Itr.297 Erster Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 18. vezember 1928 Gr|d)eint täglich, außer oonnjiags und Feierlag». Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. vezugrprei $ für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanf chlüss«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS vnv Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Vuch' vnd SleindruSerel K Lange in Sietzrn. Schriftlettung und Goschastrftelle: Schnlfttaffe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“„ mehr. Thefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Bietzen. -6 DerAfghanenaufsiand gegen dieHerrschastAmanullahs Kabul von aufständischen Truppen bedroht.-Das Königspaar in ein Fort geflüchtet. - Unsichere Lage der Europäer. Neudelhi. 17. Dez. (Reutet.) BJle au» Kabul gemeldet wird, haben die Aufständischen nunmehr die Hauptstadt selbst angegriffen, wobei n zu erbitterten Kämpfen kam, die in Kabul große Beunruhigung verursachen. Nach Berichten von der Grenze sind König Amanullah und die Königin in ein Fort geflüchtet, da die Armee sich gegen sie gewendet hat. Die Unruhen in Kabul und diejenigen in Zalalabad stehen offenbar in keinem Zusammenhang. Die Bewegung in Kabul wird offen mit den radikalen Formen des Königs und dem Bestreben der Königin, den Schleier abzu- schaffen, begründet. Seit einem IRonaf ist der Brief verkehr zwischen Kabul und Indien eingestellt. Bereits seit zwei Tagen wurde die Lage immer ernster. Sowohl bei Kabul wie bei 3alala- bad find Kämpfe im Gange. Die Aufständischen haben zwei kleine Forts bei Kabul genommen. Die aufständischen Stämme der Shinwaris und Khugianis in der Gegend von Jalalabad, mit denen Unterhandlungen im Gange waren, haben diese plötzlich abgebrochen und sich des vorgeschobenen Postens Afghan Kaja bemächtigt, wobei sie den Regierungstruppen Berluste zusügten. Zeder Verkehr mit Kabul hat ausgehört; aber durch Funktelegramme erfährt man, daß die dortigen Gesandtschaften sich in S icherheit befinden. Immerhin herrscht in amtlichen Kreisen Londons einige Besorgnis. Die Mitglieder der ausländischen Kolonien haben anscheinend Zuflucht tn ihren Gesandtschaften gesucht. Man weist darauf hin, daß es in Kabul fein befestigtes ausländisches Gefandtfchaftsvlertel gebe rote in Peking und keine ausländische Militärwache. so daß die Sicherheit der Ausländer und ihres Eigentums naturgemäß von der guten Haltung der Regierungstruppen oder der Vernunft und Mäßigung der Führer der Aufständischen abhängen werde, wenn sich auch die Erbitterung der Aufständischen wegen der Reformen des Köuigs gegen Moskau und Angora richte, fo fei doch mit der Möglichkeit einer chrisienfeindlichen Bewegung zu rechnen. Rach einer Meldung der TU. aus Teheran bestätigen sich die Meldungen über eine Gefangen- fchung des Konigspoares bisher nicht. Die Be- fetzung von zwei Forts in der Rahe von Kabul wird darauf zurückgcfiihrt, daß die Kommandanten dieser Befestigungsanlagen mit den Aufständischen in geheimen Beziehungen gestanden haben. Die Truppenteile außerhalb der Stadt sind von der Haupt st a d t abgeschnitten. Ucber Kabul ist der Belagerungszustand verhängt worden. Rach einer weiteren Meldung ist auch die telegraphische Verbindung zwischen dem Oberbefehlshaber der Kegierungstruppcn und dem König unterbrochen. In Kabul sind sechshundert geheime Anhänger der Aufständischen verhaftet worden. Der König soll am Sonntag neue Angriffe auf die beiden von den Aussiändifchen besetzten Forts unternommen haben. Die Angriffe seien jedoch ergebnislos geblieben. Alte und neue Hauptstadt des Reformkönigs. Wochenlang formte man im Mai und -Suni dieses Jahres in Kabul keine Glühbirne Laufen. da alle Beleuchtungskörper zu der 3Uumi- naion der Hauptstadt gebraucht wurden, zu den Feierlichkeiten, mit denen bte Afghanen tfjrcn rückkehre nden König empfangen fronten. AIS er kam, brannte man Feuerwerk ab, erleuchtete die schnell errichteten Triumphbogen, stellte seine Bilder in die Fenster der Häuser, um- jubelte Anranullah wie einen Eroberer. Als der erste Rausch der Begeisterung dann verflogen toar, wurde man sich bewußt, daß der König viel Geld für prächtige europäische Kleider, für europäische Möbel und für antare „Modernisierungen" ausgegeben hatte. Die Versuche des Königs, die äußerliche Europäisierung gewaltsam dadurch zu beschleunigen daß er bei; Abgeordneten zwangsweise die Bärte abschneiden ließ und sie nötigte, einen Frack anzuziehen, fanden ebensowenig Gegenliebe wie die Verletzung religiöser mohammedanischer Vorschriften durch ihn und feine Familie. Afghanische Bergstämnre haben sich nun aufgemacht, Kabul zu erstürmen, unb sie beabsichtigen zivrifellos, dort alles zu vernichten, was europäisch ist. Ungefähr 100 000 Afghanen unb 500 Europäer wohnen in Kabul, jener Stadt, die noch heute von dec nächsten Eisenbahnstation und dem nächsten Hafen nur in Wochen langer Verse zu erreichen ist. 1760 Meter übtr dem Meeresspiegel liegt die afghanische Hauptstadt, südlich des Hindukusch, taffen Berge bis zu 7000 Meter hoch sind, an einem Nebenfluß des Indus. ES ist eine schmucklose orientalische Stadl mit niedrigen Häusern, Moscheen und spitzen Minaretts, durch die die Kamelkaralvanen ziehen, eine ruhige Ortschaft mit armer mohammedanischer Bevölkerung — eher ein großes Dorf alS eine Königsresidenz. Dem ehrgeizigen Amanullah genügte diese Hauptstadt nicht; einige Kilometer entfernt, durch eine breite Prachtstraße mit Kabul verbunden, ließ er sich einen neuen Regierungssitz erbauen, der nach ihm Dar ul Aman, „Das Haus des Aman", genannt wird. Den Europäer, der die Zeugnisse alter Orientalin scher Kultur m Herat oder Phagman gesehen hat und der dieses verschlafenste aller mohammedanischen Länder bereist, berührt es eigentümlich, mitten im Innern Asiens eine europäische Stadt zu etbliden, mit Aegierungsgebauden, die in München oder Lyon stehen könnten, mit einem europäischen Rathaus und europäisch angelegten Ministerwohnungen. Am 20. Februar 1923 wurde der Grundstein zu tarn großen Werk gelegt und die Grundfläche eingewecht, auf der sich, wenn alles planmäßig verlaufen wäre, nach z^n Iabren eine Stadt mit 20 000 Menschen erheben sollte. Man hat zunächst Zementfabriken erbaut und Handfrerkerschulen eingerichtet, in denen deutsche Lehrer die afghanischen Handwerker Heue Kampfe um die Grenzforts. Teilerfolg der Paraguayer. Reu York, 17. Dez. (WB.) Qlffoctateb Preß meldet aus Asuncion, vor der Bekanntgabe deS Mobilisierungstatrets für die Altersklassen 18 bis 29 habe der Kommandeur der Streitkräfte des Chaco-Grenzdistrikts berichtet, daß die bolivianischen Truppen die Forts Mariscal Lopez, Valois, Rivarola und General Genes angegriffen haben. Die paraguayischen Truppen hätten 48 Stunden einer Liebermacht standgehallen. Die bolivianischen Truppen seien schließlich wieder z urü ckges chl a gen und die Forts Dalvis, Rivarola und General GeneS von den Paraguayern wieder besetzt toortan. Bei diesen Kämpfen hätten sechs paraguayische Soldatcn, zwei b oliv ionische Oftiziere sowie zahlr.iche bolivianische Soldo en und uniformierte Indianer den Tod gefunden. Aus La Paz wird berichtet, daß die Rachrichi von dem Erfolg der bolivianischen Truppen beim Fort Mariscal Lopez einen patriotischen Freudentaumel gezeitigt hat. Die Bevölkerung 30g durch die S.adt zum Aationalpalast. Der Präsident und der Außenminister ermahnten die Volksmenge, Ruhe zu bewahren. In Lima gab die dortige Gesandtschaft von Paraguay bekannt, daß die bolivianischen Truppen i m Anmarsch gegen das Fort General 2l q u i n 0 begriffen feien, was Verteidigunasmaß- nahmen van feiten Paraguays notwendig mache. Der Präsident von Paraguay, Guggiarri, hat d i e M 0 - bilifierung der Altersklassen von 18 bis 29 Jahren angeordnet. In politischen Kreisen Limas ist man allgemein der Ansicht, daß, falls nicht sofort wirksame Schritte unternommen werden, der Krieg zwischen Bolivien und Paraguay in aller Form zum Ausbruch kommen werde. In Asuncion soll die Meinung allgemein verbreitet sein, der Augenblick sei gekommen, dem Kriege ins Antlitz zu schauen; 10 000 Freiwillige hätten sich gemeldet. Die Wiedereroberung des be- sestigten Platzes von Mariscal Lopez habe unter d.er Bevölkerung Begeisterung hervorgerufen. DerMlerbund in berZMmiihle Was wird die außerordentliche Ratstagung beschließen? Gens, 17. Dez. (TU.) In maßgebenden Völkerbundskreisen bestand am Montagabend der Eindruck, daß die Entscheidung über die Einberufung einer außerordentlichen Tagung des Völkerbundsrates zur Erörterung des Streites zwischen Bolivien und Paraguay unmittelbar beovrstehe. Die Entscheidung wird voraussichtlich am Dienstag ober Mittwoch sollen. Briand trifft am Dienstagabend in Paris ein. Auf (einen Wunsch Hot sich der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, und der Leiter der politischen Abteilung des Völkerbundssekretariats, der Untergeneralsekretär 6 u g i m u r a , am späten Montagabend nach Paris begeben, um mit Briand als Ratspräsidenten über die Einberufung der Ratstagung zu verhandeln. Man neigt hier der Ansicht zu, daß die Tagung am 22. Dezember stattfinden könnte. Die Ratsmitglieder würden hierbei aller Voraussicht nach durchihreBotschafterund GesandteninParisvertreten sein, soweit nicht von den einzelnen Ratsmitgliedern eine persönliche Teilnahme als notwendig erachtet wird. Der Böltervund befindet sicy in dieser Ange- legeirheit in einer außerordentlich schwierigen und ernsten Lage. Gin Eingreifen des Böllerbundsrates zur Beilegung des Streitfalles wird gerade in maßgebenden französischen Kreisen für unbedingt notwen- di g erachtet, um das Ansehen des D 5 l - für ihre Arbeiten vorbereiteten. Dor einigen Jahren hatte Amanullah eine Sondergesandt- schaft nach Reuyork, Paris, Berlin, Rom und Moskau entsandt, die eine Reihe deutscher Künstler und Wissenschaftler nach Afghanistan holte, um bei tat technischen Durchführung taä Euro«' päisierungsfrerkes mitzuwirken. Zur Zeit weilen 150 Deutsche in Kabul, die sich wahrscheinlich in großer Gefahr befinden, wenn der Ausstand erfolgreich sein sollte; tarni rebellische Berg» stämme im Innern Asiens pflegen sich um die Regeln des Dölkerrechts wenig zu kümmern. Die neuen Gebäude in Darul Aman find einfach und würdig gehalten, und man hat bei ihrem Qlnblid keineswegs das peinliche Gefühl aufdringlicher Prunksucht, das man häufig vor den mit Schmuck überladenen europäischen Bauwerken im Orient empfindet. Man hat sich gescheut, ähnliche Gebäude wie in Phagman zu errichten, der Sommer residenz des Emirs, in der ein Triumphbogen aus weißem Marmor zu „bewundern" ist. Dolche Bauwerke sind in Paris oder Budapest ganz angebracht, wirken aber im Znnern Asiens als ungeschickte Äachahmung euro- kerbnndeS auf tarn südamerikanischen Kontinent ausrechtzuerhalten. QKan weist hierbei besonders darauf hin, daß der Zusammenhang zwischen den südamerikanifchen Staaten und dem Böllerbrnrd in der letzten Zeit außerordentlich lose geworden ist, da gerade die beiden größten Staaten. Latein-Amerikas, Argentinien und Brasilien, nicht mehr zum Völkerbund gehören. Andererseits befürchtet man, daß ein allzu energisches Auftreten des DöllerbundSrateÄ in dem Streitfall von der Washingtoner Regierung als Ber- letzung der Monroe-Doctrin aus gefaßt würde. Hierbei wird darauf hiirgewtesen, daß die Vereinigten Staaten weitgehende finanzielle Interessen in Bolivien haben. Die Stellung der argentinischen Regierung in dem Streitfall scheint zunächst wenig klar zu sein, jedoch besteht kein Zweifel, daß die argentinische Regierung unmittelbar an dem Konflikt beteiligt ist. Man befürchtet in Völkerbundskreisen, daß der Präsident der argentinischen Republik, 2 r i g 0 y e n , in irgendeiner unerwarteten Weise zu dem Konflikt Stellung nehmen werde. Ohne Zweifel sind die Machtmittel, die der Dölkerbundsrat in diesem Fall besitzt, äußerst begrenzt und gering. Sollte tatsächlich der Völker- bundsrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten, so erwartet man längere und äußerst schwierige Verhandlungen. Welche tatsächlichen Maßnahmen der Dölkerbundsrat zur Beilegung des Streitfalls ergreifen könnte, scheint bisher noch ganz ungewiß zu sein. Die Verhandlungen hierüber werden sogleich nach dem Eintreffen Briands in Paris in Fühlungnahme mit den übrigen Großmächten aufgenom- men werden. Oie Auffassung in Washington Kann der Konflikt lokalisiert werden? Washington, 17.Dez. (WTB.) Alle po- litischen Kreise sind hier am Werk, um den Krieg zwischen Paraguay und Bolivien zu verhindern. Der Völkerbund, der König von Spanien und Staatssekretär Kellogg bemühen sich bei'den Regierungen, den Konflikt friedlich beizulegen. Während amtliche Rach- richten fehlen, teilt der paraguayische Geschäftsträger im Staatsdepartemeirt mit, daß Paraguay das Vermittlungsangebot der Panamerikanischen Konferenz anzu- nehmen beabsichtige. Man glaubt zu wissen, daß auch der Vertreter Boliviens den Wunsch geäußert hat, die Vermittlung anzunehmen: es sei aber möglich, daß er eine Entschädigung wegen des Angriffs der Paraguayaner gegen das Fort Vanguardia fordern werde. In politischen Kreisen Washingtons machten die Rachrichten über die militärischen Zusammenstöße an der Grenze im Chaco einen äußerst deprimierenden Eindruck, um so mehr, als Bolivien während der letzten Jahre vier Anleihen im ®eramtbetrag von runb 65 Millionen Dollar e ha ten hat, die für friedliche Zwecke bciiimmt fein sollten. „Herald and Tribüne" berichtet eingehend über die Stimmung in den Kreisen der Panamerikanischen Konferenz, wo schwere Besorgnisse über weitere Auswirkungen des Konflikts auf das übrige Südamerika herrschen. Während betont wird, daß Chile und Peru Ihre Reu- tralität für den Kriegsfall bereits angekündigt haben und auch Uruguay keine kriegerischen 'Absichten hege, freist ,Herald and Tribüne" darauf hin, daß hinsichtlich der Haltung der übrigen Großstaaten Südamerikas eine gewisse Unsicherheit herrsche. päischer Kunst lächerlch. In Darul QIman hav man sich davor gehütet, geschmacklosen Prunk zu schaffen. Alles ist zweckmäßig und mit den letzten Mitteln moderner Technik eingerichtet; es gibt eine Wasserleitung, Kanalisa- tion, elektrisches Licht, Telephon und Zentral- heizung. Ein Stadtteil soll zu einer vorbildlichen Gartenstadt ausgebaut werden; außerdem hak man eine Reihe von sog. „Deis p i e l h äu s er n" errichtet, an denen die Afghanen lernen sollen, wie in einfacher zweckdienlicher Weise bequemd und saubere Wohnhäuser hergestellt werden. Freilich hat der Emir Amanullah die Europäisierungsluft seiner Untertanen überschätzt; vorläufig denken die Afghanen wenigstens nicht daran, sich nach dem Vorbild dieser Häuser neu einzurichten, und sie find im Gegenteil eher geneigt, in unbeobachteten Augenblicken dieses ganze Reformwerk zu sabotieren. Die Deutschen, die der Emir nach Afghanistan berufen hat, widmen sich aber nicht nur dein Städtebau und der Erschließung des Landes durch neue Wege, sie haben auch einen Plan zur Wied-eraufforstung der Wälder ausgearbeitet, die schon vor Jahrhunderten durch Raubbau vernichtet worden sind. Würde Amanullah mehr Geld für diese wirtschaftlichen Verbesserungen und für die großen Bewässerungsanlagen ausgegeben haben, die der Landwirtschaft zugute kommen sollen, statt sich darauf zu versteifen, eine europäische Hofhaltung zu führen, so hätte er zweifrilos seinem Land mehr genützt und auch mehr Beifall geerntet, Zn Afghanistan gibt es nämlich für Europäer vieles zu tun, was tat Bevölkerung nützen kann, ohne ihre religiösen Gefühle und ihre Weltanschauung zu verletzen. Da sind reiche Kupferbergwerke vorhanden, andere Metalle schlummern noch unbenutzt im Schoß der Berge, Wasserkräfte können zur Erzeugung von Elektrizität bertoentat werden — Arbeit genug für em Heer europäischer Techniker! Das alles lag bn Reformplan Amanullahs, tat sich jedoch von unwichtigen Dingen blenden ließ und dadurch die wichtige Arbeit aufs Spiel gesetzt hat. Würde fein Volk nicht den Unterschied zwischen dem altertümlich orientalischen Kabul und tarn modernen Darul Aman mit halbeuropäisierteni Afghanen vor Augen sehen, sondern die geringe Ergiebigkeit primitiver Goldwäschereien mit tat Produktivität moderner Goldgewinnung vergleichen können, so gäbe es heute vermutlich keine Bedrohung der Herrschaft Amanullahs« Oie Lüge vom deutschen Waffenexport. Ein Mittel znr Bekämpfung der deutschen Industrie. Berlin, 18. Dez. (Prio.-Tel.) Das Echo der Schüsse im Urwald des Gran Chaco ist kaum ver- klungen, da tauchen bereits in der ausländischen Presse allerlei faustdicke Lugen über deutsche Waffenlieferungen an Bolivien und Paraguay auf. Einige Blätter wollen sogar in der Lage sein, genaue Einzelheiten angeblicher deutscher Lieferungen in Erfahrung gebracht zu Habern Demgegenüber mag zunächst einmal festgestellt werden, daß uns auf Grund des Versailler Friedensvertrages die Herstellung und die Ausfuhr von Waffen und Munition aller Art untersagt ist und daß es tatsächlich keinen deutschen Striegsmaterialcgport mehr gibt. Zum anderen verdienen diese Meldunaen von deutscher Seite insofern eine besondere Beachtung, weil sie aus Quellen kommen, die in jenen Ländern liegen, mit deren Industrien unsere Wirtschaft im Konkurrenzkampf steht. Schon während des chinesischen Bürgerkrieges hatte unsere Exportindustrie in Oft- a s i e n unter einem Trommelfeuer derartiger Lügenmeldungen schwer zu leiden, die nichts anderes bezweckten, als Deutschlands Antzhen im fernen Osten zu schädigen und dem Absatz deutsch er Waren Hindernisse zu Zerciten, wenn nicht gar ihn vollkommen unmöglich zu machen. Das gleiche Spiel des uns feindlich gesinnten Auslandes können wir jetzt in Südamerika feststellen. Auch hier betätigt ich unsere Industrie in erheblichem Umfange. 2Senn jetzt behauptet wird, Deutschland nehme für den einen oder anderen Staat durch Waffenlieferuigen Partei, dann soll damit nur die 'Atmosphäre vergiftet unb eine deutschfeindliche Stimmrntz geschaffen werden mit dem Ziel, uns auf den südamerikanischen Festland den Boden für jede nettere wirtschaftliche Betätigung zu entziehen.. Auch Uefe Lügennachrichten zeigen wieder einmal, daß da' Schlagwort von dem Kriege nach dem Kriege vor uns nicht unterschätzt werden darf. Sine neue Sesprechum Soesch-Poincarß. Paris, 17. Dez. Der deutsche Botschafter von H 0 e s ch hatte eine neue Unterredung mit Ministerpräsident p 0 i n c a r e Iber die Frage der Einsetzung des Rep^rationsausschusses. Wie ein Eommuniquebesagt, hat diese Unterredung zu einer Annäherung der beiderseitigen Standpunkte hinsichtlich de- noch strittigen Fragen geführt. Bedenklich« Zuspitzung des südamerikanischen Konflikts. Das Ergebnis von Lugano. Die Krisis der Verständigungspolitik. Dresden, 17. Dez. (WB.) Dem Dölkerbunds- korrejpondcnten der „Dresdener Neuesten Nachr." wurde nach Mschluß der Ratstaguna von maßgebender deutscher Seite folgendes über das Ergebnis der Besprechungen zwischen den drei Außenministern mitgeteilt: Das Hauptergebnis der sehr eingehenden, ernsten Aussprache von Lugano ist, daß den leitenden Staatsmännern der Gegenseite vor Augen geführt wurde, daß in der bisherigen Ver st än- d i g u n g s p o l i t i k eine kaum heilbare Krise eintreten könnte, wenn das deutsche Volk nicht schnellstens von dem Druck der Besetzung befreit würde. Den Ernst dieser Lage den Vertretern Frankreichs, Englands und Italiens eingehend d»rgestellt zu haben, ist dos Verdienst Stresemanns. Das deutsche Volk hat seit Locarno lange genug auf «ine Berständi- aungsbereitschaft gewartet. Diese Tatsache wurde in den Besprechungen eindeutig zum Ausdruck gebracht und hinzugefügt, daß die Politik in Deutscl)land nach Abschluß des Locarnopaktes durch das Wort gekennzeichnet wird: „Gegenseitiges Vertrauen in die Heiligkeit der Verträge". Die Besetzung deutschen Bodens durch fremde Truppen bedeutet aber den schärf- ft en Ausdruck des Mißtrauens. Soll die Politik des Vertrauens wirklich obsiegen, so muß die andere Seite aus der deutschen Auffassung die entsprechenden Konsequenzen ziehen und zu der Ueberzeugung gelangen, daß wir die Besetzung des Rheinlandes als Reparationspfand glatt a b l e h n e n. Deutschland hat die ihm auferlegten Daweslasten bisher pünktlich bezahlt, und es liegt keine Veranlassung vor, anzunehmen, daß, soweit seine Leistungsfähigkeit reicht, die nötigen Summmen künftighin nicht aufgebracht werden sollten. Außerdem enthält der Dawesplan in sich selbst einschneidende Wirtschaftsgarantien, die viel wirksamer sind, als militärische Maßnahmen. Der Eingang der Zahlungen ist vom guten oder bösen Willen Deutschlands gar nicht mehr abhängig. Es wird die Aufgabe der demnächst einsetzenden Verhandlungen sein, praktische Wege zu finden, die für beide Seiten gangbar sind. Nach den bisherigen Dispositionen sollen die diesbezüglichen Verhandlungen über die Räumungsfrage etwa gleichzeitig mit dem Zusammentritt des Sach- verftändlgenausschusses für die endgültige Regelung der Reparationen auf diplomatischem Wege beginnen. Das Duell Stresemann-ZMi. Polens Kampfstellung gegen den Deutschen Bolksßuud. Berlin, 18. Dez. (TU.) Der polnische Außenminister Zaleski hielt sich auf der Reise nach Warschau kurze Zeit in Wien auf. Einem Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse" erklärte er: Er habe vor dem Völkerbundsrat die Tätigkeit des Deutschen Volkskunde» in Pol- nisch-Oberschlefien beleuchten wollen. Die polnische Regierung werde kaum weiter zu dulden vermögen, daß der Bolksbund mit ungesetzlichen Mitteln (!) die bestehende Ordnung in Polnisch- Oberschlesien zu untergraben versuche. Er habe sich während der letzten Ratstagung bemüht, eine Ver- vesserung (?) der Prozeduren in den auf Oberschle- fien bezüglichen Minderheitsfragen zu erreichen. Diese Bemühungen seien nur an der unerklär- lichen Opposition Dr. Stresemann» gescheitert Deshalb habe er sich veranlaßt ae- sehen, seine Rede zu halten, über die Dr. Strese- mann unterrichtet gewesen sei, so daß er durch diese Rede durchaus nicht habe überrascht sein können. Er glaube, daß seine Rede den Beziehungen zwischen Polen und Deutschland nur Nutzen bringen könne. Um zu einer Verständigung zwischen Polen und Deutschland zu gelangen, müsse man eben alle Hindernisse aus dem Wege räumen. Ein solches Hindernis fei die dem Sinn der Genfer Konvention widersprechende, oft ungesetzlich gegen den polnischen Staat gerichtete T ä - tigteit des Deutschen Volksbundes. Auf die Frage, wie der Minister von der Antwort Dr. Stresemanns denke, sagte Zaleski, er glaube, daß sich Minister Stresemann unnütz aufgeregt habe. Er hoffe, daß der Ton, in dem Dr. Stresemann gesprochen habe, im Völkerbund nicht zur Mode werde, denn das würde unbedingt die ßefung verwickelter und delikater Fragen, die im Völkerbund behandelt werden, sehr erschweren. * Es ist behauptet worden, die Antwort, die Dr. Stresemann dem polnischen Außenminister in Lugano gegeben hat, fei kluge Berechtigung und wohlüberlegte Taktik gewesen Denn der polnische Außenminister habe dem Staatssekretär d. Schubert von seiner beabsichtigten Rede vorher Kenntnis gegeben. Wie wir erfahren, ist diese Darstellung vollkommen unrichtig. Das geht schon daraus hervor, daß Dr. Stresemann von der Absicht des polnischen Außenministers n i ch t s g e w u h t hat. Herr Zaleski hat auch Herrn v. Schubert den Inhalt seiner Erklärung nicht vorher mitgeteilt. Englische Kritik. Der Urrsin« des grotzpolnischen Staats. London, 17. 'Dez. (Telunion.) Aach dem vollständigen Slrttschweigen der Morgenblätter und den zum Teil nicht sehr freundlich gehaltenen Beuchten aus Luga.no über den Zusammenstoß zwishen Dr. Stresemmm und Zaleski tritt der d en i n g Standard" am Montagabend entschieden für die deutschen Minderheiten ein. Obwohl man vielleicht, so erklärt das Blatt, mit den hefttaen Aeußerungen Dr. Stresemanns nicht übereinlstmmen könne, müßten die Engländer. die Schlesien feit dem Kriege besuchten, mit Dr. Strel^nann entschieden sympathisieren. Bon dem ü n f tu n, den die Väter der Friedens- vertväge begangchl hätten, sei di« Vergrößerung des polnischen Staates um ein Gebiet, das Nahezu zweimal so groß sei. als es die ethnolwischen Erfordernisse Polens bedingten, sicherlich>der größte. Es sei eine der bedauerlichen tbaixMtertftlren dec neuen Staaten Europas, daßsie so große Minderheit e n teilt, daß Müller in der T a t der Mörder seines Schwagers gewesen sei. Die Kriminalpolizei erfuhr von dem Geständnis der sterbenden Frau. Müller wurde ermittelt und mußte, da sich dir Angaben seiner Frau nicht widerlegen ließen, ein Geständnis oblegen. Gr mußte aber wieder entlassen werd.n, da die Akten über den Word- fall inzwischen vernichtet worden sind. Es hat sich infolgedessen nicht mehr feststellen lassen, ob di' Verjährungsfrist etwa durch eine richterliche Handlung unterbrochen wurde. So kann Müller für die Bluttat-nicht mehr belangt werden. Keine Weihnachtsfeier in Sowjetrußland. Bekämpfung des Brotmangels in Moskau. Kowno, 17. Dez. (Xil.) Wie au- Moskau gemeldet wird, haben die kommunistischen Organisationen am Sonntag in ganz Rußland Kundgebungen gegen die Feier des bevorstehenden Weihnacht-festes veranstaltet. Es wurde verlangt, datz am Heilig^bmd und an den Weihnachtsfeiertagen sämtliche Fabriken und 3ndustrien arbeiten sollen. Die Regierung wurde ausgefordert, sofort Mahnahmen gegen das Fällen vonWeih- nachtsbäumen zu ergreifen und ein ent» spcecyendes Verbot zu «raffen. Man rechnet damit, datz die Regierung bereit ist, in den nächsten Tagen eine derartige Verfügung zu erlasfen und das Schneiden von Weihnachtsbäumen verbietet, weil dieses die Wälder zu schädigen geeignet sei. Sämtliche Theater werden aus Befehl der Kommunistischen Partei an den Weihnachtstagen und am Heiligabend genau so spielen wie an den übrigen Tagen. Rach einer Mitteilung der Telegraphenagentur der Sowfeiunion erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Moskauer Sowjets, W o l k o f f, in einer Sitzung des Sowjets, daß Moskau ein Monatsvorrat von 66 0C0 Tonnen Wehl zur Verfügung stehe und daß die weitere normale und ungestörte Zufuhr durch die Gelreideein- kaussorganisationen garantiert sei. Zur Beseiti» gung eines gewissen Brotmangels, der sich in den letzten Tagen in einzelnen Stadtteilen Infolge ungleichmätziger Verteilung bemerkbar gemacht hab«, seien Maßnahmen getroffen, die eine Steigerung der Brot- Produktion und eine regelmäßige Brotverteilung bezwecken. Di« vorhandenen ausreichendeir Mehlvorräte In Moskau stellten die Erhöhung der Broterzeuguna vollkommen sicher und garmi- tierten eine ungestörte Brotversorgung der Bevölkerung. Ole Wetterlage. 3$ ,tnoO MO 'ö >5toN U» winde O* oc et» Jidtw»«« steetndtn Za» K Oeo7« dH Um»«".*, «n Ph WW Ort. «M eel nccm*rtt*e UHU** Wettervoraussage. Die Staffel ozeanischer Luftuu»ssen hat über Frankreich, WestdeuIchland und unserem Gebiet zu weiterer Erwärmung geführt. So metM Aachen heute morgen plus 4 Grad Gels ins, auch bei uns liegen di- Temperaturen etwa 3 GraL> höher als vor 24 Stunden. Obwohl erneuter Druckanstieg eingesetzt hat, wird sich der Wirte- rungscharatter toenig ändern, denn das Zusammentreffen verschiedener, über Zentralruropa lagernder Luftmassen läßt sowohl bei den Temperaturen, als auch bei den Riederschlagsverhäll- nissen keine einheitliche Wetterlage herausentwickeln. Wettervorhersage für Mittwoch. Wolkig bis bedeckt, Temperaluven um null, stellenweise auch darunter, vereinzelt Schnee- oder Rsgeafälle. Witterungsaussichten für Donnerstag: Zunächst wenig Aenderung des Wtt- terung^charcckterS. Lufttemperaturen am 17. Dezember: morgen» — 2,1 Grad Celsius, abend» —1,2 Grad Celsiu»; am 18. Dezember: morgen» —1,6 Grad Celsius, Maximum —- 4,1 Grad Celsius, Minimum — 2,1 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 17. Dezember: abends 0,5 Grad Celsius; am 18. Dezember: morgens 0,6 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. ! Giehen. den 18. Dezember 1928. Die Haftpflicht des Ladeninhabers bei Hchneeglätte im Laden. Vor kurzem halte sich das Reichsgericht mÜ folgendem Salle zu beschäftigen: Sin« Kundin kommt m den Laden eines Bäckermeisters in Hannover. Der Laden hat einen Terrazzo, fußböden. Aus diesem Fußboden befinden sich Schneestücke, die andere Kunden in den Laden geschleppt haben. Die Kundin kommt auf dem durch diese Schneestücke doppelt glatten Fußboden zu Fall und zieht sich einen schweren Oberschenkelbruch -U. Sie klagt gegen den Bäckermeister auf Schadenersatz. Das Landgericht Hannover und das Oberlandesgericht Celle weisen die Schadenersatzklage ab. Die Sache geht im Rcvisionslvege an das Reichsgericht, welches das Urteil des Oberlandesgerichts Celle aufhebt und di« Sache zur anderweitigen Der- handlung und Entscheidung an einen anderen Senat des Oberlandesgerichts zurückverweist. Die Begründung des Reichsgerichts führt u. a. aus: Wie das Oberlandesgericht nicht verkennt, hat jeder, der auf einem Grundstück einen Verkehr eröffnet, auch für die Verkehrssicherheit Sorge zu tragen. Dieser Grundsatz gilt insbesondere auch für Ladeninhaber. Für völlig« Ge'ahrenfreiheit hat allerdings niemand einzustehen, da diese unmöglich ist. Der Der. kehrssicherungspflicht wird vielmehr genügt, wenn bi« nach den Um- ständ « n erforderlichen Sicherheits- mahnahmen getroffen worden sind. Wenn man nun unter diesen rechtlichen Voraussetzungen die gegebenen Umstände prüft, so ist zu beanstanden, daß das Oberlandesgericht meint, dem Bäckermeister sei nicht anzusinnen gewesen. Sand, Asche oder Sägespäne in den Laden zu streuen. Daß diese Mittel nicht zur Beseitigung der Glätte geeignet gewesen wären, sei nicht festgestellt. Das Oberlandesgericht meint vielmehr, daß durch das Streuen dieser ab* stumpsenden Mittel der Terrazzofuhboden verdorben würde. Dieser Grund kann aber nicht durchschlagen, um ben Bäckermeister wegen des Richtstreuens im Laden zu entschuldigen. Wählt« der Bäckermeister den Terrazzofubbodenbelag, so muht« er auch dafür Sorge tragen, daß dadurch keine Gefahr für die Käufer entsteht, die den Laden betreten. Ebenso konnte der Bäckermeister Matten oder Strohläufer legen. Zweifellos kann ein streupflichtiger Hausbesitzer zu seiner Entschuldigung geltend machen, er sei gegenüber plötzlich niedergehenden großen Schneemassen außerstande gewesen, für sofortige Reini. gung d«S Bürgersteiges zu sorgen; anders liegt aber die Sache bezüglich der I n n e n r ä u m e. Hier ist der Inhaber sehr wohl in der Lage, auch bei plötzlichem und anhaltendem Schnee-- toetter Sicherungen zu treffen. Dies« Ausführungen sind für jeden Ladeninhaber von grundsätzlicher Bedeutung, und es kann daher nur der allgemein« Rat erteilt werden: Wollt Ihr Euch vor Schaden hüten, dann tut lieber au viel, als ein ganz kleines bißchen zu wenig! Seotnti oer tungmiM Ml! Unfugstifter handelt, so darf man wohl erwarten, daß eine ganz exemplarische Strafe verhängt wird, die ihnen und auch allen anderen übermütigen Nachtschwärmern ein füraüemal die Lust nimmt, ihren Ucbermut oder ihre Böswilligkeit an der Feuerwache ausAulafJen. Die Wahlen zum Landeskirchen- t a g sind gegenwärtig im ganzen Hessenland« im Gange. Aus der Provinz Oberhessen liegen uns bis jetzt nur von einigen Orten Bericht« über den Ausfall der örtlichen Wahlen vor. Im Hinblick darauf, daß man aus zeitlich verschieden herauskomme bei Einzelergebnifsen keine Schlüsse hinsichtlich ues Gesamtergebnisses ziehen kann, werden wir über den Ausgang bie'er Kirchenwahlen berichten, sobald daS Endresultat der Provinz Oberhessen vorliegt. ** Reichsb ahn und Ski-Deförde- runq. Am Sonntag sind zum Zug ab Gießen 5,32 Uhr (Durchgehende Sti-Waen nach Schotten) jedem Skisahrer für die Ski-Beförderung 50 Pfennig ab verlangt worden, obgleich die Fahrgäste ihre Ski im Abteil bei sich halten. Wie der Ski-Klub Gießen durch Rachfvage bei dem Eisen- bahnverkehrsamt festgestellt hat, handelt es sich hierbei lediglich um ein Mißverständnis eines Beamten. Es ist kürzlich im Interesse der Ski- Sportler, wie gestern berichtet, eine Bestimmung dahin erlassen worden, daß der Fahrgast berechtigt ist, seine Ski wie ein Fahrrad zum Packwagen zu geben. Eine Verpflichtung hierzu besteht jedoch für den Fahrgast nicht. Wer feine Ski mit sich in das Abteil nehmen will, kann dies nach wie vor kostenlos tun. Selbstverständlich kommen nur solche Abteile in Frage, in denen der Reisende Sportgerät mi> sich führen darf. Cs besteht somit kein Grund zur Beunruhigung. Gin Vorgehen der Reichsbahn, wie es irrtümlich bei dem einen Zug geschehen ist, stünde auch im Gegensatz au der anerkennenswerten Unterstützung, die die Reichsbahn dem Ski-Sport, insbesondere auch dem Vogelsberger Ski-Sport, angedeihen läßt. Der Ski-Club Gießen hat mit dem hiesigen Eifenbahnverkehrsamt vereinbart, die Beförderungsscheine feiner Mitglieder zu sammeln und dem Amt geschlossen zur Reklamation vorzulegen. •• Zwei Briefe, bi« in Gießen 38 Stunden Beförderungszeit brauchten Ein (? häftsmann im Seltersweg übermittelte uns zwei V. efumschläas, die laut Poststempel am 8. De- zember zwischen 18 und 19 Uhr dem Gießener Post<5tefc»ner Wochenmarltyrtise. triam M N wo, gunz SW im 71. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Alten-Buseck, den 17. Dezember 1928. gegeben wurde. 08818 Erhalten Sie sich jugendfrisch durch tägliche Verwendung von Billiger MäMserM Mk LANOLIN das Stock ra- Pelzmäntel 11028D LsrrrVer la Sdilackensand 1897 D Fernsprecher 1859 08828 sucht Mnporl 6785D Lager. CarlSchunck Besonders preiswerte, wollene Strümpfe Besucht die Handele* schale Knnselmans i Guii. Skbaab Lützellinden. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt. pelz. OieWaren sind neu, 1.Qualität und zu Weihnachtsgeschenken geeignet. Vevstelgevrms bestimmt. Asbest- Platten. 1,2,3,4 und 5 mm wieder am Mittwoch, den 19., und Donnerstag, den 20. Dezember 1928, jeden Tag beginnend um 1 llhr, versteigere ichlieuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: schätzten das Lanolin a/s Oesypus fürdieKörper- pflege. 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Zum Beispiel kann man erleben, wie die Sonne ganz prachtvoll ausgeht, mit vielen kleinen Sonnenstrählchen, aus einer dicken Wolke heraus. Und der Sommer kommt, schon auf dem Heimweg hinter den sieben Bergen, mit seinen Kindern und tanzt einen Abschiedsreigen, und dazu spielt das Gewitterorchester mit der großen Pauke eine grausam schöne Musik auf der Bergwiese. Natürlich ist auch der Winter da mit einem wunderbaren Gefolge von Kindern, Puppen, Soldaten, Pferdchen und Bären und vielen herrlichen Sachen, die man sich zu Weihnachten wünschen kann, und der Nikolaus mit einem Christbaum und der gute alte Mond, dem das Licht ausgeht, und Klirrebein, der Frost, als Trabant des Winters, hängt ganz dicke Eiszapfen an die Dächer. Nicht zu vergessen sind auch Grips und Graps, zwei Diebe in der Nacht, der Zaunpfahl Steh» aniccf, die Laterne Blinzeblaak und vor allem das schöne grüne Regenfah Laufevoll. Die spielen alle mit. Nun, man Hann halt nicht alles erzählen: Ihr werdet ja selber sehen und hören, was es zu sehen unb zu hören gibt. Cs wird ein großer Aufwand getrieben, musiziert und getanzt und schön gespielt: fast alle Herren und Damen vom Theater spielen mit und sind guter Dinge dabei. Wir nennen nur etliche von ihnen: Otto Knur, den vergnügten, blonden Wandermaler Pinkepunk, Äse Jahn und Ingeborg Scherer, die beiden Kinder, Alix K r a h m e r , däs Firlefänzchen, Karl Volck, den biederen Schildbürgermeister, der wie der Oberste von den sieben Schwaben daherkommt, und Lieselotte Fuhrmann, die Sonne, die wirklich in blendender Majestät aufging. Lind die Kinder, sie hörten es gerne. Es war für viele kleine Leute ein wichtiger Nachmittag und eine dicke Borweihnachtsfreude. Vielleicht ist es späterhin sogar möglich, die Pausen ein wenig abzukürzen, und die Verwandlungen etwas zu beschleunigen, obwohl ja, wie man sagen hört, ein Kinderwcihnachtsmärchen gar nicht lange genug dauern kann. Dr. Th. Südslavien an. Dies führte schließlich zum Abschluß eines Freundschasts- und Schiedsgerichtsverlrages zwischenItalien und der Türkei. Die gleichz-eiligen Bemühungen des italienischen Gesandten in Athen, Marchese Arlotta, -um Abschluß ähnlicher Verträge zwischen Italien und Griechenland und der Türkei und Griechenland waren bereits sehr weit gediehen, als plötzlich offenbar auf einen Wink aus Paris, V e n i z e l o s auf dir Bühne trat. Man mag als Deutscher in vielfacher Hinsicht mit Denizelos und seiner politijchen Haltung, insbesondere während des Weltlrleges, nicht em- verstandcn sein, doch kann man ihm hervorragende Eigenschaften und vor allem auch politische Klarheit und diplomatische Geschicklichkeit nicht absprechen. Daß sein Herz eher nach Paris neigt als nach Rom. London, Berlin oder gar Angora, steht unzweifelhaft fest, er ist aber wohl viel zu sehr Grieche und Re.rldoli iker, als daß seine gefühlsmäßige Neigung irgendwie entscheidenden Einfluß auf die von ihm verfolgte Politik haben könnte. Zwar ist er von Paris als Gegenspieler gegen das sich Italien nähernde bisherige Kabinett auf den Plan berufen worden, heute aber treibt er bereits ausschließlich griechische Politik. Die klare Erkenntnis der Notwendigkeiten für Fortschritt und Gedeihen seines Landes hat ihn auch ohne weiteres dazu veranlaßt, mit Angora zu gesunden Verhältnissen zu kommen, was man bei Antritt seiner neuesten Minisierpräsidenischaft in großen Kreisen bezweifelt hatte. Fast ausschließlich seiner Aktivität ist es jedenfalls zu danken, daß die Verhandlungen über die immer noch schwÄenden türkischgriechischen Austauschfragen Beschleunigung erfahren haben. Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten! Konstantinopel, Dezember 1928. Auf aridere Verhältnisse übertragen, ist die Feindschaft zwischen Türken und Griechen jedenfalls bis heute zum allermindesten ebenso groß und ebenso ererbt und traditionell, wie die zwischen Deutschen und Franzosen. Als der Türke zum erstenmal mit Europa in Berührung trat, stellte sich ihm als erster Gegner und vorderstes Bollwerk Byzanz entgegen. Es wurde um so erbitterter als Feind bekämpft, je zäher und verzweifelter es sich wehrte, um das Heilige Kreuz auf der Aja Sofia und den Gollxmen Thron von Ostrom zu retten. Der schließliche Ausgang dieses Zweikampfes konnte an der Feindschaft um so weniger ändern, als der türkische Säbels von da ab auch über große, mit griechischer Bevölkerung bewohnte Gebiete herrschte und endlich selbst das Stamm» und Mutterland Hellas unter sein« Faust zwang. Wenn auch das Kaiserreich Byzanz seine Entstehung keinesfalls den Griechen verdankt, so bildete es sich doch bald zu einem griechischen Kaisertum heraus, galt als griechisch und lebt heute in der Erinnerung und im Herzen jedes guten Griechen als griechische Blütezeit fort. Der Türk« blieb und ist auch heut« noch schlechthin Eroberer, der Grieche Kaufmann. Wo in der Welt ist es möglich gewesen, diese beiden diametralen Gegensätze selbst innerhalb einer Rasse, eines Doues zu überbrücken oder gar aus- zugleichcn? Wieviel schwerer mußte es hier sein, wo zwei an sich schon feindliche Völker jedes in ganz ausgeprägter Weise über gute und schlechte Eigenschaften des einen Standes verfügte. Schließlich ist auch der Austausch der griechi- scheu D«>ölterung in Kleinasien und der türkischen in Mazedonien und Epirus, die neueste und gleichzei.ig größte Völkerwanderung der Welt, von türkischer Seite nur aus dem Grunde gewünscht und durchgesührt worden, weil eben ein gedeihliches Zusammenleben beider Rassen in einem Staat als unmöglich angesehen wurde. Eine Vorstellung von dem tief eingewurzel en Haß der Angehörigen beider Rassen auseinander kann sich nur der machen, der Weiß, was für Greueltaien und Schreckensszenen ' die hin- und herflutenden Truppenmassen im türkisch-griechischen Kriege beglei'eten, oder wer die Zeiten während und kurz nach der Besetzung Konstantinvpels durch die Alliierten miterlebt hat. Mit der Ausweisung der Griechen aus Kleinasien hat zweifellos die Spannung gan- erheblich nachgelassen. Das wirtschaftlich dv- minietenbe Element in den Küstenstädten Westanatoliens, die kleinasiatischen Griechen, ist verschwunden und damit auch die Hauptursache zu ewigen Reibereien und Streitigkeiten und immer tiefer empfundener Feindschaft. Di« allmählich fortschreiende Beruhigung auf beiden Seiten konnte durch oft mehr als feindliche Presseseldzüge nur verzögert, aber nicht auf- gehalten werden. Dor knapp zwei Jahren hatte es diese Fehde sogar wieder fertiggebracht, daß man in Athen ganz offen vom bevorstehenden Marsch auf Konstantinopel sprach und im Traum schon wieder den griechischen Kaiser am Bosporus thronen sah. Das Ende des Mos- sulstreiteS mit England macht« auch diese wilden Ideen zunichte, und von da ab war das beiderseitige Streben nach friedlichem Ausgleich' der schwebenden Fragen und nach Führung der Der- Handlungen auf mehr sachlicher Grundlage merklich fühllmr. Es sei jedoch dabei nicht vergessen, daß die Strei igfeit und Beschleunigung dieser Entwicklung zum großen Teil auf auswärtige Einflüsse, Insbesondere Italiens und Englands, zurückzuführen war. Es lag in der Linie der bekannten Balkan- Politik Italiens zur Einkreisung des SHS- Staates, alle Konfliktsstoffe der anderen Dolkan- staaten untereinander nach Möglichkeit aus der Welt zu schäften Zur Durchführung dieser Ab- sicht betrieb Italien auf das energischste auch die Einigung zwischen der Türkei und Griechenland und strebte ihre Einfügung in den Kreis um Bereits seit den Bemühungen Arlottas stand für beide Teile, für die Türkei sowie für Griechenland, fest, daß der beiderseits gewünschte Abschluß eines Freundschaftsverttages erst dann zur Tat werden könne, wenn alle übrigen Streitfragen vorher geschlichtet oder ausgeglichen wären, um der Gefahr zu entgehen, den Patt zur einen Farce werden zu lgs'en, wie etwa den zwischen Cüdsiawien unb Italien. Er sollte gewissermaßen alsSiegelunterdieendgültigeEini- gung gefetzt werden. Die Aufforderung des türttschen Ministerpräsidenten Ismet Pascha an Denizelos, Angora zu besuchen und die schwebenden Fragen in persönlicher Aussprache zwischen den beiden Regierungschefs zu lösen, hat Denizelos dahin beantwortet, daß er im Prinzip die Einladung amrähme, jedoch erst zum tatsächlichen Abschluß d«S FreundschaftSver- trages irach Angora kommen werde, o. h, daß vorher alles nocb Trennende au8 dem Wege geräumt sein müsse. Griechenland hat ein großes Interesse an einer baldigen Regelung und vor allem an einem Entgegenkommen der Türkei: beim nach Lage der Dinge muh eine Regelung für Griechenland finanzielle Opfer fordern, und zwar um so mehr, je unnachgiebiger sich Angora zeigt. Auf den großen Latifundien türkischer Staatsangehöriger in Mazedonien haben sich nach der Ausweis uirg auS Kleinasien wegen der Abwesenheit der Besitzer fast überall griechische Flüchtling« angesiedelt. Griechenland ist nun verpflichtet, entweder die Besitztümer zurückzugeben oder die Besitzer au entschädigen. Beides aber bedeutet für Den gelb armen, innerlich zerrissenen Staat eine außerordentliche Defastung. Die Athener Regierung kann es sich weder leisten, den Besitzern kurzerhand eine angemessene Entschädigung auszuzahlen, noch die zahlreichen,eben angesiedelten griechischen Flüchtlinge aus ihren neuerbauten Wohnungen und von ihren neubestellten Feldern zu vertreiben. Die ganze tür- ttsch-griechische Austauschsrage ist daher jetzt bereits auf die sogenannte west thra zische Frage zusammengeschrumpft und wäre seit Jahren erledigt, wenn Diese nicht bestände. Es ist aber auch sicher, daß sich die Lösung dieser Frage mit ihrer Verschleppung immer schwieriger gestalten wird, da eine Vertreibung der Siedler für Athen Gießener Gtadttheater. Fritz Peter Buch: „Pinkepunk". Sintemal und alldieweil das Christttndchen jetzt wieder einmal in nächster Nähe vor der Tür steht und es ringsherum und allenthalben schon nach Tannenbaum, Kurzen, Aepfeln, Äü sen und mancherlei Gebackenem riecht, war es nicht mehr als recht und billig, daß auch das Stadt- tbeater sich bet schönen und von alterSher übernommenen Gepflogenheit des Weihnachtsmärchens erinnerte. ES heißt diesmal .Pinkepunk', eine Mär- chenkomödie in fünf Akten von dem Frankfurter Theatermann Doktor Fritz Peter Buch, welche schon mancherorts aufgesührt wurde und sich goßer Erfolge rühmen kann. Hans Sattler t di« Musik dazu geschrieben (Lattung. Fritz e r n b a r b t), und der Spielleiter Karl D o l ck hat das Ganze mit seinen tüchtigen Helfern Karl Löffler, von dem die hübschen Bühnenbilder stammen, Ludwig K e i in, der das Licht an- uno ausgehen ließ, Friedrich D o e ck und Erika S z u b i n s k i. die die Kostüme entwarfen, und Ilse Graes, die die Tänze einftubierte, — mit viel Gemüt und liebevoller Sorgfalt in Szene gesetzt. Es gibt ja nun in den fünf Atten dieses Märchenspiels so schrecklich viel zu sehen und zu Öören und zu lachen, daß man es in der Geschwindigkeit unmöglich alles wiedercr>ählen kann. Eine wichtige Rolle hat zum Beispiel ein junger Maler mit dem drolligen Namen Pinkepunk, der den Bürgern einer Keinen Stadt eine Sonnenuhr gemalt hat. Der soll doch wahrhaftig. Weils der ftrenge Bürgermeister so will, auch den Sonnenschein dazu llesern, was aber mitten im kalten und dunklen Winter und so hrrz vor Weihnachten, wie jedermann sich denken kann, keine kleine Sache i|L Da bleibt dem armen Pinkepunk nix übrig: er macht sich auf die Reise nach der Sonne. Wit den beiuen Kindern Peter und Liese, weil die ja doch mit dem Sonnenstrählchen Firlefanz gut bc° freunbet sink); das Firlefänzchen kommt nämlich immer zu ihnen in chre kleine Stadt und spielt mit ihnen. Dersöhmmgspaki zwischen Todfeinden Don unserem v. ltt. »Berichterstatter. immer mehr zur Unmöglichkeit wird, und die Türkei immer fester auf einer angemessenen Entschädigung bestehen kann. Das Intere fe Griechenlands an einer endgültigen Regelung ist also offensichtlich, und diese wird fraglos über kurz oder lang erfolgen. Ist die Frage gelöst und der Derttag geschlossen, so wird die Beruhigung weitere Fortschritte machen, doch wird di« verbriefte Freundschaft auch dann noch nur ein« politische bleiben. Dazu sah die Feindschaft zwischen Volk und Dolk zu tief, und sind die Gegensätze in Charakter uno Denkart zu groß und allzu deutlich Gegen die übemäßige Ausdehnung derZwangsversichecung Die im „Reichs aus schuh der deutschen Mittelschicht" zus 'inm'ngesch'p enen Reichs- und Zentralverbände des gewerblich und geistig tätigen Mittelstandes und zwar: ReichSverband des deutschen Handwerks, Reichsschutzverband für Handel und Gewerbe, E. D., Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels, Zentralverband deutscher Haus- und Gcundbesihervereine, E. D.. Schutzkartell Deutscher Geistesarbeiter, die mit ihren vielen hundert angegliederten Landes- und Fachvereinigungen den Werlaus größten Teil der deutschen Mittelschicht umfassen, wmden sich mit einer öffentlichen Erklärung an die Regierung und die gesetzgebenden Körperschaften, in der es u. a. heißt: Als Freunde einer rechwerstan- benen und zweckmäßig gestalteten Sozialpolitik erheben wir entschieden Einspruch dagegen, daß di« für die Arbeitnehmer geschaffenen Dersiche- rungen und Schuhmahnahmen auch auf Be- v ölkerun gs kreise ausgedehnt werden, deren befonbere Eigenart und Lebensbedürfnisse dadurch nicht gefördert, sondern geschädigt werden. Schon die Forderung, die Versicherungsgrenzen der Krankenversicherung bis zu 6000 Mark Jahreseinkommen zu erhöhen, hat die betroffenen Kreise lebhaft beunruhigt, weil sie auf andere Weise zweckmäßiger sich für Krankheitsfälle sichern können und sich dagegen verwahren, daß Wohltat zur Plage gemacht wird. Bewährte freiwillige Einrichtungen werden dadurch zerstört, die persönliche Verantwortung wird geschwächt, der Will« zur Krankheit dmch Zwangsversicherung unnatürlich gezüchtet, und endlich wird der lebenswichtige Berufsstand der Aerzte und sein Vertrauensverhältnis zu wertvollen Devölkerungs kreisen schwer geschädigt. Dies« unheilvollen Folgen steigern sich zu einer ernsten Gefahr für den Mittelstand, für die gesamte Wirtschaft und das ganze Volksleben, wenn die Krankenversicherung und andere Zwangsver- ficherungen auf die wirtschaftlich selbst- stündigen Volks kreis« ausgedehnt werden. Wie jeder unnötige Eingriff der öffentlichen Hand, so schädigt auch ein« sinnwidrig gestaltete und ausgedehnte Zwangsversicherung Die Selbständigkeit weiter Volksschichten und Damit eine unentbehrliche Schule der Verantwortung. Kaum eine Ausgabe erscheint aber gegenwärtig so wichtig für eine weitblickende Staatsverwaltung und Sk^ialpolitik. wie die große Aufgabe, bl« Zahl bet Selbständigen als Kern einer stark» Mittelschicht und eines gefunben Volks leben- zu erhalten. Auch verwahren sich die durch die neuerlichen Bestrebungen bedrohten Volks kreis« mit allem Nachdruck dagegen, daß bei einer erweiterten Zwangs Versicherung der größt« Einfluß, Aufsicht anb Verwaltung, Beruf sgruppen zu fallen, von denen volles Verständnis für die eigenartigen Lebensnvtwendigkeilen der gewerblich und geistig tätigen Mittelschicht nicht erwartet werden kann. Daten für Mittwoch, 19. Dezember. Sonnenaufgang 8.01 Uhr, Sonnenuntergang 15.54 Uhr. — Mondaufgang 12.22 Uhr, Monduntergang 23.24 Uhr. 1594: Gustav Adolf von Schweden in Stockholm geboren (gestorben 1632); — 1741: der Nordpolarreisende Vitus Bering auf der Beringinsel gestorben lgeboren 1680); — 1878: der amerikanische Schrift- steiler Bayard Taylor in Berlin gestorben (geboren 1825); — 1922: der Orientalist Friedrich Delitzsch in Langenschwalbach gestorben (geboren 1850). Hessische Apotheker-Kammer. Die Hessische Apothekerkammer trat dieser Tage in Darmstadt zu einer Sitzung zusammen. Die Regierung war vertreten durch Ministerialrat Prof. Dr. Hehl, außerdem wohnten der Minister des Innern, L e u s ch n e r , sowie Ministerialdirektor S p a m e r der Sitzung bei. Der Jahresbericht des Vorsitzenden erwähnte, daß die Kammer des Ablebens von drei prominenten Männern gedacht habe, die zum Apothekerstanb bzw. dessen Kammer in näherer Beziehung standen. der Herren Ministerialrat Dr. CB e i I i n g , Sanität^rat Dr. Habicht und Finanzminister Dr. Henrich. Die Umlage der Kammer wurde in gleicher Höhe wie im Vorjahr festgesetzt; bei der Sterbekasse trat Staffelung der Beiträge ein. Sodann machte der Regierungsvertreter Mitteilung über den Stand der schwebenden Apothekenkonzessionen. In Darmstadt werde eine Apotheke errichtet, etwa in der Gegend des Friedrich Ebertplahes: auch in Kelsterbach, Nauheim bei Groß-Gerau, Bischofsheim seien die Vorarbeiten zur Errichtung von Apotheken soweit gediehen, daß mit ihrer Cröff-- nung im Jahre 1929 gerechnet werden könne. In Bieber lägen die Verhältnisse recht schwierig, erneute Verhandlungen wurden von selten der Regierung in Aussicht gestellt. Die Ausgabe einer Apothekenkonzession in Büdesheim bei Dingen wurde abgelchnt und in diesem Sinne der Regierung berichtet. Das Gesetz über die Haftpflichtverbindlichkeiten der Gemeinden in bezug auf nichtbezahlteApothekerrechnungen. das den Apothekern unter gewissen älmständen Bezahlung von Arneirechnungen durch die Gemeinden gewährleistet, soll unverändert weiterbestehen. Eine Aufhebung desselben würde zum Barzahlungszwang führen, wie er in den übrigen deutschen Ländern besteht, eine Maßnahme, die man ganz besonders in der heutigen Zeit als asozial bezeichnen mühte. Die Q5o rar beiten zur Hinterbliebenen- versorgung sind abgeschlossen, doch hat sich in letzter Zeit die Möglichkeit des Anschlusses an die in Bayern bestehende Pensionskasse für 2ft)o- theker ergeben, so daß die ganze Sache auf einer Landesapothekerverwaltung nochmals zur Beratung kommen soll. Dabei ist ui Aussicht genommen ein Vortrag des Vorstehers des bayrischen Dersicherungsamtes. Ein Gesuch des Landesverbandes der Ortskrankenkassen wünscht, daß die Verleihung neuer bzw. Wiederverleihung heimgefallener Apothekenkonzessionen, die außer an einen Apotheker, an eine Gemeinde oder einen Kreis gegeben werden, auch an eine Krankenkasse erfolgen könne. Die Kammer lehnte auf das ein- gehend«, wohlbegründete Referat hin den Antrag ab und wird diesen Beschluß unter Beigabe der vorgetragenen Begründung mitieUen mit der Bitte, die Mlehnung weiterzuleiten. DerWegsteizureignenHeimMe Heber dieses Thema sprach am Samstagabend im großen Hörsaal bet älniversität bet Leiter des HeimstättenamteS der deutschen Beamtenschaft. Iohs. Lubahn, Berlin, auf Anregung der hiesigen Ortsgruppe des Bundes deutscher Dodenreformer. Auch eine Reihe von Beamt enorganisationen, einzelne Baugenossenschaften. sowie der Mieterverein hatten zur Beteiligung an dieser Veranstaltung «ingeladen. Nach kurzer Begrüßung der Erschienenen durch Studienrat Dr. Heußel betonte der Referent des Abends zunächst, daß der Weg zur eigenen Heimstätte über den Weg zur Volks- h e i m st ä 11« und dieser über den Weg der Bodenreform führen müsse. Bau von Heimstätten in Stadt und Land müsse das große Ziel sein, doch müsse sich der Heimstättengedanke zuerst auf dem flachen Lande auswirken. Hierzu sei eine planmäßig« Innenkolonisation notwendig. Der Boden müsse sreigehatten werden von jeder Spekulation. Redner besprach bann eingehend die Gründung der Dodenrefvrm- betoegung und ihre Entwicklung, sowie die bis jetzt überwundenen Schwierigkeiten. Gr erwähnte weiter die Verankerung des Dodenreformgedan- Der verfolgte Weihnachtsbaum. Eine Goethegeschichte. In dem Jahre, in dem Goethe nach Weimar kam, erschien kurz vor Weihnachten in der Wei- marischen Jagd- und Forst-Ordnung von 1775 das strikte Verbot, „bie Wipfel der Tannen, Fichten und Kiefern zum Zweck der Anfertigung von Quirlen, von Aushängezeichen für Wein- imb Dierschank und zu ben auf Weihnacht ge- wöhnttchen sog, Christbäumchen zu mißbrauchen." Als Goethe ben Erlaß zu Gesicht bekam, blickte er erstaunt auf. Wie war das? Christbäume, waren ein Mißbrauch? Er erhob sich und ging ärgerlich im Zimmer aus und ab. Konnte er. der Dichter des „Jungen Werther", da,zu schweigen? Er trat an das Bücherregal biran und griff nach einem schmalen Bändchen. »Die Leiden des jungen Werthers. Leipzig, in der Weygand'schen Buchhandlung 1774" stand auf dem Titelblatt. Er blätterte. Schnell hatte er die Stelle gefunden. Da stand unter dem Datum des 20. Dezembers: „Es war der Sonntag vor Weihnachten; abends kam er zu Lotten und fand sie allein. Sie beschäftigte sich, ein ges Spielzeug in Ordnung zu bringen, das sie ihren kleinen Geschwistern zum Christgeschenk zurechtgemacht hatte. Er redete von dem Vergnügen, das die Kleinen haben würden und von den Zeiten, da einem die unerwartete Oeffnung der Tür und die Erscheinung des auf- geputzten Baumes mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Aepfeln in paradiesische En Zückung setzte." Während Goethe das las, stand ihm so manches Weihnachtsfest vor Augen, auch der Weihnachtsabend, ben er als Leipziger Stubent im Hause des Kupferstechers Stock unter dem brennenden Christbaum erlebt hatte. Wie war das lustig in der engen Dachstube gewesen! 11 nb tote hatten bie Augen der beiben Seinen Mädchen geleuchtet! Hub in Weimar wollte man aus der sch neu. noch so jungen Sitte ein Verbrechen machen I Unerhört! Aergerlich stellte er den »Jungen Werther" wieder an seinen Platz und überlegte, was zu tun sei. Sich direkt an ben Herzog toenb ihren Gebirgsv^inen W n e.sport-Abtcilungen. Schwer ist es dagegen, ihm ii der Ebene Eingang in die Turnvereine zu verschaffen. Nachdem aber durch geetgne e Zugoerbindungen und billige tin- terkunftsmöglichkeiten auf dem Hoherodskops uns Gießener ein so schönes Schneelausgelände erschlossen worden ist. ha auch der Tv. von 1846 eine Schneelaufriege gebildet. Gleichzeitig ist eine Eis lauf riege gegründet worden, die es sich zur Ausgabe machen wird, den sportlichen Eislauf in Gießen nach besten Kräften wieder auf die Höhe, wie vor dem Kriege, zu bringen. Eine Besprechung über Wintersport findet am Donnerstagabend statt. (Siehe heutige Anzeige.) Steinberg I—1900Gießen II 4:4 (1:3) Am Sonntag weilte die Ligareserve don 1900 in Steinberg zu einem Propagandaspiel. Die Gießener traten nur mit zehn Mann an und konnten doch in der ersten Halbzeit das Spiel führen. Bis zehn Minuten vor Schluß der ersten Halbzeit stand dar Resuttat 3:0. Als Steinberg sein erstes Tor schoß, kam großer Eifer in die Steinberger Mannschaft. In der zweiten Halbzeit konnten die Steinberger den Ausgleich, ja, sogar ein viertes Tor erzielen (4:3). Ein Gluck für die Gießener, daß fünf Minuten vor Schluß durch einen Elfmeter das Resultat auf 4 4 gestellt wurde. Bei der Gießener Mannschaft wirkten zwei Ligisten mit. Arbeiier-Tunr- und Sportbund. Dehlarl — Heuchelheim I 3:1. Zu einem Freundschafts p el trafen sich beib4 Mannschaften am Sonntag in Wetz'ar: Wetzla» komplett, Heuchtlheim mit Ersatz. Die Einheimischen legten sofort ein flottes Spiel vor. Schon nach 10 Minuten konnte Wetzlar in Führung gehen. Es folgte dann flottes Spiel, bi dem sich beide Mannschaften als geichwertig zeigten. Kurz vor Halbzeit konnten die Gäste durch Handelfmeter den Ausgleich erzielen. Rach Sei en- wechsel kam Wetzlar wieder gut durch und konnte das Rcfultat auf 2:1 fielen. Run war eS Heuchelheim, das mit aller Macht auf Ausgleich spielte, es behauptete eine Zettlang daS Feld, formte jedoch nichts erreichen. A lmähsich drückte sich auch Wetz'ar wieder durch und konnte das Resultat auf 2:1 stellen. Run war «s Heuchelheim, das mit aller Macht auf Ausgleich spielt«, es behauptete eine Zeitlang das Feld, konnte jedoch nichts erreichen. 2ll'.mählich druckte sich auch Wetzlar wieder durch und konnte kurz vor Schluß das Resultat auf 3:1 erhöhen. Hanau 1 (kreisklasse — Meseck 1 7:1. Mit wenig Siegesaussichten trat die erste Mannschaft Wie secks die Fahrt nach Hangu an. Auf vereistem Spielfeld? stellte sich Hanau komplett, während Wieseck mit reichlichem Erl atz erschien. Dementsprechend war auch der Spielverlauf. Hanau, das ein wundervo'les Flach- spiel zeigte, lag bereits bei Halbzeit mit vier Toren in Führung. Rach Seitenwechsel konnte Wieseck sich etwas besser behaupten und konnte den folgenden drei Toren wenigstens das Ehrentor entgegensetzen. So mußte Wieleck mit einer Z: 1-Niederlage dl« Heimr.ttle antreten. Daubringen I — Grünberg I 8:3. Grünberg stellte sich eme.u stärkeren Gegner im Freundschafkss Piel. Obwohl ein Klassenunterschied herrschte, der auch scheinbar im Resultat! sich ausdrückte, war die tieberlegenheit Dau- bringens nicht so überzeugend, wie das Resultat es sagt. Watzenborn I — Gießen Jugend 3:3. In Wazenoorn, dem R.uling oes 3. Bezirkes, stellten sich diese Mannschaften zum Freund-' schaftsspiel; Watzenborn war komplett, Gießen mit nur neun Mann, In flottem Spiel konnte Gießen bald in Führung gehen. Dis Halbzeitt stellten jedoch die Einheimischen das Resultat auf 2:1. Rach Seitenwechsel folgte weiter flotte« Spiel. Gießen konnte bald den Ausgleich und weiter auch fern drittes Tor erzielen. Erst kur, vor Schluß gelang es Watzenborn, das Resultat unentschieden 3:3 zu gestalten. knochentrocken geschüttelt werden, ja, es schadet nichts, sie ganz kurz mit kaltem Wasser abzuschwenken. Alle schmierigen Mehl rückstände, welche oft in unseren Restaurants die Rudeln so unappetitlich und das Gericht schleimig machen, verschwinden auf diese Weise vollständig. Don Wichttgkeit ist, daß in der Servierschüssel «ine tüch ige Por ton Butter auf bie Spaghetti wartet, die in diesem Gesäß nun tüchtig durch- einandergemengt werden müssen, damit sie die Butter annehmen. Dann kommt eine zweite Portion derselben Materie oben auf die glänzenden Mehlschlangen, die dann von alleine zergeht, und die Schmackhaftigkeit bedeutend steigert. Muh ich hinzufügen, daß mit Parmesankäse nicht gespart werden darf? Es kann gar nicht genug, natürlich in geriebenem Zustande, zu allen nicht fußen Rudel- und auch Reisgerichten serviert werden! Hochschulnackrichien. Der auherordenttiche Profesior für römische« Recht und Arbeitsrecht an der Grazer tini* verfität, Dr. Julius Georg Lautner (ein geborener Wiener) hat einen Ruf als ordentlicher Professor für Bürgerliches und Arbeitsrecht an die Handelshochschule Mannheim zum Svm- mersemester 1929 erhalten. Zum Aachsolger des Geh. Rats Prof. Hans von Schubert auf dem Lehrstuhl der Kirchengeschichte an dec Heidelberger Universität ist Professor D. Dr. Walther Köhler von dec tini» versität Zürich in Aussicht genommen. Zur Wiederbeietzung des durch den Rücktritt des Geheimen Rates Deckenkamp an der tiniversi.ät Würzburg erledigten Ordinariats für Mineralogie und Kristallographie ist ein Ruf an den o. Professor Dr. Kurt Spangenberg in Kiel ergangen. Das durch den Rücktritt deS Geheimen Rates Ed. Schwartz an der tiniversität München sreiwcrdende Ordinariat der klassischen Philologie ist dem ordentlichen Professor Dr. Rudolf Pfeiffer in Freiburg t D. angeboten worden. Tumen, Sport und Spiel. Herbstwaldlauf des Gaues Hessen D. T. -o- tinter der Leitung VON Gauoberturnwart W. Will, Gießen, sammelten sich am Sonntag auf dem tiniversitätZsportplatz zu Gießen Langstreckenläufer aus dem He sengcm zu dein Herbstwaldlauf, der diesmal, durch timstände verspätet, zu einem Winterwaldlauf wurde. Die technische Durchführung lag in den Händen des Turnlehrers Willi Mohr vom Tv. 1846 Gießen. Don den Turnern (1910 und früher geboren) belegte nach einem Lauf von 5000 Meter den ersten Platz Hans Koch vom Mtv. Gießen, den zweiten Heinrich Kreutzer vom Tv. Schlitz, den dritten Karl Schaaf, den vierten Albert L a u r i s ch a t beide vom Tv. Dernsfeld, den fünften Otto Schmidt vom Tv. Langsdorf. Die Jugend-Oberstufe (1911 und 1912 geb.) lief über eine Strecke von 2500 Meter und fah auf hem ersten Platz Gustav Koch vom Mtv. Gießen, dem zweiten Heinrich Grün vom Tv, Dernsfeld, hem dritten Willi Bollmüller vom Tv. Schlitz, dem vierten Fritz Weber und Karl Eckhardt vom Tv. Schlitz. In der Jugcnd-tinterstuse (1913 und 1914 geb.) errang den ersten Platz über 1500 Meter Willi Dehnen vom Tv. Dernsseid, den zweiten Hans Steuerwald vom Tv. 1846 Gießen, den dritten Walter Hällmayer vom Tv. 1846 Gießen. Auf jeder Strecke wurde ein Mannschaftslauf durchgeführt: in der Turnerstufe errang die Urkunde die Mannschaft des Tv. Dernsfeld in der Besetzung: Karl Schaaf, Albert Laurischat und August Glatthaar: bi der Jugendoberstufe di« Mannschaft des Tv. Schlitz mit Willi Bollmöll«r, Fritz Weber und Karl Eckhardt: in der Jugendunterstufe di« Mannschaft deS Tv. 1 8 4 6 Gießen mit Hans Steuerwald, Walter Hällmayer und Willi Hanke. Aus -em Gau Hessen O. T. Frauenturnen. -o Am Sonntagnachmittag sah der Männer- lurnverein Gießen die F ra ue n ab t eN un ge n aus dem Gau zu einer planmäßigen Uebungs- stunde bei sich zu Gast. Reue Abteilungen sind aufgeftellt von den Turnvereinen zu Homberg an der Ohm, Cappel und Rieder-Wöllstadt, so daß der Gau zur Zett 42 Abteilungen zählt. Der Gauwart Rudolf Paul, Gießen, lieh einleitend alle erneut an sich selbst die Erfahrung machen, wie schon durch einfache Hebungen in entsprechender Auswahl und lebhafter Ausfüh- rung in kurzer Zett der Körper turnerisch umfassend burchgearbettet und damtt für höhere Leistungen vorbereitet werden kann. Bon den Stabübungen wurde die erst« Gruppe mit Zwi- schenübung bis zur rhythmischen Wiedergabe nach Musik entwickelt, während die beiden anderen Gruppen von Turnerinnen des Tv. 1846 Gießen in mustergültiger Darstellung zu vorläusiger Anschauung gebracht wurden. Die Gruppen sind in ihrem Aufbau vom Gauturnwart entworfen und vom Gauturnausschuß in die Pflichtübungen für den Wettkampf ausgenommen worden. Frl. Luise Schwarz, die Leiterin in der Tgde. Friedberg, führt« in zwei neue Volkstänze ein. Grundlegende Formen für die späteren Pflichtübungen am Pferd leitete der Gauwart, solche am Darren der Abteilungsleiter Heinrich Schneider vom Tv. Wetzlar, Kunstturnen in Großen-Linden. D Großen-Linden, 17. Dez. Zum zweiten- male trat der hiesige Turnverein (D. T.) mit einem Kunstturn « und Werbeabend größten Stiles am Samstagabend an die Oeffent- lichkeit. Zu dem Kun st turnen am Darren, Reck und Pferd traten folgende Turner an: Turnlehrer Willi Sin newell (Dad-Rauheim), Ernst Winter, Herbert Müller und Richard Jan ns en von der Turngemeinde „Eintracht" (Frankfurt a. M), Fink und G o e t s ch (Marburg), Eckhart (Ridda) und vom Turnverein Großen-Linden Weiß, Keßler. Leun, Weite r s h a u s und Seth. Pfeiffer (Frankfurt a.M.) und Reuter (Gießen) waren ant Kommen verhindert. Die Leistungen sämtlicher Glieder dieser Riege waren Spitzenleistungen. Auch die Darbietungen einzelner der Turner in Fall-, Doden- und Stabübungen waren Musterleistungen und wurden von den vielen Besuchern, unter denen sich zahlreiche Turner aus Rachbarvereinen befanden, mit stürmischem Beifall ausgenommen. Die Vorführungen der einzelnen Riegen des hiesigen Turnvereins fanden allgemeine Anerkennung. und zeigten, daß in dem Verein, der allein zwei Sieger beton Deutschen Turnfest tn Köln gestellt hatte, bester turnerischer Geist herrscht. Allerdings stehen dem Verein Führer zur Verfügung, die mit ganzem Herzen der Tum- sache ergeben sind. Die Leistungen der Schülerinnen in Freiübungen und Keulenschwingen, ein» aeübt von Turner Klingelhöfe r, und die tiebungen der Zöglinge am Riederveck unter Leitung von Turner Hofmann fanden all gemeine Anerkennung. Bssoniere Grwäh. u ig gebührt noch der Schulen.iegc, die unter ihrem Sumtoart Grimmel (Leihgestern) mustergültige und streng disziplinierte Pferd- und Reckübungen vorführte. Im Auftrag des Vereinsvorstandes dankte der erste Sprecher, Steinnagel, allen, die zum guten Gelingen der Feier beigetragen hatten. Redakteur Schneider (Butzbach), der zweite Bertreter des Gaues Hessen, sprach in begeisterten Wvrten Von dem hohen Wert der edlen Turnerei: fein „Gut Heil" galt dean Deutschen Baterland. Eine aus Mitgliedern und Freunden des Vereins zusammengestälte Musikkapelle füllte die Pausen mit dem Vortrag guter Musikstücke aus. Dis Veranstaltung war eine sehr bedeutsam« Förderung der Turnsache. Der Turnverein kann mit berechtigtem Stolze auf dieses turnerische Ereignis zurückblicken. Datum Sch ub->Ln»ong fiurs ■ ftur^ 17. 13. | 18- 12 I3ä.o — Jravlifurt a. M Schlutz-! I-Uhr- Auts , 17. 12 | 18 12 I34.oo UJiülL wger den l-n (U). Men vor [auf 44 rt Wirrten - 3:3. $ 3. Äezicks, um Freuad- ilett Dieben Spiel konnte M SalS-eit 34ultat auf M [WW i-zleich uns n.M,bZ u8 QteW auf y*1 am ^W) 4(1:3) 3|H9OO in । Ebener >en doch in 3 rehn Aj, ?:,S "'Ä ^ßen. "Kee. JÄ tgSett. Nun, lu'9elanbe ;ö?n 1846 fich beibt ß $Mlai Dinhämi, vor. Schon Zühruna l. in dm iig zeigten, urch chond« ich öd en* und konnte n Dar öS auf 2fuj* klang da- AlMich und konnte it ei tzrn* Allsgtnch das Feld, M drücke konnte kurz hö^en. I 7:1. it die erste Hm-u an. Hanau kom« chem Tr'atz bet Spiel* i.'W Nach* / mit vier Mel konnte und konnte daß Ehren* 1 mit etoet »n. 8:1 NN Gegner ttaffeiunler* im Resultat inheil Dau* XHi Delultat Ve* E N »r ebotL" es schadet »aWet ft -^S jerniedi^ lie a*” üchttg durc^ al Ile ie gläiye^ d;J Lutz ile nicht flj* nich' geML i allen nlcM ten ierv^ I mH zwei Mann Ersah spielenden Londorfer s | qut. Qonborf jp.elte wahrend des ganzen 6p.( leicht überlegen und ging mit 1:0 in die Pai mse. vom 676 Gießener Schwimmvereirr. Berlin 18- 12 133.3: 133.6 Devisenmarkt Berlin—Franks irt a. M. Telegraphische Auszahlung. 31.9 1.75 | ii. r- 135,1; 156.75 Banknoten. 11.75 9.15 das um beiden wurde. 21m vierte einen 52 13,9 08.2 28 105 51.9 13.9 90 77,7 135 171.9 1.13.75 1.8,9 246 >92 289 170 .1.1 i7O.7a 215.0 139 96,5 | 2,3 25.775 Bei Wiederbeginn des Sp.eles erhöhte Londorf auf 2:0. Alsdann gelang Wieseck durch Abschluß einer schönen Kombination der Ehrentresfer. Weitere Der* suche Wiesecks. gleichzuziehen, scheiterten an Lon- dorss Hintermannschaft, während diese in den letzten Minuten das Resultat auf 3:1 stellte. Beide Mannschaften bemühten sich einer anständigen Spielweise und erleichterten dem Schiedsrichter da- 246.. 192.. 289 Wirtschaft. Rindermarkt in Gießen. mit zwei Mann Ersah spielenden Londorfer sehr *" *" — eles 67.5 118.25 5 86.9 Kurhessen, Marburg, statt. Die beiden ersten Spiele waren zugunsten des G. S. B., das dritte zugunsten der Marburger ausgegangen. Diesmal konnte wieder die Gießener Jugend in der Aufstellung Schüler (Tor), Hartmann. Schomber (Verteidigung), Herbert, Hechler (Sturm) mit 3:2 gewinnen. Die Mannschaft spielte bedeutend besser als kürzlich gegen Wetzlar, besonders Hartmann war sehr gut als Verteidiger auf dem Posten und warf außerdem sämtliche Tore. Stand bei Halbzeit ß:l. In der zweiten Spielhälfte flaute der Kampf ab. — Mm den Wanderpreis endgültig zu erwerbeir, muß er dreimal in, oder fünfmal außer der Reihenfolge gewonnen werden. Handball im Lahn-Dirnsberq Gau. Tv. wieseck I — Londorf I 1:3 (0:1). W>eseck, das nur mit 9 Spielern antrat, hielt sich infolge guter Leistungen feines Torwarts gegen die 25.75 24. 1.75 11,8 11.75 11,8 19.4 >2 I 13,9 I 137.75 28 104 5 124 7o 156 134 142..> 247 • •>3... 288 75 69 75 161 .71 2 138 5 331 327 283,2. 538 276 129 75 215 75 76 46 7.. 89.5 6% Dl WdrticmileUh' ■> 1927 $>t inl.-Slbh । -3dnd6 mti üufr lot.-Sedmn D«4gl otjnr Äusios.-Rechte 7% tzranlj tzyv.-BI «olbvl un tOr.Bbai bis 1932 4U% dlbetntidif Hvv -Bimt giau Soldo! a.8.» aba Borfctege-Cbltflatton. riktidblbm '.WS 4% LOiwei- löunDesb.-SnL. *% Ceitcneldtiidie Öoibrtt. 4,30% C»ften Silberne 4% Ce'leneto einbeitl Htt *% Ungariidr »olbcte 4% Ungarifdie Staat« e 1910 orsgl von 1913 4% Ungarilche Kronenne. 4% Eürt Hollan leibe v 1911 *% türtiidK Bagbovbabn.Ml. Serie I 4% besgl Serie 11 4% Rumänen conoeri fite. Ohtminen «olbanl von 1913 170.7. 139 331.. 52 5 100.1. 291 Freitag fand im Gießener Dolksbad Jugendwasserballspiel Wanderpreis gegen den B. f. B. 05 — 132.5 27.5 283 75 538 430 275 202 129.3 -15 2.) 74,5 47 o 88 242.5 53.75 100.5 290 21 68 118 87.75 35.75 178,5 173 134 1.18.2^ 142 2. 46 ■' I:<2.5 :88 2.. 69.1 ibO.- .71 215 25 i38.o 29 Auf dem heutigen Rindermarkt standen Stück Großvieh und 206 Jungtiere und Kälber zum Deckaus. Der Handel war etwas lebhafter, so daß der Markt bis gegen M.ttag geräumt wurde. Man bezahlte: für Kühe erster Qualität SCO bis 600 Wk., Kühe zweiter Qualität 300 bis 450 Mk., Kühe dritter Qualität 150 bis 250 Mk.. Rinder (ein- bis zweijährig) 80 bis 180 Mk., Kälber 50 bis 55 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Dessere Tiere erzielten Preise über Rotiz. Der Verteidigung und Läuferreihe zeigten ebenfalls schöne Leistungen. Von den Stürmern gefiel besonders der kleine Mittelstürmer, der jedoch von den Halbstürmern nicht genügend unterstützt Zurückhaltung mußte zu Beginn der heutigen Börse einer etwas freundlicheren Stimmung weichen. Die vorliegenden ungünstigen Momente, wie z. B. der angespannte Geldmarkt, der bevorstehende Jahresultimo, der unregelmäßige Verlaus der gestrigen Neuyorker Börse und die unklare politische Lage, traten ziemlich in den Hintergrund. Die Spekulation war allgemein zuversichtlich gestimmt, da einige Orders von außen her anregend wirkten. Das Geschäft blieb jedoch infolge der Unterbrechung der Börse durch die bevorstehenden Weihnachtsfeier- tage ziemlich klein und beschränkte sich im roc|ent- liehen nur auf favorisierte Werte. Die stärkere Zunahme der Arbeitslosigkeit bis Ende November drückte dagegen etwas auf die Stimmung, jo daß im Grundton der Börje eine gewisse Zurückhaltung unverkennbar blieb. Es wurden deshalb verschiedentlich Holland 12,0790. Frankfurter Getreidebörse Eigener Orahtbericht des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 18. Der. Der heutige Frankfurter Produktenmarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Anregungen lagen nicht vor. Das Geschäft bewegte sich im großen und ganzen in engem Rahm-n. Weiteres Interesse betand dagegen für Weizen und Mehle, die in'olge der bevorstehenden W'.itzmachtLstiertage immer noch gesucht ind. Preisver.inderungen traten nicht ein. Es wurden notiert: Weizen 22,80, Roggen 22, Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 21, Hafer, inländ. 22,75 bis 23, Mais (gelb) für Futterzwecke 22 bis 22,25, Weizenmehl, süddeutsches Spe-ial 0 32,25 bis 33, Roggenmehl 29,25 bis 30, Weizenkleie 13,75 bis 13,85. Tendenz ruhig. die Kurse durchweg gut gehalten blieben, teilwei c sogar etwas höher lagen. Etwas verstärktes Jnteres e . machte sich am Elektromartte für Lahmeyer plus 2,25 v. H. und für Schuckert mit plus L65 v. H. geltend. Am Chemiemarkt bestand für I.-G.-Farben etwas lebhaftere Nachfrage bei einem Gewinn bis 1 o. Sy. Scheideanstalt knapp behauptet, Montanwerte tagen still und fast ohne Umsatz. Am Bankenmarkt war die Kursgestaltung uneinheitlich. Reichsbank und Metall- bank tagen etwas höher, Dresdner und Commerz- und Privat-Bank, ferner Berliner Handelsgesellschaft dagegen leicht gedrückt. Schiffahrtswerte bis 1 o. S). schwacher. Nach der Abschwächung an der gestrigen Abendbörse machte sich heute etwas vermehrtes Interesse für Autoaktien bemerkbar, die auf Deckungen gesucht waren und bis 2 v. o,. anziehen konnten. Auch an den Rentenmärkten machte sich bei gut gehaltenen Kursen eine kleine Sielebuna fühlbar. Im Verlause blieb die Stimmung weiter freundlich, da, vom Farbenmarkt ausgehend, sich eine Anregung bot. Im großen und ganzen blieb das Geschäft minimal, und die Kurse waren gegenüber dem Anfangsniveau gut gehalten. Nur in Farben entwickelte sich auf Deckungen der Kulisse zeitweise lebhafteres Geschäft, bet einem erneuten Gewinn von 2,5 v. Sy. Der weiter etwas entspannte Geldmarkt wurde günstig ausgenommen. Tagesgeld 6,5 v. Sy. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1944, gegen Pfund 20,351, London gegen Kabel 4,8518, gegen Paris 121,13, gegen Madrid 29,93, Mailand 92,65, gegen Deutsche?ugeudkr,"st. Gießen l — DJfi. Ober-Wöllstadt 1 5:2 (2:1). Die beiden Mannschaften trafen sich am Sonntag auf dem Sportplatz des Männerturnpereins zu einem Gesellschaftsspiel. Sofort nach Anpf.ff entwickelte sich ein flottes Spiel. Ober-Wallstadt erhielt nach etwa 20 Minuten Spielzeit einen Elfmeter wegen unfairen Spiels zugesproch.n, der zum ersten Tor verwandell wurde. Nach Wiederanstoß bedrängte Gießen fortwährend das gegnerische Tor, ohne jedoch zu einem Erfolg zu kommen. Einen Eckball, der von dem Linksaußen geschossen wurde, wandelte der Mittelläufer zum Ausgleichstor. Die Gießener Hintermannschaft hatte jetzt Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Ein vom Schiedsrichter verhängter Freistoß wegen Nachhakens wurde zum zweiten Tor für Gießen eingesandt Mit 2:1 für Gießen wurden die Seiten gewechselt. Gießen hatte nun umgestellt. Ein Alleingang des Ober-Wollstädter Rechtsaußen brachte den Ball hinter die Torlinie, wurde jedoch von diesem noch herumgezogen und eingeschossen. Der Schiedsrichter gatv Toroall. Ober-Wöllstadt übernahm nun für kurze Zeit die Führung und wurde auch dem Gießener Tor mehrmals gefährlich: jedoch der Tormann klärte immer in schöner Manier. Ein Strafstoß wurde von Gießens Halblinks zum dritten Tor eingeschossen. Gleich darauf mußte der gegnerische Tormann den Ball zum vierten Male aus den Maschen holen. Gießens Rechtsaußen war der glückliche Schütze. Einen Eckball verwandelle der Gießener M ttelftürmer zum fünften Tore. Ober-Wöllftadt hatte ihre jjauptftüjje in dem Rechtsaußen und dem rechten Verteidiger. Die Mannschaft war den Gießenern körperlich überlegen. Die Gießener Mannschaft verdient ein Gesamtlob. Besonders muß der jugendliche Tormann hervorgehoben werden, der einen seiner besten Tage hatte. arbeit hn Eanal d' Ai re bei Be'ftune. (An dem -Üaggevg.|\sMft ixec Ge.eltschast ist vetauntlich auch Lenz & Eo. beteiligt.) Insgesamt bedeuten diese Aufträge für die Dyckerhoff & Widmann A.»G. einen Auftragszuwachs von über 15 MiU. Mk., der ipr in Frankreich Beschäftigung auf mehrere Jahre sichert. * Eisenwerk ©aggenau A.-G. Nach einem Beschluß der Gläubiaerversammlung vom 15. Dezember sollen statt der bisher vorgeschlagenen ^0 d. Sy in bar und 50 d. Sy. in Aktien die Gläubiger 35 d. Sy. in bar erhalten, die in fünf Raten zu je 7 v. Sy., beginnend mit dem 1. April 1929, zu zahlen sind. Für die restlichen 65 v. Sy. sollen Aktien gegeben werden. Die außerordentliche Generalversammlung am 29. Dezember soll nun die Grundlage stir die Durchführung des Vergleiches und für die Weiterführung des Betriebes liefern. Die verschiedenen Bemühungen, u. a. auch die, bei der Badischen Girozentrale 2,5 Millionen Mark aufzunehmen, haben bis jetzt zu keinem Ergebnis geführt. Die Herdfabrikation weist eine gute Beschäftigung auf, so daß bei Gewinnung neuer Betriebsmittel die Weiterführung des Unternehmens gesichert erscheinen dürfte. Die Fahr- rababteilung soll dagegen schwer darniederliegen. * Kein Zusammenschluß Thüringer Gas-Dessauer Gas. Zu der Nachricht, die von einem Zusammenschluß der Thüringer Gas- gesellschast, Leipzig, und der Deutschen Continental- Gas-Gesellschast, Desiau, sowie von einem Aufgehen einer dieser Gesellschaften in der andern wissen wollen, erklärt die Thüringer Gasgesellschaft, daß an diesen Gerüchten kein wahres Wort ist, daß sie vielmehr offenbar nur zu Zwecken reiner Börsenspekulation in die Welt gesetzt werden. Der Geschäftsgang der Thüringer Gasgesellschaft bewegt sich in so gesunder Weiterentwicklung, daß eine Unterstützung durch irreführende Börsengerüchte nicht notwendig ist. * Leonhard Tietz 21.*®., Köln. Die außerordentliche Generalversammlung genehmigte die vorgeschlagene Kapitalerhöhung um 6 Mill, auf 37,2 Mill. Mk. Die Notwendigkeit dieser Maßnahme finde ihre Begründung in der erheblichen Erweiterung des Unternehmens, die vor allem seit dem Jahre 1925 vorgenommen worden sei. Die neuen Aktien werden von einem Konsortium zu 125 Proz. übernommen, das sie den alten Aktionären im Derh-ltnis 6:1 zu 130 Pro-, anbielen wird. Zu der derzeitigen Geschäftslage wurde au^geführt, daß die Betriebe im laufenden Jahre durch Reuerwerbungen und bedeutsame technische und betriebliche Erweite* runden ausgebaut worden se en. Trotz ur.gürjtlger allgemeiner Konjunkturlage hätten die llmsätze erheblich gesteigert werden können. Besonders der Herbst hätte jedoch infolge ungünstiger Witterungsloge Einfluß auf den Detai.handel genommen. Wenn trotzdem ein günstiges Ergebnis erzielt werden konnte, so sei dies in erster Linie auf die betrieblichen Derbesserungen zu- rüc^uführen. Die Unkosten hätten allerdings auch eine entsprechende Steigerung erfahren. Das bevorstehende Geschästsergebnis dürfte günstig sein. Fran.surter Börse. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers- F r a n k f u r t a. M., 18. Dez. Tendenz: erholt. Die im vorbörslichen Verkehr herrschende Unsicherheit und to® txundx tStlee'^Hn Aombutfl-ümenhi Safet fcamb sübam Damvllch. Hansa Damplitbifl Rorbbeuridier Lloyd (Big teuridir üreotianft. . Barmet i8on!t>etetn Bedlnet Hanbelsgewllsch. Uornmrrz unb Pnvai Baal Bannfl u Sationalbard Deuilckik Boni ®t5tonio-i.Brlelltd)afi flnt,. Brtfbnn Banl gHnelbeutldir (Stebttbanf . Re tnllb anf * Schöfferhof - Binding - Bürger- b r ä u A.-G., Frankfurt a. SW. Nach dem Be richt wurden die Betriebe technisch weiter ausge- stattet. Der Absatz habe im Geschäftsjahr 1927/28 eine weitere Steigerung erfahren. Es sind drei neue Wirtfchaftsanwesen erworben worden. Einschließlich Vortrag aus dem Vorjahre ergibt sich ein Brutto- gewinn von (alles in Millionen Mark) 13,70 (13,22). Andererseits erhöhten sich die Unkosten auf 7,06 (6,81) und Steuern auf 4,79 (4,62), so daß nach 0,23 (0,21) Abschreibungen ein Reingewinn von 1,62 (1,59) verbleibt. Hieraus werden 20 d. Sy Dividende verteilt. Im neuen Geschäftsjahr sei der Absatz bisher steigend gewesen (Generalversammlung 28. Dezember). ___ ♦ Dyckerhoff & Widmann A.-G. Wie die Verwaltung der Dycke.'hoff & Widmann A> G., Wiesbaden-Biebrich, mitleilt, sind der Gesellschaft in den letzten Tagen mehrere große Repa- rationsaufträge erteilt wordem Es handelt sich hierbei in erster Linie um die Ausführung eines Stauwehres im Rhein bei Kembs (5 Kilometer unterhalb Basel). Diese Arbeit wird gemeinsam mit der Siemens-Bauunion G. m. b. H. durchgeführt werden und umfaßt nicht nur die umfangreichen Tiesbauareeiten (Druckluftgründungen), sondern auch die Liesrrungen der gesamten Schützen und mechanischen Einrichtung bis zur betriebsfertigen Herstellung des Wehres. An einem dieser Tage perselt gewordenen Reparationsauftrag. einem Schleusen-^lmbau an der Seine unterhalb Paris, ist die Gesellschaft gleichfalls beteiligt. Auch die Raßbaggerflotte der Gesellschaft konnte Reparationsaufträge buchen, und zwar eine Bagger- und Felsbrecherorbeit im (Stang de Berre bei Marseille und eine Bagger- ‘Btjilivp voyrnann ßtibtlbeteer tfemeit . gement ftariftabl . . Waytz 4 zrettog ©diultbeU ^aeenloftt CftlDtrff - • der ©lanjtott • • Bernberg . . . . SeUftoff »oibW Seiltaff afdjafientrata ötatiottenburgei Wallt teffauet ®ai Daimler Mowre» . . Demag ■ • • •Hbltroedr »eva . • Labw. Voeme . • $ol. automobil . . « Crentatn 4 ffopöd » Veonbarb Dietz . • Bamag-Meguin . • .Ttrnitf. IRaidttne» . . «ritznsr . . e Hevliaenkas« . • • IvngbonS • e • e fiediroerte . • • • iRainhaftmedl . • • Mag • • • 'Äetartulma . • • • Peters Unlo» . • • «ein Soe b« . . . Boigt 4 S-oeffW . • Stad. Zuck« . . . Kurszettel der Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7 Prozent, Sombardzinssuh 8Prozent. straruonlaie -^oien 6ullänbtfd)e Noken ..... (ttnllenifdx Noren...... «onveatsche Roten - ... 3)entf®-Deften , ä 100 Äronee Namänilche Noten...... Schwedtlche Noten ...... ednvrher Noten....... Svanischc Noten ....... TIchccdoilowaktsche Steten . . Unaarrttbe Noten Abgaben vorgenommen, die aber nicht dringend waren, so daß gegenüber der gestrigen Abendbör e durch feine Arbeit wesentlich. Das Sp.el Kinzenbach — Allendorf konnte nicht ausgetragen werden, da von selten Kinzenbachs die Hälfte der Mannschaft infolge Verletzungen ““ letzten Spiel in Londorf nicht spielen konnte. «eld Bries V' I573Ü2 16.412 168.00 168.68 Zl.ttüS 21.985 111.48 111,92 58.84 59,08 3,52 2,M 111,83 112,27 80,84 81,16 67.97 •8,15 13.385 12.445 72.90 74,20 Jranbfurt a. M Berlin Schlutz-! 1-Uhr- Kur. , Kur» Sch ub t fi'ir» । 'An iang Äur» Tatrnnt 17 12 | 18 12 17. 12- 18 12 -ll.S.« 8 Bergmauu ....... 9 (Hefti, glfferunflei.....1° Licht unb Kraft ..... 10 gelten 4 Guilleaume..... 6 Gei. f- Eirln Untern- ... 10 V-imb. ölettt Werke .... W •Mein, öleftv -9 Schlei. .............W Lchucken - ..... -8 Siemens 4 Hallt» . • • • • 12 Itonatabto ..••••■ 8 Vabmeuei 4 8a....... 10 •öuberut ....... 6 Deutiche Erbil ...... 6 Eiiener Steinkohle . « . • • 8 Gellenttrchener ... J. H 31 patöenei ....... 6 Hoeich Eilet». ........ 8 jl|e Bergbau ...... 8 fiöln-'SReuellen. * Utannomane ....... 8 Dlanafelbet 7 Lbeddtlel Stienb Cebert... 6 Cbetidtlei. ftoleroede . . . 0 •Lbönix Bergbau SV* Rheinische Braunkohlen 10 Nheinstab! f. % rRiebed Montan ... 7,2 Bereinigte Stahl». .... 6 CtQöl Minen «h Galt Aichettledeo .... 10 (ton Westeregeln .....10 Kaliwerk GaUvetftrNH ... Iß 3 6 91.25 277 277 500 -ol.5 • 88 96-25 104 192 191.v 233... 2619 422,25 180.25 119 133.. 276,5 500 62.5 187.5 104.25 S Z ^5 -2 TA I91,o 233.25 182.75 252.75 .47 264 154 175.7o .61-5 422.5 181 134.25 119.75 121 2.' 133 122.25 230.7a 104 5 124.75 123 112 2a 110.75 113.. 89 277 137 >2 .1,6 225.5 278,o | aZ.25 96.4 104 Jroiihluri a. M Berlin Schiutz l-Ubr- fture fi'ir» Sch ulj *2i ntang flur» Kur« Datum 17 12. 1 18. 12. | 17 12 | 18 12. 17. Dezemd.r 18 Deremb r Ämtlidte 'Jiott ruua Ämtltche 'JitUierung (Selb Brie- (Selb I Briet Ämfft-Rott 168,32 ■ los.Gb 168.39 168,73 Buen-ÄireK 1,762 1.766 1,762 1,766 Brsi-'Änm» •8.265 58...85 38.30 68,42 tSbrtfttania tli.77 111.99 111.76 111.98 RoiMnbagen 111,87 112,09 111.87 112,09 Stockholm 112,12 112.34 112.23 112,45 fcelfingrort. 10.541 iü.j.l 10,342 10,562 ^toften • • 21,95 21.99 21,95 21.99 London. ■ . 20,o34 20,374 20.336 20,.>7 6 ■-'('eunorf • . 1.191a 1,1995 4.1910 4,1990 Pans . » . l-,u8 10.42 io, u« lu.43 Schweiz . . >0,73 •>0.89 iü,<9 0,95 Sva ien - 8.12 --8.2U -8.1b u8,30 Jovan 1.9..0 1.U34 1,9.2 IJJ06 •Hto be Han - 49o5 • .4 85 J.49a u.498 •toten in D-- Ceft abflefi >9,025 »9,145 jo,03o 39,155 12,121 12.441 U.4 22 12,442 Bel i^rad 7,373 7. »87 7.373 7,387 Subaoeft • • a,o7 <3.21 73,05 73,19 Pul arten .026 ,0.2 -,036 >,032 t'ifiabon 18.22 18.2 18.26 18.30 Danzig 11/28 1.44 51,30 81.46 Qonft .ntfat 2,061 -.065 2.063 2,167 Htbat 5.425 5,43o a.423 5,435 tanabo 4,182 4.190 4,182 1,190 Um aav 4.27b 4.284 4,276 1.284 Utee 1 «55 0.895 • >58 -o 8'8 Berlin. 17 Detemdcr tatb 2)ne Ämrrikonische Store» .... 47174 4J91 velgtlche "Jloten ..... • 38.13 58,37 Deutliche Stören . - «... tll,63 112,07 Lnalftchr Roten....... > 30 1 :8 Ssram-Äinstdaum-8eW in anfchlußfertigen Ketten,Üie ideale V gefahrlose elektrische Ekristdaum -Deleuckttung. ^hre Kinder werden ßdi freuen über die elektrischen Osram - d>hri ftbaum-ßeigen. 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SCHADE&FULL6RABE Wenn Sie nach AM E RIK A auswandern wollen, so fragen Sie zuerst unseren Vertreter, der Ihnen kostenlos Auskunft über die Einreisebestim- mungen, Beschaffung des Visums u. a. erteilt und Ihnen bei der Platzbelegung behilflich ist. WHITE STAR LINIE Vertreten durch: Behr. Jnllmaan, fließen, Bahnbolstr. 36, Tel. 1642 und Hage Schneider, Bedingen. A. Hel er’sebe Buchhandlung, Bahnhofstraße ß, Telephon 16 und Hermeon Löb, Butibach, Brledler Straße 9, Telephon 812 2795V Deutscher Bund für christl evang.Erziehung in Haus und Schule OrtSaruvve (Sieben 11078V WllWSW Mlitwoch, den 19. Dezember, abends 8 Uhr in der Iohanneskirche Alle Miiaiieder und Freunde des Bundes sind herzlich eingeladen. Der Borftand. öaerii. eEfefliaall löt natur- n. Qeillunöe Naturwissenschaftliche Abteilung Donnerstag, 20. Dez., 20 r Ubr tm Hörsaale des Landwlrlfchaslllchen JnftttuteS, Senckenbergstrahe Festsitzung zur Feier dcS 100. (ScdurtstagcS dcS Ehrenmitgliedes der (Sclellicdatt, Herrn (Seh. Hosrat Prof. Dr. A. Tbaer. Kurze Mitteilungen:Prof. Dr.Harrassowitz Ein fossiler Boden auS dem Schwarzwald. VORTRAG: Pros. Dr. SessouS: Pflanzenkrankheiten iBedeutung, Erkennung und Berhütnngi. Gäste willkommen, noroo Der Dorfrand. Allen meinen Areunben und Bekannten, die mich bei meinem 80. Geburtstage durch Glückwünsche, Dlumen und Geschenke beehrt haben, meinen herzlichsten Dank. H. Äalser Anatomiediener i.R. Gießen, den 18. Dezember 1928. 0882: Herren-Hemden kauft man bei Levermann Spezialgeschäft f. Herrenwäsche, Seltersw. 81 110910 fCümnilstofleX rßyBienl8che Artikel \ ihamUicheGummiwaren lüroperie Wiaterholj/ Kreuiplatz 10 J ^^Abt rlyuleni Strumpfwaren / Krawatten und Wäsche kaufen Sie gut und billig bei Rich. Löwenthal & Co. Gießen IU8U6D Ecke Marktstraße / Bahnhofsirl. ihmdedi einen f Kreuzplatz 6 1MÄU Nr. 297 Drittes Statt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)Dienstag, 18. Dezember (928 Oberheffen. LanDkreis Gießen. 00 M l e t n ß i n b e n , 17. Dez. Im Anschluß an den Nachmittagsgottesdienst fand gestern die 'tseih - nochtsseier oerKleinkinderschulc statt. f)elle Freude strahlte aus den Augen der Stiemen, uls sie in die mit brennendem Cl)ristvaum geschmückte 'virche eintraten, und die Erwachsenen hotten eine besondere Freude, als sie aus dem Munde der Kleinsten die Wcihnachtsgeschichte vernahmen. Die Feier, mit viel Liebe und großer Mühe von Schwester Lydia Altdorfer vorbereitet, sand allseitige Anerkennung. Infolge einer Sammlung im Dorfe und der eingegangenen Stolletten, zusammen rund 200 Mark, war es möglich, auch dieses Jahr wieder jedem Kind mit einem Weihnachtsgeschenk eine besondere Freude zu bereiten. • Holzheim, 17. Dez. Bei der dieser Tage abgcixiltenen Treibjagd in unserer Gemarkung, 'Le^irk I Wald und Feld, Jagdbesitzer Christ (Griedel) wurden 31 Hasen zur Strecke gebracht. D Lich, 17.Dez. Auf der Eisenbahnfahrt nach Hungen erlitt am Sonntagmorgen der weithin be- kannte Wachtmeister i. R. Heinrich Meyer einen Schlagansoll, an dessen Folaen er kurze Zell später in der- Wohnung seines Sohnes, des Lehrers Albert Meyer in Hungen, verstarb. Der Heimgegangene war lange Jahre hindurch Polizeidiener und später Schutzmann bzw. Wachtmeister unserer Stadt. Er war infolge seiner Leutseligkeit, seines offenen Charakters und seiner gewissenhaften und treuen Pflichterfüllung eine beliebte Persönlichkeit bei jung und oll. Er stand im 69. Lebensjahre und war vor einigen Jahren in den Ruhestand getreten. Der Kriegerverein Lich verliert in dem Entschlafenen ein treues Mitglied. ) Lich, 17. Dez. Infolge des zur Zett herrschen- den kallen Wellers und des Einsetzens oem Sftnee- treiben war der heutige Schweinemarkt nur schlecht befahren, Käufer dagegen recht zahlreich er- schienen. Durch starke Nachfrage war der geringe Auftrieb in kurzer Zeit verkauft. Es wurden bezahlt für Ferkel bis zu sechs Warben alt etwa 22 Mark, non sechs bis acht Wochen 23 bis 26 Mark, für acht bis zehn Wochen 26 bis 28 Mark, über zehn Wochen alle Tiere etwa 30 Mark. # Langd. 17. Dez. Cs wurde hier seither als großer Hebelstand empfunden, daß von hier noch dem benachbarten Alfa keine direkte Straßenverbindung bestand und dieses etwa 1000 Einwohner zählende Dorf nur auf großem Umwege zu erreichen war. Nachdem nach Durchführung der hiesigen und der Ulfaer Feld- bereinigung die Schwierigkeiten des Geländeerwerbs aus dem Wege geräumt worden sind, soll nun dem Ausbau der Straße näher- getreten werden. Die hiesige Gemeinde läßt in Kürze die Planierung der vorgesehenen Krcis- ftrafic ausführen. Die Arbeiter sind bereits ausgeschrieben und umfassen eine Erdbewegung von säst 5000 Kubikmeter. Kreis Friedberg. o Friedberg. 17. Dez. Die geschichtlich-volkskundliche Arbeitsgemeinschaft unseres Kreises, der Lehrer aller Schulgattungen angehören, hielt unter dem Vorsitz von Pros. Dr. Blecher eine stark besuchte Sitzung ab. der auch Schulrat Haflinger vom hessischen Kultusministerium und Oberstudiendirektor Dr. Faber von der hiesigen Aufbauschule, der Dor.itzenbe der amtlichen Arbeiis- gcn.e'.nschaften des Kreises Friedberg, beiwohnten. Dankbar nahm d e Versammlung einen Vortrag von Schulrat H a s s i n g e r über „Volk und Heimat" als Problem unserer Zeit auf. Die tiefschürfenden Ausführungen waren dazu angetan, das In'.eresfe und die Freude an der heimatkundlichen Arbeit stark zu beleben. Das Thema verdient als Einführung in die praktische Arbeit in allen Arbeitsgemeinschaften des Landes Behandlung. Anschließend beschäftigte sich die Versammlung mit der „Vorgeschichte im Unterricht“. Lehrer Berntheusel, Assenheim, bot das einführende Referat dazu. Vr führte aus. daß der heimatlich orientierte Geschichtsunterricht an der Vorgeschichte nicht vorübergehen fami. forderte die Schaffung eines die hessischen Verhältnisse berücksichtigenden Lehrbuchs für den Schulgebrauch und zeigte an Beispielen aus der Praxis, wie die Urgeschichte Lache Vajazzo! Roman von 3- Schneider-Foerfil. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 24 Fortsetzung Nachdruck verboten Die schöne Frau fühlte, wie ihr der Bruder die Qlägcl seiner Hand in den Rücken bohrte. Ihr Körper schmiegte sich noch dichter an ihn. „Mein G-vurtsscheiu lau et aus Pa.is. Es wird schon -stimmen! Dein Vater sagt, er wäre in der schweren Stunde meiner Mutter bei ihr gewesen. Mtt Kosten Hütt- sie ihn überschüttet und mich auch Vier Lage später hat er ihr die Augen zugedrückt.“ r. , . „Isabella!--“ Beide Arme um Itc legend, preßte er sie an sich „Lind dich überließ er deinem Schicksal. Dich — dich —" Mit einer raschen Gebärde verschloß ihm ihre kleine Hand den Mund. „Richt verdammen, eh du alles weißt, Joachim! Daß et mich nicht zu sich ins Haus genommen hat, wie er deine Mutter lieben tarnte, das ist jq selbstverständlich. Wir siitd doch alle beide keine Kinder mehr, daß wir das nicht begreifen können. — Ael wahr? — And sonst? — Sonst, mein lieber Bub, hat er seine Vaterpssicht an mir bis zum letzten Rest erfüllt. Ich bin in einer erstrangigen Pension ausgewachsen, im Jahr viermal hat er mich in (Senf, besucht. Mit vierzehn Sommern hat er mich einmal nach Mailand mitgnommen. Da hab ich m der Scala die erst« Oper gfjört Von dort ab hab ich dann nimmer nachgebn, bis ich zu einem Professor hab in den Gesangunterricht gehn dürfen. Der hat mir nix als Lorbeer und Riesengagen prophezeit. 'Dann ist mein erstes Debüt komman, mein erster Erfolg und mein erstes Engagement an die Wiener Bühne. Ich hab in der Rahe von meinem Vater sein dürsn und in sein Haus kommen können — mein Glück war voll!" „Du hast es verdient, Isabella!--“ Sie ließ die Stirne gegen seine unruhige Hand fallen. „Schämst dich meiner, Joachim? Ist dir <38 arg, daß ich am Leben Bin?" im Lehrplan der Volksschule einzuglledern ist. Der Redner hat die Erzählung von Gg. Blecher „Walo der Pfahlbauer", deren Schauplatz die Wetterau ist, in den Mittelpunkt interessanter vorgeschichtlicher und allgemein kulturgeschichtlicher Betrachtungen gestellt, er hat ferner mit der Klasse die Ausgrabungen in der „alten Burg" bei Assenheim regelmäßig verfolgt und damit Begeisterung für die Vergangenheit der Heimat bei allen Schülern erweckt. Lehrer Oswald. Dad-Ranheim, der in der vorigen Versammlung die Einführung „heimatkundlicher Lesebogen", die als Ergänzung zum Lesestoff des Lesebuchs für die Klassenlektüre bestimmt sind, angeregt hatte, konnte die erfreu» liche Mitteilung machen, daß der erste Lesebogen bereits vorliegt. Prof. Dr. Blecher läßt darin die alte Weinstraße, die Dorgesckich e der engeren Heimat, in ansprechender Darstellung erzählen. Es wurde beschlossen, die Schriftenreihe zur Heimatkunde fortzusetzen. — Die hiesige Herberge zur Heimat, eine der ersten Wohl- fahrtseinrichtungen des Oberhessischen Qkreinä für Innere Mission, war der Kriegs- und Inflationszeit zum Opfer gefallen. Am 1. Januar 1929 kann sie nun wieder in Betrieb genommen werden, nachdem der Oberhessische Verein für Innere Mission in Gießen ein Haus an der allen Bahnhofstraße von der evangelischen Kirchengemeinde käuflich erworben hat. Bisher haben zährlich durchschnittlich 6000 Obdachlose in unserer Stadt die Wandererfürsorge in Anspruch genommen. C Friedberg, 17. Dez. Eine gut besuchte Kreislehrerversammlung fand hier unter dem Vorsitz von Lehrer G. I a k o b i (Friedberg-Fauerbach) statt. Als Gäste waren auch Vertreter anderer- Beamtengruppen anwesend. Oberzollinspektor Lange (Darmstadt) hielt zunächst einen Vortrag über „Das neue Beamtenheimstättengesetz. Er ze g e Wege, wie der Beamte zu einem eigenen Heim kommen kann und behandelte eingehend vor allem die Finanzierung des Eigenheims. In der Aussprache forderte Lehrer P o r t h (Dad-Rauheim) die restlose Verwendung der Erträgnisse der Haustzins- fteuer für den sozialen Wohnungsbau, lieber „Die hessische Beamtenkrankenkasse" referierte Rektor Listmann (Kelsterbach). Er wies zahlenmäßig nach, wie sich die Kasse nach der durchgemachten Krise wieder stetig emporgearbeitet habe, so daß sie heute schuldenlos dastehe und mit einem llleberschuß von nahezu 100 000 Mk. ins neue Geschäftsjahr treten könne. Die Kasse zählt etwa 8500 Mitglieder und hat einen Jahresumsatz von rund 1,5 Mill. Mk. — Einer außerordentlich starken Beteiligung tonnte sich die staatsbürgerliche Bildungstagung erfreuen, die die Landesabteilung Hessen der Reichszentrale für Heimat- dienst für den Kreis Friedberg hier veranstaltete. Rund 400 Personen füllten den großen Hörsaal des Polytechnikums. Die zwei Referate, die starken Anllang fanden, behandelten das Problem des Retchsresorm. Prof. Dr. Körber (Frankfurt a. M.) behandelte den deutschen Reichsgedanken In Vergangenheit und Gegenwart, Dr. Kl einst ück (Frankfurt a. M) sprach über „Staat und Selbstverwaltung". Staat und Selbstverwaltung seien Seine Gegensätze, sondern eine gegenseitige Ergänzung. Der VolkSstaal fordere nicht Abbau, sondern Ausbau der Selbstverwaltung. Sf. Friedberg, 17. Dez. In der jüngsten Stadtverordnetensitzung unter dem Vorsitz des Beigeordneten Langsdorf wurde zunächst über einen Vorschlag der Verwaltung in Verbindung mit Anträgen der Kommunistischen und Sozialdemokratischen Partei betr. Gewährung einer Winterbeihilfe an Erwerbslose usw. verhandelt. Beigeordneter Dr. Leuchtgens referierte eingehend über die Materie und empfahl der Versammlung die Annahme des Vorschlags der Verwaltung im Rahmen des Landtagsbeschlusses und der Regierungsverfügung. Danach stellt die Verwaltung den Erwerbslosen noch vor Weihnachten, vorbehaltlich der definitiven Regelung durch Verfügung des Kreisfürsorgeverbandes, den ‘Sctrag von 10 Mark für verheiratete Erwerbslose zur Verfügung (2 Mark für jedes unterstützungsberechtigte Kind und 10 bzw. 5 Mark für ledige Erwerbslose). Rach langer Debatte wurde der Vorschlag mit allen gegen die Stimmen des „So sollst du nicht sprechen, Isal — Ich habe Gott nur zu danken, daß sich noch jemaird der 6Lern annimmt, toenn ich die Augen zuge.an habe. Sage ihnen, daß ich dich schicke, daß — — —" „Also dann gibt's kein Zurück mehr, mein Bub? Alles schon fest beschlossen." „Ja!" „In Gottes Ramen macheit wir halt den Sprung, wir zwei." „Rur ich allein! — Du mußt dem Vater fteibn!" Sie sah ihn an und strich gedankenverloren über seine Finger. „Geh einstweilen nüber in das Eßzimmer, Joachim. — Ich komme gleich." „Was willst du---T „RichLl Gar nichts! Warum schaust mich denn so erschrocken an — ?" Etwas in ihrem Gesichte machte ihn angstvoll, mißtrauisch „Isa — du willst vor mir gehen!" Mit einem Sprung war er an ihrer Seite, riß sie an sich und bedeckte ihr Gesicht mit Küssen. Als er sie wieder freigab, taumelte er gleich einem Trunkenen gegen die Wand. Sie schob den. Ann unter den seinen und ging mit ihm nach dein anstoßenden Raum, in dem die große seiden- beschirmte Lampe friedlich zwei Gedecke beleuchtete, die auf dem weißen blumengeschmückten Damast standen. „Jetzt wolln wir noch einmal in aller Ruhe nachtmahln, Joachim! Das darfst mir nicht ab« schlagn. ilnb dann, wenn du auf deinem Vorhaben bestehen bleibst, fahr ich mit dir in die Cottage hinaus oder nunter an den Kai oder, wo du es hrll besser sindst. Revolver hab ich keinen. Aber Gift hall ich drübn im Schrank liegn. Ein Gläser! Opium. Das reicht für fünf zum Ein- schlasn, wann dir das recht ist." Wortlos trat er mit ihr in das Eßzimmer und setzte sich ihr gegenüber. Mit mütterlichem Besorgtsein legte fte ihm vor und goß schweren dunklen Wern in fein Glas. Er nippte mir. „Maria Rich Hofen hat die Verlobung mit mir gelöst!" sagte er und mied dabei den Dllck ihrer Augen. Mitleidig sah sie nach ihm hinüber. .Das geht alles vorüber, Joachim?" Kommunisten angenommen. Ein weiterer Antrag des Stadiv. B e u t t e l (Komm.) betr. Gewährung eines Beitrags an die Internationale Arbeiterhilfe für ihre Hilfsaktion im Ruhrgebiet wurde auf Vorschlag des Vorsitzenden zur 'Verhandlung im Finanzausschuß verwiesen und infolgedessen von dem Antragsteller zurückgezogen. Don besonderer Bedeutung war ferner iu>ch ein Antrag der Ortsgruppe Friedberg des Bundes der Kolonial- freunde auf Gewährung eines jährlichen Zuschusses der Stadt von 20 Mark. Dieser Antrag wurde nach lebhafter Debatte mit 12 gegen 7 Stimmen abgelehnt. — Aus der mittleren Wetterau, 17. Dez. Zur Zeit finden allenthalben die großen Treibjagden auf Hasen statt. Sie zeigen im allgemeinen, daß wir ein verhältnismäßig gutes Hasenjahr batten. So wurden dieser Tage in der Gemarkung Oft beim 153 Hasen zur Strecke gebracht. Roch besser war das Ergebnis in Gettenau, wo am Samstag nicht weniger als 300 Hasen eine Deute der Jäger wurden. Kreis Büdingen. # Ridda. 17. Dez. Am Sonntagnachmittag sand hier eine ordentliche Vorstandssitzung des Sängerbundes „M ittleres Ridda- t a l" statt, zu der sämtliche 10 Bundesvereine ihren Vorsitzenden und Dirigenten ent andt hatten. Die Verhandlungen unter Leitung des Bundes - Vorsitzenden, Lehrer Lentz von Gmh-Ridda, trugen vorberellenden Charakter. Der ordentlichen Bundesversammlung, die am bril.en Feiertag in Ober-Widdersheim abgehalten wird, werden nachstehende Beschlüsse zur Annahme empfohlen: Bezüglich des Dellritts zum Hessischen und 'Seid- schen Sängerbund soll wegen der hohen Kosten für unsere finanziell schwachen Landoer eine weiterhin eine abwartende Stellung eingenommen werden. Das Dundesfest, verbunden mit der Feier des 20jährigen 'Bestehens, soll am 26. Mai entweder in Dauernheim oder Wallernhausen abgehalten werden und we^en der Jubiläumsfeier gletc^ellig ein Werbungssingen ftattfinben. Eine Ehrung langjähriger aktiver Sänger und verdienter Mitgl.eier ist re> a:it. Als Bundesbsllrag wird ein Betrag von 30 Pfennig je Vereinssänger vorgeschlagen. Die Frage, ob ein oder zwei Wertungsrichter zum Dundessingen Hinzuge-,ogen werden sollen, ist in den einzelnen Dundesvereinen zu besprechen, damit dieser Punkt bei der Vertret erver sammlung im Sinne der Mllglieder gc« klärt wird. # Ober-Widdersheim, 17. Dez. Die im Jahre 1881 gegrüiibeten Hartbasaltwerke Johannes Rickel verfrachteten in diesen Tagen von der Erzeugung des laufenden Geschäftsjahres den 10 000. Bahnwagen, womit im Betriebe zu Oberwiddersheim eine Iahres- produltion in 1928 von etwa 200 000 Tonnen erreicht wurde. Das hiesige Werk ist in den letzten Jahren umgebaut worden und entspricht »den Anforderungen des neuzelllichen Stra- auS. Auch daS der Firma gehörende Hartbasaltwerk au Dreihaufen, Kreis Marburg, ist im Laufe deS IahreS entsprechend erweitert und mit den neuzcitllchsten maschinellen Anlagen eingerichtet worden, wodurch die Firma 3. Mickel mit zu den führenden und bestein- gerichteten Werken der deutschen Dasaltindustrie gehört. Gelegentlich der Vorführung deS Lehrfilms deS KreiSschulamtS Büdingen dahier im Saale von Ferdinand Weis wurde erstmals der Werbefilm der Firma Rickel vor die Oeffentlich- kell gebracht. Er legte in anschaulicher Weise von der Leistungsfähigkeit und wirtschaftlichen Arbeitsweise des hiesigen Hartbasaltwerke« Zeugnis ab. Kreis Schotten. □ Laubach, 17. Dezember. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde der Züsch l a g des Submiisionsholzverkaufs aus den Gemeindewaldungen am 4, Dezember denen, die eingercicht haben, erteilt. Weiter wurde die Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt von Laubach Beraten; es wurde jedoch be- schlo sen, t.ine Geschwindk' iista. ein anzubringen. Sodann wurde die Anschaffung von 150 Meter Schläuchen beschlo sen, zum Prelle von 2,25 Mk. für den Meter. Hierauf wurde die Frace des Ortsbauplans erör.ert, insbesondere das Gelände an b?r Provinzialstrahe LauDon draußen kam die Stimme ih.-er Zofe, die einem Herrn der sich scheinbar nicht abweisen ließ, llarzumachrn suchte, daß die gnädige Frau für niemand zu sprechen sei. „Darf ich den Richthosen bereinbittn lassn, oder soll ich ihn abweisn, Achim?" „Er ist ohne jede Schuld an unserem Zerwürfnis, Isabella. Für seine Schwester ist er nicht verantwortlich" „Dann laß ich ihn hereinkommen", und ohne auf eine Erwiderung zu warten, öffnete sie eigenhändig die Türe und ließ sie zur Hälfte offen stehn. „Herr Leopold, für Sie bin ich schon z' Haus, wann auch für sonst niemand. Kommen S' nur rein zu unS, der Herr Baron Hettingen hat mir die Ehre gebn und nacht - mahlt mit mir. — Sopherl, leg noch ein Gedeck auf für den Herrn Rich hofn," gebot sie dem Zimmermädchen, das eine zweite Flasche Wein in den Eislühler stellte. Die Hände der beiden Freunde umspannten sich mit festem Druck. Die Diva war ganz sorgend liebenswürdige Hausfrau. „Morgen fahr ich In die Anstalt", sagt esie und neigte sich dabei etwas über ihren Seiler, „und frage, wie es Ihrer Frau Mutter geht, Joachim." „Das kann ich Ihnen heut schon berichtn, Frau Kammersängerin. Ich war draußn, und der Chefarzt hat mir die Gewißheit geben, daß die Frau Baronin in spätestens drei Wochn wieder entlassn werdn kann. — Was sagst dazu, mein Lieber?" Joachims Gesicht leuchtete weiß wie der Damast unter feinen Händen. Er würde feine Mutter wieder zurückbekommen. — Seine Mutter! — Ein förmlicher Schwindel ergriff ihn. „Leopold, wenn das wahr wäre!" „Is eh wahr, mein Aller!--“ „Wenn ich die Mutter wieder haben Dürfte, Isa!" Er strich die Gegenwart Rich hosenS ganz außer acht lassend, über ihre Finger, hob sie hoch und legte sie an, seine Wange^ Leopolds Aucken verschwommen für einen Moment. Sv rasch hatte Joachim Ersatz für die Schwester gefunden! So rasch! Sin Bovinen ging ihm durch daS Herz. Lind die Mizzl lag daheim bach—Schotten (Flur VII und VIII der Gemarkung Laubach). Jedoch wurde hierüber kein cnbgüLlger Beschluß gefaßt, sondern die Entscheidung znrück- gestellt. — Gestern führte der Zweigverein Laubach des Vogelsberger Höhen- clubs seine letzte Monatswanderung in diesem Jahre aus. Unter Führung von Prof. Roes- che n durchwanderte man die Gemarkung von Laubach. Ter Führer erklärte zuerst die allmähliche Entwicklung unseres Städtchens aus einem Haufendorf zu einem Reihendorf (vom 8. bis 14. Jahrhundert) und dann zu einer Festung und dem Hauptort einer Reichsgrafschaft (vom 15. bis 16. Jahrhundert). Die 5eftung hatte nur zwei Ausgänge, die Oberpforte und die lllnterpforle. Von der Oberpforte lie'en aus die Straßen Lau- bach—Ridda, Laufach-Sto len, Lau ach—tlll- richstein, von der Unterbiete die Straßen Laubach—Grünberg, Larrbach-Lich, Laulach—Hun- gern Weiter machte Prof. Rocschm noch besonders aufmerlfani auf die alte Laubacher „Landwehr", einen teilweise 3 bis 4 Meter hohen Grenzwall, der die Gemarkung von Laubach umschloß und heute noch an einzelnen Stellen deutlich zu erkennen ist, so am „Alten Gericht", am „Eichberg". am „Gaulslopf" usw. Ebenso zeigte der Führer die Stätte des Galgens im sog. „Galgenwäldchen". 3nt franchsllchen Revolutionskriege, im Jahre 1798. wurde er durch französische Truppen abgerif'cn und das Holz zu einem Biwakseuer verwandt, nach Erwhlmrg des (1890 verstorbenen) Konrektors Schaad. -j- Groß-Eichen, 17. Dez. Sem Zollsekre- tat i. R. Aug. Hofmann wurde anläßlich feiner 25iähriaen Mitgliedschaft im Verband der Zivildienstberechtigten (Verein Gießen) ein Diplom und eine goldene Vereinsnadel verliehen. Herr Hofmann, ein geborener Groh-Eichener, war lange Jahre Im Elsaß als Zollbeamter tätig. Rach feiner Auswellung durch die Franzosen nahm er mit seiner Gattin! in unserem Orte seinen Wohnsitz. Klein-Eichen, 17. Dez. Dieser Tage! wurde in unserem kleinen, aber schmucken Kirchlein ein neues Harmonium auf gestellt, da das alte nicht mehr ausgebessert werden konnte. Das Instrument wurde von der Firma R. Schönau in Gießen zum Preise von 485 Mark geliefert. Etwas über 305 Mark sind innerhalb zwei Jahren durch freiwillige Gaben der Gemeindeglieder gesammelt toorben; den Rest stiftete die Gemeindekasse. Am 4. Advent soll das neue Instrument dem gottesdienstlichen Gebrauch übergeben werden. • Lardenbach-Klein-Eichen, 17. Dez. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" veranstaltete im vorigen Jahre gelegentllch des Weihnachtsfestes einen Familienabend, dessen Darbietungen allgemeinen Anllang sanden, ermutigt durch die günstige Ausnahme dieser Veranstaltung soll am diesjährigen Weihnachtstag wiederum ein Familienabendstattstnden, der Gesangsvorträge des Verein«, Theateraufführungeir, eine Kinderbescherung unb musikalische Darbietungen eines TrioS bringen wird. Das starke Interesse unserer Einwohnerschaft an dem Verein ist in der letzten Zeit durch zahlreiche Reu- anmelbungen von Mitgliedern zum Ausdruck gekommen. Kreis Alsfeld. r. Ober-Ohmen, 17. Dez. Ser Gemeinderat beschäftigte sich in feiner jüngsten Sitzung mit den bei Hochwasser der Ohm in unserem Orte eintretenden lleberschwem- mungsschäden. Zur Abstellung der Liebel - stände beschloß er, die Ohm mit der Kanal i- sation zu verbinden und eine dem Abzug des Wassers hinderliche Krümmung im Flußbett zu brechen. Der Don der Bürgerschaft allseitig begrüßte Beschluß ist mit größeren finanziellen Opfern verbunden, da außer den an und für sich teuren Erd arbeiten Geländeankauf notwendig ist. In Anbetracht dessen, daß die Barbestände der Gemeirrdekasse diesen Anforderungen nicht gerecht werden können, beschloß der Gemeinderot weiter, eine außerordentliche Hvlzfällung durch das zustände Forstamt beim Ministerium zu beantragen. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen. und war halb von Sinnen vor Selbstvorwürfen, und der Ibachim hatte sie längst aus feinem Denken gelöscht. Sv unberechenbar grausam war das Leben. Er Durfte sie das nicht wissen lassen! Es gäbe ein Unglück Unb den Freund verdammen tonnte er wiederum nicht! Der hatte sich in seiner Verzweiflung in die nächstbesten Arme geworfen, die er offen gefunden hatte, und er selbst trug feinem Teil Schuld daran, denn er hatte die Jesko ja darauf aufmerksam gemacht, wie es am Hettingen ftaird. War alles schon im voraus berechnet, was die Vorsehung brachte. Aber fein lauterer Charakter stieß sich doch wund an dem, wie es nun einmal war. Als er sich nach einer halben Stunde empfahl, erhob sich auch Joachim. „Ich gehe noch ein Stück mit dir, Poldl." „Du kommst wieder," entfuhr es der Diva. „Du darfst ganz ohne Sorge fein, mein Liebes! Ich komme wieder", sagte Ioachin, mit Rachdruck und draußen in der matten Helle der Diele sah Richthofen, wie Hettingen das süße Frauen- gesicht mit den großen angsterfüllten Augen zu sich emporhob unb küßte und die Sängerin ihn an den Händen hielt, bis sie zur Türe tarnen. »Ich warte am Fenster auf dich Achim!" „3a, Isa! In einer halben Stunde bin ich wieder bei dir. Ich habe dich noch soviel zu fragen!" In zartem Rot glühten ihre Wangen auf. „Auf Wiedersehen, Herr Leopold!" Er neigte seine Lippen über ihre kühlen Finger. „Grüßen S' mir daS Fräulein Schwester!" bat sie freundlich Einen Augenblick sah er sie völlig abwesend an. »Konnten Frauen wirklich fo grausam gegeneinander fein?“ ®r hätte so gerne volle Klarheit gehabt, abeü den Freund, der neben ihm herging, zu fragen, das wäre zum mindesten taktlos gewesen! alnb eil hatte ja auch kein Recht mehr dazu. So untev- | lieh er es. Vielleicht gelang eS, die 2ÜImI für einige Zeit von Wien wegzubringen, eh sie davon I erfuhr. 1 (Fortsetzung folgt) Rheinhessen. MSN. Mainz. 17. Dez. Gin Eifersuchtsdrama. dem ein blühendes Menschenleben z um Opfer fiel, spielte sich gestern abend nn Hose eine# Hauses in der Lyzeumsgasse ab. Gegen 9 älhr kam es wegen, eines Mädchens zwischen den 17jährigen Arbeitern Willi Schulze und Bedolmo zu einem Streit, der in eine Schlägerei ausartete. Bedolnw griff zum Ntesser und versetzte dem Schulze einen tiefen Stich zwischen die Schulter, der die Lunge verletzte. Währeird der Messerheld floh, wurde der Schwerverletzte in das Städtische Krankenhaus gebracht. Cr konnte aber nur als Leiche eingeliefert werden, da er unterwegs während des Transportes an innerer Verblutung verstorben war. Der Täter wurde verhaftet, als er die elterliche Wohnung aufsuchen wollte. Preußen. Kreis Biedenkopf. XX Rodheim a. d. Bieber, 17. Dez. Der Gc- h.mtDorftani) des Kreis-Krieger-Derban- des Biedenkopf hat in feiner jüngsten Sitzung beschlossen, seinen Frühjahrs-Abgeordnete n t a g am ersten Februarsonntag in Rodheim bei Gastwirt Wilhelm Bender abzuhalten. Der Verband zählt zur Zeit in feinen 52 Zweigvereinen 2125 Mitglieder mit 45 Altveteranen und 1520 Teilnehmern am Weltkrieg. Die Kreisgruppe der Kriegs- beschädigten und Hinterbliebenen zählt 757 Mitglieder, wovon 755 den Vereinen und zwei keinem Verein angehären. Ehrenvorsitzender des Kreis-Kr-eger- Verbandes ist unser früherer Landrat, Kammerherr von Heimburg in München. Kreis Wetzlar. WSW Wetzlar, 17. Dez. Snfo'gc geöfje- reräleberschreitungen von Vo-an chlägen bei einigen großen städtischen Projekten ist zwischen der Stadtverordnetenversamm- lung, die sich in ihrem Etatsrecht besetzt sieht, und ter Stadtverwaltung ein Konflikt ausgebrochen. Bereits die leh'e S'adtv"rordneten- sihung wurde durch einen Antrag aller bürgerlichen Fraktionen der wichtigsten Tagesordnungspunkte beraubt mit der Begründung, daß bis zur Vorlage einer genauen Uebersicht über die städtische Dermog'nslage al: angefqngenen Arbeiten einzustellen und neue Arbeiten nicht zu beginnen sind. Jetzt hat auch die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion int Verein mit der Wetzlarer Ortsgruppe der SPD. zu einer öffentlichen Kundgebung aufgerufen. Aus dem Hüttenberg. 17. Dez. Der »Verladerina Hüttenberg" der genas e n sch a f t' i h e n Vi'hverwer'unq ver ud dieser Tage auf der Station Großen- inten den er st en Waggon Vieh aus den Gemeinden des Hüttenbergs nach dem Frankfurter Schlachtviehmarkt. In Frank'urt wurde bas Vieh von der „Di h^entrale Hannover" verkauft. Schon nach drei Tagen waren die verkaufenden Landwirte im Besitze der Abrechnung und des Geldes. Trotzdem der letzte Schlachtviehmarkt sehr zahlreich beschickt und daher flau war. wurden den Derhältnisen ent prechend befriedigende Preise erzielt. Sobald die Bildung der Kreis- genofsenschaft für genossenscha t iche Viehverwertung vollzogen ist, sollen weitere Verladungen erfolgen. Bei der ersten Verladung wurden nur Hinter angeliesert. Für die Folge sollen auch Kälber und Schweine verladen werden. < Hochelheim, 17. Dez. Der Gesangverein .Frohsinn" veranstaltete im Saale der Gastwirtschaft von Philipp Jung einen Liederabend, der sich eines sehr zahlreichen Besuches erfreute. Nach einem flotten Marsch hielt der Vereinsvorsitzende, Fritz Mack, di« Begrü- hungsansprache. Unter ter Leitung des Dirigenten Heinrich Köhler aus Grohen-Linden trug dann der Verein zahlreiche Lieder in bester Weise und unter großem Beifall vor. Die Pausen wurden durch Musikvorträge ausgefüllt. 'Der Abend war ein voller Erfolg für die Leistungen des Vereins unter der bewährten Leitung feines Dirigenten. Pfarrer Deidtwiederan derpau^skirche. WSN. Frankfurt a. M., 17. Dez. Bei der geltem siattgehabten Wahl eines Pfarrers für die Paulsgemeinde erhielt von 792 abgegebenen Stimmen der frühere Paulskirchenpfarrer Professor Karl V e i d t (H e r b o r n) 537 Stimmen und ist somit erneut zum Pfarrer an der Frankfurter Paulskirche gewählt worden. Ein Raubmord bei Marburg. WSN. Marburg. 17. Dez. Vor einigen Tagen wurde gelegentlich einer Treibjagd im Stadtwald in einem Dickicht eine vollständig in Verwesung übergegangene männliche Leiche gefunden. Die gerichtsärztliche Obduktion hat Schuhverlehungen in der Schädeldecke ergeben. Man hat inzwischen ermittelt, daß es sich bei dem Toten um den Gutsoberschweizer Wilhelm Gesang handelt, der auf einem Gut in der Nähe von Marburg beschäftigt war. Gesang war mit einer ihm von seiner Herrschaft anvertrauten großen Geldsumme nach Marburg gefahren, wo er verschiedene Einzahlungen vorzunehmen hatte. In Marburg ist er an keiner der ihm angegebenen Stellen gesehen worden. Dringender Verdacht, Gesang ermor - bet su haben, lastet guf dem seitdem flüchtigen Melker Wilhelm Bredling vom gleichen Gehöft, einem 18jährigen, arbeitsscheuen und rabiaten Burschen, der des öfteren mit dem Ermordeten Streit hatte, wobei er ihn mit einem Revolver bedrohte. Die Iustizpresfestelle teilt zu der Angelegenheit mit: Der gegen den Autoschlosser Bredling. richtig vielleicht Brodling, erhobene Verdacht des Raubmordes erscheint nicht unbegründet. Ein Selbstmord des Melkers Gesang ist nach dem Ergebnis der gc’ richtsärztlichen Leichenöffnung unwahrscheinlich. Die Papiere des Toten wurden am 4. Juni d. I. auffallenderweife in der Lahn gefunden. Brödling hat sich auch um die Zeit der Tat dadurch verdächtig gemacht, daß er einem Mädchen, mit dem er verkehrte, gesagt hat, fein ganzer Anzug fei infolge einer Schlägerei voll Blut. Die bisherigen Nachforschungen nach Brodling waren ohne Erfolg. Cs liegt also daran. Brodling zu ermitteln. Erwerbslosentumuli vor -em Kasseler Rathaus. WSN. Kassel, 17. Dez. Heute abend versuchte eine größere Anzahl demonstrierender Erwerbsloser, in geschlossenem Zuge vor das Rathaus zu gelangen. Sie wurden von der Schupo jedoch daran gehindert. Zur Sicherung des Verkehrs versuchten die Beamten, die Masscm zum Weitergehen zu veranlassen. Als die Demonstranten Widerstand listeten und die Beamten mit Schneebällen bewarfen, mußte die Polizei mit Gummiknüppeln vorgehen. Auch eine starke Abteilung berittener Polizei mußte ei igesetzt werten, worauf es allmählich gelang, die Demonstranten zu zerstreuen. Große Strafkammer Gießen. Gießen, 11. 'Dez. Ein Kaufmann aus dein Rheinland, der auf ein bewegtes Leben zurück- blickt und wegen Betrugs schon öfters und erheblich vorbestraft ist, mietete sich in ein vornehmes Sanatorium in Bad-Nauheim ein. Dort tourte er bald mit bef.ercr Gese l chaft bekannt und verkehrte auch mit dieser in guten Hotels und Restaurants des Bades. Er nahm nun bei einem Hotelier und bei dem Vorstand einer Bank Darlehen von je 300 Mk. auf. Alsbald nach Empfang des Geldes verließ er Bad- Nauheim, ohne die Darlehen zurück;u;ahlen. Mehr,acho Mahnungen waren erio'g'os, desgleichen Klage und Pfändung. Das Schöffengericht Gießen erblickte hierin zwei Betrugs- Handlungen und verurt.i te den Kaufmann wegen Betrugs im Rück'all zu einer G e f a in t ft r a f e von sechs Monaten Gefängnis. Der An- geklagte legte gegen dieses Urteil Berufung ein und beantragte Freisprechung. 3n der hm'.igen Verhandlung berief sich ter Angeklagte darauf, daß er wegen Abschlusses eines großen Geschäftes in Unterhandlungen stand und daß er hiervon eine groß- Provision erhalten hätte, so daß er hiervon die Darlehen leicht znrück- zahlen konnte. In der Beweisaufnahme ergab sich aber, daß cr mehrfach den Offenbarungseid getriftet und zur frag'ichcn Zeit völlig mittellos war: auch konnte er nicht mit Sicherheit auf die Provision rechnen, wie sich denn auch in der Tat das Geschäft zerschlug. Da auch die Dar- lehnsgeber heute erklärten, sie hätten dem An- ceflagten die Beträge von 300 Mk. nicht geliehen, wenn sie seine Verhältnisse und insbesondere seine Zahlungsrn ähig'eii gekannt hätten, kam das Berufungsgericht zur Verwerfung derBerufung. Die Berufung eines weiteren Angeklagten wurde kostenfällig zurückgewiesen, da er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen war. Ein dritter Angeklagter nahm feine Berufung zurück. Berliner Börse. Berlin, 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) Auch der heutige Frühverkehr bot das feit Tagen gewohnte lustlose Bild. Die Märkte lagen ohne Anregungen und bei der großen Geschäftsstille taxierte man wenig veränderte Kurse. Bücheriisch. — Der Gesundbrunnen. Jahrbuch des Dürerbundes. 22. Jahrgang 1929. In Verbindung mit zahlreichen Mitarbeitern bearbeitet von Wolfgang Schum a n n. S)erau3gegeben vom Dürer- Ir und. Sieben State-Verlags- und Druckereigesell- schäft nt b. H.. Berlin. (678) — Aus kl rn vielseitigen Inhalt tes empfehlenswerten, hübsch aus- gestatteten und insbesondere gut bebilderten Kalenders erwähnen wir Beiträge von Max Barthel, Dauthendeh t, Wilhelm Schäfer, Schlaf, Anna Sinnsen. K. E. Fischer. 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