LzK •ln der [ et bi. , inimer ' »len Am ^gebot £?$ Urige, e A»s' ^uerbjn m JogeänuM MW U ?"*5S ?ä^ w>'?t Aa. "Qhk gL^^mz Zungen \b.ettil5 ’WS !°7 5.^5 -6N-'L>nd^ Se*» $« 3 ?tefe s suüuS ÄS |fc ^">chkN nchix' ^l'Wnp oon ",5 OLO o.f). höher Renfenpfm:dbrie|e°e! T?“* S5 8(5 °-h. gr|ud)i Warenwechsel rannte 1 v- ■')■ Im Verlpujk nc Ausnahme weif« M waren DchplM. n« wbekge|eH|dinft 1 .^.Ludwig Löwe, mü AdfGgen bis zu ' Ausnahme n*n ®«|e 4 n.j). über 37?- etreihebüri?. ■ OH. 3ei ctoti höh«, loor die -Zalfung am W Sie llmsalMz- cm Xmimum, wobei itfermittel waren eitoii len weiter zur schwach. Preisreduzierung vr: Auch Deizenllne üj markt wurde der Prc - 0,25 M herabgescL ieningen imbzränbc 23,60 bis 23.F5; Äe zerjir für Drauzwec 23,25 bis 23,50; OHti ,50 biL 21,15; 2B> 0, 34 N 34,50; N LeizenLeie 14,25; Äo," idenz; stetig. Siffeuschsst. ilmuJivolhe in IRiimficn. iu|ntDoiietourbe am ditorium maximusn bet m Anwesenheit zahl' ui) aus Ocstmeich uni Nigrußungsanspmhll nstituts für SrzieWi ! Äeftenberg (2-1' nWfteti ©olben' Dr, Lammers (n» des Innern! und te Machen, Scharnaa ben tarn die Dabunds- t in DAts« uM f aus dic auch den Unterrichtsministmm einem aus der W» ,ies. Sc betoo, Ml« ««reich und m 'M1 dsches Dvlk geb«^ in- j; £(11)1 l 111.98 83.55 67.43 12.392 73.02 s i.y t „Ttcnlfut1 tL^' AuSZahlu^ nv 163, V •».01 112,01 59.U •j,S 112.« 80,S U7.71 12.4« 73,8 167,81 21,95 111.60 '168.51 112.1 1M 1U.1J 10.-;! - 2U,3> ro>' W7 1,7*3 >8.515 111.81 llMj! Zl/5'5 20,«; 1,19« 16,*« 80,4* 67,10 1,0 0,501’ 0,^ 3.03' 18,91 SÄ mt. j" M Ä 18.’’ 81.« 2.1^ »,1^ 4.Ä i.rZ 20,8' ruä7| GS.ii 1,7“ 8,13o SS 0,5’-' ,/.0i 0,3’8 jlUJ o.i-' 60,’i ii-'j 1,0 .40-ö ,9 06 2,153 7,293 Nr. 246 Erster Blaff 178. Jahrgang vonnerrfag, 18. Moder 1928 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick »nd Verlag- SrühI'Iche Unwerfilätr-Vuch. und Stetnörodcrel R. Lange in Siegen. Schristlettvng und Seschästrftelle: Schuiftratze 7. Fernsprechanschlüss«: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach« richten. Nnzeiger Siehe«. poßschecNoitto: granffart am Main 11686. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe §r Anzeigen von 27 mm reite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 2Oe/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen. Erschein! täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener FamMendlättei Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezvgspretr: 2 Reichsmark and 20 Reichspfennig für Trägev lohn, auch bei Richter« Dr. Eckeners neue Pläne. Rach großem Paffagierflug über den mittleren Westen baldige Rückkehr nach Deutschland. - Verhandlungen über einen amerikanischen Kredit für den Bau von vier Lustschiffen und zwei Hallen bei Basel und Washington. Reu yor k. 18.Off. (TU.) Dr. Lckeaer erklarle in einer Unterredung, daß die Einrichtung eines regulären Ozeanverkehrs mit Luftschiffen vor Ablauf von wenigstens drei oder vier Jahren unmöglich fei. da zunächst die Aufbringung von Geldmitteln für den Bau von vier Luftschiffen in Deutschland und zwei Luftschisfhallen in der Rähe von Basel und Washington oder Baltimore notwendig seien. Der Bau einer Halle in der Rähe von Basel sei notwendig, da Friedrichshafen auf einem Höhengrade liege, der bei dem Aufstieg eines Luftschiffes den Verlust von mindestens vier Tonnen Betriebsstoff bedeute, während Lakehurft wegen seiner starken Winde als Landungsplatz ungeeignet sei. Dr. Eckener erklärte ferner, datz zwei neue Steuerflügel in den „Graf Zeppelin" eingebaut würden und die Reparaturen bis Samstag mittag beendet feien. Das Luftschiff werde wahrscheinlich einen R u n d f l u g nach Lleoeland. Akron. Lhikago und Detroit machen und dann nach Diederauffüllung des Brennstoffes sobald als möglich nach Deutschland zurückkehren. Die Rückreise werde wegen des schlechten Wetters im Rorden wiederum auf der südlichen Route erfolgen, wenn auch der Weg doppelt so lang sei. Eckener fügte hinzu, datz der „Graf Zeppelin" bereits am Sonntagnachmittag in Reuyork eingefroren sein würde, wenn unterwegs nicht einer der Steuesflügel beschädigt worden wäre. Die Beschädigung sei vielleicht darauf zurückzuführen, datz von der Küche aus eine Zinkpsanne geworfen wurde, die den Steuerftügel getroffen habe. Wie die Blätter weiter aus Reuyork melden, hat Dr. Eckener die Absicht, bei dem geplanten Flug über die Staaten des mittleren Westens soviel Passagiere wie möglich milzunehmen. Man wird zwei Tage über dem Gebiet zwischen Reuyork und Detroit kreuzen. Dr. Eckener beabsich- tige diese Luftreise in der ersten Hälfte der nächsten Woche zu unternehmen und hoffe, unmittelbar darauf nach Deutschland zurückfahren zu können, während seines Aufenthaltes werde Dr. Eckener Besprechungen mit einer Anzahl amerikanischer Kapitalisten haben. Ls handle sich um die Gewährung von Krediten. Bon den 14 Millionen Dollar, die als wünschenswerte Summe genannt worden seien, seien 8 Millionen für den Bau von vier neuen noch größeren Luftschiffen und die übrigen 6 Millionen für den Bau von Landungsplätzen in Amerika und Europa bestimmt. Man glaube, datz bei Einrichtung eines regelmäßigen Transatlantischen Luftschiffverkehrs die Zahl der Passagiere verhältnis- rnätzig gering sein werde, da ausgerechnet worden sei, datz es viel vorteilhafter wäre, Briefe zu 50 Lent (2 Mk.) das Stück zu befördern, als Passagiere zu einem Fahrpreis von je 3000 Dollar. Günstige englische Urteile. London, 17. Oft. (WB.) Lord Thomson, der vm Kabinett Macdonald Luftfahrtnnnister war, erflärte: Die Fahrt des „Graf Zeppelin" war m jeder Hinsicht höchst erfolgreich. Ich betrachte den Flug als Vorbedeutung für den späteren Erfolg eines regelmäßigen transatlan- ttschen Luftdienstes. 3m Gegensatz zu einigen Presseäußerungen Dertrat Lord Thomson die Aus- fassung, daß der „Graf Zeppelin" bei einem Vergleich mit der Rekordfahrt der „Mauretania", bei der der Dampfer den Ozean in über fünf Tagen bei günstigem Wetter überquerte, günstig abschneidet, — Der durch seinen Fernflug nach Australien und Südafrika bekannte Flieger S i r Ellen Cobham äußerte sich: Dieser Flug, der eine sehr schöne Leistung war, zeigt große Möglichkeiten für einen regelmäßigen Luft- schiffdienst zwischen Europa und Amerika. 3m Augenblick handelt es sich hauptsächlich um eine finanzielle Frage. Aber es ist bewiesen worden, daß ein Luftschiff von Europa ohne Rücksicht aus die Wetterbedingungen abfliegen und sein Ziel erreichen kann. 3ch bin überzeugt, daß wir in den nächsten 3ahren einen transatlantischen Lustdienst haben werden. Wie kam der Zeppelin zustande? Die glückliche Ueberflieaung des atlantischen Ozeans vom „Gras Zeppelin", der in jeder Be- Ziehung ein Luftschiff des ganzen deutschen Volkes rst, ruft noch einmal die Erinnerung an jene Zeiten wach, in denen Dr. Eckener mit seinem Appell an das deutsche Volk herantrat, das Geld sür den Bau dieses Luftschiffes aufzubringen. Vom Oktober 1925 bis zum Juli 1926 dauerte die Sammlung für die Eckener-Spende, und man kann wohl sagen, daß sich ganz Deutschland daran beteiligt hat. Insgesamt erbrachten die I Spenden und die Zinsen 2 600 000 Mark. Davon wurden in Preußen 1539 000 Mark aufgebracht, I wobei Berlin und die Rheinprovinz an erster Stelle steh«n, nämlich die Rheinprovinz mit 209 000 Mk. und Berlin mit 288 000 Mark. In Bayern ergab das Sammlungsergebnis 181 000 Mark, in Sachsen 131 000 Mark, in Hessen 75 000 Mark, in Baden 62 000 Mark, in Thüringen 60 000 Mark, in Württemberg 214 000 Mark, in Mecklenburg- Schwerin 33 000 Mark, in Mecklenburg-Strelitz 13 500 Mark, in Oldenburg 23 000 Mark, in Braunschweig 18 000 Mark, in Bremen 17 000 Mark, in Hamburg 35 000 Mark, in Lübeck 13 500 Mark und aus dem Auslande gingen rund 18 000 Mark ein, Daneben zeichnete das Reichsoerkehrsministerium noch einen Betraa von 1,5 Millionen Mark, so daß auf diese Weise Die für den Bau des Luftschiffes „Graf Zeppelin" benötigten vier Millionen Mark zusammengekommen sind. Oer Lufischiffverkehr Sevilla — Buenos Aires. Oberst Herrera über die Entwicklung der füdamcrikanifchen Route. Reuyork, 17. Oft. (WB.) Der spanische Oberst Herrera, der, wie bekannt, die Reife des „Graf Zeppelin" als Vertteter spanischer 3nteresfentenkreise mitgemacht hat, erklärte, daß auf der Linie Sevilla — Buenos Aires, die von Luftschiffen in drei Tagen zurückgelegt werden könnte, günstigere Set« terverhältnisse vorhanden seien, als die Fahrt über den nördlichen Atlantischen Ozean biete. Der Zeppelindienst zwischen Sevilla und Buenos Aires soll im kommenden Mai eröffnet werden. Zunächst würden Probeflüge stattsinden, um die Kosten für die Passagiere und Waren festzufehen. Der Ches der spanischen Luftfahrt werde sich nach Süd-Ameriba begeben, um die notwendigen Verträge zu schließen. Diese Derttäge würden den Bau von Luftschiffhallen für noch größere Luftschiffe als „Graf Zeppelin" vorfehen. Er fei der Meinung, Luftschiffe seien praktischer als Flugzeuge, weil sie größere Sicherheit böten. Er glaube, daß ein besserer Wetternachrichtenidienst nötig sei, um mit Erfolg Flüge zu unternehmen. Wenn der Kommandant des „Graf Zeppelin" Kenntnis von dem Sturm auf seiner Route gehabt hätte, so hätte die vorgekonnnene Beschädigung des Stabilisators vermieden werden können. Andenken sammeln. Lakehurft, 17. Oft. (WTD.) Die Reparatur der Stabilisierungsflosse, die sofort in Angriff genommen wurde, dürfte in etwa 4 Tagen beendet fein. Die Besucher, die gestern zu vielen Tausenden zur B e s i ch t i g u n g des Luftschiffes eingettoffen sind, sahen in den Abfällen des von der Stabilisierungsflosse abge- nommenen beschädigten lleberzugs willkommene Erinnerungsstücke, deren sie sich eifrig zu bemächtigen fugten. Der Reichspräsident an den Offizierersah der Reichswehr. Eine Botschaft Hindenburgs zur Einweihung der Kavallerieschule in Hannover. Hannover, 17. Oft. (WD.) Die heute mittag in Anwesenheit des Reichswehrministers Grve- ner, des Chefs der Heeresleittnig, Generals Heye, zahlreicher höherer Offiziere, des Ober- präsidenten R o s k e und von Vertretern der Bürgerschaft erfolgte feierliche Einweihung des Erweiterungsbaues der Kavallerieschule begann mit einer kirchlichen Feier in der neuen Turnhalle der Kavallerieschule mit den Ansprachen des Feldpropstes der Armee, Dr. S ch l e- g e l (Berlin), und des katholischen Wehickrers- pfarrers Albert. Rach einer Führung durch die neuen Räume begaben sich dann die Gäste auf den Hof der Kavallerieschule, wo die Offiziere, Fähnriche und die Lehrtruppe der Kavalleriefcknrle Aufstellung genommen hatteir. Reichswehrmini st er Groener schritt in Begleitung von General Heye die Front ab, verlas dann die folgenden Worte des Reichspräsidenten: „Am eigenen kommen verhindert, lasse ich Rachslehendes bekannlgeben. um zu zeigen, welchen hohen wert ich der Erziehung des Offizierersahes beimesse. Die Kavallerie ist in unserem kleinen Heere verhältnismäßig zahlreich vertreten, und ihre Aufgaben haben sich gegen früher wesentlich verändert und erweitert. Um so größer sind die Anforderungen geworden, die an die Offiziere dieser Waffe gestellt werden müssen. In ihren Leistungen zu Pferde sollen sie ihren Untergebenen ein Vorbild sein. Das genügt aber nicht. Sie müssen auch deren sichere, zielbewuhte Führer vor dem Feinde werden. Schulen Sie daher nicht nur Ihren Körper, sondern auch Ihren Geist und festigen Sie Ihren Charakter. Denn bloh derartig durchgebildete Offiziere können ihre Untergebenen z u der Höch st en Leistung, dem Einsatz des Lebens, mit sich fortreihen und zum Siege führen, wer in solch hohem watze befehlen will, der muß aber vorher selbst gehorchen gelernt und sich körperlich, geistig und charakterlich auf seinen hohen Beruf vorbereitet haben. Erblicken Sie in Ihren Mannschaften ein Ihnen anvertrautes ko st bares Gut des Vaterlandes. Machen Sie aus ihnen brave, pflichttreue Männer, zeigen Sie bei aller militärischen Strenge ein Herz für Ihre Leute, werden Sie ifjr Berater. Dann erwecken Sie in ihnen vertrauen und Dienstfreudigkeit. Gute Leistungen werden Sie dafür belohnen. Machen Sie sich im Verkehr mit Ihresgleichen den Begriff der Kameradschaft recht klar. Sie ist mehr als eine alltägliche Freundschaft; denn sie soll sich vielleicht in schweren Stunden bewähren. Frohsinn und Oberflächlichkeit sind dabei Begriffe, die auseinandergehalten werden müssen. Seien Sie stolz aus Ihren Bern s, aber überheben Sie sich nicht anderen Ständen gegenüber. Wahre Ritterlichkeit bedarf dessen nicht, vor allem aber halten Sie den Schild Ihrer Ehre rein. Deren innerster Kern sei die Liebe und Treue zu unserem schwergeprüften Vaterland. Das ist kurz das, was ich Ihnen als Offizier der alten Armee, deren ruhmreiche Tradition Sie fortsehen sollen, und als Ihr jetziger Oberbefehlshaber und ältester Kamerad in dieser Stunde mit auf den Weg geben will. Ich lasse die neue Kavallerieschule in der festen Erwartung eröffnen, daß sie die Pflanzstätte aller militärischen Tugenden sein und in ihr der Geist eines Seydlih und Ziethen, eines Blücher und Schliessen walten wird. Dann werden Männer aus ihr hervorgehen, deren Arbeit dem Vaterlande zum Segen gereicht." Der Chef der Heeresleitung knüpfte an die Verlesung der Botschaft des Reichspräsidenten etwa folgende Worte: „Kameraden! Die Nachricht, daß unser Reichspräsident und Feldmarschall nicht kommen wird, hat bei uns allen ein Gefühl tiefer Trauer ausgelöst. Nehmt die' - Worte mit in euer Leben a l s Richtschnur dis an euer Lebensende. Unser Feldmarschall war nicht nur der Sieger in den Schlachten, er ist auch für das schwergeprüfte Vaterland der,getreue Eckehard geworden. Denkte immer an den Namen des Feldmarschalls a l s Sinnbild der Treue und Ritterlichkeit eines alten Offiziers." Zur Bekräftigung dieser Worte brachten sämtliche Anwesenden ein dreimaliges Hurra auf den Reichspräsidenten aus. Die internationale Vettretnng der deutschen Studentenorganisationen. Bon unserer Berliner Redaktton. Berlin, 18. Oft. Auf der diesjährigen Tagung der Confederation internationale des Etudiens in Paris hat bekanntlich die deuffche Frage eine nicht unerhebliche Rolle gespielt, bei der sich die beiden deutschen Studer tttwrgani'a'ionen, die D e u t s ch e Studentenschaft und der Deutsche Studentenverband, gegenüberstanden und die Tagung zum Austrag von Meinungsverschiedenheiten benutzten, die als solche nicht vor das Forum der internationalen Studentenorganisation gehörten. Ursache dieser Auseinandersetzungen war die Tatsache, daß der Deutsche Studentenverband von der Deuffchen Studentenschaft nicht als rechtmäßige Vertretung der Gesamtheit der deutschen Studenten angesehen wird, sie ihm sogar das Recht aberkennen will, die 3nteressen des deutschen Studententums im Rahmen der internationalen Vereinigung zu vertreten. Der in ter- naticnale Studentenverband hat daher beiden Organisationen aufgegeben, sich bis zum 24. Februar 1929 in den strittigen Fragen zu einigen, und falls dies nicht geschieht, in Aussicht gestellt, den Deut^-Hen Studentenverband a l s gleichberechtigtes Mitglied neben der Deutschen Studentenschaft aufzunehmen. Dieser Tage hat nun zwischen beiden Organisationen eine Besprechung stattgefunden, in der auf beiden Seiten der Wunsch bestand, die Voraussetzungen für ein einheitliches Auftreten der beiden deutschen Organisationen gegenüber dem Ausland zu schaffen. Trotz des guten Willens auf beiden Seiten hat man sich aber über die Kardinalfragen nicht einigen können und so steht zu erwarten, daß nach Ablauf der festgefehten Frist der Deutsche Studentenverband in die internationale Vereinigung als gleichberechtigtes Mitglied neben der Deutschen Studentenschaft eingereiht wird. Bei der kürzlichen Aussprache drehte es sich hauptsächlich um die Regelung der Sprachenfrage auf dem internattonalen Kongreß, der Deutsch, Französisch, Englisch und eine slawische Sprache als gleichberechtigt anerkennen will, ein Vorschlag, dem die 3nternationale Vereinigung und der Deuffche Studentenverband zustimmen, den aber die Deuffche Studentenschafi aufs enffchiedenste ab« lehnt. Oer Reichstag tritt am 13. November zusammen. Eine außenpolitische Debatte. Berlin, 18. Oft. (DDZ.) Die Annahme, daß der Reichstag etwa um den 12. November wieder zusammentreten wird, bestätigt sich, wenn auch die endgülttge Entscheidung über den Einberufungstermin noch Vorbehalten ist. Da der 12. Rvvember ein Montag ist, der als Eröffnungstermin nicht beliebt ist, nimmt Präsident Löbe an daß der Dienstag, 13. November, als Eröffnungstermin bestimmt werden wird. Als Deratungsstoff ist zunächst an eine außenpolitische Debatte über die Genfer Verhandlungen gedacht. Daran könnte sich die Aussprache über den schon vorliegenden kommunistischen Antrag sowie den noch zu erwartenden Antrag der Sozialdeinofraten gegen die Fortführung des Panzerkreuzerbaues anschliehen. Neben belanglosen Beratungsgegenständen wird den Reichstag die e r st e Beratung des Etats für 1 92 9 beschäftigen. Der Etat dürste etwa gegen Ende November dem Reichstag zugehen. Außerdem soll vor der Weihnachtspause noch das Gesetz über d i e Erweiterung der Unfallversicherung auf Krankenhäuser, Feuerwehren usw. erledigt werden. SieErhaltung desWelsenschaheS Neue Verhandlungen mit Preußen. Berlin, 18. Oft. (DDZ.) Zu den Nachrichten, die über den eventuellen Verkauf des Wel- fenschatzes an das Ausland in der Oef- fentlichkeit verbreitet worden sind, haben die hannoverschen Abgeordneten der Deutschen Volkspartei im Preußischen ßanbtag eine Kleine Anfrage eingebracht, worin sie das Staatsministerium fragen, was es tun wolle, um den Verkauf des geschichtlich und kulturell bedeutsamen Schatzes an das Ausland zu verhindern. Das preußische Staatsministerium wird nochmals über den Welfenschah und seine eventuelle Erhaltung für Deutschland beraten, Bisher sollen die Derhand- liungen an den übertriebenen Forderungen des braunschweigischen Herzogshauses geschectert sein, denn der preußische Staat habe sich nicht entschließen können, in den jetzigen Zeiten großer Wirtschaftsnot, in denen ihm für wichttge soziale und andere Zwecke Geldmittel fehlen, zehnMillionen für drn Ankauf des Wllfen- schahes auszugeben. Die Verhandlungen werden jedoch weitergeführt, und man hofft, auf einer anderen Basis zu einer Vereinbarung zu kommen. Oer Kampf um Wien. Die österreichischen Sozialdemokraten fühlen ihre Wohnungspolitik bedroht. Wien, 17. Oft. (Privatmeldung.) Der Finanzausschuß des Rattonalrates hat heute nach mehrtägiger Generaldebatte die Novelle zum Finanzausgleich zwischen dem Bund und den Ländern einem Unterausschuß zu- gewiefen. Diese f»genannte Abgabeteilungsnovelle stößt auf den heftigen Widerstand der Sozialdemokraten, welche sie als einen Raubzug gegen die Stadt Wien bezeichnen, weil die Anteile Wiens aus gewissen Steuern gekürzt werden sollen, um anderen Ländern finanzielle Hilfe zu gewähren. Die so- zialdemokrattschen A^eordneten Dr. Bauer und Bürgermeister Seitz werfen dem Minister vor, daß er durch Entziehung von Geldmitteln d i e Stadt Wien zur Aufgabe ihrer Wohnungspolitik zwingen und dadurch den Mieterschutz erschüttern wolle. An eine Aufhebung der Wohnungsbaupolitik Wiens sei im 3ntevesse der Devöllerurrg nicht zu denken, und es müßten daher Steuererhöhungen in Wien durchgeführt werden. Es kam zwischen Bürgermeister Seih und Finanzminister Kienbök zu einer scharfen Konttoverse, da die Sozialdemokraten der Regierung Verfaffungsbrnnh wrtotrfen. Im Prinzip erklärte sich Bürgermeister Seih mit der svzialdemokratckchen Partei bereit, mit den übrigen Parteien m Verhandlungen einzutreten, um zu einer für berde Teile befriedigenden Lösung zu gelangen. Ein pole wird Danziger Lotsenkommandeur. Danzig. 18. Ott. (Pttv.-Tel.) Auf eine deutschnationale Anfrage im Danziger Volkstag gab der Senat bekannt, daß nach einer Entscheidung des neutralen Präsidenten des Danziger Hafena usschusses, des Obersten de Loes, die Stelle des Lotsenkommandeurs abwechselnd mit einem Polen und einem Danziger beseht werden soll. Nachdem diese Stelle bisher von einem Danziger beseht gewesen sei, müsse nunmehr ein polnischer Staatsangehöriger für diesen Posten berücksichtigt werden. Oberst de Loes hat weiterhin entschieden, daß für die Besetzung der beiden Posten der Kommandeure. die unter dem Lotsenkommandeur arbeiten, ein Danziger und.ein Pole in Frage kommen sollen. Bei der letzrgen Stellen- Neubesetzung soll der Kommandeur des Auhen- hafenbezirkes eine Danziger Persönlichkeit fein, während für den Jnnenbezitt ein Pole ernannt werden soll. Oer Generalstreik in Lodz. Unveränderte Lage. Warschau, 17. Ott. (TU.) Die Lage in Lodz hat auch weiterhin keine wesentliche Aenderung erfahren, mehrere fliegende Streikausschüsse, die aus 30 bis 50 Arbeitern zusammengesetzt waren, zogen durch die Stadt und entfernten mit Gewalt alle Arbeiter, die aus irgendwelchen Gründen ihre Arbeit nicht niedergelegt hatten. Dienstag abend kam es auf einer Versammlung zu einem Zusammenstoß zwischen den Komnru- nisten und Sozialisten, der so heftig war, daß die Polizei mit blanker Wafte erngreifen muhte, wobei einige Teilnehmer schwere und mehrere andere leichtere Verletzungen davon- trugen. Lieber 30 Kommunisten wurden im Laufe des Tages verhaftet. Die angesagte Schlichtungsbesprechung findet erst Donnerstag im Arbeitsministerium statt. Die Streikgefahr im DombrowerGebiet scheint zunächst beseitigt zu sein, da es den beiderseitigen Vertretern gelang, eine Einigung zu erzielen, wonach den Arbeitern eine sechseinhalbprvzentige Lohnerhöhung vom 1. Oktober an zugesagt wurde. Der Streik in Cze n st och au hat dagegen am Dienstag an Umfang zugenommen. Lingam und die Fnedensverttäge Eine Warnung Graf Bcthlens. Budapest, 17. Ott. (WB.) Auf einer Kon- ferenz der Regierungspartei wies Ministerpräsident Graf Bethlen die Dorwürfe oppositioneller Politiker und Zeitungen zurück, dah die Regierung feig« und untätig sei und noch immer keine amtlichen Schritte im Interesse der Revisionder Friedensverträge unternommen habe. Er müsse nicht nur die Partei, sondern das ganze Land vor der Meinung warnen, daß aus mächtige Trompetenstöbe di« Mauern von Jericho zusammenbrechen würden. Zur Lösung dieser Fragen bedürfe es vor allem günstiger auhenpolitischerKon- st e l l a t i o n e n. Die ungarische Regierung habe sich bisher jedes amtlichen Schrittes in der Revisionsfrage pflichtgemäß enthalten. Andererseits achte sie natürlich sorgsam darauf, daß bei der Verhandlung über andere Fragen und bei dem Abschluß von Verträgen nichts geschehe, was die Revision präjudizieren würde. Jedenfalls wäre es durchaus verfehlt, wenn man die Frage der Revision zur Grundlage der Partei- Politik machen wollte. Den Repisionsaedanken könne keine Partei für sich allein in Anspruch nehmen, denn diese Frage sei nicht Sache einer Partei, sondern der ganzen Ration. Neuer Kurs in Ungarns Minderheitenpolitik? Bethlen über die Lage der Deutschen in Ungar«. Budapest, 13. Ott. (T. LI.) Ministerpräsident Graf Bethlen besuchte die deutscheGe- meinde in Wolfs bei Oedenburg. Dor einer Abordnung aller deutschen Gemeinden der Oedenburger Gegend hielt er eine Rede über die Nationalitätenfrage und über die Lage der Deutschen in Ungarn. Er sagte, er benutze in seiner Ansprache die deutsche Sprache, nicht bloß deswegen, weil er als Regierungschef gesetzlich verpflichtet sei, mit der deutschen Bevölkerung deutsch zu reden, sondern er folge damit auch einem Zuge seines Herzens. Die deutschsprechenden Gemeinden der Oedenburger Umgebung hatten durch ihre Volksabstimmung ihre Treue zu Ungarn bewiesen und hätten dadurch ein Zeichen dafür gegeben, daß, wenn die Volksabstimmung auch in anderen Gegenden durchgeführt würde, die von Ungarn gewaltsam abgetrennt worden find, nicht nur die Ungarn, sondern auch die deutschsprachigen Bürger für ihr Vaterland eintreten werden. Für diese Treue zum ungarischen Vaterland gebühre den deutschen Gemeinden in der Umgebung Oedenburg« ein doppelter Dank. Erstens müsse der ungarische Staat alles tun, damit sie wirtschaftlich Ersah dafür bekommen, daß ihr Rachbargebiel zu einem anderen Staate gekommen ist. zweitens müsse alles unternommen werden, daß die ungarische Oeffent- lichkeit jedes Mißtrauen gegenüber den Deutschen in Ungarn fallen läßt. Die ungarische Oeffentlichkeit müsse darüber ins Reine kommen, daß für die Vaterlandsliebe nicht mir die Muttersprache maßgebend ist. Es hat im vergangenen Jahre Leute gegeben, die kein Wort ungarisch sprechen konnten und trotzdem gute ungarische Patrioten waren. Andererseits hat es auch solche ungarische Staatsangehörige gegeben, die keine andere Sprache kannten als die magyarische und trotzdem haben sie das ungarische Vaterland verraten. Der Ministerpräsident erklärte, dah die ungarische Regierung wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft alles tun werde, damit der Unterricht auch für die Deutschen in der Muttersprache erteilt werde. Die Deutschen sollten aber danach trachten, auch die Staatssprache England MddieReviswndesIawesplMs. Parker Gilberts Londoner Besprechungen. - Churchill hält eine Lleberprüsung der deutschen Zahlungsverpflichtungen nicht für dringend und auch nur im Zusammenhang mit einer Verminderung der alliierten Kriegsschulden für möglich. London. 18.Ott (WTB. Aunkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Die Besprechungen, die der Reparationsagent Parker Gilbert gegenwärtig mit L h u r- chill und führenden Beamten des Schatzamtes hat, beziehen sich auf seinen Vorschlag, dah die deutschen Gesamtverpflichtungen vermindert und endgültig fest gesetzt werden sollten, dah Deutschland sich zur Bezahlung dieser verminderten Summe verpflichten soll und dah der Transferausschuh aufgelöst wird. 3n englischen maßgebenden Kreisen werde aber, so führt das Blatt aus. die Notwendigkeit einer Revision des R e p a r a t l o n s v e r t r a g e s nichtfürsodringendangefehen. Deutschland habe bisher seine Verpflichtungen aus dem Dawesplan ohne Mühe erfüllen können und es scheine kein Grund zu der Sorge zu bestehen, dah es nicht imstande sein wird, die volle Annuität im Laufe des gegenwärtigen Dawesfinanzjahres zu bezahlen. Außerdem werde eine Herabsetzung der Gesamtentschädigung ohne eine gleichzeitige entsprechende Verminderung der alliierten Kriegsschulden an die Bereinigten Staaten eine sehr schwere Last auf England legen, denn die kontinentalen Alliierten würden auch diesmal wieder fordern, dah die gesamten Reparationen den zerstörten Gebie- t e n zugute kommen. Parker Gilbert selbst, heiht es in dem Artikel weiter, gibt zu, dah keine unmittelbare Aussicht auf eine Revision der verschiedenen Schuldensundierungsab- kommeu durch Amerika bestehl. (Er teilt auch die Ansicht der britischen Sachverständigen, dah gegenwärtig nur ein kleiner Teil der Dawes- entschädigung in Form von Anleihen auf dem internationalen Geldmarkt mobil gemacht werden könnte. Und auch dieser kleine Teil nur gegen hohe Kosten. Anderseits ist das britische Schatzamt geneigt, dem Generalagenten beizupslichten, dah es ratsam wäre, die Transserklausel des Dawesplanes zu beseitigen, wenn Deutschland eine entsprechende Garantie bieten kann, die aber erst noch gefunden werden müsse. Der Korrespondent meint, wahrscheinlich werde die Jrage nach Erledigung der amerikanischen Präsidentschaftswahlen wieder mit dem britischen und den anderen alliierten Schatzämtern erörtert werden. Bis dahin müsse die ganze Stage In der Schwebe bleiben. Die Reform des Schlichtungswesens. Die Arbeitgeberverbände fordern nach wie vor gesetzliche Einschränkung der Verbindlichkeitserklärung. Berlin, 17.Oktober. (WB.) Die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände teilt mit: Die bisher über die gestrige Besprechung im Reichsarbeitsministerium veröffentlichten Mitteilungen können jum Teil den Eindruck auskommen lassen, als wenn auch dieArboit- geberfreife mit der von dem Herrn Reichs- arbeitsminiffer am Schluß der Sitzung abgegebenen Erklärung in vollem Umfange einverstanden gewesen seien, dah eine Aenderung der geltenden Schlichiungsverordnung durch Gesetz nicht erfolgen, sondern lediglich im Be r roal- tungswege eine Einschränkung der Handhabung des ftaatlidjen Zwangseingriffes in die Gestaltung der Arbeitsbedingungen stattfinden solle. Demgegenüber ist fesizustellen, dah der Berfreter der Arbeitgeber auf die diesbezüglichen Ausführungen des Herrn Reichsarbeitsministers ausdrücklich die Erklärung abgegeben hat, dah, so begrüßenswert auch eine im Rahmen des geltenden Rechtes erfolgende Einschränkung der Berbindlich- teifsertlärung von Schiedssprüchen sei, doch darüber hinaus gesetzgeberische Maßnahmen, d.h. die Aenderung der geltenden Schlichtungsverordnung durch Reichsgeseh zur Erfüllung der Reformwünsche der Arbeitgeber erforderlich sei. Dementsprechende Gegenvorschläge würden dem THinifterium in nächster Zeit unterbreitet werden. Die Arbeitgeber sehen mithin die $ rage einer Reform unseres heutigen Schlichtungswesens durch die Besprechung am 16. Oktober nicht als erledigt an. Oer Schiedsspruch für die M.-Glsdbacher Textilindustrie M.-G l a d b a ch, 17. Ott. (WTB.) Der vom staatlichen Schlichtungsausschuß gefällte Schiedsspruch für die Textilindustrie im M.-Gladbacher Dezitt bestimmt, dah zum Zeitlohn der Hilfsarbeiter und Hilfsarbeiterinnen ein Zuschlag von 5 Prozent tritt. Für die Berechnung des Akkordlohnes soll als Sticharbeiter der 70. (bisher der 60.) von 100 Arbeitern treten. Er muh 15 (bisher 10 bis 25) Prozent Verdienst über den für die Akkordberechnung maßgeblichen Zeitlohn erreichen. Die Arbeit soll baldmöglichst wieder ausgenommen werden. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden, und das Arbeitsverhältnis soll als nicht unterbrochen gelten. Der Lohntarif soll erstmalig zum 1. April 1930, der Manteltarif erstmalig zum 31.Dezember 1930 kündbar sein. Die Ettlä- rungssrist für die Parteien läuft bis zum 20. Oktober 12 Llhr mittags. Für den Bereich des früheren Schutzverbandes Niederrheinischer Seidenwebereien in Viersen wurden den Parteien besondere Verhandlungen aufgegeben. zu erlernen. Daß die Deutschen es in Llngarn in der Vergangenheit stets gut gehabt haben (?), gehe daraus hervor, dah immer wieder neue Züge von deutschen Einwanderern nach Ungarn gekommen sind. Ein amerikanisch-russisches Geschäft. Verhandlungen über russische Borkriegsschulden. Paris, 17. Ott. (WB.) Wie dem „Reuhork Herold" aus Reuyork gemeldet wird, hat die international General Glettric Company Verträge zwecks Aufnahme der Geschäftsbeziehungen zu Sowjetruhland abgeschlossen. Danach sollen die Sowjets sich bereit erklärt haben, über die S chu l de nf vr d e r u ng en der Gesell- schaft gegenüber der alten kaiserlichen russischen Regierung in Höhe von 179 Mill. Dollar zu verhandeln. Der Der- trag sehe den Kauf von elektrischen Apparaten und Materialien in Höhe von 5 bis 10 Millionen Dollar in den ersten beiden Jahren und, wenn diese Geschäfte zur Zufriedenheit abgewickelt werden, Käufe in Höhe von wenigstens je 4 Millionen Dollar in den darauffolgenden vier Jahren vor. Die Sowjets müssen 25 Prozent des fälligen Kaufpreises vor Verschiffung der Waren bezahlen und den Rest durch Wechsel, die in einem Zeitraum von fünf Jahren vom Augenbllck der Verschiffung an fällig werden Die Ansprüche, die die Gesellschaft gegenüber den alten Forderungen geltend machen will, bef-efen sich nach einer Aussage des Direktors der amerikanischen Gesellschaft auf 1 750 000 Dollar. Kleine politische Nachrichten. Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat dem Reichspräsidenten anläßlich des 2Dlebens seines Schwiegersohnes sein aufrich- ttges Beileid ausgesprochen. Als Nachfolger des aus dem Reichsfinanzministerium ausscheidenden Ministerialdirektors Lotholz ist Ministerialrat Graf Schwerin v. Krosigk, der seit Jahren als Generalreferent in der Etatabteilung des Reichsfinanzministeriums tätig ist, in Aussicht genommen. Der frühere Ssnatspräsident beim Reichsgericht und jetzige Reichstagsabgeordnete Lobe, der als Mitglied der Volksrechtpartei vom Wahllreis Chemnitz in den Reichstag gewählt wurde, ist der Demokratischen Reichstagsfraktion als Hospitant beigetreten. Lobe wird im Strafrechtsausschuh des Reichstages neben dem Abg. Dr. Ehlermann einen Sih der Deutsc^n Demokratischen Partei einnehmen. Aus aller Well. 3n Prag bisher 44 Leichen geborgen. Die Bergungsarbeiten auf dem Trümmerfelde der Daukatastrophe am Poric gehen nunmehr, da man mit Sicherheit damit rechnen kann, keine Menschen mehr,lebend zu bergen, in Ruhe vor sich Die Militärmannschaften sind abberufen worden. Rur noch die Arbeiter der Daufirma und Feuerwehrleute räumen die Trümmerstätte auf. Im Laufe des Dienstag und Mittwoch wurden vier weite re Leichen geborgen, so dah sich die Zahl der Toten nunmehr auf 44 erhöht. Große Sturmschäden in Südweslrußland. In Kertsch und Anapa wütete ein orkanartiger Sturm, der ungeheuren Schaden an richtete. Die Menschen wurden vom Sturm einfach zu Boden geworfen, viele Haüfer wurden abgedeckt und sonstige Verheerungen angerichtet. Die Fischerboote wurden auf offenem Meer überrascht und sanken. Von den zu Hilfe eilenden Dampfern ist ebenfalls einer untergegangen. Sechs Parkassen find gestrandet. Von den an Bord der Fischerboote und Dampfer befindlichen Besatzungen konnten nur acht Mann gerettet werden. hünefeld auf dem Wege nach Tokio. Freiherr von Hünefeld und Lindner sind mit der „Europa" Mittwoch abend in Schanghai nach Tokio gestattet. Heber eine halbe Million Lire unlerschlagen. Der angesehene Kassierer der Elektrizitätswette von Via Reggio, der auch Funktionär dortiger Spottvereine war, ist nach Llntettchlagung einer Summe von über einer halben Million Lire flüchtig geworden und hat sich bald darauf selbst gestellt. Er hat seit 1925 zur Deckung von Kassa-Abgängen in der Lotterie gespielt und dabei allein 40 000 Lire verloren. Ein inlereffanter Bergleich. Im Falle des Kernmachers Kühr, der im Verdacht stand, xur Erlangung einer Versicherungssumme von 30 000 Mark absichtlich einen Unfall herbeigeführt zu haben, bei dem ihm ein Eisenbahnzug dasBein abtrennte, ist jetzt durch einen bekannten Berliner Rechtsanwalt ein Vergleich mit den beiden beteiligten Versicherungsgesellschaften herbeigeführt worden, durch den Kühr die Hälfte der Versicherungssumme ausgezahlt erhält. Kühr war von der Anklage des Versicherungsbetrugs freigesprochen morden, obwohl im Urteil ausdrücklich betont war, daß der Verdacht gegen Kühr b e - stehen bleiben müsse, daß aber ein Betrug nicht nachweisbar fei. Interessant an dem Zustandekommen des Vergleiches ist, daß Kühr keine rechtliche Möglichkeit befaß, die Versicherung zur Zahlung zu zwinaen, da im Zivilprozeß ihm die Pflicht obgelegen hätte, nachzuweisen, daß es sich um einen nicht künstlich herbeige - führten Unfall handele. Kühr konnte aber keinerlei Zeugen des Unfalls benennen. Die Reichsbahn hat die Schadenersatzansprüche Kührs bereits anerkannt. „Institut für blinde Passagiere." Der Kriminalpolizei von Bremerhaven gelang es, ein in einem dortigen kleinen Hotel betriebenes „Institut für blinde Passagiere" auszuheben. Gegen stattliche Honorare verschafften dort drei italienische Agenten Auswandernden, namentlich Italienern, Gelegenheit, als blinde Passagiere nach den Vereinigten Staaten zu kommen. An Bord eines Schiffes konnte die Kriminalpolizei noch 13 bereits eingeschmuggelte blinde Passagiere festnehmen. Kunst und Wissenschaft. Hermann Sudermann schwer erkrankt. Hermann Sudermann, der im Vorjahre noch geistig frisch und körperlich gesund seinen 70. Geburtstag feiern konnte, ist lebensgefährlich er. krankt. Er mußte ins Sanatorium Fürstenberg übergeführt werden, wo er schwer krank darnieder» liegt. Seine linke Körperseite ist vollständig gelähmt. Die Gemäldegalerie des Bürgermeisters Six unter dem Hammer. In Amsterdam kam die berühmte Gemäldesammlung von Bürgermeister Six, einem Zeitgenossen und guten F r e un de Rembrandts zur öffentlichen Versteigerung. Der Andrang zu dieser Auktion, einer Sensation in der Kunstwelt, war so groß, daß die Menscyen an den zwei Schautagen Monn für Monn an den Bildern oorbeigelassen werden mußten. Von den 56 Gemälden erster holländischer Meister und zehn Stichen und Radierungen von Rembrandt haben manche unglaublich hohe Preise erzielt. Ein holländisches Interieur von Pieter de H o o g h wurde vön der Rembrandt-Vereinigung für das Amsterdamer Rijksmuseum um 140 000 Gulden (etwa 220 000 Reichsmark) erstanden. Ein kleines Bild von I a n S t e e n , eine Austernesserin, erzielte 190 000 Gulden. Eine Landschaft von Hob- b e m a 360 000 Gulden (etwa 575 000 Reichsmark). Sir Henry D e t e r d i ng , der Direktor der holländischen Petroleumgesellschaft Shell, hat für das Museum im Haag ein Gemälde von Terborgh, ein Mädchen beim Lesen eines Briefes darstellend, um 290 000 Gulden gekauft. Viele der Bilder werden ins Ausland nach Frankreich, England und Amerika gehen. Die Familiengemälde kamen nicht zur Auktion und werden weiter in einem Privatmuseum vereint bleiben. Erfolge der deutsch-russischen Pamirexpedition. Mehrere Teilnehmer der deutsch-russischen Pamir- expedition haben unter der Führung von Gorbunow die sagenhafte Grotte Salyk-Tasch» U n k j u r am Rang-Kul-See entdeckt. In der Grotte sollen noch einer alten lleberlieferung, von der die Einheimischen zu berichten wissen, riesige Schätze, „merkwürdige Menschenknochen" und an die Wände geheftete Schädel verborgen sein. Der Zugang zur Grotte ist 20 Meter breit und 15 Meter hoch. Durch einen 300 Meter langen Gang gelangten die Touristen in einen faalartigen Raum, in dein auch wirklich Menschenknochen gefunden wurden. In jähem Absturz führt der Gong sodann über hochaufgetürmte Steine in die weite- ren Räume der Grotte hinab. 9m letzten Grotten- saal fanden die Touristen einen Zettel, der von Teilnehmern der Golowin-Ex pedition im Lahre 1898 an dieser Stelle zurückgelassen war. Auch die Touristengruppe mit Gorbunow an der Spitze ließ bei ihrem Besuch in der Grotte einen ähnlichen Zettel zurück. Oie Wetterlage. Ingi ■fr rtcsi TiwrSK Vai b La WofXen!os.<9 neuer »naro oeoeext ® wetxrg. ®t>eoecn «Kege^ * Schnee & Graupein ■ nePtt K 6e*/itter.@wmd$tint. •O' leichter Ost massifle' 5uosoqwest Q stürmischer nordwest Ble Pfeile tlleoen mit dem winde Oie oetoen Stationen iteeenaen Zalb len geben die Temperatur an. Pie Linien eeromden Qrw eut oieicnttÄ ' miteipeNon. ^Nchen Pamir. Mng von Bar. Salyk-Tajch. ckt. In der Troist wng, von der Mt 'Nen, riesige nknochen' uni an 'borgen sein. Der ter breit und 15 ehr langen Tang saalortigenAaum, nknochen ge- lirz führt der Gang ’inc in die weite- n letzten Trotten« Jettei, der von rpebition im lickgelossen war. nbunoro m der b« Tratte einen ?. * ) * *^L Wl* dos urtnxa^1 ganz die berelv liehen d'cMad Dn^ m min^ hotte Arad tiÄfiX 'Ät ^Äen L Grad id ^n Lels'U^ 1 1,9 Grad £ 1 om «WJÄ am 18'°o8 Aus der provinzialhaupisiadi. Gießen, den 18. Oftobcr 1923. , 'Grippekrank. Früher sagte man Influenza; heute ist Grippe gebräuchlicher als Vam« für ein« immer noch rätselhafte Ertränkung, die mit Vorliebe im Herbst, zu Ausgang des Winters und im rauhen Vorfrühling gHäust aufzutreten pflegt. Schon allein fie gen»innten Jahreszeiten lagen dem GedanTkn nahe, daß die Grippe zu den Erkältungskrankheiten zu rechnen ist, jener Gruppe f>>n Krankheiten, die man als Folgeerscheinungen plötzlicher Abkühlungen auffaßt. Anderseits ist auch nicht zu bezweifeln, daß der A n st« ck u n g s f a k t o r beim Zustandekommen von Grippeerkrankungen, oder gar von Grippeepidemien vielfach eine bedeutungsvolle Dolle spielt. Ebensowenig wie die Frage: Ansteckung oder Erkältung, oder beides entschieden ist. hat man bisher die Vatur des Grippeerregers oder viellHcht der Grippeerreger einwandfrei feststellen Lönnen. Man findet wohl in einem gewissen Prozentsatz der Fälle den sogenannten Pfeifferschen Influenzabazillus; aber andererseits gelingt es bei zahlreichen Grippeepidemien nicht, diesen Erreger zu ermitteln. Unö so wenig faßbar die Entstehungsursa-chen der Grippe sind, so fließend sind auch die Erscheinungen, die Symptome der Krankheit selbst. Während bei fast allen anderen Erkältungskrankheiten — vom Schnupfen bis zur Lungenentzündung — ein oder mehrere Organe „greifbar" befallen sind, fehlen bei der Grippe häufig örtliche Krankheit«- zeichen; lediglich sogenannte Allgemeinerscheinungen, Vie Kopf- und Rückenschmerzen, 2lb- geschlagenheit und Appetitlosigkeit, Krankheitsgefühle, Fieber von wechselnder Höhe usw. zeigen das Vorliegen einer Allgemeininfektion an. Damit kann in leichten Fällen na-d) wenigen Tagen die ganze Erkrankung abgeklungen sein. Iedoch tritt bei zahlreichen Grippeerkrankungen wohl auch noch ein Schnupfen, ein Rachen- und Kehlkopfkatarrh, eine Luftröhrenentzündung hinzu. Disweilen ist auch der Magen- und Darmkanal in Mitleidenschaft gezogen, so daß man dann von einer Bauch grippe sprechen kann. In schwereren Fällen sehen sich die Ent- zündungserscheinungen auch auf die tieferen Luftwege fort. Es kommt zu Lungen- und Rippenfellentzündungen; jedoch, bei den gefährlichen Formen der Grippe wird der Körper geradezu von den Krankheitskeimen überrannt; binnen weniger Tage ist der Organismus vergiftet, das Herz versagt, und der tückischen Krankheit fällt ein blühendes Menschenleben zum Opfer. Es ist darum unbedingt erforderlich, daß sich auch der anscheinend an leichter Grippe Erkrankte größter Schonung befleißigt, vor allem — der ärztlichen Anordnung fragend — für einig« Tag« das D e t t h ü t« t, um Ver- schlinnnerungen vorzubeugen. Denn gerade bei den vernachlässigten Fällen sind schwer« Komplikation«n feine Seltenheit. Der persönlich« Schutz vor Ansteckung besteht zu Grippezeiten im „Distanzhalten" ge- genüber seinen Mitmenschen, die — sofern sie erkältet oder gar grippekrank sind — mehr noch als in gesunden Tagen die Pflicht haben, durch Vorhalten der Hand oder des Taschentuches ein Verstreuen der Krankheitskeime beim Sprechen. Husten, Viesen zu verhüten. Vor allem dürfen kleine Kinder in Grippezeiten nicht geküßt werden. Dr. M. Daten für Freitag. 19. Oktober 1928. Sonnenaufgang 6.30 Uhr, Sonnenuntergang 17 Uhr. — Mondaufgang 12.37 Uhr, Monduntergang 19.49 Uhr. 1693: Gründung der Universität Halle; — 1812: Napoleon tritt den Rückzug aus Rußland an; — 1924: der Militärschriftsteller General Hugo von Freytag-Loringhoven in Weimar gestorben (geboren 1855). Gietzener Wochcnnrarktpreife Es kosteten auf dem heutigen Wochen markt: Dutter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20. Weißkraut 12, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 20, rot« Kuben 10 bis 15, Spinat 25 bis 40, Römischkohl 10, Dohnen, grüne 30 bis 35, gelbe 30 bis 35, Llnter-Kohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 50 bis 60. Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 30 bis 40. Zwiebeln 12 bis 18, Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kürbis 10 bis 20, Kartoffeln 51/, bis 51/,. Fall- äpfel 10 bis 12, Aepfel 20 bis 35, Birnen 10 bis 30, Zwetschen 12 bis 15, Preißelbeeren 50 bis 60, Gänse 100 bis 120, Russe 60 bis 100 Pf. das Pfund; Eier 16 bis 17, Blumenkohl 50 bis 1.50, Salat. 15 bis 20, Endivien 10 bis 35, Obrr- Kohlrabi 5 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis £0, Sellerie 20 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf.; der Zentner Wirsing 12 Ml., Weißkraut 8. Rotkraut 15. Aepfel 20 bis 32, Dirnen 10 bis 15 Mk. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Bezirksverein Nord-Ost Gießen: Oeffentliche 23er- sammlung, 8.30 Uhr, im Coss Leib. — Spielvereini- gung 1900 e. V.: Generalversammlung, 9 Uhr, bei Boller, Bahnhofstraße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Pat und Patachon". — Astoria-Lichtspiele: „Der Wolkenreiter". — Stadttheater Gießen. Morgen, Freitag, findet die erste Wiederholung von Arnolds und Bachs Schwank „Unter Geschäftsaufsicht" statt. Spielleitung hat Rudolf Goll, der auch die Rolle des Haselhuhn spielt. — Am Sonntag, 21. Oktober, findet die letzte Aufführung von Klabunds,Lirschblütenfest" statt' ** Aufgehobene Straßensperrungen. Vom Oberhcssischen Automobil-Club E. 23. (A. v. D.), Gießen, werden uns folgende aufgehobene Straßensperrungen mitgeteilt: Neue Kasseler Straße in der Gemarkung M a r b u r a von km 87 bis 87,7 seit Montag, 15. Oktober; Gießen — Klein-Linden im Zuge der Straße Gießen—Friedberg— Frankfurt a. M. ab 18. Oktober. ** Siedlung der Gagfah (Gemeinnützige Mttengesellschast für AngestslÜen-Heimstätten). Aach langen und schwierigen Verhandlungen gelang es jetzt, den Dau von 20 Eigenheimen sicherzustellen, so daß sofort mit den Arbeiten begonnen werden kann, sobald die baupolizeiliche Genehmigung dorllegk. Di« Siedlung wird auf dem von Iul. Wellhöfer erworbenen Gelände zwischen Wiesecker Weg und Marburger Straße (Am Wingert) errichtet, und zwar werden vier Doppelhäuser in die vom Wiesecker Weg abgehende projettlerte Straße zu stehen kommen, während weitere drei Doppelhäuser und zwei Drillinghäuser an eine dem Wiesecker Weg parallel laufente neue Straße gebaut werden. Hiermit werden insgesamt vorläufig neun Wohnhausgruppen mit 20 EinsamilienhäÄern erstellt. Achtzehn von diesen Heimstätten werden aus fünf Zünmern, Küche, Bad und Bodenraum bestehen, während zwei, oie mitten in die Drillinghäuser eingebaut werden, nur drei Zimmer, Küche, Bad, Dachkammer und Bodenräume enthalten. Alle Häuser werden vollständig unterkellert, die Wohnräume liegen im Erd- und Obergeschoß. Die älmfangswände werden massiv in Ziegelsteinen ausgeführt. Die ganze Bauart ist gut bürgerlich gedacht und wird sich nett in den Rahmen einer Gartenvorstadt einfügen. Die Erstellung sämtlicher Heimstätten wurde der hiesigen Baufirma M. Abermann schlüsselfertig übertragen. ** Kommunale Forde rungen des Vordostviertels werden das Thema einer Versammlung sein, die auf Einladung des Dezi rksvere ins Vordost heute, Donnerstag, abend im Saal« des Casä Leib stattfindet. Die Stadtverwaltung und die Stadtverordnetenversammlung werden bei dieser Zusammenkunft vertreten sein und die Wünsche und Vöt« der Dewohner des Vordostviertels gerne zur Kenntnis nehmen. Cs darf wohl angenommen werden, daß die Versammlung einen zahlreichen Besuch finden wird. ' **UnterschlagungenbeiderKliniks- verwaltung. Am Dienstagabend stellte sich der Oberkasseninspektor von der Verwaltung der Medi- zinischen, Frauen- und Hautklinik bei der Behörde mit der Selbstbezichtiguna, aus der Kasse der Kliniks- verwaltung einen größeren Betrag widerrechtlich entnommen zu haben. Wie die bisherige Untersuchung ergeben hat, sind von dem Beamten annähernd 14 000 Mark unterschlagen worden. Bemerkenswert ist, daß der Mann das Geld nicht für sich verbrauchte, sondern es einem Bekannten, unter dessen Einfluß er offenbar stark gestanden haben muß, nach und nach gegeben hat. Der Beamte wäre demnach als ein Opfer seiner eigenen Willensschwäche anzusehen. Er wurde gestern vormittag dem Gericht vorgeführt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. ** Personalien. Ernannt wurde der Gendarmeriemeister Georg Köhler zu Gießen zum Gendarmeriekommissar, mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. ab. In den Ruhestand tritt auf Grund des Altersgrenzegssetzes der Amtsobergehilfe Johannes Schließer bei dem Kreisamt Lauterbach. " Frostwarnungsdienst der Gieße- n«r Wetterdienst st elle. Es sei darauf hingewiesen, daß bei der Hess, öffentlichen Wetterdienststelle in Gießen wieder ein Frostwarnungsdienst eingerichtet ist. Erfreulicherweise wird der Vutzen einer solchen Einrichtung immer mehr erkannt, denn nicht nur die Landwirtschaft, die durch das Auftreten von Frühfrösten beim Kar« tosselversand schon oft im Oktober geschädigt wird, sondern auch andere Zweige der Wirtschaft, besonders das Lebensmittelgewerbe, aber auch das Baugewerbe usw. haben ein großes Interesse daran, über das voraussichtliche Auftreten von Früh- und Spätfrösten, den Eintritt, die Dauer Wenn Ihre Empfehlungs-Anzeige in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige und gut wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens am Donnerstag in der Geschäftsstelle auf! und die Stärke von längeren Frostperioden und gleichermaßen über den Wiedereintritt von mildem (Tau) Wetter im voraus unterrichtet zu sein. Wenn auch eine Voraussage aus lange Sicht noch nicht möglich ist. so lassen sich die Frostaussichten auf Grund der zusammengestell- ten Witterungsbeobachtungen weiter Gebiete doch für mehrere Tage erkennen. ** Auch Conrad legt Berufung ein. Nachdem der eine der Steinfurther Autoräuber — Tarrach — vor einigen Tagen schon Berufung gegen das auf vier Jahre Zuchthaus lautende Urteil 1 des Bezirksschöffengerichts Gießen eingelegt hat, ist nunmehr von dem anderen Täter, Conrad, gegen das auch für ihn auf vier Jahre Zuchthaus lautende Urteil ebenfalls Berufung angemeldet worden. Bekanntlich hat die Staatsanwaltschaft vorsorglich den gleichen Schritt getan. ** Auftrieb zum heutigen Frankfur- ter Schlachtviehmarkt: 859 Kälber, 614 Schafe und 473 Schweine. Schreckenstat einer Mutter. WSV. W i n d « ck e n , 17. Oft. Freiwillig i n be-n Tod gegangen ist gestern nachmittag di« Ehefrau eines hiesigen Einwohners mit ihren beiden Kindern im Alter von 21/, und 3/< Iahren. Die unglückliche Frau band ihre Kinder an sich und ging unweit der Windecker Gemarkungsgrenze in die Vidda. Die Leichen konnten noch gestern abend gelandet werden. Die unselig« Tat dürste allem Anschein nach in einem Anfall von Schwermut begangen worden sein, denn die häuslichen Verhältnisse der Lebensmüden waren in bester Ordnung. Berliner Börse. Berlin, 18. Oft. (WTB. Funkspruch.) Bei sehr ruhigem Geschäft ist eine Tendenz im heutigen Frühverkehr nicht erfennbar. Man taxiert unveränderte Kurse. Am Devisenmarkt nennt man: Paris 124,21, Mailand 92,56, Spanien 30,09, das Pfund 485,0250 und den Dollar 4,199 250. 4\ufel\e Mö frifcho TTOlch.öasift öle Tlahrung für Dein fitnäfc (nenn Du nicht selbst ftillcnhannR.Diefur eine Mahlzeit benÄigfe TTtonge .KufekeIHM holtet für ein fiinö bis zum b.Monat UUt VM K M w, W leit, die er sich auf einer Reise im Orient zu- n, wieviel die ReemtsmaA- G. diesem bedeu- n zu verdanken hat, denn es waren nicht nur \eemlsma A.-G. die Verarbeitung der wert- sondern vor allen Dingen der seltene Adel , der eine absolute Sicherheit der freund- lit ein wichtiger Eckpfeiler für den Auf- sma A.-G. wurde Der bedeutendste Orienttabakmann der letzten Dezennien prophezeite uns 1926: „Die Qualität Ihrer Cigaretten ist so unvergleichlich gut, daß Sie nach meiner Überzeugung in kurzer Zeit große Schwierigkeiten haben werden, den steigenden Bedarf In Ihren Werken zu bewältigen.“ 1926 { £ Halbjahr 1927 {2 Halbjahr■■■■■■■■eeeeHeeee 1928 1. IdaIbjshr Das Zeugnis dieser unvergleichlichen Oualitätsmischung ist die CIGARETTE RBEMTSMA 91701J Gießen, den 16. Oktober 1928. 07365 Kristall"] 9110a Kunstgewerbe ~~| Kaiserallee. 9186D Der Dame 9187D 07362 gesucht. C. Röhr & Co Zahlung versteigert. 9182D Vereitschastspolizei Friedberg plötzlich geht das Licht aus! Größte Verlegenheit! 'ZZZ///X7r//X/Z//ZZZZ777> Einfache Abhilfe Nimm Elfa-Automat In den neuesten Formen und Farben in großer Auswahl vorrätig bei. Von jedermann zu bedienenI Einmalige Anschaffung 1 2, 4 1.6 Amp. RM. 4.60, 10 Amp. RM. 5.—, 15 Amp. RM. 5 JO das Stüde Dredcknopf -f BEI JEDEM ELEKTROINSTALLATEUR ZU HABENI 9167A schledene n te rzeuge wi M Bonget» RI b a n a- H e m d h o a Ein Druck auf den Knopf schaltet den Strom sofort wieder ein. Sonntag, 21. Oft., 8.14i<£onntflfl6fnbtt.) FamilieuauSslua nach d. schönen Laubach. Einige schöne Stund, auf. mit den Lauback. Karner, find uns gefich. Vereins- abz. anleg. Umzahlr. Erscheinen bittet °'"l) der Vorstand. Bahnhofs- Restaurant In großer Auswahl echt Meißen und Berlin, Rosenthal-Porzellan 19. X. 8 Uhr. ErBIIn.CJTI. Tüchtiger Spengler u. Installateur findet Freitagmittag 2.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 91890 Erzeugnisse von Hutschenreuther u. a. m. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichsten Dank. Frau Marie Lohn und Kinder. Unterkleider mit passendem Schlüpfer Vertrauensposten. In ein Landstädtchen OberbessenS wird älteres, tüchtiges Fräulein aus guter, ehrlicher Familie, für Büfett und Bedienung in meiner Gastwirt- schüft mit nur gutem Publikum für sofort gesucht. Schriftliche Angeb. unter 91340 an den Gieß. Anzetg. w Kriegerverein Gießen. 1 Die Beerdigung un- sereS lieben Kameraden, Polizet-Berw.'Jnfpekior Stephan Pfeffer findet Freitag, den 19. Oktober, nachm. 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Bitte Orden und Ehrens anlegen. Der Vorstand. Sorgfältig zusammengestellte WeinkarteI Zum Ausschank gelangen: Das vorzügliche Fürstenbergbräu Das beliebte Exportbier des (Siebener Brauhauses Das bekannte Münchner Löwenbräu (dunkel) 8654a Alleinige Verkaufsniederlage derstaatlichen Manufaktur Nymphenburg König). Kopenhagen Fürstenberg Gesucht wird ein heiseres Mädchen oder einfache Stütze d. alle Hausarbeiten übernimmt, f. kleinen höheren Beamten- haushalt in kleinem Landstädlchen bet Gießen. Bedingung: tadellose Gesundheit. Schrtstl. Angeb. unt. 9171V a.d. Gteh. Anz. Bezeichnung des Grundstücks. Grundbuch für Lich, Band VII, Platt 617. Ordn.-Nr. 1, Flur I, Nr. 204, Kulturart: Hofreite, Gewann Unterstadt, 122 qm. Betrag der Schätzung: 8000 Reichsmark. Für WeihnachtS- Schlager solvente Herren und Damen bei hohem Verdienst gesucht. Schr. Angeb. unter 9185D an den Gieß. Anz. erbeten. Satt, mein Bubikopf! Schneiden, Waschen, Ondulieren, Wasserwellen bei Sevdtuand tvitznev Damen- u. Herren-Salon, Neuenweg 22 Stadttheater Freitag, 19. 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Das nachstehend bezeichnete Grundstück, das zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Groh, Johann Peter Friedrich in Aumenau an der Lahn im Grundbuch eingetragen war, soll 91770 Freitag, den 21. Dezember 1928 vormittags 9 Uhr durch das unterzeichnete Gericht in dessen Sitzungssaal Zimmer Nr. 1 versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk ist am 16. Februar 1928 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem An- spruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht des Versteigerungserlöses an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Lich, den 10. Oktober 1928. Hessisches Amtsgericht. K. Herling, vormals Marx, Marktstr. 12. Junges, ordentliches Halbtagsmädcbgn für kleinen Hauöb. (3 Pers.) gesucht 073-s Wetzlarer weg 17 L Stellen^ eNiic ho Perfekte Hitti 24 Jahre, sucht für 1.11. 28 Stellung. HauShaltungöartik.- oder Lebensmittel« brauche bevorzugt. Schr.Anaeb.u.9176v a. d. Gieß. Anz. erb. Genießen Sie die besonderen Vorzüge von Kübler's Westen - Pullovers ■ zu Hause im Beruf beim Sport und Wandern Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigungsgesellschaft und die Gemeinde cindenstruth sollen auf der Bürgermeisterei Lindenstruty Chausfie- rungs-, Pflaster- und kanalisalionsarbei- ten. veranschlagt zu 3700 Reichsmark in drei Losen vergeben werden. 91780 Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift ver^yen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Dienstag, dem 23. Oktober 1928, vormittags 10 Uhr, einzureichen find. Zuschlagsfrist: drei Wochen. Giehen, den 15. Oktober 1928. Hessisches Kulturbauamt. H. S t e i n b a ch, Regierungsbaurat. Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde Allendorf a. d. Ldo. sollen aus dem Bureau des hessischen fiul- kurbauamts Gießen die für die Herstellung einer Sammelkammer und die Zuleitung der Quelle am Rentmeff rs-Teich erforderlichen Arbeiten in zwei Losen vergeben werden. Die Lieferuna der Röhren und Formstücke ist nicht einbegriffen. 91790 Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischem Kulturbauamt Gießen offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Mittwoch, dem 24. Oktober 1928, vormittags 10 Uhr. einzureichen find. Zuschlagsfrist: 2 Wochen. Gießen, den 15. Oktober 1928. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Schöne 2-Zimmer- Wohnung und Küche, iptt ab- geschloffenem Korridor, neflcn Umzugs- vergütung avzugeb. Jntereffenten mit Dringltchkeitöfcheln wollen schriftl. Angebote unter 07377 a. d.Gß.Anz. senden. km. Brandl Sonn. möbl. Zimmer, nnteKflehe. Tel. 1085. 2 Vesser mW. öoljn- uno Schlafzimmer IN.Schreibt, u.elektr. Stehlampe an 1 od. 2 berufstät. Herren zu vermieten 07353 Franks. Str. 9 l. Möbl.Zimmer zu vermieten 07351 Kirchstr. 13 v. Möbl. Zimmer au vermieten 07356 Tandaaffe 11 I, L (Neubau». 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HauShaliungt-arni'- ovcr Veben8mincl' branche bevorzuai. SchrInaeb.u.9l76v a. d. Gleh. 21 na. erb. 21 Cft- tUi'SKAsflui' 8fl5«fnS ö.Mf gs&fcs »"!Äu"whlt erbej Wtz ■Gitta 1928: 39 'm Schützenhau», Mm 4l*D Herren-Abend A,.,e ehemaligen nasiums werden zu Der Vorstand, 3-Ä’»ö »»’l WB eÄ^11 Marktstr. 12. Junges, oröknilrhei ( Tüchtiger I Spengler u. Znßallaleur ß'Berl.) fleludjt ™ VMttW 17 L Siellenffesiiche deriekie Hr.246 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, (8. ©Hoher (928 Erinnerungen an Rasputin. Ein mißglückter Versuch zur Befreiung der Zarenfamilie aus dem sibirischen Gefängnis.-Oer Kaiser Nikolaus weigert sich entschieden, ins Ausland zu fliehen. - Oie Tragödie nimmt ihren Fortgang. Von Maria Grigorjewna Rasputin. Copyright by United Press Association ok America. Nachdruck, auch im Auszug, verboten. 3m August 1917 wurde die kaiserliche Familie, die seit der Februar-Revolution in Zarskoje Selo interniert gewesen war, auf Anordnung von Kerensky nach Tobolsk in Sibirien übergeführt Als sie an Bord des Dampfers „Ruß" die Tura hinabfuhren, erblickten der Zar und seine Gattin in der Ferne Pokrowskoje, das Heimatdorf meines Vaters, und unser großes Holzhaus. Dort lebte nur noch meine Mutter mit meinem Bruder Dimitri und meiner Schwägerin. Mit dieser Dorüberfahrt der gefangenen kaiserlichen Familie ging wieder auf seltsame Art eine alte Prophezeiung meines Vaters in Erfüllung. Inzwischen hatte ich mich mit einem alten Rach- barn und Freund unserer Familie, dem Leutnant Doris Solowjow verheiratet. Unser Leben in Petersburg war sehr schwer. Wir lebten m ständiger Angst wegen der engen Beziehungen, die mein Vater und ich mit der kaiserlichen Familie gehabt hatten, in Verdacht zu geraten. Erst nachdem wir zweimal umgezogen waren, begannen wir uns einigermaßen sicher zu fühlen. Alle unsere Papiere waren auf den Ramen meines Mannes ausgestellt und in unserer neuen Umgebung wußte niemand, daß ich die Tochter von Gregor Rasputin war. Ein unglücklicher Zufall sollte uns jedoch verraten. Mein Bruder Dimitri kam auf einige Taae zu uns auf Besuch und mußte natürlich sogleich seinen Paß bei dem Hausverwalter ab- geben. Am nächsten Morgen schon wußte alle Welt, wer ich war, und der Hausbesitzer, ein Lederhändler mit Ramen Gordon, erschien bei meinem Mann. Die Revolution, die so viele Dinge auf den Kopf gestellt hatte, hatte jedoch die Hausbesitzer nicht des Rechtes beraubt, ihre Mieter vor die Tür zu sehen. Unser Hausbesitzer, der fürchtete, man werde das Haus in Brand stecken, wenn man erführe, daß die Kinder von Rasputin in ihm wohnten, verlangte von uns die Räumung der Wohnung innerhalb von vierundzwanzig Stunden. Die übrigen Mieter, die gleichermaßen erschreckt waren, ergriffen seine Partei und drohten uns, sie würden unsere Möbel aus dem Fenster werfen. Wir mußten nachgeben. Zum Glück farrden wir Gelegenheit, in einem entfernten Stadtviertel eine Heine Wohnung käuflich zu erwerben, und dort waren wir endlich für einige Zeit vor Verfolgungen geborgen. Anna Wirubowa, die Freundin meines Vaters und frühere Hofdame der Zarin, die erst eben aus dem Gefängnis entlassen war, besuchte uns häufig insgeheim auf einige Stunden. An den langen Abenden redeten wir von unseren Erinnerungen, wir sprachen von Zarskoje Selo und der kleinen Villa, die Anna Wirubowa dort besessen hatte, von dem Esel Wanka, der ebenfalls eines der unschuldigen Opfer der Revolution geworden war, und von den Großfürstinnen, denen es in Sibirien an Wäsche und warmer Kleidung mangelte... Anna Wirubowa war es geglückt, in einen geheimen Briefwechsel mit der kaiserlichen Ja m i l i e zu treten. Sie hatte auch durch zuverlässige Jreunbe der Familie bereits mehrfach Lebensmittel und Kleider zukommen lassen. So kamen wir auch eines Abends in unserer kleinen Wohnung zu dem Entschluß, den kühneren Versuch einer V e - frelung des Zaren und sein er Familie zu wagen. Die Aufgabe war sehr schwierig: denn wir mußten sogar denen mißtrauen, die uns ihre Hilfe anbotcn. Doch besah Anna Wirubowa in Tiumen und Tobalsk eine Anzahl von zuverlässigen Bekannten, zwischen denen mein Mann eine Verbindung Herstellen sollte. Die Rahe von Pokrowskoje, wo mein Mann leicht ehren Unter- schlupf finden konnte, bot eine weitere Chance für das Gelingen. Wir wollten uns alle diese Imstande zu Ruhe machen und in Tiumen so viele Anhänger des Zaren wie nur irg endmöglich zusammonztehen. Anfang Januar 1918 reifte mein Mann den übrigen voraus nach Sibirien. In Pokrowskoje traf er meinen Bruder Dimitri. Beide verkleideten sich dort als Fischhändler, bevor sie zu Schiff weiter nach Tobolsk reisten. Schon nach zwei Wochen erlebten wir die Freude, aus einem Brief der Zarin an Anna Wirubowa zu erfahren, daß sie Doris gesehen und trotz seiner Verkleidung erkannt hatte. Um den Verdacht für den Fall abzulenken, daß ihre Briefe aufgefangen würden, bezeichnete sie Doris abwechselnd als „den Offizier", „IX", oder „den Bruder unseres Freundes". Jeder von diesen Briefen bedeutete eine große Beruhigung für mich: denn mein Gatte selbst hatte keine Gelegenheit, mit uns zu korrespondieren Mit Hilfe von Dimitri hatte er eine Art von Hauptquartier in Tiumen eingerichtet, wo mehrfach Offizierskon« ventikel abgehalten wurden. Er selbst hatte in Tobolsk in einer Bäckerei Anstellung gefunden und lieh von hier durch eine Drotausträgerin feine Botschaften an den Zar befördern. Ein weiterer glücklicher Zufall wollte es, dah ein alter Freund meines Vaters, der Bischof Hermogen, damals an der Spitze der Diözese Tobolsk stand. In ihm fand mein Gatte einen unschätzbaren Helfer. Er war der einzige, der noch persönlichen Zutritt zu der kaiserlichen Familie hatte, die in dem Hause des früheren Gouverneurs interniert war. Es wäre auch gänzlich unmöglich gewesen, ein so kompliziertes Komplott, wie die Befreiung von sieben Personen, ohne einen Mittelsmann vorzubereiten, der sich mündlich mit dem Zaren verständigen konnte. Zwei Monate lang arbeiteten mein Mann und Dimitri an den Vorbereitungen. Ihr Plan war, aus der Verwirrung, die damals infolge der Kämpfe zwischen den einzelnen revolutionären Parteien herrschte, Vorteile zu ziehen, um den Versuch zu machen, mit der kaiserlichen Familie und einer kleinen Gruppe von ergebenen Offizieren die nächsten Stellungen der Weihen Armee zu erreichen. Zu ihrer größten Aeberraschung stießen sie zuerst bei dem Kaiser selb st auf einigen Widerstand. Der Kaiser, dem die deutschen Siege und die Folgen der Revolution sehr nahe gegangen waren, und der in sehr gedrückter Stimmung war, als hätte er noch gehofft, daß seine Lage sich im Augenblicke des Friedensschlusses mit Deutschland verbessern würde, konnte zu keinem Entschluß kommen und stellte schließlich für seine Flucht ausdrücklich die Bedingung, daß er unter feinen Umständen aus dem russischen Gebiet hinausgebracht würde. Währenddessen überstürzten sich aber die Ereignisse. Die Rotgarden wurden aus Omsk erwartet und die Ankunft eines neuen bolschewistischen Kommissars stand bevor. Da entschloß sich mein Mann, die Vorbereitungen abzukürzen und die Tat auszuführen, bevor die Ankunft der neuen Bewachungstruppen den ganzen Plan zum Scheitern zu bringen drohte. Die Zarin wurde benachrichtigt, dah etwa hundert ihrer Anhänger in Tiumen bereitständen, um auf das erste Zeichen hin loszuschlagen. Mein Mann überprüfte noch einmal die gesamte Lage in allen Einzelheiten. Er rechnete damit, die frühen Morgenstunden auszunutzen, während die kaiserliche Familie die Messe anhörte, um die De- wachungssoldaten durch Gewehrschüsse, die von der anderen Seite des Gebäudes, aus der Richtung des Hauses von Kornilow, kommen sollten, wo das Gefolge des Zaren untergebracht war, abzulenken, während er selbst mit meinem Bruder Dimitri und zwei Freunden den Zaren, die Zarin und die Kinder durch den Stadtgarten, der zu dieser Stunde noch einsam zu sein pflegte, zu einem Wagen führen wollte, der die Flüchtlinge aus der Stadt bringen sollte. Am Vortage um vier Llhr nachmittags ging Doris vor dem Hause des Gouverneurs vorbei und sah, dah ihm die Zarin, die von seinem Kommen unterrichtet war, ein freundliches Zeichen mit der Hand gab. Doll Hoffnung und Eifer ging er nach Hause, um die allerletzten Disposiüonen zu treffen. Um so großer war seine Verzweiflung, als er hier den Bischof Hermogen vorfand, der ihn erwartet hatte und ihm sagte: „Alles ist entdeckt. Pater Wassiliew hat uns verraten. Uns bleibt nichts übrig, als schleunigst zu fliehen." In der Tat war auch die Messe für den nächsten Tag abgesagt, die Wachtmannschasten hatlen neue und schärfere Order bekommen. Der neue bolschrwisli che Kommissar muhte jeden Augenblick eintreffen. Ohne noch an einen endgültigen Fehlschlag glauben zu wollen, entschloß sich mein Gatte, sich einstweilen nach Pokrowskoje zurückzuziehen. Als er mit meinem Bruder Dimitri in Pokrowskoje den Dampfer verlieh, um zu meiner Mutter zu gehen, sahen sie sich plötzlich von einer Abteilung von Roten Garden umringt Tausend Hände griffen nach ihnen. Sie wurden gefesselt und nach Tiumen gebracht. Acht Tage später traf ich bei meiner Mutter ein, die mich von den Vorfällen in Kenntnis gesetzt hatte, nachdem ich in Petersburg alles hinter mir hatte liegen und stehen las en. Ich sollte nie in die Hauptstadt zurückkehren, denn nachdem ich mit groher Mühe die Befreiung von Boris durchgesetzt hatte, flohen wir nach Osten und machten nicht eher Halt, bis wir in Charbin angenommen waren. (Fortsetzung folgt.) Mystik. „Unsere klare, wahre Erkenntnis oder wenigstens doch ehrliche Meinung vom Weltzusam- menhang, vom Aufbau der Materie, von der kosmischen Stellung des Mikrokosmos Mensch sehen mit dem neuen Wissen um die Dinge auch den alten Olaitben und Willen der Mystik ins Recht. Für immer wohl ist die selbstgewisse „Bildung" erschüttert, die im Menschenn die einzige Wirklichkeit unt> diesen Menschen als den einzigen, nur zu seiner Selbstbezogenheit bestellten Erzeuger jener armselig beschränkten Wirklichkeit ohne das Gegenüber einer höheren betrachtet hat." Diese Worte schreibt Josef Bernhart der feinsinnige Münchner Dichter und Forscher, in seiner Einführung zum neuesten Heft d.r Süddeutschen Monatshefte (München), welches das Thema Mystik behandelt Das Wort Mystik ist zwar nicht in gleichem Mähe wie etwa das Wort Ollultismus zu einem Schlagwort unserer Zeit geworden, dafür muß es um so mehr als Deckname für vieles andere nicht Unterzubringende herhalten. Als Streben nach Ueberwindung der irdischen Schranken, als Sehnsucht nach Erfüllung ist die heute unter dem Worte Mystik verstandene Seelen- und Geistesrichtung wieder von wachsendem Einfluß für die gesamte Erneuerung und Umbildung unseres heutigen Weltgefühls. So ist dieses Heft, in welchem hervorragende Mitarbeiter des In- und Auslandes zum Thema sprechen, von besonderer Bedeutung. In dem Aufsatz Mystik und Dogma von Otto Karrer, Luzern, wird der Einfluß der christlichen Dogmen als Quelle und Ursprünge für das mystische Leben bargelegt. Askese und Mystik behandelt Georg Wun- derle, Würzburg, Mystik und Metapsh- ch o l o g i e Emil Mattiesen, Rostock. Hier werden die Beziehungen der Mystik zum Okkultismus und seinen verschiedenen Teilgebieten aufgezeigt und die mystische Erfahrung selbst als ein Forschungsgegenstand der Metapsychologie aufgefaht. Ueber Sprache, Mystik, Offenbarung spricht Trude Melhardt, Murnau. („Mystik kann nicht gelehrt werden, denn sie ist für den irdischen Zustand letzte Reife, und Reise ist nicht lehrbar tmb unmittelbar.") Josef Bern- hart selbst, der Betreuer des Heftes, handelt besonders bedeutsam über die Soziologie der Mystik, über die Formen, welche der mystische Grundtrieb im Ganzen des menschlichen Lebensgeschehens annimmt. Das mannigfaltige Bild der ita 1 ienischen Mystik malt Arrigo Levastt, Florenz, das der Mystik in der Orthodoxen Kirche Ricolas von Ar- seniew, Königsberg. Ueber die Mystik im Judentum schreibt Leo Daeck, Berlin, and Über die Mystik in der nachkantischen Philosophie David Baumgardt, Berlin. Deutsche Mystik nimmt in Frankreich einen überraschend breiten Raum ein, wie Ieanne Ancelet- Hustache, Paris, berichtet. Ein allgemeines Bild der Mystik in Amerika, welches Land schon seit seiner frühesten Kolonialperiode im Unsere Eulen. Von Professor Or. Konrad Guenther. Die Vögel sind die Stimme der Ratur, und was uns Feld, Wald und Wiese an den verschiedenen Tageszeiten zu sagen scheinen, sie sprechen es aus. Das Feld mit den weiten Fernblicken, dem unendlichen Himmelsblau darüber hat in der Lerche seinen Sänger, deren Lied ebenfalls ohne Ende ist. Zum sonnendurchleuchteten Hochwald paßt der schmetternde Schlag des Duchfinks, den Abend läutet das Lied des Rotkehlchens ein und der Hagende Ruf der Drossel. Und wenn es dunkel geworden ist und der geheimnisvolle Zauber des nächtlichen Waideswebens einseht, dann ertönt der dumpfe Ruf der Waldohreule und das dunkle Pfeisen des Waldkauzes. Ohne diese Eulen würde der Wald um seine Stimmung kommen. Unsere germanischen Vorfahren haben denn auch mit dem Eulenschrei ihre schönsten Sagen ber- knüpft. Wenn der Uhu rief, so klang es ihnen wie fernes Hundegebell, das Klatschen der Flügel beim Dalzflug der Waldohreule ertönte wie Peitschenknall, und waren diese Laute im Walde du hören, so sagte die Mutter zum Kinde, der wilde Jager ziehe mit seiner Meute durch die Lüfte. 2lber nicht nur durch ihren Ruf fesseln uns unsere Eulen. Wer einmal einen Kauz am Tage schlafend auf einem Ast in einer Fichtenschonung hui nben feben, wird sich an dem wunderhübschen Gesellen, mit der Färbung seines Gefieders, die genau die Daumrinde nachahmt und das Tier fast unsichtbar macht, gefreut haben. Und so weich ist dieses Gefieder, daß der Flug den Vogel voll- kommen lautlos durch die Lüfte führt. Das ist aber auch notwendig, sonst würde das Mäuschen auf der Wiese sich längst in sein Loch gerettet haben, ehe es die nadelscharsen Krallen der Eule gepackt und im Augenblick erdolcht haben. Wun- berE>ar, wie der Waldkauz von seinem Daum am -Rande der Waldwiese das Mäuschen sehen kann rn der dunllen Rächt! Aber fein Auge ist auch wie in Fernrohr gebaut und mit Einrichtungen versehen, die wir noch gar nicht verstehen. Halten sich der Waldkauz und die Waldohreule, letztere eine verkleinerte Ausgabe des Uhu, im Walde auf, so bewohnt der Steinkauz die Obftbäume in den Tälern und liebt die Rähe der Dörfer, während die Schleiereule in Kirchen und Scheunen ihren Wohnsitz nimmt. Unfere größte ©ule, Rachtkönig Uhu, ist auggerottet. Wir Ra- turfreunbe machen immer wieder Versuche, den prachtvollen Vogel einzubürgern, aber unverständige Schießer knallen ihn ab, sobald sie ihn sehen. Das ist überhaupt das Unglück für unsere Eulen, daß sie eigenartige und auffallende Vögel sind, und deshalb von Schießern, die sich Jäger nennen, niedergeschossen werden, um als „Trophäen" ihre Zimmer zu „schmücken". Der echte Weidmann schont die Eulen. Aber immer wieder sehe ich bei den Ausstopfern die armen Tiere, deren Schicksal es ist, statt unseren heimatlichen Wald zu schmücken, zu verstauben, zu ver- motten und dann weggeworfen zu werden. Wenn doch das ganze Volk gegen solche rohen Schänder seiner Heimat sich erhöbe! Zudem ist es strafbar, Eulen zu schießen, denn die Eulen sind nützliche Tiere ersten Ranges, sie leben so gut wie ausschließlich von Mäusen, und der Landmann wird ebenso geschädigt wie der Heimatfreund, wenn man sie vernichtet Man sollte also die Eulen schonen, ja außerdem auch noch für ihre Vermehrung sorgen. Die Eulen nisten im Dunkeln, wie sie ja auch im Dunkeln leben. So wählen sich die Waldeulen als Drut- ftätten hohle "Bäume. Da man aber die Bäume heute meistens nicht mehr so alt werden läßt, daß sich Höhlungen in ihnen bilden, und da man die morschen Bäume entfernt, wird für unsere Tiere auch die Wohnungsnot immer großer, um so mehr, als auch der Vogel, der für sie ihre Rist- hohlen zimmert, der Schwarzspecht, oft abge- schossen wird. Man kann diesem Llebelstand dadurch begegnen, daß man große künstliche „Risthöhlen" an die Bäume hängt, die aus Baum- stücken gefertigt werden, in die eine Höhlung und ein Einflugloch gebohrt wird. In unserem Lande werden in Endrngen am Kaiserstuhl solche Risthöhlen, auch Heinere für Meisen und .Staare, gemacht. Für die Stadt- und Dorfeulen empfiehlt es sich, in den Hausgiebeln ein Loch zu bohren, und dahinter eine Kiste zu nageln, die durch zwei Längswände in drei Teile zerlegt wird. In dem mittleren Raum wandert die Eule hinein, wendet sich dann am Ende rechts oder links, wo Oeffnungen gelassen sind und benutzt eine der Seitenkammern, in die das Licht nicht fallen kann, als Brutraum. In meinem Schriftchen „Unfere Eulen" habe ich, wie über das Leben unserer Eulen, so auch über die Art, wie man sie pflegen und vermehren kann, Maßregeln angegeben. So möchte ich denn mit dem Wunsche schließen, dah überall der Schuh der Eulen aufs angelegentlichste durchgeführt wird und kein Ab- schuß dieser schonen Vögel mehr stattfindet. Es ist höchste Zeit, denn die Eulen sind schon sehr selten geworden. Die Waldohreule, früher überall in der Umgebung Freiburgs mit ihrem dumpfen „Hump, Hump" zu hören, habe ich schon seit langem nicht mehr bemerkt. Auch der Waldkauz, dessen Ruf man früher in allen Straßen der Stadt vernahm, die am Waldrande entlang führen, ist nur noch an einigen Stellen vorhanden. Ebenso sind auch Schleiereule und Steinkauz selten geworden. In ernsten Worten aus- gedrückt. heißt das nichts anderes, als: Wenn das Volk sich nicht energisch seiner Eulen annimmt, hat es in kurzer Zeit keine mehr. Das Grammophon als Geschichtenerzähler Edgar Wallace, der gefchäststüchtigste und produktivste unter allen modernen Erzählern, hat einen neuen Erwerbszweig, ein neues Mittel gefunden, um seine Schöpfungen zu verbreiten. Er hat einen besonderen „Thriller", eine feiner aufregenden kurzen Geschichten, für das Grammophon geschrieben. Diese Erzählung, in der ein Henker, eine Frau mit einem Revolver und ein eingegrabener Mann die Hauptrolle spielen und die „Der Mann in der Grube" heißt, wurde von ihm ins Grammophon gesprochen, so daß sie jederzeit auf einer doppelseitigen Platte wiederholt werden kann. Wallace glaubt, daß dieses Geschichtenerzählen durch das Grammophon eine große Zukunft vor sich hat, und daß man gern, anstatt sich der Mühe des Lesens zu unterziehen, sich eine Geschichte von ihrem Erfinder erzählen lassen wird. Man hat Wallace den „Ford der Literatur" genannt, und wenn er auch noch nicht so viel verdient wie der Automobilkönig, so leistet er doch jedenfalls in der Massenproduktion Erstaunliches. Wallace ist heute 53 Jahre alt, kam aber erst mit 31 Jahren zur Literatur. Vorher hat er ein ziemlich abenteuerliches Leden geführt: er genoß eine sehr dürftige Erziehung, diente sechs Jahre als Gemeiner im englischen Heer, wurde dann in Südafrika Journalist, versuchte es mit Gedichten und schrieb 1906 feine erste Detekttvge- fchichle. Dann hat er sich langsam zu seinem Ruhm heraufgearbeitet. Roch vor einem Jahr toar er nur als Schreiber spannender Kriminal- suchen und einiger Sensationsdramen bekannt, seitdem aber ist fein Rame über die ganze Welt verbreitet worden und mit dem Ruhm ift auch feine Schaffenskraft immer mehr gewachsen. 1925 schrieb er doppelt so viel Romane wie 1924. 1927 betrug seine Produktton 26 Romane und 6 Stücke, und in diesem Jahre hofft er diesen Rekord noch beträchtlich zu überschreiten. Er dikttert seine Geschichten, feine Dramen und Kritiken ins Diktaphon und eine ganze Schar von Sekretärinnen macht sie dann druckfertig. Außer seinen Romanen, Dramen und kurzen Geschichten entfaltet er auch noch eine ausgebreitete journalistische Tätigkeit, ist Theaterkri- tiker und gilt für einen besonderen Kenner in allen Fragen der Kriminalistik und des Rennsportes. Er selbst ist auf seine Kenntnis des Turfs viel stolzer als auf seine literarischen Arbeiten, und hält seine „Tipps" für unfehlbar. (Das hinderte aber nicht, daß beim letzten Derby fein Favorit, der nach seiner Ansicht "unmöglich verlieren konnte", als 12. landete.) Seine Bücher sind bereits in über fünf Millionen Exemplaren in der Welt verbreitet, und über feine Einnahmen zerbricht sich ganz London den Kopf. Er selbst bewahrt darüber Stillschweigen, aber man behauptet, daß er weit über eine Million jährlich verdient. Hochschulnachnchien. Für den freigewordenen Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Universität Heidelberg, den bisher der jetzt emeritierte Geheimrat Professor Dr. von Schubert beHeibete, ist ein Ruf an den ordentlichen Professor an der Unioerfität Marburg Dr. Freiherr von Soden ergangen. Professor Dr. phil. et med. vet. Peter Danck- to o r 11 an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der pharmazeutischen Chemie in Marburg als Rachfolger Ioh. Gadamers abgelehnt. Geheimrat Prof. Dr. med. Friedrich Ahlfeld, der frühere langjährige Direktor der Frauen- llinik an der Ltniversität Marburg, vollendete am 16. Oktober das 85. Lebensjahr. Gebürtig aus Alsleben a. S. (Provinz Sachsen), als Sohn des Pastors, späteren Geheimen Kirchen- rats D. Friedrich Ahlfeld, oblag Ahlfeld dem Studium der Medizin in Greifswald und Leipzig, bestand 1867 das Staatsexamen und im folgenden Jahre das Doktorexamen, wurde dann Assistent bei Professor Crede, habilitierte sich 1873, erhielt drei Jahre später die Ernennung zum a. v. Professor und Hebammenlehrer in Lerpzrg und folgte 1881 einem Rufe als Ordinarius nach Gießen als Rachfolger Kehrers. Im Jahre 1883 siedelte Ahlfeld nach Marburg als Rachfolger Dohrns über. Im Oktober 1907 legte Gchnmrat Ahl.eld sein Amt als Direktor der Frauenklinik und Hebammenanstalt nieder. Ahl- felds „Lehrbuch der Geburtshilfe" ist in mehreren Auslagen Verbreitet — Der Berliner Universitätsprivatdozent Dr. Ludwig Ebert hat den an ihn ergangenen Ruf an die älniversität Würzburg als Rachfvlger von Prof. H. Grimm angenommen und bereits feine Ernennung vorn 1. Rovember d. I. ab zum etatsmäßigen außerordentlichen Professor der physikalischen Chemie der Würzburger philosophischen Safultät erhalten. 17 Jahrhundert einen starken mystischen Zug ausweist, gibt Rufus M. Jones. Haverfvrd. — Mit diesem bedeutsamen Heft treten die Süddeutschen Monatshefte in das 2. Vierteljcchr- hundert ihres Bestehens. Krieger-Ghrenmal des Gießener Realgymnasiums. DieDereinigungehemaligerAnge- höriLer des Gtehener Realgymnasiums hält unter dem Vorsitz des Sanitätsrats Dr. Decker- Sprendlingen am kommenden Samstag, 20. Oktober. 7'/r älhr abends beginnend. im „Schützenhaus", Kaiserallee, ihre diesjährige Hauptversammlung ab. (Siehe heutige Anzeige.) Die Tagesordnung enthält neben anderen wichtigen Deratungsgegenständen den Bericht des Regierungsbaurats Kuhlmann über den von ihm geschaffenen Entwurf des Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen ehemaligen Angehörigen, Lehrer und Schüler des Realgy m - nasiums Gießen. Das Modell des Denkmals ist gegenwärtig in einem der Schaufenster des Kunstgewerbehauses Julius Bach. Seltersweg ausgestellt. . Nachdem verschiedene Vorschläge. ti>u die Anbringung einer Gedenktafel, eines Epitaphs oder einer Säulenhalle an dem Mitteltrakt des Gebäudes, Aufstellung eines hochragenden Ratursteinblocks oder einer allegorischen Dronzestattre, von dem Denkmalausschuh nach eingehender Beratung mit guten Gründen abgelehnt worden waren, war dem Verfasser des Entwurfs für die äußere Gestaltung des Ehrenmals ein bestimmter Weg vorgeschrieän. Zunächst war mit der Auswahl des Platzes die Dimensionierung des Werkes festgelegt, ein Mahstab für die Entwurfsbearbeitung gefunden. Für die Aufstellung des Denkmals wurde die Mitte vor der Rückseite der über hufeisenförmigem Grundriß errichteten Schule in Aussicht genommen. Die Hoffassade des in klassizistischen Formen gehaltenen monumentalen dreigeschossigen Gebäudes bildet den gegebenen Hintergrund für ein Denkmal. Rach dem Entwurf wird dieses in ein bestimmtes Massenverhältnis gebracht und in bestimmtem Abstand aufgestellt. Dringend wünschenswert ist die Herstellung des Gebäudes im äußeren Verputz und Anstrich vor der Errichtung des Ehrenmals. t . Für die äußere Silhouette des Gedenksteins kommt unter allen Umständen eine aufwärts- stredende Form in Betracht, angemessen in ihren Ausmaßen den wuchtigen Massen des Schulgebäudes. Die Formensprache des Werkes kann ganz unabhängig bleiben von der Architektur des Gebäudes. Jedenfalls hängt aber mit den zu wählenden Maßen des Denkmals die Kostenfrage eng zusammen. Wohl hätte ein hochragender Findling, ein Raturstein auf entsprechendem Unterbau, wie anfangs vorgefchlagen worden war. mit geringeren Aufwendungen aufgestellt werden können, als es bei Ausführung des vorliegenden Entwurfes der Fall ist. Doch diese Lösung muhte abgelehnt werden, weil die Umgebung eines ungegliederten, massigen Steinblocks eine ausgiebige gärtnerische Anlage erfordert. Andererseits würde eine bildhauerliche. figürliche Ausgestaltung, eine plastische Darstellung auf Sockel oder dgl. bei den notwendigen großen Ausmaßen zu hohe Kosten erfordern. &o blieb für die Erfüllung der geschilderten Grunderfordernisse im Rahmen einer tragbaren Kostenhöhe, für die Einhaltung maßstäblich richtiger Beziehungen des Denkmals zu seiner Urn- gebung, die architektonische Gestaltung eine ästhetisch glückliche und wirtschaftlich günstige Lösung. Rach der Festlegung der grundsätzlichen Belange war die formale Ausgestaltung, der Aufbau, die Gliederung und Dekoration des ^renmals nur noch eine rein künstlerische. Aufgabe. deren Lösung dem Verfasser des Entwurfs überlassen bleiben muhte. Im vvrliegen- den Falle wurde die Form eines Obelisken gewähll, wie sie das Modell etwa im Mahstab von 1:10 darstellt. Auf die Anbringung von Inschriften, Emblemen, Reliefs u. dgl. ist, soweit es die Mittel erlauben. Rücksicht genommen. Der Wortlaut der Inschriften ist noch zu bestimmen. Unter den geschilderten Voraussetzungen hat der Denkmalausschuß den Entwurf des Baurats Kuhlmann einstimmig zur Ausführung angenommen. .3m Hinblick auf die Wiedersehensfeier der Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums (Sieben darf noch gesagt werden, daß der Verein eine sehr erfreuliche Entwicklung aufweist. Der leitende Gedanke, der zu seiner Gründung führte, trotz aller Mihhelligkeiten der Rachkriegszeit die alten, lieben Beziehungen und Freundschaften der Jugendzeit zu pflegen, hat freudigen Widerhall in allen Kreisen der „Alten Herren" des (Siebener Realgymnasiums gefunden. Weit über 400 ehemalige (Siebener Realghmnasiasten haben bereits ihren Beitritt angemeldet. Als ein Zeichen des großen Interesses an den Zielen der Vereinigung darf auch vermerkt werden, dah ein großer Teil der Summe, die für das Ehrenmal benötigt wird, durch freiwillige Spenden bereits zusammenge- bracht ist. Die Vereinigung hat in diesen Tagen einen von 40 Herren, die den verschiedensten Ständen angehören, unterzeichneten Aufruf ausgesandt. der die alten Gießener Realgymnasiasten, die noch nicht die Mitgliedschaft erworben haben, soweit chre Anschriften bekannt waren, zum Eintritt auffordert. Sie hofft, dah alle die alten Schulkameraden in Stadt und Land, die diesen Aufsatz lesen, an der Zusammenkunft am kommenden Samstag teilnehmen werden. An dieH a u p t- Versammlung wird sich, pünktlich um 8y4 Uhr beginnend, ein gemütliches Zusammensein anreihen, für das ein reichhaltiges Programm aufgestellt ist. Erweitertes Schöffengericht Gießen. Gießen, 17. Ott. Ein trotz feiner Jugend schon häufig wegen Eigentumsverbrechens bestrafter Angeklagter ist alsbald nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt mit einem Genossen in Burg-Gemünden in eine Gastwirt- schäft eingebrochen, wobei den Tätern außer 10 Mk. erhebliche Mengen Zigarren, Zigarillos und Zigaretten in die Hände fielen. Rach anfänglichem Leugnen haben sich die Angeklagten heute zu einem Geständnis bequemt. Der eine erhielt ein Jahr drei Monate, der andere neun Monate Gefängnis. MohlfahrlspsiW-Lehrgans des Roien Kreuzes. Der vorn Hessischen Roten Kreuz hier veranstaltete Lehrgang fur Wohlfahrts- pflege für die Zweigvereine vorn ^oten Kreuz in der Provinz Oberhessen nahm am Dienstag- Vormittag in der Neuen Aula seinen Anfang. Zunächst übermittelte Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität. Professor Dr. Herzog, die besten Wünsche der Landesuniversität zu einem guten Verlauf der Veranstaltung, dabei besonders betonend, daß die Univerfitat nut den Bestrebungen des Roten Kreuzes aufs engste verbunden sei. Der Vorsitzende des Hessischen Landesverbarides vorn Roten Kreuz, Geheimer Regierungsrat v. Hahn, Darmstadt, begrüßte namens des Hessischen Roten Kreuzes und des Alicesrauenvereins die Erschienenen, mbesontere den Rektor der Landesuniversität, ProvinziaL- direktor G r a e f, Oberbürgermeister Keller, sowie die Vertreter der Kreisämter. des Polizei- amts, der Kreisgesundheitsämter, der Gerichts- und Schulbehörden, der Industrie und Presse und wünschte, daß der Lehrgang von gutem Erfolg begleitet sei. Die Grüße des Deutschen Roten Kreuzes übermittelte Regierungsrat Grünst e i s e n, Berlin, während Frau Prof. Dr. K r a - mer, Gießen, als Vorsitzende des Gießener Alice- frauenvereins und gleichzeitig namens der Stadtverwaltung sprach. Den ersten Vortrag hielt Bürgermeister Dr. Frey, Gießen-Frankfurt a. M., über Kleinrentnerfürsorge, insbesondere ihre Beziehung zur Arbeit der Zweigvereine vom Roten Kreuz. Der Redner warf zunächst einen Rückblick auf die Rentnerfürsorge der Vorkriegszeit, schilderte die Auswirkung der Inflation für die Kapitalrentner, um sich dann eingehend mit der Entwicklung der Armenfürsorge und der nach dem Kriege einsehenden Kleinrentnerfürsorge zu befassen. Er streifte kurz die Grundgedanken der derzeitigen Bestimmungen der Kleinrentnerfür- sorge unter besonderer Berücksichtigung des Charakters als gehobene Fürsorge und unterzog das gegenwärtige Recht einer kritischen Betrachtung. Zum Schluß wies der Redner noch eingehend auf die Möglichkeit der Mitarbeit seitens der Vereine vom Roten Kreuz hin. Regierungsrat Strack (Alsfeld) besprach als Korreferent die Beziehungen der Kleinrentner zu den Vereinen des Roten Kreuzes unter besonderer Berücksichtigung der ländlichen Verhältnisse. Er wies darauf hin, daß auf dem Lande die Fürsorge für die Kleinrentner in der Hauptsache durch die amtlichen Organe ausgeübt werde, weil es an freiwilligen Mitarbeitern fehle. Anderseits seien die Verhältnisse der Kleinrentner auf dem Lande ganz anders geartet, wie in der Stadt. Trotzdem biete sich auch hier für die Vereine vom Roten Kreuz, )eren weitere Ausbreitung in Oberhessen wünschenswert sei, ein weites Feld der Betätigung. Den dritten Vortrag hielt Frau Regierungsrat Keller (Darmstadt) über die Betätigung der Zweigvereine vom Roten Kreuz in der Jugend« Wohlfahrtspflege. Die Rednerin schilderte in eingehender Weise Die Tätigkeit und die Erfolge des Roten Kreuzes auf dem weitverzweigten Gebiete der Jugendwohlfahrtspflege, dabei besonders auf die Wirksamkeit in Hessen hinweisend. Sie zeigte weiter, inwieweit die Zweigoereine vom Roten Kreuz an diesen Aufgaben mitarbeiten und neue Aufgaben übernehmen könnten. Sie wies in diesem Zusammenhang auf die Fürsorgeeinrichtungen in Gießen hin, die vorbildlich seien. Zum Schluß gab die Rednerin noch einen Ueberblick über den heutigen Stand der Jugendwohlfahrtspflege und zeigte, inwieweit Aufklärungsarbeit in den Vereinen und an den Einzelpsleglingen geleistet werden könne. An die sehr interessanten Vorträge, die eine Fülle von Anregungen zur Mitarbeit auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege enthielten, schloß sich eine rege Aussprache, an der sich Frau Professor Dr. Kramer (Gießen), Frau Exzellenz von Ewald und Oberschwester Anita Hermanny (Gießen), sowie Oberregierungsrat Dr. Heß (Gießen), Medizinalrat Dr. Vogt (Butzbach), Präsident von Hahn (Darmstadt), Reglerungsrat Grünheisen (Berlin) und Bürgermeister Dr. Frey (Gießen-Frankfurt a. M.) beteiligten. Nachmittags fand eine Besichtigung des Physiologischen Instituts der Landesuniversität statt, wobei der Direktor des Instituts, Professor Dr. B ü r k e r, einen Vortrag über „Neues über Ernährung und Verdauung* hielt. Abends fanden sich die Teilnehmer zu einem zwanglosen Zusammensein im kleinen Saale des Gesellschaftsvereins zusammen. Der zweite Lehrgang begann gestern vormittag mit einem interessanten Vortrag des Oberarztes Dr. Bommer (Gießen) über die Mitwirkung der Zweigvereine vom Roten Kreuz in der Gesundheitspflege. Der Redner zeigte zunächst an Hand von Lichtbildern die Krankheitserscheinungen bei Lupus, erläuterte die Ursachen dieser Krankheit, um sich dann eingehend mit der Art der Behandlung von Lupuskranken zu beschäftigen. Er berichtete weiter über Fürsorgemaßnahmen für diese bedauernswerten Kranken, die sich teilweise erstrecken auf Vorbeugungs- und Verhütungsmaßnahmen, teilweise auf die Versorgung der aus der Behandlung Entlassenen. Zum Schluß zeigte der Referent noch in eingehender Weise die Möglichkeit der Mitwirkung der Vereine vom Roten Kreuz bei der Durchführung der besprochenen Fürsorgemaßnahmen. In der anschließenden Aussprache hiell Präsident von Hahn die Mitarbeit der Vereine vom Roten Kreuz auch auf anderen Gebieten der Gesundheitspflege, insbesondere bei Lungentuberkulose, für äußerst wünschenswert, während Frau Dr. Moos, Frau Professor Dr. Kramer und Frau Oberin Lede- b o u r (Düsseldorf) sonstige wertvolle Anregungen gaben. Den zweiten Vortrag hielt Frau Oberin Lest e b o u r (Düsselstorf) über die Entwicklung der modernen Krankenpflege unter Führung des Roten Kreuzes. Die Rednerin gewährte den Teilnehmern einen vorzüglichen Einblick in die vielseitigen Aufgaben moderner Krankenanstalten, insbesondere aber auch in die weitverzweigten Pflichten der dort wirkenden Schwestern vom Roten Kreuz, deren Bedeutung für die Volksgesundheit nicht unterschätzt werden darf. Sie zeigte weiter die außerordentlichen Erfolge der Behandlung durch Licht, Luft und Sonne, um sich dann weiter mit der allgemeinen Fürsorge der Schwestern für die Kranken, sowie der vielseifigen Ausbildung der Schwestern vom Roten Kreuz zu beschäftigen. Der Vortrag gab dem Leiter des Lehrganges, Präsident von Hahn, sowie Oberarzt Dr. Bommer zu einigen anregenden Bemerkungen Anlaß. Nachmittags fand eine Besichtigung der Frauenklinik der Landesuniversität statt, wobei der Direktor der Klinik, Prof. Dr. vo n Iaschke , einen Vortrag über „Wochensürsorge und die Frauenvereine vom Roten Kreuz" hielt. Ein Dienstknecht aus Stuttgart wurde wegen schweren Diebstahls im wiederholten Rückfall zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er ist, wie er zugab, in Butzbach in das Haus eines Kaufmanns eingestiegen und hat dort unter anderem einen größeren Geldbetrag entwendet. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurden zwei Straflachen wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an Kindern verhandelt. In beiden Fällen erhielten die Angeklagten je sechs Monate Gefängnis. Oberheffen. Vom Grünberger Gallusmarkt. $ Grünberg, 17. Ott. Auf dem Viehmarkt herrschte reger Betrieb. Das Geschäft war befriedigend. Die Preise für Schweine stellten sich wie folgt: 6 bis 8 Wochen alte Ferkel etwa 18 bis 20 Mk., 9 bis 13 Wochen alte Ferkel etwa 20 bis 25 Mk., Läufer 30 bis40Mk. Die Preise für Rinder bewegten sich zwischen 400 bis 600 Mk. Pferde wurden auf dem Markte nicht gehandelt. Das Geschäft auf dem Krämermarkt war ebenfalls zusriedrnstellend. La.'.rskreis Gietzen. : Grvßen-Buseck, 17. Oft. Die Einweihung des Kriegerehrenmals für die jüdischen Gefallenen der Gemeinden Beuern, Grohen-Buseck und Reiskirchen findet am nächsten Sonntag, 21. Oktober, nachmittags 1.30 Uhr, auf dem israelitischen Friedhof in der Nähe von Großen-Duseck statt. Die Weihe wird Provinzialrabbiner Dr. Sander (Gießen) vollziehen. Entwurf und Ausführung des Ehrenmals sind aus der Hand des bekannten Kunstbildhauers Wilh. Arnold (Allendorf), ein gebürtiger Deuemer, hervorgegangen. *!* Climbach, 17. Okt. Lehrer Schöne von hier stürzte beim Ob st pflücken von einem Gartenzaune herab und brach das Dein zweimal. I Staufenberg, 17.Okt. Am Sonntag fand hier bei Gastwirt Zecher der diesjährige Sängertag des Lurndatalfängerbun- des (Bezirk IV des Lahngaues im Hessischen und Deutschen Sängerbünde) unter Vorsitz von Lehrer Ziegler, Kesselbach statt. Nach einem Degrüßungschor des hiesigen Gesangvereins eröffnete der Vorsitzende die Tagung und gab zunächst einen Bericht über das abgelaufene Der- einsjahr. Auch in diesem Jahr ist tötetet ernste Arbeit in dein Bunde geleistet worden. Das habe besonders das ausgezeichnet verlaufene Buntesfest zu Climbach gezeigt. Nach dem Urteil des dort tätig gewesenen Wertungsrichters stehen die Leistungen der Dundesvereine auf sehr beachtlicher Höhe. Die Mitgliederzahl hat sich weiter erhöht. Neu aufgenommen wurde der Gesangverein „C o n c o r d i a“, Rüddingshau- s e n. Der Vorsitzende fordert gelegentlich der Rechnungsablage durch den Buntesrechner, I R e inhardt, Allendorf, die Bundesvereine zur I pünktlichen Ablieferung ter Beiträge auf. Eine lebhafte Debatte enflpinni sich über „Afrna" und „Gema", die beiden Tonfehervereinigungen. Es wird dringend empfohlen, die Beiträge für diese beiden Gesellschaften sofort zu zahlen, um unangenehme Weiterungen zu vermeiden. Ueber den Pflichtbezug der „Sängerwarte" konnte, obwohl der 2. Bundesvorfitzente Eberle in längeren Ausführungen die Vorteile desselben für die Sänger vor Augen stellte, keine Einigung erzielt werden. Das Dündesfest mit Wertungssingen erhält im nächsten Jahre Staufenberg. Es soll am 9. und 10. Juni stattfinden. Als Pflichtchor soll das für das 2. Hessische Sängerfest als Gaumassenchor vorgesehene Lied genommen werten. Punktwertung soll nicht vorgenommen werden, es soll lediglich ein Kritksingen sein. Als Kritiker soll wieder Reallehrer Blaß, Gießen, fungieren. Der Vorstand wurde beauftragt, sich deshalb mit ihm in Verbindung zu setzen. Die Reihenfolge ter Vereine wurde wie folgt ausgelost: ©taufenberg, Odenhausen, Nvrteck, Rüddingshausen, Geilshausen, Daubringen, Climbach, Allendorf. Nach einem Chorvortrag des hiesigen Vereins wurde die sehr anregend verlaufene Tagung geschlossen. Kreis Büdingen. T Aus dem südlichen Vogelsberg, 17. Okt. Die Ernte des Jahres 1928 ist nun eingebracht. Abgesehen von der sehr spärlichen Aepselernte ist alles aufs beste unter Dach und Fach gebracht worden. Dazu kommt, daß auch die Winteraussaat unter den günstigsten Witterungsverhältnissen in der Hauptsache beendet ist. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 17. Olt. Gestern vormittag wollte das Auto eines Kaufmanns aus Kirtorf von Homberg nach Kirtorf über Dannenrod zurückfahren, erlitt aber an ter Kurve, die vor ter 2lbzweigung ter Straße nach Dannenrod liegt, einen schlimmen Unfall. Der Führer konnte diese fast rechtwinklige Kurve nicht richtig nehmen und ter Wagen rannte mit aller Wucht gegen die Stühe einer Telephon st ange, diese gänzlich zerstörend. Durch den heftigen Anprall wurde die Fahrtgeschwindgkeit natürlich gebrochen, aber der Wagen auch stark demoliert: an dem nächsten Daum, einer starken Linde, kam er zum Stillstand. Wäre jene Stühe nicht geborsten, oder hätte der Wagen den starken Daum direkt angerannt, so wären auch die Insassen zu Schaden gekommen. Diesem Zufall zufolge kamen sie mit dem Schrecken davon: sie hatten Glück im Unglück. (-) Groß-Felda, 17. Okt. Am Sonntag fand im benachbarten Kestrich im Saale ter Gastwirtschaft von Friedrich Steuernagel die Herb st- Delegiertenversammlung der Schwalm - >Antrift - Felda -Sänger- Dereinigung statt, die stark besucht war. Nach Worten herzlicher Begrüßung durch den ersten Duntesvorsihenden, Lehrer Walter- Hopfgarten, fang ter Gemischte Chor Kestrich unter Leitung seines rührigen Dirigenten. Lehrers Roth, mehrere Chöre, die durch reichen Beifall gelohnt tourten. Als Punkt 1 ter Tagesordnung war das Dündesfest für 19 2 9 vorgesehen, das dem Männergesangverein in Drauerschwend übertragen wurde. Dann folgte die Aufnahme eines neuen Vereins, teS Mannergesangvereins R a i n r o t>, ter mit großer Stimmenmehrheit angenommen tourte. Hierauf befaßte man sich mit ter Frage, wann das nächste Wertungssingen stattfinten solle. Allgemein war man von dem großen Werte der beiden im Dunte schon veranstalteten Wertungssingen überzeugt. Das nächste Wertungssingen soll nun im übernächsten Jahre ftatt* finden. Eine vom 1. Duntesdirigenten, Lehrer Mülle r» Ermenrod, vvrgebrachte Anregung, dah sämtliche Vereine, neunzehn an der Zahl, eine gemeinsame Rheinfahrt unternehmen mögen, fand großen (Beifall und hat Aussicht auf Verwirklichung. Hierbei wird dem Musik-Ausschuß des Dumtes die Ausgabe gestellt, einige schöne Rheinlieter zusammenzustellen und diese den einzelnen Vereinen zwecks Einübung baldigst zuzustellen. Sodann trug ter Gemischte Chor Kestrich noch ein sinnvoll zusammengestelltes Repertoir von Dollslietern und anderer Chöre vor, die von großem Fleiß und Verständnis zeugten, so daß sowohl der 1. Bunte s- vorsitzende als auch der 1. Duntesdirigent im Namen des Buntes ter wackeren Sängerschar Lob und Anerkennung zollten. Starkenburg. WSN. Rüsselsheim, 17. Oft. Ngch dem Abschluß ter Feierlichkeiten anläßlich der Ein- wrihung des wieterhergestellten Mainzer Domes besuchte Nunfius Pacelli die Opelwerke in Rüsselsheim. In seiner Begleitung befanden sich die Bischöfe von Speyer und Mainz. Die hohen geistlichen Herren, geführt von Geheimrat Wilhelm v. Opel, Dr. Fritz Opel und Fritz v. Opel jun., äußerten sich über das Werk in anerkennenden Worten. Das Haus Opel übereignete Nunfius Pacelli in Würdigung feiner außerordentlichen Verdienste um die Dolkerver- söhmmg eine prachtvolle Pullman-Salon-Limou- fine als Geschenk. Preußen. Dilttreis. WSN. Dillenburg, 17. Okt. Nach vorausge- gangener Dorstandssitzung fand hier im Thiers chen Saale die Jahresversammlung des Nassauischen Landes-Ob st- und Gartenbau- Vereins statt, die einen sehr guten Besuch auf- mies. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Landes - Ockonomicrats Bartmann.Lüdicke, und nach der Wiederwahl des Vorsitzenden wurde der Geschäfts- und Tätigkeitsbericht gegeben, nach dem der Verein zwei Ehrenmitglieder, 64 persönliche Mitglieder und 7403 sonstige Mitglieder zählt, die in elf Kreisvereinen mit 60 Ortsgruppen und 78 Ortsvereinen zusammengefaßt sind. Der Verein dürfte bald wieder seinen vorkriegszeitlichen Stand erreichen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 294 Vorträge abgehalten. Weiter fanten 44 Lehrgänge, 95 Besichtigungen und 32 Ausstellungen ftatt. Gartenbauinspektor Kerz (Wiesbaden) hielt darauf einen Vortrag über die Aufgaben der Obstbauvereine auf dem Gebiete des Obstabsatzes. Als Ort der Tagung des Landesoereins für 1929 wurde Wiesbaden bestimmt. Für 1930 haben sich bereits die drei Orte Oberlahnstein, Niederlahnstein und Montabaur gemeldet. Maingau. WEN. Frankfurt a. M., 17. Ott. Der vor drei Jahren verstorbene Frankfurter Kaufmann und Kunstfreund Julius Heyman hat der Stadt testamentarisch feine wertvolle Kunstsammlung zum Geschenk gemacht. Heute mittag ist die Sammlung in der Palmstrahe mit einer akademischen Feier durch den Oberbürgermeister Dr. Landmann eröffnet worden. Für den Kunstfreund ist die Sammlung dadurch besonders bedeutungsvoll, daß sie geeignet ist, ihm in übersehbarem Rahmen ein geschlossenes Bild von der Gotik und Renaissanee zu übermitteln. Das neue Verwaltungsgebäude der Z.-G.-Zarbenindustrie. WSN. F r a n k f u r t a. M., 17. Okt. Bor Vertretern ter Presse machten gestern Herr von Schnitzler und Geheimrat von Weinberg interessante Mitteilungen über den in der nächsten Woche beginnenden Dau des neuen Verwaltungsgebäudes ter J.-G.-Farbeninduft r i e. Nach einem Preisausschreiben, zu dem man die bedeutendsten Künstler herangezogen hatte, ist die Ausführung des Projekts in den letzten Tagen dem Architetten Profeflor Poel - zig, Charlottenburg, übertragen Worten, dev einige Frankfurter Architekten zur Mitarbeit heranziehen wird. Das Hauptverwaltungsgebäute wird — wie gestern schon kurz berichtet — 180 000 Kubikmeter umbauten Raum umfassen, dazu I kommen noch die abseits stehenden WirtschastS- gebäute mit ungefähr 30 000 bis 40 000 Kubikmeter. Das Verwaltungsgebäude wird Du- reauräume für insgesamt 1 600 Personen fassen und u. a. in erster Linie das Farbengeschäst mit feinen sämtlichen Unterabteilungen, wie Duchhaltung, Statistik, Warenfchutz- abteihing, und außerdem noch juristische Abteilungen beherbergen. Aus Leverkusen und Ludwigshafen werden ungefähr 40 0 bis 450 Deamte mit ihren Familien nach Frankfurt verseht werden, für die in städtischen Wohnsiedlungen Wohn gelegen heit geschaffen werten soll. Man hat sich für Frankfurt als Sih der Hauptverwaltung entschieden, weil mehr als die Hälfte des gesamten Farbengeschäfts hier bereits zentralisiert ist, ferner wegen ter zentralen Lage dieses Platzes und weil ohnehin noch aus den Zeiten ter Interessengemeinschaft hier in Frankfurt bereits ein großer Teil der Verwaltung residiert. In dem neuen Verwaltern gsgebäude sollen in Zukunft auch die Aufsichtsratssitzungen und Generalversammlungen abgehalten werden. Der Entwurf Profeflor P o e l z i g s stellt einen würdig repräsentierenden Dau dar, der im Rahmen des geschäftlich Zweckmäßigen jetzt wahrscheinlich auch noch in 50 Jahren weitgehenden künstlerischen Anforderungen genügen wird. Die Verwaltung hat dem Entwurf Poelzigs gerate aus diesem Grunde den Vorzug gegeben, weil er nicht ein Spiegelbild der jeht vorherrschenden künsllerischen Linie ist. Das Gebäude stellt einen schwach bogenförmigen Längsbau von etwa 200 Meter Länge dar, ter sechs Vor spränge nach der 300 Meter entfernten Straßenfront aufweist. Unter Zugrundelegung eines Preises von 45 Mk. je umbauten Kubikmeter ergibt sich ein Preis von etwa 10 Millionen Mark für das Gesaintprojekk ft * Sb WÜi r«ft an £te9N, UM s®s *Ä *s^ **ä?t ir» «S& g. -ZM .-?i>eltverke ifttyanten ! Die ^^Nnmrat unb ft.0» it*r- 7^Mg fein,, " bJ? Dölkerver. aN'SalvN'Limou« YL Ott Der vvr lifurttt Kaufmann ehman hat der rtvolle Kunst- if Wacht. Heule )er Palmstrahe mit h den Oberbürger- öffnet wrden Mr Klung dadurch beite geeignet tft, chin , geschloffene! 2iid ice zu übemittän. i^gebäube nbufcie. 17.OU. Dor Der- estern Hen von >Dn Detnderg den in der nächsten ruen Dermal- -..Farbenindn- sfchrciben, lu dem Mer herangezvW es Projekts m den i Professor Poel- *r»£ ^aIhmg8flS K iS och '<5 ;bis Franke amSnSen W* E5 Hih der cinsturi al , Ä& w ' aus den nehw Frank" ^^^Lcrtvaltung ;etl ^^^Mude Derval^Z-^gen 2u^?Än verden- stellt einen .elzlgs inrDah" au dar. der E Vrrb. £ forzug Ärrs<^^ jeyt vvryem eUien ■ Nach ooraurge« Jr >rn Thierschen des Nassau!. Tartenbou- Men Besuch auf. des Vorsitzenden, ann-ßübide, Ersitzenden tmitbe :W gegeben, nach Queber, 64 perjön« >e Mitglieder M 1 Ortsgruppen uni 3t sind. Der 8er- vortriegszeitsichen men Jahr wurden ten. Weiter sanden i und 32 Ausftel. or Ker; We;. ifi über die Aufga- i Gebiete des Obst- des Landervereins bestimmt. Für 1930 Dberlahni'fein, Nie- Es ist allerdings nicht ausgeschloffen, daß sich diese Summe infolge der noch nicht ganz geklärten, anscheinend schwierigen Llntergrundverl,ältniss« um einiges erhöhen wird. Hinter dem Hauptgebäude ist die Errichtung einer Ausstellungshalle geplant, di« vor allem die Entstehung und das gesamte Anwendungsgebiet der künstlichen Farben zeigen soll. In der Nachbarschaft dieser Ausstellung werden sich die Wirtschaftsgebäude erheben. Ein umfangreiches Gelände nehmen die Garagenbauten in Anspruch, die sich in weiterer Entfernung hinter dem Hauptgebäude befinden. Volkstümliches Konzert in Gießen Eine abwechslungsreiche Vortragsfolge wurde den zahlreich erschienenen Hörern des volkstümlichen Konzerts am Dienstag abend im Kath. Dereinshaus geboten. Die Ouvertüre zur Oper „Das Glöckchen des Eremiten" von Maillart stand an erster Stelle. Es sei hier die Bemerkung gestattet, daß das Bestreben des Veranstalters, im Nahmen eines volkstümlichen Konzerts gute Musik zu bieten, durchaus anerkennenswert ist, dah aber anderseits dies oder, jenes des Gebotenen an Wirkung verlieren muh und der Eindruck zuungunsten des betreffenden Werks verschoben wird, wenn die Besetzung im Streichkörper gegenüber den Bläsern in einem so ungünstigen Derchältnis steht, wie es hier der Fall war. Die Mitglieder des Orchesters taten 'chr möglichstes an Zurückhaltung auf der einen und an Kraftentwicklung auf der anderen Seite, aber sechs Streicher können eben gegen ein vollbesetztes Bläferchor nichts ausrichten. So muhten sowohl in der Ouvertüre, als auch in der „Lindin«"-Fantasie viele schöne Einzelheiten verloren gehen. Bei den verschiedenen Begleitungen wirkte sich dagegen die geringe Besetzung gut aus, und Ober musikmeister L ö b e r verstand es trefflich, sich dem jeweiligen Solisten anzupaffen, wie überhaupt die Militärkapelle unter seiner Leitung sehr präzise und mit großer Hingabe musizierte. Als Solistin war zuerst Frl. Meckler- Werana (Frankfurt a. M.) zu hören. Ihre Stimme besitzt Wärme und Modulationskraft, und die ihr $u Gebote stehenden technischen Mittel weih sre gut ihrem musikalischen Gestaltungswillen dienstbar zu machen. In der Arie der Agatze aus dem „Freischütz" bewies sie das aufs beste. Auch der koloraturbehaftete Schluh gelang ihr sehr gut. Als zweites sang sie ein nicht auf dem Programm verzeichnetes Stück von Leoncavallo und schließlich die Ballade der Senta aus dem „Fliegenden Holländer". Auch hier zeigte sie ihren guten Geschmack und technische Sicherheit. Herr Meyer (Flöte), der ein Konzert von Popp mit Orchesterbegleitung au Gehör brachte, konnte mit Recht lebhaften Verfall ernten. (Sein Ton ist klar und weich, und man vergißt oft. ein Blasinstrument zu hören. Er konnte durch sein vornehm-musikalisches Spiel dem inhaltlich nicht sehr tiefen Stück manch« Schönheit abgewinnen und in Kadenzen Zeugnis von seiner technischen Sicherheit und Vielseitigkeit ablegen. Es wäre interessant, bei der Wiederholung einer derartigen Veranstaltung einmal ein Flöten- kbnzert von Dach, Quanh oder Friedrich dem Großen zu hören. Als Rezitator war Alfred Auerbach von Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt a. W. gewonnen worden. Herr Auerbach sprach zuerst das Hebbelsche Gedicht „Der Heidetnabe" als Melodram. Mit klarer, außerordentlich wandlungsfähiger Stimme und starker Dramatik gestaltete er diese Kindertragödie so ergreifend, daß man vollständig in seinen Dann gezogen wurde. Don wem die Komposition der Begleitung stammt, ist dem Schreiber nicht bekannt. Jedenfalls ist die Musik farblos und leer. Im zweiten Teil des Abends trug Herr Auerbach aus seinem Buche „Schwäbische Miniaturen" vor. Wer sich, sei es als Lehrer, sei es als Hörer, den Dolkshochschulkursen widmet, steht bei den „Lebenspraktikern" des verbreiketsten Schlages im Geruch, ein „Idealist" zu sein; das heißt, er gilt als ein Mensch, der sich mit Dingen abgibt, die im Grunde überflüssig sind, und für die daher der Lebenspraktiker im buchstäblichen Sinn des Worts nicht viel übrig hat. Schuld an der daraus sich ergebenden Lage unserer Bildungseinrichtungen, vor allem auch der Volkshochschule, tragen nun freilich nicht die bewußten Praktiker selbst; denn die wissen ja gar nicht, wie sehr sie selbst Geschöpfe einer Erziehung sind, die Geist und Leben nur im Gegensatz zueinander zu sehen vermochte und weit entfernt war zu ahnen, daß eine Harmonie zwischen den geistigen Forderungen und den Lebensbedürfniffen des einzelnen Menschen und der Gruppen erweisbar, ja das Wahre, Schöne, Gute, das auf die Dauer einzig Wirllichkeitsfähige und sogar Wirklichkeitsmächtige ist. Von dieser letzteren realistischen Auffaffung geleitet, wollen unsere Volkshochschulkurse den Menschen nicht vom wirklichen Leben wegführen, sondern sie wollen eine Aufgabe lösen Ganz reizende klein« Sachen von den Schwaben, deren er selber einer ist, von ihrem Dicklopf und ihrer Langsamkeit. Vergleich« zwischen Rord- und Süddeutfchland in schwäbischem ©inne ufto. Herzlicher Beifall lohnte ihn. und so erzählte er noch etwas dazu. Als vierten Solisten lernten wir Herrn v. Obstfelder (Saxophon) kennen. Das Saxophon, das früher auch einen Platz im Symphonieorchester hatte, ist dort ganz verschwunden und feiert in der modernen Tanzkapelle heute wieder seine Auferstehung, wodurch es mehr in i>en Vordergrund des Interesses gerückt ist. Die „Berceuse" von Godard, ein anspruchsloses Stück, das zu Gehör kam, litt unter Dempoverschleppung. Herr v. Obstfelder intonierte rein und spielte technisch einwandfrei, aber etwas ausdruckslos. Den Beschluß Machten der Iohann-Strauß- Walzer „Geschichten aus dem Wienerwald" und der Marsch „Abschied der Gladiatoren". Beide Stücke wurden mit Schwung und Temperament gespielt und gaben dem Qlbenb einen vorzüglichen Abschluß. Obermusikmeister Löber war allem ein sicherer, gewandter und geschmackvoller Leiter. x. helfen, die dem denkenden, sich verantwortlich fühlenden Menschen aus seiner Lebenswirklichkeit erwächst: Gestaltung des alltäglichen Lebens aus Erkennen und Schauen. Was ist denn aber Lebensgestaltung? was ist Erkennen? was ist Schauen? Lind brauchen wir denn das alles wirklich notwendig? Leben wir nicht viel angenehmer und behaglicher, wenn wir auf bewußtes Gestalten verzichten? Ia, gestaltet sich unser Leben nicht beinahe ohne unser Zutun, durch unsere LImwelt? Erstens: Gestaltung des alltäglichen Lebens, das heißt «ttoa, daß wir Llebelstände, Röte, Disharmonien innerhalb eines Lebenskreises, in dem wir aus irgendeinem Grund ein» geschloffen sind, durch unsere eigene Geschicklichkeit und durch unser eigenes Gefühl zu mildern, zu beseitigen, auszugleichen und unter Limständen sogar in ihr Gegenteil zu verkehren verstehen. Rur ein Beispiel: Das trotzige oder das faule oder das lügenhafte Kind! Wie oft sind da die Sorgen der Eltern und Erzieher nur Zeichen mangelnder Geschicklichkeit und irrtümlichen Gefühls! Gestaltung des alltäglichen Lebens, das heißt, daß wir das unfrige dazu tun, verschieden« Kreise unseres Lebens, z. D. unser Derufsleb«: und unser Familienleben, unser« Arbeit und unser« Freizeit, möglichst so zu gestalten, dah ft« einander gegenseitig fördern. Lieber unsere Au» beitsverhältnisse können wir freilich tellweise nur sehr mittelbar bestimmen, aber z. D. die Gestaltung unserer Freizeit können wir fast immer selbst in die Hand nehmen und sie so ausfüllen, daß sie unsere Arbeitsfähigkeit unb Gesundheit nicht schädigt, sondern erhält und fördert. Lebensgestaltung heißt, dah wir bereit sind, unsere Irrtümer über das Leben zu berichtigen; denn di« wirken sich oft verhängnisvoll aus; dah wir nicht mit Erwartungen und Zielsetzungen, die zu Enttäuschungen führen müssen, an das Leben Herangehen, und dah wir dem, was es uns bringt, nicht mit irrtümlichen Gefühlen begegnen; dah wir eine richtige Auffassung davon hegen, waS es uns wirklich bieten kann und was es wertvoll, schön und befriedigend macht. Zweitens: Erkennen, das hecht, zum Wissen gelangen durch Selbst-Sehen und Selb st-Denken, durch eigene Einsicht. Freilich, nicht über alles kann der Mensch durch Selbst-Sehen zum Wissen gelangen; in vielem muh er sich auf andere ver- laffen, zu denen er dann das Vertrauen haben muß, daß sie beim Erwerb ihres Wissens mic ihrer Einsicht, ihrem Streben nach Wahrheit gefolgt sind. Aber jeder Mensch, der sein Leben besser gestalten will, muh wenigstens über feine eigene Lebenslage in De ruf, Familie, Politck, Geselligkeit, teilweise auch Gesundheit ufto. durch Selbst-Sehen und Selbst-Denken zu Wiffen gekommen fein. Er muß ein ausreichendes Maß von Lebenswissen besitzen. Das wollen ihm unsere Kurse vermitteln. Drittens: Schauen, das heißt vor allem: Das Schöne, Wertvolle im Llmkreis unserer Wirklichkeit mit unserem eigenen, echten Gefühl bemerken und innerlich aufnehmen. Denn unser Leben krankt meistens auch daran, daß wir nicht gelernt haben, selber zu sehen, was es uns alles bietet. Wir müssen imfere geistigen Sinn« üben, um in den selbstverständlichen materiellen Genüssen nicht zu verarmen und unterzugehen, sondern um bem Reichtum der Wirklichkeit geöffnet zu fein, und ihn dadurch auch denen, für die wip verantwortlich sind, erschließen zu können. Außer der größeren Geschicklichkeit, die wir einem bereicherten Lebenswissen verdanken, brauchen wir zur Lebensgestaltung eben auch einen verfeinerten Sinn für den Reichtum der Lebensgüter und für das wirklich Wertvolle; dazu muffen wir unser Lebensgesühl üben und bisweilen berichtigen. Auch diesem Ziel dienen unsere Kurs«. Sie wollen erreichen, daß die Teilnehmer ihr Leben mit richtigen Mitteln behandeln unb mit geöffneten Sinnen anschauen lernen. Die Herbst- und Winterkurse beginnen am 29. Oktober. Lebenspmktische Erwachsenenbildung Von der Aufgabe der Volkshochschule. Von Walter Hegar, weiter der Volkshochschule. Söppeo-Utirte JJiagen Sie sich ■ das Bild dieser. Flasche ein ” Jb88f und dann achten Sie beim Einkauf genau darauf, daß ihr MAGGI Fläschchen nur aus dieser Originalflasche nachgefüllt wird. Verlangen Sie stets ausdrücklich W MAG Gr Würze beseit, üblen Mundgeruch u. niOrOöOllT häßlich gefärbten Zahnbelag Gute und billige Lebensmittel Feine Marinaden aus frischen grünen Heringen: Bismarckheringe, Rollmops u. fl U Geleeheringe.... I-Liter-Dose Limburgerkäse, 20%. Pfund 0.66 Leberwurst la........Pfund 0.80 Blutwurst, geräuch. Pfund 0.85 Kochäpfel.............3 Pfund 0.78 Eiläpfel .. ............. 3 Pfund 1.00 4°/o Rückvergütung auf alle Waren! | Freitag, den 19. Oktober nachmittags ab 2 Llhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: 1 Äüfett, 1 Kleiderschrank, 1 Klub- garniiur, mehrere Sofas, 1 Chaiselongue, 1 Kücheneinrichtung, einen Bücherschrank, mehr, kleine Tische, 2 Korbsessel, 2 Nähmaschinen (neu), 1 Waschtisch, 2 Ladenthek., 1 Wasch- masch., 2 Federdecken, 1 Küchenherd mehr. Oefen, 1 Ständerlampe, zwei Puppenwagen, mehr. Letten, einen Staubsauger, Zigarren, Herren- u. Oamen-Räder u. n. v. a. 9184d Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmeh Auktionator unb Taxator Neuenweg 28 Telephon 1414. Ferner ab 10 Uhr: Freier Verkauf von Schmirgelsteinen in all.Größen. Freitag, den 19. Oktober 1S28 nachmittags 2 Llhr 9174D versteigere ich im „Cötoen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. eine Partie Lederwaren, eine Partie Puppen und Spielwaren, einen Äücher« schrank, drei Sofas, drei Vertikos, drei Tische, zwei Stühle, zwei plüschseffel, einen Teppich, eine tzolzbadewanne, ein Motorrad, zwei Regulatore, 30 Mistbeetfenster, ein Trumeau, einen Kleiderschrank, ein Schränkchen, zwei Nähmaschinen- 6 Dhd. Handtuchsgebilde, 29 Kilo Wolle, eine Strickmaschine, 2 Schreibtische mit Sessel, drei Fahrräder, eine Schreibmaschine, eine Schreibladenkaffe, einen Waschtisch mit Spiegelaufsatz, einen Schrank, eine Flurgarderobe, einen Spiegel, zwei Pferde. 2. Bestimmt: einen Schreibtisch, einen Likör-, Wein- unb Zigarrenschrank, ein Bücherregal, einen llntersah für Spiegel und Spiegel (Trumeau), einen ovalen Tisch. 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Es besteht Deranlaffung, darauf hinzuweisen, daß das Befahren der Schneisen und Wege in den städtischen Waldungen durch Autos und sonstige, nicht der Holzabfuhr dienende Fahrzeuge verboten unb strafbar ist. 91690 Gießen, den 13. Oktober 1928. Oer Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Behr.: Zugelassene Installateure. Zur Vornahme von Installationen an elektrischen Leitungen im Üeberlanhgebiet ist ferner zugelassen: 9181D Otto hofmanu, Grohen-Linden. Gießen, den 17. Oktober 1928. Elektrizitätswerke Ueberlandanlage der Stadt Gießen. S t o l t e. j wraktUd'i2nFQiwk Berlin. 17. Oktober Äeld Berlin Frauüsurt a. M Berlin 3rouh{urt a.OT.| Berlin Frankfurt a. M. Sd)iu&=l Anfang kur& I Kur» I-Uhr- Schluss-s Kur» Kurs \ Datum: | 17. 10. 18 10. | 17. 10. | 18.10. 18. 10. 172 Devisenmarkt Berlin—Jranffurl 210. 3,1 IUI 26,3 110 110,75 270 88 137,5 151,13 151,13 151,6 147,25 146 151 280 Banknoten. e 21 n s 3 o hlu n g. 202,5 390,5 136 133 l 12 9,65 24,5 80,5 108,5 390,5 173 85,5 19 I 122,5 137 247 186,5 288,5 168,5 163 169,5 134,25 301 1,85 11,8 11,75 151,5 185,75 185,75 147,5 136,25 141 292,25 186,5 288 168,5 163 169,25 208,75 134,23 304 123,75 112 318,5 277,5 554 460,5 284,5 1,95 11,95 92,13 276,25 319 279,5 551 469 283,5 208,5 124,5 188 80 51 UW 251,5 56 99,75 100 1,762 58,315 111,84 111,87 112,19 10,556 21,975 20,347 4,1955 16,385 80,73 67,76 1,926 0,5015 58,93 12,432 7,371 73,14 3,028 18,88 81,32 2,133 5,423 4,195 4,266 20,87 ... 8 ... 9 . . 10 • . 10 ... 6 . . 10 . . 10 ... 9 . . 10 , . . . 8 . . 12 , . . . 8 . . 10 , . . . 5 , . . . 6 . . . . 8 V¥»3.4 1.9 12 11,75 11,6 138 30 108,75 216 150 182,5 202,5 239,5 150 268,5 . . 6 . . 8 . . 8 . . 7 . . 9 . . 8 . . 7 . . 5 . . 6 - 5% Telcgra Anfang Kur» Strafkammer Gießen Gießen, 16.17. Oft. Zwei Lage lang dauerte die Verhandlung gegen den Kaufmann Wilh. R. von Gießen wegen Betrugs und Sachbeschädigung. Das Schöffengericht hatte ihn im Mai d. 2. wegen fortgesetzten Betrugs zu zwei Zähren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Das Amtsgericht Gießen hatte im Zuli 1928 wegen Sachbeschädigung und Deamtennötigung auf drei Monate Gefängnis erkannt. 21. hatte gegen beide Urteile Berufung verfolgt, und demgemäß auch die Staatsanwaltschaft. Bach eingehender Beweisaufnahme verwarf die Strafkammer beide Berufungen unter Festsetzung einer Gesamtstrafe von zwei Zähren vier Wochen Gefängnis und drei Zähren Ehrverlust. Das Gericht hielt für erwiesen, daß 21. in den Zachren 1925 bis 1927 teils allein, teils mit dem schon abgeurteilten Gg. 21. und dem flüchtigen Walter St. fortgesetzt Kreditbetrügereien begangen habe: ferner daß er im Landesgerichtsgeiängnis Einrichtungsgegenstände demonert und die Beamten zu nötigen versucht habe, ihn nicht abzuführen. Die erkannten Strafen wurden für angemessen erachtet. Siemens 4 £>al?te ZranStabio . . . Lahmeyer 4 Lo.. Buveru» .... Deutfche Erdöl . Essener Steinkohle Geilenkirchen« . Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Fran;ön>che Noten . . . . . Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Dentsch-Oesterr-, a 100 Lroaeo Rumänische Noten ...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten...... • Spanische Noten...... . Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . 1,766 58,435 112,06 112,09 112,41 10,576 22,015 20,387 4,2035 16,425 80,89 67,90 1,9710 0,5035 59,05 12,452 7,385 73,28 3,035 18,92 81,48 2,137 5,435 4,203 4,272 20,91 80,4 50,25 109,25 252,5 51,5 Letzte Nachrichten. Commander Rosendahl über seine Erlebnisse anBord des„SrasZeppelin" Reu York. 18. Ott. (IDIB. Funkspruch.) Com- monder Rosendahl erklärte, die Fahrt habe unbestreitbar die Epoche des Passagier-. Fracht- und Postoerkehrs über den Ozean mit Fahrzeugen nach dem „Leichter-als-die-Luft-Prinzip" eingeleitet. Dem amerikanischen Volke sei dringend ans Herz zu legen, mit dem Bau von Luftschiffen zu beginnen. Commander Rosendahl schilderte dann die Fahrt. Jn den ersten Stunden habe das Leben an Bord genau dem geglichen, wie man es von den großen Ozeandampfern her kenne. Dann aber, als man in stürrnisches Detter geriet, habe sich das Bild etwas aufregender gestaltet. Durch den Defekt war eine Berringe- tung der Fahrgeschwindigkeit notwendig geworden, um die Gefahr für die mit der Ausführung betrauten Mitglieder der Besatzung zu verringern, anderseits muhte das Luftschiff eine gewisse Fahrt behalten, um dem gewaltigen Schiffskörper im Sturm die S t e u e r f a h i g k e i t zu erhalten. Dr. Eckener hat keinen Augenblick gezweifelt, dah er imstande fein werde, das Schiff in der Luft zu halten. Seit dem Vorfall am Samstag wagten wir niemals wieder, die Maschinen mit voller Kraft laufen zu lasten. Fast bis zum Schluß der Fahrt hatten wir dabei mit Gegenwinden zu kämpfen. 292 186 288,75 168 169,25 134 I 303 16, 167,83 21,97 111,63 58.88 2,54 111,90 80,55 67,57 12.395 73,00 dah « fang Völkern Kriegs reiten moralil pas kä sei nich land ar volle! einen Prozeße nicht v surchtbl aus l vrrdn mal w lichen rang dah d nicht . freilich liche! Toles s der Äi reich 147,25 136,5 141 292,5 186 288,25 168 162,75 169 208,5 134,13 I 303,5 251,25 211,5 100,5 184,5 waren behauptet. Am Markte der Auslandrenten waren Anatolier gefragt und fester. 9m Verlaufe wurde die Haltung allgemein etwas freundlicher, da der Reichsbankausweis nunmehr etwas ftärfer beachtet wurde und die Kulisse daraufhin weiteM>eckun° gen vornahm. Das Geschäft blieb jedoch minimal. 9.-G.-Farben, Bergmann, AEG. und Siemens waren je etwa 1 d. Sv höher. Kaliaktien gewannen etwa 2 v. H. zurück. Süddeutsche Zucker waren weiter etwas gefragt. Am Geldmarkt war Tagesqeld zu 7 n. Sy etwas leichter. Am Devisenmarkt schreitet die Besserung der Mark fort. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1964, gegen Pfund 20,353, London gegen Kabel 4,8502. gegen Paris 124,20, gegen Mailand 92,57, gegen Madrid 20,10, gegen Holland 12,0975. Bcr^uer Börse. Berlin, 18. Okt. Nach einem undurchsichtigen und zurückhaltenden Vormittagsverkehr wurde es vor Festsetzung der ersten Kurse etwas freund- l i ch e r. Gestern verbreitete 9nsolvenzberichte über süddeutsche Firmen hatten keine Bestätigung gefunden, so daß die Spekulation eher Deckungsneigung bekundete, zumal der R e i ch s b a n k a u s w e i s per 15. Oktober eine günstige Beurteilung fand. 7,3 . 6 esu io io 16 12 . 6 , . 9 , . 6 > ’ll 1,766 58,40 112,00 112,04 112,35 10,57;. 22,00.5 20,377 4,20L. 16,41 80,875 67,74 1,928 0,504 59,03 12,449 7,386 73.24 3,033 18,87 81,47 2,132 5,435 4,200 4,264 20,90 1,762 58,28 111,78 111,82 112,13 10,555 21,965 20,337 4,1935 16,37 80,715 67,60 1,924 0,502 58,91 12,429 7,372 73,10 3,027 18,83 81,31 2,128 5,425 4,192 4,256 20,86 Kunst und Wissenschaft. Eine deutsche Eunda-Expedition. Mit Hilfe der Rotgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft ist eine Limnolvgische Forschung s- expedition nach Zava und Sumatra ausgerüstet worden, die von den Professoren Thienemann (Plön-Holstein), R u t t ne r (Lunz a. ©.) und Feuerborn (Münster i. W.) durchgeführt wird. Die Expedition ist bereits in ihrem Arbeitsgebiet eingetroffen. Sie hat die Erforschung des Lebens in den seltsamen und rätselhaften tropischen Binnengewässern Zavas und Sumatras zum Ziel. Die Untersuchungen werden an Binnengewässern. Quellen usw. mit den Hilfsmitteln der modernen - Forschung vorgenommen. Während die Biologie der tropischen Meere schon früher wiederholt Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen der Expeditionen war, ist die Limnologie der tropischen Binnengewässer noch gänzlich unerforscht. Die Tlntersuchungen, die von den deutschen Gelehrten eingeleitet wer- den. können auch für Fragen der Klebertragung tropischer Krankheiten und für Fragen, die an die Bekämpfung der Malaria anschliehen, praktisch Bedeutung gewinnen. Die vor allem von der Rotgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft finanzierte Expedition ist auch durch einen Beitrag der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften unterstützt worden. 269,75 20 74 121,25 88,75 . Wi . . 8 . . 6 . 10 . . 8 . 10 . 10 . 13 . 11 . 12 . 10 . 10 . 10 . . 8 . . e . 12 »1 flnfN P» zr-M Begrün Wa, Sreunti schützen, strafe n Staue aMrtz Mi io lung erinne Derart daran lange Mer s trete, jum l sichts Dion 2 9» Acichi loh"> 119,9 i 30,13 j 107,25 ! 126,75 I 215, 149 lll' 5 onfl'1 Schluß- 1 Kur» : Dalum: .. ; 77 . . . 10 , 8 , . . . 10 l . . . 15 . . . 12 . . . 18 . . . 14 , . . . 12 I« : : .....8 . .... 0 » .... 0 .....5 . . . . 10 .....0 .....6 .....« .....0 .....6 . . . . 11 .....0 • • • • * 8 ...... . . . . 10 . .... 8 . .... 8 . . . . 10 . .... 8 .....8 Brief 16,44.5 168,51 22,0.5 112,07 59,12 2,.56 112,34 80,87 67,85 12,455 73,30 a.M. Harpener....... Hoefch Gif en. . • • • • Ilse Bergbau..... RIötfncriDerfe . • • • • Köln-Neuelfen. .... Mannesman»..... ManSselder . • • • • • Oberfchlef. Eilend. Bedarf Oberfchlef. KokSwerke . . Niebeck Montan . . . Bereinigte Stablw. . Olavi Minen . . • Kall Afchersleben . . Kali Westeregeln. . . Kaliwerk 6aübctfutt| 3 ®. Farden-InvuKM DynamU Nobel . . . ScheideanstaU.... Goldschmidt .... Rütgerrwerke .... MelollgeleMchaft. . • 181,75 202 237 268,5 182,65 203 175 238,25 151,25 266,75 146 157 226 202,5 390 147,5 173 85 135,75 122,5 137 128,75 250 116,5 125,25 123,75 113,65 107,25 111,13 92,13 276 135 93,25 53,65 286,25 283 486 251,25 99,13 100 84,5 136 121,5 92,25 | 277 ! 136,25 1 92,75 247 283 468 ■251 212 99 100 V Jei au* §vnner fen“5 spräche In der Tat hat die Gesamtkapitalanlage der Bank um 241 Millionen abgenommen, obwohl die Lombards um 55,7 Millionen auf beinahe 115 Millionen anqewachsen sind: auch die Notenabnahme um 318 Millionen, die erneute Geldabnahme um fast 20 Millionen und die Besserung der Deckung um 4—5 v. H. regten an. Das Ausland schien aber wieder recht uninteressiert, auch das Publikum bekundete große Zurückhaltung, so daß die Spekulation schon zu den ersten Kursen wieder unsicher wurde und diese selbst dann schon wieder niedriger waren, als man vorher tarierte. Im allgemeinen sind die Veränderungen gegen den gestrigen Schlußkurs nicht als nennenswert groß zu bezeichnen. Durch feste Haltung fielen Schlesische Gas mit plus 3,75 uSy, Polyphon plus 6,5 v f) auf. Bemerkenswert schwach notierten Bemberg mit minus 5,75 v. Sy NAG., die 4,5 v. Sy verloren. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer geschaftslos, Mazedonier fester. P f a n d b r i e f m a r l t ohne nennenswerte Umsätze. Der G c ldmarkt war im allgemeinen unverändert. Tägliches Geld war mit 6,5 bis 8,5 v. Sy gesucht, Monatsgeld 8 bis g D. Sy Warenweuisel nannte man mit 6,9 bis 7 o. Sy Auch im Verlaufe konnte sich keine einheitliche Kursentwicklung durchsetzen. Die letzten Werte, mit Ausnahme von AEG. und Siemens, waren auf bedungen etwas höher. Polyphon gaben in Reaktion auf die anfängliche Steigerung einige Prozent nach. Bei den Brauereiaktien drückte angeblich Prämienware bis zu 2 v. Sy den Kurs. Auch Reichsbank etwa 2 dSy unter Anfang, dagegen Kaliaktien mit 1 bis 2 v. Sy erhöht. Ueberhaupt setzte sich gegen Ende der ersten Börsenstunden die freundliche Grundstimmung wieder besser durch, so daß das Anfangsniveau fast wieder erreicht wurde. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. Oft. Der Frankfurter Predultenmarkt verkrhr'.e in ruhiger Haltung. Die etwas schwächeren Auslandno ierungen blieben auf die Preisgestaltung ganz ohne Einfluß. Bur übte die Händlerschaft aus diesem Grunde wieder größere Zurückhaltung, so daß älnrsähe kaum zustande kamen. Die Preise blieben unveränd rt und gut behauptet. Es wurden notiert: Weizen 23,63 bis 23,75 Ml., Roggen 22,75 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 25 75. Hafer, inländischer, 23,25 bis 23,50, MaiS (celb) für Futterzwecke 21,50 bis 21,75, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 34 bis 34,50, Rog- cenmehl 30,50 bis 31,50, Wei^nlleie 14,25, Roggenlleie 14,75 Mk. Tendenz ruhig. frankfurter Schlachtviel;markt. Frankfurt a. M„ 18. Oft. Auftrieb: 64 Rinder, 859 Kälber, 614 Schafe, 473 Schweine. Cs wurden nol'ert: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 66 bis 71; geringe Kälber 57 bis 65. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 44 bis 49; mittlere M«st- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 38 bis 43; fleischiges Schafvieh 30 bis 37. — Schweine: Bollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 77 bis 80; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 75 b:.5 79; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 75 Mk. — Marktverkauf: Schweine langsam, geringer äleberstand. Kälber und Schafe ruhig, ausver- kaust. <% Schweiz. Bunde-d.-Lnl.. . . 4% Oesterreichilche Goldrte.. . . 4,20% Gelten. Gilbente..... 4% Oesterreich. einheiU. Rle. . ■ 4% Ungarilche Goldrte...... 4% Ungarische SlaaiSr. v 1910 . 4/,% deögl. von 1918..... 4% Ungarische Kronenrte..... <% Zürt. fiollanleibe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Gerte I ...... 4% desgi. Serie 11....... l% Rumänen amtiert Rle. . . . Iyt% Rumänen (BolbanL von 1913 begrm Totzess zu geb Tat n i die To Etlmdpi noch ge aber, d Leben lvnne i Schuh dein D tntüme -raW AM. 2ugendli sei, daß und die »lögen di ^desstrc Ville sich berge |id Nt gif Ken i, sAchs f.’Ntn Mi Mbie ft t stusun mehrs« mord, i bleiben, könne n fallen Ä Mt bei h abe Aktion. W der fte mQ 0 nen dj- ? dich S'il 51 Ur*eil fix H*la Irh \Qnb( Sb für Schiuh- 1-Uhr- Kur» Mg. Deutsche iHlen'^ibn . yamburg-Amerika fialel . yamb.-Süvam. Dampfsch. Hansa Dampsschtss . . Norddeutscher Lloyd . . . Wg. Deutsche Creditanll. . Barmer Banlveretn . . Berliner Handelsgeiellsch. . Lommey- und Privat-Bmu Darmst. u. Nationalbank . Deutsche Bank ■ • • DiSkonw-Gesellschast Aut.. Dresdner Bank - • vrirteideutsche SredULmu . .................. ii-ichrbauk ...... Aus dem Amisverkündigungsblatt. -DasAmtsverkündigungsblattNr.75 vom 16. Oktober enthält: Straßensperre. — Straßensperrs-Aushebung. — Schutz der Telegraphenleitungen. — Die Kreisfürsorgerinnen. Büchertisch. — Zm Banne der Vergangenheit. Don W. Z. Kryschanowskaja-Rochest er. Aus dem Russischen übertragen von E. v. B ah - der. Preis gebunden 6 Mk. Verlag 3. Wiesike, Brandenburg. (302) . — Der magische Mensch, Abbe Dache re. Der Wundertäter von Mirebeau und Aachen. Von Dr. Henri Birven. Halbleinen 4 50 Mk., drosch. 3 Mk. Z. Wiesike, Brandenburg. (303) — Der Verfasser, der als Speziab- forscher auf dem Gebiet des Okkultismus und der Magie bekannt ist, berichtet hier, gestützt auf zahlreiche, in dem Buche wie der gegebene Originaldokumente, über den in feiner Art einzig oast^enden Fall des exkommunizierten französischen Abb6 Vachöre, den er eingehend zu studieren Gelegenheit hatte. Reben einer gewissenhaften Schilderung der Phänomene, die durch die eidlichen Aussagen der zahlreichen Augenzeugen erhärtet werden, bringt das Buch eine Reihe Originalaufnahmen. 2ünft»9ioti ®nen.-atrcC- Brss.-AnNv Kbrtftianto • Kopenhagen Stockholm . Helsingforü. Italien. . . London. .. Nrnpork . . TartS. . . . Sckweh .. Spanien . . Japan . . . Nto de Jan. Wien tu D-- CtR- abaell. Prag ... Belgrad . . Bndapell. . Bulaarien Lissabon Danrig. . . ■ffonftciitin. Alden. . . Tanada Nrncuay . 4drn - - • I * Maschinenfabrik Augsburg - Nürn . berg. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg wurde mitge- teilt, daß nach Abzug der ordentlichen Abschreibungen von 1 336 738 (im Vorjahre 1 235 999). Mark einschließlich des Vortrages aus dem Vorjahre von 1 640 842 Mark für 1927/28 ein Gewinn von 2 717 550 Mark verbleibt. Der am 18. Dezember in Augsburg ftatifinbenben Generalversammlung wird vorgeschlägen, aus dem Gewinn eine Dividende von 6 v. Sy (im Vorjahre 0) zu verteilen und den Nest von 1 517 550 Mark auf neue Rechnung vorzutragen. * Schlechte Lage der englischen Schisfbauindustrie. „Daily Telegraph" schreibt: Die Lage, die durch die heute veröffentlich/ e Vierteljahresstatchtik von Lloyds enthüllt wird, ist zweifellos ernst. 3eht, da der künstliche 182,2.5 301 172,2.5 236 150,5 268,5 I 146,5 ■ 155,5 229,7.5 203 391 । 146 1 173 I 84 ! 135,5 IÄ 137,2.5 128,25 116 125,5 124 112,25 108,13 111 92 277,25 135,5 93,13 53,6 279 I 282 | 467,5 I 251 21.®.®....... Bergmann .... Elektr. Lieferungen. Licht und Kraft Felten & Guilleaume Gef. s. Eleltt. Untern. Hamb. Elektr. Werke Rhein. Elektr. . . . Wirtschaft. Oie Deutsche I8eich6bahngesellschast im September. Der Güterverkehr der Reichsbahn war im September etwas stärker als im August. Im arbeitstäglichen Durchschnitt wurden im September rund 7 Proz. mehr Wagen gestellt als im Vormonat und 2,7 Proz. mehr als im September 1927. ,.= „ Der Personenverkehr war bis Monatsmitte sehr stark und flaute dann langsam ab. Insgesamt wurden im September 5960 überplanmäßige Züge gefahren (Vormonat 7881. September 1927: 3825). Die geleisteten Zugkilo- meter betragen im August 58178 000 (gegen 57 311 0C0 im Vormonat). Am 1. September 1928 ist das vorläufig versuchsweise bis zum 31. Ott. 1929 geltende Abkommen mit der Deutschen Luft- Hansa A.--G. in Kraft getreten, das den Flugreisenden, die ihre Reise im Flugzeug unterbrechen oder nicht antreten, den Liebergang aus die Reichsbahn erleichtert. Die Detriebsergebnisse im Aug u st stellten sich wie folgt (in Mill. Mark): Einnahme n im Personen- und Gepackverkeyr 152 905, im Güterverkehr 278 565, sonstige Einnahmen 31 583, Summa 463 053; die Ausgaben betrugen: für Betrieb und Llnterhaltung 308 069, für Erneuerung der Anlagen 65 220, Dienst der Reparationsschuldverschr. 54 799, feste Lasten 15561, Summa 443 649. Die im August aufgefommenen Gesamteinnahmen halten sich auf der Höhe des Vormonates. Rach Deckung der entstandenen Ausgabeverpflichtungen verblieb ein Mehrbetrag von rund 19 Mill. Mk.. der zur teilweisen Wiederauffüllung des in der vorhergehenden Zeit in Anspruch genommenen Vortrages aus 1927 verwandt wurde. Der Personalbestand betrug im Iuli 662 666 Köpfe. Außerdem 61 461 Zeit- und Aushilfsarbeiter, insgesamt also 724 127. Zm August 662 8.5 bzw. 66 275, insgesamt 729 050. Der Mehr- bedarf gegenüber dem Vormonat ist auf vermehrte Einstellung von Zeitarbeitern bei der Dahnunlerhaltung zurückzujühren. Oie Reichsbank Mitte Oktober. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Oktober hat die gesamte Kapitalanlage der Vank in Wechseln und Schecks, Lombards und Ef.elten um 211,2 Mill, auf 2270,8 Mill. Mark abgenommen, und zwar hat sich der Bestand an Wech ein und Schecks um 283,5 Mill, auf 2062,3 Mill. Mark und der Bestand an Reichsschahwech ein um 13,5 Mill, auf 0 Mill. Mark vermindert, während derjenige an Lombards um 55.7 Mill, auf 114,9 Mill. Mark angewachfen ist. Die Anlage in Effekten ist mit 93.5 Mil:. Mark weiterhin unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbank- scheinen zufammen sind 318,8 Mill. Mark in die Kasfen der Bank zurückgeflosfen; im einzelnen hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 298,2 Mill. Mark auf 4293,8 Mill. Mark und der an Rentenbankscheinen um 20,5 Mill, auf 521,5 Mill. Mark verringert. Dementsprechend und unter Berücksichtigung, daß in der Berichts- Woche 7,6 Mill. Mark an Rentenbankscheinen getilgt worden sind, hat sich der Bestand der Reichsbank an Rentmäankfch: inen auf 40.0 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 606,1 Mill. Mark eine Zunahme um 94,9 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen insgesamt haben um 19,3 Mill. Mark auf 2653,3 Mill. Mark zugenommen. Zm einzelnen sind die Goldbestände mit 2508,7 Mill. Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 149,6 Mill. Mark ausgewiefen. Die Deckung der Roten durch Gold allein .besserte sich von 54.2 Proz. in der Vorwoche auf 58.4 Proz., diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 57,5 auf 61,9 Proz. 17. io. 118. io. 133 1132,75 Philipp Hoi-mmm . . Heidelberger Zement . Ccment ftatlitabt . . ®at)6 4 Jreirag . . . TchulHeiS Patzenhoser Lstwerke...... 2er. Glanzstoy . . . Bemberg...... Zellstoff Daldlw, . . Zellstoff Aschaffenburg Charlottenburger Wall« Dessauer Gas . . . Daimler Motoren . . Demag ...... Adlermerke Kleoer . . Luvw. Loewe . . . . Nat.AutomobU . . . Orenstetn 4 Koppel . Leonhard Tietz . . • Bamag-Meguin . . « Frankf. Malchine« . « Gritzner ...<•« Hehliaenstaedt • • « &han§. . , e • « oerkr. . . • ♦ « Mainkrastweri« . . < Mag...... « Wefariulmet . . . < Beiers Union . • . < Gebr. Roeder . . . < Boigt 4 Haeffner . < Südd. Zucker . . . < Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzrnsfuh 8 Prozent. Aufschwung, der der Regelung bes Bergwerks- streiks folgte, vorbei ist, leidet die brattsc^ Schisfbauindustrie an einem solchen Maiigel an Beschäftigung. daß die Aussichten für, den kommen- den Winter ernst sind. Die Statistik für das am 30 September zu Ende gegangene Vierteilayr zeigt, daß sich gegenwärtig in Großbritannien 1 089 760 Tonnen Schiffsraum un Bau befinden. Tas bedeutet gegenüber drm voraufgegangenen Vierteljahr eine Verminderung um 112 8d0 L,on- nen Roch ernster aber ist ÖL Tatsache, daß die englischen Werften j-tzt 446 653 Tonnen weniger bauen als vor einem Zahre. Lloyds Register zufolge befinden sich gegenwärtig außerhalb Englands 1 431 582 Tonnen un Bau d. h. 26 270 Tonnen weniger als Ende 3uni; davon entfallen auf Deutschland 423 375 Tonnen auf Holland 191 290 Tonnen, auf Frankreich 138 362 bannen und auf Italien 132 739 Tonnen. Die Gesamt- tonnage, die sich in der Welt im Bau befindet, beträgt 2 521 342 Tonnen. , * Gründung einer belgischen Gas - aejellschaf t unter Frankfurter Beteiligung. Wie WTB.-Handelsdienst von maß- nebenher Stelle erfährt, ist in diesen Tagen von einer deutsch-belgischen Gruppe, der auf deutscher Seite das Frankfurter Haus Baß 8-Herz, auf der belgischen Seite die Firma Deelercq 8-Costerrnans und I. Roger, in Brüssel, angehören, hie Sockte Anonyme des Gaz Industnels gegründet worden. Die Gesellschaft wird sich, wie der Name schon sagt, in der Hauptsache mit der Erzeugung von Gasen für industrielle Zwecke befassen. Das Bankhaus Baß & Herz^ das von dem Gesamtkapital von acht Millionen Francs zwei Millionen Francs fest übernommen hat, ist durch Bankier Bernheim im Aufsichtsrat vertreten. Die Beteiligung der Firma Declercq & (Toftermans beziffert sich auf etwa 4,5 Millionen Francs und die 9. Rogers auf eine Million Francs. Die Fabrikanlagen werden in der ( Nähe von Brüssel errichtet, der Bau soll in der allernächsten Zeit erfolgen, so daß der Betrieb im kommenden Frühjahr ausgenommen werden kann. Vorläufig werden vier Millionen Francs investiert. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. Okt. Tendenz: lustlos. Auch heute konnte sich die allgemeine Börsenlage zunächst nicht bessern. Die Stimmung war wieder l u st - los und zurückhaltend, da die Spekulation infolge der anhaltenden Interesselosigkeit der zweiten Hand sich weiterhin nick;t von der unverändert festen Haltung der Neuyorker Börse und der. dort fortschreitenden Geldmarkterleichterung zu neuen Käufen anregen liefe. Auch die weiter recht befriedigende Reichsbankentlastung vermochte das Geschäft nicht zu beleben, anderseits wurde die Stimmung ungünstig beeinflußt durch die Fortdauer der Arbeitskämpfe im Rheinlande, die Unterbrechung der deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen und die zunehmende Arbeitslosigkeit. Die Umsätze waren wieder denkbar gering. Vereinzelt wurden kleine Deckungen vorgenommen. Die Abgabeneigung überwog jedoch wieder, so daß bei uneinheitlicher Kursentwicklung für die Mehrzahl der Papiere Kursrückgänge bis etwa 2 v. Sy zu verzeichnen waren. Wieder einiges Interesse bestand für Karstadt, Süddeutsche Zucker, die je 1,5 v. H. anziehen konnten. Ferner waren Reichsbank auf Deckungskäufe 2 v. Sy erholt. J.-G.-Farben eröffneten gut behauptet, Scheideanstalt leicht gedrückt. Am Elektromarkt gaben AEG. 0,75 v. H., Bergmann 0,5 v.H. und Licht und Kraft 2,5 vH. nach, während Gesfürel, Schlickert und Siemens sich behaupten konnten. 1 bis 2 d. Sy abgeschwächt waren Nord- deutscher Lloyd, Gelsenkirchen, Rheinische Braunkohlen und Kali Aschersleben. Stärker gedrückt lagen Adlerwerke mit minus 3,5 v. Sy Deutsche Anleihen Phönix Bergbau - . Nbelnischr Braunlohle«... 10 istl»ei>,stahl I. % J-Vr *Vi Kur» 17. 10. Schluss-! l-Uhr- Sch-uss- Anfang fttire ! Kur» Kur» Kur» Datum 17. 10. | 18. 10 17.10. 18 10. 6% Di. «eich-anlethe ti. 1927 87,25 — 87,5 . — Dt. Lnl.-Ablöl.-Lchuld mit Aub- 50,75 50,9 50,9 Desai, ohne AuSlof.-Rechie . . - 7% Frankf. Hyp.-Bl Goldpf. un- — 14,6 14,8 14,7 kündbar bU 1932 - - - 90 — —- 1V,% Rheinilche Hyp.-Bank Stau- Lolvvf. ..... 75,6 — Ä.S.G abg. BorkriegS-Obllgation., rüldablbar 1932 ... — — — '— 17. Oktober 18. Oktob r Amtliche Noti.rimg Geld BriF Amtliche Notierung Selb 1 lÖrie r Berlin, 17. Oktober 'Äeld Brre, Amertkamiche Note» ..... 4,176 58,15 58,39 111,68 112,12 Enalifche Non-a 20,317 20,397