1 Q 3? k. Äc«Wr,c. S Qn li*n? rctene öro[^<^ien ®feb* «S* «KrH: •täten, J! lntäribiltt)en j£9en' Sg LBKtzk ^»ierigen 3RflÄ*jW’ S'boten uS ist ra*nFi!5 * °°r ' ynb* Idmierin toas nadjae lp°tt mitb twih, 5 Nacht ®»» «ÄS » r M«t " "Ach «ng,. —■—- ffm öcrWion Ä&JJ®** ta Ä^Ä> sStnjS3»1 'Sl-SäHi ° Wt Evi hat. LdenfM Erscheint lützltcd,außer Somrtogs unb Sttertags. Beilagen: •ie^ener JJamtlienblättei Heimat im Bild Die Scholle. wonarr.vezugrpretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfenntg für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüss«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Etttzeiu Pokschecttoitto: Zrankfvrt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klam eanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u,o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wllh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr tz.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. General-Anzeiger für Oberhessen vn«f mit Verlag: vrühl'sche UnwerfitÄr-vacht und Stttnöraderei R. lange in Sietzen. Schriftleitung und S-ichzftrftelle: Schnlltrotze 7. Nr. 18 Erster Blatt K8. Jahrgang Samstag, 21. Januar 1928 GietzenerAnzeiger Die Reichsreform. 3m Kongreßsaal der Berliner Reichskanzlei, durch Anton von Werners berühmtes Gemälde allen Deutschen vertraut, find in den ersten drei Tagen der Woche die Ministerpräsidenten der deutschen Länder mit den Mitgliedern der Reichsregierung zusammengekommen, um über Wege zu einer 23er- fassungs- und Verwaltungsreform zu beraten. Diese Landerkonferenz war zwar vom Reichskabinett einberufen, auch ein, wenn auch dürftiges Programm hatte man ihr mit auf den Weg gegeben, aber im übrigen sich damit begnügt, Referate und Korreferate zu den einzelnen Programmpunkten fein säuberlich unter Anhänger des Uni« tarismus und des Föderalismus, der beiden auf der Konferenz vermutlich aufeinanderplatzenden Meinungen, zu verteilen. Alles andere überließ man gütigst den Herren Kollegen aus der Provinz. Man selbst hoffte jedenfalls bei einem so geschickten Arrangement vor unliebsamen Ueberraschungcn sicher zu sein. Und blieb es auch tatsächlich im großen ganzen. Die Konferenzmaschine funktionierte glänzend. Wie am Schnürchen rollte ein Referat nach dem andern herunter, hübsch abwechselnd ein Unitarier und ein Föderalist. Nachdem zum ersten Punkt der Tages- ordnung, der die Neugliederung des Reichs behandelt wissen wollte, wenigstens noch so etwas wie eine Diskussion zustande kam, erlahmten bei den zwei weiteren Programmpunkten, die sehr wesentlich praktischere und aktuellere Probleme, namentlich die Einschränkung der Verwaltungsausgaben zur Erörterung stellten, Aufnahmefähigkeit und Schaffenskraft der Konferenzteilnehmer überraschend schnell. Man geriet in Sorge um ein „sichtbares Ergebnis" und begab sich schleunigst hinter die Kulissen, um dort mit Müh' und Not und Ach und Krach etwas zusammen- zubrauen, was man vor der Oeffentlichkeit als Willensmeinung der Konferenz ausgeben konnte. Das langatmige, unklare und nur im Negieren großzügige Elaborat kann beim besten Willen keine Kundgebung genannt werden, mit der die erwählten Führer des Volkes Wege zur Erneuerung des Reiches oder, wenn das zu viel verlangt war, wenigstens den Willen zur entschiedenen Refofm» .i r b e i t auf den ihnen anvertrauten Gebieten der Verwaltung, zeigen wollten. Das Schlußprotokoll Haßt in fast allen Punkten Dinge „als ro ü n • Ichenswert" erscheinen, die von der öffentlichen Meinung im weitesten Sinne schon seit Monaten «ls ganz beftimmte Forderungen erhoben Worden waren. Man durfte mit Fug und Recht -erwarten, daß ihre sofortige praktische Durchfüh- xung von der Konferenz in Aussicht gestellt würde, jiatt nun ihre Inanspruchnahme durch neue Be- eatungen, Bildung von Ausschüssen und Einforderung von Gutachten noch weiter hinausgeschoben ZU sehen. Wenn man schon im Augenblick nichts -positives zu bieten hatte, hätte die Konferenz auf die Formulierung eines Schlußprotokolls gut und gern verzichten sollen. Auch eine bloße Aussprache Emn von Nutzen sein, wenn sie auch nur die Erkenntnis fördert, daß wir auf dem Wege über Regierungen und Bureaukratie nicht zum Ziele kom- rncn. Und hier liegt auch der Punkt, um dessen- aillen wir diese Konferenz und ihr Ergebnis, so mager es auch sein mag, begrüßen trotz der gewiß Heroen Krittk, um die wir uns nicht Herumdrücken dürfen, wenn wir uns über die gemachten Fehler klar werden wollen. Nölig war es vielleicht nicht, daß diese Konferenz eine so arge Enttäuschung werden mußte, □on der Reichsregierung hatten wir er» wartet, daß sie selbst programmatische Vor- | hläge zu den einzelnen' Punkten zur Diskussion pellen würde, statt sich darauf zu beschränken, ggleichsam nur den Saal zur Verfügung zu stellen imb als Hausherr ein paar liebenswürdige und umverbindliche Begrühungsworte zu sprechen. Der crfte Schritt auf dem Wege zur Stärkung der Reichsgewalt — üB'r diese Notwendigkeit war man sich ja auf der Konferenz angeblich einig — ist wenig verheißungsvoll, wenn bei der Vorbereitung der Reichsreform das Reichs- k.ebinett sich freiwiUig, ohne jede Not, der Führung begibt und mit untergeschlagenen Ärmen darauf wartet, ob die eine oder die anbere Länderregierung von sich aus, vielleicht d«:r Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, iw. Berlin um Sparmaßnahmen, Verwaltungsver- c nfachungen, Uebernahme von Aufgaben ein» fummt, die sie nicht mehr aus eigenem Säckel finanzieren kann. Unb auch dann wird noch die Frage zu prüfen fein, ob das Reich nicht seinen Machtbereich gegen das ausdrückliche Verbot dürses Schluhprotokolls „durch finanzielle Aus- hiihlung" erweitert hat. Also Fußangeln genug für beide Teile, um auf diesem Wege kaum pnaktische Ergebnisse zu erwarten. Ein klares Programm der Reichsregierung und eine weise Beschränkung auf die im Augenblick wesentlichen Punkte hätte unseres Erachtens es verhindern können, daß wir mit derart zagen K'iutschukbeschlüssen beglückt wurden, wie es nun le der geschehen ist. Herr Hergt, der deutschnationale Vizekanzler be? Reichskabinetts, hat in seinem Schlußwort auf der Konferenz auch den Gei st des 18. 3 inuar, den Geist des Reichsgründungstags Wert. Leider zu spät. 3n den vorhergehenden B eratungen war zwar von Bismarck oft und di-ll die Rede, kaum ein Referent, der sich nicht amf den Reichsgründer berief, kaum eine These, bi* nicht mit Gedankengängen des ersten Kcmz- 'e»s verteidigt wurde. Aber im übrigen fand oian sich gelegentlich doch überraschend stark in bi« Zeiten des Frankfurter Bundestags unseligen Argedenkens verseht. Blutiger Partikularismus Die Haushaltsdebatte im Reichstag. Sei- Reichskanzler berichtet über die phoebusaffäre. - Schwere Dürgschastsverluste des Reichswehrministeriums. Severing greift die Regierung an und fordert Neuwahlen. - Entschiedenes Bekenntnis der Dolkspartei zur Reichsreform. Berlin, 20. Fan. (DDZ.) Am Regierungstisch u. a. Reichswehrminister G r o e n e r. Das 5)aus tritt in die allgemeine Aussprache über den Haushaltsplan für 1928. Reichskanzler Dr. Marx: 3ck halte es für zweckmäßig, vor der allgemeinen Aussprache eine Erklärung zu der sog. Phoebus- Angelegenheit abzugeben. Die Ermittlungen des Reichssparkommissars Saemisch haben ergeben, daß die Angriffe einer Zeit angehören, die weit hinter uns liegen und für die eine Verantwortung der gegenwärtigen Reichsregierung nicht besteht. Es hat sich ein Tatbestand ergeben, der von der Regierung auf das ernsteste mißbilligt wird unb der Maßnahmen erforderlich macht, die eine Wiederholung solcher Vorgänge verhindern. Es hat sich bestätigt, daß die Phoebus - Film A. G. aus Mitteln des Reichswehrmini st e- riums unterstützt worden ist, daß die Marine Aktien dieser Gesellschaft übernommen hat und daß zugunsten dieser Gesellschaft Bürgschaft für große Kredite ge - leistet worden ist. Die Kredite und die Aktienbe- teiligungen sind von Kapitän Lohmann eigenmächtig gegeben worden. Er wollte damit von der Filmgesellschaft die Ueberfremdungsgefahr abwenden, die tatsächlich bestand. Diese Dinge gehen auf das Fahr 1924 zurück. Die am 26. März 1926 ge» leistete Bürgschaft ist von dem damaligen Finanzminister, vom Weyrminister und vom Chef der Marineleitung gegengezeichnet worden, dagegen nicht von dem damaligen Reichskanzler. Die Kredite der Phoebus sind nahezu zur Hälfte gedeckt. lieber diese Bürgschaft hinaus Hal aber fiapifän Lohmann der Phoebus 21. G. in Berlin Bürgschaften in höhe von 3,5 Millionen und 900 000 Reichsmark ju Lasten des Reiches gewährt. Es hat sich weiter bestätigt, daß Kapitän Lohmann 1,5 Millionen Aktien des Berliner Bankvereins im Jahre 1925 für das Dehrministerium et worben hat. Daraus ist dem Reich ein vertust von 675 000 2Harf entstanden. Rlit weiteren Verlusten mutz gerechnet werden. Die Mittel für diese Beteiligung und Kredite entnahm Kapitän Lohmann aus dem Fonds für die Abwicklung des Krieges und seiner Folgeerscheinungen. (Hört, hört.) Diese Mittel sind heute völlig ausgeschopft (Gelächter links. Zurufe: „Sie sind verpulvertI") Ich bemerke ausdrücklich, daß dem Wehrministerium Mittel dieser Art nicht mehr zur Verfügung stehen, und im» Haushalt sind keine Mittel zur Verfügung gestellt. Aber auch die Verwendung der erwähnten Mittel war natürlich durchaus unzulässig. Ich kann abschließend erklären, daß die ermittelten Tatsachen tief bedauerlich sind. (Lebhafte Zustimmung.) Darin ist das gesamte Kabinett mit mir einig, ebenso darin, daß eine Wiederholung derartiger Dinge unter allen Umständen ausgeschlof- s e n sein muß. ihn das zu erreichen, wurde die Einsetzung einer Kontrollkommission beschlossen, bestehend aus Vertretern des Wehrministeriums, des Reichssinanzmini- steriums und des Rechnungshofes. (Zurufe: Was wird mit Lohmann?) Gegen Kapitän Lohmann ist seitens des Wehrministeriums ein Verfahren eingeleitet worden, das noch schwebt. Beim Etat des Reichswehrministeriums wird darüber weitere Aufklärung gegeben werden. Abg. Severing (S.) erklärt, feine Partei werde bestrebt fein, die Beratungen so zu fördern, daß der Etat am 31. März verabschiedet werden kann, um die Bahn freizumachen für eine Volksvertretung, die dem politischen Willen des Volkes mehr entspricht, als der heutige Reichstag. Die Behauptung, daß der Etat für 1928 gesund fei, hielte einer näheren Prüfung nicht stand. Es wäre Selbstbetrug, die Augen vor den unerfreulichen Erscheinungen auf den Arbeitsmärkten zu verschließen. Hier zeigten sich schon die Folgen des Feldzuges gegen die öffentliche Wirtschaft der Kommunen. Wer Unternehmerwillkür vor die Interessen des Staates und der Wirtschaft stelle, für den gebe es nur die Antwort: Enteignung der Betriebe. Don der Länderkonferenz könne man sagen: Resolutionär, aber nicht resolutl Man habe die Führung der Reichsregierung bei dieser Konferenz vermißt. Die Sensation der Konferenz sei die Rede des württembergischen Staatspräsidenten, Bazille, gewesen. Würde ein Minister der Linken eine solche Rede gehalten haben, dann hätte es keinen Deutschnationalen gegeben, der ihn nicht hochverräterischer Umtriebe geziehen hätte. Die Angriffe des Reichsbankpräsidenten auf die Gemeinden würden nachgerade zu einer Gefahr für das ganze Staatsleben. Zu den emsigsten Rufern nach Sparsamkeit in Ländern und Gemeinden gehörten die sogenannten W i r t- schaftsverbände. Man habe häufig genug erlebt, daß Wirtschaftler jämmerlich versagten, wenn sie sich in die Politik einmischten. Der Redner wendet sich gegen jede Stärkung der Befugnisse des Reichsfinanzministers als eines Finanzdiktators. Den vom Reichsrat beschlossenen Aenderungen am Etat stimme er zu. Die für den P anger kreuzer erforderlichen Mittel würden In Dem nächsten Jahre unmöglich aufgebracht werden können. Außerdem follten wir nicht auf rüsten, wenn wir die andern Aur Abrüstung bringe wollten. Der Redner erinnert an die 50. Wiederkehr des Tages des Inkrafttretens des Sozialistengesetzes und ruft den Deuts(-nationalen zu: „6te, die auch die Urheber dieses Gesetzes ware.i, sterben aus, wir aber leben! Wir werden siegen, weil wir im Bunde mit der Zukunft sind!" Abg. Wattraf (Onatl.) weist darauf hin, daß die Parteien der Linken alle Geschehnisse der auswärtigen und inneren Politik auf den einfachen Nenner brächten, daß die Deutschnationalen schuld seien. Dieser Feind fei zu vernichten. Ob das gelinge, würden die Wahlen zeigen. Deutschland habe nach dem Weltkrieg das „Wehe dem Besiegten!" gründlich kennen gelernt. Gerade die Erfahrungen mit Locarno und Thoiry, so erklärt der Redner, zwingen uns zu der dringenden Forderung, keine deutschen Lei st ungen mehr gegen fremde Versprechungen zu geben. Die wichtigste Aufgabe der Außenpolitik bleibe für die nächste Zeit die zähe Bekämpfung der Kriegsschuldlüge. der Abrüstung und eine Aenderuna des Dawesgesetzes, die den bisher gewährleisteten Schuh der deutschen Währung aufrechterhalte. Auf dem Gebiete der Wirtschaft fordert der Redner in erster Linie Fürsorge für die Landwirtschaft. Wichtiger als der Einheitsstaat fei die Reichs - einheit. Für einen freiwilligen Verzicht der Länder auf ihre Selbständigkeit würde der Weg zu ebnen fein. Was Preußen betreffe, so müßte unter allen Umständen das aufrechterhalten werden, was den guten alten Preuhengeist ausmacht: Einfachheit, Zielsicherheit und Ausdauer! Der Redner tritt für Stärkung b er Stellung des Reichspräsidenten und des Reichsrats zur Erschwerung von Regierungskrisen ein. Gegenüber der Ausgabesreudigkeit der Parlamente müßte die Stellung des Finanz- minifters gestärkt werden. Die Haltung der Linksparteien fei erfüllt von schreienden Widersprüchen. Man bezeichne das Volk als souverän und die Wahlen als das Gericht des Volkes. Falle das Gericht aber nicht nach ihren Wünschen aus, bann müsse so oft unb so lange neu gewählt werden, bis ihr eigener Weizen blüht. Abg. Thälmann (K.) weist auf die Herabsetzung der Mittel im Sozialetat hin. Das sei für den reaktionären Kurs der Regierung ebenso bezeichnend wie die geringen Mittel für Kulturaufgaben. 75 Prozent der Einnahmen würden aus dem Proletariat durch Verbrauchsabgaben und Steuern herausgezogen. Der Redner wendet sich bann gegen bie Justiz, bie eine Bürgerblock-Klassenjustiz sei (Zurufe: Unb in Rußlanb?) 3a, in Ruhlanb bestehe eine revolutionäre Klassenjustiz des Proletariats. (Heiterkeit.) Abg. Graefe (Völk.) meint, bie Deutschnationalen hätten noch immer nicht gemerkt, daß ihre Stellung in ber Rcgie- rungskoalition der des armen Mädchens gleiche, bas boch nicht geheiratet wird und kaum noch Unter den Linden gegrüßt wird. (Heiterkeit.) Die Ehe dieser Koalition stehe schon vor dem Zerplatzen. Bezeichnend dafür fei die Ernennung des Generals G r o e n e r zum Reichsweh rminister. Groener gelte hier noch immer als der alte General und Kampfgenosse Hindenburgs, obwohl er sich in feiner Mentalität gar nichß von einem roten Gewerkschastssekretär unterscheide. Die Ueberschüsse des Etats könnten keine Freude Wecken, denn sie seien durch brutale» Steuerdruck aus der Wirtschaft herausgepceht worden. Die republikanischen Retter des Kapitols seien nichts anderes als Schnattergänse. Abg. Or. Cremer (OVP.) sieht in den Ausführungen des Reichsfinanz- ministers über die Wirtschaftslage ein z u großes Maß von Optimismus. Das von ihm gezeichnete Bild sei zu schon, u m wahr zu sein. Es zeige sich jetzt schon deutlich ein 07 ad)la ff en der Konjunktur. Die Ablah- schwierigkeiten würden sich im kommenden Jahre sicherlich vermehren. Das Anschwellen der deutschen Auslandschulden sei ein äußerst bedrohliches Moment. Der Haushalt balanciere nur deshalb, weil eine ganze Menge Posten erscheinen, die nur einmalige Einnahmen darstellen. Bei einer Verschlechterung der Konjunktur würde sich bie im Etat enthaltene Schätzung des Steueraufkommens als zu hoch erweisen. Die im vorigen Jahre in dem vorläufigen Finanzausgleich eingefügte Bestimmung, daß bie erhöhten Uebertoeifungen zur Senkung ber Real steuern verwandt werden sollten, fei leider nicht durchgeführt worden. Bedauerlich fei auch baß langsame Tempo, in dem die Vorbereitung deS Steuerver- einheitlichungsgesehes vor sich geht. Das Ergebnis der L ä n d e r f o n f e r e n a sei ein Begräbnis erster, zweiter oder Dritter Klasse in einer Kommission. Die Freude an den geringen Ergebnissen werden einem noch vergällt durch Reden, wie sie vom württembergi- schen Staatspräsidenten Bazille und vom bayerischen Ministerpräsidenten Held gehalten wurden. (Hört, hört! links.) konnte -auch heute noch wilde Orgien feiern. Herr Held, Bayerns Ministerpräsident im trauten Verein mit seinem Stuttgarter Kollegen Bazille tat sich etwas darauf zu gute, in völliger Verkennung der Sachlage, eine Rück- wärtsrevidierung der Weimarer Verfassung zu fordern. Wir haben vor dem Kriege außenpolitisch an dem „mißverstandenen Bismarck" schwer zu laborieren gehabt und, feinen Namen auf den Lippen, uns die schwersten Fehler geleistet. Es scheint, als ob uns nun auch innerpolitisch' ein ähnliches Schicksal zu- gemutet werden soll. Bismarck ist der letzte gewesen, der fein Werk in irgendeinem feiner Teile ür alle Zeiten für unabänderlich gehalten hätte, er wäre der letzte, der sich einer Entwicklung in den Weg stellen würde, die seine Gründung, das Reich, zu stärken und kräftigen, in veränderten Verhältnissen widerstandsfähiger zu machen zum Ziele hat. Es war unzweifelhaft eine grobe Ungeschicklichkeit, die der mangelnden Regie ber Reichsregierung zur Last fällt, wenn man in Berlin nun Exponenten des extremen Unitarisrnus unb des nicht minder extremen Föderalismus gegeneinander ausmarschieren ließ. Wir wissen, bah nur in einer recht verstandenen Synthese beider Prinzipien bas deutsche Volk die Der- afsungsform finden kann, bie seiner Eigenart angemessen ist. Wozu also in biefem Augenblick Auseinandersetzungen um Grundsätze entfesseln, zwischen denen zu entscheiden wir heute gar nicht in der Lage sind? Es kommt boch zur Stunbe lebiglich Darauf an, bah etwas geschieht, uns aus den unhaltbaren Zuständen herauszubringen, in bie wir hineingetrieben sink). Nicht bie Frage, ob Unitarisrnus ober Föberalismus steht zur Entscheidung, fonbern bie Fragestellung muh lauten, ob wir aus eigener Kraft einen sparsameren Derwaltungsapparat aufziehen unb bie hierzu erforderlichen Versassungs esormen durchführen wollen, ober ob wir in einem späteren Stadium der Entwicklung unter dem Druck unserer Reparationsgläubiger dazu gezwungen werden sol'.en. Wie wenig Verständnis diese für den komplizierten Dau unserer Staatsmaschine haben, sahen wir schon bei der Debatte des Gilbertmemorandums. Wird erst einmal die Revision des Dawesplans zur Erörterung gestellt, so wird man von dieser Seite ganz zweifellos den Finger auf bie Wunde unseres übermäßig kostspieligen Derwaltungs- apparats legen, wenn wir bis dahin nicht felbfh Sorge getragen haben, bie öffentlichen Lasten zu senken. Dieser bei ber Einberufung ber Konferenz boch Wohl ausschlaggebenbe Gesichtspunkt ist im Verlauf ber Beratungen so gut tote gänzlich verloren gegangen. In bem Gremium, bem verfassungsmäßig bie Führung bei einem großzügigen unb klar burchbachten Reformwerk obliegen würde, ist eine gradezu erschreckende Ver- stänbnislosigkeit für das, was not tut, zu Tage getreten. Nimmt es da Wunder, wenn nach dieser Enttäuschung das Dolk darangeht, die Gestaltung seines Geschickes selber in die Hand zu nehmen? „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott" schreiben die „Leipziger Neuesten Nachrichten" unb erinnern an ben Artikel 18 ber Weimarer Verfassung, mit bessen Hilfe sie zu einer verwaltungstechnischen Neugestaltung bes großen mittelbeutschen Wirtschaftskörpers aufrufen. Auch bie „Kölnische Zeitung" warnt bie Regierenden: „ber Geist der deutschen Nation läßt sich nicht länger verspotten. Versagen die Länder, bann wirb bie Zeit rücksichtslos über sie hinwegschreiten. Versagt auch bas Reich, so wirb bas Volk am Wahltag bie Antwort geben.“ Unb selbst bie „Germania", das führenbe Blatt ber Kanzlerpartei, schließt ihre Betrachtung zur Länberkonferenz mit ben ent- schiebenen Worten: „Die Erkenntnis, bah die staatlich bureaukratischen Instanzen allein das innerdeutsche Problem nicht meistern können, erscheint uns als größter Gewinn ber Konferenz. Seine Lösung kann in ber Tat nur gefunben werben auf bem breiten Grunde einer allgemeinen Volksüberzeu- g u n g. Es gilt daher, noch mehr als bisher, die öffentliche Meinung zu ebnen unb zu klären unb einen wesentlichen Teil ber Arbeit von jenen Instanzen weg ins Volk selbst zu verlegen. Hier liegt eine große Aufgabe. Dr. Luthers Dunb will sie in Angriff nehmen. Wir hoffen, bah ihm seine Aufrüttelung gelingt, ohne die ber Weg zum neuen Reiche nicht geebnet werben kann." Diese Aufrüttelung ber ©ei ft er, bie bie „Germania" verlangt, ist allerbings bie Voraussetzung für baß Gelingen einer Reichsreform, wenn bas Volk selbst sie in Angriff nehmen will. Schon einmal war ein Luther Deutschlands Führer auf dem Wege einer Erneuerung. Möge es ein gutes Omen fein für das politische Reformwerk unserer Tage. Der negative Erfolg sei verschuldet dadurch, daß die Relchsregierung aus jede Führung in dieser Frage verzlch. let habe. Sie gleiche dem Manne, der acht Pferde vor und hinter den Wagen spannt und dann abwartet, welche Pferde stärker ziehen. Das Streben des Volkes nach Vereinheitlichung des Reiches fei nicht zu verkennen Wer dabei beiseite steht, der verschlafe die geschichtliche Stunde. (Hört, hört! links). Wenn die Regierung in ihrer Passivität verharrt, darm rverde das souveräne deutsche Volk bald bei den Wahlen sein Urteil fällen, da der Reichstag ja in wenigen Monaten oder in ziemlich kurzer Zeit sich zu seinen Vätern versammeln werde. (Hört, hört!). Richt, wie Dr. Heim behauptet, aus materiellen Gründen erstrebe das deutsche Volk die deutsche Einheit, sondern aus denselben idealen Gründen, die schon die Burschenschaften leiteten. Auch ein Bismarck würde unter den heutigen Verhältnissen in diesem Sinne wirken. Der Widerstand gegen das einheitliche Deutschland sei vom nationalen Standpunkt aus nicht zu rechtfertigen. Die Deutsche Volkspartei trete in den Kampf mit der Parole: Für Freiheit, Einheit und Einheitsstaat! Das Kriegsschädenschlußgeseh. Scharfe Kritik an der Regierungsvorlage. Berlin, 21. Ian. 2m Reichstagsausschuh für Entschädigungsfragen wurde die allgemeine Aussprache über das Kriegsschüdenschlußgesetz fortgesetzt. Abg. Tauch (D. Vp.) erklärte, für seine Freunde bedeute der Regierungsentwurf eine Enttäuschung. Die Sätze des Regie» rüngsentwurses seien keine angemessene Entschädigung. wie sie im Paragraph 1 des Reichs- entlastungsgesetzes vorgeschrieben sei. Es müsse allen Geschädigten eine Stammentschädigung in gleicher Höhe gegeben werden mit sozialen Zuschlägen. Die Regierungsparteien würden am Schluß der allgemeinen Aussprache einen Vorschlag machen. Wenn die Regierung Daraus nicht eingehen kann, dann werde man auch den vorliegenden Entwurf nicht als Schlußgesetz, sondern nur als Zwischenlösung behandeln können. Seine Freunde würden die Regierungsvorlage ablehnen, wenn sie unverändert bliebe. Abg. Dr. Schneider (Dn.) erklärte, auch seine Freunde ständen der Vorlage sehr kritisch gegenüber. Maßnahmen zur Mobilisierung der Schuldbuchforderungen könne man nicht treffen, weil sonst eine Gefährdung der deutschen Währung zu befürchten wäre. Volkswirtschaftlich gesehen werde die in der Regierungsvorlage vorgesehene eine Milliarde nutzlos vertan sein, während eine größere Summe den Wiederaufbau ermöglichen und damit auch fiskalisch besser angelegt sein würde. Der Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft der geschädigten Verbände treffe die richtige Mitte. Wenn die Reichsftnanzen jetzt eine bessere Entschädigung nicht erlangen, dann sollte der vorliegende Entwurf nicht als Schlußleistung gekennzeichnet werden. Man könnte dennoch jetzt ein Schlußgesetz machen, in Dem aber bestimmt werden mühte, dah unter gewissen Voraussetzungen später weitere bestimmte Leistungen gewährt werden. Abg. Dr. Heuh (Dem.) warf der Regierung vor, dah sie diese Angelegenheit vom vergangenen Frühjahr ab psychologisch falsch behandelt und die gute Vorarbeit Der Arbeitsgemeinschaft der geschädigten Verbände nicht genügend gewürdigt habe. Der Minister habe sich zu ausschließlich auf die Reichsbahnvorzugsaktien verlassen und damit viele unnötige Schwierigkeiten geschaffen. Aus Haushaltsmitteln konnten Beträge für diese Zwecke nicht mehr genehmigt werden. Die Aeuhepungen des Reichs finanzministeriums hätten bei den Geschädigten vielfach die falsche Hoffnung auf baldige Entschädigung geweckt. Um diesen Leuten zu helfen, werde von den Demokraten die Bereitstellung von 100 Millionen Reichsmark gefordert zur Anterstühung solcher Liquidations- und Gewaltsgeschädigten, die entweder sich in sozialer Rotlage befinden oder das 60. 'Lebensjahr überschritten haben, oder deren Bemühung um die Wiederherstellung ihrer wirtschaftlichen Existenz nur durch eine sofortige Barzahlung gesichert werden kann. Die Zahlungen könnten unter Vorbehalt einer späteren Verrechnung auf die Schlußentschädigung erfolgen. Industrie und Vsrwattungsreforni. Präsidialsitzung des Reichsvcrbandes der deutschen Industrie. Berlin, 20. Jan. (WB.) Im Präsidium des Neichsverbandes der deutschen Industrie sprach Geheimrat Dr. Felix Deutsch über die auf seiner jüngsten Amerikareise gewonnenen Eindrücke. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Erörterung, namentlich über das Verhältnis und das Steigen von Löhnen und Warenpreisen in den Vereinigten Staaten zwischen 1913 und 1927. Es wurde beschlossen, die bezüglichen Verhältnisse in den einzelnen Industrien Deutschlands einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. Geheimrat K a st l erstattete ausführlichen Bericht ü ber die Gesichtspunkte, die do in Standpunkt des Reichsverbairdes für die Behandlung der Verwaltungs- und Verfas- s u n g s r e f o r m maßgebend sein müßten. Er be- Ichäitigte sich namentlich mit den notwendigen Zielen und bisherigen Arbeiten des Reichsverbandes auf dem Gebiete der Verwaltungsreform. Anschließend wurde die Kundgebung der wirtschaftlichen Spltzenoerbände zur finanzpolitischen Lage besprochen. Es wurde beschlossen, daß der Reichsverband unter voller Billigung der Bestrebungen neue verfassungsmäßige Grundlagen für das Verhältnis vom Reich zu den Ländern zu schaffen und zu der Frage der Ver- fassungsresorm erst Stellung nehmen soll, wenn die Relchsregierung bestimmte Vläne vorqeleqt haben wird. Die Arbeiten des Reichsverbandes auf dem Gebrete der Verwaltungsreform sollen in der bisherigen Linie fortgesetzt und beschleunigt werden. Zur Regierungsbildung in Hessen. Darmstadt, 21. Ian. fEig. Drahtmeldung ) Freitagabend fand eine Besprechung zwischen der sozialdemokratischen Fra tion und der Zentrumsfraktion statt. Die Verhandlungen waren, wie bisher, vertraulich. ©* wurde, wie verlautet, in einigen Punkten ein Einvernehmen erzielt, über andere noch nicht. Eine Entscheidung ist nicht gefallen, da bekanntlich die Sozialdemokraten beschlossen haben. Sie Krisis in der Zentrumspariei. Oer Zriedenöschluß zwischen Marx und Stegerwald. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers- Berlin, 21. Ian. Die Friedensstifter im Zentrum haben jetzt wenigstens den einen Erfolg gehabt, dah die diplomatischen Beziehungen zwischen Herrn Marx und Herrn Stegerwald neu ausgenommen sind. Mühe genug hat auch das gekostet. beide Herren sind offenbar ziemlich halsstarrig gewesen, und man war beinahe so weit, das; die Hoffnung auf eine Verständigung aufgegeben werden mußte, bis dann nach stundenlangen Beratungen einer von ihnen mürbe geworden ist und der gegenseitige Austausch von Erklärungen beginnen konnte, die es Herrn Stegerwald ermöglichen, seine Funktionen als stellvertretender Vorsitzer weiterzuführen. Aber allzu viel gewonnen ist damit auch noch nicht, denn diese versönlichen Spannungen waren ja doch nur der Ausdruck sehr viel tiefer liegender sachlicher Meinungsverschiedenheiten, und Herr 2 m b u s ch , der dem Reichskanzler eigentlich die bittersten Wahrheiten gesagt hat, zog es vor, bisher überhaupt noch nicht in Berlin zu erscheinen. Immerhin, das Bügeleisen hat doch seine Schuldigkeit getan, so daß sich vor den maßgebenden Parteiinstanzen, die am 28. 2anuar nach Berkin kommen, eine nicht mehr von persönlicher Gehässigkeit geladene Aussprache ermöglichen laßt. Hier allerdings die Formel zu finden, die alle zufrieden stellt, wird sehr viel schwieriger sein, Weil die Mißstimmung, die durch fortgesetzte Agitation künstlich im Zentrum großgezüchtet ist, zur Entladung drängt. Herr Dr. Marx hat innerIjab seiner Partei wie ein kleiner Diktator geherrscht; dadurch hat sich in den verschiedensten Kreisen eine Summe von Verärgerung aufgesammelt, die jetzt explodiert ist. Sie besteht nicht allein bei den Arbeitern, sondern in gleicher Weise wohl auch bei der Landwirtschaft und beim Handwerk. Die verschiedensten Berufsgruppen fühlen sich durch die Methoden, nach denen Herr Marx die Parteisührung gehandhabt hat, gekränkt und werden offenbar nur durch die Parteidisziplin davon abgehalten, das in derselben Form öffentlich zum Ausdruck zu bringen, wie Herr Imbusch das getan hat. Aber darüber besteht kein Zweifel, daß die Autorität, womit Herr Marx seit 2ahren im Zentrum geherrscht hat, schwer ins Wanken geraten ist und daß seine persönliche Stellung außerordentlich Schaden gelitten hat. Dazu kommt nun noch die Streitfrage über den Charakter der Partei, die von Herrn Marx mit seiner Bemerkung, daß Zentrum sei weder eine monarchische noch eine republikanische, sondern nur eine Verfassungspartei, vielleicht gar nicht gewollt war, die aber dann von Herrn v. Guerard politisch zugespiht wurde. Auch -zwischen dem Fraktionsvorsihenden und dem Parteiführer ist also bei weitem nicht alles in Ordnung, wenn auch hier die Einstimmigkeit nach außen noch nicht in die Erscheinung getreten ist. Das Zentrum läuft aber Gefahr, durch ein allzu starkes Bekenntnis zur Republik die eben wieder angeknüpsien Beziehungen zur Bayerischen V o l k s p a r t e i, die doch über kurz oder lang zur vollkommenen Verschmelzung sichren sollte, zu zerreißen und dadurch einen Teil seines Einflusses wieder zu verlieren, den es gerade mit Rücksicht auf die verstärkte Mandatszahl zu vermehren hoffte. Parteitaktische Gesichtspunkte, die gerade durch die Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen unterstützt werden, mischen sich also von der anderen Seite in den grundsätzlichen Streit hinein und komplizieren auch hier die Lage außerordentlich. Woraus man schließen faim, daß zuletzt doch eine grundsätzliche Klärung vermieden und ein fünfzigprozentiger Kompromiß angenommen wird, aus dem jeder das herauslesen kann, was er gerne möchte. erst nach dem Llrteilsspruch des Staatsgerichtshofs sich über die Koalitionsbildung zu entscheiden. Am Montag finden Besprechungen zwischen den Fraktionen der Sozialdemokraten und der Deutschen Volkspartei statt. Hilfe für die Landwirtschaft. Eine Entschutdungsaktion des Reiches. Berlin, 21. Ian. (Prio.-Tel.) lieber das Programm der Reichsregierung in der Frage der Landwirtschaftshilfe. das Reichse'rnährungs- mlnifter Schiele heute im haushallsausfchuß des Reichstages entwickeln wird, weiß die DAZ. folgendes milzutcilen: Der hauptsächlich durch 71 a - iurereignisse der letzten Jahre hervorgerufenen Notlage der Landwirtschaft soll dadurch Rechnung getragen werden, daß vornehmlich die drückende Schuldeulasl durch Herabsetzung der Zinsen, längere Rückzahlungsfrislen ufro. erleichtert wird. In den Kreisen der Koalition ist man der Ansicht, daß eine solche Entschuldungsaktion wirksamer ist als etwa neue Zollerhöhungen, die sich im übrigen auch nicht in das allgemeine Zoll senkungs Programm der Regierung einfügen würden. Besatzungsnoi in der Pfalz. Schießübung derBesatzung irnPsälzerWald Reust ad t a. d. H., 20. 2an. (WTB.) Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat die französische Besatzung den Pfälzer Wald von Neustadt bis St. Martin wegen ihrer Schießübungen, die in Neustadt am Schiehhause abgehalten werden, als Gefahrzone erklären lassen. Die Besatzungsbehörde hat in einer Versammlung am letzten Dienstag vergeblich versucht, die Zustimmung der Bürgermeister und zuständigen Bezirksämter zu dieser Maßnahme zu erhalten und hat dabei den Entwurf eines S ch i e ß p l a n e s für eine Woche vorgelegt, der bereits heute in Kraft tritt. Die Tafeln sind im Pfälzer Wald schon aufgestellt, um die Bevölkerung zu warnen. Damit ist dieser von Touristen am meisten besuchte Teil des Pfälzer Waldes für die Bevölkerung ungangbar gemacht worden. Amerika und der Dawesplan. Eine Rede des SchatzsekreLärs Melton, Washington, 21. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Presse veröffentlicht eine Rede, die Schahsekretär Mellon in Charlotte (Rordkarolina) gehalten hat. Besondere Beachtung findet ein Sah in der Rede Mellons, der in der Rebersehung wörtlich lautet: »Die Nationen der Welt müssen wieder aus eine g e- sunde finanzielle Basis ge st eilt werden, damit der Produktionsüberschuß einen Export markt findet." Man erblickt in dieser Wendung eine weitere Bestätigung sür die Bestrebungen, zur Vermeidung einer Revision des Zolltarises allmählich eine Revision in der Reparationssrage anzubahnen, um durch eine Herabsetzung der deutschen Zahlungen an das Ausland die Notwendigkeit einer zu starken Steigerung der deutschen Ausfuhr zum Fortfall zu bringen. Man ist sich jedoch, wie auch „Tribüne" zu den Besprechungen zwischen Parker Gilbert und PoincarL aus Paris meldet, darüber einig, daß der Dawesvlan nicht sofort a u f gegeben werden darf, sondern daß ein oderzwel Normaljahre abgewartet werden müssen, bevor positive Maßnahmen zu einer Umgestaltung in der Reparationsfrage vorgeschlagen werden können. Kürzung des englischen Mannebauprogramms. London, 20. Jan. (WTB.) Amtlich wird gemeldet, daß die Regierung jetzt die'Prüfung des neien Marinebauprogromms für die Jahre 1927,29 beendet und beschlossen hat, einen der drei Str e u 3 e r , mit deren Bau im Finanzjahr 1928 begonnen werden sollte, z u st r e i ch e n. Von den für das lausende Finanziahr geplanten drei Kreuzern waren bereits früher zwei gestri- ch en, Es sind also von dem in dem Weißbuch vom vhui 1925 niedergelegten Bauprogramm insgesamt drei Kreuzer gestrichen worden. Welchen Top die beiden Kreuzer haben sollen, mit deren Bau am Ende des Finanzjahres 1928 begonnen werden sollte, ist noch nicht endgültig festgesetzt. Interessante Rüftungsdebatte auf dem Balkan. Die römische Presse sür Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Bulgarien. Rom, 20. 2an. (WB.) „Popolo 6’2 talia" bringt einen längeren Artikel, in dem gefordert wird, dah Bulgarien erlaubt werde, statt des jetzigen Freiwilligen-Heeres wieder ein Heer auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht zu besitzen. Das Blatt macht darauf aufmerksam, daß anscheinend gewisse Mitglieder der Kleinen Entente die Absicht hätten, die angebliche Nichterfüllung gewisser Frie- densvertragsllauseln durch Bulgarien in Genf zur Sprache zu bringen. Das Blatt glaubt, daß die Kleine Entente besser täte, solche Erörterungen zu unterlassen. Denn sonst könnte diese Erörterung auch auf die gang gewaltigen Rüstungen der Kleinen Entente ausgedehnt werden und besonders auf die militaristischen und imperialistischen Ziele 2u geflamt e n 8. Es sei eigentümlich, daß Frankreich und andere Mächte, die so gerne von einem Dalkan-Locarno redeten. Bulgarien durchaus dieses freiwillige Heer aufdrängen wollten, obschon es unmöglich sei, ein leistungsfähiges Freiwilligenheer in Bulgarien auf die Beine zu bringen. Denn es sei zu'teuer und der bulgarische Bauer lasse sich nicht anwerben, sondern ziehe es vor, auf seinem Lande zu bleiben, so daß nur minderwertige Elemente in das bulgarische Heer eingerecht werden könnten. — Einen ähnlichen Artikel zugunsten Bulgariens hatte schon vor einigen Tagen die „Tribuna" gebracht. Deutschland und die Internationale Handelskammer. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 21. 2cm. Die deutsche Gruppe der 2nternationalen Handelskammer, die gestern in Berlin ihre zweite Mitgliederversammlung abgehalten hat, veröffentlicht ihren Geschäftsbericht über das abgelaufene 2ahr. Danach hat sich die deutsche Gruppe auch im zweiten Geschäftsjahr sehr rege an den Arbeiten der 2nternationalen Handelskammer beteiligt, und der Grundsatz enger Zusammenarbeit mit den Spihenkörperschaften und Verbänden der Unternehmer der Industrie, des Handels und der zugehörigen Gewerbe hat sich auch im zweiten 2ahre des Bestehens durchaus bewährt. Abgesehen von den vielen Cinzelarbeiten, mit denen sich die Ausschüsse, in denen auch die deutsche Gruppe vertreten war, befchäftigten, galt die Arbeit des letzten 2ahres der Vorbereitung des S.tockholmer Kongreßes. Für die deutsche Mitarbeit ist vor allem die Beseitigung der Handelshemmnisse von allgemeiner Bedeutung gewesen und auf dem Gebiete der Handelspolitik äußerte sich die Zu- samwenarbeit der Internationalen Handelskammer mit dem Völkerbund in der Konferenz zur Beseitigung der Ein- und Ausfuhrverbote und -beschränkungen in Gens, an der auch Deutschland teilnahm. In der Mitgliederversammlung wies der Präsident der deutschen Gruppe, Franz v. Mendelssohn, vor allem daraus hin, daß die Arbeit der Internationalen Handelskammer l a n g s i ch t i g sei und geführt werden müsse, und dies mit Recht, da natürlich im Augenblick und für die Gegenwart so umfangreiche Arbeiten, wie sie die Internationale Handelskammer zu bewältigen hat, nicht den Erfolg bringen können, den vielleicht der ausoespro- chene Praktiker erwartet. Es muß gerade hinsichtlich der Handelspolitik und der Beschränkung der Handelshemmnisse nochein langer Weg gegangen werden, der Deutschland allein die Sicherheit und den Erfolg bringen kann, so daß es wirklich in der Lage ist, seinen ehrlichen Willen zur Erfüllung seiner internationalen Vervflichtungen in die Tat umzusetzen. A"s diesem Grunde ist die Arbeit der deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer Arbeit im Sinne und zum Nutzen des deutschen Volkes. Und jeder auch noch so geringe Fortschritt in der Bereinigung der internationalen Handelsatmosphäre ist in diesem reichen Rahmen ein großer Erfolg. Deutschland hat durch die scharf in Angriff genommene und zum Teil bereits durchgeführte Rationalisierung, die nicht zuletzt auf die enge Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft zurückzusühren ist, Pionierarbeit für die Wirtschaftsführung der Völker überhaupt geleistet und der Wirtschaft anderer Länder den Weg gewiesen, der auch ihnen wieder eine nutzbringende Wirtschaftsführung bringen kann. Bei der engen Verflechtung Deutschlands und aller anderen großen Wirtschaftsmächte mit der Weltwirtschaft haben die Rationalisierungserfolge Deutschlands ebenso ihre Wirkung auf die weltwirtschaftliche Lage. Aus aller Wett. Entscheidung des Reichslarifamtes zum Tarifstrett im vankgewerbe. Berlin, 21. 2an. (WTB. Funkspruch.) Zum Tarifftreit im Bankgewerbe teilt uns der Deutsche Bankbeamtenverein mit, dah am Freitag in später aNchtstunde die Entscheidung des Deichstarifamtes erging. Hiernach findet für die Ablösung der Orts-Sonderzuschläge die Regelung des Reiches mit der Maßgabe Anwendung, daß durch den Abbau der Ortssonderzuschläge keine Verminderung der vor dem -t. März 1927 gezahlten Bezüge eintreten darf. Es wird also nur in ganz wenigen Fällen eine Ablösungssumme in Frage kommen, da fA dem 1. März 1927 eine 7^/sprozentige Gehaltserhöhung und am 1. Januar 1928 die tariflichen Gehaltsvorrückungen im Bankgewerbe eingetreten sind. Eigenartiges Schiffvunglück. Bei M j o v a n ä s (Färöer) tra, eine gewaltige Sturzsee den Passagierdamp'er „Smiril" so unglücklich, dah der auf dem Deck befindliche Rauchsalon, in dem sich drei Damen und zwei Herren aushielten, über Bord gespült wurde. Die Insassen des Salons ertranken. Die Sturzwelle war so heftig, dah sie beinahe das Kentern des Dampfers zur Folge gehabt hätte. Unmenschliche Ellern. In Ottersberg bei Bremen hat ein reicher Bauer, um seinen Söhnen die alleinige Erbschaft zu lassen, seine 24jährige Tochter seit zwei Jahren in einem dunklen und feuchten Keller gefangen gehalten. Auf die Anzeige eines Knechtes hin wurde der Zugang zu^ dem Gefängnis des Mädchens gewaltsam geöffnet. Man fand das Mädchen bis zum Skelett abgemagert und völlig verwahrlost vor. Die Mutter des Mädchens wußte ebenfalls von dem Plan. Zwei englische Baumwollspinnereien niedergebrannl. In Moßley (Lancashire) wurden durch Großfeuer zwei Baumwollspinnereien zerstört und eine beschädigt. 120 000 Spindeln gingen verloren. Der Schaden wird auf 200 000 Pfund Sterling geschaht. Oie Wetterlage. icn. Pari; 0 10 Freitqg.den20 Januar 1928 Theben at>. ———- A ©woiKentos. onener. ®na(t> heceext.® woikiq. ® oedtcKl • * Schnee a Graupeln, e MeDei K le alten Bezeichnungen Fastnacht, Faßnacht, Fas. imiji und Fasenacht erhalten geblieben. Ursprung- itti hieß das Wort allgemein Fastnacht, und es Erde darunter nur die Nacht vor dem Aschermitt- Gcstern abend entschlief in Hagen (Westfalen) nach kurzem schweren Leiden unsere unvergeßliche Schwester, Schwägerin und Tante Frau Olga Baer geb. Walther ^Milche (Elfem, MM hin fourbe bet Mass® iumrooülplnnereien nicbetgebtonnt mcQ^ire) würben durch Großseitn ’tnnercien zerstört und eine be[tbä- "dein Mgen verloren. DerSchM psund Sterling geschößt. -Lluß des Faschings geht, wo ja der „unsinnige ifinsta", der „russische Freita", der „fidele Samsta" mÄ der „Fasinachtssunta" wichtige Stationen der i>a schingsfreude sind. So erhält sich die Fastnachtszcit im Wandel der ftKrhunderte, ändert da und dort einen Brauch, läßt lin sofort au verm. Wo? faßt die Geschäfts»!. d. Gieß. ANA. 0539 reiche Menschenmenge auf Vie Deine gebracht. Eine erst im Laufe des gestrigen Rachmittags vorgenommene Aenderung der Marschroute brachte für einen Teil der Zuschauer allerdings eine ziemliche Hetzjagd, da sich diese Mitbürger an den gestern von uns genannten Straßen aufgesteUt hatten und natürlich ebenso wenig wie wir wissen konnten, daß die Zugleitung noch in den Rachmittagsstunden eine Aenderung in der Marschrichtung vornehmen würde. Don der Ludwigstraße aus schwenkte der imposante Zug nach der Moltkestraße herüber, bewegte sich dann durch die Senckenbergstraße nach dem Drandplatz, wo man die Fackeln zusammenwarf und nach dem Absingen einiger studentischer Lieder den Abmarsch antrat. •* Gesetzliche Gesellenprüfungen. Die Anmeldungen zu den Frühjahrsgesellenprüfungen betrifft eine Anzeige des Gesellenprüfungsausschusses des hiesigen Gewerbevereins, die unser heutiger Anzeigenteil enthält. Interessenten seien auf diese Veröffentlichung besWiders hingewiesen. **VomStadttheater. Frl. Maryela Bau mann, die im zweiten Jahre dem Verband unseres Stadttheaters angehört, ist für die nächste Spielzeit an das Stadttheater in Stettin verpflichtet worden, und zwar als jugendliche Heldin. ** Personalien. Ernannt wurden die Studienassessoren Theodor S ch w e i s g u t aus Homberg a. d. Ohm, Dr. Robert Pfeiffer aus Gießen, Hermann Dort aus Großen-Buseck, Hildegard Kullmann aus Schotten, Dr. Wilhelm Störte aus Mainz, Hermann Lang aus Friedberg zu überplanmäßigen Studienräten mit Wirkung vom 1. Januar 1928 ab. ** Zuchtviehversteigerung. Die am Mittwoch, 25. Januar, in Gießen stattftn- dende Zuchtv'ehversteigerung des Landwirt chaf s- kammer-Ausschusjes für die Provinz Oberhesjen wird mit etwa 90 Bullen des Hess. Fleckviehschlags beschickt werden. Versteigerungsort ist die Costsche Hofreite. Rodheimerstr. 50, in der Rühe des Gießener Schlachtviehhofes. Die Bullen können hier in guten Stallungen untergebracht werden, auch bietet der geschlossene Hofraum Schutz gegen Witterungsunbilden, so daß die Versteigerung bei jedem Wetter gehalten werden kann. 10 Bullen stammen aus Müttern, deren Milchleistung amtlich kontrolliert wird. Einer der Leistungsbullen hat eine Kuh als Mutter, die die höchste Fettleistung der ganzen Provinz im abgelaufenen Jahr mit 192 Kilogramm Fett aufzuweisen hatte.' Die Versteigerung wird mit Vieh aus allen Teilen Oberhessens beschickt, in der Hauptsache beteiligen sich jedoch die Zuchten der Kreise Lauterbach und Alsfeld. So bringen z. B. die in allen Züchterkreisen gut bekannten Hochzuchten der Gemeinden Angersbach 14 Stück. Maar 5 Stück, Zell 4 Stück usw. Außer den Bullen kommen noch 2 Eber des veredelten Landschweins zur Verst erung. In Anöetrachi der großen Anzahl der zum Verkauf gestellten Tiere, sowie ihres züchterischen Wertes kann allen Gemeinden, die Bedarf an Faseltieren haben, geraten werden, diesen auf dieser Versteigerung zu decken. Man beachte die heutige Anzeige. | Vermietungen | Scböne. mit allem Komf. auSgestauete 7-Zimmer- wohnung mit allem Zubehör und Zentralheizung versehen, f. LleiAie, Rechtsanwälte usw. geeignet, beste vage, Nähe deS Bahnhofs, abzugeben. bAw. zu tauschen. Schriftliche Angeb. 11. 744D an den Gien. Anz. erb. Zn Aentraler Lage 3 neu h rger. Räume beschlagnahmeirei, möbl. ob. teilm.möbl.. mit ob. ohne Küchenbenutzung Aii verm. Zu er fr. t. b. Geschsf. b. Gieß. Anz. 0397 ~(ÄC immer leer au verm. 0502 Oftanlasc 38 l. Möbl. Zimmer mit Tel.-Benutzung sofort ober 1. 2. au verm. Kraft, Am .Kugelberg 54a. 0,« wachsen Ferkel, Kälber usw. durch M. Brockmanns Vieh-Leber- tran-Emulsion, Oste- ofan“. Besonders stark 222 D Jarben-Lacke 0531 S8ÄS» Geschäftshaus in bester Lage, zu 0506 gesucht. Televbon 381. Müblttraffe 34 Tüchtigem Verkäufe Seileimp gesucht. 0524 Volk.OstanlagcSl 772V kommen. einer 682 junger Zräulein Jüngerer, tüchtiger Gießen». 625D [Verschiedenes | v. Schönthau. 0454 a.d.G.A. erbet. gesucht 0498 [U402 Gtegen». Der Revisor 0427 an d. Gieß. Anz. Komödie in 5 Aufgebern 0515 Dickwurz Stock Forstort Nutzholz Nm. Well. Fstm. gesucht. 6'2V Kreisstraße Lich—Niederbessingen (ErleSberg) Riedwald 120 5000 20 Kouzebühl-Gründorn 200 4500 60 VII. Langeberg 1000 180 3000 Eschenstamm- und -stangenholz 10 Kreisstraße Lich—Steinbach (am neuen Teich) gesucht. 778 D Aenderungen bleiben Vorbehalten. Tie Holzmengen Leltcröweg 44,1. 2800 3400 30 12 80 100 1500 1500 Schriftlich.Angebote unter 0486 an den Gießener Anzeiger. Gesucht sofort in allen Orten fleißige, strebsame Personen zur Nebernabme verknusen. Schrift!. Angeb. unt. 0541 a. d. Gießener Anzeiger. VIII. IX. X. 170 200 C. Steib Hammstr. 34. 20 100 500 2100 Forst- well. 6 100 Meilbach Höler .. Schwarzekuh- Häuserberg Hard ...... an erster Stelle, Taranon Mk. 50000, aeiuckt. Schrifiliche Angebote unter Nr. 769 D an den Gieß. Anzeiger erbeien. iiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiiiiiii Fuchsstrauch....... Münchwald....... Höles-Schwarzwald Mühlberg ...... zu kauf, gesucht. 792V A. Hi liebrecht flroDen-Bnseck Maskenkostüme billig zu ve» leihen. Wcidcngasse 7 II. Stock, links. welches Slcnogravhie u. Schreibmaschine beherrscht. Kaufmännische Borkenntnisse erwünscht. SchrlftlicheAngebote unt. 741D an den Gießener Anzeiger erbeten. ükrea, Wecker engr. P. Bellter. Breelaa ü. RubigcS, belleS Zimmer sofort von EramenS- kandidat ges., mögl. Nähe Universität. Schristl. Angeboten. 0459 a. d. Gteß. Anz. Tüchtiger Silrcincrgescllc sofort gesucht. 711D Atzbach, Schreiner meister, Schreinerei mit Molorbeirieb, Dors-Gill iOberb.I. Großes Sabriltontor sucht per sofort evtl, auch später abzugeben 0481 L Schwalb, Alten-Buseck. Kreisstraße Lich—LangSdorf, Km. 14 Weilbachpflanzgarten Tüchtige Weißzeug- Gchneiöerin nimmt noch Kunden an in und außer dem Hause. Schriltl. Angebote unter 0550 an den Gieß. Anz. erb. Zusammenkunft »y2 Uhr Kreisstraße Lich—Garbenteich (Waldeingang) Pfaffenschneise Hattenrod—Ettingshausen (Waldeingang) Lehrmädchen auS guiem Hause für Ladengesch. ges.0537 Zu erfragen in d.Ge> schästSst. d.Gieß.Auz. 20 60 Junge, berufstätige Dame sucht b. netten Leuten für 1. 2. sol. möbl.hetzb.Zlmmer z. 25 b.30Mk.u. Mittagessen t. Hause. Schr Angebote unter 0497 an d. Gieß. An», erb. Junger, kräftiger Hausbursche der etwas Gartenarbeit versteht, ges. Schretnermcister Lenz, Frankfurter Straße 117. (0463 Stadttheater Sonntag,S2.Jan„ Außer Abonnement von 14' , b. nach 17 U. Peterchens Mondlahrt Marchenspiel in 7 Bildet 'i mit Gesang und Tanz von Gerdt v. Bassetvitz, Musik v. Schmalstich. Abends Außer Abonnement Sremomornenung v. 18 b. geg.20'.Uhr Spiel im Schloß Komödie in 3 Akten von Franz Molnar. Dienstag,24.Ian., 16. Dienstag-zjii.-Bni von 19'/, b. nach 22 U. Der Aaub der Sabinerinnen Schwank in 4 Akten von Franz it. Paul Peterchens IKonrilahFt Märchenspiel in 7 Bildern mit Gesang und Tanz von Gerdt v. Bassewttz, Musik v. Schmal «ich. Abends (7730 Außer Abonnement SremöenoornedunQ oonl8bi-nach20'/,U. Der Raub der Sabinerinnen Schwank in 4 Akten von Franz u. Paul v. Schönthan. Glaserlehrling kann untergünstigeu Bedingungen in die Lehre treten. 0471 B. Bierau Dammstraße 27. befnunt zu werden, zwecks späterer Heirat Kreisstraße Lich—Steinbach (am großen Teich) Kreisstraße Niederbessingen—LangSdorf (Waldeingang) Bahn-Unterführung Lich—Garbenteich Blindelochswiese: Albach—Hattenrod Fichtenstangen (dabei Bohnenstangen) Fichtenstamm- u. -stangenholz (Bau- und Spalierholz Fichtenstangen (Spalierholz) Eiche-Schnitth., 60 Fichtenstangen (Bau- u. Spalierholz), 2000 Bohnenstangen Eiche-Schnitt- und Wagnerholz, 20Fichten- stangeit Buche-Schnittholz, 20 Eiche-Schnittholz, Bohnenstangen, Eschenstangen Klein-Auto Groß-Auto 806 Auch nachts Biergrobhandlung Gießen Frankfurter Strato 7. Telephon 83 Md- Morgen Samstag- abend, 8 llbr ”’D MiMrn mit Kavvensitzung im BcretnSbcim. Scheit und Knüp. Rm. Metzger- Lehrstelle zu Ostern 1928 für meinen Sohn gesucht Baientin Schäfer, Reiökirchen iKreiS Benttto für Gießen u. Umg^ der in der LebenS- mittel-Branche und Hotels gut einaes. ist, von Franks. Firma gesucht. Schr. Angeb. unter 0481 an den Gieß. Anz. erbeten. neu zu vergeben. 751A Hamburger Kafscc-Großrösterei sucht einen am Platz emgesührten Vertreter, Kundenkreis vorhanden. Angebote au Emil Weber & (So., Hamburg 3, Schließfach 2010. Lehrling Sohn achtb. Eltern, mu guter Schitldild., der die kausm. Laufbahn ergretfen will, in ein Versand- und Ladengesch. z. Ostern gesucht. Selbsigeschr. Angeb. m. LebenSl. unter 552 D an den Gieß. Anz. erbeten. Bietet hohe Bezüge bet nachweisbar guten Resultaten. Angebote u. L. Z. 1030 Nu- nonccn-Brasch, Frankfurt a. Main. Pete rSstr. 1 757D Trikotagen- und Strumpfftrickerei aus unserer Fcminastrickmaschine. Leichter und hoher Verdienst. Günsttge Bedingungen. Vorketmtntsse nicht erforderlich. Prospekt gratis und franko. Trikotagen- und Strumpf Fabrik Neber & Noblen, Saarbrücken 3. Tflchlifie Schneiderin empfiehlt sich.«Außer HauS vr. Tag M.8.-) Schristl. Angeb. unt. 0483 a. d. Gieß. Anz. D. n. ö. A. V. Sektion (Meßen. Dienstag, 24. Januar 1928, abends8'5Uhr, im großen Hörsaal des Vorles ungsge- bfludes, Ludwig- straße Nr. 23, Licht- bildvrvortrag des Herrn Staatsanwaltschaftsrates Dr. Albrecht, Frankfurt am Main „Abseits der Heerslraüe in den Oetstaler Alpen". Gaste will- MM» zum 1. Februar 28 Mädchen im Haushalt perf. sucht Stellung für einige Wochen. Zu cr«ragen in der Ge- schäflsst. d. G. A. Fichtenstangen Fichtenstangen (Bau- und Spalicrholz) Bekannte, zum Teil schon etngesührte Weinbrennerci mit erstklassigen Erzeugnissen in Weinbrändcn und Likören sucht rührigen, etngeführten VERTRETER gegen Hobe Provision. Herren mit besten Referenzen belieben schriftliche Angebote einzureichen unt. 756D an den Gteß. Anz. Glänzende Existenz m.hohemEtnkommen biete ich jedermann. Max A. ühlommn, Leipsifl 78. 7> ss « . J Änderungen blewen Vorbehalten. Tie Holzmengen sind meist nur eingeschätzt. Genaueres wird durch die Ortsschelle bekanntgemacht. Auskunft über die Montags-Ver- gc ngen erteilt erster etem, Hattenrod, über die Dienstags-Versteigerungen Förster Heuser, Fasanerie bei Lich, Fernruf Rr. 19 7840 Fast neuer Kinderwagen tBrennabon billig zu verkaufen. Labnftraffe 13 HI. UM gegen Vergütung Elegantes fünöet- MtellksM zu verkaufen. M-5 Steinstraste 42 I. Auf der staatl. Akademie der Tonkunst in München aus- Eebildete u. geprüfte Musikehrerin erteilt zweimal wöchentlich in Gießen Klavierunterricht Elisabeth Vol p, Laubach (Oberhessen). Fast neuer 0490 Spningralnnen preisw.z. verkaufen. Näher.Dammstr.23 nach 6 Uhr abends. Erfahrener Maschinen- schlosser oder Schmied, 30— 40 Jahre alt, gesucht. Schriftliche Angeb. m. Lebenslauf-Zeug- niSabschristen und Lohnanivrüche unter 7831) a. d. Gieß. Anz. {Stellenangebote) Vertreter sucht P. BolHer.Brsslan A.498 Größeres Schuhgeschäst sucht Lehrling mit guten Zeugnissen für Bureau und Verkauf. Selbstgeschriebene Angebote unt. 0547 an den Gießener Anzeiger erbeten. Bahnhofswirtschaft Vad Salzschlirf Wegen Erkrankung meines Mädchens lüchtig. Mädchen zur Aushilfe gesucht. Wo? sagt die Geschäftsstelle d. Gieß. Anzctgerö. 0548 sangekört) zu verk. BnrkdardSseldcn Hauptstraße 14. 2 erstklassige Leistungsfähige Firma in Frankfurt a. M. sucht für Gießen u. Umgegend Provisionsvertreter Ein ordentliches Mädchen nicht unt. 18 Jahren, gesucht. [0519 Frau M. Becker, Walltorstraste k>3. Ordentl. tüchtiges MW Handwerksmeister AÜgen von N. Gogol, nut aut erzog. Kmd. > deutsch v. W. Lange, wünscht m. Fraulein 5nnnl(lrt ober junger Witwe kluger Abonnement von 14'', b. nach 1711. Dame oder Herr znm Verkauf von Kaffee usw. gegen guten Verdienst gesucht. Schrtstl. Angeb. unt. 0484 g. d. Gieß. Anz. Sur selbfiänd. Führung d.HandarbeitS» abtetlung wird erste veiWk» gesucht. Eintritt 1. 'April evtl, auch später. Aussührltche schristl. Angeb. unt. 0499 an d. Gieß. Anz. [Stellengesuche) Junger Kaufmann mit gut. Handschrift, Stenographie und Schreibmasch. sucht Stellung bei bescheidenen Änsplüchen. Scbr.iHngeb.unt.0510 a.d.Gteß. Anz. erbet. Für ordentl. 18jähr. Schmiedegesellen ® wird Stelle gesucht, in der er Soft und Wohnung erhalt. Krcisamt tKrets- jngendamtt Gießen. Stelle als Böflerleöriing gesucht. Schrlftltche Angeb. unt. 0546 an den Gieß. Anz. erbet. Sielte re und jüngere Mädchen sow. Tagömädchcn suchen Stellung. Gewerbsmäßige Stellenvermittlung Sophie Dülfcr, Neustadt 50. ow Vuvearrgehttfe 19 Jahre alt, welcher seither aus Rechts- anwaltS-BnreauS tätig war und in fdmtl. ZwangSvollstreckungS- und Abrechnungssachen, sowie im Kostenwes. erfahr, u. auch m. sonst, vorkommend. Bur^auarb. vertraut ist, sucht Stellung auf einem Anwalts- ob. kaufmännisch. Bureau. Auch Beherscher der Stenograph., u. guter Mafchinenschretber. Schristl. Angeb, unt.7911) a.d.Gieß.Anz. IW 800 qm im Süden der Stadt unter günstigen Zahlungsbedingungen vreiSw. zu verkaufen. Schristl. Angeb. unt. 0487 a. d. Gieß. Anz. Gebrauchte, gut erhaltene Köcheneionchloog billig zu verkaufen. Anzttsehen bet Otto Nübl neoi Glaubrechtstraße 7p leliriäctai f. Putzgeschäst sofort gesucht. Schr. Angebote unt. 0482 an d. Gieß. Anz. erbet. Lehrstelle oesBchi! Kaufmann t. Wetzlar suchtsür seinen Sohn au Ostern eine Lehrstelle in Kolonialwaren- ob. Delikat- essen-Geschäfli.Gteß. Schr. Angeb. n.Lehr- stelle Nr. 798 D a. d. Gieß. Anz. erbet. Cuches.mcineToch- tcr, 15'/, Jahre alt, ev^ mögl. sofort eine Stelle als Mndev- miidchen auf dem Lande. Da sie noch etwas langsam ist, öorlauf. noch ohne Lohn, nur geg. Verpsieguilg Schr. Angeb. um. 747 A an d.Gietz.Anz. erbeten. Gebr. Herde kaust lausend H. Scköu 0v26 Marbupger Straße Tlachhilfe in Französisch, Englisch, Latein uLllathe- maiik wird billigst erteilt. Schr. Angeb. unt. 0508 a. d. G. A. Der erteilt einem Bericht im lintn spielen. Schriftliche Angeb. unt 0514 a. dl Gießener Anzeiger. Provinzial Pflegeaustalt Sicher Straße 74. Gesucht wird gebtld. wwn s. 2j. Kmd; etwas Hausarbeit, Näh- kenntniffe. 0494 Frau Prof. Kl ule Südanlage 11. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Tüchtiges, sauberes Mädchen tvelches auch kochen kann, zum 1. Febr. Sctiatböcke iLämmer» 1 schwarz«, 1 weißer m. schwarz. Koos zu verkauf, bei Karl Born WegenZuchtausgade noch einige gute KananenhShne und -weibchen abzu- Geschäftshaus in erster Lage, für jede Branche geeignet. zu verkaufen. Schriftliche Angeb. unter 0517 a. d. Gieß. Anzeiger erbeten. mod. gr. Mercedes, fast neu, billig abzugeben. Näheres zu erfahren in der Ge- schqstSstd.Gleß.Anz. Zwei gut erhaltene MaMlge au verkaufen. 0520 Walltorttr. 53. Schneidcrmaschine grotte Singer Ring- fchiff, tadetl. arbeit., sehr billig atnugeb. Schristl. Angeb. unt. 782V a. d. Gieß. Anz. für 500 eem-Nlasch. lD.'Radl gut erhalt., oder Hanomag geg. Kaffe ges. Schristl. Angeb. m.Preisang. unter 0504 an den Gießener Anzeiger. Guterhaltene 0497 Häckselmaschine billig abzugeben Heuchelheim, Gießener Straße 71. Schwerer eiserner MM weil überzahl,g, zu verkaufen. Näheres bei Pbil. Wcifcl L, Eberstadt «Kreis Suche für meine Aittwoch,^.>.Jan» Freundin passende lö.nilfiiDOÜ) 'MO.-Btfl. Bekanntschaft zwecks . von 19* < bis 22 Uhr Der Vettelstudent Oucrctte in 3 Akten IW'VWW» ü01l Karl 'l’itllörfcr. Selb.tst27Jahrealt, Freitag, 27. Fan., nn Haushalt firm, 16. Zmlllg-AV.-VOM. blühenb.Erscheinung D. 19'/, b. nach 2, U. Schristl. Angeb. unt. - - -- An tanbtg„ lüchiigeö Mädchen das schon in gutem Hausegedtenthai.dte Hausarbeit gründl. versteht u. kochen k., in kl. ruhig. HauSh. bei gut. Lohn sofort oder später ge>. Zu ersr. in der Geschst. d. Gieß. Anz. (0488 Tüchtiges sauberes Mädchen für Küche u. Hau» in Gasthof nähe Frankfurts für 1.2. gesucht. Gute Behandlung u. guter Lohn zngefich. ^rau R. Holz, RusselSbeim a. M. zur „Mainlust". »"!) Suche für sofort orbenttlicheS, fleißig. Siltn das mit fntntl. Arbeiten eines HauSh. vertraut ist. 0544 Srnu 3 Bogel Ludwtgsttaize 62. WN ist Gelegenheit geboten sich selbstständig zu machen. Näh red: Will}. Uahl, Alten-Suseck. FleistigeS WA« für tagsüber gesucht Marktstr. IS. ««> Ein solides, selb- ständiges MW wird zum 1. Febr. in gute Stellung Geschäfts-, Etagen- und Einfam.-Häuser preiswert zn verkaufen. [0527 Otto Scheel Brennmaterial Kohlen,KokS.Bri- kettö, Anthrazit, EiformbrikettS, Buchcnfchcit- und Anmachholz.innur guter Qualität lauf, lieferbar Tfi*D S.SMlLEl). Kohlen und Landesprodukten Stevhanstraße 41 Telephon 1154. An einem «achhttfe- SnvfuS in Englisch u. Französisch durch staatlich geprüfte Lehrerin können noch einige SchÜlersinnen) teil- nehmen. Schristl.Angebote u. 0536 a. d.Gieß.Anz. Nachdiisc f. m. Töchterchen Üm 1. SchttUahr» gesucht. Schr.Angeb.unt.0505 andenGieß.Anz.erb. Einige Damen und Herren können noch an besserem, guten Privat- Mittagstisch teilnehmen. Schristl. Angeb. unter 0500 an den Gießen. Anzeig. Ml* der an sicher. Arbeit, gern, für l.Februar evtl, später gesucht. Schristl. Angeb. mit GebaltSanspr. unter 551D a. d. Gieß. Anz. 1OOOO Mk. gleich */3 am 15. 3. greifbar v. Selbstgeber -.verleih, f. läng. Zeit. Schr. Angeb.m. am. Sicher h. unt. Nr. 683 D n.b. ®ich- 9lna. Illllllllllllllllillllllllllllllllll Bau- und Kuust- schlofferci Baumann, Walliorstraße 33. Zum baldigen Eintritt für ehrlichen, strebst jungen Mann lettllelrei Bldoria-Drogerie Marktnr. 5. [I,3ia Die Holzversteigerungen der Fürstlichen Oberförsterei Lich Übersicht. Holzmengen nach Schätzung Reiser Kräftiger Lehrling für Steinhauerei u. Kunshteinfabrtkalion kann noch eintreten. Karl Kling, Steinmetzmeister, Wieieck, Gießener Straße 117. |649l) Ein Schlosser- lehrling zu Ostern ges. 777D Kart Wigandt, Löberstr. 5. AUTO 4-6 P. 8. zu kaufen gesucht. Schr. Angebote m. PretS unt. 0445 an den G. Anz. Gut erhaltene Schnell entschlossene Kapitalisten . Mn MmWtMMW« an gutgehendem Geschäft iJndustrie ober Hanbelf. Diskretion zugeffchert. Schriftliche Angebote unter 786D an d. Gießener Anzeiger erbeten. Ca. 200 lausd. Meter gebrauchtes tonf<» bttt»eru.dgl.) schnell,len« iurütf*uf.Z>k6ltllung« suebenbm flnb bgntbor barür, wenn man Ihre Semühungen zur Sr> Sunn em. geeigneten gfdt aus diese Welse unterfiatzi und sind aus dicke seldstverssöndtlchc Pflicht auch angewiesen. Gretzeuev Änreigev l.--------——. SlflDiere 1 AMVIliMS werd, fachgemäß u. preiswert ge- stimmt u. revar. G.ksenLr ®le6en,DloimLll Telephon 2403. Ankeutgbt. Kiav. u. Harmoniums Vereine Kaufgesuche J Sm rin ite* 403. M. | NA , tm 3: Übftfle: Uäng. igeb.m. imöU 1 se-r :var. | StIOf- | acher « Ml r jufeet Dl.«..) ’-unt. D. n. tz. a,v Sektion Gießen. Xnsta8-Mar— "U machen. £.*ÄQ Hörsui n M7 N»i M« jfjass »sich —— waltichaftiratea Pr\AIbrecbi.Frank. kurt am Main nl|. n 15.3. seife dir BeeritriBi u> dea Oetilaier Men”. Gäste willkommen. 7^d i Stadttheater I ko°°iaa,SL.JaN' UUU Nutzer Slöonnenieni «bonnemem Marcheniviel in 7 Silben m Gesang und Tanz von Gerdt v. Sassewib Munkv.SchmaM Abend- »m.Nr. !tz-Anz. Donl4',b.nad)17 U. Dnlnnnknitn UnnnUkJ iSNWWW Stelle, H 50000, ärmliche mer Nr. en Gieg. rbeien. ■iiiiim ahre, tü, Außer Abonnement xt\ ßid)* in an- stellunfl, b, angen. cht ganz wünscht “ ^»enfpifi w ö-E Atzwank >l> inflebote »Ätam w« an den W ö. 8aW ME & SLS 8 *"ÄÄT i Ui M MM« ravsiag' llbr m -onvooo gtbcifflj, SiemöesDbiiifüiinfl v. IS b. gea.NiUtn epielimSW Komödie in 3 Akter von Kranz Molnar I Tie»s/ag,2j.Ian., IMsmgM ft von 10', b. nadj 22 U. Herrn'. Hy'M ^6to\bti Werinnen Qxtiieu. \ Tchwank in 4 Akter ftdh nnt. von oranz u. Paa. » „bet I o. ScbiintbaiL A. erbet.! - - . Mt»wock,2-i.san U5 kü^.L'SS abrealt,srettag,27.Ja». l, firm, iß.StEitagMrt cheinung i v. 19'/, b. nachu geb. um. M WM ied- unz-1 flouiööte in o auj ?mc"'ter zagen von N. GM >g. Kind, deutsch v. W-rang träulem gonntafl,201 ■ sjitwe Außer ^bonnemen. wnd-n. ------ WM DM ■ai ° 9% Uhr ... (LrleLberg) «iederbeiMen ****** ** ,.,ffi(1]beinflin8) r neuen v Nr. 18 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 21. Januar 1928 Weltvolk ohne Kolomalboden. Deutschlands Rohstoffnot. Don Or. Arthur Dix. Auf den geschichtlichen .Untergang des Abendlandes" — einige Jahrhunderte vor der Prophetie OswaldSpengiers — folgte mit einer gewissen Zwangsläufigkeit der Eintritt der westeuropäischen Staaten am Atlantik in die neue Epoche der Kolonialpolitik. Beim Ausgang der Kreuzzüge war das christliche „Abendland" gegenüber dem islamitischen „Morgenland" militärisch und politisch erfolglos geblieben, auf kulturellem Gebiet weit mehr zum nehmenden als zum gebenden Teil geworden, wirtschaftlich noch schärfer als zuvor durch die Barre der islamitischen Welt abgeschnitten von den begehrten Schätzen Indiens. Der vorübergehende Zusammenschluß der „abendländischen" Staaten zu den Kreuzzugsunternehmungen fiel auseinander, und jedes einzelne Land am europäischen Rande des Atlantik begann auf eigene Faust Seewege nach der indischen Schatzkammer zu öffnen. „ Die unglückseligen Verkettungen spanisch-österreichischer Hauspolitik der Habsburger mit der Reichsgewalt brachten es mit sich, daß in jener entscheidenden Zeit das Deutsche Reich abseits der neuen Kolonialpolitik verharrte und daß die Lande der Rheinmündung, im Widerstand gegen jene Hauspolitik vom Reiche losgelöst, zu einem eigenen Staats- und Sprachgebiet sich entwickelnd, ihrerseits eine weitausgreifende kolonialpolilische Sonderstellung zu erringen begannen. Das alte Deutsche Reich hatte den Anschluß an den Uc&crgang zur überseeischen Kolonialpolitik verpaßt. Als durch Jahrhunderte Versäumtes im Jahre 1884 durch den ersten Kanzler des neuen Deutschen Reiches nachzuholen begonnen wurde, hatten Kolonial- und Weltwirtschaft ihr Gesicht gegenüber den früheren .Zeiten vollkommen verändert. Waren die Entdecker des ausgehenden 15. Jahrhunderts über die Meere gezogen, um für den aristokratischen Bedarf der Machthaber Kostbarkeiten aller Art hohe Quantitäten von geringer Qualität nach Europa zu holen, so gewann man später von dem lolonialen Boden in großen Massen R o h - stoffmengen für den Bedarf aller Volksschichten für neu aufkommende Industrien, für eine demokratisierte Wirtschaft. Das mit so großer Verspätung in die Kolonialwirtschaft eingetretene Deutschland hatte bei zeitlicher Versäumnis den moralischen Vorsprung, dah es sich nun nicht mehr wie seine Vorgänger der vorangegangenen Jahrhunderte auf einen brutalen kolonialen Raubbau, sondern auf eine vorsorgliche Kolonialwirtschaft nach modernen Methoden einstellen und die in früheren Zeiten rücksichtslos ausgebeuteten Eingeborenen als wichtigstes Aktivum ansetzen konnte. Immerhin verliefen die ersten beiden Jahrzehnte mit von mancherlei Fehlgriffen begleiteten und überwiegend zaghaften Experimenten ohne großzügige Forderung durch das Reich. Erft das letzte Jahrzehnt vor dem Kriege gehörte einer wirklich planmäßig weitschauenden Kolonialerschlie- tzung. Allbekannt ist der Anteil des Staatssekretärs Dernbura, fast unbekannt die wesentliche Mitarbeit eines der tüchtigsten international anerkannten kolonialwirtschaftlichen Experten Deutschlands, des heutigen Leiters des Kolonial- wirtschaftlichen Komitees in Berlin, Geheimrats Geo A. Schmidt, den sich, als Deutschland seiner Kolonien verlustig gegangen war, nacheinander die Regierungen Mexikos und der Angorarepublik von der deutschen Regierung ausgeliehen habei^ um ihm an leitender Stelle die Forderung der Landwirtschaft ihres Staates zu übertragen. Roch weniger bekannt ist, daß selbst in den Zeiten entscheidender Kämpfe um die Verkehrserschließung der deutschen Kolonien in Afrika gewisse amtliche Kreise in der Wilhelm- straße es fertig bekamen, sich der hierfür nötigen Propagandatätigkeit hemmend in den Weg zu stellen! Auf alle Fälle haben die deutschen Kolonien, insbesondere in dem letzten Jahrzehnt vor dem Weltkriege, nachdem der Reichstag sich auch für die Verlehrserschliehung bewilligungsfreudiger erwiesen hatte, einen wirtschaftlichen Aufschwung genommen, den man unter Berücksichtigung der kurzen Zeitspanne ohne Heber- treibung als einzigartig bezeichnen darf. Die angebahnte Entwicklung verhieß die Aussicht, daß wir schon in absehbarer Zeit mindestens ein Drittel der notwendigen Rohstoffe tropischer und subtropischer Herkunft von eigenem Kolonialboden würden beziehen können. Rach dem Verlust der Kolonien ist das deutsche Volk das einzige Weltvolk ohne Kolonialboden. Es bezieht aus unter deutscher Verwaltung stehenden Gebieten nicht einen Ballen Baumwolle, nicht ein Kilo Kautschuk, Tee, Kaffee, Kakao, Gewürze, Tropenholz, Südfrüchte, Glimmer, Sisalhanf, Elfenbein, Strautzsedern usw. usw. Wohl sind heute nach den schlechten wirtschaftlichen Erfahrungen der Mandatare in verschiedenen Kolonialgebieten wieder deutsche Farmer, Plantagen- und sonstige Wirtschafter zugelafsen, aber die von ihnen erarbeiteten <3 teuerer träge fliehen an fremde Regierungen, die Frachtgewinne überwiegend an fremde Reedereien, die erzielten Rohprodukte an fremde Unternehmungen. Die heimische deutsche Wirtschaft ist mit dem Bezug all ihrer tropischen und subtropischen Bedarfsartikel restlos angewiesen auf den Bezug aus fremden Ländern, der sich selbstverständlich unter vielerlei Gesichtspunkten beträchtlich teurer stellt als der Bezug aus deutschen Unternehmungen auf eigenem Kolonialboden, mit eigener Verwaltung, mit eigener Schiffahrtsverbindung usw. In der Zeit unseres kolonialwirtschaftlichen Aufschwungs gingen immer mehr industrielle Unternehmungen in Deutschland dazu über, draußen in Uebersee eigene Gewinnungsstätten für ihren Bedarf an tropischen und subtropischen Lebens- und Gcnuhmitteln oder Rohstoffen selbst in die Hand zu nehmen. Deutsche Spinnereien hatten eigene Baumwollpflanzungen angelegt, deutsche Gerbereien im eigenen Kolonialbetrieb Mangroven gewonnen oder sich wenigstens sinanziell an der Produktion beteiligt. Dieser Umstand in Zusammengang mit dem Transport durch direkte Verschiffungen, durch Vermeidung von Umschlag und Lagerung und dem Ausschalten preistreibender Faktoren der Spekulation, der Leitung von Handel und Verkehr über deutsche Unternehmungen, die Regelung von Versicherung und Zahlungsverkehr durch deutsche Gesellschaften ergab für die heimische Volkswirtschaft bei der Beschaffung der Rohstoffe aus eigenen Kolonien Gewinne aus jeder Phase des Geschäfts von der Produktion tm Schutzgebiet bis zur Einfuhr nach Deutschland. Umgekehrt war uns dort unter entsprechenden Bedingungen ein steigender Absatzmarkt gewährleistet. Aller dieser Vorteile ist die deutsche Volkswirtschaft verlustig gegangen. DaS Ausland diktiert chr die Rohstoffpreise, die Frachtbedingungen, die außerordentlich beschränkten Absatzmöglichkeiten auf kolonialem Boden. Durch gewissenhafte Berechnungen ist nachgewiesen worden, dah wir unter den heutigen Verhältnissen, gemessen am Stande unserer Kolonialwirtschaft vom Jahre 1913, schon mindestens um eine halbe Milliarde Marl jährlich ungünstiger in unserer Zahlungsbilanz gestellt sind, und dazu gesellen sich, abgesehen von allen ideellen Werten, noch mancherlei andere materielle Einbußen. Wenn wir aber abschähen, was bei einer durch keinen Krieg unterbrochenen Fortentwicklung unserer jungen Kolonialwirtschaft heute von dem Boden unserer ehemaligen deutschen Kolonien gewonnen werden könnte, so ergeben sich zweifellos zwischen unseren gegenwärtigen reinen Aufwendungen für tropische und subtropische Erzeugnisse jeder Art und dem Verbleib des Kolonialbesitzes wahrscheinlichen lleberschuh der Ausgaben über koloniale Cigengewinne jeder Art Differenzen von einigen Milliarden, die unsere ohnehin so verarmte Volkswirtschaft zu ihren Lasten verbuchen muß. Das deutsche 62-Millionen-Volk verfügt auf Boden ausschließlich gemäßigter Zone nur über rund 470 000 qkm, 44 Millionen Briten dagegen über fast 36 Millionen qkm, 37 Millionen Franzosen über fast 17 Millionen qkm, 6 Millionen Portugiesen und 7,5 Millionen Belgier über je 2,5 Millionen qkm. Deutschland ist in den Völkerbund eingetreten, Deutschland hat auch einen Platz in dessen Mandatskommission erhalten. Aus den Kreisen der Mandatare heraus konnte der so kurzfristigen deutschen Kolonialverwaltung der Vorkriegszeit das Llrteil nicht dauernd vorenthalten werden, daß wir — erst im Zeichen moderner Kolonialwirtschaft nach lleberwindung langer Epochen des kolonialen Raubbaus in die Kolonialpolitik eingetreten — für die koloniale Erschließung nicht nur im Dienste des eigenen Marktes, sondern im Dienste der gesamten weltwirtschaftlichen Entwicklung Hervorragendes geleistet haben und daß auch die Eingeborenen der Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Revolution im Lchachjpicl. (ni) Moskau. In Sowjetruhland gibt es heute nichts, aber auch rein gar nichts mehr, was die Moskauer Gewalthaber nicht der kommunistisch^ Idee gesetzlich angepaßt hätten. Die letzte „Anpassung" in diesem Sinne hat jetzt durch Regierungsverordnung das Schachspiel erfahren, was einen ja an und für sich nicht in Erstaunen sehen kann, ist es doch wiederholt „das königliche" Spiel genannt worden. Aber auch der Ämstand, daß als Figuren dieses Spiels z. B. Könige fungieren, hat den Herren der moskowitischen Staatsgewalt oft Alpdrücken verursacht. Und so sind nun die Figuren durch „volkstümliche" und „klassenbewuhte" Symbole erseht worden. Der „König" hat es sich gefallen lassen müssen, in einen „Roten Soldaten" umgewandelt Ku werden, während die „Königin" sich sogar leben Verwandtschaftsverhältnisses zu ihm begeben und die bescheidene Garderobe der „Bäuerin" anziehen mußte. Türmer und Springer sind gleicherweise Sowjetgestalten geworden, und die Verordnung droht demjenigen mit „empfindlicher Strafe", der beim Schachspiel mit den veralteten Figuren einer „überwundenen" Gesellschaftsordnung betroffen wird ober der etwa den neuen Figuren die alten Bezeichnungen verleiht. „Schach dem König!" — die Frage ist noch offen, ob die Sowjetherrschaften mit ihren „Roten Soldaten" bessere Gewinne im großen Schachspiel der Politik erzielen werden. Märtyrerlat eines Bahnwärter». (—) Paris. Mit dem Aufkommen der Kraftwagen und der Flugzeuge hat die schone Literatur aufgehört, Schienenstrang, Lokomotive und einsames Bahnwärterhaus als Lieferanten poetischen Stosses anzusehen. Und doch ereignen sich fast Tag für Tag auf dem Gebiete der Eisenbahn Tragödien, die. wären sie der Phantasie eines Schriftstellers entsprungen, als grobe Geschmacklosigkeiten in Grund und Boden kritisiert würden. Man höre: ehemaligen deutschen Kolonien die Wiederkehr der bewährten deutschen Wirtschaftsleiter ersehnen. Die gesamte deutsche Volkswirtschaft, Industrie und Landwirtschaft, Handel und Schiffahrt bedürfen dringend des Zusammenarbeitens mit deutschem kolonialen Boden in tropischen und subtropischen Gebieten. Es soll hier nicht auf politische Einzelheiten eingegangen, es soll nicht die Forderung erhoben werden: „Gebt uns in den alten Grenzen unsere Kolonien so zurück, wie sie waren!" — aber für jeden unbefangenen Beobachter ergibt sich die zwingende Rotwendigkeit, ei Nie neue koloniale Flurbereinigung vorzunehmen, die deutsche Wirtschaft wieder heranzulassen an tropischen und subtropischen Boden, auch deutscher Verwaltungstätigkeit wieder kolonialpolitische Möglichkeiten zu erschließen. Wenn dafür Formen gefunden werden, die in irgend welchen Arten gemeinsamer Beteiligungen der Kolonialmächte den Konkurrenzneid eindämmen, insbesondere für die weiten Gebiete ganz Mittelafrikas jenen Geist wieder lebendig machen, den Bismarck einst der diese Lande militärpolitisch neutralisierenden Kongoakte verliehen hatte, um so besser. Auf alle Fälle aber erscheint der Zustand unhaltbar, daß wir durch den Mangel an eigenen kolonialen Rohstoffen mit unserer internationalen Zahlungsbilanz immer tiefer in die Verschuldung hineinsinken, daß ein im Gesamtrahmen der Weltwirtschaft so wichtiges Volk wie das deutsche das • einzige Weltvolk ohne Kolonialboden bleibt. An einem der letzten Dezembertage des vergangenen Jahres versah der Streckenwärter Maurice Andreux zwischen Flers und Dousront wie üblich seinen Dienst. Um 12 Uhr mittags brachte ihm sein fünfjähriges Söhnchen das Mittagessen, stolperte jedoch und geriet vor den Augen des entsetzten Vaters zwischen die Schienen eines Gleises, auf dem sich eine Lokomotive näherte. Das Kind hatte sich offenbar verletzt, denn es konnte sich nur mit Mühe und Rot erheben. Der Vater wollte, da die Lokomotive nur noch wenige Meter von dem Knaben entfernt war, hinzuspringen, als er bemerkte, daß sich vom anderen Ende der Strecke der planmäßige O-Zug näherte. In diesem Falle war es jedoch seine Pflicht, die Weiche (in Frankreich gibt es auch auf großen Strecken noch Spihweichen) festzuhalten, um ein Entgleisen beä Zuges zu verhindern. Der Bahnwärter stand nun vor der Wahl, sein Kind vor sicherem Tode zu retten oder das Leben von vielleicht 2—300 Passagieren aufs Spiel zu sehen. Ein sekundenlanger entsetzlicher Kampf zwischen Liebe, Trieb und Pflicht, würdig der Feder eines Corneille — und der Bahnwärter eilte zur Weiche, hielt dort aus, obwohl buchstäblich vor seinen Augen, vielleicht hundert Meter entfernt, fein Kind eines gräß- Ijcben TodeS starb. Als der Q-Zug vorübergesaust war, brach der Mann zusammen und lag tagelang besinnungslos im Krankenhaus. — Bald wird das Band der Ehrenlegion seine Brust schmücken. Kampf gegen den Bubikopf in Asien. (c) Tientsin. 3m gesamten fernen Osten ist ein fanatischer Kampf gegen den Bubikopf entbrannt. Sogar die Politiker scheinen es sich, um volkstümlich zu werden, zur Pflicht gemacht zu haben, aktiv in diesen Kamps einzugreifen. In China und auf den Philippinen haben die gesetzgebenden Körperschaften die Einführung einer Bubikopf-Steuer beschlossen. Die japanische Polizei hat erklärt, jede Frau mit Bubikopf sei eine Bolschewistin und als solche zu behandeln. Alle Filmschauspielerinnen mit kurzem Haar, die bei der Ritkatao-Filmgesellschaft in ri~Mmnwi rminritrer.imimrir i •WMdrmaBMiwr-um Geschichten aus aller Welt. Gießener Gtadttheater. Jacques Offenbach: „Die schöne Helena". Jacques Offenbach schrieb 102 Bühnenwerke, größtenteils Einakter für die man in Frankreich die unübersetzbare Bezeichnung „musi- quette“ hatte, was etwa soviel wie Miniaturmusik bedeutet, jedoch mit einem tadelnden Beigeschmack. Und das mit Recht. Denn bei Licht betrachtet huldigte Offenbach ja schließlich nur in frivoler und persiflierender Tendenz dem Geschmack der Masse und dem Pariser Lebemann besonders. Das war damals Zeitgeist und ist auch heute noch (leider!) Zeitgeist. Daß Offenbach in Paris seine ersten und reichsten Lorbeeren pflückte, ist nicht zu verwundern, denn er verbrachte, obwohl 1819 in Köln geboren, doch sein ganzes Leben, von kleineren Reisen abgesehen, in Paris und wir rechnen ihn daher auch nicht zu den deutschen Komponisten. An sich ein genialer Kopf, war er genügend Franzose geworden, um den Parisern mit Erfolg zeigen zu können, was man mit zynischer Parodie fertigbringen kann. Seine Werke aber, namentlich „Orpheus in der Unterwelt", „Hoffmanns Erzählungen" und „Die schone Helena" gingen weit in die Welt, und Offenbach gilt daher als der wesentlichste Schöpfer des Pariser Operetten- Typs. Aber ein anderes Moment ist vielleicht noch wichtiger. Joh. Strauß ließ sich erst durch die großen Erfolge der Werke Offenbachs dazu bewegen, sich ebenfalls an der Operette zu versuchen, und so ist der indirekte Einfluß Offenbachs auf die Entwicklung der klassischen Wiener Operette möglicherweise sein bedeutenderes Verdienst. Seine Musik ist melodiös, gefällig und einschmeichelnd, ohne sich jedoch auf das Riveau ihrer Wiener Schwester erheben zu können. Sie bleibt mehr oder weniger Phrasengeklingel ohne einen tieferen Gehalt vermuten zu lassen. Sie zündet, aber sie erwärmt nicht. Die szenische Leitung der Aufführung lag in den Händen von Oberspielleiter Becker. Er lieh dem Humor freieste Bahn und sorgte für ein flottes und frisches Spiel. Der erste Akt war in seiner Gesamtwirkung sehr lebendig, nur stellenweise etwas zu grotesk. In den beiden anderen Sitten war das Spiel dann viel ausgeglichener. Rose Landwehr (Darmstadt) zeigte sich in der Titelrolle von ihrer besten Seite. Mit viel Grazie und Charme spielte sie die schöne, begehrenswerte grau, durch ihren klaren und tragfä^igen Sopran sehr wirkungsvoll unterstützt, wodurch sie, die gesanglich besonders hervortrat, eine recht gute Leistung bieten konnte. — Für den verhinderten Rich. v. Schenk hatte Alois Resni die Rolle des trottelhaften Menelaus übernommen. Sehr glücklich karikierte er den dummen, aber doch zu Zeiten wieder schlauen und mißtrauischen König von Sparta und schuf so eine zur anmutigen Helena erfolgreich kontrastierende Figur. Gesanglich trat er leider wenig in Erscheinung. Heinz Steinbrecher gab dem Paris das Selbsichere und Unwiderstehliche, das die Rolle er'ordert. Warme und Ausdrucksfähigkeit seiner Stimme verhalfen auch hier zu einer ausgezeichneten Gesamtleistung. Karl Bauermann (Agamemnon) fügte sich vorteilhaft in den Rahmen des Spiels. Christa Henkel als Orest war mimisch sehr gut. blieb jedoch gesanglich zu schwach und stellenweise unverständlich. A. Hirsch als Achill vermochte in seinem Spiel nicht als gelungene Karikatur des großen Helden zu überzeugen. Eine besondere Leistung bot C. Hechinger als Calchas. Dauernschläue und Habgier nach leiblichen Genüssen sprachen aus jeder seiner Bewegungen. Gin köstliches Bild des guten, treuen, donnernden Jupiterpriesters auf der einen und des durchtriebenen Gauners und Lebemanns auf der anderen Seite. Don den übrigen Darstellern seien noch genannt: Anni Ottendorfer (Pylades), Th. Meutter, Theo Kaiser, Susanne Schäfer, Anna Becker, Helene Krieger und F. V o l tz, die sich in kleinen Rollen geschickt dem Ganzen anpahten. Am $JuIf waltete Kapellmeister Reff umsichtig seines Amtes. Durch frische und lebendige Tempvnahme wußte er der Gesamtaufführung Schwung und Schmiß zu verleiHen und ließ den prickelnden Melodienreichtum des Werkes in schönster Weise zur Geltung kommen. Die Bühnenbilder von Karl Löffler waren geschmackvoll und gaben dem Ganzen einen farbenprächtigen Hintergrund. Das zahlreiche Publikum spendete recht verdienten Beifall. B. Vortrags-Dereinigung. Heiterer Abend von Ludwig Hardt. Es wurde schon kurz vor dem Dortrage bekannt, daß Ludwig Hardt sein ursprünglich angekündigtes Programm geändert habe: man mußte auf die Berliner Schauspielerporträts verzichten; schade, wir hätten das gerne erlebt. Aber anderseits ist zu bedenken, daß jeder, der die Urbilder dieser Porträts nicht oder auch nur nicht gut kennt, wenig davon gehabt haben würde; und da wahrscheinlich der größere Teil der sehr zahlreichen Zuhörerschaft mit den reichshauptstädtischen Bühnengrößen wenig vertraut ist, war die Umstellung durchaus zu billigen. Auch in der neuen Vortragsfolge hatte Hardt reichlich Gelegenheit, fein eigenartiges und vielseitiges Können zu erweisen. Zu zeigen, daß er ein Routinier und blendender Techniker ist, daß er ein ganz schauspielerisch wirkender Rezitator, daß er ein Menschenkenner, ein Beobachter und ein Mann von natürlichem und zugleich ein wenig philosophischem Humor ist. Die Skala seiner stimmlichen Mittel zeigt eine verblüffende Spannweite und kommt der Plastik, der Rundung und Dramatik des Stoffes überall da unmittelbar zugute, wo es sich nicht um rein lyrische Stücke handelt. Zum Beispiel bei Peter Altenberg, mit dem Hardt begann und einen nicht unerheblichen Teil des Abends ausfüllte. Drei größere Szenen zuerst, in Altenbergs eigenartiger Form („wie ich es sehe"),, alle mit eingesprengten Dialogpartien. Kleine Kabinettstückchen, glitzernd, geschliffen, umspringend in der Stimmung, bald rührend, bald nachdenklich, bald grotesk, pointiert abgerundet, wienerisch-lite- ratenhaft im Stil. Hardt brachte diese Dinge ausgezeichnet. Er holte alles aus ihnen heraus, vieles sogar, was einem beim Lesen sicher entgegen würde. Aber man hatte mehrfach das Gefühl, daß Alten- berg schon zu differenziert und ästhetisch-delikat ist für einen so großen Saal mit einem so großen Publikum. Einige im Anschluß hieran gebotene anekdotenhafte Kleinigkeiten aus Altenbergs krausen Literaturbereichen wurden mit herzlicher Heiterkeit aufgenommen. Die folgende Groteske von Robert Walser erwies sich als nicht so unmittelbar wirksam wie die beiden sehr bekannten und allerliebsten Märchen von Andersen: „Die Prinzessin auf der Erbse" und „Der standhafte Zinnsoldat". Hier wurden Märchen nicht nur erzählt, im gewöhnlichen Sinne, sondern für Kinder schauspielerisch lebendig gemacht, für die Großen mit künstlerischen Mitteln verdichtet und nachgestaltet. Man sah die Erbse, man hörte die zimperliche Jungfrau, man fühlte förmlich die unwahrscheinlichen blauen Flecke. Und man erlebte die ©ebnfüdjte, die Abenteuerreise und den traurigen Liebestod des standhaften Soldaten von Anfang vis zu Ende mit und freute 'sich an der beziehungsvoll dreingegebenen „Glosse zur Vortragskunst" nicht minder als an den weisen und boshaften Versen des alten Goethe, die merkwürdig glücklich zu Morgen st em überleiteten. Eine kleine Blütenlese aus den „Galgenliedern", aus „Palma Kunkel" und aus dem Nachlaß; es war herrlich; wer nicht da war, dem kann es leider nicht näher beschrieben werden. Hier versagen die Möglichkeiten eines schlichten Referates. Scheer- b a r t kennt man heute schon fast nicht mehr; er hat die moderne Groteske eigentlich literarisch begründet. Lange vor dem Kriege. Es war hübsch, daß man mit zwei luftigen Stücken an ihn erinnert wurde. Heiterster Ausklang: das Märchen „Vom Swinegel un finer Fru"; eine rezitatorisch vollendete Leistung, die Hardt einen ausgezeichneten Abgang sicherte. —y— Frankfurter Theater. „Kriemhilds Rache" mit Agnes Straub aus Berlin als Gast im Frankfurter Schauspielhaus. Friedrich Hebbels Ri- belungen-Drama findet man selten auf der Bühne. Dieses Furioso infernalischer Rache eines im Hasse toll gewordenen Weibes stellt die Regie vor schwer zu bewältigende Aufgaben. Das Heldenepos brandet in dramatischer Wucht wie eine wilde Sturmflut über die Bühne und ist schwer in eine geschlossene Inszenierung einzudämmen und zu bändigen. Bestimmend für die Reuinszenierung ist vor allem die heutige Einstellung zum Kunstwerk, die diesem Trauerspiel wesentlich verständnisvoller gegenübersteht als frühere Epochen. Wir hören aus dieser heroischen Tragödie, da Treue um Treue sich im brennenden Saale König Etzels verblutet, hinter dem Schwertergeklirr die differenzierten Seelenschwingungen. Haß stoßt auf Haß, schlägt Funken, die sich zum Wahnsinn entzünden; die Menschen vergehen am übermächtigen Schicksal, das sie in einen gigantischen Totentanz hetzt. — Die Aufführung unter der Regie Richard Weicherts wurde zur kraftvollen, tonenden Wiedergabe des Heldenliedes. Der künstlerische Scheitelpunkt des Abends war Agnes Straubs Kriemhild; sie wußte von Beginn des ersten Bildes den Rachegedanken dynamisch zu steigern, eine blondhaarige Remesis, die über sich selbst hinwegrast, nur noch beseelt vom Vernichtungswillen. Die Darstellung dieser Künstlerin, die mit den einfachsten Mitteln die Hörer in ihren Bann zwang, machte den Abend zum Erlebnis. Auch bei Ernst Sattlers Hagen ist die prächtige Intensität des Spieles hcrvorzuheben. Bei allen Darstellern fühlte man die formende, führende und zügelnde Hand des schöpferischen Inszenators. Der Beifall wollte kein Ende nehmen, und immer wieder muhte sich Agnes Straub mit ihrem Regisseur dem Publikum zeigen. L. W. Es zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lorcher. 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten Diese Worte, diese ahnende Klage schwang im- i»vr noch in ihr nach. Sie stand wie ein Schatten über ihr, so daß ihr Austreten heute weniger von der graziösen Heiterkeit, von der eleganten Sicherheit der jungen Weltdame als sonst an sich hatte, tote war versonnen, verstört, traurig und voll innerer Unklarheit. Ihre Beklommenheit und innere Unfreiheit wuchs, als Monsieur Jean Paul gleich, nachdem er ihr auf dem mit Kissen belegten Rohrsofa einen Platz angeboten, die Unterhaltung mit den Worten begann: Ja0!: der Abschied ist der erste Schritt zum Wiedersehen Mademoiselle, vielleicht tri ft das auch auf unseren heutigen Abschied zu: wir werden uns Wiedersehen und wwr in Ihrer schönen Heimat!" , Sie hob .eßt den Blick und sah ihn an. Sah ihm in die leuchtenden Augen von dunkelstem Glanze. Und er begann ihr Einzelheiten von der Front zu Eräbhlen, die sie in Erstaunen setzten. ..Ich weiß nicht, was an allem Tatsache ist, Mon- fieur Bouoier, was Sie mir jetzt erzählen!" mur- melte sie, als er geendet und mit einem Gemisch von Freude und Triumph sie anblickte und auf die Resonanz ihrer Freude wartete. So war es ihr ivillkoinmen, als sie unmittelbar neben »ich auf einem Stuhl seinen Geigenkasten stehen sah, den sie letzt mit einer schnellen, leichten Bewegung aufschlug und die Violine emporhob. m ,-%n Sie mir noch ein Stückchen zum Ab- sch sd, Monsieur Bouoier! Zeigen Sie mir, ob Sie au der Violine ein ebensolcher Künstler sind, wie auf dem Klaviers ^trument und meinte mit einem ffirab von Eitelkeit: „O, ich kann auch das Cello spielen! Das weiß man in meiner Heimatstadt. Und 'ch bm nicht nur em gesuchter Lehrer, sondern ich hab« auch, gerade für unser städtisches Orchester, zu ernten Konzerten für Cello einige Suiten tom- in den um Lynn. Irgendwo und wann hat man Namen doch schon mal gehört. Muh da (Bofton herum gelegen sein. Na also schon her mit dem Lexikon. . . . Lützen, Lycurgus, Lynch- alS sich hevauSstellk, bah diese für Liebesbriefe gehaltene Schreiben in Wirklichkeit nur geschäftliche Mitteilungen enthielten. Die zahlreichen Geishas unterhielten nämlich bei der Dank des Dir^tvrs Konten, auf die sie ihre in „harter Arbeit" erworbenen Gelder einzuzahlen Pfleg- ten ... Welch ein Glück, daß der diskrete Sekretär die Gattin seines Chefs nicht mit einem anonymen „Brief eines Wohlmeinenden" beglückt hatte! An meine lieben Hunde. (aga) Neuhork, hing. Zur Zeit ist baS Krankenhaus voll belegt. — Auf Grund einer behördlichen Aufforderung des Kreisgesundheitsamtes Schotten wurde die Gemeinde ersucht, die Bäume vor dem jetzigen Rathaus zu fällen. Ausschlaggebend für diese Berfügung war der Um* stand, daß Flur und Zimmer der dahinter liegenden Wohnungen stark verdunkelt wurden, und das Licht, dieser Hauptlebensfaktor sehr behindert war, einzudringen. Außerdem spielen noch hygienische Gründe mit, die das Umlegen der Bäume rechtfertigen. Wenn auch vielleicht dem einen oder anderen Naturfreund der frühere Zustand besser gefallen hat. I Gedern, 20. Ian. Kommenden Sonntag tagt hier die Delegiertenversammlung der „Vogelsberger Sängervereini- gung" unter dem Vorsitz von Lehrer Strö- ß i n g e r aus Ober-Lais. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Frage des diesjährigen B undesse st e s. £ Ober-Lais, 20, Ian. Das Kreisschulamt Schotten, Abteilung Kulturlichtbildstelle, ließ hier den Weltkrieg-Film der »Ufa" vorführen. Gezeigt wurde der erste Teil des Filmwerkes, betitelt „des Volkes Heldengang." Die Erläuterungen zu dem Film gab Schulrat K in- k e l. Der große Saal des Gastwirtes Werner, heute nach der Turnhalle in Schotten wohl der größte Saal des Kreises, war von ungefähr 350 Personen besetzt, von denen sehr viele aus den Nachbarorten Glashütten, Feuerbach und Schwickartshausen gekommen waren. Lebhafter Beifall lohnte die Vorführung des ausgezeichneten Filmes. Ober-Schmitten, 20. Ian. In der Untersuchungssache über die aufgejunbene Leiche eines neugeborenen Kindes weilte gestern das Gericht hier. Es wurde festgestellt, daß das Kind nach der Geburt gelebt. Als Todesursache wurde Strangulation am Halse und Schädelverletzung mit Bluterguß ins Gehirn angegeben, so daß K i n d e s t ö t u n g vorliegt. Inzwischen lenkte sich der Verdacht auf ein 18jäh- riges Mädchen, daS in dem Hause wohnt, an dessen Wand das tote Kind aufgefunden wurde. Die Vermutung lag nahe, daß die Leiche durch ein Fenster auf den benachbarten Hof geworfen sei. Bor dem Untersuchungsrichter legte die der Tat Verdächtige noch am Abend ein volles Geständnis ab. Sie ist die Tochter achtbarer Bauersleute. * Eiche lsdorf, 20. Ian. Gelegentlich der Iahresschluhversammlung unseres Kriegervereins überreichte Apotheker Scriba, Schatten, der Vorsteher des HafsiabezirkeS Vogelsberg, dem 1. Vorsitzenden unseres Kriegervereins und 2. Vorsitzenden des Bezirkes Vogelsberg, Förster Schmitt, als Anerkennung für 25jährige treue Mitarbeit im Kriegervereinswesen daSHassia- kreuz. Förster Schmitt ist es gelungen, den in der Nachkriegszeit wieder ins Leben gerufene Verein auf eine Mitgliederzahl von fast 100 zu bringen und in ihm Männer aus allen Schichten der Dorfbevölkerung zusammenzuführen. )--( Ruppertsburg, 20. Ian. Unser Kriegerverein entfaltet in diesem Winter eine rührige Tätigkeit. Nachdem bereits zwei Vorträge mit Lichtbildern gehalten worden sind, findet ein weiterer anläßlich der Gedächtnisfeier an die Gefallenen anfangs März statt. Dieser Tage hielt der Verein unter Vorsitz seines Präsidenten W. Lein bei GastwirtSchlörb seine diesjährige Generalversammlung ab, die gut besucht war. Aus dem Iahresbericht ging hervor, daß der Verein, der zur Zett 102 Mitglieder zählt, im letzten Jahre eifrig bemüht war, seine Aufgabe zu erfüllen. Die Rechnungsablage. erstattet durch W. Lehrtt., ergab nur ein Vermögen von 51 Mk. Längere Aussprachen entspannen sich über die Verbesserungen, die unbedingt an unserem Schießstande vorgenommen werden müssen, sowie übe£ die Beteiligung an den Leichenbegängnis.en und Vereinsfeiern. ± Stumpertenrod, 20. Ian. Dieser Tage hielt der hiesige gemischte Chor „Eintracht" seine Generalversammlung ab. wurde beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen und zu diesem Zwecke eine Sammlung im Dorfe zu veranstalten. — Lebhaft wird z. Z. hier über die Frage der Feldbereinigung debattiert, die schon zweimal zurückgestellt werden mußte, und die nun wieder in ein neues Stadium getreten ist. Es stehen sich zwei Ansichten gegenüber. Während auf der einen Seite die Feldbereinigung als eine dringende Notwendigkeit für unser Dorf betrachtet wird, ist man auf der zum Klang von Violinen, nicht wahr? Gibt es etwas Herrlicheres, als ein geliebtes, graziöses Wesen im Arm, in langsamem Tanze dahingleiten zu können?" Sie hört« auf die Melodie. Jetzt glitt st« in ein Walzertempo. Aber plötzlich drängte sich von draußen eine andere Melodie herein. Süßes Helles Schwalbengezwitscher! Wie reizend, wie jubelnd, wie zärtlich klang es! Das Herz tat sich einem weit auf... Sie dachte an Dietwart. War es vielleicht dasselbe Schwalbchen, das ihnen vorgestern zärtlich oorgezwitschett, als sie mit Dietwart auf den geborstenen Mauern des alten Turmes gesessen? Hatte er nicht gerade von den Schwalben erzählt, wie sie seine einsamen Stunden im Krankenzimmer erhellt? Sie dacht« an Dietwart. Ihre Gedanken blieben bei ihm haften. Plötzlich begann sie auf bi« Melodie zu achten, in die sein Spiel hinüb«rg«glitten war. O, wie gut kannte sie diese Weise! „Nicht weiter spielen!" meinte sie, raffte sich auf und ihre Hände schlossen sich auf dem Ti che erregt zusammen, „nicht weiter spielen! O nur diese Melodie nicht!" Er brach ab, ließ die Violine sinken und sah sie an: „Ich könnte mir kaum einen schöneren Wal° xer für ein Liebespaar zum Tanzen denken, als bieien, Mademoiselle! Da singt es doch in jedem Ion! Ah, stoßen Sie sich an dem Text«: „Quand lamour meurt!" Was besagen Worte bei einer solchen Melodie! Ueberdiee! Wer hindert es, sich nach seiner Faston den Text umzudichten? Hören Sie mir zu:" Und er begann in plötzlicher Eingebung zu singen: „Quand lamour tleurit —" Sie aber war am Rande ihrer Selbstbeherr- chung nach all diesen Stunden voll sich widersprechender Empfindungen. Den Kops preßte sie letzt auf ihre Hände und murmelte flehend: „Ich uttte Sie, spielen Sie nicht weiter! Ich bin un- lahig, Ihnen heut« noch weiter zuzuhören!" Jean Paul Bouoier legte schweigend das In- jirument in seinen Kasten zurück Ein Schatten war über fein bewegliches Minenspiel gezogen, fänbemSid) er. wie sie Tränen nieder- kampfte. Warum meinte sie? Er hatte irgendein« Sait« in ihr berührt, di« wund war, die gerade unter dem Zauber der Musik in Schwingungen geriet. Was hatte es mit dieser Melodie auf sich, wenn sie ihn anflehte, gerade dieses Lied nicht weiter zu spielen? Brack eine Erinnerung in ihr auf? Ein Schmerz? Ober eine Sehnsucht? (Er hielt es für taktvoll, ein längeres Schwelgen zu beobachten. Aber es gab ihm aud) zugleich Gelegenheit, sich die Situation zu überlegen. Sein Blick konnte um so ungestörter jetzt auf ihr ruhen, als sie noch immer den Kops vornüber auf die Hände gepreßt, verharrte. Er sah ihren schön ge* jbrmten Nacken, sah ihren blühenden frischen Sah das feine Gewirr der dunklen, sich in leichte Locken schmiegenden Haare. Den fein gemeißelten Unterarm mit dem vornehmen Handgelenk. Ack, wie schön war fie, wie berauschend ihr« Nähe, selbst wo das schönst« an ihr. ihr« Augen, durch ihr« Haltung verborgen waren! Es gab schöne Mädchen in der Provence. Beweglich temperamentvoll, von bräunlichem Teint und dunklen Augen gleich ihm, mit blitzenden Zähnen und blutroten Lippen. Aber hier reizte ihn das E^misch von selbstsicherer Grazie, von selbstver- standilcher Eleganz, von temperamentvoller Heiterkeit, unleugbarer Vornehmheit, bi« über ihrer aan- 7.,. ftonb. iia,1U p . ig fpl8tJ Z ' A?Äin Nrbc, 6,° *«. bi, Ach len» etzlar. ... v ®c|}lQt %ft r. fi.tat,* >KÄ)U"' '«är'A* ää ^Sfe^ufe ährt» fifcf« len »erben ye Worten gegeben reNn unbHC- S'n O stern in r 9!?“ 6rben- erlabt e°lche die Aeihllfen ge- )«n. 5n unterem Dors .Wen Jahren eine U. toi« II« in tarnt«, mgeg-nd nicht in dem mr. Fast in allen Orts« tuler erstanden, so daß in unserem, noch keine n Orte über 30 Wohn« wodurch auch der Orts- len Jahre eine Erwei- Aeben dieser lebhaften bot auch die immer rde Käseindustrie ulichen Deränderunaen, lgazinen usv., so daß iesigm auch noch auS° S Jahr übet Deschäs« ■iefern 3 obre wird diese ich anhoüen. 0. San. Der hiesige 'Ijnitaflenbereu iktschast VhiM Jung ma ab, Die sich einet Mer- auch aus den e. tzauptgeichaiiSiLdrer anl zu Tranksurl a. W. Deck des Weilenden d berichtete dabei auch us dem ©elbmarlie, den ;n als gefestigt und gc« liehend sprach Geschäfts- Die sehr lehrreichen Aus- bner wurden mit großem ich, K Jan. Inder llm- riesigen Gemeinde sand nn statt, in dem haup ' »ftiguna des u t Voraussetzung, daß seinen Zuschuß jg Ud war, die S«rade 13 bis 14 tritt ftch auch ntft ditem gewissen /3nWt an den Kosten der Alnterhaltuag des Wege« beteiligt. WretS Biedenkopf. ch Rieder-Weidbach, 20. Ian. Alnser Ort sowie die benachbarten Dörfer beziehen den elektrischen Strom von bem Elektrizitätswerk in Marburg. Leider klappt aber in der Stromzuführung nicht alle- so, wie man es bei einem so hohen Kraftstrom- Preis von 35 bis 40 Pfennig erwarten muh. Oester kommt es vor, daß sogar der Strom während der Arbeitszeit a u s b l e i b t und die Landwirte und Gewerbetreibenden in keinerlei Hinsicht auf derartige Störungen vorbereitet find. Die für die ungestörte Elektrizitätsbelieferung verantwortlichen Stellen werden die dringliche Aufgabe zu erfüllen haben, mit allem Rachdruck aus die endgültige Beseitigung dieser Mißstände hinzuwirken. Kreitz Usingen. —-1-r- Cleeberg, 20. Jan, Am Mittwoch Abend hielt Pfarrer Haupt von Eschbach in der hiesigen Kirche einen Werbevortrag für den Evangelischen Bund. Der Redner trat dabei nachdrücklich für ein enges Zusammenstehen aller Evangelischen zur Abwehr der gegnerischen Bestrebungen ein. Heliumgas-Vorlommen inRüsselSheim WSR Rüsselsheim. 20. Jan. Bei den zur Zeit vorgenommenen Tieswafserbohrungen für den Erweiterungsbau der Opelwerke ist man, wie bereits berichtet, auf heiße Quellen gestoßen. Jetzt formte auch das Vorhandensein- von Heliumgas festgcstel't werden. Wie unS die Opelwerke mitteilen, sind die Bohrungen noch nicht abgeschlossen, sodaß sich noch nichts Bestimmtes über die vorhandenen Mengen an Heliumgas sagen läßt. Die demnächst stattfindenden weiteren Bohrungen werden es den Sachverständigen erst ermöglichen, sich ein Urteil über die eventuelle Ausnutzung der Quelle zu bilden. O Riederkleen, 20. Jan. Der Te - meinbcr a t verhandelte in seiner jüngsten Sitzung über die Abgabe des aus der hiesigen Wasserleitung überschüssigen Wassers an die Gemelnden Hochelheim und Hörnsheim zur Schaffung einer zentralen Wasser- versorgungSanlage für diese beiden Gemeinden. Gr stimmte im Grundsätze der Abgabe des Wassers zu und forderte als jährliche Entschädigung 1 Mk. je Einwohner der Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim. Es bleibt abzuwarten, ob die beiden Gemeinden die Forderung der Gemeindevertretung annehmen. O Oberkleen, 20. Jan. Zur toirt- sameren Bekämpfung des in der hiesigen Gemeinde immer mehr auftretenden Schwarzwildes will der Pächter der Ge- mcindejagd im Walddistrikt »Faahs" einen Saufang anlegen, der eine Große von rund 300 Quadratmeter erhalten soll. Das zur Herstellung erforderliche Holz will die Gemeinde aus ihren Waldungen unentgeltlich zur Verfügung stellen, wenn die Forstbehörde gestattet, daß es als Ertrahauung gefällt werden darf. — Die hiesige Kirchenorgel soll einer gründlichen Instandsetzung unterzogen werden. — Zur Ergänzung der Lehrmittel der hiesigen Schule Hai die Gemeinde einen L i ch t b i l d a p p a r a t (Epidiaskop von Leih) angeschafst. Wißmar, 20. Jan. Der hiesige Dolks- bildungsausschuh erfreute unsere Einwohnerschaft mit einem Instrumental- und Vokal-Konzert, bei dem Kammervirtuose L. Kümmel- Darmstadt, Fsrl. Hella Maternus- Gießen, Frau Erika Möller- Gießen, der Gesangverein „Eintrachk"-Wihmar unter der Leitung seines Dirigenten Bittendorf und das Manksche Doppelauartett mitwirlten. Die Solisten sowohl, wie das Doppelquartett und auch de rGesangverein „Eintracht" bereiteten mit ihren hochstehenden künstlerischen Darbietungen den sehr zahlreichen Besuchern einige denkwürdige Feierstunden, die man ihnen mit reichem Beifall dankte. Der Volksbildungsausschuh darf aus dem großen Erfolg dieser Veranstaltung einen neuen Antrieb zu weiterem Streben nach vorwärts entnehmen. Kreitz Marburg. * Rordeck, 20. Jan. Der Gesangverein „Teutonia" kann in diesem Jahre auf sein 65 j ä h r i g e s Bestehen zurückblicken. Vom 2. bis 4. Juni soll dieses Jubiläum, zusammen mit der 40 jährigen Führung der Dercinsfahne gefeiert werden. Das letzte Sängerfest hielt der Verein im Jahre 1899 ab. Lange Jahre wurde der Chor von dem verstorbenen Lehrer Koch geleitet, der im Hinblick aus seine Verdienste zum Ghrendirtgenten ernannt wurde. Hierauf war Herr H. Schomber - Beuren Dirigent des Vereins, unter dessen Stabführung auf Gesangs- Wettstreiten mancher Lorbeer geerntet werden konnte. Die Mitgliederzahl des Vereins beläuft sich gegenwärtig auf etwa 100, davon sind rund 50 Mitglieder aktive Sänger. Der kommenden Jubiläumsseier in unserem landschaftlich schön gelegenen Orte darf man mit Spannung entgegensehen. Berliner Börse. ® e r I i n, 21. Ian. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr ist das Geschäft trotz des Samstags sehr klein. Die Tendenz bleibt jedoch weiter freundlich. Die schon gestern abend in Frankfurt zu beobachtenden Deckungskäufe der Spekulation scheinen ihren Fortgang zu nehmen. Man nennt die letzten Kurse Geld. 3m Effektenverkehr wurde auf die sinkende Tendenz des englischen Privatdiskontes, der Hoffnungen auf eine Ermäßigung der englischen Bankrate am nächsten Donnerstag aufkommen lasse, verwiesen. Außerdem bleibt man in Erwartung der heutigen Handelsbilanz. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus, Sonntag, 22. Jan., 15 bis 17.30 AHjr: Das Weih na chts st ernlein. 19 bis 22.30 Uhr: Die Macht des Schicksals. Montag, 23. Jan., 19.30 biß 22 IHjr: Jonny spielt auf. Dienstag, 24. Jan., 19.30 bis 22.30 Uhr: Ritter Blaubart. Mittwoch, 25. Jan.. 15 bis 17.30 Uhr: Das Weihnachtssternlein. 19.30 bis 22.15 Alhr: Der fliegende Holländer. Donnerstag, 26. Jan., 19 bis 21.30 Ahr: Martha. Samstag, 28. Jan., 15 bis 17.30 Uhr: Das Weihnachtssternlein, 20 bis 21.30 Uhr: Salome. Sonntag, 29. Jan., 15 bis 17.30 illjr: Das Weihnachtssternlein. 19 bis 22 Albt: Othello. Montag, 30. Jan., 19.30 bis 22.30 Alhr: Hoffmanns Erzählungen. Schauspielhaus. Sonnlag. 22. Jan., 19.30 bis 22.30 Alhr: Kriemhilds Rache. Montag, 23. Jan., 19.30 bis 22 Alhr: Schinderhannes. Dienstag, 24. Jan., 19.30 bis 22 Alhr: Dorothea Angermann. Mittwoch, 25. Jan.. 19.30 bis 22.30 Alhr: Kriemhilds Rache. Donnerstag, 26. Jan., 15 bis 18 Alhr: Das Käthchen von Heilbronn. 20 bis 22 Alhr: Der zerbrochene Krug: Hierauf: George Dandin. Freitag, 27. Jan., 19.30 bts 22 Alhr: Schinderhannes. Samstag, 28. Jan., 20 bis 22 Alhr: Der Präsident. Sonntag, 29. Jan., 15.30 bis 17.30 Alhr: Im Weißen Röhl. 20 bis 22 Alhr: Sünden her Jugend. Montag, 30. Jan., 20 bis 22 Alhr: Der einsame Weg. Rundfunkprogramm. Sonntag, 22. Januar. 8.30 bis 9,30: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt a. M. 11 bis 11.30: Die Elternstunde. 11.30 bis 12.30: Alebertragung aus Mannheim: Konzert der Singschule der Mannheimer Volksschulen. 12.30 vis 13.30: Alebertragung von Kassel: Sonntag-Mittagskonzert, ausgeführt vom Musikkorps des 3. Jägerbataillons. 15.30 bis 16.30: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 18: Konzert deS Rundfunkorchesters. 18 bis 19: Vortragszyklus »Gedanken zur Zeit", 2. Teil: .Reue Fragen der Seelenerkenntnis". »Okkultismus", Vorträge von Prof. Dr. Driesch und Prof. Dc. Dessoir. 19 bis 20: Stunde deS Rhein-Mainischen DerbandeS für Volksbildung: „Der Rheingau", Vortrag und Vorlesung aus eigener Dichtung von Leo Sternberg. 20.30 bis 21.30: Vortragsabend Ludwig Hardt. 21.30 bis 22.30: Opernabend. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. Montag, 23. Januar. 12.30 bis 13.30: Alebertragung von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. Die Oper der Woche. 17,45 bis 18.05: Die Lese- stunde. 18.30 bis 19: Vortrag von Kapellmeister KlauS Rettstraeter. 19 bis 19.30: »Der kommende Film", Vortrag von Dr. Guido Bagier. 19.30 bis 19.45: Englische Literaturvroben. 19.45 biß 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Timon von Athen. Trauerspiel in fünf Akten von Shakespeare. Leitung: Intendant Richard Weichert. Anschließend: Schallplattenkonzert. Dienstag, 24. Januar. 12.30 bis 13.30: Alebertragung von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskape le. — 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16.30 biß 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. — 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. — 18.30 bis 19.30: Alebertragung von Kassel: Zum Gedenken des dreijährigen Bestehens des Kasseler Rundfunks: Eine Stunde Kasseler Dichter und Musiker. — 19.30 bis 20: Funkhochschule: „Fürsorge für Blinde und Taubstumme", Vortrag von Stadlarzt Dr. Reinheimer. — 20 bis 2015: Viertelstunde der Deutschen Reichspost: „Allerlei über Briefkästen", Vortrag von Pvstinspektor Maurer. 20.15: Alebertragung von Stuttgart: Der Obersteiger, Operette von Karl Zeller. Anschließend: Violin-Konzert. Mittwoch, 25. Januar. 13.30 bis 14.30 Alhr: Alebertragung von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. — 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16.33 biß 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. — 17.45 bis 18.05: Die Bücherstunde. — 18.30 bis 19: „Wedekind", Vrrtrag von Dr. Ludwig Marcufe. — 19 bis 19.30: Die Schachstunde. — 19.30 bis 20: Stenographischer Fort- bildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). — 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertelstunde: „Das Tierleben eines Korallenriffs", Vortrag von Dr. Robert Mertens. — 20.15: Alebertragung von Stuttgart: Allerhaick) Tiere. " Donnerstag. 26. Januar. 13.30 bis 14.30 Alhr: Alebertragung von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Haußkapelle. 15.30 biß 16.: Die Stunde der Jugend. 16.30 biß 17.46 Konzert des Rundfunkorchesters: Verdi. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Alebertragung von Kassel: Die Stunde der Frau: „Diät für Geistesarbeiter und Schulkinder", Vortrag von Mathilde Meißel. 18.45 bis 19.15: Alebertragung von Kassel: »Rationalisierung bei der Deutschen Reichspost", Vortrag von Postrat Schiffer von der Oderpostdireltion Kassel. 19.15 bis 19.45: «Die Frankfurter Polizeirufanlage", Vortrag von Oberingerleur L. Warschauer. 20.15 biß 21.15: Alebertragung von Kassel: Das Rar- renaericht. Singkomödie in zwei Abteilungen. Dichtung von Otto Antheß. Musik von Paul Oraener. 21.15 bis 22.30: Vortragßstunde Joseph Plaut. 22.30 bis 23: Alebertragung von Berlin. Tanzkursus. Anschließend biß 0.30: Alebertragung von Berlin. Tanzmusik. Jrdtag, 27. Januar. Alhr: Schallplatten-Konzerl. Buntes Programm. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Hausfrauen-Äachmittag. Programm u. a.: „Wie man Möbel, Besen und andere widerspenstige Dinge behandelt". Vortrag von Dipl.-Jng. M. Mengeringhausen. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 19: Stunde deS Südwestdeutschen Radioklubs. 19 bis 19.30: „2n- dianermärchen", Vortrag und Vorlesv von Alniversitätslektor Roedemeyer. 19.30 biü 19.50 Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. Sport und Höhensonne. 20: Alebertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Konzert der Museumsgesellschaft. Anschließend bis 22.30: Alebertragung von Kassel: Sonderkonzert der Kasseler Hauskapelle. 20.30: Alebertragung aus dem Berliner Bachsaal: Konzert des Jazz-Sinfonie-Orchesters Jack Hylton. Samstag, 28. Januar. 13 bis 14 Alhr: Alebertragung von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Mozart. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Alebertragung von Kassel: Die Stunde .Haus und Garten : „Wie lege ich meinen Garten an?" Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18.45 bis 19.15: Der Briefkasten. 19.15 bis 19.45: Vor- tragszhklus des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes: „Soll unser Junge Kaufmann werden? (Die Aussichten im Kaufmannsberuf"s Vortrag von H. Zacher 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die Todesstrafe im Wandel der Zeit", Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Otto Rothbarth. 20.15 biß 22.30: Bunter Abend: Frankfurt — Stuttgart. 22.30 bis 23: Alebertragung von Berlin: Tanz- kursus. Anschließend bis 0.30: Alebertragung von Berlin: Tanzmusik. Teppich haus Eberhard Frankfurt a. M., Neue Mainzer Str. 22, Ecke Friedensstr. Nur noch kurze Zelt Inventur-Ausverkauf Perser und Deutsche Teppiche Benutzen Sie die günstige Gelegenheit. 266c Anfertigung von Gardinen neuest. Entwürfen Giefeen, Selters weg 81 Besondere Ausverkaufs - Gelegenheit! Af1 0629 2 Paar wollene 2 Paar moderne Grobe Auswahl in prima IlflilullllilKr n on Socken Socken Itam Xtrnmnbm anfangend mit...Mk. V«0U Mk. 2.50 Mk. 1.95 VSÄ anfangend mit.. Hildebräaid6&Cie.,Gie&en,Ieiisach einschl. Reparaturen. HASSIA- « Drillmaschinen Hackmaschinen WWWMM Schrotmühlen ferner: Ulmer Pflüge, Doering Mähmaschinen, alle landw. Malchlnen A. J. Tröster / Butzbach ipjSperrhotz ■ *2.2 ■ m Eiche. Gaboon u. Kiefer 3-25Mw • «i* Bretter und Dielen aller Srärken, 2» g • schwedische lind bayerische Hobel- •E -« breitet. Svaiterlatten, Eichen- it Zu»« Buchen-Lchmiiwaren liefern in B’ia allen Stärken I^D --j: Wen Mr & Go.. MW "£oS Telephon 149. Latten In alles Starkeu prompt lieferbar inmitten reger Ba«. ^UMpfzikAerkr tätigten, Ringofen, liefert 2/0000 Steine monarltch, mit alle« Zieaeletiiiaschinen und 50 tt.S.Dampikraft- nnlaflc, 40000 qm Gelände, div. Gebäude, Nabe Gienen. auSeinanderseviingshaiber ah verkaufen. Günstige Zahlungsbedingungen. Schriftliche Angebote unter 0464 an den Gießener Anzeiger erbeten. Aktiengesellschaft GieOeo, Marktplatz 22. Telephon 204. Eigene Werkstätte. DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühfsche Druckerei MW iJndustrtel ,1D 3l0ltMB iZittaueri in nur la Qualität nnd vretsweri liefert jedes Quantum lauf. H.SM1LL0. Kohlen und Landesvrodukien Stevhanstrake 41 Teievhon 1154. Ab Montag, bem 23. Januar, stehen in meinen Stallungen in sehr großer Auswahl erstNassige Münftevlikndev undostpveußische Oferde schweren, mittleren und leichteren Schlages zum Verkauf. Kulante Zahlungs-Bedingungen k Auguft Keensdser Frankfurter Str. 31, Tel. 215 738D Lospreis M Porto und Liste nur H j6 30Pfg..empfehlen A. Dinkelmann. Ulcrms PosUchcckk. Frankfurt a. M. 15194 Hier bei- StaatL Lotterie-Einn. Flimm. Außerdem bei: Th. J. Adam, L. Eifert, Konr. Emmerich, L. Joost, Herrn. Kuhl, S. Loeb, Friseur Lotz. Ella Reuter Wwe.. Wilhelm Semmler, Wilh. Weber, ^bs Nächsten Mittwoch, den 25.Januar, nachmittags 3 Uhr G53D sollen auf der Bürgermeisterei zu Wieseck nachfolgende der Karl ReuterIII. Witwe gehörende Grundstücke freiwillig versteigert werden: 1 Wiese auf -erLandwehr, 2908 qm 1 Wiese in der Meewiese, 2828 qm 1 Wiese am langen Zaun, 2220 qm Ziehung garantiert 26. Jan. 1928 4. MMM- M-Lvllerle zugunsten des Hess. Diakonievereins 1891 Geldgewinne u. eine Prämie / Bettstoffe \ / Gummiwaren sämtliche Menische Artikel Ständige Damenbedienung < Drogerie Winterbolf > \ Abteilung Hygiene Kreuzplatz 10 753a i. snw z«m ■ BtWttmg bet Landwirtschaftskammer - Ausschusses für Oberheffen in Gießen am Mittwoch, dem 25. Januar 1928. in der Costschen Hofreite, Rodheinwr Straße 50. Zur Versteigerung sind gemeldet: 80 Fleck- viehbullen und zwei Gber des veredelten Landschweines. Beginn der Versteigerung vormittags 10^/,Llhr Die Gemeinden sind zum Ankauf von Zuchttieren herzlichst eingeladen. sood ——w^E°slskammer-rluSschuh f.Sberheffen Drucksachen allerArt Beten in Jeder gewünschten Ausstattung sti'rein und or dl wert dk BrähPicbe (Jolv.QraclcereL R. Lu0 Raumton* Aufnahmen ß der Zauber des Konzertsaales und des Tanzpalastes Eine Leistung der Technik — ein Wunder der Musil? Vorführung bereitwilligst in unseren offiziellen Verkaufsstellen die summt seines EJRUMSWICK B°lie Amerikanische pjVtfc .HK V 'toocNli ^nrittjiiitsprecbGr IczFABR/KÄTE Dsftroi^beErtt Dorfnhyg. urwerbindt JrMS 3 Wit ti c 7 es-r- der seirt!^ zu y LÄ, Sasins sting oet f ernsten rtiS ist von Sinn Verwaltungen lert der- aabe berichte deutschen P- Berlin über fförte: ..P, dement । AtinosPyc lich leben von der her ölädteorganlj achtung. sond< Schlußfolgern: noch nicht gez für die Sta auch für die Dürgergefnml Zu den Ge Gedanlengnn elment der die crforder haben, gehw Das Kapil Presse" ih reicher Teil bisher noch ist, obwohl deren komm: finanzielle ' mit soll nt< Verwaltung Fußei im C Gelegenheit ■ erkennung fü können, daß die Ersüllun OesfentliWl wir auf ein -wischen Der unserer Stab h ier trotzden zwischen de unsever 6ta ist. so meü technischem 1 Persönlicher der Dinge Ziehung mehr oder r auch nur du Plänen und Kunde eihäl Zwar Auskm 2ltt Presse- politischen G rem Aachrick wird eben Kenntnis für rst. die abe Mer Berbo fresse von Wen auch n rst es doch geradezu bri 'chast weit i P1 3usamme jen und P Verwaltung. vrdneten.Pe Sobilii 5cf guten 1 hinreiä S5 0ft ni*t gc ?? .toa* gL, M über die Bürgerschaft ?'r erst wied ZSS SS y«s- W «fl»r richt'? ""g Aints ?stel eS; Ä der Kle %e ftypW WnI'?lQ lä^ien Spezial -Vertreter £ t Challier Ne^w^r.» der DeuMen firamwüon-A.-G.. Berlin GrammoplioneMallDlatten,6roBeAuswalil 7590 Gesangverein Harmonie-üemüflicbkeH gegründet 1846 766D Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule Lyzeum und Studienanstalt zu Gießen Die Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Dienstag, den 14. Februar 1928, vormittags von 10 bis 1 Uhr im Direktorzimmer der betreffenden Anstalt entgegengenommen. Hierbei sind Geburtsschein, letzter Impfschein und Abgangszeugnis vorzulegen. Für die Aufnahme in die Sexta ist der vierjährige erfolgreiche Besuch der Grundschule erforderlich. Diejenigen Eltern, die glauben, daß ihre Kinder schon nach drei Jahren Grundschule in eine höhere Schule übertreten können, haben zunächst einen entsprechenden Antrag an die Schule zu richten, die das Kind augenblicklich besucht Gießen, den 21. Januar 1928. Altendorf Henk Dr. Roller Dr. Kalbfleisch 80 ID 3ungl 8ung! Heute präzis 7 Uhr, 61 Minuten Faschings - Eröffnung 11 Erster großer Maskenball im Saalbau Sauer Billige Mfflehneeriahrt (vom 15. Februar bis 7. März) umständehalber zur Hälfte des Preises abzugeben. Näheres durch 0548 Reisebüro Loeb, Gießen > Samstag, 28. Januar 1928 abends 7 Uhr 59 Minuten Maskenball A auf der Liebigshöhe. FintrUh Damenkarte Mk. 1.50 1811.1 Hl« Herrenkarte Mk. 2.— Vmvarkätti' ^^rnenksrten im Modehaus Salomon, Schulstr. und Kauf- lul IclDGui. haus Elsoffer, Marktstr. Herrenkarten bei Friseur Dany, Bahnhnfstr. und in den Zigarrengeschäften Sonntag, Schulstr, und Seltersweg GesangvereinHeilerkeii Samstag, den 28. Januar 1928, abends 8 Ubr [775b Seimi-MmiW im BerciuSlokal. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Verschiedenes. Anträge hierzu sind an den Vorstand einzureichen. Der Vorstand. Vorbildung für den Handel in den Vogtschen Handelsschulen Gießen Herborn Neue Kurse: 16. April AuifOhrUdie Druckschrift O 44 durch die Schulleitung Gleisen, Ooethestrafee 32 _______739a Für etwa 60 junge Leute, welche Ostern 1928 die OeMlicbe Handels - Lehranstalt der Industrie- und Handelskammer Glehen verlassen, nicht mehr fortbildungsschulpfllcbtlg sind und über eine gediegene Fachvorbildung sowie gute Allgemeinbildung verfügen, werden zum 1. April 1928 kaulmännisdie Lehrstellen gesucht. Nähere Auskunft erteilt die Schulleitung, Kaufmännisches Vereinshaus, Nordanlage 15. (Telephon 1729, Sprechstunden 12-1 Uhr.) 7480 Keine Dame ohne Fön Beginn: Punkt 3 Uhr. Abends: Kameradschaltliclies Beisammensein und Tanz 6550 Gießen. 794a Ball- und Karneval-Frisuren 1928 767D Fachgeschäfte und Städtische Elektrizitätswerke Nur mit seiner Hilfe erzielt sie schnell eine geschmackvolle Frisur und schützt sich vor Erkältung. — Auf Wunsch Teilzahlung. unter der gütigen Mitwirkung des Herrn Konzertsängers Heinz Sechsteln. Der Ertrag wird für notleidende Kameraden verwandt. — Alle Kameraden und Freunde sind herzlichst eingeladen. Bezirk Lieh Kriegerverein Lieh Sonntag, den 22. Januar: GrnMiliiärlwert ( W ohlttttigkeltskonzert) in Lieh in der Turnhalle ausgof. von der Kapelle des F.(hessischen) Grenadierbataillons, 15.Inf.-Regt. Gießen Leitung: Herr Obermusi km st r.W. Löb er Besichtigen Sie bitte E . .. . -------- — meine Schaufenster n. . Ä Fachmännische Beratung in Kostümfrisuren Die grobe Mode:^Puderfosuren, „Moderne Plastik“. (Haarmalerei, zu jeder Zeit abwaschbar) n ei e un farbige Perücken kauf- und leihweise zu soliden Preisen I C MW 1 Umstellung von erstklassigemPersonal bin ich in der Lage, auch die verwöhnteste Dame zufrieden zu stellen josei Henkel, geprüfter Damenfriseurmeister Plockstrafee Nr. 7, Telephon Nr. 1278 Teppiche - LSufer ohne Am. In lOMonatsr. lief Teppldmaus Agey * Glück,FranMurl/M. Schreiben Sie sofort 1741 iiuiiminiiHiiniiiiiiiiiiiiiiii Döhodd- Uäbinaftninen Adler-, Diamant-, Presto-, Torpedo- Fahrräder Triumph-Motorräder ©raimnoDhone SU günstigen Zahlungsbedingungen Zakob Schupp TelterSweg 83 H. Heparat -mecrrröire. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiii 26583 Der Vorstand. Baugewerbe. Bauaustrocknungs-Verfahren D. R. P. ausg. und Auslandspatente eng. und erteilt nach welchen Neubauten in 3-4 Tagen masch. auszutrocknen sind, ganz neu und konkurrenzlos in allen Teilen Deutschlands und des Auslandes glänzend bewährt, bereits über V/2 Millionen Kubikmeter im ersten Jahre hauptsächlich für Staats- und Kommunalbehörden ausgetrocknet. - Lizenz für Gießen und Umgegend an seriöse Firmen der Bau- oder Baumaterialienbranche usw. zu vergeben. Große Verdienstmöglichkeiten. Kostenanschläge für Austrocknungen nach Erhalt der Bauzeichnungen. Anfragen an: Deutsche Bautentrocknungs-Ges. m. b. H. Hannover, Stüvestrahe 7. 787ss Gäste willkommen! 7ud CA Ft ASTOIRIA Heute (Tanz-Mend Voranzeige Mittwoch, den 25. Januar 1928 Stoßer JKappenaßend __________________________________________ 0532 Gielener Konzertverein Sechstes Konzert Schubert-Gedächtnisfeier Donnerstag, den 26. Januar, abends 7*/4 Uhr, im Stadttheater Symphonie-Konzert Leitung: Univers.-Musikdirektor Dr. Stefan Temesvary Solist: Hermann Schey (Bariton) Orchester: Das Frankfurter Symphonie-Orchester Schubert: Unvollendete Symphonie — Vier Lieder mit Orchesterbegleitung — Symphonie in C-Dur Eintrittskarten: RM.5.—, 4—, 2.50 bei Ernst Challier und abends au der Kasse. — Studenten karten RM. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweiskarte. Die zweite Hälfte des Abonnements bitten wir bei Ernst Challier bis spätestens 21. Januar abzuholen. 664D Deutscher Bund für christliche ei angel. Erziehung in Haus und Schule (Ortsgruppe Wen) Montag, den 23. Januar, abends 8 Uhr, im Johannessaal Familien-Abend Herzlichen Dank für die anläßlich unserer Vermählung in so großem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten Franz Henkel und Frau Anna geb.Decher Gießen, 21. Januar 1928 ... 0491 IE »MILAX ID IUM G zur Feier des 17. Stiftungsfestes Sonntag, den 22. Januar, abends 530 Uhr, im großen Saale des kath. Vereinshauses Musik / Theater/Gesang /Tanz Gäste willkommen Eintritt für Mitglieder Mk. 0.30, für Gäste Mk. 0.50 Naturheilverein 0432 CAIFIE AM EN ID Jeden Samstagabend . Sans Bis 400 Uhr geöffnet Speise- Molleln Best. Qualitäten empfiehlt soeo B. Treciisler Steinstraße 73 Telephon 1581 Simm osenfertig, Anmachbolz, Abfallbolz, Sagemehl zumRäu- chern abzugeben. J. Wellhöfer. Televb. 743. ,^D Alle Gartengeräte empfiehlt in großer Auswahl Edgar Borrmann / Gießen Haus- und Küchengeräte Sherlock - Gesellschaft m. b. H., Berlin Niederlage Martin Heil, Kietzen Schulstrake 11a / Fernnif 368 Ur. 18 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 21. Zanuar 1928 Kommunalpolitik und presse. Früher wurde die Presse oft als siebente Großmacht bezeichnet. Heute ist sie nach der Ansicht vieler Zeitgenossen sogar die erste Großmacht. Als unmittelbare Sachbeteiligte wollen wir hier zu dieser Rangfrage keine Stellung nehmen. Eines aber mochten wir als richtig heute einmal unterstreichen: daß die Presse, ob an erster oder an siebenter Stelle stehend, in der Tat ein Machtinstrument bei der öffentlichen Meinungsbildung ist. Sie beeinflußt und formt zum größten Teile das Urteil der Zeitgenossen, ja sie übt häufig genug ausschlag- g^beirden Einfutz aus die Entwicklung und Gestaltung der Dinge aus. Das gilt natürlich nur von der ernsten Presse. Wie wichtig die Position dieser Presse ist, im Reich, in den Ländern oder in den Gemeinden, je nach ihrem Wirkungskreise, ist von Staatsmännern, Politikern, Kommunalverwaltungen, Wirtschaftern usw. schon ost genug öffentlich gesagt worden. Es ist nicht etwa Ruhmredigkeit oder überheblicher Sinn, wenn wir hier auf diese Bewertung der ernsten Presse Hinweisen und damit bis zu einem gewissen Grade auch pro domo sprechen. Aber ein gewichtiges und sehr wahres Wort, gesprochen von einer Autorität der deutschen Kommunalpolitik, erinnert doch an diese Einschätzung der Presse durch maßgebende Kreise unseres Volkes. Es war der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. M u - lert, der — wie wir in unserer Mittwocbaus- gäbe berichteten — vor dem Reichs verband der deutschen Presse gelegentlich eines Vortrages in Berlin über „Kommunalpolitik und Presse" erklärte: „Publizität ist das Lebens- element der deutschen Städte, die Atmosphäre, in der allein sie wirklich leben können." Ein solches Bekenntnis von der hervorragendsten Stelle der deutschen Städteorganisation verdient nicht nur ernste Beachtung, sondern zwingt auch zu ganz bestimmten Schlußfolgerungen überall da, wo diese bis heute noch nicht gezogen sind. Das gilt in erster Linie für die Stadtverwaltungen, dann aber auch für die Presse als Wortführerin der Dürgergesamtheit selbst. Zu den Gemeinwesen, die aus dem Mulertschen Gcdankengange: „Publizität ist das Lebenselement der deutschen Städte" bis heute noch die erforderlichen Schlußfolgerungen zu ziehen haben, gehört auch unsere Stadt Gießen. Das Kapitel „Kommunalpolitik und Presse" ist in unserem Gemeinwesen ein belangreicher Teil der kommunalpolitischen Arbeit, der bisher noch am wenigsten zeitgemäß ausgestaltet ist, obwohl hierfür — ganz im Gegensatz zu anderen kommunalen Aufgabenbereichen — keinerlei finanzielle Aufwendungen erforderlich sind. Damit soll nicht etwa gesagt sein, unseve Stadtverwaltung stehe mit uns auf wenig gutem Fuße: im Gegenteil: wir freuen uns, bei dieser Gelegenheit auch einmal öffentlich mit voller Anerkennung für die Stadtverwaltung feststellen zu können, daß sie uns bisher immer beveitwilligst die Erfüllung unserer Aufgabe im Dienste der Oesfentlichkeit erleichtert hat, daß sie ebenso wie Wir aus ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen Verwaltung und Presse zum Wohle unserer Stadt großes Gewicht legt. Wenn wir hier trotzdem -aussprechen, daß das Verhältnis zwischen der Verwaltung und der Pvesse in unserer Stadt noch wenig zeitgemäß ausgeftaltet ist, so meinen wir das vor allem in sachlich- technischem Sinne, daneben aber auch in gewisser persönlicher Hinsicht. Dis heute ist der Stand der Dinge in sachlich-technischer Beziehung so, daß die Presse häufig nur auf mehr oder minder großen Umwegen, zum Teil auch nur durch günstige Zufälligkeiten von den Plänen und dem Wirken der Stadtverwaltung Kunde erhält. Auf Anfrage bekommt man dann zwar Auskunft, aber die Lücken, die bei solcher Art Presse-Information über die kommunal- politischen Ges^ehnisse bestehen, werden bei diesem Rachrichtenverkehr nicht beseitigt, denn es wird eben immer Dinge geben, deren Kenntnis für die Bürgerschaft von Wichtigkeit ist, die aber wie kleine Veilchen nicht aus ihrer Verborgenheit herauskommen, weil die Presse von ihnen nichts erfährt und infolgedessen auch nicht danach fragen kann. And dabei ist es doch sicherlich nicht unwichtig, sondern geradezu dringend erforderlich, daß die Bürgerschaft weit mehr als bisher in stärkstem Maße in Zusammenhang gebracht wird mit dem Schaffen und Planen ihrer Geschäftsführung: der Verwaltung. Der Personenkreis der Stadtver- ordneten-Versammlung ist für diese Intensität der Mobilisierung aller geistigen Kräfte und des guten Willens der Bürgerfamilie durchaus nicht hinreichend groß: übrigens kann man es auch oft genug erleben, daß selbst Stadtverordnete nicht genügend wissen, was vor sich geht und was geplant ist. Ein bemerkenswertes Zeugnis über die mangelnde Verbundenheit zwischen Bürgerschaft und Derwaltungsarbeit erhielten wir erst wieder vor acht Tagen in einer Versammlung der Seltersweger-Vereinigung. Hierbei trat zutage, daß diese steuerlich doch sicherlich nicht unwichtigen Mitbürger über kommunalpolitisch wichtigste Dinge so gut wie gar nicht unterrichtet waren. Ein Vorwurf ob dieses mangelnden Wissens kann natürlich nicht an die Adresse dieser Seltersweger gerichtet werden. Es fehlt eben in unserer Stadt bisher noch an der dringend notwendigen, grob angelegten kommunal- politische nAufklärungsarbeit durch die Verwaltung! Soll diese Tätigkeit frei von Zufällen und unter Vermeidung von Um» wegen, die auch nicht ganz risikolos sind, in gedeihlicher Weise für unser Gemeinwesen und zur Erleichterung der Arbeit der Stadtverwaltung mit Hilfe der Presse ausgeübt werden, so ist zunächst zweierlei notwendig. Einmal die Schaffung einer städtischen Rachri ch t e n st e l l e, die ganz von sich aus, von Amts wegen und fortlaufend die Presse, das gegebene Bindeglied zwischen Verwaltung und Bürgerschaft, über alle wissenswerten Vorgänge der Verwaltungsarbeit unterrichtet, damit auf diese Weise eine umfassendere Aufklärung der Bürgerschaft als bisher möglich wird. Für diese Stelle braucht nicht etwa ein neuer Personalapparat aufgezogen zu werden, sondern die Aufgabe könnte zu den ständigen Obliegenheiten einer leitenden Derwaltungsper- sönlichkeit mit gehören. Kosten würden hierdurch, abgesehen von den geringfügigen Aufwendungen ür Schreibpapier, gar nicht entstehen. Zum andern wären regelmäßigePresse-Kon- erenzen mitderVerwaltung erforderlich, in denen durch Fragen und Antworten wertvolle Arbeit zum Besten der Stadt geleistet werden könnte: auch vertrauliche Informationen wären hierbei den Pressevertretern in aller Offenheit zu geben, wodurch erreicht werden würde, daß etwaige Rachteile für die Stadt, die sehr leicht aus der in durchaus gutem Glauben vorgenommenen Veröffentlichung einer indirekten Information entstehen könnten, von vornherein verhütet wären. Derartige Einrichtungen haben sich in vielen anderen Städten chon in bester Weise bewährt und dort in hohem Maße dazu beigetragen, daß die förderliche Anteilnahme der Bürgerschaft an der Arbeit der Stadtverwaltung weit lebhafter ist als bei uns. Wir sind gewiß, daß auch für unsere Stadt aus derartigen Reueinrichtungen gewichtige Vorteile erwachsen werden. Wer hierin, lediglich eine unberufene Einmischung der Presse in den Dienstbetrieb der Verwaltung sieht, verkennt völlig die Aufgaben der Presse und das Recht der Bürgerschaft auf Publizität. Richt minder notwendig ist die Wiederherausgabe alljährlicher Verwaltungsberichte. Seit 1914 ermangelt unsere Gießener Kommunalpolitik dieses außerordentlich wichtigen Rüstzeugs, das durch seine vielseitigen Aufschlüsse über die Iahresarbeit und -Entwicklung der Stadt sehr wichtige Archaltspunkte für die noch bevorstehende kommunale Wirtschaft bietet. Heute weih kein Mensch, abgesehen vielleicht von einigen wenigen Männern inmitten der Derwaltungs- leitung selbst, wie unsere kommunale Arbeit in den Iahren von 1914 eigentlich verlausen ist. An diesem Wissen ist aber die Bürgerschaft, wie wir schon ost hören konnten, sehr stark interessiert. Soviel zu der sachlichtechnischen Seite dieser Betrachtung. Und nun noch ein kurzes Wort in persönlicher Hinsicht. Von der Bürgerschaft würde cs sehr begrüßt werden, wenn die leitenden Herren unserer Stadtverwaltung über wichtige kom- munalpolitische Dinge ihrer Dezernate nicht nur mehr oder weniger eingehend vom Magistratstisch aus zu den Stadtverordneten sprechen, sondern sich öfter in der Presse auch unmittelbar an die Gesamtheit der Bürgerschaft wenden würden. Derartige Veröffentlichungen von autoritativer Seite der Verwaltung, bisher nur allzu selten, wären selbstverständlich in keiner Weise eine Beeinträchtigung der Rechte des Stadtparlaments. In vielen anderen Städten hat diese Gepflogenheit der kommunalpolitischen Aufklärung schon längst Platz gegriffen, und sie ist dort bisher auch nur zum Vorteil der Sache und der Verwaltungsarbeit gewesen. Weiter ist von der Bürgerschaft vermißt worden, daß die Stadtverordneten in Dürgerversammlun- gen ihre Auftraggeber, die Wähler, mit dem kommunalen Geschehen bekannt machen. Man empsindet es als ungenügend, wenn die Beauftragten der Bürgerschaft es bestenfalls wenige Tage vor der Reuwahl für angezeigt halten, einige Reden vom Stapel zu lassen, die dann naturgemäß ganz unter dem Gesichtspunkt der Parteipolitik stehen. Für die Parteipolitik in der Kommunatarbeit hat man nämlich schon lange nichts mehr übrig, aber interessiert und dankbar ist man für rein sachliche Aufklärung, bei der die Parteijacke von dem Redner daheim gelassen wird. Das Bedürfnis nach fortdauernd-er objektiver kommunalpolitischer Aufklärung ist in den breitesten Schichten unserer Bürgerschaft groß. Diesem Verlangen der Bürger sollte von allen berufenen Stellen weitgehend Rechnung getragen werden. Um hierbei die bisherigen Lücken zu beseitigen, haben wir es als Pflicht angesehen, untere Gedanken über eine befriedigende Losung dieses Problems in breiter Oesfentlichkeit auszusprechen. Wer andere oder bessere Vorschläge zu machen hat, möge sich zum Wort melden. Entscheidend ist aber die Tat, die nach Mulerts Bekenntnis geleitet ist von dem großen und zutreffenden Gedanken: Publizität ist das Lebenselement der deutschen Städte, die Atmosphäre, in der allein sie wirklich leben können! Berufswahl und Berufsberatung. Von Bürgermeister Or. Zoh. $reh, Beigeordnetem der Stadt Gießen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Die Ausweise der Arbeitsämter zeigen eine erschreckende Zunahme der Erwerbslosigkeit. Diele Hunderte neuer Anträge aus Arbeitslosenunterstützung sind in den letzten Wochen beim Arbeitsamt Drehen eingelaufen. Wer nun einen Sohn oder eine Tochter hat, deren Schulentlassung bevorsteht, wird sich die Frage vorlegen, wie er den jungen Menschen am besten vor der Gefahr der Arbeitslosigkeit schützt. Denn Arbeitslosigkeit ist immer ein Unglück. Da gibt es zwar die Arbeitslosenunterstützung. Aber sie ist knapp bemessen. Wen die Familie nicht mehr burchhalten kann, für den bedeutet sie ein Darben. Auch ist sie auf ein halbes Iahr beschränkt. Die Hauptgefahr für jüngere Menschen liegt nicht in den geringen Bezügen, sondern in der Untätigkeit selbst. Wer rastet, der rostet. Der zunächst erzwungene Mühigang zerstört bald mit der Gewöhnung an regelmäßige Arbeit auch die Arbeitslust und Arbeitsfreude. Rur zu oft ist längere Erwerbslosigkeit in jungen Jahren der Anfang zum Ab- gleiten in jenes Lumpenproletariat, das der Spott aller Anständigen und der Schrecken der Wohlfahrtsämter ist. Es gibt nur ein Mittel, die Gefahr häufiger und langer Arbeitslosigkeit zu bannen: Etwas Ordentliches lernen! Viele Eltern lassen sich nun verlocken, den Schulentlassenen nicht in eine richtige Lehre zu geben, weil er als ungelernter Arbeiter gleich schön verdient, während die Lehrjahre für einige Iahre Opfer der Eltern verlangen. Diese Verlockung ist ganz besonders groß, wenn eine augenblicklich» gute Beschäftigung der Industrie starke Rachfrage nach ungelernten Kräften entstehen läßt, wobei der frische und elastische Jugendliche besonders bevorzugt wird. Auch kommt nun dis Zeit, da die Jahrgänge die Schule verlassen, die im Kriege geboren sind. Der starke Geburtenausfall der Kriegsjahre wird sich in Kürze durch einen Mangel an jugendlichen Arbeitskräften bemerkbar machen, so daß nach den wirtschaftlichen Gesetzen vielleicht sogar besonders günstige Lohnbedingungen für diese jugendlichen Ungelernten geboten werden. Und doch ist diese Verlockung in hohem Maße trügerisch. Roch lange ist die Zeit häufiger und starker Schwankungen der Wirtschaftslage nicht vorbei. Bei jeder Verschlechterung der Konjunktur sind es zuerst die Ungelernten und bald a^ch die Angelernten, die entlassen werden. Seine gelernten Kräfte such' jeder Arbeitgeber selbst um den Preis vorübergehender Verluste bis zur nächsten Besserung der Lage zu halten. Die anfängliche Besserstellung wird also erkauft durch die Gefahr häufiger und langer Crwerbslosig- fe;t. Und wie sieht es später aus? Mit fort- chreitendem Alter, in den Zeiten, da eine Familie gegründet und erhalten werden soll, steigt der Lohn des Ungelernten nicht wesentlich. Der Wert seiner Arbeitskraft beruht nicht auf Kenntnissen und Fertigkeiten, sondern auf Frische, Schnelligkeit und Kraft. Diese Vorzüge aber nehmen mit vorgerückten Jahren ab. So wird der ältere Familienvater, der sich auf diese Vorzüge allein verlassen hat, immer unbrauchbarer und auf dem Arbeitsmarkte immer weniger gefragt. Wer aber etwas Ordentliches gelernt hat, dem bleibt das Gelernte als unverlierbares, durch keine Geldentwertung bedrohtes Kapital. Sein Wert steigt, je mehr dlese Fertigkeiten durch Uebung ausgebildet und vervollkommnet werden. Ja, er allein, niemals der Ungelernte oder Angelernte. ist bei Tüchtigkeit und Glück in dev Lage, sich selbständig zu machen und vom Arbeitnehmer zum Arbeitgeber aufzusteigen. Und noch eins: Von Jahr zu Jahr weniger kommt die menschliche Muskelkraft in unserem wirtschaftlichen Leben als Energiequelle in Betracht. Auf die Dauer ist der Mensch als Dewegungsmaschine für die Wirtschaft viel zu teuer. Die Rationalisierung schreitet fort. Immer mehr wird Menschenkraft durch Maschinenkraft erseht: immer weniger wird daher der Mensch gebraucht werden, der lediglich die Kraft seiner Anne anzubieten hat. Und es handelt sich doch bei der Berufswahl nicht um eine Entschließung für heute oder morgen: auf viele Jahrzehnte hinaus werden Schicksal und Wertung des Menschen damit beeinflußt. Die Berufswahl selbst ist schwer und toiegt schwer. Ein Fehlgriff kann das ganze Leben unheilvoll beeinflussen. So oft erlebt man es als Richter im Arbeitsgericht, daß bei ebnem Lehrvertragsstreit die völlige Ungeeignetheft des Lehrlings vom Meister behauptet und dann auch bewiesen wird, obwohl der Lehrling schon über Iahr und Tag in diesem Berufe tätig ist. Dann ist die aufgewandte Zeit und Mühe völlig verloren. Zum Uebergang in eine andere Berufslehre fehlen die Mittel und fefjlt nun auch die Lust. Dreierlei ist bei der Berufswahl zu beachten: der Berufswunsch, die Berufseignung, die Berufsaussicht. Bisher hat meistens der Berufswunsch die Wahl bestimmt. Hatte der junge Mensch selbst einen solchen Wunsch nicht, so waren es die Eltern, die durch Ratschläge Bekannter sich bestimmen ließen. Der Derufswunsch des Jugendlichen Derbient gewiß Beachtung. Er wird einen selbitgewählten Beruf mit Lust und Liebe ergreifen und leichter den Berufsstolz und die Berufsftendigkeit erwerben, die soviel bedeutet und doch heute recht selten ist. Vorn Berufswunsch hat daher auch jede rechte Berufsberatung auszugehen. Ist ein Derufswunsch nicht vorhanden, so ist es Aufgabe der Eltern, Lehrer und Erzieher, die Bildung eines solchen zu fördern durch Heranziehung des Berufslebens zu Erziehung und Unterricht. Die den Arbeitsämtern angegliederten Berufs- ämter werden mehr wie bisher künftig be- Erzieher darin zu unterstützen haben. Aufllärende Vorträge, vor allem Besichtigungen von Werkstätten und Fabriken schon im letzten Schuljahre sind dazu ein geeignetes Mittel. Hier ist nun auch die Jugend einer Mittelstadt von der Art Gießens und der kleinen Städte in besonders günstiger Lage. Die Stätten der Arbeit, insbesondre die Handwerks- und Kleinfabrikbettiebe, liegen zwischen den Wohnungen verstreut und sind gilt den Wohnungen der Inhaber vielfach verbunden. Die natürliche Teil, cchme des Kindes und seine frische Aufnahmefähigkeit für diese Dinge wird leicht eine Hinneigung zu bestimmter Tätigkeit entstehen lassen. Viel f* Smieriger ist es für ein Großstadlttnd, davon ex.zen Eindruck zu bekommen, da dort WohlUlNFen Uick) "Betriebs meist weit auseinander liegen. Was mitunter ein Rachteil ist, wenn etwa neben der Gelehrten- Wohnung die Kreissäge des Schreiners kreischt, ist für die Berufswahl sicher ein Vorteil. Aber der Berufswunsch allein hat schon viele auf eine falsche Dahn geführt. Ob der Iunge oder das Mädchen für einen Deruf nach seinen natür» liefen Anlagen geeignet ist, vermögen die Eltern höchstens dann zu beurteilen, wenn sie selbst dem "Berufe angehören. In der Regel können sie es nicht, und der Jugendliche kann es noch weniger. Am wenigsten aber können sie beurteilen, ob der gewählte und an sich geeignete Beruf Aussicht auf dauerndes Unterkommen bietet. Wie Derufswunsch und Derufsaussicht auseinandergehen können, zeigt die Reichs- stattstik von 1924/25. 18 345 auf den Deruf des Maschinen- und Autoschlossers, 7849 auf den Beruf des Mechanikers, und 6537 auf den Deruf des Elektrotechnikers gerichteten Deru'swünschen entsprechen nur 9631 bzw. 4074 bzw. 2554 offene Lehrstellen. Umgekehrt standen 888 auf den Deruf des Formers, 3933 auf den Deruf des Spenglers und Installateurs, und 2493 auf den Beruf des Schmiedes gerichteten Berufswünschen nicht weniger als 2904 bzw. 4876 bzw. 3287 offene Lehrstellen gegenüber. Bekannt ist der Mangel an Menschenkraft in der Landwirtschaft trotz gleichzeitiger ungeheurer Arbeitslosigkeft, dem abzuhelfen eine der wichtigsten sozialwirtschaftlichen Aufgaben unserer Zeit ist. Wir haben Hunderttausend e ausländischer Arbeiter eingelassen und dabei an Millionen der Scholle des Ackers entfremdeter Volksgenossen Unterstützung bezahlt. Bekannt ist andererseits der Zustrom zum kaufmännischen und Dureaudienst, der so bequem, gefahrlos und fein erscheint. Aber die Ueberfütlung ist ungeheuer, und der Stehkragen wird bezahlt mit fortwährender, in vielen Fällen hoffnungsloser Stellenlosigkeit. Die Berufswünsche in Einklang zu sehen mit der Berufseignung und mit der Derufsaufsicht, ist Aufgabe der Berufsberatung. Die "Beruf dämter, die sie pflegen, sind errichtet worden nicht nur um dem einzelnen zu dienen, sondern weil das Gedeihen der gesamten Wirtschaft und das Gemeinwohl es erheischt, daß die blühenden und ausstrebenden menschenkraftbedürftigen Berufe keinen Mangel an geschulten Fachkräften leiden, während Tausende Arbeitslosenunterstützung bezichen: nicht Facharbeiterstellen unbesetzt bleiben müssen, während ein Heer Ungelernter zum Stempeln strömt. Das aber ist in den letzten Jahren häufig vorgekommen. Ohne einen ausreichenden Stamm gelernter, tüchtiger Facharbeiter kann die deutsche Gütererzeugung niemals den Absatz im _ Aus- lande erzielen, der bekanntermaßen das Rückgrat unterer Volkswirtschaft bleiben muh. Der Jugendliche, der vor der Schulentlassung steht, soll sich deshalb an die Berufsberatungsstelle seines Arbeitsamtes wend en, mag er sich nun zu einem bestimmten Derufswunsch nicht durchgerun- gen haben, mag er zwischen verschiedenen Berufen noch schwanken oder mag er einen bestimmten Beruf sich vorgenommen haben. Das Beruf s- amt kann dem Jugendlichen nicht sagen, er müsse einen ganz bestimmten Beruf unter der Tausend- zahl der gelernten Derufe ergreifen. Aber es kann ihm sagen, welche Berufe heute Aussicht auf Fortkommen bieten. Cs kann ferner mit sehr großer Sicherheit feststelten, für welchen gewählten oder empfehlenswerten Beruf der Junge oder das Mädchen sich nicht eignet. Cs kann z. D. einem Jungen, der einen Verkehr sberus ergreifen will (Ersenbahnbeamter, Straßenbahn- Wagenführer, Kraftwagenführer) zeigen, daß er zu den 4 Prozent aller männlichen Personen ge*>. hört, die Rot und Grün nicht oder nicht sicher unterscheiden können, daß er also in diesem Beruf, mag er sich sonst dazu noch so gut eignen, durch Mißversteh en von farbigen Signalen sich und zahllose Menschen in schwerste Gefahr bringen kann. Zu diesem Zwecke steht das Berufsamt in enger Verbindung mit der Schule und dem Schularzt. Es bekommt von ihnen Mitteilung über die Schulleistungen und den körperlichen Zustand. Die gute Entwicklung oder das Fchlen bestimmter Veranlagungen und Fertigkeiten, die für einen Beruf wesentlich sind, kann es durch einfache Versuche feststellen, über die heute bereits eine Wissenschaft besteht. Richt schreckensvolle Folterwerkzeuge werden babei verwendet — man hat dergleichen Versuche zu Zeiten Überschätzt —, die schon durch ihre verwickelte Art unsicher machen und verblüften. Davor braucht also niemand Angst zu haben. Dadurch endlich, daß das "Beruf 8 amt eng verbunden Ist mit der Arbeitsvermittelung, weih es, welche Berufe a-lS aussichtsreich zu empfehlen ftnd und vor welchen zu warnen ist. Denn Über ganz Deutschland ist seit einigen Jahren ein' Reh von Arbeitsämtern mit einheitlicher Spitze in Berlin audgebreitet. Genaue Stastiken über Angebot und Rach'rage auf dem Arbeitsmarkt in ganz Deutschland werden sorg- sälttg geführt und jedem Arbeitsamt zugänglich gemacht. Das Berufsamt ist demnach auch bereit- und in der Lage, allen denen Lehrstellen zu vermitteln, die nicht schon durch ihre persönlichen Beziehungen oder Vermittelung des Lehrers eine solche haben. Zusammenfassend sei gesagt: wer vor der Berufswahl für sich oder seine Kinder steht, der benutze jede Gelegenheit, Berufe kennen zu lernen und sie dem jungen Derufsanwärter vor Augen zu führen. Haben sich diese Kenntnisse zu bestimmten Wünschen verdichtet, so lasse er beim Deru'samt prüfen, ob der junge Mensch für den gewählten "Beruf geeignet ist und ob der Beruf Aussicht auf Unterkommen und dauernde Beschäftigung bietet. Ist ein Derufswunsch nicht entstanden, so folge er nicht nur den Ratschlägen wohlmeinender, aber meist nicht genügend bewanderter Freunde, sondern lasse sich eben'alls vom "Berufsamt beraten. Niemals aber vergesse man: Wichtigstes steht auf dem Spiel! Ein Menschenleben gilt es in seine enbgiltige Dahn zu leiten! Oie Zremdenvorstellungen im Gtadttheater. Ein Wunsch aus dem Busecker Tal. Man schreibt uns aus einem Orte irn Düse ck e r T a l: Dor einiger Zeit wurde im „Gießener Anzeiger" bedauert, daß vom Lande her, wenigstens aus manchen Dörfern der .Umgebung Gießens, die Fremdevorstellungen des Gießener Theaters noch nicht in diesem Umfange besucht würden, wie es mit Rücksicht auf die hohe "Bedeutung dieser Einrichtung wünschenswert wäre. Es besteht bei unseren Dorfbewohnern ohne Frage das Bedürfnis, hin und wieder eine Theateraufführung zu besuchen. Dies wird dadurch bewiesen, daß die Theateraufführungen kleinerer Unternehmungen in den Dörfern unseres Tales einen guten Zuspruch haben, und daß die Theatarabende, die die Vereine abhalten, in der Regel außerordentlich gut besucht werden. Im letzteren Falle sind das rein gesellige Moment und das Interesse an den persönlich bekannten ober gar befreundeten Laienspielern gewiß mit eine Haupttriebfeder zum Besuch der Veranstaltung. Qlber es sind auch viele Leute da. die sich nach einer fröhlichen Unterhaltung oder nach innerer Bereicherung in einem guten Theater sehnen. Für das Dusecker Tal liegen aber die Fremdenvorstellungen des Gießener Theaters nicht günstig. Sie beginnen um 18 Uhr und enden zwischen 20 und 21 Uhr. Die Besucher aus dem Dusecker Tal müssen schon 16,27 Uhr in Gießen eintreffen und können erst 22,48 Uhr zurück- fahren. Dor Beginn der Vorstellung liegen U/2 Stunden und nach Schluß der Vorstellung noch einmal bald zwei Stunden, die nicht jedermann im Gasthaus oder im Caf6 zubringen kann oder toiII; ein Besuch einer Fremdenvorstellung erfordert eine Zeit von über sechs Stunden, ohne daß die Bahnfahrt dabei berücksichtigt ist. Diese ungünstigen Verhältnisse sind unzweifelhaft em Hauptgrund dafür, daß die Fremdenvorstellungen von hier aus nicht noch besser besucht werden. Es könnte m. E. wohl leicht Abhilfe geschaffen werden, wenn sich die Theaterleitung entschlösse, Len Beginn der Fremdenvorstellun- aen auf 1 6.4 5 oder auf 17 2 h r zu ver- legen. Die Besucher aus dem Busecker Tal könnten 16.27 Uhr eintreffen und 20,02 Uhr zurück- fahren. Wie steht es nun mit den anderen Dörfern? Für sie erscheint die Zeit ebenso günstig, soweit es der Fahrplan ausweist. So liegen die Dinge, vom Busecker Tal aus gesehen. Die Anregung ist vielleicht wert, weiter Lurchgedacht zu werden. Oberheffen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 20. Ian. Die jüngste Gemeinderatssitzung hatte eine sehr reichhaltige Tagesordnung. Da vom Krecsamt Gießen verschiedene Rubriken des Gemeindevoranschlages für 19 2 7 beanstandet waren, wurden entsprechende Umänderungen vorgenommen. Dicht angenommen wurden die vom Kreisamt vorgcschlagenen Vergütungssähe für die hiesigen Gemeindebeamten. Der Gemeinderat beharrt auf seinem früheren Beschlüsse und will die Ent'cheidung des Verwaltungsstreitverfahrens abwarten. Auch die vom Kreisamt angeratene Erhöhung der Gemeindeumlagen um 5000 Mark wurde abgelehnt. — Bei der Neuwahl der Gemeindevertreter für die Bezirkssparkasse Gießen wurden Bürgermeister Jung und Gemeinderatsmitglied Wilhelm Weber gewählt. — Hierauf beschäftigte man sich mit der Verpachtung v o n Wegeflächen. Im Feldbereinigungsverfahren wurden nämlich in fürsorglicher Weise in nächster Bähe des Dorfes 8 Meter breite Wege geschaffen, um genügend Baugelände mit fertigen Wegen zur Verfügung zu haben. Da aber in absehbarer Zeit dieses Gelände noch nicht bebaut wird, die sehr breiten Wege also zur Zeit nicht benötigt werden, so will man den Anliegern einen Teil des Weges zur Ausnützung überlassen, damit dieses Land nicht ungenutzt liegen* * bleibt. Der Gemeinderat genehmigte den darüber aufgestellten Vertrag, wonach der Pachtpreis für den Quadratmeter Land V/a Pfennig betragen soll. — Die nächste Angelegenheit betraf die Erweiterung des Ortsbauplans um das gesamte, der Gemeinde gehörige Gelände am S ch i l d b e r g. Der dort schon vorhandene Feldweg, von der Dammstraße bis zur Umgehungsbahn ziehend, soll 8 Meter breit werden. Ilm das Gelände baureif machen zu können, ist der Gemeinderat mit der tausch- weisen Uebernahme eines der Aeichseisenbahn- verwaltung gehörigen Ackers am Schildberg einverstanden. Als Gegenleistung soll die Dahn- Verwaltung ein der Größe ihres Grundstückes entsprechendes Geländestück, anschließend an das ihr schon gehörige, neben der Strecke Gießen— Frankfurt herlaufende Gelände, erhalten. — Die Mandatsniederlegung des seitherigen Ge'meinderatsmitgliedes Wilhelm Zecher wurde genehmigt. — Schaffung eines Erlasses einer feldpolizeilichen Anordnung über Benutzung der Feldwege: Um diese Wege einigermaßen in Ordnung halten zu Tonnen, soll in Zukunft deren Befahren mit Fuhrwerken, die nicht landwirtschaftlichen Zwecken Dienen, verboten werden. Ausgenommen von diesem Erlaß bleiben die für die Holzabfuhr nötigen Wege und die Gemarkungsgrenzwege. — Das Gesuch einiger Einwohner in der Frankfurter Straße, die in den letzten Jahren dort Wohnhäuser gebaut hatten und die um Herabsetzung von-Zuschlägen auf ihre Bauplätze nachgesucht hatten, fand vorerst keine Erledigung. Die Angelegenheit soll erneut geprüft und durch die Wirtschafls- und Finanzkommission behandelt werden. — Die Ablösung alter Markanleihen der Gemeinde: Der Antrag des Bürgermeisters, diese Anleihen mit 12y2 Prozent aufzuwerten und am 1. Oktober 1928 bar zurückzubezahlen, wurde mit 6 gegen 4 Stimmen abgelehnt. Die Auswer- tungssumme hätte etwa 1700 Mark betragen. — Der letzte Punkt betraf die Höhe der seither durch die Gemeinde erhobene Vergnügung s° st e u e r. Es lagen einige Anträge von Vereinen vor, die die Herabsetzung der seither sehr hohen Steuer beantragten. Der Gemeinderot ist in seiner Mehrheit auch geneigt, dem Verlangen nachzugeben, insbesondere wenn es sich um Cßer» eine handelt, die kulturellen Zwecken dienen. ®™e Beschlußfassung konnte aber nicht herbeigeführt werden, da es s ich um Aenderung der Ortsstatuten handelt, die erst vorbereitet werden muß. Die Gesuche wurden deshalb vorerst zurück- gestellt.^ — Auf Wunsch einiger Gemeinderats- mitglieber sollen in der nächsten Gemeinderats- sihung über zwei für unsere Gemeinde sehr wichtige Fragen, nämlich Wasserleitung und Sportplatz, Aussprachen stattfinden. ,." $r c i s a. d. Lda., 20. Jan. Gestern abend yie:t Schwester Antonie Steiner, in Diensten des Frauenvereins für christliche Bildung des weiblichen Geschlechts im oMrgenlande, kurz Morgenländischer Frauen-Missions-Verein genannt. in unserer Kirche einen Missions- abenö ab, in welchem sie in anschaulicher Welse über die mancherlei Aot der Indianer, besonders der indischen Frauenwelt, berichtete und allerlei Gegenstände und Kleidungsstücke vorzeigte, die sich die Inder bei ihrem Götzendienst und auf Wallfahrten bedienen. — Die älteste Frau unserer Ge m e i n d e,Witwe Ellsabethe Amend. geb. Rühl, feierte dieser ^age ihren 8 8. Geburtstag in körperlicher und geistigen Frische. Einer ihrer Mitlonsirman- den, der nur wenige Monate jünger ist, Georg Benner hier, vollendete im Herbst letzten Jahres sein 87. Lebensjahr. z. Allen Dorf a. d. Lda., 20. Ian. Gestern fe;e.ie der zweitälteste Einwohner unserer Stadt, Philipp Krüger, seinen 89. Geburtstag in ge.stiger und körperlicher Frische Der Gesangverein ehrte den Jubilar durch nich= cv> Grünberg, 20. Ion. Dank der Unter, ftutzung der Schulbehörde und der Stadtverwaltung Hot die Fortbildungsschule für 0riin = berg und Umgebung einen erfreulichen Aufschwung genommen. Sie zählt im lausenden Winterhalbjahr 16 Klassen, und zwar fünf gewerbliche, eine kaufmännische, eine allgemeine und neun Mädchen klassen. Die Schule wird zur Zeit von 178 Knaben und 172 Mädchen besucht. Die gewerblichen Klassen werden von Schülern aus Grünberg und von solchen aus 31 Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung besucht; und zwar aus dem Kreise Gießen aus 18 Gemeinden, dem Kreise Schotten aus 6 Gemeinden und dem Kreise Alsfeld aus 8 Gemeinden. Den Hauswirtschaftsunterricht (Kochen ufw.) besuchen 137 Mädchen aus Grünberg und neun Nach, bargemeinden. Von diesen sind 84 Pflichlleilnehme- rinnen und 53 freiwillig. An der Schule wirken ein hauptamtlicher Fortbildungsschullehrer, zwei Gewerbelehrer, zwei technische Lehrerinnen und nebenamtlich zwei Lehrer der hiesigen Volksschule. Die Leitung der Volks- und Fortbildungsschule liegt in den Händen von Rektor Be n d e r. Ö ® rüninge n, 20. Ian. Bei der gestrigen ersten diesjährigen Versteigerung von Brennholz aus dem hiesigen Markwald wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: zwei Meter Buchenscheit 32 bis 36 Mk., Duchenknüppel 24 bis 28 Mk., Buchenstöcke 12 bis 15 Mk., Cichenscheit 22 bis 26 Mk., Eichenknüppel 18 bis 22 Mk., Eichenstöcke 9 bis 12 Mk., Kiefernstöcke kamen pro Meter durchschnittlich 5 Mark. Fichlenstöcke 2,80 Mk. Buchenreisig wurde das Meter mit 3 Wk., Eichenreisig mit 2,50 Mk. bezahlt. Trotz der schlechten Witterung und des reichen Schneefalles war die Beteiligung auch von auswärts ziemlich stark. * Lich, 21.Ian. Das Militärkonzert der Gießener'Reichswehrkapelle in der hiesigen Turnhalle am morgigen Sonntag findet nicht am Abend statt, sondern beginnt bereits n a ch - mittags u m 3 11 f)r. Man darf auf einen starken Besuch der Veranstaltung rechnen. rere Lieder. ri. Rieder-Bessingen, 20. Ian. In unserer Gemeinde fand eine Volksmissionswoche statt. Missionar Walther von Beuern hielt an jedem Abend Vorträge, und zwar außer den für die ganze Gemeinde bestimmten Vorträgen auch eine Versammlung besonders für die Jugend des Ortes und eine für die Eheleute, in der er in eindringlichen Worten über die Schäden int heutigen Volksleben sprach und den einzigen Weg zur Heilung unseres Volkes zeigte. Cs war das erste Mal, daß in Rieder- Bessingen eine solche Veranstaltung stattfand. Die Tatsache, daß die ganze Gemeinde fast ohne Ausnahme sich an den Vorträgen beteiligte, ist ein Beweis, wie groß das Verlangen nach Aussprache über Äe brennendsten Fragen unseres Lebens ist. Kreis Friedberg. WER. Friedberg, 20. Ian. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurden die beiden bisherigen Beigeordneten Langsdorf und Dr. Leuchtgens auf die Dauer von sechs Jahren wiedergewählt. • Friedberg, 20. Jan. In der Zeit vom 1. bis 15. anuar hat sich die Zahl der Unter- stützungsempfänger beim Arbeitsamt Friedberg-Büdingen in Friedberg auf 3841 erhöht. Am Ende der ersten Januarwoche werden es schätzungsweise etwa 4500 gewesen fein. Ueber 600 Arbeitslose, insbesondere Bauhandwerker, konnten in den letzten Tagen vor dem der Meldung zugrunde liegenden Stichtag wieder in ihre alten Arbeitsstellen eintreten, so daß die obenerwähnte Zahl der Unterstützungsempfänger festgestellt wurde. Don diesen 3841 werden 2924 im Kreis Friedberg und 757 im Kreis Büdingen aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung unterstützt. 160 erhalten Krisenunterstützung. In der großen Rotstandsarbeit, Kanalisation und Wasserleitung R o d h e i m und Holzhaufen, werden von den Arbeitslosen zur Zeit etwa 150 beschäftigt. Auch wird es gelingen, in den nächsten Tagen einen Teil der Arbeiter bei landwirtschaftlichen Meliorationen, insbesondere Dränagen unterzubringen. Eine fühlbare Entlastung des Arbeitsmarktes im Kreise Friedberg ist durch Reueinstellungen bei der Hesrag in Wölfersheim entstanden, die bis jetzt schon etwa 140 Arbeiter für den Bau ihrer Werke eingestellt hat. Voraussichtlich werden in Kürze noch einige Hundert Leute dort Arbeit finden können. Dagegen haben in Butzbach einige Firmen Kurzarbeit angemeldet und werden auch teilweise Arbeiter entlassen müssen. In Betracht kommen dabei die Schuhfabriken und die Metallindustrie. Pb. Butzbach, 20. Jan. Gestern fand die erste Stadtverordnetensitzung nach den Neuwahlen statt. Nach einer längeren Ansprache des Bürgermeisters Dr. Jansen wurden die wiedergewählten und neugewählten Stadtverordneten durch Handschlag verpflichtet. Das neue Stadtparlament besteht aus 5 Sozialdemokraten, 2 Kommunisten, 2 Zentr"msmitgliedern, 6 Gemeinschaftsliste Ioutz, 3 Liste für gesunde städtische Wirtschaft. Es wurden zunächst neun Ausschüsse und zwei Deputationen gebildet. Außerdem wurde noch eine besondere Kommission zur Vorbereitung der neuen BePldungsordnung gebildet, die aus fünf Mitgliedern besteht. — Der diesjährige Fasel- und Z uch t vie hmar kt finöct am 12. April statt. Die Vorbereitungen hierzu sind in vollem Gang. Die seither mit dem Markt verbundene Bullenauktion des Land- wirtschastskammerausschusses für die Provinz Oberhessen wird bereits am 14. März abgehalten werden. — Der Reiterverein Butzbach und Umgegend hält gegenwärtig in der städtischen Halle wöchentlich dreimal Uebungsstunden ab, dre von den umliegenden Orten gut besucht sind. ®r beabfidjtigt, am Faselmarkt zum erstenmal m dre Oellentl.chkeit zu treten. Kreis Büdingen. Nidda, 20. Ian. Von kommender Woche ab sieht sich die Himme lsb a ch sch e H o lz- yudustrie gezwungen. Kurzarbeit einzufuhren. Cs soll nur noch an drei Tagen in der OSocbe gearbeitet werden Von dieser Maßnahme smd über 300 Arbeiter betroffen. nb. ^2110 0 0, 20. Ian. Eine sehr zweckmäßige Einrichtung besteht an der hiesigen Bezirks- fpartasse. Um den Sparern Gelegenheit zu geben ihre Zinsen für das verflossene Jahr zu verrech en, sind die Zahltage in dem Monat Januar so festgesetzt, daß immer für nur zwei bis Drei der 32 Gemeinden des Sparkassebezirks ein besonderer Zahltag besteht und in den be- trejenben Orten 6e annt gegeben ist. Dadurch totrb einesteils dec Andrang aus vielen Ge- meuwen zu den Schaltern der Kasse vermieden Vie Abfertigung bu Kunden gleichmäßig ver- tetlt und den Kunden das oft sehr lange Warten erwart, anbenr.eils auch den Kas.ebeamten die Erledigung dec Geschäfte bedeutend erleichtert. Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. Aus den 43 Silben: bert — cae — da — da — e — er — gard — go — hol — i — i — irm — ka — korb — ma — ma — mar — mast — na — net — ni — nie — nier — no — o — re — ro — sar — se — Jet — so — spar — spi — staub — ste — te — te — ten — to — tur — wei — za — zie sin 16 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Gewebe; 2. Oper; 3. Apfelart; 4. Wirtschaftsgerät; 5. römischer Staatsmann und Feldherr; 6. Brettspiel; 7. Stadt in Thüringen; 8. Kleeart; 9. weiblicher Personenname; 10. Stärkungsmittel; 11. General Friedrichs des Großen; 12. versteckter Spott; 13. Philosoph; 14. Kampfspiel; 15. männlicher Personenname; 16. Name aus der griechischen Mythologie. — Nach richtiger Bildung der Wörter ergeben die Anfangsbuchstaben, von vorn nach hinten und Endbuchstaben, von hinten nach vorn, ein Zitat von Peter Hille. Kreuzworträtsel. 5 6 10 11 121 26 27 28 31 32 \12| St \VT "h!7 [13 Tb 33 36 2j_ 39 57 W 22 iam ■ üje- eaeea ■ ■■ 000* Bon links nach rechts: 1. Metallhülse; 4. biblische Person; 7. Kopfbedeckung; 8. Monatsname; 10. Sohn Jakobs; 12. kleines Bretterhaus; 13. männlicher Vorname; 14. hinterindisches Reich; 15. Fluß in Italien; 16. englisches Bier; 17. Flächenmaß; 18. Feuerstätte; 20. Raubtier; 22. weiblicher Personenname; 26. militärische Truppe; 29. Papageienart; 30. Sportaus- druck; .33. Meerenge zwischen Nord- und Ostsee; 34. kleiner Meerbusen; 35. Stadt in Holland; 36. andere Bezeichnung für Hast; 37. Nebenfluß der Donau; 38. Fluß in Pommern. Von oben nach unten: 1. Englisches Königshaus; 2. Jrauengestalt der germanischen Heldensage; 3. weiblicher Personenname; 4. Märchengestall; 5. türkischer Titel; 6. Stadt in Hessen-Nassau; 7. eintöniges Blasinstrument; 9. Tafelfisch; 11. Körperorgan; 18. Kopfbedeckung; 19. italienischer Dichter; 20. männlicher Personenname; 21. Wohlgeruch und Wohlgeschmack; 23. andere Bezeichnung für Geschenk; 24. Metall; 25. Stadt im allen Aegypten; 27. rumänische Münze; 28. andere Bezeichnung für Universum; 31. Gedichtform; 32. Zeitabschnitt. Rätsel-Erzählung. Ich hatte eine Verabredung zum 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 getroffen. Mein Wohnort war 2, 3, 8, 4. Von hier aus ging die Reise zunächst nach 2, 5, 4, 5, 6, wo ich meine beiden Schwestern 4, 3, 9, 5 und 3, 1, 5 abholte. Wir fuhren bann über 4, 5, 6, 7, 7, 8, 9 mitsammen nach 4, 5, 6, 1, 5, 9, 9, 8 und weiter in das eigentliche Sportgebiet. Dann ging's nach dem Süden, wo wir auf einer 3, 9, 1, 8, 4 Wohnung nahmen, um uns zu erholen. Dort gab es weite 4, 3, 9, 1, 8, 9-Felder. Auch fand ich Gelegenhell, einen 5, 7, 7, 8, 9 durch 2, 5, 6, 7 zu erstehen, sammelte auch 2, 3, 8, 1, 8, 4. Dy die 1, 8, 3, 7, 8 zu Ende ging, mußten wir an die Heimfahrt denken. Kettenrätsel. Aus nachstenhenden elf einsilbigen Wärtern ist die gleiche Anzahl zweisilbiger Wörter zu bilden, und diese sind alsdann zu einer Kette zu vereinigen. Brett — Buch — Holz — Kraft — Mehl — Spiel — Stoß —Stück— Tau— Wind— Zahl. Rätsel. Es ist ein kleiner Geheimerat, Der eine große Rolle spielt; Ein kleiner, gebor’ner Potentat, Der über alle Well befiehlt; Ein kleiner, echter Demokrat, Macht alle Räng' und Stände gleich; Ein kleiner, feiner Diplomat: Er stiftet auf Erden ein Himmelreich. Anagramme Aus den nachstehenden je zwei Wörtern ist durch Umstellen der Buchstaben ein Wort, und zwar ein Hauptwort zu bilden. Wie lauten diese? 1. Ein Schaf; 2. ein Wort; 3. Agnes Ami; 4. Peter sinn; 5. rote Stirn; 6. nie Stint; 7. Gurt Hau; 8. Au Posen. Auslösungen. Bilderrätsel. Die kluge Mache macht es nicht, Die gute Sache, die da ficht. OrbnungsrätfeL SPMHDWTTLSRB AAAAO I AEITER MDCCCCXXVM 1 = 1928 UDHKKHUA1NSS METEETSSATEE Silbenrätsel. 1. Vesta; 2. Hindu; 3. Unter , 4. Stentor; 5. Salat, 6. Agent; 7. Kladde; 8. Geier; 9. Charge; 10. Erkner. , Ein Tag lehrt den andern. Kreuzworträtsel. QEIBBG3 S a ÖBBCTLl QBBlfflB Rätsel. Die Rechnungen. I3Q0BH I300BIQ OHB ■ 0000(0 ■ BEI® QBBBI3B "000008 ■BBB■000■BBQ■ I30B9BB ■ E90B0E0 Verschmelzungsaufgabe. Kavalier — Amarelle — Leinwand — Episode — Noblesse — Dementi — Erhard — Retorte. Kalender. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren dom RedakttonSttsch. Trübe Erfahrung. Wir, meine Frau und ich, gehen neulich zu Bekannten, die seit unferm letzten Besuch um* gezogen find. Das neue Haus interessierte uns, und wir bejahen es zunächst erst einmal von außen. „Ob es denn keinen H inte raus - gang hat?", sagt meine Frau. Sicherlich, aber wo? Da tritt eine Dame aus der Haustür. „Ditte, gnädige Frau, wo ist bei diesem Haus der Hinteraufgang?" „Dort links um die Ecke, und dann rechts die zweite Tür. Aber" — ihr Blick musterte meine Frau und mich kurz und schnell — „aber Sie können ruhig die Vordertreppe benutzenl" Tröstlich, nicht wahr? Schriftprobe. In einer Tuchfabrik (teilte sich ein junger Mann dem Chef vor, um sich um eine Stelle zu bewerben. Aufgefordert, zur Prüfung seiner Schrift einige Zeilen zu schreiben, fdjrieb der Jüngling rasch entschlossen: Festgemauert in der Erden Steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute muß die Glocke werden! Frisch, Gesellen, seid zur Handl Der Chef betrachtete das Geschriebene, zog die Stirn in Falten und sagte: „Einen jungen Mann, der dichtet, kann ich nicht brauchen." Selbstverständlich können auch an diesen Zahltagen Kunden aus anderen Orten dringende Kassegeschäfte erledigen. Die von der Sparkasseverwaltung seit einiger Zeit ausgegebenen Heimsparbüchsen haben bis jetzt schon bei vielen Familien Anklang gefunden, weil sie hauptsächlich die Kinder zum Sparen ermuntern. Auch die hiesige Pfennigsparkasse hat im Lause des verflossenen Jahres wieder ihren Betrieb ausgenommen und erfreut sich einer stets zunehmenden Entwicklung. Allmählich ist die Zahl der meistens jugendlichen Sparer — Schüler, Lehrlinge, Dienstboten — auf nahezu 300 gestiegen, die zusammen beinahe 3000 Mk. eingelegt haben, wobei zu berücksichtigen ist, öafc die meisten Einleger erst wenige Monate der Kasse angehören. Man hofft, daß die Pfennig- sparlasse bald wieder den Stand der Vorkriegszeit erreicht. △ Echzell, 20. Ian. Zum Polizeidiener unserer Gemeinde wurde vom Gemeinderat Heinrich Mögt I. gewählt. Es hatten sich elf Bewerber um diese Stelle gemeldet. * Ortenberg, 20. Ian. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen hielt dieser Tage hier eine öffentliche Versammlung ab, die aus unserer Stadt und den umliegenden Orten sehr stark besucht war. Gauleiter Momberger - Darmstadt sprach zunächst über die Entwicklung der Sozialgesetzgebung unter Berücksichtigung der Neuregelung der Kriegsopserversorgung. Als zweiter Redner sprach der Bezirksleiter Benner- Gießen über die praktische Durchführung der Versorgung und die dazu gestellten neuen An- träge, weiter erörterte er organisatorische Fragen im Bereiche des Kreises Büdingen. Beide Referate fanden lebhaften Beifall. Eine anregende Aussprache bilbete den Abschluß der Versammlung. I Hirzenhain, 20. Jan. Um die feit längerer Zeit ungenügende Wasserverso r- g u n g unserer Gemeinde entscheidend zu bessern, hat die Gemeinde bei Merkenfrih eine starke Quelle gekauft, die in der Lage ist, auch bei steigendem Bedarf auf Jahrzehnte hinaus alle benötigten Wassermengen abzugeben. Die Gußrohre für die Zuleitung find bereits angefahren, so daß mit einem baldigen Beginn der Arbeiten gerechnet werden kann. Hoffentlich werden durch diese Erweiterung der Wasserversorgung auch die hochgelegenen Häuser unseres Dorfes aus 6er Zwangslage befreit, an manchen Tagen stundenlang ohne Wasser sein zu müssen. Giarkenburg. * Darmstadt, 20. Ian. Zahlreichen Mitgliedern des Landestheaters ist gekündigt worden; es sind darunter viele seit Jahren tätige Künstler. Die Maßnahme soll vorgenommen sein, um den Gagenetat herabzumin- d e r n. — Der an dem Einbruch bei der Firma Stegmüller beteiligte 20jährige Arbeiter Ludwig Eugen Böttcher, der auf der Flucht auf die Polizeibeamten schoß, ist jetzt f e st g e n o m m e n worden. WSN. E b e r st a d t, 20. Ian. In der gestrigen Gemeinderatssitzung wurdeDr. Curt Uecker (Darmstadt) zum Bürgermeister von Cber- st a d t gewählt. Bei der ersten Abstimmung erhielten Dr. Uecker 9 Stimmen, Stadtinspektor Lang (Darmstadt) 2 Stimmen und Landtagsabgeordneter Storck, den die sozialdemokratische Fraktion kurz vor der Wahl noch als Kandidaten aufgestellt hatte, 10 Stimmen. In der Stichwahl erhielten Dr. Uecker und Storck je 1 0 Stimmen. Das Los des Vorsitzenden, das nunmehr zu entscheiden hatte, fiel auf Dr. Curt Uecker. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Mehr Licht in der unteren Westanlage. Im Anschluß an die häufigen Besch-roerden in letzter Zeil über die mangelhafte Beleuchtung oerschie- dener Straßen der Stadt möchte ich einiges über die Beleuchtung der Westanlage sagen. Während die obere Westanlage von Ecke Seltersweg bis zum Viadukt in der Hammstraße ausreichend beleuchtet ist — von der Ecke Hammstraße bis zum Viadukt in der Hammstraße sind allein in kurzen Abständen fünf Lampen hintereinander —, befinden sich in der unteren Westanlage nur drei Lampen. Die Stadtverwaltung würde sich den Dank Vieler erwerben, wenn sie wenigstens nur noch zwei Lampen in der unteren Westanlage anbringen ließe, und zwar eine zwischen Neustadt und Mühlstraße, die andere zwi» schen Mühl- und Schanzenstraße. Auch die Lampe Ecke Neustadt dürfte besser durch eine hellbrennende ersetzt werden. Es ist nur ein Wunder, daß durch den starken Fuhrwerk- und Autoverkehr hier noch kein größeres Unglück geschehen ist. Hoffentlich wird bald Abhilfe geschaffen. Ein Anwohner der unteren West- a n l a g e. Bevor Sie Ihren Bedarf decken in Gardinen und Teppichen Beachten Sie bitte meine 5 Sdiaufenlter Bekanntmachung Los Los 743D des Amtsgerichts- 7350 2; 7; 3; auf bequeme Teilzahlung Becker. jedes Schulkind welflt es beute; Gas Ist längst für alle leute unentbehNich spät und früh, welltet spart viel.Z±H__und_ ™st Du Dich drum plagen? Eil ins Gaswerk ohne Zasenl Dort erfährst Du staunend dann, was mit Gas man machen kannl Möbel aller Art gut und preiswert in reicher Auswahl 6,95 km 21,41 km 5,91 km Auto $ Telephon Nr. 1730, Bekanntmachung. Die am 17. d. M. im Wald der Gemeinde cenkappe. dm AtdattivMsch. rsahkung. td ich, gehen neulich zu smn letzten Besuch um- ! Haus interessierte uns, Wächst erst einmal ton i keinen Hinterauf« le Frau. Sicherlich, aber aus der Haustür. .Bitte, diesem HauS der Hinter- di, unt) dann rechts dir st Blick musterte meine d schnell - .aber Sie reppe bemtzenl" 1 ungen. gbausgabe. Einwand - Episode - - Erhard - Morte, cher. Friedberg, den 16. Januar 1928. Der Bürgermeister: Dr. S e y d. Bekanntmachung In den Wagen der städtischen Straßenbahn wurden in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1927 nachstehende Gegenstände oorgefunden: 793V fünf Schirme, vier Stöcke, 23 Paar Handschuhe, zwei Marktnetze, acht Handtäschchen, ein Hut, zwei Brenn- scheren, ein Badetuch, eine Brille, ein Gestell, acht Geldbörsen, ein Kissen, drei Schlüssel, ein Kleid, eine Münze, ein Wollschal, eine Schachtel Objektträger, ein Hemd, ein Muff, ein Buch, zwei Aktenmappen und ein Paar Turnschuhe. Vorstehende Gegenstände können bei der unterzeichneten Verwaltung, Zimmer 3, in Empfang genommen werden. Direktion der städtischen Straßenbahn Gießen. S t o l t e. Srennholzversteigerung Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern soll Dienstag, den 24. b. 2TL, von vormittags 9% Uhr an, nachverzeichnctes Brennholz an Ort und Stelle versteigert werden. 745D holzversteiqerung. Donnerstag, den 26. Januar, kommt im Mufchenheimer Gemeindewald nachstehen- Organisationsleiter und Bezirksvertreter für leistungsfähige Krankenversicherung gesucht Geboten wird : Festes Gehalt, Reisespesen und erhöhte Abschlußprovisionen Verlangt wird: Umfangreiche Beziehungen zu allen Mittelstandskreisen und nachweisbare Erfolge auf organisatorischem u. akquisitorfschem Werbegebiete Schriftl. Angebote unter 752V an den Gieß. Anzeiger von wohlfeilen bis zu den vollkommensten Oualitätsmarken in 771a größter Auswahl Garantie Jedübliche Zahlungserleichterung Lieferung freiHaus Maus 8« Seltersweg 91 Moderne Schlafzimmer geschosses. II. Beamtenwohnhaus X an der Marburger Straße. 1: die Fenster des Keller- und Dach- nSlilg. lau Mreichm Wll- .kstheaters ist 98 lüHinter viele seit Ähren 'tat herabzum'N- LZÄ- 8erlJ/nlKimmung «* :r ersten ^tiaspektor SUmmeu, 6 Canötagß- Stimmen ft als r» ^mme". 3n . kls Borsitzenden, s S°- £ S Dr- Hane, i*1 Arbeitsveraelnnig. Unter Hinweis auf die Bestimmungen der Reichsverdingungsordnung werden die Glaserarbeiten zu folgenden Neubauten im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben: I. Polizeiamt auf dem Landgras-Philipp-Plah. Los 1: die Fenster des Keller- und 2. Obergeschosses. Los 2: die Fenster des Erd- und l.Ober- l. Ä? SS» itleL nicht )ie da sicht.St- rätfel. ; E I T F p j~pUl> = 1928 s S ATEE 'M ' ^argt; lo. dkn andern. Nrätsel. Vrenn- und Autzholzversteigerung im Gemeindewald Langsdorf. In den Forstorten Seekops, Rasenstück, Handels und Liebfrauenberg werden, nach vorheriger Zusammenkunft am Wald- cingang der Provinzialstraße Langsdorf—Nieder Bessingen, am Donnerstag, dem 26. Januar 1928, vormittags 9% Uhr, versteigert: 746V Brennholz. Scheiter rm: 200,7 Buche: 8 Eiche: 4,5 Kiefer: 10,5 Fichte. Knüppel rm: 105,8 Buche: 17,7 Eiche; 57,9 Kiefer; 25,3 Fichte. Reisig rm: 272 Buche; 24 Hainbuche; 56 Eiche. Stöcke rm: 68,2 Buche; 12 Elche; 92,4 Kiefer; 48,3 Fichte. Nutzholz. Derbstangen: Fichte: 650 Stück 3. Kl., 18,61 km. Reisstangen: Fichte: 81 Stück 4. und 5. Kl., 1,62 km. Bohnenstangen: Fichte: 1340 Stück. Nutzreiser: Fichte: 59,5 rm. Deichsel: Eiche: 7 Stück. Gute Abfuhrlage. Sämtliches Holz lagert in der Nahe bzw. direkt an der Straße Langsdorf—Nieder-Bessingen. Günstige Zahlungsbedingungen. Langsdorf, den 19. Januar 1928. Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. Zagdvervachiung. Donnerstag, den 2. Februar l. 3., nachmittags um 1 Uhr, soll die der Gemeinde Großen-Buseck zustehende Feld- und Wald- jagd auf weitere neun Jahre im Rathaussaale, dahier, verpachtet werden. 755V Das gesamte Jagdgebiet umfaßt 400 ha Wald und 1200 ha Feld, und ist die Bahnstation Großen-Buseck an der Strecke Gie- Julda in der Mitte des Jagdbezirks gelegen. Großen-Buseck, den 19. Januar 1928. Hess. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Gans. ____ überzeugen Sie fidi von meinem Riefenlager und den günftigen Prellen und Bedingungen Bahnhoiitraße i ■ probt. I ftettte sich ein junget m sich um eine Stelle zu t, wir Prüfung [einer zu schreiben, schrieb bet ftn: der Erben aus Lehm gebrannt. 9Me werden! seid zur Hand! Geschriebene, zog Die e: „Einen jungen Wann, j nicht brauchen." Beuern abgehaltene Nutzhohversteigerung ist genehmigt. Tag der Ueberweisung: Samstag, den 28. d. 2TL, vormittags 10 Uhr. Beuern, den 19. Januar 1928. 745V Hessische Bürgermeisterei Beuern. Lindenstruth. itoetofi M WMtzMn. Die bei Erbauung eines Rathauses sür die Gemeinde Garbenteich vorkommenden Arbeiten des inneren Ausbaues werden auf Grund der Reichsoerdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. L Glaserarbeiten: 40 qm Sprossenfenster. — 2. Weißbinderarbeiten: 460 qm Wand-, 200 qm Deckenputz, 170 qm Leimfarben-, 120 qm Oelfarbenanstrich, 340 qm Außenputz. — 3. Schreinerarbeiten: 10 Türen, 150 qm Fußböden, 200 m Fußsockel. — 4. Treppenlieferung: 33 Stufen, 9 m Geländer. — 5. Schtosserarbeilen: 10 Türen anschlagen, 180 kg Gitter. — 6. Tapezierarbeiten: 27 Rollen Tapeten. — 1. Beleuchtungsanlage: 20 Brennktellen unter Putz. 763V Angebotsvordrucke werden vom 23. Januar d. I. ab auf unserem Amte, Stephan- straße 18 (Zimmer 4), abgegeben, woselbst auch die Zeichnungen und Bedingungen einzusehen sind. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Samstag, dem 4. Februar d. 3., vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Zum Eröffnungstermin haben die Bieter Zutritt. Zuschlagsfrist: 20 Tage. Gießen, den 18. Januar 1928. Hessisches Hochbauamt Gießen. B e r t h. Distrikt Heegwald. 1. Scheiter rm: Buche 313; Eiche Fichte 4. 2. Knüppel rm: Buche 61; Fichte 29. 3. Reiser rm: Buche 344; Eiche Fichte 129. . 4. Stöcke rm: Buche 138; Elche geschosses. 2: die Fenster des Erd- und Obergeschosses. 763V Die Bedingungen und Zeichnungen liegen ab Montag, den 23. Januar 1928, während der Dienststunden bei unserer Zweigstelle, Kreisamtsgebäude, Zimmer 20, zur Einsicht offen. Angebotsvordrucke, keine Zeichnungen, werden, solange der Vorrat reicht, unentgeltlich abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Montag, dem 6. Februar 1928, vormittags 11 Uhr, bei unserem Zweigbureau im Kreisamtsgebäude abzugeben; zur Eröffnung haben die Bieter Zutritt. Zuschlagsfrist: drei Wochen. Gießen, den 18. Januar 1928. Hessisches Hochbauamt Gießen. I. V.: Kuh (mann. rsandi. Aubril aller “rfition 5° iiiDtlji* ein Ahrend 11 £ aurreich^ zMki ■fei ■eSW [fr ^rd>S*r, W > ........ ,nllp ohne Operation, vollständig ohne Berufs- ftörung, keine schmerzhafte Einspritzung. 3n Behandlung kommen: Leisten-, Schenkel-, Hoden-, Nabel- und Dauchbrüche. 790d lieber die Erfolge unserer Methode schreibt: Herr Dr. med. H. D., approbierter Arzt: Ihre Methode der Operationen losen Bruchbehandlung habe ich verschiedentlich an meinen Patenten erprobt und ich kann Ihnen nur von besten Erfolgen dabei berichten. Selbst Brüche allerschwerster Art kamen in verhältnismäbig kurzer Zeit zv restloser dauernder Ausheilung. Herr W. D., Köln: . . nach Smaligem Besuch Ihrer Sprechstunde ist mein Leiden nun ohne Operation und ohne Schmerzen vollkommen ausgeheilt worden, was ich dankend anerkenne und kann Ihre Methode nur jedem bestens empfehlen. Frau W. ©., Jävenitz (Altmark): Mein Sohn hatte von her Geburt an einen Le stenbruch, der trotz Tragen eines Bande» nicht verschwand Nach Ihrer Behandlung ist der Bruch in einigen Monaten vollkommen ausgeheilt und kommt bei keiner Anstrengung mehr hervor Herr A. F., Rotenfels (Mgtl.): Bin über den (Erfolg des Heilverfahrens bestens zufrieden, habe die ganze (Ernte mitgemacht ohne besondere Beschwerden zu bemerken. Tprechstundc unicrcS approbierten, speziell ausgebildeten Vertrauensarztes in: Gießen, Babnboss-Hotel, am DicnStag, dem 24.Januar, nachm. von '4 bis 6 llbr, und am Mittwoch, dem 25. Januar, vormittags bon 8 bis 11 Ubr. AerUI.Institut für orthopädische Bruchbehand- hing G m. b. H., Bremen. Erstes ärztliches Institut, das nach einer seit 20 Jahren be- mahnen Meihode bebandetl. Oer Friedberger Frühjahrspferdemarkt 1928 findet am Dienstag, dem 21. Februar, statt. Mit dem Markte soll eine Prämiierung verbunden sein. Zur Prämiierung, die unter Mitwirkung des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhessen, des Landespferdezuchtvereins, des Verbandes der Warm- blutzüchler Hessens und des Wetterauer Reitervereins e. D. stattfinden soll, werden Tiere des Wagenschlages und des Arbeits- fchlages im Besitz von Landwirten, Gewerbetreibenden und Händlern aus Hessen und den anliegenden preußischen Kreisen, und zwar Zuchtstuten sowie zwei- und dreijährige Fohlen zugelassen. Für diesen Zweck stehen wertvolle Preise zur Verfügung. Prämiierungsvlan und Anmeldeformulare sind vom 23. Januar ob auf der Bürgermeisterei erhältlich. Anmeldungen zur Prämiierung müssen bis zum 15. Februar erfolgt sein; später einlaufende Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Aus Anlaß des Marktes soll auch eine Ausstellung von landwirtschaftlichen Geräten (Mas- nnen, Wagen, Geschirren usw.) veranstaltet werden. Anmeldungen hierzu sind gleichfalls bis zum 15. Februar an die Bürgermeisterei vorzunehmen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung A wurde eingetragen: 768V Am 13. 3anuar 1928: a) Bei der Firma August fiilbinger in Gießen: Die Firma ist geändert in August Kilbinger Nachfolger, Inhaber I. G. Hofle. Inhaber ist der Fabrikant Johann Georg Hofle in Offenbach a. M. Die Prokura der Marie Kilbinger geb. Petri zu Gießen ist erloschen. Dem Kaufmann Carl Grünewald in Offenbach a. M. ist Prokura erteilt. Die lieber- nähme der seither im Betriebe des Ge- schafts begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten ist ausgeschlossen worden. — b) Bei der Firma Gustav 3. Kahn in Gießen: Als weitere oertretungsberechtigte Gesellschafter sind Maria und Erna Stamm, beide in Gießen, mit Wirkung vom 1. Januar 1927 eingetreten. Am 17.3anuac 1928: Bei der Firma Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. u. W. Denninghoff in Gießen:. Dieselbe ist seit 1. Januar 1927 Kommanditgesellschaft. Die offene Handelsgesellschaft ist erloschen. Die Dauer der Kommanditgesellschaft ist bis 31. Dezember 1946 bestimmt. Es sind fünf Kommanditisten vorhanden. Gießen, den 19. Januar 1928. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Vergleichsverfahren. über das Vermögen des Kaufmanns Paul Kleber zu Neustadt tm Odenwald, auch der Firma Granit- und Dasaltwerke Kleber & So. daselbst, ist am 18. Januar 1928, nachmittags 5‘/< Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. Gleichzeitig ist an den Schuldner ein allgemeines Deräuherungsverbot erlassen worden. Der Rechtsanwalt Dr. Süß zu Michelstadt i. O. ist zur Vertrauensper- son ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag ist auf Freitag, den 10. Februar 1928, vormittags 10 übt, vor dem Amtsgericht in Höchst im Odenwald, Zimmer 2, anbeiaumt. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst seinen Anlagen und das Ergebnis der weiteren Ermittlungen sind aus der Geschäftsstelle zur Einsicht der Veteiligten niedergelegt. Höchst i. Odw., den 18. Januar 1928. Hartmann, Inspektor. ürfunbßbeamtet der Geschäftsstelle und Pianos HM _ _ JL Gemeinnützige BLb Cb BH filTQ ■ Möbelverforgung MmuI Gießen Lindenpl.l Vergebung von Siraßenbaumaierialien Auf Grund der Reichsverdingungsord- nung sollen die für Unterhaltung der Pro- vinzialslrahen der Provinz Oberhessen im Rechnungsjahr 1928 erforderlichen Materialien nach Baubezirken und Straßen getrennt vergeben werden. 785V a) Für gewöhnliche Unterhaltung: rd. 26 500 cbm Hartbasaltkleinschlag, rd. 9 250 cbm Bindematerial (Splitt, Kies, Sand). b) Für Walzungen: rd. 8 500 cbm Hartbasaltkleinschlag, rd. 1 500 cbm Splitt, rd. 175 cbm Basaltsand, rd. 2 000 cbm Grubensand. Angebotsunterlagen können ab 24. d. M. bei uns sowie bei den zuständigen Bezirksbaubeamten eingesehen und gegen Erstattung der Selbstkosten erhoben werden. Angebote sind verschlossen und postfrei bis spätestens zum Eröffnungstermin Freitag, den 3. Februar 1928 vormittags 10.30 Uhr bei uns (Gießen, Johannesstraße 17) cin= zureichen. Zuschlagsfrist: drei Wochen. ■ Gießen, den 20. Januar 1928. Provinzialdirektion Oberhessen. T i e f b a u. Frankfurt a. M. Restaur. Kölner Hof am Hauptbahnhof rechts Vornehm behagliche Räume Anerkannt erste Küche Dortmunder Aktien-Pils und Münchener Hofbräu Große und kleine Räume für Konferenzen u. Festlichkeiten Hotel Kölner Hof lieber 100 Zimmer mit fließ, warmen und kalt. Wasser von Mark 4.- an. 20 Privatbäder ioo$s des Holz zur Versteigerung: 23 Fichtenstämme 1. Kla se, 28 Fichtenstämme 2. Kla se, 4 Fichtenstämme 3. Kla se, 81 Fichtenderbstangen 3QBQÜQ ■QQQp 1080013 iQeeefl BQBaia Mm O80B0 81 Fichtenderbstangen 6,36 fm. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am Küchenstaatskopf. 738V Muschenheim, den 18. Januar 1928. Bürgermeisterei Muschenheim. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr auf der Kreisstraße Beuern—Geilshausen, am Waldeingang. Das Holz lagert an guten Abfuhrwegen an der Kreisstraße Beuern- Geilshausen. Beuern, am 19. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei Beuern. Linden st r ut h.__ Brennbolrversteiqerimq Donnerstag, den 26. 3anuar d. 3., vormittags 10 Uhr ansangend, werden im „Deutschen Haus", dahier, folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: 633V Distrikt 48, 49 (Weidenhain), 22a, 22d: 2 rm Eichenscheiter, 48 rm Eichentnüppel, 214 rm Buchenscheiter (Rollen), 596 rm Buchenknüppel, 9500 Stücke Buchenwellen, 7700 Stücke la Buchen - Durchforstungswellen. Brandoberndorf, den 18. Januar 1928. Der Bürgermeister. Stahl.______ 774a 776a 760a 631D 0511 Mein 762V LVaasen und Gewichte aller Art empfiehlt u. stellt eichfähig her »O» k ftuOTTO IH APOTHEKEN DZ Wir erhielten eine lose Ladung Porzellan-Feston-Gesdiirre motoi legt werde tierung der Kleber diese da. wie mit den Rigaer' tvvche nach Schliehlich Interessen i Siegen, b ^aat der ^mlung n welche^ Pfaffe L Talle et6unö J einmal g bet j § der f, Mlag fi L°ges A. ^rden. Es i schüft i, & T '°"dern ledig Punkt wieder LS Vieler %tn ■ '««' Ai. Sine RerM die den beul lann nur im bm ist Ri m,t Polen Es ist ke Dingen uni Eens. Ab Komitee de *LQ9 Lusc uern. des E bei diesen ' j°"bers be /prechungen AieLi'i All nn der «üt uns 0 w01 £ ffJk ääs kann man, nisterpral'de dein Md, seiner 8ow wenn die - anderen^ Saran ist 1‘ liegt, diese zu sühren-, greislicher gramm aus die nächst Verkehrs, ’ bahn. Zan> auch, wenn Dresche ihn Dresche hin dringung" £ täte dcshali möglich, um an dem Pol greisen toürt Handlungen unangenehm eben die Ä Doldemaras Anne tatsäch Soweit d'u Handlungen ■ sie es dahi lingt. Dri Ostpolitik ii an die ame bekannt, jlr Politik, die gar nichts arbeiten. 1 gangspunkt im ganzen der Dert uns ist die Litauens land mb 3 berührt unwerten muß deren Dert Die Restbestände m Damen-und Kinder-Wintermänteln werden zwecks gänzlicher Räumung zu jedem annehmbaren Preise verkauft! J. Pfeffer, Gießen Neueste Elektro- Holzbearb.- Maschinen für riemenloeen Antrieb, kraft- und platzsparend. “c Bandsägen, Fräsen, Hobelmaschinen usw. bearb. - Maschinen Klein & Stiefel, Fulda Eisu-^BettenS; Stahlmatratzcn, günstig an Private. Katalog 56 frei. Eisenmöbclfabrlk Suhl (Thüring.). Bitte die Auslagen zu beachten. Besichtigung ohne jeden Kaufzwang erwünscht Lang & Wiederstein Marktstrafoe 4 Uaitb wtrkend — J ährtet»* bewAfl — Keto O en Klopfte - keine Mogtnbtsdiweetn mit dem Vergnügungsreisen-rDampfer»Oceana« I. GROSSE ORIENTFAHRT vom 9. Februar bis 7- März Von Genua über Neapel, Messina, Alken, Konstantinopel, Port Said, Haifa, Korfu, Fahrt durch die Bucht von Cattaro nadi Venedig. Reisedauer 27 Tage. 2. GROSSE ORIENTFAHRT vom 8. A4är? bis 3. April Von Venedig über Bucht von Cattaro, Korfu, Athen, Konstantinopel, Haifa, Port Said, Messina, Neapel nach Genua. Reisedauer 26 Tage. Fahrpreis für jede Reise TUI 800.- und aufwärts Weitere 2 Mittelmeerfahrten in der Zeit von April bis Mai d- J-, firner 7 Nordlandfahrten in der Zeit von Juni bis September d. J. Auskünfte und Prospekte über diese Vergnügungsund Erholungsreisen durch die HAMBURG-AMERIKA LINIE Abteilung Personenverkehr |SrGj HAMBURG 1 + ALSTERDAMM 25 und die Vertretungen an allen größeren Pf&tzen Vertretung in (neben, Sally Loeb, B»hnhofetr.52a Wetzlar: Hermann Sirconlomb, Bahnhofstraße 26 Karl Schmidt,Gießen,Neuenweg 42,Tel.4025 OMadier Ledemrengescliätt befindet sich jetzt Marktstrafee 21 Zur Eröffnung gewähre ich bis zum 1. Februar 10 Prozent Heinrich Sack Geschäfts - Eröffnung Den werten Einwohnern von GrokewBnscck und llmncbuna gebe ich hiermit bekannt, daff ich eine eröffnet habe. Durch mehrjährige Berufstätigkeit in ersten ,>irmen bin ich in der Lage, den modernsten Ansvrüchen Rechnung zu tragen. Mit der Bitte, mir vorkommendenfalls Ihre geschätzten Aufträge »u übertragen, versichere ich Sie einer gewtffenhafien, promoten Lieferung und zeichne mit grötzier Hochachtung 6njfllö5ten6flo,5!lin?iöer,Boiiiilioffn.27 __ 0406 Kaiser’s Brust-Caramellen mit den „3 Tannen“. Sehen Sie die reizende junge Dame im Schnee! Wintersport ist ein Vergnügen, wenn Sie diese köstlich schmeckenden Husten-Bonbons bei sich führen. Nie gibt es eine Erkältung, sofort beseitigen Sie jeden Katarrh, jeden Husten und das lästige Kratzen im Hals. — Kaiser’s Brust-Caramellen schmecken köstlich, sind gleichzeitig nahrhaft. 15 000 Zeugnisse! Kaufen Sie nichts anderes! Paket 40 Pf., Dose 80 Pf. Zu haben in Apoth., Drog. und wo Plakate sichtbar. von der Qualitätsfabrik Jaeger & Co., Marktredwitz, mit unwesentlichen kleinen Schön-1 heitsfehlern. Es kosten u. a. solange Vorrat reicht: Teller, tief und flach, 40 Pf. / Dessertteller, 19 cm, 30 Pf. / Salatschüsseln, viereckig, von 30 Pf. an / Ovale Platten von 33 Pf. an / Saucieren mit Platte von 80 Pf. an / Ferner Terrinen, Ragoutschüsseln usw. in allen Größen. Interessante Filmvorführungen i. Palast-Lichtspielhaus, Kircfaenplatz TCcn/wn 1. Film: Trinke gesunde Milch 2. „ Kindererholungsheim Haffkrug 3 „ Fleischwarenfabriken Altona u. Elmshorn 4. „ Sonstige Scherzfilme Für Kinder außerdem Hans Huckebein und vom Ei zum Ei. Für Kinder finden die Veranstaltungen immer nachmittags 4 Uhr statt. Für Erwachsene abends 8 Uhr. Eintritt frei! Eintritt tret! Freitag, den 3. Februar V erteilungsstellen Rodheimer Straße Kaiserallee/Am Kugelberg U—764« Eintrittskarten werden 3 Tage vor der jeweiligen Veranstaltung ausgegeben. Die Mitglieder können die Karte nur in der Verteilungsstelle, in der die regelmäßige Warenentnahme erfolgt, entgegennehmen. — Nichtmitglieder können jederzeit Karten im Bureau, Schanzenstr. 16, empfangen. Konsum-Verein Gießen und Umgegend e. G. m. b. H. ■dt PrAriilone. nr M. 18.- otft extra (wtee Einiederwerk, enr M. 43.- mit extra «iarkeiD Ptixisione- Doppelfeder- •cbneckea- wrk.m Elektro- SchalltricbUr, voller Raumton, wunderbare Wiedergabe M. 55.-. 1 Jahr Garantie für Laufwerk und Feder. Simtliche Apparate werden In eigenem Werk lachmfinniich hergeetellt u. vor dem Versand geprüft. Wir wäre en vor mlncicrwer.l- ßea Nachahnumflen! Viele Denkschretbea Procbtkatalog über alle anderen Instrumente gratis und franko Husberg AComp., Rouenreda Nr. 6 (Wostf.) fioch nie dagewesenl Famtiien-Konaert-Sprechapperat mit Haube, 2 Türen und rundem Resonaos-SchaHtrlchter la Qualftit, genau wie Ab* bild trag. In Eiche, GröBe <1x41x31 cm, prima SchaUdose, •Urkeo Federwerk, mit 25 cm Plattenteller, mit 200 Nadel« tmd 20 Koneertmuaikatücke«- Bufdihoff Dampfe Ue Motordrefdimafdiinen Unübertroffen in Bauart, Leistung,Zuverlässigkeit u. Lebensdauer Bufdihoff Strohbinder einfach, dauerhaft und zuverlässig Strohpreffen, Strohfdineidergebläfe neue und gebrauchte Lokomobilen und Zuglokomobilen, sowleRohölmotore, gut durchreparierie Dreschmaschinen Jede Maschine ist eine Empfehlung Th« Bufj|ins< ,cherHr Neueste Elektro- 17 Holzbearb.- f Maschinen d, für riemenloeen 7* platisparend. ’belmaschinen usw. iStiefel^ «KS itiifiaWJ'os Junour, '""Ä; M»«! LAwSflC llr. 18 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 21. Januar (928 Buntes Allerlei 2 Teller Suppe für nur 13 Pfennig stauen wie vor den Sportpalästen. An dem Schmeling-Abend — herrlich ist Schmeling! Wunderbar die Gesetze s einer Kraft, die Schönheit seiner Gliederschulung! — seufzten die halbvollen Theater, und die Singakademie war nicht ausverkauft, obschon da seinen einzigen Abend der junge Italiener Zecchi gab, ein Klavierphänomen, der deutsche Musik (Bach, Schumann, auch Chopin! Ist Chopin nicht deutsch wie Mondnächte am Neckar und Dämmerungen in fürstlichen Parks?) mit derselben Schönheit, Klarheit und Reinheit spielte, wie Schmeling sie körperlich entwickelte. Aber der Iüngling am Klavier benützte sein Genie, um göttliche Wahrheiten mitzuteilen. Also lauschten ihm nur Fünfhundert. Aber an Schmeling, der doch nur irdisch schön und vollendet war, entflammten sich Zehntausend. Nichts gegen den Boxer, alles gegen seine Anbeter! Der Liebesroman des Prinzen Lhichibu. Ganz Iapan ist in Aufregung über den De-> richt, bah Prinz Chichibu, der Bruder des Kaisers und Thronfolger, Fräulein Setsuko Matsudaira, die Tochter des japanischen Gesandten in Washington, heiraten wird. Eine offizielle Mitteilung der Verlobung ist noch nicht erfolgt, aber der Zeremonienmeister des japanischen Hofes, Teizaburo Sekiya, hat erklärt, dah er nur so viel sagen könne, das) Fräulein Madsudaira sich sehr wohl zur Gattin des Prinzen eigne und die einzige Person sei, die dafür in Betracht komme. Das Aussehenerregende an dieser Meldung ist die Tatsache, dah die junge Dame nicht einer der fünf „Gosekke-Familien" entstammt, aus denen nach uraltem Brauch die Mitglieder des japanischen Kaiserhauses allein ihre Gemahlinnen wählen dürfen. Der Zeremonienmeister aber ist um einen Ausweg nicht verlegen und meint, dah dieses Hindernis dadurch leicht aus der Welt geschafft werden könne, das; die Erwählte von einer dieser vornehmsten Familien adoptiert wird. Die junge Dame, die sich gegenwärtig mit ihren Eltern in Washington befindet, ist 19 Jahre alt und paht daher im Alter gut zu dem Prinzen, der 26 ist. Sie soll ein besonderer Liebling der Kaiserin- Witwe, ihrer künftigen Schwiegermutter, sein. Als Fräulein Madsudaira mit den Eltern nach Amerika ging, beschwor sie die Kaiserin, sich keinen Bubikopf schneiden zu lassen. Das hat sie auch nicht getan, und diese Entsagung wird nun belohnt, denn eine kaiserlich-japanische Prinzessin muß lange Haare haben. Der Zufluchtsort der reichsten Engländerin. Lady Houston, die Witwe des vor zwei Jahren verstorbenen größten englischen Schiffsreeders Sir Robert Houston, die gegenwärtig die reichste Frau Englands ist, ist plötzlich aus England verschwunden. Sie erbte von ihrem Gatten ein Vermögen von 140 Millionen Mark und1 wurde viel genannt, als sie sich weigerte, die Erbschaftssteuer in der Höhe von 50 Millionen Mark zu zahlen. Sie leistete der Steuerbehörde energischen Widerstand und führte ihre Sache so geschickt, dah der Schatzkanzler Whinston Churchill sie schließlich zu einer persönlichen Aussprache bat, bei der sie ihm 20 Millionen abhandelte und erklärte, daß sie das übrige nur „aus freien Stücken" zahle. Dieser Vorgang, der in der englischen Steuerbehörde einzig dasteht, hat sie in den Ruf einer vortrefflichen Geschäftsfrau gebracht, aber die lästigen Verhandlungen mit der Steuerbehörde scheinen doch ihre Nerven angegriffen zu haben, denn sie verschwand aus ihrem Palast. Berichterstatter englischer Blätter haben nun ihren Zufluchtsort aufgespürt. Auf ihrer kostbaren Luxusyacht „Liberty", ist sie ganz unbemerkt in den Weihnachtstagen, während die furchtbaren Stürme auf dem Kanal wüteten, nach Frankreich gefahren und hat an einer einsamen Stelle der Seine in der Näh« deS kleinen Dörfchens Dal de la Hah zwischen Rouen und dem Meer die Anker auswerfen lassen. Hier haust sie nun in ihren reich ausgestatteten Gemächern an Bord des Schiffes in völliger Einsamkeit. Die einzige Verbindung mit der Außenwelt stellt das Motorboot her, das bisweilen Einkäufe in Rouen macht. Sonst lebt sie allein mit ihrer Sekretärin und ihrer Dienerschaft, bewacht von der 60 Offiziere und Matrosen umfassenden Mannschaft des Fahrzeuges. Den Ausfragern, die sie aufgespürt haben, erklärte sie, ein Hauptgrund für ihre Flucht sei die Flut von Bettelbriefen gewesen, mit denen sie überschüttet wurde. Nachdem sie die Angaben in einigen der ergreifendsten Dittschreiben geprüft und alles als Schwindel und Betrug herausgefunden hatte, wurde ihr die Lust verleidet, auf solche Briefe zu antworten, und sie entzog sich den Delästi- gungen durch rasche Abfahrt. Sie verbringt den größten Teil des Tages in der großen Vorderkabine, deren Fenster geöffnet sind, und träumt in die einsame Landschaft hinaus. Däscherinnenkratsch. Der österreichische Komödiendichter des achtzehnten Jahrhunderts, Philipp Hafner, war eine Art Eulenspiegel, stets zu lustigen Streichen bereit. Einige Freunde, die viel von der Schimpfkunst und dem unerschöpflichen „Tratsch" der Wiener Wäscherinnen gehört hatten, äußerten einmal den Wunsch, diese Virtuosen der Zunge in ihrem vollen Glanz zu beobachten, und Hafner versprach, ihnen dieses Schauspiel zu verschaffen. Er fuhr mit ihnen auf einem Doot im Donaukanal nach dem sog. „Schänzel", wo die Frauen zu waschen pflegten. Dann befahl er den andern, die Wäscherinnen zu beobachten, ohne ein Wort zu reden. Das fiel natürlich den Weibern auf; sie unterhielten sich zunächst leise über die müßigen Zuschauer, wurden dann immer lauter und liehen schließlich einen unendlichen Strom von Schimpfworten dem Gehege der Zähne entströmen. Je ruhiger die Zuschauer blieben, desto wütender und lauter wurden die Waschfrauen, und Hafner hatte seinen Zweck voll erreicht. Line türkische Ringerin. Aus dem Innern Anatoliens ist eine gewichtige Dame in Konstantinopel eingetroffen. Es ist Emine Pehlivan, eine berühmte türkische Ringerin, die eine Herausforderung des großen Ringkämpfers Pussuf Bcrza Bey, der den Beinamen „der syrische Tiger" führt, angenommen hat. Emine, die erst 23 Jahre alt ist, hat ein Gewicht von über 230 Pfund und hat bisher die kühnsten Ringkämpfer Anatoliens besiegt. Sie hofft auch mit dem „syrischen Tiger" fertig zu werden. Da sie noch unverheiratet ist, fragte man sie über ihre Heiratsaussichten aus, und sie erklärte daraufhin freimütig, daß sie nicht in den Stand der Ehe treten wolle, selbst wenn sich ein Mutiger stnden sollte, den danach gelüstete, mit ihr den Bund fürs Leben zu schließen. erhalten Sie mühelos auf einfache Weise — durch kurzes Kochen mit Wasser - in reicher Sortenauswahl aus MAGOP Suppen-Würfeln Verhüllung für die abermalige Befestigung der Siegerstaaten tmb ihrer Macht in Europa. Dann aber wird auf dem Wege bestimmt nicht ein Frieden .gesichert" und „organisiert", der dein nach Frieden verlangenden Europa daS G *ühl des Vertrauens und der Dauer wirklich ein- flößter Zeiiungöschau. Kurt Münzer schreibt in der Wiener „Neue n Freien Presse" Briefe aus Berlin Im letzten schildert er das jubelnde, das tobende, das rasende Publikum, das den Sieg des Meisterboxers Schmeling gesehen hat, und er schildert, wie ihn selbst bei diesem „antiken Gladiator" das „göttliche Ebenmaß der Gliederbildung" entzückt hat. Aber er hält inne im Entzücken, ihn drückt ein Gedanke nieder: Es wäre nun schön gewesen, toeim — wie, heiliges Griechenland, in dir! — der G ef st in der Arena gesessen und applaudiert hätte, wenn die Philosophen gekommen wären, die Denker und Staatsmänner, um sich am vollendeten Körper zu erfreuen. Das hätte die antike Harmonie hergestellt. Aber es klatschten die Satten und Arrivierten, es klatschten Mob und einseitig orientierte Jugend, es jauchzten Frauen und Mädchen der bloßen Kraft zu. Die Häupter der Stadt, die Dichter in ihren Mauern verhungern und Musiker stumm bleiben lassen, glänzten milde in ihren Logen. Der Geist petitionierte vergeblich, aber dem Sieger im Lauf und Schwimmen wird die Hand gedrückt. Um was — eigentlich — handelt es sich bei Meisterschaften und Titelkämpfen! Was ist das Wesentliche dabei? Ist es nicht vielleicht der Sieg des Anwesens? Es gibt ein Argument, mit dem der Sport totzuschlagen ist: er ist nicht schöpferisch... Billig, vergeblich, falsch alle Hinweise auf, alle Vergleiche mit Griechenland: aus unseren Stadien sind noch keine Platons und Sophokles geblüht. Griechenlands Ideal war das „Maß", das unsere ist der Rekord. Wenn man bedenkt, daß das Gesamtinteresse unzählbarer Massen dem Sport einseitig zugewandt ist, kann man ermessen, wieviel geistige Energie dem harmonischen Weltbild dadurch entzogen wird. Geistige Fragen von entwicklungsgeschichtlicher Bedeutung bleiben unbeantwortet, weil der Sport die menschliche Kraft, die zur Beantwortung nötig wäre, auf saugt. Niemals noch hat ein geistiges oder künstlerisches (kaum ein politisches) Ereignis Berlin so in Aufruhr. Bewegung, Teilnahme gebracht wie ein großer Boxabend. Cs gibt kein Theater, kein Parlament, keine Aniversität, keinen Konzertsaal, kein Museum, vor dem die Autos der Gesellschaft und die Massen des Volkes sich so tember durch das Sekretariat weitergegeben wurde und so ignoriert worden ist, daß sobald die Frage wirklich praktisch wird, eigentlich kein Staat sich wirklich binden will. Zunächst kann Deutschland nicht mehr tun, als diese Vorbereitungen sehr aufmerksam $u verfolgen. Wann und wie es selbst positiv eingreifen kann, bedarf sehr genauer lieber- legung und Vorbereitung. And es braucht ja wohl nicht wiederholt zu werden, daß für Deutschland die Annahme des Genfer Protokolls, auf dessen Gedanken die Tendenz der französischen Partei hingeht, nicht in Frage kommt, für uns aus oft wiederholten Gründen nicht möglich ist. And auch für Deutschland ist es nicht ohne Interesse, wie jene französisch-amerikanische Erörterung in diese Genfer Erwägung hereinspielen wird. Man sieht ja sofort, wie es überall dieselben Gedanken, dieselben Formeln und auch dieselben Vorstellungen praktischer Lösbarkeit sind, die die ganze Erörterung um Friedensorganisation und Friedenssicherunq beherrschen. Aber sehr recht hat die Times bei ihrer Besprechung der französisch-amerikanischen Verhandlungen mit dem Hinweis, daß in Europa jetzt eine Masse von Verträgen, Koventionen. Erklärungen usw. existiere und, daß trotzdem Europa ein Gefühl der Nervosität, der Anruhe und der Sorge nicht los werde, es könne doch an dieser oder jener Frage eine vorhandene Spannung zu kriegerischer Explosion führen. Das zeigt den schwächsten Punkt der Genfer, wie der französisch-amerikanischen Verhandlungen. Man geht ja um öie eigen tlichen Kernfragen dabei herum. Will man den Frieden wirklich sichern und organisieren, dann muß man an die Wurzel gehen, an die Stellen, wo das liebet, d. h. die Spannung, die Kriegsgefahr sitzt. Das ist nun einmal die sinnlose Belastung der europäischen Volkswirtschaften mit unproduktiven Kriegsschulden, der deutschen Reparation und der interalliierten Schulden. And das ist auf der anderen Seite die Grenzziehung der Pariser Gewaltverträge mit den daraus unweigerlich entstehenden Spannungen. Jedenfalls zu dem zweiten Punkt muß man in Erwägungen, wie sie zwischen Frankreich und Amerika schweben und vor allem, wie sie für Genf vorbereitet werden, die Frage hereinstetten, wie die Grundlage der ganzen heutigen europäischen Staatenordnung, nämlich das System der Pariser Verträge, da friedlich revidiert werden könne, wo aus ihm Spannungen und Gefahren nicht nur entstehen werden, sondern bereits entstanden find. Tut man das nicht, so bleiben diese ganzen Verhandlungen ein Streit von Worten und Formeln oder eine Die Sicherung des Friedens. Außenpolitische Umschau. Don Or. Otto Hoch, o. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. 5t Für uns am wichtigsten ist im Augenblick die Vorbereitung auf die Aussprache zwischen Polen und Litauen Ende des Monats und auf die Prager Vorkonferenz, die die Sicher- heitsbesprechung vom 20. Februar in Genf vorbereiten soll. Nach wie vor sind die Aussichten auf eine Verständigung zwischen Polen und Litauen, die in Riga besprochen werden soll, nicht besonders groß. Sie find besonders gering vor allem dann, wenn Litauen tatsächlich die W i l n a f r a g e in den Vordergrund rückt und sich damit einer schroffen Ablehnung und dem Abbruch der Verhandlungen ausseht. Doch kann man wohl annehmen, daß Litauens Ministerpräsident diese Frage mehr taktisch behandeln wird, nämlich als ein Druckmittel in seiner Hand, das er jederzeit anwenden kann, wenn die Verhandlungen mit Polen über die anderen Fragen auf Schwierigkeiten stoßen. Denn daran ist ja kein Zweifel, daß Polen daran liegt, diese Verhandlungen zu einem Abschluß zu führen. Cs hat mit verständiger und begreiflicher Mäßigung das Verhandlungsprogramm aufgeftellt. Es will nur sprechen über Die nächsten Fragen: Eröffnung des Grenzverkehrs, Postbeziehungen, Telegraphie. Eisenbahn, Handel und Schiffahrt. Ihm genügt ja auch, wenn sich aus diese Weise nur eine kleine Dresche ihm öffnet. Dann kann es durch diese Bresche hindurch mit seiner „friedlichen Durchdringung" Litauens schrittweise weitergehen. Gerade deshalb ist aber Litauen so vorsichtig wie möglich, um nicht den kleinen Finger zu geben, an dem Polen sehr schnell die ganze Hand ergreifen würde. Cs wird sich also in den Verhandlungen sperren, und wenn sie ihm ganz unangenehm werden, dann wird als Druckmittel eben die Wilnafrage kommen, von der Herr Woldemaras genau weiß, daß er sie in seinem Sinne tatsächlich nicht einen Schritt weiter bringt. Soweit die anderen Mächte auf diese Verhandlungen überhaupt Einfluß nehmen, werden sie es dahin tun, daß eine Verständigung gelingt. 03 r i an b hat sich zu den Ideen seiner Ostpolitik in einem Neujahrsinterview, das er an die amerikanische Presse gegeben hat, erneut bekannt. And auch eine deutsche positive Ostpolitik, die wir immer wieder fordern, kann gar nichts anderes tun, als in ähnlichem Sinne arbeiten. Nur daß selbstverständlich der Ausgangspunkt für uns und unsere Gesichtspunkte im ganzen andere sind. Für Frankreich steht der Verbündete Polen im Vordergrund, uns ist die Hauptsache, dah die Integrität Litauens als der Brücke zwischen Deutschland und Rußland unter allen Umständen unberührt und ungefährdet aufrechterhalten werden muß. Deshalb legen wir auch so besonderen Wert darauf, daß die Verhandlungen zwischen Deutschland und Litauen möglichst balo zu einem Abschluß führen. Herr Woldemaras hat selbst gesagt, daß Litauen ein Wirtschaftsabkommen mit Deutschland außerordentlich nötig habe, und wir wieder haben den dringenden Wunsch, dah nun endlich die alten Klagen und Beschwerden Memels aus der Welt geschafft werden und zwischen Deutschland und Litauen die Beziehungen vertragsmäßig festge- legr werden, die sich aus der geographischen Lage und der gleichmäßigen paralellen Orientierung der beiben Staaten von selber ergeben. Aeber biefe Fragen wird in Berlin gesprochen, da, wie mitgeteilt wird, Herr Woldemaras vor den Rigaer Verhandlungen in der letzten Januarwoche nach Berlin kommt. Schließlich hat ja auch Rußland da gleiche Interessen und Gesichtspunkte. Wenn sich seine Presse jetzt manchmal über deutsch-polnische Verhandlungen und Verständigungsmöglichkeiten besorgt zeigt, so hat bas keinen rechten Sinn. Eine Verständigung zwischen uns und Polen, die den deutschen Lebensinteressen gerecht wird, kann nur im Sinne Rußlands sein, und außer- Dem ist Rußland ja seinerseits auch bereit, mit Polen Verträge zu schließen. Es ist kein Zusammenhang zwischen diesen Dingen und den Vorbereitungen für Genf. Ab 26. Januar soll das vorbereitete Komitee der Sicherheitskonferenz in Prag zusammentreten. Es besteht aus Männern, des Genfer Protokolls, und darum ist uns bei diesen Vorbesprechungen in Prag nicht besonders behaglich zumute. Für diese Besprechungen sollten Vorschläge, Anregungen ein- aereicht werden. Dem sind nachgekommen Schweden und Norwegen, Belgien und im letzten Augenblick auch England. Man kann annehmen, Dah der schwedische und norwegische Vorschlag sich ungefähr in der Richtung des Antrages Nansen im letzten September bewegen werden. Es ist wohl sicher, daß die englische Denkschrift irgendeinen positiven Vorschlag im Sinne des Genfer Protokolls nicht machen wird, sondern lediglich den bekannten englischen Standpunkt wiederholt. Das belgische Projekt geht wohl auf die Grundsätze und Ausführungen Des bisherigen belgischen Hauptvertreters in Dieser Frage, des Senators de Brouckere zurück. Bezeichnend ist, daß zwar diese Denkschriften vorliegen, dah aber nicht ein einziger Staat der Aufforderung der Völkerbundsversammlung nachgekommen ist, genau mitzuteilen, welche Truppen, Land-, Marine- und Luftstreitkräfte er im gegebenen Falle, das heißt im Falle einer Völkerbundsaktion dem Völkerbund zur Verfügung stellen würde. Nicht einmal Frankreich, daß an diesen Fragen am stärksten interessiert ist, falls überhaupt diese Frage der Dölkerbundsversammlung vom Sep- Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. In dieser Woche machte die Abwärtsbewegung der Kurse Fortschritte. Die Stimmung war unsicher und schwächer, das Geschäft bewegte sich weiter in ziemlich engen Grenzen. Wieder einmal hatte die Baissepartei die Oberhand und kam mit ziemlich starken Leerverkäufen an den Markt. Das herauskom- mende Material wurde bei der herrschenden Ausnahmeunlust nur unter entsprechenden Kursabschlägen ausgenommen. Denn wiederum hatte die Börse keine Stütze in der zweiten Hand. Die Private Kundschaft fehlte als Käufer wieder saft vollkommen am Markte, im Gegenteil sollen aus der Provinz teilweise beträchtliche Verkaufsaufträge Vorgelegen haben, so daß auch von dieser Seite ein Druck auf die Kurse ausgeübt wurde. Vor allem zeigte sich die Börse enttäuscht über den Verlauf der ©eneral- oerfammlung der J.-G.-Farbeninbuftric, der keinerlei Anregung bringen konnte. Die Spekulation hatte sich in Erwartung günstiger Ausführungen über den Geschäftsgang ziemlich stark engagiert und schritt nun in ihrer Enttäuschung zu Realisationen. Auch die vorher so stark begehrten Farbenbonds waren zum ermäßigten Kurse von 140 Prozent lebhaft angeboten. Ferner sprach man davon, daß das private Publikum in stärkerem Maße an den Auslandbörsen engagiert sein soll, namentlich an der Pariser Börse, wo sich eine Stabilisierungshausse entwickelt Hai. Infolgedessen sei man an den deutschen Börsen augenblicklich weniger interessiert. Aber auch die Spekulation soll sich im Auslands stärker betätigt haben. Verstimmend wirkten auch die verschiedenen neuen Lohnbewegungen in der deutschen Industrie, namentlich der Streik in der mitteldeutschen Metallindustrie. Ferner verwies man auf die stark erhöhten Ziffern der Arbeitslosen. Diese Verschlechterung der Arbeitsmarktlage sei nicht nur auf saisonmäßige Einflüsse zurückzuführen, sondern zeige auch einen Rückgang in der Kon- lunkturentwicklung an. StärkereAnsicher- heit verursachte die Betrachtung der für die «ungeklärten Gelomarktlage. rlinet Privatdistont wurde bis aus 6,23 Prozent für beide Sichten erhöht. Lagesgeld war vorübergehend stärker gefragt. Zeitweise etwas anregend wirkten dagegen der letzte Reichsbankausweis, der eine weitere starke Entlastung des Instituts anzeigt, und die Meldung, wonach am Montag der amerikanische Senat mit der öffentlichen Beratung der Fr e ig a debil l beginnen wird. Gegenüber der vergangenen Woche waren überwiegend Kursrückgänge von 2 bis 8 Prozent zu verzeichnen. Stärker angeboten waren J.-G.-Farben mit minus 12 Prozent und Zellstofs-Waldhof, die ebenfalls 12 Prozent verloren. Deutsche und ausländische Renten lagen still und wenig verändert. Am Devisenmarkt war das Geschäft gleichfalls sehr ruhig. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Produktenrnarkt konnte sich in dieser Woche nur langsam entwickeln. Obwohl vom Auslande höhere Preise und günstigere Meldungen Vorlagen, war von einer Anregung nichts zu merken. Cs verstimmte, dah die Schiffahrt wieder aufgenommen wurde, da aus diesem Grunde der Markt reichlicher beschickt werden konnte. Die Händler übten nach wie vor große Zurückhaltung. Für Weizen waren kaum Abnehmer vorhanden; nur Futter- weizen wurde etwas gesucht. Roggen, geringe Sorten, waren reichlich angeboten, ohne daß sich hierfür Interesse bemerkbar gemacht hätte. Gute Qualitäten hatten dagegen etwas regeren Zuspruch zu verzeichnen. Hauptsächlich von feiten der Brauereien bestand für Braugerste weiter lebhafte Nachfrage. Besonders gute Qualitäten wurden bei steigendem Preis auch für Jndustrie- zwecke gekauft. Im Verlaufe der Woche wurde Hafer etwas lebhafter gesucht, da verschiedentlich nur geringes Angebot vorhanden war. In Mais, der längere Zeit ohne größeres Geschäft lag, wurden von feiten der Landwirtschaft für Futterzwecke größere Deckungen vorgenommen. Mehle waren weiter vernachlässigt und ohne Geschäft. Am Futtermittel markt stagnierte das Geschäft fast vollkommen; nur Weizenkleie, sofortige Lieferung, wurde seitens des Konsums stärker begehrt.DasKartoffelgeschäft beschränkte sich bei nachgebenden Preisen auf ein Minimum. Zum Wochenschluh wurde die allgemeine Tendenz sehr unsicher, da das Ausland keinen Einfluß auf den hiesigen Markt ausüben konnte. Die Amfätze wurden sehr be- * * tfgtabtrffretti ’er •Technikum’ hausen. Ingenieur , ft» TTjnulM?' A°,oinihl^»n ©vanille IlDATUrur..^:-* 54, 2 46 bis 49, C 41 bis 44, Bullen 47 32 53 66 40 42, 60, 77, 50, B C B C B C bis 50, Kühe A 44 bis 47, bis 37, D 22 bis 31, Färsen bis 56, C 45 bis 52, Kälber bis 74, D 55 bis 65, Schafe A B A B A his bis bis his 51 33 57 75 46 glichen mit den Votierungen des Hauptmarktes der vergangenen Woche waren Rinder bis zu zwei Mark billiger. Gegenüber den Preisen des Rebenmarktes der vorigen Wochen zogen Kälber eine Mark und Schweine bis zu fünf Mark an. Schafe blieben gut behauptet. EonutanSdie-ft j. lletue u. 'Ipotbeken nm 22.1.28. Frl. Dr. Gürtler Dr. W. Klein. Eng iavotbeke. Zahnarzt: Dr. Baum. ’D bis 45, Schweine A 60 bis 62. B 60 bis 62, 59 bis 61, D 58 bis 60, E 57 bis 59. Verzinn Verkauf. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen Al 57 bis 60, 2 53 bis 53, Bl 50 bis 52, bis l" Kunst und Wissenschaft. Professor Hans wendl f. Der Senior der theologischen Fakultät der Universität Jena, Geheimer K.rchenrat Professor Dr. theol. et phil. Hans Wendt, früherer Vertreter der systematischen Theologie und Direktor des theologischen Seminars, ist einer Meldung aus Jena zufolge dort sm 75. Lebensjahr gestorben. — Der Verstorbene, ein geborener Hamburger, der seit 1893 als Ordinarius in Jena wirkte, hat y. a. folgende Arbeiten veröffentlicht: „Lehre Jesu" (2. A. 1901), „Apostelgeschichte" (9. A. 1913), „System der christlichen Lehre" (2. A. 1920). „Die sittliche Pflicht" (1916). Verübung groben Unfugs und ruhestörenden Lärms zu 10 Mk. Geldstrafe, Hilfsweife zwei Tagen Haft, und wegen öffentlicher Beleidigung in Tateinheit mit Rötigung zu 100 Mk., hilfs- weise 20 Tagen Gefängnis, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Wegen Widerstandes und Verübung groben Unfugs und ruhestörenden Lärms bzw. Beihilfe zum Widerstand toaren zwei Arbeiter aus Raunheim unter Anklage. Die Angeklagten hatten ip einer Ropembernacht v. 2. in Raun- heim einen Zusammenstoß mit dem Rachtwächter, den sie dabei mißhandelten. (Sic waren im allgemeinen geständig. Das Urteil lautete gegen den Hauptübeltäter wegen Widerstandes auf einen Mongt Gefängnis und wegen ruhestörenden Lärms auf 30 Mk. Geldstrafe, eventuell sechs Tage Haft, während der zweite wegen Beihilfe zum Widerstand mit 30 M k. Geldstrafe eventuell fechsTagenGe- f ä n g n i s und wegen ruhestörenden Lärms mit 10 Mk. Geldstrafe eventuell zwei Tagen Haft davonkam. Beiden Angeklagten wurden auch die Kosten des Verfahrens auferlegt. stehende Frage nach der Tschechoslowakei anhält und die Provinz mit Angebot an gutem Material sehr zurückhält. Das Mehlgeschäft wies kaum 93er» änderungen auf. Am Wei.zenmarkt setzte sich für Weizen eine 0,25 bis 1,50 Mark betragende Erhöhung durch. Für Roggen konnte nur die Mailieferung um 0,50 Mark anziohen. Gerste in guter Brauware knapp und reichlich angeboten. Hafer für den Export weiter gefragt, sonst ruhig. Mais still, jedoch einiges Cifgeschäft. Es notierten (1000 kg): Weizen, mariischer (74,5-kg/lil-Gewichi), 233 bis 236, März 266, Mai 274,75 bis 274,50, Juli 277,50 bis 277,25 (ruhig); Roggen, mark., (69-kg/1ki-Ge? wicht), 234 bis 237, März 261 bis 260,75, Mai 266,50, Juli 257 (ruhig); Sommergerste 220 bis 270 (behauptet);Hafer, märkischer, 200 bis 211, März 227,50 (Brief); Mais, La Plata, 215 bis 217 (zoll- begünftigter Futtermais); Raps 345 bis 350 (ruhig); (100 kg): Weizenmehl 30 bis 34 (ruhig); Roggenmehl 31 bis 33,75 (ruhig); Weizenkleie 15 (still); Roggenkleie 15 (still); Viktoriaerbsen 50 bis 56; kleine Erbsen 32 bis 35; Futtererbsen 21 vis 22; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohnen 20 bis 21; Wicken 21 bis 24; Lupinen, blau, 14 bis 14,75; Lupinen, gelb, 15,70 bis 16,10; Serradelle, neu, 21 bis 25; Rapskuchen 19,90 bis 19,20; Leinkuchen 22,10 bis 22,40; Trockenfchnitzel 12,20 bis 12,40; Soyaschrot 21,50 bis 21,80; Kartoffelstöcken 23,30 bis 23,60 Mark. Letzte Nachrichten. 30000 Ml. im Frankfurter Arbeitsamt gestohlen. Frankfurt o. M., 21. Jan. (WSN.-Drahtmel° düng.) Der Heizer Wilhelm Birx vom Städtischen Arbeitsamt sollte gestern mit einem Am gestellten des städtischen Arbeitsamtes 3 0 000 Mark in 10 -Markscheinen zur städtischen Hauptkasse bringen. Den Angestellten lenkte Birx von seiner Aufgabe ab, indem er zu ihm sagte, daß der Direktor nach ihm verlangt habe. Während der »teilte in das Zimmer des Direktors ging, suchte eizer mit dem Gelbe das Weite. Das Geld war in einer kleinen Holzkiste verpackt. Wie heute morgen die Kriminalpolizei in Bad Homburg mitteslt, wurde dort in einer Anlage die kleine Geldkiste und die Dienstmütze des flüchtigen Mannes ausgefunden. Birx ist ein wegen Diebstahls und Einbruchs mit Gefängnis und Zuchthaus häufig vorbestrafter Mann. (Wie man einen so „schweren Jungen" mit einem solchen Geldbetrag überhaupt nur in Berührung Dringen konnte, ist doch sehr merkwürdig. D. Red.) Verkaufsgrundpreise bleiben auch für das erste Viertel 1928 unverändert bestehen. * Frankfurt - Mannheimer Gas - Interessengemeinschaft. Wie aus Mannheim gemeldet wird, ist zwischen der Frankfurter Gas- gesellschaft und der Stadt Mannheim ein Jnteressen- gemeinschaftsoertrag abgeschlossen worden zwecks gemeinsamer Gasbelieferung neu aufzuschließender Gasversorgungsgebiete Südwestdeutschlands. Es besteht die Absicht, zur gegebenen Zeit die Werke der Frankfurter GasgeseUjchaft und das Städtische Gaswerk Mannheim durch eine Fernleitung zu verbinden. Die Frankfurter Gasgesellschüft und die Stadt Mannheim haben beschlossen, zu diesem Zwecke die „Süddeutsche Gas-A.-G." mit dem Sitz in Frankfurt a. M. mit zunächst 50 000 Mark Aktienkapital zu gründen. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 21.Jan. Tendenz zurückhaltend. — Im Anschluß an die etwas festere Abendbörse blieb die Stimmung auch zum Wochenschlutz freundlich. Das Geschäft beschränkte sich aber auf ein Minimum, da die Spekulation erst die Außenhandelsbilanz für Dezember abwarten will. Es wurden einige Deckungen vorgenommen, von einer Beteiligung des Privatpublikums mar jedoch wenig zu merken. Rur aus dem Rheinlande sollen einige Kaufaufträge Vorgelegen haben. Etwas lebhafter war das Geschäft nur auf einigen Spezialgebieten, besonders am Elektromarkt. Hier dürsten wieder einige Auslandkäufe, besonders für Schweizer Rechnung, Vorgelegen haben. Bis zur Kursfestsetzung wurden aber einige Abgaben vorgenommen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse konnten sich jedoch noch überwiegend K n r s b e f f e r u n g e n von durchschnittlich 1 Proz. durchsetzen. Am Elektromarkt tonnten Ssemens 3,5 upd Schuckert 2 Proz. anziehen. Hier wirkten die kommenden Bilanzsitzungen weiter anregend. Etwas beachtet wurden auch Zellstoff Aschaffenburg, die 2,75 Proz. anzogen. Waldhof lagen dagegen eher etwas angeboten und ein Prozent niedriger. I. G. Farben hatten nur kleines Geschäft, plus 1 Proz. Montan werte lagen ruhig und im wesentlichen nur behauptet. Gelsenkirchen gaben 2 Proz. nach. Schiffahrts- a k t i e n gut behauptet. Autowexte eher etwas schwächer. Am heimischen Anleihemarkt blieben Ablösüngsschuld für Neubesitz gefragt und höher. Bon Ausländern bestand für Türken wieder einiges Interesse. Im Verlaufe kamen kaum noch Umsätze zustande. Einige kleine Realisationen zum Wochenschluß bewirkten, daß die Kurse etwa 1 Proz. abbröckelten. Der Geldmarkt blieb unverändert. Tagesgeld 5,5 Prpz. Im Devisenverkehr war das Geschäft ruhig. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,1970, gegen London 20,455- Paris gegen London 124,025, Mailand 92,15, Madrid 28,45, London gegen Kabel 4,8735. Berlins Börse. Berlin, 21.Jan. Der frühe Beginn der Samstagsbörse trug dazu bei, daß die herrschende G e - s ch ä s t s st i l l e noch stärker in Erscheinung trat. Neue Momente lagen nicht vor. Die Arbeiterkämpfe an der Ruhr und in Mitteldeutschland halten an. Dagegen verweist man auf die Außenhandelsbilanz, die Passivität hat sich gegen den Vormonat um 75 Millionen Mark verringert, wobei auch besonders die Steigerung der Exportziffer zu bewerten sei. Viel Beachtung fand auch die Bewegung des englischen Bankdiskon- tes, der nach Privatmeldungen schon unter 4 Prozent liegen soll, was Hoffnung auf eine Diskontherabsetzung der Bank von England am nächsten Donnerstag aufkommen läßt. Der Geldmarkt blieb unverändert. Zu den ersten Kursen überwogen die Besserungen um 1 bis 2 Proz. Banat, Westeregeln und Siemens lagen bis 4 Proz. befestigt. Auch Soenska sehr fest. Heimische Anleihen weiter befestigt. Ausländer ruhig. Im Verlaufe wurde die Tendenz uneinheitlich. Spezialwerte lagen weiter fest. NAG., Berger, Kaliwerte und Soenska weiter vis 1 Proz. höher, sonst bröckelten die Kurse auf leichte Wochenschlußabgaben bis zu 1,5 Proz. ab. Elektrowerte uneinheitlich, aber lebhaft. Berliner Produktenbörse. Berlin,' 20. Jan. Da sich im Auslande die Befestigungen bis zum Schluß nicht behaupten konnten, blieb von dieser Seite die Anregung für Öen heutigen Produktenmarkt aus. Die Cifforderungen waren für Weizen wenig verändert, für Roggen eher erhöht und es fanden an diesem Markte einige Umsätze statt. Da sich an der kalten Witterung nichts geändert hat, bleiben an diesem Markte die Mühlen und der Handel für gute Qualitäten zu unveränderten Preisen weiter aufnahmefähig, dagegen sind geringe Sorten vernachlässigt und reichlich an- geboten. Die Roggenpreise zeigen dagegen eher .anziehende Tendenz, da die schon seit etlichen Tagen be= Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 22. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanias. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusaemeinde, Pfarrer Mahr; 5: Pfarrer Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 5: Pfarrer Bechtolsheims; 8: Bibelbesorechung im Johannessaal, Pfarrer Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30. Lollar. Dienstag, 24. Januar, abends 8.15: Lollar, Bibelstunde. Donnerstag, 26. Januar, abends 8.15: Dauvringen, Bibelstunde. — Alten- Vuseck. 10; 1. — tlch. 10: Stiftspfarrer Schorlem- mer; 12.45: Kindergottesdienst. Der Nachmittagsgottesdienst fällt aus. Mittwoch, 8: Bibelstunde. — Wiefeck. 9.45; 11: Kinderkirche. — Watzenborn- Steinberg. 10: Kinderkirche; 1; Predigt. katholische Gemeinden. Samstag, 21. Januar. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, 22. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanie. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 5.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. -- Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Cid). 7.30: Messe mit Predigt. scheiden, da das immer noch flaue Mehl» geschäst verstimmte. Der erneut eingetretene Frost mahnte die Mühlen zu größerer Zurück» Haltung, so daß von dieser Seite die Aufträge fast vollkommen ausblieben. Rur Gerste und Mais blieben weiter fest und gefragt. Verglichen mit den Dotierungen der vergangenen Woche hatten Mais für Futterzwecke (plus 1.25 Mk.) und Mais für andere Zwecke (plus 1.50 Mk.) größere Gewinne zu verzeichnen. Auch Braugerste konnte eine Mark höher notiert werden. Weizen 3 (Futterweizen) wurde 0,75 Mk. teurer. Weizen 1. Weizen 2, Hafer, Weizenmehl und Weizenkleie blieben gut behauptet. Roggen und Roggenmehl mußte je 0,25 Mk. im Preise nachgeben. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 1 25, Weizen 2 23,50 bis 23,75, Weizen 3 22,75 bis 23,25, Roggen 24.50, Sommergerste 28 bis 30, Hafer, inländ., 23,25 bis 24, Mais für Futterzwecke 21,75 bis 22, Mais für anders Zwecke 22,50 bis 22.75, Weizenmehl 35 bis 37.50, Roggenmehl 34.50 bis 35,50, Weiz- zenkleie 14,25, Roggenkleie 15,25 bis 15,50. Wochenbericht vom Zrankfurter Schlachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt konnte sich in dieser Woche etwas lebhafter gestalten. Die Märkte wurden an beiden Schlachtlagen vollkommen gebäumt. Am Hauptmarkt waren Rinder stärker aufgetrieben. und der Verkauf ging hier nur langsam vonstatten, was auf die Preisgestaltung nicht ohne Einfluß blieb. Kälber waren lebhaft verlangt und auch umgesetzt; gute Qualitäten erzielten Preise über Rotiz. Am Rebenmarkt waren Schweine schleppend, trotzdem der Austrieb ein sehr geringer war; hier kam die starke Kaufunlust der Metzger zum Ausdruck. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1577 Rindern, darunter 315 Ochsen, 84 Bullen, 724 Kühen, 375 Färsen, ferner 1620 Kälbern, 134 Schafen und 6622 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche waren 200 Rinder, 230 Kälber und 360 Schweine mehr angetrieben. Dagegen standen 134 Schafe weniger Amtsgericht Gießen. ' Gießen, 17. Jan. Die Frage, ob allgemein ein Züchtigungsrecht Erwachsener gegenüber fremden Kindern zur Abwehr von Eingezogenheiten besteht, spielte heute bei einer Verhandlung eine Rolle. Ein Schlosser hatte sich einen Jungen aus der Rachbarschaft, der angeblich schon öfter gegen ihn ungezogen gewesen sei, auf der Straße „geschnappt" und ihm den H..... versohlt", weil er seine Kinder nicht aus dem Hose herausaelas- sen und sie habe plagen wollen. Die Verhandlung ergab, daß die Kinder deL Schlossers vor dem Jungen flüchtig gingen, und daß dieser das eine von ihnen schlagen wollte, weil es ihn selbst vorher ebenfalls geschlagen hatte. Der Schlosser, dem dies mitgeteilt worden war, ging nun in seiner Erregung auf die Straße und schlug den Jungen derart auf das Gesäß und in das Gesicht, daß er aus der Rafe blutete. Einem andern Jungen schlug er eben'alls ins Gesicht und versetzte ihm noch einen Tritt. Eine Zeugin, die den ganzen Vor'all von ihrer Wohnung aus mit angesehen hat, war der Meinnng, er habe den Jungen übermäßig verhauen und hätte ihn in dieser Weise nicht schlagen dürfen. Das Gericht war der Auffassung, daß erwachsenen Personen ein Züchtigungsrecht gegenüber fremden Kindern zur Abwehr von Ungezogenheiten zusteht, wenn die Betreffenden Grund zu der Annahme haben^ sie handelten im Sinne der Eltern, und wenn die Züchtigung nicht über das Maß einer vernünftigen Erziehungsmahregel hinausgeht. In dem vorliegenden Falle könnte es dahingestellt bleiben, ob der Angeklagte glauben konnte, er handele im Sinne der Eltern deS Jungen, da er nicht im Rahmen einer vernünftigen Erziehungsmahregel geblieben ist, fonbern deren Maß bedeutend überschritten hat, was schon daraus hervorgeht, daß er den Jungen blutig geschlagen hat. Mit Rücksicht hierauf wurde der Angeklagte wegen Körperverletzung und tätlicher Beleidigung zu einer Geldstrafe von 25 M k.. im Aneinbringlichkeitsfalle zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt. * Zur Eisenpreiserhöhung. Amtlich wird aus München gemeldet: Die von der deutschen eisenschaffenden Industrie am 12. h. M. hj Düsseldorf beschossene Erhöhung der Eisenpreise hat in Bayern lebhafte Beunruhigung hervorgerufen, die um so größer ist, als zugleich mit der allgemeinen Preisheraufsetzung auch besondere Abänderungen der bisherigen Bezugsbedingungen vorgenommen worden sind, die die süddeutschen Abnehmer ausschließlich pressen. Bei der Bedeutung der Angelegenheit für die gesamte bayerische Wirtschaft hat die bayerische Regierung unter Fühlungnahme mit den beteiligten Kreisen die einschlägigen Verhältnisse eingehend geprüft und wird sich den hier in Frage stehenden bayerischen Interessen mit Rachdruck annehmen. Zu diesem Zwecke wird sie sowohl mit der Stahlwerkverband A.°G. in Düsseldorf unmittelbar in Verbindung treten, als auch sich mit dem Reichswirtschaftsministerium und den anderen süddeutschen Regierungen ins Benehmen setzey. Dagegen trifft die Rach- richt, daß Bayern bas Kartellgericht angerufen habe, nicht zu. — Die Mitgliederversammlung Der Arbeitsgemeinschaft der eisenverarbeitenden Industrie hat in ihrer am 18. Januar abgehaltenen Sitzung zur Frage der Cisenpreiser- höhung eine Entschließung gefaßt, in der sie Einspruch erhebt gegen diese für sie in ihrer jetzigen Lage doppelt s chwere Reubelastung, die fte ihrerseits abzuwälzen nicht in der Lage fei. OJom Erzbergbau im Siegerland. Jet den Siegerländer Gruben hat der Absatz im Dezember einen Rückgang erfahren, so daß ein Seil der Förderung auf Lager genommen werden muß. Da den Gruben die hierzu erforderlichen P^sel nicht zur Verfügung stehen, werden Feierschichten und Arbeilerentlassungen die Folge fern. Die für das letzte Vierteljahr geltenden Amtsgericht Wehlar. ß Zwei Arbeiter aus Dutenhofen hatten sich wegen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten. Ihnen war zur Last gelegt, gelegentlich einer Hochzeitsfejer im Oktober v. I. in einer Wirtschaft in Dutenhofen gemeinschaftlich einen dritten schwer mißhandelt zu haben, indem sie diesen mit Biergläsern mehrmals auf den Kops schlugen. Der Verletzte trug seinerzeit mehrere Kopfverletzungen und eine Gehirnerschütterung davon, wodurch er längere Zeit arbeitslos und in ärztlicher Behandlung war. Die Verhandlung ergab einwandfrei die Schuld der Angeklagten. In Anbetracht der bei der Tat an den Tag gelegten Roheit schloß sich das Gericht den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an, die auf drei bzw. zwei Monate Gefängnis plädierte und verurteilte die Angeklagten antragsgemäß unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Die Verkündung des Urteils in der Strafsache (Kirmesaffäre in Krofdorf) gegen den Gerichtsreferendar Dr. Sch. aus Lollar ergab folgendes: Der Angeklagte wurde wegen C 3 ■ -b- -L c^-e-e S'a 3 Ü E S . .= o c . iUl« TO® •« u » § 5 •v . s e B 'UiLh = ^3 t :5 3 2 • S ® s.SsO« 5$52«« 3 öS . Q. 25sEc= c u . U a =1 ®8 »o- _ ;3. 2 E; B Q. L ifefp CE$E 3 £ b § e Ü 2 5 Kurszettel der Berliner und Franksurler Börse. Die hinter den Papieren angeiübrien Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent F onksurt a. M Berlin Schluß- l'Uhr. Schuh. Slnjanr, Nur? Kurs Kurs Kur Datum: 20. 1. 21. 1. |20 21. 1 F/o Dt Reichsanleihe o 1927 *1 «ul Ablös Schuld nut - - 87.5 - Auülol -flechten 52,26 52,25 52,25 f, 2 4 DesLl. ohne Äusl.s.flechten 17.25 17,35 17 17 25 7% ivrann Hyp.-Lt. Go dvi unkündbar his 1932 93,5 <*/e°/o Rheinisch, 6dd .Bank Ötqu -iLoldhi 83 — » Ö abg WorlrtegfcCb- laationcn. rückzahlbar 1932 85 — — 4' Schweiz Bundcsb.Anl. 95.5 _ <°/o Oesterelchischc Moldrte 4,20°/. Dcflerr ich Lilbcrrt« 4% Oesterreich cinbeul gilt 34 4 — 34.3 — _ 4% Ungarische (Soibrtt 25.4 _ 4°/o Ungarische Staotsr v 1910 24,75 4‘/»°/ beSoi von 1913 •% Ungarische Nrvnrnrke 4°l Türk .jollanlcihr v 1911 •“'» Türk Bagdadbahn. rinl Lene 1 desgl eerfc 11 4°. Rumänen conoert Rte 1.675 13.13 13,3 1.7 13,13 13J 14.5 13,55 1 1 1 14.6 13,4 13,65 4V v iHumäncu Goldanl TZ von 1913 16,9 — 16,9 - Buq Dcuiidjr Eisenbahn 41/, — — Hambura-Ainertto Paiei 6 148.5 149 148 148,75 Hamb -Sudam roinv Ich i- — 214.5 215 Hansa Donit-sschitt 6 Norddeutscher vivdö l 152.9 153 211,5 152 153 'JlUfl Deutschc Lredilonst l( — 147.5 147 5 Barm r Bankverein iu 151 151 5 152 Berliner Handrlsg.ieUIch- IV 260 — -67.75 -69 ttomuterj’ und Privat-Bl I 177 176 7.. Tacmsi. u Naiionolbank 12 .'41,4 -41.5 <39 '42 Dcutichc Bank 10 IbG 167 166 167 n Diskonto-GeieUlchaii Lnt 10 159.5 160 159 Dresdner Bank io 161.25 161,5 160,75 16) -,5 Mitteldeutsche lLredilbank 9 220 Virtalldank .....8 Wd«8bauf l 132,75 r 133,6 193.5 138 193,9 5 antifurt a. M Berlin Schlutz- fi’irs '-Uhr- Kur» Sch uh-i Anfang K»rs 1 Kur Datum: 2Q 1. | 21 1 | 20. 1. 121 1. LES .... 7 Bergmann .......g klettr Lieferrmgpn - • - lo ilidjt und Kran .... 10 irelten 4 Äuill anrne . . .6 Ges 1 Elek r Untern • . 10 pamd Elektr Werl« . . lo /, I 4 ManS eldcr 7 Lberschles Eisend Scharf 0 Obrrschlel KokSwerke . (1 Pdöntr Berp au i "•/, I 3 Nhcniische vrauukohlen i<. Rheinirahl 6 Nie deck Montan . < gereinigte Stahlw s. I J Ltaüi Mine 1 1 sl «Qli Äscper8lebe 1 n RolilBeitereqein it flaKrorrl eoUDctfnrtb i2 *S -sar en Industrie ü Dynamit Rooei ... 0 Scheid anitall . . . .8 Goldschmidt .... .5 Rutgerdwert« . , ..... .0 V7eiolloes,gscho^.....10 172.25 192,85 223,5 ft 5 279 154 188 5 291,25 167,5 104 142 75 194 156 95 102.25 245 177,5 107 175 6 184,5 247 70 196 116.75 96 172. 192.5 1 155 190 294.7.i - 136.3 141 195 25 129,6 15b 101,5 178 .'71 197 117.r 96,73 171.25 191.75 178 25 222 124 5 279 149 75 153 186,5 187.75 290.25 136 5 166 75 103 136 151,5 140 5 193.75 118.5 239 127,25 148 154,75 121 5 95.75 98 75 11)1.75 444 !S 107,13 l.ichincn .... v Griyner ..... 7 fccnhqenftaebt ...... 0 itunabanc ...... f kechmerke ..... 8 Mainkrafnverke ...... t flliao ...... it ■flrfarlulmer ...... 8 PeteiS Union ...... 8 Webt Roeder ..... V 2 > tgt L Haefsner .... 6 6nbb Zucker .... ' Ban 147 141 5 179 141.6 261 75 181 88.5 91 29 1285 30 90 124.25 121,75 113 75 113 144.5 179,5 knoten. 142,5 261 183:75 89,4 90,5 144.75 147,5 405.5 355 576,75 447 259,5 128.5 179 88 69 90 272 98.75 135.5 200 5 29.5 74 130 88.6 142.75 >03,25 113 180 142.5 2 1 1 • SZZ'gIIS l 1 1 1 1 i 1 1 1 l 1 l 1 Berlin, 20 Jan. | Äcld tfrir Amerikanische Roten..... belgische Noten...... Tonische Noten ...... Enaktsche Noken ....... 1 4,173 58,28 112,08 | 20.405 4,193 58.52 112,52 80.485 Lombardzinsfuß 8 Prozent. DevilenmarU Berlin -Frankfurt a. JR. Berlin 20. Han. Geld Brief Hranzchische 'flöten..... 16,505 ÜTMö Holländische Noten .... 168,83 169,51 Italienische Noten...... 22,17 22,25 Norwegische Noten...... 111,40 111,84 Deutsch Ccfterr .äioo Kronen 59,01 59,25 Rumänische Noten...... 2.595 2,615 Schwedische Noten...... 112,33 112,79 Schweizer Noten ....... 80,74 81,06 Spanische Noten....... 71.58 71.86 Tschechoslowakische Noten . - 12,39 12,45 Ungarische Noten 73 10 73.40 Telegraphische Auszahlung. 20. Jan 21 Jan. Amtliche flott.runp Amtliche Notierung (Selo । Brief öclb Brtci «mn.« Nolt 169,15 169,49 169,16 169,50 1,795 Buen.-Aires 1,792 1,796 1,791 Brss.°Äurw 58,41 58,53 58, #2 58,54 Ebrisiicmia 111.62 111,84 111,57 111,79 «opcndagen 112,30 112.52 112,29 112,51 Stockholm 112,57 112,79 112,51 112,73 HelstngforS. 10,552 10,572 10,552 10,572 Italien . . 22.185 22,225 22,18 22.22 öonbon. . . 20.44 20,48 20,232 20,472 fleuairf . . *Barl3.... Schweiz . . 4,1915 4,1995 1,193 4,201 16,475 16,515 16,47 16.51 66,74 80,90 80,755 .0,915 71.99 Spanien . 71,73 71.87 71 82 Japan 1.967 1,971 1,933 1.967 X:o de Jan Wien in D - 0.505 0,507 0.5045 . 0.5065 Ceft oboeit ^9,07 59,19 »9,075 59.195 •Brno 12,421 12,441 12,427 12.447 Belirad 7,383 7,397 7.375 7.389 vudavest. Bul arten 73,28 <3.42 ■ 3.28 78,42 3,027 3,033 1.032 3,038 '.'tfiabon 20,43 20,47 20.43 20,47 Tan