Nr. I4Z Lrfter Blatt 178. Jahrgang Mittwoch, 20. Juni 1928 Eriche««« lüglich,a»tze' bonntaq» a«6 3«wrtegs BetUftn. (Bie^txrr Jcmütenblftttei f)dmat tm Bild Di» Scholle ®MflU-Bf5ees»r«U. * Rdchs»ar^ and 20 Reichspsenräg f4r Träger» lohn, aach bd Richter- Schemen dnzetserRummern infolge höherer Gewalt. Aernfprechanlchlüffe: 61, 64 «nb 112. K«schrift für Drahttiach- richten: Ästiger Oietze«. Postscheck!»!«»: trnffurtam Main 11884. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verla-: VrLhl'sche U«wersi1Ltr»v«ch. ewö Sfetiörnderet K Lan-r tu Gießen. Schrtfllettmi- inö Geschäftrstelle: Zchnlstraße 7. L»ah»e »en Snjeiacn ftr die laqetnummer Dis -am Rachminag vorher. Preis fbr 1 mm höhe für Anzeiien von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsenmg, für R— idflmeanjngen von 70 mm Brett, 35 Rrichspsennig, Platz Vorschrift 20' . mehr. Ihefredakleur Dr. Friede. Will) Longe. Deranttoortlich für TolihN Dr. Fr Will) Lange für Feuilleton Dr H.2hyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für ben Anzeigenteil fiurt Hillman«, fämtfid) in Wietzen Schwierigkeiten der Regierungsbildung. Unmögliche Mdhoden. Don unferer Berliner Lebaktion. Das Einzige, was Hermann Müller bei feinen Versuchen zur Regierungsbildung bisher erreicht bat, ist, daß er eine ganze kostbare Woche vertrödelte, ohne auch nur einen Schritt vorwärts zu kommen. Er wollte uns zeigen, wie die Sozialdemokraten es fertig bringen, im Handumdrehen ein Robinett auf die Beine zu stellen, er hat uns aber bisher nur gezeigt, daß auch er ben Fallstricken nicht auszuweichen vermochte, die im deutlchen xlt erreichen lassen. Roch ist die Frage ungelöst. wer in Zukunft die Herrschaft in Ehina auSüben soll: daS Militär oder die Zivilverwaltung. Es gibt z u viele Armeeführer im chinesischen Reich, die da« Dasein selbständiger Landesherren führen und nur geringe Lust zeigen, sich einer Zentralgewalt unterzuordnen. Ranft ng wird wohl zunächst die geschicktesten Diplomaten hinaussenden müssen, um die Generalität zu bewegen, wenigstens in den wichtigsten Angelegenheiten sich den Anordnungen der Zivilverwaltung zu fügen. Den Plan, nun auch mit den Vorrechten der fremden Staaten aufzuräumen, hat Ranftng wieder aufgegeben. Da« ist vielleicht gut so. denn gegen die geschlossene Front des Auslandes anzurennen, ist vorläusig nutzlos. Erst wenn die Ordnung im Innern deS Landes wiederhcrgeslellt ist und wenn die Wunden des Bürgerkriege« geheilt sind, wird für China der Zeitpunkt herangekommen sein, sich auch nach außen hin die Geltung zu verschaffen, auf die es angesichts seiner Größe Anspruch erheben darf. Bremen ehri die drei Ozeanflieger. Der Einzug in Bremen. Stürmische Begrüßung durch die Bremer Bevölkerung. Bremen, 19. 3unL (XU.) Unter ungeheurem Jubel der Bevöllerung haben heute mittag die Ozeanflieger ihren Einzug in das festlich geschmückte Bremen geb alten. Bereits gegen 10 II br vormittags waren die Straßen, die die mit den Fliegern besetzten Kraftwagen passieren mußten. Fensterplätze, Hausvorsprünge und sonstige gute Sichtstellen von einem zahlreichen Publikum eingenommen. Die Schulen hatten den Unterricht ausfallen lassen und zahlreiche Kinderscharen mit Fähnchen bevölkerten die Bürgersteige. Verschiedentlich waren über die Straßen Bänder mit kurzen Inschriften gezogen. Gegen 10 Uhr vormittags traten die Flieger von Bremerhaven au« in Kraftwagen ihren Triumphzug an. einen Triumphzug. wie ihn Bremen noch nie erlebt hat. Die Bremerhavener Bevöllerung war vollzählig auf den Beinen und nahm mit lebhaften, nicht endenwollenden Ovattonen Abschied von den Fliegern, die auf der Landstraße nach Bremen daS Spalier der ADAE.-Otern- fobrer passiertem Fortwährende Hupensignale. Hurrarufe und wiederholte« Qtbfingcn des Deutschlandliede« gaben Kunde von der ungeheuren Begeisterung der Bevölkerung. Etwa 40 Flugzeuge begleiteten den Kraftwagenzug auf der Fahrt nach Bremen. Aus den umliegenden Dörfern und Ortschaften hatten sich fast vollzählig die Bewohner eingejunden. Unter Führung de« Amtshauptmanns Koch. Bremerhaven, traf der Zug schließlich an der bremischen Stadtgrenze in Burg a. d. Lesum ein, wo sich der bremische Polizeipräsident Petri nach Begrüßung der Flieger im Auftrage be« Senats der Freien unb Hansestadt Bremen an die Spitze des Zuges setzte. Am Doventvr setzte sich die Polizeikapelle und eine berittene Staffel der Schutzpolizei vor unb hinter dem Wagen der Flieger, der sich allmählich durch die festlich geschmückten Straßen dem Marktplatz näherte, der von einer unübersehbaren Menschenmenge besetzt war. AlS sich der Wagen der Flieger dem Rolanddenkmal näherte, brach die Menge in begeisterte Hoch- unb Hurrarufe aus. Die Flieger, die in ihrem Wagen von aus ben Fenstern geworfenen Blumen vollkommen eingebedt waren, bankten durch fortwährendes Grüßen unb Winken für die Kundgebungen. Die Menge durchbrach mehrfach die Polizeiketten, so daß der Zug einige Unterbrechung erfuhr Die Flugzeuge, unter ihnen die .Europa", kreisten forttoübtenb über dem Marktplatz, während sämtliche Kirchenglocken der Stadt läuteten und die Sirenen aller Werf ten und Fabriken ertönten. Während eine Staffel von 12 Flugzeugen das Rathaus umfreifte, näherte sich der Zug mit ben Automobilen gegen 12.30 Uhr dem RathauS. vor dem eine Ehrenkornpag- nie der Reichswehr ausgestellt war. Unter dem Läuten der Kirchenglocken unb ben Hochrufen bet unübersehbaren Menschenmenge entstiegen die Flieger dem vollständig mit Blumen überschütteten Auto. Während ein Vertreter der Stadtverwaltung die Flieger vor der Rathaus- tteppe begrüßte, präsentierte die Ehrenkompagnie der Reichswehr. Die Ehrengäste versammelten sich inzwischen in der Hinteren Rathaushalle, um sich dann mit ben Fliegern in die alte historische Rathaushalle zu begeben, wo der eigentliche Empfang ftattfinbet Empfang im Bremer Rathaus. Die große goldene LtaatSmcdaiUeBremcnS wird den Fliegern verließen. Bremen, 19. Juni. (WB) In der oberen RathauShalle hieß der Präsident de« Senat«, Bürgermeister Dr. Donandt, die Flieger willkommen, die allgemeine Freude des deutschen Volkes über die glückliche Heimkehr bet wagemutigen Flieger werde nirgend« tiefer empfunden, als in ber bremifchen Bevölkerung. Bremische Kaufleute haben bie Fahrt gerüstet, und das von Meisterhand erbaute Flugzeug hat ben Ra men .Bremen" durch Sturm und Rebel in die Welt getragen. Durch die Erfahrungen. die bei diesem Fluge gesammelt wurden. ist für den weiteren Ausbau des Flugwesens die unenbehrliche Grundlage geschahen worden, und gewiß ist die Zeit nicht mehr fern, in der ein sicherer Flugverkehr bie Schrank n von Raum unb Zeit in ungeahnter Weise zurück- brängen und bie Völker des Erdballs als Rach- bam zusammenrücken wirb. Der Bürgermeister überreichte jedem der drei Flieger eine große goldene StaatSmedaille, die auf ber Vorderseite das bremische Staatswappen mit der Inschrift: »Der Senat ber Freien und Hansestadt Bremen", auf der Rückseite einen Genius und die Worte: .Dem Verdienten" tragen. In ben Rand der massiv goldenen Medaille ist ber Rame deS bedachten Fliegers mit dem Vermerk: .Erster Ost-Wes!-Ozeanslug" und den Daten des Fluges sowie der Heimlehr eingeprägt. Alle drei Flieger dankten bewegt tn kurzen Ansprachen für die Ehrung. Gesangs- und Musikvorttäge beschlossen bie eindrucksvoll-' Feierlichkeit. Beim Betreten und beim Verlassen des Saales wurden die Flieger von den zahlreichen Anwesenden stürmisch gefeiert. In Anschluß an diese offizielle Feier bot ber Senat ben Fliegern und ihren Angehörigen em Frühstück im engsten Kreise. HuldigungderEporiverbände Bremen. 19. Juni. (WTB) Zu einem Volksfest sellener Art gestaltete sich heute nachmittag der große öffentliche Empfang der „Bremen" - Flieger durch die Bremer sportlichen Verbände und Vereine im Stadion des Allgemeinen Bremer Turn- und Sportvereins. Rach Tausenden zählten bie Sportler, die mit Hunderten von Dannern inmitten des Stadions Aufstellung nahmen. Die Stahlhelmer bildeten vor dem Eingang zum Stadion Spalier. Die ungefähr 10 000 Personen fassende Tribüne war voll besetzt. Dichte Wenschenmassen umsäumten bas Stadion. Die Flieger hielten gegen 6.30 Uhr unter brausenden Hochrufen ihren Einzug in bas Stadion. Die Feier begann mit einem Musikstück der Reichswehr-Kapelle, worauf ein Gesangsvortrag von 2000 Sängern folgte. Sodann hieß der Vorsitzende des Bremer Vereins für Luftfahrt. Landgerichtsdirektor Wilckens, die Flieger in einer Ansprache herzlich willkommen. Die den Fliegern überreichten Ehrendiplome über bie Ehrenmitgliedschaft des Bremer Vereins für Luftfahrt, iowie die Ehrenpkaketten nahmen die Flieger mit kurzen Dankesworten entgegen. Mit wetteren Ansprachen wurden den Helden unter fortwährenden Beifallskundgebungen weitere Ehrungen fettens des Reichsausschusses für Leibesübungen, des ADA. E., sowie für Hauptmann Köhl auch seitens des Bremer Vereins der Bayern zuteil. Roch lange fluteten riesige Menschenmassen durch die Straßen, in denen tue Kundgebungen für ine Meger fehl Ende nehmen w kalten. Ehrung in der Handelskammer. Köhl zum Braunschweiger Ehrendoktor promoviert. Am 2tt>enb veranstaltete die (Bremer Handelskammer zu Ehren der Ozeanflieger im Hause Schütting ein Festessen, zu dem nefcn den Fliegern und ihren Angehörigen zahlreiche Gäste erschienen waren. Der Präsident der Handelskammer begrüßte die Ehrengäste mit einer Rede, in der er nochmals erwähnte, daß eS im wesentlichen (Bremer Kaufleute gewesen sind, die im (vertrauen auf die bewährte Tüchtigkeit Köhls und v. HünefeldS sich für (Beschaffung der notwendigen Geldmittel einsetzten. Der Geist, der im Schüttinghause den Gedanken zu Kapitän König- erster Lieberquerung des Ozeans unter Wasser entstehen lieh, sei nicht geschwunden. Der Redner überreichte den Fliegern sodann im Romen der Bremer Kaufmannschaft mit dem Wappen der Handelskammer und alten (Bremer Talern geschmückte Teller als Ehrengabe. 3m weiteren Verlaufe des EssenS gab der Rektor der Technischen Hochschule Braunschweig die Ernennung des Hauptmanns Kohl zum Ehrendoktor dieser Hochschule bekannt, wofür ber Ernannte mit warmen Worten dankte. Herr b. Hüneselb sprach ebenfalls seinen Dank für den freundschaftlichen Geist der Worte des Präsidenten aus. Wir sind, so sagte Hüne- feld, unS voll bewuht, bah wir nur an einem Anfang stehen, dah wir alle noch Arbeit zu leisten haben, wenn das große Werk, das begonnen wurde, zum guten Ziel geführt werden soll. 3n Bremen sei seine politische Einstellung wohl bekannt. Gerade deshalb auch freue er sich besonders, bah seines Wissens zum ersten Male Stahlhelm und Reichsbanner Hand in Hand gegangen seien. Rur durch Einigkeit könne das deutsche Volk und das Deutsche Reich wieder zu neuer Blüte geführt werden. Als Vertreter des Wehrkreises Vi überbrachte Generalmajor Fritsch die Grüße der alten Armee und Marine und die Grüße der jungen Reichswehr und der jungen Marine, die den Fliegern in begeisterter Verehrung zujubelten, worauf Major Fihmaurice im Qiamen der Flieger dankte. 3m Verlaufe des Abends verlangten die auf dem Marktplatz versammelten Zehntausende immer stürmischer das Erscheinen der Flieger. Diese folgten gern der Aufforderung, wobei Herr v. Hüneselb eine unter stürmischen Hochrufen aufgenommene Ansprache an die Menge hielt, die darauf spontan das Deutschlandlied anstimmte. Eine Bitte her „Bremen"-Flieger. Einfache Autzqcstaltuna der Empfangsfeierlichkeiten. Berlin, 19. Juni. (WTB.) Die Ozeanflieger Hauptmann a. D. Köhl und Freiherr von Hüneselb haben zugleich im Rarnen ihres Kameraden, Major Fitzmaurice, dem Herrn Reichspräsidenten die (Bitte unterbreitet, dahin zu wirken, dah die für die Ozeanflieger in verschiedenen deutschen Städten geplanten festlichen Empfänge in möglichst einfachen Grenzen gehalten werden und etwa hierfür zur Verfügung gestellte Geldmittel der Wohltätigkeit zufliehen: so sehr sie auch über die Zeichen der Sympathie weitester Be- völkerungSschicyten des Vaterlandes erfreut seien, so seien sie doch überzeugt, daß die Herzlichkeit tdeS Willkommens durch einfache Ausgestaltung der Empfänge in keiner Weise leide, na- Tmentlich, wenn gleichzeitig Mittel für die Opfer der KciegS- und Rachkriegs- ' ze i t dadurch frei gemacht werden. Der Herr Reichspräsident hat diesen Wunsch der Ozeanflieger bcm für die Vorbereitung der Empfänge federführenden Verkehrsministerium mit dem Ersuchen übermittelt, dieser Anregung bei den geplanten Empfangs'estlichkeiten unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse nach Möglichkeit Rechnung zu tragen. Oer Präsidenischastskampf in Amerika. Die Neuporker Hochfinanz gegen die Kandidatur HooverS. Re uv ort, 20. 3unL (WTB. Funkspruch.) Der Washingtoner Korrespondent des „Journal of (Sommeree“ erfährt von einer dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Hoover nahestehenden Seite, daß dieser entschlossen sei. in der Außcnpolitik die Richtlinien der Plattform, die er selbst mit ausgearbeitet habe, genau zu befolgen. Hoover sei gegen den Wunsch der Reuyorker Großbanken ernannt worden, denen seine starre Ablehnung einer Revision der Kriegsschulden und sein Widerstand gegen die" Gewährung von Anleihen an ausländische Staaten nicht passe. Die Wallstreet habe sich im letzten Augenblick wohl oder übel der 'Demonstration für Hoover anschließen müssen, ohne daß jedoch der Kandidat den internationalen Bankiers irgendwelche Zusagen gemacht hätte. Künftig akut werdende Fragen der internationalen Finanz werde Hoover — der a l S Quäker überzeugter Friedensfreund sei — stets daraufhin prüfen, ob eine (Nachgiebigkeit in diesen Punkten nicht etwa den Militarismus in Europa stärke, anstatt in erster Linie zur wirtschaftlichen Erholung beizutragen. — Die Zeitung .Public Ledger' in Philadelphia betont, daß der Abschnitt des republikanischen Parteiprogramms. der sich mit der Außenpolitik und der Regelung der alliierten Kriegsschulden befasse, im ganzen Lande Zustimmung finden müsse, schon allein des- wegen, weil das Parteiprogramm in diesen Punk- ten die bisher tg e Politik fortsetze und sich diese Politik der Fernhaftung vom Völkerbund und der Ablehnung der Revision der Schulden- rcgclung durchaus bewährte. Die demokratische Präsiden tschastskandidatur. N e u y o r k. 19. Juni. (WB) Die Aussichten des Neuyorker Gouverneurs Alfred Smitd in Houston, z u m demokratischen Präsident schaftskandidaten nominiert zu werden, haben sich noch e r h c b l i cd gebessert, ba der Gouverneur von Maryland, Albert Ritchie leine Kandidatur zugunsten Alfred Smith» zurückzoq Am Totenbett her Kleinen Entente. Oie Konferenz von Bukarest. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 20.3uni. Am Mittwoch wird in Bukarest die Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente zusammentreten. Heute eine Angelegenheit, die eigentlich nur noch zu respek- tiven Betrachtungen reizt, da die politische Rolle der Kleinen Entente fast gänzlich apsgespielt ist. Sie war eine Erfindung des viel gewandten Herrn Bene sch, der die Entdeckung machte, dah die Tschechoslowakei eigentlich das Herz Europas ist. Er litt infolgedessen an diplomatischem Größenwahn und wollte durch den Zusammenschluß mit 3ugoslawien und Rumänien eine große Rolle spielen. Der Anlaß, der diese drei Staaten zusammenführte, war die gemeinsame Angst, dah Ungarn, auf dessen Kosten sie sich im wesentlichen saturiert hatten, eines Tages den Versuch machen könnte, ein Stück des geraubten Landes zurückzuerobern. Frankreich sah diese Gruppenbildung nicht ungern, erstens, weil ihre Politik im französischen Fahrwasser segelte, dann aber auch, weil die Kleine Entente nebenbei den französischen Schuhmann an der deutschen Ostgrenze abgeben konnte und ja auch tatsächlich abgegeben hat. Aber der Kitt hielt nur so lange, als die gemeinsamen Raubinteressen noch alle anderen Erwägungen überwogen, er wurde brüchig in dem Augenblick, wo auf der diplomatischen Landkarte eine Verschiebung sich zu zeigen begann, die das System der Sieger und der Unterlegenen durchbrach. Eine solche Entwicklung nahm ihren Ausgang von Italien, das auf dem Balkan nur einen natürlichen Gegner hatte: Jugoslawien, und das sich nach Bundesgenossen umsehen mußte, um Jugoslawien zu überspielen. Dazu war Ungarn das gegebene Feld: Mussolini hat ziel- bewußt alles getan, um Ungarn wieder in die aktive Politik hineinzudrängen und hat dabei auch die vorübergehende Unterstützuna Englands gefunden. Während Muffolini gleichzeitig einen Keil in die Freundschaft zwischen Bukarest und Sofia trieb, wurde Herrn B e n e s ch aber die Lage so nahe der Balkankrise einigermaßen unbehaglich. Vielleicht hätte sich In den Anfängen noch das ganze System halten lassen, wenn es gelang, Polen in den Kreis der Kleinen Entente hineinzuziehen. Aber hier waren wieder die Gegensätze nicht nur nach der tschechischen Seite hin zu groß. So ist heute, je mehr das Schwergewicht der europäischen Politik sich nach dem Balkan verlagerte, die Kleine Entente günstigenfalls noch ein Todeskandidat, dessen Lebenszeit durch regelmäßige Kampferspritzen verlängert wird: aber auch auf nur begrenzte Zeit. Jugoslawien und Rumänien müssen sich anders orientieren, Herr Benesch ist das dritte Rad am Wagen, er unterliegt zudem der Gefahr, daß er wirtschaftlich zwischen Deutschland und Ungarn in die Zange kommt. Er hat deshalb das Schlagwort von der Donausöderation geprägt, was ja doch nichts weiter heißt, als der Wiederaufbau Oesterreich-plngarns in anderer Form Ein Gedanke, der begreiflicherweise von Deutschland abgelehnt wird, beiten Erörterung aber allein schon zeigt, wie brüchig auch in den Augen ihrer eigenen Staatsmänner die Kleine Entente schon ist. Mag fein, daß sie sich noch einmal platonisch gegen llngam zusammenfindet, politisch ist sie erledigt und wird heute oder morgen durch ein anderes Gebilde ersetzt, das sich auf die Reuorientierung des BalkairS zwangloser einzustellen vermag. Gühslawien ist saturiert. Eine Unterredung mit König Alexander. Paris, 19. 3uni. (WB.) 3ules Hauerwein vym ,Matin" hatte eine llnterrebung mit König Alexander von Serbien. Dieser erinnerte an die KriegSjahre und stellte die Behauptung auf, dah fein Königreich aus einer einhei tlichen Rasse zusammengesetzt sei. und fuhr fort: Sie wohnen hier einer politischen Diskussion bei. aber wenn Sie näher prüfen, werden Sie sich klar werden, daß es sich lediglich um einen Streit um die Methode, nicht aber um das 3beal handelt, da- f ü r alle das gleiche ist. Wenn sich jemals jemand einbilden sollte, dah wir ein nicht völlig harmonisierter Staat seien, dah man uns veruneinigen könnte unb bah wir, wie es in der diplomatischen Sprache heißt, das Zentrum des geringsten Widerstandes bildeten, fo würde er sich sehr Irren. Wenn unser Volk jemals den Eindruck haben sollte, daß man es demütigen will, fo würden sich alle wie ein Wann um den Herrscher scharen wie einst, bereit zu sämtlichen Opfern. Aber wir sind durchaus nüchtern. Wir haben genug zu tun. Wir sind ein Land, das mit seinem Schicksal zufrieden ist, das wegen der wunderbaren Verschiedenheit feiner Hilfsquellen unb feines arbeitsamen Geistes s i ch selbst genügt. Wir verlangen nichts besseres, alS unS restlos dem Werke des Friedens widmen zu formen, und wissen, daß unsere Doktrin sich mit derjenigen unseres großen Alliierten, Frankreich, deckt. Niichic erklärte, cs sei osfensichtlich, daß die große Mehrheit der Demokratischen Partei in fast allen Teilen des Landes die Nominierung Smiths wünsche. Man nimmt an, daß noch weitere bisherige K ndidaten für die demokratische Nominierung dem Beispiel Ritchies folgen werden und Smith das Feld überlassen, damit er schon bei den ersten Wahlgängen des Parteikonvents die zur Nominierung erforderliche Zweidrittelmehrheit erlangen werde. Eine Krau bezwingt hen Ozean An zwanzig Stunden über den Atlantik. London, 19. 3unt (Priv.-Tel.) Miß Amelia Earhart hat als erst« Frau den Ozean überflogen. Sie landete in ihrem Flugboot „Freundschaft" mit ihren drei (Begleitern gestern mittag 12.40 älhr bei Durch Port in Südwales am Bristol-Kanal. Das Flugzeug konnte den geplanten Flug nach Southampton nicht fort- setzcn. da die Brennstoffvorräte zur (Beige gingen. Für die 1700 Seemeilen lange Strecke von Reu- funbtanb bis Südwales hat das Flugzeug knapp zwanzig Stunden gebraucht. Der Flugzeugführer Korvettenkapitän Wilmer Stultz machte nach der Landung kurze Mitteilungen über den Flug. Fast während der am Zeit der Lieberfahrt ist bas Flugboot geflogen. Der Pilot war auf seine 3n- ftrumente angewiesen unb hat das Wasser die ganze Zeit über kaum gesehen. Rach ISftünbiger Fahrt kam das erste Land an der Ostküste von SüdwaleS in Sicht. DaS Flugzeug versuchte an der Küste entlang die Fahrt nach Southamp- ton fortzusetzen, war jedoch gezwungen, auf dem ersten Hafen, den es sichtete, zu landen und machte an einer Boje fest. 3n Southampton hatte sich zum Empfang der Flieger eine riesige Menschenmenge angesammelt, während die Landung bei Durch Port f a st unbemerkt vor sich ging. Erst ein langsseits kommendes Motorboot stellte fest, dah es sich um die erwarteten Ozeanflieger handelte. Der Flug wurde finanziert durch die ^rou des englischen Unterijauäabgeoröneten Kapitän Guest. Am Dienstagvormittag sind btc Ozeanflieger in Southampton eingetroffen. Der Willkommen in Southampton war international; der Menge der Amerikaner, unter denen sich auch Oer amerikanische Konsul befand, schlossen sich die Passagiere des holländischen Dampfers „üjambara'* unb die Matrosen dreier chilenischer Zerstörer an, die sich auf dem Deck ihrer Schiffe versammelten und ihren Willkommen ausriefen, der fast von dem Ehor der Sirenen aller tm Hafen liegenden Dampfer erstickt wurde. 3n den Straßen jubelten Tausende von Menschen den Fliegern zu. denen die Bürgermeisterin der Stadt einen Empfang gab. Auf her Suche nach Nobile. Schwierigkeiten deS EiSnreerS. Oslo, 19.Qunl. (WB.) 11,30 Uhr nachts. Die Besatzung des Dampfers „H o b b y" der aus Nordostland (Spitzbergen) nach Kingsoay zurück- gekehrt und von dort nach Norwegen abgefahren ist, erklärte, daß die Eisverhältnisse außerordentlich schwierig seien. Das Cis bestehe aus schwimmenden Eisfeldern, die mehrere Meilen lang seien. Das Eie östlich vom Nordkap längs der Küste von Nordostland (Spitzbergen) sei wahrscheinlich undurchdring- l i ch An mehreren Stellen in der Nähe des Nordkaps seien Depots angelegt worden. — Zwei Mann mit Schlitten, die den östlichen Teil von Nordostland durchquert haben, lind wieder auf der Bragonza" eingetroffen. Nijser Larsen und L ü tz o w Holm wurden bei der Rückkehr von ihrem gestrigen Fluge unterrichtet, daß sie von No- blle in einer Entfernung non etwa zwei Kilometern gesichtet wurden. Mit bewunderungswürdigem Eifer unternahmen beide sofort mit demselben Apparat einen neuen Flug, aber auch diesmal gelang es ihnen nicht, das rote Zelt Nobiles zu erblicken. Dtajor Maddaleno überflog die „Braganza" in der Nähe des Nordkaps in dem Augenblick, al» die norwegische Maschine zurück- kehrie. Auch Maddalena gelang es nicht, Nooile zu finden Nobile wurde dahin unterrichtet, dah er oei dem nächsten Fluge der „8.55* dem Flugzeuge radiotelegraphisch die Route angeben solle, sobald bas Flugzeug in Sicht käme. Die von bat Fliegern erstatteten Bericht« unterstreichen Übereinstimmenb, baß es äußerst schwierig für sie fei, zwischen Den Eisblöcken bas Zelt ober menschliche Gestalten zu erkennen. inSbefonbere daß die Eisflächen von Strecken offenen Wassers unterbrochen finb, auf denen die Sonne sehr stark reflektiert. Das Sonnenlicht erzeugt zwar bei dem Beobachter das Gefühl, daß ihm bie Wahrnehmung dadurch erleichtert wird, aber es bringt gleichzeitig täuschende Schattenwirkungen hervor. Wan hat Vorbereitungen getroffen, um von den Flugzeugen gewiss« Stoffe ab werf en zu lassen, bie beim Verbrennen große Rauchsäulen entwickeln. Man hofft, dah aus diese Art General Robile in den Besitz eines Signals gelangt, mit dem er den Fliegern bie emzu- schsagende Richtung anzeigen kann. Keine Aachnchi von Amundsen. Oslo, 20. Juni. (WB.) Gestern abend wurden in Oslo Gerüchte verbreitet, wonach esAmundsen gelungen sei, bis zu Nobile oorzudrin- gen. In der ganzen Stadt, in den Restaurants usw. riefen diese Meldungen große Begeisterung und Genugtuung hervor. Irgendeine Bestätigung ist aber bis zur Stunde nicht cingctroffen, so daß man beginnt, die Richtigkeit dieser Meldungen zu bezweifeln. Von dem französischen Flugzeug Amund- sens hat man weder auf den norwegischen Radio- stationen auf der Bäreninsel, noch auch in Green Harbour irgend etwas bemerkt. Das einzig Tatsächliche ist, daß man nicht weiß, wo sich das Flugzeug mit Amundien augenblicklich befindet. Le- dialich in den ersten Stunden nach dem Abflug der „Lcttham" hat das Geophysische Institut in Tromsö Meldungen des Flugzeugs aufoefangen. Die Verbindung hörte ober plötzlich auf, da der elektrische Strom in Tromsö unterbrochen wurde. Die funken- telegraphische Station der Bäreninsel hat die „La- tham" weder gesehen noch gehört. Auf Spitzbergen herrscht immer schönes Wetter. Hier ist man über das Schicksal der „Lcttham" nicht beunruhigt, da man allgemein glaubt das Flugzeug sei unmittelbar nach dem Standort der Italia“- Mannschaft geflogen. Oie Haftentlassung Ricklino und Rosses abgelehnt. Paris, 19. 3uni. (Tel.) Wie aus Eolmar gedrahtet wird, hat ba6 Kassationsgericht bas Gesuch Ricklins unb Rossos, Faß Hauers unb Schalls auf vorläufige Freilassung abgewiesen. Kurz vor 12 älhr wurde ihnen im Gefängnis von Eolmar dieser (Beschluß mitge- teilt Schall soll ihn mit gleichgültigem Lächeln auf genommen haben. Fahhauer dagegen rief: ..3d) habe eS vvrhergesehen!" unb (Ritftin erklärte »Das ist sehr bedauerlich! Das ist ein Unglück?" — Rossö befindet sich bekanntlich im Gefängnis von Mühlhausen. — Der katholische elsässische Abgeordnete Michel Walter erklärt, daß er im Hinblick auf die Ablehnung seinen in der vergangenen Woche zurückgezogenen Antrag wiederaufnehme, unb daß er bie Frei lass ung der beiden von der Kammer jetzt bestätigten Abgeordneten verlangen werde Aus aller Well. Großer Imveleneinbruch am Berliner Kurfürstendam». 3uweleneinbrecher suchten in der vergangenen Rächt das Geschäft Schilling, in bcm Hause 3oachimsthalerstraße 9. Ecke des Kurfürsten- dammes, heim. Herr Schilling war früher Mitinhaber der 3uwelenhandlung von Linker in der Friedrichstraße, die seinerzeit von der Kolonne Borries unb Genossen auSgeplündert wurde. Die Verbrecher gingen vom Hof aus durch die Keller vor. Zwei Türen öffneten sie mit Rachschlüsseln, eine dritte bohrten sie an imb schnitten aus der Mitte ein Stück heraus, so daß ein schmächtiger Mensch gerade hin durch kriech en konnte. Dieser beseitigte von innen das Schloß und lieh seine Komplizen ein. Die Einbrecher kamen so zunächst in den Lagerkeller eines Kol on i a l w a r e n g e s ch ä s te S. das neben dem Juwelen laden liegt Sie bohrten bann ein 50mal 40 Zentimeter großes Loch durch die Decke, die anS einer Beton- unb zwei Holzschichten besteht Durch das Loch st.eg wahrschcin- lich nur wieder der Schmächtige hinauf unb machte sich an bie Schaufenstern u-s la,g e heran. Gr holte die wertvollsten Sachen 3uwelen und Golbwaren aller Art. Brillantringe usw. mit den Kartvuchen heraus und reichte sie seinen Komplizen hinab. 3m Keller leerte die Bande die Kartvuchen. Bevor sie den Ort ihrer Tätigkeit verliehen, taten sie sich in dem Vorrats- keIler der Kolonialwarenha-b'ung an Speisen und Getränken gütlich. Den Rückweg nahmen sie wieder über den Hof unb den Hausflur. Der Gesamtwert der (Beute beträgt nach den bisherigen Feststellungen 50 000 Mk. Der ITlorbfUm al» Beträtet. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat sich zu Atoei Verhaf tungen entschlossen, die das Rätsel um einen der geheimnisvollsten der Berliner Krimrnalfälle der letzten 3ahre zu lichten geeignet sind. Beamte der Kriminalpolizei erschienen in der Wohnung des GroßkaufmannS 3ohannes G l e i ß n e r in Lichterfelde-West, sowie in der Wohnung der Witwe des unter geheimnisvollen ilmftänben verstorbenen Droßkaus- manns Hugo Pernetta in der Aleranderstrahe und nahmen beide unter dem dringenden Verdacht. Pernetta im Mai 1927 ermordet zu haben, fest. Schwerwiegendes Delastungsmomertt ist die Tatsache, daß Gleihner und Frau Pernetta zusammen einen Film versaßt hatten, in dem die Mordtat, wie sie sich abgespielt haben könnte, beschrieben war Als die Staatsanwaltschaft von diesem Manuskript Kenntnis erhielt, entschloß sie sich zu erneuter Verhaftung und sagte Glcißner auf den Kopf zu, daß er bei dem Tode PernettaS zugegen gewesen fei. Lin Erdstoß am Mittelrheiy Andernach, 20 Juni. (WTB. Funkspruch.) Am gesttigen Abend gegen 8.30 Uhr wurde hier ein Erdstoß verspürt. In den weniger festen Häusern wurde der Stoß ziemlich empfindlich bemerkt. Möbelstücke schwankten, Fensterscheiben klirrten. Der Stoß, der von bonnerartigem Getöse begleitet war, bauerte einige Sekunden. Die glei- chen Erscheinungen wurden nach übereinftimmenben Berichten auch in ber Umgebung von Anbernach im Kreise Mayen unb in der Dordereifel bemerkt. Hitzewelle in Spanien. Wegen der übermäßigen Hitze ist ein Dekret des Unterrichtsministeriums erschienen, das den Nachmittagsunterricht bis zum 15. September in allen Schulen Spaniens verbietet. In manchen Dörfern beginnen die Brunnen infolge der Hitze auszudorren. Oie Wetterlage. 2E P5 * Mn Hart«. VM0#n*nd "OH Ovo O a p Diensfug. rtw w Z? /// O vonrfflos fl bctct. ® iree wtrtt ® vtnra ch • "ksettz ♦ Schnee «riupefn «Revel X OeVUVr^wtndsUHt. O' ** •eldite- •MWX’ SMsoewtn b aorw$c»o nc-evest btt Mtnt flieg«- em oe» vuhx. »* oaflte Stibontn sttMtwe» Z*> tu athtn flx Temperet«- in. P* mw« wv*M» Qrv eH-eicKba» —O x-v hjHa Wettervoraussage. Gin XiefauAläufer. ber sich südwärts bis nach Deutschland hin erstreckt, führte in unserem Gebiet zu kräftigen Rieberschlägen. Da von Westen her unter Zufuhr kühlerer Luftmassen ber Luft- bruck cnfteLgt, so wird bie Erwärmung feine nennenswerten Fortschritte mehr machen. Die Bewölkung ttnrb zwar abnehmen unb zeitweise Aufheiterung einsetzen, jedoch treten immer noch vereinzelte Riederschläge auf. Voraussage für Donnerstag: Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, Rachlassen der Rlederschläae. Voraussage für Freitag: Zeitweise bewölkt, keine stärkere Erwärmung, noch vereinzelt (Neigung zu Rieberschlägen. Lufttemperaturen am 19. Juni, mittags 13,1 Arad Celsius, abend» 12,3 Grad Celsius; am 20. Juni morgens 12 Grad Celsius. Ma;imum 15,7 Grad Celsius, Minimum K),2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 19. Juni abends 15,6 Grad Celsius; am 20. Zuni: morgens 13,6 fflreb Celsius. — Nieder- Mage 9,2 Millimeter. — Sonnenscheindauer eine Stunde. Agenten rmorbtt p md Stau Per- etUfetbatten, r sch abQ0t>itü toar. A- btt MtriNJW zu erneutet Mi den -ops $ zugegen gc « &«s 'N bet eS der und L f» Ä i'tete ä'.S chatte- IS 'te btrfmJ' Lvch bur*°vn ft'<9 wS SL 1 ^5 K Ult. ri. i ;!C kt 3ant< Ä?Ö W 5 tätet. H M m L s& * berget, uchre zu (i(fcL "<Äs c des unter ge» lrheiy. • Sunfjprud).) fln lttde hier tin 6* ?n j)äu|em wurbt ilid) bemtrfl nben klirrten fr m Getöse befunden. Die flld- ibereinstimmenü'' 'cn Andernach in tf -Erst n. ein Dekret des bas bin 3ta* flhiren l1* . 2xMist irinunö- ägen. j3i Sn. 20X ^25ffr^ »«55** Berichte z au» über den miß- Verbrecher auf taffe geplant. 3n 6rgnn.)ung de» gestrigen Steinfurth bei Bad-Nauheim fllürften Raubübcrfell zweier Aus der Provinzialhauptfiadi Gießen, den 20, 3um 1928. Ein tfeberfoll auf die Mießenee E>tadt- — Straßensperre. Wegen Vornahme von Kanalanschiußarbeiten ist der ßeibgefkrner Weg zwischen 8bei- and Friedrichstraße ab heute. Mittwoch. auf die Dauer von etwa 14 Tagen für allen Fährverkehr polizeilich gesperrt — Die neue hessische Rettungsmedaille. Die hessische Regierung ist dem greinen Frankfurter Chauffeur im Walde in der Nähe von Steinfurth bei Bad-Nauheim wird heute noch au» Bad-Nauheim gemeldet, daß die beiden, in Vad-Nauheim verhafteten Täter — wie an» Aufzeichnungen und einer Satte der Der- hafteten hervorgehr — die Absicht hatten, einen Äaubüberfall auf die Stadtkaffe in Sieben auezuführen. Da» Auto zur Flucht nach vollbrachter Tat in Gießen hätten sie dem überfallenen Chauffeur im Walde bei Steinfurth adnchmen wollen. Die beiden Verbrecher wurden von Bad-Nauheim in da» Londgerichtegeiängni» in Gießen verbracht. Bei ihrer Festnahme gaben die Täter zunächst an. S t r u e n f e e bzw Braun zu heißen, fetzt nennen sie sich Johann T a r r a ch und Konrad. Ob diese Namen stimmen, ist bisher noch nicht sicher, ebenso, ist auch noch unbekannt. ob die Angabe der verhafteten, au» der Essener Gegend zu stammen, richtig ist. Ferner weiß man bi»her über die Berufe der beiden Serie noch nicht» nähere». Allem Anschein nach handell e» sich aber um den Fang zweier schwerer Jungen, die vermutlich allen Grund haben dursten, über ihre bisherige Existenz ein möglichst undurchdringliche» Dunkel bestehen zu lasten. Die behördlichen (Ermittlungen sind rege im Gange. Die Postreklame an Telegraphenstangen Das Vorgehen der RetchSpo st Verwaltung, die Leitungsmasten in und außer- halb der Ortschaften -u Reklame^wecken auszunuhen, hat verschiedentlich zu Beschwerden wegen der damit verbundenen Berun- st a l t u n g Anlaß gegeben. Der Reichspostminister hat sich, wie der Arnlliche Preußische Örel lebt en ft mittet II, auf Borstellungen des Preußischen Ministers für Boltswvhlsahrt hin, in dankenswerter Weise bereit erklärt, neue Postreklarneverträge für Te le- graphenstanaen nicht mehr abzu- sch liehen. Allerdings müssen die jetzt noch bestehenden Verträge über die Reklameau-nutzung der Stangen durchgesührt werden. Da ein Teil der Telegraphenstangen im Wege der Untervermietung einem Unternehmer zur Reklame- ausnutzung überlassen worden ist. muß im Rahmen des noch laufenden Vertrages bis auf weiteres mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß von dem Pächter auch Reklameaufträge für Telegraphenstangen außerhalb der Ortschaften ab* geschloßen werden Dem Unternehmer ist aber Die Verpflichtung auferlegt worden, in jedem Falle die vorherige Einwilligung zur Anbringung der Reklame von den für die betreffenden Landstraße zuständigen Behörden etnzuholen Diese haben es daher in der -and, die Genehmigung zu versagen, wenn der Schutz des Orts - und Lanoschafis- b i l d e s es erfordert. Zur Sicherung des Äraft» sahrzeugverkehrs soll ferner bei der Anbringung von Rek.ameschildern an Telegraphenstangen vor und hinter den amtlichen Warnungstasän und sonstigen Verkehrszeichen auf der freien Landstraße ein Abstand von mindestens 100 Meter und im bebauten Gebiet bet Ortschaften von mindestens 10 Meter eingehalten werden. Taten für Tonnerbtag, 31 Inni Sonnenaufgang 3.43 Uhr, Sonnenuntergang 20.20 Uhr. — Mondaufgang 7.29 Uhr, Mondunter, gang 23.30 Uhr 1804: der Dichter Gabriel Seidl in Dien ge- bortn; — 1819: der Somponist Iaaues Offenbach in Köln geboren; — 1862: der Präsident der Deutschen Buhnengenostenschaft Gustav Nickell in Dortmund geboren; — 1919: Versenkung der in der Bucht von Scapa Flow Internierten deutschen Kriegsschiffe durch ihre deutsche Besatzung. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch Licht- spieldau», Bahnhofstraße: „Der Sensalionsprozeh". — Aftoria-Lichtspiele: „Da» Gefahrensignal" äuberten Wunsche auch im Volksstaal Reffen wieder die Rettungsmedaille zu verleihen nach- gefomnwn und hat einen Offenbacher Künstler mit der Ausarbeitung der Medaille beauftragt Der Innenminister pat nunmehr einen Sni» wurf genehmigt, der letzt zur Ausführung gelangen lolL Die in Silber geprägte, an einem Band zu tragen:« Medaille ze,gt auf der einen €«i»c das hellifche S'.aa»swappen mit der Umschrift .Dolkstzaal Hellen", während die andere Seite eine Platte zeigt mit der Inschrift .Für Rettung aus Lebensgefahr". •* Gesperrte GinfuHr von Dich c - t Seuchengebieten. Der Minister des Innern hat soeben die Regierungsbezirke Oberbayern und Schwaben als stark verseuchte Gebietsteile erklärt. Alles aus diesen Gebieten nach Helsen e-.ngt’übrte Zucht- und Ruyvieh unterliegt daher der fünftägigen Absonderung gemäß den ge'eyllchen Bestimmungen. •• Vorsicht bei der Annahme von Schecks Delanntuch spiel» der Scheck im modernen Geschäftsverkehr als Zahlungsmittel eine {»roße Rolle. Vielfach wird er aber von un- auleren Olemenlen als Zahlungsmittel benutzt, die einen Scheck auSstellen, und die. obwohl sie bei der Dank, die den Scheck auszahlen soll, kein Guthaben besitzen dem Gcschäftsgegner vor- spiegeln, daß ein solches Guthaben vorhanden sei. In einem solche,, Falle liegt Betrug vor. und es kann selbst dann ein Betrug oder Betrugs- Versuch gegeben fein, wenn der Scheck mangels vorhandener Deckung nicht eingeldst wird und der Scheckaussteller (Scheckgeber) nicht die Absicht halte, rechtzeitig für Deck ng zu sorgen, oder wenn et auch nur mu der Möglichkeit rechnete ober rechnen mußte, daß er die Deckung nicht rechtzeitig beschaffen könne. Schecklchwindeleien sind in hohem Miße geeignet, daS Vertrauen in die Sicherheit des Scheckverkehrs zu erschüttern, zumal der Scheck auch un bargeldlosen Derlehr, der nach Möglichkeit im Interesse unserer Währung gefördert werden muß, eine wichtig« Rolle spielt. Wer einen Scheck als. ahlungS- miltel von jemandem in Emp'ang nehmen soll, der Ihm nicht a!S durchaus kicher und vertrauenswürdig bekannt Ist, sollte unter allen Umständen vorher durch telephonische A.r,rage bei der Dank sich darüber vergewissern, ob Deckung vorhanden ist. Andernfalls darf er sich nicht darüber beklagen, wenn er vielleicht das Opfer eines groben Schwindel- wird und vielleicht niemals oder erst nach langem Prozeßführen zu feinem Geld« kommt. •• Warnung vor einem Scheckschwindler Die He!fische Staatsanwaltschaft erläßt im Interesse der einschlägigen Sparkassen, Banken und Geschäfte eine Warnung vor einem Schwindler, der seit einigen Wochen Im Odenwald und an der Bergstraße sich bei Sparkassen und Banken auf verschiedene Ramon unter Einzahlung geringer Beträge Scheckkonten eröffnen und Sa>eckhefte aushändigen läßt Mit diesen Scheckhcflen treibt er dann der Geschäftsleuten Schwindeleien, oder läßt sich Beträge vvrschießen. Der Täter ist etwa 28 kns 30 Jahre alt. Beim Aus tauchen eines ähnlichen Antragstellers bei Sparkassen und Banken ist es »weckmäß.g. den Mann hinzuhalten und die Polizei zu benachrichtigen. " Born Äugelberg. Das von der Militärverwaltung errichtete große Wohngebäude am Kugelberg steht jetzt in seinem äußeren Ausbau bi- auf die Schieferbedeckung vollendet da. Der stattliche Dau, für zwölf Familien vorgesehen, zähll an seiner Vorderseite 24 Fenster, während di« Gingangstüren an der Rückfront angelegt sind. Viel« der nach der Stadt zu liegenden Grundstücke sind diesmal nicht bepflanzt worden, da in dieser Richtung eine Zugangsstraße vorgesehen ist. Die in der neuangelegten Fuldaer Straße erbauten fünf großen Krieger-Siedlung-- Wohnhäuser tragen als äußeren ^rputz ein einheitliches Kleid Zur F.eude der Kinderwelt ist der sür sie zwischen der Bahnstrecke Gießen - Fulda und der Fuldaer Straße vorgesehene Spielplatz in seinen ersten Anfängen durch Anfuhr eine- Hausen Sande- gek nnzeichnet. S- bürftc sich empfehlen, vei der Fer.igstellung de- Platze- auf diesem auch eine Ruhebank für Erwachsene aufzustellen. •' Der Obst- und Gartenbauverein Gießen war am Sonntag in Bad Val-Haufen zur Besichtigung des dortigen Kurparks. Obergärtner Decker» Ealchausen, der sachkund.ge Führer, erläuterte den zahlreich erschienenen Teilnehmern die prächtigen Bestände seltener Baumarten in den ausgedehnten Anlagen. “ 'Jul dem GießenerStandeSamts- register. Es verstärken in der Zeit vom 1. biS 15. Juni in Gießen: 1. Marie Thiriot, geb Heim, Witwe. 57 Jahre alt, Weserstraße 15. 2. Johannes Sturm, Sorttermeister 58 3obre alt, Wühtstraßc 6. 3. Heinrich Abclheim Priest. Bäckermeister. 55 Jahre alt, Ebelstraße 2. 4. Ehar« lotte Zimmer, geb. Schäfer. Witwe. 65 Jahre alt. Liebigftraße 72. 4. Auguste Wilhelmine Lina Gilberi. geb Bllkttvr 28 Jahre all Marktplatz 8. 4. Philipp Ger» ohne Beruf. 53 Jahre alt. Licher Straße 74. 6. Margot Anna Wtlabctb Lipp. 2 Wochen alt Steinstraßc 76. 7. Johanna Günther rb. Schönthal, 63 Jahre alt, Walltorstraße 32. Hugo Rosenbaum. Kaufmann. 53 Jahre alt Alicenstraße 18. 9 Kathinka Rau. geb. Reeb Witwe. 70 Jahre alt Kirchenplatz 18 10. Ludwig Stecker ohne Beruf. 45 Jahre alt. Dammstr. 25. 11. Katharine Borrmann. geix Balßer 46 Jahre alt. Neustadt 11. 11 Äarl Lotz. Oberkasteniillpek- tor. 56 Jahre alt. Licher Straße 106. 11. Katharine Löb geb Rachngall. 75 Jahre all. Steinstraße 53. 11 Katharine Ascher, geb Jäger. 56 Jahre alt. Bahnhofstraye 77. 12. Konrad Sauer, ftäbt Arbeiter 82 Jahre all. Steinstr. 76. 12. Johann Füßinger Schwerzer 72 Jahre alt. Frankfurter Straße 144. 13. Friedrich Scriba. Pfarrer L R.. 79 Jahre alt. Ostanlage 9. 15. Wllhelmine Schuck, aeb. Stein. 63 Jahre alt. Am Mugelberg 61. 15. Sharlotte kenninger. geb. Schmidt. Witwe. 79 Jahre all, Äaiferallec 7. •• Der Zami11entag der Matthäus- gemeinde, der am Sonntag im Philofophen- wald ftattfand, war eine eindrucksvolle 3er- anstaltung Der Saal dich besetzt — viele, sehr viele, die leider keinen Platz mehr fanden —. die innere Lebendigkeit. Zusammenhalt und Stimmung waren ausgezeichnet. Landgericht-präfident Reuenhagen, da- dienftälleste Mitglied de- Kirchenvorstands. d)te bic Gruße deS AiTtbcnp-rftanM und machte darauf aufmerksam, daß in dieser Zeit der Trennung vo" Slaat und Kirche das Kirchenvoll vor letzte, pe- ö lliche Snt- schcidüngen gestellt werde: er mahn.e zur Treue und Fest ehen zur evangelischen Kirche. Pfarrer Mahr 'prach über Krrche und Kinder: Unsere Kinder unser höchste-, heiligste- Gut! Pflegt die Kindesseele! DaS aber heißt zu einem guten Teil auch: Gewinnt euren Kindern, euch selbst den Sonntag wieder zurück. Die Seele aber 7eS Sonntag- bleibt der Kirchgang. Kein Kind darum ohne Kirchgang, kein Kind ohne seine Kinderllrche! Etwas ranz feines war es, waS die Buben der Iugendvereini- g u n o brachten. Der Spruch der Fähnlein „Grell" und „Ghallen": Das Fähnlein spricht, hie Wöllllng gab den rechten Aus takt. Frisches, ttbhliches Wanderlebeir sprach aus dem Bühnenstück Allzeit bereit!" Wie diese Iunaen auf einander eingespielt, eine wirkliche Spielgemein- schaft sind, dre nicht nur ernste, große Leistungen he ausstellen toie die Ausführung mittelalterlicher Mysterienspiele, sondern auch im fröhlichen, leichten Spiel etwa- leisten, zeigte die urwüchsige Galthausszene au- dem ..Spengler- meister Dünbächer": ungemein lebendig, im Dialekt sicher, realistisch in der Aussassung herausgebracht. Die ältere Mädchen gruppe tanzte zwei liebliche Dolksreigen: ganz reuend war das Festspiel „Der Böglein Frühling-fete^, das die Kükengruppe, die allerkleinsten Mädchen, spielten. Eine Stimme des LobeS herrschte über die Musik; sie mußte zahlreiche Zugaben bewilligen. Von neuem bestätigte eS sich, daß solche Familientaae ein bedeutsamer Versuch sind, im ShaoS unlerer Zeit, da alte Bestände, auch Kirchengemeinden, durch die Anhäufung von Massen in den Städten zerrissen werden, au- Kirchengemeinden Gemeinschaften zu schaffen: denn sie schaffen, was un- so sehr fehlt, Zusammengehörigkeitsgefühl auch außerhalb der Kirche, sie geben Demeindebewuhtsein. Dem gab in warmen, lebendigen Worten Ausdruck Lehrer Wehr he im, der Vorsitzende der Männer- und Frauen-Bereinigung, der da- Schlußwort deS Tage- sprach. •• Operetten • Vorstellung im B a b • Nauheimer Kurhaus. Am morgigen Donnerstag, 21. Juni, abends 8 Uhr, findet die erste Opereitenoorstelluna dieser Saison im Kurhaus In Bad-Nauheim statt Es wird die unsterbliche Meisteroperette „Die Fledermaus" gegeben. Hervorragende Kräfte vom Berliner Metropoltheater und seiner Opern hau» hat die Kurverwaltung für diese Veranstaltung verpflichtet. Die „Rosalinde" singt Fräulein von Kobylanska, die „Adele" die erste Soubrette des Metroooltheaters Berlin, Nuscha Richter, die mit iyrem bejaubemben Temperament und ihren glänzenden Koloraturen die Herzen aller Zuhörer gefangen nehmen wird. Herr Deutsch-Haupt uus Berlin singt den Alfred" und August Richter au» Köln den „Eisenstein^. Oskar Felix aus Berlin, der 2Iutor von „Adrienne" spielt den „Gefängnisdirektor Frank". Auch die kleinen Partien sind hervorragend besetzt. Die musikalische Leitung hat Generalmusik, bireitor Bongatt) übernommen. Im zweiten Akt wird Kapellmeister Steinbach oom Opernhaus Köln mit seinem Kinderballett „G'ichichten aus dem Wienerwalb", „Pas de deux" (Rosen- kavalierwalzer), „An der schönen blauen Donau" und einen Czardas aufführen. Da die Nachfrage nach Karten sehr rege ist, bittet die Kurverwaltung, sich rechtzeitig Plätze zu sichern. Man beachte die heutige Anzeige. — Vorträge km angltschen Seminar. Dre beißen letzten Veranstaltungen, mii denen das Gnglrsche Sem mar der Universität in fcekm Sommersemester an die Oessentlich- keit tritt linden am Freitag 22. und Dienstag. 26. Ium statt Am 22 3uni wird die bekannte englvche Vorttagskünstlerur Fräulein 9 Heepe in der Reuen Aula der llntoerlitäi ausgewählte Dichtungen in Prosa und Vers von Sbalc txarv tni Kipling vortragen Am Dtenstag. 26 Juni, wird Prof. Dr H. M u t i dh- mann von der Universität Dorpat in englischer Sprache über Tbc Mystiasm of Bernhard Shaw sprechen. 3u beiben Veranstallungeir vergleiche man die Anzeigen vom 21. Juni (für 5rL He epe> und vom 25 Juni (für Professor Mutschmann). •• Sine Vers ammIung ober bef f !• scher Lehrer fand auf Einladung des Bezirksvereins Lauvach unter dem Vorsitz von Lehrer Re uh (Srvienfecni dieser Tage in Gießen statt. Die Versammlung war von etwa 150 Lehrern besucht. Den breitesten Raum in den Verhandlungen nahm die neue Deioldungsord- mmg ein. wobei man sich aber nicht mit der Höbe der Besoldung beschäftigte, fondern das Bestreben von Sondergruppen. die zum Rachteile der Älallenlebrer in höhere Gedaltsstu'en gelangten. lebhaft kritisierte und verurteilte. Die Verhandlung über Stellmbeietzung und Organisation soll erst in den einzelnen Bezirksveoeinen vorbereitet werden ehe die Beschlüsse dem Vorstand des Landeslehrervereins al- Anträge vor- gclcgt werd.n Als GrgebniS dec 'Derhank»- lungen, die etwa vier Stunden lang währten, wurden zwei Anträge an den Hauptvorstand gerichtet. In dem einen Antrag wird dem Be- soldung^au-schuß Dank und Vertrauen für seine bisherige Arbeit ausgesprochen, in dem zweiten Anttag wird die Dllte an den Hauptvorstand E" ' tet. in nächster Zeit eine Delegiertenver- lung einzuberusen, die über Standes- und nsfragen Klärung schaffen soll. Gin Antrag der die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der Klassenlehrer im Rahmen des Landeslehrer- vereinS Vorsicht, wurde zur Beratung in den DezirkSvereinen empfohlen Alle Berscunmelten erflären. daß sie sest auf dem Boden des alten LandeslehrervereinS ständen. •• Verband deutscher Tu rners chaf- ten in Bad Blankenburg «Thür.). Man schreibt uns: Auf dem ordentlichen D. T. der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen wurden neu ausgenommen die Turnerschasten Arminia-Gießen. Rhenopalatia-Frankfurt und Istaevonia-Leipzig. Gntgültig ausgenommen wurden die Turrrerschaficn Merovingia-Köln. Pa- latia-Tübingen und Tüiskonia-Marburg. Die die Studentenschaft zur Zeit bewegenden Fragen wurden eingehend besprochen. Weiter hat der Verband fein Turn- und Sportfest abgehalten. Durch prächtigstes Sonnenwetter begünstigt. konnte er mit Leistungen aufwarten, die eine gewaltige Steigerung gegen die früheren Jahre darstellen und die den V. 6. in die erste Reihe der LeibeSübung treibenden studentischen Verbänden rücken. Ramentlich im Lauf und Sprung wurden hervorragende Leistungen erzielt. So lief St 0 rz - Halle über 200 Meter die neue Hochschullelftung von 22,0 Sek. heraus. Prächtiges Material zeigte sich in den Läufen über 1500 und 5000 Weier und in den Staffeln. Hcrvorzuheben ist der Sieg der Turnerschall Stauffia-Tharlottenburg über 4 mal 100 Meter in 45.3 Sek •* Der Reichsbund der Zivildienstberechtigten hält vom 21. bis 23. Juni in BreSlau feinen 31. Bundestag ab. Der Reichs- bunb ist, wie man unS schreibt, die alleinige Spihenorganisation und Vertretung von 120 0Ö0 ehemaligen aktiven Berufssoldaten der alten und neuen Wehrmacht, sowie derjenigen Angehörigen der einzelnen Schutzpolizeien und des Reichs- Wafferschutzes, die mit dem Polizeiversorgunäs- fchein ausgeschieden sind. Der Bundestag soll die Röte des Standes darlegen unb wird Wege zeigen müssen, durch welche die Unterbringung der vielen Taufende auf Anstellung wartenden Dersorgungsanwärier. die einen Anfpruch auf diele Anstellung haben, zufriedenstellend gesichert werden kann. Berliner Börse. Berlin. 20. Juni. (WTB Funkfpruch) Im heutigen Frühverkehr bcvrfd)t wieder vollkommene Geschäftslosigkeit. Die Tendenz ist undurchsichtig und weiter eher schwächer Am Devisenmarkt nennt man: Paris 124,18, Mailand 92,88, Spanien 29,70, das Pfund 488,05, den Dollar 4,1835. Lprechsttlndrn der Redaktion 12 bi» 1 Uhr mittag», 5 bi» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen. f ( ■ J PK. - 7 Am 19. Juni starb plötzlich infolge eines Herzschlages unsere Mutter Fran Emma Biermana Seb. Bernhard im 58. Lebensjahre. Herr Hermann Strack Lehrer i. R im Alter von 69 Jahren. 0*665 Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Elise Strack geb. Weber Zeichnung Ruppertenrod, Frankfurt a. M., Gießen, Allendorf a. d. Lda, zugeben 595 ID den 19. Juni 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 22. Juni, nachmittags 3 Uhr, statt. Das Direktorium. 5950 D der Lehrer i, R. mit deutschem SangeSgrus; 5630D Männer Gesang-Verein „Rheingold" Hagen i. Wests. [Stellengesuche! Nerven Lang-Göns, den 18. Juni 1928 5928D ^Baldravln1 Die Beerdigung findet Donnerstag, 21. Juni, nachmittags 3V2 Uhr statt. Vertreter Theaterkasse. 59*10 l Morgen Ziehung! |Verschiedenes| F Eisenacher Geldlotterie mittags 2 Uhr, statt. 5952 D 6945 D gesucht. Beitreibung d. -OCUCCIPUITB D. . Außenständen | Erledigung von 41 Zigarettenetuis. 59*60 'fXort* Gerichtsvollzieher in Gießen XJCrn Steinstraße 13. (Stellenangebote] 35 gesucht. 04648 LttnllcrstraKe 26. BEKANNTMACHUNG! .QavlanSoane 27. Liebigshöhe □ (Muffige Steuer WM Irische Seefische 5M2« Eugen Wallenfels, Nordanlage 33 / Alfred Fröhlich, Nordanlage 31 Mitarbeiter erbeten! 5937« ■'A4- ■ W. & L. Rubl, (Sieben, Vlebtgftr.58 Nikolaus Grüu U. Avenbaiu. Donnerstag, den 21. Juni 1928, nachmittags 2 Llhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg dahier, zwangs- weise gegen Barzahlung: 1 Klavier, 1 Motorrad, 3 Kaffenschränle, 1 Akten schrank,! Schreibmaschine, 6 Schreibtische, 1 Regulator, 1 Vertiko, 1 Äüfett, eine Kredenz, 1 kompl. Kücheneinrichtung (neu), 1 Ladeneinrichtung, 1 Heißwafferapparat, 1 Tisch mit 6 Stühlen, 15 paar Leder- gamaschen, 1 Ausziehtisch, 1 Dinterpaletot, 4000 Papiertüten, ein Äild, 11 Kartons Schokolade. Lestimmt: 80 Taschenlampen, bei gutem Verdienst zu sofortigem Eintritt gesucht CHUdIm Babnbokstratze 59, Televhon 66. für Edelstahl und Werkzeug«, speziell für die Stein-Industrie gesucht. Mitführung anderer Vertretungen gestattet. Schriftliche Angebote unter 04644 an den Giehener Anzeiger erbeten. ZtLla 100 Stück Weißbinder- Stangen «geschältt, 8—12 Mir. lang, preiswert ab- Notbarirh ohne Kovi Mfchfilct ...... Prospekt oder V e r t reterbesuch unverbindlich durch: Chauffeur m Führerschein I, II u. 111 b. unvcrhetr^ 25 9. alt, auv guter »>am- m. bcft.Beugn., sucht f. sofort od. spät. Stellung Näheres In der Geschäftsstelle d. («les,, Mn*. 5939D Bäcker und Konditor auf 14 Tage zur Aushilfe gesucht. Wo? sagt d.Geschäftsstelle d. Gien. Anz. 5893D Verloren! ein Gebiß und 2 Glasröhrchen in Dovter. Abtugeb. gegen Belohnung Volizeiiuuddorean Wetdengasse 5. Bäckerlehrling f. sofort gesucht -*mD KailcraUce 20. Drof^rl» Heue Hin den bart, Selter»- weg Me.Centrel-Dro- terie Sebuletrebe 11. 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Haushaltungen tätig waren, wollen sich melden 04647 ifiebinftranc 21 v. Achtung! Degen Umzugs gewähre ich 20°/, Nachlaß aut Kleider» schränke. Küchen, Waschkommoden. Nachttische. Betten, Tische. Stühle. Ehai» selongueS ufro. '* H. Benner II., Schillerstraße 19. IIIIIIIIIIIUIIllllllllillllllllHD Bettstelle —r mit Matratze u. Federbett. 2 Nachttische. Einmachtöple.Äläser ^amven.Bugel.Bür' üen Relsekärde und Koffer, sonstige gebe. Kleinmöbel gan^bill. abzug. Bahnlelilr. I. aiinioiiiiiiiuiuiiiiiiiiiiinj 104656 30 Pf. 45 „ 25 - MMMMWOe Scheuertuch Vertretung für ©leben und nähere Umgebung zu vergeben von bcftcingevtditeter, leistungo- fähiger alter Svinn Weberei mit bcf. hervorrag. aut. Qualitäten auch in Spül-, Polter-, Stetz-, Hand- und Alaschinenvutz. tücher. Nur seriöse, durchaus geschält«- und branchekundige Herren wollen sich melden. Schrift!. 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Es darf ).e Transaliion \T.cn vorangeg xlaischen. der «ipig rafch ui Bisher stanl iöfifchen Acnlo eskcrungsgrup! i>ie mcifi mit '(ton stbr kleine *0000 Francs -erusslebcn zui Kriege mit ungc den und genügst 3olutaftur> vvl Ich bei der Sst al» die Hälfte । in der Hoffnui auf seinen < 'M tyoincatf habt, ihnen, wie vinistn Zranqü ton M für b< “ “«Xu.?' »«'» , 20°, ■öenner || SüMeS. IIIIIU|ÄiiSiiiii M Wtnb(t, Jungen ;utrt8°Ä -NnbainJ^ ^hlüngg Frische «W 1 stramm« Np ^.vackung Mittwoch ^onnrrfiioi Freitag itreffenb, •*/) iftiiie bnbolhtakt 59, Xtltpbon U gesunden Schlaf Nerven •rrt« S* 4r» M «büi »Baldravln1 V LfwW*w x'«r t*w* tde tiMMA • MAnnri e M> ■'M — aM> *IM ta> JM>A- Z»hM • 1n*m- U t«re— te Dnttr1fHt»>‘ ndeebet. Seltro I e<66elCeetrd-Or'. 1 L*lw-Dr*rte.U6 1 lepl.S.Kmi^iu I DrottrW. nmupl ' I L6w«-Drottrtf S<' I tenwej 71A. T23f*"| Verschiedenes So kann eine Ta« iie da» ?Iährn « lernt Hal- M,m ISMZlM oenJolKonunoni 5dir. Ana. u. M n den Gieß. Ig Die WOS on einigen ijtaBJ ürfen nul mehrere ahrezuverpa»'«- DeiireibvnS» Mtzenstanden. Erlediguasv»'; Duchfübrvoss'। arbttten : «°n »Jg SfiTS- -annlotlM,/sd)T. ^den^^- Verloren! ein S-bi^ 2®la6r°-?w! in ^ayi«eiobnune £gS ihohe den 2£Jur' äitag. d®nhr ,20.15 U«' ements Nr. 143 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für ^derhessen) Stabilisierung in Frankreich. 3n ben nächsten Ingen erwartet Frankreich eine entscheidende Maßnahme feiner Regierung die von allen verständigen Wirtschaftlern feit mindesten- Jahresfrist gefordert wird, die aber auch ,etzt noch auf heftigen Widerstand der Rechtskreise. befonberi des Pension SminifterS i Söuls Marin gestoben ist- die ©tabilifie- t u n g des Fran«. Soweit man aus den bisher vorliegenden fron- chsifchen Meldungen entnehmen kann, wird es sich .tm einen Kurs handeln, der dem gegenwärtigen ungefähr enttpricht. also >/5 des früheren Doldwertes beträgt. Doch wird man fich dabei nicht nach dem Pfund Sterling ndrfen. wobei eine kleine Herabsetzung des derzeitigen 1 Valutakurse» um etwa Francs 1,50 je cnq- lifches Pfund notwendig wäre, sondern nach dem amerikanischen Dollar D.i lv: qc- langt man mit einer geringfügigen Senkung des bisher erreichten und gehaltenen Franc- ; Kurses, der Francs 25.43 für den Dollar beträgt, last genqu auf 1 ■, des VorkrregSkur'eS Es ist cnzunehmen. daß man fich nach her Durchführung der Transaktion für einen Gol dkern- Standarb. also nicht für die Goldwährung selbst entscheiden wird. D. h. es wird kein Gold- tmlauf im Lande selbst ftaMinden, fo wenig wie das auch in Deutschland und andern Ländern mit stabilisierter Währung bisher der Fall rft. aber es wird für AuSlandzahlungen bei ^ebarf Darrcn-Gold verwendet Offen tft noch die Frage, ob nach dem Vorkri «sm uster nur Gold oder auch Devisen (wie z.B nach dem neuen Reichsbank-Gtatuti zur Deckung der aus- |ugebenben neuen Währung, der man vermut- . ch aus politischen Gründen die Bczecchnung «Franc", vielleicht mit einem Zusatz belassen wird, zugelassen werden. Die Dank von Frank- . ttich hat durch Goldankäufe in der letzten Zeit Dorsorge sür solche Deckungen getroffen und Der- ’igt über den Gegenwert von etwa 27,5 Mil- tarben Papiersranken bei einem gesamten Um- I lauf von etwa 60 Milliarden, einschließlich der Giro-Guthaben etwa ZO Milliarden Pa. rancs GS darf also angenommen werden, daß > c Transaklion nach dem Muster der verschie- ? denen Dorangegangenen Stabilisierungen, so der ».•Iflildxn. der italienischen ufw verbältnis- nätzig rasch und glatt durchgeführt wird. Bisher stand ihr die Oppositon der fran- I tksischen Rentnerschaft, einer der stärksten Be- »olkerungsgruppen am Weg.- Denn diese Leute, die meist mit einem für ausländische Begriffe letnn lehr kleinen Vermögen, beginnend etwa mit ‘€000 Francs Borkriegstvährung sich auS dem Berufsleben zurückgezogen hatten und vor dem ’triege mit ungefähr 2000 Francs Zinsen bescheiden und genügtem leben konnten, find durch den Falutasturz vollkommen verarmt und haben I sich bei der Steigerung dieses Kurses um mehr als die Hälfte gegenüber dem niedrigsten Stand \ in der Hoffnung gewiegt, den Franc wieder n u f seinen alten GoldkurS steigen zu leben. Poincars hat bisher den Mut nicht gehabt, ihnen, wie da« z. B der belgische Sinan*- nitnifter Franqui schon bei einem Franckurse ron 175 für da« Pfund seiner Oeffentlichkeit gegenüber gewagt hatte, durch eine gesetzliche Stabilisierung diese Hoffnung abzuschnei- i den, obwohl sie. 'elbft wenn die Möglichkeit einer Erfüllung bestanden hätte, von geradezu iinnöfen Folgen für die gesamte französische Wirtschaft gewesen wäre. Run wird es sich darum handeln */> an dem Rominalbesitz des 'ranzösischen Rentnerpublikum« abzuschreiben und "eil tatsächlichen Verlusten des Kriege« und der achfolgenden Finanzwirlschast ins Auge au leben, die ursprünglich auf der hohlen Grund- iqc des Schlagwortes .Le Boche payera tour if gebaut war Aufwertungssragen und Prozesse rxrben unausbleiblich fein; aber schon im 3n- eresse der weltwirtschaftlichen Verknüpfung Frankreichs und auch in unserem Interesse, da Ht französische Scheinraluta sich bei internatio- rclen Geschästen noch immer nachteilig auS- nv.rftc, wird man den französischen Entschluß begrüben können. (Siebener Giadttheaier. Gastspiel rilla Duricnr: „Der Brief" von Maugham. Die Dereidiaungsjchrist der Tilla Durieur, h« mir am Montag an dieser Stelle veröffentlicht laden, ist mit Bedacht entworfen, gewissermaßen pro domo gesprochen und beinahe dazu geeignet, rem Referenten den kritischen Federhalter aus der i end zu schlagen. Beinah. Ls war eine geschickt stilisierte, vom Schau- ipieler-otanbpunft au» nicht schlecht begründete .'.ksage an die .Literatur" und eine begeisterte ^yrnne auf die Rolle an fich. lind also ist denn rer im wesentlichen von einer Rolle zu berichten. Ton der Bombenrolle, welche sich die Durieux zu tret Gastspielreise mit eigenem Ensemble ausge- uchl hat. Ls ist. in Klammern sozusagen, hinzuzufügen, X15 diese Rolle im neuesten Bühnenstück des Eng- orders D. Somerset Maugham enthalten ist: in) bah dieses Schauspiel ein ausgemachter und |ii3 gewaltiger Kulisfenreiher ist. Hintertreppe in Ini Akten. Maugham ist übrigens hierzulande nicht mehr inbefannt: er hat sich bereits auf der deutschen Stbne vorgestellt und sich mit ähnlich maffinen knallefsekten einen von der ernsthaften Kritik cbenso «fürchteten, wie von fenfationsmütigert Der» Gntr Theaterdirektoren geschätzten Namen gemacht. Cs knallt schon, ehe der Vorhang hochaeht. Lady Leslie Crosbie hat (auf einer malayifchen Süntage unweit oingapore) einen befreundeten 9aft, der nachts, in Abwesenheit ihres Gatten, ins naus kam, mit einem Revolver niedergeschofien nie einen tollen Hund. Ihrem Mann und ihrem Rechtsanwalt, einem $uien Freunde des Hauses, erzählt sie nachher, mit ausführlichen Einzelheiten, der Erschossene kbe ihr, vielleicht betrunken, Gewalt antun wollen. (Vorhang). Tas klingt soweit ganz plausibel. Zumal sich der tirbringling, wie sich später herausstellt, teines Politik im Klubsessel. Oie „Stammtische" der deutschen Parteiführer. Oie Konkurrenz der Frakiionozimmcr. Wit der 8r Öffnung des neu gewählten Re chs- :.ges -ft das politische Leben der deutschen Re.chebcküptstadt wieder in F uß gekommen, lange Parte.iitzungen linden statt und immer neue sensationelle Gerüchte durchschwirren die Wandelhalle des Reichstag-. Die'es Schauspiel wiederholt sich bei jeder T.egierungÄncubilbung; aber in den letzten Jahren ist doch eine wichtige Veränderung fest-ust l.'en während früher nämlich nur in den Zraktionszimmern hohe Politik gemacht wurde, werden neuerdings viele wichtige Beschlüsse in den politischen Klubs der AeichShauptstadt gefaßt. Zwar befindet sich daS politilche Klubleben DeuttchlandS noch in den Kinderschuhen, wenn man eS mit dem englischen vergleicht Doch hat sich gerade in den letzten Jahren die Bedeutung der wenigen politischen Klubs überraschend gehoben, und Probleme, die in offiziellen Parteilitzungen fast uniöSbar erschienen, werden zuweilen in Der leichteren Atmosphäre eines solchen Klubs ohne besondere Wühe geklärt. Gin Sammelpunkt der Rechtspolitiker ist der „Rationale Klub", der für die ihm an- gehörenden Abgeordnelen wirklich ideal liegt, da er sich in nächster Rähe deS Reichstags befindet. Aber nicht nur die Politiker von den Völkischen bis zur Deutschen VollSpartei gehören dem Rattonalen Klub an. sondern auch hohe Offiziere im Ruhestand und bekannte Wirt- lchaftSführer zählen zu seinen Mitgliedern. An polittsch wichttgen Togen sieht man in den Klub- räumen Herrn Hugenberg im Gespräch mit dem bekannten Montanindustriellen Thyssen, und für kurze Zeit erscheint der stets geschäftige frühere FraktionSches der Deutschnationalen. Graf Westarp, in Begleitung des Reichsministers Schiele. Roch vor kurzer Zeit war der volkSparteiliche Abgeördnete Aom.ral B r ü- ninghaus ein häufiger Gast, und auch der Großindustrielle K i r d o r f f versäumt nie, den Klub zu besuchen, wenn er sich in Berlin aufhält. Während seine- neunjährigen Bestehens hat der Rationale Klub ständig neue Mitglieder gewonnen, so daß er heute 1400 Angehörige der Rechtsparteien vereinigt. Während sich diese Vereinigung mit einem Stockwerk begnügt, da- er einem großen Industrieverband abgemietet hat, bewohnt der ..Reichsklub der Deutschen V o l k S p a r t c i" ein ganzes Gebäude in einer der stillen und vornehmen Straßen des Tiergartenviertels. Die äußere Schlichtheit dieses Palais verrät nichts von den schönen, geschmackvoll aus gestatteten Räumen in feinem Innern. Die ruhige Eleganz der Klubräume bildet den passenden Rahmen für das glänzende gesellschaftliche Bild, das eine festliche Veranstaltung des Klubs bieteL Der Präsident des Reichsklubs ist feit der im Dezember 1919 erfolgten Gründung der ReichSauhenminister Dr. Dtrese» mann, der trotz ArbÄtsüberlastung bei feiner großen Veranstaltung vermißt wurde, so lange es sein Gesundheitszustand zuließ. Die repräsen- batibc Gestalt des ehrwürdigen Professors Dr. Kahl, der Ehrenmitglied des ReichSllubs ist. fehlt an keinem großen Tag. und auch die beiden anderen Ehrenmitglieder, Geheimrat R i e h e r vom Hansabund und Exzellenz Fritsch, sind stets bei besonderen Anlässen anwesend. Parlamentarische Abende, wissenschaftliche und politische Vorträge sowie gesellschaftliche Veranstaltungen vereinen die Angehörigen des Klubs, der nur eingeschriebene Parteimitglieder der Deutschen Dollspartei aufnimmt. Sämtliche Reichstags- und Landtagsabgeordneten der Deutschen Dollspartei gehören dem Klub an. und die Vertreter des rechten und linfen ParteiflügelS, die bisweilen recht verschiedener Ansicht sind, haben dort Gelegenheit zu ungestörter Aussprache. Auch können die Politiker mit bekannten WirttchastSführern Fühlung nehmen, denn nicht selten erscheint der Direktor der Deutschen Dank. Dr. v. S t a u ß , in Begleitung des Geheimen guten Rufes erfreut. Aber jetzt kommt es: der Revolver, mit sechs Schuß geloben, ist hernach ganz leer. 8 i n Schuß hätte immerhin genügt. Dem Rechtsanwalt tauchen Bedenken auf, wegen der Motivierung der tat An sich wäre mit einer klaren Freisprechung zu rechnen gewesen. Rotwehr! Es war aber keine Notwehr. Sondern Mord. Aus Rache, aus wilder Wut, aus Eifersucht und tödlich beleidigtem weiblichen Gefühl. (Ein vor der Verhandlung von der Gegenseite präsentierter Brief deutet an. daß der Ermordete durch Jahre hindurch Leslies (Beliebter war. Der dann feine Neigung einer Chinesin zuwandte. Der Rechtsanwalt kaust das schwer belastende Schriftstück für die runde Summe von zehntausend Dollars. Um Leslie zu retten und ihren ahnungslosen Mann zu schonen. Aber — dritter Akt — bezahlen muß dieses Sündengeld ja schließlich (auch noch!, LeSlies Mann. 11 nb da kommt die ganze Geschichte, nachdem Leslie glücklich freigefprvchen ist. heraus. Leslie kann es selbst nicht mehr bei fich behalten, das scheußliche Gehermnis: sie stöhnt es heraus. Dem Mann — fünfzehn Jahre find sie verheiratet! — bricht alles zusammen. Und dennoch will er verzeihen, will er Leslie behalten. weil er nicht ohne sie leben könne. Aber Leslie geht. Mit einem zweiten, schrecklicheren Geständnis: daß sie ihren Mann, der (:c au! Händen trägt, nie geliebt habe, daß sie. noch immer, ben anderen liebt, den sie mit sechs Schüssen getötet hat. Crosbie sitzt gebrochen im Sessel und ahnt: sie wirb nicht zurückkehren. So endet dieses Stück. Es ist nicht notig, über die IichaltS- angabc hinaus davon zu sprechen. Es ist finnloS. die psychologischen unb sonstigen Unmöglichkeiten darzutun. mit denen es gespickt ist. (Es wäre zu fragen: wie ist eine solche Ehe denkbar, wie kam sie zustande? Gibt es solche Tlänner, so rührend und so ahnungslos? Darum erkundigt er sich kaum danach, was der Dries enthält, von dem alles abhängt? Es wäre mxh manches zu fragen, was nur Maugham beantworten könnte. Und der wirb sich hüten). Aber es Kommerzienrats Lteinthal: dort trifft man den 'on't unsichtbaren DefchältSinhaber der Di»- kontogr'elllchast. Dr. Salomrnsohn. mit feinem Kollegen ßd) lieber, aber auch Herr (Luttmann, D rektor der Dresdner Bank und Gastgeber emflußre.cher engllfcher Diplomaten, die in letzter Zeit — angeblich nur zum Dolf- spiel — nach Berlin gekommen sind, fehlt nicht Wenn nun gar noch der bekannte Dani er Freiherr von Dethmann aus Frankfurt er- scheint, ist ein großer Teil der deuttchen Vank- gewalttgen im Reichsklub versammelt. Selbst- verftändsich fehlt an großen Tagen feiner der markanten jwliti'chen Köpfe, und sogar der viel- befchä'tigte Unterhändler der Par'ei. Dr. Scholz, erübrigt stets einige Minuten ‘ar den Klub. Aus dem Rheinland kommt Dr. Jarres, neben ihm taucht der frühere Reichskanzler Dr. L u t b e r auf. der cbenfo wie der Generaldirektor Dr. D ö g (e r und der Stahlindustrielle Dr. P o e n s- gen bei wichttgen Anlässen Berlin aufsucht. Als Repräfentant der Presse erscheint Kommerzienrat Dr. Reven du Mont, und den ReichS- verband der Deutschen Industrie vertritt Dr. Sorge. Selbstverständlich sieht man auch viele hohe Offiziere, ebenso gehören älniversitätS- profesioren unb hohe Staatsbeamte dem Klub an. Fast alle gesellschaftlichen Schichten find in dem ReichSklub vertreten, neben dem Grafen zu Stolberg-Wernigerode sieht man die schlicht gekleidete Politikerin Elara Wende. Wesentlich anders ist die Zusammensetzung im .Demokratischen Klub", der ebenfalls im Jahre 1919 gegründet wurde. Ursprünglich zählte er nur 30 bis 40 Mitglieder aus den Kreisen der Polittk und der Wissenschaft. Die'e kleine Vereinigung mietete von Zeit zu Zeit einen Saal in einem großen Berliner Hotel, um Ausspracheabende abzuhalten. Erst später wurde der Verein zu dem eigentlichen Demokrattschen Klub erweitert, der heute ungefähr 1500 Mitglieder zählt. Im Gegenfah zum Reichsllub der Deuttchen VolkS- partei ist der ^Demokratische Klub unabhängig von einer Partei: er nimmt Mitglieder auf. die auf dem Boden der demokrattschen Weltanschauung stehen: Voraussetzung für die Ausnahme ist jedoch, daß der Kandidat keiner anderen politischen Partei als eingeschriebenes Mitglied anqebort. Außerdem entscheidet selbstverständlich wie bei allen anderen KlubS die Ballotage. 'Alle demokratischen Reichstags- und Landtagsabgeordneten gehören dem Klub an. und besonders eifrig widmet sich ihm der ehem. badische Staatspräsident Hummel, obgleich seine polittschen und industriellen Verpflichtungen ihm toenig Zeit dazu lassen. Vorsitzender des Demokratischen Klubs ist der ehemalige deutsche Bottchafter Gras Bernstorf si Häufig sieht man in den herrlichen Älubräumen Sm Abgeordneten Wendorff, den früheren ReichSsincrnzminister Reinhold, die Bankdirektoren Wassermann imb Kleemann sowie Dr. von Siemens. Auch die Vertreter der großen demokrattschen Presse fehlen nicht, denn oft erscheint einer der Brüder Ullstein, zuweilen Marttn Karbe vom Mosseverlag, wäb- renZ> Georg Bernhard manchmal polittscha Vorträge halt. Auch der jetzige Regierungspräsident von Kassel, Dr. FriedenSburg, versäumt nie, den Klub aufzusucheir, ttxrrm er gerade in Berlin weilt. Wie alle politischen Klubs nimmt auch der Demokratische Klub keine Damen als Mitglieder auf: nur zu Vortragsabenden werden sie eingeladen. Während die angeführten KlubS nicht selten mit größeren Veranstaltungen an die Oeffentlichkeit treten, verhält sich die im Jahre 1926 gegründete »Liberale Vereinigung" zurück- hattender. Gerade in den letzten Wochen hat sich aber die Aufmerksamkeit aller Polittfer auf diese Vereinigung gerichtet: denn als der Vorsitzende der Deuttchen Dolkspartei und der Ches der Demokrattschen Partei zu Ehrenvorsitzenden der Liberalen Vereinigung ernannt tourben, sagten ist von der Rolle zu sprechen. Hab von der Durieur. Die Durieur ist eine große Schauspielerin. Die nicht mehr jung tft Die sich nicht auf ihre Stimme verlassen rann, wie viele andere. Die nicht den leisesten Gefühls ton herausbringt. WaS sie kann, kommt nicht vom Herzen und nicht auS dem Blut. Sondern vom Gehirn und von den Verven her. Sie ist der reinste Typus der vvllkv77nnen intellektuell eingestellten Schauspielerin. Der gegebene Star eines längst überholten naturallstilchen Stils. Die geborene Lulu. Die beste Franziska auf allen deuttchen Bühnen Prädcfttniert für die problemattschen Frauengestalten Ibsens und Strirrdbergs. Sie wird auch gewußt haben warum sie sich diese Ausgeburt Maughams für ihre Tournee gewählt hat. Eie braucht eine Parade rolle. Hier tft sie. Unft es ist bewundernswert, was sie daraus macht. Zwei Akte lang. Im dritten versagt die Rolle. Versagt endgültig der ganze Reißer. Versagt die Durieur. Im ersten Aki die Erzählung des .Tatbestandes". Man kann diese Leistung eigentlich erst nach dem dritten Akt vollkommen, mit allen Einzelheiten würdigen Die Geläufigkeit, die Lebendigkeit. die von haarscharf berechneten Kunstpausen unterbrochene Rafsinesse, In einer hysterisch gesteigerten Energie die Tat umzulügen und keinen schmälsten Ausweg zu verfehlen —: daS war eine schauspielerische Vorstellung von außergewöhnlichem Reiz. DaS war so getonnt, daß man den miserablen Anlaß dieses cheatralischen Aufwandes einfach vergaß. Der zweite Akt bringt fast noch eine Steigerung. In der großen LtoSeinattdersetzung mit dem Rechtsanwalt, wo sie weiterlügt und weiterleugnet. biS angesichts deS vernichtenden Briefes jedes fernere Wort fadenscheinig wird. Wie sich da die Maske oeränbert. wie sie einen Augenblick die Rerven verliert und einfach in Ohmnacht fällt: daS war grvßarttg und ist nicht zu beschreiben Mittwoch, 20. Juni 1928 sich die Eingeweihten, daß sich die beiden Parteien vielleicht tu einer Interessengemeinschaft zusammen'mden könnten. Wit Spannung tobt die politische Welt dem .Liberalen Tag" entgegen. der am 1. Juli im Reichstagsgeduude stattfinden wird. Aus Angehörigen der Linksparteien fetzt sich der .W t s s e n s ch a f t 1 i ch emischen Turnbund(A.T.D.Äheinsranken) DaS Fest her Akademischen iutnetr« binbung Rheinfranfe n (15. bis 17 Juni) wurde zu einer glänzenden Kundgebung für den Vaterlands- und Turngedanken Seit dem Sommersemester 1927 bestehl die A. T. V. Rheinfranken an der alma matcr l.ucko- viciana. Sie nahm die Tradition bet früheren, 1907 suspendierten. A. T. D. Cheruskia wieder auf. Ein aut besuchter Degrüßungsabend am 15. Juni führte auf der Kneipe der Verbindung im (Safe Leib in der Walltorstraße die Festteilnehmer erstmals zusammen Der Vorsitzende des A.-H.-Derbandev, A. H. Regierungs - Vaurat Weise, übergab bei dieser Gelegenheit mit warmen Worten der AkttvitaS eine Reihe wertvoller Stiftungen der .KorporationS- und Orls- A.-H.-Derbände. Am Rachmtttag des 16. Juni stieg ein gut besuchter A. - H - Tag. Am Vormittag des 17. Juni sanden sich über 80 21. T. 23.er aus Marburg und Dieszen auf dem älniversitätSsportplatz $i;m 5) reife m f ein (Kugelstoßen. Wettspruna und 100-Meter-Lauf). CQkgen deS überaus beflißen Regen- konnten leider nicht alle geplanten Vorführungen stattfinden Ungeachtet dessen erhielt der Zuschauer den Erndruck. daß eifrige und erfolgreiche Arbeit im Akademischen Turnbund geleistet wird. Zum Festkvmmers am Abend hatten sich zahlreiche Vertreter der Bundeskorporationen aus Marburg, Göttingen, Frankfurt, Darmstadt. Jena und 2Svnn eingefunden. Lieber die Geschichte des Lllademischen Xumbunbe# und der Verbindung sprach der A. H. 23ürgermelfter Dr. Ritter: er gedachte der gefallenen Verbindungsbrüder und wies auf die gleichzellig stattfindende Gedächtnisfeier an der Porta Westfallka für die über 1100 Gefallenen de« Akademischen Tum- bundes hin. SanitätSrat Dr. H e u b a ch hielt die DaterlandSrede. Er fand herrliche Worte für Arbeit, Treue, Vaterland (A. T.D.), und betonte zum Schluß, daß es nicht auf die Zahl, sondern auf den Geist allein antomme. Dr. Schaff schilderte die Ziele deS Lllademischen TumbundeS. Die Ausgabe der studentischen Korporationen seien andere geworden. Die Universität vermittele das geistige Wissen, die Charakterbildung falle dagegen den Verbindungen zu. Sie haben für Ehrenhaftigkeit und Mannhaftigkeit ihrer Mitglieder zu sorgen. Die Wege, die beschritten würden, seien verschieden, das Ziel sei jedoch dasselbe. Die Auswirkung der Er- -siehung könne aber erst in späteren Jahren in Erscheinung treten. Die Freude an körperlicher Betätigung gebe Der Akademische Tumbund seinen Mitgliedern an allen ÜniDerfitäten und technischen Hochschulen Er wolle tatenfrohe Menschen bilden, die klar und offen ihren Weg gehen und daS Ziel der 2)olksgemeinschaft nicht Tiber bann kam der große Versager: der Schlußakt mit dem Geständnis Leslies, die nun endgültig die Rerven verloren hat. Diese große Szene ist glatt verpufft. Man sah ein brillantes Virtuosentum und blieb eiskalt. Jedes Wort, jeder Schritt, jede Handbewegmrg, daS Vomüberfallen über den Tisch: berechnet. Die Tlolle nur noch, ohne Literatur — und ohne Leben. Ziselierte Oberfläche ohne Tiefe, ohne inneren Antrieb. Man beobachtete. kühl und interessieri. lote dies l'ch ging, wessen das Theater um seiner selbst willen fähig ist. Schauspielerei ohrre Herz, ohne Substanz. Eine bewundernswerte Maschinerie. Eine schwere Enttäuschung. Die Truppe dec Durieur ist besser, als Ltar- ensembleS auf Gastspielreisen gemcinhin zu fein pflegen. Eine ausgezeichnete Leistung bot Schrnöle (früher bei Hellmer) als Rechtsanwalt Joyce. Eine verblüffend echte, au «gefeilte Figur der Chinese Ong Chi Seng des Herrn Peter Corte. Mederow fand sich mit der undankbaren Vertretung des Gatten Crosbie wenigstens in den beiden ersten Akten sympathisch ab. Sehr hübsch die kleine Charge der Mrs. Joyce unter den Händen der charmanten Charlotte Schultz. DaS Haus wat nahezu auSverkauft. Der Beifall, anfänglich stark, flaute nach dem dritten Akt empsindlich ab. Dr. Th. Hochschulnachrichten. Die Lehrstühle für organische Chemie und angewandte Ehemie in der philosophischen Fakultät der Universität L e i p z i g sind den ordentlichen Pro- sesioren Dr. Hans Meerwein in Königsberg und Dr. Wilhelm Diltz in Hannover angeboten worden. Professor Dr. Johann Radon in Erlangen hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Mathematik an der Universität Breslau als Rachfolger deS emerit. Geheimrats A. Knefer angenommen. auS den Augen verlieren. Leine Mitglieder wollen sich für das ganz« Leben ihre 3ufleni>- frische bewahren und noch alS alte Herren Vor- bilder sein. Der Akademische Turnbund lehne daher das alte, überlebte feucht-sröhliche Stu- dentenleben bewußt ab und wisse Neues an dessen Stelle zu sehen. Für die Universität und ihren Lehrkörper sprach Professor Dr Lehmann. Der Redner erkannte die bisher geleistete Arbeit der A. T. D. Rheinfranken seit ihrem Bestehen an und wünschte ihr weitere gute Erfolge. Der Derbindung fielen schwere Aufgaben zu. Sie hätte sich wohl den bestehenden Verhältnissen anpossen können. DaS hätte sie aber nicht getan. 3hr Bund pflege einen anderen Geist. Bleibe sie diesem treu, so begegne sie einer Bewegung, die heute in jeder Dozentenschaft Platz gegriffen habe. Möchte fie auch fernerhin Hand in Hand mit ersterer arbeiten, so könnte sie gewiß sein, das sich gesteckte Ziel auch in Gießen zu erreichen. Für das Offizierkorps der Garnison sprach Hauptmann Offen- bächer, für den Turnverein von 1846 Universi- tätsoberinspektvr Erle. Die deutsche Turnerschaft wolle den friedlichen Wettkampf aller ihrer Angehörigen. Die A. T. D. Rheinfranken dürfe daher stets auf die Unterstützung der Gießener Turnerschaft rechnen. Glückwünsche überbrachten ferner die Dertreter des Vereins deutscher Studenten, die des Vororts deS Akademischen Turnbundes der A. T. V. Suevia-Donn, und ein Vertreter der anwesenden Dundeskorporationen. Pros. Dr. Huntemüller erwähnte endlich gleichfalls die Erfolge der Verbindung und betonte, dost fie sich sofort an die Spitze der Bewegung für die körperliche Ertüchtigung unter der Gießener Studentenschaft gefetzt habe. Das deutsche Turnfest werbe zeigen, was die Gießener Turner, und insbesondere auch die aktiven Mitglieder der A. T. V. Rheinfranken leisten. Ewig junge Studentenlieder und Musikvorträge sowie die turnerisch aus hoher Stufe stehende Musterriege der Marburger QL T. D. am Barren trugen mit zum dollen Gelingen des Abends bei. Der Sonntagmorgen brachte zunächst ein Zusammentreffen der Ql. Hschaft und ihrer Damen mit den Aktiven und anschließend ein Festessen im Hindenburg, der Nachmittag als Ausklang einen Ausflug nach dem Schiffenberg, der sämtliche FestteilneHiner noch einmal in echt studentischem Frohsinn vereinte. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Großen-Buseck, 19. 3uni. Am Sonntag hielt die Spar-und Leihkass« e. G. m. b. H. ihre ordentliche Generalversammlung ab, mit der auch die Feier des 50- jährigen Bestehens verbunden war. Den Vorsitz führte der Präsident des Aufsichtsrates, Rektor 3nderthal. Anwesend waren 140 Mitglieder, und als Gäste Direktor Hahnemann für di« Landesgenossenschaftsbank, sowie Oberrevisor Hartmann für den Hess, landw. Ge- nossenschoftsverband. Aus dem Geschäftsbericht für 1927 seien folgende Zahlen genannt: Mitgliederstand 213, Umsatz 4,4 Mill. Mk.. Einlagen rund 300 000 Mk., Reingewinn 5532 Mk., Dividende 10 Proz. Scheck- und Sparkartenverlehr, sowie Gchulsparkasse haben sich gut eingebürgert. Di« alten Sparer erhalten 15 Prozent Aufwertung. Während der Verhandlungen gaben die beiden Gäste und Rechner Roll Aufklärung über alle wichtigen, das Geldgeschäft betreffenden Tagesfragen. Die bisherige Entwicklung der Kass« wurde allgemein als sehr günstig bezeichn"!. Di« Jubiläumsfeier wurde durch einen ausführlichen Bericht des Direktors Heinrich G a n ß X. über den Werdegang der Spar- und Leihkass« eingeleitet. Dabei wurde auch des vor kurzem verstorbenen langjährigen Rechners An ton Schmidt gedacht. Herr Hartmann überbrachte die Glückwünsche des Revisionsverband«s und überreichte dem Direktor als Vertreter der Kasse, sowie dem Kontrolleur Balthasar Stephan IV., der fein Amt schon 28 Jahre versieht, kunstvolle Ehrenurkunden. Die ganze Tagung nahm einen sehr schönen Verlauf. wn. Weickartshain, 19. 3unt Di« Gewerks chaft „Louise" hat ihren Bergwerksbetrieb wieder ausgenommen. Dadurch haben viel« Arbeitslose wieder Beschäftigung erhalten. Gegenwärtig hat man dainit begonnen, MtinltötnMMlöMi. Roman von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm (Selbmann, Verlag, Leipzig. 35 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ich glaube, es war um ein Uhr," erwiderte der Anwalt, „ich wollte gerade schlafen gehen; denn ich hatte wieder stundenlang über den Akten des Hauses Selford gegrübelt, da klingelte es plötzlich Sturm an meiner Haustür. Es dauerte immerhin ein« kleine Weile, bis ich hinunterkam. Niemand war zu sehen, aber ich fand den Brief im Kasten. Ich las ihn im Flur, und ich kann Ihnen sagen, ich war zu Tode erschrocken. Hat er den Verstand verloren?, dachte ich. Ist es eine Mystifikation? Da schrillt das Telephon. Ich laufe hin, nehme den Hörer ab ... Selford ist in der Leitung! Selford, den ich in Kairo Glaubte, spricht mit mir an einem Londoner Apparat! Er fragt mich kurz und hastig, ob ich seine Botschaft bekommen hätte. Ich bejahe. Ohne mich zu Wort kommen zu lassen, bringt er in mich, seinen Wünschen zu willfahren. Ich will ihn nach seinen Gründen fragen, iym meinen Beistand anbieten, er antwortete nicht mehr. Ich wenbe mich ans Amt. Man sagt mir lakonisch, der leih nehmer habe abgehängt ..." Havelock schwieg erschöpft. Wortlos reichte Dick Selfords Brief dem In. spektor. „ Und dann", fuhr Havelock ruhiger fort, „kam ich auf die Idee, Mrs. Lansdown anzurufen. Sie war in Größter Aufregung. Ihre Tochter sei feit dem frühen Nachmittag verschwunden, sagte sie mir. Können Sie sich vorstcUen, meine Herren, wie mir da der Schreck in die Glieder fuhr? Ich setzte mich in mein_ Muto und jagt« her. Wie froh ich bin. daß ich Sie alle hier unversehrt untren«, läßt sich in Worten nicht ausdrücken!' Er lehnte sich aufatmend zurück. Dick erhob sich. ..Ich glaube, es ist das beste." sagte er mit einem Blick auf Sybil, die teilnahmslos in ihrer Ecke faß, „wir überlassen Miß Sans down zunächst dem heilenden Schlaf. Sie, Mr Havelock, treffen vielleicht mit dem Verivaller die nötigen Anordnungen, ich suche indessen das (Re fände nach Spuren ab. Die Sonne gebt gerade auf." | die seither auf Ellener> ausgebeuteten Felder I ? ' großen Teil mit Abfall auszufüllcn. Der --.rieb soll noch etwas erweitert werden durch Erbauung einer etwa zwei Kilometer langen Drahtseilbahn nach der Ellenkaute. da an dieser Stelle durch Schürfung ein wertvolles Lager von Eisenerz seftgestelli worden ist. Auch die Gewerkschaft »L u s e - 3 l s d o r f" in dem Nachbardorf Stockhausen hat ihren Betrieb in beschränktem Umfang wieder ausgenommen. D L i ch. 19. 3uni. Der Firma Gg. Schieferstein hierfelbst wurde ein D e u t s ch e s R e i ch s- patent für Dorderwagen mit Automobilsteuerung erteilt. Die Erfindung bezweckt. daß die notwendige Beweglichkeit dieser Vorderkarren bei dem Rückwärtsgang der Zugtiere selbsttätig ausgeschaltet wird und dadurch mit Vörderwagen und Mafchine gradlinig zurück- gefähren werden kann. Durch diese patentierte Vorrichtung können nunmehr auch Vorderwagen mit Autvmobilsteuerung in der Landwirtschaft nutzbringend angewendet werden, da bekanntlich bei Betriebsstörungen mit den Maschinen rückwärts gefahren werden muß. F Obbornhofen. 19. 3uni Dieser Tage hielt die hiesige landwirtschaftliche Bezugs- und Absahgenofsenschaft in der Gastwirtschaft „Zur Schule" ihre diesjährige ordentlich« Generalversammlung ab. die nahezu alle Mitglieder vereinigt sah. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Bürgermeister Philippi, erstattete den Geschäftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr, aus dem folgendes hervorzuheben ist: Es wurden für 24 420,80 Mk. Düngemittel, Saatgut und Brennmaterial bezogen, dem ein Absatz in Höhe von über 27 000 Mark gegenübersteht, der sich in der Hauptsache aus dem Erlös vpn gelieferten Kartoffeln, Getreide und Aepfeln zusammensehl. Der Reingewinn in Höhe von 618,65 Mk. wurde teils Dem Reservefonds, teils dem Betriebskapital überwiesen, wodurch die Betriebsrücklage die beachtliche Höhe von 2100 Mk. erreicht hat. Man sah von einer Dividendenverteilung ab, um die Mitglieder durch Erhöhung des Refervestockes bei nicht pünktlicher Zahlung vor Zinsverluste zu schützen. Einstimmig wurde dem Rechner Richard Reih Entlastung erteilt und der Dank für die mustergültige Geschäftsführung ausgesprochen. Weiterhin wurde beschlossen, im lausenden Geschäftsjahr aus Mitteln der Genossenschaft eine Hederichsprihe anzuschaffen und diese zur Bekämpfung des immer mehr um sich greifenden Unkrauts unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Als Vertreter des Vorstandes der landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft Darmstadt war Ge» nossenschaftLleiter B ö ch e r von Hungen anwesend. Kreis Friedberg. WEN. Butzbach, 18. Juni. 3m Wald« bei Oberkl««n wurde ein enges Gitter zum Fangen von Wildschweinen errichtet. Eine Bache mit acht 3ungen ging in di« Fall«. Die Schwarzkittelfamilie ist an den Zoologischen Garten in 111 m verkauft worden. Kreis Büdingen. △ Büdingen, 19. Juni. Die seit mehreren 3ahren vom Obst - undGartenbauverein des Kreises Büdingen bewirtschafteten beiden Versuchsgärten hier und in Bad- Salzhausen sollen demnächst aufgegeben werden, weil sich ihre Unterhaltung infolge der gesteigerten Löhne für Arbeitskräfte und der ungeeignet gewordenen Bodenverhältnisse nicht mehr lohnt. Die Räumung hat bereits begonnen und soll innerhalb zwei 3obren beendet fein. Das hiesige Gelände wird wahrscheinlich bei der Feldbereinigung anderweitig geeignete Verwendung finden, und man hofft, daß dafür ein Grundstück als Gegenwert dem Verein zugeteilt wird, das sich für Anbauversuche besser erweist. Der Dersuchs- garten in Bad-Ealzhausen ist bereits in diesem 3ahre über die Hälfte geräumt und die Fläche mit Sommergetreide ausgestellt worden. Der Rest der Zwergovstüäume. die vorzugsweise der Gewinnung von Edelreisern für die Vereinsmitglieder dienten, wird im Herbtst entfernt werden. Von einem Ersah für diesen Garten wird abgesehen werden können, wenn ein neuer Ver- suchsgarten hier angelegt ist. t). Bad va Etz hausen, 19. 3uni. Mit Beginn des Sommerfahrplans ist auf der Strecke Friedberg — Nidda für die Reisenden, die Alle richteten den Blick auf das Feilster und sahen zwischen den Baumkronen ein purpurnes „Unb ich?" fragte Inspektor Sneeb unbefriebigt, obwohl es ihm auf seinem bequemen Sitz sehr gefiel. • „Sie bitte ich zu bleiben unb alle Anwesenden unter ihre schützenden Fittiche zu nehmen", sagte Dick mit feinem Lächeln. „Sollte ich bis um sieben Uhr nicht zurück (ein, io schicken Sie bitte zur Post. Mrs. Lansdown muß so schnell wie möglich erfahren, wo ihre Tochter ist!" Dick übergab Sybil der Berwoltersfrau, die jetzt diensteifrig herbeieilte und trat dann in den ©arten hinaus. Zwitschernder Bogellaut empfing ihn. Irgendwo schmetterte ein Rotkehlchen sein frühes Lied. Es dauerte kaum eine halbe Stunde, da hatte Dick das Erbbegräbnis der Selfords erreicht. Die Pforte war verschlossen. Er suchte im Grase und fand den Schlüssel nicht mehr. Staletti mußte ihn mit sich genommen haben. Er setz!« seinen Weg fort. Jetzt galt es, die Stelle zu finden, wo Tom Cawler seinen Gegner gestellt hatte. Ein Kamps auf grasbewachsenem Boden läßt selten Spuren zurück. Die bei Nacht niedergetretenen Gräser richten sich im Morgentau wieder auf. Trotzdem war er so glücklich, nach langem Suchen schließlich auf den Kampfplatz zu stoßen. Er spürte ein ausgerisse- nes Grasbündel hier, den Abdruck eines Gummiabsatzes dort auf, aber nirgends war der Boden aufgewühlt ober zertrampelt, noch fand sich der Beweis Dafür, daß jemand einen schweren Körper über das Gras geschleift hätte. Wenn Tom Cawler in dem Ringen den kürzeren gezogen hatte, unb Dick zweifelte keinen Augenblick Daran, so muhte der Sieger die Leiche auf ben Schullern fortgeschleppt haben. Es blieb nichts weiter übrig, als das gesamte Parkgelände durch eine Streifmann- schost absuchen zu lassen. Nachdenklich schlug Dick den Weg zum Herrenhaus« ein. Er hätte viel Darum gegeben, wenn er Tom Cawlers Schicksal gekannt hätte, und doch fürchtete er sich vor einer Entdeckung, die seine schlimmsten Vermutungen nur bestätigen konnte. Als Dick das Wohnzimmer betrat, unterbrach er eine sehr lebhafte Unterhaltung. ..Ich habe Mr. Havelock von dem merkwürdigen Besucher erzählt, den Miß Lansdown heute nacht den abends 20.41 in Friedberg abgehenden Zug in der Richtung Nidda benutzen, in Beienheim ein Mmfteigen angeordnet, das als besonders lästig und unangenehm empfunden wird. Für Reisende mit Gepäck ist das Aussteigen deshalb schwierig, weil der Bahnsteig für die Länge des Zuges nicht ausreicht und viele Reitenden von den hohen Trittbrettern direkt auf den Bahnkörper springen müssen. Für ältere P-rionen und ganz besonders für leidende Menschen ist daher das Umsteigen eine wahre Qual, die recht beschwerlich von den Kurgästen unseres Badeortes empfunden wird, die den genannten Zug benutzen müssen. Wan hofft, daß die Dade- direktion hier, sowie der Kur- und Verkehrs- verein Nidda-Bad Salzhausen geeignete Schritte unternehmen, damit wieder die ununterbrochene Durchführung des betreffenden Zuges erfolgt, wie es im Winterhalbjahr der Fall war. Di« Aenderung ist auch leicht ausführbar. Der von Echzell kommende Leerzug braucht nur bis Friedberg weiter^ufähren, statt in Beienheim liegen zu bleiben. Die 6 Kilometer Weiterfahrt ist sicher nicht mit so bedeutenden Unkosten verbunden, daß sie die Dahnverwal- tung nicht tragen könnte. s^Z Berstadt. 19. 3uni. Was dem Fremden in unserer Gemarkung und in der Umgegend sehr ausfälll, ist das Fehlen von Singvögeln. Die Ursache liegt jedenfalls in der Vernichtung der Hecken und Sträucher durch di« Feldbe- reinigung. Die Maßregeln zur Beschaffung von Nistgelegenheit für die Vögel sind ganz unzureichend. Tatkräftige Hilfe ist hier bringeno angezeigt. Unter-Schmitten. 19. 3uni. Um die Schweinezucht wieder mehr zu beleben, macht sich jetzt in der Landwirtschaft das Bestreben bemerkbar, die Lücken in den Schweineställen aufzufüllen und junge Tiere für die Mast einzulegen. 3nfolgedessen ist die Nachfrage nach Ferkeln größer geworden, so daß die Preise gleichfalls in die Höhe gingen und jedenfalls noch weiter ansteigen werden. Für 6—8 Wochen alte Ferkel liegen heute die Preise um 30 Mark, was einer 100 prozentigen Preissteigerung entspricht. I Hirzenhain, 19. Juni. Di« hiesige Talsperre des Ueberlandwerkes Oberheffen ist abgelafsen worden. 3m Laufe der wenigen 3ahre ihres bisherigen Bestehens war sie durch die Schlamm- und Geröllmassen, die von Nidder und Gederner Mühlbach mitgebracht und hier, im ruhigen Wasser, abgelagert wurden, fast völlig ausgefüllt worden. Nun werden di« riesigen Erdmassen mittels Feldbahn abgefahren und das Staubecken wieder auf seine ursprüngliche Tiefe gebracht. Die Arbeiten sollen innerhalb dreier Wochen zu Ende geführt sein. 3n der Zwischenzeit muß die gesamte Stromlieferung von Wölfersheim aus durchgeführt werden, soweit nicht das Werk Lißberg aus dem Staubecken im Hillersbachtal kurz- zeitig gespeist werden farm. Kreis Schotten. ld. Schotten, 19. 3unl Das regnerische Wetter der letzten Tage hat dem Vogels- berge gutes .Setzwetter" gebracht. Zahlreiche Fuhrwerke streben den Döbern unterhalb Schottens zu, um dort Dickwurzpflanzen, das Hundert zu 30 Pf., zu holen. Viele Leute richten sich dort beim Legen des Dickwurzsamens auf den Absatz von Setzlingen in den Vogelsberg ein, denn in höheren Lagen gelingt nur selten das Heranziehen junger Pflänzchen. Bei der starken Nachfrage bedeutet der Verkauf der Dick- wurzpflanzen In einer Zeit, in bet der Bauer keinerlei landwirtschaftliche Erzeugnisse abzusetzen hat, eine willkommene Stärkung der erschöpften Kassen. F; Laubach, 19. Juni.' Wie wir bereits meldeten, b erlegt die Firma Philipp Röm Held (Eisengießerei) von der Frie- drichshütte bei Ruppertsburg ihren Geschäftsbetrieb nach Laubach. Diese VÄegung ist veranlaßt durch die schwierigen Transport- Verhältnisse der FriedrichShütte. Die Firma hat bereits die Fundamente der neuen Fabrik, einen Hallenbau von 56 Meter Länge und 18 Meter Breite, 200 Schritte westlich vom Bahnhof Laubach, errichtet. 3n diesen Tagen hat man mit dem Aufschlagen des Balkenwerkes begonnen, und man hofft bis Mitte dieser Woche damit ferttg zu werden. Die Halle zerfällt in drei Telle, in hier im Hause beobachtet hat", klärte Sneeb 'den Freund über den Gegenstand ihres Gespräches auf. „Mr. Havelock befürchtet, er könne sich noch irgend, wo im Hause versteckt hatten. Was meinen Sie, Martin?" Dick hielt jedoch mit seiner Meinung zurück. Er stellte lieber eine Gegenfrage. „Wo ist denn das Iesuitenzirnmer?" wollte er von dem Anwalt wissen. Aber Havelock verwies es sogleich in bas Reich der Fabel. Ein Architekt, der Reparaturen am Hause geleitet hatte, wurde einmal danach befragt, unb zeigte klipp unb klar an Hand des Grundrisses, daß über jeden Winkel des Hauses Aufschluß gegeben sei, außerdem besäßen die Mauern für Hohlräume und Geheimgänge nicht die genügende Dicke. „Nein," schloß Havelock, „Selford Manor ist ein ganz nüchterner alltäglicher Bau und besitzt nichts Mittelalterliches außer feiner üblen Beleuchtung." „Was werden wir jetzt unternehmen?" fragte der Inspektor Dick Martin. „Ich werde Sie jetzt verlassen müßen", erklärte Dick. ,Hch begleite Miß Lansdown nach London!" „Nach London?" fragte Havelock und legte die Hand ans Ohr, als habe er nicht recht gehört. „3a, haben Sie denn Lord Selfords Brief vergeßen?" „Lord Selfords Brief ...? Nehmen Sie den so ernst?" „Sehr ernst sogar," entgegnete Havelock mit schwerer Betonung, „und ich möchte Sie dringend bitten, es sich wohl zu überlegen, ob man Lord Selfords Warnung so einfach in den Wind schlagen darf. Ich felber--er strich sich langsam über bas graue Haar — — „mache mir genug Dorwürfe daß ich Lord Selfords lleberspannthei- ten jahrelang auf die leichte Achsel genommen habe. Wenn ich seine dauernde Anwesenheit im Licht der jetzigen Ereignisse überblicke, kommt cs mir so vor. als läge darin der Schlüssel zu einem sehr dunklen Geheimnis." Dick nickte langsam. Mit keinem Zucken der Wimpern verriet er, daß ihm das Geheimnis dieser Ab- Wesenheit bekannt war. „34 verstehe ja, daß Sie aus die Meinung eines Laien nicht fo großen Wert legen," fuhr Havelock fort, . aber vielleicht hören Sie eher auf das Urteil die Schlosserei, die Gießerei unb btt Formers An der Nordfeite der Halle ist schon die Rampe gebaut, wo die Weiche für das Anschllchgeieise an die Strecke Hungen--Mücke angebracht werden wird. — Das Winter getrcide hat einen guten Stand, auch die Sommerfruch! hat sich gut entwickelt. Der Klee ist teilweif« tehr aut geraten- in einzelnen Tellen der Gemarkung hat er jedoch durch M ä u s e f r a h sehr gelitten. An ben ausgegangenen Stellen hat sich dichtes Gras gebildet, das einen schlechten Eriatz bietet Mit der Heuernte hat man jetzt begonnen; jedoch wird die Ernte den vorjährigen Ertrag nicht erreichen. Besonders fehlen die feineren Grundgräser. Auch mit dem Setzen der Dick» wurzeln hat man jetzt angefangen- der am End« letzter Woche eingetroffene Regen war sehr nützlich. Die Kartoffeln zeigen nn Durchschnitt einen guten Stand, ebenso im allgemeinen die Gartenfrüchte. 3edoch wird ixrf Ein rieten wärmerer Witterung sehnlich erwartet Die Aussichten der Obsternte sind recht gering. Es wird nur wenig Aepfel geben: b?(oiü-ert die feineren Tafelsorten haben einen mäßigen Fruchtansatz. Auch die Zwetschencmte verspricht nicht viel. Die Nußbäume sind-jast alle erfroren. Nur die Dirnen scheinen bessere Aussichten zu haben. i' Gedern, 18. 3uni. Am Samstag fand hier eine Bezirkslehrerkonferenz statt, btc sich speziell mit der Durchführung und Organisation der Reichsjugendwettkämpie befaßte. Diese werden an einem Werktage in der zweiten Hälfte des August für sämtliche Gemeinden des Bezirks in Gedern abtfcbalten werden. Der Turnverein hat in dankenswerter Welle feinen neuen Sportplatz auf der Breiten Wiele zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt. Es werden sich im ganzen etwa 130 Schüler, die m verschiedene Gruppen eingeteilt werden, an beai Bier- bzw. Dreikampfe beteiligen. An Stelle von zwei Geräteübungen wird eine achtzeittge Freiübung treten. — Mit einiger Spannung sah man der diesjährigen Generalversammlung des Turnvereins entgegen, die am Sam-tag im Durgwirtshaus stclltfand. Der Vorsitzend«, Eifenbahnberiiebsasiif.ent Ehristian Stöhr. leitete die Versammlung. Den Turnbericht erstattete Karl Carl. 59 Turnstunden für aktive Turner wurden abgehalten, die im Durchschnitt von 11 Turnern besucht wurden, ferner 67 für Schüler mit einem Durchschnittsbcsuch von 25, und 4? Stunden für Damen mit einer durchschnittlichen Beteiligung von 9 Turnerinnen. Die Leistungen der rührigen Turnerkapelle unter der Führuna ihres uneigennützigen Dirigenten Reinhard Diehl verdienen besonders hervorgehoben zu werden. Beim Wintergeräteturnen in Nidda konnten sämtliche Teilnehmer auS dem Verein einen Preis erringen, darunter einen 1. und einen 3. Preis. Der Rechnungsabschluß ergab eine Einnahme von 1995.42 Mk. und eine Ausgabe fror. 1913,02 Mk. Für die musterhafte Kassenlührmg wurde dem Rechner. Rendant Bauer, unter Aberkennung seiner schwierigen Arbeit ©ntlaftuna erteilt. Bei Beginn des verflossenen Jahres zählte der Verein 265 Mitglieder. GS waren 26 Zu- und 17 Abgänge zu verzeichnen, fo daß der Verein mit der stattlichen Zahl von 274 das neue 3ahr beginnen konnte. Während der nun folgenden Neuwahl deS gesamten Vorstandes leitete der Ehrenvorsitzende, Lokomotivführer Schmidt, die Versammlung. Der seitherig? erste Vorsitzende Ehrist. S töhr wurde wtedergowählt, nachdem der auS der Versammlung vorgefchlagene Lehrer Häusel erklärt hatte, eine Wahl nickt annehmen zu können. Zweiter Vorsitzender wurde Lehrer Saun, Schriftführer Apotche.'cr Beesen- meyer und Lehrer Häusel, Rechner Rendant Bauer (einstimmig). Beisitzer: Wilh. Ober- Heim. Schuhmann Ziegler und Rich. Reichert. Das Amt eines Turnwarte5 übernahm.’n Äarl Earl und Wilhelm Keil (aktiv«. Herrn. Stöhr und Heinr. O b e r h e i m (Damenriege). Wilh. Meyer und Wilh. Müller (Schüler. Zeugwart wurde Karl Limpert. Der seitherige 3nhaber dieses verantwortungsvollen QlmH. Heinrich Weber, wurde einstimmig zum Ehrrn- zeugwart ernannt Nach Beendigung der Wahl stellte Lehrer Häusel den Antrag auf Heber- lassung des neuen Sportplatzes auf der Breiten Wiese zwecks Abhaltung der Reichs,ugcndwett- kämpfe, der genehmigt wurde. Der Turnverein kam weiter in anerkennenswerter Weise der Schule insofern entgegen. alS er beschloß, daß diese ihre Turn- und Spiel stunden während des eines Fachmannes. 3nfpeftor Sneeb hat mir eben gesagt, daß er für seinen Teil Lord Seiforts Gastfreundschaft annimmt" „Ja," gab Sneeb unumwunden zu, „ich leugne nicht, daß ich sehr gern hier bleibe, zumal mtme Pflicht mich in dieser Gegend festhält. Dick verstand ihn sofort. Es lag ihm daran, in der Nähe des Tatortes zu weilen. Nach war Eodtz» Ermordung nicht aufgeklärt, unb Selford Manor war der gegebene Mittelpunkt für alle Nachfori schungen. Auch Stalettis Haus war von hier aus leicht zu erreichen. „Gut," willigte er ein, „ich sehe, ich bin überstimmt. — Wenn Miß Lansdown einverstanden ist können wir bleiben Selbstverständlich müßte öie Einladung bann auch auf ihre Mutter ausgedehnt werden." „Was das anbetrifft," sagte Havelock rasch, „st brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Ich falber hole Mrs. Lansdown in meinem Auto ab. Ich habe noch verschiedenes in der Stabt zu besorgen was ich bei meiner eiligen Abfahrt vergaß, ö* werden hier nichts entbehren, meine Herren, Selford Manor bietet Ihnen jede Bequemlichkeit, unb im Dorf finben wir jederzeit Dienstboten. Nur--" er zögerte und wandte sich an Sneeb — „ich wurde an Ihrer Stelle für ein Polizeiaufgebot sorgen. Ich fürchte —, diese Nacht bringt die Krise. 27. Raum hatte Sneeb sein Frühstück eingenommen, da ertönte draußen ein Hupensignal. Der Polizei- chef von Sussex erschien In höchsteigener Peri-m mit einem Haftbefehl für Doktor Staletti. Sie fuhren bann zusammen zum „Galgenhof", fanden aber bas Nest leer. Der Vogel war aucaeflogen. Ein Tagelöhner, der in ber Nachbarschaft eine Rate »fr wohnte, führte die Aufsicht über das verlaße« Hous. Er war bei Staletti zuweilen als Gärtner beschäftigt worden, hatte aber nie etwas Auffällige? bemerkt. Staletti hatte ihn an diesem Morgen schon vor Sonnenaufgang geweckt, ihm die Schlüssel seines Houses übergeben unb ihn gebeten, Haus und ©arten bis zu seiner Rückkehr xu bewachen. Die Durchsuchung ber Räume lieferte kein neues Beweismaterial. Stalettis Bett war unberührt. Et hatte sicher in dieser Nacht nicht darin geschlafen. (Fortsetzung folgt.) leiben hatten l ■'in Jahren. Un MDxr< Fälle, die öoQItänbigtn heili ld. Lus bt! vor bet IahZ. och' fi*” -ein ÄcW Egas nner'^7 t,ner i-‘ ett*3 $ wurden. - -Grinden j^Ii>iren Just - lUch^z rutbtn eine« V jyn 1^® , iS-«-; W-MÄ8! |2» B> er 1 r L llnter-Lait Weinberg ausö «ßen Anlage I yt Störungen. । Material W01 eibmc tes Alm teile sehr treu laflrt Me unlei ter ganzen Lei ifw - <7 _bü nen hat M- er Zachveck ew< hjuser durch n Hintervird Zra^sonnators ö 12: M! aus 22< sich getollte W frmq M btt C Drelchmotors im ■friri) die terschie rjteilcr. verbun C Sichenh« kmifflriig auftre im Abflauen ghb nicht mehr Rankheit bei den fiellung der lar 1m jMeteterg c ber sthr mißlich« Einige 3a Iogel-berge 0k>. Heute ist y nut Tttt ttyden, «i va 600 HL to beginnen einige t feen unb U 'Hühnerzucht führen. Bevor, Leghorn, uni »chmsäh-gkeit Skrfötterung lar P Hühner eine [4 nt ttiusbemo fituarasoi t 50 nied gjw. Morgen yftwenfenb wirke fyuarafts unb da° angrtiof. ftrei 3 Lauterba. Wflte bit $lnlD gjeibabeanft Ky™ lritei An Arreine svw ^nden Vörden «Sä' ihr einst In den ersten 10 Jahren •eilte jede Mutter ihr Kind nur mit der reinen, milden . NIVEA-5S5 danken, weil ihm dadurch yater manche Sorge um die Erhaltung seines guten Tefnts erspart bleibt Nivea» Kinderseife ist überfettet und nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut der Kinder hcrgesteUt - Preis 70 Pf. AI- Ort brr £<•$■ bestimmt Abends f IMS wurde Hanau and studierenden weiblichen Jugend hier epe- scheint sich Kindern war. ist im Abflauen begriffen. den WHHIHHIHHHIlHlilllHIlHIIIHIinilllimMHIlUNMMmta Xuftturort, Sommerfrische MselLenL. ilftWB?.®« Lustkurort. Sommerftische ML ZagdhM „Merfto“ 0110)6 NaUS VILLA ?57 LTC Ppst ostssetM'Btztzdtzch, reteyh», vutzbach »r.8 mit Vaden u. freier Z-s-Zimm-Lahnung m»e enebidje mitten im Skilbt atfeaen. 360m S£!SC WerNtSlte 618 cfl. 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Sunt An den Folgen einer Blutvergiftung, die er sich dadurch -"gezogen hatte hast er mit einem Fusse in die Egge trat, starb am Samstag in der K.inik zu Gießen der Lohnbuchhalter Otto Ae u s ch non hier. Da- Schicksal wollte e- dast einen Tag später auch die Schwiegermutter de- Verstorbenen, die ebenfalls in Sichen Heilung von einem Leiden suchte, dort verstarb. Hrcis Marburg. — Marburg, 19. 3uni Dem schon seit I obren bestehenden Studentenheim wurde nunmehr auch ein S t u de n t i n ne n he t m zur Seite gestellt. Da» neue Heim wurde jetzt in Anwesenheit der LlniverfitätSbehörden und von Vertreterinnen de« Bunde« deutscher Akademikerinnen seiner Bestimmung übergeben 0# wurde in einer käuflich erworbenen, unterhalb des Dr. Dui-berghause- am Schloß berg idyllisch Tillkreis. ch AuS dem Ahrkal. 19. Juni. Die Obsternte wird in unserer Gegend einen mässigen bi« schlechten Ertrag liefern. Durch die hauligen VachtfrSste ist die Blüte erfroren. Vur sehr späte Sorten versprechen noch gut zu werden. cP Bischoffen, 19. Juni. Die Bautätigkeit in unserem Dorse bat diese« Jahr stark nachgelassen. Äusser einigen Vergrößerungen und Anbauten von Wirtschal tegebäuden werden voraussichtlich erst zwei Wohnhäuser gebaut werden. Don einem derselben war bereits voriges Jahr schon das Kellergeschoss fertiggestellt. — Dieser Tage ertönte feit langer, langer Jett daS Feuerborn. An der Grenze von Bischoffen und Uebernthal war ein Waldbrand entstanden, der sich aber durch da- Eingreifen der Einwohner nicht weiter ausbreitete und auf seinem Entstehungsherd — einem Schlagraum — beschränkt blieb. Aus welche Weife da« Feuer entstanden ist. konnte nicht fest gestellt werden. (p Offenbach, 19. Juni. Die M asernrpi» demie. die wochenlang in unserem Dorfe unter tahiV' m kl SyS StB LT': V'ln nu.N 'S if^^k ML vchu kl bis . ‘•flen. An fiitlle > achhkitigr 8s 1 LPannuna sch e M, Ine am ®®«ü Thnslian fl/Hf TurnLencht erbau ,.Dfll für aftu< ;ö, im Dmchschni-l ra 'Mr 61 |üt 6d)ü> h von 25. uno s ter burcyd)mttl* Den. Dir 2tiUunge uniet btr Füh« Raiten Aeinpr $ hervorgrhobrn, ätehimen in er and dem Ar» ter einen I. und e sowie **D MtzkllMkU Nilsedstkdtz MSn-bursILTlffkr icnbof .'(Ln, 6in )°rM -äs fit über gj ier n,c/L Äoi?ev । ih" 5 bevaj^s fl folgt-) ganzen Jahre« auf feinem Sportplatz abhalten fein. 3uni Schluss überlieh e* die Generalver- '«mmlung dem Vorstand, einen Beschluss über Bei tragser Hebung von 6-brenmitglUWEfn, sowie her einen Vonderbeitrag herbe izaiühren. In Zu- »ft sollen nur noch b-ejrntflen Mitglieder zu Herbergen statt. Der 1. Vorsitzende. Stadtrat Jasper. Frankfurt a. M. eröffnete die Tagung und bearüsste insbesondere die Vertreter der Behörden Landrat Jenner und Bürgermeister Dr Höhn. Weilburg, Landeserziehung-- rat Dr. Steffler als Vertreter des Landeshauptmanns und Dr. Alemann vom hiesigen Landschulheim Der Geschäftsführer Gierth, Frankfurt a. M. erstattete den Ge- schäftsbericht. Der Gau zählt zur Zeit 3197 Mitglieder. An Spenden gingen im abgelaufenen Jahr rund 41000 Mark em. Ausserdem vom Staat usw. etwa 4500 Mark. Die Stadt Frankfurt a. M. bewilligte 250 000 Mark und einen Bauplatz zur Bebauung eine« Hause« bet Jugend in Frankfurt a. M.. in dem auch die Jugendherberge ihr Unterkommen figden soll. DaS Herbergsnetz hat sich bisher g u t »eiter enttsidelt. Im neuen Jahve müssen Das bolle Abführmittel Kunst Und Wissenschaft. Tagung de« Verbände- Deutscher Burschen (T.®. D.). Der Verband Deutscher Burschen (V. D. B.) hielt seinen diesjährigen Vertreterkonvent in Aeckarsteinach ab. Die Beratungen betrafen den Ausbau de« Verbandes nach innen und aussen, die vaterländische Arbeit, hochschulpolitische Fragen und die körperliche (Ertüchtigung der Mitglieder. In allen Fragen wurde volle Einmütigkeit erzielt. Der V. D. D. der in der Tradition seiner drei alten Gründerkorporationen verankert ist und eine ansehnliche Zahl färben tragender nichtfchla- gender Korporationen in sich vereinigt, hat in Auswirkung feiner besonderen Einstellung eine erfolgreiche Entwicklung gezeigt. Die Betonung eines volksbewussten Deutschtum- ohne Beeinflussung in religiöser und parteipolitischer Hinsicht ist die Grundlage für die Zusammenfassung aller an nationaler Einigung und an einem wahrhaften Ausgleich der sozialen Gegensätze interessierten Kreise Demzufolge vertrat auch der diesjährige Dertreterkonvent den Standpunkt, dass nur eine einheitliche und geschloffene studentische Organisation in der Lage fein kann, wirksam die Belange der akademischen Jugend zu vertreten. Hm diese Geschlossenheit zu erreichen, sollen gegebenenfalls minderwichtige Gesichtspunkte gegenüber der grossen Frage einer einigen deutschen Studentenschaft bewusst zurückgestellt werden. auen zu befinden. Neue Erkrankungen hil nicht mehr vorgekommen. Auch verlief die irenthfit bei den älteren Kindern gutartig. Schwer p leiden hatten die Kinder Im Älter von fünf bis »chn Jahren. Unter ihnen befinden sich mehrere ■rfcoa 180 anfteigen wird Ostern 1924 wurde die Lli Jahr bestehende dritte Vebrvrftclle abgebaut, t-ll die drei Schulklassen in zwei Sälen unterbiet wurden. Trotz Schulabbau und Geldnot er Gemeinden mussten Me hier vorliegenden inbaltbaren Zustände im 3nlerefur zu kommen I Ober-Lai«. 19. Juni. In den letzten ! «gen sind die Fernleitungen des Heber- ondwerkes Oberhelsen zwilchen Hirzm- p.n. ttnter-Lais. Ober-Lai«. Glashütten und t ßeinberg ausgewechselt worden. Bei der erben Anlage hn Jahre 1920 hat man diele Rettungen in Aluminiumseil verlegt. Die'e« brachte i;bcn hohen Lettungsverlusten den Aachteil häufi- K?r Störungen, die durch Alter-erscheinungen im tialerial f^rvorgerufen wurden. Bei der Ab- itzbme des Aluminiumlei.es ergaben fich stellen- tctlc sehr weitgehende Zerstörungen de« Ule- 1 sie«, Me unter Umständen ein Zubruchegehen >et ganzen Leitung hätten zur Folge haben 1 rnrn. In Unter-Gai« und GIas- )C tten hat da« tteberlandwerk die bisherigen. Fachwerk errichteten Tran-formatoren- säuser durch massive Bauten ersetzt. In Ünter-Lak- wird durch Einbau etne-3 anderen ^kcanSf ormatorS die Spannung de« Ortsnetzes von !?< Bolt auf 220 Volt erhöht. Dadurch ergeben ' h gewisie Vorteile, u. a. auch in der Verwen- hug de« der Gemeinde Ober-Lai« gebvrenden lceschmotors im Ort«teil Hnlcr-Calj. die bisher hrd) die verschiekene Spannung stets mit Dchwie- (kingesandt. (5üt Form und Inhalt aller unter dieser Aubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Hygiene. (Es ist begreiflich, dass man in der heissen Jahreszeit hier und da das Bedürfnis hat, sich abzukuhlen, z. B auch durch Eis, durch sog. Speiseeis, vor allem durch solches, was aus der Strasse verkauft wird. Speiseeis ist ein ganz appetitlicher Name. Dielet Tage beobachtete ich nun aber eine roenifl appetitliche Art der Verabreichung durch einen Verkaufet in der Ludwigstrosse. Halte der gerade keine Kundschaft zu bedienen (die Hauptkonsumenten sind ja Kinder), so wühlte er mit den Fäusten in seinen sicher nicht sterilisierten Hosentaschen, klatschte evtl nach den Fliegen auf dem Fell seines Pferdes (weisst du, Leset, wo solche Fliegen überall fitzen?), und als ihm das wahrscheinlich noch nicht apoetitlich genug war (mir roar's), da koste er seinem Gaul in Maul und Nasenlöchern heran,, und mit seinen dann nicht mehr weiter präparierten Fingern verabfolgte er seine Ware. Guten Appetit zum Speiseeis! Sj. 6. Aus dem Amtsverkündigungsblati. • Da« Amisverkünbiaunasblait 21 r. 4 4 vom 19. Juni enthält: Den Ausschlag ber vorläufigen Umlagen der Provinz Ober- Hessen im Ttj. 1928. Polizeiverordnung über die Beschaffenheit und den Betrieb von Anlagen zur Unterbringung von Kraftfahrzeugen. terlag ein Aufruf an die Gemcinbebeamtenfchaft 8um einheitlichen Zusammenschluss in der Gewerkschaft erlassen In einer öffentlichen Kundgebung am Sonntag wurde ba« Thema .Die Probleme der Staats- und Vermal- t u n g « r e f o r m“ in zwei mit grossem Beifall aufgenommenen Tteferatcn behandelt lieber .Aufgaben ber Gesetzgebung" sprach Finanzminister a D Dt S ch a l l»Stuttgart. Seine Ausführungen gipfelten in der Forderung auf beschleunigte Aeform der staatsrechtlichen Verhältnisse im Sinne einer Stärkung der Aeichsgewalt mit hexentralilierter Verwaltung. Die Beamtenschaft habe die Ausgabe, an dieser Vesorm praktisch mttzuwirken. Bürgermeister Aitzel -Michelstadt. M d. L.. ergänzte die Ausführungen durch Darlegungen über die .Erkenntnisse be« Verwaltung-prak- tikers Der Referent verstand es die Hot- Wendigkeiten einer vernünftigen Derwaltunasre- form zu begründen und die 11 nzweekmässigkeiten derzeitiger Behördenorganifationen und dermal- tungspraktiken vor Augen zu lühren. An der Tagung nahmen Vertreter de« Ministeriums de« Innern, der Kreis Verwaltung Heppenheim. der Präsident des Hessischen Lcmd- tagro, und Bürgermeister Seiler von Wimpfen teÜ. Als Vertreter der Veamtenfpitzenorgani- fationen waren anwesend Gutschmidt - Betttn. Prof. Dr. Zschu /ü'Wr. Der feifyri;- r*r< urdc tvieberflemöbU Mtz vvryMa-tt: Xe, mr "DM nia x "Dors^rnder Wüti Avviheler'Beestt e l, Rechner Henle scher' "Dilh. Obe [er und Aich. $; imtoarte’ übernalr Keil «aktiv», fr cheiin (Dammnc . Müller lSchü. mhert. Ter seiche irtungciiotlen 3rr inftimmig zum Cj Seendigung der "rc n Eintrag auf SS" [ahes auf ber w drr ÄeichsiugenoTc irde. Der Turner ensioertcr M-fc » als er 6efM Mmden^ahrrn^« "SnttMloi mit * Teil Lord w ' unben zu, ** T bleibt ;umcI * ch stM Es i. ssi*- öss» 9*" *2 n "Ä zu btforff ,'SL 'n. mse,n«?al^mli4-- 1 lchrenMitgliedern ernannt werben, die 40 Jahre . »unterbrochen dem Vereine angehören. ♦ Gichelsdors. 19 Juni Seit Ostern Errschen hier eigentümliche Schu lver- iHtniffe Da die Unterflaffe der zweillal- Berlin W. 8 $ernfpr.: 3enfrum 8033-37 Mohrenftraße 7-8 Gmndkapital und offene Reserven über 26 Millionen "KER. Hüfthalter Julius Schulze Kreuzplatz Nie CQOSSEIN KAUFS * GES. DEUTSCHER CONSUMV8HUEINE .V empfiehlt 5548a Edgar Bormann. Eisenhandlg., Biehen 4Zb4a s Achtung! Achtung! den 2. Für die Verkausöplätzc auf dem dem holung 5887 D 5836 B und zwar freihändig: bei mehreren Liebhabern für ein und denselben Platz erfolgt Zuschlag an den Meist- 4 Für Neubauten Chamott-Kesseloien »Kero« Singer Nähmaschinen Aküeogesellschall Gießen, Marktplatz 22. Telephon 204. Eigene Werkstätte. die sich während des Früh- jahrsgeschästes angefammelf haben, verkaufe ich außerordentlich billig Kleiderstoffe nur von Carl NowacksSÄ, Bekanntmachung. Betr. Vermietung der Marltlaubcn-Ber- kaufSstände und VcrkaufSplätzc auf dem Wochenmartt. Die Marktlauben-BerkaufSständc und VerlaufSptätze auf dem Wochcnmarkt sollen für die Zeit vom l.Iuli 1928biS30.Juni 1929 an Ort und Stelle neu vermietet werden. Die Vermietung findet durch Versteigerung statt: 1. Für die Marktlauben-Bcrkaufsstände am Lamütag, dem 23. Joni 1928, vormittag» 10% Uhr, im Hofe des Verbraucher Hausfrauen Angestellte Beamte und Arbeiter Turmhauses am Brand, an Meistbietenden. bietenden. Gießen, den 16. Juni 1928. Der Oberbürgermeister. I. Slingfpor. Gegr. 1859 5948a mern. ich £ I reppen. ' ich allem ! großen kp mid) W; elektrische L balle M fier? die 4 Drehlvr Wd kochen für n 3choers^ bm. m rtebl füge also pl cm Person« verfügt. Dir ist letzter Tag: Sensationsprozefe Ab morgen bis einschl. Sonntag: Da» große Doppelprogramm — 1. Schlager: Heinrich Hochstätter Brandpatz 7ir. 1 Nach einer Idee von Dr. Kort ThomalU. in 6 Akten. In den Hauptrollen: Brate Meskeie. Hilde Maroff. Sy bi 11 Morell, VsIImm XUier, Hugo Werner Kahle, Hermann Picha. 2. Schlager: Die Lady ohne Schleier Gesellschaftsdrama in 7 Akten. In den Hauptrollen: 1*11 Dagever und Msta lahaui. Sowie: Die neuesten Etlberldile ans aller Veil. Zeichnungs-Einladung Dir legen hiermit In ber Zett vom M. 3unt bis IS. 3uli im jur Zeichnung auf: reichsmündelsichere GH 2000000 - 8°/°lge ©olömL-^fafiöQrieie, Leibe XIII Speisezimmer Herrenzimmer Schlafzimmer in Birke, Nußbaum, Polusander poliert und Eicheinreich Auswahl. Aparte Formen, billigste Preise. Einige zurückgesetzte Modelle bedeutend im Preise ermäßigt. Frankolieferung, Zahlungserleichterung. Carl Stückrath Möbelfabrik Asterweg 47,Telephon SOS wx Mk. 4.25, 3.50, 2.25 Büstenhalter Mk. 2.-, 1.75, 1.25 Damenbinden u. Gürtel Zeichnungen nehmen alle Sanken, Zonfltrt, Spar- und Sirolassen und die Slnslall birett mlgegen. Ausführliche Prospekte und ZeichnungSschelne sind bei diesen Stellen echcklllich. Atot der Zuteilung und früherer Zeichnungoschluß bleibt vorbebaltm. 593216 Wochenmartt am Lamstag, 23. -uni 1928, vormittags 11 Uhr, Strumpfhalter-Gürtel Mk. 1.95, 1.75,1.35 r i . «* i» n« JJ1 l«i Wm 5000. - GEG bietet Gewahr für erstklassige waren 7^ Nr. 145 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Mittwoch- 20. Juni 1928 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Oie Saison beginnt Don Hans Siemsen. Ich bin hier ein paar Tage an einem von Den italienischen Seen. Lago bi Garba ober Logo bi domo. - ei iW ein flctner imbefannter 6cc ilnb ich ttnll auch nicht lagen, Vie er hecht Gestern ist hier „bie Saison eröffnet'. Gin paar Beine Häuser waren vielleicht schon vorher auf. Wer bas grobe, bai einzige grobe Hotel. dos ei hier gibt, bas hat erst gestern ausgemacht. Ilnb ich bin brr erste Gast. Der erste — unb der einzige. Ls ist ein großes ein sehr grobe* Hotel Ls hat weit über hundert, es hat wohl beinahe zwei- hunbert Zimmer. Line grobe. Helle Halle, teppich- belegte. breite Treppen für bic, bie nicht ben List bcnuOcn wollen. Klubsessel, golbene Spiegel und schöne, grobe vale -um Schreiben, -um Offen. -um Musizuren ilnb bas ganze Personal, das zu so einem groben Hotel gehört, ist auch schon ba Grschasisführcr unb Direktor unb Portier» unb Liftboy« und viele Kellner unb Köche unb Zimmcrmabchen unb ein Page, der an der Drehtüre steht unb auspaht, ob jemanb kommt. Ls kommt aber niemand. In bem ganzen groben noblen Hotel bin ich allein der einzige Gast. Ich allein toobne in den zweihundert Zimmern, ich allein wandle über bic teppichbelegten Treppen, an den goldenen Spiegeln vorüber, ich allein Ntz- in der graften Halle und in bem groben Speisesaal. Jur mich geht bet List, für mich heizt bie Heizung, für mich brennen tausenb elektrische Lampen, für mich ist dies ganze, riesenhaste Personal ba: bic Gelchäftsführer. bic Portiers bic Boys, bic Kellner. Der Junge an der Drehtür wartet auf mich, bic Köche in der Küche kochen für mich. Ich verfüge also plötzlich — ich. der ich gewohnt bin, in rtöbitetten Zimmern zu leben -.ich verfüge also plötzlich über ein ganzes Palais, über ein Personal, über ba« mancher König nicht verfügt. Wir ist es ja eigentlich immer etwa« unangenehm. wenn ich mich bedienen lassen soll. Ich komme mir dann unselbständig, ungeschickt, mies und arrogant vor. Omen anderen Menschen meinetwegen in Bewegung setzen, da« scheint mir immer etwa« zweitklassig unb sogar beschämend. Nicht für den anderen, sondern für mich. Allo: mir ist etwas unbehaglich zumute angesichts dieser zahlreichen Dienerschaft, bic sozusagen auf meine Wünsche wartet — Was soll denn dieser arme Junge ben ganzen Tag ba an der Tür stehen? Gibt es wirklich Leute, bie sich nicht selbst bic Tür auf machen können? Das müssen ja ulkige Nummern fein! Mich geniert bicfcr Junge, der immer im Begriff ist. die Tür aufzureißen. wenn ch bloh in bie Nähe komme. Ich wage kaum noch, auszugehen unb drücke mich au« der Hintertür. Unb bic vier Kellner, die auf mich warten, wenn ich ganz allein unb Nein den riesigen, goldenen Speisefaal betrete! Unb erst ber reizende, alte, grauhaarige Oberkellners Lr kommt beinahe um vor Höflichkeit und weih gar nicht, was alles er tun soll, um eS mir nur recht bequem und angenehm zu machen. Unb dabei ist mir immer so. als ob ich, der ich doch dreißig Jahre jünger bin als dieser freundliche alle £>crr. als ob ich aufftehen unb ihm, der dazu auch noch viel feiner ist als ich, meinen Stuhl anbietcn mühte. Aber das geht ja wohl nicht? Ss würde chm nur peinlich sein. Unb so versuche ich denn aus andere Weise, bie genierliche Klust zu überbrüden. gebe mich aU guter Kamerad, erwidere Höflichkeit mit Höflichkeit. lobe das Essen, mache einen kleinen Scherz und versuche sogar italienisch und englisch zu reden. Und auf diese Weise werden wir denn auch schließlich alle ganz vergnügt. Die Dienstbeflissenheit ko welch ein Wort) ist nicht mehr so schlimm. Wir sind mehr unter uns. Sie warten nun nicht mehr allein auf die an bereit Gäste, auf die vielen reichen Leute, die Der Tlieden-hein. Don Herberi Gutenberg. Ss ist noch gar nicht so lange her. dah man ihn unb feine Schönheit entbedt hat. Als her damals junge Maler Andreas Achenbach auf einer seiner Fahrten nach Hollanb unb der Nordsee irgendwo bei Eleve ober Geldern hängen blieb, und. wie er nach Hause berichtete, die Landschaft immerhin für lohnend genug hielt, «in paar Bilder aus ihr herauszubolen. herrschte allgemeines Erstaunen in bem Düsseldorf von 1840. Auch sein Bruder Oswald, der bekannte spätere Maler des südlichen Italiens, fand, als er auf bie Empfehlung von Andreas den Rhein über DuiSburg hi nauf fuhr, die dortige ötegenb noch »abominabel eintönig unb trostlos'. „Tba£> gibt es hier unten viel zu malen als Wasser, Wiesen. Kühe unb Pappeln!" schrieb er entsagungsvoll an die Seinen zurück, um sich alsbald in bie feuerschwangere Gegend der Bucht von Neapel zu stürzen. Heute würde Oswald Achenbach, wenn er ben Niederrhein Wiedersehen könnte, gcniz erstaunt sein über bie vulkanische Natur, die er nun ähnlich wie die Landschaft um ben Vesuv angenommen hat. Aus tausend Schloten qualmt und lodert es jetzt an den Ufern des Stromes von Köln unb Düsseldorf-Neuß angefangen unb bann an Krefeld, DuiSburg-Nuhrvrt unb Hom- berg-Meidcrich vorüber bis fast nach Emmerich Der Gewerbesiech der arbeitfamen Menschen, bie hier in großen Siedlungen zusammen Haufen, hat daS friedliche Bild des Niederrheins stellenweise ins Großartige zu einer H)klopenwcrk- statt verwandelt. Die ungewöhnliche, gedämpfte Ruhe, wie sie Joseph Laufs in feinen Romanen noch beschreibt, bie ehedem über den dortigen Landstädtchen wie Tanten, Rees. Orfoh, Ealear und Eleve lag, ist fast überall dem Tempo und bem Fleiß ber neuen Zeit gewichen. Ja. es gibt noch ein paar köstliche Friedens- Inseln inmitten ber Geschäftigkeit, die ben Niederrhein ergriffen hat: Kaiserswerth wäre da zu nennen, des heiligen SuiLertus. deS rheinischen DonifatiuS stilles Klosterelland, das man von Düsseldorf im Ru erreicht, und dessen nötig sind tun das Hotel zu füllen. Dir warten nun gemein,om Unb tatfächlicy ba kommen fit auch fch^ i Am dritten oder vierten Tage kommen fie ungefähren. Teils mit Autos, teils mit der Dahn Unb gleich eine gaiuc Menge. Nun bin ich nicht mehr der einzige Gast. Nun gehe ich nicht mehr allein über die teppichbeleale.i Treppen. Nun iiye ich nicht mehr allein ui dem großen goldenen Spcssc- faal. Ein halbes ober ein ganze» Dutzend Tische sind besetzt. Nun habe ich. was ich wollte. Aber ba* menschliche Herz ist sonderbar dies paßt mir auch nicht. Es paßt mir gar nicht! Der seine alte Oberkellner erkundigt sich nach ben Wünschen eine» mißvergnügten dicken Herrn mit derselben Höflichkeit, mit der er sich gestern nach meinen Wünschen erkundigt bat Er rückt einer hochmütigen alten Engländerin den Stuhl zurecht, wie er ihn mir zurechtgerückt hat. Der blonde Liftbov lächelt bic aufgeplusterte Blondine genau fo freundlich an, wie er mich an- lächelt Unb ber slerne Junge reistl seine Tür vor ber hochnäsigen Meß von Nr IS auf. Pfui Teufel Po wär es mir schon lieber, er rilfe fie vor mir auf! Ich komme mir ganz verraten vor. Wie eine verlassene Braut wie Aschenbrödel Gestern der Einzige — heute einer von Nieten Nein — dos paßt mir nicht! Adieu! Ich rede abl Ss war sehr hübsch- bic» große, leere empfang*- bereite Hotel. Die schöne Leere, helle Halle, die goldenen Spiegel, mein Zimmer mit dem Balkon überm See bem Bad und allem, was faQU Short, der freundliche alte Oberkellner, der chelnbc Liftbov und ber kleine Junge an der Tür Sehr hübsch! Aber ich habe feine Lust. eS mit ber Miß von Nr. 15 zu teilen. Ich habe ferne Lust, mich ebenso höflich bebanbcln zu laffen, wie die andern Gäste behandelt werden. Ich habe feine Lust, einer von vielen zu sein! Ich reife ab! Adieu! Die Kultur des Nelsens. Eine Plauderei von einst und jetzt. Ddll Alexander pon Gleichen'^oßwurm. De ränderte Weltanschauung vereint sich mit den Errungenschaften ber Technik, um dem Reifen von einst das von honte fast spöttisch gegenüber- zustellen. Em Autor des vorigen Jahrhunderts rühmt den Rausch, ben bie Schnelligkeit frischer Postpferdc empfinden läßt, nachben die müden Gäule auf ber Landstraße dahmgeschlichen und fast eingeschlafen waren. Lachend hält bem Borfahren der Brecht erst aller moderner Reisen entgegen in wenig Stunden Luftfahrt fliegt man von einer Großstadt zur anderen — dc Flug geht über Alpen, über die Wüste, über bas Meer. Traurig erstaunt schaut das Kamel mit seinen großen Augen aus den Straßen Palästina- unb Syriens, Aegyptens und Arabiens dem Auto nach, ba* der Einheimische rasch vom Europäer übernommen hat. Wo ber Pilger erschöpft und andächtig nach Jerusalem pilgerte, pfeift die Lokomotive: mühe- los steigt der Reisende in Zion aus und findet dieselben Kinos, dieselbe Jazzmusik, die er zuhause verlasten hat, zu Füßen deS heiligen Berges. und ein komfortabler Schlafwagen fährt von Aegypten ins gelobte Land jene Strecke, auf ber MofeS fein Doll burch Jahrzehnte führte. Wie absonderlich ist auch der Unterschied zwischen dem Begriff einer eleganten Reise von einst unb jetzt. Früher nahm der vornehme Reisende mit Gepäck und Gefolge grundsätzlich möglichst viel Platz ein. Sr packte feine ganze Pracht ein unb stellte sie möglichst zeltartig auf. wohin er kam. $um Staunen unb Gaffen des Publikums. So glichen manche fürstliche Reisen einer Völkcr- toonberung. Die Reisen der deutschen Kaiser nach Italien waren gefürchtet wegen des Waffcngc- folges, das alle Dorräte im Land zu seiner Nahrung brauchte und djx Gegend zurückließ, als habe sie ein Heuschreckenschwarm überfallen. Nichts anderes unternahm noch Ludwig XIV. eine Reise in das neu eroberte Flandern mit ber Königin, ben Favoritinnen, sämtlichen Hofchargen und dem Gefolge, so daß der Reisezug nach dem Bericht der Thronisten. ausschließlich deS Kücheiwersonales. rund zwölftausend Personen umfaßte. Da ist heute der Extrazug eines Herrschers ober Präsidenten bedeutend einsacher und die hohen Reisenden bringen weder Störung noch Schaugeprängc in baS alltägliche Leben. Ader die foacnannte Reisezeit selbst, bic Saison, führt eine Art staatlich und wirtschaftlich geregelter Völkerwanderung mit sich, die in besonderen Touristengebieten nicht weniger Anforderungen in bezug auf Untcrfunft und Verpflegung stellt, als eS einst die Slanbcmreifc des Sonnenkönigs tat Der Unterschied ist nur. daß heute alles daraus eingerichtet ist. bic Reisenden zu empfangen. Der mobernc Bcrichr hat bic schwierigsten Probleme geschäftlich geregelt, und zu nutzbringenden Aeuflcrungcn eine- geordneten Leben- gemacht. Ehe die Eisenbahn erfunden war. wetteiferte man in Pracht unb verhältnismäßiger Bequemlichkeit ber Karossen: es galt, die Unbill der Witterung unb die schlechten Wege zu überwinden. Wie oft blieb der hochbepackte Reifewagen aber im Schmutz stecken, wie oft fiel er um unb brachte seine Insassen in Gefahr. Sin solches Abenteuer erzählt bic Markgräfin von Bayreuth. ■THebrid)» beä Großen L'cblmgtzschwcstcr. von ihrer Hochzeltsreise, bic durch bie verschneite Lausitz führte, und bic Romane des achtzehnten und des frühen neunzehnten Jahrhunderts sind voll solcher Rckscfährllchkeiten. auf denen sich manche Novellensituation aufbauen lieh. Heute sind bic Gefahren andere, Maschinenbefcktc. Zusammenstöße der Autos, nicht weniger geeignet für stoffhungrige Autoren. Nach wie vor spielt das Weller eine gewisse Rolle, wenn cs auch nicht mehr den katastrophalen Einfluß hat. unter dem die geplante Luftfahrt des vierzehnten Ludwig grimmig litt. Damals versanken in den aufgeweichten Straßen die goldenen Räder der Glaswaaen .die prächtig aufgeschirrten Pferde mußten biederen Land ochsen Platz machen, bie Federn der Hüte bei Herren unb Damen hingen traurig herab, und von den feierlichen Perücken troff da- Waster herunter. Da sind wir besser daran im Autodrcß unb im Reiseanzug, bic für jedes Wetter gerichtet sind, unb eine gute Maschine scheut vor keiner Steigung noch vor aufgeweichtem Weg. Blickt man auf daS Gepäck von damals unb von heute, so zeigt sich ein gewaltiger Unterschieb. Mitgeschleppt wurde bis zur Rokokozcit silbernes und goldenes Tafelgeschirr, Prunkgerät mancher Art. Aus ber Ritterzeit wissen wir. was ällrich von Lichtenstein ulleS mit sich führte, um sein prächtiges Zelt sich und seinen Gästen wohnlich zu machen; gotische Reisezüge von Fürsten unb Prinzessinnen waren nicht denkbar ohne gewaltiges ülmzugsgut, 'Teppiche, Gobelin-. Betten. Tische, Sessel gehörten in das Gepäck Dabei geschah cs einmal bei eiliger Abreise, daß eine zierliche Prinzessin, die zu lang in ihren Federn geblieben war, in bas Bett gerollt wurde unb fast erstickt wäre bei dieser Prozedur. So unbarmherzig bic einstigen großen Reisezüge requirierten, so gut der private Reisende, ber Kaufherr ober der Grandseigneur für seine Gebiet man schon zum Naturpark sakrosankt machen wollte. Unb Zons, die mittelalterliche Feste mit ihren zerbröckelnden grauen Türmen und Stadtmaucrübcrrcsten. das man nicht zu Unrecht alS da- .rheinische Rothenburg" gefeiert hat. Und Schloß Dyck, die stille Wasserburg bei Krefeld, die in ben Abendstunden uns wie aus einem alten niederländischen Landschaftenld anschauen kann, soll nicht vergessen werden, noch Reed mit feiner ehrwürdigen zweitürmigen Kirche, die sich hoheitsvoll in dem hier maiestätisch cinherwallenden Rhein widerspiegelt. Ja. man kann allem Lärm und Treiben ber Neuzeit zum Trotz hier überall noch träumen und Vergangenes und Gegenwärtiges besinnen. An den Erftgräben um die Stadt Neuß herum, an deren Bollwerken unb Toren sich einst Karl der Kühne seine Zähne ausgebissen hat. Ober in dem Kreuzgang zu Tanten mit seinem Klostergärtchen tm Anblick des wunderbaren schiefergrauen Dachwerts seines alten Domes. Oder zu 5 a le a r beim Anschauen ber kunstvollen Schnitzwcrie aus der berühmten Holzblldnerschule, die einst hier wirkte. Oder auch auf dem Eltcner Berg neben feiner romanischen Abtcikirchc aus dem zwölften Jahrhundert unb bem fast hundert Meter tiefen Brunnen, aus bem die Römer unter DrusuS schon Wasser geschöpft haben sollen. Don dieser einzigen Erhöhung am Niederrhein, dem Eltcner Berg, streift der Bllck weit über das ganze gesegnete Acker- unb Weidenland um Emmerich. Eleve und Nimwegen, in dessen jetzt zerfallener Kaiserpfalz Heimrich ber Sechste, der Mächtigste der Hohenstaufen, geboren ist. Fern am Himmelsrand tuschen die Schornsteine der Niederrheinischen Industriestädte ihren schwarzgrauen Rauch in die Lust. Drüben über dem Strom winkt Eleve mit der Schonen- burg herüber, vor der Lohengrin um Elsa von Brabant gekämpft hat. Der beinahe siebentausend Hektar große Reichswald schlingt ein breites, grünes Band um das liebliche Städtchen. das in den letzten 3a£rcix auch als Bad wieder viel von Holländern besucht wird. Rahe bei Ealear ragt aus smaragdgrünem Weideland ein machtvoller, von drei Rundtürmen eingefaßter Ziegelbau in die Höhe. Das ist Schloß Moyland, das Besitztum der Barone von Steengracht, die hier eine vortreffliche Sammlung alter Niederländer bewahren. Ehe- dem, biS 1609. gehörte das Schloß der preußischen Krone. Moyland ist die denkwürdige Stätte, wo Friedrich ber Große zum erstenmal in seinem Leben Voltaire persönlich kennenge- lernt hat. „Hier läßt sich gut träumen und philosophierens" schrieb der damals iwch junge Fritz an ben französischen Denker ^Hier stört nichts unsere Ruhe und Beschaulichkeit als höchstens ab und zu ein Frosch, ber aus den übergrünten Gräben meiner Wasserburg quakt, oder das Sanftmütige Wiederkäuen, das die Kühe auf den Wiesen vollführen!" Welche erstaunten blauen Augen würde ber große König heute machen, wenn er sähe, wie die Industrie hier am Niederrhein sich immer weiter aus dehnt und bald auch sein ehemaliges Schlößchen, diese FriedenSinsel, in ihren Bereich gezogen haben wird. Knattern niept schon die Flugzeuge über diese zum Nachdenken geschaffene Stätte wie überhaupt über den ganzen Niederrhein? Selbst das abgelegene Kevelaer mit feiner alten Gnadenkapelle und bem wundertätigen Madonncnbildchen von 1642. daS Heinrich Heine besungen hat, ist heute in den Kreis der Gcwerbetätiakell gezogen. Die Zeit der Ländlichkeit unb Einsamkeit für den Niederrhein ist also vorüber, da noch Gras auf den Marktplätzen ber Städte wuchs und das Glockenläuten zum Angelus abends das einzige größere Geräusch war, daS man vernahm, und da noch allerlei alte Sonderlinge hier chr wunderllches Wesen trieben. Dur an manchen abgelegenen Stätten, wie in der Abtei Knechtsteden oder in dem Wiesental der Niers ober in ben Forsten zwischen Wesel und Emmerich kann man noch heute solche ®title entdecken. Der Strom, der biS vor kurzem nur wenige Dampfer und elliche Schlepper auf seinen Wogen einherstreifen sah, ist in unserem Jahrhundert die befahrenste Wasserstraße Europas geworden unb hat neuerdings gar ein internationales Aussehen bekommen. Tagtäglich verkehrt ein Schiff regelmäßig zwischen Köln und London, unb ein Wasserflugzeug verbindet sogar bereits zweimal am Tage das alte Kolo-nia unb Rotterdam, den wichtigsten Seehafen der Niederlande. IkrpUegung zu Zahlen gewillt war. die Poe- sorglich eingepackten «übern en unb goldenen Schüsseln Hieben oft leer, und die vornehmste Rcllegefclllchaft mußte hungern, ging der Weg durch schwach bevölkerte obet von Mißernten heimgefuchlc Gegenden denn der mitgenommene Proviant dauerte nicht über eine gewisse Zeit. Die Kunst bcS Aufbcwahrens war noch nicht erfunden. Für bie jüngeren Leute, die bann jagten unb stickten ober sonst ihrer Abenteuerlust fronten und fick) die Zeit mit LiebeSgcschichten würzten. war dies gant lustig unb es war ein Gba- rattcrmesscr. zu sehen iver feine Laune verlor. Jedenfalls blieb man bie lur modernen Zeit dem Grundsatz treu: möglichst viel Gepäck unb Troß Noch im Anfang des vorigen Jahrhunderts traten reiche englische Reisende gleich Herrschern auf mit einer Menge von Dienern unb einer unabsehbaren Zahl von Kisten. Koffern unb Schachteln, wenn fie wie Byron oder Lord 2 le f f i n g t on ihre Äunftreifc nach Italien machten Nur junge, anspruchslose Herren begnügten 'ich mit bem. was cm Reitpferd Mantellack und Packtasche tragen konnte. Der Grundsatz, auf Reisen möglichst wenig Platz cinzunchmcn, ist jüngsten Datums, ebenso wie das Gebot der Eleganz, praktrsch geformtes, wenig auffallendes Gepäck in möglichst geringen Dimensionen mitzuführen. Verbannt sind die gewichtigen Kvsser und gestickten Rcisetafchen ber Biedermeierzeit iMö jene Behältnisse umfangreicher Sachen, die noch von den trüben- artigen, metallbeschlagenen sarggroßen Äöfter des Barock unb der Renaissance stammten In einem fränkischen Schloß stehl heute noch der Samen- kofscr einer eleganten Rokokofchoncn. von bem bic Lanbleute behaupten, einstmals sei darin eine Leiche transportiert worden Handlich und bequem, möglichst zum Selbsttragen eingerichtet, muß heute alles sein, was auf Reifen mll^rht. Wer nicht auf gewohnte Bequemlichkeiten verzichten mag, findet alles Gewünschte reisemählg zusammengestellt, gewickelt, geschnürt und cingctetlt in eleganten Koffern unb Taschen. Meisterhaft sind bic Ausrüstungen selbst für große Reisen und Expeditionen. bie nicht« mehr gemein haben mit dem schwerfälligen Aufmarsch von Sachen, mit denen sich unsere Dorfahren belüfteten, die ihnen aber Pomp unb Würde waren. In der Gegenwart triumphiert überall das neuzeitliche Gebot der Sachlichkeit. Sie erreicht ihren Höhepunkt im sachlich eingerichteten Hotel, sowohl im schwimmenden, dem großen Dampfer, als im festländischen Palastbvtel. die beide mit klügster Nutzung auch des kleinsten Raumes gebaut sind. Reisende von einst nahmen viel Platz ein und brauchten viel Zeit. Beide- war vornehm unb wurde grundsätzlich beachtet, es sei denn, daß ein politischer Zweck zur Eile anspornte und da- Geheimnis des Unauffälligen verlangte Wer zu seinem Dergnügen reifte, was fett der humanistischen Weltanschauung zu Petrarca- Zeiten in Mode gefommen war. nahm sich Zeit: sein Ziel war. xu sehen, Land und Leute kennen zu lernen, nicht reforbmäftig Kilometer zlu fressen. Land und Leute zeigten, ehe bie Eisenbahnen dem Reiseverkehr den Massencharakter gaben, viel mehr Der schieden hell, sie waren nur für langsames Kennenlernen geeignet; denn jedes Fleckchen bot Besonderheit, zeigte eigensinnigen Heimatstolz, jeder Kirchtum überblickte stolz sein eigene- Reich. Brauch unb Sprache, Physiognomie unb Lebensart trennten Rassen und Völker, Trachten wechselten ab, die Gefährte waren unterschiedlich in jedem Landstrich, in jeder großen Stadt. Jede Kleinigkeit gab zu vergleichen, zu urteilen, zu beobachten; cs verlohnte sich zu verweilen unb langsam von Etappe zu Etappe zu reifen. Je mehr sich die Unterschiede verwischen, je mehr die Technik die Eigenarten des Leben- au-gleicht, je näher die Länder unb Städte einander rücken durch das Eiltempo sachlich eingerichteten Verkehrs, • Aber da- Aufgeregte. daS Lcbcn-ovllc. daS heute an den Niederrhein gekommen ist, sagt den meisten Menschen weit mehr als die Vergangene Saumseligkeit zu, die gewiß nur Bärenhäutern auf die Dauer behagen kann. Der Vorwurf der Schläfrigkeit, den man noch im vorigen Jahrhundert erhob, als der Knabe Feuerbach sich schwermütig aus der Düsseldorfer Kunstakademie herumtrieb und keine Motive finden konnte, läßt fich dem Niederrhein von heute nicht mehr machen. Das Preislied des Fleißes wird hier mit tausend Zungen gesungen. Zechen, Walzwerke und Stahlöfen ragen jetzt mit ihren schwarzen Schloten und Röhren an seinen Ufern auf. Und selbst nachts glüht der Strom jetzt wie der feurige Fluß, der die Unterwelt der Alten umzog, von dem Feuerschein der Fabriken wieder, die ununterbrochen der Arbeit fronen. Aber auch die Menschen, die vom Nle- derrheln. sind andere geworden, als sie gestern waren. Selten trifft man noch den behaglichen, gern müßigen, trinkfesten unb behäbigen Schlag hier an, den Johann Peter Hasenclever aus Remscheid in vielen Genrebildern fest- gehalten hat, oder den kernsesten, aus bergischem Blut mitgemischten, der von Rudolf Herzog in seinen ersten, besten Romanen geschildert worden ist. Die jetzigen Bewohner des Niederrheins. vielfach zugewanderte Leute, sind viel geschäftiger, unruhiger und reizsamer als die zur Zeit der Posttutschen unb der Segelschiffe. Einen Zug zur Heiterkeit und zum CebenÄgenufj, ber sich besonders in den Wochen des Karnevals in jedem echten Rheinländer regt, haben sie behalten. Aber bic ständige H^e nach dem Verdienst und dies sich nicht mehr Ausruhen- tönnen unb -dürfen hat den meisten Gesichtern hier ein ernstes unb strenges Gepräge gegeben. Bis bann ein Stündchen beim Abendschoppen im Kasino, in der Lese ober in der Erholung die Sorgen von den Stirnen wieder wegwischt und beim Gläserklang der Frohmut aufs neue sich hebt und zu der schönen anderen Parole aufschwingt, die alljährlich zu Beginn ber Fast- nachtzell am elften des elften Monats in Köln, der Metropole am Niederrhein, ausgerufen lot rin , Freud muß met Hanl" desto weingtt verträgt der moderne Mensch dos behagliche Verweilen, das Schrittmaß des einstigen buntausgevutzten blasenden Postillons. Eile ist die Losung des heutigen Reisens, Schnellig- kcitsrekorde werden geschäht, und eine neue Poesie macht sich geltend, die Poesie der Wollen, durch die das Luftschiff siegreich gesteuert wird. llnb doch bleibt das Wandern schön, das Wandern durch Wald und Wiese, das Derweilen bei einer Blume, bei einem Stein; denn nirgends fühlt sich der Mensch trotz aller Technik freier und stolzer, als wenn er, nur auf sich angewiesen, in der freien stolzen Natur zu wandern vermag. Wirtschaft. OaS Abbröckeln der Konjunktur. In dem Bericht der Direktion derDisconto - Gesellschaft wird „ Zur Wirtschaftslage" zunächst daraus hingewiefen, daß bei Betrachtung der Gesamtentwicklung ein weiteres langsames Abbröckeln der Konjunktur unverkennbar ist. und sodann ausgeführt: Die Stockungserscheinungen in denjenigen Industrien. die unmittelbar der Versorgung des Konsums dienen, geben deutlich von einer gewissen Uebersättigung des Binnenmarktes und von der reichlichen Auffüllung der Lager- bestände Zeugnis. Sie ist die Folge einer boch- gestcigerlen und lange auf dieser Höhe gehaltenen Produktionstätigkeit, deren durch Export nur unbedeutend verringerte Produktionsmengen der Binnenmarkt mühelos aufnehmen konnte, solange er noch aus früherer Zeit große Bcdarfslücken aufwies und außerdem sich seine Aufnahmefähigkeit mit der allgemeinen Steigerung der Einkommen vergrößerte. Sodann wurde die Erweiterung des Binnenmarktes für Konsumwaren auch durch weitgehende Kreditgewährung gefordert, die nunmehr durch zunehmende Finanzierungsschwic- rigkeiten unmöglich gemacht wird. Wenn der Prozeß der Markterweiterung also zunächst zu Ende ist, so bedeutet das noch lange nicht den Beginn einer A b f a tz k r i s e. Die Einschränkungen machen sich erst in Gestalt verminderter Auftragseingänge in der Produktion, vor allem in der Texlilindustric. geltend, während die Umsätze des Einzelhandels noch einen hohen Stand behaupten Andererseits dürfte ober der Ausfall an landwirtschaftlicher Kaufkraft infolge der bedrängten Lage weiter Kreise der deutschen Landwirtschaft sich nachteilig auf dem Konsumgütermarkt auswirken. Der Bericht glaubt im Vergleich zu den Konsumindustrien bei den Produktionsmittel herstellenden Industriell eine entschiedenere Widerstandsfähigkeit gegenüber den abflauenden Momenten seststellen zu können, da der Prozeß der Rationalisierung noch nicht auf allen Gebieten zu Ende gebracht sei und der Ausbau und die Fortschritte der chemischen Produktion und der modernen Verwertung der Kohle einen Materialbedarf bedingen werde. Das Ausmaß derartiger Investitionen hänge allerdings von weiterer Kapitalbeschaffung aus dem Auslande ab. So sei die Ruhrgas-Aktiengesellschaft im Begriff, sich einen Teil der für den Bau ihrer Leitungen nötigen Mittel durch eine amerikanische Anleihe zu beschaffen. Die Grundindustrien der Kohle und des EisenS seien neuerdings auch in die r ü cf - läufige Bewegung eingetreten. Die durch die Mehrbelastung des Bergbaues infolge der Lohnerhöhungen notwendig gewordene Kohlen- Preissteigerung habe das Eindringen fremder Kohle in bedenklicher Weise gefördert. 69 Zechen seien zum Erliegen gekommen. Das Kohlen- l shndikat werde wahrscheinlich eine weitere Erhöhung der Einschränkungsquote vornehmen. In F-der Eisenindustrie stehe einem gesteigerten Bedarf des Baugewerbes eine verminderte Beschäfti- '» gung der Eisen- und Metallwaren-Industrie rgenüber. Auch in der M a s ch i n e n i n d u - r i e setzt sich die A b s ch w ä ch u n g des In- landgeschästs fort, jedoch sichere der vorhandene Auftragsbestand den Werken noch die Beschäftigung im bisherigen Umfange. Der Bericht warnt vor einer übertrieben ungünstigen Darstellung der Konjunkturlage, sagt aber, daß für eine noch weitergehende Aufwärtsbewc- aung und Erweiterung von Produktion und Umsatz unsere allgenreinen wirtschaftlichen Verhält- nisse, namentlich nach der finanziellen Seite hin, keinen tragfähigen Boden mehr abgegeben hatten. Die deutsche Wirtschaft müsse bestrebt sein, das erreichte Niveau zu behaupten und zu befestigen. Zur G e l d m a r k t l a g c wird hervorgehoben, daß die ergänzende Kapitalversorgung von außen her im Monat Mai mit rund 450 Millionen Mark einen seit dem Herbst des vergangenen Jahres | nicht erreichten Rekordstand zu verzeichnen Hal. I und in der ersten Iunidekade wurde wiederum ein Betrag von rund 200 Millionen Mark erreicht, eine Reihe weiterer Anleihen mit sehr namhaften Beträgen steht vor dem Abschluß. Daher könne am Geldmarkt eine Verknappung nicht auskommen. Der deutsche Kreditmarkt und untere Effektenbörsen stehen zwar wegen der weitgehenden Abhängigkeit der deutschen Kapitalversorgung von den Vereinigten Staaten wesentlich unter dem Einfluß der Bewegung an den auswärtig cn Plätzen, namentlich, wenn sich ein Nachlassen der Auslandbeteiligung am deutschen Börsengeschäft daraus ergibt. Andererseits werden die deutschen Börten ein gewisses Eigenleben führen infolge der besonderen deutschen Verhältnisse. Gegenüber den starken Schwankungen an den Auslandbörsen haben die deutschen Märkte wegen ihrer gesunden inneren Verfassung eine entschiedene Widerstandskraft bewiesen. Es geht daraus hervor, daß die Masse der gekauften Effekten von kapitalkräftigen Händen. fei es des Inoder des Auslandes, aufgenommen worden ist. Das durchschnittliche Kursniveau der Berliner Börse lag Ende Mai mit 123,0 (in Prozent des Aktienkapitals) etwa 13 Prozent höher als im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Gleichzeitig hatte sich die Durchschnittsrendite von 4.4 auf 4.8 Proz. gehoben, da die Durch'chnittsdividcnde in Prozent des Nominalkapitals bei 750 Gesellschaften von 6,94 auf 8.26 Proz. gestiegen war. Oie Reichsbank Mitte Zum. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Juni hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards vnZ) Effekten um 256,8 Millionen auf 2096,9 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 313,3 Millionen auf 1924,8 Millionen Marl abgenommen, während die Lombardbestände um 56,5 Millionen auf 78.1 Millionen Mark an- gewachsen sind. Die Anlage in Effekten ist mit 94 Millionen Mark weiterhin unverändert geblieben. An Reichsbantnoten und Renten- banischeinen zusammen sind 183,1 Millionen Mart in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat der Umlauf an Reichsbanknoten um 178,7 Millionen Mark auf 4039.3 Millionen Mart, derjenige an Rentenbankscheinen um 4,4 Millionen Mark auf 558.4 Millionen Mark ab- genommen. Dementsprechend und unter Berücksichtigung, baß in der Berichtswoche 3.2 Millionen Marl gn Rentenbankscheinen getilgt wurden. sind die Bestände der Reichsbank an Renten- bantscheinen auf 48,5 Millionen Mark angewachsen. Die fremden Gelder zeigen mit 471.8 Millionen Mark eine Abnahme um 60,8 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen insgesamt sind mit 2353,9 Millionen Marl, im einzelnen die Goldbestände mit 2062,3 Millionen Mark, die Bestände an deckungssähigen Devisen mit 251,6 Millionen Mark ausgewiesen. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 48,4 Prozent in der Vorwoche auf 51,1 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 54,7 Prozent auf 57,3 Prozent. Oie Kohleriprodukiion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Voltsstaates Hessen weist für den Monat M a i 1928 folgende Zahlen nach: An Rohbraun- kohlon wurden gefördert 37 564 Tonnen, verkauft wurden davon 11571 Tonnen; der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten 216 Tonnen Naßpreßsteine erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 11 788.94 Tonnen Rohkohlen, 30 Tonnen Briketts. 416 Tonnen Naßpreßsteine, zu- f am men 12 234,94 Tonnen Braunkohlen und Braunkohleirprodukte im Gesamtwerte von 65 717,73 Mark. ** D i e Hess. Landesbank (Staatsbank) in Darmstadt, legt laut Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil reichsmündelsichere Gold-Hypothekenpsandbriese zu 97.25 Prozent bei den Banken und Banliers bis zum 16. Juli 1928 zur Zeichnung auf. * Der Erzbergbau im Lahn- Dillgeb i c t einschl. Oberhessen im Mai. Der schwedische Streik hat dem Eisensteinbergbau im Lahn-Dillgebiet einschl. Oberhessen immer noch keine merkbaren Vorteile gebracht, weil die Hutten infolge Mangels an hochwertigen Schwe- benerjen in erster Linie als Ersatz andere hochwertige LluSlandserze bevorzugen, um das Ausbringen der Hochöfen nicht zu verschlechtern. Erst wenn eine Knappheit an Erzen überhaupt eintritt. kann der Lahnerzbergbau mit verstärktem Abrufen rechnen. Eine gewisse Schwierigkeit entstand für die über Oberlahnstein auf dem Rhein zu versendenden Erze durch den Schifferstreik. Jedoch war es bisher möglich, durch Heranziehung fremden Kahnraums den Erzversand auf- rechtzuerhaltcn. wenn auch mit finanziellen Opfern für die Gruben. Im Monat Mai mußten bereits wieder einige Gruben stillgelegt werden mangels jeglicher Aussicht auf irgendwelche Erleichterungen in den P roduktwnsbedingungen. * D i e Bewilligung der städtischen Anleihegesuche. Zu der gestrigen Meldung, daß die Beratungsstelle für Auslandkredite die Genehmigung für insgesamt 198 Anträge aus Auslandanleihen deutscher Städte aus d, für Futterzwecke) 24,50. Mais (gelb für andere Zwecke) 25. Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 36,75 bis 37. Roggenmehl 38.75 bis 39,25, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 16,50 Mk. — Tendenz: stetig. Letzte Nachrichten. Die „23remen*=$tieger unterwegs nach Berlin. Bremen, 20. 3uni. (IDIB. Funkspruch) Die „Btemetr-Jüeger setzten heule morgen um 10.15 Uhr im Junfetfflugjeug „Europa ihre Reife nach Berlin über Hamburg fort Die „Europa , die Hauptmann stähl st euer! e, startete um 10.10 Uhr und machte noch einige Schleifens lüge Über dem Flugplatz. Das Flugzeug wurde begleitet von einer vorstaffel von sechs bis acht Flugzeugen und einer Nachstaffel in gleicher Größe. Fünf Minuten später erhob sich das große Verkehrsflugzeug „Hermann stähl" der Lufthansa, mit den Angehörigen der Jlie- ger an Bord, zur gleichen Fahri nach Hamburg. Die zusammengeslrämte Menge brachte den Fliegern schon bei ihrer Ankunft auf dem Flugplatz die herblich st e n Ovationen dar. Vie Flieger gingen sofort zum Flugzeug und bestiegen es nach kurzer Untersuchung, stähl und Fihmaurlce waren vorn, von hünefeld hinten im Flugzeug. Die „Europa" flog zunächst nach Hamburg, wo um 10.45 Uhr eine Zwischenlandung erfolgte, die auf etwa drei Viertelstunden berechne! ist. Da» Meller ist warm und freundlich. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — ReichSbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinssuß 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Schluß flure I-Uhr- kur. Schiufi kur. Slnfang kur» Datum 19 6. [20.6. 19.6. \ 20. 6. 6% ®t. Ädcbtanletbe v. 1927 . . Dl. «nl.-«blä|.-ed>ulb mit MuJ. — — 87.5 - los.-Rrchtcit......... 51,5 — 51,5 61.5 ohne Stu«lc|.-Rrtf>tr . . 18,5 18.4 18,4 18.5 7% tzrankf. Hyp.-Bk. »albps. un- fünbbat btl 1932...... 91 4%% Rbefniltbe Hqp.-Bank Liqu.- ilolbpf............ 76 «.S S. abfl. Sortritgi-Cbiiflatiou rüdfriblbar 1983 ....... 87 — 4% Sdyndj SimWb. anL. . 96.5 — 4^0 Oesterrrichtschc Qlolbrie.. . . — — 4,20Oefltn. toUbent- 3,25 3,25 4% CeRcnrid). rinäritl. Nie. . . — — — — Ungarische Loldrtc. ... 26,3 — 26.25 26,25 4% Unoarildje Staat«!, v. 1910 . - - KHfll. von 1918..... < Uttflarildir Ihmtentlc.. . 1.725 —- 1.7 — *% Turt Zollanltihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadboksn-Nnl.. 11.85 11,75 11,75 11,9 Serie l......... — — 12.75 — 4% bctfll. Serie 11....... 12.25 —• ir 4^ Rumänen converl. Rtr. . . - 7,5 — Rumänen ®üQ>anL von 1913 20,9 — 21 — Ofilfl. Dcutfche (fa|cnbabn . . 4>i — - Homburg-Amerika Pokrl . . . f 167,5 167 16*.13 166.6 Hamb.-DÜdaw. Dampfsch. . . 8 — — 207.25 — Hansa Dampfschiss.....10 - — .'10,5 2U'.> Norddeutscher Llond .... 8 159,75 139 16'1 158,13 VÜIg Deutsche Crrdllanst. . . 10 111.75 — 141.V 141.75 Barmer Bankverein .... 10 147 — 147.25 14t Äerluirr HandeUgeitillch. . . 19 Kommerz- irnd Privat-Äank . 11 190.75 190 274. j 191.5 271.73 190.25 Darm st. u. Nationalbank . 19 278.6 .-80 280 319.7- Deutsche Lank .... 10 166,5 166.5 166.5 166, DUkl>nto-^tie0>chaf1 «jil. . . 10 164.5 164,13 165 164.5 Dresdner Bank......10 166 165,75 166.13 S 166 Mitteldeutsche Kreditbank . . . 0 209 8U7 MetaUdank.........8 145 145 147.5 Reichebank ......1® .*76 ‘79 •79.75 276.5 Frauksurt a. 3Jt Berlin Schluh i I-Uhr- Schluh- Anfang fair» 1 flUTt Nur» kur. Datum: 19. 6. iß 6. 19.6. 20 fi a.c.a»........ . p 176.6 1-6.75 177.65 176 5 Bergmann .... 201 202 203 201.36 Clelrr. Ciefctiutgcn. . L'id't und Kraft . . . e e e 1" — • 172 171 10 226 224 >24.9 223 Reifen in.6Iehr..... . 9 — — 166,5 167 Lchlel. Eleltt..... e e . 10 — — 251.5 252.5 < Ändert...... MM, . 8 201 202.5 202.5 201,25 Clemens * Halrke . . MM, 12 16.25 319.5 651 349 Itantrabio..... Lahmcyer 4 Co.. . . ■ , , . 8 — 151.5 251 10 175 •» 175 Buderu'...... MM» . 5 83 _ 83.75 _ Teukfchc Ur dal . . . • e e . 6 141 136.5 142 135.6 üifenn Steinkohle . . e . . . 8 * 126.5 Gelsenkirchener . . . f. 4 3 < 144) 111 140.5 140.6 Harveuer...... Hoe'ch elfen..... • e • . 6 159 159 161 • e e . >. * 110.25 14li 6-1c Brrglxn, ...» . . . 8 — — 252 Ml fMdncr.oetfe .... • e • . 7 '30.9 131 131 151 Loiu-Neuel'en. . . . M M M . 9 137,25 136.6 StanntimanB .... ... . 8 138 138,5 130.75 117.25 138 Manifelder..... . 7 117 117 116.7^ £berid)Iel. vifen!'. Bedarf. . . b 104 17berichte- flnUtrerfe . . 6 _ Tftdmr Beradau . . . Rheinische Brounlohlru t>y. 10 97.5 ?uo 98.25 299 98.25 H98.5 Rheinilahl f. 5 Riebed Man tat- . . . , Jahr ... 7,? 158 158.25 159 249 458.5 446 159,65 1'6 98,25 53.13 345 132.25 443 137'25 157 98.1 , 32.75 247.75 256 441.25 Bereinigte Ckodlw. . Ctdüt . . . Kak Aschersleben . . ftali ötitrreaelr.. . . 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U1.9C 113,37 «ratrtrfiüt Rwen ..... 30 365 <0.445 Berlin—Frankfurt a. M. t Berlin. 19. 3unt Selb Sn’eT— ^rcuuoHstse '.Roten..... Holländische 'Äottn ...... Italienische Roten ...... Rorwenische Roten...... Ttntftti CeOrrr ,3100 Kronen Rumänisch« Roten...... Schwedische Notes...... Schwerer Roten....... SvanIsche Roten....... Tschechmlc-woklsche Roten . . Unaarische Noten..... OJ 168,35 21,'.N> 111,83 58,83 111,971 80,541 68,76 L2,3*i 72,70 169,03 22,04 112,27 59,07 2,573 112,37 W.9| 69.04 12,43 73.00 Telegraphische Auszahlung. 19. Joni 20. Ci am Amtliche (Selb *J?ori runa Brief Amtliche Ratieruno "selb Br:-' Hmft« Rott. 168,59 1 tri, 93 168.01 165,95 Burn. AlrrS l.7l>u 1.761 1.77» 1.783 Br's. 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