Nr. 247 Erstes Blatt 178. Jahrgang Zreltag, 19. Oktober 1928 Erjch«'n, tägltd), aufeet Sonntags and Feiertag». Beilagen. Tietzcnrr F-a^iliendlätter Heimat im Bild Di« Schölt«. Ülonats-BejDflsprets; 2 Reichsmark and 20 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen «inzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanl chlüsse: 51, 54 und 112 Anfchritz für Drahtnach- richten Anzeiger Liehe». Postscheckkonto: granffurt am Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Untverfttätr-Vuch' und Steinöruderet R. Lange in Gießen. Schristleitung und Gefchästrstelle: Zchnlstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20°/n mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gies;en Für und wider die Abschaffung der Todesstrafe. Beratungen im Rechtsausschuß des Reichstags.-Der Vorsitzende Professor Kahl sucht einen Mittelweg mit dem Vorschlag der lebenslänglichen Sicherungsverwahrung für Mörder. Berlin, 18. Oft. (DDZ.) Der Reichstags- ausschuh für die Strafrechtsreform begann am Donnerstag die Beratung des Abschnittes „Strafen". Bor dem Eintritt in die fachliche Aussprach« erklärte Reichsjustizminister Koch, dah er sich als einen Freund der Abschaffung der Todes st rase bekenne. Die Bevölkerung Deutschlands zeige trotz der schweren Kriegsjahre, der Revolutions- und Inflationszeiten ein außerordentlich hohes sittliches und moralisches Empfinden. Die meisten Länder Europas kämen ohne die Todesstrafe aus, und es fei nicht elnzuschen, warum man sich in Deutschland an die Beibehaltung der Todesstrafe ketten wolle Die Anwendung der Todesstrafe gegen einen Schuldlosen, die selbst beim besten Prozeßverfahren unb beim besten Richterpersonal nicht vollkommen auszuschiietzen sei, müsse als furchtbares Unglück angesehen wn:den, da es aus keine We ise wieder gutgemacht werden könne und ja ein solcher Fehlspruch jedesmal wieder einen schweren und fast unüberwindlichen Schlag gegen las Verträum der Bevölkerung zur Rechtsprechung bedeute. Der Grund, daß die Todesstrafe abschreckend wirke, sei nicht durchschlagend. Einen Borbehalt müsse er freilich machen: Für Zeiten auherorden t- kicher Gefahren könne der Staat auf die Toi-esstrafe nicht verzichten. 3um Schluß wies der Minister daraus hin, dah auch Oesterreich die Todesstrafe a b g e s ch a f s t habe. Abg. Or. Rosenfeld (S.) begründet den Antrag feiner Partei über die Abschaffung der Todesstrafe. Er und seine Freunde wollten kein.swcgs an isoziale Elemente schützen. Warum werde im übrigen die Todesstrafe nur bei Mord verhängt? Sei z. V. F r a u e n s ch ä n d u n g bei glrichze.tigcrn Augenausstechen, damit der Täter nicht erkannt werde, nicht weit schlimmer, oder Kinderrnißhand» langen, die Kinder zu Krüppeln machten? Er erinnere an iie Fälle, wo Hn schuldige zum Tode verurteilt seien. Unter Kaiser Wilhelm 1. •- daran erinnere er dir Deutschnationalen — sei lange Jahre feine Todesstrafe bestätigt worden. W«r für die Todesstrafe hier als Gesetzgeber eintrete gebe dadurch dem Henker die Ermächtigung zum' legalisierten Mord. Davor müsse er angesichts der Bolksstimmung warnen. Abg. Emminger (B.V.P.) begründet den Antrag, dem § 33, der von der Todesstrafe handelt, folgenden zweiten Absatz zu geben: „An Tälern, die bei Begehung der Tat noch nicht 21 Jahre alt waren, darf die Todesstrafe nicht vollstreckt werdeir." Born Standpunkt der Religion könne man weder für noch gegen die Todesstrafe sprechen. Der Staat aber, der in Notfällen des Krieges ufw. das Leben seiner besten Staatsbürger beanspruchen könne und müsse, habe auch das Recht, zum Schutze cher Gesellschaft, wo es nötig, dem Verbrecher baä Leben zu nehmen. Justizirrtümer würden nie ganz verschwinden: aber praktisch spielten diese Fälle überhaupt keine Rolle. Sei denn der Hauptzweck der Strafe Erziehung und Besserung? Das treffe nur bei Jugendlichen zu. Der Hauptzweck der Strafe sei, daß der Staat seine Autorität aufrecht erhält und die Gesellschaft schützt. Die Mörder mögen doch zuerst einmal mit der Abschaffung der Todesstrafe vorangehen. Der Totschläger stelle sich vielfach dem Gericht, der Mörder verberge sich, weil er die Todesstrafe fürchte. Sie Wirte also abschreckend. Wir ständen noch mitten in so starker Kriminalität, dah ein gefährliches Experiment, wie die Abschaffung der Todesstrafe, nicht gewagt werden könne. Er könne die Verantwortung dafür nicht übernehmen, dah die Zahl der Opfer sich durch Abschaffung der Todesstrafe vermehre. Vielleicht könne man auch im Deutschen Strafgesetzbuch eine Ab - ftufung eintreten lassen: für Massenmord, mehrfachen Mord, Mord im Rückfall, Lustmord, Elternmord usw. müsse sie in erster Linie bleiben. Habe man mildernde Umstände, dann könne man den Geschworenen in etwas leichteren Fällen eine Milderung überlassen. Abg. D. Dr. Kahl (D.V.p.) macht den Versuch eine vermittelnde Lösung zu finden, aber nur für seine Person, nicht für seine Fraktion. Dem Gedanken der Abschreckung steht der Redner zweifelnd gegenüber. Vielleicht könne man immer nur die Fälle nachweisen, in denen die Todesstrafe nicht abgeschreckt habe, aber nicht diejenigen Fälle, in denen sie wirklich abge* schreckt habe. Wenn wirklich ein vollständiges Fehlurteil sich ereignen sollte, so bliebe dem Staate nichts anderes übrig, als das Unglück an den Hin- tervliebenen wiedergutzumachen. Aber ausschlaggebend für die Abschaffung der Todesstrafe könne ein solch bedauernswerter Fall nicht sein. Der juristisch allein vollwertige Grund gegen die Todesstrafe sei ihre Unteilbarkeit und deshalb die Unmöglichkeit, die unendliche Skala der Motive au berücksichtigen. Aber gegenüber dem Entwurf sei dieser Einwand nicht stichhaltig wegen der Ein- ügung der Vorschriften über die mildernden 1 mstände. Das ursprüngliche Recht des Staates, für die höchste pflicht der Sicherheit der menschlichen Gesellschaft auch das Leben In Anspruch zu nehmen, könne unmöglich abge st ritten werden. Das zeige auch der Artikel 85 der österreichischen Verfassung, der die Todesstrafe lediglich im ordentlichen Verfahren abschaffe. Lin Bedenken gegen die Aushebung der Todesstrafe sei niemals aus der Welt zu schaffen. Der lebenslänglich verurteilte habe gewissermaßen einen Freibrief zu weiteren Morden. Lr könne zu irgendeiner wei.eren Strafe nicht mehr verurteilt werden, auch wenn er seinen Wärter, den Geistlichen oder irgendeinen Besucher ermordet. Nun sei in Oe st erreich die Todes st rase abgeschafft. Ein solcher Dualismus fei auf die Dauer schwer erträglich. Ferner hätten Rechts« lehrer, Richter und Anwälte in steigendem Mähe unterschriftlich sich für die Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt, wenn auch sicherlich noch nicht die Mehrheit der Richter. Ferner neige der Strafvollzug mehr und mehr dazu, die Todesstrafe nicht zu vollstrecken. Die Sicherheit könne er nun aber nur darin sehen, daß der Mörder, der bisher mit dem Tode bestraft wurde und bestraft werden mußte, unter keinen Umständen in die menschliche Gesellschaft zurückkehren darf. Dann werde allerdings das Zuchthaus das Sammelbecken der Mörder fein, für die keine irgendwelche Milderung vorhanden ist. Er verlange deshalb eine Vorschrift des Inhalts: „Ein wegen Mordes zu lebenslanger Zuchthausstrafe Verurteilter ist im Falle feiner Begnadigung einschließlich der Amnestie in die lebenslange Sicherungsverwahrung überzuführen." Der Redner bittet, materiell noch nichts zu beschließen, sondern erst bei den Vorschriften über die Sicherungsverwahrung. Nach den Beschlüssen darüber werde auch er sich entscheiden. Abg. Dr. Beil (3.) erklärt: Er habe alle Argumente gegen die Todesstrafe ernst und sorg,am gewürdigt und abgewertet. Gleichwohl sei er nicht in brr La^e, von seinem Standpunkt abzugehen. Der Staat, der jedem Bürger das Recht der Rotwehr zuerkenne, würde sich selbst des Rechtes der Rotwehr begeben, wenn er die Todesstrafe aufhebe: alle anheren 6tretfmittel seien un'ec älm- ständen für ihn nicht durchführbar. Die Zen- trumsfraktivn lehne das'Prinzip der Rahe und rücksichtslosen Vergeltung ebenso ab, wir die einseitige Rücksichtnahme auf die Strafe und die Volksstimmung. Sie lasse sich lediglich von ihrer innersten äleberzeugung und von dem edlen Grundgedanken der Gerechtigkeit leiten. Heber» triebene Humanität gegen Mörder sei immer gleichbedeutend mit einer Inhumanität gegen d i e Opfer der Mörder und gegen öie ganze Gesellschaft. Der Gesichtspunkt der gerechten Sühne müsse sich mit d.'mGrundgedanken des Schuhes derStaatsbürger und der Sicherung der Gesellschaftsordnung in rechter Weise verbinden. Daraus ergebe sich, daß der Schuh der Volksgenossen die Todesstrafe nur dann erheische und recht- fertige, wenn es sich um die schwersten und abscheulichsten Verbrechen handele. Im übrigen halt der Redner die Strafe, die der Vorsitzende vorschlägt, auf dauernde Entfernung aus der menschlichen Gesellschaft zu erkennen, für schlim mer als den Tod. Abg. ör. Hanemann (On.) weist darauf hin, daß in der Praxis die Staaten auf die Todesstrafe nicht verzichten können. England, Frankreich, Italien und die Schweiz hätten die Todes st rafe wieder ein* geführt. Allerdings brauche der Mord nicht unter allen Hmständen der Todesstrafe zu unterliegen. Redner erinnert an die bereits im alten Strafrecht privilegierten Fälle der Kindestötung und an Fälle, wo eine verzweifelte Mutter sich das Leben nehmen und ihre Kinder nicht im Elend zurücklassen wolle. Eins der wichtigsten Momente fei immer wieder die Sicherung der menschlichen Gesellschaft. Die lebenslängliche Verwahrung erlegt der Gesellschaft K 0 st e n auf, die für andere Zwecke besser anzuwenden wären. Dabei schütze aber diese kostspielig« Sicherheitsverwahrung nicht einmal zuverlässig vor weiteren Morden und Schandtaten. Redner erwähnte einen Fall, wo ein Ausbrecher den Wärter, dessen vierjähriges Kind und einen Säugling ermordet habe. Beim gegenwärtigen Zustande der Kriminalität glaube seine Fraktion noch nicht auf baß äußerst« Strafmittel verzichten zu können. Sin Luffschiffdienst über den Atlantik. Eckeners Besprechungen in Amerika. L a k e h u r st, 18. Oft. (Associated Preß.) Dr. Eckener erhielt zahlreiche Briefe von Städten zwilchen Lakehurst und Chikago, in denen die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der „Graf Zeppelin" sie auf seiner in der nächsten Woche beginnenden Fahrt nach dem mittleren Westen überfliegen werde. Der Ravigalionsoffizier v. Schiller teilte mit, der Reiseplan sei noch nicht endgültig fe st gelegt, jedoch sollen möglich st zahlreiche Städte überflogen werden. Ziemlich sicher ist es, dah das Luftschiff nach A k r 0 n, dem Sih der Goodyear Zeppelin Company und nach Detroit kommen wird. In Detroit dürfte es am Ankermast im Ford-Flughasen anlegen. Heute fand hier eine Konferenz von Persönlichkeiten statt, die sich wie verlautet, für den Plan Dr. Eckeners, 14 Millionen Dollar für die Einrichtung eines regelmäßigen transatlantischen Luft- schiffdienstes aufzubringen, interessieren. Dr. Eckener selbst nahm nicht an der Konferenz teil. Eine neue Einsturzkatafirophe. In Vincennes stürzt ein Sechsstockneubau zusammen und begräbt 29 Arbeiter unter den Trümmern. — Sieben Todesopfer geborgen. Paris, 18. Oktober. (Wv.) Um 16 Uhr ist heute ein im Bau befindliches Haus in Vincennes, das bereits bis zum sechsten Stockwerk errichtet war, plötzlich — ähnlich wie in Prag — eingestürzt. Etwa 25 Arbeiter (die genaue Zahl läßt sich im Augenblick nicht feststellen) waren zur Zeit des Unglücks auf dem Bauplatz beschäftigt. Sofort wurde die Straße und die umliegenden unbebauten Plätze mit Steintrümmern überschüttet. von dem Haus steht nur noch das erste Stockwerk. Der Feuerwehr gelang es nach einer Stunde, sechs Arbeiter zu bergen. Zwei von ihnen waren bereits tot, die anderen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Später Hal die Rettungsmannschaft sich mit einem unter den Trümmern liegenden Arbeiter verständigen können, der mitteilte, daß neben ihm drei bewußtlose Kameraden liegen. Der Feuerwehr gelang es, dem Arbeiter durch einen Schlauch etwas Rum zuzuführen. Sämtliche Opfer sind, wie die Mehrzahl der dort beschäftigten Arbeiter, Italiener. Zwei Schlosser konnten sich durch herausspringen aus den Fenstern teilen, einem Arbeiter gelang es, mit leichten Verletzungen zu flüchten. Der Baumeister, der im Erdgeschoß bereits eine Wohnung für sich hatte fertigstellen lassen, befand sich nicht, wie anfänglich geglaubt, im Augenblick des Unglücks im Hause, sondern seine Frau, der es aber gelang, sich zu retten. Der Baumeister selbst befindet sich jetzt auf der Unglücksstätte, ist aber noch unfähig, überhaupt anzugeben, wieviel Arbeiter er beschäftige, lleber die Ursache des Unglücks ist noch nichts bekannt, heute abend waren die Aufräumungsarbeiten so weit gediehen, dah man einen Teil des Gebälkes freilegen konnte, unter dem sich noch fünf 21 r - beiter befinden. Lin Maurermeister, der gegen 16 Uhr auf der Straße Augenzeuge des L i n- st u r z e s war, sah, wie die Mauern des Hauses wankten und nach der Gartenseite hin z u - sammenstürzten. Gleichzeitig entwickelte sich eine dicke Staubwolke. Er erklärt, es hätten sich vor einem Monat Risse an dem Hause gezeigt, aber man habe die erforderlichen Ausbesserungen vorgenommen. 3m Laufe der Rächt sind weitere vier Tote geborgen, was die Zahl der bis jetzt zutage geförderten Todesopfer auf sieben erhöht. Unter den Toten befindet sich auch jener Arbeiter, mit dem die Rettungsmannschaften am Abend sprechen und dem sie Rum zur Stärkung einflößen konnten. Während der Aufräumungsarbeiten sind noch fünf Mauern eingestürzt. Die Rettungsmannschaften hörten im Laufe der Rächt noch die Stimmen von zwei Personen, die aber noch nicht befreit werden konnten. Man glaubt, daß nunmehr noch etwa zwölf Arbeiter unter den Trümmern sind. • Der Italiener Provini, der der Eigentümer und Bauherr des eingestürzten Hauses ist, hat übrigens, als er sich einen Augenblick unbeobacht. t glaubte, einen Selbstmordver- s u ch unternommen. Der Stadtrat von Vincennes hat die Hergabe von Krediten zur Unter» stühung der Familien der Opfer, sowie die Beerdigung der Verunglückten auf Kosten der Stadtverwaltung brschlossen. Rach dem „Journal" hat Provini, anscheinend aus Ersparnisrücksichten, die Pläne des Reubaues nicht durch einen Architelten, sondern durch einen einfachen Ba uzeichner Herstellen lassen. Außerdem soll der Bau zu schnell durchgeführt worden sein. Nach dem „Petit Journal" hatte das Gebäude trotz seiner sechs Stockwerke nur 80 Zentimeter ft arte Grundmauern. Dor 14 Tagen soll man einen Riß und sogar ein leichtes Nachrutschen auf dem linken Flügel nach dem Garten hin bemerkt haben, und ein Maurermeister, der am Bau beschäftigt war, erklärte, Provini habe, als er ihn darauf aufmerksam machte, befohlen, das Loch mitZementzuzustopfen. Parker Silberi Mi nach Paris, Am und SriifieL Befriedigendes Ergebnis der Londoner Besprechungen des ReparationSagenien. Paris, 19. Oft. (WTB. Funkspruch.) „Petit Journal" berichtet, daß der Generalagent für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, gestern Abend aus London kommend in Paris eingetroffen ist. Das Blatt glaubt zu wissen, daß er heute eine Unterredung mit p 0 incare haben wird, die sich auf die Möglichkeit einer R e - vision des Dawesplanes beziehen wird, von Paris aus wird Parker Gilbert nach Rom und dann wahrscheinlich nach Brüssel fahren, um dort Besprechungen über das gleiche Thema zu führen. Alsdann wird er nach Berlin zurückkehren, um die Verhandlungen mit der Reichsregierung fortzusehen. Hebet seine Londoner Besprechungen mit Churchill, über die wir gestern schon berichteten, verlautet noch, dah es ihm nach erheblichen Schwierigkeiten gelungen sein soll, den Schahkanzler zu dem versprechen zu bewegen, dah England die kommende Dawesplankonferen; nicht durch Obstruktion behindern werde. Parker Gilbert lege Wert daraus, dah diese Konferenz z w i s ch en dem 10. Rovember und dem Monat Mär; ab- gehalten werde, also nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen und vor den britischen Parlamentswahlen. * In ihr«m offenbar inspirierten Artikel zu den Londoner Besprechungen Parker Gilberts verbreitet sich die „Times" über die Rheinlandfrage und die Reparationsfrage und erklärt, die jetzt eröffneten Desprechungen hätten zum Ziel, die der deutschen Souveränität auferlegten Einschränkungen zu kritisieren. Das Blatt sagt dann: In der Frage der Ernennung des in Aussicht genommenen Sachver - ständigenausschusses sind bereits gute Vorarbeiten geleistet worden. Inzwischen ist noch eine diplomatische Frage zu regeln, nämlich welche Regierung die Initiative ergreifen und offiziell di« Bildung des Sachverständigenausschusses beantragen soll. Der Standpunit der britischen Regierung ist der. dah sie sich, solange feststeht, daß dem britischen Steuerzahler keine neuen Lasten auferlegt würden, nicht von irgendeinem Versuch fernhalten wird, die endgültige Regelung der Reparationsfrage zu beschleunigen. Die Ansicht der Schahamtssachverständigen über die Möglichkeit einer Regelung innerhalb der nächsten sechs Monate ist nicht so optimistisch, wie die ihrer französischen, deutschen und sogar amerikanischen Kollegen. Die Hcnchtfrage ist. ob es angebracht ist, die Festsetzung der deutschen Reparativns- summe im gegenwärtigen Augenblick zu erörtern. Parker Gilbert glaubt es und Poincare, viele deutsch« Staatsmänner und eine große Anzahl einflußreicher Amerikaner teilen seine Auffassung. Die französisch« Regierung sieht sich noch immer der Rotwendigkeit gegenüber, 400 Millionen Dollar für amerikanische Kriegsanleihe im August nächsten Iahres zu bezahlen und wünscht dringend, eine Regelung zu erlangen, die den Weg zur Kommerzialisierung der deutschen Schuld dadurch eröffnen würde, daß in nicht allzu langer Zeit die deutschen Eisenbahn- und Industrieobligationen auf den Markt gebracht werden. Hnd die deutsch« Regierung ist sicher lebhaft an einer Regelung interessiert, die nicht nut ihre Verpflichtungen genau bezeichnen, sondern sie auch von der lästigen Kontrolle des Dawesplanes befreien würde." Um die Führung in der Deuischnaiionalen parier hätte. Schweres Autounglück. Neue Stockung in den deutsch-polnischen Ein Oie Wetterlage. ih-nen im Augenblick sehr uner (Slot- wäre «r Oie Truppenverschiebungen im Rheinland. Wohin geht die Rheinlandkommission? Berlin, 19. Okt. (Priv.-Tel.) Durch die Presse geht die Nachricht, daß die sranzösischen Truppen aus dOr zweiten in die dritte Zone zurückverlegt worden wären. Das hat laut „Germania" den zuständigen deutschen Stellen Veranlassung gegeben, sich bei dem sranzösischen Ober- kommando im Rheinland zu erkundigen. Dieses teilt mit, es sei nicht beabsichtigt, Truppen aus der zweiten in die dritte Zone zu verlegen. Das französische Oberkommando teilt jedoch nicht mit, ob inzwischen bereits Truppenverschle- bungen stattgefunden haben. Eine Aufklärung hierüber, so sagt das Blatt, wäre sehr wesentlich. Wie der Sozialdemokratische Pressedienst hört, hat die Rheinlandkommission in Koblenz mit den deutschen Behörden über d i e Frage ihres künftigen Wohnsitzes Fühlung genommen für den Fall, daß die zweite Be° satzüngszone bald geräumt wird. Die Internationale Kommission hat drei Städte bezeichnet, die ihr Zusagen würden, und zwar Wiesbaden, Mainz und Speyer. Eh> eine Vereinbarung über diese Frage getroffen werden kann, müssen erst die beteiligten Städte gu)ört werden. Ablehnung des Schiedsspruches für das M.-G!adbacher Textilgewerbe. Gladbach, 18. Okt. (WB.) In einer Mitgliederversammlung der vereinigten Arbeitgeberverbände der Textilindustrie von M.-Gladbach. Rheydt und Umgebung wurde einstimmig beschlossen, den Schiedsspruch ab zu lehnen, den der staatliche Schlichtungsausschuß am Dienstag gefällt hat. Handelsvertragsverhandlungen. baldiger Abschluß ist den Polen aus politischen Gründen unerwünscht- Aus aller Welt. Rollandung von Hünefelds bei Tokio. Freiherr von chünefeld und Lindner muhten Donnerstag um 14.30 Uhr japanischer Zeit eine Notlandung in einem südlichen Vorort von Tokio vornehmen. Die Fl.eger v. Hüne« selb und Lindner machten auf ihrem Flug von Schanghai einen großen -Umweg, um die Möglichkeit eines Zusammen st oh Ls mit einem der m Sturmwolken gehüllten Berge zu vermeiden. Sie erreichten schließlich Tokio, vermochten jedoch nicht mehr auf dem Flugplatz zu landen, da der Benzinvorrat zu Ende ging. Sie sahen sich deshalb gezwungen, an der Peripherie der Stadt notzulanden. Wie sich herausgestellt hat, ist das Flugzeug nur leicht beschädigt. Die letzte Phase der „JlaNa"-Tragödie. Der norwegische Flieger, Kapitän Riiser Larsen, ist jetzt aus Spitzbergen nach Oslo zurückgekehrt. Er erklärte u. a., daß keinerlei Hoffnung mebr dafür bestehe, die Ballongruppe der „Italia'^ noch am Leben zu finden. Di« Besatzung sei entweder ertrunken oder durch Hunger oder Kälte umgekommen. Lieber die „Jtalia"-Expeditivn äußerte Riiser Larsen, daß man ihr trauriges Schicksal habe voraussehen müssen. Das Unternehmen sei ungenügend vorberei- t e t gewesen. Außerdem hätten zu viele Personen an dem Fluge teilgenommen. Lin Benzinbehälter des Flugzeugs „Lakham" gefunden. Das in Ballersund unweit Drontheim , wegen) eingetrossene Fischerboot „Leif" fand bei 64 Grad 52 Minuten nördlicher Breite und 8 Grad 50 Minuten östlicher Lange einen auf dem Meere treibenden Benzinbehälter des Flugzeugs „Latham" und fischte ihn auf. Der Behälter ist unbeschädigt. Darauf waren zwei Zeilen mit Bleistift geschrieben wor- wünscht, weil sie fürchten müssen, daß sie dann aus depr internationalen Konzert ausgeschaltet und mit ihren Ansprüchen auf politische Berücksichtigung bei den Derhandlungen mit Deutschland kein Gehör mehr finden. Deshalb nehmen sie die Rackenschläge, die ihnen der Zollkrieg mit Deutschland bringt, in den Kauf, weil sonst das Ziel eines Ostlocarno endgültig verschwinden würde: aber es ist doch ein starkes Stück, wenn sie aus dieser selbstsüchtigen Politik heraus nun den Dorwurf gegen Deutschland konstruieren wollen. Berlin, 18. Okt. (TU.) Am Donnerstag trat die Parteileitung der Deut.chnaNona- len Partei zu einer Tagung zusammen, auf der die Frage der künftigen ^lelsetzung und Marschrichtung der Deutsch- nationalen Volkspartei bespr^n wurde. 2m Anschluß daran toirbbi« R er chs - taasfraktion, lotete am Samstag die deutsch- nationale Dertreterversammlung, bi« von dem Parteivorstand, der Parteileitung und den Dertretern der einzelnen Landesverbände gebildet wird, zusammentreten. Anläßlich dieser Ereignisse hatte bereits di« ,.D. A. -8.“ am Donnerstag vormittag in einem Artikel Stellung genommen, in dem u. a. darauf hinaewiesen wurde, daß Graf Westarp entschlossen sei, den Parteivorsitz «ndaul- tia nie derzule gen . und daß die Bildung eines aus mehreren Persönlichkeiten bestehenden Direktoriums geplant sei. Auch demokratische Zeitungen verzeichnen Gerücht«, wonach der Rücktritt Graf Westarps mit Sicherheit zu erwarten sei. _ ... .. Don der Donners tagabendpress« weist Di« ..Kreuzzeitung" diese Gerücht« als unrichtig zurück, während di« „Deutsche Tageszeitung" bemerkt, daß u. a. ein« Trennung zwischen Parteivorsitz und Dorsih der Reichstagsfraktion, di« bisher beide in den Händen des Grasen Westarp gelegen hätten, beschlossen werden toürb«. 3m übrigen betont das Blatt, daß ein starker Wille nach einheitlicher Zusammenfassung und Geschlossenheit in der Partei vorhanden sei. Es handel« sich nicht nur darum, di« Parteieinheit und Geschlossenheit zu erhalten, sondern auch darum, ihr für die Zukunst di« Möglichkeit der machtpolitischen Einwirkung im Rahmen der bestehenden Verhältnisse zu sichern. Der „3ungdeutsche" glaubt gleichfalls zu wissen, daß Graf Westarp nicht wieder zum Parteivorsihenden gewählt werden würde. Bon den 45 Landesverbänden der D.R.B.P. stünden bereits heute 17 geschlossen auf der Seite Hugenbergs. Da außerdem noch eine große Anzahl von Landesverbänden sondern ließ sich durch Hugh Allen von der Goodyear Zeppelin Company vertreten. Rach einer Blättermeldung wohnte auch der Chefingenieur der Ford-Werke der Lakehurster Kon- ^i*e Goodyear Zeppelin Company mitteilen läßt, ist die Rückkehr des .®r ai Zevveli u" nach Deutschland vorläuttg aussen 2?. d. Tst feftgeW. Der Besuch des Lustschiffes im mittleren Westen ist auf 3 Tage bemessen. Am Montag soll eS m Detroit «m- treffen. Wenn die Wetterverhältmsst es gestatten, soll auch St. Louis besucht werden. Dr. Eckener htt erneut die Einsicht geäußet daß die Rückiahrt Arnertta-Druttchland sehr viel kürzere Zeit beanspruchen wird als die Ausreise. Hermes berichtet dem Reichskabinett. Berhandlungspause. Berlin, 18. Oktober. (1BB.) Reichsminister a. D. Dr. Hermes erstattete heute nachmittag dem Reichskabinett Bericht über feine letzten war- schauer Besprechungen. Daraus ergibt sich, daß zunächst eine Pause in den Verhandlungen eintritt, welche durch die polnische Erklärung veranlaßt ist. daß die Kommissionsarbeiten für den Augenblick gegenstandslos feien. Da trotz deutschen Entgegenkommens von polnischer Seite, namentlich in der Zolllariskommission, keinerlei nennenswerte Zugeständnisse gemacht worden sind, ist der polnischen Regierung Rechnung getragen worden. Die deutschen Mitglieder der bis zuletzt in Warschau tagenden Zolltaristommission kehren deshalb zunächst nach Berlin zurück. — Inzwischen wird das Reichskabinett zur jetzigen Lage im einzelnen Stellung nehmen. Dann werden voraus- sichtlich zunächst die beiden Delegationsführer die Besprechungen sortsehen. Die von feiten der polnischen Presse ausgestellten Behauptungen, daß die Schuld für den kritischen Stand der Verhandlungen bei Deutschland zu suchen sei. sind frei erfunden. Deutscherseits ist den Polen ein Zugeständnis nach dem anderen gemacht worden. Eine Heraufsetzung des Schweinefleischkontingents ist ihnen schon vor geraumer Zeit zugesagt worden. Später erfolgten Zugeständnisse in der Frage des Kohlenkontingenls und erst in den letzten Wochen ein weiteres Zugeständnis in der Frage der Schweinefleischeinsuhr. Diesen ständigen Konzessionen haben die Polen nicht» gegenübergesetzt. 3m Gegenteil haben sie maßlose Forderungen, wie bei- spielsweise völlig freie Einfuhr von Vieh und von Schweinefleisch aufgestellt. Forderungen, von denen sie sich von vornherein hätten sagen müssen, daß sie von deutscher Seite abgelehnt werden müßten, heute lautet die Frage, ob sich die Polen bei ihrem Verhalten nur von Gründen des Handelsverkehrs haben leiten lassen oder ob nicht unbekannte politische Gründe hinter ihrer Taktik stecken. Trotz dieser Sachlage wird die Lage in Berlin ruhig beurteilt. Es ist eine Tragödie mit den deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen, di« nun schon seit drei Jahren hin und her gehen, ohne recht vorn Fleck zu kommen. Di« Deutschen geben die Schuld daran auf Grund unwiderlegbarer Beweis« den Polen, während die Polen wieder den Spieß umdrehen und auch jetzt wieder der deutschen Delegation den Vorwurf machen, daß sie gar nicht ernsthaft verhandle, sondern nur das Ziel verfolge, systematisch alles zu sabotieren. Ein solcher Vorwurf muß überraschen. Die Polen hatten früher immer gesagt, daß sie nur mit der unter den Deutschnationalen stehenden deutschen Regierung nicht zustande kämen, sie hatten deshalb Ende vorigen Jahres planmäßig di« Entscheidung hinausgezögert, weck sie nach den Wahlen m i 1 einer sozialdemokratischen Beteiligung an der Regierung rechneten, und dann glaubten, wesentlich billiger zu einem Handelsvertrag zu kommen. Di« Sozialdemokraten sind jetzt, man kann schon sagen, ausschlaggebend. Trotzdem hat sich das Blld nicht geändert, trotzdem gerade jetzt von polnischer Seite erneut der Klageruf, daß Deutschland, überhaupt nur Scheinverhandlungen führe. Dabei liegen die wirklichen Zusammenhänge doch klar genug. Die Polen haben ganz plötzlich den Vertrag auf eine andere Grundlage stellen wollen, indem sie sich auf die Verhandlungen der Weltwirtschaftskonferenz beriefen und den. Da aber bet Farbanstrich abgefallen kst, sind diese Zeilen kaum mehr zu lesen. Man glaubt, die Zeichen entzissern zu können: „accie 20X1". Vielleicht sind die Silben accie die ersten des Wortes accident (Anfall) und die Ziffern geben die Position des Flugzeuges an, das sich dann östlich der Däreninsel befunden in ihrer Stellungnahme schwankend seien, sei die Macht Hugenbergs vorläufig jeder anderen Gruppe in der Partei überlegen. Der viel erörtert« Vorschlag, den Parteivorsitz einem Triumvirat anzuvertrauen, habe somit wenig Sine Protestkundgebung gegen die Schändung jüdischer Zriedhöfe. Berlin, 18. Okt. (WB.) Auf einer beute abend vom Ze nt r alv e t«in deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. veranstalteten Kundgebung gegen die zahlreichen Fälle von Friedhofs- und Synagogen- schändungen und auf die gerade in letzter Zeit zunehmenden äleborsälle gegen jüdische Bürger nahm auch der R e i ch s j u st i z m i n i st e r Dr. Koch das Wort zu einer Erklärung, in der er ausführt«: „Die Reichsregierung, tn deren Rainen ich spreche, ist sich mit Ihnen einig in der Entrüstung über di« Vorfälle, die Sie zum Protest veranlaßt haben. Sie ist einig mit 3hnen m dein Schmerz darüber, daß Deutsche Deutschen derartiges haben antun können. Wir alle, die wir hier verein'.gt sind, wissen, daß deutsch ist, wer durch Sprach«, Sitte, Kultur und Schicksalsgemeinschaft zum deutschen Vaterland« gehört, und wir alle sind uns einig in der Verurteilung von Ausschreitungen, die deutsche Staatsbürger gegen deutsche Staatsbürger und ihr gutes Gewissen begehen. Wenn sich Haß und Leidenschaft und 3rr- teachn sogar gegen die Toten vergeht, geht das weit über jeglichen Antisemitismus hinaus. Seien Sie überzeugt, daß die deutsche Iustiz hier ihre Pflicht tun wird. Sie wird ihre Pflicht tun, weil sie sich bewußt ist. daß sie verletzten Deutschen helfen muß, ferner weil sie sich der Wirkungen der Handlungen auf daS Ausland bewußt ist, schließlich aber auch, well sie sich in ihrem Rechtsgefühl beleidigt fühlt. Sie haben recht getan, diesen Protest In die Welt hinaus- zuschicken. Die Reichsregierung schließt sich 3hn«n an." '©wontenloiO nenn Onero oe«<*L »wenig, eotaetxi »Rege« * Sehnet c liriuptm • MtDti "K Grwittcr.(Q)WindsliHe. «O* se» fckhltr Ost mlHigt' Suosuowcsi Q stürmischer nordwesfc »le pfene fliegen mit dem v/indt Oie ocroen Stationen dienenden u'» len geoen die Temperatur an. Die Linien veromdeo Qrw «Ul gleicht® »ul n/crcsmmu uraotrechnetta Lvttdrece ’4toeitvvvv Das nordwestliche Druckfallgebiet hat sich weiter vertieft und südwärts ausgebreitet. Sein barometrisches Minimum, mit unter 730 Millimeter Luftdruck, lag heute morgen über dem Rordmeer. Infolgedessen fand eine weiter« Zufuhr ozeanischer Luftmassen statt, die fast ganz Deutschland mildes, wolkiges und regnerisches Wetter brachten. Di« nun jetzt in Begleitung des Tiefs stattfindend« maritime Luftzufuhr, die mehr nördlichen Ursprunges ist, führt wieder zu frischerem Wetter, wobei aber der Witterungscharakter veränderlich bleibt und weitere Riederschläge in Schauem auftreten. Wettervoraussage für Samstag: Unbeständiges, wechselnd wolkiges Wetter mit mehrfachen frischen, um West drehenden Winden. Witterungsaussichten für Sonntag: Roch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 18. Oktober: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 12,5 Grad Celsius; am 19. Oktober: morgens 11,2 Grad Celsius. Maximum 15,8 Grad Celsius, Minimum 10,7 Grad Celsius. Auf einer Dergnügungstour nach Hagen passierte ein Auto in rasender Fahrt auf der linken Straße und auf dem Sommerweg fahrend die Ortschaft Brüninghausen bei Dortmund. Mehrer« Straßenpassanten wurden vom Wagen, dessen 21jähriger Lenker die Gewalt über fern Fahrzeug verloren hatte, im Vorbeifah- ren angerannt. Ein 12jähriger Junge wurde dabei sofort getötet. @i:iem Feuerwehrmann wurde ein Dein abgerissen, zwei weitere Passanten wurden leichter verletzt. Der Wagen rannte schließlich gegen einen Daum und wurde schwer beschädigt. Der Wagenführer, der nur leicht verwundet ist, wurde verhaftet. Eine fünfköpfige Familie durch Gas vergiftet. Auf tragische Weise kam in Stuttgart eine fünf- köpfige Familie ums Leben. Dort war gestern eine Familie neu eingezogen, auf deren Bitte der Küch'engasherd an die dortige Leitung angeschlossen wurde. Diese Installation erfolgte anstatt mit einem vorschriftsmäßigen Verbindungsstück, mit einem gewöhnlichen Stutzen, über den der Gas- schlauch gezogen wurde. Das Gummjende des Schlauchs wurde dabei eingeritten, 1° daß durch den starken Gasdruck schließlich der ganze Schlauch weggedrückt wurde, so daß das Gas ungehindert ausströmen tonhte. Durch das Gas wurden die im darüberliegenden Stockwerk schlafenden fünf Personen getötet. Die lange Zeit unter ärztlicher Leitung vorgenommenen Wiederbelebungsversuche blieben bei allen ohne Erfolg. Befreiungen von Kontingenten wie ähnlichen Beschränkungen verlangen. Das war von ihrem Standpunkt aus sehr klug, sie wissen, daß Deutschland, ohne seine eigene Viehzucht zu ruinieren, eine unbegrenzte Einfuhr des polnischen Schweins in lebendem oder totem Zustand ü b e rha.upt nicht tragen kann, da der soziale Druck, unter dem Polen seine Bauern hält, sich praktisch als Dumping auswirkt. Sie wissen auch, daß die ungehemmte Einfuhr der ober- schlesischen Kohle — aus denselben Gründen — zu einer Stillegung deutscher Zechen führen müßte. Ihre Forderungen waren so exorbitant, daß sich, soweit wir unterrichtet sind, im Kabinett nicht eine Stimme für ihre Annahme ausgesprochen hat. Von deutscher Seite sind vielmehr Gegenvorschläge gemacht worden, mit denen Minister Hermes nach Warschau gefahren ist. Diese Gegenvorschläge haben nun aber offenbar vor den Augen der Polen keine Gnade gefunden. Sie sind kurzerhand in den Papierkorb geworfen, und jetzt geht prompt die Hetze gegen die deutsche Politik des doppelten Bodens los. Richtiger wäre es wohl, wenn w i r derartige Angriff« gegen Warschau erhöben, der Untergrund der polnischen Politik ist doch nicht so schwer zu sehen. Wirtschaftlich brauchen die Polen den Vertrag mit uns, politisch aber Aussicht auf Er üllung. Der „T a g" wendet sich gegen die Behauptung, daß die Gruppe Hilgenberg die The e der flein en aber geschloIsenen Partei propagiere. In Wahrheit habe sich chugenbera, den man damit auch persönlich zu verdächtiaen suche, stets für eine große nationale Rechte einge- setzt Unter dem Motto der mittleren Linie werde das deutsche Volk seit seinem Zusammenbruch von den Parteien der Weimarer Koalition geleitet. Das Einhalten dieser Linie habe uns nachgerade in innen- und außenpolitische Schwierigkeiten gebracht, deren Tragweite dem deutschen Volke in der aller- nächsten Zeit deutlich zum Bewußtsein kommen werde. Gewiß stehe die Deutschnationale Volkspartei vor folgenschweren Entscheidungen. Wer sich dessen bewußt sei, der solle aber auch alles vermeiden, was eine klare, die Fehler der Vergangenheit vermeidende, den großen Grundforderungen der Partei gerechtwerdende Entscheidung erschwere. Im Verlaufe der Aussprache in der gestrigen Sitzung der deutschnationalen Reichstagsfraktion wurden nun laut „DAZ.' Entschließungen angenommen, die folgenden Inhalt haben: Die Fraktion bekundet dem bisheri- gen Führer ihr Vertrauen; sie spricht weiter den Wunsch aus, daß auch künftig zwischen Partei- und Fraktionsführung ein einträchtiges Vertrauensverhältnis bestehen möge. Bei der Abstimmung ergab sich keine völlige Uebereinstimmung in bezug auf die Bewertung der einzelnen Resolutionen. Die Vertrauenskundgebung für den Grafen Westarp erfolgte nahezu einmütig; die weitere Stellungnahme zu der Frage der Parteiführung wurde von einigen Seiten als Versuch einer Einflußnahme auf d i e Parteivertretung triti- fiert. Es wurde jedoch dem Grafen Westarp anheim- gestellt, die Stellungnahme der Reichstagsfraktion den übrigen Parteiinstanzen bekanntzugeben. Oie Bedrückung des Steuerzahlers. Von unserer Berliner Redaktion. Der deutsche Steuerzahler ist einer der meiftge- plagten der ganzen Welt. Er bringt an bi r et t e Steuern für Reich, Land, Gemeinde, Kreis usw. ®ne Summe Con inegefamt etma l6 Milliarden Mark auf, von denen 12 Milliarden allein dem Reichsbudget einschließlich der Reichsuberweisungen an die Länder dienen. Die Belastung durch in» d^ re kte Steuern ist schwer feststellbar, da diese sich belannllich im Enbeise«, d H in dem Pre. den der Konsument für Tahak, Alkohol, 3uder, Salz usw. bezahlt, mit den Aufschlägen für Zinsen, Betriebsunkosten, Zwischenhandelsnutzen usw. erheblich höher auswirken. Der runden Rechnung halber kann man also hier ruhig nochmals 4 Milliarden ansetzen und gelangt damit zu einer Gesamtlast von etwa 20 Milliarden, oder einem Drittel b e -> mabrlckeinlichen Volkseinkommens, das sich esfektio nur wenig über bas Einkommen der Vorkriegszeit hinaus gehoben hat unb relativ, in Anbetracht ber gesunkenen Kaufkraft des Geldes, noch erheblich unter dem Dorkriegswert lieg. Die .TO » wie derjenige eines anderen Landes, ist deshalb zweifellos unzutreffend. ... . . Aber was di«se Last noch viel mehr druckend macht als ihre effektive Höhe, lst die system- lose Häufung der öffentlichen Abgaben für den einzelnen Steuerträger. Auch Betriebe mittleren Umfangs haben heute meistens einen besonderen Fachmann nötig, der ihre Steuerangelegenheiten laufend bearbeitet; und die Inanspruchnahme sogenannter Steueranwalle macht sich trotz der besonderen Kosten meist schon deshalb bezahlt, weil der einzeln« Steuerzahler qar nicht In der Lage ist, die Fülle der Verordnungen und Gesetze zu kennen, aus denen sich feine Rechte und Pflichten ergeben. Hinzu kommt di« außerordentliche Arbeitslast, di« durch di« verschiedenen Fälligkeitstermine und Zahlstellen hervorgerufen wird und die überdies dazu führt, daß ein Ba r g« l d um la u s not- wendig wird, der sich bei zweckmäßigerer und einheitlicherer Gestaltung der Ansprüche der öffentlichen Stellen auf einen Bruchteil vermindern liehe. Deshalb scheint bas wichtigste Gebot, wenn man schon die Höhe der össentlichen Lasten nicht herab- setzen kann, ihre systematische Vereinheitlichung. Warum sollte es B. nicht möglich fein, die Wahrnehmung des Einzugs aller für öffentliche Einrichtungen bestimmten Abgaben und sonstigen Zahlungen in die Hände ein er einzigen Behörde zu legen, bie eine buchhalterische unb Inkassoaufgabe hatte, in jeber Stabt jedem Kreise eine einzige Zahlstelle unterhielte und jebem Zensiten z. B. einmal im Monat einen Zettel überfenben würde, ber die Gesamtheit feiner Verpflichtungen an Einkommens- unb Vermögenssteuern, Haus- und Grundsteuern, Gewerbe- unb sonstigen Steuern, staatlichen und städtischen Abgaben mit all den Nebengebuhren für Wasserversorgung, Straßenreinigung und „dergleichen, ferner für Den Verbrauch an Elektrizität, Gas, Wasser usw., Krankenkassenbeiträae unb was sonst von ber öffentlichen Hand beansprucht wird, enthielte? Ebenso müßte die Zahlung all dieser Betröge in einer Summe an die bald bekannt werdende einzige Zahlstelle erfolgen, die wiederum im Wege des Giroverkehrs, bzw. der einfachen Buchung an die einzelnen beteiligten Amtsstellen, Kommunalbetriebe usw. geleitet würde. Schon die Vergleichsmöglichkeiten und der verbesserte lieber- blick des Steuerzahlers über seine Lasten würde die zweifellos vorhandene Steuermüdigkeit mildern, überdies würden erhebliche unproduktive Unkosten gespart und ber Geldumlauf vermindert und erleichtert. Derartige Vorschläge sind dem Reichs- sinanzministerium schon vor fünf Jahren erstmals gemacht worden, geschehen ist jedoch bislang in dieser Richtung herzlich wenig. La " on erfolnt? Q?9c‘ ^ndungkstü^M ra öen der £ ©ummien^ be5 F UI e n, sg xn6 ,eN »er ,2 1° daß dog @05 Mch das Tos bäudeS, e t xv CARNIFIX Gegen Staub ----ein Mittel nur O Oe dar Mop und Politur. Zwei Arbeiter von einem Steinblock zerquetscht. ][ Gladenbach, 18. Oft. 3n einem Stein- bruch bei dem am Hünstein gelegenen Dorfe Rachelshausen ereignete sich gestern nachmittag ein schweres M n g t ü d. Bei der Fortbewegung eines 20 0 Zentner schweren Stein- blodes kam dieser plötzlich ins Rutschen und begrub zwei Arbeiter namens Koch und Dittmann unter sich. Die Rettungs- arbeöten gestalteten sich sehr schwierig. QÜan brachte die beiden Derunglüdten, die schwere Quetschungen und Knochenbrüche davongetragen hatten, in die Marburger Klinik, wo sie aber gleich nach ihrer Einlieferung verstärken. Koch i-st jung verheiratet und hinterläßt Frau mit Kind. Sie tönnen Oie WlMleil Mer MW nprlnnflprnl vermeiden Sie alle scharfen Wasch. UclIUlHIIrlU! mittel und benutzen Sie nur Nau« niann'S weiße .Qernfctfe „(Srirnfeme -Dimlitni". Die vielen Millionen kleiner Sellenbläschen sind Heinzel« männeben, die den Schmutz lösen, leichtes Nach« waschen macht die Wäsche schneeweiß. [3593V O-GfeTM°p/ SPART ZEIT UND MÜHE -W/. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 19. Oktober 1928. Oie Einrichtung der petrusgemeinde. Bei der Volkszählung des Jahres 1925 hat sich herausgestellt, daß die vier Gießener evangelischen Kirchengemeinden erheblich an Seelenzahl zugenommen hatten: so umfaßte die Lukasgemeinde damals rund 9600 Seelen. Auch wenn man hiervon die nicht zur Gemeinde gehörenden Kranken abrechnet, die sich am Zahltage in den K.inilen befanden, so bleibt doch noch eine Zahl zurüd, die weit über die Seelenzahl einer Rormalyemeinde hinausgeht. Dazu kam, daß viele Gemetndeglieder weit entfernt von der Johanneskirche und dem Gemeindesaal, der sich in der Liebigstraße befindet, wohnen. Aus diesen Gründen wurde der Südteil der Gemeinde von der seitherigen Lukasgemeinde abgezweigt und unter dem Rainen „Petrusgemeinde" als besondere Gemeinde zusammengefaßt. Für diese neugebildete Gemeinde wurde ein eigener G e i st l i ch e r, zunächst ein nicht definitiv an- gestrlltcr, Berufen. Eine weitere Frage, die au lösen blieb, war die, für die Petrusgemeinde eine gottesdienstliche Stätte zu beschaffen. Ursprünglich Hatto man daran gedacht, einen Gemeindesaal und später eine Kirche auf dem am Wartwege gelegenen Gelände zu erbauen, das die Kirchengemeinde gegen Ergäbe eine- Grundstüdes an der Axtsmündung der Klinikstraße von der Stadt ausgetauscht hat. Bekanntlich soll in dem K iniksgelände nahe der Gaffkystraße ein Krankenhaus für Giiederbeschä- digte errichtet werden, und aus diesem Grunde hauptsächlich ist der erwähnte Tausch vollzogen worden. Erwägungen, die man angestellt hat, er» Saben jedoch, daß die Kirchengemeinde auf dem tolände an dem Wartweg nur ein Gebäude errichten konnte, das sich architektonisch in die Umgebung eingliedert und bei dessen Erbauung von vornherein schon auf die zukünftige Kirche Rücksicht genommen werden muß. Auch aus straßenbaultchen Gründen könnte hier nur ein Gebäude Platz finden, das hohe Kosten verursachen würde. Hierzu ist aber die Kirchengemeinde nicht imstande, um so weniger, als die Kirchensteuer nicht erhöht werden darf, auch nachdem der Landrskirchentag, der erst kürzlich zusammen- getveten war, die Gehälter der Geistlichen aus Mangel an Mitteln um 10 Proz. gekürzt hat. So war man darauf angewiesen, mit geringeren Kosten das Ziel zu erreichen. Seit Pfingsten wird in dem Saale der Elisabeth-Klein- kinderschule im unteren Teile des Wetzlarer Weges Gottesdienst gehalten. Diese Einrichtung hat den Beifall aller Glieder der Petrusgemeinde gefunden, namentlich der Alten in der Gemeinde und der auch am Sonntag vielbeschäftigten Frauen, die die entfernt liegenden Kirchen nicht besuchen können. Run reicht aber selbstverständlich dieser Saal nicht aus, an manchen Sonntagen war er überfüllt, so daß die Besucher des Gottesdienstes noch im Hausflur und in einem kleinen Seitenraume standen. Deshalb mußte die Kirchengemeinde daran denken, eine geräumigere gottes- dienstkiche Stätte zu beschaffen. Das ist jetzt durch den Ankauf des Grund st üdes, das neben der Kleinkinderschule liegt, geschehen. Sobald es die Mittel erlauben, wird hier ein einfacher Saal erbaut werden: er wird gerade in dem am dichtesten bevölkerten Teile der Petrusgemeinde liegen. Gleichzeitig galt es, eine Wohnung für den zukünftigen Geistlichen und die Gemeindeschwestern herzurichten. Die e Frage hat ihre Lösung durch den Ankauf des Ge - die anderen Jungen dieser Richtung, Krenek, Weyl u. a. Er untermalt diskret und dabei doch farbig die Dichtung. Taten für Samstag, 20. Oktober 1928. Sonnenaufgang 6.31 Uhr, Sonnenuntergang 16.58 Uhr. — Mondaufgang 13.31 Uhr, Monduntergang 20.40 Uhr. 1808: der Geograph Karl Andree in Braunschweig geboren (gestorben 1875); — 1892: der Afrikaforscher Emin Pascha (Eduard Schnitzer) wird bei Kibongo in Afrika ermordet (geboren 1840). Sammlung zur Kriegergräber-Schmückung. Die Ortsgruppe Gießen des Volks- bundes Deutsche Kriegsgräber-Fur- sorge läßt vom kommenden Montag ab durch beauftragte Sammlerinnen in den Hausern unserer Stadt eine Geldsammlung vornehmen, deren Ertrag zur Schmückung der im ehemaligen Feindesland befindlichen Krieger-Sammex- gräber bestimmt ist. Die Sammlerinnen, die dieser Aufgabe bis zum 15. Rovember obliegen werden, find mit einem polizeilichen Ausweis versehen und mit Sammellisten ausgerüstet, in welche die Spende der Geber einzuschreiben ist. Man kann von der Erfüllung einer f e 16 ft- verständlichen Ehrenpflicht gegenüber unseren aefaUenen Brüdern sprechen, zu Der hier vom Volksbund aufgerufen wird, und man darf wohl der Erwartung Axxsdrud geben, daß durch diese Sammlung ein recht ansehnlicher Betrag zusammengebrachl wird, der es der Gießener Ortsgruppe ermöglicht, in weitem Umfange die Schmüdung der Sammelgräber unserer Gefallenen vornehmen zu lassen. Da im Hinblid auf die nahe bevorstehenden katholischen Feiertage Allerseelen und Allerheiligen möglichst rasch Geldmittel zu dem Gräberschmud gebraucht werden und auch im Hinblick auf den Totensonntag eine baldige Uebersicht über den Umfang der verfügbaren Mittel notwendig ist, giü hier das Wort: Doppelt gibt, wer schnell gibt! Mögen sich sehr viele Spender für diesen edlen Zweck finden! Zuugdeuische Erneuerungsarbeit. Die Bruderschaft Gießen des Jungdeutschen Ordens veranstaltete am Mittwoch im Hotel Köhler einen Vortragsabend, der von den Schwestern und Brüdern des Ordens aus Gießen und Umgegend sehr zahlreich besucht war. Thema des Abends war eine Betrachtung über Rach- bar s cha f t und Gemeinschaft nach den Grundsätzen des Jungdeutschen Mani- festes. Der Großmeister der Bruderschaft Gießen, Studienrat Dr. Gebhardt, eröffnete den eindrucksvollen Abend mit einer von starrer Begeisterung für jungdeutsches Wollen durchglühten Ansprache, in der lauterer und ernster Wille zum selbstlosen Dienst an der Volksgemeinschaft erkennbar war. Ueber das Thema des Abends sprach dann Posttnspektor Wiederholt »Siegen in etwa einstündiger, fesselnder Rede. Der Redner wies einleitend auf die grundlegenden Ausführungen im Jungdeutschen Manifest hin und betonte dann in eindrucksvoller Weise den hohen sittlichen und vollsaufbauenden Wert eines guten Verhältnisses zwischen den Rachbarn. An interessanten Beispielen aus dem Ruhrgebiet wußte der Vortragende überzeugend klarzumachrn, wie wertvoll eine solche gute Rachbarschaft über alles sonst Trennende hinweg für alle Beteiligten ist, und wie von hier aus, als enger Keimzelle des Volkslebens, reicher Segen für den Wiederaufbau unseres ganzen deutschen Volkstums ausgehen kann. Denn die gute Rachbarschaft müsse jeden einzelnen auch zur regsten Mitarbeit am Staate anregen und dadurch wertvolle Kräfte für das Stoa sganze mobil machen. Boa dem heutig:n Parteiwesen sei diese Emeuerungsarbeit nicht zu erwarten, weil eben der Parteigeist seine zersetzende Kraft wirksam mache, ilnfer Volk müsse befreit werden von der Herrschaft der Demagogie, unter der es bedauerlicherweise vielfach immer noch stehe. Der edle Geist der deutschen Bruderliebe, der aufrichtigen und ehrlichen Rachbarschaft unter den auf engem Raume zusammenwohnenden deutschen Brüdern und Schwestern und die immer weitere Ausdehnung dieser Rachbarschaften mit ihrem hohen idealen Gehalt würden eine Wendung zum Besseren, zum Glücklicheren für unser Volksleben bringen. Die Wege hierzu seien im Jungdeutschen Manifest gewiesen. Allerdings sei zur Erreichung dieses hohen Zieles auch die Bildung von Gemeinschaften als größerer Zusammenschluß aller Gesinnungsverbundenen notwendig. 3n der Gemeinschaft seien alle Menschen gleich, Unterschiede des Standes oder der Klasse hätten hier keinen Raum. Derartige Gemeinschaften seien in der Rot des Krieges an der Kampffront lebendig gewesen. Dieser gute Frontgeist müsse in weiten Bevölkerungskreisen wieder ertoedt und gestärkt werden, damit seine segensvollen Ausstrahlungen für den Wiede raufbcm unseres Volkes lebendig werden könnten. Der Zwed dieses Aufbaues sei die Schaffung, Erhaltung uni) Verteidigung eines wahren Volksstaates, der beruhe auf dem hohen Idealismus und der starken Kraft des deutschen Brudergeistes, der die deutschen Volksgenossen auf einer wahrhaft seelischen Grundlage wieder zusammenbringe. Das deutsche Volk habe die sittliche Kraft zur Bildung einer solchen Gemeinschaft in sich. An dieser Aufgabe müßten die Bünde mit aller Hingabe arbeiten. Der Jungdeutsche Orden werde jedenfalls in dem Streben nach diesem Ziel nicht nachlassen. Die Ausbreitung und Vertiefung des Willens und Sinnes zur Gemeinschaft mit dem Ziele der Aufrichtung des wahren Vollsstaates, des dritten Reiches, werde zum Besten unseres Volkes die hiesigen Städtischen VersicherimgSamtS im Stadthaus, Gartonstvaße, anzumelden. Die allgemein üblichen Haftpflicht-, Unfall-, Kasko- usw. Versicherungen bei privaten DerNcherungsgefellschaf- ten befreien in keinem Falle von der Reichsunfallversicherung. *• Der Deutsche Ostbund, Ortsgruppe Gießen, hatte feine Mitglieder dieser Tage zu einer Hindenburgfeier geladen. Für jeden der zahlreich Erschienenen war dieser Abend ein starkes Grieben, und er dürfte den jetzigen, nach Erledigung der Entschädigungsfragen mehr kulturellen Bestrebungen des Deutschen Ostbunde« besonders gedient haben. Eingeleitet unb umrahmt wurde die Feier durch Musikvorträge deS Mitgliedes O h l h. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag des 1. Vorsitzenden, R.Rautenberg, über Hindenburg, der in ausgezeichneter Rede ein Bild unseres allver- ehrten Reichspräsidenten, des Ehrenvorsitzenden des Deutschen Ostbundes, entwarf. Dem begeisterten Hoch auf Hindenburg schloß sich das Deutschlandlied an. Im Verlaufe des Abends übermittelte der Gründer der hiesigen Ortsgruppe, Professor Dr. Specht (Frcmllurt a. d. Oder-, telephonisch herzliche Grüße und spendete zur Weihnachtsbescherung für bedürftige Mitglieder einen größeren Geldbetrag. Frau Dr. Steinreich, die rührige Leiterin der Frauengruvpe, konnte die Unterftühungskasse durch Sammlung wesentlich stärken. Dadurch dürfte der Gabentisch zum Weihnachtsfeste reichhaltiger als bislang werden, besonders erfreulich, nachdem der Kassierer, K. Steiger, mitteilte, daß die Einnahmen aus Beiträgen ganz für die Aufgaben der Ortsgruppe notwendig sind. Die Mitglieder waren einige Stunden gemütlich beisammen. *♦ Der Evangelische Arbeiterverein veranstaltete am Sonntag im Schützenhaus eine Familienzusammenkunft. Neben musikalischen Darbietungen erfreute die Gesangsabteilung des Vereins unter Leitung von Frau M. Schäfer durch eine Reihe gut zum Vortrag gebrachter Lieder. Im übrigen trugen die Herren Deibel, Roth und Schnabel durch ihre Darbietungen wesentlich zum guten Gelingen der Veranstaltung bei. Kirche und Schule. T R i dd a, 18. Oft. In Anwesenheit des Superintendenten von Oberhessen, Obeidirchenrat Wagner (Gießen) fand hier eine Konferenz der Geistlichen des Dekanat« R i d d a statt. Die Tagung wurde durch Schriftlesung und Gebet von Pfarrer Müller (Eichelsdorf) eröffnet. Rach Erledigung einiger amtlicher Angelegenheiten durch den Vorsitzenden. Dekan S c r i b a, wobei auch die bevorstehenden Wahlen der Kirchenvorsteher eine sehr wertvolle Aussprache brachten, hielt Pfarrer Müller (Eichelsdorf) einen Vortrag über das Thema: „Der Konfirmandenunterricht, Ziel. Stoff und Anordnung". Der ausgezeichnete Vortrag hatte eine sehr rege Aussprache über die mannigfachen Fragen des Konfirmandenunterrichts, wie der Konfirmation überhaupt zur Folge. Bei der Wichtigkeit der durch das Referat behandelten Fragen wurde die Fortsetzung der Aussprache auf der nächsten Konferenz beschlossen. Berliner Börse. Berlin, 19. Okt. (WTB. Funkspruch.) Auch der heutige Frühoerkehr hatte wieder sehr ruhiges Geschäft. Die Stimmung war aber weiter eher freund« lieber und besonders für Spezialwerte bestand In« teresse. Die sog. Sofina-Papiere blieben gefragt. Gessürel 274,5 v. H. (Geld) und Chadeaktien 525. Sonst nannte man etwa gestrige Abendkurse, Sie« mens 393,5 zu 394,5 v. H. und Farben 254,5 v. H. finde rschule untergebracht ist, gefunden. Für den Preis von 35 000 Mark hat die Kirchengemeinde dieses Gebäude von der Baugenossenschaft 1894 gekauft. Als besonders wünschenswert erschien es schon seit langer Zeit, daß die Gemeindeschwestern inmitten «des Bezirkes, in dem sie zu arbeiten haben, wohnen, da das Evangelische Schwesternhaus in der Johannesstrahe von dem Endpunkte der Frankfurter Straße zu weit entfernt ist. Sobald m dem neu angekauften Hause eine Wohnung frei wird, sollen die Gemeindeschwestern der Lulas- und Petrusgemeinde diese beziehen, nachdem die Gemeindeschwestern der Matthäus- und Markusgemeinde bereits seit einem Jahre von dem Schwesternhause in eine besondere Wohnung in der Sandgasse umgezogen sind. Durch Maßnahmen dieser Art wird der Verkehr der Gemeindeglieder mit den Gemeinde- fchwestern sehr erleichtert, diese formen in Krankheitsfällen viel schneller zur Stelle sein als bisher. Alle diese Pläne haben nach eingehender Beratung die einstimmige Billigung des Gesamtkirchenvorstandes und der Gesamt- «meindevertrctung, sowie die Genehmigung des Landeskirchenamtes gefunden. Zremdenvorstellung im Stadttheater Gießen. Am Sonntag, 21. Oktober, 18 Uhr, wird als zweite Fremdenoorstellung „Das K i r s ch b l ü t e n f c ft" von Klabund gegeben. „Ich war gut" — „ich war schlecht" — „ich war schön und häßlich, liebreizend und entsetzlich, feige und tapfer, herrisch und knechtisch", schreibt Klabund in seiner Selbftbio« raphie ... „aber ich liebe die Menschen", fährt er fort. Ein Spiel von Menschen, von japanischen Menschen, ist „Das Kirschblütenfest". Jüngst erst ist er geftorben, dieser Dichter, der die Welt so geliebt hat. Zu seinem Gedenken wird „Das Kirschblütenfest", eine seiner letzten Dichtungen, aufgeführt. Die Musik zu dieser Dichtung schrieb der in Mannheim lebende Komponist Ernst T o ch, der unter den modernen Musikern eine führende Stellung einnimnu. Trotz starker Impression ist er nicht so radikal wie •* Kommunalpolitischer Abend im Rordo st viertel Auf Einladung des Vorstandes des Bezirksvereins Rordost fand gestern abend im Cafe Leib eine Versammlung statt, die der Besprechung von kommunalpolitischen Röten und Wünschen des nordöstlichen Stadtteils diente. Die Versammlung war von etwa 250 Pc^cmen, zum weitaus gr ßt.mT Lena ür ichBe- wohnern des Rordostviertels, besucht. Die Stadtverwaltung war durch den Beigeordneten Dr. Hamm vertreten, ferner wohnten noch Stadtbaurat Gravert und zahlreiche Stadtverordnete aller Fraktionen den Verhandlungen bei. In dem einleitenden Referat, sowie in Diskussionsreden wurden die kommunalen Schmerzen des Rordostviertels dargelegt. Beigeordneter Dr. Hamm nahm in längeren Ausführungen zu den kritischen Reden des Abends Stellung. Er gab dabei zur großen Genugtuung der Versammlung Grllärungen ab, die für das Rordostviertel befriedigende Aussichten eröffnen. Auch seitens der Stadtverordneten wurde eine verständnisvolle Würdigung der Wünsche des Rordostens bekundet. Am Schluffe der interessanten Versammlung wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der die Wünsche dieses Stadtteiles zusammenge- faht sind. Wir werden morgen über die Versammlung eingehender berichten. ** Ein Oberhesse an Bord des „Graf Zeppelin". Wie uns mitgeteilt wird, befindet sich ein geborener Klein-Lindener, der Werkmeister Philipp Lenz, unter der Besatzung des „Graf Zeppelin" auf der großen Fahrt nach Amerika. Lenz, der als Elektromonteur die gesamten elektrischen Anlagen im „Graf Zeppelin" mit eingebaut hat, war schon vor dem Kriege auf der Zeppelinwerft tätig. ** Reichs gesetz liche Unfallversicherung von Kraftfahrzeug-, Gespann- und Reittierhaltungen. Im Interesse aller Beteiligten sei darauf hingewiesen, daß nicht nur die gewerbsmäßigen, d. h. lohnfuhr- mäßigrn, sondern auch alle nicht gewerbsmäßig betriebenen Fahrzeug- und Reittierhaltungen der reichsgesetzlichen Unfallversicherung unterliegen, sofern hierbei Arbeitnehmer, wie Ärafttoagen» fühver, Wagenreiniger, Kutscher, Pferdepfleger, Trainer, Jockeys, Stalleute, oder sonstige Hilfspersonen, wenn auch nur gelegentlich oder zeitweise beschäftigt werden. Versicherungspflichtig sind ferner, was besonders zu beachten ist, kaufmännische Angestellte, die ihnen zur Verfügung gestellte Kraftfahrzeuge selbst fahren oder in* standhalten. Hierunter fallen Direktoren, Ge- schästssühver, Prokuristen und andere leitende Persönlichkeiten kaufmännischer oder gewerblicher ilntornehmungen, Reisende, Vertreter und Du- reaupersonal jeglicher Art. Richt gewerbsmäßig gehalten im Sinne des Gesetzes werden alle Kraftfahrzeuge (auch Motorräder, sofern sie von versicherungspflichtigen Personen selbst gefahren oder in standgehalten werden), Kutschgespanne und Reittiere, die zu privaten, sportlichen, geschäftlichen, beruflichen oder wissenschaftlichen Zweden Verwendung finden. Die Halter solcher Fahrzeug^ oder Pferde haben bei Vermeidung von Ordnungsstrafen bis zu 1000 Mk. ihre Haltungen binnen einer Woche nach Inbetriebnahme der Fahrzeuge usw. bei der zuständigen Genossenschaft für Reichsunfallversicherung der Fahrzeug- und Reittierhaltungen durch Vermittlung deS Revolution deS 20. Jahrhunderts werden. Dann könne man die wahre Volksgemeinschaft erreichen, die eine neue Bewertung des Mitmenschen bringe, wobei nicht nach Stanö und Rang, nach Kaste und Geld, sondern einzig und allein nach dem sittlichen Werte des deutschen Bruders zu messen sei. Aus dieser Bewertung der Dolls- genossen dürfe man eine neue, gerechte Gesellschaftsordnung und eine geistige Wiedergeburt unseres Volles erwarten. Im Anschluß an den Vortrag, der bei den Ordens Mitgliedern und auch bei den Gästen einen starken Eindrud hinterließ und der Anlaß zu ernstem Rachdenken über die von der jungdeutschen Gedankenwelt beleuchteten Probleme gibt, wandte sich der Großmeister Dr. Gebhardt noch mit einem kurzen und starken Appell an die Versammlung. in dem er zum Durchdenken und zur Deherzigung der Ausführungen des Redner- ermahnte. Eine kurze Aussprache, in der betont wurde, daß auch in Oberhessen der Rachbargedanke in Form von Markgenossenschaften usw. lebendig sei, beschloß den 2Dend. Vorirotizcn. — Taaeskalender für Freitag. Stabt« theater: „Unter Geschäftsaufsicht". Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. — Lichtsvielhaus, Bahnhofstraße: „Pot unb Patachon". — Astoria-Lichtspiele: „Der Wolkenreiter". — Stadttheater Gießen. Am Sonntag, 21. Oktober, ist die letzte Vorstellung der Klabund- Gedenkfeier. Die Vorstellung beginnt um 18 Uhr und dauert zwei Stunden. — Wartburg-Verein. Am nächsten Sonntag veranstaltet der Wartburg-Verein zur Feier seines Stiftungsfestes einen Familien abend mit reichem Programm in der Turnhalle. Schauspielerische und musikalische Darbietungen der Wartburgjugend, sowie Lieder eines gut geschulten Frauenchors versprechen viel Schönes. (Siehe heutige Anzeige.) — Konzert in der Aula des Real» ghmnasiums. Am Samstag, 27. Oktober, findet in der Aula des Realgymnasiums ein Konzert, veranstaltet von Fvau Cläre Schlesier- Altmann, Lore Michaelis-Sander, Ernst Schneider und Marie Edhardt, statt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige besondevS hin- gewiesen. UK»“. Hai 1i§ mU «* » nie nwsg ^^[6 3U# i regnend [M M Mt d-E ÄS»* jm lu-‘ / Hast Ou zum Feste Gäste । Dann backe nur das Beste □ Getrost Rannst Du’s versuchen ■ JTlit einem Königskuchen. liönicfskucheirt Da» früh«r *o beliebte „Oetker'» Schalkochhudi". Ausgabe C, Ist in völlig neuer Bearbeitung wieder erschien«. i-t —u -i Kodi-, Bade- and Einmache-Reeepten ein guter Ratgeber für die gesamte Hau»haltjührang Da» 150 Seilen starke Bach körtet 30*Pfo und ist. wenn nicht ,a haben, gegen Einsendung von Marken oon mir direkt sa beeiehen ,8‘ Zubereitung» Die Bat ter rührt man schaumig, gibt Zacher. Eigelb. Mehl, dieses mit dem Badcln gemischt und gesiebt. Milch hi neu und saletzt die Korinthen. Zitronat. Rosinen, Zitronenöl and den Eier- echnee. Die Masse füllt man in die gefettete Ferm and beseht den Käthen bei Mütclhitse V^ Stunden. - Meinem neuen farbig illustrierten ReseptbuHi, Ausgabe F entnommen, aus dem Sie aach Näheres über den vorzüglichen Bade-, Koch- und Brat- apparai „Küchenwunder" erfahren. Das Buch ist für 15 Pfg in allen einsdtligigen Geschäften erhältlich, wenn nicht vorrätig, gegen Einsendung von Marken von Dr. August Oetker, Bielefeld. Zutaten » 500 g Mehl, 250g Korinth»». 50 g Zitronat (Sukkade), 100 g Rosinen. 250 g Butt.r, 200 g Zacher. 3—6 Eier, etwa 1 Tasse Mildk. 1 Päckchen Dr Oetker's Backin-Backpulver, 1 Fläschchen Dr. Oetkers Backöl Zitrone. FÜR HYGIENE IM HAUS DWZL Verein Gießen al Omg. 1897e.V. Post- und Bahn-Sendungen an die Fabrik In Butzbach erbeten Bahnhofs- Restaurant Speisenfolgen in jeder Preislage för kleinere und gröbere Essen werden bereitwillig zusammenßestellt 8654a INGENIEURSCHULE ALTENBURG TH. STAAT*KO MASCHINENBAU * ELEKTROTECHN* AUT0M0BIL-U.FLU6LEUGBAU »1O08MMH A U r WUNSCH Kubier Salomon Hausfrauen! 9207V 9204D 9219D und an der Abendkasse 9203D Burkhardsfelden. Darmstadt, den 19. Oktober 1928. Die Beerdigung findet Samstag, den 20.Oktober, nachm. 3 Uhr, statt. Voranzeige 07394 geht weiter 07387 . 07392 a. d. G. An-. u. WtasZiÄi» Für Vereine und Vorträge! u. 9202D 07390 No gehen mit Samstag hin? ™‘D empfiehlt gum Seipp 07381 Schulstraße. 9220a 897ID Klein 8 Stiefel v. Pfund 95 Pf. G. A, Fulda Neuen Baue 5 07386 0737: ausgenommen werden. Meldung: Alice-Schale, Stelnetr. 10, Bureau SamStag, den 20. Oktober Bemcht die Handelsschule Kunzeimann! „Sonja" nibt Natur- färbe. Stein Färbe» mittel! nl. Mk. 2.70. Porto erira. Bet 9ilttiieifoln Geld zu» rück! Auskunft gratis. Frau J. Bloche- rer, Augsburg 11,836. Kostenlose Beratung In meinem Laden regulär gestrickt reine Wolle dieideale, gesündeste Kleidung in groß. Auswahl DRUCKSACHEN aller Art liefert die Bröhl'ache Dructerel Llniversifäis- Restaurant. Der Oktober-Rummel Hinterbliebenen. Ludwig Stein und Familie Elias Stein und Familie Wilhelm Stein u. Familie Wilhelm Amendt. Mittwoch, den 24. Oktober: Tanz-Abend Motoriportklub 1926 Gienen. Sonntag, den 21. d. M.; Abfahren nach Biedenkopf. Abfahrt 10 Uhr vom Klublokal Hopfeld. Treffpunkt für Nach- züglet tn Biedenkopf S.M.Gchulhsf Marklstraße 4 Eingang Surggraben „Hotel Tannhäuser". Um zahlreiche Be- Westen S Sweater Anzüge Kleidchen Reformhosen Epidiaskope Projektionsapparate Einzelfilmapparate Kinos Schmalfilm-Aufnahme- Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Oktober, nachmittags 3 Uhr, statt. Im 72. Lebensjahr. Die trauernden Helene Amendt geb. Stein Joh. Heb. Stein u. Familie Heinrich Stein u. Familie Hermann Stein u, Familie die diesjährige 3. Jagd Melzelsuppe Ab 9 Ubr Well, fleisch mit Krant. Grorg Tränket. Söoloiaöenliflns AZeihl Inh. Ang. Stöckel, MiiuSbnrg 16. Kauft nur fast geräuschlose Staubsauger Dazu handlich und neuzeitlich ausgestattet Besichtigt die praktische Vorführung In meinem Schaufenster von 10 bis 1 Uhr mittags und von 5 bis 7 Uhr nachmittags statt. Treffpunkt: 14.30 Uhr. Feldschlösschen (Rodhelmer Straße). Halali: Lahnbrücke bei Dutenhofen. Der Vorstand. Climbach, Oießen, Kesselbach, Londorf und Frankfurt a. M., den 18. Oktober 1928. 3000 RM. sucht sofort Ge- schästkm.geg.hyppch Slcherh. u. la Ber- zinfung.Schr.Ang.u. 07388 an d. G. Anz. Llährhefs Marke Schwalbe. — HarnfäurefreieS ZkrästigungSmittel für Rekonvaleszenten Erfolgreiches Mittel für Diabetiker Alleinverkauf tn Original-Packungen Kräuterhaus Jung, Gießen Samstag, den 20. Oktober: Miliiär-Kontert ausgeführtvon denMitgliedern der Reichswehrkapelle I.-R. 15 Bis 4 Uhr Nachts geöffnet Y dunkeln er- X^_y\)V gramer Haare A yX ist bewährt. Nur eeMI-RWUMMOe, macht älter. taue. Karns Georg Appel Seltersweg 56 Gießen Seltersweg 56 Für den Bügel-uGchneider- Aachmittagskursus (Beginn 30.Oki.l können noch Schülerinnen -Wiedergabeapparaie Anfertigung von Diapositiven nach Negativen Kino- u. Einzelfilme in der Photo-Abteilung der Central-Drogerie Gestern vormittag 12V, Uhr entschlief nach langem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden unser Heber Bruder, Schwager, Onkel und Pate Herr Friedrich Stumpf Lehrer 1. R. im Alter von 65 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Nebeling Familie Philipp Hahn Familie Heinrich Stumpf Familie Heinr. Bernstein Familie Friedrich Stumpf Sie meinen NeeWSMlkN.Z Unserer lieben Grobmutter und Urgrohmutter Frau Elise Dürr Wwe. Schottstrabe 10 zu ihrem heutigen 80. Geburtstage die besten Glückwünsche. Die Enkel und Urenkel. Giehen, 19. Oktober 1928. on» Cafe Astorial Graue | Haare! Haarwurzelsaft 9/40 P. 8. M-MWOtt Limousine, sünssitzig. Vierradbremse, Ballonreifen, eritklasstger Buitanb, versteuert und zugelassen SLM. 27ü0.— mit Zahlungserlcichterung zu verknusen. 3u besichtigen und Probe zu fahren bei Ja. Ludwig L e m p . Wetzlar, Braunfelser Straße G5 69, Telephon 2ist für einige Tage tn der Woche noch frei). Um gütigen Zuspruch bittet Gaftwivt Dechevt Modehaus M,Oe Obst zu kaufen geiucht. Zuersr.t.d.Geschätts- steüe d. G. A. 07384 Empfehlungen, Frisch eiugetroffen liiimöeiflfl £«Wi von Haeberlein- Metzger Wegen Erkrankung meines Fräuleins suche ein ordenti. iunqes Fräulein nicht unter 18 J^ für Konditorei und TageScasö. auch für etwas Mithilfe im Haushalt. 192080 fionöltoreiUöelönet Piockstraste 9. Tüchtiges, ehrliches Mädchen f. sofort gesucht. «isD Heinrich Gödel, Angersbach. Gailhaus Lang. [Stellengesuche) zriseur sucht Stelle zur weiteren Ausbildung. Schr. Angeb. u. 073O8 an d. Gien. Anz. erb. ßeoilö. lange Dame perfekte Stenotypistin Lyzeum u. Handelsschule absolviert, ein Jahr auf Anwalts- bureau, sucht Stellung. Sehr gute Zeugnisse Vorhand. Schrittl. Angeb. unt. 07376 a. d. Gtest. Anz. Dame, 27 Jahre, aus gutem Hause, durchaus erfahren im HauSbalt. elegante Ausstattung oder Baroermögen unb Wohnung wünscht nur cMMd Hm in sicherer Position zwecks HeiraL Schr. Angeb, unt. 07359 an den Gietz. Anz. erb. Glänzende Existenzl Jahre hindurch sichert sich, wer schnell den Orts- oder Beztrksalleinvertrieb eines grohaniaen ges.gefch. Massenartikels übernimmt. Riesenabsatz. 200 Proz. Verdienst. Laden und Kapital unnötig. Jedermann ist Käufer. Ein Versuch beweist. Prospekte gratis. N. Schneider, Cbem. Labor., Wiesbaden 152.[9198V Aula des Realgymnasiums Samstag, den 27. Oktober 1928, 8 Uhr KONZERT veranstaltet von Cläre Schlesier-Altmann (Klavier) Lore Michaelis-Sander (Gesang) Ernst Schneider (Cello) Marie Eckhardt (Cellobegleitung) 1. Teil alte Meister: Marcello, Scarlatti. Händel 2. Teil neuere und lebende Meister: Kullak, R.Strauß, Pfitzner Eintrittskarte (Mk. 1.50) und Programme bei Challier Blondes Mädchen 32 I, in allen Hausarbeiten erfahren. wünscht sich bald zu verheirat. Wwr. od. Kriegsbesch. n. auS- geschl. Schr. Ang. u. 92130 an d. G. Anz. Nadel mit öerlen und SüDfliten nennten. Gegen Belohn, abzugeben Frankfurter Straffe O v. 07371 Zfljähr. Mädchen sich im Haushalt u bilden will, sucht .dluno. Schrtstl. An geb. unt. 07375 an den Giest. Anz. erb. | Verkäufe | Gut erhaltener paletoi IMastarb.) s. schlanke ,>tgur. zu verkaufen. Anzusehen SamStag nachmittag °^0 Jberingttr. 10 I. Wartburg-Verein Sonntag, 21. Oktober, abends 7V, Ubr Zamilien-Abend Turnhalle, am OSwaldSgarten.AuSführl. Programm zu 50 Pf. am Eingang. Jedermann herzlich eingcladen. _________Der Vorstand._____[92050 Reit- und Fahrklub Giehen und Umgebung e.V. Giehen. Samstag, den 20. dieses Monats, findet Leere» Zimmer oder Manfarde zu mieten gesucht. Schr. Angeb. unter 07374 an den Gieh. Anz. {Stellenangebote 2 Dera mit gutem Auftreten werden noch für den Vertrieb uns. Waschmaschine, Bohnermaschine il Staubsauger eingestellt. Bewerbungen sind zu richten an die Elektrolux G. m. b. H., Giesten, Diezstr. 4. [92180 llllllllllllllllllllllllllllllllllll Vertrauensvosten In ein Landstädtchen OberhessenS wird älteres, tüchtiges Fräulein aus guter, ehrlicher Familie, für Büfett und Bedienung in meiner Gastwirtschaft mit nur gutem Publikum für sofort gesucht. Schriftliche Angeb. unter 9134D an den Gieh. Anzeig. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Vermietungen ’eos. Urandl Sonn. möbl. Zimmer, rnteKflohe. TeL 1085. Wegen Abreise gebe 1 od. 2 idjön möbl. Zimmer, IRnOe Lud- wtgsplatz. ab, t. einz. Herrn oder kinderl. Ehev. befL zu empfehlen. Zu erfr. tn d. Gefchst.d.G.A. [07348 Leonberger Hündin Prachtexemplar. 2jäbr„ noch nicht gedeckt, treu u. wachsam. besonderer Verhältnisse halber nur in gute Hände abzug. Schrittl. Anqeb. unt. 07377 a. d. Gteh. An». Kl. alt. Haus, .'» Z. u. K^ sos. beztehb, f. 4000 J4 zu verk. 0,8,1 J. Baer, O'tanl. 29. Gutgehende äteeim.Cafti b. bOuO'jJiL Vln.rablfl. nreisw. zu verk. 07$» I. Baer, LstanL 29. 1 neuer u. 1 getrag. liliiiiannanifi igr. Mtn.l btll. abzug. Zue, fr.i.d.Geschästs- uelled.G.Anz. 07379 Kaufgesuche | Haus mit Wirtfchast, m. od. ohne Land, bei hoher Anz.z.k.ges.Schr.Ang. Bandsägen Eobel- mascblnen «SV. einzeln und kombiniert Schülie/Automähtel u'sonstige Lederetrtikel färbt nädh neuestem Verfahren Färberei Braubach & Fischer Zelle, Me, MMe, Stimmer, WW, WW ss WWfö Solomon Hr.247 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreltag, (9. ©Hoher (928 Erinnerungen an Rasputin Rasputins politische Feinde sammeln sich Man beschließt die gewaltsame Beseitigung des Wundermannes Nachdruck, nach Paris zurückgekehrt, Freund kalten Blutes sich Selbstmord und Wahnsinn Mit der Nordarmee erschütterten kranken selbst, treibt ihn dem in die Arme. Heber Le Pouldu auch mit Quellenangabe, verboten! Tientsin, Oktober 1928. Vernichtung der letzten Neste der einzufügen, schweift unstät zwischen Paris und der Bretagne, wo er in La Pouldu einen Kreis gleichgesinnter Künstler beherrschend, immer bewußter den Kampf gegen die Impressionisten aufnimmt. In Gauguins asozialer Natur ist es nicht minder als in Van Gogh beginnender geistiger Umnachtung begründet, daß die ersehnte Arbeitsgemeinschaft in Arles 1888 Vincents hingebende Freundschaft in tödlichen Haß wandelt und seine liebende Seele zu einem irren Anschlag auf Gauguins Leben reizt. Selbstsüchtig und feige überläßt Gauguin den von Reue zum Tier hinabsiickt", flieht er noch einmal in das durch die Ferne vettlärte Paradies von Tahiti. Durch Hausbau verschuldet, in ohnmächtigem Kampf gegen die Mißgriffe selbstherrlicher Kolonialbeamter muß Gauguin auf der Höhr seiner Kunst sich zu monatelanger Fronarbeit in den öffentlichen Schreibstuben bequemen. Auf der ständigen Flucht vor staatlichem Zwang und europäischer Hnsitte zieht er sich grollend immer weiter nach Osten auf die verlorene Marquesa- Insel La Dominique zurück. 3m Grunde apolitisch und anarchistisch wirft er sich in sinnloser Streitsucht zum Hüter der von bestechlichen Beamten vernachlässigten Zollgesetze und gleichzeitig zum romantischen Verteidiger der Wilden gegen die Zivilisation Europas auf, verrennt sich tiefer und tiefer in den hoffnungslosen Krieg gegen die Behörden und stirbt einsam inmitten von Plänen zu erneuter Rückkehr nach Europa ... ßen Mauer, die hier bis in das Meer hineinreicht, ist der Feldzug des chinesischen Südens zum Abschluß gekommen. Die Kuominpartei herrscht nunmehr uneingeschränkt in ganz China, da sie jetzt nur noch von der Feindschaft bedroht ist, die sich aus inneren Streitigkeiten der Partei ergibt. Die Konstituierung einer neuen Verfassung, die an die Stelle des unhandlichen und regierungsunfähigen Rates der 120 obersten Parteidelegierten fünf Ausschüsse setzt, von denen der sog. „Verwaltungsausschuß" die Stelle der Regierung entnimmt und als solcher die Leitung der gesamten inneren und äußeren Verwaltung des Landes innehat, bedeutet daher in der Tat den Anfang einer neuen Zeit für das vom Bürgerkriege z. T. hart mitgenommene Land, wenn auch nicht verkannt werden darf, daß die größten und schwierigsten Fragen noch der Lösung harren. Denn das Ergebnis der Revolution in China hat bisher in der Hauptsache nur in der Abschaffung vieler alter Dinge bestanden, ohne daß man Neues an ihre Stelle gesetzt hätte, ja ohne daß man auch nur wüßte, was an ihre Stelle treten soll. Das ist — wie im Gegensatz zu den z. T. immer noch recht übelwollenden Berichten englischer Korrespondenten festgestellt werden muh — aber durchaus kein Zeichen für die Unfähigkeit der Kuomintang und ihrer Führer, sondern nur eine Folge eines Zustandes, in dem das Zuwarten zweifellos richtiger ist, als die vorschnelle, an europäischem Tempo gemessene .,3rena Alexandrowna? Ist sie denn in der Stadt? Ich glaubte, sie sei in der Krim," bemerkte Anna Wirubowa dazu. Unglücklicherweise maß keiner von uns dieser Bemerkung irgendwelche Bedeutung bei. Erst nach dem Verbrechen erinnerten Anna Wirubowa und ich uns daran. Damit wurde auch der Verdacht der Zarin bestärkt, und das trug wiederum dazu bei, daß sich die polizeilichen Untersuchungen auf das Palais an der Moika und den Fürsten Iussn- pow konzentrierten. Um unbemerkt in unser Haus zu gelangen und den Pförtner nicht zu so später Stunde zu wecken, war Iussupow über die Hintertreppe zu uns gekommen und hatte an der Küchentür geklopft. Mein Vater, der ihn erwartet hatte, machte keinen Hehl aus seiner Ueberraschung darüber, daß Iussupow solche Vorsichtsmaßnahmen an- wandte. Er führte ihn in sein Schlafzimmer, wo er mit ihm einige Augenblicke plauderte, während er seinen Pelz anzog. Dann gingen sie die dunkle Treppe hinab und stiegen in das Autc- mobil. Auf Anweisung Jussupows machte der Chauffeur einige Umwege, um für jeden Fall die Polizei irrezuführen. Der Wagen hielt schließlich vor dem kleinen Portal des Palastes an der Moika. Den Pelz über die Schultern zurückgeworfen, stieg mein Vater vergnügt und arglos die Treppe empor und überschritt die Schwelle seines Gastgebers. Es muh ungefähr um halb ein Uhr nachts gewesen sein. (Fortsetzung folgt.) Roman eines Malers. Gauguins Weg von Paris nach den Tropen. Don Dr. Ida Ledermann. Fünfundzwanzig Jahre nach Gauguins Tode hat man seine Gemälde aus allen Kulturstaaten zu einer repräsentativen Schau vereint, die jetzt in Berlin gezeigt wird und den Kampf des Meisters gegen den Naturalisnrus der Im- prefsionisten und ihre zarten, eintönigen, durch Farbenzerlegung gewonnenen Harmonien erhellt. Erst im Expressionismus unserer Tage hat sich sein hier offenbarendes Wirken erfüllt, „aus der Malerei zu machen, was Berlioz und Wagner aus der Musik gemacht, eine Kunst für die zerrissenen Herzen, eine Kunst, der die Modelle, d. h. die natürlichen Gegebenheiten, nur Lettern sind, die den Künstlern dienen, sich selbst auszu- drücken, eine Kunst endlich, in der die Farbe nicht zeichnerisch angewandt wird, sondern um die musikalischen Empfindungen zu wecken, die aus ihr selbst entspringen, aus chver eigenen Natur, ihrer inneren mystischen Kraft." Die 55 Lebensjahre, die dieser elementaren und doch in den besten Iahven durch Not und Krankheit elend gehemmten Kraftnatur vergönnt waren, gleichen einem abenteuerlichen Roman. Gauguin selbst hat ihn geschrieben, in „Noa Noa", dem Tagebuch seines ersten Tahiti-Aufenthaltes, in „Vorher und Nachher" und in den Briefen an seine Freunde. Die Bemerkungen zur Kunst und die beißenden Glossen über die Zustande der menschlichen Gesellschaft, die diese autobiographischen Werke durchsetzen, spiegeln lebendig des Mannes widerspruchsvolles Wesen, das triebhaft und hemmungslos, brutal und zynisch, dennoch der zarten und edeln Züge nicht entbehrte und einer aufopfernden Freundschaft, wie sie ihm Daniel de Montfreid über das Grab hinaus bewahrt, nicht unwürdig gewesen sein kann. Der Vater, ein unbedeutender Publizist, stirbt früh. Die vier Iahre, die der Knabe alsdann mit der Mutter bei der spanisch-südamerikanischen Familie in Peru verbringt, entfesseln die Widersprüche seines Mischblutes, machen ihn lebenslang Oie Doppelrolle des Fürsten Felix Jussupow. - Rasputin geht in die Falle. Don Maria Grigonewna Rasputin. Nanking oder Peking? Oer Kampf um Chinas Hauptstadt. Von unserem c-Berichterstattcr. bei Peitaiho, zwischen dem Lwang flusse und dem äußersten Nordostzipfel der Gro Ltrausführuug in Mainz. Im Mainzer Stadttheater gelangte am Mittwoch die dreiaktige Tragikomödie „D e r große Wurf" von I. O. Günther zur Uraufführung. Der Autor ist bisher schon verschiedentlich mit Preisen ausgezeichnet worden, erschien jedoch zum erstenmal auf der Bühne. Das Stück ist eine mit jugendlichem Dekennermut vorgetragene PHUippika gegen die herrschenden sozialen Zustände und verteidigt in bühnenwirksamer Gegenüberstellung die Freiheit des Individuums gegen schematische Gesellschaftsmoral und Staatsjustiz. Der Handlung liegt eine Kriminalgeschichte zugrunde, in der ein junger Musiker des Mordes an seiner Geliebten verdächtigt und zum Tode verurteilt wird. Im Augenblick der Hrteilsfällung erscheint die Totgeglaubte im Gerichtssaal und bringt seine Unschuld an den Tag. Dank der Aktualität des behandelten Problems erzielen besonders die beiden ersten Akte gespannte Anteilnahme. Für die geschickte Inszenierung zeichnete Oberspielleiter Th. B ö g e l verantwortlich. In der Hauptrolle stellte H. B u ck w i tz eine lebensechte, blutwarme Gestalt auf die Bühne. Das Publikum dankte dem anwesenden Autor und den Hauptdarstellern für den anregenden Abend mit lebhaftem Beifall. über einer Samthose und dazu leichte Lackstiefel. Sein großer Nerzpelz lag auf dem Sofa im Speisezimmer bereit. „Willst du heute abend wieder ausgehen?" fragte ich. Er schien mnerlich erregt zu fein; jedoch blieb er von Zeit zu Zeit minutenlang wie geistesabwesend stehen. Auf meine Frage antwortete er nicht sogleich. Dann aber zuckte er leicht zusammen sah mir gerade ins Gesicht und sagte, während er die Stirn Warias streichelte: „3a, aber ihr braucht euch nicht zu beunruhigen. 3ch binbeidem FürstenIussu- pow eingeladen, der mich gegen Mitternacht abholen wird." 3ch weiß nicht, wie es kam. daß mir in diesem Augenblicke die Mahnungen zur Vorsicht einfielen, die der Minister Protopopow und Anna Wirubowa meinem Vater hatten zukommen lassen. Aber ich unterdrückte sogleich bei dem Gedanken, daß er sich ja in Gesellschaft seines Freundes, des Fürsten 3ussupow befinden würde, jede Unruhe. Gegen seine Gewohnheit brachte uns der Vater an diesem 2lbend ins Schlafzimmer. Als er uns verließ, schlug er noch über uns beide das Zeichen des Kreuzes. Die Einzelheiten über die Vorgänge in dieser tragischen Nacht habe ich nicht nur durch die Untersuchung erfahren, die auf Befehl der Zarin sogleich eingeleitet wurde, sondern auch durch gewisse vertrauliche Mittcllungen, die die Mörder später ihren Bekannten gemacht haben, und die mir in der Folge wortgetreu hinterbracht wurden. Es versteht sich von selbst, daß sie erheblich von der offiziellen Version ab Weichen, die die Mörder später ihrem Verbrechen gegeben haben. Ich bin fest überzeugt, daß Purischkewitsch die Seele der Verschwörung gewesen ist. In den Händen dieses ehrgeizigen Politikers, der sich zur Lenkung der Geschicke Rußlands berufen fühlte, und der durch eine Aussehen erregende Tat gleichzeitig die Volksgunsl erobern und sich die Dankbarkeit eines Aristokralenklüngels erkaufen wollte, war der elegante Müßiggänger Fürst Iussupow, der sich zwischen zwei Aulo- mobilparlien oder zwei Bummelabenden nachlässig auf fein Examen im Pagenkorps vorbereitete, nur ein Werkzeug. Purischkewitsch war es ferner gelungen, den Großfürsten Dimitri Pawlowitsch, den Vetter des Kaisers und den Freund Jussupows, für den Plan zu gewinnen. Seine Mitwirkung sollte dazu dienen, den verdacht abzulenken und die Täter vor jeder Indiskretion der Polizei zu behüten. Schließlich wandte sich Wladimir Purischkewitsch noch an einen ihm befreundeten Arzt, Dr. Lasovert, und an einen Offizier, Hauptmann Sukotin, die bei der Fortsch^.ssung der Leiche be- hssflich sein sollten. Der Plan war bis in alle Einzelheiten genau vorbereitet. Unter Ausnutzung der freundschaftlichen Gefühle, die er in meinem Vater zu wecken gewußt hatte, sckllte Fürst Iussu- pow ihn eines Nachts in sein Palais am Moika- Ufer locken. Das mußte im Dezember geschehen, den die Familie Iussupow gewöhnlich in der Krim verbrachte. Man wollte meinen Vater mit Blausäure vergiften, die in einem Glase Madeira enthalten sein sollte. Sobald dieser durch die ersten Auswirkungen des Giftes wehrlos geworden sein würde, sollte er mit Revolverschüssen niedergestreckt werden, um jedem Fluchtversuch zuvorzukommen. Damit dieses Mordpvogramm ohne Zwischenfälle ausgeführt werden könne, und damit kein Geräusch der Außenwelt die geplante Tat verriete, ließ Fürst Iussupow das Kellergeschoß seines Palastes möblieren und bequem einrichten, in dem er meinen Vater empfangen Copyright by United Press Association ok America. Nachdruck, auch im Auszug, verboten. 3m Verlaufe des 3ahres 1916 erhielt mein Vater mehrfach den Besuch des Duma-Abgeordneten Wladimir Purischkewitsch, der ein sehr populärer politischer Redner war und zu den Rechtsparteien im Parlament gehörte. Purischkewitsch holte sich Rat bei meinem Vater, der einigermaßen erstaunt über die Besuche des Politikers war. Es hatte den Anschein, als suche Purischkewitsch die Unterstützung meines V a t e r 8 für ein politisches Projekt zu gewinnen, über das er indessen nie offen sprach. Diese Besuche brachen plötzlich ab, als der Zar Protopopow zum Minister des 3nnem ernannt hatte, und kurze Zeit darauf begannen die dröhnenden Angriffe, die Purischkewitsch von der Duma-Tribüne aus gegen meinen Vater richtete. Etwa um dieselbe Zeit stellte Munia Golowin, eine Bekannte meines Vaters, ihm den Fürsten Felix 3ussupow vor, der den Wunsch geäußert hatte, seine Bekanntschaft zu machen. Ius- supow war ein junger, schlanker und eleganter Offizier mit etwas affektierten Manieren. Er war aber gleichzeitig so aufmerksam und nett, daß wir ihm gegenüber keinerlei Mißtrauen empfanden. Er kam hauptsächlich am Abend zu uns und stets mit einer gewissen Heimlichkeit, weil er sich nicht den Vorwürfen seiner Familie aussetzen wollte, die meinen Vater unter dem Einflüsse der Großfürstin Elisabeth mit ihrem ganz besonderen Hasse beehrte. Mein Vater wußte, daß er in dem ersten der beiden genannten Männer einen Feind hatte. 3n den zweiten aber setzte er fein ganzes Vertrauen. Er hatte sogar eine ganz besondere Zuneigung z^l dem Fürsten 3ussupow, der recht nett auf der Gitarre spielte, stets em frohes und zufriedenes Wesen an den Tag legte, und der durch die Besuche bei uns, die er gegen den Willen seiner Eltern machte, sogar einen gewissen Mut an den Tag zu legen schien. In Wirklichkeit steckten diese beiden Männer aber unter einer Decke und bereiteten unter dem Patronat des Großfürsten Dimitri Pawlowitsch und mit Hilfe von zwei anderen weniger hervorragenden Komplizen die Ermordung meines Vaters vor, die ihnen später, am 16. Dezember 1916, in den Kellern des Palastes an der Moika auch gelingen sollte. Don den Tagen und Wochen, die dem Verbrechen vorausgingen, habe ich kaum etwas in der Erinnerung bebalten. All das ist in meinem Gedächtnis durch die furchtbare Vision der Leiche meines Vaters ausgelöscht worden, zu deren 3dentifizierung wir gezwungen wurden, als man sie aus der Newa Arvorgeholt hatte, durch die enssehliche Unruhe, von der wir am Morgen des 17. Dezember ergriffen waren, und durch die ohnmächttge Verzweiflung, deren Deute wir auch in den folgenden Tagen blieben. Eine einzige Erinnerung ist an den letzten Tag übriggeblieben, den mein Vater in unserer Mitte verbrachte. Ich entsinne mich, daß unsere Freundin Anna Wirubowa gegen Abend bei uns zu Besuch war. Die Zarin war von einer kurzen Reise nach Nowgorod zurückgekehrt und hatte wie stets, Geschenke für ihre Umgebung rnitgebracht. Sie hatte Anna Wirubowa ein kleines Heiligenbild für meinen Vater gegeben, und unsere Freundin hatte an diesem Abend den Auftrag ausgeführt. Als ich mich mit meiner »er Waria gegen zehn Uhr abends zu -gab, wunderte ich mich, daß mein Vater sich zum Ausgehen angezogen hatte. Er trug wie gewöhnlich, wenn er Besuche machte oder abends ausging, eine Bluse aus Heller Seide ftndet er in den Symbolisten um 211 a llar m 6 und Verlaine auf literarischem Gebiet Kampfgenossen für seine antinaturalistische Revolution der Kunst. Ader die Leidenschaft zur Ferne, das Heimweh nach den Tropen sind ftärfer als menschliche Bande und beginnender künstlerischer Erfolg. Eine Versteigerung seiner Gemälde gibt ihm die Mittel zur Ueberfahrt nach Tahitt. „Mit der Gewißheit eines Morgen, das frei und schön dem gegentoärtigen Tage gleicht, kommt der Frieden üder mich; die müßigen Sorgen schwinden." Für den Augenblick! In „Roa Roa", der poetischen Schilderung von Land und Leuten, hält er die Illusion erfüllter Sehnsucht aufrecht, gestaltet die Dinge so, wie er sie sehen will. Die Parsser aber lehnen verstandeskühl und konservativ die unverständlichen neuen Bilder mit den polynesischen Titeln gründlich ab. Auch auf Tahitt braucht man, seit Europäer es betreten, Geld zum Leben. Als die Mittel erschöpft sind, sieht Eauguin in der Rückkehr nach Europa das einzige Heil. Mit vier Franken steht er 1893 in Marseille. Eine Erbschaft ermöglicht ihm kurze Zeit ein leidlich behagliches Dafein in Paris. In der Bretagne wird ihm bei der rttterlichen QJerteidigung seiner schwarzen Geliebten von Rohlingen im Handgemenge der Fußknöchel zerschmettert. Er bleibt für den Rest feines von schwerer Krankheit heimgesuchten Lebens ein Krüppel. In der bitteren Erkenntnis, „daß der Mensch nur als Individuum Mensch ist, in Gesellschaft wollte. Bon dort waren die Revolverschüsse nicht einmal im Hose des Palastes zu hören, was übrigens auch nicht viel ausgemacht hätte, da die beiden einzigen im Palais anwesenden Dienstboten in den Plan eingeweiht waren. Cs waren auch alle Vorkehrungen für die Fortschaffung der Leiche getroffen. Dimitri Pawlowitsch wollte sein Automobil, das mit dem gcohürstlichen Wappen geschmückt war, dazu hergeben. In dieser geschloßenen Limousine, die kein Polizeibeamter anhalten durfte, wollte man die Leiche des Opfers biszueiner einsamen Stelle am Rewa - Hfer, die vorher ausgesucht war, schassen. Dort sollte sie in eine Eisspalte geworfen werden, damit die Strömung sie ins Meer führe. Abend zur vereinbarten Stunde erschien Fürst Felix Iussupow in seinem Automobil, um meinen Vater abzuholen. Er hatte ihn unter dem Vorwand eingeladen, daß er ihn mit seiner Gattin Irena Alexandrowna bekannt machen wolle, die sich aber tatsächlich mit der gesamten übrigen Familie Iussupow in der Krim befand. An dieser Lüge, mit der Iussupow seine erste Einladung begründete und den Argwohn meines Vcüers ablenken wollte, wäre beinahe das gesamte Komplott gescheitert. Nachmittags hatte mehr Dctter in meiner Anwesenheit Anna Wirubowa von der Einladung gesprochen und dabei auch erwähnt, er werde Irena Alexandrowna kennen lernen. heimatlos, schwankend zwischen Europa und den Tropen. Die südlichen Wunderlande nehmen seine Phantasie für immer gefangen, verklärt bleibt die bunte, exotische Kinderheimat in sein Gedächtnis gebrannt, und noch der mit Staat und Gesellschaft zerfallene Einsiedler von La Dominique sonnt sich in der geachteten Stellung und feig- neuralen Lebenshaltung des Grotzoheims in Peru, der das patriarchalische Alter von 113 Iahren erreichte. Ein aus dem Gedächtnis gemaltes Bildnis bewahrt die mädchenhaften Züge der Mutter. Stärker als ihr fühlt sich Gauguin der vor seiner Geburt gestorbenen Großmutter Flora Tristan in Lebenskraft und eigenwilligen Freiheitsdrang verwandt; der Schriftstellerin und Künderin der Lehre St. Simons hatten sran- zösische Arbeiter in Bordeaux ein Grabmal errichtet. Nüchtern dumpfe Schuljahre im stillen Orleans blieben fruchtlos für den Europas engen Möglichkeiten entwachsenen Wildling. Im Dienst der Handelsflotte kreuzt er erneut den Atlantischen Ozean und betätigt sich, vom Glück begünstigt, seit dem Ende des siebziger Krieges als Agent an der Pariser Börse. Er heiratet. Nicht lange fesseln ihn Wohlstand und Familie. An müßigen Sonntagen beginnt er zu malen. Nach erfolgreicher ^Beteiligung an der fünften und sechsten Ausstellung der Impressionisten widmet er sich mit 35 Iahren ganz der spät erkannten künstlerischen Sendung. Die Aufgabe des bürgerlichen Berufes wird der Anfang einiger Geldnot; auch die Familienbande zerfallen rasch. Heber Rouen und die Normandie geht es nach Dänemark, der Heimat seiner Frau. Allein kehrt Gauguin nach Paris zurück, friftet mit Zettelkleben am Pariser Nordbahichof sein Leben. Ausgestohen von der Großstadt zieht er sich in die Bretagne zurück, nach Pont Aven, um sich nach einem weiteren Pariser Winter, der ihn mit van Gogh zusammenführt, nach La Martinique einzuschifsen. Farbe, Licht und Heppigkeit der südlichen Natur beschleunigen feine Befreiung von Pissaros Einfluß, doch das mörderische Klima treibt ihn nach einem Iahr krank nach Europa zurück. 2krtoildert und rücksichtslos vermag er nicht mehr, sich in das ifjm gastfreundlich geöffnete Heim des Malers Schuffenecker Hast, mit der man in Europa organisch notwendigerweise langsame Entwicklungen durch Dekrete und Gesetze überspringen zu können glaubt. China ist eben durchaus nicht so einheitlich, wie man das naiverweise in Europa so oft hört, sondern ein ganzes ©emengfel von Völkern verschiedensten Temperamentes, ja auch verschiedener Sprachen, die erst einer gewissen Zeit bedürfen, um sich nach der jahrelangen Trennung wieder zusammenzufinden. Wenn man jedoch berücksichtigt daß dieses Volk fast zwei Iahrzehnte lang durcheinander geschüttelt wurde, und daß Provinzen von der Gröhe des Deutschen Reiches — man denke an die Mandschurei ober den „Wilden Westen" Chinas, Szetschuan — seit Jahrzehnten selbständig geworden sind, so wird man es verstehen, daß es auch in China eine beinahe europäisch anmutenbe Frage gibt, von ber bas Schicksal der künftigen Entwicklung des Landes abhängt: die Länderfrage, die wieder in das Chinesische überseht, in einer einzigen Frage eingeschlossen liegt, nämlich in ber, welche Stabt Chinas benn nun eigentlich Hauptstabt werden soll? Diese Frage ist mit ber formellen Verlegung ber Hauptstabt von Peking (jetzt Peiping) nach 21 anfing keineswegs gelöst, wie mau zunächst annehmen möchte. Schon bie Tatsache, daß Nanking, die so lange Zeit hindurch vernachlässigte Provinzstadt, nicht bie ausreichenden Gebäude und Räumlichkeiten besitzt, um bie Regierung Chinas zu beherbergen, schafft Schwierigkeiten, die nicht zu unterschätzen find, ganz abgesehen davon, daß durch diese Hnbequeinlichkeiten der Wunsch mancher Behörden nach Peking zurückzukehren, bestehen bleibt. Ein Wunsch, der dadurch noch verstärkt wird, bah bie relative Armut ber heutigen Finanzen es unwahrscheinlich Sell9rs*=g* fcaumuueUMt nSconia“ ftibi Waiux« wbe. Stein ötitbe« ntoell ,xL 'M. 2L7O. l'ouo er.ta. $ei Wiesln (Selb zu. tütf! Auekunlt nta» >>v. Fran J. Blockt- nr, Awkirg HJ& a.* " "«»Wittags (Sh)®"-« (Cellobegleitund) iändcl ‘'B-StrauiPfan« ■ammebeiChalUer E"__Mv Graue DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'iche Druct.erel Beinebl die Biniels- schale Knuelwain! 1/ Vereine (Siebener (Eis* \ ’Bmto t. D. \ CtbentUdn Msiylieder- i. Versammlung ( Mittwoch. 21 £L u nodmiii. 6116r. hu , Gewttdcbauo m • iSleitn. " t-C.; Mnunfl?- t leflung, Mmi- | wablBniiM^. ' Ter ■ A /W , zt* In WmMl adknrS 8 Ufo ® MM, 0 Mna»5- verjammlM. «wo1* 1926 Mneu. Soun taa.. Wahren abiÄi°Sf<|b> ssggf® ■ Nachdruck verboten 21. Fortsetzung tags. (Fortsetzung folgt.) . ,1' Kreisräte an sich ist, mittelbar ist doch ihr Einfluß sehr groß, weil sie den Hauptbestandteil der Urwählerschaft für die Senatswahlen bilden. Sie spielen hier sogar die ausschlaggebende Rolle, und da 1930 ein Drittel der Senatoren neu gewählt werden muh ist es begreiflich, dah die Parteien alle Hebet in Bewegung setzten, um für diese Erneuerung des Senats an Wahlmännerstimmen zu gewinnen. Das Ergebnis wird sich erst in der kommenden Woche übersehen lassen, weil die Entscheidun-g von den Stichwahlen abhängt. Allzu groß scheint aber die Verschiebung nicht zu sein, wenn nicht die Sozialisten und die Radikalsozialisten sich zu einem Wahlabkommen entschließen. Besondere Bedeutung haben die Wahlen in Elsah-Lothringen, weil sich zeigen muhte, ob es der französischen Regierung gelungen ist. die autonomistische Bewegung zu dämmen. An Versuchen hat Poincare es nicht fehlen lassen, er ist aber auch darin vollkommen gescheitert. Das Ergebnis hat gezeigt, dah die Autonomisten stark an Boden gewonnen haben. Fast alle, die in den Prozessen des letzten Iahres eine Rolle spielten, sind gewählt, die übrigen stehen in aussichtsreicher Stichwahl, und die Autonomtsten können jetzt bereits damit rechnen dah sie nach den Stichwahlen etwa 35 Sitze ihrer Richtung in den elsaß-lothringischen Generalräten buchen dürfen: ein beachtenswerter Erfolg der Poincarö und den französischen Rationalisten stark zu denken geben sollte. dessen lediglich auf das Steuerzuschlagsreckt, und die eigentlichen Kreisräte sind fast vollständig aus eine gutachtliche Tätigkeit begrenzt. Um so überraschender, daß trotzdem die Wahlen rein politisch aufgezogen und von allen Parteien mit großer Leidenschaftlichkeit geführt wurden. Das hat natürlich seine guten Gründe. Zunächst einmal, weil sich hierbei eine Möglichkeit ergibt, das Ergebnis vom Frühjahr nachzuprüfen: für beide Teiles die Kammer ist in ihrer Kräfteverteilung ziemlich ausbalanciert, und der Teil, der die Entscheidung nach rechts oder links geben könnte, traut sich nicht recht heraus, um sich die Aussichten für das nächste Mal nicht zu verderben, sondern will erst warten, woher jetzt der Wind weht. Ein starker Ruck nach links hätte also die Folge haben können, daß Pom- car6 sich bei der nächsten Gelegenheit ein Mißtrauensvotum holte, ein starker Ruck nach rechts hätte für Poincare den erwünschten Anlaß gegeben, das Steuer noch weiter herumzulegen. Dazu kommt noch ein anderes. So begrenzt die Machtbefugnis der Generalräte und der werden aber nach hinten gedrückt — es kann also keine die Schraube drehende Wirkung auf- treten Nehmen wir einmal an, die Schraube ser so gebaut, dah sie sich, von unten gesehen rm Uhrzeigersinn dreht: dann Hai der rechte Flügel die Reigung wie ein Trageflugel bei einem gewöhnlichen Flugzeug, würde also beim Fllegen auch Auftrieb erzeugen, wenn er sich nicht drehte, nur nicht so viel, weil seine Fläche nur klein ist. Aber der linke Flügel hätte die verkehrte Neigung und würde nicht Auftrieb, sondern Abtrieb her- vorbringen, das Flugzeug nicht heben, sondern es herunterbrücken. Das darf natürlich nicht sein. Die Flügel sind deshalb nicht starr an ihrer Drehachse befestigt, sondern so, dah sie sich um ihre Längsachse verdrehen können. Jeder Flügel, der die Borwärtslage durchschritten hat, stellt sich nun so ein, daß der Fahrwind nicht auf seine obere Fläch« drückt, wie dies bei starrer Befestigung der Fall wäre, sondern auf seine untere, so dah auch dieser Flügel hebend wirkt. Dabei ist die Einstellung des rückwärtsgehenden Flügels so, dah er dem Fahrwiird eine größere Fläche entgegenstellt als der vorwärtsgehende: und das eben ist es, was die Drehung der Hubschraube bewirkt. .. , Es ist also so: der Wind dreht die Schraube, und die Schraube hebt infolge dieser Drehung das Flugzeug. Aber das ist nicht etwa der Wind, den man gemeinhin als Wind bezeichnet, und den es für ein in der Luft schwebendes und daher mit dem Winde gehendes Flugzeug oder irgendeinen anderen schwebenden Körper überhaupt nicht gibt, sondern der Flugwind, der Wind, der durch die Vorwärtsbewegung des Flugzeuges für di« Insassen fühlbar und für das Flugzeug selbst wirksam wird, auch wenn die Luft ruht. Die Arbeit zum Drehen der Hubschraube wird also nicht aus dem Nichts gewonnen, sondern der Vortriebsmotor, der Motor, der das Flugzeug vorwärtsbewegt, muß sie leisten, wenn er die Hubschraube auch nicht unmittelbar antreibt: er muß die Kraft zur Ueberwindung des Luftwiderstandes hergeben, den die Hubschraube leistet, und Lieser Luftwiderstand wieder ist es, der die Hubschraube dreht. Wenn auch das Windkraftschraubenflugzeug von einer kleinen Fläche aufsteigen und auf einer solchen landen kann, so erscheint es doch fraglich, ob es sich durchsetzen wird. Die Luft hat bekanntlich noch weniger Dalken als das Wasser: eine der ersten Forderungen, die man daher an ein Flugzeug stellen muß, ist die der höchsten erreichbaren Detriebssicherh it. Run kann es aber keinem Zweifel unterliegen, dah ein starrer, gut versteifter Flügel erhrblich betriebssicherer ist, als jeder bewegliche Teil, also zum Beispiel als eine Luftschrauä, gar wenn deren Flügel ebenfalls unstarr sind. So interessant daher das Flugzeug von de la Eierva ist, fd ist seine Bauart doch wohl nicht geeignet, die Flugzeuge mit starren Flügeln zu verdrängen, zumal die Flugzeuge immer größer und schwerer werden und schon aus diesem Grunde durch Hubschrauben nicht mehr in der Luft gehalten werden können. Geld W vom Himmel Vornan von Paul Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag. Berlin. erscheineii läßt, daß die Mittel für einen Ausbau Nankings - etwa eine Milliarde Mark - zu beschaffen sind da auch das Ausland vorläufig noch nicht daran glaubt daß Nanking für lange die Hauptstadt bleibt, so daß schließlich die politischen Bedenken, die gegen die Beibehaltung Nankings als Hauptstadt sprechen, nicht gerade als unwesentlich bezeichnet werden können. . «. — . Diese politischen Bedenken gegen die Beibehaltung Nankings als Hauptstadt gehen vor allem von der Erwägung aus. daß die dauernde Verlegung der Hauptstadt nach dem Süden prar- tisch zu einer Preisgabe des N o r den s , vor allem der mandschurischen Gebietsteile führen kann, die von vielen als „Chinas verlorene Provinzen" angesehen werden und deren Rückgewinnung geradezu als „d i e“ nationale Aufgabe der chinesischen Außenpolitik bezeichnet wird. Da- zu kommt, daß gerade die Vertreter dieser Ansicht befurchten, daß Nanking immer nur unter dem Einfluß der Südchinesen bleiben, und damit dem heißeren, ab-rr auch wankelmütigeren Temperament des Südens entsprechend, niemals zu einer wirklich stabilen Herrschaft kommen würde, was wieder m seiner letzten Auswirkung von einem Hervortreten der regiona- listischen bzw. föderalistischen Züge un Reichs- aufbau sichren könnte - also gerade den Absichten der jetzigen Führer widersprechen dürfte. Nanking, so argumentieren diese Kreise, wird immer nur die Hauptstadt eines schwachen uneinigen Chinas sein können, das obendrein unter dem Zeichen der Industrialisierung stehen, also möglicherweise auch dem Kommunismus weitgehenden Einfluß einräumen würde. Dem gegenüber darf aber nicht verkannt Werden, dah Nanking naturgemäß auch feine Vor- teile bietet und dah auch gegen Peking als Hauptstadt des neuen China einiges gesagt werden kann: nicht zuletzt, weil jede Regierung in Peking a llz u weit weg von den Kernlanden Chinas liegen und daher ausländischen Einflüssen von der See her (gemeint ist wohl Japan) leicht unterliegen konnte. Dahingegen ist Nanking leicht zu verteidigen und bietet als Operationsbasis gegen den leicht rebellierenden Süden der Lage Pekings ein sehr viel besseres Aufmarschzentrum. Auch ist es klimatisch für die überwiegend aus dem Süden stammenden jetzigen Führer der Kuomintang zweifellos ansprechender. als die rauhe Stadt des Nordens, die obendrein in ihrer Mehrzahl von einer Bevölkerung bewohnt ist, die, obwohl seit Jahrhunderten chinesisiert, doch eigentlich unchinesisch ist. Die Frage, welches von den beiden Zentren am geeignetsten ist, Chinas Hauptstadt zu stellen, die somit rein theoretisch schon schwer zu beant- Worten ist, wird nun aber auch noch durch die gegebenen Machtverhältnisse kompliziert, da ja schließlich die Zentralregierung den Trägern der Macht, also den immer bestehenden Machtbereichen der Truppenführer Rechnung tragen muß. So steht es z. B. außer Zweifel, daß eine Rückverlegung der Hauptstadt nach Peking den Einfluß Fengs (und Rußlands!) wieder stark zur Geltung bringen, und damit den Einfluß Tschiangkaischeks schmälern würde, während Tschiangkaischek umgekehrt in Nanking ständig mit Schwierigkeiten der Kantonleute zu tun hat, die gerne einen radikaleren, ja revolutionäreren Kurs steuern möchten. Gerade das wieder spricht aber zur Zeit für die Beibehaltung Nankings, da es nur der ständigen persönlichen Fühlungnahme zwischen den Kantonleuten und Tschiangkaischek zu verdanken ist. daß eine Spaltung vermieden und die einheitliche Kraft der Kuomintang erhalten blieb. In Peking bei einem Verkehr über Taufende von Kilometern hinweg, durch Boten intrigierende Zwischenträger, wäre, und dies ist besonders jetzt sehr wichtig, die Einigkeit der Kuomintang längst dahin. So schmerzlich es manchen der nationalgesinnten Chinesen des Nordens sein mag, so vermögen doch auch sie es nicht zu bestreiten, daß für den Augenblick Nanking besser ist als Peking, da schließlich die Erhaltung der Einigkeit der Kuomintang wichtiger ist, als die Verteidigung der nördlichen Provinzen Chinas — obwohl diese mit der Verlegung der Hauptstadt nach dem Süden bis zu einem gewissen Grade preisgegeben werden müssen, bis bessere Zeiten die Abwehr der Lostrennung chinesischer Gebiete im Norden besser gestatten. Daß diese Zeit eines Tages wiederkommen wird, daran ist aber nicht zu zwei- Grotteck erblaßte. Das war es also gewesen. Er dachte an Surrnlanps Worte: „Ich bin dort außer Kurs gesetzt." Sollte mtt ihm das gleiche geschehen? Wie mußte dieser Mann die Menschen einschatzenl „Es ist keine Schande," fuhr Brodersen leise und geschmeidig fort, „von einem alten reichen Mann Geld anzunehmen. Glauben Sie mir. Ich kenne die Welt." „Ich brauche nichts, nichts." „Ein großes Wort. Nur ein Diogenes oder ein Ford kann das sagen. Zu welcher Klasse rechnen Sie sich?" „Nehmen wir an, daß ich Diogenes bin", brachte Grotteck mühsam hervor. Mit einem eigentümlichen Lächeln holte Brodersen aus seiner Seitentasche ein Scheckformular hervor. „Es ist schon gezeichnet. Sie brauchen nur auszufüllen.' So leicht also dachte sich der Reichtum die Entwürdigung! Er fühlte fto^: und wenn ich bettelarm wäre, und wenn Grotthausen tzusammenfiele, keine Mark würde ich nehmen. Er knüllte das Blatt zusammen und warf es vor Brodersen hin. „Nun sprechen wir wohl von etwas anderem, wie?" Brodersens Hände glitten über den Tisch, ergriffen das Papier wie eine Beute und trugen es wieder in die Seitentasche zurück. „Sie sind der erste, der es ablehnt, sich von mir helfen zu lassen." Es war nicht klar, ob in seiner Stimme Enttäuschung oder Bewunderung schwang. „Nehmen Sie an, es war die Laune ..." Er hielt inne und wandte sich um. Sein Gesicht war angespannt. Er lauschte und dann flüsterte er: „Blinsky ist draußen. Unwillkürlich folgte Grotteck seinen Blicken. „Wer?" „Pst!" machte der Alte. „Gehen Sie leise zur Tür, ganz leise, und reißen Sie sie auf!" „Kein Schiff kann ohne Ballast fahren. Nein, nein, ich, der ich nicht für fünf L)ere Traditionen fyabe, sage Ihnen, daß sie allein dem Schiff den rechten Kurs verbürgen. Sonst ist es ein Risiko, auf Wind und Wellen gebaut." Eine Welle schwiegen beide, und Grotteck nahm es als Aufforderung zum Gehen. Er erhob sich. „Ich mutz nun leider fort. Ich habe noch einige Vorbereitungen zur Reife ^u treffen." „Sie fahren nach Hause?' „Ja, und ich bitte Sie, Ihrem Fräulein Tochter meine Grüße zu übermitteln." Er verbeugt« sich korrekt und wollte gehen. „Nichts da", rief Brodersen. „Einen Gefallen müssen Sie mir noch erweisen, schon zum Zeichen, daß Sie mir nicht böse sind. Drinnen steht der Flügel. Er wartet schon allzulange auf Sie. Meine Tochter hat mir heute Escreabine gespielt, was mich ein bißchen nervös machte. Spielen Sie etwas Ausgeglichenes!" Wieder klang es wie ein Kommando. Aber der Satz mit der Tochter entschied. Grotteck trat ins Nebenzimmer und öffnete den Flügel. Zärtlich streichelte er die Taften, die vor kurzem Inges Hand berührt. Er spielte das Präludium in Cis-Moll von Nach- maninow und wußte selber nicht, wie er die Sammlung zum Spiel fand. Aber er spielte ja nur Inge, seine Liebe zu Inge und seine Sehnsucht nach Inge ... Er vergaß bald, daß er für den ungefügen, unheimlichen Mann dort spielte, der Inges Vater war. Ein Klirren und ein unterdrückter Fluch weckten ihn. Mitten im Spiel drehte er sich um. Brodersens Teetasse lag auf dem Boden, und seine Hände tasteten am Tischtuch entlang nach dem Fußboden. Es war eine unsäglich hilflose Bewegung. Und plötzlich erkannte Grotteck: Brodersen war blind! Er war blind und spielte den Sehenden, wie es dieser letzte König von Hannover getan, dessen Bild über dem Flügel hing. All die Zeit über hatte er dies Spiel getrieben! Ein tiefes Mitleid und eine Scham überkam ihn, dah er alle Kraft zusammennehmen mußte, um nicht das Spiel mit einer grellen Disharmonie zu enden. Er durste dem Unglücklichen dort nicht zeigen, daß er hinter sein Geheimnis gekommen war. so. dah er das Flugzeug selbst im umgekehrten Sinne zu drehen beginnt wie die Schraube. Dem kann man theoretisch dadurch begegnen, dah man zwei gegenläufige Hubschrauben verwendet, da sich dann die auf das Flugzeug ausgeübten Dreh- kräfte entgegenwirken und sich so aufheben. Praktisch steht dem aber die große Schwierigkeit entgegen. dah die beiden Hubschrauben nie ganz gleichmäßig wirken, so daß das Flugzeug kippt und abstürzt. Der Spanier de la Cierva ist deshalb einen ganz anderen Weg gegangen; er treibt nämlich seine Hub sch raube überhaupt nicht durch einen Motor an. Vorn an seinem Flugzeug hat er eine Triebschraube wie jed^s andere Flugzeug auch, die seinem Flugzeug eine Vorwärtsbewe'ung ver- leiht. Jnfolg dessen m steht e n sogen mnte. Fahr- Wind, in dem eben das Flugzeug durch Oie Lust gezogen wird, so dah dies« am Flugzeug entlangstreicht. Dadurch dreht sie die Hubschraube. Nun wird man fragen: Wie kann denn nun aber der Flugwind, das heißt der Wind, der von vorn nach hinten flieht, die Schraube drehen? Angenommen, einer von den vier Flügeln stünde genau nach vorn, einer genau nach hinten, einer nach rechts und einer nach links: dann wirken die beiden in der Längsrichtung stehenden Überhaupt nicht drehend, die beiden quer stehenden Vom Wmdkrastschraubenflugzeug. Von Max Fischer. Nachdruck verboten. Durch die Zeitungen ist die Nachricht gegangen, dah der spanische Flieger Don Juan de la Cierva mit seinem Windkraftschraubenflugzeug den Aermelkanal überflogen hat Damit hat er den Beweis erbracht, dah fein Flugzeug tatsächlich brauchbar und zu längeren Flügen geeignet ist. Der Gedanke, ein Flugzeug durch eine wage- rechte Hubschraube zu heben und es ihm zu ermöglichen, senkrecht hochzusteigen und ebenso zu landen, ist schon uralt, und zahlreiche Erfinder sind diesem Ziele nachgejagt. Wenn man nun aber die Hubschraube durch einen Motor dreht, so geht das zwar sehr schön, solange das Flugzeug auf der Erde steht, es g-ht aber nicht mehr, sobald sich das Flugzeug in die Luft erhoben hat: der Motor, der die Hubschraube dreht, hat ja dann kein festes Widerlager mehr und wirkt dann Oberheffen. Landkreis Gießen. 8 Alten-Buseck, 18. Oft. Heble Erfahrungen machten mehrere hiesige Einwohner mit c iner vor einigen Tagen hier gastierenden „W anderzirkus-Trupp e". Beim Unter bringen ihres Pferdebestandes innerhalb des Ortes benahmen sich einige Angehörige bet Truppe gegen die Einwohner derart zudringlich, daß letztere nur mit größter Mühe und unter Ergreifung von Gewaltmaßregeln chrs Hausrechte wahren konnten. Wit einem Gastwirt, der sich dazu hatte bewegen lassen, seinen Garten als Schauplatz für die angekun- bigten Vorführungen zur Verfügung zu {teilen, gerieten die unangenehmen Wandergäste wegen einer dem Gastwirt zugefügten Sachbeschädigung in Streitigkeiten, die alsbald in eine förmliche Schlägerei ausartete. Dem bald Darauf erfolgten Abzug der Truppe wurde deshalb ein weit größeres Interesse entgegengebracht, aI8 den von ihnen bargebotenen Leistungen. * Queckborn, 18. Okt. Heber den Zu- ftanb der Provinzial st raßen vor den Eingängen zu unserem Orte wird hier allgemein sehr geklagt. Das zur Neuherrichtung der Straßen anges ah.ene Deckmatern.il hegt schon lange Zeit am Straßenrande, anstatt es auf die Straße zu bringen. Bei nasser Witterung sind die Straßen mit einer starken Schlammschicht bedeckt, die es nicht nur für die Radfahrer, sondern auch für die Fußgänger nahezu unmöglich werden läßt, die Straße zu passieren. Der Schlamm liegt stellenweise 20 Zentimeter hoch Im Sommer dagegen bilden die Straßen sehr unangenehme Staubquellen. Man ho, ft in unterem Orte, daß die Straßen nun endlich in einwandfreier Weise hnaerichtet werden. Lich. 18. Oft. Unter dem Vorsitz des Regierungsrats Dr. Braun-Gießen fand hier die diesjährige Hauptversammlung des Kreisrinderzuchtvereins für S i rn- mentaler Vieh im Kreise Gießen statt. Die Rechnungsablage für 1926/2Z zeigte eine Gesamteinnahme von 1676,30 Mk., eine Ausgabe von 1472,45 Mk.. so daß ein Ueberschuh von 203,85 Mk. verblieb. Für die Landesaussie hing t:r Darmstadt wurden 113 Mk. aufgewandt und der Stadt zur Prämiierung von Herdbucht eren em Zuschuß von 30 Mk. gewährt. An PiÄmien für gute Bullenhaltung wurden an folgende Wärter und Dullenhalter je 10 Mk. bewilligt: Hch Bausch-Grünb-rg, Hch. Hubeler Grüningen. Ludwig Philipp-Lang-Göns. L. Schmidt IL- Langsdorf, Joh. Will VII.-Leihgestern, O. Pfannkuchen-Lich, Karl Keblowsky-Nieder-Bes- fingen, Heinrich Döringer Wwe.-0berhörgern, Karl Feuerstein-Stangenrod, Joh. X Becker- Treis a. b. Lda. Hch Kühn l..Gtttnc^ha»ll«r. Auch in anberen Gemeinben stanb die Faselhaltung auf gleich hoher Stufe, doch mußten hier in Eine Klingel schrillte, und Sie Gazellengestalt huschte durch das Zimmer nach draußen. Zornige Worte in einer fremden Sprache tönten gedampft herüber. Endlich war sein Spiel au Ende. Er er- hob sich mühsam und ging auf den Balkon. Der Blinde stand auf und hielt ihm beide Hände hin. „Sie haben mir eine große Freude bereitet. Ihr Spiel mar hell wie die Sonne draußen. Zu Grottecks Entsetzen beschrieb Brodersen die Linie der Hügel drüben mit der Hand. „Wie das Licht die Berge saftig macht! Wie eine grüne Frucht, nicht wahr? Wie sie die Fenster da drüben zum Aufflammen bringt! Sie sehen es doch? Grotteck hatte nur auf den Sprechenden geblickt und stotterte eine Bejahung. „Nicht wahr, nun begreifen Sie auch, warum ich hier wohne?" „„ . Grotteck schwieg erschüttert, indes der Blinde seine große heroische Lüge fortspann und auf die Blütenpracht der Gärten ringsum wies. „Aber nun mutz ich Sie entlasten. Ich sehe, datz mein Schreibfräulein unten gerade ankommt. Es gibt allerlei zu diktieren. Gute Fahri und auf Wieder- sehen!" Grotteck ging schwankend vor Erregung hinaus, durch das Zimmer, die Treppe hinunter. Niemand begegnete ihm. In der Halle blieb er einen Augenblick stehen: er glaubte Inges Stimme zu hören, laut, hell, befehlerisch, und dazwischen die harte, unausgeglichene Stimme Blinskys. Aber als er näher auf die Tür zutrat, verstummte alles mit einem Schlag. Der Diener stand plötzlich vor ihm und reichte Hut und Mantel. Grotteck fühlte sich erst erleichtert, als das Gitter des Vorgartens mit einem kleinen Knall zuichlug. Als er ein paar Schritte gegangen war, drehte er sich um. Irgend etwas zwang ihn dazu. Oben auf dem Balkon stand Brodersen, die Fäuste auf die Brüstung gestemmt, den schweren Kopf lauernd oorgeftredt Aus den Brillengläsern stach eine gelbliche Flamme. Die dunkle, mastige Gestalt stand in entsetzlicher, beklemmender Ein- samkeit inmttten des blumenburdjbufteten Sommer- fein — denn nach der Einigung Chinas wird zweifellos die Wiederherstellung des Landes in seinen alten Grenzen tote« der das Ziel der chinesischen Auhenpolittk sein. Und dieser Augenblick wirb toieber Peking $u einer besseren Stellung verhelfen. Bis dahtn wirb aber Nanking, und mit Nanking zweifellos ein gewisser Föderalismus, baS Symbol des chinesischen Aufbauwillens fein. Französische provinzialwahlen. Trotz seiner starken Zentralisierung leistet sich auch Frankreich sehr häufta den Luxus von Wahlen: im Frühjahr erst ist das Parlament neu gewählt worden, und in den ganzen letzten Wochen ging schon wieder der Wahlkampf, diesmal um die Neubesetzung der Generalräte und der Kreis- rate, die alle drei Jahre zur Hälfte erneuert wer- den. Sie haben an sich nicht viel zu sagen. Die Generalräte sind das Parlament der Provinzen, ihre unmittelbare Machtbefugnis beschränkt sich in- -------- Tft.JT-ffa.'- Grotteck stand so im Bann dieser befehlenden Stimme, datz er gehorchte. Als er öffnete, schloß sich eine Tür jenseits des Ganges. Er lief hinüber und öffnete auch diese Tür. Auch dort war niemand. Nur der leise hin und her schwankende Perl- vorhang drüben verriet, daß dort jemand heraus- gegangen war. Er stand verwirrt. Was bedeutete das alles. Blinsky belauschte seinen Herrn, und dieser schien Furcht vor ihm au haben? Denn sonst hätte er seinen Privatsekretär doch hereingerufen. Brodersens Lachen klang. „Kommen Sie nur. Das sind so kleine Ueberraschungen, an die man sich gewöhnen muß." Als Grotteck zurückkam, lachte der Alte noch immer, wie über einen gut gelungenen Spaß. „Ich habe gute Ohren, wie? Ein Wachchund kann von mir lernen. Wissen Sie, das ist die Entschädigung, die die Natur gewährt. In gewissem Sinn ist sie nämlich gerecht. Man mutz nur nicht zuviel verlangen." „Entschädigung? Wofür denn?" „Für das Alter, mein lieber junger Freund. Aber bedienen Sie sich doch!" Er war schon wieder der liebenswürdige Wirt. Si goß ihm ein und schob die Whiskykaraffe hin. „Erzählen Sie etwas von Zuhause!" Grotteck dachte nur daran, daß Inge ja einmal kommen mußte, ob sie nun draußen war oder im Haus. Er begann von Grotthausen zu sprechen und kam auf die friderizianischen Erinnerungen, die sich an das Gut knüpften. „Sie sind also eine Art preußischer Junker?" „Junker? Ach, das ist auch so ein Schlagwort. Ich habe mir sagen lassen, daß der englische Adel von lächerlicher Exklusivität ist und daß seine $hil- tur sich auf Fuchsjagden und Golfsport beschränkt." „(Stimmt. Ich wollte Sie übrigens nicht verletzen, als ich Sie einen Junker nannte. Oder vielleicht wollte ich es doch ..." Er zögerte, und ein seltsames Lächeln umspielte seine Mundwinkel als er voll- endete: „Aus Neid vielleicht." „Aus Neid?" „Ja. Es muß schon [ein, mit jahrhundertelangen Erinnerungen verknüpft zu fein.' „Es gibt Leute, die bas für Ballast hatten. •tft W äfc 1 Verbindung 7 Sioäh' LandeSlir öetM Sv ' sprechmgen i jmn Landes! dingen ui Wüllen i ist mir, dah licher Äbgev' dingen und dessen Stellv dingen) nom die-vi-lter" nete MMw' Ä-t-eibt AL» auu 191/ dwhüxnla di« fi?* ' WW«* ränge ui 6' Hürgerlrieg via,en, Wä gn blutigen ■ stj die «n bann das -Lichberechtic vlllichmzul «rin 2uhk □ Laub drei neue chen enlftani die neue Z Lamsbergs i DoßnHaus U Mrc'-Mee Verden. - D tuMbei r tom uebetiar ist, auf etfjt ä Span in 4 «Ui j Seid kn,n.............. üt ifrwni. Welen ?<8 C At toerj?30 ein &ie|e 4eb^ "ien tu^tung 1 derV'nnen ' .die tzyLn M. ^’S Zt zu fff Srvh '^lieben iich^A?^ 'n Lfe « Äxf£ f^i'S DsL L.1S- n. &cn. te,.5ewn üK für die ongetün« Fügung zu Wen. Ronbecgdfle wegm 1 ^nchdeschädiguna in eine förmliche iOatauf erfolgten ein weit ^nchi, all den btm en. Ueber dm 3u« istratzen vor dm te wird hier clllg?. 2s zur Äeuhrnich- ne Drckmaieml liegt fcnrante, anstatt d Bei nasser Ditterang T starken SchlMm- nur für die Misch- uhgäng« nahem un- Tirade zu tzallieiren. weise 20 Zentimeter bilden die Sirahm eilen. Man HD m ifen nun endlich in iftet betten. •r tem WorfU) bei . - Tiehen fand hier rsamrniuntz drL eint für Tim« eise Tiehen statt. 12622 zeigte eine Gr« 'M, eine AaSgabe ein Uebcrschuß von i Landeraussielung in aufgetoandi und d. Hubcler Srümgen. tf, L. Schmidt IL« VH.'ßei^rtern. 0- eblolvsky-I-edrr-Ies- Dve.'Obcrhörgern. » M * w einen » «Äft IUf .l-klSsW.., Ueble Ex. S Äin« r®01 gaftiv Beim •hnbes innerhalb 9? ^gehörige der zudringlich. lu^ und unter Ex. ustregeln ihrg *Ä> 11Li M eine g 0 6 tonbtn fl6 )flt ®Preiyn Rheinhessen Außer Arznei n sie di« Jean Weisel, (rieben. Sonnenstr afie 6, Telephon Nr. M K 90 | Reichste Auswahl moderner Schnallen au6erordentlidi preiswert l | k OTTO FABER, GIESSEN, MÜHLSTR. 22 SSlVPO^ SjTRÖVt Schuhqes m b H. Bei unserer Riesenauswahl finden Sie, was Sie suchen! Spangenschuh nut sdiwarz m alias, glfinz-ndem Selin mit französischem Absatz ftietßerhne Preis abdtöln MK.475O di« Erbschaft angetreten, nach Ungarn zurück- znkehren, und nun begann der drrtte Akt des DramaS mit dem Dries eines Anwaltes aus dem Ort Unyvar, der jetzt zur Tschechoslowakei gMört. In diesem Schreiben wurde erklärt, das; eine Klientin des Anwalts, Terez Kramaz, behaupte, die Mutter von Mariska zu sein: fi« tvnrd« ebenfalls in Felsöputnak geboren und konnte beweisen', das) sie ihr uneheliches Kind vor mehr als 20 Jahren dem Weißen-Kreuz- Bund übergeben hatte: seitdem hatte sie den Mann, der der Dater des Kindes war, geheiratet. Die schwierig« Frage, ob Mariska die Tochter der reichen oder der armen Mutter ist, soll vor Gericht gelöst werden. Aber es ist zu befürchten, dah sich unterdessen noch mehrere Frauen melden, die Terez Kramaz heißen, in Felsöputnak geboren wurden und ihr Kind vor mehr als 20 Jahren dem We-ßen-Kreuz-Bund übergeben haben. LacJcspangenschuh elegante Form aus gutem Material, mit Louis XV. Absatz Silber Echt Chevreaux Spangenschuh mV Louis XV. Absatz. Sehr vornehm ! Silber Brokatspangcnschuh verschiedene elegante Muster, mit Louis XV. Absatz Bunies Allerlei 10" Lpd. Worms. 18. Oft Don Polizeibeamkai wurde in d er Paulusstraße ein Kinderwagen sichergcstellt, in dem ein kleines Kind lag. das zunächst zur Wach? gebracht wurde, mehreren Flaschen Milch, Wäsche und Ar»i fand sich in dem Wagen ein Drief der K i desmutter, worin diese mitteilt, daß Absicht hat, Selbstmo rd zu begehen. 16" kuriose Bestimmungen. Im Jahre 1738 wurde in Frankreich die Aeb- tisfin von Fontrevault von Sr. Majestät lediglich deshalb zur Herzogin ernannt, damit sich die Aebtissin als Erzieherin der vier jüngsten königlichen Prinzessinnen in deren Gegenwart — setzen durfte. Einer gewöhnlichen Aebtissin wäre das nicht gestattet gewesen —. Die in Berlin herausgegebenen Erinnerungsblätter" brachten 1846 folgende lakonische Notiz: „In Hannover hat man den Offizieren daS Heiraten verboten und in Dayern den Nachtwächtern. Man weih nicht warum." — Ter Rat der Stadt Lüneburg erließ im Jahre 1702 ein geharnischtes Edikt gegen das Spazierengehen, zumal gegen das „verdächtige Spazierengehen" junger Leute am Abend und des Aachts, das „ernstlich ein für alle Mal verboten wird". Die Straßen sollen des Aachts fleißig visitieret werden und jeder Hebert reter des Verbotes in Haft kommen und bestraft werden. Ob das etwas geholfen hat, ist nicht bekannt geworden, doch hat sich sogar ein Geistlicher gegen das Edikt aufgelehnt, indem er der Aufforderung, es von der Kanzel zu verlesen, nid# nachkam, sondern dazu schriftlich vermerkte, dah er solches „als ein unziemendes Anmuten von der Stadt halte". — In Berlin wurde 1846 ein Wirtschasts- lokal polizeilich geschlossen, toeil dort Mädchen öffentlich Zigarren geraucht hätten... Preußen. Kreis Wettlar. 1 Groß-Rechtenbach, 18. Oft Bei einer hier stattgehabten Grund st ücksverpachtung wurde für den Morgen gutes Ackerland ein Pachtpreis von 60 bis 80 Mark bezahlt Die Pacht für Wiesen war noch höher: für geringeres Land «ur- den 30 bis 50 Mark pro Morgen geboten. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 18. Oft. An- gelockt durch die heruntergelassenen Rolläden, stiegen gestern nachmittag Einbrecher in eine Villa am Schaumainkai ein. Sie stemmten einen Rolladen etwas in die Höhe, schlugen eine Fensterscheibe zum Teil ein und krochen durch die entstandene Oeffnung in das Innere des Hauses, wo sie in aller Gemütsruhe alles durchwühlten und das ganze Silber zum Abtransport zusammenschteppten. Abends wurden sie jedoch vom Hausverwalter entdeckt, bet sofort die Polizei verständigte. Es gelang dem einen Einbrecher, noch kurz vor dem Eintreffen des Ueberfallkommandos zu entkommen, während der andere Verbrecher in einem Dett versteckt auf- gefunden und fest genommen werden konnte. — Don der Kriminalpolizei im Hauptbahnhof wurde der vielfach vorbestrafte Hausdiener Albert Schwertfeger fest genommen, als er einem Professor aus Bonn einen Koffer im Werte von 500 Mark stehlen wollte, während dieser am Schalter eine Fahrkarte löste. — Hier sind wieder falsche Fünfmark- und Zweimarkstücke sowie falsche 50-Pfennig- stücke im Umlauf. — Der Polizei ist es gelungen, einen gefährlichen Fahrraddieb f e ft* zunehmen. Die Fahrräder hat er auf der Straße und aus Schulkellern gestohlen. In einer Ziegelei in Praunheim hat er die gestohlenen Fahrräder an die dort beschäftigten Arbeiter für 30 und 40 Mark verkauft. Citroen sagijneint \ den modernen, allen. Anforderungen genih X genden Wagen dessen. \ besondereVorriige elegant i | te form,Schnelligkeit und| J \.^Wendigkeii sowie SparJf’ •^>ksamkeiiin Anschafpr daß die Stadt Lauterbach bis zum 1. April 1929 aus dem Eichberg ein geräumiges und neuzeitliches Krankenhaus besitzt. Der am 2. d. M. in dieser An- gelegenheit vom Stadtoorftand e i n st i m m i g gefaßte Beschluß betr. Erwerb des Anwesens Eichhof ist von weittragender Bedeutung nicht allein für die Stadt, sondern auch für den gesamten Kreis Lau'- terbach. P Schlitz, 18. Oft. Im Anschluß an die sehr stark besuchten Erntedai k.estgottesd.enste, die am vergangenen Sonntag im Schlitzerland gehalten wurden, hatten sich auch dies Jahr wieder — bereits zum zehnten Male — sämtliche Psarr- gemeinden der Grafschaft zusammen getan, und am gestrigen Mittwoch zwei mit Raturalien aller Art, besonders mit Kartoffeln und Gemüse, voll- aeladene Waggons an das Elisabethen- stift nach Darmstadt abrollen lassen als ein Zeichen dankbarer Anerkennung für die von den Schwestern des StistS im Hessenland und insbesondere auch in unserer engeren Heimat geleitete treue Arbeit. erster Linie die Gemeinden berücksichiigt werden, in denen der Fleckri chzuchi besonde e i In e -esse entgegengebracht wird. Dem Rechner und dem Vorsitzenden wurde die beantragte Entlastung erteilt. DerDoranschlagfür 1928 wurde ein- gehend beraten und die Gesamteinnahme und AuSgabe auf je 1338,63 Mk. festgesetzt. Als besonders wichtig seien aus dem Voranschlag her- voraehol-rn: Für die Prän. iierungsmar.tr in Lick und Hungen soll je ein Zuschuß von 30 Mr. gewährt werden. Tie Landwirtschaftslammer veranstaltet im Gebiet des Krcisvereins im Frühjahr 1929 eine Stallschau, wozu derKrcis- verein 150 Mk. bewilligt. Zuschüsse zur Weidebeschickung sollen — wie ursprünglich vorgesehen — in Wegfall kommen. Dagegen sollen für eine im nächsten Frühjahr im Bezirk Grünberg vorgesehene Jungviehprämiierung 300 Mk. zur Verfügung gestellt werden. Die Ausgakn für Prämien bei guter Bullenhaltung bleibt auch für 1928 bestehen. Zur Durchführung der Milchleistungsprüfung werden die für den Kontrolleur entstehenden Reisekosten auf die Kasse übernommen. Bei Punkt „Verschiedenes" äußerte Mitglied Jung- Leihgestern den Wunsch, bei der nächsten Mitgliederversammlung einen Vortrag halten zu lassen. Der Vorsitzende will sich deshalb mit der Landwirtschaftskammer in Verbindung setzen. Kreis Friedberg. zZf Dad-Rauheim, 18. Oft Die Reihe der dieSwinterlichen Dortcagsveranstallungen eröffnete die rührige Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft mit einem fesselnden Lichtblldervortrag in der Turnhalle. Major a. D. Rothenberg (Karlsruhe), ein Mitkämpfer in Tsingtau 1914, sprach vor einem sehr großen Zuhoverkreise über „Der Kampf um Tsingtau 1914". Fesselnd schilderte der Redner den Heldenkampf der Tsingtau-Desatzung gegen die'gewaltige japanische liebermacht Diel neues bot We anschauliche Darstellung der neuesten Vorgänge in China. Die Ausführungen über den Bürgerkrieg bis zu den jüngsten Ereignissen zeigten, was dort eigentlich vorgeht, wie China m blutigen Druderkampf (Süden gegen Rorden) sich die Einigung im Innern erkämpfen will, um dann das große außenpolitische Ziel, die volle Gleichberechtigung mit den übrigen Völkern, verwirk ichen zu können. H ute abend sprach der Redner in Butzbach mit gleich starkem Erfolg. Kreis Biidil Zrn. T Stockheim, 18. Oft. Die Wahlen zum Landeskirchentag Wersen ihre Schatten voraus. So fanden dieser Tage hier zwei Besprechungen über die Aufstellung der Kandidaten zwn Landeskirchentag in den Dekanaten Büdingen und Ridda statt. Zu endgültigen Beschlüssen ist man noch nicht gekommen Sicher ist nur, daß Dekan S c r i b a (Ridda) als geistlicher Abgeordneter für die beiden Dekanate Büdingen und Ridda aufgestellt worden ist. Als dessen Stellvertreter wurde Pfarrer Adam (Büdingen) nominiert Kreis Schotten. HI Laubach, 18. Okt. In diesem Jahre find drei neue Wohnhäuser in unserem S'ädt- chen entstanden Im kommenden Monat wird die neue Försterwohnung am Fuß des Ramsbergs in Angriff genommen Ein anderes Wohnhaus wird in der untersten Kurve der Andre-All« im kommenden Frühjahr gebaut werden — Gegenwärtig wird die äl m s ch a l - tuna des elektrischen Ortsnetzes, das vom lleberlanbtoerf Oberhefsen umgebaut worden ist, auf erhöhte Spannung ausgeführt. Anstatt Die Milch auf dem Münchner Otloberfeff. Durch besonderes Entgegenkommen des Stadtrates München haben die Kreisbauernkammer Oberbayern, die Interessengemeinschaft des Verbandes südbaherischcr MilcyverwcrtunaSgenossen- schaften und des Milcharoßhandels München in diesem Jahre wieder Die Molkereikosthalle an einem der schönsten Plätze der Festwiese gegenüber den Dierpalästen — Löwen- und Thomas- bräu — erbaut. Eine große Milchflasche ist weithin sichtbar. Dem gewaltigen Zuspruch von feiten der Wiesengäste entsprechend, wurde die Kost- Halle in diesem Jahre bedeutend vergrößert. 450 Quadratmeter bieten Sitzgelegenheit vor einem 25 Meter langen Büfett, das die besten Milch- und Molkereivrodukte zur Schau trägt. Die Mol- kereikosthalle soll Stadt und Land auf die billige und nahrhafte Milch- und Fettkost aufmerksam machen. Das Mädchen mit drei Müttern. Eine 22jährige Ungarin, Mari ka Kramaz, befindet sich in einer ebenso schwierigen wie seltsamen Lage. Vor zwei Jahren yerlor sie ihre Mutter, die ihr auf ihrem Totenbett erklärte, sie und ihr bereits vorher gestorbener Mann wären nicht ihre wirklichen Eltern, sondern sie habe sie, als sie wenige Monate alt war, von dem Weißen-Kreuz-Dund erhalten und adoptiert; ihre wirkliche Mutter sei eine unverheiratete Frau mit Ramen Terez Kramaz, die in Felsv- putnak geboren war. Rach dem Tode ihrer Adoptivmutter, die sie wie ihre wirkliche geliebt hatte, erließ nun Mariska Anzeigen in Budapester Zeitungen, um ihre wirkliche Mutter zu suchen. Rach einer Zeit erhielt sie einen Brief von dem ungarischen Konsulat zu Sao Paolo in Brasilien, in dem ihr mit geteilt wurde, daß Terez Kramaz, geboren in Felsöputnak in guten Verhältnissen in Brasilien lebe, wohin sie aus gewandert war, nachdem sie ihr Kind dem Weihen-Kreuz-Dund übergeben hatte. Die Daten stimmten alle, mit Ausnahme einer kleinen Ungenauigleit in dem Geburtsdatum der Mutter, und Mariska erhielt die Summe von 200 Dollar, um ihre äleberfabrt nach Brasilien zu bezahlen. Einige Monate lebten die neue Mutter und ihr Kind glücklich zusammen; dann starb Frau Kramaz und hinterließ ihr Vermögen Mariska. Das Mädchen beschloß nun, nachdem sie HO Volt wird eine Spannung von 220 Volt geschaffen. Diese llmschaltuna legt der Bevölkerung nicht unbeträchtliche Kosten auf. da die elektrischen Anschlußgeräte umgearbeitet werden müssen. Kreis Alsfeld. -I* Aus dem Ohmtal, 18. Okt. Man hoffte in Jägerkreisen dieses Jahr auf ein Auftreten der Hasen in so großer Zahl, wie es im Jahre 1923 der Fall war. In solcher Zahl bevöltert Freund Lampe allerdings doch nicht unsere Fluren. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 18. Okt. Durch Kaufvertrag vom 18. d. M. ist das gesamte Anwesen Eich- Hos in den Belitz der Stadt übergegangen. Wie bereits berichtet, wird das Innere des eigentlichen Schlosses durch die Stadt umgebaut, in dessen Räumen bann der Vorstand des hiesigen Frauen- oereins ein geräumiges neuzeitliches Krankenhaus einrichten wird. Mit den Umbauarbeiten wird alsbald begonnen, so daß damit zu rechnen ist. _ all und elegante, schicke und doch billige Schuhe zu tragen, ermöglicht Ihnen unser Sonderangebot. 50 PRESSE RM. 0,20-1,20 Zur Gesundhallunä l SCHMERZLOSES RASIEREN y DJßCH VORHERIGES EINREISEN MIT V Natürliches Giehen, Seltersweg 91 0197D *01 ■ ■WiTi iti.zti Mantel-Woche ; v Kinder-Konfektion in unübertroffener Auswahl 3 ,. !s 9166A Jetzt braucht man Strümpfe, Unterzeuge und Handschuhe I 9209A Damenstrümpfe n qe kräftige Qualität .... UeUU ps p5 pe j45 ps 395 n 125 300 Kinderhandschuhe n qe reine Wolle, gestrickt UeUv 375 po Damenstrümpfe <150 Wolle mit Kunstseide U 240 260 ^85 .2.80 3°° p5 725 360 360 Schuhhaus Wollt GIESSEN Seltereweg 4 Seltersweg 4 G/ESSENxMA UößC/RG ICT 9199D ■lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll 2HBE von Samstag, den 20. Oktober bis Samstag, den 27. Oktober ihl r f ihr Normalhosen gute Qualität. Normalhosen Bleyle’s Kinder-Westen und Pullover Kinder-Anzüge in gröflter Auswahl Bleyle’s Damen- und Herren-Westen neue Farben und neue Formen In extra Weiten .. .3.40 Futterhosen feste Qualität.... 4.00 Mäntel a. gut.Ottomane, j. marine, schwarz mit imitiert.Pelz- kragen u.Stulpen, ganz gefüttert 29®° habe ich übernommen. — Die neuesten Modelle finden Sie nur im Schuhhaus Wolif! Heinrich Hochstätter Brandplatz 1 - Mäusburg 5 Itf .0 Fabrikate dle icb inf°l6= d=rnE^.nn ---------- fübrung der MARKE SALAMANDER aufgebe, verkaufe zu fabelhaft billigen Preisen! & Freude am ' WM Die höchst ""s mh d«r s deshalb ab Jnitmtung gesch turnen unb btn i DenAlleinverkaufder Herrensocken gestr., reine Wolle 2.00 Kinderstrümpfe reine Wolle, Größe 1 Herrensportstrümpfe reine Wolle......4,50 Damenhandschuhe schwarz und farbig ... Damenhandschuhe mit Wollfutter.....2.40 Fantasiehandschuhe mit Stulpen.......2.00 Damenhandschuhe gestrickt............. I Herrenhandschuhe innen gerauht........ Herrenhandschuhe ganz gefüttert........ D.-Nappahandschuhe gefüttert u. ungefüttert H.-Nappahandschuhe gefüttert u. ungefüttert 7.75 Ich hatte Gelegenheit, einen großen Posten erstklassiger Damen- und Backfisch-Mäntel aus la Ottomane, la englischartigen Stoffen, teils mit eingewebtem Futter, usw. mit und ohne Pelzgarnierung, weit unter Preis zu kaufen und bringe solche, um meinen Kunden etwas außergewöhnliches zu bieten, zu nachstehenden Preisen zum Verkauf! Kinder-Fäustel 0.85 0.75 Sealplüsch-Mäntel nur tropfenechte Ware mit breiten oder gezogenen Kragen in allen Größen! Damenstrümpfe echt Mako........1.80 Damenstrümpfe SeidenflorlaQual. 2.25 Damenstrümpfe Bemberg-Seide.. 4.25 Damenstrümpfe Wolle, plattiert... .3.50 Damenstrümpfe reine Wolle......4.00 ™ Teilnehmer : «Mm N i I wtyüblifrn(j sprach sich Jung je 53s: stB Öen.1* m nut mP su Hörden E ^elften. ÖIC S' sä 3«^ K-n t>i sS? KÄE-bUd «rft W -Zi- 'xvüden B®- LnE und der Gau'D Marburg) emei fen verlegen. § sich beim 2Inmi Geräten gut ve Mi. Der Gaulr Audols Paul Entwurf zu bei bauten allgemei abteilungen zu Aussprache, öty eindringlicy bei vorturnerstundei am Schluß je? Spiel seinen Nachmittags T u r n a u s s ch furnwaries [tat ortmung seien Die nächste im 5. Bezirk (2 Neuwahlen jährige erste ‘Bo; Nauheim) und a zirlsvertreter, 6 berg), ihre Aeml schränkung Gauturnfest zu Wettkämpfe im ' um> Spielen Der! Sah turnerische J fach gestaltet w bei Sen Aiirr einen in r^rru ihnen den Drg fen, sollte bei 2. Altersklasse Schwierigkeit, a und Haltung Verden, xumal erfolgreiche De len die Derbun Bereitstellung t ben. Bei den Beschränkung i, )uwirken, denn m nassen Ladt Dett dieser sch Ks- 15^«' Kokosä. Kinderschlüpfer n QE m. gerauht. Futter von UeUUan Damenschlüpfer 485 gerauht.....2.15, 2.00 I Damenschlüpfer 015 Kunstseide, gerauht.. 2.30 <■ Unterziehschlüpfer po Korsettschoner 0.60 0.50 D.-Hemdhosen 9 00 gewebt...........2.60 e» Normaleinsatzhemden äOO gute Qualität......4.25 V V Mäntel a. rein w. Ottomane, ganza.Seidenfutter, mit Pelzkragen und Stulpen — elegante flotte Formen K(W 65.00 J. Pfeffer Spezialhaus für Damenbekleidung - Marktplatz Nr. 6 Mäntel aus englisch art. Stoffen mit Abseite, flotteForm mit Rückenfalte 19.50 is.oo JLJir Mäntel aus gutem Ottomane in marine und schwarz m. Seidenplüsch-Krag. 19“ Mäntel a. Marengo u. englischartigen Stoßen in mod. Farben mit Pelzschal ZS" Mäntel aus reinwll. Ottomane halb u.ganz gefüttert m. Seal-od.Biberettegarn. i^Qoo 45.00 Frauen-Mäntel bis Frauengröße VI in allen Stoff- und Macharten “IO50 von JL an Nr.247 Drittes Blatt Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, ltz. Oktober (928 Aus dem Turngau Hessen (S.T.) 1. Gauvorturnerstunde. 3n der Turnhalle des Männerturndereins Greben traten am Sonntagvormittag in der ersten Gauvorturner stunde die Mitglieder des Gau-Turnausschusses, sowie die zweiten Dezirks- turnwarte in eine Durcharbeitung des neuen Hebungsstoffes nach dem Entwurf desGau- oberturnwartes Milh. Wi11 (Gießen) ein. Dor allem wurden die Freiübungen gründlich durchgeturnl, dabei einer technischen, rhythmischen und ästhetischen Heberprüfung unterzogen und bis zur Wiedergabe unter Musilb gleitung hin- aufcmuMcfell. Sie umfassen in drei Gruppen je drei Hebungsbilder und sind auf der Grundlage der allgemeinen Freiübungen des Deutschen Turnfestes zu Köln vom Gauoberturnwart in freiem Aufbau entworfen. Verbindlich für die Gauveranstaltungen des neuen Turnjahres, bilden sie daher einen durchlaufenden Bestandteil des Hebungsstoffes für die alsbald einsetzenden De- zirksvorturnerstunden. Die Geräteübungen dagegen, ebenso die volkstümlichen Gruppen, dienen zunächst lediglich der allgemeinen Ausbildung, bis kurz vor den Wettkämpfen In den Bezirken und im Gau die Pflichtübungen unter Berücksichtigung dieses allgemeinen Hebungsstoffes zusammengestellt werden. Für die Winter-Gerätewettkäinpfe, die in den Bezirken bis zum 1. April erledigt sein müssen, werden Dezirlsturnwart Heberlein (Marburg) und der Gau-Männerturnwart Martin T e x t o r (Marburg) einen Entwurf für die einzelnen Stufen Vvrlegeu. Ferner wurde der S t i l l a u f, der sich beim Anmarsch zum Riegenturnen an den Geräten gut verwenden läßt, methodisch behandelt. Der Gauwarl für das Frauenturnen, Rudolf Paul (Gießen), stellte ebenfalls seinen Entwurf zu den als S t a b ü b u n g e n ausgebauten allgemeinen Freiübungen der Frauen- abteilungen zu praktischer Hebrrprüfung und Aussprache. Schließlich w.es der Gauoberturnwart eindringlich daraus Bin, daß bei den Bezirks- vorturnerstunden und ebenso bei jedem Verein am Schluß jeder Turnstunde ein heiteres Spiel seinen Platz behalten müsse. Aachmitlags fand eine Sitzung des Gau- Turnausschusses unter Leitung des 06er» turnwartes statt. Aus der umfangreichen Tagesordnung seien folgende Punkte herausgehooen. Die nächste Bezirksvorturner st unde im 5. Bezirk (Friedberg-Buhbach) wird sich mit Reuwahlen zu befassen haben, da der langjährige erste Dezirksturnwart Hartmann (Bad- Rauheim) urrd aus Gesundheitsrücksichten der Bezirks Vertreter, Studienrat Schuchmann (Friedberg). ihre Aemter niidergelegt haben. Zur Einschränkung der Feste werden mit dem Tauturnfest zu Alsfeld vom 20. bis 22. Juli die Wettkämpfe im Volksturnen, Schwimmen, Fechten und Spielen verbunden. Gleichzeitig wird betont, daß turnerische Feste aller Art möglichst ein* f a ch gestaltet werden sollten. Die Beteiligung bei den Altersriegen hat in dielen Vereinen in erfreulicher Weise zugenommen; um ihnen den Weg auch zum Wettkampf offenzuhalten, sollte bei der Wertung, besonders in der 2. Altersklasse (über 45 Jahre), weniger auf Schwierigkeit, als vielmehr auf gute Ausführung und Haltung bei einfachen Hebungen gesehen werden, zumal nicht alle Teilnehmer ehemalige erfolgreiche Wetturner sind. Den Fechtern sollen die Werbungsmöglich e'.t n durch entsprechende Bereitstellung von Raum und Zeil verbessert werden. Bei den Schwimmern wäre auf eine Beschränkung in der Zahl der Wettkämpfe hin- zrwirken, denn eine mehrstündige Bereitschaft im nassen Badeanzug muß den gesundheitlichen Wert dieser schönen Leibesübung allenthalben iri Frage stellen; die Angliederung von Schau- schwimmen und volkstümlichen Darbietungen wird d*ie Freude am Wasserturnen in weitere Kreise txagen. Die höchste Auszeichnung desTur- irers mutz der schlichte Eichenkranz blei- b-m; deshalb aber muß auch der Kranz vor Snttoertung geschützt werden. Bei Dereinswett- twenen und den Winter-Gerätewettkämpfen inner- halb der Bezirke soll es nur Urkunden geben, bei den volkstümlichen Dezircksfesten kommt der Kranz erst hinzu in der Turner stufe, sofern der Teilnehmer ®/s brr erreichbaren Punktzahl crrfweifen kaim, und bei den Gaufesten soll es bei den üblichen Einschränkungen verbleiben. Einstimmig sprach sich der Ausschuß für die Durchführung je eines Lehrganges für das Männer- und Frauenturnen aus und erwartet mit einer nochmaligen Darlegung die Unterstützung der Verwaltung des Mittelrhrinkreises. Der Äe r b st w a l d l a u f des Gaues steht noch aus und soll alsbald in Vorbereitung genommen werden. MU einer Vertrauenskundgebung für den Gauoberturnwart fand die Sitzung ihr Lide. Der Jahresbericht des D.F.B. Runmehr rst der Jahresbericht des Deutschen Fußball-Bundes erschienen, niit welchem der Bundesvorstand und die Be- HLrden dem bevorstehenden Bundestag Bericht äOer die Entwicklung des Bundes im letzten Jahre g«ben. Von 96 Druckseiten sind fast die Hälfte imgefüKt mit den Ergebnissen aus den Spielen deutscher Mannschaften im Spielverkehr mit dem Auslande, die zum Tell recht achtbare Erfolge m-clden. Bei Bericht des Vorstandes ftnden die i n t e r - nationalen Verhältnisse eine kritische Würdigung. Deutschland hat wegen seiner Sper- nrno der Länder mit Derufsfußball eine schwere Stellung im internationalen Konzert der Fußball- ft®aten; bisher gelang es aber immer noch, fühlbare Rachteile für den deutschen Fußballsport jw verhindern. Auf Wunsch des internationalen Verbandes werden die deutschen Fußball regeln toer Durcharbeit unterzogen und im Sinn und Wortlaut den internationalen Regeln gleich- geiteHt. Ziffernmäßig ist der Deutsche Fußball-Bund furückge gangen. Er hat mit 865 946 MU- znedern einen Ab gang von 8000 Mitgliedern, W eine Zunahme von 196 Vereinen zu verzeich- lem. Die Kaffenverhäiltnisse zeitigen bei einem ilmlsatz von 364 600 Mk. auf beiden Seiten des Turnen, Sport und Spiel. Kassenberichts einen Heberschuh von nur 40 000 Mark. 53 000 Mk. kostete die Beteiligung an den Olympischen Spielen einschließlich der Bor- bereitungsturse. Den Großtell der Geldeingänge verschlang die Verwaltung, die in ihrer Zentrale ihren Sih jetzt in Berlin hat, wodurch eine bessere Arbeitsmöglichkeit gegeben ist. Die Grundeinstellung des Bundes zu seinen Vereinen hat sich auch im letzten Jahre geändert; im Bericht kommt zum Ausdruck, daß der D. F. 2. die Hmstellung zu einem Bund der Vereine erstrebt, wobei die führende Rolle der Landesverbände ausgeschaltet würde. Die Frag« der Sportlehrer hat nach der Richtung eine entscheidende Gestaltung erfahren, daß man durch ein Abkommen mit dem Verein Deutscher Sportlehrer diesem die Heranbildung der Fuhballlehrer in Gemeinschaft mit dem D. F. D. übertragen hat. Die Stellung zu den Firmen- und Betz ö r d e n v e r e i n e n ist jetzt gebärt, der D. F. D. nimmt sie bedingungslos als Vollmftglieder auf. Praktische Ausbildungsarbeit trieb der Bund durch zwei Jugendleiter- und Schiedsrichterkurse, die et im Deutschen Stadion durchführte. Im Bericht der Bundesbehörden interessiert der sportliche Teil. Einschließlich der Kämpfe in Amsterdam wurden vier Spiele ausgetragen, von denen zwei (gegen die Schweiz 3:2, 4:0) gewonnen wurden, eins unentschieden blieb (Holland 2:2) und eins verloren ging (Hruguah 1:4). Die Abhaltung der Deutschen Meisterschaft im Juli erwies sich als nicht glücklich und bleibt ein Ausnahmefall. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Vom vorigen Sonntag ist nachzutragen der 3:1-Siog der 1. Jugend über die 1. Jugend vom Fußball-Club Grünberg. Dis zum Wechsel lagen die 1900er bereits 3:0 in Führung. Der kommende Sonntag bringt für Gießen den zweiten Fußball-Großkampftag in dieser Saison, da die Wetzlarer zum Meisterschafts- spiel gegen die Spielvereinigung 1900 Gießen an- tveben. Der Wetzlarer Sportverein ist nach drei Spielen noch ungeschlagen. Besonders zu bemerken ist die große körperliche Heber» logenheit der Wetzlarer Gäste, die von den Gießenern nur durch ein besseres technisches Spiel bezwungen werden können. Wenn auch die Ligaelf der Spielvereinigung 1900 in etwas anderer Ausstellung als am Dorsvnnbag antritt, so kann man nach den gezeigten Leistungen im ersten Cola [treffen diesmal doch wohl mit einem Erfolg der Einheimischen rechnen. Auch das Treffen der Ligareserven dürfte spannend werden, da die Wetzlarer Reserven im Borjahve ungeschlagen Gaumeister wurden und in dieser Serie bis jetzt ohne Punktverlust sind. 1900’8 3. Mannschaft hat Großem-Dusecks 2. Mannschaft zum Gegner, die um eine Niederlage nicht herumkommen sollten. Die 1. Jugend 1900’8 trägt ein Gesellschaftsrückspiel in Lollar aus. Unter einwandfreier Leitung sollte der Dorspielsieg, wenn auch nicht gerade in dieser Höhe (6:1), wiederholt werden. Die 2. Jugend tritt in Heuchelheim der dortigen 1. Jugend im Pflichtspiel entgegen. Der Ausgang ist offen. Die 3. Jugend hat auf eigenem Platz voraussichtlich Steinbachs 1. Jugend im Gesellschaftsspiel zum Gegner, wahrend die 1. Schü le reif der gleichen Gls von D.f.D. Gießen im Pflichtspiel entgegentritt. V. f. B. Am kommenden Sonntag beschäftigt der Verein für Bewegungsspiele teils in Privat-, teils in Depbandsspielen acht Fußball- und eineHand- ballmannschaft. Die Ligamannschaft fährt nach Frohnhausen (Dill), um mit dessen Liga im Verbandsspiel die Klingen zu kreuzen. Die dortigen Platzverhältnisse ähneln stark denen Dillenburgs; die ungewöhnlich kleinen Ausmaße des Spielfeldes machen den fremden Mannschaften oft schwer zu schaffen. MU diesem Umstand muh auch die V.f.D.-Mannschaft rechnen, und sie darf den Gegner keineswegs unterschätzen. Ihre Aufstellung wird aller Voraussicht nach dieselbe sein, wie am vergangenen Sonntag, so daß man unter normalen Do r aussetzunge n trotz allem einen ziemlich sicheren Sieg von ihr erwarten kann. Sie muh nur bemüht fein, sich so bald wie möglich auf die besonderen Verhältnisse eiiuu- stellen, und sollte sich nicht das hohe Spiel des Gegners auf6rängen lassen, der nadj den zwei erlittenen Riederlagen alles versuchen wird, im dritten Derbandsspiel, zumal auf eigenem Platz, besser abzuschneiden. Wenn der Sturm, der der schwächste Teil der sonst recht guten Frohnhäuser Elf ist, sich etwas besser zusammenfindet, als in den letzten Treffen, wird D.f.D. nur unter Ausbietung aller Energie gewinnen können. Die Ligareserve dürste mit ihrem Punkt- spielgegner, der gleichen Frohnhausens, etwas leichter fertig werden, wenigstens sollte man dies aus der hohen Riederlage schlleßen können, die Frohnhausen am Dorsonntag von der hiesigen Sptelvereinigung hinnehmen mußte. Immerhin wird D.f.D. gut tun, sich vorzusehen und von vornherein auf Sieg zu spielen, da auf dem dortigen Platz Heberraschungen sehr leicht möglich sind. Die Dritte ist spielfrei. Die vierte Ma n n- schaft tritt in Leihgestern gegen dessen Erste an und wird sich den Sieg nicht nehmen lassen, da sie chrem Gegner an Wettspielerfahrung wert voraus ist. Die Jugend- und Schülerabteilung fährt mit vier Mannschaften nach M a r b u r g, wo sie beim D. f. D. K u r h e s s e n zu Gast sind. Die erste Jugend, die bei der Einweihung des Waldsportplatzes (1925) zum letzten Male die Marburger D. f. D.-Juaend schlagen konnte und seit dieser Zeit sämtliche Spiele gegen sie zum Teil recht hoch, verlor, hat im kommenden Treffen etwas Aussicht, durch einen knappen Sieg die Niederlagen wieder wettzumachen. Sie muß aber ein sehr gutes Spiel liefern, wenn sie gewinnen will. Einen schweren Stand werden die zweite und britte Jugend, sowie die zweite Schülerelf haben, die sich gegen die gleichen von V. f. D. Marburg wohl kaum durchsetzen können. I Immerhin werden sie beffere Resultat« erzielen, als in den früheren Spielen, da sie in der letzten Seit ihre Spielstärke bedeutend gehoben haben. Die erste Schülermannschaft ist die einzige Elf des D. f. D., die am kommenden Sonntag auf eigenem Platz spielt. Sie hat im fälligen Pflichtspiel die erste Schülerelf der hiesigen Spielvereinigung als Gegner. Das Treffen verspricht sehr interessant zu werden, da beiderseits ein guter Fußball gespielt wird und auch die Spielstärke fast gleich ist. Heuchelheimer Fußball In Lollar trifft am Sonntag die erste Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim mit der Ersten der Fußballabteilung des Turnvereins Lollar im Derbandsspiel zusammen. Beide Gegner liefern sich schon jahrelang recht spannende Kämpfe, die in vielen Beziehungen Lokaltreffen sehr verwandt sind. Auch dieses Spiel erhielt besondere Bedeutung dadurch daß man in den beiden Kontrahenten wohl die stärksten Vereine in ihrer Gruppe sehen darf. Auf eigenem Platze ist Lollar ein sehr schwer zu überwindender Gegner. Die Frage nach dem Sieger am nächsten Sonntag ist vollständig offen. D. f. K Lich. Die 1. Mannschaft empfängt am nächsten Sonntag die gleiche von Daubringen. Nach den letzten Spielen zu urteilen, sollte Lich einen gleichwertigen Gegner abgeben. Falls sich die Mannschaft etwas anstrengt, kann sie vielleicht ein Unentschieden erzwingen. $. (5 1926 Großen-Buseck. Arn nächsten Sonntag wird der S Portverein 19 21 Rieder-Weisel in Großen- Duseck äu Gast sein, um mit der ersten Mannschaft das fällige Derbandsspiel zum Austrag zu bringen. Da beide Mannschaften spielerisch ziemlichen Gleichstand haben, wird es einen interessanten Kamps um die Tabellenpunkte geben. Hm im Großen-Dusecker Sturm mehr Durchschlagskraft zur Entfaltung zu beugen, wurden Hmstellungen innerhalb der Mannschaft vorgenommen. Die zweite Mannschaft wird voraussichtlich nicht antreten, dagegen spielt die erste Jugendmannfchaft gegen Spie [Vereinigung 1926 Leihgestern. Arbeiter-Turn- und Gportbund. Am kommenden Sonntag beginnt die R a ch - runde in den Kreisklassenspielen. Gießens 1. Mannschaft hat auf eigenem Platze Dockenheim 1 zum Gegner. Im Spill der Dorrunde siegte Dockenhllm; auch diesmal muß sich Gießen, trotzdem es die Dorteile des eigenen Platzes hat, sehr anstrengen, wenn es keine empfindliche Riederlage erleiden will. In der l. Dezirksklasse hat Gießen Ib die I. Mannschaft Wiesecks 5um Rückspiel zu Gast. Im Dorfpiel siegte Wieseck hoch 10:1; ob es ihm am kommenden Sonntag gelingt, die Platzelf abermals hoch zu schlagen, ist zu bezweifeln. Alsfeld I sieht Wetzlar l bei sich und wird versuchen, die am Sonntag erlittene Schlappe auszugleichen. Raunheim 1 geht zum Rückspiel nach Heuchelheim. Auch dieses Spiel dürfte ein interessantes Tressen werden, da die Einheimischen jetzt wieder über eine gute Mannschaft verfügen, die alles daranfetzen wird, das Spiel zu ihren Gunsten zu stellen, um so ihre Position m der Tabelle zu verbessern. In der 2.Dezirksklasse treffen sich Rodheim 1 und Riedergirmes l in Rodheim Hier werden die Plahbesitzer als Sieger aus dem Kampfe hervorgehen. Wieseck ll fährt nach Leun und wird im Spiele gegen die dortige I. Mannschaft eine Riederlage einstecken müssen. Hachborn I hat jungen 1 im Rückspiel zu Gast. Der Ausgang dieses Treffens ist offen. Burkhardsfelden ist in Großen-Lin- den zu Gast. Hier werden zwei gleichwertige Mannschaften um die Punkte ringen, wovon die Einheimischen die meisten Siegesaussichten haben. JnderJugendklasse treffen sich in Raunheim Raunheim gegen Grvh-Seelheim. Hier werden die Einheimischen Sieger bleiben. Wieseck hat Leun zu Gast; es wird die Chancen des eigenen Platzes auszunützen wissen und Sieger bleiben. Auch Grünberg wird in Klein-Linden gegen die dortige Jugend eine Riederlage einstecken müssen. Kußball in Güddeutschtand. Bezirk Main-Hessen. Im Bezirk Ma in-Hess en geht mit den Spielen am kommenden Sonntag die Vorrunde beider Gruppen zu Ende. In der Gruppe Main finden in Frankfurt zwei Spiele statt. Eintracht Frankfurt hat in Victoria Aschaffenburg einen ihrer leichtesten Gegner, den sie auf eigenem Platze schlagen müßte, da es sich um einen Kampf des Tabellenersten gegen den Tabellenletzten handelt. Weit schwieriger ist die Aufgabe, vor die Rotweih Frankfurt gestellt wird, da er, allerdings auf eigenem Platze, gegen den F. C. 93 Hanau antreten soll. Rotweiß darf Wohl als Favorit betrachtet werden, wenn auch eine Heberraschung durchaus nicht ausgeschlossen ist. Sp. Dg. 03 Fechenheim empfängt den F. Sp. V. Frankfurt, der sich somit auf schwieriges Gelände begibt und alle Kraft zusammennehmen muh, um siegreich zu bestehen. Einen sehr harten Kampf wird es in Bieber geben, wo Germania gegen Union Frankfurt antritt. Hier kann es sehr leicht zu einer Punkteteilung kommen. Sp. Vg. 60/94 Hanau hat gegen Kickers Offenbach sehr geringe Siegesaussichten. In der Gruppe Hessen wird es einen Groß- kampf zwischen F. Sp. D. 05 Mainz und Wor- matia Worms geben, den schließlich die härteren Wormaten für sich entscheiden sollten. Auch in Wiesbaden treffen im Sp.D. Wiesbaden und Alemannia Worms zwei Vereine zusammen, die ursprünglich Meisterschaftsaussichten hatten. Ob der Vorteil des eigenen Platzes den Wiesbadenern zu einem Siege verhelfen wird, bleibt ab- zuwarten. Sportgemeinde Höchst wird dm D. f. L. Reu-Isenburg schwerlich am Siege hindern können. Ebenso wie der zu erwartende Widerstand der Bingener Hasfta gegen den F.C. 03 Langen zum wesentlichen in der besseren Kenntnis des eigenen Platzes begründet sein dürfte. Bezirk Bayern. Hier muh man in der Gruppe Rordbahern bei der Begegnung des A.S. D. Rümberg mit der Sp. Vg. Fürth an das 1:1 denken, das die Fürther letzthin den Würzburgern bewilligen muhten. Das stimmt etwas bedenklich, sonst wäre gegen eine gesicherte Hoffnung zugunsten der Sp. Da. nichts einzuwenden. Mit um so größerer Sicherheit darf man dagegen au; einen Sieg des 1. F. C. Rnmberg bauen, der gegen d?n D. f. R. Fürth auf taffen Platz anzutreten hat. Auch Bayern Hof muh man für stärker halten, als den Liganeuling, Fran en Nürnberg. In der Gruppe Südbayern bleibt es frag* lich, ob das Kinnen der Münchener Teutonia gegen den D. S. D. ausreichen wird. Bayern München darf Jahn Regensburg immerhin nicht allzu leicht nehmen. Schwaben Augsburg wird auf die aller Voraussicht nach fehr vorsichtig zu Werke gehenden Leute von Wacker München stoßen. Handball im Männerturnverein (D.T.) Die 1. Mannschaft spielt am kommenden Sonntag auf eigenem Platze gegen die gleiche vom T. D. Wetzlar. Es dürfte her ein spannendes Treffende den, zumal beide Mannschaften um die Führung in der Meisterklasse im Gau Hessen kämpfen. Die Männerturner müssen sich gewaltig anstrengen und alles aus sich heraus- geben, um sich durch die flinken Wetzlarer nicht um den Sieg bringen zu lassen. Vorher spielen die 2. Mannschaften beider Vereine. Wer als Sieger he'voryeht, steht noch offen. Heber die Spielstärke der Wetzlarer liegt nichts bestimmtes vor. Die Männertumer dürften durch oen eigenen Platz im Vorteil sein. Die 1. Jugendmannschaft fährt am Sonntag nach Treis a. d. L da. und wird sich dort die Punkte nicht nehmen lassen. Handball im T. D.1846. Rach dem guten Spiel gegen Männerturnverein war das Spiel in Rauheim eine starke Enttäuschung. Die Mannschaft konnte in der ersten Halbzeit überhaupt nuf>t gefallen. Dad-Rauheim bedrängte oft das Gießener Tor, und seine zweitweise Heberiegenbeit kam in vier Toren zum Ausdruck. Gießen spielte vollkommen zerfahren, es fehlte an Schnelligkeit und genauem Zuspiel. Rauheim dagegen zeigte besonders in der ersten Halbzeit ein glänzendes Spiel. Die zweite Halbzeit zeigte ein ausgeglichenes Spiel. Das Endergebnis 5:1 für Rauheim, das den Sieg wirklich verdiente. Gröhes Lob muh dem Schiedsrichter gezollt werden, der allen Momenten des Spiels gewachsen war und großzügig und sicher leitete. Handball der Sp.-Dg. 1900. ö. Für nächsten Sonntag hat die Spielvereinigung 1900 für ihre erste Handballmann- schäft abermals einen Militärgegner, und zwar die Elf der 1. Kompagnie des hiesigen Bataillons, verpflichtet. Man wird nach den Erfahrungen des Q3orfonnta^d auch von den Leuten der 1. Kompagnie eine beachtenswerte Spielstärke erwarten müssen. Die 1900er, die in der jüngsten Aufstellung spielen, werden gut tun, sich einer flüssigen und produktiven Spielweise zu bedienen, um nicht in Bedrängnis zu geraten. Die erste Jugend trägt ihr erstes Pflichtspiel aus und hat dabei die favorisierte Mannschaft des D. f. 2. W e tzlar auf dessen Platz zum Gegner. Die (Siebener können nur dann günstig abschneiden — die beiden Punkte dürften den Wetzlarern nicht zu nehmen fein —, wenn sie den Kampf in stärkster Aufstellung bestreiten. B. f. B. Handball. Die 1. Handballelf fährt am nächsten Sonntag nach Wetzlar, wo sie im ersten Verbandsspiel Gegner des Wetzlarer Sportvereins ist. Ob sich die neue Aufstellung der Mannschaft, die sich fast ausschließlich aus Leichtathleten zusammensetzt, bewährt, wird erst dieses Treffen zeigen. Die neu zusammengestellte 1. Jugend- und die 1. Schüler-Handballelf wollen erst noch eine Woche trainieren, bevor sie in die Pflichtspiele ein« greifen. Handball in Heuchelheim. Die 1. Mannschaft des T v. H e u ch e l h e i m trägt ihr nächstes Verbandsspiel am Sonntag in Nidda aus. Falls Heuchelheim mit dem an den beiden letzten Sonntagen gezeigten Eifer an das Spiel herangeht, wird Nidda keinen leichten Stand haben, Deutscher Gchwerathletikrekord. Bei den Badischen Polizeimeisterschaften gelang es Bührer (Freiburgs, den deutschen Rekord der Mittelgewichtsklasse im einarmigen Stoßen um fünf Pfund zu überbieten, indem der starke badische Polizist 185 Pfund zur Hochstrecke brachte. Rekordflug auf einem deutschen Leichtflugzeug. Der schweizerische Fliegerhauptmann Wirth hat am Dienstag den bestehenden Strecken- weltrekord für zweisitzige Leichtflugzeuge mit einem Klemm-Daimler-'Leichtflugzeug von 20 P.S. angegriffen und dabei die Strecke Stuttgart (Flugplatz Böblingen) bis Wilna (1250 kg) ohne Zwischenlandung zurückgelegt. Di« Flugleistung wird dem Internationalen Luftfahrtvevvcmd zur Anerkennung vorgelegt. An dem Flug nahm di« junge Sportfliegerin Frl. Erika Raumann, Dresden, als Beobachterin teil. Die Schwirnrnwetkärnpfe in Japan. Die internationalen Schwimmwettkämpfe in Tokio, in deren Mittelpunkt die Begegnung Erich Rademachers mit dem japanischen Olympiasieger im Brustschwimmen, Tsuruta, stand, brachte auch in den weiteren Wettbewerben ausgezeichnete Leistungen. Der Amerckaner Jonny Weißmüller gewann das 100-m- Freistilschwimmen in 58,8 vor Lauser, der 1 Minute benötigte. Der Schwebe ArneBorg schwamm cm beiden Tagen zweimal 1500 m und und siegte ohne Konkurrenz in 21:11,5 bzw. 21:11,4. 2m lOO-m-Dückcuschwimmen schlug Lauser seinen Landsmann Wyatt in 1:12. Eine 4-mal°200-m-Freistilstaffel entschied die durch Arne Borg verstärkte amerikanische Mannschaft in 9:34 vor Japan mit 9:39,8 zu ihren Gunsten. Neuer Dauerschwimmwelirekord. Die amerikanische Schwimmerin Lotti« Schoemmel hat einen neuen Weltrekord im Dauerschwimmen aufgestellt, indem ft« im Schwimmbassin eines Äeuhorker Hotels 72 Stunden 2 Min. und 40 Sek. schwimmend zurücklegte. Damit hat die Schwimmerin den erst vor wenigen Tagen von dem früheren Matrosen Iummy Cherry mit 65 Stunden und 2 Min. ausgestellten Rekord ganz beträchtlich geschlagen. Wirtschaft. Die abflauende Konjunktur. Die Direction der Disconto-Gesellschaft schreibt in ihrem neuesten Bericht u. a.: Die Lage der deutschen Wirtschaft zeigt unverändert das Gesamtbild einer in sehr ruhigem Tempo abflauenden Konjunktur, das wir nunmehr schon seit einer Reihe von Monaten beobachten. 3n den Schlüsselindustrien gehen die Produktionsmengen geringfügig z u r ü ck. 3n der Roheisenproduktion war um September die arbeitstägliche Gewinnung mit 32 847 Tonnen um nur 1,25 Prozent Niedriger als die des Bormonats, allerdings um fast 11 Prozent niedriger als des September 1927. Der Absatz in Stahlwerkserzeugnissen bleibt weiter befriedigend. Dabei spielt die gute Aufnahmefähigkeit des Daumarktes eine besondere Rolle. 3n den meisten Kons um in duftrien bröckelt die Beschäftigung weiter ab. Die Produktionsmittelindustrien scheinen nunmehr auch stärker in die rückläufige Bewegung hineingezogen zu werden. Auch in der jüngsten Entwicklung des Außenhandels spiegelt sich sehr deutlich das gekennzeichnete Konjunkturbild wider Abschwächung der Konjunktur löst Verminderung der Rohstoff- und Fertigwareneinfuhr aus, während die Fertigwarenausfuhr unter dem Druck der inländischen 2lbsahhemmungen gesteigert wird. Gerade der Exportzwang, unter deni die deutsche Wirtschaft unwiderruflich steht, zwingt dazu, das Selbstkostenprvblem entscheidend unter dem Gesichtspunkte der Wettbewerbslage gegenüber dem Auslande zu beurteilen. Es ist dacher nicht nur die Sorge um den Fortgang der 3nlandkonjunktur, welche die neuen Lohnbewegungen in der Eisen- und Textilindustrie so gefährlich erscheinen läßt. Schon der bisherige Verlauf dieses 3ahres hat wieder ge- nügend erwiesen, daß der Lohnwelle die Preiswelle folgt und damit im Ergebnis das Gegenteil von dem, was die Arbeiterschaft erstrebt und was an sich im allgemeinen 3nteresse liegen würde, nämlich eine aus gesunden Grundlagen herauswachsende Steigerung der Reallöhne. Wenn jetzt nach Kleberschreitung des oberen Scheitelpurcktes der Konjunktur, also im aller- ungünstigsten Zeitpmllte, neue Preiserhöhungen unvermeidbar würden, so würde damit dem deutschen Markt die Mehrbelastung für verlustbringende Exportpreise und für eine Wirtschaftsgebarung aufgebürdet, unter der er früher oder später in krisenhafter Form zum Erliegen kommen kann. Am G e l d m a r k t beginnen erst in der jüngsten Zeit sich gewisse Anzeichen zu entwickeln, die im Sinne eines allmählichen Rachlassens des Kreditbedarfs als Folge des Abflauens der Konjunktur gedeutet werden mögen. Die Erleichterung am Geldmarkt wäre wahrscheinlich schon weiter vorgeschritten, wenn der Gesamtzustrom ausländischen Kapitals seinen früheren Umfang beibehalten hätte. Die weitere Geldmarktentwicklung bleibt ungeklärt, da nicht zu übersehen ist, ob und wieweit aus einem verstärkten Tempo der inländischen Konjunkturabschwächung, oder aber aus der Gestaltung der internationalen Geldmärkte sich Erleichterungen ergeben werden. Der inländische Kapitalmarkt zeigte auch zum Kupontermin des 1. Oktober keine wesentliche Erstarkung einer Aufnahmefähigkeit. Auch die Effektenmärkte stehen im Zeichen unveränderter Geschäftsstille. Die Erwartungen der Börse, daß nach Ueberwindung des Quartaltermins eine nachhaltigere Belebung eintreten würde, haben sich nicht erfüllt. Die Geswmttendenz zeigt eine Uneinheitlichkeit und Reigung zur Schwäche, deren Ueberwindung weniger sachliche Momente, als solche der Stimmung entgegen- tehen. # • Mündelsicherheit von Schahanweisungen. 3n der gestrigen Sitzung des Reichsrates wurde den Schahanweisungen der Stadt Frankfurt a. M., des Dezirksverbandes Kassel und des Bezirksverbandes Wiesbaden Mündelsicherheit verliehen. • Heber 600 000 Arbeiter und Angestellte im rhein-mainischen Wirich a f t s g e b i e t. 3m Verbände der Hessisch- Rassauischen 3ndustrie- und Handelskammern werden 295 180 Arbeiter und Angestellte, in dem der Hessischen 3ndustrie- und Handels- fammern 216 923 und im Bezirk der Industne- und Handelskammer Kassel 102 469 Arbeiter und Angestellte beschästigt. • Deutsch« Maschinen nach den Vereinigten Staaten. Zu dem Auftrag auf zwei Dampfmaschinen von je 6000 P. S den die Sirma A. Dorftg von einem bedeutenden Werk in Rordamerika erhalten hat, erfährt WTB.- Handelsdienst noch, daß es sich dabei um Maschinen mit dem außergewöhnlichen Betriebsdruck von 100 Atmosphären handelt. Die Erteilung dieses Auftrages gegen schärfste ausländische Konkurrenz sei um so bedeutsamer, als der Auf- traggebrr ein im Zentrum drr amerikanischen Ma- schinenindustrie gelegenes Werk ist und die Amerikaner auf dem Gebiet der Dampfkraftanlagen seit 3ahrzehnten keinen Auftrag mehr ins Ausland haben gelangen lassen. * Hollandanleihe eines Würzburger Schwesternhauses. Arnold Gilissens Bank in Amsterdam teilt mit. daß sie eine siebenproz. zehnjährige Obligationsanleihe der „Töchter des Aller- heiligsten Erlösers zu Würzburg" im Betrage von 600 000 Gulden zu 97,5 Amsterdamer Usance zur Zeichnung auflegt. Der Ertrag der Anleihe dient zum Bau eines Krankenhauses. * P h i l i p p s - A. - G., F r a n k f u r t a. M. Die gestrige Generalversammlung der Philipps - A. - G. zu Frankfurt a. M. erledigte einstimmig die Regularien des Geschäftsjahres 1927/28 und beschloß, den gesamten Reingewinn von 80 397 Mark zu Abschreibungen zu verwenden. Weiter wurde beschlossen, zwecks Reorganisation der Gesellschaft durch Ab chreibungen und Reservebildung das Kapital im Verhältnis 4:1 auf 355 600 Mark herabzusetzen und dann wieder auf 1,5 Millionen Mark zu erhöhen. Die neuen, ab 1. Juli d. I. dividendenberechtigten Aktien werden von einem Konsortium übernommen, das sie den Aktionären zu noch festzusetzenden Bedingungen anbieten wird. * Schuhfabrik Herz A.-G., Frankfurt a m M a i n. In der Aufsichtsratssitzung der Schuhfabrik Herz A.-G. wurde die Bilanz des Geschäfts- jahres 1927/28 genehmigt. Eine Dividende kommt, wie vorauszusehen war, für dieses Jahr nicht zur Verteilung. Die Generalversammlung ist auf den 27. November einberufen. * Süddeutsche Z u ck e r - A.- G., Mannheim. Wie WTB.-Handelsdienst von gut unter- richteter Seite hört, beabsichtigt der Vorstand der Süddeutschen Zucker-A.-G., Mannheim, den Verwaltungsorganen auf Grund der bis jetzt übersehbaren Bilanzergebnisse für das am 31. August abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 10 v. H. (im Vorjahre 8 v. H.) in Vorschlag zu bringen. , r _. • Transaktion Burbach-Winters- hall. Von beteiligter Seite wird über die Transaktion Durbach-Wintershall folgendes mitgeteilt: Die Verhandlungen zwischen dem Vorsitzenden des Durbach-Konzerns, Dr. Gerhard Korte, und den Vertretern der Kall-Industrie A.G. haben zu dem Ergebnis geführt, daß der Butzbach-Konzern seine Beteiligung an der Gewerkschaft Wintershall an ein Konsortium veräußert hat. Gleichzeitig hat der Durbach-Kon- zern das seit längerer Zeit im Besitz der Kali- Industrie A.G. befindliche Paket der Gumpel- Werle erworben. Die Gründe für diese Transaktion des Burbach-Konzerns sind nicht etwa in Unstimmigkeiten zwischen den beiden Konzernen wegen der Ausbeuteverteilung bei der Gewerkschaft Wintershall zu suchen — denn in der Ausbeuteverteilung war der Durbach-Kon- zern durch die Abmachungen vom März 1927 für die Dauer seines Besitzes gesichert —, sondern sie liegen in der Schaffung der finanziellen Bereitschaft zur Beteiligung an den großen chemischen und sonstigen Problemen der Kali- industrie. Die Beziehungen beider Konzerne zueinander sind nach wie vor die besten. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 19. Oft. Tendenz: Überwiegend etwas schwächer. — Nachdem an der gestrigen Abendbörse im Zusammenhang mit dem lebhafteren Interesse für Elektrowerte di« Stimmung etwas freundlicher geworden war, machte sich zum heutigen Beginn wieder die alte L u st - losigkeit und Zurückhaltung bemerkbar. Das private Publikum verh.elt sich weiter vollkommen reserviert, und auch das Ausland beteiligte sich kaum am Geschäft, so daß die 11 m - sähe wieder recht gering waren. Auch heute vermochte die anhaltende Hausse in Ren- york und die dortige weitere Entspannung des Geldmarktes die Börse nicht aus ihrer Lethargie zu reihen. Anderseits wurde die herrschende Zurückhaltung eher noch verstärkt durch den Wirt» schaftsbericht der Diskontogesellschaft, der sich mit dem weiteren Konjunkturrückgang beschäftigt. Bei weiter nicht einheitlicher Kursentwicklung landen die meisten Marktgebiete unter erneu- tem Kursdruck. Einiges Interesse erhielt sich ür di« an den internationalen Plänen beteiligten Elektrowerte, von denen Chadeaktien und Licht & Kraft weiter geringfügig anzogen, während Gesfürel behauptet blieben. Die übrigen Elektrowerte, wir A. E.G., Bergmann, Schuckert und Siemens waren dagegen angebv'.en und bis 2 Proz. schwächer. Am Chemiemarkt verloren Farben 1,13 Proz., auch Scheideanstalt etwas niedriger. Am Montanmarkt konnten Gelsenkirchen 1 Proz. anziehen, Mannesmann und Rheinstahl etwas schwächer. Banken und Schifffahrtswerte waren etwa 1 Proz. gebiüdt. Berliner Handelsgesellschaft stärker angeboten um 2,75 Proz. rückgängig. Von den Kaliaktien gaben Westeregeln 2,5 Proz. nach, Aschersleben bis 1,25 Proz erhöht. Am Markte der Autoaktien büßten Adlerwerke von dem gestrigen Kursgewinn 125 Proz. wieder ein. Deutsche Anleihen lacen still. Von Auslandrrnten Anaio i.r to:i er etwas gefragt. 3m 'Verlause stagnierte das Geschäft fast vollkommen, verschiedmt.ich bröckelten die Kurse etwas ab. Sv verloren 3.-G.-Farben 0,5, Gelsenkirchen minus 1 Proz. Licht und Kraft blieben auch jetzt gut behau Piet. Am Geldmarkt machte die Erleichterung Fortfchrit'.e. Tägliches Geld 6,5 Proz. Am Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4,1979, gegen Pfund 20,359. London gegen Kabel 4,85(250, gegen Paris 12420, gegen Mailand 92.59, gegen Madrid (erneut stark abgeschwächt) 31.00, gegen Holland 12.0990. Berliner Börse. Berlin, 19.Okt. Zu Beginn der heutigen Börse blieb die im Vormittagsverkehr noch erwartete Aufwärtsbewegung aus. Der herrschende Ordermangel erstickte die Ansätze einer Erholung, die, angeregt durch das feste Neuyork, eine kleine Erleichterung am Geldmarkt, durch die Derhandlungs- plane Parker Gilberts, die Besprechungen in der Internationalen Elektroindustrie usw., eingetreten waren. Das Publikum fehlte wieder fast ganz, und die Spekulation schritt eher zu Gewinn- Mitnahmen. Der Bericht der Discontogesell- schaft, der von den Gefahren der Lohnbewegung und einem weiteren Abgleiten der Konjunktur spricht, verstimmte und verstärkte die Realisationsneigung. Abgesehen von den wenigen Spezialgebieten war das Geschäft sehr klein, die Abweichungen gegen die gestrigen Schluhkurse blieben nach oben und unten gering. An der Spitze standen Chade-Aktien, die mit einer Kurssteigerung von 13 Mark ihre bereits gestern Abend erzielte Steigerung voll behaupten konnten. Licht und Kraft, Gesfürel, Rheinisch-Westfälische Elektro, Sprit- aftien und Ilse Bergbau besserten sich um 2 bis 4 v. H. Im Freiverkehr waren Krügershall erneut um fast 15 v.H. erhöht. Man weist darauf hin, daß sich bei der Transaktion Wintershall-Burbach der Schwerpunkt auf dieses Werk verschieben dürfte. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer ruhig. Pfandbriefe weiter unverändert. Der Geldmarkt war eine Kleinigkeit leichter, ohne daß sich das in den unveränderten Sätzen (Tägliches Geld 6,5 bis 8,5 v. H., Monatsgeld 8 bis 9 v. H.. Warenwechsel etwa 6% v.H.) bemerkbar machte. Im Verlaufe bröckelten die Kurse zunächst weiter um 1 bis 2 v. H. ab, später erholten sich die meisten Werte wieder bis auf das Anfangsniveau. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Oft. Zum Wochenschluß verkehrte der Frankfurter Produltenmarkt in ruhiger Haltung. Die schwachen Auslandnotierungen und das wieder groß gewordene Angebot in 3nlandgct eide drückten auf die Stimmung, so daß Ilm ätze kaum zustande kamen. Die Preisgestaltung wurde davon jedoch nicht berührt. Die Preise blieben im allgemeinen gut behauptet. Es wurden notiert: Weizen 23,60 bis 23,75 Mk., Roggen 22,75 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 25.75, Hafer (inländ.) 23,25 bis 23,50, Mais (gelb) für Futter- zwecke 21,50 bis 21,75, Weizenmehl, süddeutsches Sozial 0 34 bis 34,50, Roggenmehl 30.50 bis 31,50, Weizenlleie 1425, Roggenkleie 14,75 Mk. Tendenz ruhig. Büchertisch. — C. G. 3ung, Die Beziehungen zwischen dem 3ch und dem Unbewußten. Otto Reichl, Verlag, Darmstadt, 1928. 12 Mk. (25). — Die Schrift 3ungs entstammt dem Ideen- kreis der Psychoanalyse. 3ung geht aber über Frieds Theorien in mehrfacher Hinsicht hinaus. Vor allem wird neben das persönliche Unbewußte, das aus verdrängtem Material besteht, ein kollektives Unbewußtes gestellt, das seine Wurzeln in vererbten Kategorien und „Bochetypen" besitzt, und zu dem die Psychoanalyse in ihrem Fortgang durchdringt. Dessen Beziehungen zum Per- önlichen, 3ndividu«llen werden untersucht und di« verschiedenen Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem kollektiven Unbewußten erörtert. Die Schrift ist nicht nur psychiatrisch, sondern allgemein psychologisch eingestellt und verrät umfassende Bildung und spekulatives Vermögen deS Verfassers. Freilich leuchten dem „gesunden Menschenverstand", der allerdings meistens Mangel an Sachkenntnis sein mag, nicht alle Deutungen ein. Es soll darum die sachliche Beurteilung den engeren Fachgenossen überlassen bleiben. Der gebildete Laie wird den Gedankengängen 3ungS jedenfalls mit 3nteresse folgen. — Charlie Chaplin in „Zirkus". 16 Seiten, mit acht farbigen Bildern und vielen Textzeichnungen von Adolf Uzarski. 17^X25' « Zentimeter groß. Ausgestanzt. Kartoniert 1,28 Mk. 3os. Scholz, Verlag, Mainz. (318.) — „Zirkus", neben „Goldrausch" Chaplins reifster- Film, gab den Stoff für das erste Chaplin-Bilderbuch her. Selbstverständlich wurden aus den Vorgängen des Films nur die herausgenommen, die dem kindlichen Verständnis ohne weiteres zugänglich sind. Die vielen farbigen Bilder und Textzerchnungen! von Uzarski stellen die tollen Vorgänge in klarer und kindlicher Weise vor Augen, während die Verse von Peng das Buch auch für die Kinder verständlich machen, die den Film nicht gesehen haben. — Drei neue Gelbe Ullsternbücher. Febor von Zabeltitz, „DieErbenvonGroh- Quirlih"; Hans Hhan, „Feuer!"; Henry Baerlein, „Mariposa" (406/408). — 3n feinem neuen Roman „Die Erben von Groß-Quir- litz" erzählt Fedor v. Zobeltitz eine Erbschaftsund Liebesgeschichte mit allerhand ernsten und heiteren Verwicklungen auf einem schlesischen Gut. das dem aus Amerika unerkannt zurückkehrenden Erben zufällt. — Hans Hhan bietet die außerordentlich lebenswahre Darstellung einer konfliktreichen Ehe. Ein Menschenkenner gibt hier ein dramatisch bewegtes Bild, dessen starke Spannungen in dem engen Rahmen einer kleinstädtischen Spießerwelt um so erregender zur Geltung kommt. — Eigentümlich reizvoll ist Henry Baerleins Geschichte der Heinen Tänzerin „Mariposa", deren bodenständiger Menschenverstand und Mutterwitz sich in all den ungewöhnlichen, köstlich humorvollen Situationen des Buches auss beste zu bewähren wissen. — Lern« richtig sonnenbaden! Die richtige Anwendungssorm des Sonnenbades für Gesunde und Kraicke. Von Aervenar.' Dr. P. Oißmann. 2. Auflage. Mit 39 Abbildungen. Verlag Knorr & HirtH, München, Sendlinger Str. 80. Geh. 3 Mk. (429). — Die Sonn« ift eine ungeheuere Kraft, di« auf jeden Organismus verschieden wirkt. Sie zum Guten zu wenden, das lä>rt dies klar und allgemeinverständlich geschriebene Buch. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Reltgionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 20. Oktober. Vorabend 5.15 Uhr; morgens 9 Uhr; abends 5.30 und 6.10 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 20. Oktober. Freitag abend 4.55 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30 Sabbatausgang 6.10. Wochengottesdienst: morgens 6.45; abends 5 Uhr. Letzte Nachrichten. Familientragödie bei Darmstadt. Darmstadt. 19. Off. (DTB. Drahtmeldung.) heule früh fanden Spaziergänger im Wald« in der Rahe vom Donnersberg nebeneinander liegend drei Leichen und den Kadaver eines Hundes. Ls konnte festgeftellt werden, daß es sich um den Chemiker Karl Miller mit seiner Familie au» Darmstadt handelt. Lr ha« s e i n e F r a u. s e i n e a Sohn, seinen Hund und sich selbst erschösse n. Die Leichen dürsten bereits zwei Tage am Tatort gelegen haben. Heber das Motiv der Tat ist bisher nichts bekannt. Held Berlin. 18 Oitober Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. io Otto b r 18. Oktob r Lombardzinsfuß 8 Prozent. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt flmerifamidjt 'Jtom «elgische Roten . . Dänische Roten . . . Englisch« Roten. . . Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse ~ -.......7 Pro? Amst^Ro«. BukN.-SireS Brff.-Ankw. (Ebriftianla Ä open beigen Stockholm . HelstagsorS. Italien. . . London. . . Renvork . . Paris Schweiz .. Spanien . . 58,11 111.63 20.31 4,194 58,35 112,07 '20,39 ftronioi’titbe Roten..... Holländische Rote«...... Italienische Roten...... Norwegische Noten..... Deutsch Oestcrr , ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schwerer Noten....... SvanIsche Noten....... Tschechoslowakische Noten . • Ungarische Noten Rio dr Jan- Wien tn D.» Ctft. abgest Prag . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon Danzig . ftonftüBtin. Ltbeo Sanaba I Uruguay I Frankfurt a. M Berlin Schluh- Kur« l-Uhr- kur» Schluß-! kur» Ansang kur. Datum: 18. 10- 19. 10 18. 10. 19. 10. Philipp Holzmann......1 Heidelberger Cememt .... 10 Ermen! Karlstadt ...... 8 Wayb 4 Freitag ...... 10 Schultheis Patzcnhoser ... 15 Ostlverke.........12 Ber. ©lanjftofl ...... 18 Bemberg........ - 14 Zellstoss Waldhos.....12 Zellstojj Aschaslenbura ... 12 Charlottenburger Waller ... 7 Dessauer Ga?..... 8 Daimler Motoren ...... O Demag . ....... 0 Adlerwerte Klever ...... b Lubw. Loewr 10 Nal. Automobil . ...... O Ctrnftein 4 Koppel ..... 6 Bamag-Meguin . ...... O Franks. Maschine» ...... 6 G eigner ...... 11 Heyliaenstaedt ....... C Fungyans .•••••••< Mainkrastwert« . ..... 8 Miog ...... 10 Nelarsulmer . ....... 8 Beter« Union ....... 8 Gebt. Roeder ....... 10 Boigl 4 Haessner ...... 8 Südd. stucket .......8 Ban 134 136 173,5 133 286 209 110,5 19 122 88 117 107,25 215 154,25 noten. 136,25 209 109,25 111,6 153,5 133 320,5 280 558 460 284,5 126,25 191,5 81,25 51,75 108,5 253 53 111,5 271 20 73,75 121.5 88,75 137.5 30 107 151 133,25 323 282,5 554 464 283,5 125,75 189,5 81,25 51,9 109,5 51,25 110 272,75 137,75 Frankfurt a. M Berlin rraultfurt a. M Berlin Schluß-! ÄUtfc | I-Uhr- Kur» Schtu^! Ansang Kur» ! Kur, Schluß. Kur» -Uhr- Kur» Sch.ub-l K»r» | Ansang Kur» Datum 18 10. | 19. 10 18 10. 19 10. Datum: | 18 10. 19 10. 18. 10. 19 10. 6% »t. «eichltanlelhe o 1927 Dt. «nl.-4U>löl.-Schuld mit Aus- lot-Rechten De4gl. ohne Lusios.-Rechte - - - 7% 5tanti. Yyp.-Bk «oldps. un- kündbar bii 1932 iVi% Rheinische Hvv.-Barst Stau.- ®olbpf. ■ • Ü.S.G aba. BortrtegS-Obligation., rüchablbar 1933 1% Schweiz. BundeSb.-Äul.. . . 4% Oeitcrrelchilche Goldrte.. - • 4,20% Oelterr Ellberrte..... 4% Oesterreich, etnheitl. 8Ue. . . 4% Ungarische Goldrte. . . • 4% Ungarische Staotir. v. 1910 4y*% OMQl. oon 1913 4% Ungarische Kronenrt«.. . . 4% iurt stollanleihe v. 1911 4% Türkische Bagdadbahn»Anl., Serie 1 4% dedgl. 6edt II , . . • 4% Rumänen convert. Mit. . . . W,0/, Rumänen (Bolbanl. von 1918 flUlfl Druyche (ültn'xihn . hamdurg-istmenlo fatet ... 8 Hamd.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampsschifs . . 10 Norddeutscher Lloyd .... 8 Slllg Deutsche Creditanst. . . IC Barmer Bankverein - lc Berliner Handelegelelllch. . 11 Kommet*- und Privat-Barst 1 Barm ft u Rattonaibank 1 Deutsche Bank - 1 Diskonto-Äesellschafl eint. 1 Dresdner Bank ... 1 Mitteldeutsche Lreditdarck - - vletalldank P(e Bergbau ...... 8 Klöcknerwerke ........ 7 Köln-Neuessen........ 9 ManneSmann ........8 Mansselder 7 Odrrschles Ersenb. Bedars . . b Oberschlei. KokSwerke . . 6 Phönix Bergbau 6¥t Nhetnische Braunkohlen .10 Ryernftohl 1. % Iah» nb 4.55 Ut)r; Samstag dop 5 ZL0 SabbatausganQ 6.10. rgen» 6.45; abends 5 W- 111,M HL* 80.» 67,42 12.38 73.00 l.H 58-3 Etwas sehr Billiges © Oberhemden u.farbig.alleWeiten 3.95 S Modehaus alomon für den Herrn Damen-Schlöpier | ea la Trikot, angerauht I e gB Größe 42-46 .......... JUlk/V 2.50 besten Preislagen! 9193A Elegante Modellstücke 8922a MWser Speilnl-Ieefnren! babc« sich glänzend bewährt bei Gicht, Rheuma. Ischias, Husten, Berichlei- und Alleinverkauf: o7 es* KlSMWsMg, Sieben, Mnlilr. 5 es wird. Kalt! Ein Versuch lohnt! 8661a Eingang Erke BolkSbad. Kein Laden. ^~Wäfl»ä Ersparnis hoher Ladenmiete 1 Treppe hoch 9058A 00 (Lu™T"‘ “ oalomon DEUTSCHE FAHRRADWERKE G,M,B.H. schon von 2 M an Reichhaltiges muitfl, Brust, Lunae, Nieren, Blase, Entkalkung, Grippe uiw. Niederlage Großen Spaß macht Ihnen die Wahl, weil Sie bei mir so preiswert kaufen können AreWMM'tzM £. WenMig OTF Gietzea, Seliersweg 58,1 Trevoe. Serie B: Damen-Hand- schuhe, imit Wildleder, mit Trikot- oder Flauschfutter, alle mod.Farben Serie C: Damen-Hand- schuhe, imitiert Wildleder, sehr elegant, durchaus gefüttert Serie A: Damen-Trikot- Mandschuhe,durchgerauht, mit Seidenaufnaht, grau und beige, alle Größen Schulstraße 4 Verkauf im Erdgeschoß <; Qieuichirme, Koblenkasten, Osenvor sätze,Berdamvi>chalcn in grob. Auswahl. Edgar Bottmann, (iifenüonoinng. mannigfaltiger Auswahl! Besonders billige, aber gute Handschuhe Hauptpreislagen: 95.- 82.- 71. 66.- 58.- 36.- Damen-Sclilüpler la Trikot, mit Piüsch- futtcr.....Größe 42—46 Ueberkaros fein und rassig — Ersatz für Maß! — der elegante orthopädische Schuh I Warme Hausschuhe in Kamelhaar, Filz, Cord, Leder von den billigsten bis zu den Die besondere Klangschönheit unserer Serenola - Sprechapparate ist das Ergebnis hochwertiger Qualitäts~ arbeit Sdion für 25 M erhalten Sie einen Kofferapparat; Schatullen liefern wir bereits für 56 M und Schrank- apparate für 124 M Barpreis. Ueber- zeugen Sie sich selbst, hören Sie einen Serenola prechapparat 3.B.TOMJSER GIESSEN NEUSTADT56 Neue Formen flott und schmissig 75 Mark Modefarben braun bis blaugrau 00 Mark Dam.-KorsetiscbonerO AE fein gewirkt mH ohne Arm.............vl JE. l^AßUx - I^UumaAv Damen-Striimpie ft ft r la reine Wolle 1 f kräftige Qualität...... aJ lat w Damen-Strümpie ft la reine Wolle / beste Qualität........■ • J KX Theodor Köhler Gleisen / Marktstr. 22 mit erster Schneiderei u. Stofflager 07383 Damen-Striimpie o KA feinste künstl.Seide, mod. BH Farben, mit Doppelsohle v D vJp Damen-Striimpie 1 nr la Waschseide, moderne D ■ Farben, fehlerfrei....... 11/ V Rplhci+hindpr1 Posl ausKuns,seide i RA fi Schulstraße 4 s_)ÖIUOLUII lUQI in modernst Mustern IbÖU ^Verkauf Im Erdgeschoß 9221A Leinenkragen 1.00 tJIHo besonders auch kränkliche, WvC Z>UJlUlCUie, zurückgebitedeneund solche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL s.rs mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasiol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Gießen, gu haben in allen Apotheken. Kreuzplatz 6 Zum Schutze gegen Nässe und Kälte ist es höchste Zeit, Ihr Schuhwerk auf Güte und Wasserdichtigkeit zu prüfen. — Im Schuhhaus Herbert Grieben / Marktplatz 2 finden Sie größte Auswahl altbekannt solider Schuhwaren für jeden Beruf und jeden Zweck bei billigsten Preisen! Alleinverkauf der bestens bewährten IlechnÜyimlaQe InbemIeur-Schule Mascmnenoeu Elektro- «SStfSZfrHSaÄauiflc- tecnnik.HocB-u. Tiefeeo. Tonindusine. W«,lmeieler-A Oftlltatta si,d.K,t>,».lattf(nanefrtL Onkel Friert# merkt das mit Schredien am ständigen Sinken des Bade- Thermometers. Besonders des Morgens und des Abends kommt ein ganz eisiger Luitzug durch die Fensterritzen, so dafa man jetzt unbedingt an den Einkauf eines praktischen Ofens denken. Die schönsten Oden und die gröbte Auswahl, besonders an Uran!er-, Junker X-: Strümpfe und Handschuhe Damen-Sportstrümpfe qe meliert mit Laufmasche.....Paar w W Pf. Damen-Strümpfe Qö Mako, sch warzu.farb., Paar Mk.1.25, wO Pf. Damen-StrUmpfe Mako ia <>65 in allen Farben, Paar......Mk. 1.95, I Dam.-Unterziehstrümpfe 4 65 reine Wolle, fleischfarb., Paar Mk. 1.95, I Damen-Strümpfe 495 Wolle, echwarz u. farbig, Paar... Mk. I Damen-Strümpfe Ö25 Wolle mit K’Seide, Paar ... Mk. 3.95, A Herren-Socken Fantasie E O neueste Muster, Paar Mk. 1.45,95 u. Pf. Herren-Socken 425 gestrickt, reine Wolle ... Paar Mk. 1.75, I Damen-Handschuhe na Trikot L vielen Färb.. Paar Mk. 1.45, Pf. Damen-Handschuhe 410 Trikot, halb gefüttert....Paar Mk. 1.50, I Damen-Handschuhe 445 Leder imit., mit Fantasie. Paar Mk. 1.85, I Damen-Handschuhe 010 Trikot, ganz gefüttert......Paar Mk. M, Damen-Handschuhe A6S mit Pelzrand Paar Mk. A Damen-Handschuhe a 95 gutes Nappaleder Paar Mk. 6.25, "fr Herren-Handschuhe <6 50 Trikot, farbig Paar Mk. ■ Herren-Handschuhe 045 Trikot, warm gefüttert.....Paar Mk. A Ein Posten H.-Flanell-Sporthemdenoos m.Kragen, sehr billig, Stück Mk. 3.95, A Herren-Artikel Stück Paar .Paar Bemberg, die große Mode, Stück Mk. Stück 98Pf. Knaben-Sporthemden <195 Flanell, Größe 50........Stück Mk. I 50p 38 6 8 pf. Seiden-Schals schöne Muster Stück 68, ... Stück 95pf Herren-Kragen prima Mako......... Sockenhalter gutes Gummi Hosenträger starke Qualität Selbstbinder moderne Muster Selbstbinder neueste Dessins...... Selbstbinder H.-Unterhosenu.-Jacken <695 Normal, wollegemischt... .Stück Mk. I Herren-Einsatzhemden <695 mit schöner Brust........Stück Mk. I Herren-Futterhosen Q25 gute Qualitäten..........Stück Mk. Ö Herren-Oberhemden 090 i.Zephiru.Perkal, teils m.Kragen,St Mk. Herren-Oberhemden A90 weiß, gute Qualitäten, Stück Mk. 5.90, "fr Herren-Nachthemden >890 prima Qualität......Stück Mk. 5.90, “fr Ein Posten Damen- Schlupfhosen warm gefüttert, Stück 9200A Ein Posten Gummi-Schürzen extra billig, Stück 50 pf