Hr.299 £rffes Blatt 178. Jahrgang vonnerstag, 20. Dezember 1928 (Er|d)eini täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. •e$ug$preis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrnck und verloa: vrühl'sche Univerfttütr Buch- und Steinöruderei N. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: 5chulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahoorfchrist 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Die Politik her Ehrlichkeit. Don der vielgerühmten Genfer Atmosphäre, die uns den europäischen Frieden bringen helfen sollte, ist In Lugano nicht allzuviel mehr übrig geblieben: sie war in den letzten Monaten schon sehr dünn und ist jetzt zerplatzt, als Deutschland mit dem unbescheidenen Verlangen hervortrat, in dieser Luft auch leben zu können. Cs ist schmerzlich, dies feststellen zu müssen, aber diese Feststellung ist trotzdem notwendig. Wir dürfen uns keinen Illusionen mehr hingeben, sondern müssen die Dinge sehen wie sie sind. 11 nö da ist zu sagen, daß der aalglatte D r i a n d es verstanden hat, der Welt eine wunderschöne Fata morgana vorzuzaubern — an die er vielleicht auch selbst geglaubt hat —, daß er aber zumindest nicht den Einfluß mehr hat, um gegen den Widerstand Poincares dieses Bild zu verwirklichen. Er hätte eö vielleicht verwirklichen können, wenn England einigen Druck dahinter setzte und Herrn Poincare be- greiflrch machte, daß Frankreich nicht nach Belieben im europäischen Porzellan-Laden herum- spazieren kann. Aber Chamberlain ist so ausgesprochen französisch orientiert, daß er sich Neber mit seiner eigenen Partei und der gesamten englischen Presse in Gegensatz bringt — ein gerade für die vorbildliche englische Disziplin ungewöhnlicher Vorgang — als daß er die Franzosen zum Vachgeben ermahnt. So hat sich denn in dem Punkt, der mehr und mehr zum Prüfstein für den guten Willen der Gegenseite geworden war, in der Besatzungsfrage, eigentlich seit unserem Eintritt in den Völkerbund nichts geändert, wir sind um die Rückwirkungen, die uns damals versprochen wurden, im wesentlichen betrogen worden. Es zeigt sich, daß Lord b'Slbernon, damals der allmächtige Ratgeber der deutschen Politik, uns schlecht beraten hat, als er uns vorschlug, ruhig in den Völkerbund hineinzugehen, die Besatzungstruppen würden dann ganz von selbst hinfällig werden. Wir hätten klüger daran getan, darauf zu bestehen, daß zunächst die Räumung vollzogen würde. Vielleicht hätte es dann ein halbes Fahr länger gedauert, ehe wir nach Genf kamen, aber das konnten wir um so eher mit Fassung ertragen, als uns ja der Völkerbund brauchte und unsere Beweis- führung, daß ein Mitglied des Rats auf seinem Boden noch fremde Truppen dulden müsse, so durchschlagend wirken mußte, daß der ganze Völkerbund sich gegen Frankreich gewandt hätte, falls es halsstarrig bliebe. Die Gelegenheit ist verpaßt, man ist immer kluger, wenn man vom Rathaus kommt. Deshalb braucht auf die deutsche Politik kein Stein gemärten zu werden, weil sie sich in der Wirkung eines einzigen Schrittes verschätzte. Der Außenminister hatte zudem auch zu retten versucht, was noch zu retten ist, indem er mit einer Deutlichkeit, wie sie weder Chamberlain noch Briand gewöhnt waren, ihnen eine Schilderung der Stimmung in Deutschland gegeben und gleichzeitig klargemacht hat, daß die Fortführung der Locamopolitik nicht möglich ist, wenn weiterhin deutsches Gebiet als Ererzierolatz ausländischer Truppen mißbraucht wird. Auf Chamberlain hat das Eindruck gemacht, fragt sich nur, wie lange die Wirkung vorhält. Wir möchten aber aus diesem Grunde die politische Taktlosigkeit Zaleskis fast begrüßen, weil sie durch die scharfe Erwiderung Dr. Stresemanns dem Rat und der ganzen Welt vor Augen geführt hat, daß unsere Geduld jetzt erschöpft ist und daß wir unsere Folgerungen ziehen müssen, wenn die Methode des ewigen Auswcichens fortgesetzt werden sollte. Welcher Art diese Folgerungen fein werden, brauchen wir klugerweise heute noch nicht zu sagen, es genügt, anzudeuten, daß auch für Deutschland noch einige Trümpfe im Spiel sind. Gerade in der Diplomatie darf man nichts übereilen. Das Warnungsfignal ist gegeben, wir können jetzt abwarten, ob und wie die Gegenseite darauf reagiert. Die erste Stichprobe davon wird uns die Beratung der Sachverständigen Über das Repa- rationsproblem geben. Hier sind die tech- niV’en Schw erigkeiten so weit aus dem Wege ge -afft, daß Anfang nächsten Jahres die e.genb- lichen Arbeiten beginnen können. 3m Vor.eld dieser Schlacht hat Deutschland unverkennbar eine Niederlage erlitten. Es ist uns nicht gelungen, den Einfluß dec Reparations-Kommis- s i o n so weit zurückzuschrauben, wie wir das gern gesehen hätten. Auf der anderen Seite aber hat P o i n c a r 6 einen noch größeren Rückzug angetreten. Er wollte die Beratungen von vornherein auf eine bestimmte Dahn und auf ein bestimmtes Ziel drängen. Das ist ihm mißlungen. Die Sachverständigen haben die Möglichkeit, die Leistrmgs',ähigkeit Deutschlands unbefangen zu prüfen und auf Grund dieser Prüfung zu Ergebnissen zu kommen, die weitab von den englisch-französischen Forderungen liegen. Ob freilich die Sachverständigen den Mut haben, so weit zu gehen, ob sie nicht wieder aus politischen Gründen ein Kompromiß mit ihrer lieber» zeugrmg schließen, das muffen wir abwarten, allerdings schon jetzt mit dem Zusatz, daß, wenn dies der Fall fern sollte, das Gutachten der Kommission für Deutschland unannehmbar ist: denn die deutsche Politik ist eingestellt auf Klarheit und Ehrlichkeit. Sie ist bereit, Kriegsentschädigungen zu zahlen, soweit die deutsche Wirtschaft dazu imstande ist, sie will keine Versprechungen machen, die sich nicht realisieren lassen, sie verlangt dafür aber auch, daß dann der Geist des Krieges, vor allem von Frankreich, in die Runrpelkammer geworden wird und mit der Besatzung das letzte sichtbare Zeichen einer veralteten Haßpolitik verschwindet. Giurmszenen im britischen Unterhaus. Oie Opposition stellt Chamberlain zur Rede.—Magere Auskunst über die Luganobesprechungen. L o n ö o n , .19. Dez. (WTB.) 3m Unterhaus wurde Chamberlain von verschiedenen Mitgliedern befragt, ob er über feine Besprechun- gen in Lugano, insbesondere hinsichtlich der Rheinlandräumung und der Reparativ n s f r a g e , eine Erklärung abzugeben gedenke. Chamberlain führte aus: 3ch habe dem in Lugano ausge '.ebenen gemeinsamen Kommunique wenig hinzuzufügen. Die Ratstagung in Lugano war das erste Zusammentreffen zwischen Driand, Dr. Strefemann und mit seit März. Sie gab uns Gelegenheit zur Beseitigung einiger Mißverständnisse und zu einem sehr freundschaftlichen Meinungsaustausch, wie er jedesmal bei unserem Zusammentreffen stattzu- ftnden Pflegt. Cs wurde kein neuer Beschluß gefaßt oder angestrebt. Die Reparationsfrage wird auf dem ordentlichen Wege behandelt, und wir haben nicht versucht, die Verhandlungen, deren Mittelpunkt Paris ist, durch Parallelverhandlungen zu komplizieren. Wir sind darüber einig, daß in erster Linie ö i e Einsetzung des Sachverständigenaus- schusses gesichert werden muß, und wir hoffen, daß dieser Ausschuß möglichst bald nach Beginn des neuen Jahres h i e Arbeit aufnehmen kann. Unsere Erörterungen über die anderen in der Srptemb'rentschließung der sechs Mächte erwähnten Fragen hatten lediglich vorbereitenden Charakter. Aber ich gewann aus ihnen den Eindruck, daß die Umstände einer Lösung günftig sind, wenn weitere Polemiken vermieden werden können, solange die Sachverständigen an der Erfüllung ihrer Ausgaben arbeiten. Das ist alles, was ich im öffentlichen 3ntereffe und im 3nter* esse des Friedens gegenwärtig sagen kann. Chamberlains zurückhaltende Antwort führte zu einer lebhaften Szene. Als Chamberlain auf die Frage Kenworthys, ob irgendwelcher Fortschritt in der Rhcinlandräu- mung gemacht werde, es a b l e h n t e , mehr zu sagen, sprangen mehrere Arbeitermitgliede'- von ihren Sitzen auf und forderten entschieden weite, e Einzelheiten über die Verhandlungen in Lugano. Wedgwood erklärte. „Darf Chamberlain es ab lehnen, die 3nformationen zu geben, um die er ersucht wird?" Dies führte dazu, daß von konservativer Seite Wedgwood zugerufen wurde, daß er sich setzen solle. Die Erklärung des Sprechers, daß Chamberlain im Recht sei, wenn er es ablehnt, weiter auf die Sache einzugehen, führte zu neuen Zwischenrusen. Der Arbei terab geordnete Kirkwood rief: „Solange unsere Truppen am Rhein bleiben kann man keinen Frieden erwarten. Dies fängt an, lächerlich zu werden." Als sich hierauf Chamberlain erhob wurde er niedergeschrien und mußte sich wieder setzen. Der Lärm dauerte an. 3m weiteren Verlauf der Sitzung fragte Kenworthy: „Werden i ßendlelche Vorschläge gemacht werden, um Die Räumung des Rheinlandes zu erreichen? 3st es richtig, daß jetzt mit der Räu- murgsfrage ein sogenannter polnischer Locarnovertrag beriet et wird?" ®ram?e tain antwortete: „3ch habe bereits mitgetcilt, daß ich in den von mir erteilten Antworten alles gesagt habe, was im öffentlichen Interesse Englands oder im Interesse des Friedens zu sagen ist. Ich muß es ablehnen, irgendeine weitere Frage zu beantworten." Auf diese Erklärung Chamberlains folgte ein erneuter Meinungsaustausch zwischen Mitgliedern der Arbeiterpartei und dem Sprecher. Der Sprecher gestattete nicht, daß weitere Fragen in dieser Sache gestellt wurden, und die Mitglieder der Crnste Lage in Afghanistan. Flugzeugverbindung mit der britischen Gesandtschaft in Kabul. London, 19. Dez. (TU.) Die letzten Nachrichten aus Afghanistan lauten wieder etwas günstiger. Das afghanische Königspaar befindet sich, wie nun feststeht, noch im Palaft in Kabul. Die Minister des Königs versuchen ein Söldnerheer auszuheben, um den Aufstand zu bekämpfen. Die ständige Armee von 35 000 Mann ist offenbar erst durch die seit längerem nicht erfolgte Bezahlung zum Teil in die revolutionäre Bewegung mithineingezogen worden. Im Jahre 1925 hat Amannullah bereits einen umfangreichen Aufstand mit Hilfe eines Söldnerheeres unterdrückt. Während die direkten Nachrichten aus Kabul spärlich einlaufen, aber nicht mehr so beunruhigend klingen, sind an der indischen Grenze die wilde st en Gerüchte im Umlauf. Auf Grund einer vorsichtigen Beurteilung der der englischen Behörde in Indien vorliegenden Mitteilung glaubt man in Kalkutta, daß sich die Aufständischen im Besitz von wichtigen taktischen Punkten nicht nur im östlichen Afganistan, sondern auch in der Umgebung von Kabul selbst befinden. Was die Beteiligung der Armee an dem Aufstand anbelangt, so sind die indischen Behörden der Ansicht, daß neben der längeren Nichtbezahlung des Soldes an die Armee vor allen Dingen die religiösen Führer einen wesentlichen Einfluß in der gegenwärtigen Aufstandsbewegung haben. Wie von privater Seite ergänzend berichtet wird, ist eines der Flugzeuge, die über der englischen Gesandtschaft in Kabul kreuzten, von den AufArbeiterpartei protestierten dagegen, daß es ihnen, wenn es auch dem Minister nicht versagt werden könne, eine Antwort ab-ulehnen, nicht wenigstens gestattet wäre, Fragen zu stellen. Wedgwood richtete dann an Chamberlain die Frage, ob er int Hinblick darauf, daß die deutsche Regierung es abgelehnt habe, irgendeine Art von Kontrolle im Rheinland pach 1935 in Erwägung zu ziehen, mitteilen wolle, ob diese Ablehnung oder die französische Forderung nach einer solchen Kontrolle die Unterstützung der englischen Regierung habe. Chamberlain verwies den Fragesteller auf die Angaben des dritten Abschnittes des der Presse in Genf am 16. September übergebenen Kommuniques und auf die Angaben des der Presse in Lugano am 15. Dezember übergebenen Kommuniques und lenkte die Aufmerksamkeit des Fragestellers besonders auf den letzten Absatz des Kommuniques von Lugano, das er zitierte. Wedgwood entgegnete darauf: „Dies bez'.eht sich nicht auf meine Frage." Er fragte weiter: „Treten wir in den Verhandlungen, die jetzt im Zusammenhang mit der Dauer dieses Kon- trollausschusses vor sich gehen, für den französischen Vorschlag ein, daß der Kontroll- ausschuß auch nach 1935 weiterbestehen soll oder für den deutschen Vorschlag, der seine Dauer bis 1935 begrenzt wissen will, oder haben wir in dieser Frage überhaupt nicht Stellung genommen?" Chamberlain verw.es Wedgwood auf feine Entgegnung auf die vorhergehende Frage und erklärte, er habe alles gesagt, was zu sagen gegenwärtig nützlich oder angemessen fei. — Das Mitglied der Arbeiterpartei, Wedgwood, fragte dann, ob das vorläufige Abkommen, das von der britischen Regierung mit Bezug auf die Berechnung dec französischen Reserven für Abrüstungszwecke abgeschlossen worden sei, jetzt für England trotz der Tatsache bindend sei, daß der die Flottenstärke betreffende Teil des Abkonrmens aufgegeben worden ist. Chamberlain verwies den Fragesteller auf die vom Premierminister Baldwin am 13. Dezember abgegebene Erklärung. Später fragte Wedgwood, ob Chamberlain diese Erklärung abgebe angesichts der Tatsache, daß die französische Regierung die Erklärung seither falsch ausgelegt habe. Es erfolgte keine Antwort. polens Offensive gegen das Deutschtum. Oie Antwort an Ialeski. EinoffenerBriefdcsDeutichenBolksbundcs K a t t o w i tz, 19. Dez. (WB.) In einem von der gesamten deutschen Presse Ostoberschlesiens ver- öftcntlichten offenen Brief des Deutschen Volksbundes an Zalefki wird auf dessen Anschuldigungen im Völkerbundsrat erwidert: „Das Beschwerderecht des Deutschen Volksbundes wurde in der Stellungnahme des Präsidenten der gemischten Kommission vom 26. November 1923 und von der Regierung in einer vom Völkerbundsrat am 13. März 1924 zur Kenntnis genommenen Erklärung anerkannt. Nur die überaus schleppende Behandlung der Beschwerden des Volksbundes durch die Landesbehörden und die damit verbundene Gefährdung lebenswichtiger Interessen der deutschen Bevölkerung zwang den Volksbund zur unmittelbaren Anrufung des Völkerbundsrates. Mit dem früheren Wojwoden wurden die meisten Beschwerden durch unmittelbare Verständigung ohne Anrufung des Minderheitenamtes erledigt. Dieses bewährte Verfahren hörte mit Amtsantritt des derzeitigen Wojwoden auf. Zu Zaleskis Ausführungen über die Stärke der deutschen Minderheit wird erklärt, daß sämtliche Unterlagen hierüber mangels einer Volkszählung fehlten. Es wird jedoch festgestellt, daß für die deutsche Minderheit nicht 90, sondern am 1. Dezember nur 77 öffentliche deutsche Volksschulen bestehen mit einer Schülerzahl von rund 17 500. Zur Anschuldigung, daß der Deutsche Volksbund die Ursache des Nationalitätenkampfes und der politischen Unruhe sei, und ungesetzlicher Handlungen und sogar der Vorbereitung eines Umsturzes beschuldigt wird, erklärt der Dolksbund, in keinem Urteil sei er als Urheber der behaupteten Schädigungen bezeichnet worden. Hauptzweck des Deutschen Volksbundes ist neben kulturellen Aufgaben der R e ch t s * schütz seiner Mitglieder. Der Kampf um unsere Rechte als nationale Minderheit richtet sich nicht gegen den Staat, sondern gegen diejenigen Behörden, die die Rechte der deutschen Minderheit mißachten. Die Verletzung der der deutschen Minderheit verfassungsmäßig und vertragsmäßig verbürgten Rechte durch die Behörden werde u. a. auch vom Präsidenten der gemischten Kommission anerkannt. Der Brief schließt: Vorwürfe der staatsfeindlichen Gesinnung und Betätigung weisen wir im Namen der im Deutschen Volksbund ohne Unterschied der Par- teien, des Bekenntnisses und der sozialen Stellung vereinten Deutschen mit dem ganzen Ernste der vor» der Richtigkeit ihrer Ueberzeugung und ihrer Handlungsweise durchdrungenen Menschen auf das entschiedenste zurück. polens Umtriebe in Ostpreußen. Ein dankbares Arbeitsfeld für den Bottsbund. Berlin, 20. Dez. (Priv.-Tel.) Der Deutsche V o l k s b u n d, die Interessentenvertretung der deutschen Minderheiten in Polen, hat aus die unge^uerlichen Vorwürfe Zaleskis in Lugano jetzt mit einer Erklärung reagiert, die sich nicht nur dadurch auszeichnet, daß sie in einer ruhigen und sachlichen Tonart ein klares Bild von cer Lage der polnischen Staatsbürger deutscher Rationalität gibt, sondern auch an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Ramenttich den Vorwurf der staatsfeindlichen Umtriebe, mit dem Zaleski offenbar die ftäm. ijert Rechtsbrüche der Warschauer Regierung verschleiern wollte, hat der Volksbund sehr energisch zurückgewiesen. In diesem Zusammerchang erscheint es angebracht, einmal die Aufmerksamkeit auch des Völkerbundes auf die polnischen Umtriebe namenttid) in Ostpreußen hinzulenken. Obwohl von feiten Deutschlands über die bestehenden internationalen Verträge hinaus den nationalen Minderheiten zahllose Erleichterungen geschaffen sind, versucht Polen nach wie vor. die deutschen Bürger fremder Zunge gegen das Reich aufzuwiegeln und ben Eindruck zu ertoeden, als ob es auf deutschem Boden Minderheiten gebe, deren Zahl und Größe wir künstlich zu verkleinenr suchten. So behaupten sie. daß in Ostpreußen die Masuren den Anschluß ständischen angeschossen und zur Notlandung gezwungen worden. Um die beiden Insassen bestand zunächst einige Besorgnis, doch ist inzwischen ein Telegramm eingegangen, daß sich beioe in der britischen Gesandtschaft in Kabul in Sicherheit befinden. Als ein zweites Flugzeug über der Gesandtschaft hinwegflog, sah der Flugzeugführer auf dem Boden Schriftzeichen aufgelegt, die besagten: Wir sind wohl, versucht nicht, zu landen! — Der Telegraphendraht ist abgeschnitten worden, und die Funkstation arbeitet nicht. Nach weiteren Meldungen aus Afghanistan sollen die Aufständischen zwei die Stadt Kabul beherrschende Forts mit großen Mengen Waffen und Munition genommen haben und Verstärkungen abwarten, um den Angriff weiter vorzutreiben. Venihigung in Südamerika. Die Bermilttung der Panamerikanischen Konferenz. Buenos Aires, 19. Dez. (Havas.) Aus Asuncion wird gemeldet: Rach Einberufung von 30 000 Reservisten hat die Regierung von Hara- guah die Einberufungsrnaßnahmen eingestellt. Die Regierung hat die Schaffung eines internationalen Amtes für die Verproviantierung des Heeres und für die lieber» wachnng des wir.schaftlichen Lebens Der ügt. Man meldet, daß an der Grenze Ruhe herrscht. Die Streitkräfte von Bolivien haben sich auf ihre OperationSbafis zurückgezogen. Die Regierung hat den Kongreß zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen, um ein Amnestiegesetz für frühere paraguayische Revolutionäre aimehmen zu lassen. — Der von der Panamerikanischen Konferenz eingesetzte Sonderausschuß zur linieriu^ung des ©..ei es zwischen Paraguay und Bolivien hielt heute in Anwesenheit von Vertretern der beiden Länder eine lange Sitzung ab. Die Delegierten erklärten, die Verhandlungen feien in ä u ß e r st herzlichem Tone geführt worden, doch sci über keine endgültige Lösung beraten worden, da der Ausschuß beschlossen habe, sich zunächst nur einer Feststellung des Tatbestandes zu widmen. Reue Verhaftungen von Beamten des Reichsvermögensamtes. Keine Mitteilung an die deutfchcnBchörden. Köln, 20. Dez. (Privatmeldung.) Die „Kölnische Volkszeitung" meldet auS Koblenz: Die durch die in den letzten Tagen vorgenommenen Verhaftungen aus der Mainzer Affäre zieht i m-m e r weitere Kreise. Vorgestern ist wieder ein 'Beamter des Reichsvermögensamtes von den Franzosen vernommen und dann in seine Wohnung gebracht worden, wo er seitdem unter militärischer Bewachung gehalten wird. Eine Anzahl anderer ^Beamten ist von den Franzosen bereits zur Vernehmung borgcldben. Da die französische Staatsan- wal.schaft den deutschenBehördenkeins Mitteilung macht, ist der wahreGrund für das Vorgehen der Befatzungsbehörden bis jeht nicht zu erkennen. Man weiß nur, daß die hiesigen Verhaftungen mit der Main- jer Affäre Ib Verbindung stehen an Polen wünschen und den Tag ihrer Betret» ung kaum noch erwarten können. Tatsächlich liefen aber die Dinge so. daß bei der Volksabstimmung in den masurischen Kreisen rund 280 000 Stimmen sich für Deutschland entschieden, während nur 2000 Stimmberechtigte sich zugun- st en Polens aussprachen. Dennoch haben die Polen es verstanden, auf deutschem Boden zahlreiche Vereine ins Leben zu rufen, deren Aufgabe darin besteht, national polnische Propaganda zu treiben. Eben erst hat in Bromberg eine Tagung dieser Vereine statt- gefunden, auf der offen ausgesprochen wurde, da) sie auf eine LosrethungOstpreuhens vom Deich hinarbeiten. Trotzdem wagte es Zalefki in Lugano, deni deutschen Dollsbund. der sich stets loyal verhalten hat und durchaus keinen separatistischen oder staatsfeindlichen Tendenzen huldigt, -Hochverrat vorzuwerferr Welche Minderheiten eine Gefahr für den ©oftfloat bilden, dürfte die Bromberger Tagung zur Genüge bewiesen haben. Hoffentlich wendet der Völkerbund auch einmal seine Aufmerksamkeit der polnischen Wühlarbeit in Ostpreußen zu. Reupolnische Pressefreiheit. Beschlagnahme deutscher Zeitungen in Pommcretlen und Oberschlesien. Danzig, 19. Dez. (WB.) Wegen der Berichterstattung über die Auseinandersetzung zwischen dem deutschen und dem polnischen Auhen- Tninister in Lugano wurde die gestrige Dummer des .Pommereller Tageblatt" in Dir- schau beschlagnahmt, obwohl das Blatt nur die auswärtigen Presfestimmen wiedergegcben und nicht einmal die Berliner Presfestimmen veröffentlicht hatte. — Aus Anordnung der Wor- wodschaftspolizei find auch sämtliche inKatto- witz und Königshütte erscheinenden dmrt- scheu Blätter beschlagnahmt worden. Die Beschlagnahme erfolgte wegen der Veröffentlichung des Offenen Briefes des Deutschen Dolksbundes an Zalestt. in dem die Irrtümer des polnischen Außenministers richtiggestellt und die von ihm gegen den Deutschen Volksbund in Lugano vorgebrachlen Vorwürfe zunickgewiesen werden. Die Polizei hat auch Befehl erhalten, aus polnischem Boden alle reichsdeutschen Blätter zu beschlagnahmen. die Berichte über den Offenen Brief oder Auszüge aus ihm r-eröffentlichen. Kleine politische Nachrichten. Deichstagsabgeordneter Dingeldey hat seinen Entschluß mrtgeteilt, sein Mandat im Hessischen Landtag nunmehr niederzulegen. 'Rechtsanwalt Dingeldey glaubt, daß er durch die Tagungen des Reichstages so stark in Anspruch genommen sei, daß er den Pflichten eines hessischen Abgeordneteil nicht mehr in dem ihm wünschenswert erscheinenden Maße Nachkommen könne. 3m übrigen bleibt Rechtsanwalt Dingeldey nach wie vor Landesvorsitzender der Deutschen Dolkspartei in Hessen. Für den Abgeordneten Dingeldey tritt Bäckerobermelster Kunkel aus Worms tn den Hessischen Landtag ein. Reichsminister Dr. Strefemann hat Mitt- wvch mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug kurz nach 17 Uhr die Rückreise nach Berlin angetreten, wo er Donnerstag nachmittag wieder eintrifft. Zum Abschied hatten sich Vertreter der deutschen Kolonie mit dem Konsul Franken an der Spitze am Bahnhof erngefunden. Der Berliner Botschafter der Sowjetunion und' Frau Krestinski gaben zu Ehren des neuernannten Botschafters In Moskau. Herrn v. Dirksen. ein Frühstück, an dem der Reichskanzler mit Gattin, Frau Streftmann, die Rcichsminister Koch und Dietrich, tri? Staatssekretäre v. Schubert und Pünder fptoie die leitenden Beamten der russischen Botschaft, der russischen Handelsvertretung und des Auswärtigen Amtes mit ihren Damen teilnahmen. Am 18. Dezember ist der Gesandte in Heising- fors, Hauschild, im Alter von 48 Jahren g e - ft o r b e n. Aus dem sächsischen Verwaltungsdienst hervorgegangen, trat er 1910 in den auswärtigen Dienst ein. Seit 1925 war er Gesandter in Hel- singfors. Der verstorbene Gesandte war ein ausgezeichneter Kenner der Ostfragen. In seiner letzten diplomatischen Stellung als Gesandter in Finnland hat er es mit großem Gesch.ck verstanden, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Finnland und Deutschland zu pflegen und weiter zu vertiefen. Er hat sich in allen innegehabten Stellungen hervorragend bewährt und Ausgezeichnetes geleistet. * In Hamburg wurden der 1 Bürgermeister Dr. Petersen und der 2. Bürgermeister Roß wiedergewählt. Wie aus zuverlässiger privater Quelle mit- geteilt wird, ist der feit Jahren in der italienischen V-rbannung lebende Tiroler Rechtsanwalt Dr. Äoldin am Sonntagabend in Salurn angekommen. Sein Gesundheitszustand soll befriedigend fein. Die Tatsache, daß der Leibarzt des Königs Georg Lord Dawson, Donnerstag nachmittag zur gewohnten Stunde den König nicht besuchte, sowie das Ausbleiben eines Berichtes werden in den Hvfkrrisen als gute Zeichen angesehen und als Beweise dafür, daß die Besserung fonschreitet. Aus aller Welt. Schon wieder ein Iabrikbrand in Berlin. Berlin, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Heule um 5 Uhr morgens, taum zwei Tage nach der furchtbaren Brandkatastrophe in der Schonleinstraße, hat Berlin bereits wieder einen Fabrikbrand erlebt, der hinsichlllch der äußeren örllichen Verhältnisse stark an die Brandkatastrophe in der Schon- leinstroße erinnert, aber angesichts dev frühen Stunden, erfreulicherweise keine Opfer an Menschenleben und keine Schweroerwunde- ten gefordert hat. Es brannte auf einem Grundstück in der Strahlauer Straße im O st e n B e r l i n s ein Fabrikgebäude im zweiten Hof eines Gebäudekom- plexes. Auch hier sind vier Betriebe, nämlich eine Mützen-, eine Schilderfabrik u. a., untergebracht, dessen drei obere Stockwerke in Flammen entgingen. Der Sachschaden ist beträchtlich. Die Feuerwehr, die angesichts der vorliegenden bitteren Erfahrungen sofort mit dem beträchtlichen Siaaisgmchishof und Mchsregimmg. Vor der Entscheidung des Reichspräsidenten. Berlin. 20. Dey (Priö. XeL) Die Besetzung der erledigten Stellen im D e r w a 11 u n g s r a t bet Reichsbahn durch die Reichsregierung (unmittelbar vor dem Termin am Slaatsgerichts- haf über den Antrag Badens auf Erlaß einer einst, roeiligen Verfügung) Hal. wie gemeldet, den Reichsgerichtspräsidenten Dc. Simons als Vorsitzenden des StaalsgerichtLhofes veranlaßt, sich beschwerdefnhrend an den Reichs- Präsiden len zu wenden. Dr. Simons hat diese Beschwerde schriftlich eingereichl. Die Entscheidung des Reichspräsidenten wird in einigen Tagen erfolgen. Anzvnehmen ist, daß der Reichspräsident sich vorher auch über den Standpunkt und die Gründe der Reichsregierung wird unterrichlen lassen. Da das Reichskabinett heute nachmittag verfam- mell ist, dürste es sich auch mit dem Vorgehen des Reichsgerichtspräsidenten befassen und dazu Stellung nehmen. Ls wird sich in einer Sitzung am Freitag erneut mit der Besetzung der Verwaltungsratsstellen bei der Reichsbahn beschäftigen. 3n parlamentarischen Kreisen werde darauf verwiesen, daß eine Basis zu einer befriedigen- den Verständigung zwischen Reichsgerichts- Präsident und Reichskabinett um fo notwendiger gefunden werden muffe, als die vom Reichsgerichtspräsidenten gerügte mangelnde Informa- tion offenbar nicht beabsichtigt und nur durch eine Verkettung unglücklicher Umstände veranlaßt worden fei. Rückintisabsichten -es Reichsgerichtspräsidenten. Ersatz für die parlamentarische WeihnachtskrisiS. Berlin, 20. Dez. (Priv.-Lel.) Die Blätter» melvungen, die von einem Rücktritt des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons im Zusammenhang mit dem Konflikt Reichsregierung—Staalsgerichtshos zu berichten wußten, glaubt der Demokratische Zeittmgsdienst beftätigen zu töraten. Dr. Simons habe sein Rücktrittsgesuch bereits eingereicht. Die Korrespondenz erklärt dann treuer: Auch wenn das Vorgehen des Aei^s.^rrchlsprasiben- ten in Sachen des 'Verwaltungsrates Cer Reichs- bahn nicht richtig war, da die Rei^sregierun.g in ihren Maßnahmen dem Reichstage verantwortlich ist, so sollte man doch hoffen, daß es ge- singen wird, in diesem Solle eine Einigung herveizusüyren, um den Reichsgerichtspräsideinen, dessen Lättgkeir allgemein geschätzt und anerkannt wird, in seinem hohen Mute zu belassen, nicht zuletzt wegen des internationalen Ansehens, das Dr. Simons als Richter und als Mensch sich erworben Hai. So viel ist jedenfalls sicher, daß innerhalb der Reichsregierung niemand daran gemacht hat, den Reichsgerichts- Präsidenten als Vorsitzerrden des Staatsgerichtshofes oder den Staatsgerrchishof selbst tn ferner Würde zu beeinträchtigen. In der Berliner Presse kommt allgemein zum Ausdruck, daß der Rückttill Dr. Simons, der sich als Jurist im In- und Ausland eines hervorragenden Rufes erfreut, einen Verlust für Deutschland bedeuten wurde. Die „DAZ." ist der Auffassung, daß diese Entwicklung des Konfliktes hätte vermieden werden muffen. Die Reichsregierung habe in der ganzen Angelegenheit eine recht un glückliche Hand gehabt. Es scheine fast, als ob die beteiligten Herren das Bedürfnis gehabt hätten, rasch noch einen Ersatz für d i e ausgebliebene Weihnachtskrise zu beschaffen. Der ,Lok.-Anz." sagt, wenn jetzt Dr. Simons wirklich als Opfer feines Eintretens für die Unantastbarkeit der verfassungsrechtlichen Stellung des Staatsge- richlshofes fallen sollte, so würde dieser Ausgang der Affäre eine moralische Niederlage für d i e Reichsregierung bedeuten. — Die „Bor- sen-Zeitung" schreibt, die Ueberspitzung der juristi- scheu Meinungsverschiedenheiten zwischen Reichs- regierung und dem höchsten Richter in Deutschland wäre sicher zu vermeiden gewesen. Es scheine, daß das Kabinett hier nicht ganz von der Schuld freizusprechen fei. — Die„Boff. Ztg." meint, wenn sich die Gerüchte vom Rücktritt Simons bestätigen sollten, wäre damit eine Losung des Konfliktes erziett, der auf andere Weife kaum zu bereinigen wäre. — Die „Germania" bedauert es, wenn Dr. Simons wegen dieses Konfliktes aus feinem hohen Amte ausscheiden würde und hofft, daß dieser folgenschwere Schritt durch eine Bereinigung des Konfliktes noch vermieden werde. Die Zrmdkataßwphe in der Berliner Miofabrik. Das vorläufige Ergebnis der Untersuchung. Ungenügende Betriebssicherungeir bei der Verwendung von Zelluloid. Berlin, 19. Dez. (WB.) Auf Grund der Er- gebniffe des an der Brandstätte abgehaltenen L o • kaltermins wird voraussichtlich gegen den Inhaber der Fabrik für Radiozubehörteile Bäcker & Co., Trotzki, ein Verfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet werden, zumal durch diese Fahrlässigkeit Menschen zu Tode gekommen sind. Das Fabrikgebäude war ursprünglich für Tischlereien bestimmt. Die Einrichtung des Trotzkischcn Betriebs, die im Frühjahr erfolgte, ist nicht ordnungsmäßig bei der Baupolizei gemeldet worden. Aus dem Ergebnis der ersten Linkers uchungen veröffentlicht die ,D. Z. a. M." Ei rzelherten, wonach, wie schon gemeldet, die Katastrophe auf d i e Fahrlässigkeit einer jungen Arbeiterin zurückzasührsn ist, jedoch wird nicht mehr die inzwischen bereits verstorbene Arbeiterin Mayer, sondern eine Charlotte Schöne- m a n n genannt, die ebenfalls äußerst schwer verletzt Word n ist und an deren Aufkommen gezweifelt wird. Wichtig ist ferner, daß der Inhaber des Betriebes, Trotzki, ein früherer Buchhändler, nicht die Sicherheitsmaßnahmen, die für einen solchen Betrieb n.'t- toenbig sind, getrosten hat. Er ist übrigens persönlich schwer betroften, da fein Betrieb nicht versichert war. Sein Sohn hak fo schwere Verbrennungen im Gesicht erlitten, daß er wahrscheinlich das Olugenli j)t verlieren wird. Die Schuld Trotzkis ergibt sich daraus, daß nach den Bestimmungen nur die für eine Tagesproduktion erforderliche Menge Zelluloid im Arbeiteraum aufbewahrt werden darf, während alle übrigen Vorräte, auch Abfälle, in feuersicheren Räumen untergebracht oder unterWasser gehalten werd n müssen. Die in Trotzkis Betrieb verwendeten P r ä gern a f d) i n e n waren mit einer Anwärmvorrichtung, bestehend aus offenen Gasflammen, versehen. Auch in dem Umstand, daß für diese Heizflammen fein besonderer Schutz vorgesehen war, dürste ein -Zerstoß gegen die entsprechenden Vorschriften vorliegen. Wie bereits begannt, hat e ne Arbeiterin, um die Anwärmevorr.chtung ihrer Maschine zu entzünden, -einen Zelluloid- ft reifen an der Gasflamme einer anderen Prägemaschine anftccken wollen und den brennenden Streifen, da sie sich die Finger versengte, in einen .haften mit Zelluloidabschnitten fallen lassen. Als der Kasteninhalt ausloderte, stieß sie ihn vom Tisch, wobei er auf neben dem Tisch aufgestapelte Säcke mit Zelluloidabfällen im Gewicht von etwa fünf Zentner fiel, die sofort Feuer fingen. Rach den Aussagen eines 16jährigen Arbeiters, der heute vernommen wurde und als wesenttichster Zeuge in Betracht kommt, war das Benutzen von Zelluloidstreifen zum Anzünden der Maschinen eine im Betrieb allgemein übliche Unsitte. Auch der zum Sieben des Zelluloids verwendete Stoff Azeton ist außerordentlich feuergefährlich. Roch zwei Vermißte. Ei« drittes Todesopfer. Auf der Suche nach Vermißten. Berlin, 20. Dey (ptio. Id.) wie schon gestern knr; gemeldet, hat die Brandkatastrophe in der Lchövleinstraße noch ein dritte» Todesopfer gefordert, do die Arbeiterin Margareta Marja ihren Verletzungen erlegen ist. wie sich jetzt herausflellt, werden noch zwei Arbeiterinnen vermißt. Man hatte zunächst angenommen, daß In der Aufregung und in der Panik der ersten Stun- den zahlreiche in dem Fabrikgebäude Beschäftigte davongelaufen feien. Die beiden vermißten Arbeiterinnen sind aber bis zum Mittwoch morgen nicht in ihren Wohnungen erfchienen und auch sonst nirgends gesehen worden, wenn sie sich, was befürchtet wird, unter den Trümmern des Gebäudes befinden, fo besteht kein Zweifel, daß sie auf der Stelle getötet worden sind. Die Berliner Feuerwehr, deren Mannschaften sich dauernd auf dec Brandstätte ablöfen, räumt fieberhaft den Schutt beiseite, um nach den Vermißten zu fuchen. Eins Erklärung des Polizeipräsidenten. Der Betrieb nicht angemeldet. Ermittlungsverfahren gegen den Inhaber. Berlin, 19. Dez. (WB.) Der Polizeipräsident teitt zu dem Brandunglück in der Radiofabrik Dr. Bäcker u. a. mit: Nach den geltenden Bestim- mungen hatte der Inhaber der Fabrik, Trotzki, die Verpflichtung, feinen Betrieb der Polizei anzumelden, wenn er dauernd oder auch nur vorübergehend mehr als 50 Kilogramm Zelluloid in den Betriebsräumen verarbeitete oder lagerte. Trotzki ist dieser Verpflichtung nicht nachgekommen, so daß die Gewerbepolizei von dem Vorhandensein größerer Mengen Zelluloid nichts wußte. Hätte Trotzki ordnungsmäßig feinen Betrieb angemeldet, so würde die Ge werbepolizei in engster Zusammenarbeit mit der Feuerpolizei sofort ge rüst haben, ob und inwieweit der Betrieb in den Räumen Schönleinstraße zu- gelassen werden konnte. Da nach dem Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen feststeht, daß sich der In- Haber Trotzki durch seine Nichtbeachtung der geltenden Vorschriften und burd mangelhafte Beaufsichtigung des Betriebes der fahrlässigen Brandstiftung und der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht hat, so ist gegen Trotzki ein kriminalpolizeiliches Ermittlungs- verfahren eingeleitet worden. Aufgebot von acht Zügen erschienen war, konnte mit einem großen Aufwand an Schlauchleitungen innerhalb zwei Stunden das Feuer Niederkämpfen. Ein Mann, der von dem Feuer im Schlaf überrascht worden war, und dem der Weg ins Freie durch die starke Rauchentwicklung oertegt worden war, konnte über eine Hakenleiter gerettet werden Jür fünf Millionen Dollar Rauschgifte in Reuyork beschlagnahmt. Die Beschlagnahme und Untersuchung der Papiere des vor kurzem ermordeten Spielers und i Schmugglers Rothstein, der durch Finanzie- rung des Handels mit Rauschgiften sich ein Millionen vermögen erworben hatte, hat es den Bundes- 1 beworben ermöglicht, in der letzten Nacht im Neu- yorker Hafengebiet geschmuggelte Rauschgifte im Gewicht von einer Tonne und nach amerikanischer Taxe im Wert von fünf Millionen Dollar zu beschlagnahmen, die kurz vorher heimlich von dem französischen Dampfer „Rochambeau" am Hudson-Rioer-Dack an Land gebracht worden waren und nach Phlladelphia an die Adresse einer Persönlichkeit weitergehen sollten, die als das Haupt eines internationalen Rauschgiftschmuggel-Syndikats gilt. Allein im Dezember sind außer dieser Sendung bereits Rauschgifte im Werte von nahezu zehn Millionen Dollar beschlagnahmt worden. Der Bundesanwatt erklärte, es handele sich uni ein Schmuggclsyndikat von ungeahntem Ausmaß, dessen Sitz Frankreich oder die Schweiz (ein müsse. Man beabsichtige, auf Grund der internationalen Verträge zu erreichen, daß Me an diesem Unternehmen beteiligten Personen je nach der Pechtslage eraweder an Amerika ausgeliefert oder von den Gerichten ihres Heimatlandes zur Verantwortung gezogen werden. 'XaubübetfaU auf die S.cttioaskaffe in Kulmbach. Am Mittwoch abend drangen zwei Räuber mit vorgehaltenen Revolvern in die in der ©üteratkr izungsstelle uittergebrachte Statt o n s k as f e der Station Kulmbach ftn und raubten, während sie den Kasfenverwalter mit der Waffe bedrohten, 9000 Mark. Die Räuber flüchteten daraus mit einem Mietauto nach Lichtenfels, wo sie am Stadteingang von der inzwischen benachrichtigten Gendarmerie a n gehalten wurden. Während der Führer des Mietautos die Bremse zog. schossen die beiden Räuber durch die Fenster des Autos auf die Gendarmeriebeamten und verletzten dabei einen Oberwachtmeister am Arm. Sie flüchteten dann im Schutz der Dunkelheit in Richtung । Michelau, verfolgt von den gesamten ‘Beamten der Gendarmeriestation Lichtenfels. Die Gendarmeriebeamten der umliegenden Stationen wurden verständigt, ebenso die Landespolizei in Ko* bürg und Bamberg. Das gesamte Gelände ist abgefperrt worden und wird jetzt mij Hilse von Polizeihunden durchsucht. Einbruch in ein Kottbuser Juweliergeschäft. Einbrecher drangen die letzte Rächt in das Kottbuser älhrwaren- und Iuweliergeschäft von F. H. Lauterbach ein und raubten Waren im Werte von zirka 30 000 Mk. Die Einbrecher find über das Rachbargrundstück entkommen und mit einem Auto davongesähren. Auf dem Dach des Rachbargrundstückes wurde eine Alten t afche m.it Goldsachen gefunden. die die Diebe anscheinend dort verloren haben. von einem Moulagegerüst erschlagen. Auf der Abteilung August-Thyssen-Hütte der Bereinigten Stahlwerke in Hamborn ftürtie ein für Len Erweiterungsbau der Gaszentrale ausgestellter eiserner Montagemast infolge Lösens der Haltevorrichtung um und begrub drei Arbeiter unter s i ch. Während zwei von ihnen mit ^rrh- und Knieverletzungen davo-n- kamen, toi. ** der dritte Mann von dem Gerüst erschlagen und konnte nur als Leiche aus den Trümmern geborgen werden. Oie Wetterlage. o TTtewT Nitlv/ocn d d.19.DezD.1928.7'* äDds. ©vontefliox o nenn q nre ocdttxt » wo**.», a oeoec*» •nece* • Scsnee a CirevPf i° e ritm X »rwittgr @wiaditinc. seW erkhttr Ost £> Sudiwwtn «uremcne» "ordwts» •le Pfeift flieoen »n »eöe* die Tem»er*tur an Oie Limen /eromde» Qew eil tef »eecrecnurtea toitdre«» Wettervoraussage. Ein« Warmluftstasfel des sich bis über die britischen Inseln und die Rordsee erstreckenden Tiefs brachte in Westdeutschland wieder Erwarmung, so daß die Temperaturen dort um Rull und etwas darüber lagen. 3n Holland führte die Warmluft bereits zu Aegensällen. Sie läßt es in unserem Gebiet auch zu stärkerer Bewölkung sowie Erwärmung und Riederschlägen kommen. Der Umschlag dürfte aber nut vorübergehend fein, denn Kaltluftmassen bringen Wetter über Island vor. Vorhersage für Freitag: Vorwiegend bedeckt, Temperaturen ansteigend imd um Rull und darüber liegend, Niederschläge. (Schnee ober Regen.) Aussichten für Samstag: Temperaturen wahrscheinlich wieder sinkend. Rachlassen der Riederschläge und mehr vereinzeltes Au treten- Lufttemperaturen am 19. Dezember: mittags — 2,6 Celsius, abends —2,7 Grad Celsius', am 20. Dezember: morgens —3,8 Grad Celsius. Maximum —1,8 Grad Celsius, Minimum —4 Grab Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 19. Dezember: abends 0,7 Grad Celsius: am 20. Dezember: morgens 0,6 Grab Celsius. Dintersportnachrichten der Hess, Wetter dievsiftellc. Vogelsberg (Hoherodskopf): Wetter: wolkig, Temperaturen minus 10 Grad Celsius, Schneehöhe 30 Zentimeter, Beschaffenheit: gekörnt. Sportmöglichkeit für Ski sehr gut. Odenwald (Tromm): Wetter: wolkig, Schneehöhe 25 Zentimeter, Beschaffenheit: gekörnt, Temperaturen minus 7 Grad Celsius, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. — Neunkircher Höhe: Wetter: wolkig, Schneehöhe 27 Zentimeter, Beschaffenheit: gekörnt, Temperaturen minus 5 Grab Celsius, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut Sauer fand (Winterberg): Bewölkt, minus 8 Grad Celsius, 24 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski gut, Rodel mäßig. Taunus (Kleiner Feldberg): Bewöltt, minus 9 Grad Celsius, 21 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald (Feldberg): Heiter, minus 10 Grad Celsius, 105 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. A l p e n (Garm sch Partenkirchen): Minus zehn Grad Celsius, 61 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Aus der yrovknzialhauptstadi Gießen, den 20. Dezember 1928. Oer Weihnachtsstollen. Es sind leine geringen Sorgen, die sich die Hausfrau um.den Weihnachtsstollen macht. Stellt schon die Geld,'rage vor allerlei Berechnungen uird Erwägungen, so erst recht die Frage: Wie stelle ich es an, daß das Gebäck gerat und schmeckt? Wan kann sich kaum einen größeren Verdruß denken, als wenn so ein Stellen trotz aller Mühe, die man sich um ihn gegeben, doch mißlingt. Und ec hat manchmal seine Launen für sich. Da hat man wocheiüang darauf vorbereitet, hier gespart, dort geknapst, um zu dem Beitrag, den man von dem für die Geldangelegenheiten in vorderster Linie verantwortlichen Eheherrn erwartet, noch etwas zulegen zu rönnen. Weist i>dt ja der, dem es obliegt, das nötige Geld zu beschallen, keine Ahnung davon, was so ein Stollen kostet. Entweder er ist großzügig genug und seht den Betrag viel zu hoch an. was seltener vorkommen dürfte, oder er rechnet mit einem viel au geringen Betrag und bekommt angelweite Augen, wenn ihm die richtige Summe genannt wird. Zu.aten! Auch das ist ein Kapitel, das Kopf- schmerzen verurfachen kann. Das beste Rezept nützt manchmal nichts. Auch ein wenig Erfahrung gehört dazu und etwas Fingerspitzengefühl. Ein bißchen zu viel, und es wird ein Stollen, der zerbröckelt oder undankbarerweise mit dem gefürchteten Schlief belohnt. Ein Geringes zu wenig, und er schmeckt wie Stroh und wird so hart, daß sich die Weihnachtsgäste die Zähne ausbeißen. Eine Kleinigkeit zu wenig oder zu viel Hefe, und wieder ist es nichts mit der ersehnten Herrlichkeit. Und wenn es gaiu schlimm kommen soll, kann auch dem Bäcker noch ein Unglück geschehen: der Stollen kommt aus dem Ofen, wie wenn er von den Mohren aus dem Worgenlande abgefärbt hätte, obwohl die jetzt noch weit sind. Desto größer ist die Freude, wenn der Weih- nachtssto.len gelungen ist. ES ist der Schmaus, den niemand entbehren möchte, erst recht nicht die Kleinen, die ihre kleinen Leckermäulchen spitzen, wie wir e- auch getan. Also möge der Weihnachtsstollen überall recht gut gelingen oder schon gelungen sein! S. Öb.rmedizinalral Dr.dalser 703* alt Am heutigen 20. Dezember vollendet der Geh. Obermedizinalrat Dr. Balser in Darmstadt, der weit über Hessens Grenzen bekannt ist. fein 70. Lebensjahr. Er ist in vielen Fragen der Volksgesundheit bahnbrechend vorgegangen. Dr. Baiser wurde in Gießen geboren, besuchte hier das Gymnasium und studierte in Gießen Medizin. Nach seiner Tätigkeit in Gießen, Berlin, Leipzig. Münzenberg, Assen- heim, Alsfeld und Mainz wurde er 1912 mit der Bezeichnung Obermedizinalrat ins Ministerium des Innern berufen und 1920 zum Ministerialrat ernannt. Aus Gesundheitsrücksichten trat er 1923 in den Ruhestand. Er hat auf dem Gebiete der Hebung der Volksgesundheit Besonderes geleistet und war von 1920 bis 1924 Vorsitzender und Leiter der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge. Oer Verkehr mit Feuerwerkskörpern. Wer Feuerwerkskörper — Frösche, Schwärmer und dergleichen — ferlhalten will. muß hiervon dem Kreisamt Anzeige machen. 3m Kausladen dürfen nicht mehr als 2yz Kilogramm, im Hause außerdem nicht mehr als zehn Kilogramm vorrätig gehalten werden. Aus Rachweis eines besonderen Bedürfnisses kann, ausnahmsweise eine Lagerung im Hause bis zu fünfzehn Kilogramm zeitweilig gestaltet werden. Die Aufbewahrung muß in einem auf dem Dachboden (Speicher) be- legenen, mit keinem Schomsteinrvhr in Verbindung stehenden abgesonderten Raume erfolgen, welcher beständig unter Verschluß gehalten und mit Licht nicht betreten wird. Die Behälter müssen mit fest geschloffenen Deckeln versehen fein. Die Abgabe von Feuerwcrkskvrpern an Personen, von denen em Mißbrauch derselben zu befürchten ist. insbesondere an Personen un*er 16 Jahren, ist verboten. Diese Vorschrift findet keine Anwendung auf Spielwaren, die ganz geringe Mengen von Sprengstoffen enthalten. Zündplättchen (Amorces), die mehr als 7,5 Gramm Sprengmischung (Knallsalz) auf 1000 Plättchen enthalten, dürfen als Spielwaren nicht in den Derkehr gebracht werden. Gewecbeireibeirde, die gegen diese Vorschriften verstoßen, haben neben gerichtlicher Bestrafung zu gewär.igen, daß ihnen der Handel mit Feuerwe ckskö rpern untersagt wird. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen Werden mit Geldstrafe bis zu 150 Quart oder mit Haft bestraft, soweit nicht höhere Strafen — Gefängnis von drei Monaten bis zu zwei Jahren — verwirkt sind. An bewohnten, oder von Menschen besuchten Orten ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern »erboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis au 150 Mark oder mit Hast bestraft. Wenn Eltern, Vormünder oder andere Personen. deren Obhut Kinder unter 12 Jahren oder sonstige unzurechnungssähige Personen an- vertraut sind, es an der erforderlichen Aufsicht haben fehlen laffen und diese Personen während der Zeit, wo sie ohne solche Aufsicht waren, eine darartige Uebcrlreiung begangen haben, so werden die zur Beaufsichtigung verpslich.eten Personen beim ersten Falle polizeilich verwarnt, im Wiederholungsfälle bis zu einem Dritteil der auf die Hebertretuny selbst gesetzten Strafe belegt. Taten für Freitag, 21. Tezeurber. Sonnenaufgang 8.02 Uhr, Sonnenuntergang 15.54 Uhr. — Mondaufgang 1256 Uhr, M-onduntergang 0.42 Uhr. 1375: der italienische Dichter Giovanni Bocaccio in Certaldo bei Florenz gestorben (geboren 1313); — 1639: der französische Dramatiker Jean de Racine in La Ferte Milon geboren (gestorben 1699); — 1748: der Dichter Ludwig Holty in Mariensee geboren (gestorben 1776); — 1804: der englische Staatsmann Benjamin ©Israeli, Earl of Beaconsfield, in London geboren (gestorben 1881). Woch:.rmarllpreife. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarki: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 2,10 bis 2,20; Malte 30 bis 35; Wirsina 12 bis 20; Weißkraut 8 bis 15; Rotkraut 15 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 20; rote Rüben 10 bis 20; Spinat 20 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 25; Rosenkohl 40 bis 60; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 30 bis 40: Zwiebeln 12 bis 20; Verkehrs-Aufklärung durch Kraftfahrer. Eine lehrreiche Fahrt mii dem Oberhesfischen Automobil-Club und der Verkehrswachi Gießen. Veranlaßt durch die guten Erfahrungen mit der Aufklärung^fahrt im Frühjahr 1927 veranstaltete der Oberhessische Automabil-Club im Zusammenwirken m.t der Verkehrswacht Gießen am Dienstagnachmittag eine neue A u f • klärungsfahtt. Zweck der Fahrt war, den Behörden, die sich mit Verkehrsfragen zu beschäftigen haben, namentlich aber den auf diesem Ge- biete amll.ch tätigen Herren Gelegenheit zu geben, sich aus eigener Anschauung über den Verkehr auf Den Straßen und aller einschlägigen Fragen selbst ein Urteil zu bilden. Die Fahrt erfolgte in Kraftwagen, die von Mitgliedern des Oberhessischen Autv- mobil-Clnbs zur Beifügung gestellt und meist von diesen selbst« gesteuert wurden. Jeder Wagen hatte eine Strecke von etwa 40 Kilometer zu befahren. Die Fahrtzeit war derart eingeteilt, daß die Fahrt zum Zielpunkt noch bei Tageslicht erfolgte, die Rückkehr aber in der Dunkelheit vorzunehmen war. An der Fahrt beteiligten sich zahlreiche Vertreter der Justizverwaltung, die Leitung der Gießener Polizei, Herren der Gendarmerie, der Amtsvorstand der oberhcssistl)en Straßenbauoerwallung, ein Vertreter des Krcisamis Gießen, Offiziere unserer Garnison, die Leiter der hiesigen Schulen, Vertreter des Fuhr- urtternehmer-Cewerbes, der Radfahrerverein und der Presse. Nach Instruktion der Fahrer und der Beobachter durch den technischen Betrat, Regierungsbaurat Steinbach, und einer kurzen Begrüßung der Fahrtteilnehmer durch den Vorsitzenden des Oberhessischen Automobil-Clubs, Dr. Gail, bei der man auch mit dem Zweck der Fahrt vertraut gemacht wurde, erfolgte gegen 4 Uhr vom Clubheim, dem Hause des Gejellschaftsoereins, aus die Ausfahrt. Strahlenförmig ging die Fahrt über alle Landstraßen unserer näheren Umgegend, und zwar nicht nur der Provinz Oberhessen, sondern auch der angrenzenden preußischen Kreise. Etwa von 5.30 Uhr ab kehrten die Wagen zum Ausgangspunkt, dem Clubheim, zurück. Hier vereinigte man sich alsbald unter der Leitung des Vorsitzenden des Oberhefsi- schen Automobil-Clubs, Dr. Gail, zu einer Besprechung über die Beobachtungen während der Fahrt. Daß man dabei mancherlei Beschwerden über mangelnde Beachtung der Verkehrsvorschriften durch Fuhrwerkslenker. Radfahrer und auch Fußgänger hören konnte, ist schließlich kein Wunder, da eben trotz aller Warnungen und Aufklärungen die Erziehung zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr, und zwar sowohl in der Stadl tote auf dem Lande, beim breiten Publikum nur langsame Fortschritte macht. Mit warmer Anerkennung ist aber zu verzeichnen, daß dank der verständnisvollen Bemühungen der vberhessischen Straßenbauverwaltung die verschiedenartig steil Verkehrszeichen in sorg fähigster und zweckmäßiger Weise auf den Landstraßen angebracht worden sind und damit der Verkehrssicherheit eine starke Förderung zu eil geworden ist. Mit Befriedigung ist auch festzustellen, daß von der Provinzial-Straßenbauverwaltung der Zustand unserer Landstraßen, insbesondere der D-Skafeeu, in den letzten zwei Zähren wesentlich eerbq'fetd wurde. Die großen Geldopfer, die von der Provinz für die neuzeitliche Herrichtung der Straßen bisher zu [elften waren, haben also schon gute Früchte getragen. Jedoch ist nicht zu vcükennen. daß auf den Bezirks st raßen, die in der Hauptsache dem lokalen Fährverkehr für Fahrzeuge aller Art dienen, an vielen Stellen noch erhebliche Arbeit au leisten ist. Hierbei hairdelt es sich aber nicht um eine Frage der Technik des Straßenbaues, sondern fast ausschließlich nur um die Frage der Finanzierung. Man darf die Hoffnung hegen, daß die maßgebenden Stellen unserer Provinz auch im nächsten Jahre nach besten Kräften bemüht fein werden, den Derbesse- rungsnotwendigkeiten für diese Straßen Rechnung zu Lagen. Eil.«.' eingehenden Besprechung wurde die Frage unterlagen, wie es zu ermöglichen sei, daß die Herren der Justiz, dte in Prozessen über Fragen des Krajtwagenverkehrs durch Urteil zu entscheiden haben, die Möglichkeit erhalten, sich selbst die notwendigen Kenntnisse des Krattsahrweiens anzueigneiu Als dringend wünschenswert wurde es sowohl von feiten eines Richters, als auch von feiten der Kraftfahrer bezeichnet, daß man durch Auto-Unkerrichlsstunben den Herren der Justiz wenigstens theoretische üennlnie de» straftsahrwcsens ermögliche, damit der Richter bei einander widersprechenden Sachverständigengutachten in her Lage ist, durch eigene Kenntnis dec Dinge im Urteil das Richtige zu tresfen. Es wurde empfohlen, den Herren des Gießener Gerichts diesen Autounterricht mitHlls« der Autos der Provüczialverwaltung von deren bahrmeister erteilen zu lassen. Dahinzielende Schritte sollen an der maßgebenden Stelle unternommen werden. Eine weitere sehr bedeutungsvolle Frage des Deckehrs schnitt man an bei der Erörterung des Verhaltens desPublikums beim Passieren der Straßen und gegenüber den Kraftfahrzeugen. Von allen Seiten wurde hierbei aner- tanni, daß die Kraftfahrverbände, wie auch die für die Regelung des Straßenverkehrs zuständigen Behörden schon alle möglichen Anstrengungen zur Erziehung des Publikums nach den Ersorder- nissen des modernen Straßenverkehrs gemacht haben. Der Erfolg dieser Erziehungsarbeit ist bisher aber sehr gering gewesen. Einig war man sich darin, daß in dieser Hinsicht die Hoffnung auf die Jugend gesetzt werden muh. Rur wenn die Heranwachsende Generation schon von Kindheit an mit den Rotwendigkellen und den gesetzlichen Anjordecungen der aus größte Sicherheit für Fußgänger und Fahrer abz-elenden Verkehrsregelung vertraut gemacht wird, lann man erwarten, daß tun। tigern auch die Zahl der Unfälle und her Schädigungen an Menschenleben und Ma.ecial hecaogemmhert werden. Um dieses erstrebenswerte Ziel zu erreichen, soll nach dem einhelligen Wunsche her Versammlung In den Schulen eine großzügige Aufklärungsarbeit über die Verkehrsregelung durchgeführt werden. In diesem Zusammenhänge wurde empfohlen, nach dem Docbilde des Freisinnes Sachsen täglich etwa eine Viertel stunde obligatorischen Verkehrsunterricht in den Klassen zu erteilen. Bei der Besprechung von Fragen der Verkehrsregelung in der Stadt wurden verschiedene Wünsche hinsich'.lich der Zeichengebung dec Verk?hrspoliz.ib:am en vocgebracht. Es ergab sich, daß in fri.fer Hinsicht unsere Gießener Polizei nach dem Muster grohstäd ischer Verkehrs reg. lang instruiert und dabei den loialen Erfordernissen in wei gehendem Mcll,e Rechnung getragen ist. Auch bei diesem Teile dec Aussprache trat aber zutage, dcrß vielfach das Ver- Hal en des Publikums Grund zu Beanstandungen gibt. Die Mitwirkung der Reichsbahnverwaltung an der Lösung der Aufgaben der modernen Verkehrsregelung und wei.nehenben Verkehrssicherung durch bestmögliche Beleuchtung von Bahnübergängen usw. wurde aneriarmt,_ darüber hinaus aber noch einige mehr lokale Wünsche geäußert, 6er. n Erfüllung durch die Reichsbahn man erhofft. Bitter« Klagen wurden laut über die durchaus ungenügend? Sicherung der Bahnübergänge bei den Privatlahnen. die schon häufig die Ursache von Unglücksfällen gewesen ist. Ueberein stimm end wurde die Forderung laut, daß die Privatbahn-Unternehmungen zu größerer Sicherung der Strahen- Uebergänje durch ausreichende Beleuchtung und durch zweckentsprechende War - nungszeichen heranzuziehen sind. Der technische Beirat. Regierungsbaurat Steinbach, empfahl dringend Oie versuchsweise Anbringung von sog. Katzenaugen. Diese bestehen aus einem roten Glaskörper mit vielen Eleinen Flächen, hie has Licht der Scheinwerfer auffangen unh zurückwerfen. Die Katzenaugen erforhern nur einen verhältnismäßig geringen Geld- aufwand beim Anbringen an den Schranken Der Bahnübergänge bzw. seitlich der ungesicherten Straßenüberführungen bei Privatbahnen. Irgendwelche Wartungskosten kommen, da es sich ja um eine ganz mechanisch wirkende Einrichtung handelt, überhaupt nicht in Betracht. Der Vorschlag wurde allgemein als sehr zweckdienlich betrachtet, seine Verwirklichung soll den zuständigen ©teilen her Bahnen empfohlen werden. Die Einrichtung sop Katzenaugen kann man übrigens jetzt schon in dem rückwärtigen kleinen roten Licht an zahlreichen Fahrrädern bemerken. Diesen hauptsächlichsten Wünschen schlossen sich noch mancherlei Anregungen kleinerer Art an. Alles In allem ist zu fugen, daß diese Auf- klärungsfahrt sehr nutzbringend für die weitere Vervollkommnung der Verkehrssicherheit in Stadt und Land unserer engeren Heimat und für die fachlich fördernde Orientierung der mit Verkehrsangelegenheiten in Berührung kommenden Behörden gewesen ist. Die vielfältigen Eindrücke und Anregungen auf der vorgestrigen Fahrt, mit deren 'Veranstaltung der Oberhessifche Auto- mobil-Club und die VerkehrswacA Gießen sich ein neues Verdienst um die Allgemeinheit erworben haben, gaben der Fahrtleitung Anlaß, schon jetzt eine weitere Fahrt für das nächste Jahr mit dem gleichen Zwecke der Llusllärung und Erstrebung vertiefter Sachkunde anzukündigen. Der Straßenbau in Oberhessen im äahre 1929. Wie wir auf Anfrage bet der ProvinzLal- trirefiion erfahren, wird die Provinzial- verwaltung den Körverschaf.en der Provinz Oberhessen als Straßenbauprogramm für 1 9 29 folgendes Vorschlägen: Für die Unterhaltung der B-Straßen: Materiallieferung 461 000 Mk., Walzkosten für 21 Kilometer 171000 Mart, Oberflächenbehandlung für 35 Kilometer 176 000 Mark. Für die Unterhaltung der D-Stra- ß en: 150 000 Mark, Walzkosten für 6 Kilometer 45 000 Mart, Oberflächenbehandlung für 54 Kilometer 270 000 Mark, Kleinpflasterung für 25 Kilometer 1 313 000 Mark, mittelschwere Decken für 15 Kilometer 586 000 Mark. Die Beschaffung der Geldmittel für moderne Straßenbefestigung soll auf dem Anleihewege und durch 3. an pruchnehme der Kraftfahrzeugsteuer e , Als Derwaltungskoften für die 6tra - henunterhaltung sind für das nächste Jahr 2520C0 Mark vorgesehen. Für allgemeine Unter Haltungskosten cinschl eß ich der Arb.iterlöhne werden 614 000 Mark in Ansatz gebracht; hiervon entfalten allein aus Löhne und soziale Versicherungen 540 COä Mark. Diese Aufwendung :n, sowie d.e Kosten für die Unterhaltung der D-Straßen sind durch Umlagen zu decken. Ueber die Durchführung di« er Vorschläge haben her Provinzialausschuß unh der Provinzialtag das entscheidende Wort noch zu sprechen. Man darf aber Wohl annehmen, daß die Bemühungen zur Derbesserung unserer Landstraßen bei beiden Stellen volles Verständnis finden werden. gen. Freitag, findet Ml zweite Oderetten aast spiel d«S Frnnklurter Reuen Operettentheaters tn dieser Woche statt. DaS Ensemble bringt als Erstausführung die Operette „Das SchwalbennestE von Bruno Gcanichstaedten cn her Inszenierung des Spielleiters Fritz D i e st e l und unter der musikalischen Leitung des Kapellmeisters Gustav G ö r l i ch heraus. 3n den hervortretenden Rollen und Partien sind neben dem Gast Alohs R e s n i hie Damen Lyhia Petri unh Käthe 311 e t, sowie bi« Herren Rorbert Fels. Mario Hain- b o r f f, Karl Reul, Richarb G u 11 m a n n, Hermann Hauschmann und Leo B a l b u 1 beschädigt. — Sonnlag. 23. Dezember, 15 Uhr. Kindervorstellung „Pinkepunk", 18.30 Uhr, zu ermäßigten Preisen Bruno Franks „Pertentomö- bie“ als Fremdenvorstellung. Für ben ersten Weihnachtsfeiertag ist Tolstois „Unh bas Licht scheinet in her Finsternis" zum 100. Geburtstag bes verstorbenen Dichters vorgesehen. Für ben zweiten Feiertag, 14.30 Uhr, „Pinkepunk", 18.30 Uhr, einmalige Wiederholung der Operette „Liebe und Trompetenblasen" (Gastspiel bei Frankfurter Reuen Operettentheaters). * ** Dien st im Zollamt am Weihnachts- feste. Das Hauptzollamt Gießen wird am ersten Weihnachtsfeiertage von 10 bis 11 Uhr vormittags zur Abfertigung von aus dem Auslände eingehenden WeihnachtsPoftpakcten geöffnet fein. ** Aus dem Gießener Standesamtsregister. Es verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember: 2. Dezember: Katharine Belle. GkM! M UWlMll Wl! ----- - - « ■ - - ■ 1 -T^T= Hausangestellte, 76 Jahr« alt, Sonnenstraße 25; 3.: Gustav Tropp, ohne Beruf, 78 Jahre alt, Sieber Straße 74; 4.: Wilhelm Egly, Zigarrenfabrikant. 37 Jahre alt, Landgraf-Phi'ipp Platz 7; 6.: Eugenie Weiß, geb. Volkenrath. Witwe, 72 Jahre alt, Licher Straße 74; Elise Metz, geb. 3rle, Witwe, 77 Jahre alt, Lichec Straß« 74; 9.: Johanna Levi, geb. Wolf, Witwe, 73 3ah re alt, Licher Straße 74; Alwine Seibel, geb. Drill, Witwe, 65 Jahre all. Ludwiasplatz 13; 10.: August Zoll, Kaufmann, 57 Jahre alt, Ludwig- strcche 28; 13.: Katharina Willenbücher, geb. Forler, Witwe, 85 3ab re alt, Ludwigstraße 29; 14.: Käthchen Elisabeth Sack, Privatsekretärin. 19 3ahre alt, Landgrafenstraße 3; Marie Döl- ftng, geb. Schmidt, Witwe, 72 Jahre alt, Kepler- strahe 9; 15.: Anna Daubel, geb. Decker, Witwe, 89 Jahre alt. Südanlage 7; Margaret« Roth, geb. Quaas, 67 Jahre alt. Marburger Straße 20. ** Erne Wohlfahrts-Wertlotterie wird vom Katholischen Deutschen Frauenbund in Hessen im Anzeigenteil unseres Heu izen Mattes angefünbigt Der erste Hauptgewinn besteht in einem Einfamilienhaus im Werte von 25 000" Mari ober 22 500 Mark in bar. Insgesamt kommen 24 357 Gewinne im Werte von 160 000 Marl zur Verlosung. Das Einzellos kostet eine Mark daneben werden aber auch noch sog. Glücksbriefe mit fünf oder zehn Losen abgegeben. Ueber die hiesigen Vertriebs stellen der Lose ist Roheres aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. •• W eihnachtS- und Reujahr v- Gluckwunschtelegramme sind für Me Zeit vom 15. Dezember 1928 bis 2. Januar 1929 versuchsweise auch im Inlands verkehr -uge- lassen worden. Der Wortlaut dieser Telegramms muh den beabsichtigten Zweck eines Glückwunsches oder Grußes erfenrxen lassen, tm übrigen ist der Text wahlfrei. Die Gebühr beträgt 5 Pf. für bai Wort (Mindestgebühr 75 Pf.). *• Reue günstige Schnellzugverbindung Süddeutfchlanb — Ostpreußen. Zwischen Leipzig und Cottbus ist mit Beginn des Winterfahrplans ein neues Schnellzugpaar I) 101/102 eingelegt worden, das — wie vielfach noch wenig bekannt ist — eine außerordentlich gurrstige, dirck e Verbindung zwischen Süddeutsch- land und Ostpreußen in beiden Richtungen vermittelt und auch gleichzeitig die längste deutsche v-Zugverbindung barsteM. Die 1635 Kilometer lange Strecke Basel-Eydtkuhnen wird in durchschi.i ttich 28 Stunden 18 Minuten durchfahren. Der Schnellzug D 101 fährt ab Leipzig 6.37 Uhr und trifft in Cottbus 8.40 Uhr em. 3n Leipzig wird dieser Zug erreicht von den Schnellzügen aus Basel ab 16.32 Uhr, über Frankfurt a. M. ab 22.53 Uhr, aus Stuttgart ab 17.51 Uhr, und aus München ab 20.30 Uhr. In Cottbus wird der Anschluß nach Küstrin an 10.27 Uhr, und dort nach Königsberg i. Pr. an 18.22 Uhr, und Eydtkuhnen an 20.50 Uhr, erreicht. 3n der Gegenrichtung besteht diese Verbindung in folgendem Fahrplan: Ab Eyd!kühnen 8.08 Uhr, ab Königsberg 10.34 Uhr, ab Küstrin 18.35 Uhr, ab Cottbus 20.38 Uhr, an Leipzig 22.50 Uhr, an München 9.44 Uhr, an Stuttgart 9.03 Uhr, an Frankfurt a. M. 6.24 Uhr und an Basel 13.09 Uhr. ** Auftrieb auf dem heutigen Frank- f u r t e r Schlachtviehmarkt: 2252 Kälber, 415 Schafe und 1701 Schweine. Briefkasten ver Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.) P. 6. Heimarbeitsanzeigen veröffentlicht der „Gießener Anzeiger" nicht, weil es sich ha meist um schwinbelhafte Anerbieten hanbelt. Berliner Börse. L e r l r n, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühoerkehr ist das Geschäft zwar weiter sehr still, die Grundstimmung scheint aber durchaus freundlich zu bleiben, und man taxiert die gestrigen Abendkurse eher Gelb. Farben 267 (Geld) und Siemens 423 (Gelb). Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,04, Mailand 92,65, Spanien 29,80, das Pfund 485,60 und den Dollar 4,1935. Meerrettich 50 bis 1.50; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 5; Aepfel 20 bis 40; Birnen 10 bis 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,00 bis 1,10; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 90 bis 1,20; Rüsse 60 bis 65; Eier Stück 17 bis 18; Blumenkohl 60 bis 1,20; Endivien 10 bis 20; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50; Wirsing Zentner 10 bis 12; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 12 bis 15; Aepfel 20 bis 35; Birnen 10 bis 20: Kartoffeln 3L0 bis 4,50. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Oberhefsischer Geschichtsverein Gießen: Dortrag von Professor Dr. E. Stengel (Marburg) über „Der Kuroerein von Rhens und seine Stellung in der großen Politik der Zett", 8.15 Uhr im Horsaal 44 des Dorlesungsgebäudes. — Oberhessische Gesell- schaff für Natur- und Heilkunde: Festsitzung zur Feier des 100. Geburtstages des Ehrenmitgliedes der Gesellschaft Geh. Hofrat Prof. Dr. A. Thaer, 20.30 Uhr im Hörsaal 44 des Landwirtschaft. Instituts. — Schützenverein (Kleinkaliber-Schützen-Abteilung): Winter-Preisschießen, 8.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhvfftraße: „Die Leibeigenen". — Astoria-Lichl- spieke: „Maciste und die Javanerin". — ©tabttfjeater Gießen. Aus dem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Wor- Kirchliche Nachnchten. Israelikifche Religiansgemrinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlagel Samstag, den 22. Dezember. Dorabend 430 Uhr; morgen« 9 Uhr; abends 4.40 und 5.20 Uhr. Israelitische Religionvgefellfchaft. Sabbatfeier den 22. Dezember. Freitag abend 4.05 Uhr, Samstag vormittag 8.30 Uhr; nachmittags 3.30 Uhr; Sabbat- ausgang 5.20 Uhr. Wochengottesdienst morgens 7.10 Uhr; abends 4 Uhr. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittag», 5 Ms 7 Uhr nachmittags« Samstag nachmittag geschloffen. 11157DI Unsere unvergeßliche treue Mutter und Großmutter ist gestern nacht im 86. Lebensjahre entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen Gießen, den 20. Dezember 1928. Die Beisetzung findet in der Stille statt 111661)1 im 69. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen Lollar, den 18. Dezember 1928. I iwietgesuChe ilVertreter Zwct biö dret gesucht zur SRttüber» Zwct biü dret Für die Fe eriege Neuenweg 28 11156V Telephon 1414 Neuenweg 28 Crepe de Chine-Beste am Platze 11163A 11135A Umstände halber sehr preiswert zu verkaufen. Interessenten wollen sich unt. 11139D an den Gieß. Anzeiger wenden. für Blusen und Kleider Wert bis 9.— Mk. per m für Mk. 4.50 per m Moderne Farben, nurerstkl. Qual. /GnmmlslofleN (Hygienische Artikel \ [sämtlichßGununiwaren l Drogerie Winterholf/ \ Krcuzplatz 10 J Hygiene {Stellenangebote Wegen Erkrankung des jetzigen ein un- bedingk zuverlässig. Mädchen s. sofort ges. 11158D Bleirbttr. 2« v. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Dezember, nachmittags 21/, Uhr statt. Mehrere Mille Zigarren und Tabak, nebenbei Lpielwaren, Weinbrand, Damen - Handlaschen. Schlafzimmer- Bilder und Möbel aller Art. Herren- Hemden, Unterhosen und Pullover. Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Mn-tepng. Freitag, den 21. Dezember 1928, ab 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, empfehle MMM MiWsM Staööeh @emölefolal Heute abend entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Rau am Montag-Abend! Wir bitten unsere Mitglieder höfl., die Waren- entnahme für die Feiertage zeitig vorzunehmen. Es besteht auch am Sonntag genügende Möglichkeit — Die Verteilungsstellen sind am Sonntag von 12 bis 6 Uhr geöffnet. Dafür werden unsere Verteilungsstellen am Montag, den 24. Dezember 1928, bereits 6 Uhr abends geschlossen. Der Vorstand des Konsumverein Gießen «SW. e.G.m.ß.11. LBernard Plockstrahe 16 Größtes Spezialstoifgescb&ft Fran Geh. Justizrat Lina Langermann geb. Fabricius Tüchtiger Schreib, ehise d. 6 iiahre auf einer Kasse beschäftig! war. sucht sür sofort Stellung auf Bureau. Schriftliche Angeb. unter 11154D an ö. Gieft. 8tiu. erb. Suche Aitm 1. oder 15. Januar in l nach geändert, und zwar in Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern von seither 83 Mk. in 163 Mk., in Gemeinden über 3300 bis 10 003 Einwohner von seither 120 Mk. in 240 Mk.. in Gemeinden über 10000 Einwohner von seither 150 Mk. in 300 Mk. Dies bedeutet also eine Verdoppelung der sei herigen Tarif,ätze. Auch die übrigen berg igen Höchstsätze für das Hau iergewerbe, Detai r.i ende, Siu i auf(ür rungen. Schauste langen u. dgl. sind entsprechen) erhöht worden. In Artikel 4 des neuen Gesetzes ist die Bestimmung en Hel en, daß di: Wandergeto:rlebetri. Dkl.ad) beklagt, daß unsere Kirche noch immer ohne Heizung ist. Unter diesem Rachteil hat bedauerlicherweise auch der Kirchenbesuch im Winter zu l.iben. Da beim Dau der Kirche ein Kamin nicht vorgesehen wurde, käme jetzt wohl nur der Einbau einer elektrischen Heizanlage in Betracht. Sehr begrüßt würde es von unserer Bürgerschaft auch werden, wenn die Gemeindevertretung dafür sorgen würde, daß die feit dem Kriege still stehende Turmuhr nun wieder in Gang käme. Seil diese Uhr nicht mehr schlägt, fehlt vielen Bewohnern unseres Ortes ein Stück heimatlicher Dorfgeschichte. t Treis a. d. Lda., 19. Dez. Der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes hielt im Saale des Mitgliedes L e m p einen Familienabend ab. Rach einem Eröffnungschor des hiesigen Ki chengesangvereins hielt Pfarrer Wohl lButzbach) einen Vortrag über die Ge» benskraft W Evangeliums. Im Anschluß an einen weiteren Ehor des Kirchenchores zeigte Pfarrer D ö ch n e r, hier, Lichtbilder von. der Wartburg, die allgemein erfreuten. Rach einem kurzen Dankeswort des Vorsitzenden W. Ginne« struth und noch einigen verstandnisvrll vorge» tragen en Liedern des KirchengesangveremZ konnte der sehr schön verlaufene Abend geschlossen werden. & Alten-Duseck, 19. Dez. Der hiesige Frauenchor, der unter der Leitung seines Dirigenten KonradRicolai (Grohen-Buseck) schon" oftmals zur Verschönerung des Gottesdienstes beigetraien hat, veranstaltete am Sonntag seinen diesjährigen Familienabend. Die Mitglieder, sowie eine große Anzahl Gäste füllten den Rühlschen Saal bis auf den letzten Platz. Rach Eröffnung und Begrüßung durch Pfarrer Hartmann wickelte sich ein reichhaltiges Programm ab. Theaterstücke, Musikchöre, Vorträge und gemeinsame Lieder wechselten in schöner Reihenfolge miteinander. Um das gute Gelingen des Aberä>s hatte sich besonders Frau Pfarrer Hartmann, die das Einüben der Theaterstücke übernommen hatte, verdient gemacht. Mit Dan- kesworten des Pfarrers Hartmann an sämtliche Milwirkende sand die wohlgelungene Feier ihren Abschluß. Es würde von vielen, die wegen Platzmangels der Veranstaltung nicht beiwohnen konnten begrüßt werden, wenn im Laufe der nächsten Zeit eine Wiederholung der Aufführung statt- finden würde. : Beuern, 19. Dez. Am Sonntagabend hielt der hiesige Volksbildungsverein seinen ersten Vortragsabend in diesem Winter ab. Dr. Balser, Daubringen, sprach über das Thema „Die Entstehung von Rorddeutschland, Eiszeit, sowie eine Reise nach Helgoland". Der Redner legte in fern durchdachtem Vortrag den aufmerksam lauschenden Zuhörern seine Theor.en in gut verständlicher Weise dar. Zahlreiche Lichtbilder zeigten den Werdegang der Entstehung der norddeutschen Liesebene, die Ueberflutungen mit ihren Ablagerungen, die Spuren der Eiszeit und die Folgen der Gletscherwanderung. Eine Dildserie einer Reise nach Helgoland, vom Redner selbst erlebt und auf genommen, bildete den Schluß Lieser interessanten wie lehrreichen Veranstaltung. Lebhafter Beifall belohnte den Redner für seine Darbietungen. Der erste Vorsitzende, Referendar Hermann, sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus. — Di« Holzhaue rarbev- t € n in den hiesigen Gemeindewaldungen haben ihren Anfang genommen. Drei Rotten zu je zehn Mann find' mit dieser Arbeit beschäftigt. * Hungen, 19. Dez. Am 1. Januar 1929 werden 40 Jahre verflossen sein, daß Fi au Emilie Rickel, hierfelbst, ihr Amt als Get- chenbesorgerin ausübt. Die Jubilarin steht jetzt im 66. Gebcnsjahre. I Langd, 18. Dez. In der »origen Woche hielt Millionär Walther, Beuern, hier eine Evangelisationswoche ab. Gr hat in diesen Tagen eine ganze Reihe ernster Themen, unmittelbar aus dnn Geben gegriffen, behandelt und jedesmal vor vollbesetz er Kirche gesprochen. LJ Rodheim a. d. Horloff, 19. Dez. Vor einigen Tagen haben die Holzhauerarbeiten in unserem Gern ein bewald ihren Anfang genommen. In den zwei Arbeiterrotten finden i viele Leute lohnenden W in terverd lenst. s. Utphe, 19. Dez. Im Auftrage der Land- wirtschaftskammer hielt Dr. Wagner in der Rühlsckea Wirtschaft hier einen Vortragüber Erziehungs- und Ehe-Beratung an der Volkshochschule. Von Dr. Johannes Neumann, Gießen. Die Gemeindeschwester geh! durch das Dorf und kommt zu einer Fcau, die aufgeregt in handgreiflicher Auseinandersetzung mü dem schreienden Kind ist. Die Schwester sodert sie aus, am Abend in den Dor. rag über „Schwerecziihöare Kinder" zu kommen, um zu hören, wie man mit solchen Kindern zurechckommt. Die Antwort: „Ich weiß allem, wie ich mein Kind erziehen soll." Ist es wirklich eine Privatangelegenheit, welche Auffassung man in Erziehengsfragen hat? Dos meint mancher Erzieher, bis et mit feinen Methoden bankerott macht. Der Heilpädagoge bekommt von El ern, die ih.e Kinder zur Behandlung oder in die Ecziehnngsberatungsstelle bringen, immer dasselbe Klagelied zu hören: „Ich habe es km Guten versuch'., ich habe es geschlagen, es nützt alles nich!s." Riem.nnd wird bei der Anlage einer elektrischen Lich lei ung, oder bei der Montage eines Motors nach eigenem Gu.dünken schal en zu dürfen meinen; aber in der Menschenbehandlrmg glaubt jeder nach zufälliger Anschauung vorge^n zu können. Sehr oft scheint Strenge zu beten; man macht das Kind dem Willen des Erziehers untertan und „brich " den „bösen Willen" des Kindes. Laßt sich das Kind einschüchtern und folgt, dann wiegt der „Erzieher" sich in der Illusion „erzogen" zu haben, während er nichts wei er erreicht hat, als daß er das Kind zum Verzicht einer Ginzelhandlung gebracht hat aus Angst vor Schmerz. Wir können aber erst erziehen, wenn wir den fehlerhaften Cinzelausdruck des Kindes als eine Charakterstörung ansehen. Was ist mit dem Charakter des Kindes geschehen? Es hat erneut die Erfahrung von der willkür- lichen Gewalt des Erziehers gemacht und wird künftig, wenn sein Mut zu sich selbst durch die Wacht des Erziehers noch nicht ganz zer- brochrn wurde, nach listigen Auswegen suchen, seinen Willen Durchzusetzen, ohne in Konflikt mit dem Erzieher zu geraten. Heimlich.uerei, Ausredm, Lügen, „Faulheit", Verwahrlosung sind die Folgen solcher Erziehung. Run weift mancher strenge Erzieher mit Recht darauf hin, daß auch der entgegengesetzte Weg, dem Kind allen Willen zu lassen, zu keinem positiven Crziehungsergebnis führt. Kinder, die Immer ihren Wi len durchsetzen können, werden allmählich zum Tyrannen- brr Eltern. Ja, wie sollen wir denn erziehen? Rach den Gesehen, nach denen das Seelen'eben abläuft, wie wir ja nicht anders eine Waschin.' montieren, als nach der Kenntnis des MaschinenbauesI „Menschenkunde" ist heute eine Wissenschaft, die die neuere Psychiatrie und Psychologie erarbeitet hat. Am Rervösen fand man, daß (bestimmte Erkrankungen ausgenommen) Nervosität nich s ist als Ausdruck eines gestörten Seelenlebens, Folge von Störungen im Charakter aufbau In der K nd- heit: d. h. es gibt keinen nervösen Erwach.enen, dessen Kindheit nicht bereits Schwierigkeiten zeigte, ilnb umgekehrt: Kinder, dir von den Eltern eine unrichtige Behandlung erfahren, erhalten die Anwartschaft aus spätere Nervosität. 'Ski er ste tte die Forschung fest, daß Rervosität, Schwerer ichbar elt, Dk.rwahrlLs .ng K im nalität, ® ft» sucht (Alkoho ismus u. aJ, sexuelle Perversionen nur verschiedene Formen d.Tselben see.ischen Erkrankung sind: d. IX lie sind Ausdruck von Charakterstörungen, zu denen die Wurzel in der Kindheit gelegt wurde, mögen sie auch lange Zeit latent geblieben fein. An den Erkrankungen des Seelenlebens fand man fee i che Gcsehmäßigkei en. Man konnte feststellen, daß solche 'eelische He nmungen bei Kn- dem und Erwachsenen aus bestimmten Erzie- bungssehlcrn resultierten. Folg ich konnte man sagen: Schlagen oder Verwöhnung (um nur zwei Er .iehungsfehler zu nennen) darf nicht fein, sonst wird das Kind sch'wererz^bbar ober nervös. UnD wenn eine Mutter ein Kind hat, mit dem sie nicht mehr fertig wird, kann man ihr zeigen, welche Er irhungsfehler sie gemacht hat und wie sie sich künftig verhalten muh, um mit dem Kind zurechtzukommen. So wird die Behandlung schteererziehbarer und nervöser Kinder zur Beratung der Mutter. Da wird dann sichtbar, daß die Mutter das Kind nicht ohne Schwierigkeiten erziehen kann, weil sie selbst in seelischen Konflikten steckt, die in ihrer Kindheit entstanden find. Und weil sie innere Rö e hat, bereiset ihr auch baZ Eheleben Sorgen. Da bestehen Spannungen zwischen den Ehegatten um Crziehungsfragen, Politik, Weltanschauung; oder Der Mann ist heftig, er trinkt, spielt, oder die Frau ist launisch, oder man versteht sich nicht mehr und macht sich gegenseitig das Geben schwer. Auch solche Störungen zwischen Ehegatten oder Brautleuten zeigen Charakterschwierigkeiten, die äu beheben sind. Run hat aber nicht jeder die Mittel, um sich für sein Kind oder sich eine private Beratung leisten zu können. Deshalb hat die Volkshochschule sich in den Dienst dieser Aufgabe gestellt. Wollte die alte Volksbildung Wissen verbreiten, so ist das vornehmste Ziel der neuen Einstellung, Menschen zu bilden, ihnen durch Kurse und Arbeitsgemeinschaften innere Güter zu vermitteln zum Aufbau ihres Inneren Menschen. So wird gerade die Charakterbildung zu einem integrierenden Bestandteil der neuen Volksbildungsarbeit. Durch Kurse allein kann dieses Ziel nicht erreicht werden, es muß hier auch praktische Arbeit am einzelnen geleistet werden. Deshalb haben wir feit einem Jahr eine Er - ziebungsberatungsstelle an der Volkshochschule, deren Besuch jedem zugänglich ist. Vom Januar nächsten Jahres ab wird dort auch eine Eheberatungsstelle eröffnet werden. Schweinezucht, der sehr gut besuch! war. Der Redner verbreitete sich über die Schweinerassen und die Fütterung. Bei der Behandlung dec Aufzucht wies er darauf hin, daß viele Züchter einen Fehler begehen, indem sie zu junge Tieve schon zur Zucht benutzen, anstatt sie l‘/g brs 2 Jahre alt werden zu taffen. Auch die Pausen zwischen den einzelnen Würfen sollten größer fein. Heber Die Ferkelaufzucht schloß sich eine kurze Aussprache an. Kreis Friedberg. WEN. Friedberg, 19. Dez. Zum gestrigen Schweinemarkt waren 356 Ferkel aufgetrieben. Bei flottem Geschäft wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark, sechs bis acht Wochen alte 20 bis 25 Mark, acht bis zwölf Wochen alte 25 bis 30 Mark. Der Markt wurde geräumt L Melbach, 19. Dez. Dieser Tage veranstal-> tete der Kriegerverein einen Licht bil- Deroortrag über „Die Schlacht vor Verdun 1916“, zu dem Oberstleutnant a. S). von Hagen in klarer und gemeinverständlicher Form die Erläuterungen gab. Gr machte die Zuhörer mit den Gründen, die zu der Schlacht geführt haben, vertraut, schilderte die einzelnen Phasen der Schlacht, die Einnahme und die heldenhafte Verteidigung Umgang vor Augen brachte, oder furchtbare Geschicke, womit der Krieg eintritt in seinen nächsten Kreis, faßt George hier in gedrungene Sähe, abermals die schmerzliche Stunde heilend oder sühnend mit Dem Wilsen um iht Gesetz oder mit dem amor fati. Der aus jeder neuen Drohung der Liebe oder des Todes den ihm notwendigen Sinn ruft, das heißt schafft — wie Die Orakel Der Alten weniger weissagten was kommen sollte, als durch Aussage beschworen, was da war. Das Werk schwingt aus Im Lied. Die letzte Gruppe, die man mythische Volkslieder oder Balladen nennen könnte, kehrt aus dem eifervollen Drang, Ruf und Dann, aus her Sammlung des Gottesdienstes an Volk und Gemeinde wieder heim und hinaus in das schwebende Element seines SehnenS und Sagens, in die gnädige Musik deS reinen Wortes, das zugleich die Regung seiner Ratur trägt und den Sinn seines Geistes. Alle Werke Georges huldigen mit ganz gelöstem, leichtem, freiem Sang, am Kampfesende Der unbeschwerten Gnade, wodurch er siegt über jeden Druck der schweren Welt. Im leichten Lied, der Stimmwerdung Der vormenschlichen Schöpfung, der Sinnwerdung des r i len Da-Scins im durchdrungenen Menschen, feiert George jedesmal den Abschied und den Urlaub aus dem Zwang seiner Gesichte. So schließt der „Teppich des Lebens" das Ringen mit dem Engel und der Gang durch das Schicksal, mit den „Liedern von Traum und Tod" ... so warnt er im „Zeitgedicht" des „Siebenten Ringes" die allzuernsten Greise davor, In feinen Flüchen fein ganzes Wesen zu sehen: Und der heut eifernde posaune bläst Und flüssig feuer sch'eudert weih daß morgen Leicht alle schönheit. traft und grobe steigt Aus eines tnaben fttllem flbtenlleh. So schließt sogar das strengste und härteste feiner Werke, „Der Stern des Bundes" mit dem heiligen Loblied: Von aller färbe, fang und tanz umschlungen Von aller furcht und blute duft umDnxngen. Und der Anruf an Gott beim Ausgang der Fehden und Fahrten Ist bei diesem Richter feiner Zeit niemals das schwere Wort, sondern der der Forts Douaumont. Zum Schlüsse gedachte er in dankenden und ehrenden Worten derer, die ihr Herzblut fürs Vaterland gegeben. Reicher Beifall belohnte den Redner für seine Ausführungen WSR. Langenhain, 18. Dez. Vorgestern nachmittag landete hier unterhalb des OrteS im Vogeltal der Luftballon „D r o r y" vom Frankfurter Verein für Luftfahrt. Der mit vier Personen besetzte Ballon war vormittags nach 11 Uhr am Frankfurter Festhall.ngelände ausgestiegen. Ballonhülle und Kdrb wurden verpackt und zur Weiterbesorderung nach Dad-Rauheim verbracht. Kreis Büdingen. !l Büdingen, 19. Dez. Der Gefell- schaftsverein hielt am Samstagabend seiic Weihnachtsfeier ab. Tir Veranstaltung nahm einen sehr schöner, Verlauf. Im Mittelpunkt der F:ier stand ein reizendes Kinderstück „Aschenbrödels Weihnachten", das unter Geltung von Lehrer Petrie einen vollen Erfolg hatte. Die Kapelle K n a f bereicherte Den Abend mit guten Musikdarbietungen. Der Dereinsvv.sitzende, Rechnungsrat Glanz, gab mit einer Ansprache der Frier noch eine besondere Rote. schwebende Ton. Rur wer ganz bis zum Grund beladen war, findet Die selige Freiheit und ihre Musik: auch Georges grausamer Ernst reift ihn nur zur lieblichen Freude. Lustige Geschichten von Kainz. Einige unbekannte Geschich en von Kainz, die uns Die ganze Geniattäc dieses großen Schauspielers In Hellem Lichte zeigen, erzählt Dr. Gustav Manz in den Th ä ece.innerungen, die et in „W eftermanns Monatsheften" ver- öffen.licht. Auf der Generalprobe zu W i l - b randts „Arria und Messalina" ha te Kainz o hinreißend gespielt, daß am Schluß einer großen Szene alles, was auf der Bühne um hn Herumstand, in stürmischen Beifall ausbrach Kainz aber, offenbar von dem Wunsch erfüllt, den künstlerischen Erregungszustand möglichst rasch abebben zu lassen, riß einem der Llmstehenktzn eine Zipfelmütze aus der Hand und lief nun als Hanswurst im Kreise umher, hielt die Mütze hin und bettelte in seinem österreichischen Dialekt: „Geh'S Kinder, schentt's mir wo-! 3 hob' so schön g spülll ' „An Derar.igen burlesken Einfällen war fein sprudelndes Temperament reich" berichtet M..ntz wei.er. „Einmal hatten er und Max Pohl Die große moralische S and.ede deS Königs Heinrich IV. an seinen Sohn und dessen stolze An.wort darauf womöglich noch hinreißender durchgesührt als an andern Abende.r Durch Den eben geschlossenen Vorhang klang das Rauschen eines pausenlosen, immer sich steigernden Beifalls. Was aber geschah? Eben hatte sich die dem Tode nnhe bri.ische Majestät langsam vom Sessel erhoben, um nach hinten die Bühne zu verlassen, als ihr schon der ungera cne Sohn rittlings auf den Schultern saß, um sich hinaus- tragen zu lassen! Ich werde niemals die erheiternde Wirkung vergessen, die sich aus dem Gegensatz ergab zwischen der ernsthaften Gemessenheit Pohls und Der knabenhaften Ausgelassen- httt von Kainz . . .“ Ein andermal soll e Kainz als Prinz Heinz in Shakespea es „H.inrich IV. unter dem Baldachin zum Krönungszug aus der Kulisse treten, als der auf der Dühre stehende Georg Engels, der den Friedensrichter Schaal hr. Echzell, 19. Dez. Einen großen ßrfoTg errangen Die Mttgtteder des hiesigen Geflügelzuchtvereins auf der 3. Bezirks- geflügelausstellung der vereinigten Ee- slügelluchtversine der W-tterau in WeckeSheim. Don 44 Ehrenpreisen gingen 23 in den Besitz der Mitglieder des hiesigen Vereins über, während sich der Rest auf die Züchter der anderen Vereine verteilte. 11. a. kam ein vom Bunde Deutscher Geflügelzüchter gestifteter Ehrenpreis in Den Besitz eines hiesigen Vereinsmitgiiedes. deS bekannten Züchters Ludwig Wogk. Weiter er- hietten Ehrenpreise Die Mitgl.eder Philipp O st - heim, Etisabeth R e ich, Iohs. Treusch, Heinr. Mogk3., Wilhelm Rau. Wilhelm Reih2., Wilhelm M ö b s, Wilhelm Groß, ' Wilhelm Schughard (Gettenau), Bürgermstr. S p e n g - le r (Grund-Schwalheim), Philipp Schäfer (Dingenheim), Heinrich Christ, Adolf Roos. Willy Mogk. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 19. Dez. Ein Einbruchs-' Diebstahl wurde in der vergangenen Rächt durch die städtische Polizei vereitelt und der Einbrecher fest genommen. Ein früherer Komplize des Täters, Der mit diesem jetzt verfeindet ist, meldete Der Polizei, es treibe sich ein gewisser O. S. aus Beuern in Der Stabt herum, Der vermutlich bei Der Firma R. Spier Söhne, Die hier ein Manufakturwarengeschäft betreibt, einen Einbruch verüben wolle. Zwei Schutzleute legten sich daher in Der Rähe Der Schnei > derwerkstätte der Urma Spier abends auf die Lauer, und es Dauerte auch nicht lange, als sie den Einbrecher platt auf Dem Dache lie ' g e n d, dessen Ziegel er zum Einsteigen bereit« abgedeckt hatte, wahrnahmen. Als ihm die Beamten ihre Revolver r> o r D ieiten, unterließ Der Täter den beabsichtigten Fluchtversuch, wurde fest genommen und in das hiesige Amtsgerichtsgesängnis eingeliesert. S. ist früher als Lehrling bei einem Sattler in 2llsfeld tätig gewesen und war daher mit Der Oertlichkeit genau vertraut. Im Hofe fand man verschiedene Cinbrecherwerkzeuge, Die beschlagnahmt wurden. -er. Homberg a. d. Ohm, 19. Dez. Dio hiesige Freiwillige Sanitätskolonne veranstal.ete am Sonntag in d:r Stndthalle einen Theaterabend, Der als WohltÜtigkeits - Veranstaltung durchgeführt wurde. 11. a. kam ein Spill in vier Bild.'m „Das Rote Kreuz als F.ied.nsstitter" zur Au führung, das bei Den Besuchern lebhaften Bei, all fand. 3n diesem Stück wurde die werktätige Rächstmllebe int Santtätskolonnenwrsen eindrucksvoll Dargestellt.. Die Einübung und di: Spielleitung bei dieser Aufführung, wie auch bei Der vorangegangeneiv Darstellung eines Lustspi.ls lag in Den Händen- des Kol nrenvorsitzenden, Lehrer Allendör- f er, D:t in einer Ansprache auf Die große Bedeutung der Sanitätskolonne auch für unsere Stadt hinwies. Tie Sanitätskolonne kann mit dem finanziellen Erfolg deS Abends zusrleDen sein. Starkenburg. Mord an einer Kaffeehausbesihenn. MSN. D a r m st a d t, 19. Dez. Heute nacht kurz nach 3 Uhr tötete Der 28 Jahre alte Kellner Fritz Wilhelm 6 t o j f o m Die Frau Des Kaffeebaus- befttzers ,Lum SportcafS", Hilde Kraft, Durch einen Reooloerfchuß in Die Schläfe und jagte sich dann s e 1 b st eine Kugel in den Kopf. Während Frau Kraft f o f o r t tot war, wurde Stojkow in hoffnungslosem Zu- [taube nach Dem Stadtkrankenhaus verbracht. Das Motiv der Tat ist noch nidjt ganz einwandfrei geklärt, Doch kann mit einiger Bestimmtheit angenommen werden, daß Stojkow, Der der hübschen jungen Inhaberin verschiedentlich Liebesanträge gestellt hatte, aber abgewiesen wurde, aus verschmähter Liebe zur Waffe griff. Die polizeilichen (Ermittelungen haben ergeben, daß Stojkow, Der gestern seinen freien Lag hatte, als häufiger Gast hn Sportcase war. Er hatte m t Dem Wirt Kraft unD einigen Kollegen in Der StaDt verschieDene Lokale besucht; sie hatten sich dann zusammen in das Sportcafö zurückbegeben. Der Inhaber Kraft ging gegen 12 Uhr zu Bett, und Stojkow entfernte sich für kurze Keil aus Dem Lokal. Er ging in seine Wohnung uno holte Dort einen Revolver, mit Dem er sich in Das Kaffeehaus zu rückbegab. NachDern sich Die letzten Gaste, die an an einem Tasch Karten spielten, entfernt hatten und Der in Dem Lokal tätige Kellner in Der Küche war. spielte und Dem Publikum Den Rücken zukehrte, feinem Freunde „Pepi" die greulichsten Grimassen schnitt, um ihn zum Lachen zu bringen. Kainz erwiderte ^diefe stumme Gebärdensprache, indem er sich tote ein Kreisel um sich selber dreh:«. Stieß aber dabei mit Dem Kops gegen Den Baldachin unD hob ihn von den Tragsiaagen ab. Cs drohte eine Katastrophe, aber die Träger wußten unter krampfhaft abgewürgtem Gelächter in Sekundenschnelle den Schaden zu fefeLigen, und schon schritt der junge Fürst in seiner unnachahmlichen Königshaltung heraus . . Wie Hollywood entstand. International wie das Schauspielerensemble. Das heute im kalifornischen LichtspielparadieS Hollywood filmt, ist auch der Trupp von Pionieren gewesen, Der das Stück Land, auf Dem jetzt Hollywood steht, vor Jahrzehnten urbar machte: Kurz nach 1870 tauchten dort Die Dänen Ben Duin und Ise Hansen, Dec Deutsche Heinrich Claußen. Der Ire Sullivan. der Baske A m e st o y , Die Mexikaner Villa, Sepuloeda, Lopez unD Linares, Der Spanier A n D r a D a , Der Amerikaner Stu11on und ein entlaufener Bagnosträfling auf und erwarben von Den Indianern Land für den Spottpreis von anderthalb Dollar für Den Morgen. Das eigentliche Hollywood wurde im Jahre 1887 von Hocace Wilcox gegründet. Im Iabre 1911 wurde in einer Scheune und einer allen Kneipe Das erste Filmatelier eingerichtet. Der Erfolg Dieser Reugründung veranlaßte einige von auswärts zugezogene arme Schlucker, ebenfalls Filmateliers aufzumachen, und Da Diese gut gingen, so kamen sie auf Den GeDanken, eine Art Weltzentrale Des FilmS zu schaffen. Wie gut sie ihren Plan durchzuführen verstanden, zeigt die Tatsache, Daß Hollywood heute 130 000 Einwohner zählt gegen nur 700 im Jahre 1903, ferner 33 Bankgeschäfte, 15 öffentliche und 18 private Schulen, 35 Kirchen, Tempel unD Synagogen. Jahr um Jahr versendet Hollywood mehr als 700 neue Filme, deren Preis sich auf 100 000 bis t Millionen Dollar pro Stück stellt. I !°»s,. der Rosinen, Ms, Pfund 0.60 Allerfeinstes Diamant- Pfund 2.20 Mandeln Pfund 0.24 Mehl Baselnnhkerne, Pfund 1.40 M. G. Grode. Frankl Sir. 19 11147A Pfund 0.80 Korinthen meoD Ei endahn» II142D C. Röhr & Co Walltorstr afee 12 Mäusburg3 J I1H1A Auszngmehi... Pfund 0.22 Blütenmehl... Pfund 0.20 Sultaninen, helle, Ptd. 0.80 Sultaninen, blaue, Pfd. 0.54 Zitronat. Orangeat Steppdecken, Reisedecken Plaids, Fenstermantelfries Pfand 2.00 Pfund 1.40 toerin. noch! kurz ’Uner Fritz ft, burd) S|e urtb U btn toi Ml, titiden Sie in größt. Auswahl p re lew. in der Central-Drogerie,Schulstr. 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Barzahlung: 1. einen Schreibtisch mit Seffel, 2 Schränk» chen, drei Büfetts, zwei Ausziehtische, sechs Stühle, 1 Kredenz, 1 Standuhr, einen Teppich, 1 Kassenschrank, 3 Fahrräder, 1 Hobelmaschine, 1 D-Jidb, 1 Vertuo, 1 Nahmaschine, 1 Chaiselongue, 1 Friseur» Ladeneinrichtung, 3 Ladentheken, einen Spiegelschrank, 1 Waschtisch mit Spiegel, 1 Schreibmaschine, 6 Dutzend Handtuchs» gebilde, 1 Schreiblodenkasse, 3 Kleider» schränke, 1 Waschkommoden Bücherschrank, 30 Mistbeetfenster, 1 Sprechapparat mit 8 Platten, 1 Flurgarderobe, 1 Pferd. r. Bestimmt: eine elektrische 'Ufo, \ ,^acht V und ^srühr. jC1)t «fe sich 'Stadt Spin lcyasl b« ®i Schuh« Schnei^ duf Sie als sie e lie» bcr'it« hm die rtlen, MAI "Wh Sc iiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiim tteetowtt eine schwere Schneekette zwischen Marburg—Gieken. Wieder« bringet eriiölt Belohnnttg. 111MD Stückrath 6- VenderG.m.b.S. MöbettranSuort, 6Zienen. Tel 1519. iiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii in ergeben, Zag Halle, ir Halle m t n der Stadt ch dann zu- n. Der > M unb dem Lakai, dort einen eehaus zu- sie, die an hotten und Küche war, Arbeitsverftebnnft. Für die Feldbereinigung Großen- vuseck sollen auf dem Rathaus zu Großen-Buseck (Schule vor der Ober« pforte) nachstehende 11149D Drainagearbeiten, etwa 20 000 Meier, in mehreren Lasen und Grabenarbetten, etwa 300 Meier, vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wabin die Angebote verschlossen, mit entsprechen- der Aufschrift versehen, postsrei bis zum Eröffnuugstermin am Freitag, dem 28. Dezember 1926 vormittag» 9J4 Ahr einzureichen sind. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 17. Dezember 1928. Hessisches Kulturbauamt. H. S t e i nbach, Regierungsbaurot. Amtsgericht Gießen. Vor einiger Zeit wurde ein Dienstmädchen wegen Unterschlagung eines Fahrrades zu einer dreiwöchigen Gefängnis st tote verurteilt; heute erhielt ihr damaliger Liebhaber, der es banu angestiftet hat, sechs Wochen Gefängnis. Das Mädchen war von ihm in geldlicher Hinsicht in ganz gemeiner Weise ausgenutzt morden; er äußerte sich auch dahin, zuletzt bliebe ihm ja in Geldverlegenheiten immer noch das Rad seines Mädchens. In einer solchen Verlegenheit bestimmte er dann aud) dieses zum Verkaufe, obwohl er genau wußte, daß es dasselbe nicht oerkausen durste und sich dadurch strafbar schoß Stojkow die Ehefrau Kraft durch drei Schüße in den Kopf nieder. Er selbst brachte sich dann einen Schuß In den Kopf bei. Die Polizeibeamten, die zur Bewachung des nahen Christbaummarktes aus dem Mercksplatz stationiert waren, hörten die Schüsse und kotierten in die verschlossene Wirtschaft ein. Hier fanden sie Frau Kraft in einer Blutlache tot am Boden liegend. Stoskow in unmittelbarer Nähe neben ihr. Stoskow, der noch Lebenszeichen von sich gab wurde sofort nach dem Krankenhaus über- geführt, sein Zustand ist jedoch hoffnungslos. «egierungsraf Juchs vor Gericht. LPD. Darmstadt 19. Dez. Heute vormittag begann hier die Gerichtsverhandlung gegen den Regierungsrat Fuchs, dssen Verhaftung seinerzeit großes Au sehen erregte. Man vermutet, daß Fuchs In Verbindung mit Spionageaffären gestanden hat, worüber bis jetzt allerdings noch keine Beweise erbracht find. Fuchs unterhielt u. a. Beziehungen zu einer Kontoristin, die mit Desatzungsstellen in Verbindung stand. Heute wurden nur kleinere Dachen verhandelt. 11. a. wurde dem Angeschuldigten vorg-worsen. daß er sich Darlehen erschwind:lte und mehrere D e st e ch u n g s f 2 I le zuschulden kommen ließ. Rach fast 12stündiger Verhandlung wurd? das Urteil gefällt. Ter Angeklagte wurde W Betruges In drei Fälle n für schuldig befunden, und -war wegen des Betruges an der Polizeikasse Lampertheim zu 2OO Mark Geldstrafe, wegen des Betruges an der Polizeikasse Friedberg zu 1 O O *2H E. und wegen des Betruges an der Polizeikasse Gonsenhrim zu 1 50 Mark Geldstrafe. Wegen Bestechung In fünf Fällen wurde der An- gettagte zu 200 M k. Geldstrafe verurteilt. 3m Falle der Richtbeibringung tritt an Strlle von je 10 Mark ein Tag Gefängnis. 3m übrigen wurde der Angeklagte in 15 Fällen freigesprochen. Spionage konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Der Angeklagte nahm das Urteil an und erklärte, auf das Mittel der Revision verzichten zu wollen. Der Mert W durch strafbare Handlungen Erlangten wird zugunsten der Staatskasfe ringe.’, ogen. Die Kosten des Verfahrens hat der Verurteilte zu tragen, abgesehen von den Fällen, in denen Freisprechung erfolgte. Preußen. 4VV-Aalir»Gcdenkcn des Lutherischen Katechismus. Berlin. 19. Dez. (WB.) Rachdem der evangelische Oberkirchenrat veranlaßt hat, daß am Sonntag noch Epiphanias, 2 0. Januar 1 92 9, in den Hauptgottesdiensten des kostbaren Besitzes gedacht wird, den Luther vor vierhundert Jahren dem deutschen Volke mit dem Katechismus geschenkt hat, hat der Minister für Kunst. Wissenschaft und Volksbildung, Dr. B e d e r , dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge, daS Prvvinzialschutkollegium und die Regierungen angewiesen, daß in allen Schulen. In denen 5er Kleine Katechismus Luthers im Gebrauch ist, im Religionsunterricht des Gedenktages In würdiger Form gedacht wird. Oer angebliche Marburger Raubmörder ermittelt. WSR. F r a n k f u r 1 a. M., 19. Dez. Der anaeb» liche Gröbling, der des Raubmordes an Dein Melker Gesang verdächtig tft, hat bereits ermit* teil werden können. Es handelt sich um den am 28. September 1909 in Zell in Bayern geborenen Schreiner und Autoschlosser Willi Drödlin (nicht Brödling), der sich zurzeit in der Strafansta 11 Frankfurt a. M. - Preungesheim befindet. Der mit der Bearbeitung des Falles betraute Kriminalkommissar Fritze von der Kriminalpolizei in Kassel hat sich nach Frankfurt a. M. begeben, um den Beschuldigten eingehend zu vernehmen. Kreis Wetzlar. jZ Wetzlar, 17. Dez. Die Verlegung des Gymnasiums aus seinem jetzigen Heim in Räume b.T Spilburgschule und feine Vereint- gung mit der staatlichen Aufbau- schule un'er einem gemeinsamen Direktor be- schäftigt feit einigen Tagen die interessierte Lehrer- al3 auch Elternschaft. Die Beschwerden über die Unzulänglichkeit der (Räum? de8 Gymnasiums sind schon all und haben sich ii öfteren Anträgen auf Verbesserung beim Provin^ialschulk: lle- gium in Koblenz bemerkbar gemach. Rachdem der bisherige Direktor des Gymnasiums in Ruhestand getreten ist. soll nun diesem Mangel durch eins gemeinsame ilnierbri igung der beiden Anstal en in der Spilburgschule abgehol en werden. Die Verhandlungen ml: der Stadtverwaltung si.rd vor vierzehn Tagen wieder ausgenommen worden und sollen so beschleunigt werden, daß die neuen Verhältnisse zu Ostern nächsten Jahres Platz greifen können. Aus Kreisen der Bürgerschaft werd n aber gegen die Verlegung des Ghmnaliums. das auch vor einem größeren Teil auswär.iger Schüler besucht Wird, angesichts der großen Entfernung der künftigen Sage vom Bahnhof ernste Bedenken vorgebracht, und besonders die Eltern auf dem Lande machen sich diese Befürchtungen sehr stark zu eigen. Sollte die Verlegung durchgeführt werden, fo bleibt nichts anderes übrig, als die Schüler hauptsächlich bei schlechtem Wetter vom Bahnhof zur Spilburg mit Omnibussen der Verkehrs - ges.llschaft zu befördern, wie dies schon für die Schülerinnen des Lyzeums grschicht, was jedoch nur durch Zuschüsse der S adt möglich gewesen ist. Weiter befürchtet man ei le Abwanderung von Schülern aus höhere Anstalten der Rachbarstädte. Die Stadtverwaltung wird es sich daher sehr zu überlegen haben, ob sie diesen Plänen ihre Zustimmung geben kann, so sehr es im In eresse des Gymnasiums auch erwünscht erschrint. I Frische Fische Heute etntreffend: 9 Lckellnicdc. Kabeljau. Seelachs Bratschcllstiche, Ltciubatt Frische Bücklinge Pfund 50 Pfennig I litbatö @[nntmlb H Bobnbofftr.27 Aeruivr. 1631 _______ liibJöA Kreis Biedenkopf. 4 Hartenrod, 19. Dez. Am Dlenotagnach. mittag geriet das Auto des praktischen Arztes H. aus Weidenhausen beim Ausweichen eines Fuhrwerks infolge der Schneeglätte am Ausgange des Dorfes der Böschung zu nabe und stürzte hinab, sich dabei überschlagend. Zum Glück der Insassen hemmte ein Gartenzaun den ge« Eichen Fall und verhütete somit ein größeres _ ück. Das Auto wurde schwer beschädigt, während die beiden Insassen mit dem Schrecken davonkamen. Mainaav. WER. F r a nf f u r t a. M.. 19. Dez. Die letzte Stadtverordnetenversammlung vor Weihnachten brschäftigte sich u. a. mit einem dringlichen Antrag der Sozialdemokratischen Partei, der forderte, auch an solche Erwerbslose eine Weihnachtsbeihilfe zu geben, die über drei Monate ununterbrochen erwerbslos find, sowie an Sozialrentner, Arbeilsinvaliden und Kleinrentner, sofern diese nicht bereite in die vorgesehenen Maßnahmen einbegriffen sind. Für Verheiratete sollen 20 Mark und für jedes Kind 5 Mark gegeben werden. Ledige mit eigenem Haushalt sind den Verheirateten glrichzuftellen. Der Antrag wurde angenommen. — Zur Deckung des entstandenen Lheaterdesizits hatte der Magistrat die Bewilligung von 153 000 Mark beantragt. Diese Summe wurde ohne Debatte bewilligt. Dem Spielvlan soll in Zukunft erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden.—We'en Heiratsschwindeleien ist der 33jLh.ize Werkzeugmacher Gottselig hier f e ft g e n o m- m e n worden. Er hat mehreren Mädchen die Heirat in Aussicht gestellt und ihnen erhebliche Geldbeträge abgefchwindelt. Gottselig verstand es, sich hier längere Zeit verborgen zu halten. — Der Rektor a. D. Schmitt, der vom Erweiterten Schöffengericht wegen fortgesetzter Untreue und schwerer Urkundenfälschung zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verur.rilt worden war, hat gegen dieses Erkenntnis Berufung eingelegt, fo daß sich die Große Strafkammer nochmals mit dieser Materie zu befassen haben wird. Strumpfe ♦ Socken in guter, solider Qualität besonders preiswert während meiner WiMMMße Zum Weihnachts-Fest nur unseren Qualitäts-Kaffee! Pfund 3.20, 3.60, 3M 4.00, 420, 4.80 11141A Thums & Baris Preiswerte KOLTER Ist Oft- b ^inr, Ä % Aoos, Die Preisfrage: Welches unserer Fenster ist am besten dekoriert ■ e ■ < S Die am 18. Dezember unter Aufsicht des Herrn Maus, Leiter d?s Städt. Verkehrsamtes und Vo-standsmitglied des Verkehrs-Vereins Gießen, vor- ■ OT nOlACT I 1 I Genommene Zäniung der vielen Einsendungen ergab, daß von Insgesamt 720 Stimmen die größte Anzahl (211) für Fenster Nr. 14 (CarlNowack) lOl UulUul! *6 R abgeoeben waren. - Unter die Einsender der Antwort „Nr. 14" wurden 55 Haupt- und 63 Trostpreise, zusammen 15 Preise Im Werte von O ■ je ■ 500 Mark durch Auslosung verteilt - Das Gewinn-Verzeichnis ist an den Fenstern unserer Geschäfte veröffentlicht miwa Nr. I Tr * Modehaus Salomon, Schulstr. / Aussteuerhaus Salomon, Seltersweg 81 / Modehaus Carl Nowack, Seltersweg 85 machte. Den Erlös benutzt« er fast ausschließlich für ich. Mit Rücksicht auf seine gemeine Gesinnung er- sielt er die doppelte Strafe, zu der das Mädchen elnerzeit verurteilt worden ist. Weißbinder haben nachts ihre Gerüste durch Laternen u. dgl. zu beleuchten. Anzeigen, daß die- nicht geschieht, gehören nicht zu den Seltenhetten, erfordern aber oft ein längeres Ermittelungsverfahren zwecks Feststellung, ob ein Verschulden des Weißbinders vorliegt, denn diese behaupten meist, ihren diesbezüglichen Pflichten nachgekommen zu sein, ein etwaiges Erlöschen der Laternen sei auf unabwendbare Zufälle zurückzuführen. Das voa dem heutigen Angeklagten ausgestellte Gerüst war in der fraglichen Nacht von $11 Uhr ab nicht beleuchtet gewesen. Es gelang ihm aber nachzuweisen, daß bei Eintritt der Dunkelheit, wie angeblich Onkel Frlerlg hatte Immer so große Angst, daß das Feuer vom Ofen einmal auf sein schönes Sofa sprühen könnte und es in seiner Stube einen kleinen ungemütlichen Brand geben würde. Diese Sorge Ist jetzt aber behoben. Von Häuser hat er sich einen schönen Ofenschirm gekauft, der hält alle Funken ab und schmückt gleichzeitig sein Zimmer, und ein neuer Kohlenkasten sorgt dafür, daß ch der Kohlenstaub nicht mehr im Zimmer herumtreiben kann. Ofenschirme und Kohlen Kästen braucht Ja jede Wohnung. Zu billigen Preisen finden Sie sie bei mir In großer Auswahl. Sie sollten sie sich einmal ansehen I J. B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSC ARTEN 11I45A Nr ?og nrilfK Blutt ffitfettet itaela« ISeneral-Anielaer für ®t«l)tfftn) $ottnersktg, 20. vezmbn 1928 Lach« Vai»«»! Vornan von Z. Schneider-Foerstl. Urheberrcchtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. Nachdruck verboten. 26. Fortsetzung. Wieder nur ein Ricken. Er sah das leise Miß- trauen in ihren Äugen, stand auf und holte sich eine Zigarre aus dem Behälter. Die Baronin wußte von dem Sohne, daß Isabella Jeska das Äxnb ihr?s Mannes war. Sie sch.oß es mit mütterlicher Zärtlichkeit in ihr Herz wie ein eigenes. Unb Isabella brachte ihr hierfür die Liebe einer Tochter entgegen. Sie konnte sich nicht genug tun, ihr dafür Beweise zu geben. Joachim war über die Maßen dankbar, daß die Mutter jemand hatte, wenn er den ganzen Tag von zu Hause fort war. So brauchte er doch wenigstens nicht in Sorge zu sein, daß die Langeweile ste auf trübe Gedanken brachte. Ms er Isabella an diesem Abend die Treppe hinabgeleitete, blieb sie plötzlich ganz unvermittelt stehen und faßte ihn scharf ins Auge. „Du schleppst irgendetwas mit dir herum, Joachim! Er verneinte und versuchte weiterzugehen, aber sie hielt ihn am Arme fest. „Ich finde es schon noch heraus! Du kannst dich drauf verlassen, mein Äeber! Liebermorgen muh ich nach der Schweiz für ein kurzes Gastspiel — aber sowie ich zurücttomme, fahre ich höchst persönlich hinaus in die Greinerwerke und überzeuge mich, wie du untergebracht bist!" „Ich habe nicht zu klagen. Isa! Die Bezahlung ist sehr anftänbig.“ "Aber halb zu Tode gerädert bist du auch! fuhr sie auf. „Glaubst du, ich seh' das nicht? Du kommst heim wie ein Schwerarbeiter! Unb bringst kaum einen Dissen hinunter vor Müdigkeit unb Schlafbedürfnis." „Du mußt nicht übertreiben, kleine Schwester. Das geht allen Menschen so, die achtundzwanzig Jahre gefaulenzt haben unb dann erst ernsehen, daß man nicht zum Vergnügen auf der Welt ist." Die Seerüstung der Großmächte. Non englischer offizieller Seite wurde in den letz- ten Tagen wiederholt bestätigt, daß das sogenannte Flottenkompromih zwischen Frankreich und England gescheitert ist. 9m Hintergründe dieser Tatsache, wie auch der ständig sich verschärfenden Spannung zwischen England und den Vereinigten Staaten von Amerika, steht die fortgesetzte Wettrüstung auf der See. Nach dem Marineabkommen von Washington im Jahre 1922 sollte das Verhältnis der Großkampfschiffe, der größten in Tausend Anzahl der Tonnen Linienschiffe Kreuzer Bereinigte Staaten von Amerika 704 18 21 Frankreich 388 9 16 Italien 230 5 20 Deutschland 142 8 9 Argentinien 100 2 11 Sowjetunion 75 2 3 INDlSCHtA OZEfcN Linienschiffe u.Hreuzer. BRITANNIEN,' Of\O55tR OZtAN OZEAN —EäiasZ s tiR.OOTD STULtH Olt AN Die grössten Kriegst lotten 1928. sör • 190 Tausa Tonneri 1 MLAbmStntR. Geflügelausstellung in Lich. D Lich, 17. Dez. Der gestrige Silberne Sonntag brachte unserer Stadt einen überaus lebhaften Verkehr, von dem die Geschäftswelt durchaus befriedigt sein kann. Wesentlich hat hierzu die von dem Gef lüget - zuchtverein Lich unb Umgegend veranstaltete ttefiügclausstellung — Bezirksschau in der Turnhalle beigetragen. Die Ausstellung war mit insgesamt 323 Dummem Groß» unb Wassergeflügel, Hühner, Zwerghühner unb Tauben beschickt. Sie legte Zeugnis ab von Züchterstreben und Zuchlerkönnen und bewies, daß neben edler Rassezucht großer Wert aus die Zucht guter Rutztiere gelegt wird. Die Ausstellungsleitung hatte in dem hellen, geräumigen Saale für eine tadellose Ausstellung gesorgt, wodurch jedes einzelne Tier voll zur Geltung kam. Die Prämiierung lag in den Händen der bewährten Preisrichter Jean Dörr (Reuenhain) und Fr. Frick (Biebrich). Es konnte eine ganze Reihe von Ehrenpreisen zur Verteilung gelangen, die neben den 1. Preisträgern hier genannt seien: Abteilung I. Groh» und Wassergeflügel: Ehrenpreis Heinrich Münster (Hat- tenrob) für Emdener Gänse; Ehrenpreis Richard Schmidt (Kolbenmühle) für indische Laufenen. Abteilung II. Hühner: Orinqion, gelb: Ehrenpreis Wilhelm Kell (Ettingshausen); 1. Pr. derselbe zweimal; Wyandoties, weiß: Ehrenpreis Rorbert Grünebaum (Lang-Göns), 1. Pr. derselbe und W. Düringer Wwe. (Oberhörgem); Wyan- dottes, schwarz: Ehrenpreis Wilhelm Rausch 111. (Lang-Göns), 1. Pr. Gg. Muller I. (Dettenhausen); Wyanbottes. silber: Ehrenpreis Karl Eise (Lich), 1. Preis derselbe zweimal und Lu> wig Zimmer (Lich); Rhodeländer: Ehrenpreise Karl Stoll (Lang-Göns), Wilhelm 'Düringer Wwe (Ober-Hörgem), 1. Preise Karl Stoll (Lang-Göns), Heinrich Münster (Hattenrod) und Karl Rau l Hattenrod); Aeichshühner: Ehrenpreis Konrad Wagner (Muschenheim), 1. Pr. Lehrer Günther (Muschenheim); Plymouth-Rocks, gestrichen: Ehrenpreise Karl Alles (Lich) unb Karl Köhler III. (Langsdorf),' 1. Pr. Wilhelm Henrich (Lang-Göns) unb Karl Köhler lll. (ßang3*orf); Sussex, bunt: Chrenpeis Richard Schau dt (Kolbenmuhle), 1. Pr. derselbe; Minorka, schwarz: Ehrenpreise Gustav Radetzki (Lich) und Otto May (Lang-Göns), 1. Pr. dieselben; Rhein- läirder, schwarz: 2 Ehrenpreise Heinrich Weisel (Muschenheim), 1. Pr. Wilhelm Diebenkopf (Münster). Hch. Weisel (Muschenheim) unb Wilhelm Kutscher (Hattenrod); Dominikaner: Ehreitpreis Msred Rompf (Lang-Göns); Italiener, rebhuhnfarbig: Ehrenpreise Wilh. Frey (Lang-Göns), Karl Vogt 1. (Lich), derselbe, I. Pr. Lehrer Schieferstein (Dettenhausen), Karl Bogt I. (Lich), Gustav Kohlhayer (Hungen); Italiener, schwarz: Ehrenpreise Richard Radetzki (Lich), 'Adolf Steül (Dettenhausen) je 2 Stück, 1. Pr. Emst öteul (Dettenhausen), Adolf Steul (Dettenhausen) und Karl Block (Bettenhausen); Italiener, schwarz- scheckig: Ehrenpreis Wilhelm Velten II. (Langd), 1. Pr. derselbe 2 Stück; Italiener, weih: 1. Pr. Heinrich Jäger (Ober-Hörgem); Italiener, gelb: Ehrenpreis Konrad Wagner (Muschenheim^, 1. Pr. Karl Müller IV. (Lang-Göns) 2 Stück; Leghorn, weih: Ehrenpreis Johs. Engel (Birklar), 1. Pr. Heinrich Balser (Hattenrod); Brakel, silber: Georg Maidhos (Lich); Hamburger, schwarz: Ehrenpreise Gustav Radetzki (Lich) und Eduard Schäfer (Muschenheim), 1. Pr. dieselben zus. 4 Stück. Abteilung III. Zwerghühner: Wyanbottes, weiß: 1. Preis Otto Heß (2ang-OonS); Wyanbottes, schwarz: 1. Pr. Otto Heß (Lang- Göns); Wyanbottes. rebhuhnfarbig: 1. Pr. Emst Diehl (Ober-Hörgem); Zwerglangshan: Ehrenpreis Wilhelm Henrich (Lang-Göns); Deutsche Zwerge: 1. Pr. Psarrer Doering (Muschenherm) 2 Stück; Zwergkämpfer, golbhalsig: Ehrenpreis unb ein I. Pr. Wilhelm Rausch lll. (Lang-Göns); Japanesen (Chabo): Ehrenpreis unb I.Pr. Georg Maidhos (Lich). Abteilung IV. Stämme: Wyanbottes, weih: Ehrenpreis W. Düringer III. Wwe. (Ober- Hörgern), 1. Pr. Gustav Hehler (Hungen); Wyanbottes, silber: 1. Pr. Karl Eise (Lich); Italiener, schwarz: Ehrenpreis Johs. Georg Steul II. (Det- Seemächtc: Großbritannien, Vereinigte Staaten von Amerika, Japan, Frankreich unb Italien zu einander sich im Verhältnis 5:5:3:1,5:1,5 vcr^ halten. Allerdings wurde die Tonnage von Kreuzern, Torpedo- und Unterseebooten nicht beschränkt unb diese kleineren Kriegsschiffe, die ohnehin schneller unb verwendungsfähiger sind als die Gcoß- kampfschiffe, werden seither in erhöhtem Maße von allen Großmächten gebaut. Eine Zusammenstellung der Anzahl und Tonnage der Linienschiffe und Kreuzer (einschließlich Flugzeug- Mutterschiffe) ergibt svlgendes Bild der größten Seeflotten der Gegenwart: in Tausend Anzahl der Tonnen Linienschiffe Kreuzer Großbritannien 884 22 41 Japan 626 10 43 tenhausen). 1. Pr. Hch. Konrad Köhler (Dettenhausen); Italiener, rebhuhnfarbig: Ehrenpreis Karl Vogt I. (Lich), 1. Pr. derselbe; Italiener, gelb: 1. Pr. Karl Müller (Dettenhausen); Mille- fleurs. porzellanfarbig: Ehrenpreis Fritz Eise (Lich). Abteilung V. Tauben: Hess. Kröpfer, rot: Ehrenpreis Hch. Balser (Hattenrod) und Hch. Jäger (Ober-Hörgem); Hess. Kröpfer, blau mit Bilchen: Ehrenpreis Wilh. Moritz Müller (Ober-Hörgem) 1. Pr. Hch. Müller XI. (Ober- Hörgem) Hess. Kröpfer, blau, ohne Dinden: Ehrenpreis Wilhelm Moritz Müller (Ober-Hörgem); Hess. Kröpfer, schwarz: Ehrenpreis Heinrich Balser (Hattenrod) und Heinrich Jäger (Ober-Hörgem), 1. Pr. derselbe; Hess. Kröpfer, fahl: Ehrenpreis Hch. 'Alles (Ober-Hörgem); 1. Pr. Wilhelm Rausch III. (Lana-Göns); Hess. Kiwpfer, gehämmert: 1. Pr. Heinrich Alles (Ober- Hörgern); Hess. Kröpfer, weiß: 1. Pr. Richard Kaiser (Langgöns) 2 Stück; Weihblattkröpfer, silbergrau: Ehrenpreis Wilh. Lamp (Rieder-Bessingen); Brünner Kröpfer, weiß: Ehrenpreis: Heinrich Radetzki (Lich); Schönheitsbrieftauben: 1. Pr. Karl Albach (Lich); Koburger Lerchen, gelercht: Ehrenpreis Wilh. Biedenkopf (Münster); Elster-Kröpfer: 1. Pr. Karl Gerhardt (Bersrod). Durch Stiftung von Ehrenpreisen haben sich um die Förderung der Geflügelzucht folgende Personen unb Körperschaften verdient gemacht: Fürst Reinhard zu Solms-Hohensolms- Lich 2 Ehrenpreise, Stabt Lich 4, Bürgermeister Gell 1, Brauerei Jhring-Melchior 2, Frhr. von Löw von unb zu Steinfurth 1, Dr. Schaad 1, Max Cßnunbrö 1, Heinr. Heller IV. 1. Ferd. Zimmer 1, K. Köhler 1, Gebr. Fey 1; C. L. Aus der Karte ist die Konzentrierung des größten Teils der Kriegsflotten auf den europäischen Gewässern ersichtlich. Im M i t t c l m e e r kämpfen nebst Großbritannien, Frankreich und Italien um die Seeherrschast, im Atlantischen Ozean, Großbritannien und die Bereinigten Staaten von Amerika, im Stillen Ozean die Vereinigten Staaten von Amerika unb Japan. Die trotz Versailles verhältnismäßig große Schiffs- tonnaae von Deutschland erklärt sich daraus, daß ihm eine Reihe alter, wenig verwendbarer Großkampfschiffe belassen wurden. Die Flotte der Sowjetunion ist infolge der Verluste während des Bürgerkrieges die kleinste unter denjenigen der Großmächte. Schmidt 1, Ernst Pommert 1, Ludw. Heller 1, W. Delte 1, Karl Wick 1. Herrn. Volkmann 1, W. Hahn 1, Bund deutscher Geflügelzüchter 2, Verband oberhess. Geflügelzuchtveretne 2, Geflügelbörse Leipzig 1, Landwirtschaftskammer 10, Gemeinde Ober-Hörgem 1. Gemeinde Dettenhausen 1, Gcslügelzuchtverein Ober-Hörgem 1, Geflügelzuchtverein Lang-Göns 1, Geflügelzucht- Verein Hungen 1. Oie Gasverwendung. Dom städtischen Gaswerk wird uns milgeteilt: Die diesjährige Generalversammlung der Zentrale für Gasoerwertung fand dieser Tage in der Aula der Technischen Hochschule zu Charlottenburg statt. Aus dem Geschäftsbericht ist im wesentlichen heroorzuheben, daß auch im vorigen Jahre der Gasabsah eine Steigerung von rund 8 Prozent erfahren hat, daß die Anforderungen der Gemeinden an die Gaswerk leider ununterbrochen wüchsen und mehr als erwünscht die kaufmännische Entwicklung der Gaspreise hemmten. Direktor Schalle n b e r g (Derlin) machte Ausführungen über die nächstjährige Ausstellung „Gas und Wasser" in Derlin, die großzügig angelegt und eine bedeutsame Darstellung der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Gas- und Wasferfaches bringen wird. Wei er sprach der Direktor der Gas-, Wasser» und Elektrizitätswerke Spitzfaden (Fürth) über Gas- und elektris che Dackösen. Der Redner entwickelte die backtechnischen unb brennstoffwirt- schaftlichen Richtlinien, die für ben Dau von Dackösen maßgebend seien, unb insonderheit bi5 Prvolem der Wärmespeichel, ung, des Feuerungs- wirlungsgrades unb die Anpaßfähigkeit der Oefcn an Swhbetrieb. Der Gasverblauch für 100 Kilogramm Gebäck betrage zur Zeit bis zu 10 Kubikmeter herab. Unter ungefähr gleichen Voraussetzungen der beiden hier in Frage kommenden Dackösen leiste ein Gasdacloien mi einem Kubikmeter Gas ebensoviel als ein elektrischer Dacko'en mit 3,5 bis 4,5 Kilowattstunden Stromverbrauch. Ueber die Verwendung des Gases im Hause und in der Industrie sprach Direk.or Ruh (Darmstadt), der in sei rem Dortrage die vollswirtschafttichen Vorteile in der möglichst weitgehenden Ko.fteazsrlegung unb -Veredlung hervoryob. Anschließend sprach Direktor Friedrich (Derlin) in längeren Ausführungen über Werbearbeit für Haushaltsgas. Jeuervrrsicherungsveiband evangelischer Geist,icher in Hessen. Die diesjährige Hauptversammlung des Verbandes fand dieser Tage in Frankfurt a. M. statt. Der Ver° bandsoorsitzende, Pfarrer i. R. Direktor Wei-mar (Darnkstadt), erstattete den Jahresbericht, der von einer günstigen Entwicklung des Verbandes Zeugnis ablegte. Im letzten Verbandsjahr kamen elf Brandschäden vor, die im ganzen eine Entschädigungssumme von 700 Mark verursachten. Der Verband zahlt zur Zell in Starkenburg 217, in Oberhessen 207 und in Rheinhessen 115 Mitglieder. Der Vorsitzende konnte berichten, daß die Verhandlungen mit dem Reichsaufsichtsamt für Privatversicherungen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. Dem Verbandsrechner, der die Rechnung des letzten Verbandsjahres vortrug, wurde Entlastung erteilt. Bei den Wahlen zum Vorstand wurden die ausschcidendcn Mitglieder, Pfarrer i. R. W e im a r (Darmstadt) unb Pfarrer Traut mann (Gensingen), wiedergewählt, ebenso die ausscheidenden Mitglieder des Aussichtsrats Pfar- rcr Brill (Groß-Steinheim), Sittel (Udenheim) und W i d m a n n (Gedern). Besprochen wurde noch die evtl. Angliederung einer Autoversicherung und einer Versicherung gegen Einbruchsdiebstahl, worüber aber erst später definitive Beschlüsse gefaßt werden sollen, nachdem die erforderlichen Erkundigungen eingezogen sind. Serussberatung beim Arbeiteamt Gießen. Alljährlich stehen eine große Anzahl zur Schulentlassung kommende Knaben und Mädchen vor der Berufswahl. Diese ist eine bet allerwichtigsten Lebensentscheidungen. Arbeitslust, Gesundheit und Lebensdauer, und ob man künftig fein Brot leicht unb reichlich verdient, hängt wesentlich auch von der richtigen Berufswahl ab. Falsche Berufswahl ist häufig die Ursache eines verpfuschten Lebens. V:el zu viel wird die Derufsentscheidung dem Zufall und flüchtigen, vermeintlichen Reigungen überlassen. Das zeigt zur Genüge die UeberfüHung gewisser Modeberufe und der Mangel an jugendlichem Rachwuchs in Berufen, die heute noch ihren Mann nähren. Auch mangelnde Kenntnis der Wirtschasts- und Berufsverhältnisse trägt häufig zur falschen Berufswahl bei. Wer ist heute bei den kompliziert und unübersichtlich gewordenen Wirtschaftsverhältnissen noch imstande, zu entscheiden. in welchen Berufen Ueberfüllung herrscht oder Rachwuchs gebraucht wird, welche Berufe infolge fortschrellender Arbeitstellung zu an- und ungelernten Berufen herabsinken und was für körperliche unb geistige Eigenschaften die einzelnen Berufe gu ihrer Ausübung erfordern? Rur Fachkräfte, die sich ständig mit Drrufsfragen beschäftr- gen, können aus diesem Labyrinth unübersichtlicher Wirtschafts- und Derussverhältnisse den rechten Weg weisen. Die neuerrichtete Berufsberatungsstelle des Arbeitsamts Gießen will hier helfend eingreifen und allen zur Schulentlassung kommenden Knaben und Mädchen bei der Berufswahl mit Rat und Tat beistehen. Allen Eltern, denen das Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt, sei deshalb dringend nahegelegt, vor der Berufsentscheidung den Rat der Berufs- beratungsstelle einzuholen. Die Berufsberatung ist mit einer Lehrstellenvermittlung verbunden, völlig kostenlos und unparteiisch, und was besonders hervorzuheben ist, auch völlig zwanglos. ____ »Sprich keinen Unsinn!" wehrte sie heftig. »Aber ich werde dir in Zukunft sehr fleißig nach- gehen!" »Wirklich?" Mit unbedachtem, raschem Grifs nahm er ihr Gesicht zwischen feine Hände unb verschloß ihr ben Mund mit einem Kusse. Als er sie loslieh, hielt sie feine Finger betrachtend fest, er vermochte sie ihr nicht mehr so rasch zu entziehen. „Wie ein Steinklopfer," tarierte fxe. „Mein lieber Bruder, ich meine, toir beide haben die längste Zeit tm Frieden miteinander gelebt Wenn ich von der Schweiz zurück bin, werde ich dich der Lüge und des Betrugs überführen! Du kannst dich darnach richten!" „Mir wird angst," versuchte er zu scherzen. „Du wirst Grund dazu haben, mein Lieber!" Ohne ihr die Hand zu reichen, neigte er sich tief herab und küßte die weihen, zarten Fingerspitzen. Dann führte er sie zu ihrem Wagen, der dicht am Gangsteig wartete, und hob sie in den Fond. Die grellen Lichter der beiden Scheinwerfer glitten eine Minute später die breite Straße entlang und warfen Riefenkegel hellen Scheines gegen die Zäune der Dillen, die hinter dem Grün der Bäume versteckt waren. Mit hängenden Schultern schritt Joachim die Treppe zu den Zimmern der Mutter hinauf. Mutlos unb mit einer lähmenden Müdigkeit in allen Gliedern, nahm er die einzelnen Stufen. Dis Isabella aus der Schweiz zurück war, muhte er einen anderen Posten haben. Muhte! — — Unb war doch beinahe ehr Ding der Unmöglichkeit! Die Fühe hatte et sich toünbgelaufen, um in dem großen Wien Arveit zu bekommen, und war ihm doch nichts geboten worden, als dieses eine, ilnb nun hatte Isabella ihn durchschaut! Mit resigniertem Lächeln sah er auf seine Hände. Die waren zum Derräter an ihm geworden. Eine Derzweislung ohnegleichen überkam ihn, bah er das Holz des Treppengeländers mit beiden Händen umkrallte. Wimmernd schrie es unter seinen Fingern auf. Wenn alles umsonst war — alles umsonst! Auch das, wozu er sich feit Tagen erniedrigte, dann gab es noch eins — nur noch eins! Unb Isabella würde die Mutter sicher nicht tm Stiche lassen, solange sie lebte. Eine Tür öffnete sich, unb im Scheine einer Lampe, der golden über den Flur rann, stand die Daronin und sah nach ihrem Sohne aus! „Kommst du, mein Dub?" „3a, Mutter!" Sie sah, wie mühsam er sich auf den Fühen hielt, ging eilig in fein Schlafzimmer hinüber unb schlug die Decke zurück. „Geh schlafen, mein armer Junge!" Er nahm den Rock unb hing ihn sorglich über ben Stuhl. Eine Brieftasche glitt heraus, unb ihr Inhalt lag vor den Augen der Baronin auf dem roten Teppich. 3n hastigem Bücken kam er ihren Fingern zuvor. Marias Bild war das erste, das er ergriff, um es wieder in das grüne Seidenfutter zu stecken. Mit feuchten Augen wandte sie ben Blick von ihm ab. Run wußte sie, wie es um den Sohn stand. Trotz allem, was ihm von diesem Mädchen widerfahren war, trug er sie noch immer an seinem Herzen. — Armer Dub! Mit einem Kuh wünschte sie ihm eine schlaf- gesegnete Rächt I Horchte in ihrem Zimmer, bis er in ben Kissen lag, und begab sich bann erst selbst zur Ruhe. Don irgendwoher schlug eine Glocke die elfte Stunde. Langsam, traumbertoorren hoben sich Joachims Hände: „Kind, was tust du so erschrecken? Was hebt schüchtern sich drin Fuhl^ Fass' ich tändelnd deine Locken! Raht dein Mund sich mir zum Kuh!" „So habe ich dich geliebt, Maria!" Die Siegsriedsgestalt bäumte sich auf — fiel wieder zurück und lag reglos, bis zum Morgengrauen der große Wecker erbarmungslos die fünfte Stunde kündete. Der Schnellzug. welcher dem Hochgebirge des Semmering zueilte, donnerte über das Schienengewirr des Südbahnhofes. Leopold Richthofen hatte die beiden ßcöerfoffer in das Abteil erster Klasse geschoben und ging den schmalen Gang zurück, um nach dem Speisewagen zu suchen, als et hinter sich feinen Ramen rufen hörte. Sich umsehend, erblickte er Fehmanns braungebeiztes Gesicht. »Hans! Mensch! Wie viele Ewigkeiten bist du denn fortgetoefen?" „Rur sechs Wochen, mein Lieber!" — Die schönen festen Zähne des Dottors blitzten schneeig unter ben gesundroten Lippen. „Mit dem Frühschnellzug bin ich mit meiner Frau aus der Schweiz zurückgekommen unb traf den Hofrat nicht einmal zu Hause. Er muhte zu einer Aerztekonferenz nach Pölten. Kommt erst morgen zurück. Für nach hat es gleich wieder Arbeit gegeben. An der nächsten Haltestelle wartet ein verunglückter Automobilist auf mich, der absolut von einem Wiener Arzt toi.ber zusammengeslickt sein will." Er lachte gutgelaunt. „Bist du allein, Poldi?" „Rein! — Die Mizzl ist noch bä mir! — Wir rnachn eine Tour auf die Rax! Willst ihr nicht Grüh Gott fagn? Es tät sie sicher freuen!“ Er stapfte schon mit langen Schritten voran und öffnete das Abteil. Ein blasses, schmal gewordenes Mäbchengesicht sah Fehmann entgegen. Er verbarg sein Erschrecken und neigte sich über die ihm bargebotene falte Hand. „Seit wann sind Sie leidend, gnädiges Fräulein?" Ein flüchtiges Rot schlich die Wangen Marias hinaus, um sofort wieder abzublasseir. Hm die großen schweren Tropfen, die sich in ihre Augen drängten, zu verbergen, irrte ihr Blick nach dem Fenster. Mitleidig suchte Fehmann in den veränderten Zügen. „Ich hol dir ein Kognak, Mizzerl, ja?" Richt- Hofen war schon aus der Türe unb bat den Freund mit einem raschen Blick, zu bleiben. „Ich komm gleich wieder, Kinderl!" Fehmann setzte sich neben Maria und nahm deren eine Hand behutsam zwischen die seine. „Ich frage nicht aus Reugier de, gnädiges Fräulein! Aber wer selber schon durch schwere Tage gegangen ist, kann leichter verstehen unb trösten als ein anderer." Sie sah ihn flüchtig an unb schüttelte dann ben Kopf. Rur um ihren nervösen Händen eine. Beschäftigung zu geben, nahm sie ben kleinen Reisehut ab unb legte ihn achtlos neben sich auf bte roten Polster. (Fortsetzung folgt.) ' Wirtschaft. M. Hensoldt & Söhne, Optische Werke A.-G., Wetzlar. Di« in der letzten Zeit umlaufenden Gerüchte von einem Verlauf oder einer Stillegung des Hensoldt-Weekes in Wetzlar entbehren, wie unsere Erkundigungen an maßgeblicher Stelle ergeben haben, jeder Berechtigung, sehnliche Mahnahmen sind überhaupt nie in Erwägung gezogen worden. Dagegen hat sich die Hensoldt - A.-T. mit der Firma Earl Zeih in Jena unter gleichzeitiger Erhöhung ihres Aktienkapitals zu einer Arbeitsgem.inschast -ufammeng schloffen, unter Wahrung ihrer vollständigen Selbständigkeit. Dara 16 wird sich für das Hensoldt-Wer? sine beachtenswerte Ausdehnung ergeben, welche im weiteren den gesamten Interessen der Stadt Wetzlar »um Segen gereichen dürfte. Die Leitung des Henloldt-Werres verbleibt in den Händen von Dr.-Ing. h.c. Carl Hensoldt. Umwandlung der Henschel agjDnlabrit H. Fuchs A.-G., Heidelberg wurde der bekannte Abschluß (166 0C0 Mk. Verlust) genehmigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende erklärte in längeren Ausführungen, daß der Verlustabschluh durch den verminderten Auftragseingang von feiten drr Reichsbahn zu erklären sei. Die Aufträge von privater Seite genügten natürlich nicht, um das Werk voll zu beschäftnem Auch das neue Geschäftsjahr sei bisher noch ziemlich ungünstig gewesen. Der Auftragsbestand sei jedoch noch so groß, daß die 650 Arbeiter ungefähr bis zum Juni 1929 beschäftigt werden könnten. • Englandanleihe der Hamburger W a s I e r w e r k e G. m. b. H. D e Verhandlungen, die die Hamburger Wasserwerke ®. m. b. H. mit I. Henry Schroeder Co., London über die Aufnahme einer Anleihe führten, sind nunmehr zum Abschluß gekommen. Die Gesellschaft erhält eine Anleihe von 1 Million Pfund Sterling zum Zinssatz von 6 Prozent mit 30jähciger Laufzeit. Der Erlös soll vornehmlich dem weiteren Ausbau dec Wasserwecksanlagen dienen. Die Zeichnungslisten der Anleihe, die heute zu 94 Proz. in London aufgelegt wurden, wurden bereits um 10.15 äilhr geschlossen. * Derya ndlungen zwischen deutschem und französischem Kalishndi- k a t. Vertreter des Deutschen Kalishndilats unter Führung von Generaldirektor Die hm haben gestern und vorgestern in Paris mit Vertretern des französischen Kalishndckats verhandelL Es handell sich hierbei um die Frage der Absatzkontingente auf Grund des vor einigen Jahren abgeschlossenen Vertrages. : Neugründung einer französische» Kunstseidegesellschaft. Eine Gruppe französischer Industrieller gründete für China und Indochina eine neue Kunstseidegesellschaft, Soie d'Qrienf, die die Kunstseidegesellschaften Nordfrankreichs mit Zellulose beliefern soll. * Reue Zellstoffabrik in Zürich. — Riederlassung in Karlsruhe. Unter der Firma A.-G. für Faser- und Zellsto.f (Iohn- Billwillec-Derfahren) wurde i i Zürich eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapi.al von zunächst 500 000 sfrs. errichtet. Zweck dec Gesellschaft ist der Erwerb, der Ausbau und die Verwertung der von Dipl.-Ing. John Dillwiller gemachten und von ihm und Dr. Johannes Dillwiller geschützten Erfindung. Diese neue Erfindung bezieht sich auf den Aufschluß von Faserstoff enthaltenden Materialien aller Art und die Gewinnung von Zellstoff aus allen Holzarten. Das Grundkapital der neuen Gesellschaft wird in nächster Zeit erheblich erhöht werden. Die Gesellschaft will alsbald in Karlsruhe ei le Zweigniederlassung errichten, die unter Leitung von Prof. St. Cloed. Technische Hochschule Karlsruhe, und unter Mitwirkung dä Er.inders und der für den Bau der Apparate herbeigezogenen Maschinenbaug sellsckaft Karlsruhe den wei'eren wissenschaftlichen und technischen Ausbau der Erfindung fördern soll. Die Erfindungen sind bereits so weit durchgearb itet und erprobt, daß auf einzelnen Hauptanwendungsgebieten sofort mit der fabrikatorischen Llusnutzung begonnen werden kann. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 20. Dez. Tendenz: zurück- hallend. — Die Weiler» Erholung, die sich im Vormitlagsverkehr geltend gemacht hatte, wurde zu Beginn des offiziellen Verkehrs von einer größeren Zurückhaltung und Lustlosigkeit unterbrochen. Die Spekulation kam mit Abgaben an den Markt. Das herauskom- mende Material fand jedoch ohne große Schwierigkeiten Ausnahme. Der bevorstehend Iahres- ullimo und die älnterbvechung des Börsengeschäftes drückten stark auf die Stimmung uru> wirkten eher geschäftshemmend. Auch das Fehlen von Orders von Auslandseite und der Bankkundschaft machte sich stärker fühlbar, so dah sich das Geschäft in kleinstem Rahmen bewegte. Die weiter feste Haltung der gestrigen Reuhocker Börse bot auf der anderen Seite dagegen eine Anregung, so daß die Kullsse, veranlaßt dadurch, im Verlaufe zu receinzelten Deckungen schritt und die Kursverluste vom Anfang wieder ausgeholt tourten. Bei den Hauptwerken gingen gegenüber der gestrigen Abendbörse die Kursrückgänge bis 2 Prozent. Im großen und ganzen war die Kursce staltung uneinheitlich. Manche Werte, für die sich vermehrtes Interesse bemerkbar machte, konnten etwas anzieherc, andere lagen dagegen niedriger. Selten nahmen die Kursveränderungen eine grö'er? Ausdehnung an. Stärker in Milleidenschal t gezogen waren am Slektro- markt Schuckert mit minus 4 Proz. und Siemens minus 2,5 Proz., da die heute stattsindende Aufsichtsratssitzung, in der die Hoffnungen auf eine Dividendenerhöhung wahrscheinlich wieder in Frage gestellt werden, stärker verstimmte. I.-®.- Farben eröffneten 1,5 Prozent niedriger. Mon- tanwerte lagen still. Rheinstahl zirka 2,25 Prozent niedriger. Banken etwas reger und durchweg bis 1 Prozent höher. Am Automarkt bestand für Daimler bei etwas erhöhtem Kurse Rachfrage. Kleyer minus 1 Prozent. Renten still, jedoch gut behauptet. 3m Verlaufe kam dos Gesc^ft fast vollkommen zum Stillstand und die Tendenz neigte weiter zur Schwäche. Die Sf>eru- lation schritt zu Abgaben, die jedoch nicht sehr dringend waren, so daß sich die Llbbröckelung der Kurse in engen Grenzen hielt. Am Geldmarkt war Lagesgeld auf Z Prozent erhöht und stärker gesucht. Am Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4.1930, gegen Pfund 20.3575 gegen Paris 124.05. London gegen Kabel 4.3557, gegen Madrid 29.80 gegen Mailand 92.07, gegen Holland 12.08. Bo iner Börse. Berlin. 20. Dez. Der heutige Bormittagsver- kehr hatte, beeinflußt durch die festere Neuyorker Börse, höhere Kurse aufzuweisen gehabt. Sonst lagen besondere Momente nicht vor, die die Tendenz hätten irgendwie nennenswert beehv slussen können, so daß schon zu Beginn der offiziellen Börse ein allerdings nur gesprochener Gewinn wieder größtenteils verloren ging und die ersten Notierungen nur etwa auf gestriger Schluß- basis eröffneten. Das Fehlen neuer Orders machte sich stärkei fühlbar. Das Geschäft beschränkte sich auf wenige Spezialwerte. Im Mittelpunkt der Diskussion stand der Geldmarkt. Obwohl der offizielle Satz erst morgen festgesetzt wird und man sowieso mit einer Erhöhung rechnet, sollen heute kleine Abschlüsse. 4 v.H. über Togessatz, getätigt worden fein. Im allgemeinen waren die Kursrückgänge nur äußerst gering. Es überwogen kleine Besserungen. Durch feste Haltung fielen, wie schon gestern Abend, Soenska auf, die 0,5 o. H. gewannen, Harburger Phönix mit einer Steigerung von 2,75 d. H. Schwächer eröffneten Kaliaktien (Aschersleben minus 3 o. H.) und Ehade-Aktien. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Anatolier und Rumänen eher fester. Der Pfandbriefmarkt war behauptet. Eine Tendenz war nicht zu erkennen. Der Geldmarkt war bei unveränderten Sätzen eher etwas angespannt. Der Verlauf brachte eher schwächere Kurse. Die Spekulation verhielt sich abwartend. Es tauchten wieder die verschiedensten Kombinationen über das Resultat der heute stall- findenden Bilanzsitzung bei Siemens auf. Auch hemmten regelmäßig am Donnerstag auftretende Befürchtungen hinsichtlich einer Diskonterhöhung in England das Geschäft. Kranksurr.'f Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 20. Dez. Der Frantfur- ter Produttenmarkt verkehrte heute in ruhiger Haftung, die Stimmung war jedoch freundlicher und die Tendenz allgemein etwas fester, da erhöhte Auslandsnotierungen anregten. Auch die knappe Beschickung des Marktes bei der bestehenden Frostgefahr übte einen günstigen Einfluß au3 Interesse bestand weiter für Weizen- und Loggenmehl. Die Preise blieben bei meist geringen Llmsätzen gut gehalten. Es wurden notiert: Weizen 22.90, Roggen 22.25, Sommergerste für Brauzwecke 23.75—24. Hafer, inländischer. 22.75—23. Mais (gelb) für Futterzwecke 22—22.25. Weizenmehl, niederrheinisches Spezial 0, 32—32.50, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. 32.25-33, Roggenmehl 29.25-30, Weizenkleie 13.75, Roggenkleie 13.85. Tendenz: befestigt. Frankfurter SchLachtviehmarkt. Frankfurt a.M, 20. Dez. Auftrieb: 59 Rinder, 2232 KLBec, 415 Schafe, 1701 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 70 bis 75 Wk.; mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 69; geringe Kälber 58 bis 64. — Schafe: Wastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 45 bis 49. (Stallmait) 40 bis 44; fleischiges Schafvieh 31 ' bis 39. — Schweine: Vollfteischige Schwein« von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76; von etwa 200 bis 240 Pfund 73 bis 77; von etwa 160 bis 200 Pfund 74 bis 78; fleischig- Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 68 bis 74 Wk. — Marktverlauf: Schweine schleppend, Lieberstand. Kälber und Schafe lebhaft, ausverkauft. Büchertisch. — Aus dem Takt. Vier Erzählungen von Georg Ploch. 206 Seien. A. Bernecker, Heimatschotten-Verlag, Melsungen. (718) — Darf man Georg Ploch, den Gießener Landsmann, in die Reihe jener deu.fchen Humo isten esiwrd- nen, die in Wilhelm Raaoe ihren überragenden Führer besitzen ? Man wird es vielleicht dürfen, wenn Humor bedeutet: ang-sich's des Mensche«, wie er ist, die Illusion erschlossen aufg-ben und gleich en.schlossen die ^iJx festhallen. Auch die Satire ist illusionsfrei; erst wo in den leeren Raum kühler od?r schneidender Illusionsfr.i-eit die belebende Wärme der Liebe ci.iftromt, oftnet der Humor sein gü izes Auge. Humor ist mehr als „reife Ferich.", er ist Knmpfpr.il. Wir sehen den Verfasser unserer Sammlung am ihn ringen. 3n den „Rnrrrnschellen". einem kostbaren Klein- stad.oild aus der P-cückenzei. will er uns noch auf der Grenze erscheinen zwischen Sa i:e und Humor. Heber dem .Hnr'enf^iel", der E zählung vom Slerbcn des al e i F.auleins, liegt die tiefe Weihe der Versöhn heil ml. einem Leben schwerer und schweigender, freier Entsagung. S an- den wir dort auf der zrr en G-'en'-lr i: zwischen Humor und Satire, so strhen wir hier auf je er noch »ar. er en zwischen Humor und Feömmig eit, wie sie an Hermann Oe)ec gemahnt. Für unsere Betrach ung zwischen diesen b oen liegen „<5u- sanna Juliana" und das „RefterschiÄal", ergreifende Erzählungen aus der Sturmwell des späten Mittelalters und des Dreißigjährigen Kriegs, über denen das Gryphiuswort steht: „Die Herrlichlei. der Erden mutz Rauch und Asche werden." Wohl hat auch hier die Richtigkeit nicht das letzte Wort, aber das Wort wird aus der verworrenen Schrift di es Lebens nur herauslesen, wes Auge der Schein nicht mehr blendet. So hegtet et uns durch das ganze Büchlein die Schwere des ernsten Carlyle- Mo.ivs: des ewigen Rirgens zwischen Sein und Schein auf dem Grunde der Mrnschenseele. Die Seele, die dieses Ringen kennt, weiß um die Dissonanzen der Well. Es fcib ja i iHt die Tiefen und Ernsten, die in der Symphonie des Lebeps niemals „aus dem Taft" kamen. Aber, so beginnt der Verfasser sein Buch mi einem Wort Hölderlins: „Wie der Zwist der Liebenden sind die Di sonanzen der Well. Versöhnung ist mitten im Streit, und alles ©etreinte findet sich wieder." — Georg Ploch beherrscht die Kemst des Erzählens. Die Sprache ist knapp, der Fortschritt lebendig. Das Ganzlei ren-Dändchen ist geschmackvoll ausgestattet. G. K. — Wieder zwet neue äMstein-Bücher (528/529). von namhaften Autoren. 3n Georg Frösch«l s „Der SchlüsselzurWacht" klingen alle die erregenden und spannenden Motive an, die in einen richtigen Kriminal-Roman gehören; in die fesselnde Deteltivgeschichte ist überdies ein Siebeytoman verwoben. — In einer völlig anderen Sphäre spiell das zweit« Buch, Ida Doh-Gds „Ein Augenblick im Paradies". Dieser Roman schildert die Röte und den Zerfall einer Ehe zwischen höchst ungleichen Partnern: einem sympathischen jungen Leutnant und einer kleinen Schauspielerin. Ida Boy-Ed, der Meisterin in der Zeichnung von Frauen- Charakteren, ist in dem vorliegenden Buch eine ungemein anziehende Darstellung v.r jungen Soubrette gelungen, die in aller Unschuld und mit einer gewissen Anmut beinahe das Glück einer ganzen Familie zerstört. Letzte Nachrichten. Zeuergefecht mit denK imbacher Räubern Nürnberg, 20.De;. (DTV. Junffprudj.) Vie beiden Verbrecher, die gestern abend dle Slalions- faffe von Kulmbach beraubt haben und im Auke» geslüchtet find, wobei fie am Eingang von Lichten- fels den bereits gemeldeten Zusammeustoh mif der Gendarmerie hatten, haben, wie sestgesiellt wurde, im Hotel „Anker" in Lichlcnfels ge- nächtigt. 3n dem Gepäck, das beide la dem Hotel jurückließen, fand man außer Wäsche und Toilettegegenständen THunUion in größerer Wenge für zwei verschiedene plslolenarten. Gestern abend halten hundert Wann von der tandespollzei aus den verschiedensten Stäben Rordbayerns unter Führung des Kriminalkommissars Weyer (Jlütn- berg). der bereits bei bet Ergreifung des Raub- Mörders Hein hier tätig war, eine Streife unternommen and ein großes Gebiet im vanzsrwald umstellt, heute früh um 6.30 Uhr entstiegen In Reuenmarkt-Dlersberg dem von Lichlenfels kommenden Zuge auf der oerkehrleu Seife zwei verdächtige Pecfonen. auf die die Verfonalbeschreibuug der K. Imbacher Kafsenräuber zutraf. Sie wurden von Lahn- und Geabarmeriebramlen bemerkt und follkea festgenommen werben, hierbei enffpann sich ein Feuergefecht. bei dem ber Stationsfom- manbant Krauß aus Reuenmarkt-Wirberg bu?dj bcei Bauchschüße schwer verletzt würbe. Der eine ber Räuber würbe erschossen, ber zweite flüchtete. Bei bem Erschoßenen sanb man Ans- roeispaptere auf ben Romen Johann Brauer aus hohenebenkoben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren anßelübrten Ziffern geben die Höhe der tuletu beichlosfenen Dividende an. — Reichsdankdiskonl 7 Prozent, LombardzinSsuß 8 Prozent. J au Kurt a. M Berkin J auh'urta.'jJl Berlin Sd)iu6-| Ri'« . l-Uhr- fl'ir» Sch uh R'irt Ln ang Kur- Schluß Ä"te i-Ubt- ftiir» Sch uj Än oiiq Ä |.-tHcd)irn -» >3 Elellr Vlefenrngei .... 10 * — 184.4 184.5 ewai °ln" üueloi.-fitdne — 13.9- >4 14 Vtdit und fttafi .... 10 — 247.. ^7... 248.25 r% ZranN yuv. B'. «oiv« en 4 OutUemiM. . « . . s 147 146.L. 143 75 .47.7o fünobui Vt» 1932 90 -* (9el. f tilefn Urnern.. ... 10 .'66 -65.3^ 464.73 464.7o ♦H% ditrmttof ©oa-Ca« UtfflJ Hamd Aeln. Sette .... 10 — ■w 154.43 >35.0 WülDöl — d. 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S igeifenHrdienet ... i- Z- g. 4 Darpcnei ...... 6 Hoelch Eiien ........ 8 — - l~.. 133 2- oeeql oan 1913 4% UnganiLe Ikonennr. 44,35 — 1.7 124 135 121,25 133.. 121.9 i;45.3 121.5 134.75 4% EM Zvllonlettze o. 1911 1% Zurtiktr BagvadbLdn-Ni — — U.8 — — — 125.2 127 ü.. 11.75 .Ille Ber«d^......... 436 — •433 2Z1.7o Serie 1 — fllddnerroerte ....... 7 106.35 106 107 4% de «gl SeNe II — — 11.8 11,75 ftoln.^eueifen . ...... 9 126.2o 4% »tumäaen (onottt Äte. 10,5 —- — Mannesmann ...... 8 125.5 123.7o 125 - 124 7 IH% Rumänen önlbanl nee 1918 19.8 19.4 — Mansleldrt ..... 7 Cberldilel (Hknb CfNot 6 112.20 112 114.75 — 113-n 112.So SUg Deundx lLNer'^ho »h — Ödericklei Kokswette 6 -* 114 114.6 yaobura-Jmertla Üalrt Hamb.eüMtn Eompfld). 6 140.75 E- . .8.66 140 ■ßbdntr Bergbau SH 90.75 89.6o 8 179 'ibdntidie Braunkohle» 10 Hhemftabl k. % 9* «H 379 279 -80.. pan|o Eamuhrblrf U) — _ 14 i 138.9 ‘39,4 138-0 .'iucDBeutfchet Ulovd - • 8 138 137 U6.a U7.5 Kiebed Mvvra» 7L — — — $eutidx OieMtarB. 10 138.0 — lä9 138.9 Bereimgie Stabl»..... 6 <1,5 — J'i. j2 Sarmer töanteereui 10 Ul 143.5 ■-45. j. ütaol Minen .... 9 »h 480 — 4 »1,9 dedinei vanvel^gelelllL 11 :4b. u :47 447.2- SiLersIeben .... 10 — 480-2. — Low merz- und srival-da»! 11 IU3.0 -j4 IS... ,94.3 ftafl Seiieteael» .... 10 482 — 481 480.. varwv u Äartonalbenl 12 391 391 3. 490.2. -90 ftdtroed . . 15 — 504 j 503 Druljche Bank Llstooio-«eieM«daV LU.. 10 10 •7l.o 162 170.. >71 ibl.Jo 171.2. ,1.2 J i» .Jan* n-jHtnUMi . . 13 yunernü Subd . .... 6 -7 65.2. 125 3. 5 73 126.35 Lrr^dner Bank - - 10 >71.5 170.7. 171.5 171.7. öäiriöeünftall .••••. 9 188 187.5 Ätmloruddu üMoubeJ . . ■ ö — — 215 215 i3oH)id>m(Di ...... b 9? Retallbanl ..... • . 3 139.5 *- 130.9 — Nür«ers werte 104.5 104.. 104,7. 105.75 12 334.75 — .34.75 35 «emnattenk»*. ..... tl — 1». uuhfurt a.M VetNn Schlutz-I l-Uhr. 5ch uij »"IOT9 Run fi'ir» fi-'ts Rur* Satorn: 19. 12 20 13 | 19 12 | 20 12 15 hu io v Ho>zmana..... 7 I36.o — 1.36 — veidelderger ilr ne»1 .... 10 Semem ftatliiaoi .... 8 135,. _ Laub 4 irrrtiae . * « < 10 — 135.75 133.5 - dAultoftl «-»enhdker ... 15 -d -V 25.5 o23 Ciiroedt . . • . 12 -** 280 •280 Set. »luniftcM ..... 18 alt Bemderg .......14 137 434 ZeUktoii «albdoi .... 12 •w 47? 3o 476 AdlftoH «'chaflenduto ... 12 ilbatiotttnbutgn Sali« ... 7 407.5 — — w iso.;- 1.30 Deliaurr ®a» . .... 8 * w U8.4 218 4 Daimler Mo rote»......0 77.75 78.5 77.75 78-o Demag ......0 — * 15 7.. 46 2 SdletweUe ttews ..... 5 90 89 89 88 Vuoto. Lneioe ..... 10 — — 244 «ar. 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