Nr. 194 Lrftes Blatt 178. Jahrgang Samstag, 18. August 1928 Druck ind Verla-: vrühl'fche Uitversitütr-Vuch- und Stetnbrnderti L Lange tn Gießen. Schriftlettung und Sefchästrtzele: Zchulftraße I über getotffe Problem« der Internal tonalen Po- Der .Manchester Guardian" ist die erste eng- eine $c|pre« (en. stehl noch nichts Angelegenheiten hol heute die offizielle TTlIf- nenmecr, um ili.« btc Ankunft keiner Selle Da» franzö- Äueroärllge Eil n» England, land sich in schlechtert der leisten 3eit erheblich »ergaben. Wenn er dem btnzufügi. tellung erhalten. Strefemann Deutschland bei ächtungspakle» zu litik verfolgen werden ..Petit Parisien" schreibt hterzu. Dr. €tre’cmann4 in Paris bürte in beeinträchtigt werden „(Ire fRouoelle- erflärt, in Paris genoiienschafi. TD. Funlspnich.I irfjener Klein- lschasi, Aut» Dougenolstnlchost n. §ie Ibitortola» urd) n Ik'rbani' i m ßi^t. Ob not dnxib br* bit im Scnge bc» Mit Ätches» ^tobaltauuxtt toai Aachstag« S Angebot twr ■t Prriser^hllnz lag still. Sutter» notiert: TDeijen 1. Pro;. Autvucht 5omm?rgersie für er. inlänb. 26,"5 SutteqtDedc 23, al 0 34 biSZM Deyenfletf 14,15, S- dast Relchsautzenmlnister Dr. nach Pari» kommen wird, um der Unterzeichnung des ftriege- ocrlreten. oder lang vor die Krage stellen, ob die Hoc am polisik überhaupt noch fortgesetzt werden kann. iplanc. g*ud).) Du n gemeidri wirf, ^talienilchrn tn persi'ch«" cs in Auftrag ge- n Meer ftationrwt i)liflt. m den näch. r(t und ein«« Schisst n« werden. «ktt Bildung erhalte« Die neue englisch-französische Entente t8 ;3.H iW i«.H ! tf !-.!S «-S 10.* rrschetn« 1091(0), cufen Sonntage ent Feiertag». Beilegen. Gietzenn Familiendlätter Heimat tm Bild Die Scholle. ■eiat»*Bc}i>tspreü: 2 Rnchsmorii und 20 -reichspfennlg für Trüge» lohn, auch bei Mchter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsser 61. 54 und 112 Anschrift für Drahmach- richten Nrrzeiger »letz«. p»ßscheS7oiNo: treiffiriam mein 116M. Strefemann fährt nach Paris. Berlin, 17. Äug. (Prioatlnformatlon.) Wie wir erfahren. Ist dem französischen Botschafter de 7N ärgerte heute mittag die Änlroorl auf die Einladung der französischen Regierung an Dr. Strefemann übergeben worden. Die Antwort bringt zum Ausdruck, daß Dr. Strefemann b I e Einladung nach Pari» annimmt, lieber da» genaue Datum feiner Abreise bestimmte» fest. pari», 17. Äug. (WIB.) fische Ministerium für ar Heger der Stromes find, und die Staatsange- Hörigkeit der llferanwohner beeinträchtigt wäre. Seit dun Wiener Kongreß ist die Sch. »fahrt auf dem Rhein internationalisiert. Durch die gleich- mähige Entmilitarisierung würde die VertehrS- sreiheit aus dem Rhein ohne Zweifel keinen Schaden erleiden. Aber Rheinunb Rhone bilden geopolitisch eine Einheit. Die Internationalisierung und (Sntnhlitarificrunq des Rheinstromgebiete- wäre eine Halbheit ohne die de- Davne-Rhone-Sy- stems. Sowohl der Wiener wie der Versailler Traktat hat die Internationalisierung der Rhone bergeff en. Locarno hätte sie nachholen müssen. ES wird auch in Gens noch nicht zu spät sein, darüber zu sprechen. Und es wird im besonderen i m italienischen Interesse liegen, sich über die Entmilitarisierung des RhonegebieieS mit Frankreich zu unterhalten Es lag im Ruhen des eurvpäifchen Friedens, neben England auch Italien zum Garanten der Verhältnisse im Rhein- aebict zu bestellen SS liehe 'ich denken, dah Italien eS für vorteilhaft halten könnte, neben England auch Deutschland als Bürgen einer Internationalisierung und Entmilitarisierung des Rhonelandes zu wiffen. Die Frage zur Erörterung zu stellen, heißt. sie ihrer Regelung einen Schritt entgegenzuführen. kürzeste Derbinbungsst recke zwischen dem Bin- da- sich die ältesten Äulhirlänber Ul.« ii.* t.i* ■8 l,efl «.Ml* » ■ 9.0» III.N Ä -Ü:S tf.H lt.6» N.»ö a.2- hiebe Zeitung, die den Mut hat, öffentlich auszu- sprechen, dah die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutsch- 9«n strvM !uiba'ion$^ 's bis iZT o*n*Jnlt die Dinge sogar so formulieren, dah die Locarno-Politik im Begriffe Ist. sich totzulaufen, und dah Europa heute genau wieder da steht, wo in Lo- carno der Anfang gemacht wurde, eine gefährliche. flch zuspitzcnde Arife durch gegenseitige Verständigung zu lösen. Denn waS England in Locarno wollte, war doch im wesentlichen die-: eS hatte die Absicht. sich aus der einseitigen Bindung mit Frankreich, aus der Entente, zu lösen und dafür mehr eine Schied^ richterrolle etnzutau- fchen. die eS ihm ermöglichte, je nach den Um» ständen die Wagschale nach der einen oder anderen Seite zum Sinken zu bringen. England wollte die französische Gewaltpolitik durch eine Politik des vernünftigen Ausgleiche- ersetzen, um damit gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, gelegentlich auch Deutschland gegen Frankreich auszuspielen. Davon ist heute nicht mehr die Rede. Die Beziehungen zwischen England und Frankreich sind heute so herzlich, wie kaum jemals seit dem Kriege: rückwärts gesehen macht e- foaar den Eindruck, als ob diese Schwenkung schon seit langer Zeit vorbereitet worden ist. wahrscheinlich in dem Augenblick, wo der Staatssekretär Ty- re U als ^tschaster nach Pari- geschickt wurde. Frankreich hat diese ersten Linzeichen einer Schwenkung sofort verstanden und sich auf das neue Spiel umgestellt, bei dem eS weil seine Diplomatie kontinentalpositisch europäisch eingestellt ist, nur gewinnen kann. Frankreich hat den Engländern goldene Brücken gebaut und sie mit grobem Geschick in daS Reh der neuen Entente hinemgezogen. Wobei sreilich. vom englischen Gesichtspunkt au- gesehen, zugegeben sein mag. dast für daS Foreign osfice starke Gründe zur Umorientierung vorhanden gewesen sind. An dieser Stelle ist immer die Auffassung vertreten worden, dah der Gewinn de- Weltkriege- gerade für England ein Pyrrhu-sieg gewesen ist. bah vielleicht sogar England an diesem Siege stirbt, weil e- zu verzwetselten Äraftanftrengun- gen gezwungen war. die in da- wohlgeordnete System deS Weltreiche- Unruhe hineintrugen. D^ese Folgen beginnen jetzt sich auszuwirken. D:e farbigen Kolonialengländer, die an der englischen Front al- gleichberechttgte Kämpfer be- nutzt wurden und den Gebrauch der modernen Waffen erlernt haben, machen ihre Anfprüche geltend. Der ägyptische Selbständigkeitsdrang, die Unruhen in Arabien und die Erschütterungen in Indien sind die ersten Anzeichen. Aber da- ist es nicht einmal allein. Bor dem Kriege war England stark genug, um sich seiner splendid Isolation zu rühmen. Es ist zwar den deutschen Acnhinvntcn lo-qewvrden. dafür sind ihm aber die Bereinigten Staaten wett über den Kopf gewachsen, und gleichzeittg haben sich die Brandherde in der WeU gehäuft. Hm den Amerikanern gefällig zu fein, hat England die Politik mit Ruhland zu Bruch kommen laffen, -um Dank dafür haben die Rmeritaner, ohne aus England Rücksicht zu nehmen, mit den Lhinefen einen Handelsvertrag geichloslen und Sirgland gerade da. wo es wirtschaftspolitisch am verwundbarsten ist, auf da- tote Gleise manövriert. SS kracht also überall, nicht nur im Gebäude deS englischen Imperium-, sondern auch in den Verdienstmög- lichkeiten des englischen Handels. Ehamber- l a i n war also, nachdem er den russischen Fehler begangen hatte, gezwungen, sich anderweitig Rückendeckung zu suchen. Cb Frankreich die einzige Möglichkeit war. darüber kann man zweifelhaft sein. Er hat jedenfall- aus die französische «karte gefetzt und hat mit geradezu schülerhaftem Eifer Mein und Rhone. Don Dr. Rad Mehrmano, Noblen;. Durch da- Anttltz Europa- läuft eine tiefe yurche. ©le gehört zu den charakteristischen 3ügen de- Festlande-. trennt seinen Westen von der Mitte und dem Osten, aber sie bestimmt bat Schicksal des ganzen KonttnentS. S» ist die Senke, die sich al- R&einlal von der R o rdsee und In feiner Forttevung al- Rhonetal zum Wittelmeer quer durch den Leib unsere- Erdteil- zieht. DaS Gesamtbild der sranzösischen Stromlandschaft. ist in seinen Grundlinien freilich ein ganz andere- al- daher Deutschen Die französischen Flüsse lausen In südlicher, oder, grob gezeichnet, in westlicher Richtung: sic kehren den deutschen, die sich nach Rorden orientieren, den Rücken Aber Rheln- und Rhonetal nähern sich in ihren Hrsprüngen auf allergeringste Entfernung, und die Saone- Rhoncl'nie wird mit ber deS Rheine- burch die burgundische Pforte verbunden. Durch sie sind die Germanen von ihrer rheinischen i?peration-bafl- nach dem gallisch-römischen Südostcn voraestohen. Hnd umgekehrt haben die Franzosen nach der Teilung deS karolingischen Weltreiche.» von der Schlacht bei Andernach an die cösarische Offensiv? nach dem Rhein und über ihn hinau- wieder ausgenommen. Sie stehen heute noch al- Besatzung-truppen am drulschen Strom. Was die sranzösische Politik, im Besitz des Rhonctales. immer von neuem nach dem Rhein dindrängt. da- ist die europäische, ist die W e 11 - oedeutung der großen Querfurche zwischen R orbfee und RI Ittel in eer. Gerade weil sich bas französische Fluhsystem al» Ganze- von Mitteleuropa ab nach dem Westen hlnwendet. gerade darum ist für die fran-ösischc Politik, deren Lharakterzug der Wunsch nach Vormachtstellung auf dem europäischen Festland ist. der Griff nach dem Stromshstein de- Rheine- io verlockend, da- mit den unzähligen Fasern feiner deutschen Rcbenflüffe und mit beten Verflechtung burch Kanäle bi- zu ben ölbc-. Ober- und Weichselgebieten nach dem slawischen Offen Europa- hi nüber leitet und durch den Maln-Donaukanal auch den Weg nach dem Schwarzen Meer weist. Damit wächst die Geltung der Rhein-Rhonesenke über die festländisch-europäische hinau- in die weltpolitische. Der Querstrich zwischen der Rorb’ec und dein Mittelmeer setzt 6tDmane, sämtlich in Giehen gruppieren, und ber offenen See, die zu den Völkern der Reuen Welt hinüberführt. Die VZeltgeschichte hat wiederholt an ber europäischen Queriurche politisch berumerperimentiert. Die Römer haben di' Rbein-Rhones.-nke erstmalig in eine staatliche Einheit einbezogen. Der fränkische unb ber burgundische Gegeniioh fanden ihre Zu- fammcnfatluug im Reiche der Karolinger. Der grofre Organismus zerbröckelte, und die Rhein- Rhonefenke suchte im lotharingischeit Zwischen- reich nach dem polittschen Ausdruck ihrer Besonderheit. Die lotharingische Formation war nur vorübergehend, konnte nicht mehr al» eine Episode sein. Denn der Rhein strömt mit allen Verstrickungen seiner Rebenflüsse durch rein deutsche- Sprachgebiet, die Rhone durch überwiegend romanisches. Roch einmal zog da- deutsche Kaisertum die burgundischen Lande des RhonegebieleS an sich. 21 ber Burgund gewann eine Selb- ftänblgklt zurück und fühlte im Eifer des Erfolge- die Berufung in sich, die lotharingische Täuschung eine- besonderen Rfrän- und Rhone- reiche- zu wiederholen. Karl b?r Kühne scheiterte mit dickem Plan in seinen Kämpfen mit den Schweizern und beendete fein Leben unb die Phantasterei einer lotharingischen Renaissance in der Schlacht bei Rancy. Langsam, aber unaufhörlich schob die Reaktion be- französischen König- reiche» die Grenzen näher an den Rhein D e Revolution und 6er erste Rapoleon schufen, die Erinnerung der Cäsaren wieder belebend, von Westen her daS Gegenstück zur deuffchen Kaffer- Herrschaft an der Aheln-RhonebafiS. Die Befreiungskriege und die Rückgewinnung des EUasi im Jahre 1871 lösten daS gesamte deuffche Sprachgebiet bee Rheintafe- wieder au- romanischen Fesseliu Der Deltfrieg hat die Franzosen auf» neue an ben Rhein geführt unb ihnen am ganzen Mittellauf au» dem linken Ufer zwischen dem schweizerischen und dem holländischen Selten» flügel die herrschend,- Stelluni gegeben. Rur ber Tropfen angelsächsischen Ci.ffu''es rersäuert ihnen drn Becher d.r Freube über ihre Vorherrschaft an ber Rhone-Rhein-Linie Da» Versailler Diktat bat die deutsche D^hrkrast für immer — fo hoffens die Fran- zvsen — vom Rhein verdrängt Das link Ufer, soweit es reich-deutsch ist. wurde entfestigt, und aus der rechten Seite ein Streifen von 50 Kilo- Eter Breite dauernd entmilitarisiert. Die.Sicherheit' ^ranlreichs verlangt daS. Der Locarnopakt der doch durch die englit'ch-italienische Bürgschaft der in Versailles gefchaftenen West- SrJr*kc-ld:8 eine ausreichende Sicherheit geschaf-en hat. vermochte die Franzofen nicht zu bestimmen, die für ba» deuffche Volk entwürdi- gen« Ausnahmestellung des ncutralificrtcn Re.chSgebiete- am Rhein zu verzichten oder auch nur die Besatzung zurückzuziehen Wenn Frank- reich glaubt, an der Versailler SicherheitSmaN- nähme der entmilitarisierten 3one trotz der eng- lffch-7 taffenischen Lvearno-Birrgfchast festhalten zu müssen, so wird nan es un« Deuffchen nicht ver- Nie pariser presse zur Reise Gtresemanns. Pari- 18. Rüg. (WTB. Funkspru^).) „Petit Parisien" begrüßt e». daß ber Reichsauhen- minister Dr. Stresemann bie Einlabung, zur Unterzeichnung deS AntikriegSpakteS nach Paris zu kommen, angenommen hat und schreibt „Die friedliche Orientierung, bie Strefemann bet deut- schen Außenpolitik zu geben gewußt bat. ist die Garantie dafür, daß ber deutsche Minister bei un» die beste Ausnahme sinden wird. Rach Berliner Rachrichten wird Dr. Strefemann von Staatssekretär v. S ch u b e r t begleitet fein, dessen Taktgefühl und Rkäßigung bei den Genfer Zusammenkünften oftmals schon hoch geschätzt worden sind, unb von GauS, der wirksam mit unsehen juristischen Sachverständigen an der Regelung der heikelsten Fragen gearbeitet hat." Im übrigen beschäftigt sich die Presse mit der Frage, inwieweit bei der Unterzeichnung des AntikriegS- pakteS Besprechungen über internationale Probleme in Pari- gepflogen werden. „Maffn" schreibt, man könne annehmen, daß kurze offiziöse Meinung-au-tausche »wischen ben au-länbischen Staatsmännern, be- fonbers zwischen Strefemann und Br i and einen ungünstigen Schaffen auf die Verhandlungen über bie Räumung unb wird un» über kurz vor die Frage stellen, ob die Locarno- Selbst gerecht igkeit hat sich immer damit gebrüstet, Frankreich habe in dem Krifenmonat 1914 ein Zeichen seiner Frilchen-liebe mit ber Zurückziehung feiner Truppen und mit der Schaffung einer entmilitarisierten Grenzzone von 10 Kilometer Breite gegeben. Im übrigen weiß man, dah bie Dvppelfeitigkett der Cbreryneutralificrung auf dem amerikanischen Festland längst ein Bordi ld hat. Zwilchen den Bereinigten Staaten unb Kanada hat sich ohne Vertragszwang, ganz au- dem Bedürfnis heraus. Grenzzwi»cher- fälle zu vermeiden, der Zustand einer zweiseitigen Entmilitarisierung der Grenze herausgebildet. DaS sich tn der Reuen Welt bewährt hat. kann in der alten dem Frieden nicht abträglich fern. Die Doppelfeitigkeit deS SicherheitSge» fühl« ist zweifellos cm stärkerer Friedensfaktor als die Angst vor ständiger Bedrohung auf einer Seite. Einmal angenommen, auf beiden Seiten des Mittelrhein- bestände eine entmilitarisierte Zone. Dann wäre, da bie Schweiz im Süden in völkerrechtlicher Holland ,m Rorben in tatsächlicher Reutralüäi beharrt da- gesamte Rhein- stromgebict von der Mündung bis zur Quelle feiner europäischen unb Weltgeltung entsprechend in die Sphäre der Reutralüät gehoben. Ohne daß barmt btt Souveränität der Staaten, die Ufer» ebung über den Anschluß, da» Rheinland, oder den Daroceplnn an^udahnen. hieße einem Abenteuer entgegengehen, für das die Interessen Frankreichs alle Kosten zu tragen hätten. Was ist los? Poincarö hat zur aH genuinen Heber- raschung sämtliche Mitglieder seine- Kabinett- telegraphisch zum 2 3. August nach Pari- bestellt Man zerbricht sich allenthalben die Köpfe, wa- den Ministerpräsidenten wohl veranlaßt haben könnte, einen außerordentlichen Kablnett-rat einzuberusen. zu nal in ber letzten Sitzung bereit- alle mit ber linier- Widmung de- Kellogg-Pakte- zusammenhängenden Angcleaenheiten Ihre Erledigung gefunden hallen und daraushin die nächste Zusammenkunft erst nach den Ferien am 1. Dev- tember stattfinden foPte. Da- Rät clraten in Pari- geht hin und her. ohne daß es bi-her gelungen ist. bie Ursachen bie e» MinlsterraleS seststcllen zu können. Rach Lage ber Dinge dürste eS Poincarö wohl für anacAcigt gehalten haben, noch einmal vor der Ruf’enminifter\ufamnien- funft in Pari- mit seinen Kollegen zu sprechen, weil e- nicht ausgeschlossen ist, bah es doch noch zu irgendwelchen Verhandlungen zwischen Strefemann undBriand kommen kann, denen eine größere Bedeutung beizulegen ist. WaS sonst Poincarö bewogen haben sollte, feine Kollegen nach Pari- zu beftellen, ist nicht recht einzusehen OffiziSse Besprechungen? Pari», 17. Äug. (DTB) Die .Information" begrüßt die von einem Morgenblatt gebrachte Nachricht von der Einberufung eines Minlsterrais auf den 23. August, indem sie daraus hinweist, daß bei den voraelchenen Empfängen beim Präsidenten der Reoubllk. beim Ministerpräsidenten und beim Auhenmlnister alle Fragen, die gegenwärtig die Aufmerksamkeit der Kanzleien brr einzelnen Hauptstädte In -lnspruch nahmen, osslzios, wenn nicht offiziell, würden erörtert werden. Zweifellos werde Strefemann. der wie B r i a n b Anhänger einer befonnenen deutsch-französilchen Annäherungspolitik fei, Poincars feine Ideen über eine ihm besonders am Herzen siegende Frage, nämlich die Räumung des linken Nhein- ufers, auseinandersetzen. Es erscheine auch nur logisch, daß die Frage ber Schulden mit Staats- fetrdär Kellogg erörtert würde- trotz aller diplomatischen Feinheiten würde cs überraschen, wenn Schuldner und Gläubiger sich mehrere Stunden unterhalten könnten, ohne auf die sie besonder» interessierenden Themen zu sprechen zu kommen. Kellogg auf der Heise. Washington, 17. Äug. (WIL ) Staatssekretär Kellogg hat heute in Begleitung feines Pri- oatfefretär» Beck und de» Pressechef» Mac Der- mott die Reife nach Pari» angetreten. Der deutsche Geschäftsträger, Dr. Riep, war aus dem Bahnhof erschienen, um sich von dem Staatssekretär zu veravschieden. Reuben Clark, ein Jurist aus Sait Jake City, ist zum Unter ft aatefefretär ernannt worden. Clark wird wahrend der Abwesenheit des Staatssekretärs Kellogg die Geschäfte des Staatsdepartement» führen. Ein neuer Aufruf Eoolidges. Reuyork. 17. Rüg. .Heralb Tribüne" mdbet au- Superior (Wisconsin). eS verlaute. Prä- fibent 6 d o 11 bge erwäge einen neuen Rufruf an da- Land, In dem er für ben Kellogg- pakt einlrcten werbe Dieser Ausruf soll am Tage der Vertragsunter»eichnung in Paris veröffentlicht werben. Dieser Schritt wirb al- ein Anzeichen dafür angesehen, daß die Re- fl.* 11,60 n,c« 1,13 11,93 80,6-’ 69,5< u.x n.» 69, p "Ä s j,»r« !ß ».fr- gierung cntft>re^eflt> ben Ausführungen, die Tov- lidge am Mittwoch in keiner Rede vor der amerikanische Legion machte, während der Wahlkampagne der Wählerschaft nachdrücklich die Verdienste ihrer Antikriegspolitik vor Au- gen führen werde. Amerikanische Beruhigungspille für England. Washington. 17. Aug. (WTD.) 3m Staatsdepartement wurde heute zu den gestern begonnenen Verhandlungen über den Abschluß eines Schied-- und Vergleichsvertrag eS mit Aegypten reNärt, daß Aegypten schon feit Beginn der Epoche der amerikanischen SchiedSverträge auf der Liste der Staaten gestanden habe, mit denen Verhandlungen über solche Verträge «ingeleitel werden sollten, und das) die Beziehungen zwischen Großbritannien und Aegypten durch den vorgeschlagenen Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und 2l«gypten nicht berührt würden, da Artikel 3 deS Vertragsentwurf- ausdrücklich vorsehe, dah Meinungsverschiedenheiten, die die Interessen dritter Mächte berühren, nicht untre den Vertrag fallen. Befriedigende Regelung der Rüsselsheimer Frage? Berlin, 17. Aug. (Privatmeldung.) Die neuerlichen Schritte der deutschen Botschaft in Paris wegen des Bahnhofs Rüffelsheim, dessen Weiterbau in den letzten Tagen zunächst unterbrochen worden ist, haben ergeben, daß eine Reihe von Mistoer ft ändnilsen zu der Entscheidung der Botschafterkonferenz geführt haben. Daraus beruht auch der Widerspruch, der zwischen dieser Entscheidung und den Ankündigungen bestand, die der Reicheregieruna eine positive Lösung in Aussicht gestellt hatten. Wie verlautet, haben die neuen Bemühungen der deutschen Botschaft nun zu dem Ergebnis geführt, daß voraussichtlich doch eine neue Entscheidung erfolgt, die die Frage in einer Deutschland befriedigenden Weise regelt. Gerüchte um Or. Luther. Berlin. 17. Aug. (Privatmeldung deS WTD.) Wie wir erfahren, entbehren die Meldungen der englischen Press«, daß mit der Londoner und Veuyorker Reise des früheren Reichs- kanzlerS Dr. Luther geheime Aufträge verbunden seien, die im Zusammenhang mit der Frage der Rheinlandräumung stehen, jeder Grundlage. Reichspräsident v. Hindenburg in Nahem. München, 17. Aug. (WTD.) Heute nachmittag traf Reichspräsident v. Lin den bürg in Begleitung seine- Sohne-, Major v. Hindenburg, von Bremen kommend, hier ein. Zu seiner Begrüßung waren auf dem Bahnhof u. a. Polizeipräsident Mantel, RegierungS- rat Krebs von der Reichsvertretung in München. sowie ein persönlicher Freund deS Reichspräsidenten. General Hemmer erschienen. Der Reichspräsident wurde beim Verlassen deS Bahnhof S von einer großen Menschenmenge stürmisch begrüßt und setzte sofort im ÄTafttoagen die Fahrt nach DietramSzeU fort Bei der Abfahrt deS Wagens stimmte di« Menge das Deutschlandlied an. Um die litauisch-polnischen ‘ Verhandlungen. Eine Note Litauens ' Kowno. 16. Aug. (QDoIff.) Die Litauische Telegraphenagentur veröffentlicht heute die Ant- toortnotc der litauischen Regierung auf die polnische Ablehnung der Einladung nach Königsberg und die polnische Anregung. die lt- tauisch-polnische Plenarkonserenz m Dens abzuhalten. 3n der litauischen Antwort wird betont. daß der polnische Vorschlag, die Konferenz auf den 30. August nach Gens einzuberufen, in Abwesenheit des Außenministers von H o - lowko. dem Direktor der Ostabteilung im polnischen Außenministerium, ergangen fei und ixrß ein solcher Vorschlag nur vom Außenmini- ste r direkt aus gehen oder wenigsten- im seinem Flamen unterbreitet werden könne. Ohne seine Bestätigung könne er daher nicht tn Erwägung gezogen werden. ®in solcher Vorschlag würde auch di« litauische Delegation sehr unangenehm berühren, denn mit dem gleichen Tage begännen die Arbeiten dr- Völkerbundes, die die ganze Aufmerksamkeit der Teilnehmer in Anspruch nehmen würden. Für die litauisch-polnische Äonfreeru wurde eS unter solchen Umftänben unmöglich sein, sich uneingeschränkt den lftauisch- polnrfchen Angelegenheiten zu widmen. 3n der Rote wird weiter um 'Mitteilung gebeten, ob die polnische Delegation eine rein formale Sitzung rm Auge habe, oder ob die litauisch-polnische Kvnsreenz ihrer Bestimmung gemäß Derhältirisse schassen socke. unter denen gründliche Arbeit möglich erscheine. Polen antwortet sofort. Warschau, 17. Qhig. (WB.) Wie die Pol- msch« Telegraphenagentur meldet, fand heute im Belvedere-Schloß bei Marschall Pilsudskieine Beratung statt, an der Außenminister Za lefki, der Staatsetretär im Außenministerium, Wh» f o o! i. und der Leiter der Ostabteilung im Außenministerium. Holowko, teilnahmen. Zn dieser Beratung wurde der Test der polnischen Antwortnote auf di« gestern in Warschau überreichte litauische Rote festgesetzt. Der Leiter deS politischen Sekretariat- im Außenministerium und Vorsitzende der Ersten polnisch- litauischen Kommission. Marian Szumla» k o w f k i, ist heut« abend von Warschau nach Kvwno aba«reift, um die polnische Antwort der litauischen Regierung zu überreichen. Die polnische Preffe über die litauische Note. Warschau, 17. Aug. (DB.) Die litauisch« Note wird in der polnischenRegierungs- presse in überaus scharfem Ton kommen- tieri, und c» wird gesagt, die Gleiä-artigkcit der Einwände laß« auf eine gemeinsame Quelle schließen. So schreibt die offiziöse ,.C pok a“, daß die polnische Regierung in der kommenden Völkerbund,, togung die Verzöger u ngstaktik Dolde- maras' darlegen und eine endgüliige Erledigung der Angelegenheit fordern müße Polen könne es nicht gestatten, daß Woldemara? mit Ihm und dem Der panzerkreuzerstreii auf der Linken en kreuzerS .A“ übertragen. Kiel, 17. Aug. (WB.) Das Reichswehr Ministerium hat den Deutschen"" A.-G. in Kiel den Reubau de- Panzer auf allein kommt es an. Die jetzig« Reichsregierung und ihre politische Arbeit sollte die BasiS Dorbreeiten. auf der mit stärkerer Bindung und mit festerem Zusammenhalt di« große Koalition zu gegebener Zeit herbeizufühven war. Diese ist und bleibt die Koalition. Die Sinn und Aufgabe de- neuen Reich-tage- am ehesten erschöpft. Diesem Reichstage ist zudem in Anbetracht der großen innen- und außenpolitischen Aufgaben, die vor unS liegen, die Verpflichtung auferlegt, sich durch Stabilität der Regierung und Festigkeit der Regierungsmehrheit eine der wesentlichen Chan- cen erfolgreicher Arbeit zu verschaffen. 94 sollte daher auch der Sozialdemokratie möglich sein, die Auseinandersetzung um den Panzerkreuzer auf jene Bedeutung zurück-uführcn. die ihr in diesen größeren Zusammenhängen in Wirklichkeit zukommt. Auch die württembergische Sozialdemokratie warnt. Berlin, 17. August. (Prio.-Tel. des WTB.) In der hiesigen Presie verweist man auf die Stellungnahme Der „Schwäbischen Tagwacht", dem Landesorgan der württembergifchen Sozialdemokratie, in der sich der Landtagsabgeordnete Dr. Schumacher mit der Haltung der sozial- demokratischen Reichsminister befaßt und sich dagegen wendet, nun etwa Hals über stopf aus der Regierung heraus zu stürzen. Es fei politisch nicht möglich, schon beim ersten Zu- sammenstoh eine so groß angelegte Stellung zu räumen. Das würde der Sozialdemokratie al# Mangel an Ernst in ihrer Regierungspolitik bi« tief in die proletarischen Masten hinein ange- kreidet werden. In der gleichen Nummer schreibt der Reichsiagsabgeordnete steil, es handle sich um einen Beschluß des alten Reichstages, den rück- gängig au machen, viel schwieriger sei, als einen noch nicht gefaßten zu verhindern. Das könnte nur mit Hilfe der Kommunisten geschehen, die aber für die Regierungsbildung nicht in Betracht kämen. Die Sozialdemokratie dürfe sich durch einen Austritt aus Der Regierung nicht d e r Möglichkeit berauben, in Zukunft ähnliche Beschlüsse zu verhindern. Müller und Severing stellen sich. Berlin, 18. Aug. (TU.) An der am SmnStag- Dormittag zusammentretenden Sitzung der Reich -tagöf raktivn und des Partei- auSschusseste.Sozialdemokratischen Partei werden, wie das „D. T." erfährt, auch Reichskanzler Hermann Müller und der Reich-innenminister 6 ebc ring teilnehmen, der feinen Kuraufenthalt in Bad Ems unterbrochen hat. und Freitagabend nach Berlin zuruckgekehrt ist. Oer Bauauftrag erteilt. Di« sozialdemokratischen Reich-Minister haben den Kommunisten leinen besseren Gefallen tun können, al- für di« Freigabe de- P anzer - IteuAetbaueS zu stimmen. Wie auf em Signal hin fetzte sofort nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse jener Kabinettssitzung vom 10. August ein wütende- Trommelfeuer gegen die Sozialdemokratie ein, da- in der Hauptsache auf propagandistische Eftekte abgestellt war und noch durch die sorgfältige Registrierung aller Proteste der oppositionellen Gruppen in Sachsen. Thüringen und Berlin selbst verstärkt wurde. Jetzt hat die Kommunistisch« Partei zu einem Dorstoh gegen di« Sozialdemokratie auSgeholt, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Don der obersten Parteiinstanz ist die Einbringung eines Volksbegehrens auf Streichung der für den Panzerkreuzer vorgesehenen Stats- mittel eingebracht worden. Rach der Derfassuna ist es unmöglich. Etatstitel zum Gegenstand eine- Volksbegehrens zu machen. Lediglich der Reich-Präsident hat das Recht, mindestens einen Monat vor der Verabschiedung deS Haushalts zu einem VolkSentschrid gegen irgendwelche Teile des Etat- aufzurufen. Einen anderen Weg gibt es nicht, infolgedessen bleibt der Haushalt deS laufenden Jahres. so tote er vom Reichstag verabschiedet worden ist. Für di« Sozialdemokratie ergibt sich nun aber dadurch eine unangenehme Situation, weil aus einen entsprechenden Antrag der Kommunistischen Partei hin von dem Kabinett Hermann Müller ein ablehnender Bescheid erteilt werden muß. Auf diese Ablehnung, die jede andere Regierung in diesem Falle natürlich auch erteilen mutz, warten die Kommunisten aber nur. um ihre propagandistische Arbeit noch zu verstärken und die rechten gegen die linken „panzertreuzerseindlichen" Sozialdemokraten auszuspielen. 3m sozialdemokratischen Lager ist man sich der Gefahren wohl bewußt, die von der kommunistischen Seite her jetzt drohen. Dah die Partei überhaupt in diese Zwickmühle hineingeriet, in der Sache mit den Kommunisten, tn dre Form aber gegen sie auftreten xu müssen, um dann dafür nachher zu sehen, tote ihre Gefolgschaft in der eindeutigsten Weife mit Aussicht auf Erfolg von den kommunistischen Agitatoren bearbeitet wird, zeugt gerade nicht von einer guten, Führung. Das Zentrum mahnt zur Besonnenheit. Berlin, 17. Aug. (Priv.-Tel. deS WTB.) Di« .©ermania“ beschäftigt sich in ihrer heutigen Abendausgabe mit der Panzerkreu- xerfrage. Das Blatt schreibt: Die Haltung Der sozialdemokratischen Reichsmini- ste r in der Frage des Panzerschiffes hat in der Sozialdemokratischen Partei eine Erregung ausgelöst, die einen tlnsicherheitS- f aktor darstellt, der leicht jju folgenschweren äleberraschungen fuhren kann. ES wird Sache der Sozialdemokratie selbst sein, zwischen dem mm einmal Geschehenen und den Ausgaben der Zukunft den notwendigen Ausgleich zu finden. Dar- Genfer Areopag, der sich schon so lange mit dem Kownoer Problem beschäftigt habe, Spaß treibe. Sofern Woldemaras sich nicht mit Polen unter vier Augen verständigen wolle, müsse er sich der Autorität der Weltorganisation beugen, zu der er gehöre und deren Urteil er achten müsse. Genug der Der- schleppung! Die Herbstsession des Dölkerbundsrates müsse die Angelegenheit resllos erledigen. „Gazeta Poronna" vertritt die Ansicht, daß der schlechte Wille Woldemaras' über- Haupt nicht mehr bewiesen zu werden brauche. Der Völkerbund habe das Wort. Das polnische Militärblatt „P o l s k a Zbrojna" bezeichnet die letzte litauische Rote als neuen Beweis der Sch w Intel- Fünfte Woldemaras', der ein Besprechung des Standes der polnisch-litauischen Verhandlungen vor dem Völkerbund vermelden wolle. Der die Regierung unterstützende .Kurier P o l s k i" sieht ebenfalls in der litauischen Rote einen Der- schleppungsvcrsuch und ein Zeichen unreinen Ge- wisiens Woldemaras'. Seine Argumente könnten wohl niemand überzeugen mit Ausnahme jener, die ihm diese Gedanken eingestößt haften. Das Flugzeug »-Hermann KShl^ in Prag beschlagnahmt. Aus Prag wirb gemeldet: Das breimotorige Junkersflugzeug dre Deutschen Lufthansa »Hermann Köhl", da- vrn Verkehr zwischen Wien und Berlin versiebt. muhte am Freitag in Prag notlanden. DaS Flugzeug wurde dort beschlagnahmt. Da die tschechoslowakischen Behörden für die Verkehrsflugzeuge, die die Tschechosiowakei überfliegen, eine Zwi- schenlandung in Prag verlangen, wird die Strecke Wien Berlin stets untre Umgehung der Tschechoslowakei beflogen. Der Pilot deS »Hermann Köhl" hatte sich verirrt imd war zu dieser Rotlandung gezwungen. Kämpfe in der Rord-Mandschurei. London, 18. Aug. (WTB. Funkspruch.) ..Tim«-" meldet auS Peking, daß in dre Rordmandschurei Beunruhigung ent» standen ist wegen dre Tätigkeit mongolischer Truppen im Gebiet Halia (Mandschurei). Der Gouverneur von Heilungkiang hat Mukden um Verstärkungen ersucht. Dre internationale sibirische Eifenbahnzug, der Mandschuli am 15. verlieh, wurde von den CQlongolen an gehalten und durchsucht. Di« chinesische Oftbahn tft an mehreren Punkten beschädigt. Der sibirische Zug, der von Eharbin am 19. noch Westen gehen sollte, ist troch nicht abgefahren. ES wird gemeldet, daß 5000 Mann unter einem Sowjet-Offizier im Felde stehen. Eine Bestätigung dieser Aachrichi liegt nicht vor. aber irgendeine „rote“ Bewegung ich entschieden im Gange. Ob Moskau dahinter steckt, ist fraglich. 9k* Lag« in ber Mandschurei ist bereit- heikel genug, und «- ist unwahrscheinlich, daß die Sowjetregireuvg Bewegungen bervvcruien sollt«, die geeignet wären, den Status quo zu stören und Japan emen Anlaß zu geben, ferne Stellung tn ber Man» dichure noch mehr zu befestigen. .Mominapost" meldet au- Eharbin Di« 1 mongolischen Feindseligkeiten gegen den Staat Baraa dauern fort Abteilungen der mongolischen So wirt Waffe beunruhigen Darga mit) zwingen die Einwohner, sich der Unabhängigkeitsbewegung an'.uschliehen. D.e Stärke dre mongolischen Abteilungen steht noch nicht sest. Thinesische Panzerzüge und Truppen haben den Kamps gegen sie eröffnet Aus aller Welt. Kommissar LraS über daö Schicksal der „Latham". Stavanger, 17. August. (WB.) In einer Unterredung erklärte der an Bord des „Krassin" besindliche Kommissar Ora», daß seiner Ansicht nach di« Besatzung des „Latham noch am Leben sei. Guiibaud und Dietrichson seien außerordentlich tüchtige Piloten, und auch da» Wetter fei seit dem Start Amundsens In Trornsoc nicht ungünstig gewesen. Es bestehe also kein triftiger Grund zur Annahme, daß sich ein Unglück ereignet habe. Vielmehr sind wir der Ansicht, fuhr L> r a s fort daß A m u n d f e n die A u f ■ finduna der Robile-Gruppe dem Italienl- schen Flieger Maddalena üderlasfen wollte und erst wieder nach Kingsbay zurück- Sufliegen beabsichtigte, wenn er irgend etwas Po- Itioes über das Schicksal dre Ballon-Gruppe in Erfahrung gebracht hätte. Der Benzinvorrat der „Catnam" war vollständig ausreichend für einen Flug zur Ballongruppe und für den Rückflug nach Kingsbar). Wenn man aber berücksichtigt, daß die „Latham" bei ihrem Start mit Gegenwinden xu kämpfen hatte und dementsprechend mehr Brenn- stoss verbrauchen muhte, so ergibt sich die Möglichkeit. daß das Flugzeug nach Erreichen der Ballon- gruppe gezwungen war, wegen Mangels an Betriebsstoff zu landen. Wir sind der Ansicht, daß die Funkanlage der „Latham" beschädigt wurde, daß aber das Flugzeug trotzdem den Flug zur Ballongruppe fortsetzte. Der französische Admiral auf Kreuzer „Strasbourg" teilt unsere Ansicht. daß A m u n d s e n einen direkten Flug zur Ballongruppe unternommen hat. Der Flieger T s ch u ch n o w s k i erklärte, er glaubt nicht, daß die „Latham" in» Meer gestürzt sei. wenn auch die Möglichkeit dazu besteht. Das Flugzeug könne ebensogut bei der Ballongruppe oder sonstwo auf dem Eise ntebergegonge n fein. Jedenfalls habe die Besatzung ber „Latham" Waffen und genug Munition bei sich, um durch Erlegung von Eisbären ihr Leben mehrere Monate lang zu fristen. JrlMjof Nansen glaubt an den lod Amundsevs. Oslo. 18. Aug (WTB Funkspruch.) In einem Interview mit einem Vertreter der Zeitung „Tidens legn" sagte Fridtjof Nansen, die Möglichkeiten, daß Amundstn am Leben geblieben sei, seien sehr gering. Nach feiner eigenen Meinung fei Amundstn nicht mehr am Leben. ISTodesopfer eines Wirbelsturms inAlflier. Paris, 18. Aug (WTB Funkspruch.) Die au» Algier gemeldet wird, ist in der Gegend von Djaelli ein heftiger Wirbelsturm dtrtinge- brodjtn. der großen Schaden angerichtet hat. Nach dem „Petit Parisitn" beträgt die Zahl ber bei dem Unwetter um» Leben gekommenen Personen 15. Ein mit 7 Mann besetzte» Boot ist un weit de» Hofen» von Bougit gekentert. Nur irnri Mann der Besatzung konnten gerettet werben. Frauen al» Frieben»richtre. Diesächsifche Regierung hat eine neue Rrie- denrrichterotrordnuna erlassen. Danach können auch Frauen zum Amt« eines Friedensrichters berufen werden. Da» Berliner Jugendamt erbt eine halb« Million Mark. Der in Nassau Country bei Rcuyork kürzlich in hohem Alter verstorbene Deutschamerikaner Hermann Rausch hinterließ, wie der ^Lok.-Lnz." berietet, dem Berliner Jugendamt ein Fünftel feine» rund 600000 Dollar betragenden Vermögens. Es ist onzunehmen, daß da» Testament von den Hinterbliebenen angefochten wird. lyphnsfällc in der Potsdamer Gegend. Jßie aus Berlin gemeldet wird, sind In den letzten Tagen in Potsdam und Umgebung meh. rere Typhusfälle festgestellt worden Die Zahl der Erkrankten ist nach den letzten Ermittlungen auf achtzehn gestiegen. Die neuen Fälle wurden in C a p u t h bei Potsdam sestgestellr Dieser Ort Ist auch, wie die (Ermittelungen ergeben haben, der Herd der Typhusfälle. Dort hat ein Händler Milch verkauft, in der Tpphusbazillen enthalten waren. Die Nachforschungen nach der Quelle ber Erkrankungen erstrecken sich gegenwärtig auf die Frage, auf welchem Wege und Booher der betreffenbe Kaufmann bie verseuchte Milch erhalten bat. Sämtliche Erkrankungen sinb leichterer Art, so daß bei keinem der Patienten ßebenegefnbr besteht. Der Flieger Marien» in Köln. Der Pilot Arthur Martens ist auf fernem Europa- und Werbeflug am Freitag 13.45 Uhr, von Hannover kommend, auf dem Kölner Flugplatz einytroffen. Er wird heute den Flug nach Paris fortsetzen. Aufklärung umfangreicher Eiscnbahndledstshl«. Aus Bochum wird gemeldet: Bei einer von Kriminalbeamten durchgeführtenHaussuchung bei einer Familie, deren Söhne im Verdacht standen. an einem E i n b ru ch di «b st a h l in Herrw- beteiligt gewesen zu sein, wurde umfangtei» cheS DiebeSgut, inibeforfber« Lebens- und Denuhmittsl, Lackfarben. Turnhosen. Dadeanzüae. Anzug- und Äle-iberftoffe. zutage gefördert Di« crngestellten Ermittlungen über die Herkunft bet Ware haben ergeben, occh das Gut aus E i s e w- bahnoieb stählen herrührt. Richt u?eiliger alS 34 Eisenbahnberaubungen finden hierdurch ihre Aufklärung. Drei der an den Dieb- stählen Beteiligten sind bereits verhaftet. Die Diebe beraubten seit längerer Zeit auf offener Strecke stillende Güterzüge. 37 Gehöfte niedergebrannt. Aus K a 11 o to i t) wird (ymulbct 3n einem Dorfe bei Bitgoraj bracy. wahrend bee Einwohner fick in der Kirche befanden, ein Brand aus, dem bie halb« Ortschaft zum Opfer fiel. 3 7 Gehöfte sind niedergebrann tt ein sechsjähriger Junge kam in den Flammen um. Da- Feuer ist durch spielende Kinder verursacht worden. Zusammenstoß cnglijchrr Militärflugzeug«. Bei einem Zusammenstoß von zwei Militär-Flugzeugen bet Diaby (Grafschaft Lincoln) wurden, einer Londoner Meldung zufolge. zwei Flieger getötet und einer «rnstkich verletzt. Jfinf lot« bei einem Bcrgrocrftnnglüif. Aus Moskau wird gemeldet: In einem Bergwerk inGorlowkc> im Donezgebiei ft ü r z t« « i n Schacht «In. Fünf Arbeiter kamen dabei ums Leden. Oie Wetterlage. 45 rreltag, 17. August 1928,7*aDds. H T- W Wyeo ------- -•-w 4—3 r - 3^=^ ©vcflrtmox ® eenr» O"••• < Te»eer<|g« in. p-< «."--en tt'Mtt« Otm en ««remtvte- Xk ; a vuorftu&tafle. DaS skandinavische Tief hat sich abgeflacht, ein kleiner Wirbel liegt noch über Dänemark. Unsre Gebiet liegt heute Im Bereich de- Hochdruckgebietes. da- vorübergehend unser Wetter beherrschen wird. Dom atlantischen Cxean her bringt jedoch ein neuer Zyklon vor Heber den westlichen Teil der britischen Inseln und Frankreich hat schon erheblicher Barometerfall eirr- gesetzt. Späterhin wird sich auch bei unÄ fein Einfluß geltend machen. Temperaturen werden dann wieder zum Steigen gebracht. Dorausfage für Sonntag: Teil-heiter, teils wolkig. Temperaturen etwas ansteigend, meist trocken. Vvrau-sage für Montag: Bewöltungs^ zuna-me, weitere Erwärmung und Riederichlag-- netgung. Lufttcmveraturcn am 17. August: mittag» 17,7 Grab Celsius, abends 13 Drob Celsius: am 18. August morgen» 12,8 Grob Celsius. Maximum 18,4 Grad Celsius, Minimum 7 Grab Celsius. — Crdtemperu- turen In 10 Zentimeter Tiefe am 17 August: abends 18^ Grab Celsius: am 18. August: morgen» 14,2 Grob Celsius — Rieberjchioq 0,1 Millimeter. — Sonnenscheindauer 8 Stunden. Ul 1 WfiftinfiwfmL wiiffliH’i । nui mw MfiBA [ HUR MAR} ClGADCTTt N I Ijr Herren. Jx als BcLcrrScLci 15 M 20 n* MU«, 15 bi» 20. Ot-mal 30 bi» 35. NdmischkrPl 12 bis 15. grüne 3*wn 25 bis 30. gc'.bc Wen 30 dis 35. 'Jntx-r-W- rabt 10 bM 12. »rbkn 30 dis 50. OXtftoemüte 15. Tomaten 30 bi» 50 ^«Mn 17 M» 20. 2tbaherber 15 dis 20. Piche 40. ÄattofteUi fl bt» 7. frnibäptel jo bis 40. Falläpfel 10 dis 15. Dirnen 20 bi» 40. Ätd^en 40 bis 50. Pflaumen 20 bi» 25. Mirabellen 45 bi» 50. Himbeeren TO. Pfldichr 60 bi» SO. Honig 45 bis 50 hm« Hähne 100 b - 120. Vur-vrnhühner 100 bis 1-0 Vfennig ba» Pfund. Ääfc (10 ^tü'Ffunft bet i au» 9i|e» UK-iiutT M«n Ma r an Öen JUdN vcrhchU. DU ü auf offener Dr lbamt -7* Mnb k u. 35 ft Ra* einem zweiten oder dritten Mann zu einem Doppellvppspielchen um. das seinetwegen d. daß er nicht stempeln' zu gehen braucht Aber diekes Nichtstun wird auf die Dauer langwellig. und ko baut man sich, se nach Heran» lagung. eine Neschäftioung zurecht. Veranlagung und Ve'chäk^gung find grtmbverschieden. letztere ist Geschmackfache. Da ist Aunächst der Naucher. der, nachdem ei sich verstaut, zur Zigarren- ober Algareltenlafdbe greift, oder fein ..Klobchen" instand fetzt und dann drauf los ..paafF. — Os folgt der Politiker, der fein Oelbblalt hervorholt oder kauft und Im Geiste unsere Wirtschaft unb bie JJn- unb Auslandpolitik um modelt. — Dann kommt der Mann, dem es bie 32 Kartenblätter angetan haßen: er fleht fich sehnsüchtig nach I Das Straßenemeuemngsprogramm Wügtichkeit gegeben fern, eine weitere Anzahl chauss jeder Straßen mit teer ähnlichen Belägen au versehen, um babui...... ollbung In diesen 3m oongeu utatsahre war e» der Ltadtverwal- hing leider nicht nuglixb gewesen, für die E r • Neuerung unb fortlaufenbe Unterhaltung unserer Straßen auch nur da» Notwendigste zu tun. stärkster Geldmangel infolge der damaligen rterhaltmste auf dem «nleihemartte brachte jedes Dollen der verwaUung zum Schei- lern. iLsfreuiich.rwe'ie ift die Sachlage im gegenwärtigen iFfaiiührt etwa» günstiger aeworden, wenn auch noch immer viele» fehlt aut Befriedigung aller berechtigten Inforbrrungen. Wenigsten» kann setzt wieder den dringendsten Straßenerneuerungen Rechnung getragen werden. Im Lause der letzten TÜochen unb Monate wurden nun, wa» schon lange fällig war, bie Noon - st raße, Bergstraße, schott st raße und stirch st ratze in annehmbarer Weise hergerichtet. Die Sürgerftna« wurden zeitgemäß befestigt. 3#- mentptotten traten an die Stelle der früheren Kies- ausschüttung, und auch die llahrdahnen erfuhren eine recht befriedigende verdciserung. Besonder» die Kirchstraße, die bereit» Im Jahre 1913 zur Jleube- frftigung vorgesehen war, bann aber doch nicht be- rücksichtigt werden konnte unb seitdem sehr übel aussah, macht setzt einen sehr guten Eindruck, da sie in der Fahrbahn mit einer zeitgemäßen Asphalt- decke versehen mürbe unb der Bürgersteig ein au» schmalen Ziegelsteinen bestehende» gute» Bslaster erhielt Die Anwohner der genannten Straßen werden diese Verbesierungen sicherlich angenehm empfinden. Neben diesen größten drneuerungsarbelttn wurden In einer ganzen fsteihe weiterer Straßen mehr oder minder umfangreiche Reparaturen an den Bürgersteigen unb Fahrbahnen ausgeführt, eine Arbeit, bie auch in der nächsten 3eit noch in anderen Straßen Ihre Fortsetzung finden wirb. Gegenwärtig Nnb m der Marklftraße um- fanareiche 8rnübrer>cheln er wünscht, jedoch nicht erforderlich. Feste- tocbalt und Sveien. Schr. Eil-Angebote mit GehaitSansvr. unter 7492D an den Gießener Anzeiger. Bedeßew. Arbeitslose zum Berkaus von Futtermittel gesucht. Provision wird sofort auogezablt. Cff. Düsseldorf, Post- fchlieitfach .~>66t4Tlss 3-3imm.-rooän. und Küche nebst Zu- behör. mit elekir. Vv gegen gleiche zu tauschen gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 05951 a. d.Giest. An». $ür das Bureau einer hiesigen Fabrik wird für sofort , ab 1. 9. 28 im Hanfe Lüdanlaac 13 zu vermieten. Näheres wegen Besichtigung 11. Etage. Preisangebote an Landcskirchcnamt Darmstadt, 'Wald- strade 40. (74090 Gießen, den 17. August 1928. 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Won- ndtUiLDotiuie- nlh autb.’föw iuUin m\Ut Nee i innigem atm ü.^dtitamliebit. m Laube auf ent t. Lerhäliu. jn ch,. fletoaiiC'lrau tlgtu »tu. Vtmt nntn »u lernen. mflgetaSuidir.tn ilb nni. MD fi t 11 erb. Rrminla. tgrroinbten erw. erichwiegtnbtll eniache. 190er UtotiHtMUi» scheint bemno®”. italeber wollen ibre Mill! unb die der lbnenbefann-tn ^glaienib-s^ irigrn n nn ! " ®1C”tn«frtie FrE Ä, . Diensiü^' ,eB\L Prai»' “SÄ-?- "SZ An^ÄkieN tzr. !0tÄ llhe- Aide- Ur. 194 Zweite; Blaff Ciehener AnzeigerfGenerai-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 18. August (928 Volifik ober TMosigkeit? Don Or. Paul Rohrback. S, gibt nn große« cnalikbce Blatt. Mlcn -Stimmt WM bann zitieren läßt, wenn rt sich darum handelt, einen Beweis für da» Hpr» handenkm eine» ..belferen'* Onglanb z» liefern. D es Blatt ist bet Manchester ® u a r- bi an“, bat einjiflc Organ innerhalb der n'd)t- hauptstäot'fchen Piefse in England. das 1td) in Bedeutung mH den Landen, r Blättern mellen tonn. Der „Duarban ist liberal Sogar während des Äncge» hielt er sich verhältniSmähig besonnen und war beinahe die einzige Zeitung im ganzen alliierten Lager, bic nichl der Hafz- bropoganda restlos erlag. Ällerdtng» - wenn man fragt ab die non ihm nertretene Dent* nd)tunq auf die vraftilche Politik Englands jemals von 8 i n f 1 u fi gewesen ist. so kann darauf im Grunde nur mit nein geantwortet werden. Das ..beHetc" England ist da, aber es hat in der Politik nichts zu sagen. So stellt jetzt her Guard^ni" die Frage, ob es lich bei den plötzlich ingesagten Gemeinschaft-- n, anövern der englischen und französischen Sefatzungstruppen ‘im Bheinlande um eine bloße Taktlosigkeit militärischer Kommandostellen handle, oder um eme Tatsache von polit ischer Bedeutung. 3n dieser Fragestellung liegt natur- lich schon die Verurteilung, und insofern tönnen wir auch jetzt wieder den . Guardian" als Zeugen dafür nnlupren, daß es in England Leute gibt, die sich eine Rechenschaft von der Wlrkmig dieser üblen Provokation auf das deutsche Gefühl ablegen ,öir fürchten aber, dost e» sich in der Tat um Politik handelt, tum mindesten um die Benutzung der militärischen Befehlsgewalt zu poli« trfchen 3ir>et hatten. Dicfer gebeugte hagere Mann vor ' er nul ^STt Etüden, flackernden Augen, die dem i glicht einen dumpfen, welken Ton gaben, ■ritte afterbicnftc nta) dem feindlichen England kommandiert worden war. m einem wi.tzigen Segelboote die bri- tt'che ©bcrrlmic an der englischen Ostküste burch- n.cht die vernünftige Ucberlegung, die der .Manchester Guardtan" über die Frage ..Polnik oder Taktlof-.gkeif anftdlt, ist es an die toir uns diesmal in der Praris zu halten haben. Ltlmmen w.e der „Guardian" lind m England im Prinzip lehr nützlich für die Zulunft. nämlich um lich auf sie dafür zu berufen, dast es immer ein ..bessere»- England gegeben habe (beim Tuten» frieg war es ebenso, beim Opiumlricg ebenfalls, und bei der Ausbeulung Indien- ist es noch heute so), u ib chr ..moralischer" Austen ist um Io gröber, als d e englische Politik gar nicht nach ihnen zu handeln brauchl Sie tut das auch jetzt nichi. viekmehr unterstützt !ie die Heraueford.'- rung, d.e der ..Minister für Dersödnung". Herr B t i a n d. Deuttchland gerade m dem Augenblick zugehen lähr, wo man den deutsthen Äe.chs- auhenminiftcT zur Unterzeichnung des Ke.Iogg- Patts nach Paris einlabet. Es ist möglich, dah 5>crr Briand für seine Person es lieber anders sähe. Dann lind eben diejenigen Stellen, die aut dem Rücken Deutschland» eine französis ch'englische Berbrüderungs- Dir können uns schwer vorstellev. wie Dr. Slre'e- mann es fertigbringen frJie. dielen Alt. der überhaupt noch n.e norgrtommen ist. feit fran- zösifche und englische Truppen miteinander im Rheinland stehen, zu ignorieren. Ignorieren aber mühte er ihn. wenn er zur Unterzeichnung nach Par.S ginge unb durch seine Teilnahme mH dazu beitrüge, bai franzö'ische Prestige von neuem zu erhöhen. Darauf käme die Sache -luch dann hmaus. wenn das unterzeichnete Dokument nicht tn Paris, sondern in Amerika hinterlegt werden sollte. Was bei der Sache beabsichtigt tst. scheint nach alledem einfach. Entweder steckt man in Deutschland die Herausforderung ein, dast Franzosen und Engländer zur Berl.nnbildltchung des Geistes von Locarno gcmemah?.4) den deurfchen Boden al» Mavoveige.ände benuticn und schicht trotz- dem den Letter der auswärtigen Politik nach Por-:s - oder man tut es nicht. Dr. Strvkmann bleibt z u Hauke, und dann hat Deut'chland den Beweis für mangeln be moralische Abrüstung" gelie'ert, nach dem feder französtschc Militarist sich fo sehr lehnt, wetl er dann n.cht aus dem Rhem'.and hinauszugehen braucht' Im übrigen ist bemerkenswert wie geschickt man w.eder m Paris auf bte öffentliche Met- nung in den übrigen Ländern, namentlich in Amerika. Rücksicht zu nehmen versteht. Das Bestehen auf der Oüie Lieferung der deutschen Angeklagten an dte französische Mtlttäriusttz hatte einen zu 'ch.echten Eindruck gemacht. Darum hat man in dielem Fall nachgeg.den^ hätten wtr die ministerielle Teilnahme an der Unterschrift aus lvich einem Grunde verweigert, ko wäre die Sympathie der Weit überwiegend auf linieret Seite cortoefen In der Manöverfrage stehl es anders. S:e edabe gelernt, hast fich trotz aller äuhcreit Schwierigkeiten die Deutschen srüher oder später überall durchsetzen. dank ihrer Zähigkeit im Anfang, ihre« Fleistcs und ihrer 3ntollig?ni. Hier liegt kein Grund zum Bedrücktlrin, eher ein Anlast zu frohem Stolz. Was ist es sonst, was vorzieden iastt, hier brausten unter den Paraguayern zu bleiben, statt bei den Lands'euttn einzukehren? Se'en w>r aufrichtig! Es ist einfach auf die Dauer für den Unbeteiligten nicht zu ertragen, wie fich die Deutschen untereinander verhalten. Man ist verzweifelt, die ewigen Verdächligungen, daS Ehrabschneiden, den Klatsch, den Zank, den Reid und den Hast der nächsten Vachbarn mitaruu- sehen, den Streit in den Vereinen und zwischen den Vereinen. Schliestlich - - wir find nur Menschen und man lästt diese Dinge gelten! Aber wenn sich Glied zu Glied zu einer ununterbrochenen Kette gleicher Art fügt, wenn aus der Ausnahme die Regel wird, und man nach einer fo langen mühevollen Rcise nicht in der Lage ist, auch nur eine deutsche Kolonie mit Hamen zu nennen, wo leidlicher Friede herrscht, so möchte man in der Tat nichts mehr hören und sehen. Wie oft verliest ich irgendeine deutsche Kolonie mit dem Gefühl: Jetzt hast du überhaupt jeden Wertmaststab verloren, jeglichen Anrechte- auf Menschenkenntnis bist du ledig geworden, hast überhaupt keinen Voden mehr unter den Füsten! Ucbcrall das gleiche Bild: Eine Familie, die dir anfangs ehrenwert erfchien. über fie erhieltst du schon bei der nächsten Mitteilungen Io bestimmter Art, dast deine Hochachtung schwinden mustte. Kamst du zur nächsten, wurde dir Har- gelegt, dast du soeben die scheinheiligsten Leute der Kolonie verlassen hast, beim nächsten wieder hörst du. es gäbe keinen gröberen Lumpen alben, von Dem du kommst. 3st eS ein Wunder, dast du dich nach und nach vor jeder deutschen Kolonie fürchtest? Immer wieder dasselbe Lied: brach. WaS war aus dem schneidigen, übermütigen Manne geworden? Wir plauderten von vergangenen Tagen und von gemeinsamen Freunden. Da fragte ich unvermittelt nach einem Kameraden Joachim«, der ebenfalls der deutschen Spionageorganisation in England angehört hatte und, wie mir bekannt, mit Joachim eng befreundet gewesen war. Der Blick meines Gegenüber- wurde beinahe furchtsam, und er sagte leise: .Willy ist tot! Erschaffen im Feindesland zum Wohle de« Vaterlandes!" Vatürlich war ich auf nähere Einzelheiten gespannt unb Joachim begann .Aufrichtig gestanden, bin ich froh mit jemanden. her mich .früher" kannte, darüber sprechen zu können. Da» erleichtert. Die Gedanken, die man schweigend hinunterschluckt,. sind nur all- geeignet, das innere Gleichgewicht zu zerren. Erinnerst du dich noch dem Hamen nach an die ruslische Spionin Sonja Fedorvwna. die seinerzeit der deuckchen Staatspolizei tm eft- preustischen Festungsgebiet so viel zu schassen machte? 3a? Hun diese Fedorowna sollte Willys Schicksal werden! Es war im Sommer 1916. 3n einem fashio- nablcn englischen Seebad trieb sich eine elegante Russin herum, von welcher unter Ehcs erfuhr, dast he in vertraulicher Million nach England geschickt worden war. Willy und ich bekamen den Austrag, da» Treiben der Russin zu erforschen und ipr Woher zu erkunden. Wir deschlo'- feu. getrennt zu operieren, da wir uns davon höheren Erfolg versprachen und weniger auf- fielen. Hun. wir hatten beide Glück. 3d) machte die Bekanntschaft der Russin bei einem Wohl- tätigkeit-fest, unb als ich von ihr halb daraus zum T« geladen wurde, stellte sie mir einen Freund ihres HaufeS, Mister Frcdenk Hanlen. einen Dänifdxm Maler vor. E« war — Willy! 3n der Folge glaubte ich zu bemerken, hast sich die beiden nicht gleichgültig blieben. Die Russin war eine grazile, raffige Schönheit und Willy jung und lebenshungrig. Wir machten zu drin kleine Ausslügo mit, luftigen Picknicks und nahmen auch das Souper beinahe regelmäßig zusammen. Die Korrespondenz mit unserem Lhef hielt ich aufrecht, konnte aber vorderhand noch keine positiven Resultate berichten. Da kam eines Tages cm Ehisfrebrief. der den Auftrag enthielt, eine gute Photographie der Russin frenuftcllen und sofort dem Lhef zu übermitteln. 3ch sprach mit Willy darüber und wir einigten uns. schon am kommenden Tage die Ausnahme gelegentlich eines Ausfluges zu machen, da die Russin kurz darauf verreisen toollt?. Um sie nicht misttrauisch zu machen, mustte fich Willy mit ihr abnehmen taffen, um. wie ich sagte, eine Erinnerung an beide zu haben. Alles ging scheinbar glatt von- statten. 3ch stellte den 'Verschluh de» Apparates aus .Moment" und visierte vorher mit der Matt- scheide. Da bat mich Willy einen Augenblick um den Apparat, um sich, wie er sagte, die Blld- schärse zu besehen. Al« ich den Apparat wieder zur Hand nahm und knipsen wollte, sah ich anfällig aus den Verfchlust und mußte zu meinem mafjlofen Erstaunen konstatieren, dast er auf .Zeit" stand. Hjemand anders als Willy konnte diele verräterische Manipulation vorgenommen haben. 3ch stellte wieder auf .Moment', rief die Russin an, damit sie mir da« Gesicht zukehrte. und knipste. Willy hatte, al6 ich die Frau anriet mit ihr weilergescherzt, so daß sie sich bewegen und lachen mußte. Kein Zweifel, mein Freund wollte durch diese Praktiken eine scharfe Aufnahme unmöglich machen ES sollte noch ärger kommen. Ich war fo unvorfichtig. ihn beim Entwickeln der Platte anwesend fein zu lasten. Al« er lah. daß das Bild gelungen war, liest er die Platte aut die Steinfliehen de« Badezimmer- fallen, natürlich ging he m taufend Trümmer Hun fagic ich ihm. so schwer e« mir sieh auf den Kopf zu. bah er ein schurkischer Verräter an der Sache des Vaterlandes fei und gehängt gehöre. Da fah er mich eine kurze Weile mit leinen guten, klugen Augen an und bann tagte er; .Iochol, hast bu schon einmal geliebt?" Mein Gegenüber, der ehemalige Premierleut- nant Joachim R.. wischte den glänzenden Schweiß von seiner blaffen Stirn, bann sprang er plötzlich auf ein anderes Thema über und sagte gleichgültig: .Hun, und wie ich heimkehrte in das arme, geknechtete Deutschland, verschafsre mir ein Freund diese Stelle hier als SrnpiangSbeamter: da ich ja einige Sprachen beherrsche, hat man mich nach einigem Zögern genommen!" .Und Willy?" srug ich unvermittelt. .Willy? Ach ja, Willy! Der arme Junge ruht unter englischem Rasen, unb wollte man ihm eine Grabinschrift widmen, so müßte man in den Stein meißeln: .Erschossen im Zweikamps zum Wohle des Vaterlandes von feinem Freunde Joachim von R." Hart, unerbittlich hart ist das Schickfal von Menlöhen und Völkern. Oer größte Zirkus der Welt. Der größte Zirkus der Welt befindet fich selbstverständlich in den Vereinigten Staaten und gehört den Hachfolgern B a r n u m s, den Brüdern Hingling. Der Direktor diese« Reseiizirku«, Georg Hingling, weilt zur Zeit in Kopenhagen, wo er dem Mitarbeiter einer führenden dänckchen Zeitung einige MUteilungen über fein gigantisches Unternebtr.cn gemacht hat. .Vor acht wahren," erzählte Direktor Hingling „haben wir den ZttckuS Barnum und Bailey übernommen. Unter ZirtuS besitzt 700 Pserde, 40 Eleianten unb eine große Monge anderer Tiere. Wir haben 1700 Angestellte: das Inventar umfaßt nicht nur Reise- wagen, sondern auch Eisenbahnwagen, die ltd) während unseres Aufenthaltes tn einer Stadt in beaueme Wohnungen verwandeln lassen. Der Zirkus spielt auf dem Land unb in einem Zelt, in dem 15000 Zuschauer Platz haben, und in dem drei Manegen und vier Bühnen untergebradn sind. Es wird gleichzeitig auf sämtlichen Buhnen unb Manegen gefpieit, wobei jebe Hummer von einer Bühne auf die andere wandert und un Laufe des Abends also dreimal auf den Rund- plätzen und viermal auf den Bühnen auf geführt wird. In Heuyork wird natürlich in einem richtigen Zirlu-gebäude gespielt. Die Spielzeit in den Vereinigten Staaten dauert lieben Monate, die nut zum Teil in Heuyork verbracht werden. Fünf Monate verbringt daS' ganze Personal am sonnigen Floridastrand, wo man sich ausruht und neue Hummern für die kommende Saison tin- studiert." Mister Hingling, der übrigen« der beste Freund des demokratischen PräsidentichastSkandi- daten Al Smith ist, stellte fest, daß der Welk- friea die Zirkusarbeit nicht gelähmt habe. Seine größte Attrattion ist zur Zeit ein 6ee-®Ie*(nü, bet 3,5 Tonnen wiegt. die aZaHonalfugenten zu entwickeln unb die Fehler unschädlich für die Sefamtnatüm )u machen, was darf man hier von einem Deutschen fordern. daS ohne jede heilsame Begrenzung in gänzlicher Freiheit lebt und sich unter ihrem Barmer zerfleischt? Wenn ich noch einmal die vielen Kolonien am Auge vorüberziehen lasse, die Stimmen der vielen au-landdeutschen Menschen noch einmal auf- schwirren und versuch«, daS Erlebte in einen Satz zu fassen, so scheue ich mich, ihn niederzuschreiben. Der Deutsche kam mir wie ein Tier vor. daS auS 'einem Käsig ausgebrochen war. Gewiß, ein sehr edleS Tier, aber ein Tier? Sine Erkenntnis langen Sehens und noch längeren Grübelns über das Gesehene, das Ergebnis eine- redlichen Willens, daS Gute §u sehen und einer dauernden Hoffnung: «S wird ja nicht überall so sein? Worte Die nicht Leichtfertigkeit, sondern Leid bedeuten. Wo der begrenzende Halt des deutschen Staates. Tradition, Sitte und Schranken der Gesellschaft fehlen, und fern dem Boden der Heimatkultur und Zivilisation, in der schrankenlosen Freiheit des Ich. da verliert der Deutsche an sittlicher Kraft, und wenn er Millionen Geldes sein eigen nennt, Handelshäuser und Fabriken, Dauernhöse und Viehweiden, reich an allen äußeren Gütern, er ist dennoch nicht imstande, dem AachkriegSdeutschtum ein Beispiel größeren AlltagsdeutschtumS zu geben. Es sei feine Anklage gegen di« Auslanddeutschen, vielmehr eine Klage, daß wir Deutschen verurteilt sind, aus unserer Enge heraus ohne Zusammenhang mit dem Wutterstaat« weltverstreut siedeln. um in schrankenloser Freiheit un terzu gehen . statt drüben in vergrößerter zu leben. Wer glaubt, wirtschaftlich schneller vorwärts kommen zu können, und die Boraussehungen mit- bringt, mag gettoft nach Südamerika gehen. Wer aber glaubt, sich aus der gesellschaftlichen und politischen Atmosphäre deS InlanddeutschtumS in eine bessere des AuSlanddeutschkums retten zu können, der bleibe daheim, «S wird ihm nicht möglich fein. Er wird womöglich bald fern von leinen Landsleuten unter den LandeSeinwohncrn sein Zelt aufschlagen ... vor den Toren einer deutschen Kolonie. Aus Der provinzialhaupistadt. Gießen, den 18. August 1923. Sonnenrose. Der Sommer wandte sich und ging. Er ging mit ftUIen, müden Schritten, wie ein Arbeitsmann, der non seinem Tagewerk heimkebrt, da» vom frühen Morgen an schwer und voller Mühe gewesen ist. Die Aehren standen in runden (Barben, und die Heide am Wegrande, über die sein Fuß strich, war ganz mit schwingenden Glocken behängt. Die läuteten für sich hin, wenn er sie rührte, und hatten (einen Arg, als wäre es der Mittagswind, der unter ihnen am Feldrain §ur Ruhe ging. lieber dorniger Hecke, aus der Schlehen wie blaue Steine glühten, flockten gelbe Hopfentrauben in lichten Wolken, wiegten sich um Bäume, die von Dolden rot und leuchtend waren, bunt und rot, als schienen warme Lichter in den Tag, um den in Tälern schon die Rebel spannen. Da nähme der Sommer Urlaub von den Blumen unb von der Heide, non Schlehen unb von bunten Früchten, die schwer und sonnenmüde geworden mären. Er sah von der Höhe her über da» Land, das in flammendem Golde lag und segnete es mit der Fülle aller Gnade und Schönheit, die ihm gegeben war. • Die Felder sahen ihn, die in blauen Schleiern lagen; er trug einen grünen Mantel unb auf dem bräunlichen Haupt eine Krone, hell und mächtig wie von Sonnenglanz. Die Blumen sahen ihn und neigten ihre Kelche, die blassen Winden und die Glocken, in denen in den Nächten goldene Käfer wohnen. Er trug einen grünen Mantel und eine Sonnen- frone, uno er mar sehr schön in jenen Tagen, als er von feinen Höhen stieg. rb. 3um Schuhe der Pflegekinder. WGR. Es ist schon oft die Frage aufgeworfen toorben, ob gegen Pflegeeltern, die ihrer ' Verpflichtung, den Beauftragten deS 3 u» genoamtS jederzeit Zutritt zu ihrer Wohnung und zu dem Kinde zu gewähren und über alle daS Pflegekind betreffenden Angelegenheiten wahrheitsgemäß Auskunft zu erteilen, nicht nach- Verhängnisse. Vornan von Lieelbet Dill. Copyright by Martin Feuchlwanger, Halle (Saale). 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ruhe, nur Ruhe", halte der Arzt gesagt, ehe er ging. Die Fensterläden wurden im Schlafzimmer der alten Dame geschlossen. Die junge Frau besorgte alles geräuschlos unb blieb um sie, aber immer roleber kam die Frage vom Bett aus: „Wo nur Charles bleibt?" „Er kommt sicher bald, Mama. Ich hab« Emeste nach bem Kirchhof geschickt." „Wohin halt du ihn geschickt?" „An die Ecke, wo der Wagen hält. Charles sagte gestern, ich sollte dort hinkommen." „Weshalb solltest du benn dort hinkommen, Odette?" „Ich weiß es nicht mehr. Er wollte gleich etwa» wissen." „Ach so, ob sein Freund gekommen wäre?" „Ja, ich glaube, darum war es." Odette ließ die Stores herab. Dann ging sie hinunter in bk Küche. Die alle Artemis war am Herbe beschäftigt mit ihren Kaffe- rollen. E» waren Gäste angekommen mit bem Mittagzuge. Sie muhte bas Esten bereiten. Ein Reifender kam unb verlangte ein Zimmer. Da Madame nicht zugegen war. muhte Obelle ihm bas Zimmer zeigen im ersten Stock. Es kamen nur noch selten Gäste, die über Nacht blieben im Lion d'or", und es war Odette nicht angenehm, die Wittin zu spklen. Bisher hatte bas ihre Schwiegermutter getan. Der kleine Herr trug einen tarierten Sportanzug und Gamaschen unb roch wie ein Camembert; feine kleine Reisetasche schien wenig Wäsche zu enthalten. Er blieb brei Tage; er hatte hier Geschäfte. Sie muhte sich beeilen, bas Bett frisch zu beziehen, benn unten hörte man sckwn Geschirr Harpern, das Mäbchen deckte den Tisch, im Hofe fuhren zwei Gespanne ein, Bauern, die hier einstellten. Es war beute Wochenmarkt. Während Odett« bas Gastzimmer fertigmachte in ihrer raschen, geschickten, lautlosen Att. hielt sie immer wieder inne, um auf Geräusche zu lauschen Menvachung des Verkehrs mit Kraftfahrzeugen. Maßnahmen gegen unnötigen Lärm. Die Hessisch« amtlich« Prestestell« in Darmstadt teilt mit: 3n letzter Zeit mehren sich wieder die Klagen über rücksichtslose Mißachtung der Dor- schriften über den Kraftfahrzeug- Verkehr. Bor allem wird über unnötige Der- urkachung von Lärm, Bauch und üb'.cm Geruch bei Motorrädern sowie über unnötige Anwendung der Hupe, besonders zur Aach.zeit geklagt Um den Kraftfahrern selbst Hnannehnstichkettcn zu ersparen, sei auf die folgenden Ausführungen yrngewiesen, die sich ebensowohl auf die Kraftwagen wie namentlich auch auf die Motorräder beziehen: Jede B elästigung von Personen und Gefährdung von Fuhrwerken durch Geräusch, Aauch, Dampf oder üblen Geruch ist schlechthin verboten, da sie nach dem jetzigen Stand der Technik vermeidbar ist. Unter daS Verbot fällt zum Beispiel die Unsitte mancher Führer, bei stehendem Fahrzeug durch wieder- ho^es, plötzliches Gasgeoen den Motor „zum Aasen" zu bringen. Auch AuSpufsklappen sind gänzlich verboten, nicht nur wie früher daS Oesfnen der Klappen in Ortschaften. Werden söiche Auspuff klappen festgestellt oder ist die schrllldämpfende Vorrichtung sonstwie untoirlfam gemacht, so ist in jedem Falle Strafanzeige zu erwarten, ebenso wenn der Lärm durch unsachgemäß« Bedienung der Maschine verursacht wird. Bei der Verurteilung kann auch auf Beschlagnahme des Fahrzeuges erkannt werden. Unabhängig von der Strafanzeige können die Polizeibehörden nach § 35 der Kraftsahrzeug-Verlehrs-Derordnung jederzeit auf Kosten deS Eigentümers ein Kraftfahrzeug auf feinen ordnungsmäßigen Zustand untersuchen lassen. Kraftfahrzeughalter, deren Fahrzeuge sch durch übermäßige Geräusch-, Aauch- oder Ge- ruchentwickiung oder durch vorschriftswidrige Signatlinstrumente bemerkbar machen, fDirnen poili- zerlich zur Hntetfucbimg deS Fahrzeugs durch Sachverständige vorgeladen werden. Es kann daraufhin, unabhängig von der etwaigen Bestrafung, der Betrieb biS zur Beseitigung der Mang« untersagt werden. Heber das Abgeben von Warnungszeichen sagen die gesetzlichen Bestimmungen insbesondere felgendes: Mchr'.onige Hupen müssen gleichzeitig in einem harmonischen Akkord an- Ringen. Sir sind nur vorschriftsmäßig, wenn ein Rarer, von Nebengeräuschen freier Ton erzeugt wird. Klaxonc Tinl> verboten, Aur außerhalb geschlossener Ortsteile ist auch eine Pfei'e (Zwit- scherpfeste) zuläfsig. 'Die Warnung« eichen dürfen nur dort abgegeben werden, wo es die Sicherheit des Verkehrs erfordert. Hnnöttges langgezogcnes Hupen ist strafbar. Dir Warnungszeichen muffen kurz sein, in Klangfarbe und Klangstärke müssen sie so beschaffen fein, daß im Gefahrbereich befindliche Personen gewarnt, im weiteren Hm- frei® befindliche Personen aber nicht belästigt werden. Verboten ist insbesondere auch die Benutzung von Signalinstrumenten zur Abgabe von anderen als WamungSzeichen, so zum Beispiel zur Abgabe von Aufzeichen. Ganz besonders müssen auch Daragenbetriebe und Reparaturwerkstätten, in denen ohnehin unvermeidlicher Lärm unb Geruch entsteht, auf die Vermeidung jeder unnötigen Belästigung der Hingebung strengstens achten. Die Polizeibehörden sind neuerdings angewiesen worden, der Hebet* wachung des Krastsahrzeugverkehrs ihr« besondere AufmerRamkeit zu widmen und gegebenenfalls mit Strafanzeigen vorzugehen. Es wäre im Interesse einer durchgreifenden Besserung der Verhältnisse sehr zu wünschen, daß auch d a S Publikum die Polizei durch Anzeigen und Feststellung der Hummern von Motorrädern unb sonstigen Kraftfahrzeugen unterstützt, deren Inhaber eine Belehrung nötig haben. au au Jagdhütte entschädigt und ein ausgezeichnetes Diner genossen. Der Koch folgte in einem zweiten Wagen mit den leeren Flaschen unb den Kochtöpfen. Sie fuhren noch eine Weile im Walde, bis man den Kirchhof auftauchen sah, über dessen hohe Mauern man die vielen in der Sonne schillernden, graublauen Perlkränz« hängen sah, einige Marmorkreuze ragten unter mageren Zypressen, die noch schwer vorn Regen der Nacht waren, über den Mauerrand. An der Ecke stand ein Mann, der beim Heran- nahen des toagens die Sappe zog. Charles, der seine Frau erwartet hatte, bekam einen heftigen Schrecken, als er den Kutscher erblickte. Sollte etwa mit Odette ...? Er rief in feiner lebhaften Art schon von roeitem: „Was ist los.? Erneste, weshalb bist du gekommen, und wo ist mein« Frau?" Unb der Mann an der Kirchhofsmauer rief, beide Hände an den Mund haltend, zurück: „Madame Dann legte es sich wie ein Schleier über ihr Gesicht, und ihre Augen bekamen den Ausdruck einer Somnambulen, die mechanisch etwas tut, von bem sie nichts weiß ... Es regnete nicht mehr, ein frischer Wind strich über die Ebene kühl und feucht, der Staub war meggewilcht, die Blätter der Buchen leuchteten, und die Wiesen mit bem gemähten Grase schimmerten frisch und bunt. Ein offener Wagen kam am Waldrande entlang gefahren, mit zwei Füchsen bespannt, ein bäuer- sicher Kutscher saß auf dem Bock, daneben Charles mit Rucksack und Jagdflinte. In dem Wagen selbst faßen drei Herren im Iagdanzug. Quer durch den Wald lief ein breiter Fußpfad, auf dem ein großer, schlanker Herr schritt, ohne auf den Wagen zu achten. Der Waaen hielt, und Charles winkte dem Herrn, der langsam und zögernd näherkam. „Rein, das ist ja famos, du bist schon hier, Rens?" tief er und schwenkte feinen grünen Hut. „Wann bist du denn gekommen? Und warum hast du dich denn nicht angemeldet?" „Ich bin eben gekommen", sagte der (fapitaine, der im Reiseanzug war. „Ich habe mich in Chate- aubun aufgehalten wegen eines Pferdekaufs und wollte nicht auf den Schnellzug warten, fo bin ich den Weg zu Fuß gegangen." „Steig auf, ich bin froh, daß du da bist", fügte Charles. „Wir haben den ganzen Abend auf dich gewartet." Er stellt« den Iagdfreunden feinen Freund vor: „(Tapitaine Dupont." Man schüttelte sich die Hand, unb Dupon öffnete den Schlag. „Wir rücken zusammen, komm nur heraus." Unb Dupon schwang sich in den Wagen zwischen die dicken Herten unb Iagdgeräte. Cs war ein schlanker, sehniger Mann im selben Alter wie Charles, aber in seinem eleganten, hellen, flotten Reiseanzug, dem kurz gestutzten Bärtchen wirkte er viel tugendsicher. Er war nicht hübsch. Ein scharf- geschnittenes Profil mit dunkelgrauen Augen, von einem Ausdruck, der intelligent, energisch und dabei liebenswürdig war. Und gleich war das Gespräch im Gange. Die Herren etzähtten von der verregneten Jagd. Tas schwere Gewitter geltem hatte das Wild verscheucht. Sie hatten sich dafür in der sei und sie Ruhe haben muffe ... Es fei viel zu tun heute, da Marti fei. Und die junge Frau habe ihn deshalb hergefchickt. ..Es ist gut", sagt« Charles, besten Gesicht fahl geworden war. Er ahnte, daß sich hinter biefem verworrenen Bericht etwas sehr Ernstes verbarg. Er verabschiedete sich von den Herren und nahm seinen Rucksack mit den Rebhühnern, die er auf dem Heimwege geschosten hatte. Auch der Capsiaine sprang auf. Dann fuhr der Wagen weiter aus der Landstraße und entfernte sich von der Stadt, während bie beiden Herren, gefolgt von dem alten Kutscher, den Feldweg nach der otabt zu einschlugen. .Die leid mir das tut, daß ich gerade dazwischen schneie", begann Dupon. ..Aber ich konnte ja nicht ahnen, daß deine Mutter krank ist." ..Es ist auch ganz plötzlich gekommen", sagte Charles. ..vielmehr, mir wstsen es schon lange, bah sie schwer herzleidend ist. Aber sie läßt «ich ja nichts sagen. Sie muß immer herumlaufen in dem großen Hause; treppauf, treppab, geht das den hat mich hergefchickt. Ihre Mutter ist krank ..." Charles erblaßte ... Mit einem Satz, noch ehe der WaMu hielt, war er abgesprungen. Der Kutscher berichtete: „Das Gewitter gestern nacht muß ihr zugesetzt haben. Wir fanden sie heute morgen f dem Boden. Dir bekamen erst die Tür nicht if ..." Und er erzählte, daß der Arzt dagewesen gekommen, die Strafbestimmung deS § 30 Absatz 1 des Acichs-Iugendwohlfahrisge eieZ Anwendung findet. Die Verpflichtung der Pf lege - e l t c r n. den Iugendamtsbeauftragten jederzeit Zutritt in die Wohnung zu gestatten. wahrheitsgemäß Auskunft zu erteilen und das Kind regelmäßig vorzustellen. dient dem Zwecke, die laufende Aussicht der Jugendämter zu ermöglichen, die ohne diese Verpflichtung der Pslegeeltern unausführbar wäre, und gehört daher zu den auf Grund von § 24 .Absatz 2 RIWG. zu erlaßenden Vorschriften. Allerdings wäre es, so führt der preußische Minister für Volkswohlfahrt in einem Aunderlaß aus, auf Grund von 8 22 AIWG. rechtlich möglich, eine Verletzung dieser Verpflichtungen der P,legeeltern zu einer Voraussetzung für die Entziehung der Erlaubnis zum Halten eines Pflegekindes — nicht dagegen ihre Innehaltung au einer Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis --zu machen und die Verletzung dieser Verpflichtung dadurch unter die Strasvorfchrift des § 30 Absatz 1 AIWG. zu stellen. Eine solche Aegelung würde jedoch Praktisch zu Ergebnissen führen, die dem Sinne deS Gesetzes zuwiderlaufen. DaS Jugendamt soll durch die von ihm ausgeübte Pflege- kindsraufsicht in ein Vertrauensverhältnis zu den Pflegekindern treten. Würde man ihm das Aecht geben, in jedem Falle einer nicht regelmäßigen Vorstellung deS Kindes eine Strafanzeige zu erstatten, so Würben die Aufsichtsbefugnisse des Jugendamtes einen polizeilichen Charakter erhalten, den sie nach der Absicht des Gesches nicht haben sollen. Solcher Aechte bedarf das Jugendamt auch nicht. Es genügt, daß daS Jugendamt bei anhaltender Weigerung der Pslegceltern, sich den Anordnungen de« Jugendamtes zu unterwerfen, die Erlaubnis zum Halten des Pflegekindes widerrufen kann. Weiter ist die Frage ausgeworfen worden, ob gegen eine uneheliche Mutter, di« sich weigert, ihr Kind inderMutterberatungs- stunde vorzustellen, strafrechtlich vorgegangen werden kann. Diese Frage ist zu verneinen. Ein uneheliches Kind, das sich bei der Mutter befindet, ist kein Pflegekind im Sinne des § 19 AIWG. Das Kind untersteht zwar der Aussicht des Jugendamtes nach § 24 Absatz 1 AIWG.. die Bestimmungen der §§ 22 und 30 Absatz 1 AIWG. finden aber auf die uneheliche Mutter keine Anwendung; ihre Bestrafung au« § 30 Absatz 1 AIWG. kann nicht in Frage kommen. Gegen eine uneheliche Mutter, die sich hartnäckig ihren aus dem Aufsichtsrecht des Jugendamts entstehenden Verpflichtungen entzieht und dadurch den vom Gesetz gewollten Schutz ihre« Kindes unmöglich macht, kann das Jugendamt nur durch einen Antrag auf Entziehung des SorgerechtS beim Vormundschastsgericht vorgehen. Für einen Strafantrag würde eS an der rechtlichen Unterlage fehlen. Bornotizerr. — Tageskalender für SamStag. Kavallerieverein. 8* l/i Hhr. Mitgliederversammlung. —- Geflügel- und Vogelzuchtverein: Mo- natsversammlung, 8,30 Hhr, Hessischer Hof. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: Frühreif« Jugend. — Astoria-Lichtspiele: Tom Mix. — Tageskalend«r für Sonntag. Gießener Ruderklub .Hassta": 3.30 Hhr. Drohe« Wassersportfest an der Lahn. — Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein Gießen: 8. Wanderung. Abfahrt 6.36 Hhr nach Aiederscheld. — Lichtspielhaus wie Samstag. — Oberhessische Diehoersicherungs- 21 nstalt. Am Sonntag, 26. August, findet im Cafä Leib eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. Näheres in der heutigen Anzeige. ** Städteachter Gieß en Wetzlar. Zu dem am 2 September stattfindenden Städte- achter-Wetttalmpf um den von den Städten Gießen und Wetzlar getrifteten Ehrenpreis, der in Gießen auf der Lahn zum dritten Male zum Austrag kommt, haben sich von den Vereinen des Deutschen RuderverbandeS^der beiden Städte der Wetzlarer Ruderklub 1880 e. V.. Wetzlar, und der Verein Rudersport Gießen 1913 und akad. Ruderabteilung e. V., Gießen, gemeldet. Die Startverlosung hatte folgendes Ergebnis: 1. Wetzlarer Ruderklub 1880 e. V.. 2. Verein Rudersport Gießen 1913. Die Leitung der Veranstaltung liegt diesmal tn den Händen des Vereins Rudersport Gießen 1913. Beginn der Hühnerjagd. Das Hess, pnnenm triften um hat den Aufgang der Hühnerjagd für das ganze Gebiet des Volksstaates Hefen auf Montag. 27. August, festgesetzt. Wegen der Hegezeit Mr Fasanen verbleibt es bei ben bisherigen Bestimmungen, d. h. die Jagd auf Fasanen beginnt danach erst am Montag. 16. September Dagegen Hut der Minister den Ab'chuh von Auer- und Birkhennen aus Hegeri - schen Gründen bis auf weitere« verboten. * Gesetzliche Gesellenprüfung Dl« Anmeldungen zur gesetzlichen Gesellenprüfung im bevorstehenden Herbst müssen am 23. bzw 24. August im GewcrbehauS erfolgen. Interessenten mögen die heutige Anzeige beachten. e* N ru e Wohnungsbauten. Die »au- aenosienschaft der Kriegsbeschädigten errichtet in der Fricbensstraße (am Kugelberg' zwei Häuserblocks mit je Arnolf Wohnungen. Die Neubauten sind bi« tum ersten Stockwerk gediehen. Al« Baumaterial werden diesmal statt Tuffsteine Ziegelsteine verwendet. Hierdurch wird die Stabilität der Bauten erhöht. Man rechnet damit, daß die neuen Häuser Anfang nächsten Jahres bezogen werden können ee Staottheater ® i« ße-n*.. Aus bem ötabttfcaterbureaM toirb uns geschrieben: Am D.enstag. 21. August, finbet bas letzte Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Gr«ven- berg. Ehrenmitglied des Meininger Landes- theaters. statt. Di« Künstlerin wird als Madame Rosal.« in ..Der 13. Stuhl". Kriminalstück von Bayard V « i l l e r . gastieren. •• Dir Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 1 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. • AuS bem Gießener StandeSamts- r cgi ft er. Es verstürben in der Zett vom 1. bis 15. August: 1. Aug. Dr. Hermann Alker. Augenarzt. 74 Jahre alt. Ludanlag« 3; Theodor Schlitt, ohne Beruf. 80 Jahre alt. Licher Straße 74. 4. Aug.: Emma Marr. geb. Lotz. 55 Jahre alt, Seitersweg 34. 9. Aua . Margarete Herarnee. geb. Weller, Witwe. 81 Jahr« alt, Henfeistraß« 10. 12. Aug.: Marie Kllngelmrinr, Büglerin, 55 Iahe« alt. Sandgaff« 33. • • Seinen 75. Geburtstag kann am 21. August unser Mitbürger Salomon Ganß, Bleichstraße 26 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische begehen. * • Aorbo st-Verein Der Vorstand des BezirlSvereins „Aordost" hielt am Donnerstag unter dem Vorsitz des Stadtv. Echwieder eine wichtige Sitzung ab, in der — wi« man uns berichtet — weitgehende Entschlüsse im 3ni«rrife des seither stark vernachlässigten Stadtteils gefaßt wurden. Die Beschwerden und Wiinsch« sollen schnellstens an maßgebender Stette vorgebracht und die baldmöglichst« Deseittgung her bestehenden Mißstände gefordert werden. "Eine Geschichte de« Ins.-Rest S.3S0 soll im Lause diese« Jahres im Druck erscheinen. Zu Destelluiigen auf das Werk wird im heutigen Anzeigenteil auf gefordert. * Berichtigu ng. Im S. Abschnitt des Artikel« „Ratschläge zur Pilzernte" — „Gießener Anzeiger" vom Donnerstag — muß es unter II. In der vor- letzten Zeile heißen: „Äartoffelbooift {Scleroderm« vulgaris)" anstatt „Äartoffelbofift (Scherodernur vulgaris)". — Ferner im 7. Abschnitt, 13.—14. Zelle: „Der hohe Wasser- und Eiweißgehalt der Pilze" anstatt „der Pilz". Oberheffen. Landkreis ttictzen. ID Collar, 17. Aug. Am kommenden Sonntag, 10. August, kann der Altoeteran Friedrich H e i • bertshausen im Kreise seiner Kinder und Enkel den Tag feines 8 2. Geburtstage« feiern. ch Aus der Rabenau, 17. Äug. In biefem Jahre ist infolge ber anhaltenden Trockenheit di« Frucht rasch zur Reif« gelangt, so daß jetzt in unserer Gegend nur nach Hafer und Weizen geschnitten werden. Roggen und Gerste sind in unserem Bezirk ziemlich überall unter Dach. Auf den Dorfangern sieht man die Dreschmaschinen in Tätigtest, um besonders die Ernte der Reineren Landwirte zum Ausdrusch zu bringen. Körner - undStrohertrag befriedigen allgemein. Vereinzelt nieder gegangene Gewitterregen ermöglichen unseren Landwirten sofortiges Sturzen der Stoppettelber, so daß man ‘beute schon recht gut aufgelaufene Erbsen- faat. die zur Grünfütterung sehr willkommen sein wird, sehen kann. Rur ganz vereinzelten ganzen Tag. Und bie drückende Hitze gestern. Da« (Bernitter." Die Felder lagen nach wie vor verwüstet da; die Wege waren ausgeweicht; sie traten in breite Pfützen. Oben am Walde, an Dem man noch den Wagen entlangfahren sah, stand ein weißes Hab« mit einem Turm und einer Terrasse, über die wilder Wein schwer herabhing. „Da oben", jagte der Kutscher, „ist heute nacht auch etwas passiert . i." Charles, der mit seinen Gedanken bei seiner kranken Mutter war, gab keine Antwort. Rur der (Eapitaine fragte: „So, was ist denn dort passiert?" „Madame Longcville Ist ermordet worden." „Wie?" fuhren beide auf, „die Katzenmutter?" „Ja, die Katzenmutter ... Man Hal sie erwürgt in ihrem Bett gefunden, ohne daß etwa« gestohlen wurde ... alles ist noch da, sagen sie ... Die Polizei ist seit heute morgen dort." „Donnerwetter", sagte Chatte« zerstreut. Zu einer anderen Zeit hätte ihn bk« Ereignis vielleicht tiefer berührt, benn es war bie Erbtante feiner Frau, unb das Gelb konnte man zu diesen Zeiten immer gebrauchen. Sie hatten zwar nie mit dieser Erb- fchast gerechnet. Odette pflegte zu sagen: ..Wenn mein« Dante einmal stirbt, ist sicher mit bem Testament etwas nicht in Ordnung, und wir gehen leer aus." Die Alte war sehr launisch und machte jede« Jahr ein neues Testament. Einmal hatte sie Ihr ganzem Vermögen einem Hundeasyl verschrieben, bann hatte sie da« wieder ungültig gemacht unb Odette sollte alles bekommen; bann erinnerte sie sich eine» Reffen in Algier und teilte das Vermögen in mehrere Teile. Charles hatte sich nie um sie gekümmert und sie seit Jahren nicht mehr gesehen. Ihr Tob berührte ihn kaum. Aber der (Eapitaine nahm das Gespräch lebhaft auf: ..Erzählen Sic doch einmal, wie war e» benn? So etwaö passiert doch hierzulande nicht oft. Merkwürdig! Unb nicht« mitgenommen hat der Kett?" .Man weih noch nicht, wer es war", jagte ber alte Kutscher, den Irgend etwas zu bedrücken schien, was er nicht auszusprechen wagte „Madam« Gon- tarb ist noch gestern abend dort gewesen und hat nicht« davon gemerkt", setzte er hinzu. (Fortsetzung folgt.) füttert K ,ys -«L s-r.'en 5^ Tcrb-n ube hing arten, ffc-n U»c> wn gelben ä Zus »tl reib' ringebroffit. ter schneist Kit nicht r SS tige Artei stigen Crsa die Lanble^ gunfl zu I tüten ist in ^unqSt'crfd trockenen D im Scmn neuerdings schon nicht pflan-en fli heben mir n lmgplage bei den I'tgcn i näfcrrtn M treten auch t’f M Irodmc öcbririr bin Mmtei qcte Nute unti bie terbürgen, ta Schleuder in n*\'< rt werden lann jähren wirk da die Dien begriffen ift. sind in wer werden hon ’Jfunb Leb Fettschweine !el anbauei ungünstigen 0 5rir» toaste an l Obfibau ui ^ulehrgo baubtamkn wann rt • beamte unb suS fand in bt< Lehrgai tourten bor Dr -eß I unb Schäden katbhing gej ta frans'Ö1 ffleryung ur ■eiserner Ai eitern tot Xentftb Arbeit« Soticnbet ®tltb?toertel< wt« b:e Lei! in harten! unb tonal ;n ta 2nha I" in bi« 1 Xteuß ter r ”n, fltoben, «“Malt tot*« btt mil M i*r c 6« J,09 Wrurnn wird Dl l5®emarl ^Trslao ^Zirtscha 2. 21 y on x?®ar,t n 1 .M w*. «uff H 7^1 .«X 1 «Uid„ Ä "AÄ :1 b-I 5J-> M'L ; finmiMiSdoX ^orgigea 5^ otanSeieMti, Licher etraZTn ß< 55 3a^ alt, '«gatt» Anaw" Wrtn,55 3«it **tag fann n salomon Kant örprrlichtr „nd |* ■nia9b. Sang iflta » V* Oagb * : Mote«. ÄS lortanb M cü am Domwdtaa ibn. efoitfitr n - ID" man um Mk m 3nltrHI< len StaNteiU at> >en und Tunf^t tnbtr 6t* Mr* te 'Itfatiyiig bn itti werden im Druck mchmn :rf wird im heutig« Abschnitt ix» Betitel# „Tikbknu Bnjeijn* unter II. In her wr- elbovist (Sdtrodermi Ibosist (Sdierokmr •IW, 18.-14 vifafbalt brr ;n. t^t«. lommtnhn Lonntag, leran Friedrich Jetliner Kinder und Snket titaae, feiern , 17. Hug. 3n bidff" altcnten Trockenheit eise gelangt. Io M ur mÄ Hä^runb Aoggrn imb wner mlicb üfcraHvntr cht man Mr Mfr »sonders die Ausdrusch zu bnn« ertrag beirre* lt nievergegangt« mieten Landwirt« Meld«. M* lehr tmllloOTfl ^ganz «ttWel» ^Ke erstem. I« «e Ddr ornoüM >>: I; sie innen i» and em smj*’j, I lenaste, über die « - «frr, .W l«1' : ’agen I1* • • * eign'- MW» rbtantc feWr jmmfr b-C|mi^&r tf ^r KL oin^^ »«l * Sfr’*1- •emarfun^cn ift es be<<6iebrn. fron Futteren angel verschont au sein Weiß ift man beim zwntm Rotk ««schnitt halb am *t«. ein Rachwuchs ift infeige bet Trockenheit nicht m-glich gewesen Vas^lbe ift auch bei Diesen in trocken gelegenen ®m ;i_ben ter Fall. Feuchte ober gar naflc Dieltngrände veilen mitunter saftigen Gras- tr j ch# auf. ber In bi ei em 3 aber etei(t grün gefüttert werden wird. Die Obstaussichten find gering, ganz selten sieht man c nen Baum her einige Jettet trägt THnwv und Zwetsche» werden Vofievtüich, wenn ftc^nicht wett unierfallcn. einen a.rtngcn Sri atz kif.cn Ten Imkern sind die letzten trockenen Dochen noch 1
c Aeoen'ä'tc bescr Woche haben nun bie obere Bodenschicht soweit durchleuchtet bah bte,?n. aegx-n Schädlinge des Obstbaus musterhaft gepflegten Lehrgarten unb eine Dein- Probe der m.t verschiedenen Gdelhefen vergorenen BpfelmoAc in den AeHertien der Bnstalk Den Dank der T nehmer 'prach Heer Reich von Ober-Romstadt aus. Mrcte Büdingen. Schze11. 17. Bugutz Der dieswöchige Schweinemarkt hotte einen Bustred von 216 IunaNeren zu verzeichnen. Im Hinblick auf die nicht pefand^r' gut ausfallende Spätkarkofsel- rmtc mann Ihc Prrife weiterhin rückgängig, 'o dast 6 brs 7 Wochen alte Ferkel IC b>- 14 Mk. je Zij-f kosteten. 7 bto S Wochen alt? kamen cuf 13 bis 16 2EL. ältere Iungt ere kosteten bis zu 22 *3HL Qtnigc Rachfrage herrscht? nach Springm unb Stnleaeschwei-.c.r. b c je nach Rlter unb Stärke mit 30 bis 45 Mk. bezahlt wurden. Bei der Lokalschau des hiefigen Fiegen- zuchtocrons. dc ansch.ie'end statifand und Sie mit einer Prämierung verbunden war. wurde vorzügliches 3x4)hnalma! ausgezeichnet. Bei der *33erf cigerann ton ^uchttteren wurden nur wenige Berkaufe gelingt Die Knappheit b*r Geün'uiter- miticl wirtte hemmend Hier verblieb Uei-erstand. während ber Schweinemarkt geräumt wurde Die Getreideernte ist h er so ziemlich unter Dach. Die Dreschmaschine ift bereits in Tätigkeit Der Äurncrcrtrag befriebigtfebr. Tc- sonbcrS bet Bld angebaute Weizen gilt gut. Der Regen zu Anfang dieser Woche Ui den Hackfrüchten sehr zugute gekommen Guten Stand zeigen auch bie immer mehr angebauten Zuckerrüben. Die Preis? Kir Frühkartoffeln die hier viel eingebaut werden, find von 5,50 über 5 Mk. auf 4^0 Mk. zurückgegangen. Miete Sd,otten. V Gedern. 17. Bug. Unter reger Beteiligung ber Schulen ber Gemeinden Gedern Ober-, Wittel- unb Hieberfeemen. Bolkartshain Hart« mannshain. Herchenhain Sichenhausen, .^aulstost. Burkhards. Steinberg. Glashütten und Oberlais sanden hier bie ReichSiugcnbwett- kämpfe der Schulfugend innerhalb des Bezirks Gedern statt Die Leitimg lag m den Händen des stellv Obmanns Lehrer Häusel- Gedern. Die Bedingungen zur Grreichung eines Preises waren für unsere SchulverhättniNe auf dem Lande auherordentlich hoch Lehrer S t r ö s s i n - g e r (Oberlaiei zeigte in feiner feNelnden Rede, wie auch ber Geist eines Iahn. dessen 150 ®c- burtSlast vor ein tarn Tagen gefeiert wurde, in ber heutigen Reichs Verfassung lebendig ist. Die Wettkämpfe brachten folgende Resultate. 1. Gruppe: Wilhelm Schneidmüller -Gedern 68 Punkte. Heinrich Ru11mann - Gedern 66. Willi Bäck- Oberlais 62. Fritz Böck- Oberlais 62. Wilhelm Bei ne mgr-OberlaiS 60. Kart Reinemer Glashütten 60. Heinrich K n b st - Stonberg 56. Karl Läufer- Glashütten 55. Hans Appel- Oberseemen 55. Vorstufe Ludwig Haas- Sichenhausen 53. Fritz Rüb-Gedern 47. Otto Ziesing -Gedern 46. Konr. S ch ucha r d- Gedern 45. Wilhelm Kneip- Oberfeemcn 44. Richard Brüning- Gedern 43. KreiSschulrat Kinke l-Schotten sprach sämtlichen Turnern seine Anerkennung über die schönen Leistungen aus. Zwei ISjäbdge Iungeti fanden ihren Spast daran, einem dreijährigen Mädchen die Aase mit einem Höllen st einstist zu bestreichen. Sie brachten dem Kinde recht schmerzhaste A e 0 - wunden bei. Mrcie Alsfeld. -er. Hom berg a. d. Ohm. 17. Aug Am 5km- nerstagnachmittag wurden die sterblichen Heber» refte des In unserer Stadt seit 26 Iahren an» fälligen Arztes 5>r. Gustav Luft auf dem Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Für die Sanitätskolonne. an der der Verstorbene mit ganzem Herzen binar legte Lehrer Aliendörfer einen prächtigen Kranz nieder. Die Giestener Sanitätskolonne — der Verstorben« war ein Sohn Giesen» — erwies dem Verstorbenen durch ihren Kolonnenführer Kratz b:c letzte Ehre Die Schulvorstände der Gemeinden Dannenrod. Homberg. Rieder- und Ober-Ofleiden liehen durch Lehrer Allendörfer einen Kranz senden. AamenS der Stadt legte Bürgermeister Sch weiter einen Kranz nieder. 5>tr Verstorbene erfreute sich nicht nur bei der Ortseinwvhnerfchaft. sondern auch säst im ganzen Ohmtale allgemeiner Beliebtheit * Merlau. 16 Aug. Am vorigen Sonntag sand in unterer Gemeinde die Feier der Wiederherstellung und Wiederetnwei- b u n g unserer Kirche unter Teilnahme der gaiizen Gemeinde und der zur Pfarrei TNerlau gehörenden Bewohner statt. Bl» Vertreter der obersten Kircheiibehörde war Superintendent Oberkirchenrat Wagner aus Diesten erschienen, als Vertreter des 5kkanats Grünberg war Dekan Schmidt aus Grunderg zugegen. Per n ft - gotlesdienft begann morgen# um 10 Ubr Aach Gesang unb Altordienst folgte die Predigt des Orksgeistlichen. Pfarrer Lic. Dr Stumps, der dabei cuf 5ic Bedeutung der Feier huiwtes. ®r dankte allen, die an der Wiederherstellung mitgewirkt und welche die Mittel zur e.usfüh- ning gegeben haben, sowie dem Aünftlcr. der das Gotteshaus so schön geschmückt ha- Dans aber vor allem bem Vater aller Güte, der zum Wollen auch bte Kratt zum Vollbringen gab Der Redner wies hin auf die Geich,chic des Gotteshaus«», auf da» darin befindliche alte chr- würd-ge. grobe Kruzisir mit der lebenogrosten Ngur des gekreuzigten Heilande», al» ein teuere» Dermächttii» unterer Väter Aach dem Gelang der Gemeinde folgte die Ansprache des Superintendenten Oberbrchenrats Wagner. Als Vertreter der obersten Kirchenbehörde brachte er der Gemeinde seinen Grust und Segenswün'che dar. Möchte diele» Gotteshau» sein eine Statte der Erbauung de» Trost«» und der Zullucht und möchte di« Gemeind« allezeit mütxnrficn dah diciem schönen Gotteckhaule auch der Ichbnstc Schmuck nicht fehle nämlich gläubige unb an- dächtige Besucher, welche allezeit Htzrrr und Täter des Wone» Gotte» lind Im A a ch m i t - tagsgvtte»d'.enst sprach Dekan Schmidt als Vertreter des Dekanats Grünberg Alle kirchlichen Beranstaltungen unsere Gottes dienst« und unsere kirchlichen Gebäude sollen dazu dienen, dost die gante Menschheit zutanimongeschlollen und aufgebaut werde zu einem grosten Aienlch- heitsdome. in welchem jeder Mensch einen lebendigen Baustein auf dem Grunde darstellen soll, den Iesus Lhristus mit seinem ÖTKmqeltum uni geschenkt hat Pfarrer Rcufch. Aiedev-Ohmen. überbracht« al» Pfarrer ber Aachbargemcinde Areder-Ohnmn Grust und Gegeneirninsche. Die Feier wurde verschönert durch L'.edervorträg« der beiden Männergesang verein« .Lunger kränz", unter Leitung de» Lehrers D ö n g e » . und .Eintracht". unter Leitung de» Iunglehrers Schneider. durch die Lieder der vereinigten Ober- ftaffen der Schulen zu Merlau und ilenfungen, sowie de» Ingendverein» unter Leitung von Lehrer Fischer. Flensungen Sehr gut gefielen auch die von Pfarrer Lic. Dr Stumpf zu Merian komponierten Lieder .Herz, last dein Sorgen sein" und .Heimweh". welche iich durch sehr ichöne Melodie, feinen Tonsatz und beste Klangwirkung auSzeichnen. Sämtlich« Lieder wurden von Nm Gelang vereinen Schülern und Iu- gendverein vortrefflich vorgetragen und zeugten sowohl von dem Fleihe und der Hingabe der Lehrer und Dirigenten, al» auch der Sänger und Schüler. Die Diederhcrstelluna unterer Kirche ist so au6geÄeid>nct erfolgt, dah sie ,etzt zu den schönsten Donkiecheii in Oberhessen gehört Die Malerei und Dekorationen mürben von Kirchenmaler Kienzle. Darmstadt, auägefubrt. der sich auch tner wieder al» Meister der Kirchen- maierei zeigte. Die von ihm gemalten groben Wanddilber .Ieiu», der Kindersreund" und .Heilung d«S Dichlbrüchigen" sind eine Zierde unsere» Sötte»(h:ufc6. Die gan^e Auofnhrnng de» Inneren der Kirche, die prächtige Farben- tmrfurxg, sowie der Oelamteinbrud gereichen dem Künstler und seiner Kunst zur höchsten Ehre Amtsgericht Gießen. e Giehen. 14. Aug. Din Schrankenwärter au» der ilmgegenb hatte m ber Wirtschaft den ein» tretenben Du r g« rmei st« r und ein De- meinderatSmitglieb Richt ^nutzer gereiften und die Amtsstube bc» Bürgermeisters als Öpirav» ftubc bezeichnet. Der Angeklagte wurde wegen Beamtenbeleidigung zu ctocr Geldstrafe von 50 Mark und zu den Äoftcn de» Verfahrens verurteilt. 5>en beiden Beleidigten wurde au herbem bie Befugnis zug«sprvck»en. ben maftgebenöen Teil de» Urteil» auf Kosten be» Angeklagten eine Woche lang an ber Gemeindetasel au»hängen zu lassen * Sieben, 17. Aug. 5Xc Be amten de» städtischen Arbeit»amte» wurden in letzter Zeit von Unterstühungsempsängem unb deren Angehörigen fortgesetzt beleidigt. Als eine Arbeiterehesrau. die wegen Bemntenbeleidigung bereit» vorbestraft war. einen Beamten be» Ar- bertsamts bdeibigle, stellte ber Oberbürgermeister als vorgefetzte Behörde Straf antrag 3n dem heutigeii Verhanblungstcnnin nahm die Angeklagte die belcib-.genben AeuheruTtgen mit dem Ausdruck de» Bedauern» zurück unb übernahm sämtlich« bi»her entfianbe.ien Kokten des Verfahren» Auch erklärte sich die Angeklagte damit eintxnftanben. dah ihre beuhge drflärung auf dem Wohlfahrt»amt unb auf dem Stadthau» drei Tage lang au»gehängt wird. Die Staat»- anwaltfchcift stellte hierauf eine eventuelle Ginstellung be» Verfahren» in Aussicht. Tpielplan ber pF ro uff artet Theater. Opernhaus co-intag. Ift. August. 1930 ?3 2215 Ubc Gavallerna ruhicana. bierau1 Der S.uazzo Montag 20 . 183? bi» 22 llhr. T,ef- lanb Dienstag. 21 . 1930 Ns nach 22.30 llhr. Hantm. Mittwoch 22.. 18 30 bU nach 22 llhr Der Troubadour Donnerstag 23. 18.30 bis l^gen 22 llhr Der Protagonist bicraui Der 3ar ;jftt '.ch pboioarapb.crrn Freitag. 24, 19 30 bi# 22.30 llhr 2P:cncr B'.ui. Samstag. 25. 18.30 bi# rach 22 llhr Turanbor. Sonntag. 26. 1930 bi» nach 22.3? llhr Der Ziaeunervaron. Montag. 27.. 19.30 bis gegen 22 11 br Tosco Aus dem Amtsve^fündtguugsblatt. Das Amtsvertundigungsblatt "r. 60 vom 17. August enthält Gesuch des Wilhelm Becker IV. zu Tori» (icfic Xachrichkn. Eoaugrlisch- Gemeinden. Sonntag, 19. Äuguft 11 Sonntag nach Innttetik StabtMrd-.e. h 11 br: Warrer Beckern vhrdtcnirbre für die '.sttukonfirmiertcn aus« der Marttnacineir.de: 9.30: Miffionar 6d)lnubroff; 11 Ümderkirchc für die MaUhaui»aemeindt. Missionar schlaudrass — Jo- honaeskirche. 8: Pfarrer tzu»seld lldrisienlebre für die Aeukonsirmierten au» btr C»ohannc»flfincinbf; 930: Pfarrer Bechtolsheim,,, feierliche Eröffn,ing de» Aonfirmandenunterricht» für die Luka«>griiu ind». 11 ftinbrrfird), für die Luko-gemeind,^ Pfarrer Bechtolsheimer, 8: Bibeldelprechung im ^nhanne»- laal. Pfarrer Uuefelh. — Kapelle Alten Fttetz- hof». 9 30: Pfarrer Äusfeld. Cbriflfnlrbr, »ur die Aeukonfirmierten au# ber Uutbfrgrmnnbf. 11: ftln- derkirche. Pfarrer iklusfeld — ClHabrth-ülrinffntrr- fchuie zWetzlarer Weg». 9.45 PfarrVerwalter Dotzert. — Wlefrd. 9 30 10.45 (lbriftenlehre — fliltn* Bufrd. 10; 1. — fllrch1 rrg. In Kirchberg. 11 Ohrv stenlehre für die weibliche konfirmierte 3ug,nb; 130: Lollar. -- ftausen^varbenteich. 10: Haufen, Ubriftrn. lehre. 11.45. Äordcnteich. 2. Waldfest an her Billa Sommer; Dortrao der Missionarin Antoni, Stauer "der Indien. — IPatjrnbom-Steinberg. 10. feierliche Eröffnung des Konfirmondenunterricht» lSchuierchor, Opfer für die kirchliche Jugendpflege». 11 zshristen- lehre — Cid). 9 30 iStlfispforrrr Lic. Tchorlrmmer. — Der Nochmittagsgottesdienst fällt au». s'atholifche Gemrlnden. 3omstog, den 18. Hugufl ®iefjrn. 4 30 unb 7 Uhr Beichte Sonntag, 19 'Jlufluft. 12. oonniag noch Pfingsten. Giehen 6.30 Uhr Beichte; 7 Messe. Änininunion der Jungfrauen und Hausangestellten, s üonimu- nion, 9: Hochamt mit Prcdigi; 11; Messe mit Predigt; 2: sakramentalischr Bruberschaftsonbach: .3: Jungfrauen Kongreg. tion. — (Brünberg. 930. Messe mit Predigt. — Hungen. K: Messe mit Predigt. — Caubad). 10: Messe nut Prediat. — Cich. in Hochamt mit Predigt. — Aibda. 830 Hochamt mit Predigt — S(holten. 1030: Hoch nnt mit Predigt Lonntansdienstd.Ber^te n. Elpotdeken am 19 R.°R Dr. Klewitz Dr. Steinreich. Beltkannpochckc. lladnarzt: Dr. Haubach *D ^4rmeiden Sie ungeeignete W aschmittel für Seide! Verwenden Sie tum Weichen zarter beiden- ■echen nur dir rein*.te und milderte Seife: nehmen Sie Lux Seifenflocken. Waschmittel, die tue die erneee Wische gut genug ein m«>K' n kennen oen Geweben und Parlx-n Ihrer empfindlichen Sechen schaden. Lux Seifenfloekendagegen «ind eo mild wie beste Toilette*eife : ihr reicher Schaum reinigt die eo leicht verdorbenen Stocke behutsam nnd gefahrlos. Kocuulrtxct Xl Pt*. Duppelpekei 90 H*. LUX SEI FEN FLOCKEN ■ „M’N LICHT“ MA5XUKIM ßlviliiiiekglliS'verslelgelW. Da» (Brumnicigra» non den fiskalischen Diesen wirb versteigert 75O6D 1. von Gemarkung wiefeck: Donnerstag, den 23. Äugust, 10 Ubr, m der Wirtschaik ^Zur Ludwigsburg- an der Strafte Wiefeck—Blten-Buseck. 2. von Gemarkung Glichen: an demselben läge, 14 Uhr. im Philo. sopdenwalb. 1 ooii Gemarkung Ullm-Bulrd: Freitag, ben 24. Äugusl, 9l< Uhr. in der Otto Radenauschen Dittsttzast zu Asten Buseck 4. von Gemarkuna Slaufcnbrrg-Daubrin- grn (Sorauoiefen mit 25 Losens an dcmjelden lagt, 12', Uhr, in der Dinschosi ^Zum blauen Hecht" in Daudringen. wirb bemerkt, daß oufeerbalb Hefen» •jobnenbf Steigerer auth nichtdessilche Jürgen zwecks Stundung der Sleiggelber be(bringen können. Erteilen zu 1 und 2 Herr irör- ’?r dntck zu Äöbgrn bei Gießen, zu 3 r«rr i K. Müller zu «Iten-Luseck, z- 4 ixrr Förster Braun zu Daudringen '«wie da, ttoriiamt ließen, ben 14 August 1928 -------^efsuche, tAorftarnt Gießen. vetanntinadfunq. 5etr.: Angela^mc Jnstavotrnre n'o6mr pon Installationen an rleftnidjen Seuunacn un Stabt- unb llcherlanbaebtet ist ferner zugelosfen: Öirmo Llsred ® unblad), Marburg an der Lahn. Haspelstraße 13. Bietzen, den 15. August 1925 Elektrizitätswerke unb Ucbcrlanbanlaac ber Stabt Gießen. Stolte. 7476V Bekanntmachung. 2n unser Handelsregister, Abteilung A, wurde am 14 'Juqi'it 192b bu Franke ft Co^ OptHar Wrrftdllen, Gießen, eingetragen Der persönlich haftende Ge- |eflfd)aftcr ©uftan Franke in Gießen ist durch lob ausgeschieben. Die von seinen ifrben unter sich gebildet« Adwicklungs- gesellschaft ist in die ölte Kommanditgesellschaft 3uriicnbe Sertdufer gewohnt. In Stadt und Land privatkund- ''Last zu besuchen. Angebot mit Lebenslauf, Lichtbild und Reierenzen il 7390V a. b. Geühäft»steile b. Gießener Anzeiger» Gröbere» BnugeichAtt »udit zur Instandhaltung »einer Baumaschinen. Motoren. Pumpen u#w. tüchtigen Ssäeri-Mtee? der in der Lage ist. alle vorkommenden Reparaturen selbständig auszuführen Schriftliche Angebote mit Unterlagen unt 7512D an den Giebener Anzeiger - Günstigste Verbienstmöglichkeit bietet Hamburaer .ycbnf noch mehreren, steinigen, zuverlässigen Vertretern durch den DerkLufanprlvale^rstNa'sig-.tägltch gebraucht. 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Sonntag, 19., und Montag, 20. August Es laden freundlichst ein die Gastwirte 3/15 P.S. allerbeste indanthrenfarbige Köperware in allen modernen Farben erstaunlich billig r r Große Flach- und Hindernisrennen Gießen Kaiserallee 6 Hertha Wmtzen Kurt Kinkel r r Rödgener Kirmes W.Wagner Hch.Balser Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgtll MM. OED 20. MI 1928, nachmittags 3 Uhr, versteigere ich in Ullendorf an der Lahn auf Rechnung Äad-.Honnes Sonder-Angebot: 1 Posten Lind.Waschsamt* Uprima Köper- 0 9[] wäre.. .p. m /jidU Singstunde Damen und Herren 74850 zllWWK«! Jeder Käufer ist von denen Ar- bHtsleistg.. auch i.d. sch vierte- stea BodenverbÄltniss„ elalaeh tberreseht. Wahl, auch Sic dah. künftighin nar noch lies. Pflog. Gesetzliche Gt im Herbst 1928 Montag, den 20. August 192s Meines •JuioDcrbinbunn au jeder Tageszeit ES labet freundlichst ein t^avl Sommevlad Gastwirtichqtt und Metzgerei MtzsUeMMkltzrlA Wie alljährlich, so findet auch diesmal wieder anlaß« sich des Kirchweihfestes im großen Saale der Turnhalle WH3IW an der Lumda zur Kirmes! am Sonntag, 19. u. Montag,20.August Für Speisen und Getränke ist best. gesorgt Gastwirt Anher Hühneraugen- fck Vertilger 7bts7cÄer“| wirksamstes Radikalmittel! mi2D| Krcu» Trogcrie Bnhnbosstrafie l»l. I N0RDDEUTSCHERLL0YDB2EMEN am 19. August uud am 20. August 1928 Tanz Zu der am Sonntag, dem 19. August, und Montag, dem 20. August, stattfindenden 81MK.MM Für 1005Rill« ab Köln (einschliefeltch Bahn, Dampfer, Hotels und Verpflegung) können Sie eine vierwöchige Vergnügungsreise nach AMERIKA und zurück machen mit gleichzeitiger Besichtigung von London und Paris WHITE STAR LINIE Gebt. Jallaaaa, Gießen, Bahnholstr. 85, Tel. 1542 und Hago Schneider, Badingen A. 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August 1926 Gederner Augustmarkt TicnStag, den 21. August I. findet der bte6iäbrifleAngu*t markt und »war Rindvtcd-, Schroeinc-und Zicgcnmarkt stau. — Der Austrieb beginnt um 8 Uhr und must um 9 Uhr beendet sein. Die Bedingungen sind wie bet den trüberen Markten. — Der Krämcrmarkt findet am Sonntag, dem 19. August u. Dienstag, dem 21. August tn seiner alt hergebrachten Weise statt, wozu die verehrL Einwohner von Gedern und Umgebung sreundlichst eingeladen werden. 7!mV Hessische Bürgermeisterei (fiebern. DnyttiMII findet der neue Patent- WMMq ^Sperrholz n 0 in Eiche. Gaboon u. Kiefer 3-25 mm *si° Bretter und Dielen aller Starken, schwedische und bäuerische Hobel- • £ •» breiter. Svalierlatten, Eichen- u. Z 0 »Z Huchen«Schnuiivaren iieiern in B”"äB allen Starken IutD jsjs Gagen Dörr & Go.. Giehea Telephon 149. Latten In aUea Stärken nronpl lieferbar Detektiv-Büro von Steinle Bad-Nauheim_____Karlstrafae 10_____Telephon 2305 Geheime Beobachtungen und Ermittlungen £. Beirats- sowie alle Arten andere Auskünfte t Ob perle frental» • SpmhMd lon Uhr » Fnglleh epoken CAN ADA Regelmäßige direkte Abfahrten nach HaliSax Suebec ontreal Nihere Auskunfi über Einreisebedingungen iz. Abfahrten erteilt Gleiten: Theodor Loos. Kirchenplatz 13 Wetzlar: Dornbusch A Binder, Lahnstrabe 12/14 Jür die mir aus Anlaß meines 2SsafiriqenOienstjubiläums erwiesenen Aufmerksamfeiten sage ich allen fiert- Uchen Dank. Frau Äergauer, Hebamme. Elroßen-Äusetk, 17. August 192* >49bD 4 6210 X Klein $ Äel wu. ' Wiche la$dm !tr Schreiotr, iagner oswj Nr 194 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesseist Samstag, 18. August 1928 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Passau, um fünf Uhr früh. Sin Reise-LniermeUo. Bon TR. Büttner vUn laum'dxr Fa-rpUmzufatt wckl ei. bah man auf bem CEoge zw.^chen gnxt Hauptstädten aus btm nächtlichen Schnellzug ou*flcte4>nct m brr fünften Morgenstunde rgendwo an ben Donau» ftranb ge'pült fcxcb Unausgeschlafen unb mth- mutig bet man sich unter und aus bem ®cpäd» netz )u'amm en gerafft unb gleich Darauf in einem mkf)*emen TPartdaal wiebergefunden. atne Xaffe Äaffee von echt hajuvat-.lcher Gröhe unb Kraft ft mmerh m geeignet. bit Lebe.»geister trieber zu wecke-. Man rr *1 aus bem Bahnhof unb erlebt bas unwahr!chemluhe Schauspiel einer Stadt tn leuchten bem Sonnenglanz ohne menschliche Leöewe^c Man schleicht fast auf Zehenspitzen um ja cht zu ft Ören, burch winklige Dassen unb erlebt e n neues TDunber: italrenischc Architektur überall, an ben Stnftem der meinen allen Häuschen die charakteristischen Hellen Umrahmungen. Schnell wirb man ganz munter vor llei^crra'chuna unb ^rcubv über maler.^che Durchblicke, prächtige Fassaden. wahre abelftr.ne alter Baukunst. Unb über allem liegen 2te j| unb Stimmung des Südens Man kommt burch duftende Anlagen, auf deren Blumenbeete der Tau der Rächt schimmert, und S erstaunt am Ufer eines breiten Stroms: un- rbtg br-ingen sich förmlich die grünlichen en bei Inn. Sine starke Brücke trägt uns b nüber. Auf ihr begegnen uns die ersten Arbeiter unb Bubiköpfe. Drüben in der Dorstadt steigt man langsam unb genieherisch unter blü- benben L'.nden unb zwischen würdigen Kleefeldern aufwärts Her oben auf der Höhe steht ein we schimmernder Klosterbau. der den frommen i Marians trägt. Don ben zierlichen lürmvn des WallsahrlSlirchleinS schwebt Morgen- glvckenklang ins Tal hinab, unb die Besucher der Frühmesse treten schon ben Heimweg an. Hann man sich trennen von diesem gesegneten Bergesbang? Da unten liegt herrlich gebreitet an sechs Ufern bit ehrwürdige R-delungenstadt an der Dren*' zwischen zwei deutschen Ländern, von drei Strömen umflossen, von grünen Hügeln ein- gerahmt Man sollte Schnellzüge nur noch um 4 Uhr früh verlassen unb fremde Städte nur in bet fünften Morgenstunde entdecken! Dun ,e <]i-n hier und da die ersten blauen Rauchfähnchen. bah bie Stadt da unten zu erwachen beginnt, bah der Morgenkaffee 'chon kocht. Da kommen aus den nahen Dörfern auch bie Milchwägtlchen gerollt unb streben stadteinwärts ben Bcrgweg hinunter Dur schwer entschlieht man sich ihnen zu folgen. Unten spenden dann die kunstvollen altertümlichen Bauwerke, der seltsam italienische Sharakter dieser Stadt, immer neue Augenweide. Da ist ein altersgrauer Dom, der sich stolz rühmen fann, die größte Orgel der Welt — 206 Register. 17 000 Pfeifen! — zu besitzen: In ihm erlebt man später, wie ein De- Witter aufwühlend, ein machtvolles Orgelkonzert, gleich Posaunenklängen des Jüngsten Gericht» Da schreitet man hx stiller Freude über einen der schönsten deutschen Städtewinkel, den Resl- denzplatz mit dem breiten Barock eines fürstlichen Bischvfs'ineS. der aufstrebenden Dotik des Doms und dem schönen Antlitz alter Patrizierhäuser. Weiter führt der Weg diirch diese» Stadtjuwel an einer alten Kirche vorüber, die drastisch zeigt, wie .Frömmigkeit sich tolerant mit Weltlichkeit zu paaren weih: Unter dem hohen Kirchenportal, zu bem eine Treppe hinaufführt, wohnt stillvergnügt als geistlicher Untermieter ein ..Bett- fedcrn^Soezialgefchäsr'. Run ist » nicht mehr weit zur köstlichen ..Orts» spitze", wie man hier eine fchmale. baumbestandene Landzunge nennt, die sich kühn in schimmenche Gewässer hinein reckt. Don links kommt ruhig unb dunkelgetönt die ehrsame Donau gezogen, von rechts hellgrün, jung und schäumend der schnelle Inn. der sich hier stürmisch der Donau vermähl! und jenseits aus dem Tal heraus kommt als Dritte im Bunde die stille Ilz. Wo drei Flüsse sich zugleich finden — das gibt » nut einmal, das kann nur in Passau sein? — Run noch schnell über die Donaubrücke, durch ein Felsentor. das xn waghalsiger Kurve die AutoS durchlärmen, abermals über eine Brücke, dann gemächl-ch bie buntblühenben Hänge bet n.ed- l-.chen Ilzstadt hinaus — unb vor den trunkenen Blicken breiiet sich da» unvergleichliche Panorama der Drc:flu"eftabt m.t ihren italienischen Dächern hren Türmen unb ihrem g.itzemden Wasserreichtum. ..Das bayerische Venedig"! Als man lchl.eh'rch w eder htnabsteigt. beginnt überall der Werktag, die ersten Gäben werden geöffnet, unb man kann — um der Welt draußen fein Morgeng.ück zu verkünden — endlich Ansichtskarten kaufen ... August-Wochen im südlichen Norwegen. Bon Märtin Waqenfchein. II. Der Fjord. Luirdal. das düstere. Ss ist gar fern Ort. Die Landungsbrücke, das Kauflädchen. ein paar Höfe im Hintergrund und dos kleine Hotel, dessen Wirt un» vom Schiff wie beftclllc Ware abholt Unb dem wir gleich wieder entlausen, denn der Dlclscher. in der Rähe wieder entschwunden, zieht uns an. Wir gehen das U-tal hinauf, einen schmalen Pfad im strömenden Regen. Reden uns tost der toeihgraue Gletscherbach, eisigen Dunst ausströmend. Hausgroste Blöcke liegen um uns her und bi Iben trode c Höhlen. Au» einem schmalen, lichten Gehölz zwischen Weg und Bach, fremden oerfnorrten Bäumchen mit graufe.digcr Rinde, treten träumerisch kleine falbe Pferde mit klugen Augen. Stirnlocken und langen Schwänzen. Sie hören uns nicht im Lärm des Baches und des Regen» und bleiben ohne Scheu, als wir sie streicheln. Ein Stückchen weiter sieht uns ein Schafbock an. stampft erregt den Boden und wendet sich schüttelnd, eine Walze fliegender Regentropfen. Hinter jeder Wendimg vermuten wir den Gletscher, aber eS dauert eine Stxmde, bis wir auf einmal vor einem kleinen kalten See stehen, von dem die Wände zirkuSartig fast senkrecht aussteigen, nur dem Gletscher Raum laiienb, der fich jenseits fast bi» zum See herab- lästt. wild verklüstet und erschütternd durch seine Masse und da» lüfte, kühle Grünblau, wie Kupfervitriol, mit Zucker bestreut. Rechts und link» von ihm stürzen je zwei Wasserfälle die jähen Felswände herab Wir bleiben über Rächt und fahren am anderen Morgen, denn das Schiffchen kommt erst in acht Tagen wieder Zurück in ben Hauptfjord, zurück nach Ror- bejmfunb vorüber und ganz in den Fjord hinein, den ganzen Tag, ln- er sich am Ende wie eine Hand verzweigt. Gute» Wetter kommt vom Meere und geht mit un». Wir sitzen hinten auf dem Schiss und sehen wieder aus die schwach gewölbte Wasserkugel. Auf dem blaugrauen glatten Wasser laufen recht» und link» zwei Reihen quecksilbrige Halbmöndchen auseinander. Zitternd spiegelt es die schimmernden Wolkenbäusche über den blauen Bergen noch einmal so hoch wie sie, die weihen Häuschen am Ufer unb daS grobe Schneefeld wieder des Fvlge- fonden. Sanfte, klare Farben, nicht viel anders al» in Italien, mir kühler und ohne Braun. Da. wohin wir fahren, ist eS noch dunkel, und um die Spitze des mächtigen Berges, an dem der Fjord sich x>erzweigt. hängt immer eine Wolkenkappe. Da» ist der 1000 Meter hohe Offen. Ihm gegenüber liegt lltnc, wohin wir wollen und wo wir die Bauern suchen müssen, an die ein Freund uns gewiesen hat. Wir denken mit Besorgnis daran, beim in lltnc steigt kein Fremder au», und wir können nicht norwegisch sprechen. Allerdings bewirken unsere Fragen Lachchöre einer Kinderschar und die Flucht einer Frau: wir müssen Zettel schreiben und englisch reden, bis wir schliehlich den verwachsenen steilen Weg sinden zu dem einsamen Hot Fru Sigrid selbst, eine alte, stolze Frau, steht davor und gibt uns die Hand auf eine Art, die selten geworden ist. Sie sagt ernst, fast feierlich: Delkommen! lltnc, das prächtige. Der Hos liegt an einem steilen, felsigen, dicht bewaldeten Abhang. 50 Meter über dem Fjord. Der macht hier fast eine halbe Wendung und umgibt un» wie ein Ring Bon Unk» hinten kommt er aus dem Meere, nach recht» hinten wendet er lich. enge werdend. Doch davon sieht man nichts Dor un». hinter ihm. fünf Ktiome'cr entfernt, steigt der rie ige Offen 1000 Meter andern Wähler, recht» und links abfallend zu Seitenarmen de» Fjord» Man sieht chre Eingänge, link- nur ein Felsentor. rechiS einen weiten Einblick in fernes Hochland mit Schnee und Wolken Diele Wafleriälle stürzen von den Höh?n wie silberne Bänder. Die einsamen und entrückten Hochflächen, von denen sie kommen, glänzen nah in der Sonne. Man erkennt ihre setfigen Wölbungen und Wälder auf ihnen wie Rtoos. Sie locken wie ein unerreichbares und reines Land. Die Holzhäuser des Hofes, auf geschichteten Gneisplatten al» Fundament erbaut, sehen von aufjen tote alte Scheunen aus. mit den grauen Hvlzplanken und den groben Steinplatten auf dem Dache Aber innen unser Zimmer ist würdig und groß. An den duftenden, glatten, gelben Holz wänden hängen in der Mitte g roste Schmuckteppiche und durchleuchten mit ihren bunten, ruhigen Mustern das Zimmer. Die hat die groste Tochter selbst gewebt, und wenn Gäste kommen, werden sie ifrnen gezeigt. Alle. buntbemalte Truhen mit Jahreszahlen stehen da. und Schrank und Betten, alle mit Kunst und Sorgfalt gearbeitet von den Männern oder ihren Dätem, tote sie das ganze Hau» gemacht haben, bi» zu den Kochlöffeln und Quirlen, au» Resten geschnitzt. Ein Grammophon und ein Klappstuhl sind als die ersten kläglichen Dorposten der Zivt- lifation eingedrungen. Roch kann man sie über- sehen Die Menschen sind still und ernst und haben harte Arbeit. Auf vielen kleinen, steilen Wiefen- flächen. em paar Quadratmeter manche nur grob und oft nur mit dem Kahn erreichbar, mähen sic zwischen Felsen und "Bäumen mit kleinen Sensen daS Gras. Auf schmalen Terrassen bauen sie Kartoffeln. Beladene Iohanmsbeerbüsche und Kirschbäume stehen in der WildniS. Sie essen wenig, denn fee haben nicht viel — Kartoffeln. Brot und wenig Mülch Trotzdem sind sie braun und gesund, und man denkt mit Beschämung an die Schwelgereien, die in den nordischen Pensionen unumgänglich sind. Oft. toenn e» ncMig ist und regnet sitzen wir im Zimmer und horchen auf das ungeheure Schweigen, das auf unS fällt nach dem Rauschen de» Gletlchcrbache» und dem Stampfen de» Schisse» tn den letzten Tagen. Manchmal tutet vom Fjord ein Schiss oder die Kuh brüllt dumpf au» dem Stall nebenan. Dann hört man nur wieder das eigene Blut. Aus dem Tisch steht ein Lindenblütenstraust und lockt mit starkem sähen Duft Hummeln herein: eine rote MonatSrvse mit zartem altertümlichem Geruch und ein brennender Geranienstock stehen in den Fenstern, hinter denen grost und säst erdrückend der Offen steht. Wenn wir gehen auf der einzigen Strahe über dem Nord, so geht er mit und lästt un» nicht lo». Die Strahe ist schmal. Alle paar Stunden kommt ein Mensch gegangen und grüßt ernst, fast schwer. An den Höfen über lltnc stehen Kinder, starr von Staunen, und Katzen stieren minutenlang. Man könnte auf die Berge steigen, aber es ist so nah unb schwül. Sie glänzen unb fliehen ringsum von Ralle und ftreuen immer neue Wasserfälle wie silberne Fäden herab. Abends wird es meist heller, und jedeSmal erscheinen bie Berge in anderen Farben, gestern scharf unb schwarz vor grünem Himmel, beute hinter verwehtem Gewölk wie violetter Samt. Rocht» ist tnc Stille noch größer In der duften- de". Heumatratze farm man sich eine Kuhle machen und tn die helle Rächt träumen Oas Gebirge. Rom F,orb toanberr. wir einen bethei Tag lang nördlich nach Dost, einem Reinen $u*Uort an einem schonen kalten See zwilchen hoben, weist getigerten Bergen Die Senlatwn Ni» Da- ge» ist der Abendschnellzug Demen Oslo. ?aim gebt bie halbe Stadt zum Bahnhof und hebt die Reifenden auf dem Bahnsteig promenieren. Hit dieser .Bergenbahn wollen Ivir morgen quer über den Kopf der skandinavischen .stutze fahren und an den höchsten Stelle de» Gebirges einen Tag lang bleiben 8in engeo Tal mit vielen Tunneln führt bald in die Region der Schneeflocken, die von unten gelehen fo locken unb in der Rähe recht schmutzig -?er Wald hört auf. her Fel« tritt heran», unb bann kommen jene lilometerlangtn seltsamen Holzüberbauten über der Tifenbahn. die im Winter ben Zug gegen Schnee schützen sollen. Gin ganzer Bahichos ist so dämmerig überbaut unb gleicht einem BergwerkSstollen. Denn der Zug fährt, flimmert durch die Luken blendend Sonne unb Schnee, und wenn der Holztunnel aufhört, ruht ba» Auge dankbar auf ben weiten runden Formen des .relsgebiraeS mit feinen ungeheuren Dimensionen Sie Kühe an den grauen Hängen jenseits der düsteren Seen find klein wie Maden. Die Sonne vergeht langsam. Die Kälte nimmt zu. die Holzkanäle nehmen gar kein Ende mehr, unb um 2 Ahr steigen wir in Finte (1200 Bieter) aus bem Zug Zuerst sehen wir nur das pompöse hölzerne Hotel, auher dem Bahnhof da» einzige Haus inmitten der Ginöde. Trotzdem, es ansängt zu regnen, ist unter Zimmer hell von den Schneefeldern, die von ben weiten, sehr flachen Kuppen berüberscheinen über einen frohen. eisgrauen See Wir sehen bas Blau von drei Gletschern leuchten. Rachmittagsspaziergang tn der Steintoildnis. Regen, Kälte. Stille, unb etwa» fabc Höhen- müdigkeit. Bald lockere Schneedecken lieber das tosende schwarze Wasser des SeeauLslufseS führt noch ein geländerloser Steg, dann hört der Weg auf. Rur Steinpyramiden sind geschichtet, in Sichtweite voneinander. Wir folgen ihnen auf und ab, kletternd über grosse und kleine Zels- wellen und Trümmer, gegen ben harten Wind, auf den Gletscher zu. Kleine Moore, die den Tritten unheimlich nachgeben, plötzliche Wasserlöcher, rcgung.'los mit halbversunkenen hellgrünen Eisschollen, yel»- blode. soweit wir sehen. Die Häuser sind längst verschwunden hinter den flachen Wölbungen diese- FelsenmeereS von größten AuSmasten. Die Himmelsrichtung geht verloren. An jedem Stein- türmchen bleiben wir stehen und suchen das nächste. Man sieht in die Weite zwischen den Wellen hindurch und doch oft das Rächste nicht. Anfangs glaube ich. ich habe diese graue, hofs- Äfe Unendlichkeit im Traume schon einmal aber dann satten mit Dor»» Bilder zur Borhötte ein. Wir klettern auf einem Schneefeld eine kleine Anhöhe hinauf, um dem wehrlosen Singeschlof- sensein in diesen Mulden zu entkommen, und sehen nun fernere Horizonte, doch immer nur die runden, flachen schneebedeckten Selfenberge, von niederem grauen Himmel überspannt. Die Häuser sind weit, aber der Gletscher noch weiter. und Rebel {egt um die ferneren Höhen. Wenn er kommt, finden wir die Steinzeichen nicht wieder. Wir suchen den Weg zurück. Jetzt erst sehen wir. dast diese Welt nicht ganz tot ist Graues Renntiermovs steht hier und dort, und fremde, glühende kleine Bergblumen zwilchen den Blöcken. Auf dem Moor weht regennasse- weihe» Wollgras. Durch luxuriöse Dielen gehen wir in den Speisesaal des Hotels. Unter strahlenden Kronleuchtern sitzen an kleinen Tischen reiche Internationale Leute. Don einem überladenen Büfett holt fich jeher selbst, was er haben will, unb trägt seinen Teller mit künstlicher Gleichgültigkeit vor sich her durch den Saal zum Tisch zurück. Am anderen Morgen kommt langsam die Sonne und wir sehen die Landschaft neu Der gestern flache Himmel hat sich -ar hohen Äuppel Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker 1927: 19300 BadegAste Wdmoa <5tß!en£nouette. Hauptniederlage in Gießen: Jean Weisel Sonnenstraße 6 / Telephon 88 Badeschriften durch die Kurverwaltung QnhlnR Pafd Marhlirn Herrl. 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Ej bemcht voller Kurbetrieb bei billigen Nachsaison - Preuen. Oktober, November haben zürne«! wundervolle«, warmes, mildes Wetter und Sonnenachen. Wenn die Heide blüht zieht der «nordische Mai“ em. Bis Ende Oktober, Anfang November kann tn der See gebadet werden. Das Wann- Badehaus ist ganzjährig m Betrieb. Wenn der Trubel der Haupt-Kurzeit verrauscht, wenn es still und ruhig geworden ist, dann mt so recht die Zert gekommen für alle jene, denen an Menschengewühl. an rauschend oi Fetten, an lauten Vergnügungen nichts liegt. Gehören See zu diesen, so kommen See un September. Oktober, November I Ejsrnbnhn Schiffe verkehren. Bitte, fordern Sie unsere Konchriften. Stadt Badeverwaltung Westerland 'S___________________________________________/ Kloster Murg Eine Perle des Hessen- landes, beliebtester Aus- varbindunaan* ,,u9»on mit historischen » u 13 16 2t Baudenkmälern und Auto- 'dulHicher Umgebung, verbmoungon: Beste Verpflegung in der aoo uno 3 JjKlostermühle Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes Gut bürgerliches Haus Gartenwirtschaft *«’eD Touristen bestens empfohlen PPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPOPPP KorhansBad Seilers, Oherh. T. Ortenberg 250 Das ganze Jahr geöffnet, moderner Neubau. vorsüRÜche Verpfleaunu bei mäßig. Preisen. Beneaiiitusqaelie, Radioaktiver Sprudel, für Galle und Leber __kohlensaure Bäder. 3649D Ostseebad Heiligenhafen Venston Teestern, direkt am Waner. Gute Bervstegnng. des 9 der bis rung unser Endziel Weilburg, die Perle Lohnt als. aufgewölbt. von türmerrdem Gewölk bewegt. Das durchbrechende Blau. Schnee und Gletscher drüben aus schwarzem Grund erglänzen in Buntheit und ungeheurer Helle. Ein Fest der Kargheit. Rundfunkprogramm de- Stanffurtet Senders. (Qlut der „Aadiv-Umschau".) Sonntag, den 19. August. 8 bi- 9' Morgenfeier, veranstaltet von Abends find wir in OSlo, der weiten, vor- nehmen Skinftdht. umgeben noch von den Bildern der Fahrt: Der Elf, erst flach und kiefelig. bann Herden von Baumstämmen treibend uns zu lieblichen Fjorden verbreitert, rote Holzdorfer in grüner Dämmerung, unberührter Hochwald, schwebende Bebel -wischen den Stämmen. des Konzerthaufe» -u BreSlau: „Die sozialen Aufgaben der Kommunalpolitik'. Bortrag von Oberbürgermeister Dc. Bös), Berlin. 12 bis 12,30: Die Elternstunde. 14 biS 13,50: Dom „Bären" in Marnz-Kastel: älebertragung vom Dritten Wer- tungssingen der Kreislängerschaft des 9. Kreises (Mittelrheins der Deutschen Turnerschaft. 15.55 biS 16,15: Bon der Rennbahn in Diederrad: . Großer Preis von Frankfurt. 16,15 bis 17,15; Die Stunde der Jugend. 17,15 bis 18,30: Konzert f bet Rundfunkorchesters. 18,30 bis 19,30: Stunde des RHein-Mainischen Verbandes für DolkSbil- . düng: „ Frauenaeftalten der Romantik", Dor- lefung von Geroi v. Hirschheydt. 19,30 bis 20: Sportnachrichten. 20,30: Heiterer Abend. Anschließend bis 0,30: Tanzmusik. Montag, den 20. August. 15,40 bis 16,05: Die Lesestunde. 16,35 bis 18,05: Konzert deS Rundfunkorchesters: Opern-Musik. 18,30 bis 19: „Probleme der Jugendfürsorge". Bortrag von Dr. Otto Wehn. 19: Don den Salzburger Festspielen: Fidelio. Oper von Beethoven. Anschließend: Don Kassel: Gedenkstunde Georg v. Frimosberg. Dienstag, den 21. August. 12.30 biS 13,30: Don Kassel: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 15,40 bis 16,05 Die Lesestunde. 16,35 biS 18,05: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. 18,30 biS 19: Don Kassel: „Der Buddha der Geschichte und Legende", Dortrag von Friedrich-Earl Kobbe. 19 bis 19.30: Funkhochschuw. „Die Hygiene des Wanderns", Dortrag von Stadtarzt Dr. Reinheimer. 19,35 bis 19.45; Englische Litcraturproben. 19,45 bis 20,15: Englischer Sprachunterricht. 20,15: Sinfonie-Konzert. Anschließend: Schallplatlen-Konzert. Blasmusik. Wanderfahrten. EicheiSborf — Hof Zwiefalten — Großer €*t — Gedern. Wir fahren über Aidda nach ©ichrisdors und wandern das idyllische Eichelbachtal aufwärts an dem malerisch auf einer Anhohe gelegenen Eichelsdorier Kirchlein vorüber nach Eichelsachfen. Wir verfolgen die seither beschrittene Kreisstrahe biS zu dem reizend gelegenen Hofgut Zwiefalten, dessen Wirtschaft leider aufgehoben ist. Don hier bat man eine prachtvolle Aussicht noch der Wetterau. dem TaunuS und dem Hohen Vogelsberg. Hier stoßen wir aus weiße Dreiecke, denen wir nunmehr folgen und durch schönen Hochwald, zwei Täler, das Hillersbach- und das Rtddertal. überschrcitend^zum Großen See gelangen, einem teilweise von Wald umgebenen, herrlich gelegenen Fischweiber. Das Wegezeichen führt uns alsbald über eine Anhöhe mit schönen Ausblicken nach Gedern, von wo wir über Stockheim heimfahren. Die hübsche QDonberung dürfte höchstens vier Stunden beanspruchen. Aumenau — Dernbachtal — Weilmünster — Weilburg. Wir sähren mit der Lahnbahn noch Aumenau, wenden unS von der Station rechts blauen Dreiecken nach durch das tieseingefchniltene, von hohen Schieferbrüchen umsäumte Dernbachtal nach dem lieblich zwischen Bergen gelegenen Langhecke. Don hier führen schwarze Striche über den aussichtsreichen Roten Küppel nach dem freundlichen, hochgelegenen Wvlsenhausen. Ohne Zeichen gehen wir nun auf guter Straße nach Laubuseschbach, wo uns blaue Kreuze nach der Hessen st raße lebten« auf der wir bis Weilmünster weiter- wandern. Durch das schöne Weiltol geht jetzt unser Weg, und nach Passieren einiger Ortschaften, sowie der stattlichen, weithin sichtbaren Burgruine Freienfels und des bekannten AuS- slugortes Guntersau erreichen wir nach insgesamt sünsstündigec abwechslungsreicher Wande- Evangalischen Gemeinschaft Franlfurt a. 1 10: Don der Evanaelischen Kirche auf dem Pressa- Gelände in Köln: Morgenfeier. 11: Dom tfeftfaal Mittwoch, den 22. August. 12,15 bis 12,45: Schulfunk: Französisch, vorgetragen von P. Fraitin. 15 bis 15,25: Stunde der Jugend 15,40 bis 16,05 Die Bücherstunde 16,35 bi- 18,05: Konzert des Rundfunkorchesters 18,30 bis 18,45: Don Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. 18,45 bis 19,15: ..Sprache und Poesie. Zeichen, Zinken und Signale der Zigcuner". Dortrag von E Wittich. 19.15 bi» 19,30: Venckenberg-Diertelstunde: .Symbiose zwischen Pflanzen und Tieren", Bortrag von Privatdozent Dr. G. Wülter. 19,35 biS 19,45: Französische Literaturproben. 19,45 biS 20,15: Französischer Sprachunterricht. 20.15. Rach Stuttgart: Wiener Abend. Donnerstag, den 23. August. 13,30 bi» 14,30 Don Kassel. Mittagskonzeri de» Rundfunkorchesters. 15 bis 15.25: Stunde der Jugend. 15,40 bis 16.05: Die Leleftunde 16,35 bis 18.05: Konzert deS Rundfunkorchesters Reue Tanzmusik. 18.30 bi»18.45. DonKasfel. „Schädlinge deS Gemüsebaues II", Vortrag von Garteningenieür K. Hinze. 18,45 brS 19.10: Don Kassel .. Zweck- mäßige Bodenbearbeitung nach der Grate bzw. Dorwinter sichert den Srickeerfolg für daS nächste Jahr", Dortrag von Direktor Scheer von der Höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt Wolfs- anger. 19,15 bis 19.45: Stunde katholischer Wett- anschaung: .Die Ehe al» Sakrament". Bortrag von P. Hermann Zurhausen S 3. 20.15 bis 22 Don Bad Münster am Stein: Konzert des Kur- Orchesters. Anschließend: AuS den Werken der Journalistin Larissa Reißner. einem Preise von in der Hessischen Regelung für Der» Fäll« nicht getrof- das Grundstück heute zu 25 000 RM. Bedauerlich« cwe is« wurde Mustersahung eine besondere Zwei wichttge Enffcheidungen zur Wertzuwachssteuer. Don Rechtsanwalt Dr. Wämser, Gießen. 100 000 Pop.ermark nach der Tabelle (1000 Pa- pierniark gleich 9,50 Reichsmark) auf 950 RM. umrechnen müssen und so zu einem steuerpflichtigen 'Wertzuwachs von 25 000 rninuS 950 Mk., das ist 24 050 RM. gelangen. Tatsächlich wurde auch von den Steuerstellen bisher im allgemeinen in dieser Weise vorgegangen. Dieses Verfahren hak jedoch mit Recht den schärfsten Widerspruch nicht nur der Steuerpflichtigen, sondern auch maßgeben Dec Steuerjuristen hervorgerufen. Es führt, wie daS obige Beispiel zeigt, zu Dem Ergebnis, daß ein Wertzuwachs, zu versteuern wäre, Der tatsächlich gar nicht entstanden ist. Denn A. hat, in dem Beispiel, für den Erwerb des Grundstücks nicht nur 80 000 Papiermark, daS sind umgerechnet 760 Reichsmark. aufgetoenDet, sondern «s ist auch eine Hypothekenschuld von 5000 Reichsmark entstanden. Er hat also tatsächlich nur einen Gewinn von 25 000 Reichsmark minus 5760 Reichs- mari, das ist 19 240 Reichsmark, erzielt. Rur in dieser Höhe kann ein Wertzuwachs bei der für die Auslegung Der Steuergesetze gebotenen wirtschaftlichen Betrachtungsweise zur Steuer herangezogen toerDen. Auf diesen Standpunkt hat sich nunmehr auch Der Hessische DerwallungSger-chtshof. Der in Wertzuwachssteuersachen alS letzte RechtSmtttelinstanz zuständig ist. in seinem grunDIegenOen Urteil vom 19. Mai 1928 gestellt. In Dem Urteil ist ausgesührt. daß Die m Anrechnung auf Den Sr- wcrbspreiS übernommenen Paplermarkhydotheken, die spater aufgewertet wurden, bei der Ermittelung des Erwerbspreises in Höhe d«S Aufwertungsbetrages zu berücksichtigen sind. Das Urteil ging dabei von Der aus Der rechtlichen Ratur deS Auswertungsanspruchs fdlgeaDen Erwägung aus, Daß Die übernommenen Hypotheken schon beim Erwerb des GrunDstückS in Der Inflationszeit in der Hohe als bestehenD zu unterstellen sind, zu der sie später nach dem Aufwertungs- gefetz aufgewertet wurden. Da Die Hypotheken im Zeitpunkt DeS Erwerbs also ein« GolDmarkschulD Dorstellen, konnte ein« U rn- red) nung ihre- Paprermarkbetrage» nicht Bei der einschneidenden Bedeutung, bie_ die Wertzuwachssteuer für den heutigen Gruudstücks- nnckehr erlangt Hot, dürtten zwei grundsätzliche Rschtsm.ttelentfcheiDungen auf diesem Gebiet sür weitere Kreis« von Interesse fern. Wer in der Inflationszeit ein Grundstück gegen Zahlung in enttDertetem Papiergeld erworben hat. Hal dadurch in der Regel einen hohen Gewinn erzielt. Diesen Gewinn Sri seiner Realisierung, d. h. bei der We.terveraußerung des Grundstücks fteued«ß zu erfassen, ist der Zweck der Inflation»- Wertzuwachs st euer. Al» steuerpflichtiger Wertzuwachs gilt deshalb der Unterschied zwischen dem noch der Tabelle des AufwertungS- gefehes auf Reichsmark umgerechneten ErwerbS- prers und dem DeräußerungSpreiS (8 8 der Hess. Mustersatzung). D.ese Regelung ist auf Den Rormalfall zugeschnitten, Daß Der Erwerbsprei» in der Inflationszeit durch Zahlung in Papiermark beglichen wurde. Zweifelsfragen sind jedoch bei der Berechnung deS SrwerbSpreiseS entstanden, fotoert dieser nicht in Papiermark-Zah- limgen bestand. Don besonderer Bedeutung ist hier zunächst der schon wiederholt in der Oeffentlichkrit erörterte Fall, Daß Der Erwerber in Anrechnung aus Den Erwerbsprei» auf Dem Grundstück lastende Hypotheken übernommen hat, die er in der Folgezeit nach dem AufwerlungSgesetz auszuwer- ten hatte. Ein Beifpiel mag die sich hierbei ergebenden Schwierigkeiten veranschaulichen. A. kaufte am 1. Juli 1922 ein Haus zum Preise von 100 000 Mk. Di« Zahlung erfolgte mit 80 000 alSbald in bar, mit 20 000 Mk. durch U«vernähme einer auf dem Grundstück lastenden Hypothek. Di« Hypothek wurde später aus 25 Prozent gleich 5000 RM. aufgewertet. Er verkauft Wirtschaft. Oie Reichsbank Mitte August. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. August hat sich die gesamte Kaoitolcmlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Esfekten um 273,5 Millionen auf 2161,6 Millionen Mark verringert: iin einzelnen hat der Bestand an Wechseln und Schecks um 303,7 Mill, auf 2006,1 Millionen Mart und der Bestand an Reichsschatz- wechseln um die gesamten am 7. d. M. ausgewiese- nen 1L Millionen Mark abgenommen, während der Lombardbestand um 32,0 Millionen Mark auf 61,7 Millionen Mark onae wachs en ist. Die Anlage in Effekten ist mit 93,8 Millionen Mark unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 222,3 Millionen in die Kossen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbonknoten um 214,1 Millionen auf 4134,4 Mill. Mark und derjenige on Rentenbank- scheinen um 8,2 Millionen aus 529,5 Mill. Mark «erringen. Dementsprechend sind die Bestände der Reichsvank an Rentenbankschcinen auf 51,6 Millionen Mark gestiegen. Die fremden Gelder gingen um 47,8 Mill, auf 540,7 Mill. Mark zurück. Die Bestände an Gold und dcckungsfähigen Devisen zusammen sind mit 24574) Millionen Mark, im einzelnen der Goldbestand mit 2240,9 Millionen Mark und der Bestand an deckungsfähigen Devisen mit 217,0 Mill. Mark ausgewiesen. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 51,3 o. H. in der Borwoche aus 54.2 v. S).. die Deckung duiH Gold lind deckungsfähige Devisen von 56,3 v. H. auf 59,5 v. H. Oie rückgängige Konjunktur. Rach dem neuesten Bericht des Instituts für Konjunkturforschung hat man für die Gesamtheit aller wichtigen 3nDuft rieb rareben wohl mit einer Berm ind« rung des Austragsein- fl a n £ - des Auftragsbestandes und Der Kapo- zllätSausnützuna zu rechnen. Diese Rückgänge ttaien am empfindlichsten in Den Verbrauchs- mehr in Frage kommen. Durch Anwendung Der Grundsätze dieser Entscheidung werden m Zukunft m Fällen der genormten Art zu hohe Deranlagungen vermieden werden. In bereits rechtskräftig entschiedenen Fällen, in Denen Die Aufwertung übernommener Hypotheken bei Der Bemessung Des Erwerbspreifes nicht berüdTkt^- tigt wurde, können Unbilligkeiten allerdings nur noch im Weg« deS ErlalseS beseitigt werden, soweit die Steuer nicht vollständig entrichtet ist. H. Zu noch größeren Unbilligkeiten führte häufig di« Erhebung der Wertzuwachs steuer bei der Veräußerung von Grundstücken. de in der Inflationszeit durch Tausch erworben waren. Ein typischer Fall dieser Art wurde vor kurzem von dem Verfasser de» Artikels im Einspruchsverfahren durchgeführt, ®in Kaufmann hatte im Oktober 1922 ein Haus im Friedenswert von 13 500 Mark gegen ein anderes Haus mit etwa demselben Friedens wert eingetauscht. Im Tauschvertrag war zum Zwecke der Stempolberechnuna der Wert jedes der beiden Hauser aus 30 000 Ulf angegeben. Er veräußerte da» erworbene Haus im Oktober 1927 zum Preise von 12 000 RM Gemäß § 1,8 Der Hessischen Mustersahung war von Dem Unterschied zwilchen dem auf Reichsmark umgerechneten Erwerbspreis und dem Der- äußerungSpreis Die Wertzuwachssteuer zu erheben. Als ErwerbSpreiS war als Gegenleistung gemäß § 8 11 □21.©. Der Wert des in Lausch gegebenen Grundstücks anzusehen. AlS solchen nahm die Lteuerstell« dem im Tauschvertrag angegebenen Betrag von 30 000 RM. an und verrechnet« sonach auf Grund der Tabelle des Auf- wertungsgesetzes einen Erwerbspreis von 49,50 RM. (I). Sie begehrte von einem Wertzuwachs von 12 000 minus 49,50, also von rund 11950 RM., «in« Steuer von etwa 2770 RM. Tatsächlich war aber ein Gewinn gar nicht erzielt worden. Der Steuerschuldner hatte das Grundstück nicht gegen Zahlung in entwertetem Papiergeld, sondern gegen Hing abe «Ines gleichwertigen Sachwertes erworben, er hat also durch Den Tausch keine Bereicherung erfahren, die bei ihrer Realisierung durch Weiterveräußerung des Grundstücks zu besteuern wäre. Di« Jnflations-Wertzuwachssteuer hat lediglich den Zweck, Jnflationsgewinn zu treffen. ©In Jnflationsgewinn, d. h. einen Gewinn infolge Geldentwertung, kann aber mir dann entstanden sein, wenn Sachwerte gegen «nlwerletes Geld, nicht aber wenn Sachwerte gegeneinander ausgetauscht wurden. 3m letzteren Falle ist vielmehr eine Einwirkung der Geldentwertung überhaupt nicht ein- getreten. Ein Papiermarkpreis ist weder vereinbart. noch gezahlt worden. Daher kann auch der Erwerbspreis des veräußerten Grundstücks nicht durch Umrechnung eines PapiermarkpreiseS in Reichsmark nach Der Tabelle d«S AufwertungS- gefehes ermittelt werden. AIS ErwerbSpreiS muß vielmehr bei Tauschverträgen in der Inflationszeit der tatsächlich« innere Wert des in Tausch gegebenen Grundstücks gelten, für dessen (Ermittelung der DorkriegSwert den einzig sicheren Anhalt bieten kann. In dem oben al» Beispiel angeführten Falle hat die Einspruchsinstanz deshalb auch mit Recht als ErwerbSpreiS den Friedenswert des In Tausch gegebenen Grundstücks mit 13 500 Mark angenommen, und den EinfpruchSsührer von der 'Wertzuwachs st euer f r« i g e st e l l t. Eine übet Den Ginzelfall hinausgehende Bedeutung muß dieser Rechtsrnlttelentfcheiduny schon um deswillen zuerkannk werden, weil ste aus eine grundsätzlich« Stellungnahme des Landesfinanzamts hin ergangen ist. Ferner aber werden die gleichen Erwägungen auch Platz greifen müssen, wenn bei einem Drundstuckserwerb in der Inflationszeit nicht Grundstücke, sondern Sachwert« alS Daufch- objckt hingegeben wurden. Die beiden vorstehend besprochenen Entscheidungen zeigen, daß nur durch eine freie 'Auslegung, ole nicht lediglich auf ben Buchstaben, sondern auf den wirtschaftlichen Zweck der gesetzlichen Dorschriften abstellt, unbillige Härten bei der Besteuerung vermieden werden können. gütetindustrien, wie in Den 'Vormonaten, zutage. Beispielsweise Ist der Anteil der Doll« beschäfttgten bei Den Gewerkschaften Der Textilindustrie von Ende Juni bis Ende Juli von 88,3 auf 85 Prozent Der □RitglieDer zurückgegangen. Rach Den vorliegen Den Meldungen auS Ser Textilindustrie, die ja bekanntlich alS Wirtschaftsbarometer besonders empfindlich ist. kann angenommen werden. Daß Dielet Rückgang Der Beschäftigung Welter« Fortschritte gemacht hat, ja Daß es sogar wegen Der zunehmenden Einführung Der Kurzarbeit auch zu Stillegungen besonders in Der Baumwollindusttle gekommen Ist. In her- schieDenen Branchen scheinen neuerdings die Lager in Den Fabriken anzuwachsen, so In Der Schuhindustrie, in Der Wollindustrie, in Der Konfektion. Die Produkt io nSmittelin Du st rien vermögen sich Dagegen, wie Das Institut schreibt, bei Dem Konjunr.-urrückgang besser zu behaupten. Dies liegt unseres Erachten» Daran, daß e» bet Schwerindustrie in letzter Zett gelungen Ist, größere Auslandaufträge her«, nzube kommen, die natürlich für Den Moment einen gewissen AuSgle.ch Der verringerten inländische« Rach- frag« bieten können. AlS Beipiel ylersür sei aus dem Gebiete DeS Baumarktes, der auch Zeichen Des Rückganges aufweist, Die mit Erfolg operierende AuSlanDtätigkcit Der Deutschen Baust off inDu st rie erwähnt, die natürlich ihre ©in* wirkung auf Die Produktton»mittellnduftrie auS- übt. Die GefchäftStätlgkeil hält sich, was Die Umsätze Des Zahlungsverkehrs anbelangt, in der Gesamtwinschatt immer noch aus beachtlicher Höhe, wenngleich gegenüber Dem Vorjahr Die saifonmäßige AufwärtSentwicAung Der Warenumsätze m Den letzten Monaten gegenüber Dem Vorfahr ein Dedangfamte» Tempo aufzuweifen hat. ES kann also von einem auf Das Eintreten Der Ätife btndeutenden Rückgang der Konjunktur nicht die Red« fein, sondern die Abb röcke- lung vollzieht sich in gedämpfter Richtung. fo daß der Bedarf der Landwirtschaft im Wmter einen gewissen Austrieb geben kann. Auch im Ausland, in Großbritannien. Frankreich und den Verewigten Staaten von Amerika, zeigte sich um die HalbjahrSwende auf Dem Geld-, artige, häufig wieder kehrende „ . „ fen. Bei wörtlicher Auslegung d«S § 8 W. D. würde man den vereinbarten ErwerbSpreiS von blieben. eLebung deS im Jnlarrd- 37. 54. 67. 49. 79. «tretde war ztenutly nein und nicht dringend. Da Die Landwirtschaft immer noch mit Der Einbringung der Ernt« beschäftigt ist und sich somit dem Dersaus der neuen Ernte nicht voll Wochenbericht vom Frankfurter produki^nmartt. Die weiter schwächeren AuSlandnotierunaen ließen auch in dieser Woche keine Belebung oeS Geschältes ouskomnien Das Angebot i... I___- gctreibe war ziemlich klein und nie' widmen kann. DaS an den Markt kommende Material genügte der Rachfrage vollkommen, da die Händler kaum ÄauHnft zeigten. Auch er- fuhren Die Preise infolgedessen keine besonderen Veränderungen. Im Verlause der Woche machte, sich jedoch ein Tendenz Umschwung bemerf- bar Die aus Chicago und Liverpool eintteffan* Efsekten- und Warenmarkt em Abbiegen vom Verlauf der letzten Monate. Ss ist eine Aende- rung in der bisher übereinstimmend nach oben gerichteten Bewegung «ingetreten. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. In dieser Woche war die allgemeine Bdrfen- fituatüm wenig verändert. Die Grundftrnmnmg blieb f reu üblich, eine Belebung des Geschäftes konnte jedoch wiederum nicht rnurelen. Immer noch wurde über den außerordentlich geringen Ordereingang geklagt, und mir für einige Spezialgebiete war von außenßer einiges 3nter- effc erkennbar. Auch feiten» des Auslandes hat die Dachfrage fast ganz aufgeh-n. Unter diesen Umständen bekundete die Spekulation ebenfalls nur für einige besonderen Werte etwa» lebhaftere Kaufneigung, wobei sie jedoch stets bald wieder xu Realisationen schritt. Dazu veranlaßt würde |te auch durch Den Medio Am Tage der Prämien- evti'änmq kam noch etwas Mediowave heraus, doch verlief Die LiquiDation im übrigen glatt, und auch der Zahltag bereitete keinerlei Schwierigkeiten. Der Geldmarkt war naturgemäß etwas angespannt (TageSgeld war -miächst zu 7L Prozent gesucht, später aber zu 7 Prozent lew bet eher leichter). Hieran anknüpfend. traten die bekannten Gelbmarktbetrachtungen wieder etwa» mehr in den Vordergrund. Dabei txxmDteu sich die Blicke wie üblich vor allem nach Anvrika. nach dem Oleußortet Geldmarkt, dessen Entwicklungskurven und die davon beeinflußte Tendenz Der Reuyorker Börse ihr« Wirkunaen auf die deutschen Märkte niet# verfehlten. Die schließlich em- gctretcnc wesentliche Erleichterung für TageSgeld in Reuyork (5L Prozent) bewirtte dann an der hiesigen Börse eine merkliche Beruhigung der Stimmung. Ferner hoffte man in Anbetracht Detin Aussicht stehenden guten Ernt«, daß di« zu Deren Finanzierung notwendigen erheblichen Geldbeträge dem Geldmärkte bald wieder zufließen werden. Der einftimmige Beschluß deS ‘Berliner Dörsenvorstandes. ab 1. Ortober d. I di« MeDioliquidation in Wegfall kommen zu lassen, machte am Frank- furter Platz keinen stärkerer. Eindruck, wurde jedoch überwiegend freundlich auf genommen. Tatsächlich wird durch Den Wegs all de» Medios Der Markt nur noch einmal im Monat bcunraßigt, ob nun Dadurch in stärkerem Maße als biShtt. wie Die Verfechter der Medioliquidation behaupten. bleibt noch eine offene Frage. Jedenfalls erwartet man jetzt hier die Stellungnahme des Frankfurter DörfenvorstandeS zu dem Berliner Schritt. Eine stärkere Anregung bot dem Markte die zeitweise recht lebhafte □taeßfrage nach Montan w e r t e n. die, allerdings nur vorübergehend, in den BordergtunD deS Geschäftes traten. Stimulierend wirkten hier einmal bee immer wieder aus tauchenden Hoffnungen, daß in absehbarer Zeit doch eine deutsch-englische DerstänDi- g u n a in der Frage der Abgrenzung der Kohlenabsatzzonen erzielt werden würde. Dann verwies man auf die Im Ruhrbergbau ringe tretene leicht« Besserung der Lage, die tn den Be t rie66er toc 11 er ung«n Der Harpe - ner Bergbau A-D. und in dem Rückgang der Feierschichten zum Ausdruck komm«. Gefragt waren vor allem Gelsenkirchen, Harpe- net, Ilse Bergbau und Rheinische Draunkohlem die KurSbefserungen vcm 6 bt» 8 Prozent gegen di« Vorwoche erzielten. Starte Käufe wurden ferner weiterhin in der Adler- werk« Kleher-Aktte vorgenommen Die einen Höchstkurs von 145 Prozent (pluS 12 Prvz.) erreichte, später aber auf Realisationen der Mtt- läuferichaft wieder auf 137 Prozent zurückging, lieber di« Kreise, die nun schon einige Zeit diele Käufe vornehmen, herrscht an der Börse immer noch keine Klarheit. J.-G.-Farben blieben eher vernachlässigt, während Elektrowerte erst zum Wochenschluß wieder etwa- reger verlangt wurden unter Führung von GeSfÜrel lpluS 5.5 Prozent) und Siemens (pluS 4 Prozent). Interesse bestand ferner für RülgerSwerke im Zusammenhang mit Den BenzinpreiSerhShun- gen. Lebhaftes Geschäft entvickett« sich an, Reir- tenmarkt in den Anatolier -Serien, die vorübergehend 2 Prozent anziehen formten. Türken und Mazedonier wurden Davon mitgezogen. Lebhafteres Interesse bestand außerdem für Rumänen, auf die Berliner Verhandlungen. Deutsche Anleihen lagen still. Wochenbericht vom Sronffurtcr Gchlachtviehmarki. Im Gegensatz zur vergangenen Woche war ßte Haltung am Frankfurter Schlachtviehmarkt sehr ruhig. Die Käufer zeigten sich sehr unent- fchlosfen und schritten nur selten zu Käufen. Es wurde nur beste War« verlangt. Auf fast allen Marktgebieten war lleberftanß zu verzeichnen. was auch mit dem weiter gestiegenen Auftrieb in Zusammenhang zu bringen ist. Brionders am Schweinemarkt konnte sich das Geschäft nur schleppend entwickeln, wodurch die Preise ganz erheblich gedrückt wurden. Der Gesamt- a u f t r i e b bestand aus 1996 Rindern. Darunter besanden sich 535 Ochsen 115 Bullen. 684 Kuh«. 511 Färsen, ferner aut 1850 K.ilbern, 312 Schafen imD 7065 Schweinen. 3m Berglrich zum Austrieb Der vergangenen Woche waren 175 Rinder. 50 Kälber, 50 Schafe und 600 Schweine mehr an- getricbcn. Bezahlt wurde pro Zentnrr Üebenb- gewicht: Ochsen A f 55 N6 58. II 50 bis M. 81 45 biS 49. Dullen A 49 bis 52. B 43 bis 46, Kühe A 43 bis 47. B 33 bi« 42. C 33 bi» *' D 25 biS 32. Färien A 55 bl« 58. B 51 bi« C 45 bi« 50. Kilber B 63 bi« 72. C 63 bi« D 53 bi» 62. Schafe A 50 bi« 54. B 44 bi« Schweine B 77 biS 79. C 78 M» 80, D 77 bi» E 73 biS 77. Verglichen mit Den Dotierungen der vergangenen Wehe waren Rinder 2 Mk.. Kälber bi« zu 5 Mk. und Schweine bi« zu 3 Mk. billiger, während Schaf« gut behauptet irisrE Terglcta DvL« ° aerstk. aut y ?.75 D Dcizc 2350. S * Kndruck treu^ ncfefb^ aber nu * Za belw« Dillk' Dröht« an die1 3ahlunj r>:rcstu>‘ nicht fll auf 335 toirö w @Iuu5ifl< vclt. uit Vrunöstü Släubige • Dori« 3rw an finf 3 holen M r.afarn - finnffl bi« Jrrrf als 2 /s«hen tD« ning In d Dickung । Dtrgtifierf nicht über rücht« üb Imeüta wr.t ban fchen Dr bedingte ficht uni hing de Geldmm weichen, Herbstge • Die markt hü sich K($emn jivnfid l t bart rürfg Muftr.t Äevn axd AMstre >nehr ist worden, profitier * De Ian 6. Deutschs auch noi >chtz» 5er m Gl schalten hc Istrustland »tüt nfaf um alte 2 srvich tx M bek ann H*tben £ Merten 1 «WtCQ« adn rlch One. Sröhere 1 8^ Ilch end °*h tttharft. % «In fÄfts befand n hnfC^ci Ä"^ iQS Sich ^nn ÄÄy« Wma-®**** SÜ 31 Nt'bZ >e IttJÄ H lür Xttytaß VvE ?et*6l|inp 'le man o, 2» in®M^rmj n«. ^»tßmwAt Sanfte«, abl Ou li a® Jtarf. «lief, trniröc je» Rmwil lat» de-Ded^k« dn« teunrxMQf ^bc all bitt* uidation öc-r» raffe. Mnfafi/ ^Nnahe M - km berliner v> hltafte ifle na-Don» ^onibttg^mb. iM tatei ta- w \mmtt w-ttev n aLMarer Zcit e Lersiindi- ItenAung bet lt Verden würbe. Auhrberffbau el> Lage, die v den nder Harpe- in dem Xiidonj (f komm. Mtagt cchen, Harpe- d Aheinische nmgen bon 6 b*J erstellen. Starte n der Ibltt» tgentmmm hie L itiloMn btt M» rvzrnt yirüdatng. i nir.flc Zeit M* der "Bode mnntt eben blieben eher klrowerle ert rt reger verlangt ?cifürfl «Pins (pfuff 4 frw-n/i Utgtr»»tr!f ryinpm*TM>n* jf |i4amXt* i e r - Setten- ™ n konnten. Xut» -den davon mit» xiiand außerdem c DerhandlunM. M. *.< utittiiebtnam. la»*®1!*! M *J*$ *«»**$& Mnintct Ä^Ächasen ^Knn 21idtdeb Ä»«Sft ö C 33 b « «■ n c «3 ftfS' ., n ii 5 - 4 ■ '1 ■ , '«!* Uv* *5*«-** S'M äW iä *5 der Sa flO nicht -»Kl t^N -e'L befolg. Ät «■*■’*' den oDtimifttTdjen Berichte und höher lautend« Hotterungcr machten ttnrx alIq mein güntzigen öinbrud und die OrunbQimnuntg wurde freundlicher, teilweise trat sogar eine leichte "BefeftigunQ ein. do war besonder« Roggen, aber nur vorüber gebend etwa» stärker gesteigert. da sich etitac* Interesse bemerkbar machie. Doch ging her «ü üngliche Gewinn auf Rdgabon ter Provinz wieder verloren Am Futter- miitelmarlt tra'. eine gröbere Unle| nuiagc und Ur.eio« kamen kaum zustande. Obwohl me Vorderarmen ziemlich entgegenkommend waren, »eigt^ sich auch 5t i ermäß-atru. Tttwau keine Kauflust. Rur für Rogge n kle ie bestand zeU- weise einige Äachsrage. 3m Degen'ad zu den übrigen Märkten hatte Welienmehl etwas gröbere Umlä^e aulzuwei rn. 3im W»a»enfchlub wurd? die Haltung wieder ruhiger das Geschäft fchrumptde aus ein Minimum zusammen. Die Käufer übten wieder gröbere Zurückhaltung Die Grund'"mmung bilebied^ch freundlich, da Mae besorgniserregende Meldungen eintrasen. 3m vergleich »u den Rotierungen der vergangenen Doche blieben Weizen. Roggen. Sommergerste. Hafer, inlänb.. und Weizenklet» fliil behauptet. Mais für Futierzweck« gab 5.75 Mark. Roggenmehl 015 Mark und Weizenkleie 0,10 Mark nach. Weizen- m e hl lag 025 TEL gebessert. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen Weizen 2ich0. Roggen 2350. Sommergerste 2750 bis 2ö • Zahlungsenstellung bei der Ä a • bclwerk-,Äasfau--A.-G Haiaer- Dillkre: s Da» ilnlerneBmen da» isolierte Drähte und Kabel herstellt, hat laut Mitteilung an btc Gläubiger mit Wirkung ab 7. August dte Gablungen eingestellt. Aus Anfrage erklärte die Direktion, daß der genaue Status zur Zeit noch nicht sestgesteüt ist. Das im vergangenen Jahre auf 338 750 MI zusammengeiegie Aktienkapital wird verloren fein. Zur Zeit wird mit den Gläubigern wegen eine» Moratoriums verhandelt. und man hofft, durch Dcräuherung der Grundstücke und Gebäude zum Buchwert die Gläubiger voll befriedigen zu können. * Dom südwe st deutschen Holzmarkt Die Erwartungen, die man noch vor einiger Zeit an eine Bel erung der Marktlage gelnuvU hat:--, haben sich, abgesehen von vorübcrqcbenbcn Ausnahmen — bis ietjt nicht eingestellt. Trotzdem können die erzielbaren Preise nicht ohne weitere» als Ausdruck der effektiven Marktlage angesehen werden, sie finden vielmehr ihre Erklärung tn der faisonmästigen Ruheveriode. deren Wirkung auf die Preisgestaltung noch dadurch vergröbert wird, daß e» sch augenblicklich noch nicht überleben läßt, ob und inwieweit die Gerüchte über eine Gr Höhung de» Diskonts in Amerika und England zur Tatsache und inwieweit dann auch die Derhaltnisse auf dem deutschen Geldmarkt beeinflußt werden Die dadurch bedingte und seit einiger Zeit beobachtete Dor- sicht und Zurückhaltung dürste aber nach Regelung der Derhältnisse auf dem internationalen Geldmarkt einer Belebung de» Geschäfte» wieder weichen, zumal ohnehin mit einem besseren Herbst Geschäft gerechnet wird. Dte Üage am süddeutschen Kohlenmarkt. Unter dem Ginfluh der Svmmerrabalte Has sich das Hausbrandgeschäft am süddeutschen Kohlenmarkt auch in den letzten Wochen weiter ziemlich befrtebigend gestaltet. Dagegen hat da» Geschält in Industrielodlen durch die umvrfenn- baue rückgängige Konjunktur in der süddeutschen Industrie eine Ginbuhe erfahren Aber nicht Älein au» diesem Grunde haben die Abrufe in 3ndustriekohlen eine Derminderung erfahren, vielmehr ist der Wettbewerb erheblich fchärser ge- worden, wovon in erster Linie die englische Kohle profitieren konnte Deutschland» Gipori nach Ruhla nd. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Ruhland kommen, wenn sie auch noch stark unter den Rachwirkungen deS Schachty-Prozesses zu leiden haben langsam wieder in Gang. Aber meist bandelt eS sich um die AuSiubruna alter Aufträge. So ist auch eine Meldung, bah die AGG neue Ruhlandausträge erhalten habe, und zur Zeit Maschinen nach Scw- ietruhland liefere, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, nicht zutreffend. Ss Han dell sich um alte Aufträge, die noch vor dem Schachttz- Srvzeh vergeben wurden und die auf Grund s bekannten 300/D/liUionen-ÄrvMt» durchgeführt Werden. Selbstverständlich werden mit den ge- fteferten Maschinen auch deutsche 3ngenleure zur Montage nach Rußland geschickt, unter Ztenen sich aber^ nicht, wie weiterhin gemeldet wurde, der cm» dem ruf fischen Sabotagevro^est bekannte deut- fäte 3ngeTtieut Otto befindet. Dagegen liegen gröhcre Reuaufträgr russifcheckeits mch! vor. ob» ateüb sich di« russischen zuständigen Steilen an- scheinend lehr bemühen, die bösen Grrrmerungen an den Schochw'Grrzeh vrrgrifen zu machen. • f)trouf lt Leander Schuhfabrik st G in Offenbach. Vie Geveraloerfammlung. di. über die Qiquibation des Unternehmens ent- scheidet! sollte, muhte vertagt werden, da die Ein- iabung zur Generalversammlung einen Tag zu soll Im Keichsanzeiger veröffentlicht worden war. Eine neue Generalversammlung soll, Die WTB. Handels dienst erfährt. In etwa drei Wachen mit der gleichen logesordnung abgebalten werden In dieser neuen Ktedommlung foü aufjer der vilonz des letzten Geschäftsjahres 102» 11 auch diejenige des Jahres 1925 26 einer nochmaligen Besprechung unterworfen werden. ' D« itdw« rk«. A - G.. in vondbachdei Höchst i.P. Wie der Vpb auf An»rsae bei der Verwaltung erfährt, war d-.e Geschäftslage in den letzten W ntermonaten relativ flut. £Si» Gesamt- ergebnis litt icdvch durch the belannie ungünstige Laar dec deutschen Z'ahrradindustrie. die einen Ab'atz in den Produkten der Gesellschaft naturgemäh erschwerte. Für 1927'28 lGnde September- st -war nicht mit einem Derlustabschlust ju rechnen, die Aktien werden aber wiederum oivldindenlv» bleiben. • Gründung der Deutschen Knochen- i n d u ft r t e G. m. b H., Kassel. Dieser Tage fand in Kassel die Gründung der Deutschen Knochentndustrie G. m. b. H. stall. Die GeieUschaft hat Mc Rogelung des Giniauss von Roh- und Halbmaterial der Knochenindustrie zum Gegenstand. Gemeinsam mit den vorhandenen Organisationen will sie die rationelle Grsasstmg drr deutschen Rohstosse sicherstellen. Der neuen Gesellschaft gehört die grvtze Mehrzahl der deutschen knochenverarbeitenden Betriebe an. • Süddeutsche Leberwerke In 6 t. Ingbert (Psalz), Ä. G Nach dem Berich! über da» Gefchaftssaiir 1927 28 mar das erste Haid- iahr recht günstig und lebhaft durch die Hausse auf Den Rohtzäutcinarkten. Für die Lederindustrie aber entstand ein zu Grobes Risiko, well ein Vusgleich in den Lederprcifcn nicht möglich war. Die Gesell schäft bezeichnet das Ergebnis auch noch während der zweiten Hälfte des Jahres als zufriedenstellend und hofft, das; wieder eine Belebung des Warenabsatzes eintritt und damit auch ein befriedigendes Ergebnis erzielt werden wird. • Waoh & Frei)tagan der Berliner Börse, stuf Antrag eine» vankenkonsortium». dem die Dresdner Bank und die Direktion der Disconto- aefcllfchaft angeboren, sind 12 Millionen Mark «Stammaktien der Wayh e Freytog A -D., Frankfurt a. M. zum Handel und zur Notierung an der Berliner Burse lugelassen worden. In dem Prospekt wird ausgeführt, daß die ersten fünf Monate de» kaufenden Geschäftsjahre» sowohl bei der Ge- sellschast. al» auch bei den Tochtergesellschaften Im In- und Auslände fast durchweg eine nicht unwesentliche Austragssteigerung argtnübtr der gleichen Zeit des Vorjahres gebracht haben. 8u» den gegenwärtig in Ausarbeitung befindlichen Projekten werden weitere umfanareiche Huftröge erwartet. Ein Ueberblick über Die Geschäftslage im Jolande und im Auslande läßt die Erwartung eines befriedigenden Ergebnisie» für da» Geschäftsjahr 1928 29 zu, sofern In der Bauindustrie keine störenden Momente eintreten. Krank, urter «bendbörsc. Frankfurt a. W.. 17. August. Die Abenb- börse blieb vollkommen gefchäftslo» Die Stimmung war zwar etwa» beruhigter und die Abgaben hörten auf. doch waren die Kurfe gegen btn Berliner Schluß meist nur knapp behauptet, da andererseits säst kaum Kauflust bestard. Feste Reuyorker Anfangskurse blieben ganz ohne Einfluß. Die Anzahl der amtlichen Rotierungen war wieder klein. Adlerwerke waren erneut 2*Prozent abaeschwächt. 3m übrigen traten nennenswerte KurSveründerungen kaum ein. Auch im Derlaufc kamen keine älmfätze zustande. Die Rentenmärkte lagen still. Gegen Schluß konnten Adlerwerke Kleyer chren AafangSverlust wieder auSgleichen. Abi. Schuld 17. Barmer Dank 142'/., Commerzbank 155. Danalbank 267'/,. Diskonto 169' Dresdner Dank 1671/*, BuderuS 83'/,. Gelsenkirchen 127' Harpencr 154. Aschersleben 251. Westeregeln 251. QUannefimann 136, Rheinische Braunkohlen 275. Rheinstahl 143'/,. Stahl- verein 97'Adlerwerke 133, ACG 176'/,. Daimler 107' Acht & Krast 215. 3 G. Farben 264' ®c6fürel 263. Karstadt 204*Rütger-Wcrke 109. Schuckert 202',. Siemen» 374. Zellstoss Aschaffenburg 217. Waldhes 284. Hapag 161' .. Rordd. Lloyd 152. • ui. Vi..«t>vrfc. Berlin. 17. August. Von den Auslandmärkten wurden heute kaum irgendwelche Anregungen geboren, die Offerten für Weizen lauteten unverändert, während für Westernroggen höhere Preise RäffebGcfe. -iätsclnovcllcttc Hom Arzt Dar mir 1 2 3 4 5 6 7 8 9 verordnet. und dach wäre ich in diesem Jahre mtt meiner Frau 3 2 6 7 lieber jur 1 4 2 nach 7 4 3 gegangen. »ii 7 R 9 unb 1 1 7 8 9 bekam ich meine Frau denn auch nur dazu, mit mir ui geben. Arn Ort unserer BeHimmung nahmen mir öfter einen 6 7 8 9 3 6 und fuhren mit meiner cd?irr'!rr 9 7 6 6 7, die einen 12765 im 977 2 trug, spazieren Dennoch lanflaxUte sich meine Frau sehr und lann auf 2 7 8 9 3 Ich bemerkte Ne» und oeripraA ihr. später mit ihr noch nach 7 4 3 zu gehen Dafür bekam ich von meinet Frau einen schonen 2 7 6 5 3 6, den ich für den Aufenthalt im 9 7 2 S haben rnollte. Kreuzworträtsel 10 11 15 22 Von link» nach recht»: 1. Asiatischer Herrscher. 9 Lchrtftzeichen: 10. andere Bezeichnung für Hast. 11. biblische Person- 12. kleine bundainsel: 13. Äeimträfler; 14 Haustier: 15. Stadt in Oderfranken (Papier und Porzellan): 18. rneiblicher Personenname, 22 Kletterpflanze: 23. kreisförmige Anordnung: 24. Stadt in Ostfrlesland: 25. Seegernöchs: 26. Weinart. von oben nach unten : 1 Griechischer Gott. 2. tropische Pflanzengattung: 3. hinterindifchca Reich. 4 Schweizer Manton; 5. Kräftigungsmittel: 6. Erdformation: 7 Fluß in Oft- preußen: 8. sportlicher Gruß: 15. wie 15, magerecht: 16. Die 22, magerecht: 17. mir 24, magerecht: 19. andere Bezeichnung für Dunst: 20. schmale Stelle: 21. Blutgefäß. Zahlenräisel 12345678 Touristisches Ausstattungsstück. 2 3 2 1 Sloemetirum. 3 2 1 3 4 Blütenstand. 4 7 14 Raubvogel. 5 7 11 Zahl. 6 4 1 4 5 4 Weiblicher Personenname. 7 3 2 Männlicher Personenname. 8 7,5 4 1 Unter1rbild)er Gang. Bluhfüllaufgabe. er» Halbedelstein: R. Nebenfluß der Donau — bind diese Wörter gefunden, so nennen uns die Felder 1 der ersten, 2 der zweiten bis 4 der vierten Nethc Felder sind durch Buchstaben zu entrechten Reihen ergeben atebann Die freien ganzen, die Wörter mit sokgender Bedeutung: 1. Zahl, 2. Fluß im Harz: 3. englischer Adelstitel: 4. Grießerbe: 5. männlicher Personenname: 6. Bergspltze: 7. u n und so wieder zurück ein jetzt sehr beliebte» Au»- flup»ttel für die bvmmerreise Virrsildistk Lckiaradr. 11» ich heute ein» ■ drei sah In ’nem neuen Hut, Saat« sie, die zwei und vier Sieht mir doch recht gut. Un» zu laben gingen dann Wir noch au» zu zweck', Wo Im Gasthaus rin» bl» vier Stand für uns bereit niiinn um« nnnm uniin kiaon RöfHQIlBIIIDia unBailBfflfio Mljai»] LiM[l < Auflösangen verbind« ng»ausgabe. Iroß-Äopf — Ur Teil — Kaud-vau — Korb- Pol — D«eh-Stall — Arm Brust — Tagschicht - Ernst-Thal - Reh Bock — Iabr- Buch — Ast Loch — Hoch Wald — Rot Wehr Turnvater Jahn. Au»süllaufgabe. 1. Drohne: t flnni: 3 öegtn: 4 Woche: 5 Esten: 6. Treptow: 7. luttl. R. Emil. y. Rummel: 10. Ware: 11. Iran: 12. Lattich: 18 Liga. 14. bchuppen Da» Wetter will seinen Willen hon. ÄrevtocrträtteL * m Silben rdtfeL k e Synonym. 1. Donnern; 2 irren; 3. erweitern; 4 prügeln; 5. empfehlen: 6 rollen; 7. sichern: 8. eindüsten: 9. innehaden: 10. deuten; 11. erzählen; 12. nörgelm Die Perseiden (Im August). Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Rebaktivnstisch. Philatelie. Güte Firma in M. braucht bte Advefse eine» Mannes tn P. Also bittet ste in einem schön »n Sch reibebnes da» Ginwohner-Meldeamt P. um die Adresse und legt zur Erstattung bet Kosten eine Briefmarke im Werte von einer Mark bei. Rach drei Wochen kommt die Antwort — al» straspvrtopfltchtige Dienstsache natürlich Aber fte enthält nicht die gewünschte Au»kunkt. fon- Dem eux amtliche» Schreiben. „Beigeschlossen retournieren wir bi« übersandte Et nemark-Marke und ersuchen um Hin- sendung kleinerer Werte (5, 10. 15, 25 Pf.). Die Auskunft wird bann umgehend erteilt. Meldeamt P., J A - bchlimpett." (.fugend ") Hcitflunbr. „Nun, Herr Mandel, wie ist Ihre Reitftunde ver« laufen?” „Im Sande.” aefordert wurden. Geschäft in Auslandgetreide hat sich bisher nicht entwickelt. Vom Inlande liegt ausreichendes Anaedot in Brotgetreide vor: der starke Druck, der gestern zu beobachten mar, hat jedoch nachgelassen. Normale» Geschäft will sich immer noch nicht entwickeln, vor allem ist das Roggen- efportgeschäst nur sehr fpornbe. Aufgelder für schnell verladbare Ware sinv nur noch für Roggenpartien, srachtgünstlg erzielbar. Die Preise für Effektiv- wehen und Roggen waren gegenüber gestern kaum verändert. Ebenso zeigten die Lieferungsprelse bei Roggen überhaupt keine und bei Weizen nur geringfügige Schwankungen. Das Mehfgefchäf! bei unveränderten ÜRüblenOfferten ruhig. Für Hafer und Gerste hat sich die Situation gegenüber den Vortagen kaum verändert. Hascr nur tn guten Qualitäten bester beachtet. Sommergersten reichlich angeboten und wenig gefragt. Es notierten (1000kg/: Weizen, märkischer (74,5-kgchI-Gewicht). 226 dis 229, September 241 bis 240L0 Bries, Oktober 244 bi» 243 Brief. Dezember 240 bis 244 Brief (matt), Roggen, märkischer (69-kg dl-Gewicht), 217 bis 220, September 233 bis 232, Oktober M8 bis 232,75. Dezember 234,50 bi, 234 (matter); Brau- Sfte 238 bis 263, neue Wintergerste 204 bis 214 Otter); Futter- und Inbuftrieaerfte 230 bl» 237; fer. märkischer, 207 bis 218. September 216 bis 215,50 (matt): Mais, zolldegunftigtcr Futter- mal» 221 dis 223 (ruhig); Raps 320 bl» 325 (stetig). (100 kg). Htei^nmtbl 27,75 bi» 81,50 (macker); Roggenmehl 80 bi» 82,50 (still): Weizen- riete 15,-50 bis 15,60 (still); Wcizenklelemelaste 16,20 bi» 16^0; Roggenkleie 17,25; viktoriaerbsen 46 bl» 56; kleine Erbsen 85 bis 40; Fuckererbsen 25 bi» 27; Peluschken 28 bis 32; «ckerdohnen 26 bi» 28; Wicken 30 bl» 32; Lupinen, blau, 15 bi» 16; Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angc'üdrten Zistern geben die Höhe der zuletzt beichlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LornbardzinSfuh 8 Prozent RS Verltn SdUufc. Äur» fiOfUfc- Mrit Sch»»- Rere Sd-:etM T: ttag- b. rlr Darum IS S 17.«. 1« ». i7. r>. H » IhWanlrtbr i»j: tL tiu-Ulfi -cd)ul» eü *b> «;.t» •7 ,» »l.X —FT tt *1 51 51.1 trNl »Nf DMW.-Scc ;r IX Bteefl. »Bo.-et Ocltd er 17 11.« 17.IT timte« t4 itm — M.7 * 4^%Jtoda*.!ix p,s -8ö! Ute - - - — »X 6*btm -Sm »«nfwrtni io Ul.4 113.4 14..9 142.5 X^duitt C*R»r <•». u l7e, 5 57« e V‘»wn|- eH? »nr- .fr^l U • te.ti lt» IK.75 1*5 z ira». i. ®c • u rrv IS7 IW !W 166.« 140.15 167. «.u 165.6 IM Ib6 . e®-! ... io rOAnU» InL. io ®tr.! . ic Rt-.rlVmlitt . . • IM 141.5 147.15 »1 fifteJlcrJ •r<***i .:::.* \» 140 m.i 130.25 »*3.5 !L 140.5 JW.9 ‘»raxtfene Ä Beetn, öchUch- »er» S4)U>86 b»n. Schlich- Here Sch«etz» S’ Tchnn: | IS d. 17 *. r1 | 17 8. i.a.e. .......» ?ifr(ttr.fl3n .......» 3 rfn. itc'rrunye .... r euw je» tte?i .... io Aritr« e OeClreuaif.....• i»r. 1 ilUtn. Qarrnu. ... 10 bc-b iitftt Srrfr .... 10 steil Drfe. ......9 e-M. ttde. .....io •*e*n .........• elf - rot t teilU ..... U tUMnW» . .....f Mertrt 4 «*. .....te thlrrai ......1 t*xri*e 6 4 f-tt 21-t.Lti......e ■V • ’.rteert . . L h 3- * birvw r frx'O v*a.........f ."U-r 8>«;6ee........t «l.^rrr^rrtt........7 i Srertee........9 ütcc.-.rtaase ......9 «flxNdtei.........7 Ctet- JRmfc Prberl...» CtrKAfc- Mterr!- . 4 »»nix S.-te« 6S Wtetrrd* UfemiBün K «V- 1.* 5* «h W*dD*w ... U frtt*.-.«-« CuMb......* Ctsvi stiere . ... leb .....10 fefl er>rrrwtte .....10 edwrtf ... 15 g ». . u t-wee fcM.......5 Str>cräMl . .«•••••» •ca'äaJt ..••••• 6 S-j^rrfna»........4 .....U 177.75 ISO 115 5 IW 170 177.S 85 1X7 133.5 tot i:i.7j 117.75 110.4 .1.15 579 •7,5 Ml 3W 118 48 « X.i 11». 6 iie ID 117 161 rar s 577.5 Ift.S ir.i5 13« 111. tt 136 110 y» 271 141.5 »7.Ü Ml M< «ro tM.to sa.r 109 17? DI 181 ne 74 117.7» »9,11 IM US 20« 377 >« .5 176.75 84.7» i«l 111.7. IM.74 IM 1’5. U tot.- 1«.« 131.5 138 II« IM 114 74 92.te 148.5 13» »7.5 48.4 öl.71 54» 443 247.5 1» 175 to twe.ti l-l 74 21».1 137.5 «A U7 !»• «6 202.25 «74 147 lte.74 «3.9 139 IM 1« .35 151 75 U2.5 toi 188 IV» 1*1 113.65 »1.75 571 164.25 187.4 »1 65 17 7.' SO.5 Mi 4D.5 864 ♦5 108.5 iTeelfena.» Vertin Schle». Schteh» 1 tfn: • »6rh SJJulj- r>ch"ch6 VNiiag- bbrt* Torem: IS 8 l 17. e. | 16. 8. 17.8. IltuiEF t-MTCS«......7 t-ewbrrtr. gcr-rHt .... 10 e»*fni teitaM......* ......10 Metttett VeontoM . . . 1» Cterdr . . lt 9" IO1CT1M......18 Axrt ..... 11 gtaUartteeM ....... 0 ®r*K-rd-..... ... I 8 f .-tr.ha':=>aSi ....... 8 «ll4 ....... 10 ................» lern um*........e •ete. fcnetei.......10 Bochl 4 8 «ar». 8ata........» 147.4 IM 216.15 IN 13.',» 0.5 71.6 159.4 112.75 120 11» 62 107 207 ooten. IM 1S5 146 8*4 - 107.» - lU — 40 71 129.5 20 87 112 150 U8.7i 105.5 124 rv: 1«8 l«.-5 ZV7.5 »•*.*» 4*3 118.5 156 5 1*7 45 IN.» 55 139 244 » M 74 118.9 -47 20.75 71.5 Ito •7,26 IN 6t 104,6 148 s ß ft S 2 U R* s Perlm. i7. flngu Wir« eÄTiteRiVte AV» .... *oea ....... $M4t «MB........ 6*^44* I7T75 M.18 111,61 N.Ä 4,1*1 brt.il 112 Ä.eu t 2ttotre ...... fliuhtmf*f Voten...... -lorwkückchk Weim..... Tem'ch-veNerr. 4100 *reeee ^nmariläw y?oten ..... eäjn-tr'tkte Rote*...... CiJjBxt.tr Keren ....... Cvavtschr »wb ....... IfS-tt UL.t-ofiftte Äoini . . Uuaarrt* «WM . . ... u.ü; 147.76 51 H 111.78 59.04 t.»l 111,88 80.60 61.41 U.5» 71,91 ts '8:8 2.M « 66.81 71.21 Dedetenmarki Beilin—Frankfurt a. M, Lelegrapdische Aa»»aht,,tz. IS ■acs't 17. Kaaafl nmrhtbr IteUTetu »rte* Amtlich« ■V'.b. XOtg&* SnxJU9tMt twn^ltrrl ih.u uni lte,4« 1.771 iU.uf L7M 168,41 1,770 <*rO.-tlnrro Vi.ito jS.29 46,41 ^bnfntmto ULM 114,0« III.»0 115.OJ ^»rnboyr. 111.e* lii.w 111,1*4 Ul.« Cttzft&ün 115,16 I12.li. 112.16 Cxtfrna'Oi». 10.54 19,47 10.517 Jtoiien . . . 11,95 41.97 41,945 11.»*» Ücn6~n. . . 20,445 20.3*14 <*.34 <.14 - nr. -.-rf . . i.l»^ «,Zv04 4.1*04 16,<*» K-.H4 16,375 16.411 *.<» 80.64 ,0,694 60,651 C 1,2 en . »J M ei.»; 63.60 69 »4 Xlote fist 1.878 1.-82 l.M» 1.871 0.402 3. «»»4 0,4016 S-rn tel- Cc't ebarft *V,10 69,11 69.15 M.rr Seifrat.' ' 11.455 12.44- 11,416 1:5 ;,*« 7,2tl 7.366 73,N 71. tO 73.« 71,N ©Elcrtui »,va 4.W4 j.066 1.6*4 xtRaton 18.-5 18.97 18.66 M.N tsßae 81,30 2.15 b ,1.4« 2.162 61.23 2.163 61.4» 1.1<7 »tütl. , , Lcr.-.bo ' 5.425 5,434 6.4«, 5,621 4.193 1.201 4.141 4.1V» 4. toi 4.601 N.W7 4,9M 30,862 4.2V« M.W7 M.N2 Persil Mkm! 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