Nr Erstes Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 21. Zebruar 1928 GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen Dm» tret üerlog: vrühl'fche Untoerfft6t$»Bnd^ und Stetnörnderet R. tauge ta Stetzen. Schristtettung und Seschästrfteklei Zchnfstratze 7. Erscheint tügl'ch,anher Sonntags anb Feiertag». Beilagen Btehener FamUiendlLtter Heimat im Bild Di» Scholle Monatr-Vezvtzspretr: 2 Reichsmark and 20 Neichspsennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern tnfolg« höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61, 64 und 112 Anschrift für Drahtnach* richten Anzeiger Eietze«. potlscheckkonlo: Sraitfftirtam Main 11686. Annah»« von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rerchspsennig^ für Re» Kiameanzelgen von 70 mm DreUr 35 Neichspfennig, Plutzvorichrift 20“ , mehr. EhefredaKteur Dr Friedr Wich Lange. Derantworilich für Politik Dr Fr Wilh Lang«, für Feuilleton Dr h Thyrwt, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein! für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Biegen OemKönige ausMorgenland! Der türkische Sultan Abdul Aziz war der erste Herrscher auä den von den Modernen unter dem Rainen des Orientes zusammengefahten Ländern — das Reich Peters Drohen wird von der gegenwärtigen amtlichen Geographie zu Europa gerechnet — der bei Gelegenheit der Pariser Weltausstellung von 1867 die christlichen Hose Westeuropas bereiste. Weder er noch seine Rachfolger sind wiedergekommen: Kriege und Revolutionen haben es verhindert. Dagegen hat der Perserschah Rasr ed Din seit der Wiener von 1873 alle Weltausstellungen besucht, und sein letzter Abkömmling konnte sich so schlecht von Pari- trennen, dah seine Perser ihn zuletzt durch einen blauen Brief der Heimkehr überhaupt überhvben. Zu Afghanistan ist ziemlich ein Jahr» hundert hindurch kaum für den äußeren Aufputz freundschaftlicher Beziehungen Raum gewesen. Mit England, als dem Beherrscher des angrenzenden IndiewS. sind schwere Kriege geführt worden: vor bald neunzig Jahren wurde einmal ein ganzes englisches Heer durch einen Tleberfall im Khurd Kabul-Passe ausgerteben. Unb Rußland hat sich im (Zähre 1885, sogar vH ne voraufgegangenen Streit, eine afghanische Provinz durch Raub angeeignet! Erst unter dem jetzigen Herrscher, der auch den Königstitel annehmen durste, statt des älteren „Emir"-Fürsten, ist die volle Souveränität des Landes zur internationalen Anerkennung gelangt. Veranlassung für Englands Verzicht auf sein ein Menschena ter hindurch beanspruchtes Protei toat war außer der allgemeinen Sympathie König Georgs V. für die Grundsätze des einen gewalt- samen Inrperialismus verschmähenden liberalen Parteiprogrammes Gladstonescher Prägung die „torrclte" Neutralität Chabid Villahs im Weltkriege, gegenüber ben Versuchen der türkischen Glaubensverwandten (auch die Afghanen sind Sunniten) ihn zu einer Teilnahme am „Heiligen Kriege", zum Anschlüsse an das deutsch-türkische Bündnis zu bewegen, ilebrigend hätte ohnehin Auswirkungen einer solchen Verbindung noch das persische Reich im Wege gelegen, in das türkischen Heerestörpern keine tiefen Vorstöße zu machen gelang. Immerhin ist Ehabibs Sohne Aman Ullah jene Zurückhaltung des Vaters zugute gekommen. Bei uns in Deutschland denkt niemand daran, jene Enttäuschungen der afghanischen Ration oder ihrer Dynastie nachzutragen. Was über den jungen Herrscher lautbar geworden ist, der jetzt als er st er Monarch dem vor bald einem Jahrzehnt mit republikanischen Ordnungen ausgestatteten Deutschen Reich eine Staatsvisite ab- stattet, ist geeignet, günstige Vorurteile für seinen Charakter zu erwecken. Er scheint die äußeren Formen der westeuropäischen Zivilisation für sich und seine Umgebung mit dem Ceichmack angenommen zu haben, dessen Abwesenheit der persönlichen Würde exotischer Potentaten sv leicht Abbruch tut. Sein Stteben, die technische Kultur des Abendlandes seiner Heimat zunutze zu machen, scheint ihm echte Herzenssache zu sein. Freilich wäre es ein Wunder, wenn nach den gewalttgen Gewinnen, die Japan seine Europäisierung ein- gebracht hat, asiatische Landesherren sich der Racheiferung noch entzögen. Daß man äckllah aber auch für die im sittlichen Empfindungshorizont der christlichen Kulturwelt wurzelnden Le- benssormen Verständnis besitzt, dafür dürste fein Liebergang zur Monogamie sprechen. Er ist wohl der erste Orientale, der eine solche Rundreise in Begleitung einer einzigen legitimen Gemahlin veranstaltet. Lind er hat Beweise abgelegt, in welchem Grade ihm an der Anknüpfung und Entwicklung engerer Beziehungen eben mit uns Deutschen gelegen ist. Deutsche Ingenieure hat er in hervorragendem Maße in sein Land gezogen, um ihn bei dessen Aufschließung zu unterstützen. Gewiß würde er auch gerne deutsche Kapitalien dort fruchtbringend anlegen la en. wenn unsere eigene, durch den Krieg geschwächte Finanzkraft solche Unternehmungen in größerem Umfange gestattete. Afghanistan soll ja nicht eben ein Land von sprichwörtlicher Fruchtbarkeit sein, kein Erdstrich, auf dem „Milch und Homs fließt". Aber es enthält doch auch zahlreiche bei genügender Bewässerung entwicklungssähige Oasen, geeignet zum Anbau tropischer und subtropischer Erzeugnisse, wie der Baumwolle, deren Bezug aus einem unseren Bedürfnissen wohlwollenden Auslande nach dem Verlust unserer eigenen Kolonien doppelt dringlich geworden ist. Und hochpolitisch fehlen alle und jede Rei- bungsslächen, wie wohl selten, in den Beziehungen beider Länder. Auch der vorjährige Zwischenfall, die ungerechte Verurteilung eines deut chen Forschungsreisenden durch einen afghanischen Gerichtshof, ist auf gütlichem Wege glatt erledigt worden, hat allerdings gezeigt, wieviel für die Verbesserung der dortigen Rechtspflege noch zu tun bleibt. Dah unter unseren maßgebenden Männern leine blindwütigen Dok- trinäre sind, die dem gesündst redenden Herrscher als Fundament aller Re ormen den abendländischen Parlamentarismus ausschwatzen mochten wird die Verständigung noch erleichtern. Lind wir haben auch nicht die geringste ilrfac. e, Qlman LIllahs Sympathien für unsere deutsche Ration auszunutzen, um ihn seinem englischen Rachbarn zu entfremden'/ von dessen Befriedigung soviel für einen stetigen Fortschritt Afghanistans abhängt. In diesem Sinne entbieten wir dem königlichen Paare, das unsere Reichshauptstadt zum Zusammentritt des Genfer Gicherheitskomitees. In Genf will man jetzt das Sicherheits- Problem sehr eingehend untersuchen und sich darüber schlüssig werden, ob es ratsam ist, der Abrüstungskonserenz den Abschluß d o n 13 ertrügen nach dem Locarno-Vorbild zu empfehlen. Wir wissen nicht, wie die Resolution aussehen wird, die schließlich zur Annahme gelangt. Darüber besteht aber in allen einsichtigen Kreisen Europas längst kein Zweifel mehr, dah der Ausbau der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit theoretisch jedes weitere Auf- rüsten unnötig macht. Ein vollständiges Vertragssystem aber mühte automatisch zur Verminderung der gesamten Rüstungsbestände führen. In der Praxis wird sich allerdings vorläufig mit noch so gut gemeinten und annehmbaren Beschlüssen der Genfer Sicherheitskonferenz nicht viel anfangen lassen. Rach wie vor betrachten sich die Rationen mit einem grenzenlosen Mißtrauen, das zwar den Abschluß von Verträgen nach dein Locarno-Muster nicht unmöglich macht, aber jede günstige Auswirkung aus den europäischen Rüstungsstand im Keime erstickt. Man wird sich sicherlich noch ein weiteres Jahrzehnt bemühen, die eigene nationale Sicherheit s i ch selbst durch starke Armeen und Militärbündnisse zu garantieren. Militärische Abmachungen zwischen zwei oder drei Staaten brauchen nun keineswegs als Bedrohung des Friedens oder der Sicherheit eines anderen Volkes aufaefaßt zu werden. Tatsächlich unterscheidet sich aber auch ein sog. Defensivvertrag durch nichts von denjenigen Abmachungen, deren Spitze gegen einen unbequemen Rach- bam gerichtet ist. Lord Robert Cecil hat durchaus recht, wenn er aus Anlaß der Genfer Tagung betont, dah Defensiv Verträge den Abschluß von Gegenverträgen auslösen und dadurch die allgemeine Unsicherheit nur vergrößern. Cs ist ganz selbstverständlich, daß unter diesen Umständen jede Resolutton des Sicherheitskomitees, die sich für den Abschluß von Schiedsverträgen zum Zwecke der Rüstungsverminderung ausspricht, auf steinigen Boden fallen muh. Tatsächlich wird in Europa heute wieder flott mit Defensivverträgen gearbeitet, die nicht nur auf dem Papier stehen, sondern jeden Vertragspartner zwingen, sich auf einen Abwehrkrieg vorzubereiten. Mit anderen Worten aus- gedrückte jede Ration wird veranlaßt, durch Höchstleistungen auf dem Gebiete der militärischen Ausrüstungen sich vor der anderen den Vorsprung zu schaffen, der ihr Me Sicherheit gibt, daß man sie in Frieden läßt. Offen- siv- wie Defensivverträge sind also nichts anderes als ein Antrieb zu verstärkter Rüstung. Wir haben in unserer Denkschrift zur Sicherheitsfrage Wert auf die Feststellung gelegt, daß das Uebel schon an der Wurzel bekämpft, also auch diese Vertragc beseitigt werden müssen, weil sie kriegerische Auseinandersetzungen vorbereiten. Alles, was in Genf beschlossen und der Abrüstungskonferenz empfohlen wird, bleibt solange Kräftevergeudung als man sich grundsätzlich auf den Standpunkt stellt, dah zuerst einmal d i e M i 1 i t ä r ve r- tr äge gelöst werden müssen, was bet Verwirklichung dieses Gedankens eine sofortige sehr starke internationale Entspannung im Gefolge hoben würde. Rur bann wird sich eine Schiedsgerichtsbarkeit mit Erfolg ausbauen und auch auf alle politischen Streitfragen ausdehnen lassen. Ein deutscher Vorschlag. Dens, 20. Febr. (WTB.) Das Sichcrheits- komitee des Völkerbundes ist unter dem Vor.itz des tschechoslowakischen Außenministers B e - nesch zu seiner zweiten Tagung zusammengetreten. Die Bildung dieses Komitees erfolgte bekanntlich Anfang Dezember v. I. auf Grund eines Beschlusses der letzten Völkerbundsversammlung. Dem Sicherheitskomitee gehören sämtliche im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß ver- tretenen Staaten, darunter auch alle Rats- Laoten, an mit Ausnahme der Vereinig- t e n Staaten, die ihre Teilnahme abgelehnt haben, während die s o w j e t r u s s i s ch e R e - g i e r u n g durch einen Beobachter in der Person von Doris Stein vertreten ist. Deutschland ist durch den ehemaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Dr. von Simon, vertreten, Frankreich durch P a u l - B o n c v u r. Als Material für die neue Tagung des Sichcrheits- komitees liegen die Ende Januar in Prag ausgearbeiteten Bericht des finnischen Delegierten Holsti über das S ch i e d s p r o b 1 e m , des griechischen Delegierten Politts über das Sich er heitsproblem und des holländischen Delegierten Rutgers über Auslegung gewisser Bestimmungen des Völkerbundspa k- t e s vor. Diese Berichte haben für die Beratungen des Sicherheitskomitees nur die Bedeutung von vorbereitendem Material zur Informierung der Komiteemitglieder, die vollkommen unabhängig über die weitere Art der Verhandlung unb über ihre Zielsetzung zu bestimmen haben. Diese Auffassung unterstrich auch Bene s ch in seiner Eröffnungsrebe. Rach biefen Denkschriften, fo fügte Benesch hinzu, soll es nicht dem Dölkerbund zustehen, sondern den verschiedenen Staaten überlassen bleiben, i n vollkvmener Freiheit Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in bestimmten Gebieten zu ergreifen. Für den Erfolg der sechsten Tagung dezeichtteke Benesch eine eingehende Aussprache über die einzelnen Seiten des Schieds- und Sicherheitsprvblems als wichttgste Voraussetzung. In Dolkerbundskreisen wird damit gerechnet, daß die Tagung des Sicherheitskomitees etwa acht bis zehn Tage dauern wird und auf jeden Fall vor der am 5. März stattsindenden Ratstagung abgeschlossen werden kann. Die allgemeine Diskussion wurde von dem englischen Delegierten Lord Cushendum eröffnet. Gegenüber dem Umstand, daß es noch an Vertrauen im Völkerbund fehle, unterstrich Lord Cushendum die besondere Bedeutung und Richtigkeit der von Benesch über den vorliegenden Bericht gemachten Feststellung, daß der Völkerbund bereits in einem Ausmaß Sicherheit geschaffen habe, dessen ganzer Wert anerkannt werden müsse und das in der Mehrzahl der Fälle zur Verhütung von Kriegen a u s r e i ch t. Den als ergänzende Maßnahme zu fordernden Vorschlag auf D r g a n i f i c • rungdersinanziellenUnter st iitzung angegriffenen Staaten lege die britische Regierung besonderes Gewicht bei. — Zu Beginn der Nachmittagssitzung gab ersten Male auf einem Gastbesuch berührt, ein herzliches Willkommen. Wie wohnt Aman Llllah in Berlin? Die Herrichtung desPrinz-Albrecht-Palais. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". B e r l i n , 21 Febr. Die Vorbe.eitungs r eiten im Prinz-Albrecht-Palais, in dem bas afghanische Königspaar währenb der Dauer seines hiesigen Aufenthaltes Wohnung nehmen soll, nähern sich bem Ende. Die Frontmauern für die Schilbwachen werden gestrichen. Der Garten wirb mit gelben Tulpen geschmückt, bte Wege mit frischem Kies bestreut, Es ist mcht ganz leicht für die junge beutsche Republlk, ein Protokoll für berartige Empfänge zu schaffen, ist es doch bas erstemal, bah ein berarttg hoher Gast in Berlin zu Besuch weilt. Das alte Protokoll ber Kaiserzeit konnte doch nicht mehr verwendet werben unb so hat man sich Muhe gegeben, ein ber Würbe der Republik entsprechendes neues Protokoll zu schassen. Die Wohn- frage wirb ja nunmehr einmal auch für e n D * gültig gelöst werben müssen. Diesmal hat man es eben mit ber Abmietung getan. Schon der Eingang bes Palais verrät, bah em exotischer Besuch kommt Die Uhr ist mit einem arabischen Ziffernbla11 vergehen worden. damit der König nicht wie in Paris, o t e Zeit verfehlen kann. In dem unteren Stockwerk sind die privaten Gemächer des Königs- Paares gelegen. Unter ihnen fällt das fog. kleine Eßzimmer auf, das durch eine rctd)c Porzellansammlung ausgeschmückt ist. Die Gesellschaftsräume sind im ersten Stockwerk untergebracht Der große von Schinkel m wundervoller Weise ausgestattete Saal ist als Speisesaal hergerichtet. 3n ihm wird auch der ©mb- fang des diplomatischen Korps am Mittwochabend stattfinden. Der andere von Schinkel ausgestattete Raum ist als Teesalon gedacht In ihm werden die Heineren Empfänge stattfinden Das Gefolge des Königs, das sich ungefähr auf 23 Personen belauft, wird im zweiten Stockwerk wohnen. Ebenso ist der Schwiegervater des Königs, der afghanische Auhenminister, im zweiten Stockwerk unter- gebracht Während der Dauer des offiziellen Aufenthaltes ist die afghanische Staats- flagge auf dem Palais gehißt. Die Traiteure, die eine besonders schwierige Aufgabe zu lösen haben, da der afghanische Speisezettel an eine Unmenge von rituellen Gebräuchen gebunden ist, sind dem Personal des Reichspräsidenten entnommen worden, das sich ja zu einem großen Teil aus der Bedienung des früheren Kaisers zusammensetzt. Das Arbeitsnotprogramm. Was wird aus der Achlzchncrkommission für die -Verwaltungsreform? Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 20. Febr. Das Reichskabinett befaßte sich heute erneut mit dem Arbeitsnot- Programm und insbesondere der Vorbereitung und Sicherstellung seiner parlamentarischen Erledigung. Obgleich man bis heute noch fast allgemein der Ansicht war, daß die verschiedenen Forderungen der Parteien an das Budget in ihrer Gesamtheit die Kräfte unseres Reichshaushaltes weit übersteigen würden, ist man nun doch zu einer vorläufigen Einigung gekommen, die für den Haushall nicht einmal eine so große Belastung bedeutet, wie man ursprünglich annahm. Wie wir Horen, schätzt man die Mehrkoste n. die durch das sog. Rotprogramm entstanden sind, auf rund 150 Millionen Mark in ihrer Gesamtheit. Diese Reuansorderungen, die sich hauptsächlich aus den Wünschen der Landwirt schast und der Kleinrentnerfürsorge herausgebildet haben, sind aber im Prinzip gebe ck t. Man hat berechnet, dah die Zölle, die für 1928 außerordentlich vorsichtig angefetzt worden sind, der deutsche Delegierte, Staatssekretär z. O. v. Simson eine längere Darlegung des deutschen Standpunktes. Mit großem Rachdruck entwickelte Herr v. Simson die These, daß ber Ausbau der Sicherheit notwendig die Scha sung eines bcfr.ebigcnbcn Verfahrens zur friedlichen Regelung aller Streitfälle ohne jede Ausnahme mitumlaifcn müfse. Für die politischen Streitfragen hält Herr v. Simson den Ausbau des Vermittlungsverfahrens für am zweckmäßigsten, da unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit in diesen Fragen noch nicht erreichbar sei. Die deutsche Anregung geht dahin, die Staaten könnten sich verpflichten, einstweilige Verfügungen zur Ausführung zu bringen, die präjudizielle Maßnahmen hinsichtlich der Streitgegenstände verhindern sollen. Solche einstweiligen Dersügungen konnten nicht nur, wie beim Locarno-Vertrag, von den zuständigen Vergleichs- kommissionen erlassen werden, sondern a u ch v o m Rat. wobei jedoch die Parteien — und das ist das Reue gegenüber der Satzung — nicht im voraus zur Ausführung verp lichtet wären. Herr v. Simson betonte sodann insbesondere die Wichtigkeit, die Maßnahmen zur Verhütung des Krieges so auszubauen, daß dieWahrscheinlich- keit des Ausbruches von Feindseligkeiten so gering wie möglich wird. Hierdurch werde insbesondere auch die B e st i m m u n g d c s Angreifers erleichtert werden. Aus dem Gebiete ber Präventivmaßnahmen regte Herr von Simson an, daß sich die Staaten verpachten könnten, Empfehlungen des Rates über die Aufrechterhaltung des militärischen Status quo zu befolgen, und falls bereits Feindseligkeiten aus- gebrochen find, einen Waffenstillstand zur Schaffung eines neutralen Gebietes zwischen den beiderseitigen Stteitkräften zu schließen. Der Redner nahm hinsichtlich der regionalen Pakte eine etwas skeptische Haltung ein. Er wies darauf hin, daß man die regionale Lösung nicht ohne weiteres auf beliebige andere Gebiete übertragen könnte. Dor allen Dingen käme es auf den Inhalt der Regionalpakte an. Sie dürften keinerlei Spitze gegen außenstehende Staaten enthalten, da .hierdurch eine Art D e f e n s i v a l l i a n z geschaffen würde, die für den Völkerbund durch die Schaffung einzelner Staatenqruppen außerordentlich gefährlich werden würde. Rußland fordert erneut die sofortige Abrüstung. Ein Moskauer Konvenlionsentwurf. Genf, 20. Febr. (MTV.) Die sowjelrussische Regierung hat durch Vermittlung ihres für die Tagung des Sichcrheitskomikees nach Genf entsandten Beobachters Boris Stein dem Generalsekretariat des Völkerbundes einen üonoentionsent- wurf über die allgemeine und vollständige Abrüstung überreichen lassen. Die Konvention sieht die sofortige Inangriffnahme der allgemeinen re st losen A b - diese Mehrbelastung von 150 Millionen aller Wahrscheinlichkeit nach schon allem einbringen werden. Die veranschlagten Einnahmen der Zölle sür 1928/29 sollen 1050 Millionen betragen, aber bereits schon jetzt haben die Zolleinnahmen im lausenden Jahre 1927/28 diese Ziffer überstiegen. obgleich bis zur Abschluhrechnung noch zwei Monate fehlen. Keine Schwierigkeiten macht der N a ch t r a g s - e t a t mit seinen 600 Millionen, da feine wichtigsten Posten bereits, wie die Deamtenbefoldung, fest» stehen uni> nur noch die Kosten für das Liquidation sjchädengesetz, soweit sie das vergangene Jahr betreffen, eingefügt werden müssen. Neben der Behandlung dieser laufenden Angelegenheiten wurden die Kabinettsberatungen über die Zusammensetzung der Kommission zur Berfassungs- und Verwaltung s- r ef o r m zu Ende geführt. Sobald nunmehr die auf der Länderkonferenz in Aussicht genommene Fühlungnahme mit de n L ä n de r r e g i e- rungen hinsichtlich der personellen Zusammen» setzung durchgesüh'rt ist, wird die Reichsrcgierung die gemischte Kommission alsbald zur Aufnahme ihrer Refonnarbeiten nach Berlin einberu- f e n. Merkwürdigerweise ist der amtlichen Verlautbarung nicht zu entnehmen, ob dabei die schwierige Frage gelost ist, ob man schon jetzt aus dem Kreide der Reichsminister, die dem Reich zustehenden Vertreter für diese Kommission zur Vcrwal- tungsreform ernannt hat oder ob man überhaupt jetzt auf eine endgültige Besetzung verzichtet hat. Schließlich sollen sich die Arbeiten dieser Kommission auf längere Zeit erstrecken, aber ihre Mitglieder würden, soweit sie Reichsminister sind, in eine seltsame Lage kommen, wenn ihnen gleichsam der Boden unter de n Füßen weg gezogen würde, im Falle die gegenwärtige Reichsregierung aus irgendeinem Grunde ihren Abschied nähme. Es ist bedauerlich, daß durch eine höchst seltsame Ver- schleppungstaktik es nicht gelungen ist, seit der Ia- nuarkonserenz rechtzeitig genug diese Kommission zustandezubringen. rüstnng vor. die binnen vier Zähren durch geführt werden soll, jedoch dergestalt, daß bereits nach Ablauf de» ersten Jahres die Möglichkeit bewaffneter Zusammenstöße eingeschränkt ist. Demgemäß soll bereit» im Laufe de» ersten Jahres die Demobilisierung der Heere um 50 Prozent und die Vernichtung sämtlicher Munitionsvorräte unter Ausschaltung der wichtigsten Arten für See- und Luftfahrzeuge aus Kampfformotionen und die Auflösung der Kriegsbehörden erfolgen. In den folgenden drei Jahren soll die endgültige Abrüstung durchgesührt werden. Mit der Kontrolle über die Durchführung der Konvention werden betraut, die Internationale ständige Kontrollkommission, die Kommissionen der einzelnen Staaten und die Bezirks- kommissionen, die gemäß dem Grundsatz der Parität und unter der Teilnahme der Vertreter der gesetzgebenden Körperschaften, der Ocffentlichkeit und der werktätigen Klassen ausgebaut sein müssen. Annahme der Zreigabebill im Senat. Washington, 20. Febr. (1BB.) Der Senat beriet heute viereinhalb Stunden über die Jreigabc- bill, insbesondere über den Antrag des Senators Fletcher, die Entschädigung sür deutsche Schisse und Patente von 100 aus 75 Mill. Dollar herabzusehen. Dieser sowie alle anderen Ab- onderungsanträge wurden abgelehnt. Darauf wurde die Freigabebill ohne namentliche Abstimmung in der vom Senatsausschuh oorgeschlagenen Form angenommen. Morgen tritt nunmehr eine Konferenz von Delegierten beider Häuser des Kongresses zusammen, um über die vom Senatsaus- schuh an der Vorlage vorgenommenen Aende- r u n g e n zu beraten. In Kreisen des Ausschusses wird angenommen, daß die Bill am Freitag in b e i d e n h ä u se r n endgültig verabschie- d e t werden kann. Ablehnung des Schiedsspruchs in der Metallindustrie. halle, 20. Febr. (WTB.) Bis 12 Uhr mittags ist eine Erklärung seitens der Metallarbeiter, deren Funktionäre um 11 Uhr in Halle zusammengetreten sind, nicht erfolgt. Der Borstand beantragte Ablehnung des Schiedsspruchs. Da die Arbeitgeber den Schiedsspruch a b gelehnt haben und die Arbeitnehmer sich bis zum Ablauf der Erklärungsfrist nicht erklärt haben, ist der Schiedsspruch also abgelehnt. Wie wir von unterrichteter Stelle erfahren, hat der Reichsarbeitsmini st er die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der mitteldeutschen i Metallindustrie nochmals zu Dienstag, 10 Uhr, zu einer unverbindlichen Besprechung zwecks coen- ' tueller Verbindlichkeitserklärung des | Schiedsspruches eingeladen. festgestellt. Sie hätten namentlich eine Stein- trachtigung der freien Entschlußfas» s u n g des Angeklagten eingeräumt. Der Verteidiger beantragte zum Schluß die Freisprechung des Angeklagten und erklärte, er plädiere nicht gern für den § 51, aber wenn alle vorgetragenen Gründe für seine Freisprechung nicht ausreichen sollten, dann müsse er daran erinnern, daß alle Sachverständigen Günther Scheller den § 51 zugebilligt hätten. Günther Scheller sei also für seine Lat nicht verantwortlich. Dann könne es aber auch keinen Mittäter geben. — 3n seiner Replik trat der Staatsanwalt nochmals für seinen Antrag ein. Dann verwahrte er sich gegen die Ausführung des Verteidigers, daß die Anklage auf Totschlag unlogisch sei, weil ein Plan zur Tat nicht bestanden habe. Zum Tatbestand des Mordes gehöre Lieberlegung unmittelbar bei Begehung der Tat. Hier habe aber diese Lleberlegung im Augenblick der Tat ge'ehlt, obwohl vorher ein Plan gefaßt worden sei. Daher liege Totschlag vor. — Der Verteidiger trat danach nochmals für die Freisprechung ein. — Angeklagter Krantz erhielt dann das Schlußwort. Er sagte, er sei an der Ausführung der Tat unschuldig. Cr bitte das Gericht, ihm durch Freisprechung die Möglichkeit zu geben, als Mann das büßen zu können, was er als Kind moralisch gesündigt habe. Das Gericht zog sich um 13.15 Llhr zur Urteils, indung zurück und verkündete gegen 16.30 Llhr folgendes Urteil: Freispruch im Krauhprozeß. Drei Wochen Gefängnis wegen unerlaubten Waffenbesitzes werden auf die Llntersuchungshast angerechnet. Berlin, 20. Febr. (WTB.) Um 10.25 Uhr begann die heutige Verhandlung im Krantz-Prozeß in Abwesenheit des Angeklagten, der aber nach Angabe seines Verteidigers Dr. Frey verhandlungs- fähig ist und in kurzer Zeit erscheinen wird. Zunächst erhält der Staatsanwalt das Wort. Er begann mit der Feststellung der Tat, die er a u f Verabredung von zwei moralisch defekten Zugendlichen zurückfuhrte, zwei andere, ebenso zu bewertende junge Leute z u ermorden und dann sich s e l b st zu erschießen. Als Motiv nannte er für Günther Scheller Haß, für Krantz E fersucht. Er gab dann ein Charakterbild des Angeklagten und stellte die Tat in ihren Einzelheiten zusammen. Nach dieser Darstellung hat Krantz an der Tat Günther Schellers mit vollem Bewußtsein teilgenom- m e n. Hinsichtlich Hilde Scheller stellte der Staatsanwalt fest, daß sie die moralische Mitverantwortung für die Tat trägt. Ihre Aussagen über die Tat selbst erklärte er als durchaus glaubwürdig. Die Anklage werfe den Angeklagten drei Dinge vor: Verabredung zum Morde, Mithilfe bei der Ermordung Stephans und verbotenen Waffenbesitz. Verabredung zum Morde liege zweifellos vor. Darauf stehe eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahre. De- züglich der Ernstlichkeit des verabredeten Planes bestände nach Ansicht der Sachverständigen Zweifel. Nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ beantrage er darum die Freisprechung des Anaeklagten von dieser Anklage. Die Klage wegen Mordes habe er fallen gelassen, weil die Ueberlegung gefehlt habe. Es bleibe aber auch dann noch ein schweres Verbrechen zu sühnen: die Mit- täterschaft am Totschlage, die vorsätzliche Tötung ohne Ueberlegung, an der Krantz mitverantwortlich teilgenommen habe. Er habe seinem Freunde Günther Scheller die Pistole gelassen, als er in das Schlafzimmer ging, um Stephan zu erschießen. Er habe Hilde Scheller mit Gewalt daran gehindert, chrern Bruder in das Schlafzimmer zu folgen. Er fei Günther Scheller in das Schlafzimmer gefolgt und habe die Zimmertür abgeschlossen. Durch seine Gegenwart habe er Scheller zu seiner Tat ermutigt und gestärkt. Beide, Scheller und Krantz, hätten in bewußtem und gewoll- ten Zusammenwirken gehandelt. Krantz habe sich der vorwiegend intellektuellen Beteiliguna an einem Totschlag schuldig gemacht. Der § 51 sei für die Tat nicht anzuwenden: Krantz sei zur Zeit der Tat nicht betrunken gewesen. Nach einer Reichsgerichtsentschei- düng genüge die bloße Anwesenheit bei einer mit einem anderen gemeinsam beschlossenen und von diesem ausgeführten Tat, um die Rechtslage der verantwortlichen Mittäterschaft zu schaffen. Dem Angeklagten Krantz sei diese Mittäterschaft durchaus zuzutrauen gemeßen. Allerdings feien ihm feiner Jugend und feiner besonderen Charakteranlagen wegen und unter Berücksichtigung des Rauschzustandes mildernde Umstände zuzubilligen. Er beantrage daher, wegen gemeinschaftlichen Totschlages unter Gewährung mildernder umstände ein Jahr Gefängnis und wegen verbotenen Waffenbesitzes einen Monat Ge'ängnis. Die beiden Strafen feien zufammenzuzie-en in ein Jahr eine Woche Gefängnis. Sechs Monate Untersuchungshaft feien auf die Strafe anzurechnen. Der Verteidiger wandte sich gegen die Ausführr.gen der Staatsanwaltschaft, daß dem Angeklagten die Tat juju- trauen sei. Die Aussagen der Sachverständigen und die ganze Beweisaufnahme hätten diese Auffassung nicht bestätigt. Die Anklage auf gemeinschaftlichen Totschlag sei nicht zu halten. Nach einer neuen Neichsgerichtsentscheidung begründe die physische Anwesenheit bei einer Tat nicht die Mittäterschast. Die Staatsanwaltschaft habe sich bei ihrer Beweisführung in der Hauptsache auf Hilde Scheller geftüht. Deren 2lusfagen seien aber zum Teil w i • Zerlegt worden durch Ellinor Ratti: zum Teil seien sie .nicht vollglaubwürdig gewesen, weil sie in der Erregung wahrgenommene Dinge betrafen. Die gan.y? Anklage, wie sie jetzt bestehe, sei überhaupt unmoralisch. Die entscheidenden Deweis- punkte der Staatsanwaltschaft seien sehr angreifbar, besonders die Behauptung. Krank habe bei der Tat zugesehen. Man könne hier doch höchstens von einem Dabeisein sprechen, denn Günther (Scheller habe geschossen, als Krantz sich schon wieder zur Tür umgedreht habe. Zur Mittäterschaft gehöre ein- mal das Bewußtsein und ferner der Wille zur Tat, aber das reiche zur Charakterisierung des Begriffes Mittäterschaft nicht aus. Es müsse neben dem Bewußtsein und Wollen noch zu einer gewißen Arbeitsteilung zwischen den Tätern kommen. Jeder müsse die Tat als seine eigene gewollt haben; dazu müsse aber doch ein glaubhaftes Motiv angegeben werden. Die Staatsanwaltschaft hatte als Motiv Eifersucht angegeben, aber Eifersucht habe, wie die Beweisaufnahme ergeben habe, nicht Vorgelegen. Es könne sich höchstens um eine Gekränktheit handeln, die aber nicht ausreichend gewesen fei, um eine solche Tat wollen zu lassen. Fällt das Motiv, so fällt auch die Anklage für Krantz auf diese Art. Eine Verurteilung sei nur möglich, wenn der Vorsatz zur Tat nach, ziiweisen sei. Von Vorsatz könne aber bei Kr.intz keine Rede fein. Das hätten alle Sachverständigen Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 21. Febr. Die Reuwahl zur Hamburger Bürgerschaft, die infolge des Urteils des Staatsgerichtshofes notwendig war, ist an der Schwelle der Reuwahlen zum Reichstag erfolgt und hat deshalb als Stimmungsbarometer für die Meinung der Mähler ihren besonderen Wert. Wir haben ja leider seit dem neuen Wahlsystem Rachwahlen zum Reichstag, die an bestimmten Beispielen die Verschiebungen innerhalb der Wäh'.erschichten auf- weisen können, nicht mehr, sind also als Erscttz dafür auf die Reuwahlen in den einzelnen Parlamenten an ewie'en, und der ^amburger FaU ist um so interessanter, als hier seit der letzten Wahl erst wenig mehr als ein yulbes Jahr vergangen ist. Auf der anderen Seite ist es unvermeidlich, daß in einem so eng begrenzten Bezirk bef.immte Momente ausschlaggebend sind, die keine allgemeine Gültigkeit haben. Es ist auch in Rechnung zu setzen, daß Hamburg als Großstadt nur einen Ausschnitt gibt und keine unbedingt zuver- läfsigen Rückschlüsse auf die Allgemeinheit gestattet. Immerhin, wenn man das Ergebnis von 1927 zum Ausgangspunkt nimmt, ergibt sich, daß die Deutschnationalen ihren Stimmenschwund noch immer nicht haben zum Stillstand bringen können: sie haben weiterhin einige Tausend Wähler verloren und sind gegenüber ihrem Höchststand um mindestens 25 Prozent zurückgegangen. Auch die Sozialdemokraten haben nach ihrem Wiederaufstieg vom vorigen Jahre einen Stillstand erlitten, der sich infolge der höheren Wahlbeteiligung als Rückschritt erweist, wahrend die Kommunisten etwas gewonnen haben: eine Warnung für die Sozialdemokraten, daß sie die Gefahr von dieser Seite nicht unterschätzen dürfen. Der Erfolg des Wahlkampfes liegt dagegen bei den Demokraten und bei der Deutschen Volks- Partei. Die Demokraten haben über 20 000 Stimmen zurückgewonnen, sie haben sogar diesmal die Deutsche Volkspartei überflügelt, die ihrerseits 13 000 Stimmen gewann. Auch die Rationalsozialisten haben einen geringen Teil ihrer früheren Verluste wieder ausgeglichen, während die Wirtschaftspa r- t e i ihren Hoch stand sehr rasch wieder verloren hat und fast ein Viertel ihrer eben erst gewonnenen Stimmen wieder abgeben mußte. Erfreulich bleibt der Mißerfolg derSplit - terparteien, die nach dem Urteil des Staatsgerichtshofes natürlich in großen Massen auftraten. Zwölf verschiedene Gruppen tarnen mit ihren eigenen Wahllisten, ohne ein einziges Mandat zu gewinnen. Immerhin haben sie etwa 10 000 Stimmen nutzlos verpulvert, wozu noch ein sehr hoher Prozentsatz ungültiger Stimmen kommt. Es zeigt sich auch hier wieder, wie groß die Gefahre n sind, die aus der Verzettelung der -Stimmen für die politische Gestaltung drohen. Jrgendweld)e praktischen Möglichkeiten haben diese kleinen Grup. pen doch nicht, ihre Interessen wirksam zu vertreten. Sie schwächen die großen Parteien, bei denen die Wähler immer noch besser aufgehoben sind. Für Hamburg speziell ergibt sich aus der neuen Zusam- mensetzung der Bürgerschaft, daß Sozialdemokraten und Kommunisten zwar zahlenmäßig noch eine geringe Mehrheit haben, daß aber doch die stärkste Kombination das Zusammenarbeiten von Sozialdemokraten, Demokraten und Deutscher Dolkspartei ist, wobei jetzt die beiden bürgerlichen Parteien ihr Schwergewicht gegenüber den Sozialdemokraten wesentlich erhöhen kön- nen, da sie zusammen sieben Mandate gewannen, während gleichzeitig die Sozialdemokratie drei abgaben. Berliner Pressestimmen. “Berlin, 20. Febr. Zu dem Ausgange der gestrigen Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft bemerkt der »Lokal-Anzeiger"', daß die Der Angeklagte Paul firanfj wird wegen verbotenen waffentragen» zu drei wachen Gefängnis verurteilt, im übrigen freigesprochen. Die Strafe wird auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Bei Begründung des Tlrteils betonte der Vorsitzende, daß der Angeklagte von dem Verdachte der Tat des gemeinsamen Totschlages keineswegs frei geworden sei, und daß er lediglich wegen mangelnder Beweise hätte freigesprochen werden müssen. Zum Strafmaß wegen unerlaubten Waffenbesitzes führte der Vorsitzende aus, es habe auf Gefängnisstrafe erkannt werden müssen, weil durch den Waffenbesitz und das leichtfertige Fortgeben der Waffe an einenTrunkenen eine entsetzliche Tat geschehen sei. Strafmildernd sei die Jugend des Angeklagten in Betracht gezogen worden. Die Kosten des Verfahrens seien, soweit Freisprechung erfolgt sei, der Staatskasse zur Last gelegt worden. Furcht vor der Möglichkeit einer roten Regierung die bürgerliche Wählerschaft in größerer Zahl zur Wahlurne getrieben habe, was vor allem der Dolkspartei und der Demokratischen Partei zugute gekommen sei. — In der »D. QL Z." heißt es: Die Stärke, mit der die Demokratische Partei aus dem Wahlkampf hervorgegangen ist, darf in der Hauptsache wohl auf die Persönlichkeit des ersten hamburgischen Bürgermeisters Dr. Petersen zurückgeführt werden, der es verstanden hat, die liberale Tradition des hamburgischen Bürgertums, die auch der Deutschen Dolkspartei zugute kommt, in positiver Arbeit für das Gemeinwohl des hamburgischen Staates einzusetzen. — Die „Tä g l. Rundschau" erklärt, daß der nationale Liberalismus einen gewaltigen Erfolg errungen habe. Man habe dem Liberalismus schon oft die Todesstunde angekündigt. Der gestrige Sonntag habe gezeigt, daß er seine Stellung im politischen Leben Deutschlands voll und ganz behaupte. — Die »Germania" bezeichnet es als ein erfreuliches Zeichen, daß die Konjunkturblüte der nur wirtschaftliche Belange vertretenden Parteien, die letzthin immer und überall Erfolge hatten und nun in Hamburg erstmalig rückwärts marschieren, vorbei ist und den politischen Parteien wieder der Vorrang eingeräumt wird. Aehnlich sagt die „Vossische Zeitung": Es hat sich gezeigt, daß die Wirtschaftspartei nur vorübergehend aus der iln- zufriedenheit und der Rotlage der Mittelschicht Gewinn ziehen kann. Aus aller Welt. Ein Saurier ausgegraben. Auf dem ©ute des Freiherrn Heyl zu Herrnsheim auf der Küh-Kopfinsel bei Stockstadt am Rhein ist bei Aushebung eines Grabens in etwa zwei Meter Tiefe das Skelett eines Sauriers gefunden worden. Leider wurde bei den Arbeiten das Knochengerüst stark beschädigt. Der Kulturinspektor Ritte vorn Kulturamt Darmstadt wurde auf die auffallend großen Knochen aufmerksam gemacht, stellte Rachforschungen an und brachte das Knochengerüst eines vorsintflutlichen Tieres zusammen. Besonders auffallend ist der riesige Kopf. Es handelt sich um eine Eidechsenart. Die ganze Länge des Tieres beträgt drei bis vier Meter. Cs wurden noch weitere ähnliche Knochen gesunden, so daß man hofft, noch ein zweites Tier dieser Gattung zu finden. Der Fund wird dem Landesmuseum Darmstadt zugeführt werden. Jnleressengemeinschafl der Theater des befehlen Gebietes. Wegen der vom Reich und Preußen geplanten Vereinheitlichungsmaßnahmen für die Theater des besetzten Gebiets Haven in Berlin Verhandlungen stattgefunden, die bezüglich Trier und Koblenz bereits zu einer Einigung führten. Beide Städte bilden für ihre Theater eine Interessengemeinschaft, in der auch das preußische Kultusministerium und das Reichs- Ministerium für die besetzten Gebiete vertreten sein werden. Die Interessengemeinschaft wird eine gewisse Beschränkung des unmittelbaren Einflusses der Stadtverwaltungen und Stadtverordnetenversammlungen zur Folge haben, jedoch nur in geldlicher Hinsicht. In künstlerischen Beziehungen soll beiden Theatern möglich weitgehende Selbständigkeit verbleuen. Der Reichssinanz« Minister hat zugesagt, Zuschüsse für beide Theater außerhalb des Haushalts zur Verfügung zu stellen, so daß die Aufrechterhaltung der beiden Kunststätten unabhängig bleibt von der Gestaltung der politischen Lage und Verabschiedung des Haushalts im Reichstag. Wegen der Zufa^.^en- arbeit der Theater Mainz und Darmstadt bestehen noch Schwierigkeiten, die erst beseitigt werden müssen. IMrgebmsimHambmserMgeWastswchlen Französische Ehrung eines deutschen Physiker». Die „Französische Gesellschaft für die Sicherheit in Luftzeugen" hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben, um das höchste Maß der Sicherheit für Flugzeuge zu erreichen. Das Preisgericht hat den Kieler Physiker Alexander Dehrn für das von ihm erfundene Behm-Lot für Flugzeuge d i e große goldene Plakette verliehen. Behm baute das „B e h m f ch e Echo 1 o t", das vom Schiff aus unter Wasser nach dem Meeresboden Schallwellen aussendet, und durch einen besonders empfindlichen Kurzzeitmesser die Zeit und damit die Tiefe mißt. In ähnlicher Weise wurde von ihm dann ein Apparat konstruiert, der den Flug, zeugen in Nacht und Nebel anzeigt, wie hoch sie sich über dem Erdboden befinden. Diese wichtige Erfindung hat ihm die oben gemeldete Ehrung eingetragen. Beim kentern eines Paddelboote» ertrunken. Bei Oberrieden fent’rte ein Paddelboot auf der Werra. Die in dem Doot befindlichen beiden Insassen fielen ins Wa fer. Einer ertrank, während es gelang, den anderen zu retten. Die Leiche des Ertrunkenen konnte noch nicht geborgen werden. Reoolte im Tegeler Gefängnis. In der Strafanstalt in Berlin-Tegel brachen Unruhen aus, die durch den Tobfuchtsanfall eines geisteskranken Sträflings her- vorgerufen wurden. Der Tobsüchtige und zwei gei- steskranke Zellengenossen zertrümmerten die Zellen- einrichtung und verbarrikadierten sich hinter den Trümmern. Durch das Toben der drei geisteskran- ken Sträflinae wurden die Insassen der umliegenden Gemeinschaftszellen veranlaßt, gleichfalls unruhig zu werden und konnten von den Wärtern erst mit Gewalt beruhigt werden. Erst spät in der Nacht war es möglich, die Ruhe im Gefängnis vollständig wiederherzustellen. Betrügereien einer wochenendhaussirma. Die „Haberland G. m. b. H." in Stettin zeigte auf der großen Wochenendausstellung in Berlin ein Holzhäuschen, für dessen Erwerb erleichterte Zah. lungsbebingungen gewährt wurden. Die Käufer mußten Notenwechsel ausstellen und als Sicherheit Hypotheken an erster Stelle auf die Grundstücke eintragen lassen bzw. Deckungswechsel geben. Diese Hypotheken und Wechsel gab die Gesellschaft sofort an dritte Gutgläubige weiter, die auf prompter Ein- löfung bestanden. Durch das Gebaren der Firma, die fast ohne Mittel arbeitete, sind viele Personen völlig ruiniert worden. Etwa 30 bis 40 Gläubiger haben gegen die Firma Klage angestrengt. Jährlich 5000 Todesopfer der Kurpfuscherei in Deutschland. Das Reichsgesundheitsamt beziffert die Zahl der Todesopfer der Kurpfuscher in Deut'chland jährlich auf mehr als 5000, d i e der Patienten, die durch unsachgemäße Behandlung auf Lebenszeit schweren Schaden erleiden, noch weit höher. Rach behördlicher Statistik betreiben in Deutschland etwa 50 000 sog. Heilkundige ihr Handwerk, in Berlin allein gibt es fast 100 Heilanstalten, in denen nach den verschiedensten Pfuscherrezepten kuriert wird. Besonders in der Rachkriegszeit hat die Zahl der Kurpfuscher erheblich zugenommen. Zur De Lmpfung des Kurpfuschertums hat sich ein Bund der durch Kurpfuscher geschädigten Patienten gebildet. Oie Wetterlage. QWOiKemoi ©neiur. 3nalb ocdtciu. ® wroiKia. • oedtm * Schnee a Graupeln. • Nebel K Qewiiier,^)Wind$tilic.-O' cicnte« Osi ^5 nissiger Sudsuewesi Q stürmische» nordwcit Oie pfene fliegen mit gern wrnoe. Pie oeiden Stationen stenengtR l* len gePen die Temperatur an Pie Linien reromden Orte mit gleicht» auf meeresniveau umaerechnetee Luftdruck Wettervoraussage. Im Hoch hat der Luftdruck weiter zugenommen und erreichte im Kerngebiet, das sich zum Teil Über Ostdeutschland erstreckt, einen Barometerstand von Über 780 mm. Die Windströmuna des Hocks führt von seiner Südseite unserem Gablet Luftmassen aus östlicher Richtung zu. Sie lassen zunächst das trockene Wetter weiter fortbestehen und nächtliche Ausstrahlung wird die Temperaturen vielfach unter den Gefrierpunkt finken lassen. Das nordwestliche Tiefdruckgebiet breitet sich langsam weiter ostwärts aus und seine Warmluft brachte heute morgen an der Westküste von Irland Niederschläge. Sehr wahrscheinlich dürste im Laufe des Donnerstags im Bereich des Tiefs bei uns wieder ein Witterungsumschlag eintreten. Wettervoraussage für Mittwoch: Nebelig-wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen nachts vielfach unter Null, tagsüber mild, trocken. Wettervorhersage für Donnerstag: Langsame Bewölkungszunahme, milder und später Neigung zu Niederschlägen wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 20. Februar: mittags« Grad Celsius, abends 4,7 Grad Celsius: am 21. Februar: morgens —0,5 Grad Celsius. Maximum 7 Grad Celsius, Minimum —1,4 Grad Celsius. Erdtemperaturen am 20. Februar: abends 4,8 Grad Celsius: am 21. Februar: morgens 2,9 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 Millimeter. — Sonnenscheindauer: drei Biertelftunben. Winter- vt! K. G. sollen! tto»R®kor” d‘C beiden neuefi Mark JOE LOE 2€ 25. bis 15. 120 bis Weg. es liegt im Aschermittwoch der Wert. ■ größere M. G. Warum „REKORD"? Die Rekord-CigareHe ist aus edelsten und ausgereiften Orienttabaken technisch und hygienisch vollendet hergestellt. Alle Wünsche geschmacksicherer CigareHenraucher sind besonders berücksichtigt. Die Packung ist schlicht, aber durchaus zweckmäßig. Die neue Cigarette ist eine Rekordleistung der deutschen Cigarettenindustri Tomaten 120 bis 150, Zwiebeln 20 bis Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 40 60, Kartoffeln 5 bis 5.5, Aepfel 10 bis Dirnen 10 bis 15. Suppenhühner 100 bis Daten für Mittwoch, 22. Februar. Sonnenaufgang 7.02 Uhr, Sonnenuntergang 17,26 Mr. — Mondaufgang 8,02 Mr, Mond- untergang 18,49 Uhr. mt bqifftf ■ Wfc i!8 5000,5i( 4 unlech, ebenijtil , noch btil betreiben ii ilfunbigt fy last 100# xrschiedenia >ndcrs in ta rpfulchnti- ! ämtifuiij M nd der durch gebildet Warum „NETTO"? Der Nettogehalt einer Ware ist das Wesentliche, bei der Cigarette also der Tabak. Deshalb haben wir die Packung so einfach wie möglich gehalten und die bei der Ausstattung erzielten Ersparnisse für eine Erhöhung der Qualität verwendet. Frühlichi! Das Licht nimmt zu, leis', leis', von Tag zu Tag um einen Hahnenschrei um einen Pendelschlag. Wer strebt und sehnt--- dem läßt es keine Ruh. noch heißer hofft er, denn das Licht nimmt zu. Alles Sorgenvolle, das düstere Vermischtes. Raubüberfall in einem Berliner Juweliergeschäft. Ein Raubüberfall wurde auf ein Iuwelier- geschäft in der Stralauer Straße verübt. Das Schaufenster war noch erleuchtet, als plötzlich die große Schaufensterscheibe in Trümmer ging. Ehe der Juwelier, der sich im Verkaufsraum befand, hinzueilen konnte, hatten die Räuber die kostbarsten Brillant st ü d e ergriffen und das Weite gesucht. Überfallkommando und Kriminalpolizei nahmen sofort die Ermittlungen auf. Der Juwelier ist schwer betroffen, weil er utcht versichert ist. urflrma. itigte am ' Mn ein echerte ü t»e Mr nmWch. Tiefe clM \M ’rompter üit, er Firma, de ult Perforr 40 Slaubs -ngi. rphlM Ä ili ° AilltkE jtmd n"e: tw tr uni ir Ä & — KrUhJab rskar fUr Nervenkranke und Nervös-Erschöpfle. SpezlalkuranelM« Hofhelm Im Taunus bo. Prank urt a. M. - Prospekte durch Dr. M. »chuize - Kahleyss, Nervenarzt Mi. 6Hit u 1 -KZV SÄ '» niu. *it, n,’, en Semei. "'Wen [ Viich«! L6lntt n. * M nichi ii«. Wochen un, fr ®QnlQH UnbM L' 1 9»nler ? fleiftestron. °” umOf8Nl, ?°Wrttn JJM.m btt lelQngni« doC. pro Psund; Eier 14 bis 15, Blumenkohl 60 180, Salat 35 bis 40, Lauch 10 bis 15, Rettich und österreich-ungarischen Erbmasse freigemacht hat und zu eigener Staatenbildung vorgeschritten ist. Wir sehen aber auch, wie unfertig die Bcr- hältnisse sind, und wir beginnen als Anrainer der Donau stärlstes kulturpolitisches Interesse an den Böllern der untern und mittleren Donau zu nehmen, bei denen ja viel altes und neues Deutschtum wohnt. Wir sehen auch, daß die geopolitische Lage diese Böller in gesteigertem Maße trotz deö französischen Einslus es mit uns rechnen läßt, wir erkennen, daß wir in gewissem Sinne kulturpolitisch die Erben des alten Oester- rcich-Hngarn geworden sind, und ahnen, daß sich da langsam wieder eine Verflechtung der Interessen anbahnen wird. Mit einem dieser Böller hat uns die Waffenbrüderschaft des Krieges zusammengeführt: es sind die Bulgaren. Der deutsche Kultureinfluh ist bei ihnen recht groß gewesen. Er ist es heute noch Es ist daher zu begrüben, daß UniversitätSprvfefsor Dr. A ö r r, der einige Jahre Professor an der Universität in Sofia gewe en ist, am Donnerstagabend aus dem reichen Schatz seiner Erfahrung über „Deutsches Leben und Wirken in Bulgarien" sprechen und dazu eine Reihe eigener Lichtbilder vorführen wird. Der Besuch des Bortrages sei warm empfohlen. (Siehe Anzeige.) Der Eintritt ist frei. •• E i n Dank-Film, der Einblick in den Detrieb einer Groß-Bank gibt, wird gegenwärtig im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, vorgeführt. Dieser Lehr- und Kultur-Film bietet der breitesten Oeffentlichleit Gelegeicheit, die weitverzweigten und vielgestaltigen Inneneinrichtungen einer modernen Großbank lennenzulernen. Man sieht hier, wenn auch nur in knapper Form, wie es möglich ist, die gewaltige Masse der in einer Großbank zusammenströmenden Arbeit prompt und genau zu erledigen. Alle Mittel der neuzeitlichen Technik, wie auch der modernen Duchführungsmethoden sieht man hier in Anwendung: sie hinterlassen bei dem Deschauer des Films einen starken Eindruck von den gewaltigen Fortschritten eines sinnvoll angewandten Rationalisierungsprozesses und dem ungeheuren Tempo, mit dem heutzutage in einem solchen modernen Grobbetrieb gearbeitet wird. Als zweiten Hauptfilm des Abends zeigt das Lichtspielhaus den Film „Primanerliebe“. Wer infolge der sensationellen Detitelung des Films und der Hinweise auf den bekannten Der- liner Proz.ß etwa ner.en.itzelnde Di ge erwartet, wird sich enttäuscht sehen. Der Film ist in dieser Hinsicht gänzlich harmlos, er gibt aber anderseits allen Iugenderziehern, Eltern und Lehrern mancherlei zu denken auf. namentlich nach der Richtung hin. ob die Einstellung der Aelteren zur Iugend immer die richtige und zweckmähige ist. Uni) insofern hat der Film den gereiften Menschen doch mancherlei zu sagen. Dedauerlich ist nur die Art seiner Ankündigung. Aus der provinzialhauptstaot Gießen, den 21. Februar 1928. Fastnacht. Rosenmontag — jauchzende, jubelnde Klänge — ein Geben und Rehmen an Frohsinn — das Versinken in einen Rausch, der vergessen macht — Vergefsen die Sorgen— vergessen fesselnde Dande. vergessen das Gestern und ein Richtdenken an bas Morgen — Rosen im festlichen Saal, Rosen im Haar und im Knopfloch — Rosen auf Wangen und Lippen und dann — Garne vale — Fleisches Abschied — der Tag, an dem noch einmal der Becher des Lebensgenusses an die Lippen gesetzt wird... Die verhüllende Maske läßt den Partner im Wirbel» tanz der Freude nicht erkennen. Es ist ja auch gleich, wer es war. — Dielleicht wäre er, bei Licht betrachtet, eine frohe Stunde und ein Lachen nicht wert gewesen. Darmherzig ist die Maske an diesem Tage, da das Ich im Menschenstrome schwimmt, lachendes Leben im Arm. — Es kommt eine Zeit, es kommt ein Tag, da du im Spiegel das erste graue Haar siehstl Darmherzig ist die Maske des Faschings. Pierrot und Colombinchen, die herzlosen Gestalten, erwachen wieder auss neue, der tragische Held Bajazzo erleidet das Seelenleid verratener Liebe, heut in der Faschingsmaske und im eigentlichen Leben — ohne äußere Maske. Garne vale — hell Hingen die Gläser und ganz von fern grüßt ein neuer Morgen: Aschermittwoch — das bunte Kleid ist abgetan, der Tag sieht den Menschen, wie er ist, und stellt ihn in die festlose Zeit, in das Sich- versenken an die Vergänglichkeit alres Irdischen. Aschermittwoch — lerne die Enttäuschung tragen, die das bunte Leben brachte. Masken des Charakters tragen den Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten: und ist es dir gelungen, einen Blick hinter die Maske zu tun und den wahren Menschen zu schauen, dann sei dankbar für die Güte des Schicksals, denn es bewahrte dich vor viel Leid. Aschermittwoch — denke nach über Wahrheit dnd Dichtung im Leben und gehe dann wohl vertiefter, aber nicht verbittert oder trauernd deinen schweigen, wird von uns hinweggenommen, wenn ein sonniger Dorfrühlingsmorgen hereinbricht in die graue Alltagsfchwere und unsere Sinne umfängt mit Frühlingswehen und Frühlingszauber. Mit innerem Frohgesühl nehmen wir plötzlich eines Tages wahr, wie schon so viel früher die ersten Lichtstrahlen die Erde erhellen. Mit stillem Sehnen haben wir danach verlangt, hoffend, daß des Winters lange Rächte bald ein Ende nehmen, und nicht mehr oft drückend auf uns lasteten. Das Schauen nach dem Licht, nach der Sonne, das ist es, was uns froher macht — es drängt uns vorwärts, und die Hoffnung auf neues Leben in der Ratur läßt viele Alltagsschwere vergessen. Wir lieben darum das Frühlicht, well Ihm die ersten Sonnenstrahlen folgen, die wir lieben — und die uns und alles, was um uns und in uns ist, erhellen und erwärmen 10 bis 30, Sellerie 10 bis 60 Pfennig pro Stück., Bornotizcu. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7.15 Uhr, „Die schone Helena" (Ende gegen 10 Uhr). — V. f. B : 8 Uhr, „Liebigshöhe", Maskenball. — Gießener Radfahrerverein 1885: „Easö Leib", Maskenball. — Männerturnverein: 8 Uhr, Gasthaus Faulstich, Familienabend. — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: 8 Uhr, Familienabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Primanerliebe". — Asto- ria-Lichtspiele: „Lebende Ware". — DerDereinderFreundedeshuma- nistischen Gymnasiums veranstaltet am Donnerstagabend im physikalischen Hörsaal der Universität einen Lichtbilderoortrag über das Thema „Pompeji im Lichte neuer Ausgrabungen und Forschungen". (Näheres siehe heutige Anzeige.) 1455: ber Humanist Johann Reuchlin ht Psorz- im geb. (gelt. 1522). — 1512: der italienische resahver Arnerigv Despuccl In Sevilla geft. (geb. 1451). — 1732: George Washington, der Begründer der Unabhängigkeit Rordamerikas, in Westrnoreland geb. (geft. 1799). — 1788: der Philosoph Arthur Schopenhauer in Danzig geb. (gest. 1860). — 1810: der Komponist Friedrich lÄhopin In Zeluzowa Wola geb. (geft. 1849). — 1840: der Sozialist August 'Bebel in Köln am Rhein geb. (geft. 1913). — 1857: der Physiker Heinrich Hertz in Hamburg geb. (gest. 1894). Gictzcner Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Butter 150 bis 170 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 35 bis 45, Weißkraut 20 bis 25, Rotkraut 25 bis 35, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Spinat 35 bis 40, Unterkohlrabi 10 bis 15, Rosenkohl 40 bis 60, Feldsalat 150, Endivien 100 bis 120, " D i e Erwerbslosenfürsorge. Am 1. April erlöschen sämtliche Befreiungen von der Zahlung zur Erwerbslosenfürsorge, die auf Grund der alten Bestimmungen ausgesprochen worden sind. Wird die Versicherungs, reihest über den 1. April 1928 hinaus gewünscht, so ist bis spätestens 29. Februar eine Desreiungsanzeige bei der zuständigen Ortskrankenkasse einzureichen. Alle vor dem 1. Oktober 1927 ausgesprock enen Befreiungen erlöfden also mit dem 31. Mürz 1928. Es liegt im Interesse des zu Befreienden, daß der Antrag umgehend bei der Krankenkasse gestellt wird. *• Zugbeschleunigung ber Reichsbahn. Mit ber Einführung des neuen Sommerfahrplans wird die Reichsbahn einen Teil ber Schnellzüge mit einer Stunbengefchwinbigkeit von 100 Kilometer und einen Teil ber Perfoncnzüge, mit einer Stunbengeschwinbigkeit von 75 Kilometer verkehren lassen. •* Neuerungen bei ber Siesta. Die Siesta-Gesellschaft, deren Vertrag mit ber Reichs- bahn bekanntlich zum 1. Oktober b. I. gekünbigt worben ist, führt ab Ende ber Woche eine Neue- rung ein. Neben ben Sitzkissen mit Arm- unb Kopf- stütze wirb sie auch gewöhnliche Kissen mit weichen Leinenbezügen vermieten. Die Leihgebühr für diese Kissen soll 70 Pf. bet jen, ein Pfanb soll nicht erhoben werben. ** Personalien. Ernannt würbe ber Forst- assessor Hans Bruchhäuser aus Grebenhain mit Wirkung vom 1. Februar ab zum Oberförster. *• Frühlingsbotschaft. Daß bes Winters Herrschaft zur Neige geht unb ber Lenz sich zum Einzug rüstet, kann man an einem Kirschenbaum sehen, ber in Großen-Buseck in dem Garten von Karl F i e b l e r schon in Blüte steht. Diese Herrlichkeit scheint uns allerbings ein bißchen recht früh zu fein. Fröbel-Ausstellung. 3m Fröbeb- Seminar, Gartenstrahe 30, beginnt am morgigen Mittwoch die diesjährige Ausstellung von Arbeiten der abgehenden Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen. Zu bejichtigen sind Arbeiten aus dem Handarbeits-, Werk-, Zeichen-, Modellier- unö Ausschneide-Unterricht. — Die Ausstellung ist von Mittwoch, 22., bis einschl. Sonntag, 26. Februar, täglich von 11 bis 1 Uhr vormittags, und 3 bis 5 Uhr nachmittags, geöffnet. Die neuen Kurse beginnen Montag, 23. Aprck. Räheres in der heutigen Anzeige. •• Schlimme Folgen einer Iugend- Dorffeindschaft. Zwischen den jungen Leuten von Dutenhofen unb Allendorf a. b. C. herrscht schon seit einiger Zeit ein gespanntes Der- hältnis. Das hatte bereits mehrfach Zusammenstöße zur Folge, bei benen es ohne „handgreifliche" Beweise ber „Zuneigung" nicht abging. Auch am vorgestrigen Sonntagnachmittag kam es auf ber Land- straße zwischen ben beiben Ortschaften wiederum zu Rempeleien ber jungen Bürschchen, wobei man u. a. mit Steinen um sich warf. Hierbei wurde der sechzehn Fahre alte Heinrich Kraft aus Dutenhofen, der sich an dem „klopfenden" Sonntagsnachmittags- oergnügen gar nicht beteiligte, sondern den Zuschauer spielte, durch den Steinwurf eines gleichaltrigen Bürschchens aus Allendorf a. b. Lahn schwer getroffen. Der Stein flog bem jungen Menschen aus Dutenhofen zwischen bas linke Auge unb ble Nase unb verletzte ihn schwer. Obwohl ärztliche Hilfe sich um ben Verletzten sorgsam bemühte, war es boch notwendig, ihn gestern abend noch durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen der hiesigen Ehirurgischen Klinik zuzufüh- ren. Anscheinend ist bas Auge selbst weniger deschä- bigt worden, dagegen hat sich herausgestellt, daß eine Verletzung oorlicgt, die zu ernsten Bedenken über ben Zustand bes jungen Mannes Anlaß gibt. Für ben Steinwerfer bürste ber Vorfall jedenfalls noch ein recht unangenehmes Nachspiel Haden. *• Kirchenkonzert. Sine wunderbare Feierstunde bereitete der Posaunenchor von Lang- Göns unter Mitwirkung von Frau Dr. Aubel- Giehen am Sonntagabend in der Iohanneskirche einem sehr großen Kreise von Freunden der Kirchenmusik. Der weite Raum der Kirche war nahezu vollständig besetzt. Das Programm unter dem Leitgedanken des Evangeliums am Sonntag vor der Fasten, „Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem", wies in seiner Dreigliederung — Jesu Kreuz unb Tod, Unser Kreuz und Tod, Durch Kreuz und Tod zur Himmelsherrlichkeil — ernst mahnend und wegwei ead hin auf die Pas- sionszeit und den tiefernsten Gehalt, den diese für die Menschheit in sich birgt. Die mit feiner Empfindung und geschlissener Sprache von Frau Dr. Anbei gesprochenen Wor:e und die in voller Klangschönheit vom Posaunenchor zum Vortrag gebrachten Melodien I. S. Bachs, D en» delssohns-Bartholdys usw. hc ben die Veranstaltung auf ein hohes Riveau. Drei gemeinsame Choralgesänge der Gemeinde gaben dem Abend einen weiteren wertvollen Gehalt. Für die Bestrebungen der Posaunenchöre sind an diesem Abend dank der vortrefflichen Leistungen dieser Lang-Dönser Musikerschar sicherlich recht viele Freunde gewonnen worden. Wenn auch mit Rücksicht auf die Heiligkeit des Ortes die hohe Befriedigung der Zuhörer sich nicht in Beifalls- äußerungen kundgeben konnte, so ist hier doch als allgemeiner Eindruck zu sagen, daß der Posaunenchor und die Sprecherin Frau Dr. Anbei ihrem Zuhörerkreis ein mit lebhafter Dankbarkeit aufgenommenes Erlebnis bereitet haben. Angesichts des sehr guten Besuches barf man wohl gleichfalls annehmen, daß auch der Reinertrag dieses Konzerts für kirchliche Zwecke ein ansehnlicher sein wird. *• Vortrag im Verein für daS Deutschtum im Ausland. Der Zerfall der Donaumonarchie hat zwar die politische Stellung des Deutschtums in Südeuropa zunächst schwer getroffen, er hat aber doch auch den Weg zu einer neuen Ordnung der Dinge freigemacht, an der wir Deutsche im höchsten Maße interessiert sind. Immer mehr wenden sich unsere Blicke nach Südosten hin, wir sehen, daß da eine I Anzahl junger Völker sich aus der türkischen 0 w & 1 *■! Vertreter Achtung! gesucht Ich eröffne mit dem heuiigeu Tage eine Verzinnungsanstaii die es sich aut Ausgabe macht, alte Gc- brauchsgegenstände neu au netAinnen. Ccbr vorteilhaft f. Bäckereien, Kon- bitorcicn und die Hotcldranchc. Dte Arbeit wird ohne jede Bdufsstörnng auögeführt. Also sehr vorteilhaft. Zahlreiche Anerkennungen. Sieh, eutongsan- ftalt S. flau jr. Gienen, Muhlg sse 2. PUKellch und unerwartet verschied heute nacht unsere gute Mutten Schwiegermutter und Großmutter Frau Maria Schneider geb. Becker im Alter von 70 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ferd. Schneider. Rödgen, den 20. Februar 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. Februar, nachmittags 2'/, Uhr statt. __01337 M-llüMWlMsWeriW im fiirch-Gönser Gemeindewald, Distrikte Ochsenharb, Heide und Struth. Nächsten Donnerstag, den 23. Februar, soll im hiesigen Gemeindewald folgendes Bau- und Nutzholz versteigert werden: Lichenstamme: 11 Stuck, 20 bis 48 cm Durchmesser, 4 bis 7 m lang, 4,88 fm. Lindenstämme: 1 Stück, 27 cm Durchmesser, 7 m lang, 0,40 fm. 17980 Lärchenstämme: 2 Stück, 31 bis 35 cm Durchmesser, 6 bis 10 m lang, 1,41 km. Kiesernstämme. 98 Stück, 20 bis 29 cm Durchmesser, 6 bis 18 m lang, 56,56 fm. Sicfernslämme: 96 Stück, 30 bis 43 cm Durchmesser, 5 bis 10 m lang, 85,01 fm (Schnittholz). Fichtenstämme: 159 Stück, 15 bis 31 cm Durchmesser, 10 bis 21 m lang, 73 fm. Fichtenderbstangen: 53 Stück. Fichtenreisstangen: 850 Stück. Das im Distrikt Ochsenharb liegende Eichen- und Lärchenstammholz wird bei der Mittagspause versteigert. Nähere Auskunft erteilt Förster Nern, Kirch-Göns. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr auf der Kreisstraße Pohl-Göns — Ebersgöns am Waldeinyang. Hessische Bürgermeisterei. H a n a ck. Holzsubmission. Donnerstag, den 23. Februar 1928, nachmittags 4 Uhr, werden aus den Waldungen der Gemeinde Treis a. d. Lumda nachfolgende Holzsortimente im Submis- fionswege vergeben: Eichenstämmc (Güteklasse N). 2. Klasse 41 Stück = 18,75 fm (Los 1 --- 27 Stück = 13,10 fm »2-14 „ - 5,65 „) 3. Klasse 21 Stück = 14,72 fm 4. „ 2 „ - 1,22 „ Güteklasse A. 3. Klasse 4 Stück = 2,97 fm Buchenstämme (Güteklasse N). 4. Klasse 1 Stück = 0,40 fm Güteklasse A. 3. Klasse 4 Stück - 3,39 fm 4. „ 16 N - 15,33 „ 6. „ 2 „ = 3,26 „ Fichtenstömme (Güteklasse N). la-Klasse 33 Stück - 5,98 fm 1 b* „ 108 „ - 38,74 „ 2a- „ 34 „ - 20,56 „ 2b- „ 6 „ - 6,07 „ 3a- „ 1 „ - 1,41 „ 3b- „ 1 „ - 1,73 „ DaS Holz ist ohne Rinde gemessen, an fahrbare Wege gerückt, und das Nadelholz ist entrindet. Angebote sind, nach Klassen getrennt (Eichenstämme II. Kl. — zwei Lose), verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis zum obigen Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit zusammen- gezogcnen Klassen oder Vorbehalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. 1852D Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Herr Förster Förster zu Allendorf a. d. Lumda zeigt aus Wunsch das Holz vor. Die Verkaufsbedingungen können aus hiesiger Bürgermeisterei cingesehen werden und werden bei dem Termin nochmals bekanntgegebcn. Treis a. d. Lumda, den 17. Februarl928. Hess. Bürgermeisterei Treis a. d. Lumda. Nutzholzverfleigerung Die Gemeinde Oberweidbach versteigert IHittrood), 29. Februar 1928, von 10 Uhr ab, in der Gastwirtschaft Herrmann, hier: Lichen-Slä.: 30,28 fm 1. Kl., 57,25 fm 2. Kl., 22,9lfm 3. Kl., 7,6lfm 4. Kl., 2,56 fm 5. Kl., 4,56 fm 6. Kl., 2,69 fm 7. Kl. Eichen-Stg.: 84 1. Kl. 19970 Vuchen-Stä.: 62,05 km 2. Kl., 50,34 3. Kl., 11,56 fm 4. Kl., 2,12 fm 5. Kl. Erle und Birke: 1,65 fm 1. Kl., 1,22 fm 2. Kl., 0,91 fm 3. Kl. Fichten-Stä.: 34,47 fm la-Kl., 38,66 fm lb-ÄL 14,95 fm 2a-Kl., 7,30 fm 2b-Kl., 12,14 fm 3a°Kl., 3,08 fm 3d-Kl., 6,82 fm 4a-Kl., 4,10 fm 4b-Kl. Fichlen-Sig.: 25 1. Kl., 80 2. Kl., 146 3. Kl., 240 4. Kl., 100 5. Kl. Oberweidbach, den 18. Februar 1928. Der Bürgermeister. Mittwoch, den 22. Februar 1928, nachm. 2 llhr, versteigere ich Neuenweg 28, im „Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 1993D zwölf silberne Eßlöffel, vier Stücke Mantelstoffe, zwei Meiderschränke, ein Oamenfahrrad,zwei Kommoden, ein Sofa, fünf lange Wirtstische und 33 Wirtsstühle. Junker, Gerichtsvollzieher. Großer Saal für jeden Gewerbe- und Industriebetrieb Secinnet zu vermieten. Zn erfragen bet lnnoncen-Erpediiion Germer & Wagner, Neuenweg 50. 1740D Möbl. Wohn- und Schlafzimmer milKüchenbenntzung sofort zu vermieten. Schrift!. Augeb. unk. 01323 a.d.Gien.Auz. 2 gut mW. Zimmer lWolm-u.Schlafzim:> zu umnü’ten 01331 Ludwigstr. 57 I. Möbl. Zimmer ztt vermieten 01334 Hammstr. 12 v. Anzuf. von 5-7 Uhr. M«bl. Zimmer m (Sinfanit.tenbauS mit ZenlraUieizg. ab l.März an Dauerm. abzug. Schr. Angcb. u. 01324 a.d.Gn.Anz. Ml. Ziniklikk nt.cl.V. a. urm. ms* Marktplatz 17 III. Gut möbl. Zimmer mit 1 u. 2 Beiten, in der Nabe d. Bahnst, u. d. Klmiten v um. 9iäb.Ho!g«nn»tr.4p. 1 Lagerraum 200 qm, für fofort, u. 1 Lagerraum 120 qm, mit Bureau, Hof und Boden für 15. März zu verm. Näh. t. d.Geschäiiöst. d. Gieh.Anz. 01238 Mietgesuche Junges Ehevaar u. vens. Krankenschw. suchen zusammen 5-3i6iiD.UJoöng. nut Zubehör in guter Lage. Schrift!. Angebote unter0!335an den Gieh. Anz. erb. Stellenangebote Verkauft kanone für letchiverkäufliche Bedarfsartikel bei höchsten Bezügen gesucht. Kl. Muster, unbeschränkter Absatz. Off. erb. an [1M7D Postschliestfach2l3 Nordbanken a. H. Stellenlose Damen und Herren fauch abgev.Beamlel. die nach einem sicheren und guten Per- dienststreben, wollen sich für eine gut empfohlene woli!sa!)k.'semclchkung fchncllstens meiden. Bedingung: Gute Garderobe, guteUm- aangSformeniürüen Auncndtenst. Besondere Einarbeitung erfolgt schnellstens durch bestbetvährleS System. Offert, unt. J. J. 9C4G fl97>ss) an den Gies;. Anz. iw. m- krOWer für sofort ob. Anfang A.'ärz gesucht Gel. Schlosser bevorzugt. Schrift!. Angeb. unt. 01340 an den Gietz.Anz. thaofleur für Personenwagen von Firma in Gr.- Linden gesucht. Schrift!. Bewerbungen mit Lebenslauf und Zeugnis- abfchrtften tt. 19790 g. d. Giest. Anz. erb. Tüchtige Derkauss- damen für erstkl. Haushalt- Artikel b. hob. Berd, ges. Schr. Angeb. u. 01328 a. d. Gies,. Anz. Suche für 1. 3. für m. Dunkelkammer Vaboraiortum eine Wern Die Beschäftigung ist vortviegend bei Tagesltcht. Es kommen für dtefenPosten nur geschickte Arbeiterinnen tn Frage Gest. Pleldunien erbittet 19920 Photohaus Winterhoff Kreuzplatz 9. 3flngert, otwgefemfe Mamrer die für Spezialarbeiten angelernt werden und auswärts arbeiten sollen, sofort gesucht. i«qd Hevamchemie G m. K Goeiheftv. 10 I. Versicherungs-Koazero bet alle LerstchernngSzwetge betreibt, AkdlmVSLKkdWW für infolge Umorganifation neu ein* zurtchtende General-Agentur mit dein Sitz in Giefren ober Wetzlar. Bedeutender BersicherungSbeitand vorhanden. Provisionen und sonstige Bezüge entsprechend der Posttion und dem Wert des Bewerbers. — Auch sonnige Mtiarbetier (em 1. Nichtfach- leutel werden eingestellt und finden nach kurzer Einarbeitung feste An- stellitna. — Offenen unter F. C. A. 896 an Rudolf Bosse, Franhturt a.ffl. |,J90ss Krankenkasse von 1869 welche alle Berufe vom 15. bis 60. ilafir auch für nur Krankengeld lZufaykassen) versichert, sucht noch für Giefren u. Ilmg. einige teöegiiüfiiiöle ßetren o. Samen alS Platz-Berireier, auch im Viebenberuf. Bezirks Direktion Frankfurt a. Main Am Dornbusch 18, ?eievhon 9Morden 1।*90 Schlssserlehrlino gegen Vergütung gesucht. 1983 0 Bicbertalbabn. Drucksachen aller Att liefert die SrObi sch, Dratferei Stellengesuche! Gebild. ältere Dame sucht Stellung a!6 Korresposdenlin für Englisch u. Französisch oder als Sc k re ihr In. Ang. a.A. Grossart, Grfncr bei Berlin Siedlerweg86 l4T Pflegerin -6 I., sucht f. fofort ob. später Stellung. Beschäftigt sich auch im Haushalt. Schr. Angev. unter Ot. 33 an d.Gtefi. Anz. erb. | Verkäufe | Eine Partie MeMelne M k> W abzugebeu. ,eS5i Heinrich ©onmann Dtarbnrger Str. 65. Mist i:.K niMO Südanlage 10. Lichtspielhaus Bahnhoistrafae 34 Morgen letzter Tag: Primanerliebe mit Grete Mosheim u.Wolfgang Zilzer Ab Donnerstag bis einschl. Sonntag wieder ein große«» Doppelprogramm 1. Schlager: Bas Meis» fa AW 1 Der Mann, der nicht lieben darf Ein Filmschauspiel in 6 spannenden Akten. In den Hauptrollen: Marcella Albani und Wilhelm Dieterle. 2. Schlager: Funksauber Ein Volksstück von der Liebe und des Rundfunks Wellen in 6 lustigen Akten. Personen des Spiels: Xenia Eesnl, Werner Kraus, Margarete Kupfer. Gert Briese, Anton Pointner, Leo Peukert, Fei n Andra, Alfred Braun, Ellen Plessow, Fritz Kämpers. Sowie: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt — Astoria-Liditspiele Morgen letzter Tag: Gehetzte Frauen Ab Donnerstag bä« einschl. Sonntag das große Doppel - Sch lager- Programm 1. Schlager: Ein Wildwestfilm von Pferden, Cowboys und Liebe in 6 spannenden Akten. 2. Schlager: Hoch klingt das Lied vom braven Mann Ein Blick in das Leben eines Feuerwehrmannes in 7 Akten. 1991c Der Verein der Freunde des lunianisMenGunnashnns ladet zu dem am Donnerstag, 23. Februar, abends 81/» Uhr, im physik. Hörsaal der Universität stattfindenden Vo r tr a g von Fräulein Professor Dr. Bieber über Pompeji im Lidile neuer Aus- 708a Zu haben im 01314 Reformhaus, Kreuzplatz 5 Pflaumen-Mus m. 3.70 n. 7.80 dr. 10 Pid.-Poitehnor br. 25 Pfd.-Bahneiaer gesucht, der ehrlich, steihtg und Sohn achtbarer Gliern ist. Schrift!. Bewerbungen an E.R.NiederhausenLCo. Bureau-Einrichtungen, Seltersw. 191 Babnbosstr. 27 Fcrnfvr. 1631 ______________________________ 1995a Noch eine Kur mit ’ Med.-Lsberlhran aus der Merle WinUrholL VKreuzpLtzV GMnzneleln Wecke!!. Heute abend Zusammenkunft im Poftkellsr. '^0 Der Vorstand. jep piche - Lfluf er ohne Am. In lOMonatsr. UeL Tepplchhaas Agay & oiüch, Frankfartt/. Schreibende sofort! 71H Feine Herren-Schneiderei Mäßige Preise Mittwoch früh 9 Uhr eintreffend: ff. Angelschellfische mit Kops zirka 2-psünd4g, das Pfund 0.85 Pa. kopflosen Schellfisch 3-5-pfundig, das Pfund 0.75 l'/r-2-pfündig, das Pfund 0.65 Fst.bliitenbell.Nordfcc'Cabliau Pfd.0.50,i. Ausschnitt Pfd.0.60 Bratschellfifche, grüne Heringe, Merlan, Fischkotclettö Frische Bücklinge das Pfund 0.32, die Kiste mit netto 5 Pfund 1.50 Marinaden als Rollmops, Bismarck-,Gelee-, Brat- und Senfheringe in */y l/i, 2 und 4'Ltrer-Dofen Rieien-Rollmovs aus grünem Hering bergestellt, d.4-Liler-Doie m.20—21 St.2,80 das Stück 0.15 MW in prima Qualität empfiehlt billigst W.Hankel, Neuen Bäue 2. Teleph. 612 45D lObislS'/iZiisen (je nach Kündigungsfrist) »nd doppelte Sicherhsit gewährt in der Nähe befindliches, altes, angesehenes Industrie Untsrnehmen an private Geldgeber zur Vergrößerung des gutgehenden Betriebes. Angebote u. 01339 a. d. Gieß. Anz. —9999999999999999999999 Vortrag mtt Lichtbildern -Nvof. Nv. Mmr (früher Sofia, seht Gießen) spricht über Deutsches Leben und wirken in BuSgarien am Donnerstag, den 23. Februar 1928, abends 8l/4 Uhr im Großen Hörsaal der Unlverfität.Eintritt frei „JUSCHA“ Der patentierte Wäscheselbstwascher ohne jede mechanische Hilfe! Blendend weiße geschonte Wäsche. Weltberühmt und tausendfach gelobt, empfiehlt Edgar Borrmann ♦ Grieben Eisenwaren, Werkzeuge Stadttheater Mittwoch22.Febr. 19.Mikllvl)ch-M-öksk. v. 19* o b. geg. 22'/? U. Der Hexer (The Ringer) Krimnialkomöüie in 4 Akten (6 Bildern) von Cüg. Wallace. Versand ab hier Nachnahme! Erich Henkel mann, 1245 IWagdehnrg-S. 11.3. AmMeArMS von Schülerinnen-Arbeiten im SvöbeS Gemknav (Gattenstraße 301,) von Mittwoch, den 22. Febr. bis einschi. Sonntag, 26. Febr. tägl.li—illhrvorm.u.Z—SUhr nachm. Eintritt 30 Pfennig • Beginn der neuen Kurse: Montag, den 23. April 1928 gratagei M Forstimngeu ein. — Viele Lichtbilder. — Eintritt frei. 16840 Auto-bei) 1790. 1WBp Fuhren jeder Art 1- u. 2spanm'g, "jVoW und Kasten« wagen, Stadt u. über Land, bei billigster Berechn. Gteinsiv. L3. Tel. 15Ö1. 1996D Drei Anzüge 1 Cutaway mit gestreifter Hofe billig z. vcrk. 01338 Lvalltorstr.71 II, t Empfehlungen! Vernickeln u. Emaillieren von teilen fomle fömt- WeüMWgkM Miiöeo prompt u. preiswert Frankfurt. Str. 20. I« uofjsis müde ünd abgespamu Ist. keine Energie zur Arbeit ausbringen kann, ouu-e «ine «rsolgrelche Hauskur Mli- Bem echt«» Dopgeititrz dem flrjtl. etnpfoM. Straftiranf de, tttr- vrnsLivlich«, Slutar* mui.RpvetittoNsktlt, Ragcnbrftdwerdeir, Lcrdammgssc-w^ch« Vchlafiosigkeit usw. Die ffilrhuig Qbtt- ralcht geradezu. Orglnolslaschkn itt *2. 3.90 u. 5,— Mk. 3u Haden In allen Apotheken und Lro. gerien, bestimmt bei, Drogerie E. Karn, Schulstrahe, Drogerie C. Seibel, Drogerie HanS Noll.LudwigSvlatz u. Neustadt, Drogerie OttoÄZinter- boff.Kreuzpi.S 10, HanSHindenburg, H. ClgcS, Lclteret' weg 68 a, Ikaiscr- drogcrteErnstNoll. Lindcnplatz, Drogerie (tzebr. Michel, Walltorstr. 2S.'»°O Zrifche Seefische Grüne Heringe lebendeiiarpsen „ Schleien empfiehlt in nur bester Qualität 1381D Hamburger Fisch Handlung A. Storb Nachfigr. 15 Mäusburg 15 Telephon 1612. Holzriemenscheiben Langjährige Spezialität Gut sortiertes Lager. 1296a Friedr. Heyd & Sohn _________Seltersweg 12._________ ■ Wieder frisch cingetroffeu: AeEchfafturrd MnshSanchfaA die kleine Flasche Mk. 1.80 ft ITT Per- w * pachten. 150Morg.i.d.Weifer- au, mögl. soforuge Uebern.. bochprtma Güter best. Weiz.- u. Nübenbod^ beit. Er- tragSgut, er hfl. Oe° kon -Geb^ gunst. zur Bahn u. nabe Front- furt/M. Pächf.h. Jn- pent. u.Vorröiem.ca. 25 000 Ji zu übern, it. abzuiösen. Nur tüdit. Landw. kommen als /Bewerb, t Belracln. ’A. E. Kiomazm & Co., ©ütennafler, Frank- Inrt, M. 19S9ss Mein Rüde (deutscher Lchäser- buud) urächliger schmarzgelber Rüde, deckt nach Ueberein- fünft deuische Scha- ferbünSinnenEewet- Blnt. Näb. bei ,e8 älnter-Schmitten, 20. Febr. Da bei der hiesigen Wasserleitung sich im vergangenen Herbst Wassermangel zeigte, be- cwfichtigt die Gemeinde, eine w e i t e r e Q u e l l e 8 u f a f s e n und dem Bassin zuzuführen. Da die zu erfassende Quelle auf staatlichem Gelände sicy befindet, sollen baldige Verhandlungen ein- geleitet werden. — Infolge der günstigen Witterung hat die Bausaison bereits auf dem Lande begonnen, und die hier zahlreich vertretenen Maurer haben ihre Tätigkeit ausgenommen. Auch die beiden Zimmermannsbetriebe, die einzigen in einem weiten Ufa- kreis, sind bereits gut beschäftigt. Kreis Schotten. ch Gedern, 20. Febr. Zwecks besserer Erforschung der Heim atgesch ich te hat man aus dem Bezirke des Lehrervereins einen Ausschuß gewählt, dem Lehrer Ries von- Sichenhausen, Lehrer Sauer von Ober-Lais Lehrer L a u n in Gedern, Lehrer Westrupp in Ober-Seemen und Lehrer Colmar in Kaul- stoß angeboren. Die Vorarbeiten sind bereits so weit vorgeschritten, daß bis zum 1. April dieses Jahres die Flurnamen endgültig gesammelt sein werden. Man wird dann im Laufe des Sommers die Forschungen fort« fetyen, so daß eS möglich wird, auf Grund Schach-(§cke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Echach- redaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 149. a b h D 4 3 Don I. Äotre. Schwarz, c d e a b c d e t g h Weiß. Weitz zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 8 Steine. Kdl; Df6; Lai, fl; Sg3; Bb3, c5, d6. Schwarz: 8 Steine. Ka3; Lei; Ba2 a4, b4, d2, d7, f3. Partie Nr. 96. Nachstehende kurze, aber inhaltreiche Partie wurde in der zweiten Runde des Berliner Iubi- läumstumiers gespielt. Spanische Partie. Weitz: L. Steiner, Budapest. Schwarz: Helling, Berlin. 1. e2-e4 2. Sgl -f3 3. Lf I — b5 4. Lb5-a4 5. 0-0 6. Tfl-el 7. La4-b3 1. e7-e5 2. Sb8-c6 3. a7 —a6 4. Sg8-f6 5. Lf8-e7 6. b7-b5 7. 0-0 Auch 7. .... d6 ist gut spielbar. 8. c2-c3 Dieser nicht empfehlenswerte Zug in dieser Variante bringt vorläufig den weißen Damcn- sprineer außer Gefecht. Durch das nachfolgende von Marshall herrührende Bauernopfer erlangt Schwarz einen gefährlichen Angriff, der sehr schwer abzuschlagen sein dürste. Bekannte, zu gutem Spiele führende Fortsetzungen sind hier 8. a4 oder 8. d4 oder auch 8. Sc3 nebst Se2 usw. 8..... 8 d7-d5 Die Korrektheit dieses Opfers ist noch nicht erklärt. 9. e4Xd6 10 Sf3xe5 11. TelxeS 12. d2-d4 13. Te5-el 14. h2-h3 9. Sf6xd5 10 Sc6xe5 11. Sd7-f6 12. L-7-d6 13. Sf6-g4 Die Fortsetzung 14. g3 hätte 14..... Sxh2 15. Kxh2, Dh4-b 16. Kgl, Lxg3! zur Folge. 14..... 14. Dd8-h4 15. Ddl-f3? Wie der junge Berliner nachweist, ist dies ein grober Fehler; zum Ausgleich dürste dagegen 15. Le3! führen, denn hierauf hätte der Rach- ziehende nichts anderes als 15. '..., Sxe3, weil sonst Sd2 mit gutem verte.digungs.ähigen Spiele folgt; also 15. ...» SXe5 16. Txe3, Df4 17. Ld5! und der Weihe dürste eine ausreichende Verteidigung haben. 15..... 15. Sg4xf2! Dies führt zur Entscheidung. 16 Dt3-f2 16. Ld6-h2 + ©r>fort 16..... Lg3? wäre ein Fehler, wegen der Antwort 17. Dxf7 + nebst 18. Te8 matt. 17. Kgl -11 aber jetzt ist 17.....17 Lh2-g3! ausgezeichnet, denn die Folge wäre- 18. Df2xf7-t-? wonach 18.....18 Tf8xt7+ sofort entschied. Falls der Weihe 18. De2 gespielt hätte, so würde Schwarz durch 18 . .. ., Lxh3 19 gxh3, Tae8! 20. Dxe8, Dxh3+ den Sieg rasch erzwungen haben. Lösung des Problems Rr. 146. Don W. v. Hvlzhausen. 1. Sg4-h2!. Kh3xh2 1....., Kh3-g3 (U4) 1..... Tf4-f8 1......Tf4 - a’4 1...... Tf4 — f7 1......Tf4-h4 2. bhö —f5 matt. 2. Sh6-f5 matt. 2. Sh6-f5 matt 2, Sh6-g8 matt. 2. Sh6-g4 matt. 2. Shöxf / matt. 2. Dh8-c3 matt. Richtige Lösungen: Zum Problem Rr. 146: H. Kappes, Langsdorf; zu Rr. 145 und 146 E. Röhrich (Schüler), Gießen. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Unfreiwilliger Humor in der Schule. Die „Tägl. Rundschau" veröffentlicht folgende heitere Blutenlese aus deutschen Aufsätzen. „Die deutschen Ka.ser hatten immer einen Drang nach dem Papste." „So wird Europa immer die große Rolle spielen, 'selbst wenn sich die anderen Erdteile von Jahr zu Jahr vermehren." „Das zweite Metall, das zum Lebensunterhalt gehört, ist das Salz." „Die Taucher sind von Geburt an Malaien." „Die Gesandten drückten durch Mienen ihre Bedürfnisse aus." ■ „Der Pfarrer Rösselmann hatte einen ungefleckten Charakter." „Da das Alpenvorland sehr bewässert ist, so ist auch die Bevölkerung dementsprechend." „Cäsars Rede bewirkte im Heere einen allgemeinen Stimmwechsel." „Don den heidnischen Volksliedern der Germanen sind nur wenige Reste erhalten, z. B. die Bibelübersetzung des ällsilas." „Wodans Raben haben auf dem Kysfhäuser deutliche Spuren zurückgrlasfen." „Friedrich Wilhelm I. war in Preußen der Begründer der königlichen Absolut.on." „Als einst Graf Eberhard aus dem Wildbad entfliehen wollte, Lichtete er die „Schwäbische Kunde", in welcher er die Treue seines Volkes pries." Einen Aufsatz über Uhlands „Schwäbische Kunde" beginnt ein Schüler: „Vor vielen Jahren zog ein schwäbischer Kunde ins Heilige Land." „Schon früh gab sich Hölty der Poesie hin und starb deshalb im 28. Lebensjahre an der Schwindsucht." „Die Geschäfte der Städter werden größtenteils im geschloffenen Zimmer gemacht, während die des Landmannes im Freien stattfinden. Letzteres ist der Gesundheit zuträglicher." „In meiner Heimat ist sicherlich mein Vaterhaus für mich die bedeutendste und anzüglichste Stelle." „Rose Blank (in Heyses „Colberg") steht am Fenster und betrachtet die äleberschwemmungen, die ihr Onkel Rettelbeck mit seinem Schweiße angerichtet hat." genauer historischer Unterlagen für jede Gemeinde das Glenzfche Heimatbuch auszufüllen. _L Ober-Lais, 20. Febr. Der Gesangverein „Liederfreund" hielt sein diesjähriges Wintervergnügen im Saal des Gastwirts Heinrich Theiß ab. Die Veranstaltung nahm unter der Leitung des Präsidenten Lehrer S t r ö f f i n g c r einen schönen Verlauf. Liedervorträge des Vereins, Einzelgesänge sowie zwei recht gut gespielte Theaterstücke brachten den sehr zahlreichen Besuchern des Abends — auch aus den Rachbarorten waren viele Freunde des Vereins erschienen, so daß der Saal überfüllt war — einen fröhlichen Abend. — Runmehr sind alle Arbeiten an der neuhergerichteten uralten Iohanniterkirche beendet, so daß die Rechnung gestellt werden kann. Die Gesamtausgaben für die Renovierung belaufen sich auf 16 000 Mark. Die Herstellung ist außen und innen so gründlich erfolgt, daß das Gotteshaus nun auf Jahrzehnte hinaus den Stürmen der Zeit widerstehen wird. Mögen sich andere Gemeinden an dem Opfersinn unseres Kirchspiels ein Vorbild nehmen. — Der Autoomnibus des Zweckverbandes Ridda-Ulfa holte heute die Bürgermeister und Angehörigen der G e m e inbebertretungen aus den an der Einrichtung einer Kraftwagenlinie Ridda— Hirzenhain intereffferten Gemeinden zu einer Sitzung nach Ridda. Es wurde beschlossen, ab Mittwoch, 22. Februar, die Strecke probeweise zu befahren. Von den Ergebnissen des auf drei Wochen berechneten Probebetriebes soll die endgültige Gestaltung der Fahrpreise und des Fahrplans abhängen. Der Fahrplan scheint sich dadurch etwas zu komplizieren, daß außer den bisher in Aussicht genommenen Gemeinden Wallernhausen, Fauerbach, Ober-Lais, Glashütten und Hirzenhain auch noch die Gemeinden Schwickartshausen und Steinberg um Anschluß an die neue Linie nachgesucht haben. Durch diese Erweiterung der Fahrstrecke dürfte nach Beschaffung eines neuenWagens eine Aufteilung der Strecke notwendig werden. Auf alle Fälle wird für Ober-Lais eine Abend- Verbindung von den Spätzügen der Eisenbahnlinien von besonderer Wichtigkeit sein. Es ist zu hoffen, daß das neue Verkehrsmittel während der Zeit des Probebetriebes recht rege benutzt wird, damit die Einrichtung für die Dauer ichergestellt ist. Kreis Alsfeld. (!) Kestrich, 20. Febr. Dieser Tage fand die zweite Holzversteigerung aus dem Freiherrlich von Schencksclen Forstrevier statt. Zieht man zwischen den jetzt erzielten Preisen und denen bei der letzten Versteigerung eino.i Vergleich. so muß gesagt werden, daß die Preise bedeutend in die Höhe gegangen sind. Buchenknüppel 1. Klasse gal'.en im Durchschnitt 33 bis 34 Mk., während sie Lei der letzten Versteigerung im allgemeinen 29 bis 31 Mt. kosteten. Buchen- scheiter 1. Klasse tarnen auf 44 bis 45 Mk. Außer (Steigerern von hier waren solche noch erschienen von Stumpertenrod und Groß-Felda. Kreis Lauterbach. la. Lauterbach, 19. Febr. Rahe am Bahnhof von Fulda her, am Westhang des Veits- oerges, hat sich in der vergangenen Rächt am Bahnkörper ein bedeutender Dammrutsch ereignet. Hier macht die Bahn durch den Fuß des Veitsberges einen Einschnitt. Rach Osten zu ist der hohe Basaltfelsen mit seinen Schutthalten gelegen, nach Westen hin ist die Böschung von. geringer Höhe und fällt sofort zur Lauter ab. Seit mehreren Wochen wurden von der Bahnverwaltung Veränderungen des Bahnkörpers festgestellt, und täglich mußten Bahnposten vor dem ersten Morgenzug die Stelle begehen. In der letzten Rächt hat sich nun, wohl als Folge der bedeutenden Riederschläge, der . Bahnkörper mit der westlichen Böschung etwa 65 Zentimeter seitlich ve schoben und das Schienengeleise 20 Zentimeter gesenkt. Der Wachsamkeit toer Bahnleitung ist es zu danken, daß heute ein großes Verkehrsunglück verhindert wurde. Von dem östlichen hohen Hang des Veitsberges drohen jetzt die Schutthalten abzubröckeln und auf das Bahngeleise niederzustürzen. Der Zugverkehr konnte heute noch ohne älmfteigcn aufrecht erhalten werden, doch erlitten die Züge erhebliche Verspätungen. Cs wurden sofort alle erreichbaren Arbeiter herangezogen, und so konnte die Unterbrechung des Verkehrs vermieden werden. Mit dem Bahnkörper hat sich auch die Telegraphenleitung verschoben, so daß Draht und Masten zu brechen drohen. Etwa 20 Telegraphenarbeiter weilen an Ort und Stelle, um weiteren Storungen vorzubeugen. 3m ganzen sind heute gegen 100 Arbeiter an der Gefahrstelle tätig. Die Ursache der Rutschungen dürfte darin zu s uchen sein, daß der Untergrund aus Lette besteht. Preußen. Kreis Biedenkopf. R o d h e i m a. d. Bieber, 20. Febr. ~ e letzten Monate brachten uns eine rege Vereinstätigkeit. Leider wird ater das Streben unserer Vereine durch das Fehlen eines geeigneten Saales mit Bühneneinrichtung stark behindert. Es darf angenommen werden, daß bei dem Vorhandensein eines großen öffentlichen Raumes öfters eine gemeinsame Betätigung aller Ortsvereine moglid; wäre. Cs muß in diesem Zusammenhänge hervorgehoben werden, daß unsere Ortsvereine bestrebt sind, ihre Kräfte in ben Dienst der MgemeiTchelt und der DolkS- Mtoimg zu stellen. 60 findet D. am kommenden Sonntag ein grobes Militärkonzert, veranstaltet vom hiesigen Kriegerverein, statt, dessen Reinertrag für die Schwesterstation und di« Kleinlinderschule bestimmt ist. Es wäre zu begrüben, wenn unsere Gemeindeverwaltung der Schaffung einer Dolkshalle nähertreten würde. Dann wäre den Vereinen auch die Möglichkeit zu einer intensiven Jugendpflege gegeben. Die verbarrikadierte Wohnung. WER. Frankfurt a. M., 20. Febr. In der Siedlung Hahnstraße in Riederrad wohnt eine sechs.öp.ige, viel ang.feindete Familie, die dieser Tage aus der Wohnung Herausgeseht werden sollte, weil es ihr nicht möglich war, die Miete zu zahlen. 3in letzten Augenblick aber wurde ihr ein ferneres Derweilen in der Wohnung gestattet, weil sich der Familienvater zur Zahlung verpflichtet hatte. Darüber, daß die Familie weiterhin der Siedlung angehören würde, waren die feindlichen Rachbarn derart erbost, dah sie in der Rächt zum Samstag die Türen mit Kehrichteimern verbarrikadierten und sowohl die Türen als auch die Fensterläden zunagelten. Durch Drohworte hielten sie die Familie zurück, das Haus zu verlassen. Es gelang aber schließlich einem Familienmitglied, durch ein Seitenfenster die Flucht zu ergreifen und polizeiliche Hilfe herbeizuholen. Darauf wurde die Familie aus ihrer Lage befreit und unter polizeilichen Schuh gestellt. Förderung -es Wohnungsbaues in Hessen durch Staat und Gemeinden. Zur Förderung des Wohnungsbaues durch Staat und Gemeinven in Hessen wird, wie in der Denkschrift zum Entwurf des Staatsvoranschlags mitgeteilt ist, aus dem Ertrag der Sondergebäude- steuer der gleiche Betrag bereitgestellt wie im Vorjahre, in dem die frühere aus diesen Mitteln fliebendc Summe zur Gewährung verzinslicher Darlehen an Gemeinden, Bauvereinigungen und Private zur Errichtung von Woh- nungsbouten von 9,8 auf 12 M i l l i o n e n Mark erhöht wurden: Weiter besagt die erwähnte Denkschrift hierüber: Dab diese Mittel — seit 1926 einschließlich auch des aus der Gemeindesondersteuer aufzubringenden Anteils — im Rechnungsjahre 1927 gleichzeitig zur Verzinsung und Tilgung von Anleihemitteln verwendet werden, die zur Förderung des Wohnungsbaues dienen, kommt einer weiteren und stärkeren Unterstützung des Gedankens gleich. So wurde im Jahre 1927 für die Städte mit Städteordnung der in ihrem Bezirk auskommende Anteil entsprechend den in den Vorjahren gesammelten Unterlagen mit 5,5 Millionen Mark bereitgestellt und Der Restbetrag des für den Wohnungsbau verfügbaren Betrages zum erheblichen Teil zur Verzinsung der Anleihen verwendet, die für die Zwecke des Wohnungsbaues in den Landgemeinden ausgenommen wurden (verbilligte Baudarlehen aus Mitteln der Landesbank und der Dezirksspar- kassen). Auf dem Wege der Anleihe waren somit wesentlich höhere Mittel flüssig zu machen, und es konnte damit der Wohnungsbau in den Landgemeinden erheblich beschleunigt werden. Statt rund 4 Millionen Mark im Jahre 1926 gelang es, auf diese Weise für den letztgenannten Zweck im Jahre 1927 rund 13 Millionen Mark bereitzustellen (einschließlich 853 003 Mark an Schwerkriegsbeschädigte, kinderreiche Familien und Lungenkranke, sowie 633 700 Mark an Staatsbeamte neben den Arbeitgeberdarlehen aus staatlichen Mitteln). Insgesamt kann hiermit im Jahre 1927 voraussichtlich die Errichtung von 5550 Wohnungen in den Landgemeinden gefördert werden, während für Städte und Land zusammen dies nur der Fall war im Jahre 1924 für 1239, 1925 für 1258 und 1926 für 3707 Wohnungen. An Beamtenwohnungen werden aus staatlichen Mitteln (allerdings aus Anleihe und im Dermögensteil verrechnet) bis Ende 1927 errichtet sein: 1. Deamtenmietwohnungen 429 ; 2. Wohnungen in Dienstgebäuden und Anstalten 137; 3. Gendarmenwohnungen vom Staat erbaut 12; 4. Gendarmenwohnungen von Gemeinden erbaut und gemietet 33; 5. Wohnungen für Beamte und Arbeiter in Wölfersheim und Wck- kesheim 66; 6. Wohnungen in angekauften Gebäuden 134; 7. desgleichen in vorhandenen Staatsgebäuden 130. Zusammen sind dies 941 Wohnungen. An Gestehungskosten für diese teilweise in der Inflationszeit erbauten Wohnungen sind rund 11 Millionen Mark anzusehen. Heute würden für diese Bereicherung des Staatsvermögens immerhin etwa 19 Millionen Mark auf- zuwcnden sein. Zuletzt (1927) wurden für den Bau von Beamtenwohnungen 3,2 Millionen Mark aus Anleihemitteln bereitgestellt; hiervon sollen rund 1,9 Millionen Mark unmittelbar der Errichtung staatseigener Wohnungen dienen, rund 1,3 Millionen Mark dagegen (als „Arbeitgeberdarlehen") an Beamte und Gem.in- dcn für Beamtenwohnungen darlehensweise zur Verfügung gestellt werden. Es konnten hieraus 138 Darlehen gewährt und dadurch die Errichtung von 162 Wohnungsbauten gefördert werden, was naturgemäß eine noch stärkere Förderung des Wohnungsbaues bedeutet, als die unmittelbare Verwendung zum Bauen. Für 1928 sind bei der schwierigen Finanzlage des Landes und dem gespannten Anleihemarkt weitere Mittel für Beamtenwohnungen nicht mehr vorgesehen. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 17. Febr. Es standen zwei Auto- unfälle zur Verhandlung. Beiden gingen unmittelbar zuvor Augenscheinseinnahmen an der Unsallstelle voraus. Im ersten Fall war ein Motorradfahrer von der Crednerstraße in die K'inikstraße, Richtung Eisenbahnübersührung, eingebogen. Zu derselben Zeit fuhr nahe der «Straßenkreuzung ein Fuhrwerk in der Richtung Hofmannstraße. Dieses war mit zwei sehr lebhaften fünfjährigen Pferden bespannt. Etwa in der Mitte des letzten Häuserblocks der Crednerstraße gab der angeklagte Motorradfahrer Gas. Es entstand ein lautes knatterndes Geräusch. Die scheuen Pferde gingen durch und rannten in der Hofmannstraße gegen einen Zaun. Das eine von ihnen brach das Dein »»|«MII»»»1 II1»I II—'i TI I HiMnnmnniTi thi»su-inii im itowit und muhte getötet tv.»rden. Der Angeklagte bestritt, mit seinem Motorrad ein derartiges Geräusch gemacht zu haben, daß dadurch Fuhrwerke gefährdet werden konnten Dem stand jedoch insbesondere entgegen die Aussage eines Fuhrmanns, an dessen Fuhrwerk der Angeklagte vor der Bahnüberführung vorbeigefahren war. Dieser hatte den Angeklagten bereits in der Mitte des Häuserblocks beobachtet, auch die Pferde in der Crednerstraße hochgehen sehen. Selbst von den alten wenig temperamentvollen Pferden dieses Fuhrmanns war das eine durch das Geknatter scheu geworden und hatte nach dem Bürgersteig hinübergedrängt. Rach dem Gesetz ist der Führer eines Kraftfahrzeugs Da'üt verantwortlich, daß eine Gefährdung von Fuhrwerken durch Geräusch in keinem Fall eintritt. Der Angeklagte war daher zu bestrafen. Entweder entsprach seine Maschine nicht den Erfordernissen der Technik oder er hat sie unsachgemäß gehandhabt. In jedem der beiden Fälle lag ein Verschulden im Sinn des Gesetzes vor, das hier die strengsten Anforderungen stellt. Strafe: 2 0 Ma r k, im Fall der Uneinbringlichkeit 4 Tage Haft. 3m zweiten Fall hatte ein Autoomnibus, der von der Marburger Straße in die Rordanlage eingebogen war, einen Invaliden .angefahren, der in seinem Fahrstuhl auf der rechten Straßenseite fuhr. Der Invalide wurde zu Boden geworfen und verletzt. Der Führer des Autoomnibus, der nur aushilfsweise als Fahrer tätig war, hatte sich wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten. Er behauptete, vor dem Fahrstuhl des 3nvaliden seien so viele Menschen gegangen, daß es für ihn unmöglich gewesen sei, diesen zu sehen. Eine Zeugin, die den Vorfall vom Fenster aus beobachtet hatte, behauptete das Gegenteil. Auch hier kam das Gericht wieder zu einer Alternativfeststellung. Wenn soviel Menschen vor dem Fahrstuhl hergingen, daß man diesen nicht sehen konnte, durste der Angeklagte nicht in diese Menschenmenge hineinfahren. Er mußte anhalten. Er mußte damit rechnen, daß sich hier für ihn Ueberraschungen insbesondere durch Kinder oder unbesonnene Personen oder in anderer Weise ergeben konnten. War der Blick auf den Fahrstuhl aber, wie die Zeugin angibt, nicht verdeckt, dann ist der Angeklagte ohne die nötige Umsicht gefahren. Er hat dann die Fahrbahn nicht so beobachtet, wie man das von einem Kraftwagensührer verlangen muß. Auf jeden Fall hat er fahrlässig gehandelt. Da unmittelbar vor dem Unfall für den Angeklagten durch ein ent- gegenkommenoes Fuhrwerk ohne sein Verschulden eine etwas schwierige Situation entstanden war und da er noch unter dem Eindruck eines eben vermiedenen Zusammenstoßes gestanden haben mag, auch ist er nicht vorbestraft, kam er mit einer Geldstrafe von 40 Mark eventuell 8 Tagen Gefängnis davon. Berliner Börse. Berlin, 21. Febr. (WTB. Funkspruch.) Durch die gestrige Annahme der Freigabebill im amerikanischen Senat ist die Stimmung freundlicher, das Geschäft hierdurch angeregter. Schiffahrtswerte, in denen schon zum Schluß der gestrigen Abendbörse lebhafteres Geschäft zu verzeichnen war, blieben stärker verlangt. Die Kurse liegen 1 bis 2 v. H. über gestrigem Schluß. Hapag 158 bis 157,5, Lloyd 160 bis 159,5. Im Devisenoerkehr hört man London gegen Kabel 4,8750 bis 4,8755, Reichsmark gegen London 20,43, Madrid gegen London 28,72 bis 28,75. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Das neue Finanz« und DersorgunzSamt. Der große Bau kes Finanz- und Versorgungsamtes (Ecke Goethe- und Lefsingstrahe) schreitet rasch vorwärts, und jeder Beobachter freut sich des unermüdlichen Fleißes, mit dem eine zahlreiche, tüchtige Arbeile.schaft au b bei schiech em Wetter lic mannigfal iz abwech emden An'-nben treu und freudig erfüllt, in der x,eit der Arbeitslosigkeit dankbar für den ihr gebotenen tug.ichen Erwerb. Aber eins ist schade. 3e höher das Gebäude emporwächst, desto deutlicher wird die u n s ch 5 n e G e st a l t d e s P l a tz e s, der hier, wo Goethe-, Lessing- und Stephanstraße zusammentre fen, entsteht. Von der Ecke am Physikalischen Institut aus betrachtet, stellt sich das Bild in seiner ganzen Häßlichkeit dar. Die Schüler Der nahen realistischen Anstalten können am Vergleich die es Platzes mit Dem nahen wunderbar schönen Di- bliotheksvorplatz einen Anschauungsun erricht e.n- drucksvoltster Art emp'angen. Das hübsche nordöstliche Eckhaus S ephanstraße-Goethe^ raße verlangte mit seiner schönen Ecke eine ganz ander« Linienführung jenseits Der Straße. Dazu kommt, was schon in Der StaDtverorDnetensitzung zur Sprache kam, Das Fehlen Des Vorgartens vor Dem Finanzamt in Der Goethestraße. Es ist lustig, Daß man Die Anlieger (Rachbarn) hier um ihre Meinung gesagt hat, Deren Häuser durch breite ©arten von dem neuen Riesen getrennt sind, nicht aber Die Besitzer Der gegenüber» liegenden Häuser, deren Eigentum um fünf Meter Luft und Sonne entwertet wird. H. Rundsunkprogramm des Franksurter SenderS. (Aus Der „Radio-Umschau".) Donnerstag, 23. Februar. 13,30 bis 14,30: Ton Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauslapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde Der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: G. F. Händel (geb. 23. Februar 1635). 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Von Kassel: „Stunde der Frau": „Der erste Schultag und Derufs- eignungen, Gedanken einer Mutter", Vortrag von Mathilde Meißel. 18,45 bis 19,15: Don Kassel: „ Zur Erinnerung an Artur Schopenhauer (geb. am 22. Februar 1788)", Dortrag von Pfarrer Dr. Hemleben. 19,15 bis 19,45: Stunde katholischer Weltanschauung. 20,15: Don Kas el: Figaros Hochzeit. Lustspiel in fünf Abteilungen von Beaumarchais. Aussührende: Mitglieder des Etaatstheaters Kassel. 22,30 bis 23: Don Berlin: Tanzkursus. Anschließend bis 0,30: Tanzmusik. Freitag, 24. Februar. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert: Buntes Programm. 15,30 bis 16: Die Stunde Der Jugend. 16,30 bis 17,45: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Haussrauenverein E. V. Programm u. a.: „Ist Erziehung unserer Kinder nötig und mobilproduknomfirm» der Welt. Ihre Fabrik» anlagen and Uber die ganze Welt bin verteilt CADILLAC Der Aristokrat der Automobile. Über die ganze Welt hin von Leuten höchster Lebens» führung gewählt. Weil er - der beste aller guten Wagen — seinem Besitzer hohes Prestige gibt. LA SALLE Wie der Cadillac mit kraftvollem Acht• Zylinder-Motor, jedoch ein wenig verkleinert. Farbenprächtig, rassig,. schön. Ein Wagen, der seinem Besitzer Triumphe verschafft. BUICK Überschuß an Kraft, Schnelligkeit, Festig» keit, Ausdauer, wie in keinem andern Wagen. Pie natürliche Wahl von Führern auf allen Gebieten, der in der ganzen Welt am meisten gekaufte gute Wagen. ENERAL MOTORS bietet Ihnen mehr für weniger Geld Tvenn Sie ein (Automobil kaufen OAKLAND Nur ein Künstler konnte die Schönheit seiner anmutigen Linien und Farben schaffen. Lang und tiefliegend. Jugendlich, farbenfreudig. Der schönste Wagen zu mittlerem Preise. Starker Sechszylinder» Motor. PONTIAC GENERAL MpTORS baut Auto» mobile »für jede Börse und jeden Zweck«. Jeder General Motors* Wagen ist höchster Wert zu niedrig* stem Preise. General Motors ist die größte Auto» mobilfirma der Welt mit 250 000 An* gestellten und Arbeitern. Werke und Verkaufsstellen sind über 104 Länder verteilt. 1926 wurden über 1200000 Wagen, 1927 über 1 700000 gebaut. In einen) Jahre verbrauchte General Motors 8300 Waggons Stahl, 1600000 km Kupferdraht und 4500000 Liter Farbe und Lack. Die unvergleichliche Kaufkraft dieses Riesenbetriebes kann allerbestes Material zu günstigsten Preisen einkaufen. Jedem Käufer eines General Motors»Wagens kommt das dann wieder im Preise zugute. Jeder General Motors «Wagen ist vielfach geprüft. Dazu dient ein riesiges 503 ha großes Gelände mit jeder nur denkbaren Fahr-und Prüfgelegenheit,jeder Art von Straßen und Wegen. Da die Güte der General Motors- Wagen durch Prüfungen erwiesen ist, kann selbst für den billigsten Wagen ein Jahi Garantie geleistet werden; für La Salle und Cadillac sogar zweiJahre. In Deutschland ist General Motors durch eine Berliner Niederlassungund durch hunderte von Händlern ver» treten. Der Berliner Betrieb mußte schon im ersten Jahr bedeutend erweitert werden. Ohne fühlbare Geldausgabe kann Ihre Familie jetzt im eigenen Wagen fahren. Sie können ihn gegen geringe Anzahlung fahren und den Rest in kleinen Raten tilgen. Die sieben General Motors-Typen sind hierneben kurz beschrieben. Suchen Sie sich den Wagen aus, der Ihnen gefällt. Der nächste General Motors-Händler wird mit Ihnen gern eine Probefahrt machen und Ihnen alle Einzelheiten mitteilen. Der »erfolgreiche Sechszylinder«, ein Zeichen für die Leistungsfähigkeit des General Mo» tors'. Ein kraftvoller, ausdauernder Wagen für weniger als 6000 M. In zwei Jahren über 200 000 verkauft. OLDSMOBILE Ein Pionier der Automobile. Seit 1898. seit 3 Jahrzehnten, ständig vervollkommnet. Jetzt ein starker Sechszylinder mit vielen bemerkenswerten Überlegenheiten zu außer» ordentlich günstigem Preise. CHEVROLET 1927 über eine Million verkauft. Groß, kraftvoll, fest, beauem, mit den Vorzügen teurer Wagen; beliebt, weil elegant. Auch als Last- und Lieferwagen, schnell, zuverlässig. wirtschaftlich in Anschaffung und Betrieb. General Motors G. m. b. H., Berlin-Borsigwalde möglich?". Vortrag von Lehrer Ä. Stricker. 17,45 biß 18,05: Die Lesestunde. 18,30 bis 19: Don Kassel: Literarische Stunde der Ka seler Presse. 19 biß 19,30: Stund« d:ß Südwestdeutschen Radio- Clubs. 19,30 bis 19,50: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 19,50 bis 20: Film-Wochenschau. 20: Dom Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Wiesbadener Kurorchesters. Anschließend: Rezitations-Abend Willy Busch- boff, Berlin. Darauf: Don Kassel: Spätkonzert der Kasieler Hauskapelle. Samstag, 25. Februar. 13 bis 14: Don Kassel: Mittagsstandchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend: 16.30 bis 17.45: Konzert deS Rund» funkorchesterß: Ouvertüren. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,30 biß 18,45: Don Kassel: »Stunde Haus und Garten": »Die Herrichtung des Gemüsegartens II", Dortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18,45 bis 19,15: Der Briefkasten. 19,15 bis 19.45: »Orientalische Frauen", Dortrag von Intendant Dr. Carl Hagemann. 19,45 bis 2015: Stunde des Frantfurtec Bundes für Volksbildung: »Jugend und Bühne". Dortrag von Dr. Löwenberg. Berlin, vom Verband der Deutschen Volksbühnenvereine. 20,15: Dom physikalischen Verein: Der sprechende Film: Tri Er- gon. Anschließend. Hugo Wolf (zu seinem 25. Todestag am 22. Februar). 22,30 bis 23: Don Berlin: Tanzkursus. Anschliehend bis 0,30: Tanzmusik. Stirnen, Sport und Spiel. 4. Bezirk Turngau Hessen O. T. Dos Winter-Gerätewetturnen des 4. Bezirkes des Turngaues Hessen D. T. fand am Samstag und Sonntag in S t o r n- dorf statt. Schon am Samstag trafen viele Turner und Kampfrichter ein. Leh'ere versammelten sich zu einer Kampfrichterberatung im Gasthause von Lutz. Hieraus fand eine Dor- sihendenversammlung statt. Bezirks- Vertreter G u n t r u m - Schlitz Erstattete Bericht vom Jahre 1927. Eine anregende Aussprache entwickelte sich über alle turnerischen Angelegenheiten. H. a. wurde gewünscht, dah in Anl eFracht unserer wirtschaftlichen Rot die Turnvereine die Veranstaltung von Maskenbällen u. dgl. unterlassen möchten. Abends fand im Saale von Henkelmann ein turnerischer Werbe- abend statt. Der Dorsihende des Turnvereins Storndorf sprach herzliche Degrühungsworte. Eine begeisterte turnerische Ansprache hielt der Bezirksvertreter Guntrum -Schlitz, die rauschenden Beifall fand. Der Gesangverein verschönte den Abend mit einigen gut vorge Eugenen Chören. Die besten Turner des 4. Bezirkes, die in einer Dezirkswerberiege auftraten, zeigten kunstvolle und gut ausgeführte Hebungen an Pferd, Barren und Reck. Auch exakt ausgeführte neuzeitliche Freiübungen wurden von einer Abteilung des Alsfelder Turnvereins vorgeführt. Sämtliche Darbietungen fanden starken Beifall. Zum Schlüsse sprach noch kernige und begeisterte Worte der 1. Bezirksturnwart, Bastian- Alsfeld, der die Einwohner von Storndorf zum Deitriv in den Turnverein Storndorf aufforderte. Zuni Wetturnen, das am Sonntagmorgen begann, traten 214 Turner an. Geturnt wurde in 13 Riegen an Reck, Barren und P erd, sowie eine Pflichtfreiübung. Hm 12 Uhr war das Turnen beendet. Hm 4 Hhr hielt der 1. Bezirksturnwart Bastian die Preisverteilung ab. Die vier ersten Sieger jeder Stufe seien hier genannt: Aktive Turner stufe: 1. Preis mit 175 Punkten: Chr. Gaih, Tv. Schlitz. 2. Preis mit 161 P.: Peter Boß, Tv. Maar. 3. Preis, 166 P.: Friedr. Scharmann, Tv. Groh-Felda. 4. Preis, 165 P.: Wilh. Boh, Tv. Maar. Jugend-Oberstufe: 1. Preis, 159 P.: Karl Bücking II., Tv. Alsfeld. 2. Dreis, 154 P.: Karl Schwalm, Tv. Alsfeld, und Karl Beier, Tv. Lauterbach. 3. Preis, 150 P.: Willi Scharnhorst, Tv. Lauterbach. 4. Preis, 146 P.: Hch. Schmidt, Tv. Alsfeld. Jugend-Hnter stufe: 1. Preis, 131 P.: Konr. Boh, Tv. Maar. 2. Preis, 129 P.: Hch. K öll, Tv. Alsfeld, und Karl Dippel, Tv. Hartershausen. 3. Preis, 121 P.: Gg. Schmier, Tv. Pfordt. 4. Preis, 121 P.: Lud. Pfeifer, Tv. Pfordt, und Dal. Schmier. Tv. Hartershausen. Schüler stufe: 1. Preis, 131 P.: Karl Geißel, Tv. Homberg a. d. Ohm. 2. Preis, 125 P.: Fried. Prosch. Tv. Brauerschwend. 3. Preis, 123 P.: Lud. Jäger. Tv. Groh-Felda. 4. Preis, 122 P.: Herm. Schul, Tv. Maar. V. f. B. Liga — Hanau 94 7: 3 (5: 2). 1. Jugend — Daubringen 3:0. Da am Sonntag in Gießen sonst kein Fuhball- spiel stattsand, hatte sich zu dem Treffen D. f. D. gegen Hanau 94 eine recht ansehnliche Zuschauermenge einge'unden. Der gebotene Sport konnte im allgemeinen ke riedigen, obgleich man von den Gästen etwas mehr erwartet hatte. Wenn dabei zugestanden werden muh, daß Hanau mir mit 10 Mann antrat, so darf jedoch behauptet werden, daß D. f. B. auch das Spiel für sich entschieden hätte, wenn der Gegner vollzählig gewesen wäre. Bei der Gegenüberstellung des 7:3 mit dem Resultat von dem vor vier Wochen stattgehabten Dorspiel, das 4:3 für Hanau lautete, läßt sich eine merkliche Formverbesserung der D. f. B.-Mannschaft feststellen. Trotzdem hat die Mannschaft noch stark an sich zu arbeiten, da noch mancherlei Mängel zu beseitigen sind. Dies offenbarte sich sehr deutlich während dec zweiten Halbzeit, in der sich besonders die Läuferreihe, vor allem der Mittel- läuser, reichlich schwach zeigte. Beide Mannschaften begannen das Spiel mit einem Tempo, von dem man von vornherein wußte, daß es in Anbetracht des teilweise schweren Bodens nicht durchgehalten werden konnte. Rach anfänglich verteiltem Spiel schälte sich immer mehr eine deutliche Heberlegenheit der Platzmannschaft heraus, die trotz Auslassung einiger sicherer Gelegenheiten bei Halbzeit bereits durch das 5: 2-Resultat zum Ausdruck kam. Rach der Pause ließ D. f. D. stark nach, was wohl in erster Linie auf eine Hmstellung zurückzuführen war. die sich absolut nicht bewahrte, da der auf den Mittelläuferposten zurückgegarmene Halblinke jegliches Zuspiel vermissen ließ und dadurch der Sturm in der Lust hing. Dah auch die beiden Seitenläufer von da an stark nachliehen, war die natürliche Folge. Hierdurch kam Hanau etwas mehr aus und vermochte das Torverhältnis um eins zu verbessern, fiel jedoch später wieder ab und muhte sich noch zwei weitere Tore gefallen lassen, so daß das Schluhergebnis 7: 3 lautete. Die erste Jugendmannschaft war in Daubringen und gewann dort ihr Diplomspiel verhältnismäßig knapp mit 3:0. Die übrigen Spiele fielen durch Absage bzw. Richtantreten des Gegners aus. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Gießen (Liga) — Alsfeld (Ligo) 3:2 (0:1). ö. Die Ligamannschast brachte von der Fahrt nach Alsfeld einen bemerkenswerten 3:2- Sieg mit heim. Das Spiel war reichlich hart und erinnerte mehr an ein Punktspiel. 1900 Gießen spielte in der ersten Hälfte überlegen, trotzdem erzielte Alsfeld len Führungstreffer, allerdings durch Eigentor der Gießener. Halbzeit 1:0 für Alsfeld. Rach dem Wechsel kamen die Der- einigten auf Flanke des Linksaußen zum längst verdienten Ausgleich, da der Mittelstürmer geschickt über den herauslausenlen Hüter Alsfelds einköpfte. Einen Strafstoß aus ca. 25 Me.ec setzte der Gießener Rechtsaußen durch Dombenschuh unter die Latte, 1900 damit in Führung bringend. HaDlinks erhöhte dann auf Dorlage des Rechtsaußen auf 3:1. 2m Cntspurt holten die Gastgeber noch einen Tre'fer auf, während alle weiteren Bemühungen um den Ausgleich an der aufmerksamen blau-weihen Hintermannschaft scheiterten. Spiellei ec war Wingenfeld - Fulda, mit dem man diesmal nicht immer ganz einig ging. So übersah er vor der Pause eine glatte Handabwehr im Strafraum der Platzbe.iher. Alsfelds Stärke liegt in der großen Schnelligkeit und ganz besonders im guten Zusammenspiel des Sturmes. 1 9 0 0 ll. Iugend unterlag im Diplomspiel in Werdorf gegen die dortige I. Jugend unter der schlechten Leitung eines Schiedsrichters vom Platzverein 10:1. Fußball Watzenborn — Großen-Buseck. Am Sonntag trafen sich die 1. Jugend Watzenborns und die 2. Mannschaft Großen-Busecks in Watzerrborn. Sofort nach Beginn des Spiels setzte ein flottes Tempo ein, das auch bis zum Schluß beibehalten wurde. Großen-Busecks Mannschaft war gut verstärkt, dagegen spielte Watzenborn mit Ersah. Trotzdem stand das Resultat in der Halbzeit 3:1 für die Einheimischen. Aach der Halbzeit spielten die Gäste recht hart und traten hierdurch in Führung. Einen Elfmeter verwandelten sie glatt. Als der Schlußpfiff ertönte, stand das Ergebnis 5:3 für Großen-Duseck. Arbeiter-Tum- und Sportbund. Bezirksfutzballtag. Die diesjährige Tagung der Fußballer fand am Sonntag in Heuchelheim statt. Die Jahresberichte lagen gedruckt vor; fre darüber stattgehabte Diskussion zeigte allgemeine Zufriedenheit mit den Arbeiten des Spartenvorstandes. Der Spielbetrieb hatte durch die starke Ausbreitung des Bezirkes erwas verloren, die Serienspiele sind der Wunsch aller Fußballer. Ein klares Bild über die innere Umgestaltung der Gesamtorganisation gab das Referat oes Kreisoorstandsmitgliedes Sorg. Die Delegierten des 3. Bezirks schlossen sich im allgemeinen diesen Ausführungen an. Für die Serien« spiele soll das vorjährige System beibehalten werden. Die S p i e l e r l a u b n i s für Spieler über 18 Jahre zu den Jugendspielen wird in Zukunft abgelehnt. Die Wahl des Spartenvorstandes brachte einige Aenderungen und die Tagung fand damit ihren Abschluß. Heuchelheim ! — Großen-Linden I 7:0. Heuchelheim hatte Großen-Linden zu Gast. Bis Halbzeit konnten die Einheimischen etwas überlegen Berkehrsorbnung erfordert Rechts gehen! sein und drei Tore erzielen. Nach'Halbzeit dasselbe Spiel. Großen-Linden konnte sich nicht, zusammenfinden, aber auch Heuchelheim ließ manches zu wünschen übrig. Bis zum Schluß gelang es Heuchelheim, die Torzahl auf sieben zu erhöhen, dem die Gäste nichts entgegenzusetzen hatten. Raunheim — Erbach 5:2. Am Aufstiegspiel zur Kreisklasse hatte Naunheim Erbach im Odenwald zu Gast. Unsere Boraussage bewahrheitete sich. Naunheim, das diesmal kom- plett antrat, konnte Erbach mit 5:2 abfertigen und so die ersten Punkte nach Hause bringen. Wieseck — Dotzheim. Wieseck hatte die Reise nach Wiesbaden-Dotzheim mit reichlichem Ersatz angetreten. Bei denkbar schlechtesten Platzverhältnissen fand das Spiel statt. Bis Halbzeit konnte trotz ausgeglichenen Spiels Dotzheim mit 3:1 führen. Nach Halbzeit merkte man den Gästen die lange Bahnfahrt an. Dotzheim gelang es noch einmal, den Ball ins Netz zu bringen, dem Wieseck durch zwei Selbsttore noch half und so das Spiel mit 6:1 verlor. (jungen — Steinbach. Das Spiel Hungen—Steinbach endete mit einer hohen Niederlage 13:0 für Steinbach. Selbstvergiftung wird durch Giftstoffe verursacht, die vom Darm aus in das Blut ausgenommen, statt aus dem Körper entfernt zu werden. — Energische, kurgemäße Darmentlastung beugt vor und bringt Hilfe. 4580 Die zuverlässigste Methode ist die Anwendung des Kruschen-Salzes, das in jahrhundertlanger Erfahrung erprobt ist. Kruschen-Salz ist zusammengesetzt nach den Dorbildern, die uns die Ratur in den besten Heil- (Bittersalz-) Quellen gab. — Das Blut wird von Giftstoffen gereinigt, die Stauungen in Leber und Milz werden beseitigt. Die Befreiung von den Giftstoffen bringt Auffrischung des ganzen Körpers. Die wertvollen Bestandteile des Kruschen-Salzes bewirken eine Anregung des Gallenflusses und eine Beruht- gung des Rervenshstems und damit des Gehirns. Darmentlastung und Rervenerholung hängen sichtlich zusammen. Je reiner das Blut, desto sreier der Geist. Ein Glas Kruschen-Salz reicht für 100 Tage, somit tägliche Gesundheitspflege für 3M xu vaiic/ben, die cöureh, Jire 9Ölll5e, und, Ihr praekfoolles =flroma eine fvoklteko ßtimmnng hervorruftdunöd, (Ile, £eLbgarße, des fr Ingen, ddavnenal kein an__9 c/7ugenbliek) ödarükev im, Ößweifel Laßet? ctaßs <ßte. xu den gelaßenen urkgom, gej'dieneib Qdften, gehören?. desßcmxen Öka,vnevoßmLid) angeorbnetp’daßs alle, Q fauven geflehter und Uraueuklöße von dfflenjafinaehts~ Vergnügungen ausgefelitojfen fein, fallen, dagegen find" herzlich willkommen alle fröhlichen unÖ'VergnügtZrpj. ben, raten mir affinen, an liefern Sage nur i Uc’l’n. »iti L*’1« **»11S Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Dienstag, 21. 5ebruar (928 Nr.« Drittes Blatt '17:0 iu Ni »• ti! ,^dasselbe ■UufotnmeQ: •nandies 3U 65 W[ k bem^e '°?°unheim .^rausfage SQI ti- |erh9en und Jen. !,lNeim 3t' .benfbar 'gnSMftatt Wn Spiels 'N mertte Dotzheim ju brtn- :e n°-h W iu entrichte! b« (Fohlen iVateiter. eine amW r dec Orb während ds ?en oder der at. Besitzer ent Kreises. marW - en mir immun-i. ieichwÄ» is derrrm die Äjlibtm-- : be^M rrifterrien de- treitn iß der jelangen in 5unbgeflii r und Volk in Not. Der große Hörsaal der Universität war bis aus ben letzten Platz beseht, als am Freitagabend der ILrrteidiger Südtirols, Oberstleutnant a. D. I! < o n (Wien,, in einer vom Verein Deutscher E tudenten ernberusenen Versammlung zu diesem ?.hema das Wort ergriff. In etwa zweistündigem 'Aortrag führte der Redner u. a. aus: Süd- türol ist eine brennende Wunde am Körper Europas, eine Wunde, die die flößte Gefahr einer Infektion in sich trägt. Wohl sc-ufzen auch andere Völker unter schwerer Ve° amidung; es gibt aber kein Land, dessen Leiden dan Veobachter mehr entsetzen muh, als Tirol. Tirol ist ein Paßland. Die Vrennerlinie ist als läster Alpenübergang feit jeher bekannt. 15 v. Ehr. l«n Tirol unter römische Herrschaft, die 500 ’ 3 ihre währte. 3m 6. Jahrhundert n Ehr. begann bi.e Ansiedlung der Vajuvaren. Ein Teil der Be- )älkerung, die Latiner oder Rhätorornanen, hatte Ehrend der Römerzeit die römische Sprache an* genommen: diese Leute waren aber keine Ita- i lener geworden, hatten der Rasse nach auch Izar nichts mit ihnen gemein. Die Bedeutung Tirols als Paßland wird dadurch erhellt, daß »Hein 40 Kaiserzüge über den Brenner statt- a irden. Tirol tpar im 12., 13. und 14. Jahrhundert eines der wichtigsten Kulturzentren Deutschlands: Architektur und Minnesang waren in keinem Teil Deutschlands so stark entwickelt als hier. Die Tiroler waren von jeher ein freies, vehrhaftes und starkes Volk: es gab bei ihnen niemals eine Leibeigenschaft. Schon sehr frühe mußten sich die Tiroler gegen die Un&ilöcn der Actur und die Begehrlichkeit auswärtiger Feinde jur Wehr setzen. 3m Mittelalter streckte die Republik Venedig die Hand nach Tirol aus. Schon damals, als im übrigen Deutschland von einem Aotionalbewutztsein noch keine Rede war, wußte men sich in Tirol vor der drohenden Verwel- lchuna zu schützen. Später wurde es dem öfter« rekchischen Staate einverleibt. Die Tiroler waren es, die 1809 als erste die Ketten des großen Korsen sprengten, eine Tat. die ihnen niemals gedankt wurde. 1831 begann für Tirol eine neue 2(cra: 3talien reklamierte das Land, für sich, di« Zeit des 3rredentismus fetzte ein. Bis zum Weltkrieg dauerte dieser 3rredentismus. Er war einer der Hauptgründe, weshalb 3talien in den Weltkrieg eintrat. Bei Beginn der Feindselig* Iciten standen an der italienischen Grenze 15 Bataillone, davon waren 12 Landsturm. Niemals lreihrend des ganzen Krieges konnten die 3ta- ,. lieaer die von den Oesterreichern selbst gewählte Verteidigungslinie durchbrechen. Erst beim Waffenstillstand gelang es ihnen durch Verrat, den größten Teil der Truppen, die nicht mehr von der Waffe Gebrauch machen durften, gefangen zu nehmen. Diese Tat betrachten die Italiener als den größten Sieg der Weltgeschichte. Dei der Besetzung Tirols versprachen die Italiener, die nationale Eigenart der Tiroler zu achten. Italien hat dieses Versprechen nicht geaalten. Der Italiener kennt den Begriff des Ehrenwortes nicht, er kennt nur den „heiligen Eigennutz". Aus dieser Tatsache sind alle Be- diückungsmaßnahmen in Tirol au erklären. ES Iaht sich nicht beschreiben, wie sehr die Tiroler vepeinigt werden. Die Gesetze werden so gefaßt, bafr eine möglichst vielseitig« Ausdeutung möglich: sie werden immer zum Rachteil der Tiroler ausgelegt. Die Schulen, die in Tirol stets auf einer außerordentlichen Höhe standen, will Italien für sich gewinnen. Es hofft, dadurch die Heranwachsende Generation zu Italienern machen zu können. Das wird ihm nie gelingen. In den bchulen herrschen entsetzliche Zustände: die Kinder verstehen ihre Lehrer und die Lehrer ihre Schüler richt. Gelernt wird deshalb überhaupt nichts. Der Rame „Tirol" und die deutschen Ortsnamen lind verboten. Alle patriotischen Denkmäler muß- len verschwinden. Um dem Ausland gegenüber dem Schein zu wahren, ließ man das Hofer-Denkmal in Meran stehen: das Wort „Tirol" aber, das auf dem Sodel dieses Denkmals stand, mußte beseitigt werden. Die Zeitungen stehn unter schwerstem Drud. In den Gaststätten müssen ebensöviel italienische als deutsche Zei- lungen aufgelegt werden: die Hälfte aller Bücher in den Bibliotheken muß in italienischer Sprache Buntes Allerlei. Bekenntnisse einet Tigerbändigerin. Mabel Stark, eine Amerikanerin, die behauptet, die einzige Tigerbändige in der Welt zu sein, erzählt in einer Reuyor.er Zeitschrift allerlei von den Erfahrungen und Erlebnissen, die sie in ihrem eigenartigen Beruf gehabt hat. „Tiger sind außerordentlich feinfühlige und leiujt erregte Tiere," schreibt sie, „und wenn sie irgendwie beunruhigt werden, ist es höchst geiährnch, sich ihnen zu nähern. Sie können nicht im eigentlichen Sinne gezähmt wer. en, aber man kann ihnen einige Kunststüde (^bringen und sie soweit erziehen, daß sie auf ihre Rarnen hören. Ein Tiger reagiert auf alles viel schneller als ein Löwe, und man muß sich bei den blitzschnellen Bewegungen dieser geschmeidigen Katzen sehr vorsehen. Gefahr a.er ist im Verkehr mit diesen Raubtieren unter normalen Umständen nicht vorhanden. Ein Tiger wird niemals einen Menschen angreifen toe xn er nicht durch irgendwelche unvorhergc ehenen Zwischenfälle erstreckt oder beunruhigt ist. Vor einiger Zeit wurde ich von einem meiner T e.e schlimm zugerichtet, weil ich zufällig während emes Ringlampfes aus dasselbe niederstürzie. Ein Irrtum ist es. wenn man immer wieder behauplet, daß ein Tiger, der einmal Menschenblut geio'.et hat, ein unverbesserlicher Mens." enfreffer wird. Ich kann nicht ein .einziges Beispiel dafür anfühven, daß ein Tiger, der einen Menschen angefallen und ihn so verletzt hat, daß er sein Blut zu kosten bekam, nun Menschen angegriffen hätte. Rur durch Hunger kann das Tier dazu gebracht teerten, einen Menschen anzufpringea. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat einer meiner Tiger menschliches Blut gekostet, aber nachdem die erste Furcht vorüber war, zeigte das Tier keine besondere Wildheit, sondern ging auf meinen Befehl hin folgsam in die Ede. Junge Tiger, die in Gefangenschaft geboren sind, teerten gewöhnlich der Mutter einige Tage nach der Geburt fortgenvm- men und mit Ziegenmilch aufgezogen. Um einem Tiger gewisse Kunststücke beczubringen, bedarf es großer Geduld und Ausdauer, aber die Arbeit ist nicht schwierig, wenn man sie nur in der richtigen Weise betreibt. Cs hat mich sechs Monate angestrengter Bemühungen gekostet, um einen meiner Tiger so weit zu dressieren, daß ich mit ihm ringen konnte. Ich nahm die ein» Seinen Bewegungen jeden Tag sorgfältig mit ihm durch, bis der Tiger so weit war, daß er wußte, was man von ihm verlangte, und auf meine Bewegungen in der gewünschten Weise reagierte. Wenn ich zu meinen Tigern in den Käfig gehe, ist die einzige Waffe, die ich mitnehme, eine kleine Peitsche, di« ich mehr zur Leitung der Tiere als zu ihrer Bestrafung benutze. Das beste Alter, um mit der Dressur der Tiger zu beginnen, ist zwischen 2 und 21/» Jahren. Rach fünf Jahren sind die Tiger bereits zu unruhig und leicht erregbar, aber wenn sie jung unterrichtet werden, können sie bann bis zu ihrem 16. oder 17. Jahr vorgeführt werten. Später werden sie gewöhnlich an einen zoologi» scheu Garten verkauft, wo sie oft das Qiuer von 25 bis 35 Jahren erreichen. D e Ernährung des Tigers ist einfad), muß aber sorgsam überwacht werden. Er lebt hauptsächlich von marmorn und frischem Rindfleisch, bekommt daneben auch Milch und Eier. Man muß manchmal mit der Rahrung wechseln, da die Tiere wie die Menschen einer zu einförmigen Kost überdrüssig werden." Die Ausgrabung der allrömischen Börse. Ueber die neuen Ausgrabungen, die in Rom am Quirinal vorgenommen worden sind, berichtete der französische Archäologe Franz Dumont in der Pariser Akademie der Inschriften. An der Stelle, wo die Via Rationale, die Hauptstraße des modernen Rom, ein Knie macht, um den Abhang des Quirinal zu umgehen, zwischen dem sog. Turm des Rero und dem Trajans- Forum, erhob sich die alte Kaserne von Mag- nanopoli, die jetzt nieöcrgeriffen worden ist, wodurch die Ausgrabungen möglich wurden. Die Funde ergänzen in glücklicher Weise diejenigen, die in letzter Zeit auf den Kaiser-Foren unter der Leitung von Corrado Ricci gemacht wurden. Etwa zwei Drittel der Kaserne waren über antiken Bauten errichtet, die sich darunter vortrefflich erhalten haben. Es wurden Gebäude bis zu einer Hohe von drei Stodwerken ausgegraben. Sie lagen an einer Straße, die sich in der Richtung der Via Rationale nach der Suburra hin- zog, hinter dem Halbkreis vorüber, der hier das Trajansforum abschließt. Der Hauptteil des größten Gebäudes besteht in einer mächtigen Basilika mit drei Schiffen, deren Kuppel erhalten ist. Man nimmt an, daß es sich um die alt- romiiche Börse handelte, um eine große Markthalle, in der sich der wichtigste Teil des Handels und Wandels abspielte. Die Börse war von kleineren Bauten umgeben, in denen Läden lagen und deren Fassaden Balkons zeigten. Man kann noch die Ventilation erkennen, die in den Lagerräumen angebracht war, um die Waren frisch zu erhalten. Die ganze Anlage steht mit dem Trajansforum in Verbindung. Die Arbeiten werden fortgesetzt, und man hofft, die ganze westliche Seite des Forums sreizulegen, die sich an dem Quirinal entlang ausdehnt. Die prachtvolle Anlage des Forums wird sich dann erst in ihrer ganzen Große barbieten. verfaßt fein. Die Gemeindeautonomie hat auf- gehort: der zum Teil erhebliche Gemeindebesitz wird vom Staat verwaltet, und zwar so, daß die Einwohner gar keinen Ruhen mehr davon haben. Die Hütten des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereins wurden enteignet und der italienischen Militärverwaltung übergeben. Bei dem Erwerb von Grundstücken und dergleichen sind ein« Reih« äußerst schikanöser Bestimmungen zu beobachten, die den gesamten Realitäten-Verkehr lahmlegen. Italien will die Brennergrenze nicht nur auS Eitelkeit halten: die Karte zeigt, daß das Pustertal ein glänzendes Aufmarschgebiet gegen Jugoslawien abgibt. Was soll nun geschehen? Tirol wird wieder frei werden, und zwar dann, wenn Deutschland einig sein wird. Roch ein anderer Weg ist möglich, den Mussolini in einer Kammerrede im Februar 1921 selbst gezeigt hat, indem er sagte, daß die Friedensverträge aufgehoben werden müßten, deren Erfüllung eine Quelle unauslöschlichen Hasses bedeute. Der Reichsdeutsche möge nie vergessen, daß im Süden ein schwer leidendes Brudervolk wohnt: er möge dies Volk besuchen und sich in deutscher Sprache mit ihm unterhalten. In einer großen Anzahl schöner Lichtbilder zeigte der Redner am Sd)lusse das prächtige Tirolerland und charakteristische Typen seiner kernigen Bewohner. Sehr starker Beifall dankte ihm für feine eindrucksvollen Ausführungen. Kleine (Strafkammer Gießen. Die Ehefrau M. L. aus F. war der Unterschlagung angeklagt. Die Angeklagte, die bis zum Jahre 1927 ein Kohlengeschäft betrieb, geriet im Jahre 1926 In Zahlungsschwierigkeiten. Um weitere Kredite zu erhalten, übereignete sie einer Frankfurter Kohlengroßhandlung ein Pferd und einen Wagen. Ferner verpflichtete sie sich, eine Sicherungshypothek auf ihr Haus zu bestellen. Als die Hypothek eingetragen war, verlangte die Angeklagte durch einen Rechtskonsulenten Freigabe von Pferd und Wagen. Die Frankfurter Firma weigerte sich jedoch und verwies darauf, daß die übereigneten Gegenstände trotz der Hypothekenbestellung verhaftet bleiben. Die Angeklagte veräußerte jedoch anfangs 1927 Pferd und Wagen, ohne den Erwerbern zu sagen, daß sie nicht ihr Eigentum feien. Ihrer Aussage nach glaubte sie sich hierzu berechtigt, da bei Abschluß des Uebereignungsvertrages vereinbart worden sei, Pferd und Wagen gingen bei der Hypothekenbestellung wieder in ihr Eigentum über. Ihre Angaben wurden durch eine Zeugin, die während des Vertragsabschlusses zugegen war, bestätigt, während die Geschäftsführerin der Frankfurter Firma, sowie deren erster Buchhalter eine solche Vereinbarung in Abrede stellten. In erster Instanz war die Angeklagte sreigesprochen worden, da das Gericht annahm, daß sie in gutem Glauben, die Gegenstände seien wieder ihr Eigentum, gehandelt habe. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt. In seinem Strafantrage bezeichnete er eine Gefängnisstrafe von 5 Wod)en für angemessen. Die Straskammer hielt es aber auch für möglich, daß irgendwie bei Vertragsabschluß von einem Freiwerden der übereigneten Gegenstände gesprochen worden sei, so daß angenommen werden könne, die Angoilagte habe tatsächlich an ihr Eigentum geglaubt, weshalb sie freizusprechen sei. Der sd)on Öfters vorbestrafte Landwirt D. St. aus K. hatte einem Kaufmann, sowie einem Maschinenbauer vorgespiegelt, er sei Eigentümer eines großen Anwesens mit reichem Vi.hbestand, während in Wirklichkeit seine Ehefrau, mit der er in Gütertrennung lebt, Eigentümerin ist. Auf Grund seiner Angaben über sein Vermögen war cs ihm möglich, bie bc.b.n erto hnten Gech ftk eutc in eine Ma.chinenbesteUung zu verwickeln. Er wollte nämlich auf feinem angeblichen Besitztum Backsteine brennen und Kaolin graben. Er unterschrieb auch mehrere Wechsel im Gesamtbetrag von 2500 Mark, ohne sie jedoch am Verfalltage einzulo en. Der Maschinenbauer unterließ daher die Lieferung. Trotzdem erlitten die beiden Ge- chä tsleute durch die Protestation der Wechsel, sowie durch verschiedene Reisen einen Schaden von mehreren hundert Mark. Für seine Hand- lungswei e erhielt St. vom Gericht erster Instanz eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Wegen dieses Urteils legten er und die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die Strafkammer setzte die Strafe unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die beiden Geschäftsleute auch recht leichtsinnig vorgegangen waren, auch eine Lieferung der Maschinen nicht erfolgte, auf sechs Wochen Gefängn.is herab. Außerdem wurde der Angeklagte mit den Kosten des Verfahrens belastet. Wirffchast." e KommunalkrediL und Sparkassen. Der soeben veröffentlichte Gesd)ästsbericht des Deutschen Sparkassen - und Girover- b a n d e s und seiner Bankanstalt, der Deutschen Girozentrale-Kommunalbank, stellt fest, daß die Sparkassen sich im Jahre 1927 in erhöhtem Maße der Pflege des Kommunalkredit- g e s ch ä f t e s, insbesondere des langfristigen gewidmet haben. Der Kommunalkredit an sich ist in letzter Zeit mit Rüdsicht auf die Zunahme der Verschuldung der Kommunen zu einem in der Oessentlichkeit sehr oft behandelten Problem geworden, zu dem in sehr verschiedener Weise Stellung genommen wird. Betrachtet man die Abschlußzahlen der Deutschen Girozentrale als der Spihenbank der Sparkassen, so ergibt sich schon aus diesen Zahlen, daß die Sparkassen unbeirrt um die Öffentlichen Diskussionen ihren Weg weiter gegangen sind, und daß ihnen die Zurücklegung dieses Weges, der, wie gesagt, auf et ne erhöhte Pflege deS Kommu- nalkrediteS tm Jahre 1927 gerichtet war, auch erhebliche Opfer gekostet hat. Die Kommunalbanken bzw. die Sparkassen sind gesetzmäßig gemeinnützige Institute, die einmal der Kleinwirtschaft und dem Mittelstand als dem Kontingent ihrer Einleger zu dienen haben, zum anderen aber die Aufgabe zu erfüllen haben, den Kreditbedarf der einzelnen Kommune, die für sie bürgen, zu befriedigen. Berücksichtigt man diese Funktionen, die eigentlich das ganze Geschäft der Sparkassen bzw. Kommunalbanken erschöpfen, so kann die Stellungnahme, welche der Präiident des Sparkassen- und Giroverbandes, Kleinert, zu dem Problem des kurz- und langfristigen Kommunalkredits einnimmt, nicht Wunder nehmen, denn dem Verband und den ihm angeschlofsenen Sparkassen wird es stets Pflicht fein, den lebensnotwendigen langfristigen Kommualkreditbedarf in dem ihre Liquidität nicht gefährdet wird, nach Möglichkeit zu befriedigen. Man kann es also vom uenjeufrr mer in meinem gespräch. Es klang wie ein Bekenntnis. „Seit meiner Knaben zeit stand ja Melusine im» Herzen. Als einzig«! Wenn ich sonst arif^'; den Freund abwartete. „Bist du dir dessen nicht be» mußt? Vermißtest du nichts hier?" „Vermissen? Raymond, jetzt in dieser Stunde, in der mir zum Abschied zusammen sind, in der mir uns noch einmal so nahe kommen müssen, mie möglich, gerade, damit mir uns nicht verlieren — jetzt endlich habe ich den Mut, dir zu sagen, wie ich feit Jahr und Tag innerlich um Melusine geworben habe. Und bin nie von ihr verstanden worden. Bin nie von ihr beachtet worden — weil ihre Hand nicht frei war! — Und ob ich hier eine Frau vermißt habe!" Er ging durch das Zimmer und zog einen der Vorhänge zurück, den unsichtbare Hände vorhin geschlossen. Draußen war die Nacht schnell hereingo- funten. Aber der Mond stand hoch am Himmel und goß einen zarten Schein rings über die verschneite Gebirgslandschaft. Wenger starrte hinaus. Seine Stimme senkte sich etwas, fast wie im Selbst- Kriegs', durch M , ißolh'X' Mädchen und Frauen begegnete und kennen lernte, zog ich jedesmal gleich einen stillen Vergleich zwischen ihnen und Melusine. Und immer siegte Melusine! Keine hat ein Lachen wie sie. Gott, was habe ich schon als Junge für Streiche und Faxen und Allotria ausgestellt — nur, um ihr Lachen zu sehen! — Aber nie habe ich den Mut gefunden, sie meine Liebe merken zu lassen. Ich war immer innerlich voller Zaghaftigkeit. Fühlte mich ungehobelt, schwerfällig neben ihrer graziösen Liebenswürdigteit." Raymond rührte sich mit keiner Gebärde. Kein Wort warf er dazwischen. Er ahnte, wie tief das altes in dem Freunde gesessen und gelebt und ae= nagt hatte. Aber gerade, wenn er dem Freunde tzt das Schicksal der Schwester vertraute, mußte ec wissen: ob diese hoffnungslose Liebe stark genug gewesen war, alle Enttäuschungen zu überwinden, um dennoch immer neue Hoffnung zu schöpfen? „Ich tat ja auch richtig daran, zu schweigen. Ich hätte mir ja nur eine Absage geholt. — Zuerst war Di etwa rt so glücklich, jie zu erobern. Oder — war es nicht vielleicht doch sein Unglück — wo er sie doch wieder verlor? Und nun soll dieser Monsieur Bou- oier der Glückliche fein — dieser Hereingeschneite dieser Fremde, von dem sie gut wie nichts weiß?" (Fortsetzung folgt.) (Ls zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. <9. Fortsetzung. Nachdruck verboten. .Das wäre der richtige Rahmen für eine Kunkel- siu-te," meinte Raymond, den behaglichen Raum te- trodjtenb, „es fehlen nur noch die Frauen und Mäd- hen mit ihren Spinnrädern und die Männer mit chirm Pfeifen, die an der Ofenbank sitzen und die uralten Geistergeschichten erzählen, oder elsässische Volkslieder fingen —" Sie hatten sich beide nietergetaffen. Wenger er» greif den Henkelkrug zum Einschenken: „Elsässische 'joltelieter? Wer weiß, wie lange wir die hier loch hören dürfen — bis die Franzosen mit ihren fii.turftiefeln auch die zertrampeln!" In seinem Gesicht stand wieder ein Schatten: .Der deswegen sage ich mir immer wieder: Jetzt lleib ich gerate hier im Lande! Wenn mich auch las Gewimmel dieser Franzosenkäppis ärgert! Ich s.?e hier das Heimatrecht im Elsaß, nicht dieser ftrnfieur Soundso aus Paris oder Bordeaux oder fcmoble! Und was bodenständig ist und elsässisch, ins muß mit allen Kräften gehalten und erhalten Berten! Ich bleibe!" . ,,®ott sei Dank, daß solche Männer, wie du es fi[t, Wenger, hier bleiben! Ich aber gehe! Ich bin in meiner eigenen Familie zu zerrissen. Ich bin zu viKnd durch den Ausgang des Krieges und zu sehr erwachsen mit der deutschen Sache. Bin zu an- aetelt durch das Treiben von einem großen Teil neincr Landsleute hier!" Wenger hatte die Gläser vollgeschenkt. Plötzlich (rHte sich sein Gesicht von neuem: „D, nxirte rur, auch für diese Kategorie wird ter große Katzen- jurmer kommen! Warte nur, mein Lieber, wie die Gtinmung in zwei bis drei Jahren hier mnge- jhlegen sein wird! Davon bin ich felsenfest uber- j’iqt O, wie genug wird man die Herren Oran» rosen haben, wenn man sie erst aus der Nahe teö im eigenen Lande genossen hat! Und dann Diqt du wieterkornmen, Raymond, nicht wahr? Tenn du dich auch jetzt voller Groll vom Elsaß ab- henbeft — auf geb en darfst du innerlich bei ne Hei- nni nicht!" ter nahmen diese Starken bann das Geschick der Heimat in die Hand! Ater ein solches Geschlecht durfte nicht ausfterben, nicht verlöschen, nicht versinken in ter Der- welschung ...! Rian glitt auf neutralere, ab liegendere Themata jetzt über, während das Mädchen ab und zu ging und servierte. Es trug die heimatliche Tracht mit der abstehenden großen Schlaufkappe, dem wett wogenden roten Rock, unten von Samtbändern verziert, dem Blusenhemd und dem Vorsteck über ter Schürze. Ater dann, als man sich wieder erhoben hatte und das Sättel sich mit einem Knix zurückzog und Wenger die Weingläser mit dem frisch gefüllten Henkelkrug in ein drittes Zimmer der Vorder flucht turg, wurde das Gespräch unter vier Augen doch wieder unwillkürlich wärmer und persönlicher und intimer. Das Wohnzimmer war modern eingerichtet und doch von eigenartigstem Charakter. Fast jedes der im Grunde hellbraun gehaltenen Möbelstücke trug die kunstvollen Holzintarsien des elsässischen Künstlers Charles Spindler. Wenger machte den FremH auf einen wundervollen hohen Wandschirm aufmerksam, den er sich neu erworben. Ein Kunstwerk aus Holzmosaik. Nicht im Kleingram sich verlierend, sondern mit sicherem Künstlerdlick die Wirkung herausholend wie durch die Farbenkontraste ter einzelnen Hölzer eine Schar weißer Schwäne auf einem Flusse dahin zog, dessen Ufer dunkle hohe Pappeln säumten. „Ja, das ist mein — „Spindler-Zimmer"! Und dort im Schrank sind die Mappen, die Spindler über die elsässischen Trachten und Gebräuche heraus- g eg eben hat. Wenn Spindler sich auf ter Weltausstellung von Chikago den Grand-Prix holte, — warum sollte ich da als sein Landsmann Pariser Zeug auf meinen Besitz hier importieren?" Raymond ging durch bas Zimmer und betrachtete ein kostbares Stück nach dem andern. Dann wandte er sich zu dem Freunde: „Wundervoll ist alles! Es geht einem das Herz auf — gerate als Elfäffer, wenn man sieht, wieviel Schönes du hier an bodenständiger Kunst und Altehrwürdigem hergebracht und erhalten hast, Fritz! Und doch fehlt hier im Hause eines: es fehlt der Hauch der Frau, ter jedes Haus erst wahrhaft wohnlich macht!" Er hielt einen Augenblick inne, da er die Wirkung seiner Worte aus Es legte sich eine schwere, fast bange Stille über den Raum. „Wenn ich hoffen könnte , meinte Raymond endlich. „Wenn ich yoffen dürfte! Du kannst es mir kaum nachfühlen, was für mich das Losreißen vom Heimatboden selbst bedeutet." „Du darfst Haffen, Raymond! Dafür werden Männer von meiner Gesinnung und meinem Schlage sorgen! Wir beugen uns nicht. Du weißt, ich habe den Wahrspruch ter alten Dränier erkoren: „J’y suis, et j’y res ter — Hier bin ich. Und hier bleibe ich! Und wenn man hier einst so weit ist, einzusehen, baß unser Elsässertum das Höchste, bas Wichtigste ist, und nicht die Franzosennachäfferei — wirst du bann kommen, wenn ich dich wieder zu- rüdrufe?" Raymond sah dem Freund in die Augen. Die kraftvolle Zuversicht des andern belebte auch seine Züge. Wenger eryob sein Glas. „Komm, stoß mit mir darauf an! Sieh, der Tropfen ist Eigeugewächs. Wir brauchen hier nicht diesen .chilligen französischen Rotwein", wie hier beim Franzoseneinzug einer dem andern charakterlos nachbabbelte! Wir brauchen nicht diesen Rot- wein von der Cdte-du-midi zu fünf Sous! Schau, dieser Tropfen ist hier in meinen Weinbergen bei Ottrott gewachsen. Der soll dein Versprechen jetzt besiegeln!" Und ihre Gläser klangen aneinanber. Hell und klar und leis« schwingend. Ein warmes, köstliches Gefühl glomm langsam in Raymond auf. Ach, so viel Kraft faß hier, so viel Heimatskraft und Heimatssreute und Urwüchsigkeit. Viel zu wenig hatte Melusine bis jetzt von dem allen hier kennengelernt und in sich ausgenommen! Und seine Gedanken streiften das Schloß seiner Großmutter, bas in jedem Stück Möbel, in jetem der Dienerschaft, das bis in den kleinsten Winkel durchweht war vom französischen Geiste! Vom Parfüm des erstorbenen Rokoko. Von der zierlichen Eleganz einer versunkenen Periode. Aber die jetzige Zelt brauchte kraftvolle, ausrechte Menschen voll Zielbewußtheit. Doll stolzer Heimatskraft und Urwüchsigkeit. Gott sei Dank, er wußte es, noch mancher saß hier im Elsaß, ter ^gleichen Schlages und Sinnes war wie Wenger, tfür bie hieß es Dorläufig, sich klug zurückhalten, dis ter Umschwung in ter Stimmung kam, durch diese anmaßenden Franzosen selbst herbeigeführt. Und spänschost k e: M- Standpunkte der Sparkassen auS auch verstehen, wenn Geheimrat Kleinert sich entschieden gegen die Versuche wendet, den Kommunalverbänden das Recht, Auslandskredit in Anspruch -u nehmen, überhaupt zu bestreiten. Die Kommunalverbände selbst, bzw. die Kommunalbanken haben das größte Interesse an einem gesunden Zustand der Finanzverhältnisse der einzelnen Kommunen, und diese Organe können nicht einsehen, warum die kommunalen Finanzen unter die von der Wirtschaft geforderte scharfe Kontrolle gestellt werden sollen, wenn es sich um die Beschaffung von ausländischem Kommunalkredit dreht. Sie fordern im Gegenteil. wenn schon eine Kontrolle öffentlicher Selbst- verwaltungslörper eingerichtet werden soll, das gleiche für die private Wirtschaft, da auch bei ihr Lleberschreitungen oder nichtproduktive Verwendung von Ausländsanleihen im Bereich der Möglichkeit liegt. Also eine klare Stellungnahme gegen die Beratungsstelle für Ausländsanleihen, gegen eine Finanzkontrolle und gegen die Einschränkung der Möglichkeiten ausländischer Kommunaltreditbeschaffung. Die Derbandsversammlung des Deutschen Sparkassen - und Giroverbandes hat. wie WLB.-Handelsdienst erfährt, in ihrer Sitzung vom 18. Februar einstimmig folgende Entschließung gefaßt: »Angesichts der außerordentlich schwierigen Gegenwartslage und Zu unftsaussichten des kommunalen Anleihe- und Finanzwesens fordert die Verbandsversammlung des Deutschen E arkassen- und Giroverbandes, a.le geeigneten Maßnahmen zur Forderung des Absatzes von Kommunalanleihen, insbesondere von Kommunalsammelanleihen zu treffen. Sie richtet daher an das preußische Ministerium als ihre oberste Aufsichtsbehörde die dringende Ditte, unverzüglich eine Milderung der De stimm un- gen des preußischen Anlegungsgesetzes von 1912 zu dem Zwecke eintreten zu lassen, den Sparkassen die Möglichleit zur verstärkten Aufnahme des langfristigen Kommunal- kreditS in der ihre Liquidität nicht gefährdenden Form des Erwerbs von Anleihepapieren der Girozentralen und Landesbanken zu erleichtern. Die Derbandsversammlung richtet ferner an das Reichsbanldirc torium die Ditte, dafür Sorge zu tragen, daß die kommunalen Anleihen für Reichsbant lombardfähig erklärt werden und damit für das Publiluin den gleicheir Kaufanreiz wie die anderen öffentlichen Anleihen erhalten." * Zprozentige deutsche Kommuna?» goldanleihe. Wie wir erfahren, sind von der vor einigen Wochen aufgelegten 8proz. deutschen Kommunalgo.danleihe im Betrage von 25 Mill. Mark bisher 14 Mill. Mark abgeseht. Die Emittenten hoffen, den Restbetrag innerhalb dieser Woche am inländischen K ^p talmarkt unterzubringen. Diese Inlandanleihe war bekanntlich ursprünglich im Betrage von 50 Mill. Mark mit einem Zinssatz von 7 Proz. in Aussicht genommen. Von den im Ianuar begebenen 10 Mill. Mark konnten jedoch nur 6 abgeseht werden, und das Ausgabekonsortium sah sich gezwungen, zum 8prozenligen Typ überzugehen. Mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde wurde dann die 25 Millionen 8proz. Anleihe angelegt, die, wie man sieht, mit Erfolg auf dem Inland- markt abgeseht wird. * Zur Forderung der deutschen Milchwirtschaft. Bei der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt find, wie der WTB.-Handels- dienst erfährt, bereits so viele Anträge auf verbilligte Darlehen zur Förderung der Milch- wirt'chaft eingegangen, daß neue Bewerbungen kaum Aussicht auf Berücksichtigung haben Bereits jetzt übersteigt die Summe der geforderten Cinzelkredite den hierfür bereitgestellten Betrag etwa um das Zehnfache. Das vorliegende Material muß zunächst gedichtet werden, wobei es vor allem daraus ankommt, welche von den vorliegenden Anträgen von den begutachtenden Stellen als wirtschaftlich und besonders dringlich anerkannt werden. * Em a g E l e k t riz i t ä t s - A.-G., Frankfurt a. M. Wie die Verwaltung bestätigt, wird in der in etwa acht Tagen stattsindenden Bilanz- sihung die Verteilung einer auf 7 Proz. (i. D. 6 Proz.) erhöhten Dividende auf das 1,33 Mill. Mark betragende Aktienkapital vorgeschlagen werden. * Vereinigte Stahlwerke. Die Direktion der Vereinigten Stahlwerke hat sich, wie der WTD.-Handelsdienst erfährt, Infolge Annullierung großer Aufträge auf Roheisen entschließen müssen, einen Hochofen auszublasen. Mit Rücksicht auf eine gcrejc'te Rationierung ist hierfür der Hochofen 1 des Horder Vereins aus- er'ehen worden, da dort zur Zeit vier Hochöfen in Betrieb find, während die übrigen Werke Neue Bücher. — Georg Düchmann: Geflügelte Worte. Der Zitatenfchatz des deutschen Volkes. Gesammelt, erläutert und quellenmäßig nachgewiesen von Georg Büchmann. Fortgeführt von Walter Robert Tornow, Friedrich Streißler und Alfred Streißler. Verlag Deutsche Buch-Gemeinschaft. Derlin SW 68, Alte Iakobstraße 156/57. Die „Geflügelten Worte", Georg Büchmanns klassisches Werk, unterscheiden sich grundsätzlich von jedem anderen Buche, das Zitate, Redensarten oder Sprichwörter gesammelt bringt. Was Büchmann geleistet hat, ist keine Sammeltätigkeit, sondern Forscherarbeit. Aber was dabei herauskam. ist nicht trockene Gelehrsamkeit, sondern höchst lebendige Wissenschaft, die jeden Gebildeten fesselt. Es handelt sich nämlich darum, dem Ursprung aller landläufigen Zitate und Redensarten, die als „geflügelte" Worte zum festen Bestandteil unseres Sprachschatzes geworden sind, nachzuspüren, ilnö so wird der Leser in die interessantesten Abschnitte der Kulturgeschichte und der Literatur, aber auch vieler anderer Wissensgebiete geführt. Ein Buch von so lebendiger Fülle unterhaltsamer Belehrung mußte sich im deutschen Volke Bürgerrecht erwerben, und daß dieses Werk nun auch in die Serie der Deutschen Buch-Gcrncinschaft ausgenommen wurde, war eine Rotwendigkeit. Iede Bibliothek, in der unsere Klassiker vertreten sind, bedarf einer geradezu selbstverständlichen Ergänzung durch den „Büchmann". Der vorliegende Ausgabe ist kein bloßer Abklatsch des Büchmannschen Werkes, sondern sie stellt eine durchgreifende Reu- und Umarbeitung bar, die alles das bietet, was dem deutschen Sprachschatz von großen Männern oder bet denkwürdigen Gelegenheiten als bleibendes Clement einverleibt wurde. Ein sehr umfangreiches Zitatenregifter bietet die Möglichkeit, das Buch jederzeit als Nachschlagewerk heranzuziehen, wenn es gilt, den genauen Wortlaut eines Zitates oder seinen Ursprung festzustellen. 41 — Schopenhauer: Lebenswerte unö Lebensfragen. Systematisck e Auswahl aus seiner Philosophie von Dr. Konrad Pfeif,er. Reclams Univ.-Bibl Rr. 6327—33. Ganzleinen- band 2,40 Mk.) — Der Herausgeber gibt zunächst eine klare, allgemeinverständliche Einführung in die Gedankenwelt des großen Philosophen und in den gigantischen Aufbau sei: es philosophischen Systems. Es folgen dann aus Schopenhauers Werken die grundlegenden Gedanken über die Wisfenscha:en, die Künste und die Urprobleme der Ethik, die mit sicherem Blick für das Wesentliche systematisch zusammengestellt sind. Die unvergleichliche Klar' eit, T.ese und Schönheit des Schopenhauerschen Stiles wird jedem Leser offenbar und nimmt ihn vom ersten Augenblick an gefangen, da er nicht nur belehrt, sondern zugleich geistvoll unterhalten wird. (63) — Gustav Schüler als religiöser Dichter. Von Wilhelm Knevels. 58 Seiten 8°. In Kartonband mit Bildnis 80 Pf. Verlag der I. G. Cotta'schen Buchhandlung Rachfolger, Stuttgart und Berlin. — Gustav Schüler vollendet am 27. Ianuar sein sechzigstes Lebensjahr. Zu diesem Ehrentage des Dichters hat es Wilhelm Knevels, der beste Kenner des Religiösen in der modernen Dichtung, übernommen, das Werk Gustav Schülers im Rahmen einer Gedenkschrift zu umreißen. Knevels gibt in seiner Broschüre keine bedingungslos lobende Festschrift, sondern eine ernsthafte, literarisch-kritische Würdigung des Werkes und der Persönlichkeit des Dichters. Aus dem Gesichtspunkt des Dualismus erhellt Knevels den Sinn der Schülerschen Dichtung: Erde und Himmel, Gottesferne und Gottesnähe, Individuum und Gemeinschaft. 34 — Leo Peruh und Paul Frank: Der Kosak und die Rachtigal l. Roman. 172 Seiten 8". Verlag der Münchner Illustrierten, Knorr & Hirth G. m. b. H., München. — Man ist Spannung in höchster Form gewohnt bei Leo Peruh. Sein „Mangobaumwunder" bleibt darin wohl jedem unvergeßlich. In seinem mit Paul Frank zusammen geschaffenen neuesten Werk, „Der Kosak und die Nachtigall". (Geh. 2 Mk., Halbleinen 3 Mk.), legt er wiederum ein tatsächlich atemraubendes Tempo vor: eine schöne, geheimnisvolle Frau wird in merkwürdiger Schicksalsverkettung von dem geliebten Mann und Gatten bedroht und verfolgt durch Länder und über Meere. Große und kleine Welt der Abenteurer jagt vorbei vor dem düsteren Hintergrund der russischen FlüchtlingStragodie — ein unvergeßliches Bild heutigen Kampfes zwischen Gold, Liebe und Heimat in unserem seltsamen Erdteil. 27 — Iahrbuch der ErziehungswiNen- schast und Iugendkunde. 3.Band, 1928. Herausgegeben von Dr. phil. et mcd. Erich Stern, Prozessor an der Universität Gießen und Dozent am Pädagogischen Institut Mainz. Union Deutsche Be la s e ellschast Zweigniederlassung Teilin SW 19. Ganzleintrand 9 83 Mk.— Der vorliegende 3. Band des „Jahrbuches" behandelt wie die beiden vorhergehenden Bände bäbagogUcße und jugendkundliche Fragen von prinzipieller Bedeutung und allgemeinem Interesse. Zwei Probleme sind besonders beleuchtet worden: Die Kulturpolitik der großen politischen Parteien Deutschlands und die Stellung der Jugend zur Kirche. Beide Fragen werden gegenwärtig von großer Bedeutung sein: daher verdienen die Aussätze, die aus der Feder führender Autoren stammen, größ:e Beachtung. Von den übrigen Aussätzen kann in gleicher Weise gesagt werden, daß sie grundlegende Probleme auf- greisen. Auch diesmal sind wiederum hervorragende Gelehrte des Auslandes vertreten. Der neue Band ist ebenso wie die früheren, Lehrern, Erziehern, Wohl ahrtsbeamten zu empfehlen: besonders seien auch Politiker aus die Ausführungen im 1. und 2. Teil hingewiesen. Die Arbeiten dieses Bandes eignen sich bestens als Grundlage für Erörterungen und zur Durcharbeit in Arbeitsgemeinschaften. 56 der Vereinigten Stahlwerke nur drei Hochöfen in Betrieb haben und ein Betrieb mit weniger als drei Hochöfen nicht rentabel arbeiten kann. Durch diese Stillegung, die am 29 Februar erfolgt, müssen etwa 50 bis 60 Arbeiter entlassen werden Mit dem mitteldeutschen Metallarbeiterstreik hat diese Maßnahme, wie von den Vereinigten Stahlwerken mitgeteilt wird, nichts zu tun. • Münchener Lichtspielkunst A.-G., München. Die außerordentliche G.-V. der Münchener Lichtspiellunst A.-G. (Ernelta) in München beschloß die Erhöhung der A.-K. um nur bis zu 2 Millionen Mark auf bis zu 5 Millionen Mark. Von den neuen A'tien, die ab 1. Ianuar 1928 dividendeberechtigt find, übernimmt der Reichsfiskus 0,5 Millionen Mark, 1 Million Aktien werden den alten Aktionären im Verhältnis von 3:1 zum Kurse von 107,50 Prozent zum Be'uge angeboten, während die restlichen 0,5 Millionen Mark vorläufig nicht zur Ausgabe gelangen. Bei der Kavitalerhohung handele es sich um den Vertrag, den die ©rneLa mit dem Fislus abgeschlossen hat mit der Absicht, die wertvollen Aktien der Phöbus-Film- A.-G. in Berlin äu erwerben. Durch diesen Vertrag hat die ®melia vom ReichssistUs die Qlftien der Phobus im Nominalbetrag von 4 Millionen Mark übertragen erha'ten. Der Fiskus hat sich verpflichtet, die enigen Beträge, mit denen finanzielle Verpflichtungen verbunden sind oder verbunden werden können, zu übernehmen und alle Verpflichtungen abzulösen, die nicht mit dem Betriebe der Phobus verbunden sind. Durch den Vertrag kommen die großen Lichtspieltheater der Phobus im Werte von 2,5 Millionen in den Besitz der Emelka. Frankfurter Börse. Eigene Drohtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 21. Febr. Tendenz: unsicher. — Vorbörslich hatte die Annahme der Freigabebill im amerikani chen Senat die Tendenz stärker beeinflußt und in Frei- gabewe"ten ein lebhafteres Geschäft zu erhöhten Kursen veranlaßt, doch erreichte die Stimmung durchaus nicht die erwartete Festigkeit. Zum offiziellen Beginn ü b e r to o g dann plötzlich das Angebot und die Stimmung wurde unsicher, wobei die vorbörslichen Kursbesserungen wieder verloren gingen und darüber hinaus meist 1- bis 2prozentige Kursrückgänge eintraten. Man verwies darauf, daß die Annahme der Freigabebill allgemein erwartet worden sei. Einen stärkeren Druck auf die Stimmung dürfte jedenfalls die ilnficßerßeit über die weitere Entwicklung des Konfliktes in der Metallindustrie ausgeübt haben, wenn man auch meist mit einer Derbindlichleitserklärung des Schiedsspruches rechnen zu können glaubt. Ohne Einfluß blieb die bereits gestern eingetretene merkliche Entspannung des Geldmar tes. Das Publilum beteiligte sich nicht am Geschäft, während die Spekulation ihre Engagements in Freigabewerten zu losen versuchte, wovon auch die anderen Marktgebiete in Mitleidenschaft gezogen wurden. Schisfahrtswerte büßten bei den ersten Rotierungen etwa 1 Proz. ein. Scheideanstalt minus 1,75 Proz. Stärkeres Angebot herrschte am Elektromarkt. Hier gaben Gessürel 2, Schuckert und AGG. je 1,5 und Siemens 3 Pro-, nach. Banken lagen 1 bis 2 Protz, niedriger, während Montanwerte nur ms 1 Proz. nachgaben. Harpener blieben gut behauptet. I.-G.- Farben eröffneten 1,5 Prozent schwächer. Deutsche Anleihen still. Türken unverändert. Anatolier etwas schwächer. Im Verlause ging die Hmfaßtätigteit weiter stark zurück und die Kurse gaben noch etwa 1 Proz. nach, da dir Ziffern der Außenhandelsbilanz bekannt wurden und stark verstimmten. Geld ist weiter leicht. Tagesgeld stellte sich auf 6 Proz Im D e v i s e n v e r k e h r lag die Reichsmark weiter etwas fester mit 4,1887 ge^en Kabel und 20,428 gegen London. London-Kabel 4,87725. Paris genen London 124,02, Mailand 92,06 Madrid 28,75. Berliner Börse. Berlin, 21. Febr. Die schon seit längerer Zeit erwartete Annahme der Freigabebill im amerikanischen Senat ist nun zur Wirklichkeit geworden, doch konnte sie auf die heutige Börse nicht den geringsten Einfluß auS- üben. Die Spekulation und die Kundschaft verkauften ihre Bestände an Freigabewerten, und hierdurch veranlaßt schritt die gesamte Bor- se zu Abgaben, wodurch sich das Kurs- n i v e a u bis auf wenige Ausnahmen um 1,5 bis 2,5 Prozent senkte. Das Geschäft war im großen und ganzen ziemlich still und die Stimmung unsicher. Man glaubt, dast sich die Außenhandelsbilanz für Ja- nuar verschlechtert. Ferner verstimmte die Stillegung eines Hochofens der Vereinigten Stahlwerke und die schwächere Reuyorker Börse. Am Geldmarkt ist eine Erleichterung eingetreten. Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 Prozent. Monatsgeld 7 bis 8,25 Prozent. Montan- werte lagen uneinheitlich. Glektrowerte überwiegend schwächer. Schiffahrtswerte, Berliner Handel und Orenstein meist bis 1,5 Prozent schwächer. Fester lagen nur Glanzstofs plus 2 Prozent und Norddeutsche Wolle plus 3 Prozent. Deutsche Anleihen und Pfandbriefe sehr ruhig und eher etwas niedriger. Ausländer geteilt. Türken befestigt. Im Verlaufe blieb die Tendenz schwacher, überwiegend gingen die Kurse um 1 bis 2 Prozent unter Anfangsniveau zurück. Freigabewerte blieben weiter angeboten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Febr. Die Gesamtlage des Marktes hat sich seit gestern nicht verändert. Weizen liegt bei kleinem Geschäft etwas fester und wurde 0,25 Mk. hoher notiert. Auch Weizenmehl, das immer noch geschästslos ist, wird von der zweiten Hand nicht mehr zum feit- herigen Preis offeriert, so daß die amtliche Notierung um 0,25 Mk. hoher festgesetzt wurde. Futtermittel sind unverändert ruhig mit Ausnahme von Weizenkleie für prompte Lieferung. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 25. Weizen 3. geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22,75 bis 23,25. Roggen 24,75 bis 25. Sommergerste für Brauzwecke 28 bis 30, inl. Hafer 23,75 bis 24,50, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50 bis 22,75, Mais (gelb) für andere Zwecke 23,20 bis 23,45, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36,50 bis 37, Roggenmehl 33,50 bis 35,50, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 15 bis 15,25 Mk. Frankfurter Kartoffelmarkt. Frankfurt a. M., 20. Febr. Tendenz: lustlos. Industrie hiesiger Gegend 3,50 bis 3,60 Mark für 50 kg. Letzte Nachrichten. • Birx verhaftet. Frankfurt a. M., 21. Febr. (TL1. Draht- Meldung.) Der Frankfurter Kassendieb "33irr. der kürzlich 30 000 Mk. vom Arbeitsamt gestohlen hatte, ist am gestrigen Rosenmontag in Köln verhaftet worden. Birp hatte noch 26 000 Mk. bei sich. ^JSdbst^sierer! Vor dem Einselfen die Häuf gründlich mH NIVEA-CREME einrclbenl Erfolg; Schmerzloses Rasieren, blendendes Schneiden des Messers, keine Reizung der Haut. , Preße m o.» - m i® Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinssuß 8 Prozent. > Datum: P/e Dt Retchsanlelhe o 1927 Dt ilnl tiblol Schuld um Wuvlof -Rechten DeSal. ohne AuSl | -Rechten T*i- ftraiift Hup -Bl. Äo bvi unkündbar bis ,632 l'V o Rheinische Hup -Baut Uiqu -iso dpi B ü (3 ata BorkrtegS-Lb iiuationen. rudiouibar 1932 4' . Schwei, BundcSb.-Anl. 4°o Oetteretchtlchr fflolbrte 4.211% üefterr ich Silberne 4'zo Ct(tcrrtid) ein. etil iHtc 4% Ungarische (Molbrtt 4°, Ungarische Staator o 1910 41/,0/. deügl von 1913 4% Ungarische Kronenrte 4°/ lud joUaiilcibc v 1911 4"o Turk Bogdadbadn-Anl orrle 1 4",. dkSgl ecrU n 4° o Rumänen coiiDcrt. Rtc 4'/,"Rumänen (Selbeml. von 1913 CUq Dcmich. Eiicnvobn «>/, Hamburg-Amerita Palet. o Hamb »Südam Tamvisch 8 Hansa Dampslchtss 6 Rorddcutscber Vloüb 6 ÜlUfl Deutsche lirtbitanfl. u Bann r Bankverein io Berliner HanveiayeleUsch. 12 Lommerr- und Pnoat-Bt 11 Tarmit u Rattonalbank 12 Teuttche Bank io $i5tonto-(SrldIlc6aft Hm io Dresdner Bant 10 «Mtrelbeutichr Kreditbank v Metaübant ......... 8 ...................»u ^.aukfurt a. M Berlin Datum: »• Elektr Untern. . . 10 Hamb (Elettr Werte . . lo Rhein (Elettr .... 8 achtes. Elektr........ Schuckert ....... 7 Siemens Jt HalSkr ... 16 Tran radio ..... 8 Vabmeoer A Co. ....... 9 Buderuü ..... u Teuttche Erdöl........ Essener S eintoble ... .8 Gelsenkirchener f. »4 g 4 Harpener ..... 8 Hoesch Eisen ........ 5 Ulse Bergbau......... Klöcknerwerte ........ 5 fiöln-Reuessen .....6', B.annrSmann .f •/• 9 « ManS ekder.....7 t7bcrlchlei Eisend. Bedarf 0 Lderschles KokSwerke 0 Pdonti Bcrgvau f */e 9 3 Rdciutschc Brauntodlen 10 RdcinüaUl 0 Riedeck Montan .... C Bereinigte Stablw. k. 9 3 Staut Mine. 1 sli finit Aschersleben 1( fiollUleitcrcgein 10 fiatiwrrk ©aUbetfurtb 12 U G ^arden-gndustrte l< Tvnamit Rodel ... 0 Scheib annolt .......8 c^oldlchmibt ..... 5 RutgerSwerke ....... .0 Metallgelellichaft.....lo J.attMurt a. M Berlin Datum: Butltvv Hatzmann . i; Heidelberger Cerneut . . s aement «arlsiadt ... 8 Wovtz A Freitag . . 1< SchnltdctS Tatxabefrt. . 15 Ostwerke ... 12 Ber wlanjstofs .....45 Bemderg r Zellfto Walddof. . . . 12 JeUftoff Aschatsendnra . 10 Ebarlott, ndurger Wasser 7 cfTauet GaS . 8 Daimler Motoren..... 0 Demag ....... Adlerwerte Sleöet. ... 0 :-udw rotut ....... Rat. Automobil......6 Crrnfirln A Koppel > . . . < Linke Hoimann .... 0 l'eonbnrb Tie« . . ♦ . c Bamaa»Megittn ...... 0 Franks Maschine» .... 0 6 nyner ..... 7 Hcvliaenftoedt ...... 0 yunaoanS ...... 6 Uettilverfe ....... 8 ■IfitQQ ...... 11 ifiekarlnlmer ........ k BrterS Union - ...... 8 Kedr Roeder ......1t otgt A Hoefsner .... 6 Vüdd Ander ..... 0 Ban anh|urt a. M Derlin Berlin. 20. Hevr. Weib Briet ^ranzoniche Roten...... Holländische Roten . Italienische Roten..... Rorivcgischc Roten...... Dcuisch-Ocsterr., 5100 Kronen Rumänische Roten...... Schwedische Roten...... Schmetter Roten....... Spanische Roten....... Tschechoslowakische Roten . - Ungarische Roten . - Devilenmarkl Derfin Telegraphisch« 15,53 168,08 22,19 111,15 58,90 2,55 112,10 80.35 70,81 12,37 72 95 -Srantfur AuSzad 56,75 160.13 162,25 Z23.65 129 194.75 Vlnjang Jhtr _ 21. 2. 52 15.9 1.65 13,8 13,8 156,9 213 75 218.7 157.65 145,5 274.75 177 <33 167 160,25 16, «4 129.13 194,5 Schlusj- finre 20 L 169,75 172 220 126 267 291 164 102 137.5 189 155,75 102,75 240 172 105 177 187 65.25 209 75 115 100,5 l'Uhr. Sure | 21 2. 166,5 2(8 265 '82 288 132,25 189.5 T 123,75 - 154.5 119.9 102,25 171 104.4 .-63.75 208 99 178 Sch uh flur* | 20. 2. 169.76 185.5 171.5 220 126 267.25 158.25 195.5 183.5 289.25 183 163,5 10'2.25 183.6t, 145,5 136 19(1 147 234,5 124 147 154 75 119,5 106.13 96.75 102.75 241 172,4 151.7a 105 25 18.9 176.j 186.5 289.2c» 264,75 114.65 99,75 Bnsang Kur | 21 2 169 183 J 171.75 217,5 125 5 205 158,5 154 194.25 182 287.5 131 163 101 132 186.75 190,25 147 213,25 123,25 147,5 155 120 105,5 97,13 102.7.. 258.5 17t 151.75 ("4 43.75 186 75 266 264 99 üchluh flnrs 20. 2. 142.5 139 179 170 6 80.5 27 79,5 85 119 142 99 m 177.5 139 knoten. 1-Uhr. fittre | 21.2 139 257 80 78.75 142 154 119 133,75 Schnch | 20. 2. >12.75 342 284 588 445 257,4 128.5 174.13 88 25 63.25 79.5 258 98 5 144.75 :02.5 26,25 78 131 86.5 141.9 99.5 111 179 138 Anfang Kur- | 21. 2. 341.5 283 590 259 177 174,75 88 63.05 79,75 142,5 202.5 168,76 22,27 111,59 59,14 2,57 112,64 80,67 71,09 12,43 78.25 a. M. ung. 20. Febr. 21. Febr. Amtliche Rott runa O3c Ib Brie Amtliche Notierung olclb 1 Briet__ Ämst.-Rott Buen.-Aircö Prss.-Äntw Ehriftiania fiovendagen Stockbolm . Helsingfort. stallen. . . vondon. . . Reuuorl . . Port».... Schwetj . . Spanien • Japan - . Rio de Jan Äien in D-. Ceft abgeft Prag Belirad Vabaocfl . Pul arten Vifiabon Dantig fionft .ntin. «tuen Tonada Um uaD . . - 168,40 1,790 58.25 111,36 112,13 112,29 10,538 22,18 20,405 4,1855 10,445 80,50 70,91 1,965 0.503 ->8,94 12,40.1 7,353 73,15 3,025 19,43 81.57 2,121 5,574 4,176 4,276 20.93 168, 1,7! 58,. 111,. 112,. 112,1 10,5 22, 20,4 4,19. 16,4t 80, 71 1,9t 0,51 69, ( 12,43 7.3t 73, 3,0, 19. Hl. 4 4 7 8 15 l 8 2 5 5 15 6 >5 9 15 6 7 9 1 7 A 168,36 1,790 58,22 111,38 112,09 112,29 10,535 22,17 20,409 4,1845 16,45 80,51 70 99 1,963 0,503 »8.93 12,401 7,353 73,14 3,032 19,43 81.56 2,118 5,574 4.176 4.276 20.93 168,70 1,794 58,84 111,60 112,31 112,61 10,558 22,21 20,449 4,1926 16,49 80,67 71.13 l,*67 0.505 69.05 12,421 7,267 73,28 3,038 19,47 81,72 2,122 5.586 4.184 4,284 20,97 Berlin, 20 Rcbt I «»elb ’-ötie' 2,127 5.586 4.184 4/284 20 97 Ämerikaniiche Roten..... tielgische Roten...... Dänische Roten ...... Englische Roten ...... 4,17 58.17 111.88 >0.365 4,10 58,41 112,32 20,415