Nr. 248 Erstes Blatt 178. Jahrgang Samstag, 20. Oktober 1928 Erl-r»nl lügUch,außer Sonnlags und Friertags. Beilagen; Gießener FamUiendllttler Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezngrprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen etnzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüsse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siebe«, poßscheckkonro: $tanfnirt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitäk-Vuch. und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schnftleitung und Seschastrstelle: Zchnistrahe 7. Annahme von Anzetge« für die Tagesnummer bis zum Nachmitrag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20°/, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THynot, für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen Am Rande. Durch all die jubelnde Anerkennung, die der glänzenden Leistung von Führern und Bemannung des „Graf Zeppelin" zu beiden Seiten des Ozeans zuteil geworden ist und noch immer zuteil wird, schimmern doch einzelne Klagen, die nicht ganz ohne Berechtigung sind. Wenn wir hier einige Punkte hervorhcben, so geschieht das nicht, um den wundervollen Eindruck abzuschwächen, den die Großtat Eckeners und seiner Kameraden bei uns allen heroorgerufen hat, sondern um für die Zu- fünft Lehren daraus zu ziehen. Es ist immer dienlich und zweckmäßig, in der Begeisterung nicht auch ein nüchternes Urteil über das zu vergessen, was verbesserungsfähig und verbesserungsbedürftig ist. Eine ernste Angelegenheit ist die B e r g e b u n g des Nachrichtenmonopols an zwei deutsche und einen amerikanischen Zeitungsverlag. Mit vollem Recht wird von den oerschieoensten Seiten von rechts, von links und aus der Mitte lebhafte Klage darüber geführt, daß in diesem Vorgehen eine schwere Beeinträchtigung der Interessen des gesamten deutschen Volkes gelegen hat und noch liegt. Es ist ein ganz unhaltbarer Zustand, wenn sich sämtliche Passagiere, sogar die in amtlicher Eigenschaft an Bord befindlichen Vertreter des Reichsrats und des Reichsverkehrsministeriums, da- zu schriftlich verpflichten müssen, innerhalb von acht Tagen nach der Landung keine zusammenhängenden Berichte über ihre Erlebnisse an die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen. Wir haben volles Verständnis für die schwierige finanzielle Lage, in der sich der Luftschiffbau be- findet. Wie groß die Unkosten der Herstellung und der ersten Fahrt des „Graf Zeppelin" sind, entzieht sich bis zur Stunde noch der öffentlichen Kenntnis. Wir wissen nun, daß ungefähr 31 Millionen durch öffentliche Sammlungen und Millionen von der Reichsregierung als Zuschuß aufgebracht worden sind. Es wird notwendig gewesen sein, zu dem unerfreulichen Aushilfsmittel zu greifen, das in dem Verkauf des Nachrichtenmonopols an drei große Zeitungskonzerne sich darbot. Es wäre richtiger und besser gewesen, wenn die Reichsregierung von sich aus die erforderlichen Mittel bereitgestellt hätte, um so dem deutschen Volk und der Welt das beschö- mende Schauspiel zu ersparen, daß man ein Schachergeschäft abschließen mußte. Die letzte Schuld liegt beim Deutschen Reichstag. Wenn man sich heute angesichts des großen durchschlagenden Erfolges der ersten Fahri des „Graf Zeppelin", angesichts der begeisterten Aufnahme der deutschen Gäste in Amerika daran erinnert, wie im Reichstag um die Bewilligung von 11 Millionen Mark für den Bau des „Graf Zeppelin" gerungen werden mußte, wie sich kleinliche Bedenken, Neid und Mißgunst geltend machten, dann wird man in tiefer Beschämung das Haupt senken und sich sagen, daß die Vertretung des deutschen Volkes in jener Stunde ihre Aufgabe und ihre Pflicht nicht erkannt hat. Wir wollen dringend hoffen, daß man bei uns in allen Kreisen und Parteien für alle Zukunft aus den unwürdigen Zuständen, die sich herausgebildet haben, die entsprechende Lehre zieht. Die Entrüstung darüber, daß nur einige ganz wenige deutsche Blätter und nicht die Presse des gesamten deutschen Volkes vollständige Berichte über die Fahrt erhalten konnten, ist völlig berechtigt. Das deutsche Volk hat, mittelbar und unmittelbar, den größten Teil der Herstellungs- kosten getragen, und sonst war es auch berechtigt, bei der Berichterstattung übrr die Fahrt selbst nicht zugunsten einiger kapitalkräftiger Privatunterneh- men benachteiligt zu werden. Noch ein anderer Mißklang darf nicht unerwähnt bleiben. Die amerikanischen Zöllner und Polizeibeamten haben sich beim Empfang der Passagiere des „Graf Zeppelin", sehr im Gegensatz zum amerikanischen Volk selbst, nicht mit Ruhm bedeckt. Vielleicht hätten Botschaft und Neuporker Generalkonsulat, denen das weltbekannte Auftreten der amerikanischen Zollbeamten nicht fremd sein konnte, rechtzeitig Vorsorge treffen können. Aber man muß auch zugestehen, daß sie wohl erwarten durften, in diesem Fall würden selbst amerikanische Zollbeamte eine Ausnahme zu machen imstande sein. Leider haben sie sich getäuscht, und leider haben sich bei der Landung der Passagiere des „Graf Zeppelin" Dinge ereignet, die besser unterblieben wären. Aber demgegenüber dürfen wir den prachtvollen herzlichen Empfang hervorheben, den die Gäste ans Deutschland in ganz Amerika gefunden haben. Das amerikanische Volk hat die Ungezogenheit seiner Zollbeamten glänzend wiedergutgemacht. Reichswirtschastsminister Dr. C u r t i u s hat in Heidelberg vor der südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Volkspartei Ausführungen gemacht, in denen Grundsätzliches zum Parlamentarismus und zum deutschen Parteiwesen in großzügigen Gedankengängen behandelt wurde. Er hat als Ziel, nicht nur der Partei, sondern der Politik eines Deutschen Reiches überhaupt festgestellt: daß wir den deutschen Landwirt nicht untergehen lassen, daß wir die Lebenskraft des deutschen Mittelstandes erhalten und daß wir die Seele des deutschen Arbeiters vor der Macht der Maschinen retten wollen. Das sind drei schöne und eindringlich formulierte Ziele, die einen sozialen und einen wirtschaftlichen Hintergrund haben. Aber der soziale überwiegt, und es ist vielleicht bezeichnend für die Entwicklung, wenigstens bei den führenden Köpfen, daß gerade ein Führer der Partei, die unter den Mittelparteien am weitesten rechts steht und die so oft verdächtigt wird, vornehmlich den Interessen der industriellen Unternehmer und des Großkapitals zu dienen, solche Forderungen in den Mittelpunkt der politischen 2lrbeit, ler Neuformung parteipolitischer Ideologien stellt. Oer britische Gchahkcmzler in Paris. Eine überraschende Reise. — Churchill bespricht sich mit Poincare und Parker Gilbert über die Reparationsfrage. — Am 15. Dezember vermutlich Zusammentritt der Jinanzsach- verstandigenkommission. VariS. 19. Ott. (WTD.) Der englische Schatz- kcrnzler Winston Churchill ist heute früh 5 Khr unerwartet in Paris einge- troffen. Er hatte gemeinsam mit dem Generalagenten für die Reparationszahlungen Parker Gilbert heute vormittag von 10 bis 11,20 Llhr eine Unterredung mit Ministerpräsident Poinc arö über die Zusammensetzung der Finanzsachverständigen- k o m m i s s i o n, deren Mldung in Genf beschlossen worden ist. Churchill, der mittags in der englischen Botschaft frühstückte, reiste nachmittags um 4 ä4hr wieder nach London zurück. Wie die Agentur Havas mitteilt, wird der Meinungsaustausch in dieser Frage in den nächsten Tagen zwischen sämtlichen interessierten Regierungen fortgesetzt werden. Churchill weigerte sich, den Pressevertretern Erklärungen ab» zugeben, doch sagte eine Persönlichkeit aus seiner Umgebung. er sei befriedigt von der Unterredung, die er mit PoincarS gehabt habe. Rach der „Information" soll man das Datum des Zusammentritts der in Genf vorgeschlage- nen Sachverständigenkommission grundsätzlich auf den 15. Dezember festgelegt haben. Heber die Unterredung Parker Gilbert — Churchill — Poin- car6 veröffentlicht die Havasagentur eine offiziöse Auslassung folgenden Inhalts: Die Besprechungen, die seil einigen Wochen in den Hauptstädten der verschiedenen interessierten Länder gepflogen werden, legen die Annahme nahe, daß die Verhandlungen über die Liquidierung der Kriegsschulden als in eine aktive Phase eintretend anzusehen sind. Die Unterredung, die heute vormittag im Finanzministerium zwischen Poincars, Churchill und Parker Gilbert staltfand, kann diese Auffassung nur bestätigen. Die Unterredung hatte, wie das amtliche Kommunique besagt, nur die Prüfung der Bedingungen zum Gegenstand, unter denen das Komitee der $ 1 - nanzsachverständigen gebildet werden wird, dessen Schaffung In Genf beschlossen worden ist. Trotz der in maßgebenden Kreisen diesbezüglich beobachteten Reserve darf man anuehmen, daß die Unterredung sich a u ch a u f andere Gegen st ände bezogen hat, und daß Churchill und Poincare die Gelegenheit nicht haben vorübergehen lassen, um ihre Ansichten über die Regelung der Re- paralionsfrage auszutauschen. Bekanntlich Hal die englische Regierung erklär!, daß sie von Deutschland und ihr en ehemaligen alliierten Schuldnern nur die Summe fordern werde, die ihr unerläßlich scheinen werde, um den Verpflichtungen nachzukommen, die sie gegenüber den vereinigten Staaten übernehmen muhte. Bekanntlich hat Poincare erklärt, daß Frankreich sich nicht weigern würde, die Vorschläge zu prüfen, die ihm im Hinblick auf die Mobilisierung seines Guthabens bei Deutschland unterbreitet werden könnten, vorausgesetzt, daß die Regelung es ihm gestatte, sowohl feine Gläubiger ; u bezahlen als auch die Ausgaben wieder zu erhalten, die es für den Wiederaufbau der ehemaligen Kampfgebiete verwendet habe. Man kann sich leicht Rechenschaft davon ablegen, daß die Standpunkte der englischen und der französischen Regierung, wenn sie auch in gewissen Punkten voneinander abweichen, so doch in keiner weise unüberbrückbar erscheinen. Dies war offenkundig der Eindruck Churchills von feiner Unterredung mit poincarL wenn man nach dem Ausdruck der Befriedigung urteilen darf, der sich auf feinem Gesicht widerspiegelte» als er das Finanzministerium verließ. Die Auslassung der Agentur besagt weiter, der Zeitpunkt der geplanten Konferenz sei noch nicht festgesetzt. Sie könnte etwa Anfang Dezember beginnen. Zweifelsohne wird es gelingen, die Entsendung eines offiziellen amerikanischen Beobachters zu erreichen. Berlin scheine als Ort der Arbeiten des Ausschusses in Betracht zu kommen, der auf diese weise allen wünschenswerten Ausschlüssen über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands zu seiner Verfügung haben würde. Ls feien noch öle Sachoer st ändigeu zu bestimmen: Entweder hochstehende Persönlichkeiten aus Finanzkreisen, die In voller Unabhängigkeit arbeiten würden, wie dies von den Autoren des Daroesplanes galt, ober Beamte, die nur ad referendum handeln würden. Ls habe den Anschein, daß man eher an die letzte Art von Delegierten denkt. Die französische Regierung werde ihre Wahl wahrscheinlich im Laufe des nächsten am 30. Oktober ffaftfinbenben Ministerrats treffen. Zu dieser amtlichen Bekanntmachung schreibt der „Temps", daß man den in der Presse gebrachten Meldungen über die Verhandlungen Parker Gilberts mit äußer st er Skepsis begegnen müsse, da die Verhandlungen streng geheimgehalten wurden Insbesondere erscheint es dem „Temps" unwahrscheinlich, daß bereits über eine Aufhebung der Transferkommission unter ganz bestimmten Voraussetzungen, wie dies die englische Presse wissen wolle, verhandelt würde. Es wäre viel zu früh, schon jetzt mit Aussicht auf Erfolg über irgendwelche Regelung"n zu verhandeln. In Genf sei im Prinzip beschlossen worden, daß ein Sach- verstandigenausschuh ernannt werden sollte, um die technische Serie der Frage zu prüfen. Daher könne im Augenblick, so scheine es toenig» stens, nur davon die Rede fein, sich über ine Bedingungen zu einigen, unter denen dieser Ausschuß gebildet werden solle und über die Art der Persönlichkeiten, die ihm an» gehören sollen. Man dürfe gewiß sein, daß es sich hierbei um eine äußer st-heikle Aufgabe handele, deren Lösung einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Von den gegenwärtigen Besprechungen sofortige und entscheidende Ergebnisse zu erwarten, wäre unklug. Der englische Standpunkt. Verquickung von Reparations- und Räumungsfrage. London, 19. Oft. (£11.) Der „Evening Standard" schreibt, Großbritannien habe kein Interesse daran, daß Deutschland zu wenig zahle, da jede Verminderung der deutschen Gesamtschuld, infolge des Fehlens ameri.anischer Zugeständnisse an die Alliierten in der Schuldenfrage, fast ausschließlich von Großbrita- nien zu tragen wäre. Auf der anderen Seite habe aber Großbritannien keineswegs den Wunsch, daß Deutschland eine Summe bezahlen sollte, die die Stabilität seiner Währung gefährden könne. Die meisten Wirtschaftler stimmten darin überein, daß die steigende Kurve im europäischen Handel seit dem Jahre 1923 Hand in Hand ginge mit dem Verschwinden der Währungs- schwankungen. Das Ziel der gege.rwärii'en Besprechungen sei, eine Verbindung zwischen der Reparations- und Räumungsfrage herzustellen. Wie stark auf deutscher Seite auch immer protestiert werde, der Wunsch, das Rheinland von der fremden Besatzung endlich freizubekommen, sei Grund genug, daß man in Deutschland zu der Annahmo von Bedingungen neige (b. h. zu dem Zugeständnis der Verquickung von Räumungs- und Reparationsfrage), deren Erfüllung außerordentlich schwierig wäre. „Evening Standard" bezeichnet es aber außerordentlich gefährlich, einen Zusatzpreis für die Räumung zu zahlen. lind Amerika? Berlin, 20. Oft. (Täl.) Wie die „Dost. Zeitung" aus Reuyork meldet, wurde am Freitag im Staatsdepartement mitgeteilt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten unterfeinenälmständenander geplanten Sechsmächtekonferenz über die Reparationsfrage t e i l n e h m e n werde. Es sei möglich, daß bei den Besprechungen amerikanische Bankiers zugegen sein würden. Wenn die Konferenz oder die Bankiers irgendwelche Abmachungen treffen sollten, so könne die Regierung der Vereinigten Staaten sich in keiner Weise hieran gebunden fühlen. Der Generalstreik in Lodz zusammengebrochen. z Lodz. 20. Oft. (WTB. Funfspruch.) Ohne sich um irgendwelche Beschlüsse zu kümmern, beginnen die Arbeiter wieder in ihre Betriebe zurückzukehren. Auch in der Textilindustrie kann von einem solidarischen Streik nicht mehr gesprochen werden. In großen Betrieben ist schon im Laufe des gestrigen Tages d i e Arbeit wieder ausgenommen worden. Man rechnet damit, daß heute noch größere Dr. Eurtius meint, daß die Krise des deutschen Parteiwesens aus einer unzulänglichen Beschäftigung mit den wirtschafts-sozialen Strukturänderungen Der Nachkriegszeit, überhaupt mit den geistigen Strömungen unserer Zeit herrührte, daß Ideologien und Taten heute bei keiner Partei mehr übereinstimmen. Aber das ist vielleicht auch früher schon so gewesen, und die Ursache dafür ist der Konkurrenzkampf der Parteien. Jede bemüht sich, jeder andern alle nur denkbaren Programmpunkte weg- zunehmen, allen Volksteilen alles zu versprechen, was sie irgend erwarten können und dadurch den Kreis ihrer möglichen Mitglieder so w e i t w i e möglich zu spannen. Das Ergebnis ist natürlich, da jede einzige Partei sich in diesem Wettbewerb allen andern gegenüber in der gleichen Lage befindet, daß die Programme außerordentlich vermischt sind, und daß sich infolgedessen in jeder Partei zahlreiche Leute befinden, die irregeführt worden sind und eigentlich gar nicht hineingehören. In Wirklichkeit würden wahrscheinlich alle Parteien genau so gut fahren, wenn sie den Mut fänden, sich auf ihr eigentliches und wesentliches Programm zurückzuziehen, dieses in wenigen Punkten schlagwortartig herauszuarbeiten und solche Leute, die ihre Sonderinteressen in einer andern Partei vertreten finden, ruhig dieser zu überlassen. Es würden bann die Parteigrenzen schärfer in Erscheinung treten, die Einheitlichkeit und Stoßkraft jeder Partei größer und geschlossener werden, und die Stellungnahme zu den neuen Problemen, besonders auf sozialen und ökonomischem Gebiet, würde sich klarer und unbedingter herausarbeiten lassen. Damit würde aber der Parteiverdrossenheit, über die heute alle Parteien zu klagen haben, ein wirksamer Damm gezogen und die Abwanderung aus den tatsächlichen Weltanschauungsparteien in die Splitterparteien der reinen Interessenten würde aufgehalten. So wie die Dinge heute liegen, können die Parteien gar nicht den Mut aufbringen, zu den schwierigen Problemen der sozialen Fürsorge, der Gestaltung einer künftigen Gemeinschaft zwilchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, der Kartellpolitik und ähnlicher Dinge eine unbedingte und eindeutige Entscheidung zu fällen, weil sie über ihre eigene Gefolgschaft infolge der viel zu breit und viel zu verwaschen angelegten Parteiprogramm selbst keinen klaren Ueberblick haben. Die Erkenntnis, daß dieser Zustand für den Parlamentarismus und das gesamte politische Leben nachteilig und unerfreulich ist, ist bei den politischen Führern bereits mehr oder weniger allgemein, und Dr. Eurtius hat im Grunde für sie alle gesprochen. In England bereitet sich ein großer und aller Wahrscheinlichkeit nach sehr interessanter W a hl- kam p f vor, der auch über die künftige Außen- Politik, und vor allem über die Wirtschaftspolitik unserer Nachbarn jenseits des Kanals entscheiden wird. Ein gewisses Erlahmen der politischen Initiative des konservativen Kabinetts ist seit mehreren Monaten unstreitig feststellbar, und es ist Mac- donald bei seinem jüngsten Berliner Besuch mit Recht die Frage oorgelegt worden, wie er und seine Partei sich zu dieser Abkehr von vielfältigen, insbesondere aber von den deutschen Interessen stelle. Er hat geantwortet, daß eine solche Wandlung der seit Kriegsende verfolgten britischen Politik keineswegs im Sinne der Bevölkerung liege; aber er hat seiner- feits sowohl in seinem Vortrag im Reichstag wie in einer Pressebesprechung im engeren Kreise zu erkennen gegeben, daß auch ein etwaiges Kabinett Macdonald, eine Labour-Regierung, eine sehr stark egoistisch- britische Politik verfolgen würde. Das ging z. B. aus einer Aeußerung über die Frage der Schutzzollpolitik hervor: Die La- bour-Party verwirft Schutzzölle, wenn sie als solche in Erscheinung treten, fordert sie aber unter der Bezeichnung „Verhinderung" selber mit der Begründung, daß ausländische Produkte, deren überlegene Konkurrenzfähigkeit gegenüber englischen auf niedrigeren Arbeitslöhnen und längerer Arbeitszeit der betreffenden Länder und Industrien beruhe, von dem britischen Markt ausgeschlossen werden müßten, um einen Druck des Lebensstandards der englischen Arbeiter auf das gleiche Niveau zu vermeiden. Das ging weiter aus einem geflissentlichen Ausweichen gegenüber einer so einschneidenden politischen Frage hervor, wie der Anschlußfrage. Hier meint Macdonald, dürfte seine Partei überhaupt keinen Standpunkt haben. Es sei Sache der unmittelbaren Interessenten, diese Frage auf bas Gebiet der praktischen Politik zu bringen; aber wenn das nur mit Mitteln möglich sei, die die Lösung zu einer Kriegsgefahr werden lasse, so sei England und seine Partei im besonderen entschieden gegen jeden, der eine solche Gefahr heraufbeschwöre. In einem anderen Zusammenhang waren die Ausführungen des ehemaligen britischen Premierministers zu den großen internationalen Problemen gleichfalls im negativen Sinne aufschlußreich. Natürlich ist die englische Arbeiterpartei für die Nheinlandräumung, für die Gesamtregelung der Schuldenfrage, für die Festsetzung einer deutschen Endschuld und für eine vernünftige Revision des Da- rocsplanes. Ebenso wie sie für die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Sowjetrußland, für den Ausbau des Handels mit China und Indien im Wege liberaler Politik und für eine Politik gleichmäßiger Beziehungen zu allen Völkern ist, durch die Einzel- und Regionalbündnisse vermieden werden. Aber das alles ist doch, vielleicht beeinflußt von dem Blick auf die Schwierigkeiten eines Wahlkampfes, den man allein und ohne jede Rücksichtnahme auf die Liberalen ausfechten will, recht vorsichtig und egozentrisch formuliert und läßt kaum die Hoffnung^ zu, daß England etwa unter einer veränderten innenpolitischen Konstellation sich mit derjenigen Entschiedenheit für die Lösung der kontinentalen Schwierigkeiten einsetzen würde, die sein moralisches und politisches Gewicht gestattete und die es eine Zeitlang bis in die Tage von Locarno, tatsächlich doch entfaltet hat. ■Jan Mayen- Scydlsf. TnorsK La Conjna freitag, d,_19, OK11928,7haDds. im Al G kürzt liebe, mutti nffl Ochste Cet5enil ^befteQ Hk'mich ?l 33 ^fS O iw Lflj I AiM. seinen y 5 Wen, Lonne, lnnde Ser Hung^ । rung, der 5 -ie D'bel des Ierem verbran-m l Hunger', Sohn. auf der 4 haben den Knnengeien leidet, l Wr'J£ ei Sen Sltet ÄrnQdL jjot fahren, knapp wr-. eimge^^d ZamlMieste backen, und bet Mutter sprach. . Zeiten bekehren, in d Hungersnot ncht ergiebig nm Sommer ig und die to sehen hat, wei txit wogende von den Obfll der weih, daß sein Erntedar Aber es I Essen und Ti nung beacht« Geist!" Zäh Landmann s mehr so, toi1 haben, sondei ; Dienst, die seinen Dlick mehr ertoeiti es sich ihm Linie von ein ist im Volke Gott ist auch hei't im ®rfe; schreiten, geli; auS.ge-ehntem es bleibt bei b .Lasset uns d ^rühreM un und uns bve Der am Ern' irdischen Am gewinnt cmd: die Gott sp in gleicher ' mitunter eil ihm fehlt a sehlt die € viel Unheil Teiz, der ©1 hartherzig, t aus einer sch Emhsindungs Ochern Zersal eimnat von a intern Hofe fit lieh. Oie Weiterlage. durch das Reich ge- gleichmäßig hessischen Landtages befaßte sich mit dem des Bauernbundes auf Einsetzung r a t Antrag d daß die Landes- Vezirks Verwal- Verwal- kanzlers, erwidern auf diesem Wege tun Reichspräsidenten und er telegraphiert. Dr. Eckener und vier stattet wird. Dazu gehört auch eine tungsgerichtsbarkeit bis hinauf zum tungsgericht. Zum dritten Punkt ist erforderlich, Zusammenarbeit zwischen den zu dürfen. Lediglich dem Präsident Eoolidge habe Baltimore bewirbt sich sehr um die Erlangung eines Flughafens. Der Empfang beim deutschen (3e- schäftsträger, Botschaftsrat Dr. Kiep und Gattin gestaltete sich zu einem großen gesellschaftlichen Ereignis Washingtons. Die Zahl der Besucher stceg von Minute zu Minute, alle suchten nach einer Ge- legenheit, dem kühnen Luftschifführer die Hand drücken zu können. Hacken und Spaten nicht verwenden und muhten mit den Händen an das Wegräumen des Schuttes gehen. Die Arbeit wurde zeitwerse unterbrochen, um auf Hilferufe aus dem Innern der Trümmer zu lauschen. Von der Katastrophe werden schreckliche Einzelheiten bekannt. So war ein Arbeiter bis zur Brust in die Trümmer eingeklemmt. Beide Beine waren gebrochen und furchtbare Schmerzens- lauke entrangen sich dem blutüberströmten Mund. Mit einem Gummischlauch wurde ihm Wasser zu- geführt. Als ihn die Kräfte verließen, legte sich der Feuerwehrarzt neben ihn auf den Boden, ergriff durch ein Loch in dem Balken und Steinen den schon erkalteten Arm des Unglücklichen und machte ihm eine Morphiu-neinsprihung. Der Schwerver- letzte erlag seinen schrecklichen Verletzungen. Die Hoffnung, die noch unter den Trümmern des Hausneubaues Verschütteten, zu retten, wird von Stunde zu Stunde geringer. Um 8.30 Uhr hatte man noch, aus weiter Ferne kommend, ein schwaches Stöhnen vernommen, das jedoch bald aufhörte. Besonders tragisch ist der Fall eines der während der Aufräumungsarbeiten im Verlauf der Rächt verstorbenen Arbeiters. Lr ist Vater von a ch t K i n - dern. Seiner Frau, die auf der Unglücksstäkte umherirrt, hat man den Tod ihres Mannes noch nicht mltzuteilen gewagt, sondern ihr lediglich erklärt, daß dieser ins Krankenhaus gebracht worden sei. Lin junger italienischer Arbeiter namens Rice IN war so unglücklich zwischen den Trümmern eingekeilt worden, daß es lange unmöglich war, ihn zu befreien. Man muhte seinem Todeskampf hilflos zusehen und versuchte, ihn durch Kampferein- fprihungen zu lindern. Erst nach 27stündigen Bemühungen hat man Ricelli aus den Trümmern der Unglllcksstätke bergen zu können. Er wurd ins Krankenhaus geschafft, wo er kurz nach seiner Einlieferung gestorben ist. Dies erhöht die Zahl der geborgenen Toten auf zwölf. Daß nach einer der unter den Trümmern Liegenden, deren Zahl auf sieben bis acht geschäht wird, lebt, ist nicht onzuneh- men. Der Untersuchungsrichter hat gestern abend die Verhaftung des italienischen Architekten und Hauseigentümers Provini und des Maurermeisters Toscani verfügt. Puris, 19. Oft ($il) Die Rachricht von der Einsturzkatastrophe in Vincennes, die sich in den Abendstunden des Donnerstag wie ein Lauffeuer durch Paris verbreitete, hat überall große Bestürzung hervorgerufen. Da der Einsturz des Hauses sich mit großer Schnelligkeit vollzog, gelang es, von den etwa 30 Arbeitern nur wenigen, der Katastrophe zu entgehen. Unter den Trümmern sind besonders die im zweiten Stockwerk beschäftigten Arbeiter begraben, während der größer» -Teil jener gewisse „feine Kaffeegeschi^^^^^J der so sehr beliebt ist. müssen MM.er mehr ^^^icir.schaft- . .chastl.chen *) Nach der Vorschrift, diecr _ jedem Paket abgedruckt ist. ?r9an9 16.54 nbuntergang Gestern abend um 10 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere Hebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie lang geb. Pansch im Alter von 64 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Jung IIL Familie Ludwig Benner Familie Heinrich Schnepp. Wieseck, den 19. Oktober 1928. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Oktober, nachmittags um 2 Uhr, vom Sterbehause Ahcestr. 2 aus statt. 9265D Ein Waggon laMMIM trifft nächste Woche ein per Zentner Mk. w Vorbestellungen erbeten Heinrich Kalbfleisch Lieblgstratze 71 Fernsprecher 1685 _ ________________ 8942D Erstkl. Lebensversicherungs- Gesellschaft sucht sofort liichlige Oherlnspekloren gegen Gehalt, Reisespesen und Provision. Nachweislich erfolgreich arbeitende Fachleute woll. sich mit Unterlagen sofort melden. Angebote von Gruppen-Akquisiteuren verbeten. — Offerten u. F.C.0.185 durch Rudolf Mosse, Frankfurt am Main. 9236V schwersten Stunden. 92770 Familie Kniffler, Berlin-Karlshorst Familie Feldt, Berlin SO 16 Walter Isbaner, Leipzig. Am 29. August d. J. verstarb unerwartet in Gießen, fern von der Heimat, unser geliebter, einziger Pflegesohn, lieber Pflegebruder und lieber Schwager, mein lieber Freund, der Malergeselle Paul Geigenberger gen. Kniffler aus Berlin-Karlshorst, geb. am 18. Juli 1909 zu Berlin-Karlshorst. Am 1. September fand zu Gießen, Neuer Friedhof, die Beisetzung unseres innigstgeliebten Pauls statt. Aut diesem Wege sagen wir allen Freunden und Bekannten für ihre Teilnahme herzlichen Dank Innigen Dank auch dem Herrn Pfarrer, Familie Malermeister Petri, seinem lieben Freund Herrn Petri jun., dem Altgesellen, den Gesellen und dem Lehrling dieser Firma, Familie Rinn dortselbst, für alle Teilnahme und Hilfe in den Amerikaner Dauerbrenner anm Junker & Ruh Juno, Oranier Irische Deien Germanen, Oranier, Cora. Petrin# - Oefen sowie Eschöfen (Original Musgraves), Hirzenhainer usw. Ferner liefere ich sämt- licheEreatzteileund Feuergeräte Edgar Borrmann, Gießen. suche Vezlvksvevtveiev ES wollen üch nur branchekundige und erstklassiqe Verkaufskräfte meiden. Hoher Verdienst. Ausfuhr!. Off. erbeten. Joies Heller. 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Der Kapitalismus, jener wund:roorste Vorgang der Menschbeitsge'chichle, das erstaunliche Wunder^ menschlicher Betätigung, das wir nie ganz verstehen und in dem riesigen Ausmah seiner Organisatton nur fühlen können, ist auf einem Punkte angelangt, wo er einem Mann in den späten vierziger Fahren gleicht. Ein solcher Mann besitzt zwar noch erhebliche physische Kraft und noch von Natur aus eine ziemliche Aktivität, er kann jedoch das Gefühl einer gewissen Müdigkeit nicht mehr unterdrücken. Er ist ruhiger, bequemer seßhafter geworden. So wird imf-r? gan e Wir schäft allmählich ruhig r werden. KLn einz l es Wirtschaftssystem w rd herrschen. Der kapiia i ische Llntern hm. n s' _ st wird etwas von seiner Bedeutung verlie' en. während die Landwirtschaft, das Handwerk, das Genossenschaftssystem ui.d das halböf entliche Llnternehmen an Bedeutung gewinnen werden. Für die Nationen Europas wird sich aus dieser Entwicklung eine gewisse Schwierigkeit ergeben. den durch die revolutionäre Periode Les Kapitalismus eingeführten hohen Lebensstanl ard aufrechtzuerhalten. Lim dies bei ihrem gleichzeitigen Autarkiestreben zu ermöglichen, müssen die kontinental europäischen Länder immer mehr anein anderrücken und eine gemeinschaftliche Basis für ihre gegenseitigen wirtschastl.chen Beziehungen finden. Aus der Provinzialhaupistadt. Gießen, den 20. Oktober 1928. Die Gießener Schühenkompagnie und der Wasenmeister aus Amöneburg. (Sin Kulturbild aus alter Zeit. Im Jahre 1772 hatte die Gießener Schützenkompa nie, aus der später die Gießener Schützengesellschaft und dann der heutige Schützenoerein heroorgegangen ist, über eine merkwürdige Frage ein Urteil abzugeben. Bekanntlich galten in alter Zeit Wasen in ei st er und Scharfrichter — oft waren oiese beiden Aernter in einer Person vereinigt —, als unehrlich. Unehrlich bedeutet hier nicht so viel wie betrügerisch, sondern jedermann mied den Umgang mit diesen Leuten, in der Kirche hatten sie einen gesonderten Platz, sie durften nicht gleichzeitig mit den anderen Christen am heiligen Abendmahl teilnehmen. Nun war damals in Amöneburg bei Kirchhain der Wasenmeister gestorben, und ein der dortigen Schützenkompagnie angehörender Mann hatte geholfen, den Verstorbenen zu Grabe zu tragen. Darüber entstand allenthalben große Unruhe, nicht zum wenigsten unter den Amöneburger Schützen, und sie wandten sich an die Gießener Scyüßenkompagnie mit der Bitte, darüber ein Urteil abzugeben, wie sie sich in diesem Falle verhallen sollten. Sie schilderten die Sachlage und fragten dann 1. „ob dieser Mann unter der Compagnie zu dulden". 2. „ob der Compagnie, wenn dieselbe durch amtliche Zwangsmittel zu Beybeholtung dieses Mannes gezwungen werde, ein Nachtheil oder Vorwurf gemacht werden könne." Zur Beratung über diese Fragen setzte die Gießener Schützenkompagnie für den 23. Mai 1772 ein „Gebott", eine Sitzung, an und gelangte dabei zu folgendem Gutachten: „Ob zwar dieser Schütz, da er sich zu einer so niederträchtigen und ohne diesem eine Beschimpfung nach sich ziehenden Arbeit gebrauchen lassen und deß- falls wohl verdienet hatte, daß man ihn schlechterdings aus der Schühencompagnie um so mehr auf ewig verbannen möchte, als bekanntlich beh vorfallenden grosen Frehschießen Prinßen, Grafen, Cavaliers, Civil- und militaire Bediente nebst anderen honetten und distinguirten Personen erscheinen und mitschiehen, folglich in diesen ihren Augen ein solcher Mensch wie ein horrender Abscheu ist, ja außerdem eine gantze Schützencom- pagnie, welche dergleichen Leuthe in ihrer Gesellschaft duldet, deßfalls allerhand nachtheilige Dorwürfe beh auswärtigen Schützenhöfen sich exponirt sehen könnte, so militiret (spricht zu seinen Gunsten) ernestheils vor denselben, daß der Vorgang ohnwissend geschehen, anderntheils disponiret auch der Reichsschluß de anno 1731 von Abstellung der Handwerksmißbräuchen, § 13, mit deutlichen und dörren Worten: „daß diese eingeschlichene Mißbräuche unter dem falschen Wahn daraus fließender, jedoch so gar keinen Grund habender Llnredlichkeit, sewst denenjenigen, welche öfters auch wohl blos aus Llnwissenheit mit Abdeckern getrunken, gefahren oder gangen oder derselben einen oder chr Weib und Kinder zu Grab tragen helfen oder von der Leichen- begängniß gewesen, im geringsten nicht nachtheilig sondern dergleichen Possen von nun an gäntzlich abgeschafset seyn sollen, da überdieß drittentheils aus denen Zeitungen bekannt ist, daß in einem ehestens bekannt werdenden abermahligen Reichs- gutachten so gar der Schinder ihre Kinder, insofern solche noch nicht würcklich abgedecket, zu allen Professionen admittirt werden sollen, so wäre also vorligenden llmständen nach sothaner Schutz 1. fernerhin beh der Compagnie zu dulden, ohne daß sich 2. die Amöneburger Schützencom- pagnie deßfalls den geringsten Vorwurf von auswärtigen Schützenhösen zu gewärtigen hätte. Inzwischen sind wir jedoch der ohnziehlsetzlichen Mehnung, und es kann wenigstens nichts schaden, wenn über diesen nemlichen Vorgang ein benachbarter Schützenhof mit feinem Gutachten auch noch gehört würde." Unterzeichnet ist dieses Gutachten von den beiden damaligen Schützenmeistern Johann Philipp Busch und Eberhard Busch. Beide gehörten zu einer in Gießen sehr angesehenen Familie, deren Ahne Abraham Busch einst aus der Schweiz nach Darmstadt gekommen war; die Nachkommen sind in Gießen eingewpndert. Johann Philipp Busch war Wein- Händler und starb am 6. September 1814 im Atter von 80 Jahren; Eberhard Busch war Stadtküfer und starb am 28. März 1795 im Alter von 70 Jah- ren; er war zugleich Gastwirt und wird von Lauk- hard in seinen Lebenserinnerungen öfter erwähnt. Nachkommen dieser Familie haben Steins, früher genannt Wenzels und in der ersten Zeit genannt Buschs Garten besessen. Jedenfalls ist das Schreiben der Amöneburger und das Gutachten der Gießener Schützen kulturgeschichtlich interessant. Scharfrichtern und Wasenmeistern war es in alter Zeit verwehrt, mit anderen Menschen Umgang zu pflegen, ihren Kindern war es sogar verboten, einen anderen Beruf als den des Vaters zu ergreifen. Daher kam es, daß diese Berufe sich immer von dem Vater auf den Sohn forterbten, das galt von der Gießener Wasenmeisterfamilie Rord. Der letzte Gießener Wasenmeister — erfreulicherweise war er kein Scharfrichter — war der im Jahre 1913 verstorbene Johannes Bender, gebürtig aus Mornshausen im Kreise Biedenkopf. Er be° wohnte in der Wolkengasse ein baufälliges Haus und wurde weithin gesucht, weil er es verstand, eine Salbe zu bereiten. Allerdings wurde diese zu Heilzwecken viel gebrauchte Salbe von der Ehefrau, die aus der Wasenmeistersamilie Steinmeher stammte, hergestellt, während Bender selbst mehr der geselligen Freude nach-- ging und gern sich an einem guten Trunk labte. Er war ein Mann von großer Menschenliebe und hat, selbst kinderlos, mehrere verwaiste Kinder erzogen, ohne dafür einen Pfennig Vergütung zu beanspruchen und zu bekommen. Von seinem Berufe hatte er keine hohe Meinung, er übte ihn auch spärlich aus und überließ die Arbeit lieber seiner Frau. Doch hat der sehr witzige Mann öfter gesagt: „In Gießen gibt es nur drei Meister, nämlich den Oberbürgermeister, den Strahenmeister und den Wasenmeister." Lan-wirtschastliche Schule in Grünberg Die Landwirtschaftliche Schule in Grünberg beginnt am Montag, 5. Rovember, ihr diesjähriges Winterhalbjahr. Das Leben in jedem Berufsstande ist heute ein Kampf, und gerade auch im landwirtschaftlichen Berufe stellen sich dem Betriebssührer mit jedem Jahre mehr materielle und sachliche Schwierigke ten entgegen, die ihm seine Existenz immer mehr erschweren. Derjenige, der durch eine gute Praxis und auch gleichzeittg durch eine gute geistige Die Gießener Ferienkurse 1928. Don Or. med. Wiedemann, Bremen. Arn 13. Oktober hat der erste Gießener Ferienkurs fein Ende gefunden. Sein großes Thema: „Deutsches Leben in Wissenschaft und Kunst" wurde in fast 50 Vorlesungen behandelt, und die Vorlesungen wurden durch zahlreiche Demonstrationen und durch Ausflüge in die schöne anregungsreiche Umgebung der Stadt wirkungsvoll belebt. Die Vorträge führten die Gäste räumlich und zeitlich in immer weitere Kreise: Prof. Dr. Ebel geleitete sie durch die Stadt und erläuterte Gießens Anlage. Vergangenheit und die wichtigsten Baudenkmäler. In die Umgebung der Stadt führten die Darlegungen, die am zweiten Tage des Kurses Prof. Dr. Klute zu geben begann; er erläuterte den Charakter der Gießener Landschaft und legte dar, wie die hessischen und süddeutsch-rheinischen Landschaften erdgeschichtlich und durch die Eingriffe des Menschen geformt worden sind und ihre heutige Gestalt angenommen haben. Hes en ist ein für prähistorische Forschungen besonders fruchtbarer Boden; Dr. Richter behandelte die Vorzeit, namentlich die Funde aus der frühen Steinzeit. In die Römerzeit führte ein Vortrag des Prof. Helmke, der weiterhin auf einer Exkursion nach dem Johannisberg bei Bad-Rauheim und nach d^r Saalburg über die überraschenden Ergebnisse der Ausgrabungen und neuen Rekonstruktionen besonders fesselnd sprach und seine Darlegungen am Schluß der Tagung noch durch eine Führung durch das von ihm geleitete Museum vervollständigte. Heber den deutschen Wald, seine früheren itnb seine heutigen Kennzeichen, über feine Auswertung und seine Verjüngung sprach Prof. Dr. Vanselow; Probleme der deutschen Landwirtschaft behandelte Prof. Dr. Sessous. In Idas Mittelalter führten zahlreiche Vprträge der zweiten Kurswoche. Ueber das deutsche Städtewe'en sprach Prof. Dr. Aubin, über deutsche Kaiserpfalzen, über seine Ausgrabungen in Jngelhei n, über deutsche Dome und deutsche Schlösser Pros. Dr. R a u ch in feinem neuen Hörsaal, auf dessen Projektionswand eine Fülle von Lichtbildern glänzend zur Wirkung kam; seine Vorträge erläuterten das, was die Kursteilnehmer durch Ausflüge nach Marburg, Limburg und Wetzlar bereits aus eigener Anschauung kennengelernt hatten. Was deutsche Gartenkunst geleistet hat, demonstrierte Prof. Dr. Küster mit einer Serie lehrreicher Bilder, die mit dem Mittelalter begann und den Hörern die wichtigsten Begriffe der klassischen Gartenkunst verständlich machte. Hessens einzigartige Stellung und besondere Bedeutung für die Reformationszeit unter dem aufgeklärten weitblickenden Philipp dem Großmütigen kam sehr eindrucksvoll durch Prof. Dr. Fricks Vorträge zum Ausdruck; seine Führung durch Marburg füllte einen der schönsten und lehrreichsten Tage unserer Kurse. Der erste Redner der Veranstaltung war Prof. Dr. Dehaghel, dessen Vortrag nachwieS, wie stark di? deutsche Svrache durch fremde Einwirkungen beeinflußt worden ist. Prof. Dr. Götze sprach über das deutsche Märchen und über die Richtlinien, welche für die moderne Märchenforschung maßgebend geworden sind. „Der junge Goethe", seine Lyrik, seine ®ramen und seine erzähliM'de Prosa waren das ^.hema von Pros. Dr. Dietor; Dr. P rasch trug uns Die Leiden des jungen Werther" vor; Prof. Dr. Collin sprach über Gerhart Haupttnann, über Thomas Mann und besonders eindringend über Stephan George. Weiterhin sind fünf Vor- lefungen von Prof. Dr. G m eNn über dre Der- fassung des deutschen Reiches zu erwähnen und Prof. Dr. R o l o f f s Vorträge über das Genie Bismarcks. Mitten in polnische Fragen des Tages führte Dr. Königs Vortrag über das europäische Minderheitenproblem. Dr. Themes- v a r y s Ausführungen über die Sendung der deutschen Musik mußten leider kürzer ausfallen als geplant war, da der Vortragende durch Krankheit behindert war; dafür konnten die Kursteilnehmer dem größten Genius der deutschen Musik an dem von Frau Lydia Hoffmann- Behrendt veranstaltelen Deethoten" Abend einige unvergeßliche Stunden widmen. So vielgestaltig die Darbietungen des Ferienkurses waren, so blieb doch stets der verbindende Faden fühlbar, der die Dorträge unter sich und mit dem Inhalt der Lehrausflüge verband, und der schließlich alle Veranstaltungen zu einer Einheit werden ließ. Gerade dieser Umstand hat sicher mibgewirkt, trotz der Fülle des Gebotenen die Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit der Gäste bis zum Schluß rege zu erhalten und eine frohe und gehobene Stimmung unter den Teil- nchmern zu fördern. Es war eine Freude, zu sehen, wie die versammelten Damen und Herren — das Ausland war durch Holland, Irland, Frankreich, durch die Ukraine und die Dereinig- bem Staaten vertreten; wir sahen Gäste aus Schlesien und Pommern, vom Rhein und von der Weser —, wie die Teilnehmer in den beiden Gießener Wochen sich naher traten und besonders auf den Exkursionen über ihre Eindrücke und Urteile miteinander debattierten. Der Verfasser dieser Zeilen weih, daß er im Ramen vieler, vielleicht aller Teilnehmer spricht, wenn er die Anlage und die Stoffverteilung des Lehrganges als zweckmäßig und wohlgelungen bezeichnet und den Gießenern empsiehlt, die mit dem diesjährigen Ferienkurs erprobten Wege auch bei künftigen Veranstaltungen ähnlicher Art beizubchalten. Im einzelnen könnten die in diesem Jahre gesammelten Erfahrungen die Kursleitung vielleicht veranlassen, hier und da Aenderungen im Stundenplan zu ertragen. Wäre es nicht bieHeUbt empfehlenswert, den einen oder anderen Rachmittag freizulassen und den aufmerksamen Hörern Gelegenheit zu geben, auf Wanderungen durch die abwechslungsreiche Umgebung der Stadt über das Gehörte nachzudenken? Vielleicht würde es sich bewähren, an den Rachmittagen im allgemeinen nicht über zwei Vorlesungsstunden hinauszugehen und lieber an den Qlbenben die Teilnehmer noch öfter zu künstlerischen Veranstaltungen einzuladen. Wäre es vielleicht empfehlenswert, für jeden jüngeren Teilnehmer gelegentlich auch eine Exkurfton einzuschieiben, für die ein tüchtiger Turnlehrer oder Sport-Spielleiter als Führer gewonnen worden ist? Diese bescheidenen Vorschläge sollen nicht in dem Sinne verstanden werden, als ob auch nur ein einziger Teilnehmer das bargebotene Programm hätte tadeln mögen. Vielmehr sind alle in hohem Maße befriedigt und von der Reichhaltigkeit und dem hohen geizigen Gehalt des Gebotenen erfüllt von Gießen wieder beim- gekehrt mit dem Wunsche, auch im nächsten Jahre wieder nach Gießen eingeladen zu werden. Wir dürfen daher der llnioersität Gießen zu dem erfolgreichen Kurse Glück wünschen und ihr mit dankerfülltem Herzen für alle künftigen 03et» anstaltunOLN einen ebenso schönen Erfolg wünschen. und fachliche Ausbildung geschult ist, hat zweifellos gegenüber dem Ungeschulten in der Landwirtschaft Vorteile, die ihm die auftretenden Schwierigkeiten leichter überwinden h:l en. Jeder junge Landwirt sollte deshalb die geringen Opfer für den Besuch einer landwirtschaftlichen Schule nicht scheuen, damit er in seinem Können und Wissen nicht hinter den Angehörigen anderer Berufe zurücksteht. (Siehe heutige Anzeige.) ** Geschäftsjubiläum. Die Kreuzdrogerie August Noll, Bahnhofstraße 51, konnte kürzlich auf ihr 40jöhriges Bestehen zurückblicken. Herr August Noll eröffnete sein Unternehmen im Jahre 1888 als Drogen-, Kolonial- und Farbwarengeschäft im Haufe Bahnhofstraße 53, verlegte es jedoch im Jahre 1891 in fein neuerbautes Haus Bahnhofstraße 51. Mitte 1899 wurde das Geschäft in eine Fachdrogerie umgeftaltet, die sich im Laufe der Jahre durch die Aufnahme weiterer einschlägiger Geschäftsartikel immer mehr erweiterte. Im Jahre 1911 wurde im Zusammenhang mit diesem Unternehmen die Ludwigvlatz-Drogerie eröffnet Der Gründer der Firma ist noch heute neben feinen beiden Söhnen in dem Geschäft tätig. ** Die Bekämpfung d e r Ob st bäum, s ch ä d l i n g e betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil, auf die unsere Gartenbesitzer besonders aufmerksam gemacht seien. ** Die Hessische Landwirtschaftliche Schule zu Butzbach kündigt im heutigen Anzeigenteil den Beginn des diesjährigen Lehrganges am 5. November an. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. Der Wetzlarer Volksbank-Prozeß. Die Beweisaufnahme wurde am zweiten Der- handlungstage fortgesetzt mit der Vernehmung eines Beamten der Bolksbank, der zur Zeit der Geschäftsführung durch den Angeklagten als Kassierer dort tätig war. Er bekundete, daß der Angeklagte Geld nach Bedarf aus der Bank entnahm, was aber nicht besonders auffiel, da ja die Gehälter gutgefchrieben wurden. Er schilderte weiter, daß das Vorstandsmitglied R o m P f einmal das Konto der Metallgießerei revidiert, und hierbei einen Strich darunter gesetzt habe, wobei er gleich, da der Angeklagte nicht anwesend war, Anweisung gab, dem Angeklagten mitzuteilen, auf dieses Konto nichts mehr auszuzahlen. Ueber die Urkundenfälschung im Falle der Quittung Wenzel sagte der Zeuge, daß er zugegen war, als Wenzel vom Angeklagten für eine persönliche Forderung 25 Mark erhielt. Er unterschrieb eine Quittung „25 Mark ä Konto Drescher erhalten." Der Angeklagte strich „Drescher" weg, und der Betrag wurde Wenzel zur Last gestellt. Als nächster und Hauptzeuge wurde das geschäftsführende Vorstandsmitglied R o m p f vernommen, lieber die Gewährung von Krediten bekundete er, daß er öfters mit den beiden anderen Vorstandsmitgliedern Weck und Ulm Besprechungen über kleine Kredite gehabt habe, über welche dann an Hand der Kreditliste, die Angaben über die Höhe der evll. Kredite an Genossen enthielt, beschlossen wurde. Mit U l m will er öfters, etwa drei- vis viermal im Jahre, unvermutet Feststellungen bezüglich der höheren Konten gemacht yaben, wonach Der Angeklagte öfters angewiesen worden sei, Kunden zur Abdeckung ihres Kontos zu veranlassen. Zum Konto der Metallgießerei erklärte der Zeuge, daß er gewußt habe, daß der Angeklagte Gesellschafter war. In der Aufsichtsratssitzung seien ihm auch hierüber Vorhaltungen gemacht worden. Als der Zeuge im Jahre 1925 feststellle, daß das Konto der Metallgießerei erheblich überzogen war, wurde in der Aufsichtsratssitzuna oeschlossen, die Firma zur Rückzahlung zu veranlassen, worauf der Angeklagte versprochen hätte, für Abdeckung des Kontos zu sorgen. Tatsächlich seien bann auch ab und zu kleinere Zahlungen gebucht worden. In einem Protokoll vom Januar 1917 befindet sich eine Niederschrift, daß die Ansprüche an die Metallgießerei erledigt seien. Der Zeuge will in dieser Sitzung nicht zugegen gewesen sein. Ihm sei bann die Auskunft geworben, bie Metallgießerei habe eine größere Hypothek erhalten. Gemeint ist hier ber Fall Geme- ling, wo ein Guthaben Gemelings von 20 000 Mk. einfach dazu verwandt wurde, das Konto der Metallgießerei abzudecken, was aber später, als Geme- ling hiervon erfuhr, wieder rückgängig gemacht wurde, lieber den Ankauf ber Metallgießerei durch Drescher im Zwanysverfteigerungsverfahren hatte ber Angeklagte erklärt, er habe diese im Interesse der Volksbank gekauft und sei vom Zeugen veranlaßt worden, diesen Kauf auf seinen Namen zu tätigen, da keine Genehmigung zum Ankauf der Metallgießerei durch die Volksbank vorlaa. Unter Gegenüberstellung mit dem Zeugen wiederholte der Angeklagte dies, was der Zeuge aber bestritt. Zu den Behauptungen des Angeklagten, daß der Zeuge von den Bllanzfälschungen gewußt hätte, da mit ihm vorher darüber gesprochen worden sei, erklärte der Zeuge, daß er nie für derartige Manipulationen feine Hand hingegeben hätte. Ein früherer Angestellter der Volksbank, der nach den Angaben des Angeklagten auf feine Anweisung die Urkundenfälschung durch Rasuren in den Büchern vorgenommen, verweigerte, nachdem er auf sein Zeugnisoerweigerungsrecht hingewiesen wurde, bie Aussage. Der Zeuge Rokoff bezeichnete bie Bank als bei seiner Uebernahme verlottert. Er schilderte einen Fall, in dem ber Angeklagte ein eigenes Separatkonto von 69 Millionen Mark, entstauben im Juli 1923, im Dezember 1923 sich mit 1000 Golbmark aufwertete. Ein weiterer Zeuge will von einem Bekannten gehört haben, baß ber Angeklagte in ber Inflation für Rechnung ber Volksbank Papiere gekauft, biefe wieder verkauft und den Betrag sich gutgebracht habe. Mehrere Fälle vpn Kreditgewährungen in der Zeit des Uebergangs aus der Inflation klärten sich dadurch auf, daß die Kredite zwar anfangs nicht sehr hoch waren, bann aber wegen ber damals unnormal hohen Zinsen zu großer Höhe anwuchsen. Am dritten Derhanblungstage ging berStaatsanwalt in etwa einftünbiger Rebe zuerst auf bie Persönlichkeit bes Angeklagten unb bann auf bie einzelnen strafbaren Handlungen ein. Er beantragte Verwerfung ber Berufung bes Angeklagten unb unter Aufhebung bes erstinstanzlichen Urteils Verurteilung bes Angeklagten zu einer Gesamtstrafe von brei Jahren sechs Monaten Gefängnis, außerdem 500 Mark Geldstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Der Verteidiger beantragte nach etwa einftünbigem Plaiboyer Verwerfung ber Berufung ber Staatsanwaltschaft und unter Aufhebung bes Urteils erster Instanz milbere Strafe, evtl. Bewährungsfrist für ben Rest ber Strafe. Das Urteil lautete; Die Berufung ber Staatsanwaltschaft wird verworfen. Auf bie Berufung bes Angeklagten wird bas angefochtene Urteil aufgehoben. Der Angeklagte wirb unter Freisprechung im übrigen wegen Vergehens gegen § 146 bes Genossenschaftsgesetzes, begangen in neun Fällen, unb wegen Begehens gegen 8 147 bes gleichen Gesetzes, begangen in brei Fallen, zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren drei Monaten Gefängnis, wovon neun Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet werden, und zu Geldstrafen von insgesamt 300 Mark, hilssweise für je 10 Mark zu hinein Tag Gefängnis verurteilt. Die Kotten ber Berufung der Staatsanwaltschaft trägt diese. Im übrigen trägt ber Angeklagte bie Kosten bes Verfahrens mit Aus- naljme ber befonberen, burch bie Verhandlung ber- jenigen Fälle entstandenen Kosten, *in denen Freisprechung erfolgt ist. Diese Kosten trägt bie Staatskasse. Rundfunkprogramm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 21. Oktober. 8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet von dem Predigerseminar der Bischöflichen Methodistengemeinde Frankfurt a. M. — 10.30 618 11: Elternstunbe. — 11: Von Offenbach: Eröffnung der Rundfunkausstellung des Arbeller- Aadioklubs. — 12 bis 12.30: Die Stunde der Jugendbewegung: „Von den Anfängen der Jugendbewegung", Vortrag von Adam Piesenecker. — 12.30 bis 13: Franz Kreh: Vorlesung aus eigenen Dichtungen. — 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.30: Konzert des Rundfunkorchesters. — 17.30 bis 18: Stunde des Landes. — 18 bis 19; Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. — 19 bis 19.30: Sportnachrichten. — 20.30 bis 21.30: Gas- toelt, von Alfons Paquet. — 21.30: Volkstümliches Konzert des Rundfunkorchesters. - Anschließend: Konzert der Jazzkapelle Briggs. Montag, 22. Oktober. 6,30 Uhr: Morgengymnastik. — 13 bis 14: Rach Stuttgart: Mittagsständchen des Rundfunkorchesters. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.30 bis 19: „Filmsorgen in Afrika", Vortrag von Hans Schoinburgk. — 19 bis 19.30: „Die Frankfurter Derwalltungsakademie", Vortrag von Studienrat Liebmann. — 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. — 19.45 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. — 20.15 bis 21.15: Rach Stuttgart: Sinfonie-Konzert. — 21.15 bis 22.15: Rach Stuttgart: Rovellen-Dor- trag. — Anschließend: Schallplatten-Konzert: „Erinnern Sie ftch?" Dienstag, 23. Oktober. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. — 13 bis 14: Vyn Stuttgart: Mittagsständchen. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. — 18.45 bis 19.15: Don Kassel: Dort rag. — 19.15 bis 19.45: Funkhochschuile: „Vom Krick» aus — ein Schlagwort und seine Grenzen", Vortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Fürstenheim. — 19.45 bis 20.15: Vorn Mannheimer Besprechungsraum: „Wie sammle ich moderne Kunst?", Vortrag von Dr. G. F. Hartlaub, Direktor der Mannheimer Kunsthalle. — 20.15: Von Stuttgart: „Die Großherzogin von Gerolstein", Operette. — Anschließend: Von Kassel: Konzert des Staatstheater-Quartetts. Mittwoch, 24. Oktober. 6.30 Llhr: Morgengymnastik. — 12.45 bis 13.15: Schulfunk. — 13.15 bis 14.15: Rach Stuttgart: Schallplatten-Konzert, Buntes Programm. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. — 18.45 bis 19.15: Schachstunde. — 19.15 bis 19.30: Senckew» berg-Viertelstunde: „Die wichttgsten Pelzttere". Vortrag von Dr. R. Mertens. — 19.30 bis 19.45: Französische Literaturproben. — 19.45 bis 20.15: Französischer Sprachunterricht. — 20.15 bis 21.15: Don der Rundfunk - Ausstellung des Arbeiter- Radioklubs Offenbach: Friedrich Sllcher (1789 bis 1860) nn Volkslied. Konzert des Frankfurter Union-Quartetts. — Anschließend: Dramatische Ausführung. Donnerstag, 25. Oktober. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. — 10 bis 12: Von der Ausreise des Hapagdampfers „Ham- bürg“: „Aus Hamburgs Hafen nordseewärts".— 13 bis 14: Don Stuttgart: Mittagskonzert. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Eine Viertelstunde Ratschläge für den Gartenfreund. — 18.45 bis 19.15: Don Kassel: Dortrag. — 19.15 bis 19.45: Esperanto-Unterricht. --- 20.15 bis 21.15: Don Stuttgart: Konzert des Kleemann-Quartetts. — 21.15: Don Stuttgart: Riederdeutscher Abend. Freitag, 26. Oktober. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. ---- 13 bis 14: Schallplatten-Konzert, Buntes Programm. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 7— 16.35 bis 17.35: Haussrauen-Rachmitlag: „Helen Keller, dieblinde Taubstumme“, Dortrag von Rektor Merkel. — 17.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.30 bis 19: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs. — 19 bis 19.30: „Durch sachgemäße Lese zu gutem Wein. II. Keller- und 'Sr*dj barrtoig u. hU eiiwi^^'chkeit frÄF ^renred)tJlUnb i?erfeiI ftQuf bie flem 19 e r be. 1161 d-" 'teil i bes^Ä^lt wird m ubtioh. nrn9tUMt St. L^ßen jea !?.65' >* ÄÄ? l0»rt "J"5i** n«BÄ 6er. 'vgramm 1 Inders. w-Umschau«,) Ottobtr, WbSL Ion S' bis ,?n Offenbach: ßtoff. As ves 2«. ^30 ®tc Stunde der dec I». SÄ ?^senecker. , fang aus d°i7W16^; 6tuilk 1“'?; des 1 öh®b< des Esbrldimg. - ig bis - 20.30 bis 21.30: Aas. ■*,' 21.30: Mifw ofunkorchchers. - K, 2üzzkapelle CBriggg. !. Oktober. E -13 bis 14: Aach dchen des Tunbhmt* ■35: Stmde der Jugend, rch Stuttgart: Konzert - 18.10 bis 18.30: Lese- Sämfotgen in AM", butgf. - 19 bis 19.30: tung&itabemle“ Top bmaiui. — 19,30 bis ^ttÄxv. — W.fc Vii Mrricht. - 20.15 bis Smimie-Konzert. - tuttgart: Tovellen-Tor« : Schallplatten-Anizert: L. Oktober. naftil -13 bis 14: Jon chen. - 15.05 bis 15.35: 1555 bis 16.05: s 18.05: Ton btuttgatt: Orchesters. — 18.10 bis ) bis 18.45: Ton Kassel: Läge für Mutter und Ton JW Tortrag. Hochschule: „Tom Ätnft b \M Grenzen". Borat Dr. güchenhem. ~ niemer W*6, moderne Mitt“. Bor- h-«l-ub, ««'* _ 20.15: Ton Sttttt- n von Serolstem^o^ von Kassel: Konzett des «Ä5bS 13.15: "fi- D-ch ■W8 W*» «k ^^19 30' SenciM- r-c"s. - 20.15: Ät-msbisrub- rM m Arbeiter- kicher (1789 &-*«• 25. M 12! w ü'Khi. B» S.iS,tS S*Jsä1 ÄS--S Ät 13 £ *- 4^-L- • re LD Moderne Strickkleidung 9281A Schulstraße Nr.4 Strickkleider bei Verkauf 1. 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Die obige Schrift stellt eine reiche, sehr gedrängte Zusammenfassung der Anschauungen Max Scheiers über einige Haupt- puntte der philosophischen Anthropologie dar, die der Verfasser seit Zähren unter der Feder hatte, und deren Forschungsergebnisse er seit 1922 mehrfach eingehend in seinen Vorlesungen vorgelegt hat. Schützen Sie Ihre empfindliche a Unterwäsche! Kelterbehandlung des 28er Weines", Vortrag von Dr. W. Heuckmann von der Staatlichen Rebschule in Diez. — 19.30 bis 19.50: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. — 20: Vom großen Saal des Daalbaues: S.n- fonie-Koirzert der Wuseumsgesellschaft. — Anschließend: Don Kassel: MUitär-Konzert. Samstag, 27. Oktober. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. — 12.45 bis 13.15: Schulfunk. — 13.15 bis 14.15: Aach Stuttgart: Mcklagskonzert des Rundfunkorchesters. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15‘.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Aach Stuttgart: Reue Tanzmusik, Konzert des Rundfunk- 0J6S- hfertigung orchesterS. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.30 bis 18.45: Briefkasten. — 18.45 bis 19.15: Stunde deS Kulturkartells der modernen Arbeiterbewegung: „Deutsches Geistesleben in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts (die großen Utopisten)", Vortrag von Conrad Broß- wih. — 19.15 bis 19.45: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Sllben aufwärts). — 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volks- b ldung: „Pasteur, Koch und Behring", Vortrag von Professor Dr. Max Flesch. — 20.15 bis 21.15: Eine Stunde Adolf Stoltze. — 21.15: Bunter Abend. — Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. in guter Qualität auf langfristige Teilzahlungen bei Barzahlung 10% Rabatt Großer BeirieHsfioff- u. 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Vollheringe 0.15, 0J20 ReuesMer-SauerkrautO.25 Sardellen und Sardinen 89/1D Marktstraße 4 Eingang Lurggrabc Tel. 119 u. 1289 Lieferung frei Haus — Die Dichtung im Sturm und Drang im Zusammenhang der Geistesgeschichte. Bon Prof. Dr. H. A. K o r f f. 106 Seiten 8°. Geheftet 3 Mk., in Leinenband 4,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (463) — Die Auflehnung unserer Jugend gegen die Aelteren, der Bruch mit den überkommenen Gesellschaftsformen und die stürmische Hinwendung aller Volksschichten zu einer naturgemäßeren Lebensweise, diese drei Grundtendenzen unserer vorwärtsdrängenden Gegenwart, sind Wohl keiner Epoche der Geistesgeschichte so verwandt wie der Sturm- und Drang-Bewegung. Den geistigen Grundrichtungen jener Zeit nachzugehen, ist daher auch für das Verständnis der Gegenwart von größtem Werte. Bei diesem Beginnen gibt es keinen besseren Führer als den Leipziger (vormals Gießener) Literarhistoriker Äorff, der sich die Erforschung der Geistesgeschichte zu seiner besonderen Aufgabe gemacht hat. Fesselnd, in klarer Sprache führt er uns mit dichterischem Schwung die geistigen Grundlagen der Aufklärungszeit vor Augen. Wir sehen, wie sich auf ihnen die beiden großen Ideenkreise des Sturms und Drangs aufbauen: das Ideal des Aaturmenschen, wie es in Weither seinen sprechendsten Ausdruck gefunden hat, und das Ideal Mauxion-, Kant- Trumpf-, Ceno- vis'Schokoladen und Pralinen. — Ferner: 6174V Bauer'sche Bonbona, Waffeln und alle einschlägigen Süßwaren liefert zu Original - Preisen in größter Auswahl an Wiederverkäufer Ernst IM Gielen Schokoladen-Oroßhandlung Ludwigstraße 42 Fernruf Nr. 721 des faustischen Menschen, der uns als Goetzthp und als Fausttyp entgegentritt. Von hoher Warte überblicken wir die Entwicklung der Sturm- und Drang-Dichtung von der Vergötterung der Statut bis hin zum Aaturpessimismus, der schließlich zur inneren Krisis der Bewegung führt. Um diese beiden Höhepunkte gruppieren sich die bedeutenderen Dichtungen der Zeit. Im Drama und in dec Lyrik, in Aovellen und Romanen, überall sehen wir die gleichen Grundideen behandelt. So gewinnen wir aus einer neuartigen Betrachtung der Dichtung einen interessanten Einblick in die Entwicklung der Geistesgeschichte. Mit knappen, treffenden Bemerkungen erhellt Verfasser blitzartig ganze Zeitabschnitte und gestattet uns einen Blick in die Grundtiefen der Geistesgeschichte, die bisher selbst dem Forscher vielfach verborgen blieben. — Die verlege rische Ausstattung des Buches ist von erfreulicher Gediegenheit. — Empfindung und Denken. Von Professor Dr. A. Messer. 3. verbesserte Auflage. In Leinenband 1 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (465). — Das bereits in dritter Auflage vorliegende Werk des bekannten Gießener Psychologen bietet eine vortreffliche kritische Zusammenfassung und Weiterführung der Unter- suchungen, die hauptsächlich von den Vertretern der experiment.llen Psychologie über das Denken angestellt sind. Da das Werk für weitere Kreise ^stimmt ist, trägt es den Charakter einer ersten Einführung, die aber in der Tat nicht nur in d^ Vorhalle, sondern bis in die Tiefe wissenschaftlicher Forschung führt. Verfasser gibt viel mehr als ein System gesicherter Ergebnisse. Der Hauptvorzug des Werkes liegt vielmehr darin, daß es in die Methode der modernen Psychologie und i i h e Probleme einsühri und Z>arü3ec un er» rurttet, wie man ihnen auf dem Wege des Experiments nahekommen will. Aach den grundlegenden Erörterungen über die Empfindungs- und Denk- elemente der äußeren und inneren Wahrnehmungen werden so eine Reihe psychologischer Probleme des Denkvorganges behandelt, z. D. der Zusammenhang von Wort und Bedeutung, die Aufmerksamkeit und Abstraktion. Die Untersuchung gipfelt in einer scharfsinnigen Auseinandersetzung ^s Wesens der psychologischen und der logischeir Betrachtung des Denkens. Den Schluß der gehaltvollen Schrift bildet ein kurzer Ausblick auf cie Pädagogik, der die Autzanwendungen für die Erziehertätigkcit zeigt. Reiche Literaturhinweise ermöglichen eingehendere Studien. Wer mit einiger Orientierung in der Philosophie an das Studium des Werkes herangeht, wird sich sicher reich belohnt finden. Insbesondere kann das Werk den Lehrern aller Schulgattungen aufs wärmste empfohlen werden. — Der Weg zur Arbeitsfreude. Don Professor Dr. E. H o r n e f f e r, Gießen. Verlag von Reimar Hobbing, Berlin SW 61. Preis 1,50 Mk. (511) — Der bekannte Philosoph unserer Landesuniversität hat in der deutschen Wirtschaft, bei Unternehmern und Arbeitern, eine ausgedehnte Wirksamkeit ausgeübt. In dieser kleinen Schrift zieht er gleichsam die Summe seiner „Wirt- schaftspädagogik". Er bielet eine g e i st i g e Sozialpolitik. Er weist auf, wie von der Seite des Geistes her der Arbeilsfriede zu gewinnen ist. So ist diese Schrift eine Erziehungsschrift namentlich für alle Führer und Unterführer in der Wirtschaft, von denen ein neuer Arbeitsgeist in die Gesamtheit der Arbeitskräfte ausgehen muß. Die Schrift ist berufen, die rechte Stellung zur Arbeit unserem Volke zurückzugewinnen. Daimler-Benz Aktiengesellschaft, Verkaufsstelle Frankfurt a. M. Verkaufsbüro Gießen: Bahnhofstraße 90 Büro und Ausstellungsräume Eröffnung demnächst. Vorerst Hotel Schütz, Telephon 164. 3bov //Z/ ■ trink' Embcha- flSfflBEI 10000 Anerkenn. Niederlagen in Gießen: In den Apotheken. Nichts nimmt zarten Schlüpfern und spitzenbesetzten Hemdhöschen so schnell ihren Reiz wie gewöhnliche Waschmittel. Waschen Sie solche köstlichen Sachen mit Lux Seifenflocken ! 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Gießen Marktplatz 23 Gießen Mittelweg 12 Bahnhofs Restaurant Else Willershausen Hermann Stoll Gediegenen künstlerisch. Klavier- Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene sowie alle musikalisch. Nebenfächer Die klangvollen und tonsdiönen Aufnahmen der Parlophon-Beka- Tanzplatten bringen Stimmung und Heiterkeit ins Haus. Barnabas vonGeczy und die besten original amerikanischen Jazzbands spielen die neuesten Tänze auf Parlophon. Auf Beka hören Sie die letzten Schlager aus Operetten und Re- z vuen und hervorragende Kräfte des Kabaretts wie Claire Waldoff, Irene Ambros, Joseph Plaut und Harry Steier. Verlangen Sie das Operetten- und Revuen-Sonderverzeichnis. Maler- u. Weißbinderarbeiten REKLAMEMALEREi Carl Nowadkz Seltersweg 85 9287V MMMeM-MeinigW im Katholischen Vereinshaus. Tagesordnung: 1. Wahl des JnnungövorstandeS 2. Bekanntgabe der Satzungen ert. a. d. Akademie der Tonkunst in München ausgeb. und gepr.Lebrerin. Sehr. 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Oktober 1925 Gertrud Neurath Hermann Bogel Verlobte Samstag: Münchner Geschwollne Sonntagmorgen: Frühschoppen mit Wellfleisch und Kraut Abends: Schweinepfetfer mit Klös Münchner Stimmung Alle Räume geöffnet I oeeoeeeeeeee Zur Blutreinigung im Herbst tit es jetzt Zeit! Hierzu benutzen Sie das alte Volksmittel Wacholderueersaft in ''i'Bfunb Schraubgläsern. Gar. retner ge'üflter Wacliolderbeersaft 88,LD Ji 1.50 Cuöroigftrabe 319. r. ••••oeeeeeee Butzbach Holzheimer Straße 27 21. Oktober 1928 Gegen Teilzahlung Georg Bernhardt, Leipzig 473 Klein-Linden Frankfurter Straße 19 21. Oktober 1928 Grammophon - Apparate Sprechmaschmen Platten und Zubehör reiche Auswahl u. äufierst niedrig kalkulierte Preise finden Sie bei uns. Ratenzahlungen Friedrich Linker & Sohn Ludwigstrafee 16 Voranzeige Nächster Tanzabend Mittwoch,den24.Oktober Frau Felber, Meisterin Frankfurter Straße 31 II. Sämtliche Lindström-Fabrikate Odeon, Parlophon, Columbia usw , Am 1. 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Die Mitglieder des Goethe-Bundes haben auf zwei Plätzen freien Eintritt Die Ausgabe der numerierten Theatherplatzkarten erfolgt ab Montag, den 22. Oktober bis Freitag, den 26. Oktober, in der Reihenfolge der Abholung gegen Rückgabe des Gutscheins Nr. 1 des Goethe-Bundes an der Tageskasse des Stadttheaters während der üblichen Kassenstunden. Universitäts-Restaurant (Bierhaus Onkel Franz) Der Oktoberrummel geht weiter I betont, daß es DuriMruntz samnenhange strebenden D pelliert, dah Derwirüichun Weise entgec ihrer berechti fnm betätigen der Umgestal Platzes als an dieser 6l gebaude zu < Zeit erfordert jetzt Vorhand« nWeßung n< kicher Gesicht geradezu i Man verwendet Carmol (Rarwefitergeisf) bei Erkältungskrank- heilen: Hexenschuß, Rheuma. Genick-, Kreuz-, Kopf-, Zahn- Schmerzen, Wadenkrampf, Gliederschmerzen, einfach. Husten und Schnupfen. Auch vorzüglich bei Hautjucken. Man verlange überall ausdrücklich CARMOL. 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Am Donnerstagabend beschäftigte sich eine auf Veranlassung des Vorstandes des Bezirks- Vereins Aordost im Saale des Cafs Leib stottfindende, von etwa 250 Personen besuchte Versammlung der Bewohner des Vordostviertels mit dringenden kommunalen Forderungen des dortigen Stadtbezirkes. Die Versammlung nahm — nm es vorweg zu sagen — einen fruchtbaren Verlauf. Der Vorsitzende des Vordostvereins, Stadtv. Schwieder, konnte in der Versammlung zur besonderen Genugtuung des Dereinsvorstandes den Beigeordneten Dr. Hamm als Vertreter der Stadtverwaltung, ferner Stadtbaurat G rave rt vom Stadtbauamt und zahlreiche Stadtverordnete aller Fraktionen begrüßen. Er wies weiter in kurzen Worten auf die in mancherlei Beziehung ungünstigere Lage des Vordvstviertels gegenüber anderen Stadtteilen hin und betonte, daß es so wie bisher nicht mehr weiter gehen Kirne. Oer Wunschzettel. Das einleitende Referat erstattete der Kaufmann Adalbert Bindewald, der als langjähriger Bewohner des Vordostviertels sich auf eingehende Erfahrungen hinsichtlich des Wandels der Dinge in der dortigen Gegend stützen formte. Aus seinen Darlegungen ging klar hervor, daß die geschäftlichen Verhältnisse und die allgemeinen Wohnbedingungen im Vordostviertel heute ungünstiger sind, als in anderen Gegenden der Stadt, und daß man wohl berechtigt ist, von einem Rückgang des Vordostens zu sprechen. Der Redner forderte eine größere Fürsorge der Stadt für den nordöstlichen Stadtteil, der nichts anderes verlange, als volle Gleichberechtigung, imb der sich frei dieser Kundgebung nur leiten lasse von dem Gesichtspunkt der Wahrung berechtigter Interessen. Als Bewohner des Vordvstviertels sprachen in der anschließenden Diskussion der Vorsitzende, Stadtv. Schwieder, Lehrer Kling, Kaufmann Münch, Bäcker-Obermeister L o e b e r, Redakteur Blum schein und Dr. K e m p ff. Ihre Darlegungen, die von lebhaftem Beifall der Versammlung unterstrichen wurden, sind dahin zusammenzufassen, daß jetzt von der Stadt all' das nachgeholt werden soll, was in früheren Jahren versäumt wurde. Es wurde zum Ausdruck gebracht, daß man zu den hier besonders in Betracht kommenden zuständigen Dezernenten der Stadtverwaltung, Beigeordneten Hr. Hamm, volles Vertrauen hat, da er sich bisher den Wünschen der Vordostbewohner immer zugänglich erwiesen und sich bemüht hat, nach besten Kräften für di« Erfüllung der berechtigten Belange des Vordostens zu sorgen: daß man ferner auch zu der Stadtverwaltung als Ganzes und zu der Stadtverordnetenversammlung das Vertrauen hegt, daß dem Vordostviertel die berechtigte Förderung gewährt wird. Weiter wurde betont, daß rs notwendig ist, das sog. Damm- straße-Projekt mit tunlichster Beschleunigung zur Durchführung zu bringen, und in diesem Zusammenhang« wurde an di« bisher noch widerstrebenden Bewohner dieser Gegend dahin appelliert, daß sie der Stadtverwaltung bei der Verwirklichung dieses Projektes in weitgehender Weis« entgegenkommen und bei aller Wahrung ihrer berechtigten Interessen doch auch Gemeinsinn betätigen möchten. Weiter wurde die Frage der älmgestaltung des Kirchen- und des Lindenplatzes als dringlich bezeichnet und angeregt, an dieser Stell« vielleicht das neue Stadtposb- gebäude zu errichten, das ja doch in absehbarer Zeit erforderlich werden dürfte. Der Ausbau der jetzt vorhandenenSackstrahen, großzügige Dauland- erschließung nach Maßgabe neuzeitlicher städtebaulicher Gesichtspunkte (wobei das Rodberggelände als geradezu ideal für die Anlage eines Villenviertels und die Schwarzlach als geeignet für die Schaffung von Promenaden bezeichnet wurde), Verbesserung der Straßenbeleuchtung, bessere Straßenreinigung. Schaffung von ausreichenden Verkehrsmitteln entweder durch Erweiterung der Straßenbahn, oder durch die Einrichtung von Autoomnibuslinien waren weitere Forderungen, die von den Rednern näher begründet wurden. Aber auch hierbei liehen es die Sprecher nicht an einer Ermahnung an die in Betracht kommenden Grundbesitzer fehlen, die dahin ging, der Stadt bei der Derwirllichung des groß» zügigen Erschliehungsprojektes weitgehendst entgegenzukommen. Selbstverständlich solle von keinem Grundeigentümer Unbilliges gefordert werden, anderseits aber sei es auch notwendig, schon jetzt vor äleberforderungen bei Gelände- Verkäufen an di« Stadt dringend zu warnen, da hierdurch unter Umständen die auf die Förderung der Gesamtheit gerichteten Bestrebungen erschwert, wenn nicht gar vereitelt würden. Oie Stellung der Stadtverwaltung. Im Anschluß an die Diskussionsredner sprach Beigeordneter Dr. Ham m. Er begrüßte es zunächst, daß die Stadtverwaltung zu dieser Versammlung cingeladen worden sei, denn hierdurch habe sie die Möglichkeit, eine fruchtbringende Aussprache mit den Bürgern — nebenbei bemerkt gehörten Verwaltung und Bürger zusammen, die Verwaltung sei ja nur die beauftragte Geschäftsführerin der Bürgergesamtheit — zu pflegen. Kritik sei stets fruchtbar, denn aus ihr könne gelernt werden. Die Verwal- tuna müsse und wolle aber auch aufklären. Manche Wünsche des Nordostviertels feien im geheimen schon bearbeitet worden, es durfte nur noch nicht an die große Glocke gehängt werden. Die Stadtverwaltung habe das Nordostoiertel nicht stiefmütterlich behandelt, sie habe sich zusammen mit den Stadtverordneten schon immer für diesen Stadtteil eingesetzt. Er wünsche nur, die Verwaltung hätte einen Riesensack voll Geld, um alle Wünsche befriedigen zu können. An den ungünstigen Verhältnissen im Nordostoiertel sei vielfach die unglückselige Anlage der Bahn schuld. Die Straßen liefen sich infolge der Lage des Bahnkörpers inmitten des Baugeländes in der Schwarzlach und beim Rodberg tot. Es sei schon daran gedacht worden, entlang der Lahn vorn Wehr aufwärts Promenadenwege anzuleaen, um hier oute Spaziergangs- geleaenbeiten zu schaffen und dadurch stärkeres In- teres e für das Nordostviertel zu wecken. Sehr zu schaffen mache bei der Baulanderschließung in der Schwarzlach der hohe Grundwasserstand. Das Dammstrahenprojekl. Hinsichtlich des Dammstraßenprojektes bestünden noch allerlei Widerstände. Die Schwierigkeiten lägen nicht nur darin, daß beim Erwerb der zum Straßendurchbruch erforderlichen Gebäude durch die Stadt reichlich hohe Forderungen gestellt würden, sondern auch dann, daß bei der Niederlegung der im Wege stehenden Gebäude 12 Wohnunoen in Fortfall kämen, für die zuvor Ersatz geschaffen werden müsse. Die baldige Erledigung des Dammstraßenprojektes liege der Stadt sehr am Herzen, sie werde nichts un- versucht lassen, um rasch ans Ziel zu kommen. Es fei aber auch notwendig, daß die in Betracht kom- wenden Grundbesitzer bei aller Wahrung ihrer Interessen ihre Forderungen beim Verkauf an die Stadt nicht überspannten. Die Verwaltung strebe eine gütliche Einigung an, denn sie sei der Ansicht, daß die Enteignung immer nur das allerletzte Mittel fein dürfe. Die Umgestaltung des Kirchen- und des Linoenplahes. für di« die Stadt beretts zahlreiche Häuser erworben habe, müsse — obwohl jetzt ein neues Ein neuer Enoch Arden. Die tragische Geschichte vom .wiederkehrenden Gatten", die in der Weltliteratur so oft dar- gestellt ist und ihre berühmteste Behandlung in Tennysons „Enoch Arden" erfahren hat, wiederholt sich immer wieder in der Wirklichkeit, Der neueste Vorfall dieser Art hat sich in der englischen Stadl Gloucester zugetragen. Dort lebte ein junaer Mann namens C. H. Peacsh, der sich wäyrend des Krieges verheiratete und dann bald eingezogen wurde. Er diente in Flandern, kämpfte bei Saloniki, wurde schwer verwundet und kam nach der Heilung zu dem Tank-Korps, mit dem er den Rückzug am Kemmcl im Februar 1917 mitmachte. Dabei erhielt sein Tank ei»en Treffer, er wurde bewußtlos und kam erst wieder im Juni des Jahres zur Besinnung, als er sich im Lazarett befand, nachdem man einen großen Teil seines Stirnknochens durch eine Metallplatte erseht hatte. Er wurde daraufhin im September 1917 für dienstuntauglich erklärt. 3m Februar 1918 fuhr er als Kohlenschaufler auf einem englischen Schiff nach Portland im amerikanischen Staate Maine. Als das Schiff angelegt hatte, ging er an Land und verschwand. Obgleich die Polizei ihn suchte, wurde er doch nicht gesunden, denn er hatte sein Gedächtnis verloren und irrte imerfannt umher. In diesem Zustand wurde er in ein Hospital für Vervenkranke in Vew Orleans ausgenommen und blieb 10 Jahre, ohne daß sein Zustand sich besserte. Vachdem mehrere KvpfoPerationen ohne Erfolg vorgenommen waren, kehrte endlich nach einer Vasenoperation sein Gedächtnis wieder zurück und nach weiterer mehrmonatiger Behandlung war er so weit, daß er von der amerikanischen Gesellschaft für Kriegsbeschädigte nach Hause gesandt werden konnte. Als er in Gloucester anlangte und nach seinem Elternhaus ging, fand er dort lauter fremde Gesichter. Don einem Vachbarn, der sehr erstaunt war, den für tot Gehaltenen wiederzusehen. erfuhr er dann das Vähere. Dieser erzählte ihm, daß man Ausrufe in den Zeitungen nach ihm erlassen habe, daß seine Eltern gestorben seien und daß seine Frau wieder geheiratet habe und Mutter von vier Kindern sei. Dr begab sich dann zu einem Bruder, der taub und auch zeitweise stumm war. Der Bruder wurde durch den unerwarteten Anblick des Wiedergekehrten so erschüttert, daß er seine Sprache wiederfand. Peacey hat sür seine Frau nur Mitleid, und er will nichts tun, um ihr Glück zu stören. Ein Drama in der Aenyorker Unterwelt. Der Führer der größten Veuhorker Alkoholschmugglerbande, Michael Abbattenarco, der unter dem Spitznamen „Schatz" bekannt war, hat jetzt dasselbe Schicksal erfahren wie sein Dorgänger Frankie Vale, der im Juli dieses Jahres in seinem Kraftwagen ganz in der Vähe des Ortes ermordet wurde, an dem jetzt sein Vachfolger der Kugel eines Mörders erlag. Abbattenarco saß in seinem neuen Kraftwagen vor seinem Hause in der 83. Straße in Brooklyn, als plötzlich ein Unbekannter auftauchte und ihn erschoh. Vach Vales Tode hätte eigentlich Augie Pisano die Führerschaft über die Bande übernehmen müssen, aber er fürchtete das Schicksal Vales und hielt sich in seinem Haus versteckt, ging nut mit starker Bewachung aus. Da die Bande eines Hauptes bedurfte, so wählte man Abbattenarco, der erklärte, daß er sich nicht im geringsten fürchte, und gar keine Dorsichtsmaßregeln traf. Er war gerade aus dem Theater heimgekehrt, als ihn der tödliche Schuß niederstreckte. Ein Raubmord liegt nicht vor, da seine kostbaren Schmucksachen und seine gefüllte Brieftasche sich noch bei ihm vorfanden. Me Polizei nimmt daher an, daß der Mörder Mitglied einer andern Schmugglerbande ist, die seit langem mit Abbat- tenarcos Bande in heftiger Rivalität steht. Zn der Wüste verloren. Erne Iagdpartie, die aus zwei Herren der Gesellschast von Kairo, einem Chauffeur und einem beduinischen Führer bestand, hat in der Wüste furchtbare Erlebnisse durchgemacht und wurde erst nach sechstägigem Suchen von einem Flugzeug gerettet. Als die Jäger am nächsten Tage nicht zurückkehrten, ahnte man Schlimmes, und 12 Flugzeuge der englischen Flugstreitkräfte wurden von Heliopolis aus abgeschickt, um die Wüste nach allen Richtungen hin zu durchsuchen. Sie fanden aber Feine Spur: die Sicht wurde erschwert durch die tiefen Täler, die sie nur in der hellen Mittagssonne genau erkennen konnten. Die erste Vachricht erhielt man nach vier Tagen, als der beduinische Führer in völlig erschöpftem Zustand bei einem Vorposten der Projekt für diese Umgestaltung ausgestellt worden sei — noch einige Jahre zurückgestellt werden, da einstweilen die finanziellen Mittel für diese Ausgabe noch nicht vorhanden seien und ferner auch für die an dieser Stelle fortfallenden Wohnungen erst Ersah geschaffen werden müsse. In diesem Zusammenhänge machte der Redner einige Mitteilungen über die Wohnungsnot in Gießen, aus denen hervorging, daß die selbständigen Haushaltungen in den hessischen Städten nach dem Kriege sich im Durchschnitt um 14 v. H., in Gießen aber um 27,2 v. H. vermehrt hat. Unsere Stadls habe einen besonders großen Zuzug von auswärts bekommen, der sich natürlich auch auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar mach?. Augenblicklich seien m unserer Stadt noch 697 Familien ohne eigene Wohnung, 32 Familien wohnten nur unter Lebensgefahr in baufälligen Häusern, 154 Familien seien in vollkommen unhygienischen Wohnungen untergebracht, ferner wären noch 7 2 Familien zu verzeichnen in Wohnungen, die vollkommenüberbelegt seien. Vach dieser Richtung hin müsse die.Stadlrerwaltung zunächst einmal für durchgreifende Abhilfe sorgen. Der Strahenausbau. Hinsichtlich des Strahenausbaues verwies der Redner auf di« Leistungen, die für das Vordost- viertel in den Jahren 1927 und 1928 vollbracht wurden. Für die Erschließung einer neuen Querstraße in ost westlicher Richtung nördlich der Steinstraße, die alle dortigen Sackstraßen auf* nehme, sei noch Geländeerwerb notwenküg. Bisher habe sich die Stadt bei diesen Käufen mit den Eigentümern auf einen vernünftigen Preis einigen können: hoffentlich werde das weiter möglich sein. Wenn auch die Finanzlage der Stadt ernst sei, so dürfe doch bei solchen Ausgaben die Finanzknappheit nicht immer allein ausschlaggebend sein. Die Stadtverwaltung müsse sich die Investierung so erheblicher Kapitalien, wie sie hierfür erforderlich seien, sehr überlegen. Das schließe aber nicht aus, daß sofort gehandelt werde, sobald genügend Daulustige für das fragliche Gelände vorhanden seien. Die Sfraßenreinigung. Hier seien in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht worden. Die Straßenreinigung fei bei dem starken Autoverkehr nicht einfach. Seitens der Stadt werde alles getan, was möglich fei. Im Nordostoiertel werde an drei Tagen in der Woche gereinigt. Für den Schmutz in den Straßen fei in gewissem Ausmaß die Bürgerschaft selbst mitoer- antwortlich. Leider gebe es noch immer viele Leute, die sich ihres überflüssigen Papiers, der Zigarettenreste, der Bananenschalen usw. einfach dadurch entledigten, daß sie die Sachen einfacy auf die Straße werfen. Durch die auf Wunsch der Stadtverwaltung erfolgte Einwirkung der Schulleitungen auf die Kinder zu größerer Sauberkeit in den Straßen sei leider auch keine Besserung von Dauer erreicht worden. Man müsie von der Bürgerschaft f e l b st erwarten, daß sie sich größerer Sauberhaltung der Straßen befleißige und Papiere, Obstreste usw. nicht einfach auf die Straßen werfe, daß sie ferner alle Maßnahmen der Stadtverwaltung zur Bekämpfung dieses Unfugs nachdrücklich unterstütze. Die Straßenbeleuchtung. Es könne keinem Zweifel unterliegen, daß zur Verbesserung der Straßenbeleuchtung im Nordosten noch manches geschehen müsse. Er (Redner) bedauere, daß wir die Gasbeleuchtung nicht mehr hätten, denn die elektrische Straßenbeleuchtung sei recht teuer. Bei der Stadtverwaltung liege ein Plan vor, nach welchem systematisch der Ausbau des ganzen Straßenbeleuchtungsnetzes vorgenommen werden solle. Nachdem in der Innenstadt die Zahl der Lampen vermehrt worden sei, solle auch in den Außenbezirken die Beleuchtungsanlage systematisch verbessert werden. Sobald die erforderlichen Mittel hierzu bewilligt seien, werde auch für den Nordosten mehr geschehen können. Baulanderschlietzung. Der neue Bebauungsplan für das Gelände zwischen der Marburger Straße und .dem Wiesecker Phramidenpolizei an langte. Er erzählte, daß sie in dem Gebiet zwischen den Pyramiden und dem Faywn eine Gazelle ausgespürt hätten, die man ein« beträchtliche Strecke verfolgt«. Dann gerieten sie plötzlich in tiefen Sand und stellten fest, daß sie den Weg verloren hatten. Sie besaßen kein Benzin und kein Wasser mehr. Der Beduine wurde abgeschickt, um nach Wasser zu suchen, aber nachdem er drei Tage umhergeirrt war, um den Vil zu ftnden, hatte auch er sich verirrt und wurde von einer Salzkarawane aufgenommen, di« ihn nach Kairo mitnahm. Der Beduine behauptete mit dem gewöhnlichen Op- ttmismus dieser Menschen, er werde die Stelle angeben können, an der er die Gesellschast verlassen. Aber als man ihn mit einem Kraftwagen in die Wüste gefahren hatte, muhte er seine völlige Unkenntnis eingestehen, und man kehrte nachts vergeblich zurück. Täe Flugzeuge suchten unterdessen unermüdlich die Wüste ab, und es glückte ihnen schließlich, die Verlorenen in einer tiefen Schlucht zu finden. Ihre Zungen waren schwarz vor Durst: sie konnten nur noch mit Muhe stöhnen und waren zu schwach, um ihren Rettern zu danken. Sie wurden sofort in dem Flugzeug mitgenommen und landeten nach iy3 Stunden sicher im Krankenhause, wo sie sich jetzt langsam erholen. Die Regierung hat eine ernsthafte Warnung an das Publikum erlassen, nicht solche tollkühnen Ausflüge zu unternehmen. Kraftwagenführer, die in die Wüste gehen, sollen das nie mit weniger als zwei Wagen tun, und es ist streng verboten, Gazellen zu jagen. Oie ersten Tage eines Elefanien- Gäuglings. Daß im Elefantenhaus des Berliner Zoo ein „frohes Ereignis" stattgefunden und die Ele- fantenmutter Toni ein Baby geboren hat, ist bereits viel besprochen worden. Die Geburt eines Elefanten kommt außerordentlich sellen vor, und es sind nur vereinzelte Fälle bekannt. Berlin hatte schon einmal «in Elefantenjunges im Jahre 1905, aber die Mutter benahm sich so wenig freundlich gegen das Junge, daß man versuchen muhte, dieses mit der Milchflasche aufzuziehen: es ftatib aber nach wenigen Wochen an Darmentzündung. Diesmal haben wir es mit keiner so unmütterlichen Elefantenmutter zu tun, denn Toni, di« erst als erwachsenes Tier in Indien gefangen wurde, hat schon in Freihett Junge Weg habe bereits offengelegen. Für diesen Geländeteil fei eine großzügige Bebauung vorgesehen. Die vor einer Reihe von Jahren für das Nordostgelände genehmigten Baupläne hätten nach den Anforderungen der neuzeitlichen Verkehrsentwicklung nicht mehr bestehen bleiben können und aufgehoben werden müssen. Es sei aber damit zu rechnen, daß noch im Laufe dieses Winters der neue General - Bebauungsplan fertigge- teilt werde und dann in Skizzen oorliege. Es ei natürlich sehr wesentlich, daß die Erschließung )es Baulandes nach Zweckmäßigkeitsgesichtspunkten erfolge, Sonderwünsche von Interessenten könnten als Einzelmaßnahme keine Berücksichtigung finden, die ganze Erschließung müsse nur unter dem Gesichtswinkel des Allgemeinintereffes vorgenommen werden. Man dürfe auch der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Reichsbahn nun bald einmal sagen werde, was sie hinsichtlich der Lösung der unhaltbaren Bahnverhältnisse zu tun beabsichtige. Die Stadtverwaltung werde jedenfalls auch die Erschließung des Nordostviertels aufmerksam im Auge behalten, wobei sie sich bewußt sei, daß der Geländeabhang am Rodberg sich für ein Villenviertel sehr gut eigne. Das Sttahenbild. Der Redner empfahl der Bürgerschaft, sich mehr als bisher im Zusammenarbeiten mit der Stadtverwaltung die Verschönerung unseres Straßenbildes angelegen sein zu lassen. Es sei zu bedauern, daß manche Hausbesitzer bei der Herrichtung ihrer Häuser hinsichtlich der Gestaltung der Außenwände (Farbenanstrich usw.) sich den wohlgemeinten und nur auf die Verschönerung des Straßenbildes gerichteten Vorschlägen der Stadtverwaltung verschlossen haben, obwohl die Verwaltung bereit gewesen sei, den Hauseigentümern bei der Gestaltung der Hausfronten unter Beachtung der Wünsche der Stadtverwaltung einen Barzufchutz zu gewähren. Hoffentlich werde nach dieser Richtung hin in Zukunft von den Hauseigentümern mehr verständnisvolles Entgegenkommen gezeigt. (Ein Ausblick. Für das Vordostviertel sei als Ausblick in die Zukunft festzuhalten: Erstellung des Marktlaubengebäudes: die Verwirklichung des Dammstraße- Projektes wird mit allen Mitteln erstrebt: im nächsten Jahre Ausbau der Querstraße in der Schwarzlach mit Einbringung des Kanals: anschließend Vorbereitung zu Wohnbauten: Erschließung des Geländes zwischen Marburger Straße und Wiesecker Weg, wo großzügig vorgegangen werden soll: Schaffung einer Ufer* Promenade an der Lahn vom Wehr auswärts. Ueber die Straßenbahn- und Autoomnibusfragen versagte sich der Redner eine Aeuherung, da er mit dem zuständigen Dezernenten deswegen noch nicht habe sprechen können. Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Der Vorsitzende, Stadtv. Schwieder, dankte dem Beigeordneten Dr. Hamm für seine bedeutsamen Mitteilungen, und betonte, daß die Versammlung volles Vertrauen in die Verwirklichung des Arbeitsprogramms der Verwaltung setze. Don der Bürgerschaft sei verständnisvolles Cnt- gegenfommen für die Maßnahmen der Stadtverwaltung zu fordern. Oie Stellung der Stadtverordneten. Stadtv. V i c v l a u s hob in einer kurzen Ansprache hervor, daß die Stadtverordnetenversammlung bisher schon immer mit vollem Verständnis für die Belange des Vordostviertels eingetreten sei, und daß sie auch künftig nichts versäumen werde, was zur weiteren Förderung des Vordostens dienen könne. Vachdem nunmehr der Generalbebauungsplan in Bälde vorliegen werde könne gehandelt werden. Er bat die Versammlung, der Stadtverordnetenversammlung auch weiterhin volles Vertrauen zu schenken. Da weitere Wortmeldungen nicht Vorlagen, erklärte man sich ohne weitere Aussprache ein* aufgezogen und erfüllt daher ihre Mutterpflichten vortrefflich. Interessante Beobachtungen über die ersten Tage des Elefantensäuglings teilt Dr. Lutz Heck in „Reelams Universum" mit. Die Geburt ging ohne jede menschliche Hilfeleistung schnell und glatt vonstatten und war innerhalb weniger Minuten vollendet. Das Junge lag zuerst int Stroh, machte aber sofort Versuche, aufzustehen und lief schon nach drei bis vier Stunden umher. Bald begann es, an der Mutter zu saugen. Die zwei Milchdrüsen, die zwischen den Vorderbeinen sitzen, wurden von dem Baby zuerst mit dem Rüsselchen tastend gesucht: zum Trinken verwendet es aber nicht den Rüssel, wie die alten Elefanten, die den Rüssel voUsaugen und damit das Maul vollspritzen, sondern der Säugling benutzte nur den Mund, wöbet der kleine, an der Spitz« rosige Rüssel nach oben seitlich zurückgebogen wurde. Ein lautes Schmatzen zeigte das 'Belagen des kleinen Trinkers an. Das Elefantchen ist 105 Zentimeter hoch und wiegt etwa 200 Pfund. Die Mutter war so sehr um ihr Kleines besorgt, daß sie es sogar am ersten Tage am Hinlegen hinderte. Jedesmal, wenn das Veugeborene dazu den Versuch machte, vereitelte das die Mutter durch Aufheben und Stützen mit Rüssel und Vordersatz. Das Kleine blieb also den ganzen ersten Tag seines Lebens ununterbrochen auf den Deinen, schlief aber trotzdem öfters im Stehen, denn der Elefant legt sich ja — ebenso wie manche Pferde — oft wochenlang nicht hin, sondern ruht an eine Stütze gelehnt aus. Da dazu nur eine ganz geringe Muskelanstrengung notwendig ist, kann der Dickhäuter dabei richtig schlafen. In der ersten Vacht beruhigte sich dann die Alte und legte sich selbst einige Male zum Schlafen nieder: während der übrigen Zeit stand sie fast immer regungslos über dem kleinen Schläfer, nachdem sie ihn vorher sorgsam mit Stroh zugedeckt hatte. Wollte sich der Säugling aufrichten, so hob ihn die Mama immer mit dem Rüssel hoch und schob gleichzeitig vorsichtig ihren riesigen Dorderfutz heran, damit sich das Kleine daran anlehnen konnte. Am zweiten Tage seines Lebens zeigte der junge Dickhäuter schon eine erstaunliche Sicherheit beim Aufstehen, beim Gehen und in allen Bewegungen. In der Freiheit ist er in diesem Alter wohl schon so weit, um langsam der großen Herde folgen zu können. 2m Käfig tollte er nach Art mancher Jungtiere mehrmals schnell umher. Rätsel-Ecke o UW ’H. Iuhe im gewisse Reibungsflächen vorhanden ) und in der Vergangenheit auch wiederholt Differenzen geführt haben, ist leicht verstand- I Rauheim sind SU fssaosr bim Q0QBQI □ w n t — z — 2$. Vad-Vauheim. 19. Olt. Daß zwischen zwei so nahe beieinander gelegenen städtischen Gemeinwesen wie Friedberg und V a d - Berliner Börse. Berlin, 20. DEL (WTB. FuMpruch.) Am Somrstag mit seinem früheren B^Mnn war es noch schwer, eine Tendenz zu ersehev. Das Kom* muniquö über die Reugründung der >S^fina regtS nicht an, da es so gut wie nichts Reues brachte. Vorläufig verhält sich die Spekulation ebenfalls abwartend und taxiert wenig veranhrrte Kurs«. Siemens 394, I.-G.-Farben 253 etwa. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,20, Mailand 92,57 Spanien 30,06, Amsterdam £,20975 zu 1,20990, Schweiz 25,20, das Pfund 485, tert Dollar 4,1975. Fabrik. „Hören Gve, Meister, der Pietschke is heute wieder bet Lunken." „Eh er Lich schaukelt, kann ich nich meckern. „Sehen De, Früllein," sagt der Bibliotheksdiener, „da Kommen Sie nu wegen Stammbäume, es gibt abet absolut nichts über Stammbäume, auch über Aoängstickerei gibt's nichts, kommen immer die Lehrte, wollen was über Poängs, gibt'S aber nicht. Dl»e Leute denken immer, man braucht bloß 'n ZettM rausschreiben und denn könnten wir 'n dicken Wälzer raufschicken. Es gibt viel weniger Bücher, als man so glaubt. Es gibt noch viel zu tun für, die jungen Leute. Da kommt hetzte einer von 'ner Filmgesellschaft, will 'ne Abbildung von 'nem Hunnen. Wir haben aber keine Hunnen. Hat er nicht glauben wollen." Umstellungsrätsel. Hauptstadt soll's in Europa fein; Verstellt die Zeichen, bin ich allein. Auszahlrätsel. — c — h — n — d — e — h — e — Dienstag, !ihc, wird im ein gut genät, evtl, zum Spn vorher bekoi öffentlidj verst üutdbom, t LinschalträlseL Bü-Vger — Herder — Wieland — Lenau — Heblel — Säume (Seume) — Halm — Haupt- matt (Hauptmann) — Halbe — Schiller — Lessing — Könnt (Kant). Die Narrenkappe. EpMter und Sparren vom Redaktivnstisch. Berliner Gespräche. Folgendes liest man in einem Berliner Blatt: Drogeivlaten in Berlin. „Ra, was machen die Geschäfte?" „Fragen Sie nich, bei den Regen. Die Motten sint nich hochgekommen und mitte Wanzen iS orch nischä Rechtes jeworn." 6 21m lUiltmt nachmittags ut xmte tbw Angebote gewicht borti Nähere ? Deffnung be darbenfeb Hess IGSDB ÖQQB0 a a a a a a a a a a i p p p r r s s s s s s t t t t t Ordnet man die Buchstaben in vorstehender Pyramide richtig, so ergeben die waagerechten Reihen Wörter mit folgender Bedeutung: 1. Buchstabe; 2. Kartenblatt; 3. Teil des Baumes; 4. Frucht körn; 5. pharmazeutisches Präparat; 6. Kurort in der Schweiz; 7. andere Bezeichnung für Ungeziefer. Jedes der Wörter enthält stets die gleichen Buchstaben und noch einen weiteren Buchstaben. Wie lauten die Wörter? b — s — e — i. Vorstehende Buchstaben sind ein zerlegtes Sprich- wort. Um dieses zu finden, ist es erforderlich, die Buchstaben in einer bestimmten Reihenfolge auszuzählen. Mit dem wievietten Buchstaben muß begonnen werden? Wie lautet das Sprichwort? Auflösungen. Bruchstückausgabe. Wal — Enz — Ilm — Nix — Leu — Erz — Sou — Elm. Weinlese. Anagramm. Winde — Ebro — Imme — Duo — Mais — Alge — Nelke — Neige — Suez — Horst — Elch — Inka — Lasche. Weidmannsheil. Rätsel. B — es — uch. Zusammenstellaufgabe. As Pik — Aspik; Beil Eid — Beileid; Hau Stier — Haustier; Kot Au — Kotau; Mal Aga — Malaga; Wachs Tube — Wachstube. Kreuzworträtsel. w* 2 iiches Lieh ®l Ä \W Mliebszc M W von Ter für M vorgesehene /.November Gießen, bi Ter Oberbui Mä Tie Amts! baiivintes bc im Srbgescho Gießen, be Städtisches Seh Die Gemi von ihrer Ki Korbweiden bis 20 Zent HansweibLN Haber könne, mit Preisan unterzeichneti woselbst bas erfahren ist. Großen-Bv Bürgert stimmig für die nachstehende, an die Stadtverwaltung und die Stadtverordnetenversammlung zu richtende Entschließung: Die am 18. Oktober 1928 im Saale des Caf4 Leib ta gente Vers ammlung der Bewohner d-s Rord-Ost-Viertels bittet die Stadtverwaltung und die Stadtverordnetenversammlung, mit größtmöglichster Beschleunigung das sog. Dammstraßeprojekt in einer dem Rord-Ost-Viertel gedeihlichen Weise zur Durchführung zu bringen. An die Bewohner des m Betracht kommenden Straftenteiles appelliert d^e Versammlung, das Vorhaben der Stadtverwaltung um die Reugestaltung ter Dammstrahe weit- gehend'st zu unterstützen. Weiter bittet die Versammlung die maßgebenden städtischen Stellen, der Um* und R e u - gestaltung des Kirchen* und des Landenplahes nach den Grundsätzen moderner Städtebildgestaltung mit tunlichster Beschleunigung näherzutreten und dabei Bedacht darauf zu nehmen, d.,h insbesondere eineg:ra')l nr,e, nicht gebrochene Bauflucht vom Marktplatz brs zur Walltorstraße geschaffen wird, daß ferner dieser neue Straßenzug zu einer modernen Straßengestaltung bestimint wird. . , Als hervvrragmde Forderung an d:e stadttschen Stellen spricht die Versammlung sich einmütig für die Rotwendigkeit einer alsbaldigen und großzügigen Bauland erschließung in den verschiedensten Geländeteilen des Rord- Ost-Viertels aus. In unlösbarem Zusammenhang damit steht ter ebenso dringend notwendige Ausbau der gegenwärtigen Sack st raßen, wie Dückingstraße, Schottstraße, Asterweg, Eder- strahe, Weserstrahe, Schillerstraße, Im Gartfetd usw. Weiter gehört hierher die Schaffung einer nach weitreictenten Zukunftsgesichtspunkten gestalteten Fahrverbindung für die abseits der jetzigen Straßenbahnlinie gelegenen Straßen, fei es durch Erweiterung des Straßen- bahnnehes, oder durch die Schaffung von Auto-Omnibuslinien. Die Erfüllung dieser Forderung erachtet die Persammlung um so gerechtfertigter, als bis jetzt schon den Wünschen aus anderen Stadtvierteln in weitgehendem Maße entsprochen worden ist. Schließlich bittet die Versammlung die in Betracht kommenden städtischen Verwaltungsstellen, für eine ausreichendere Straßenbeleuchtung und für eine durchgreifende Sauberhaltung der Straßen, sowie für eine zeitgemäße Reugestaltung der Stra- henbeläge Sorge tragen zu wollen. Die wirtschaftliche Hebung des Rord-Ost-Dier- tels erfordert die ungekürzte Durchführung dieses Mindestprogramms. Die zeitgemäße Ausgestaltung des Rord-Ost-Viertels wird aber auch weiten Devölkerungskreisen Raum bieten zu gesunden und annehmbaren Wohnsiedlungen. lich. Dor allem war die Angelegenheit ter Abwässerfrage lange Jahre em Stein des Anstoßes ter aber durch die neue Bad-Rau- Heimer Kläraniage beseitigt sein dürfte. Die heutige Zeit mit ihren großen Anforderungen an die moderne Stadtverwaltung ist aber nicht mehr geeignet, Gegensätze zu verewigen, sie fordert vielmehr energisch zu gemeinsamer Arbeit auf kommunalpoiittschem Geb.ete auf. Das hat Bürgermeister Dr. Ahl (Bad Rauheim) klar erkannt. Schon als kürzlich angeblich noch vorhandene Mängel der neuen Kläranlage Ge- aensland der Besprechung in beiden Stadtparlamenten waren, hat er dem Wunsche Ausdruck gegeben, zu einer Aussprache über d.e.e und auch andere Fragen zu kommen. Jetzt hat sich Bürgermeister Dr. Ahl erneut an die Öffentlichkeit gewandt und den Vorschlag zur Diskus ion gestellt, einem besonderen Ausschuß die Beratung ter gemeinsamen Interesse n der beiden Stadtverwaltungen zu übertragen. Dieser Ausschuß müsse sich zusam- mensehen aus verantwortungstewußten Mitgliedern ter beiden Stadtverwaltungen und der beiten Stadtverordnetenversammlungen, und er müsse seine Beschlüsse über diese oder jene Frage den beiderseitigen stadttschen Körperschaften vorlegen. „Die Mitglieder des Ausschusses werden dann in ter Lage fein, in ihrer eigenen Stadt die zur Erörterung stehenden gemeinsamen Fragen besonders wirkungsvoll zu vertte.en. Sie werten einer auftreten den Kritik aufs beste begegnen können, weil sie auf Grund der vorausgegangenen gemeinsamen Verhandlungen von dem Glauben geheilt sind, daß der Rachbar nur das Döse will." Der Schritt des Bürgermeisters Dr. Ahl ist in jeder Hinsicht zu begrüßen. Da auch bei der Friedberger Stadtverwaltung ter Wille zur Zusammenarbeit lebendig ist, darf man annehmen, daß die Konstituierung des geplanten „überstädlischen" Ausschusses schon bald erfolgen kann und dann auch ein Weg gefunden wird, der zur Lösung größerer gemeinsamer kommunalpolitischer Aufgaben ter Rachbarstädte führen mutz. # Aus der Wetterau, 19. Ott. Mit der Zuckerrübenernte und d.m Dersand zur Zuckerfabrik „Wetterau'' in Friedberg wurde in diesen Tagen begannen. Die letzten Wochen haben das Dickerwachstum noch sehr gefördert. Kreis Büdingen. # Echzell, 19. Oft. Gestern, wurde unter großem Trauergele'tte das langjährige Gemeinte- ratsmitglied Karl PiPP zu Grabe getragen. Der Verstorbene war eine weit über die Grenzen seines Heimatortes bekannte Persönlichkeit. Er übte das Amt eines Fleischbeschauers für die Dörfer Echzell, Gettenau und Bisses aus. Stockheim, 18.Oft. In dem benachbarten Heegheim vollendete heute der Altbürgermeister Johannes Heinrich Brack sein 83 Lebensjahr. Er war über 20 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Heegheim. Der Jubilar steht noch in körperlicher und geistiger Frische. Fast täglich sieht man ihn noch draußen bei den Feldarbeiten, auch kann er sich in seinem hohen Alter noch auf alle wichtigeren Begebenheiten feiner frühesten Jugendzeit entsinnen. Kreis Schotten. V Gedern, 19. Oft. Im Laufe der letzten Tage verhandelte Reg erungsrat Dr. H e l m r e i ch (Schotten- persönlich mit den Gemeindevertretungen von Ober-, Mittel- u. Riederseemen, Dolkcrrts- Hain, Hartmannshain, Herchenhatn, Sichenhausen, Kaulstoß, Burkhards, Steinberg und Glashütten wegen tes Ausbaues des hiesigen Be - zirkskrankenhauses. Sämtliche Gemeindevertretungen waren von der Rotwendigkeit ter beabsichtigten Bauarbeiten überzeugt und sttmm- fen dem Projekte zu Im oberen Stockwerk des Krankenhauses sollen noch vier Zimmer mit je zwei Betten eingerichtet werden,' so daß im ganzen 30 Betten stehen würden, was dem etwaigen Bedürfnis ter beteiligten Bezirks gemeinden entspricht. Reben dem zu vergrößernden Operattonssaal wird em Sterilisierraum, ferner ein Röntgenzimmer, sowie ein Wirtschaftsraum geschaffen werden. Für die baulichen Veränderungen, sowie für die Röntgenemrichtung ist eine Summe von 30 000 Mk. vorgesehen. Dieser Betrag soll zu günstigen Bedingungen bei der Landesversicherungsanstalt in Darmstadt ausgenommen werden und wird auf die Gesamteinwohnerzahl sämtlicher Bezirksgemeinden ausgeschlagen. Zu den entsprechenden Verhandlungen wird im Laufe ter nächsten Woche eine Kommission nach Darmstadt reisen. — Während des letzten Frühjahres meliorierte die Stadt Getern in der Seife eine größere Fläche und legte dort eine mustergültige Iungviehweide an. Am 8. Juni wurden die ersten Tiere auf getrieben, und sie blieben mit drei Ausnahmen bis zum 24. September bei Tag und Rocht draußen. Sämtliche Tiere tourten sowohl beim Auf-, als auch beim 2lbtrieb amtlich gewogen. Es konnte ersreulichertoeise bei weitaus größten Teil eine starke Gewichtszunahme festgestellt werden. So nahm ein 12 Monate altes Rind Vogelsberger Rasse des Hermann Höhl in den 103 Weidetagen 55 Kilo zu, während das 16 Monate alte Rind Simmentaler Rasse te£ Wilhelm Diehl XII. 68 Kilo Mehrgewicht hatte. Bei Kreuzungstieren betrug die höchste Gewichtszunahme dagegen nur 27 Kilo. Wenn man den Durchschnitt berechnet, so ist bei der Vogelsberger Rasse innerhalb 108 Tagen eine Zunahme von 39,4 Kilo, bei der Simmentaler Rasse eine solche von 35,7 Kilo und bei den Kreuzungstieren eine solche von 15 Kilo festzustellen. Diese Zahlen werden jetzt wohl auch den stärksten Zweifler von dem Wert einer Iungviehweide überzeugen. Gesundheit, Körperbau und Widerstandsfähigkeit der Tiere werten vor allem durch den Weitebetrieb -er. H o m b e a. d. Ohm, 19. Olt. Nächsten Mittwoch findet hier der weit und breit bekannte „Kalte' Markt" statt, der außer Schweinemarkt eimen ausgedehnten Krämermarkt aufweist. An Rinderhaltungen aller Art dürfte es sicher auch nicht fehlen. • Rieder-OH men, 19. Ott. Roch vor einigen Jahren fanmte man in unserem Orte fast fein Rassege.lügel. Seit zwei Jahren hat sich dies aber vollständig geentert. Es ist hier jetzt eine bereits hochentwickelte Geflügelzucht vorhanden, zu deren xoetterer Hebung ter hiesige Geflügelzuchtverein api 17. und 18. Rovember eine Lokal-Geflügelschau veranstaltet. Diese wird zugleich ei«r Vorschau für die im nächsten Jahre hier itattfmtente Bezirksschau wertem Zur Prämiierung ter erfolgreichen Züchter stehen auf der bevorstehenden Ausstellung eilte große Anzahl wertvoller Pröise zur Verfügung. Die Geflügelzüchi^.rkreise dürften der Veranstaltung mit Interesse entgegenfehen. Kreis LarrHerbaH. ch Lauterbach, 19. Ott. Die großen Lese^ listen der K r e i s w a » de rb ü ch e re i sind jetzt überall weitergegeben Nvorden, so daß jedes Dorf des Kreß es zu Degiiw ter Winterzeit im Besitze einer reichhaltigen Bücherei ist, die in ihrem gediegenen Inhalt dtzw Dedürfn.ssen vor allem des Dauernstantes gut angepaßt wurde. Um diese mustergültige Emwichtung, ein Wert des vor zwei Jahren verstorbenen Schulrats L R. Heinrich Andres, wird der Kreis viel beneidet. Leiter entspricht diesem Anslchen nicht die Benutzung ter Bücherei, die noch viel fleißiger sein könnte. In diesem Jahre bleibt die Zahl der entliehenen Bücher etwas hinter ö-em letzten Jahrs zurück. Für einen Band zu leihen werden 5 Pf. I erhoben Diese Lesegebühr toirfr restlos, da die | Verwaltung durch die Lehrer ehrenamtlich ge- B schieht, zur Instandhaltung der vorhandenen und I Reuanschassung neuer Bücher benutzt. Es wäre I wünschenswert, wenn von ter vorzüglichen Ein- I richtung noch viel eifriger Gebrauch gemacht würde. Stromversorgung des Stadtgebietes war ursprünglich geplant, das Ortsnetz von Gleichstrom auf Drehstrom umzubauen. Dieser Plan wurde jedoch nach der vorgelegten Rentabilitätsberechnung zunächst aufge, eben, Hm das Ortsnetz zu entlasten und den Spannungsabfall in den äußersten Stadtteilen herabzumindem, war von dem Sachverständigen der Stadt, Ober» Ingenieur Guter^atsch. angeregt worden, einen Gleichrichterschrank aus ter älmforrr.esta ion in das Schlachthaus aufzustellen Es wurde jedoch beschlossen, diesen Vorschlag in diesem Jahre noch nicht auszusühren, sondern der Sachverständige soll erst nochmals weitere Stromspannungsmessungen im Stadtgebiet vornehmen, um genauere Unterlagen zu bekommen. Heber die Verstärkung tes Ortsnetzes nach dem neuen Stadtteil in der Rambach soll ein Voranschlag vorgelegt werden. — Der für die Anschaff ung von sechs Ortstafeln erforderliche Kredit wurde bewilligt. Die Tafeln, welche nach den neuen Verkehrsvorschriften notwendig werden, sollen von ter Stadt selbst angefertigt werten, falls dies billiger ist. — Gin Gesuch der Alsfelder Vereine um Herabsetzung der Miete für die Benutzung ter städtischen Festhalte, wegen kostenloser üleberlassung tes Schwimmbades an den Schwimmverein und wegen Herabsetzung der Vergnügungssteuer von 25 Proz. auf 10 Proz. wurde abgelehnt. Im übrigen soll die Frage ter anderweiten Festsetzung dec Miete für die Festhalle ter Finanzkommisfion zur Prüfung unterbreitet werten. — Unter Mitteilungen verlas u. a. der Dorsitzente ein Schreiben des Ueberlan dwe r ks Ob er Hessen, worin dieses mitteilt, daß ter Präsident des Landesfinanzamts um Strompreis- ermäßigung für feine Dienststellen nachgesucht habe. Das Ueberlandwerk warnt davor, diesem Gesuche stattzugeben, da dies zu unübersehbaren Folgen fuhren könne. Die Der- sammlung beschloß daher einstimmig, daß ein etwaiges Gesuch, welches bei ter Stadt einläuft, ter allgemeinen Konsequenzen wegen abzulehnen ist. Aus ter Mitte ter Versammlung wurde eine Beschwerde vorgebracht über den Landwirtschaftskammerausschuß für die Provi nz Oberhessen, daß dieser bei den in Oterhes en in letzter Zeit abgehaltenen Bullen- aukttonen die Stadt Alsfeld vollständig übergangen habe, obwohl diese mit einem erheblichen Kostenaufwand eine Unterstellhalle für Vieh, hauptsächlich für Markt- und Auktionszwecke, gebaut habe. Der Vorsitzende sagte zu, daß er entsprechende Schritte bei dem Landwirtfchafts- kamrnerausschuß in Gießen unternehmen werde. — In ter sich anschließenden, nichtöffentlichen Sitzung wurde über die Aufwertung der städtischen Anleihen und über denP ost° Hausneubau verhandelt. i — z — n — e — b — o — k r — u — a — a — e — e- Wto 2er diezjähr Londo. Schuf lflg. btn 5. Jloi m bem Gdjulh -.WnoNefu Dftern 1927 oi °flltn haben ^Meldungen 5Qn die Land &iter der Sttüi SN.btn 22 "lct- hell (£1( p «8'5 ««'Wrante unb'6 W bin n' Zpp-- frl.2 unt -nb ^er ^btuig ab 3 ^ajUd), t Von links nach rechts: 1. Hafenstadt in Syrien; 4. Zeitrechnung; 7. die Unterwelt bei den Römern; 8. Stadt in Thüringen; 10. Pflanzenfaser; 12. Bad in Hessen; 13. Kriegs- aewinn; 14. Raubvogel; 15. Berufsgruppe; 17. Papstname; 19. Verkehrsanstalt; 20. Herrscher-Anrede; 21. symbolisches Tierbild; 22. andere Bezeichnung für Schneid; 23. Insektenlarve. Von oben nach unten: 1. Sagenhaftes Schiff; 2. geflochtener Behälter; 3. Papageienart; 4. französischer Tonkünstler; 5. biblischer Name; 6. Urkunde; 9. Muse; 11. Haustier; 13. körperliche Erfrischung; 14. männlicher Personenname; 15. deutscher Seeheld; 16. weiblicher Personenname; 17. Stadt in Peru; 18. Draht- oder Zwirnschlinge; 20. biblischer Stammvater. Anagramm Fräulein Renate Schulz hatte eine Freundin, deren Familienname dem ihrigen sehr ähnlich war, und deren Name aus den gleichen Buchstaben bestand, wie der ihrige. Wie hieß die Freundin? Pyramidcnrätsel. Oberheffen. La Dkreis Gictzen. Q] Lollar, 19.Oktober. Eine sehr starke private Bautätigkeit ist erfreulicherweise in diesem Jahre in unserer Gemeinte zu verzeichnen. Bei einem Vergleich mit den letzten Jahren ist festzustellen, daß sie in ter diesjährigen Bcru- saison am stärksten gewesen ist. Ja, man kann sagen, das Jahr 1928 stellt hinsichtlich tes Bauens einen Rekord dar, denn die Zahl ter errichteten Wohnhausbauten bleibt mit 18 nur wenig zurück hinter der Zahl der seit Kriegsende bis zum Vorjahre insgesamt erbauten Wohnhäuser. Dazu wurden eine Anzahl Anbauten zu Wohnungszwecken vorgenommen und sonstige Rebengebäute aufgeführt. Das ‘Bau» . Handwerk war demzufolge auch reichlich beschäf- .tigt. Von den Wohnhäusern entfallen auf das neu erschlossene Dau gebiet „Auf dem Stein" zehn Gebäude, davon sechs auf die Ebert- urtö vier auf die Bergstraße; in ter oberen Hauptstraße wird zur 3eit ein Wohnhausbau ausgeführt, Ecke Stein- und Hauptstraße tourte ein Geschäfts- und Wohnhaus, in ter Daubringer Straße ein größeres Gebäude für einen Arzt errichtet, in ter Lumdastraße ein Wohn- und ein Geschäfts- und Wohnhaus und im Holz- mühlentoeg drei Wohnhäuser errichtet. CO Klein-Linden, 19.DEL Die in den letzten Wochen an den Gemeindegebäuden in der Wetzlarer Straße oorgenommenen größeren Erneuerungsarbeiten sind jetzt beendet worden. Das alte Schulhaus, das ehemalige Rathaus und die Lehrerwohnung haben ein neues Gewand bekommen und zeigen nun ein freundliches Aeußeres. Während Schulhaus und Rathaus einen grünen Ueberrourf erhielten, ist die Lehrerwohnung mit gelbbrauner Delfarbe gestrichen worden. Die umfangreichen Arbeiten wurden von nachstehenden Geschäftsleuten ausgeführt: die Weißbinderarbeiten von den Weißbindermeistern Karl Haas und Wilhelm V o l k von Klein-Linden, die Schreinerarbeiten von Schreinermeister Rau (Klein-Linden), die Spenglerarbeiten von Spenglermeister G ü m b e I (Lützellinden), die Dachdeckerarbeiten von Dachdeckermeister Köhler (Großen-Linden), die Maurerarbeiten von Maurermeister M a g o l d (Klein- Linden), die Zimmerarbeiten von Zimmermeister Müller (Allendorf a. d. Lahn). — Frankfurter und Wetzlarer Straße, die sich innerhalb unseres Dorfes infolge des von Tag zu Tag sich steigernden Durchgangsverkehrs in einem sehr üblen, für Radfahrer fast gefährlichen Zustand befanden, sind in letzter Zeit durch die Provinzialverwallung mit Hilfe von Splitt unter Zusatz von Teer in ordnungsgemäßen Zustand gebracht worden. (•) Lang-Göns, 19. Oft. Unter großer Beteiligung der hiesigen Einwohner und der älmgegend wurde gestern der über Lang-Göns hinaus bekannte und geachtete frühere Spar- kassenrechner Johann Konrad Wagner beerdigt. Er war lange Jahre M.tg'.ied des Gnmrinderates, Feldgefchtoorener und bis zu seinem Tode Mitglied tes Ortsgerichts. Bürgermeister R o m p s legte einen Kranz nieder und dankte im Rainen ter Gemeinde für die außerordentlichen Verdienste, die sich der Verstorbene um die Allgemeinheit erworben hatte. Außerdem sprachen, unter Kranzniederlegung, die Vorsitzenden des Gesangvereins „Frohsinn" und tes Kriegervereins. Ioh. Konr. Wagner ist 71 Jahre alt geworden. Kreis Friedberg. erheblich verbessert, was für die Rachzucht von größter Bedeutung ist. Wenn man bedenkt, daß die abgelaufene Wttdeperiode durch das trockene Wetter als ungünstig zu bezeichnen ist und daß trotzdem diese Erfolge erzielt wurden, so kann man wohl den Versuch mit der Anlage der Iungviehweide in der Seife als völlig gelungen bezeichnen. Hoffentlich machen im nächsten Jahre noch mehr Landwirte von dieser günstigen Einrichtung Gebrauch. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 19. Oft. Aus ter jüngsten Stadtverordnetensitzung: Rachtem die allgemeine Kanalisation in ter Innenstadt zum größten Teil durchgeführt ist, tourte teschlos en, d e dort beftndlichen städtischen Häuser alsbald an den Kanal anzusch'.ießen. Die dafür erforderlichen Beträge sollen durch Kapitalaufnahme gedeckt werten. Sie belaufen sich nach dem vorgelegten Voranschläge auf 4400 Mk. — Zu der Angelegenheit der elektrischen 3 Basran iaafiaa mag aaiaciB. agffl taraa • Htaasi® Silbenrätsel. a — am — an — as — boß — bün — dau — de — del — den — di — du — e — en — en — ex — ger — grau — ha — i — in — jop — la — ling — nau — ner — nie — ny — pe — plitz — port — ro — rou — sa — sack — sol — te — wer — zi. Aus vorstehenden 39 Silben sind 15 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Kleidungsstück; 2. Gebirgsblume; 3. Blasinstrument; 4. kleines Wasserfahrzeug; 5. Erzeugnis der Kochkunst; 6. Stadt in Hessen-Nassau; 7. Schmiedewerkzeug; 8. Bad in Böhmen; 9. Stadt in Ostpreußen; 10. Handelsbezeichnung; 11. Volksstamm; 12. afrikanischer Binnensee; 13. Insektenlarve; 14. versteckter Spott; 15. Schweizer Kanton. — Nach richtiger Bildung der Wörter müssen Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Adelbert von Chamisio ergeben. Kreuzworträtsel. 22 12 19 15 21 16 13 Sä 20 10 11 I Achtunei Junghofstraße 19, Tel. Hansa 547 u. 6683 9243V Zwiebeln MMM schöne haltbare Mn« V und Anwohner- und Geschäftsverzeichnissen von 7 Städten und 74 Moderne Beleuchtung 9276V erfahren ist. Gefütterte la Seidenschirme- Lebend- Arbeitsvergebung. | Bekanntmachung ÄuttÄ- I Die Besitzer von Obstbäumen in der ' Nachstehende der vor ein gut genährter 9241V 50 Ein Küchengeheimnis 9233V wird. AEG-BRATRÖHRE CARNIFIX eifrig- blech und 1 Backblech. 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Schmackhafte Braten, Kuchen, Tonen und Kleingebäck herzustellen, hängt nicht nur vom Geschick der Hausfrau und dem erprobten Küchenrezept, sondern auch vom zuverlässigen Backgerät ab Wählen Sie beim Einkauf nur die elektrische Ortsgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schafts- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt/Preis 10 Reichsmark SberhesMer AdreßbuKverlag, Gießen, Schulstr 7. Größtes Spezialdelchäft in BeHen-NaHan, Bellen, ünterfranken Reichste Auswahl, billigste Preise, prompte Lieferung Orone GelegenheHtspoften weil unter Preis! WM iMlv. Aule juBira® Der diesjährige Lehrgang der Hessischen Landw. Schule zu Butzbach beginnt Montag, den 5. November, vormittags 10 Uhr, in dem Schullokal in der Langgasse. Aufnahme finden Schüler, die mindestens Ostern 1927 oder früher die Volksschule verlassen haben. Anmeldungen sind schriftlich oder mündlich an die Landw. Schule Butzbach zu richten, wo auch jede weitere Auskunft erteilt Eber evtl, zum Sprung noch gut geeignet, zu den vorher bekanntgemachten Bedingungen öffentlich versteigert. Queckborn, den 17. Oktober 1928. Hessische Bürgermeisterei. Albert. rälfel Bielünb Besitzer von Obstbäumen in der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge sämtliche Obstbäume bis Mitte Der Leiter der Landw. Schule Butzbach. ___Vr. Dien st._______________ Großen-Buseck, den 19. Oktober 1928. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Gans. Nm. Landwirtschaftliche Schule Grünberg Unterrichts-Beginn Montan, 5. Nov.,vorm. S', Ubr Direktor Trautmann nimmt schriftliche ob. mündliche Anmeldungen entgegen . ...___________________9227D einer Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luftwege in Gießen sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: 9263V 07437 Hildebrand«« Cie. L.'.'L'! Eberverkaus. Dienstag, den 23. d. M., vormittags 11 Uhr, wird im Hofe des Gemeindefaselstalles enlappe. böm MaffivMsth. spracht. i einem Dnliner Alach n. Geschäfte?" dm Legen. Die M« lwd mitte Wanzen ii )tn.“ Msei, $hUr°Pa fein- “ lagt der Mliotheks- nu wegen Stammbaume, M über Stammbäume, gibt y kommen xiä übet Pvängs, gib/'i ilto unmet. man w rlxm vmb denn könnten mWcken. Es gibt bid n so glaubt. Es gibt noch zen Leute. ton 'ner FilmgestMst, 'nem Hunnen. Mr hoben Hot er nicht glauben Küchen, natur lackiert und gestrichen Schlafzimmer, Kiefern gestrichen, Eiche gebeizt und mattiert, kaukasischer Nußbaum, afrikanischer Birnbaum, Kirschbaum poliert Speisezimmer, Eiche geb. u. matt, kaukas. Nußbaum, afrik. Birnbaum, Kirschbaum pol. Herrenzimmer, Eiche geb. u.matt., kaukas. Nußbaum und afrikanischer Birnbaum poliert Kleinmöbel, wie: Flurgarderoben, Rauchtische, Näh- u. Arbeitstische, Blumenkrippen liefert in jeder Preislage bei günstigen Preisen u. 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OIL Wm der weit und breit m» ir!f statt, der außer ^gedehnten Krämermarv tungm aller 2lct dürste * i9' 0,f’ S dem in unserem Orte fast itoei Jahren hat sch dies ^Ss ist M elfe Grssügel-ucht • fr.i heb-unz der W 17. und 18. aelschau veranstalt^ gr! chau für die un Lattsindend« je «Ugegen^eM. iauserbach- ( 19 £P- S-lSi N den p-^DinterM un die 01 brne^ SSSC-äS? si» noft L der citi* kbZLL« i hinter 5 r 6! T25.- Oeftnung bekanntgegeben. Garbenteich, den 20. Oktober 1928. Hessische Bürgermeisterei. Burk. 0... Mk. 0.75 40 0...Hk. 0.80 50 0... Mk. 1.00 550... Mk. 1.10 Montag, den 22. Oktober 1928, mittags 12 Uhr, versteigere ich in Großen-Buseck zwangsweise gegen Barzahlung 9264V zwei schlachtreife Schweine. Zusammenkunft der Steigerer an der Wirtschaft von Gerlach. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen. Schreiner- resp. Glaserarbciten: zirka 160 Quadratmeter Balkontüren. Die Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen im Bureau des Architekten Baurat Meyer, Frankfurter Straße 5, zur Einsicht offen. Die Angebote auf Vordruck sind bis zum Eröffnungstermin Freitag, den 26. Oktober 1928 vormittags 11 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen daselbst einzureichen. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 19. Oktober 1928. Der Heilstättenverein für Hessen. w *8 Sprichwort b* itn. W Otelhä« für die Herbstpffan- zung in allen Sorten und Formen, außerdem habe ich noch einige Zentner la Winter- Tafelobst abzugeben. 07284 öeiuriö) Gruner, Baumschulen Alten - Buselk, Telephon 52. Bekanntmachung. Dienstag, den 23. Oktober 1928, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 9226C Austriebszeit am Markttage von 8 bis 9>r Uhr vormittags. Der für Mittwoch, den 24. Oktober 1928 vorgesehene Schweinemarkt findet am 7. Jfooember 1928 statt. Gießen, den 20. Oktober 1928. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Die Amtsräume des Städtischen Tiefbauamtes befinden sich vom 22. d. M. ab im Erdgeschoß des Hauses 9162C Asterweg Jlr. 25. Gießen, den 18. Oktober 1928. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Bekanntmachung Die Gemeinde Großen-Buseck verkauft von ihrer Korbweidenkultur die diesjährige Korbweidenernte auf dem Stand, etwa 15 bis 20 Zentner Hanfweiden und königs- hanfweidcn la, erstklassige Ware. Kaufliebhaber können sich bis zum 28. Oktober d. I. mit Preisangebot pro Zentner bei der unterzeichneten Bürgermeisterei melden, woselbst das Nähere über den Verkauf zu Zirka 80 komplette Zimmer, viele Einzelmöbel, Teppiche, Portieren, Vorhänge, Glas, Porzellan Besichtigung Montag, 22. Oktober 1928, von 10-6 Uhr, und Dienstag, 23. Oktober 1928, von 10-5 Uhr Versteigerung Mittwoch, 24., und Donnerstag, 25. Oktober 1928, je vormittags 10 und nachmittags 3 Uhr im Hotel Russischer Hof, Bahnhofplatz 4 durch Rudolf Bangel, G.m.b.H., Frankfurt a. M Große Versteigerung der Gesamt-Einrichtung, des Mobiliars u. Inventars des Hotels Russischer HoL Frankfurt a. M Cfacob <#//©,- .Ort. &g/eSFr,nkfurUM24 Ä5& opezi'äffsbrik für moderne Bter-flusschenlb fln/offen u. uo/bfündige Einrichtungen von Gojhfä/ten 25 MD MN MN JK L vs IiW Besichtigen Sie ohne Kaufzwang unser sehr reichhaltiges Lagerl Langfristige Teilzahlung! Hausrat ■ Lindenplatz 1 9245A 7831D Weitfaua Separatoren 1.50 Walltorstrabe 35 9273A 3.50, 2.95, zum Anlegen 9228A 8985a Teppiche DAUERBRAND-OFEH HOhneraugen-Lebewohl 8900a 80TOA TB J #< Ac ■<" (• Vorteilhafte Bezugsquelle für Obstbauvereine u. 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Karlsladl ......8 172 — —— — Wayß 4 Freitag......10 132.5 132,75 — — Schultheis Patzenhofer ... 15 — 322,5 322 Cftroerfe ........12 — —— 281,5 280,5 Lei. Glmrzstoff......18 — — 552,5 550 _ _ 463 468 geilstoff Waldhof.....12 — 284.2.5 283,75 282,5 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 207,5 207,25 208 — Charlottenburger Wasser ... 7 — — 124,75 124,25 Dessauer GaS........8 •— — 189,5 190 Daimler Motoren ...... 0 — —— 80.4 80 Demag ...... . . 0 — — 52 52 Adlerwerke Kleber ...... 5 109 — 108,5 — Luvw. Loewe ...... 10 — — 254,5 —r Nal. Automobil ....... 0 — — 50,75 50,5 Orensiein 4 Kovvel . .... 5 —— — 110,75 111 — TT 272 272 Bamag-Meguin . ...... 0 19 —— 20 — (Vranlf Malchiner» ...... 6 — —— 73,25 — Aritzner ...... 11 122,25 -7- 121,25 Heyliaenstaedl ....... 0 —— —— — — IungbanS ....... 4 89,2 — 88,75 — Lechwerke. . . ....... 8 112 — — — 117 —— — — Mag ......10 137,5 —— 137.5 137 ‘Jlelarlulmet ........ 8 30,13 — 30 —• Peters Union .......k 107,5 — 107,5 — Gebr. Roeder ...... IC 125,5 — — — Böig, 4 Haesfner......8 215 — — Eüdd Zucker ......8 153,5 =r 152,75 — A.E.G......... . 8 184 184 183,4 206,5 172,25 241 183,75 Bergmann........ Eiektt. Lieserungea..... . 9 10 206,5 207.5 175 206,5 176 Licht und Kraft ..... 10 — 241,5 241 stellen 4 Guilleaume.... . 6 150 — 150,13 150 Ges. s. Elektr. Untern.. ... 10 274,5 275 275,9 275,5 Hamb. Eiektt. Werke ...» 10 — — 146,25 146,6 Ähein. Eiektt..... • . 9 156 156 157 Echtes Eiektt. ...... 10 — — 228,4 226,9 Schuckert . ...... . 8 — 206,75 206,25 206 Siemen» 4 Halske ..... 12 — 394,25 394,5 393,6 Trantzradto . ...... . 8 — 148,25 — Labmever 4 So.. ..... 10 173,5 -- 173 Buberur ...... . 6 85 84 85 84,25 135,75 Deutsche Erdöl...... Essener Steinkohle..... Gelsenkirchener ... J. H . 6 —- — 136,65 . 8 — — — 122 3 4 —— 124,25 123,5 123,75 öarpenet ....... . 6 138,25 — 138 137,5 Hoesch Eisen. ...... . 8 —- — 130 — Ilse Bergbau ....... Klöcknerwerke ....... . 8 250 — 250 — . 7 117 — 116 115,25 Koln.Neuelien....... . 9 -7 — 125,25 — Mannesmann....... . 8 125,65 113,5 — 126 125 Mansseider ...... Sberschies. Eisend. Bedars. . . 7 — 113 113 . 6 — 110,5 110,5 112 Cberidjlei. ftotoroerfe . . . 6 — - 111,75 Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen »y, 92,5 — 9. 93 10 278,5 — 278 277 Nheinklahl I- % W iVi 137 136 137 135,25 Niebeck Monlan . - • 7,2 —— — — Bereinigte Stadl»..... 6 — — 94,5 94,25 Olavi Minen ..... • sh - 54 53,9 o4 ff all Aschersleben . . . . 10 283 — 283 280 ffatt Westeregeln ..... 10 285 — 285 281.5 ffaliwerk ©aUbetfurtt . • 1b 475 — 474,5 471,25 3 G starben.i)nvusM» . . 12 154,25 ■254 253,2-5 253 Dynamit Nobel . ... . . 6 — — 120,25 —— . 9 — 211 . 6 100 — 99,13 99.25 . e 101 — — 100,5 MetaNaelellichaft. . . • • . u — 185 — - 19. Ortobcr 20 Oftob r Amtliche Non rung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Briet AmK^Rott. Buen.-Aires Brss.-Antw 168,0- 1,764 58,27 168,41 1,768 58,39 168,14 1,765 58,29 168,48 1,769 58,41 Chnstiania 111,76 111,98 111,79 112,01 Kopenhagen 111,80 112,02 111,84 112,06 Etockhoim ■ 112,11 112,83 112,09 112,31 10,57 HelsingforS- 10,55 10,57 10,55 ft (allen . . 21,975 22,015 21,97 22,01 öondon. . . 20,337 20,377 20,344 20,381 Neunork . . 4,1935 4,2015 4,1950 4,2030 PariS.... 16,375 16,415 16,37 16,41 Schweiz . . 80,70 80,86 »0,72 80,88 Spanien . . 67,77 67,91 67,71 67,85 1,936 Japan • . . 1,934 1,938 1,932 'Üio de ftan 0,501 0,503 0,501 0,503 Wien in D-- Oest. abacft 58,9 v 59,05 58,96 59,08 Prag 12,428 12,418 12,43 12,45 Bei irad 7,368 7,382 7,368 7,382 Bndapesk - 73,10 73.24 3,03.1 73,12 73,26 Bui arten 0,027 3,027 3,033 18,9z i'iflabon 18,88 18,92 18,88 Danzig . 81,32 81,48 81,32 81,48 ffonfl .uriw Silben 2,129 2,133 2,123 2,127 5,425 5,435 5,425 5,435 Kanada 4,1925 4,2005 4,1925 4,2005 Ilm uao 4,256 4,264 4,256 4,264 iatn 20,86 20,90 20,865 20,905 Berlin, 19. Oktober '«elö Brre> Amerikanische Note» ..... 4,174 4,194 Belgische Noten ....... 58,11 58,35 Dänische Noten ....... 111.61 112,05 Englische Noten........ 30,312 20.392 3 EHk c ! ’M o s Q 0 £ £ 0 *4» c Ss 5 8 g 2 IS c_ I pE; n *• it. 0 - ft IS l L 6 2-0 2 : jP ct: ~ - =* = ! 3o b 8132; os to ~ u V toS = l ~ ~ SEöu'j e - y -j * --L.L--ZS lTd c ytt C 0 b 3 = 3 = c »I _ a *g = ^5-= 2 a S ■, u s 41 Ef- « 3 o « = 5 H' Ih-T ? Q r S =53 Se >N O