Nr. 92 Erster Blatt 178. Zahrgang Donnerstag, (9. Apn'l 1928 Eriche «ni täghdj.cutjer Sonntag» anb Feiertag» Beilagen. (Siebener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle monats.BeiDCspreis: 2 5ieid)»mara unb 20 Äeidjepfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter» |(^e i n en einjelne r'.limmern »folge höhere: Gewalt. Fernspr«chan)chlksse: 51, 54 unb 112. Anschrift für Drahtnachrichten Hnjeiger Gletze». Postscheckkonto. firtnffurt am Main 116M. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnicf Hit» Derlei; vrühl'fche U«tverst1üt5-Vuch. und Steinöruderel H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und SefchSftrstelle: Schulittatze 7. Annahme pon Injetgen für bie lagetnummer bi» jum Nachmittag vorher. Preis fttr | mm höbe ftr Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auiwürt» 10 Beich»pfennig- für R— klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Nelchipfennig, Platzvorschrifi 20', mehr. (Ebefrebohtenr Dr. Friedr Will) Lange, verantwortlich für Dolutk Dr Fr MUH Lange für Feuilleton Dr h Thynot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Äurt ßiHmann, sämtlich in (Sieben „Hessens Finanzlage ernst, aber nicht trostlos." Kinanzminister Kirnbergers Eiaisrede im Landtag. Darmstadt, 18.April. IW5>P.) Der Hes- sische Landtag fetzte am Mittwoch die Beratung deS hefsifchen Staatsvoranschlage« fort. Zunächst wandte sich der Abg. ® a [ m (Äomm.) in stundenlangen Ausführungen gegen bie Sozial- demokraten, die wie im Reich so auch in Hessen bei der Vertretung der Interessen der Ackeiter öolUommen versagt hätten. DaS geplante Der- bot des Roten F r o n t k ä m p f e r b u n d e - versetzte ihn in besondere Erregung ilm ihn zu beruhigen, gab Staatspräsident Adelung bie 6t- flärung ab, bah Hessen das Ersuchen des ReichSlnnenministers, den Roten Frontkämpferbund aufzulöfen. a b g e l e h n t habe und die Entscheidung des S'.aalsgerichlShofes herbei- führen wolle. Der demokratische Abgeordnete Reiber wandte sich gegen die Deamlenpolitlk der Bauernbündler, die sogar ein Deamteneinkommen bis unter die Grenze deS Existenzminimums besteuert wissen wollten. Zum Schluß hielt der Ftnanzminister Kirnberger noch seine Etats- rede. Sr gab zu, daß er sich in der gleichen mißlichen Lage wie bie Finanzminister aller Länder befände. Er hoffe aber sicher, daß man den hessischen Etat auSbalancieren könne. Rotwendig dazu sei freilich eine Unter- ftützung durch da- Reich, die den durch die Besamung entstehenden Steuecausfall bei erhöhten Q( : oben ausgleichen müsse. Der Minister verlangt daher größte Einschränkung bei Reubewilligungen und erwartet auch einen günstigen Ausgang der Verhandlungen mit dem Reich. Sitzungsbericht. Präsident Delp eröffnet gegen '/,!! Uhr die Sitzung. Die Regierung ist vollzählig anwesend. Abg. Gal m (Äomm.) gibt der Auffassung seiner Partei Ausdruck, daß sie an der Erhaltung dieses Staates und Parlamente- kein Interesse habe wie die übrigen Parteien. Da- Parlament sei nur eine Vorspiegelung falscher Lat achen und der Etat ein Älasfenctat. Die Sozialdemokratie klagt er an, diese .Illusion" mitzumachen. Für die notleidenden Arbeiter in Hessen sei im Etat nichts zu finden. Ein Verbot des Roten Front- kämpferbundeS werde den tausendfachen Widerstand der Kommunisten sinden. Staat-Präsident Adelung gibt für die Regierung folgende Erklärung ab: »Der Reichsminister des Innern hat auch an die hessische Regierung das Ersuchen gerichtet, den .Roten Frontkämpferbund' zu verbieten. Die hesli'che Regierung ist nach sorgfältiger Prüfung zu dem Entschluß gekommen, das Ersuchen deS Reichsministers des Innern abaulebnen. Die hessische Regierung wird auf Grund deS 8 17 des Gesetzes zum Schutze der Republik die Entscheidung des Staatsgerichtshofes anrufen." Abg. Leiber (©em.) führte aus. der hessische Staatsvoranschlag zeige scswn seit Jahren die Tendenz, kleiner zu werden. Durch die zwangsläufige 'Beamtenbesoldung sei jedoch eine Unterbrechung der relativen Besserung eingelreten. Es sei unverständlich, daß die Antwort des Reichssparkommissars auf die an ihn gestellte Frage, ob er anerkenne, daß Hessen infolge der Auswirkung der Besatzung einen Anspruch auf Reicysunterstüt- zung habe, noch nicht vorliege. Eine andere Frage werde es sein, inwieweit Hessen in seinen Verwaltungszweigen auf die evtl. Vorschläge deS Sparkommissars eingehen könne. Davon dürfe eine Reichsunterstützung jedoch nicht abhängig gemacht werden. Der Redner setzt sich bann mit Angriffen auf die Beamtenpolitik der Regierung auseinander. Daß nach dem großen De- amtenabbau einzelne Stellen wieder beseht werden müßten, sei infolge Arbeitsüberlastung notwendig geworden. Für den Bauernbund sei es bezeichnend, wenn er noch größere .Ausnutzung" der Beamtenschaft fordere. Der Redner ersucht die Regierung, bei dem Erlaß der Ausführungsbestimmungen zur Besoldungsreform die Interessen der Beamten vor daS fiskalische Interesse zu stellen. Abg. Kindt (O.) erklärt, man dürfe bei den Defiziten der Reichs- und Länderetats nicht vergessen, daß gewisse Parteien nach der Revolution auf steuerpolitischem Gebiet Maßnahmen getroffen hätten, durch die sie ein gerütteltes Maß von Schuld auf sich geladen hätten. Die Erzbergersche Finanzreform habe die Gemeinden zur Verschwendung anaereizt. Wenn die Opposition im Sechser-Ausschuß nicht so energisch aufgetreten fei. wären Sparmaßnahmen überhaupt nicht getroffen worden. Auch bie Deutschnationalen erwarteten mit größter Spannung ben Bericht des Reichssparkommissars. Es müsse jetzt unbedingt mit Sparmaßnahmen begonnen werden, auch wenn ein Parteigenosse „bran fei". Er bittet um Auskunft, in welcher Eigenschaft Herr K ullman n im Arbeitsmini- fterium angestellt sei. 3m Falle Wölfersheim habe bie Regierung wie auch ber Landtag nicht ihre Pflicht getan. Hessen werde jährlich um 200 000 Mark durch ben Vertrag mit Frankfurt geschädigt. Der Redner polemisierte bann gegen bie Deutsche Volkspartei wegen ihrer Haltung bei der letzten Regierungsbildung. Der Redner erblickt einen Widerspruch darin, wenn Abg. Dingeldeh einmal der Demokratisierung der Verwaltung zustimme unb bann die Folgen dieses .Systems Severing" der Regierung vorhalte Durch daS volksparteiliche Verhalten sei das Innenministerium mit der Polizei den Sozialdemokraten In die Hände gespielt worden. Früher habe man gehört: .Von roten ketten macht uns frei allein bie Deutsche VolkspurteiJetzt könne es heißen: .Rote Ketten schlepp', herbei fürs deutsche Volk die Volks- Partei." Abgeordneter Reiber sei ein zweites .enfant terriblc" der Industrie. Der Redner fordert ein Verbot der Einfuhr von fremden unnötigen Waren vom Auto biS zur Apfelsine unb Unterstützung der Land- wirttchast. In großen Lebensfragen müsse sich die Volksgemeinschaft zeigen, sonst fei der Ruin deS Volkes unvermeidlich. Zinanzminister Rirnberger führt bann in seiner StatSrede ungefähr folgen- des aus Wenn ber Herr Abg. Leuchtgens in den Mittelpunkt seiner Ausführungen bas Defizit dr« hessischen Voranschlages gestellt hat. so hat er damit den Finger auf bie Wunde der hessischen Finanzen gelegt. Es ist richtig, daß bie hessischen Voranschläge der lefiten Jahre regelmäßig mit einem erheblichen Fehlbetrag abschlossen. Die 8 Millionen de« Jahre« 1925 kehren in den nächsten Jahren in annähernder Höhe wieder. In dem Voranschlag von 1928 ist der Betrag trotz größter, bisweilen kaum noch zu verantwortender Sparsamkeit sogar auf über 11 Millionen angewachsen. Aach dem günstigen Rechnungsabschluß von 1925 war bas Defizit säst verschwunben. Die große Arbeitslosigkeit im Jahre 1926 mit ihren ungeheuren Ausgaben für Erwerb-losenfürsorge (8,3 Mill.) hat eS dann auf über 11 Millionen anwachsen lassen. Obwohl nunmehr b.e Erwerbslosenfürsorge auf das Reich übergegangen ist, konnte der Fehlbetrag doch nicht beseitigt werden. 6r hat vielmehr durch die neuen Anforderungen der Befoldungsresorm feine jetzige Höhe erreicht. Ohne Befoldungsresorm würde er allerdings nur 2,7 Millionen betragen unb aller Wahrscheinlichkeit nach dann im nächsten Jahre verschwunden sein. Diese Fehlbeträge sind in der Tat fein erfreuliches Bild, aber die Ursache davon ist nicht in einer Mißwirtschaft zu suchen, was schon daraus hervorgeht, daß Hessen seine schlechte Finanzlage mit vielen anderen Ländern teilt Gegen hie Propaganda derTai Don unserer Berliner Redaktion. Herr v. Keudrll hat mit seinem Vorstoß gegen den Roten Frontkämpferbund ineln Wespennest gestochen. Er erfreut sich aus der Linken schon von seinem Schulgesetz her unb aus anderen Gründen einer hervorragenden Unbeliebtheit. deshalb haben weder bie Sozialdemokraten noch bie Demokraten sich die Mühe genommen, seine Maßregel aus ihre sachlichen Unterlagen zu prüfen. Für sie handelt es sich bei der ganzen Angelegenheit um ein parteitaktisches Manöver, das den Teutschnationalen Dort/lle bringen ober vielleicht dazu führen soll, Sozialdemokraten und Kommunisten gegeneinander auszuspielen. S o liegen bie Dinge nicht. Es kann doch kein Zweifel darüber bestehen, daß die Unsicherheit in ber Politik ein Maß erreicht hat. das jede zulässige Grenze weit übersteigt. Im Jahre 1925 wurden allein in Berlin Überfällen unb verletzt 52 Wann. 1926 waren es 57. 1927 stieg die Zahl auf 156 unb im ersten Vierteljahr 1928 stehen in ber Rubrik bereits 45 Fälle. Wir haben also alle Aussicht, im Zeichen des Wahlkampfes alle bisherigen Rekorde z u schlagen. Wenn ber Reichsinnenminister einer solchen Möglichkeit nicht untätig zusehen, sondern rechtzeitig Vorkehrungen dagegen treffen will, fo tut er damit nur feine Dienstpflicht. Ob es parteitaktifch richtig war. einen derartigen Vorschlag gerade in diesem Augenblick zu machen, darüber kann man verschiedener Meinung fein, daß aber das ganze Auftreten des Roten Frontkämpserbundes schon längst Deranlas ung zu einem Einschreiten auf Grund des § 17 des Republikschutzgesetzes gegeben hätte, steht unbedingt fest. Die vorzeitige Veröffentlichung hat allerdings schon den einen Erfolg gehabt, bah der Schlag jetzt nicht mehr in voller Schärfe geführt werben kann. Der Rote Frvntbunb ist gewarnt, unb wirb nicht nur sein Gelb, fonbem auch seine Mitgliederlisten rechtzeitig in Sicherheit bringen, so daß bie Polizei im besten Falle ein leeres Haus trifft unb inzwischen alle Vorbereitungen zu neuen Organisationen unter einem anberen Decknamen getroffen find Man kann auch nicht behaupten, bah das Verbot des Roten Frontbundes irgenbtoie bie Wahlfreiheit einengte. Der Bunb ist ein selbständiges Gebilde, die Kommunistische Partei Wir mässen uo» hüten, bie hefsifchen Finanzen al» froftlo» zu bezeichnen, ober gar politische Schlüsse barau» zu ziehen, al» ob Hessen kein lebensfähiger Staat wäre. Da» entspricht nicht ber Wirklichkeit. Wir sind in unserer Fincmzgebarung gegenüber der Vorkriegszeit erheblich eingeengt. Unsere steuerlichen Einnahmen werden zum Teil vom Reich festgesetzt. Auch für bie uns verbliebe- nen Steuern sind uns verhältnismäßig enge Grenzen gezogen. Ebenso werben uns aber auch vom Reiche sowohl verfassungsmäßig wie moralisch er- hebliche Ausgaben aufgezwungen, ich erinnere nur an bie Besoldungsreform Dazwischen- durch muh ber Finanzminister des Lande» fein Schifslein steuern. Ich bin überzeugt, daß die Fahrt glücken wird, wenn erst gewisse Voraus- f e tz u n g e n geschaffen sind. Zu den Voraus- setzungen gehört: 1. der endgültige Finanzausgleich. Mit dem Uebcrgang der Finanzhoheit auf da» Reich ist zunächst für Reich und Länder ein Zu- stand der Unsicherheit und de» Experimentieren» Seschaffen. Dauerhafte Verhältnisse können sich erst erausbilben, wenn einige Erfahrungen vorliegen. Dann kann auch erst über den geforderten i n - nerftaatlidjen Finanzausgleich gesprochen werden. Die mechanische Art der Berechnung der Cän- deranteile an den Relchsstcucrn nach dem Steueraufkommen der Länder kann sich für ein Land sehr schlimm auswirken unb darf nicht bas letzte Wort bleiben. Der Schlüsselanteil an ben Relchssteuern ist für heilen von 2,28 Prozent auf 1,86 Prozent zurückgegangen al» Jolge be» Buhrkampfc» unb ber Besatzung. hier wirkt sich also ber Schlüssel al» finanzielle Bestrafung au» für bie Leiden, die wir für ganz Deutfchlanb erdulden. Line Aendcrnng de» vertellungsschliisiel» allein konnte schon eine Gesundung oder doch wesentliche Besserung unserer Finanzen bewirken. 2. Man muh einsehen, datz Die Rotlage Hessens auf besonderen, von ben übrigen Länbern verschiedenen Ursachen beruht. Wir finb Grenz- lanb unb haben naturgemäß unter dem Krieg befonberS gelitten. Wir tragen von allen Ländern bie ftärkste Besatzung. Well Hessen für bas Reich größere Lasten trägt, muß bas Reich auch in befonberer Weise Abhilfe schaffen. 3. Alle Sparmaßnahmen, bie zu einer Defferung ber Finanzen unb einer steuerlichen Entlastung führen können, unb sich sachlich irgendwie rechtfertigen lassen, müssen unb e- kann weiterhin alle Möglichkeiten ber Propaganda ausnutzen, bie ihr nach ber Vertassung gegeben finb. sie kann nur ihre militärische Hausmacht nicht mehr einsetzen, was vielleicht für bie Schäbel mancher Andersdenkender ein Vorteil ist. Preußen hat nun barauf verwiesen, baß es selbst ganz anberc Wege gegangen unb bie bisher verbotene Nationalsozialistische Arbeiterpartei für ben Wahlkampf wieder zu- gelafsen habe. Dazu wäre boch zu sagen, baß eS sich ba eben um eine Partei handelte, ber man boch wenigstens für ben Wahlkampf den Maulkorb abnehmen muß. unb daß die Gründe, die zu dem Verbot ber Partei führten, leicht wiegen im Vergleich zu bem Material. daS heute gegen ben Roten Frvntbunb vorliegt. ES wäre auch dagegen zu sagen, daß bie preußische Regierung den .Wicling" auch heute noch verbietet. obwohl der Staatsgerichtshof ihr Unrecht gegeben hat. Der Einspruch der Länder. Berlin, 18. April. (Priv.-Tel.) Wie wir von maßgeblicher Seite hören, werden die Senate von Hamburg und Lübeck das Ersuchen des Reichsministers des Innern, ben Roten Front- kämpserbunb zu verbieten, a b l e h n e n unb bie Entscheidung bes Staatsgerichtshoses über diese Frage anruien. Der Bremische Senat dürfte zunächst nicht Stellung nehmen, da er erst gestern neugewählt worden ist und nach bem Gefamtrücktritt des alten Senats erst am Freitag nach ber Vereidigung zu seiner ersten Sitzung zusammentritt. Die braunschweigische ßan- beöregierung wirb im gleichen Sinne wie Preußen unb Hessen Widerspruch erheben, ebenso bie Regierung von Mecklenburg- Schwerin. Eine Protestkundgebung. Berlin. 18. April. Die ^Berliner Gauführung bes Roten Frontkämplerbundes teilt mit: Heute tritt ber gesamte Rote Frontkämpserbunb von Sroh-Derlin zusammen, um bie burch bas be- vorstehenbe Verbot cntftanbenc Lage zu besprechen. Morgen um 19 Uhr finbet im Lustgarten eine Massenkundgebung statt, zu bet bet Rote Frontkämpserbunb gemeinsam mit bet Kommunistischen Partei au’ruft. Sämtliche Abteilungen des Roten Frontkämpfetbundes werben mit klingenbem Spiel unb ihren Zahnen durch die Stadt zum Lustgarten marschieren. Um das Verbot des Solen zwnlkämpserbnndes. dingt ergriffen Werdern. Der Bericht be« SparkommissarS soll un« Anlaß zur gründlichen Ueberprüsung werben, wa« in Hessen geschehen kann, um bie Verwaltung zu vereinfachen unb. wenn möglich, noch letstungsfähiger zu machen. Um die Tätigkeit be« Sparkom- missarS haben sich wahre Legenden gebildet. In Wirtlichkeit ist seine Aufgabe einfach unb klar. Der Sparkommissar soll die Erfahrungen, die er an anderen Stellen gemacht hat, auf unsere Verhältnisse anwenden, tote er auch die Erfahrungen bet un« wieder in anderen Landern nutzbar machen wird. 3m übrigen ist ja bet Sparkommissar nicht nur bei uns tätig, sondern wirkte ober wirkt auch In Draunschweig. Thüringen unb Württemberg unb wirb sicher auch noch in anbere Länber kommen. Sein Bericht ist übrigen« im Sommer zu erwarten. Ob sich seine Tätigkeit für Hessen zum Segen au-wirkt. wirb wesentlich von un « selbst abhängen. Die Sparmaßnahmen dürfen übrigens nicht so weit gehen, daß unabweisbare Bedürfnisse be« Staate« unbefriedigt bf-iben. Eine Besserung der hessischen .linanu-n wird wesentlich auch von der Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse abhängen. Die fton- junktur hat wohi ihren Höhepunkt erreicht, wenn nicht schon überschritten. 3n helfen ist die Wirtschaftslage im allgemeinen noch leidlich günstig. Die Reichssteuereingänge zeigen noch flei/.enbe Tendenz. AlS Maßnahme zur Abdeckung be« Defizit- von 11,3 Millionen kommen zunächst in Betracht: Verhandlungen mit dem Reiche, unb zwar 1. wegen ber besonderen Verhältnisse Hessen-. 2. wegen Ersähe- der Kosten für die Deamtenbesoldung. 3. wegen ber Gisenbahnfchulb. Wa- weiter von un« au« ?eschehen kann, ist st r e n g st e Sparsam- e i t. möglichste Abbrosselung aller neuen Ausgaben. Verwaltungsreform auf Grunb be« Berichts bc« Sparkommissars. außerdem aktive Beeinflussung be« Wirtschaftsleben-. SS darf auch erhofft werben, baß bie Reichssteuern etwa« mehr bringen, als ber Voranschlag angibt. Auch kann ich die erfreuliche Mitteilung machen, baß die Holzeinnahmen au- ben Forsten 15 Millionen mehr bringen werden al« veranschlagt. Ein klares Bild über unsere finanzielle Lage wird sich vielleicht im Herbst diese« IahreS ergeben. Ich darf wiederholen al« Ergebnis meinet Aussührungen, daß unsere finanzielle Lage, ähnlich wie in anderen Ländern, ernst abernicht tr ostlos ist. Aber manche« und wichtige- wird demnächst geschehen müssen. DaS Gewerbesteuergesetz liegt zur Entscheidung vor. Der bisherige Zustand ist unhaltbar. Die Grundsteuer soll geändert werden, sobald die reichsrechtlichen Grundlagen vorhanden finb und bie Reubewertung durchgeführt ist. Die S o n b e r - gebäubefteuer wirb voraussichtlich durch bie Gebäubeentfchuldungssteuer wahrscheinlich ab 1929 abgelöst, die auch eine Ermäßigung der Sonder st euer bringen wird. Wenn es bem deutschen Volke gelingt, sich von seinem tiefen Fall wieder aufzurichten. waS wir nicht nur alle wünschen und hoffen, fonbem auch felsenfest glauben, dann wollen wir Hessen nicht abseits habet ft eben, sondern an unserem Teil redlich Mitarbeiten. Mit den alten Hessentugenden der Nüchternheit, der Besonnenheit, der Zähigkeit und des Fleißes werben wir auch Herr über bie augenblicklichen finanziellen Röte werben. Wirtschaft und Reichsreform. Ter ehemalige Ncichskanzler Tr. Luther spricht in Karlsruhe Karlsruhe. 18. April. (WB.) Dor zahlreichen Persönlichkeiten be- ösfenllichen und Wirtschaftslebens Baden-, unter benen auch der badische Zinanzminister, ber LandtagSpräsibent unb verschiebene Abgeorbnete aller Parteien sich befanden, sprach der frühere Reichs- kanzlerDr. Luther über bas Thema „Wirtschaft unb Reichsreform". Er betonte, bah bei Grünbung bes Bundes zur Erneuerung bes Reiches bie wirtschaftlichen Erwägungen eine sehr starke Rolle gespielt haben. Mit Auslanbanlei- hen müsse endlich einmal Schluß gemacht teerben. Rotwendig sei beshalb die Bildung eigenen Kapitals und die Rationalisierung aus der ganzen Linie. Der Redner behandelte dann die Frage ber Organisation unseres Reiches, wobei er bemerkte: W i r verwalten zu teuer! Der Bunb Aur Erneuerung des Reiches habe sich zur Ausgabe gesetzt, bie Dinge möglichst so vorzubereiten, baß sich in ber Stunde der Rot bie Kräste zu einer vernünftigen Durchorganisierung des Reiches sinden. ohne bah eine lebensfähige Eigenstaatlichkeit gefährdet wirb. Die Verschie- denheit von Rord und Süd solle man nicht unterstreichen, aber bie Tatsache im Auge behalten. Der Weg^ bet mit der Bildung eines Groh-Preußens rechne, erscheine ihm außerordentlich bedenklich, well daneben bas Reich vollkommen bedeutungslos werden würde. Rord unb Süd sollen in ihren Rechten grundsätzlich gleich bleiben, das Eigenleben ber lebensfähigen Länder nicht beschnitten werden. Was wir wünschen und brauchen ist eine große Verbindung der Zuständigkeiten. 3n der Aussprache warnte der Landlagspräsident Dr. Baumgärtner vor der Meinung, als ob eine Beseitigung der Länderregierungen und Parlamente eine wesentliche Kostenersparnis mit sich bringe. Er trat für eine völlige Klar- stellung und Abgrenzung der Kompetenzen aller Derwaltungsorgane von unten bis oben ein, sowie für die Erhaltung der Länder, soweit sie ihre Eigenstaatlichkeit zu erhalten vermögen. 3n seinem Schlußwort bemerkte Dr. Luther, bah eine Zerschlagung Preußens nicht in seinem Sinne liegen würde. Das deuischnationale Wahlprogramm. Berlin. 18. April. (WTB.) Die Deutschnationale Bolkspartei erläßt zu den bevorstehenden Wahlen einen Aufruf, in dem eS heißt: Ziel unseres politischen Kampfe-ist Deutschlands Befreiung von äußerer und innerer Knechtschaft. Die gegen unseren Widerstand geschaffenen völkerwiderrechtlichen Tatsachen haben die außenpolitische Freiheit des Staates so eingeengt, daß damit auch unsere Mitarbeit in der Regierung schwer belastet war. Der Dorwurf, unsere Politik steuere neuen Kriegen zu, ist ein unehrlicher Der- such, jede nationak Politik unmöglich zu machen. Der Frieden, den wir wollen, muh ein Friede in einer befriedeten Welt sein, der di e Gleichberechtigung des deutschen Dolkes zur Tatsache macht. Well wir wissen, daß Deutschland ohne den deutschen Osten nicht lebenSfäbig ist, verwerfen wir jede Anerkennung der heutigen unmöglichen Ostac e n z e n. Wir lassen nicht von der Forderung der Vereinigung mit dem deutschen Dolkstum in Oesterreich. Wir verlangen, daß die Wehrmacht uiu versehrt und schlagkräftig erhalten bleibt unb nicht in das Parteigetriebe hineingezvgen wird. Die Reparationslasten müllen neu geregelt und begrenzt werden. Die Finanz- und Wirtschaftskontrolle muß fallen. Wir verlangen die Wiederherstellung unserer wirtschaftlichen, unserer Rahrungsfreiheit vom Auslande. Die Rettung der Landwirtschaft ist dringlichste Aufgabe. Eine durchgreifende Reform unserer Handels- und Wirtschaftspolitik muß diesem Ziele dienen. Aus christlicher Lieberzeugung fordern wir die gleichberechtigte Einordnung des Arbeiters in Staat und Wirtschaft. Christentum und Deutschtum sind die Wurzeln unserer Kraft. Wir lassen nicht von dem Stolz auf die tausendjährige deutsche Geschichte, die Größe des Kaisergedankens, die ruhmbedeckten schwarzweißrvten Farben und die Heldentaten der alten Wehrmacht. Der vom ganzen Dolke gewählte Reichspräsident muß die Macht haben, ungehemmt durch die DertrauenS- und Mißtrauensvoten wechselnder Parteimehrheiten für sachliche und stetige Ae- gierungsarbeit zu sorgen. Das Gegeneinander« arbeiten von Reich und Preußen must verhindert werden. Wir wollen eine freudig bejahte Ein- beit deS Reiches und freie ®nttotdlung für seine Länder. Unter jeder StaatSform dienen wir der Ration. Unsere Partei umfaßt alle Stünde und Berufe und widerlegt durch ihr Dasein die Lehre vom Klassenkamps. Kihmaunce in Murray Bay. Der Flug nach dem Propeller. R e u y v r k. 18. April. (WB.) Die „Eana- dian Preß" meldet ergänzend aus S e v e n 3 S l a n d , Fitzmaurice habe erklärt: „3ch verlieh die deutschen Gefährten, ihr Flugzeug aus- oessernd, und eS schien, als ob sie die A u s - Desserung bald vollendet haben würden." Was die deutschen Flieger dann tun würden oder wohin sie stiegen würden, wisse er nicht. 3nfolge seiner Erfahrungen glaube er, daß die früheren Ostwestozeanflüge wahrscheinlich ein tragisches Ende in derselben Gegend sanden, wo die „Bremen" landete. Die Flugzustände seien an der Küste Reufundlands alles andere als angenehm. Gr glaube tatsächlich, daß derartige ungünstige Flugzustände auf keinem anderen Teile der Welt herrschen. Rach einer späteren Meldung der „Canadian Dreß" auS Murray Bah ist Fitzmaurice dort um 2.27 Uhr eingetroffen. Er wurde nach der Landung von etwa 50 Personen, zumeist Presseberichterstattern und Photographen, di« bereits seit mehreren Tagen dort weilten, umringt und begrüßt. Eine der ersten, die ihn begrüßten, war Fräulein 3unkerS. Fih- maurice telephonierte von Murray Dah an den irländischen Gesandten in Reuhvrk, er warte in Murray Dah aus das Eintreffen von Ersatzteilen für die „Bremen". Er werde diese nach Greenly 3sland bringen und dann gemeinsam mit den deutschen Kameraden nach Reuyork fliegen. Herta 3unkers ist in Murray Bay geblieben. „F. 13“ mit Melchior und Erhardt 3unkers landete heute abend in Eurtihfield. 200 Minuten nach Abflug von Montreal. Sofort nach dec Landung ließ Melchior den Propeller vom Flugzeug „F. 13“ abmonticren. Der Vropeller wird noch heute abend mit der Eisenbahn nach Murray Bah abgesandt. Der Etari nach Reuyork. Die „Bremen" nicht bdr sechs Tagen startbereit. Reuyork. 19. April. (WTB. Funlspruch.) Lake Sainte Agnes gemeldet wirb, bat Fitzmaurice in einer Unterredung mit einem Dertretcr der .Ass. Preß" betont, daß die De- satzung der .Bremen" den Transozeanflug erst c ?lrr Erreichung Reuyorks als abgeschlossen betrachte. Doraussichtlich brauche er noch zwei bis drei Tage bis er nut den Ersatzteilen nach Greenly 3sland zurück- gekehrt fei. DieS sei hauptsächlich vom Wetter abhängig. Weitere zwei bis drei Tage dursten dann noch nötig sein bis die Bremen" zum Flug nach Reuyork bercitstche. Trotz der bekannten Beschädigungen, besteht nach Fitz- wauriccs Ansicht kein Grund dafür, daß das Flugzeug nach der Fertigstellung der Reparaturen nicht den Flug nach Reuyork unternehmen sollte. Der Abflug von der 3niel werde keiner- lei Schwierigkeiten bereiten, da das EiSzchn Fuß dick sei. Hertha 3unkers die an der Unterredung teilnahm, crllärte, es sei fe;r notwendig gewesen, mit Fitzmaurice eine persönliche Verständigung über den Umfang der notwendigen Reparaturen herbeizu- Deutsche Wirischasts- und Handelspolitik. Eine Rede -es Reichsaußenministers Dr. Etrefemaun. Berlin, 19. April. lDDZ.) Auf der gestrigen Dersammlung des Deutschen Industrie- und Handelstages über die wir schon gestern oerichteken, ergriff auch Reichsaußenminister Or. Gtresemann zu einer bedeutsamen Rede das Wort, in der er u. a. folgendes ausführte: Wir sind noch weit entfernt davon, daß wir die Wunden der Kriegsund RochkriegSzett überwunden hätten. Während andere Erdteile ihre Wirtschaft um 30 bis 40 Prozent über die Dorkriegszeit gesteigert haben, hat Europa noch nicht einmal den Stand von 1913 erreicht. Das sollte wie ein Alarmruf wirken auf die europäischen Länder zur wirtschaftlichen Derständigung und Zusammenarbeit. (Beifall.) Der Präsident erwähnte die Freigabe deutschen Eigentums in Nord- a m e r i t a. So stark ich die materielle Bedeutung dieser Maßnahme empfinde, höher erscheint mir für die Zukunft der Völker die grundsätzliche Bedeutung. (Beifall.) Cs geht nicht an, baß, wenn die Staaten kämpfen, die Bürger leiden. Das war ein Verstoß gegen die ungeschriebenen Gesetze der Fairneß im Wettkampfe der Döller. Der Streit dec Staaten darf nicht den einzelnen Bürger treffen. Dah jetzt das größte Doll der Erde sich von solchen Kriegserscheinungen lossagt, darin liegt der erfreuliche Beweis dafür, daß die Besinnung wiederkehrt, bah wir die Wett nicht aufbauen können, wenn wir von solchen Grundsätzen nicht ein für alle Mal abrücken in allen zivilisierten Völkern. (Lebhafter Beifall.) Wir leiden unter den Repara- t i o n s l a st e n, die Verkehr und 3ndustrie hemmen. Wenn wir einen Aufbau der deutschen Wirtschaft wollen, dann muß die Wirtschaft in der Lage fein, wieder von ihren eigenen Überschüssen etwas hineinzustecken ins Unternchmerr. Das ist auch die beste Steuer- und Sozialpolitik. Dreiviertel unserer ganzen Ausfuhr geht nach Europa. Schon daraus ergibt sich die Gemeinsamkeit des Interesses aller europäischen Völker an einem Wiederaufbau der europäischen Gesamt- wirtschaft. Schon die Tatsache, daß wir eines Tages aus dem Dawesabkommen eine feste Endsumme ohne Transfer allein aus unserer Ausfuhr zu oerzinfeu haben, nötigt uns zur E x p o r l wirtschaft. Alle Parteien sind der Landwirtschaft in ihrer Rot eutgegengekommen. Wir müssen aber andererseits auch von der Landwirtschaft Verständnis dafür verlangen, daß wir mehr als i n der Vorkriegszeit zum Export gezwungen sind. Darum ist für Deutschland der Gedanke einer wirtschaftlichen Autarkie eine Unmöglichkeit. Der notwendige Schuh des Inlandmarktes muß immer im Zusammenhang stehen mit der Erhaltung unserer Exportmöglichkeit. wir können nur eine Wirt- schaftvpolitik treiben, wie sie in unseren Handelsverträgen niedergelegt ist. Trotz aller Hemmnisse, di« unS entgegenstehen, müssen wir mit Vertrauen und einem gewissen Optimismus daS DertcagSwerk fort- fetzen, daS uns zur internationalen Verständigung führen soll. Ohne diesen Optimismus hätte sich Deutschland nach dem beispiellosen Zusammenbruch der Kriegs- und Rachkriegs- zett nicht wieder aufrichten können. Schließlich muh man zunächst an seine Zukunft glauben, um sie erreichen zu können. Ein bewußtes internationale Zusammenwirken ist die beste nationale Arbeit zur Wiederherstellung des Einflusses, den wir einst in dec Weltwirtschaft hatten und den wir hoffen, wieder zu erreichen. Die größte Schwierigkeit bietet uns di« Tendenz vieler Staaten, die im Krieg« künstlich auf- gerichtete nationale 3ndustrie durch hohe Zölle zu schützen. Wenn Deutschland aus dem Ertrage seiner vermehrten Arbeit d i e schwere Reparationslast abtragen soll, dann darf man nicht in anderen Ländern eine Wirtschaftspolitik führen, die uns durch Zvllerhöhungcn der Möglichkeit beraubt, die Produkte dieser vermehrten Arbeit a b z u s e tz e n. Wir erstreben auf dieser Grundlage eine Verständigung, damit zunächst die bedrängte europäische Wirllchaft wieder gesunden kann. Wir fordern Sie alle zur Mitarbeit an diesem Der- ständigungswerk auf, um eine Lösung zu erreichen, die uns durch Opfer zur Freiheit bringt und uns die Möglichkeit gibt, wenn auch nach Uebernahme großer Lasten, auf untere lebende Generation doch eine bessere Zeit herbeizuführen für die Generation, die nach uns kommt. (Lebhafter Beifall.) Das Mitglied des Derwaltungsrats der Reichsbahn Dr. K. $. von Siemens keilte mit, dah in den nächsten Tagen der De- grundungsantrag «auf Tariferhöhung an die RcichSregierung gestellt werden werde. Eisen- bahnangeleaenheiten dürfe man nicht mit dem normalen Maßstabe des Wirtschaftlers messen. Bei der Beurteilung der Finanzlage jeder Eisenbohngefellschaft feien die Betriebs- unb die Vermögens richtungen zu unterscheiden. Eine möglichst klare Trennung sei anzustreden, da die Ausgaben für den Betrieb keinesfalls durch neuaufgenommenes Kapital gedeckt werden dürsten. Falls aber die Ausgaben für neue werbende Anlagen aus den laufenden Einnahmen gedeckt werden, so würde ungerechtfertigterweise die Gegenwart zu stark belastet werden, also die Tarif- Höh« unberechtigt hoch sein. 3n 3ahren guter Konjunktur müsse Vorsorge getroffen werden: leider könne die Reichsbahn trotz der guten Konjunktur einen solchen Weg vorläufig noch nicht verfaßen. Aus der Inflationszeit und aus dec Derreichlichung dec Dahn habe sie D a u - Verpflichtungen übernommen, deren Durchführung mehrere Milliarden in Anspruch nehmen würden. Die meisten Bauvorhaben seien bereits stillgelegt. Eine weitere schlechte Erbschaft aus dem Kriege fei der starke Verschleiß des Materials. Die Kosten für die Beseitigung dec alten Schäden schätze der Redner auf ungefähr eine Milliarde. Hundert Millionen brauche man in den nächsten 3ahren ferner zur Beseitigung anderer technischer Schwierigkeiten und Rückständigkeiten. Ein Teil dec 2lr- beiten dürfe mit neuem Kapital gedeckt werden. Für 1928 und für 1929 sei eine Kapitalaufnahme von je 400 Millionen Reichsmark vorgesehen. Der Voranschlag schließe mit einer Unter b i I a n j in der Detriebscechnung von 350 Millionen ab. Die Verwaltung habe aber nur eine Tariferhöhung von 250 Millionen gleich fünf Prozent durchschnittlich vorgeschlagen. Das bedeute für die Wirtschaft nur dieselbe Belastung, als wenn die Arbeiterlöhne um je einen Pfennig in der Stunde erhöht toüröen. Die Politik der Reichsbahn werde dem deutschen Einfluß nicht entgleiten, solange sie die ihm im Gesetz vorgeschriebenen sinanziellen Lasten erfüllen könne. Einstimmig angenommen wurde dann folgende Entschließung: Der Deutsche 3ndustrie- und Handelstag ist davon durchdrungen, daß die Pflege und Stärkung der deutschen Volkswirtschaft gegenwärtig mehr als je, nicht um des privaten Rutzens des einzelnen Wirtschafters willen, sondern zur Wiederbegründung und Siche- rung von Dolkswohlfahrt und Dolkskultur, von den höchsten 3nteressen dec Ration geboten ist. Von den in dec Wirtschaft Stehenden verlangt diese Lage, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen auf den Zweck der Verbesserung und Verbilligung dec Produktion unb der Steigerung des Absatzes einzustellen, Kapitalaufwendungen wie Kreditbeanspruchungen streng auf ihren wirtschaftlichen Ertrag zu prüfen, Wertarbeit, insbesondere zur Steigerung dec deutschen Ausfuhr zu pflegen: sie verlangt weiter tätige Mithilfe an den Bemühungen, planmäßig die Erzeugung der Landwirtschaft zu steigern und an di« Markterfordernisse anzupassen, um so nicht nur an der Behebung landwirtschaftlicher Notstände, sondern auch an der Senkung de s Einfuhrbedarfes mitzuarbei- ben. Sie verlangt besonders auch die Pflege der wertvollen, produktiven Kräfte deS Handels,- auf feiten der Staatspolitik erfordert die Volks- wirtschaftliche Lage da» praktische Bekenntnis zur p r t- vafwlrlfchaflsordnung und damit den Verzicht auf nicht zwingend notwendige Eingriffe in die wirtschaftliche Tätigkeit, Stärkung der politischen Reichsgewalt einerseits, lebendig« dezentralisierte Selbstverwaltung andererseits. Gerade damit der deutsche Staat ein Staat wirklicher Volksgemeinschaft bleiben kann, muh er die Volkswirtschaft von den unerträglich gestiegenen öffentlichen Abgaben, soweit es irgend möglich ist. entlasten, um die Bll- düng von Anlage- und Betriebskapital zu erleichtern. die Selbstkosten und damit d i e P r e i s e zu senken und Absatz- und Beschäftigung zu stärken. 3n Finanzausgleich- und Steuergesetzgebung wird die Selbstverantwortung zu stärken, volkswirtschaftlich schädlichen Einseitigkeiten der Belastung, namentlich beim Gewerbe, entgegen- zuwirken, der Notwendigkeit der Kreditbeschaffung Rechnung zu tragen und grundsätzliche Rechtseinheit für die wichtigen Steuerarten zu sichern fein. Die Grundlagen der Sozialpoli- t i k werden beibehalten, alle mit den sozialen Erfordernissen vereinbarten Senkungen des Aufwandes aber, der den Wirtscha'tsertrag wie den Lohn immer erheblicher beengt, werden angestrebt werden mufien. Eingriffe deS Staates in das Lohnwesen muffen auf das im überragen- den Interesse der Allgemeinheit unentbehrliche Maß beschränkt werden. Bei der unabweiSlichen Verflechtung Deutschlands in die Weltwirtschaft ist eine sorgfältige Pflege der Ausfuhr, ins- besondere durch eine Handelspolitik, erforderlich, die die Vervollständigung des Netzes von Meistbegünstigungsverträgen mit gleichzeitigen Tarifabreden und den Abbau von Handelshemmnissen betreibt. führen, da die von Greenly Island abgesandten 5£[egramme zum Teil verstümmelt, zum Teil aber auch gar nicht in Neuyork eingetroffen feien. Kihmaurice erzählt. Qu « be c. 18. April. (WTB.) Der Sonderberichterstatter der ,Canadian Pi-eß", der sich un. Flugzeug nach Clarke City begeben und fitzmaurice interviewt hat. hat über diese Unterredung folge >d.n Bericht telegraphiert: flßmaurice erzählt: Das Flugzeug „Bremen- bewährte sich glanzend, und die Besatzung gab sich während des ersten Teiles des Fluges der festen Hoffnung hin, Reuyork in dec vorgesehenen 3eit zu erreichen. Die Winde waren anfangs günstig, und es wurde eine gute Geschwindigkeit erzielt. Als wir aber etwa 900 Meilen von Neufundland entfernt waren, verschleierten sich die Verhältnisse, wahrend die Dunkelheit herein- brach. Wir gerieten in einen Schnee sturm Der daS F.ugzcug hin und her peitschte. Die Iörcinen" wurde von einem heftigen Gegenwind geschüttelt, so daß es schwie- rig war, vorwärts zu kommen. Dann wurde sie wieder von einem Rückenwind in eine drehende Bewegung versetzt, und die Flieger lernten einen der Gründe kennen, aus denen von ihren Vorgängern bei der Ucberqucrung des Atlantischen Ozeans von Osten nach Westen nie- mals wieder etwas gehört wurde. Der Sturm wurde immer schlimmer und nahm schließlich eine Heftigkeit an, auf di« man sich niemals gefaßt gemacht hätte. Vier Stunden hindurch glaubten die Flieger, daß ihre letzte Minute gekommen sei. 3n diesem furchtbaren Kampfe blieb jedoch die „(Br.inen" Sieger, wenn ihre Geschwindigkeit auch sehr gering war. Landung aus Greenly Island. Im Sturm über den Atlantik. Neuyork. 18. April. (WB.) Die Tanadian preß erhielt von der Regierungsfunkstation in Point-Amour in Ergänzung früherer Schilderungen des Fluges der „Bremen" weitere Mitteilungen des Freiherrn von Hünefeld. Danach stieg die „Bremen" 2000 Fuß hoch, um die schweren Aebel -vor der Ncufundlandküste zu überwinden. Als dieser Versuch sich als unmöglich herausstellte, stieg die „Bremen" wieder bis auf 50 Fuß über • dem Meeresspiegel hinab, wo ihr aber durch die Sturmwellen neue Gefahren drohten. Als die Flieger abermals hochstiegen, bemerkten sie eine wilde Waldgegend, bann einen Fluß und hieraus einen sehr hohen Berg, bei dessen Ueberfüegcn sie den Leuchtturm non Greenly Island entdeckten. — Die Morgenblätter bringen Abbildungen der steilen, hohen F e l s e n k ü st e von Greenly Island und weisen auf die Gefahr hin, die der „Bremen" bei nur etwas niedrigerem Fluge drohte, nämlich in die durch Nebel verdeck- ten Felsen hineinzufliegen. Während der vier Stunden, als die Beleuchtung oerjagte, die Frei- Herr von Hünefeld vergeblich auszubessern oer- suchte, wich die „Bremen" von ihrem Kurse 400 Meilen nordwärts ab, wie sich beim plötzlichen Aufleuchten der elekttischev Beleuchiur.g heraus- stellte. Bei Tagesanbruch gelang es der „Bremen", wieder den Westkurs einzuhalten, dafür aber wuchs der Sturm zum Orkan an, so daß Köhl und fitzmaurice nur mit äußerster Anstrengung ein Heruntergehen der „Bremen' in See verhindern tonnten. Die Gesamtflugzeit der „Bremen" betrug 36* Stunden. Aus aller Well. Unwetterkatastrophe in Schlesien. 2m Ä eichenbachec Gebiet und im Gebiet o^ Hohen Eule ging ein stundenlanger Wolken bruchartiger Regen nieder, der. £lne^"USc?luctun9A' und Hochwassergefahr brachte. Bedroht wurde das Gebiet oberhalb PeterSwaldau bei Steinseifersdvrs nach dec Hohen Eule zu. Die Bewohner mußten in der Nacht g«to eckt werden und ihr« Behausungen zum Teil raumen. Kurz nach Mitternacht batte sich dec unaufhaltsame Regen in Schnee verwandelt, der so dicht fiel, daß man kaum einen Schritt wett sehen konnte. Dann ging noch gegen Morgen e i n schweres Gewitter nieder und gleichzeitig setzte starker Sturm ein. Straßen und Wege wurden meterhoch verweht, auch die Eisenbahnstrecke Schweidnitz—Reichenbach. Aus amtlich« Anordnung mußte an mehreren Orten bas Vieh aus den Ställen entfernt werden. Wagen und Automobile blieben auf den Straßen Im Schnee stecken. Trauung des Fürsten von Blsmanf. 3m Berliner Dom fand Mittwoch mittag die kirchliche Trauung des Fürsten Otto o. Dis- marck, des Enkels des Altreichskanzlers, mit Fraulein Annemarie Tengbom statt. An dem feierlichen Akt nahmen Reichspräsident von Hindenburg, Reichsminifter des Aeußeren Dr. Strefemann, Reichsinnenminister von Keudell, ferner die Minister Koch, und Schiele, der schwedische Gesandte a f Wirsen, zahlreiche weitere Vertreter der Regierung und des Diplomatischen Korps sowie eine große Zahl von Gästen aus den ersten Kreisen der Ber liner und der schwedischen Gesellschaft teil. Rach schwedischer Sitte erwartete der Bräutigam am reichgeschmückten Altar die Braut, die ihm durch ihren Vater zugeführt wurde. Nach Orgelvorspiel und Gesang des Domchors vollzog Hofprediger Doehring die kirchliche Einsegnung des Paares. Gesang und Orgekspiel beendeten die kirchliche Zeremonie. Rach der Trauung fand im Hotel Esplanade ein Frühstück stakt. Unaufgeklärtes verschwinden eines deutschen Studenten. Paris 18. April. (WTB. Fwikspcuch.) 3n Aizza sind aestern zwei deutsche Studenten deren Personalien nicht genormt werden, aus Hamburg kommend im Paddelboot «in- gett offen. Nachdem sie am frühen Nachmittag einen Bootsausflug unternommen hakten, kam von dort einer der Studenten in feinem Paddelboot zurück und erklärt«, seinen Kameraden, der hinter ihm fuhr, verloren und vergeblich gesucht zu haben. Oie Wetterlage. ROS ÄL O O wie» _ Qwoutmoy qenter Qnato otdtttL® voiitig G ordtcti entgelt • lehnet »Criupein. ■ tteoci K 6ew.tirr^)winaitiiie.o, -ziw «irnrr» Oji fleij.gc. SedsuäwcH K ilurmocnt, ncedwcsl oi< *fetn die Temperatur en Pie Linien reromden Orte mit vckucrl «Nf M-fresmernu umaerrrnxtir* kelldreci Wettervoraussage. Ein Ausläufer de« nördlichen Tiefdruckgebietes, der sich südwärts biS über Deutschland erstreckt, brachte unter südwestlichen Winden geringen Temperctturanstiea. Da aber sehr bald wieder kühlere Luftmassen folgen werden, so bleibt zunächst daS veränderliche Wetter noch fortbestehen. nn^rC!txCr2.OrIiaud.rQ9e für Freitag: Wechselnd wolkig nut Aufklaren, kühl, noch Schauer. WitterungsauSfichken für SamS- tag: Veränderliches und kühles Wetter mit strichwetsen Niederschlägen. Lufttemperaturen am 18. April: mittags 6,7 Aad Celsius, abends 2,4 Grad Telfius, am April: morgens 2.7 Grad (Telfius, Maximum: 7,6 Grad Celsius, Mimmum: 0,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. April: abends 7,8 Grad Celsius. «i ftfb wurde. >«n oad unD Aus der Provinzialhauptstadt. Sietzen. den 19. April 1928. Dr. Friedrich Tioack 70 Jahre alt. den Schwarzwald, wie sie vor vielen Iah schon den damals 15 Jahre alten Friedrich Ai aus den Gleiberg, an den LaunSbacker Steg die .AapoleonSnase" begleiteten, und dem Alarm in der Aollkrast deS Leben« unter der heißen di« Redaktion der kölnischen Zeitung berufen und als deren Vertreter nach Rom entsandt. Von der italienischen Hauptstadt auS schrieb er dann für die ..Kölnisch«- unter dem bekannten Kleeblatt-eichen. 2llS römischer Vertreter der ..Kölnischen Zeitung" war Dr. Oload von 1891 bis 1902 und von 1905 bis 1915, wo chn Italiens Eintritt in den Krieg gegen bk Mittelmächte zum Verlassen RomS zwang, ui hervorragender Weise tätig. Dr. Aoack gehörte ui Rom zu den führenden Persönlichkeiten iflt nationalen und kulturellen Leben der dortigen deutschen Kolonie. In den Iahren 1902 bis 1905 und dann wieder von 1915 bis 1917 wirkte er als Leiter deS Feuilleton- und stellvertretender Chefredakteur in der Hauptredak- Uon der ..Kölnischen Zeitung" in Köln. Im Iahre 1918 wirkte er für Ötc ..Kölnische Zeitung" in Wien. Im Oktober 1918 trat er in den wohlverdienten Ruhestand, den er seit 1921 in Freiburg L Dr. verlebt, um dort seine großen historischen Arbeiten über die Geschichte des römischen Deutschtums abzuschlietzen. Im Iahre 1927 sind auS der Feder diese- glänzenden und von Tausenden gern gelesenen Schriftstellers die beiden umfangreichen Dände de- Quellenwerkes ..Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang deS Mittelallers" erschienen. Al- Vorarbeiten waren vorausgegangen im Iahre 1907 ..Deutsche- Leben in Rom 1700 biS 1900“ und im Iahre 1912 »DaS deutsch« Rom", neben zahlreichen Aufsätzen in Fachzeitschriften. AlS Frucht seiner di« Landschaft. Menschen und Kulturgeschichte verknüpfenden weiteren schriftstellerischen Tätigkeit sind neben seinen viel gelesenen Feuilleton- in der „Kölnischen Zeitung" die Dächer „Italienische- Sktzzenbuch" (1900) und ..Die römische Campagna" (1911) besonder- zu erwähnen. Im „Gießener Anzeiger" erschienen u, a. im Iahre 1875 die ersten journalistischen Arbeiten de- damals erst 17jährigen Friedrich Aoack. über die er selbst in der Dummer vom 13. Mai 1903 des „Gießener Anzeigers" in launiger Weise schrieb. Dann veröffentlichte er im Mat und August 1922 in den „Gießener Fa- milienblätlem" de- „Giehener Anzeiger-" weitere Druchstäcke au- seinen Giehener LebenSerinne- runaen. Malkasten und Skizzenbuch begleiten heute noch den 70jährigen. verdienstvollen Veteranen der deutschen Publizistik aus seinen Wanderungen in Sonne de- Südens eine der reichsten Sammlungen eigener aquarellistischer und Dleistift- Aufnahmen durchwanderter Landschaften ermöglicht haben. Dem alten Herrn seien zu seinem morgigen Gintritt in da- biblische Alter auch die herzlichen Grähe seiner Vaterstadt Gießen entboten. Letzte Schauspiel-Kremdenvorstellung im Gießener Gtadttheater. Man schreibt un-: Die Winterspielzeit de- ®(ebener StadtlbeaterS geht ihrem Gnde entgegen. Von den beiden noch statftindenden Fremdenvorstellungen bringt die erste am Sonntag, dem 22. April, 18 11 ßt. Walter Hasencleve r S neueste- Lustspiel .Gin besserer Herr". daS (Jrfolgflüd deS Derliner Staats- theaterS. dem unter der Spielleitung de- neuen Intendanten auch in Gießen ein einstimmiger Publikum-- und Presseerfolg beschieden war. Hascnclever, bisher in Giehen noch nicht gespielt. ist einer der bekanntesten und bcgaotcflen Schriftsteller unter den Autoren unserer jüngeren Generation. Die im Iazz-RhythmuS sich ab- rollenden, von Iazzmufil begleiteten acht Dilder höben die Derulkung deS modernen Zeitgeistes 2lm morgigen Freitag. 20. April, kann der ?rivatgelehrte und Historiker Dr. Friedrich o ack in Freiburg i. Dr., ein geborener siebener feinen 7 0. Geburt-tag begehen. Der H^r ist im Verlaufe seine« beruflichen Wirken- in der wissenschaftlichen und journalifti- f In dem Wald« aufgehalten und lediglich mit Rabeneiern feinen quälenden Hunger gestillt. •• AuS dem DiehenerStandeSamtS- register. In Giehen verstarben in der Zeit vom 1. biS 15. April: 1.: Philipp Horbach, P'arrer i.R., 73 Iahre alt. Im Gartfeld 7; fiuife Gllfabethe Äermann, geb. Schaub. 41 Iahre alt, Wilhelmftratze 46. 2.; Anna Slifabetha Döcher, geb. Fischer, 67 Iahre alt, Sonnen- straße 3. 3.: Martha Zimmermann, 9 Monate alt. Ederstrahe 6. 4. Adolf Karl Zimmer. 2 Iahre all. Liebigstraßc 72; Anna Margarete Weil. geb. Grieb, 74 Iah« att, Deuenweg 6. 6.: Edith Käthchen Aclcnc Reuter, 3 Iah« alt, Walltorstrah« 34. 7.: Rudolf Duchacker, ohne 'Beruf, 70 Iahre alt, Sicher Straße 74. 9.: Kafpar Klein. Kaufmann, 31 Iahre alt. Frankfurter Strahe 115. 10.: Philivpine Karoline Marie Huhn, ohne Deruf. 81 Iah« a't, Bleichst r ah« 16. 11.: Elise Eichenauer, geb DvvS, Witwe. 63 Iahre alt, Sicher Straße 74. 14.: Heinrich Dies, ohne ‘Beruf. 81 Iahre alt. Sicher Straße 74; Emma Klingelhöfier geb. Schuster, 63 Iah« alt, Georg-Philipp-Gallstrahe 5; Lina Heller, geb. Lippert. Däherin. 64 Iah« alt, Alicestrave 19. •• Darmstädter Pserdemarkt-Lot- teri«. Bei der In Darmstadt jetzt vorgenommenen Verlosung fielen die lebenden Gewinne in der Reihenfolge auf folgende Hummern: 23 792 . 4453. 23 918, 1142, 12311. 9909, 21 €20. 13 791. Die Gewinne sind innerhalb sechs Tagen gegen Vorzeigung deS Lose« in Empsang zu nehmen. "Schweinemarktin Diehen. Auf dem gestrigen G.ebener Schweinema.kt tixnt.i 121 Ferkel, zum größten Teil von Landwirten, autge- trtebew Da bet Schweinemarft monarfich nut einmal HatttmbtX, war der Besuch besser a.e seither. Der Handel war anfang« mäßig, lebte aber später etwa- auf. Bezahl« wurden für lechS bu ach« Wochen alte Ferkel 20 bi« 24 Mk.. ach: bifl breizchn Wochen alte 25 bi« 30 Mk. Der nächste Schwctnemarf« indet am 2. Mai statt. “ Di« Schädlingsbekämpfung mit hochgiftigen Mitteln. Da» Hess. Mini- fteriur,. bei Innern gibt bi« Reichs.Verordnung vom 29. Mär« 1928 bekannt, wonach c* verboten ist. dleibaltig« Verbinbungen und berat Zubereitungen zur Dekämpfung tierischer und psianzlicher Schädling« Im Weinbau zu verwendet«. Vergehen werden mit Gefängnisstrafe geabnbet Da« Verfol erstreckt sich jedoch nicht auf die wiffenfcha t.iche Forschung in den Anstalten des Reich- und der Länder. Die Der- ortmung ist am 15. April in Kraft getretet ** Zuchtdiebversteigerung In Lauterbach Der Landwirtfchaf i s k in mer-Au-schuß für die Provinz Obcrbeflen hält die nächste große Zuchtviehversteigerung am 25 April in Lauterbach ab. Gemeldet sind 80 Dullen, di« sämtlich der Dass« de« Hess. Fleckvieb»« angt- hören. Di« Kreise Lauterbach und AlSseld stellen naturgemäß die größte Zahl der zum Verkauf * gemeldeten Dullen, aber auch die fonfttgen bekannten Zuchten der Provinz sind vertreten. Die Züchter der Gemeinde Angerflbach, die 6 Tie« zur Landeflauflstellung In Darmstadt brachten und dort vier erste und einen dritten Prei« erhielien. stellen allein 25 Dullen. Maar Ift mit 7. Leihgestern mit 5 Dullen vertreten. Die Versteigerung wird weiter noch mit 'Bullen aus Sickendorf. Allmenrod. Heuchelheim. Windhausen. Wallenrod. Dieder-Gemünden, Dieder-Breidenbach, Willofs und ant>e«n Orten mit gutem Klang beschickt. Dci 19 Dutten liegen amtliche Konlrollergebnisse der Mütter vor. •• Fahrgelder st attung auch bei den Fahrkartenausgaben. Sehr häufig kommt es vor, daß Reisende, die sich daS bereits gezahlte Fahrgeld für eine nicht durchfahre«»« Strecke erhalten laffen wollen, den umständlichen Weg über die Reichflbahn-DerkehrSämter einschlagen, ohne zu wissen, daß auch die Fahr- kartenauSgabestellen in bestimmten Fällen zur Rückzahlung defl Fahrgeldes ermächtigt sind. Unmittelbar im Anschluß an ein« Reise können nämlich sowohl mündliche, wie auch schriftlich« ErsiattungSanträge bi« zu cin«m ‘Betrage von 30 Mk. an Ort und Stelle durch die Fahrkartenausgaben größerer und mUtlcoer Dahn- Höfe sofort erledigt werden. Voraussetzung ift nur. daß feine Erhebungen anzusteUen find, oder für die Entscheidung kein besonderer Schriftwechsel ersorderlich ist. — Filmvortrag. In den Palastlichtspielen fand Dienstagabend ein gut besuchter Filmvortrag statt, bei dem der Vortragende. Kapitän Dre it- Haupt, an Hand eines außerordentlich eindrucksvollen DildstttifenS mit den zahlreichen Besuchen. im Geiste eine Reis« nach der tropischen Heimat de- GolfstrvmeS — nach West- l n 6 len — anlral. In einer Einleitung sprach Kapitän V«ithaupt für* über da» Programm der diesjährigen GefelllchastS«ts«n der Hamburg—Amerika-Linie und führte verschiedene moberne Hapag-Dampfer Im Bilde vor. Dach einem kurzen geschichtlichen HirnveiS aus die Entdeckung WestindienS führte di« Reise an Hand deS ZilmS zunächst nach dem bedeutenden englischen S«h«sen Trinidad. 81 ne eigenartige Daturerfcheinung bildet hier der Pechs«, dessen Oberfläche Immer wieder erstarrt. Diese starre Masse wird abgeschlagen und in festem Zustand« al« Asphalt verwendet Interessante Bilder zeigten den Transport de« Asphaltes biS »um Dampfer. Besonder- eindringlich traten die subtropischen Daturschönbeiten bei der Dahnsahrt nach Valencia vor Augen, hier gewann man gute Eindrücke von der ungemein reichen Vegetation deS seuchttvarmen Klimafl. In zabl«ich«n weiteren Bildern, die hier nur zum Teil erwähnt toerben können, sah man Kaffee-Plantagen. Oelquellen und Siedlungen in Maracaibo, die Verladung de« Kaf'eefl in Puerto Columbia, Dilder der deutschen Flugstation Cartagena (Iunkers - Flugzeuge > Wetter s ährte dann die Reise nach den Indianer-Inseln von San Dlafl: hier wohnen noch Indianerstämm«. die bifl auf den heutigen Tag jede Kultur ab» gelehnt haben. Eine Reihe recht eindrucksvoller Bilder zeigte die Großleistung amerikanischer Technik, den Panama-Kanal. An Ha««d von Trickbildern erläuterte der 'BorttagenZte, wie durch eine Anzahl großer Schleusen die Schiffe, selbst die größten amerikanischcn Schlachtkreuzer von 45 000 Tonnen, um je 10 Meier gehoben werden, um den Kanal zu passieren. Der letzt« Teil deS Bilderstreisens zeigte dl« Fahrt nach Port filmen, dem Seehasen von Costa Rica. Hier sah man auch den Dananen-Exporf In Puerto BarrioS. Schließlich folgte die Einfahrt in Havanna. Prächtige Aufnahmen der großen Taoak- unfc Ancmas-Plantagcn gaben wieder ein eln- drucksvelleS Bild subtroNfcher Degetatton. Den Schluß bildete eine Anzahl Trickbilder, an denen der Redner die Gntitehung deS GollstromeS zeigte. Man sah. wie dies« außerordentlich bedeutungsvolle Meeresströmung Ihren Weg durch die Meerenge von Florida nimmt, um dann den ganzen Atttmtischen Ozean biS an bi« West- ttiste von Irland zu durchströmen und selbst bi« in die Dordfee vorzubringen. Der Bortrag fanb lebhaften Anllang. •• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 1000 Kälber. 110 Schafe und 511 Schwein«. rVermietungsn ä ZiinmerWatng. ■‘rtciiünii) zu rrrm. iibexcS 4O7D ^ri«br»diftr. 63 I. Fe.i$. SiL" Sena. e6SL Z.mmer. gnteKBcha. Tr.IMj. LgutmAdl-Zimmcr (ivo.n- ii. SdiloiA.f au DCimieien ttWIK Ludwiattr. 57 1. Gutuiödl.Wodu-n klrinercs Lcplai^.. el Vw 1.1 erm. ' Krankt. Str. 12 v Re«« möbttcrtcs Zimmer au uermtfirn. Wo? sag« d. GefchäHSfieUe d. Gtetz. Stnz. 03034 Mietgesuche l-z iebroutcinoer. Zimmer möaL ml: Vad ob. st. Wasser, eo.ni.Ü>erufL znm l. V. flCucbi idjiihL Ängeb. mn •yre flnna. um. 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Ze ein ©arten amNabrungObergu. im allen &elb »u oerfaufen. Schrillt, tflnarb. unt. 03020 a. b. Gleb.An». am eter Modehaus Carl Nowack«6leßen«Seltersweg 85 inur 0301 Lollar, den 18. April 1928. Die Beerdigung findet Samstag, den 21. April, nachmittags 4.15 Uhr, von dem iu Trauerhause aus statt 4091D mler, Herr Heinrich Deibel tt Ul um 31/* Uhr statt 03013 Bauunternehmer Vereine stand. Wir werden ihm ein ehrendes von k iurüd Lollar, den 19. April 1928. onn> Nürnberg, New-York, den 17. April 1928. 4077 D tagskarte Herborn. niemi Alten-Busedc, den 19. April 1928. Die Beerdigung findet Freitag, nachm. 4 Uhr. Bey G.m.bf., chem. Fabrik. Ottenbach a.Maln | Kaufgesuche <7/ES5EN■‘MÄUZ8 (JR GIG Die Angestellten und Arbeiter der Fa. Heinrich Deibel, Baugeschäft Lolltt 2llar mit 'i nach kurzer schwerer Krankheit, im blühenden Alter von 22 Jahren, in die ewige Heimat abgerufen. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde unser innigst- geliebtes Kind, meine liebe, einzige Schwester, meine über alles geliebte Braut, Enkelin und Schwiegertochter Der eter Trohe, Alten-Buseck, Rödgen, den 18. April 1928. Die Beerdigung findet Freitag, 20. April, nachmittags 2 Uhr statt im Rest im Rest mit Rat und Tat zur Seite Andenken bewahren. tYnft neuer Bügel- Hitb, auch als Werk- lisch Geeignet, diverse GartklllMel grob. Zink-Wafch- rops uim. [03012 zu verkaufen Sfioaniage 91. In tiefer Trauer: Familie Seipp Wilhelm Döll Familie Döll. vom SterbehauBe aus statt. Samötag. 21. 4. bei C>. ßnnlitid): Haupt- Äal Versammlung Reste von: Woll-Musseline Voile-Bordüren 1 30 cm breit Beiderwand Waschkrepp maroc Messaline-Seide Schottenstoffe In tiefstem Schmerz: Katharina Deibel geb. Schön Elisabeth Dietz geb. Deibel Dr. med. Arthur Dietz Ruth und Gisela Dietz. D. n. Oe. A. V. Sektion Gießen. Sonntag. 22. Avril: Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied ganz plötzlich und unerwartet im Alter von 59 Jahren mein innigstgeliebter Mann, unser unvergeßlicher, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Familie Rappold. Bellnhamen, den 18. April 1928. Sttimch oienfertlq, Anmach bolz, AbfnUboiz, Sagemehl znmRau chern abzugeben. J. Wellhöfer. Teleph. 743. „E Stadttheater Sreitaa, 20. Avril ZI. Zkellag-M.-vorN. von 19*, bis 21*. IL Bum erben Male Das Kamel geht durch daSAabelöhr Vuftlptcl in 8 Akten von 8r. Vanger, deutsch von C. Pick. Eberhard Benner Karl Benner Katharina Benner. Alten-Buseck, den 18. April 1928. Die Beerdigung findet Freitag, 20. April, nachmittags Am Dienstagmittag verschied unerwartet nach kurzer, tückiscner Krankheit aus einem arbeitsreichen Leben unser allseits beliebter Chef und Meister Reste von: Karo und Streifen reineWolle,1 OOcm br. Roh-Seide, 1OOcm br. gestreift und kariert Voll-Voile Waschkrepp- BordUren Ales Salb zu kaufen ges. 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Rentnerfürsorgeamt. ____________Dr. Frey.____________ Wir betrauern in dem Entschlafenen nicht nur einen überaus tatkräftigen und weitblickenden Führer, der uns allen ein leuchtendes Vorbild war, sondern auch einen Mann, der uns als Mensch und Freund wohlwollend ^.Wanderung Absabri 6.38. ~ Mittwoch vormittag ‘/»4 Uhr entschlief nach langem schwerem Leiden unser guter Vater. Schwiegervater. Großvater und Onkel lohanoes Reinhard Vo^el im Alter von 74 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Vogel und Geschwister. kMMM 70 qm ntoh. varierre neleg- zu vervachien. Näh. t. d.GcschäfiSit. d. oticn. Anz. o::o« Plötzlich und unerwartet entschlief sanft im 82. Lebensjahre unser innigstgeliebter Vater, Großvater und Urgroßvater Herr Nathan Levy früher Lehrer am Gymnasium in Giefsen Im Namen der Hinterbliebenen: Stefanie Sarason geb. Levy Hamburg (Bismarckstraße 130), Mühlhausen, Mainz, Zlnten, Unerhört billig unsere Preise im Reste-Verkauf fliniHiiiiiiiiiiiiiiiHiiHiiiiin Umständehalber neuer, rveitz emmll. Herd ttel gebaut, unter Preis zu verk. 03017 Dtesitr. 6 v. iiiiiniiinwnMiiiiii Herr Heinrich Deibel Bauunternehmer. |Verschiederres| Auto-Neeh 1790. in.b Gestern, an ihrem 79. Geburtstage, ging meine Hebe Frau, unsere treusorgende, nimmermüde Mutter und Großmutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katbarina Benner geb. Döll von uns in die Ewigkeit. zäf Flott und ■ ' /Ppb vornehm gekleidet zu sein Ui Vjy. frTT 7 für Kinder eine ] itVto* ‘ \ M Quelle des Selbst - vertrauens und der x wl \ \ ' Lebensfreude. Ge- l ' \ ben Sie also Ihren , \ i M H Kindern das Be- \ jl wxißtseln, daß sie gut angezogen sind. Bleyle-AnzOge sehen immer flott aus und entsprechen zugleich den Forderungen moderner Schulhygiene. Denken Sie aber auch daran, daß die Kleider gerade In der Schule stark strapaziert werden u. lassen Sie Ihre Kinder Anzüge tragen, die etwas aushalten: BIcyle - Anzüge Katze gesucht. (4005D $ronlfnrier5tra8eZ 9lu(e[üou5,Bateiui Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Anna dankt herzlichst 1 vollst. Bei«, zwei ISifltovfief*. t eich. .Qletbetfdrrnnf. 1 Kinderbett, .1 RLb- mahvinen, 2 (Ural- 'clonqpe» i. Lagerhaus BtMusrstr. 1». Reste von: Foulardine Voll-Voile Wasch-Musseline Dirndl-Zephir Messaline-Seide Wasch-Kunstseide im per Rest I Meter Lorrn tag,22. Avril Ausflug n. der Ludwigsburg bei Wietcrk Treffs. ?/, Walltor. Autoverbindung: ab Wallior 2.33,3.48 ab LudwtgSbura 7.15, 8.40. 14064 D I* 1 120. IV. 7 ühr L—J B.-H. 8 ühr Arb. Q T. I. Anfn. Garten in den Eichaarten zu verkaufen. Schrtfil. Angeb. unter 03007 an den Gieh. An,. 81. Geschäftshaus in beiter Vnoem. frro. Laden, evtl, mit @e» schättsübern. unter tzüni't. Beding. z.verk. Schriftl. 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Obwohl die Zeiten des Segelschilfverkehr# und des damit Derbunbenen .Schanghaiens" seit zwei Jahrzehnten dahin sind, so ist das Schanghaien in den amerikanischen und australischen Häfen anscheinend doch wieder zur vollen Blüte ge- Schule", in der eine alte Exzellenz den Hut nicht nur vor jedem Stalljungen, sondern vor einem Pferd abnimmt, in der ein Lehrer zu seinem Schüler sagt: .Ich danke Ihnen!" — diese Art ' ' ........ " und zusehen. In dieser Wiener Schule wird daS Höchste von Pferden und Menschen verlangt. Aber man hort kaum je ein lautes Wort. ES ist, als ob man nicht in einer Heil-, sondern in einer Tanzschule wäre. Da ist ein alter Herr, der mit „Exzellenz" angeredet wird. Er ist hier trotz seinen weihen Haaren nicht Lehrer, sondern Schüler. Er kann schon reiten, schon feil fünfzig Jahren, aber er lernt es immer ein bihchen besser. Wie geht dieser alle Herr mit seinem Pferd um? Er ruft es und hält ihm ein Stück Zucker auf der flachen Hand entgegen Und — ' schwerer. ftoUer Hengst, mit nn majestätischer Tatarenfürst. gelungen, in ost-westlicher Richtung den Altanti- schen Ozean zu bezwingen Dagegen fiel ein italienisches Flugzeug in der Rähe der afrikanischen Goldküste Ins Meer und wurde von Ein- Boykott. WaS ist Boykott und welche- ist seine heutige öffentliche Beurteilung vorn Gesichtspunkt des RechleS und der Sitte? Die Beantwortung dieser Frage ist heute insofern von besonderem Interesse, als die Derscharsung deS politischen Kampfe- durch die Ilmwälzungen auch die Kampfmctftobe deS Boykotts in manchen Kreisen wieder in Anwendung bringen lieft. Unter Boykott versteht man den planmäftig durchgesührten Abbruch der gesellschastlichen und wirtschaftlichen Beziehungen mit einer Person oder Personenmehrheit. Der Harne rührt von dem irischen Düterverwalter Eh. E. Boykott her, der in den siebziger Jahren wegen seiner Rücksichtslosigkeit von den irischen Landpächtern geicllschastlich und wirtlchastlich versehmt wurde. Früher rechnete man auch den Streik und die Lieserungslperrc unter den Begriff »Boykott' und verurteilte sie dementsprechend. Heute haben sich die rechtlichen und sittlichen Anschauungen hierin geändert und man gestattet sowohl oen Industriekartellen ihren Avnchmern gegenüber Verlaufs!perren zu verhängen, wie den 'Arbeitern, ihre einzige wirtschaftliche Waffe, die Verweigerung der Arbeitsleistung in Anwendung zu bringen. Hingegen hat die öffentliche sittliche Meinung wie die Rechtslehre scharf Stellung genommen gegen jene Aechtung, die wegen der toe|Innung und Ucbcrjeugung einer Person oder Personen- gruppe versucht oder unternommen wird, sei e# nun. weil der Boykottierte einer anderen Ration, einer anderen Religion ober einer anderen politischen Richtung angehört. GS wirb heute alS gleichermaften unsittlich unb rechtlich unzulässig empsunden, wenn z. B. eine polnisch-nationale Mehrheit eine Minderheit b eutscher Rationalität boykottier! wie wenn z. B. deutsche Staatsbürger andere deutsche Staatsbürger gesellschaftlich ooer wirtschaftlich boykottieren, nur weil diese einer anderen politischen Lieberzeugung sind oder einer anderen Religion angehören. Gerichtsurteile aller Instanzen sind sich in der Verurteilung solcher Boykott-Versuche als »Derstöfte gegen die gute Sitte einig. Auch die Rechtsforfchung nimmt eindeutig einen ähnlichen Standvunkt ein; so äufterl lieb der grotze Rechtslehr.r P.osessor Oert- mann-Göttmgen über dieses Thema u. a.: »Politische und religiöse lleberzeugung gehören . . . so sehr in das Gebiet der individuellen De- stimmungssreiheit des einzelnen, daft jeder Angriff darauf durch irgendwelche ZwangSmaft- naftmen oder Benachteiligungen den AnschauDurch die Lüste nach Amerika! Entgegen der Erdrotation. — Oael tragische Schicksal der 7 LodeSmaschinen. das Pferd, ein schwerer, stolzer Mengst, mit einem Kopf wie ein majestätischer Tatarensürst, kommt ganz brav unb langsam durch die Reitbahn auf ihn zu unb schnaubt ein viftchen unb nimmt den Zucker. Unb der alte Herr? Sr grüftt bas Pferb. Er sagt feinem Pferd »Guten Morgen". 6r nimmt höflich den Hut vor ihm ab unb grüftt es. wie einen Menschen. Dann steigt er aus unb lernt reiten. »Seien Sie ihm solche Art und so gut geritten wird wie hier. Jedenfalls: wer von der »hohen Schule" das Hell für bie Welt, die Pferde unb die Menschen erwartet, für den mich diese »Spanische Reitschule" in Wien: Mella. Medina und Rom auf einmal fein. WaS man in Zirkussen, in den besten Zirkussen der Welt von »hoher Schule" sehen konnte, das ist ein bescheidenes Kinderspiel gegen die hohe Schule, die hier geritten wird. Das Gestüt, dem die Pferde der »Spanischen Reitschule" entstammen, ist gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts (etwa 1580) vom Hause Habsburg in Lippiza, im Karstgebirge. gegründet worden. Der harte Boden unb die würzige Weibe der Alpenlandschaft gelten al# besonders günstig für die Zucht dieser schweren unb doch so leicht beweglichen Pferde. Sechs Stammhengste kennt die Historie dieses berühmten Gestüts: Pluto. Conversano. Reapoli- tano, Favvry. Maestoso unb Siglavy. ein Araberhengst, der erst später hinzukam. Don diesen Stammvätern stammen auch alle die Pferde ab, die noch heute, nach dreieinhalb Jahrhunderten, hier in der »Spanischen Reitschule geritten werben. Die Schule selber ist ein schöner Saal in einem Flügel der Hofburg. Stilles, bescheidenes Rokoko. Grau gewordener Stuck, braun gewordenes Gold, Spiegel unb Fenster. Ringsherum eine Galerie. Man darf hinauf geben unb Spanische Reitschule - in Wien. Don Hans Siemsen. Dien hat die Stephanskirche. aber Köln hat den Dom, und der ist auch ganz schön. Wien hat die Kärntner Strafte, aber Paris hat die Rue de la Paix. Wien hat die Hofburg, aber Moskau den Kreml. GS ist schwer, etwa# zu haben, was niemand sonst hat. Aber Wien hat die „Spanische Reit- s ch u l e". Unb die gibt cs nicht noch einmal in der Weltt Die ist — so wie sie dasteht — mit Ställen, Reitbahnen, Tieren, Menschen. — mit allem, waS da geschieht — glatt übriggeblieben aus einet Zeit, die eS gar nicht mehr gibt, die mit ihren Menschen. Sitten. Sorgen unb Ideen längst, aber längst verschollen ist. Drauften fahren Lokomotiven. Automoblle. brauften klingelt doS Telephon, lärmt das Radio, brausten war Krieg und Revolution — und hier reitet man chohe Schule". tagauS. tagein, ernst und würdevoll, mit viel Mühe unb Arbeit, wie man hier im selben Haus, in bcdeCbcn Reitbahn. auf ben Vätern btefer selben Pferde vor hundert Jahren geritten ist. vor zweihundert, dreihundert Jahren, wie man es von Monsieur Sluoincl gelernt hat. dem Reitlehrer Er. Äönig- chen Majestät Ludwigs XIII. von Frankreich DaS alte Oesterreich existiert nicht mehr. Aber die .Spanische Reitschule" besteht noch. Hier gibt es Pferde, wie man sie fönst überhaupt nicht mehr sieht. Sie sehen nicht aus wie ein ..Pferd", sondern wie ein „Roh", stolz und feurig, mit geblähten Rüstern unb herrlich geschwungenen Hals. Solche Rösser malte Velos- quez seinen Königen. Unb wahrhaftig: biefe Pferde hier können die Rachkommen jener DelaS- quez-Rösser sein. Sie stammen aus Spanien. (Daher rührt auch der Harne der Schule.) Lauter Schimmel, schneeweift und hell. Unb herrliche Hamen haben sie von ihren Delasquez-Dätem geerbt. Heapolitano Salva heiftt einer unb ein anderer: Pluto Eylvana. Unb ein Araber heiftt: Siglavy. Und er ist der einzige, der nicht weift, sondern braun ist. wie es sich für einen Araber gehört. Die Reiter haben nicht so schöne Hamen und wahrscheinlich auch keine Delasguez-Väler. Aber sie reiten, als ob sie auch .Pluto" und.Heapolitano" und .Siglavy" hieften. Ich qlaube nicht, Daft auf irgendeinem Fleck der Erde noch auf langt DaS Wort .Schanghait" sand in jenen alten Segelschiff tagen aus Leute Anwendung, die unter allerlei Vorspiegelungen ober auch Im Rausche wider Willen zu Matrosen gemacht wurden. indem sie verschleppt wurden unb. aus dem Rausch ober der Betäubung erwacht, sich plötzlich an Bord eincS Segelschiffes befanden. daS vielleicht schon in voller Fahrt auf dem Ozean begriffen war. Sie waren Landholen, Rennern von Heuerbafen für S.chisfe in die Hände gefallen, die auch noch das Handgeld für die verschacherten unb verkauften Leute in die eigene Tasche gesteckt hatten. Unb nun ist dieser edle .Brauch" wieder zu neuem Leben erwacht Jungen, kaum der Schule entwachsen, ober junge Männer, die auf brr Suche nach Arbeit in bie großen Hafenstädte gekommen, weil die Arbeitslosigkeit in der Industrie in den letzten Jahren in Amerika besonders groft gewesen ist. schlafen in den Zlüsterbuden. den toc icn der Prohibition im geheimen geführten Kneipen, nahe den Schiffsanlageplätzen nach dem Genüsse von schlechtem Whisky ein. unb wenn sie aufwachen, ist schon meisten# kein Land mehr ui Sicht Sie haben Kopfschmerzen, entweder vom Alkohol oder von Betäubungsmitteln oder von einem tüchtigen Schlag aus den Kops, und im MannschastSregifter finden sie ihren Hamen ober vielleicht auch einen andern verzeichnet, der für ihren Hamen stehen soll; denn den Kapitänen der graften Frachtdampfer ist es wie früher den Segelschiffkapitänen ganz gleich woher die Leute kommen, wenn nur ihr Schiff einigermaften vollzählig bemannt ist, da die verschacherten unb ungeübten Kräfte ohnehin nur am Ende auf geringfügige Bezahlung hoffen können. Der neue Freund, den sie in der Hafenkneipe fanden oder der sie dahin verschleppte, ist aber nicht an Bord des Schiffe#. Zu spät erst merken sie. was geschehen ist. Wenn sie in die Häsen zurück kommen sollten, falls sic nicht schon vorher in einem andern Hasen desertierten, fällt e# ihnen meistens recht schwer, gerichtlich vorzugehen, da diejenigen, denen sie zum Opfer fielen, stet# sehr gerissene Leute sind gegen bie jene armseligen Tröpfe nicht# auSzu- richten vermögen. War es nicht ihr eigener Fehler, sich in einer fremden Stadt mit Fremden einzulafsen? Die Gewerkschaften der graften amerikanischen Hafenstädte haben sich deshalb zusam- mengetan, um im amerikanischen Kongreß ein Gesetz durchzubringen, das Schanghaien mit schweren Strafen belegen soll. A.H. 3Iit ungeheurer Spannung wartete daS ameri» konische Volk, wartete die ganze Welt auf die Hnhinfi de# Flugzeuge# ..Bremen" in Amerika Oftne Unterschied bet Ration wird man nun Die briben kühnen Piloten feiern, denen es zuerst Gelungen ist, Die ungeheure Wasferwüste in oft - westlicher Richtung im Flugzeug zu überqueren unb ohne Zwischenlandung die Vereinigten Staaten zu erreichen. Ganz besondere Veranlassung, sich diese# Sieges zäber Ausdauer, hervorragenden Sportgeiste# unb nicht zuletzt genialer KonstrukttonStechnik. allo eine# Triumphe# menschlichen Geiste# über blinde Haturgewalten, stürmische# Weiter unb zum Teil widrige Wmdc zu freuen, hat natürlich da# deutsche Volk, bem nicht nur Der Pilot angehört, sondern aus dessen Fabriken auch da# Flugzeug hervorgegangen ist, Da# sich jetzt den schwersten Ansprüchen gewachsen gezeigt hat. Daft die deutsche Flugzeug-Industrie einen so hervorragenden Apparat bauen konnte, ist besonders bemerkenswert, wenn man berücksichtigt, weiche Schwierigkeiten dem deutschen Flugzeugbau lange Zeit durch Vorschriften des Frieden#- vertrage# in den Weg gelegt wurden. Koyl und sein 'Begleiter von Hünefeld haben nicht nur eine gewaltige körperliche Arbeit geleistet, eine bewundernswerte Ausdauer gezeigt, sondern auch bewiesen, daft sie einen geradezu ungeheuren Mut besitzen. Hach ben lln* gluckSsällen. Die sich in schrecklicher Reihenfolge bisher bei ben Ozeanslügen ereignet haben, waren Fachleute übereinstimmend zu Der Ansicht gelangt, daft bie ileberquerung be# Atlantik in den bisher üblichen Flugapparaten, so'^rn sie in ost- westlicher Richtung vorgenommen wird, einem Selbstmorbversuch gleichzusetzen ist. A 11 e i n i m Jahre 1 927 haben im Atlantischen Ozcan 1 6 Flieger i h r Grab gefunden, unb in diesem Jahr hat der Tod HinchclifseS bewiesen, daft die Konstruktionsverbesserungen de# letzten Winter# nicht immer ausreichend gewesen sind. Tatsächlich ist übrigens die Zahl der Flieger, die bei Ozeanslügen um# Leien gekommen sind, noch gröber, da viele Piloten chr Glück auch am Pazifik versucht haben, ohne gröbere Erfolge al# ihre Leidensgefährten über dem Atlantischen Ozean auswcifen zu können, nachdem zehn Piloten schon im Jahre 1926 ihr ehrgeiziges Unternehmen, da# Meer im Flugzeug zu über queren, mit dem Leben bezahlen muhten, eröffneten Die Drei Franzosen Faint -Roma i n , Petit unD WonneyreS am 5. Mai 1927 die unglückliche Liste der Flieger, die ihre Tollkühnheit mit dem Tod in den Wellen des Atlantischen OzcanS bezahlt haben. Sie wollten mit ihrem Flugzeug „Goliach" von St. Louis in Westafrika nach Südamerika fliegen, ertranken aber an unbekannter Stelle. Einige Wochen vorher war cS bem italienischen Hauptmann D e P i- n e b o gelungen, in Etappen nach Südamerika unb zurück zu fliegen. Sr verlieft Europa am 13. Februar unb flog im ganzen 45 000 Kilometer, natürlich mit einer graften Zahl von Zwischenlandungen. Auf dem Rückflug muftte er in der Hafte der Azoren niedergehen, wurde aber ausgeslscht unb konnte noch lebend geborgen werden. Auf Der südlichen Route über den Atlantik ist e# auch einigen aoberen Piloten, nämlich dem portugiesischen Hauptmann DeBeiros und dem brastlianischen Major De Barros, liebenswürdig im Maule!" sagt der Reitlehrer zu ihm, der mit seinem altmodischen Dreispitz, in Frack und weiften Hosen in der Mitte der Dahn steht. Auch im anderen Teil der Bahn wird Unter* richt erteilt. Hier unterrichtet ein sehr aristokratisch auSsehender Herr in Mantel und Hut, der scheinbar eben au# einem englischen Klub gekommen ist. Gr unterrichtet einen jungen Offizier, der ohne Steigbügel und nur mit der Trense einen prachtvollen Schimmel reitet. Mit leiser, kaum erhobener Stimme spricht der aristokratische Herr sehr höflich und eindringlich auf den Jungen ein. Er labt ihn nicht einen Moment au# den Augen und korrigiert ihn ununterbrochen: die Heilung der Hände, Die Haltung der Ellenbogen, die Haltung der Knie, der Schenkel, des Rückens. Der junge Offizier gibt sich alle erdenkbare Mühe, er quält sich, er ft rangt sich sichtlich an. Aber ununterbrochen ermahnt die leise, höfliche Stimme, daft noch etwas und wieder etwas anbere# nicht in Ordnung ist. Der Junge weint beinahe vor Verzweiflung — aber )eyt. gerade jetzt ist es gut .Sehr gut." sagt Die leise Stimme, »ausgezeichnet! Ganz ausgezeichnet!" Dann geht der feine Herr auf den Jungen zu. zieht den Hut unb lagt: »Ich danke Ihnen! GS war mir eine Freude." Ist unS daS jemals passiert? Daft ein Lehrer zu seinem Schüler sagt. »Ich danke Ihnen! ES war mir eine Freu der' Ich verstehe nicht allzuviel von Pferden. Ich gehöre nicht zu Denen, die von Der »hohen Schule" Da# £>eil Der Menschheit erwarten. Ich liebe keine Qm von Dressur, ilnb ein wildes Tier ist mir immer unsagbar herrlicher erschienen als ein dressiertes. Aber diese Gorte von »hoher Deutsche Ein- und Auswanderung^ 928 3m Jahre 1927 haben 60 769 Deutsche Die Heimat mit überseeischen Reisezielen verlassen: hierbei ist die Zahl der deutschen Auswanderer, die über Antwerpen ausreisten, noch nicht berücksichtigt. Damit ist Die Gesamtzahl Der deutschen Auswanderer gegen 1926 um 4 4 9 0 zu- rückgegangen. Eine Zunahme der Auswanderung hat in Württemberg (um 1178), Bayern (um 550) unb in Baden (um 265) stattgefunden. Von den preuftischen Provinzen zeigt Hannover eine Zunahme von 616, während die Bayerische Pfalz eine Abnahme von 186 auftocift. Im Reich^durchschnitt wanderten 96.1 Personen auf 100 0C0 Einwohner aus. Hebet diesen Durchschnitt liegen bie Ziffern für Bremen (391). Hamburg (242). Württemberg (219 . Baden (218). Oldenburg (138). Bayern (132). für die preuftische Provinz Hannover (153), SchleS- wig-Hvlstein (151). Hohenzollern (128) unb die Grenzmari (107). während alle andern Gebiete zum Teil iveit unter dem ReichSdurchschni^t liegen. Von Den deutschen Auswanderern ginnen 32 866 über Bremen. 25 925 über Hamburg. 1998 (ohne Antwerpen) über fremde Häsen. Die Auswanderung über fremde Hasen ist demnach gegen 1925 ( 3247) erheblich zurüäge- gangen. Unter den deutschen Auswanderern waten 607 b i # ft e t im Ausland ansässige RcichS- angehörige (1926 : 665). Auftet den Deutschen sind über Bremen und Hamburg 29 lt.8 F t e m b e ausgewandert (1926 29 396). darunter 1226 (1157) bisher im Deutschen Reich ansässige Ausländer. An Einwanderern verzeichnet die Sta- Hftil für da# Iaht 1927 88 774 Personen 11926: 76 442). Unter diesen Einwanderern waren 38 264 deutsche ReichSangehörige (1926 : 29 656). Dem Berufe nach gehörten von den 1927 über deutsche Häsen ausgewanderten Deutschen 34,0 Prozent der Industrie an. einschlieftlich Bergbau, Gewerbe unb Baugewerbe, 24.7 Prozent der Landwirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht, Forft- wirtschast und Fischerei. 15 Prozent dem Handel unb Verkehr, einschlieftlich Gast- unb Schank- wirtschaft. 12.7 Prozent den häuslichen Diensten und der Erwerbstätigkeit ohne feste Stellung oder ohne Angabe bet DetriebSzugehötigkeit, 2,5 Prozent Den freien Berufsarten unb Dem öffentlichen Dienst (Verwaltung. Heereswesen und Kirche). 1,0 Prozent bem Gesundheitswesen unb den nördlichen Atlantische,. Ozean einschlugen. Mit groben Hoffnungen waren die ftax- zösischen Piloten Hungener und 6 o l i am 8. Mai mit ihrem „Oiseau blanc“, bem »Weihen Bogel", aufgeftiegen. und eine Falschmeldung berichtete am Abend des 10. Mai bann, daft der Apparat über Amerika gesichtet worden fei; bald aber stellte sich heraus, daft Der Versuch sehlgeschlagen war unb Hungesser und 6oli ihr WagniS mit dem Geben bezahlen muhten. Diese Mihersvlge warnten zunächst die Flieget vor neuen übereilten Unternehmungen. AIS Dann aber Die amerikanischen Flieget, die saft DaS ganze Iaht über mit günstigeren, hauptsächlich durch Die StDtotation hervorgerufenen Westwinden zu rechnen haben, in kurzem Abstand glücklich ben Atlantik in west-östlicher Richtung überquerten, wirkte bieses Beispiel so anfeuemb, baft gerabeju ein Taumel der Ozean- s l i e g c r e i entstand Lindbergh. Chambertin und Byrd wurden wegen ihrer heroischen Leistung so auherordentlich gefeiert, dah mancher ehrgeiziger europäische Pilot sein Leben wagte, um in ähnlicher Weise in Amerika ausgenommen zu werden. Da die Witterung Ende August für einen Flug von Europa nach Hotbamerifa wegen der bann herrschenden Rückenwinde besonders günstig ist. wartete man diesen Monat ab. Die vorsichtigen amerikanischen Piloten Ehamberlin unb Byrd, die ursprünglich auf einen Rückflug in ihre Heimat gerechnet hatten, verzichteten freilich auf diese# Unternehmen, nachdem sie bie Unmöglichkeit eingesehen hatten, es mit ihren Maschinen durchzusühren. Am 31. August 1927 verliehen dann Der englische Oberst B7 inchin, Der englische Flieger Hauptmann Hamilton unb bie Prinzessin Löwen st ein-Wert- Heim-Freubenberg an Dvrb De# Flugzeuge# „6t. Raphael' England. Doch war es ihnen nicht vergönnt, ihr Ziel zu erreichen; Denn da# Flugzeug stürzte westlich von Irland ab. und die Insassen ertranken. Schon eine Woche daraus, nämlich am 7. September, startete das Flugzeug „Old Glory" mit Den Fliegern Berta ub, Hill und Payne; Der amerikanische Eindecker wollte ohne Zwischenlandung von Amerika nach Europa fließen, verunglückte aber dabei ebenso wie Der kanadische Apparat »Sir John Earling", Der am 8. September Amerika mit Den Fliegern Tully und M u t c a f f e verlieh, um England zu erreichen. In wenigen Tagen sind also drei Flugzeuge mit acht Menschen an Bord in den Wogen des Atlantischen Ozean# um# Leben gekommen; sie muhten ihren Ehrgeiz, ihre sportliche Begeisterung und ihre Sehnsucht, als Pioniere des Flugverkehr# neue# Gebiet zu erobern, mit Dem Leben bezahlen. Dagegen war es Den amerikanischen Weltfliegern Schlee unD Brock gelungen, mit Zwischenlandungen Den Atlantik zu überfliegen. Biel Glück hatte im Oktober vorigen Jahres die amerikan sche Fliegerin Ruth Slders, die am 11. Oktober mit ihrem Flugzeug »American Dlrl" in Heuyork zum Transozeanflug startete; sie hat ihr Ziel zwar nicht erreicht, wurde aber von einem vorübersährenden Dampfer gereitet. Schon damals erfuhr man aus Heuyork, dah Mift ® r a ft f o n , Die Hichte de# verstorbenen Präsidenten Wilson, einen Flug nach Kopen- yagcn wagen wollte; Der Start verzögerte sich Dann biS zum Dezember, unD die mutige Fliegerin unternahm erst zwei Tage vor Weihnachten die tollkühne Reise aus Dem amerikanischen Flugzeug .Dawn". Das Wetter war besonders ungünstig, und schon kurz nach Dem Start war jegliche Verbindung mit Der Fliegerin unterbrochen, obwohl sich an Bord be# Flugzeuges eine Lende- ftation befand. Mist Graysvn ist zusammen mit ihrem Begleiter O m Da l in Den Wellen De# Atlantischem Ozean# ertrunken. Erst vor wenigen Wochen, Mitte März, hat Dann Kapitän Hinchclifse auf feinem Flugungen Der sozialen Ethik widersprochen würde. Anschauungen, die man für verwerflich hält, darf man nur im Wege Der Aulklärung und De# freien geistigen Meinungsaustausches bekämpfen. Sur den besseren Gründen und Der gröberen sittlichen Kraft, nicht Der Stärke Der Faust ober Der wirtschaftlichen Liebermacht Darf bicr Der Siegerpreis winken.' Auch in Der Deut- fchen AeichSveriassung hat Diese sillllche unD rechtliche Meinung, Die zweifellos Der Auffassung der übergroßen Mehrheit Des Deutschen Dolle# und der kultivierten Menschheit überhaupt entspricht, ihren Riederschlag gciunben. Rach Artikel 118 Der Verfassung Darf niemand einen Deutschen benachteiligen, wenn er von Dem Recht Der politischen oder sonstigen MeinungSäufterung Gebrauch macht. Im Lause Der letzten Jahre ist maiubcrlet Häftliches geschehen; die zerrütteten Heroen der von Krieg. Revolutton und Inflation au# Dem Geleise geworfenen Generation mögen bat erklären Aber letzt. Da toicDcr ®elunDung etn- tritt im deutschen Volke, sollten auch jene unwürdigen unb unsittlichen Methoden au# dem .Kamp' Der Geister unb Interessen verschwinden. Die Menschen und Gruppen gesellschaftlich und wirtschaftlich ächten unb al# minberioerttg erklären. nur well sie. anderer Gesinnung ober anderer Religion sind. 3m englischen Parlament ist c# Sitte, daft. wenn ein Mllglied De# Hauses stirbt. Der schärfste politische Gegner die Trau- errebe hält. So wäre aufterorbentlid) gut für Die weitere Gesundung be# deutschen Volksleben#. wenn solche Gesinnung zur politischen Elernentargefinnung aller Deutschen würde. zeug .Endeavour'' da# Schicksal aller Piloten geteih. Die vor ihm im Flugzeug von Europa nach Amerika fahren wollten. Er ist gemeinsam mit seiner Begleiterin Miß Mackay ertrunken. Damit ist aber Die Liste Der kühnen Pioniere de# Flugwesen#. die bei Ozeanslügen um# Leben gekommen sind, nicht erschöpft. Mitte August es hatte : ■ ?[rohen We11slug veranstaltet, um vom ameri- anifchen Kontinent au# ohne Zwi'chenlanbungen Honolulu zu erreichen. Don neun Flugzeugen kamen sieben glücklich an ihrem Ziel air. aber zwei, nämlich »Mift Daran" mit ben Insassen Mift Daran. Pedlar und Knope und »Golden Eagle" mit den Piloten Frost und Scott stürzten am 15. August m# Meer, ohne baft die Flieger gerottet werben konnten. Am 19. August ertranken, ebenfalls auf Dem Paziischen Ozean, Die beiDen Flieger Erwin und Eich - w a l b. Die mit ihrem Apparat »Spirit of Salla#" abstürzten, unD am 25. August ertrank Der englische Pilot Redfern, der mit seinem Flugzeug »Port of Brunswick von Korbamerifa nach Brasilien fliegen wollte. Die Leistung Der beiden deutschen Flieger Köhl unb v. Hünes eld. die gemeinsam mit Dem irischen Piloten Fitzmaurice Den Atlantischen Ozean zum erstenmal in ost westlicher Richtung bezwungen haben, muft gerade nach Den Opfern, bie Der Ozeanflug bisher gefordert hat. al# besonders heroisch und großartig erscheinen. K. Hallbcrg. M-Heil! 1790. in,u W» 70 qm groft tmrierie geleg^ ju oernnrtnen. M. I. d.GcMiS". d. (»len. Ant v. a. Oe. A. V. Sektion Gießen* , Touotaa.Lilvril: (.Mii« Abfabri 6.38. Sonn' Mökarie Herborn. Hl eamStaS.^> ve» H.oanwa- Haupt' «,D ! Versammlung. IJ-ÄT* i ' fe’jSÄ 7.15, -J— Vereine hygienischen Gewerbe, einschließlich DohlsahriS- pflege. 10,1 Prozent waren ohne Beruf und Berufsangabe. Als Reiseziel erwählten 78,0 Prozent die Bereinigten Staaten von Amerika, 6,8 Prozent Kanada, 6,1 Prozent Argentinien. 3,7 Prozent Brasilien. 1,0 Prozent Südamerika und Amerika ohne nähere Angaben, 0,9 Prozent Europa und 0L Prozent Mittelamerika, Afrika 2,7 Prozent und Australien 0.6 Prozent. Der nasse Tod infolge Verletzung des Trommelfells. Don Sportlehrer Altgayer-Königerberg. Nachrichten über Todesfälle durch Ertrinken enthalten oft die Bemerkung, daß der Ertrunkene ein guter und sicherer Schwim:..:r war. Immer erhebt sich dann die Frage: Die ist eS möglich, daß ein Schwimmer ertrinkt > Meistens glaubt man die Erklärung drS Falls in einem Herzschlag suchen zu müssen. Diese Annahme trifft aber selten zu. Die neuesten Forschungen der Aerzte. besonders der Sportärzte, weisen neue Dege, auf welchen die Ursache des Ertrinkens von Schwimmern zu finden ist. Das Ohr ist bekanntlich nicht nur ein Gehörorgan ; im inneren Ohr befindet sich auch der sehr wichtige Träger unseres Körper« gleichgewichtS (die Ampullen der Bogengänge und die Dorhofsäckchen mit den Gehörsteinchen). 3m normalen Zustande, d. h. bei einem gesunden Ohr, sind die Organe durch das Trommelfell von dem äußeren Gehörgang abgeschlossen. Die Träger des Körpergleichgewichts sind aber gegen Kälte oder Wärme sehr empfindlich und verursachen bei direkter Berührung mit größerer Kälte oder Warme Schwindel, Augenzittern, Störungen des Richtungsgefühls und sogar Erbrechen. Mittelohrentzündungen und sonstige Ohrenleiden führen häufig zu einer Der- lehung des Trommelfells, von der der Betroffene selbst oft keine Ahnung hat. Auch durch starken Luftdruck auf doS Trommelfell werden Der- letzungen deS Trommelfells verursacht. 3n diesen Fällen ist daS innere Ohr vom äußeren Gehörgang nicht abgeschlossen, und so können Kälte und Wärme ungehindert zu den inneren Organen des OhrS Vorbringen. Diese Tatsache ist für Schwimmer besonders beachtenswert. Einige 2lerzte führen das Ertrinken von Schwimmern darauf zurück, daß der Schwimmer beim Untertauchen durch die Wirkung des kalten Wassers, das infolge einer bekannten oder unbekannten Derlehung deS Trommelfells ins innere Ohr eindringt, von Schwindel befallen wird oder eine Störung deS Richtungsgefühls erleidet. Der Schwimmer bleibt infolgedessen unter der Wasseroberfläche und verfällt beim Eintritt des Luft- mangels dem gewöhnlichen Ertrinkungstod. Verschiedene Dersuche mit Tieren haben den Beweis erbracht, daß durch Störung des Körper- gleichgewichts der Tod durch Ertrinken eintreten kann. Jetzt entsteht die Frage: Welche Gegenmaßnahmen sind zu unternehmen, damit Schwimmer nicht den Tod in den nassen fluten finden? Ersten- muh jeder Schwimmer sein Ohr untersuchen lassen. In vielen Turn- und Sportvereinen wird heute schon eine regelmäßige älntersuchung aller Mitglieder durch einen Sportarzt vorgenommen. Bei den Schwimmvereinen müßte es als unbedingte Pflicht des Vereins gegen seine Mit- alieder betrachtet werden, daß er durch Aerzte feststellen läßt, ob nicht ein aktives Mitglied vhrenleidend ist. Wer ein Ohrenleiden Hot, braucht ^abcr noch nicht zu befürchten, daß er den 'Schwimmsport nicht auSüben könne. Es ist möglich, Mch gegen das (Einbringen von Wasser in das innere Ohr zu schützen. Das einfachste Verfahren -ist, sein Ohr mit durchfetteten Wattepfropfen wasserdicht zu verstopfen. Hierdurch entstehen weder große Kosten noch Mühe. Allgemein kann empfohlen werden, daß jeder, der zu Ohrenent- ?ündungen und Ohrenreißen neigt, vorsichtshalber ein Ohr mit durchfetteten Wclltebäillchchen gegen das Eindringen deS Wassers abdichte. Richt nur dem Schwimmer, sondern jedem Wassersportler ist zu raten, diese Vorsichtsmaßregel anzuwenden. Oie Tonkabohne. Don Wilhelm Scharrelmann. Früher, zu Hause, bewahrte meine Mutter in ihrem Knopsbeutel eine mysteriöse Bohne auf. Sie war so groß wie eine kleine Kartoffel, ein wahres Biest von einer Bohne, und dabei so köstlich an Wohlgeruch, daß alle Gewürze Indiens dagegen nicht aufgekommen wären. Das ist eine Tonkabohne, erklärte mir meine Mutter, und schon an der Andacht, mit der das Wort ausgesprochen wurde, war zu erkennen, was für einen Schatz diese Dohne darstellen müsse. Ich habe nie wieder ein Wort so aussprechen hören — höchstens Koromandel. Aber Koro- mandel lag in sagenhafter Ferne, und die Tonkabohne präsentierte sich als ein greifbar nahes Wunder und hatte überdies einen Namen, der beinahe noch schöner llang als Koromandel. Er tönte wie eine alte Glocke, die dem Leithammel einer Schnuckenherde draußen in der braunen Heide jahrelang am wolligen Halse gehangen hat... Tong tong... Es war fabelhaft. Sie hatte überhaupt Eigenschaften, die Tonkabohne — I Wenn meine Mutter den Knopsbeutel auf dem Tische umstürzte und die 36(8 Knöpfe, die bann waren, über die Platte kollerten und der eine, der gerade gesucht wurde, sich wieder einmal nicht darunter befand und man sich darum damit begnügen mußte, einen möglichst ähnlichen dafür zu finden — die Tonkabohne war jedesmal und sofort zur Stelle. Schwarz und glärucnb fiel sie jedem sofort ins Auge und überstrahlte durch den Glanz ihrer aehcimnisvollen Erscheinung selbst den Schimmer der großen Perlmutterknüpfe, von den beinernen, gläsernen und metallenen Brüdern innerhalb der Familie Knopf gar nicht zu reden. Gewiß, auch unter den Knöpfen gab eS Märchen und Wunder, aber selbst der schönste Knopf war ohne Duft und konnte eS in keiner Weise mit der Tonkabohne ausnehmen. An ihr riechen zu dürfen, war ebensoviel. wie eine Tasse Schokolade angeboten bekommen. und das will etwa- heißen, denn Schokolade gab eS zu unserer Kinderzeit vielleicht in zwei Jahren einmal... ilebrigenä, fällt mir ein, könnte man noch eher sagen, daß sie noch Vanille duftete, aber daS fann ihren Wert nur Oberhessen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim. 18. April. Einen schweren älnglücksfall erlitt der als Schlosser- lehrling bei der Firma Schunk & Ebe beschäftigte Ed. Höhn aus Rodheim a. b. Bieber. Er (am in der Fabrik auf dem Windhof auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise mit der 2 0 0 0 0- Dolt-Starkstromleitung in Berührung und wurde von dem Schlag zur Seite geschleudert, wo er anscheinend leblos liegen blieb. Sofort an- gestellte Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Der schnell herbeigerufene Sanitätsrat Dr. Hofmann leistete dem an Händen und Füßen stark verbrannten Jungen die erste ärztliche Hilfe, worauf et in die elterliche Wohnung nach Rodheim verbracht werden konnte. • Allendorf a. d. Ld a., 18. April Unter den Schweinebeständen in unserer Stadt ist die Schweinepe st auSgebrochen. Der auf den 25. April angesehte Diehmarkt fällt infolgedessen aus. gr. Grüningen, 18. April. Unfern Lebrer Ioh. Rullmann, der feither wegen seines Augenleidens beurlaubt war, ist eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Lampertheim, Kreis Bensheim, übertragen worden. Sein derzeitiger Vertreter, Echulgehllfe Gustav G ö l z. wurde als Schulverwalter nach Helpershain, Kreis Schotten, versetzt. Man sieht Herrn Gölz, der sich allgemein großer Beliebtheit erfreute, nur ungern von hier scheiden: besonders leid tut seinen lleinsten Schülern der Weggang. Der Schulverwalter Heinrich Schaaf, seither Lang-GönS, wurde nun mit der Verwaltung unserer zweiten Schulstelle beauftragt. — Die Schulküche weist einen guten Zuspruch durch freiwillige Teilnehmer auf. Die Zahl der zu unterrichtenden Schülerinnen war im abgelaufenen Winterhalbjahr so groß, daß im kommenden Schuljahr zwei Kochabteilungen gebildet werden müssen. Kreis Friedberg. ' Friedberg, 18. April. Die Beschäftigungsmöglich eit im Bezirk des Arbeitsamts Friedberg zieht langsam an. Es ist zu hoffen, daß bei Eintritt besserer Witterung noch stärker wie seither der Arbeitsmarkt entlastet werden wird. Auch im Baugewerbe ist mit einem Anziehen der Beschäftigung zu rechnen, zumal zur Zeit die für die Bautätigkeit unseres Bezirks ausschlaggebende Bewilligung von verbilligten Staatsbaudarlehen eingesetzt hat. Am 16. April wurden im ganzen 1581 Personen in der Arbeitslosenunterstützung gezählt, und zwar 1218 im Kreis Friedberg und 363 im Kreis Büdingen. Die Zahl der Krisenempfänger betrug 124 in Friedberg und 3 in Büdingen. In Notstandsarbeiten wurden 230 Unterstützungsempfänger beschäftigt. WSN. Friedberg, 18. April. Aus der Sitzung des Gemeinderats in Nieder- Florstaot wird bekannt, baß die Stadt Bad-Nauheim nunmehr ebenfalls dem Zweckverband Wett er au (Ärajttoagenlinie Nieder-Florstadt- Friedberg— Bad-Nauheim) beigetreten ist. Die Stadt Bad-Nauheim schießt ein Kapital von rund 21 000 Mk. ein, das der Beschaffung eine- neuen Wagens dient. Der f. Z. vom Abg. Lux gegründete Zweckverband dürfte mit dem Beitritt Dad-NauheimS in der Ausdehnung eines der größten Unternehmen dieser Art im weiteren Ilmkreise sein. — Der Auftrieb auf dem heutigen Echweinemarkt wurde zahlenmäßig mit 896 Ferkeln festgestellt. Bei flottem Geschäft wurden bezahlt für 6 Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 25 Mk., 8 biS 12 Wochen alte 25 bis 30 Mk. ES verblieb etwas ileberftanb. Kreis Schotten. Schotten, 18. April. Don etwa 150 Morgen Wiesen, die die Frhr. Gün- derobsche Verwaltung auf drei Jahre verpachtete, würben, des n teerigen Pachtpreises wegen, nur 18 Morgen genehmigt. Der ausgebotene Wiesenkompler sollte bereits im Vorjahre auf die gleiche Zeitspanne verpachtet werden, aber die Verpachtung fand keinen Zuschlag. Die Folge war. daß ein Teil der Wiesen überhaupt nicht gemäht wurde. — Mit der Leitung des neuerrichteten Krankenhauses, das im Laufe des Sommers eröffnet werden soll, touroe der Chirurg Dr. Königer in Offenbach betraut. Dieser ist al8 Sohn deS früher hier beamteten Kreisarztes Dr. Königer mit den hiesigen Verhältnissen vertraut, was für die Wahl mit- bestimmend war. — Die Wagnerzwangsinnung des Kreises, die im Jahre 1922 gegründet wurde, ist jetzt aufgelöst worden. Damit ist bereits die vierte ZwangSinnung in unserem Kreis der Auslösung verfallen, zwei bestehen zur Zeit noch. Ql Laubach, 18. April. Wie wir berichteten, hat die Stadtverwaltung die Durchführung der Kanalisation als ihre wichtigste Ausgabe erkannt und beschlossen, 50 000 Mk. hierfür aufzunehmen. Für die Ausführung einer Teilstrecke ist die Lieferung der Materialien der hiesigen Firma Ioh. Fried r. Rühl übertragen, die Ausführung brr in Los II der Ausschreibung angegebenen Arbeiten der Firma Ludwig Schneider in Heuchelheim. Die hiesige Firma Philipp R ö m h e l d ist mit der Lieferung der Rahmensahstücke und der Schachtdeckel betraut worden. Vorerst wird die innere Stadt an ihrer tiefsten Stelle, än der sog. .Waschbach", kanalisiert. — Die Enthüllung des Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Stadt ist auf Den zweiten Psingstfeiertag festgesetzt. Ein Festzug durch die Stadt wird vor der Weihe am Untertor ftattfinben. § Üllrichstein, 18. April. Hier wurde eine Besprechung abgehalten zwischen Vertretern der Städte Schotten und TI l r i ch st e i n, der beiderseitigen Postämter und der Realschule in Schotten, um die zwischen hier und Schotten bestehende Postautoverbindung so zu gestalten, daß Schüler aus unserer Gegend, die die Realschule in Schotten besuchen, mittags nach Schulschluh das Auto zur Heimfahrt benutzen können. Es wurde zugesagt, die Abfahrtszeit des Autos in Schotten bei der nächsten Fahrplanänderung in wenigen Wochen eine Viertelstunde später zu legen. Weiter hofft man, durch Anträge bei den zuständigen Behörden noch im Laufe dieses Jahres die Abfahrtszeit soweit hinausschieben zu können, daß die Schüler nicht vorzeitig aus dem Unterricht entlassen zu werden brauchen. Hoffentlich tragen diese Bemühungen Frucht und kommen so mancher Familie zu gut, die jetzt ihre Kinder nach auswärts auf höhere Schulen schicken muß, zumeist unter sehr beträchtlichen Kosten. — Der heute hier abgehaltene O ft ermatt t, auf dem vornehmlich Ferkel sowie auch Kälber $um Verkauf tarnen, brachte unserem Ort wie alljährlich einen starken Zustrom Kauflustiger aus der Nachbarschaft. Wegen des rauhen Wetters konnte er nicht an dem üblichen Platz, unter den Linden am Weg nach Langwasser, abgehalten werden, sondern im Schutz der Häuser unweit deS Marktplatzes. Aus demselben Grunde war der Auftrieb unverkennbar schwächer, als in anderen Jahren und das Geschäft nicht sonderlich gut. — Bei der diesjährigen Konfirmation am Ostermontag wurden 11 Mädchen und 3 Knaben eingesegnet, genau umgekehrt wie im vorigen Jahr, wo es 3 Mädchen und 11 Knaben waren. In F e l d k r ü ck e n, wo die Kinder am Sonntag nach Ostern in der wundervoll geschmückten Kirche konfirmiert wurden, waren es 4 Knaben und 2 Mädchen. □ Freienseen, 18. April. In voriger Woche wurde daS hiesige Gemeindearchiv in Gegenwart von Professor Dr. Wilh. Martin B e ck e r - Darmstadt als Vertreters des Staatsarchivs und von Bürgermeister M ä n n ch e als Vertreters der Gemeinde auf Grund des vom Kreisurkundenpsleaer Professor Dr. RoeSchen- Laubach ausgestellten Verzeichnisses übergeben, älnser Gemeindearchiv ist sehr reichhaltig. ES gibt wohl wenige Dorfgemeinden in Deutschland, die solche bedeutende Bestände an ilrfunöen und Akten bewahren. Das Archiv enthält nicht weniger als vier Kaiser- und sechs Landgrafen- Utfunben. Die älteste Kaiser-Urkunde ist ein Wappenbrief, den Kaiser Karl V. In Brüssel in Brabant am 9. Januar 1525 ausgestellt hat. Das Wappen zeigt einen geteilten Schild, in dessen oberem Teil ein wachsender schwarzer Adler in goldenem Feld, in dessen unterem Teil aber ein Schwan zu sehen ist. Bereits 1471 stellte Landgraf Heinrich von Hessen einen Schuhbnef aus, worin er bekannte, „das wir unfern und andern die Menner gemeiniglich des Dorffs Freyenseen beh Iren alten Freiheiten Herkommen und Gewohnheiten vorthedigen wollen". Dieser Schutzbrief wurde von allen Landgrafen bis an das Ende deS 18. Iahrhun- erhöhen. Vanille kam noch vor Schokolade. iln- bedingt Eines Tages, —meine Mutter hatte, mit einer Näharbeit beschäftigt, soeben wieder einmal den Knopsbeutel hervorgeholt unb auf dem Tische umgestürzt, um für einen abgerissenen Knopf an meiner Jacke einen möglichst ähnlichen zu suchen — war die Tonkabohne verschwunden, weg, spurlos davon, als hatte die Tischplatte sie verschluckt. Ich suchte unb suchte, rührte den ganzen Knopfhaufen um und um unb guckte mir die Augen nach ihr aus, aber die 3678 Knopfgesichter grinsten nur. Ich hatte doch immer eine Tonkabohne zwischen den Knöpfen? meinte meine Mutter und wunderte sich. Ich war fünf Jahre alt und hätte das Heulen kriegen können. Die Tonkabohnel War so ecwaS möglich? Selbst der Kreisel, den ich mir aus einem Knopfe machen durste, stillte meinen Kummer nicht... Ich weiß nicht, ob die Kunst einen solchen Kreisel zu machen heute nicht längst in Vergessenheit geraten ist. Man schält einen Knopf aus seiner Sto)iumhüllung unb spießt ihn auf ein Zündholz, unb wenn man es dann versteht, ihn zwischen den Fingern zu zwirbeln und im rechten Augenblicke loszulassen, surrt unb tanzt er wie ein Derwisch... Die Tonkabohnel Ich konnte kaum einschlafen darüber unb selbst in den Traum hinein verfolgte sie mich: ich lag der Länge lang auf dem Fußboden unseres Wohnzimmers und spähte unter die Möbel. Richtig, ba lag sie ja, hinter bem linken Dorberbein der alten Mahaaonllom- mobe. Hahal sie hatte wohl keine Lust mehr, zwischen den alten Knöpfen äu liegen? Sine selige Freude durchrieselte mich unb vor Entzücken wachte ich auf. Verwundert richtete ich mich im Bette auf und starrte mit großen Äugen in die mondhelle Kammer. Alles war still, bellommen und rätselhaft still... Eisblumen stauben im Mondlicht an den Fensterscheiben und der Schatten des Fensterkreuzes lag so hart und scharf auf den Hellen Dielen des Fußbodens, als hätte eS ein Maler mit dunkler Farbe darauf gemalt Aber da — was war das? Ein Ton erscholl jetzt in der Stille und stand wie ein Wunder, befremdend unb groß in dem stillen Hause auf. stieg an unb senkte sich wieder, von einer so rätselhaften Schwermut getragen, daß ich darunter erschauerte. Jemand fang ein Lied, daS ich nicht kannte und mich doch mit seltsamer Gewalt berührte... Es war die Stimme meines Vaters, weich und tief unb von einer solchen Fülle im Ton, daß mir bas Herz darüber still- stehen wollte. Niemals, baß ich meinen Vater so hatte fingen hören. Och weiß nicht mehr, weiches Lied eS gewesen sein mag, das er fang. Es war auch nicht daS Lied — es war der Ton seiner Stimme, der in mein traumerfülltes Hey fiel, der Ton der Schwermut und eines hofsnungsioien Leids. Tor Erregung erbebend, stand ich auf, tappte durch bie Kammer, währenb die Kille mit eiS- küh.en Händen an meine Brust griff, schlich bie Treppe hinab unb guckte burch das Schlüsselloch in bas Wohnzimmer. Drinnen saßen meine Eltern im Schein der alten Petroleumlampe versunken und still miteinander am Tisch. Mein Vater wendete mir den Rücken zu, so daß ich fein Gesicht nicht sehen konnte — aber ich hörte ihn ja, unb der Ausdruck der Klage, die ans seinem Gesänge sprach, fiel mit jedem Ton stärker in mein Herz unb erfüllte es mit einer unsäglichen Trauer. War es möglich, daß mein Vater, ein Wann, der nach meiner kind ichen Meinung alles wußte unb alleS konnte, der stärker war als alle und den alten hölzernen Kos,er auf dem Hausboden, der mit eisernem Werkzeug g.-füllt war und den ich nicht um einen Zentimeter zu rüden vermochte, wie ein Spielzeug in die Höhe hob. daß dieser Mann von Schmerz und Trauer erfüllt war unb tiefer darunter litt. alS ich jemals gewußt hatte? Was um alles in dec Welt konnte eS fein, das ihn so traurig machte? Nein, ich wußte damals noch nichts von den zerstörten Hoffnungen eines LebenS. wußte nichts von dem Druck der Entsagung und der Gewalt deS Schicksals, von Verlust unb schwerer Zeit — ich wußte nur einS — die Tonkabohne! nur um sie konnte eS fein, daß et so traurig war. berkS erneuert. Daneben besitzt daS Demeindv- archiv noch eine sehr reichhaltige Anzahl von trefflich auSgeführten Flur- und Gewannbüchern. Besonders sorgfältig sind die um die Mitte deS 18. Jahrhunderts unter dem Grafen Christian August zu Solrns-Laubach entworfenen Flurkartcn. Sehr vielen wertvollen Stofs bieten auch die alten Gemeinderechnungen: sie sind drei Jahrhunderte hindurch fast vollständig. Unter Marktflecken hat auch verschiedene anziehende Sehenswürdigkeiten, so eine schöne, 1770 erbaute Kirche: der Turm stammt etwa aus dem 14. Jahrhundert und zeigt durch die noch vorhandenen Schießscharten, daß er auch zur Verteidigung diente. Auch die Dorfbefestigung ist sehr fefcn«* wert. Kreis Lauterbach. P. Schlitz. 18. April. Der hier seit übet 70 Jahren eingegangene Schweinemarkt ist aus Gemeinderatsbeschluß mit Genehmigung deS Innenministeriums in diesem Jahr wieder inS Leben gerufen worden. Nachdem schon bet anfangs März abgehallene Markt einen vollen Erfolg bedeutete, war auch der heutige Markt sehr gut beschickt. Bei einem Auftrieb von 348 Ferkeln entwickelte sich ein lebhaftes Geschäft, so daß nur ein ganz geringer -Ueberfranb verblieb. — Am Sonntag wurden in unserer biS zum letzten Platz besetzten Stabtkivchr, deren Altar unb Taus stein wundervoll mit Blumen geschmückt toapen, 29 Knaben und 25 M ä b- chen in feierlichem Gottesdienst konfirmierst Zehn Väter dieser Kinder sind im Weltkrieg fürs Vaterland gefallen. Starkenburg. WSN. Darm stabt, 18. April Zu einer vertraulichen Besprechung hatten sich die Vertreter der Wirtschaftsorganisationen (Industrie, Handel, Handwerk und Hausbesitz) zusammengrsunden. um gegen die von der Stadtverwaltung geplanten Steuererhöhungen Stellung zu nehmen. Wie verlautet, beabsichtigt die Stadt Die Grundsteuer um 20 auf 40 Pf., also um 100 Prozent, bie Gewerbesteuer von 74 auf 110 Pf., d. h. um rund 50 Prozent, die Grundgebühr für GaS um 20 Pf. unb den Wasserpreis von 22 auf 32 Pf. zu erhöhen. Die Stadt errechnet hieraus angeblich eine Mehreinnahme von 1,2 Mill. Mk. Die Versammlung der Hauptträger dieser Stcuer- erhöhung erörterten sodann energische Abwehr- maßuahmen. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Oberkleen, 18. April. In diesem Jahre sind hier zehn Kinder aus der Schule entlassen worden, und zwar fünf Knaben und fünf Mädchen. <> Ebersgöns, 18. April. Die Zahl der diesjährigen Konfirmanden der hiesigen Gemeinde beträgt acht, und zwar fünf Knaben und drei Mädchen. Kreis Biedenkopf. & Gladenbach, 18. April. Am Montag wurde hier eine höhere Privatschule eröff- net. Die Regierung hat hierzu die Genehmigung erteilt. Die Leitung der Schule wurde Studien- bireftor Bruns aus Marburg übertragen. Der Unterricht findet vorläufig in den Räumen der Landwirtschaftlichen Schule statt. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 18. April. Sell mehreren Monaten befinbet sich der Geschäftsführer deS Verbandes der Metall- industriellen in Haft, nachdem er im September v. I. seines Postens enthoben worden war unb der Verdacht bestand, daß er große Unredlichkeiten begangen habe. Wie verlautet, ist durch eine Revision der Bücher festgestellt worden, daß der Inhaftierte mehr als 100000 Mark feinem Verband veruntreut haben soll. Eine von dem Verhafteten kürzlich eingelegte Haftbeschwerde wurde verworfen. Instandsetzung des Jeldbergkastetts. WSN. Aus dem Taunus, 18. April. Nachdem in den beiden letzten Jahren die Trümmer des bekanntlich durch die französische Besatzung zerstörten Feldberg- k a st e 11 s zum größten Teil wieberhergestellt Wit einem Ruck öffnete ich bie Tür unb mit dem Ruf: Sing nicht mehr — ich weiß, wo fie istl kniete ich vor der Mahagonikommode nieder, fand die Tonkabohne an der Stelle, wo ich sie im Traum gesehen hatte, unb brückte fie meinem Dater, zitternb vor Freude, in bie Hand. Eisbärenjagd für Damen. Die „Polaramazoae" ist bie neueste Erscheinung, durch die die Frau ihre Liebe zum Sport und ihre Gleichberechtigung mit dem Manne beweist. Eine ganze Anzahl englischer Damen wird im Juni zu einer Expedition nach dem Polarkreis ausbrechen, um hier Eisbären, Robben unb Walrosse zu erlegen. Der Leiter dieses Unternehmens ist ein erfahrener Polarforscher, I. C. Dee-Wason, der Shackleton auf feiner letz.en Reise begleitete und verschiedene arktische Expeditionen geleitet hat. „Die Damen sind ja in unfern Tagen besonders begierig nach neuen und abenteuerlichen Unternehmungen“, erflärt er. „Deshalb habe ich diese originelle Art eines Iagdausiluges arrangiert. Besondere Anstrengungen und Gefahren sind damit nicht verbunden. Unser Schiss verfügt über bequeme Kabinen und ist mit allen Sicherheitsmaßnahmen ausxe'ia.tet. Das Ziel der 2leire ist Franz-Iosefs-Land, unb bie Damen, die sich mir anvertrauen, werden die ersten Vertreterinnen deS weiblichen Geschlechtes sein, die ihren Fuß auf dieses Land setzen. Die LandschaftS- bilder sind großartig. Die Sonne geht niemals unter. Die Schießgelegenhei en find vorzüglich, denn an Beute ist kein Mangel. 3m vergangenen Jahr ging ich mit einer Jagdgesellschaft an Land, unb wir erlegten 35 Eisbären: außerdem gibt es hier weiße und blaue Füchse unb riesige Mengen von Vögeln. Es läßt sich hier der schönste „Wintersport" im Sommer betreiben. Es ist eine reine Vergnügungsfahrt. Wir haben Radio an Bord unb werden baher mit der zivilisierten Well in ständiger Verbindung bleiben. Eine Aerztin beglei ei die Damen. Mitte Juni werden wll nach Bergen abfahren unb Don dort an den norwegischen Fjorben entlang »um Nordkap. Die Zahl der Damen, di-e sich zu dieser Iagdpanie drängten, ist groß.“ • üMvw» Jia Cj-'UuaaJ oteZSk* ■ Es verhütet nun auch die englische Krankheit iÄte-IW 12 Abbruch Pappenheimer Iß en'eprttfit einer 25A-Clgerrc .... nur " ■*’ 17 20 Telephon 1414. Tieuenwcg 26 Ziehen. 4Z3D Auf OrigtnaLKlstdien 5 Prozent Rabatt! wnufc walze, ein Pferd. O67D AaA&al Serichtevollzieher in Sirhen Oammstr. 24 I., Teleph. 239. 30 35 geiuchi. Lchristltche Angebote mit LebenLlaui unter 406 "i l) an den (Stehcner An meiner ei beten Zwei revräientoble 4'erren von gutem 9iuf, die in d. Automobil» Streifen betnnni find, als c ÄDtberoerkOuno in itoei Füllen *u Geldstrafen von 40 und zweimal 50 Ml. verurteilt worden und verfolgte dagegen Berufung. Er erzielte Freisprechung. da die Verhandlung ergab, dah dte Hauptzeugen stark betrunken gewesen waren und nach dem Gutachten eines Arztes die Kunden an den Händen der Berletzten wabr- schcuüich von Griffen in eine -erbrochene Scheibe herrührten Drieftasten der Redaktion. Oied)!»gutad)ten sind ohne Verbindlichkeit der Lchriflleituna) Vr. R. Da» Neichsschlutzschäden-Gesrp zur Ent- fd)Sbigur(t edemaNgcr Au?land»drutscher ist vom legten Retchetoa noch veradschtedei worden. Dir honen, demnächst über diese Gesetz näher berich» ten zu können BliiWe Mm Vlumenhaus Dietz Gießen / Geltersweg 38 / Telephon Jlr. 13 Vermittlung von Llumenspenben nach dem )n» u. Ausland« An die Landbevölkerung! Ich erkläre, dah Teehändler Winkler nicht mein Mitarbeiter ist, wie er behauptet Ich stehe in gar keiner Beziehung zu ihm. 0**7 L. Bez, Heilkundiger Paraffin Institut Giefaen, Mühlstrabe 33. Berliner Börse. Berlin. 19. April. (WTB. Funkspruch.) Bei anhaltender Geschäftsstillc bleibt die Tendenz des heutigen FrühverkehrS abwartend Kurse werden noch nicht genannt. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,02 Mailand 92,50. Spanien 29,08. das Pfund 488,35 und den Dollar 4.1822. Vertreter gesucht! Dir fachen einen Vertreter, der In Aooihelen Tioflcücn. 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Beuorzuflt werden solche, die bereue lannere ßeti auf einer Kasse inttq waren und gute ßeugnisse haben. f)lotte6 unb sichere» Rechnen, taubere Handschrift foruie Kennintste m Ttenoaraohie uns lila» lchi lenlchretben tft Bedinauna. Beralliung n >ch oem ReichSanaesteUientarit Schrift» liebe Anneboie u. 407uii a. d. UUeb. Anzeiq. Bekaniitmachnng. Die Stadtverordneten-Verfammlung Hal in ihrer Sitzung vom 30. März 1928 dem Plan über die Umgestaltung der West- anlage zugestimmt. Der Plan liegt in der Zeil vom 25. April bis 10. Mai 1928 bei dem Stadtdauamt, Asterweg 9, während der Dienststunden zu jedermanns Einsicht offen. Etwaige Einsprüche sind in der vorgenannten Zeil bei mir einzureichen. Giehcn, den 17. April 1928. 4074B Der Oberbürgermeister. I. D. l)r. S) a m m. Helios entspricM einer 1B4-Cigarre .... nur Dogen hm müssen, statt betten nahm er aber die Kurve zu kur; und auch in zu raschem Tempo, so hab bat Auw hefug wider ein entgegen, fahrendes 2Iuto prallte. QM he ‘Tragen wurden erheblich beschädigt. Ein Onfafk flog im großen Dogen heraus, blieb aber unverletzt, toi« überhaupt leir.fr der Beteiligten eine Berlctzui-g beronirug. Der Unfall wäre oennicbtn worben. Mn der Lage klagte in einem weiten Dogen nach links autgebvU hätte. Gr ko:mt« auch wie der eingenommene Augenschein lehrte. mit der G.r.Wendung nicht gehört werben, die .^urve wegen des infolge Haltens der Straftenbehn etnxt einfehenden lebhaften Derkehrs kurz Genommen zu haben. Zudem war der Dagen fast leer , c t n Fahrgast war auä^efftepen. 'Richtig ist. dah d:r entgegenkommende, in Stehen fremde Fahrer aus ßübed die rechte Seite auf der 221 ar- ourger St raste nicht streng eingehalten batte; er war an einem auf biefer Seite stehendem Handwagen nach der Ctrafte.imitte zu vorbeigefahren unb gerade wieder tm 25egrifs. die rechte Leite einzunehmen, als der 3uf am men hoff erfolgte. Gr hätte, falls er das angebliche Signal des Angeklagten gehört Hai, zunächst warten können, bis sich die Situation getlärt hatte. Dies kann aber den Angettaaten nicht vor Strafe schützen. ®r erhielt wegen lieber tr ching der einschlägigen Auto Vorschriften in Anbetracht der angedeuteten ftrafminbernben ihnpänbe eine Geldstrafe von nur 15 Wk. »ine Bestrafung wegen fahrlässiger Sachbeschädigung gibt c8 nicht. Gin Invalidenehepaar. das eine nahe Der- toanbte, Inf »lange sich deren Kind in der Ältnll befand, bei sich aufgenommen hatte, war für ihre Wohltat schlimm belohnt worden. Die An- aeklagte bestahl ihre Wohltäter in raffinierter Weise. 11. a. nahm sie auS zwei Portemonnaies, in denen das Shevaar seine Ersparnisse an Hartgeld aufbewahrte. 60 bxto. 40 HU., die ganzen Beträge umdeswillen nicht, weil fic glaubte, dadurch blieben hie Diebstähle zunächst unentdeckt. Die Bestohlene, die ihren Strafantrag noch hätte zurücknchmen können, beharrte mit Aecht wegen des groben BertrauenSmitzbrauchs auf einer strengen Bestrafung der Angeklagten. Die Diebin erhielt unter Einbeziehung zweier kleineren Strafen sieben WochenDesängntS. Strafkammer Gießen. • Glatzen, 18. April. Sin Gärtner von Heldenbergen hatte beim Ministerium deS 5nncm eine Beschwerde gegen den Bürgermeister und gegen einen Lehrer unter salschem Äamen ein gereicht und war deshalb vom Amtsgericht Friedberg wegen Urkundenfälschung zu einer an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe tretenden Geldstrafe von 50 M k. verurteilt worden. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde verworfen. Ein Metzger von Aieder-Wöllstabt war vom Amtsgericht Friedberg wegen Körper- Verletzung in einem Fall und wegen fahrlässiger Sie sparen 23 bis 40°jo, wenn Sie Cigarren in II. Sortierung rauchen I FeinHes Qualitätsfabrikat keine Schuß-Cigarren. eingehender Beweisaufnahme — einem Zeugen, der den Lenker des Sandautos für nritfchuDig an dem Zusammenst oh hielt, standen zwei andere 3eugcn gegenüber, die erklärten, daß dieser vor- schrftSw.ätzlg in weitem Bogen in die Wilhelm- st ratze ein gebogen sei — sprach das Gericht den Autolenker von Strafe und Kosten frei, insbesondere auch mit Aückiicht darauf, Hatz das große Lastauto unmittelbar nach bem Zusammenstoß in seiner ganzen Länge am Aande des südlichen Bürgersteiges der Wilhelmstratze stand, was bei unvorlchriilLmähigem Fahren nicht möglich gewesen wäre. Hinzu kamen noch die bestimmten Auslagen der beiden Entlastungszeugen und die Aachgabc der Lenkerin des Personenautos, dah lie Jetzt bereits zweimal — vielleicht find) ein drittes Mal — Autokarambolagen erlebt habe! 'Bei dieser Sachlage sah das Gericht von der beantragten gerichtlichen Augenscheineinnahme an Ort und Stelle ab. Gegen einen mehrfach vorbestraften, in Frankfurt a. W wohnenden Angeklagten, 3.2t.. der sich wiederum de» Betruges lchulkrg gemacht haben soll, und trotz ordnungSmätziger Ladung nicht erschienen ist, erging nach dem Anträge des Staatsanwaltes Haftbefehl, da eine zur Lerminstunde eingegangene Depesche nicht als au-reichende Entschuldigung anzusehe.n war. Ein Einwohner von Lang-Göns hat gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Gietzen Einspruch eingelegt. Er ist des Ärcbilbetrug8 beschuldigt und deshalb zu einer Gefängnisstrafe Don vrerzchn Tagen verurteilt worden. Gr sowohl wie sein Derteidlger waren zur Terminstunde nicht erschienen. Aach gesetzlicher Dorschrift wurde deshalb der Einspruch k osten - fällig verworfen. Der hiesige Wetzger 3 3. ist beschuldigt, von auswärts bezogenes Fleisch nur teilweise unb nicht, nach Matzgabe der Polizeiverordnung der Stadt vom 24. März 1910, in seiner gesamten Menge zur vorgeschriebenen Aach- unterfuchung in das (Siebener Schlachthaus gebracht zu haben. Die Derhandlung muhte auS- geseht werden, da ein Zeuge auS Aieder-Weisel. der dem Angellagten zu verschiedenen Zeiten Fleisch geliefert hat. seine Bücher nicht mitgebracht hatte, ohne die ihm eine Angabe bestimmter Zeitpunkte und gelieferter Mengen nicht möglich war. • Gietzen, 13. April. Die Einmündung bei Dleseckcr TdeaS in die Marburger 5 trabe ist eine für den Autoverkehr gefährliche Stelle, insbesondere weil dort die älcber- sichtlichkeit infolge eines BretterschuppenS, der die Scke zwischen beiden ©traben bildet, stark beeinträchtigt wird. Auch ist zu beachten, dah der Einmündung gegenüber sich der Endhaltepunkt der Stratzenbahn befindet. Der 2lngetlagte, ein Chauffeur aus H.. fuhr die rechte Sette deS ODiefcder MegS und wollte die rechte Seite der Marburger Stratze nach der Stadt zu erreichen. Er hätte dies vorfchriftSmätzig in einem weiten Taugende von Anerkennungen glücklicher Mütter bestätigen immer wieder den hervorragenden Wert von NESTLE8 Zigarren Vertriebs G m.b.H. 40661 VepKaalsteilen in Bleßen/ fflarht 1 Neu eräffneti Selters weg 46 Amtsgericht Gießen. Am 13. April bettelte ein früherer Fürsorge- zögling L. 2., brr auS der Pfalz stammt, in Lollar von HauS zu Haus. Er wollte bei einer Zeugin ein Paar Stiefel haben, nachdem er Brot zurückgewiefen hatte, und als er keine Stiefel bekam, wurde er frech und ft leb Drohungen aus. Mit Aücksicht aus feine Jugend sah daS Gericht von der äleberweisung an die LandeSpoli-cchehörde, b. h. dem Verweisen an daS Arbeitshaus ab, erkannte aber nach Antrag bes Staatsanwaltes mit Rücksicht auf die schon zahlreichen Vorstrafen des Angellagten unb feine Drohungen auf eine Haftftrafe von sechs Wochen. Am 9. September 1927 kam es an ber Ecke der Wilhelm- unb der Frankfurter Stratze in Dietzen zu einem Autozusammenstvtz. DaS eine Auto war mit Sand beloben, kam aus der A'.chtung bet Stadt und wollte in die Wilhelmstratze einbiegen, während das andere, ein Personenauto auS Leihgestern, aus der Lichtung Klein-Linden nach der Stadt zu fuhr. Beide Autos hielten die rechte Stratzenseite ein. Beim öinbiegen des Sandautos in die Wilhelmstrabe kam eS zu einem Zusammenstob, bei dem Materialschaden entstand. Menschen jedoch nicht verletzt wurden. Veaen beide Lenker der Autos ergingen Strafbefehle. Während sich die Lenkerin deS Personenautvs bti ihrer Strafe beruhigte, leate der andere, O. L., form- unb fristgerecht Einspruch ein. Aach Bekanntmachung. Die Stadtverordneten-Verfammlung hat in ihrer Sitzung vom 30. März 1928 dem Bebauungsplan für das Gebiet an der Jrünberger Strobe und der Strohe nach Rödgen zugestimmt. Der Plan liegt in der Zelt vom 25. April bis 10. Dai 1928 bei dem Stadtbauamt, Aslerwea 9, während der Dienststunden zu febermanns Einsicht offen. Etwaige Einsprüche sind während der Offenlegung bei mir einzu- reimen. 4074B (Sieben, den 17. Hprll 1928. Der Dberburaermeiftcr. I. D. Dr. Hom m. worben sind, stnb fetzt auch vom Aeich Unb 5p rc üben die nötigen Mittel bewilligt worden, um die begonnenen Arbeiten in diesem Sommer zu beendigen. Es handelt sich vor allem noch um die zusammengestürzte nordöstliche Eue. die Herstellung der Umgebung unb bic geschickte Anp lanzung bes umgebenben WalbeS Hoffentlich wirb der jetzt noch recht unschöne Anblick mit bet ebenso unerfreulichen Erinnerung an bic .Zerstörer recht halb wieder unter den hohen Tannen verschwinden. Allerbings das alle, unvergleichliche Landfchastsbllb wird vc-hl nie wieder erreicht werden können. Wenn bann einmal bet französische General Wordacq wieder, ho sentlich in fried ich^r Absicht, die TaunuSgegend besucht unb aui Gründ eingehenderen Studium- moderner deutscher Limes-Forschung die Auinen des Feldbera- kastells besichtigt, wird er hoffentlich einen richtigen Begriff von unserer ernstlichen deutschen Denkmalspflege mit nach Haufe nehmen und seine frühere Anschauung korrigieren Hoffentlich werden auch die deutschen Touristen sich nicht noch dem französischen Borbilde richten, sondern hier an der Erhaltung eines Wahrzeichen- aus bet Bvrzelt unseres Taunus beitragen. ES sind übrigens Bestrebungen im Gange, das ganze Gebiet vom Boten Kreuz an aufwärts als Naturschutzgebiet zu erklären. Für die Felbberelnlgung Großen- Linden soll die Herstellung von 5 Feldwegbrücken in Eisenbeton, sowie die Regulierung deS Diesebaches, veranschlagt zu rb. 10000 5UC in verschieben en Losen vergeben werden. Die DerdingungSunter- lagcn liegen auf der Bürgermeisterei Drohen-Linden offen, wo auch bic Ange- bote verschlossen und postfrei, in Drozenten des Kostenanschlags einzureichen sind. EröffnungSterrnin: Donnerstag, den 26. April d. 3-, vormittags 10*,, Uhr. auf dem AathauS zu Grohen-Linden. Freie Auswahl Vorbehalten. 4062D Gietzen, den 13. April 1928. HefstfcheS Stulturbauamt H. Steinbach, Reg.-Baurat. 'Holzverfteigerung bet Gemeinde Gtda, Distrikt Brühl Montag, ben 23. April, vor«. 9 ilbt an Ort und Stelle. 780 St 3i.-6tg. 1 Klaffe, 49/11., 114/111., 2380;IV., 1120 V., 740 VI.-VIII.,50 rm sti^-Scheit- und Zknüppelh. Zusammenkunft am RatdauS. 4060D] Der Gemeindevorsteher. Große Müssen-Irtignng ^rciiüfl, den 20. April, nachm. ab 2 Ahr, versteigere ich im „Löwen", Aeuenweg 28: Schlafzimmer, Speisezimmer, 32 Letten mit Stell unb Matrahen, 12 Sofas (sehr gut erhalten), 6 Sessel, drei Meiderschränke (fass neu), ttüchenschränke, eine LranbNsse, Teppiche, einen Auszlchtisch (fass neu), zwei achteckige Tische, ttüchenstsche, 3er- likvs, Lüfetts, Silber, 2vaschmaschinen, eine Truhe auS dem Fahre 1753 u. v. a. Listige Herren- unb Doraenräber. Dersseigerung bestimmt. 4082D Ludwig Harimeh Auktionator unb Tasator Jtir den fdmlbe&inn finden Sie bei uns in großer Jlusn>aftl das Zieste billigst! 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April 1928 für hiesiae Gemeinde angesetzte Dichmarkt, fällt wegen ausgebrochencr Schweinepest aus. Allendorf o. d. Lda., den 18. April 1928. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. 4073V Hreibank. Freitag, den 20. April, von s Uhr ab 3847D Jieischverlmif. an einem Nnchbarpi. stehend tn der Grönc von 75qm vtciöroert abzugrb^ feür flceig- net aisNolwohnung. Lagerschuppen f.alle Zwecke. 4089 V Westfälischer Hallenbau Kreuztal Kreis Stegen. ■ ’ I völlige Reinheit! Enorme Waechkraftl A tAy Aromatischer Geruch I Sparsamster Ver- Ä. brauch! Größte Schonung der Wiechel C. H Oehmig-Weidllch, Zeitz Heinrich Nicklaue. Seifenhandlung, KaiaeraUee 2 •“A Frau Carl Jekel Witwe, Kolonialw., Marburger Straße 25. t Staff Karten! r Karl Beichele I Magdalena Beichele geb. Schäfer Vermählte Gießen Worms a. Rhein Lubwigsplah 3 Dielandstraße 5 19. April 1926 I (Für die uns anläßlich unserer Verlobung erwiesenenAufmerksamkeiten danken wirherzlichst r Heinrich Lepper und Braut -e* Men-Äuseck, den 18. April 1926 t 4060Dt Montag, den 23. April 1928, abends 8 Uhr im Katholischen Vereinshause Vortrag mit Lichtbildern Redner: Herr Dr. med. Walter Malech, (Liehen Thema: Wege zur Bekämpfung des Krebses IurDeckung der Unkosten zahlen Gäste 80Pf., Mitglieder 50 Pf. Naturheilverein. 03023 Rose« Hobe, niedere ii. Schlinger in bc en Sorten. Glieder u. andere Ziersträucher, CiemaiiS u. Glycinen, selbntUminende u. aew. wilden Wem Sinn den versch. Art liür Gbrtftxofen jetzt beste Psl in »zeit- fc'tfen Ste für Ihren Garten vo> tetlhcisl bet: Rudolf Schneid«! Gartenbaubetr'Cb Telcvbou 1247. (dienen, irinne.ihcrncr Weg 29. 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(Forlfetzung felgt) er gefährlich. „Wo is die Die andern Maria?" fragte Kaspar abermals, riefen nach ihr, nun kam sie ans bleich war sie, aber als der Kaspar über Bremm schüttelte orrneinenb, obgleich es ihm kalt war, ganj eisig lall, und Trestcrlchnaps gut erwärmt nein, den trank er nicht — so weit war er noch nicht. Hieronymus nahm einen Schluck und schüttelte sich- „Brrr." Ja, der durfte wohl trinken, dem tat er nichts. Aber für ihn, — dos fühlte Bremm — für ihn war Nie goldenen Berge. Vornan oon Glaro Biebig. »opdright bb Deutsche BerlagS-Anstalt Stuttgart. Fenster. Sehr jetzt ihren Blick auffing, wurde sie rot Notwendigkeit von Anträgen im Schlußentschädigungsverfahren. Der Hansa -Bund für Gewerbe, Handel unb Industrie gibt folgende« bekannt: SS besteht vielfach die unrichtige 2luffoHung. daß die Entschädigungen auf Grund des Schluft- entfchädigungsgesetzes in allen Fällen von "Amt« wegen gewährt werden. Wenn die« auch für den Rorrnalsall -utrifst, wo nämlich bereit« eine Nachenifchädigung. oder doch wenigstens eine Entschädigung gewährt ist, so kennt das Gesetz doch andere Fälle, in denen ein An trag ausdrücklich vorgeschrieben und sogar an eine Fr ist geknüpft ist Dies find z. D. die Fälle des tz 20 in Verbindung mit den Härtefondsrichtlinien, wo DasAuSlandobsi in Deutschland. Pemerlungeu eine» Auölanddeutschen Don einem Deutf chen i ra Au - lande geben uns die nachstehenden, sehr deachten-wertea Feilen zu: Der vom Ausland« kommt, neigt dazu, parallelen zu ziehen und Derglei^ an-usteklen. Er braucht aber nicht als Nörgler verschrien zu werden, wenn er zur Sprache bringt. waS ihm in seinem Doterfande auffäUt. In allen L.ndern herrscht seit dem Weltkriege die Tendenz, die Einfuhr ausländischer Erzeugnisse zu verhindern unb den Qkbcri durch die einheimische Industrie und Lanowirtlchaft zu decken Infolge- de len finden untere Exporteure überall verfchloslene Tüten, unb nur ein kleiner Spalt ist ihnen durch die Handelsverträge geöffnet worden. Wir Deutsche, mehr al» alle anderen Länder, mühten den gleichen Stand- punkt wahrnehmen, denn wir sind durch den Är.cg verarmt und können un« nicht den Lurus gcftjttcn. AuSlandware einzusühren zum Schaden unserer Valuta unb unserer einheimischen Probuzenten. Betrachten wir einmal, wie die Deutschen sich in Wirklichkeit verhalten. 1. Der Apfel ist bic Obstsorte, welche in Deutschland am meisten gepflanzt wird und am besten gedeiht Bei einem kurzen Aufenthalte in Oberhessen erfuhr ich. daß im letzten Jahre die Bauern großen Schaden erlitten haben, weil bedeutende Wengen Aepfel keine Abnehmer sanden und ♦ im Keller verfaulten. 3n einem Berliner Obstladen von mittlerer Bedeutung, wo ich Einkäufe machte, sagte man mir, daß sämtliche Aepfel. die zum Verkaufe standen, au« Kalifornien stammten. Warum? Unsere einheimischen Aevfel sind vielleicht weniger wn'sehnlich. aber sicherlich nicht schlechter im Geschmack als die überseeischen. 2. SS ist a llgemcln bekannt, daß wir heute die doppelten Wengen Apfelsinen in Deutschland einführen, al« vor dem Kriege, wo wir eine reiche Station waren und un« noch LuruSauSgaben gestatten konnten. 3. Die Ziffer der B a n a n e n - Einfuhr ist mir nicht bekannt. Ite rauft aber sehr erheblich fein, denn alle Gäben in Dcutschlano sind damit von ausländischer «eile, y a r t u m e r i e n. amerikanischen Automobilen ufw. gesprochen ober von auSlänbischen Theaterstücken, bie auf den Berliner Bühnen so beliebt sind. Denn meine Jeilen zum "Nachdenken über den Gegenstand anregen, so haben sie ihren Zweck erreicht. Anträge bi« z«m 31. Juli 1926 gestellt werden müssen. Bon den h.erher gehörenden Fällen ist besonders bericmg? her verspäteten Anmeldung durch einen bedürftigen Geschädigten hervorzu- heben. Hier kann also selbst bann ein >)ärte- an trag gestellt werden trenn, wie die« vielfach gescheycn ist die ®cträf?ning einer Sntfchäd - ?una wegen Verspätung der 2LnmelZ>ung durch Irteil ReichSwirischastsgerichtS abgclehnt ist. Und ein Glöckchen läutete. Frau Bremm fuhr auf aus dem Sd)laf: Jesus Maria, läutete cs nicht oben im Kirchlein? 'Baftr^ftifl. wahrbaskig, sie läuteten da! f)aftig öffnete sie das Fenster, mit dem falten 'UlcriKngrau tum ein Läuten herein. Das Glöcklern, das Glöcklern' Sin Ruf aus der Wett, nein, ooni Himmel! Entzücken kam über die Fron, fit >uMte, rief den 3ftren zu: „Hort ihr 't? Steht auf, kommt her, hier hort ihr el deuttich, sie läuten. sie läuten! Die Brvrnm kniete nieder und hieß ihre Kinder auch niederknien. Schon hob sich ein roter otreif im Osten aua grauen Wassern. „Oegruftt seist du betete ste.... 3um erstenmal ging heute die oonne auf. °£' nigftens so. daß man chr Ausgehcu sah. rot hob fit ihr Rund aus den Wassern, und dann wurde es bell. Heller als es feit vielen Tagen gewesen war. Der Pastor von Porten stand alt unb heute doppelt ge- brechlich im alten Kirchlein, aber er wurde stark beim Trösten. Ach nein, nein, seine Sinder, d* sollten nur nicht verzagen, den Fischern auf dem Meer war es einst auch bong gewesen, die Wellm gtn^n so hoch, ihr Schift, das war schon voll Waster, im Dersinken bereits, aber da kam Jesus Christus ge^ wandelt über das Meer, unb die mitten Wogen legten sich still. So wie damals würde es auch hier in Porten geschehen — der Retter tarn, schon sah man ihn kommen, er sandte ja feine Sonne voraus. Es hatten sich nur sehr wenige im Kirchlein versammeln können, die meisten sperrte das Wasser ab. nur die paar Häuser dicht bei der Kirche und dem Pastorat, die waren verschont geblieben. Aber diese paar Häuser waren ganz übervoll, unb auch ins Pastarenhous waren niete geflüchtet. Mur begrüßten alle das hellere Licht: Licht, Licht! Ah. die erste Sonne! Die gab wieder Mut. Dom Berg- hang meldete sich das Vieh, das hatte man da hin- auftreiben müssen — Gott fei geboult, dem war nichts postiert! postbeschwerden aus dem Biebertal. Man schreibt uns aus A o d h e i m a. d. Bieber: Wit Freuden begrübt? man hier bie ar April eingetret ne 21 .u:rung b?c Postsochenüder- b 11 n g u n g an unsere Agentur. Während früher die Postsachen mit der Bahn tarne.t. bringt diese jetzt ein Auto der Reichspost. Alle Bewohner unsere« Diabertale« begrüftten diese Neuerung erwartete man doch eine bess cre. v i eil ft ® t eine zweimalige Bestellung. Weit gefehlt! Statt der erhofften Okrbefferuna ift gc- rab.zu eine Verschlechterung fefüuftellen. Früher erhielt man die Post um 9 Ufor. heute wird c« Mittag, bis das Dorf bcftelU Ift Das Postauto kommt um 9 Uhr. unb wer um d.cfe Zeit zur Postagentur rauft, steht vor verschlossenen Türen: er rauft warten, bt« die Postsachen zum AuStragen sortiert sind. Alle auf der hiesigen Agentur angcftellLm Beamten find um diese Zeit eifrig beschäftigt, und es ist fein Wunder, wenn unter diesem Hochbetneb auch die Telephonanschlüsse warten müssen. Ich bin der Ansicht, baft Sorge getragen werden muft dafür, baft eine öweinlalige Bestellung eingesührt wird, oder dem Geschäftsleuten die Möglichkeit gegeben wird, die Poft» fachen am Aachmitt.rg abzuholen. DaS Mittags- auto bringt die Post um 6 ilbr. wenn der Post- fchalter bereits geschlossen ist. Diese Sache?, liegen bann bis zum anderen Morgen, bi« die neue Post wieder hinzutommt. Q5ei dieser Sachlage muft man sich fragen: welchenFortschritt bedeutet eigcntlid) da« zweit- Heberbringen der Post von »Teften? Jedenfalls haben sich die hiesigen Post- beftellungSverhälMisse nicht verbessert, sondern verschlechtert. Die Postsachen sollten so frub bicr sein, baft die austragenden Postbeamten um 8 Uhr mit der Bestellung beginnen können unb von 8 Uhr ab die Agentur dem Publikum zugänglich ist. Die zweite Post von ©leben sollte mittag? um 4 Uhr hier sein, damit btefe gegebenenfalls noch ausgetragen oder abgeholt werden kann. Hof entttch genügen diese Zeilen, um da« Postamt Gießen zur Abhilfe zu veran- erb bürg li35nte Bvrfchrift. bic " rung einer ^chiutzentfchadigung für Liauidotion^ schaben ir den Ftcgabeländern grundsätzlich au?fd)licftl. setzt voraus, daß die einzelnen Gegenstände oder der Gegen.oert den Geschädigten allgemein lganz oder zum zur Verfügung gestellt werden. Aachdent nun auf Grund des neuen amerikanischen Freigabe.zcfeheö endgültig feststeht, baft die der Ehemikal Foundation Eo. übertragenen deutschen Patente nicht frcigcgcL>en oder ent- schädigt werden, wird die Frage erncr Entschädigung für diefe Patente au» Aeichsmitleln aktuell. Endlich ist auch noch darauf hinzuweifen, daß Forderungen jetzt wie andere DermögenS- gsgcnstände entschädigt werden, fo das) alle diejenigen sich zweckmäßig wieder melden muffen, die bisher die Angelegenheit wegen der Gerrng- fügiakcit der zu erwartenden Entschädigung ver- nachläsfigt haben. Ferner bedarf es der Stellung t?on Anträgen, wenn ec kich um Schäden in solchen Ländern handclr. bie do« deutsche Vermögen wieder freigegeben haben, und wenn da« Frcige.ebene in einem Mtzverhält.as zuni Werte "eS De- fchlaanahmten stehl (§ 18 Ab atz 3 bc3 Lchluft- enkschäbigungS.ekctze«) 3n biefem 3u’ammt Hang wirb auch die Frage zu strafen fein, ob eine LiauidationSen fchdäiiun i lür Be'chlagnahrncn in ungefüllt 3n Italien ift die Bananen« Einfuhr au« Dalutagründen verboten Die Italiener, bie große Obsteffer finb. begnügen sich mit bem i nlänbifchen Obst. Wir könnten un« an bieser Maftnahrne ber fa- fzistifchen Aegierung ein Beispiel nehmen, ebenso daran, baft dort Graubrot gegessen wird, um die Getreide-Einfuhr zu beschränken. Man erwidere mir nicht, daß die abgeschlott lenen Handelsverträge Deutschland hindern. Aen- derung zu schaffen! Hier kann nur Selbsthilfe einfetzen. Jeder einzelne follte die Kraft haben vorzufchreiben, baft für feinen Haushalt nur eindeirnif ches Obst gekauft wirb, unb daburch zur Besserung ber HanbelSbilanz durch Verringerung der Einfuhr beitragen. Ich habe das Thema, über das ci noch viel zu sagen gäbe, nur gestreift und nicht au«(änbifcber Seife. Parfümerien. Schiedsspruches eine J) t r l c u e r u n g u m m l n- destens 1,50 Mark bei Schienen und Formeisen, um zwei Mark bei Stab- eisen unb um b r ei Mark bei Blechen, eine Erhöhung bet Selbstkosten, die auch ohne Kohlenpreiserhöhung ben grötzten Teil der Werke al« Kohlenselbstverbraucher schwer treffen mutz. Oie Reichsbanl Mitte April. Aach bem Ausweis ber Aeichsbanl vom 14. April Hot sich bie gesamte Kapitalanlage ber Bank in Wechseln unb Schecks. Lombard» und Effekten um 387,9 Mill auf 2382.3 Will. Mark verringert, und zwar haben die Bestände an Wechseln und Scheck« um 352,1 Will aus 2248.7 Mill Mark, diejenigen an Lombard« um 35.8 Mill, aus 39.6 Mill. Mark abgenommen. Die Anlage in Offelten ist mit 94.0 Mill. Mark weiterhin unverändert geblieben. An Reichsbankuoten unb Renten- bankfche inen zusammen finb 442,8 Mill. Mark aus dem Verkehr zuruckgeflosfen. Der Umlauf an A e i ch s b a n k n o t e n ift um 414,5 Mill, auf 3996.5 Will. Mark derjenige an Äentenbankfcheinen um 28.3 Mill, auf 576.2 Millionen Mark zurückgegangen. Dement- fprechend haben sich die Bestände der Aeichs- banf an Äentenbankfcheinen auf 51,0 Mill. Ult erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 613J Millionen Mark eine Zunahme um 11,6 MilL. Mark. „Wie gehl et dir, lieb« Maria?" Sie gab laut keine Antwort daraus, sie nickte nur; unwillkürlich glitt ihr Blick dabei an lick, herunter, unb schmerzlich zuckte es um den Mund. .Komm heil zurück/ (lufierte lie. „Wenn du mir gut wieder erüber kömmst!" Er lachte anscheinend sorglos. Aber doch war sein Lachen nicht unbefangen. Nicht, datz er die Fahrt hinüber aesürchtet hätte — leicht war die nicht, aber er unb lein Bruder schossten sie schon — e» war ihm ’o bang um das Mädchen. Wie still unb gebrückt sie baftanb. fo ganz anders als früher! Db sie auch gut zu ihr waren? Er nickte ihr zu, er wußte ihr jetzt nichts Besseres zu sagen, als: „Dat Wasser fallt. Von Trier is schon Fallen gemeldet." Urb das Scil loslasiend, rief er dem Bruder zu: „Stoß ab jetzt!" Die Stange stieß oon der Hauswand ab, die Nuder klatschten ins Wasser, rasch schoß der Machen davon. Die Srcmms folgten ihm mit ängstlichen Augen. „En oerteufeiter Jung," sagte Bremm. Unb bie Frau fügte zu: „Unb en guter Mensch." Der beste Mensch, dachte Moria. Sie war sehr traurig; auf einmal so traurig, wie sie es bie ganzen Tage hier oben noch nicht gewesen war. Die äußere Lage hatte sie nicht io gedrückt und auch nicht so betrübt, — ach. aber Kaspar Dreis, der beste Mensch aus ber Welt und der treueste Mersch! Das ging ihr wie strömendes Wasser über dte Seele. her, wurde von unsichtdarem Ann in dte liefe ge zogen, um bann roieber aufzutauchen und weiter zu schaukeln. Der Kahn fuhr auf Simon Bremm» Hous zu, gleichmäßig, vou starkem Ann geführt, teilten dte Müder die Flut. „Sie kommen, sic kommen!" Aus bem Dach erhob sich ein Freubcngcschrei. Jetzt schrien Peter unb Paul noch viel lauter: „Der Dreis is ’t. der Kaspar!" bie kamen oon Munden herüber, bie brachten Wasser unb Brot. Simon Bremm fuhr mit bem Kopf zur Dachluke heraus: wahrhaftig, ber Dreis! Auch er winkte. Unb bann schrie er: „Frau, Frau!" Die Frau riß das Fenster aus, sie muhte sich halten am Fcnstcrkreuz, ihr versagten aus einmal bie Kräfte: war bas nicht ein Wunber?! Sie hatte zu ber Äinber Schutzengel gebetet, und nun war er auch bo. Bon Wunden herüber, bic große Breite bes Stromes querenb, war der Kaspar gekommen. Sie lachte und weinte. Und die Kinder kletterten in ihren Hemdchen auf» Fensterbrett, lochten, streckten ihre Hönde au», jubel- ten: „Wot hosie uns witgebrocht?" Nur Moria sprach unb rief nicht. Sie war zurück- gewichen ins Innere der Kammer, ba ftanb fie, an bie Hintere Wonb gelehnt, unb drückte beide Hände gefaltet an ihre Brust: der Kofpar, immer der Äofpor! „Wo is die Maria? Seid ihr alle gefunb?" fchrie der Kaspar nach oben. Ja, ja, sie waren noch olle gesund! Alle Hände streckten sich nach bem Kaspar aus, hätten gern die seinen ersaßt, aber die Hände konnten sich nicht erreichen. Es war auch nicht leicht, ben Kahn vor das Hous zu bringen unb doch nicht so bicht doh er gegen bie Mauer sich rieb. Borsicht. Vorsicht! Noch riß die Strömung gewaltig. Aber Peter war iinbig, er war» ein seil, der Kaspar sing'- aus, 'stell daran fest, unb bie olange würbe gegen bie Hauswand gestemmt; nun lagen sie wie vor Anker. Die von oben ließen ben Korb herab, der Bruder des Kaspar packte hinein, was sie mitgedracht hat- :en. Und bann hißten sie ein Fäßchen mit Wasser hinauf. „En Schvaps?E fragenb hob Hieronymus Dreis eine Flafkbe. „Tresterfchnaps. selber gebraut!" Wirtschaft. Nach dem Schiedsspruch von (fffen. Aach v er schund.gen Berhanblangstagcn bat der staatliche Schlichier für den Auhrkohiende r ab a u einen Schiedsspruch ge allt, der da» Mchrarbeitsabkommen mit einigen Veränderung« i m Ucjc.tagebcrieben verlängert unb fämtllche Löhne des Muhrberg- baue» um 8 Prozent erhöht Das Au.- inan Meter vorgetehe.en Vobnfteigerung, welches eine Lrhöhun: ber Sdbfttoiien um 75 jM- rar di« Tonn« Äob.en bedeutet, muft der kage des X^h.«iivdgbaue» Verwunderung et* >.e.en. um |o mehr, al» «n auf Wun>ch be-? Aeich»wirtschatt«.ni:,tfteriums unb des Aeichsarbe.tsminulerinmS ausgcardeite.es Gut- achten wirllchattiichcr Auto:uäien voriiegt, welches einheitlich zu einer pell juristischen Veurtei- lang ber Lage des Archrkohlenbergbaue« gc- kommen ist und bei dem die einzelnen Begutachter nur in für eine Lohi-rezeiun^ nicht bc- bcutu.ig4oollcn Punk'.en in ihrer Meinung aui- einenbergeheit Man muft sich vor allem wundern. baft b.e’e« gerade sllr die Beurteilung des ge'äittcn Schied»>pruches Id äußerst wichiige Out- achten in feinen Einzelheiten bisher der Oehent- liebfeit nick voraelegt worden ift. Ergibt das G.'tachlen tat öchlfch. baft der Koh.enablatz unter Einberechnuns, der Adfchrcibungen. Berglchäden ufw. ein Verlustgeschäft ist, so kann man sich die Gründe bc« gefällten Schiedssprüche« nur damit erklären, daß der Schlichter bei der Festtetzung seines Urteil« von rein sozialpolitischen Gesichtspunkten ausgegangen ist. Hebet die sozialpolitische Lage der 'Bergarbeiter, deren Ardctt sicherlich kehr schtver ist, kann man natürlich verschiedener 'Meinung fein, aber man follte dabei doch da« eine übersehen, daß in unterer heutigen, sozial eingcfte'Iten Zett der Arbeit- gebe., 11 u.c-em Falle der Auhrkohlenbergbau, sich niemals fozialpolitifchen Srfnrberniflen txt- Ichlieften wird, wenn nicht wirtschaftliche Aot- Ntendigkeiten stärker finb. Zweifellos müssen In dem Falle de« Lohn- lonkliktS im Auhrbergbau die wirtschaftlichen Zufammenhänae in ben Vordergrund treten, und damit dürfte das Schmalenbach-Gutachten beim Aeichsarbeitsmintstcr, der cs ja schließlich angeregt hat, die Berücksichtigung sinden, die eS verdient, denn beim Aeichs- arbeits-.ninifter, der. wie wir erfahven. infolge der Ablehnung dr« Schiedssprüche« von beiden Seiten, Arbeitnehmer unb Arbeitgeber, zu Verhandlungen aut den 20. April eingeladen hat. liegt jetzt die Entscheidung. Was die Frage einer Kohlen Preiserhöhung anbelangt, so wird natürlich die Möglichkeit einer solchen in ben Kreisen be« Auhrbcrgbaue« im Hinblick auf bie Löhner Höhung stark erörtert. Iedoch ist bi«her ein Antrag aus Erhöhung beim Aeichswirlschasts- mimfter nicht gestellt worben, der Auhrtohlim- bergbau will vielmehr zunächst die endgültige Entscheidung de« AeichSarbeit«minifter» ab» warten, und auch dann wird ihm ein Entschluß sehr Ichwer werben, da nach dem Schiedsspruch bekanntlich den Arbeitnehmern das Accht gegeben wird, im Falle einer Preiserhöhung da« mit einmonatiger Frist laufende Lohnabkommen zu kundigen. E« würden also dann neue Lohnverhandlungen Platz greifen fo baft — praktisch genommen so gut wie gar nichts erreicht und entschieden ist. Ter Acchcuvcrband zum Schiedsspruch im Ruhrbergbau Der Zechenverband hat feine Ablehnung de« SchiedSfpruch« kür den Ruhrbergbau in einem längeren Schreiben an den AelchS- arbeitsminister begründet, in welchem e« u. a. heißt- .Die achtprozentige Lohnerhöhung bedeutet einschließlich der sich ergebenden Erhöhung der sozialen Beiträge eine durchschnittliche Mehrbelastung von rund 75 Pfennig je Tonne Abfatzforderung. Dabei ift die sich aus der Arbeitszeitverkürzung ergebende Belastung noch nicht in Aechnung gestellt." Die Bestände an Gold und eckungs - fähigen Devisen sind mit 2213.6 Mill. Mk. ausgewiesen. im einzelnen die Goldbestände mit 2019,2 Mil! Mk., die Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 194.1 Mill. Mark. Die Deckung der Voten durch Gold allein besserte sich von 44,4 Proz. in der Vorwoche auf 50,5 PS»z., die durch Gold und deckungsfähige Devisen von 48.9 Proz. auf 55,4 Proz. * Verkauf von Schahanweisungen durch das Reich. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, hat das Reichsfinanzministerium wegen der in den letzten Tagen sich am Geldmarkt vollziehenden Erleichterung und der dadurch nach Privatbiskonten verstärkt hervorgetretenen Vachfrage mit der Begebung von Schahanweisungen wieder begonnen. Diese haben eine Laufzeit von 80 bis 90 Tagen und werden von der Veichsbank zum Privatdiskont oder darunter abgegeben. Kleber die Höhe des in Aussicht genommenen Betrages waren Angaben nicht erhältlich. Diese Maßnahmen stehen aber, wie besonders hervor- gehoben zu werden verdient, mit dem Finanz- vrogramm der Veichsregierung (Votprogramm, Liquidationsschädenschluhgeseh usw.) nicht im Zusammenhang. • D i e Rationalisierung im Bergbau. Infolge der Rationalisierung im Bergbau wird ab 1. Mai die Kokerei der Zeche „(Slüd auf" bei Buer stillgelegt. Dem Vernehmen nach ist beabsichtigt, die Arbeiter auf der Zentralkokerei Scholven zu beschäftigen. Die Kokerei Scholven wird zu einer Zentralkokerei ausgebaut. Zu den schon bestehenden 180 Oefen werden noch zwei weitere Batterien mit 90 Oefen hinzukommen, die ab 1. Oktober d. I. in Betrieb genommen werden sollen. Für die Herstellung dieser Anlage rechnet man mit einem Kostenaufwand von 5 Millionen. • Der Erzbergbau imMärz. Der Absatz der Siegerländer Gruben hat noch keine Besserung erfahren. Die Haldenbestände mehren sich, und es sind bereits Arbeitevkündigungen erfolgt. Ein Ausgleich der gestiegenen Selbstkosten durch Erhöhung der Verkaufspreise für Eisenstein ist nicht möglich mit Rücksicht auf die niedrigen Preise für Auslanderze. Lahn-Dillgebiet (ein schb Oberhessen»: Die Zentralbehörden erkennen an. daß dem Cisensteinbergbau weiter ?geholfen werden muh, jedoch sind bisher noch eine gangbaren Wege gefunden worden, es sei denn derjenige der Weitergewährung einer, wenn auch niedrigeren, Absahprämie. den man aber nicht gern beschreiten will. Hoffentlich wird der Eisensteinbergbau nicht noch vor dem endlichen Einsehen der behördlichen Maßnahmen zur Erleichterung der Produktionsbedingungen durch die immer wieder auferlegten unabwälzbaren Zwangsbelastungen (Löhne, Arbeitszeit, Sozial- lasten) zum Einschränken und Stillegen gezwungen. Die Gefahr besteht, da selbst der schwedische Streik keine Entlastung gebracht hat: es hat sich weder der Abruf verstärkt, noch haben sich die Preise auf die nach den Selbstkosten erforderliche Höhe bringen lassen. • Die deutschen Bahnbauten in Persien. Wie der WTD.-Handelsdienst erfährt, ist der vom persischen Ministerrat vor kurzer Zeit gefaßte Beschluß, einem deutschen Baukonsortium, bestehend aus der Julius Berger Tiefbau A.-G., der Philipp Holzmann A.-G. und der Siemens- Dauunion, und einem unter Führung der Firma ällen & Co., Veuyork, stehenden Konsortium die Vorarbeiten und die Ausstellung eines Projektes für die Erbauung der zirka 1700 Kilometer langen ' Bahnstrecke vom Kaspischen Meer zum Persischen Golf nebst dem Dau von Probestrecken * von zirka 300 Kilometer Länge zu übertragen, , vom persischen Parlament jetzt einstimmig genehmigt worden. * Zahlungsschwierigkeiten der Mannheimer Gewerbebank e. G. m. b. H. Die Mannheimer Gewerbevank c. G. m. b. H. hat gestern vormittag ihre Schalter geschlossen und ihre Zahlungen eingestellt. Zu der Zahlungseinstellung erfährt man, daß augenblicklich der Status der Bank geprüft und die Wege beraten werden, die zur Flüssigmachung der notwendigen Zahlungsmittel beschrit!en werden sollen. Sie um Hilfe angegangenen Großbanken, die Rheinische Creditbank und die Süddeutsche DiScontogesellschaft, sind mit der Prüfung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens beschäftigt. Wie wir weiter hören, soll der unmittelbare Anlaß zu den Schwierigkeiten allein in der Gefährdung eines an die Mannheimer Beamten- bank gegebenen Kredites von 350 000 Mk. liegen. Ein Kreditnehmer derselben, ein industrielles Merk, hat die fälligen Zinsen nicht an die Beamtenbank zahlen können. Wie WTB.-Handelsdienst hierzu noch erfährt, steht die Badische Neue Bücher. Das sterbende Afrika. Die Seele eines Erdteils (1. vollständige Ausgabe) von Leo Fro- benius Broschiert Mark 4.—, Ganzleinen Mark 6.—. Frankfurter Svcietäts-Druckerei G. m. b. H , Abteilung Buchverlag. Frankfurt am Main 1928. Leo Frobenius. der bekannte Afrikaforscher, bietet in seinen Werk „Das sterbende Afrika', das jetzt um den zweiten Teil vermehrt, als Einzelausgabe und als Band V der Reihe „Erlebte Erdteile" neu erscheint, eine köstliche Fülle von Erzählungen. In lebendiger, bildkräftiger Sprache schildert er die Landschaft Afrikas — Urwald, Wüste. Steppe —, das Entstehen, Blühen und Versinken mächtiger Städte und Reiche, die adlige Gastlichkeit prachtliebender Fürsten, den Freudenrausch beglückender Feste, die fruchtbare Arbeit des Bauern, des Schmiedes, des Kaufmanns, die Lebensfreude der Menschen, ihre Lust an Schmuck und Zierat und die künstlerische Erfindungsgabe, die diesen Erben alter Kultur eigen ist. Einen breiten Raum des Buches nehmen Märchen ein, die Frobenius nach den Erzählungen der Schwarzen niedergeschrieben hat. „Das sterbende Afrika" läßt uns ergriffen vor ihrem Untergang noch einmal die Herrlichkeit einer uralten Kultur und die mystische Beseeltheit des afrikanischen Daseins in all seiner Pracht, Heiterkeit und dämonischen Kraft verstehen. 143 Argentinien im Alltagskleid. Eine Fundgrube alles Wissenswerten von Heinrich Iunken. Kleinoktav 288 Seiten mit 1 Karte. Leinenband 5 Mark. Verlag von Strecker und Schröder in Stuttgart. Der Verfasser, den der Drang, die Welt mit eigenen Augen zu sehen, schon vor dem Weltkrieg an Südamerikas Küste warf, hatte reichlich Gelegenheit, das Leben und Treiben, die Zustände des Landes so kennen zu lernen, wie sie sich dem Manne aus dem Volke darbieten, wie sie sich in ihrem rauhen Alltagskleid zeigen. Und so entstand ein vortreffliches Handbuch über Argentinien, das für alle diejenigen geschrieben ist, die drüben wirtschaftlich. sei es in welchem Beruf auch immer, sich betätigen wollen. Jeder, der Siedler, der Kaufmann, der Handwerker, der Studierte findet darin das, was er braucht, um sich in der neuen Heimat einzuleben. Aber auch den zahlreichen Industriellen, Kaufleuten und Banken, die mit Südamerika arbeiten, gibt es manche wertvolle Anregung. 152 — Kohl, Ludwig. Leben, Liebe, Träume in einem Südseeparadies. Mit 3 Tafeln in Dreifarbentiefdruck nach Gemälden von W. v. d. Does, 4 Tafeln in einfarbigem Tiefdruck und 8 Kunstdrucktafeln. Verlag Strecker und Schröder. Stuttgart. Leinenband 7,50 Mk. — Kohls Tätigkeit als Arzt wie als Vertreter des Bezirksamtmanns der Insel Vap brachte ihn in nahe Berührung mit den braunen Insulanern. Ein Mann mit offenem und freiem Blick, der den Wilden nicht durch die halbblinde Brille westlicher Kultur überlegen betrachtete, sieht er das Vaturvolk et^-s anders als der Durchschnittseuropäer. Die Wi den der Karolinen erschienen ihm wie Menschen, die noch auf einer Kindheitsstufe leben, deren Willen man formen und leicht lenken kann. Er weiß nicht nur um ihre leiblichen Röte, um ihre Krankheiten, für die sie bei ihm Heilung suchen. Sie lassen ihn auch Einblick in ihre religiösen Bräuche und Anschauungen, in ihre seelischen Röte tun. Kohl zeigt uns das Land in allen seinen Stimmungen, zeigt uns die ungeheure Polyphonie seiner Stimmen, die übertönt werden von dem ewigen Rauschen und Brausen der Brandung des Meeres, das sich an den Korallenriffen dieser Inseln bricht. 80 Heinrich Vuppel: Herrgottsvögel. Geschichten und Skizzen. A Bernecker, Heimat» schollen-Dcrlag Melsungen 1927. — Wie die Vögel des Himmels aus des Schöpfers Hand ihr graues oder buntes Aussehen erhalten, Trauer- oder Glücksvögel sind, so sind die Rhönbauern der vierunddreißig Geschichten in Wesen und Schicksal naturhaft bestimmt. Der Dichter entwickelt nicht die Charaktere, er schaut in künstlerischer Intuition die Menschen, tote sie sind, nicht wie sie werden. Gesund und eindeutig gehören diese Männer und Frauen in Landschaft und Sitte und Erbteil der hessischen Heimat hinein. Vie wird ein Schicksal gemein, es bleibt Eigentum einer höheren Macht, der sich der Mensch beugen muß. Der Tod steht als Richter und Versöhner mitten im bäuerlichen Leven, dämonische Mächte und Leidenschaften ringen mit der Seele und in den Kampf klingt reinste Poesie und der Friede der Vatur und große Gedanken. Ein Weiser sitzt am Web- stuhl und denkt: „was ein Mensch in sich trägt, die Seele oder wie man's nun nennen mag, das ist noch tausendmal seiner, als das feinste Dild- getoebe." — Der Dichter Heinrich Ruppel verkündigt das Ewige, wie die Vatur selbst, er gibt das ganze Leben: Schönheit und Mißgestalt und darüber hinaus regt sich die Sehnsucht nach Vollendung. 160 K. Str. Carl Horst: Die Architektur der deutschen Renaissance. (Der Propyläen- Verlag Berlin, älllsteinhaus.) - Im Rahmen der pompösen Propyläenkunstgeschichte behandelt dieses Buch als eines der neuesten Bände ein Gebiet der Baukunst, das man sich gewöhnt hat über die Achsel anzusehen, so weit es in Deutschland auftrat, wie sehr zu Unrecht, das zeigt dieser vorliegende Band mit seinen außerordentlich zahlreichen, sinnvoll ausgewählt und zu- sammengestellten, ausgezeichnet reproduzierten Bildern. Auf dem reichen Schatz der prächtigen Qlbbilbungen liegt überhaupt der Vachdruck bet dieser wirklich splendiden, aus dem Vollen schöpfenden Kunstgeschichte. Das darf man tagen, ohne damit den Verfassern zu nahe zu treten, denn ohne Anschauungsmaterial keine Kunft- betraebtung. so geben die Bilder erst eigentlich das Gerüst für die feinsinnigen Darlegungen Horsts über das Werden des Renaissancestils in Deutschland und seine durch Vatur und Geschichte des Landes eigenartig bedingte Entwicklung in der deutschen Baukunst. Die Einordnung in den großen Rahmen der Geistesgeschichte einerseits, die gründliche baugeschichtliche Erläuterung der einzelnen Denkmäler andererseits sind besonders reizvoll und machen das schöne Buch für Laien wie Fachmann zu einer Quelle ungetrübten Genießens schönster Schätze edler deutscher Kunst. 68 Deamtenbank in Karlsruhe mit diesem Unternehmen in keinerlei Zusammenhang. 5‘tantfuvtcr Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers" Frankfurt a. M.. 19. Apr:l Teirde-.z: fester. — Zu Beginn der heutigen Börse war die Stimmung allgemein zuversichtlicher und fester. Gegen die meist abgeschwächten Kurse der gestrigen Absndbörse konnten sich auf den meisten Marktgebieten Kursbesserungen von etwa 1 bis 2 Prozent durchsetze i. Die Haupt- anregung bot wieder einmal die starke Vachfrage nach einigen Speziaiw erten. die namentlich für ausländische Rechnung gesucht waren. Die Spekulation sah sich daraufhin zu Deckungskäufen genötigt. Das Geschäft war allgemein jedoch nicht merklich lebhafter als an den Vortagen, da von feiten des Privatpublikums der Orderseingang bei den Danken gering blieb. Ziemlich lebhaft biteben die I.-G.-F arben, die zur ersten Votierung 4,75 Prozent höher lagen. Start verlangt waren ferner Reichsbank, die erneut 4,75 Prozent anziehen konnten. Hier dürfte vor allem das Ausland als Käufer aufgetreten fein. Am Elektromarkt waren Lahmeyer mit plus 4.5 Prozent bevorzugt. AEG. gewannen 3,25 Prozent, Licht & Kraft 1,25 Prozent und Siemens 1 Prozent, während Gesfürel nur behauptet blieben. An Zellstoffwerten nahmen die Deckungen größeres Ausmaß an. Waldhof lagen 3,75 Prozent. Aschaffenburg 2 Prozent erholt. S ch i f f a h r t s w e r t e gewannen 1 bis 2,25 Prozent. Von den A u t o a 11 i e n zogen Adlerwerke und Daimler je 1,5 Prozent an. Von Dauunternehmungen lagen Zement Heidelberg 2 Prozent und Wayß & Frey- tag 1,5 Prozent höher. Deutsche Anleihen waren etwas fester. Von ausländischen Renten waren Serben etwas gefragt. Im Freiverkehr erhielt sich für die amerikanischen Kunstseideaktien das Interesse. Amerikanische Enka 72,50 bis 73 Dollar. Im weiteren Verlauf blieb das Geschäft im wesentlichen auf Spezial- werte beschränkt. Stärkeres Interesse wandte sich den Elektrowerten zu. von denen Siemens 2.75 und Schuckert 3 Prozent anzogen. I.-G.-Farben waren wenig verändert. I.-G.-Bonds zu 146.25 Prozent verlangt. Karstadt gewannen insgesamt 8 Prozent. Gefragt waren ferner 3ung- hans mit plus 4 Prozent. Im Freiverkehr zogen die Kunstseidewerte weiter etwas an. Enka 73,50 Dollar Geld. ^Der Geldmarkt war weiter angespannt. Tägliches Geld 5,5 Prozent. Am Devisenmarkt lag das Pfund etwas schwächer. Reichsmark gegen Dollar 4.1811. gegen Pfund 20,425, London gegen Kabel 4,8835. Paris 124,02, Mailand 92.50, Madrid 29,12, Holland 12,1050. Berliner Börse. Berlin, 19. April. Ziemlich unerwartet konnte sich vorbörslich nach einem sehr ruhigen Vormittagsverkehr auf fast allen Märkten eine Erholung durchsetzen. Anscheinend beruhigte, daß trotz der gestrigen Abschwächungen kein drängendes Angebot aus privater Hand vorlag. Der Reichsbankausweis wirkte nach. Der optimistisch gehaltene Monatsbericht der DiScontogesellschaft regte ebenfalls an, und so deckte die Kulisse, zumal in einigen Spezial- werten wieder Auslandkäufe vorliegen sollten. G l a n z st o f f und Rhein. Braun» kohlen etwa 5 Prozent hoher. Für Farben stimulierte angeblich die angekündigte Generalversammlung für den 25. April: tonst waren nur Reichsbank und Transradio als fest zu nennen. Die ersten Kurse waren uneinheillich. Montanwerke eher schwächer. Ehade-Aktien minus 5 Mk. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer behauptet. Mexikaner bis 0,5 Prozent schwächer. Auch Bosnier etwas gedrückt. Pfandbriefe immer noch vernachlässigt. Farben-Bonds 147 Prozent gehandelt. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent. Monatsgeld 7,5 bis 8,25 Prozent. Warenwechsel 6,75 bis 6,35" etwa. Kurz nach den Anfangskursen wurde es eher fester. Später gestaltete sich die Tendenz eher wieder uneinheillich und bei nachlassendem Geschäft ruhiger. Recht schwach auf die gestern verschobene Aussichtsratssihung lagen Deutsche Waffen mit minus 3,25 Prozent unter Anfang. jyrniitfiirtcr Getreidebörse. Frankfurt a. M. 19. April. Der hiesige Produktenmarkt verkehrte auf Anregung der höheren Auslandnotierungen wieder fester, doch blieben die ilnrfätje klein, da die Käufer größere Zurückhaltung bekundeten. Die Preise blieben gut behauptet. Es wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 27.50 Mark: Roggen 29.50; Hafer, inländischer 27.50—28.25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24—24.23; Mais (gelb) für andere Zwecke 25—25.50; Weizenmehl, süddeutsche- Spezial 0 38.50—39.50; Roggenmehl 39—40.50; Weizenkleie 15.25; Rvggenkleie 1625—16.50. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 19. April. Auftrieb: 311 Rinder, 1000 Kälber, 110 Schafe. 511 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast- und vaugkälber 72 bis 76 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71; geringe Kälber 56 bis 64. — Schafe. Masllämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 53 bis 58: mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 44 bis 50. — Schweine: Vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 210 Pfund Lebendgewicht 49 bis 51; von etwa 160 bis 200 Pfund 50 bis 52; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 48 bis 50 Ml. -- Marktverlauf: Sperrmarkl. Kälber und Schafe langsam ausverkauft. Schweine schleppend, licberftanb. Berliner Produktenbörse. Berlin, 18. April. Vachdem der hiesige Markt schon in den letzten Tagen der Weltmarkt- Hausse nur zögernd gefolgt war. und immer wieder beachtliche Rückschläge aufzuweisen hatte, trat heule auf die schwächeren Meldungen von Heberfec und die Ermäßigung der Cisofferten für Weizen und Roggen eine Abschwächung ein. Dom Inlande zeigte sich für Weizen auch reichlicheres Angebot zu nachgiebigeren Preisen, es bestand jedoch kaum Kauflust, da das Weizenmehlgeschäft wieder ins Stocken geraten ist. Roggen ist zum Export nach Polen weiter gesucht, die von dort vorliegenden Gebote lauten heute etwa 2 Mark niedriger als gestern und auch die Inlandmühlen wollen nur zu 2 bis 3 Mark niedrigeren Preisen kaufen. Das Angebot von Roggen ist 'doch keineswegs stärker geworden und die 21b..eher sind au Konzessionen wenig geneigt. Für Roggenmehl sind bei sehr geringem Angebot gestrige Preise nicht durchzuholen. Am Lieferungsmarkte waren die Preise für beide Drotgetreidearten rückgängig. Letzte Nachrichten. OasKrankstirierEingemeindungsgeseh in Geltung. Koblenz, 19. April. ($11. Eigene Draht- meldung.) Die Interalliierte Rhein- Ian d k o m m i f f i o n hat auf Antrag deS Reichsministers für die besetzten Gebiete ihren Einspruch gegen das Frankfurter E i n- gemeindungsgefetzzurückgezogen und ausdrücklich bestätigt, daß da- Gesetz auch im besetzten Gebiete mit Wirkung vom 1. April angewandt werden kann. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren ange'üdrten Ziffern geben die Hohe der zuletzt belaßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frantiwrl a. M vrrttn Sdjlufe 1-Uhr- Sd) ufj Wntann fluts Äure Kur Datum 18 4 19. 4. 18 4. 19. 4 *U Nkich-anirlhr o I9Z7 67,4 - 87.5 — Dt tlnl tiblot Schuld mit Huelof Rechten 51,9 — 32 52.1 DeSHl ohne Äu6l f .Rechten 16,75 16.85 16.5 16.9 »•/. »tai.fi vrw.-B' So dvl unlunbbar bi >932 93,5 _ i'/.% Rdtiiulch, -Bank 8lqa -So bvi 77,9 v E S dbg l Ungarische Soldnr 25 — 24,9 <% llnganld^eiaattt v 1910 _ bcegl von 1913 — — 27.18 *1« Utigartfdn flrontnrtt 2 — 2.05 <•/ lurt ^oOanleilx v 1911 12.65 — 12’25 13.4 <0/« Inrt eagbabbobn • vtnl e.rit i <’/. bf6dl Sert. 11 14,75 13.75 - 12.65 11 4 12.6 Rumänen conccrt Rte 6 - <%• u Rumänen Sokdont V00 1913 18.5 — 18.66 - flOg Leuiichc lilltnbtiDn «'/, $>3mburfl.«rntrila Pokei 6 153.5 155 154.75 144 5 (••unb -Sublim Domo sch b 221.5 220 Hansa Dann klch,ff 6 - - .*23.76 223.5 Rorbbeuilcher Ulotjb 6 153,5 153.5 153.75 152 75 flUg Deutsch, tirtbltanft 10 — 13? 137 Cann r t*anfoerein io 110.5 — 141 5 141 vrrlinei bandelSacsrMch. 12 Lommer,- und Prtval-Bk 11 175.25 256 i*6 Z57 5 175.5 tannit u »lartonalbonf 12 -öv 241.5 -'40 1. 240 Drutiche Bank io 159 * 160 160 $>i«lonto-CMtlHdxih Bat 10 150.25 150 25 150.5 151 Drrübuei Bank lo 153.5 153.75 157 144 Dtiurlbeuliche Cnbüban! 9 216 Btiaübajir g 1.13 133 133 WrtM>d . . . . 4 — 131 65 — rfnfr Ho mann . . . . c — — «■ 8eonbarb lielj . , . 6 — — 237 237 Bamaa. ■ egora ... S ran ff T.' lchme« .... 0 0 24 82 25 83 (Arien« . . . .. 1 135 133 — .................... . jnnaban« ...... 0 ZI - • e 86,25 t8.25 87 — cetlroerfe ...... ? 122 — —» IVamrrufnrertl ...... 8 122 — * •UZtaa . ...... X 142 — 139 138.5 Nekari ulmer ...... 8 - 56 57.9 feier! Union ....... 8 103 103.25 — »ebr Roeder ...... tf * — * Frtfli A fK.eftna .... e — — 180.5 181 vudd Bäder ... 0 145 144.75 116.5 Banfnotm tJerlui, 18 LpcÜ I -»elb ti rai stmerikaonche .'loten..... TTm V\k verglich« Roieu ... M.26 58.50 Dänische «Roten ...... 111,88 111,12 Enalilchr Roten . w.365 20.445 Telegraphische Auszahlung. Berlin, 18 «veil (»elb 1 'Brief tframouidK vioten . rrn3 16.605 Holländische Noten . Italienische Noten..... Norwegische Noten..... 168 31 168.9'1 22 08 22.16 Ul 63 112.07 $eutfc6.Ccfterr., 5100 Kronen Numanilche Noten...... 58.65 58.89 2.605 2.625 111,93 80.46 112.37 NO. 7.8 Echwetier Noten....... Svanilche Noten....... Tschechoslowakische Noten . - 70.06 70.31 12.351 12,412 Ungarische Noten 72 75 73.05 Dediseomartt Derlm —3rantfurt 8.36 a8.41 58,335 58.455 ibrtfhnnlo 111.82 112.01 111.82 112.04 ffooenbaaen iir.li UZ.33 112.08 112.30 »todbolm 112,19 112,41 112,19 112.41 tzeliingiorA. IQ.5I3 10.533 10,513 10,533 ■Iiclten 22.07 22.11 42,055 42.095 Loudon. - . 20.406 20.146 4-1.401 ZU,441 Men Dorf - . 1,1785 4.1865 1.1780 4,1860 Pari, - . . 16,45 16,4S 16,45 16. 9 etfirneü . . MJ.56 60,72 »U.ati 811.72 oco kn 70,18 70 32 70 0-1 70.17 xsarxm Nto de ^Tai. 1,931 1.5035 1.938 0.5655 1,992 1.5035 1.996 0.5U55 <9ttn tu D - Ltfl. abaeft '2,785 »8.9G-) -8.785 J5.9II Prag 12.3-4 12.404 12.379 12,399 Selirad 7,355 7.369 7,358 7,372 «idao-fl. 72.97 73.11 72,97 73,11 Val crun 3.917 3.023 ->.017 3.043 ftfiabon .'8.13 18.17 18.03 18.07 lanttfl 61,56 81.72 81.<4 81.70 Son« ntin. 2,140 2.144 2.142 2.U6 Ätbcn 5.564 5.57o 5,514 4.178 5,526 4anobe 4,1.9 1.187 4,186 um aas 4.321 4.329 4.321 4.329 20.968 Un 20.93 20 97 20.928