Kr.29R Erstes Blaff 178. Jahrgang Mittwoch, 19. Dezember 1928 Erschernl täglich,außir Sonntags und Jeiertag». Beilagen Die JBuftrierte Gieftener ^amilienblätter Heimat im BUd Die Scholle. vezngrpreir für 2 Woche«: 1 Reichsmark und 16 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlllffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten »njetger Oietze«. pokschecktonto: Sranffurtam Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd verlas: vrühl'sche Univerfitstr-Vuch' und Steinöraderei H. Lanze ht Gietzen. Zchristlettnng und Geschaftzstelle: Zchulitralfe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm 'Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20“ , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gieszen. Hessen und die Probleme der Reichsreform. Staatspräsident Dr. Adelung gibt Auskunst über die Einstellung des hessischen Gesamtministeriums zu den aktuellen Fragen der Verfassungs- und Verwaltungsreform. Darmstadt. 18. Dez. Auf der Tagesord- lumg der jetzt zu Ende gegangenen kurzen Tagung des Hes ischen Landtages standen auch verschiedene Punkte, die die Frage des E i n h e i isst a a t e s betrafen, aber wegen der Kürze der Session nicht mehr verhandelt wurden. Unser Darmstädter Vertreter hatte daher den Staats- Präsidenten um eine Stellungnahme zu dieser Frage ersucht. Der Inhalt der anderthalbstün- bigeri Unterhaltung sei nachstehend kurz wiedergegeben: Staatspräsident Adelung erklärte u. a. zunächst, daß er dem Aeltestenrat des Landtages am vergangenen Mittwoch eingehend über feine Stellungnahme innerhalb der Länderkonscrenz berichtet habe. 3m Plenum sei mit Rücksicht auf die Geschäftslage während der jetzt abgeschlossenen kurzen Tagung keine Gelegenheit zur Aussprache hierüber gewe en. Dazu werde aber die demokratische Interpellation zu Beginn des nächsten Jahres willkommenen Anlaß bieten. Vorweg wolle er bemerken, daß er A n - Hänger des Einheitsstaatsgedan- kens sei. Gr habe es nicht für seine Ausgabe gehalten, in dem Referat, das er auf der OE- tobertagang des Versas un^sausschusses der Län- derkonfercnz erstattete, theoretische Be enntnisse abzulegen, sondern veracht, in sach'icher Erörterung darzutun, wie wir unter den gegebenen Verhältnissen einem einheit.ich, zweckmätzig gegliederten Deutschland nähcrlornmen können. Dabei habe er betont, datz sein Referat sich mit der Auffassung des hessischen GesamtministeriumS decke. Staatspräsident Adelung erklärte weiter, er beurteile die Entwicklung zuversichtlich und habe die Hoffnung, datz die Ausschüsse der Länderkonferenz die erstrebte Reichsreform entscheidend vorantreiben werden. E» fei Sache der Länder, zu zeigen, datz sie einem gesamtdeutschen Interesse gegenüber bereit seien, dem Reichsgedanken die notwendigen Opfer zu bringen. Andererseits habe bereits jetzt im ver- fasfungsausschutz völlige Einmütigkeit darüber bestanden, datz zwischen Reich und Gemeinden lebensfähige Länder als Zwischengliederung notwendigerweise vorhanden sein mutzten. Zu entscheiden, ob ein Land nach der erstrebten Umgestaltung noch als Staat anzusprechen sei, könne ruhig der Wissenschaft überlassen bleiben. Im zweiten Unterausschuß sollten im Laufe des Januar Referate vorgelegt werden, die zunächst folgende Fragen behandeln: 1. Die Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern und zusam- menhängend damit die Frage der reichseigenen Verwaltung, der auftragsweiscn Verwal- t u n g von Reichsausaaben durch die Länder, der Eigenverwaltung der Länder einschließlich der Länderverwaltung kraft eigenen Rechts; 2. die finanzielle Auseinandersetzung zwischen Reich und Ländern; 3. die Organisation der Länder, Landtage, Landesregierungen unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zwischen Preußen und dem Reich und der Einfluß der Länder auf das Reich und den Reichsrat. Staatspräsident Adelung wies dann daraus hin, daß die Aufgabe deS ersten Llnterausfchusses, dem er angehore, und der Vorschläge über die territoriale Umgliederung de» Reich» zu machen habe, eine sehr schwierige sei. Es müsse aber auch hier eine annehmbare Lösung aefunben werden. Hierbei müsse wohl auf wirtschaftliche Zusammenhänge em scheidender Wert gelegt werden. Anderseits sei es aber auch dringend geboten, bestehende Länderorgan i» satio>nen der zu erstrebenden Reugliederung dienstbar zu machen. Es sei zu wünschen, daß sich auf diese Weise auch im rhein-mainischen Gebiet, wo die Verhältnisse besonders kompliziert lägen, eine Regelung finden lasse, die sowohl dem gesamten deutschen Interesse wie auch dem der beteiligten Bevölkerung gerecht werde. Gin Vorschlag allerdings, wie ihn z. D. der Luthersche Bund zur Erneuerung des Reichs mache, der einfach Preußen, einige norddeutsche Länder und Hessen zu Reichsland erklären toolle und damit etwa 7 Millionen deutsche Staatsbürger, die bisher ihre Angelegenheiten selbst verwaltet haben, in einem zentralistisch organisierten Gebilde zusammenfaßt, sei sowohl vom hessischen wie gesamtdeutschen Standpunkt abzulehnen. Die Vorschläge des Bundes würden einem dezentralisiert organi'irrten Einheitsstaat die Wege verbauen. 3n der Frage verreichlichung der 2°siiz stehe er persönlich auf dem Standpunkt, daß die Tlebertragung auf das Reich zweckmäßig sei. Aber die Meinung, durch Hebertragung allein der hessischen Justiz auf das Reich könne die 3bee gefördert werden, halte er für falsch. Dadurch würde die Zerrissenheit nur Der« Berlin, 18. Dez. (1BIB.) Gegen 11 Uhr morgens ereignete sich in einer Zelluloidfabrik in der Schönleinstrahe im Osten Berlins eine schwere Explosion, deren Ursachen zur Zelt noch nicht feftgeffeUt sind. Bevor die Feuerwehr anruckte, versuchten die in den dortigen Räumen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, da Immer wieder kleinere Explosionen eintraten und ihnen der Weg ins Freie durch die verqualmten Treppen abgeschnitten war, durch die Fenster auf den Hof zu gelangen. Als die Feuerwehr eintraf, bot sich ihr ein erschütterndes Bild; denn die meisten Betroffenen waren am Ende ihrer Kräfte. Sie hingen verzweifelt an den Fenstern. Die Feuerwehr breitete sofort Sprungtücher aus. Jedoch waren schon vorzeitig verschiedene Personen, deren Kleider Feuer gefangen hatten, abgesprungen. Die meisten wurden zwar gerettet, doch haben mehrere Personen schwere Berlehungen erlitten, so datz bisher etwa zehn gröftert. Die Frage könne nur int ganzen! gelöst werden, ilnb gar die Verreichlichung der hessischen Justiz vom Standpunkt fi nanzieller Entlastung zu behandeln, sei absurd. Das Reich schöpfe seine Mi tel aus derselben Quelle wie die Länder und Gemeinden. Aus die Dauer körnte dm Steuerzahlern in Preuften, Bayern usw. doch nicht zu- gemutet werden, etwa die hessische Justiz zu bezahlen. Es müsse ein Finanzatisgleich erfolgen, der den hessischen Steuerzahler genau so belasten werde wie die übrigen im Reich. Xln cf keinen ilmftänbcn dürfe die Frage der Justiz- verreichlichung mit den Forderungen verkoppel!: werden, die Hessen infolge der Besatzung an das Reich zu stellen habe. Entweder feien die Forderungen Hessens an das Reich auf Entschädigung für seine besonderen Desahungslasten- berechtigt, dann müßten sie vom Reich anerka. nt werden, oder sie seien unberech igt, dann seien sie abzulehnen. Aber der Gedanke, sozusagen auf dem Wege des Ausverkaufs staatlicher Rechte an das Reich der Einheitsstaats- idee zu bienen, ober dadurch bas Reich zur Erlösung seiner Verpflichtungen bem besetzten Gebiet gegenüber zu veranlassen, könne doch wohl nicht ernstlich erörtert werden. Die hessische Regierung habe den festen Willen, (in') bei der Lösung des Problems der Reichsreform nicht von vartikularistischer Engherzigkeit leiten zu lassen, sondern als Leitmotiv die Interessen Gesamtdeutschlands in den Dor- bergrund zu stellen. Dabei werbe aber die Sorga nicht zurücktreten dürfen, die ihr anverlrauten fub turellen und wirtschaftlichen Interessen der Bevölkerung so sorgsam wie möglich in den Rahmen des Ganzen einzubetten. — « Personen in Krankenhäuser übergeführt werben mutzten. Das Feuer, bas im ersten Stockwerk begann, hat sich auf die drei darüber liegenben Stockwerke ausgebehnt. Der Feuerwehr, bk mit zehn B- und 11 C-Rofjren tätig war, gelang es, die Gefahr für die Rachbarhäuser abzuwenden, bie eine Zeitlang erheblich war. Die Feuerwehr hatte bei ihrem An- rücken bereits bas ganze Gebäude In Flammen gehüllt vorgesunden. Die rasche Ausdehnung des Brandes wird auf das zufällige O f f e n ft e fj e n der Berbinbungstüren zurückgeführt. Auch die Treppe ging sehr rasch In Flammen auf, so datz die fliehenden Arbeiter und Angesfelllen z. T. Brandwunden erlitten, z. T. überhaupt den weg schon abgeschnitten fanden. * Die Drandkatastrophe war einer der größten Brände, die Berlin in der letzten Zeit zu oer- zeichnen hatte, wie sich dies auch in der hohen Zahl von 3 3 Verletzten, die ins KrankenSchwere Vrandkatastwphr in Berlin. Explosion in einer Zelwloidfabrik. — Oer Belegschaft durch verqualmte Treppen der Weg ins Freie abgeschnitten.-Schwere Verletzungen beimGprung aufden Hof Illusionen. Die Praxis überrumpelt die Theorie. Wählend sich Europa um bie Form der Liquidierung deS Weltkrieges streitet, dabei krampf- hast bemüht ist, Kriege in Zukunft unmöglich zu machen, und feierlich auf Völkerbund und Kel- lvggpakt schwört, geschehen in der übrigen Welt in di ssen Tagen Dinge, die sich mit der europäischen Friedenstendenz nicht recht in 6in- flang bringen lassen. Run wäre es an und für sich ja ganz gut, wenn diese Praxis jenseits der europäischen Grenzen zur ideellen Begründung der europäischen Theorie werden würde, wenn also Europa zunächst nur a l s st Iller Beobachter die Entwicklung dieser Ereignisse verfolgen würde. Doch dem ist nicht so. Selbst GvetheS Wort« in seinem Faust: „RichtS besseres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, . . ." stimmen mit der europäischen Haltung nicht ganz überein. Im Streit zwischen Bolivien und Paraguay hat zwar der Völkerbund eingegriffen, während aber Herr D r i a n d sich anfchickte, die streitenden Rachbarn zu ermahnen, verhandelten im gleichen Augenblick, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, die Offiziere des französischen Luftfahrtkommandos mit der Regierung von Paraguay, um ihre Dienste anzu- tragen. •ilnb nicht viel anders liegt es im Aufstand in Afghani st an. Gewiß handelt es sich hier zunächst einmal um innerpolitische Kampfe, die der junge König Amanullah durch seinen Reform- eifer herauf beschworen hat. Diese Käurpfe sind aber symptomatisch. Sie stellen ben Kampf des alten Orients gegen den europäischen Orient dar. llnt> dieser Kampf hat feine Interessenten. Afghanistan grenzt an Indien. In Indien sitzen die Engländer, und fo liegt es nahe, Äaft England alles Interesse daran hat, eine Europäisierung Afghanistans zu unterbinden, um auf diese Werse einen gefügigen Rachbarn mit alten Traditionen und ohne die moderne Technik zu haben. Afghanistan grenzt auch an Persien und Persien reicht an Rußland und die Türkei heran, so daft damit die Verbindungswege zwischen Orient und Europa gegeben sind. Ilnb mit einem ganz kleinen Zipfel Land berührt Afghanistan am Pamir-Strome die chinesische Grenze. Kurzum, die politische Lage dieses Reiches wird von der Verschiedenartigkeit der einzelnen Rachbarstaaten bestimmt. Vielleicht hätte Amanullah besser daran getan, sein Reformwerk langsamer durchzuführen. Man weiß aber wiederum nicht, wie sehr diese Schnelligkeit gerade von den Rachbarstaaten bestimmt war. Kelloggpakt- und Völkerbund, Kriegsliquidierung und Kulturausstieg der Menschheit sind die Schlagworte der modernen Welt. Macht in der Politik, Macht in der Wirtschaft, drüben in Amerika bas Erdöl und in Afghanistan die Vorrangstellung im Orient, das sind die Momente, die all diese Schlagworte immer wieder illusorisch machen. Unter dem Druck der Welt- Meinung, so heißt es zwar, habe sich Bolivien gefügt, die Welt wird durch den Umschwung in Afghanistan, so berichtet man weiter, keinerlei Erschütterung erfahren, und doch hat die Gegenwart wieder einmal gezeigt, wie sehr die Diplomaten' noch immer an ihrem Metier festhalten, wie weit die diplomatischen Verwicklungen gehen und in welchem Umfange sie sogar Europa mit hineinbezogen haben. D i e Praxis hat die Theorie überrumpelt. Und der Glaube an die Idee ist wieder einmal arg betrogen worden. Die Paragraphen sind noch zu unverständlich, um wahr zu werden. Das ist das Resümee der Gegenwart. Wann wird das Ziel erreicht sein, daß man sich immer wieder in der Phantasie erträumt. Kabul von den Aufständischen beseht? spärliche Nachrichten über Indien. ftonflanllnopel, 18.Dez. (I2L) Die aus Teheran gemeldet wirb, Hal sich bie Lage bcs Königs von Afghanistan erneut verschlechtert. Kabul ist endgültig von den Anfstänbi- fchen beseht, bie in ber Stabt einen mi - tltärlschen Schuh eingerichtet haben, um bie Sfabt vor Plünderungen zn bewahren. Das in einem Vorort ausgebrochene Feuer wurde von den Einwohnern gelöscht. Das ausländische diplomatische Korps hat beschlossen, alle ausländischen Bürger eindringlich zu ermahnen, die Gebäude der ausländischen Vertretungen nicht zu verlassen, weil in der Stabt noch keine neue Regierung vorhanden ift Rach bisher unbeftätigten Meldungen aus Teheran sollen sich in der Rähe ber russisch- nsghanischen Grenze neue Truppen sammeln, bie dem König treu ergeben seien und beschlosien hatten, den Marsch auf Kabul zu unternehmen. * Rew Delhi, 18.Dez. (WTB.) Wie verlautet, trifft der britische Luftbienst Dov- berertungen, um im Rotlalle ö i e britische Gesandtschaft in Kabul in Sicherheit zu bringen. In Pessawar eintressende Reisende berichteten. daß bei ihrer Abreise aus Kabul der Belagecungszustand über die Stadt verhängt war, daß das Zusammenkommen von mehr als fünf Personen untersagt und das Betreten der Straße nach Anbruch der Dunkelheit verboten war. Der. in der letzten Woche in dm Kämpfen bei Jalalabad eingetretene Waffenstillstand bezog sich anscheinend nur auf den Stamm der Mosmands. Die Regierungstruppen bei Jalalabad fallen von den Aufständischen ein- geschlossen worden fern. Zwanzig führende mohammedanische Priester haben ein Manifest erlassen, in dem das Volk aufgefordert wird, fernem König Gehorsam zu leisten. Rach Meldungen, die bisher durch Flugzeug hierher gelangten, ist den Insassen der britischen Gesandtschaft in Kabul bisher nichts geschehen. Der Mittelpunkt des Aufstandes ist von Jalalabad nach Kabul verlegt worden, wo Angriffe von Stämmen aus dem Rorden die Lage sehr ernst gestaltet haben. Die meisten Angehörigen des Stammes Schinvari in der Gegend von Jalalabad beobachten den letzte Woche abgeschlossenen Waffenstillstand. Der größte Teil der nach Indien führenden Straßen steht noch dem Verkehr offen. Verständigung über die Reparaiionskonferenz. Frankreich erhält plr nachmittags waven di« Löscharbeiten so weit fongeschritten, daß da- Feuer als nieder- gekämpft gellen konnte. Die Firma Daecker & Eo., in deren Räumen das Feuer zum Ausbruch kam, stellte Radio- material her. insbesondere Spulen, die mit Zelluloid umkleidet sind. Diese Zellulotd- austhüllen werden mit Azeton verklebt. Die Firma hat ihre früheren Favnträume auf einem Ga- ragengrundstück aufgeben müssen, weil die Polizei Einspruch dagegen erhob, daß aus einem Grundstück, wo Benzin lagerte, mit so hochfeuergefährlichen Stoffen wie Azeton und Zelluloid gearbeitet wurde, In den übrigen Betrieben des Grundstückes wurden im wesentlichen Papier und Holz verarbeitet. Gegen 11 Uhr ertönte eine laute Detonation: im nächsten Augenblick hörte man die entsetzlichen Hilferufe von Leuten, die mit brennenden Kleidern a u s den Hof gestürzt kamen. Durch das Of^enbleiben der eisernen Tür, die aus den Fabrikräumen von Baecker auf das Treppenhaus führt, entstand ein L u f t z u g , der die Stichflamme der brennenden Zelluloilworräte durch den Treppen- schacht emporjagte, so daß sehr rasch die Arbeiter in den oberen Stockwerken entdecken mußten, daß ihnen der Fluchtweg abgeschnitten war. Die Treppe ist eine Granittreppe, deren Stufen sehr rasch unter der Einwirkung der Hitze in der Höhe der zweiten Etage barsten. Gleich darauf stürzten zwei ganze Treppenfluchten in die Tiefe. Zu allem Unglück waren die Fenster des Gebäudes durch eiferne Stabgitter unterteilt, so daß die Eingeschlossenen nicht ohne weiteres ins Freie gelangen konnten. Sie zwängten sich schließlich durch kleine, 40 Zentimeter breite Fenster auf den SimS hinaus, und einige sprangen in ihrer furchtbaren Angst au« der ersten undzweiten Stage auf das Pflaster des HofeS, wo sie mit Ann- und Beinbrüchen und inneren Verletzungen liegen blieben. Eine Gruppe von Arbeitern der Baeckerschen Fabrik bahnte sich einen Weg ins Freie durch das Privatkontor, wobei sie mit ihrem Körpergewicht zwei verschlossene Holztüren aufzusprengen genötigt waren. Das Arbeiten der Feuerwehr war durch die Enge des Hofes außerordentlich b.hindert. 3n dem engen Flur nach Oec Straße liefen etwa zwanzig Schlauchleitungen, da die Feuerwehr von den Dächern aller Rebengebäude wahre Wasserfluten auf den in riesige Qualmund Dampfwolken gehüllten Brandherd schleuderte. Gegen mittag wurden di« am Hof liegenden, zu Wohnungen benutzten Seitenflügel des Gebäudelomplexes, innerhalb dessen sich die Fabrik befindet, geräumt, da mit der Gefahr des Einsturz«- der ausgebrannten Fabrik zu rechnen ist. Zwei Tote beim Berliner Großfeuer. Der Inhaber der Möbelfabrik Hawlitzki, der auS dem zweiten Stock herabge- sprungen war und sich außer Beinbrüchen noch schwere innere Verletzungen zu gezogen hatte, ist gestorben. Don den übrigen 32 verunglückten Personen liegen neun mit schweren Verletzungen, die meist beim Abspringen und durch Verbrennungen entstanden find, im Krankenhaus. Die Arbeiterin Slfriede Kraus«, bei der wegen ihrer schweren Brandwunden von vornherem wenig Aussicht bestand, sie am Leben zu erhalten, ist gestern abend ihren Verletzungen erlegen. Das Befinden der anderen Schwerverletz «n wurde von den Aerz en gestern in später Abendstunde noch als sehr ernst bezeichnet. Reichsbahn und Länder. Auch Bade« protestiert. Karlsruhe, 18. Dez. (WTD.) Die „Karlsruher Zeitung" (.Badischer StaatSanz.") veröffentlicht ein« Zuschrift, die sich mit der Eriwnnung der vier neuen Derwaltungs- catsmitglieder der Reichsbahn beschäftigt. Darin heißt es u. a.: Wir In Baden haben allen Anlaß, gegen das Vorgehen des Reiches den allerschärfsten Protest au echelen. Baden ist Greitzland und hätte daher um so größeres Interesse an einem Sih im Derwal- tungsrat der Reichsbahn, um so mehr als es durch den Unitarismus stets durchaus stiefmütterlich behandelt wird. DaS Reich hat sich bis beute noch nicht bemüht, die Regelung dec Zahlung der Eisenbahnschuld in Angriff zu nehmen. ES verzinst diese Schuld nicht einmal, schaltet aber die Gläubiger von jedem Witbestimmungs- recht aus. Für die weitere Sntwicklung der Beziehungen zwischen Reich und Landern, namentlich zwischen Reich und deutschem Süden, kann dies Verhalten nur die Folg.» haben, daß die Länder um so zäher an den wenigen Rechten fest halten müsen, die sie noch besitzen. Der Retchsbahnkonslikt ist ein Warnungszeichen für alle jene Optimisten, di? glauben, daß in einem „dezentralisierten" Einheitsstaat auf die Länderinteresfen mäh nur die geringste Rücksicht genommen toürae. Hier haben wir ein Beispiel, wie sich der Zentralismus mit gewis.er Rücksichtslosigkeit über alles — selbst über rechtsgültig« Verträge — himoegsetzt. Bundeskanzler Seipel über die Heimwehren. Graz, 18. Dez. (WTB.) Auf Einladung der christlich-sozialen StadtorgLnisation sprach Bundeskanzler Dr. Seipel über aktuelle politische Fragen. Er sagte u. cu: Lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit ein Wort über die Heimweh r e n sagen. Aichts rft falscher, als wenn behauptet wird, die Heimwehrbewegung bedroh« irgendwie die Demokratie. Im Gegenteil, die Sehnsucht nach wahrer Demokratie ist «ine der stärksten Triebkräfte der Heimwehr- bewegung. Deswegen vertraue ich auf sie und bekenne mich zu ihr. Deswegen bin ich nicht dazu zu haben, sie einem Scheinfrieden zu- lieve zurückzudrängen oder auch nur auf gewisse Telle unsere« Bundesstaates beschranken zu lassen. Ich kann (einer Partei zubilligen, jede Beteiligung im öffentlichen Lehen für sich und für da« Portetwesen in Anspruch zu nehmen, und ich wünsche andererseits nicht, baß in Oesterreich jede politische Partei chre eigene Garde hat, Oer Völkerbund und Südamerika. Oie streitenden Parteien beantworten Briands Telegramm. — Annahme der Vermittlung einer amerikanischen Macht. — Eine Ratstagung wird überflüssig. Genf, IS.Dez. (WTB.) Das Generalsekretariat des Völkerbundes veröffentlicht ein Telegramm des bolivianischen Außenm.nisters an den Ratsoräsi- benten in dem Bezug genommen wird auf die dringenden Empfehlungen des Rates zur Vermeidung neuer Zwischenfälle. In dem Telegramm heißt es dann: „Meme Regierung g.bt unter Annahme dieser Anregungen Eurer Erzellenz die Versicherung, daß sie dem Chef der Militärposten den Befehl erteilt hat, jedes Vorrücken und jeden Angriff ihrerseits zu unterlassen und sich auf das Ergreifen von Defensiomaßnahmcn zu beschränken. Ich setze gleichzeitig den Völkerbundsral davon in Kenntnis, daß Paraguay die Mobilisation der Klaffen im Alter von 18 bis 28 Jahren angeordnet hat. Bolivien beschränkt sich auf die für feine Sicherheit unerläßlichen Vorsichtsmaßnahmen " Der Außenminister von P a r a g u a y hat an den Ratspräkidenten eine lange telegraphische Note gerichtet. Zunächst weist die Regierung von Paraguay die Anschuldigungen der bolivianischen Regierung zurück, die als unerhörte Entstellung der Wahrheit bezeichnet werden, um dann dorzulegen, daß die bolivianischen Truppen ohne vorherige Kriegserklärung entgegen den Me- ihoden der Kulturvölker das Gebiet Paraguays überfallen hätten. Paraguay habe von Anfang an eine Untersuchung verlangt und alle friedlichen Wege angenommen, ein Beweis dafür, daß Paraguay nicht die Rolle eines Angreiferstaates beige- messen werden könne, während Bolivien jedes Untersuchungsverfahren ablehnte. „Meine Regierung," so schließt die Note, „hat soeben die guten Dienste der Panamerikanischen Schiedskommission angenommen, und ihre Haltung ist ein neuer Beweis ihres loyalen Friedenswunsches." Die Aktion des Ratsprasiventen. Vorläufig keine Einberufung des VölkervundSrals. Paris. 18. Dez. (XXI.) Am Dienstagmittag fanden am Quai d Orsay Besprechungen zwischen dem derzeitigen Ra^spräsiveillen, Außenminister Briond, dem Generalsekretär des Völkerbundes. Sir Eric Drummond, und dem Direktor der Politischen Abteilung im Völkerbund, Sugimura, über die Einberufung des Völkerbundsrates zur Schlichtung des Streitfalles zwischen Bolivien und Paraguay statt. Hieran schloß sich eine Besprechung mit dem Pariser Gesandten Boliviens und Paraguays. Wie verlautet, werden die beiden letztgenannten Staaten die Vermittelung einer dritten Macht, sei es der Vereinigten Staaten ober Argentiniens, anneljmen. Man erhofft hiervon eine günstige Lösung. Sollte es nicht gelingen, den Streit auf diesem Wege beizulegen, so würde bet DöllerbundSrat hiervon benachrichtigt werden und zu einem späteren Zett- purckt zusammentreten. Im Augenblick ledrnfall» wird, wie von allen zuständigen Stellen bestätigt wird, an die Einberufung des Völker- bundsrateS zu einer außerordentlichen Session In Paris nicht gedacht- Oer deutsch-polnische Handelsvertrag. Die Wilhelmstratze gibt sich optimistisch Berlin, 18. Dez. (Privat.) Wie verlautet, wird der sachliche Stand der Handelsvertrags- Verhandlungen mit Polen In unterrichteten politischen Kreisen keineswegs pessimistisch beurteilt, wie es in den stimmungs- mäßigen Darstellungen der Piesse zum Ausdruck kommt, in die der Zusammenhang mit der Auseinandersetzung zwischen dem polnischen und dem deutschen Außenminister hineinjpieli. Das augenblickliche Stadium der Verhandlungen Wied dahin gekennzeichnet, daß das Vestreben vorherrscht, die Verhandlungen jetzt auf eine breitere Basis aufzubauen, und zwar müssen die Polen jetzt ihre Stellungnahme zu den deutschen Wünschen in präzisere Form bringen, und dann sollen auf dieser Grundlage bekanntlich Anfang Januar die Delegationen die Verhandlungen fort- führen. 3m ganzen wird der Eindruck von dem augenblicklichen Stand der Ding« in Berkdn als nicht ungünstig bezeichnet. Verfafsungsumbildung in Aalten Mussolini vereinigt alle Ministerien in seiner Hand. Rom, 19. Dez. (TU.) Wie Me Pressesklle des Minisierpräsidimns mitteilt, hat der König den Rücktritt deS Kolonialministers Federzont genehmigt und den Ministerpräst- benten Mussolini mit bet Leitung dieses Ministeriums betraut. — Die Tatsache, daß Mussolini nun ein weiteres Ministerium übernommen hat, nachdem er außer dem Minister- Präsidium bereit- das Marine-, Kriegs-, Korpo- rattonS-, Innen-, Außenaninisterium und das Ministerium für Luftfahrt leitet, läßt darauf schließen, daß er allmählich auf den Zu stand hinaus will, daß es nur noch einen verantwortlichen Ministerpräsidenten und sonst nut Staatssekretäre gibt, was der BiHmarckschen Verfassung entsprechen würde, in der neben dem Reichskanzler nur StaotSselreLäre im Amt« waren. Oie Wiederzulaffung der religiösen Orden in Frankreich. Paris, 18. Dez. (WTD.) Die Regierung hatte angekündigt, bah sie bei Deratung bet Ra ch t tagskrebite für 1928 die Vertrauensfrage für Annahme der Artikel stellen werde, die die Wiederzulassung von neun religiösen Ordens- und Missionsgesellschasten por- fehen. Heute beschäftigte sich der Finanzaus- s ch u h der Kammer mit der Angelegenheit. Wit 20 gegen 20 Stimmen sprach er sich zunächst gegen die Absonderung der Artikel betreffend die Kongregationen und mit dem gleichen Stimmenverhältnis gegen den Heber gang zur Einzelberatung der Artikel der Rachtragskreolt- vorlage aus. Auf diese Weis« find indirekt auch di« Artikel über die Kongregationen ausge - schaltet worden. Hierdurch w rd eine äußerst komplizierte Lage geschasfen, über die sich wahrscheinlich morgen die Regierung vor dem Finanzausschuß äußern wird. Oie mazedonische Frage. Das Hindernis für eine Verständigung der füdslawifchen Staaten. Sofia, 18. Dez. (TU.) Zn einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der Belgrader „Politika" geißelte der bulgarische Ministerpräsident Liaptscheff mit scharfen Worten die lächerlichen und unwahren Meldungen über Bulgarien, die in letzter Zeit von Belgrad aus in die Welt gesetzt worden seien. Im Zusammenhang damit berührte Liaptschesf auch die Beziehunaen Bulgariens zu Jugoslawien und stellte fest, daß nach dem bisherigen Verhalten Jugoslawiens der Weg zu einer jugoslawisch-bulgarischen Verständigung noch weit sei. Von irgendeiner Verständigung oder gar Freundschaft könne nicht die Rede sein, solange Jugoslawien seine Grenze gegen Bulgarien geschlossen halte. Auf leinen Fall werde Bulgarien den ersten Schritt zur Annäherung tun, denn dies lei die Aufgabe des Stärkeren, de» Siegers, also Jugoslawiens. Erregt lieh sich Liaptscheff über die mazedonische Frage aus: Belgrad rühr« immer wieder diese Frage auf, aber sobald ein Mazedonier jenseits der Grenze es wage, von her mazedonischen Frage zu sprechen, so roerhe er von den Serben ins Aus aller Welt. Awti Todesopfer eines Gasrohrbruchs. 3n Bad Wildlingen hat ein Rohrbrnch der Gasleitung zwei Menschenleben gefordert und eine Reihe weiterer Personen an den Rand de» Tode» gebracht. Die Bruchstelle konnte bi» in die Miltag»- slunden noch nicht feftgestelll werden. Sie befindet sich wahrscheinlich unter dem Hani« Rönt- genstrahe 15, von wo an» da» Ga« In den Zachwerkban eindrang und da» im Parterre schlafende Ehepaar Znhrhattrr Adler töte le. Eine im fjauf« wohnende Jrau, die nach « Uhr die erste Meldung zur Polizei brachte, halte ebenfalls schon |o viel Ga» eingeatmet, daß sie auf der Polizei ohnmächtig umfiel und erst, al» fie wieder zu sich tarn, nähere Einzelheiten er zählen konnte, weitere in dem Haufe wohnend« Personen. Sinder und Erwachsene, fchwebien einige Zeit in Lebensgefahr, doch gelang e» schließlich den Aerzten, sie wieder zum Bewußtsein zn bringen. Dichter Rebel über Südengland. London, 19. Dez. (WTD.-Funlspruch.) Seit gestern vormittag liegt über London und vielen Bezirken Süd-Englands Rebel, der sich im Laufe des Abends immer mehr ausbreitete und Der# dichtetL. Infolgedessen muhten Einschränkungen im Eisenbahnverkehr vorgenommen werden. Da nach Angabe des Luft- fahrtministeriums Fortdauer des gegenwärtigen Wetters in Aussicht steht, befürchtet man. daß der Weihnachlsverkehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Der White-Star- Dampser .W a i e ft l cM konnte gestern nachmittag nicht von Southampton in See gehen und wird daher vor dem Weihnachtsfefte Reu- York nicht mehr erreichen. Der deutsche Ost-Afrika-Dampser »Rjafs a“, der von Durban nach Sou hampton unterwegs ist und gestern vormittag 11 ilfjr dort fällig war, ist ebenfalls vom Rebel aufgehalten worden. Weihnachtsfeier des Deutfchen Vereins in London. Die vom Deutschen Verein in London veranstaltete Weihnachtsfeier vereinigte weit über 200 Mitt glieder des Vereins mit ihren Damen und zahlreiche Gäste in froher Geselligkeit. Die Feier wurde mit dem Vortrag von Weihnachtschören eingeleilet. Darauf folgte ein Essen. Zum Schluß des Essens wurde vom Vorsitzenden des Verein-, Max Lindlar, der Trinkspruch auf den König aus- gebracht und io einem Telegramm an den König die Hoffnung auf vollständige baldige Genesung ausgedruckt, hierauf tranken alle Anwesenden auf das Wohl des Reichspräsidenten d. Hindenburg. Der Vorsitzende begrüßte dann unter lebhaftem Beifall aller Anwesenden den Ehrenvorsitzenden des Vereins, den deutschen Botschafter und Frau Sthamer. Der Botschafter beglückwünschte in seiner Dankrede den erst vor wenigen Monaten ins Leben gerufenen Deutschen herein zu seinem großen Erfolg und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Mittelpunkt des Deutschtums in London dauernd an Bedeutung und Einfluß wachsen möge. Ein Ball bildete den Schluß der wohlgelungenen Veranstaltung. 3uroe(enraub in Berlin. Ein dreister Iuwelenrayb wurde in der Jerusalemer Straße —Ecke Leipziger Straße verübt. Ein junger Mann warf dort nach bekanntem Muster einen in Papier ein- gewickelten Mauerstein io die Schousenfter- scheibe der Iuwelerchandlung von Wilms. Die Scheib« ging in Trümmer und der Bursche benutzt« den nächsten Augenblick dazu, um zwei wertvolle Perlenketten tm Werte pon je 7000 Ml. aus Öen Auslagen pes Schaufensters gu stehlen. Passanten und Angestellte de« Iu- wellers hatten jedoch den Raub sofort bemerkt Gefängnis geworfen. „Warum haltet chr diese Leute in den Gefängnissen?" rief Liaptscheff dem serbischen Journalisten zu. Auf dessen Gegenfrage, wer wen gefangen Halle, verwies Liaptscheff auf d i e elf im S k o pl i e r-Zuchtha u s sitzen- den mazedonischen Studenten. Dann schnitt er brüsk jede weitere Unterhaltung über Mazedonien ab, indem er ausrief: „Nein, nein — dies ist recht unerfreulich!" Nach Liaptscheffs Ansicht ist die Grenze nicht nur seit einem Jahr, sondern schon seit 1918 geschloffen, denn kaum ein Bulgare wage es, jugoslawisches Gebiet ohne triftigen Grund zu betreten: trotzdem habe nie verhindert werden können, daß von beiden Seiten jeder, dem daran lag, ohne Paß die Grenze überschritt. Wozu also die aufreizende Maßnahme einer formellen Grenzsperre. unß nahmen Vie Verfolgung ves Diebe« aus. Der Täter wurde eingeholt und der Polizei übergeben. Es handelt sich um einen 24jährigen wohnungslosen Arbeiter. Die beiden wertvollen Ächten wurden bei ihm noch vorgefunden. Der Kampf im Insterborger Zuchthaus. Der schwerverletzte Oberwachtmeister Rau- joks, der bei der Meuterei im Insterburger Zuchthaus im Kamps mit Derr.ecker einen Schuß durch die Schläfe erhielt, ist gestorben. Der Raubmörder Dernecker selbst, der sich bekanntlich einen Kopfschuß beigebracht hatte, ist an den Folgen dieser Verletzung ebenfalls gestorben. Zwei Brüder von einer Lokomotive erfaßt und getötet. Ein schweres Unglück ereignete sich auf der Bahnstrecke zwischen Hagelstadt und Äöfenng, der Hauptstrecke Landshut—Rcgensburg. Die brei in Regensburg studierenden Söhne des Bahnbetriebsassistenten Völkel, der bei Hagelstadt ein Dienstgebäude bewohnt, gingen abends gegen 7 Uhr auf der Strecke auf dem Gleise heimwärts, als eine A r - beitslokomotioe heronfuhr. Während der älteste der Brüder im letzten Augenblick z u r S e i t e springen konnte, wurden die zwei längeren im Alter von 12 und 17 Jahren überfahren und tödlich verletzt. Bandenüberfall in Serbien. Im Dorle MalaMostanica in Serbien überfiel gestern nacht eine Band« von acht bis !ehn Räubern dos Gemeindehaus, obwohl ich darin eine Wach« von zehn Mann be- anb. Die Räuber nahmen das Gebäude unter Ge« wchrfeuer, das von den Wächtern teils aus Angst, teils wegen Munitionsmangel nur schwach erwidert wurde, erbrachen dann die Türe, zwangen die Wächter, sich unter den Betten zu verkriechen, und plünderten die GemeindekeZe, die 12 000 Dinar enthielt. Ein Einbruch in das ®e* meindewirtshaus blieb erfolglos, da die Kaffe leer war. Eine Wellrundfrage der Srebsforfcher. Die Kr«bS k orn mi ffi o n de« Völkerbundes. ein Ausschuß, in Dem Gelehrte fast aller Staaten der Well sitzen, tagt hi München. Sie beschäftigt sich mit der Melhod.k der Behandlung des Krebses, mit dem Studium der Der- brettung des Berufs- und des Lungenkrebses. Die Kommission, deren Arbeiten recht erfolgversprechend sind, hat an die bekann.esten Krei-s- forscher der Erde eine Rundfrage gerichtet. Es sollen die Krcbspro^lLme genannt werden, die mit Hilfe des großen inlemaiionalen Apparates des Völkerbundes studiert werden können und bei denen gleichzeitig Hoffnung auf prak- ttschen Erfolg bestehl. Die Krebskommission des Völkerbunds legi bei ihren Arbeiten den Haupt- wert nicht auf theoretische Erforschungen, fondew auf die praktische Inangriffnahme der Krebsbekämpfung. Unter dem eigenen Fuhrwerk erstickt. Tot aufgefunden wurde bei Feldkahl (Bayern, in einem Kalksteinloch an der Straß« der >Z- jübrige Dlerfahrer dev Aktien - Bierbrauerei Aschaffenburg. Di« Pferd« standen heil neben dem Loch. Der Wagen war um gefallen und der Leichnam lag, von einigen Fässern bedeckt, unten am steilen Abhang. Der Tkx- unglückte war abends gegen 9 ilf>r In Feldkahl abgefahren. Auf der vereisten Straß« tarn wohl der äßagen in» Rutschen und kippte um. Da sich der Verunglückte nicht mehr erheben konnte, muhte er jedenfalls ersticken. Oie Wetterlage. Dienstaa. L18.DezD.1928J ©wpnesin® wir» •KeoeW » Schatt a ireupti* • "tee« l er—nc-©wie«t,nt •O-' sd« «kfttw Ost y lv4sua-oi q -ori-ts» »lt Mtiif filtern mit « wi*dt OK ep M* 5*0be*te sttatMtn U* Den gtOtri «K ItiP^tMtv» «n »•* l <»*•**'•••**• eti jUiCtt* e*f BMO««*1'* kelläretÄ Wettervoraussage. Das östliche Hochdruckgebiet liegt im Bereich« absinkender Luftmassen, sv daß bie Temperaturen erneut zurückgehen. Wenn auch In unserem Gebiet ine Temperaturen nur 3 bis 4 Grad unter Aull lagen, so erreichen sie Im östlichen Deutschland Werte bis zu minus 18 Grad Eelsius. 3m weiteren Kalllustbnxnch hält der Frost an. Er dürste zunächst eine Zunahme erfahren. Dabei lassen die Riederschläge vorerst nach. Voraussage für Donnerstag: Wolkiges Wetter. Zunahme des Frostes, meist trocken. Aussichten für Freitag: Weiterhin Frost und überwiegend trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 18. Dezember: mittags — 0,1 Grad Celsius, abends —2,1 Grad Celsius; cm 19 Dezember: morgens — 8,4 Grad Celsius. Maximum — 0,1 Grad Celsius, Minimum — 3,6 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. Dezember: abends 0,6 Grad Celsiusi 19. Dezember: morgens 0,7 Grad Telsiu». — Lieder- schlag 0,1 Millimeter. '«Ich HUU ewuimi mnnrnmuntti SIE BEGLÜCKEN JEDEN KENNER MIT DIESER GABE. ILtb WoIJL för^aS Uwer RrsSnluJz,* WEIHNACHT^ ENK Kann, nur auf ö»jö KURMARJi-PRIVATmCKUNG orj dm. । Böller. Selehnr saß m München. drrDchuch. m ter Dn, ungentrebld. recht erfolg* eiten Are ge gerichtet, miti loeröen, ulen 2lppa- rbm können 6 auf pral, iMiffion bei n den Haupt- ngen. sondern inahnre der DIE KUDAMRK-PRIVAT-PACKUNG^rsr ' INHALT 1OO KURMARK-CIGAREHEN.—^ » P E ZI Ak • /-^ACI DON E N - MIJCMUNO I5T OHNE PREI5AUFSCHLAG IN JEDEM GUTEN 6E5CHÄH ERHÄLTLICH A..! erftldt kahl (Neou rahe dec -5* -Dierbwuem n heil neben fallen und i >i ipptr um. Da rheba komüe. fite Absude >Tt^e }?Ar. Ehrend her Lu r 6 e i f e IWren im !n önbtöb: Setbitn on od}t bis 's, obwohl Man» bt■ ! unter Ge. * Nt Uh envibert sDontzin die P.yUi e- tne in bar Lv • die Sch _ ^Xescßx: i^krAuS^nwk wrnJun. 7— sler Kullixr, lewJtivGtSckrnzixks u«^ BeroaS^euIsdica- QjaoIiIäIs 'Hoaksüv -5 WennHre Gmpseyiungsanzelge in derSamsiagsnummer desGießenerAnzeigers durch sorgfättige und wirksame Eahausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spatesiens im Laufe des Donnerstag in der Geschäftsstelle auf! der 6. Klaffe ausgetragen. Dom 1. Gießener Billard- Club beteiligte fick Dr. Schirmer daran, auf Grund der am 4. und 5. November in Frankfurt am Main erzielten Bezirksmeisterschaft. Es gelang chm, bei 8 Bewerbern den zweiten Platz zu belegen, bei fünf gewonnenen Partien, einem Generaldurch schnitt von 4,553 und einer Höchstserie von 28 Bällen. Als Anerkennung für seine vorzüglichen Lei ftungen erhielt Dr. «chirmer vom Deutschen Amateur-Billard-Bund einen silbernen Becher und vom Club Kölner Billardfreunde eine Kristallschale. '* Schützt die Zugtierei An alle Besitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken richtet das Kreisamt Gießen die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte ernstlich daraus Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den nachteiligen Einflüssen der Witterung nach Möglichkeit geschützt werden, daß namentlich: 1. hie Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich und niemals unbedeckt im Freien stehengelassen werden: 2. das Zaumzeug im Stall aufb-wahrt oder andernfalls por dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und 3. die Hufeisen der Pferde zum Schutze gegen daS Ausgleiten gehörig geschärft ober mit Stollen versehen sind. isE Siiiai. Scao -a. t der 8^ B ** A-l- tuö* Cftfr W *M“1 WS* mcm* "»«*** V *" 6 n r «X nben, N11. Mä; «Ate Malli b? .-MWW Vnadige Frau.! ES IST DIE A1LERHÖCHSTE ZEIT ^YEHTMUEN SIE MEINEM RAT! - Berliner Börse. Berlin. 19. Drz. (WTB.-Funkibruch.l ükach- dem di- gestrige Abendbörse außerorden lich fttP les Geschäft gehabt hat, ist die älmsatztätigkeit auch im heutigen Fcühverkehr weiterhin klein und die Tendenz ruhig, 3ra Anschluß an das feste Aeuyork ist man aber auch hier «her freundlicher gestimmt, so daß die toeniaen Kurse, die man hörte, als etwas erholt zu bezeichnen sind. Man nannte Schockert 257 bis 258, Siemens 419 und Farben 261,50 bis 262. Aus her provinzialhaupistadi Gießen, den 19. Dezember 1928. Me Karl doch noch einen Weihnacht-baum errang. Karl ist unser Nachbarsjunge. Er ist der jüngste einer zaylreichen Kinder schar und setzt zwölf Jahre alt. Für sein Alter ist er ziemlich klein. Die Größe seines Geistes ist entsprechend: jedenfalls war er, al» das Pulver erfunden wurde, in einem Neben« zimmer. (Wie Rudolf Presber irgendwo sagt.) Aber flink und anfteUiß ist Karl. Wenn » was zu holen gibt, springt er sich die Beine aus dem Leib. Seit einigen lagen nun machte er, der doch stets schon von weitem lachte, ein trübes Gesicht. Aus meine Frage sagte er mir, daß seine Eltern gemeint hätten, dieses Jahr brauchte man keinen Weih- nachtsboum: denn schon das letztemal hätte kein Mensch nach ihm aeschaut. Sie seien jetzt alle groß, »<■ r Baum wäre etwas für kleine Kinder. Als Karl bei dieser Mitteilung die Tränen In die Augen gestiegen waren, hatten ihn seine älteren Brüder einfach ausgelacht. Und nun ging er umher wie ein Philosoph, und grübelte und grübelte, wie er es fertig bringen könnte, doch noch einen Weihnachtsbaum zu gewinnen. Geld hatte er keins. Aber den Schmuck hatte er aufbewahrt und auch noch Lichtchen, die im vorigen Jahre nicht alle abgebrannt waren... Da erzählte ihm ein Schulkamerad, daß er sich für das Austragen der Ehristbäume sechzig Pfennia verdient hätte. Karl stand am andern lag, gleich nach dem Mittagessen, auf dem Marktplatz und schaute zu, wie die Leute tarnen, und sich Bäumchen aussuchten. Die meisten freilich trugen sie selber heim, einige Damen hatten sich auch ihr Dienstmädchen mitgebracht. Als der Händler wieder einen Baum verkauft hotte und sich umschaute, da stand schon ein anderer Junge da, der den Baum sofort roegtrug. Karl kam zu spät. So ging es ihm noch mehrmals. Kurz entschlossen wanderte er zu einem andern Händler. Aber dieser beauftragte fein eigene» Töchterchen mit dem Austragen der Bäume. Da» war also nichts. Mißmutig schlenderte Karl durch die Altstadt. Da Itanb ein Straßenoerkäufer und bot seine Zeppe- Ine an. An einer Schnur hingen kleine, glänzende Apvarätchen, die man aufzog, und dann sausten sie einige Meier durch die Lust. Das Stück kostete fünfzig Pfennia. Karl staunte. Er hätte auch gern |o etwas gehabt: aber noch lieber märe ihm ein Deihnachtsbaum gewesen. Der Straßenhändler betrachtete sich den Jungen, und als er sein gutmütiges Gesicht sah, unterhielt er sich mit ihm, ließ ihn einen Zeppelin aufzieheu und durch die Lust fliegen, mehrmals. Die Leute gingen vorbei, bann unö wann kaufte auch einer. Die Sache machte Karl Spaß. Er ließ die Apparate vor den Zuschauern fliegen, der .Händler ermunterte zum Kauf. Auf einmal sagte er zu Karl: „Du kannst mal ein bißchen bei meiner Kiste stehen bleiben und achtgeben. Ich habe solchen Hunger, ich muß da brüoen in der Wirtschaft eine Kleinigkeit essen. 3ch bin gleich wieder da. Wenn du was verkaufen kannst, ist es gut." Er blieb nicht lange. Trotzdem hatte Karl In der Zeit drei Stück abgesetzt. Treu- yerzig wollte er dos Geld abgeben, aber der Händler sagte: „Nee, mein Lieber, das behalte mal, das ist für das Aufpassen. Jetzt kannst du dir vielleicht doch noch ein Christbäumchen kaufen!" Damit entließ er ihn und schenkte ihm auch noch einen Zeppelin. Karl trollte stolz wie ein König ob, erstand sich ein kleine» Bäumchen und brachte e» freudestrahlend nach Hause. Ganz heimlich wollte er es schmücken, und am Weihnachtsabend sollten alle so große Augen machen! — Sein Gesicht glänzte, als er mir die Geschichte erzählte. Ich freute mich mit ihm und dachte im Stillen: Glücklicher Kerl, du hast deine Weihnachtsfreude schon, ehe fie bei den andern beginnt. Ist er nicht zu beneiden? ®. ß. Lehrerkonferenz in Gießen. Das Stadtfchulamt Gießen versammelte am Samstag in der Turnhalle der PestaloUi- schule die Lehrer der Stadtschulen und die £:&rer auS den dem Stadtschulamt zugeteilt en Orten Heuchelheim. Klein-Linden, Allendorf a. d. Lahn. TBletecf, Lollar und Hausen, ferner die dem Stadtschulamt unterstellten Berufsschullehrer zu einer Konferenz. Aach den Te ;rütfungftDerten des Vorsitzenden. 1 Stadtschulrat Prof. Dr. AlleS, sprach zunächst Dr. Kohl vom Arbeitsamt Gießen über den .Aufbau der neuentstandenen A r- beitsämter und ihre Aufgaben." An Stelle der ehemals 930 Arbeitsnachweise sind heute 363 Arbeitsämter getreten. Zum Arbeitsamt Gießen gehört die Provinz Oberhesien mit Ausnahme kleiner Teile im Süden und im Avrd- osten der Provinz. Die Hauptaufgabe der Arbeitsämter besteht in der Arbeitsvermittlung und der ‘Berufsberatung. Dr. Rottenbacher, der lange Jahre in Bauern auf diesem Gebiet tätig war, h e t sodann e nen Vortrag übe. „DerusS- beratung“. :r evangelischen Arbeitervereine in der Jetztzeit betonte und zur Mitarbeit aufs orderte. Der übrige Teil beS Programms war ausgefüllt mit Dellarnatioiien, einet Reihe theatco'ischer Darbietungen, zwei weiteren Chören beS FrauenchorS, Mu ikvorträgen imb einem netten Schne-f'oc'enreigen. ** Dom Billardlxort. Am 14., 15, und 16. Dezember wurde in Köln beim Club für Billard- freunde die deutsche Amateur-LMardmeisterfchaft Eingesandt. (Für Form und 3nhalt alter unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Liebe StaotoerroaKungf DaS ist ja sehr schön mit den Mülleimern. auS denen kein Hund etwas holen kann, und die gar kein bißchen ©taub machen, wenn sich all bas schmutzige Zeug in den Müllwagen ergießt. — aber Du mußt eben wissen, ich bin ein alter Ruheständler von nahezu 70 Jahren und meine Frau die ist auch in den Sechzigern, unb zwei Treppen hoch wohnen wir, unb unsre Hilfe ist eine sehr tüchtige junge Frau, aber nur fünfviertel Meter hoch, unö die neuen Mülleimer sind entsetzlich teuer und entsetzlich schwer Wir haben auch einen ganz tadellosen Eimer mit gutem Deckel, Öen ein Hund nicht so leicht hochhebt: den kann man auch in die neuen Wagen auSleeten, unö er ist öoch ein gutes Stück leichter, als öie offiziellen Dreckkasten, unh gekostet hat er nur 5 Reichsmark, also nur zwe' Drittel von öem. toa# Der neue kosten soll. Das ist ja freilich einmal eine ganz gerechte Besteuerung: öa muh jeöe Familie, ob reich ober arm, ganz dasselbe zahlen. Aber dummerweise ist's nur vorher ungerecht verteilt: der eine hat mehr unö öer andre hat weniger, unö so toitö öie schöne Gleichheit unö Gerechtigkeit Öem einen ganz leicht unö Öem anöern ganz schwer. y,nö nun muß ich Öoch noch eine hübsche Geschichte erzählen, alte Leute erzählen so gerne Kommt öa em Herr an meine ©laStüre unb fordert, daß ich einen neuen Eimer laufe, wie ihn die Stadtverwaltung vorschreibe. Führe ich ihn in meine Küche unö zeige ihm Öen braven, netten Mülleimer mit öem Deckel: ob Öie Stadl mit den dafür abnehme? — „O nein, den müssen Sie auch behalten: Öen neuen können Sie nicht Öie Treppe hinauf unö hinunter tragen: Öer ist dafür zu schwer. Den wird man eben unten in den neuen jeöeSmal umfüllen müssen." Unö öaS wird dann keinen Schmutz unö Staub geben? X. V. Line weihnachtsbitte für die Briefträger. Längst hat man euch Bürgern den Willen getan Und bringt zu drei Malen die Post euch heran, Nun wollet auch ihr — 0, tut es schon morgen! — Sin wenig für unsere Briefträger sorgen! Sie laufen treppauf, fie laufen treppab, So nehmt doch ein Teil ihrer Last ihnen ab! Sie steigen ins oberste Stockwerk hinauf Und ach, so müde ist oft ihr Lauf — Die Brief käst en unten im Haus angebracht. Dann habt ihr den Dienst ihnen leichter gemacht! H. S. w iu I 1= E 6 •Ä&- -<# Seleistc .tetter LL den K Gotkve ter^Lir schlecht das h Vttase tztzes Staoti Linet die iifd Pr 2. tixi ftfli wr bV fr 3. tt> m fr 4. w fd di 3i D ta bi zu pZ Ml begreif dreidir leben. Seficht ßchenb dann tt der Sil der Ait Nachts lichkeit Bere der 6 Mtffc erlebe Sin kHlich Nlen Aihnc w die« «uf dvrzie! Wge bleiben mimnm iCtoare stört ui der ro' 2n un greifen ’toie9bi r? immer 8$ Daw« 2lusla M Smcriti fottb, f( folget Öhnerü mittet aus tljige, nütz I Teppiche Bettvorlagen Verbindungsstücke Läuferstoffe in reicher Auswahl Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Gegr. 1875 Plockstraße 14 Fernspr. 1636 . 9336A WWMfWll Feft-Weine in grober Auswahl bekömmlich, . .. Srflafet'nooiefotmliflüsjsnj J. B. HAUSER, Qi ESS EN AM OS WALDSGARTEN JTsm feilt Such aus! Hel, Ist das ein Vergnügen. Onkel Frierlg hat den Buben und Mfidels feste Rodelschlitten und Schlittschuhe von Häuser geschenkt and nun geht» heidi über die Schneeberge und den zugefrorenen See. Denken auch Sie an Rodelschlitten und Schlittschuhe für Ihre Kinder, schenken Sie sie ihnen wenigstens zum Weihnachtsfest, - Sie können keine größere Freude bereiten und dienen zugleich der Gesundheit Ihrer Rinder. Hluser hat große Auswahl In Rodelschlitten und Schlittschuhen, natürlich nur wirklich wetterfeste Geräte, die das Tollen der Kinder auch aushalten, und billig im Preis sind! 11I20A Statt Karten im vollendeten 43. Lebensjahre. Groß-Rechtenbach, den 18. Dezember 1928. 111271 Unsere unvergeßliche treue Mutter Frau Anna Vaubel ist am 15. Dez. im 90. Lebensjahre sanft entschlafen. Die Beisetzung erfolgte in der Stille. Die trauernd Hinterbliebenen. 08866 Besuch! die Haedels- •ehale Kanzehnane I Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Erna Schneider geb. Düerkop. Reizende ===== Puppenwagen^ Blumenspenden und Beileidskundgebungen waren nicht im Sinne der Verstorbenen. J. H. Fuhr Sonncnstrafae Nr. 15. ioöma Bequeme Teilzahlung Deutsche ÜMzMM ibraun», 4 Monat al et ih’elpe «braun getigerter Rüde» neuern entlauten. (Segen Belohnung libzugeben (Sieben, («oc b-'itr. 69. la Portland Zement bester Qualität, unter Syndikatspreis C. Riibsamen. Sielen es7D Fernsprecher 1659. Heute morgen 9 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein geliebter Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Bürgermeister Karl Schneider Hausandacht im Trauerhause Groß-Rechtenbach Freitag, den 21. Dezember 1928. mittags 12 Uhr; anschließend Ueberführung der Leiche nach Klein-Altenstädten bei Wetzlar, woselbst Beisetzung um 3 Uhr vom Eltemhause aus stattfindet. Beileidsbesuche dankend verbeten. MobMrik m.BRÜCK inh. rn. weiNtAT giessen, ärandplat} * (altes schloss) !IIIII!IIIIIIIII!III!!III!IIIIIlIIIII!IIIIIIIIIIII!IIMII!II!IWIIIIIIl Wenn Sie gerne ein echtes Bcch stein-. Blüthner-.Feurlch- oder Schied mayer- Piano oder einen Flü- gel dieser bedeutenden Weltmarken wünschen »JkiI 1 statt ihres weniger w guten, vielleicht auch A/jgf schon sehr alten Kla- vieres, so verlangen J&wSjgBR Sie bitte, günstiges Angebot. 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Bürgermeister Dr. Völsing und Frau. Alsfeld, den 18. Dezember 1928. Speise-und Salat- kartoffeln tn vrima Qualität, empfiehlt billigst W. Hankel, Neuen Baue 7, Televh. 612. 45D Todesanzeige. Unterfertigter betrauert tief das am 17. Dezember erfolgte Ableben seines lieben A. H. Fritz Schuster Pfarrer an der Christuskirche zu Mainz, ehern, langjähriger Vorsitzender des A. H.-Bundes. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Weiße und farbige Oberhemden sowie Schlafanzüge in großer Auswahl zu billigen Preisen AugustWaag Spezialgeschäft, Seltersweg 60 Am 16 Dezember verschied unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Katharine Langohr geb. Weller Postsekretär L R-Wwe. im 62 Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Alfred Langohr und Frau Irmgard geb. Saxe Darmstadt (Land), Breite Allee 21. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 20. Dezember, mittags 1 Uhr, in Wleseck von ihrem Hause Gießener Der Verein Deutscher Studenten an der Ludo- viciana zu Gießen Für den A. H.-Bund: Für d. Aktivitas: gez. Weck, Pfr. gez. Schüler x Gießen, den 18. Dezember 192k Bekanntmachung. Betr.: Straßenreinigungsgebühren. Auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 30. März 1928 und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 30. Oktober 1928 zu Nr. M. d. I. 41626 wird mit Wirkung vom 1. April 1928 ab der Berechnungsmaßstab von 20 Gpf. für jeden Quadratmeter Reinigungsfläche in der Gebührenordnung über die Benutzung der städtischen Straßenreini- SU"S °°m ig April 1924 °uk 32 ’M fut das Jahr erhöht. 11119C Gießen, den 17. Dezember 1928. Der Oberbürgermeifter. I. B.: Dr. Hamm. Merken Sie sich gut bei Bncher-Bnhäuien 1O SCHAUFENSTER Mittwoch. 19. Dezember 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr 298 Zweites Blatt Ungefaßt eine halbe Million Europäer Wan- I ein deutsches Orchester, ein Schülerorchester und rt jährlich über den Oxean aus: daß ist ein einen Turnverein. Außerdem haben die deut- dert jährlich über den Ozean aus; daß ist ein gewaltige Zahl, für die nicht leicht Boden beschafft werden kann. Nachdem die Bereinigten Staaten die Einwanderungserlaubnis immer mehr wirken zu lassen. Der zweite Programmteil war ein Krescendo der Weihnachtsfreude von Ioh. Eccards „Ich lag in tiefer Todesnacht" an bis zu „O. Freude über Freud!" desselben Meisters, der dem Jubel durch die sieghafte Tenorstimme besonderen Ausdruck zu verleihen mag Das innige Erleben des Weihnachtsmysteriums bewegte den drillen Teil des Programms und schwang sich in dem klanglichen Jubel des „Hodie Christus natus est" von I. P. S w e e 1 i n ck aus. Mit diesen Chor erreichte die Darmstädter Vereinigung ihre höchste klangliche Entfaltung und bannt ihren stärksten Erfolg. Hier war dasTremo- lieren der Soprane, das sich namenllich über die Chöre des ersten Teiles wie ein Schleier gelegt hatte, gewichen; hier konnten die Tenors strahlen und eine Klangintensität entfalten, die man ihnen in den Eccardschen Sätzen gern gewünscht Halle. War auch im allgemeinen im Vergleich zu dem früheren Auftreten des Chors eine Verbesserung des Gesamtklanges festzustellen, so dürfte der Dirigent, Professor Dr. Friedrich N o a ck, doch immer noch mehr auf einen idealen Ausgleich der Stimmen, besonders in den langsamen Sätzen, hin- arbeiten und immer mehr die Verbindung zwischen Melodie und deklamatorischer Kraft des Textes schaffen. Die einzelnen Stimmgruppen wären noch inniger mit einander zu verweben und zu organischer Klangeinheit zu verschmelzen Verschiedentlich trat in den Schlußakkorden die Terz auffallend zurück; ebenso war die Tonhöhe am Schluß der Gesänge gesunken. Wer einmal das „In dulci jubilo", das der Chor in der Bearbeitung von Karl Thiel fang, unter Thiels persönlicher Leitung gehört hatte, konnte nicht mit dem schuppenden Tempo („Ziem- lich lebhaft"!) einverstanden sein. Inmitten der A-cappella»(9efänge wäre Herzogenbergs Duett „Joseph, lieber Joseph mein" vielleicht am Platze gewesen, wenn eine ideale Ausführung , i wäre. Der Oraelbegleitung fehlte aber in diesem Falle eine gewisse Abrundung, und die Baßstimmen konnten nicht den stimmlichen Anforde- Prosessor Dr. Harry Mahne in Born hat den Ruf auf den Lehrstuhl der deutschen Sprache und Literatur an der llniversllät Marburg als Nachfolger von Geheimrat Ernst Elster angenommen. — Der Privatdozent an der Göttinger llnivrr i.ät Dr. Erich Weniger ist zum Profes or an der Pädagogi chm Akademie In Kiel berufen worden und wird den Lehrauftrag für Pädagogik an Stelle des nach Hanllmrg be* rufenen Prof. W. Flitner übernehmen. Dkutsthe im südamerikamschm KrieMebirt Deutsche Einwanderer-Kolonien in Paraguay und Bolivien. — Deutsche Wissenschaft in La paz. - Deutsche Handelsbeziehungen. Von Dr. Erwin Krug. Griechenland. Hier, an den klassischen Stätteir, wuchs mit dem Verständnis für die Größe des Hellenentums auch die schon von Kindheit an Erstehende Neigung zu phi'osophi'chem Denken, und in drr Bereinigung von Philosophie und Erkenntnis der Bedeutung, di? das Hellenentum auf die menschliche Kultur fortdauernd ausübt, fand er die Grundlage, auf der sich sein weiteres Wirken aufbauen sollte. 3m Jahre 1874 habilitierte sich v. Wilamowitz-Mö'lcndorff In Berlin für klassische Philologie, folgte zwei 3ahre später einem Nufe als Ordinarius nach Greifswald, kam 1883 nach G5t sinken und 1897 nach Berlin als Nachfolger von Ernst Curtius. 1910 erhielt der Gelehrte auS Anlaß der 100-IahAier der Berliner Unloer i'.ät den Charakter als Wirklicher Geheimer Nat mit dem Prädi ctt Exzellenz Prof, v. Wilamowitz ist u. a. Mitglied der Preußischen Akademie der Wis enscha'tm. Nittw des Ordens pour le merite für Kunst und Wis enschaft, Inhaber des österreichischen Ehrenzeichens für Kunst und Wis'enschaft, Mitglied fast aller Alademierr, Ghrendo tot in- und ausländischer llniveriilä en. Bon seinen zahlreichen Werken nennen wir: „Analecta Euripidca“ 1875; „Homerische Untersuchungen" 1884; „Einleitung in die a tttsche Tragödie" 1889; »Aristoteles und At';en" 1894: .Reden und Vorträge" 1902; „Griechische Litera- turgeschichte, 3. Aufl. 1912; „Staat und Gesellschaft der Griechen". 2. Aufl. 1923; „Homer und die Ilios", 2. Aufl. 1917; .Platon" 2 Bd., 2. Aufl. 1918- „Gr echische Tragödien", übersetzt 1899-19:0; »Griechische Vrrskunst" 1921; .Hellenistische Dichtung" 1924, 2 Dd. hin vollkommene Ehe. Stückwerk bleibt auch sie, wie alles Menschenwerk. Wenn es je eine echte Kamerabschafts-Ehe gegeben hat. so war es die zwischen dem weimarischen Geheimen Rat Johann Wolfgang von Goethe und der veinen Blumenbinderin Chri- stiane Vulptus. Es war eine Kameradschafts-Ehe nicht deshalb, weil sie mehr als anderthalb Jahrzehnte lang des Segens der Kirche entbehrte. Sondern es war eine echte Kameradschafts-Ehr deshalb, weil hier zwei Menschen, ein Ich und ein Du, die sich zueinander gefunden hatten, fest zusammenhiellen gegen alle Schranken, die die Gesellschaft zwischen sie zu drängen trachtete, so fest und so lange zusammenhielten. bis sie die trennenden Schranken auch äußerlich und förmlich überwunden hatten. Nichts ehrt den Mann Goethe so. wie die stolze Beharrlichkeit, womit er an seinem einfachen Lebenskameraden sestgehalten hat. Nichts ehrt Christiane so, wie das hingebende Vertrauen, das sie dem gesellschaftlich so unerreichbar. so hoch über ihr Stehenden ent gegen gebracht hat. Hn8 will bedünken, aus diesem Beispiel einer echten Kameradschafts-Ehe sei mehr zu lernen, als aus Büchern amerikanischer Modeschriftsteller. Man muh die Dinge nur zu sehen trachten, wie sie wirklich lagen, man muß die gesellschaftlichen Bindungen, unter denen sich der größte deutsche Dichter und die kleine Blumenbinderin fanden, nur nicht übertünchen unb verschleiern ; dann behält das Beispiel eines Mannes, der auf den Höhen der Menschheit wandelle, und der die Gefühle der Verantwortung und Verpflichtung gegenüber seinem Lebenskameraden je länger je tiefer empfand, auch unter veränderten Lebensformen und Gesellschaftszu-- ständen seinen unveräußerlichen Wert. scheu Ansiedler eine Sprachschule gegründet, in dec die Bewohner von Paraguay deutschen Sprachunterricht nehmen können. Meist stammen die deutschen Einwanderer von schwäbischen Dauern ab; in neuerer Zeit ist aber auch eine „Kolonie Niedersachsen" errichtet worden, in der 800 Niederdeutsche ansässig sind, die vor einigen Monaten Zuzug aus ihrer engeren Heimat erhalten haben. Oft werden bei den Zusammenkünften der Einwanderer deutsche Filme gezeigt, und so manchen Zuschauer packt dabei das Heimweh; denn die meisten sehnen sich nach ihrer Heimat, obwohl es ihnen in Paraguay nicht schlecht geht. 3n bestimmten Gebieten erhalten die neuen Ansiedler Negierungsland; so wurde beispielsweise in den letzten Jahren festgesetzt, dah jeder erwachsene Einwanderer zehn Hektar zu- aewiesen erhalten sollte. Für diesen Boden brauchen die Deutschen keine Pacht zu zahlen, doch müssen sie die Dermessungsgebühren erlegen, die sich auf ungefähr 75 Mk. belaufen. Wenn nun die Pächter das Land ordnungsmäßig bestellt haben, dann geht es nach fünf Jahren in ihr Eigentum über. Die Einwanderer vermehren also die Menge des urbaren Bodens. Auch einige industrielle Anlagen sind in Paraguay von Deutschen geschaffen worden: ein Sägewerk, eine mechanische Schmiede und ein Elektrizitätswerk gehören Deutschen, und vor einiger Zeit hat sich ein deutscher Verein für Baumwollanbau gebildet, der den Daumwottexport Paraguays erweitern will. Der bisher noch geringfügige Handel innerhalb des Landes liegt fast ausnahmslos in deutschen Händen, und auch der Anbau von Tabak, Wein und Baumwolle bringt den Ansiedlern ansehnliche Einnahmen, wenn fte erst die schweren Jahre des Aufbaus überstanden haben. Ganz anders leben die Deutschen in Bolivien. Während sie im benachbarten Paraguay beschränkt haben, drängt ein ständig wachsender Teil dieses europäischen Völkerstromes nach Südamerika, und zwar vor allen Dingen nach Argentinien, Brasilien und Chile; dorthin sind im vergangenen Jahr ein Zehntel aller deutschen Auswanderer gegangen. Aber auch Bolivien und Paraguay nehmen Deutschlands Aus- wanderungslustige gern auf; wahrend in Paraguay schon seit längerer Zeit st a t t l i ch e deutsche Kolonien bestehen, hat Doli- v i e n in letzter Zeit systematisch versucht, deutsche Landwirte und deutsches Kapttal ins Land zu ziehen. Döse Zeiten werden für die Deutschen in Paraguay anbrechen, wenn dieses Land tatsächlich nun zum Kriegsschauplatz werden sollte. Man muß dann befürchten, dah viele blühende Ansiedlungen vernichtet werden, die die deutschen Einwanderer dort in jahrzehntelanger schwerer Arbeit geschaffen habeir. Die größte deutsche Siedlung in Paraguay ist Hohenau am Alto Parana; vor 25 Jahren wurde sie gegründet, und mit Stolz können die 3000 Deutschen, die in dieser Siedlung wohnen, auf den Erfolg ihrer Arbeit Hinweisen. Eine andere große deutsche Kolonie ist „Jndependencia". In Asuncion, der Hauptstadt Paraguays, leben 800 Deutsche, die auch in der Fremde das Andenken an die Heimat pflegen. Seit Jahren besteht in Asuncion eine deutsche Schule, die von 150 Schülern besucht wird, und als der frühere deutsche Reichskanzler Dr. Luther in Paraguay toeilbe. konnte er das neue stattliche Schulgebäude einweihen. In einem großen Festsaal, der 800 Personen faßt, finden sich die Deutschen zusammen; dort tagen auch die Vereine, die in der deutschen Kolonie allmählich entstanden sind. Es gibt in Asuncion einen Thcaterverein, einen Männergesangverein, Zeiiungsfchau. 3m letzten Heft der Volkswirtschaft- lrchen Blätter, der Zeitschrift des Reichs- perbandes der Deutschen Volkswuie, legt Dr. O. Lei brock mit zwingenden wirtschaftlichen Beweisgründen dar. dah der Mechanismus des Dawesplanes nur weiterwirlen kann, solange Auslandanleihen aufgenommen werden, was aber gleichbedeutend wäre mit einer den: Zusammenbruche zufuhrenden Aushöhlung des eigenen Wirtschaftslörpers. Ohne Auslandanleihen ist die Ausbringung der Last nur möglich durch die Herabsetzung des dem eigenen Verbrauch verbleibenden Volkseinkommens unter daS Existenzminimum, durch eine der Arbeiterklasse auf unabsehbare Zeit zugewiesene Sklavenfunktion, die auch die elementarsten psychologischen Bedingungen für jede Hebung der Arbeitsleistung zerstört und den bestehenden krisenhaften Zustand der rovolutionären Spannung verewigen muh. An uns liegt es deshalb, die Initiative zu ergreifen. wenn wir nicht in der fünf i;en Ordnung der Welt eine ähnliche Rolle spielen wollen wie die Türkei oder China in der Vorkriegszeit. Hierzu ist Vorbedingung, dah wir endlich einmal die Debientengesinnung, an die das Ausland immer noch glaubt, abschütteln und eine Regelung fordern, die nicht an der weltwirtschaftlichen Aequivalenz-Dedinqtheit allen Güteraustausches Vvrübergeht, die ferner das bisher von uns Geleistete berücksichtigt. Dazu ist Vorbedingung, dah wir uns endlich einmal daran gewöhnen, unsere bisherigen Gesamtleistungen in Höhe von 67 Milliarden Mark und auherdem den unschätzbaren Wert der verlorenen Kolonien zu begreifen, überhaupt das ganze Problem global, dreidimensional zu betrachten, dah wir für das leben, was nach uns kommen soll. Von diesen Gesichtspunkten müssen wir uns bei den bevor- steyenden neuen Verhandlungen leiten lassen; dann werden wir finden, dah die Mobilisierung der Eisenbahn- unb Industrieobligalionen. wie sie jetzt angestrebt wird, nicht in unserem Interesse liegt, und zwar deshalb nicht 1. weil durch diesen Wechsel der Gläubiger die Reparationsverpflichtungen ihren politischen Charakter verlieren und zu reinen Prioatfchulden werden. 2. weil wir uns auf diesem Wege eines wich- tigen Trumpfes begeben, der bei künftigen weltpolitischen Verwickelungen, die nicht aus- bleiben werden, eine ausschlaggebende Rolle spielen kann, 3. weil es bei den Privatgläubigern nicht mehr möglich ist, eine Herabsetzung der Leistungen herauszuhandeln und endlich 4. weil die währungschützende Transferllausel fallen würde, da das Bestreben der ausländischen Kapitalisten darauf hinausläuft, den Zinsen- und Tilgungsdienst in ausländischer Währung sicherzustellen, mit anderen Worten, Garantien gegen eine plötzliche Einstellung des Dienstes der Schuldverschreibungen zu verlangen. Heber die Kameradschafts-Ehe, die von Amerika aus jetzt so leidenschaftlich propagiert wird, sagt Paul Karms in den „2. N. N." u. a. folgendes: „Selbst im eigentlichen Siegerland Amerika macht das Verhältnis der Geschlechter zueinander den Prakttkern des öffentlichen Lebens Kopfzerbrechen Aber vom Kopfzerbrechen zur „rettenden Tat" ist in Amerika nur ein Schritt. Slebermäfjiger Alkoholgenuh ist für die Volksgesundheit schädlich? Also macht man ein Gesetz, das den Genuß von Alkohol überhaupt unter Strafe stellt. Daß die Hebertretung dieses Gesetzes der allgemeinste Sport in den Vereinigten Staaten geworden ist, und daß Achtung vor dem Gesetz habet ebenso allgemein zum Teufel geht — ja, das muß man bei dieser fröhlich unbekümmerten Art von Gesehesmacherei schon in den Kauf nehmen Mit dem gleichen Mut und Goltvertrauen, wie die Allvholgegner den Teufel durch Beelzebub austrieben, möchte nun der Richter Lindsay auch dem Hebel des zu frühen Geschlechtsverkehrs zwischen Jugendlichen §u Leibe gehen Heiraten wollen sie doch nicht gleich. Also schafft man die gesetzliche Möglichkeit einer Ehe auf Probe, die für die Beteiligten, wenn sie es vorziehen, wieder auseinanderzugehen, keine lästigen Folgen hat. In dieser Ehe dürfen nämlich Hochfthulnachrichkn. Der Meister der Altertumswis enschäft, Exzellenz Professor D. Dr. phil. et jur. Ulrich Wilamowitz-Möllendorff in Berlin feiert am 22. Dezember seinen 80. Geburts- t a g. Der Gelehrte ist 1848 auf dem Gute zu Markowih in Posen geboren. Aus der Landesschule za Psorta vorgebildet, widmete er sich phi'o'ogischen Studien zunächst in Bonn, dann in Berlin. Noch vor Abschluß der Studien brach der deutsch-französische K.isg aus und der junge Philologe zog, ohne Asputation zum Doktor promoviert, als Grenadier im 2. Garderegiment zu Fuß ins Feld und kehrte erst im 3um 1871 unversehrt in die Heimat zurück. Die Jahre 1872 bis 1874 führten den Forscher nach Italien und ein geistiges Eigenleben führen, schließen sie sich in Bolivien kaum von der übrigen Bevölkerung ab. Dazu hat die ausgesprochen freundliche Hab- tung der Regierung sicherlich viel beigetragen, die auch in letzter Zeit immer wieder erklärte, daß deutsche Einwanderer und deutsches Kapital ihr überaus willkommen seien. In Bolivien herrscht eine oft dokumentierte Vorliebe für Deutschland, die noch aus der Zeit herrühren mag, in der deutsche Offiziere das bolivianische Heer ausgedi'det haben. Eme deutsch-bolivianisch« Aftiengesellschaft, der „Lloyd Aereo Boliviano". wird von der Regierung mit Geld unterstützt und versieht den Flugverkehr , die Flugzeuge sind deutsche Junkersmaschinen. Be eichnenb für das gute Einvernehmen zwischen Regierung und Einwanderern ist die Tatsache, daß die in Bolivien lebenden Deutschen der Regierung im Jahre 1925 — anläßlich des hundertjährigen Bestehens der Republck Bolivien — ein Inn - kersflugzeug zum Geschenk machten. Während Die deutschen Einwanderer in Paraguay meist Landwirte sind, leben die Deutsche in Bolivien vorwiegend in den Städten. Sie sind als Kaufleute in den Exporthäusern unb als Ingenieure tätig; auch die leitenden ©Leitungen in den Brauereien werden meist mit Deutschen besetzt. In La Paz gibt es eine deutsche Schule, die augenblicklich von 300 Schülern besucht wird. Außerdem haben sich in den letzten Jahren deutsche Gelehrte für Bolivien interessiert, und die Staatsuniversität des Landes hat vor einiger Zeit deutsche Gelehrte eingeladen, an Ort unb Stelle die Kultur des alten Inka- reiches zu studieren. Professor Wegner, der bekannte Frankfurter Anthropologe, ist vor einigen Monaten von dieser Forschungsreise zurück- gekehrt und hat von der Hilfsbereitschaft der Regierung Boliviens berichtet. Die gebildete Bevölkerung Boliviens Heft deutsche Werke, Goethe, Schiller und Heine sind in spanischer Sprache verbreitet, und die Musikkenner Boliviens sind begeisterte Anhänger Wagnerscher Musik. Bor einem Jahr hat das Potsdamer Observatorium gemeinsam mit der Donner Sternwarte in La Paz eine kleine Sternwarte erricht, in der deutsche Gelehrte Spektralaufnahmen von südlichen Sternen machen, die in Europa nicht sichtbar sind. Im Februar dieses Jahres wurde der Freundschafts- und Handelsvertrag zwischen Deutschland und Bolivien erneuert; aber schon vorher bestanden gute Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Im Jahre 1926 hat Deutschland für 1 700 000 Mk. Zinkerze und für über fünf Millionen sonstige Erze von Bolivien •getauft, und der Handel mit Deutschland ist für den südamerikanischen Staat ein gutes Geschäft: gewesen, denn Bolivien hat seine Ausfuhr nach Deutschland, verglichen mit dem Jahr 1925, kräftig steigern können. ‘JJemgegenüber fällt die deutsche Ausfuhr von 8,5 Millionen Mark für den deutschen Export nicht so sehr ins Gewicht; es ist aber anzunehmen, daß sich in den nächsten Jahren ein tärkerer Wärmebedarf bemerkbar machen wird, o daß deutsche Maschinen«-^Chemikalien und beut» ches Material für den Eisenbahnbau zu verkaufen ein müßten, wenn dieser Krieg das Wirtschaftsleben nicht zu sehr beeinträchtigt und die Kaufkraft schwächt. keine Kinder gezeugt und bei der Scheidung keine Ansprüche auf Unterhalt geltend gemacht werden. Wie bei der Prohibition das Gefühl der Achtung vor dem Gesetz zum Teufel gegangen ist, so würde bei gesetzlicher Einführung dieser Ehe auf Probezeit dem jungen Geschlecht das Gefühl der Verantwortlichkeit todsicher aus- getrieben werden. Mach dir das Leben so bequem wie möglich und laß den anbern für sich selbst sorgen, so wäre der Grundsatz. den eine gesetzlich eingeführte Ehe auf Probezeit der amerikanischen Jugend predigen würde. Ob das da drüben so dringend nötig ist? Wir in Deutschland haben jedenfalls keinen Bedarf nach gesetzlichen Maßnahmen dieser Art. Wenn wir etwas gebrauchen, so ist es eine Stärkung des Pflichtgefühls und Stärkung des Gefühls persönlicher Verantwortung im Heranwachsenden Geschlecht. Deshalb sollten wir es vor alten Dingen ad- lehnen, eine Form der Ehe, wie sie der Amerikaner Lindsay anregt, als Kameradschafts-Ehe zu bezeichnen. Wir sind bisher der Meinung gewesen, daß die Partner jeder gesunden Che einander als Lebenskameraden achten und betrachten sollen. Wir sollten das Wort Kamerad nicht mrnüy im Munde führen, denn es bezeichnet etwas Hohes und Seltenes, ein Ideal, das zu erreichen ehrenvoll und beglütfenb. aber nichts weniger als leicht ist. Gute Ehen sind t.iht die Regel, ftmbem die Ausnahme. Das ist vielleicht, was wir der suchenden und ringenden Jugend offen sagen sollten. Denn die Ehe ist. wenn sie ernst genommen wird, weder ein Geschäft nvch ein Vergnügen, sondern ein Kunstwerk, ein Kunstwerk abgeschlossenen und vollendeten Menschentums. Unb Kunstwerke gelingen nicht dem Durchschnitt, sondern nur den Auserwählten. Unb wie kein Künstler von Menschenhand schlechthin vollkommen ist, so gibt es auch keine schlecht- Wichtige Lohnsteuerbestimmungen. Abführung der Lobnsteuer in bar oder durch lleverwelsung. a) Arbeitgeber, die Im Kalenderjahr 1928 die Lohnsteuer ihrer Arbeitnehmer in bar oder durch Ueberweisung abgeführt haben, müsien für jeden am 31. Dezember 1928 in ihrem Dienst stehenden Arbeitnehmer dem Finanzamt die Steuerkarte für 1928 mit einer Bescheinigung über Lohnhöhe und Steuerbetrug nach vorgeschricbenem Muster übersenden. Die ueberfenbung hat bis zum 15. Januar 1929 an das Finanzamt zu erfolgen, in dessen Bezirk der Arbeitnehmer am 10. Oktober 1928 seinen Wohnsitz aehabt hat. Die Steuerkarten dürfen also diesen Arbeitnehmern am Iahresschlutz nicht ausgehändigt merben. b) Für die übrigen im Jahre 1928 bei ihnen beschäftigt gewesenen, aber vor dem 31. Dezember 1928 ausgeschiedenen Arbeitnehmer müsien die Arbeitgeber vis zum gleichen Zeitpunkt den Finanz- Vortrags-Bereinigung. Wcilinachtslonzcrt der Madrigal-Bereinigung Darmstadt. Witten in dem hastenden Treiben der Weihnachtsvorbereitungen mit ihren liebevollen Heimlichkeiten, hatte die Gießener Vortrags- Vereinigung zu einer Rillen Ze.erstunl e in ber Stadtkirche eingeladen. um dort die weihnachtliche Vorfreude im Geiste ber Musik zu erleben. Ein glücklicher Gedanke; denn keines unserer kirchlichen Feste ist so eng mit der Musik verwachsen, wie gerade das Weihnachtsfest. liniere Weihnachtslieder sind uns zu Symbolen für das höchste unserer christlichen Feste geworden. Eine Weihnachtsseier ohne Weihnachtslieber wäre uns schlechthin undenkbar. Die Hirtenszenen, die Szene an der Krippe, die Könige aus dem QEorgenlanbe fanden schon früh in der Musi! ihre Verherrlichung, und die mtttelalterlichen la.einischen Hymnen und die daraus sich entwickelnden volkstümlichen Weisen klingen durch bis in unsere jüngste Zett. So das alte „Quem pastores laudavere, te.x die Hirten lobten sehre", das „Resonet in laudibus“, der Ur- weise des Kindelwiegens(.,Joseph. lieber Joseph mein“), die unsere Schaffenden bis zur Jetztzeit angeregt hat, wie in He r zo ge n be r g s Weihnachtsoratorium oder in Brahms Geistlichem Wiegenlied mit Dratschenbegleitung („Um dies« Palmen") oder Max Regers „Maria sitzt am Rosanhag“. „Die heiligen drei Könige mit ihrem Stern" sanden ihre moderne K.'angformung durch Peter C o r n e l i u s, wo die 'Weise vom Morgenstern den Untergrund für die Entfaltung der Solostimme gibt. . Die Innigkeit des religwsen Versenkens in die Hellstatsachen lieh auch nach dem Eintritt der Reformation keine Trennung der beiden christlichen Konfessionen in bezug auf das Weihnachtslied eintreten. Hm so reicher ist die Fülle der köstlichen Melodien, die voller Freude, Jubel und Zartheit mit der vielfältigen Bildhaftigkeit des Textes verbunden sind. rungen entsprechen. Der erste Programmteil bot religiöse Gesänge mehr allgemeineren Inhalts, von denen besonders I. Handls „Gebet in Todesnot" als sehr wirksam hervorgehoben fei. Eingeleitet wurde das Konzert durch ein kleines Präludium in ll-Moll von I. S. B a ch. In die weihnachtliche Stimmung führte Bachs Pastorale in si-Dur (nicht 8-Dur, wie auf dem Programm fälschlich stand) ein, die wir erst vor vier Tagen an gleicher Stelle mll nachhaltendstem Eindruck von dem Bach-Meisterspieler Günther Ramin hören konnten. Vielleicht hätte man erwarten können, von einer Darmstädter Vokalvereinigung auch Werke von Arnold Me n d e l s s o h n , dem in der Gegenwart unerreichten Meister des Vokalsatzes und Ehrendoktor der Gießener Universität, zu hören. Aus der Fülle seiner ^serke hätte sich sicher manches herausfinden kiffen, das sich ebensogut, ja, vielleicht noch besser als einige der gebotenen Sätze in das Programm eingefügt hätte. Von der Reihe der Darbietungen nahm wohl ein jeder aus der bis auf den letzten Platz besetzten Stadtkirche etwas mit, was in seinem Innern nachwirkte und nachklang. Dr. H. Das Bestreben unserer Zeit, den alten A-cappella- I gesichert gewesen Gesang wieder wach werden zu lassen, fand noch- 1 aber in diesem Fc haltende Förderung durch die verschiedenen 2Ra= drigalvereinigungen. Hier in Gießen hatte man die Darmstädter Madrigal-Vereiniguna verpflichtet, um den Reiz der alten Weisen auf sich Syndikatspreis , Stellen 1659. Ä &•**> «SS a'ten Kl». £ 5^ höMr Qy. n6bl8' Ä. )d ^hrjährit cnzahluDg kelfle «d»te»chri(t- Garantie 1 Utfeniflf Atm ‘ 6 (H ® in«* MWWW tij u 11 M NW \ i ch HOM) ) iniW jr en. linnen,n öcC » ^6" 19» iimSSc ter 1928. amtern, in deren Bezirk die Steuerkarte 1928 aus» geschrieben worden ist, Ueberweisungsblätter über' senden. Verwendung von Sleuermarken. Arbeitnehmer, für die im Kalenderjahr 1928 Sleuermarken verwendet worden sind, sind verpflichtet, die In ihrem Besitz befindlichen Steuer» karten für 1928 mit den mit Marken beklebten Einlagebogen dis zum 15. Januar 1929 bei dem Finanzamt abzuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1928 gewohnt hoben. Gießen und Men-duseck. Zu unserem Artikel über die S t r a ß e n b a h n- Verhandlungen Gießen —Wieseck In Nr. 292 erhalten wir von Bürgermeister Be cke r, Alten-Buseck, die nachstehende Zuschrift: „Nachdem in Ihrer Erwiderung ii Ar. 292 des „Gießener Anzeigers" vom 12. ds. Mts. die Schrift lft.ung auf die Feststellung ter Wiesecker Unterhändler eingeht und dabei auch Alten-Duseck mehrmals erwähnt wird, sehen wir uns genö'igt. auch unsererseits einmal auf die Sache ein^ugehen. Anfangs schien .es ja, als ob wir vollständig unbeteiligt an der Sache settn. doch haben dir Feststellungen der Wiesecker uns wieder in geziemende Erinnerung gebracht. Wir wollen uns daher zunächst mit den so wohlwollenden Sähen beschäftigen, die sich in dem angezogenen Artikel mit Alten-Duseck befassen. Menn dort bezüglich des evtl. Vertragsabschlusses mit Gießen der Sah: „An einer Zubringerlrnie Allen-Dusock—Wieseck hat die Stadt k.i i Interesse" bestritten wird, so müssen wir doch sagen, daß der Artikelschveiber l l>er sehr schlecht be- ra en ist. Herr Bürgermeister Dr. S e i b scheint doch nicht alles erraten zu haben aus der gemeinschaftlichen Sitzung im Stadthause in Gießen, an der Herr Bürgermeister S ch o m b e r, Verbandsvorsteher Benner und der Unterzeichnete teilnahmen. Aicht allein, daß der obige Satz wörtlich so 3um Ausdruck kam, sondern bie Aussprache dort nahm manchmal einen peinlichen, für Alten-Duseck geradezu brutal klingenden Charakter an. So erklärte auf eine Anfrage Benners, wie er sich zu Alten-Duseck stelle, Herr Bürgermeister Dr. Selb. daß Alen-Buseck für Gießon nicht It Betracht komme und daß Mieseck so schnell wir möglich den Vertrag mit Alten- Buseck lösen müsse. Sollte die Elektrische früher gebaut fein, als die Drrtvagszeit abgelaufen sei, dann solle bis zum Ende derselben mit einem Wagen noch ein Zubringerdienst bis Wirseck gefahren werden. Daraus aufmerksam gemacht, daß ein Wagen nicht ausrcichr für drn Spitzenverkehr, erklärte Herr Dr. Seib, Alten-Bufeck müsse sich eben dann in die Verhältnisse fügen, und wenn der Verkehr nicht bewältigt werden könne, dann müsse eben Alten-Duseck sehen, wie es noch Gießen komme. And wenn die kurze Zeit, die noch gefahren werden solle, nicht rentiere, dann müßten eben für Alten-Duseck die Tarife erhöht werden. Das ist die klare, unverfälschte Wiedergabe der Auslassungen des Vertreters der Stadt Gießen in der fraglichen Sitzung. Daher kommen auch die Wiesecker Devollmäch igten zu ihrer diesbezüglichen Behauptung. und die Behauptung des Gegenteils ist unverständlich nach einer so klaren Stellungnahme des Vertreters der Stadt. Mit überwältigmden Gefühlen und gegenseitigem Angucken verließen wir das Rathaus. So scllten also die Verkehrsbelange der Alten- Busecker gefördert werden, und das waren die maßgebenden Gießener Stellen, die die Ver° kehrswünsche der Alten-Dusecker so herrlich zu erfüllen suchten. Alles, was in der Erwiderung bezüglich der Verkehrswünsche und -belange von Al cn°Duscck, ihre Förderung und Erfüllung behauptet wird, ist das glatte Gegenteil von dem, was der Vertreter der Stadt Gießen uns gegenüber erklärt hat. Auch die Auslösung des Gemeink«verbandes sollte auf keinerlei Entgegenkommen zu rechnen haben, und das befriedigende Arrangement, das erzielt werden sollte, bestand darin, daß erllärt wurde, damit könne sich die Stadt absolut nicht einlasfen. . Das ist der wahre Sachverhalt, wie er sich rn der Sitzung abspielle, und es ist tief bedauerlich, daß der Schreiber der Erwiderung bezüglich Altml-Dusecks Behauptungen auf stellt, die den Anschein erwecken könnten, als Hobe es noch etwas zu erwarten. In Wirllichkeit wurde Alten-Duseck ouf den ersten Hieb glatt abgestoßen und ausdrücklich feinem Schicksal überlassen. Wir können daher auch begreifen, daß Herr Bürgermeister Dr. Seib in Wieseck in der fraglichen Sitzung nicht mehr auf die Frage eingehen wollte. Nach- dem durch diese glänzende Taktik im Stadthause, deren Tragweite wir sofort übersehen konnten, der Gemeindeverband naturnotwendig auf einen anderen Weg gedrängt wurde, sah man em, daß man zu offen gewesen war und. wir erkennen es gerne an, es gab gegenüber dieser peinlichen Frage nur — Schweigen. Warum hat man denn nicht einmal den Versuch gemacht, Alten-Duseck gegenüber eine andere Stellung einzunehmen, wie die im Stadthause; hier ist ja Schweigen die beredteste Sprache. Wir sind doch keine ABC-Schützen mehr, daß man uns nach all den Erfahrungen der letzten Zeit und den uns nur allzudeutlich gegebenen Winken auch noch Behauptungen entgegenhalt, die mit der Wirklichkeit direll auf dem Kriegsfüße stehen. Wenn sich der Verfasser eingangs seiner Ausführungen gegen den Vorwurf der Einseitigkeit wehrt, warum hat er dann nicht einmal die Gegenseite gehört. Wir wollen doch nicht annehmen, daß hier eine bestimmte Absicht besteht, die Einwohner von Alten-Duseck aufzuklären, sonst müßten wrr auch die Erfüllung des uns Zugedachten von ihm erwarten. Was wir von der Stadt Gießen zu erwarten haben, das hat uns ja deren Vertreter so unzweideutig eröffnet, daß nur noch ein Säugling darüber im Unklaren sein kann. Herr Bürgermeister Dr. Seib braucht für die im „Gießener Anzeiger" gemachten Versprechungen leider nicht einzustehen: er weiß sicher noch gan$ gut, was er den Al:en-Duseckern für einen Trost gegeben hat, und es ist für uns maßgebend, daß bis heute hierin noch keine Aenderung eingetreten IJL silebrigens haben wir ja zur Genüge die Ver- kehrsabsichten der Stadt Gießen erfahren. Für das preußische Hinterland bis Gladenbach opfert sie Gelder, • Hilst Autohallen bauen usw., fragt aber nicht, wie liebevoll der hessische Vorortverkehr von der Stadt behandelt wurde. Das weiß aber im Derbandsgebiet jedes Kind. Wir waren ja nach den uns von der Stadt eröffneten Perspektiven zu bedauern, wenn wir uns tatenlos dteser famoien Taktik gefügt hätten. Den Einwohnern von Alten-Duseck sei aber nochmals gesagt, daß all die schönen Versvrechungen bezügltch der Verkehr sw ü nsche Alten-Busecks in dem Artikel des „Gießener Anzeigers^' vom 12. Dezember d. I. in direktem Widerspruch zu den Aeußerunaen des Vertreters der Stadt Gießen im Stadthause stehen. H ch. Decker, Alten-Duseck. Die Antwort des Bürgermeisters Dr. Getb. Wir haben Bürgermeister Dr. Seib Gelegenheit gegeben, zu den vorstehen- den Aeußerungen des Bürgermeisters von Alten-Duseck sofort Stellung zu nehmen. — D. Red. Zu vorstehender Einsendung ist zur Steuer der Wahrheit folgendes zu bemerken: Nacktem im Sommer 1928 die Bürgermeisterei und spater der Gemeinderat Wieseck bei der Stadt Gießen die Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Erbauung einer elektrischen Straßenbahn Gießen—Wieseck angeregt hat en stimmten die zuständige städtische Körperschaft am 7. September grundsätzlich der Schaffung der gewünschten Straßenbahnverbindung zu: für die zu erwartenden Verhandlungen legte sie folgende Richtlinien fest: 1. Die silebemahme der Kraftwagen des Zweck- verbandes ist mit Rücksicht darauf, daß sie für den Stadtverkehr ungeeignet sind, ausgeschlossen. 2. Eine Beteiligung an den Verhandlungen wegen der notwendig werdenden Auflösung des Zweckverbandes soll nicht erfolgen. 3. Eine Verpflichtung zum Weiterbetrieb der Kraftwagenlin'e Wieseck—Alten-Duseck soll nicht übernommen werden. Diese Richlunien waren die Entscheidung der städtischen Körperschaft auf die in den Vorverhandlungen bereits hervorgetvetenen grundlegen- den Fragen, die die Hauvtschwierigkeiten bei der Losung des Stratzenbahnprojektes bildeten. Am 19. September fand eine Verhandlung zwilchen der Stadt Gießen und dem Zweckder- band Wbeseck-Alten-Duseck statt. Diese Aussprache bezweckte, Klarheit hinsichtlich einiger Punkte der vorli^enden Rechnung des Zweckver- bandes für das Jahr 1927. die weder nach kaufmännischen, noch nach kameralistischen Gesichts- punkten aufgestellt war. zu schaffen, um Anhaltspunkte für die Beurteilung der finanziellen Aussichten und Entwicklung t^r elektrischen Straßenbahn zu gewinnen. Ferner wurde der Zeilpunll der nächstmöglichen Auflösung des Zweckverbandes, der nach der vorliegenden Satzung unklar war, besprochen, da im Interesse der Gemeinde Wieseck die Straßenbahn nicht vor Auflösung des Zweckverbandes m Betrieb kommen sollte: Wieseck hatte sonst neben dem Zuschuß zur Straßenbahn an dem Defizit des Zweckverbandsbetriebes teilnehmen müssen. Diese doppelte Belastung sollte vermieden Werdern Der Bürgermeister von Alten-Duseck bestätigte auf Befragen ausdrücklich, daß Wieseck den Zweckverband frühestens zum 1. Januar 1930 aufkündigen könne. Im Anschluß daran touröen nebenbei die künftigen Berlehrsverhaltnis e der Gemeinde Alten- Duseck, die durch das Aussch.idm von Wieseck bis allein Leidtragmde sein würde, erörtert. Es wurde von mir vorgeschlagm. daß Al en-Bu'cck einen Wagen des Zweckoerbandes en.sprechend seinen Anteil an dem Derbandsvermogen ü er- nehmen und mit diesem einen Pendelverkehr (zwischen Alten-Duseck und Wieseck einrichten solle. Auf den Einwand, daß ein Wagen nicht ausrciche, wurde angeregt, den Wagen mehrmals zu den Zellen des starken Andranges verkehren zu las en. Als daraufhin ge't nd gemacht wurde, daß ein Reseroewagen für Störungen und für dis Zeit der Heberholung des Wagms vorhanden sein mü fe, wurde in Aussicht genommen, den im Falle der Einführung eines Krafiwagenvsrk.'hrs innerhalb der Stadt Gißen von Üi.'fer anzu cha, senden Resiroewagen als Aushilfe zur Verfügung zu stellen. Die Vertreter des Zweckverbandes hielten zwei Wagen für nötig. Ein Ergebnis hatte diese Ans prache hinsichtlich d:r Ver e'irübedürsn f e von A ten Duseck, die ja gar nicht Gegen st and der Verhandlungen waren, nicht; diese bezweckten vielmehr, wie bereits erwähnt, die K arstellung der zu erwartenden Derse^rsverhilltris.e d^r Straßenbahn Gießen—W.eseck. nicht aoer die Schaffung cirtes Verkehrsmittels für Alten- Duseck als Er'atz für den Zweckverband. Diese Frage war erst spruchreif, toeim die Erbauung der elektrischen Straßenbahn nach Wieseck, die dis notwendige Voraussrtzung bi'tr.b, be ch ossSn war: vor dem 1. Januar 1930 sollte diese aber nicht in Betrieb kommen. Ausgescklo fin war nach dem Beschluß der städti chen Körperschaft dis älebernahme eines Kraftwagenverkehrs zwischen Wieseck und Alten-Duseck an Sie lr des Zwcckcerb andes. Heber tir.e etwaige iln erstützung eines solchen, von anderer Seite betri.be ten Verkehrsmittels in einer oder der anderen Form war zwar in der städtischen Körper chaft schon gesprochen, Beschlüsse waren aber nicht gefaßt worden. Es darf gesagt werden, daß man 'dieser Ang ! gmheit wohttvoll nd g genübcrstand. Zufammensassend ist sestz.u stellen, daß dir Be- bauplung, dir Der.ehröwünlche Alten Dusccks seien schroff und in verletzender Form abgelehnt worden, der Wahrheit nicht en.spricht. Diesschon deswegen nicht, weil ohne weiteres klar ist, daß eine Straßenbahn Gießen—Wieseck auch an den von Alten-Duseck her tyt hwangebrachtm Fahrgästen stark interessiert ist: Meinungsverschiedenheiten können vielleicht über das Ausmaß der hierfür einzusetzenden finanziellen Leistungen auf beiden Seiten entstehen. Auf weitere allgemeine Gesichtspunkte soll nicht eingegangen ? werden. Die mehrfach rein persönlichen und verletzenden Ausführungen des Einsenders gegen einen n i ch i hon mir verfaßten Artikel im „Gieß. Anz." vom 12. Dezember 1928 werden dadurch charakterisiert, daß der Einsender in der Verhandlung nicht e i n Wort der Beschwerde über die angeblich schlechte Behandlung von Alten Buseck sagte, sondern daß er erst nach drei Monaten seinen wahrscheinlich auf andere Gründe zurückzuführenden Aerger hier ausläßt. Ihm auf diesem Wege zu folgen, verbietet mir der gute Geschmack. Dr. Seib. Anmerkung der Redaktion: Der Artikel in Nr. 292 deS „Gieß. Anz." wurde von uns geschrieben. Gr gibt der Meinung Ausdruck, die wir und mit uns welle Bürgerkreise insbesondere der Geschäftswelt in der Straßenbahnfrage Gießen-Wieseck und gegenüber den Alten-Dusecker Verkehrsinteressen haben. Daß wir an zuständiger Gießener Verwaltungsstelle Erkundigungen über die Vorschläge der Stadt Gießen und Über deren Aufnahme bei dem Verhandlungsgegner eingezogen haben, ist selbstverständlich, silnzu- treffend ist eS aber, wenn Bürgermeister Becker lAlten-Buseck) meint, wir hätten uns bei unserer Stellungnahme von Bürgermeister Dr. Seib „beraten" lassen. Wir sind gewohnt, unsere Meinung uns selbst zu bilden und diese Ansicht ebenso selbständig zum Ausdruck zu bringen. Wenn Bürgermeister Becker glaubt, aus den von ihm berichteten Aeuherun- gen des Bürgermeisters Dr. Seib eine endgültige Absage Gießens gegenüber den Verkehrswünschen Alten-Busecks schließen zu können, so irrt er sich. Wie aus der vorsteheÄien Antwort des Bürgermeisters Dr. Seib hervorgeht, ist die Stadt Gießen sehr wohl bereit, auch gegenüber Alten-Busecks Wünschen Entgegenkommen und Unterstützung zu bekunden, wie das den Ansichten weitester Dürgerkreife entspricht. älebri- gens dürfte Bürgermeister Becker als Leiter einer Gemeindeverwaltung doch bekannt sein, daß auch eine Aeußerung eines Bürgermeisters, oder der Beschluß einer Kommission, wie in dem von Bürgermeister Dr. Seib jetzt bekannt- gegebenen und auch uns erst jetzt zur Kenntnis gelommenen Beschluß der städtischen Betriebsdeputation, durchaus nicht das letzte Wort ist. Hier hat doch die Gesamtheit der erwählten Dürgervertretung schließlich die endgültige Entscheidung zu treffen, wobei oftmals ganz andere Beschlüsse herauskommen, als ein Verwaltungsbeamter oder eine Kommission es vorher für möglich gehallen hatten. Das ist eben darauf zurückzuführcn, daß in dem großen Gremium der Stadtverordnetenversammlung bzw. der Gemeindevertretung die Ansichten und Wünsche der gesamten Bürgerschaft in Völkern Umfange zum Ausdruck kommen. 3U den Ausführungen des Bürgermeisters Dr. Seib möchten wir bemerken, daß wir die imter Ziffer 3 des Beschlusses der städtische De- trvebsdeputation gegenüber Alten-Duseck bekundete Einstellung nicht als glücklich an sehen. Die Fassung dieses Beschlusses gibt zum mindesten zu Mißverständnissen Anlaß, die in dieser delikaten Frage von Hebel sind. Wir hätten ge-- wünscht. daß auch sellens der Deputation klar zum Ausdruck gebracht worden wäre, daß unser« Stadt entsprechend dem starken geschäftlichen Interesse an der Kaufkraft der Aften-Busecker Bevölkerung bereit wäre, eine Berkehrsverbindung nach Alten-Buseck im Anschluß an eine Straßenbahn Gießen—Wieseck zu unterstützen. Wir sind durchaus der Meinung — und glauben uns dabei in voller Hebercinftimmung mit weitesten Bürgerkreisen zu befinden —. daß unsere Stadt nicht nur für das Kleebachtal, das Dünsberggebiet usw. gewisse Opfer für die Derkehrserfchlleßung zu bringen hat, sondern daß das gleiche auch für die nächste hessische Umgebung unserer Stadt zutreffend sein muh. Zur gedeihlichen Lösung aller dieser Fragen ist es aber auch notwendig, daß in der öffentlichen Diskussion über diese Dinge ein anderer Ton angeschlagen wird, als es in der Einsendung des Allen-Busecker Bürger^ Meisters leider der Fall ist. Strafkammer Gießen. * Greß en, 18. Dez. Ein wegen Hehlerei vorbestrafter Zigarrenhersteller von Gießen verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Gießen, durch frag er wegen Unterschlagung zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden war. Er hatte 8000 Zigarren, die ihn, kommissionsweise ohne Inkassovollmacht zum Verkauf übergeben worden waren, unter Verletzung der Vertragsbedingungen verkauft und den Erlös für sich behalten und verbraucht. Nach der Entdeckung brachte er vor, er habe gegen eine ihm zustehende Forderung ausgerechnet. Da sich diese Behauptung heute wie in der ersten Instanz als unwahr erwies, wurde die Berufung zurückgewiesew Bestätigt wurde das Urteil des Amtsgerichts Altenstadt, durch das ein Bürgermeister von der Anllage desDetrugsfrei- gesprochen worden war. Es wurde ihm zur Last gelegt, für Rechnung feiner Gemeinde statt einer von ihm gelieferten Hafermenge von 51 Pfund 70 Pfund berechnet und dadurch die Gemeinde um etwa 4 All. geschädigt zu haben. Abgesehen davon, daß dem in drei aufeinanderfolgenden Perioden wieder gewählten Manne nach dem littet! seines vorgesetzten Kreis amt es em derartiges Vergehen um eines geringen Vorteils willen nicht zuzutrauen ist, waren die Zeugenaussagen, zumal die eines Gegners, nicht zuverlässig genug, um eine Verurteilung darauf 3U gründen. ®ie Behauptung des Angeklagten, Daiarr» r Vornan von J. Schnelder-Foerstl. Urbeberrechtsschuh Oskar Meister, Werdau i. Sa. 25. Fortsetzung Nachdruck verboten. »Hast du schon Pläne für die Zukunft?" fragte er, noch immer ganz In seine Gedanken eingesponnen, daß er beinahe einen Herrn über den Häuten rannte. »Keine!" gab Hettingen zurück. »Aber du mußt doch etwas anfangen!“ mahnte er gütig. „3a, etwa- werde ich anfangen müssen!" kam äs resigniert. Joachim blieb stehen und starrte nach den lichterhcllten Schaufenstern eines Juwelier- laden«, in dem Perlenschnüre auf dunllen Samt- M>ältern ruhten. — Die Stücke waren echt. — Seine Augen standen für Sekunden in breit* nendheißem Flimmern. «Kann ich dir irgendwie dienlich sein, mein Alter?" riß ihn Leopolds Stimme aus seinem Betrachten. „Alles steht dir zur Verfügung, meine Person und mein Geld!" Hettingen wandte den Blick vom Fenster ab unb nach ihm zu. „Deine Person möchte ich mir erhalten. — Dein Geld aber muß ich dankend ablehnen, Poldl!" „Ich hab nur gmeint," beschwichtigte Richthofen. "Wenn du dir vielleicht ein Gschäft kaufn willst — oder hast ein Angebot?" „Ich habe keines," klang eS in schroffer Ab- Weisung. „Joachim, ich bitt dich! — Ich hab dich ja bloß gsragt — und ich muh dich nochmal bittn, fahr net auf — wann ich — wann ich ein zweites Mal Auskunft will: Möchst die Direktorstell draußen bei mir annehmen? — Sie wird frei!" Hettingen lief die Straße entlang, als gälte es, einem Irrsinnigen oder einem Geheimdetektiv zu entrinnen. Als er sah, tote Richthofen vergebens mit ihm Schritt zu halten versuchte, verlangsamte et da« Tempo. DaS Abgehackte seiner Stimm« verriet die fürchterliche Erregtheit, die er vergeblich zu bekämpfen suchte. „Du wirst begreifen, Poldi, daß ich das nicht annchmen kann! — Nie! — Es wäre auf die Dauer doch unhaltbar. — Du kannst es mir ruhig als Stolz an- rechnen. Vielleicht siehst du mich eines TageS als verkommenes Subjekt im Straßengraben sitzen und hörst mich „Dergelt's Gott" sagen, wenn du mir einen Groschen in den Hut wirfst, aber jetzt bei dir Unterkommen suchen — nein!" Richthofen sprach kein Wort mehr. An der nächsten Straßenkreuzung trennten sie sich „Laß von dir hören. Achim, oder muß ich zu anderen Leuten nach dir fragen gehen?" »Ich werde von mir hören las en!'^ Das klang so voll Wärme und müh am verhaltener Liebe, daß Richthofen unvermittelt nach der Hand des Freundes faßte. „Trägst mir was nach mein Alter?" „Dir, Poldl? — Was hockte ich dir nachzutragen?" „Ist zwischen uns beiden noch alles, wie es früher war?" „Was sollte sich geändert haben?" Hettingen hielt RichthofenS Linke fest umspannt. „Wanns jetzt nicht gwesn wär, Achim — könnst jetzt mit mir z' Haus gehn! — So viel Plän hab ich ghabt! — So schön hab ich's euch machn toollnl — Die Wohnung in der Mariahillerstraßn hätt ich euch eingräumt, und ich wär in d' Fabrik nauszognl" „Du guter Mensch! — Es hat nicht sein sollen. — Vielleicht komm ich im Leben doch wieder einmal hoch. Dann laß ich mich schon wieder sehen bei dir, wenigstens draußen in deinem Bureau." „Ja — bitt schön! ilnb wann du net selber kommst, dann hol ich dich halt in Gotts Nam!" Passanten drängten sich verärgert vorüber — sie versperrten die Passaae. „Grüß mir deine Frau Mutter, Joachim, und deinen Vater — und der Frau Ieska meinen Handkuß." „Ich danke dir, mein Lieber!" Hettingen drückte Richthosens Hand, bis diese ganz gefühllos war. Dann lieh er sie plötzlich sinken. „Alles Glück, biS wir uns Wiedersehen, Poldl!" „Dir auch! — ilnb laß was Horn! Versteckn kannst dich nicht vor mir. ES gibt Detektiv in Wien!" Mn Lächeln Hettingens! Dann riß die Menschenflut, die auf den Gangsteigen vorüberhastcte, sie auseinander. Hettingen sah nach der Uhr, die vor dem Eingänge zu einem Poftamte mit hellen Zistern die Stunde zeigte, zog die feine, verglich, und schritt eilig den Weg zurück, den er gekommen war. Am Schwarzenberger Platz tat sich ihm baä Tor auf, ehe er noch eigentlich gefllngelt hatte. Die Treppe herab kam Isabella Ieska mit einem verräterischen Schimmer in den Augen. „Es ist fünf Minuten über die Zeit, Achim!" „Verzeih mir Isa! Ich habe mich verspätet! Was hast du Sorgen um mich zu tragen, atme kleine Schwester!" ®r wischte ihr erst die Tränen von den Wangen, dann bot er ihr den Arm und ging mit ihr die Stufen hinauf zu ihren Zimmern. Als er nach Mitternacht ging, hatte sie ihm das Ehrenwort abgenommen, daß er leben wollte für ste und die Eltern. Glückstrunken trotz ölten Leides drückte sie ihr heißes Ge icht in die spitzenbesetzten Kisten und ahnte nicht, daß nur der Tod ihn vor dem Schrecklichen hätte bewahren können, das über seinem Haupte stand. Aber die Wege des Schicksals sind unberechenbar. — ♦ lieber dem Grabe des Freiherrn Artur von Hetttngen welkten die Kränze. Still und mit einem seligen Lächeln um die Lippen war er in den Armen feiner beiden Kinder einge chlasen — die geliebte Frau, die er zurücklassen mußte, ihrer Liebe und ihrem Schutze empfehtend. Joachim war nach dem Sanatorium, wohin er die Mutter gebracht hatte, hinausgefahren und hatte sie nach langem Zögern vorbereitet und von dem unersetzlichen Verluste in Kenntnis gesetzt. Ihr leises, fassungsloses Weinen betrachtete der Arzt als das beste Zeichen endgültiger Genesung. Sie nahm wieder Anteil am Leben. Die Mutter hatte wieder Interes e an allem, was den Sohn betraf, und hörte aufmerksam zu, was er für Zukunftspläne hegte. Vierzehn Tage später holte er sie zu sich heim in die reizend« Dreizimmerwohnung, die « mit Isabellas Hilfe auf das gemüt'ichste eingerichtet hatte. Manch kostbares Stück, das die Diva aus der Konkursmasfe grreltet hatte, fand die still und schweigsam gewordene Baronin darin vor. Joachim sah, wie die Mutter sich um seinetwillen beherrschte, um nicht in Tränen aus- zubrechen. Er begriff ihr Leid. Der Mami, den sie so über alles geliebt hatte, fehlte. Er konnte nur hosten, daß die Zeit die schwere Wunde vernarben lasten würde. Mit rührend kindlicher Liebe sorgte er für ihre Bedürfnis,te. Ab und zu, toerm sie über ferne Hände strich, wunderte sie sich, daß sie so rauh und rissig waren. Dann legte sie dieselben lieb- kosend an ihre Wangen, und er fühlte, wie es heiß und haltlos darüber hinrieselt». „Mutter," sagte er bann, ..hast du denn gar kein Vertrauen, daß ich großer Mensch eS fertigbringe, dich vor dem Hunger zu schützen?" Sie erwiderte nichts, aber ihre Finger strichen liebkoscno durch sein Haar, und ihr Gesicht lehnte sich in dankbarem Geborgen ein an seine Brust. „Mein armer Junge — „ nie hätte ich gedacht, daß ich dir einmal zur Last fallen müßte!'' „Mutter! Sag das nicht wieder! Was sollten wir beide ohne einander!" Wenn es morgens auf sechs l\Vyt ging, stand sie schon In der kleinen Küche und hatte das Frühstück für ihn fertig. Die Aufwartefrau, die Isabella besorgt hatte, kam erst um acht. Soviel er auch bat — einmal zankte er sogar, — sie lieh es sich nicht nehmen, ihn als erste am Morgen zu begrüßen. Kam er um sieben Ahr ,iach Hause, empfing sie ihn im Flur und nahm ihm Hut und Mantel ab und hatte den Abendttsch schon für ihn bereit Ab und zu kam Isabella. Dann wurde sein Blick unsicher, und wenn sie nach seinen Häicden griff, entzog er sie ihr mit einer gewissen Verlegenheit. »Du wirst braun wie ein Neger," konstotterte sie. „Hast ou soviel im Freien zu tun?“ Er nickte. „Befriedigt dich der Ingenieurposten bet de» G reinerwerk en?" forschte fte und wandte habet keinen Blick von ihiw (Fortsetzung folgt) Angeklagten« eße«. Hehlerei vor- iefen öttlolite l Amtsgericht rschlagung iß verurteilt ten, Ine ihm cht z m 'Bellt ÄrrletzMg mb tot'rto« llüch der Ent« egen eine ihm Da sich diele ersten Instanz Berufung üt'ichste einge- M WL tet hatte. fE Baronin oowr sich uin lern« Tränen aut-' ’%ys? Ls fiftc. tvie es M gar.^ । srriigbrrnge. AÄZ "«IsC« efWJÄtM n a<^ 7- slt T** Haus-.. KE id un^ für Md ruEgriß. M i tun’“ *£**• -- & -»». en reit Ä». Olt St 5»? Me |„' « ya u >u ist. '' der et, 1 schließ^ *, *bo6“ W Da« S dem ^envttsainm. Ansichten Nt In v»l. en, ^wneisterz ?btvlk die Mchen Be. dekun« ^ehe». Di« Ntt W lr hätien ge? 'dutLion Var re. daß unsere hafllichN In- 'Ausecku Be- ntverbinduna rtne 6t* en. Mr ilnfi den unS dM testen Bürger, e, Stadt nicht lünSberggebiet Verschließung eiche auch für nserer HtM ichen Lösung ch notwendig, n übet diese M wird, alS Met Bürger« I des Lnis^ n Bürger« trugssrei« ourde ihn zur Aemetnde statt menge von 51 idurch die ®e* gl zu haben, i aufeinander« i Manne nach Samtes ein ngen ÄorteilS Wohnungstach S Rein Laden huzd Zweiter Stock « habe iatsächlich 70 Pfund geliefert, ist nicht zu Widerlegen, abgesehen davon, daß auch mit bet Möglichkeit eines Irrtums des Angeklagten zu rechten tfl Damen-Jnm per-Schürzen SUS 2 farbig. Indanthrenstoff oder »us biamosen, mit Tusche.......... 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SW,ßMeHiisWe sind vasiendc WeibnachlSgcichenke Beaueme Teilzahlung 6.50o,tttöiirgerStr. _______________ut#69 Äs ein Meterschlag scharfsinniger Schlußsolge- ruirgen. wie sie eben nur der in Wald una Feld kundige lanzjährige Forstmann entwickeln kann, dem auch glrtchzeilig noch die Gabe eines seltenen Zeichentalentes verliehen ist. Es war für alle Anwesenden eine Freude, den geistvollen Aus- führunaen drS Redners zu folgen. Der Dort rag war ein Erlebnis, dessen man sich gerne und dankbar erinnern wird. Der Dorsitzende des Bü- ding er Geschichtsvereins, Geh. Schulrat Dr. Mohr, richtete im Damen deS DorstandeS herzliche Daickesworte an den Gast- Kreis Schotten. -4- Aus dem Dogelsberg, 17. Dez. In den Jagdrevieren des Dvgelsbergs haben die Füchse wieder stark zugenommen, obwohl im Dorjahre der Bestand äußerst grring war. Da die Preise für Fuchsfelle ziemlich hoch sind, was mit der augenblicklichen Pelzmodr zusam» rnenhängt, stellen die Jäger tem roten Dauber eifrig nach und kommen dabei gut auf ihre Kosten. Die frost- und schneefreie Witterung ter Dorwochen begünstigte das Fangen mittels Fallen, so daß der diesjährige Ausfall an Hasen durch Derkauf der Fuchsselle gut ausgewogen wird. Auch bei den Treibjagden im Walde kommen stets ein oder mehrere Füchse zur Strecke. Immerhin sollt« Nicht außer Acht gelassen werden, daß ein gewisser Fuchsbestand in den Jagdrevieren vorhanden sein must. / Gebern, 17. De> Wie in vielen Orlen, so bat sich auch für Gedern und Ilmgegend das De- vürsnis nach einer Autobusverbindung herausgeslellk. Zu diesem Zweck hat sich kürzlich hier ein Der kehrsverein gebildet. Dachte m nun die Dorarbeilen, wir Probefahrten, Feststellen der Fahrtroute, Festsetzung deS Fahrpreises, Der icherung ufw» seitens deZ Dorstandes geleistet waren, konnte in dieser Woche der ver- suchswci e aufges.el tr Fahrplan durchg-e ührt werden. Gr tritt ab nächsten Montag in Ä.afL Der geräumige Wagen verläßt Gedern morgens V$5 Uhr, um die Ärgster aus Eschenrod, Wingershausen, Cichelsachsen und G'ashütten an ihre ArbeLsstätte nach Hir.enhain zu bringen. Dach Ankunft tertfe bst fuhrt der Wagen sofort zurück nach Glashut en, um den Dest der dor igen Arbeiter zu holen. Die beiden Fahrten müf en dis Vg7 Uhr beendet fein. Dachmittags 5.20 Uhr befördert der Wagen zunächst die Arbeiter aus Glashü ten und dami diejenigen von Eicheisachsen. Wingershausen und Eschenrod in ihre Wohnorte zurück. Samstag ist «die Absahrtzeit auf 1 Uhr festgesetzt. Tie'e Fahrten werden an jedem Werktage au§g:führt. Montags und Donnerstags werden die beiden in Hirzenhain um ’/98 llhr lreuzenden Personenzüge abg?warlet, dann fährt der Omnibus um 8 Uhr über G'ashütten, Ciche^ sachsen, Wingershaufen, Eschenrod zurück nach Gedern. Mm 10.40 fährt der Wagen die Strecke Gedern, Dölzberger Äbsa^r', Herchenbcig, Sichenhausen, Kaulstost, Burkhards, nach Gedern, wo die Ankunft um 12 Uhr er olgt. Dachmittags um 3 11 hr können die Fahrgäste nach Burkhards, Kaulstost, Sichenhausen und zurück über Eschenrod, Wingershausen, Eichelsachsen, G'ashütten nach Hirzenhain gebracht werden, wo der Anschluß an den nach Frankfurt fahrenden Per- sonenzug erreicht wird. Dienstags und Freitags verkehrt der Omnibus nach Abwarten der An- schlutzzüae ab Hirzenhain um 7.30 über Merken- fritz, Wenings. Hihkirchen, Durgbracht, Böh- gesäst. Kirchbracht. Illnhausen. Dirder-, Mittel-, Oberscemen, nach Gedern, wo die Ankunft 10.15 erfolgen soll. Dachmi tags 3 Uhr wird derselbe Weg rückwärts gefahren. Mittwochs und Samstags können Fahrgäste aus Glashütten und Slein- berg ab 7 Uhr nach Gedern fahren. Um 9 Uhr beginnt die Fahrt Dölzberq, Lichenrod. Wüst- wlllenrod und zurück nach Gedern, wo die Ankunft um 11 Uhr er'olgt. Mittwoch nachmit'.ag 2.40 werden bis Wüstwillenrod dieselben Orte, und von da ab Lichenrod, Dolzberg, Gedern besahren, wo der Anschluß an den um 5 Uhr nach Frankfurt fahrenden Persorenzug erreicht wird. Samstags beginnt diese Fahrt eine knappe Stunde später. Der sorgfältig au geste'ltr Fahrplan sucht die Wünsche der verschiede"en inter- es'ierten Gemeinden zu besriedigen. Mögen die Einwohner dieser Orte regen Gebrauch von der Deueinrichtung machen, damit s'e eine dauernde wird. — Un‘er starker Deteiligmtg aus allen Bevölkerungsschich'en fand gestern die Weihnachtsfeier des Stadt. Kindergartens statt. Bürgermeister Müller begrüßte die Erschienenen. Strahlenden Auges zeigten die kleinen köstliche P-vben ijres schon recht stattlichen Könnens. Flott und ungeatoungen tragen die Kinder verschiedene Gedich e, Teile der Weihnachtsgeschichte und Lieder vor und erweckten dadurch den ungeteilten Beifall der Zuhörer. Ms Höhepunkt der Deranstaltung muß em kleines, allerliebstes Theaterstückchm betrachtet werden, in welchem Zwerge, Engelchen, ein Weihnachts- engd und der Weihnach smann, der federn Äüite eine Gabe miibrachte, die Herzen höhet schlagen Netz. Der Kindergärtnerin Frl. KrauSköpf uni) der H l ecin Frl. Bopp muß Anerlennang sür die geleistete Arb.it an den Kleinen gezollt werdm. Wie schon öfter, hatten sich der Sch stier chor der D^lksschule un.er Leitung von Lehrer Häusel, sowie zwei jugendliche Dirlin- spieler zur Derschön?rung der Feier zur Der- fugung gestellt. Dach Wlauf der Fner dankte Bürgermeister Müller allem die zu i )rem guten Gelingen beigetragen battem Mi! seinem Danke verband er den Wunsch, daß alle die El.ern, dir vielt.icht noch ein unbegründet^ Dor- urteil gegen einen Kindergarten in sich trugen, durch Me jetzige Frier anderer Meinung würden, und ihre Kleinen tn Zukunft auch den Segen dieser Einrich!ung genießen lassen. I Ober-Lais, 18. Dez. Am Sams'agabend veranstal ete die Kulturfilm st eile des Kreisschulamtes Schotten im Saale des Gastwirtes Werner dahier die Dorführung des zweiten Teiles des deutschen Weltkrieg- filmes. Die Deranstaltung war auch aas den Dörfern Glashü ten, Steinberg, Fauerbach und Schwickartshausen sehr gut besucht. Dach der Do.Führung wurden die Auswärtigen durch ben großen Om. iöus d s Gemeindeverbandes Didda- Ul'a nach Hause gebracht. — Die Bau tätige feit sch int hier auch im nächsten Iahtt rege zu bleibTir. Schon heute liegen Pläne zu drei neuen Wohnhäusern vor. Bei affen Deubauten der letzt:n Jahre handelt es sich, wie auch bei den sür nächstes Jahr gevlanten, um einstöckige Einfamilienhäuser. In diesen Häusern, dis fast stets ohne landwirtschaftliche Debengebäude errichtet werd n, dvkumenüert sich au ei rem Teile die Wandlung vom Bauerndorf zur Gemeinde mit starker Arbei erbevölkerung, in der unser Dorf seit Jahren sich befi rdet. Starkenburg WSD. Bensheim a.d.B„ 18. Dez. Bei denn Fußballspiel am Sonntag Auerbach— Hofheim griff der Auerbacher Torwächter, nachdem er sechs Bälle hatte passieren lassen müssen, den Schiedsrichter tätlich an. Dieser Angriff hatte eine allgemeine Dauferei zur Folge, an der sich Spieler und Zuschauer gleicherweise beteiligten. Dabei mußte ein Hofheimer Spieler schwer verletzt vom Platze getragen und in das hiesige Hospital verbracht werdest. Oberheffen. Landkreis Gietzen. £ Wieseck, 19.Dez. In der am Montagabend stattgehabten Gemeinderalssttzung standen öffentlich nur zwei Punkte auf ter Tagesordnung. Zunächst wurde über die Weihnachtsbeihilfe, die schon seil Jahren eingeführt ist, beraten. Die folgenden Beiträge sollen zur Auszahlung gelangen, jedoch ist in jedem Falle die Bedürftigkeit zu prüfen. Es erhält ein verheirateter Erwerbsloser eine Zuwendung von 40 Mark und für jeden Zuschlaasempfänger 5 Mark. Ledige Erwerbslose über 21 Jahre erhalten 30 Mark, unter 21 Jahren 20 Mark. Sozialrentner erhalten 40 Mark. — Für die Hundesteuer gelten die seitherigen Sätze pro Hund 4 Mark. )( ß i d), 1& De§. Der dritte Advent war in unterer e o a n g e l i|d) e n Gemeinde ter Mission gewidmet. Trotz der ungünstigen Zeit unmittelbar vor Weihnachten und ter Abhaltung durch gleichzeitig ftattfinbente andere Veranstaltungen versammelte sich in beiten Gottesdiensten eine stattliche Anzahl von Missionsfreunden, um der Predigt und den MissionserzShlunaen von Missionar Lank (ßranffurt a, M.) zu lauschen, der es verstand, die Herzen für diese wichtige Arbeit neu zu begeistern. Beite Gottesdienste wurden durch prächtige Adoentslieder ter Chorschule unter Leitung von Lehrer Stein verschönt. Auch im Kin dergottesdiensi fand ter Missionar eine große, an» dächtig zuhörende Kinderschar. An Missionsgaben gingen 36 Mark ein, außerdem fanden angebotene Missionsschristen schnellen und guten Absatz. — Im Vormittagsgottesdienst sand die feierliche Ein- führung und Verpslichtung der neuen Kirchenvorsteher statt. Es sind dies die Herren: Oberbahnhofsoorsteher Berk, Kaufmann Mr. Schmidt 11. und Oberförster Zimmer. k Eberstadt, 18. Dez. Bei der Wahl des Kirchenoorstandes wurde wietergewählt Wllh. Holler: neugewählt: Wilh. Biehl, Aua. L o b r i ch , Beiaeordneter Müller, Gg. Buß Iv_ und Bürgermeister GSrlach. Die Herren wurden im Gottesdienst durch Pfarrer Köddina feierlich auf ihr Amt verpflichtet. — Dieser Tage hielt Lehrer Reuhl einen Vortrag mit Lichtbildern über das Leben der Deutschen im Ausland. Der Vortrag wurde mit regem Beifall ausgenommen. Es wurde allseits gewünscht, daß Herr Reuhl während des Winters noch mehrere solcher Vorträge halten möge. — Bei ter am Samstag hier stattgehabten Treibjagd wurden 152 Hafen zur Strecke gebracht. wn. Weickartshain, 17. Dez. Gestern abend hielt ter hiesige Kriege rverel n im Saale des Gastwirt Hock eine Wintervetanstattung ab, die einen schönen Verlaus nahm. Hierbei hielt ter frühere ll-Bootsabrer Kratz aus Freienseen einen zweieinhalbstündigen Vortrag über feine Erlebnisse während ter Dienstzeit bei ter Marine und besonders während des Krieges 1914'18. Der Vortrag wurde mit großem Jnteresie ausgenommen. Der hielige Gesangverein verschönerte die Feier durch Gesang einiger Lieder. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 17. Dez. Dem Dofstand deS Büdinger Geschichtsvereins war es gelungen, für einen Dort rag tm Saale deS Hotel- „■3um Stern" den Kammerdirektor A. D. C h r i - ftian Müller au» Darmstadt zu gewinnen. Der Dvrtragente sprach über das Thema w2fite Straßen im Bereiche des Büdinger Bannforstcs in ihrer geschichtlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung^. Der Dedner ist uns Bütengern kein Fremder: er stand über 20 Jahre in fürstl. OJfen«- burg-Büdinglschen Diensten und kennt infolgedessen gerate dieses Land, nebst den Orenburger Wölbungen, wie kaum ein anderer. Er gedachte zunächst seines alten Lehrers, Prof. Dr. Georg Wols (Frankfurt a.M.), der ihm Deranlassung gab, die Forschungen nach bem Wege aufzunehmen, den die Leiche Bonifatius' genommen, als sie von Mainz nach Fulda übersühn tourte. Gerate diese übrigens evfol^reichen älntersuchun- gen haben ten Dedner erst mit den hochinteressanten ©tuen dieses Forschungsgebietes bekannt gemacht. Und so habe sich fein Arbeits-' gebiet immer mehr erweitert, so daß nunmehr sämtliche hessischen und kurßesslschen Straßen nicht nur am Schreibtisch versolgt und beschrieben, sondern mit Unterstützung der „DotGemeinschaft deutscher Wissenschaft" in monatelangen Wanderungen an Ort und Stelle nach?ewiesen und festgelegt werten tonnten. An Hand zahlreicher Kartenbilder entwickelte dann ter Redner ein äußerst anschauliches Bild von unserem alten hessischen Straßennetz. Seine Arbeit hat ten besonderen Dorzug, daß sie nicht als ein Produkt trockener Bücher arbeit zu bewerten ist, sondern Zuckerkrank? dnaunrn „Insurol“ Kein 1 iaizv/anu. Einzigartige, direkt verblüffende Ei folge. Verlangen Sie sofort kostenlos Probe und unsere hochinteressante Abhandlung mit zahlreichen Au- erkennungen von Aerzten und Laien. 7sa6V Original Packung: 9,75 Mk. In Apotheken zu haben, WWWW MS Deutsche Vfoi Gesellschaft Iwlin 35, Rtihenower Streße 73 — Der kvmmunalpolttische Konflikt in Wehiar. H Wetzlar, 18. Dez. Die schon seit Monaten bestehende Spannung zwischen der Stüdt» Verwaltung und den Stadtverordneten hatte bereits in einer der letzten Sitzungen zu einem scharfen Vorstoß der bürgerlichen Fraktionen geführt, ter sich darin kundtat, daß fast alle wesentlichen Punkte von der Tagesordnung abgesetzt wurden und in einem weiteren Antrag gipfelten, daß die Stadtoerwattung zuerst eine Vermögens- und Schuldenübersicht vorzulegen habe. Die Spannung ist darauf zurückzuführen, daß sich die Stadtverordneten zurückgeseht fühlen in bezug auf ihr Bewilligungsrecht und daß seitens der Verwaltung erhebliche Ueberschreitungen bei den einzelnen Bau» vorhaben zugelassen wurden, ohne die Vertreter der Bürgerschaft auch nur in Kenntnis zu setzen. Dies führte dazu, daß seitens der SPD. geltem abend eine öffentliche Versammlung einberufen worden war, in der der Bürgerschaft einmal klarer Wein über die Vorgänge gegeben werden sollte. Die Versammlung war denn auch sehr stark besucht — es können etwa 600 Personen anwesend gewesen sein — und brachte die Anwesenheit einer größeren Anzahl bürgerlicher Stadtverordneter. In einer etwa dreioiertelstündigen Rede wurde von dem Re» ferenten in historischer Weise die Entwicklung der Spannung geschiloert, angefangen vom Januar 1925, wo bereits eine ähnliche Deranlasiung vorlag. Die damals eingesetzten Prüfungsausschüsse konnten allerhand Bemängelungen feftjtellen; Baurat Kleemann ging von Wetzlar fort, ein anderer Beamter ließ sich in den Ruhestand versetzen. Dian glaubte für die Zukunft gesichert zu fein und hoffte, daß nun bei der Verwaltung die Ordnung obwalten würde, die man sich wünschte. Nun stehen wir, sagte der Referent, wieder vor denselben Din- Sen, die man gebannt zu haben glaubte. Die ederschrettungen bei denBaUvor- haben in den letzten Jahren, und besonders die erst in letzter Zeit bekanntgewordenen, sind io erheblich, daß es Zeit wird, mit aller Macht hier Einhalt zu tun. Kein Stadtverordneter ist hierbei gefragt worden. An Hand eines größeren Zahlenmaterials wurde b'» Versammlung Kenntnis gegeben von der Schuldenentwickelung der Stadt. Seit der Markstäbilisierung sind etwa 9j Millionen Neue Schulden gemacht worden, darunter fast 11 Millionen nur durch Ueberschreitungen. Der im Bau befindliche Schlachthof, dessen Kostensumme mif 750 000 Mark angegeben war, soll heute schon 400 000 Mark Mehrkosten erfordern, die Frfedhofskapelle mit Krematorium übersteigt die geschätzten Kosten mit 80 000 Mark usw. Man schasste einen neuen Sanitätswagen an, ohne zuvor die Stadtverordneten zu fragen u. dgl. m. Als in der Stadtoerordneten- sitzuna am 15. Dltober beschlossen wurde, daß die Arbeiten an dem projektierten Kalsrnunlhotel nicht ausgenommen werden sollten, ließ der Bürger« meister diese am folgenden Tage trotzdem vergeben. Die Folge war, daß sich sänrlliche Fraktionen telegraphisch deschwerdesührend an den Regierun as Präsidenten wandten und nur auf diese Weise die Einstellung der Bauarbeiten erreichten. Der Redner schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung, die Oefsentlichkeit möge die Sanierungsarbeit der Stadtverordneten, bei der sich alle Fraktionen einig seien, unterstützen. Die Ersetzung von Prüfungsausschüssen, wie im Jahre 1925, ro ll man jedoch nicht wieder vornehmen, weil die Mitglieder der Stadtverordnelenver- {ammlung gar nicht in der Lage wären, diese ungeheure Arbeit zu le.sien, man will diesmal dis Regierung um Entsendung eines Kommissars bitten, der die Vermögens- und Schuldenlage ter Stadt untersuchen soll, um dann den Stadtverordneten einen Bericht zu erstatten. In der anschließenden Aussprache kamen Vertreter fast aller bürgerlichen Rid-ttingen zur Sprotte, so die Stadtverordneten U l in für die Unpolitischen, Schellenberger für die Deutschs Volksparteß Dr. L e i tz für die Demokraten, Kauer für die Deuttchnationalen und Wieser für das Zentrum. Sie alle gingen in ihren Ausführungen in mehr oder weniger scharfen Sätzen mit ter bisherigen Derwaltungspraxis zu Gericht und ließen den Willen, Ordnung zu schaffen, klar und deutlich durchblicken. In ter weiteren Diskussion meldeten sich noch zwei Angehörige des Dürgerstandes zu Wort, die das Vorgehen ter Stadtverordneten in jeder Weise unterstützten. In eitler Entschließung, in der das Vorgehen der Stadtverordneten gebilligt und in der besonders die Herbeirutong eines Regierungs- Vertreters verlangt wurde, fand die einmütige Mei^ nung ter Versammlung ihren Niederschlag. Am kommenden Donnerstag sollen sich die Stadtverordneten in einer, wie wir hören, nichtöffentlichen Sitzung mit dieser gan- !en Materie beschäftigen, und man wird dann ehen, wie weit der Wille vorhanden ist, den be- chrittenen Weg NUN weiterzugehsn. Nach einer W.S.N.-Meldung wurde von dem Referenten das Vermögen der Stadt Wetzlar auf 16,5 Millionen Mark, die Schulden mit rund IG Millionen Mark beziffert. Als Forderungen der Versammlung wurden in der (Ent« schließuna genannt: Einsetzung eines Regierung s k o m m i s s a r s durch die Regierung in Koblenz mit dem Auftrage, die Vermögens- und Schuldenlage der Stadt Wetzlar einer Prüfung zu unterziehen und den Stadtverordneten darüber Be>- richt zu erstatten; Einstellung ter begonnenen Arbeiten; Haflbarmachung der verantwortlichen Beamten, eatl. im Wege des Disziplinarverfahrens; vierteljährliche Ueversicht über ten ordentlichen und außerordentlichen 6tat Kreis Wetzlar cvj Groß-Rechtenbach, lv.Dez. Gestern verstarb nach langem und schwerem Leiden der Bürgermeister Kart Schneider von hier. Der Heimgegangene stand feit Avril 1919 an der Spitze der Verwaltuna ter 14 Gemeinten des Amtes Rechtenbach. Er hat ein Alter von 43 fahren erreicht. -S- Lützellinden, 18. Dez. Zu einer schönen S’ferfhmte gestaltete sich die diesjährige Weihnachtsfeier der Kleinkinder- schule am Sonntagabend in unserer Kirche. Unter Leittmz von Schwester Luise D ü h l hatte die Kinderschar allerhand hübsche Wrt nachls- lieber und passende Deklama tonen eingeübt, welche die Kleinen mV lobenswertem Eifer vertrugen. In einer anschließenden älnterhaltung mit dem Ortsgristlichrn wußten sie manche treffende Antwort zu geben. Die Kleinen tourten am Schluß der Feier mit Villen schönen Geschenken belohnt, die aus dem Ergebnis einer Sammlung beschaftt worden waren. Zur Derschönc- rung der Fefer trug der hiesige Gemischte Ghov durch einige Liederbor rüge unter Leitung des Dirigenten Altenheimer bei. Die Kollekt« war für das Diatonissemnu^terhaus ti Storniert* toeier bestimmt. — Gestern sand in füdllcheu Teil der hiesigen Gemarkung eine Treibjagd statt, bei der 28 Hafen geschossen tourten. Ganz besonders günstiges Angebot in Cfi Sia ...................... M K Kervler-Scbfirzen «^8 prima Linon, mit schöner Stickerei ■ IBI nadchen-ycbttrzen V Sa ER Mr MW Mi aus2. arbto. Zephir oder Indanthren- JHb JK vH em ”• ■ btoff. Gr&fle 40.................. Lhai-elo«s«e- decke« Keisedecken Autodecken Zelle empfiehlt billigst KevV.Merr«MeS Blockstraße Rr.l 4 9336A QEGIEMCWM) EKMBEM'MIT MONAMAßlSu-MEINRICM GEOPGE'EIMEN FILM OEC UFA NW i Ji HE IBBEKENEN äl -- Z! 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(651) — Der In Darmstadt ansässige hessische Dichter Nikolaus Schwarzkopf, der sich mit feinen Büchern »Maria vom Rhein", »Greta Kunkel", „AmorS- dronn" und anderen eine zwar noch nicht sehr aiohe, aber anhängliche Gemeinde geschaffen hat, dürfte bei den Lesern des Gießener Anzeigers vor allem als Verfasser der vor längerer Zeit bei uns erschienenen schönen Erzählung »Das Dom- find" noch in gutem Andenken stehen. Der neue Nom an. „meinem unbekannten Gönner" zugeeig- net, In dem, wie nicht nur der Titel vermuten läßt, offenbar viel selbst Gesehenes. Erlebtes und Durchdachtes in der fliehenden und zusammen- gefaßten Phinlasiesorm e ncs RomancS zum Kiagen gebracht wird, erweist sich als die Geschlvchte eines Volksschullehrers. Er handelt vom Leben, Lieben und Leiden, von Taten und Meinungen des Schulmeister Vonabiszett, welcher der schwarze Nikolaus genannt wird, zu Klingelheim am Nhein, unb er ist nicht Übel zu lesen, mit gutem Humor, etwas altväterisch geschrieben, oft mit barocken Schnörkeln und einer verträumten Klein- malerei, die aus 3ean-Paulschen Bereichen herzukommen scheint. Es ist viel Fröhlichkeit, Natürlichkeit und unbeschwerte, rheinische Lebenslust in diesem Noman, der dennoch, wie m hörfabrik von Becker soll beim Anzünden der Gasheizung einer Presse, die zmn Zusammenpressen von Zelluloidre ten in warmem Zustand benutzt wird, eine Arbeiterin sich als StreschholzeinesZelluloib st reifens bedient haben. Da das Zelluloid zu rasch und heftig brannte, soll sie den Streifen wegge w o r f e n haben, wobei er In einen Kasten mit aufgehäuften Zelluloidresten fiel, die sofort in einer Stichflamme aufbrannten. Man vermutet, daß es sich um die inzwischen verstorbene Arbeiterin Elfriede Krause handelt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe bet zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombarbzinSfutz 8 Prozent. SranMiurt a. M Berlin Schluß fiur» Rur» Sch ug fturs Änsatra ÄUti Datum 18 12. 19. 12 | 18 12- I 1« «2. ML «eüfrwnW o l9»7 V.i <ä'- - fall -Adloi -ettult art, faut- 524 to)..Äed)ien 52.1 4,9 13,8 Otffil obnt Üueio|.<«ed)tt 13 7e 13.9 13,8 7% Stan« Hop.-Bt (Bulbpf im tünobar bU 1832 90 — - Übrinlidif tzov.-Baut 8Um. »olbpf — - - OLt.« aba VorrnegL-Obtta-tvm. dUtioBie® 1938 - - 4% schwer, «unortb.-ifaU.. 98,5 — — 4% Driierteidiifdn ®olbrt*.. * * 4,20% C*fun eilbertte 2,8 ■V" 2,35 — 4% Cetteneidi einljettl tTbz. —» —• — 4% Ungarische Golbrle 21,75 •— 26.7t) 26,9 4% Ungariidx emailt. 0. 1S10 24.6 49>% oon 1913 — 4% Unoarilto trunenrte. 1.6 — 1.7 1,7 4% tut!, aollanltüp o 1911 4% türttfar «°gbaddab-«nl., — 11.e XF Serie 1 11,96 — 11. ? 6 11.76 4% ve»gl Sefa 11 — —- 11.75 11.75 L% Rumänen converi Kle. 10,6 1S.10 — — t%% Äumänro fflolbea ew 1918 — 19 — fillfl ÜeundK itfaa'xcha VVi — 1874 Hamvurg-ftmerila 8atet 6 136,75 137,75 tzamb -euvaw Tamottch. e — 178 T- ßanla Dampffchilf Korvdeulichei Lwvv ■ - 10 — 17c — 8 137 1.4.76 136 Ölig Ceutfair GttMtuiB. W 158 — 138.de 139 Barmer Banloerein 10 i4i 143 (Betlinei vao beliefeML 12 246.. 24ß.u 246 246 Lämmer»- und Lriooi-BaaU U "2.2- U3 82 2 18 । Sannü u Nanunolbaat W 288.2c -88 ■ 290.2. Deutfche Bant 10 M' •7O.u ■69,75 70 2 3n«tonu>.(BeieUid>afi fad.. 10 — ■0.75 ibl Dresdner «aal 10 ltü.7v 17 70.7.1 170.75 Hbtulbeuddi# tuMtixatf . . 8 — 215 il4.7u 215 Bteiallixiirf ....... e 1» 13« - <38 2a 139.9 WIAibawl........ u 331 334 u3.5 i3l 3’arihfurt a- M Berlin Schlub- Kur» , 1*111)1’ fi'irs Schutz ftnrs ttniang fiur» Ta tunr. 18 12 | 18 12 | 18. 12 1 19 12. faü.G ..... 8 Bergmann ..•••«. 9 Slefti. Lteferung« . , . . 10 Ltcki unb Srasi . e • » 10 (gelten 4 »uiUeaunte. . • ■ • 6 Gel. I Eleln Unrein.. . . » 10 Hamb (5!c-ht. Wette . • • . 10 Siheia tieta. . ..... 9 Schlei, tiitta......10 ediuden . ..... . 6 Stern ent 4 Halrl» ..... 18 Transradio . ..... . 8 Ladmeyer ft So...... . 10 yuoerus ...... 6 Leuücdi Erd»l ....... 6 Ebener 6teinto6te ..... 8 mellentirdXRD . . 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U . . . . 0 .... 4 .... 8 «... 8 ... 10 .... 8 . . . . 8 ... 10 .... 8 ... 8 Dank 735 185 133 1 88.6 69.ö 118-5 15 86 H2 143.3. 28,3 104,5 IM.U noten. 477.76 206 78 884 — 26.7. 156.35 135 j J J"-" 132.76 | - -26 26 281 281 »35 544 433 438 i16 377 204 - 129.1 129.5 214 75 47.Ü 76 78 46.7. 15.2.. 89.5 89 240 242,5 53 2.« 100.1 1004 490 291 21.0 70 118 87.75 Z 28 5 — 104.75 212 2 156,9 -r Serfln. 18 De emb:r ^lb' flm.rttandffi? -koa» ..... «eissilch, «Men ..... . Donllche -rotrn ....... Euyllsche Säe»........ i.m tu'.U 20.302 4).i82 • Devisenmarkt 8e-Nn—Frank' -rt a.M. T e 1 e g r a p i, tscheLus z a h 1 u n g. Berlin 18 Dc entber •ielö 1 *r,ei , ^MllioOlch.' JiOKU lu,d75 16.485 öüUanbtftbe Noten ...» Sti-.Hcittffbe ‘Jlotca ..... I68.U 41.906 168,79 41.986 91orroeflHdje Äoien • ... 41,68 111,07 Tepksch-Oesterr, ä 100 Knmeo 58.96 *47 Rumänische Roten ... 4,62 4,54 Schwedische Roten 112,05 H2.48 Schw-irer Roten ...... *1,81 ,148 Svanischc Roten ...... 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