Konzerten eingetunben. Die Kapelle, rühmlichst bekannt von früheren musikalischen Vorführungen, bot wieder unter der persönlichen Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r wahre Glanzleistungen, die bei dem zahlreichen Publikum außerordentlichen Beifall fanden. Mit dem finanziellen Ergebnis des letzten Konzerts für diesen Winter kann der Turnverein zufrieden sein. Leider können bis zum Herbste Lite gowemn Berge. ZRoman von Clara Diebig. Copyright bh Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten Was war der Joseph doch für ein hübscher Knabe gewesen, fast so hübsch wie die Maria! Keines von den andern Kindern kam den beiden gleich. Wie das heilige Kind im Schoß der Maria hatte er in der Wiege gelegen — merkwürdig schöne Augen hatte er, tiefblickend und so verständig — wer hätte denken köimen, daß er ihnen einmal soviel Kummer machen würde?! Aber zu ihr war er eigentlich doch lieb gewesen, wenn sie es heute bedachte, zu ihr immer sehr lieb. Und ost, wenn er dem Vater etwas nicht eingestehen wollte, hatte er sich hinter sie gesteckt. Ach, er war im Grunde ein guter Jung, nur leichtlebig und konnte sich mit dem Vater nicht recht verstehen! Aber er würde ja wiederkommen, sicherlich wiederkommen, und dann würde Dremm milder sein — ach, sie wußte ja, daß ihm neben all dem anderen auch der Joseph im Kopf herumging — und bann war wieder alles gut! Es überlief sie ein Schauer; der Schauer der allzu großen Müdigkeit, in der man friert. Oder war's ein Schauer von Bangen und Sjaffen zugleich? Sie senkte wieder den Kopf in die Hände. Dumps schlug die alte Uhr, die schon Eltern und Großeltern die Stunde angesagt hatte, sie merkten cs nicht. Sie merkten es auch nicht, daß draußen im sich verdunkelnden und später werdenden Abend einer stand und durchs Fensterchen in die vom Lampenlicht hellgewordene Stube hineinsah. Zwei dunkle Augen spähten, hafteten lange auf der zusammengesunkenen Gestatt der Frau" und wanderten bann zu bem Mann am Tisch hin. Was für ein hartes, von Grimm zerwühltes Gesicht war das! Nein, mit dem Mann da war kein Auskommen! Wie eigensinnig er aussah, so böse! Der Spähende draußen scbüttette sich: die arme Frau, die hatte nichts zu lachen, und die Kinder in ihrem Haus, ach, die auch nichts. Und er, wenn er jetzt hineinging und sagte: Da bin ich — aber ich hab keinen Groschen Geld, keinen einzigen Guldenzetiel der rheinischen Republik mehr. Und wo ich anfrag, nun keine Konzerte mehr hier von der Gießener Militärmusik stattfinden, weil sie schon alle verfügbaren Sonntage vergeben hat. Den Konzerten ging vormittags ein 03 e 5 i r f S g e r ä t e to e 11» turnen voraus, das sehr interessante und spannende Kümpfe der Preisbewerber zeigte und zahlreiche Zuschauer in die Halle geführt hatte. Kreis Schotten. □ Laubach , 20. März. Am Sonntag tagte hier unter zahlreicher Beteiligung (über 150 Schühenbrüdcr) der Gau-Schühenverband Hesse n-B a s s a u unter Vorsitz des Zahnarztes K r a m e r - Biedenkopf im Hotel „Schützenhof". Bachdem der Jahresbericht erstattet, die Rechnung geprüft und für richtig befunden worden war, wurde der seitherige Vorstand durch Zuruf wiedergewählt, mit Ausnahme des Rechners. Der bisherige Rechner hatte eine Wiederwahl abgelehnt. Zu dieser Stelle hatten verschiedene Vereine ihre Mitglieder als Bewerber angemeldet. Der Vorsitzende führte unter allgemeinem Beifall aus, daß hierbei nicht das Sonderinteresse einzelner Vereine, sondern das allgemeine Interesse des Gaus zu entscheiden habe und schlug deshalb Schühenbruder R u p p e 1 - Alsfeld, der bereits mit dem Vorstand gearbeitet und sich bestens bewährt habe, für diesen Posten vor. Der Vorschlag des Vorsitzenden wurde angenommen. Sodann wurde der Gaubeitragsetat festgesetzt. Als Festbeitrag des Gaus wurden 400 Mark bewilligt. Hiervon wird die Ehrengabe Aum Gauverbandsschiehen. das in diesem Sommer rn L a u b a ch stattfindet, bestritten. In die Schieh» kommission für dieses Fest werden von Lau- b a ch Malermeister Rühl und Uhrmacher Enders. von auswärts Waffen Zündler Dula- Marburg, Buchhändler Boll- Gießen und Schützenoruder Metz- Wetzlar gewählt. Wie schon gemeldet, wird der Verein Laubach neue Schieß stände am „R i n g e l s b e rg" (rechts der Staatsstraße Lauboch—Freienseen) Herrichten. Diese Stände sind in der Hauptsache fertig; nodj in der Woche wird mit der Grundsteinlegung der Schießhalle angefangen werben. — Sonntagabend gab der Gesangverein „Eintracht" ein in allen Teilen wohl- gelungenes Konzert. Die prächtigen Männerchöre unter Leitung von Lehrer II g e-Großen- Eichen hatten tiefe Wirkung. Ebenso entzückte Frau Dr. Kollah-Werner aus Gießen mit ihrer sympathischen Sopranstimme die Zuhörer. Auch der Streichmusik der „O r ch e st e r Vereinigung" (Dirigent E. H ö g e l) kann anerkennend gedacht werden. ]r Gedern, 20. März. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Müller hielt am Sonntag der Pferdeversicherungsverein Gedern und Umgegend seine diesjährige Generalversammlung ab. Das Reichsaufsichtsamt in Berlin beanstandet die Satzung des Vereins. Es steht auf dem Standpunkt, daß der Verein ein bestimmtes Kapital als Reserve auf einer Sparkasse anfammeln soll. Demgegenüber hält die Versammlung dies nicht für nötig und lehnt einstimmig die Anfammlung eines Reservefonds ab. Seither wurde der Betrag -für ein eingegangenes Pferd voll ausbezahlt. Da im Kreise Büdingen eine Abdeckerei ist, und die Haut eines gefallenen Tieres dort bezahlt wird, so würde dies eine Besserstellung den anderen Vereinsmitgliedern gegenüber bedeuten. Der Vorsitzende verlangte deshalb, daß von den Mitgliedern des Kreises Büdingen bas Geld für die Haut zurückzuzahlen ist. Die Rechnungsablage erkannte man als richtig an, worauf dem Rechner Entlastung erteilt wurde. Hinsichtlich der Vergütung des Rechners wurde der Beschluß der Generalversammlung 1926, wonach der Rechner 8 Proz. der gesamten Prämien erhalten sollte, umgeändert. Durch Abstimmung wurde der Vorschlag von 250 Mark als Iahresvergütung mit Mehrheit angenommen. Weil der Beitritt zu dem Verein mit 10 Mark als zu hoch betrachtet wurde, sollen in Zukunft nur noch 5 Mark erhoben werden. Es wurde ferner einstimmig beschlossen, daß Pferde, die blind und der Kasse angezeigt werden, mit 50 Proz. ausbezahlt werden sollen, da diese noch als arbeitsfähig zu betrachten sind. Ebenso sind Pferde, die hervorragend minderwertig werden, vom Vorstand abzunehmen. und zwar zu einer Entschädigung, die vom Dereinstierarzt festgesetzt wird. Der Verein erfreut sich weit über die Grenzen des Bezirks Gedern hinaus wegen feines sozialen Zweckes der größten Wertschätzung. keine Arbeit, es ist, als ob sie's einem anriechen, es wittern: vielleicht auch einer von denen! Wenn er nun, ba er nicht mehr wußte, wohin, wieder zu Hause ankam, was würde der Vater ihm dann tun —?! Nein, er traute sich nicht. Joseph Bremm stand lange vorm Fenster, er beobachtete Vater und Mutter. Beim alten Ohm hatte er zuerst angeflopft — vielleicht, daß er von bem erfahren könne, rote die Stimmung zu Hause war, — aber Jakob Bremm hatte nur einen flüchtigen Blick durchs Schiebfenfterchen der Tür auf ihn geworfen und sogleich verdrossen gebrummt: „Macyt, bat Ihr weiter kommt, ich geben nix." Er hatte nicht ausgemacht und auf kein Klopfen mehr gehört. Wie, sah er denn so aus, daß man ihn für einen Landstreicher halten konnte? Joseph sah mit einer gewissen Betroffenheit an sich herunter: weiß der Kuckuck, woher die Zerlumptheit kam? Am Ellbogen hing ein Fetzen herab, da hatte ihn der Hund ge» packt, als er an einem Hof um etwas Essen angesprochen hatte — Hunger tut weh. Und die Hose hatte das Beest ihm auch zerrissen; bis ins Fleisch spürte er die scharfen Zahne. Nein, in d e m Aufzug konnte er sich wahrhaftig nicht zeigen, ba hatte er von vornherein ausgespiett, ber Vater hatte es ja immer prophezeit: „Du kommst noch in L-umpen." Oh, nur zu wahr hatte er gesprochen! Der hungrige junge Mensch seufzte tief. Er getraute sich nicht hinein, und doch stand und stand er. Wenn die Mutter doch einmal herauskäme! Aber die kam und kam nicht. Und wenn sie auch heraus» gekommen wäre, sie konnte ja nichts tun ohne den Vater. Warum war er eigentlich hergekommen? Das fragte sich der Sohn jetzt. Hatte ihn bie Mutter gezogen? Die Heimat? Beide. Als er beute gegen Abend anmarschiert kam, bie ersten Portener Berge sah, so wohlbekannt, da war es ihm gewesen, als sollte er sich, ttotz aller Ungewißheit und inneren , Unruhe, doch freuen. Es ging ja nichts über bie Berge hier, über den Fluß, bie Lust und über all das, was ihn an seine Kindheit erinnerte. Vieles kam ihm wieder ins Gedächtnis — es war ja noch nicht Ewigkeiten her, daß er ein Kind hier gewesen war. Und bas sollte er nun alles verlassen? Vielleicht nie mehr Wiedersehen? Wenn sie ihn zu Hause nicht aufnahmen, oder wenn er nirgendwo Arbeit fand, bann mußte er, wenn er nicht im -r- Ulfa, 20. März. Jin Gottwalsfchen Saale tagte am Sonntag die Generalversammlung der hiesigen Molkereigenossenschaft. die fünf Ortschaften umfaßt. Der Rechnungsabschluß ergab einen Reingewinn von 8000 Mark, was zu der Annahme berechtigt, daß die mehrjährige Geschäftskrisis überwunden ist. In dem kommenden Geschäftsjahre soll der Milchversand nach den Großstädten, bet vorübergehend eingestellt war, wieder ausgenommen werden, da er die Einnahmen steigern wird. Zu diesem Zwecke wurde eine neuzeitliche Kühlanlage eingebaut. Soweit noch erneuerungsbedürftiges Maschinenmaterial vorhanden, soll ^s im Lause der Zeit ausgewechselt werden. Der Gesamtvorstand wurde wiedergewählt. Für ein freiwillig ausscheidendes Vorstandsmitglied wurde eine Ersatzwahl vorgenommen. Kreis Alsfeld. -er. Homberg ad. Ohm, 20. März. Im Anschluß an den Vormittagsaottesdienst wurde am Sonntag in der Kirche die neue Rathausglocke eingeweiht, nachdem sie am Tage vorher dorthin verbracht und mit frischem Tannengrün geschmückt worden war. Bei dem Weiheakt hielt Pfarrer Prätorius die Festansprache, wobei er dem Stifter der Glocke, Bürgermeister Karl Schweiker, den Dank der Stadt aussprach. Die Glocke soll an die Stelle der Rathausglocke treten, die zusammen mit unserer dritten Kirchenglocke am 28. Juli 1917 zum Bahnhof Burg- und Bieder-Gemünden gefahren wurde, um für Kriegszwecke Verwendung zu finden. Der Geistliche weihte die Glocke zum Dienste in unserer lieben Heimatstadt Homberg. Möge sie sein: unserem Bürgermeister eine Ruserin: „Geh' gerade deinen Weg, tue ohne Ansehen der Person dein Amt, laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Döse mit Gutem"; unferm Gemeinderat eine stete Mahnerin: „Suchet der Stadt Bestes, und eine jegliche Stadt oder Haus, wo mit sich selbst uneins wird, mag nicht bestehen"; endlich allen eine Predigerin: „Haltet Ordnung, denn ohne Ordnung kann kein Gemeinwesen gedeihen und laßt in Hombergs Mauern walten den Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht". r. Ober-Ohmen, 20. März. Der hiesige Kriegerverein veranstalt:te an Samstagabend einen Filmvvrtrag über „Dnsere Marine im Weltkrieg". Vortragender war der Gastwirt und Metzgermeister Kratz (Freienseen), der den Weltkrieg auf mehreren deutschen Ll- Dooten mitgemacht und in dieser Zeit eine Fülle eindrucksvollen Erlebens erworoen hat. Der Redner des Abends, der schon in einer Anzahl anderer Orte mit seinen Vvrträgm starken Beifall fand, konnte auch im hiesigen Kriegerverein eine dankbare Zuhörerschaft seinen Worten lauschen hören. Der Gesangverein Germania umrahmte den Vortrag durch einige ausgezeichnete Gesangsvorträge. <5 Kirtorf, 20. März. Die öpar und Darlehenskasse e. G. m. b. H., Kirtorf, hielt am Sonntagnachmittag im Saale des Gasthofes „Zur Krone" von Bürgermeister Karl Stumpf ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichts- rateS, Wilhelm Lather (Kirtorf) eröffnete die Tagung mit üblicher Begrüßung und gedachte ber in 1927 Verstorbenen, Wilhelm Döll (Kirtorf) und Heinrich Stroh (Lehrbach), zu deren Andenken man sich von den Plätzen erhob. Direktor, Lehrer Erdmann, verlas hieraus den Jahresbericht. Er wies darauf hin, daß noch viele unter dem Eindruck der vorjährigen Sensation standen und das heutige Resultat mit Spannung erwartet wurde. Der heutige Rechenschaftsbericht zeige aber, baß selbst ber größte Pessimist seine (Sintoenbungen als gegenteilig einfeben mußte, weil bie Kasse einen sehr starken Aufschwung genommen hatte. So hatten bie Spareinlagen in 1927 die Höhe der Summe der drei letzten Geschäftsjahre 1926, 1925, 1924 erreicht. Auch war der Gesamtumsatz um 70 Prozent höher als in 1926; dies zeigt, daß trotz des wirtschaftlichen schweren Druckes bei der Landbevölkerung der Wille zum Sparen und Vorwärts- !v :ni e i vorhanden ist. Ter Reingewinn wurde nach Abzug ber Verzinsung der Geschäftsanteile dem Reservefonds und der Betriebsrücklage gutgeschrieben, um den Grundstock der Kasse weiter zu festigen. Die sahungsgeinäh ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieoer wurden durch Zuruf wiedergewählt. Für seine ersprießliche Tätigkeit wurde dein Vorstand und Auf- Straßengraben verrecken wollte, oder einen Einbruch riskieren, hinter dem gleich das Kafchöttchen drohte, das tun, was jetzt manch einer tat: er mußte sich an werb en lassen. Von den Franzosen. Die versprachen goldene Berge in Afrika. Bei der Fremdenlegion gab's hohe Löhnung, schnelles Avancement, zuvorkommende Behandlung. Er hatte sich bis jetzt noch nicht dazu entschließen können — warum nur nicht? Werber für die Fremdenlegion gab es überall, sie hatten ihn schon einmal cmge- sprochen, ihm Wein bezahlt und ihm zugeredet: wie schnell würde er Offizier werden bei der „Figure" und der „Intelligence". Und es war doch auch interessant, fremde Länder und Menschen kennen zu lernen. Und die Bedingungen waren auch airnehm- bar. Aber daß man nicht wiederkam, wahrscheinlich niemals wiederkam, das war es, was hinderte. Keine Berge und Weinstücke sehen, keine Mosel, und keinen Rhein, nur gelben, afrikanischen Sand, Wüste! Und doch wurde er jetzt nach Koblenz zurückmarschieren und sich anwerben lassen. Sofort. Dann hatte er doch erstmal Geld im Sack, konnte sich mit irgendeinem Mädel Pläsier machen, und dann — na, dann das Maul aufgemacht und die bittere Pille herunter! War man erst drin im gelben Sand, dann vergaß man, wie schön grün es an der Mosel ist. Mit brennenden Augen starrte Joseph in die Stube, in der die beiden Menschen, die ihm am nächsten standen in dieser Welt, stumm und niöber- geschlagen saßen. Endlich stand der Mann auf, er reckte die Anne über den Kopf und gähnte, auch die Mutter gähnte. Sie drehte die Lampe aus; nun gingen sie aus der Stube. Dunkel war es drinnen, ganz dunkel. Joseph legte die Hand auf die Klinke der Haustür, er versuchte sie niederzudrücken — roas wollte er denn noch im Haus? Noch einmal brrn sein, nur einmal! Aber die Tür war verschlossen. Er schlich ums Haus herum; die Hoftür war auch zu, aber er überkletterte sie. Nun besah er das Haus von der Rückseite — alles dunkel. Jetzt schliesen sie längst. Er schlich auf dem Hof herum, guckte dahin und dorthin und fühlte sich auf einmal so zerbrochen, daß ihm der Gedanke kam, sich zur Kuh in den Stall zu legen. Aber wenn er bann so fest schlief, daß er nicht zeitig auf .«achte, und der Vater ihn fand, der sehr früh in den Stall ging? Nein, auch bas ging nicht an. Er war hier nicht mehr zu Haus. Es stieg ihm feucht in die Augen, aber trotzig wischte er sich mit der Hand darüber hin: nur nicht weichherzig, das lohnte nicht, war auch viel zu dumm! Er raffte sich auf: zu wissen wollte er’« ihnen aber doch tun. Er fuhr in feine Tasche und malte mit dem Stück Rötel, das er am Berg heute gefunden, und wie einst als Knabe sich aufgelesen, im unsicheren Lichi der Sterne in großen Buchstaben etwas an die Stalltür. 10. Kapitel. Trab, trab, gingen müde Füße über bie Chaussee längs der Mosel. Ein Mensch ging einsam mit gesenktem Kops. Mitunter hob er ihn und sah umher. Und nun setzte er sich an den Chausseeranb. Er sog, wie mit burftigern Auge trinkend, bas Landschasts- bild in sich ein. Wie schön, wie schön war es hier, wie wunderschön! Ein Glanz lag über den Weinbergen, daß sie goldene Scheitel in den Himmel hoben, und die kleinen Kapellchen, die zwischen einzel ragenden Bäumen ba und dort auftauchten, wie weiße Perlen schimmerten. Joseph glaubte die Heimat noch nie so schön gesehen zu haben. Warum hatte er das, was sie bot, früher eigentlich so acht' los hingenommen? Warum war er nicht immer hier geblieben, hatte, ein Winzersohn, dem Vater im ÄZeinberg geholfen? Seine Sttrn zog sich zusammen wie in einem Schmerz. Nun Joseph bie Heimat auf immer verließ merkte er erst, was sie ihm war. Er würde sie niemals vergessen, auch weit drinnen in Afrika nicht. Aber würde s i e sich noch seiner erinnern? Wer würde hier seiner gedenken? Die Mutter, ja, bie würde an ihn denken, mit viel Kummer, aber auch ihr Kummer würde sich legen, wenn die Jahre dar über hin gingen; er hatte ihr ja auch nicht viel I Freude gemacht. Er war bann ausgelöscht. War hier gewesen und doch nicht gewesen. Er war vor- ; über, ganz wie bie Welle bä, die die Mosel hin- ! unterfließt — weg ist sie, und sie läßt nichts von sich zurück. Fast befiel’s ihn wie Bangen, daß man so bageroefen fein kann zwanzig Jahre, und dann geht man fort, und es bleibt nichts von einem zu- ! rück. Man läßt nicht etwas von sich hier — nichts, gar nichts, kein Stück! Er seufzte und hing beit I Kopf auf bie Brust. (Fortsetzung folgt.) sichtsrat ber Dank ber Versammlung ausgesprochen. <5 J a n n e n r o b, 20. März. In trockenen Wiesen treten in diesem Frühjahre wieder sehr stark die Maulwürfe auf. Infolge des AufwerfenS der Erdhügel bereiten fie den Landwirten beim Reinigen der Wiesen größere Qlrbeit und beim Mähen der Wiesen zur Heuernte stumpfe Maschinenmesser und öftere Störungen. Daher wurde durch Gemeinderatsbeschluß das Wegfangen eingeleitet und eine Fanggebühr von 10 Pfennig pro Stück aus der Gemeindekasse bewilligt. Die Kenntlichmachung der abgenommenen Tiere geschieht durch Abschneiden des rechten Vorderbeines. So wurden im vorigen Frühjahr fast 300 Maulwürfe in Fallen gefangen. Von Fell- auftäufem werden noch die sammetweichen Fellchen der Tiere, die gut gespannt und getrocknet sein müssen, abgenommen und pro Stück mit 20 bis 35 Pfennig bezahlt, so daß der Maul- wurfsfang. der meistens von den Knaben betrieben wird, einen ansehnlichen Verdienst in dieser geldknappen Zeit bietet. Giarkenburg. provinzialdirekior Kranzbühlers letzte Fahrt. • Darmstadt, 20. März. Unter gewaltig« Beteiligung fand heute vormittag auf bem alten Friedhof die Beisetzung des verstorbenen Provinzialdirektors Dr. Kranzbühler statt. Der Sarg war in ber Feiedhosstapelle ausgebahrt. wo Pfarrer Lauteschläger den Trauerbienst versah. Er legte feiner Ansprache an bie Leidtragenden die Worte aus bem Evangelium des Johannes, Kapitel 8, Vers 51, zu Grunde: „Sv jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich." Hierauf ordnete sich ber Trauerzug und begab sich zu ber Gruft. Bachdem der Geistliche Gebet und Segen gesprochen hatte, fanden Kranzniederlegungen und Ansprachen statt, in denen die großen Verdienste des Verstorbenen gewürdigt wurden. Zunächst sprach der Minister des Innern Leuschn^r im Barnen ber Staatsregierung; es faxten dann Oberregierungsrat Haberkor n, der für die Provinzialdire tion, das KreiS- amt und das Kreisschulamt sprach, Kreisdirektor Werner (Erbach) für das Kreisamt Erbach, Polizeidirettor U finger (Darmstadt) für daS Polizeiamt Darmstadt. Bürgermeister K r a n z i n (Offenbach) für den Provinzialausschuh, den Verwaltungsrat der Kommunalen Landesbank, den Hessischen ©täbtetag und die Stadt Offen- bach, Bürgermeister Rihert (Darmstadt) für den Kreisausschuh Darmstadt. Oberbürgermeister Dr. G l 5 s s i n g für die Stadtverwaltung, die Stadtverordnetenversammlu-g und den Aufsichtsrat ber Hessischen Eisenbah' -Ak ti nr-Gesell chost. Oberregierungsrat E m m e r * i n g für die Vereinigung höherer Beamten ber inneren Staats- verwa.tting. Oberbürgermeister Rahn (Worms) für die Stadt Worms, sowie noch eine Reihe von Vertretern von Korporationen und Vereinen. Reichsauhenminister Dr. Stresemann Hai der hessischen Regierung zum Tod des Pro- vinzialdirektorS Dr. Kranzbühler folgendes Beileidstelegramm übersandt: „Der Hessischen Regierung spreche ich zu dem plötzlichen Ableben des Provinzialdirektors Dr. Kranzbühler meine aufrichtigste Anteilnahme aus. Der Verstorbene hat als langjähriger hessischer Delegierter in der Zentralkommifsion für die Rheinschifsahrt den deutschen Interessen die wertvollsten Dienste geleistet. Ein ehrenvolles und dankbares Gedenken wird ihm hier stets gewahrt bleiben." Der Reichsverkehrsminister lieh durch Ministerialrat Oppermann am Grabe einen Kranz niederlegen. Er gedachte dabei der für das Reich überaus wertvollen Tätigkeit des Verstorbenen in der Internationalen Rhein- schifsahriskommission zu Straßburg. Diese hatte ihres toten Mitgliedes durch Heber» fenbung eines Kranzes gedacht und zur Dei- setzung Herrn G e r l a ch, das deutsche Mitglied des Sekretariats, entsandt. Rheinhessen. Lpd. Mainz, 20.März. Die Mainzer Stadtver- ovbnetenoersanimlung beschloß, den Beitritt ber Stabt zur hessischen kommunalen Gasoersor- gung. sCh tung 3 Abgabe o fers fu /' lerversak den MS ber H Kirn inMsck Merl« Seineindr kage hier el neindcve den flott a ber (Droh Zlender schlossen,< dc Egsanlagl Daher gen tken zu be; entsprechens meinscha tud Hocheltzm Dasserbeschl Gemeinden gelegt toerd Mag< Beise Witw im 61 Oe gute t Fr Zwang! Jim Killt nachmittags Cd6gerii6t ; siegenden, bi tiljeleuten in. 'ycunMch v tymattun Bl. 3780: Pur 10 Nr A-l Hemarlun Band 8, Bl. Jlur 3 Nr. Ach i, 3 9lt. Ach , S Nr. Ach ßtmadum Bl. 387 und; Nm r Nr. Ach - 2 Nr. Sch . » Nr. Ach . 2 Nr. Ach - 3 Nr. Aii - 5 Nr. Ack - SNr. .. Ach w omts, Jen prtttflfj Meins» Gießen,d bet hx ____ ö e v^ .^"uersta Ul, ^uenweg 2. ' 2 ..Srotze Mette » 'chrcm!, 2 ?°ichinen Ueneim S,nNü ’ Araussjc 'chweine 4"ieJöen bts , r Tiere «1 bietet, arkenburg ftt** ZZL« s Dr R:9an^f»rbenc n brr F.iedhosÜ^ »er Lautefckt?? 4. Er leak de" die MrK^ Ä5 ;nB* ÄaWtd8 )m^t sehen ewiglich- £J Ä f* Kranzni-K, "ft* ° Ä ■ ces Jkrftotoenen «Mat 'pr°chr« Mister d§2 ^jmci der StaatSre^^ Vverregimmgsrat §ö6tt. PrvdWaldiletion,SasAreiS, «amt sprach, M^ire/tor $) für tag Ärtieant Srbach ''nger (Sarmftabt) für da- t®t. Sürgermeifter fttanjin den PwvichaiMschch, )er Kommunalen ßanMbanl ädi.tag unb die Stadt Vss» ter Äihert (SarnMt) i } Darmstadt, Obetbütgermti? für die Stadtverwaltung fr Versammlung un) den Aussig n Eisenbch'-Mim-Gesell$1 t Emmer'ing für die &■ Dcamten der inneren Staat!, cbürgermeister Lahn (CBorti Darms, sowie noch eine M von ftorvorationen und 2k> nister Dr. Stresemann hr legierung zum Tod des Pi» i)r. Kranzbühler folgendes 'M falanbt: „Der He'Kchen Ls ch zu dem plöblichen Mesel ekto-'s Dr, Kranzbuhler mein- Inahme aus. Der verstorben cizer hessischer Wettet» ässwn für die Lhemsch'ssch iteteiiCT die wertvollsten Hm- hrenvolles und daMres So n hier stets gewahrt blettef- lerkehrsminister liefjM »ppermann am Srabeeim n Sr gedachte dabe- der stc ^wertvollen 'W^ ’*‘Ä *fc XgÄ»4Ä* entsandt. heinhessen. W an. Er toat stier v aber trog (*^-**'v m Setfl Ute F unfld)tten 2J AM * 10.fta?itcl; .... hi« Lhauft ■e’S-'SS LW-Z ' ^LÄ«1 w je* VÄ'Ä-P KLW tnf er ^,s <1? uit» & , Preußen. Sir eie Wetzlar 3 St r o f b o r f, 20. März. Das schone Wetter der letzten Wochen war für die CBaulufiigen sehr günstig, so das) "jetzt bereits vier Haus- Neubauten und zwei Scheunenneu- bauten in Angriff genommen sind. — Der Turnverein hielt am Sonntagabend in seiner Turnhalle einen wohlgelungenen Theaterabend. verbunden mit musikalischen und ge- ßanalichen Darbietungen ab, die reichen Beifall ßanden. Der Ueberschuß aus dieser Veranstal» tung wird zugunsten des Turnhallenbaues eertpanbt. O Hochelheim, 20. März. Die Verhandlungen mit dor Ge-neinde Aie^rkleeit über die Abgabe dos dort überschüssigen Was - sters für die Speisung einer zentralen Was- sterversor^ungsanlage für die Gemein- Den Hvch.lhetm und Hörnsheim waren bisher hon der hiesigen Gemeinde allein geführt worden. Nachdem die Geineindevertretuug in Hörnsheim inzwischen beschlossen hat, eb nsalls eine Wasserleitung zu erbauen und sich hierbei der Gemeinde Hochelheim anzuschließen, fand dieser Tage hier eine gemeinsame Sitzung der Ge- rrnein de Vertretungen beiderGemein- de n statt, an der auch Bürgermeister Sch n e i - der (Groß-Rechtenbach), und Kreisbaumeister Z l e n d e r (Wetzlar) tcilnahmen. Es wurde beschlossen, das zur Sveisung der Wasserversorgungsanlagen für beide Gemeinden erforderliche Wasser gemeinsam von der Gemeinde Rieder- Elecn zu beziehen und mit dieser Gemeinde einen entsprechenden Vertrag abzuschließen. Die ge- nieinschastlichen AndelegenH.iten der Geineinden Hochelheim und Hornsheim in bezug auf die Wasserbeschafsund sollen -wischen diesen beiden Gemeinden in einem besonderen Vertrage fest- gelegt werden. Bei Vergebung der Arbeiten für die gemeinschaftlichen Anlagen soll die Zusch.agserteilung den beioen Gemeinderäten unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Vorbehalten bleiben. Das Grundstück für den Hochbehälter soll von beiden Gemeinden gemeinsam erworben und die Kosten des Erwerbes anteilig getragen werden. Schließlich wurde noch eine Kommission zur Aufnahme des Viehbestandes in jeder Gemeinde gewählt, deren Ausgabe es ist, alljährlich den der Berechnung des Wassergeldes zugrunde zu legenden Viehbestand zu ermitteln. Der Kommission gehören je zwei Ge- meinderatsmitglieder von Hochelheim und Hörnsheim an. Kreis Biedenkopf. }) Bischoffen, 20. März. Vom 11. bis 20. März sanden in der hiesigen Kirche Evangelisationsvorträge statt. Prediger Wiegand (Wabern) von der Deutschen Zeltmission behandelte verschiedene religiöse Themen Die Versammlungen erfreuten sich eines guten Besuches. Auch die Bewohner der umliegenden Ortschaften waren vertreten. Der hiesige gemischte Chor sowie der Posaunenchor trugen durch ihre Vorträge zur Verschönerung der Evangelisationstage bei. Kreis Limburg. Lpd. Limburg. 20. März. Auf dem Hose der Maschinenfabri! Scheidt verunglückte der 19 Lahre alte Otto 2 o st tödlich. Ein Wohnwagen rollte auf dem abschüssigen Hof gegen einen Lastkraftwagen und erdrückte dabei den jungen Mann. — Die 19jährige Klara B ö ch e r wurde an der Oberlahn aus einem Seitenarm als Leiche geborgen. Klara Döcher wurde seit November vorigen Jahres vermißt. Maingau. WSR. Frankfurt a.M. 20.Marz. Ein aus Ostpreußen stammender Matrose des vor Frankfurt liegenden Kohlenschiffes „Geldersand ll" wollte heute morgen in seiner Kabine Feuer anfachen und benutzte hierzu Benzol. Es erfolgte eine heftige Explosion, und der Matrose stürzte, brennend auf das Deck, um in den Main zu springen. Roch bevor er sein Vorhaben ausführen konnte, brach er bewußtlos zusammen und starb kurz drauf an den erlittenen Brandwunden. Der in der Kabine entstandene Brand tonnte bald gelöscht werden, so daß die alarmierte Feuerwehr sich auf die Aufräumungsarbeitcn beschränken konnte. Das Schiff sollte heute die Rückreise nach dem Ruhrgebiet antreten. Lpd. Frankfurt a. M. In geheimer Sitzung wählten die Ctadtver, Jnten am Dienstag als be- folbetcs Magistratsmitglied für den Posten des Wirtschafters den vom Zentrum vorgeschlagenen Stabtrechtsrat Dr. L i n b e n a u (Stettin). Die Wahl bes Technikers, für hoffen Posten als Favorit der Reichsoberbahnrat Dr. Landsberg von ber Eisenbahnbirektion Berlin galt, würbe zurückgestellt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten finb ohne Verbindlichkeit ber Schriftleitung.) M. TB. Wir empfehlen Ihnen, Ihr Material ber Universitätsbibliothek in Gießen ober ber Landes bibliothek in Darmstabt zum Kauf anzubieten. Soll ten diese hierfür kein Interesse zeigen, kämen wohl nur Antiquare in Betracht, lieber die Höhe des Angebotes Kinnen wir Ihnen nichts sagen. Berliner Börse. Berlin, 21. März. (WTB> Funksprucb.) Der heutige Frühverkehr ist vorläufig noch ohne Geschäft, die Tendenz ist wenig verändert, und man schätzt etwa gestrige Abendkurse. I.-G.-Farben 258,5 bis 259, Glanzstoff 707 bis 710. Am Devisenmärkte nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29, London gegen Kabel 4,8825 und die Reichsmark gegen Kabel 4,18075. Kunst und Wissenschaft. Protest der Presse gegen das Hessische Landesttzeatcr. Die Hauptversammlung des Landesverbandes Hessen des Aeichsverbandes der ^eutjcheu Preise bat, wie uns aus D a r m st a d t berichtet wird, nachstehende Entschließung einstimmig gefaßt: „Das Hessische Landestheater in Darmstadt gibt unter der Intendanz von Carl Ebert und der Schri'tleitung von Paul Kornfeld die „Blätter des Hessischen Landesth aierf “ heraus, die von der Intendanz das vollständige Personenverzeichnis zu den Ausführungen ausschließlich erhaltm und daher von den Theaterbesuchern zwangsweise gelaust werden müssen. Die genannten Blätter veröffentlichen seit einiger Zeit unter der besonderen Rubrik „Publikum, bilde dir dein Urteil selbst" einseitig ausgesucht.' und aus dem Zusammenhang gerissene Stellen aus Theaterkriti.en früherer Zeiten, die Reuerscheinungen abgelehnt haben und sich nach heutiger Auffassung als Fehlurteile darsteilen. Alle trv tischen Aeußerungen. die von der heutigen Zeit geteilt werden, werden tendenziös verschwiegen. Durch diese einseitige und den Gesamteindruck fälschende Auswahl und durch sonstige Ausfälle versucht die Leitung der „Blätter des Hessischen Landesth-aters" in systematischer Weise die Kritik, die auch mehrfache Mißerfolge der derzeitigen Intendanz nicht verschweigen tonnte, in den Augen der Theaterbesucher zu diskreditieren und herabzusetzen. Der La idesverband Hessen des Reichsverbandes der Deutschen Presse legt gegen diese unerhörten planmäßigen Angriffe auf die Kritik und auf das Ansehen der hinter ihr steh.nden deutschen Presse die entschiedenste Verwahrung ein und behält sich sch iriste Maßnahi. en vor, falls diese Angriffe nicht alsbald eingestellt werden 308ID Los II Die 738 qm Nr. 279 Flur 3 3 AeplelweMellerei H. Henne 9 Walltorstrafoe 5 Flur 2 JC 600,— Frühjahrs-Neuheiten 1191 qm 2 Nr. 104 500,— 2 300,— 1264 qm 2 Nr. 54 300,— Acker, geschätzt . . 777 qm Nr. 235 3 480,— 5 600,— v 600,— Acker, geschätzt. . . 2748a 8) b) u°d Ret, 3072a Schultaschen in Brennabor-Kinderwagen und Sportwagen in großer Auswahl Magdeburg, Braunschweig, Gießen (Ludwigstraße 6), 20. März 1928. Beisetzung Donnerstag, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen. ernzu- 3104D geben Los I Acker, geschätzt .... Nr. 546/io = 1266 qm Acker, geschätzt .... Clara Fischer geb. Koch Hans Koch cand. mach. Walter Fischer Ida Stammler. Telephon 1322 3077D werden. u. o. 200 cbm ErdauShub, 126 lfd. Meter Tonrohrleitungen. u. a. 80 kfd. Meter Gußrohrlei- tungen. Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen auf unserem Amte, Stephan- straße 18, zur (Ansicht offen. Angebotsvordrucke, keine Zeichnungen, werden, solange der Vorrat reicht, dort abgegeben. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrel, Betoeöiuifl ms MMellen. Aus Grund der ReichsverdingungSordr nung soll die Entwässerungsanlage unte- Gelände für den Neubau einer Veterin r« Iliaik für Geburtshilfe in Giehen im öffentlichen Wettbewerb in 2 Losen der- Sie werden dasselbe sagen, was Millionen erfahrener Hausfrauen immer wieder betonen, wenn sie vergilbte oder graue Wasche durch Sil, Henkels beliebtesBleichmittel, schneeweiß erhielten: reichen. Zuschlagsfrist 14 Tag«. Gießen, den 19. März 1928. Hess. Hochbauamt Gießen. Kuhlmann. schrank, 2 Kassenschränke, 2 Schreibmaschinen, 5 Schreibtische, 1 komplette Ladeneinrichtung, 1 Nähmaschine, ein Winterpatetot, 13 Karton Knöpfe, 27 Schlachtmesser. 3097D Voraussichtlich bestimmt: 4 Einlegschweine, 1 Sofa, 1 Vertiko, 1 Spiegel mit KonsoU Dern Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13. Größte Auswahl in allen Preislagen. Alleinverkauf der guten Kmder-Strick'Anzüge Marke „Ideal“ Gestern abend entschlief sanft infolge eines Herzschlages unsere gute treue Mutter, meine liebe Freundin Frau Clara Koch geb.Geese Witwe des Hüttendirektors Carl Ludwig Koch, Saarbrücken im 61 Lebensjahre. C 11 3um BLßicben.- ohnegleichen! Nr. 104‘/in - 1190 qm Acker, geschätzt.... Drucksachen aller Art stattung stilrein und preiswert die Srübi'iche Universttäts-VrvckerLi. R. Lange. Gießen. Schnlftr. 7 Varzahlung: 2 große Warenschränke, 1 Fnseur- toilette mit Marmorplatte, 1 Akten- Nlcht riesenhafte Reklame, sondern nur erstklassige Qualitäten II! sind meine beste Empfehlung Ml Wiese, geschätzt . . . Nr. 307 = 1171 qm Acker, geschätzt .... Nr. 307*/w = 1171 qm Berthold Kühne, Gießen Seltersweg 26 Bekanntniachnng. Mit Rücksicht aus die bei trockener Witte- rung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden mache ich darauf aufmerksam, daß jegliches Feueranzünden im Walde und in dessen Nähe, sowie das Weg- werfen von glimmenden Streichhölzern, Zigarren, Zigarettenresten usw. sehr gefährlich und streng verboten ist. 31008 Gießen, den 20. März 1928. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Sur ' Ostern SMiWWIlmlIllWlMlW in Grvtz-MlenlW. Der am 3. d. M. m der Gastwirtschaft Bepler hierselbst stattgehabte, gemeinsame Nutzholzverkauf der Gemeinden Groß- Rechtenbach, Hörnsheim, Lützellinden, Münchholzyausen, Reiskirchen, Vollnkirchen, Bolpettshausen und Weidenhausen ist genehmigt. 3O84D Grotzrechteabach, den 16. März 1928» Der Bürgermeister. Zwangsversteigerung Am Mittwoch, dem 18. April 1928, nachmittags SV« Uhr, werden auf dem Ortsgericht zu Klein-Linden die nachstehenden, den Phllipp Weigel XVI. Eheleuten in Klein-Linden zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Gemarkung Gießen: G.-B. Band 64, Bl. 3780: Dur 10 Nr. 81 = 1168 qm Acker, geschätzt. ... Jt 467,— Gemarkung Allendors, Lahn, G.-B. Band 8, Bl. 20, 668 und 669: biS zum SröfsnungStermin, am 26. März 1928, vormittags 11 Uhr, bei uns Beknuiitumchung Die Gemeinde Lollar verkauft auf dem Submissionswege einen fetten Vogelsberger Bullen. Angebote, pro Zentner Lebendgewicht, sind bis zum Samstag, dem 24.März 1928, nachmittags 7 Uhr, bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanritgegeben werden. Lollar, am 15. März 1928. 3078D Hessische Bürgermeisterei Lollar. Schmi d t. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an »en Ortstafeln zu Gießen, Bergstr. 20, Klein-Linden u. Allendorf/Lahn öffentlich zur Einsicht ausgehängt. 2666D Acker, geschätzt . . . . „ 300,— Gemarkung Klein-Linden, Band 6, «l. 387 und 388: „Spezial-Wollgeschäft“ flse SMtmar Telephon 2423 ©i eßen Löwengasse 20 Am 19. März starb nach langem schweren Leiden meine treusorgende Frau, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Emma Volk geb .Weber im 62. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Wilhelm Volk, Schmied Wilhelm Pfaff und Familie Ernst Pfaff und Frau Wilhelm und Reinhold Volk. Klein-Linden, 21. März 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 22. März, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. 3085 D Gießen, den 3. März 1928. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Donnerstag, den 22. März 1928, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „fiöroen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Prima 1927er Aepfelwein liefert nach allen Stadtteilen inFlaschen und Gebinden an Private u.Wiederverkäufer BB /• Wolle, Mako, Strumpfe: g»,, Wasch-Seide. Bemberg-Seide in nur besten Qualitäten Herren'Socken, Sport-Strümpfe, Stutzen Strick -Kleider,-Jacken -Pullover, -Westen usw. Acker, geschätzt. ... Jl 250,— Nr. 248»/io = 450 qm Acker, geschätzt - - „ 160,— Nr. 200 = 912 qm SLMA o. k. gaöPliou o. k. Seehem MWM Bratldjellflfdie ®tune hcriM leüenöe AM» üdö SDleien BMW Sprotten ufro. empfiehlt biUiaü C. G. Heifibenn, Babnbositraße 59, Leleohon 66. VVHVvvfVVVVV Schellfische o. St- ‘üfb. 45 Kabeljau o. St* ’L'fö. 35 Seelachs 0. St. '^fd. 35 VklUslüeliWk 3 Pfü. 70 Bei. HM Lteblgftraßc 71 Televb. 1685. Bekanntmachung. Die Lieferung der im Rechnungsjahr 1928 für den Kanal- unb Sttahenreini- gungsbetrieb erforderlichen Piassavabürsten und -besen soll auf Grund der Reichs- verdindungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. Verdingungsunterlagen und Angebotsformulare sind bei uns erhältlich. Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechenden Aufschriften versehen spätestens bis zum Eröffnungstermin, am Donnerstag, dem 29. März, vormittags 10 Uhr, beim Stadtbauamt abzugeben. Die Eröffnung der eingegangenen Angebote erfolgt im Beisein der etwa erschienenen Bieter. 30838 Zuschlags- und Bindefrist 3 Wochen. Gießen, den 20. März 1928. Stadtbauamt. ___________Braubach.___________ iBcfomitm a ch un g. Zn unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 16. Marz 1928 bei der Firma Schcidhauer & Gießing, Betriebsgesellschaft Mainzlar nut beschröntter Haftung in Mainzlar eingetragen: Dr. ing. h. c. Max Gießing ist durch Tod als Geschäftsführer ausgeschieden. 3086D Gießen, den 20. März 1928. Hessisches Amtsgericht. Kleiderstoffe-Seide Meter 2.65, Meter 490 Meter Meter 6.75, Meter Meter 2.75, Kasha die große Mode für Kleider und 7 Mäntel, 130 cm breit Meter Meter 3.75, Crepe Caid der moderne Frühjahrsstoff ßb bO in vielen Farben, 100 cm breit.........Meter “o5 .. Meter 2.90, 3078a Meeeeeeweeeeoseeoeeeeeeeeeeeeaaeee^ 3068V Richard Oahmer und Frau 02170 Herrn Sekretär Kitter gegen Auswe isk art e. 29711) 2858 D Der Vorstand. niimiminnim^ Astoria-Lichtspieie Sie aledann die Wahrnehmung machen mußten, daß die unleidigen Motten Ihnen Ihre Freude Fernruf 2423 HESSEN Löwengaese 26 3074c §Wsan I Sdi^dicnni^yr Voll. ofh nachgeahmh- nie erreicht! '(l oft nachgcahmb- nie erreichH Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst ^95 195 Nähere Aaskunft über Einreisebedingungen o. Abfahrten erteilt Giefaent Theodor Loos, Kirchenplatz 13 Wetzlar: Dornbusch & Binder, Lahnstrahe 12/14 MASKE N -ABENTEURER UND ARTISTEN Popeline reine Wolle............. Schotten reine Wolle ............ Ripo reine Wolle, 130 cm breit Waschseide neueste Dessins............. Crepe de Chine reine Seide, ca. 100 cm breit Rohseide uni, ca. 80 cm breit.......... Heivetia-Seide ca. 85 cm breit.............. Waschsamt in vielen modernen Farben .. Sämtliche Zutaten zur Schneiderei finden Sie in unserer großen Kurzwaren-Abteilung Haben Sie schon einmal einen Versuch mit .Sohachenmayrs Nomotta-Wolle■ gemacht? Diese Wolle ist absolut mottensicher und sollte daher von jeder Hausfrau unbedingt bevorzugt werden. Welche Mühe macht es oft,all die kostbaren Handarbeiten fertigzustellen und welchen Aerger bereitete es Ihnen, wenn Restaurant KarSsruh bringt seine Lokalitäten in empfehlende Erinnerungl ______________________________3069D zerstörten. - Heute sind solche Befürchtungen unbegründet, sofern Sie Ihre Handarbeiten aus „HOMOTTA-W0LLK* fertigen. Dieselbe finden Sie in selten reichhaltigster Farben-Auswahl im Spezi al-Wollgeschäft Bise Dlttmar Deute letzter Tag: Begine Die Tragödie einer Fran, mit Harry Liedtke und Lee Party in den Hauptrollen. Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Der große Zirkus film Blumendünger auch Hornivänc, empfiehlt Tamcnbandlg. Scheel, Mänsbnrg 17. Freiw. GaUscbe Feuerwehr Lamstag, 24. März, abcuöü 8'/7 Ubr MkMMAMWlMß bei Kamerad Licet. Tagesordnung: l. Jahresbericht. 2. .Nassen« bericht. 3. riiechnungsorüfuna. 4. Auszeichnung von Kameraden fettens der Wehr. 5. Etwaige Anträge gern.Satz 20 der Satzungen. 6. Ersatzwahl des Lor« standes. 7. Verschiedenes. Uniform: ArbettsauSrÜstung, Helm. Deute letzter Tag: DieBrautamScheideweg Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Ken Maynard n DerHeld von Sonora Spannender Wildwest- und Abenteurerfilm in 6 Akten. Sowie: Katzen übern Weg Lustspiel in 2 Akten. Und: Im Eilzug-Tempo Lustspiel in 2 Akten. Friedrich Groß, Gießen Neuenweg 32 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Kinder-und Klapp wagen Neubeziehen sowie Ausschlagen der Verdecke in eigener Werkstatt Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 MARYJOHNSÖN KURT GERRON ERNEST VAN DÜREN AI MONDO VAN RIEI LUCIE HÖFLICH REGIE: MAX REICHMANN sowie: Das Liebes-Ei GiefeenerKonzertverein Sonntal, den 25. März 1928, nachm. 5 Uhr, ünirersilälsaala ZEHNTES KONZERT T rio Vereinigung Lydia Hoffmann-Behrendt (Klavier) Prof. Gustav Havemann (Violine) Adolf Steiner (Cello) aus Berlin. Klaviertrios: Schubert op. 99 B-dur, Reger op. 102 E-moll, Brahms op. 8 H-dur. Der Bechstein-Konzertflügel ist aus dem Pianomagazin Schönau, Gießen, Seltersweg 91. Eintrittskarten: RM. 4.—, 3.— und 2.— bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1.— hei den 21. März 1928 Nur noch einiseLage! dauert der Total-AuSverkauf und wird zu jedem annehmbaren Preise verkauft. Geld sparen Sie daher im 3080V IMI-Mli NMurm Giehen, Bahnhofstrahe Nr. 4. Wandervogel Höienllni, Bleien Samstag, den 24. März 1928, abends 8 Uhr, im Katholischen Vereinshaus Operettenabend zu Gunsten der Jugendpflege. Operette „Winzerliesel“ von Georg Mielke. — Freunde und ______Gönner sind herzlich willkommen. 30750 Holländer Ange.schellflsche fstr. Aorosee-Kabeljau , r Seelachs , , Goldbarsch , , Schollen lebende Karpfen , Schleien Sechte empfiehlt 2319 Homburger Fischhandlung A. Koch Nachfolger, MäuSbnrg 15, Telephon 1612. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Auto-An ruf Tag und 'Rocht 1744. 02056 lllllllllllllillllllllllllllllllllll nuitimuiHiniiiroiiiiiiuiiiiiiiiiiiniiiiiHiiiiHi!iHniiiiiiiiiinHni!iniiiii:uiiiniiinBiniiiii™i!iiiHiiiii;a^ NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Regelmäßige direkte Abfahrten mii Bo9P£-is®reB6eB - Dampteni für Reisende u. Auswanderer von Bremen nach CAN ADA n9en ünse * unmäg.ich die Hä ide in den Schoß legen und sie so lassen, wie sie jetzt ist. Zwei Wege sind es im wes.ntlichen, auf denen man die Dampsio.omotive zu verbessern trachtet: Lokomotive und der Oellokomotive. Kein Wunder ist es dach^r, daß in neuerer Zeit neue Bauarten der Dampfioiomotive gescha fei worden sind, die den Siegeslauf der elektrischen Lo omotive aufhalten sollen, ähnlich etwa, wie der Glühstrumpf das Gaslicht dem elektrischen Licht noch auf lange hinaus wettbewerbsfähig gemacht hat. Aber wie hierbei, so werden doch alle Verbesserungen den endgültigen Sieg der Elektrizität nicht aushalten — nur wird die Dampflokomotive etwas langsamer, gewissermäßen ehrei,voller unterliegen a s man noch vor kurzer Zeit dachte. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß die Verbesserungen der bindungen einer einzigen Art spalten kann daß ferner jede Baktericngattung meist nur Enzym art enthält. Saixr können die einen Bakterien nur alkoho.ische Gärung, andere nur Milch fäuregärung und wieder andere nur Aceton gtzrung usw. bewirken; wir sagen deshalb, jede Bakterienart habe eine spezifische Wirkung. Der Landwirt muß natürlich bestrebt sein, die ch.urg auf der 100 Güt.rzugko o- Neue Wege im Lokomoiivbau Von Max Fischer. Die Angelegenheit, um die es such handelt, ist eigenartig. Durch die scharfe Beobachtungs- qabe eines Radiotechnikers und bte solgertchttg- feit seiner Schlüsse wurden neue Wege gewiesen Der amerikanische Ingenieur Allen stellte eines Abends seinen Empfänger auf verschiedene fremde Stationen ein. Er verfuhr dabei in üblicher leise, indem er am Kondensator drehte. Dieser 3toei Platten ein Stück dickes Papier legte. Diese I Vorteil, daß mit diesem Instrument nicht nur und Zeitschriften gesehen hat — zum erstenmal durch einen Vortrag Näheres erfaß.en, den Herr Baurat Klei.ow, cer Direktor der Lo.ometiv- iabril der Allgemeinen Elektrizität t'gese Ischo.t in Henningsdori bei Berlin, in der Maschinentech,rischen Gejeilscha t gcha t n hat. Aus diesem Vortrog geht über die Bauart der Lokomotive sagendes hervor: Der Kohleiistaub befinbet sich in einem walzenförmigen Behälter auf be.n Seiber und roirb durch zwei vo r einer klei ich stehenden Dampfmaschine angetriebene Schnecken den Brennerdüsen zug triebe.,. Vv' einem mit einer Dampfturbine ang.triebe:,en Geb'äse wird der Kohlenstaub durch zwei Düsen u iter der söge annten Feuertiste g.-b a,e.i. Die i.i viele schmalen Streifen z-rlegt n Staubstrahlen tr fien vrennrnd etwa in der Mitte des auSge .lauerten Feu.ru ,g - raun.es wirbeli>ilde.,d zumm. e, uib mischen sich im weit ren Ver auf ihres Au,steigens mit der stark vorgewarn.tei, Lu t. die au er der bu ch die Düse, ftrö ne.rbei kohlen,taubtrag n en Luft zugeführt wird Wenn ma.i dir Vorteile der Koblenstaubfeue- rung erken,.en will, so muß man sich vorstellen, daß ein so ches Ge .risch aus Kohlenstaub u :b Gut genau so bren rt wie et na Leuchtgas und auch so gerege t werden kann. Der Heizer b aucht also nicht mehr dauernd Kohlen zu schippen; seine Tät gleit b-schr in t sich vielmehr au, b.e Regelung der Kohl nstaubzu uhr. Er i.t i i,o g e- dessen freier, kann den Führer in Der Beobach- tu: g der Signale usw. bei,er u:tßrstützen und auch mehr als bisher auf die wirtschaftliche Verwendung des Brennsto.hs achten. Das Oeff r n der Feuertür fällt weg. das jetzt zum Eindringen kalter Luft in den Feuerraum urb Danit zu allerlei Schädigungen des Kessels, aber auch zur Blendung bes Führers unb bei Heizers führt. Die Brennstofflo.te i werden w sentlich ermäßigt, weil mind"Npertige Kohle, ja sogar Torf verfeuert werden kam. Di: Brennsto ausnuhung ist besser als bei der Rollfcurung, weil mit weniger Luftüberschus; gearbeitet wird, der ja immer erwärmt werden muß. Die A,Heizdauer ist geringer unb die Reinigungszeit kürzer. Die Lokomotive erzeugt nur bei stär.ster Beanspruchung etwas Rauch, wirft aber keine Fu, en aus, da sich ja keine Schlacken bilden, sondern der Staub fast restlos verbrennt. Vaklenen als Lebensspender. Von £)r. Severin Fränkel. Wenn von Bakterien die Rede ist, so sind für die meisten Menschen damit die Begriffe K.ank- ßeit, Ansteckungsgefahr, Desinfektion usw. verbunden, und zur Abwehr dieser zwar kleinen, aber so gefährlichen Feinde wäscht man sich schnell noch einmal die Hände, als ob sich dadurch die Gefahr bannen ließe. Diel zuwenig ist aber noch bekannt, daß die Bakterien und die ihnen nahe verwandten Hescpilze auch zu den wichtigsten Dienern und Heisern der Menschheit zählen. Mancher hat vielleicht fdnn gehört, daß die im QSogurt enthaltenen Spat ).lze und die an den Wurzeln der Leguminosen (Schmetterlingsblütler) lebenden Bodenbakterien uns wichtige Dienste leisten können; erstere, indem sie im menschlichen Darm die schädlichen Batterien vernichten, letztere durch Nutzbarmachung des für die Pflanzen nicht direkt verwertbaren Luftstickstosss. Auch dem Milchsäurebazillus müßten die Liebhaber saurer (bider) Milch Dank wissen, denn erst burch die ümtoanblung des Milchzuckers in Milchsäure ermöglicht er die Entstehung dieses im Sommer so beliebten Getränkes. Will man dies verhindern, so braucht man nur die Milch abzukochen und den Bazillus dadurch abzutöten. Allerdings ist seine Tätigkeit damit nur vorübergehend unterbrochen, denn die Luft enthält neben zahlreichen anderen auch Milchsäurebakterien, die sich in der Milch ansiedeln. Die Luft ist also nicht nur mit so unerwünschten Gästen, wie Schnupfen-, Grippe- und Typhuserregern, sonbexn auch mit anderen, zum Teil sehr nützlichen kleinsten Lebewesen bevölkert. Ihren Stammsitz haben aber die meisten von ihnen im Erdboden; hier vollbringen sie Arbeitsleistungen, gegen welche die größten Industrien Miniaturbetriebe dar stellen. Worin besteht aber die Leistung der Bodenbakterien? Sie sind sozusagen die Kfche der Pllanzen, indem die diesen die Rahrung in geeigneter Weise vorbereiten. Bekanntlich ist diese P lanzennahrung die Kohlensäure, aus welcher die Pslanzen mit Hilse ihres grünen Farbstoffs, des Chlorophylls, die verschiedenen Kohlehydrate, Zucker und Eiweißstosfe aufbauen, die dann wieder Mensch und Tier zur Rahrung dienen. Die Kohlensäure her Lut wird a'fo durch die Pflanzen und indirekt durch Mensch und Tier aufgespeichert, von den beiden letzteren allerdings bei der Atmung zum Teil wieder an die Lust abgegeben. Auf diese Weise könnte aber der Vorrat der Luft an Kohlensäure nie ergänzt werden und müßte sich bald erschöpfen, wenn nicht die lleinsten Lebewesen, die Bakterien, die komplizierten Verbindungen der abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Substanzen in viel größerem Maßstab und bedeutend schnellerem Tempo als die Tiere wieder zu Kohlensäure abbauen würden. Diesen Abbau bezeichnen wir als Gärung, in besonderen Fällen auch als Verwesung und Fäulnis. In welch ungeheurem Ausmaß sich dieser Prozeß ununterbrochen im Erdboden abspielt, kann man aus dem Vergleich der Bodengärung mit der alkoholischen Gärung ersehen. In der Bierbrauerei werden durch 1/2 Kilogramm Hefe 8 Kiloaramm Zucker in acht Tagen zu Alkohol und Kohlensäure vergoren, das bedeutet also, daß die He'ebakterien in 24 Stunden ihr Eigengewicht an Kohlenfäure produzieren. Roch größer ist die Leistung der Hefe bei einem andern Gärverfahren, der Spiritusbrennerei, wo die Hefe in derselben Zmt sogar das Sechsfache ihres Gewichtes an Kohlensäure hervorbringt. Fachmännische Schätzungen nehmen für ein Hektar (10 0C0 Quadratmeter) 400 Kilogramm lebende Bakterien an, die täglich mindestens ihr halbes Eigengewicht, also 200 Kilogramm Kohlensäure, erzeugen. Der Erdboden bildet daher einen ungeheuren Gärbottich, der allerdings keinen Alkohol, sondern die lebenswichtigere Kohlensäure Zaßk der Bakterien im Ackerboden mög ichsi zu erhalten und zu vermehren, da ohne fie fein Wachstum möglich ist. Hier hat sich wieder gezeigt, das; Erfahrung die beste Lehrmeisterin ist. Ohne jede K.mntnis von der Existenz der lleinen Bodenbewohner und ihren Le^ensbedingunyen besorgt der ackerbauende Mensch seit Iahrtau enden alle zu ihrer P lege notwendigen Verrichtungen, indem er den Boden umgrabt und ihn düngt. Stalldünger enthält nämlich Bakterien in großer Menge und kann daher nie vollständig durch den mineralischen K mstdünger erseht werden. So notwendig die P lanze die Minera'stofse zu ihrem AuVau braucht, kann sie diese doch nur ;n dem Maße ausnehmen, als ihr andererseits Kohlensäure zur Verfügung steht, welche ihr nur die Bodenbakterien liefern können. Wenn im Sommer das rollende Getreide reiche Ernte verspricht, so verdanken wir dies also nicht zum geringsten Teil unseren kleinsten, aber fleißigsten Helfern, den Bakterien. Technische Rundschau. Von Or. Hellmut Thomasius. Manche Erfindungen und Fortschritte bleiben stets auf ihre ursprüngliche Bestimmung beschränkt. Andere wieder ziehen immer weitere Kie se. Reue Gchiete gliedern sich an. Eine Entwicklung in die' Breite seht ein, von der sich nicht voraussehen läßt, wohin sie führen wird. Schwer ist es, vorauszusagen, wohin der Weg einst geht. Als der Fernsprecher erfunden wurde, sah man in ihm zunächst weiter nichts als ein Mittel zur Beschleunigung des Verkehrs, der mündlichen Verständigung. Die drahtlrse Tele- phonie war die naturgemäße Fortsetzung des Erreichten. Das Alte blieb. Rur die Drahtlellun- gen fielen weg. Daß man aus der drahtlosen Telephonie den Rundfunk gestaltete, ist eine Sache für sich, hat mit dem technischen Fortschritt nichts weiter zu tun. Dieser üoljaog fid) in gerader Linie. Er ging in die Tiefe, Verbesserung folgte auf Verbesserung. Es schien sich um ein eng umgrenztes Gebiet zu handeln. Diese Annahme dürfte sich vielleicht als Täuschung erweisen. Alle möglichen Anzeichen deuten darauf hin, daß auch eine Entwicklung in die Breite nicht ausgeschlossen ist. Die ersten Anzeichen hierfür machen sich bemerkbar. Wie soll man es anders deuten, wenn man erfährt, daß sich aus der drahtlosen Telephonie heraus bereits Einrichtungen entwickelt haben, Die dazu öienen das Gewicht von Körpern zu bestimmen, ihre Dicke zu messen und den Feuchtigkeitsgehalt anzugeben? Wir haben hier also Den Fall, daß ein Gebiet sich anglieöert das mit dem Rachrichtenwesen überhaupt nichts mehr zu tun hat das sich aber Einrichtungen zunutze macht, die bei diesem Verwendung finden. tragen. Wie bei der Kohlenstaublokomotive hat auch bei der Turbinenlo.o notioe der Tender eine von seinem bisherigen Aussehen abweichende Form erhalten: Er dient neben seinen eigentlichen Zweck als „Kohlenwagen" zur Wi'dergewi.nung des Wassers aus bem Da npf, der seine Arbeit in der Turbine geleistet hat, da ma l eine Turbine nur mit reinem Wasser speisen kann, und weil es auch sonst wese lllich ist, brn Dampf wieder zu Wasser zu verdichten. Aber auch die Lokomotive sechst weicht in ihrer Gestalt von der der gewohnten Kohlenlokomotiven ab, insbesondere durch das Fehlen der Zylinder, in Die das treibende Gestänge bisher hineinführte: Statt ißrer sehen wir eine Kurbel mit einem Gegengewicht, die über ein Vorgellg^chon der Dampfturbine äug'trieben wird. Dieses Vorgelege ist deshalb nötig, weil Turbinen nur bei hohen Drehzahlen — etwa 6000 bis 8000 in der Minute — wirtschaftlich arbeiten, so daß ihre Drehzahl durch Zahnräder auf die Drehzahl der Lo o- rnotivräder herabgesetzt werden muß. Für die Vorwärts- und die Rückwirts'ahrt ist je eine und ohne jede Störung des Fabrikationsganges geprüft werden können, läßt sich eine Genauigkeit der Prüfungen und Messungen erzielen, Die auch die weitestgehenden Erwartungen übertrifft. Die Meßeinrichtung besteht aus einem Teck, Der elektrische Schwingungen bestimmter Wellenlänge aussenDet, unD aus einem auf Diese Schwingungen abgestimmten Empfänger, Der mit Dem KonDensator ausgestattet ist. Auf einer Skala spielt eine RaDel. die jede Aenderung Der Abstimmung anzeigt. Die einzelnen Zahlen Der Skala geben über Die Größe der Veränderung und damit Der jeweiligen Dicke Des Stoffes Aufschluß. Da sich mit Der Dicke aber auch Das Gewicht änDert, so läßt sich Daraus ohne weiteres auch Das Gewicht für eine bestimmte Flächeneinheit ersehen oder leicht berechnen. Das Instrument läßt sich ferner benutzen, um Feuchtig- keitsmessungen an Stoffen während der Fabrikation durchzuführen. Bleiben wir wieder beim Papier! Cs ändert feine elektrischen Eigenschaften nicht nur mit Der Dicke, sondern av-’h mit seinem Gehalt an Feuchtigkeit. Die Dcstimnung Der Feuchtigkeit von Papier unD anderen Stoffen war nun während der Fabrikation überhaupt nicht möglich. Sollte sie vorgenommen werden, so waren immer erst Proben zu entnehmen. Diese mußten gewogen, und Dann solange getrocknet werden, bis sich ihr Gewicht nicht mehr änDerte. Darauf erfolgte dl? zweite Wägung. Jetzt erst konnte Der Feuchtigceits/iehalt berechnet werden. Man denke sich Dagegen einen Zeiger, Der auf einer Skala spielt unD schon währenD der Fabrikation erkennen läßt, wie hoch Die Feuchtigkeit ist, ob unD wie sie sich änDert, ob alle Teile einer langen Stoffbahn Die gleiche Feuchtigkeit aufweisen und was Dergleichen Fragen mehr sind, Denen nicht nur für Die Herstellung, sonDern auch sonst eine hohe Wichtigmechanische Vorrichtung, die das Vorbeigleiten I Papier, sondern auch andere Stoffe in eineiner beweglichen Platte an der benachbarten fachster und bequemster Welle bereits wahreno unbeweglichen erschweren sollte, zeitigte elektri- | sche Wirkungen. Die Wellenlänge änderte sich. Wir alle kennen ja die Einrichtung des Drehkondensators. Er besteht aus Metallplatten, von denen ein Teil beweglich ist. Die einzelnen Plat- len llnD durch einen Nichtleiter der Elektrizität, durch Lust, voneinander getrennt. Allen hatte zwischen zwei Platten diesen Richtleiter durch einen anderen Richtleiter, durch Papier, ersetzt. Dadurch hatten sich die elektrischen Verhältnis,e des Kondensators geändert, denn Papier verhält sich in bezug auf seine elektrischen Eigenschaften anders als Luft. Der Empfänger war unbeabsichtigt auf eine höhere Wellenlänge abge- Entwicklung eines ©ebieies» beeinflußt und in neue Bahnen gelenkt werden kann. Ein anderes Beispiel, gleichfalls aus Dem Fernsprechwesen entnommen, zeigt, Daß sich auch für alte, längst gebrauchte unD viel benutzte Einrichtungen immer noch neue DerwenDungsmöglich- feiten finden lassen. Das Mllrophon wird schon seit über fünfzig Jahren in Der Telephonie benutzt. Aber auch Diese Benutzung vollzog sich in Der Hauptsache nach einer Richtung hin. Andererseits hat man schon alles mögliche erdacht, um Kassenschränke. Stahlkammern und Räume aller Art gegen Einbruch zu sichern. Außerordentlich groß ist Die Zahl Der Einrichtungen, Die zu diesem Zwecke gebaut wurden. Runmehr ist auch das Mikrophon hinzugekommen. Seine Empfindlichkeit ist gegen früher außerordentlich gesteigert. Die Mikrophone, Die in Den Aufnahmeräumen des Rundfunks hängen, nehmen auch das leiseste Geräusch auf. Die hohe Empfindlichkeit Der heutigen Mikrophone befähigt sie, als Signalgeber bei Einbrüchen zu Dienen. Eine Der größten amerikanischen Elektrizitätsgesellschaften hat ein Mikrophon durchgebildet, das dazu bestimmt ist, einen wchuh gegen Einbruch zu gewähren. Es ist so lonstruiert, Daß seine Membrane mit Den Wänden Der Räume, Der Stahlkammern, Der Kassaschränke verbunden werben kann. Die Der- binbung geschieht in Der Weise, Daß Diese Membrane alle Bewegungen Der WänDe mitmacht. WerDen sie erschüttert, so schwingt auch Die Membrane mit. Dabei ist es ganz gleichgültig, von welchem Instrument Die Erschütterungen ausgehen. Das Mllrophon ist Durch eine Leitung mit Der Wächterstube ober mll Der Polizei verbunden. Solange Die Membrane nicht schwingt, bleibt auch hier alles ruhig. Wirb sie aber Durch einen Angriff auf Die WänDe in Schwingungen versetzt, so wirD der Durch das Mikrophon fließende Strom im Rhythmus Der Erschütterungen unterbrochen. Dadurch werden auf Der Wache Signale in Tätigkeit gefetzt. Die Einrichtung ist so ab* gestimmt. Daß Die Durch Wagen auf Der Straße herbeigeführten Erschütterungen ebenso tote Die Schritte Der Wächter nicht imstanDe sind, Die Einrichtung in Tätigkeit zu sehen. Dies geschieht nur durch einen unmittelbaren Angriff auf Die Wände Des Raums oDer Der GelDschränke. DaS Mllrophon toirD so verborgen, Daß es Dem Einbrecher nicht ausfällt. 8MW März 1928, abends Ischen V ereinshaus enabeni der Jugendpflege. (Vinzerliesei ke. - Freunde und erzlich willkommen. J onzertverein WfcAMMi ■ KONZERT einigung n-Behrendt (Klavier) avemann (Violine) Cello) aus Berlin. 99 B-dur. Reger op. 102 E-mo- I op. 8 H'dur. J ist aus dem Pianomaga' I äßen, Seitenweg 9L H . 3-und 2.- bei Ernst / Studentenkarten KM. rn: arl,e,t60DerVor8t»^ d spar-« ann-Mb--env ■Meie, 125 ■■•Mel0r 6.75, ••■Meter 3.75, “•Meter 250, 1 '“Meter 2.75, 1 besondere Turbine vorhanden, da man die Drehrichtung einer Turbine nicht u.niehren kann. Der Vorteil der Lurbine.llow.notive liegt in der besseren Ausnutzung des Dampfdrucks, so daß etwa Vs an Brennstoff gespart wird. Da die deutschen Eisenbahnen in der Vorkriegszeit jähr'ich etwa 230 Millionen Mark für Lo omotiv- kohle ausgegeben haben, würde dies also einer Ersparnis von über 45 Millio en Mark jährlich entsprochen haben. Turvinen^olomotiven sind allerdings erheblich teurer als Kol enlolomotiven, aber tro-.dem tritt bei ihrer Verwendung mit Sicherheit eine wesentliche Verbilligung der Gr- samtiosten ein. Ein besonderer Vorzug der Tur- binenlo.omotive ist ihr stoßfreies, in jeder Stellung mögliches Anfahren und Anziehen, während ja bei den Kolbenlokomotiven die Anzugskraft von der zufälligen Stellung der Kurbeln ab- hängt, so daß der Zug ost — wie wir es alle schon erlebt haben — zunächst etwas zurückgedrückt werden muß, ehe man ansahren kann. Die Dampfturbine kommt eben darin demEle.tro- motor nahe, daß sie g'eich ei :e Drehbewegung erzeugt. Daß man diese freilich bei der Turb nen- lo.omotive durch ein hin- und herge^en es Gestänge auf die Räder überträgt, ist noch ein Mangel der Turbinenlokomotive, der ben ersten elektrischen 2o omotiben auch anha'tete, bei diesen aber bereits überwunden ist. Run wird der Leser fragen, Was soll man nun machen: Die Kohlenstaub- oder die Tur- binenlolomotive? Die Antwort daraus kann nur lauten: Beides. Die Zukunft wird zweifellos der kohlenstoubg:feuerten Turf i lenlo o.notive gehören, bis eben die Dampflokomotive durchweg von der e eltrischen Lokomotive oder vom elektrischen Antrieb jedes einzelnen Wagens verdrängt sein wird. Dann werden sich einstmals unsere Aach'ahren darüber wundern, warum wir die Kraftwerke in kleine Teile zerlegt auf Schienen in der Welt herumgefahren haben, statt die Betriebsenergie in großen Werken, wo man Platz hat, die vorteilha, testen Maschinen zur Energie- crzeu-'ung aufzuitcllen im großen zu erzeu..en und sie den verbrauchenden Lokomotiven zuzuleiten. Aber staunen wird man auch dann noch darüber, daß es gelungen ist, solche Kunstwerke von fahrbaren Kra twerlen mit dauernd steigendem Wirkungsgrad zu schaffen! Wirtschaft. Oer Stand unserer Wirffchastöentwicklung. Die Direktion der Discontogesellschaft beschäftigt sich in ihrem Monatsbericht mit dem augenblialichen Stand der deutschen Wirtschaft sentwicklung auf Grund der Berichte des Instituts für Konjunkturforschung und des Preußischen Handelsministeriums, die beide zum Ausdruck bringen, daß die Konjunktur ihren Höhepunkt überschritten habe, daß aber ein unmittelbar bevorstehendes steiles Abfallen der Konjunkturkurve nicht wahrscheinlich sei. 3n dem Monatsbericht wird dazu u. a. ausgeführt: Man wird der eigentlichen Natur der augenblicklichen Konjunkturphase Wohl damit am nächsten kommen, daß man sie als eine Atempause bezeichnet, die der ununterbrochene Aufstieg des vergangenen Jahres, oder besser noch die Gesamtentwicklung der beiden letzten Zahre notwendig gemacht hat. Wenn man sich die Höhe vergegenwärtigt, zu der dieser Aufstieg aus den verschiedensten Wirtschaftsgebieten emporgeführt hat. so wird es verständlich, daß eine gänzlich unverminderte Behauptung der erreichten Produktions- und Absahgrößen einen Kräfteaufwand verlangen würde, dem die Aufnahmefähigkeit des inländischen Warenmarktes und die Leistungsfähigkeit des inländischen Geld- und Kapitalmarktes nicht gewachsen sind. Der Bericht kommt nach einer Darstellung der gegenwärtigen Produktions- und lllmsatz- zisfern im Vergleich zum Vorjahre zu dem Ergebnis. daß die Steigerung von Produktion und Umsatz, die nach den vorliegenden Ziffern für das Jahr 1927 in ihrer Gesamtheit sicher mit mehr als 20 Prozent anzunehmen ist, nicht beliebig höher getrieben werden könne, wenn man sich ihre Auswirkungen auf der Geldseite vergegenwärtige. Die Tatsache, daß das deutsche Preisniveau fast während des ganzen Jahres 1927 eine ft e i g e n 0 e Tendenz gehabt habe, lege Zurückhaltung 'n der weiteren Ausdehnung des Zahlungsmittelumlaufs nahe. Zurückhaltung in der Geldvermehrung bedeute natürlich in Wirklichkeit Zurückhaltung in der Kreditgewährung. Man werde annehmen können, daß sich in der Steigerung der letzteren zum Jahresende auf Grund des Reichsbankausweises von Ende Februar auch Buntes Allerlei. Die „rNeiskgespietten" in Berlin. Die deutsche Reichshauptftadt hat heute 35 Theater. Bei rund 300 Abendvorstellungen ergibt das im Jahr die runde Zahl von. etwa 10 CCO Aufführungen innerhalb von 12 Monaten. Bei einer solchen künstlerischen Massenproduktion inte.essiert ein Blick auf den Spielplan. In der Spielzeit 1926/27 beherrs Hten in den künstlerisch maßgebenden Bühnen Berlins ausländische Autoren das Repertoire zu zwei Dritteln. Am erfolgreichsten war Shaw, der mit 261 Aufführungen fast allein eine Bühne beanspruchte. Es folgen: Bourdet (Die Gefangene) 153mal, Molnar 150, Hauvt- mann 149. Raynal 146. Sternheim 131, Kaiser 123, Lonsdale (Mrs. Cheneys Ende) 119, Goetz (Gne'.senau) 118, Wedekind 102, Derneuil 97, Reumann (Patriot) 97; von Klassikern: Shakespeare 95, Schiller 52, Kleist 52, Goethe 22, Möllere 22, Lessing 20. Von der jüngsten Generation gingen HasenclevH 39mal, Unruh 30, Zuckmatzer 24, Klabund 21 und Toller fünfmal über die Bühne. Im Bereiche der Oper bestritten Wagner (92), Verdi (87), Puccini (74) und Richard Strauß (42) fast das halbe Programm; Mozart kam nur 14mal zum Gehör. Die meist gespielten Opern waren Puccinis Turondot mit 31, Bizets Carmen mit 24, Wagners Meistersinger mit 22 und Beethovens Fidelio mit 19 Abenden. Lernen Kinder schneller als Erwachsene? Die vielverbreilete Annahme, daß Erwachsene weniger rasch und leicht lernen als Kinder, ist ein Vorurteil; gerade das Gegenteil ist richtig. Dis zur Höhe des Lebens sinkt die Fähigkeit. sich neue Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen, überhaupt nicht wesentlich. Dies ist das Ergebnis von Untersuchungen, die der Professor der Pädagogik an der Columbia-älniversität in Reuyork, E. L. T h o r n d i k e, angestellt hat. Thorndike hat zwei Gruppen von Personen, die eine 36 Jahre und älter, mit einem Durchschnittsalter von 42 Jahren, die andere 20 bis 24 Jahre, im Durchschnitt 22 Jahre alt, mit einander verglichen Esperanto lernte die ältere Gruppe etwa fünf- bis sechsmal so schnell, wie die jüngere, beide Gruppen lernten es ober schneller als Kinder. Richt anders erwies es sich aber auch bei der Erlernung der Gegenstände des elementaren Unterrichts, beim Lesen, Schreiben und Rechnen; und ar.cfc die Experimente an Erwachsenen mit aneignungsschwierigem wifsenscha.t- lichen Stoss, fremden Sprachen, Algebra usw., ebenso wie derjenigen von Stenographie und Maschinenschrei, en, unterstütz e.i das allgemeine Ergebnis. daß die Fähigleit zu lernen bis etwa zum 20. Lebensjahr ansteigt, daß hierauf ein Stillstand und dann erst ein sehr langsames Absinken eintritt, das man mit etwa 1 Prozent jährlich beziffern kann. Daß Erwachsene verhältnismäßig selten neue Sprachen und neue Berufe erlernen, liegt demnach also nicht an mangelnder Eignung, sondern nur am Fehlen der Gelegenheit dl er des Bedürmilses. Ein dankbarer Dickhäuter. Ein Vorkommnis, das Zeugnis ablegt von der Intelligenz und zugleich von rührendem Dankbarkeitsgefühl eines Elefanten, hat sich kürzlich in der Ruheschen Tierhandlung in Alfeld (Leine) ereignet. Ein riesiger indischer Dickhäuter, Sambo mit Namen, hatte vor einigen Jahren eine große, stark eiternde und jedenfalls auch recht schmerzhafte Verletzung an einem Bein und wurde von einem hiesigen Tierarzt sorglich behandelt, so daß allmählich völlige Heilung eintrat. Der Elefcint hatte sich auch sehr willig der Behandlung unterzogen und reckte dem Tierarzt das verletzte Bein entgegen, sobald dieser nur in die Nähe seines Patienten kam. Nach seiner Heilung ging Sambo mit anderen seines Geschlechtes und den indischen Führern auf Reisen, um im Zirkus zu arbeiten. Nach einiger Zeit kehrte er wieder nach Alfeld zur Firma Ruhe zurück. Als am Morgen nach Sambos Rückkehr der oben erwähnte Tierarzt den Elefantenraum betrat, tönte ihm sofort ein lautes, freudiges Trompeten entgegen. Sambo stößt es aus, und als der Tierarzt in seine Nähe kam, wurde er von dem Rüssel des Elefanten mit einer Zärtlichkeit umschlungen, die man dem plumpen Tiere kaum zutrauen würde. Mancher Mensch, der höchstens noch knurrt, wenn er von seinem Arzt die Rechnung für ärztliche Bemühungen bekommt, könnte sich an dem Dankbarkeitsgefühl dieses Dickhäuters ein Beispiel nehmen. eine gewisse Verminderung des konjunkturmähig bedingten Kreditbedarfs äußere. Dagegen weise der Geldmarkt in seiner Gesamtheit keinerlei Anzeichen fühlbarer Entlastung auf. Auch auf dem Kapitalmarkt seien noch keinerlei Anzeichen erweiterter Aufnahmefähigkeit festzustellen. Ob mit einer starken Ergänzung unserer Kapital- ausstattung vom Auslande her g?rechnet werden könne, sei im Augenblick schwer übersehbar und werde nicht zuletzt von den bevorstehenden Entscheidungen der Beratungsstelle für öffentliche Auslandanlechen abhängen. Es sei anzunehmen, daß die Jahreszeit durch das Frühjahrsgeschäft auch dem Geldmärkte in den kommenden Wochen eher eine erneute Mehrbeanspruchung bringen werde. Eine fühlbare Entlastung des Arbeitsmarktes durch die Auhenberufe fehle noch. Abgesehen von dem Einfluß der Witterung fei die Zahl der registrierten Bauvorhaben rückgängig. Was die Beschäftigungslage der Industrie betreffe, so werde gerade für die kommende Zeit außerordentlich viel von der Exportentwicklung abhängen. Recht günstig schienen hier die Aussichten für die Eisenindustrie zu liegen. Für das Exportgeschäft in Fertigwaren würden die Ergebnisse der Leipziger Messe, die überwiegend recht befriedigend lauten, für die nächsten Monate günstige Aussichten eröffnen. Die Börse habe auch in den letzten Wochen in ihrer lustlosen Haltung und weitgehenden Geschäftslosigkeit verharrt, besonders infolge der zögernden Entspannung am Geldmärkte. Die von der endgültigen Annahme des amerikanischen Freigabegesehes erhoffte festere Tendenz blieb völlig aus. Es sei aber zu erwarten, daß der mit dem 1. April bevorstehende Z i n ä t e r m i n^öem Anlagemarkte größere Mittel zuführen werde. Aus der Zunahme der inländischen Kapitalbildung, die an den Emissions- ö'ffern der letzten zwei Jahre abzulesen sei, ergebe sich ohne Zweifel, daß sich inzwischen auch das Renteneinkommen in Deutschland stark vermehrt habe. Cs sei eine Tatsache, daß dieses stärker als das Arbeitseinkommen die Anlage suche und so zu neuer Kapitalbildung führe, die nicht auf Kosten des Konsums erfolge. Schließlich werde die laufende Kapitalbildung, die in der deutschen Wirtschaft trotz aller Belastung erfolge, früher oder später wieder mehr als heute auf dem eigentlichen Kapitalmarkt in Erscheinung treten und damit auch der Börse zugute kommen. * * 20 Millionen Frankfurter Stadtanleihe. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte auf Antrag des Magistrats am Dienstag in geheimer Sitzung Die Aufnahme einer neuen Inlandanleihe bis zu 20 Millionen Reichsmark. • Reform bund der Gutshöfe e. V., Friedberg. Im Geschä'tsbericht für 1927 wird u. a. mitgeteilt: Eine weitere innere Konsolidierung ist festzustellen. Die Mitgliederzahl hat zwar abgenommen, weil es infolge der beschränkten Mittel nicht möglich ist, in den außerhessischen Gauen eine intensive Verbandstätigkeit zu entfalten. Trotzdem ist der Konnex mit den Mitgliedern enger geworden. Die Kassenverhältnisse sind in Ordnung. An Bestand waren am 31. Dezember 1927 2881,10 Mark vorhanden. Der günstige Abschluß (Einnahmen 17120,18 Mk., Ausgaben 14 239,08 Mk.) ist auf Einsparungen gegenüber dem vorsichtigen Voranschlag 1927 zurückzuführen. Die Herabsetzung der.Beiträge hat sich gerechtfertigt. * Deutsch-AtlantifcheTelegraphen- Gesellschaft. Der Ausjichtsrat der Deut'ch- Atlantischen Telegraphen-Ges l schast schlägt eine Dividende von 7 Proz. (i. V. 0 Proz.) vor. Der Verkehr auf den Kabeln der Gesellschaft hat seit der Inbetriebnahme des neuen Azorenkabels eine starke Steigerung erfahren. * Dividendenerhöhung der Gemeinschaftsgruppe. In der letzten Di- lanzsitzung der Gemeinscha'tsgruppc deutscher Hypothekenbanken wurde beschlossen, den Generalversammlungen der zu der Gruppe gehörigen Banken eine Dividende von 9 (8) Proz. vorzuschlagen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 21. März. (Eigener Drahtbericht des Gie'ener Anzeigers.) Tendenz: freu dlich. — Zu Beginn der heutigen Börse war die Stimmung zwar weiter zurückha llend, aber im Grundton doch etwas freundlicher. Von einer B.'teiligu rg d s Privatpublikums war aber kaum etwas zu bemerken. Eine gewisse Anregung ging von dem verhältnismäßig leichten Geldmarkt aus, an dem um- fa. g.eiche Vorbereitungen zum Quartatsultimo getroffen worden sind, so daß die am Vortage geh gten Befürchtungen Hinsicht ich seiner lieber- wi: düng zurück traten. Vor allem regten aber die günstigen Ziffern der Außenhanvelsbita -z an. Die Umsätze waren im allge nebten wieder minimal, doch überwogen heute die kleinen Käufe, so daß bei den ersten Votierungen auf den meisten Märlle i 1- bis 2prozentige Kurs- befferungen ei., traten. Am M ontanmarft Sogen Mannesmann 2 Prozent an, auch Gelsenkirchen plus 1,25 Prozent bevorzugt, während Rheinstahl nur knapp behauptet blieben. Von Elektrowerten waren Ges.ürel 2,25 Prozent und Siemens 2,5 Prozent befestigt. Zellstoff Waldhos eröffneten 1,5 Prozent höher. Farbenwerte lagen sehr still. J.-G.-Farben, BondS und Bezüge fast unverändert. S ch i f f a fj r t S - wert eher etwas schwächer, ebenso Autoaktien. Am Bankenmarkt gewannen Commerz und Danat je 1 Prozent. Von heimischen Renten lagen Ablösung für Reubesiy- etwas fester. Ausländische Renten fast umsah'.os. Im Freiverkehr waren Russen wieder etwas gefragt. Gulden-Russen 3,75 Prozent. Im weiteren Verlaufe konnte sich die Stimmung weiter erholen, wobei die Anregung vom Farbenmarkte ausging, an dem J.°G.-Bezüge bis 10.15 bis 10,20 Prozent erhöht waren. Bonds 137.75 bis 138. J.-G.-Farben plus 1 Prozent. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6 Prozent. Im Devisen verkehr lag das Vsund weiter fest, dagegen der Dollar a'bgeschwächt. Reichsmark gegen Kabel 4,1802, gegen London 20 417. Lon- don°Kabel 4,8825. Paris gegen London 124.02. Mailand 92,40, Madrid 29,00. Bcrlinc Börse. Berlin, 21. März. Vormittags noch sehr still, konnte sich zu Beginn der heutigen Börse auf den meisten Märkten eine Befestigung durchsetzen. Das Geschäft war nicht sehr umfangreich und in erster Linie auf den Montanmarkt beschränkt. Eine Anregung boten die im Verlaufe bekannt gewordenen Ziffern der Außenhandelsbilanz für Februar, die mit einer Passivität von 303 Millionen gegen 493 Millionen im Vormonat eine Besserung um 190 Millionen Mark zeigt (Zunahme des Exportes um 80 Millionen. Abnahme des Importes um 110 Millionen). Die Stimmung blieb günstig. Für Spezialwerte bestand weiter Interesse. Am Elektromarkt wollte man belgische Käufe beobachtet haben. Stärker erholt waren Glanzstoff, Bemberg, Polyphon usw. Essener Steinkohlen konnten um 4,5 Proz. anziehen, da sich die Befürchtungen einer Dividendenreduzierung nicht bewahrheiteten. Die K u r s e n t - Wicklung war sonst nicht einheitlich, es überwogen aber die Besserungen von 1 bis 2 Proz. Heimische Anleihen behauptet. Ausländer geteilt. Mexikaner etwas fester, dagegen Mazedonier und Anatolier angeboten. Pfandbriefe ruhig, aber nicht unfreundlich. Far- ben-Bonds 137,50 bis 138 Proz., -Bezüge 10Vs Proz. Geld. Das Angebot soll nicht erheblich gewesen fein. Geld ist unverändert. Tagesgeld zeigte eine Erleichterung auf 51/2 bis 71/, Proz. Rach den ersten Kursen wurde es zunächst etwas belebter, später aber wieder ruhiger. Die Kurse lagen meist 0,5 bis 1 Proz. unter Anfang. Dessauer Gas blieben gefragt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. März. Die Marktlage ist sehr fest. Getreide, Futtermittel und Mehle steigen im Preise. Roggen ist besonders knapp und fast kein Angebot vorhanden. Sehr gesucht sind auch Futtermehle. Cs wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs, 26,75, Roggen 27 bis 27,25, Sommergerste für Brauzwecke 30 bis 31,50, Hafer, inländischer, 27 bis 27,50, Mais (gelb) für Futterzwecke 24,50 bis 25, Mai« (gelb) für andere Zwecke 25,50 bis 26, Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 38 bis 38,50, Roggenmehl 37,50 bis 38, Weizenkleie 14,60 bis 14,75, Roggenkleie 15,50 bis 16 Mk. Tendenz: Fest. Letzte Nachrichten. Schweres Ltnglück in einer Braun» ohlengrube. — Bisher 6 Tote. Mückenberg b. Liebenwerda, 21.März. (MTV. Funkspruch.) heute vormittag um die zehnte Stunde stürzte infolge des hefttgen Sturmes die bei der Vrannkohlen- und Brikett-Jn- d u st r i e - A.-G. im Bau befindliche Abraum- Förderbrücke zusammen. Bisher sind 6 Tote und 2 Schwerverletzte geborgen. Die Unfallstelle ist abgesperrt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter dcn Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. 3- auhmri a. M Berlin j-.a' htun a. Ul Berlin Schlug S'TS -'Uhr- fiurs Sch ich ft'TS Anlang Kur Schlich fi-'is 1 ''Uhr. ISd) ich | Änianc Rur* 6ur Datum •10 3. | 21.3. | 20 .3. | 21. 8 Datum: 20 3. 21 3. | 20. 3. 121 3 *1* Dl Nrichsanleihe v 1927 Dt Am vibtöf Schuld mu Au.lol Rechten DeSgl oU .c AuSl f -Hechten 7°/0 ftraih Hnp.-B: Äo dv' unkündbar bis i932 Schwei; Bm desb.-Anl. <°/o Oesteretchilche Koldrie l,2ü°/, üeflcrr ich Silberne Elebr Uiuem . 10 Hamb Sieht Werte . . lo 'N dein Sltltr .... 8 Schlei. Slertr . . . . . io Schmiert .......7 Siemens & HalSk» ... 16 Tran radio . . . . 8 Ladmever A Sa. ..... 9 Buder 6 ..... o Deutsche Erdöl......e Stiener S etnkodl« - .8 Gelsenkirchener f. •/, g 4 Harvener .... 8 fcocfcD (Eilen ......... Ilse Bergbau ...... 8 Rlödnrroerfe ...... 5 Röln-'Jleueilen . . , 1 anneSmann f. >/, g 4 ManS rl der 7 Cberfctiki Eilend Bedart 0 Oberschlel KokSwerke 0 Bbonil Bermau t '/, g 3 ’Jibemiicbe Braunkohlen io Rbeinüahl 0 Riedeck Montan . 6 Bereinigte Stablw t. '/, g 3 Ciam Mwen ) sh Kalt ÄscherSleden 1( fldltTDeftereqein 10 Kaliwerk SaUdetkurtb 12 6 G itarDcn 3n6uftrte U Dvnamii Nobel ... 0 Scheib annaU . .... .8 -•> oldlchmidt .... . 6 Ruigervwerte . ..... .0 TOeioÜodea.Aeh.....10 151,5 212 117.5 270,75 168.5 266 93 5 130.75 165 142.5 113.5 100.5 263 153 0 102 25 167.5 176.5 -58 106 98 w_ _ » § __ 0 ZZ ___ — — 0. öS ■ i । L. । 1 & । ' KLLr: ' । 1 1 ss S. S1 1 । 1B1B । । 1.1.5 171 164 65 211.9 118.5 270 5 153.5 152 186 75 168,25 67 25 136 25 92 123.25 133 132 164.5 • 137 214.75 115 137 M3,60 114.25 99 94.4 101.25 462.5 152.75 149,5 IU2. D <4.13 169.5 177.. 405,5 58.75 175.5 108.5 98.5 152.5 172.25 165 212.5 118 273,25 153 187 168 25 .69,25 133.9 157.25 123 9 137,5 132.65 166 137 244,75 145 114,25 98.5 94.5 101 -65 153,5 149,5 102,4 14 169,75 255.25 -58.75 105.75 99.9 3- fl'ikfun a. 9)1 Berlin Schluh fl’irs I l'Uhr- Sch uh- H'ir» !Un|ang Kur Datum: 20. 3. I 21. 3 | 20. 3. | 21. 3. Bmiivv o-'imann 145 145. 5 115 25 146 5 beidelderaer Cemeni 8 140 lernen 1 «aelüadt . . .« 179 avb & itreitao li 127.5 - SchultberS Baveodoker 15 — - 331 333 Cftrocrfe . . 12 — — 267,5 Ber G lanjstoft • ... 15 — — 713 718 Bemberg ..... 8 -- — 505 513 Hetlfio Daldboi 12 3t Oft off ÄfcbQffenbnrn 10 262.5 170 264 264 5 264 - Cdorloti nburger Waller 7 — — 117.5 117.75 cflauer GaS 8 — — 172.25 174 13 Daimler IN (Toren .... 0 • 88.5 88 25 89 8-,'.i Demag .... 0 — 52 13 □ 15 Adlerwerte fi zoet. ... 0 — 85,75 87 85,9 eodw notice .... 1 — - 237 237 •J?at Automobil .... 6 * — 91.75 91 Cn nft tn A fioprel .... 4 Linke 60mann .... l — — 130 ikronbard Tiey ... f — — 208 5 208.5 Bamaa eqrm .... 0 Fran!« TL ichmeA .... 0 25 — 26 73 25 i1' nonei ..... 7 142,5 — 141 75 _ 6enliQenftat6l ...... 0 24.5 — _ Ftnnabane ...... e Lechwerke ..... 8 84 — 84.5 _ 116.5 116.5 — — Lftamkratnverk» ...... 8 115.5 - — — Miag ...... |( 140 139.5 139 — ’Jtefarlulmet ...... 8 60 2.i — 60 75 Beier» Union - ...... '8 Debr Roeder ...... 1> 98 — 98 Borg, ' ^ranjoiische j/oicii 16 525 " Holländische diäten ... jMicniftfic Noten...... Norwegische Noten..... Deurich-Qesrcrr, ä 100 Kronen 167 8b 22 165 168.u4 22,245 111.28 111.72 58,98 59. 22 Nuinsinische Noten...... 2.58 2,60 Schwedische Noten...... 111,88 112,32 Schweizer Noten ...... Spanische Noten ...... 80.33 80.65 70,26 70,54 Ti'chechoslowalrsche Noten . . Ungarische Noren 12,34 12,40 72 89 73.19 Telegraphische Auszahlung. 20 März 21 Mär» Amtliche Geld Notl rung Brie' Ärmliche Notierung ")elo 1 Brie ÄMU-. Nori 168,18 168,52 168,21 >68.55 Bu.m.-Aires 1,788 1,792 1,788 1.-92 Brll- Anrw j8,2iö 58.335 ■)8.20 jS.32 Ebriktiania 111,49 111,.1 112.19 111.51 111.73 llooenbagcn UI.97 112.01 112.23 Srockbolm 112.10 112.32 112,12 112,34 HelnngtorS. IU, jl.j lU.jjä 10,523 10,j43 Jialtcn 22,06.) 22.105 22,07 22,11 London. . 20.39 20.43 20.393 20,133 OieuDorf . . 1,1765 4.184a 1,1.70 4,182.0 BarrÄ ... 16,44 16. 8 16.44 16,48 § chlort» . . ■<0.43 8U,o9 60,465 80,625 Sva '-n 70 35 70.49 ).502a 0.5U4v 0,5625 0.5045 £ eft. adacit -8.78 08 90 ->8.77 08.89 Prag 12,379 12,399 12,379 12,399 Be! i rad 7,353 7,367 7.353 7,367 Budao.'ll. <2.99 73,13 72.97 73,11 Bul arten >,017 3.0:3 3,019 3,025 vifiabon 16.58 16.62 16,58 16.64 Dornig 81,52 61,68 81,53 81.69 «tonst nrtn 2,121 2,125 2,131 2,125 Alben >,564 5,576 i,5o4 5,566 Eanado 1.177 1,185 1,179 4.187 Um aal) 4.316 4,324 4.313 4.534 Un 20.914 20.954 30.92 20 96