Nr. 168 (Elftes Blatt 178. Zahrgcmg Donnerstag, 19. Juli 1928 Erich««»! lügt!ch,-»b«r Sonntag« nnd fteirrtag» Beilagen ®Ub«nn JamUienblittleJ heimai im Dill» Die Scholle «eiats-BeingspreU; 2 Reich»mord und 20 Beichspfennig für Träger» lohn, and) bei Nlchter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechans chlüsfe: 51. 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Oiehen. poflscheckfonto: grenrtnrl am Blain 11886. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VnrS «vd Verlag: vrLhl'sche Untoerfität$»Bnd)’ nnö Stemörudcrti R. Lange tn Sietzen. Schnstleitvng und Seschäftrftelle: Schulstraße 7. N«»ahwe von Anzeige» für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis ftr I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichbpsennig. für Re- hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Lheftedaktenr Dr. Fneör. Will). Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Gange für Feuilleton Dr H.Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil Kurt hillmann, sämtlich in Gießen. Mexiko nach der Ermordung des Präsidenten Obregon. Das Schadbau« der ODelf hat Humboldt cmft Mexiko genannt. Petroleum sprudelt aus dem gebirgigen Boden dieses Landes, Daum- wolle ist eine in Mexiko einheimische Pflanze, Sisen findet sich in ungeheuren Mengen in dem mexikanischen Staat Durango, über tausend Kupferbergwerke sind in diesem von der Natur gesegneten Land in Betrieb. Mit der Kohle, die man in Mexiko gräbt, kann das Eisen deS Lande« verarbeitet werden: Edelsteine aller Art sind m beträchtlichen Mengen vorhanden. GS ist daher nicht erstaunlich, daß in den letzten Jahrzehnten in diesem Lande große Der mögen entstanden sind, obwohl die natürlichen Schätze Mexiko« vorläusig erst in bescheidenem Mähe ou «gebeutet werden. Sin so reiches Land, das viermal so groß wie daS Deutsche Reich ist, aber nur von 16 Millionen Menschen bewohnt wird — einem Viertel der Einwohnerschaft Deutschland« — mühte, so sollte man nun annehmen, eine wohlhabende Bevölkerung besitzen. Tatsächlich gehören die Mexikaner jedoch zu den ärmsten Leuten der Erde. Zweidrittel des mexikanischen Nationalvermögens sind in den Händen von Ausländern, und zwar überwiegend im Besitz von Bürgern der Bereinigten Staaten: von dem letzten Drittel, das mexikanischen Staatsangehörigen verblieben ist, gehört ein großer Teil den Grohgrund- vesitzern, die über viel mehr Land verfügen, als sie zu verwalten verstehen. Fünfzehn Millionen Mexikaner friften kümmerlich ihr Leben, nähren sich von MaiS und schwarzen Bohnen: der einzige .Luxus" dieser Mischbevölkerung, in deren Adem das Blut von Indianern, Negern und Spaniern flieht, ist der Pulque, das mexikanische Nationalgetränk, das auS dem Saft von Agaven gebraut wird. Man weih, wie unruhig das Leben in diesem Land der unausgeglichenen Gegensätze verläuft. In hundert Jahren sind vier Präsidenten und ein Kaiser, der unglückliche Habsburger Maximilian, erschossen worden, und di» Zahl der Revolutionen ist kaum noch sest- zustellen. da sich fast unaufhörlich wenigstens ein Landesteil im Aufruhr befindet. Der Kampf um die Agrarverf ass ung , der dringende Wunsch der IndioS, Boden zu erhalten — das ist nur eine Ursache des unaufhörlichen Bürgerkriege«. Sine andere Quelle der Beunruhigung sind die Bereinigten Staaten, die die Hegemonie in ganz Amerika an streben und sich häufig in die inneren Angelegenheiten ihres südlichen Nachbarn einmischen: sie unterstützen oft genug die Ausstände ihnen genehmer Generäle mit Geld und Waffen und trugen viel dazu bei. dah Mexiko nie zur Ruhe kam. Schließlich erschöpfte auch der Kirchenkon- f I i f t das Land, der die Katholiken zum bewaffneten Widerstand gegen die Regierung Sal- leS führte, wobei es zu schweren blutigen Zusammen stösten kam. Wenn auch nicht alles der Wahrheit entspricht, was tendenziöse Berichterstatter über die Unsicherheit in Mexiko zu melden wußten. so trifft es doch zu, dah der Fremde heute mit größerer Unbesorgtheit durch Persien oder Afghanistan reisen kann als durch die herrliche mexikanische Landschaft. Jeder Zug muhte seit Jahren von Militär begleitet werden, richtige Feldzüge wurden gegen ausständige Stände und gegen Banditen zeneräle organisiert. ohne dah es durch solche Gewaltmittel gelungen wäre, das Land zu beruhigen. Bor einem Jahre ist der W a h l k a in p f um die mexikanische Präftdentenwürde mit der Erschießung des Generals Serrano eröffnet worden. Nun gibt es in Mexiko sehr viele Generäle, und böswillige Europäer haben spöttisch versichert, daß in dieser Republik überhaupt kein anderer Offiziersrang mehr verliehen werde: wenn Serrano zwar nicht entfernt an Bedeutung mit dem ermordeten »eisernen General" Obregon verglichen werden kann und ebenso wie einige andere erschossene Generäle nur ein kleiner Intrigant gewesen ist, so ist doch andererseits die Er chiehung dieses Mannes ein Zeichen dafür gewesen, wie sehr es in dem mexikanischen Bulkan noch immer brodelt. Biel- lei cht hätte Obregon, der .starke Mann", wenigstens allmählich Ordnung schassen können. Amerikanische Zeitungen wollen wissen, daß es bei Obregons Wahl zum Präsidenten nicht immer mit rechten Dingen zugegangen sei, und es wird behauptet, daß der General z. B. bei der '21bftimn;ung in einer_ kleinen Siedlung von 507 Einwohnern 7456 Stimmen erhol en habe. Solche Dinge mögen Dorge'ommcn fein; aber Obregon, der soldatische Draufgänger. der in einer Schlacht seinen linken Arm verlor, erfreute sich in Mexiko so großer Beliebtheit, daß er zweifellos auch ohne ahnlite Machenschaften gewählt worden wäre. Sehr bezeichnend ist übrigens — weniger für den General Obregon als für die mexikanischen Zustände — wie der ermordete mexikanische Politiker feine Wahlen finanziert haben soll. General Obregon, der ja der Präsidentschaftskandidat der Regierungspartei war, brauchte für seine Wahlkampagne in kurzer Zeit 50 000 Pesos. Die Regierung beauftragte nun die Verkehrspolizei, diese Summe in drei Tagen aufzubringen. Am nächsten Tage erhielten die Autobesiyer von Mexiko Stadt folgenden vorgedrucklen Zettel: »Sie haben am 16. November vorigen Jahres gegen die Verkehrsordnung verstoßen. Der Verkehrspolizist an der Ecke Avenida Iuarez und Daldaras hat Sie angerufen, doch haben Sie seinen Anruf überhört, so daß nur ihre Nummer notiert werden konnte. Durch ein Versehen ist dieses Strafmandat nicht früher abgeschickt worden. Da die Strafe längst fällig war. ersuchen wir Sie, innerhalb von vierundzwanzigStun- den 30 Pesos bei der Kaffe des Verkehrs- dezemates zu bezahlen. Bei einer Verzögerung erhöht sich die Strafe täglich um das Doppelte." Kopfschüttelnd erfährt der Ausländer von solchen Berwaltungzunfitten eines Staates, der seit über hundert Jahren politisch selbständig ist. Sucht man von einem Mexikaner Aufklärung darüber zu erhalten, wie derartige Zustände möglich seien, so wird der Neugierige darüber belehrt, daß Mexiko ganz besonders schwierige Probleme zu lösen habe. Probleme, die kein Fremder versteht und die mit der besonderen Struktur und der eigentümlichen Geschichte des Landes zusammenhängen. Der mexikanische Intellektuelle neigt nämlich zu unfruchtbarem Grübeln: er sieht überall schwierige Fragen auftauchen und vergißt dabei, einfache Maßnahmen zu ergreifen, die genügen würden, einen bestimmten Hebelftanb zu beheben. Einer der größten Widersprüche findet sich z. B. in der De Handlung des ausländischen Kapitals. Man gibt zu. daß die mexikanische Wirtschaft dringend ausländisches Kapital braucht: aber während man die fremden Kapitalisten zur Hergabe von Geld auffordert, verärgert man sie gleichzeitig auf jede Weise, besteuert sie befonber«, gibt Me Parole aus: »Mexiko den Mexikanern" — und jagt damit den schwächeren Teil der Fremden aus dem Land, wahrend die Amerikaner, die sich aus chre große Macht stützen können, bleiben. Bon den sechstausend Deutschen, die zur Zeit in Mexiko leben, möchte mancher gern wieder in die Heimat zurück, wenn er e« ohne den Verlust seine« Vermögen« tun könnte. Dabei gehören die Deutschen zu den Ausländern, die in Mexiko verhältnismäßig gern gesehen werden, und dre Deutschfreundlichkeit der mexikanischen Regierung ist sprichwörtlich. Hat doch Präsident EalleS. der vor ein paar Jahren in Deutschland zur Kur weilte, stets versucht, die wirtschaftlichen und kulturellen Bande zum Deutschen Reich fester zu knüpfen, und vor wenigen Monaten hat er der deutschen Wissenschaft eine große Schenkung gemacht. Im Anfang des vorigen Jahre« ging Dr. Hagen, der Privat- dvzent an der Universität Marburg ist, nach Mexiko, um dort wissenschaftliches Material zu sammeln: er wurde bei seinen Arbeiten von dem Präsidenten in der großzügigsten Weise unterstützt. Die Behörden ver schafft en chm über 7000 Bände mexikanischer wissenschaftlicher Literatur und eine große Anzahl von Broschüren, Zeitungen und Zeitschriften, die die Grundlage der kürzlich in Deutschland eingerichteten Mexiko- Bibliothek bilden. Außerdem versprachen die mexikanischen Ministerien, noch eine Sammlung der Naturprodukte des Landes anzulegen; sie haben diese« Versprechen gehalten, und auch diese Sammlung ist inzwischen in Deutschlaich angelangt. So sehr sich die Mexikaner — ebenso wie die Südamerikaner — bemühen, durch die Forderung wissenschaslllcher Arbeiten zu beweisen, daß sie ein Kulturvolk sind, so wenig gelingt ihnen dieser Beweis auf politischem Gebiet. Man hatte ge- hofst. daß der mexikanische »Kulturkampf", der von der ganzen Welt mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde, allmählich s ein Ende finden würde, und daß im Anschluß daran auch die wichtigsten anderen mexikanischen Probleme unter der energischen Führung von Obregon verschwinden könnten, so dah der Weg zur Ausbeutung der natürlichen Reichtümer frei geworden wäre. Durch den Schuß, der jetzt auf den General Obregon abgefeuert worden ist. find alle diese Hoffnungen vernichtet worden, und es ist nicht ausgeschlossen, daß Mexiko vor einer neuen blutigen und aufwühlenden Revolution steht. F. E. Dillinger. Obregons Leiche in seine Heimat übergesührt. Mexiko, 18. Juli. (WTD.) Die Leiche des ermordeten Präsidenten Obregon war die ganze Nacht über im Nationalpalast auf* gebahrt. Zahlreiche Leidtragende aller Dolks- schichten zogen an dem Katafalk vorbei. Heute vormittag geleitete ein Trauerzug mit Präsident Calles an der Spitze die Leiche nach dem Bahnhof. wo ein Sonderzug bereitst and, der unter dem Schutz einer starken Wilitäreskorte den Sarg nach Obregons Heimat Sonora beförderte. Während sich der Trauerzug durch die dichten Dolksmassen bewegte, die die Straßen Mexikos erfüllten, machte sich die Erregung über das Attentat in gedämpften Kundgebungen der Empörung und des Zornes Luft. Der nationale Arbeiterverband und der Leiter des Wahlle'd- zuges für Obregon, Aaron Saons. hatten A u f- rufc eriassen, in denen zur Des menheit ermahnt und aufgeforbert wurde, oas Ergebms der Untersuchung über das Attentat abzuwarten. Es ist auch tatsächlich zu keinen Zwischenfällen gekommen. Obregon wird auf dem kleinen Friedhof seines Wohnsitzes in Sonora beigesetzt werden. Seine Leiche ist mit der Gala-Uniform bekleidet. der Sarg mit einer mexikanischen Fahne bedeckt, die von einer der Frauen seiner Partei an- gefertigt worden war und am Tage des Amtsantrittes Obregon« auf dem Nationalpalast gehißt werden sollte. Oie Untersuchung. Eine Kundgebung deS Präsidenten CallcS. Mexiko. 18.3uli. (IDIB. Junffprudj.) Präsident Lottes hot eine Kundgebung erlassen, die besagt, der Mörder des General» Obregon habe eingestanden, dah der Beweggrund seines verbrechens religiöser Fanatismus gewesen sei. Präsident Callc» versichert, dos in den Händen der Regierung befindliche Veweismalerial zeige, daß „eine klerikale Aktion" in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tat bestehe. Am Schlüße der Erklärung heißt es, die Regierung werde auch verfassungswidrige Talen mit dem Tode ahnden. Präsiden! Calles beabsichtigt nicht, eine weitere Periode Präsident zu bleiben, fjeute abend wurde gemeldet, dah die Polizei fünf Männer verhaftet Hobe, die an der Verschwörung gegen Obregon beteiligt gewesen seien und dah der Mörder jetzt seinen Namen mit 3 o f £ de Ceon angibt. Der Eigentümer des Restaurants, in dem Obregon getötet wurde, und zwölf Angestellte wurden von der Polizei ebenfalls verhaftet und in Untersuchungshaft geführt. Präsident Lalles ernannte zum Nachfolger de» bisherigen Polizeiä^s» General Roberto Cruz den General Antonio Rios Zertuche, der mit Obregon befreundet war. Ein anderer Anhänger Obregon», Arthurs Drei, wurde zum Generalsekretär des Pallzei- hauptquartler» ernannt. Der Exekutloausschuh der Arbeiterpartei, unter dem Vorsitz von £ul» Moro- nes. der ein politischer Gegner Obregon» ist. protestierte im Namen der Arbeiteroerbände mit Nachdruck gegen „diese scheußliche Mordtat". Der Mörder Obregons erklärte dem Präsidenten Calles, der ihn persönlich verhörte, e» sei nutzlos, ihn zu irgendeinem Geständnis zwingen zu wollen. Denn er entschlossen genug gewesen sei, Obregon vor Hunderten seiner Anhänger zu töten in dem vollen Bewußtsein, dah die» seinen eigenen Tod bedeute, so sei er jetzt auch entschlossen genug, nicht» auszusagen. Neuyorker Blätter ergänzen den bereits gemeldeten Tatbestand de» Morde» durch weitere Einzelheiten. in denen der Mörder als ein ärmlich gekleideter, bleicher junger Mann beschrieben wird, der sich Obregon in höflicher weise mit abgenommenem f) u t näherte. 3n dem hu! hatte der Mörder die Schußwaffe verborgen. Er hatte vorher Teilnehmer an dem Bankett mit rasch skizzierten Karrikaturen der Gäste unterhalten, so daß kaum ein verdacht entstand, al» er zu Obregon heran trat. Der Posträuber Hein zum Tode verurteilt Schluß der Beweisaufnahme. Koburg, 18.Juli. (WD.) Im Prozeß Hein wurde heute als erster Zeuge der Gendarmerie- Wachtmeister Georg Schmidt aus Untersiemau vernommen, der feinen Zusammenstoß mit Hein schilderte. Bei der Schießerei wurde weder Hein noch Schmidt verletzt. Nach der Aussage deS Zeugen Schmidt bestreitet der Angeklagte Hein, daß er den ersten Schuh abgegeben habe. Zeuge Schmidt bleibt aber dabet, dah Hein zuerst geschossen habe. Der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat P f i ß n e r (Koburg), gibt an, Hein sei immer ruhig gewesen und habe klare, bestimmte Angaben gemacht. Er habe nie gesagt, daß er sich an Einzelheiten nicht erinnern könne. Als Motiv erklärt Hein, in allen Fallen habe er nur die Hindernisse beseitigen wollen, die seiner Flucht entgegenstanden und habe sich keine Gedanken über die Folgen gemacht. Hein habe auch nicht in Abrede gestellt, daß er d i e Absicht hatte, bei Derfolgungen von seiner Waffe Gebrauch zu machen. Dorsitzender zum Angeklagten: »Sie haben doch die Pistolen zu dem Zwecke mite geschleppt, unter allen Umständen Ihre Freiheit zu retten.“ Angell.: »Ich hatte keine Gedanken für das, was ich mitführte. Ich wußte bei den ganzen Derfolgungen nicht, was ich machen sollte/ Es folgte die Vernehmung des psychiatrischen Sachverständigen über den Geisteszustand des Angeklagten Hein. Wcdizinalrat Dr. H a r t i g - Koburg führt aus: »Hein war arbeitsam und allgemein beliebt. Sobald Lärm in Jena erschien, änderte sich das ganze Wesen des Hein. Lärm ist affektlabil. Er ist ein fanatischer Hasser der P ol igel Es ist möglich, daß er auf Hein einen unheilvollen Einfluß ausgeübt hat. Hein ist leidenschaftlicher Sportliebhaber. kein Trinker und kein Raucher. Er hat sich von Lärm beeinflussen lassen. Hein hat mir gesagt", so fährt der Sachverständige fort, »dah er bittere Reue über seine Taten empfinde. Ein krankhafter As ett liegt bei Hein nicht vor. Ich schließe bet Hein Geisteslrankheit, krankhafte Affekte und Haftpfycho e aus. Ich schließe die Voraussetzungen des § 51 in vollem Umfange aus. Der Staatsanwalt beantragt die Todesstrafe. In der Nachmittagsfitzung begründete Staatsan- walt Dr. Leimer in längeren Ausführungen den Strafantrag. Die sozialen Verhältnisse, unter denen Hein heranwuchs, könnten nicht zur Erklärung seiner Taten herangezogen werden. Man könne auch nicht sagen, daß das Verhaften der Polizeiorgane ihn zu feinen Taten getrieben habe. Harmloser und argloser könne keiner von der Polizei angegriffen werden, als Hein von der Jenaer und noch mehr von der Plauener Polizei. Sicher sei, daß Hein durch Lärm verdorben worden ist, jedoch sei die Beeinflußung durch Lärm nicht so stark gewesen, daß man sagen könnte, Hein habe Menschen umgebracht, well er einmal vorher unter dem Einstuß Lärms gestanden habe. Notwehr komme nicht in Frage; auch ein Vergehen gegen § 214 St. G. B. sei ausgeschlossen, da -ftein nicht auf frischer Tat verfolgt wurde. Don Totschlag könne gleichfalls keine Rede sein. Lediglich v o r s ä tz - liche Tötung, ausgeführt mit lieber» l e g u n g , komme in Frage. „Wer es fertig bringt," betonte der Staatsanwalt, „non elf Schüssen elf Treffer zu schießen, wer auf einen Umsallenden und bereits am Boden Kauernden noch einen Schuß abgibt, der will nicht nur verletzen, sondern töten." Hein habe sich also des überlegten Mordes und, soweit die Schüsse nicht zum Tode führten, des Mordversuches schuldig gemacht. Er beantrage daher wegen Mordes in drei Fällen dreimal dle Todes» strafe, wegen Mordversuches in zwei Fällen eine Zuchthausstrafe von fünfzehn Jahren, ferner Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer. Der Verteidiger bestreitet jede fteberlegung. Der Verteidiger Iustizrat Dr. Fränkel führte aus, der Angeklagte habe traurige läge und Wochen im Elternhaus verlebt, aber trotzdem in feiner Jugend hohen, sittlichen Ernst bekundet. Es stehe fest, daß Lärm den Hein verführt, und der An- geklagte in einem Hörigkeitsverhältnis zu Lärm gestanden habe. Der Verteidiger bespricht dann die drei Fälle und bestreitet jede Ueberlegung des Angeklagten. Es wäre ein gefährlicher Justizirrtum, wenn man die Mordfrage bejahte. Der Angeklagte fpiele keine Komödie und fei tatsächlich von tiefer Reue erfüllt. Der Verteidiger schließt mit den Worten: „Auch in dem Angeklagten ist noch ein Licht, und von dem Gericht hängt es ab, ob dieses Licht erlischt oder ob es leuchten wird zu seinem und anderer Besten." Der Angeklagte He i n sagt in stockender Weise: „Aus den Verhandlungen sehe ich erst richtig ein, was ich gemacht habe. Es ist mir vorher nicht richtig bewußt gewesen. Ich weiß heute noch nicht, wie icy zum Verbrecher geworden bin. Wenn dieser Zustand eintritt, wo ich gestellt werde, dann habe ich das Gefühl wie ein Ertrinkender, der nach dem Strohhalm greift. Ich weiß gar nicht, wie ich dazu gekommen bin. Weiter weiß ich nichts zu sagen." — Das Gericht zieht sich sodann zur Beratung zurück. Das Todesufteil. Gegen rigio Uhr abend« wird das Urteil gefällt Hein wurde zweimal zum Tode, zu 15 Jahren Zuchthaus und außerdem zu der üblichen Nebenstrafe, der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit, verurteilt. In der Begründung des Urteils führte der Vorsitzende u. a. aus: »Wenn Hein, der früher ein braver, arbeitsamer Mann war, von einem Verbrechen zum anderen überging, so geschah das, weil erdem unheilvollen Einfluß seines Freundes Lärm unterlegen ist. Als Lärm hier alS Zeuge vernommen wurde, kämpfte er einen schweren inneren Kampf und er belastete sich lelbft, um seinen Freund zu entlasten. Eine solche Zeugenaussage kann nicht zur Grundlage des Urteils gemacht werden. Hein hat sich durchaus nicht so widerwillig an den vielen Straftaten des Lärm beteiligt. Er ist in vielen Fällen sehr aktiv dabei tätig gewesen. Das gilt vor allem für die schweren Verbrechen in Klosterlausnitz und Ohligs. In Ohligs war er es, der. auf dem Tisch stehend, kaltblütig den Beamten von hinten erschoß- Das geschah nach der furchtbaren Bluttat in Jena. Sein Motiv war nicht Haß gegen die Polizei, sondern in Ohligs unZ> in vielen anderen Fällen rücksichtslose Rachgier und der Entschluß, ohne Rücksicht Des iq er- Auftakt in Wien. Ankunft der deutschen Länger. Hölz aus dem Zuchthaus entlassen. Sonneberg, 18. Juli. (WTD.) Der kommunistische Bandenführer Max Hölz hat heute abend 20 älhr das Zuchthaus in Sonneberg verlassen und ist in Begleitung seines Verteidigers Dr. Apfel im Auto abgereist. Vor dem Zuchthaus hatten sich zahlreiche Ortseinwohner eingefunden. Irgendwelche politische Demonstrationen sind nicht vorgeiommen. ° 9 chuldigte. reichischen und deutschen Fahnen festlich geschmückt. Die Beflaggung geht übrigens nur von den Mietern, nicht den Hausbesitzern aus. Diese hatten ursprünglich sogar die Absicht, während des Sängerbundcssestes Trauerfahnen zu hissen, um tor den ausländischen Gasten ihre schlechte Behandlung in der Mietenfrage Dar- Autun. Wien dürfte am Mittwoch bereits 100 000 Sänger beherbergen. Mit Ausnahme von zwei Zügen, die Verspätungen erlitten, sind bis jetzt 43 Sonderzüge pünktlich in Wien angekommen. Die Verteilung und Unterbringung der Gäste ist bisher vollkommen zufriedenstellend und ohne Schwierigkeiten vonstatten gegangen. Die Gäste, kenntlich an den blauen Sängermutzen, durchziehen in größeren und kleineren Gruppen die Stadt. Um 4 Uhr nachmittags fand ein großer Empfang für die Vertreter der in- und ausländischen Presse statt. Unter ihnen befinden sich auch zwei deutsch-amerikanische Journali st en, die eigens zu diesem Zweck herüber gekommen find. Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende des Dundesfestausschusses Jak sch. Er dankte der Presse für ihre tätige Mithilfe und betonte insbesondere, daß ein so einmütiges Zusammenwirken aller Schichten und Parteien auf dem politischheihen Wiener Boden ohne die Hilfe der Presse nicht möglich gewesen wäre. Der Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, Rechtsanwalt Dr. L i st, Berlin, hob hervor, daß die Presse den Sängerbund auS seiner Verborgenheit herauSgehob en und bekanntgemacht habe. Die Presse sei eS auch gewesen, die den Gedanken der deutschen Einheit, der den besten Ausdruck im deutschen Liede finde, stets gefördert habe. Das 10. DundeSfest möge dazu bestimmt sein, das deutsche VolkSbewußtsein zu stärken und die künftige Vereinigung aller deutschen Stämme zu fördern. Redakteur Winter aus Reuhork teilte darauf mit, daß nicht weniger olS 5000 de utsche Sänger aus Amerika nach Wien gekommen sind. auf Menschenleben, seine Freiheit zu verteidigen , Der Vorsitzende würdigte dann die einzelnen Straftaten, wobei er erklärte, von emer Rolwehr tonne keine Rede sein. Auch an dem Vorsatz lei nicht zu zweifeln. Die lleberlegung habe dos Gericht im Falle Jena verneint. Es habe angenommen, daß der Angeklagte hier über- rascht worden ist. Anders in den Fallen Plauen und Llntersiemau. Rach den Ausführungen des psychiatrischen Sachverständigen besteht nicht Der geringste Zweifel daran, daß der Angeklagte ein körperlich und geistig vollständig gesunder Mann sei Daß er etwa in einem Zustand Der Bewußtlosigkeit gehandelt hätte, sei vollkommen ausgeschlossen. § 51 komme weder mittelbar noch unmittelbar für ihn in Frage. Richt leichten Herzen- so erklärte der Vorsitzende weiter, hat das Gericht die Todesstrafe verhängt. Wir können uns in den Streit um Die Beibehaltung Der Todesstrafe nicht einmischen, aber auch wer kein begeisterter Anhänger dieser Straftat ist. wird sich mit Dem Gedanken adfinden, daß eS ein®«« bot Der Gerechtigkeit ist. daß derartige schwere Bluttaten eine gerechte Süh ne finden. Wir gedenken Der armen Toten. Die Der Angeklagte in frevlem ilebermut auS Dem Geben, an dem he ebenso hingen wie er, rücksichtslos gerissen hat. Wir gedenken Der verletzten Beamten, die er kaltblütig zu Krüppeln geschossen hat Wir gedenken mit Mitgefühl Der armen Hinterbliebenen der Getöteten, an Die Der Angcllagts in seinem rücksichtslosen Egoismus auch nicht einen Augenblick gedacht hat. Aus aller Welt. Roch immer Hoffnung auf Rettung A'.nundscnS. In maßgebenden Kreisen Moskaus glaubt man, daß Amundsen und seine Gefährten sich b e i der Alessandri-Gruppe befinden Die Vermutung beruht darauf, daß die Hülle des großen Luftschiffes bei der Alessandri-Gruppe ein vortreffliches Signal zur Orientierung des Flugzeuges Dar (teilte. Wie Die „Jswestija" meldet, muß der ..Krassin", dessen Steuer beschädigt ist, im Dock repariert werden. Angesichts der sich allmählich bessernden Eisverhättnisse und der stetig fortschreitenden Lockerung und des Verfalls der Eisschollen in Der fragiichen Zone kann der ..Krassin" bei Beachtung aller Vorsichtsmahregeln noch bis zur Alessandri-Gruppe vordringen. Die Zerstörung Der Eisschollen zeiyt, Daß wenn der ..Krassin" vor vier Tagen die Vigiieri-Gruppe nicht gerettet hätte, diese verloren wäre. Die Presse weist Darauf hin, daß das Flugzeug ..Latham" seit einem Monat und Die 2llesscmdri- Gruppe seit 55 Tagen verschollen sind. Man glaubt, daß beide Gruppen noch leben Sie müssen sofort gesucht werden. Die Malmgreen- Gruppe, die 40 Tage vermißt wurde, galt ebenfalls als verloren. Die Hoffnung, ebenso günstige Ergebnisse wie bisher zu erzielen, ist nicht geschwunden. Vorbereitung für einen französischen vzeanflug. Wie „Petit Parisien" berichtet, find die französischen Flieger de Marnier und Wak - k e n h e i m Mittwochabend um 8 Uhr auf Dem Flugplatz Le Bourgct auf gediegen, um als Vor- betet hing für einen Ozeanflug, einen 30 stündigen Probeflug England. Irland und einen Teil des Ozeans austzufühven. Sie haben 5000 Wien. 18. Juli. (Tel.) Am ersten Tag Sängerbundesfestes ist ganz Wien mit öfter- Aus Dem Wiener Sängerfest wird auch Die deutsche R e i ch s r e a i e r u n g vertreten sein. Wie totr erfahren, begibt sich ReichsInnenminister Severing Mittwoch f rüh nach Wien, um noch rechtzeitig zu den Feierlichkeiten eintreffen zu können. Reben dem Reichstags- Präsidenten Lobe als dem Vorsitzenden des Oesterreichisch-Deutschen Volksbundes sind auch eine Reihe Parlamentarier von Berlin nach Wien gereift. f i o n vorzuschlagen, die Die Betriebsunfälle Der Reichseisenbahn und alle damit im Zusammenhang stehenden Fragen objektiv zu prüfen hat und Die sich aus Männern von anerkanntem Rufe zusammensetzt. Es gibt in Deutschland Techniker und Fachleute deS Eisen- bahnwesens. Gewerkschaftler und erfahrene Par- lamentarier. Deren Rame für eine saOiche, unabhängige und überzeugende Durchführung dieser notwendigen Untersuchung bürgt Der Wert einer solchen Kommission liegt darin, daß alle politischen Gegensätzlichkeiten ausgeschieden und nur Die sachlichen R o t w e n d i g k e i t e n gc- prüft werden. Riemand aber hat ein größeres Interesse an einer solchen Linkersuchung als Die Reichsbahn selbst Sie gewinnt an Ansehen, wenn ihre Verwaltung Die Probe dieser ilrtet- suchung besteht — Die „Germania" bemerkt zu Dem Vorschlags Linkersuchungskommissionen haben im allgemeinen bei uns feinen guten Klang, weil ihre Arbeiten meist viel zu tbeori- t i s ch und langatmig sind. Aber — trotz alledem : toenn Männer Der Pra ? is ohne politische Voreingenommenheit Der Sache auf Den Grund gehen und Den Kransheitskeim durch wirklich geeignete Mittel zu beheben suchen, dann ist der Gedanke einer solchen Kommission nicht der schlechteste. Oie Betriebssicherheit der Reichsbahn. Eine unparteiische Untersuchung der Eifcnbaßnunfälle gefordert. Berlin, 19. Juli. (Priv.-Tel.) Das „B. T." macht angesichts der sich bäufenDen schweren Eisenbahn Unfälle den Vorschlag auf Bildung eines Untersuchungsausschusses für die Reichsbahn Es heißt in dem Blatt Die Unfälle auf der Deutschen Reichseisen- bahn haben sich so bedenklich gehäuft daß die KeWrcgierimg sich entschlossen hat gemeinsam mit D?r Verwaltung Der ReichS- eiknbaDn A.-G die in Frage kommenden Ver- bältniffr vollständig zu klaren'. wobei der Ton dem Worte ^vollständig liegt. Rheinlanddebatte im britischen Llnierhaus. Chamberlain lehnt eine Initiative zur tHäumiinfl deS besetzten Gebiets ab. London. 18. Juli. (WB.) 3m Unterhaus stellte heute daS Mitglied Der Arbeiterpartei. We llock. Die Anfrage, ob Die britische Regierung daS vor kurzem gestellte Ersuchen des Deutschen Reichskanzlers bezüglich der Rheinlandräumung erwogen habe, und ob |ie bereit sei, in wohlwollender Erwägung Dieses Er- suchen au behandeln. Chamberlain er- tr;berte. Der deutsche Reichskanzler habe in seiner Reichstagsrede keine ausdrückliche F o r - Derung bezüglich der Räumung des Rhein- landeS gestellt, sondern lediglich Der Anfickt Ausdruck verliehen, daß das besetzte Rheinland in Anbetracht der bestehenden Verhältnisse noch vor Ablauf des durch den Vertrag von Versailles festgesetzten Zeitpunktes geräumt werden sollte. Die britische Regierung stehe dieser Ansicht wohlwollend gegenüber, aber eine ooqclfige Räumung des Rheinlandes könne nur auf Grund einer besonderen verein- bnrung zwischen den Besatzungsmächten und Deutschland erfolgen, bei der neben den Besatzungsmächten auch andere Mächte befragt roc-hen mutzten. Die britische Regierung sei ebenfalls bereit, etwaige Vorschläge von einer an dieser Frage stärker interessierten Seife In wohlwollende Erwägung zu ziehen. Wellock stellte sodann Die weitere Frage, ob Chamberlain irgendwelche Initiative ergriffen habe in Anbetracht des HmftanDeÄ, daß Deutschland während der letzten drei Jahre sich mit zunehmender Entschiedenheit von allen militaristischen Tendenzen abge- wen.det und sogar im vergangenen Jahre Vorschläge für ein Rüstungspro- Sm m abgelehnt habe, zu dessen Durch- una eS auf Grund der Friedensverträge e ch t ig t gewesen wäre. Ehamberlain erwiderte: »GS seht mich stets in Derlegen- De11, wenn ich Fragen beantworten soll, Die von so vielerlei Voraussetzungen ausgehen. Ich beschränke mich darauf, den Kern der Frage zu beantworten. Ich glaube nicht, daß ich zur Zeit mit irgendwelchem Ruhen eine Initiative ergreifen kann." Der Qrbgeorbnete Wedgewood fragte an, ab die Regierung bei der Erwägung dieser Angelegenheit auch an die Mehrkosten denke, Die das Verbleiben der brittfd)en Truppen im Rheinlande verursache, und ob die Regierung mitteilen könne, auf wieviel sich diese Mehrkosten beliefen. Chamberlain antwortete: „3a, diese Mehrkosten sind nicht Der Rede wer t." Wedgewood stellte die weitere Frage: „Ist es nicht eine Tatsache, daß die Kosten der britischen Besatzung im Rheinland von Der Entschädigungssumme abgezogen werden, die wir von Deutschland zu erhalten haben?" Chamberlain antwortete: ..Die Kosten unserer Besatzung im Rheinlande bilden einen Posten, der von den Reparationen gezahlt wird. Jedoch steht unser Anteil an den Reparationen in keinem direkten Ve»hä t is zudem Anteil an Der Summe, die Deutschland für Die Aufrechterhaltung Der Besatzung im Rheinland zu bezahlen hat." Wedgewood warf ein: .Wir erhalten also weniger an Reparationen?" Chamberlain: älnd mehr an Be- fatzungskoste n." Der ^(bgeorDnete Kirkwood stellte die Frage: „Ist der Staatssekretär deS Aeußeren nicht bereit, endlich die Rolle deS Starken zu übernehmen, der sich seiner Stärke bewußt ist und es sich leisten kann, edelmütig zu sein? Ist eS nicht für unS an der Zeit. Der Welt unseren Zrie Denswillen zu beweisen. indem wir alle unsere Truppen vom Rhein zurückziehen?" Chamberlain erwiderte: „Ich habe bereite gesagt, dah ich cs ,ur Zeit nld)t für zweckmäßig erachte, eine Initiative zu ergreifen. Vie Zurückziehung der britischen Truppen allein würde die Frage der Rhcinland- raumung weder lösen noch sie einer Lösung näherbringen. wurde Dann weiter an die Regierung Die Anfrage gerichtet, ob in Anbetracht der kürzlichen Erklärungen DeS Reparaiionsagenlen und des Deutschen Reichskanzlers irgendwelche Schritte unternommen worden feien, um eine Kon seren z der beteiligten Mächte *ur endgültigen 'Regelung der deutschen Revara- tivnsoerpslichtungen berbeizu'ühren. Der Schatzkanzler Churchill erwiderte, die Regierung habe mit Jnkeres e von Den angelührten (Bttlärunaen Kenntnis genommen Sie ’ei selbst verständlich bereit, jeden Vorschlag zur Regelung der deutschen Reparationen, der ihr im erbtet et werde, mit größter Rufmerfiamleit »u prü'e vorausgesetzt Daß derartige Vorschläge Io halten seien, daß fi« Die Rechte und 3nterc'len Des britischen Reiches sicherste!:ten und f-.t Den Richtlinien Der britischen Politik in C n- flang befänden. Soweit er wv'e seien t -her in Dieser Frage noch keine konkreten Vorschläge irgendwelcher Art formuFtort »or^Ti. und er glaube nicht, daß es für die britische Re- gierung möglich oder ratsam sei. v on in dieler Sache irgendetwas zu unternehmen. Eröffnung des Pyrenäentunnels. König Alfons und Präsident Doumergue tauschen Ansprachen auS. öanfranc, 18. 3ult (T.-T1.) KSnig Al- fons von Spanien und Präsident S o u - mergue haben am Mittwochmittag gemeinsam den Tunnel eingeweiht. der Frankreich und'Spanien zwischen Pau und Saragossa verbinden soll. Die Begrüßung Der beiden Staatsoberhäupter auf Dem wternationalen Bcchnhof von Cansranc war herzlich. Rach Der .Borstel- (ung DeS beiderseitigen Gefolges fand in einer Halle des festlich geschmückten Bahnhofes ein Frühstück statt, nachdem sich König AlfonS und Präsident Doumergue zuvor in einem Privat- scilon unterhalten hatten, während in einem zweiten Zimmer die französischen Minister Dar- thou und Tardieu mit dem General Pri- mo De Rivera und den beiderseitigen Bot- schastcrn sprachen. Rach Dem amtlichen Bericht hielt König Alfons eine Ansprache, in Der er u. a. Darauf hinwies, daß Die Sinweihungsfeier in eine Zeit des Friedens und des Gedeihens beider Länder falle. Die sich in engster und Herz, kicher Zusammenarbeit vor Dem schwierigen marokkanischen Problem fanden, dessen Lösung ihnen zum Vorteil beider Länder und der gesamten Menschheit gelungen sei. Spanien und Frankreich knüpften täglich engere Beziehungen gefühlsmäßigen, ge st:gen und wirtschaftlichen Charakters. Es sei ganz natürlich, daß nun die Verbindungslinien vermehrt würden um Den gegenseitigen Austausch leichter zu gestalten. Frankreich sei ein konstitutioneller unD parlamentarischer Staat, Spanien suche, nachdem es vorübergehend diese Grundsätze aufgehoben habe, nach neuen Mitteln, sie wiederherzustellen, wobei es alle Irrtümer und Fehler vermeiden wolle. Die eine lange Erfahrung gezeigt hätten. Präsident Doumergue gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich die gegenseitigen Beziehungen immer stärker entwickeln möchten, trotz Der Schwierigkeiten, Die zeitweilig durch Den Gegensatz Der Jntores en entstehen könnten. 3n Marok.o hätten beide Staaten im Bewußtsein der Rotwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens ihre Waffen zum Siege vereint. Dor allem aber sei es die gemeinsame Hingebung an das Ideal des Friedens, das Frankreich und Spanien einigten. Beide hätten die Aufgabe, den Frieden, Die Gerechtigkeit und das Recht zu schützen. — Anschließend an das Frühstück fand in einem E?trazug eine Fahrt durch den neuerbauten Tunnel statt. Auf der französischen Tunnel eite erwartete ein zweites Frühstück die Staatsoberhäupter. Auch hierbei wurde erneut in kurzen Ansprachen Der Bedeutung des Tages Ausdruck verliehen. Dor der Rückkehr des Königs nach Spanien hielt Der französische Arbeitsminister Tardieu eine kurze Ansprache, in der er die Bedeutung der neuen Bahnlinie für Frankreich unterstrich. Präsident Doumergue wird noch heute abend wieder in Paris eintrefsen. Das neue Tangerabkommen. Die Befriedigung der italienischen Wünsche. Paris, 18.Iuli. (W.B.) Gestern ist das französisch- spanisch-enattsch-italienische Tangerabkommen unterzeichnet. Es enthält neben einer großen Anzahl von Derwaltungsbestimmungen folgende Aende- rungen an dem Statut von Tanger: Der Oberbefehl über die internationale Gendarmerie wird einem f?’ ischen höheren Offizier anvertraut, dem ein französischer Offizier beigegeben wird. Außerdem wird der Posten eines Polizeiinjpektors geschaffen, der einem Spanier, ebenfalls unterstützt von einem französischen Offizier, übertragen wird. Die italienische Regierung erhält einen weiteren S i tz im '©tabtrat, so daß ihm jetzt drei Vertreter Italiens angeboren. Außerdem wird im Stadtrat für einen Italiener ein vierter Vizepräsidenten p o st e n geschaffen neben den Bereits bestehenden englischen, französischen und spanischen Vizepräsidenten. Italien erhält außerdem das Recht, einen stellvertretenden Verwalter und einen Richter am internationalen Gerichtshof zu ernennen. Die italienische Marine soll nötigenfalls gemeinsam mit Der Marine Der anderen Signatarmächte den Waffen- schmuggel unterdrücken helfen. Zur Unterzeichnung des Abkommens schreibt das „Journal des Däbüts": „GS ist zu wünschen. daß man sich in Rom Rechenschaft ablegt von der Anstrengung, die gemacht tourbe, um im Rahmen des MöAichen die Wünsche Italiens zu befriedigen. Eine Verständigung zwischen Frankreich und seinen Rachbarn kann stets erzielt werden, vorausgesetzt, daß man von Frankreich nichks lieber tr leben e £ verlangt. Rachdem jetzt das ^lbkommen zwischen vier Regierungen zu stände gekommen ist. muß man noch Die Zustimmung Der Regierungen erlangen, die 1906 an Der Konferenz von AlgeziraS tei(genommen haben, abgesehen allerdings von dem nicht mehr bestehenden Oesterreich-Ungarn und von Deutschland, das sich durch Artikel 141 deS Versailler Vertrages verpflichtet hat. in keinerlei Verhandlungen über Marokko einzutreten. Liter Benzin an Borb unb gedenken heute nacht zwfchen 1 und 2 Uhr wieder in Le Dvurget zu landen. Wettrennen zwischen Motorboot und Jern-D-Jug. Aus dem Rhein wurde anläßlich der Internationalen Rhe.nsahrr 1928 auf der 10 Kilometer langen Strecke Köln - Porz — Hohenzollernbrücke daS von Fritz von Opel angekündigte "Weinormen zwischen einem Motorboot und einem Fern-O-Zug ausgetragen. Opel startete mit einem 450 P. S.- Wotorboot bei Köln-Porz. als Der Fem-V-Zug mit ihm in gleicher Höhe war. Das Motorboot beendete Die Fahrt an Der Hohenzollernbrücke als Sieger mit ungefähr 2.5 Minuten Vorsprung, v. Opel benötigte für die zehn Kilometer lange Strecke 6.20 Minuten. D. h. einem Stundendurchschnitt von 94,57 Kilometer. Der am Abend unternommene Rekordversuch scheiterte infolge eines Mißverständnille» in der Zeitnahme. Roch ein Opfer der Explosion in Haßloch. Das Explosionsunglück In der Pulverfabrik zu Haßloch hat jetzt noch ein weitere» Todesopfer gefordert. Pfarrer Lotz aus Schoellbrunn, der, als er Kunde von der Katastrophe erhiell, auf dem Fahrradc nach der llnglücksstätte eilte, unterwegs aber mit seinem Rade stürzte und einen Schädel- bruch erlitt, ist dem ..Berliner Tageblatt" zufolge, an Den Folgen dieses Unfalles im Krankenhause zu Wertheim gestorben. Finanzielle» Nachspiel zur Hamburger Phosgen- Sakaskrophe. Etwa 300 Personen, Die bet Der Phosgen- Katastrophe im Mai In Hamburg Angehörige verloren oder Sachschaden erlitten haben, haben durch einen Rechtsanwalt zivilrechtliche Anspr üche von mehreren Millionen Reichsmark beim Landgericht Hamburg geltend gemacht. Die Haltung des Hamburger Staates wird vor allen Dingen daraus hergeleitet, daß das Gewerbeaufsichtsamt keine ausreichende Kontrolle ausgeübt habe. ES habe sich auch ergeben, dah die Phosgen- behälter durchaus unsachgemäß oberirdisch gelagert und ausreichende Stcher- heitsvorrichtungen nicht vorhanden gewesen seien. Ein achtzigjähriger Parlamentarier. Die philosophische und naturwissenschaftllche Fakultät der Westfäli'chcn Wilhelms-Universität in Münster hat Dem Landesölonomierat Karl HerolD . M. D. R. und MdL. anläßllch seines 80. Geburtstages in Anerkennung feinet großen Verdienste, die er sich um Die Förderung Der westfälischen und der Deutschen Landwirtschaft und der Belange der Universität Münster erworben hat, den Doktor DerPhi- losophie ehrenhalber verliehen. Der Herr Reichspräsident hat dem Reichstagsavge- orbneten Herold zu feinem 80. Geburtstag ein Glückwunschtelegramm zu gehen lassen. Erschreckende Zahl von Todesfällen durch Ertrinken. Rach einer Veröffentlichung Der Kölnischen Zeitung sind in Der Zeit vom 1. bis 17. Juli D. I. beim Baden im Rhein auf Der Strecke von Koblenz bis zum RieDerthein 60 Personen ertrunken, davon 30 allein im Stadtgebiet Köln. Auch daS Baden in der freien Oder hat in den letzten Tagen insgesamt 15 Opfer gefordert. In gaiu Schlesien haben innerhalb weniger Tage 25 Personen Den Tod durch Ertrinken gefunden. Oie Wetterlage. RAA ro 2* Tflttt.Wöcf)' den 18. Ouli2 7*a irr d>-_______ - -\Xfo co not«. ® nat» Ndeati» voixi^e Hdtm • Re« » krmte q trjupm ■ itcoti K 0rwiiur.^)we eeflen Meuonen jtenenden 1 k- fl-Jen Sie Temperetor en. P t luiitn tvwxte Orte ed VckmcM »<• "vrrcsfl ■ ,*>■ »Ullt'ttBUle* UIUl«tl Wettervoraussage. Durch weitere Ausbreitung Des nordeuropäischen Tiefs nach Mitteleuropa wird der Einfluß des drUi' schen Hochs mehr und mehr zurückgedrängt. Kuhle ozeanische Luftmafsen überfluten infolgedessen unser Gebiet und lassen keine stärkere Erwärmung auf- kommen. Des weiteren ist mit Bewölkung zu rechnen, wobei es bei uns wohl kaum oder höchstens vereinzelt zu Niederschlägen kommen dürfte. Wettervoraussage für Freitag: Teil» wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, mäßig warm und meist trocken. WittcrungsaussichtenfürSamstag: Zeitweise bewölkt, zunächst noch mäßig warm, weiterhin meist trocken. Lufttemperaturen cm 18. Juli, mittags 25,2 Grad Celsius, abends 18,1 (Brab Celsius: am 19. Juli: morgens 18,8 Grad Celsius. Marimurn 26,7 Grad Celsius, Minimum 13,2 Grad Celsius — Erdtempe- raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. Juli: abends 28,9 Grad Celsius: am 19. Jul: morgens 21,8 Grad Celsius. — Tonnenscheindauer 11)4 Stunden. Schram’s Eiernudeln *3on anbwrr 6»d< m bet Presse verbreite»« Wirieflungen über den VeriackrmHstag in Hessen sind großenteils unrichtig. Datsn für Freitag, 20.3uli. Sonnenaufgang 4.07 Ühr, Sonnenuntergang 20.05 Übt. — Mondaufgang 7.43 Ühr. Mond- untcrganq 22.13 ühr. 1304: her Dichter Francesco Petrarca in Qhrvo geboren. — 1497: Äalfet Ularünilion bestätigt urkundlich die Leivziger Metz-Privi- [egicn; — 1847: der Maler Mar Liebermann in Berlin geboten; — 1866: Seesieqe der Oefter» reiche über die Italiener bet Lifto; — 1880; der Philosoph Dras -ermann Keyserling in Koonno in Livland geboren. Gictzener tvoäenmarftpreifc Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 bis 35. Stofe (10 Stück) 60 bis 14u. Dicking 15 bis 20. Weißkraut 20. 'KMfraut 30. gelbe Rüben 20 bis 25. rote Buben 15. Svinat 30. Römisch» kohl 15 bis 20. Bohnen (gelbe und grüne) 50 bis 60. Erbsen 25 bl« 30. Misthgemüle 20. Tomaten 25 bis 90. Zwiebeln 17 bis 20. "Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln (alle) 6 bi« 6.5. Birnen 40. Kirschen 60 bis 70 Heidelbeeren 55 biS 60. Stachelbeeren 25 bis 40. Johannisbeeren 25 bis 35. Erdbeeren 80. Himbeeren 60 bi« 70. junge Hähne 100 bis 120. Suppenhühner 100 bi« 120 daS Pfund. Sier 13 bis 14. Blumenkohl 30 bis 80. Salat 5 bi« 10. Salat gurken 20 bis SO. Ginmachgurken 8 bis 10. Oberkohlrabi 5 bis 15, Rettich 10 bis 25 das Stück; Radieschen 10 bis 15 Pfennig das Bund. Bornotizen. — lagcstalenber für Donnerstag Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frauenarzt Dr. Schäfer". — Astoria Lichtspiele: ..Büchse und Lasso". •• Ernster DerkehrSunf all auf der Bahn Gestern vormittag wurde durch die unglaubliche Leichtfertigkeit einer Frau ein Dar- lehrSunsall auf der Bahn berbeigesühtt. der leicht au schlimmsten Folgen hätte führen können. Die Reisende war in Butzbach aus dem beschleunigten Personenzug Frankfurt—Kassel, der vormittags 10,19 Ühr in Dietzen abfahren soll, auf der verkehrten Seite ausgestiegen und hatte dabei die Abteiltür offensteh.m lassen Da das 2lbteil von weiteren Insassen nicht besetzt war und da« Begleitspersonal auf der anderen richtigen Stationsseite zu tun hatte, wurde das Offenstehen der Tür nicht bemerkt. Auf der Fahrt zwischen Butzbach und Dietzen begegnete dieser beschleunigte Zug dem um 9,44 Ühr von Dietzen in Richtung Frankfurt abfahren- den beschleunigten Personenzug, dessen Maschine die offene Wteiltür erfaßte. Die Tür wurde abgerissen und beschädigte im Deiterschleisen zwei Eisenbahnwagen so erheblich, datz die Dagen in Dietzen aus dem Fuge auSrangiert werden mutzten Zum Dlück hatte der Vorfall für die 3n- sassen der beiden Dagen keine weiteren Folgen, ebenso blieben glücklicherweise beide Züge vor einem tragischen Geschick bewahrt. Durch das AuSrangieren der Wagen erlitt der Zug in Richtung Kassel eine halbstündige Verspätung, wodurch den Reisenden natürlich wichtige Fernanschlüsse nach anderen Richtungen hin verloren- gingen. Datz der leichtfertigen Frau, die den Aus der Provinzialhauptstadt. Fletzen, den 19. 3ult 1928. L)as ZirluSwunder Krone. Seit gestern nachmittag hat der Zirku« Krone — bet echte, nutzt der kopierte Krone! — auf dem 4rieb feine gewaltige Zeltstadt gebffnet E« ist geradezu fabelhaft, was für ein Bild höchster organisotortscher Leistung und autzerordentlicher zirzensischer Materiolsülle tich dort den Blicken der Besucher barbidd. Der grobe Trieb ist beinahe noch zu klein für den Park, den Krone dort - sozusagen über Rächt an 3d len. Wagen und allem Zubehör v»»' gestellt hat. 3n der Mitte dieser Zelrstadt erhebt sich das grobe Biermastcnzelt mit Drei Manegen Rundherum gruppieren sich die zayt- los vielen Wagen. In Denen Der Tierpark fein Obdach hat. Wir müssen gestehen, datz w r trotz her Fülle bei 1 en. was uns bisher »m Laufe unterer journalistischen Tätigkeit in dieser Hms^t au Sefich» kam. etwas derartiges wie hier bei .'irone noch nicht antrafen. Äl^in fchon der . icrbarl. der nicht weniger als 6 97 21 um- m cm verzeichnet. ES ist natürlich ganz unmöglich. an dielet Stelle in den Sinzclheiten e n Bild dieses Zoologischen Gartens aus Reisen - um den sicherlich manche Stadt Den Zirkus Krone mit Recht beneiden kann -- zu geben. Rur einige Besonderheiten seien sestge- halten: Vorhanden sind etwa 250 Pferde 42 Ka- mele und Dromedare, eine Slefantengruppe von 23 Skemplaren. eine grobe Anzahl Zebras deren Wert pro Kopf etwa 2000 Mark auSmachl. ganze Familien von Löwen und Tigern der ver- schiedensten Länderarten und trotzen (die Zahl der Löwen dürfte mit etwa 50 wohl kaum zu hoch angegeben sein), ferner Raubzeug, exotisches Wild, Eisbären Tanzbären, Assen usw. en mässe, ein gewaltiges Nilpferd. Mississippi-Al,gatoren. Sie- fanten-Riesenschildkröte, See-Elefanten aus dem Stillen Ozcan, exotische« Geflügel der verschieden- sten Arten usw. usw.. kurzum eine autzerordent- lich buntgcmifchte Tiergesellschaft, die eine n De - IchtiaungSrundgang zu einem auberordentiich fei- tenen Grlebni« werden läbt Bei der Besichtigung die wir gestern nachmittag in diesem Tierpark Vornahmen, hielten wir uns an den einzelnen Ständen nicht allzulange auf. trotzdem aber waren aut P/j Stunden verflossen, bis Wir unferen Rundgang durch Krone« Zoologischen Garten beendet hatten. Hub wir müssen gestehen: SXe Fülle dessen, wa« man dort sieht, und die Reich- haltigkeit In der Zusammenstellung dieser Schau, lietzen keinen Augenblick das Gefühl einer Heber- mÜbung aufkommen, sondern hielten das Interesse bi« zum Ende unvermindert lebendig. Sowohl für Erwachsene, wie auch für Kinder ist ein Besuch dieser Tierschau, für den die» RachmittagSstunden vorgesehen sind, fehl» empfehlenswert, denn wohl kaum an anderer Stelle, und zumal in einer Mittelstadt wie Gletzen, dürfte eine solche Reichhaltigkeit aus der Tierwelt als Wanderschau zu sehen sein. Wenn wir nun noch darauf hiw- weisen, dafe in diesem ZirkuSbetrieb auch gerade- zu eine Dölke tschau sich den Blicken der 'Besucher darbietet, verkörpert durch da« ZirkuS- personal au« allen Weltgegenden und mit allen möglichen Muttersprachen, so dab man in der Tat von einem babylonischen Stimmengewirr sprechen kann, fv glauben wir hier in groben Hmtifkn ein äu feeres Bild dieser Zirkusorganisation gegeben zu haben. Man sagt wohl mcht zuviel, wenn man betont, Dab der Zirkus Krone heute als das führende Unternehmen auf d;e'em De- biete in Der ganzen Welt anzusprechen ist dab man ihm u. W. evvas Gleichartiges nicht an die Seite stellen kann. Der Sag „Der Zirkus ist tot, es lebe das Sanel«-' wird dmch fiele Wiederholung nicht nchtiaer. «eine ganze Absurdität bewies.Hroneettroffnungd. Vorstellung am Mittwochabend. ILer von Den vielen Tausenden von Menschen, die das Riesenzell auf Dem Trieb füllten, wird nicht, ob alt, ob jung, mit wachsender Anteilnahme, schließlich mit Heller 'Begeisterung den Vorführungen gefolgt fein, die in schnellem Wechsel und bunter Folge in drei M a - n c g c n gleichzeitig vor seinen Äugen sich ab- wickelten. Was hier geboten wurde an vollendetster zirzensischer Kunst, ist k vielseitig und umfangreich, datz es kaum möglich erscheint, auch nur annähernd einen lieberblick über das Programm einer solchen Vorstellung zu geben. Nur ganz Weniges sei wohl- los herausgegriffen. Da seien als erste genannt die hervorragenden Pferdcdressuren und die in hoher Qualität vorgefühne Hohe sj(faule. Hürden und Wagenrennen, auroezcichncte '.Reltatte und ein sehr originelles Push Ball zu Pferd«, verdienen besondere Erwähnung Glanzend find auch die Raubtierdressuren: Bären verschiedener Arten, Tiger und vor allem die wirklich hcroorraaend schöne Elcsanten- gruppe, die in dieser Vollendung wohl einzig sein Dürfte. Richt vergessen werden Dürfen auch die 16 kühnen Luslspringer, Die am Trapez ihre wagemutigen Stünfle vorführten. Trotze Anziehungskraft hatten schlietzlich auch Die grobe, prächtig ausflaffkrtc exotische Schau und das römische toagenrennen. Doch mehr wollen wir nicht verraten, pilgere nur jeder selbst auf den Trieb und sehe, höre und staune. Richt oft wird sich hier In Sieben die Gelegenheit wieder bieten, ein so erlesenes Programm höchster zirzen- sischer Kunst in ähnlicher Reichhaltigkeit und auch nur annähernd gleicher Qualität in Material und Technik in Augenschein zu nehmen. Also: Aus zu Krone? Oer Dersassungstag in Hessen. Der Amtlich« Hessische Pressedienst meldet: 3m Dollsstaat Hessen wird der Ber- t a 11 u n g 6 t a g in diesem Jahre im gleichen Rahmen tobe in den Vorjahren gefeiert. Die öffentlichen Debäud« trauen am 11. August Flaggenschmuck in den Reichs- und Landesfarben; wenn nur eine Gelegenheit zum Aufziehen der Fahne vorhanden ist, sollen unter allen Üm- ständen dve ReichSsarben gezeigt werden. Zur Teilnahme der Beamten und Angestellten an der VersassungSseier ist für die hessischen Behörden am 11. August Dureauschiub angeordnet, was so zu verstehen ist, dab an dem genannten Tag Sonntagsdienst aehalten wird. Da der 11. August auch diese« Jahr in der Regel in Hessen noch in die Schulferien fällt, halten die S ch u l e n die Feier in der ersten Woche nach Wiederbeginn der Schule ab. Der Unterricht füllt an diesem Tage aus. 3n allen Städten und Gemeinden des Landes veranstalten am Derfassungstag Di« Spitzen der Behörden mit den Vertretern der Bevölkerung. Organisationen und Vereinen ein« gemeinsame Feier.__________ UnfaH verschuldet Hai. eine ganz eemnplarisch« rträte gebührt, bedarf keiner weiteren Betonung. Ob es allerdings gelingt, diese Frau ausfindig zu machen, ist wohl zu bezweifeln. •• Pom Bergwerkswal d. Tk vor einigen Wochen en dieser Stelle gebrachten Anregungen zur Aufstellung von R-Hebanken Im Bergwerks- wald Haven Erfola gehabt. Der heute den Bera- werkswald als Croolungsstaite aufsucht. dem ist wieder, wie in früheren Jahren Gelegenheit gegeben, an Den landschaftlich schönsten Stellen auf sauber bergeridreien, au* Raturholz geschnittenen Bänken der Ruhe zu pflegen. Am „Börnchen", vielleicht Dem iDoUi|d)ft gelegenen Plätzchen De» ganten Waldes, sind zwei Bänke aufgefteut worden, wahrend eine weitere an einem der größeren Teich» zum Ruhen elnlaDcL Der öorftoeriDaltung sei gedankt für ihr Entgegenkommen, und die Bevölkerung sei ermahnt. Banke und Anlagen in ihren Schutz zu nehmen und gegen Frevler und bös» Buben rücksichtslos mit Anzeige vorzugehen. *• Strotze nfverruu gen. Vom Oberbcffl» schon Automobil-Club E V. (A. v. D.). Dieben, werden uns solaende Strotze ns perrungen mitge« teilt: Melbach-Dorheim im Zuge bet Strotze Friedberg—Hungen für alle Fahrzeug» bi« auf weiteres, Umleitung über Echze l Reichelsheim — Offenheim — Fauerbach, Rieder- Wöll st a d t — O k a r b e n im Zuge der Strobe Friedberg- Frankfurt a. M. für alle Fahrzeuge am 20. 3uli von 9 bis 14 Ühr. ümlcitung über Riedcrwöilstadt — Älbonstadt — Burg-Gräsen- rode — Drotzkarben ' Aufgehobene Strabensperrungen. Vom Oberhessischen Automobil-Elub E. 2. (A.v. D.). Dieben, werden unS folgende aufgehobene Strobensperrungen mitgeteilt: Alsfeld-Eifa im Zuge der Strotz« Alsfeld - HersfelD. Alsfeld - Romrod im Zuge der Strobe Dietzen—Als eid. •• Zunehme», de Fahrraddieb stähle. Der Polizeibericht meldet: Am 18. Juli wurden in Dietzen zwei Fahrräder, da» eine aus einem Haus- Hur im Seltersweg, dos andere vor dem Postamt in Der Schuistratzc entwendet. Es handelt sich in beiden Fallen um Herrenfahrräder, Marke „Tor- pedo", Fabriknummer 320 319 und „Äujmann". Zn einem' Falle liefe der Täter ein älteres Fahrrad zurück. Am Tage vorher wurde auch in Wieleck ein fast neues Herrenrad, Marke „Moearona", Fabriknummer 515 104, gestohlen. * Fe st nahmen. Festgenommen wurde auf Grund eines Ausschreibens der Amtsanwaltschaft in Gietzen ein 22jähriger Schreiner aus Dietzen. Auher- dem wurden zwei jugendliche Personen von auswärts, die ihren Lehrstellen entlaufen waren, in Schutzhaft genommen. Beide wurden von ihren Angehörigen abgeholt. • • Don der Lahn. Heutige Wasterwürme der Lahn 23 Grad Celsius. * Auftrieb zum heutigen Fr onkfur- ter Schlachtviehmarkt: 995 Kälber, 89 Schafe, 338 Schweine. _________________ _ jeder Cigarettenfabrikant behauptet von sich, daß er die besten Cigaretten herstellt. Solche Behauptungen sind weder beweisbar noch widerlegbar, da dem Raucher fast stets die Möglichkeit der Nachprüfung fehlt. 'V V/v wx? Wir haben daher mit dem Prinzip der Fabrikation hinter verschlossenen Türen gebrochen und verweisen auf Tatsachen, von denen sich jeder überzeugen kann. Unsere Leistungen haben uns das Vertrauen des Rauchers gebracht, und zwar mit den REEMTSMA CIGARETTEN REEMTSMA A..G. FABRIKEN fJiß HOCHWERTIGE OfiJENTC1GABETTEN ZIRKUS KRONE Heute 2 Vorstellungen abends 8 Uhr nachmittags 3 Uhr das noron on gesuchi. 05301 / Lande. 6715V STANDARD NOTOD OIL Statt Harten! 67U2D llllllllllllllllllllllllllllllllllll Verschiedenes rasse. 67I0D FROTTIER-BADE-WÄSCHE »» s. nur in den ersten Qualitäten! wie FrottiersHandtüdier, Frottier Badetücher/ Frottier • Stoffe usw »Standard Motor Oil« erhalten Sie in den meisten Betriebstoffstationen In genauer Menge und stets gleicher Güte und nur in der geeichten Literflasche, niemals lose. Seite Eilten! J o h. Fischer Kohlenhandels' gesellschafr m. b. •£>., Altcestraste 28 30. .lufdmm W ytmlx« 'm ten ter, \\ 2Uifot ist je! höher aller Sohlleder Gummi, absähe Schuhputz Stnlege. fohlen emvffeblf Köhler Neustadt 79 dm O»wold». garten. I0675D r$, ganz atmet 12 1 1913, |o in W rnind^ 1913 h oben slawie Icrr Spai Echlo ter el 3n gleiche Swßm. Sorfi die Motorenschmierung bedeutet Motoren schütz Die Kraft die der Betriebstoff entwickelt kann sich reibungslos zur Höchstleistung entwickeln, wenn Sie »Standard Motor Oil« verwenden. »Standard Motor Oil« preßt sich zu Jedem Teil des Motors und dringt in jedes Lager ein. Jeder Tropfen voll* bringt Titanenarbeit und hält die Kräfte in Schach, die ohne Schmierung Jede Maschine zerstören: Reibung und Hitze. Lassen Sie das verbrauchte O1 ab und füllen Sie neues »Standard Motor Oil« auf; dann haben Sie die Gewißheit, daß Ihr Motor richtig geschmiert und geschützt ist Nehmen Sie zur Ergänzung Ihres Olbestandes stets »Standard Motor Oil«, wenn Sie alle Nachteile und Kosten unrichtiger Schmierung vermeiden wollen. Tüchtige Resiaurationsköcbin empfiehlt sich bei »Vestftchkeften. auch auSwärlS. Fiedler, Landgr.«BH«l.-Pl. 9. Preise der Plätze von Mk. 1.00 bis Mk. 7.00. Kinder nachmittags halbe Preise. Schüler erhalten beim klassenweisen Besuch Preisermäßigung Vorverkauf im Zigarrenhaus LOEB, Gießen, Bahnhofstraße Nr. 52 A 6664 D DER IDEALE SCHUTZj S* 10 MininWell 17 bis 20 Jahre, in kinderlosenHauShalt 12 Personen« f. sofort gesucht. Zuschriften an P. Hoffmann, Frankfurt a. M., Ruvrechtstr.12. Samstag, 21. Jalt, abend» 8' - Uhr BereinsaöenO Ebrenabendi. unsere Isettschreiber b.,>rau evuct, Hardt - Zer- Tagesordnung: 1. Geschäfts, und Kassenbericht für Jahr 1927 2. Bericht der Revisoren 3. Satzungsänderungen 4. Hausbau 5. Beitritt zur Kassenvereinigung 6. Dienstordnung Fran Dr. Lucius, Hirzenhain, Hessen. Auto-M 1790. lfl,D g-mg t 8.7 Prr lind die 285. in Mange: Heere macht cntspi rücksil Tstml sie z. und Fried ou8i wird, einer Stei 1913: Rum Schn» mtn die Schull Äüstu bares fvlgcn Zhre Vermählung geben bekannt Pfarrer Erich Gußmann und Iran Marianne geb. Mühlhauser Z letzt zum BadenX ' Bademützen alle Form. v. 50 PL en Badetchube. B bjste Auswahl . Dnierle Wialerbcll Kreuzpla tt lO^V 'Ungemeine WanWe @ie6en-5(flöt. ßinlflüung inr 'MasfrtjnB-SiBung auf Freilag, den 27. Juli 1928, abends 8’/, Uhr, im GewerkschaflShauS. 7. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der vorstehen- den Tagesordnung werden die Ausschuß. Mitglieder höfl. gebeten, vollzählig zu er- scheinen. 6706D Der Vorsitzende des Vorstandes: Kurt Moosdors. Werkstatt mit Lagerhalle und Keller, zusammen oder getrennt, zu vermieten [05306 Kreuzblatt 12. 20-25000 mi. nur gegen 1. Hypo- tbek und zeitgemäße Vergütung auszuleihen. Schr. Anfragen unt. 0528i an den <9. Anz. BunfOirVtoereln uon 1861 u. Dnmeüuereln ..Gllvelstzeraer" V. s. B. 08. Samstag, 21.3ulL abends 9 Uhr: Austerord. Hauvt- vcriammlung im Berelnsheim. Waldsrortviav. Erschein, aller Ifflicht ’D Der Vorsisnd. 25 Mark Belohnung! Zahrraddiebstahl Torvedo-Rad NrL20319 wurde am 18.Juli, norm. 10 Ubr.auS d. HauSeingang SelterS- weg 81 gestohlen! 25 Mk. Belohnung für Wtedervrtnstung deS Rades oder Ermittlung des Täters! Mitteilung erbeten an: Aassteaerhans Salomon. Seltorswefi 81 p Hel. 931) r-c ■ & bi: Xffl 6t lallet« rinitn- stadet eutoV1 2uch Gvnteftriche sowie sämtl. landwirtschaftliche Bedarfsartikel BögorBotmoinilüdfengeröle It&i ow ift das des rechte totni8H alter n Vogel. dos hx U der ten $; Der Krone-Zoo täglich geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends Groß- und Raubtier-Fütterung von 11 bis 12 Uhr vorm. m Betitelet für Gießen u. Umgegend von Papier« und Schreibwaren-Großhandlung so« fort gesucht. Schristl. Angebote unter 6691D an den Gießener Anz. erbeten. Ich suche ein solides, stelsttges, ehrliches Bäödien zum 1. August in ArzthauS aus dem Freitag, 20. Juli 1928, nachm.2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangsw. gegen Barzahlung: 1 Standuhr, 1 Kassenschrank, drei Süfetts, 1 Kredenz, 3 Diwans, vier Mhmaschin., 4 Sessel, 1 Regulator, 1 Vertiko,! Sofa, 1 Tisch,! Äucher« schrank, 3 Schreibtische,! Acker Korn, 3Ehaiselongues,! Wäscheschrankch., 17 Kartons Schokolade, eine Partie Spielwar., 1 Kommode, 2 Waren- schränke, 2 Kastenwag., 1OV2 Otzd. Handtuchsgebilde, drei Ladentheken, eine Schreibladenkasse, 5 Fahrräder, 2 Schreibmaschinen, 4 Kilo Wolle, 1 Oberlockmotormaschine,! Sprechapparat, 12 Schallplatten, 1 Friseur« Ladeneinricht.,1 Schwein, 3 Pferde. Gerichtsvollzieher in Gießen Oammfir. 241.,Telephon239. :Zur Selbstberstel- lung von Beeren- ? ViföTen verwendet x man vorteilhaft 4 nur allerbesten ttalztata 2 oer Vlier Kaufgesuehe | Sache gebrauchte Erkerscheibe 2X2.30 oder grüner. Schr. Sinn. u. 05311 an den Gieß. Anz. I Empfehlungen | Olto Schaaf* echte Panama-Seite reinigt metbe.ichrrar- ze und bunisarbige Stoffe jeden GeivcbS vorzüglich. Sick. 30 A zu haben in <**6 Dtogenoffffifllten STANDARD MOTOR OIL | Vermietungen Pens. Brandl Sonn. möbl. Zimmer, quieKüche. Tel. 1005. Zusammenkunft der ehemaligen Hessischen SeW-ÄetillerMe« Sonntag, 22. Juli 1928 in Langsdovt zu welcher die Kameraden in Langsdorf alle ehem. Hess. Felb-Artilleriften nebst ihren An- gehörigen herzlichst einladen. Der Äundesprä- frbent Generalleutnant von Kleinschmidt wird anwesend sein u. der Musikoerein Niederweisel unt. Leitung des Kameraden Liebau Mitwirken Namittags 2 Llhr Festzug nach dem Festplah Zwangsversteigerung «33/28 Donnerstag, den 13. September 1928, vormittags 9'/, Ahr, wird im Amts- gerichtsgebäude, Zimmer Dr. 112, das im Grundbuch von Dietzen den August Schneider Eheleuten in Dietzen z. 3L in Koburg zugeschriebene Anwesen Marburger Straße 68 67030 Flur XXI Dr. 43 - 1029 qm Hofreite geschäht 9UI 44.598 Flur XXI Dr. 44 — 216 qm Grabgarten geschätzt 3Ut 2592 versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht auSgehängt. 3. A. deS Amtsgerichts Dießen. 3. V. deS Vorstehers des OrtSgerichts: • Karl Doll, Ortsgerichtsmann. Tanzboden 90 qm groß, zu verleiben. Wirt Wolf. Wißmar. Verloren nm Mon« tagabend a. d. Weg MiheiMsiL. krank' surier Sir^ SelterS- iDin einen goldenen Manschettenknopf «Andenken,.Abzugeb. gegen Belohn. ***' Llebigstrastc 19 II. i * 1©% Ale a'x0to . ............ Stellengesuche Chauffeur mit allen Neoara» t»,en vertraut, sucht 2lnsangsttcllung. evtl, alo Betiahrer. Schristl. Angeb. unt. 05304 a. d. Gien. Anz. Tüchtiger Monteur mit VerbrennungS- maschtne vertraut, sucht Stellung. Schristl. Angeb. unt. lM03nnd.Giest.Anz. Fräulein aus guter »vamilte lucht Stelle als Empiangssränlein u.Beihtlle beiZahn- arzt 0. Zahntechniker Schr. Angeb. u. 05309 an d. Glest. Anz. erb. STANDARD MOTOR OIL Ä ZUVERLÄSSIG Nr.M Zweites Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Donnerstag, 19. Juli 1928 Die Mlingsaufwendlmgen Di« Auseinandersetzungen in England über die fragt bei Äclloflobofti und die ftarf lritstierte Eüwe-iehung der FlottenabrüftungS- srage durch di« Aeußerungen des englischen Innenministers Ivynson Hicks lasten mit aller Deutlichkeit das Eingreifen der RültungS- bzw. Lbrüslungsfrage in a l l e vertraglichen Bemühungen um «ine Sucherung bc/ Weltfriedens erkennen Die RüstungSziffern sind keineswegs ohne weiteres und durch einen Blick aus den Etat der einzelnen Länder zu erkennen: die einschlägigen Monographien haben deshalb je nach dem Standpunkt und der Rationalität bee Ter- fallere einen verhältnismäßig großen Spielraum. Sine bet neuesten und interessantesten findet sich in dem Mai-Ium-Hesl von Pan» europa au« der Feder von W. Doytinskt. Auch sie ift nicht ohne weiteres erschöpfend, verwischt außerdem das Bild stellenweise durch die Zusammenfassung aller KriegSpenIwnen. Schulden, Zinsen u'w. mit den eigentlichen Rüstung sau «gaben, aber ki« gibt sehr brauch- bare« >^ahlenmaterial. Aus diesem läßt sich folgendes entnehmen. - &r Arledensstand der europäischen Heere mit Ausnahme der ehemaligen Mittelmächte betrug 1 684 700 Mann. 1927 betragt die entsprechende Ziffer 2 551 500. Dobel ist zu berücksichtigen. daß durch die Verkürzung der Dienstzeiten und durch die Systemänderung, wie sie z D. mit der HeereSresorm in Frankreich und in Belgien verknüpft ist, bei geringeren Friedenspräsenzstärken e ine grÖßere Zahl ausgebtldeter Mannschaften erreicht wird. Auch die effektiven Zahlen zeigen aber bei einer ganzen Reihe von Mächten erhebliche Steigerungen gegenüber den Zahlen von 1913: so bei Großbritannien, Italien, Spanien. Rumänien, Belgien. Griechenland, Holland, der Schweiz und Rorwegen. Ferner sind vollkommen neu die großen Armeen Polens, der Tschechoslowakei und die freilich beträchtlich kleineren Finnlands. Litauens. Lettlands und Estlands Sie sind aber durchweg aus dem RekrutierungSbereich bei früheren Rußland entnommen und müssen deshalb bei der Feststellung bei heutigen europäischen Rüstungsstan- des auch dann hinzugezählt werden, wenn man Rußland, wie das in Vorstehendem geschehen ist. ganz wegläßt', denn wenn auch die Rote Armee nur ungefähr halb so stark ist. wie die 12 Millionen d«S zaristischen Rußland von 1913. so ist daneben ein Territorialheer in ungefähr gleicher Stärke vorhanden. Verminderungen ihrer HeereSstärke gegenüber 1913 hoben nur vvrgenommen: Frankreich (mit oben erwähnter Reform des Systems). Iugo- slowien, Schweden und Dänemark. Die größte Vermehrung der Friedenspräsenzstarke zeigt Spanien, die größte Verminderung Schweden — natürlich immer mit Ausschluß her ehemaligen Mittelmächte. In den AuSg a beziffern prägt sich die gleiche Entwicklung aus. Hier haben sämtliche Großmächte, mit Ausnahme Deutschlands, d i e VorkriegSztsfer weit überschri tten. wenn man Heer. Marino und Luftfahrtwesen zufommenfaht: für die Marino allein sind allerdings Verminderungen bei Großbritannien. Frankreich und Italien zu verzeichnen, während in den Tetetniglen Staaten und in Iapan die Aufwendungen mehr als verdoppelt worden sind Der Prozentanteil der militärischen Aufwendungen verglichen mit dem Gesamtetal ist jedoch heute mir in Spanien und Iapan höher alS vor dem Kriege, weil die Budgets aller Länder durch die Kriegsschulden und Kricgsfolgen auf ein Mehrfache» aufgebläht worden sind. Den stärksten verhältnismäßigen Rückgang zeigt auch hier Schweden (von 30,8 auf 8.7 Prozent». Auf den Kopf der Bevölkerung find di« Ausgaben in Frankreich von 31.4 auf 28,9, in Großbritannien von 58,1 auf 49,1 zurück- gegangen. während Italien. Amerika und Iapan mxb relativ beträchtliche Steigerungen aufweisen. Hurra, die Enten! Don Th. von Wildungen. ßeiber schon am 1. (Juli ist die Iagd auf die Wildenten freigegeben. Viel zu zeitig im Iahr. Wenn das Wetter im Mai und im Iuni nicht sehr günstig, sonnig und warm gewesen ist. dann ist ba« junge Wildentenvolk in den ersten Tagen des Iuli kaum flügge und nicht schuhreif. Der rechte Weidmann schont deshalb die Wildente wenigstens bis Mitte des .Heucrttnondes". Rach alter guter Iägerregel soll man den wilden ©nf- hogel erst schießen, wenn er geschildert hat, dH. das weiße Schild des sogenannten Spiegels muß sich deutlich auf den Flügeln zeigen, bevor man den Finger krumm macht. Aber wie schön ist auch fo eine wirllich gut angelegte und geleitete Entenjagd: gerade ihrer Mannigfalttgkeit wegen schätzen sie viele Iäger als die reizvollste Iagd. Entweder auf den großen schilfreichen Seen, im Hochsommer nachmittags an den gedeckt liegenden Tvrflöchern und Tümpeln, in den weiten moorigen Wiesen ober auch mitten in reifen Getreidefeldern uLd abendS auf dem Entenfall. Sehr lohnend ist oft gerade der Abendansih, so gegen Ende Iuli oder Anfang August an einem mit Schilf, Buschwerk und Dinfenkaupen umlränAtcn Gewässer. Dann hat die Wildente die Gerstenmast von den abgeernteten Feldern hinter sich und ist in ausgezeichnetem Futter- zustand. Das Wildpret von der wilden Ente, namentllch der jungen, ist ganz außerordentlich schmackhaft. Aber nicht nur von den Stock«. März- oder Grasenten, nein, viele Feinschmecker behaupten daß gerade das Fleisch von der kleinen Krick- oder Krugente, nach ihrem schlichten Federlleid auch .Grauentchen" genannt, ganz wundervoll zart und. besonders als Weissauer in Gelee zubereitet, eine vortreffliche, leckere Atzung bietet. Immer ist bfc Wasserjagd als sehr interessant und schwierig bezeichnet worden, aber — und darauf möchte ich ganz besonders Hinweisen — sie mahnt auch unbedingt zu vermehrter Vorsicht. Ramentlich bei größeren, gesellschaftlichen Dasserjagden ist äußerste Vorsicht geboten. Man weih nie, was sich Hunter dem Schilfgürtel befindet, gegen den man schießt: darum soll der Schütze eine Wildente, die er beschießen will, erst richtig hoch werden lassen: wenn er nicht ganz sicher ist, freies Schußfeld zu haben, lasse er seine Flinke schweigen. Der AustromarMches Bilderbuch. Wiener Federzeichnungen. Don IRene Kraue. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Wien, im Iuli 1928. Seine Enellen;, Genosse Srikgermeister. Der Bonvivant der Weltreoolutton ist Genosse Karl Seitz, oberster Repräsentant des ,roten Wien". Sozialistische Bürgermeister und Parlo- mentSprälidenten, Minister und KabinettchefS gibt eS ja auch anderswo. Aber so fehr Srzellen->herr wie dieser ist nicht einmal Genosse Tschitscherin, der alS Lenker der Sowjctdiplomatie doch auch wissen muß, wie man seinen Frack trägt und wie man die Zusammenstellung komplizierter Menus überwacht, wie man allergnäbigft Seide zu halten geruht und wie man dein Warfchtritt der Arbeiterbataillone in einem geräuschlosen Rolls Rotzce voranfährt. Run ist ja gegen den Frack und daS komplizierte Menu, gegen den aller- gnädigsten Cercle und den geräuschlosen RollS Ropce an sich nichts einzuwenden. Das alles gehört nun einmal zum Metier des Bürgermeisters einer Zweimillionenstadt. Merkwürdig bleibt nur, daß gerade einer, der sich nicht genug tun kann an .proletarischer" Hetze gegen den .LuxuS einer verrotteten Bourgeoisie", sich gerade der luxuriösen Seite feines Wirkungskreises mit so besonderer Hingabe und Selbstaufopferung widmet. Merkwürdig — aber nicht unerklärlich. Denn Karl Seitz bleibt als Sxzellenzherr und als Ksassenkämpser immer und vor allem VNener. Alfo einer, der jenseits aller Polittk den Freuden dieses Ianimertals nicht abgeneigt ist. Er unterstreicht fein Wienert um vielleicht sogar ein bißchen mehr, als es der orthodoxen Lehre seiner Partei lieb ist, die nicht nur kein Vaterland kennt, sondern auch feinen Lokalpatriotismus duldet. 11 nb die nirgends von so ganz besonders orthodoren Gralshütem gelehrt wird, wie eben in Wien. Und die dadurch hunderttausend Wähler abstößt. die sonst der virtuos funkttonierenden Parteiagitation erliegen würden, jene hunderttausend oder hunderttäugende, denen Vaterhaus und Stammttsch und andere heimatlich« Lebens- Acntrcn ungleich wichtiger sind, als sämtliche Internationalen zusammen. So hat Genosse Seitz die besondere Aufgabe, soviel „weancrifche" Eigenart — und natürlich auch wienerische Farbenfreudigkeit - - zu entfalten, als notwendig ist. um den Stammttsch bei der Stange zu halten. Eircenses! wenn marxistische Regierungs- und VerwaltungSkünste schon nicht fürS panis sorgen! Sine Aufgabe, die Seiner allerwienerischsten Erzellenz sehr gut liegt. Er ist der letzte .Gawlier" vom Girardi-Typ in dieser entgötterten Welt ohne Kavaliere. Sein Unglück, daß er von toegen Zeitgeist, den er ja nebenbei auch noch. laut Parteiprogramm, zu repräsentieren hat, im Rolls Royce fahren muß. statt daß er sich ein .fesches Zeu^" mit den lieb» befangenen »zwa harben Rappen" halten könnte. In dieser Seelennot sorgt er zumindest dafür, daß fein Dienstauto das jeweils mondänste und schickste von Wien fei. Außerdem hat er noch andere Sorgen, die sein Beruf als Parteichef. Fraktionsvorsitzender. Bürgermeister. Rattonalrat and ewiger Kandidat für den Posten des Dundes.- präfidentcn mit sich bringt. In den Berliner Filmkaffeehäufern. die den Geist neuer Sachlichkeit atmen, würden sie seinen Beruf freilich anders bezeichnen. Edelftatist — würden sie sagen. Der Pontifex Maxismus. Er heißt Otto Dauer, war jahrzehntelang der offizielle Kronprinz des Austromarxismus, dessen Herrschaft er nach dem Hinscheiden der alten Generation übernommen hat, so daß er nun sein Ponttfex Riaximus wurde, unumschränkt in absoluter Machtvollkommenheit, statt Privat- ?ent »u werden, wozu er sich noch eigener wie nach allgemeiner Ueberzeugung weit bester geeignet hätte. Er hat da« persönliche Pech, der beste Redner Oesterreichs zu fein. So war ihm der Weg zur praktischen Polittk rorgezeichnet — was eigentlich Unzucht wider seine im Grund papierne Ratur ist. Die letzte Silbe des Wortes Ponliser charakterisiert leine Eigenart am betten. Darin ähnelt er dem Genossen Bürgermeister. Sonst sind die beiden Männer, di« an der Spitz« der Partei stehen, einander so unähnlich als möglich. Wäh- renb Karl Seih von ganz unten ganz hoch binaus- fam — er war Findelkind. Armenlchüler. dann Hilfslehrer, bevor er der letzte Kavalier von Wien wurde — ist Otto Dauer aus den höheren Regionen der Großbourgeoisie recht weit hinun- teraefommen. Der allerradikalste Klastenkämpfer sämllicher fünf Kontinente ist natürlich Sohn eines Tertilgroßindnstriellen. besten Firma über die böhmische Heimat hinaus Ansehen und Kredit g»enoß. Schon in dieser väterlichen Firma war Otto Dauer der Kronprinz. Und ba Kronprinzen immer liberal sind — Frie- dericus Rcr Dorf Piel war zu verlockend — hatte der junge Herr Dauer es mit der sozialen Revolution. Er hat bewiesen, daß man auch auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege Karriere machen kann. Der Höhepunkt dieser Karriere ist freilich schon überschritten. Auch hier, innerhalb des Austromarxismus. ist ein Thron bedenklich ins Wackeln geraten. Und zwar am 15. Iuli des vergangenen Iabres. An diesem denkwürdigen Tag. gegen zwölf Uhr mittags, schlug seine Entschindungsstunde. Er ist damals, im historischen Gcksalon am Dalihausplatz, dem Bundeskanzler gegenübe rgefeffen. Unten tobten die ton jahrelanger Klassenkampftaktik, b. h. Bür- gerkriegshehe Original Otto Dauerscher Prägung. wildgemachten Pöbelhorben. Keiner von den Hunberttauienben. die ba auf der Straße waren und Menschenjagd auf Wachleute veranstalteten, wußte, um was es eigentlich ginge. Otto Dauer allein wußte es: um die Macht int «Staate. Roch konkreter ausgedrückt: um die Kanzlerschaft des Herrn Dr. Otto Dauer, der mm den Moment für gekommen hielt, «Seipel cbenfo energisch wie unhöflich aufjuforbem. geräuschlos in der Versenkung zu verschwinden. Unbegreislich. daß dieser fromme Priester es wagte, den Desehlen des Ponttfer Maximus zu trotzen und ganz auf eigene Faust Oesterreich zu retten. Unbegreiflich — aber Tatsache! Seipel sagte lächelnd „Rein!" Und um halb einS war Otto DauerS Königstraum audgeträumt. Seitdem hat er seinen Knacks weg. Seitdem meutern sie in der eigenen Partei gegen sein Kommando Seitdem führt er bas Leben des ewigen Prätendenten, der sich allmählich mit der Tatsache abfinden muh. daß sein Reich nicht wiederkehrt. AuS dem Kronprinzen des Austromarxismus i st ein Herzog von Orleans geworden. Roch immer hält er die konkurrenzlos besten Reden in Oesterreich. Rur schabe, bah man nicht mehr recht zuhört. Der Doppeladler. Der eine heißt Max und der andere - nicht Moritz, sondern Fritz. Beide sind im Nebenberuf große «Schriftgelehrte vor dem Herrn. Max schreibt soziologische Wälzer und Fritz physikalische Erkenntnisbücher. Außerdem hat er den Grafen StürgBj erschossen. Infolgedessen wurde er nach dem Umsturz an die Spttze der Partei berufen, in der man einen wilden Mann gebraucht hat. Und zwar vor allem, um die inS Kochen geratene Volksseele durch daS leuchtende Beispiel eines polittfchen Attentäters, der nun auch ein guter Bürger der jungen Republik wurde zu beruhigen. Eine Aufgabe, deren jrin sich in den allerersten Rachknegsiahrsn glänzend entledigte. Worauf er nach Amsterdam abgehoben wurde. Deim auf die Dauer duldete Herr Dr. Dauer keine Götter neben sich. Fritz Adler .ft der mildeste Attentäter aller Zeiten. Er besteht aus lauter menschlicher Seele und sozialem Gewissen und könnte keiner '.Fliege ein Leid antun Schließlich, kailerlich-königliche Ministerpräsidenten find ja auch keine Fliegen ... Unterschiede müssen gewahrt bleiben. Er hat etwas vom Rarren in Ehr.sto. Lange, wirre Haarsträhnen hängen tief in die zergrübelt» Stirn Geht er spazieren, hält er loittoäbrcnb halblaute Selbstgespräche. Aber er geht gar nicht n 5 tion, ba* ibn über die Kärntnerstraße hetzt Oder vielmehr: gehetzt hat. Denn jetzt erscheint er in Wien nur mehr als Fremder von Distinktion Leinen Wohnsitz hat er in Amsterdam ausgeschlagen, wo er bi« Geschäfte >. r Internationale besorgt, und zugleich in London, wo er Hendersons außenpolitisch« Reden schreibt. Tragische Ironie der einzige austrvmarristische Führer, dem es wirklich um etwas anderes ging. alS um die Karriere, ist zugleich der einzige, der wirklich Karriere gemacht hat. Tragisch ist diese Ironie freilich für bi« anderen. Für Detter Mar. richtiger: Ramensvetter Max zum Beispiel. Hier erstickt exner in der Enge Wiener Kaffeehäuser, der zweifellos berufen wäre. Karl Marr' schon etwa- ramponiertes wissenschaftliches R>erk neu auf Glanz herzurichten. Iahrelang. jahrzehntelang war Max Adler der ewige Privatdozent ohne Hörer, da die jungen Herren, die die Wiener Universität bevölkern, mehr Interesse für Leibesübungen und Dierkomment nach ihren Pflichtvorlesungen zeigen, als für Herrn Adlers wissenschaftliche Fundierung der Dürgerkriegtheorie. Aus dem auch nicht mehr ungewöhnlichen Wege deS Äub- handels wurde der ewige Privatbozent dann mit einem Lehrauftrag und, was noch ent- scheibender sein mag. mit einer ausgiebigen Dotation für seine . Forschungen" bedacht Ietzt fehlt ihm eigentlich nichts mehr alS bas bißchen Weltruhm, ba» er freilich schmerzhaft vermißt. Wer sich nachmittags in ein bekanntes Wiener Stadtcafe verirrt, in dem pensionierte Schachspieler und beschäftigungslose Dozenten Haufen, fann hören, wie ein verbitterter aller Mann mit dem Oberkellner giftig über diesen verdammten internationalen Sozialismus räf saniert. der so gar keine Lust hat, sich von ihm neuen herrlichen Zeiten entgegenführen zu lasien. Sie hessischen AusstihrunMesiimmunaen zum Amneftieaeseh. Das vom Reichstag am 14. Iuli beschlossene Gesetz über Straffreiheit ist am 16. Iuli im Rerchsgesetzblatt verkündet worden und am 17. Iuli in Kraft getreten. Mit Erlaß vom 16. Iul-i hat der hessisch« Iustizministee die Strafversolgungs- und Strafvollstreckungsbehörden angewiesen, für bl« schleunige Durchführung de» Gesetzes Sorge zu tragen und unverzüglich zu prüfen, welch« Verfahren unter den Straferlaß, die Einstellung und die Strafmilderung fallen. Dl« Anfechtung einer gerichtlichen Entscheidung, durch die auf Grund des Gesetzes Straferlaß, Einstellung des Verfahrens ober Strafmilberung festgestellt wird, darf nur mit Zustimmung des Iusttzministers durchgeführt werden. Von d er über die Anwendbarkeit des Gesetzes getroffenen Entscheidung ist bet Beschuldigte ober der Verurteilte, sofern ihm nicht eine hierüber ergangene gerichtlich« Entscheidung zugestellt werden muß, durch die E tras verf olgungs- ober S tras voll st reckungsbe- hörde in Kenntnis zu setzen. Di« Tilgung der Strafvermer'e im Strafregister ist gleichzeit.g mit der Feststellung des Straferlasies herbei- zuführen. Iäger muß wissen, daß auf dem Wasser ab- prallende Schrote, die fogenannten Riloschett- schüsse, einen Weg nehmen können, den man vorher nicht vermutet. Immer wieder denk« man an die alte Weidmannsregel: „Eine geladene Flinte drückt der Zufall ab!“ Doch von einem Abendanstand auf Wildenten will ich erzählen. Es war Ende Iuli in den Hundstagen nach einem sehr heißen Tage, als ich kurz vor Sonnenaufgang mit meinem braven Rimrvd hinauswanderte nach einem großen abgebauten Torf loch, um mich dort auf den Entenfall anzustellen Die Sonne neigt sich zur Rüste. Trotzdem ist es noch drückend warm und über den abgeernteten Stoppelfeldern, auf denen zum Teil der Pflug schon wieder vorbereitende Furchen gezogen hat, flimmert es in dem sinkenden Sonnenlicht von brütender Hitze. Schwüle und Staub. Die Arbeit ruht fast überall und nur der reichliche Blumenflor, mit dem der Iunker Sommer Auen, Wiesen und Heid« bestickt hat, belebt die Ratur mit bunter Pracht. Plötzlich steht mein Rimrvd etwa 40 Schritt vor mir in einem blühenden Kartoffelfeld. Ich pfeife ihn ab, und gleich danach streicht ein Voll Feldhühner heraus. Sin starkes Gelege, 14 Stück, die alte Herrn« voran und die Iungen. tote kleine Wvllknäule .tropfenweise hinterher. Aber toerm die Iungen auch noch Hein, so sind sie doch schon vollkommen flügge: in vier Wochen zu Begtnn der Rebhühnerjagd werden sie gerade jagdreif fein. Weiter schreitend, führt mich mein Weg durch einen Dusch mit schlagfähtgem Mischwald. Im dürren Laub kraspeln und rascheln die Rötelmäuse, eine Drauracke läßt ihr tropisches Federkleid in den Strahlen der unterge&cnben Abendsonne leuchten und ein Eichhorn gleitet schwingend über die grüngolden glühenden Schirme der Fuhrenkronen. Dei dem alten Tors loch angekommen, suche ich mir meinen Stand in einem dichten Weidenbusch und stecke meine kurze Iagdpfeise in Brand, denn die «Knitzen und Stechmücken sind ganz scheußlich lästig und blutgierig. Roch bin ich mit meiner Pfeife beschäfttgt. da höre ich. wie mit etlch, risch am moorigen Wasserrande zwei Bekassinen aufstehen und im Zickzackzuge obstreichen. Ich funke zweimal hinterher, aber nur eine kippt und fällt Mein braver Kurzhaariger hat gut aufgepaht und bringt mir den Schnepfenvogel. Ra, immerhin wenigstens ein Anfang. In purpurnem Violett verlöschen jetzt die letzten «Strahlen des sinkenden Tagesgestirns. Wie «ine mächtige rosen- goldene Feuerkugel von geheimer Urkraft ist der Sonneball am Horizont verschwunden, und nur noch die leuchtenden Farbentöne und opalisierenden Reflexe schmücken die benachbarten Wollenkulissen und entzücken das vor Schönheit fast trunfene Jäger äuge. Es ist wie der Hauch von einer machtvollen Ewigkeit, dieses wunderbare. erhebende Raturschau spiel. Roch stehe ich versunken und benommen von soviel Raturpracht und ctTuigartigcr Schönheit Eine Eumpfohreule gaukelt in seltsamen Kunstflügen über den noch im rötlichen Licht strahlenden Abendhimmel. Da höre ich das eigentümliche, pfeifende, schwer nachzuahmende Geräusch streichender Enten unb gleich danach erkenne ich fünf Stockenten, die nach pfeilschnellem Gleitslug mit lautem Klatschen mitten auf dem Tors loch einfallen, an dem ich stehe. Schon habe ich meinen Zwilling angepackt und schieße zweimal auf die eingefallenen Enten. Ich sehe, wie zwei Enten nach dein letzten Schuß sofort wieder hoch werden unb in dem nahen Rohrgürtel verschwinden. Dann lasse ich meinen Rimrvd. der vor Iagdeiser nur auf einen Zuruf wartet, apportieren. Racheinander bringt er mir zwei wundervolle Stockenten, dabei einen Erpel mit vier schwarzgelockten Federn im Stoß, die ich schleunigst raube und an meinen Hut stecke. Die fünfte Ente ist wahrscheinlich angefchvsfen und hat fich gedrückt. Doch zur Rachsuche darf jetzt keine Zeit verwendet werden, sonst bekomme ich heute nichts mehr von Wildenten vor die Flinte. Richt lange brauche ich zu stehen, dann höre ich wieder das eigene Pfeilen nahender Enten. Hoch über mir streichen drei kleine Kricken, und ich mache wieder zweimal Dampf auf sie. Aber obschon gerade spitz von hinten in den weichen Flaum der Wildenten ein recht günstiger Schuß ist, zeichnet keine von ihnen und ich habe sie offenbar glatt vorbei geschossen. Die Ente äugt selbst aus großer Höhe ganz außerordentlich scharf und gilt auch ^onstalS vorsichtig und sehr heimlich. Rach dem Schuß taucht sie, wenn sie sich auf dem Waller befindet, gewöhnlich sofort, schwimmt lange Strecken unter Wasser, oder fo, daß sich nur die Schnabel- spitze übet Wasser befindet, und drückt sich dann, wenn irgend möglich gern in das Rohr, Schilf, oder auch in das Dulchwerk am User. Run warte ich wohl eine halbe Stunde, ohne daß fich ein schießbares Wasserwild zeigt. Es wird stiller, die Schatten werden länger, die pastellsatbigen, rot, qrun und blau getönten Lichter am fernen Horizont verblassen unb wandeln sich allmählich in das nächtliche Grau. Ab und zu noch zeigen sich junge Wasserhühner und Taucher auf dem vor mir liegenden, wie mit einer grünen Patina überzogen'n Wasser, ein nimmermüder Rohrsperling schwatzt noch im Schlls, und die Frösche musizieren so fortissimo, daß man angespannt horchen muß, um auch andere Geräusche wahrzunehmen. Ietzt endlich höre ich wieder daS leise flatternde Pseifsen. Eine eiruelne Ente will .ratschend" am ien- feiligen Rande des Torfloches einfallen, doch kurz bevor sie den Wasserspiegel berührt hat. saßt sie mein Dlei hart an. Ich sehe, sie verendet auf dem mit Wasserlinsen dicht bedeckten dunklen Wasser liegen, schon ist mein Rimrvd unterwegs und bringt mir einen sehr starken, schweren Enten Vogel. Doch nach dem gelbgrünen .Löffel" 'Schnabel) und den braungelben „Rudern" (Füßen) zu urteilen, ist die Ente mindestens zweijährig und daher für die Küche weniger geeignet. Es ist eine Eigentümlichkeit der älteren Wildenten, daß sie leicht etwas tranig schmecken, darum gchöien diese besser in den Kochtopf. alS in die Bratpfanne. Run laste ich den Hund noch nach der vermeintlich angeschossenen Ente aus dem ersten Schoos, der mir heute abend kam, suchen, doch leider ohne den gewünschten Erfolg. Es ist dunkel geworden, daS Düchsenlicht ist vorbei, und befriedigt mit meinen drei Enten- vvgeln und einer Bekassine an dem Galgen meiner Iagdtasche trete ich den Heimweg an. Eine berauschend schone Sommernacht breitet ihren schwärzlichen silberverbrämten Samtmantel über Wald und Flur. Don weit her schwingt das eintönige „Stlurffen“ der großen Rohrdommel zu mir herüber, die Rachtschwalben, niedrig übet Die Wiesen streichend, suchen sich ihre Aesung^ und drüben von der Eichenschonung her ,schmält" ein Reh. Ich nähere mich dem Weichbilde meines stillen friedlichen Heimatortes. Seine toohllg anheimelnde nächtliche Ruhe umfängt mich wie ein immer liebevoller, schützender Mutterarm. Die vielen kleinen Blumengärten versenden heute ihr« märchenhaften Düste in verschwenderischer, üppiger Fülle. Der brave Rimrod hat meine An« nmft bereits gemeldet und von dem Erkerienstev meines Baues winkt mir eine liebevolle Frauen« Hand den Willkommengruß. SrunbilemlegunoberneaenSuiertulofe^eiifiaile Reicher Flaggenschmuck in den Reichs» und den hel'i'cl-en öandeskarben kündete gestern mittag auf dem Barclay Der neuen Heilstä tte für Tuberkulose der otzeren Lust- Wege ein restliches Ereignis S« galt, die Grundsteinlegung zu dem neuen Bau, über den wir gestern bereits Räheres berichteten, zu vollziehen. Zu diesem feierlichen Akt der» sammelten «ich um 11 Uhr Vertreter der Regierung und deS Landtage-, zahlreiche Angehörige des Lehrkörper- der Universität, die Spitzen der Stadt- und der Militärbehörde, sowie eine Anzahl geladener Herren auf der Baustelle. Unsere Gießener Militärkapelle unter der Leitung des Otcrmusikmeisters L ö b e r leitete die eindrucksvolle Feier ein mit dem Spiele „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Danach hielt der Vorsitzende des Hess. Landesverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) Präsident Dr. h. c. Reumann die Weiherede, in der er u. a. sagte: Seit einigen Wochen wird hier auf diesem Grundstück eine rege Tätigkeit entfaltet. Fleißige Arbeiterhände haben den Grund au-gehoben und die Fundamente für ein neues Haus gelegt. Dieses ist bereits über hen Erdboden gewachsen, und sein Umfang zeigt, welche stattliche Größe es ein» nehmen wird. Dietern neuen Haus soll heute ein Gedenkstein einverleibt und mit ihm Dokumente vermauert werden, die einer späteren, hoffentlich sehr späten Generation Zeugnis ablegen sollen von dem. was hier in Deutschlands schwerster Zeit geschaffen worden ist. Diese Heilstätte soll ein neues Institut werden zur Bekämpfung einer der schlimmsten Seuchen. Die wir kennen, Der Tuberkulose. Während wir schon Heilstätten für Tuberkulose der Haut und der Lungen haben, fehlte unS bis jetzt eine Heilstätte für Tuberkulose Der Schleimhäute, deS Rachens und he3 Kehlkopfes. Dos 23er* langen nach einer solchen Heilstätte ist außer- ordentlich grob, und die Forderung danach geht weit zurück. Bereits im Jahre 1916 hat Prof. Dr v. Sicken in Gießen die Anregung gegeben, eine solche Heilstätte zu schaffen. Dem hessischen Staate war es damals aus Mangel an Mitteln nicht möglich, Der Anregung Folge geben zu können. 2m Jahre 1920 hat dann Prof. Dr. v E i ck e n feine Forderung nach einer solchen Heilstätte wiederholt, der Gedanke fiel diesmal auf günstigeren Boden, Pläne wurden ausgearbeitet, ober die Inflation machte Deren Durchführung unmöglich. Dann kamen andere dringende Aufgaben, Die zur Zurückstellung dieses Bauplanes zwangen, und nachdem wir auch diesen dringenden Ausgaben genügt haben, sind wir an die Schaffung dieser Heilstätte für Tuberkulose Der oberen Luftwege herangetreten. Durch diesen Dau soll späteren Generationen Kenntnis gegeben werden von dem, was Die heutige Zeit getan hat und tut für ihre Kranken: das soll geschehen durch Die R Überlegung einer Urkunde, in Der berichtet wird, wie Der Dau dieser Heilstätte zustande gekommen ist. Der Redner verlas hieraus Den Wortlaut Der GrunDstein-Ur- knnde, in Der In großen Zügen Die Gntstehungs- aelchichte deS Baues — über Die wir in unserem gestrigen Artikel bereit- berichteten — geschildert wird Die Urkunde ist vollzogen von dcm Vorsitzenden deS Heilstättenverein- Präsident Dr. h. c. Reumann, Staatspräsident Adelung, Minister deS Innern Leuschner. Se Maantsizenz Den Rektor Der Landesuniversität Prof. Dr. Rosenberg, Oberbürgermeister Dri. h.c, Keller, Den Direktor Der Heilstätte Pr^f Dr. Brüggemann unD Den Schöpfer he< Bauentwurfs und Bauleiter Architekt Baurat Hans Meyer, Gtcßen. Präsident Dr. Reu* männ übergab nun die Urkunde an den bauleitenden Architekten Daurat Meyer, her sie in Gemeinschaft mit den in unserem gestrigen Artikel bereits erwähnten Beigaben in die Grund- steinkassettc verpackte und diese Dann, während die Militärkapelle Die feierlichen Klänge des EhoralS „ßobe Den Herren" ertönen lieh, verlöten ließ Darauf wurde die Kassette versenkt, Die schwere Steinplatte Darüber befestigt, unD Dann vollzog Präsident Dr. h.c. Reumann Die feierliche Grundsteinlegung mit drei Hammer- schiägen und Den Worten: ..Dem Kranken zum Heile, Dem Forscher zum Ratzen. Dem Lande zum Segen." Sine Ranksurirr Afrika-Expedition. Die neunte Deutsche innerafrikanische For- schungSerpedttion wird am 28. Juli mit dem Dampfer ..Toledo" unter Führung des Leiters des Forschungsinstitut« für Kulturmorphologie Frankfurt a. M . Gehe im rat Frobenius die Ausreise antreten, und zwar führt Der Weg über Hamburg. Rotterdam, Southampton, Las PatmaS. Walsischbai. Kapstadt, Druban, Pretoria. ES wird also Der Wcst'veg nach Afrika ctnqcfdifagen. Hier In Pretoria begibt sich ein Xeil Der ErpeditionSmitglieder nach Süden, um na-s Ministerialdirektor Spanier überbrachte alS Rer'teier der hessischen R e - g ; e r u n g dem Heilftättenverein herzliche Glückwünsche zu dem neuen Werke seiner Tätigkeit und Dank für ferne hervorragenden Bemühungen im Dienste der leidenden Menschheit. Der Redner wies dann u. a auf die in den damaligen Verhältnissen begründete Unzulänglich- kc.t der Tuberkulosebekämpsung früherer Zeiten bin und stellte demgegenüber in kurzen, treffenden Worten die außerordentlich erfolgreiche For- fchungS- und Heiltätigkeit auf diesem Gebiete in der neueren Zeit heraus. In der deutschen Heilstättenbewegung, die einen außerordentlichen Ausschwung genommen habe, stehe der Hessische Heilstättenverein mit ar. der Spitze. Als ein besonders glücklicher Gedanke sei cs zu bezeichnen, daß auch in dieser neuen Heilstätte des Vereins eine Verbindung mit den Universitätskliniken gegeben fei. Von dieser Verbindung zwischen Universität und Heilstätte werde für die Allgemeinheit in hohem Maße Ruhen gestiftet werden. Die hessische Regierung begrüße die Schaffung dieser neuen Heilstätte mit besonderer Freude und hoffe und wünsche, daß dieser Bau sich zu segensreicher Arbeit im Dienste der Tuberkulosekranken entwickele. Der Redner schloß mit den Worten- „Mögest du, stolzer Bau, und mögen alle darin Tätigen sich stets erweisen als erfolgreiche Streiter im Kampfe mit dein Todseind der Menschheit." Dazu tat der Redner die drei Hammerschlage. Sc. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversitäl Professor Dr. Rosenberg gab der Freude und dem Danke der U n i v e r s i t ä t für diese neue Heilstätte Ausdruck. Mit diesem Bau schenke der Hessische Landesverband zur Bekämpfung Der Tuberkulose der deutschen Wissenschaft eine eigen- artiae und einzigartige Forschungsstätte, bei der es die Universität mit besonderem Danke vermerke, daß dieses Institut mit der Universität durch Personalunion in Der Person des Direktors Professor Dr. Brüggemann, des Leiters Der Universitäts- Ohren , Aasen- und Haksklinik und Direktors dieser neuen Heilstätte, verbunden fein werde und dadurch auch Der missenfthoftlichen Lehre dienstbar gemacht werden könne. Groß und schön sei die Aufgabe, die sich Der Hessische Heilstättenverein hier gesetzt habe im Kampfe gegen die Tuberkulose. Zu den drei Hammerschlägen fügte Der Rebner als Wunsch der Universität folgende Worte hinzu: „So möge die neue Heilstätte, der Forschung gewidmet und der Lehre dienend, wirken zum Ruhme der Hessischen Landes- iininerfität, zum Preis der deutschen Wissenschaft und zum Wohle der leidenden Menschheit." Oberbürgermeister Dr. Keller (Gießen) überbrachte die herzlichen Glückwünsche unserer Stadt mit folgenden Worten: Die Wohlfahrt des deutschen Volkes! Das ist der Schlüssel zum Verständnis der Feier, die wir heute begehen. Wir legen den Grundstein und stehen am Anfang. lieber federn Anfang aber leuchtet Der Gedanke Ihn will ich ehren und sagen: Der Mann der Praxis, aus hoher Warte sozialer Erkenntnis stehend. Der Mann der Wissenschaft, weithin anertannt und bewährt als Forscher und Arzt, sie beide sind Die Träger des Gedankens, Der, zur Tat gereist, neuen Erfolgen entgegensühren soll. Reumann und Brüggemann, diese Ramen werden klingen und dauern solange die Heilstätte ihre segen-vollen Wirkungen üben wird. Darum toill ich im Ramen der Stadt Gießen Drei Hammerschläge hoff- nungSfroh vollziehen mit den Worten: Mit Reumann und Brüggemann allezeit voran! Der Prodekan der Medizinischen Fakultät Profesjor Dr. 3efj überbrachte die Wünsche der Fakultät mit den Wollen „Das Wohl des Kranken sei das höchste Gesetz". Professor Dr. Brüggemann, Direktor Der Ohren. Rasen- und Halsklinik und künftiger Leiter der hellstätle sagte u. a.: Als zukünftiger ärztlicher Leiter der Hoilstättc möchte auch ich meine große Freude darüber aussprechen, daß wir heute die Grundsteinlegung zu diesem Bau feierlich begehen können. Als mein hochverehrter Lehrer und Vorgänger, Professor Dr. o. Eicken schon vor dem Stiege Den Plan einer Heilstätte für Tuberkulose Der oberen Kongogel setes, die vorgesehen war, mußte leider aus politischen Gründen unterbleiben. Ts war naturgemäß besonders interessant, etwa- über Die Expeditionsvorbereitungen, so S- V. über die Kosten und über all das, was acht Forscher unD Forscherinnen an Gepäck und notwendigem Forschung-material mitnehmen miiilen, zu erfahren. Die Kosten dieser neunten wissenschaftlichen Expedition, die Professor Fro- beniuS unternimmt - die achte im Jahre 1926 führte nach Ober-Aegypten und Rubien, die siebente während des Krieges 1914 15 nach Abessinien , schätzt der Forscher auf ungefähr 150 000 Mark, die von der Rotgemcinschaft der deutschen Wissenschast und Dem Auswärtigen Rmt, sowie der Stadt Frankfurt a. RI. aufgebracht werden. Besonder« dankbar sprachen sich daS Afrikaarchiv unD sämtliche Teilnehmer der Lkpedition über die großzügige Opferfreudig» kett und Hilf-bereitschaft der deutschen Industrie aus, die sehr viel de- benötigten Material-, daS öle Afrikaforscher brauchen, zur Dersügung gestellt haben. In etwa 150 großen Kisten und Koffern wird all da« untergebracht. was die Expedition nach Afrika mitnimmt. In malerischem Durcheinander lieht man in den weiten Räumen der oberen Stockwerke des Frankfurter BundeS- palais, das das Atrikaacchiv beherbergt, alles ausaespeichert. wa- Den Teilnehmern bat Leben jn der Wildnis der Tropen und die Arbeit da- fclbst erleichtern soll. Reben der persönlichen Ausrüstuna. BettgesleNe mit Moslitonetzen. Waschgeräten au- imprägnierter Leinwand Hängematten. Zelte. Stühle, Lampen. Windlich. ier. photographische Kamera- und Kinoapparate ganze Wagenladungen von Zeichen- und Schretb- matetial in Blockform, Bleistifte, Farben Pinsel ferner Lebensmittel aller Art wie Konserven' Tabak Alkohol, auch tzaulspiritu«, ausreichend Medikamente und Prophylaktika. Verband»- material und ähnliches. Sin 'ehr wichtige« Kapitel bilden die Tausch- a r t i t c l. die im Verkehr mit der eingeborenen Bevölkerung wertvollste Dienste zu leisten b«. stimmt lind. Di« Räume In denen diele Xauf> starken Beluchs aus nab und fern. Sehr ^hig wurde vor allem der Pendelverkehr benutzt, den bte Wetterlalbahn eingerichtet hatte Was in dem großen AuSstel- lungsraum geboten wurde, war von bezaubernder ecb/ntyzit und stellt dem Fleiß und der Lctstungs- fäb'akeit der Steinsur'.her Züchter das glänzendste /Zeugnis aus- 3n allen Farben waren alle nur denkbaren Sorten der Königin der Blumen auf ben Ausstellung»- und Berkau!»ständen erschienen. Sehr geschmackvoll war die Anordnung der auweflcllten Rosen. Besonders eindrucksvoll wirkten Die herrlichenRofenpyramiden in derMitte und tn ben Öden de» Saales Die Roseitschau hat erneut bewiesen, baß die Steinsurther Rosenkulturen in jeder Hinsicht auf der HS he sind, und daß die Dezirttgruppe Steinfurth im Landes verband Hes^n-Darm- stabt des Reichsvcrvankel des deutschen Gartenbaues sich alle Mühe gibt, den guten Rus unsere» Rosenortes behaupten zu helfen. Eine seltene Schönheit bieten zur Zeit unsere Felder, in denen etwa 300 Morgen mit Rosen bepflanzt sind. Es ist ein besonderer Genuß, auf der Höhe de» Jahres durch unsere De narkung zu wandern und sich zu erfreuen an der natürlichen Pracht der duftenden, vielfarbigen Rosenäcker. Landkreis Gieften. berg. Marburg. mü 178 njLJt den 1 Pr Otto Tula. Marburg mit 155 Ringer.. den 2. Pr. Oberförster Dali- mer. Deilbura. mit 127 Rrngen. ben 3 Pv Tövilter H vch ft Glafetd-Ge^Swerd nut 113 AA ?m Schnell,euer: l.Jji 9 e - o r g. Gießen, 2 Pr. Tula. Marburg. 3 Pr Appel Gießen. (7 Bewerber' sest- Hheihe: 100 Meter 1. Prers Georg Metb- hn» Oid) 2. Pr Aeim Werneck. Marburg. hurtstag. _ t Grünberg. 18. Juli. Wenn man mer mittag» zu den l-älhrzügen an die Bahn kommt, dann findet man. hauptsächlich durch die zah! reichen Schüler und Schülerinnen der hiesigen Oberrealschule, die ihrer Heimat zustrcben. Gang und Wartesaal des Bahnhofs überfüllt und auf dem Vatrnd-'S^lay unter ben Schatten der Linde Dutzende von Schülern auf der Grd? sitzen und liegen. Roch im vorigen Jahr standen drei starke Bänke von Gußeisen und Eichenholz unter der Linde Falls sie abgängig geworden linb, sollte doch die Reichsbahn, die ben jinanzieUen Vorteil von dem starken Verkehr hat. für Ersatz sorgen. L i ch. 18. Juti Am Sonntag trafen sich de .Sechzig» r" unseres Städtchens zu ernster Gedenk- und froher Wiedersehens- feier. Von nah und fern waren die alten Lchullameraden und Kamera dinnt herbrigeerlt, um ihre Erinnerungen an Heimat und Jugend auszutauschen Der Tag wurde mit einem gemeinsamen K i r chg ang emfleleitet. Im Gottesdienst wirkte der Posaunenchor mit, Stitts- dechant Kahn predigte an Hand bei sonntäglichen Epistel über die H-ilige Taufe. Rach dem Gottesdienst sand unter Mitwirkung des Po- saunenchorö eine Gedächtnisfeier au, dem Fr iedhof statt, auch des einstigen Kon- ,Irma tote wurde gedacht Der Rachmittag einte dann die in gro .e. <5aßl herbeigegangenen .Sechziger" bei fröhlicher Fei r. manches schöne Wort wurde gesprochen und manche Erinnerung wieder au*gcfn'd)t Mit dem Wunsche, bah in zehn Jahren noch recht viele sich wieder zw. „Sieb- Aigetfeier" teeffen tönnen. schloh die in allen Zeilen schön verlaufene Frier. • Lich. 18. Juli Am Dienstag sand im Gebäude des Lanbwirkjchastsanttes ein Auv- bildungsturfuö für die Vertrauensleute vom Hess Pflanzenschutz Dienst des Bezirks Lich statt, zu dem 9 eingeladene Vertrauensleute — ehemalige landw. Schüler — erschienen waren. Direktor Dr. Lehr erösfnele ben Kursus mit einem kurzen Hinweis auf die Wichtigkeit des Pslanzenschutzbienste» unb machte die V-rirauenSleuie dann mit den ihnen obliegenden Ausgaben vertraut. Um ihre 2Luf- fabe brausten in brr Praxis voll auSübcn zu önnen. müssen die DerfrauenSleutc in erster Linie mit ben Krankheiten unb Beschädigungen der lanbwirt'chastlichcn 5dulturpslanzen vertraut sein, wozu sie vor allen Dingen tn her Erkennung unb Feststellung solcher Erkrankungen unb Beschädigungen gut ausgebildet sein müssen. Deshalb wurden die Vertrauensleute mit den wichtigsten Krankheiten unb Beschäbigungcn unserer Getreibearte.i, der Hackfrüchte und aud) des Obstbaues bekannt gemacht. In vortresf- l-.cher Weife wurde diese Ausbildung durch ent- tprechevDe Lichtbilder und schöne Präparate unterstützt. Ein Gang durch einige Fluren der Ge- martung Lich. wvbe^ man sich im praktischen Pslanzenschahdienst übte, be chlon den KurluS. < Holzheim. 18. Juli. Gestern abend brach bei dem hiesigen Landwirt unb oattlernieifter Heinr. YDlartln Zf u hl Feuer aus. Das Seegras- unb Kapoklager, das sich über der Werlstätte befand, harte 'ich wahrscheinlich durch die enorme Sonnenglut selber entzündet Durch josortiges tat kräftiges Eingreifen der hiesigen Feuerwehr mit beiben Spritzen tonnte bas Feuer auf feinen Herd beschränkt und die weitere Ausbreitung verhütet werden. kreis Zricdbera- WSN. Friedberg, 18. Juli. Eine Radlerin aus Wölfersheim wurde hier gestern morgen in der Nähe des Burgeingangs von einem Auto angefahren unb erlitt dabei erhebliche Kopfverletzungen. Wer die Schuld an dem Unfall trägt, ist noch nicht festgcstellt. • Friedberg. 18. Juli. Hebet bie Arbeitsmarktlage ist folgenbe» zu berichten: Jn her ersten 3ultbälftc hat sich baS Dilb bes Ardeiismarltes im Bezirk bes Arbeitsamtes Friedberg-Bübingen nicht verändert. Es sind einerseits etwa 200 Erwerbslose in Arbeit v-rmitteU wvrdcn, andererseits aber fast dieselbe Fahl ^leuanmelbungen entlassener Leute eingegangen. Infolgedessen ist die Zahl der Un- tcrstühungsempsänger f a ft unverändert. Sie betrug im Kreis Friedberg 697. Im Kreis Büdingen 129, zusammen 826 Empfänger von Arbeitslosenunterstützung. Zu ihnen treten noch 22 KrisenunterstÜtzungskmpfänger. Ausgesteuert wurden am 1. Juli nur 3 Personen, obgleich mit diesem Zeitpunkt die Heberganasbestim- mungen. bte ben früheren Srweroslosenunter- stützungscmpsänger Den Leistungen der Arbeitslosenunterstützung gleichsctzten. auher Kraft traten. Rur 3 Per'onen muhten die'erhalb ausscheiden. OO Älein-Clnbcn, 18. Juli. Der '.h o i f f e i | e n • B t r t i n konnte in den logen (eine neu erbauten Geschäftsräume Kirchstraste beziehen. T Ullendorf a b. Lahn . 18. Juli, f c ne» Wälbchen an her Straße nach Linden zu ist gegenwärtig bas Ziel Beerensucher aus unserem Dorfe und aus den Rachbarorten. Jeden Zag sieht man ganze Scharen Kinder und auch größere Mädchen mit dlmetdieii und Tbpsen, gefüllt mit Himbeeren, den Wald verlassen. Infolge der günstigen Witterung der letzten Wochen sind die Beeren rascher al» erwartet zur Reife gelangt. An trockenen Stellen find allerdings viele infolge der austerordentlich großen Hitze der letzten Tage vertrocknet. Für das Pfund Beeren, die namentlich zu Gelee und Herstellung von Saft Verwendung finden, werden 50 bis 70 Pf. bezahlt. • Kesselbach, 19. Juli. Am 20. Juli begeht Frau Oberbahnaisiftent Johanna Meis- singer, geb Lbber «eine alte Gießenerlnl in Anwesenheit chrer Kinder von nah und fern, bei noch sehr guter Rüstigkeit ihren 75. Gebot. Lich 2. Pr H 3 *t Heinr. Müller jr. Schotten US jnc- ter 1 Prei» Eduard Schramm Herborn. 2. Pr' Albert Morgenschweih D^vach. 3 «r Hugo Magnus. Herborn. 300 Meter 1. «r Dr. Schütz. Herborn mit 36 Arngen. 2 Pr Ehriftian Zag Homburg, mit 34 Htn- wtv. 3 Pr August Mangold. Warburg, mit £ Rrngen Festlcheibe mit Lorenzzeweb^ 1 Preis Heinrich V e t tc r. Marburg, mu 28 Ringen 100 Meter Meisterlchcibe^ 1 Preis Heinrich Diehl Kirchhain, mit 36 Am-en. 175 Meier Meistsischeibe L drei» Hem^w Vetter. Marburg, mit 58 Hingen. 3M Tlder Meistertchcibe 1. Preis Willy Hahn, Lich. mii 55 Ringen Mei'terscheibe mit Lorenzge- wehr 1 Preis Ludwig S ch m l d t. Friedrich»- bori mit ‘3 Ringen Mldstand-Meister: 1 Preis Emil Mandler. Wetzlar, «it 3l Rfnaon Insgesamt Ammern blteb dieses Preis'chiehen kxS keineswegs hinter den wird, und die notwendige Reklame für Lauterbach al» Lustkurort unb Sommerfrische in bie Wege zu leiten. Für diese Ausgabe soll die DeriehrSiommission entsprechende Vorschläge machen, insbesondere soll sie mit der Bevölke- rimg wegen Bereitstellung von mbMleiten Zimmern in Verbindung treten, da die hiestg-n Hotels und Gasthbsen leider nicht in bei Lage linb, allein bie notwendigen Zimmer zur Der- (ugung zu stellen Al» Rnlame für da» Freibad und kxtmit auch für die Stadt Lauterbach selbst wurde beschlossen, eine Auslage von 1 0000 Ansichtskarten von der Badeanstalt nach dem (Entwurf von der Firma Gustav Mandt in Lauterbach anfertigen au lassen la. Wallenrvd. 18. Juli. Am Montag ereignete sich auf dem hiesigen Sägewerk ein Idßtoerer Hnalückssall Der allseitig beliebte unb tüchtige Arbeiter Kraft kam ber Transmission zu nahe unb würbe von ihr ersaht. Dem Bedauernswert'.n wurde das Genick gebrochen. so dah der Tod sofort eintrat. Er war seit zwei J.ihren verbeiratei Auf der Witwe saftet der UnglückSfall um so schwerer, al» drei Tage vorher ihr Kind oeerdigt wurde. Rheinhessen. WSR Oppenheim 18. Juli Hier fand eine 3ufanimentunft zwischen Vertretern der Stadt, bei,'. Gau SüdheNen des Jugendbcrber.1»- terbandee und Vertretern der Gewertschaiten statt, die zu bem Ergebnis führte bah bie Errichtung einer Jugendherberge l n Oppenheim als gesichert gelten kann. Vermutlick) Wird sie auf bem Weinberg errichtet Werben, ber dem Rupprechistuvm gegcnübcrlicgt. Bisher hatte bie evangelische Qkmeinbe den männliche n Wanderern einen Raum in der Äatha- rinenschulc als Herberge zur Verfügung gestellt Aus Rheinhessen, 17. Juli. Die rheinhessischen Weinbe rge haben weniger unter ben Frühfahrsfröften gelitten. als bte be» Rhc nigaues und der Mosel- gegenben. Der Behang ist mittelmäßig bie Blütezeit ift günstig verlausen. Unter ber Einwirkung bvr heißen Julisonne entwickeln sich bie Trauben gut unb bk Weinberge haben ein gefinibe» Aussehen. Die verschiedenstLii Pilz- trankheiten, die Blatter unb Früchte m feuchtrn Jahren zu befallen pflegen, machen sich kauin bemerkbar. So wächst unter ben Winkern die Hoffnung in diesem Herbst wieder einmal einen .guten Tropfen einlegen zu können. Jn- iolge der anhaltenden Trockenheit, bie sich bereits auf einen längeren Zeitraum erstreckt, da Gewitter mit Regen nicht niebergmaen, macht sich Futtermittelknappheit bemerfbar. Der zweite Klee ist kaum hanbboch gewachscn unb blüht schon, so baß nur mit einem geringen Futiereitiag zu rechnen ist. Da kerne Wiesen vorhanden sind, ist dieser Ausfall an Klee schwerwiegend Demgegenüber zeigt das Getreide einen überaus prächtigen Stand. Man erinnert sich kaum eines Jahres, In dem die Hahn fruchte ein so vorzügliches Aussehen hatten. Preußen. jrreis Wetzlar. WER Wetzlar. 18. Juli. Gestern hat der jugendllchc Mechaniker Bcrghäuser einen Kaufmann der beim Baden von einem Kramps WSN. Weckc » hkim , 18. Juli. Gestern abend c r i r d n ! beim Baden im Wc . her der staatlichen fflrubc der etwa 15 Jahre alte Gymnasiast Rack. Rach einüünbigan Suchen konnte die Leiche geborgen werden. »rrie Büdingen. • Aidda 17. Juli. Heute wurde in Ober« Lais ein etwa 50 Jahre alter Arbeiter verhaltet v.nd in bc» hiesige Amtsgerichts- gefangnes eingeiteiert. Or hat schon mehrer- Frei- ycitsstraien verbüßt, barunter eine längere Zucht- bausstrafe. wegen tribernanirlitcr Unzucht. Run soll er sich L ieber be3 gleichen Verbrechens schul- big gemacht haben Der VerhastUe ist verheiratet unb Vater einer sehr großen Kinder'char w Bab Salzhausen, 18. Juli Die öffentliche Hanbelslehranstalt bet Inbustrie- und Handelskammer Friedberg stattete dieser Zage unter Führung von Divlam-Handelslehrer Phi- Besicht.gung de» Kauftnannserholung»deims. wobei Hausverwalter Gerock Führet war. ging es unter ber sachkundigen Führung von Ober- gärtner Becker von hier durch Park, Kurhaus unb Badchäuser zu den Quellen. Vorher hatten die Teilneymer. bie m.ttels Aukodu» von Frieb- berg aus bie Recke angetreten hatten, bie JB a - Pierfabrik Ober-Schmitten von W, u J. Mvufang A.-G besichtigt und bie Steinbrüche von Michelnau ausgesucht Jn Ribda würbe Aast gemacht. Wobei bas neue Mitglied des Schulvorstandes. Kreivdirektor Aechthien (Friedberg) durch Dr. Göbel begrüßt wurde In seiner Erwiderung richtete Äreiädircftot Rechtbien beherzigenswerte Worte an die Schüler unb betonte, baß er gleich seinem Vorgänger die Bestrebungen zur AuS- bi düng bet Juac.tb föcber.i werbe T Unter-WibberSheim. 18. Juli. Am Sonntag hielt bie hiesige einklassige Volksschule im nahegelegenen Gemeinbewalb ihr bieSjähriges Ougenbfefi ab, zu bem neben ber gesamten Einwohnerschaft auch zahlreiche Festgäste aus ben umlkgcnben Ortschaften erschienen waren. Eröfsnet wurde da» Fest durch einen Festzug mit einem Schüler-Trommler- unb Pseiferkorps an der Spitze Es folgte die Kränzchen und Sträuße Ttagstäbe Girlanden und Fahnen tragende Kinderschar. der sich alle Erwachsenen angeschlvssen hatten Rach Begrüßung durch einen Kinderchor unb einem mustergültig vorgetragenen Festspruch hielt Lehrer Hassin- g e r als Vorsitzender bes Schulvorstandes bie Festreb« Sic uottc einen geschichilichen unb vaterländischen Eha ratter, würdigte die Bedeutung des Iugenbseste» im Sinne einer modernen «Schulpflege unb war besonders auf den Hoden Wert der Schularbeit im Sinne der Volksgemeinschaft abgestimmt. Jn bunter Abwechslung folgten bann Gc?ichtvorlräge, Reigen bet unteren und oberen Jahrgänge. Blumenspiele. Turnspiele unb das Wetttaulen ber Knaben B-fonder» gefiel auch ein gut gespieltes Freilichttheaterstück ^Schneewittchen und die sieben Zwerge". Bei ben PreiSsPielen lSt angenlauten und Eiertragen) war jedem Kind Gelegenheit gegeben, ein Würstchen ober einen Weck zu erringen. Das ganze Fest, bas zum erstenmal In größerer Aufmachung gefeiert würbe, hat deutlich gezeigte Wer unserer Landbevölkerung die idealen Güter in anschaulicher Volkstümlichkeit vor Augen führt, hat es an seiner Seel« gepackt. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 18- Juli. 2» der jungsicn Sitzung de» Stadtvorstandes gab Bür- gcrmcifter Walz zunächst Kenntnis von den Verhandlungen mit dem U e b e t l a n d w e r k. wonach zum Anschluß des Elektrizitätsweiks nicht eine HochspannwlgSfreileitung, sondern ein Erdkabel zur Verwendung kommt. Besondere Kosten entstehen der Stadt durch diese Waßnabme nicht, da diese restlos vom Ueberlanbwerk getragen und auch bie für die Freileitung bereits angelieferten 2Eatciiahen vom Ueberlanbwerk übernommen werben. Rach ben weiteren Ausführungen de» Bürgermeisters ist damit au rechnen, baß der provisorische Anschluß an bas Ueberlanbwerk bis spätestens in brei Wochen vollzogen sein wirb, so daß mit diesem Augenblick wieder eine Reserve Im Elektvizitäts- wen vorhanden ist. - Der von der Oberforsterei vorgelegte Wirtschastsplan de» Waldes für 1929, wonach insgesamt etwa 730 Festmeter Holz zur Fällung kommen sollen, wurde genehmigt. — AlS wichtiger Punli der Tages- Möwe im Sturm. Vornan von Sophie Kloerft. 18 Fortsetzung Nachdruck verboten. 6> blieb nicht bei dem einen Mol. Gode-hemi arbeitete wie wild, um wenigstens zwei- ober brei mal im Monat bie Damen abends nasführen zu dürfen. Ob er tn der übrigen Zeit krumm liegen mußte, war ihm sehr gleichgültig. Die letzten zehn Jahre hatten ihn an Entbehrungen gewöhnt Und Marias arbeitsmüdes Gesicht aufleuchten zu sehen, wenn sie In einem seinen Lokal an zierlich gtbeef* tem Tisch faß. umschmeichelt oon einer süßen Musik, die nur so laut war, baß sie den Nerven ichmeichelle wie ein laues Bad. wenn gewandte Kellner, die an englische Lords erinnerten, die Speisen reichten und überall Blumen dufteten, unb elegante Menschen heiter zwischen den Tlschreihen binglngcn — das war jedes Opfer wert Obgleich sie einander hier ferner waren als während des Sommers in ben Bergen, wo sie wie Kameraden miteinander wanderten und Kotierten. Ober war dies scheinbare Fernersein ein heimliches süßes Nahekommen? Wurde sie jetzt nicht manches Mal ein wenig rot, wenn er ihr die Hand tüßlc. den Mantel um ihre Schultern legte. Rosen in ihr jämmerliches Zimmer trug. Hatten ihre Augen nicht den strahlenden Blick, den er so liebte, wenn sie ließ unerwartet begegneten? Und er wußte dies un« erwartete Begegnen so geschickt herbeizuführen. „Em Sammer, baß er nicht wenigstens Graf Ift." meinte Elena bei einer solchen Gelegenheit. der heutigen Zeil würde man es nicht einmal mehr ah Mesalliance ansehen." Mario antwortete nicht auf solche Neckereien. Sie machte sich selbst kein Gebeimnis mehr daraus, daß ihr Hein, Godesheim sehr lieb geworden war, aber wohin sollte das führen? Einer so arm wie ber andere. Jeder mühsam gegen das Ertrinken im Lebensstrudel ankämpfend, (fr — ja er, der Mann, er würde sich durchschlagen, aber er mußte frei bleiben, eine Ehe wäre eine Last gewesen, die ihn schwer nach unten zog. Eine Ehe? Dachte sie daran, einen Bürgerlichen zu heiraten? Acb Gott, sie war ja so klein geworben in den legten wahren. Und sie empfand es stark, daß eine feste, schützende Hand mehr wert war als Name und Rang Wo war Sergei? Was tat er für feine Frau? Bisweilen kam ein Brief, der nur Redewendungen enthielt, hin und wieder belebt von einigen boshaften Bemerkungen über die Gesellschaft, in der er sich zurzeit bewegte. Er sei unter dem Namen Boris Gortfchakoff Vertrauensmann des Großfürsten Kyrill, hotte er Elena mitgetelU. Aber leider feien die Mittel, die ihm zugingen, um tn der politischen Welt Frankreichs und Englands eint Rolle zu soieken, nur wie ein Tropfen auf einem heißen Stein, so daß er seiner Gemahlin nicht die nöligen Zuwendungen machen könne. Es sei ihm darum eine große Beruhigung, daß Ihre Hoheit Frau Schulz sich der verwandtschaftlichen Pflicht len erinnert habe unb ein so klarer Kopf ein so tüchtiger Mensch, eine so vornehme Natur wie Maria, ihr zur Seile stehe. Elena lächelte selbst boshaft, als jie der Schtvc- ftcr diesen Lobeshyrnnu» vorlas. „(Er schmiert dir Honig um den Bart, Ioujou. Ich kenne meinen Gemahl. Ach Golt, was loll nur werben? Wann wird er endlich so weil sein, baß er uns wieder eine gesicherte Zukunft schaffen kann? Es wird Zeit, scheint mir." „Er wird dir nie eine Zukunft bieten, Elena. Du weißt es auch gut genug. Wir müssen uns allein durchhelfen. Und es wirb schon werden. Professor Irübncr hat es übernommen, für einen Großindustriellen ein Service von seinen Schülern malen zu lassen, zu dem er selbst die Entwürfe liefert Das Handwerksmäßige dürfen die am weitesten Vorgeschrittenen aussühren. Es ist eine große Auszeichnung. daß ich mitmalen dort. Dadurch spare ich in diesem Monat das Geld für ben Unterricht und verdiene noch ein ganz nettes Sümmchen. Du wirft dir deine geliebten Zigaretten noch Herzenslust leisten können." Sie küßte die Schwester und lief in Wind und Wettet hinaus zur Malschule, müde, erkältet, aber fest entschlossen, jede Gelegenheit zu nützen, die nur anständig war, um voranzukommen. Der Rücken schmerzte so oft von dem langen Sitzen, bte Augen brannten, alle Nerven zitterten, aber sie spurte, sie kam vorwärts. Das Kunstgewerbe, das Io vielen Frauen Brct gab, würde auch ihr eine bescheidene Sicherheit geben. Denn sie nur nicht müde wurde, wenn sie nur nie vergaß, daß die Tage vorbei waren, wo man noch darauf hoffte, daß eine hebende Woge ohne eigenes Zutun das Leben wieder zu allen Hohen cmportragen würde. An einem Donnerstag im Januar faß sie im großen Saal zwischen ben anbern malenden und zeichnenden Schülern. Die flanke Luft rod) nach dem scharfen Nelkenöl, das ic für die Porzellanfarben benützten, roch nach bem Dunst der vielen Menschen, nach Farben und Lacken unb Kohlenbunst. Der eiserne Ofen in der Ecke sprühte Glut aus, draußen fror es Pickelsteine. „Morgen geh' ich zum Löwenbräu," jagte Nadja Kutufosf. „Das wird ein Unfug werden Tausend Eintrittskarten sind schon verkauft, dreitausend kommen noch." (Eine blonde Bremerin, zurückhaltend und knhl, sagte über die Schulter: .Löwenbräu? Dahin geht man nicht." „Soll nur fortbleiben. Ich — ich werde gehen." „Mil dem Rtedinger?" fragte eine andere. Die Äutufoff zuckte die Achseln. „Vielleicht — vielleicht nicht. Es sind noch mehr Herren, die es als Ehre ansehen, mich dahin begleiten zu dürfen." „Der Riedinger?" fragte ein junger, blonder Mensch, „ift bas nicht der Buffo vom Operettentheater? Der Große, Dicke? Der immer singt? Auch auf ber Straße und in der Elektrischen? Ein putzi- ges Huhn." „Und wohin geben Sie, Fräulein von Erd- mannsborf?* wandte sich Nadja plötzlich an Maria? Man sieht Sie nirgends. Oder gehen Sie nur in das Preising-Palais unb ähnliche Gegenben, die für uns andern verlorenes Paradies sind?" . Oh," meinte Moria zögernd, „es ift Sitte, im Fasching einmal dabeizusein, nicht wahr? Man hat ja schon hier soviel davon gesprochen. Ich würde es ja auch gern einmal ansehen, aber wir haben keine Gesellschaft, der wir uns «mschließen könnten." „Ansehen," rief der Blonde, „so aus der Loge von oben herab, wie Fürstin?" Sie nannten stalle so, und so peinlich cs ihr war, well sie immer fürchtete, es sei mehr dahinter als ein Scherz, sie mußte es sich gefallen lassen. „Ja, das wäre für Euer ollergnädigste Gnaden das Richtigste. Aber für den Münchner Faiching das Schlimmste. Der will nicht angesehen, der will mitgemacht sein. Samstag in acht Tagen ist das (Bautferfeft, dahin kann jeder gehen, da kommt die beste Gesellschaft, da müssen sie auch kommen." Maria beugte sich tiefer über den Teller, ben |te grundierte, unb antwortete nicht. (Es mochte scheinen, daß ihre Arbeit sie ganz in Anspruch nahm. Sollte sie gehen? Seit drei lagen wartete Heinz Godesheim an jedem Mittag auf sie, begleitete sie zum Essen, und jedesmal fragte er: «Haben Sie es sich überlegt? Wollen Sie nicht auch einmal ganz schrecklich jung und vergnügt fein? Soll ich einmal Ihre Frau Schwester fragen? Die Frau Baronin sagt sicher gleich ja.* Da hatte er recht. Elena war so heißhungrig nach ein bißchen Unterhaltung, nach Menschen, noch Plaudern, Lachen, Tanzen — der war es schon ganz gleich, wie gut die Gesellschaft war, in der sie sich ihre Freude juchte. (Es war doch Immer tief unter ihrem einstigen Niveau, da brauchte man kaum noch einen Unterschied zu machen. Als er an diesem Tage wieder fragte, sagte sie zu. Hastig, als hätte sie Angst, noch im letzten Augenblick verneinen zu können. „Also, wenn Sie die Verantwortung übernehmen — Und wenn Sie uns raten wollen — Wie kommt man denn dahin? „Durch Eintrittskarten, die ich Ihnen verschaffen kann. Kostüm? Io, das muß schon fein, aber es kann ganz einfach fein. Klein« Gesichsmaske — weiter nichts. Oh. ich danke Ihnen so sehr, baß Sie mir die Freude machen wollen." Und fte sahen sich an wie zwei frohe Kinder. „Dafür sollen Eie nun auch eine Belohnung haben." Er griff in bte Tasche unb hotte eine Rolle hervor, aus ber illustrierte Blätter hervor- schauten. „Wollen 6te das daheim einmal ansehen? Auf Wiedersehen, gnädiges Fräulein. Mir heute einmal wirtlich gnädig." • Heinz Godeshetm schob sich durch dos Gewühl ber tonzenben Paare. Es war erdruckenb voll im Saal, und obgleich er mit seiner hohen Figur fast alles überragte, fand er doch nicht, was seine Blicke suchten. (Eine große königliche Orientalin mar ihm entschwunden, eine Erscheinung, die tm ganzen Saal Aufsehen erregte, wo sie auttauchte. (Fortsetzung folgt.) befallen und versunken war. unter eigener <3>t- fahr aus der Lahn gerettet. Der Ter- funfene war bereits bewußtlos. und es b<- durfte längerer Wiederbelebungsversuche, die im Krankenhaus fortgesetzt wurden, um ihn ins Leben zurückzurufen. 00 Salzboden, 18» Juli. Am Sonntag sand daS diesjährige Miffionsfest der Kirchen- gemeinden Odenhaufen und Salzböden statt. 3n dem vormittags in Ovenhausen ftatt- aeHablen JeftgotteSdienst hieü Missionar Bähr, Groh-Rechtenbach, die Festpredigt über das Di- belworl »Plalm 77. DerS 12—15. Rachmittags fand ein FestgotteSdienst in Salzböden statt, in dem der OrtSgeislliche. Pfarrer Köhl, die Begrüßungsansprache hielt. Die erste Festansprache wurde ton Pfarrer SprödI. Darmen- Wiehlingshaufen, der früher alS Pfarrer in der hiesigen Gemeinde gestanden hat. gehalten. 3n der zweiten Festansprache berichtete Missionar Bähr, Groh-Rechtenbach aus seiner Mis- Iionsarbeit in China. Das Schlußwort sprach Pfarrer Köhl. Salzböden, das Schluhgebet Pfarrer S p r ö d l Därmen - Wiehlingshausen. Die Kollekte war für die Rheinische Mission bestimmt. 3m übrigen wurde das Fest durch Gesangtorträge des Männergesangvereins Odenhausen und Posauneurorträge des Posaunenchors Dorlar-Atzbach verschönt. < Dornholzhausen, 18.3uli. 3n Verbindung mit der im Gange befindlichen wirtschaftlichen Umlegung der Grundstücke in der hiesigen Gemarkung werden durch die Deteiligten- gesamtheit in der Umlegungssachc zahlreiche Folger inrichtungsarbeiten ausgeführt. Während im vorigen und vorvorigen Jahre bereits zwei Kleebachdurchstiche nuSgesühct, eine neue Straße nach Lang-Göirs bis über die Gemarkungsgrenze hinaus gebaut, der Strauchbach am Dorfaus- gange nach Riederkleen geradegelegt und im Winter die zahlreichen Fell)wege neu hergestellt wurden, sollen in diesem Sommer weitere fünf Kleebachdurchstiche ausgeführt werden. Außerdem wirb im Zuge des sogenannten ..Kohlgäßchen", das im Zusammenlegungsverfah- ren ebenfalls verbreitert worden ist, eine neue Detonbrücke über den Kleebach gebaut. Die Arbeiten an beji Kleebachdurchstichen, sowie an dem Bau der neuen Detonbrücke sind zur Feit in vollem Gange Die Ausführung erfolgt gemeinsam durch die Unternehmer Füller und Schäfer von hier. Da die Deteiligtengesamt- freit in der Umlegungssache die zur Durchführung aller Arbeiten erforderlichen Geldmittel selbst nicht aufbringen kann, hat die hiesige Gemeinde die Mittel für sie im Anleihewege vorschußweise beschaffen müssen. Die in den früheren Jahren auSgefüfrrten Kleebachdurchstiche, sowie der Reubau der Straße nach Lang-Göns waren von der Regierung als Rvtstandsarbeiten anerfannt und zu ihrer Ausführung Fuschüsse, sowie ein Darlehen aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge gegeben. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Gemeinde im Zusammenhang mit dem Umlegungsverfahren am nördlichen Dorfausgange auf den sogenannten »Kohlgärten" einen neuenFrie fr- hof bat anlegen lassen, der rundum mit eurer Weißdorn Hecke eingepflanzt ist. O Hochelhei m. 18. 3uli. Die Serbin- bungsstrahe von hier nach Klein-Rechten bach, der sogenannte .Moorweg", fr er bereits im vorigen Fahre von Klein-Rechtenbach aus auf einer größeren Teilstrecke instandgeseht wurde, wird zur 3eit auf einer weiteren Strecke von mehreren 100 Meter mit einer neuen Kleinschlagdecke versehen. Die Arbeiten werden von der bekannten Dampfwalzenfirma O h l in Limburg ausgeführt. Die Straße ist für vir Dauer der 3nstandsetzungsarbeiten gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über Hörns- beim und Groß-Rechtenbach nach Klein-Rechten- bach und umqeiefrrt. Auch das Postauto Wetzlar— S^ochc (beim verkehrt während der Straßensperrung auf dieser Strecke, Kreis Marburg. ’lßo'Jl. Marburg, 18. Juli. In der voroer- üangenen Nacht tobten südlich der Stadt fchwere Gewitter. In Hassenhausen bei Fron» häufen schlug der Blitz in eine Scheune des Üandwirts Konrad Rieh, die in F la in in e n \iiffling. Die Feuerwehren mußten sich auf den schütz der Nachbargehöfte beschranken. Kreis Kirchhain. WSN. Kirchhain, 18. Juli. Die hiesige 'körn Haus genossen schäft, zu deren Betrieb auch die Zweigstellen Neuhaus (Kreis Als- vidl, «chweinsberg, Halsdorf und Neustadt gc» Horen, beging die Feier ihres 2 5jährigen B e st e h e n s. Die Tagung war non über 800 Mitgliedern und Interessenten besucht und nahn, einen anregenden Verlauf. Der Milglicderstand ist heute 283, darunter Id Darlehnskassenoereine. Maingau. WER. Frankfurt a. M.. 18. 3uli. Das Frankfurter Wahlamt hat eine Kartei übet alle ini Fahre 1 848 und vorher geborenen Einwohner der Stadt Frankfurt aufgestellt, die folgende interessante Fahlen ergeben hat. Es leben z. Ft. hier 447 80jährige Per- fönen, 320 81 jährige. 276 82jährige. 258 83jah- rige, 166 84jäfrrige. 131 85jäfrnge. 101 Stijafrrige, 86 87jährige. 44 88jährige. 36 89jährige. 37 90- jährige. 24 gijäfrrige, 12 92iährige. 9 93jafrrige. 8 94jährige, 2 95jährige. 2 9öjährtge und 1 98- jährige Perfon. — Fe st genommen wurde hier ein 21jähriger Kaufmann aus Kelsterbach. Er versuchte, einen Ausläufer einer hiesigen größeren Firma, von dem er wußte, daß er die Tageseinnahmen von mehreren Filialen dieser Firma nach der Dank zu bringen hatte, nach einem Hotel zu locken, indem er sich am Telephon als Direktor dieser Firma ausgab. Sein Vorhaben wurde jedoch durch die Achtsamkeit des Ausläufers vereitelt. Der Täter hatte es zweifellos auf einen Raub abgesehen, denn er führte einen Gummiknüppel und eine Tüte Pfeffer bei sich. WSN. Bad Homburg, 18. Juli. Ein gerissener Schwindler verstand es, bei einem hiesigen Zigarrengrossisten einen größeren Posten Zigaretten zu ergaunern, indem er voryab, ini Auftrag eines auswärtigen stunden des Händlers die Waren abholen zu sollen. Die Zigaretten wurden ihm auch ausgeliefert. Der Betrüger gab an, aus Oberursel zu stammen. Er ist auf der rechten Gejichtshälfte durch eine Narbe gezeichnet. Ausstellung für religiöse Volkskunde in Großen-Linden. Mit dem am 25. 3uli in Gießen stattfindenden Deutschen Dorfkirchentag ist am 26. 3uli ein Ausflug in den „Hütten berg" verbunden, frer den Teilnehmern eine gute Einführung in ein Stück altes echtes hessisches Volkstum bieten wird. Besonders wertvoll wird dieser Ausflug durch den einführenden Vortrag des größten Kenners des Hüttenbergs. des auf dem Gebiete der Volkskunde bekannten Pfarrers i. R. S ch u l t e in Großen-Linden über: „Die religiöse VoWkunde Großen-Lindens". Darin wird nachgewiesen, wie hinter allen religiösen und kirchlichen Sitten der Charakter des Volkes steht. Mit diesem Vortrag, der am 26. Juki in der Turnhalle zu Großen- Linden stattsindet, ist eine mit großer Liebe und Sachkenntnis aus den alten Schätzen der Großen- Lindener Bauernhäuser zusammengetragene Ausstellung aus dem Gebiete des Hüttenberger Volkstums verbunden. Diese Ausstellung wird sich im wesentlichen auf Gegenstände beschränken, welche mit dem religiösen und kirchlichen Leben in Zusammenhang stehen. Da werden die alten Hüttenberger Trachten für den Sonntag gezeigt, vier Trachten für den Abendmahlsgang, Konfirmanden tracht, Hochzeitsstaat der Bäuerinnen, Trauertracht usw. die alten Brautringe und Prienen. Das religiöse Leben in Vergangenheit und Gegenwart wird durch eine Ausstellung der Konfirmationsscheine, Trauscheine und Totenbriefe, [frier religiösen Bilder aus den Bauernstuben. frer Gesangbücher Großen-Lindens seit der Reformation, der Bibeln und Erbauungsbücher in historischer Entwicklung in prächtigen, z. T. uralten Exemplaren zur Darstellung gebracht. Daneben sind auch eine Anzahl volkskundlicher Gegenstände allgemeiner Art, wie Truhen, Himmelbetten und dergleichen zu sehen. Diese Ausstellung ist am Rachmittag des 26. 3uli allgemein zugänglich. Es dürfte sich für alle, welche für eine im Aussterben begriffene einzigartige echte Bauernkultur Sinn und 3nter- effe haben, empfehlen, die Ausstellung nicht zu versäumen. Die Rähe Großen-Lindens wird auch den Einwohnern unserer Stadt und Umgebung leichte und billige Gelegenheit bieten, die Ausstellung. die an Reichhaltigkeit und systematischer sachkundiger Zusammenstellung Wohl einzig fra- ftebt, zu besuchen und einen Blick in den Werdegang einer einzigartigen Kultur zu tun. Für die Teilnehmer an der Tagung schließt sich an Vortrag und Ausstellung am Mittag eine Gesellschaftsfahrt mit Autos durch die einzigartigen Dörfer des Hüttenbergs, Riederkleen. Oberkleen, das an Schönheit und Geschlossenheit mit Rothenburg o. d. Tauber verglichen werden kann, und Kleeberg. Wenn den Einwohnern unserer Stadt und ihrer Umgebung frer Blick für die Schönheiten dieser in nächster Umgebung vorhandenen kulturellen Schätze aufgeht und mancher seinen Sonntagsausslug dorthin richtet, so wird er es nicht bereuen. S. Wirtschaft. Oie deutsche Reichsbahn im Juni. Rach dem gestern veröffentlichten Bericht der Deutschen ReichSbahngeseklschaft über die Der- kehrslage im 3uni ist der Güterverkehr im BerichtSmonat zurückgcgangen. Der erwartete Derlehrszuwachs infolge des Ausstandes der Rheinschiffahrt ist nicht eingetreten. Der Personenverkehr hat der 3ahreSzeit entsprechend zugenommen. Die letzten Tage des Monats brachten aus Anlaß des Ferien- beginns regen Verkehr. 3nsgesamt wurden im 3uni 5920 überplanmäßige Füge gefahren, immerhin 3368 Züge weniger als im 3uni des vorigen 3afrres. Die Einnahmen der Reichsbahn betrugen im TI a i dieses 3ahres 415.1 Millionen, die Ausgaben beliefen sich insgesamt auf 440,9 Millionen Mark. Zur Ausgleichung frer Differenz mußten dem Vortrag von 1927 weitere 26 Millionen entnommen werden. Für den Dienst frer Reparationsfchulfr- Verschreibungen ist die Zahlung an den Generalagenten rechtzeitig geleistet worden. Der P e r - sonalstand betrug im Mai 1928 einschließlich der Zeit- und Aushilfsarbeiter 708 248 Köpfe gegenüber 694 511 im April 1928. • Der Erzbergbau im 3u n l Bei den Siegerländer Gruben ist in letzter Zeit wieder der Betrieb auf zwei Bergwerken endgültig eingestellt worden, und es ist sehr wahrscheinlich, daß weitere Stillegungen folgen werden, fra die erbetenen Erleichterungen bis jetzt nicht gewährt worden sind. Lkthn-Dillgebiet ein sch l. Oberhessen: Die schlechte Lage ist unverändert, da für den Ausfall frer Subvention kein Ersah gefunden worden ist. Die Verhandlungen hierüber sind noch im Gange: eine geringe Preiserhöhung, die nicht entfernt zum Ausgleich der immer mehr steigenden Kosten dienen kann, war nicht zu umgehen. * Der Konflikt in der Dillenburger Metallindustrie. Der Landrat des Dillkreises hatte den Kreisausschuß, die älnterneh- merverbände, die Gewerkschaften und den Obmann des stilliegenden Betriebes der Burger Hütte für gestern zu einer Sitzung eingeladen, um zu versuchen, die Parteien zu einer Einigung zu bringen. Auf Antrag des Arbeitgeberverbandes ist diese Sitzung jedoch vertagt worden. Es soll die Absicht bestehen, das gesamte Gebiet des Arbeitgeberverbandes der Siegerländer Gruben und Hütten einzubeziehen. 3n diesem Falle würden am 25, d. M. etwa 100 Betriebe mit rund 25 000 Arbeitern stillgelegt werden. * Zur vierten 2l u s l a n fr a n l e i h e der Rentenbank-Krefritanstalt. Wie frer Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, bringt der Preußische Minister des Innern im Anschluß an den Runderlaß vom 5. November v. I. den kommunalen Krefritanstalten einschl. der Sparkassen und deren Aufsichtsbehörden zur Kenntnis, daß nach einer Mitteilung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft die Beratungsstelle für Auslandkredite auch für die vierte Ausland- anleihe der Rentenbank-Krefritanstalt angesichts der wachsenden Verschuldung der Landwirtschaft auf fr em Wege über Auslandanleihen festgelegt hat, daß das hereinkommende Geld wirklich eine die landwirtschaftliche Erzeugung hebende Verwendung finden müsse. * Ma schinenfabrik Hartmann 21. < 0., Offenbach a. M. Die Gesellschaft hat die Fabri- kationsanlagen frer Dampfkessel- und Maschinenfabrik G. Rochow Kom.-Ges., Offenbach a. M. angekauft, um dorthin ihre Abteilung Apparatebau zu verlegen. t?rat!rdvfer Börse. Frankfurt a. M„ 19. Juli. Tendenz: freundlich. Zu Beginn der heutigen Börse blieb die Stimmung freundlich, wobei der leichtere Geldmarkt in Neuyork und auch die festere Haltung der dortigen Börse wieder die Hauptanregung boten. Das Geschäft blieb jedoch unverändert sehr still, da man keine Anzeichen für eine etwas regere Beteiligung außenstehender Kreise, wie man gestern verschiedentlich anzunehmen glaubte, beobachten konnte. Nur die Spekulation nahm weiter einige kleine Deckungs- und Meinungskäufe vor. Gewisse Zurückhaltung wurde durch fr en vorsichtigen Wirtschaftsbericht der Diskontogesellschaft oer- ursacht. Im Verlause wurde die Stimmung etwas angeregt durch die Tatsache, daß die Bank von England auch in dieser Woche ihren Diskont nicht erhöht. Bei nicht einheitlicher Kursentwicklung war die Mehrzahl der Papiere bei den ersten Notierungen etwa 1 v. H. im Kurse gebessert. Am Elektromarkt waren Licht 8-Kraft um 2. v. H. höher, Bergmann, AEG. und Schlickert je 0,5 v.H.. Siemens dagegen waren leicht rückgängig. Farben eröffneten Geringfügig fester. Cbcn'o Zellstoffwerte roeucr gefestigt. Montanwerke blieben vollkommen vernachlässigt und meist nur knapv behauptet. Schiffahrtswerte waren wenig verändert. Banken lagen meist bis etwa 1 o. H. niedriger. Für fialt- exne bestand einiges Interesse. Deutsche Anleihen konnten weiter etwas anziehen. Ausländische Renten still. Rumänen blieben auf ihrem erhöhten "ursfüinb etwa behauptet. Im Freiverkehr blieben ^Eer Russen gefragt bis 355 v. H. Im Verlaufe bsteb die Grundstimmung freundlich, die Umsatz- tatigfeit war gering. Etwas beachtet waren Rhcm- stahl, ferner Oberkoks 115,5 v. H. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tägliches Geld 7.5 v. H. Am Devisenmarkt konnte sich Der Markkurs .veiler etwas belfern. Man nannte Mark aeaen Dollar 4,1882, Piunde 28,374, London gegen Kabel 4 8655 Paris 124,24, Mailand 92,82, Madr.d Ä zz Hol.' land 12,0813. ' ' ’ Berliner Börse. Berlin. 19. Juli. Nc^ch dem recht testen Po^, mittagsverkchr wurden plötzlich oorbörslidj schwächere Kurse genannt. Man rechnete nut einer evtl. Londoner Diskonterhöhung, obwobt diese aber nicht eintrat, zeigten dann oie ersten Notierungen keine einheitliche Tendenz. Die Spekulation hatte sich gestern in Erwartung neuer Kundenorders etwas stärker an der Hauste mit Deckungen beteiligt und schritt, als sie sich in dieser Er- Wartung getäuscht sah, an einigen Märkten zu Glattstellungen. Nur für einige Spezial werte bestand einiges Interesse, und so nannte man Polyphon, Schubert und Salzer, Feldmühle, Bemberg, Sarotti, Maximilian-Hütte usw. 4 bis 7 v. H. höher. Das Geschäft war ober wieder viel ruhiger als gestern, und das Fehlen neuer Orders machte sich im Verlaufe stark fühlbar. Anlechen lagen freundlicher. Ausländer und Pfandbriesmarkt geschästslos. Einiges Interesse bestand für Russenwerte. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tägliches Geld 6,5- bis 8,5 v. H. Monatsgeld 7,75 bis 8,75 v. H. Obwohl auch im weiteren Verlaufe die Grundstim- inung nicht unfreundlich war, gingen die Kurse meist um 1 bis 2 v. H. zurück. Eine Verstimmung brachte anscheinend ein angeblicher Beschluß einiger Banken, den Maklern ihre Aufgabe prtnztoiell nicht mehr bis zum nächsten Tage offen ju lassen. Von zuständiger Seite wird dies Gerücht jedoch bestritten. Es wurde auch später eher wieder etwas fester. Lebhaftes Geschäft hatten Commerzbank und Oberkoks. Frankfurt,'r ^»cLrcidtbörse. Frankfurt a. TL, 19. Juli. Der heutige Produktenmarkt verkehrte in sehr flauer Haltung. Die schwachen Auslandnotierungen verstimmten bei den Händlern allgemein, so daß verschiedentlich große Abgaben vorgenommen werden mußten und zumeist Verluste bis 25 Pf. aufwiejen. Dagegen bestand für Futtermittel bei gut behauptetem Geschäft rege Rach- fragc .Es notierten: Weizen 25,50 Mark. Roggen 27; Hafer, inländischer, 27,25 bis 27,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,75 bis 25; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0), 35,50 bis 36, Roggenntehl 36,50 bis 37,50; Weizenkleie 14; Roggenkleie 15,75 Mk Tendenz: flau. Frankfurter Schlachtviehmar»t. Frankfurt a. M., 19. Juli. Austrieb: Rinder 36; Kälber 1095; Schafe 89; Schweine 338 Stück. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 72; mittlere Mast, und Saugkälber 64 bis 69; geringe Kälber 50 bis 63. Schafe. Mastlämmer und jüngere Mosthärnrnel, Weidernaft 50 bis 52; mittlere Mastlämmer, ältere Mafthämmel und gut genährte Schafe 43 bis 49. Schweine: uoUflci- fchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 65 bis 68; von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 66 bis 69; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 68 bis 70; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebend gewicht 65 bis 67. — M a r k t v e r l a u f: Kälber und Schafe flau, ausoerfauft; Schweine ruhig. Bücheriisch. — KarIzu Eulenburg: Die Schicksals- losen. Roman. 389 Seiten 8°. Geh. 5 Mk., Ganz- leinen 8 Mk. Verlag von Fr. Will;. Grünow, Leipzig. — Ein leichtflüssiger, mit geschickter Spekulation auf populäre Wirkung geschriebener, stellenweise recht pikant hergerichteter Unterhaltungsroman; der Verlag hat sich mit der Ankündigung seiner Neuerscheinung im Prospekt und auf dem Waschzettel entschieden etwas übernommen: von einer literarischen Eroberung zu sprechen, sollte sich schon angesichts der durchaus im Landläufigen und Hergebrachten wur- zelnden Stilistik des Buches verbieten. 313 — Mae ilebelfrör: Der R u f frer Tiefe. (Drei-Masken-Derlag in München.) Das Buch führt in die seltsame gespensterhaftc Atmosphäre lickftchcmec Existenzen frer Weltstadt Paris, in die Tiefe frer Seele eines jungen Mannes aus guter Familie, der diesem Paris unterliegt. 335. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die brnter de Papieren angclubrlen Ziffern geben die Hohe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — ReichsbankdiSkvnt 7 Prozent, Lombarfrzinsfuh 8 Prozent. 5t‘.76 dt^'k-ner B-ml..... 10 165 164.4 164 9 185 RltttlN-ufldxSwblttOTJ ... 9 * 199 201 1 toi ^rtü'Nml ....••••• 8 1« irr 140.75 1 141.5 BrifttbanJ ........ 19 t6S J «7.5 Frankfurt a. M. Berlin Schluß 1-Utjr- Schlub-- Anfang Kur» Kur» Kur» Kur» Dalum: | 18. 7. 19 7. 18.7. |19.7. a.ü.<»........ . 8 173 173.65 172.5 174.6 Bergmann ..... • • . 9 197 197.5 194.75 198 läetrr. litcfeningen. . • • • 10 — — 165 166.25 Vtctil unb Krall . . . e e 10 811 213,5 2I0.Z5 214 selten < (Buldemime. e • • . 6 130 —* 130 131.25 '9e|. f. iflettr. Untern.. e e ■ 10 252 253 248.5 253 <>ntnb. Uleltr. IBerfe . e e e 10 — 1.57 168 9ibdu. C-Icltr. . . . • e • . 9 — — 145,5 146.25 £aI5fe . « e e • 18 363.25 162.5 168 464.» Tr 148.5 148.75 128,5 130.5 Ille Bergbau .... ir.dtfnenverfe . . . . e e • . 8 — 230 231.25 e • • . 7 123.25 123 »iMn-Xeuefl'-ti. . . • • e • . 9 185.25 126.75 Mannesmann.... • • e . 8 131.5 1:0.75 13t I3Ö Mankfelker..... • e • . 7 — 110.5 109.75 CberlAlel. Cifenb. Vebar- • ■ . 6 102.75 f berfdtlel. Keksmerlc . ■ . 6 118.25 114 25 BHSnlr vernban. . . Sbeiniftbe CrmmfoUtn - • Wi 10 "1 285.75 91 90.4 <84 90.5 285.75 (39.6 :’’betnftal)l . . . |. 8 fWelxtf Mvnlan . . . i CM6r 138 138.75 137,13 - 7,8 - - Bereinigte Stotzlw. . L tavi Minen ...» • • . e »sh 93.25 93.13 49 5 93 50.5 Kali Alcherslebeu . . • e e 10 250 25, ■39.5 8cB ?9e»teTtRcln . . . Knliwcrl ScUbetfnr^ • • • 10 16 254 488 255.25 <54 435.5 <55 435 3. ®. tzarden.3nbuftrB • U <61.5 262 «60,75 <68 • . 6 124.5 — 1' ** CV , ■ e . 9 Jus. | _ ■ 6 95 97,5 76.5 96.5 mMunviirr iw « • e e • e e . e «7 — 96.75 wHBqnru-.-wTi, e < • • • u 192 — ftraufcfurt a. M Berlin SchU-h. 1-Ubr. Schluß Anfang flur» flur» flur» flur» Datum: 18.7. 19. 7. | 18. 7. | 19. 7. Ihiilyv Holz mann......7 141 — 111.75 144 Heidelberger Sement . . . . 10 — — — Leinen: Ka'l ladi . ..... 8 172 — — Wayb & ßreilafl...... 10 144 141.5 — — Schulchei» Pavenhok« ... 15 — — 348.75 819 £ ftroerte.........1< — — 308.5 310.75 Ser. Blatrzkoff ...... 18 — 624 624 Öembeig........." * — 610 530 Zellstoll Waldbos.....12 301 301.5 298.5 302 ßellsloh Aickailenbura ... 12 226 343 22b,Z5 O barloNenburge: Wailer ... 7 — — 130 43 120,25 Dellauer '»a«........8 — - 199.5 200 Daimler Motoren ...... 0 102.6 102,25 l"4.5 104 — 55.25 56 Adlerwerte Kleoer......6 112.6 114 Ludw. Loewe ..«•••• 10 * 226 2.13,6 97ar. Automobil ....... 0 - - 79 79.5 Crenftnn 4 Kopvel • • • • . 5 — 120 i«e Leonhard Tieb . ...... 6 — — 254 257,5 Bamag-Me-v in . ...... 0 ?? - 24 ,',r