Nr. 274 erstes Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 20. November 1928 (tr|d)«t*i lüglich.«mtzer Sonntag» wn» feiertags. Beilage« ©teßenei AawGendlcWu tzetmat 'm Bild Di» Scholle DTonaii«et$B£SPTet$; 2 Reichsmark and 20 Retchspfenntg für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen einj einer’Jhimmern infolge höhere, Gewalt. Fernfprechanlchlllller 51, M and 112 «nlchrift für Vrahtnache richten Hnjeiget Zieste». Postscheckkonto: KrcmttaN am Main 11688. GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck Mld Verlag: vrLHNche UniverstlLU.Vuch> und Stctwöniderd 8. Lange in Sietzen. Zchrtstlettvng und Geschästrftelle: §chnlstraß«7. Lnuahme oon Lozeiae» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Recchspfennig, Platzvorfchrist 20° „ mehr. Thefredakteur Dt Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.Tchyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurl Hillmann, sämtlich in Gießen Stresemann meldet die deutschen Forderungen an. Keine neuen politischen oder finanziellen Opfer als Kaufpreis für die Rheinlandräumung. - Regelung der Enifchädigungs- frage nach rein wirtschaftlichen Gefichispuntten.-Graf Westarps Kritik.-Prälat Kaas fordert „erst Brot, dann Reparationen!" Berlin, IS. Rov. Auf der Tagesordnung der stark besuchten Sitzung steht als einziger Punkt: „Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung über Die auswärtige Politik." Mit der außenpolitischen Debatte werden verbunden Anträge der Bayerischen Dollspartei, dec Deutsch- nationalen und der Demokraten, die sich auf das besetzte Gebiet beziehen, und eine Interpellation der Wirtschastspartei über die französischen Manöver im besetzten Gebiet. Präsident Lobe erklärt dann unter lautem Beifall: Es gereicht mir zur Freude, dem nach langer Krankheit genesenen Herrn Reichs- auhenminister das Wort erteilen zu dürfen. Reichsminister des Auswärtigen Or. Stresemann. Rach längerem erzwungenen Fernsein habe ich zum ersten Male wieder die Ehre, vor Ihnen über die aktuellen Fragen der deutschen Auhen- polilik zu sprechen: v s Die deutsche Reichsregierung hat vor der diesjährigen Dollversammlung des Völkerbundes tue beteiligten Regierungen auf diplomatischem Wege davon in Kenntnis gesetzt, dah sie beabsichtige, in Genf die Räumungsfrage offiziell aus- zuwerfen. Die Kritik dieses Schrittes, die sich daraus stützt, dah man einen Mißerfolg hätte voraussehen müssen, kann ich nicht als berechtigt anerkennen. Richt nur Deutschland, sondern auch weiteste Kreise des Auslandes empfinden die heute nod> fortdauernde Anwesenheit fremder Truppen auf deutschem Gebiet als einen krassen Gegensatz zu der Entwicklung der internationalen Politik in den letzten Iahren. Wenn wir von unserem rechtlichen, moralischen und politischen Anspruch aus alsbaldige Räumung überzeugt sind, mußte dieser Anspruch nicht nur in einseitigen Erklärungen im deutschen Parlament, sondern cuch in offizieller internationaler Form der Gegenseite gegenüber zum Ausdruck gebracht werden. Ls war für das deutsche Volk eine tiefe Enttäuschung, dah wir mit unserem Anspruch In Genf nicht durchgedrungen sind. Unsere Verhandlungsgegner haben eine Auffassung vertreten, die wir rechtlich nicht anerkennen können, und die politisch der Gegensatz zu einer Förderung der gemeinsamen Interessen der beteiligten Völker ist. Deutschland wird dabei verharren, dah es einen Anspruch auf alsbaldige Räumung des gesamten besetzten Gebietes hat, und dah dieser Anspruch weder von der Lösung anderer Probleme, noch von sonstigen Bedingungen irgendwelcher Art abhängt. Deutschland wird in seinem Recht verletzt, solange dieser Anspruch nicht erfüllt wird. Es kann deshalb für uns nicht in Betracht kommen, für die Räumung politische Belastungen, deren Wirkung sich über die Dauer der vcrtragsmähigen Besahungsfristen erstrecken würde, in irgendwelcher Art auf uns zu nehmen. Ebenso wenig besteht für uns die Möglichkeit, die Räumung mit Gegenleistungen finanzieller Art zu er taufen. Ich stelle mit Genugtuung fest, daß noch vor wenigen Tagen auch von maßgebender britischer Seite grundlätzlich anerkannt worden ist, daß es sich bei der Räumung der besetzten Gebiete und bei der Regelung der Reparationsfrage um z w e i v ö l l i g getrennte Dinge handelt. Wir müssen erwarten, daß sich dieser Standpunkt nun auch praktisch auswirkt und dazu führt, Deutschland endlich von den fremden Truppen zu befreien. Ein freundschaftliches Zusammenwirken Deutschlands mit fremden Ländern kann moralisch nicht fundiert werden, solange diese Freundschaft dem deutschen Volke durch die Waffen fremder Besatzungen versinnbildlicht wird. Man hat behauptet, daß die in den letzten Jahren verfolgte deutsche Außenpolitik sich nun endgültig als verfehlt erwiesen habe. Obwohl ich selbst soeben einen Rückschlag dieser Politik habe feststcllen müssen, halte ich es für notwendig, für ihre Grundlinie und deren konsequente Fortsetzung hier in voller Oeffent- lichkeit einzutreten. Man sieht in unserer Politik Rücksichtnahme und wünscht sie zu ersetzen durch eine Politik nüchterner Wahrung deutschen Rechtes und deutscher Interessen. Man hat hinzugefügt, daß es für uns darauf ankomme, uns in freier Wahl die Unterstützung da zu suchen, wo sie zu finden sei. Ich kenne keine festen Bindungen an einzelne Großmächte, die gelöst werden müßten, um uns die notwendige Bewegungsfreiheit zur friedlichen Verständigung mit anderen Mächten zu verschaffen. Ich sehe keine Unterstützung, die uns irgendwie in der Weise gewährt würde, daß sie uns an Stelle des angeblichen Phantoms einer Großmachtstellung die tatsächliche politische Machtstellung gäbe. Ich möchte im Gegenteil davor warnen, Möglichkeiten vorzutäuschen, die in Wahrheit nicht gegeben sind. Eine Politik der friedlichen Verständigung und bes Versuchs der Wiederherstellung sreundschaft- kicher Beziehungen auch zu unseren früheren Gegnern ist eine absolute Notwendigkeit für die deutsche Politik, denn jeder Außenminister und jede Regierungskoalition würde durch Den Zwang der realen Erwägungen gezwungen sein, die- selbe Einstellung zu nehmen, wenn sie sich nicht an Der Existenz des Reiches versündigen wollte. Die wichtigste Ausgabe, die der deutschen Außenpolitik und auch der deutschen Finanzpolitik gegenwärtig obliegt, ist die Reparations- frage, wenn das Sachoerständigengremium seinen Zweck erfüllen soll, muß es sich frei wtsien oon einseitigen politischen Gesichtspunkten und muß sich leiten lassen von dem allgemeinen Interesse am Ausbau der Weltwirt- schast und an der Sicherheit der internationalen Handels- und Kreditbeziehungen. Die Freiheit der Entschließung den Vorschlägen der Sachverständigenkommission gegenüber bleibt den Regierungen selbstverständlich gewahrt. Der Augenblick für internationale Verhandlungen über den Inhalt der Endregeluna und für die von den Regierungen zu treffenden politischen Entschließungen wird erst dann gekommen sein, wenn das Ergebnis der Arbeiten der Sachverständigenkommission ihnen vorliegt. Die Reic^- regierung kann sich einstweilen au? die Betonung eines allgemeinen Grundsatzes beschränken, dah von einer wirklichen Lösung der Reparationsfrage nur dann gesprochen werden kann, wenn sie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands nicht übersteigt, d.h., wenn sie uns die Erfüllung unserer Der- rslichtungen dauernd aus eigener Wirich af t s kr a f t und ohne Gefährdung der Lebenshaltung unseres Volkes ermöglicht. Solange eine den wirtschaftlichen Möglichkeiten entsprechende Sndlösung fehlt, besteht eine gefährliche Unsicherheit für Wirtschaft und Finanzen. Eine solche Unsicherheit muh die Rückkehr zu normalen Beziehungen im internationalen Handel und im Kreditwesen aufs schwerste behindern. Gelingt es, eine Endlösung zu finden, die von allen Beteiligten in freier Entschließung als wirtschaftlich vernünftig erkannt und angenommen werden kann, dann ist der wichtigste Schritt zur 2iqu:Z>ietung der unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen deS Weltkrieges getan. Abg. Graf von Westarp (On.) Die Friedensoffensive, die der Reicheaußenminister 1924/25 eröffnete, hat den von ihm erwarteten und den verheißenen Erfolg nicht gebracht. Die dadurch eingeleitete Episode der Politik von Locarno hat ihren negativen Abschluß gesunden. Die Tragikomödie der Abrüstungsverhandlungen hat ihren Abschluß gefunden durch die rücksichtslose Erklärung Briands, daß Deutschland aus dem Locarnopakt keinen Anspruch auf frühere Räumung herleiten könne. Diese Erklärung schuf Klarheit darüber, daß die Locarno- Politik ihren Zweck verfehlt hat, daß sie den Erfolg nicht erreicht hat, Den man sich davon versprach. Wir haben es begrüßt, daß Reichskanzler Müller durch seine scharfe Anmeldung unserer Forderungen in Genf dazu beigetragen hat, die unbarmherzige Klarheit herbeizuführen. Er hat leider diesen richtigen Weg verlassen durch das Abkommen vom 16. September über die weiteren Räumungs- und Reparationsoerhandlun- gen. Die Zustände im besetzten Gebiet sind unerhört und unmöglich. Aber dennoch sind wir mit der ganzen Bevölkerung dieses Gebietes darin einig, daß eine Abkürzung der Besetzung unter keinen Umstünden durch neue deutsche Dauerlei st ungen erlauft werden darf. Wenn bei den künftigen Verhandlungen die Reparationsfrage mit der Räumungsfrage verquickt werden soll, dann sollte unsere Regierung erklären, daß sie an solchen Verhandlungen überhaupt kein Interesse mehr hat. Der von Frankreich bisher eingenommene Standpunkt ist für uns ganz unannehmbar. Die Kriegsschuld der Alliierten an Amerika geht uns ganz und gar nichts an. Wenn wir über die schweren Schädigungen, die uns durch das Versailler Diktat und die weiteren Maßnahmen der Entente zugefügt wurden, eine Gegenrechnung aufmachen, so ist Deutschlands Reparationsschuld schon getilgt. wir müssen bei den Verhandlungen wirklich objektive wirtschaftliche Sachverständige hören. Zerstört werden muh das Schelnbild von der wirtschaftlichen Blüte Deutschlands und das trügerische Scheinblld, dah der Dawes-Plan bisher gut funktioniert habe. Tatsächlich ist die deutsche wirtschaft heute schon so in ihrer Kraft herabgedrückt, dah sie dem deutschen Arbeiter nicht den Lebensstandard geben kann, der ihm gebührt. Rur die 1 0 Milliarden Mus- landanleihen haben das Trugbild aufrechterhalten, dah der Dawes-Plan funktioniert habe. Deshalb müßten die Pläne abgelehnt werden, die sich auf die sog. Kommerzialisierung beziehen. Reparationsschuld ohne Transferschutz würde der Gewaltpolitik Frankreichs den Vorwand liefern können zu Sanktionen und dazu das Rheinland als Pfand zu behalten. Wir erwarten bei den Verhandlungen also ein für Deutschland annehmbares Ergebnis nicht. Wenn es aber zu unmöglichen Forderungen kommt, erwarten wir zum ersten Male ein deutsches Nein. (Lebhafter Beifall rechts.) Der Redner betont die Unhaltbarkeit des polnischen Korridors. Die Gefahr für Oft Preußen werde von Tag zu Tag größer. Durch ge- wissenlose Propaganda in der Bevölkerung rufe Polen den Eindruck hervor, als sei die Preisgabe beschlossene Sache oder doch nicht mehr aufzuhalten. (Hörti fjörtl bei Den Deutschnationalen.) Mit schwerer Sorge müße man besonders auf die polni- kffen Handelsvertragsoerhandlungen blicken. Der Redner fordert zum Schluß, daß der Widerruf der K r i e g s sch u l d l ü g e an die Spitze Der Reparationsoerhandlungen gestellt werde. Abg. Dr. Kaas (3 ) TlnS liegt es fern, die unleugbaren Mißerfolge und die Stagnation her deutschen Außenpolitik in der letzten Zeit in Erfolge umbeuten zu wollen. Der Sinn dieser außenpolitischen Debatte ist, die Autorität der deutschen Reichsregierung, die in den kommenden Wochen und Monaten vielleicht den schwersten Gang fett Versailles und London anzutreten hat, so zu stärken, daß, fvweit es au? das deutsche Parlament ankommt, die Voraussetungen für einen achtbaren Erfolg geschaffen werden. Wir haben bisher der Politik Dr. Sttesemanns mit unbedingter Sachlichkeit gegenübergestanden und werden das auch weiter tun. Wenn die Genfer Verhandlungen diesmal viel Mißsttmmung geschaffen haben, so begrüßen wir doch, daß Reichskanzler Müller deutlich den Anstoß dazu gegeben hat, dah nun von der anderen Seite die bisherige Methode der unwahrhaftigen Eourtoisie-Gespräche verlassen wurde. Die Minderheitenfrage wird bei den künftigen Verhandlungen eine große Rolle spielen. Wir bitten die Regierung, besonders Polen gegenüber nicht mehr s o kom - prvmihwillig in dieser Frage zu fein wie bisher. Bei den Deparationsverhandlungen ist der von Poincarö eingenommene Standpunkt für uns unannehmbar. Er würde keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung bringen. Der oon Dr. Wirth ausgestellte Grundsatz muß für die Verhandlungen gelten: Erst Brot, dann Reparationen! Der deutsche Lei- stungswllle muß seine Grenze finden an der deutschen Leistungsfähigkeit. Die deutsche Leistungsfähigkeit Darf nicht bemessen werden nach der deutschen Hungerfähigkeit. (Lebhafte Zustimmung.) Was die Räumungssrage betrifft, so muh daran erinnert werden, wie man in Frankreich die Unterzeichnung des Kellvgg-Paktes als eine Garantie des Friedens gefeiert hat. Diese Friedensbeteuerungen werden zum Lippenbekenntnis entwertet, wenn man die moralischen und jur^tischen Konsequenzen nicht zieht, die sich aus dieser Umgestaltung der Beziehungen ganz von selbst ergeben. Wir wenden nichts ein gegen Verhandlungen über unseren Räumungsanspruch. Wenn aber versucht wird, über den letzten Desetzungstermin hinaus eine Kontra 1 l -, Feststellungs- oder Der- gleichskommissivn einzurichten, dann wünscht auch das Zentrum, dah einem solchen Versuch ein energisches definitives Rein! von deutscher Seite entgegengesetzt wird. (Beifall.) Die Entmilitarisierung der rheinischen Zone ist nicht ein Friedensinstrument, sondern ein Kriegsinstrument zur Erhöhung der Chancen unserer Gegner. In unserer Außenpolitik bieten die letzten Ereignisse keinen Anlah zum Optimismus. Auffallend ist vor allem die Passivität der englischen Außenpolitik, seitdem sie nicht mehr von Chamberlain geleitet wird. Diese Politik macht geradezu den Eindruck, als ob sich England in einem Klien tel- verhälltnis der französischen Politik gegenüber fühlte, das für die Weiterentwicklung der europäischen Verhältnisse^ von größter CBe&eutung sein könnte. Wenn tatsächlich zwischen England und Frankreich eine militärische Abmachung vorläge, sio würde das nicht nur eine Krisis, sondern das Ende der Locarno- Abmachungen bedeuten. (Beifall.) JIBic wollen festhalten an der Politik der Verständigung unter Verteidigung der Reste der Souveränität, die uns im Rheinland noch geblieben sind. Solange von der Gegenseite nicht eins flare Lösung der Räumungsfrage zugestanden ist, dürfen wir unS auf verschleierte weitere Abstriche von unserer Souveränität nicht ein- lafsen. Lieber ein klares Rein, als ein halbes 3a! Abg. Or. Oernbnrg (ö.) der auf bete Tribüne schwer verständlich ist, erklärt, die deutsche ReparativnSregelung dürfe keinesfalls mit der Frage der Schulden der Alliierten an Amerika verquickt werden. Das Maß der deutschen Reparationen müsse sich nach der deutschen Leistungsfähigkeit richten. Das deutsche Steueraufkommen biete nicht ein richtiges Bild der deutschen Leistungsfähigkeit, weil big Steuern vielf ach von der Substanz genommen würden. Untere Politik befindet sich in der schwierigsten Lage, die feit einer langen Reihe von Iahren zu verzeichnen war. Wir hoffen, daß es dem Reichsauhenminister nach der Wiederherstellung feiner Gesundheit gelingen totrb, uns aus dieser schwierigen Lage herauszuführen. Weiterberatung Dienstag. Das Echo der Gtresemannrede Oie Berliner presse. Berlin, 20. Noo. (TU.) Die Erklärung Dr. Stresemanns über Den StanD Der Deutschen Außenpolitik unD Den Beginn Der außenpolitischen Debatte wird von Den Berliner Blättern ausführlich besprochen. Die „Germania" sagt, was Stresemann gesagt habe, sei, obwohl man nichts Neues gehört habe, in Der Formulierung klar unD in Der Sache mitunter sogar scharf gewesen. Es sei eine außen- politische unD Doch wieDer innenpolitische ReDe gewesen, Da man ihr anmerkte, Daß sie Darauf angelegt gewesen sei. Der Opposition Den WinD aus Den Segeln zu nehmen. Weiter stellt Das Blatt fest, Daß Die Opposition Des Grafen Westarp in Der Form maßvoll gewesen sei, bemängelt aber. Daß Die ReDe im Verhältnis zur Kritik zu wenig positive Vorschläge enthalten habe. — Nach Der „B ö r s e n z e i tu n ghaben Die ReDen Stresemanns, Des Grafen Westarp unD Des Zentrumsab- georDneten Kaas zusammengenommen, trotz aller unterscheiDenDen Schattierungen einen Ein- Druck oon Dem Deutschen Lebenswillen gegeben. Der hoffentlich auch in London, Paris unD Washington nicht unbemerkt bleibe. In Den ReDen Der Abg. Grafen Westarp und Kaas habe man Den Sinn vernünftiger parlamentarischer Opposition verwirklicht gesehen. Solcher Opposition, Die vor- märtsDrä nge unD neue Antriebe verleihe, werDe sich Der verantwortliche Leiter Der Deutschen Auhenpolitik als einer höchst wirksamen Waffe bedienen können. — Die „Deutsche Allg. Ztg." ist der Auffassung, daß die Ausführungen Stresemanns auf den pessimistischen Ton gestimmt gewesen seien, der unserer heutigen Lage entspreche. Er habe sich darin mit allen anderen Rednern begegnet. Höchstens die Dosierung sei verschieden gewesen. Aus den Steuerungen der Parteiredner möge der verantwortliche Leiter der deutschen Außenpolitik entnehmen, daß er bei den Parteien jede Rückenstärkung findet, die ihm das Volk in verzehnfachtem Maße verleihen werde, wenn er d i e Lehren der Vergangenheit beherzige und das große Rechengeschäft um Deutschlands künftige Tribute überwachen lasse. — Das „B. T." schreibt, der Außenminister habe l e h r s ch a r f und sehr b e- stimmt gesprochen, oyne aver inhaltlich etwas wesentlich Neues zu dem bekannten Standpunkt der Reichsregierung hinzuzufügen. Das Blatt stellt fest, daß die Rede des Grafen Westarp als überaus maßvoll angesehen werden könne. Die „Deutsche Tagesztg." bedauert lebhaft, dah der verantwortliche Leiter der deutschen Auhenpolitik sich wieder bemüht habe, zur Widerlegungseiner innerenGegner, vor den Ohren des Auslandes den Nachweis zu führen, dah es für Deutschland keine andere Möglichkeit als die Fortsetzung der bisherigen Politik gebe. Damit werde wieder einmal die ttese Verstimmung, die durch das illoyale Verhalten unserer Gegner in Deutschland ausgelöft worden sei, praktisch u n - ausgenützt gelassen. Denn was Helse ein Appell an die bessere Einsicht unserer Gegner, wie ihn Dr. Sttesemann wieder an die Adresse der Besatzungsmächte gerichtet habe, wenn vorher schon versichert werde, dah die Verweigerung der deutschen Forderung und die Mißachtung des deutschen Rechts keine Konsequenzen unerwünschter Art haben werde. — Der „Lokalanz." sagt, die Rede Stresemanns sei am Ende matte Resignation, am Anfang gedämpfte Klage gewesen. Es gebe eine Unbeweglichkeit der politischen Ideen, die unserem Volke gerade jetzt sehr gefährlich sein könne.— Die .,Kre uzz e i t u ng“ sagt: Die alten Phrasen, mit denen Dr. Stresemann seine Locarnopolitik verteidige, gewännen durch ihre Wiederholung nicht an Gewicht. — Die „Deutsche Zeitung": Der Reichsauhenminister habe es allen denen, die offenen Auges über den auhenpolittschen Geschehnissen wachten, leicht gemacht, zu erkennen, wie schal und eitel die von ihm vertretene Politik und wie weltenfern ihr Ziel sei. Was sagt Paris? Paris, 20. Rov. (WTB.°FunksPruch) Da» Wiedererscheinen des Reichsauhenministers vor dem Reichstag wird von der übergroßen Mehrheit der französischen Presse sympathisch begrüßt. Die Blätter weisen darauf hin, dah er besonders energisch die Fortsetzung der Locarno- Politik betonte. „Echo de Paris" schreibt: Stresemann hat in 'einer Rede btt Verträge von Locarno gefeiert und darauf hingewiesen, daß ein englisch- französisches Militärabkommen mit dem Geist — wenn nicht sogar mit den Buchstaben dieser Verträge — unvereinbar ist. Gr hat leider recht. Frankreich hat der deutschen Außenpolitik alle seine Massen ausgeliefert. — „Figaro" sagt: Stresemann hat, nachdem er die Linke durch den Hinweis auf den Vertrag von Locarno befriedigt hat, die Rationalisten dadurch günstig gestimmt, daß er die unverzügliche Zurüchiehung der alliierten Truppen aus Deutschland forderte. — „Gaulois" führt aus: Dadurch, daß Stresemann eine Unterscheidung zwischen der vorzeitigen R Henri and räumung, die er als notwendige Folge von Locarno zu betrachten scheint, und der vorzeitigen Regelung der Reparationen zu machen versuchte, versuchte er Frankreich zu isolieren und Amerika und England vor Zusammentritt des finanziellen Sachverständigenausschusses in Gegensatz zu Frankreich zu stellen. Der Widerhall in England. London, 20. Nov. (WTD. Funksvruch.) Die gestrige Reichstogsrede des deutschen Reichsaußen- ministers wird in der gesamten Presse in großer Aufmachung wiedergegeben. „Daily Telegraph" bemerkt, der Kern seiner Erklärung sei, daß Deutschland es unbedingt ablehnen werde, die baldige Räumung des besetzten Gebietes mit finanziellen oder politischen Gegenleistungen zu erkaufen. Die Bedingungen für die Räumung seien im Versailler Vertrag festgelegt und Deutschland gründe seine Recht sansprüche daraus. — „Daily Expreß" schreibt unter der Ueberschrist: „Stresemann greift Großbritannien an". Stresemann, der seit sechs Monaten gegen eine Krankheit kämpfte, die eine Zeitlang drohte, Deutschland seines größten politischen Führers zu berauben, vollzog eine dra- malische Rückkehr ins öffentliche Leben mit einer Erklärung von höchster internationaler Bedeutung. Seine Rede entwickelte sich zu einer Anklage gegen die Staatsmänner Frankreichs und Großbritanniens. Er klagte England und Frankreich der Illoyalität gegenüber Deutschland in der Frage der Rheinlandräumung an. Er klagte England und Frankreich der versuchten Illoyalität gegenüber der ganzen Welt im Zusammenhang mit oern gescheiterten Flottenpakt an. — Auch „M o r • ningpost" hebt hervor, daß die internationole Politik auf gegenseitigem Vertrauen Awiscben allen Großmächten beruhen müsse, daß jedoch die englische Herzlichkeit kein Echo in Deutschland finde, solange fremde Truppen auf deutschem Boden stehen. Roch immer keine Einigung in Düsseldorf. Berlin, 19. Rov. Wre der „Vorwärts" zu den Verhandlungen, die am Montag unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten Bergemann zwischen den Vertretern der Unternehmer und Arbeiter der nordwestlichen Metalliiidustrie geführt wurden, mitteilt, gestalteten fkb die Besprechungen äußerst schwierig. Sie wurden schließlich in den Abendstunden.4 u f Wunsch der Gewerkschaftsvertreter vertagt. In Gewerkschaftskreisen wird die Situation ziemlich pessimistisch beurteilt. Heber die Ar- deitszeitfrage ist bisher noch nicht verhandelt worden. Die Verhandlungen werden am D i e n S- tag fortgesetzt. Die Aachricht hat tn wetten Kreisen des RuhrgebieteS stark enttäuscht. Allgemein war angenommen worden, am Montag Gewißheit über die Beilegung der Aussperrung zu erhalten. Man hatte damit gerechnet, daß bereits in diesen Tagen die Betriebe den Ausgesperrten ihre Tore wieder öffnen würden. Die Derufungsverhandlung über die Feststellungsklage des Arbeitgeberverbandes un nordwestdeutschen Eisenkonflikt beginnt vor dem Duisburger Landcsarbertsgericht am Samstag, 24. Aovember. Denkwürdige Ehrenpromotionen in Innsbruck. Tirol ehrt Bayern und Deutschland. Innsbruck, 19.Nov. (WB) Im großen Saal der Hofburg sand die Promotion des österreichischen Bundespräsidenten Dr. Hainisch, Des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held und des deutschen Generallonsuls in Innsbruck, Geheimrat Dr. Saller, zu Ehrendoktoren der rechts- und staatswissenschifUichen Fakultät der Innsbrucker Universität statt. Zu der Feier waren erschienen die Spitzen der Tiroler zivllen, militärischen und geistlichen Behörden, zahlreiche Vertreter der Kunst, Wissenschaft und Industrie Tirols, der Präsident der Deutschen Akademie in München, Exzellenz von Miller, die Rektoren sämtlicher Münchener Hochschulen und der Universitäten Würzburg und Erlangen, ferner führende Persönlichkeiten der Wissenschaft, Kunst, Industrie und des Handels aus dem Deutschen Reich, vor allem aus Bayern. Aach der Heb^rgave der Dottvrv^plome an die Ehrendoktoren dankte Bundespräsident Hal - u i f ch für dre ihm zuteil gewordene Ehrung, und sagte, es sei zu wünschen, dah die Männer der Wissenschaft sich mehr den Fragen des Tages zuwendeten, von deren Lösung nicht Wirr unsere Zukunft, sondern sogar unsere Existenz abhänge. Davauf stattete Ministerpräsident Held m besonders herzlichen Worten seinen Dank dafür ab. dah die Innsbrucker Universität d a S Dachbarland Bayern, das völkisch und geschichtlich so eng mit Tirol verbunden sei, tn seiner Person habe ehren unb auszeichnen wollen. Wenn man dabei auch noch von dem Gedanßen ausgeaangen sei, chm wegen seiner persönlichen Beziehungen zum Lande Tirol und zur Universität Innsbruck und wegen seiner Tätigkeit als Ministerpräsident von Bayern im aJIgemeinen deutschen nationalen und sozialen Angelegenheiten des baherrschen und des deutschen Volkes Anerkennung zu zollen, so vermöge er diese Ehrung nur onzuneyinen unter dem Vorbehalt, dah sie vor allem dem guten Wlllen gewidmet sein solle, der anerkannten Pflicht zu genügen. Der deutsche Generalkonsul Geh.-Rat Saller verwies darauf, dah die älniveZität Innsbruck seit dem Kriege für das gesamte Deutschtum erhöhte Bedeutung gewonnen habe unb dah die ständig wachsende Hörerschaft sich beinahe schon zur Hälfte aus deutschen Reich-angehörigen zusammensetze. Oer Ring im Osten. Frankreich un- das polnisch-rumänische Militärbündnis. Die Russen blasen wieder einmal Alarm, sie behaupten. dah die Wilitärkonvention zwischen Polen und Rumänien jetzt abgeschlossen sei. Sie behaupten sogar, den Inhalt zu kennen, der darauf hinausläuft, dah die beiden Staaten sich gegenseitig aktwe und passive Hllfe bei einem Kriege gegen Rußland zusagen. Womit selbstverständlich ein eingehender Operationsplan verbunden ist und — ebenso selbstverständlich — die Führung der vereinigten Armeen durch französische Offiziere. ES soll sogar vereinbart sein, daß fünf französische Kriegsschiffe zur aktiven Unterstützung der polnisch-rumänischen Armee in der Ostsee auftauchen werden. Die beteiligten Staaten werden vermutlich diese Angaben geharnischt dementieren, müssen daS ja auch, Da solche Pläne mit dem Wesen des Völkerbundes nicht zu vereinbaren sind; aber wir haben uns ja längst daran gewöhnt, dah Dementis oft genug an den Dingen bewußt vorbeireden. Dah zwischen Rumänien und Polen seit Jahr und Tag allerlei getan wird unb daß Frankreich dabei seine Hände im Spiel hat, ist ja ein öffentliches Geheimnis, karrn auch nach dem Reisefieber der beteiligten Stellen kaum geleugnet werden. Erst haben die Polen den General Sosnkowski im vorigen Jahre nach Bukarest geschickt, bann sah Pilfudski mit einem Stabe höherer Offiziere wochenlang in der Aähe ber rumänischen Hauptstadt. Der französische Reisegeneral Le Ronb hat den ganzen Balkan abge- llappert; sicherlich nicht zu seinem Vergnügen, sondern im Interesse der französischen Sicherheit, und es ist mehr als wahrscheinlich, daß aus diesen endlosen Verhandlungen feste Vereinbarungen herausgechrungen sind, die ihr offizielles Gesicht gegen Rußland kehren, die aber nebenbei doch noch ganz andere Ziele verfolgen. Denn der rumänisch-pol; i che Vertrag ist nur der Kern, um den sich weitere Bündnisse herumkaistalli ieren sollen. Man verhandelt mit Jugoslawien, man gibt den Ungarn gute Worte, auch Bulgarien wird umworben. UnJ) der Zweck der Hebung? Frankreich hat den Plan noch nicht aufgegeben, die kleine Entente, die an Auszehrung zu sterben drohte, doch irgenbtote lebensfähig zu machen, was an sich bei den widerstreitenden Interessen schwer ist. Man bekonnnt aber Rumänien und Polen, die beide von der russischen Gefahr bedroht sind, unter einen Hut, und die Reste der kleinen Entente sollen sich diesem Block angliedern. So wäre also der Ring im Osten wieder zu- rechtgeschmiebet, der nicht nur Rußland von Deutschland trennt und durch seine ständige Bedrohung Rußland in Schach hält, sondern auch im Hauptberuf Gendarmeriedienste für Frankreich im Osten Deutschlands übernehmen kann Genau dieselbe Situation also, die 1918 bestand, die sich zu lösen begann, als die Tschechen einsahen, dah sie tn ihrer Kampfstellung gegen Deutschland wirtschaftlich nicht auf ihre Kosten tarnen und die jetzt durch die angeb- lrche russische Gefahr verewigt werden soll. Ziehen toir die Bilanz, so richtet sich das polnisch-rumänische Bündnis also theoretisch nur gegen Rußland, aber praktisch in seinen Wirkungen sehr viel stärker gegen uns. Innsbruck sei in den Ring der grenzdeutschen Städte eingetteten, denen die Ausgabe zufalle, wachsame Vorposten deutscher Kultur und deutscher Wissenschaft zu sein. Daß die älniversität Innsbruck rechtzeitig die Wichtigkeit der ihr zugefallenen Aufgaben erkannt habe, müsse mit größtem Dank anerkannt werden. Im Anschluß an die Feier gab Bundes- Präsident Hainisch ein Festessen. Abends findet ein von Ministerpräsident Held und Generalkonsul Saller gemeinsam veranstaltetes Bankett statt. Die Deutschen in Gü-slawien kämpfen um ihr Recht. Protestgcgen die Schulpolitik der Belgrader Regierung. Belgrad. 19. Rov. (WTB.) In Reusatz fand die Landesvertrauensmännerversammlung der Partei der Deutschen Südslawiens statt, die wegen der sich für die Minderheiten immer schwieriger gestaltenden Lage, befonber» aber wegen der Mebertoelfung des Volks- und MittelfchulgesetzentwurseS an die Rationalverfammlung, einberufen worden war. In der Versammlung, zu der über 600 Delegierte aus allen deutschen Siedlungsgebieten Jugoslawiens erschienen waren, gab der Obmann Der deutschen Parlamentsfraktionen, Dr. K r aff t, ein Bild der traurigen Lage der deutschen Minderheit In Jugoslawien. ES sprachen noch der deutsche Minderheilenführer aus Slawonien, Dr. Wococutti. und mehrere deutsche Abgeordnete. Die Versammlung nahm sodann eine Entschließung an, in der die bisherige staatliche Schulpolitik geschildert wird, die es mit sich gebracht habe, daß besonders die deutschen, kulturell und wirtschaftlich hochstehenden Bürger Jugoslawiens ohne deutsche Schulen sind, die dieses Ramens wert wären, mtt einer Lehrerschaft, bei der die ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache und der deutschen Kultur Aus nähme ist. Diele Tausende deutscher Kinder stehen ohne deutschen Unterricht da; sie werden dem deutschen Kulturkreis entfremdet. Eine ganze deutsche Volksgruppe ist ohne eine einzige höyere Schule, ohne eine Lehrerbildungsanstalt, ohne ein Priesterseminar, ohne das Recht, auch nur einen Kindergarten zu errichten. Die Schulgesetzvorlage der Regierung bezweckt, den jetzigen Zustand der Entrechtung zu erhalten. Die LanbesvertraEnSmärrnerversammlung ersucht die Regierung, von der parlamentarischen Behandlung der Vorlage Abstand zu nehmen, da diese im offenen Widerspruchzu den garantierten Rechten der Minderheiten steht und ohne vorausgegangene Aussprache mit den Vertretern der deutschen Minderheit zustande gekommen ist. Die Versammlung hält an dem Grundsatz der Schulselbstverwaltung fest. Die ftaatStceue deutsche Bevölkerung erhebt ihre Stimme vor der ganzen gesitteten Welt wider die Polttik der kulturellen Entrechtung und Verkümmerung. Sie betrachtet es als wichttgste Pflicht, als Gebot der Selbstachtung und Selbstechaltung, die Sorge der Erziehung und Rachbildung ihres Aach- Wuchses im Geiste der ererbten beut- schen Kultur unter ftaatlicfcer Aufsicht selbst iu die Hand zu nehnen und fordert freie Dahn für die Betätigung der kulturellen Selbsthilfe und Selbstverwaltung. Das große „Niedersachsen". Braunschweigs Wünsche zur Reichsreform. Hannover, 19. Rov. ($H.) Aus Anlaß eines Heimatfestes des Heimat- und Verkehrs- Vereins des Ortes K a l v ö r d e, einer braunschweigischen Exklave in der Provinz Sachsen, hielt der Vertreter der braunschweigischen etaatdregierung, Ministerialrat Dedekind, eine Rede, in der er die Haltung der braunschweigischen Regierung zu der Frage der Reichsreform beleuchtete. Die braunschweigische Staatsregierung fühle sich mit den Exklaven nicht weniger verbunden als mit jedem anderen Gebietsteil, der mit dem Zentrum des Staates unmittelbar Zusammenhänge. Sollte aber einmal die Stunde schlagen, wo man einsehen müsse, daß man ein Opfer an der braunschweigischen Selbständigleit zu bringen g zwangen sei, so müsse alles, was jetzt braunschweigisch sei, zusammenbleiben. Rur gemeinsam müßten die einzelren Gebietsteile Braunschw igs an das neu zu bildende Staatswesen übergehen. Dies könne und dürfe jedoch nie Preußen sein. Es sei keine Feindschaft gegen das große Preußen, wenn man das ablehne. Wenn jene Stunde wirklich einmal schlagen würde, so wolle man — das sei der feste Wille der braunschweigischen Staats- regicrung — das zusammenzubringen Hel en, was nach StammeSart und Ditte, nach Heimat und Geschichte zusammengehört: daS große Rieders achsen. Thüringen und die Reichsreform. Weimar, 19. Rov. (Teluirion.) Der San» deSparteitag der Deut scheu Volks- Partei für den Wahlkreis Thüringen hat in einer einstimmigen Entschließung den Vorstand beauftragt, alle praktischen Vorarbeiten für einen Anschluß Thüringens an ein größeres Staatengebilde zu unternehmen, da die politische Struktur des Landes Thüringen für die Bildung sicherer volittscher Mehrheitsverhältnisse und damit für den Ausbau beS Staates feine Gew ähr meh r bietet Thüringen sei durch die Verhältnisse gezwungen, feine Eigenstaatlichkeit auszugeben. Dem Parteitag wohnten alle Führer der DDP. Thüringens bei. Aus aller Welt. Gedächtnisfeier in Schuberts Sterbezimmer. Montagnachmittag 3 Uhr, in der Stunde, da Schubert vor 100 Jahren starb, fand in seinem Sterbezimmer in Wien eine vom Schubertbund fiemeinsam mit dem Männergesangverein oeran- faltete Gedächtnisfeier statt. Burgschauspieler Reimers sprach die Gedächtnisworte, Vie seinerzeit der Freund vchuberis, Fran?t Schober, dem Toten gewidmet hatte. Auch zwei Quartetts wurden zur Aufführung gebracht. An diese Feier schloß sich tn Gegenwart einer großen Menschenmenge eine Kundgebung vor dem Wohnhaus Schuberts an. Die beiden Vereine brachten mehrere Chöre Schuberts zum Vortrag. In der Lichtentaler Kirche, an der Schubert als regens chori gewirkt hatte, wurde eine Messe von Schubert aufgeführt. Der Erreger des Gelbfieber». Im Verein für innere Medizin in Berlin berichtete Professor Dr. K u c z h n s k i über die Entdeckung des Erregers des Gelbfiebers, an dem er selbst und seine Assistentin schwer erkrankt waren. Kuczynski hat bei seinen Kulturversuchen feststellen können, dah der Erreger eine Bakterie ist. über deren Systematik er noch nichts aussagen konnte. Dah die Kultur dieses Bakteriums eine krankmachmde Wirkung besitzt, bezeugte die Erkrankung von ihm selbst unb seiner Assistentin. Aber auch eine inrmunisatorische Wirkung konnte Kuczynski durch diese Kulturen feststellen, indem er aus ihnen Sera herstellte, nach deren Einspritzung das Versuchstier am Leben blieb. Weitere Untersuchungen will er im Tropenhygienischen Institut in Hamburg vornehmen. Eine Bonkierslochter betrügt ihren Vater um 200 000 Mark. In Freiburg (Schlesien) hat die Tochter eines Bankiers, die in dem Bankgeschäft ihres Vaters beschäftigt war, diesen durch falsche Eintragungen um rund 200 000 Mark geschädigt. Diese Veruntreuungen haben das kleine Bankgeschäft so ruiniert, daß es Konkurs anmelden und schließen mußte. Die Bücher wurden beschlagnahmt. Die Tochter, de geflüchtet war, konnte in Zirlau verhaftet werden. Sie wurde in bas Polizeigefängnis Freiburg eingeliefert. Harry Domela verhaftet. Wie gestern schon kurz gemeldet, wurde der durch seine Thüringer Köpenickiade bekannt gewordene Harry Domela, der sich feit einigen Wochen auf der bei Münster am Stein gelegenen Cbemburg als Schriftsteller aufhielt, auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Berlin verhaftet unb in das Gefängnis Obermoschel eingeliefert. Die Verhaftung erfolgte auf Grund eines von der Staatsanwaltschaft IIl in Berlin erlassenen Haftbefehls. Gegen Domela liegen mehrere Anzeigen wegen Miet - und Darlehensschwindel vor, die er im Februar bis April d. I. in Berlin verübt haben soll. Ein weiblicher Domela. Vor dem Großen Schöffengericht Berlin wird sich die Kuhmagd Marta Barth aus Bad Berka wegen zahlreicher Hochstapeleien zu verantworten haben. Die Angeklagte spielte drei Jahre lang die Rolle der Prinzessin Marga- rete von Preußen mit so großer Sicherheit, daß sie selbst in ersten Gesellschaftskreisen für ernst genommen wurde und man chr jede gewünschte Summe vorstreckte. In Wirklichkeit war die Angeklagte längere Zett als Kuhmagd im Haushall eines preußischen Prinzen beschäftigt gemeßen und daher über die Familienoerhältnisie einigermaßen unterrichtet. Erst durch einen Zufall kam man auf den großangelegten Schwindel dieses weiblichen Domela. Maria Barch Halle zwei Erfurter Damen erzähll, daß sie zu ihren Verwandten nach Potsdam reifen muffe. Als die beiden Damen ihr aus purer Neugier folgten, um die „Prinzessin^ besuchen zu dürfen, fanden sie sie im Kuhstall des Palais des Prinzen wieder und ließen sich von anderen Angestellten über die wahre Tätigkeit der Hochstaplerin unterrichten. Zu dem Prozeß sind etwa 30 Zeugen und zahlreiche medizinische Sachverständige geladen. Ein Seael'lieger tödlich verunglückt. Bei Malchendorf in Sachsen verunglückte der Segelflieger stuck, ing. Wolfgang Pomnitz, nachdem sich infolge des Sturmes ein Seitensteuer feines Segelflugzeuges losgerif fen Halle. Das Flugzeug wurde gegen einen Baum geschleudert und zertrümmert. Pomnitz wurde bewußtlos mtt schweren Kopfverletzungen aus den Trümmern oefreit und in die Diakonissenanstalt nach Dresden gebracht, wo er gestorben ist. Diamautenschwuggei. Der Obersteward des Schnelldampfers „(Bete n g a r i a“ ist beim Verlassen des Schiffes in Reichork unter der Anschuldigung, am Schmuggel von Diamanten in großem Maßstab beteiligt zu fein, von Zollbeamten festgenommen worden. Bei einer älntersuchung der Offizierskabinen entdeckten die Zollbeamten zwei Päckchen Diamanten im Werl von mehreren tausend Dollar-. Zwei Polizisten, die feit Jahren an dem Pier, wo der Schnelldampfer anzulegen pflegte, den Wachdienst versahen, sind ebenfalls verhaftet worden. verbot de» Massenoogelfangs auf Helgoland. Durch eine vom preußischen Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten erlassene Polr- zeiverordnung ist für die Insel Helgoland mtt sofortiger Wirkung verboten worden, Vögeln jeder Art, jagdbaren wie nicht jagdbaren, geschützten unb vogelfreien, zur Rachtzeir nachzustellen, sowie tote oder kranke Vögel zur Äachtzeit zu sammeln. Hierdurch ist bet von den Bewohnern der Insel Hrlgvland besonders tn der Umgebung deS Leucht- turmS unb an anderen zum Blenden der Vögel aufgestellten Lichtern betriebene nächtliche Mas- fenfang von Zugvögeln, der stets scharfe Kritik im ganzen Reiche und auch im Auslands hervorgerufen hat, unterbunden worden. Ein Wohnhaus durch eine Gasexplosion zerstört. In Bocholt bei Bochum ereignete sich i« einem Hause auf dem Mußenberg eine schwere Gasexplosion. Der gewallige Luftdruck zerstörte das Gebäude fast voll st and. g. Man vermutet, daß ein ausgezogener Miller vergaß, die Gasverschlüfse ordnungsgemäß abzudichten. AlS der neue Mieter mit einer brennenden Lampe den Keller betrat, entzündete sich das Gas. Der Mann wurde schwer verletzt. Ein Wiederaufbau deS Hauses ist ausgeschlossen, da sämtliche Mauern gerissen sind. ^Inb der Pantoffelhelden." In Ehikago hat sich ein »Klub der Pantoffelhelden" gegründet, der versuchen will, mit vereinten Kräften ober vielmehr „mit Vereines Kräften" di« Ehefrauen zu zwingen, den Männern ihre uralten Rechte wiederzugeben. Hiewu gehören laut Statuten dieses Klubs: l.Die Auslieferung eines Hausschlüssels. 2. Gin freier Abend tn der Woche. 3. Keine häuslichen Arbeiten mehr, wie Karioffelschälen, Geschirr abwaschen ufto. Bei diesen hohen Zielen wnn man dem Verein einen anhallenden Mitgliedsr- zustrom garantieren. Die Wetterlage. LL Li {«rwir ■ Montaa, 51 btrittn BörSyäfF RÖSt 'S W in *_h* r 7 t'xorjL V 6(> 67 °J DL d. 19, W). 1928,7" abds. ■lin 'Mxrr---- fcvonttmei S nenn <> ntn ecoem. 9 oe«cn • # Schnei A Sriuptie e mcöci K trw.iur ©w.ndstmt. -O »lebtet Ost $ massige- Svaivowen jturmiyie» nprdwesl •te Pttrtt (hegen mit de» w Die 2 chen 1 WgK 6nt® M 1° stüchn? der y hängig dem so! neien tingelo Äeh scheine begehl tpirD 1 fön* MvM finb. 1 W 5 ju mod derhinb' & ist Midis gegen tu jufon®! ous ar hat län! früher । nc!en toi Zugrisse mente i verden, ganze reren fir und wer fodblen Zeit. Auch bah di SsziaÜ zeugen, loüchse aber n seinem artigen der 2 tvir toi nächster geben, vtahlhe Ocbenfa fdjlen. Ml DesM« ein wes «iussetzr reden, schlage h c ri g lade d Ichlags! stehen dost, li Am 24.1L, 8.30 Uhr: Mooalsversammlung VerelnShelm. 10WaD Der Vorstand. Al. Mmlrklek zum Verkauf von Schreibmaschinen usw. gesucht. Schriftliche Angebote erbeten an das Aviomobilhaus Oscar Tlahler,Marburg (Lahn),Automobile, Fahrräder, Schreibmaschinen. ,020,0 das Xt öu ßcbev . Acht vollen ( «iner-€t Ao 0'Doll° deist Quf i "'cht *Qmonif vorbrk WS A ff w K? 'Ätz Unsere Mitglieder werden zur Borbesprechung zur Bildung der Ausschüsse auf DonuerStag abend, 8 Ubr, inS SchfitzenbauS eingeladen. 10216D Am Freitag, dem 23. November 1928, abends 8 Uhr, hält In den Einhorn-Lichtspielen am Kirchenplata Herr Dr. Meyer-Oberist-Hamburg einen Vortrag»die Förderung der Farbe im Stadtbild erläutert durch 80 farbige Lichtbilder. - Die gesamte Einwohnerschaft, In erster Linie alle Fach- und Interessentengruppen, werden hierzu ergebens! eingeladen. — Eintritt kostenfrei! — Gleichzeitig bitten wir um zahlreichen Besuch der Ausstellung von farbigen Entwürfen (etwa 150 Stück) in der Turnhalle der Hessischen Studlenanstalt Ander vahrnen Aahre 1 Haupts standen danke. 1 °Wseht damalig Ii4 i{irc; Döäre Achtung »Mltkte dährs. Jk titr BtugnUabfdjnfl., £(»(• Mlbtr u.bgf.) schnell slen« E" 'juf.DttÖttllung* den sind dankbar wenn man ihre Bemühung en |ur (fr- lanauna ein. geeigneten Zdflflfeltanfblefe Seife unterstühl und flnb auf diese selbstverständliche Psticht auch angewiesen. Gietzrnev Ärrreigev Kiovlelsvlklec emvfieblt sich ”1G8 In vöberSHof7 II Vereine | ♦♦♦♦♦♦♦HW Siir getragene ßerrenfleioer zahlt höchste Preise Q Rosenzweig, Gle8ea.Selkerslv.58i. Karie genllgi. 1VO”A ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ | Empfehlungen | WßM jeder Art. *164 Gruber, Baumschulen. Alten ■ Bu eck. TEPP1C II E obne Anzahl, tn 12 Monatsraten liefert Svezlal- Haus. Erbttl. Sie unverbtndl.Ber- treterv.u. 10161V an den G. Anz. Torfmull per Ballen 4.75 A erster Tage Waggons etntrestend. Aufträge erbitten umgebend. _ Auch bet Waggon- bedarf billigste Be» zugSquelle. Fichten» deckreifer jedes Quantum. Alles frei Berwen- dungSstelle. ““D H. Sauer & Co., Telephon 1154, Lager und Bureau: Walliorstrahe 48. probieren Sie meinen gebr. Kaffee! 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M Ff ml Nr 271 Zweites Blatt Gießener ?lnzeiger (General-Anzeiger für Gberheffeuf Dienstag, 28. November (928 Der Kampfruf des Stahlhelms. Von unserer Berliner Redaktion. Don dem Volksbegehren^ dos der Stahlhelm vor einigen Wochen angekündigt hatte, war es zunächst, still geworden. Herr Seldte hat wohl selbst daS Gefühl, daß über die unglücklichen An- sänge wohl etwas Gras wachsen müsse, weil sonst der Versuch von vornherein hoffnungslos wäre. Er hat sich inzwischen auch bemüht, die Fäden, die damals plötzlich zerrissen wurden, wieder' anzuknüpfen. Er ist auch dabei, ein unparteiisches, neutrales Komitee zu bilden, das die Vorschläge des Stahlhelms sich zu eigen machen und propagandistisch aufziehen soll. 3n Magdeburg ist aber nun doch wenigstens der Entwurf des Volksbegehrens vorgelcgt worben, so wie es der Stahlhelm sich denkt. Es umfaßt, wie schon bekannt war, zwei Punkte. Zunächst soll der Artikel 54 der Reichsverfassung, der die Amtsführung des Kanzlers und der Minister von dem Vertrauen des Reichstags abhängig macht, aufgehoben werden. Außerdem soll die Immunität der Abgeordneten gegenüber Landesverrat und Verbrechen eingeschränkt werden. Rehmen wir das zweite zuerst, so will uns scheinen, daß dazu der Apparat eines Volksbegehrens doch zu umständlich ist. Niemand wird bestreiten wollen, daß die Zustände, die sich gerade auf dem Gebiet der parlamentarischen Immunität herausgebildet haben, unerträglich sind. Wenn die Flugelparteten rechts und links dazu übergegangen sind, ihre Abgeordneten in ihren Blättern zu verantwortlichen Schriftleitern zu machen, um damit jede Strafverfolgung zu verhindern, so ist das ein grober Unfug. Es ist ebenso unerträglich, wenn die scharfen Beleidigungen nicht geahndet werden können, weil gegen die Immunität der Abgeordneten nicht anzukommen ist. Aber da kann man doch auch auf andere Weise helfen. Die Immunität bat langst ihren Charakter verändert. Sie war früher ein Sicherheitsventil, um dem Abgeordneten während der Parlamentsverhandlungen vor Zugriffen zu schützen: heute, wo die Parlamente überhaupt nicht mehr vertagt werden, bedeutet sie eine Lahmlegung der ganzen Strafjustiz gegen die Abgeordneten für die Gesamtdauer der Legislaturperiode, und wenn sie es verstehen, sich während der Neuwahlen versteckt zu halten, auf unbegrenzte Zeit. Auch im Reichstag selbst wächst die Einsicht, bah das so nicht weiter geht. Sogar die Sozialdemokraten beginnen sich davon zu überzeugen, dah sie ein Interesse daran haben, Auswüchse dieses Vorrechts zu beschneiden. Dazu ist aber mir erforderlich, daß der Reichstag von seinem bisherigen Brauch abgeht und bei derartigen Fällen dem Abgeordneten den Schuh der Immunität entzieht: und soweit wir wissen, wird der Reichstagspräsident bei nächster Gelegenheit eine entsprechende Anregung geben. Dann würde bas Volksbegehren des Stahlhelms einigermaßen in der Luft hängen. Iedenfalls wird ihm die populäre Resonanz fehlen. Lind die Verantwortlichkeit? Mit der Beseitigung beS Artikels 54 der Verfassung würde ein wesentlicher Teil der parlamentarischen Dor- guSsehungen zerschlagen. Darüber läßt sich gewiß reden. Wan muß dann aber auch positive Vorschläge machen, was an Stelle des bisherigen Rechts treten soll, weil sonst gerade die stärksten Bedenken gegen die Durchschlagskraft eines solchen Volksbegehrens entstehen könnten, lind zudem will uns scheinen, baß, wenn einmal der Versuch gemacht werden »»I IH IM IMWIIMIMUHW ■■lllWg«CT— Mozart und Beethoven als Symphoniker. 3tim bevorstehenden Ehmphonic-Konzert des Konzcrtvercins. In dem symphonischen 2t3en8toerf Mozarts nahmen die drei großen Symphonien aus dem Iahre 1788 (lls-Dur, Q-Moll und Q-Dur) die Hauptstellung ein. Do sie kurz hinter inander entstanden sind, ist der neuerdings auftretende Gedanke. sie als eine Art symphonischer Trilogie anzusehen, nicht von der Hand zu wei'en. Der damaligen Lebenslage Mozarts entspricht sicherlich ihrem Inhalte nach am stärksten die Q-Woll- Symphonie. Während Beethoven seinen symphonischen Werken durch ein vorgesetztes etli ches Ziel die Richtung gab. indem er die im Werk ruhenden Konflikte durch Kämpfe einer befriedigenden, beglückenden Lösung zuführie. ist es Mozart um die Befreiung seiner Perönlichkeit zu tun, die ihm das Niederschreiben des schweren Erlebnis.es gewährt. Die von Mozart für tragische düstere Stimmungen bevorzugte Q-MoU-Tonart (K.avierquar- teit Q-Moll, O-Moll-Quintett) ist ihm auch hier das Mittel, pessimistischen Stimmungen Ausdruck zu geben. Nicht immer hat man diese Symphonie in ihrer vollen Eigenart erkannt. So findet man sie an einer Stelle als ein „mildes Musikstück' bezeichnet. Als Robert Schumann D. F. Schubarts .Tonarten-Aesthelik" kritisiert. zicht er Mozarts <)-Moll-Symphonie als Beispiel hrran und verweist auf diese „griechisch schweoeiäe Grazie". Ist es nicht eigenartig, daß gerade das Zeitalter der Romantik die in diesem Werk gebundene Dämonit verkannte? Erst späteren Zeiten war es Vorbehalten, den Schlüße! zu ihm zu finden und damit neue Gesichtspunkte für seine Darstellung zu eröffnen. Unter dpin Eindruck des Kampfes gegen die Widrig! Len des Schicksals st^en die Schatze. Das Anoante will Trost geben, wenngleich es auch nicht frei ist von Andeutungen düsterer Schatten. Der erste Teil des Menuetts ist einem Ausbäumen gegen die Widerwär i jf iten g'eich: während sein Trio auf ein Traumland verweist, in dem alle Konflikte ihre harmonische Lösung finden. Der erste Satz führt mit seinem Allegro molto sofort in diese gequälte Stimmung ein. Das Thema entwickelt sich aus einem seufzerartigen Grundmotiv, bas bald an seinem Dominant- schluh der Erregung völlig Raum gibt: in seinem soll, über die Befragung des Volkes zu einer Aenderung der Reichsversassur.g zu kommen, dann größere Fehler zu berichtigen sind, als die, an denen sich hier der Stahlhelm versucht. Wir denken dabei in erster Linie an das Wahlrecht. soweit es durch die Bildung der großen Wahlkreise und die Hebersteigerung des Proporzes zu einer Versteinerung des politischen Lebens geführt hat. Amerikas Slaa ssiotte unter dem Hammer. Eine Riesettauküon. — Bor einem Aaienkrieg in der internationalen Schiffahrt. Eine selbst für amerikanische Begriffe sensationelle Auktion wird die D e r st e i g e r u n g der amerikanischen Staatsflotte sein, die für Mitte November von der amerikanischen Regierung ausgeschrieben ist. Es steht zwar noch nicht fest ob sich die Bereinigten Staaten mit einem Schlag sämtlicher Handelsschiffe entledigen werden, die sich unter staatlicher Derwallung befinden-, doch ist .ie Absicht der Regierung unverkennbar, die staat- liche Handelsschiffahrt zu liquidieren. Die Mitglieder der amerikanischen Regierung sind zu gute Kaufleute, um aus Prestigegründen ein Unternehmen aufrechtzuerhalten, das ständig große Zuschüsse erfordert — obwohl sich das reiche Amerika diesen Luxus wohl leisten könnte. Allein im Rechnungsjahr 1927/28 zeigte die Bilanz der vom Staat verwalteten Schiffahrtslinien einen Verlust von 465 000 Dollars: es gingen also fast zwei Millionen Mark verloren, ohne den Zinsendienst für das angelegte große Kapital zu rechnen. Seit dem Jahre 1920 hat die amerikanische Regierung in jedem Jahr eine Reihe von Schiffen verkauft: während sich am 1. Juli 1927 noch 879 Schiffe mit 4 540 000 Tonnen in ihrem Besitz befanden, beträgt der augenblickliche Bestand an staatlichen Handelsschiffen nur noch 761 Fahrzeuge mit 4 110 000 Tonnen. Die bevorstehende Auktion ist nun deshalb von besonderer Bedeutung, weil die größten amerikanischen Handelsschiffe, „Leviathan", „President Harding", „President Roosevelt", „George Washington", „America" und „Stepubtic", veräußert werden sollen. Es ist wohl kaum anzu- nehmen, daß sich für all diese Schiffe Käufer finden würden, obwohl die amerikanische Regierung günstige Zahlungsbedingungen gewähren und die Zahlungen auf einen Zeitraum von 15 Jahren verteilen will. In eingeweihten Kreisen erhielt sich in den letzten Monaten hartnäckig das Gerücht, daß die Hamburg-Amerika-Linie den „Leviathan", der vor dem Krieg als „Vaterland" unter der Flagge dieser Schiffahrtslinie fuhr, zurücker- werben wolle. Die Amerikaner wollen aber diesen Ozeanriesen nicht wieder herausgeben: darum stellt der „Shipping Board" jetzt die Bedingung, daß ein Flaggenwechsel der verkauften Schisse nicht eintreten dürfe. Außerdem wird sich der Käufer verpflichten müssen, die erworbenen Fahr- zeuge zehn Jahre im Dienst zu behalten und mit ihnen eine vorgeschriebene Anzahl von Fahrten über den Atlantik zu machen. Die zum Verkauf gestellten Schiffe, an deren Erwerb so schwere Bedingungen geknüpft werden, sind vom kaufmännischen Standpunkt aus keineswegs sehr verlockende Objekte. Ledig- lich der „Leviathan" hat im letzten Jahr einen Gewinn von 500 000 Dollars abgeworfen: aber auch dieser Ueberschuß erscheint nur auf den ersten Blick erheblich, denn man muß von ihm die Bergin- fung des Kapitals abziehen, das Aum Dau des Schiffes aufgewendet wurde. Das Schiff ist freilich den deutschen Eigentümern fortgenommen worden — aber der zukünftige Besitzer muß doch sein Kauf'apital verzinsen, und bei Dem gewaltigen Dampfer kann es sich nur um eine sehr große Summe handeln. Die übrigen fünf großen staatlichen Passagierdampfer haben das amerikanische Staatssäckel ein hübsches Sümmchen gekostet, denn der „President Roosevelt" erforderte Nachsatz steigert sich dieses Aufballen. Iäh bricht das Orchester mit wuchtigen Schlägen ab, eine Generalpaus« gibt dem inneren Nachhall Raum. Das austretende Seitenthema (B-Sur) scheint die Erregung abzudämpfen. Erneut bricht das erste Thema durch und führt zum wuchtigen Abschluß der Themenaufstellung. Die Durch ührung, durch Akkordschläge eingeleitet, läßt das erste Thema sich melodi'ch ausspinnen, indem es immer tiefer sinkt. Da bricht es mit voller Kraft in den Däffen hervor. Eine kontrapunk i che Figuration stellt sich ihm entgegen: Vorhalte in den Blä'ern verstärken den Eindruck. Diese kontrapunktische Auswertung führt zu einer Auffteigerung, die von dem Seufzermotiv in den Violinen beherrscht wird. Die Seufzer verhallen. Holzbläser geben mit Imitationen den Hn ergründ. Ein Abschnitt mit rein motivischer Durcharbeitung des Seufzer- molives führt über eine Engführungskette der Holzbläser zur Reprffe. In dieser ist das zweite Thema von B-Dur nach O-Moll gewendet und trägt den Charakter der Resignation. Das Hauptthema führt dann in seinem Aufwallen und 2lb sinken zu dem von Kampfesgeist getragenen Schluß. Das Andante gibt einer weicheren, beschaulichen Stimmung Raum, wenngleich sein Ein- gangLthema durch seine Tonwiederhelungen und durch die Vorhalte bei der imitatorischen Einführung etwas Lastendes erhält. Ein Zweiund- dreißigstel-Seufzermotiv umflort den von Wehmut getragenen Satz. Das erste Thema des Menuetts ist von Trotz erfüllt: statt der üblichen Zweitaktigkeit finden wir hier ein dreitaktiges Motiv, dessen Höhepunkt erst im zweiten Takte liegt. In seiner Fort- spinnung erhält es durch die strenge Zwei- stimn.iqkeit feiner kontrapunktischen Dera.b.ilung einen besonderen Ausdruck des Gestrafften. Eine zeitweilige Auflichtung gibt eine kurze Holz- bläserepifode dem Thema. Das Trio stellt sich in völligem Gegensatz dazu mit seiner schlichten, welchen, melodischen Entwicklung in Q-Dur, der die Hörner einen besonderen Gefühlsinhalt verleihen. Das Finale (Allegro assai) steht unter dem Zeichen dämonischer Erregung. Das aus dem Dreiklang hervorbrechende Hauptthema verleiht mit seiner Dorhaltsnote dem HnerbCt ichen Ausdruck. während das Sei enthema triomä'i], durch zwei Violinen und Draffche eingeführt, mehr zurückhaltenden Charaiter trägt, der sich durch einfließende Chromatik der Grundstimmung annähert. Die Durchführung wird durch einen Hnisono-Ansturm eröffnet mit abgerissenen Akzenten. Eine kurze Pianoepisode des Hauptthemas führt zu einer kontrapunktischen Verarbeitung in Eng führ ungen, denen die Holzbläser 380 000 Dollars Zuschuß, die „A m e r i c a" und „R e p u b l i c" je 200 000 Dollars, der „Presi - dent Harding" 150000 und der „George Washington" 38 000 Dollars. Dabei hat es die Leitung der staatlichen Schiffahrtslinien nicht an Versuchen fehlen lassen, den Betrieb einträglich zu gestalten. Alan glaubte besonders kaufmännisch zu handeln, als man mit zwei großen Passagierdarnp- fern Winterfahrten nach dem Mittel- m e e r unternahm, um die reichen Amerikaner nach der Riviera zu befördern. Aber auch dieser Versuch hat sich als Fehlschlag erwiesen, die Vergnügungsfahrten haben dem amerikanischen Staat beträchtliche Verluste gebracht, und in diesem Winter wird man von derartigen Experimenten absehen müßen. Aber nicht nur der amerikaniscken Schiffahrt, den Reedern der ganzen Welt gehl es schlecht. Es gibt zuviel Handelsschif e; um e)en Passagier, um jede Ladung entfpiint sich ein scharfer Kampf. In den letzten Iah en ist nur mit Mühe ein Chaos a uf dem Wcl frach enmarkt verhütet worden. Während am l.Iuli 1914 der Schiffsbestand der Weltwi tschaft 49 Mi lionen Tonnen betrug, zählte man am 1. Iuli 1927 65,2 Millionen Welltonnage. Da sich nun der We'thandel nicht entsprechend vergrößert hat, besteht ein 1). e b e r f I u 6 an Frachtraum, und das Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist deshalb noch verschärft worden, weil das vorhandene Schiffsmaterial leistungs'ä'i'er geworden ist. Die neuen Schiffe fahren mit erhöhter Geschwindigkeit, außerdem 'inb die technischen Lösch- einrichtungen dauernd verves ert worden, so daß die Schiffe schneller abgefertigt werden und mehr Fahrten machen können. Zur Zeit findet in Hamburg eine Ratenlonferon; statt, auf der diese Ent- toicäung besprochen worden ist. Die Berichte über den Verlauf dieser Zusammenkunft klangen so bedrohlich, daß der amerikanische Sfipping- Doard sich plötzlich entschlos'en hat, einen Vertreter nach Hamburg zu senden. Der amerikanische Delegierte hat in aller Eile Neuyork verlaslen. um möglichst schnell in Hamburg zu erscheinen. Außerdem erwägt die amerikanische Regierung ernstlich, spätestens Anfang 1929 eine Welffchlffahrt-Kon- ferenz einzuberufen. Auch in Deuffchland hat man schon an eine solche Tagung gedacht. Die fähigsten Köpfe der deuffchen Schiffahrtgesellscha'ten haben versucht, Mittel zu finden, mit denen man die Nachfrage des Welffrachtenmarktes mit dem Angebot an Tonnage ausgleichen könnte. Selbstverständlich wäre daS nur durch weitgehende internationale Abmachungen zu ermöglichen, aber selbst wenn man alle Reeder der Welt unter einen Hut bringen könnte, würden immer noch Meinungsverschiedenheiten darüber herrschen, wie das Angebot zu erringen ist. Sollen die überflüssigen Schiffe nur aus dem De rkehr gezogen oder sollen sie a bgewrackt werden? Diese- Problem scheint daS wichtigste zu sein, denn jeder Schiffsbesitzer wird ffch möglichst lange gegen die Zerstörung eines Fahrzeuges sträuben. Andererseits ist zu befürchten, daß die Schiffe, dis nur aus dem Verkehr gezogen worden sind, sofort wieder eingesetzt werden, sobald sich ein leichtes Anziehen der internationalen Frachtsätze bemerkbar macht. Wenn durch abwechselnde Einsätze das harmonische Gepräge geben und die bei dem Höhepunkt in Eis- Moll Träger des Thema- werden. Geigen und Fagotte stürmen nach einer kurzen Zäsur gegen die übrigen Holzbläser und Streichbässe an. Die Wiederkehr der Themen zeigt das Seitenthema in Q-Moll, und es erfährt durch seine Chromaff- fierung die völlige Angleichung an den Inhalt des Hauptthemas. Der Schluß vermag keine bejahende Lösung des Konfliktes zu geben und endet im düsteren Q-Moll mit harten Schlägen, ohne sich selbst im Schlußakkord zum Dur zu bekennen. Hatte die Beethoven feier des Vorjahres die siebente Symphonie des Meisters zum Erklingen gebracht, so stellt das kommende Shm- phoniekonzert das Zwillingswerk der A-Dur- Symphonie, die Achte (si-Dur), in Aussicht. Beide Symphonien sind in der gleichen Schaffensperiode entstanden und künden Heiterkeit und Freude: jene in dionysischem Aufschwungs, diese als ein verllärender Blick von der erreichten Höhe, ein Erhabensem über alle die Richtigkeiten des Lebens durch die Tatsache des Hebet- Wundenhabens. Es ist jene innere Heiterkeit, die sich vom Schmerz gelöst hat und drei für »alles ein überlegenes Lächeln zeigt. Die Heberwindung des Tragischen gibt dem Stile eine andere Möglichkeit: bei dem Ringen im Kampfe ein Geschehen in großen Zügen, hier eine Kunst der Kleinarbeit, die aber in die Tiefe geht. Die kühle Aufnahme, die die -Dur-Symphonie bei der Erstausführung fand, verletzte den Meister, so daß er annahm, eben weil diese Symphonie »besser" sei, habe sie nicht gefallen. Andererseits hat er diese Symphonie als die „Heine" bezeichnet, um damit wohl auf den intimeren Charakter, auf die Geschlossenheit der Form und die Ein- beirtigfeii des Ausdruckes hinzuweisen. Wenn auch Beethoven an diesem Werke die kürzeste Zeit von allen Symphonien gearbeitet hat, so hat er doch mancherlei Veränderungen an ihr vorgenommen. Die ursprünglich vorgesehene Einleitung des ersten Satzes frei fort: die Coda des ersten Satzes erfuhr nach der Erstaufführung eine gehörte Erweiterung. Robert Schumann rühmt an der „Achten" die humoristische Tiefe, schätzt die großen Steigerungen besonders gegen den Schluß hin, und kann nach dem Allegretto nur „still und glücklich" sein. Der erste Satz (Allegro vivace con brio) führt das Hauptthema mit vollem Orchester ein, mit kraftvollen Rhythmen. Rach einer Generalpause erwächst das erste Seiten'.hema zunächst in den Streichern, dann in den Holzbläsern, em zweites Seitenthema wird von den Achteln des Hauptthemas umrankt. Ein klopfendes Oktavmotiv am maii sich aber selbst über diese Frage geeinigt bauen foUie, wird eine neue Schwiesigiett aus- tauchen, nämlich die . Erst nach zwanzig Jahren müssen die Kredite zurückgezahlt werden: wer Fahrzeuge für den transatlantischen Verkehr baut, braucht jährlich nur drei Prozent Zinsen zu zahlen. In England sind die Subventionen im letzten Jahr start eingeschränkt worden, dafür behend man aber hie Westen Rordirlands um so reichlicher mit Staatsmitteln, und für den Neubau eines Dampfers von 60 000 Tonnen, her in Ulster ausgeführt wirh, hat die englische Regierung 30 Millionen, die nordirische 24 Millionen Mark bewilligt. In Frankreich sollen in den nächsten Jahren eine Milliarde Francs Staatssubventionen an diejenigen Reeder vergeben werden, die Schiffe auf französischen Werften in Auftrag geben, und in Schweden hat man einen Fonds von über drei Millionen Kronen fürSch.ff- fohrtszwecke gebildet. Sogar das kleine Finnland will 100 Millionen Finnmark im Laufe der nächsten Jahre aufbringen, um den Bau von Handelsschiffen zu ermöglichen; Italien, Spanien und Portugal zahlen schon heute sog. Schiffsbauprämien. Daß unter diesen Umständen die Lage für die deutsche Schiffahrt nicht allzu rosig aussieht, ist selbstverständlich, und wenn es nicht rechtzeitig gelingt, weitgehende internationale Vereinbarungen zu treffen, durch die vor allem überflüssige Neubauten unterbunden werden, dürfte ein Ratenkrieg ausbrechen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Daß dabei finanziell nicht besonders gut fundierte Gesellschaften auf der Strecke bleiben werden, ist selbstverständlich: aber auch diejenigen, die den Kampf durchhalten konnten, würden Jahrzehnte brauchen, um ihre Wunden zu heilen. Herbert Ruhland. Provinzialausschuß Oberheffen. Der Provinzia'lau.sfchuh der Provinz Oberhessen verhandele und entschied in seiner Sitzung vom vorigen Samstag noch über folgende Streitsachen: 1. Beschwerde des Pcklizeidlener- und Schneiders Rühle in Kaichen gegen die Entscheidung des Kreisamts Friedberg wegen Zugehörigkeit zur Schneiderzwangsinnung des Kreise- Friekwerg, die als unbegründet kostenpflichlig zurückgewiesen wurde. 2. Klage des DeztrkSfürsvrgever- bands Frankfurt a.HL, vertreten durch das städtische Wohlfahrtsamt, gegen den De- zirkssürsorgeverband des Kreises Friedberg o?. f Erstattung von Krankenhauspflegekosten des Iak. Gehweiler aus Bissingen. Der Provinzialausschuß gab der Klage statt und verurteilte den Beklagten zur Zahlung der Pflegckosten im De- Schluß der Themenaufstellung wird zum Wegweiser für die Durchführung, die besonders das erste Thnna ausdeutet und teilweise imitatorisch verarbeitet. Der Wiederkehr fügt sich eine Coda an, die dem Hauptgedanken in der zarten Des* Dur-Episode eine neue Seite abgewinnt, um sich dann um so stärker zu steigern. Die rhythmischen Schläge Verhallen zum ^hluß: der letzte Takt läßt noch einmal den ersten Takt des Hauptthemas anklingen. Aehnlich wie die „Siebente" weist auch diese- Werk keinen langsamen Satz auf, er hätte den ganzen Tendenz des Werkes sich nur schwer ein* fügen können, und so steht hier ein Allegretto scherzando, zu dessen Anfang zu staccatierten Sechzehnteln der Bläser die Violine ein hüpfendes Thema einführt. Eine sonnige Heiterckeit liegt über diesem Satz, dem das zweite Thema eine gewisse Beschaulichkeit verleiht. Der dritte Satz ist ein echtes Menuett tm Altväterstile, vielleicht das erste eigentliche Menuett in den Symphonien Beethovens; denn die Menuette der Ersten und Vierten zeigen nicht den reinen Charakter dieser Tanzform. Auf diese besondere Eigenart des Satzes als Tempo di menuetto aufmerksam gemacht zu haben, ist ein besonderes Verdienst Richard Wagners, der unter Reissiger diesen Satz völlig v«ckehrt erfaßt hörte. Im Trio möchte man bei den Klängen der Hörner an Dittersdorf denken, Holzbläser umranken dieses ländliche Thema. Ein patriarchalisches Bild, das dieser Satz aus* breitet. Hm so stärker bricht der Humor im Mnale durch, dessen Hauptthcma in seinem überschäumen* den Kraftgefühl ein Cis mitten hineinsetzt, wo es gar nicht hineinpassen will und das verschiedentlich bei der Kritik ein Stein des Anstoßes wurde. So sagt der Mvzartbiograph Oulibi* schef f, „es sei, wie wenn inmitten eines ruhigen heiteren Gesprächs mit Freunden Plötzlich einer sich von ihnen erhebt, einen Schrei ausstößt die Zunge hinausstreckt und sich dann gelassen wieder hinsetzt, um die Hnterhaltung da. wo sie unterbrochen wurde, weiterzuführen." Das Seitenthema stellt sich in ferner Anmut und seinem kantablen Charatter m den Gegensatz zum Haupt- thema. Die weitere Entwicklung des Werkes ift von dem Triolenrhythmus erfüllt; die Einfälle überstürzen sich förmlich; die Ausgelassenheit äußert sich in unvermittelter Gegenüberstellung dynamischer und instrumentaler Gegensätze. Eine eigenartige Komik liegt in den Ottavenschlägen der Pauke zusammen mit dem Fagott. Sine Wendung zum Idyllischen gibt die Hörnerepisode zu Beginn der Coda, die durch einen ausgedehnten Orgelpunkt zu den sieghaften Schlägen de- Schlusses führt. Dr. H. trage von 23,60 Mk. nebst 5 Prozent Zinsen Dom Tage der Klageerhebung ab. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Beklagten zur Last gesetzt. 3. Klage des Rudolf Roth in Friedberg auf Aushebung des Bescheids des Kreisamts Friedberg wegen Versagung des Wandergewerbe,cheins für 1928. Der Klag« wurde stattgegeben und der nachgesuchte Wandergewerbeschein erteilt. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Kläger zur Last gesetzt. 4. Gesuch der Anna (Seim zu Lardenbach um Erlaubnis zum Betriebe einer Konditorei mit Kafsceausschank. Der Gemeinderat der Gemeinde Lardenbach lehnte das Gesuch der Genannten ab, da bereits drei Wirtschaften in der Gemeinde bestehen und daher die Bedürsnisfrage verneint wurde. Das Kreisamt Schotten hegte daraufhin Bedenken, die nachgesuchte Erlaubnis zu erteilen, und legte den Antrag dem Kreisausschuh vor, der ihn ablehnte. Der Brovinzial- ausschuh, dem die Akten zur zuständigen Entscheidung vorgelegt wurden, schloß sich ben Entscheidungen der genannten Instanzen an und verurteilte die Gesuchstellerin in die Kosten des Verfahrens. Oberheffen. Landkreis Gießen. *Groften-Linden, 19. Rov. Gestern abend fand im Saale des Svang. Derernshauses ein Christlicher Volksabend statt. Er wurde eingelextet mit dem (Semeinbegefang: .Großer Gott wir loben dich", nachdem der Posaunenchor die Motette: „Herr, deine Güte reicht so weit" aut zu Gehör gebracht hatte. Dann folgte ein kurzer Vortrag über das 3efuStoort: .Ich gehe Bin, euch die Stätte zu bereuen" von Prediger Meng. Ein Lichtbkldervortrag schloß sich dem an über „Die Wunder der Sternenwelt". Dieser Vortrag fesselte von Anfang bis zu Ende denkende Menschen. Der Gemischte Chor umrahmte den Vortrag mit zwei schönen Liedern. „Wer pflanzte die Blumen ins grüne Feld" und „Di« Himmel erzählen des Ewigen Ehre". Mit Gebet und Gemeindcgesang wurde die Abendfeier geschlossen. Der Besuch war sehr gut. Eintritt wurde nicht erhoben. ltz Lollar, 19. Rov. Der 38jährige L. R, von hier wurde seit Sonntagabend vermißt. Durch Orlseinwohner wurde heute nachmittag eine Abbuchung des Lumdabaches vorgenom- men, wobei die Leiche nach Oeffnen der Schleuse ge, unten wurde. Ob ein Unfall oder Freitod des feit Jahren unter epileptischen Anfällen leitenden Mannes vorliegt, muß erst die Untersuchung erge en. S Alten-Buseck, 19. Nov. Mit einem wohlgelungene» . o n 3 e r t im Saale des Gastwirts PH. Emhöuser trat der diesige Mandolinenklub nach seinem schon meyrfcihrigen Bestehen am Sonntag zum erstenmal vor die Oeffentlichtelt. Unter Mitwirkung von Mitgliedern des Wielecker Mandolinen- Vereins und des hiesigen Gesangvereins „Sängerver- einigung* wurde den zahlreich erschienenen Besuchern ein gmgewähltes und mit lebhaftem Beifall auf- genammenes Programm dargeboten. Der gute Verlauf der Veranstaltung läßt die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß unser Mandolinenklub der Einwohnerschaft in Zukunft wiederholt derartige genußreiche Stunden bereiten wird. 5 Bollnbach bei Saasen, 19. Nov. Bei dem günstigen Wetter sind die Schafe noch im Freien. 9n der Nacht zum Montag brachen remde Hunde In den Pferch unsrer Herde ein; angeblich sind es die Hunde eines anderen Schäfers gewesen. Die Schafe durchbrachen die Hürden, trotzdem wurden vier Stück ein Opfer der Hunde, auch find noch mehrere verletzt, bei denen es fraulich ist, ob sie nicht noch obgeschlachtet werden müssen. Lang-GönS. 19. Rov. Bei der gestrigen Geflügel- und Kaninchen-Ausstellung wurden Ehren- und erstePreise an folgende Züchter vergeben: A. Ehrenpreise. Hühner und Gänse: Otto Velten (Emdener Gans), Wilh. Henrich (Plymouth R.), Karl Stoll (Rhodeländer), Hch. Zeih (Wyand. schwarz.), Äorb. Grünebaum (Wyand. weiß), Otto May (Minorka, schwarz.), O. Velten (Darnefel- ber, gesäumt), Willi Frey (rebhuhnf. Italiener), K. Müller X. (gelbe Italiener), Karl Schmidt (schwarze Italiener), Alfred Rompf (Dominika- ner), Albert Schmidt (Rhodeländer Zwerg), Otto Heß (Wyand. schwarz. Zw.), Wilh. Reusch (gold- hals. Kämpfer), Karl Müller (porzellanfarbige Zwerge) zwei Ehrenpreise. — Tauben: Albert Najarro r Vornan von L. Schneider-Koerstl. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. So. 1. Fortsetzung Nachdruck verboten. Richthofen griff langsam nach dem Clfenbein- hebel der Kaifeemaschme und ließ die dicken, duftschweren Tropfen in seine Lasse sickern. „Dein, klagn tut er netl — Weißt Hettingen, und bas Redn nutzt nix. Gin Arzt braucht Patienten und eine gute Lag und ein bisserl ein Vermögen, daß er sich einrichtn kann! Das hat der Fehmann alles nicht. — Und ihm Gew anbietn — ich möcht dem armen Kerl nicht weh tun —" Maria Lichthofens Gesicht blieb nach wie vor falt und abweisend. Hettingens Augen lagen von den langen Wimpern halb verschlossen. Gr suchte nach etwas, über das er sich im Moment« nicht ganz klar werden formte. „Weiht du vielleicht eine Möglichkeit, Poldi, wie sich ihm eventuell unter die Schultern greifen liehe? Ich würde eS so gerne tun!" „Ich glaub dir's eh, Joachim I" — Aber wann ich dir ratn darf, lah fein. Ich hab schon einmal den Versuch gemacht, und er hat mich abblitzen laffn, und wie! — Unb dir ging's ebensol" Dann sprang man von diesem Thema auf ein anderes über. Es gab so viel in dem großen Wien, über das sich reden lieft. Wichtiges und Unwichtiges, und es war vieles ixrrunter, das dem Baron durch seine lange Abwesenheit tm Auslande neu und unbekannt und darum von Interesse war. „Guten Morgen, Herr Davon I" Auf lautlos gleitenden Gummiradern tollte die breite Glastüre zur Seite, die den ArbettS- raum des Bankiers Hetttngen mit dem Speisezimmer verband. Ein breiter Sonnenstreifen zitterte über dem ockerfarbenen Teppich und kletterte langsam das dunkle Leder der hohen Stühle hinauf. Schmidt (Kröpfer, blau), Wilh. Reufch (ebenf.), Richard Kaiser (Kr., weih) 3 Ehrenpreise, Willy (SbeL — Kaninchen: Willy Dechert (weise Riesen), 2ak. Wagner (Kleinsilber). — B. Erste Preise. Karl Swll (Rhodel.), Hch. Zeih (Wyand. schwarz), R. Grünebaum (Wyand. wh.), Otto May (fchw. Minorka) zweimal, Willy Frey (rebhuhnf. Italiener), Karl Müller X. (gelbe Italiener) Kd. Brückel (schwarze Italiener) zweimal, Alf. Rompf (Dominll.), Wllh. Henrich (Langshan, Zw.), O. Heh (rebh. Wyand., Zw.), O. Eckhardt (Silber-Bantam), Karl Müller (porz. Zwerge und Antw. Bartzwerge, schw.), Richard Kaiser (Kröpfer, weih). (D Grüningen, 19. Nov. Der Gustao« Ad olf-Ve retn veranstaltete in der hiesigen Kirche eine Doriührung des Films „Glaube und H e i m a t". Die Aufführung erfreute sich eines guten Besuchs; nahezu 300 Personen hatten sich eingerunben. — Für die Wahl der Kirchen- gemeinöeDertretung war hier nur ein Wahttrorschlag eingereicht worden, weshalb sich eine Wahl erübrigte. Rach der Bestätigung durch die Kirchenbehördc wurde nun die Wahl des Kirchenvorstandes vorgenommen. Das Ergebnis war die einstimmige Wiederwahl der seilherigen Mitglieder Bürgermeister Euter, Ludwig Hammel, Heinrich Karl Leidich, Wilhelm Ernst Hosmann. Reugewählt wurden Konrad Christian Engel und Peter Christian Engel. 1 Hungen. 19. Nov. Am Samvtagnachmittag fanden sich die Mitglieder des Bezirkslehrervereins Hungen im „Solmser Hof" zu einer Tagung zusammen. Lehrer Schmidt (Hungen), der Vorsitzende des Vereins, begrüßte als neues Mitglied den Schulgehilfen B ö 11 g e r (Steinheim) und behandelte einzelne Vereinsangelegenheiten. Lehrer Arnold (Utphe) zeigte in einem Vortrag die nach, teilige Wirkung des Abbaues von Schul« stellen und bewies mit klarem Material, daß ein Wiederaufbau eine dringende Notwendigkeit sei, die die maßgebenden Stellen nicht außer acht lassen dürfen, wenn nicht das gesamte Dolkswohl Darunter leiden soll. A Bellersheim, 19. Nov. Nachdem der Ge« meinderat im vorigen Monat die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellte, ist nun auch in Der hiesigen Fortbildungsschule Der haus- wirtschaftliche Unterricht eingeführt roor- den, was von Der Einwohnerschaft mit Freuden begrüßt wurde. Daß diese Einrichtung den Wünschen der weiblichen Jugend entspricht, zeigt der Umstand, daß eine größere Zahl schon der Fortbildungsschulpflicht Entwachsener sich y.im freiwilligen Besuche des Unterrichts gemeldet haben. Mit der Gemeinde Ob • bornhofen schweben gegenwärtig Verhandlungen, die den Zweck verfolgen, die Dortige weibliche Jugend an dem hiesigen landwirtschaftlichen Unterricht teil- nehmen zu lassen. s. äl t p h e, 19. Rov. In bm letzten Tagen wurde hier Heu and Stroh für den Landwirt Hu blitz in Trais-Ho . Io ft gesammelt, dem kürzlich die Scheuer mit sämtlichen Vorräten abgebrannt ist. Da die Ernte in diesem Jahr gut ausgefallen ist, wurde sehr reichlich gespendet. Ebenso wurde in der letzten Zeit in Trais selbst, in Inheiden, Hungen, Steinheim, Rodheim, Bellersheim u. a. Orten für den schwer Betroffenen gesammelt. Ein Glück war es, daß vor dem Band die Frucht bereits ausgedroschrn war, so daß wenigstens die menschliche Ernährung sichergestellt ist. Kreis Friedberg. Bad-Nauheim, 19. Nov. Eine eindrucksvolle Schubert-Gedenkfeier veranstaltete gestern der Bildungsoerein in der Turn« balle. Die Gedenkrede hielt Schulrat Has fing er (Darmstadt), der meisterhaft Leben und Werk des großen Liederfürsten würdigte. Den musikalischen Teil der in feiner Auswahl getroffenen Vortrags- folge, die nur mit Werken des Meisters bekanntmachte, bestritten der von Lehrer W. Diehl geleitete Schülerchor der Stadtschule, ferner Frau Kramer-Düche, Friedberg (Violine), Lehrer Fischer (Klavier), Fräulein E. Diehl (Sopran). Sämtliche Darbietungen standen auf beachtlicher Höhe. Kreis Bedingen. △ Ridda, 19. Rov. Der ehemalige Stabs- Photograph beim Generalstabe des 26. Reserve- Armeekorps hielt hier im Gambrinussaale einen Lichtbilder vortrag über die Kämpfe um VPern, die Schlacht an der Somme, in der Champagne, Vormarsch- und Rückzugsgefechte 1918. An Hand zahlreicher guter Original-Aufnahmen schilderte der Vo.tragende in dreistündiger Rede die erste Vpernschlacht 1914, die erste große Gasschlacht des Weltkrieges 1915, den Durchbruch bei Oangemarf, Pilkem, Poel- kapelle, Weftroosebeke, Paschendaele und dieStel- lungstämpfe östlich des Vftrkanals. Zum Schlüsse zeigte er Bilder aus der Sommeschlacht und aus den Kämpfen in der Champagne 1916 bis 1918. Der interessante Vortrag wurde von den zahlreichen Zuhörern, unter denen sich viele Kriegsteilnehmer mit ihren Angehörigen von hier und den umliegenden Orten befanden, mit Beifall ausgenommen. Preußen. Kreis Biedenkopf. (d Dischofften, 19. Nov. Gestern mittag fanden Straßenpassanten zwischen Bischoffen und Nieder« Weidbach den 30jährigen Motorradfahrer Schnei« der aus Bechlingen tot neben seinem M o« torrabe liegend auf. Schneider hatte vormittags femanb auf seinem Motorrade nach hier gefahren und befand sich auf der Heimfahrt. Da das Hinterrad keine Lust hatte, nimmt man an, daß sich Schneider mit seinem Motorrad überschlagen hat und am Boden geschleift ist. Er trug dadurch schwere Kopfverletzungen davon, die seinen sofortigen Tod herbeiführten. Der auf so tragische Art ums Leben gekommene Mann hinterläßt eine Frau mit drei unmündigen Kindern. Dillkreis. (D Offenbach, 19.Nov. Die Aussperrung tm Ruhrgebiete wirkt sich auch in unserer Gegend aus. Die hiesige Grube „R o t l a n b' wirb am Dienstag ben Betrieb stillegen, da die Besitzerin, die „Gute Hoffnungshütte (Oberhausen), in der Aus« sperrungszone liegt. Es werden dadurch etwa 150 Mann von Offenbach unb Umgebung arbeitslos werben. Turnen, Sport und Spiel. Gauschwinimertag Hessen D. T. —o— Eine planmäßige ilebungäftunbe führte Schwimmer und Schwimmerinnen aus dem Tum- gau Hessen am Soantagvormittag in boS Stadt. Volksoad zu Gießen zus-ammen. Gauschwimm- wart Franz Sauer (Gießen) leitete die älebungsfolge, an der sich die Abteilungen der Turnverein zu G.eßen (Tv. 1846 und Mtv., des Tv. Alsfeld, Tv. 1860 Bad-Rauheim, Tum- gemeinde Friedberg, Tv. Hungen, Tv. Lauterbach, Tv. 1860 Marburg, To. Rieder-Ohmen und Tv. Wetzlar beteiligten. Einleitend wurde die Schwimmleiftung für das Turn- und Sportabzeichen abgenommen; dx Forderung, Schwimmen (beliebig) über 300 Meter in 9 Minuten, wurde von vier Prüflingen erfüllt. In Riegen aufgelöst, tourten dann die einzelnen Schwimmlagen eingehend methodisch durchgearbeittt. Im Brustschwimmen unterrichtete Georg Mayer, Mw.Gießen, im Rückenschwimmen Christian Weeg, TV. 1846 , Gießen im Hand-über-Hand-Schtoimmen LudwigG e r h a r d, Tv. 1846 Gießen: das Springen vom 1-Meter- Brett leitete Ferdinand Götz, Tv. Wetzlar vom 3-Meler-Brett Wilhelm Schäfer, Tgde. Friedberg, in eins ach m Formen für Anfänger als auch in 'schwierigeren Sprüngen für Fortgeschrittene. Ein Tellertauchm als Vorübung zum Streckentau- chen und Trockenübungm an Land bildeten den Schluß. In einfache Wass rsp leie mannigfacher Art M froher -Unterhaltung und zugleich zur Heranbildung schwÄttnerischcr Ausdauer führte der Gauschwimmwart ein und leitete die Entwicklung ftufennnäftig dem Wasserballspiel zu, das von zwei Mannschaften unter schiedsrichterlicher Wertung durchgeführt wurde. Eine Versammlung am Rachmittag war der ersten Einstellung aus das Rettungsschwimmen gewidmet. Datei wurden durch Erklärung, eigne Klebung und allgemeine Aussprache die Grundlagen für technisch richtige RetcungS- und Selbstbefreiungsgrifse geschaffen, sowie Aickeftung zu Wiederbelebungsversuchen gegelten. Rasse Hebungen auf diesem sozialen Derwendungs- gebtet der eignen Schwimmkunst werden sich in den nächsten Vorschwimmerstunden anschlteßen. Handbatt-Verbandsspiele im Mannerturnverein (O. T.) Mtv. 1. — Tv. 1860Marburg 5:2 (1:2) Mtv. 2. - Tv. Ridda 1. 1:2 (1:1). Das Spiel gegen Marburg stellte die MLnner- hirner vor eine besondere Ausgabe. Tv. Marburg hat sich in den diesjährigen VerbandS- spielen bis jetzt nicht durchsetzen können, um ft> mehr überraschte am Sonntag ihve derzeitige Spielstärke. Gleich zu Beginn des Spiels merkte man, daß man es mit einem spielstarken Gegner zu tun hatte. In der ersten Halbzeit sah es nach keinem Sieg der Männerturner aus. Marburg führte ein flüssiges Kombinationsspiel vor und war in Schnelligkeit und Ballbehandlung der Gießener Mannschaft überlegen. Bei dieser vermißte man die präzisen und sicheren Vorlagen. Der Sturm konnte sich zu feiner einheitlichen Handlung zusammenfinden. In der zweiten Spielhälste änderte sich das Kräfteverhältnis. Die Männerturner gingen mehr aus sich heraus und zeigten nunmehr einen geschlossenen Mann- schastslörper. Durch bessere Anwendung des Flügelspiels gelang es ihren, den Ausgleich zu erzwingen. Die mit großem Eifer vorgetragenen Angriffe brachten kurz darauf einen weiteren Erfolg und somit die Führung. Marburg kämpfte nun mit allen Mitteln — leider auch mit unturnerischen — um den Ausgleich, aber die Männerturner verstanden es, allen Gefahren zu trotzen, vielmehr konnten sie durch gutes Zusammenspiel noch zwei weitere Erfolge für sich buchen. Die Kampflraft der Marburger erlahmte hierauf. Die Männerturner gingen aus diesem Spiel — zweifelsohne das schärfste Spiel in der diesjährigen Verbands runde — als sicherer Sieger hervor. Durch diesen Sieg haben di« Mtv.er ihre Spitzenstellung im Gau Hessen weiterhin befestigt. Die 2. Mannschaft mußte unverdient in Ridda eine Riederlage einstecken. Dem Spielverlauf nach wäre ein Unentschieden am Platze gewesen. In Zukunft muß mehr auf die Dviel- fähigleit des Platzes Wert gelegt werden, denn der Platz in Ridda konnte in dieser Hinsicht keinesfalls genügen. Die Svielweise leidet hierunter Rot, und es gelingt keiner M.rnnschaft, ihn» Fähigkeiten voll und ganz zu entwickeln. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Da infolge der heftigen Regen der älniversi- tätsfpvrtpl.h spielunfäßig getoorben war. mußte das Spiel der 1. Mannschaft gegen Eießen- Duseck abgesagt werden. Die 2. Mannschaft t ug i. Wetzlar-Riede güirefl das fällige Rückspiel aus. Das Spiel litt start darunter, daß der Schiedsrichter es nicht verstand, die beiderseits entstehenden Härten von Qlnbeginn streng zu unterbinden. Rachdem mit dem Stande 1:1 gewecks.lt worden war, legten die Girmeser ein sehr eifriges und flinkes Spiel vor, mit dem fie noch 2 Tove errangen, Tie Tv.-Mannschaft, die in der 2. Halbzeit vollständig zerfahren spielte, konnte nur noch 1 Tor erzielen, so daß die zwei Punkte verdient dem Platzverein zufielen. Handball in Heuchelheim. Tv. Heuchelheim 1 — Tv. Metzlar 11 3:3 (1:1). Am Sonntag standen sich in Heuchelheim dies« Mannschaften zum fälligen Rückspiel in der Dev- bandssptelserie gegenüber. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein äußerst lebhaftes Spiel. Wetzlar eröffnete den Torreigen durch einen Strafwurf, dem Heuchelheim bald daraus daS''Ausgleichstor entgegensetzte. Rach Seitenwechsel erhöhte Heuchelherm die Torzahl auf zwei. Die Gäste ließen sich aber dadurch nicht entmutigen und konnten kurz hintereinander noch zweimal einsenden. Stand 3:2 für Wetzlar. Run entspann sich ein Endlampf um die Punkte: Wetzlar wollte den Dorsprrmg sichern, Heuchelheim toollte aber unter keinen älmständen verlieren. Kurz vor Schluß wurden die Bemühungen der Einheimischen mit Erfcklg gekrönt: das AusgleichStor fiel. Handball im Lahn - Oünsberg - Gau. To. XDtefaf I — Tv. Garbenleich 1 1:9 (1:4). Mit einem hohen Sieg über Wiefeck holte sich ©arbenteid) am Sonntag in Wiefeck zwei weitere Punkte. Während Garbenteich ein sehr gutes Spiel vvrführte, war Wieseck, welches nue mit 10 Mann und mit Ersah spielte, gegen früher« Spiele nicht wiederzuerkennen. WieseckS beste« Spieler war der Torwart, der die Mannschaft durch fehr gute Leistungen vor einer höheren Riederlage bewahrte. Bei Garbenteich war befl Zwei halberblühte Sammetrofen neigten sich über den schweren Schliff der Vase, die in der Mitte des ovalen Tisches stand, auf welchem drei Gedecke blitzten. Die weißen nervösen Hände des Bankiers fuhren glättend über den melierten Spitzbart von dunklem ^Blond, wahrend die scharfen, tiefblauen Augen ungeduldig nach der Türe suchten. „Die 5rau Baronin lassen um fünf Minuten Geduld bitten,“ kam es von dem Platze, wo der Diener stand. Eine Drehung am Lichtschalter lieft ein dumpfes Summen in der Teemaschine vernehmen. Knapp vor der angegebenen Minutenzeit betrat eine in den vierziger Jahren stehende, aber noch immer jugendlich schöne, anmutige Frau den Raum. Ihre tunflen Augen leuchteten wie Brände, als sie dem Manne, der rasch auf sie zuschritt, die Lippen bot „Ich habe mich so beeilt, Artur, da ich dachte. Joachim würde sonst auf uns warten müssen!" „Bestellen Sie meinem Sohne, daß es Früh- stückszeit ist." Der Bankier wandte sich dabei kaum nach dem Diener um, der lautlos am Tische hantierte. Em verlegenes Räuspern. „Der Herr Baron Joachim — sind — noch nicht zurückgekommen!" „Wie? —“ „Der junge gnädige Herr — haben — heute nacht nicht zu Hause geschlafen!" Hettingens noch immer stattliche Gestalt straffte sich. Man sah es seinem Gesichte an, daß er sich nur mit Rücksicht auf die Dame des Hauses beherrschte. „Sie haben ftch geirrt, Oskar! Sehen Sie nach und sagen Sie meinem Sohne, daft wir auf chn warten." Ohne irgendwelche Gegenrede klappte die Türe hinter dem Bedienten ins Schloß. Die schöne Frau legte besorgt ihre ring- geschmückten Hände auf den Arn: des Gatten. „Wir dürfen ihn nicht mehr so am Gängelbande halten. Liebster! Er ist achtunzwanzig! — Unb er hat uns doch immer nur Freude gemacht, Artur! Immer nur Freude! Richt? — Unb wenn er nun wirklich diese eine Rächt außer Hause war---“ , „Dann werde ich ihm klarmachen, wohin er gehört!" war die in unterdrücktem Zorn gegebene Antwort. Während der Gatte nervös gereizt das 3immer mit langen Schritten durchmaß, lieft sich die Baronin am Tische nieder, um Aprikosenmerk auf die butterbelegten halbierten Brote zu streichen. „Es hat so sehr geregnet heute nacht! Vielleicht hat ihn das abgebalten, nach Hause zu kommen!" Sie wandte chr Gesicht bittend nach dem Manne, der in einiger Entfernung von ihr stehengeblieben war. „Du vergißt, daß es Fahrgelegenheit gibt in Wien, meine liebe Margot. Wir haben Fiaker, Tramways und Autotaxen. Außerdem hätte er nur anzuklingeln gebraucht, um ben Wagen da oder dorthin zu bestellen. Ich hoffe nicht, daß er sich in Weibergeschichten ehtLäftt! — Das ginge noch ab.“ „Müssen denn immer Frauen im Spiele fein," milderte die Baronin die Schärfe seiner Worte. „In feinem Qtlter hat man doch auch Freunde! — Man .. „Der Herr Baron Joachim sind soeben zurück- gekommen!" Der Diener trat einen Schritt zurück, um dem Sohn des Hauses den Vortritt über die Schwelle zu lassen. „Guten Morgen, liebe Mama! Papa recht guten Vormittag!" „Wo treibst du dich herum?" Bang es ihm heftig aus dem Munde des Vaters entgegen, während die Mutter sich von dem Sohne küssen lüft. „Abgesehen von der Sorge, die man trägt, wenn du Rächte übet weg bleibst--“ „Es ist das erstemal, Papa--" „Das ist feine Entschuldigung! — Man kann um sechs Hftr früh nach Hause kommen, meinet» wegen auch um acht Uhr — aber nicht erst um zehn Uhr vormittags. — Laß dir von deiner Mutter em Brot streichen und dann habe die Güte, mit in die Dank zu kommen. In den acht Tagen, die du hier bist, hast du noch keinen Fuß hineingesetzt. Ich habe gestern Direktor Wvmer Anweisung gegeben, dich anzuleiten!" ^Papa, ich habe dir bereits gesagt —" Der Baron schnitt dem Sohne das Wort mit einer befehlenden Geste der Linken ab. „Ich danke dir, Margot!" Er nahm die Tasse, welche chm feine Frau reichte, und führte fie an die Lippen. Die Mutter schickte einen bittenden Dllck nach dem Söhre und stre'ichslte verstohlen die eine ferner sattgebräunten Hände, die neben ihr aut der blendenden Weiße des Damastes lag. Sekundenlang ruhten ihre kühlen Finger in zärtlichem Drucke darüber. „Wo warst du übrigen» — wenn die Frag« erlaubt ist?" Der Blick de« Bankiers hastete mit leichtem Spott in den großen, tiefblauen Augen, die ohnq Scheu den feinen begegneten. .Erst im Theater an der Wien.. .* „Seh dir keine Diva in den Kops!" warf beti Vater trocken hin. „Ich denke, du wirst wissen, waS du uns schuldig bist." ,Ich habe keinerlei Verbindung in diesen Kreisen. Papa!" Joachims Stimme flang ohne jedo Schärfe. .Rach Schluß der Vorstellung waren wir im Simplizissimus." .Wer ist das .wir"?" .Richthofen — Dr. Feßmann — und meine Wenigkeit, Papa! — Ich Hof e nicht, daß du etwas einzuweaden hast gegen meine Freunde!" .Rein!" kam es befriedigt. — .Obwohl — ich muß dir ehrlich gestehen, daß ich Richthvfen mit seinen vierunddreißig Jahren für vernünftiger gehalten hätte, als die ganze Rächt durchzu- zechen!" .Ich war sein Gast, Papa!" ,Sooo!" Das keine, sekundenlange Aufblitzen hi den Augen des Vaters trieb Joachim eine ungewollte Röte in die Wangen. Er ärgerte sich darüber. Es war wirklich kein Gruird für ihn vorhanden, verlegen zu werden, weil er einmal eine Rächt im Hause Richthofen gefchlafen hatte. Er wußte nicht, wie abwesend dabei sein Blick sich in8 Leere verlor. (Fortsetzung folgt) rwr< HtiDrtlche AA.W Nnerat chlar-NK-e ginneß Spiel litt start ti nicht der« ^b:n Härten von toi Äachdem mit Dotben toat. legten i md WeS 6>k( ore errangen, Lie HalbM oo5Wdi^ loch 1 Lor erzielen, ml Sem Plahverein jfcheim. eijlat U JJ (Id). i Heuchelheim dies« ’dfotel In bet Der- -fori nr stet. ünSberg-Gau. gleich I M (!:<)• über Wieseck holt« i in Wieset Mi .arbenteich Ln «eh- Dirieei. welcheS Mr vielte, gegen «r. en. Wiefectt bester dn die MnnsKfi r einer höheren De« rstenteich WorM Alge für sH 2'0ererlchnk Ä «Ws diesen, Spjei st, q:' ^^berer ^leg haben fri< •« Wa tod, Emi in Mix, '**■ Wtaiaui : M Pich ge« f auf die Sdiel. '?gt werden, denn ^dieser Hinsicht lveise leidet hier. r Nmnlchast, ihr, entwickeln. !S46 Gießen, toi der Unitxrfi« ottex war, muht« i gegen Eichen. 7«r.. ÄK r auf lohnen - w* E Äfe hn >fe(QU6’ da bi. ft’- Ä*& ?f,un9 arbeit^ „ fc d-n Ä< «i ft.<" V^' >oyue 1X0 t cui r Linken ab. Tw«“ e* ,Ä - JWwM /y, «MS« .tcam toi«1 S?» Dien---' d:r £?&■** Wochen gegen die hic lieferte ein mäßiges ivereinigung, sondern Allerdings hatte sie V. f. 23. Ligo — Ockershausen Liga 5:2. Dritte — Lich 2. 5:3. Vierte — Steinberg 1. 2:4. 1. Jugend — 1. Jugend Laubach 2:0. 2. Jugend — 1. Jugend Großen-Buseck 0:2. 3. Jugend — 1. Jugend Garbenteich 0:1. 2. Schüler — L Schüler Garbenteich 1:3. Die Ligamannschaft setzte am Sonntag Ihren Siegeszug fort und gestaltete o^ch dos Privat- spiel gegen Ockershausen zu einem vollen Erfolg, der um so höher zu bewerten ist. als Ockershausen eben- falls bisher ungeschlagen an der Spitze der Tabelle des Gaues Marburg steht. Wenn beide Mannschaf. CTurm ver M« MaitnschaftKell, M Vie Reubesetzung des Halblinken an Durchschlags, kraft bedeutend gewonnen hat. 3m Spiel war Wieseck in den ersten 10 Minuten leicht überlegen, konnte aber infolge guter Abwehrleistun- gen nichts Zählbares erringen. 3m tvelteren Der- lauf des Spieles übernahm Garbenteich das 5u>m- mando und schoß in kurzen Abständen bis zu- Halbzeit vier Tore, denen Wicfeck durch einen Strafstoß das Ehrentor entgegensetzen konnte. Aach der Pause war eS, abgesehen von einigen Durchbrüchen Miesecks, ein Spiel auf ein Tor: in kurzen Abständen erzielte Darbmteich noch 5 Tore daS Resultat auf 9:1 stellend. Der Schiedsrichter leitete gut. Allendorf I — Londorf I 2:2. Am Sonntag trafen sich diese Mannschaften in Londorf zum Verbandsspiel. Londorf spielte technisch besser und erzielte das erste Tor. Der weitere Spielverlauf war sehr hart. DaS Treffen endete mit dem obigen Ergebnis. D. f. B.-Handball. Die erste Handbollelf mußte sich der zweiten des D. f. L. - Wetzlar mit 0:2 beugen. Sie brachte bei weitem nicht die Leistung auf, wie vor einigen auch Pech und war dadurch anscheinend etwas deprimiert. Mit demselben Resultat verloren au* die Schü« ler ihr Pflichtspiel gegen die Schüler der hiesigen Spielvereinigung. Handball her Sp.-Dg. 1900. 1900 1. Mannschaft — D. f. L. Wetzlar 1. Mannschaft 3:7 1900 2. Jugend — D. f. L. Wetzlar 1. Jugend; von 1900 abgesagt. 1900 Schüler — D. f. B. Gießen Schüler 2:0. ö. Die Frage der derzeitigen Führung im Lahn« kreishandboll ist am Sonntag zugunsten des 23. f. ß. Wetzlar entsch eben worden, der die 1900er, aller- hinge höher als verdient, schlagen konnte. Für den Spielausgang waren zwei Faktoren von vornherein von ausschlaggebender Bedeutung. Das Mitwirken von Paulus bei der Wetzlarer Mannschaft einerseits und das Fehlen des vorzüglichen Mittelstürmers bei den Gießenern anderseits. Im übrigen waren beide Parteien bis auf die Mittelläufer in stärkster Besetzung angetreten. Die Spielvereinigungsleute Bmft dem Wind als Bundesgenossen in den und gaben, noch bevor zehn Minuten vergangen waren, dem Wetzlarer Hüter durch unverhoffte Würfe des Halblinken und Halbrechten zwei- mol das Nachsehen. Daraufhin kam jedoch die D.s. L.-Mannschaft zusehends in Schwung und zwang 1900s Torwart in kurzen Abständen dreimal zur Kapitulation. Nachdem der Gießener Rechts- außen durch kraftvollen Wurf das Resultat'auf 3:3 gestellt hatte, glaubte man schon, daß bei diesem ctanb die Seiten gewechselt würden, als die Platzmannschaft erneut durch einen Wurf von Paulus in Führung ging. Nach dem Wechsel entwickelte sich erneut ein offenes Spiel. Durch geschickte Täuschungsmanöver bzw. Unentschlossenheit der Gießener Hintermannschaft vermochten die Wetzlarer den Vorsprung um drei weitere Tore zu erhöhen. — Zur Mannschaftskritlk ist zu sagen, daß der Sieger in seinem Sturm und hier wieder in Paulus — er warf allein 5 Tore — den weitaus besten Rannschaftsteil hatte. Die Hintermannschaft zeichnete sicb durch schnelles Dazwischenfohren aus. Diese Eigenschaft war bei den 1900ern, insbesondere den Außenläufern, manchmal zu vermissen. Ihr Sturm schlug sich recht brav. Der Schiedsrichter konnte nicht genügen. Die Kleinsten der Sp. Bgg. 1900 konnten die Be- wegungsspieler auch auf deren Gelände einwandfrei schlagen. ten auch nicht restlos befriedigten, fo führten ste doch im allgemeinen ein recht annehmbares Spiel vor, dessen Verlauf zeitweise sehr spannend war. Von Beginn an zeigte sich 23. f. B. den Gästen überlegen und bedrängte schon in den ersten Minuten deren Tor, ohne jedoch die sich hierbei bietenden Chancen auszunützen. Ockershausens Sturm, vom Mittelstürmer gut geführt, trug einige wohldurchdachte Angriffe vor, tarn aber nicht an der sicheren Verteidigung der Platzmannschaft vorbei. 23. f. B. war im Zuspiel und auch in der Ballbehandlung bester und beherrschte das Feld. Bei Ockershausen war die Läuferreihe nicht auf der Höhe, wodurch der sonst so vorzügliche Sturm in der Luft hing und durch die mangelhafte Unterstützung nicht zur vollen (Entfaltung seines Könnens kam. Nachdem der 23. f. B.- Sturm eine Reihe günstigster Torgelegenheiten ver- paßt hatte, gelang es ihm, den geschickten Oäftetor- mann zweimal zu schlagen. Mit diesem Resultat ging es in die Pause. Auch nach dem Wechsel war 23. \. B. seinen Gästen leicht überlegen und drückte fein besseres Können durch drei weitere Tore aus. Daß von diesen dreien zwei durch Elfmeter erzielt werden konnten, war durchaus nicht als glücklicher Zufall zu bezeichnen; vielmehr entsprach das Re- sultat bis dahin ziemlich den Gesamtleistungen der Mannschaften, obalcich zugegeben werden muß, daß der Sturm der Ockershäuser als solcher allein gewertet ein Tor verdient hätte. Die durch einen Elfmeter gebotene Gelegenheit verstand er allerdings nicht zu verwerten. Beim Stand von 5:0 gab Ockershausen nochmal alles aus sich heraus und versuchte noch in den letzten Minuten das Resultat zu ver- bestern, was ihn denn auch am Schluß der regulären Spielzeit gelang. Der Schiedsrichter, der sich anscheinend in der Zeit geirrt hatte, ließ fünf Mi- nuten länger spielen, in denen Ockershausen nach überraschenden Durchbruch zum zweiten Tor kam und damit das Endergebnis aus 5:2 stellte. Die Dritte lieferte ein besseres Spiel, als man es von ihr erwartet hätte, und aewann ihr 23er« banbstreffen fn Lich gegen besten spielstarke Zweite sicher mit 5:3, damit ihre Spitzenstellung weiter befestigend. Die vierte Mannschaft hatte auf eigenem Platz Steinberg zum Gegner und mußte sich eine 2:4-Niederlage gefallen lassen. Steinberg war eifrig und gewann verdient. Die erste Jugendmannschaft schlug auf eigenem Platz die gleiche Laubachs mit 2:0. Das Resultat beweist erneut, daß 23. f. B. in seiner Spielstärke nachgelassen hat. Dor wenigen Wochen noch wäre dos Ergebnis bedeutend höher ausgefallen. Die zweite Jugend mußte sich in Großen- Buseck von dessen erster Jugend eine 0:2-Nieder- lage gefallen lassen. Auch die dritte Jugend und zweite Schülermannschaft verloren ihre Spiele; 0:1 und 1:3 waren Öre Resultate gegen Garbenteichs erste Jugend bzw. erste Schülermannschaft. Spielvepeimgung 1900 Gießen. ö. Die Vereinigten waren am Sonntag mit zwei Ersatzleuten nach Wetz'ar Rttdercirines gefahren, um dem dortigen Sportklub das Ligaverbandsspiel zu liefern. Es endete nach wechsclvollem Spielverlauf mit 5:4 Toren für 1900 (Halbzeit 3:3). Der Gastgeber konnte das Spiel ausgeglichen gestalten, da die Gießener auf dem kleinen, unebenen Platz im ganzen Spiel sich nie so ganz zurechtsinten konnten. Die Mehrzahl der scharfen Vor'agen auf die Flügel endete im Aus, ebenso die meisten Abschläge des Schlußdreiecks. Trotzdem zelglen dis Dlauweißen das bes'eve Spiel. Sie verstanden es weit besser als die Platzherren, den Ball am Boden zu halten, und kamen bei dem scharfen Wind dadurch in der Hauptsache zu Ixen fünf Torerfolgen. 3m ersten Moment mutet das Endresultat recht schmeichelhaft für R ed.-rgirmes an. Das*Haupt- verdicnst an den vier Toren der Platzmannschaft hat jedoch die Gießener Hintermannschaft, die schlecht disponiert war, darunter der von einer Krankheit noch nicht richtig genesene Torwart. Dieser war vom Mißgeschick verfolgt; nicht weniger als bei drei der erzielten Tore Aiedergirmes' hatte er den Ball bereits sicher in den Händen und verlor ihn wieder beim Abspiel, wobei er von den Stürmern des Platzvereins heftig und teilweise auch unfair bedrängt wurde. Jedoch auch die morastige Dodenbeschaffenheit vor den Toren, die dem Hüter die Standsicherheit nahm, trug viel dazu bei. Der Sportclub Niedergirmes spielte sehr eifrig und schnell. Infolge der Vertrautheit mit den Platzverhältnissen wurde er d4s zum Schluß mff fdnem totften, hohen Spiel den Blauweihen gefährlich. Die Begegnung war bis etwa 15 Minuten vor Spielende (3:3) fair und ausnahmsweise ruhig, der Schiedsrichter Bastian (Frohnhausen) kettete sehr gut Ms dann 1^00 durch zwei weitere Treffer den Sieg an sich riß, wurden einige Spieler von Aiedergirmes ausfällig gegen die Gießener Spieler unb den Schiedsrichter. Nachdem wieder Ruhe und Ordnung herrschte, konnte das Spiel fortgesetzt und gleich darauf beendet werden, nur daß Rieder- girmes noch ein Tor erzielte. Das Spiel der Ligareserven gegen Rie- dergirmes endete 1:1 (Halbzeit (0:0). Merdings hatte 1900 fünf Spieler der dritten Mannschaft eingestellt. Dem Spielverlauf nach wäre ein Sieg der Gießener gerechter gewesen. Ein vor der Pause von diesen erzieltes Tor wurde nicht anerkannt, ebenso entging dem Schiedsrichter ein berechtigter Elfmeter kurz vor Schluß, als nach einem abgeweyrten Eckball ein Riedergirmeser Spieler eine schöne Flanke des Gießener Rechtsaußen im Strafraum mit erhobener Hand abwehrte. Resultate der Jugendmannschaften: 1900 1. Schüler — Gr.°Dufeck: Schüler Großen-Buseck nicht angetreten. — 1900 1. Jugend — Butzbach 1. 3ugend 1:0; ein sehr schönes Spiel. — 1900 2. 3ugend — Riederweisel 1. Jugend 0:2; 1900 war nur mit 10 Mann nach Rie- derweisel gefahren, spielte überlegen und verlor doch. — 1900 3a Jugend — M. T. D. Marburg 3. Jugend 0:1. — 1900 3b Jugend — M. T. V. Marburg 4. Jugend 0:6; 1900*8 3a hielt sich ausgezeichnet. Bei der 3b war der Körperkräfteun- ter schied doch zu groß. D. f. R. Lich. Lichl — Laubach 1 1:1 (0:1). Dem vorzüglichen Schiedsrichter W i l l e r, Wetzlar, stellten sich die Mannschaften in korn- pletter Aufstellung. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein sehr flottes Tempo, und nach einer Viertelstunde sandte Laubach unhaltbar ein. Rach dem Seitenwechsel drückte Lich stark und schnürte den Gegner in seine Hcklfte ein. Laubach versuchte mit allen Mitteln den Vorsprung zu halten, konnte es aber nicht verhindern, im Anschluß an eine der zahlreichen Ecken den Ball passieren zu lassen. $. E. „Teutonia" Steinberg 1926. In Sternberg weilte Heuchelheim am Sonntag mit seiner ersten Jugend. Beide Mannschaften waren sich gleich. Heuchelheim konnte 3 Minuten vor Schluß mit Glück 1:0 gewinnen. Sportverein 1921, Ettingshausen. Bei dem Verbandstreffen am Sonntag auf dem Platze in Ettingshausen gegen die 1. Elf des Fustballllubs Großen-Buseck war das Glück der Platzmannschaft beschieden. In der ersten Halbzeit beherrschte Ettingshausen das Feld und konnte dreimal einsenden. Ein in der zweiten Minute gegen Ettingshausen verhängter Elfmeter wurde gehalten. Mit 3 :0 ging es in die Pause. Rach Wiederanstoß legte sich die äußerst flotte und temperamentvolle Gästemannschast mächtig ins Zeug und konnte in kurzen Zeitabständen zweimal einsenden. Die Hlntermannsch>ast Ettingshausens war oft stark bedrängt. Ein -weiter, in den letzten Minuten für Großen-Buseck wegen angeblichem Handspiel gegebener Elfmeter wurde vebchossen. Mit dem Ergebnis 3 :2 pfiff der llnparteiifche D 5 ch e r, D.f.B. Gießen, das Spiel ab. Zu dem Sportbericht des V.f.D. in der vorigen Woche ist zu bemerken, daß das Spiel der 3. D.f.B.-Mannschast mit dem Ergebnis 2:0 nicht gegen die 1., sondern gegen die 2. Mannschaft des Spv. Ettingshausen ausgetragen wurde. Die 1. Mannschaft spielte an diesem Lage gegen die gleiche in Lollar. Arbeiier-Turn- und Sportbund. Gießen I — Reu-Isenburg I 2:2. Gießens 1. Mannschaft hatte zum Rückspiel Reu-Isenburgs 1. Mannschaft am Sonntag zu Gast. Während die Gäste in veränderter Aufstellung antraten, trat Gießen in seiner alten, vor- jahttgen Mannschaftsaufstellung an. An Stelle des ausMb'iebenen Unparteiischen Übernahm ein Gießener Dereinsangehöriger dir Leitung, der aber in der zweiten Halbzeit versagte und durch feine Fehlentscheidungen eine unnötige Schärfe In das Spiel brachte. Der Anstoß der Gäste wurde Offene Wagen werden zur LIMOUSINE nm gearbeitet abnehmbar oder auf Wunsch fest. Neue Karosserien aller Art, sowie elegante InnensteuerHmousinen, welche zugleich als geschl. Lieferwagen fahrbar sind. Reparaturen billigst. 10196D Karosseriewerke 0. Faber, Mühlstrabe 22 / Telephon 1096. Kapok zum Füllen von Kissen In bester Qualität [10210A Aussteuerhaus Salomon Gießen z Selierewec 81, Tisch- und Divandecken Kyffhäuser-Technikum Frankenhausen. Schwaeh-n.ßtarkBCioint. *«It für Much.- o Smiterabt 1. Land», a, Hattert. Antomobllban. in größter Auswahl bei Chr. 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Der weitere Verlauf deS Spieles war auSgefüllt mit Fehlentscheidungen und Disputen, die eine ungemeine Harts ins Spiel brachten, tn dessen Verlauf zwei Spieler der Gäste und ein Änheimisch:r das Feld verlassen mußten. So endete das wenig sportliche Spiel mit obigem Resultat, Ecken 4:2 für Jserrburg. Gießen ld — Oppenrod I 1:3. Dießen spielte mit dem Wind, mußte sich jedoch gefallen las en, daß die Gäste bald in Führung gingen. Einige gute Gelegenheiten wurden von Gießen verpaßt. Dis HalbzÄt gelang es sogar bax Gästen, das Resultat auf 2:0 zu stellen. Rach Seitenwechsel hatte Gießen mehr vom Spiel, während die Gäste etwas obste len. Ein gut getretener Eckball wurde von Gießen zum Ehrentor eingedrückt. Oppenrod wurde mm wieder lebhafter und konnte ein weiteres To« erzielen. Heuchelheim I — Rodheim l 2:1 Zwei Rachbarn trafen sich in Heuchelheim zu einem Freundschaftsspiel. Auch hier zeigte sich der zähe Wille der Mannschaften der zweiten Bezirksklafse. gegen stärkere Gegner achtbar abzuschneiden. Großen-Linden I —- Raunheim 11 2:2. Die beiden Gruppenmeister der zwetten Be« zirksklasse trafen sich im Vorspiel um die Meisterschaft dieser Klasse in Großerr-Linden. DaS Spiel begann von Anfang flott, Raunheim war etwas überlegen. Trotzdem erzielte Gr.-Linden den FührungSttefser, dem Raunheim bis Halbzeit den Ausgleich entgegensetzte. Rach Halbzett war Gr.-Änden etwas überlegen unö timuta abermals die Führung erzielen. Erst kurz vor Schluß gelang es den Gästen, den Ausgleich zu erzielen. Kinzenbach I — Burkhardsfelden 1 4:3. Beide Gegner trafen sich zum Freundschaftsspiel in Kinzenbach DaS Spiel wurde flott und fair durchgeführt. Bet Halbzeit sah man dis Gäste mit 2:1 in Führung. Rach Seitenwechsel brachte Kinzeirbach eine schärfere Rote ins Spiell Es gelang chm auch, bis Schluß noch dreimal erfolgreich zu sein, während die Gäste nur noch einmal dem Leder den Weg inS Retz zeigen konnten. /3Ä 3 M M SRtxinna, tzsch'a«. Yr^nschutz, B-JR 9 9ttn>en« unb LrkalrungSlchmrrzrn. — Äannedtergelft «ail Ist in alles " " — Apotheken mb Drogerien «chSMlch. PREISE RM. 0,20-1,20 SCHMERZLOSES RASIEREN DURCH VORHERIGES EIN REIBEN MIT •FUHKNieUllLUIS« Jeen Weisel, Gleiten, Sonnenstrafte 6, Telephon Nr. M 08183 Buketts in schöner Auswahl, sowie Erikastödte u. frische Chrysanthemum Donnerstag a. d. Markt, Stand 6-7 Fisch-Jürgens WesermOnde-Fisch. osns Gärtnerei Volk, Lieber Str.7 gegenüber der alten Friedholskapelle. Oie -rOberhefsische Dollszellung" berichtete kürzlich über einen unliebsamen Zwischenfall in Gießen mit einem Rittergutsbesitzer Süsse. Es ist AU meiner Kenntnis gelangt, daß von verschiedener Seite in der Stadt fälschlich und leichtfertig meine Person hiermit In Zusammenhang gebracht wird. Ich erkläre, baß ich dieser Angelegenheit völlig fern stehe, auch nie ein Gut besessen habe, hingegen in einer mecklenburgischen Kleinstadt zurückgezogen lebe, und baß ich gegen derartige gemeine Der- leumbungen strafrechtlich vorgehen werde. Rudolf Busse, Oberstleutnant a. O. Hohlsaum- Arbeiten aller Art ,0210a werden schnellstens angefertigt im Aussteuerhaus Salomon Gießen ' Seitenweg 81» Zum Totensonntag empfehle Kränze, Kreuze, Seefische bedeutend billiger 3ür leicht verkäuflichen, in jedem Haushalt unenlbehrl. Artikel sucht bekannte, seit Jahrzehnten aufs beste eingefuhrle Firma redegewandten, tüchttgen Verkaufsagenten gegen Wochenspesen und Derkaufs- proviston. Schriftliche Angebote imt 10180D an den Gießener Anzeiger. 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Settdem ließen die Schmerzen täglich immer mehr nach, und kann Ihnen heute zu meiner größten Freude mitteilen, daß alle Schmerzen spurlos ver. schwunden sind, und ich mich wieder wie neugeboren fühle. Hochachtungsvoll I. M. i. M. Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich GieBeoer Komertverein Donnerstag, 22. November 1928, 19V« Uhr, im Stadttheater Mozart Symphonie G-moll Haydn Cello-Konzert Beethoven 8. Symphonie Bas Frankfurter Svmpbonie-Ordiester Leitung: Dr. Stefan Temesvary Solist: Orobio de Castro (Cello) Eintrittskarten RM. 5 —, 4.— und 2 50 bei Ernst ChalLier und an der Kasse Caf6 Ernst Ludwig Mittwoch, den 21. November von 4 Uhr nachmittags ab: verstärkte Kapelle, Tanz Bis 4 Uhr nachts geöffnetl 10193D Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Erste Aufforderung zum Umtausch der Aktien über RM 120,— Wir fordern hiermit unsere Kommanditisten, deren Aktien auf RM. 120,— (auf den Namen der ehern. Nationalbank für Deutschland) lauten, auf. ihre Stücke nebst laufenden Gewinnanteilscheinen unter Beifügung eines arithmetisch geordneten Nummernverzeichnisses in doppelter Ausfertigung bis zum 24. Februar 1929 (einschließlich) zum Umtausch in Aktien über RM. 1000,— bzw. RM. 100,— 1. bei unseren Hauptniederlassungen in Berlin (Behrenstr. 68—70), Bremen, Darmstadt; 2. bei unseren sämtlichen Filialen und Zweigniederlassungen; 3. in Barmen bei dem Barmer Bankverein Hinsberg, Fischer & Comp., „ Breslau bei dem Bankhause Eichhorn & Co., „ Danzig bei der Danziger Bank für Handel und Gewerbe Aktiengesellschaft, Essen a. d. R. bei dem Bankhause Gebrüder Hammerstein, bei dem Bankhause Simon Hirschland, „ Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effecten- und Wechsel- Bank, bei dem Bankhause Otto Hirsch & Co., bei dem Bankhause Lincoln Menny Oppenheimer, bei dem Bankhause Jacob S. H. Stern, bei dem Bankhause Gebrüder Sulzbach, „ Hamburg bei dem Bankhause L. Behrens & Söhne, bei dem Bankhause M. M. Warburg & Co., „ Hannover bei dem Bankhause Ephraim Meyer & Sohn, „ Karlsruhe bei dem Bankhause Veit L. Homburger, ,, Köln bei dem Bankhause A. Levy, bei dem Bankhause Sal. Oppenheim jr. & Cie., „ Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, „ München bei dem Bankhause Merck, Finck & Co., „ Nürnberg bei dem Bankhause Anton Kohn, „ Amsterdam bei der Amsterdamschen Bank, bei der Internationalen Bank te Amsterdam, „ Wien bei der Mercurbank, während der üblichen Geschäftsstunden einzureichen. Formulare sind bei den oben genannten Stellen erhältlich. Gegen Einreichung von 25 Aktien über je RM. 120,— werden 3 Aktien über je RM. 1000,— mit laufenden Gewinnanteilscheinen und Erneuerungsschein ausgereicht. Erreicht der Nennbetrag der von einem Kommanditisten eingereichten Aktien nicht RM. 3000,— oder ist er nicht durch 3000 teilbar, so wird für je RM. 1000,— Aktiennennbetrag 1 Aktie Über RM. 1000,— und für je RM. 100,— Aktiennennbetrag 1 Aktie über RM. 100,— ausgereicht. Die Umtauschstellen sind bereit, den An- und Verkauf von Spitzenbeträgen zu vermitteln. Der Umtausch der Abschnitte zu RM. 120,— in solche zu RM. 1000,— kann auch erfolgen, wenn sich unter den eingereichten Aktien Abschnitte zu RM. 100,— (lautend auf die Namen der ehern. Bank für Handel und Industrie oder der ehern. Nationalbank für Deutschland) befinden. Wir fordern ferner unsere Kommanditisten auf, auch den Umtausch der noch auf die Namen der ehern. „Bank für Handel und Industrie“ und der ehern. „Nationalbank für Deutschland“ lautenden Aktien zu RM. 100,— in Aktien mit der neuen Firma „Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien“ vorzunehmen, wobei anstelle der Abschnitte ä RM.100,— auch solche von RM. 1000,— ausgereicht werden können. Insbesondere weisen wir darauf hin, daß nach Ablauf der obigen Umtauschfrist die noch auf die alten Namen lautenden Aktien an den Börsen nicht mehr lieferbar sein werden. Der Umtausch der Aktien erfolgt für die Kommanditisten, die ihre Stücke dem Sammeldepot angeschlossen haben, provisionsfrei. Ebenso wird der Umtausch bei uns und unseren Niederlassungen provisionsfrei behandelt, in gleicher Weise an den Schaltern der sonstigen Umtauschstellen. Soweit bei letzteren der Umtausch nicht am Schalter erfolgt, wird die übliche Provision in Anrechnung gebracht. Die Aushändigung der neuen Aktienurkunden erfolgt gegen Rückgabe der Empfangsbescheinigungen über die eingereichten Aktien, und zwar bei der gleichen Stelle, von der die Bescheinigungen ausgestellt worden sind. Die Quittungen sind nicht übertragbar. Die Stellen sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Legitimation des Vorzeigers der Empfangsbescheinigung zu prüfen. Die Lieferbarkeit der neuen Aktien über RM. 1000,— und RM. 100,— ist bereits an den Börsen beantragt. Diejenigen Aktien über RM. 120,—, welche nicht bis zum 24. Februar 1929 eingereicht worden sind, werden gemäß § 290 HOB. für kraftlos erklärt Das gleiche gilt von eingereichten Aktien über RM. 120,—, welche die zum Umtausch erforderliche Zahl nicht erreichen und uns nicht zur Verwertung für Rechnung der Beteiligten zur Verfügung gestellt worden sind. Die an Stelle der für kraftlos erklärten alten Aktien auszugebenden Aktien unserer Bank über RM. 1000,— und RM. 100,— werden für Rechnung der Beteiligten verkauft. Der Erlös wird abzüglich der entstehenden Kosten zur Verfügung der Berechtigten gehalten. Berlin, im November 1928. 10181D Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Goldschmidt. von Slmson. Restauration zum schwarzen Walfisch Lelterswcg 50, Jnb.: Franz Loldan Mittwoch, den 21. November, nachm. ab 3 llbr _ Konzert Guter bürgerlicher MtnagSlisch Reichhaltige Abendkarte loiyso Universitäts-Restaurant Morgen Mittwoch 3 Uhr Konzert u. Tanz Gut bürgerlicher Mittagstisch auch im Abonnement Schöner Saal noch einige Tage frei Um gütigen Zuspruch bittet °’1W Peter Sauerborn Zill sm SW Morgen,Mittwoch,21.Nov.,ad 9 Uhr wozu eton- Auf- 430 1600 1400 150 700 950 600 1170 Basaltlavaverblendung, Betonfußböden, Ei enbetondecken, Ei enbetonrippendecke, anderem etwa: 2400 cbm Erdaushub, qm qm qm qm qm cbm Fundamentbeton, cbm Ziegelmauerwerk, qm Schwemmsteinwände, Zuschlagsfrist: drei Wochen. Gießen, den 20. November 1928. Ernst Schmidt, Architekt B. D. A. Dismarckstraße 38. UMMVkiikl 8V Telephon 189 las dho w sehelzle wagen! 10124D Zm MW SM SMS LtlimiB Morgen Mittwoch osies RUM Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Bureau des unterzeichneten Architekten offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum Eröffnungstermin am Schlachtfest ?«. Konzert freundl. einladet: W.H.Runzheimer dentenhilfe e. B. vergeben werden; unter 10200D Montag, den 3. Dezember vormittags 10 Uhr verschlossen und mit entsprechender schrist versehen einzureichen. Swangsversteigerung X44/28 Am Donnerstag, dem 13. Dezember 1928, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Karl Lindenstruth und Genossen zugeschriebene Anwesen Tiefenweg ö 939ID Flur 1, Nr. 945 - 512 qm Hofreite, geschätzt auf 38 530 Mark, zum Zwecke der Auseinandersetzung, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, dahier, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 23. Oktober 1928. I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Arbeitsvergebuug. Unter Zugrundelegung der Reichsverdingungsordnung sollen die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten für den Neubau des Studentenhauses für die Gießener Stu- Ei enbetonhohlsteindecken, 180 lfd. m Stufen Eisenbetontrepven. Die getrennte Vergebung der Eisenbetoi arbeiten wird vorbehalten. - «< .. -5- . 'M," " I WMF ■ WW ' ■ ■ MM VW Gesunder u. kräftiger Körper in gesunder und schöner Hauti Richtige Haut-Ernährung, zweckmässige Anregung der Hautnerven durch „PFEILRING“ LANOLIN PRÄPARATE Sie enthalten das dem Hautfett verwandte „PFE6LRING“-8.ÄNOMN In richtig dosierter Form, so daß es von der menschlichen Haut restlos aufgenommen wird. „PFEiLKUNG“ LANOLIN SEIFE UND CREAM sind daher das tägliche und nahrhafte Brot für die menschliche Hautl „Pfeilring“ Lanolin-Seife SS Pfennig da» Stück „Pfeilring“ Lanolin-Cream In Dosen und Tuben von 15—75 Pfg. die Packung Der fparfame Kleinwagen für jedermann! 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November 1928, abends 8% Uhr, in der Universitäts-Aula: KONZERT unter Mitwirkung von Franz Völker (TENOR) vom Opernhaus in Frankfurt am Main Am Klavier: Mimi Bock (Gießen) Programm: Gemischte Chöre mit Klavierbegleitung und Lieder für Tenor von Franz Schubert, Arien von Puccinl. Eintrittskarten: RM. 4. — , 3.— und 2 — bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 150 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. ____________________________________________________00830 Zum Löwen Neuenweg 28 Morgen Mittwoch, 21. d. M. ,02,4c ab nachmittags 3.30 Uhr Zweites Gastspiel der Eisenacher Tanz-Sport-Kapelle Max Beyreihs • Bis 4 Uhr nachts geöffnet DRUCKSACHEN ALLER ART liefert In jeder Ausstattung stilrein und preiswert BrOhl'sehe Unlversltlts-Druckerei R. Lange, GleBen kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diele müssen heraus» sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. 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(559) — Molos letzter Roman ist thematisch wohl herausgewachsen sus dem vorletzten, innerlich bedingt in der .Legende vom Herrn"; formal, in der Kompo- sttivn des Stoffes wie im Handwerklichen der Stählung, geht er auf frühere Historien zurück, auf den „Fridericus" und auf den Schillerroman. Mit jenem ersten ha! er vor allem die auher- ordentlich energische Konzentration eines ent- Tnutigend ause.nanderfliegenden und sich auf- türmendeir epischen Stosses gemein — mit beiden aber den Willen, ein geistiges, seelisches Bild seines Helden zu geben, lebendige Historie zu schreiben, den Menschen Luther im Holzschnitt vor uns hinzustellen. Dies ist kein theologisches Werk mehr, als das der Christus-Roman noch in etwas gelten konnte..., auch kein politisches, obwohl viel verschollene Politik hineingearbeitet ist _: nur eine Menschengeschichte, nichts weiter. Die Stoffbewältigung ist bewundernswert: dergleichen können unter den Heutigen außer Molo nur ganz wenige; er sieht den Mönch Luther im Brennpunkt seines Schicksals, in der Sternstunde seines Lebens, an der großen Wende seines Menschentums, wie jene Königsgestalt zuvor in die armselige Spanne eines einzigen Schlachttags gebannt war, visionär, vollkommen im deckenden Ümriß ersaht, in allen Seelentldfen entschleiert. Hier vollendet sich das Menschenbild Luthers rm Wirbel der zwei stürmischen und weltbedeutenden Tage von Worms im Jahre 1521. Und zwar — dies ist interessant und sticht von den früheren geschichtlichen Romanen Molos ab —: der Erzähler bedient sich hier großenteils einer indirekten Gestaltung (das Potitisch-Zeit- geschichlliche, wovon die Rede war, erfüllt da seinen tieferen Zweck) —, Luthers Person erscheint im Laufe der Ereignisse erst spät und nicht immer im Mittelpunkt: er hebt sich ab vom Htntergrunde einer ausgezeichnet erfaßten und geschilderten, wirren und wilden Zeit, gespiegelt, erllärt, gedeutet von der Gegenseite, vom übermächtigen römischen Widerspiel aus. Erst so vorbereitet und angekündigt, wächst die Gestalt des großen Bekenners ins Buch hinein, mächtig, prall und lebendig, äußerlich ganz der nachschaffenden Phantasie anheimgegeben, aber unverrückbar und unantastbar im geistigen Porträt, als der Mensch mit dem großen Herzen, überströmend und stets unangreifbar in der Wurzelkraft seines Glaubens, in der unerschütterlichen Seelengröße seiner Wahrhaftigkeil und seiner Leidenschaft, zu bekennen unb einzustehen für sich und fern neues Wort trotz Tod und Teufel. — Jakob Schaffner: Der jMensch Krone. Roman, Union Deutsche Verkagsgesell- schaft in Stuttgart, Leinen 6,50 Mk. (456) — Es ist nicht einmal etwas Besonderes um den Vorwurf dieses Romans: Kampf und Entsagung eines durch und durch guten, tapferen, ehrlichen und aufrechten Mannes, der fast unmerklich für ihn selbst um seine Liebe betrogen wird. Zwei Freunde laufen ihm nacheinander den Rang ab. Gr geht still und aufrecht seinen Leidensweg, fast wie ein Dchlafwanoler, bis die Kurve seines Lebens kommt, das Aufdämmern seines Schicksals, dem er ohne Reflexion, einen unüberwindbaren inneren Zwange folgend, die entscheidende Wendung gibt. Er wird zum Mörder an dem glüöllicheren Rebenbuhler in der Liebe zur Zügen dgesährtin, ohne Hatz, ohne Rachegefühle, ohne Ziel. Rur noch einmal sehen will er sie, mit der er sein Leben lang sich verbunden gefühlt hat und die ihm doch nicht bestimmt sein sollte. Daim geht er seinen Passionsweg weiter bis zum bitteren Ende, Gethsemane und Karfreitag: .An der Grenze der Welt irrt eine schwache blühende Flamme", so sagt der Dichter, „eine Passionsblume, frisch erbrochen, den Feldern der Wiedererweckung zu. Gin Tropfen Blut zitiert ihr im Kelch Die zart brennenden Blatter weben und beben. »Halt! Wer da?" „Eine freie Seele!" „Passieren!" — Auch diesem armen Menschen Krone, der schuldig wurde und sühnte, wird ein Ostern. Richt die karge Handlung ist es, auch nicht die eminente Kunst der Gestaltung, die bei der Formung eines Menschenschicksals in dem Rahmen der Leidensstationen der Karwoche, mit dem fernen Takt des echten Dichters naheliegende Entgleisungen vermeidet, ja nicht einmal befürchten läßt, sondern die zwar ganz moderne, gcmz zeitgemätz empfundene, aber nicht weniger tiefinnerliche Frömmigkeit, das echte religiöse Gefühl, Menschenliebe und Gottessehnsucht, diese weltanschaulichen Dinge lassen Schaffners neuen Roman so weit emporragen aus dem Alltag literarischer Produktion. — Grnst Zahn: Tochter Dodais. Roman in Leimen gebunden Preis Mk. 7.—. Deutsche Derlagsanstalt, Stuttgart (567). Ernst Zahn kommt diesmal mit einer besonderen Heber- vaschung. Der Dichter der Schweizer Berge, der Schilderer heimischen Bürger- und Bauerntums, hat sich einen Stoff aus der alttest amen torischen jüdischen Geschichte geholt. Abisag, die Tochter Dddais, eines jüdischen Grundherrn, wird, ein unschuldig-ahnungsloses Kind, von berechnenden Großen des Hofes zum König David nach Jerusalem gebracht, um durch ihre Schönheit dem greisen, schon zum Sterben rüstenden Herrscher, neuen Lebenswillen einzugeben. An ihrer Reinheit scheitern chre selbstsüchtigen politischen Zwecke. Aber in den Streit um das Erbe König Davids, der no-ch zu Lebzeiten des Vaters zwischen Adonia und Salomo, seinen Söhnen, entbrennt, wird auch Abisag verstrickt. Der Streit um den Thron Israels wird zum Kampf um Tod und Leben um den Besitz des Mädchens. Salomo siegt. Aber Abisag entflieht aus den Mauen» Jerusalems, der Stadt der Sünde und des Zwists, hinaus in die weiten Gefilde der Heimat, zurück zu den Schafherden ihres Vaters. Mit einer unendlichen Zartheit hat Zahn die Schicksale dieses jüdischen Mädchens gestaltet, die Geschichte ihrer Liebe zu Ado.aia, dem Königssohn, vom ersten Knospen liebender Sehnsucht, die wenigen Stunden bang-hnteren Glücks, bis zum herben Ende. Hineinverwoben ist dies in eine der fesselndsten Episoden altjüdischer Geschichte: der Fluch llriaß, des Feldhauptmanns, den König David um feine Frau Bathseba betrog, wird furchtbare Wahrheit. Zahns grotze Lesergemeinde wird dies neue Werk des Dichters gern zu den früheren stellen. — Joseph von Laufs: Der papierene A l o h s. Roman. Preis für den Leinenband 7.50 Ml. Verlag G. Grotesche Ver agsbuchhand- lung, Berlin SW 11. (581) Laufs ist ein Lands- mann von Seydlih, dem kühnen Reitergeneral des Großen Friedrich, den der selige Fontane in einer seiner schönsten Balladen gefeiert Hatz „Unb Calcar. das heißt Sporn" ist der schneidige Refrain. In Calcar, am Riederrhein hat auch Laiff die schönsten Jugendjahre verbracht und Erinnerungen aus dieser Zeit gaben ihm den Stoff zu seinem „papierenen Aloys". Der bewußte Aloys ist ein kleiner Papierkrämer, bei dem der Herr Rotar Laufs, des Dichters Papa, seinen vermutlich recht umfangreichen Bedarf an Schreibmaterialien einzudecken pflegte. Bei diesen häufigen Geschäftsverbindungen nahm auch der Fi ius Laufs mit dem „papierenen Aloys" Fühlung, und diese bescheidene, weltfremde, gütig und zart empfindende Seele hat sich dem Jungen tief eingeprägt. Aloys hatte kein leichtes Los zwischen einer zwar zärtlich besorgten, aber despotischen Mutter und einer leichtfertigen Ehe rau. Der Dänenkrieg und die Erfahrungen seiner Ehe schmieden Aloys zum Manne. Seine Frau treibt die Schande des Ehebruchs in den Tod. Tapfer nimmt er das harte Geschick auf sich. Harmonisch und weltweise, wie ein rechter Lebensphilosoph, fint>et er ein neues Eheglück und zimmert sich ein neues Leben. Mit viel Liebe zur Heimat und zu den Gestalten längst entschwundener Jugendzeit, mit viel köstlichem Schalt und Humor hat Laufi diese Geschichte erzählt. — Wende. Der Roman eines Herbstes von Maria Waser. In Leinen gebunden 7 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart (625). — Dieser Roman ist die Geschichte einer Krise, einer Heilung, einer Heimkehr. An Der sinnvollen Schönheit des Florentiner Landes und seiner Kunst läutert sich und gesundet die Heldin, Peregrina-Fiammetta, zu einem neuen, vertieften und gereinigten Bewußtsein ihrer Bestimmung als Künstlerin, als Frau und Mutter. Das Mysterium des Reifens, das alte, dunkle RätseL im Leben der Frau, führt sie durch einen Sturm der Leidenschaft, den sie mehr erregt, als fie an ihm Teil hat, in die lichte Septemberklarheit einer zweiten Jugend, der geistigen. So hat Maria Waser, die mütterliche Dichterin, uns den Roman der Fünfzigjährigen geschenkt. 'Da ist wieder eine schöpferische Dollnatur, ein ganzer Dichtermensch, der Leib und Seele als Mewdie und Worte eines Liedes zu empfinden vermag. Ihr Frauenweg führt sie zur Bejahung der „Wende" und des Wandels: „weil man nimmer herausfallen kann aus der Um» armung des göttlichen Lebens". Aus fremden Literaturen. — Jean Giraudvüx: Eglantine. Roman. Im Insel-Verlag zu Leipzig, 1928. (413) — Ein junges Mädchen flüchtet vor der ölnbe- ständiakeit aller Lebensbeziehungen zum Alter, das ihr das einzig Beständige dünkt. Die Liebe erst des Barons, in dem sich alle Tradition und seelische Kultur eines hochgezüchteten Standes vereinew dann des großen Bankiers der sie durch fernen Reichtum in eine Welt ohne Wirklichkeit entrücken kann, ist seltsam miteinander verwoben; sie verläßt den ersten um des zweiten willen, kehrt aber zum Baron zurück. Sre gibt sich nie ganz, ihr Wesen wandelt sich nach dem, der sie liebt Sie ist das, was der Liebende in ihr sieht Es ist die Kunst Giraudoux', die seelischen Wirrnisse deutlich und verständsich zu machen. Klar hebt sich das zeillose innere Geschehen von dem Hintergründe der modernen Den Welt ab. Eglantine ist eine Dame von le, fährt Auto, tanzt zum Fünfuhrtee, telephoniert. Aber diese Welt ist sätsam unwirklich stilisiert. Der Roman dsS jungen Franzosen ist durchaus ltterarisch, ohne den Atem deS starken Lebens. — FrancIS de Mivmandre: DaS Herz und der Chinese. Roman. Deutsch von Irene Kafka. 175 Seiten 8°. Geh. 2.50, Leinen 4.50 Mk. F. P. Tal & Co, Verlag, Leipzig, Wien, 1929 (571). — Die Flucht einer Frau aus dem Alltag, aus dem unerttäglichen Einerlei einer freudlosen Ehe hi ein glitzerndes Abenteuer, dem sie nicht gewachsen ist. Mivmandre — Goncourt-PveiSttäger — erzählt zart und schlicht die Geschichte einer jungen Frau, die an ihrem . sehnsüchtigen Herzen zugrunde geht. Die Lleber- fetzung ist forgfättig und feinfühlig. — David Herbert Lawrence: Die Frau, die davon ritt Sechs Novellen. Preis in Leinen geb. Mk. 7.—. Insel-Verlag Leipzig (600). Lawrence, der als einer der stärksten Dichter England gilt, hat mit den sechs Novellen dieses Bandes dort vor kurzem einen grotzen Erfolg erzielt. Wie immer für ihn ist die Beziehung zwischen Mann und Frau der Mittelpunkt; diesmal behandelt er das Thema gedämpft, in den breiten Lebensstrom hineingestellt In „Die Frau, die davon ritt“, ist das Problem ganz vom Persönlichen gelöst, der Opfertod der weißen Frau bei dem versprengten Aztekenstamm tn8 mystisch Allgemeingültige erhoben. Diese Novelle allein schon macht Lawrence zu einer bleibenden Gestalt in bei europäischen Literatur. — Arnold Bennett: Himmlische und irdische Liebe. Ein Roman in drei Episoden. Einzige berechtigte Uebersetzung aus dem Englischen von E. Mc. Calman. Volksoerband der Bücherfreunde, Wegweiser-Derlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. (631.) — Bennett, eine der führenden Persönlichkeiten des modernen englischen Schrifttums, schildert in diesem bezaubernden, von einer spannen- den Handlung lebhaft bewegten Roman die Geschichte einer Liebe, die sich aus den Verwirrungen irdischer Leidenschaft zu einem Leben erhebt, das sein tiefstes Genügen erst in der Hingabe an das Leben eines andern findet. Die geistreiche Zeichnung der englischen Gesellschaft'und die wundervollen Naturschilderungen verraten die Hand eines großen Dichters. Der V. d. B. hat auch dieses Werk wiederum in einer vorbildlich schönen und soliden Ausstattung heraus- gebracht, wie alle seine Werke, die eine ausgesucht wertvolle Bibliothek darstellen. — Willa Cather: Antonia. I. Engelhorns Nachs. in Stuttgart In Leinen 6,50 Mark. (588.) — Willa Cather ist eine der anziehendsten Erscheinungen der an Persönlichkeiten so reichen jungen Literatur Amerikas. In ihren Adern fließt elsässisches und irisches Blut. Sie kam mit neun Jahren auf eine Farm nach Nebraska und wurde später Lebrerin und Journalistin. Der vorliegende Roman schildert die Geschichte einer Tochter böhmischer Einwanderer, des lebensvollen, durch tausend Stürme geworfenen Naturkindes Antonia. Daneben läuft der Entwicklungsgang ebenfalls eingewanderter Skandinavierinnen und vor allem jener eines amerikanischen Jungen, der in der Nachbarschaft dieser tüchtigen und urwüchsigen Mädchen aufwächst und ih-'en trotz seines geringeren Alters in herzlicher Freundschaft verbunden ist. Um diese jungen Menschen gruppiert sich das interessante Völkergemisch der Ansiedler, den Hintergrund bildet die eigenartige Landschaft der nordamerikanischen Prärie. Natunviffenschafiliche Gchristen. — Houston Stewart Chamberlain, Natur und Leben. Herausgegeben von I. v. Tlexküll. Verlag F. Bruckmann, A-G, München. Preis in Leinen gebunden 6,50 Mk. (538). — Ein besonders tragisches Geschick hat es verhindert, daß Chamberlain fein groß angelegtes Werk über ein Fach, in dem er nicht blos zu Hause, sondern eine Autorität ersten Ranges war, zur Vollendung brachte. Dieses Fach ist die Biologie. Seine bahnbrechenden Ideen auf dem Gebiete der Biologie finden sich in seinen großen Werken hie und da zerstreut, aber nirgends find sie zu einem wohlgegliederten Ganzen vereinigt worden, das ihre Bedeutung ins rechte Licht gesetzt hätte. Dabei haben ihn die biologischen Probleme auf seinem ganzen Lebensweg begleitet. Die gaben seinen historischen, philosophischen und religiösen Werken Richtung und Gestalt. Zwei Wege gibt es, um den Geheimnissen der Natur auf die Spur zu kommen: entweder man gehl einem bestimmten scharfumgrenzten Problem mit allen Forscherkniffen zu Leibe, oder man tritt zurück, und sucht einen Standpunkt zu gewinnen, von dem aus man die Zusammenhänge der Naturerscheinungen übersehen kann. Das Schicksal, nicht eigene Wahl, wies Chamberlain auf den zweiten Weg, und er ist ihn zu Ende gegangen, bis er fein Ziel erreichte und einen Standpunkt gewann, der es ihm ermöglichte, nicht nur die Erscheinungen der lebenden Natur zu überschauen, sondern auch seine eigene Art der Naturbetrachtung zu beurteilen. Wie eine neue Sonne ging ihm die Erleuchtung auf: Alles was lebt hat Gestalt — das Leben ist Gestalt —. „In allen Lebensgestalten stehen die Telle unter sich in Korrelation". Das war der erste Grundpfeiler des Gebäudes der Biologie, das Chamberlain zu erbauen unternahm. Die Lebensgestalten müssen sich aber auch untereinander bedingen, wenn sie Telle der Gesamtgestalt Leben sind. „Die Interdependenz der Lebensgestalten" wurde zum zweiten Grundpfeiler, den dritten Pfeller blldele die Erkenntnis, daß „die Zahl der typischen Gestalten nut eine beschränkte ist" und schließ sich wurde der Grundsatz der „Unwandelbarkeit der Gestalten" zum vierten Pfeiler des Baues, der als stolze Kuppel den Satz von der „Erhaltung der Gesc-mtgestalt des Lebens" tragen sollte. Don diesem großartigen Dau, der der Biologie für alle Zeiten einen ebenbürtigen Platz neben der Physik und Chemie gesichert hätte, besitzen wir nur die Fundamente und einige vorläufige Entwürfe. Der Zauber, der von Chamberlains Persönlichkeit ausging und der aus seinen klassische Werken zu unS spricht, eignet auch seinen naturwissenschaftlichen Schriften. Die Leichtigkeit und Sicherheit mit der hier die schwierigsten Probleme behandelt werden, wird jedem gebildeten Leser einen tiefen Genuß bereiten und ihn zum Nachdenken an regen. — R. H. Francs: Welt, Erde und Menschheit. Verlag Ullstein, Berlin. Ganzleinen 5 Mk. (531) — Den neuen Versuch einer „natürlichen Schöpfungsgeschichte" nennt Francs selbst sein Werk. Nach breihigjähriger Arbeit als Naturforscher sagt er, der Dichterische Schilderet des Kosmos, wie die Fragen nach dem Ursprung von Welt und Mensch, nach der Entwicklung der Dinge, der Weltordnung und dem Sein nach dem Tode sich in ihm spiegeln. Er spricht nicht über den Aufbau des Sonnensystems und über die Vergänglichkeit der Erde: innerhalb bet großen, gedanklichen Betrachtungen gibt es unaufhörlich die lebendigsten Studien über Einzelfragen der Meereskunde, der Astronomie, der Völkergeschichte, und was er barstellt, wird für ihn zum farbenreichen Bild: die Vulkane, an deren Feuersglut bet Höllenglaube des Mittelalters erinnert, die THermal-Algen in dem heißen Sprudel von Karlsbad, die Welt in einem Tropfen Sumpswasser, die ersten Blumen der Kreidezeit, das Palmenparadies, das in der Bronzezeit den Boden Deutschlands bedeckte, die Riesenechsen Südamerikas, die leuchtenden Tiere der Tiefiee, der Urwald, die Pflanzenflieget, der Kreislauf des Kalkes, Francs untersucht die Affensrage, den Beginn der Kultur und die Zukunft der Zivilisation. Das unbeirrbare Wirken der Naturgesetze ist die große Grundstimmung, die er. belehrend und schauend, mitteilt. Der reiche Stofs des Buches wird in vielen schönen Abbildungen dem Leser näher- gebracht. Reisen und Abenteuer. — Herbert Asb urh: Die Hnlertoelf von Neuyork: Kriminalgeschichte einer Großstadt. Deutsch von Curt und Marguerite Thesrng. Verlag Paul List in Leipzig. Preis gebunden 6,80 Mk. (517) — Das Interesse für alle möglichen Fragen der Kriminalistik ist auch in Laienkreisen unferer Zeit ganz außerordentlich lebhaft, und es ist daher kein Wunder, datz diesem durch eine rapide anwachsende Produktion von Kriminal-Literatur aller Art entgegengefonrmen wird. Gewiß mehr als fünfzig Prozent davon ist Schund oder zumindest nicht sehr weit entfernt davon. Ilm so begrützensw rter ist es, wenn jetzt immer mehr Werke herauskommen, die auf Grund wissenschaftlicher Arbeiten dem Laien die Mög- lichkeft geben, nicht nur seinen Sensationsfitzei zu stillen, sondern auch ernsthaft über diese wichtigen sozialen Probleme nachzudenken. Ein solches Buch liegt uns hier vor. Es gibt, zweifellos als Ergebnis sehr eingehender Studien, eine Geschichte bet Verbrecherwelt von Neichork, das unter den Weltstädten die größte unb jüngste ist. Schon als bie elften Ansiedler den indianischen Ureinwohnern den Boden streitig machten, sammelten sich in gewissen Bezirken Neuyorks bie ersten Ver- brccherbanden, die mit dem Anwachsen der Ansiedlung zur Groß- und Weltstadt in immer bedrohlicherem Matze zu einem Schrecken bet ganzen Gegend wurden. Der Verfasser ist nun Den einzelnen Banden, bie über eine straffe Organisation verfügten, sich in ihrer „Arbeit'^ streng spezialisierten und ganze Bezirke beherrschten, bis auf ihre Ursprünge nachgegangen unb weih auherorbentlich interessante Einzelheiten, besonders auch über den erbitterten Kampf der Polizei mit ihnen zu berichten. Das Buch liest sich wie ein spannender Kriminalroman ohne jemals den Boden der Wirklichkeit und der sachlichen Darstellung zu verlassen. Für die Kulturgeschichte Neuyorks und Amerikas zweifellos eine wertvolle Ergänzung nach der sozialpolitischen Seite hin. — 21. E. Johann: Mi t 20 Dollar in den wilden Westen. 23erlag Ullstein, Berlin. Ganzleinen 5 Mk. (530) — Ein junger Deuficher steigt mit 20 Dollar auf einem Verschiebebahnhof der Canadiern Pacific in e.nen Arbeit^rzug. Er arbeitet in einem Sägewerk mitten im Busch, wo nichts als unberührter Wald, ein See, Vögel unb Moskitos sind. Sein Stern führt ihn auf eine Farm als Knecht bei Pferden unb Kühen. Dann wohnt er in dem kanadischen St. Moritz, in CB anff am Lake Louise, in einem märchenhaften Hotel unb verbient sich bas Geld für Zimmer und Bad, indem er zwei Amerikanerinnen in der Konischen Philosophie unterrichtet. Er ist Holzfäller, wird fast Landstreicher, wandert aus dem Urwald in ein Tal des südlichen Dritish-Columbia, wirb Oberkuli eines Japaners, erntet Weizen auf ben unenblichen Flächen ber Prärie, gerät in bas Grauen des Schneesturmes, fährt in ben Westen und lebt in den dunklen Schächten eines Erzbergwerks. Dann wirb er Drescher im nördlichen Alberta, haust in einem Blockhaus der wilden Rocky Mountains, um Bahnschwellen anzufertigen unb macht unterwegs nach Vancouver einen Änfall mit, bei dem bie Lokomotive in einen Felssturz hineinrennt. Das sinb einige bei Abenteuer bes Besitzers von 20 Dollar, unb zwi chen ben Berichten über sie stehen Seiten von erstaunlicher Kraft ber Schilberung, Menschenschicksale, Geschichten, Lanbschaften, groß unb feierlich, durchklungen von ber Melodie der Einöde. Und über alle Mühsal des Körpers unb ber Seele triumphiert ein tapferer, jugendlicher Humor. — Die Abenteuer des FürstenDsha- paridse, des größten Bärenjägers Sibiriens. Erzählt von seinem letzten überlebenden Gefährten Egon von Kapherr. Mik 81 Abbildungen von Emil Lohse. 23erlag von Rich. Dong, Berlin. Preis geb. Mk. 5.—. (652.) — Ein Buch recht nach dem Herzen aller Freunde eines kühnen Lebens in freier Natur, nicht zum wenigsten der Jugend und der Jäger. Unermeßlich breitet sich bas Wäldermeer ber russischen Taiga mit bichtem Unterholz unb Fallholz, burchchlinkt von ben Spiegeln ber Seen und ben Bändern ber Flüsse. Hierher zieht ber aus feiner kaukasischen Heimat verbannte Fürst Dshaparidse, der größte Bärenjäger Sibiriens, mit seinem Freunde, dem 23erfaffer dieses Buches, unb mit seinen Jagbhelfern. Denn der Urwald mit seinen Seen und Flüssen birgt einen Reichtum an Tieren, den Europa längst nicht mehr kennt und der das Herz des Jägers höher schlagen läßt. Da ist der König dieser Wildnis, ber Bär, da sind ber gewaltige Elch der Dielfraß, eine Unzahl von Pelzträgern, Vögeln und Fischen aller Art. Hier führen die Jäger ein starkes Leben voll von 2lbenteuern und Gefahren, ein Leben des Kampfes mit dem Raubwilde, mit entflohenen Verbrechern, die als Räuber die Ansiedlungen überfallen, mit dem grimmigen Frost, ungeheuren Walbbcänden, nicht zuletzt auch mit Mücken unb Schnaken. Das aufschlußreiche Buch ist vom Verlag gediegen ausgestattet. — FranzDonat: GeorgundIfabella. Ein Buch von Kampf und Liebe. 205 Seiten 8°. Geh. 3,50, Leinen 5 Mark. Strecker & Schröder, Stuttgart. (658.) — Der durch seine Abenteuerbücker („Paradies und Hölle", „An Lagerfeuern deutscher Vagabunden in Südamerika") bekannt gewordene Verfasser legt hier eine neue Erzählung vor, die jenen ersten an Spannung und Abenteuerlichkeit nichts nachgibt und auf die Freunde des exotischen Romans wie auch auf die Heranwachsende Jugend eine be- trächlliche Anziehungskraft ausüben dürfte. — Fritz Daum: Dätach Kaß, ber Arickarahäuptling. 309 Seiten. Mit 25 Bildern von A. Roloff. Ganzleinenband 4 Mk. Kamerad-Bibliothek Band 39. Union Deutsche Derlagsgesellschaft, Stuttgart (540). — Den immer gleich zahlreichen Freunden einer guten Jndianererzählung bietet dieses neue, flott geschriebene Buch volle Befriedigung. Die 2ti>man* til des „Fernen Westens" aus dem vorigen Jahrhundert lebt in diesen natürlichen unb packenden Schilderungen von stimmungsvollem ßagertteiben, eigenartigen Bräuchen und heißen Kämpfen wieder auf. Kunst und Wissenschaft. Glückwunsch des deutschen Schrifttums an Selma Lagerlöf. An Selma La g e r l ö f, die heute ihren 7 0. © e • burtstag feiert, ist folgendes Glückwunfchtele- gramm gerichtet worden: „Mit Ihrer engeren Heimat huldigen heute, am 70. Geburtstag Selma Lagerlöfs, auch alle anderen Nationen dem Genius der schwedischen Dichterin. Ganz besonders jedoch fühlt sich das deutsche Geistesleben einer Schaffensart verwandt, die die Realität der täglichen Daseinsformen so tief und innig mit der Mystik dunkler Dolkssagen zu verknüpfen wußte und sie dadurch ins Ewige erhob. Das Präsidium des Reichsoerbandes des Deutschen Schrifttums: Georg Engel. Dr. Walter Harlan. Walter von Molo. Der Verband Deutscher Erzähler. Georg Engel. Jakob S ch a f f n e r.* irischast 'XV Rindermarkt in Gießen. Auf dem heutigen Rindermarkt in Gießen standen 853 Stück Großvieh und 460 Stück Jungvieh und Kälber zum Verlauf. Der Handel war wenig flott, Schlachtkühe waren fast unverkäuflich. Wan bezahlte für Kühe I. Qualität 500-600 Wk., II. Qualität 300—450 Mk., Schlachllühe 70—180 Wk.. ein- bis zweijährige Linder 100—200 Wk., Kälber 50-55 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Bessere Tiere wurden über Rotiz bezahlt. ' Bamag-Meguin A.-G., Berlin. Die Ba- mag-Meguin 2L-@., Berlin, beruft ihre ordentliche Generalversammlung auf den 21. Dezember ein. Die auf den 30. Juni au.geteilte Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung schließt unter Berücksichtigung von Abschreibungen in Höhe von 746 787 Mark und von Unkosten der Hauptverwaltung (einschließlich Zinsen, Steuern und Kosten der Kapitalerhöhung) in Höhe von insgesamt 1 838 392 Mark mit einem Gewinn von 242 814 Mark ab. Hiervon sollen nach den Vorschlägen der Verwaltung 200 000 Mark dem gesetzlichen Reservefonds zugeführt werden, die Vorzugsaktien, die sotzungsmäßige Dividende erhalten, und die restlichen 39 034 Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden. Das abgelaufene Geschäftsjahr stand im Zeichen d finanziellen Rekonstruktion der Gesellschaft, die in der ordentlichen Generalversammlung vom 22. Dezember 1927 beschlossen worden ist. Diese Rekonstruktion ist inzwischen durchgeführt worden, bis auf einige rein formale Punkte, die bis Anfang k. I. erledigt fein werden. Der Umsatz des abgelaufenen Geschäftsjahres zeigte im Vergleich mit dem Vorjahre eine nennenswerte Steigerung. Der Auftragsbestand, mit dem die Gesellschaft in das laufende Geschäftsjahr eingetreten ist, entspricht im Werte ungefähr demjenigen, mit dem das Vorjahr begonnen worden ist. Dagegen ist in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres, wie wohl allgemein im Maschinenbau, ein Abflauen des Auftragseinganges festzustellen. * Der Erzbergbau im Oktober. Aus dem Siegerland wird berichtet: Die Belegschaft der Siegerländer Gruben hat sich seit Br- Sinn des Jahres um ein Zehntel vermindert, ohne aß es gelang, die Förderung mit dem Absatz in Einklang zu bringen. Die Bestände haben sich weiterhin erhöht, und neue Arbeiterentlassungen werden die Folge sein. Die maßgebenden Stellen scheinen sich von dem Ernst der Lage überzeugt zu haben, denn das Preußische Handelsmmiste- rlum hat durch einen Beauftragten die Bücher der Grubenverwaltungen prüfen lassen, um testzustellen, ob und in welchem Umfange ein Rot- stand bei den ®ruL 'n tatsächlich vorhanden ist. Dringend zu wünschen rst. daß die Entscheidung bald fällt, da hiervon das Schicksal einer Anzahl Gruben und ihrer Belegschaft abhängt. Lahn- Dill-Gebiet einschl. Oberhessen: Gegenüber dem Vormonat ist keine Erleichterung in der Lage des Eisensteinbergbaues desLahn- Dill-Gebietcs einschl. Oberhessen zu verzeichnen. Die Belieferung der Hütten mit Schwedenerz hat zeitiger und reichlicher eingesetzt als vorausge- sehen werden konnte, so daß auf dem inländischen Erzmarkt kein Interesse für nennenswerte Äeu- abschlüfse gezeigt wird. tyi'ßtt urter Börse Frankfurt a. M., 20. Nov. Tendenz: schwächer. — Die ungünstige Beurteilung der Verhandlungen im Eisenkonflikt seitens der Börse hatte schon im Vormittagsverkehr verschiedentlich eine größere Zurückhaltung der Spekulation zur [folge, so daß der Markt in überwiegend schwächerer Haltung eröffnete. Auch der unregelmäßige Verlauf der Neuyorker Börse verstimmte allgemein, so daß die Kulisse zu größeren Abgaben schrill. Das herauskommende Material konnte aus diesen Gründen nur mit Kursrückgängen bis zu 2 v. H. gegenüber der gestrigen Abendbörse ausgenommen werden. Das Geschäft blieb klein und bewegte sich in engen Grenzen, da heute auch kaum etwas von einer Beteiligung des pri- Daten Publikums und des Auslandes am Börsengeschäft yi bemerken war. Im Verlaufe verstärkten sich sogar noch die Abgaben. Auch soll das Ausland mit größeren Derkaufsorders an den Markt gekommen sein, so daß in einzelnen Werten Kursrückgänge in größerem Ausmaße eintroten. So waren am Elektromarkt Gesfürel stark angeboten und bis 4 v. H. schwächer, Licht L Kraft verloren 2 o. H., Schuckert 2^ v.H., Siemens blieben knapp behauptet. Im Gegensatz hierzu waren Lahmeyer etwas gefragt und konnten 1 v. H. anziehen. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben etwas lebhafter, bei knapp gehaltenem Kurse; Scheideanstalt lagen 1,25 v. H. niedriger, Montanwerte hatten kaum Geschäft bei Kursrückgängen bis zu 2 o. H. Am Bankenmarkt war die Haltung uneinheillich. Die Veränderungen nach beiden Seiten gingen kaum über 0,75 v. H. hinaus. Am Markte der Auto- aktien eröffneten Daimler 1,5 v.H. schwächer. Am Schiffahrtsmarkt gaben Hapag 1,5 v. H. und Rord- lloyd 0,5 v.H. nach. Svenska, die heute erstmalig amllich notiert wurden, eröffneten mit 496,50. Am Rentenmarkt waren deutsche Anlechen eher onge- boten und knapp behauptet. Ausländer hatten etwas ruhiges Geschäft bei gut behaupteten Kursen. Späterhin blieb das Geschäft sehr klein, die Spekula- tion schritt weiter zu Glattstellungen, so daß neue Kursrückgänge eintraten. Schuckert verloren erneut 0,75 v. H., Licht 8-Kraft und Siemens je 1,25 v.H. Rur in J.-G.-Farben machte sich eine größere Kauf- Neigung bemerkbar, bei einem Gewinn von 1,75 v. H. Geld war zu 5,75v.H. weiter leicht. Der Markkurs konnte sich um etwas festigen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1958, gegen Pfund 20,352, London gegen Kabel 4,8503, gegen Paris 124,09, gegen Mailand 92,50, gegen Madrid 30,10, gegen Holland 12,08. Berliner Börse. Berlin, 20. Aov. Aach einem sehr zurück^ haltenden und eher zur Schwäche neigenden Dor- nrittagsverkehr konnte man an der Dorbörfe wieder, trotz einer unverkennbaren Unsicherheit, meist leicht befestigte Kurse hören. Doch schon die ersten Kurse zeigten ein sehr unemhell- lrches Bild. Es ergaben sich überwiegend Ab- schwächungen von 1 bis 3 Prozent, denen nur vereinzelt Besserungen in gleichem Ilmfange gegenüberstanden. Es verstimmte, daß die Verhandlungen im Eifenkonflilt bisher ergebnislos verlaufen sind. Auch die unregelmäßige Haltung der Aeuyorker Börse rief eine leichte Verstimmung hervor. Das Geschäft war ruhiger als gestern. Das Ausland zeigte sich zwar noch an einzelnen Märkten als Käufer, doch neigte die Spekulation in Anbetracht des nahenden Ultimos und der morgigen Unterbrechung des Börsenverkehrs zu Glattstellungen, vor allem in den Werten, die in den lichten Tagen favorisiert waren. Farben konnten sich auf anhaltende Käufe erneut befestigen. Elektrowerte waren überwiegend angeboten. Schuckert, Elektrische Licht und Gesfürel verloren 2 bis 5 Prozent. Metallbau! schwächten sich trotz der Gerüchte über eme Dioi- dendenerhöhung ab. Lebhafter und fester waren Deutsche Erdöl, Schlesische Gas, A.^D. für Der- kehrswesen, und von Danken Commerz-Dank, Leichsbank und Mitteldeutsche Creditbank. von denen letztere über 5 Prozent anzogen. Außer- ordentlich schwach lagen Kunsts eidenwerte bei Verlusten bis zu 10 Prozent. Montanwerte waren meist angeboten und überwiegend schwächer. Deutsche Anleihen und Ausländer verkehrten eher etwas befestigt. Der Geldmarkt war leichter. Tägliches Geld 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld 7,75 bis 8,75 Prozent, Warenwechsel etwa 67/s Prozent. Am Pfandbriefmarkt lagen Roggenpfandbriefe eher freundlicher, sonst still und unverändert. Der Verlauf war weiter uneinheillich, meist ergaben sich Abschwächungen von 1 bis 2 Prozent. Glanzstofs gingen Weller 3 Prozerll, Polyphon um 2 Prozent zurück, dagegen Berger plus 2 Prozent. 3m weiteren Verlaufe wurde es, von Farben ausgehend, wieder etwas fester, das Anfangsniveau wurde meist erreicht. Aranksurter Getreidebörse. Frankfurt a. W., 20. Rov. Der Frankfurter Produltenmarkt verkehrte heute bei sehr ruhigem Geschäft in stetiger Haltung. 3n Anbetracht des en, daß morgen der Hauptmarkt wegfällt, konnte sich heute nur äußerst geringes Geschäft entwickeln. Es wurden notiert: Weizen 23,15 bis 23,10, Roggen 22, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24,25, Hafer, inländ. 23,50 Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Schach- redakllon des „Gießener Anzeigers". Problem Nr 188. Don Dr. E. Zepler, Berlin. Preisgekrönt im nationalen Problemturnier zu Bad Kissingen 1928. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 8 Steine. Kh5; Lg4, h8; Sd7, f5; Bd2, e2, h2. Schwarz: 6 Steine. Kf4; Da3; Bd4, d5, h3, h6. ? 3 1 d e Weiß. Schwarz, d e 8 b a b a b M v b 5 2 h i M Partie Nr. 121. Nachstehend eine scharfe Angriffs partie aus dem Turnier des Berliner Schachverbandes: Indisch. Weiß: Richter, Berlin. Schwarz: Grünfeld, Wien. 1. d2-d4 L Sg8-f6 2. Sb1-c3 Mit dieser Fortsetzung überrannte Richter auch Whllaker im Wiesbadener Schachturnie. 2. .... 2. d7-d5 3 Lei — g5 3. g7-g6 Dies erweist sich nicht als vorteilhaft, da der sianchettierte Säufer bald aus getauscht wird, wonach die schwarze Königsstellung ihren Halt verliert: besser geschähe e6, worauf Weih durch 4. c4 in die französische Partie einlenken könnte. 4. Ddl-d2! Am besten, zielt auf den Austausch des wichtigen schwarzen Königsläufers hin. 4 4. U8-g7 5. Lg5-b6 5. 0-0 6. Lh6xg7 6. Kg8xg7 7. Sgl-f3 7. Sb8-d7 8. g2 —g4 8. Sd7 — b6 9. Sf3-e5 Opfert im Interesse des Angriffs einen Bauern. 9 9. SfoXg4 10. Se5xg4 10. Lc8xg4 11. 12-13 11. Lg4-e6 12. e2-e3 12. c7-c6 An Stelle dieses Stützungsversuches gewährte hier der Aufbau 12. .... TcS nebst c5 mehr Chancen. 13. h2-h4 13. Dd8-d6 14 0-0-0 14. h7-h5 15. Lfl-d3 15. Tf8-h8 Schwarz hat ein schwieriges Spiel. 16. Tdl-gl 16. Ta8-g8 17. Tgl-g5 17 Kg7-f8 18. Thl-gl 18. Le6-f5 19. e3-e4 19. d5xe4 20. F3xe4 20. Lf5 — g4 21. Dd2-e3 21. Kf8-g7 Auf 21. .... f6 wäre 22. e5 gefolgt. 22. Sc3-e2 22. Tg8-d8 23 c2-c3 23. Lg4xe2 Wll der Hergabe dieses Läufers verliert die schwarze Königsstellung ihren letzten Schutz. Der Springer drohte jedoch nach f4 zu marschieren. 24. Ld3xe2 24. Ddö-e6 25. De3-f4 25. De6-d6 26. e4-e5 26. Dd6-e6 27. Le2-d3 27. Th8-h6 28. Kcl-bl 28. Kg7-h7 29. Df4-g3 29. De6-c8 Hm 30. Lf5l, aber dies folgt auch jetzt auf den Textzug. 30. Ld3-f5 Hier gewann auch 30. Txh5. 30 30. g6xf5 Auf 30. ..., e6 entschied wiederum 31. Txh5! 31. Tg5-g74- 31. Kh7-h8 32 Dg3-g5 Aufgegeben, eine interessante Partie. Lösung des Problems Ar. 185. Don R. Prhh. 1. Th6-a6! (Mit der Drohung 2. Lg8+ usw.), Sxh7 (Sh3, Le6). 2. Sb3 usw. >. — Sf3. 2. Sx e4 usw. 1 Se6 (Lxh7). 2. Td4+ usw- 1 Sf7. 2. Se6 usw. 1 LF7. 2. Sb7 usw. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktkortSttsch. Der mild« Examinator. Senatspräsident Dr. Führ erzählt in der Deutschen Korpszeitung folgende Anekdote von Universllätsprofessor Dr. Lüder, der wegen seiner Freundlichkeit und gütigen Rachsicht in Erlangen allgemein der „Studentenvater" genannt wurde. Bekannt war er wegen seines Bestrebens, in der Prüfung jede Antwort als richtig, oder als annähernd richtig aufzufassen. Einmal fragte er, aus wieviel Geschworenen die Geschworenenbank gebildet werde. Die richtige Antwort wäre zwölf gewesen, der Prüfling antwortete aber „neun“. Lüder sagte: „Das ist ungefähr richtig, die Zahl ist etwas höher." Daraus riet der Prüfling auf zehn, und Lüder sagte: „Ganz richtig, man hat bei der Einführung der Schwurgerichte tatsäch- lich an diese Zahl gedacht, dann aber eine etwas höhere Zahl gewählt. Als nun der Prüfling auf „elf" riet, erklärte Professor Lüder: „So ist es vollkommen rllkftig: „elf Geschworene und selbstverständlich der Obmann der Geschworenen, macht zusammen also zwölf.“ Gewicht. Bäcker Bemme bekommt seit Jahr und Tag seine Butter vom Bauer Ball. Eines Tages fällt es ihm aus, bah es chm schon lange aufgefallen war, daß die Stücke immer kleiner werden. Er wiegt nach. Und siehe, es fehlten an vier Pfund ein ganzes halbes Pfund. „So eine Gemeinheit“, saust er mit der Dufter zum Dauer Ball, „hier habt 2hr mich schwer beschummelt. Wiegen Sie mal nach.“ Meint der Dauer Ball: „Das können wir ja machen. Das muh stimmen. Ich lege nämlich jedesmal die vier Pfund Dutter auf die eine Selle der Waage und auf die andere ein Dierpfundbrot von Ihnen.“ 3. H. R. bis 2325, Mais (gelb) für Futtrrzwecke 22,25, Weizenmehl, südd. Spezial 0 33,50 bis 34, Roggenmehl 29.25 bis 30, Weizenlleie 13,50 bis 13,60, Roggenlleie 13,75. Tendenz ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Nov. Die Produktenbörse bot heute ein gegen Wochenschluß nur wenig verändertes Bild. Dom Auslonde lauteten die Forderungen für Weizen und Roggen kaum verändert, auch Jnlandbrotaetreide stand zu Samstagpreisen zur Verfügung. Das Angebot von Weizen hat sich noch nicht verstärkt, dagegen wird Roggen zur prompten Verladung etwas reichlicher offeriert. Das herauskommende Material, sowohl Weizen als auch Roggen, findet bei den Mühlen und auch für den Export, zur Ausfuhr in der Hauptsache Roggen, zu unveränderten Preisen Unterkunft. Am Lieferungsmarkt waren die Weizenpreise nur wenig verändert. Roggen zur Frühjahrslieferung stellte sich etwas höher. Mehl ist au Samstagpreisen angeboten und hat weiter sehr stilles Geschäft. Der- hällnismähia fest liegt der Hasermarkt. Die Zufuhren halten sich in sehr engen Grenzen, der Konsum ist ziemllch schwach versorgt, vor allem besteht an der Küste weiter gute Nachfrage für den Export. Gerste ruhig. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 210 bis 213, Dezember 228, März 237,75 bis 238, Mai 243,75 (ruhig): Roggen, märkischer, 201 bis 204, Dezember 219,50 bis 220, März 230,50 bis 232, Mai 237,50 bis 238,50 (fester); Braugerste 226 bis 242, Futtergerste 200 bis 209 (matter); Hafer, märkischer 200 bis 208, Dezember 217 bis 218 Geld, März 229,50 und Geld; Mais, zollbegünstigter Futtermais, 217 bis 219 (ruhig); Raps 340 bis 350 (behauptet). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse ^rief Devisenmarkt Berlin—Frankfttt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. Dividende an. — Reichsbanldiskom 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt Berlin. iS November ^rcuuoniche Rote» Holländische ‘.Roten ...» tttalienifttie 'Roten ...... Norwegische Noten . . . Dcimch-Oelterr,ii00 Srtma RmnänUche ‘Roten Schwedische ‘Roten ..... Schweltet ‘Roten Svanüche ‘Roten • Tschechoslowakische Noten • • Ungarische Noten (JranMuTt a. M | Berlin Schluhi Rurs t.Uhr. ft’irs Sch uhNniang Aur* ; flur» Datmn: 19. 11 | 20 II 19. 11. 20. 11. Lhilwv yoymann • • 7 140 139,7». 139.7a Heidelberger (iemetrt • • • • 10 - 137 — — Gement RarlftaBl e • • 8 176. E — Waoß 4 Breitag • • • • 10 158.76 loS.25 138 — Sdjultbete tßaaenbofe* ■ e 15 — — 27.0 ,27.75 Cßroerte 12 — —• 286.5 285 -3er. »lOTjItofl e M A • 18 189 578 Bemberg ■ Ä * 14 — — 486 475.0 rtellftofl Salbbof - * 12 '83,5 283 282.J -83.5 adlftoH «schass enburg . • 12 207.75 — 206 2a 205.75 ffhotiottenbutger Wasser * * . 7 ♦ — 128 7a 1-8.75 Dessauer Sa; . 8 — — 196.7. 197.25 Daimler Motoren . . 0 90 88,5 83,5 88.5 Demag . . M e e e . 1) — — 50,2a 49,5 flblerwetie Klever . . 6 111 — 113 111.25 Lubiv. Loewe * * 10 - - 250 247.5 Nat. Automobil . . * M » . 0 —* 59*75 — Ctenftetn 4 Sovvel A ■ M M . 5 — — 108.5 107,75 Leovdard Tiey M e e . « — — 288.75 288,25 Bamag-Meguin e e e • . 0 22.6 — 22 — Fraots. Maschine« . Gritznet . . M * • • . 6 11 71,; 120.5 71.75 71 121 — Hevliaenstaedt . . Jungban» . . • • • » M . 0 . 4 89 89 Lechwerte . . • e e • e . 8 109 — Maintrasuvervk . . M M e . 8 - — — — Miag e • • • 10 135.25 — ldi.5 135,5 Notarsulma . • e e e • . 8 22 22,9 21 — -Betet» Union . . e e e • . 8 1U6 — 105 * Gebt Roeder . . • • e • 10 124,5 — - Boigl 4 Hoessna . e • • • . 8 215 - 213 — Südd. Suder - . . 8 151.0 — 150 — Frankfurt a. M Berlin Jroufchirt a. M 1 Berlin Schlud-s 1-Uhr- Sch ub Anjang Schluh-s 1-Ubr- 5di.uk । Lniana Rurs , flure ÄUT6 flur» flure , flur» flur» Kurs Datmn 19 11 | 20. 11 19 11. 20 tl. Datum: | 19 tl | 20 11 19. 11. 20 11 6% Dl »eichlanleihe o 1927 87.4 — 87.5 — ...... 6 191 2. 189 7,i 191 190. a ®L Snl.-eidlöi.-Schult tnü Lus- 51,1 228 229.75 228.5 229 lot.-fiednen — 01,1 51,1 15.4 — 175 7o 176 ®e4fll. ohne ÄuSwi.-Rechte 15.4 15.3 14.4 Acht und «rast .... 10 251 249 .52.5 250 7% Franls Hyp.-Bl Boldvi- mt- tünDbar M4 1932 90 — — - Kelten & Guilleaume. . • • . 6 152 Ges. f. Elektr. Untern.. ... 10 27b 272 150.75 376.5 152 271.a Rdeinüche Hnv^Baol Stau.- 77.9 Hamb. Eie kn. Werte .... 10 Rhein. Aettr. ......9 — 147.5 147.75 ®olDDl — — 157.f 159,5 158.5 4LC.@ aba <8 orkNegS-Obligation, uidtablcar 1932 — — — - Schlei. Elettr. ..... 10 Schuckert ....... 8 £44.5 -42 .'33 -44.9 235 7a 241 4% Lchwet». eunoeftxÄBl.. 4% Leiterreichische SolvNL.. . - 4,20% Geilen Silberne. . . . 96 32 2,4 — 32,3 — Siemens » Halste ..... U 414,5 414 169 415.75 151.75 167.7a 414.5 156,. 168 4% Oesterreich einheitl Nie — - — Budern» ...... b 88-6 89 ■89.25 »9.25 4% Ungarische ®olt>rte. . . - 26,3 —- 26,5 20,2 Deutsche Erbil ....... 6 139-5 141 i»8.9 140,5 4% Ungarische StaoUL o. 1910 — — 27 — Essener ©teinfotfc......8 ,, - — 127 125.75 4%% ve«gl von 1913 — — 25.5 — (Äellcntirdiener ... 1 H 9. < 126,92,75 - Mtneldeutsche Lrevtlbavl . . . » 220 118.7. -24 Goldschmidt ..••••. 1 102 — 102.5 101,75 BRetalltiant...... • • $ »45.5 145 146.5 144.75 Rütaeiswertr . ....... 106.5 — 106,5 106,13 «Bch»hanl .......U ^23 323 .20 325 Metallgeiellschntt. . • • . . U 201,25 —— — — 16,35 16.41 167,96 168.64 31.90 21.98 111.53 Ul.97 58.78 59,02 2,535 2,555 111.81 112,25 80,55 80,87 67.36 >7,64 12,39 12,45 72.90 ' >,20 19. Novemd.r 20 ’Rouemb r iuntltcbe 'Rott runa Amtliche "Jioticruuy (Seid 'Briet Geld i ytiei Sm»--Rott vnen-SireS Bnl.-Ätrtw- IfhrisUania 168,33 1,768 58,275 168,67 1,772 58.395 168,33 1.708 >8.27 168,67 1.772 58,39 111,76 111.98 111,75 111,97 5k open daaeti 111.78 112,00 111,78 112,00 Etockbolm 112,08 112,:«) 112.07 112,29 fcelfingrort. 10,551 10,571 lü,a45 iü.aba Italien - . 21,975 22,015 21.97 <:2.ül London. . . 2O,.>74 2O,a35 20,375 4,195a 4,2030 4,1930 4,2010 Hart» ... 16,085 16.425 lu,a75 16.415 Stbroet* . . 10,72 sO.88 >0,73 8ü,o9 Sva^ieti .7,59 a7,7d »7,57 07,71 davon ’Hto de Ian 1,948 1.952 1,951 1,955 >.5005 0.5025 1.5005 1.5025 Wien in Ctft abaeft >o,-25 j'J,ü4a M,-l »8..Z Prag 12,428 12.448 12,427 42,447 7.o«2 •Bell tob 7,360 7,ab2 l.abb Vudavefl. 73JO5 73,240 -3.10 «3.24 Bul arten ■,uZ9 -.0-5 ,023 a,0o5 Viffabon 18,83 18.87 18.76 18.82 Donjlg Qcnft.inttn. >1,29 61,4-> ,1.31 1.47 2,103 2.107 2,106 -,110 Btben J.425 5.43a 5.425 6.485 tanttbo 4,192 4,200 1,193 4.201 Ura non 4,28b 4,294 4,286 | 4,294 Utee . . . 20.858 20,898 W.855 i0.895 Berlin. 19. 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