W. fragen der lungsrechtst-rn, Das erstmals im ?J,a^Dn im ollen Ae- liegt, nachdem u' Vas neue Staat». fWj touröe. nun. ? M als besonders wet toetbcn, well lm Utsgebleten, (M ^>i> aus dem Gebiet! >ere des Dersassungs- nut sehr spärlich W es auch hier sehr 'mmschast ausgegebenen n her zu bmächtigen. igen das bieten, was Vermittlung zwischen eit des Aechtslebens i& sie größten Teils im le der Praxis gebilbet iet besondere Äeiz, den in, die uns durch die en sind. (657) -ng- lersports steht die eben ugenb“ IG. HiO ien). Das lustige Tite!- prächtiges Aquarell nze Reihe amüsanter henke, Wa^on, koffert In das beliebte 2tyma nie die witzigen Tin' Zbel und KiM ober Glossen, deren bunte Helles vervollständigt dort b- I^uge 8ung Moren, d kbe 2i*6 ÄVff® 1 > btffSfä w lnf beantragte Sw* Us zweiZxung^ achrichien. illschast. Sabbatfeier d« 4.40 Uhr. Samstag w nachmittags 3.30 Ul' Wochengottesdienfl » inte. Gottesdienfsdn mstag, 21.3anuot.W- Uhr: abends 5.1h» -richten, ichswehrmim^ Det Kci der ReichrkanM hieraus ie'M« ichswehrwi"'^ fteichrmimsler °-l>- >r;umReichr^' »s ä.i 56 7C L DU i'S S- II« 65 «7 «7 ro 145 W 05 Tdjm^ ä ä;S l 168.J» Ü,t75 UlJ 54,«s 2,595 112,4- 80,t 71^6 12,895 7812 22,Ü lU,lj 59,H 2,611 112,’ Ä ^jtanffuö 1,7» 58,4- iu,5; 112.31 iE 10,»2 3,1t1 »439 1,191 16,4; «8 1,790 0,5055 69,05 HF, 7,382 SZ L ,jv 544 1,183 •'S Ur* M Nr.tr Erster Blatt <78. Jahrgang Zrettag, 20. Januar 1928 Erscheint tLglt J ^ekgwnsunterri^ chren Dnindlähen tr i oberen Stellen d» n iu dem Zveäe boi ahme In ben 3t< Zieles Recht tann nicht ö solchen übertragen esellschasten unb ihre » den Lehrern, bk n, leine Resugmssi des § 16 gaben bti > die Demokraten ihn ige der indwirischasl, lortschreilevden Verschuldung. D.) Die HoiN ta ;n$ Sommern hd bm t veranlaßt, an die Denkschrift zu richten. :tschastliche Der- z Pommern, die auf i geschäht tvirb. w) er bidjä&tiyt ben gemacht und Hil't' rbrn. 3u deren rotte Bestellung tmS eren Vollmacht« itn Schlüsse Ml rung der DM- eine forlsch^ Nachdem twito J ) von den Zartötrn eine Eeidung x- CT stft* ■ Welt. SM ' a- _ @eW- L ^ch, i» 1' W ^w3!ÄT laM«"*, in «tnerifa- auh beglei^Ä Lei!« °on Sjfa!; 's * Ä rin *85»*M SM xÄ« tÄiff etflfl^ olpo ^intin de^jl' n» naih oedecKt. ® woikiq. • oedem o Regen * Schnee a Graupeln a HeOel K Gewntrr,(g)Wind$tille.«O-. sehr «icnter o$t nissige» Südsüdwest Q stürmischer nordwest oic Piene fliegen mit dem winde Die oeioen Stationen stenenden Zahlen geien die Temperatur an. Pie Linien i'eromden Orte mit gleichem «uf Meeresniveau umaerrchneten Luftdruck Wettervoraussage. Der gestern über Holland liegende Teilwirbel brachte bei seinem Vorüberzug unserem Gebiet Riederschläge, meist als Schnee. Wenn auch daran anschließend starker Barometeranstieg eingesetzt hat und hoher Luftdruck mit über 770 Millimeter in Westdeutschland herrscht, so scheint sich doch keine Hochdruckwetterlage zu entwickeln, denn das kräftige isländische Tief hat sich südwärts über die britischen Inseln ausgebreitet und in Begleitung der Warmluft dort Rieder- schläge gebracht. Wahrscheinlich dürften feine Randstörungen auch unser Gebiet wieder streifen, so daß morgen erneute Riederschläge zu erwarten sind. Wettervoraussage für Samstag: Zunächst neblig-wolkiges Wetter und Temperaturen vielfach um Null und etwas darunter; dann milder mit Niederschlägen, teils als Schnee. Wittern ngsaussichtenfürSonntag: Vorwiegend wolkiges Wetter, einzelne Niederschläge nicht ausgeschlossen. Lufttemperaturen am 19. Januar: mittags 1,3 Grad Celsius^ abends 3,3 Grad Celsius; am 20. Ja- nuar: morgens 2,3 Grad Celsius. Maximum 3,4 Grad Celsius, Minimum 0,5 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 19. I ' uar: abends 1,3 Grad Cel- sius. am 20. Januar: gens 1,6 Grad Celsius. — Niederschläge 5,8 Millimeter. Wintersport-Meldungen. Wintersport im Vogelsberg (hoherodskopf): Wind: Nord: Wetter: leichter Nebel; Temperaturen: — 3 Grad Celsius; Schneehöhe 25 Zentimeter; Beschaffenheit: Pulverschnee; Sportmöglichkeit: sehr gut. Herchenhainer höhe: Temperatur minus 1 Grad Celsius. Schneehöhe: 15 Zentimeter, Beschaffenheit: Pulverschnee; Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Sauerland-Winterberg: Temperatur: minus 4 Grad Celsius. Schneehöhe: 25 Zentimeter: Besck-affenheit: Pulverschnee; Sportmöglichkeit: sehr gut. Villingen: Temperatur: —1 Grad Celsius; Schneehöhe: 25 bis 30 Zentimeter; Beschaffenheit: Pulverschnee; Sportmöglichkeit: sehr gut. Meinerlshagen: Temperatur: —1 Grad Celsius: Schneehöhe: 8 bis 10 Zentimeter; Beschaffenheit: Pulverschnee; Sportmöglichkeit vorhanden. Selbstrasierer! Vor dem Einseifen die Maul gründlich mil NIVEA-CREME einreiben I Erfolg: Schmerzloses Rasieren, blendendes Schneiden des Messers, keine Reizung der Haut. , m ojo - m 120 Der Mann hat recht wenn er von feiner Frau öinfcbafttidjfcit ver- langt. Die denkende Hausfrau nimmt kein scharfes toalcbmitteL sondern nur Naninann s weiße Kern- leue „Extrafeine Ouahiat" erst recht, wenn ,'ie nicht btetchen kann. Nanmann'S Seife liefen blendend iveine Wasche mit outem Duft und *—•••«— *•— 717D Reichsband der Kriegsbeschädigten u. Kriegshinterbliebenen, Ortsgr. Liehen Wir erfüllen hierdurch die trau* rtge Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Schwerkriegsbeschädigten Wilhelm Herr in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung sindetSamstag, den 21. Januar 19-28, nachmittags 31/, Uhr statt — Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. | Vermietungen | In einem Neubau 4 .Zimmer- Wohnung mit kompl. Badezimmer sofort zu vermieten. 722D Näheres Scbnbert- straße 2, II, St. mUMifflinei zu vermieten 0469 Mollleslr. 18 ui. El.!. Sdjönes.möül. dimmet an Dauermieter zu verm. Wo? sagt die Geschst. d.G.A. 0475 [ Mietgesuche | Pens. Beamter sucht ll.mSvi.MMr für zehn Tage. Schr. Ängeb. u. 0455 an den Gieß. Anz. Die Burschenschaft Germania I. A.: Veite ^/(XXX)X Gießen, den 19. Januar 1928. Unterfertigte betrauert tief das Ableben ihres lieben A. H. Dr. Theodor Raiser Arzt in Worms, akt. 1889—1891 Bekanntmachung. Gemäß den Bestimmungen der Reichs- verdingungsordnung sollen die Arbeiten zum Ausbau der Straße zwischen der städtischen Kaserne und der Straße „Am Kugelberg", westlich des Universitäts- Sportplatzes, öffentlich verdungen werden. 1. Kanalbauarbeiten. 2. Auffüllarbeiten. 3. Lieferung von 150 lfd. m Zementrohren. Angebotsoordrucke find beim Stadtbauamt, Zimmer 7, erhältlich. Die Angebote find verschlossen, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Freitag, dem 27. Januar 1928 vormittags 10 Uhr beim Stadtbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. 714B Die Zuschlags- und Bindefrist beträgt drei Wochen. Gießen, den 20. Januar 1928. Stadtbauamt: Braubach. Zrennholzversteigerungen Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 7158 A. Dienstag, den 24. Januar 1928 vormittags 9% Uhr aus Abt. 51a und 51b, Bezirk des Försters Brück in Rödgen, 206,6 rm Buchenscheiter, 14,3 rm Eichenscheiter, 58,6 rm Buchenknüppel, 9,1 rm Eichenknüppel, 2535 Wellen Buchenreisig, 165 Wellen Eichenreifig, 31,6 rm Buchen- und Eichenstöcke. Zusammenkunft: Kreuzung 11. Schneise und Wannschneise. B. Freitag, den 27. Januar 1928 vormittags 9% Uhr aus Abt. 81c, 84b, 85a und 86, Bezirk des Forsters Arft, Forsthaus Hochwart, 64,8 rm Buchen- und Hainbuchenscheiter, 35,3 rm Eichenscheiter, 22,0 rm Buchen- und Hainbuchenknüppel, 31,4 rm Eichenknüppel, 2490 Wellen Buchen- und Hainbuchenreisig, 1215 Wellen Eichenreisig, 340 Wellen Aspe-, Fichte-, Weymouthskiefer- und Erlenreisig, 12,4 rm Buchen- und Hainbuchenstöcke, 33,0 rm Eichenstöcke. Zusammenkunft am Forsthaus Hochwart, Licher Straße. Die Vrennholzversleigerungen vom 16. und 19. Januar 1928 (Nr. 2 und 3) wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 31. d. 21L in Empfang zu nehmen. Gießen, den 19. Januar 1928. Der Oberbürgermeister. 9. 23.: Dr. Rosenberg. GMlH-NllkW vergibt für Gießen und Umgegend Krankenkasse, gegr. 1369, für alle Berufe, auch nur für Krankengeld lals Zuschußkasse von 60 Pf. Beitrag au vro Wochel. Schriftliche Angebote sind eiligst ztt richten an die Reztrkndlrektion M. Jnngmann Tel.Ncr6.1(130,Franklart-tü, Ara Dornbusch 18 Nette Kurse beginnen am 16. AprilI Vogtsche Handelsschulen Gicfcen Herborn Verlangen Sie eusführilcheDrndce chrlft G 44 von der Sdinllefttrog Gl eben, Goethe» trabe 32 699a Vergleichsverfahren. 116er das Vermögen des Kaufmanns Paul Kleber zu Deustadt tm Odenwald, auch der Firma Granit- und Basaltwerke Kleber & Go. daselbst, ist am 18. Januar 1928, nachmittags 5x/4 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. Gleich, zeitig ist an den Schuldner ein allge- meines Deräußerungsverbot erlösten worden. Der Rechtsanwalt Dr. Süß zu Michelstadt t. O. ist zur Vertrauensper- son ernannt. Termin zur Verhandlung über den Lergleichsvorschlag ist auf Freitag. den 10. Februar 1928, vormittags 10 Uhr, vor dem Amtsgericht in Höchst im Odenwald, Zimmer 2, anbei aumt. Der Antrag auf Eröffnung des Der- fahrens nebst seinen Anlagen und das Ergebnis der weiteren Ermittlungen sind auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Höchst i. Odw., den 18. Januar 1928. Hartmann, Inspektor. Urkundsbeamter der Geschäftsstelle ___________des Amtsgerichts._______7350 Zagöverpachtung. Samstag, den 21. Januar, nachmittags 2i Uhr, wird die Gemeindejagd Hattenrod im hiesigen Rathaus auf weitere 6 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet. 558V Das Jagdgebiet umfaßt 112 Hektar Wald und 415 Hektar Feld und ist in 20 Minuten von der Bahnstation Reiskirchen zu erreichen. Nähere Bedingungen der Verpachtung können auf der Bürgermeisterei eingesehen werden, auch werden diese nochmals vor der Verpachtung bekannt- gegeben. Bürgermeisterei Hattenrod. N e e b. Wir suchen für unser Baubureau in Hungen tüchtige Installateure für Rohrverlegung Offerten an Zentralverwaltung V. 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Lda., Forstwartei II, Distrikt Langebruch, folgende Holzsortimente versteigert: 7130 129,0 rm Buchen-, 43 rm Eichenscheitholz, 46,5 rm Buchen-, 38 rm Eichenknüppelholz, 178,0 rm Buchen-, 136 rm Eichenreisbolz, 19,0 rm Buchen-, 62,5 rm Eichenstockholz, 2,5 rm Kiefernknüppel. Zusammenkunft im Distrikt Langebruch am Pflonzaarten. Allendorf a. d. Lda., 19. Januar 1928. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. Greif zu! „Lebewohl" das beste Mittel geizen Bühneraogen u. Hornhaut Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf, Lebewohl-Fußbad 6e8=n empfindliche f'übe und Fußschweifi, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf., erhältlich tn Apotheken u. Drogerien. Sicher zu haben bei: Mediz.-Drogerie Haus Hindenburg, Seltersweß 68a: H. Noll, Ludwigsplatz-Drogcrie und Neustadt-Drogerie; O. Winterhofl, Drogerie, Kreuzplatz 9/10. [12A WWMWWW!W!!!!!WWWWWWWMWMI Bankhaus Herz & Co Zur Gießen, Neuen Baue 23 Kontokorrent- u. 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Der Belgier Lambert tritt zurück. Der seit Jahren von der Saarbevölkerung sehnsüchtig herbeigewünschte Rücktritt des Belgiers Lambert, der übrigens in den letzten Monaten wiederholt gemeldet, aber auch ebenso oft energisch dementiert wurde, ist nunmehr erfolgt. Lambert Hot erklärt, daß er auf eine Erneuerung seines am 31. März ablaufenden Mandats verzichte. Ein Aufatmen wird durch die Bevölkerung des Saargebietes gehen, war doch Lambert ein erbitterter Deutschenfeind, der seine Aufgabe nur darin sah. sich voll und ganz in den Dien st der französischen Ausbeutungspolitik zu stellen und jede Maßnahme der Franzosen gut- zuheißen, die dazu angetan war, aus dem Saargebiet eine französische Kolonie zu machen und den Saarländer um die ihm zustehenden Rechte zu bringen. Acht Zahre hindurch war Lambert ein ergebener Diener Frankreichs, das sich auf ihn verlassen konnte, besonders dann, wenn es galt, dem wegen seiner Aufrichtigkeit und seines ehrlichen Spiels bei den Franzosen verhahten Kanadiers Stephens ein Dein zu stellen, bis dieser dann schließlich das Feld räumte und den Kampf gegen die franzosisch- tschechisch-belgische Mehrheit innerhalb der Regierungskommission aufgab. Es fragt sich jetzt, wer an die Stelle Lamberts rücken wird. Lambert wird nicht ohne vorherige Fühlungnahme mit der Pariser Regierung zurückgetreten sein, so daß also schon ein Rach- folger bereit steht. Vielleicht ist das wieder ein Belgier, der die gleichen Eigenschaften aufweist. Dann würde der Saarbevölkerung der ganze Rücktritt nichts nützen. Zu wünschen und zu fordern ist seine Ersetzung durch einen Neutra len. Zu entscheiden hat darüber der Völkerbundsrat in seiner nächsten Sitzung. Es braucht wohl nicht erst besonders betont zu werden, daß Deutschland nichts unterlassen wird, um dahin zu wirken, daß an Lamberts Stelle eine Persönlichkeit tritt, die eine Gewähr für eine fruchtbringende Arbeit der Regierungskommission und für eine Erleichterung der Lage der Saarbevölkerung gibt. Oberhessen. Larr-.reis Gießen. Großen-Linden. 19. Januar. Um Verkehrs Unfällen vorzubeugcn. die im unteren Teile der in die Frankfurterstraße ein mündenden Dahn Hof st raße wegen ihres starken Gefälles leicht möglich sind, ist die gefährliche Strecke vom Hause des Spenglermeisters Magnus aus für Kraftfahrzeuge jeglicher Art endgültig gesperrt und vor einigen Tagen durch entsprechende Zeichen kenntlich gemacht worden. Lollar. 19. Jan. Kommenden Samstag und Sonntag findet hier im Saale „3ur Linde" eine vom hiesigen Geflügel- und Vogrlzucht- verein veranstaltete allgemeine Geflügel- ausstellung statt. Da die Beschickung mit nur erstklassigen Tieren zu erwarten steht, bietet diese Schau für Liebhaber und Käufer großes Znteresse. * Kesselbach, 19.Ian. Die Musik- und Wanderfreunde Kesselbach 1926 — Zweigverein des D. H. C. — hielten am Samstag ihr Zweites Wintervcrgnügen feit dem Be- stehen des Vereins ab. Musikstücke, einige gut aufgeführte Theaterdarbietungen und weitere Borträge ernsten und heiteren Inhalts brachten den zahlreichen Besuchern genußreiche Stunden, die ihren Ausklang in einem Tanzvergnügen fanden. Beuer n, 19. Zan. Am Sonntagabend hielt der hiesige Dolksbildungsverein im Saale der „Germania" einen Vortrags- abend ab. in dem der frühere Zeppelinluft- schiffer Karl Hahn von Beltershain über den Flug des .,L 59" nach Afrika sprach. Cs wurden etwa 100 Lichtbilder über jenen Flug, sowie über den Flug von Dr. Eckener nach Amerika gezeigt. Der Redner, der selbst viele Flüge im Zeppelinluftschiff während des Krieges mitgemacht hat. schilderte in ausgezeichneter „Schinderhannes." Zuckmayers neues Schauspiel. „Das ist der Schinderhannes, Der Lumpenhund, der Galgenstrick, Der Schrecken jedes Mannes, Und auch der Weiberstück I" Don denen, die in den letzten Zähren den Kleist, preis verteilten, hat der Kritiker Paul Fechter in 'Berlin am meisten Grund, mit seinem Erwählten zufrieden zu sein; er hat sich in der ersten Zeit, als mancherlei Angriffe kamen, ritterlich vor ihn gestellt, und er hat das Vertrauen zu ihm nicht zu bereuen brauchen; er hat es nicht nötig gehabt, ihn fallen zu lassen, wie anderlr, die heute enttäuscht sind und keinen Federstrich mehr tun für den vormals von ihnen Gekrönten, «-rechter darf zufrieden sein: sein Zuckmayer hat gehalten, was er damals mit. seinem ..Fröhlichen Weinberg" versprach; der Dichter hat sich auch den Kopf nicht verwirren lassen, ist nicht taumelig geworden über dem Riesenerfolg. Son- dern ist ruhig weiter gegangen und hat ruhick ™ ^schafft. Schritt für Schritt, ohne Hast, mit lRuhe und Bedacht und im Vertrauen auf 1$ fet&fl Und was er gab seit seinem Glücks- luftspiel, das ihm mit einemmal alle Türen auf- rannte das kann sich sehen lassen, so gering und unscheinbar es, äußerlich betrachtet, daher kommt. Die Masse hat es noch nie allein gemacht: di'e paar Dutzend Gedichte, und die Handvoll Er>« Zählungen, die nachkamen, waren des großen und verpflichtenden Preises wert. Und das neue Stück Oat es auch in sich. Wir haben es gesehen und wir haben es sehr aufmerksam gelesen. Wir wissen auch ganz genau, was dawider einzuwenden ist, und wievieles dagegen spricht. Aber «SL nur wenige unter unseren jungen Dichtem, denen wir ein gleiches zutrauen. Dolkssagen, halbvergessenem Spinnstuben» Gespräch und bänkelsängerischer Ueberlieferung ^eht der Schatten einer zerlumpten Gestalt um, bombastische Schinderhannes-Gespenst, das ror fünf Vierteljahrhunderten weite Landstriche Hessen Einzelleistungen und — eine Portion Glück. m. w. 2. Bezirksklaffe Lahnkreis. Die Plahvereine blieben am letzten Spielsonntag erwartungsgemäß siegreich. Es handelt sich um Gießen 1 9 0 0, Wetzlar und OckerShausen. Dabei ist zu bemerken, daß die Siege nicht überall überzeugend ausfielen. Z. B. hätte unter normalen Verhältnissen der Reuling Oranien-Frohnhausen, wenn nicht gar einen Sieg, so doch zumindest ein Hnentschieden verdient gehabt. Die Mannschaft machte in Wetzlar einen außerordentlich guten und geschlossenen Eindruck, hatte aber leider das Pech, zwei ßeute durch Verletzungen zu verlieren. Trotzdem hielt sie jederzeit das Spiel offen. Auch der Gießener Sieg ist reichlich knapp, auch knapp verdient aus- ausgefallen. Kirchhain, ebenfalls als Reuling in der Liga 2, flößte entschieden Respekt ein. Die Leistungsverhältnisse zwischen den alten Fußballstädten Marburg, Gießen, Wetzlar und den neueren Kirchhain. Frohnhausen. Butzbach usw. haben sich zweifellos zugunsten der letzteren gebessert. Wir sind mit dem spielerischen Können in Marburg, Gießen, Wetzlar nicht vorangeschrit- ten, nicht einmal stehengeblieben, eher noch zu- rückgegangen. In der Tabelle steht V. f. B. Marburg mit einem Punkt immer noch oben vor Gießen 1 9 00. Zwischen diesen beiden sollte das Ende liegen. Favorit ist und bleibt Marburg mit seiner energischen und rasanten Spielweise. Gießen 1 900 hat schon am nächster! Sonntag keine leichte Ausgabe. In Wetzlar will sich der Sp.V. für seine 5:0-Riederlage im Gießener Vorspiel revanchieren. Von einer Heberlegen- heit der beiden Parteien im vorhinein kann nicht die Rede sein. Wetzlar tritt mit seiner stärksten Elf auf den Plan, die gesperrten Benner und Rehm werden bis dahin frei sein. Das bedeutet eine wesentliche Verstärkung für Wetzlar. Am Sonntag werden alle Ergebnisse möglich fein. Die Leitung des Spieles liegt in den Händen von Heinrich En gelter. Marburg. Marburg hat sich in Butzbach seine Spitzenstellung zu erhalten, was ihm nicht ohne Mühe gelingen dürfte. Butzbach war auf eigenem Platz nie selbstverständlich zu schlagen, bei der heute ausgeglichenen Spielstarke aller Lahn- ligavereine erst recht nicht. Die dritte Begegnung lautet: Herborn gegen Ockershausen, und die ist auf dem Herborner Platz auch nicht ohne weiteres für O. entschieden. Im ganzen steht also ein bedeutungsvoller Spieltag bevor, der leicht Aenderungen auf den ersten Tabellenplätzen bringen kann. m. w. Oie süddeutschen Zußbald-Meisterschafisspiele. Der kommende Sonntag wird nicht voll ausgenutzt. In der Runde der Meister sind nur zwei Paarungen vorgesehen. Von diesen sollte Sp. V. Waldhof, Mannheim, gegen Sp. Vgg. Fürth, für die Fürther ohne weiteres gewonnen sein. Hm so fraglicher ist der Ausgang des zweiten Treffens, Karlsruher F. D. gegen Wormatia, Worms. Rach ihrem guten Start weiß man die Wormser noch nicht richtig einzureihen und schreibt ihren seitherigen Erfolgen eine beträchtliche Dosis Glück zu. Inwieweit diese Annahme falsch ist, kann diesmal gegen den K. F. V. geklärt werden. Der K. F. V. wird auf eigenem Platze den Sieg für sich behalten wollen. Man darf auch annehmen, daß ihnen dies glücken wird. Die Runde der Zweiten und Dritten bringt in der Gruppe R o r d w e st F. Sp. D. Frankfurt und D. f. L. Reckarau zusammen. Die Reckarauer müssen als sehr ernst zu nehmende Gegner aufgefght werden. Mehr als einen ganz knappen Sieg haben die Frankier nicht zu erhoffen. Der D. f. L. Reu-Isenburg, wird mit Borussia, Reunkirchen, bedeutend leichter fertig werden, dagegen wird Saar 1905, Saarbrücken, auch auf eigenem Platze, Rotweiß, Frankfurt, nicht schlagen können. In der Gruppe S ü d o st darf der V. f. R., Fürth nach seinen jüngsten Leistungen VOLLENDET DAS 20. JAHR ß OP OuMLLER 5PFG. D £50,3 T©ZIGARETTEN OVIRSTOI.il DU _©£.aller6pfg ED,7 /© ZIGARETTEN RAVENKIAU Ift , ALLER 8 PFG. tV,4 /©ZIGARETTEN damit istLÖWENBRÜCKdie meistgerauchte deutsche 8-Pfennig-Zigarette M K . tmallerIOpfg. LM,1 /© ZIGARETTEN GULDENRINGO HflUS^ EUERBURG H AUS NEUERBURGL s yng mHQUSra NEUERBURG Im freien Wettbewerb mit Hunderten von anderen Fabriken hat sich dieser große Anteil am deutschen Gesamt-Verbrauch auf die VIER Marken einer pHpgenFirmavereinigt.Solchfreiwillige Anerkennung des Verbrauchers ist dem Fabrikanten der schönsteLohnfür sein Bemühen um eine gute Ware „ .TTT, Ais trqebnis'dieser^wjahrmen Arbeit kann HAUS NEUERBURG der Öffentlichkeit nichts anderes vorlegen, atsVI ER Zigaretten - Sorten. Das scheintwenig, aber es ist viel, wenn man den Anteil dieser VIER Zigaretten am deutschen Gesamt-Verbrauch kennen lernt. Nach den letzten AMTLICH EN Feststellungen en tfallen auf: Kunst und Wissenschaft. Aus dem Darmstädter Kunstleben. 2n der Darmstädter Kunsthalle am Rheintor veranstaltet der Kunstverein zur Zeit eine Kol- lektiv-Ausstellung des Malers Roland An- heiher, der kürzlich das 50. Lebensjahr voll- endete. Die Ausstellung umfaßt Oelbilder, Aqua- relle, Lithos. Bleistiitzeichnungen und Buch- schmuaentwürfe: sie ist noch bis Anfang Februar zugänglich. damit ist RAVENKLAU die meistgerauchte deutsche 6-Pfennig-Zigarette spinn- k ^TABLETTEN die. anübQrlroffdn^n SchmaKssiitter! Ve» DundeSvorfitzenVen Wilhelm Schäfer- Wieseck ab. Die Rechnungsablage wurde von dem Rechner verlesen und von der Prüfungskommission für richtig befunden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der engere Vorstand blieb im Amt, ferner wurden der 2. Schriftführer, 1. Kegelwart und drei Beisitzer neugewählt. Dem Bund gehören nach dreijähriger Gründung elf Vereine an. Drei Vereine hatten beantragt, das diesjährige Bundesfest zu übernehmen. Bei der Abstimmung erhielt der Kegelklub „Bahn-Frei" Wißmar das diesjährige B u n d e s f e st. Außerdem soll zur Hebung des Kegelsports noch eine Bundeswanderfahrt stattfinden. Diese erhielt Kegelklub „Gut Holz" .W i e s e cf, der sie mit seinem 30jährigen Stiftungsfest verbindet. Ein Antrag von Krofdorf, die Bundesbahn zu überdachen, fand Annahme. Sn Zukunft soll das Einzellegeln vor dem Vereinskegeln stattfinden, das Meisterschastskegeln wird mit dem Einzelkegeln verbunden. Die Preise werden jeweils von dem festgebenden Verein gekauft. Der Anschaffung von BundeSabzeichen wurde zugestimmt. Jechtmeisterschas ten der D. T. Die Meisterschaften der Deutschen Turnerschaft im Fechten wlerden wie im vergangenen so auch in diesem Jahr gemeinsam mit den Meisterschaften des Deutschen Fechter-Bundes ausgetragen, und zwar voraussichtlich Anfang März. Neuer deutscher Schwimmrekord. 3m Rahmen eines Schwimmwerbeabends des Schwimmvereins Ruhrort 09 gelang es der deutschen Freistilmeisterin Reni Erkens-Ober- hausen, über 200 Meter Freistil mit 2:47.9 Minuten einen neuen deutschen Rekord aufzustellen, der gegenüber dem bisherigen Rekord von 2:50,4. den Fräulein L. Lehmann- Dresden erzielte, eine wesentliche Verbesserung bedeutet. tß Ä daher, daß am nächsten Sonntag wenigstens noch einmal eine Probe stattfinden kann. Die 1900er sind an diesem Tage Gast bei der H andb all m a nnsch a f t der ilntberfi- tät Marburg. Die Leute von der Land- araf-PhilipP-Llniversität sind im Lahnkreishand- vallspvrt keine Unbekannten mehr. Ihr Debüt gegen die Wetzlarer Städtemannsch. vor einigen Äwchen war höchst rühmlich, sie verloren das Spiel ganz knapp und noch nicht mal verdient mit 4:5 Toren. Für den Lahnkreismeister ist also der Gang ins Marburger Stadion durchaus nicht leicht, und ein Sieg erscheint um so zweifelhafter, wenn man berücksichtigt, daß die Gießener bereits am 28. Dezember v. 3. ihr letztes Spiel (gegen B. f. D. Gießen 12:0) gehabt haben. Kegelsport. Der Keglerbund „Lahn- und Buseckertal" hielt am vergangenen Sonntag in Wißmar seinen Delegiertentag unter der Leitung QVErstoq damit ist OVERSTOLZ die meistgerauchte deutsche 5-Pfennig-Zigarette LÖWENBRÜCK WU5 NEUERBURG s. 'A HHN Gute Sdiuhe ♦ Billigte Preife Befchlag 12.90, Frauen-Feldftiefel vorzügliche Qualität 11.50, Formen 14.50, 12.50, 9.95, 30/35 3.60, 25/29 2.95 18,24 Gietien, Bahnhofftraße 58 Wetzlar, Lahnftraßc 37 Fulda, Marktftraße 17 Afchaffenburg, Landingftraße 6 6MD Für Mitglieder nur Zigarrengeschäst Loeb. 702D MN neuer Ernte! Oer Vorstand 712D Ächtung! Sonienerkauls Zunge Erbsen m. geschn. 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Großer Eröffnungs-Maskenball des Vereins ehemaliger 116er, Gießen A Samstag, den 28. Zanuar 1928, abends 8,11 Llhr, in sämtlichen Räumen des Eaf6 Leib. Motto: Bilder aus dem Soldatenleben u. a. Biwack am Hangelstein Sonntags: Tanz auf dem Lahnstein Konfetti-Schlacht am Eulenkopf ufw. Weitere große Ueberraschungen / Prämiierung der originellsten und schönsten Masken / Mehrere Mustk- x Aw und Zazzkapellen. Vorverkauf d.Eintrittskarten: Lederwarengefchäst Istöder, r Kirchenplah, und Zigarrengefchäst Loeb, Bahnhofstraße. >>urch «ne Erzlager bei $ -er Devölkerm ftfidffcn werden, lad billigen Ä Der Redner trat Ulrichstein gemunden eil auf -em Schienen berg - Aidda - MMedergemun! Aajfel mit 2Infd dustriegebiet ermo Vortragenden ton längerer Äusfpre f«. M str das —Cßutg* uno A toutbt eine Kvni gebe es lein soll elgnisse zu dersvl In den Orte ckllrichstein u einer Ähnverb Ulrichstein ni seld-Fulda । würde man hier Strecke Vichen- empfehlen, sonde neue Strecke vo Kirschgarten und dann über 06er. bertenwd nach 1] dort auS nach Ai Streck Stockhe zu lommen. Die Destrebun AogelSerges durc auf der anderen ( Eschen Mdech Hulda ernt Qkr* Mmchen««min beS 1 unter dem 'Dvrsq Tagern edensc neuen 2ogelsbei( Weiterleitung an tew in Detracht g» demDorfitz des f ht. Anwesenheit v Dotoen und Wirt betfammelt sind, l jj™« aus bi. Oemüse-Korisevven: 1/1 Dosc Zunge Schnittbohnen 0.60 Zunge Brechbohnen 0.60 Zunge Schnittbohnen la 0.84 Feinste Stg.-Schnittbohnen.... 1.00 Sonntag, den 22. Zanuar, abends 8 Llhr, im Lulassaal: Kamilienabend der Lukasgemeinde Näher Hoi 4g|HMB. tatet 121 Jamr Schlacht- Das Gustav-Adolf-Fest in Graz u.dasGvangelium in Steiermark _____________________________________________________________697D Ter Zug 'n. Bieber führ, erst 8.20 Uhr, nicht 7.50 Uhr, rote auf d. Rundschreiben angegeben. 700D Palast-Lichtspiele Samstag, den 21. Januar 1628, abends um 8 Uhr Filmvortrag Canada das Land der eigenenScholle ALASKA Ueberfahrt auf einem Dampfer des Nordd. Lloyd Bremen Der bekannte Vortragsredner Oberingenieur Henry Blecker, Hannover Der neue große Reisefilm von Oberingenieur Dreyer zeigt nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch die Schönheiten u. Reize, sowie einige seltene Naturwunder des unbekannten Canada Hersteller: Döring-FilmwerkeHannover in Gemein- schaft mit dem Norddeutschen Lloyd Bremen Preise: 0.80,1.20 u. 1.50 Mk. Vorverkauf: Theodor Loos, Lloydagentur, Kirchenplatz 13 Peter Hing (Heften 729a Sie haben Freude wenn Sie Weidemanns Schuhe tragen Qualitätsware in großer Auswahl stets preiswert Sonderangebot: Chevreau - Damen - Spangenschuhe L. XV. (eleg. Tanzschuh) nur Mark 7.75 Konrad Weidemann Preiswerte Konierven 1111 I [icinn M- /■; - ■. J Itt. XI Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 20. Januar {928 ten, die man sowohl vom Standpunkte der Vogelsbergbewohner, wie auch im Interesse der Reichsbahn als dringlich bezeichnen muh. Sängeriag öes Sängerbundes Horloff'Wetiertul. # Rodheim an der Horloff, 18. Ian. Sonntag fand hier im Saale des Gasthauses „Zur Lutherlinde" der diesjährige ordentliche Sängertag des Sängerbundes „Horloff - W e t t c r t a l" statt. Rach den üblichen Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden unseres Gesangvereins, Heinrich Rudel, erstattete an Stelle des erkrankten Bundesvorsitzenden Vöcher- Ruvpertsburg der Stellvertreter Stotz- Laubach den Geschäftsbericht. Zu den seither dem Bunde angehörenden Gesangvereinen Röthges, Ruppertsburg, Langd, Inheiden, Hungen, Wetterfeld, Gonterskirchen, Altenhain, „Eintracht" und „Harmonie" Laubach sind im Laufe des Berichtsjahres die Vereine DiMngen und „Eintracht" Rodhetm hinzugekvmmen. Die Zahl der Aktiven Sänger hat sich im Geschäftsjahr erhöht und beträgt nun 418. Im verflossenen Iahre wurden zwei Dorstandssitzungen, ein Dirigententag und das Wertungssingen zu Langd abgehalten, worüber der Bundesdirigent, Lehrer Dietrich von hier, nochmals das Ergebnis zusammenfahte und die Bundesvereine zu weiterem Vorwärtsstreben im Sinne der vom Wer- tungsrichter, Rektor Schad- Hungen, angegebenen Richtlinien ermahnte. An den Massenchören haben sich die Vereine mit ihrer vollen Sängerzahl zu beteiligen. Es zeigte sich erneut, daß der Bund in dem Bestreben, in chortechnischer Hinsicht die Leistungen zu heben und auf eine gute Auswahl der Chöre hinzuwirken, auf dem besten Wege ist. Rach Verlesung des Protokolls führte bei der Rechnungsablage der Bundes- rechner W i n g e f e l d - Wetterfeld lebhaft Klage über den schlechten Eingang der Bundesbeiträge ufw. Es'wurde deshalb der Beschluß gefaßt, daß alle fälligen Gelder bis zum 1. Mai jedes Iahres Buntes Allerlei das Andenken der begabten Schriftstellerin zu ten nach Alsfeld herzustellen, haben wir bereits ehren, hat man den Plan gefaßt, im Reuyorker wiederholt berichtet. Reuerdings fand in Busens ' Zentralpart einDogelschutzgebiet und einenKindcr- born eine Zusammenkunft der Bürgermeister der Sahnbauplä'ne im Vogelsberg. Seit einigen Wochen beschäftigt man sich im Vogelsberg lebhaft mit verschiedenen Bahn- bauprojekten, die den Zweck verfolgen, durch Schaffung einer neuen Vogelsberg- Querbahn die wirtschaftliche Abgeschlossenheit und Declehrsisolierung der Orte zwischen Schotten und Alsfeld bzw. zwischen ällrich stein und Lauterbach zu beseitigen. Lieber die Bemühungen, eine Eisenbahnverbindung von Schot- Der „kleine Lord" und seine Gegner. Das Buch vom „kleinen Lord Fauntleroy" der Amerikanerin Frances Hodgson Burnett ist auch bei uns zu einem Lieblingsbuch der Iugend geworden, an dessen anmutiger Erzählungskunst aber auch die Großen ihre Freude finden. Um Gemeinden Cichelsachsen, Wingershausen, Eschenrod, Busenborn und Breungehain statt, die zu dem Dahnprojekt Schotten — Alsfeld Stellung nahm. Cs wurde beschlossen, das Kreisamt in Schotten zu bitten, eine Versammlung sämtlicher Bürgermeister der für diese Linie in Betracht kommenden Gemeinden zu veranlassen, damit jeder Gemeinde Gelegenheit zur Stellungnahme geboten werde. Ferner wurde dieser Tage eine Versammlung in Gngelrod auf Einladung des dortigen Bürgermeisters G r e b abgehalten, in der Bürgermeister Appel- Ulrichstein über die neu auf- getauchten Bahnprojette sprach. Der Redner betonte in seinem Vortrage eindringlich die Rotwendigkeit einer Erschließung des nördlichen, wirtschaftlich schwächsten Teiles des Dogelsberges durch eine Dahn, denn nur dann könnten die Erzlager bei Gngelrod ausgebeutet und damit der Bevölkerung ein besseres Auskommen geschaffen werden, wenn eine Dahn den raschen und billigen Abtransport der Erze ermögliche. Der Redner trat für ein Projekt Schotten — Ulrichstein — Burg- und Rieder- gemünden ein, das e'ine Derkehrsmöglichkeit auf Dem Schienenwege von Frankfurt über Friedberg — Ridda — Schotten — Ulrichstein — Burgund Riedergemünden — Homberg — Kirchhain — Kassel mit Anschluß nach und von dem Industriegebiet ermögliche. Die Gedankengänge des Vortragenden fanden allgemeinen Beifall. Rach längerer Aussprache wurde einmütig beschlossen. sich für das Projett Schotten — Ulrichstein garten einzurichten, die ihren Ramen tragen. Aber diese harmlose Absicht hat merkwürdigerweise einen Sturm der Entrüstung entfesselt, und es zeigt sich nun, daß die Amerikaner von heute das Buch nicht in so liebevollem Gedenken tragen, wie man annehmen möchte. Die Gestalt des kleinen Iungen, der so plötzlich zum Lord wird, hat nämlich seiner Zeit eine „Fauntleroy-Mode" hervorgerufen, nach der die Iungens ganz so angezogen wurden wie der kleine Lord. Es war die Zeit, da die Knaben mit Samtanzügen und langen Locken einherschritten und artig an der Hand der Mutter gehen mußten, damit sie sich ihre schöne Frisur und den feinen Anzug nicht beschädigten. Deshalb können so viele heute im Mannesalter stehende Amerikaner den „kleinen Lord" nicht leiden. Ein Schriftsteller, der sich in einem Reuyorker Blatt gegen die Ehrung wendet, beklagt sich darüber, daß er fünf Iahre lang Locken tragen muhte und daß die andern Iungens, die von dieser Mode verschont blieben, ihm auf der Straße den Schimpfnamen „kleines Mädel" nachriefen. Mit Tränen der Erinnerui^g, die auf seinem Schreiben Spuren zurückließen, fragt er, ob wohl irgendein anderer Autor so viel Kummer und Leid auf die Iugend gehäuft habe, als die Verfasserin des kleinen Lords, und widerspricht energisch der Behauptung, Frau Burnett sei eine. „Wohltäterin der Kinderwelt" gewesen. Auch andere Stimmen beschweren sich über die Verzärtelung der männlichen Iugend, die nach diesem kleinen Tugendbold gemodelt werden sollte. Aber der Direktor des Reuyorker Zentralparks läßt sich dadurch nicht irre machen. Gr erwiderte, daß auch seine Mutter eine große Verehrerin des Buches gewesen sei und ihn deshalb doch nicht zu Locken und Samtanzug gezwungen habe. Es sei ein schönes und gutes Buch: die Dichterin könne nichts dafür, daß sie den Anlaß zu einer solchen Mode gegeben habe, und so wird denn der Zentralpark mit einem Kostenaufwand von 40 000 Dollar eine prachtvolle Erinnerung zu Ehren der Verfasserin des „kleinen Lords" erhalten. Schlafen in allen Lebenslagen. Große Heerführer, wie geniale Männer überhaupt, haben sich oft durch die Fähigkeit ausgezeichnet, in jeder Stellung und zu feder Zeit schlafen zu können. Von Rapoleon wird erzählt, daß er mitten im Getöse einer Schlacht, die er leitete, in einem unbeschäftigten Moment sich auf seinem Feldbett niederlieh und eine ganz bestimmte Zeit in tiefen Schlummer verfiel, nach der er sich wieder wecken lieh. Aehnliches erzählt man von Friedrich dem Grohen, von Wellington, vom Marschall Foch und von dem amerikanischen General Grand. Aber es scheint, als ob diese Gabe nicht nur den großen Männern Vorbehalten ist. Wenigstens behauptet der amerikanische Missionar Dr. Arthur Sy Smith, daß der chinesische Soldat in der Fähigkeit, in allen Lebenslagen sofort in Schlaf zu verfallen, von niemandem übertroffen wird. „Man würde in China leicht eine Armee von eitler Million, ja von zehn Millionen zusammenbekommen," erklärt er, „wenn man die Eignung zum Soldaten davon abhängig machen würde, ob ein Mensch an einen Karren gelehnt, mit dem Kopf nach unten, den Mund offen und eine Fliege darin schlafen kann. Ein großer Teil der Chinesen würde diese Prüfung zur vollkommenen Zufriedenheit bestehen." — Birrg- und Riedergemünden einzusetzen. Es wurde eine Kommission eingesetzt, deren Aufgabe es sein soll, den weiteren Gang der Ereignisse zu verfolgen. In den Otten des Ohmtales zwischen U l r i ch st e i n und Mücke findet der Gedanke einer Bahnverbindung von Schotten über U l r i ch st e i n nach der Strecke Gieße n—QI l s- f e l d—F u l d a ebenfalls lebhaften Anklang: nur würde man hier als Ginmündungsstation in die Strecke Gießen—Fulda nicht Rieder-Gemünden empfehlen, sondern es vorziehen, wenn die evtl, neue Strecke von M ü ck e abzweigen und über Kirschgarten und Wettsaasen nach Ruppertenrod, dann über Ober-Ohmen, Unter- und Ober-Dei- bertenrod nach Ulrichstein gehen würde, um von dort aus nach Rixfeld zur Einnründung in die Strecke S t o ck h e i m—G eder n—L auterbach zu kommen. Die Bestrebungen zur Erschließung deS Dogelsberges durch neue Bahnlinien finden auch aus der anderen Seite des Gebirges einen sympathischen Widerhall. So hat am Mittwoch in iF u l d a eine Versammlung von Vertretern auS Zahlreichen Gemeind«n deS westlichen Teiles des Kreises Fulda stattgefunden, di« sich unter dem Vorsitz deS Landrates Frhrn. von G a g e r n ebenfalls mit der Erbauung einer neuen Vogelsbergbahn befaßten. Hier wurde zur Weiterleitung an die Abgeordneten und an andere in Betracht kommende Stellen folgende Cnt- schliehuna gefaßt: „Ueber hundert Männer aus dem westlichen Teile des Kreises Fulda, die unter dem Vorsitz des Landrats Frhrn. v. Gagern und in Anwesenheit von Vertretern zahlreicher Behörden und Wirtschaftsorganisationen in Fulda versammelt sind, lenken mit Rachdruck die Aufmerksamkeit auf die schweren wirtschaftlichen Der- hältnisse der Vogelsbergbevölkerung, die sich infolge des Fehlens zeitgemäßer Verkehrsmittel gegenüber andern Teilen des Landes herausgebildet haben. Sie sind der Ueberzeugung, daß der Vogelsberg unbedingt bessere Verkehrsverhältnisse erhalten muh, wenn sich die dortige Bevölkerung gegenüber andern Gebieten nicht als Stiefkind behandelt fiihlen soll. Die Versammlung bittet alle in Betracht kommenden Stellen, die schlechte Lage der hart um ihren Lebensunterhalt kämpfenden kleinbäuerlichen und dem Arbeiterstand angehörenden Bevölkerung zu würdigen und dafür einzutreten, daß alles versucht wird, um mit Unterstützung der in Betracht kommenden Instanzen den Bau einer Bahn in den Vogelsberg möglichst bald zu verwirklichen." Zum Schluß wurde auf Vorschlag des Landrats ein Arbeitsausschuß gebildet, der alle mit der Vogelsbergbahn zusammenhängenden Fragen nachdrücklich weiter fördern soll. Es ist zu begrüßen, daß man sich jetzt auch im Vogelsberg wieder energisch regt, um für dieses bisher von der Reichsbahn recht stiefmütterlich behandelte Gebiet bessere Verkehrsund Olbsatzmöglichkeiten zu schaffen. Der „Gieß. Anz." hat früher schon wiederholt die Rot- wendig kett einer weiteren Vogelsberg-Querbahn betont und dabei darauf hingewiesen, daß die Raturschätze des VoaelS- berges erst dann in wirtschaftlich ergiebiger Weise zum Besten unserer Volkswirtschaft nutzbar gemacht werden können, wenn durch eine weitere Bahn die Möglichkeit deS Abtransportes zu erträglichen Preisen geschaffen ist. Durch den Güterverkehr dürste die Rentabilität der Bahn als gegeben anzusehen sein. Darüber hinaus ist aber auch vom Standpunkte des Personenverkehrs aus eine Erweiterung des Dahnnetzes im Vogelsberg als dringend notwendig und jedenfalls auch für die Reichsbahn wirtschaftlich förderlich zu bezeichnen. Man tarnt nur hoffen und wünschen, daß den jetzigen Bestrebungen der interessierten Gemeinden ein voller Erfolg beschieden sei, wobei natürlich über die Einzelheiten der Linienführung, für die der Gesichtspunkt der Erschließung neuer wirtschaftlicher Hilfsquellen ganz besonders maßgebend fein wird, noch mancherlei zu klären ist. Hoffentlich zeigt die Reichsbahnverwaltung der Vogelsberg-Bevölkerung nicht etwa die kalte Schulter, sondern erweist sich bereit, Hand in Hand mit den Inter- essenten an der Lösung einer Aufgabe zu ar&eieingesandt sein müssen, andernfalls sollen sie durch Postauftrag erhoben werden. Dieser Beschluß ist strengstens durchzuführen. In 1927 stehen einer Einnahme von 130,10 Mk. im ganzen 86 Mk. Ausgabe gegenüber, so daß ein Überschuß von 44,10 Mk. verbleibt, der zinstragend angelegt werden soll. Eine lebhafte Aussprache rief der Antrag des Vorstandes hervor, alle zwei Iahre ein internes Wertungssingen ohne Punktbewertung abzuhalten und auch jedes zweite Iaht ein Bundesfest möglichst in Verbindung mit einem Derei ns- jubiläum zu feiern. Einstimmig wurde ein Vermittlungsantrag angenommen, in 1928 von einem besonderen Dundessingen mit Wertung Abstand zu nehmen, dann aber zur Förderung von Dirigenten und Sängern alljährlich ein Wertungssingen zu begehen, wozu ein nicht organisierter Preisrichter zugezogen werden soll. Als Massenchöre für das Bundesfest zu Villingen am 1. Iuli werden Schade „Du herrlich Land, du mein Vaterland" und „Die Sonn' erwacht" bestimmt. Zur Erzielung einer gleichmäßigen Wiedergabe wird dem Bundesdirigenten aufgegeben, im Laufe des Frühjahrs jeden Bundesverein abzuhören und Anweisungen zu geben. Als Dundesbeittag wird für jeden Sänger ein Betrag von 20 Pfennig festgesetzt. Ueber den Antrag „Liedetkranz"-Hungen, im laufenden Vereinsjahre einen Bund es aus- flug an den Rhein zu unternehmen, entspann sich eine längere, teilweise lebhafte Aussprache. Rachdem festgestellt wurde, daß im vergangenen Iahre der größte Teil der Mitglieder mit - anderen Vereinigungen Deutschlands herrlichsten Strom besucht hatte, einigte man sich dahin, falls sich genügend Teilnehmer finden, mit Sonderzug nach Heidelberg zu fahren. Rach einer bis zum 1. März vorzunehmenden Rundfrage in den Vereinen soll der Vorstand ermächtigt fein, das Weitere zu veranlassen. Als Zeitpunkt soll die verhältnismäßig arbeitsstille Zeit zwischen Heu- und Getreideernte vor- I gesehen werden. Als Ersah für die unter Umständen ausfallende Dundesfahrt soll dann ein Sänger tag ohne besondere Aufmachung abgehalten werden. Der seitherige erste Schriftführer Schudt-Laubach hat aus Gesundheitsrücksichten und wegen Arbeitsüberhäufung fein Amt nieöergelegt. Einstimmig wurde Hugo Sommer-Hungen an dessen Stelle gewählt. Im Verlause der Verhandlungen nahm Lehrer D e b u s - Ruppertsburg Veranlassung, die Sangesfreunde zu ermahnen, auch weiterhin ihre volle Kraft und ihr ganzes Können dem deutschen Liede zu weihen, das gerade in Zeiten schweren wirtschaftlichen Drucks und persönlicher Verärgerung Kraft und Erquickung verleihe. Bekanntgegeben wurde noch die Voranmeldung des Gesangvereins Wetterfeld fürs nächste Iahr betreffend fein SOjähriges Iuöelfest. Der stellvertretende Vorsitzende schloß dann die von einmütigem Sängergeist getragene Versammlung mit dem Wunsche, daß der Geist des Gemein- schaftsgeftihls auch weiterhin zum Wohle des deutschen Liedes und unseres Vaterlandes erhalten bleiben möge, und dankte für die ausgezeichnet vorgetragenen Liedervorträge des Gesangvereins „Eintracht" Rodheim. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 18. Ian. Bis in die Räch'- mittagsstunden hinein dehnte sich die Verhandlung gegen einen zur Zeit vom Qlmt suspendierten Polizeibeamten aus, dem eine Reihe schwerwiegender Verfehlungen zur Last gelegt wurde. Er soll Fundsachen, die er als diensttuender Beamter in Empfang genommen hatte, sich rechtswidrig zugeeignet haben, auch soll er Gelder und eine Aktentasche, die auf dem Fundbureau aufbewahrt wurden, entwendet haben. Obwohl zur Aufklärung des Sachverhalts eine große Anzahl von Zeugen geladen war, konnte ein einwandfreier Schuld- beweis nicht geführt werden. Das Gericht sprach daher den Angeklagten mangels ausreichenden Beweises frei. Cs zogen drei Burschen wohl über den Rhein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. 22 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der junge Monsieur Bouoier machte sich jetzt am Klavier zu schaffen. Er tat es nicht ohne die Absicht, in jede seiner Bewegungen ein Gemisch von Pofe und Eleganz zu legen. Die junge Dame betrachtete ihn aufmerksam. Nicht umsonst hatte er sich heute in seinen besten, hechtgrauen Jackettanzug geworfen, den er sonst immer als zu schade für dieses „Spießern est" bezeichnete. Die Farbe stand ihm unglücklich, hier seit Jahr und Tag in dieser zu dem Wall schwarzer Haare und der kleinen schwarzen Locke, die sich über den nachtschwarzen Augen über die Stirn legte. Anstatt des kleinen schmalen Schlipses, wie ihn jeder brave Provinzler hier trug, hatte er eine elegant und kunstvoll geschlungene Lavaliöre, eine Art Künstlerkrawatte, angelegt. Er wirkte apart, mit einem gewollten Gemisch von Eleganz und Künstlertum. Bewglich, temperamentvoll, feinneroig, verbindlich und zugleich mit einigem Gran von Selbstgefälligkeit und Selbst- sicherheit, wie sie vieln Franzosen zu eigen ist. Im stillen zog sie Vergleiche zwischen ihm und Diet- wart. Man konnte sich kaum einen größeren Unterschied denken! Und doch reizte sie hier das ihr Neue, die lebendige Wärme, die sie für ein stark vibrierendes Künstlertum hielt, und hinter der sie Größe und Können vermutete. Er wußte das Instrument in überragender Weise ju meistern. Da auch Melusine keine schlechte Klavierspielerin war, hörte sie aus seinem Spiel nicht nur das große technische Können, sondern auch eine künstlerische Persönlichkeit heraus. Und dann sein Gesang! Konnte diese klangvolle, in allen Lagen gut aus- aeglichene baritonale Männerstimme ein besseres Feld finden als diese prooencalischen Volkslieder mit ihren eigenartig getragenen Melodien, die bald in Sehnsucht klagten und bald in Leidenschaft Barben ...? „Herrlich! Herrlich!" rief Melusine, als er nach einer Weile einige Lieder gesungen. „Noch nie habe ich Lieder von so warmer Melodik gehört! Wo haben sie studiert, Monsieur Bouoier?" Er wandte sich auf dem runden Klaviersessel zu ihr zurück. Seine Augen leuchteten und glühten vor Entzücken an der Musik. „Studiert? O, Mademoi- selle, diese Lieder und Melodien gehen uns in Fleisch und Blut über, seit unseren ersten Kindertagen. Wenn mir zum ersten Male mit Bewußtsein um uns sehen, hören wir rings um uns singen und spielen. — Ach, was wissen die Menschen hier oben von der köstlichen Provence! Don der Herrlichkeit unserer Landschaft, von der Romanttk unserer halbverfallenen Burgen, von der Glut unserer Sonn« unter der wir erwachen und heranreifen!" Der alte Monsieur Bouoier stimmte eifrig zu. „3a, du bist unter einer glücklichen Sonne geboren! 21us allen Büschen und Winkeln singt's und tlingfß in der Provence! An den Bäumen reifen die köstlichen Oliven, und an den Abhängen glüht der ©ein 5ur Ernte. Ach, Mademoiselle, Frankreich ist ein herrliches Land! Und erst das Burgunder Land! — D, Mademoiselle — trinken Sie von diesem herrlichen Wein. Es ist ein Burgundertropfen. Ja, trin= fen Sie, er ist Ihnen von Herzen gegönnt. Halten Sie das Glas ans Licht! Sehen Sie dieses tiefe Rubinrot?" Wie Feuer rann ihr der Wein durch den Körper. Ihre Lippen brannten und glühten. Durch ihre Adern pulste heißes Leben. Fast die gleiche auf« jauchzende Lebenslust wie auf dem Ballfest damals unter den ersten Küssen von Dietwart kam über sie. Mit großen Augen tjörte sie Monsieur Jean Paul noch eine Weile zu, wie er noch lebendig von seiner südfranzösischen Heimat zu erzählen verstand. Mußte nicht auch jetzt noch ein eigener Duft von Liebesromantik, von ritterlicher Werbung, von glühender Erfüllungssehnsucht, von schwingender Lebensfreude aus jedem Zoll jenes Bodens bringen, auf Dem einst vor Jahrhunderten die Troubadoure ben_ schönen Frauen auf Burgen und Schlössern zu Füßen gesessen? Auf dem Boden, der vor Jahrhunderten die stampfenden Rosse der Turnierhelden getragen, die — mit der Farbe und der Schleierspitze der geliebten, besungenen Frau an ihrer Lanze — gegen den Nebenbuhler zum Turnier ritten? O, jenes herrliche Sonen- und Liederland auch einmal kennenlernen und selbst betreten dürfen ...! • Als Melusine nach einiger Zeit aus der Familie Bouoier schied, fühlte Jean Paul mit innerer Erregtheit und aller Deutlichkeit, diese vergangene Stunde würde nicht ohne tiefen Eindruck auf den jungen Gast bleiben. An ihren Fragen, an dem Leuchten ihrer Augen, an dem Brennen ihrer Lip- ven, an der Art ihrer Verabschiedung von ihm selbst, empfand er, daß seine eigene Lebensmelodie ZU ihr hinüber gedrungen war. Sie fand Resonanz in der beweglichen jungen Mädchenseele und würde mit einem leisen Klange immer in ihr weiter schwingen — bis, — ja, bis es vielleicht in der Tat im Schatten des Straßburger Münsters ein Wiedersehen gab. Unter diesem Empfinden, durchglüht von diesem Ziel, hielt er sein ganzes BenPhmen auch bei ihrer letzten Begegnung. An allen drei Tagen ihres Aufenthaltes war sie auf ein Weilchen am Nachmittag ins Haus Bouoier gekommen, und jedes Kommen von ihr war ihm ein neues großes inneres Erlebnis. Gerade ihre bei aller graziösen Lebhaftigkeit zur Schau getragene Reserve, ihr Entgleiten, wenn er Herzensangelegenheiten streifte, reizte sein südländisches Temperament um so toller. Er sah, der Zufall war ihm gnädig. Denn ihr letztes Zusammensein geschah unter vier Augen. Ein Gewitter war urplötzlich am Nachmittag herein- gebrodjen und hatte seine Großeltern bei einem Besuche im Vororte von der rechtzeitigen Rückkehr abgehalten. Als Melusine das Haus Bouoier betrat, traf sie Monsieur Jean Paul im Garten beschäftigt, die Ranken der schwer behangenen Tomatenstauden wieder hochzubinden, die die Wucht des Gewitterregens nidergerisfen hatte. Die Temperatur war wundervoll, die leichte Ab- kühlung von einer milden Frische, die alles auf« atmen ließ. Das Erdreich rings schien zu duften und gesättigt vom köstlichen Naß Rings auf den Halmen und Blumen und Sträuchern zitterten Millionen von hängenden Tropfen, als die Sonne siegreich wieder durchbrach. ..............in «amraiLTi i nm —nwgeramm Ein leichter Windstoß kam plötzlich durch den Garten gefahren und schüttelte die Bäume und Sträucher, daß ein Sprühregen von Tropfen auf sie herabkam. Sie blieb stehen und suchte sich mit dem Taschentuche die kleinen Flecken vom grauen Reisekostüm zu wischen. Da schlug er vor: „Neh- men wir ein Weilchen hier im Gartenhaus Platz, Mademoiselle! Ich versichere Ihnen nochmals: mefae Großeltern müssen jeden Moment zuriickkom- men. Sie würden es mir sehr verübeln, wenn !ch Sie hätte Weggehen lassen, ohne den alten Herrschaften Lebewohl gesagt zu haben!" Melusine folgte dem Vorschlag. Aber ihr Benehmen war heute nicht von der gewohnten Sicherheit. Da sie am anderen Morgen in aller Frühe abzu- reisen gedachte, hatte sie eben schon Abschied von Raymond nehmen müssen. Gewiß, sie ging wieder von ihm in anderer Stimmung, als sie hergereist war. Sein Befinden, das gerade bei ihrer Ankunft der Krisis entgegengetrieben, hatte sich zum Guten gewandt. Auch nach Versicherung des Arztes durfte sie ohne schweres Bangen wieder abreisen, wenn auch seine Wiederherstellung durch das lange und schwere Fieber noch eine gute Zeit beanspruchen würde. Trotzdem war der Bruder in tief deprimierter Stimmung, von der Front waren gestern schlechte Berichte gekommen. Viel mehr, als man durch die Zeilen der Tagesblätter lesen konnte, war von Mund zu Mund gerade hier in der Etappe durchgesickert. Er hatte beim Abschied ihre Hand in der seinen ^halten und im schweren Ringen um Fassung ge> lagt: „Melusine, seid jetzt noch bis zum Ende tapfer daheim! Haltet nur jetzt noch vollends durch. Gerade wie wir j)ier draußen es fein müssen. Ich kann mir gar nicht die Möglichkeit ausdenken, — daß vielleicht — doch alles umsonst gewesen fein soll!" Nach einer Pause, in der Dietwart, der ebenfalls neben dem Lager des Freundes gesessen, mit oer- 1 orten, »rgrämten Zügen völlig in sich zusamrnen- ank, hatte Raymond ausgesprochen, um was sich eine Gedanken und die seines Freundes in bangendem Ahnen feit gestern drehten: „Melusine — wenn wir das Elsaß wirklich verlieren sollten?" (Fottsetzung folgt.) 'XV irisch ast. Fortschreitende Entlastung der Reichsbanl. Der Ausweis der Reichsbank vom 14. Januar zeigt eine weitere erheb- liehe Entlastung der Reichsbank, die sich in der Abnahme des Wechselbestandes um etwas über 300 Mill. Mk.. der Abnahme des Umlaufs an Reichsbanknoten um 243 und der Abnahme des Umlauf an Rentenbankscheinen um 34,9 Mill. Mk. kennzeichnet. Mit dieser Entspannung ist die Ueberbeanspruchung der Reichsbank zum Jahresultimo als überwunden zu betrachten, die Gesamtentspannung in den beiden ersten Januarwochen geht mit 719 Will. Mk. sogar erheblich über die Gesamtbelastung vom Jahresultimo 1927 mit 624 Mill. Mk. hinaus. Was die Frage der Diskontermähigung anbelangt, so läßt jedenfalls der neueste Reichsbankausweis die Frage einer Diskontänderung noch immer offen. Allerdings muh bei der gegenwärtigen Betrachtung der Gesamtlage am Geldmarkt, die für die Entscheidung der Reichsbank ausschlaggebend ist, berücksichtigt werden, dah am deutschen Geldmarkt seit Ende voriger Woche Anzeichen aufgetreten sind, die immerhin auf eine gewisse Abnahme der überraschend grohen Geldfülle zu Beginn des Monats Januar hindeuten. Der Privatdiskont ist in dieser Woche bereits zweimal wieder erhöht worden, und diese Maßnahme ist vornehmlich auf die Zurückhaltung der Käufer für Privatdiskonte zurückzusüh.en. Ob wirklich die Tendenz der letzten Tage einen Umschwung am Geldmarkt herbeisühren und damit bewiesen wird, dah die flüssige Entwicklung zu Beginn des Januar keine struktuelle Veränderung der Lage des Geldmarktes war, ist vorerst noch zweifelhaft, denn die Ursachen, die zu der erneuten Verschiebung der Geldmarktlage geführt haben, sind nicht zuverlässig festzustellen. Auffällig ist, dah sich die Versteifung des Geldmarktes nicht infolge stärkeren Angebots an Wechseln vollzogen hat. Es könnte demnach absichtlich seitens der Grobbanken eine gewisse Zurückhaltung geübt werden und durch diese die leichte Anspannung hervorgerufen sein. Vielleicht spielen hierbei Vorbereitungen für den Ultimo und die Rücksichtnahme auf die Sätze für Reportgelder, deren Senkung in Anbetracht der geringeren Verdienstspanne nicht im Interesse der Banken liegt, eine Rolle. Oie deutsch-schweizerischen Handelsbeziehungen. 2m Jahre 1927 nahm Deutsch and wieder, wie vor dem Kriege, im Außenhandel der Schweiz als Lieferant und als Abnehmer die erste Stelle ein. Offenbar hat sich der Handelsvertrag zwischen den beiden Landern günstig ausgewirkt. Die schweizerische Ausfuhr nach Deutschland erhöhte sich gegenüber dem Vorjahre von 266,7 auf 397,9 Millionen Schweizer Franken, die Einfuhr aus Deutschland ist von 465 auf 541,7 Millionen Schweizer Franken gestiegen. Im Verkehr mit Frankreich machte sich ein Rückgang des Imports um 23 Millionen und des Exports um 19 Millionen Schweizer Franken bemerkbar. Einer Einfuhr von 774,7 Millionen Franken stehl nur eine Ausfuhr von 134,7 Millionen Franken gegenüber. Die Ausfuhr nach England war im Jahre 1926 unter dem Einfluß des Dergarbeiter- streiks und der neuen Zölle auf 298,7 Millionen Franken gesunken und hat sich nun im Jahre« 1927 wieder auf 309,8 Millionen Franken gehoben England nimmt uns fast die Hälfte oev Seidenstoffproduktion ab. Die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten von Rordaine- r i k a hat sich in den letzten Jahren ständig auf etwas über 200 Millionen Franken gehalten (hauptsächlich Uhren, Käse, Chemikalien und Aluminium). * Die Deutsche Reichsbahn im Dezember 19 27. Der Güterverkehr nahm, wie alljährlich, auch im Dezember 1927 ab, jedoch nicht in demselben Umfange wie im Jahre 1926. Im Dezember waren nur 3 811 313 Wagen für den Versand von Gütern zu stellen, gegen 4 156 142 Wagen im Rovember. Der Personenverkehr zeigte das übliche Bild des letzten Jahresmonats. In einigen Bezirken hob sich der Weihnachtsverkehr über 1926, so beispielsweise in dem Verkehr von Berlin um etwa 8 Prozent. Insgesamt wurden im Dezember 2670 überplanmäßige Personenzüge gefahren (Ro° vemoer 1927 = 869 Züge, Dezember 1926 — 2158 Züge). Die Be t r i e b se rg e b n isse im Rovember 1 92 7 betrugen: Einnahmen 421,97 Mill. Mk., davon aus dem Personen- unb Gepäckverkhr 98,12 Will. Wk., au« dem Güterverkehr 283,91 Mill. Mk., aus sonstigen Einnahmen 39,94 Mill. Mk. Die Ausgaben beliefen sich für Betrieb und Unterhaltung auf 305,260 Mill. Mk., für Erneuerung der Reichseisenbahnanlagen auf 59,72 Mill. Mk., für den Dienst der Reparationsschuldverschreibungen auf 54,99 Mill. Mk. und für Rückstellung für Vorzugsdividende auf 3,7 Mill. Mk., sowie für Rückstellung für die gesetzliche Ausgleichsrücklage auf 8,44 Mill. Mk., zusammen also 432,11 Mill. Mk. Die Mehrausgabe wurde aus der im Geschäftsjahr hierfür angesammelten „allgemeinen Rückstellung" gedeckt. Der Personalstand betrug im Rovember 712 370 Kopfe, gegen 728 801 Köpfe im Oktober. * Zum Konflikt in der Eisenwirtschaf t. Auch der Vorstand des Gewerkschaftsringes beschäftigte sich mit der Lage in der deutschen Cisenwirtschaft, die durch die vom deutschen Roheisenkartell für die Produkte der eisenschaffenden Industrie beschlossene Preiserhöhung geschasfen ist. Der Gewerkschaftsring teilt die in seinen ihm angeschlossenen metall- wirtschaftlichen Fachverbänden vorhandenen Bedenken über die volkswirtschaftlichen und sozial- politischen Auswirkungen, wie sie durch die Preiserhöhungen zu befürchten sind. Er wird sich infolgedessen mit seinen Mitgliedern im Reichstage in Verbindung setzen, um anzuregen, gegebenenfalls durch eine parlamentarische Aktion des Reichstages zu veranlassen, sich mit den preispolitischen Maßnahmen des deutschen Roheisenkartells zu beschäftigen. * Die deutsche Kohlenproduktion im Jahre 1 92 7. Nach den Ermittelungen des WTB.- chandelsdienstes beträgt im Jahre 1927 die Kvhlen- probuftion Deutschlands (in Millionen Tonnen ohne Saargebiet) für: Steinkohle 153,0 gegen 145,4 im Jahre 1926, Braunkohle 150,3 (139,9), Koks 32,0 (26,3), Steinkohlenbriketts 4,9 (5,4) und Braunkohlenbriketts 36,5 (34,7). • Der Erzbergbau im Lahn-Dill- gebiet einschl. Oberhessen im Dezember 1 9 2 7. Im Dezember ist in den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen keine wefentliche Aenderung eingei .eten. D.e Absatzmöglichkeiten sind weiterhin beschränkt. Die Vorräte bei den Hochöfen nehmen weiter zu, so daß neue Ver- kaussabschlüsse nicht getätigt werden konnten. Ferner wirkte die unsichere Lage im Industriegebiet lähmend. Mit Rücksicht auf die anfangs drohende Absatzstockung mußte sogar die Stilllegung einiger, nur für den Versand in baß Industriegebiet in Frage kommender Gruben angemeldet werden. Jedoch konnte Ende des Monats diese Maßnahme widerru.en werden. Außer der von den Hüttenwerken notgedrungen mit Rücksicht auf die vielleicht notwendige Stillegung bereits bewirkten Einsch.änkung des Erzabrufes brachte der starke Frost auch einige Versand- schwierig'eiten. Verschiedene Mehrbelastungen durch erhöhte Löhne, Gehälter usw., und vor allem die angespannte Kreditlage machten es den Gruben unmöglich, ihr Rationalisierungs- Programm sortzusetzen. Cs ist in der nächsten Zeit mit einer Besserung der Verhältnisse des Eisenerzmarktes im Lahn-Dillgebiet unb Ober- Hessen nicht zu rechnen. • Badische Elektrizität« A.G. In der G.-D. der Badischen Elektrizitäts A. G. wurde die Bilanz per 31. Dezember 1926 vorgelegt. Der zum 31. Dezember 1926 ausgewiesene Verlust von 410 807 sei im Laufe des Jahres 1927 auf 550 000 Mk. angewachsen. Die getroffenen Maßnahmen versprechen jedoch die Beseitigung des Verlustes und eine Rentabilität des Betriebes. Es wurde beschlossen, von 160 000 Mk. Vorrataktien 105 000 Mk. einzuziehen und - die restlichen 55 000 Mk. von dem Aufsichtsrat der Gesellschaft zu pari zu übernehmen. Die 500 000 Mark Stammaktien werden im Verhältnis von 5:1 zufammengelegt. * Oberschlesische Eisenbahnbedarfs- A.--G., G l e i w i tz. In der Aufsichtsratssitzung der Oberschlesischen Eisenbahnbedarfs - A. - G., Gleiwitz wurde beschlossen, der auf den 6. März einzuberufenden G.-V. die Verteilung einer Dividende von 5 Proz. oorzuschlagen (i. B. 0 Proz.). * Diskontermäßigung der Dank von Frankreich. Die Bank von Frankreich hat den Wechseldiskont von 4 auf 3£ Prozent unb ben Zinssatz von 6 auf 5i Prozent ermäßigt. Frankfurter Börse. Frankfurt, 20. Jan. Tendenz: fest. — An der heutigen Börse erfuhr die Tendenz eine merkliche Erholung. Die Stimmung war wieder freundlich und zuversichtlicher, ohne daß jedoch das Geschäft wesentlich an Umfang zunehmen konnte. Die Privatkundschaft beteiligte sich auch heute nicht reger am Geschäft, die Spekulation aber nahm in ziemlich starkem Maße Deckungen vor. da ein ziemlich starke« Decouvert bestände,» haben soll. Anregend wirkten die Ermäßigung der Kreditzinssätze der Berliner Stempel-Vereinigung und die erwartete Diskontherabsetzung der Dank von Frankreich. Die Ernennun des Generals G r o e n e r zum Re chswehrn inistec befr e igle, da die Börse hiervon eine getuijc Entspannung der innerpolitischen Lage erwartet. Weiterhin erhosst man aus der in der kommenden Woche stattfindenden Bilanzsitzung der AGG. und des Siemens- konzern die bekannte Dividendenerhohung. Schließlich stimulierten die verschiedenen günstigen Abschlüsse in der Montanindustrie. Lebhafte Umsätze verzeichnete wieder der Farbe n m a r k t. J.-G.-Farben konnten zum ersten Kurs bereits 3 Prozent an^iehen. Stark verklangt waren ferner Gesfürel plus 4 Prozents Elektrowerte gewannen im Durchschnitt 1 bis 3,5 Prozent. Zellst offwerte lagen gut erholt. Aschaffenburg plus 4,5 Prozent, Waldhof plus 3,5 Prozent. Am Montanmarkt konnten sich durchschnittliche Kurserholungen von 2 bis 3 Prozent durchsetzen, unter Bevorzugung von Oberbedarf auf die bekannte Dividendenfestsetzung. Bauunternehmungen lagen 2 Prozent höher. Auch auf den übrigen Marktgebieten überwogen die 1- bis 2prozentigen Kurs- be.serungen. Von Lokalwerten waren Sch:idean- stalt mit plus 2 Prozent stärker beachtet. Deutsche Anleihen lagen etwas lebhafter und fester. Von Ausländern waren Türken gefragt und meist etwas erhöht. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, und die Kurse konnten erneut bis 1 Prozent anziehen. Das Geschäft blieb jedoch sehr still. Der Geldmarkt war kaum verändert. Tagesgeld 5,5 Prozent. Im Devisenverkehr notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,1957, gegen London 20,460. Paris gegen London 124,05, Mailand 92,20, Madrid 28,47. London gegen Kabel 4,8765. Berlinc Börse. Berlin, 20. Jan. Auch im heutigen Dormittagsverkehr kam die freundlichere Grund- ftimmung in den Kursen noch nicht so zum Ausdruck, doch konnte man" auf Grund der vorliegenden Rachrichten mit einer festeren Börsenentwicklung rechnen. Die inner- politische Lage wurde ruhiger beurteilt, besonders die Beilegung des Konfliktes im Zentrum befriedigte. Die Etatsrede des Reichsfinanzministers Köhler brachte zwar nichts wesentlich Reues, aber doch sachlich nichts Ungünstiges. Die Ernennung Groeners wurde bei der Mehrzahl der Parteien freundlich ausgenommen. Auch verschiedene wirtschaftliche Rachrichten regten an, so der Bericht des deutschen Bergbaues für Dezember 1927 und die starke Abnahme der Haldenbestände. Die Spekulation schritt zu Deckungen. Der Orderseingang aus der Provinz war weiter gering, nur das Rheinland zeigte bemerkenswerte Kaufneigung und hatte besonders für Montanwerke Interesse. Die Gewinne betrugen auf allen Märkten durchschnittlich 1 bis 2 Proz. Darüber hinaus waren erhöht bis 3 Proz.: Ilse, Maximilianshütte, Löwe, Schubert & Salzer. Svenska plus 3,25 Mk. Zellstoff Waldhof plus 5,75 Proz. Eine Ausnahme bildeten Stolberg-Zink minus 3 Proz. Heimische Anleihen lebhaft. Ablösung s s ch u l d fester. Ausländer geschäftslos, doch eher freundlicher. Pfandbriefe still. Anteile weiter gesucht. Rach den ersten Kursen blieb die Stimmung lebhaft und fest. Der Geldmarkt wies kleine Erleichterungen auf. Tagesgeld 4 bis 6 Proz., Monatsgeld 7 bis 8Vr. Warenwechsel 6,75 Proz. Für J.-G.-Farben regte eine Meldung an, daß von der Agfa mit Erfolg der Versuch gemacht werde, in Amerika Fuß zu fassen. J.-G. plus 2 Proz. Fester lagen weiter Harpener plus 2,25 Proz., Schlesische Bergwerks-A.-G. plus 4 Proz., Berger plu« 4 Proz., Gesfürel plus 3 Proz. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Jan. Zum Wochenschluß verkehrte der Frankfurter Produftenmarkt bei stillem Geschäft in ruhiger Haltung. Umsätze wurden nur in bescheidenem Rahmen getätigt, da dem Markt jede Anregung fehlt. Braugerste und Mais waren weiterhin lebhaft verlangt, letzterer mußte 0,50 Mark höher notiert werden. Das Mehlgeschäft blieb sehr klein. Jnterefse bestand für Weizenkleie. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 25, Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Proz. Auswuchs 23,50 bis 23.75, Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Proz. Feuchtigkeit 22,75 bis 23,25, Roggen 24,50, Sommergerste für Drau- zwecke 28 bis 30, Hafer, inländ. 23,25 bis 24, Mais (gelb) für Futterzwecke 22 bis 22,25, Mais (gelb) für andere Zwecke 22,75 bis 23, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37 h«s 37,50, Roggenmehl 34,50 bis 35,50, Weizenkleie 14,25, Roggenkleie 15,25 bis 15,50. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Jan. Das Geschäft an der Produktenbörse leidet nach wie vor unter dem schlechten Mehlgeschäft: der erneut eingetretene Frost veranlaßt die Mühlen, die an sich keineswegs dringenden Bedarf haben, zu stärkerer Zurückhaltung gegenüber dem Angebot von Kohnware. Die Meldungen von den überseeischen Märkten boten wiederum nur wenig Anregung, die Cifforderungen für Brotgetreide lauteten oerschiedentstch etwas entgegenkommender. Das Angebot an inländischen Weizen, auch besserer Qualitäten, hält weiter an, selbst bei nachgiebigeren Preisen entwickelt sich aber nur geringe Umsatztätigkeit. Roggen ist weder in Kahn- noch in Waggon wäre reichlich offeriert, angesichts der wiederum zu befürchtenden Schiffahrtsbehinderung findet Waggonware bessere Beachtung. Am Lieferungsmarkte war Weizen im Preise rückläufig, Roggen blieb gut behauptet Der Frost bewirkte eine Befestigung der Julilicht. Während Roggenmehl reguläres Konsumgeschäft hat und auf Lieferung infolge der schwierigen Materiälversorgung der Mühlen wenig angeboten und gut gefragt ist, gestaltet sich das Weizenmehlgeschäft noch wie vor schleppend. Das Haferangebot hat etwas nachgelassen, das Geschäft bleibt schwierig, vereinzelt bekundet der Konsum aber wieder etwas bessere Nachfrage. Für den Export wird weiter zu guten Preisen Ware gesucht. Don Gersten liegen gute Qualitäten weiter fest, geringere bleiben reichlich angeboten und weniger beachtet. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Rachbar. Der Eigentümer eines Grundftücks kann zwar auf die Grenze bauen, bedarf ledoch für jedes Bauwerk einer besonderen baupolizeilichen Genehmigung. Erkundigen Sie sich doch zunächst bei der Bürgermeisterei, was Ihr Rachbar nach dieser Richtung hin bisher getan hat. Jedenfalls mußten Sie vor Genehmigung der Pläne befragt werden, was Sie hierzu zu sagen haben. Wir verweisen ferner auf die Parag a hen 906 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches, insbesondere auf Paragraph 907, der lautet: »Der Eigentümer eines Grundstückes kann verlangen, daß auf den Rachbargrundstücken nicht Anlagen hergestellt oder gehalten werden, von denen mit Sicherheit zu erwarten ist, dah -ihr Bestand oder ihre Benutzung eine unzulässige Einwirkung auf sein Grundstück zur Folge hat usw." Wenn eine gütliche Einigung zwischen Ihnen und Ihrem Rachbar nicht baldigst zustande kommt, so können wir Ihnen nur empfehlen, falls Sie es darauf ankommen taffen wollen, sich der Hilfe eines Rechtsanwaltes zu bedienen. ID. $. in D. Jeder Benzinbehälter ist mehr oder weniger einer Explosionsgefahr ausgesetzt. Unseres Dafürhaltens können Sie gegen die Anlage der Pumpstation, auch toemt sie nur auf das Privatgelände Ihres Rachbarn zu stehen kommt, zunächst bei Ihrer preußischen Bürgermeisterei Einspruch erheben: sodann aber steht Ihnen auch der Schutz der Paragraphen 906 und 907 des Bürgerlichen Gesetzbuches zur Seite. Der Eigentümer eines Grundstückes kann verlangen, daß auf den Rachbargrundstücken nicht Anlagen hergestellt oder gehalten werden, von denen mit Sicherheit vorauszusehen ist, daß ihr Bestand eine unzulässige Einwirkung auf fein Grundstück zur Folge hat. Wir empfehlen Ihnen, die Paragraphen 906 und 907 des Bürgerlichen Gesetz- bu^es nachzulesen. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Ubt mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag gefdjloffen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne betgesügte« Rückporto wird keine Gewähr übernommen Wenn man dir sagt Jawohl! Denk’ gleich an Läkerol! Beugt Husten und Heiserkeit vor; hemmt die Entwicklung schädlicher Keime; beugt wirklicher Erkrankung des Babes u. der Atmungsorgane vor; ist von prominenten Persönlichkeiten empfohlen. Preis Mk. 0,60 und 1,- ♦58D lieuthien & Schnitz G.m.b.H., Berlin N39. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuß 8 Prozent. Frankfurt a.M Berlin Frandfurra.M Berlin Schluh. Kurs l-Uhr. Kurs Sch'utz- fiurs Anfang kur Schlutz- fturs l'Uhr. Kur» Schluß Kurs An,ang Kur- Datum: 19.1. 20. 1. | 19.1. 20. 1 A S L L 3 C i 6 € Y ( i i *) 9 £ j Datum: 19 1. 20 1. | 19. L 120 1. Vie Di Reichsanlerhe v 1927 Di Anl Adlos Schuld mit Auslos -Rechten Dcsal. ohne Äuslos «Rechten 7°/o ff ran ff Hyp.-Bk. Go dvt unkündbar bis 1932 <>/.% Rheinische 6op -Bank fitqu .Goldps LEG abfl VortrlegS-Ob- (igationen, rüctjabldar 1932 «’/o Schwel; Buudesb-Slul. 4°/0 Orsterelchische Goldrte *.Wle Ctflerr ich. Silberne namir Nobel . . . o Lcheid annalt ......8 ' oldichmidi .... .5 lütflerßrocrte . .......(i Nelallgeiell-chatt.....10 170 219.25 123 5 274 166,5 101.65 138 191 125,5 153.25 118 101) 241.5 174 25 151. ü 172 181 266 195 113,9 94.5 171.5 187.5 222,5 121.75 278 187 290,25 102.5 136 141 193.. — 127,25 155.6 121 95 - 101,4 244 176,5 107,25 42.5 .'68,75 197 115 96 183.5 170 25 183.9 176,25 219.75 123.5 274 149 159.5 181 184,75 287 135.75 166 25 101 134,75 150 139,13 191 146.25 233 125.25 146.5 153 119 93 97,5 100.25 242.5 174.5 106,5 42 173 180,5 .'66,25 130,5 113,5 95,25 171. 186. 17 222. 123.2 27 15 15 18- 186. 290, L 166.7 10 13 14 14 192, 23 126,7 14 154, 120 1 9 98 2 101. <4 176 10 12,2 18 268, 131, i i j vanknoten. ffrauhfurt a. M Berlin Schlich j l-Uhr. Schiiitz- 2ln)an,027 3,033 3,027 3,033 yiffabon 20,43 20,47 20,43 <0,47 Danzig 81,74 81,90 81,72 81,88 Honst nttn 2,183 2,187 2,170 2,174 Älben 5,544 5,550 5,514 5,558 Lanada 4,183 4,191 4,183 4,191 Urn uav 4,276 4,284 4,276 4,284 L-irv 20.962 21.902 20.962 21.003 -Oie H« Länder mit den MS ^mmenflelommen. aW 7^7° Zonderionfere ! „binett ** $rogramm 4* «ben, ab« ® * rate unb Sorr* jnntten fein vrismus und M O Konferenz oe” Egen, zu veilen- r ütiflft ben flenen äc felbft hche jtbtff Lmenf nor unheoian i hä W. ‘SeinerfJhmvn D« Nichlül "Z-L Ä" Ä Znhasts-tlebersic betreffend die Aus Führung des Gefeh nach D bi- bic W adzuiME 1- Dezember unb i ichmiede zu Gief Innern, Abteilun platz 2, zu richten 1- ein Geburt 2- der amtlid) orbnungsm geübt wird, der amtlich« als Geselle x Prüfung d".Lehrgij^ J ^"lungsordnunc rwlabteilung für' 3armftabt i, ^Zulassung l’enalnbtfilunq n nonnten SBorfef "rmine bet n Aesiher- von 1 HJW Emstadt en fc nuar iq?R ,pre «•erben 8 hessisch Äbtei Str