Nr. 68 Erstes Matt 178. Jahrgang Dienstag, 20. März 1028 Eriche,ni rügUch. autzki Sonntags md Feiertags Beilagen. Gtetzener ^amtltenblättei Heimat im Bild Die Scholle Monalr-rezvgrprels: 2 Reichsmark und 20 Reichspsenntg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanichlüsse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drohtnach- richten. Hnjeiger 6le&etu Poßschccktonto: Jtanttnrt am Main 11686. GWnerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck vnd versag: vriihl'sche UniversitütS'vuch- und Steinfrruderet R. Lange in Gietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: §^nt»traße 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den An« zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in ©teften. Die Türkei erscheint in Gens. Deutschland stimmt im vorbereitenden Ausschuß den russischen Abrüstungsvorschlägen zu. Genf, 19. März. (WD.) 3m vorbereitender Abrüstungsausschuß hat heute vormittag der tüt kische Außenminister, Tewftk Ruschdy Dey eine Erklärung zur Sicherheitsfrage abgegeben in der unter weitgehender Anerkennung des Schiedsverfahrens zur Beilegung internationaler Streitigkeiten dem Vergleichsverfahren der Vorzug gegeben wird. Zur Erreichung eines heute möglichen Sicherheitsmaximums empfahl der türkische Außenminister den Abschluß von Richtangriffspakten nach dem Muster der von der Türkei bereits mit verschiedenen Staaten abgeschlossenen Verträge, die bekanntlich durch die Reutralitätsverpflich- tung erweitert sind. 3hre Wirksamkeit könnte dadurch noch erhöht werden, daß jede Verletzung eines solchen Vertrages im voraus als internationales Verbrechen erklärt würde. Die türkische Delegation hoffe, daß diese Verträge im Sicherheitsausschuh ebenfalls geprüft werden und behalte sich vor, später eine ergänzende Denkschrift $u dieser Frage einzubringen. Rachdem der türltsche Außenminister noch mitgeteilt hatte, daß die Türkei auch künftig a n den Arbeiten des S i ch e r h e i t s k o m i - tees teilnehmen werde, trat der Ausschuß in die Aussprache über die fowjelruffischen Vorschläge und den vor einem Monat vorgelegten Entwurf einer Abrüstungskon- v en ti o n ein. Zn einer längeren Begründung dieser Vorschläge hob Litwin off im wesentlichen folgendes beroör: Der russische Entwurf würde nach seinem Inkrafttreten bereits im ersten Fahre eine derartige Herabsetzung aller Streitkräfte zu Wasser, zu Lande und in der Luft bedeuten, daß damit oon Anfang an die Möglichkeit bewaffneter Konflikte selbst vor der Verwirklichung der vollkommenen Abrüstung beträchtlich verringert wäre. Einzig und allein die Verwirklichung der allgemeinen, gleichzeitigen und vollständigen Abrüstung, wie sie von der sowjetrussischen Regierung vorgeschlagen wurde, könne eine befriedigende Lösung des Problems der allgemeinen Sicherheit und der Aufrechterhaltung des Friedens sicher gewährleisten. Die sowjetrussische Delegation erwarte eine Präliminarantwort, d. h. sie wolle wissen, ob der Vorbereitungsausschuß den Grundsatz der allgemeinen Abrüstung im Verlaus von vier Jahren annehme, der schon nach Verlauf des ersten Jahres den Krieg immöglich machen würde. Diese Antwort dürfe nicht theoretisch fein, sondern müsse konkret und vollkommen klar aussallen. 2lls dritter und letzter Redner erklärte Graf Bernstorff, es lasse sich nicht bestreiten, daß die russischen Vorschläge geeignet seien, den Arbeiten einen neuen Antrieb zu geben. Sie zeigen in vollkommener Klarheit das Endziel, zu dem wir gelangen müssen. Wenn die russische Delegation z. B. die schrittweise Abrüstung Vorschläge. so erscheine ihm daran besonders beachtenswert, daß dieser Vorschlag die verschiedenen Etappen in der Abrüstung in eine ziemlich kurze Zeitspanne zusammenfassen will. Ohne in eine Erörterung über die vorgesehene vierjährige Dauer einzutreten, halte er es doch für unerläßlich, daß diese Etappen so rasch als nur möglich aufeinanderfolgen. Außerdem zeige der russische Vorschlag mit aller Klarheit das -bereits mit der ersten Etappe zu erreichende Ziel, nämlich die Verringerung der Möglichkeit bewaffneter Konflikte. Die deutsche Delegation hat wiederholt erklärt, daß sie die erste Etappe nur dann als einen wirksamen Schritt zur Verwirklichung der Abrüstung betrachten kann, wenn diese Etavpe eine tatsächliche Herabsetzung derRüstun- gen darstellt und außerdem die Verpflichtung zu weiteren rasch aufeina'.dersolgmden Etappen bringt. 3ch bin mit dem russischen Vorschlag vollkommen einverstanden, der darauf abzielt, schon mit der ersten Etappe die militärischen Faktoren auszuscha ten, die zu einein Angriff dienen können, und ich begrüße mit ganz besonderer Genugtuung den Umstand, daß da^ei auch die Kampfmittel, die gegen die Zivilbevölkerung cmgewa dt werden können, einbezogen worden sind. Die russische Forderung auf möglichst baldige Einberufung der 2lb- rüstungskonferenz entspreche PoTDmmen der deutsc^n Auffassung. Das Ausmaß der ersten Abrüstungsetappe könne nur von der Konferenz selbst festgesetzt werden. Es sei daher nur logisch, wenn Litwinofs genau so wie er verlange, daß das Datum der Konferenz möglichst bald bestimmt werde. Oie Arbeitslofiqkeii in den Vereinigten Staaten. Reu York, 19. März. (WD.) Coxey, der vor etwa einem Vierteljahrhundert an dec Spitze eines Heeres von Arbeitslosen von Reu- york nach Washington zog. hat jetzt an» gekündigt, daß er bald neuerlich ein anderes Heer von Arbeitslosen, das die fünf Millionen in den Vereinigten Staaten beschäftigungsloser Männer und Frauen vertrete, von Reuyork nach Washington führen werde, um die Aufmerksamkeit der Behörden auf die Arbeits- osigleit zu lenken. Rach der Ansicht Coxehs ergibt sich die Zahl von fünf Millio en Arbeits- .oser in Amerika aus der Tatsache, daß h ö ch - stens 2 5 Prozent der amerikanischen Fabriken voll beschäftigt seien. Rach einer Schätzung des Selretärs des Arbeitsamtes Davis bewegt sich die Zahl der Arbeitslosen gegenwärtig zwischen zwei bis vier Millionen. Maßlose Deutschenhetze in Rußland. Die innerpolilischcn Gründe der Deutschcnvcrhafiungen. K o w n o . 20. März. (TU) Die aus Moskau gemeldet wird, soll dem Chefingenieur Goldstein der Patz für seine Ausreise ausgehändigt worden : sein. Wie weiter gemeldet wird, haben die übrigen verhaftetenDeutschen vor dem Untersuchungsrichter abermals ihre Unschuld betont Eigener Drahtbericht des ..Gießener Süiaetgtrs*. Berlin, 20. März. Die französische Kammer hat ihre Beratungen beendet und sich zur Vorbereitung deS Wahlkampfes aufgelöst. Eie hat aber in aller Eile noch vor ihrem AuS- einandergehen eine Pandorabüchse geöffnet, deren Wohlgerüche weit über Frankreich hinauS sich verbreiten müssen. Die Kammer hat einen Ausschuß eingesetzt zur Prüfung der Staatsverträge über die Art, wie das ehemalige feindliche Vermögen sequestriert worden war, wie insbesondere d i e Liquidation des deutschen Gruben- und Hüttenbesitzes in Lothringen gehandhabt war. Herr Poincare hat begreifliche Hemmungen gehabt, den Bericht dieses Ausschusses zu veröffentlichen, er hat sich dabei hinter außenpolitische Bedenken verschanzt. Es hat ihm aber doch nichts geholfen, der Bericht liegt jetzt vor und ist in dem, was er bietet, eigentlich ein einziger ungeheuerlicher Skandal. Er zeigt die Methoden, wie das deutsche Mgentum geradezu verschleudert worden ist, wie sich ganze Raubgesellschaften gebildet hatten, die durch Ausschaltung jeglicher Konkurrenz die wertvollen deutschen Besitztümer für ein Butterbrot zu erwerben verstanden und selbst diese geringen Beträge nachträglich noch herunterdrückten. Davon nur ein Beispiel: Die lothringischen Gruben- und Hüttenwerke, die vor dem Kriege auf fast IV; Goldmilliarden geschäht wurden, haben nur einen Betrag von 180 Millionen Papierfranken eingebracht, die erst in zwanzig Jahren bezahlt und in den letzten fünf Jahren verzinst zu werden brauchen. Das wäre also in Prozenten umgerechnet nur ein Bruchteil von einem Fünfzigstel des wahren Wertes. Kann man da der Kammer Anrecht geben, wenn sie zu dem Ergebnis kommt, daß diese Art der Liquidation die „einträglichste Plünderung!' fei. die jemals bekanntgeworren ist. Die Kammer schlägt auch vor, die schiedsrichterlichen Entscheidungen aus dem Jahre 1924, die als Hauptgrundlage für die Liquidation galten, auf dem Rechtswege zu annullieren und eine strenge Kontrolle über alle diese Manipulationen einzurichten. Hoffentlich wirken sich diese Vorschläge irgendwie praktisch au5. Die Zustände, die hier ausgedeckt wurden, sind tatsächlich schlimmer, als die fürchterlichen Erfahrungen des Panama-Skandals. Wundern freilich kann sich darüber niemand. Der Versailler Vertrag ist nun einmal etwas durch und durch Unsittliches und verführt durch die Form, wie mit dem deutschen Vermögen umgesprungen wurde, geradezu zu Schiebungen und Betrügereien. Schließlich haben ja a u ch dieAmerikaner ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch sie haben eine Untersuchungskommission einsetzen müssen, was uns aber nicht davor schützt, daß die paar hundert Millionen, die wir jetzt für den Erlös des deutschen Eigentums zurückerhalten, nur ein Viertel oon dem bedeuten, was das deutsche Eigentum in Gold wert war. Aber verständlich wird durch diese neuesten Enthüllungen der französischen Kammer, daß die Schätzungen über das, was Deutschland aus dem Versailler Vertrag gezahlt hat. so weit auseinander gingen Die Reparationskommission hat seinerzeit bis zum 1. September nur a ch t Milliarden berechnen wollen, mährend Deutschland auf eine Summe von weit über zwanzig Milliarden kam und auch ausländische Sachverständige mehr als das Dreifache der Zahlen der Reparationskommission als das Minimum ansehen. Jetzt wissen wir. wo das Geld geblieben ist. Für die Festlegung der Endsumme der deutschen Schuld ist es immerhin und jede Beteiligung an irgendwelchen Staatsverbrechen als unwahr bezeichnet. Trotzdem weigert sich die G. P. 1L, die verhafteten bis zum Beginn des Prozesses sreizulassen. Inzwischen hetzten die Gewerkschaftler rod ter. Tornfki und Losowski wandten sich in Ansprachen in der Sitzung der Gewerkschastsinternalionale nicht nur gegen d i e deutsche Regierung, sondern auch gegen die deutsche Oessentllchkelt. Tomski betonte die Rotwendigkeit, die Linmischungs- versuche der deutschen Regierung in innerrussische (!) Angelegenheiten energisch abzuweh - ren. Beide Redner verlangten strengste Be- strasung der Saboteure, welcher Rationalität sie auch seien. Die Arbeiter in Leningrader Fabriken haben in Versammlungen Entschliehungen angenommen, in denen gldchsalls gegen die Einmischung Deutscher in irgendwelche innere Angelegenheiten des Landes protestiert wird. Die Pu- tiloro - Werke verlangen oon der Sowjctregierung „energische Abwehr der keine Grenzen kennenden deutschen Bourgeoisie". 3n einigen Werken wurde die T o d e s st c a s e für alle verhafteten gefordert. nicht gleichgültig, wieviel schon aus uns berausge- preßt worden ist und deshalb hat die deutsche Politik alles Interesse daran, diesen Bericht des französischen Kammerausschusses auch der Reparationskommission nachdrücklichst zum Studium zu empfehlen. Oie neue polnische Grenzschuhverordnung. SchwereGesährdungdcrdeutschcnAnsicdlcr Berlin, 20. Marz. (Priv.-Tel.) Gegen die gestern im Polnischen Staalsanzeiger verössentlichte Rooelle zur Grenzschuhoerordnung, die bekanntlich eine Hauptrolle in den deutsch-polnischen Dirtschastsoerhandlungen spielt, nehmen die Berliner Blätter schars Stellung. In der „Germania" heißt es, datz die Reuocdnung eine äuhersi weitgehende Enttäuschung bedeute, die in keiner Weise einem Entgegenkommen, wie man es im Interesse der beiderseitigen wirtschaftlichen Beziehungen erwarten konnte, entspreche. Artikel 9 der Grenzschnhverocdnung behalte seine ursprüngliche Fassung, womit die verschärfte Gefährdung für Liquidation von Grund st ücken in den Grenzzonen fortbe- fteht. Ferner bestehe noch immer die grundsätzliche Möglichkeit, selbst vorhandenen Grundbesitz in den Grenzzonen unter der Begründung, daß der Eigentümer im Staatsinteresse als lästiger Ausländer anzusehen ist, zwangsläufig zn enteignen. Durch die Reuregelung sei der reinen Willkür der administrativen Lokalbehörden, nämlich den zuständigen wojwoden, freie Auswirkung gegeben. Das Blatt stellt schließlich den außerordentlichen Ernst der Lage und die schwere Erschütterung der bisher gewonnenen Basis für die deutsch - polnischen Handelsvertragsverhandlungen fest. — Die „T ägl. Rundschau" bemerkt, daß man nach Veröffentlichung der neuen Verordnung in Berlin die Aussichten für eine Weiter- sührung dec Handelsvertragsoerhandlungen nicht mehr als günstig betrachte. Es werde jedenfalls schwer sein, jetzt noch eine Grundlage zu finden, aus der die Verhandlungen erfoigreich weitergeführt werden können. — Der „L o k a tanze i g e r" spricht von polnischer Sabotagepolitik und erklärt, es stehe außer Zweifel, daß die Verordnung als schwere Verletzung dec deutsch-polnischen Vereinbarungen aufgefaßt werden müsse. Das gelte besonders für Oberschlesien, da die neue Verordnung im krassen Widerspruch zur Genfer Konvention siehe. — Das „Bert. Tageblatt" führt aus: Es muß gerade von denjenigen, die seit Monaten wieder an der Verständigung gearbeitet haben, betont werden, daß etwaige Spekulationen der polnischen Regierung aus eine neue deutsche Regierung nach den Reichstags- wah'en in diesem Falle völlig müßig sind, zumal über die Grenzordnung sich alle Parteien in Deutschland einig sind. Oie läge in Mitielchina. London, 19. März. (W2.) 3m Unterhaus erklärte Chamberlain auf eine Anfrage, die Lage in Mittelchina sei noch immer sehr ungeklärt. Es beständen keine Anzeichen für eine ileberbrüdung der Kluft zwischen Hankau und Ranking. Ranking scheine die Hoffnung aufgegeben zu haben, für seinen Feldzug gegen den Rorden die Unterstützung der Provinzen Hupeh und Hunan zu gewinnen. 3n Hupeh herrsche fast völlige Anarchie. Der neue Feldzug gegen Tschangtsolin hätte am 15. März beginnen sollen, doch warte anscheinend von den drei Verbündeten Tschangkaischek, gen* gyuhsiang und QJenffifdjan jeder darauf, daß Der andere den ersten Schlag führe. Rach einem soeben eingetroffenen Bericht sollen die Rvrdtruppen Fengyuhsiang eine empfindliche Riederlage beigebracht haben. Die Revolte aus der „R«. -al OaF''. Eine nichtssagende Erklärung Bridgemans. London, 19. März. (WB.) Im Unterhaus gab heute der Erste Lord der Admiralität, Bridgeman, die von ihm in Aussicht gestellte Erklärung über den Zwischenfall auf der „Royal Daf" ab. Bridgeman lehnte es dabei aber ab, den Gegenstand I des Streites der drei Offiziere zu nennen und stellte im wesentlichen nur fest, daß am 10. März unmittelbar vor dem Auslaufen der Flotte der Kapitän'und der Commander der „Royal Daf" dem Konteradmiral Collard eine schriftliche Erklärung übergaben, die sich auf verschiedene Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Konteradmiral und den beiden Offizieren bezog. Bridgeman erwähnte dann den bekannten Kompromißvorschlag des Oberbefehlshabers der Flotte, daß Konteradmiral Collard seine Flagge aus der .Resolution" hissen lasse. Aus persönlichen Gründen, die ihm durchaus zur Ehre gereichten, habe, so erklärte Bridgeman, der Konteradmiral es vorgezogen, das Schiss sofort zu verlassen. Wie verlautet, wird das kriegsgerichtliche Verfahren wegen des »Royal Oak"-Zwischenfalles in ungefähr zehn Tagen an Bord eines Kriegsschiffes im Hafen von Gibraltar stattfinden. Die Unabhängigkeit Aegyptens. DaS Programm der neuen Regierung. Kairo, 19. März. (WD.) 3n der Kammer gab Ministerpräsident Rahas Pascha die Regierungserklärung ab. in der es u. a. heißt: Die Regierung erkennt keine Tatsache und keinen Pakt an, der der völligen Unabhängigkeit Aegyptens widerspricht oder d i e Rechte des Sudan nicht achtet. Bezüglich der kürzlich geführten englisch-ägyptischen Besprechungen sprach Rahas Pascha sein Bedauern aus, daß man keine Grundlage für eine Einigung gesunden habe, doch sei die ägyptische Regierung sicher, daß sich bei gutem Willen eine Einigung finden lassen werde, welche d i e Unabhängigkeit Aegyptens und die Interessen Großbritanniens wahre. Schließlich versicherte Rahas Pascha, daß dieRechte der Ausländer in vollem Umfang geachtet werden würden. Im Anschluß hieran schlugen die Rationalisten eine Vertagung der Aussprache über die Regierungspolitik um acht Tage vor, doch bestand Rahas Pascha auf sofortiger Beratung. Darauf zogen die Rationalisten ihren Vertagungsantrag zurück. Die Kammer sprach schließlich der Regierung das Vertrauen aus. Der Landbund beantragt Ein- bemsung des hessischen Landtags. D a r m ft a ö t, 19. März. (Landespressedienst.) Der Hessische Landbund hat heute folgenden Antrag im hessischen Landtag eingebracht: „Die Rot der Landwirtschaft steigt mit jedem Tag höher. Weite Kreise der Landbevölkerung wissen nicht mehr, wovon sie leben und wie sie ihren Wirtschaftsbetrieb aufrechterhalten sollen. Die Unzufriedenheit wächst unaufhaltsam. Cs steht zu befürchten, daß die öffentliche Ordnung gestört und die Grundlagen des Staates erschüttert werden. Mit staatlichen Zwangsmitteln ist die Erregung nicht mehr zu unterdrücken. Wir stellen in letzter Stunde zur Abwendung unaufschiebbarer Weiterungen folgenden Antrag: Der Landtag wolle beschließen: 1. Sie staatliche Grundsteuer ist mit sofortiger Wirkung auf 50 Prozent des im Rechnungsjahr 1927 festgesetzten Steuersatzes zu ermäßigen. 2. Die kommunalen Grundsteuern (Gemeinde-, Kreis- und Provinzial-Umlagen- anteil) dürfen den im Rechnungsjahr 1927 geltenden staatlichen Steuersatz nicht übersteigen. 3. Die Sondergebäudesteuer ist zu ermäßigen. 4. Die geplante Erhöhung der Beamtengehälter durch ein neues Besoldungsgesetz unterbleibt. 5. Eine sofortige Senkung der Staatsausgaben ist durch Verminderung der Staatsausgaben und eine Verwaltungsreform an Haupt und Gliedern herbei- zusühren. Lin neuer pmunafkandal in Frankreich. Unerhörte Schiebungen bei der Liquidation des ehemaligen deutschen Eigentums in Lothringen. 6. Die Reichsregierung ist umgehend zu ersuchen, sofort alle zoll- und handelspolitischen Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, die Rentabilität der Landwirtschaft wieder herzustellen. Wir ersuchen den Landtag binnen kürzester Frist zur Beratung vorstehenden Antrages ein - zuberufen. Das Kriegsschädenschlußgeseh. Berlin, 19. März. (VDZ.) Der Entschädi- gungsausschuh des Reichstags stellte am Montagabend seinen Bericht über das Kriegsschäden- schlußgesetz fest. Er nahm dazu zwei Entschließungen an. 3n der einen wird die Reichsregie- rung ersucht, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um bei der Sndregelung der Re- parationsverpflichtungen Deutschlands eine besondere Berücksichtigung der Lasten Deutschlands aus Artikel 297 des Versailler Vertrages zu erzielen, die es gestattet, der Bestimmung des Art. 297 gegenüber den Geschädigten in weiterem Umfange Genüge zu tun. Art. 297 bestimmt, daß Deutschland die Reichsangehörigen zu entschädigen habe, die durch Maßnahmen der Entente in ihrem Vermögen Einbuße erlitten haben. Die zweite Entschließung ersucht die Reichsregierung um baldmöglichste Prüfung, wann und in welchem Umfange die für die Ausgleichsgläu- b i g e r im § 1 des Reichsentlastungsgesetzes vorgesehene Regelung getroffen werden kann. Diese Bestimmung verlangt, daß eine „angemessene" Entschädigung gezahlt wird. Oie Geschäfte des Kapitäns Lohmann. Berlin, 20. Mär;. (2BIB. Funkspruch.) 3m verlaufe der Phöbus - Untersuchungen hat sich, wie die „DAZ" meldet, ergeben, daß Kapitän Lohmann auch die deutschen Transozean- Flugversuchefinanzierlhat. Das Blatt erfährt dazu, daß man im Reichsoerkehrsministerium diesen Experimenten mit großer Skepsis und Besorgnis gegenübersland. Gteuerdebatte im Reichstag. Reichsfinanzminister Dr. Köhler zu den Landbundkundgebungen. Berlin, 19. März. (VDZ.) Vor Eintritt in die Tagesordnung werden AusschubeTUschließun- gen, die die Uebernahme der durch die Be- setzungsvcrhältnisse den Gemeinden entstandenen Polizeikosten auf bas Reich verlangen i n) Hessen einen Reichszuschub zum Rheinbrückenbau in Mainz gewähren wollen, angenommen. Darauf wird die zweite Lesung des Haushalts fortgesetzt beim Kriegslastenetat. Abg. Schneider-Dresden (D. D.) bedauert, daß unsere Tributlasten immer noch nicht endgültig festgesetzt sind. Die Erwartung, daß die Transferschwierigkeilen zu einer baldigen Revision des Dawesplanes führen werde, sei leider nicht erfüllt worden. Mit aller Schärfe müsse protestiert werden gegen die Zumutung, die phantastische Summe des Londoner Ultimatums von 132 Milliarden als Endsumme anzuerkennen. Zu fordern sei die Festsetzung einer Endsumme, die weit unter 40 Milliarden liegt. Abg. Dr. Dernburg (Dem.) weist auf die erschreckende Höhe des Kriegslastenetats hin. Angesichts dieser Zahlen sei es nicht zu recht- fertigen, daß ein Reichsetat vorgelegt wird, der eineProsperität derdeutschenWirt- schäft vortäuscht, die tatsächlich nicht vorhanden sei. Wenn wir eine Revision des Dawesplones wollen, dann müssen wir bei uns selbst anfangen und ein Ende machen mit der demagogischen Finanzpolitik, die heute bei uns getrieben wird. Wer sich als reich hinstellt, wird natürlich geschröpft. Wir Demokraten halten diese Art Finanzpolitik für verwerflich. Wir können diese Finanzpolitik nicht mitmachen und nicht decken. Abg. Dr. Reichert (Dn.) fragt, bis zu welchem Stadium die früher eingeleitete Aussprache des Reichsfinanzministers mit dem Reparations- agenten gediehen sei, und wie es mit der Endsumme stehe. Es müsse auch gefragt werden, wie es mit der Freigabe des im Ausland beschlagnahmten deutscher Eigentums steht. Dem Abg. Dernburg fei zuzustimmen in der Kritik daran, daß wir durch die nur durch Auslandanleihen ermöglichten Zahlungen uns als reicher hinstellen als wir wirklich sind. Bei einer Revision des Dawesplanes müsse auch die Verbilligung der Eisen- bahnfrachten ermöglicht werden, die jetzt allgemein am DaweSplan geübte Kritik sei von Anfang an von Deutschnationalen geübt worden. (Rufe: Halb und Halb.) Seien Sie froh, daß wir Ihnen damals aus der Klemme herau, geholfen haben. (Heiterkeit.) Di: D utschnationalen müssen jede Verantwortung für die Gestaltung des Dawesplaneä ablehnen. Abg. Dr. B r e d t (*28. Vgg.) meint. eS sei sehr einfach, sich jetzt gegen den Dawesplan zu erklären: seine Annahme wäre ohne die Zustimmung der Deutschnationalen nicht möglich gewesen. Gerade die deutschnational beeinflußten Regierungen hätten die Etats so aufgebläht, daß die Wirkung eine Steigerung der Daweszahlun- gen war. Damit schließt die Aussprache. Der Kriegslastenetat wird angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Haushalts des Reichsfinanzministeriums. Abg. Meier- Baden (Sog.) erklärt, die ganze Steuergesetzgebung der letzten Zeit sei mit unsozia- km Geist erfüllt. Die Hauptlast werde von den wirt- schastlick Schwächsten getragen. Vom Landbund werde oewußte Steuersabotage getrieben In den Demonstrationsversammlungen des Landbundes werde bei der Schilderung der steuerlichen Belastung der Landwirte die Wahrheit auf den Kopf gestellt. Der Redner verlangt die Offenlegung der S t e u e r l i st c n. Nur so könne der Zustand aufhören, daß für den Hektar der badische Kleinbauer 145 Mi., der ostelbische Großgrundbesitzer nur 17 Mk. Steuer bezahlt. Abg. Dr. Cremer (D. Dv.) weist darauf hin, daß die haupteinnahmen des Reiches nicht aus den direkten Steuern, sondern aus den Zöllen und Verbrauchsabgaben stammen. Damit sei aber nicht gesagt, daß die breiten Masten auf diese Weise mehr belastet seien. Die Reform des Spiritusmonopols sei leider noch nicht gelungen. Bei den Besitz- und Berkehrssteuern sei teilweise eine Ueberlastung der Stcuerkraft zu verzeichnen. Die Lohnsteuer sollte auf eine andere Basis gestellt werden. Es zeige sich die Tendenz einer weiteren Erhöhung der Real steuern: die Zuweisungen an die Länder seien gestiegen, aber bei den Ländern werde das Lied angestimmt: Je mehr er hat, je mehr er will! Die geräuschvollen Land- bunddemonstrationeii, bei denen oft mit unwahren demagogischen Behauptungen gearbeitet werde, machten oft den Eindruck, als hätten die Führer ein Vergnügen daran, die Volksseele zum Kochen zu bringen. Aus solchen bedauerlichen Ausschreitungen dürfe man aber nicht Schlüsse auf di« Einstellung der gesamten Bauernschaft ziehen. Der Redner verlangt schließlich eine bessere Besoldung-regelung für die Beamtenschaft. Aba. Dietrich- Baden (Sem.) verlangt eine Herabsetzung der Kosten des Finanzministeriums und eine Verminderung seines großen Verwaltungsapparats im Interesse der Steuerzahler. Die Durchführung des Dewer- tungsgesetzes sei ganz besonders umständlich und kostspielig. Der Bewertungsbeirat mache große Karawanenreisen und nehme dabei eine Flasche Salzsäure mit, um die Kalkhaltigkeit des Bodens zu prüfen (Heiterkeit). Die kleinen Dauern müßten heute weit höhere Steuern zahlen, als die Großgrundbesitzer. Die schwankende Haltung des Retchsfinanzministers in der Beurteilung der Finanzlage des Reiches je nach den politischen Bedürfnissen der Regierung sei befremdlich. Der Redner verlangt eine Vereinheitlichung des Steuerwesens in Reich und Ländern. Abg. Dr. Brüning (Zentr.) erklärt: Bei der Lohnsteuer sei die Grenze der Vereinfachung durch die soziale Gerechtigkeit gezogen, die die Erstattung der zu viel erhobenen Steuer verlangt. Bei der Landwirtschaft werde sich das jetzige System der Besteuerung nicht dauernd aufrechterhalten lassen. Jetzt werde eine wirkliche Einkommensteuer eigentlich nur bei den buchführenöen Landwirten berechnet mit dem Erfolg, daß die großen Landwirte weit besser abschneiden als die Kleinbauern, bei denen das Einkommen geschätzt wird. So entstehe infolge der verschiedenartigen Behandlung der Betriebe eine unberechtigte Erregung gegen die Finanzämter bei den Bauern. Vor der Erledigung des endgültigen Finanzausgleichs könnten aber keine Resormversuche gemacht werden. Die Buch- und Betriebsprüfung müsse beibehalten werden, aber sie sollte sich im wesentlichen auf die großen Betriebe beschränken. Die Gehälter der im Buch- und Detriebsprüfungsdienst stehenden Beamten müßten wesentlich aufgebessert werden. Abg. ©er e f e (Dn.) beklagt die steuerliche Belastung der Landwirtschaft, die besonders unter dem Druck der Realsteuern leide. Die Reichssteuern allein würden nicht so drückend sein. Beim Finanzausgleich seien alle guten Absichten des Reichsfinanzministeriums durch die Praxis der preußischen Finanzverwaltung ins Gegenteil verkehrt worden. Von einer Senkung der Realsteuern sei ebenfalls nichts zu spüren. Die Kundgebungen der Bauernschaft im ganzen Reiche seien keineswegs künstlich ausgezogen. Die Führer hätten vielmehr alle Mühe, die erregten Bauern von unbedachten Schritten zurückzuhalten. Mit Polizeimaßnahmen könne man diese Demonstrationen nicht unterdrücken, sondern nur durch Behebung der Rot. Der Vorwurf der Steuerdrückebergerei gegen den Großgrundbesitz sei ganz unberechtigt. Rur durch die Wiederherstellung der Rentabilität könne die Landwirtschaft befähigt werden, angemessene Steuern und angemessene Löhne zu zahlen. Die Landwirtschaft wende sich nur dagegen, daß ihr die Steuern aus der Substanz abgepreßt werden. Das habe ja auch der Minister nicht gewollt. Reichsfinanzminister Or. Köhler: Wir sind uns darüber klar, daß bei der Lohnsteuer eine Aenderung notwendig ist. Wir werden unS in nächster Zeit auch ausfpre- chen müssen über die Frage von Zollsenkungen und über Fragen der Besitz - und Verkehrs st euer n. Die Tätigkeit der Reichssteuerbeamten ist mit Recht anerkannt worden. Wir arbeiten an der Vereinfachung des Apparates. Die Aufhebung einer großen Zahl Finanzämter steht bevor, auch die Landesfinanzämter sollen verringert werden. Die Buch- und Betriebsprüfung hat sich gut entwickelt. 1927 ist es uns dadurch gelungen, die internationale Verschachtelung vieler Betriebe aufzudecken zum Ruhen der Einnahmen des Reiches. Wir wollen keineswegs die Prüfer in alle möglichen Kleinbetriebe schicken. Ich verübele es keinem Berufsstand, wenn er in seiner Rot Demonstrationsversammlungen veranstaltet: aber unter gar keinen Umständen kann die Regierung das dulden, was in den letzten Tagen da und dort vorgekommen ist. Vorgänge, wie sie in P y r ih vorgekommen sind, dürfen sich in einem Rechtsstaat nicht wiederholen. (Beifall.) Die Regierung wird ihre Pflicht tun ohne Ansehen der Person, des Standes und der Organisation. Sie wird diese Pflicht mit der Festigkeit tun. auf die das Volk einen Anspruch hat. weil hier in erster Linie die Autorität des Staates angegriffen worden ist. In Pyritz handelt es sich um außerordentlich schwere Verstöße, und es tut mir leid, daß nun die armen, irregeleiteten Menschen vor dem Strafrichter Dinge zu büßen haben, in die sie — ich weiß nicht, durch wen — hineingehetzt worden sind. Ich kann nur dringend warnen vor solchen Aeuherungen, wie sie zu dem Vorsteher eines Finanzamtes gemacht wurden und die dahin gingen, man solle von Zwangsmaßnahmen Abstand nehmen, weil die Landwirte andernfalls für das Leben der Doll- zugsbeamten nicht einstehen könnten. Ich mutz dringend fordern, daß derartige wilde Redensarten unterbleiben. Ich habe die dringende Bitte an die Führer der Organisation zu richten, die Zügel ja nicht aus der Hand zu geben, sondern m ä tz i g e n d und beruhigend auf die Mitglieder einzuwirken. Die Regierung ist bereit, den vorhandenen Rotständen Rechnung zu tragen und von Amts wegen Steuer- stundungen und Rachlässe zu gewahren, aber diese wilde Iustiz die kann es nicht geben. Es kann auch nicht geduldet werden, daß in Bausch und Dogen in einem ganzen Bezirk alle Landwirte auf einmal erklären: Wir zahlen ittcht mehr! (Zuruf rechts: »Wir sind alle zahlungsunfähig!"). Damit kommt man nicht aus, wir müssen mindestens die Ausnahmen feststellen. Ich bin verpflichtet, meine Beamten zu schützen und wir werden alles dazu tun. Es geht nicht an. daß meine Beamten in verschiedenen Landesteilen nur noch unter Bedrohung arbeiten können. (Beifall.) Abg. Dorsch (Christl.-Rat. B. P.) beklagt vor allem die Vielheit der Steuern in der Landwirtschaft. Reben der Steuersenkung sei die Steuervereinfachung notwendig. Abg. Borrmann (W.V.) führt Beschwerde über die Art, in der selbst bei den kleinsten Gewerbetreibenden Büch:rrevi,io.ien vorgenommen werden wegen lächerlich geringer Objekte. Das Vorgehen der Finanzb.amten g gen die kleinen Gewerbetreibenden rufe große Erbitterung her« vor. Der Haushalt wird mit der Ausschußentschlle- ßung angenommen. Vizepräsident Esser kommt zurück auf einen vom nationalsozialistischen Abg. Dr. Feder verlesenen Brief, in dem ein Petent gegen den Präsidenten Löbe den Vorwurf erhebt, er habe eine Petition nicht weiter- gegeben und eine Drucksache nicht verteilen lassen. Hierzu stellt Vizepräsident Esser fest, daß an diesen Beschuldigungen kein wahres Wort sei. (Rufe links: Echt völlisch!) Präsident Löbe: Ich habe an Herrn Dr. Feder die Frage zu richten, ob er nach dieser Aufklärung nicht von der Rednertribüne aus seine Beschuldigung zurücknehmen will. — Abg. Dr. Feder (R. S.): Ich habe lediglich den Brief verlesen, nachdem die Aufklärung gegeben ist, bitte schön, ist die Sache erledigt. (Stürmische Rufe links: Lump, Schwindler, Verleumder, elender Feigling!) — Dienstag: Reben kleineren Vorlagen das Kriegsschädenschlußgeseh. Das landwirtschaftliche Aotprogramm. Eine Denkschrift des Reichsernährungsministers bezweckt einheitliche Grundsätze für die Reichshilfe. Berlin, 20. März. (Priv.-Tel.) Rachdem der Reichsrat den Ergänzungsetat verabschiedet hat, hat nunmehr der Reichsernährungsminister den Mitgliedern des Haushaltsausschusfes des Reichstages als Unterlage für die bevorstehenden Beratungen eine Denkschrift zugehen lassen, die sich auf die finanziellen Anforderungen bezieht, die in Ausführung des landwirtschaftlichen Rotprogramms im Ergänzungsetat enthalten sind. In der Denkschrift wird darauf hingewiesen, daß die Rot in der deutschen Landwirtschaft mit den angeforderten Mitteln nur dann fühlbar gelindert werden könne, wenn diese nach einheitlichen Gesichtspunkten verwendet werden. Es gelte vor allem, die aufbauenden Kräfte der Selbsthilfe in der Landwirtschaft dem Gesamtpläne nutzbar zu machen. Als ein wesentlicher Grund der landwirtschaftlichen Röte wird die Unausgeglichenheit zwischen der landwirtschaftlichen Gütererzeuaung und den Bedürfnissen des Verbrauchs bezeichnet, die in zeitweilige Absatzschwierigkeiten für nahezu sämtliche landwirtschaftlichen Produkte ihren Ausdruck findet. Es sei daher die wesentlichste Aufgabe, einen geeigneten Ausgleich zwischen dem stark schwankenden Angebot und den Anforderungen des Verbrauchs herbei- zuführen. Vermeidung starker Preisschwankungen, Minderung der Spanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen sowie Standardisierung der landwirtschaftlichen Produkte sei anzustreben. Weiter soll durch Rationalisierung des Genossenschaftswesens im Sinne einer weitgehenden Vereinheitlichung und Vereinfachung der organisch« Aufbau der Selbsthilfeorganisationen der Landwirtschaft gefördert werden. Am Schluß wird aus den Zusammenhang des gesamten Problem- mit der Aenderung des Gesetzes über die Rentenbankkreditanstalt hingewiesen. Es wird hervorgehoben, daß die gesamten Hllfsmaßnahmen nur dann erfolgreich durch- gesührt werben können, wenn es gelingt, die Finanzierung der Abs atzorganisa- t i o n e n dadurch zu erreichen, bah die deutsche Rentenbankkreditanstalt in die Lage gebracht wird, in Geschäftsverkehr mit ihnen zu treten, was bisher nicht möglich ist. Die Derschuldung der deutschen Landwirischast. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 20. März. Wir brachten kürzlich die Mitteilung, daß der Unterausschuß für die Landwirtschaft innerhalb der deutschen Enquete- kommisfion einen Sonderbericht über die Lage der Verschuldung der deutschen Landwirtschaft auf Grund seiner Untersuchungen, die sich auf rund 1762 Betriebe der verschiedenen Größen und Klassen in verschiedenen Gegenden Deutschlands erstrecken, herausgebracht hat. Jetzt sieht sich der Unterausschuß gezwungen, infolge der irrtümlichen Auffassungen über diesen Bericht, der anscheinend m der Oeffentlichkeit als für die Lage der Landwirtschaft allgemein maßgeblich aufgefaßt worden ist, darauf hinzuweisen, daß es sich dabei, wie das auch von uns nicht anders ausgewertet worden ist, nur um einen T e i l a u s s ch n i t t handelt. Man muß bedenken, daß 1762 Betriebe nur einen verschwindend kleinen Bruchteil der gesamten landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland, die auf vier bis fünf Millionen aeschätzt werden, ausmachen. Der Wert der Untersuchung liegt also mehr in den praktischen Folgerungen, die der Unterausschuß aus ihr gezogen hat. Dabei ist in erster Linie wesentlich, daß auch die Enquetekom-mission den Rentabilitätsge- danken in den Vordergrund jeder Sanierungsaktion stellt und eine allgemeine Kreditaktton mit einem billigen Zinsfuß für abwegig hält. Die Verteilung der Reichsmittel für die Landwirtschaft. B e r l i n, 19. März. (VDZ.) Die Zentrumsfraktion des Reichstages verhandelte über die Kontrolle für dieDerteilungderReichsmittelfürdie Landwirtschaft. Der Einsetzung eines Ausschusses für die Ueberwachung der Verteilung stehen insofern Schwierigkeiten entgegen, als dieser Ausschuß auch über die Auflösung des Reichstags hinaus in Wirksamkeit bleiben müßte, dann aber zu seiner Einsetzung eine Zweidrittelmehrheit des Reichstages erforderlich fein würde. Daher wurde nach einer anderen Möglichkeit gesucht, durch welche derselbe Zweck erreicht werden könnte, und es wurde daran gedacht, noch vor der Auflösung des Reichstags diese Frage zur Klärung zu bringen, vielleicht auf dem Wege von Richtlinien, die noch vor dem Auseinandergehen des Reichstags festzulegen wären. Die Rentenbankkreditanstalt. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 20. März. Die Verhandlungen im Deichsrat, die auf Grund einer Denkschrift des Reichsernährungsministers Dr. Schiele über die Reugestaltung der Rentenbank Kreditanstalt geführt werden, haben, wie man hört, noch z u keinem Ergebnis geführt. Die Länder, vor allem Preußen und Bayern, aber auch Hessen, können sich immer noch nicht mit den Kompromihvorschlägen der Reichsregierung einverstanden erklären. Unter diesen Umftänöen wird das Lkmänderungsgesetz der Rentenbank Kreditanstalt als eine gesonderte Vorlage den Beratungen über das eigenlliche Rotprogramm im Reichstag angehängt werden. Man hofft, vielleicht sogar noch bis zu der üblichen Vollsitzung des Reichsrates am Donnerstag, sonst am kommenden Samstag, die Beratungen über das Gesetz zu Ende führen zu können. Wie man hört, ist es vor allem die preußische Regierung, die aber in diesem Fall teilweise mit Bayern konform geht, die sich gegen den erweiterten Geschäftsbereich der Rentenbank-Kreditanstalt nach wie vor heftig wehrt. Ausdehnung der Gras« und Heidebrände. Hamburg, 20. März. (WTB. Funkspruch.) Die Gras- und Heidebrände, die sich zunächst in der Hauptsache auf die Vororte Grohborstel, Riendorf und Langenhorn erstreckten, haben einen immer größeren Umfang angenommen. Auch am Montag ist die Feuerwehr nicht zur Ruhe gekommen. Don allen Seiten wurden Gras- und Heidebrände gemeldet, die tellweise einen sehr großen Umfang anzunehmen drohten. In Kaltehofe verbrannten 80 CCO Quadratmeter Schilf und Gras. Die Feuerwehr hatte mehrere Stunden angestrengt mit der Riederkämpfung d:s Feuers zu tun. Am Montagabend gegen 6 Uhr entstand auch auf der Spreehafen-Insel beim kleinen Grasbrook ein Grasbrand. Eine besondere Gefahr bestand hier, daß bas Feuer auf die großen Lagerplätze in der Rähe Übergriff. Rach mehrstündiger angestrengter Arbeit der Feuerwehr gelang es. das Feuer niederzukämpfen, so daß die Gefahr eine- Liebergreifens des Feuers auf die Lagerplätze verhindert werden konnte. Die Wetterlage. montan den 19. Tftdrz 192&. ft Ror I—M 2Vfl \O Wxn ET* \ ° 3 \ g>worxenfo5.0 nerttf onaro etdeett. »womia • ordern # Schn« a »ravprin * neoei K örw>tter.@w>nd5t>ne «O seH leichter Ost y ma$s'0tr Suasuoi.es» Q stürmischer norawest file Piene fliectn mit arm wmat vir oe> «en Stationen stentnden fahlen gehen die Temperatur an D-t Limen reromdei» Or« «il gleiche« «u* nceresniveau jmoerechnetm Luttoruci ’-ix;. ic ivo raus sage. Noch immer Höll der Einfluß des ösllichen Hochs mit seiner ausströmenden kontinentalen Lust an, so daß die westliche Tiesdruckstörung zunächst noch keinen durchgreifenden Einfluß auf unser« Wetterlage gewinnt. Wettervoraussage für Mittwoch: Zeitweise etwas bewölkt, jedoch meist heiter, trocken, nachts Temperaturen um Null, vereinzelt etwas darunter. Witterungsaussichten für Donners- t a g: Teils bewölkt, teils aufheiternd, Temperaturen nur wenig verändert. Lufttemperaturen am 19. März: mittags 10 Grad Celsius, abends 2,3 Grad Celsius: am 20. März: morgens 0 Grad Celsius. Maximum 10,2 Grad Celsius, Minimum —2,6 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 19. März: abends 4,9 Grad Celsius: am 20. März: morgens 1,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: 8% Stunden. Wfflm. W*fi4e®ruit(ifjje *•**.». WA «SW te&i LGZ iä‘Ä: Zigäen tBL6i^JteH -hon, ^mlet e[3^e Ä: den tUin-jÄ Feig, H ^ten.jBod^ >e man hört nV* 6 iÄ"n'obt,"«4 ÄäÄ Vorlage ÄVöttto» ^rdvrAau hosst M. der üblichen Vollschwg nerstag, fonft am hm- Egen über bas Se'ctz -Die man frört, iß es Legierung. Sie aber in oatzern konform geht, Sic letten Geschäfts- .•Äribitanftalt nach tnie iö« unb Heibkbräube. rz- (DTS. Funkspnich.) ände, die sich zunächst in Lorvrte Grohborstel, »genhvrn erstrecken, größeren Umfang Montag ist die Feuergekommen. Ton arten unb Heidebrände gemärt sehr groben Umfang 3n Aaltehvse ver- Meier Lchils und Gras, mehrere Stunden ange- ämpfWg d.'s Feuers zu gegen 6 Uhr entstand Hafen-Insel beim ji Orasbranb. Sine be- hier, daß daS Feutt ^agerdiätze m der zchrKMg« angestreng- >hr gelang es, das Feuer daß die Gefahr eines iers aus die Lagerplatze tte. theriagt. 0 «>^' äsM-n^ ** «m-* für *L. tioit"1 J «Äufl. Ulf ; „,0’ M o ^5\- w*/wL X \ 0 /oA < Lebensabschnitte zurückdenken, an solche, vor | denen der bange Satz stand: Ho.sentlich geräi's. Es gibt dir sicherlich auch heute noch einmal ein I Gefichl von Freude, von Erleichterung, wenn's glücklich geraten ist. Dazu sollten die paar Zeilen anregen. Hoffentlich gerät's! P. Frühlingsanfang. Weil im Schaltjahr der Februar seine Lebensdauer höchst eigenmächtig um einen Tag verlängert, fällt heuer der Frühlingsanfang kalender- mäßig schon auf den 20. März. Abends 9.45 Uhr tritt die Sonne in das Zeichen des Widders und damit ist astronomisch der Frühlingsanfang da. Witterung und Jahreszeiten stimmen nicht immer ganz programmäßig zusammen. Das Wetter erlaubt sich da häufig recht Programm- widrige Kapriolen. Schon gleich In den Märzwochen, wo Winter und Frühling oft noch verbissen und hartnäckig um die Herrschaft kämpfen, ist die Liebereinstimmung zwischen den kalendarischen Dorsch'st'ten und der wirklichen Witterung nicht so leicht herzustellen. Mer, mag'8 auch Verschiebungen. Rückschläge und Zwischenspiele geben, was tut'S? Schließlich muß ja doch der muntere, lebensfrohe, sieghaft ins Land dringende Junker Lenz mit seinen lachenden, blanken Augen, seinem fröhlichen Singsang und seiner farbenfrohen, duftigen Gewandung der Sieger bleiben. Frühlingsanfang — er tut das Tor auf in die Verheißungen einer erwachenden Ratur und zaubert in tausend bange Menschenherzen neuen Lebensmut und neue Daseinsfreude. Roch ist's schier nur ein leiser Traum, was die ersten zarten Blümchen, was der frühe Sang der Amsel uns sagen. Aber mit jeder Woche mehr ist's Wirklichkeit und glückdurchpulstes Leben.... Talen für Mittwoch, 21. März. Sonnenaufgang 6.02 Uhr. Sonnenuntergang 18.14 Uhr. — Mondaufgang 6.21 Uhr, Monduntergong 17.41 Uhr. 1685: Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren (gestorben 1750); — 1763: der Dichter Jean Paul (Friedrich Richter) in Wunsiedel geboren (gestorben 1825); — 1801: Sieg der Engländer über die Fran- zosen bei Abukir; — 1809: der Staatsmann Jules Favre in Lyon geboren (gestorben 1880); — 1871: Eröffnung des ersten Deutschen Reichstags in Berlin. Musikalische passionsan-achi der Lukasgemeinde. Die musikalische Passionsandacht der Lukas- gemeinde, die am Sonntagabend im letzten Augenblick in die Stadtkirche verlegt wurde, erfreute sich eines zahlreichen Besuches, ein Beweis dafür, welche Beliebtheit sich die seinerzeit zuerst von der Matthäus- und Markus-Gemeinde veransta.tten musikalischen Abendandachten finden. Das Programm das der Passionszeit entsprechend zusammengestellt war, wi^s Werke für Orgel allein, sowie für Violine und Gesang mit Orgelbegleitung auf. Als Aussührende setzten sich Organist Habicht, Gießen (Orgel), Frl Emmy Schaum, Frankfurt a. M. (Alt), und Herr W. Schüttler, Gießen, (Violine), mit gutem Erfolg für die Wiedergabe der einzelnen Programm nummern ein. Frl. Schaum besitzt eine klare, warme Altstimme von bedeutendem Umfang nach der Tiefe und Höhe und wußte ihrem Vortrag guten musikalischen Ausdruck zu verleihen. Die Alt-Arie au- dem .Messias" von Händel „Er ward verschmähet" war eine recht ansprechende Leistung, ebenso die geistlichen Lieber „Es ist vollbracht" von 3. Seb. Bach und „3eiu8 neigt sein Haupt und stirbt" von 2vh. Wolfgang Frank. Als letztes fang sie ein „Vater unser" von W. Krebs. Herr Wilh. Schättler spielte zunächst ein Air von Dach in einer Bearbeitung von Max Reger mit schöner Tongebung und warmer Empfindung, ferner ein Largo religioso von Oskar Wermann, das er ebenfalls technisch wie musikalisch sehr schön zu Gehör brachte. Schließlich noch das Grave aus einer Diolinsonate von Tartini. Organist Habicht spielte außer der Begleitung der Violine ein Präludium von Bartmutz, ein Largo aus den zwölf Eharakterstücken von Jos. Rheinberger, sowie zwei Choralvorspiele von Max Reger. Mit dem Grmeindegesang „O Lamm Got es unschuldig" klang die stimmungsvolle Feier aus.______ Aus der Pwvinzr'alhaupistadi. Gießen, den 20. März 1928. Hoffentlich gerät's! AlS ich dieser Tage in der Aähe der Kliniken vorbeiging, sah ich zwei Herren, die sich ge.Sbe verabschiedeten. Sie drückten ,.ch die Hände, und ich hörte noch, wie der eine sagte: „Hoffentlich gerät'sl" , . Die zwei Worte gingen mir lange nach. Stecken darin nicht Hoffnung, Wünsche und Besorgnisse? Und wer hat in seinem Leben nicht auch einmal gesagt: „Hvlfentlich gerät's?" — Zwei inhalt- schwere Worte. — Jahrelang war nun die Frau leidend. Alles mögliche hatte sie versucht, um gesund zu werden. Wer alle Kunst der Aerzle ve.sagte. Rur noch eins bleibt: Die Operation. Da Hilst zuletzt fein Sträuben, kein Widerstand, eS muh sein. Sie geht in die Klinik, und morgen schon soll die Entscheidung fallen. Wird es gelingen? Wird sie wieder völlig hergestellt, oder ...? Das erzählt der Ehemann dem Freund. Der letzte Satz, den ich hörte, war dann: Hoffentlich gerät's! Liegt darin nur die Angst, die Ahnung eines schweren Schlages? Rein, das allein nicht, es schimmert noch etwas aus diesen zwei Worten: Das ist der Trost, Trost und Hoffnung zugleich. — Rächste Woche beginnen die Prüfungen. Der junge Mann, der in den Stuben len jähren vergnügt gelebt hat, wird von seinem Vater gedrängt. nun endlich in das Examen zu steigen. Tag und Rächt wird schwer gearbeitet, aber sicher ist der Kandidat nicht. Schweren HerzenS hängt er am Mend vor der Prüfung den schwarzen Rock über den Stuhl und überdenkt noch einmal die Lage. Ob er nicht doch zurücktreten soll? Rem! Frisch hinein! Hostentlich gerät's! — Die junge Hausfrau kocht mit großem Eifer und mit viel Liebe, aber so ganz mundet es dem Eheherrn nicht. Er meint, es brauche ja nicht jeden Tag Fleisch auf dem Tisch zu sein. Er wünscht einmal so eiwaS wie eine Mehlspeise, einen Aus lauf. So ähnlich, wie er es einst von seiner Mutter vorgesetzt bekam. Und sie macht sich ans Werk, kaust getreulich ein, was das Kochbuch vvrschreibt, packt aus, wiegt ab, mischt und rührt, schlägt Eier, holt Fett und füllt dann alles in die Form. Ganz leicht ist ihr's nicht ums Herz. Aber sie schiebt nun die Form in den Herd, in den Backofen, und das beklemmende Gefühl der neuen Tat erleichtert sie sich mit den Worten: Hoffentlich gerät's. — Wenn bei dem schönen Wetter die Sonne lockt und unsere Jugend den Rachmittag mit Spielen ausfüllt, dann bleibt oft wenig Zeit für die Vorbereitung der Schulaufgaben. Morgen soll eine wichtige Mathematikarbeit geliefert teerten. Wer der Kopf des Sekundaners ist mit anderen Dingen gefüllt Mißmutig nimmt er sein Buch vor, die Formeln wollen nicht haften, und morgen . „ Da schneidet er sich einen schmalen Zettel, schreibt die Hauptsätze darauf und steckt den „Spicker" ein. Seufzend legt er sich zu Bett und träumt in der Rächt von mathematischen Formeln. Am Morgen sieht er seinen Zettel, überfliegt ihn noch einmal und denkt. Wenns nicht llappt, werde ich schon mal nachschauen müssen. Hoffentlich gerät'S. — Herr Müller hat bei der vorletzten Pferdemarkt- lotterie eine Tischdecke gewonnen. Das macht Mut. Er nimmt sich jetzt gleich zwei Lose und geht in den Tagen vor der Ziehung herum und sinnt und sinnt. Wer ihn fragt, dem antwortet er: Hoffentlich gerät'S. — So mögen viele gedacht haben, die Erfinder, die Sucher nach Gold. Solange die Welt besteht, erklang daS Wort: Ho.fentlich gerät's. Lind es wird auch weiterhin erklingen, solange noch Menschen leben, lieben und hoffen. Unb warum schrieb ich dies, lieber Leser? Hast du nicht auch schon einmal vor einer wichtigen Sache gesagt oder gedacht: Ho,fentlich gerät's? Und ist eS dann geraten, warst du dem Schicksal dankbar? Hast du einmal zurückgedacht an die Minuten vor der Entscheidung, an die Zweifel, an die Sorgen? Wenn nicht, dann tue es noch jetzt. Man soll ja nicht zuviel in die Vergangenheit schauen, aber so manchmal in einer besinnlichen Stunde darf man schon einmal an wichtige Gießener Wochenmarktpreise Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180, Matte 30 bis 35, Wirsing 45 bis 50, Weißkraut 25 bis 30, Rotkraut 40 bis 45, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 20 bis 25, Spinat 45 bis 50, Unter-Kohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 45, Rosenkohl 80, Feldsalat 150 bis 180, Endivien 100 bis 120, Tomaten 130, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 10 bis 18. Birnen 12 bis 15, Honig 50, Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Eier 11 bis 12, Blumenkohl 60 bi« 180, Salat 20 bis 40, Lauch 10 bis 25, Sellerie 10 bis 50 Pf. daS Stück; Radieschen 30 Pfennig daS Bund. Bornotizen. — TageSkalender für Dienstag. Stadttheater: 7.15 Uhr „Das Dreimädelhaus" (Ende 10 Uhr). — Volkshochschule: 8 Uhr, Sing- saal der Oberrealschule, Lichtbildervortrag von Ludwig Rössinger-Frankfurt a. W.: „Vereinsbühne, Jugend- und Laienspiel, Derufstheater". — Verband Deutsche Frauenkleidung und grauen» lultur: 4.30 Uhr, Cafe Leib, gymnastische Vorführungen der Dodeschule und Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Regine". — Astoria- Lichtspiele: „Die Braut am Scheideweg". •• Vom hessischen Landtag. An Stelle des 2ll>g. Ruß, der als hessischer Gesandter in Berlin seinen Wohnsitz nimmt, ist Landgerichts- rat Jakob Keller aus Gießen als Mitglied der Zentrumsfraktion in den Landtag eingetreten. ** Den Hausierhandel mit Gas» sparern, Epardüsen usw. betrifft eine Bekanntmachung des Städtischen Gaswerks in unserem heutigen Anzeigenteil. Den Hausfrauen sei diese Bekanntmachung zur Beachtung empfohlen. ** Gießener Kunst ler auswärts. Großen künstlerllchen Erfolg erntete am Sonntag der Musiklehrer Franz Bauer jun. mit seinem Streichquartett, bestehend aus den Herren W e l k e r (2. Violine), A. Bauer (Viola) unb 3. Franz, Wetzlar (Cello), im Kasino zu Grünberg mit Werken von Schubert, Haydn und Dvorak. Es war eine hervorragende Leistung, die in dem großen Beifall und den herzlichen Dankesworten des Herrn Dr. Heil ihre Bestätigung fand. •• Sänger-Ehrung. Aus Anlaß des 64. Stiftungsfestes des Bauerschen Gesangvereins fand am Samstag im Restaurant „Onkel Franz". Plockstraße. ein Festkommers des Vereins statt. Hierbei wurden folgende Auszeichnungen ver- llehen und den Sängern von dem Ehrenpräsidenten Georg Todt überreicht: für Zugehörigkeit als Sänger: 3 0 Jahre: Daniel Schuchardt, Wilhelm Wadenpfuhl, Robert Gärtner, Fritz Lotz, Leonhard Schneider, Edgar Borr- mann und Karl He^aner. 25 Jahre: Karl Christ und Justus Krallhöfer wurden zu Ehrenmitgliedern erna.mnt und erhielten eine Ehrenurkunde. 20 Iahre: Jean Aufdermauer, Johannes Horst und Josef Laberenz. 15 Jahre: Heinrich Gerdes. Heinrich Reichel und Karl Steuerwald. 10 Jahre: Fritz Baumann. Diese Sänger erhielten eine silberne Radel mit entsprechender Gravierung. Für fleißigen Singstundenbesuch im abgelaufenen Dereinsjahr wurden 31 Sänger mit der goldenen unb 12 Sänger mit der silbernen Radel ausgezeichnet. Lobend erwähnt wurden 23 Sänger. •• Sin Kinde rluf tballon von Gießen bis zur Mosel. Am Freitagnachmittag gegen i/23 Ühr lies) Herr Schäfer, Katharinengasse 12 wohnhaft, hier einen Kinderluftballon auffliegen, der bereits gegen 5 Uhr am gleichen Rachmittag in Lay an der Mosel in einem Garten an einem Pflaumenbaume buS Ende seines F uges fand. Die Zurücklegung des Luftweges Gießen—Lay in dieser kurzen Zeit war natürlich nur durch einen außerordentlich günstigen Wind möglich. D ie Ekkehard-Spiele. Die Spielschar .,Ekkehard" der Schilljugend hatte für Samstagabend zu einem Volkskunstabend in das Kath. Vereinshaus eingelaben. Als der Vorhang sich punkt 8.30 Uhr hob, erblickte man auf der sehr wirkungsvoll geschmückten Bühne eine Gruppe jugendfrischer Gestalten, Mädchen und Burschen, in malerischer Kleidung und in tadelloser Haltung. Man sah auf den ersten Blick: diese Jugend ist wohldiszipliniert, stramm in der Hand des Führer- und voller Hingabe an ihre ideale Aufgabe. Je weiter der Abend vorschritt, desto mehr verstärkte sich dieser Eindruck. Die Darbietungen waren durchweg sehr aut Sie begannen mit Volksliedern, die fast alle von Instrumentalmusik begleitet wurden. Dann folgte nur Instrumentalmusik. Dabei konnte man beobachten, wie sicher die jugendlichen Spieler ihre Instrumente (Geige, Flöte, Laute) zu spielen verstanden. Hierauf hielt der Führer der Spielschar eine kurze Ansprache, in der er aus die Ziele dieser Jugendbewegung hinwies. Die Spielschar will keine Theatergruppe sein; sie will sich auch nicht als Künstler ausgeben. Das Spielen ist ihr ein inneres Bedürfnis. Die Mädchen und Burschen haben sich freiwillig zu einem Arbeitsdienstjahr verpflichtet. Zum 445. Male trat die Schar am Samstag auf. Sie hat es ermöglicht, daß durch den Reinertrag ihrer Volkskunstabende und durch Geldspenden ihrer Freunde die Ekkehard-Schule in Bad ©tuet am Plauer-See in Mecklenburg gegründet werden konnte. Diese Schule will die Jugend durch naturgemäße Lebensweise, Arbeit, Spiel und Unterricht zu tüchtigen Menschen heranbilden. Die Worte des Führers fanden bei den Besuchern sehr starken Beifall. Hierauf setzte die Spielschar ihre Darbietungen fort, die alle sehr starken Beifall auslösten. Ganz besonders gefielen die Volkstänze und die Lieder xur Laute. Ergreifend wirkte das Schwertweihespiel. Der Abend war für die wackere Schllljugend ein voller Erfolg. •• 8 0. Geburtstag eines bekannten Industriellen. Am heutigen 20. März wird der Kommerzienrat Fritz Henkel, Düsseldorf, der Begründer der bekannten Persil- firma Henkel & Cie. in Düsseldorf, 80 Jahre alt. Trotz seines hohen Alters steht Kommerzienrat Henkel seinem Werke noch immer rüstig vor. Durch seine Erzeugnisse „Henkels Bleichsoda" unb „Persil" ist Henkel mit feinem Unternehmen weithin bekannt geworden. Insbesondere sind es unsere Hausfrauen, denen er durch feine Fabrikate einen neuen Zeitabschnitt in der Wäschereinigung und in der erleichterten Haushalts- arbeit eröffnete. Berliner Börse. Berlin, 20. März. (WTB. Funkspruch.) Nach dem es schon gestern nachmittag unb im Frankfurter Abendverkehr sehrlluhig mar, ist bie Tendenz heute früh noch vollkommen geschäftslos uiid neigt eher zur Schwäche. Der Geldmarkt zum Ultimo und Farben- bezüge drücken wieder auf den Markt._____________ Aspirin- TAB LETTEN unül}(Lrlroff(in(in Schmar^siiller! fn allen Apotheken erhältlich. die uieiteuri/irten und hochivertigeJi QuaiiiänFrzeugruzse der Firma Heinrich maiK Nadif. Ulm aD RUINEN DES PALASTES VON PHILIPPI ORTSEINGANG JNDJES»GEBIET SARISHABANj TABAKDORF J N DJ ES ANKARAS U_ A.KUSGHE MWH arakter und Echallswert Girier Zigarette werten nicht allein durch dis Güte ter verwendeten Tabake bestimmt-, entscheidend ist erst deren Zweck- volle Mischung.- Äie alten TllischunysreZopte knüpften an bestimmte Grts-nnd Tabccknamen an. Die nmqestallenüe Subfungspo« fitift im (grient hat Zeüoch soviel verändert, daß sie ihre Eeltung verloren.- durch die mehrmonatiae (Einkaufs-unb Studienreise des (Hess unseres Kaufes gewannen wir eine fachliche Neu« Orientierung von hoher Dedeutung.— OBERST SH --------------LNEUE ARBEIT! ~~ ÄStoria Wawork- Wertheim - Nähinasdiinea J. Steinbach Victoria-KrOO^r Oraiw*ne/Zubehör »"w”,!8™,“ 3039D 1023 OSTE&N Wichtige Notizen Hüfthalter chen. tete®g$'lK|iel* iiMiiipteg'en wird die ’chcne Gelegenheit geboten sich als Generalagent altbekannter Konzern-Gesellschaft, die g-eucr Versicherung und alle sonstig. Branchen auch Leben beir. er heb!, zu verbessern. Pfü-inpensum nicht verlangt. AkerS- veriorgung durch I beuSlangUcheö Inkasso.Auch BezirkSvertreier werd. au hohen Bezügen an gestellt. Bewer- bungen, d:e v rtraulrch behandelt werden, u.F.B.0.414 an Rniolf Messe, Fran!art am Ham. 301'Jss MeM Mittwoch früh 9 Uhr erste Sendung eintrenend: Fste. Nordsee-Schellfische mttK^l'/,-3'/-psünd.,Psd. 0.60 la grohe Schellfische o.K tm Ausschnitt Psd. 0.60 tm ganzen F'sch Psd. 0.55 Portio «s-uudBrat-Schellfische Goldbarsch, Grüne Heringe Frische Fisch-Koteletts ff» Seelachs, la Nordseeware Blütenheuer Nordsee-Cabliau o.K. „Gleichzeitig möchte Ich tri du verfehlen, Ihnen meinen Dank aus zusprechen Ober die Wirknng Ihrer Aok-Seesand- Mandelkleie Nach xwöifUgigem Gebrauch waren meine Pickel, Mitesser L und sonstig. Ausschlag total verschwunden." R. N. jr. fa S. Preis: RM 0.20 und k—. Extsrikvttar, OeteesM Kolbe re. Frische Bücklinge ff. norwegische . Pid. 0.25 j feinste englische Pfd. 0.60 ! NEwm« Babnbofstr. 27 Fernivr. 163l 2.545s [Stellengesuche j •eeeeeeeeeee Lehrstelle als Schreiner-, schlosser- od. Gärtner-Lehrling sür 14iähr.kräit.Jungen, katb.. mit oollständ. Verpflegung u.Woh- nung gesucht. Angebote an (30544) StadtwoblsabrtS amt Wetzlar. Julius Schulze Kreuzplatz Für einen gut etngesübrien Reifebeurk der nähe»en Umgebung Gtevens zum Vertrieb eines bekannten, hochwertig. Lpeztal- arttkels zuverlässige, iieifiioe PersöuliGhkPit von allererstem Hause gesucht. Der Gegenstand wird in jed. Haushalt gebraucht und zu denkbar günstig, Badliingsbedinq. abgegeben. Kur Verionen. die ficti zum besuche v. Pt wat ver sonen eignen. 'Ute Verdienstmöglichkeit. Auüer Provision w,rd Sveienoergiilung gewährt. Dchr. Angeb. unter LÄ2 D an den Gien. Auz. erbeicn. Sngememr Anfang der ZOer Zähre, gestützt auf langjährige Tätigkeit und Fachausbildung im Hochbau und der feuerfesten Industrie, sucht sich anderweitig zu verändern. Schriftliche Angebote unter 02154 nn den Gießener Anzeiger erbeten. Vermietungsn [ ’ens. Brandl L" Sonn. möbl. Zimmer, gnteKttche. Tel. 1085. Möbl. 3unnicr nut el. V. u. Schreibt, zu vertu. Das. Paddel- hootlGiniitieilu.Helß' loltbad t. rheumatisch Mrnnfe zu verk. rfu ersr. i. d. Geschasisst. d. Gies,. An». 02155 Stück O,IW Garten 350 qm, t. d. Gtchgär« ten zu verpachten. Seng. Roonstr. 2. Geschäftsmann sucht sofort 1000 UM. gegen monatl. Rückzahlung v. 100 RM. nebst Zinsen, von Privatmann zu leihen. Schr. Ang. u. 02164 un den Gies;. Auz. Julius Holtmann G. m. b. H., Ztgarrenfabrtk. Junger, sauberer WmW sofort gesucht (02142 Konditorei Hcttler Hiesige Groschänd- lung sucht zum baldigen Eintritt einen auigeweckien jungen M»nn aus nutet (3-ai milie als Kaufmanns- Lehrling. Schrtsil. Angebote unter 3055D an den Gteb. Anzeiger erb. Mr. Teige! Markt 16 Filialen: Bahnhofstraße 45 Hillebrand Straße 2 [ Mietgesuche | Jür Bekannte suche empfiehlt billigst W. Hantel, Neuen Baue T. Teleph. 612. 45 p (Verschiedenes! Wer beteiligt sich an engl. Sprach- unterricht? Schr. Ana. u. 02169 an den Gtesr. Anz. Guter bürgerlicher INittaqstisch rrni» Marktplatz 23. Anwesen in d. Nähe GiehenS. ein beschlagnabmeir. Wohnhaus mit vier Ztm., Küche, Waich- tuche, etwas Garten, mit od.ovne Scheune n. Stallung, zu verkauf. od. z>t vermiet. Schr. Ang. n. 02160 an den Gies;. Anz. für meinen Sohn n, , „ . mm« IiBtaartera ttWt Sektion Gießen. TonuerStag, den 22. Marz, abeud» 8.15 Ubr, Grogcr Hörfaal des Bor- lesungsgcbäude>, Wöiioet - Vortrag des Herrn Univer- sitäts Professors I>s*. Erhard: „Die Bertfll-’S- oaiiener Higen“. Gäste willkommen. Stadttheater ^zittwoch2i.März 23.minrooö)-yö.-BrfL Anfang 19‘„ Uhr Spteidauer zwei Stunden Höhensonne Lustspiel in 3 Akte« von Ludwig Sutda- Für d. Kreis Gießen werden einige lürfji. Verirrter welche bei der Land- kiindschast säion möglichst etwas ettiflc- führt sind, zum Berkaus v. Zentrifugen, Buttermaschinen re., bei hoher Provision gesucht. Schr.Ang.u. 0216, an d. G. Anz. Jüngeren Muer vom Lande ä NermM Schr. Angeb. u. 02158 Monng. Fritz Tchitling, Jrankfurter Str. 23. Stellenangebote! 201 Rabatt. H. Benner II., Schillerttrane 19. Auf Teilzahlung! Möbel Kleider Gchuhwaren nur neue Sachen. H. Benner II, Schillerstr. 19. *W Verkauf. Hl Et> e fast neue Tröster- Säemaschine 1.60 Mir. Brette, preiswert zu verk. Grokeu-Lindcn, *°**D Ouergasse 31. Gebrauchtes Bett abzugeben. 02152 Bruchstrahe 25 1. Hast neuer 0,161 MkMlW vretswert zu verk. Asterweg 9 Hth. I Empfehlungen > gemahlen, in Papler- säcken sämtliche Sorten toWer empfiehlt ab Lager oder angeliesert zur Bermendungsstelle H. Trechsler Sietnitr.73 Tel. 1581 Reparaturen von NtatliB schnell und billig. Auf Wunsch Ab- Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unsere Hebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter KathmnaweiMwe geb. Geriach unerwartet heute früh sanft entschlafen Ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Jakob Schneider und Familie Ludwig Schneider und Frau Wilhelm Schneider und Familie. Rodheim a. d. Bieber, den 19. März 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 21. März, nachmittags 2 Uhr, statt. 'APRIL 30T*' MUM 02159 Heute nachmittag 5*/2 Uhr entschlief nach kurzem Kranksein unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Pate und Onkel Herr Johannes Jost Kriegsveteran von 1870/71 im Alter von 82 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Jost Familie Heinrich Jost Tochter Margarethe Jost Familie Georg Müller I. Hausen, den 18. März 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, 21. März, nachmittags 3 Uhr statt. Todes-Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief heute vormittag um 9'/, Uhr plötzlich nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Glaum Zimmermeister im Alter von 45 Jahren. Die trauernd Hinterbliebenen: Frau Marie Glaum geb. Luh nebst Kindern u. allen Angehörigen Großen-Linden, den 19. März 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, 21. März, nachm. 3’/4 Uhr, vom Sterbehaus Bahnhofstr. 87, aus statt. _________________________________________________________ 02167 Kr. (18 Zweikrs Blatt Girhener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffe») Yienstaa, 20. März (928 ,|M|,||| —-I' III« —M >' । —I -I I III—»>I»IV WI», .........I !■ II— Ull !■!■!■■■ I I ■■■IMI«— ■»■■■■■■ TU« I—III I I !■ —.........IIT—! 1--------- " Amanullah in London. Don unserem k.-Berichterstalter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, März 1928. Mit dem königlichen Pomp, der den Oberhäuptern fremder Staaten zukommt, hat man auch in London den König Amanullah von Afghanistan eingeholt. Der Prince o; Wales hat ihn in Dover abgeholt und auf dem Bahnhof in London haben ihn der König und die Königin persönlich begrüßt. Man hat a.so korrekter Weise das ?anze Zeremoniell aufgeboten, das die Ge- egenheit erforderte, und wer den (SinZtoud des fabelhaft ausgesta.teten Aufzuges aus den Af» ghanenkönig zu beobachten die Ge.egenheit hatte, der konnte seststellen, öaj er recht zufrieden war. Es ist anzunehmen, daß er es auch weiter bleiben wird, da die Engländer alles ausbieten werden, um ihn zufriedenzustellen. Sind doch nicht umsonst die englischen Zeremonienmeister einst bei Türken und Spa' ern in die Schule gegangen, wo sie gelernt haben, wie man einem König des Morgenlandes e.ltgegenzukommen hat. Auch daß es darüber hinaus in England sehr viel zu sehen gibt — nicht nur Kriegsfchiife, Tranks und Flugzeuge — kann neidlos zugestanden werden. Soweit diese Dinge in . rage stehen, ist also schon jetzt zu sagen, daß das Ergebnis des Besuches Ainanullahs in England feststeht: England hat sich noch nie lumpen lassen, wenn es galt, sich mit anderen Rationen in ehne Reihe zu stellen. Und doch wird der Beobachter, der diesen Empfang mitangesehen hat. ein merkwürdiges Gefühl nicht los: ist doch Amanullah unter allen Herrschern der Welt der einzige, der sich rühmen darf, über das mächtige britische Reich triumphiert und im Kampfe mit ihm sich seine volle Unabhängigkeit erstritten zu haben. Deshalb nimmt es wunder, daß die Engländer den König des Landes, das sie trotz jahrhundertelanger Bemühungen nie ganz haben unterwerfen können, so freundlich aufnehmen. Pflegen die Engländer doch sonst Riederlagen nur schwer zu verschmerzen. Em Mißtrauen in die englische Freundlichkeit, die auch in den Reden der Staatsoberhäupter bei den Festbanketts einen geradezu auffallenden Ausdruck fand, ist jedoch ungerechtfertigt. England meint es diesmal zweifellos ernst, und die Bersicherungen der Freundschaft, die England Afghanistan entgegenbringt, sind so gemeint, wie es der Wortsinn besagt: England wünscht tatsächlich, die Unabhängigkeit Afghanistans dauernd gesichert zu sehen. Die Gründe für dieses englische Verhalten sind verständlich, wenn man sich die Lage Englands in Asien vorstellt und berücksichtigt, dah die Anschauungen über die in Asien zu befolgende Politik sich doch wohl gründlich gewandelt haben. Denn, was sollte England jetzt noch in Asien weiter erobern? Glaubt man wirklich, dah die Engländer gerade jetzt, in einer Uebergangszett, in der es überall gährt, und in der das Kapital in Asien einzieht, die Möglichkeit haben, sich erobernd in Asien zu betätigen und zu den kaum zu bewältigenden Schwierigkeiten in ihren alten Kolonien sich noch neue in neuen Kolonien zuleaen können? Doch wohl kaum. England befindet sich im Gegenteil heule in einer Periode der Sättigung und der Umoraanisativn. Die Frage der Verwaltung und der Befriedigung dec Wünsche der Eingeborenen ist für England heute sehr viel wichtiger, als alle kolonialen Bestrebungen anderer Mächte. Richt umsonst haben die Italiener sich bei England die Unterstützung für ihre kolonialen Unternehmungen versprechen lassen: die Italiener wissen, dah England es nicht ungern sieht, wenn Gebiete, die es selbst nicht kontrollieren kann, von Mächten in Anspruch genommen werden, die auf der See keine Konkurrenz für England sind. Aus dieser Gesamteinstellung heraus versteht es sich auch fast von selbst, warum die Engländer heute den an ihre Besitzungen angrenzenden Staaten nicht mehr wie früher ihre Selbständigkeit zu beschneiden suchen, sondern sie im Gegenteil weitgehend zu fördern trachten. Das ist heute auch tatsächlich die Einstellung der englischen Po- Krokodihagd in Sumatra. Don unserem H. p.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Medan, März 1928. Wenn sich in der deutschen Heimat der Farni- lienvater mit Frau und Kindern nach der Woche Müh und P age zum Sonntagsstaziergang rüstet, und wenn er diesen Genuß mit Kaffee und Kuchen krönt, so pflege ich hier auf Sumatra der Woche einen anderen Abschluß zu geben: ich gehe, und zwar mit meiner Frau, auf Krvkodil- jagd. Gehen ist nicht ganz richtig ausgedruckt. Wir fahren, und zwar in einem mehr als primitiven, kleinen kiellosen Boot, das gerade Platz für uns beide und für den malayischen Fischer Ali hat. So verschieden diese Weekendausflüge auch sein mögen — eins haben sie gemeinsam: mancher Schweißtropfen flieht hier wie dort. Ein paar mehr werdens hier schon sein, denn diese Jagdfahrten gestatten keine weihen Tropen- kleider, die man bei der prallen Tropensonne um so mehr »ermißt, als die eigentlich Erfolg versprechende Jagdzeit nur die Mittagsstunden von 12 bis 3 sind, bevor die Flut eintritt. Ausgangspunkt der Kco.odiljagd ist regelmäßig das kleine Fischerdorf Laboean-Deli, einst, vor dem völligen Dersandeii des gleichnamigen Flusses, der Hafen für die Hauptstadt der Ostküste Sumatras, Medan. Jetzt ist das Rest völlig vereinsamt und statt seiner besitzt Delawan einen hochmodernen Ha,en. Es ist nun nicht leicht, die Krokodile zu er- kennen. Meist lagern sie auf den sumpfigen, dicht mit Strauchwerk bewachsenen Ufern, wo sie von lagerndem Holz kaum zu unterscheiden sind. Selbst die scharfen Augen des malayischen Fich- rers täuschen sich oft. Ist man an einem solchen Holzstück in einigen Meter Entjernung g.rausch- los vorbeigerudert, so wundert man sich natürlich, wenn gleich darauf der Baumstamm ins Wasser springt. Einmal sahen wir ein so fragwürdiges Ding von zweieuchalb Meter Länge. Der Malaye entschied, sich für Holz, was auch meine Meinung war. Rur meine Fcau war anderer Ansicht. (Du lächelst, deutscher Familien- Vater? 3a, eine Frau bleibt eigensinnig, und litik gegenüber Afghanistan. Man hat sich eben in England mit der Derselbständigung der orientalischen Staaten nunmehr voll und ganz abgcfun- den. nachdem man sie früher jahrelang bekämpft hat, weil man einsieht, daß man mit der Befolgung einer anderen Politik die orientalischen Staaten in die Hände Rußlands getrieben hätte. Schwierig ist allein die Frage zu beantworten, ob England mit diesen Wünschen nicht auch beabsichtigt, der afghanischen Politik eine Spitze gegen Rußland zu geben. Das ist bekanntlich etwas, das niemand so sehr fürchtet, wie die Afghanen selbst, die bisher jedenfalls ständig das Bestreben gezeigt haben, sich neutral zwischen den beiden großen Staaten zu halten, ohne sich allzusehr nach der einen oder anderen Seite hin sestzulegen. Es kann daher auch angenommen werden, dah englische Dersuche. Afghanistan auf seine Seite zu ziehen, auf afghanischer Seite keine Gegenliebe finden würden. Man sollte an- nehmen, daß auch die Engländer klug genug sind, diese Aniicht der Afghanen zu rebellieren. Umgekehrt kann aber auch die englische Haltung anders gedeutet werden. Kann sie nicht auch eine Folge des Bestrebens Rußlands sein, Afghanistan auf seine Seite zu ziehen? Wenn man der russischen Presse Glauben schenken könnte, so wäre heute Afghanistan ein Staat, der m i t den Sowjets ein Herz und eine Seele ist, und der darauf brennt, eines Tages nach Indien zu marschieren, wo schon andere Könige von Afghanistan Grotzreiche begründet haben. Und wenn die russische Presse weiter versichert, daß Rußland zu diesem Zweck bereit sein würde, Waffen, Munition und Geld zur Verfügung zu stellen, so schiene auch das an sich plausibel zu sein — wenn man nicht wüßte, daß bei Rußland der Wunsch der Dater des Gedankens ist, und daß auf der anderen Seite russische Dersuche, die Afghanen für diese Politik zu gewinnen, bisher ernsthaft nicht gemacht worden sind, und zwar ebenfalls aus dem Grund«, weil man sich in Moskau sagte, dah die Afghanen für derartige Aktionen nicht zu haben seien. Die englische Geste kann daher nichts anderes bedeuten, als eine Anerkennung der bisherigen afghanischen Politik. England billigt eben das Bestreben der Afghanen nach Selbständigkeit, weil es weih, dah eine andere Politik zum Scheitern verurteilt wäre. Das wird man in Moskau, wo man im Orientalischen Seminar so gerne alexandrische Phantasien walzt, zur Kenntnis zu nehmen haben. Moskau wird genau wie England gezwungen fein, sich damit abzufinden, dah Afghanistan sich auch nicht als der künftige Eroberer Indiens fühlt, und dah daher auch für Rußland eine Politik am Platze ist, die der Tatsache Rechnung trägt, daß König Amanullah von Afghanistan die Sicherung der politischen Selbständigkeit seinem Landes und die wirtschaftliche Entwicklung seiner natürlichen' Reichtümer, nicht aber die Krone der Moguls in Indien erstrebt. Es wäre erfreulich, wenn Moskau, das der König ja nun auch besuchen wird, sich dies vor Augen hielte und wenn Rußland die Afghanen mit demselben Takt empfinge, den das englische Reich bewiesen hat. Denn alles andere wäre, das zeigt der Besuch in London wohl am aller- deutlichsten, verfehlt. So modern der König Amanullah ist, und so modern er denkt, so wenig Derständnis würde er für eine Politik zeigen, die von der bisherigen erfolgreichen Linie seiner Regierung abweichen sollte. Und daß gerade England, das er einst mit dem Schwert in der Faust zu der Anerkennung seiner Friedenspolitik zu zwingen Wichte, heute den ersten Schritt tut, um diese Politik nunmehr auch seinerseits gegenüber Afghanistan anzunehmen, sollte den Russen zeigen, wo allein sie ihre Zukunftsmöglichkeiten zu suchen haben. Das gescheiterte Amnestie-Gesetz. Don unserer Berliner Redaktion. Kein Begriff in der Rechtspflege ist wohl umstrittener als der der Amnestie, handelt es sich doch hier nach der strengen Scheidung der Reichsverfassung nicht um eine Begnadigung, einen Straferlaß im Einzelfalle, sondern vielmehr um einen Straferlaß für eine generell bezeichnete Vielheit von Fällen, wobei der Bezeichner dieser Vielheit entweder ein besonders national bedingter Anlaß der ganzen Ration oder ein solcher einer staatlich autoritativen Einzelpersönlichkeit ist. Während es sich also bei der Begnadigung um ein juristisches, im Strafgesetzbuch sest^elegtes Verfahren handelt, stellt die Amnestie ei/ien Vorgang dar. der wohl verfassungsmäßig streng geregelt, aber doch immerhin eine leichte Abbiegung der strengen Judikatur durch die dadurch bedingte Verallgemeinerung bedeutet. Aus diesem Grunde trägt es sich selbstverständlich bei allen Amnestien zu, ! daß gewisse Interessegruppen sich als b e n a ch - ] tciligt fühlen und dieses Gefühl eben durch diese etwas freiere Judikatur auch argumentieren können, und daß sich andererseits M glichkeiten ergeben, fei es wie bei Reichsamnestien z. D. durch parlamentarische Mehrheiten, manche Personen In dieser Amnestie berücksichtigen zu können, die vielleicht sonst nicht so ohne weiteres eines Gnadenerweises teilha t.g g worden wären. Trotzdem ist die Amnestie ein für die gesamte Rechtspflege notwendiger Begriff, der vor allem deshalb fein Gutes hat, weil er bei politischen Vergehen leichter angewandt werden kann und schließlich auch, weil er vom erzieherischen Standpunkt aus im Interesse des Rationalgefühles einen Straferlaß darstellt, der oftmals in feiner Auswirkung befere Re ultate zu erzielen vermag, als so mancher Gnadenerweis, der auf den ftr.'ngen Gesehen des Strafgesebbuches beruht. Der Rechtsausschuß des Reichstags, der sich wieder einmal mit der Frage der Amnestie beschädigte, hat d'ese fallen laf’en müllen, weil sich nach der Formulierung des Amnestie- gesetzes keine Mehrheit fand. Das lag wohl hauptsächlich darin begr.-nbet, daß d'ese Amnestie zu einem Tauschgeschäft zwischen Kommunisten, die sich in Haft befinden und den Fememördern werden sollte. Unter diesem Gesichtspunkt läßt sich aber keine Amnestie durchführen, will man nicht dieses Gnadenmittel in seinem Werte herabmindern Selbstverständ'ich ist jedem Verurteilten ein Gnadenerweis zu gönnen, unter der Voraussetzung natürlich, daß er sich des Wertes dieses Gnadenbeweises auch immer bewußt bleibt und damit bestrebt ist, sich als nützliches Glied des Vat"rlandes fernerhin zu betätigen. Es ist hier nicht der Platz, um die speziellen Fälle einer Kritik zu unterziehen, zumal die Akten über diese Fälle noch keineswegs abgeschlossen sind. Es kommt vielmehr auf die generelle Bedeutung der Frage an. die doch bei der gesamten Strcllgesehgebung in der Zukunft einer prinzipiellen Umarbeitung unterzogen werden soll. Das, was von vornherein im Auge behalten werden muß, ist der höchstinstanzliche Charakter der Amnestie, sie ist eine Rechtsmaßnahme der Regierung. Aber aus diesem Grunde muß sie in ihren Einzelheiten auch so geregelt werden, daß weder ei ne parteiische Beeinflussung möglich ist, noch daß dieses an und für sich freiere Gnadenmittel einer allzu großzügigen Verwendung unterließen kann. Der jetzige Reichstag wird die Frage nicht mehr regeln. Man darf nur hoffen, daß das neue Parlament einen Weg sinden wird, der die Amnestiefrage einer befriedigenden Lösung entgegenführt. Das poMsche Testament des Admirals von Tirpih. Berlin, 20. März. (TU.) Der Brief des Großadmirals von Tirpih an den Vorsitzenden der Deutschnationalen Volkspartei, in dem er seinen Entschluß mitteilt, bei den kommenden Wahlen nicht wieder zu kandidieren, hat folgenden Wortlaut: „3m Sinne der Gedanken, die einst zur Gründung der Partei geführt haben, sollte für den kommenden Wahlkampf die Parole sein, gemeinsam mit allen guten Kräften des beuHeben Volkstums das Reich in innerer, nationaler Einheit zusammenzu- raffen. Hierzu ist erforderlich: die Erhaltung und Stärkung der wirklich wertvollen Grundlagen des deutschen Staatswesens aus der Bis- marckschen Zeit und zugleich der Aufbau einer starken, nicht im Lageskampf haltlos hin- und hergerissenen Reichsgewalt. Beides kann nur erzielt werden. wenn die aller deutschen und christlichen Gesinnung abgekehrte Vorherrschaft der wahren Ruhnießcc dec Revolution in Preu )en und der unheilvolle, innerlich unwahre Dualismus zwischen Reich und Preußen beseitigt werden. 3m Zeichen solchen nationalen Ideals sollte der Wahlla.npf von der Partei geführt werden. Die innere Festigung unseres Reiches feit 1924 ist im wesentlichen wirtschaftlicher Art gewesen. Politisch sind wir nicht vorwärts getommen. Die tiefste Ursache unseres politischen Siechtums liegt meines Erachtens in dem Fehlen der inneren seelischen Einheit unseres Voltes. Trotz Bismarck, trotz Aufstiegs zur Weltmacht, trotz Weltkriegs und schließlich auch trotz Wsturzes von stolzer Höhe iit eine wahre Schicksalsgemein- schast bei uns nicht hergeste.lt. Hierin liegt ein großes Versagen des Reich, tag von 1917 bis heute vor. Der Reichstag ist nicht, wie Bismarck das vorschwebte, das nationale Gewissen des deutschen Volkes gewesen. Vielleicht tonnte er es aber auch nicht fein, weil seine Wähler nicht die nationale Disziplin hatten wie andere Völker. Das liegt zum Heineren Teil an der deutschen Geschichte, zum größeren Teil im deutschen Charakter begründet. >er allzusehr bestrebt ist, das objektiv Richtige zu sinden. Das Entscheidende ist, daß bei a len anderen Völkern — ich er inner; nur an unsere Kriegsgegner — selbstverständlich das Ratio. :al- gesühl und die nationale Bürde alle Partei- unterschiede einschließlich der sozialistischen überragt. Die reinen Id o- logcn bei uns haben vielleicht vergessen, dah auch die Leistung eines Volles für die Me ch- heit im ganzen nur auf dem Boden der im Staat geeinten eigenen Rational!- t ä t groß werden kann. Was haben wir Deutsche statt dessen gerade in den letzten Jahren erleben müssen! Und aus dieser Enttäuschung, die nur gaiiz selten durch Lichtblicke unterbrochen wurde, muß sich jedem Deutschen mit Wirklichkeitssinn die feste Ansicht aufdränge,i, daß die Zukunft des deutschen Volkes nur bei Erwachen einer einheitlich nationalen Gesinnung gesichert ist. Mag man das, was für die anderen Völker selbstverständlich ist. für uns ruhig mit dem Ausdruck nationalistisch belegen, mag alles wieder zugrunde gehen, waS jetzt künstlich neu aufgebaut erscheint: Deutschland wird leben und auserstehen, wenn es die innerlich begründete nationale Einheit, die Einheit des Volkes, im Glauben an sich selbst, gewinnt." Komnmnar-Tagung in Schotten. § Schotten, 19. März. Im Rathaussaal fand unter Leitung des Vorsitzenden, Bürgermeister M e n g e l - Schotten, eine Versammlung des Hess. Landgemeindetags, Kreisverein Schotten, statt. Die Bedeutung des vom Hess. Landgemeindetag geschaffenen Dcr- bandsblattes .Die Hessische Landgemeinde" wurde allseitig anerkannt. Die neuen Grundsätze für die Entschädigung der mit Geschäften der Finanzämter betrauten Gemeinden wurden näher besprochen. Lieber die seither stattgehabten Sitzungen der Vorstände des Hess. Landgemeindetags und des Provinzialverbacches der Provinz Oberhessen wurde Bericht erstattet. Die Fragen über Kreditauskünfte und Bescheinigungen der Zahlungsfähigkeit, deren Ausstellung von den Bürgermeistern über die einzelnen Einwohner ihrer Gemeinde von allen Seiten gefordert wird, wurde näher behandelt. Es wird empfohlen, bei diesen Bescheinigungen den Vermerk „soweit bekannt — und ohne Gewähr beantwortet" zuzusetzen. Eingehend wurde der vom Lieberlandwerk der Provinz Oberhessen ab 1. April l. 3. neu in Kraft tretende elektrische Stromtarif besprochen. Eine Reihe von Wünschen, die auf eine Verbesserung der Versorgung der Gemeinden im Vogelsberg mit elektrischer Energie hinzielen, werden zur Kenntnis der zuständigen Stellen gebracht werden. Die Stromversorgung versagt im hohen Vogelsberg bei den ungünstigen klimatischen Verhältnissen besonders im Winter sehr häufig. Enorme R^a-"turkosten sind hier- wenn sie nach Sumatra kommt.) Aber was soll ich machen — ich riskiere eine Patrone und muß offen gestehen, ich bedauerte es, daß sich das Holzstück aufbäumte, krampfhaft zuckte und dann regungslos liegen blieb. Ali schrie: „Herr, weiter- schleßen!" und ruderte aus Leibeskräften auf das anscheinend tödlich getroffene Untier zu. Aber ich hielt eine weitere Patrone für Verschwendung und sprang gleich darauf ans Ufer, wo ich vor Schreck lang in den Schlamm stürzte, denn das tot geglaubte Tier war flach über uns ins Wasser gesprungen und blieb verschwunden. — Die Schilderung der Vorwürfe meiner Frau, die ich heute noch bei jeder Gelegenheit zu hören befonime, erspare man mir. Auch Ali knurrte, beim ihm war die Schußprämie entgangen. Ein andermal sah ich an einer Stelle, die mir schon als wahrer Tummelplatz der Krokodile bekannt war, einen Eingeborenen bis zu den Hüsten im Wasser stehen und — trotz des Sonntags — Sand schaufeln. Ziemlich aufgeregt machte ich den Kerl auf die Gefahren aufmerksam, die ihm aber nicht mehr Eindruck machten als meine Aufregung. Er erzählte ganz ruhig, daß er an dieser Stelle schon seit drei Tagen Sand grabe. Und wenn es die Absicht des Thuan Allah wäre, daß ihn ein Krokodil hole, so könne er daran auch nichts ändern. Besonders interessant sind die Verfolgungsjagden der an der Oberfläche treibenden Tiere, von denen nur Rafenlöcher. Augen und einige zackige Rückenknorpel zu sehen sind. Wir versuchten immer, entweder das Auge zu treffen oder die Luftklappe am Kopfende, so daß den Tieren der Aufenthalt im Wasser unmöglich wird und sie schleunigst ans User streben. Glückten diese Schüsse, so war die Beute sicher. Aber die Schüsse glückten nicht immer. Dabei ist es ein besonderes Kapitel, welcher von den gleichzeitig abgefeuerten Schüssen getroffen hat, meiner — ober der meiner Frau. Eines Tages hatten wir nach zweistündiger Jagd ein kapitales Tier zu Schuß bekommen. Da Ali auf die Schußstelle sofort zuruderte, wußten wir, daß wir gut,abgekommen waren. Gesprochen wurde nichts. Plötzlich tauchte dicht am Boot ein jüngeres Tier auf, dem meine Frau blitzschnell durch sicheren Augenschuh den Garaus machte. Der Todeskampf dieses Tiere- brachte unser tiefliegendes Boot in größte Gefahr, so dah wir schleunigst Reihaus nahmen. Das junge Tier hatte, wie wir später ftzststellten. einen guten Gehirnschuh. Run aber ging es zunächst dem ersten angeschossenen Krokodil nach. Cs war verschwunden. Fünf Minuten später sahen wir es in 30 Meter Entfernung in halber Länge senkrecht aus dem Wasser schiehen, gaben Feuer und ruderten hin. Kurz darauf tauchten dicht unter dem Llfer die Augen auf. Wir verhielten uns ruhig, bis das Tier mit den Vor- süßen an Land war und liehen dann einige Kopfschüsse folgen. Wir sahen es langsam abgleiten und im Wasser verschwinden. Mit Bambusstan- gen muhten wir die Stelle absuchen, hoben den Kopf aus dem Wasser und gaben dem noch immer lebenden Ungeheuer den Fangschuh. Das Vieh hatte die ansehnliche Länge von 3,6 Metern. Mit beiden Tieren im Schlepptau ruderten wir heimwärts. — Von Wert sind nur die Galle, das Schwanzstück, das von den Chinesen als besonderer Leckerbissen geschätzt wird, und die Bauchhaut. Wir selbst haben weder die Medizin probiert, die die Eingeborenen aus der Galle machen, noch auch das Fleisch, das wie Hühnerfleisch schmecken soll. An Land sind die Krokodile feige. Riemais sind wir an Land von einem Krokodil angegriffen worden. Im Wasser sind sie nicht nur beweglicher, sondern auch angriffslustiger. Dabei kommt ihnen ein außerordentlich gutes Gehör zugute. Stundenlang lauern sie auf Beute, stecken unter Wasser und nur die Rasenlöcher tagen hervor. Bei passender Gelegenheit geht es dann blitzschnell zum Angriff die Deute wird unter Wasser gezogen und dann mit aus dem Wasser erhobenem Kopfe verschluckt. Ist die Deute zu groß, dann geht es zu einem abgelegenen ruhigen Platz, wo sie bei einbrechender Dunkelheit verschlungen wird. An solchen einsam gelegenen Uferstellen wird der Fang lebendiger Krokodile betrieben. Wir benutzten ll a. 10 bis 15 Zentimeter lange, mit Widerhaken versehene Angeln, die an einem starken Draht befestigt waren, der wiederum mit etwa 30 Meter langem, dünnem Rohr verbunden war. Als Köder dienten kleine tote Affen, Enten oder Hühner. Hat das Krokodil den Köder mit dem Haken ergriffen, und will es dann mit feiner Deute im Wasser verschwinden, so bleibt das Rohr an der Oberfläche schwimmen und verrät die Stelle, an der sich das Krokodil befindet. Es ist gar nicht so einfach, gefangene große Tiere aus dem Wasser zu bekommen. Ali und sein Vater bestiegen einen kleinen Einbaum, während wir zum Schuhe mit einem größeren Boote liegen blieben. Alis Baker ergriff das schwimmende Rohr, sprach, wie am Telephon, der Bestie unter Wasser gut au, holte es langsam ein, um es blitzschnell toieoer loszulassen, wenn das verwundete Tier, vor Schmerzen rasend, auf dem Flußboden zu laufen begann und das leichte Boot pfeilschnell hinter sich Herzog. Das telephonische Besprechen und Ein- holen des Rohrs begann dann von neuem und wiederholte sich durch viele Stunden solange, bis sich das Tier ermüdet in sein Schicksal ergab. War dann endlich der weitgeöffnete Rachen sichtbar, so wurde eine Rohrschlinge herumgelegt, was für Ali senior die gefährlichste Arbeit war. Dann zogen wir gemeinsam das Tier ans Ufer, wo ihm die Füße mit Stricken gebunden wurden. Auf diese Weise haben tpir einmal ein Tier von 4 Meter Länge erbeutet. Diese Art von Fang betrieb Ali wochentags auch ohne uns. Für ein Tier von zwei Meter Länge winkte ihm eine Fangprämie von etwa 8,50 Mk. Eine Rebeneinnahme, von der er eine Woche recht gut leben konnte. Es ist eben alles anders in Sumatra als in Deutschland. Hochschulnachrichten. Der Forstmeister und Privatdozent für forstliche Produktionslehre und ForstpoliHk in der staatswirtschaftlichen Fakultät der Llniversität München Dr. oec. publ. Konrad Rubner hat einen Ruf als ordentlicher Profesfor für Waldbau und Forstbenuhung an die Forstliche Hochschule in Tharandt erhalten und zum bevorstehenden Sommersemester angenommen. Der ordentliche Professor der Philosophie an der Llniversität Marburg Dr. Martin Heidegger hat einen Rus als Rachfolger von Geheimrat Husserl an die Universität Freiburg i. D. erhalten. Mr ■■ durch bedingt. Cs soll daher angeregt werden, einen Teil der Lichtleitung, wie an anderen Stellen vorgesehen, auch im Vogelsberg durch Kabelleitung zu ersetzen, damit eine dauernde Stromversorgung gewähr- lei st e t ist. Schwere Bedenken bestehen auch hinsichtlich des für die Kraftbetriebe und die Klein- motorc' angesetzten Stromtarifs. Oberheffen. Landkreis Gietzerr. Klein-Linden, 19. März. Der hiesige Spar- und D a r l e h n s k a s s e n v e r e i n Raiffeisen e. G. m. u. H. hielt am Samstagabend seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung in der Gastwirtschaft »Zur Burg" ab. Der Direktor des Vereins, Karl Lotz, leitete die zahlreich besuchte Versammlung. Der Vereinsrechner Hch. L u h gab die Bilanz für das Geschäftsjahr 1927 bekannt. Er erläuterte zunächst die Aktiva- und Pafsivakonten der Bilanz und die Soll- und Habenkonten der Umsatzbilanz. 3m verflossenen Geschäftsjahr erhöhten sich die Spareinlagen um nahezu 100 Prozent. Demgemäß erhöhte sich auch das Darlehnskonto in gleicher Höhe. Der Gewinn betrug 5720,30 Mk. und wurde wie folgt verteilt: 220,30 Mark wurden dem Reservefonds, 1300 Mt. dem BetriebSrücklagenfonds und 4200 Mk. dem Konto für Waren - Rückvergütung gutgeschrieben. Die in der älmsatzbilanz vorgesehenen Konten wiesen im Soll und Haben den Gesamtbetrag von 461 040,98 Mk. auf. Der Redner gab dann noch bekannt, daß sich der Verein am 11. Mai 1923 mit 15 Mitgliedern gegründet und heute die Zahl von 230 Mitglieder erreicht habe. 3m abgelaufenen Geschäftsjahr seien 37 Mitglieder hin- zugekommen. Für Spareinlagen wurden im vergangenen 3ahre 7 Prozent und für Darlehen bei Bürgschaft und Hypothek 9 Prozent berechnet. 35 Sparkonten wurden 1927 neu errichtet. Die Gesamtzahl der am 3ahresschluß bestandenen Spargelderkonten betrug 164, die Zahl der Darlehnsnehmer 93. An Umsatzsteuer hat der Verein im verflossenen Geschäftsjahr 536,70 Mk. bezahlt. Der Gesamtwarenumsatz betrug 89 556,39 Mk., ein Mehr gegenüber dem Vorjahr von etwa 10 000 Mk. Von dem Gewinn im Geschäftsjahr 1926 hat der Verein 100 Mk. für das zu errichtende Kriegerdenkmal bewilligt. Die sahungsgemäh ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder K. H o ck und Phil. Deibel wurden einstimmig wiedergewählt. Zu der in Aussicht genommenen Veränderung des Warengeschäftslokals waren sechs Häuser zum Verkauf und zwei zur Verpachtung angeboten. Rach langer Aussprache kamen zwei Anträge aus den Reihen der Mitglieder auf. Der erste Antrag lautete: „Der Vorstand und Aufsichtsrat wolle nochmals Erhebungen wegen Ankaufs einer geeigneten Hof- reite anstellen und g. F. ein« weitere Mitgliederversammlung einberusen." Der zweite Antrag: „Den Vorstand und Aufsichtsrat zu ermächtgen, ein geeignetes Geschäftshaus, das sich mit etwa erforderlichen Um- oder Anbaukosten auf nicht mehr als 13 000 Mk. stellen dürfe, käuflich zu erwerben." Der erste Antrag wurde angenommen. Die Verwaltungsorgane werden jetzt weitere Schritte unternehmen, und man hofft, daß noch in diesem 3ohre die unzulänglichen Lokal- verhältnisse durch Gewinnung eines in jeder Hinsicht der Reuzeit entsprechenden Verkaufsraumes beseitigt werden. y. Allendorf (Lahn), 18. März. Heute wurde der seither in Herbstein tätige und von der Kirchenregierung für die hiesige Pfarrstelle ernannte Pfarrer Becker von Dekan G u ß - mann vor zahlreich versammelter Gemeinde feierlich in seinen neuen Dienst eingeführt. Der Gottesdienst empfing eine besondere Wei^r durch zwei, von dem hiesigen Kirchenchor und der ersten Schülerklasse vorg t eigenen Gesänge. Beide standen unter der Leitung von Lehrer K'immel, der auch den sehr pass^iden Te^t für diese Feier gedichtet hatte. X Allendorf (Lahn), 19.März. Der bei der Feldbereinigung an die Gemeinde zugewiesene Sportplatz wird jetzt durch den Bauunternehmer Möglich seinem Zweck entsprechend hergerichtet. Durch die ungünstige Lage auf sehr abschüssigem Gelände sind sehr erhebliche Erdbewegungsarbeiten erforderlich, da Höhenunterschiede bis zu zwei Meter auszugleicben sind. Zur Vermeidung von Unfällen durch Absturz aus einer Höhe von diesem Ausmaß mutz bei der Fertigstellung teilweise eine feste Einfriedigung beraestellt werden Der Gemeinde erwachsen burch die Anlage des Platzes nicht unerhebliche Kosten. — Nachdem vor einigen Jahren fast die gesamte Schafherde an Räude eingegangen war, hat die Herde jetzt wieder einen großen Bestand erreicht. (—) Lang-Göns, 19. März. Während bei der letzten Versteigerung in dem Hardt- Wäldchen die Preise für Brennholz ziemlich auf normaler Höhe blieben, stiegen sie bei der Donnerstagversteigerung in dem Distrikt Heide ganz gewaltig. Hierzu waren auch auswärtige Liebhaber zahlreich erschienen. Es kosteten im Durchschnitt (von Ausnahmen abgesehen) Buchenscheit 40 bis 44 Mk., Duchenknüppel 30 bis 35 Mk., Eichenknüppel 28 bis 32 Mk. Besonders teuer waren Kiefernknüppel, von Hochel- heimern gern gekauft, weil sich daraus Käsebretter schneiden lassen, 30 bis 38 Mk. (Alles je 2 Raummeter.) Buchenwellen 18 bis 20 Mk., Tannen» und Kiefernwellen 8 bis 10 Mk. je 50 Stück. Kiefernstocke (2 Raummeter) 10 bis 18 Mark. Burkhardsfelden, 19.März. Der hiesige Gesangverein „Germania" veranstaltete am Samstag einen gut besuchten F a - milienabenö. Rach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Heinrich Albach wurden zwei Theaterstücke vortrefflich aufgeführt. Meh- rere Chöre der Sänger unter Leitung des Ehrenchormeisters Hch. R i c o l a i - Großen-Buseck fanden verdientermaßen reichen Beifall, ebenso die instrumentalen Darbietungen der MusikkapeUe Hch. Ricolai. Ein gemütliches Beisammensein mit allerlei hübscher Kurzweil bildete den Ausklanq des Abends. : Beuern, 19. März. 3n den Ergebnissen der in voriger Woche hier abaehaltenen V e r - ft eigerungen von Ackerland sviegeln sich die derzeitigen trostlosen wirtschaftlichen Verhältnisse der Landwirtschaft mit erschreckender Deutlichkeit wider. Während in früheren Jahren in unserer großen Gemeinde eine starke Rachfrage nach Land vorhanden war und bei Versteigerungen und Verpachtungen viele Stücke sehr oft über den eigentlichen Wert hinaus bezahlt wurden, hat sich jetzt ein starter Rückschlag bemerkbar gemacht. So hielt es vielfach schwer. Aecker 2. und 3. Qualität überhaupt an den Mann zu bringen, während 1. Qualität mit 900 bis 1200 Mk. pro Morgen bezahlt wurden. Bei den jetzigen Verpachtungen war die Rach- frage noch schlechter, besonders bei den geringeren Qualitäten. Der durchschnittliche Pachtpreis betrug 25 bis 30 Mk. pro Morgen. — Bei der im hiesigen Gemeindewald abglhaltenen Brenn- holzversteigerung wurde.: wiederum recht ansehnliche Preise erzielt. Cs kosteten: Buchenscheiter 32 bis 34 Mk., Buchenmüh'.>el 26 bis 28,5J Mk., Buchenstöcke 14 bis 16 Mk. je zwei Raummeter: Buchenrcisig wurde mit 3 bis 4 Mk. je Raummeter bezahlt. wn. Weickartshain, 19. März. Die G e - w e r k s ch a f t ,L u s e Ilsdorf", die mit ihrer Wasch- und Verladeoorrichtung in dem Nachbardorf Stockhausen eingerichtet ist, hat am 17. d. M. ihren Bergwerksbetrieb eingestellt und die Arbeiter entlassen. Die Gründe hierzu sind mangelnder Abgang der gewaschenen Erze. Die in den letzten zwei Monaten geförderten Erze befinden sich noch auf Lager. ri. Nie der-Bessingen, 19. März. Der Frauenchor Lich veranstaltete gestern nachmittag hier eine musikalischeFeier stunde, die um so dankbarere Zuhörer fand, da ein derartiges Konzert seit Menschengedenken in unserem Ort nicht stattgefunden hatte. Die dargebotenen Stücke waren in jeder Weise dazu geeignet, es der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft zum Bewußtsein zu bringen, welche Schätze unsere geistliche Musik besitzt. Außer den Chören kam ein Altsolo der Leiterin des Chores Fräulein Marie Jäger, Diolinvorträge von Lehrer F r i e ß aus Burkhards und Orgelvorträge unseres hiesigen Organisten Lehrer Kreis zum Dor- trag. Die Meister der Musik, Beethoven, Mendelssohn. Händel, Bach und Gluck kamen unter anderen Meistern der Kirchenmusik zu Wort. I Hungen, 19. März. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 384 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Trotz zahlreichen Käuferbefuches war der Handel nur mittelmäßig. Es verblieb Ueber- stand. Es kosteten Ferkel bis 7 Wochen alt 20 bis 25 Mk., von 7 bis 9 Wochen 25 bis 30 Mk., von 9 bis 12 Wochen 30 bis 38 Mk. je Stück. Auf dem Krämermarkt war der Verkehr sehr mäßig. * Hungen, 19. März. Oberbahnhofsoor- fteher i. R. Göbel, eine in weiten Kreisen bekannte Persönlichkeit, wurde am Freitag im Alter von 77 Jahren hier zur letzt en Ruhe bestattet. Der Entschlafene stammte von hier und war früher lange Jahre als Bahnhofsvorsteher in Nidda, dann als Oberbahnhofsoorsteher in Betzdorf, Wetzlar und zuletzt in Homburg o. d. H. tätig. Ein großes Trauer- gefolge, besonders aus Reichsbahnbeamten, gab ihm das letzte Geleit. Kreis Friedberg. 2l Bad-Rauheim, 19. März. Unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt und Rotor Stahl hielt die Bad-Rauheimer Dolksbank am Samstag ihre 94. ordentliche Generalversammlung ab. 3n seiner Eröffnungsansprache schilderte der Vorsitzende die Entwicklung der Genossenschaft in der letzten Zeit im Vergleich mit den Dorkriegsjahren und kam dabei zu dem Ergebnis, daß die fremden Gelder die Zahlen von 1913 schon überschritten haben, dagegen das eigene Vermögen den Vorkriegsstand noch nicht erreichen konnte. Die Verwaltung habe also allen Grund, daraus hinzuwirken, daß Geschäftsanteil und Reserven weiter gestärkt würden. Dem vom Vorstandsmitglied Habermehl erstatteten Geschäftsbericht für 1 92 7 war zu entnehmen: Die Mitgliederzahl der Genossenschaft ist von 803 auf 821 gestiegen. Der Gesamtumsatz betrug rund 91 Mitt. Mark: er ist gegen das Vorjahr um mehr als 26 Mill. Mark gestiegen. Die Bilanzsumme beträgt in Aktiva und Passiva 3 372 754,51 Mark und hat damit die Bilanzsumme von 1913 wesentlich überschritten. Gegen das 3ahr 1926 beträgt die Erhöhung nahezu 1 Mill. Mark. Der Reingewinn ist mit 51 379,51 Mark ausgewiesen: im Verhältnis zu dem Umfang des Geschäfts ist dieses Gewinnergebnis nicht bedeutend, was sich aus der Grundeinstellung der Verwaltung erklärt, nicht große Gewinne zu erzielen, sondern die Mitglieder so billig tobe möglich zu bedienen. Beschlossen wurde, daß 10 Proz. Dividende auf die Geschäftsanteile zur Ausschüttung gelangen. lieber den K lei n sp a r v e r ke h r berichtete Vorstandsmitglied Stamm. Wenn dieser Geschäftszweig auch nicht besonders lohnend ist, so schenkt ihm die Genossenschaft aus ideellen Gründen aber doch ihre volle Aufmerksamkeit. Es sei auch gelungen, bei der Jugend den S p a r s i n n weiter zu wecken, dank vor allem auch der von den Schulen gewährten Unterstützung. Die Dolksbank hat in 1924 die Geschäftsanteile bereits mit 5 Proz. aufgetoertet, die Spareinlagen in 1927 vorläufig mit 5 Proz. Die Verwaltung der Genossenschaft schlug nun zur endgültigen Abgeltung der alten Spareinlagen und alten Geschältsgutbaben eine weitereAuf- Wertung von 5 Proz. vor, die sofort auszuschütten sei. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Aufwertungsbeträge werden zum 1. April zur Verfügung gestellt. Die erste Aufwertungsrate im Vorjahre erforderte 70 829.70 Mark, die dem allgemeinen Aufwertungsfonds entnommen worden sind. Insgesamt muß die Genossenschaft für die Aufwertung rund 180 000 Mark zur Verfügung stellen. Roch der Tagesordnung nahm Bürgermeister Dr. Ahl dos Wort. Cr unterzog den Geschäftsbericht einer Besprechung und mußte unter besonderer Anerkennung feststellen, daß die Volksbank als gemeinnützig bezeichnet werden müsse. Kreis Büdingen. △ Ridda, 19. März. Samstagnachmittag stieß in unserer Stadt ein Gießener Auto, das durch die Schillerstrahe fuhr, mit demjenigen eines hiesigen Arztes, der aus der Mühlstrahe kam, an der Straßenecke zusammen. Glücklicherweise erlitt keiner der beiden Fahrer Verletzungen. Rur das Auto aus Gießen wurde beschädigt. - Der Friseurgehilse W. dahier, der in der Rächt zum Aschermittwoch auf dem Heimweg von einer Fastnachtseier bei einem Streit auf der Straße bedeutende Stichwunden erlitt, ist bis jetzt noch nicht wieder hergestellt. 2n der letzten Zeit hatte sich sein Zustand so verschlimmert, daß er in die Klinik nach Gießen überführt werden mußte. 3n einer Wunde soll noch eine abgebrochene Messerspitze stecken. Als Täter wird ein Monteur aus Dießen bezeichnet, der hier für eine auswärtige Firma Arbeiten im Realschulneubau ausführte. - Die Landkrankenkaffe für den Kreis Büdingen. Sitz in Ridda, war bisher in einem von der Riddaer Dank gemieteten Hause im Hohanniterhof unter- gebracht. Run hat die Krankenkasse dieses Haus von der Bank käuflich erworben. Der Kaufpreis beträgt 16 000 Mark. Kreis Schotten. □ Laubach, 19. März. Bei der gestern statt- gehabten Wahl des Beigeordneten erhiett Staufmann Emmelius 244 Stimmen, Landwirt Wilhelm Pitz II. 226, Metzger meister Adolf Reidt 118 Stimmen. Somit Stichwahl zwischen Emme lius und Pitz. § Ulrichstein, 18. März. Heute nachnrittag wurde unser Städtchen abermals durch Alarmsignale in Unruhe versetzt. Die Feuerwehr wurde alarmiert, um einen aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache in der Nähe der sog. Fallfichten entstandenen Brand zu löschen. Als die Wehr erschien, brannte ein größeres Stück ausge - trocknetes Wiesenland, wodurch auch das genannte, nach Rebgeshain zu gelegene Fichtengehölz in Gefahr kam. Zum Glück stand der Wind günstig, so daß das Feuer in kurzer Zeit eingedämmt war, ohne daß größerer Schaden entstand. — Bei dem schweren Wintergewitter im Februar war eine ganze Anzahl der großen Fichten an der Ohm- straße gestürzt, und e? zeigte sich, daß sie innen stark angefault waren. Runmehr sind sämtliche Stämme auf ihre Festigkeit geprüft worden, und zahlreiche Bäume, bis hinauf zum Oberwald, wurden In den letzten Tagen gefällt, um ähnlichen Gefahren in Zukunft vorzubeugen. Das Landschaftsbild erleidet durch diese Lichtung der schönen Fichtenallee eine erhebliche Veränderung. Starkenburg. WEN. Darmstadt, 19. März. In der Rhein- straße wurde in der Nacht zum Montag in ein Optikergeschäft eingebrochen. Es wurden 84 Opern- und 13 Prismengläser verschiedener Marken, 244 Doubls-Brillenfassungen, 50 verglaste Brillen und Zwicker und zwei gotbene Brillen entwendet. WSN. Rüsselsheim, 19 März. Bei der gestrigen Bürgermei st erwähl in der Opel- siadt Rüsselsheim wurde der Kandidat der bürgerlichen Parteien, Bürgermeister Müller, mit einem Stimmenüberschuß von 49 Proz. gegenüber dem Kandidaten der anderen Parteien wiedergewählt. Bei der letzten Lürgermeistcrwahl erzielten die bürgerlichen Parteien nur eine knappe Mehrheit von 7 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 80 Prozent. Preußen. Kreis Wetzlar. i Wetzlar, 19. März. In Ausführung eines im letzten Sommer gefaßten Stadtoerordnetenbeschluffe» läßt die Stadtverwaltung zur Zeit das Gebiet des alten Kalsmuntes, des Wahrzeichens der Stadt, durch eine größere Zahl Erwerbsloser neu Herrichten. Die Zugangswege auf den Berg werden erweitert und gangbar gemacht, neue Wege angelegt und besonders auf dem Plateau mancherlei Verbesserungen durchgcführt. Bei den Erdbewegungen daselbst hat man schon manche Reste alten Mauerwerks freiaelegt, so daß nach und nach dem Beschauer auch die Umrisse der einstigen Burg mehr zu Gesicht kommen. Die alten Schwarz- domhecken, die sich im Laufe der Zeit da oben gebildet hatten, sind zum Teil niedergemacht. Das hierdurch freigelegte Gelände gestattet nunmehr eine vorzügliche Aussicht auf die Stadt selbst. Die Fertigstellung der Arbeiten hofft man im Laufe des Frühjahrs durchzuführen. XX Kinzenbach, 19. März. Sowohl die jüngsten Verpachtungen als auch die jeweilig damit verbundenen Güterver st eigerungen haben zur Genüge bewiesen, daß hier der L a n d- hunger trotz der geringen Gröhe der Feldmark S: e ft 1111 ist. Gar mancher kleine Bauersmann ann eben bei der traurigen Lage se'ner Wirtschaft gar nicht daran denken, Ländereien käuflich ^u erwerben, und der Arbeiter kann auS bem früher so begehrten Pachtacker nichts heraus- wirtschaften. Rur äußerst gutes und günstig ge- gelegenes Ackerland wird stark umworben, wie man bei einer Versteigerung am Samstag wahr- nehmen konnte. Ein tn der Bahnhofstraße, inmitten der Häuserreihe, gelegener Ackerstreifen mit Vorgärtchen und etwa einem Dutzend im Vorjahr angepflanzten jungen Obstbäumen, der sich trotz seiner Größe (15 Ar) kaum als Bauplatz eignet, wurde zum Preise von 2100 Mk. verkauft. XX Krofdorf, 19. März. Der älteste Wagen der K r a f t p o st li n i e Krofdorf — G i e ß e n ist in diesen Tagen außer D i e n st gestellt worden. Trotzdem bei der günstigen Witterung viele junge Leute wieder daS Fahrrad benutzen, um zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen, ist der neue größere Wagen, der seit vorigem Sommer läuft, früh 7 Uhr morgens zum Erdrücken voN. Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaklion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 153. Bon G. Chocholous, Prag. Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weih: 6 Steine. Kc3; Dd2; Sd8, h6; Bc4, g5 Schwarz: 6 Steine. Ke5; Sg7; Bc5, c7, e7, h5. a g h n 6 5 8 ? 4 3 Weih. Schwarz, decke a b Partie Nr. 99. Die nachstehende Partie, welche im eben beendeten Meisterturnier dec Wiener „Hakoah" gespielt wurde, geben wir wegen ihrer Länge ohne Bemerkungen. Sizilianisch. Weiß: Prof. Decker. Schwarz: Dr. Tartakowe. 1. e2-e4 4. Sgl-e2 5. c2-c3 6. h2-h3 7. Sbl-a3 8. d2-d4 9. Lcl-g5 10. Lg5xr6 II. d4xc5 12. Sa3 - c4 13. g3-g4 14 Se2-g3 15. Ddl-f3 16. Sc4-e3 17. Se3-d5 18. Lg2-fl 19. 0-0 0 20. Lfl -b5 21. Sg3-f5 22. h3-h4 23. Lb5-a4 24. La4-c2 25. Tdl-gl 26. Sf5-e3 27 Df3-e2 28. f2-f4 29. 84-85 30. Tgl-g2 31. g5> f6 32. Tbl-gl 33. De2xg2 34. Dg2xf3 35. Se3xc4 36 e4-e5! 37. Df3 — e4 38. Lc2xd3 39. Tgl -g7 40. f6xe7-p 41. De4xrd3 42. Dd3xa6 1 c7 — c5 2. d7 —dö 3. Sb8-c6 4. Lc8-d7 5. Dd8-c8 6. e7 —e5 7. Sg8-f6 8. Lt8-e7 9 h7-h6? 10. g7xf6 11. d6xc5 12. 0-0 13. Kg8-h7 14. If8-d8? 15. Td8 —g8 16 Tg8-g6 17 Ld7-e6 18. Dc8 -118 19. Ta8 - d8 20. Td8-d7 21 Le/-d8 22 a7-L6 23. b7 - b5 24. Sc6-a5 25. Dh8-f8 26. Df8-h8 27. Tg6-g8 28. i>h8-g7 29. Kh7-h8 30. e5xf4 31. Dg7-f8 32 Tg8xg2 33 t4-t3 34. Sa5-c4 35 b5xc4 36. Pd7xd5 37. Td5-d3 38. c4xd3 39 D18xg7 40. Kh8xg7 41. Ld8xh4 42. h6-h5 Lösung deS Problems Dr. 150. 43. Da6-e2 44. Kcl -c2 43 Lh4-g5+ 44. H5-H4 45 a2-a4 45. c5-c4 46. Kc2-bl 46. h4-h3 47. De2-f3 47 Lg5-d8 48. Df3-f4 48 Kg7-f8 49. Df4-e4 49 Ld8-c7 50. a4-a5 50 h3-h2 51. De4-a8+ 51. Kf8-e7 52. a5-a6 52. Lc7-b6 53. Da8-b74- 53. Ke7-f8 54. Kbl-a2 54. Lb6-gl 55. Db7-g2 55. Kf8-e7 56. ab-al 56. Lglxa7 57. Dg2xh2 57. U7-c5 58. Dh2-hl 53. Ke7-f8 59. Dhl-h8+ 59 Kf8-e7 60. Dh8 - a8 60. Ke7-d7 61. Da8-b74- 61. Kd7~d8 62. Db7—b8-f- 62. Lf6-c8 63. e5 - e6!! 63. f7xe6 64. Db8-b5 64. Lc5-d6 65. Db5xc4 65. e6-e5 66. b2-b4 66 Lc8-b7 67. Dc4 — e6 67. Kd8-c7 68. Ka2-b3 68 Lb7-c8 69 De6-f7+ 69. Kc7-b8 70. c3-c4 70 Ld6-c7 71. Df7-e7 71. Lc8-b7 72. b4-b5 72. e5-c4 73. c4-c5 73. Lb7-d5-f- 74. Kb3-b4 74 Kb8-c8 75. De7-e84- 75 Lc7-d8 76. c5-c6 76. Kc8-c7 77 De8-d7 77. Kc7-b8 78. Dd7-b7 matt. Dou Viktor MieseS. 1. Da6-al!, Tb2 beliebig. 2. e5-e6 matt. 1. ..., e7xf6. 2. e5-e6 matt 1. .Kf5-e6 oder Sh8-g6. 2. Lh5—g4 matt. 1.....s7 — ed. 2. Dal -fl matt ♦ Richtige Lösungen zum Problem Ar. 147: C. Kammerer, F. Koch. V. Loos, L. Herbert (Schüler) hier: stuck. G. W. v. Schweinichen. Marburg: zu Rr. 148: C. Kammerer, V. Loos, hier: zu Rr. 149: E. Kammerer, hier: H. Ranz, äletzhausen: O. Schäer, Schlitz: zu den Endspielen Rr. 50 und 51: H. Ranz, älehhausen. * Schachbriefkasten. H. R., Aetzhausen: Besten Dank für Ohre Sendung. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedaktioaSttsch. Die Fuhrpaikkolonne in Afrika. 3n der »Lägt Rundschau" lieft man folgende merkwürdige Geschichte: Damals, nach Südwest, bei Beginn des Herero-Aufstandes, wurde eine Fuhrparkkolonne von Deutschland herübergeschickt, das heißt, es kamen natürlich nur die Mannschaften. Bespannung und Wagenmaterial wurden dem Lande entnommen. Raturgemäß hatten die Leute anfangs keine Ahnung vom »Trecken". Also da sollten sie einen schweren Frachtwagen nebst einer Rinderherde von Zakalswater nach Otjimbingue bringen. Dums! Der Wagen sah im Sande fest. »Spannt mal ’n paar Ochsen vor!" sagte der Leutnant der die Kolonne kommandierte. Das geschah. Doch der Wagen rührte sich nicht. »Roch 'n paar Ochsen!" Der gleiche Miherfolg. »Ra. denn noch 'n paar Ochsen! Immer noch 'n paar Ochsen!" Rach einigen Stunden- kam von vorn einer geritten: »Herr Leutnant die vordersten Ochsen sind jetzt in Otjimbingue und der Wagen steckt immer noch in Iakalswater." P. v. Z. im eiert® * all* L aefte® •? hat. : d« so« auf K * schlossen- ich s°da"' anwal! ist des Dunst die und M dre'Mdlge Mth lvege b w Dock. Sem stochen Hao vor. und ; Das G-n- zurück. folgendes Der 2li Tode d< Urteil ge> A * Sieh stank flefd Empfang schwiegen, zugebcn. und gleichze.' er habe kt nicht geglw öfters Erv Pesiimmuw feder Erwe der Angesti vähreno ei ihm 62 A gezahlt. < tarn, wollt' R'mb sei ( geboren w enthalt i\ 1926 habe Daraufhin je S Mk. Hersseld । vernichtet. 1922 habe hören lassc wegen des genommen mals aner Notizbuch! Tagen ein Diese Dem stift in 6i schrieben, Dleistist gi erteilen d worden zn Dem Angi rungen te aleichsa'lr der zwei gefäng drei Tc eines äh Hauptverk trugssall' 8inrichtun beutetet g, stedit fom Ein jun, öuhältc drei Mi Zwei Kc geschast g< deiterverkl lieber vk uMrn£ Zur OttSsa Gierst, N Öni "ung, des «eyes in "ebergany Wildjen vom 9. A und der $ b'ersteuer Seite 238 verordnet« «embet lg verbürgt «nb mit m*jjnne ?r. M. d 'S»» k, Nachtrag t 3m § i &"9 ei ®,e6en wii ..-Der ß; 'e Bierst m°^eh?9 Z) S'eick äs* | Die AsWndsaktion Br den oberen Vogelsberg notwendig. Es ist deshalb an, Urteil: Mordes zum das Erwerbslosenunter st ützung und 47 Lg5-d8 48 Kg7-f8 Amtsgericht Wetzlar Gegen spröde Haut: \ NIVEA-CREME I' —— wirkt sofort und ßibt wirkt sofort und gibt Jt an u. zur Beratung der Vorsitzende 49 50. Ein gutes Ld8-c7 h3-h2 sammetweichen Teint Sdiadilrln zu 20.30. V). <20 Pt Tuben zu 60 und 100 Pt 43 Lh4-g5+ 44. h5-h4 45. c5-c4 46. h4-h3 war dem voran» e I d Buntes Allerlei Phantom im Flugzeug. Gießen, den 17. März 1928. I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Zwangsversteigerung 4U27 Am Douucrötag, dem 26. April 1928, vormittags 9 Uhr, wird auf dem Amtsgericht Gießen, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen den Ludwig Ranft Eheleuten in Gießen zugefchricbene 51. Kf8-e7 52. Lc7-b6 53. Ke7-f8 54 Lb6-gl 55. KfS-e7 56. LglxaT 57. La7-c5 53. Ke7-t8 59 K'8-e7 60. Ke7-d7 61. Kd?-d8 62. L‘6-c8 63. I7xe6 64. Lc5-d6 65. e6-eS 66 Lc8-b7 67. Kd8-f7 68 Lb7-c8 69. Kc7-b8 70 Ld6-c7 71. Lc8-b7 72. e5-t4 73. Lb7-*d5-b 74. Kb8-c8 75 Lc7-d8 76. Kc8-c7 77. Kc7-dS daß nach den Vorverhandlungen mit den einzelnen Gemeinden wiederum eine Bauer nversammlung auf denr Ho h e » klagten verbraucht. Eine Reihe von Geschasts» üorgdngen wurde nicht in die Handelsbücher eingetragen. Diese waren so unordentlich geführt, daß sie keinen Lieberblick über den Bormögenszustand gewährten. Bach etwa einem halben Jahr wurden die Zahlungen eingestellt. Die beiden Angeklagten, die außerhalb vernommen waren, wurden wegen Konkursvergehens zu je c 5 m L Geldstrafe, im Fall der Uneinbringlichkeit zu je 15 Tagen Gefängnis verurteilt. Das Gericht zieht sich darauf zurück. Hm 7 Hhr verkündet folgendes MflffienoMtt ^aerotinWii Ausstalwols sNlrein HDteisroeti öle Brtihildie jtolo.-tmtierei L. Longe, «legen, efluffir. 7. Hrteil gelassen auf. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 13. März. Ein Erwerbsloser krank geschrieben, hatte dies jedoch bei Emplang seiner Crwerbslosenunterstühung schwiegen, obgleich er verpflichtet war. dies zugebcn. Jnfolg d ssen erhie t er Krankeng versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 3035D Der Angeklagte wird wegen Tode verurteilt. Der Angeklagte nahm f'rlihjahrskur für Merv®KiSer«inla'.r. ein Drr^.enst des zur Zu ried.'.cheit leitenden Schie^sricht.rs Dre golSenen Berge. Vornan von Clara Mebig. Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. konnte, das aber vom Schiedsrich.cr nicht gegeben wurde. Trotz der größten Anstrengungen des Plahvereins, den Ausgleichs zu erzielen, konnte Gacoenteich den Stand des Spieles hatten und als tnapper, ober verdienter Sieger den Platz verlassen. Der Schiedsrichter amr.erte befriedigend, obwohl er einigen Situationen nicht ganz gewachsen war. Handball der Sp.-Bg. 1900. v. s. B. Friedberg — Gießen 1900 4:3. ö. 3n Friedberg standen sich am Sonntag diese Mannschaften zum Privatspiel gegenüber. Die 1900er mußten das Treffen unter ungünstigeren Umständen durchführen, als vorauszusehen gewesen war. Es waren drei Mann Ersatz vorhanden, und außerdem vermißte man den rechten Läufer. Daß dadurch die Mannschaftseinheit gestört war, liegt auf der Hand. Aber die Gießener hätten trotzdem die Sache für sich entscheiden können, wenn nicht so viele taktische Fehler begangen worden wären. Das Spiel war ußcrst wechselvoll. Beide Torwächter wurden viel beschaff gt. Da reichlich unplaciert, insbesondere zu Beginn der beiden Spielhälften, geworfen wurde, konnten sie in diesen Spielperioden ihre Tore reinhalten. Bis zur Halbzeit hatten die mit Sonne und Wind spielenden Bewegungsspieler mehr vom Spiel und brachten es zahlenmäßig durch zwei Tore zum Ausdruck, denen die Gießener durch ihren Halbrechten eins entgegensetzen konnten. Nach der Pause gingen die 1900er besser aus sich heraus, konnten es aber nicht verhindern, daß die Platzherren zu einem dritten, wenn auch billigen Erfolg kamen. Der sonst fehlerlos arbeitende Gießener Hüter ließ nämlich einen weiten Ball durch die Beine rutschen. Bald machte sich jedoch das Uebergewicht der Spiel- vereinigungsleute bemerkbar. Der Halblinke verwandelte einen Strafwurf, und kurz darauf konnte der gut freigespielte Mittelstürmer den Ausgleich erzwingen. In dem nun einsetzenden Endspurt hatten die Friedberger eine Minute vor Schluß Gelegenheit, den Siegestreffer anzubringen. Die Gastgeber hatten eine schnelle, in allen Teilen gleich gut besetzte Elf zur Stelle. Bei den 1900ern gab jeder sein Bestes. Nur schade, daß einzelne taktisch nicht auf der Höhe waren. Der Ersatzlaufer beschränkte sich auf die Verteidigung, der Linksaußen ließ sich zu sehr abdecken, und der rechte Flügelmann unternahm zuviel auf eigene Faust. Schiedsrichter Glock vom Pol.-Spo. Butzbach gab sich alle Mühe, pfiff aber mehr als nötig war. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — Alsfeld (Liga) 7:1 (2:1). d. Sportverein 06 Alsfeld-Altenburg weilte am Sonntag mit sei.er Ligaelf zu einem Freundschaftsrückspiel bei dm: Liga der Spielvereinigung 19 00. DaS Dorspiel in Alsfeld vor vier Wochen sah 1900 nur knapp mit 3:2 als Sieger: Diesmal gelang aber ein 7:1-Sieg, obwohl Giehen geschwächt in den Kampf ging. Zwei Spieler der Ligareserveelf, die vorher ein schweres Spiel gegen Heuchelheims l. Mannschal t ausgetragen h.tte, mußten in der 1. Elf nochmals Mitwirken, da drei Spieler erst kurz vor dem Spiel absagten und davon zwei erseht werden mußten. Der Plahverein hatte zunächst schwer zu kämpfen, um sich der ungestümen Alsfelder Angriffe zu erwehren. Durch schönes Flachspiel ging 190Ö in Führung. Die Gäste glichen aus die gleiche Weise aus. Do^ dem Wechsel erhöhte aber Gießen auf 2:1. Aach der Pause mußte Alsfeld gegen die Sonne spielen. Das Zusammenspiel der Einheimischen wurde bedeutend besser; besonders die Läuferreihe. vor dem Wechsel äußerst schwach, kam jetzt richtig in Schwung. Die Gäste ließen sehr nach und wurden auch noch lustlos in ihrer Spielwcise, weil der Ersahtorhüter Fehler machte und ha tbare Bälle pafsieren lie). Aoch sünfmal mußte Alsfelds Hüter den Ball au 3 dem Retz Hofen Der 4. Treffer rührte aus eiie.n Eckball des Gießener Rechtsaußen, der unberührt m3 Tor ging. Die Tore schossen Halblinks, Halbrechts und Rechtsaußen je zwei, der Mittel- Erschrocken sah Anna Stemm auf. Die Frau hatte bis dahin in ihren Schoß geftani, wenn man sie gefragt hätte: was denkst du? sie hätte nichts daraus antworten können. Sie hatte gar nichts gedacht, sie war wie gelähmt: wieder nicht Dertaujen? Jesus, wieder nicht?! Wer als der Kommissionär sich mm im Ernst zum Fortgehen anschickte, schon in der Tür stand, ermannte sie sich, mit einem satz mar sie bei ihm. Sie legte ihm die zitternde Hand auf den Aermel: „Wollen Sie wirklich nix kaufen, Herr Reiben? Bei uns wohl nur nix? Sie gehn zu andern.^ Sie sah, änastlich spähend, ihren Blick einbohrend, ihm in die Augen. Er hielt ruhig ihren Blick aus, ganz offen sagte er- .Hier kauf ich bei keinem. Vielleicht, wenn aus der großen Trierer Versteigerung wat ganz spott- billiq zu haben wär — sonst auch nit Die Leut sind froh, wenn sie bat Essen haben, bat Trinken gewöynen sie sich nach und nach ab. lind damit ging er. — Als Stemm den Sejuch, der im Hof fein Motorrad untergefteUt hatte, hinausbegleitet hatte und m die Stube zutückkarn, fand er seine Frau weinend. Nicht, baß sie schluchzte, einzelne Tränen nur rannen ihr still übers Gesicht, aber sie sickerten so schwer unb langsam, als wären es Tropfen von Blei. Ihm selber wat es auch schwer zu Sinn — ein Weib hat's gut, das barf wenigstens ab unb zu einmal heulen, und das erleichtert; ein Mann darf das nicht. War es wirklich so, wie der Feiden sagte: kein Geld da — kein Geschäft — der Emundzwan- ziger nicht mehr gefragt - überhaupt nach Wein keine Nachfrage — unb gar kein Konsum? Ach, Unsinn, Unsinn, bas wat ja alles nicht so! Aber er würbe den Zentnerstein aus seinem Herzen nicht los; den ganzen Tag nicht. Sonne beschien alles — ein herrlicher, sommetkundender Tag, lachenbe Sonne, lachende Mosel, lachender üßein* berg — ihn bünfte ber Tag grau. Und so lang. Gut, daß er endlich doch aus mar! beiteten zusammen: müde, sehr müde. Es war ihm heute abend, als hätte er schon zu lange gelebt. Der Abend mit seiner durchwärmten sanften Luft stimmte den Mann nicht zufriedener. Er hatte sonst immer den großen Frieden empsunden, der nach dem Abendläuten aufs Moseltal sinkt. Dann verklären die Berge ihre Umrisse, werben, von silbrigem Duft umwoben, milder unb weicher, küssen, sich neigend, ihre Ebenbilber im Strom, bis alles eins wird, in Liebe miteinander verschmilzt. Und aus dem Plan des Himmels tauchen bann Sterne auf, eine große Herde goldener Lämmer, und der Mond, ein stillwandelnder Hirte, hütet sie. Heute hatte Bremm keine Augen für den Frieden seiner Umgebung unb für ihre Schönheit. Er bohrte in sich hinein. Alles war aufgereizi, Ernpfindunaen angestachelt, die er bis jetzt noch nicht gehabt; ober sie hatten geschlafen. Er war unzufrieden und bitter. Hatte man dafür von Jugend auf schwer gearbeitet, daß man jetzt, ein Mann in der Mitte der Vierzig, ein Mann mit Weib unb vielen Kindern, sich sagen mußte: bu hast umsonst gearbeitet Denn umsonst hat der gearbeitet, der mit jedem Jahr, statt vorangekommen zu sein, zurückgegangen ist. Wenn der Krieg nicht gewesen wäre — ja, wenn! Der hatte alle geschädigt. Am meisten das besetzte Gebiet, und im besetzten Gebiet am meisten den Weinbauer. Ging es wohl noch einem Stand so, wie dem von Gefahren aller Art bedrohten Winzerstand, der von Gunst und Ungunst der Witterung ebenso abhängig ist wie von dem Geschmack, der Zunge, die bas Publikum hat. Den Einundzwanziger, den köstlichen Einundzwanziger, den wollten sie schon nicht mehr? Man verkaufte ihn deshalb nicht? Oh. saudumme Bande! Die Wut überkam Simon Bremm. Mit schweren Schritten stampfte er in sein Haus und schlug krachend die Tür hinter sich zu. Er schob den Riegel vor: es brauchte keiner zu ihm mehr herein. Den Feiden sollte der Teufel holen, der hatte ihn in feinem Fuder zu sehr gekränkt. In stummem Zorn setzte er sich in die Stube, stützte den Ellbogen auf den Tisch und den schweren Kopf in die Hand. Scheu sahen die älteren Kinder nach ihm hin, sie gehorchten gern, als die Mutter der Pauline zuflüsterte: „Bring die Kleinen zu Bett, und dann gcht selber auch schlafen, ber Vater is ungut" manu Wiesecks meisterte manche brenzliche Situation. Bis H lbzeit konnte Wieseck noch zweimal erfolgreich sein, dem Lollar nur sein einziges Tor entgegensetzen konnte. Nach Halbzeit weiter offenes Feldsp'.el. Wiefcck blieb weiter technisch überlegen und konnte eine Reihe Ecken erzwingen. Lollar fiel immer mehr ab. Kurz vor Schluß konnte Wieseck sein viertes Tor erzielen. Mit dem Resultat 4:1, Ecken 7:2 konnte Wiescck als verdienter Sieger den Platz verlassen. wieseck Jugend — Heuchelheim Jugend 4:1 (4:0). Vorher spielten die Jugendmannschasten. Auch hier konnte die technisch bessere Jugend Wiesecks ihren körperlich stärkeren Gegner in schönem Spiele mit obigem Resultat abfertigen. Naunheim II — Wieseck II 2:0. Raunheim hat.e Wieseck II zu Gast. Auf denkbar ungünstiaem Platze konnten die Einheimischen die Gäste mit einer 2:0-Riederlage Ob erligen, die aterdin s nur mit 10 Mann antraten. Hungen I — Alsfeld II 7:2. Alsfelds II. hat.e die Reise nach Hungen an* getre en. In schönem Spiele, in dem bei Halbzeit das Resultat 3: 2 für Hungen stand, konnten die Einheimischen bis Schluß das Resultat auf 7:2 erhöhen. München 1860 schlägt Wacker München 3:2 (3:1). Zu den mancherlei Ueberraschungen in den Svielergebnissen des Sonntags kam nun am gestrigen Montag die Riesenüberra.chung hinzu, daß die bisher ungeschlagenen Wackerianer ihre erste Riederlage in den Trostrundenspielen hinnehmen mußten. Der Sieg der 1860er war vollkommen verdient. Das Spiel wurde in flottem Tempo abgewickelt. 1850 hatte Anstoß und kam in der zweiten Minute bereits durch Stiglbauer zu seinem ersten und in der elften Minute zu seinem zweiten Tor. Wacker raffte sich nunmehr zusammen und konnte in der 33. Minute auf 2:1 verbessern, während 1860 vor Halbzeit durch Faube auf 3:1 erhöhte. Die zweite Spielhälfte verlief ziemlich ausgeglichen. Durch Verwandlung eines Handelfmeters konnte Wacker 3:2 auf holen, muhte jedoch den 1860ern den Sieg überlassen. Rutznießer der Riederlage von Wacker ist nunmehr der 1. F. C. Nürnberg, der seinen gestern noch vier Punkte betragenden Abstand von dem Tabellenführer auf nunmehr zwei Punkte verringern konnte und damit noch nicht alle Hoffnung zu Grabe zu tragen braucht. Deutsche Schwimmer in Spanien. Die Ergebnisse des Schwimmwettkampfes zwischen den Wasserfreunden Hannover und dem Schwimmklub Barcelona, der am Sonntag in Barcelona ausgefochten wurde, sind folgende: lOO-m-Rückenschwimmen: 1. Bruhl (Barcelona) 1,19 Minuten; 2. Bahre (Hannover) 1,23 Minuten. 100 m ohne Bestimmung: 1. Heitmann (Barcelona) 1,03 Min.; 2. Gunt (Hannover) 1,07 Mim 100 m „over“: 1. Küpper (Hannover) 1,20 Mm.; 2. Vilamayans (Barcelona). 100-m-Brustschwimmen: 1. Kriwiller (Barcelona) 1,25 Min.; 2. Bahre (Hannover). Das Wasserpolospiel endete mit einem Siege der Wasserfreunde Hannover .über den Schwimmklub Barcelona mit 3:2. Or. Pelher wieder in Deutschland. Dr. Peltzer ist von seiner Amerikareise wieder zurückgekehrt. Er traf am Montagnachmittag gegen 3 Uhr'in Bremen ein. Bayrische Fechlmeisterschasten. Im Hause des Turn- und Fechtvereins Jahn in München wurden am 17., 18. und 19. März die diesjährigen Bayerischen Fechtmeisterschaften ausgetragen, zu denen zahlreiche Bewerber Rennungen abgegeben hatten. Cs wurde glänzender Sport geboten, und die Meister konnten sich ihren Titel erst nach Stichkämpfen sicher- Still setzte sich Anna in einer Ecke hin. Sie beobachtete ihren Mann: sollte sie was zu ihm jagen? Sein Gesicht hatte viele Falten, fein Mund war fest eingekniffen, sie sah, wie stummzornig er war Sollte sie sagen: „Warum biste so bös? Du machst dir et noch viel schwerer, wenn du so bös bist." Ader sie traute sich nicht — nur nichi ihn reizen! Ach, er wäre längst nichr so mißgestimmt, wenn er nicht auf sich selber so böse sein müßte. Er hatte nicht verkauft, so oft sie ihn auch darum gebeten hatte, nun möchte er sich ohrfeigen dafür. Der arme Mann! Es war ein Denkzettel, den er gekriegt hatte. Daß es wirklich so sein könnte, ganz so, wie der Feiden gesagt hatte, das aber glaubte die Frau nicht. Was die immer alles reden, die billig kaufen wollen! Der Feiden würde schon wiederkommen. Nun die Bremm die erste Enttäuschung verwunden hatte, regte ihr Mut sich wieder, gehoben durch ihren Glauben: der Helfer erschien, wenn die Stunde dazu gekommen war. Nur nicht verzagen! Sie sagte sich das, und doch war sie heute nicht so tapfer wie sonst wohl. Auch sie saß in sich zusammengesunken, und als ihr der Schlaf kam, saß sie noch immer so, beide Ellbogen auf den Schoß gestützt und den müden Kopf mit gefchlossenen Augen zwischen die Hände gelegt. — Die Stube ging nach der Straße hinaus. Es wurde allmählich ’ftill, so still, daß kein Laut von draußen die drinnen Jnsichoerfunkenen aufftörte. Langsam wandelte der Mond, die Schar seiner Lämmer war vollzählig, aber er zog sich, nachdem er erst eine Weile auf den Fluß geleuchtet und jede dämmernde Welle versilbert hatte, hinter den Berg jenseits der Mosel zurück. Da lugte er nun über die Kante, machte die Wand des Kirchleins schneeweiß und die kleinen Kreuze des Kirchhofs merkwürdig groß und bedeutend. Es wurde grau unten im Tal, die Sterne leuchteten nicht so stark, daß sie alles erhellt hätten. Frau Bremm ermunterte sich, sie stand auf und steckte die Hängelampe übe nm Tisch an — vielleicht daß Bremm nun sagen würde: „Et is spät, wir wollen zu Bett gehn." Aber er rührte sich nicht. Da schlich auch sie wieder auf ihren Platz zurück und versank halb in Schlaf, halb in Träumen ... (Fortsetzung folgt.) Aus dem Turugau Hessen (D. T.) Er,.maliges Auftreten der Kölnriegc. bpw. Bad-Rauheim, 18. März. Belannt- lich hat der Gau Hessen für das Deutsche Turnfest in Köln aus drn besten Geräteturnern eine Musterriege zusa.nm enge stellt, die am Reck turnen wird. Gestern abend war die Riege Gast der hiesigen Turnerschast und trat erstma.ig vor einer größeren Oeffentlichkeit mit einem woh'gelungenen Werbeturnen auf, das starken Anklang sand. Es gehören der Auswahlriege nun endgültig die folgenden Turner an: Unterstufe: H. Dechent, Tgm. Friedberg; H. Keil, T. u. Spv. Marburg; H. Schäfer, Tgm. Marburg; H. Keller. Tv. Burgsolms; Paul Goetsch. T. u. Spv. Marburg. Mittelstufe: Hans Rehn, Tv. Ridda; W. Blumenschein, Tgm. Friedberg; Adolf Rathschlag, Tv. Ridda; Alvert Würtz, Tv. Krofdorf. Oberstufe: Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen; W. Sinnwell. Tv. 1860 Bad-Rauheim; Anton Ries, Tv. Ridda; Richard Sech, Tv. Großen-Linden; Karl Keiler, Tv. Großen-Linden; O. Textor, T. u. Spv. Marburg. Mit Ausnahme von Karl Reuter, der zur Zeit in Berlin in einem Lehrgang weilt, und Anton Ries, der geschäftlich verhindert war, konnte Gauoberturnwart W. Will nach einer Ansprache über den Zweck des Abends alle Mitglieder der Riege den zahlreichen Zuschauern vorstellen. Bom Gauvorstand waren Gauschrittführer Carl Wenzel (Gießen) und zw iter Gauvertr.tter Schneider (Butzbach) anwesend. Unter Leitung von Gauoberturnwart Will turnte die Riege zunächst die Freiübungen, die in Köln von Tausenden von Turnern gemein- fam ausgeführt werden. Die Darbietung erhielt, trotzdem es sich um das erste öffentliche Auftreten handelte, von allen Sachverständigen das Prädikat »vorzüg ich". Reifes Können zeigten auch die Geräteübungen der Riege, vor allem die am Reck, die in Köln geturnt werden und einen äußerst wertvollen Uebungsstoff in drei Schwierigkeitsstufen barbieten. Die Hessenturn.r ernteten wiederholt stürmischen Beifall. Schneider (Butzbach) boulte den Mitwirlenden im Ranen des Gaues und warb eindringlich für den Besuch des Kölner Festes, das mehr sei als ein Turnfest, da es eine große vaterländische Kundgebung für Einheit und Freiheit werde. Lichtbi.der von Köln und dem deutschen Rhem, die Turnlehrer Sinnwell vorMrte, und stim- mungsvo l Dorgetrage.-.e Rheinlied r derGesangs- abteUung des Turnvereins 1860 (Leitung Lehrer Diehl) ergänzten das Programm in trefflicher Weife. Der Reinertrag des schönen Abends bildet den Grundstock für die Kölnkasse der Gauriege. Süddeutsche Handball-Meisterschaft. S. V. Darmstadt — D. S. B. München 7:4 (4:2). Das erste Entscheidungsspiel um die Handball- Meisterschaft des Süddeutschen Fußball- und Leicht- athletikverbandes am Sonntag in Darmstadt endete mit dem 7:4 Siege (4:2) des S. B. Darmstadt über den D. S. V. München. Das Spiel war im allgemeinen ziemlich ausgeglichen, dabei gab das größere Schubvermögen der Darmstädter den Ausschlag zu ihren Gunsten. Handball Turngau Lahn Oünsberg. Kinzenbach — Garbenleich 2:3 (2:1). Am Sonntag tra.cn sich die Mannschaften obiger Vereine zu einem Gesellschaftsspiel auf dem Kinzenbachrr Platz. Von Beginn an entwickelte sich ein recht lebho tes Spiel, das die Mannschast des Plahvere ns zunächst etwas im Vorteil sah. Garbenteich erzielte den ersten Treuer, einige Minuten später konnte Kinzenbach ausgleichen und kurz darauf ein wetteres Tor erzielen, bei welchem Stand es bis zur Halbzeit verblieb. Rach der Pause drängten bie Gäste stark auf den Ausgleich. Das Bild änderte sich nun insofern, als Garbenteich durch flinke Durchbrüche zwei weitere Treffer erreichte, dem Kinzenbach noch ein drittes Tor entgegensetzen Bremm hätte sich niederlegen können, müde ge» nug dazu war er, aber ihm graute norm Bett. Er würde ja doch nicht fchlafen können. Er blieb noch vor feiner Tür. Als hätte der Feiden ihm fchleichen- des Gift eingegeben, fo war es ihm, oder als hatte ihn eine Natter im Berg gebissen — aber die mären ja nicht giftig, die ringelten nur. Kein Weingefchäft mehr, kein Absatz? Was soll der Winzer anfangen, wenn er das, was er in feinen Weinberg hineinsteckt: Zeit, Geld, sein eigenes Blut, nichi wieder herausbekommt? Nicht bloß herausbekommt, nein, verdoppelt muß er seinen Einsatz herausbekommen, zmn mindesten verdoppelt, wenn er nicht oerhun- gem soll. ... Mit einem düsteren Blick sah Bremm aus seinen Feigenbaum. Da stand der nun hier vor seiner Tür, viele Jahre schon, und wuchs und gedieh und trug Früchte, als wäre es hier gesegneteres Land als anderwärts in Deutschland. Ein Sonnenland, ein glückliches Land, ein Land, wie jene es einst suchten, die, von Moses geführt, die Wüste durchzogen. Ach nein, das gelobte Land war hier nicht! Es war ja auch kein Moses da, der sie führte. Brennn konnte nicht mehr allein bleiben nnt den Gedanken, die ihn verfolgten, sich heute den ganzen Tag, nein, viel länger schon, immer wieder an ihn heranmachten. Da hatte gestern der Loesenich gesagt, dem er das gar nicht zugetraut hätte, denn der hatte immer fo gleichgültig getan: „Dat beste für den Winzer wär, er kauft sich en Strick und hmg sich j dran auf." Was für eine wilde Redensart! Die anderen, die dabei waren, hatten gelacht, die nahmen s für Spaß, es war aber nicht zum Lachen. Er, Bremm, hatte es auch nicht für Spaß genommen, ernsthaft hatte er dem Jüngeren solch törichte und unchristlickje Rede verwiesen. Wie durfte der so etwas sagen, wußte er denn nicht, daß es dem Men- fd>en von Gott gesetzt ist, zu leben und zu sterben, daß man nicht sein Leben abwersen darf wie eine Last, die einem zu schwer wird? Er hatte den Loesenich angefahren: „Schäm dich!" Der Loesenich, die Hände in den Taschen seiner Hose, hatte nur die Achseln gezuckt und genau so gelassen dagestanden wie damals, als man ihm den Schrank pfändete. Aber doch nur scheinbar gelassen. Heute verstand Brsmm ihn besser — ein Strick, ein Strick! — blieb einem denn zuletzt etwas anderes übrig? In einem schmerzlichen Denken zog sich die Stirn des Abgear- B. f. B. Dritte gegen Daubringen Erste 5:2. 2. Jwend gegen Leihgestern 1. Sugenö 6:4. 3. Jugend gegen Steindorf 2. Jugend 1:0. Die Dritte, verstärkt durch drei Spieler aus der zweiten und ersten Mannschaft, schlug Daubringens Erste mit 5:2, nachdem das Resultat bei Halbzeit 2:0 für die Platzmannschaft gelautet hatte. Das Gesellschaftsspiel der 1. Iugendelf in Rauheim wurde von dort abgesagt, da die Rauheimer 1. Jugendmannschaft noch in legtet Stunde ein Verbandsspiel angeseht bekommen hatte. Der zweiten Jugend gelang es, durch einen 6:4-Sieg über Leihgesterns erste Jugend die Schlappe vom Vorsonntag wieder wettzumachen. Knapp, aber verdient war der Sieg der 3. Jugend über Steindorfs 2. Jugend, um so mehr verdient, als die V. f. B.-Sls ihrem Gegner körperlich weit unterlegen war. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Raunheim I — Bürgel I 2:3. Der Meister des 4. Dezir.s weilte zum Rückspiel in Raunheim. Zuerst waren exs die Gäste, die das Retz des Gegners fanden, doch bei Halbzeit stand bie Partie 1:1. Rach Seitenwechsel war es Raunheim, das die Führung an sich riß. Doch lange währte es nicht, und die Gäste glichen aus. Allgemein glaubte man an einen unentschiedenen Ausgang, da gab der Schiedsrichter kurz vor Schluß einen Elfmeter für Bürgel, über den die Gäste selbst erstaunt waren. Dieser wurde verwandelt, und so konnten die Gäste als glücklicher, aber unverdienter Sieger den Platz verlassen. Alsfeld 1 — Gießen Ib 2:3. Dieses Spiel fand in Alsfeld statt. Ein scharfes flottes Spiel, in dem beide Parteien abwechselnd überlegen spielten, stand die Partie bis kurz vor Schluß 2:2, da gelang es Alsseld, sein drittes Tor zu erzielen und so Sieg und Punkte an sich zu reihen. wieseck! — Lollar I 4:1 (3:1). Wieseck hatte zum ersten Serienspiel Lollar zu Gast. Nach Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel. Lollar, das feinen Gegner nicht unterfchäkte, versuchte mit aller Energie ein günstiges Resultat zu erzielen. Doch Wieseck war auf der Hut und zeitweise überlegen. In wunderbarer Kombination zog der junge Sturm Wiesecks vor das Tor der Gäste, dessen Hüter reichliche Arbeit hatte. Doch in der 15. Minute konnte Wieseck zum Führungstor gelangen. Im weiteren Verlaufe war es Lollar, das mit allen Mitteln auf Sieg spielte, doch der Tor- Kunze (V. f. B. Gießen). Dem £igatcefien voraus ging das Gesellschafts- - - - - - g gen Heuchel- Heuchelheim hatte Reitervereine hatte oberhessifchen nach » F 4? 1 4 a g '.»ctlni. I9 '"JcirA (»c(t> Datum: * 146 146 * Telegraphische Rusqohlung 462.5 262,76 •P 74.5 139.5 175 Baufnolen <59 98 88 5 87,5 -ttü 196 107.5 98.75 85 112,5 60.5 88,o 86,75 176 183 0 0 7 0 e 8 8 IC 8 8 I 6 0 8 • 8 h 15 12 15 8 12 10 7 8 v 0 0 1 6 ■ It 0 .8 .6 .0 10 ZLtS |e5 B=® Ge- 135 von von 337 699 264 241.5 92,75 133,5 209 stellen. Zum bayerischen Fechtmeister für 1928 qualifizierten sich im Damen-Florett Frau Erna Sontheim (Münchener Fecht-Club) mit sechs Siegen und einer Riederlage. 2m Herren-Florett Joseph Hlseh (M. T. D. München) mit sieben Siegen einer Riederlage, in leichten Säbeln Adolf Heinrich (TV. Hof 1861) mit acht Siegen einer Riederlage, und im Kampfdegen Erich Sontheim (M. F. C.) mit sieben Siegen zwei Rtederlagen. Oer Siernstafetienriti nach Schotten. b. Schotten. 18. März. Der Verband der -58.5 191.75 106.5 Italien von zwingender Raturhaftigkeit. — 2 uda und d i e Andern. Roman Heinrich S i e m e r. Mit einem Geleitwort Schotten veranstaltet. Lieber vierhundert Reiter aus den verschiedenen Vereinen der ganzen Provinz Oberhessen in der Peripherie von Büdingen, Vilbel, Friedberg, Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Schlitz hatten sich am Ritt beteiligt. Gegen 12 Hhr mittags trafen die Schlußreiter der einzelnen Stafetten am Rathaus zu Schotten, von den verschiedensten Seiten kommend, ein und wurden yier mit Musik feierlich empfangen. Der Dor- sitzende des Verbandes. Graf v. Vredow- Altenburg bei Alsfeld, hieß die Reiter herzlich willkommen und dankte der Stadt Schotten für ihren schönen, aufmerksamen Empfang. Bei dem anschließenden Essen sprachen Reg.-Rat Helm- re i ch und Bürgermeister M e n g e l - Schotten Worte des Empfanges und Dankes. An die verschiedenen Vereine wurden schöne Ehrenurkunden ausgehändigt. Die Teilnahme der Bevölkerung an der Veranstaltung war überall in den Orten, durch die die Stafetten ritten, groß, die Lust und Liebe zu dem edlen Reit- und Fahrsport ist geweckt worden. 2n Schotten gründete sich ebenfalls ein Reit- und Fahrverein, dem alsbald 21 Mitglieder bei traten. -2/ u i Wird bei jedem Staat durch Aufzählung der wichtigsten Organe aller Richtungen berücksichtigt. Den neuen Band schmücken Bilder der beiden Lo:arnominister Stresemann und Briand. Don dem beigegebenen Kartenmaterial interessieren besonders Karten, die staats- und völkerrechtliche Besonderheiten im östlichen Mittelmeer und Englands Herrschaft rings um den Persischen Golf zeigen. Wichtige Reuerscheinungen des Büchermarktes auf staats- und völkerrechtlichem, wie auf geographisch-historischem Gebiet finden sich in einer wertvollen Zusammenstellung. Gustav Sondermann: Wir wandern alle unfern Weg. Roman. 275 Seiten 8°. Ganzleinen 6 Mk. Verlag der 2. G. Cottaschen Buchhandlung Rachfolger, Stuttgart und Berlin. — Der Verfasser, der hier zum ersten Male als Erzähler hervortritt, schließt an die Tradition der süddeutschen Bauerngefchichten an. Arkeitshartes fränkisches Dauernleben wird als lebendiger Hintergrund einer dramatisch geschürzten Handlung gezeichnet, xnt> überall drangt sich dem Leser die Erkenntnis auf, daß hier ein Schilderer zu Worte kommt, der selbst in deutscher Heimatfcholle wurzelt, inmitten all der Menschen, die er malt. Da i st der knorrige, nur rechnende Dauer, der auch seine Tochter in di? bäurischen Kalkulationen mit einbezieht; sie selbst, ein? überaus liebenswerte Mädchengestalt von herber 2nnigkeit, die sich wie ein gefangenes Wild dem Willen des Vaters beugen muß; vor allem aber der Pfarrer, der mit Gott hadert und mit dem ? re heute einen Sternstafettenritt <61 127.25 108.9 100.5 S3I 5 266 693 51V ! 262.5 118.75 — | 89 53 I 88 237 130 208.5 die deutsche Lage zu dem hauptsächlichen Ausfuhrhafen Rotte.dam, kann man damit rechnen, daß die deutsche Vorfracht nach Rotterdam durchschnittlich etwa 2,50 Mk. höher ist, als die durchschnittliche englische Dorfracht. Für das Hamburger Gebiet hat die englische Kohle für die in Hamburg hauptsächlich in Frage kommende Kohle von Rorthumberland eine Dorfracht von durchschnittlich 1,50 Mk. und eine Seefracht von durchschnittlich 4 Mk.. zusammen also 5.50 Mk. Demgegenüber steht eine Eisenbahnfracht Ruhrgebiet—Hamburg von annähernd 9 Mk., die unter gewissen Dorausfetzungen sich sogar noch erhöht. Der Ruhrbergbau hat also im bestrittenen Gebiet weder in den Mengen, noch in den Erlösen eine Besserung zu erwarten. Llmso wichtiger ist das für die Frage, wie der 2n- l a n d s a b s a tz sich entwickeln wird. Seit Monaten hält sich hier der Absatz auf einer annehmbaren Höhe, die er aber sofort verlieren wird, wenn das vielfach erwartete Llbsinken der Konjunkturkurve kommt, ein Umstand, der umso bedenklicher wäre, wenn er mit dem normalen jahreszeitlichen Minderbedarf im Frühjahr und Sommer zusammenträfe. 2nnerhalb des Gesamtkohlenbedarfs von Deutschland wird der Ruhrbergbau feinen prozentualen Anteil kaum verbessern können, da sich in dem starken Wettbewerb der einzelnen Reviere ein gewisses Kräfteverhältnis ausbalaneiert hat. Eher wäre noch damit zu rechnen, daß die auf einer starken Mechanisierbarkei t beruhende Expansionskraft der Braunkohle sich zu Ungunsten der Ruhrkohle geltend macht. Auch im Aachener Revier ist die Fördersteigerung prozentual bedeutend stärker als im Ruhrbergbau. Dazu kommt noch die etwaige Zulassung von monatlich einigen hunderttausend Tonnen polnischer Kohle, die unmittelbar auf die schlesischen Steinkohlenreviere wirken wird, die ihrerseits den Druck nach Westen auf die Ruhriohle weitergeben werden. Die Ruhrkohle hat also auch im 2nlandsabsatz keine günstigen Dorzeichen zu erblicken. c vX c 2EZ Wirtschaft. Oie Aussichten im deutsch-englischen Kohlenkampf. Ser internationale Kohlenmarkt steht schon seit langem unter dem Einfluß einer starken Verschiebung zwischen Angebot und Rachfrage. Das Angebot hat sich wegen der erheblich höheren Förderung vieler Länder (Frankreich, Belgien, Holland usw.) stark erhöht, die Rach- ftage hat erst wieder die Vorkriegshöhe erreicht, ist also relativ stark gesunken. Eine ganz besondere Rolle spielt das Verhältnis Deutschlands zu England. Deutschland muh damit rechnen, daß der von England geführte Konkurrenzkampf vorläufig nicht an Schärfe verlieren wird. Durch die infolge des Ausganges des englischen Bergarbeiterstrciks vorgenommenen Lohnherabsetzungen und Arbeitszeitverlängerungen ist die Wettbewerbsfähigkeit der englischen Kohle auf dem Weltmarkt zwar wieder gehoben worden, aber noch nicht in dem von England gewollten Maße; infolgedessen dauert das Streben der Engländer an, die Bedingungen für ihre Ausfuhr durch Wiedergewinnung der früheren Weltabsatzgebiete weiter zu verbessern. Dieses Streben äußert sich in zwei Richtungen: England steht am Beginn einer scharfen negativen Rationalisierung (d. h. umfangreicher Stillegungen), die der Ruhrbergbau bereits durchgeführt hat. Das zweite Mittel ist der in den letzten Monaten beschrittene Weg, durch Preis- und Förderkonventionen den Wettbewerb der englischen Zechen untereinander zu mildern und dadurch die Stoßkraft in der Ausfuhr zu erhöhen. Auf diesen beiden Gebieten hat Deutschland eine erhebliche Verbesserung der Vorbedingungen für den englischen Wettbewerb (d. h. also eine Verschärfung des Wettbewerbs) zu erwarten, während der deutsche Bergbau ähnliche Reserven nicht mehr hat. da er bereits scharf rationalisiert und den Absatz in der höchstentwickelten Kartellform (nämlich in der des einheitlichen Syndikats) zusammengeschlosfen hat. Deutschland muß also damit rechnen, daß die natürliche Vorzugsstellung der englischen Kohle uns in Zukunft noch stärker bedrängen wird, zumai diese noch durch bedeutend günstigere geologische Verhältnisse und durch erheblich günstigere Frachtlage gefördert wird. Da die Preise im Ausland und an der deutschen Wasserkante (bestrittenes Inland) dem deutschen Bergbau von dem englischen Wettbewerb vorgeschrieben werden, geben die englischen Fob-Preise die Preise an, die die deutschen Zechen im Ausfuhrgeschäft erlösen können. Die englischen Preise stehen aber bereits wieder auf und unter dem Tiefstand der Vorkriegszeit; die gleiche Entwicklung scheint auch für die deutschen Ausfuhrpreise eintreten zu wollen. Weil die Frachtlage der englischen Zechen zum Hafen bedeutend günstiger ist, als 5 anMurt a. 9J1 | Berlin Briefkasten der Redaktion. (Nechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftlcitung.) K. §. G. 2hr Anspruch auf Ersatz der Reisekosten nach Düsseldorf durch das Amtsgericht in Düsseldorf ist höchst zweifelhaft. Sie waren am Tage vor dem Termin bereits in Kenntnis gesetzt, daß der Termin ausfalle. Eine Verpflichtung des Gerichts, Sie telegraphisch zu benachrichtigen, bestand nicht, um so weniger, als Sie bei einer späteren Llbfahrt noch am folgenden Tag persönlich im Termin 2hre Rechte hätten wahrnehmen können. Sehen Sie zu, was das Amtsgericht D. auf eine Eingabe um Ersah 2hrer Kosten antwortet. Evtl, steht 2hnen immer noch dagegen das Beschwerderecht zu. | 148 5 140 Schicksal um den Besitz dieses Mädchens ringt; dann die bunte Schar der Bauern — alles d « fiar rn-3n6uftrti Dvmunl! Nobel . . . Scheid dnitaU . . .. . Goldschmidt ..... SRutgerenfcrtt ...... metaaoefeO-** . . M DOiltöli oolimaun Seidelderaer (Jemen! (fernen r .ftarlilabf • . A'on6 » Srritao SchmthnS Bawitoter . Dftroerte '■8er WlonjftoR - . . Hemberg ...... HeUfto Waldbok. . . JeUftoft Alchaftenbnrn Marion nbnroer Datier etiauer <3aS 7" atm ter Mo'oren . . . Temas ... flOlerTOeTte ß.tütt. . . . 8Ndw üoeitt . . . Na« Automobil . . . Crrnftrtn rs Knr 19. 3. j -20. 3. | 19. 3. | 20. 3. ^rauhhirt a.M Berlin Schluß - l'Uhr. Sch uh Sinfang Kur» Kur» fi'ir» Kur Datum 19 3. I 20. 3. | 19 3. | 20. 3. *1« Dl «richsanleihr v 1927 St Anl tiblöf Schuld mit - — - Auslol.Rechten 51,9 — _ De-al ohne AuSl.s -Rechten He »ranff Hup -Bl (S)o dvi unkündbar bis >932 14,8 14,7 — 14,75 i'/*o/o Rheinisch» Hvv »Bank ciqu -Äoidv' AEG acQ BorkriegS-Ob — — - - ligationtn. rudiaülbar 1932 — — 17, Schwei, Bundesb.-Slnl. _ __ _ 4% OefterrichNche Goldrte — Ctfttrr >ch Silberne —- _ <7o Cefterreid) ein. eilt Rte —- — _ ♦°/o Ungarische Goldne — — _ _ 1°/, Ungarische SiaotSr v 1910 — — _ <'/»•/.. desgl von 1913 —- _ 4% Ungarische Uronenrir — _ 1°/ Iiirl SoUanltibt v 1911 Wo lud Boadaddahn Anl 12.4 — — — ® ne 1 i°/i deSgl Serü II — 49« Rumänen convrn Are 4'/,°« Runmnrn Soldaul. — ___ von 1913 •e — Sllg Den,ich« Eisenbahn 4',', — Hamdurg-Ämenla Palei 6 151.75 151 153 151 75 yamb -Sudam Damv lch ti — 209,75 211.75 Hansa Tcunvfschist 6 — — 230 233.65 Rorddeuricher rlood 6 151 5 151 153 151,5 ■4Uo Deutsche LredttanÜ iu 143,5 — 145 143.7., Barm r Bankverein io 145.5 — 147.25 Berlin« Hanbrisadellsch. 12 — — 256 252,5 Lommer,- und Pnoai-Bk L 174 173,25 177 173.25 iannft u Naiionalvauk 12 232 — 234 -30. Deuliche Bank 10 162 — 164 161.2., DiOkonto-Gesellschak' Bnt iü 156 — 1.8 156 Dreödnei Baut lu 158,5 158.25 160 157,5 Mineloeuriche Lrrdttdank S «■» — 205,5 Dletallbanl ......8 126 12.5.25 _ Reichtdauk.....In — 189 5 auhfun a. M Berlin Schluh- Kurs »-Uhr- Kurs Sch uk 1 timan.. K rs Kur Datum: 19 3. 20 3. | 19. 3. 120 3 S. E S 7 152.75 151 156 I 1.5 Bergmann .......8 — 171.5 176 171.25 Elkttr Lieiernngen • . . Io — - 16n.5 164.65 Lichi und Krau ... io 214.9 211 5 216 211 selten A Suill amne .0 218.5 118.6 119 119 Sek r Elck.r Untren . 10 275 — 277 271 152.5 vamd Elettc Werte . . 10 — — 156,25 ^ihetn Eltltr .... 8 — — 152,75 151 5 2(6Id. tLlekn ..... io — — 190 25 Schütten . ......7 — 173,5 168 Siemen» i HalSk» ... 16 — 267 273 '66.75 Zran radto -.»«•. 8 — 137,75 Labmever A <0- ...... 9 154 — — 155 5 Budern» ..... 0 93 — 94 9 92.75 Deutsche Erdöl......c — 123 125 123,5 Essener S etnkohle . ... 8 Gelsenkirchener t- 9 * — — 138 — —— 130.75 133,65 131.65 parpener ... 8 Voesch Eilen ...... -L 165.75 165 166,5 165.5 140.9 136 )lse Bergbau ......8 245 245,75 244.75 Mlötfn'rtvtrfe . . « . . .5 116,25 118,2a U4.7., Kölu-Neueneo . . . V, anncsmann -f I 4 — — .40,5 137.5 143.75 1)1.9 M7 142 Mans clbcr 7 — — 117,5 114,6., Lbersch lei Ettenb Mdart 0 — 101 100.5 98 £bcdd)ld Kolöwerke o — 95.75 93,6 j llhonv Bergoau f >/, g 3 — w 101,9 101 Rhemilchc Braunkohlen 10 263 263 25 266 262.5 Rheinnahl 0 Riedeck Moman ... 6 Bereiniute Stoblw- f, •/» 9 3 Olavi ’JJ/tnen 1 tb 154 5 149 153 158.5 150 153,5 148,5 _ 103.25 «4.5 102.5 «3,9 RqU Äicdersleden li — _ 172 169.5 «aliWenr regel» 10 — — 182 177.; Koliivert Salzdettnrtd 12 — — 257.5 »56 ftraiuö;ii,i)e Roicn..... Holländische Roten .... IT18 167 80 32 35 163.48 Norwegische Noten..... Deutsch-s^cllerr ,5100 Kronen Ul.00 58. M 111.50 59. 13 Runinntiche Noten...... 2.585 2.605 Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Svanischc Noten....... 111,95 112,39 70^69 70.90 Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten 12,34 12,40 72 85 73.15 SeUifenmcrtt Derliu —3 ran (für t a. M. 19. Rkärj 20 Mär; Lmliiche Nou runa ÄMklichc Notieruna t^cld Brie i'klö l Brie' timiL- Ron 168,1-7 168,41 168,18 168.52 Bucn-.Aires 1,787 1,791 1,788 1.793 Bni-Änkw 58.215 58.335 58,215 58.355 Christian ta 111,46 111.68 111,49 111.71 llovr iiboflen 111,94 112,08 U2,i6 111.97 112.19 Stockbolm 112,30 114,10 112,33 HelsingrorL. 10,515 10.5.35 10,5w 10.535 <)ialicn . 24,055 22.095 22.665 42,105 London. . . <0.381 40,121 ;o.u9 40,43 Nennork . . 1,1.70 4,1850 4,1.65 4,1845 PorrS... tl>,43 16,47 16,14 16. 8 Schmelz . . >0.41 80,57 80.43 80. öS Sva i.n ■ 70,21 70 35 70 35 70 «9 Janon 1.962 l.Ubli 1.963 1.967 ft io de Jan Wien in D-» 0.5025 0.5045 0.502a V.5U45 CtfL abgeft ^8,80 >8.92 a8.78 58 90 Prag 12.377 12,..97 12.37« 12,399 Belirad 7,349 7,363 7.3o3 7,367 Budcu>?lt. 73.04 73.16 <2.99 <3,18 Bul arien 3,017 3,Ü2ö o,017 3.013 :''iladon 17.18 17.42 16.58 16.68 Tanz,« >1.51 61,67 81.e2 81.63 ikonst nrtll 2,115 2,119 2,121 2,125 Athen 5,534 5,510 5,564 5,576 Lanado 4,177 4.185 1.177 4,185 Ura nav 4.316 4.344 4.316 4.324 6»Z8 . . 20.905 20 945 20.914 20.954 Berlm. 19 März | 'dield Bne Ämeritanilche Noten..... 4,16 1,18 belgische Noten...... 58 28 53.52 Dänische Noten ...... 111.50 112,00 Englische Noten . ...... 20.37 20.45