-lichten, gememdungsgchh tun». (SU. Eigene Draht' alliierte at auf Antrag W Ult««®»1- K M »«St“ rkung vom 1. Sötjf ■$Wi4 lln in Uibeie ^tene 8 teufte ‘"«“M 11 >» -i»!. «n, UJ. >i„ öoher, »tQun. tf ?**t ^K'Ech D^e, 'ien 4i? ine Wschwächung ein. ür Weizen auch reich- ziebigeren Prellen, ei fluft, da das Weizen- ; Siväen geraten ist. nach Polen weiter ge- legenden Gebote lauten briger als gestern und wollen nur zu 2 bis eisen laufen. Das An- Poch keineswegs stärker her sind zu M’O'oncn >ggenmeh! sind bei sehr •ige Preise nicht durcv- markte waren die Preise »arten rückgängig. d'S- 19 itt-rit und 12.351 nii .^Zrankfvrl 16S"3I ■r> OK 111.« «.6» 2.605 111.93 «1.4$ 70,06 58.335 111.8- 112.08 ur.13 S.5I3 5,101 Id.p ».16 ;U S).S» Ißf. fl.l* ittoi Ä fl t.tz IIJ.J ,1.1« 113'5 <3.05 ii«* 58.151 112.6 S ' i«-.! SJ.i- i.* 0,St)i5 i5.SU 12.3* 7.3'? 73. U J.üU 18.« 81.-2 Mi 5,1» 1,186 kg ** 791 ,45 I 1.01 I 1.33 1,41 ,533 8.11 ,146 1863 6.1S «’S :0 32 i,M ,5055 8,901 <,4U4 7,369 73.il 5,023 18.1 5,5?» i:i| .1« Nr 93 Erstes Flatt I78. Zahrgang . §reitag, 20. April 1028 »|chrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siege*, volfcheckfonto: treiftnrl am Main 1168t. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnttf mb üerlfl): vrLHI'fche UntDerfttflU'Butb» nnö Stetndrnderel K fange tn Gießen. SchttttieiNing und GeschästzVele: ZchiNttaße 7. aeeapee »•■ lijritei für bt« lagesnummer btt |bib Rachmtvag vorher. Prtli ttr i mm Höhe ftl Hnjeicen von 27 mi* Brette örtlich H, au» wärt» 10 Betchipienmg ffcr He» klamean eigen von 70 nj Breite 15 \< ch r r- ntg, Platzvorictzrift 20' mehr. (Tbetrebahteur Di Jnebt Wilh Longo. Derantmortltch tür Tohtili Dr Ar Wilh Lange für Feuilleton Di h ubpriot, für den übrigen Teil itrnft Blumlchetn, für den An» Ittgentetl Hurt fftDmann, lämtUd) tn Sieben Deutschnationale Forderungen zur VersaffungSresorm. Dir LtsUung des Rrichspräsidtnten Preußen und Äieich. Berlin, 20. BpriL (IU.) Zusammen mit ihren Wahlaufrufen oeröffenllldjf die Deolfchnalionale Bolfeparlel eine Stellungnahme jur Derfaffungs- frage, lu der et u. a. heißt: 1. 7!ach der Weimarer Verfassung soll alle Gewalt vom Volke autgehen. Tille wirkliche Gewalt aber liegt beim H e l d) » I a g , die Rechte bet enmiltelbar vom Dolf gewählten Reichspräsidenten sind eng begrenzt. Der Hbfolnllt- mue bet Varlamentet bedeutet öle Allein- Herrschaft von Parteien, die im Aampfe am die Wacht auf die Erhaltung der Gunst der Wähiermafsen angewiesen find. JQr die Regierung bildet die Abhängigkeit von einer D a c - lamenttmehrheit bat fchwersle Hemmnit sachlicher Arbeit. Regierungtfrlfen, oerfchwende- rifche Wirtfchafl, Mangel an Führung slnb ble Folgen blefct Systemt. Darum forbern wir eine Stärkung der o e r f a | f u n g e m ä fj \ g e n Stellung bet Reichtpräflbenten. Lr fall bat Recht erhallen, eine Regierung zu berufen, bereu Forlbestanb nicht täglich durch ein Mlh- traueniootum bet parlamenlt in Frage gestellt werben kann. Der Artikel 54 ber Reichtverfasfnng muh beseitigt werden. 2. Dai von Bismarck mit genialer Staalskunsl geregelte Verhältnis zwischen Reich und Bundetstaalen ist durch die verfastung von Weimar in gefährliche Verwirrung gebracht worden. Wir fordern, dah die Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern klar abgegrenzt werden, damit unnötig« Nebeneinander und Gegeneinander behördlicher Arbeit beseitigt wird. Daher muh die EigenstaaNichkeit der Länder im Jnlereste einer freudig befahlen Relchiclnhelt, die keinen Einheitsstaat aus Zwang verträgt, gewahrt bleiben. An die Stelle der allen organischen Verbindung ist der Dualismus zwischen Reich und preufoen getreten. Der Reichspräsident kann In sich die Staatsgewalt von Reich und Preuhen wieder zu einem einheitlichen Ganzen verbinden, sofern er Unabhängigkeit vom Mihtrauen»- ootum der Parlamente erhält. Unter dieser Voraussetzung fordern wir: Der Reichspräsident soll z u - gleich preuhischer Slaatspräsidenl sein. Er soll die preuhischen Slaatsminisler nach den gleichen Grundsätzen wie die Reichsminister berufen und das Recht haben, die Aemler des Reichskanzler» und de» preuhischen Minlsterpräsidenlen in eine Hand zu legen. Auch Sachsen/Anhalt undBaden gegen das Verbot der 2Roten Frontkämpfer. Dresden, 19. April. Die Sntschliehung des Freistaates Sachsen über die Stellungnahme -u dem Aunderlah Keudells wurde heute nachmittag 2.30 Hör getroffen. Wie der sächsische Innenminister, Dr. 2lpelt, mittellt, wird er in seiner Siaenschast als zuständiger Ressortminister und im Sinverständnis mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Heldt das Verbot des Roteir Frontkämpferbundes im Gebiet deS Freistaates Sachsen nicht durchführen und die Entscheidung des Staatsgerichtshoses anrufen. — Auch da» Anhaltische StantSministerium wird gegen die Anregung des ReichSimten-' Ministers v. Keudell, den Roten Frontkämpferbund zu verbieten, Einspruch beim StaatS- gerichtShof einlegen. — Ebenso hat der badische Minister deS Innern die Aufforderung des Reichsinnenministers zurückgewiefen Eine Protestkundgebung. Berlin, 19. April. (WB.) Ium Protest gegen das Ersuchen des Reichsimwnministers v. Aeudell an die Länderregierungen, den Roten Arontkämpferbur.d zu verbieten, hatten der Roten Frontkämpferbund und die Kommunistische Partei auf heute abend Z Uhr ihre Anhänger zu einer Massenkundgebung nach dem Lustgarten ausgerufen. Trotz das regnerischen WetterS war die Beteiligung auhergewöhnlich stark. An 20 Stellen hielten die totnmunistischen Führer an die Massen Ansprachen, in denen sie dazu aus forderten. Ruhe und Disziplin zu bewahren und gegen eine Regierungsprakis zu kämpfen, die darauf ausgehe, die Kommunistische Partei zu zerstören. Bei den kommenden Wahlen würden die Gegner der Kommunisten ihre Quittung erhalten. Die Kundgebung vollzog sich ohne Zwischenfall. Die Kandidaten der Shttfllich-Aationalen Vauernvar ei in Seffen-Aaffau. Limburg, 19. April. Die Thristlich-Nationale Bauernpartei veröffentlicht jetzt für den Wahlkreis Hessen-Nassau die Wahlkandidaten. Für den Retchstag weist die Liste folgende Namen auf: 1. Karl Hepp, Landwirt: 2. Johann Mink, Landwirt; 3. Josef Reif-Seck, Landwirt! 4. Hartwig, Landwirt: 5. Frau Maria Overbeck. Für den Preußischen Londtoa sind folgende Kandidaten aufgestellt: 1. Georg Keller. Landwirt, 2. Jakob Schmitt, Landwirt: 3. Georg Chri- stian, Landwirt: 4. Heinrich Hohl jun., Land- wirt: 5. Frau Adelheid Fischer; 6. August Kepper, Landwirt. Oie Eiaiberaiungen des Hessischen Landtags. Darmstadt, 20. April.. Die Beratungen deS Donnerstag haben den Etat nicht soweit vorwärts gebracht, daß wenigstens a i diesem Tage die allgemeine politische Aussprache hätte zu Ende gebracht werden lö.men, wie daS der Präsident deS HauleS und der Aeitestenrat beabsichtigt hatten. Gewiß wurde auch am Donnerstag zum Etat gesprochen, aber der größte Teil der Reden bewegte sich doch um die Vorgänge bei der letzten Regierungsbildung. Hatten die ersten Xcb.irr vom Zentrum und der Deutschen DolkSpartei sich In iwch verhältnismäßig ruhigen Bahnen bewegt, so wurde die Debatte heute sehr viel lebhafter, die Redner kamen bei der Beantwortung der Schuldfrage, die ia für den Wahlkamps eine beachtliche Rolle spielen dürfte, immer hrstiger aneinander. Gewonnen wurde dadurch wohl kaum etwas. Abg. Cur von der Sozialdemokratischen Partei sprach als erster am Donnerstag zum Etat, den er in seinen Haupttiteln behandelte und dazu die Stellung seiner Fraktion darlegte. Der Zentrumsabgeordnete Heinstadt will seinem Parteigenossen Kirnberger noch Zeit lassen, um den vorliegenden Etat, der noch von seinem Vorgänger stammt, mit seinem Geiste erfüllen und durchführen zu können Er geht dann auf die Vorgänge bei der Regierungsbildung ein und reitet eine Attacke g?gen die VoUSpaNei, auf die ihm später Dr. Riepoth von der Deutschen Volkspartei in sehr temperamentvoller Weise erwidert. Rachdem vorher noch für den Bauerichund Abg. Glaser besonders über die Rot der Lantwrirtschaft gesprochen hatte, hielt Abg. Hammann eine kommunistische Wahlrede über den Klassenetat und .Klassenstaat, so daß das Haas nach einigen sehr spaßhaften Szenen sich gegen 2.30 LIhr vertagte, einmal weil Herr Hammann die Geduld der Zuhörer auf eine zu lange Probe stellte und außerdem noch mehrere Redner zur Generalaussprache sich angemeldet haben. (Sitzungsbericht. Präsident Delo eröffnet um 10 Uhr da» gut besuchte Haus und gibt in Fortsetzung der ungemeinen Aussprache zum Etat 1928 das Wort dem Abg. Lux (Soz.) der erklärt, daß im Gegensatz zu den Darlegungen des Bauernbundes für die Beurteilung der hefll- schen Finanzlage nicht die Defizite erststellig matz- gebend seien, sondern die D e r m ö g e n » I a g c des Staates. Hessen habe 1914 eine Schuldenlast von 450 Millionen zu tragen gehabt, heute dagegen nur ungefähr 40 Millionen. Heute sei nur das Reich Gläubiger Hessens aus den besonderen Lasten für Arbeitslosenunterstützungen für 1926. Der Haus- halt 1927 sei durch die flotte Wirtschaftslage günstig beeinflußt worden. Im Etat 1928 sei besonders das Kapitel der öffentlichen Betriebe erfreu« lich, die nicht nur das Recht, sondern die Pflicht zur größtmöglichen Rentabilität haben. Der For st Verwaltung spricht der Redner für ihre erfolgreiche Tätigkeit feinen Dank aus. Die Pacht- unb Siedlungsgebühren würden wahrscheinlich teilweise Ermäßigungen notwendig machen. Die Regierung möge doch die oberheffilchen Ba- altbrüche bester auswerten. Auch das frisierte Kapitel der allgemeinen Finanzverwaltung chließt mit einem Ueberfchuß ab. Das hessische Volk bringe an Reichssteuern jährlich 60 Millionen auf, von denen das Reich ein Viertel für sich behalte, während die Gemeinden 35 Prozent bekämen. Der Redner wendet sich scharf gegen den Vorwurf des Bauernbundes, daß beute Leute Landessteuern be- schließen, die zu diesen Steuern nichts beitragen. Etwa 90 Prozent der in Hessen verbrauchten Reichsfteuern würden von Lohn- und Gehaltsempfängern aufgebracht. Von der Grundsteuer bringe die gesamte Landwirtschaft etwa zwei Millionen Mark auf, woran auch Arbeiter und Gewerbetreibende mit ihrem kleinen Stückchen Land beteiligt seien. Schon vor dem Kriege seien die steuerlichen verhältniste in Preu- ßen g ü n ft i g c r gewesen als in Hessen. In Hessen entfielen auf den Kopf der Bevölkerung 1,58 Mk. an Einnahmen aus staatlichem Landbesitz, in Preu- ßen dagegen 3,48 Mark. Wenn das Reich den Län- dem neue Lasten aufbürde, wüste es ihnen auch helfen. Der endgültige gerechte Finanzausgleich sei möglichst umgehend zu verabschieden. Der Redner fordert von der Leitung der Polizei, sich der möglichsten Sparsamkeit zu befleißigen. Das_ Kapitel der Schulen erfordere 37 Mill. Mk. für Ausgaben: an Einnahmen erschienen nur 7 Mill. Mk. An diesem Kapitel könnten Ersparnisse ge- macht werden. Bei aller Sparsamkeit in der öffentlichen Verwaltung fordert er Steigerung der Produktion und des Verbrauches, Hebung der allgemeinen Kaufkraft, Vermehrung der inneren Ra- pitalsbildung. Die überspannten Schuldzinsen müßten abgebaut werden. Unter diesen Bedingungen glaubt er an eine Ausbalanzierung des Etats. Abg. Heivstadt (Zentr.) will abwarten, wie sich die Tätigkeit des neuen Fi- nanzministers in dem von feinem Vorgänger übernommenen Etat auswirke. Das Zentrum habe sich gegen die Aufgabe des Inne nminifteriums hüt allen Kräften gewehrt, bis ihm die Waffen von einer anderen Partei aus der Hand geschlagen worden seien. Er bittet, gegenüber der Verlautbarung der Deutschen Volksvartei ihm zu glauben, daß das Zentrum nicht auf ferne Forderungen verzichtet habe. Aber die Dvlks- bartet habe durch ihre Zugeständnisse den WiderNeues schweres Erdbeben in Bulgarien. Große Verwüstungen in Philippopel. — Diele Oorfschafien zerstört. — Lieber hundert Tote. stand des Zentrum- gebrochen. Man könne doch nicht das Zentrum dafür verantwortlich machen, wenn heute die Deutsche DolkSpartei die Demokratisierung der Verwaltung zugestehe. DaS Zentrum wolle h.er nur die alte Imparität in der Besetzung der böheren Stellen beseitigen. Darum habe die Volksparlei die alten kulturkämpse- rischen Behauptungen dabei in den Vordergrund gestellt? DaS Zentrum wolle bei seinen Schulforderungen nur Freiheit auch für seine kulturpolitischen Forderungen erreichen. — In seinen Ausführungen zum Etat erklärte der Redner, daß er glaube, mit den alten Fehlbeträgen fertig au werden, wenn die schwebenden Verhandlungen mit dem Reich zu einem günstigen Ergebnis gekommen seien. Der berechtigte Anspruch Hessen- auf besonder« Beachtung der hessischen Finanzlage fei jetzt von mehrer-'n ReichSininiftern anerkannt worden. Mit der Reichshil^e allein könnten die wiederkehrenden Fehlbeträge nicht gedeckt werden, ein gerechterer Finanzausgleich sei notwendig. Daß der Einheitsstaat billiger sei alS der Föderativstaat werde auch von dem preußischen Ministerpräsidenten Braun nicht mehr behauptet. Die Selbsthilfe sei da- einzige sonst verbleibende Hilfsmittel. Verpflichtungen auS dem Gutachten des Sparkommissars würden nicht anerkannt werden können, wenngleich' seine Erfahrungen nutzbar gemacht werden müßten. Abg. Glaser (Bbd.j erklärt, seine Fraktion habe weniger Anträge eingebracht, weil man sich einer geschlossenen Mehrheit gegenübersehe. Sachlich werde sie auch weiterhin Mitarbeiten. Der Bauernbund sei nicht gegen gute Bezahlung der Beamten, wohl aber gegen den übermäßig angewachs enen Verwaltung-apparat. Da- Gutachten des SparkommissarS werde -eigen, was die hessische Regierurvg falsch gemacht habe. Er erblickt un Einheitsstaat keine Hilfe. Die Rente für die älteren Arbeiter will er ancrfernien. fordert sie aber auch für die älteren Landwirte. Keine Regierung habe gegen die vom deutschen Volk an landwirtschaftlichen Erzeugnissen geübte Sabotage angekämpft. Auch dem Lairdwirt könne daS Streikrecht nicht abgesprvchen werden. Abg. Dr. Tliepoch (D. D. P ) bespricht die Verhandlungen zur Regierungsbildung und verliest Aeußerungen auS der Zen- trumspreffe sowie die Forderungen be- Zentrum- bei den Verhandlungen zwischen den Parteien im Jahre 1922. Die Volk-Partei bube nach den früheren Erfahrungen mit dem Zentrum Berechtigung zu ihrer Haltung gehabt Er fordert gleiche Behandluniz aller Beamten, die dem Staate pflichtgemäß dienen. Der Redner fordert eine Einheitsfront bei den Verhandlungen mit dem Reich und erwartet vom Finanzminister eine vorfichtige Haltung bei der Abänderung deS SteuerverteilunaSfchlüfseiS. Die Steuervereinheillichung müffc unbedingt vorgenommen werden, um Klarheit zu schaffen. Der Redner wünscht wieder Veröffentlichung der SteneranSschläge der Gemeinden wie früher. Or erblickt in dem neuen Etat eine Rechtfertigung der vorjährigen Haltung seiner Partei. Die An> gaben hätten sich sedoch durch Uebemahme her Reich-Vorschriften erhöht. Bei den erfreulichen Einnahmen dürfe die Reichshilfe nicht zu hoch eingesetzt werden. Er will auch die Taten be-3 neuen Finanzministers abwarten und verspricht ihm Unterstützung bei seinen vorgeschlagenen Maßnahmen zur Abdeckung bei Desi it? Uc r die Umgestaltung der Staatsbetriebe in Gesellschaften teilt er mit sich reden lassen, fordert jedoch, daß auch in ihnen die Opposition ihre Kontrolltätigkeit auSüben könne. Auch bei der Linderung ber 'Bauernnot werde seine Fraktion immer den berechtigten Wünschen nad)fomn;cn. Der Redner stimmt einem zweijährigen Etat zu. Dem Sparkommissar könne, wie eS Abg. Reiber fordert, nicht seine Aufgabe vorgeschrieben werden. Auch die Deutsche DolkS- pariei sei für den Einheitsstaat und würde sein baldiges Zustandekommen begrüßen: Hessen dürfe aber vorher nicht auSge- b_ö 611 werden durch Abzwingung wichtiger Wirtschaftsorganisationen oder Unternehmungen. Präsident Delp ruft den Abgeordneten Kindt (Dn.) wegen deS Zwischenrufe- .Schwindel" zur Ordnung. Abg. Hammann (Äom.) verliest au- dem .Älaffenetar verschiedene Ziffern Der Hessisch« Staat habe Interesse an einer .Dunkelkammer- Politik", um das Volk dummzuhalten Lr bekämpft ebenso die Volksgemeinschaft der Mitte. Da er auf die zahlreichen Zwischenrufe au» dem Hau- eingebt, entwickelt sich häufig eine humoristische Debatte mit den wenigen noch anwesenden Abgeordnetem Da e- unmöglich ist. die Generalaussprache bei der vorliegenden Rednerliste heute au schließen, vertagt Vizepräsident Blank um 2,30 Uhr die Beratungen auf Freitag. Sofia, 19. April. (TU.) Bulgarien ist von einem neuen schweren Erdbeben heimgesuchi worden, da» stärker war al» das am letzten Samstag. Rach den bi»hcr eingegangenen Meldungen liegt der Mittelpunkt de» Erdbeben» bei PhiIippopeI und ha »kovo. Die Telephon- und Telegraphenleitun-. gen nach der Provinz sind zerstört. Doch bemüht sich da» Innenministerium, genaue Nachrichten zu erhalten. Der Kommandant der Garnison erklärte, daß in Philippopel saft alle großen Gebäude eingestürzt sind, darunter die sechsstöckigen Gebäude de» Taöakdepot». Die Lichtanlagen der Stabt sind zerstört, so daß ganz Philippopel in vollständige» Dunkel gehüllt ist. Durch Kurzjchtuß entstand eine Anzahl Brände. Ein Militärdepot ist völlig abgebrannt 3m Militärklub sind oieleIotezu verzeichnen und ungewöhn- lichoiele Derrounbele. Au» der Stabt Has- kooo, südlich von Philippopet liegen gleichfalls schlimme Nachrichten vor. Der Gebäudeschaden soll dort besonder» groß sein. 3n Philippopel dauern die Erdstöße an. Die internationalen Züge haben den Verkehr durch Bulgarien e l n g e ft e 111. Südlich und östlich von Philippopel ruht jeber Bafjn- verkehr, da die große Maritzabrücke unbefahrbar ist. Die Häuser, die an den hügeligen Abhängen der Stabt stauben, stürzten bei dem Erdbeben eine» auf da» andere. Die Bevölkerung der heimgesuchten Stadtteile lagern im Freien. Sie leiden stark unter der zunehmenden Kälte und unter dem Mangel an Lebensmitteln. Da» Erdbeben wurde auch in Sofia stark bemerkt Die Glocken der großen Kathedrale schlugen an. Menschen sind hier nicht zu Schaden gekommen. Auch wurde kein Sachschaden angerichtet Oer Umfang der Katastrophe. Sof.ia. 19. April. (WTB. Funksvruch.) Der Umfang drs Erdbebens in Philippopel ist wese n t 11 ch schlimmer als man nach den ersten Mitteilungen annehmen konnte. Viele in der Umgegend Philippopel- gelegene Ortschaften sind dcrart heimgefucht worden, daß kaum noch ein Haus aus den Trümmern hervorragt In Dvrissovgrad sind sämtliche Häuser, die beim ersten Erdbeben noch stehen geb lieben waren, zerstört. Die Zahl der Toten wächst ständig. Es sind bisher mehr als 100 Tote festgestellt worden. Während deS Beben- wurden interessante Raturerschrinungen beobachtet In einigen Dörfern wurde der Boden auf- gerissen und nach dem Erdbeben sprangen meterhohe Wassersäulen h.roor, d edaS Land überschwemmten. Außer den Sisendahnen wurden große Landstraßen zerstört Die Papazly mit Philippopel verbindende Straße wurde besonders stark beschädigt und infolge der zahlreichen Löcher und Riffe unbefahrbar. "Der Orientexpreß und andere Züge, die vor dem Bahnhof Papazly anhalten und die Aus- besseruna der Gleise abwarten mußten, konnten heute abend weiterfahren. König Doris besuchte Philippopel und die heimg'suchten Dörfer und gab persönliche Anordnungen für schnelle Hilfe. Die Bevölkerung in Sofia ist immer noch von Panik ergriffen. Viele Familien verliehen die Hauptstadt, um auf dem Lande die Rächt zu verbringen. Man sieht nicht selten Automobile und Fahrzeuge jeder Art, die zu Schlaf Hätten hergerichtet r - den sind. Der Schaden, den das neue Grdbe an- gerichtet^hat, beläuft sich auf mehrere lOu Millionen LevaS. Der Ministerpräsident und der Minister für öffentliche Arbeiten haben sich nach Philippopel begeben. In Tschirpan, das bcreitS in der vorigen Woche von einem/ Erdbeben schwer heimgesucht wurde, bemächtigte sich der Bevölkerung eine solche Panik, daß mehrere Personen den 'Verstand oertoren. Bis heute abenb wurde die Zahl der durch bas Erbbeben am Mittwoch in Philippopel zerstörten häuserauf 2136 angegeben, baoon sind 1036 ganz zerstört unb 1100 schwer beschäbigt. Diese Ziffern beziehen sich erst auf zwei Stadtteile. Die Zahl der loten in Philippopel hat sich auf 20 erhöht: 60 Schwer- und über 100 Leichtverletzte werden dort gezählt Aus fünf Dörfern in der Umgegend der Stadt Philippopel werden 27 Tote und viele Ber- lehte gemeldet Einigung im Äankgewerbe. Berlin, 19. 2Ü>rit (WTB.i Dach sehr langen Verhandlungen wurde heute zwischen dem Deutschen Dankbeamtenverein und dem Reichsverband der Deutschen Bankleitungen auf Grund de- am 31.März aelällten Schiedsspruches eine freie Derei n- oarung über die Verlängerung des ReichS- tarifvertrages abgeschlossen. Danach verbleibt es bei der zugesprochenen Gehalts st eigerung unb der bisherigen Gehalt-st affet Für die Leberstunbenbezahlung gilt die frühere Regelung. Der DankleitungSverbanb hat sich verpZüchtet, den angeschlossenen Instituten die Ausschüttung der Weihnachtssonderzahlung zu emp^hlen. Die Commerz- und Privatbank, die Darmstädter und Dattonalbank, die Deutsche Dank, die Dresdner Dank und die Discontvgesellschaft haben sich schon jetzt verpflichtet. dieser Empfehlung zu entsprechen. Der Manteltarif läuft bis zum 31. März 1930, die Gehaltsregelung bis zum 31. März 1929. NerAttanttkflugder„Bremen" Reuyork, 19. April. (WTB.) Die ersten größeren Berichte über die Erlebnisse der ^Bremen"-Besatzung auf dem Ozeanflug enthalten neben den in den Grundzügen schon bekannten manche Einzelheiten, die geeignet sind, die seelischen Strapazen des Fluges deutlicher hervortreten zu lassen. Sv brachte der erste Anblick des Lande- in einem Augenblick, wo daS Schwinden der Denzinvorräte sich immer drohender bemerkbar machte, allerlei Illusionen hervor^ die Phantasie sah Häuser und Siedlungen, die der näheren Prüfung durch den Feldstecher jedoch nicht stanohielten. Dies bewirkte, daß die Flieger dann bei der Erreichung von Greenly Island ungewöhnlich skeptisch waren. Tin paar Leuchtbomben schufen erst die nötige Sicherheit darüber, daß, was man nur a l s Äebelbildung über der Meeresoberfläche anzusprechen gewagt hatte, tatsächlich mit Schnee bedeckte Wälder waren. Erst nach mehrfachem ülmsliegen des Leuchtturmes und längerem Hin- und Herkreuzen hat man sich dann angesichts der zunehmenden Leere in den Benzintanks zu der Landung entschlos- s e n. Auch dann hatte die Besatzung zunächst noch den Leuchtturm für unbewohnt gehalten. Die in der Umgebung des Leuchtturms bemerkbaren Schlittenhunde der Leuchtturmwärter waren von ihnen als Wölfe unbesprochen worden. Die ungeheuren Schwierigkeiten der Orientierung spielen überhaupt in allen Berichten die wesentlichste Rolle. Sie setzten an jenem Donnerstagabend ein, als das Flugzeug in die dichte Rebelzone der berüchtigten Reu- fundlandbänke hineingeriet, ein starker Sturm mit Schneefall einsetzte, die Oelleitung zu lecken begann und die Kompasse sich In Variationen ergingen, die ihre Benutzung vollkommen hoffnungslos erscheinen ließen. In dieser Zeit hat die „Bremen'^ zeitweilig in 6030 Fuß Hohe gekreuzt. Schließlich Härte sich der Himmel soweit auf, daß unter Benutzung des Polarsterns und des Großen Bären eine notdürftige Orientierung möglich wurde. Der erste, ber Land entdeckte, war Frtzmaurice. Fihmaurice in Murray Bay. Rückflug nach Greenly Idland nach Eintreffen der Ersatzteile. Parts, 20. April. (WTB. Funkspruch.) Wie der »Lhikago Tribüne" aus Reuyork gemeldet wird, fei der Flieger Major Fihmaurtce, als man ihn auf angebliche Aeußerungen binwies, die besagten, er beabsichtige seine deutschen Begleiter von der.Bremen" im Stichzu lassen, außerordentlich ärgerlich geworden, und habe diese Absicht energisch in Abrede gestellt. Fiymaurice erflärt, er habe sich nach Murray Bay begeben, um das Eintreffen deS neuen Propellers und anderer Ersatzteile für die .Bremen" obzuwarlen, die von Reuyork bereit - abgegangen seien. Sobald diese Sachen eingetroffen sein werden, werbe er t schleunigst nach Greenlh Island zurück- -festen. * Rach einer Meldung aus Lake St. Agnes wird der Qlbflug mehrerer dort versammelter ' Flugzeuge nach Greenly Island durch einen Schnee sturm verhindert, so daß die In Lake St. Agnes eingetrofsenen Ersatzteile und der Brennstoff für die „Bremen" nicht weiterbefördert werden konnten. Ein Lob der deutschen Technik. Murray Bay. 19. April. (WTB. Funk- spruch.s Im Verlaufe eines Presseinterviews sagte Major Fihmaurice, die „Bremen' sei das beste Flugzeug, das er je kennengelernt habe. Er erklärte: Der Motor funktionierte die ganze Zeit vorzüglich. Dos Flugzeug schwebte durch jede Sturmböe wie ein großer Vogel. Ich habe niemals eine Maschine gekannt, die der Kontrolle des Flugzeugführer- so gut g c - horchte und die alle Arten von atmosphärischen Veränderungen mit so geringen Störungen überstand. Der Kampf um den persischen Golf. Die .Unruhen auf der arabischen Halbinsel, namentlich der Vorstoß verschiedener nomadisierender Stämme nach K o w c i t und damit in die Riederunaen Mesopotamiens hinein, haben die englische Regierung veranlaßt, im Persischen Golf einige Flottenstützpunkte anzulegen, um sofort mit LandungskorpS eingreifen zu können, wenn es notwendig werden sollte, die britischen Interessen im unteren Euphrat- und Tigrisgebiet zu schützen. Unmittelbar vor der Mündung dieser Ströme haben sie sich sestgesetzl. sie haben sich außerdem auf den Bahrein-Inseln niedergelassen und schließlich noch den Eingang zum Golf unter den Schuh ihrer Schiffsgeschühe gestellt, fo daß praktisch dieser Meeresbusen von den Engländern beherrscht wirb. Der Teheraner Regierung paßt es natürlich nicht, daß die Engländer den Persischen Golf zu einem britischen Meer gemacht und damit den persisch, arabischen Verkehr über den Golf hinweg unter ißre Kontrolle gebracht, außerdem auch noch eine Reihe von Inseln besetzt haben, die sie al« persisches Eigentum ansieht. Der Streit um die Bahrein-Inseln geht schon seit geraumer Zeit er spitzt sich allmählich Immer mehr zu und hat nun dazu geführt, daß der persische Zinanz- miniftcr die Irakregierung aufgeforbert hat. ihre Beamte von der Insel Abadan zurück- zuziehen. Er hat sich weiter darüber beklagt, daß britische Kriegsschiffe die Hafenanlagen dieser Insel benutzen, ohne vorher ihren Besuch ii- Teheran anzumelben. Die Engländer werden sich über den Zorn der Perser nicht sonderlich auf regen, sondern zufrieden fein, daß es ih'rien gelungen ist, unter dem Vorwand, britische Inter- esseir gegen aufrührerische Araber schützen -,u müssen, auch den Persischen Golf in ihre Gewalt gebracht zu haben, den sie nicht mehr freigeben werden. Der Aniikn'egöpaki und die Mächte. Frankreichs Gegenvorschsag. Pa r k S, 19. April. (WTB.) Die Morgen, presse berichtet, baß Ministerpräsident P v i n • ear 6 gestern abend Außenminister D r i a n d, ber von einer leichten Srffrp« befallen ist, einen Besuch abgestattet hat, um im heutigen Ministerrat selbst den französischen Gegenentwurf des Antikriegspattes dorzulegen. Der französische Gegenentwurf ist dom Ministerrat gebilligt worden und noch im Laufe deS heutigen Tage- den diplomatischen Vertretern Frankreichs in Washington, London, Berlin, Rom und Lotto zur Aeberrelchung an die interessierten Regierungen übermittelt. Er besteht nach einer HadaSmeldung aus einer Präambel, die mit der deS amerikanischen Entwurfes ziemlich identisch ist, und aus fünf ober sechs Artikeln. In diese seien die bereits in ber Rote dom 29. März formulierten Vorbehalte aufgenommen worben. Der Vertrag werbe dem Recht auf Verteidigung keinen Abbruch tun. Wenn ihm eine Partei zuwider- handele, würben die anderen ihren Verpflichtungen dieser Partei gegenüber entbunden fein. Das Inkrafttreten des Vertrages werbe nicht nur von ber Ratifizierung burch die sechs Großmächte abhangen, sondern auch von ber für notwendig erachteten Zustimmung einer gewissen Anzahl anderer Mächte, wie Polen, Tschcchoslowalei usw. Der Text des Entwurfs wird wahrscheinlich am SamStag veröffentlicht werden. Keine internationale Konferenz. Frankreich fürchtet eine Isolierung. Paris, 19. April. (TU.) Der offiziöse „Excel- sior" will wissen, baß bie französische Regierung die Einberufung einer internationalen Konferenz zur Bergung des amer kanischen Kriegsverzichtpaktvrrfchl^grs für r: nangebracht und unbequem halte. Eie sei bet Ansicht, baß sich eine Einigung viel schneller und leichter auf dem gewöhnlichen diplomatischen Wege durch Verhandlungen zwischen den Slaats- kanzlcien erzielen lassen würde. — Das „Echo de Paris" beschäftigt sich mit der Haltung der Regierungen von Berlin, London, Rom und Tokio gegenüber dem amerikanischen Vorschlag unb sagt, Deutschland wolle unter allen Umständen verhindern, daß sich mehrereWächte gegen feine etwaigen Gewaltstreiche wenden konnten. Der Kelloggsche Vorschlag komme Deutschland daher gelegen. England, das stets bestrebt gewesen sei, die vorgesehenen wirtschaftlichen und militärischen Vergeltungsmaßnahmen zu beschränken, sei von dem Vorschlag Kelloggs ebenfalls entzückt, da es den größten Zeil ber Kosten solcher Maßnahmen nicht zu tragen hatte und ber amerikanische Vorschlag die Möglichkeit offen lasse, die Artikel 15 unb 19 des Genfer Paktes in ihrer Tragweite zu beschränken. Rur bie wahren Freunde von Locarno und Genf, so schließt bas Blatt, versetze der Vorschlag Kelloggs in Unruhe In ber Theorie stimmten Deutschland, England, Italien und Iapan wahrscheinlich mit Frankreich überein. In der Praxis versuche jedoch jeder von diesen Staaten, die Lage für seine unmittelbaren politischen Interessen auszunuhen. Es bestehe deshalb bie Gefahr, baß Frankreich mit seinen Ansichten i n s H i n t e r t r e f fe h gerate. Die Haltung Amerikas. Kein Berständntö für die fran-öfifchen Wünsche. London, 19. April. (T. 11.) In Kreisen des amerikanischen Staatsdepartements bewahrt man gegenüber den mit den Großmächten im Gange befindlichen Verhandlungen zum Abschluß eines Kriegsverzichtsvertrages größte Zurückhaltung. Man neigt jedoch der Ansicht zu, daß ßie Länder den amerikanischen Vorschlägen weit näh er stehen, als der französischen 2llrf- fassung. Die verschiedenen auS Paris eingegan- genen Mitteilungen, wonach man dort mit ber Möglichkeit eines Abbruche- der gegenwärtigen Verhandlungen mit Frankreich durch die amerikanische Regierung rechnet und annimmt, daß ber Vertrag nur auf Deutschlanb, England und Iapan beschränkt werde, werden als Anzeichen für eine gewisse Nervosität am Quai d'Orsay betrachtet. Die in ber in Vorbereitung befindlichen französischen Antwort an bie Mächte erwarteten Anregungen, den amerikanischen Vorschlag über ben Kreis ber sechs Großmächte hinaus auszubehnen, finben in maßgebenden Washingtoner Kreisen keine Gegenliebe. Führer und Geführte. Heitere Bilder aus dem französischen Wahlkampf. Von unserem R. Kr.-Sonderberichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Pari-, April 1928. Es geht um das Schicksal der Ratton, vielleicht um die nächste Entwicklung Europas. Infolgedessen verspricht ein ehemaliger Sprachlehrer der au- Saloniki flüchten mußte und jetzt in einem Asyl lebt, in öffentlicher Kundmachung, er werde, für den Fall seiner Wahl, den Herren Wählern jährlich 4 0 0 0 0 Frank von seinen Diäten zur Verfügung stellen. Vielleicht sogar 50 000, unb mit dieser Summe, die genau und gerecht aufgeteilt werden soll, kann der sehr geehrte Herr Wähler seine Frau durch kleine Geschenke erfreuen, hie und da einen Sonntagsausslug machen und überhaupt schwelgen, wie es ihm beliebt. In einem Wahlbezirk der Pariser Vorstadt kann man handgeschriebene Zettel mit dieser verheißungsvollen Ankündigung an allen Straßenecken lesen. Ein anderer Kandidat, ein ehrsamer Haarkünstler, aber einer, der immerhin auf ben Vornamen Brutus hort, hat eine „Liga zur Belebung des französischen Imperialismus" gegründet, die teils der Wiederaufrichtung der alten lateinischen Weltmacht, teils der Bekämpfung des Bubikopfes, dieses Teuselswerles. an dem die Moral der Ration und das Geschäft ber Damencoif eure zugrunde gehen, dienen soll. Ein anderer Moralist, der noch dazu jahrelang Stadtrat von Paris war. fuhrt seine Wahlkampagne unter der Devise: „Krieg dem Eintänzer!" Der wichtigste volkswirtscha't'iche Gesichtspunkt, auf den er feine zukünftige Parlamentäri'che Tätigkeit einstellen will, ist ber: Frankreich hat Kolonien, kann ihre Schätze aber nicht erploitieren. weil es dazu an Menschen sehlt. So folten alle arbeitsfähigen jungen Leute, die sich heute zu Zehntausenden, vielleicht zu Hunderttausenden. In den Rachtlokalen von Paris herumtreiben, namentlich aber die Eintänzer und bie Gigo'oS aller Arten, zur Zwangsarbeit in die Kolonien deportiert werden. Ist das Projekt durchgeführt, so ist das Passivum der Handels- und Zahlungsbilanz endgültig beseitigt, bie Stabilisierung der Währung gesichert und das Vaterland zum unwiderruflich letztenmal gerettet! Man muß dem Herrn ©tablrat zugestehen, daß er feinen Kampf mit außerordentlicher Zähigkeit führt. Täglich veröffentlicht er neue Eingaben, die er in dieser Sache an das Polizeipräsidium gemacht hat. Run hat er sich sogar die Unterstützung des großmächtigen Par- fümerienfabrifanten — und, fett neuestem. Zei- tungskönigS Coth — für fein Projekt gesichert. Monsieur Toty, der dem überdimen'ionalen Betrieb der Pariser Rachttokale immerhin einen erheblichen Teil seiner Millionen verdantt. kämpft wacker Schulter an Schulter mit dem biederen ©tablrat für beren Entvölkerung, was ehrenvoll ist und mit Rücksicht auf bie Unburdjfüßrbarfeit des Projektes kaum Verluste bringen wird. Andere volkswirtschaftliche Projekte, zu deren Durchführung sich neu auf tauchende Sterne am politischen Himmel bestens empfohlen halten, sind z. D. der Plan eine- ingeniösen Hirns, der alle Boulevards von Paris mit einer doppelten Allee von Ob st bäumen bepflanzen mochte. Vom Ertrag dieser Obsternte, versichert er. wird die ganze Stadt herrlich unb in Freuden (eben können. Ein anderer, ber entschlossen ist, Im Palais Bourbon die schlanke Linie und die Kalorieenlehre zu verteidigen, fordert die Erhebung einer neuen ©teuer auf sämtliche Speise n, einerlei ob sie im Geschäft gekauft ober im Restaurant serviert werden, unb zwar gestaffelt nach ihrem Kaloriengehalt. Auf diese Weife würde es möglich fein, olle anderen Steuern zu beseitigen. Die einzige gerechte Bemefsungsgrund- tage wäre gcaeben: Wer viel ißt, soll viel zahlen! Himmelhoch erhaben über so profane Dinge ist ein, wie er selbst versichert, verkannter, aber außerordentlich erfolgreicher Dichter, der seine Kandidatur auf dem Montparnasse ausgestellt hat. Versammlungen, Handzettel und Plakate lehnt er grundsätzlich ab. Er steht, wie sein llassischer Kollege, aus dem Standpunkt: odi pro- fanum vulgus et arceo... Was ihn aber nicht hindert, jeden Passanten anzusprechen, der am Wahllokal vorbeikommt, wo ber Poet den ganzen Tag und die halbe Rächt aushält — für geistige Arbeiter gibt es eben keinen Achtstundentag — und ihm sein transzendentales Programm umständlich und schwungvoll auseinanderfetzt. Da- sind einige von den 526 Edelsten der Nation, die ihre Kandidatur für ben Wahlkreis Seine — also für Paris — offiziell angemeldet haben. Ein paar Führergestalten. Wie aber sind die Geführten? Es gibt nur einen Ausdruck: amüf iert. Seit einigen Tagen sind bie Wählerversammlungen bas ancrbeliebteftc Spektakel. Spektakel muß natürlich sein. Es heißt ja: kontradiktorischer Abend. Und jeder Wahlwerber weiß, daß seine gesamte Konkurrenz sich in seiner Versammlung einsinden wird. Die Herren nehmen sogar in der Wahl des Datums dieser Versammlungen Rück- sicht aufeinander. Damit nur ja keiner zu kurz kommt. So lob' ich mir den Parlamentarismus! Einen einzigen Redner gibt es allerdings in Paris, der niemals ä u Worte kommt, ilnb dabei vielleicht der beste Redner der Stadt ist und zweifellos einer ihrer bedeutendsten Köpfe: Leon Blum, der unumschränkte Herr und Gebieter der Sozialisten. Sein Gegenkandidat im 20. Pariser Arrondissement ist ein Kommunist, der wegen Hochverrats ein paar 3aßre abzusitzen hat — bis ihn seine Wahl befreien wird. Die Kommunisten haben nun die liebenswürdige Taktik gewählt, jede Pariser Versammlung, in der Leon Blum al- Redner an» gefünbigt ist, dadurch zu bereitem, daß ihre Anhänger eine Stunde vor dem o ftziellen Anfang „Amnestie! Amnestie!" zu brüt en beginnen und nicht eher müde werben, a.s bis der gehaßte sozialistische Konkurrent den Saal verläßt. Begreiflich, daß da- kommunistische Organ darum täglich „kräftig gebaute Genossen ohne Lungenfpihenkatarrh für politische Zwecke" sucht. Weniger begreiflich, aber Tatsache, baß der ganze Saal, in dem die Kommunisten krakehten, Immer wieder und toiefrer begeistert m i 11 u t — obwohl sehr viele unter den Zuhörern geaichte sozialistische Parteigänger sind. Die Lust am Klamauk geht eben über alle Parteitreue. Und schließlich muß man in einem Land, in dem sogar Poincarö sich als Stühe der Linken deklariert, schon anstandshalber beweisen, daß man noch weiter links steht, al- der Rachbar, dessen Doll-seele gerade inS Kochen gekommen ist. In den Versammlungen der Rechten geht es, zumindest am Anfang, wesentlich gesitteter äu. DaS Hauptlontingent des Publikums stellen hier die jungen Herren von der „Ieunesse P a t r t o t i q u e", die mit ihrer In den schwungvoll gefbreliten ' ingern glimmenden Zigarette, ißrem BambuSstcckcyen und ihrer kleinen Freundin zur Seite sehr malerisch und, wenn der Redner gerade beim Kapllel Bürgerpflichten ist, ebenso todesmutig dreinsehen. Sie halten durch unb tun, als wären sie wirllich bei der Dache, biS enblich ein gegnerischer Zwischenruf die erwünschte Gelegenheit gibt, da« DambuSstöckchen in der nervigen Rechten in Bewegung und sich selber vor der erschauernden Freundin in Szene zu sehen. Abend für Abend gibt es in diesen Versammlungen Prügeleien — von denen man in der Oeffcntlichkeit freilich schon lange keine Rott- mehr nimmt, well die Sache nicht ganz so tragisch ist und erfahrungsgemäß ein einziger Polizeimann genügt, um dreihundert „Morituri" zur Raison zu bringen. Die zugleich beliebtesten und bewegtesten Versammlungen sind aber die. wo es überhaupt nicht um politische Gegensätze, sondern lediglich um persönliche Eifersüchteleien geht. Wie die Dinge in Frankreich heute liegen, stehen ja nicht verschiedene Parteien einander gegenüber, sondern ein einheitlicher Bürger block gegen eine einheitliche Opposition. Infolgedessen tanbibieren in den verschiedenen Wahlbezirken nicht zwei Kandidaten gegeneinander, sondern zwanzig. Unb jeder von ihnen hat den „wahren Ring". Der andere aber, der ist günstigenfalls ein Einschleicher in die Parteien, ein heimlicher Feind t«e. Republik — denn diese Republik, die oanz unb gari nicht in Gefahr ist, wird im Wahiz»mpf mehr strapaziert als irgendein anderer Schlager — dazu natürlich ein Korruptionist, Verleumder, Anstifter von Diebstählen und Einbruch-Versuchen. Zumindest! Wenn sehr ehrenwerte Herren, Geschäftsleute. Parteifekretäre, Schriftsteller und vor allem Advokaten, be in unglaublichen Mengen unter ben Kandidaten erscheinen so voneinander unb zueinanber reden, dürfen ihre Anhänger unb Freunde natürlich nicht zuruckbleiben. In den Versammlungen überschütten sie den (Segenfunbibaten mit einem Vokabular von phantastischem Reichtum, in dem sämt- l che Ausbrücke aus dem Verbrecher-Iargon, sämtliche Bezeichnung n für die Insassen unb die Produkte des V ehstalles. alle erdenklichen Kombinationen auS Zoologie ~nb Botanik Auferstehung feiern. Minutenlang kann man hören, wie ein überfüllter Saal nichts anderes durch- einanberschreit al- ben Ausdruck, ber in Deutschland unteren Götz, in Frankreich den braven General Cambronne unsterblich gemacht hat. Den Höhepunkt ber Polemik erreichte jedenfalls ein toelßbärtigcr Mann, den ich "ostern ben Gegner seine- Kanbibaten folgert ermaßen habe apostrophieren hören: „Ein Verv'.echer bist bu, ein Schurke, ein Zuchthäusler. Ich kenne dich sehr gut!“ Unb mit Stentorstimme wieberholte ec immer wieder unb wieder: „Sehr gut kenne ich dich! Ich bin selber vierzehn Iahre lang im Zuchthaus gesessen l" Im übrigen sind sie aber nicht böse aufeinander. Parlamentarismus. Das Tafelsüber zweier deutscher Kreuzer. Reuters Bureau meldet aus Sydney: Das Tafelsilber der OssizierSmessen ber deutschen Kreuzer „Scharnhorst" und „Leipzig", die im Iahre 1915 bei ben Faltla idsinseln (an.en, wird der deutschen Regierung durch brn hiesigen Generalkonsul als ein besonderer A.t des Ent- aegenkommenS von dem australischen Siaatnr- bunb zurückgegeben werden. Wir daS Tasel- silber nach Sydney gelangte, ist bisher noch ein Geheimnis. Man nimmt an. baß die Deutsch, n eS auS Sicherheitsgrünben auf den Karolinen hinterließen unb baß es bann nach ber japanischen Besetzung der Insel seinen Wcg nach Sydney fand. Dort wurde es einige Iahre später in einem Gaben entdeckt un) von ber Zollbehörde beschlagnahmt. Oie Weiteplaae. o dj Ktt--— — Donn ersta?' den f2&--- Jtalendj. |------- j» - • JtnHiTen------ \ ■ Qweinfffloi O nrnrr ® woiiug. • etettei • ^(hnf< G trauern e K 6rv>ntf.(g)wineMiii«. .q, 7V «irnir» Oi> j5 natsw tud^uowcsi q iiuraiync» tordwnfc oir *lfnr fliegen M-I atm v,nat txiae» 5ut>ontn itencnet" la» itn ge>rn du Temperatur an P umeerrceneir» tufidzuc* Wettervoraussage. Das Isländische Hochdruckgebiet hat sich weiter ostwärts nach Skandinavien hin ausaebredet unb feine Äaftluftmaffen füllen das mit seinem Stern« gebiet über Dänemark liegende lief weiter auf. Somit dürfte auch der Storungseinsluß weiter ad- nehmen und die Wetterlage einer Beruhigung ent« gegengehen Wenn auch tagsüber eine langsame Erwärmung einsetzt, so gehen doch nachts die Temperaturen in Qefiicrpunttnäße und stellenweise sogar noch darunter zurück. Wettervoraussage für Samstag: Etwas ruhiger, teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, tagsüber wärmer, nachts jedoch Temperaturen um Null, meist trocken. WitterungsaussichtensürSonntag: Zeitweise bewölkt, vorwiegend trocken und weitere Erwärmung wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 19. April: mittags 5,7 Grad Celsius, abends 33 Grad Celsius: am 20. April: morgen# 3 Grad Celsius. Maximum 7,8 Grad del» sius, Minimum 03 Grad Celsius — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe am 19. April: abends 7,8 (Brab Celsius: am 20. April: morgen» 4,8 Grad Celsius. — Niederschlage 1,8 Millimeter. — Sonnen« fcheindauer sechs Stunden. Sttunbtn i0”6 Ha ««14 ,L « die =.+ '-te £ -Ä?« Z.^nhÄ- v"tir tn J Kan-j, Ä -u»- c>& S'K? tzM ”? Kanblbaik» 'finanzier ceZni JJ*"^ nofür.'i*' Jmmlungen über. A M tuitm TJcfa- >« 3n|df]en Und die e ^chro äo-k. Lrtl) ^clanil Qtif. 9 « man hör» Ö‘j anderes durch. N,dn in Drisch, '^ich den bwtwn ' SMacht ha,. $„ V ledensalls ein '^n den ®tp« na^en Hobe flte, ,'* bist du, ein H lenne dich sehr M vitdechvlt« er Nt gut kenne ich iuN Jahre lang tu >r>M |inb |it abu Mrota-iSmuS. »eWkkSnM aus Sydney: kai ssen h-r Milchen ib »Leipzig , die .tla.idsiMn ian.ro, 1 durch dm hiesigen krer Hit brt Snt* italischen Slaatm- eben. Mr das Takel» ist bisher noch ein -ah die Deutsch.» auf btn Karses bann nai btt Jnfef feinen Beg wurde eS e'.nigr n entdeckt un> non nl K -rtS-*5 (1 lid) «eiter -biet b0* Sjet und f fiS Ärm- » De weiter »uf- «et *j*a* trüber je und l[sU öawbinö- MWS 1 laa1 <» “* s1®«» Hw* 0 7/o 0wx< NUR MIT DEM HERZ® AUf DER . SOM Ul >'W ^BSESQS^ Au- der Provinzialhaupistadt. Dietzen, den 22. April 1928. Kennt die Mutter -der der Lehrer das Kind am besten? Dirke Frage ist jetzt beim Beginn des neuen Schuljahre« van besonderer Bedeutung. Die Ant- iport ist nicht ko einfach. wenn sie objektiv sei» toll. Die Dütter und Eltern werden mit nxni» acn Ausnahmen glauben, datz sie da« Kind bekker 'ennen aU der Lehrer, weil sie gefühlsmätzlg an bU LLtung der Frage gehen. Da« Äi n D lätzt sich in -weis acher Bedeutung erkennen nämlich al« Einzel« »ef«n. wie die Mutter e« sieht, und aU Klietz der Gem«1nfch ast, al« Kind unter anderen, tote <4 der Lehrer vor sich hat. Au« der Derschiedenheit der beiden Blickpunkte erklären sich die abweichenden Urteile von Mutter mb Lehrer über dasselbe Kind. Auch nach der Geburt bleibt das Kind noch nit der Mutter in besonderem Matze verbunden. Sie versteht e« in seiner Hlllsbedürftigkeit und einer ersten Sprache ganz. Sie liebt e« wie )cr Künstler ein Kunstwerk, und bangt um c«. Den» sie e« mit dem sechsten Jahve zur Schule uhrt. Run kommt e« in die OesientUchkeit und st der Kritik ausgesetzt. Ein Kind, das die Mutter für begabt hält, fällt untef der Wenge richt aus. e« ist ein RormaUlnd. oder leistet )as Eesvrderte kaum. Die Mutter aber glaubt an tine besondere Begabung, weil es so Inter- »ssante Stnsälle hatte, weil e« Immer so aus- xweckt war. Wenn nun gar der Lehrer einen unverträglichen Charakter seststeilt. den die Mutter nie gemerkt hat, vielleicht, weil das Kind immer feinen Willen bekam, dann glaubt sie bestimmt m eine salsche Beurteilung durch den Lehrer. Vie tröstet lich damit, datz der Lehrer in der kurzen Zeit ihr Kind noch nicht richtig beurteilen könne Oint Mutter wird ihr Kind nie richtig sehen weil ihr Gefühl zu übermächtig ist. Trotz aller Mühe wird sie immer nur fest- telkn, was da« Kind ihr bedeutet, nicht aber, vas ei in der Gemeinschaft anderer Kinder Toert ist. ob seine Anlagen für Schule und Leben euSceichen ob es sich im Kamps um« Dasein -urchsetzen wird. Zu dieser "Beurteilung kehlt es kr Mutter an Bergleichsmomenten, die der Lehrer hat. Hundert« von Kindern sind durch lein« Hände gegangen, deren Entwicklung im Leben er beobachten konnte, er hat einen 6t- lahrungskchay. tote ihn die Mutter nicht haben Iann. Trotzdem lassen sich Mütter über Cha- raktermängel ihrer Kinder nicht leicht belehren, anders ist es schon mit dem Urteil d«S Lehrer« über Leistungen, dem He eher Gehör schenken. Äeder verständige Lehrer wird der Mutter gern einräumen, datz sich die Begabung de« Kinde« ost nicht an schulmätziyen Leistungen mit Bestimmtheit feit ft eilen lätzt. E« gibt Fähigkeiten bei Geistes, die Im lehrplanmätzigen Betrieb le« Massen unterricht« nicht zur Entfaltung kom- inen. Das weitz auch der Lehrer, und deswegen erstrebt er Heinere Klassen und freiere Unterrichts mögt ich ketten, damit jedes Kind mehr als früher zu feiner Entfaltung komme. Die Mutter aber soll sich nicht leicht über schlechte Leistungen ihre« Kinde« hinwegtrösten und auch bei verschiedener Beurteilung den Lehrer fragen, was er von ihrem Kinde hält. Der Lehrer ist ja nicht nur Beamter, der den Stoll de« Lehrplans den Kindern übermittelt, sondern auch als Erzieher Kenner der Kindesseele. Wer kennt nun das Kind befkrT Beide in ihrer Art. die Mutter sicht es al« Einzelwesen, der Lehrer al« Glied der Gemeinschaft. _ Er urteilt vergleichsweise im Hinblick auf die Forderungen de« Leben« und die Fähigkeiten anderer Kinder. Sein Urteil wird daher für das Leben bcz Kindes sicherlich objektiver und bedeutungsvoller feie. & Taten für Lamtztag 21. April. Sonnenaufgang 4.53 Uhr. Sonnenuntergang 19.05 Uhr — Mondaufgang 5.44 Uhr. Mondunter. gang 2101 Uhr. 1485: Ulrich von Hutten auf Burg Steckelberg bei Fulda geboren (gestorben 1523); — 1782: der Pädagoge Friedrich Fröbel zu Oberweitzbach in Thüringen geboren (gestorben 1852); — 1808. Johann Michern, der P gründer der Innern Mif. fion in Deutschland, in Hamburg geboren (gestorben 1881); — 1821: der Philosoph und Geschichte schreibet Hippolyte Tain« in Bouzier» geboren (gestorben 1893), — 1858. der Alpinist Deneral Theodor Mundt in Ludwigsburg geboren, — 1898: Beginn des spanisch amerikanischen Krieges; — 1918: der Flieger Manfred von Siichthofen fällt bei Sailly-lc Ser (geboren 1892); — 1924: die italienische Schauspielerin Eleonore Düse in Pitlsdurg gestorben (geboren 1859). Pornotizen. — TageSkalender fürFreitag. Stadt- tbcaler, 7.30 Uhr: .Da« Kamel geht durch da« Nadelöhr"" (Snd« 9.45 Uhr). — Lichtspielhaus Bahnhosstratze: .Die Sach« mit Schoersiegel". — Astoria-Llchtspicl«: .Der geheimnisvolle Rächer." — MlkitSrperfonalien. Mit Wirkung vom l. April sind durch Qkrfügung de« Reichs- wehrmlnisters besördert worden: Oberleutnant Zschorllch xum Hauptmann, Leutnant Rau - s c r zum Oberleutnant. Hauptmann Z s ch o r l i ch wurd« al« Hauptmann beim Stabe zum AuS- bildungSbatalllon Marburg versetzt. • • Personalien. Durch die Kirchenregie- rung wurde dem Pjarrer Johann Adam L a y e r zu Mittel-Seemen die evangelische Psarrstelle zu Landenhausen, Dekanat Lauterbach, übertragen. — Ernannt wurde die prov. Handarbeitslehrerin an der Dolk«schule zu Aliendorf a. d. Lda. und Umgegend, Kreis Dietzen, Elisabeth Merkel, zur Handarbeitslehrerin an dieser Schule, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritt« ab. • • D i e hessischen Beamten am 1. Mai. Da« hessische Gesamtmtnisterium hat beschlossen, datz e« wegen der Befreiung vom Dienste am 1 Mai bei den vorjährigen Bestimmungen verbleibt. • • Das neue Schuljahr für die hiesigen Bolls- und Fortbildungsschulen beginnt am nächsten Montag An diesem Tage können vormittags noch schulpflichtig werdende Kinder für die Volksschule angemeldet werden, die FortbilDunasschul- pslichtigen haben lich vormittag« In den Schulen zu melden. Nähere« in der heutigen Bekanntmachung des Stadtschulamte«. • • Goldene Hochzeit. Schneidermeister Jakob Schreiner und Ehefrau Margarete, geb. Rlcvlei. Damm st ratze 80 wohnhaft begehen am nächsten Sonntag. 22 April, ihre goldene Hochzeit. •* Denef izvorftellung im Stadt- letaler. Man schreibt uns: Wie an dieser Stelle sowie im Anzeigenteil schon betanntge- geben, veranstaltet die Künstlcrschast des Stadt- tbcalcrt zum Besten der Wohlfahrt-kasie am nächsten Samstagabend — 8 Uhr — eine Ausführung von Zuckmaher« Kleistprcis-Lust- fpiel .Der fröhliche Weinberg' Diele eiiwnalige Wiederyolung des vor zwei Oabrcn auch hier mit grobem Erfolg gegebenen blutvollen Stückes, das in Rheinhessen im Weinherbst Amw Einundzwanzig spielt und voll bodenständiger Unmittelbarkeit und echten Humorist. wird wohl als willkommen« Gekegenheit begrübt werden. Der gute Zweck möge doppelt« Beranlasiung lein zu recht zahlreichem Beluch. E« gelten gewöhnliche Eintrittspreise. •• Wohltällgkeitsko.izcrt in der Nervenklinik. Wan berichtet uns: Der Demhardtlch« Zither- und Mandolinen-Ehor (Sieben konzertierte vor einigen Tagen unter Leitung de« Muliklchrers Wigand Gernhardt in 6er Nerven kl in ik. Der Ehor bot ausgezeichnete Leistungen. Aus dem Programm sei besonders da« Zithcr-Doppelquartett erwähnt. Die Patienten waren lehr erfreut und spendeten reichen Bei s all. •• Der "Verein Rudersport ®leben 1913 hielt am vorigen Sonntag fein diesjähriges Anrudcrn ab. Eine stattliche Schor Mitglieder mit ihren Angehörigen halte sich zu diefem Zweck im VootShauie elngefunden. An der Auffahrt beteiligten fich folgende Boote, die in Kiellinie den Bootsplatz panierten: ein Einer, drei Vierer, ein Achter und acht Paddelboote. Nach Beendigung der Auffahrt fand im Bvotshaufe die Trainingüverpfltchlung der Ruderer statt. Zwanzig junge Leute bekundeten durch Handschlag ihrem Dvrkldenden, datz sic bereit sind, in diesem Sommer da« Training durchzusühren. Die Training«- leitung liegt in den Händen De« bewährten Ruderlehrer« Wenzel von hier •• DerDeutscheBauschulbund, D r t • • gruppeGiehen. hat auch im Winter 1927 28, wie man un» schreibt, durch den Deutschen Zernent- bund. Bauberatungsstelle Frankfurt a. M.. unter Leitung Des fRcgierungsbaumrifter» Warner zwei Eisenbetonlehrkurfe abgehatten. um seinen UJlitglicDern unD anderen Bausochlcuten (Belegen- Helt zu geben, ihre Kenntnisse im C.senbetonbau zu erweitern. Im ersten Kursus wurde In mehr als 15 Doppelstunden besonders nutzer der Theorie des Betons und Eisenbetons und seiner Berech- nungsweisc Die giinst gste Zusammensetzung Des Materials unter Berucks chtigung feiner grofelen Festigkeit und Wirtschaftlichkeit zum Vortrag ge> bracht. Der zweite Kursus führte die Teilnehmer in die Berechnung und ÄonftruMion prokt fcher Beispiele mannigfaltigster Art ouf dem Gebiete des Hoch, Ties- und Industriebaues ein An den Kurs- abciiDen. die über 30 Doppelstunden in Anspruch nahmen, beteiligten sich mehr Denn 30 Teilnehmer, und zwar alles Bauleute, die In hiesigen unD aus- märtigen Bauunternehmungen, bei Arch Ickten und bei Den verfchleDenen Baubehörden in Der Praxis tätig sind. Die noch immerhin recht junge Kunst Der heutigen Beton- und Eisenbetonbauweise macht es erforderlich, Datz fich alle diejenigen, die sie aus- üben, von Zeit zu Zeit mit Den Neuerungen der Konstruktionsmäglichkeiten und der Berechnungs- nrn wetz, Metront machen Der Deutsch« Zemenchnnd. der in Gemeinschaft mit den verschiebenen float- 3prr Aee 14118» flalHaff. flcrueitel'xter, Vlnklatt fliia reine flihixeie Mittel bei tHoiur Kräuter-"“! s Zeder staun! über mein e billigen preif e! 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Der Voranschlag der Gemeinde Burt- ardsselden für Rj. 1928 liegt vom 20.April 1928 dis einfchiietzlich 26. April 1928 auf unferem Bureau zur Einsicht der Inter- efienten offen. 41O5D Es ist die Erhebung einer Umlage be- schlossen, zu der auch die Ausmärker bei- zutragen haben. Burkhardsfelden, den 19. April 1928. Bürgermeisterei Burkhardsfelden. Albach. Abbruch- ' • material und alten Lehm obzugcden Baustelle am ^aurleidevg CJ\)e//marfo Verkaufestrllen: Heinrich Nkklaas, »eifenhandjung. Kaiserallee 2 "“'A Frau <’nrl Jekei Witwe. Kolunialw, Marburger Straße 25. Das Geld für Ihre Sommerreise können Sie zum großen Tell er übrigen, wenn Sie geplaoie Neu Anichaflungen zurückstellen und ihre getragene Garderobe Herren . Damen und Kinderkleider bei uns cbemisdi reinigen lassen. Wenn Siofl und Farbe noch gut erhalten sind, so tun sie Ihnen die gleichen Dienste wie neue. Färberei • Braubach «tFischer Selteraw eg 79a z»td ERZ- fürüerwn steht an der Spitze aller Belten und Waschmittel O. H. Oehmlg- Weidlich. Zeitz Bekanntmachung. Das neue Schuljahr beginnt für die hie- siae Volks- und Fortbildungsschule am TNontag. dem 23. April 1928. Schulpflichtig werdende Kinder find, wenn es noch nicht geschehen sein sollte, an diesem Tage, vormittags 10 Uhr, anzu- melden, und zwar die Knaben im Schul- Haus Nordanlaae und die Mädchen im Schulhaus Schillerstraße. 4108B Die in die Fortbildungsschule neu ein- tretenden Schüler und Schülerinnen haben sich am 23. April 1928, um 9 Uhr vormittag», zu melden. 1. in der Alten Klinik für die allgemeine und kaufmännische Abteilung, 2. im Schulhaus Neustadt für die Mädchenabteilung, 3. in dem Gewerbehaus Kirchstraße für die gewerbliche Abteilung. Fortbildungsschulpflichtig werden mit Beginn des neuen Schuljahres alle Schüler und Schülerinnen, die zu Ostern aus der Volksschule entlassen werden und die aus höheren Schulen nach achtjährigem und mehr als achtjährigem Schulbesuch, aber vor vollendetem 10. Schuljahr ausgetreten sind. Gießen, den 18. April 1928. Stadtschulamt. I. V.: Dr. Alle s. Den fodeno StfiiDPlneiireifen folgt weiterer WsaWlug! 1» mag. Bauchlavvcu Bid. 0.72 la Cchw.-Fl.m. Lchwan.Psd.0.85 le Schweinefleisch znm Braten u. Nollbrot.Bfs. 0.90 la Kam mit, u. ff otclett Pfd. i .00 la 'Hinb u.Ccbicnflciicü'Biö. 1.0& la junges Mastfletsch P»d. 0.75 la ff nlbflcttd)___________Pld. 1.10 la «Mciidjiuurit 'Wfb. 0.90 la Ycbcr- n. Blutwurst Bld. 0.50 le fft.C>rtudnt. Vcbcrlo. '13fö. 0.80 la sst. HauSm. Blutw. Pfd. 1,00 la fst.ZuugcublutwurstBfa. 1.20 la fü.lUiihdjnitt Pfd. 1.60 la Schmalz, roü u. auS gelassen .'Lid. 0.80 u. 0.95 Alle andern Sorten ffleiirb» und Wuritwarcn in la Qualität zu bekannt billigen 'Hielten. Gebrüder Jakob Fabrik fein.Fletsch- «.Wuistwaien Neuenweg 10, Telephon 1160 ___41I6D Begabter Junge al» Kausm.-Lehrling Lch'iltcuguissen iofort gesucht. Schriftliche Bewerbungen mtt Schulzeugnissen erbeten. 41040 Georg Appel. 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April 1928 (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfeu) Schach dem Meere! Wie etz zu dem Zuiderjccprojekt kam. Don unserem nach Holland entsandten str.-Gonderberichterstatter. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Wietingen, im April. 3m letzten Jahrzehnt hat die politische Landkarte Europas so manche Dc.Lnderung erfahren, aber in topographischer Hinsicht ist alles beim Alten geblieben — bis auf Holland. daS ausgerechnet im Jahre 1918, als die übrige Welt sich eben anschickte, auf Kosten Deutschlands und Oesterreichs ein paar fette Länderbrocken zu schlucken, den Sntichluh faßte. sein Gebiet um ein Siebentel seines bisherigen HmfangcS zu ver- gröhern. Auf friedliche Weise — versteht sich, sofern man einen schier gigantischen Kampf mit der Ra tut, mit den gewaltigen Fluten des * Meeres, nicht auch als Krieg auffassen will. Vormals fuhren die Holländer mit ihren Schiffen über den Ozean und gründeten Kolonien, schüttelten di« spanische Fremdherrschaft ab •r.u errangen ihre llnadhängigkeit. Dach wechselvollen Schicksalen, nachdem 1795 hier französische Jakobiner die batavische Republik ausgerufen hatten, vereinigte der Wiener Kongreß die gesamten Diederlande nach 25djähriger Trennung wieder zu einem Königreich. Seither nahm Holland eine ruhige, ungestörte Entwicklung. Auch das jähe Ausflammen des Weltkrieges änderte an diesem Zustande nichts, obgleich natürlich die Liederlande durch die Kämpfe in den Dachbarstaaten wirtschaftlich ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wurden. Diese friedliche, durch keinerlei Wirrnisse ustd llmwälzungen bedrohte Entfaltung muh ausdrücklich betont werden, wenn man begreiflich machen will, wieso di« Holländer gerade in einer Zeit, da die Well aus den Fugen zu gehen schien und nahezu ganz Europa von einer fanatischen Zerstörungswut erfaßt war. durch das Gesetz vom 14.3uni 1918 eines der größten technischen Aufbauwerke der Menschheit in Angriff nahm. Ss ist dies das Gesetz bezüglich der Abschttehung uni) teilweisen Trocken- legun g der Zuibersee. Fast zehn 3ahre sind seither verflossen. Manches mußte inzwischen aus dem ursprüngliche Gesetzentwurf geändert werden, aber der Grundplan blieb bestehen, ja noch mehr, die Arbeiten wurden bereits mit zähem Willen aufgenommen. um nach einer durch finanzielle Schwierigkeiten bedingten Atempause während der 3ahre 1922 biS 1925 jetzt in beschleunigtem Tempo fortgesetzt zu werden. Fast zwei 3ahrzehnte dürfte eS noch dauern, bis daS große Werk seine Krönung erfahren wird. Aber schon heute bietet sich dem Besucher der Zuiderieeanlagen ein eindrucksvolles Bild. Tag und Dacht brummen die Daggermaschinen, immer neue Dämme und Deiche schichten sich auf. an deren steinernen Wänden grollend die Wogen des MeereS abprallen, Meter auf Meter wird der See abgetrotzt. Mag da und dort Flut oder Sturm den Gebilden aus Menschenhand manchen Heinen Schabernack spielen, manches unerwartete Mißgeschick verursachen, der Enderfolg kann und wird nicht ausbleiben! Die Absicht, das viele hunderttausend Hektar große Decken der Zuider- see auszuschöp'en und urbar zu machen, ja noch mehr, das zwischen den Dord!ee-3nseln und den heutigen Küsten Hollands sich erstreckende Wattenmeer iroden zu legen, bestand schon sell langem. Wo die Dordsee sich nach Süden verschmälert, liegen die bekannten, niedrigen Gebiete der Diederlande, größtenteils sogar tiefer a l S der Meeresspiegel. Durch Dünen und Deiche werden sie vor Lieberschwemmungen geschützt. Dun muß man toi ff en, daß die von Dorden nach Osten umbiegende Küstenlin'.e dieses Landes ursprünglich eine fast ununterbrochene Dünenkette war, nur an einzelnen Stellen t>ae den Äusmündungen der großen Ströme Schelde. Maas und Rhein durchschnitten. An mehreren Stellen, vor allem im Dorden. ereigneten sich einst in dieser Dünenreihe verschiedene Durchbrüche. Weite Strecken des dahinter gelegenen Landes wurden weggerisseu oder überschwemmt. Was man von den französischen Wahlen wissen muß. Don unserem v. l. -Berichterstatter. Nachdruck auch mit Quellenangabe, verboten Paris. Mitte 2lprll 1928. ES ist nicht leicht für den Deutschen, sich in den französischen Partcioerhältnilsen zurechtzu inden. Bei der Brdeutung der französischen Wahl erscheint es aber alS ein Gebot der politischen Klugheit sich eingehend mit ihnen zu beschäftigen da sie sicherlich auf die bevorstehendrn Wahlen in den anderen europäischen Ländern nicht ohne Einfluß bleiben werden DaS französische Parteiwesen weicht von dem deutschen und englischen in sehr we entlichen Punkten ab. Frankreich kennt Zeine großen, ft r a f f organisierten Parteien. Sine Ausnahme machen nur die Gruppierungen drr äußersten Rech en und der äußersten Qlnfen: die Liga der Action 5ran;aik und die sozialistischen und kommunistischen Parteien. Aber auch ihre Anhungerzahl bleibt hinter ähnlichen Organisot'.onen und Parteien d'S Auslandes weit zurück. Die Ausgabe aller anderen Parteigtup- blerungcn. die auS den Wahlkomitees gebildet werden, besteht in der Aufstellung deS W a h l p r o g t a m m S und der Kandidaten. Den Gruppen in den beiden französischen Parlamenten. dem Senat und der Kammer, entsprechen daher auch keine organisierten Parteigeb.Ide im Lande, wiederum mit Ausnahme der Sozialisten und Kommunisten und den Anhängern der Action Fran^aise. das heißt der Royalisten. Die 2lb- geordnelen der einzelnen Parteien gehören den verschiedensten Gruppen in der Kammer an und umgekehrt. DieS erklärt die sehr lose Zugehörigkeit des Abgeordneten zu der Partei und der parlamentarischen Gruppe, der er sich ange schloffen hat. Eine Parteidi ziplin, etwa nach deutschem oder angli'chem Muster, wird nicht und kann auch gar nicht auSgeübt werden. Die Minderheit ist durch die Beschlüsse der Mehrheit nicht gebunden. Bei der Abstimmung über die wichtigsten Fragen ereignet eS sich ost. daß Abgeordnete der gleichen Gruppe völlig verschieden stimmen. Auch die gleichnamigen Gruppen in Senat unb Kammer nehmen oft abweichende Hallungen ein und stimmen, wie dies während der letzten Sitzungsperiode häufiger vor- kom, die eine für. die andere gegen die Regierung. Bezeichnend ist weiterhin, daß die Kammer zehn Parteigruppen zählt, während der Senat nur sechs auftoeift. Die im 3ahre 1924 gewählte Kammer kannte folgende Gruppen, die hier der Reihenfolge nach von recht« nach links aufgeführt seien, wobei wir einige der wichttgsten, auch in Deutschland bekannten Abgeordneten nennen wollen. Bei den stets schwanlenden Stärkeverhältnissen hat die Zahl der Abgeordneten der einzelnen Gruppen eine nur schätzungsweise Bedeutung. 1. Republ.-demokr. U n i o n, 98 Abgeordnete. 3hr gehört der gcgentoärtlgc Pension-- miniftcr Marin und der Abg. Taittinger an. 2. Die Demokraten. 14 Abgeordnete. 3. Die Gruppe der republ.-demokr. Linken. 32 Abg. (Maginot. Reibel, Handelsminister Dokanowfki). 4. Die Gruppe der unabhängigen Linken. 15 Abg. (Le Trocquer). 5. Die Gruppe der republ. Linken. 32 Abg (Marineminister Leygues. Dariac). 6. Gruppe der radikalen Linken. 38 Abg. (Loucheur, Lhappedelaine. Daniel-Dtncett). 7. Die Gruppe der Radikalen und Radi k a l - S o z i a l l st e n. 136 Abg. (Dalavier. Hertivt. Ackerbauminister Queuille, Georges Bonnet). 8. Gruppe der republ. S o a i a I i ft c n. 40 Abg. (Driand. Painlevü, Admiral 3auröS). 9. Gruppe der Sozialisten. 95 Abg. (Leon Dlum, Dincenl-Auriol. Duiffon, Renaudel. Paul- Boncvur). „ ,, 10. Die K ommunlsten. 2 Abg. (Eachin. Dvriot). Wenn man die einzelnen Gruppen überprüft, so tnirh mnn feststellen können, daß sie alle, auch die rechteste Gruppe. Parttinamen tragen, die den Unwillen den bg^u verleiten könnten, in ihnen eine LinkSgruppe zu erblicken. Diese Bezeichnungen der Parteien sind eine Kon,e ©rüningen, 19. April. 3n einer außerordentlichen Generalversammlung deS M ä n - nergesangvereinS .Eintracht" wurde befchwsfen, am Sonntag, 29. April, einen Ausflug nach L i ch und am 8. 3uli gemeinsam mit dem Gesangverein .Heiterkeit" Dors-Gill eine Rheinfahrt zu unternehmen. Schon heute liegt hierzu eine große Zahl Anmeldungen vor. Man rechnet damit, daß sich allein auS unserem Dorfe etwa 100 Personen beteiligen werden. df. LangSdors, 19. April. Eine Sache, bie schon seit Wochen die Gemüter bewegt, ist die PfarrhauSsrage und bie bannt zusammenhängende Besetzung der schon fast 2 3ahve verwaisten P f a r r st e 11 e. Sie hat nun. Hollen wird endgültig, ihre Lösung gefunöen. GS lagen zwei Projekte vor. Entweder sollte daS Pfarrhaus renoviert werden, wofür 8000 Mark vorgesehen waren, oder aber bie kurz vor dem Don bem ursprünglichen Küstengebiet blieben bie Rorbseeinseln als einsame Pfeiler zurück. Wann dieS geschah, ist nicht genau bekannt. Man nimmt einen allmählichen Prozeß an. Ende deS 12.3ahrhunderts dürfte bie Zuibersee bei einer Sturmflut ihren noch heute bestehenden Umfang erhallen haben. Zwischen dem eigenttichen Becken der Zuider- fee, dem früheren Flevosee, (ungefähr südlich der Linie Snkhuizen—Stavoren) und dem nördlichen Teil, dem Wattenmeer, daS sich von Wieringen-Harlingen gegen Horben erstreckt, besteht ein bemerkenswerter Unterschied, der dazu führte, daß man wohl bie Zuibersee, nicht aber das Wattenmeer entwässert. . Das Zuiberbecken besitzt nämlich ein sehr gleichmäßiges Dobenrelies. Don den Küsten nach der Mitte nimmt die Tiese von 0 biS 4,50 Meter unter bem normalen Amsterdamer Wasserstand (b. i. ungefähr der mittlere Wasserstand des Meeres) zu. Rur im Westen der 3nsel Urf, die sich in zehn bis fünfzehn 3obren mit dem Festland vermählen wird, liegt zur Zeit noch eine 6 Meter tiefe Rinne. Die Gezeitenbewegung in diesem Gebiet ist ganz unbeträchtlich, auch die S.romgefchw.ndigreit kaum der Rede wert, dazu verspricht der schlammige Seegrund Fruchtbarkeit. Dagegen weist das Bvdenrelief des Wattenmeeres große Unregelmäßigkeiten auf. Hohe Eandvlatten, die bei ebbe natürlich trocken liegen. werden durch viele Hefe Rinnen getrennt. Auch Ebbe und Flut machen sich bier_ in weit höherem Maße bemerkbar. Alles Umstände, die einer Trockenlegung im Wege stehen. Somit begnügte man sich mit der Zuidersee. Der älteste Plan zu ihrer Entwässerung datiert aus dem 17. 3ahrhundert. Es hätte wenig Zweck, die einzelnen Phasen anzusühren, die schließlich den langgehegten, oft verworfenen oder zurückgestell- ten Plan zur Tat reifen ließen. Genug — als 1918 das Gesetz zur Errichtung der Zuidersee- toerfe angenommen war. begann man ein 3ahr später mit den Vorbereitungen unb 1920 mit der Arbeit. Mit der sogenannten »Einschränkung deS AmsteldiepS" fing man an. Der Abstand zwischen der nordholländischen Küste und der 3nfel HJieringen, in der Richtung deS entworfenen Abschlußdeiches gemessen, beträgt ungefähr 2500 Meter. BiS 1200 Meter von bet nord- hottändifchen Küste erstreckt sich eine auf Riedrig- wasser gelegene Watte, ber Balgsand. Die restlichen 1300 Meter werden vom Amsteldiev eingenommen, das aus zwei Rinnen besteht. Die „Einschränkung" würbe nun in bet Weise durchgesührt, daß man den Boden dieser beiden Rinnen die bisher eine Tiese von 12 biS 7 Meter unter Amsterdamer Wasserstand belaßen, durch einen Deich biS auf 4,50 Meter unter Rormal- wasserstand erhöhte, und zwar mit einer derartigen Kronenbreite, daß der weitere Oberbau deS Deiches zweckmäßig daraus anschließcn kann. Selbstverständlich hätte man auch höher bauen können. Aber dies lag vorläufig weder im 3nter» esse der Schiffahrt noch in bem bet Entwässerung. 3m folgenden 3ahre. 1921, errichtete man am Oftpunkt der 3nsel Wietingen, und zwar in der Rähe des Dorfes Den Oe Der, einen Betriebshalen großen Stils, um hier das riesige Baumaterial einzulagern, das für bie Errichtung des großen Anschluhdeiches zwischen Wietingen und Friesland erforderlich ist. Wenn dieser 30 Kilometer lange und 90 Meter breite Abschlußdeich fix unb fertig dasteht, dann ist die schwerste Etappe deS gewaltigen Werkes überwunden, bie endgültige Abschnürung der Zuidersee von der Rordsee. gewisfermahen eine Trennung von Tisch und Bett, vollzogen. 3ch erwähnte im Anfang, daß Holland jetzt in topographischer Hinsicht manche Deränderung auszuweisen hat. die in den meisten Landkarten noch gar nicht ausgezeichnet ist. DaS soll heißen: die 3nfel Wietingen ist heute keine 3 n f e l mehr. Denn der Abschlußdeich zwischen Rordhvlland und Wietingen wurde bereits vollendet. Wietingen gehört jetzt gewissermaßen dem Festlande an. Die Rordsee kann sich grau, blau ober weiß ärgern. eS hilft ihr alles nichts. Hier ist ihr für die Zukunft ein Damm gesetzt. BiS hierher unb nicht weiter! Dahinter wird bereits fleißig gepoldert. Turnen, Sport und Spiel das Amsterdamer Olympische Grund eines entsprechenden Kreis Alsfeld. Verzügen und fü Das Theater und das Drama cigentüm! Die Bau- Weimer, Fußballturnier, auf Beschlusses d der und am 9. und Pronin« n z Ober« 20 Iußballnaiionen in Amsterdam Bis zum offiziellen Nennungsschluß haben zwan- 2lber al« er am nächsten Morgen sein Pferd lullern ging, kam er lick trat, f#in.»r ftnRr» steinen errichtet, dient zum Aufstellen von landwirtschaftlichen Maschinen und, trägt an der Straßenfrollt in großen, leuchtenden Buchstaben die Zirmenaulschrift. — Die Firma Rumpf läßt gegenwärtig ebenfalls einen Fabrik- Erwei terungsbau errichten. arbeiten werden von der Bouflrnia Dießen, ausgeführt. ging, kam er sich trotz feiner Jahre Q-.. x veriüngt vor. ES war eine andere Ri e «’ man meinen mußte. eS wür- . k Ä ^"o^pen an Daumen und Sträuchern xu- flr*!ftcr Su‘ Mensch?n auf den Straßen ""attc. Es wollte keine Stirn- inung Guflomnien. lieber dem alten Familien- fofa leuchtete traurig die Droschkennummer 4192, Du säuberlich au« Silberpapier geschnitten und auf Pappe geklebt war. Die Musik stöhnte unbeholfen, ächzte und pustete während der langen Gesprächspausen, in denen jeder feiner Erin» nÄtung nachging und die Ergebnisse seiner vergleichenden Rachforschunaen nicht auszusprechen wagte. Erst gegen Abend, als der Willy Kal- weit nach einem fuhrenreichen Tag nach Hause kam und sogar „flüssige Wärme^ mitbrachte, ^urde di« Gesellfchait lebhafter, obwohl der altL Kalweit ganz richtig bei sich fest stellte, oafi du* Freude über feinen Ehrentag erst von den Einkünften seiner Benzin-Konkurrenz bestritten werden mußte. getragen werden. Wie der Amsterdamer WTB.« Vertreter jedoch zuverlässig erfäyrt, besteht große Wahrscheinlichkeit, daß das Pokalsystem sol- len gelassen wird und an seine Stelle eine Art Repechagesystem tritt. Die Zahl der auszutragen, den Olympischen Fußballspiele würde sich hierdurch ganz beträchtlich, und zwar auf 35, erhöhen. Eine weitere wichtige Folge dieser Systemänderung würde sein, daß eine gewisse Anzahl Spiele außerhalb Amsterdams, in erster Linie in Haarlem, Haag und Rotterdam zum Austrag kämen. Auf das zuerst geplante Trostturnier wird man nunmehr verzichten. Die endgültige Entscheidung über die Anwendung dieses Systems hängt noch von einem entsprechenden Beschluß des Vorstandes der Fifa ab, doch zweifelt man in maßgebenden Kreisen kaum noch daran, daß fein Be schluß anders, als in dem bargelegten Sinne aus- fallen werde. Kunstturnen auf der Olympiade. Für die Olympischen Wettbewerbe Im Kunstturnen haben bereits einen Monat vor dem ofsizlellen Rennungsschlutz 19 Länder ihre Meldungen abgegeben. Es steht damit jetzt schon die Beteiligung der nachstehenden Rationen sest' Deutschland. Belgien, Hrl'and, Frankreich, 3rland, 3talien, Lettland, Luxemburg, Mexiko, Monaco, Reuseeland, Rorwegen. Oesterreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Tschechoslo- wakei und Vereinigte Staaten von Amerika. Deutsche Waldlauf-Meisterschaften. Am Sonntag trägt sowohl die DSBfL, als auch die D.T. ihre Waldlaufmeisterschaften aus. Die Sportler fahren nach Weimar. Hier haben wohl die norddeutschen Meister Husen- Hamburg, Kapp- Stettin und Brauch- Berlin die meisten Aussichten auf der 10 Kilometer langen Strecke vorn zu enden. Reben diesen haben noch R äh e - Luckenwalde, der süddeutsche Meister H e lb e r - Stuttgart, Dreckmann und Petri-Hamburg Chancen. Plätze zu belegen. Weitere Teilnehmer sind die west» un) nord- deutschen Meister Obelode-Wis.eu und Mintel- KönigSberg, Molitor-AGG-Berckn und Mirzwa- Rauen. Die Mannschaft der Hamburger Polizisten mit Husen, Dreckmann, Schlemmer und Groth müßte den Mannschaftstitel gegen den PSD-Derlin und Siegen gewinnen können. Die Deutsche Turnerschaft veranstaltet ihre Waldlausmeisterschaft erst zum 4. Male. Die erste fand 1925 in Rathenow, die zweite Ehrenfechtwart R l e h s ch überreichte nach Schluß deS Wertkampfes der Rödelheimer Mannschaft zur Erinnerung an den Freundschaftskampf eine kunstvolle Lithographie vom hiesigen Sprudel. Aus dem 5. Bezirk im Turngau Hessen. bpro. Der 5. Bezirk im Turngau Hessen trägt am nächsten Sonntag die Meisterschaften in den Sommerspielen in Butzbach aus. — Am 29. April veranstaltet der Bezirk seinen Frühjahrs- Waldlauf in Bad-Nauheim. Die süddeutschen Fußballspiele. Die BerbandSkämpfe um die Süddeutsche Fußballmeisterschaft neigen ihrem Ende zu, ahee die Lage ist in der Runde der Meistee noch keineswegs geUärt. 3n Fürth wird ant kommenden Sonntag ein Tressen von außerordentlicher Bedeutung ausgetragen. Die Sp. Dgg. Fürth tritt zum Rückspiel gegen Bayern München an und darf sich nicht wieder, wie beim ersten Zusammentreffen, «inen oder gar beide Punkte abnehmen taffen, wenn sie weiterhin Mitbewerberin um die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft l4eiben will. Wenn auch Bayern nach wie vor ein sehr ernster Gegner ist, so stehen die Aussichten für Fürth diesmal doch wesentlich günstiger, und es ist anzunehmen, daß di« Sp. Vgg. knapp gewinnen wird. Eintracht Frankfurt muß nach Dem Saarland«. Dort trifft sie aus den F.D. Saarbrücken, der nach seinen jüngsten Leistungen nicht zu leicht genommen werden darf. Einen recht ausgeglichenen Kampf wird es vermutlich in Karlsruhe geben. Der K. F. D Karlsruhe Hut jüngst die Stuttgarter Kicker« 4: 2 geschlagen. Diesmal sieht eS eher nach einem Unentschieden aus, denn die Berhältnisse haben sich zugunsten der Kickers verschoben. Sp. D. W a l d h o f wird der Wormser Wormatla wohl zähen Widerstand leisten, sie schließlich aber doch nicht an einem Siege hindern können. 3n der R u n d e der Zweiten und Drit- ten hat die Gruppe Rordwest ein sehr magere« Programm. Rur Sportklub Rot- weiß Frankfurt kämpft in Frankfurt einen verzweifelten, aber aussichtslosen Kampf gegen den F. Sp. D 05 Mainz. 3n ihrer derzeitigen Form haben die Bockenheimer gegen die Mainzer keinerlei Siegesaussichten. Die Gruppe Süd ost plant drei Spiele. Keiner dieser Begegnungen kommt besondere Bedeutung zu. Zu» Zeit ist der B. f.R. Fürth für den 1. F. E. Rürnberg ein so minderwertiger Gegner, daß der „Elub" feinen 2:1-Sieg au- dem Dorspiele wohl wesentlich höher gestalten wird. Der B. f. B. Stuttgart hat sich seinerzeit von Union 'Bedingen 2:4 schlagen lassen. ®r wird bestrebt sein, das damalige Ergebnis umzukehren. waS ihm auf eigenem Platze aüch gelingen sollte. Recht leichtes Spiel wird auch der S. E. Freiburg gegen Phönix Karlsruhe haben An einem klaren Siege der Freiburger ist nicht zu zweifeln. Gpielvereinigung 1900 Gießen. ö. Am kommenden Sonntag wird sich die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1930 wieder vor dem hiesigen Publikum zeigen. AlS Gegner kommt die Ligamannschaft des Fußball- Vereins Germania 1901 Bieber bei Offenbach a. M. hierher. Bieber konnte im 3ahrr 1927 nach einem ununterbrochenen Siegeszug den Titel eines „Mainbezirkspokalmeisters" erringen und hat sich damit ohne weiteres die kTeil- nahmeberechtigung an den Ausstiegspielen zur ersten Dezirksliga im Mainbezirk (Frankfurt) erkämpft. Auch in den jetzt beendeten Meisterschaftsspielen des Südmainkreises, wahrscheinlich der Stärkste im Mainbezirk, war Bieber Meisterschalisfavorit. Die Gäste splc.'en flachen Kombinationsfußball. Sie besitzen ein ausgezeichnetes Stellungsfpiel und große Schnelligkeit. Die Seele der Mannschaft ist der Halblinke, Huber, welcher früher in der Meifterschast des I.F. E. Rürnberg tätig war und dem die Germanen-Elf auch hauptsächlich ihr gutes Können verdankt. Die Einheimischen haben seit den vorjährigen 'Begegnungen außerordentlich an Kampfkraft gewonnen. Ein knapper Sieg der Gälte liegt im Bereich der Möglichkeit. Die 1. 3 u g e n b 1 900 8 hat die 1.3ugen6 Gladenbachs zum Gegner in einem Freundschaftsspiel, während die 2. 3ugend vom Platz- Verein die 1. 3 u g c n d von Watzenborn- Stel nbera zu einem Gesellschaftsspiel empfangt. 3n beiden Treffen erwartet man die Spielvereinigungsleute in Front. wickelt. Dom 1. Januar bis Ende März 1928 sind auf Sparbücher neu eingelegt worden rund vier Millionen Mark. Abgehoben wurden in der gleichen Zelt rund zwei Millionen Mark, so daß sich für die ersten drei Monate ein Einlagenzuwachs von rund ,wei Millionen Mark ergibt (im vor jahre 1,4 Mill. Mk). Rheinhessen. WSR. Mainz, 19. April. Der hiesigen Polizei gelang es, dem Treiben mehrerer Bauernfänger, die in den letzten Tagen die Städte unterer Gegend „bearbeiteten", ein Ende zu machen. 3n Wiesbaden wurde ein Canömann aus der Limburger Gegend um 200 Mark geprellt. Durch die Dorsicht eines Landwirts aus Rieder- Saulheim, mit dem die Gauner ein ähnliches Manöver hier ausführen wollten, gelang es, einen derselben zu verhaften und die Persönlichkeiten der beiden andern, nach denen nun gefahndet wird, festzustellen. Es handell sich um Ausländer. in Stuttgart, die dritte in Ehemnih statt, und nun acht am kommenden Sonntag die vierte in Erfurt vor sich. Die Sinxete und Mannschaftsläufer haben eine 7,5 Kilometer lange Strecke zu bewältigen, die an alle Teilnehmer keine geringen Anforderungen stellt. Die Derteidiger der Meisterschaften Schaumburg-Hünxe und der Karlshorster Tv. find nicht am Statt Insgesamt sind rund 70 Einzelläufer, acht Der- eins- und sieben Kreismannschaften gemeldet, waS bei der Güte der Teilnehmer scharfe Kämpfe In Aussicht stellt. Hohe Favoriten sind Krake- Apolda, E s k u ch e - Altenbaune, T b u- n a ck - Reubarnim.' Box- Buer, Daebel - Berlin, Schneider- Bretzenheim, jedoch kann natürlich auch einer der Reulinge eine lieber- raschung bringen. Mannschaftssieger müßte Friesen- Berlin mit Daebel. Pertek und Tietz werden, gegen dessen Mannschaft höchstens 3ahn- Biesdorf auskommen kann. Plahausslchten haben noch TSD Schöneberg und Tgmd. Sachsenhausen. Auch im De..bewerb der Kreise wird wohl Brandenburg den Dogel absch testen. Umrahmt wird die Waldlausmeisterschaft durch eine Anzahl von Stasfelkämpsen, ein Handball-Auswahl- spiel und ein Mannschaftsspeerwersen. Aus dem Mittelrheinkreis der O. T. - In H a n o u findet am kommenden Sonntag der Streisturntag des Mcktelrhelnkreises statt, an dem aus dem Turngau Hessen 26 Abgeordnete teil- n< hmen. Der Turntag hat eine umfangreiche Tagesordnung zu erledigen und wichtige Beschlüsse organb satorischer Art zu fassen. Es finden ferner wichtige Wahlen zum Kreisvorstand und Turnausschuß statt, wobei die Wiederwahl des 1. Kreisoertreters, Fa- brifant A. Pfeiffer (Wetzlar), auf keine Schmie- rigkeiten stoßen dürfte. Vorzunchmen ist ferner die Wahl des Fcstortes für das 34 Kreisturnfest. Gemeldet hat sich Hanau. Sicidte-Mannschastskampf im Turner fechten. bpw. Bad-Rauhelm, 18. April. Ein sehr spannender Mannschaftskampf Im Fech- ten wurde hier zwischen dem Turnverein 1860 Bad-Rauhelm und der Rödel- Heimer Turngemetnde ausgetragen. Die Leitung lag In Hän e.i des Fech me.stets 3 u n g- nickel (Do< enheim), während alS Kampfrichter Pieper (Boaenheim), Kühn (Friedberg), R letz sch und Reichwein (Bad-Rauheim) ihres Amtes walteten. 3ede Dereinsmannschaft bestand aus erlesenen Fechtern. Der Tum- verein 1860 hatte die Im Turngau Hessen bekannten Altmannen Hahn, Pfeffer, Feige Hoffmann, Derlich in den Kamps geschickt'. Die fast gleichwertigen Mannschaften lieferten sich einen harten Kamps. Die 1860er, deren neuere treffliche Schulung durch Fechtmeister Tag- liabo (Frankfurt a. M.) unverkennbar war, zeigten sich gleich zu Anfang in bester Form und hatten einen merklichen Dorsprung. Aber Rödelheim kämpfte mit aller Anstrengung und konnte gegen Schluß des Wettkampfes sein Minus wieder ausgleichen. Der spannende letzte Gang brachte die Entscheidung. Mit 13 Siegen wurde J a d - R a u h e i m glücklicher Sieger, während Rödelheim mit 12 Siegen sich fast ebenbürtig geschlagen hatte. Rehabilitierung durch -en Frühling. Don Matter Meding. Die Zeit deS modernen Derkehrs, der Autobusse, Klein- und Mitteltarl.'drvschken hatte ihn zum alten Eisen geworfen, d. h. man hatte ihm nicht gesagt: „Herr Kalweit. gehen Sir nach Hause, wir werden 3hnen bis an 3hr Lebais- ende eine städtische Aule auSbezahlen. Aber. . . Sie müssen doch einsehen, daß Sie mit Ihrem altertümlichen Dehtkel den ganzen Derkehr auf- hglten." Rein, soweit war man nicht gegangen, sondern . . . noch weiter. Jeden Tag mußte ftch der Droschkenkutscher Anton Kalweit aus Der aXin^igar Straße in die lange Reihe der wartenden T.ixiS Unter den Linden einordn-.n. Er mußte seinem müden Pferd eine Decke über Den alten Rücken legen, mußte das Futter rationieren und .. . auf Fahrgäste warten. Und vn werden ließ, mußte er die Brutalität des Fortschritts am eigene Leid' erfahren, wenn sich Vergnügung»- und geschäfts- cifrtge Passanten um die Aulodroschden rissen und ihn mit mißliebigen, hohnvollen Blicken ft reiften. Und hatte er einmal das Glück oder auch Unglück, ganz allein an der Haltestelle zu war-en, dann war es ganx gewiß keine Ehre, eiligen Großstädtern al« Rotbebelf zu dienen bve ihm verärgert über den bevorstehenden Zelt- Verlust eine Berlegenheitssuhre zubilligten. Rein, es war nicht schön. Immer von feiner eigenen Ueberftüsfigkcit überzeugt zu werden Und da- Leben wurde für ihn noch unerträg- lichcr. als fein Sohn Willy plötzlich unter die Kraftdroschrenfahrer ging und damit die lange Kette einer ehrwürdigen Droschkenkutscher-Tra- ftlhon pietätlos zerriß. Aus diese Weise bekam er die fortschrittliche Konkurrenz sogar in feine Wohnung. Da« Leben wurde eben Immer uner- quicklicher. IedeSmal, wenn er einige mürrische Zayrgäste bcrumfubr, nickte fein alter Kops ununterbrochen die Bestätigung dieser traurigen Tatsache, an der nichts mehr zu ändern war. Preußen. Kreis Wetzlar. -o- Lützellinden, 19. April. 3n die hiesige Schule wurden in diesem 3ahr« 20 Kinder ausgenommen, und zwar 12 Knaben und 8 Mädchen. Während die hohen Schülerxahlen in den Rachkriegsjahren hier die Einrichtung einer vierten Schulklasse erforderlich machten, wurde diese t>or, einigen 3ahren wieder ausgehoben, indessen dürfte in den nächsten Jahren wieder mit der Einrichtung der Klasse gerechnet werden, nachdem die zahlenmäßig schwachen Kriegsjahrgange die Schule durchlaufen haben. O Riederklee n. 19. April. Der Gemein- berat besckloh in seiner jüngsten Sitzung die Uebernahme einer Bürgschaft von 3000 Mark für die Beschaffung eines weiteren Wagens für die Kraftomnibusstrecke Butzbach- Cleeberg durch die Autvverkehrs-G. m. b. H.. Butzbach. Alsfeld, 19. April. Für den 10. Juni in Alsfeld ftatlflndsnden 26. Xialfeuerwehrtag der Prooi Hessen, verbunden mit der Feier des 75jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Alsseld, werden aegenwartig eifrig die Vorbereitungen getroffen. Am Samstag, 9. Juni, ist nachmittags im großen Saale des „Deutschen Hauses" eine Tagung Der Abgeordneten der Freiwilligen Feuerwehren von Oberhessen vorgesehen, abends findet ein Rommers in der Festhalle statt. Am Sonntag, 10. Juni, vormittags wird die Freiwilliae Feuerwehr Alsfeld eine Schulübung mit anfchttetzendern Brondangriff mit allen modernen Geräten vorführen. Am Nach- mittag findet auf dem städtischen Festplatz Volks- - fest statt, abends ist ein großer Zapfenstreich ge- plant. Man rechnet damit, daß die meisten Der 84 ^obcrhessischen freiwilligen Feuerwehren an der Der- anftaltung teilnehmen werden, und richtet sich auf mehrere Tausend Käste für den Sonntag ein. Die hiesige, etwa 200 Mann starke Freiwillige Feuerwehr unter Leitung ihres rührigen BranDdirektors Interim wird alles Daran setzen, ihren Gästen den Älufenthalt in her an prächtigen, alten Bau- Denkmälern reichen Stadt Alsfeld so angenehm wie möglich zu machen. Für die Einlegung von Son- ift der Titel eines AukttonskatalogeS, den als Bibliograph Goethes, Heines, Hebbel« .... Achtes in wissenschaftlichen Kreisen hochange- sehene Leipziger Buchhändler und Antiquar Friedrich Meyer soeben versendet. Dieser ungewöhnliche Katalog verdient die ganze Auf- mcrflamkeit der interessierten Bücher^eunde, Gelehrten und Sammler, verzeichnet er doch in nicht ttvenigee als 2110 Rummern einen Reichtum an theatergeschichtlicher Literatur, wie er seit Jahrzehnten an einer Stelle nicht vorgekommen ist. Ein weiterer Tell der erstaunlich großen Dlbllo- ®onnnoeßiant xur öffentlichen Kommunion zu lassen- (Mannheim 1751/ — Briese über da« Theater, in welckem die Beantwortung der Fragen: Ist das Theater überhaupt, und inSbeson- dere aus Akademien zulässig? und inwieser» können Prediger dawider eifern? (1769) — Theologische Untersuchung der Sittlichkeit der heutigen deutschen Schaubühne überhaupt, wie auch der Frage, ob ein Geistlicher die Scyaubühne besuchen könne? (Hamburg 1770; von dem Hauptpastor 3. M. Goeze), F/A.H. ür die Einlegung von Son- , Juartiere in weitgehendstem Maße wird Sorge getragen. Als Ehrenvorsitzender des Festausschusses wurde Bürgermeister Dr. V ö l - sing gewählt. Beschlusses der Fifa, nach dem Pokalsystem aus- gclragen werden. Da zwanzig Länder Nennungen abgegeben haben, müßten somit 20 Spiele aus- Faten leuchteten schon die frisch gestrichenen Tische und manch einer setzte sich nur hin, um sich Don der vorhandenen Frühlingsluft tatsächlich zu llverzeugen. , 8 reu De über den Wetterumschwung mag schuld daran gewesen sein, daß der alte Kal- weit in einem unkontrollierbaren Gefühl der Lebensfreude an feinem gewohnten Halteplatz vorbei langsam zum Tiergarten hinunter steuerte und dort an einer ganz besonders schönen Stelle stehen blieb. Heber die Straße weg sausten die Autos und lvarfen auS den Schuhfcheiben grell gebündelte Sonnenstrahlen vor sich hin. Kalweit war nicht mehr neidisch und freute sich an seiner Ruhe. And bann dauerte es auch nicht sehr lange — da kamen zwei Menschen denen der Frühling aus blanken Augen lachte Sie blieben in seiner Rähs stehen. „3ch muß jetzt nach House. Wir nehmen ein Auto, und du begleitest mich noch. Richt wahr?" „Gin Auto?" fragte eine traurige Mädchen- st'mme. „Das geht doch so furchtbar schnell." Der alte Kalweit lachte vor sich hin ilnb al« die beiden bei ihm einstiegen und ein verhältnismäßig nahes Ziel angaben, wußte er, was er hier zu tun hatte. Seitdem hielt er sich immer in der Röhe des Tiergartens auf und war bald dafür bekannt daß man in feinem sehr, sehr langsam rollenden Wagen für kurze Zeit wenigstens alle Hast der Droßstabt vergessen konnte. D. f. D. Die Ligamannschaft Ift am fonunenben Sonntag beim D. f. R. Offenbach zu Gast, dessen Ltgaelf vor etwa Jahre-sttst im Vorspiel auf htesic|em Platz einen knappen 3:2 Sieg er» I ringen tonnte. Die Gastgeber hotten lich in der vorletzten Berbandsspielserie die Meisterschaft de- VüdmainkreiseS erkämpft und gehörten ein Jahr lang der Mainbezirksliga an. muhten jedoch zur Äreiiliga wieder abfteiaen D. f. R. Hot in diesem Jahr der Sugt^-hfeit zur Bc- zirkSligo in den harten Kämpfen zroeiselloZ an Dettspielerfahrung gewonnen uiu) wird, zumal auf eigenem Platz, für B. f. D ein schwerer Gegner sein. Das schlechte Resultat des Borfonn- tag- braucht für die (Siebener Mannschaft kein Anlaß zu fein, da« Offenbacher Spiel im trorau« al« verloren zu betrachten. Mit Energie und Selbstvertrauen sollte es ihr möglich sein ein einigermaßen günstige« Resultat herau-zuhvlen. Die erste Iugendmannschast trägt ein Gesell'chostsspiel gegen die gleiche de« Hab- Rauheimer Sportverein« au«. frar den Ausgang de« Tresens wird mahgebend sein, ob d:e B.f. B.-Elf nochmal« in der bisherigen Ausstellung antritt, oder ob die Leitung schon jetzt mit der Einstellung der Ersatzleute für die im Herbst au« der Jugendabteilung au-scheidenden Spieler beginnt Selbst wenn die Mannschaft stark umgruppiert sein sollte, dürste man ihr trotzdem ein gute« Abschnitten Voraussagen 3m Diplomspiel tritt die zweite Jugend der ersten 3 g b m. Leun- aus bärtigen Platz entgegen, Hoffentlich fährt die in letzter Zeit in dieser Hinsicht oft enttäuschte D. s. S -EU nicht umsonst nach dort Dritte Jugend und erste Schüler» m a n n s ch a s t sind Gegner der Jugend» bzw Schülermannschast Heuchelheim- auf des en Platz In Anbetracht de- 0:0»Refultate- der neuzusammengestellten Heuchelheimer Jugend gegen die -weite Jugend der hiesigen Sp. Dgg 1900 (am vorigen Sonntag) wird man der B. s. M»3ugcnd la um Siege-au-sichten einräumen Annen. Die Schüler sollten im besten Falle knapp gewinnen. Zußball in Heuchelheim. Einen lehr svielstarten Gegner, die Pokal» eil (Ligareserve) von Union-Aiederrad. bat sich der Sportverein 1 9 20 Heuchel» beim für kommenden So intag verpflichtet. Wie spie Ist arl die süddeutschen Ligares^rven sind, zeigt da- 9 1/Resultat der Po'alels von ..Eintracht Franffurt gegen den Wey'arer Sportverein. Union-Qi icberrab steht in der Tabelle an dritter Stelle hinter Fußballfporlverein- mb Sintracht» Franlsurt. Da, d.e Einheimischen keine Aussicht auf einen Sieg haben, leucht t unter diesen Um» stünden ein. aber wenn sie unter sich einig sind sollte e« doch zu einem ehrenvollen Resultat langen. Dor diesem Spiel treffen sich die l. Schüler Heuchelhei in« mit den gfeichm von B. f. B Sieben, die -weite Mannschaft spielt gegen die Erste von Droßen-Buseck. DaS Schülerspiel müßten d e Heuch.lheimer auf eigenem P-ay gewinnen, die Zweite hat gegen Großen-Buseck keine Siegesaussichten. Ai-beiter-Tui-N' und Spoetbund. In weiteren DerbandSfpielen treffen sich in der ersten Klasse am kommenden Sonntag: Wies eck > gegen ® i e ß e n Ib. Hat W eser! in der vierwSch.^en Ruhepause nichts verlernt, so dürften die Gäste mit einer empfindlichen Ql.eber» läge nach Hause gehen. — Heuchelheim! hat Lollarl zu Gast. Zeigen die Platzbesitzer feine belfere Leistung al« am vergangenen Sonntag, so werden die Gäste Sieg und Punkie mit nach -Haufe nehmen. — MarouraI führt nach Ql l« seid. Hier werden die Einheimischen im Dorteil sein und sich Sieg und Punkte nicht nehmen lassen. — Wetzlar! tritt gegen (Sieben! (Keei-klasse) »um Pflichtspiel an und wird eine Riederlage hinnehmen muffen. — Raun- heim! Hel S ch i c r st e i n I im Aufstiegspiel zu Gast. Da« Vorspiel konnte Raunheim 3:1 gewinnen. Ob e« ihm gelingt, auch im Rückspiel Sieger zu bleiben, hängt von der Cßerfaffung der Mannfchalt und der Ruhe im Spiel ab. 3n der zweiten Klasse hat Kinzenbach I Leun! zu Gast. Hier werden die Gäste den Sieg erringen. — WieseckII hat Wetz» Öie goldenen Berge. Boman von (Maro Diebig. Eophrlght 6h Deutsche Derlags-Anstalt Stuttgart 43. Fortsetzung. Nachdruck verboten 20. Kapitel. Die graue Löwin hatte jetzt zu Ende gejagt, sie hatte sich zurückgezogen, satt, in ihr Lager. Vieles hatte sie sich erbeutet, Stücke des Users weggesres'en, im Ungestüm Felder verschluckt, Säume und Streben, das Schaf des armen Mannes, seine Kuh. jein Kalb und auch seine Hütte. Aber mehr, unendlich Diel mehr noch hatte ihr Rachen verschlungen: Menschenleben, und ein sehr wertvolles noch dazu. Die ganze Mosel entlang lief es von Ort zu Ort. es stand in allen Zeitungen des Rheinlandes: Doktor Heinrich Dousemont aus der Kreisstadt, der beliebte und besonders aefuchte Arzt, der sicher nicht lange in dem Rest gesessen hält«, der eine Zukunft vor sich gehabt, der war der Mosel zum Opfer gefallen. Und seinem Berus. Wenn Jean Claude Dousemont über den Tod seines Sohnes nachdachte, nickte er stumm vor sich hin. (Fr hotte viel Zeit zum Nachdenken jetzt, es wollte mit feinen Küßen nicht mehr recht voran, zum Schoppen an den Stammtisch konnte er nicht mehr gehen, um da Unterhaltung zu finden. ,.3a, ja," — der alte Mann sagte es so laut, als sähe sein Sohn ihm gegenüber und er spräche mit ihm — „bat häufte nit machen sollen. Heinrich! Nu hastet. Praris hin. Gluck hin, Leben hin!" Und das letzte von den dreien, das war das bitterste. Der alte Mann schluckte, als sähe ihm ein Pfropfen in der Kehle, und es ginge schwer über den herunter. Ader er meinte nicht: und er hatte auch nicht geweint. „Schön ist es. so in den Sielen zu sterben, und reich gesegnet ist fein Leben gewesen, so kurz es auch fei. das sich opfert für feine Brüder,' hatte cs in der Grabrede gcheihen. Sicherlich war das so, und daran hielt der Vater sich auch. Doktor Dousemont hatte eine große Praxis gehabt. Die war so schnell gewachsen, daß er sich sehr bald ein Auto hatte anfchaffen müllen. Anfänglich fuhr er selber und seine junge Frau saß neben ihm. Aber seitdem die ermattete, und die Fahtten oft sehr TarTT zu Gast und wirb auf eigenem Platze Sieger bleiben — eh en II hat Raun» heim II zum Gegner. Die Gäste werben al« Sieger den Platz perlasfen. - Daubrtngen hat Zronhaufen zu Gast und wirb auf eigenem Platze 6'eg er bleiben. — Hungen geht nach Durkhardsfelden, um sich dort und Punkte zu holen. — Oppenrod hat Großen-Linden zu Gast. Auch hier werden die Gäste Sieg und Punkte mit nach Haute nehmen — Al «selb II steht HachbornI gegenüber. Der Ausgang diele« treffen« muh offen gesoffen werden In b:r Jugendklasse treffen sich: Ra. beim - Wiel eck. Klein- inten — Alten-Buseck. Heuchelheim — Wetzlar. Großfeelheim — Leun. Drei* — Gießen. Die Leichtathleten de« Bezirke« treffen sich am Sonntag zu einer S-orffehrsiunbr aus dem LlnvettitütSf portplatz. Auch die Ätrnpfrid)» ter für Leichtathletik werden bort in einer Prak- tischen Lehrstunde ihre Ausbt düng erweitern. Rachmittag« findet der Waldlauf im Stadt- walda statt. Arn kommenden Soimtag tagt in Frankfurt a. M. der ordentliche Kreisturntag. Die Delegierten der Turnsparten-Dereine werden dort die Berichte bei Borstande« über die Tätigkeit und Entwicklung der Sparte in der abgelaufenen Gc'chästSpctt.ote entgegennehmen. Gleichzeitig sollen sie Wittel und Wege finden, um da« Wesen der Tumsparte der Reuzeit anzu- passen. Stutsche Sandball. TNeifierslbast (DES.) Die DSB. läßt am Sonntag in ihren Landesverbänden die B o r r u n b e n um die Hanbball- meiftcrfchast austragen. 3:t Berlin stehen fleh der PSB. Oppeln, der hie südostdeutsche Meister- schalt zum zweiten Male errang, und der fttfch- grbackene dra.te burgifche Meister DHT. gegenüber. Den spannendsten Kamps werben sich bie Meister von Süd- und Mitteldeutschlanb in Hall« liefern. Der SB. 1896 Darmftab! mühte bie Polizei Halle mit Mühe schlagen können. Im Spiel der Damen dürste Mitteldeutschlanb burch Fortuna Leipzig gegen Post SB. Franksurt a. M. erfolgreich sein. In Stettin wirb Rord- teuffchlanb über den Ba'te iverbanb triumphieren. Die Polizei Hamburg ist besser al« bie Stettiner Auch der Güstrower SB.06 kann mit seinen Damen g gen Komet Stettin gewinnen. Westdeutsche Meister sind am Sonntag spielsrct ur.b haben am 6. Mai mit den siegreichen Mannschaften zur Zwischenrunde anzutreten. &anbt>inn von 55 bi« 60 Pfennig aus bie Tonne würbe durch eine Lohnerhöhung von 8 Pro-, bie untviberfprochener» maßen eine Erhöhung ber Lohnkosten von runb 75 Pfennig aut bie Tonne -ur Folge, hat. mehr als aufge,ehrt werden, und e« bliebt felbfl nach Dr Baade ein Verlust von 15 bl« 20 Pfennig aus bie Tonne, wobei die Wirkungen ber afeich- fall« burch ben Schiedsspruch angeorbnetrn Verkürzung bet Arde11 - «ett über Tag» noch gar nicht einmal berückitchngt find Der Schlichter Hal demnach eigentlich da« Ä.ügfte getan, wa« cr von feinem Standpunkt aus tun konnte er hat keines der drei Gutachten berücksichtigt und den aussichtslosen Bettuch, die wirt- schasllich« Tragbarkeit seines Schicb-spruches -u begründen, gar nicht erst unternommen. In dieser Hinsicht stellt ber Spruch allerdings eine Reuhett in der Geschichte unsere« Schllchtungswelen« ber. die da« Interesse weiter Kreis« finden wird. Wer sreilich. wie wir. da« Schstchtung«wtten. trotz feiner Mängel, zur Zeil für ein unentbehrliche« Mittel zur Aufrechterhaltung be« foztalen Friedens hält, wird es beklagen, daß ungefchlckte Organe eine an sich notwentl )• Einrichtung diskreditieren, intern fie das Schlichtungswe'en nicht als eine Einrichtung -um Zwecke fachlicher Dis- kufsion unb friedliche i Ausgleiches zwi chen ben Parteien, sondern al« einen, ohne Rücksicht aus Wirtschaltlich« Tal achen arbeitenhen .behördlichen Lobnlestsctzungsapparat" — um ein von gewerk- schasklicher Seite gebrauchtes Bi b heran-uzlehen — und als eine politisch» Institution behandeln. Roch durch ein« weitere, in der Geschichte ber letzten Jahre kaum oorgclommene Reuhtii über» ralcht ber Spruch, nämlich durch die nebenbei er» lolale Wiedereinführung ber allen verhängnisvollen Jnslation-melhoben. Ziffer 2 betagt nämlich, daß. wenn cs gelingt, bis zum 1. 3unl eine Erhöhung bet Kohlcnprcife butchzufetzen, sofort wieher bie ganze Lohntage aufgcrollt werden wirb. Das heißt, ber Schlich'.cr hält Die jetzt angeorbnele Lohnerhöhung ür tragbar auch ohne Erhöhung ber Kohlcnpreise, unb fetzt oetelts jetzt für ben Fall der E Höhung ber Kohlen- preife eine weitere LohnerhShung fest, was, wie gesaqt, bie Wiederein ührung ber alivertrauten JnllationSmelhodcn mit ihrem anmutigen Wettlaufe -wischen Preis- unb Lohnerhöhungen be- beutel. Man darf annehmen, daß dem Schlichter bei feiner lebha.ten Abneigung gegen wirtfchaft- liche Tatsachen unb Zahlen ba« Wesen unb die Wirkung einer Kohlenpreisethöhuna nicht völlig klar geworben ist ES wurde nämlich gar nicht möglich sein, den KohlenpreiS um bleßummen zu erhöhen, bie ben von Schmalenbach errechneten Berlust von 27 P'ennig unb ber vom Schlichter auferlegten Velbstkos.enerböhung entsprechen: eine solche Erhöhung ber K.^hlenpreis« würbe, ganz abgesehen davon, daß sie nlemal« die Genehmigung de« Reich-wirtschastsministe^« sinden dürste, einen gewaltigen Rückgang auch des Jnlandabsaye« mit sich bringen und von unabsehbaren Folgen für die gesamte deutsche Wirtschaft fein. Daß beide Parteien den Schiebss'iruch ablehnen würben, war votau-zufeßen. Aller Wahr- fcheinlich''eit nach wirb e4 zu Berhanblungen in Berlin kommen, ba ber ReichSarbeitsminister kaum bie Deronlwortunq für bie Derbinblich- keit-erklürung einefl beratllg mißlungenen Spruche« auf sich zu nehmen geneigt sein wird Man muß hoffen, baf) bie bisher versäumte fachliche Di-kufsion Der wichti-en hier zur Erörterung stehenben Probleme in Berlin nachgeholt unb ben vorliegenben amtlichen Dulachten habet Die gebührenbe Derückfichtigung geschenkt Wirb. Einspruch der Arbeiiqeberverbände. Die Bereinigung ber Deu tfchen Arbeitgeberverbände hat am 19. d M. an ben RcichSarbeitSministerein Scht.i- ben gerichtet. In dem es h:i)t: .Dir bedauern, bai) uurch den Schiedsspruch für ben Ruhrbergbau bie bereit« in den Ausein- andersetzungen ter letzten Lohnbewegungen klar verwirrt: sehen, wenn mau um Gotte» willen nur etwas sehen tonnte! Die Scheinwerfer erloschen plötzlich — Plätschern, Rauschen — reißende Strömung. Der Herr Doktor schlies. Noch war'» nicht die Brücke, da» Auto fuhr In die Mofel hinein. Das war die Todesiohtt gewesen. Der Schlafende war brinnen im Wagen ertrunken, der Führer draußen hatte sich freimacfecn können, sich noch retten in letzter Minute. Aber er war völlig verstört: der Herr Doktor, o der Herr Doktor! 3a, geliebt war fein Heinrich auch worden, fapte sich H.rr Dousemont. Was wollte er eigentlich für ben Sohn nun noch mehr? Die junge Frau würde den Mann ihres ersten und größten Glücke» niemals vergessen: sie ging jetzt zu ihren Eltern zurück nach Berlin, aber bas Kinb, das hatte sie dem Schwieger, ooter versprochen, das brachte sie immer wieher hierher an die Mosel, damit es bie Heimat des Vaters auch als seine Heimat ansehen lernte, wenn fein Großvater dann auch längst tot war. Herr Dousemont hatte nicht die Aussicht, e» noch sehr lange zu machen, unb da» war ihm lieb. „Starte Arterienverkalkung," unb „Du darfst nichts mehr trinken," hatte noch letzthin der Heinttch gesagt. Na ja, schon, das war ihm gerade recht, es war gut so. Herr Dousemont steh sich von der alten Lena jetzt sein Weinchen an den Sorgenstuhf brinnen — nein, ein Sorgenstuhl war es eigentlich nicht. Der Alte vom Der»? hatte einen Plärr, unb den bettle er nun vollends aus nrft aller Umsicht. Cs war greulich gewesen bei der letzten Ueberschwem- mimg. baß auf den Kircbßos. der nicht hoch genug über dem Mer liegt, die Mosel gekommen war und bie Kreuze umgehfleti hatte unb weit weagefpült, Denksteine verrückt hotte, alles umgewühlt. Das konnte ja wieher pulsieren, bie Motel kam unb spielte mit beinernen Schädeln. Und wie fatal, wenn Dann bei dem großen Wecken der Engel mit der Posaun« sich vielleicht oerariff? Dem Mann her bem Deine abty/b gewttim. der nicht gewußt Hatte, edlen Tropfen zu schützen, seinen Kopf auffetzt«, uttd ihm den von dem trockenen Gesellen? Ihm grauste bei solchen Gedanken Rem, |» etwa» sollte ihm niemals passieren — wofür halle er benn feinen Herrenberg* Da oben wollte er liegen: der Alte vom Serge auf seinem Berg. (Fortsetzung folgt.) zutage getretene Krise deS Schlichtungswesens eine weitere Verschärtu ,i g erfahren muf). D.e Wahlen zeigen, daß eine Ducch- führung ite< Schiedsspruches auf jeden Fall zu einer Berlust wirtschaft grSßt - n Umfange» im Ruhrbergbaa führen mühte. Die Folge müßte .*1ne wesentliche Einschränkung des Absätze- und Der Förderung sein. Diebe deutet Vermehrung der Feierschichten, kenn nicht gar Stillegung einzelner Schichten. Diese Folgen aber würden gerade die Arbeiterschaft aus das Schwerste treffen, so daß der Schiedsspruch nicht allein wirtschaftlich der Billigkeit nicht entspreche, sondern auch seine soziale Auswirkung äußerst beklagenswert sejn mühte. Die Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände kann nicht annehmen, dah die im Schiedsspruch vorgesehene Regelung Wirklichkeit werden soll, da sie den objektiv fest gestellten wirtschaftlichen Verhältnissen vollkommen widerspricht, und erwartet daher, dah das ReichSarbeits- Ministerium bei den von ihm zu treffenden Entscheidungen diesen Tatsachen Rechnung tragen wird.' Schwere Sorgen der Schma!enbachkommission. Das Gutachten der Schmalenbachkommission, dos zu einer pessimistischen B e - urteilung der Kesamtlage des Ruhrbergbaus kommt, wie wir bereits gemeldet hoben, liegt nunmehr in seinem Wortlaut vor. Wenn man im einzelnen die von der Kommission gemachten Berechnungen betrachtet, so muß sich der Eindruck der ungünstigen Lage des Ruhrkohlenbergbaues noch verichärfen, so daß man geradezu von einer 6 e 1 b ft f o ft e n f r i f e sprechen kann. Für einen gewissen Anteil von Grenzbetrieben liegt, wie das Gutachten feststellt, eine hoffnungslose Unrentabilität vor, und der Ausschaltungsprozeß dieser Betriebe wird sich zweifellos noch eine längere Zeit hinziehen müssen. Die auf das Jahr 1926 abgestellte Bilanzuntersuchung ergab ein gutes Ergebnis, und die Kommission ist der Meinung, daß die Jahre 1926 und 1927 zu- ammengenommen für die Steinkohlenindustrie hin- ichtlich der Absatzmöglichkeiten über dem Durch- chnitt gelegen haben. Auf gleich gute Jahre als Dauerzustand zu rechnen, wäre leichtfertig. Wichtig in dem Gutachten ist die Berechnung eines Gewinnes von einer Mark (3,5 Prozent) pro Tonne im Jahre 1926, dem Jahre des englischen Kohlen» ftreifs. In dieser Feststellung liegt unseres Erachtens ein Angelpunkt für die Selbstkostenfrage des Ruhrbergbaues, denn ein Gewinn von nur 3,5 Prozent in der anormalen Zeit des englischen Kohlenstreiks ist gewiß bescheiden. Zusammenfassend kommt die Kommission in der Mehrheit ihrer Mitglieder auf Grund ihrer Selbstkostenunter- suchung für den Monat November 1927 zu dem Ergebnis, daß für d i e Tonne absatzfähige Produktion ein Verlust von 0,27 Mark oorliegt, und zwar unter Einrechnung der Gewinne aus der Koksproduktion und aus Handelsgesetz- schäften. Unter diesen Umständen ist es nur zu selbstverständlich, wenn die Schmalenbachkommission am Schlüsse Ihres Gutachtens, ungeachtet der schwebenden Streitfragen betreffend Lohn, Arbeitszeit und Kostenpreis, zum Ausdruck bringt, daß das Ergebnis der Untersuchung die Kommission mit schwerer Sorge erfüllt hat. Nachdem jetzt das Ergebnis vorliegt, wird die Fällung des Essener Schiedsspruches um so unverständlicher, weil der Schlichter, wie jetzt klar erwiesen ist, überhaupt nicht die wirtschaftlichen Gesichtspunkte berücksichtigt haben kann. Da mit Rücksicht auf die Schaltung der Konjunktur eine K o h - lenpreiserhöhung auf jeden Fall vermieden werden muh, die, wenn sie beantragt - würde, einzig und allein die notwendige Folge deS Schiedsspruches wäre, so kann man nicht erwarten, dah der Reichsarbeitsminister den Schiedsspruch für verbindlich erklärt: auch der von dem den Gewerkschaften nahestehenden Mitglied der Schmalenbach-Kommission, Dr.D a a d e, in feinem Sonder gutachten errechnete Gewinn von 62 Pfennig pro Tonne würde durch die Annahme des Schiedsspruches aufgezehrt werden, der eine Mehrbelastung von 75 Pfennig Bringt Buderussche Eisenwerke A.-G., Wehlar Die gestrige ordentliche Generalversammlung der Vuderusschen Eisenwerke 21.-®. genehmigte einstimmig sämtliche Anträge der Verwaltung. «S gelangt eine Dividende von 5 Prozent auf die doll dividcndeberechtigten Stammaktien und auf Die Vorzugsaktien zur Verteilung. Der Vorsitzende des Vorstandes. Kommerzienrat Köhler, verbreitete sich über die st a a t l i ch e n Hilfsmaßnahmen für das Eisenstein- f gebiet an Lahn. Dill und in Oberhessen. Von । der inzwischen wieder aufgehobenen staatlichen Subvention entfielen auf die Vuderusschen 6Jen- werke im ganzen 260 000 Mark, denen Lknve- Ulerungen zu Betriebsverbesserungen für Eisen- fteingruben von 426 000 Mark für den gleichen Zeitraum gcgenüberstehen. Aus den Ausführungen verdient weiter fcstgehalten au werden, daß ausländische Erze frei Lahnhütte zur Zeit billiger sind als Lahnerze unter Berücksichtigung des Kapitaldienstes. Der Vorsihenoe unterstrich nachdrücklich die Forderung auf weitere wirtschaftliche Erleichterungen, namentlich hinsichtlich der Eisenbahnausnahme- tarife, Steuern und sozialen Lasten (Reichsknappschaft), über welche z. Z. wieder Verhandlungen mit der Regierung schweben, und trat in diesem Zusammenhang für die Fortführung dec Lahnkanalisation ein. Die Gesellschaft war in den ersten drei Monaten des laufenden Geschä'tsjahres gut beschäftigt. Allerdings sei der Auftragsbestand erheblich zurückgegangen: für Neubestellungen werden kurzfristige Liefertermine verlangt. Man glaubt nicht, daß in Erzeugung und Versand die vorjährigen Ziffern ganz erreicht werden. Das diesjährige Ergebnis wird durch die Selbstkosten verteuernden Faktoren, insbesondere die Lohnerhöhungen, ungünstig beeinträchtigt, so daß die Verwaltung glaubt, im gegenwärtigen Zeitpunkt die Entwicklung des Geschäfts- und Geldergebnisses vorsichtig beurteilen zu müssen. 3n den Aufsichtsrat wurden wiedergewählt: Rentner K. F. Stiebet- Frankfurt a. M., Geh. Reg. Rat Dr. phil. h. c. 21. Haeuser - Frankfurt a. M., Bankier Dr. Ludwig Landau- Berlin, Direktor Georg Nor'dmann -Wiesbaden, Apothekenbesitzer Albert Seyberth- Wiesbaden und Bankier Ernst Wertheim- b e r - Frankfurt a. M. • • D i e deutschen Spareinlagen Ende Februar. Ende Februar betrug der Bestand der Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen 5326,8 Millionen Mark gegen 5094,1 Mill. Mk. Ende Januar. Die Zunahme stellt sich mithin auf 142,7 Mill. Mk. gegen 330,8 Mill. Mk. im Sanuar. • Bergmann-Elektrizitäts-Werke 21.*®. Der Geschäftsbericht der Bergmann-Elek- trizitäts-Werke 21.-®. für das Jahr 1927 weift einen Geschäftsgewinn von 11 127 932 Mark (i. 23. 7 477 145 Mk.) aus, wovon 4 665 473 Mark für Steuern (i. 23. 2 318 585 Mk.), 1 524 206 Mk. (L 23. 1 081 363 Mk.) für soziale Abgaben und insgesamt 987 333 Mk. (i. 23. 828 703 Mk.) für Abschreibungen auf Gebäude, Maschinen und 23e- teiligungen verwandt werden (i. 23. gingen noch 712 552 Mk. für Handlungsunkosten ab), so daß ein Reingewinn von 4 476 518 Mk. verbleibt (i. 23. 3 155 599 Mk.). Aus diesem werden, wie bekannt, 9 Proz. (8 Prvz.) Dividende auf das um 11 auf 44 Millionen Mark erhöhte Aktienkapital gezahlt werden. Für das laufende Geschäftsjahr dürfte im Hinblick auf den übernommenen Auftragsbestand, der 2/3 höher ist, sowie in Anbetracht der seit dem 1. Sanuar eingegangenen Aufträge ein zufriedenstellender Hmsah und ein angemessenes Ergebnis zu erwarten sein, wenn nicht unvorhersehbare Ereignisse, wie Streiks usw., in den Normalgang der Produktion störend eingreifen und in der Fabrikation nicht mehr ausgleichbare Lohnsteigerungen das Ergebnis beeinträchtigen. * Portland-Cementwerke Heidelberg. Die Gesellschaft schließt 1927 nach 1 610 401 (1 446 022) Mk. Abschreibungen mit einem Reingewinn von 3 126 034 (2 251 709) Mk. einschließlich 77 042 (62 433) Mk. Vortrag, woraus für die 100 000 Mk. 23.2L wieder 5, für die 24,9 Mill. Mk. St. A 10 (8) Prozent Dividende vorgeschlagen werden. (G.-V. 11. Mai.) • Mannheimer Gewerbebank e. G. m. b. H.. Mannheim. Wie die Verwaltung der Mannheimer Gewerbebank e. G. m. b. H. mitteilt, hatte diese von den Kreditgewährungen des Direktors Röttinger keinerlei Kenntnis, da diese Posten verschleiert wurden. Wie die „Neue Mannheimer Zeitung" hört, sollen Röttinger und Groß, die inzwischen verhaftet worden sind, etwa 764 000 Mark zu Beteiligungen an dem Porphyrwerk Oppenau, an der Druckerei Rhenus, Ludwigshafen, der Vertriebsgesellschaft für Wäsche und Kleidung und einer Griffel- und Füllfederhalterfabrik in Ludwigshafen verwandt haben. Heber die Maßnahmen, die zur Sanierung ergriffen werden sollen, liegen noch keinerlei Beschlüsse vor. • Mannheimer Beamten bank e. G. m. b. H., Mannheim. 3m Zusammenhang mit der Zahlungseinstellung der Mannheimer Gewerbebank hat nun auch die Mannheimer De- amtenbank ihre Schalter geschlossen. • Bayerische Staatsschahanweisung s a nl e i h e. Die Verhandlungen über die Hedernahme der inländischen Bayerischen Staatsschahanweisungsanleihe sind zum Abschluß gelangt. Ein unter Führung der Bayerischen Staatsbank und der Preußischen Staatsbank stehendes Konsortium hat den Betrag von 35 Millionen Mark 5 prozentiqe Bayerische Staatsschahanweisungen mit Option auf weitere 15 Millionen fest übernommen. Die Laufzeit der Anleihe beträgt fünf 3ahre. der Emissionskurs 95 Prozent, der Rückzahlungskurs 110 Prozent. Die Schahanweisungen werden in der Zeit vom 30. April bis 8. Mai zur Zeichnung aufgelegt. • Großkraftwerk Franken, Nürnberg. 3n der gestrigen Aufsichtsratssitzung beS Großkraftwerkes Franken in Nü.mberg wurde beschlossen, der auf den 25. Mai einzuberufenden Generalversammlung die 23ertcUung einer Divido ne von 9 Prozent (wie Im Vorjahre) vorzuschlagen. Das Geschäftsergebnis ist wie im Vorjahre: ebenso d.e vorgenommenen Rückstellungen. • D ie fünfprozentigen Goldschatz- antoeifungen der Stadt Berlin. Wie die Konsortialleitung der Preußischen Staatsbank (Seehard'ung) dem Amtlichen Preußischen Pressedienst mitteilt, ist die Zeichnung der 25 Millionen Mk. fünfprozentige Goldschahanwei- fungen der Stadt Berlin infolge Heberzeichnung bereits am 19. April vormittags geschlossen worden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 20. April. Tendenz: unsicher. — 3m heutigen Börsenverkehr machte sich eine gewisse Hnsicherheit wieder stärker bemerkbar, die wohl in erster Linie auf die überraschend aelo.mmene Diskonterhöhung der Federal Äeservebank in 23 o ft 0 n und Chi - kag 0 verursacht wurde, während der Dis'ont- satz in N e u y 0 r k zunächst noch unverändert blieb. Eine gewisse Stühe erhielt die Tendenz anderseits jedoch durch den leichten lokalen Geldmarkt, wo auch wohl wieder einige Kauforders des Auslandes zur Ausführung gekommen waren, während die Spekulation eher Abgabeneigung zeigte. Die Kursentwicklung war daher nicht einheitlich, und die erhöhten Kurse der gestrigen Abendbörse konnten sich meist nicht behaupten. Die Hmscrh- tätigkeit war gering. Von feiten des privaten Publikums dürften keine Orders eingelaufen sein. Der Elektromarkt war etwas gedrückt, so daß Gesfürel 3,5 Prozent, Bergmann 4 Prozent, Siemens 2,25 Prozent, Licht & Kraft 1,2 Prozent, AEG. und Schuckert je 1 Prozent ein- oüßten. Angeboten waren ferner Waldhof mit minus4Proz., während Aschas e bürget behauptet blieben. Am Montanmarkt überwogen die kleinen Abschwächungen bis zu 1 Prozent. Mannesmann waren mit minus 2,25 Prozent etwas stärker abgeschwächt. Am Danken- markt gaben Commerzbank 1,75 Prozent und Dresdner Bank 1 Prozent nach, während Deutsche Bank und Discontogesellschaft sich behaupten konnten. Schiffahrtswerte waren ziemlich still. Deutsche Anleihen blieben auf dem erhöhten Stand der gestrigen Abendbörse gut behauptet. Am Auslandrentenmarkt verzeichneten Serben und Bosnier weiter recht lebhafte Hmiätze bei neuen Kursbesserungen. Talon und Serben 23,25 Prozent Geld. 3m Freiverkehr waren amerikanische Kunstseidewerte weiter gefragt. Amerikanische Enka 76,25 Dollar. 3m weiteren Verlauf konnte sich die Tendenz, von Spezialwerten ausgehend, etwas befestigen. Gefragt waren auf Abschluß- Hoffnungen 3. - - 5 a r b e n, die nach wenig veränderten ersten Kursen 1,75 Prozent gewannen. Waldhof konnten sich 2,5 Prozent und Siemens 1,75 Prozent erholen. Am Anleihemarkt zogen Qlblofung ohne Option bei lebhaften Hmsätzen bis 17,85 Prozent an. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tägliches Geld zu 6 Prozent etwas gesuchter. Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dollar 4,1882, gegen Pfund 20.416, London Kabel 488,15, Paris 124,02. Mailand 92,55, Madrid 29,12, Holland 12,1125. Berliner Börse. Berlin, 20. April. Fehlender Ordereingang ließ den Beginn der heutigen Börse sehr r u h i g» erscheinen. Verschiedentlich trat etwas Ware heraus, so dah die Kursentwicklung nicht einheitlich war. Die Tendenz war unsicher, im Grunde aber nicht unfreundlich. Für Spezialwerte bestand wieder einiges 3nter- efse. Glanzstoff, Waldhof, Adlerwerke, Kalipapiere, Spritwerte waren gut gehalten und zum Teil höher. Polyphon, Karstadt, Bergmann und Gesfürel bis 4 Proz. gedrückt. Die Diskonterhöhungen in Boston und Chicago verstimmten etwas, wurden aber im allgemeinen nur als ein Warnungszeichen an die dortige Spekulation angesehen. Deutsche Anleihen lagen stiller. Ausländer sehr ruhig. Bosnier und Serben waren fester. Der Schiffahrts- markt war weiter fest. Der Geldmarkt war unverändert. 3m 23erlaufe blieb die Tendenz uneinheitlich. Eine gewisse Verstimmung trat ein, weil man wissen wollte, dah die morgen zur Veröffentlichung gelangenden Außenhandelsziffern keine weitere Besserung au'toeifen würden. 3m allgemeinen waren dagegen bei den ersten Notierungen keine größeren 23eränbcrungen festzustellen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. April. Zum Wo- chenschluh verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in sehr stiller Haltung: obwohl die Auslandsnotierungen eine weitere Erhöhung erfuhren, blieben dieselben hier ohne Wirkung und das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen. Roggen war weiter etwas gefragt. Mais für 3ndustriezwecke hatte lebhaftere Hmsätze aufzuweisen bei anziehenden Kursen. Es wurde:, notiert: Weizen 1. gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Aucwi chs 27.50 Mk.: Roggen 23.53: Hafer, inländischer 27.50—2825: 2Sci3 (gelb) für Futterzwecke 24.25—24.53; Mais (gelb) für andere Zwecke 25.25—25.75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38.50—39.50; Roggenmehl 39—40.50; Wc.zenk'eie 15.25—15.50; Roggenkleie 16.25-16.50 Mk. Tendenz: fest. Zeitschriften. — Gemälde alter und neuerer Meister aus rheinischem und üd eutsche.n De itz kündigt der neue Katalog 1113 (mit 21 Tafeln Abbildungen) des Frankfurter Auktionshauses Rudolf Dangel G. m.b. H. an; hier sind u. a. folgende Maler vertreten: 3an und Pieter Drucghel. Cranach. 25an Dyck, Hals, Hobbema, Millet. Ostade, Teniers, Tiepolo, Tischbein. 23ero- nefe, Achenbach, Modersohn-Decker, Boehle, Dusch, Constable. Corot, Courbet, v. Gebhardt, 3ank, Lenbach, Maraes, Prllar, Röth, Schirmer, Spitzwca. Stadler, Trübner und Hhde. — „2t e u e Wege im Motorenbau. Betrachtungen über die 3unkcrs-Gegenkolben-Zwei- taktmaschine". Verlag Deutsche Motor-Zeitschrift, Dresden-A. 19. Preis 0,90 Mk. Vermischtes. Deutsche Fachleute des Scgelflugwefeirs für Amerika. Auf Grund einer Besprechung, die vor einiger Zeit in Neuyork an Bord des Dampfers „Columbus" des Norddeutschen Lloyd in Anwesenheit von Prominenten der staatlichen, zivilen und sportlichen Luftfahrt Amerikas stattfand, trat der dortige American Motor Aviation Club (AMAC.) an die deutsche Rhön - R 0 s- sitten-Gesellschaft in Frankfurt a. 211.. die auf dem Gebiete des Segelflugwesens führend ist, heran mit der Ditte, sie bei der Einführung des Segelflugsports und der Einrichtung von Segelflugschulen in Amerika durch Entsendung von Fachleuten zu unterstützen. Durch den Direktor des Forschungsinstituts der Rhön-Rossitten-Ge'ellschaft Professor Georgi, wurden deutscherseits folgende Herren mit der Durchführung dieser Expedition betraut: Rittmeister Röhre. Leiter der Segelfliegerschule in Rossitten als Leiter der Expedition, Diplom-3ngenieur Laubenthal, Leiter der Segelfluggruppe des württembergischen Luftfahrtverbandes, und Stud.-3ng. Hesselbach von der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt. Die Herren fahren am 19. April nach Neuyork. Wie verlautet, steht die amerikanische Regierung den Bestrebungen des American Motor Aviation Club außerordentlich sympathisch gegenüber. Die Berliner Philharmoniker auf Reifen. Die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Dr. Wilhelm Furtwängler machen auch in diesem Jahre eine Reise, die zuerst nach Kopenhagen führt. Von dort aus fahren die Künstler über Nord- und Westdeutschland nach Paris. Das Pariser Konzert, das nicht nur das erste Auftreten eines deutschen Orchesters nach dem Kriege, sondern auch das erste Auftreten Furtwänglers ist, wird mit großer Spannung erwartet. Nach diesem finden noch einige Konzerte in der Schweiz statt. Dann fährt das Orchester über München und andere süddeutsche Städte nach Heidelberg, wo die Reise mit einem dreitägigen Musiksest, das ausschließlich wie schon in den letzten Jahren. von Furtwängler und den Philharmonikern be ft ritten wird, ihren Abschluß findet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. 3rtaukfun a. M Berlin Schluh- Rur» 1-Ubr. fiurs Sch.uh Anlanq fiur» Nur» Datum 19 4. 20.4. 19.4. 20. 4. P' Kti<6«antetbe v 1927 Dt Anl Hblof Schuld aut »7.4 - 87.13 — ®uelo« -Siech,en 51.9 51,95 52 52 Dreal. ohne «u6l , .ffledjttn 7*/. Ürank, Hvv..»l So dvt unkündbar bk 1932 17.13 17,13 16,8 17,2 92.6 <’/»•/. NheiuNche 6od -vank Lia» -OoibDT 77,13 _ 8 6 ® abo >6ortritg«.Cb- Ugationta. nidiablbar iw? — «V, Schwelt BundrSb.-Anl. ___ *l< Deftmtd>il(t>r (»oibrte _ <.»*/• Dtfterr ich eilbtrru OeNrrrrlch rtn tltl Wtt 4,2 4,25 _ *1. nnaartlcbt Soldne 24.8 _ 24 8 24,8 ^/ollnoanldf etoatet v 1910 — 26.13 «*///,. dr»al von 1913 — 27 */• Unaorische Sroncnrtt 3 <•/. Türt Zollanlrlbr o 1911 12.55 12.65 Idrl Vaodaobab»-Du CI. tx«Ql. ® — 154,5 154.65 154,75 — — 221 219,5 l>an|a Donwfl(t)lf1 c * — 224.25 - dtordvruilchrr l'IoqB - 6 153 6 —- 152.9 152.9 Mllg Druische Srrdttanst. 10 — 136.25 136.9 Bann r Bankverein Io 142 — 140.25 140 vrrltner Hanveltactellfch. II- Kommerz- und Prlvai-Bk 1 175.75 174 v57 25 174.75 455.75 172.5 Tannft. u Wailonalbant ir ich«»...... 165.25 190 17t 227 125.5 283 160 192.4 298 184 100 139.5 168 155 I 102,25 284.5 160 97.25 185.5 197 290 167.6 19V 107.5 102.5 164.5 185 225,5 279,5 191.5 296,75 169 124 152,75 124.75 102.13 283.5 159.25 96 1»7 267 103 164.25 187 170,65 225.75 126 5 282 161.. 158.5 201.9 191.5 298 169.13 180.75 99 134 137.5 139.5 167.75 143.25 264.5 122.5 144 154.75 123.75 104 4 102 283.25 158 152 97.2a 44.9 184,- 196 290.5 •65.75 128 104 102, ti 164.5 184 169.5 125.0 278.5 161 157,5 200.4 191,4 296.5 170.25 183,5 98 131.5 138.5 168.5 142.75 260.2a 123 75 142.1 152.75 124 113 104.25 101,9 283 139 97 44.75 184.5 197.5 291.5 266.25 127.75 107 5 103.75 Frankfurt a. M Berlin Schluh-! 1-Ubr. SchiUh- Aurs Unfang flur- Aiir» 1 Aur» Datum: 19. 4 | 20. 4. 1”' 20. 4. dviiivv polzmann . 6eibtft*r«er Lement Lemen, »arfftab, 12 169 167,5 167 8 . 8 154 5 180 153 _ - Wavt k ftrthao 10 142 142.25 — Schindet« 9naWn . . 15 - 361 362 CftTvertr 12 - - 306.5 307.13 «er Cfttmuflofl 15 762 767 Hemberg....... 8 539 553.5 Zellsson Borbbof • • 12 300.5 296.5 292.5 295.5 ZellNoss Afchattenbura • 10 193.25 19.1.25 191.5 194.5 LLarlotiroduroer Baffer 7 E» —• 135.75 135 'essaner Öa5 8 - — 203.75 202.75 Daimler McLaren . . , 0 103,5 103 102 Demag ...... 0 45 46 flblrreat» Ale». . . 0 93 93,5 92.65 95 8»dw roerrt ..... 1- - - 257.5 256,25 9?Ql Bmomobll . ... c 99 9S Cnnftftn k Aoppti .... 4 - — 132,25 8fnfr Hosmcmn • . . • 0 — — Vronbarb Hel. . . . . 6 — 237 238.5 Hamog-i. ' eg u in 0 24 — 25.5 — »rauft «aschtoe» . . . . 0 82 83 82,75 — (*rf»na ..... 1 1*5 * 132,13 dtDllaerrteebt ...... 0 — — — * itnnnban« . ...... riech werte ....... an, trofTtoerti . . , . . • « 1 90.13 122 — 90.5 — 8 122 — * — ti?taa . ...... M i.« — 138 137 Wetartnlwt ..... derer« Unia»....... 3 56 56 — 8 102.24 WB 103 — Hebt Roeder ...... 10 — — kmg, k Occfhter .... 6 179 • 181 180 V«dd Bedn ..... 0 145 144 145 — BanfwoN«. Berlin, 19 «pril | <*eib 25 rre. hnuri(anti«K ^otec..... 4,163 Ij83 velg'fche Boten...... 58.27 58.51 Danifche 8Q«rn ...... 111.83 112,27 ffnalridK Noten ....... 29.372 20.452 Telegraphische Auszahlung. Berlin. 19 Avr'l Weib dr itl ’ ^rflniönfcie V/otcn..... IiSJj nrri Holländische Noten 168 16 168,84 Italienische Noten..... Norwegisch« Noten...... 22 05 22.13 111.63 112.07 Temsch-Oefterr., i 100 Kronen 58.68 58.92 Numanische Noten...... 2,61 2.63 (schwedische Noten...... 111.91 112.37 Schweiler Noten....... 80.40 80.72 Svanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 69,93 12.318 70.21 12.4(8 Ungarische Noten 72 86 73.1« DevilrumarU Derl'm —Frankfun a. BL 19 Avril 20 April ümlliche Non runa Ärmliche Notteruna <»elb »ne iSklD Bne- 8m *1^91 Oll 168,55 168,89 168,36 168.70 Bur n Lire 1,787 1,791 1.785 1.789 58,44 'ftrH.-Anm' 58.335 58.455 »8.32 If bdfHnnla 111,82 112.01 111.76 111,98 »ouenboarn 112,08 112,30 114.05 112.27 Suxfbolm (12,19 112.41 112.11 112,36 HeMngfoeS 10,513 10,53.1 10.513 10.533 (ftolren . . 42,055 42.095 42,03 22,07 London. . . 40,401 -'0,441 4.1660 40,392 20,133 Neovort . . «,178V 4,1775 4.1855 Pan« ... 16.45 16,.9 10.44 16,48 Schwer - 80.56 W.72 >0,52 60,68 Svauten . 70 OJ 70.17 70,03 70 17 Javan . 4tto be Jan 1.992 v. 50.15 1.996 0.5055 1,992 U. 603 1,996 0.505 Btm In D - ■•8,785 Ceft. adgefl »8.911 ■•8,785 »8.905 Prag . 12.379 12.399 12,378 12.398 BeUrnd «.358 7,372 7.358 7.372 vndavess . -2,97 73.11 72.95 73,09 «ul arten '.017 4.0<3 3.017 3,023 yrfloboa 18.04 18.07 17.93 17.97 Danjto Äcnftinfta. 51.54 81,70 81.53 81,69 4.142 146 4.134 2.138 .,514 5.52b 5,534 5,556 Lana da 1,178 4.321 1.186 4.177 4,32t 4,185 L.- 4.329 4.329 2Ü.9T8 40.968 20.918 20.958 ■s"6. «kV1 Äff-1 Die AM Aoaahil |4"58«< »Ä Tonnen KS bas Kontingent btrn befliß bustritbtZlrle Keid)»rd Mj*" ms ,u|6olftn sind. tn die Serarbeitur m Surft und tne Wen- Es minbtrbemitt verwenden. 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