Nr. 167 Erstes Blatt 178. Jahrgang Mittwoch, '8. Juli 1928 Erich,«»I iLgl'ch,außer Sonntage nnfc Fei erlog» Beilagen Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle OTonats-Fejngsrrels: 2 Reichemark und 20 Reichspfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter» Schemen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanf chlüfsa: 61, 54 and 112 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Hieße». poßscheckko»to: firanflurt am Main 11CM. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche UntverfitSlr-vuch- und Slctnöruderei k. Lange in Sieben. Schristlettrmg und Sefchäftrstelle: Zchulvrahe 7. Siedtfau von Snjetgen für die lagesnumrner bi» -um Rachmcnag vorher. Preis fir l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. au,wärt« 10 Reichspfennig, für Re» blameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Dlatzvorfchrift 20* . mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Dilh Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyrtot, für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den An» zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen Präsident Obregon ermordet. DaS mexikanische Staatsoberhaupt bei einemFestbaukett erschossen. Mexiko, 17. Juli. (IBB.) Der neugewählle Staalspräflbenl Obregon ist ermordet morden. Obregon halte sich nach San Angel begeben, um an einem ihm zu Ehren Im CabombiUa-Reflauranl veranstalteten Bankett teilzunehmen. Als er an der Tafel faß, näherte sich ihm der in den zwanziger Iahren sichende Juan Lscapulario, angeb. lich, um Obregon Zellungskarlkaturen zu zeigen, und feuerte dann aus etwa 30 Zentimeter Entfernung aus einer 4,5-Milllmeter.Pistole. Als der Mörder feuerte, fpieltegeradediekapelle, so daß die Schüsie überhört wurden. Man sah plötzlich Obregon Im Stuhl zusammensinken. Al» die Freunde Obregons über den Mörder herfallen wollten, wurden sie vom Polizeipräsidenten daran gehindert, der ausrief: „Hein, wir wollen ihn am Leben lassen, um fest zustellen, wer dahinter fl e tf II“ 6» wurde sofort eine Untersuchung eingeleitet. Wie gemeldet wird, dürste der Mörder in wenigen Stunden hingerichlet werden. Obregon war erst am Sonntag von feinem Helm In Sonora nach Mexiko City zurückgekehrt, wo er eine der größten politischen Kundgebungen der letzten Jahre leitete. Er halte gestern abend Pressevertretern erklärt, er werde voraussichtlich vor Antritt der Präsidentschaft am 1. Dezember eine Reise nach den vereinigten Staaten antrelen. Auf Obregon waren,bereits in den lehten Monaten verschiedene Attentate verübt worden. San Angel liegt 12 Meilen südlich von der Stadl Mexiko. Obregon» Leiche wurde anscheinend heimlich rasch nach seiner Wohnung In der Sladl Mexiko gebracht, wo sich nachmlllag» eine große Menschenmenge ansammelle. Polizei und Soldaten sperrten die Straße in der Umgebung de» Wohnhaufe» ab. Niemandem wird der Zutritt gestattet, nicht einmal Beamten. In Mexiko City hat die Nachricht von der Ermordung Obregon» die größte Aufregung und lebhafte Besorgnis hinsichtlich der politischen Folgen hervorgerusen. Präsident E a l l e » hat sich aus die Nachricht sofort nach der Ortschaft San Angel begeben, wo da» Restaurant liegt. In dem die Bluttat geschah. In einigen Kreisen wird angenommen, daß Präsident Calle» infolge der Ermordung seine» Nachfolger» noch eine weitere Amlsperlode hindurch im Amte verbleiben werde. Bestürzung in denVereinigtenGtaaien. Neunork. 18. 3uli (WTB. Funkspruch.) Die Nachricht der Ermordung des mexikanischen Präsidenten, Generals Obregon, hat hier tiefe Bestürzung hervorgerufen. Man befürchtet, der Lod Obregons werde innerpolitische Schwierigkeiten in Mexiko Hervorrufen und dann werde erneut eine Spannung in den erst kürzlich in normale Bahnen geleiteten Beziehungen »wischen den Bereinigten Staaten und Mexiko eintreten. Präsident Coolidge und Staatssekretär Kellogg sandten sofort herzlich gehaltene Beileidstelegramme an die mexikanische ‘Sc- gierung. Die Zeitungen sprechen die Hoffnung auS, daß Präsident Calles in der Lage lein wird, die Gewalt in den Händen zu behalten. Amnestie-Demonstration. Tic Kommunisten fordern die Freilassung von Hölz. Berlin. 17. Juli. (BZTB.) Zum Empfang der kommunistischen politifchen Gefangenen aus dem Zuchthaus Sonnenburg, die heute abend auf dem Schlesischen Bahnhof eintrafen, hatten die K. P. D.. der Bote Frontkämpferbund. die Bote Hilfe und ähnliche Organisationen ihre Anhänger zu einer Demonstration zusammengerufen. Schon lange vor dem Eintreffen der Amnestierten war der Dorplatz des Echtes ichen Bahnhofs von Demonstranten beseht, die dort unter Mitführung von roten Fahnen und Transparenten Aufstellung genommen hatten. Die Polizei hatte ein sehr großes Aufgebot von Beamten in Bereitschaft gestellt und außerdem umfangreiche Absperrungen vorgenommen. Die Amnestierten wurden auf den Schultern von Roten Frontkämpfern durch ein Spalier von roten Fahnen zu einem bereitgestellten mit Transparenten geschmückten Wagen getragen. Während die Kapellen des Roten Fronttäinpserbundes die Internationale intonierten, formierte sich ein langer Demonstrationszug, der. begleitet von zahllosen Mitläufern, seinen Weg nach der Weberwiese nahm, wo Vertreter der kommunistischen Organisationen und auch einige der Amnestierten selbst das Wort ergriffen. In den Reden wurde hauptsächlich die Freilassung von Hölz gefordert und betont, daß nun der Kampf erst recht weiter gehen werde. Die Amnestierten wurden dann wiederum auf den Schultern in ihre Wohnungen und Ouar- tiere getragen. Bei dem Anmarsch und Abmarsch entstanden erhebliche Verkehrsstockungen, so daß die Polizei mehreremal die Mitläufer in die Seitenstraßen abdrängen mußte. 2!uf dem Stet- tiner lbahnhof wurden zur gleichen Stunde die aus der Festung Gollnow Entlaßenen empfangen und zu dem Küstriner Platz geleitet. Rach den bisherigen polizeilichen Meldungen ist es bei beiden Demonstrationen nicht zu Zwischenfällen gekommen. Oie Münchener Eisenbahnkaiastrophe. München, 17. Juli. (WB.) lieber da» Münchner Eisenbahnunglück oerössenllichl die Reichsbahn- dlreklion München eine Erklärung, in der e» heißt: „Die genaue Untersuchung des Vorzüge» und eine Bremsprobe hallen da» Ergebnis, daß in einem Abteil dle Rolbremfe gezogen worden war. Die Angaben des Lokomolioführer» sind damit ziemlich bestätigt. Der Zug wurde nicht durch ein Signal zum hatten veranlaßt. Bel der Prüfung der Einrichtungen auf Blockstelle Donnersbergbrücke und Belriebsstelle I de» Hauptbahnhof» München wurde festgestellt, daß noch Einfahren des Vorzuges in diesen Teilabschnitt dieser für den Hauptzug nicht wieder freigegeben war. Der Fahrdienstleiter in der Abgangshalle des hauptdahnhofs Hot dem Hauptzuge Abfahrt- e r I a u b n i » erteilt, nachdem von den Slellwerks- beamlen auf der Betriebsflrecke I, wie diese zugeben, da» A u s f a h r t s i g n a I auf Gleis 8 auf freie Fahrt gestellt war. Den Beamten auf der Betriebshütte I war nicht entgangen, daß da» Blockfeld für den Gleisabschnitt des Blocke» Donnersbergbrücke gesperrt war, weit aber die Rückmeldung des Vorzüge» länger ausblieb, als sie erwarteten, erkundigten sie sich mittel» Fernsprechers bei dem Block Donnersbergbrücke noch dem Vorzug. Au» der Auskunft glaubten sie schließen zu dürfen, daß trotz des gesperrten Blockfelde» der Vorzug den Gleisabschnitt schon verlaßen habe und stellten deshalb das Ausfahrtssignal auf Gleis8 auf freie Fahrt. Die Aussagen der an diesen Ferngesprächen beteiligten Beamten gehen auseinander. Mit der Klärung de» Inhalte» und Wortlaute» dieser Gespräche, die für die Beurteilung der Schuldfrage von ausschlaggebender Bedeutung sind, befassen sich zur Zeit Staatsanwaltschaft und Gericht. Die Reichsbahndirektion muh daher davon absehen, sich ein endgültige» Urteil zu bilden, welchen bestimmten Personen ein ursächliche» verschulden an dem Unfall beizumessen ist. Rach den Dienstplan haben die drei Beamten eine durchschnittliche tägliche Dienstleistung von acht Stunden. Der Vorzug trug die oorgeschrlebenen Schlußsignale: drei rote Laternen. Die Strecke westlich der Hackerbrücke ist gerade und übersichtlich, lleber die Geschwindigkeit de» Stammzuges bei dem Ausstoß läßt sich mit Sicherheit nichts fesistellen. Rach Angaben des Lokomotivführers war ihm die Sicht auf die Schlußlichter durch den ausströmenden Dampf der Zylinderreinigungshähne nicht unwesentlich beeinträchtigt, so daß er den Ausstoß nicht mehr habe vermeiden können, von den ineinandergeschobenen beiden Wagen des Vorzuges war der Schluhwagen mit elektrischer, der vorletzte Wagen mit Gasbeleuchtung ausgerüstet. Eine Gasexplosion ist nicht eingelreten. Auch eine Explosion de» Schneideapparates Hal nicht slattgesunden. Im gerichtlich-chemischen Institut wurden die Leichen der Opfer des Eisenbahnunglück» im hauptbahn- hos seziert. Der Sektionshesund ergab, daß sämtliche Tote sehr schwere Ouelschungen und Brüche erlitten haben, so daß höchstwahrscheinlich bei allen der Tod schon eingetreten war, ehe der Brand ihre Gliedmaßen teilweise bi» zur Unkenntlichkeit verstümmelte." Anfrage der Bayrischen Volkspariei. Reparationslast und Reichsbahn. München, 17.Juli. (WB.) Runmchr hat auch die Landtagsfraktion der Bayerischen Volks- Partei im Landtage eine Anfrage eingebracht, die sich mit der Häufung der Eisenbchn-Llnglücks- fälle in der letzten Zeit im Anschluß an die jüngste Katastrophe im Dahnhofsbereich der Stadt München befaßt und die Regierung fragt, was sie zu tun gedenke, um auf die Rcichsbahngesellschast dahin einzuwirken oder einwirken zu lassen, über die LIrsachen der Hausung der Eisenbahnunsälle nicht nur eine genügende Auf klärung zu geben, sondern auch den Reisenden wieder den Schutz und die Sicherheit zu geben, mit denen man im deutschen Reiseverkehr rechnen konnte. In der Begründung heißt es u. a.: Die Reichsbahn sei zweifellos infolge der ihr in Ausführung des Versailler Vertrages auserlegten Verpflichtungen nicht in der Lage, die Anpassung der Dahn an die modernen Verkehrs- Verhältnisse so durchzuführen, wie dies geschehen könnte, wenn die Reparationsabgaben der Reichsbahn zur Verbesserung deS inneren DetrtebeS zur Verfügung stünden. Die Opfer der Gisenbahnunsälle seien tatsächlich Opfer der Reparationsgier der Sieger» ft a a t * n. Das deutsche Volk habe ein LevenS- recht darauf, daß dieser Zustand ein Ende nehme. Kritik an der Reichsbahn. Leipzig, 17. Juli. (TL1.) Die „Leipziger Reuesten Rachrichten" sehen ihre scharfe Kritik an der Reichsbahn fort. Sie erklären, daß die Reichsbahn sich in einer Vertrauenskrise befinde und schreiben in ihrer Mittwvchfrühausgabe zum Schluß eines längeren Leitartikels: „Hat Herr Dvrpmüller nicht genügendRückgrat, um die selbstverständliche Forderung aller Eisenbahnwirtschaft, der Sicherheit, durchzusetzen, wird man einen anderen für seinen Posten zu finden wissen, ebenso wie auch im gleichen Falle für die Herren, die zur deutschen Interessenvertretung in den Derwaltungsrat entsandt sind." Kolomalbediirfnisse und Kolomalwünsche. Oer Gedanke einer deutsch-französischen Arbeitsgemeinschaft. - Italien und Polen melden Ansprüche an. Don unserer Berliner Redaktion. In Frantreich gibt eS eine immer steigende Anzahl von Menschen, die der Auffassung sind, daß es eine unnütze Preftigepvlitik ift, ein Kolonialreich von gegen 12000000 Quadratkilometer zu besitzen, das also mehr alS 20m a l s o groß ist wie daS Mutterland, und es nicht rationell auSnutzen zu können — daß es klüger wäre, um den Preis weitgehender kolonialer Konzessionen an Deutschland ein Zusammen wirken auch auf diesem Gebiet her- beizusühren, um an den Früchten zu partizipieren. die durch den deutschen Menschen - Überschuß und die deutsche Arbeitsamkeit in diesen Riesengebieten erst geschaffen werden müßten. Was die Entwicklung auf diesem Wege, die Der- wirklichung einer deutsch-französischen Stolonial- meinschaft unter irgendeiner Form zur Regelung der Hoheitssrage verhindert, ist in erster Linie d i e Besorgnis Frankreichs vor Ira- lien. Denn auch Italien befindet sich in der Lage Deutschlands, bei Ueberoölferung des Mutterlandes nicht hinreichend fruchtbare oder bearbeitungsfählge Kolonien zur Verfügung zu haben, obwohl rein flächenmäßig Tripolis, Erylhräa, Somattland usw. ein gewaltiges Gebiet bedecken. Aber da die Be- dürfnisie oder Wünsche Italiens in dem Maße, in dem sie an Notwendigkeit hinter dem deutschen zurückstehen. durch eine größere politisch-militärische Macht gestützt wer- den, so hat man in Frankreich die nicht ganz unberechtigte Besorgnis, daß jedes Eingehen auf die deutschen Bedürfnisse, jede Formel, die hier eine wirkliche, auch für Frankreich nützliche koloniale Arbeitsgemeinschaft schaffen könnte, entsprechende konkrete Ansprüche Italiens, die z. B. in bezug auf Tunis längst angekündigt sind, und die sich nicht auf eine Arbeitsgemeinschaft unter formeller Respektierung der französischen Hoheitsver- hättnisie beschränken würden, nach sich ziehen müßte. Run kommt neuerdings auch Polen, das ja feiner Entstehungsgeschichte nach einen traditionelen Anspruch auf besondere Begünstigung durch Frankreich hat oder zu haben glaubt, und sucht Frankreich den Dorschlag einer Abtretung von Kolonien schmackhaft zu machen. In einer Warschauer Zeitung wird die Frage bereits ganz konkret angeschnitten, und es wird geworben, baß man sich in Paris auf ein ..wirtschaftliches Kondominium" über Kamerun mit Polen zusammen cinlaffen solle. Die Begründung ist freilich geradezu komisch: es sei bekannt, daß Deutschland alles daran sehe, um feine verlorenen Kolonien wiederzuerhalten. Polen aber habe in erster Linie einen Anspruch auf den früheren deutschen Kolonialbesitz da ja die Polen der ehemals deutschen Provinzen Posen und Pomevellen mitgeholfen hätten, diese Kolonien für Deutschland zu erlangen! Wir wisien nicht, in welchem prozentualen Verhältnis die polnisch gewordenen deutschen Landesteile zu unserer alten kolonialen Größe beigetragen haben. Rehmen wir aber auch an. daß daS in der Proportion der Bevölkerungszahl geschehen fei, so ist es mehr als wahrscheinlich, daß die ehemaligen deutschen Kolonialpioniere aus Posen und Pomerellen heute zu den Vertriebenen aus diesen polnisch gewordenen Landesteilen zählen und nicht gerade zu denjenigen, die sich mit Lieberzeugung zu ihrem Polen tum bekennen. Lind auch dann, wenn dem nicht so wäre, ist es eine in der politischen Geschichte der Völker wahrscheinlich beispiellose Forderung, aus der Wegnahme eines Landesteils den Anspruch auf die Erlangung eines anderen Landesteils des gleichen Geschädigten herzuleiten. Es ist denn auch kaum anzunehmen. daß man irgendwo in der Welt solche polnischen Kolonialwunsche ernst nimmt. Aber es zeigt sich, daß schon die bloße Idee von der Rotwendigkeit gewisser französischer und vielleicht auch englischer Konzessionen auf dem Kolonialgebiet an Deutschland überall, wo man Prestigepolitik treibt. Beider erstehen läßt. Lind es wird rwtwendig sein, daß sich die wirklichen Interessenten bald, dirett und ohne großen Lärm verständigen, um hier nicht einen neuen Zankapfel erstehen zu lassen. Die Opposition ist gestorben. Don unserem ständigen römischen E.-Äor reftxmbcn ten. Rom. 17. Juli. Wenn es nicht so paradox klingen würde, könnte man sagen: die Opposition war schon lot, bevor sie starb. Denn virtualmen e gestorben, wie es nach dem cnbgültigen, unwiderruflichen Ableben eines Papstes heißt, ist sie erst mit ihrem Träger Giolitti, nicht mehr lebendig war sie aber schon seit einigen Jahren. In dem „Alten von Quarnero" fristete sich ihre äußere Hülle fort, die, gespenstisch genug, zuweilen in der Kammer der Schwarzhemden sich erhob und einige erschütternde Worte auS einer vergangenen Ze i an tue neue nch.ele. So groß war das Prestige, das sie unheimlich umwitterte, so historisch und legendär, daß auch die jüngsten und frechsten Faszisten still sitzen blieben, wenn sie. wenn der Ahnherr deS Liberalismus, wenn Diolitli an der Ministerbank vorbeisteuerte und seinen gewohnten Platz aus der fünften Reihe im fünften Sektor ein» nahm, die Arme freute und mit rosigen Backen vor sich hinlächelte. Das ist zur Zeit unserer Großväter so gewesen, daS haben unsere Däler jahraus, jahrein erlebt, das wurde unS als jungen Journalisten so gezeigt, daS haben wir, aller werdend, so und so oft unseren Zeitungen geschrieben, das war gestern noch so. Run et ft, da eine Lücke sich ausgetan hat in der fünften Reihe des fünften Sektors, nun erst ist es ganz schwarz geworden im Parlament der Schwarz- Hemden. Diolitli hat schon gelebt, als eS noch kein Italien gab, nur den geographischen Begriff der Apenninenhallbinsel, hat gelebt In der Ba- dehkyzeit, als der Papst slüchtete, Liberalismus und Rattonalismus noch siamesische Zwillinge waren, Fremde in Rom, Fremde in Reapel, Fremde in Sizllien regierten. Gin Zeitgenosse deS dritten Rapoleon sowohl wie Mussolini«, sah er Kriege ohne Zahl, Aulltände. Revolutionen, man weiy nicht wie viele Liebergangs- zeiren. 6r ging alS daS verkörperte Geschichtsbuch durch zwei Jahrhunderte, man könnte es für unmöglich halten, daß sich ein Mensch so viel zu erinnern vermag, wenn er nicht selber seine Lebensgeschichte und damit die Geschichte der Einigung Italiens niedergeschrieben hätte, die, gegen seinen Willen, schließlich auch noch den Brenner einbezog. Ein Mann, der mit eigenen Augen sah und klaren Derstandes erlebte, wie nur der Sieg deutscher Waffen die Säuberung Italien« von der Fremdherrschaft ermöglichte, der den Donner von Sedan das Kapitol über die Peters- kuppel hinauswachsen fühlte, dellen Herz mit den durch die Porta pia eindringenden, den Kirchenstaat über den Hausen rennenden, Rom als Hauptstadt proklamierenden Truppen mit- marschierte. ein Mann der Eavour und C r i s p i wachsen, steigen, steigen und fallen sah, der schon hohe Aemter bekleidete, als Viktor Emanuel II. starb, 1892 zum erstenmal Ministerpräsident wurde, nach der Ermordung König Humberts Innenminister, und 1911, abermals an der Spitze der Regierung, dem imperialen Gedanken nach der furchbaren Riederlage der ilanischen Truppen bei Adua durch die Einleitung des Tripolis kriegeS neuen Impuls gab, ein solcher Mann Überreicher Erfahrung muhte naturgemäß die Katastrophe von 1914, die Schicksalsfrage für Italien mit anderen Augen betrachten als die Jungen, als der Chefredakteur und Sozialist Mussolini, der den Tatenrausch, die lodernde Stunde über die kühle Erwägung stellte. Hier, in der Interventionszeit, kreuzen sich die Ideengänge zweier Männer, zweier Politiker. Mussolini rief zu den Waffen, ft reifte die roten Eierschalen ab, wurde zum glühendsten Vorkämpfer und Führer des egoistischen Rationalismus, der um vierzig Jahre älteren Politiker, bereits seit März 1914 von der Last der Präsidentschaft befreit, der Inbegriff der Reutra- listen. Es ist heute in Italien Mode, diese Männer, die am Dreibund fest hall en oder wenigsten- nicht gegen die Bundesgenofsen marschieren wollten, als Feiglinge und Dummköpfe abzutun, obwohl niemand beweisen kann, daß Italien an der Seite der Mittelmächte schlechter gefahren wäre. Mit dem Ausstieg Mussolinis und des FaszismuS muhte eine solche Einschätzung noch krassere Formen annehmen, denn der Falzismus sog ja seine Kräfte anfangs aus den Interventionisten, den Kriegsfreunden, und warf schließlich die Gegner in einen Tops mit seinen inner politischen Gegnern. Als Deullchensreund verlästert oder gepriesen, war Giolitti in Wirklichkeit nichts a 18 Italien er. DaS bewies er sofort nach dem Frieden, als man ihn, hin- und hergerissen zwischen Anarchie und Liberalismus, Verzichts- und Kv- lonialpoliti?. Entente- und Deutschlandssympa- thien. als Retter in der Rot wieder auf den kurulischen Sessel setzte. Während dieser, seiner letzten Ministerpräsidenfchaft. die bis Juni 1921 dauerte, betrieb Giolitti eine rein frankophile Politik nach dem Grundsatz, immer mit dem jeweils Stärkeren zu gehen. Damit setzte er sich aber in Widerspruch zu dem Dvlks- empfinden, das in der lateinischen Schwester bereits insttnktiv den späteren Gegner witterte, und vor allem in Gegensatz zu dem gärenden jungen Italien Mussolinis, dem jede Kompromiß- und Schacherpolittk im Gefühl der eigenen Stärke verhaßt war. Zudem war es dem alternden Fuchs der parlamentarischen Wandelgänge nicht mehr möglich, neue Wege zu suchen, den Anschluß an den fremder Faszismus zu flnben. Gestürzt, glitt er unrettbar in die wurde- bewußte. ober sterile Opposition ab. Die gio- vinezza der Schwor,hem den schäumte über den parlamentarischen Fels hinweg. ich Einbruchsgelegenheit ausgekund- schaftet hatte, hat er sich ganz ablehnend verhalten. Ich war immer der anregende unb in der Hauptsache auch ausführende Teil. Hein war nur geringfügig daran beteiligt. Wenn wir zusammen Straftaten begingen, habe ich immer daS Geld genommen und erst davon gegeben, wenn er in Rot war." Vorsitzender: „Wer war der anregende Teil beim Postraub In OhllgS?" Zeuge: „Ich habe das viele Geld gesehen und fam auf den Gedanken des Einbruchs." Vors.: „Del Ihrer Festnahme in Saalfeld wollen Sie den Deamteii erzählt haben, Sie hätten mit Hein verabredet, sich einer ettoaigen Festnahme durchblutige Ab - w e h r zu entziehen, d. h. daß die blutigen Srzesse yeutf mehr oder weniger auf Ihre 6ln- wirkuna zurückzuführen seien." Zeuge: DaS stimmt nicht ganz. Ich habe lediglich gesagt, wenn die Beamten das Feuer eröffnet hätten, würde Nicht gewartet haben. Eine Verabredung mit Sein habe ich aber darüber nicht getroffen." Damit schließt die Vernehmung de« Zeugen Lärm. KriminalwachtmeiNer Rögel aus Saatfeld er- l.ac: dann über die Vorgänge bei der Festnahme de« Lärm m Saatfeld aus dem Zuge heraus Lärm war vollständig über- Xtai^borT^a r’’Uhu'n ^^ftand Beim I '■* -" ‘b-J’ gegeben.' Lärm sagi darau* in i g ori Erregung: Was der ©aalftiber Beamte eben gesagt hat, ist ganz falsch!" Auf Antrag des Anklagevertreters wird beschlossen, Lärm unvereidigt zu lassen, weil nach seinen heutigen Angaben angenommen werden müsse, daß Lärm und Hein tatsächlich verabredet hatten, mit Waffengewalt sich der Festnahme zu entziehen. Das Keuergefecht in Plauen. Dendarmeriehauptwachtmeister Endisch war an der Schießerei in Plauen beteiligt. Der Zeuge gibt an, daß Hein vorn Fenster aus beobachten konnte, wie sich die Beamten auf der gegenüberliegenden Straßenseite verhielten. Gleich nach dem Eintritt der Beamten in Die Wohnung habe Hein in schneller Folge geschossen und Schmidt getötet. Endlich erhielt drei Schuhverletzungen. Hein bestreitet, daß er von vornherein die Beamten mit der Schußwaffe erwartete. Sr habe keine Ahnung von dem Kommen der Beamten gehabt. Der Plauener Kriminalkommissar Krüger, der an der Festnahme teilgenommen hat. schildert, wie die Plauener Beamten unterwegs mit Wagner berieten, wie Hein zu verhaften wäre. Der Zeuge schildert, daß er mit der Pistole in der 5)an? auf dem Trevpenslur getoartet habe. Hein habe durch die Türspalte ein vaarinal geschossen und er, Krüger, habe auch nach oben geschossen, ohne aber au treffen. Krüger hat dann bis zur Ankunft des Ueberfallkommandos gewartet. Wie Hein ungesehen aus der Wohnung entkam, kann sich der Zeuge nicht erklären. Bei der folgenden Vernehmung des Dendarmerie- wachtmeifters Windeis en stellt der Vorsitzende kopfschüttelnd fest, daß die Plauener Beamten f?r die Festnahme Heins gar keine 5c- stimmten Anweisungen erhalten hatten und es den ilnterorganen überlassen war, nach eigenem Gutdünken vvrzugehen. Heins Eniwicklungsjahre. Der Hil>s!runinaltominissar V o g t -Düsseldorf äußert slch über das Milieu, in dem der Angeklagte Hein ausgewachsen ist. Sein Vater arbeitete, ebenso wie in der erften Zeit der An^ geklagte, in der Gerreshelmer Glashütte. In diesem weitab von Düsseldorf gelegenen Werk werden hauptsächlich Russen, Polen und andere Arbeiter beschäftigt, well qualifizierte rheinische Arbeiter nickt gern diese mrstrengende Arbeit bet 60 Grad Hitze übernehmen. Die Mutter hatte neben schweren wirtschaftlichen Sorgen auch die Verantwortung für die Familie zu tragen, well sich der Vater gar nicht um die Erziehung der Kinder kümmerte. Die Familie Lärm ist nach Aussagen des Zeugen eine ausgesprochene Verbrecher» familie. Der heute oomüttag als Zeuge vernommene Lärm hatte drei Brüder, von denen zwei zurzeit im Zuchthau« eine Strafe wegen schweren Raubes verbüßen. Zu einer bewegten Szene kommt -eS^bei der Vernehmung des Angellagten. Während die Mutter seine Iugend schildert, wird der Angeklagte sichtlich erschüttett. Die Mutter bekundet, ihr Wann habe von jeher viel mit den Rerven zu tun gehabt. Wenn er aufgeregt war. sei er mit dem Messer auf die Familie loS- gegangen. Der wöchentliche Verdienst in der Glashütte habe nur 6 bi« 10 Mark betragen. Der Angeklagte mußte schon mit 13 Iahren zum Ilnlerhalt der Famllie btUta- gen. Sie erklärt: .Ich bin erst 52 Iahre alt, aber sehen Sie sich meinen 5tofrf an.“ Polizeioberwachtmeister HÜußner (Plauen) hat die von Lärm 6 er gestellten Handgrana- t e n untersucht. Diese enthiellen 250 Gramm Sprengpulver, vier Sprengiapfeln und 40 verrostete Schrauben. Sie würden nach Ansicht de« Zeugen eine ungeheuere Sprengwirkung hervorgerufen gaben. Zeuge Vogt (Düsseldorf) teilt mit, es sei ihm vertraulich der eigentliche Zweck der Handgranaten bekanntgeworden. Sie seien danach nicht für Einbrüche bestimmt gewesen, sondern es sollte damit das Rathaus in Gerresheim bombardiert werden, weil sich dort die Polt- A e i w a ch e befindet, von der im Iahre 1923 Die polizeilich? Aktion gegen die Glashütte geleitet wurde. Aus eine Frage de« Vorsitzenden bestätigte der Angeklagte, daß zwei dieser Handgranaten in seinem Besitz waren. Ein« wurde in einer Aktentasche gesunden, die andere trug er bei feiner Verhaftung bei sich. Der Korbmacher Trommer In llnt.rfiemau war Zeuge des Zusammenstoßes zwischen Hein und tarn Gendarmen Scheier. Er bekundet, Hein und Scheier hätten ein Handgemenge gehabt, bei dem mehrere Schüsse fielen. Scheier brach zusammen und Hein ging weiter. AIS Scheier versuchte, sich wieder aufzurichten, kehrte Hein wieder um und feuerte noch einen Schuh in den Kopf Scheiers. Hein nahm dann daS Rad Scheiers und fuhr damit in der Richtung Kv- Emrg davon. Aus aller Wett. Die Hitze in Italien. Die Hitze nimmt bi gam Italien immer noch zu. In Oberitalien und Südtirol ist die Tern- peratur auf 37 und Florenz auf 39 Grad delfui« gestiegen. In verschiedenen Ortet haben große Holzlager durch Selbstentzündung Feuer gefan- &In der Äähe von Brescia und Savona weite Strecken Mais längere Zeit ae- t. In Savona bebnte sich der Brand über einige Kilometer aus. Erst nach mehreren Stunden konnte man das Feuer eindämmen. Oie Wetterlage. o o 27 %>-wr ■ 0varxemox ©icno.©nim ® wo.xig. H entgeh * l'6ece a triupcia g "r;ei K «rw.itrr^ju.adjti'Je.O srt» «kbio o$i H-f.etfvtji K UurtnetDo -orgwcU ot »Inte fi'eotn am d<■ winde. Pi« »»den SUiioecn jttaeMin z«* Wn ge)en d'e Tempereljf ta o* iie.en rerMidce Orta aa gmUdd» •>’ *Vtrcw>vrau „meerrrnnr«» lefldrutl rvettcrvocausfage. Durch die östliche Verlagerung de« isländischen Tiesoruckgebictes nach StMidinavien kommt es in Verbindung mit dem britischen Hoch zu einer Westströmung, die im deutschen Küstengebiete Dcwöltung hervorruft. Mittel- und Süddeutsch- land dagegen liegen mehr unter dem Einsllrh hohen Druckes und nordöstlicher Luftzufuhr. Infolgedessen bleibt bei uns das trockene und auf» heiternde Wetter vorherrschend. Wettervoraussage für DonnerS- taa: Meist heiter, "Temperaturen noch ansteigend, trocken. Wittcrungsausf achten für Frei- tag: Teils heiter, teil« wolkig und warm. Lufttemperaturen am 17. Juli: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 17 4 Brad Celsius: am 18. Juli, morgens 17,5 Grad Celsius Marimum 24 Brad Celsius, Minimum 11,8 Grad Celsius. — Erdtem- pti uren in 10 Zentimeter Tiefe: am 17.3uli: alcnbs 29L Grad Celsius: am 18. Juli: morgens 21 ^rad Celsius. — Sonnenscheindauer 13%. Stunden. glue der Provinzialhauptfiadt. (Sieben, den 18. 3ult 1928. Gefährliche Gchwimmunfälle. Don Dr. W. Ochweisheimer. Sm Mensch schwimmt ruhig im liefen Wasser, plötzlich sieht man ihn verzweifelte Bewegungen machen, er gerät halb unter Wasser, ruh um Hilfe. ein Wadenkrampf hat ihn sch»«rpaft gepaclr 34 handelt sich dabei um eine krampfhafte Zusammenziehung der Waden- mustulatur. Das Bern wird dadurch der Herrschaft des Willens entzogen und da» Gefühl der Beeinträchtigung der Schwimmtaligteit zusammen mit dem Schmerz verwirrt und ängstigt den Schwimmer. Die älrfacße ist meistens eine zufällige, ungeschickte, allzu heftige vtovbewe- gung, auch wohl lleberanftrengung oeim Schwimmen. Bei manchen Menschen besteht eine ausgesprochene Veranlagung zum wiederholten 2uif- treten derartiger Krampsanialle. Wie ja auch nächtliche Wadenkrämpse sich bei veranlagten Personen leicht wiederholen. Deraruge Menschen werden chr Verhalten von vornherein daraus einrichten müssen, also sich möglichst bi der Nähe einet Sicherung aufhalten und jede Heberanftrene gung vermeiden ' , , Bei plötzlichen Wadentrampsen während deS Schwimmens würde viel weniaer passieren, wenn die erschreckten Schwimmer nicht den Kopf verlören. Wenn sich der Schwimmer ruhig auf den Bücken legt und sich Hauptsächlich mit den Armen, auch mit dem nl4(betroffenen Bein, vorwärts- treibt, dann gebt der Krampf meist rasch vorbei. Bon vchwunmerscite wird auch empfohlen, während eineS Dadenkrampses die Finger beider Hände weit auScinander zu fpreiyen. der Waden- kramps soll dadurch ivielleicht durch Mitbewegung der betreffenden Muskelgruppen) beseitigt werden. Auf jeden Fall ist eS geraten, sofort an Land zu trachten, weil eine Wiederholung deS Krampfanfalles leicht elntdtt. Sine kräftige Massage der WadenmuSkulatur trägt zur llebcttoinbung deS KrampseS bei. ebenso ein AufwärtSbewegen des FusteS Im Fußgelenk. Sin Springer ist von einem hohen Geländer auS In kühnem Kopfsprung in den See gesprungen. Sofort verspürt er einen stechenden Schmerz im einen Ohr, am Aachmittag ist der Schmerz noch stärker, und am nächsten Tag muh er wegen einer Mittelohrentzündung im Bett liegen. Die kommt daS zustande? Durch ein ungeschicktes Zusammentreffen ist Wasser vom Aachen auS durch den Gang, der zum Mitielohr führt (Ohrtrompete), in« Mlttelohr aebruiigcn. 6« hat hier zu einer Entzündung geführt, auch das Trommelfell in Mitleidenschaft gezogen, daher die Schmerzen. Besonders leicht kommt cS zu einem solchen Vorfall, wenn man Wasser auS der Aase oder auS dem Mund auSschnauöen will und dabei beide Nasenlöcher geschlossen sind ober fast ganz zugehalten werden. Will man Waller nach dem Tauchen auS der Nase auS- fcbnciuen. so sott man immer nur daS eine Nasenloch zuhalten und auS dem andern das Wasser herauSpustca. Dann ist die Möglichkeit viel geringer, daß Wasser durch die Ohrtrompete in« Mittelohr bringt. Beim Springen au« großer Höhe kann auch daS Trommelfell selbst einen Einriß erhalten. Da« bedarf bann sorgsamer Heilung, sonst kommt e« zu weitergeh.nden Entzündungen ober zur Abnahme ber Hörsähigkeit. Dor allem sollte ba« Springen inS Wasser bann vermieden werben, wenn schon früher eine Erkrankung be« Trommelfells einmal bestanden hat. Eine vernarbte oder sonst geschwächte Stelle im Trommelfell kann leicht einreißen. Nack manchen Trommel- fellerkranlunaen bleibt, auch wenn sie auSgeheilt sind, dauernd ein kleines Loch im Trommelfell bestehen. Dringt hier Wasser plötzlich in das Mittelohr ein, so kann ein solch heftiger Schwindel auf treten, daß der Schwimmer einfach untersinkt. Manch plöhlicherTodesfall beim Baden, ber unrichtigerweise als Herzschlag bezeichnet wirb, ist darauf zurückzuführen. Wer weiß, baß er ein Loch Im Trommelfell hat, wird vor dem Schwimmen etwa« eingefettete Watte in den Dehörgang stecken oder eine dicht- anschließende Gummihaube über Kopf und Ohren ^^uch bei Neigung ui Erkrankungen Don Kiefer und Stirnhöhle ist Springen und Tauchen nicht angebracht, eine gepeilte Krankheit kann dadurch wieder auff(adern. Schwimmen ist der gesündeste und empfehlenswerteste Sport für Mann und Frau, den eS gibt Jeder sollte schwimmen können. Mit dem Tauchen und Springen muß man aber vorsichtig sein, und es vor allem dann unterlassen, wenn man gemerkt hat. daß eS einem nicht gut bekommt. Um daS Urteil anderer Wenkchen darf man sich habet nicht kümmern Di eie sind sich in ihren Aeuherunpen keiner Verantwortung bewußt und sie tragen ja auch in den meisten Fällen keine Verantwortung. Oer Derfaffungstag in Hessen. DSN. Die hessische Staatrreglerung ?al beschloßen, den 11. A u g u st als Staats- e »erlag offiziell zu feiern. Die staatlichen Behörden und Verwaltungsstellen find an diesem Tage geschlossen, ebenso dürfen am 11. August keine Gerichtsverhandlungen abgehalten werden. Den Schulen ist schulfrei zu geben. Die Gemeinden und Städte werden aufgeforbert, den Tag durch einen feierlichen Ak t unter Hinzuziehung von Sport-, Musik, und Gesangvereinen zu be- gehen. Alle öffentlichen Gebäude sind zu beflaggen. Der Staatsregierung ist durch die Gemeinden und Städte Bericht zu erstatten über die Ab- Haltung eines offiziellen Festaktes. Taten für Donnerstag. 19. Juli. Sonnenaufgang 4.05 Uhr, Sonnenuntergang 20.06 Uhr. — Mondaufgang 6.23 Uhr, Monduntcrgang 21.53 Uhr. 1698: ber Dichter Johann Jakob Bodmer in (Breiten,ee bei Zürich geboren; — 1810: Königin Luise von Preußen in Hohenzieritz gestorben. — 1859: der Mediziner und Schriftsteller Ludwig Schleich in Stettin geboren; — 1863: der Schriftsteller Hermann Bahr In Linz an der Donau geboren; — 1870: Kriegserklärung Frankreichs an Preußen; — 1890: der schwäbische Dichter Gustav Pfizer in Stuttgart gestorben; — 1917: Friedensresolution des Deutschen Reichstags. Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. ZirkuS Krone: 8 Uhr, SröffnungSvvrste'lung auf bem Trieb. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Frauenarzt Dr Schäfer." — Astoria-Lichtspicle: .Onkel TomS Hütte" — Oberhessische Diehversiche- rungS-Anftalt Die steUvertretenbe Geschäftsleitung gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, baß bie für nächsten Sonntag vorgesehene Hauptversammlung bis auf weiteres verschoben ist. Interessenten seien auf bie Anzeige bc- svnbers hingewiesen. 211. Don ber L a n d e S u n i v e r s ität. Der planmäßige Extraordinarius für Deierinar^rm- bryolvgie an ber Universität Leipzig. Dr. W. Schauder, hat einen Nuf als Nachfolger des emeritierten Geh. MedVRat Dr. Paul Martin erhalten. " Polizeiperson allen. Ernannt wurden ber überplanmäßige Kriminalkommissar Heinrich Schönefeld zu Gießen zum planmäßigen Kriminalkommissar und der Kriminalhauptwachtmeister Peter Mag old zu Gießen zum Krimi- nalpolizeimeister. beide mit Wirkung vom l.Iuli ab. " Keine Straßenbahn-Sonder- wagen für Aheinfahrer. Die Direktion der städtischen Straßenbahn teilt uns mit: Der am vorigen Sonntag anläßlich des ScmderzugeS an den Rhein vormittags 6 Uhr ab Siechenanstalt zum Bahnhof verkehrende Straßenbahnwagen war so schlecht benutzt, baß wir künftig von der Stellung von Sonderwagen Abstand nehmen müssen. --- Sänaerzüge nach Wien. Gestern abend 8 Uhr stand unser Bahnhof tm Zeichen des Wiener SängersesteS. Zwei Sängerzüge, die auS dem Industriegebiet kamen, nahmen hier längeren Aufenthalt, der zur Erfrischung ber je etwa 500 Fahrgäste auSgenutzt wurde. Hunderte von Sängern sammelten sich auf dem Bahnsteig und entboten Gießen ihren Gruß mit einem wirkungsvoll borgetragenen Sängerspruch. In dem einen Zuge befanden sich geschlossen ber Lehrergesancwerein Dortmund und ber Gesangverein .Schlägel und Eisen" Bochum, die beide in 'HX en mit Sonderveranstaltungen auf tret en werden, außerdem eine FaHnenabordnung des Männergesangvereins .Arion" Hanrm i. W. •• Der Zirkus Krone gibt heute abend in seiner großen Zeltstadt auf bem Trieb bie Eröffnungsvorstellung. Wie wir vor einigen Tagen schon mitteilten, geht diesem ZirkuSunternehmen ein glänzender Ruf vorauf, der dafür bürgen dürfte, daß auch in unserer Stadt Außerordentliches geboten werden wird. Allein schon die Mitteilungen über den Tierpark dieses Zirkus, bie wir in unserer Wontagausgabe brachten, beweisen überzeugerrd, daß dieses Unternehmen eine überragende Ausnahmestellung auf feinem Arbeitsfelbe einnimmt. Bemerkenswert ist aber noch, baß ber Zirkus in Frankenthal, wo er zuletzt gastierte, wegen des außerordentlich großen Massenandranges noch eine Zugabevorstellung geben mußte. GksMS-WWMWlMiW erfordern stets eine sorgfältige lertgebnng und Satzausstattung. Gute Saßletftungen find nur erreichbar, wenn die Anzeigen iWtig genug aufgegeoen werden. Der Annahmefchluß für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Aach, mittag vor der Ausnahme. Gmpsehlungs. anzeigen müssen, je nach Umfang und Satz- schwierigketten, zwei bis drei Tage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem not. wendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen Meta den ermMteu toigl • • GesellschaftSfahrten zur Pressa und nach Paris veranstaltet die h esige Hapagvertre- tung, das Neiseburcau Loeb, unter Mitwirkung rheinischer Derlehrsverbände. Die Fahrten genießen besondere DergünstIgungcn. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. • • Dom oberen Hardthof. Auf der Hundeausstellung, die in den letzten Tagen in Ludungshafen ftattfanb, erhielt die Schnauzer- Hündin Bianca (vulgo Pöttchen) vom oberen Hardthof einen Ehrenpreis, zwei erste und einen zweiten Preis. • * E in schwerer Unglück sf all ereignete sich gestern mittag gegen 12 ilßr in Erda (Kreis Wetzlar). Dort befanden sich zwei jüngere Herren mit einem Hanomagauto, an dessen Getriebe eine Störung cingetreten war. Bei dem Bemühen, den Schaden zu beheben, trug der eine der Fahrer, ein Kaufmann auS Steinberg bei Gießen, dadurch eine schwere Schädelverletzung davon, daß er von einem Hebel ber Maschine unversehens heftig am Kopfe getroffen wurde. Nach erster ärztlicher Hilfe wurde ber Verunglückte von der Gießener Freiwilligen SanitätSkolonne vom Roten Kreuz mit bem Sani- tätsaulo abgeholt und der Chirurgischen Klinik in Gießen Angeführt. * Dchwerkriegsbeschäbigtenfahrt des ADAC. Von dem Wunsche beseelte, den Schwerlriegsbeschäbiaten einige schöne Stunden zu bieten, veranstaltet ber ADAC, alljährlich eine Schwertriegsbeschäblgtensahrt. Die deS ADAC. Gau lila, an ber sämtliche Schwerkriegsbeschädigten aus Heften und Hessen-Nassau teil- naß men, führte diesmal am Sonntag nach Bad Homburg. Sie nahm einen glänzenden Verlaus, denn gemeldet waren nur gegen 1000 Teilnehmer, erschienen waren aber über 1500. Mittags war die Ausfahrt vor bem Bad Homburger Kurhaus. Mit etwa 500 Automobilen von ADAC.-Mitgliedern wurde eine Rundfahrt durch den Taunus angetreten, bie über Schnitten, Weilmünster, Ufingen, Saalburg, Bab Homburg führte. Rach chrer Rückkehr wurden sämtliche Teilnehmer vom Homburger Automobil- llub im Kurhaus bewirtet. Die Dertteter der staatlichen Behörden, der Kriegsbeschädigten- Organisationen und deS ADAC, hießen ihre Gäste In verschiedenen Ansprachen herzlich willkommen. Bei geselliger Unterhaltung und künstlerischen Darbietungen verlebten die Schwerkriegsbeschädigten einige recht frohe Stunden. Preußen. Kreis Biedenkopf. XX R o d h e l m a. d. Dieber. 17. Juli. Unter äußerst reger Beteiligung aller Ortsvereine und des Brudervereins Bieber war es dem hiesigen Turnverein vergönnt, am Sonntag sein 40j.ähriges Bestehen zu feiern. Die Begrüßungsansprache hielt der langjährige erste Vorsitzende, Bäckermeister Deuker; er gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß selbst die noch wenigen Gründer, soweit es ihnen möglich gewesen, zu bem Shrentag erschienen seien. Dann sprach Fräulein Hofmann einen Prolog. Im November 1888 gegründet, pflegt der Verein gewöhnlich mit ber Weihnachtsveranstaltung seine Stiftungsfeier zu berbinben, er wollte aber diesmal den Tag, toeim auch Im engsten Rahmen, öffentlich begehen. Fast zwei Jahrzehnte war bet Verein ein rühriges Glied im Gau Hessen, trat aber bann dem neu gegründeten Lahn-Dün S- berg-Tumerbunb bei. Um den neueren Verhältnissen Rechnung zu tragen, wurde 1924 hoch oben am Launscheidsberg ein großer Sportzrlay geschaffen, und seitdem führt ber Verein den Namen Turn- und Sportgemeinde R v d h e i m. Die Turnstunde wird durchschnittlich von 40 aktiven Turnern besucht unter der bewährten Leitung her beiden lumfcxrrte Karl Selling und Otto Schlierbach. Am Shrentag wv vorerst alle auf dem diesjährigen Gau- feft in Lollar bestimmten Freiübungen ingeseigt, dann an den Geräten in vier Riegen flott geturnt wurde, stand die Gesamtleitung unter dem Gauturnwart Rudolf Keller. Erfreulicherweise hatte sich auch eine Damenriege vom Turnverein Lollar in den Dienst der Veranstaltung gefüllt und zeigte evafte Hebungen. Für 25jährige Mitgliedschaft konnten durch Ueberrckßung eines Diploms ausgezeichnet werden: Wilhelm Schäfer. Karl Bender, Wilhelm Schlierbach. Heinr. Konr. Leicht. Wilhelm Decker, Wilhelm Selling und Karl Scheid Danz beionbert trugen die beiden hiesigen Gesangvereine „ Sängervereinigung Lintracht-Lieder- ftaiu" und Ardeiterge'angveretn -.Vorwärts" durch ihre wohlgeschutten Lieder zum guten Gelingen des Festes bei. Der Abend, der rine einigermaßen wohltuende Kühle brachte, wurde durch Tairz und Stellung von Pyramiden au »gefüllt Mreie Vctzlar. ~ Lützellinden. 17. Juli. Die Stelle der Lehrerin an der hiesigen Hauswirt- s ch a f t S s ch u l e . die längere Zeit verwaist war, ist der technischen Lehrerin Kutscher auS Klein-Linden übertragen worden. O Niederkleen, 17. Juli. Der Gemein d e r a t beschloß in seiner jüngsten Sitzung, die Brücke über den Kleebach an der Straße nach Lang-GönS zu verbreitern, und zwar im Zusammenhang mit der Instandsetzung der Drücke über den Klccbach im Zuge der Hauptdorsstraße durch die KreiSstraßenver- waltung. bie zur Zeit tm Gange ist. Srieffoffen öer Redaktion. (Rechtsgutachtcn sind ohne Dcrhindiichkelt der Schriftleitung.) 'M. S., Cubroigftraße. Wir können im Briefkasten aus naheliegenden Gründen keine Firmen empfehlen. Fragen Sie doch einmal bei einer hiesigen Bersiche. rungsDcrtretung unmittelbar an. y. v. In ID. Arbeitnehmer, die der Krankenversicherung unterliegen, unterliegen auch der Arbeitslosenversicherung. Ob im vorliegenden Falle einem Befreiung San trag ftattgegeben werden kann, hängt von der Größe der landwirtschaftlich genutzten Fläche ab. Nach dar 5. Ausführungsverordnung zu. Verordnung über Srwerbslosensür- sorge vom 18. Januar 1926 ist versicherungSsrei eine Destchäitigung In der Landwirtschaft, wenn der Beschädigte zwar während eines Telles des IahreS als Arbeitnehmer tätig, außerdem aßet Eigentümer ober Pächter [anb- und forstwirtschaftlichen Drundbes itzeS von solcher Größe ist. daß er von dessen Ertrag mit seinen Angehörigen in der Hauptsache leben kann. Versicherungsfrei ist auch eine Deschästigung. bie der Ehegatte ober ein Abkömmling einer der vorher genannten Personen, mit der er in häuslicher Gemeinschaft lebt, während eines Teiles des IahreS in ber Landwirtschaft auSübt. gleichviel, ob dies« Personen selbst zur Zett als Arbeitnehmer beschäftigt sind ober nicht. AIS Min- bestfläche ist für Hessen ein — eigner ober gepachteter — Grundbesitz von 6 biS 8 Morgen (zu je 2500 Quadratmeter) festgesetzt. Die Bersichc- rungsfreiheit ist in allen Fällen von einer gerne ins a m vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterzeichneten Anzeige bei ber Krankenkasse abhängig. Die Verslcherungsfreiheit beginnt mit bem Montag ber Woche, in der die Anzeige eingeht. Irn Streitfälle entscheidet daS zuständige Ve^sicherungSamt in erster, daS Oberoersicherungsamt in letzter Instanz. Bei or über die Cberpflicßtung, Beiträge au leiften, nicht entschieden ist, müssen die ‘Beiträge gezahlt werden. berliner Börse. Berlin, 18. Juli. (WTB. Funkspruch.) Obwohl durch die gestrige Neuyorker Abcndbörse im heutigen Frühverkehr die Stimmung etwas freundlicher ist, kann von einer Umsatzttitigkeit noch nicht die Rede sein. Kurse werden noch nicht genannt, und die Spekulation bleibt zurückhaltend, da es sich noch nicht übersehen läßt, ob die gestern zu beobachtenden (Ent- lastungsoerkäufe, um nicht zu sagen Erekutionsocr- kaufe, ihren Fortgang nehmen. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,25, Mailand 92,80, Spanien 29,53, das Pfund 486,18 uid den Dollar 4,1920. b®1 Darmiräghjolt RICH-BRA^DT'J i 'S L — WfÄütoA— ftza/Gar777s'>^r &m-bfL Umstands-Frauengurt, Wochenbett-Binde, Original-Frauengurt Edelgurt, Edelformer, Büstenhalter, poröse Hüftgürtel, Strumpfband-Gürtel = Thalysia-Reform -Schuhe — Alleinverkauf für Gießen: Frau Gustel Schlumberger ärztlich und fachlicherseits ausgebildet Ludwigsplatz 14, I GIESSEN Ludwigsplatz 14, I OäjD In den ersten 10 Jahren »©Ute jede Mutter ihr Kind nur mit der reinen, milden Sonnengebräunt wirdlhr Körper, wenn Sie ihn vor Luft, und Sonnenbädern v_or Führten und Wanderungen mit NIVEA-CREME einreiben. 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Wilhelm Gengnagel. Gießen, den 18. Juli 1928. «300 rE V//M Drötzte Auswahl in allen Preislagen J. B. Häuser, Gießen, Am Oswaldsgarten Edgar Borrmann, Eisenhan dlg. findet auf dem Platz an der Volkshalle Giefaen die Premiere Mietgesuche gesucht. 05297 gesucht. (MS; 2D Kreuzvl. 9. D gesucht 05281 66Ö4D 68X3 D vorzugt. morönrger 5tL 40 o. 6647* Hunderte von Hausfrauen haben schon die besten Erfahrungen rnt t Ihmgemacht, er wird auch Ihnen gefallen Ein Roeder ist universell. Sie können auf ihm backen, braten und kochen was Sie wollen, dabei ist er praktisch und eirifach in seiner Einrichtung und außerordentlich billig Intelligentes Fräulein f. Berk. u. Büro- nrb. f. sof. gesucht. Schr. Ang. unter Beif. v. Lebenöl^ ZeuguiSabschr. u. Reser, unt. 66220 an den (Sieh. Anz. Tüchtige Anstreichergehilfen für sofort gesucht. Christ. Kerber Malermeister Wetzlar a.d.Labn, Schleusenstr. BraveS. ebrlicheS Mädchen ZozelSgaffe v. 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HeilMer mann l - müht. Di ftnncnäux über 100 argen dr Heilstätten seitS das Provinzul tung bcku statte hat Tie Kameraden werden gebeten, am Sonntag, dem 22. Juli, an dem *21 c- tilleristeu Ver- bandoieit in Langsdorf sich zahlreich au betetUnen. Abfahrt 1.43 Uhr. Zusammenkunft i Uhr im ivereinslokal. Der Vorstand. SteneWn mit guter Schulbildung, wenn möglich englische Sprachkenntniste, auch bewandert im Umgang mit Kundschaft, für 15. August gesucht. Schriftliche Lewerbungen mit Zeugnisabschriften und Lild an Reisebüro Loeb, Gießen 6695D Donnerstag, den 19. 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KrOWfi hält seine Versprechungen bis in das kleinste und bringt auch wirklich, was andere versprachen, aber nicht brachten. Nicht vergessen heute abend punkt 8 Uhr auf dem Platz an der Volkshalle die laue IWEMiiuR’ Schul e MasciHMeoeeEitth1» tecnMOiöcfc-emetue. Tofiini/osrrii. Vermietungen! Pm. Wljn Sonn. mÖbL Zimmer, BBtogache. Tel. 1485. Gel möbL Wehnsimm, anfchliehend kleines Schlafzimmer, el.lt, Zentralh. u. Balkon, an ält.ruh.Dauerm. sofort zu vermieten. Schriftl. Angeb. unt. 05291 q. d. Gieh. Anz. 500 cc gutem Zustande, preiswert en verkaufen. Schr. Ang. u. 05298 an den wieh. Anz. 1 sttabmasMine, 1 Schneider-Näb- m aich ine, 2 L«aS- berde, 1 Vaar Ta mcn> Halbschube, (Mr. 2 Vogelkä' fige abzugedeu. U. Schneider, w stieuenweg 6. Suche für sofort jüngere Arbeiterin für meinen Dunkel- kammerbetrieb. 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Juli 1928 Bürgermeisterei Lindenstruth J.B.: Schäfer. 66920 I Sauerstoff In Leihfäffern, jede» Quantum sofort ab Lager abzugeben. (65!>2a$ 3. Weisel, Sonuerrfivatze 6 -Schränke GI5>-Maschinen Gebttdeie, redegewandte Dame und ebensolcher Herr bei sehr gutem Einkommen von bedeutendem Konzern per sofort gesucht. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften unter 66900 an den Ätehener Anzeiger erbeten.____________ 2 Betten, 1 Diwan. 2 Cbaifelong..iSchreib' tisch m. Seffel, 1- u. 2tür.Kleiderschr^L» chen. Zische, Stühle, Waschkomm^ 1 Mangel. 2 Kinderwagen. 1 gebr. Küche, neue Herrenanz.. Schuh- waren, rrlkotage«, Sporthemden, Strümpfe ufro. kflUfl lieh ail Telliklg. bet II. Benner IL, jetztNordanlage 7. Kaufgesuche | Kranken Fahrstuhl t kaufen aeincht. chr. Ana. u. 06283 » den Gieh. Anz. Vereine \ tSotimann, Marburger Str. 66. Junge», anständiges Mädchen für tagsüber sofort gesucht. 05287 A Waag SelterSweg 60. 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Wenn diese Zeilen vor die Äugen unserer Leser kommen, gehört die heute in der Mittagsstunde vvrgenommene Grundsteinlegung der neuen Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luftwege bereits der Geschichte an Mit diesem Heilst ättenbau werden unsere Stadt und da- Land Hessen, ja die leidende Menschheit überhaupt um eine Einrichtung bereichert, von der man größten Segen im Kampfe gegen die furchtbare Geißel der Menschheit, die Tuberkulose, erwarten kann. Die neue Heilstätte wird bekanntlich «m der Gasskystrahe. in unmittelbarer Nachbarschaft des Lupusheim", errichtet. Die Gesamtanlage erfordert einen Kostenaufwand von etwa mner Million Mark, wozu der Hessische Staat 210 000 Mark schenkungsweise be.steuert Die übrigen Geldmittel werden durch den 5>essischen Landes- verband zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heil- stättenverein) aufgebracht. Ilm die Beschaffung dieser Mittel ift der rührige Dorslhendc deS Heilstättcnvereins. Präsident Dr h. c. 21 t u - mann «Darmstadt), in vorbildlicher Weise bemüht Die Stadt Gießen hat in anerkennenswerter Weise das gesamte Gelände von über 10 000 Quadratmeter Große in Erbpacht gegen eine ganz geringe «Entschädigung dem Heilstättenverein überlassen und so auch ihrerseits das hohe Interesse der Univcrsitäts- und Provinzialhauptstadt Gießen an dieser Cinrich. tung bekundet. Hm die Errichtung der Heilstätte hat sich der Direktor der LlniversitätS- Lmik für Ohren-, Olafen- und Halskrankbeiten, Prof. Dr. Drüg^ernann, große Verdienste erworbene ihm wird die Leitung der neuen Heilstätte übertragen. Die Pläne zu dem (Bau entwarf der Architekt (Bautet Hans Meyer (Dießen), unter dessen Leitung der gesamte Dau errichtet wird. Die örtliche Bauleitung hat der Bauführer Otto Seibert auS Reichelsheim inne. Die Maurerarbeiten übernahm die Firma M Abermann (Gießen), die Ausführung der (Betonarbetlen erfolgt durch die Gesellschaft für (Beton- und Eisen betonbau m. b. H. in Gießen. Der erste Spatenstich wurde am 1. Mai d. 3. vorgenommen. Für die Fertigstellung des gesamten Baues find l1/» 3ahre vorgesehen. Die neue Heilstätte besteht aus drei Gebäuden: einem Haupt-, einem Wirtschaft-- und einem Rebenbau. Das Hauptgebäude. 3m Hauptgebäude befinden sich die Räume für Fvrschungs- und Heilzwecke. Gs besteht auS Keller-. Erd- und drei Obergeschossen Die Grundrihanordnung wurde in Form eineS Winkelbaues gewühlt, Sefien Schenkelseiten eine Länge von etwa 42 Meter und 47 Meter, also 99 Meter Fassadensront abgeben. Die Innenfeilen dieses Wiittelbaues sind direkt nach Süden gerichtet. um die denkbar beste Beleuchtung für die Ätanienräume zu ermöglichen, die sämtlich mit großen LiegeballonS ixnebcn werden. Durch kräftige Rücklagen und zweckmäßige Ausbauten, insbesondere an den Tages räumen, wird die Monumentalität des Baues vor.eilhaft gesteigert. Die Durchschnittshöhe des Gebäudes beträgt 17 Meter Es wird mit einem flachen Dach venehen. das mittels Fahrstuhls und Treppenanlage auch für Krante leicht erreichbar ist. Die begehbaren Flächen sollen Patenten für Heilzwecke bzw. zu Licht-, Luft- und Sonnenbädern dienen. 3m Kellergel choß befinden lich mehrere Laboratorien und die therapeutischen Bäder, sowie sonstige für die Be^"dlung notwendige Rebenräume. Au' erdem wird daselbst die zentrale Heizungsanlage uno Die Wohnung deS Hausvenr alters untergebracht. Dos Erdgeschoß enthält neben dem Haupt» eingang eine zentral gelegene große Treppenhalle mit dem Personenaufzug. die beide durch die vier Stockwortc desHau'e^ einheitlich durchgeführt werden. Diese Halle bildet gleichzeitig ten LIebersichtspunlt nach den beiden rechts- und linksseitig gelegenen Flügelbauten. 3m Anschluß an die Haupteingangshalle befinden sich der Aufenthaltsraum des Pförtners und die (Verwaltung. Während der linksseitige Flügelbau eine Aufnahmestation für etwa 15 Kranke enthält, wurden im rechtsseitigen Flügel die Raume für Untersuchung. Operation. Sterilisation und ein größeres Röntgenkabinett eingerichtet. Außerdem befinden sich daselbst ein Raum für Belichtung und Kehlkopsbestrahlung, ein Rauminhalatorium und ein Saal für Einzelinhalativn. ferner werden für spez. Behandlung drei Kannnern für Reinluft-Inhalation, sogenannte allergenfreie Kammern eingebaut Für die spez. Einrichtung dieser DehanolungSräume werden die neuesten Errungenschaften auf mechanisch.technischem Gebiet zur Anwendung tormnen, und so dem Institut in vieler Beziehung große Vorteile bringen. 3m ersten und zweiten Obergeschoß befinden sich die Räume für die Kranken, und zwar soll die erste Etage ‘Räume für Männer enthalten, die zweite Etage für Frauen eingerichtet werden. Insgesamt formen tn dem Gebäude 75 biS 80 Kranke untergebracht werden. Durch die zweckmäßige Anordnung der Treppenhalle wird jede Etage in zwei Stationen geteilt so daß eine Trennung der schwerer Erkrank ten ron leichten Kranken sehr gut durchgeführt werden kann. Llntersuchungsräume, Bü- der, Toiletten. TageSräume und geräumige Flure vervollkommnen die zettgemähe Einrichtung. In der Halle deS ersten Obergeschosses, also außerhalb der Krankenräume, sind die Räume deS Direktors untergebracht Im zweiten Obergeschoß befinden sich bafdbft die Räume deS Ober- arzteS, der Bibliothek und der Sammlung. Im dritten Obergeschoß befinden sich im rechten Flügel die Räume der Schwestern und deS weiblichen Personals. Im linken Flügel und im Änfchluh der Treppenhalle werden die Räume für die Assistenz- und Bolontärärzte eingebaut Außerdem verbleibt noch ein großer Teil für Vergrößerung, der zunächst als Aufbewahrungsraum dient Durch Höherführung des Mittelbaues werden AuS- und Anlleideräume für alle diejenigen geschaffen. die das Flachdach aufsuchen werden. Daß die gesamte Einrichtung alle Reuerungen der Technik aufnehmen und die Ausstattung Zweckmäßigkeit. Schönheit und Hyg ene in sich vereinigen wird, ohne dabei irgendwelchen LuxuS zu treiben, ist selbstverständlich. OaS Wirtschaftsgebäude enthält eine umfangreiche moderne Küchenanlage mit allen hierzu erforderlichen Reben- räumen für Kühlung, Reinigung und Geschirr- desinsektion u. dgl. In bie'c n Gebäude werden auch die Räume für die Wäscherei. Trockneret und Plätterei untergebracht. Außerdem sind mehrere Wohn- unb Schlafräume für das Küchen- personal Dorge'cven. Die Einrichtung und Anlage wird tn jeder Beziehung den Zwecken und Anforderungen der neuen Heilstätte gerecht werden. Das Nebengebäude. In dem (Nebengebäude wird eine größere Desinfektionsanlage für (Betten u. dzt gescha'fen und auch ein Verbrennungsofen für verbrauchte Verbandstoffe usw. untergebracht. Ferner befinden sich daselbst die Stallungen für Impftiere mit den zugehörigen Futterräumen, Laufplatz und Sonstigem. Oer Grundstein wird eine künstlerisch ausge'ührte Hrfunbe enthalten, in welcher die wichtigsten Punkte aus der Entstehungsgeschichte der neuen Heilstätte angeführt werden. Dieser Llrkunde werden ferner noch folgende Gegenstände beigelegt: Ein Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen, mehrere Pläne über die projektierte Heilstätte, der Gießener Anzeiger vom 18. Iuli 1923, die Ober» hesfische Volkszeitung vom 18. Iuli 1928, ein Vorlesungsverzeichnis der Universität, eine Anzahl zur Zeit gültiger Reichsmünzen von 1 Pf. bis zu 5 Mk. und die zur Zeit gültigen Briefmarken. Mögen alle hochgespannten Erwartungen, die man an die Errichtung dieses Baues knüpft, in vollem Umfange In Erfüllung gehen, und möge die neue Heilstätte — wie eS in der Grundsteinurkunde in so feinen Worten gesagt wird — allezeit den Zweck erfüllen, dem sie geweiht ist: Dem Kranken zur Heilung, dem Forscher zum Rutzen, dem Lande zum ©egen. Dierfüßleraufdemhohen Geil. Don unserem A. O. ^^Berichterstatter. Nachdruck, auch mH Quellenangabe, verboten. Reuhork, Iuli 1928. Rationalkonvente der großen politischen Parteien sind ein typisch amerikanischer (Beitrag zur Demokratie. Kein anderes sich selbst regierendes Doll hat sich hierin die (Bereinigten Staaten zum Muster genommen, und je mehr dieser f»genannten Kundgebungen des Parteiwillens man erlebt, desto weniger nachahmenswert findet man dies Dorböld. In ihm verkörpern sich die augenfällig st en Rach- t eile und Schwächen politischer Demokra- tien, während von ihren wirllichen ober auch nur behaupteten Vorzügen wenig ober gar nichts wahrzunehmen ist. Eigentlich sollte die Demokratie als Regierungssorm zu ihren richtunggebenden Entschließungen über Führerschaft unb Politik auf Grund freier, ungehemmter Meinungsäußerung aller in den Parteien vereinten Klassen, Gruppen unb Interessen kommen, in Wirklichkeit jedoch handelt eS sich auf diesen in den (Bereinigten Staaten alle vier Iahr« tmebertebrenben Parteitagungen nur um bi« Beherrschung der politischen Maschine durch eine Keine Anzahl Berufspolitiker, denen lediglich darum zu tun ist, sich die Macht nicht enttomben zu lallen und den Austausch der Meinungen nach Möglichkeit einzuschränken. Es ist ihre Auigabe, so rasch unb so reibungslos wie nur möglich zum Endergebnis zu kommen, und damit wissen sie ihr Bestreben, widerspenstige Einheiten ober ganze Gruppen mundtot zu machen unb endlosen Erörterungen vorzu- beugen, vortrefflich zu verteidigen. Seit zwei Rlenschenattern Hal daS Bemühen der Berufspolitiker, die .Zügel fest in der Hand -u halten, den Rationalkonventen beider Parteien ihr charakteristisches Gepräge verl ehen, unb He haben alles getan, um den von ihnen alS unerläßlich zum Erfolg ange'ebenen Vorbedingungen jedes Hindernis aus dem Wege zu räumen unb unabhängige Parteiprogramme unb Führer nicht auftommen zu lassen. Sie sind allerdings in der Wahrung strenger Parteidisziplin nicht immer erfolgreich gewesen. Gelegentlich waren die Interessengegensätze zu schroff, die einander opponierenden Fraktionen schlugen über die Stränge, wie die- 1912 bei den RepuUSanern. 1924 bei den Demokraten der Fall war. Aber gewöhnlich ist die Parteitagung dermaßen von der Furcht vor den möglichen Folgen einer Spaltung beherrscht, daß man sich lieber mit einem bescheidenen Kompromiß unb mit Versprechungen — die durchaus nicht so bescheiden zu sein brauchen — abfpeisen läßt, um das Aeußerste zu verhü.en. Man fügt sich inS Unvermeidliche unb läßt bat Konvent seinen maschinenmäßig langweiligen, trockenen, inhaltslosen Verlaus nehmen. Reben ber Erkürung der beiden Kandldaten für bie Präsidentschaft und die Vizepräfibent- schaft ist deS Parteikonvents wichtigste Ausgabe die Formulierung der Parteiprin- z i p i e n unb beS Parteiprogramms, Der ,Pla11for m". Die Republikaner zimmern sich bieses Stück Möbel vor ber Romi- nicrung ber Kandibaten zurecht, bie Demokraten ernennen zuerst ihren „Bannerträger" für bie Wahlschlacht und passen die .Plattform" ihm an. Das heißt natürlich nicht, daß nicht auch die Republikaner sorgsam daraus achten, daß dem Gefüge keine lodere ober untaugliche .Planke" einverleibt werde, auf der der Kandidat nicht mit beiden Füßen stehen oder doch mindestens das Gleichgewicht halten könnte. Will man der Wahrheit die Ehre geben, so ist bie Prinzipienerklärung beider Parteien weit eher mit dem hohen Seil zu vergleichen, auf dem bie altüberlieferten Parteishmoole, der republikanische Elefant und ber demokratische Esel baS Weiße Haus zu erreichen hoffen. Der Strang ist nicht überall von gleicher Tragfähigkeit, in dem Gewebe ist nicht alleS fehlerlos, unb über bie schwachen Stellen muh ber politische Dlondin sachten unb sorgsamen Schritte- hinweggleiten. will er nicht zu Fall kommen. Man sollte meinen, das Programm einer politischen Partei ließe sich in einer Folge bestimmter, knapper, klarer Sätze zusammenfassen. Die .Plattform" der Republikaner a. B. ist jedoch übet 7000 Worte lang. Rjemand hat je genau auszurechnen vermocht, wieviel überflüssiges, belangloses und unaufrichtiges Geschwätz bie Plattform einer der großen Parteien in den Vereinigten Staaten enthalten darf, ehe sie unter ihrer eigenen Last zusammen bricht. Sonst ganz vernünfttge, zurechnungsfähige und ehrenwerte Leute, die zum Konvent zusammengekommen sind, scheinen — einem stillschweigend getroffenen Aeberei „kommen gemäß — es als feststehende Prämisse zu betrachten. daß sie bei der Verkündung der Parteiprinzipien ungeheure Mengen forensischer Munition zu verpulvern Haden. Wenn ein Geschäftsmann unS den Ruf seiner Firma und die Güte seiner Waren mit einem ähnlichen Wortschwall anzupreisen wagte, wie er im Kansas Eich im Interesse ber Republikanischen Partei aufgeboten wurde, würden wir unser Bestes versuchen, den Bedauernswert-m schleunigst in einer Gummizelle imteQubringen. DaS wäre ber einzig richtige Ort für einen Menschen, der mit Tatsachen so sorglos umgeht, die Dinge dermaßen auf den Kops stellt. Möwe im Sturm. (Roman von Sophie Kloerß. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sie haben es notfa gut/ sagte die Russin. „Sie sogen, elende Zimmerchcn, Frau Baronin — ich hcwe nur eine Kammer, tatsächlich, eine Kammer. Und wie die Leute einen behandeln. Man möchte manches Mol zur Hundepeitsche greifen. Wenn der Mietzins nicht am Ersten auf demTisch liegt machen ik spitze Reden. Sie tollten sich sagen, daß es eine (fbre für sie ist. unsereins im Hause zu haben/ „Sie werden wohl selbst nichts zu leben haben. Obgleich ich sagen muß, daß ich wie erlöst bin, seit wir wieder die Rentenmark haben. Meine Schwester kann rechnen, Gott sei Dank. Ich wußte nie, ob ich Hftllicmen oder Billionen bezahlen müßte. Es war «Aber nehmen Sie doch noch ein wenig Geir haben ja keinen Diener zum Aufwatten, imb der kleine Trampel, den unsere Wirtin ihren dienstbaren Geist nennt, der ist schlimmer als nichts." „Es ist mir ziemlich gleich, ob eine Matt oder eine Billion/ sagte Nadja. „Wenn ich einen Entwurf verkaufe — das Geld ist gleich wieder fort. Hätte man nicht Freunde, was sollte man machen?" „Sie haben noch Freunde? Da find sie zu beneiden. Wir zwei sind fast ganz auf uns allein angewiesen/ „Oh, man kann immer Freunde haben, wenn man will. Denen es eine Ehre ist, einer Dame aus vornehmem Stande zu Helsen. Man läßt sich ja nichts schenken. Es wird alles einmal wieder bezahlt/ Elenas Augen glitten mit leichtem Spott über sie hin. Es gab verschiedene Rückzahlungen. Draußen vor der Tür hörte man eine Männerstimme. Der kleine Trampel kam und meldete: „jjerr Godesheim fragt, ob er den Damen feine Aufwartung machen dürste/ Maria stand so schnell auf, unb ihr Gesicht trug so deutlich einen Schein der Freude, daß Nadjas Spüraugen sich ganz schmal zusarnmeTtzogen. War das schon ein Freund? Aber der Godesheim — der hatte ja selber nichts. Heinz trat ein, braungebrannt von südlicher Sonne, frisch und heiter. Küßte Elena und Maria die Hand, sah in das Gesicht des Gastes und trat förmlich bestürzt einen halben Schritt zurück. „Wir kennen uns, Herr Godesheim. — Oder erinnern Sie sich nicht an die letzten Bälle im Fasching?" Eine sehr förmliche Verneigung. „D gewiß, gnä- diges Fräulein. Arbeiten Sie noch bei Kcinzel?" „Nein, ich bin jetzt mit Fräulein von Erdmanns- darf zusammen bei Irübner. Porzellanmalerei und Glas. Und Sie?" Godesheim wandte fick an Elena. Er wandte sich immer an sie, wenn seine Wünsche Maria galten. Und wie gut sie ihn verstand! .Ich habe noch zu heute abend eine Loge im Residenztheater bekommen. .Der Diderfpenstigen Zähmung. Es soll sehr gut besetzt und ausgestattet sein. Darf ich fragen, ob mir die Damen die große Freude machen würden, die Loge zu benützen?" „Shakespeare?" sagte Elena und löchettc. „Spielt man ihn noch? Ich glaube, ich habe als blutjunges Ding ihn auf dem Burgtheater ein- oder zweimal über mich ergehen lasten rnüsten. Wir gingen in Petersburg mir in Oper oder Ballett. 2lber ich glaube, er gehört zur Bildung. Und Marias Bib düng ist in dieser Hinsicht leider nicht vollendet." ,3a, ja. Opfere dich nur für mich. Wie du selber froh bist, einmal aus der Tür zu kommen! Wir gehen sehr gern, Herr Godesheim. Wann fängt es an?" „Erst um acht, gnädiges Fräulein. Darf ich mir erlauben, die Damen abzuholen? Dielen, vielen Dank. Ich will nicht länger stören. Aus Wiedersehen. Frau Baronin, auf Wiedersehen, gnädiges Fräulein —" Eine ganz kurze, knappe Verneigung gegen die Fremde, schon war er wieder gegangen. In Nadjas grünlichen Augen funkelte Hatz, als sie ihm nachsah. Sie hatte darauf gerechnet, auch zum Abendesten aufgeforbert zu werden, nun mutzte sie gehen. Es war Zett, daß sich die Schwestern umkleideten. Ein liebenswürdiges Anerbieten, dabei behttflich zu sein, wurde ebenso fiebenemürbig ab- gelehnt. Sie mußte gehen. „Was der kleine Godesheim nur gegen deine Freundin haben mochte?" fragte Elena, als sie bei dem kläglichen Licht ihrer einzigen elektrischen Bimc im Schlafzimmer Toilette machten. ..Er schnitt si« mit wundervoller Sicherheit. Manchmal macht er mir direkt Spaß." „Erstens ist sie nicht meine Freundin, und zweitens fand ich es recht ungemütllch, denn er wird schon einen schwerwiegenden Grund haben. Ich werde sie jedenfalls nicht zum Wiedettommen auf- fordern." ,3ch hab' immer drüber nachgedacht, zu welchen von den Äutufoffs sie gehören kann. Weißt du gar nichts Näheres über ihr 2eben?" „Der Vater wurde in Moskau erschossen. Die Mutter, mit der sie an der Riviera leote, starb vor einigen Jahren an Schwindsucht." „Äh — nun weiß ich. Die famose Geschichte! Er hatte falsch gespielt. Kommt ja öfter vor, aber er wurde dabei ertappt. Abschied. Heirat mit einer Halbweltdame — man kannte ihn nicht mehr. Natürlich lebten sie bann im Auslande. Sie muh mich an der Riviera gesehen haben. Wir waren ja oft genug in Cannes oder in Mentone, wenn Sergei nicht länger ohne Monako existieren konnte. — So, die ist bös? — Ja, du wirst bester tun, sie dir fernzuhatten, Maria. Natürlich weih sie ganz genau, wer ich bin, und kann sich danach auch deinen richtigen Namen heraussuchen. — Mein Gott, töfft do schon das Auto deines Verehrers? Schrecklich pünktlich ist ber Mann. In Petersburg kamen wir immer erst im zweiten ober dritten Akt. Aber der Deutsche hat immer den Schulmeister im Blut Nur ja nichts versäumen, was man lernen kann. Alles bis zum Ende ab» sitzen, was man bezahlt hat" .Laß doch dein Gespött unb nimm deinen Man- tel über. Du siehst wieder blendend aus, (Elen, in dem Blauseidenen. Unwiderstehlich vornehm!" ,Ler elende Fetzen. Man schämt sich, in solchen Sachen zu geben. Und meine Schränke in Petersburg hingen so voll von Hofroben — man hätte sich in diesem Elend noch zehn Jahre damit helfen können. Zu denken, wer die wohl jetzt durch den Staub schleppt" „Des Denken kann dir nichts nützen. — Herein. — Ach, Herr Godesheim, wir lasten warten, nicht wahr? Aber nun kommen wir auch." Sie sah erstaunt auf den schlanken Mann, der im eleganten Rock, den Mantel zurückgeschlagen, den leichten, hellen Filzhut in ber Hand, so groß und vornehm in der Tür stand, den Hut hastig beiseite warf unb nach dem Mantel griff, den er sorgsam um ihre Schultern legte. Sie hatte ihn noch nicht in Ge- sellschaftskleidung gesehen. Er muß gut verdient haben, dachte Elena. Er hat sich ja ganz auf den tadellosen Kavalier eingestellt. Und — wie sie in das Auto flieg, wirklich Rosen für jede. Benehmen hat er. — „Teerosen, Herr Godesheim? Wer hat Ihnen meine Liebe gerade für die verraten? Entzückend. Maria, mir ist ordentlich jung. Ich freue mich, als wäre ich im Leben noch in kein Theater gegangen." Die beiden lachten herzlich über ihr plötzliches Iungwerden. „Ja, wenn man hungern muh, da schmeckt jeder Genuß, auch der bescheidenste, doppelt aut Nun noch hinterher ein kleines Abendessen —x „Es würde mir eine große Ehre fein, wenn ich die Damen als Beschluß des schönen Abenbs zu einem Gabelbisten im Preising-Palais einlaben dürfte. Sie können sicher sein, dort nur beste Gesellschaft zu treffen." Marias Hand rührte leicht an die der Schwester. Es war eine Mahnung: „Nimm nicht an." Aber Elena hatte zu lange nach Zerstreuung gehungert. Auf wen sollte sie noch Rücksicht nehmen? Vornehme Beziehungen? Es kümmerte sich keiner um sie. Sergei Wladimirowitsch? Der nur alle vier Wochen einmal schrieb und zuneit in Paris eigenartigen Geschäften nachging? Ach, der nahm sich von ber Lebenstafel, was seinen Gaumen reizte, ber hatte fein Recht, irgendeine Entsagung von ihr zu fordern. Wenn dieser junge Mann — man muhte ihm lassen, daß er nicht nur gut aussah, sondern auch ein tadelloses Benehmen hatte — rvenn der so darauf erpicht war, seine Honorare in chrer Gesellschaft auszugeben, warum ihm nicht die Freude machen? Sie sagte heiter zu, unb Maria konnte es nicht hinbern, bah sie sich selbst freute, obgleich bie Tante Innozentia es nicht gebilligt hätte. Aber die lante war nun schon acht Monate tot, unb man konnte nicht immer an die Vorschriften von Leuten denken, die zu ganz anderer Zeit jung gewesen waren. Unb bann plöpsich ein Wort der ftutufoff: „Erst saß ich noch Loge — jetzt — man ist so im Gleiten. Das Hilsts? (Fortsetzung folgt) * ( t i < 4 4 Helt schieden die Gäste in Stimmung, Kl u.nÜ iflfteunb* es H L ». » »einrich n g e n .2. W'W M- bad). Tdr (fluftao S Jung Lich. 2. Aelt, fiattenroi Jung Lich. flarl Schön,. Li M 2>W5, Äiff M, * fitdtr Lid-, Ngu 2uta. V\ Lich; ijrtr Hauser 111 Die mi wurden 1 geführt. Bel der von d«n Vtrfauf. 2>cr u der Gastvereine in der Sing- und Turnhalle statt. Auf dem festplatz entwickelte sich ein munteres Leden; mit anbreAenbcr Dunkel- gteicheS ist natürlich auch von den Bundesvereinen zu berichten, die ihre Chöre und Liede« fehl' wesentlich zu dem vollen Gelingen des Festes beitrugen. Der Verlauf deS Festes berech» hgi den Adam Ishrunschen Vesangverrt» i* vollster Zufriedenheit. zutvirbeln und still seiner Wege zu gehen, wahrend sie in Hoover einen Mann vor sich haben, von dem Schahamtssekretär Mellon einmal gesagt haben soll: „Der Mensch glaubt, es müsse alles mit der Dampf schaufel gemacht werden." sfe tt, S"« sfi. Ss daß der Deist von 1914 gestunden sei. Die neue Jahne und Standarte solle den alten Kameradschaftsgeist verkörpern. „Wie steht „ beute", so führte der Redner weiter auS. .mit diesem Geist? Läßt es sich vereinbaren, daß eine 'Bevölkerung, wie sie die Stadt 'Berlin hat. alles da», was sie früher hatte, verachtet und von sich warf, und nun im Jahre 1929 es fertig brachte, mit großem 3ubel und gleich «oster Begeisterung, wie wir sie in früheinn Zeiten dort gesehen haben, einem erotischen König Huldigungen darbringt? Man denke an Hauptmann Köhl, dem ?ur seinen wahrhaft aevyer HeUxi- iu' hohe Shoen erwiesen wur- , <'SRf ^oten sich würd'.g denen unserer Stieger an den Fronten an. Sollee inan t Q tri Stüh Ä.3. 2Dtti todjXU-. *>”■ s Wv. "f stell Longsdo Leit Birklar: Lid: Lu 3. Hilnk Di-- 95 (Inf. ftriftiar 3ün$ 2. Friel Birklar. Mohn, Karl 2u Dogti-, Sdjntibt Diep 11, Kalb darf; 3a HeucheH Zchcld, 1 WB hch- M Lich: N Birtiar, a Langst > 3aijri Stiwr. 2i (Bring, 2id Mschenheii Lich 1 Sa: (Fbrrftabt; ■ Äkinhtim Oer erste hessische LandeSkriegertag. WSA. Offenbach a. M., 15. 3uIL Am Samstag und Sonntag wurde in Offenbach der erste hessische LandeSkriegertag ab- gc hatten. Qlm Samstag erfolgte die Fahnenweihe der Kriegerkameradschaft „Hassia" und die Standarte »weihe des Vereins ehemaliger hessischer Lcibdragoner Ar. 24. Vach einigen Musikstücken hielt Bürgermeister a. D. Porth die Begrüßungsansprache. in der er seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß der Landeskriegerverbandstag in Offenbach abgehalten werde. 3n kurzen Worten gab er Kenntnis von den Zielen, die die Kricgerkamcradschaft „Hassia" verfolge und führte an Beispielen an, wie ein stärkerer Zusammenschluß zu erreichen sei. Ritt- meist:r a. D. Dr. Chalons-Gießen hielt darauf die Festrede, in der er u. a. betonte. p i ßii < geb u»> ®ii «ra011 Ltl4(r Bei dir l«K «SYt Der Besuch deS SängerfesteS war auster- ordentlich eindrucksvoll: schätzungsweise sind über 2000 Gäste In unserem Dorfe gewesen. De rcichgcschmückten Ortsstrasten gaben dem Feste einen farbenprächtigen Ttahmi die von attersher hervorragende Ichait unserer Bürger sorgte in vortrefflicher Weile für bafl Wohlbehagen der Gäste. 2lber nicht nur in geselliger Hinsicht, sondern auch in den gesanglichen Lei stungen konnte man bei diesem Sä »gerieste Hervorragendes geniesten. Sowohl die Gastvereine, wie auch der fest gebende Derein fanden für h« vortrefflichen gesangS- kür.stlerischen Darbietungen lebhaftesten Beifall. in die sie der schöne Verlauf drS Festes verfeyt hatte. 'Dem Ehrenvorfil-endan Heinrich Mohn tourbe noch eine besondere Auszeichnung dadurch zuteil. baß ihm der Männerchor Aiederweisel an seiner Wohnung ein Ständchen brachte und ihm als greunb und SangeSbruder eine Shren- tafel überreichte, die Herr Mohn bairfenb ent- gcgennahm. Der Montag war besonders zur Unterhaltung der Einheimischen bestimmt. »Ätd «Mita M» t feinem 5» öattierta stellung t 10 befall Lnterschr lich elnmc ^ahre ta jaa M im Vveigrvf eint» ®e' Verein v l'chstit al ^umplaj Dokttfchu Werden. 2 ein« nei ger, und zwar der Ghrenvorsiyendc : Mohn und daS Vorstandsmitglied Adam Gilbert. Dun fand das S nec eineS Spar- und Darlehnskasfenverekn^ Aach dem Krieg war er zunächst Eisenbahnarbeiter und wurde dann vor einigen Jahren von den Mitgliedern der Genossenschaft zu ihrem Rechner gewählt. Verhältnismäßig schnell hatte er sich die für die Buchungen nötigen Kenntnisse verschafft. Die erste Revision gab auch keinen Anlaß zu Beanstandungen. Kurye Zeit darnach begannen seine Unredlichkeiten, die einen sehr erheblichen Umsang annabmen. So wurde jetzt festgestellt, dast er innerhalb kurzer Zeit mehrere tausend Mark unterschlagen hatte. 6r verstand es auch, längere Zeit den Vorstand über seine Verfehlungen hinwegzutäuschen, indem er Einnahmeposten nicht verbuchte, bzw. der Wahrheit zuwider Ausgabeposten eintrug. 3n einem Fall hatte er sich dabet sogar einer schweren Urkundenfälschung schuldig gemacht. Die Genossenschaft versuchte er dadurch zum Teil schadlos zu halten, dast er auf sein Anwesen eine Hypothek eintragen lieh. Unter Aufrechterhaltung deS gegen ihn früher erlassenen Haftbefehls wurde er zu einer Gesamtstrafe von 10 Monaten Gefängnis verurteil Ein Schornsteinfegeraeselle, der in einem Aach- barort in Arbeit stand, hatte die in Ausübung seines Berufes sich erworbenen Lokalkenntnifse dazu benutzt, um eine Leihe von Diebstählen zu begehen. Auherdem hatte er in mehreren Fällen Zechprellerei begangen. Während er die Betrügereien zugab. leugnete er zunächst die Diebstähle, doch sah ec sich angesichts des etörüden» den Beweismaterials — es waren 25 Zeugen au der Verhandlung geladen — veranlaßt, schließlich auch nach dieser Richtung ein um- fastendes Geständnis abzulegen. Mit Rüctficht auf sein noch verhält»ismähig jugendliches Atter wurde» ihm mildernde Umstände zugebilligt und er zu einer Gesamt strafe von neun Monaten Gefängnis verurteilt. Auch in diesem Falle wurde der Haftbefehl ausrechterhalten. heimische Gesangverein seinem Stifter durch den Bau der Sing- und Turnhalle ein Denkmal gesetzt habe. Frl. Margarete Hofmann überreichte dem Verein die von den Frauen und Jungfrauen Grüningens gestiftete Fahne» schleife. Sodann vollzog der Dundesvorsitzende die AuS- zeichnung einer Anzahl von Säugern, die über 35 3ahre aktive Mitglieder der BundeSvereine sind. Hierunter befanden sich auch zwei Grünin- aer, und zwar der Ehrenvorsitzende Heinrich Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit, Prot. Max von Schillings über seine Dor- arbeiten für das erste internationale Musik- Parlament zu befragen. Die größte Gram- mophon-Gesellschaft der Welt steht im De- griff für dieses Parlament 50 000 Dollar» zu stiften, die in 10 3ahren an verschiedene Künstler verteilt werden fotlen. Der große Erfolg des vor kurzem beendeten internationalen Schubert-Wettbewerbes, bet dem der schwedische Komponist Kurt QI 11 e r b e r g den 10 000-Dollar-Preis erhielt. hat eine große amerikanische Grammophon- Gesellschast auf den Gedanken gebracht, ein Internationales Parlament für Musik inS Leben zu rufen; es steht schon jetzt fest, daß diese neue 3nftitution. deren Statuten von Prof. Max von Schillings gemeinsam mit dem Direktor der betreffenden Gesellschaft. Frederik Sard, ausgearbeitet werden, wirklich geschaffen werden wird. Pros. Max von Schillings erzählte mir folgendes über den großzügigen Plan, ein solches Parlament zu errichten: „Um sich über den Zweck der neuen Organisation ein klares Bild zu machen, muß man wissen, daß der Tättgkeit der erwähnten amerikanischen Grammophon-Gesellschaft, auch die Veranstaltung des Schubert-Wettbewerbs zu verdanken ist. Scho» im Beethovenjahr 1927 beteiligte sich die Gesellschaft mit glänzender ameri- kanifcher Organifationsiraft an der Populari- fierung Deethovenscher Musik in den Qkrcinigten Staaten, machte unzählige Grammophon-Ausnahmen von Beethovens Symphonien und veranstaltete klassische Konzerte in vielen Städten der Union. Der Schubert-Wettbewerb zeigte nun zum erstenmal, daß internationale Zusammen- arbeit auch auf dem Gebiete der Musik zu praktischen Ergebnissen führen kann. 3n der 3ury waren hervorragende Musiker aus Frankreich, Oesterreich, England, Skandinavien, 3talien und Spanien vertreten. Sogar die östlichen Staaten, Polen und Rußland, die sich sonst von dem internationalen Musilleben lemhatten, hatten ihre Vertreter nach Bien zum Schubert-Wettbewerb geschickt. Der Meinungsaustausch brachte uns aus den Gedancen, derartige Zusammenkünfte öfter zu veranstalten. Vorläufig ist dieser Plan noch eine 3dee, doch sind die Grundzüge der Organisation schon im Wesentlichen festgesetzt, und ich hoffe, daß der Plan bald verwirklicht wird. Wir erstreben eine internationale Annäherung zwischen den Musikern aller Länder, eine Annäherung. die friedensfördernd wirken muß: denn die Musik ist jene allgemein verständliche Kultur, die am besten geeignet ist, die Völker zusammenzubringen. Unser JDlan könnte in gewissem Grad eine Lüde im Ävbelpreis ausfüllen, der für Musiker leider nicht gewährt wird. Das geplante „Parlament" tonnte recht gut eine Art „Nobelpreis für die Musik" erteilen. Es wäre ferner wünschenswert, eine internationale musikalische Kulturgemeinschaft zu schaffen, sozusagen eine allgemeine europäische Musiksprache zu ent- wickeln, die selbstverständlich die nationale Musik einzelner Länder nicht bekämpfen oder überflüssig machen soll. Amerika, dessen technische Kultur gerade in der letzten Zeit einen sehr starken Einfluß auf die Gestattung des europäischen OebenS ausübt, ringt um eine eigene Mufiksprache und hat auch aus dem musikalischen Gebiet uns Europäern sehr viel Anregungen gegeben. Es hat den 3azz gebracht, dessen Rhythmus und sogar 3nftvumentlerung in de» Werken vieler zeitgenössischen europäische» Komponisten nach- hallt. Das Parlament müßte eine Fortsetzung und Erweiterung der Arbeiten darstellen, die bei der Schubcrtseier begonnen wurden. Die größte Drammophon-Gesellschast der Welt will eine neue Stiftung von mindestens 50000 Dollars errichten. Dieser Betrag wird während einer Laufzeit von 10 Jahren, und zwar von 1929 biS 1939 in jährlichen Preisen verteilt werden, und nach Qlblauf dieser Frist soll die Stiftung vorarrssichtlich verlängert werden. 3edes 3ahr kann ein Preis von mindesten- 5000 Dollar- verteilt werden, und zwar entweder für ein bestimmtes Musikwerk oder für die gesamte schöpferische Tätigkeit eines Komponisten: sogar Gruppen, Vereine, Gesellschaften, die sich um die Förderung der Musik in ihiem Lande besonders verdient gemacht haben, könnten einen es für möglich halten, daß einzelne diesen Heldenmut mit Achselzuden übergehen und sagen, es wäre nichts Besonderes? 3st daS der Geist, der uns beseelt? Sollte man es für möglich halten, daß unser bedeutendstes Orchester, die Philharmonie in Berlin, ein Konzert in Paris gibt, und daß in Berlin ein alte» Wahrzeichen ber großen Geschichte unseres Vaterlandes, daS Denkmal Friedrich Wilhelm III.. abgebaut wer- den soll? 3st das der Geist? Er ift es nicht! 3m Vaterland sieht es nicht so au», wie es sein sollte. Dainit der alte Geist von neuem wach werde, lind wir heute zusammcngekommen." Darauf wurde zur Weihe der Fahne und Standarte geschritten. Vertreter zahlreicher Verbände überreichte» Schleifen und Fahnennägel uni) sprachen ihre Glückwünsche aus. Am Sonn tagDormirtag fand im Walde vor bem Gefallenendenkmal der 188er eine Gedächtnisfeier statt, bei der Pfarrer Oedinghaus erhebende Worte fanb. 3m Anschluß daran wurde auf dem Wilhelmsplatz ein Appell abgehalten. 3n den RachmittagSstun.. ben zog ein imposanter Fe st zu g durch die Straßen nach dem Festtokal, wo ein unterhaltende- Programm, bestehend aus Musikstücken. Vorführungen und Vorträgen abgewidelt wurde, das am Qlbenb fortgesetzt wurde. Der ehemalige hessische Droßherzog sandte zum ersten hessischen LandeSkriegertag ein DegrüßungStelc- nramm. An den Reichspräsidenten v. Hindenburg sandte der Landeskrieaertag ein Telegramm in dem fein unwandelbares Treuge- tobniS zum Qhiebrud kam. Die Veranstaltung war von auswärtigen Gasten gut besucht. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen. 16. 3uli. Als ein ungetreuer Verwalter fremden Geldes erwres sich der Rech- PreiS erhalten, und unter Umstande» toirt) er unter mehrere Personen oder Vereine verteilt werden. Eine bestimmte mufllalifche Richtung ift bei dem Wettbewerb um diesen Preis nicht vorgeschrieben; Künstler aller Richtungen würde es freillefren, sich zu beteiligen. Vielleicht würde damit die Krise, in der sich die Musik augen- blicklich zweifellos befindet, gemildert werden. Del dem Schubert-'Dettbewerb wurde allerdings ein Werk verlangt, in dem man eine gewisse melodische Linie feststellen konnte; solche Forderungen sollen aber in Zukunft nicht mehr gestellt werden. Jedes Werk, das nach der Meinung der Preisrichter einen künstlerischen Wert hat, auch wenn es noch so extrem erscheint, hat die Aussicht, preisgekrönt zu werden. Die Organisation ist wie folgt gedacht: ES werden mehrere — wahrscheinlich 10 — internationale Zonen gebildet, und aus jeder Zone werden drei Mitgtteder von der Grammophon-Gesellschaft in ben .obersten R a t" gewählt. Aus dem „obersten Rat" wird ein großes Komitee ernannt, das aus bedeutenden Mufik- künstlern fünf verschiedener Länder bestehen soll. Dieses Komitee wird sich abwechselnd in den Ländern, deren Musiker im „obersten Rat" oertreten sind, versammeln und für die Preisverteilung Vorschläge machen, auf Grund deren der Gesellschaft die Endentscheidung Austeht. Die erste Zusamn entunft ist für daS Ende des Jahres 1929 geplant und wird wahrscheinlich in Wien stattfinden. Während der Tagung wird der Rat den Ort der Tagung im nächsten 3ahre bestimmen. Ein -Hebel, das diese Organi ation beseitigen soll, ist das mangelhafte Verständnis, bas bie Völler bisher für bas zeitgenössische musikalische Schaffen des Qlachbarlandes zeigte». WaS weiß man z. D. von moderner englischer Musik in Deutschland, und wie wenig ist die neueste russische Musik bekannt! Bis jetzt ist die internationale musikalische Zusammenarbeit von der Internationalen Gesellschaft für moderne Musik g.leitet worden. Dic e Gesellschaft wurde im Jahre 1921 In London gegründet und hält seitdem internationale Musikfeste in europäischen Städten ab. Fördert die Tätigkeit dieser Gesellschaft auch zweifellos die Entwicklung der internationalen mujilalischen Verständigung, so muß doch gc agt werden, daß sie nur einer extrem modernen Richtung dient. Ein Richard Strauß hätte z. D. keine Aussicht, Mitglied dieser Gesellschaft zu werden. Auch ich wurde als Komponist für die internationale Ge- fellschaft für moderne Musik nicht als „modern genug" gefunden. Das geplante Parlament wird die Berufsarbeit der Künstler, die an seiner Organisation teilnehmen werden, keineswegs stören. Mit praktischen Fragen soll es sich nicht befassen; dafür gibt es andere internationale Organifationen, vor allem die Konferenz der Verbände der Komponisten. die sich mit dem Schuh des Autorrechts und mit dem Schutz dec auftretenden Künstler im Ausland beschäftigt. Die praktische Organisation des Musiklebens ist ja gerade in Deutschland für alle Staaten vorbildlich, so daß Deutschland mit seinen Opernbühnea und Musikverlagen vom Ausland kaum etwas lernen kann. Der Zweck und die Bedeutung des Parlaments beruht also In der i beeilen Verstänbigung. Daß bie Musik die besten Möglichkeiten bietet, den Haß der Kriegszett zu beseitigen, beweisen bie glänzenden Erfolge der deutsche» Musik, die sie in den letzten Jahren überall im Qlusland aufzuwci'en hat, und deren friedenssördernde Wirkung noch lange nicht genügend gewürdigt wird. Es ist eine merkwürdige Erscheinung, daß gewisse muiilolische Kreise Deutschlands Wagner für unzeitgemäß romantisch und bem nwbernen Empslnbe» fremd bezeichnen, während Wagners Werke gerade in den Ländern des größten technischen Fortschritts und moderner praktischer Lebensauffassung, in Amerika und In England, unerhörte Triumphe feiern: auch in Frankreich wird Wagner geliebt, die Aufführung seiner Opern trägt zu der Annäherung zwischen ben Völkern durchaus bei. 3n Spanien sind die Wagner- Festspiele, deren Leitung ich übernommen habe, das größte künstlerische ©relgni« der Saison. Wir wollen hoffen, daß unser Parlament durch die Entdeckung und Vorführung neuer Werke auch das Snterefie für die zeitgenössische Musik verschiedener Länder erwecken und fördern wird. Ein intemationales Parlament für Msil Sine Unterredung mit Prof. Max von (Schillings. - Oer neue „71 obetpreid für Musik". Don Or. Alexander von Andreewfky. und ber so offenfunbig von ber Absicht beseelt ist. unser ftlbflänbigei Denken einzulullen und uns zu täusche» wie dieS die Jongleure In Kansas City getan habe» Und dabei Ift bie republikanische Plattform keineswegs außergewöhnlich, ftc enthält nur daS normale Quantum Unaufrichtigkeit, Ne entspricht dem Herkommen in jeder Beziehung. Ihr zufolge ist jeder wahrend der letzten fünfzig Iahre erzielte Fortschritt, die ganze .P r o s p e - rität" republikanischer „(Inspiration" zu verdanken. Amerikas und der Amerikaner Wohlergehen. hier wie im AuSlande. ist ebenso von ber republttanifchen Partei abhängig, wie „bie allgemeine Zufriedenheit", die unwiderbrrnglich futsch ist. wenn den Revublikanern die Macht entzogen werde» sollte. Die Segnungen der Eoo- lidge-Regterung werden samt und sonders und ohne jeben Vorbehalt inbofiierL 3n Eoolidges Ftnanzgebarung, feiner Steuerten tung, feiner Sparsamkeit, die allerdings in der letzten Zeit ein wenig aus dem Gleis geraten ist. liegt feine, liegt ber Republikaner Stärke. Der Lobgesang auf ben Schutzzoll wirb nach der alten, rührenden Weise abgestimmt, aber sogar das Meisterwerk der Herren Fordney und McCumber bedarf der Revision. Rach oben hin, natürlich, denn „gewisse Industrie» ocrniöge» gegen die Auslandkonkurrenz nicht mehr aufzukommen". Welche, ist ebenso unbestimmt, wie die dem Farmer gemachte Zusage, daß auch er vor dem unlauteren Wettbewerb ausländischrr Vodenerzeugnitse gebührend geschützt werden soll. Herrn Eoolidges auswärtige Politik wird zitiert und entkprec!)end gelobt. Daß „wir" auch fernerhin dem Völkerbund fernbkiben, ist selbstverständlich. Epochemachend ist die Entdeckung, daß ..man da und dort mit gerichtlichen Einhaltsbesehlen (in Arbeiter Lohndifferenzen) zu wett gegangen ist", aber man verspricht den Arbeitern wohlwollende Erwägung ihrer Veschwerden — und außerdem, was vrauche» sie fonst noch, solange sie ben Schutzzoll und die Ginwanderungsgefetze haben? Und f o weiter. Die vielleicht einzige „Planke" der ganzen republikanischen Plattform, der vier Fünftel aller Konvenlsdelegaten ehrlich zugestimmt habe» mögen, war bie Verpflichtung „zur Deibcyal - tung und Fortsetzung der Coolidge- Politik". Hiermit war man einverstanden trotz ber Tatsache, daß eine republikanische Mehrheit im Kongreß seit vier Jahren dem Präsidenten einen erheblichen Teil seines Programms enb weder ganz und gar gestrichen oder doch der maßen umformuliert hat, daß von feinet ursprünglichen Gestalt wenig mehr zu erkennen war. Man braucht hier nur an Mellons Steuer- plänc, an die Annahme des „Soldaten-Bonus" trotz Cooligdes Veto, an die riesige (und von ihm genehmigte) äleberschreitang seines Budgets, die Ablehnung seines Flottenbauprogramms, die 125C00C00-2)oIlar (Bctcinijung für d e Handels- marine, Amerikas nicht erfolgten Beitritt zum Welt-Schiedsgericht, da» Muscle Shoals Kraftwerk und die McRarh-Haugen-Agrarvorlage zu erinnern. Als eklatantestes Beispiel republikanischer Konvents-Begeisterung mag man anführen, baß die Plattform Herrn Eoollbge Anerkennung darob zollt, „daß Millionen derer, bte am schwersten an der Last der Einkommensteuer zu tragen hatten, ron dieser Bürde gänzlich befreit wurden." Jeder Kongrehabgeordnete, jeder Senator weih, daß dies dem Wunsche und Willen des Präsidenten durchaus zuwider lies. Qlber es war ge- • fchehen. War populär. Herr Coolidge ist populär. Und ein, zwei, drei machte Konvents-Logik daraus „Cookidge-Politik". Wenn die Republikaner in Kansas Gatt) sich auf Fortführung dieser Politik verpflichten, so heiht bas lebiglich, daß sie der Wählerschaft die Ueberzeuguitg beibringen wollen, nur urt- t e r republikanischem Regime könnten sie auf weitere vier Jahre ununterbrochener, wenn möglich noch größerer „Prosperität" rechnen. Hätte jemand sich erdreistet, der Versammlung eine Liste der Coolldgeschen Empfehlungen an den Kongreß, dessen jeweiliges Votum und die Vetos des Präsidenten vorzulesen, hätte er die politischen Führer Mann für Mann danach gefragt, welche Unterstützung bie Coolidge- PolitU bei ihnen gefunden, so hätte man ihn niedergeschrien. Sollte Herbert Hoover das Erbe deS jetzigen Bewohners des Weihen Hauses anzutreten berufen sein, so wird er von der sogenannten Eoolidge-Politik genau soviel und sowcmig beibehatten. wie ihm gut dünkt. 3m übrigen wird er sich seine eigene Politik zurechtlegen. Rur ein von Hitze, Begeisterung, Blechmusik und einem Schwall bombastischsten Geredes überwältigter Konvent kann auch nur einen Augenblick daran glauben, daß ein Mann von Hooters Tenrperament, Wissen und Selbständigkeit Lier 3ahre lang versuchen würde. Calvin Coolidge nachzuäffdi. Was immer bie Plattform behauptet, was immer Hoover als Kan- bibat lagen mag, so wird sich gegebenenfalls eine Hoover-Regierung wesentlich anders anlassen als die seine- Vorgänger-. Soweit sich bis jetzt vorausbliden läßt, werden sich bie Unterschiebe in folgendem zu erkennen geben: Herr Coolidge hatte volle- Vertrauen tn die Führerschaft und bas Urteil Der republikanischen Vertreter des G r o ß g e s ch ä f - t e S. Soweit als möglich paßte er seine Verwaltung ihren Ideen an. Herbert Hoover dagegen ist davon überzeugt, daß tat amerikanische Geschäfts- manu noch mancherlei über rationelle Gelchäfts- gebarung §u lernen hat, und daß die In- geiüeure. bie Techniker bie berufenen Lehrmeister hnb. Selbst erfolgreich. Wohlhabenb und in hohem A»tt, hat Hoover lange nicht den Respekt vor Geld und Veldmacht wie Präsident Coolidge, der »le selbst geschäftlich tätig gewesen Ist, sondern Hanbei und Industrie stets als bewundernder Dllettant gegenüberstand Hoover dagegen ist Geschäftsmann, ist Experte unter Experten. 3n welcher Richtung fein Temperament sich au«toirlcn toürde. vermag noch niemand zu sagen. Juch-'ncht die stärksten Hoover-Anhänger in Industrie und Handel. Sie wiNen nicht, wie sie mit diesem Mann, der so tiefen Ernbkck J «i genommen hat. dran Llnt*' totHcu'x er in acht Iahre» aus dem fchiäfngen Handeisamt durch Heranziehung Sachiundiger, tx\ deren Autwahi keine anderen Erwägungen als die der Tüchtigkeit und Qei- UungSfühigkeit ausschlaggebend waren eine Verwaltung^ steile gemacht hat. deren Wirkrnias. krei» jetzt fo ungeheure QluSdehnuua. bat daN die Regierung fkch genötigt sieht 5Ut unk- bvingung M Beamtenstabee Da^ größte je der Regierung geplante Bureaugebä : ,.t, richten. Sie Wissen, daß Präsidr Coc-1 . damit zufrieden gab. möglichst wenig St mb mi*. Oberheffen. Sängerfest in Grüningen. * ©rüningen, 18. Juli. Am 14., 15. und 16. Juli feierte der Adam-Isheimifche Gesangverein sein 65. Stiftungsfest, verbunden mit dem Wertungsfingen deS Hausberg - Wettertal - Sängerbünde-. Dorn besten Wetter begünstigt .nahm daS Fest einen guten Verlauf. Qlm Qlbenb des 14. Juli begaben sich die Sänger und Sicunde des Verein- an daS Denkmal für die im Weltkrieg Gefallenem Die Kapelle fpi’lte die Melooie „Ich Satt* einen Kameraden". Sodann füh.tc in einer kurzen Ansprache der Vorsitzende. Wilhelm L e l d i ch, aus, daß bie Erinnerung an den Opfertod der Gefallenen in den Herzen der Sänger foctlebe und daß diese an ihrem Jubelfest der toten Kameraden ganz besonder- in Dankbarkeit geben len und ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren wollten. Rachbem er noch einen Kranz niebergelegt hatte, fang ber Verein das Lied: „Morgenrot". Auf den Festplatz zurückgekchrt, begrüßte ber Derein bie Teilnehmer mit bem Lieb: „Gott grüße dich!" Sodann würdigte ber Vorsitzende die Verdienste, bie sich ber Altbürgermeister Bingel und der Bauunternehmer Heinrich Same« (Darmstadt), ein geboren re Grüninger. um baS Wohl de- Vereins erworben haben. Beide Herren wurden unter Verleihung von Urtunden zu Ehrenmitgliedern des Verein- ernannt (Nachdem am Sonntag ab 8 Uhr die Bundesvereine empfangen waren, begann um 9 Uhr in ber Sing- und Turnhalle das Wertungssingen. Der Vorsitzende des Bundes, Lsbier Breidenbach (Hochwcisel), eröffnete daS Singen durch eine Amprache. Oll» WertungSrichler war Oberreallehrer Geller (Gießen) zugegem Jeber Qkrein trug ben Pflichtchor „Am Brunnen vor bem Tore" von Schubert unb einen selbstgewähltcn Chor vor. Aachbem bie Gastvereine empfangen waren, bewegte sich nachmittag- ein Festzug burch daS geschnrückte Dorf, gefüh t von Radfahrern und einer Reiterabteilung. GS folgten die Schulkinder, bie Fest- jungfrauen. ber Turn-, ber Kriegervcrem »ab 28 Gesangvereine mit Awei Musllkapellen. Um 3 Uhr traf der Zug auf bem Festplatz ein. Frl. Margarete Hofmann sprach einen Prolog, der feftgebinbc Qkrein fang da» BegrubungS- lied, der Vorsitzende begrüßte die Festteilnehmer, die Festrede hielt der Ehrenvorsitzende Heinrich Mohn. Er hob hervor, daß der Qll)am-3S- 519 MC® nötigens ‘hon floß®16, en. Jtg 'M toten, Nen. gn J01^ ® »St*a wÄ « S» *?. k einem 1m. :K KZ ^^ttbrüd^ - Ut m. Mit iustnblutarZ öe »ugMligt sk - "» ktftm 5el!r erhalten. L klingen. lm 14., 15. mb Osheimischr Uftungsleß, gssingen M Sänge rbun« nfligt .nehm baj 3cgabai sich die anbaä 'Denf. rialhntn. Die -2ch fyxtf einen n Er bntjsi XwB tie\b\ä), aui, . Otfetto der (fc- öänger foctlebe irj ift ber toten Jtam? Saiübarkeit geter- iM Andenim t» r noch einen Ärcg r Cßeretn bas Sie?, stplatz yirüdgdeta ■eilne&mcT mit tr. >bann toürdigte be bie sich der Xb er Xauunlndtfac M), ein geboren - > LemnZ erwarben i unter litgiiebern bd 8 Uhr bie begann um 9 e bai Wertung des Dunbes, Lch.c: [), eröffnete bas cm* W likrhnyiriw. • r (6iefa) ichtchor > 2run- zchMl und einen Nachdem bie M- bewegte sich n.aV ch das ß*uu< : i unb nner bulfmber. ine 3^ ÄriegervcKin w TiutiHaVeUciL U« -ad) einen vtou. , dis DegrÄ^ nn Stift« alle ein Denfcw £ , Hofmann i-S- on den St* «S lioorfi^ £. übet >n ^^«Se^rdrt er der.^Krünin« ich h-rnn^ S$ !nTfaä Sms" ^Aina* und SÄB li brs dy°Ashi Änbchen ^rr-- 'Vfy" * ^ unterem !te Käste. * ■*t foa^ *jV ) E s- hre^^lingcn.. I prdmiieninqämorff in Lich. T) ß i d) 17. Juli. Der gestrige Rindvieh- unb Schweinemarkt, verbunden mit einer Prämiierung von hessischem Fleckvieh und Vogelsberger Vieh und einer Schafbock-Versteigerung, brachte einen vollen Erfolg. Lum Ferkel markt ausgelrieben waren 443 Ferkel. Bet lebhaftem Absatz wurden bezahlt für Ferkel bl» sechs Wochen 11 bis 13 Mark, sechs bis acht Wochen 13 dis 18 Mark und acht bi» dreizehn Wochen * bis 25 Mark. Das Ergebnis der Prämiierung war folgendes Hessische» Fleckvieh. Jung«ic Bullen, 12 bis 15 Monate : 1. PreioMich. Seipp, Trai»-Mün.jenberg. 2. Rudolf ßetlti; Heuchelheim; tibam Hofmann, Langsdorf. 3. 3)d). Metzger. Oberhörgern; Äarl Vogt >., Lich; Duo Giofil., Reichelsheim. 4. Jftdnr. Gor- lach XII., Eberftavi. Heinrich Weisel IX-, Müschen- heim; DUo Zimmcr, Aldach, Emil Bausch, Langsdorf; Adolf Kleinkurt, Langsdorf Heitere Bullen: 1. Preis. Gemeinde Long»dorf. 4. Gemeinde Lich- Hellere Aube: 1- P"i». Hrch. £tuUerlL, Birklar; Äarl Ludw. Albach II., Lich. 2. Phil Keck, Lich; Ludwig Fischer, Lich; Christian .nfcher, L'ch. 3. Heinrich Müller II.. Birklar, Äarl Vogt l Qtdj; Christian Fisa-rr, Lich; Dustao Krausch, B>r ar; Wilh. Deisel. BirNar. 4 Hch. Muller II., Dirk ar; Jak. Wen^l II., Langrdors; Wilh. Weisel, Birklar; Christian Fischer. Lich. Jüngere Kühe: 1. Preis. 1. Zimmer, Lich. 2. Friedr Fauerbach. Eberstadt; Gustav «rausch, Birklar. 3. Hch. KöhlerIII., Langsdorf; Karl Heinr. Albohn, L.ch; Christian Fischer Lich 4 Heinrich Karl Ludw. Schäfer. Lich; Phil- Keck. Lich; Äarl Vogt I., Lich; Heinrich Scheid III., Harbach; Heinr. Schneider. Birklar; Christoph Koch, Birklar: Peter Dich II., Lich. Kalbinnen: 1.Preis. Otto KöhlerI. Langs- darf Jak Denzel II., Langsdorf. 2. Rudolf Beith, Heuchelheim; Eduard Pauli, Langsdorf. 3. Heinr. Scheid. Oppenrod; Emil Bausch, Langsdorf; Karl Pfaff, «ffiahenbom. 4. Hrch. Krömer I. Langsdorf; Hch Köhler 111., Langrdors; Karl Christian Wolf, Lich; Heinr. Müller II, Birklar; Wilhelm Weisel, Birklar; Jak. Foi) IV., Langsdorf; Hrch. Krömer, Langsdorf; Christian Fischer, Lich. Jungrinder: 1. Preis Heinrich. K Ludwig Schäfer, Lich. 2. Ludw. Fischer, Lich; Hermann Jhring, Lich; Peter Dietz I . Lich. 3. Wilh. Gasche Muschenheiin; Peter Dies, II.. Lich; Philipp Keci, Lich. 4. Äarl Hrch. Albohn, Lich: Frdr. Fauerbach, Eberstadt; Heinr. Müller II., Birklar; Ludw. Klös. Steinheim bei Hungen. Familien: 1. Breis. Hch. Muller I!., Birklar. 2. Philipp Keck, Lich; Heinr. Köhler III., Langs- darf. 3. Karl Ludw. All ach II., Lich; Frdr. Fouer- buch, Ebcrstadt; Heinr. Karl Ludw. Schäfer, Lich; Gustav Krausch, Birklar. 4. Karl Hch. Albohn, Lich. Bogelebetgec Vieh. Jüngere Bullen: 1. Preis. Heinr. Walz, Lich. 2. Heinrich Müller, Hattenrod Heitere Bullen: 1. Preis. Gemeinde Hattenrod. 2. Fr. Ludw. Prinz, Mühlsachfen. Jungrinder: 1.Preis. Konrad Hch. Walz, Lich; Karl Friedr. Märke. Lich. 2. Konrad Heinrich Schöne. Lich. 3. Karl Friedr. Märle, Lich; Gustav Aff. Dwe., Horbach. 4. Wilh. Sauerwein, Hungen; Karl Will, Horbach. • Keltere Kühe: 1. Preis. Konr. Hch. Walz, Lich; August Schmaus, Lindenstruth. 2. Friedrich Ludw. Prinz. Mühlsachfen. 3. Karl Christian Lotz, Lich; Frdr. Ludw. Prinz, Mühlsachsen; Joh. Georg Höujer III., Watzenborn. 4. Christian Eise, Lich. Die mit bunten Bändern ausgezeichneten Tiere wurden nachmittags im Zuge durch die Stadt geführt. Bei der Schafbock-Versteigerung tarnen von den oufgetriebenen Tieren 15 Stuck zum verkauf. Der Nachmittag war ausgefüllt durch Dosis- belustigung und Tanz auf dem Adlerplotz. Lanvkrcio Gies;cn. ch Klein-Linden. 17. Juli. 3n einer außer- ordentlichen Mitgliederversammlung, die der hiesige Turnverein am Samstagabend in seinem ^etm unter seinem ersten Vorsitzenden, Sattlermeister Weiß. abbielt. wurde die Auf- ftellung einer Altersriege beschlossen; etwa 10 der älteren Mitglieder verpflichteten sich durch Unterschrift zum regelmäßigen Besuch der wöchentlich einmal stattfindenden Turnstunde. 3m nächsten 3ahre kann der Verein auf fein 40jähriges Bestehen »urückblicken 3m Hinblick daraus, daß im nächsten 3obre in unserem Orte schon zwei gröbere Fef.e (ein Radfahrer est und das Fest eines Gcselsicha'tsvcriinSf geplant sind, lieht der Verein von der Qtbbaltunq einer größeren Festlichkeit ab. Degen 3nstandsetzung deS derzeitigen Turnplatzes, der sa auch Turnplatz für die hiesige Dolk-schule ist. soll mit der Gemeinde verhandelt werden. Allgemein bedauert wurde, daß die Frage eines neuen Sportplatzes immer noch nicht gelöst ist. Cs sollen durch den Vorstand weitere Schritte zur Lösung der Frage unternommen werden. Das dieSsäbrige Ab turnen soll am 9. September stattsinten. Mit dem Wturnen soll auch der Kampf um einen gestüteten Wanderpreis ausgetragen werden. Der Dorsltzende stattete den Teilnehmern der Wusterriege. die auf dem diesjährigen Gauturn'est in Butzbach mit ihrem Leiter, dem ersten Tumtoart Trnst Vfaff. das Prädikat .Gut" erhielten, den Dank des Vereins ab. T Allendorf an der Lahn, 17. Juli. Zu einem gut vorbereiteten Werbabend hatten die Evangelischen Jugendvereinigungen von Klein-Linden unsere Einwohnerschaft am Sonntagabend in den neu bet- gerichtcten Saal der Gastwirtschaft .zur Linde" eingeladen. Eine gut besetzte Kapelle aus Tat» flliebcrn der Iugendvereinigung, etwa 15 Streich-. Zupf- und Blasinstrumente, unter der Leitung von Musiker Willi Lenz. Klein-Linden, eröffnete mit flotten Warschweisen. eiafi und gut Dorgettaoen, die Veranstaltung. Für den ver- bioderten Führer der 3ugendvereinigungen, Pfarrer Gßbel, hielt der Student der Theologie Knie ricm, Klein-Linden, die Ansprache, in der er namentlich Zweck und Ziele der ^ugendvereinigungen klar legte. 3m Mittelpunkt des Abends stand das Theaterstück .Die T^urzgerge" von Holst, das von den Mitwirkenden Lvrzüglich gespielt wurde Reigen der -Wochen und Lieder zur Laute für Burschen und Mädchen wurden, wie auch das Theader- N? V, frönen Musikvorträge mit großem \btijail ausgenommen. Erwähnt seinen noch die Desangsvorträgc des Mädchenchores, geleitet von Sau, Kteiu-Änden. Die ebenfalls viel 2aesemumg und allgemeinen Beifall fanden. nahmeTt. Bei berrllchstem Sommerwetter bewegte sich ein farbenfroher Festzug der Schuljugend und der drei hiesigen Vereine mit Fahnen durchs Torf zum Festplatz, geführt von der Musil des Turnverciiw und der Streuch- und Mandolinen- lapelle des Gießener Vereins .Wanderlust". 3n einem Sprechchor begrüßten die oberen 3ahr- gängc die Zestgäste. Rach einer Ansprache deS Lehrers Arnold wech'elten Lieder. Dellama- honen, CHS re des Defangvereins .Lorelei". Reigen und turnerische Vorführungen mit Musikbegleitung. Dazwischen trug bie unermüdliche Kapelle der .Wanderlust" flott gespielte Musikstücke vor. die von guter Schulung zeugten, und die alljährlich einen Hauptanziehungspunkt des Festes bilden. Großen Beifall ernteten auch zwei Theaterstückchen. besorrderS .Ser gestohlene Schinken" von Sy Sachs 3n bunter Folge reihten sich daran Spiele der Schuljugend mit Brezel- und Preisverteilung. Cs ist herzerguickend. zu beobachten. wie bei dieser Gelegenheit einmal alles Trennenbe hintangestellt wirb, wie einzia unb allein die ältere Generation sich mit der Heranwachsenden zu gemeinsamer Freude vereinigt. ' 2luS der nördlich en Wetterau. 17. 3ull. Während in der südlichen Wetterau die Wintergerstenernte bereits gedroschen wird, hat iji der nördlichen Wetterau der Schnitt der Wintergerste in vergangener Woche erst begonnen und dauert zur 3eit noch an. Die Tropenhitze der letzten Tage bringt aber auch die anderen Getreidearien zur schnellen Reise. Ende dieser Woche wird der Schnitt des Korns und der Sommergerste beginnen. Bei Hof-Güll wurde heute bereit* das erste Korn geschnitten. flreid Büdingen. △ Olibba. 16 3uli. Gestern und heute feierte die Freiwillige Feuerwehr Didba das 3ubelsest ihres bOjührigen Bestehens. Dre Aanze Einwohnerichast unserer Stadt und der nachstgelegenen Dörfer, zahlreiche Wehren b^w. deren Abordnungen und viele auswärtige Gäste aus den Kreisen Büdingen. Gießen und Schotten nahmen an dieser Jubelfeier Anteil und trafen zum Teil schon am Samstag nachmittag hier ein. Die Feierlichkeiten wurden durch eine würdige Totengedenkfeier am neuen Kriegerdenkmal zur Ehrung der im Weltkrieg gefallenen Mitglieder der Wehr, und abends durch einen sehr gut besuchten Kommers am Samstag cingeleitet. Rach herzlichen ^Begrüßungsansprachen des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr, des Spenglermeisters Heinrich Wolf hier, und des Beigeordneten Heinrich R u l l m a n n . als Vertreter der Stadt, erwiderten die Vertreter der Wehren von Gießen und Büdingen in echt kameradschaftlichem Siime und Geiste Die wenigen noch lebenden Mitbegründer der Wehr und einige andere ältere verdienstvolle Mitglieder erhielten kunstvolle Denkmünzen alö Auszeichnung. Die Geschichte des 3ubel- vercins. sowie des gesamten Feuerlöschwesens in Ridda seit 1700 trug der gründliche Forscher unserer Lokalgeschichte und Sohn unserer Stadt. Studienrat Dr. Karl Kraft hier, in fesselnder Weise vor. Die alte und neue Zeit wurde von zwei Mitgliedern der Feuerwehr in einem Zwiegespräch in Riddaer Mundart trefflich verglichen und dabei die günstigen Einflüsse der Pflicht- und Freiwilligen Feuerwehr hinsichtlich des Gehorsams, des Pflichtgefühls, der Bruder- und Rachstenliebe ihrer Mitglieder gebührend hervorgehoben. Musikstücke der Feuerwehrkapelle, Liedervorträge der beiden hiesigen Gesangvereine wechselten mit vorzüglichen Hebungen des Turnvereins ab. Alle Darbietungen ernteten rauschenden Beifall. Gestern, am Haupt- festtage, wurden nach Empfang der auswärtigen Wehren und Gäste auf dem Marktplatz eine Schulübung und ein Brandangriff von bet 3u- belwehc unter Leitung des Kommandanten H. Wolf vorgefuhrt, die bei allen Fachleuten und den zahlreichen Zuschauern große Bewunderung erregten. Die Beteiligung am Fe stzuge, der sich nach 2 älhr nachmittags unter Führung deS Reitervereins Ridda durch bie reichgeschmückten Straßen der Stadt nach dem Festplahe neben der Turnhalle bewegte, war trotz der drückenden Hitze eine sehr große. Die älteren Wehrleute und die Mitglieder deS Festausschusses fuhren auf geschmückten Wagen und Autos im Zuge; alle hiesigen Vereine, die vielen Wehrleute von auswärts mit mehreren Musukapellen, zahlreiche andere Gäste unb zuletzt die Zugteilnehmer aus der Bürgerschaft boten ein prächtiges Bild Aus dem Zestplatze hielt nach herzlicher Begrüßung der Feftteilnchmer durch Pfarrer Laut hier Regierungsrat Dr. Weber aus Büdingen bie geistvolle Festrede. Darauf entwickelte sich in der Turnhalle unb auf dem angrenzenden schönen Festplahe unter Musik und Tanz in einem großen Festzelte, in der Turnhalle. an Schau- unb Schießbuden ein buntes Volksfest. daS besonder- nach Eintritt der Abendkühle noch reichen Besuch erhielt und bis zum Morgengrauen dauerte. Heute wurden die Feierlichkerten nachmittags mit einem fröhlich verlaufenen Kinderfest, mit Volksbelustigung unb Tanz geschloffen ,7" Ridda. 17. 3uIL Um den Kindern eine ungefährliche Badegelegenheit zu schaffen, hat die Stadt den aiif der Gänsweid befindlichen Eisteich unter Wasser gestellt. Seither pflegten die Äleinen in der Ridda zu baden, was stet- mit Gefahren verknüpft war. * Kohden. 17. 3ult Gestern nachmittag gegen 5 älhr begab sich der 59 3ahre alte Landwirt Ludwig Kaiser von hier zu einer kurzen Arbeit auf einen Dickwurzacker zwischen hier unb Unter-Schmitten. AlS er nach 7 llhr noch nicht zurückgekchrt war. sandte feine Frau ihren 11 3ahre alten Sohn zu dem Vater. Das Kind sand ihn tot am Rarrde des Ackers liegen. Der Arzt stellte Tod durch Herzschlag fest. Die ganze Gemeinde bringt der schwergeprüften Familie großes Beileid entgegen. well fie keinen Angehörigen hat, der im Betrieb die große Lücke des so jäh Verstorbenen ausfüllen kann. S. D e r st a d t. 17. 3ali. Die Kleinpflasterung der Provinzialstraße von hier bis Utphe ist nunmehr beendet und die Strecke wieder dem Verkehr freiaegeben worden. Rach- dem im Dorjahrc die Anschluhstrecke Utphe^— 3nheiden gepflastert und daS chaussierte Stück 3nheiden—Hungen kürzlich frisch geteert wurde, befindet sich ein gut Teil der wichtiaen Wetterauer DurchgangSstrahc Hungen—Friedberg in tadellosem Zustand. V Ortenberg. 17. 3ulu Unter sehr starker Beteiligung der Bevölkerung von Ortenberg unb Umgebung fand am Sonntag hier das DezirkSkriegerfest der Krieger- kameradschatt .Hassia" statt. DaS Fest wurde am Samstagabend durch einen Kom - / Mainzlar. 17. 3uli. 3n der jüngsten SemeinderatSsitzung stand u. a. auch wieder die Sportplatz - Frage zur Beratung Der f. 3. bei iucherscus ausgestellte Voranschlag sah für bie vollständige 3nslandsetzung rund 3000 Ml. vor Der Gemeindeverttetung erlchien diese Summe damals außerordentlich hoch. Rach einer nochmaligen Ueöerprüfung glaubt man nun auch mit 1300 Wk. auskommen zu können. Jedoch auch dieser Betrag erlcheint dem Gemeinderat noch zu hoch, da es sich doch nur um einige Planierungsarbeit en handelt Da im Voranschlag für 1928 für diese Arbeit nichts vorgesehen ist. wurde die Angelegenhell für eine fpätere Sitzung zurückgestellt Diel gellaat wirb bei der gegen wattigen Hitze wieder Üoer die Staubplage im Orte. Der ®emeinberat, der in einer früheren Sitzung schon den Bürgermeister beauftragt bat. durch ortsübliche Bekanntmachung die Anwohner zum Begießen der Hauptstraßen auszufor- bem — teiwleise wird dies ja schon getan —, stellte zu seinem Bedauern fest, daß dieS bis jetzt noch nicht geschehen ist. Der Bürgermeister wurde damit erneut beauftragt. — Der Schaden, den das letzte Hagelwetter angerichtet hat, ist doch viel größer. alS man zuerst annahm. Besonders in dem nach der Gemarkung Staufenberg angrenzenden GemarkungSteil sieht man ganze Aecker enlttppter Dickwurzpflanzen und abgeschlagenen KattosfelkrauteS. Auch der Raps ist zu Dreivietteln ausgeschladen aus den Aeckern liegen geblieben, so daß diese Ernte f a st keinen Ertrag liefert. X Großen-Buseck. 17. Juli. Bei starker Beteiligung aus der Gemeinde unb von auswärtigen Mil'ionssreunden fanb am Sonntag in unserer Kirche das Dekanats-Mission s s e st statt. 3m Festgottesdienst, zu dessen Verschönerung ein Schülerchor unter Leitung von Rektor 3nderthal unb der hiesige Posaunenchor wesentlich beitrugen, versah der Ortsgeistliche den Altardienst; in feiner packenden Festpredigt zeigte Pfarrer Schäfer (Bad-Rau- beim) in den heidnischen Völkern den armen Lazarus, der vor der Tür deS durch das Ehristen- tum reich gewordenen Europa liegt. Dekan ® u firn ann (Kirchberg) grüßte die Gemeinde im Hainen deS Dekanats unb gab in Zahlen ein Bild von den Missionsleistungen der DetanatS- gemeinden; unter diesen bekam eine besondere Anerkennung A11endor, an der Lumda; iucb Gießen entwickelt eine verstärkte Tätigkeit. Rach einer Kasjcepause zeigte in der Rach- üerfammlung. ebenfalls in der Kirche Missionar Lauk (Frankfurt a. M.) die verschiedenen Röte Chinas, unter denen bie geistige Rot bie größte ist; sein zeitgemäßer Tert. 3oh. 4. 35. 36 ermunterte zu viel Ernteeifer und Erntefreude auch auf diesem Feld. 3n seinem Schlußwort bankte der Ortsgeistllche. Pfarrer Kalb Henn, allen, die mitgeholfen zum Gelingen des schönen Festes, dessen ertrag neben einer Festkollekte von über ICO Wk. und Erlös auS verkauften MisfionS- schristen von 20 Mk. nicht zuletzt auch eine Steigerung deS Missivnseisers der Gemeinde sein möge. )( BerSrod. 17.3ulL Der Verband der oberhessischen Pvsaunenchöre feiert am nächsten Sonntag in unserer Gemeinde sein 2 3. 3 ahreSfest. 3m Festgottesdienst wird Pfarrer Weber, Holzheim, predigen, im Wald- gotteSdienst am Rachmittag werden Pfarrer M a r g u t h, Winnerod. Pfarrer ® raubt, Rieder-Erlenbach, Oberkirchenral Wagner, Gießen, und Pfarrer Lenz, Gießen, sprechen. Die Ehöre stehen in beiden Gottesdiensten unter Leitung von Doller, Lang-GönS. -.- Watzenborn-Steinberg, 17. 3ult Am Sonntag fand die Gausahrt des Turn- gaueS Wetterau im Offenheimer Wäldchen unter reger Delelligung bet angeschlossenen Vereine statt. Zu bem Wetturnen halten die einzelnen Vereine durchweg chre besten Kräfte entlaubt, fo baß bie Bewerber sich vor keine leichte Aufgabe gestelll sahen, zumal auch bie heiße Witterung sich für bie Turner in recht unangenehmer Weise bemerkbar machte. Auch der hiesige, im Jahre 1907 gegründete Turnverein „Gut Heil" war mit einigen Wetl- turnern vertreten. 3n der Oberstufe konnte Wilhelm Zipfe unter 55 zum Dell gleichwertigen Mitbewerbern mit 196 Punkten oen 1. Preis erringen. Es ist dies für ben Preisträger, wie auch für den Verein ein ganz besonderer Erfolg. Weiter errang m bet Oberstufe den 7. Preis Karl P i tz (176) unb ben 23. Preis Ernst Echä - ter (119). 3n bet Unterstufe bei 147 Mitbewerbern errangen Preise: Karl Wehrum 12. Preis (231); Heinrich Schmanbt 32. Preis (190); Karl 3ung 43. Preis (176). Diese anerkennenswerte Leistungen dürften ein Ansporn für bie übrigen Dereinsmitglieber sein, bie mit nur wenigen Punkten unterlegen waren, oder sich noch nicht an den regelmäßig ftatlfinbenben Hebungen laufend beteiligen. An geeigneten Kräften fehlt es bem Verein nicht. =-= Lich. 17.31UL Unter freudiger Anteilnahme der ganzen Bevölkerung fanb am Sonntag das diesjährige stäbtifche 3ugendfest statt Um 11 Uhr wurde eine Feier in der Kinderfchule abgehalten, bei der Bürgermeister Geil eine Ansprache hielt. Die Kinder trugen ®ebid)te vor. fangen unb spielten unb zogen mit einer großen Brezel beschenkt, Ire übest roh lend ab. Rach einem ZestgotteSdienst am Rachmlltag, in bem Stiftspfarrer Lic. Schor- lemmer prebigte. unb nach einer Kaffeepaufe stellte sich um 2.45 Uhr am Rathaus ein großer Z e st z u g auf, an dem sämtliche Vereine mit ihren Zahnen unter Voran tritt der Kapelle, des Stadt- unb Schulvorstandes teilnahmen. Auf dem wundervoll gelegenen Hardtberg ange- kommen, begrüßte em Schülerchor unter Leitung von Lehrer Stein die fehr zahlreich erfälenenen Zestgäste; Lehrer Meckel richtete in seiner Festansprache beherzigenswerte Wotte sowohl an die Kinder alS auch an die Ellern unb brachte ein Hoch auf das deutsche Vaterland aus, m bad bk Menge freudig einstimmte und das sie mit dem Deutschlandlied beantwortete. Die Kinder vergnügten sich daraus mit Sier lausen, Springen. Wettlaufen ober versuchten ihr Glück am Kletter- bzw. Sch webe bäum. Die trotz der Hitze unermüdlich konzertkrende Feuerwehrkapelle, bk Ge- songvereine unb bet Turn verein fötalen dafür, daß auch bk Erwachsenen die nötige Unterhaltung hatten. Do vergingen bie Stunden schnell, bis am Abend Eltern unb Kinder in gemeinsamem Zug wieder zur Stabt zurück- marschietten, m bem Bewußtsein, wieder einmal ein rechtes 3ugend- und BoüSfest miterlebt zu haben. S. Utphe. 17.3ult Auch das diesjährige Jugendsest am Sonntag gestaltete sich zu einem Volksfest, an dem außer der gesamten Einwohnerschaft auch zahlreiche Auswärtige teilmeri auf dem Festplatz eröffnet, bei welchem der Turnverein durch seine efaften Vorführungen sehr zur Unterhaltung beitrug. Der Hauptfesttag wurde am Sonntag durch einen ZestgotteSdienst in der Kirche eingeleitet, in welchem der neue OttSgeistliche sprach Kurz nach dem Gottesdienst trafen die ersten Sonder- züge au# den Richtungen Stockheim und Gedern ein, die über Erwarteviele Festgäste brachten. Sämtliche Vereine hatten ihre Fahnen init- gebracht. Rach dem die neu zu weihende Fahne unter Begleitung der übrigen DereinSfahnen abgcbolt war, setzte sich der große, von vielen Musikkapellen begleitete Zestzug durch die mit reichem Zlaggcnschmuck versehenen Straßen In Bewegung Der Festakt begann mit einem Musikvonrag der Feuerwehrkapelle Der erste Vorsitzende deS KriegervereinS St re über, begrüßte alle Erschienenen herzlich. Der Kriegsopfer wurde durch eine Minute stillen GedenkeirS mit entblößtem Hauvte gedacht. Darauf spielte die Kapelle den ersten 2kr6 von .3d> bart’ einen Kameraden." Elisabeth Göllner trug nach der Begrüßungsansprache einen gehaltvollen Prolog vor. Die anschließende Festrede hielt Pfarrer Letz in g. 3n klarer Weise schilderte er bie wahre Bedeutung der Fahne. Während diese für den Soldaten in Friedens- wie in Kriegszeiten alS höchste» und heiligstes Zeichen galt, dem nachzustreben jeder befltffcn war. soll sie jetzt für unS sein ein Wahrzeichen leuchtender Ehre, sowohl Standes- und Familienehre, als auch Heimat- und Soldatenehre. weiter cm Zeichen brüberlidjcr Kameradschaft und das HofsnungSzeichen einer besseren Zukunft. 3n diesem Sinne weihte er die Zahne mit dem Wunsche, daß der Crtenfcergcr Kriegerverein unter ihr weiter erstarken und blühen möge. Rach ilebergabc der Zahne an den Fahnenträger trug der Gesangverein »Frohsinn" unter Führung seines Dirigenten. LehrerS Earl, den prachtvollen Weihechor: ^DaterlandSliebe" vor. RamenS der ^Haffia" Darmstadt begrüßte der zweite Dczirksvorsitzende, Stein (Hirzenhain), und überreichte im Austrag des Präsidiums einen Fahnennagel und vom Bezirk eine Fahnen- fchleise. Rach einem dreifachen Hurra auf unseren Hertti Reichspräsidenten fang die Festversammlung das Deutschlandlied. Bürgermeister Pfeifer begrüßte lm Ramen der Stadt. Dr. Ohly (Altenstadt) überbrachte die Glückwünsche seines Bezirks und wünschte dem Ortenberger Verein einen glänzenden Aufstieg. Für den Gesangverein ..Frohsinn" überreichte Beigeordneter Carl, für den Schützenverern .Fabrikant Schmidt, für das QKännerquartett 1924 Gerichtsvollzieher i.R. Meyer, für die Feuer- irefir Fr. Lenz, für den Fußballklub 07 Crienberg Installateur Schweikher je einen wertvollen Fahnennagel. Die Glückwünsäx deS Turnverems überbrachte Kaufmann Meister, diejenigen des 3ugcnbquartctt3 Herr Köhler. Das Vorstandsmitglied Dr. Löffler dankte allen Rednern und Deretnen für die wohlgemeinten Worte und die Geschenke. Rach dem offiziellen Festakt fand daS übliche VolkSiest statt, während am folgenden Tage die Schule ihr 3 u g e n d f e st abhielt. ArciS Schotten. ch Schotten. 17. Juli. Die im vorigen Jahre begonnene Helmatforschung macht gute Fortschritte. Von einer ganzen Reih« Gemeinden liegen bereits die Flurnamen gesammelt vor. Die Sammlungen sind mit schönen Gewann- unb Gemarkungskarten versehen. GS lassen sich daraus Schlüsse ziehen auf die Entstehung her einzelnen Siedlungen unb auf eine gaiue Reihe von geschichtlichen und heimatlichen Ereignissen. Sehr wertvoll ist es, die einzelnen Gemeinden in ihrer Flurnamengebung mit einander zu vergleichen, wobei man 5 Bezirke unterscheiden kann, nämlich OstkreiS mit Gedern, Mittelkreis mit den beiden Bezirken Schotten unb ben Gemeinden des alten Gerichtsbezirks Burkhards. Westkreüs mit dem Mittelpunkt Laubach und Rordkreis mit Dodenhausen II und Ulrichstein. O Breungeshain, 17. 3ulL Einen traurigen Anblick bietet der nahe Turm aus dem Taufstein. Die Fenster sind eingeschlagen. Mauerwerk und Türen beschädigt unb beschmiert. ES ist schabe, daß es nicht gelang, diejenigen zu ermitteln, bie hier ihr schandbares Handwett getrieben haben. Eigentlich sollte eS felbstverstälchlich fein, baß man Den mit so vielen Kosten errichteten Turm auf dem höchsten hessischen Berg in Schuh nähme. _L Glashütten, 17.3uIL Der am vorigen Dienstag am Ortsausgang von Oberlais von einem Unfall betroffenen Karl Zaubert von hier (ein Pferd hatte ihn geschlagsn) formte nach kurzer Behandlung im Gederner Krankenhaus wieder zur Entlassung kommen. Glücklicherweise waren bie Verletzungen nur lei chter Ratur. ± Au» dem südlichen Vogelsberg, 17.3uli. Die Heuernte ist nun allenthalben beendet. Mll bem GraebniS ist der Dauer durchaus zufrieden. Da m anderen Gegenden Süddeutschlands die Heuernte geringe Ertragnisse gebracht htt. wird auch ein guter Preis für da» Heu bezahlt. Für den Z«rtner werden 3L0 bis 4 Mart geboten. ± OberlaiS. 17. Juli 3m Saale de» Gastwirts Heim ich Theiß fanb am Sonntagnachmittag die ordentlich Deneralvettammlung der yiesiaen Spar- und DarlehnSkaffe statt. Die Versammlung wurde vom Präsidenten deS Auf- sichtLrates, Friedrich Preu sch, geleitet. Den Geschäftsbericht deS Vorstandes erstattete der Rechner Adolf Simon. DaS 3ahr 1927 zeigt ein erfreuliches Bild: Bei einer Bilanz pon rund 62 000 Mark betrugen die Spareinlagen 17 000 Mark, ein Vertag, der gewiß sehr beträchtlich zu nennen ifL AIS Reingewinn weist die Rechnutrg ben Betrag von fast 1000 Mark auf. Da gegen die Rechnung ein Einspruch nicht erhoben wurde, formte dem Vorstand unb dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt werden. Der Reingewinn wurde wie folgt verteilt: 10 Prozent Dividende auf bie Geschäftsanteile, der Rest je zur Hälfte auf Reservefonds unb DetriebS- rücflage. 3n den Vorstand wurde Maurermeister Louis Werner unb in den Aufsichtsrat Landwirt Adolf Götz durch Zuruf einstimmig wieder- gewählt. Der MitgliederstaTrd weist einen Zugang von drei Genossen auf, so daß Ende 1927 bie Kaffe 102 Mitglieder harte. Aus dem Amtsvei-kündigungsblatt. * DaS AmtsverkündigungSblatL Ur. 52 vom 17. 3uli enthält: Straßensperre-Aufhebung. — Tagung des Deutschen Dorfkirchen- verbandes zu Dießen. — Erteilung von Urlaub an Lehrer. FREIKARTE ZIRKUS KRON Einkauf von Mark 10 totin diiKidcr Marktstr. 30 Marktstr. 30 nitw 67u0a Cafe Astoria rauenarzr 6697 D e. ge- Astor ia-Licht spiele, Selters weg Onkel Toms Hütte 4. Teil: Das Antlitz des Todes, •pannenden Akten. 6878c des Vorstandsmitglied bestellt wor- ie Prokura deS Ernst Riemann in die an 2 in K Lrrm wand bwte über e die ü ÄuSi. orieni ein fa Wort aus - W4fc sucht Id erkenne. schützt 24160 JUt, versteigert. Die omtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt Dietzen, den 26. Juni 1928. 3. A. des Amtsgerichts Dietzen Leo, OrtSgerichtSvorsteher. Gießen ist erloschen. Gießen, den 17. Juli 1928. Hessisches Amtsgericht. 3. Teil; Gegen Nab und Neid. Grotier eensationellor Wildwestfilm in U Flur 1 Ar. 1379 = 139 qm in unseren sämtl, Abteilungen: Herren' u. Knabenbekleidung, Damenkonfektion, Manufaktur- u. Modewaren Sie werden dasselbe sagen, was Millionen erfahrener Hausfrauen immer wieder betonen, wenn sie vergilbte oder graue Wasche durch Sil, Henkels beliebtesLleichmittel, schneeweiß erhielten: Lohholz-Versteigerung. Ztaatl. Lbcrförsterei vrandoberadorf. AuS Försterei Cleeberg kommen am 24. Juli 1928,10 Uhr, in der Gastwirtschaft ^Deutsches Haus", Cleeberg, aus den Distrikten 24b (Kleebaum) und 30c (Große Bomb.« Stein) 367 rm Eichen Lohreiseo» knüppel zum öerfauj. 66860 Hosgnt mit grobem Weidebetrieb suail AvoeWer für läglich2—800 Llr. beste Vollmilch. Cchr. Ang. u. 05285 an den Gieß. Sin». Ab morgen bto einschlieftiidi Sonntag« Der grobe Forteetrungefilm (3. und 4. Teil) Eddy Polo Büchse und Lasso Bekanntmachung. Die nachverzeichneten Geschäfte Appel, Georg, Gießen, SclterSweg 56 Borrmann, Edg., Gießen, Neustadt 11 Brüder Schmidt Nachf., Gießen, Gelte»- weg 83 Elsoffer, Kaufhaus, Gießen, Marktstr. $7 Faber, ft. A., Gießen, Marktstraße 1 Häuser, I. B., Gießen, Neustadt 56 Heimer & Co., Gießen, Bleichstraße 2 Hensel, it. Nachf., Gießen, Walltorstr. 10 Heydt L Sohn, Gießen, Selter-weg 12 Höß, Wilh., Gießen, Neuen Baue 10 Konsumverein, Gießen, Schanzenstr. 16 Pistor, Emil Nachf., Gießen, Marktstr. 10 Stoll, Alb. Nachf-, Gießen, Frankfurter Straße 86 haben den Vertrieb der neuen Müllgcsäße für die Stadt Gießen übernommen. Cs gelangen nur zwei Größen von Mull- gefäßen zur Ausgabe, und zwar solche von 35 Liter Inhalt für die einzelnen Haushaltungen und solche von 60 Liter Inhalt für größere Betriebe, wie Hotels usw. Ter Verkaufspreis beträgt luS auf weiteres für die Gefäße von 35 Liter RM. 7,50, für die Gefäße von 60 Liter Inhalt RM. 10,—. Bestellungen auf Lieferung von Müll» gefäßen können nur bei obengenannten Geschäften erfolgen. Andere Geschäfte find zum Vertrieb derartiger Müllgcsäße nicht berechtigt. 6699B Gießen, den 18. Juli 1928. Städt. Tiefbauamt: J.B.: Gravert. Zwangsversteigerung K 48/26 Am Donnerstag, dem 9. August, vormittags 9 Uhr, wirb durch das Amtsgericht Dietzen. Zimmer 106, daS im Grundbuche von Dietzen dem Julius Jakob in Dietzen zugeschriebene Anwesen Asterweg 12 6142V Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Angenehmer, kühler Aufenthalt! Heute Premiere! Heute Premiere! Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr / Sonntags ab 3 Uhr. Ein ungewöhnliches Werk, dae In Äußeret dezenter Form und dabei doch rptt eeltenem Freimut alle die Fragen behandelt, vor die jeder reife Mensch gestellt werden kann. DerFilm,der alle angeht, weil er zu allen spricht Produktionsleitung: Liddy Hegewald. Regie: J. und L. Fleck. T°o«Ttiir u5d Wider — ein nicht zu erschüttern scheinendes, furchtbares Menetekel — starrt der un- A^.«hn«.tlara8rai:> i o . □ Strafgesetzbuches. Indessen flammt das mahnende Morgenrot einer neuen Zeit mit neuen Un(i Erfordernissen In gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht am Horizont der Menschheit Mutter- Je unantastbar. Wie aber, wenn sie von jener Lebenshärte, die mächtiger als alle Paragraphen der e t ist, von vornherein mit einem Fluch beladen ist? Wenn sie namenloses Elend und tiefsten Schmerz im Gefolge fuhrt? . . . Noch prallen die Meinungen aufeinander. Noch dauert der Kampf. werdrn - .anberw*k?,e Zeit nicht mehr fern. In der elnnichtavollere Maßnahmen zur Forderung wcracn zum Wohle einer neuen Generation, nm dae Glück einer gesunden Menechheit, für dae _ zukünftige Gedeihen von Staat und Familie! Professor Hausen11 ^steiler TEvelÄn£ HaU8en: Evelyn Holt, Dr. Schäfer: Ivan Petrovltech Ferner: Das reMaWe Beiuro^ramni / Außerdem: Die neuesten Taöesheridite aus aller Well 20-250001111. nur gegen 1. Hvvo« tbek und zeitgemäße Vergütung auszuleihen. Sckr. Anfragen unt 05288 an den (9. Ans. Neues Fräulein, 33 Jahre, mit eigner Wohnung undetwaS Vermögen, sucht Be« fanntichatt mit einem Herrn »w. sväierer Heirat Aus Solidität wird mehr Werl gelegt als auf Vermögen. Schr Ang. u. 05253 cm den Gieß. atu. Donnerstag, 19. Juli, 8 Uhr abends Werbe-Abend für V. H. C. (Zweigverein Hoherodskopfi Deutsches Wort — Deutsches Lied unter gütiger Mitwirkung unseres Heimatdichters und V.H.C.-Bruders Herrn Georg Heß, Fräulein Hoffmann, Frankfurt, Herrn Curt Richter. _________05284 Lüste WMMN täglich grönere Mengen irische ntreffend, tn Körben von 20 biS 30 Psd. wlD B. Saner nur allerbesten ::talzlM)lw '’ per Liier Jl 2.80. «, Weinbandiung u. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 13. Juli 1928 bezüglich der Firma Weinaroßhandlung Gebr. Schwan, Aktiengesellschaft in Gießen, folgende- eingetragen: Der Kaufmann Hans Kirch und die Frau Erna Roth geborene Kirch, beide in Gießen, sind au- dem Vor stäup ausgcschieden. Der Kaufmann Ernst Niemann in Gießen ist als alleinvertretung»- 3h * ff.' 4» M -5 »). • - ne ria »c. des Lied simitMten eß. FrtoÄn t Richter. »achnng. egistei Abteilung B 1928 bezüglich der unjj Gebr. Lchwan, Gießen, folgende» finann Hon- Jlirdi >th geborene -i'rch, aus dem Borüonb asmam Emst 1 allemverkekmyp nttzlieh brsteüt wor» i Emst bemann in 6697 D 11 1928. mtSgericht. igernngK4826 . 6tm 9. Liö^, । wirb Lurch M» Zimmer 106, bat Sieben 6cm 3« *16n,an6u® 19 qm Hvfteite, 9** «, cerfteißert. eDersügungistan ihe 20, zur #W ini 1928. 'nichts Sieh« chtSvorsicher^^ nachuuk' le«®ei* *£•59»» *85*. Wen »aut ^Mafc10 ijiefecUf ®,anijutiti Sichen, T«uu' „neue»«** *««?** he, und «di-ZKD > von {'S U'w. . >, n-ic A f bis aUl « bM „5 8W fei® SeM ,.rt i °b-«»LÄ>- tatttg^ ** 66990 li 1928. die .sbanamt' tav^h- Nr. 167 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffeu) Mittwoch, 18. Juli 1928 Wandern und weisen • Bäder und Sommerfrischen. Portugal. Don Alberi Shrenfiein. Un b#n Schulen hört man wenig von Portugal, beftält vielleicht die Nam« von Heinrich dem Seefahrer und Basco« da ®ama. Unglücklichere (toie ich) versuchten während der grvhen Zerren sich durch da« langweilige Derk des groD^i .Samve«- hindurchquarbeiten, durch den aus- gebreitrten Archipel der -Lu'iad« btn Deut- »utaae selten ein Mensch gesund und wohlbehalten durchquert hat . _ , .. Dir lesen von Srdbeden und «ev^utton«. wir wissen, daß das dnft mächtige Äet* — späterhin saft herabgesunken e nem Haar- wasser - im Drunde genommen seit Aapol«ns Tagen nur ein schwacher Schutzstaat Englands tft, mit schlechtverwaltet« Kolonien schlechter bestellten Finanzen. Di« oftindischen Träume sind auSaeträum). bas kleine Land, dem der holländische feb^. lst b-mahc zurück- gefclfcn in das arvßc Reich oder Weltmeer de« Serge,,en«, au, dem obenauf nur noch ein paar ruhmvoll. Deinfäfser treiben: gefüllt mit Portwein und Madeira. ' Durch die Vermischung mit indischen, sud- amer'kan,schen. afrikanischen Ureinwohnern ist nud) vitl'ach ein Nkilcbllngsttun emporgekomineii. ousgestiegen. ein Menschen typ. der während einer frühen Jugend vielderfprech«d schemt. aber rasch au« einer anfänglichen Gewecktheit in eine defi- nitive Schläfrigkeit verfällt. Ich wage einen durchaus nicht bösgemeinten Vergleich (denn ich freue mich gern an Allen), wenn ich behaupte, in bk lern Lande de« Talmi, der modern sein wollenden Nachahmung habe die darwinisti'chc- Theorie vielleicht mehr für sich als anderwärts. Uebrigen.,: es ist. als wollte die Menschheit, die diesem Lande sür auherordentliche Sntdecker- unb Seesabrerleislungcn viel schuldet, dem verfallenen Nest: also den Oertlichkeiten danken, indem fie sic ein wenig vergöttlicht, schöner sieht, al« sie gefärbt sind. TDer Neapel oder auch nur Genua kennt, wird in Qilfabon nicht gerade staunen: eine anmutige Lage, vielfach terrassenförmig aufsteigende Häuserblocks lhie und da durch neuartige von Straste zu Strafte führende Lllts verbunden), breite Strasten und Plätze heben den Ort wohl über einen so öden Hafen wie etwa Livorno, aber die innere Aermlichkeit, daS Provinzlertum der Auslagen und Gedcnkmale wirft die Stadt sozusagen wieder einige Zeitstufen in die Vergangen- Helt zurück. Manchmal belebt durch die durstige Trunkenheit der Än,allen amerikanischer Wein- wandererschisse. Die Einwohner beteiligen sich teil« mit Inbrunst an den im Süden usuellen, orientalischen Neppversuch«. teils sind fie netter: ein sanfte« Minderwertigkeitsgefühl läftt fie sich über jeden Fremden bescheiden freuen — wie etwa Kinder, wenn sich ein erwachsener Onkel herbeilästt, ihre farbigen Spiele zu teilen. Als Anziehungspunkt. Fremden fuhrerzentrcn fungieren neben den Kirchen hier auch Palmenversammlungen, .Gewächshäuser im Freien" — botanische Gärten, die in Lissabon sowohl als in dem Ausflugsort Monserrate, den Laien durch die subtropische Fülle dellen verblüffen, was er an Bäumen und Pflanzen. Blüten und Früchten in Schule und Gürten nicht kennengelernt Hai. lIm Gymnasium hals sich meine botanische Unwissenheit gegen die Ueberlegenheit de« Professors von 3ett zu Zeil dadurch, daft ich ihm aus dem erotischen Park einer Sternwarte Gewächse mitbrachte, an denen seine Klassifikations- sucht scheiternd die Lückenhaftigkeit feine« Wissens erkennen muftte.i Tropischer Stil ist höchst schätzenswert in einem botanischen Garten, minder erfreulich find derartige Wucherungen bei Baulichkeiten, wo derartige Mischungen in der dufteren und inneren Ausstattung alten Burgen leicht jenen renovierten Charakter verleihen, deren von allen Jahrhunderten gespeiste Geschmacklosigkeit an Romsch- ausverkäuse erinnert. Dies fiel mir bei der Besichtigung von Cintra ein, das — halb Wauren- schloft. halb Xr6belieben — Liebhabern maurisch- gotischer Stilkreuzunaen drastische Ueberraschun- gen bieten mag, während der einfacher Oraani- nerte kaum darüber nachffnnen dürste, ob in einem Teichlein die chinesischen Doldsische das Wonne -es Reisens. Don Hans Bethqc. Reifen? Himmlisch, Reisen ist eines der leuchtenden Blumenbeete in 6em verwilderten Garten unseres Dasein«. Ich meine das Reif« um de« Aeisen« willen, ohne Zweck, oder doch nur mit dem einen Zweck: sich in der Welt zu tummeln, anmutige Gegenden keimen zu lernen. Abenteuer zu bestehen, sich vom Strom des Lateins tragen zu lallen. Immer auf dem gleichen Fleck dieser Grdscholle fitzen: bas ist auf die Dauer unmöglich. Mai, würde verdumpfen, man würde geistig verkümmern. Man must zuweilen zum Morgenkaffee Hamburger „Rundstücke" essen, statt der Berliner . Knüppel". Man muh zuweilen de« Aachts Schakale heulen hören, statt der Hupen der Auto«, in denen die Nach Schwärmer heimwärts fahren. Man m u ft zuweilen in Kajüten schlafen, statt in dem eigenen Bett, von dem aus man fortwährend auf das gleiche Tapetenmuster starrt, bis man es nicht mehr aushätt. Kurz, man m u ft ab und zu reifen. Unerträglich wäre sonst das Dasein. Der fein Verlangen in die Weit Hal. ist ein geborener Knecht Tiere haben kein Verfangen in die Welt. Reisen macht frei, Reisen bildet. Aeisen erquickt, Reisen verleiht Flügel. . Natürlich muft man zu reifen verstehen. Wer Jjtoü zu reifen weift, verspürt den herrlichsten Rhythmus des Wechsels, und was ist schöner Wechsel. Veränderung, freiwilliges Preis- fl besitze ihn seit Jahrzehnt«, er hat die Form einer Pickelhaube, man kann ihn knüllen und knautsch«, er bleibt immer schön, er hat im unxfifeinollen Laufe der Zeiten einen wuicktervoll« Edelrost angesetzt, ähnlich wie Bronze den schillernd« Grünspan ansetzt, und ich glaube nicht, daft mir das Reif« noch Spaft machen würde, wenn ich dies« lieb«, treu« Hut verlöre. Da sind ferner ein Paar gute Rindleder» gamafchcn, schöner als alle modern« Form«, leicht und unverwüstlich, an den Seit« mit Lederriemen empor zuschnüren, fie stamm« noch aus der schönen Zeit, da ich als junger Kerl auf demselben mitteldeutsch« Gutshof, auf dem mein Da ter in jungen 3ahr« als Verwalter tätig gewesen war, bei einem Moig schimpfenden Trainer das Reit« lernte. Diese Gamaschen sind auf Reis« immer bei mir, sie schütz« mich im struppig« Heidekraut, auf umgebrochenen Ackerschollen hinter Hasen und Hühnern her, in rauft« Feisengegenden Afrikas und in dem fettig« Boden der Marsch Welch ein Genuh schon das Reis« auf der Landkarte! An still« Winterabend« nimmt man begehrlich den Atlas vor. macht Pläne, tastet vertraute Gebiete ab. die mit bunten, geliebt« Erinnerung« verknüpft find, oder man sucht neue Gegend« auf, zu den« uns ein unbändiges Verlangen zieht, und phantasievolle Bilder schweif« durch das sehnsuchtsvolle Hirn. Die Üetfeyde war« immer der Mode unter» warf«. Vor hundert Fahr« suchte man in der Postkutsche eine Reche kleiner Bäder auf, die man heute kaum noch dem Nam« nach kennt. Eine Zeitlang war der Rhein in Mode. eS war die Zeit der Romantik. Dann Italien. Die Schweiz. Die See. Aegypten. Norwegen Und die letzte Etappe. Winter im Gebirge, mit dem Ski und Rodel. Ittwergeftlich die ersten Reisen, die man als junger Bursche unternahm. Es war« die primitivst«, aber die eindruckvollsten, das Herz war jung und voller Begeisterung, alleS, waS man iah. war neu und erregend, und in jugendlichem ileberfchwang meinte man triumphierend, man sei der Herr der Wett! Niemals war es so bezaubernd in Italien wie damals, wo man als kecker Student d.iS erstemal, mit den bescheidensten Mitteln ausgerüstet, aber völlig sorgenlos, biS hinab nach Neapel schwärmte, Gin klein«, verqualmten Trattorias Chianti trank uno in Gasthöfen kampierte, in den« man mancher zweifelhaft« Gestatt vom Rinaldini-Typus begegnen konnte. Niemals habe ich fo genußreich ein Gebirge durchwandert wie damals, als ich. ein schmaler Tertianer, mit einem gleichaltrig« Freunde den Thürinaer Wald durchstreifte, staunend und voll romantischer Träume, das erstemal aus dem elterlichen Hause entlassen. Viele spätere Reisen sind verblaßt. — jene erst« find in all« ihr« Einzelheit« wach geblieben. Wohin wir auch reifen und soviel Ballast wir auch dahenn lassen (man kann gar nicht genug daheim lass«). — etwas begleitet uns immer: unser eigenes Ich. 2hm können wir nicht entrinnen. 2m letzt« Sinne kommt es deshalb nicht auf die Eindrücke an, welche uns eine Reise «t- geg«bringt. sondern darauf, wie unser (Inneres aus diese cLindrücke reagiert Wir sehen eine holde Landschaft hn letzt« Sinne nicht in uns hinein, sondern wir seh« sie aus uns heraus, — aus unserer heiter« oder gequält« Seele, Veisewinke. Lichcnmg bco fMcifrgrpädÖ. Den Reisenden zur Sommerszeit werd« in der Nr. 39 des .Daheim" klare und gute Ratschläge für d e Sicherung ihres Reisegepäcks gegeben, den« wir im Auszug folgendes entnehmen Zunächst muft Reisegepäck auch äusserlich als solches kenntlich leim Ein Bündel von Degenstä'chen ist kein Reisegepäck im Sinne des Gesetzes Die Verpackung in Koffer, Körbe Reisetaschen Hutschachteln il 6g(. ist «tfchcldend Die Bahn ist beredKigt. unrerpackw und schlecht verpackte Gegenstände von der Beförderung auSzuschliesten. Nimmt sie solche Stücke dennoch an, so kann sie auf den Gepäckschein einen entsprechenden Vermerk letz«, helfen Vorhandensein ihre Haftpflicht vermindert oder gar aushebt. Unh mit der Annahme eines Gepäckscheines mit solchem Vermerk gibt der Reifende rechtlich die Anerkennung des mangelhaft« Zustand«, in dem sein Gepäckstück sich befindet. Die Rückgabe eine» Gepäckstücks am Bestimmungsort erfolgt grundsätzlich nur gegen Rückgabe deS Schein». Bei dessen Verlust ist aber die Bahn zur Ausaabe dann verpflichtet, wenn der Besitzer seine iLnpsangs- berechtigung glaubhaft macht. Da» kcnrn z. B. geschehen durch Besitz der Kofferschlüssel. Angabe des ZnftaltS vor Ocffnung usw. Dagegen ist Die Dahn nicht verpflichtet, die GmpsangSderechtigung dessen zu prüfen, der ihr den Gepäckschein zurückgibt. Der unehrliche Finder eines verloren« Scheins kann sich also in den Besitz des Gepäcks setz«, ohne hast cs dem Verlierer vwalich ist, die Bahn für den erlitt«« Schad« haftbar §u mach«. Bei all« Depäcka bf er t igungen in Deutschland kann auf gegebenes Reisegepäck und Aufbewahruntzsgepäck gegen Verlust und Beschädigung versichert werden. Diese Reiseaepäck- rerfleoerungen befreien aber durchaus nicht von der Beachtung der allgemein« gesetzlich« Vorschriften, sie verlang« vielmehr, um wirksam zu werden, der« genaueste Befolguno. 3m allgemein« haftet die Gisenbahn Dein Reisend« für Verlust und Beschädigung seines Reisegepäcks. Sie ist nicht ersatzpflichtig wenn ein Schad« verursacht wurde 1. durch ent Verschulden oder eine Unterlassung des Verfügungsberechtigt«. 2. durch höhere Gewalt, z. D. durch Naturereignisse: 3. durch äußerlich nicht erkennbare Mängel der Verpackung: 4. durch die Beschaffenheit des Gutes, z.B. bei innerem Verderb deS Anhalts. Für den Verlust ober die Beschädigung von Kostbarkeiten. Kun st gegenständ«. Geld und Wertpapier« haftet die Bahn nur, wenn ihr der Wert solch« Gutes bet der Hebet- gäbe zur Beförderung angegeben Word« ift 3n diesem Falle ist also die Wertan»ibe notwendig. Bei Verlust eines Gepäckstück» erlischt die Haftpflicht der Eisenbahn, wenn das Gepäck nicht binnen zwei Wochen nach Ankunft des ZuaeS, zu dem es aufgeliefert war, auf dom Bestimmungsbahnhof zurücft erlangt worb« ist. Wenn sich Reisegepäck nicht innerhalb dreier Tage nach der Ankunft deS VesörderungSzuge« eingefunden hat, gilt es als verlor«. Reise bequem! Da sind fie nun bald, die lange ersehnten drei ober vier Wochen Feri«. SS wird herrlich sein in den Berg« oder am Meer. . . Nur vor einem hast du. gesteh« wir» ein. heimliche Angst: vor dem schrecklich« Reifes ieber! .Werde ich auch ein« Platz im Zuge find«, werde ich ben Änschluft nicht verpaffen, werbe ich auch womöglich'. . . und fo fort, unb so fort . . Gine Schlange von Sorg«, die sich um dein Gewissen ringeln will. Lieber Ferienreisender, wir können dich beruhig«. Reisefieber ist eine veraltete Krankheit. 3n der Zeit des Bubikopfes längst überwund«. Du kannst so bequem reif«, wie du nur willst. Rufe einmal in einem groften Reisebüro an. sage ihm wieviel Geld du übrig hast für deine Serienreife, und wohin bu willst. Man schickt dir den ganz« Reise- plan ins Haris, besorgt die Platzkarte, Fahrkarte. Schlafwagenbett lbu kannst eS auch .dritter" haben), hott dein Gepäck ab. Du setzt dich in aller Seelenruhe fünf Minuten vor Abfahrt auf deinen reserviert« Platz ober legst dich je nachdem. Wer glückloS ist und nun auf Reifen geht, in der Hoffnung, er werde durch den Zauber einer neu« Umgebung daS Glück gewinn«, sieht sich immer getäuscht. Dein, Oer Glückliche selbst soll auf Reis« gehen, er ist der wahrhaft oeineftende und ideale Reisende: ihm liegt die Wett in ihrer heiterst« Schönheit da. Glückliche Reise! Wanderfahrten. Bieber — Dünsberg — Waldhaus — Schmelz Fronhaul«. Wir fahr« mit dem ^rühzug nach Bieber und gehen durch da- liebliche Viebertal an vier Mühlen vorbei. Vor der letzt«, der Ober* mühle i Geburtsstätte deS berühmt« Kupferstechers Will), schlagen wir den Weg zur Rechten, eine Pappelallee, ein, tomm« am Forst Haus Bieber vorbei und treff« alsbald schwarz Punkte, die uns in mastiger, aber steter Steigung auf den Dünsberg führ« !bequemster Aufstieg). Sonntags ift oben Bewirtung. Nach genügender Raft und Augenweide von dec Plattform des Turmes erfolgt der etwas stelle Abstieg (roten Kell« nach) auf die Trumbacher Strafte, die wir bald wieder verlass«, um durch den groften Krvfdorser Wald, an zahlreich« Grenzstein« Der ehern allo p r e ust isch-hef fisch« Grenze entlang zum gastlich« FvrfthauS Waidhaus zu gelangen. Auf schöner Waldftraste wandern wir weiter zum Salzbödetal, das wir bei der Schmelz erreich« (Die rot« Kelle haben uns unterwegs verlass«). Von hier folg« wir schwarzen Punkt«, die uns über ein« Höften- Rücken mit hübschem Rückblick nach unserem Endziel Frvnhaus« führ«. Dauer der Wanderung vier Stunden. auf dein frisch bereitetes Mitcopobett Mittag- essen im Speisewagen ist auch bestellt. 3n Derch- teSgaden erwartet dich der Hoteldiener am Bahnhof. Zimmer ist selbstverständlich längst reserviert. Bargeld brauchst du während deS ganzen Aufenthaltes im Hotel überhaupt nicht: du bezahlst nur in Gutscheinen Auch Trinkgeld ist in der „Pauschalreise" enthalten. ES ist. richtig gerechnet, nicht einmal teurer so zeitgemäß zu reisen, als ohne Hilfe deS Reisebüros. Wirtschaft. Oie Ernteaussichten. Der Sommer hat seinen Höhepunkt erreicht. 3n wenigen Wochen wird der Landmann an die ersten Erntearbeiten Herangehen. Was liegt da näher, als einen Blick in die Zukunft zu werfen und sich ein Bild von den zu erwartenden Ernte- erträqnissen zu machen. Seit Beginn des Frühjahrs sind zwar von amtlichen und privaten Stellen Berichte über den Stand der Saaten hcrausgegangen, doch reichten sie nicht aus. um sich ein einigermaßen zutreffendes Urteil bilden zu können. Soweit sich aber die Dinge übersehen lassen, war die vorwiegend kühle und feuchte Witleruna dem Wachstum der Feldfrüchte nicht überall schädlich: auch etwaige Berzögerungen in der Entwicklung dürften inzwischen wieder ein- geholt sein. Dennoch wäre es falsch, mit einer über dem Durchschnitt liegenden Ernte zu rechnen. Die schnittreifen Halmfrüchte -eigen am besten, was wir bei der bevorstehenden Ernte erleben werden: die Frucht steht gut auf dem Halm, ist aber nicht körnerreich in dein Mähe, wie es zu erwarten und zu wünschen wäre. Auch der Strohertrag ist nicht sonderlich befriedigend, da die kalten Frühsommermonate das Wachstum der Vegetation ungünstig beeinflußt haben. Der gegenwärtige Stand der Halmfrüchte läßt aber erkennen, daß die Weizenernte besser ausfallen wird, als die des Roggens, der trotz der wach- fenden Vorliebe dcr Bevölkerung für Weißbrot nach wie vor die Grundlage unserer Getreidewirtschaft bildet. Bei der für die Dolkserncihrung sehr wichtigen Kartoffel haben sich eine ganze Reihe ungünstiger Erscheinungen gezeigt. Ramentlich in Ostdeutschland ist man mit dem Stand der Kartoffeln nicht recht zufrieden. Durchweg liegen die Bevertungeii. die sich aus regelmäßigen Schätzungen ergeben, unter denen des Vorjahres, was zu Befürchtungen Anlaß geben muß. da die Kartoffelernte des Vorjahres schon recht dürftig war. Man erwartet bestenfalls eine knappe M i t t c l e< n t e. aber auch die nur dann, wenn in den kritischen Wochen der nächsten Zeit das trockene, warme uiid beständige Wetter vorherrschend bleibt. Mit den Wie'en. den Dauerweiden und den Anbauflächen für Klee und Luzerne steht eS nicht besser. Auch hier scheint der Landwirt dem Ernteertrag nicht ohne Sorgen entgegenzusehen. Die Allgemcinwirtschaft ist sich klar darüber, daß eine ungünstige Ernte eine Verteuerung aller R a hru ngsm2 tte l im Gefolge hat. die sehr schnell ihren Ausdruck in Lohnforderungen und weiter in einer Preis- steigerung für lebensnotwendige Dinge finden wird. Dabei bleibt es jedoch nicht einmal. Eine knappe Ernte bedeutet eine Steigerung der Einfuhr von Getreide, insbesondere von Roggen, die unsere Zahlungsbilanz weiter belastet. Die Einfuhr von Weizen, die sich seit einigen Zähren entwickelt hat und die eine Folge der Bevorzugung des Weißgebäcks durch die Bevölkerung ist, hat sich recht nachteilig bemerkbar aemacht. Mehr und mehr wird der inländische ^Koggen zum Futtermittel, was natürlich nicht im Interesse der deutschen Landwirtschaft liegt. Besondere Beachtung verdient auch in diesem Jahre daS voraussichtliche Ernteergebnis in Ostpreußen. Leider hat diese Provinz nach vierjährigen Mißerfolgen toieberum eine Ernte zu erwarten, die auch bescheidene Hoffnungen weit hinter sich läßt. Hier darf erwartet werden, daß Reich und Staat ihre Politik fottfehen und alles tun werden, um bet schwer geprüften Provinz ihr Schicksal zu erleichtern. Oie Aeichsbank Mitte Zuli. Rach dem Ausweis be r Reichsbank vom 14. Juli hat sich die gesamte Kapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 46,5 Mill, auf 2380,0 Mill. Mk. verringert: im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 62,2 Mill, auf 2242,0 Mill. Ml. und die Bestände an Reichsschahwechseln um 1,0 Mill Mk. abgenommen, während die Lombardbestände um 16.7 Mill. auf 43.9 Mill. Mk. augewachscn sind. Die Anlage in Effekten ist mit 94,0 Mk. unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und scheinen zusammen s^nd 236.2 Mrll. m b Kassen ter Bank zurückflossen. Der Umünck an Reichsbanknoten verminderte sich um 201^7 Mrll. auf 4225,0 Mill. deriemge «n Renwn- bankscheinen um 45 Mtll. auf 551,8 Mill. Mk. Dementsprechend sind die Mante . 19»? . . Dl. Unl.-Ädl»!-Schuld mti Mur- 87. — 87 5 — lof.-fReAtrn ...... 51.5 — 51.4 61.5 Deilgl. ohne MuUol -Rkchle . . 17.8 IS 17,65 18 r^stwnN. Hvv -Bk Oklbpf un kündbar Mi 1932....... 90,75 —■ _ 4K% Rbeteffche pyu-vank Liqu »i^rl ....... 76,6 — A.S.». aba. iScrtrite^COUgaHon tMiablear 1M2 .... — — 4% SAroctj. vunde«b -Anl.. . . — — - E> i' .. Ceterrrldjilrte Yoldrlr . . ■■ * 4,80% Ccterr. GUO-rrtr. .... - - — <% Ctfttnvl*. rtnljfUI. Stic . . — - — 4% llnuanltftc »oltrtr...... N — 25.8 — 4% Ungaridit etüjtet. v. 1910 — — • —— roe 1913..... 4% Unoartschr Krvaenne..... — __ M.6 31 4% lürt. Sollauldbe t>. 1911 . . *% Türklich« Bcmdadk-adu Mnl. 10.9 — 11 — 6ede 1 ......... iX WflL 659 S58 IranJraMo........ . 8 — 145 144,5 Labmever »So....... 10 166,6 Buderu?......... . 5 30,5 — 80.25 80 Teutfche Crb&l...... . 6 — — 132 135 Silcncr 6fetn!o61e..... . 8 V” — 118.25 118.5 »tl|enHt(6rr,er ... |. H 3-1 133,5 133.5 131 133 Harocner ...... . 6 H6.5 — 146 118.25 Hoelck Clfcn........ . 8 — — 126.75 126 3ift Versbau....... . 8 226 — 226 SDifnerrorrie ...... . 7 — — 119,75 121,25 Ädtn-Tlrueffer. ...... . 9 — * 121 124.25 Mannesman» . ...... . 8 128 129.4 128.25 128.75 Marr-felber........ L t-'tldM dient. Sebarl . . . 7 — 108.75 . 5 — — 100 - ÖkriÄief. »oHroettc . . . . 6 — — 110,25 tu.is Pbantr Bergbau ..... Sibn-ilAe 8rannbcb?n . . . «Seinilahi . - |. % Jahr 5V: 90 — 90 90 10 4K 276.5 133 281 135,25 277 133 282.25 134,75 9hrbed «Sortan...... 7,2 — Scrriniäte StoV». . . . . , t, 93 — 93 92.75 C !avi Titnen ...... l»h 49.5 — 49,9 49.4 »di ajdHTtitben • • • • • Kall tiefte:-5tIn ...... leitetrf ... 10 10 242 241 247 442.25 244 248 251.5 13 421 427,5 4 70 . 428.5 "f > * ni-r ..Ir.cutote . • . U 54,5 457.75 455 357,25 tcaimit •r. bd...... . 6 — 120.73 - - txtbeenfUU ...... . V — * — ’c!' ''fr*,*!}! . 6 95 — 94.23 94.75 . 6 ••6 — 96.25 95.9 ™r.6^cteT1d>4ft. • • • • • V 1 — ^ranNfurt a. Berlin Schlutz-l flure | 1-Uhf flure Schiuh- flure Anfang flure Datum: l 7.7. 18. 7. I1’’- [ 18. 7. Phuwp..............7 141 140 5 140,4 - ©etbelberger dement . • • • 10 — 13/ — - Gement Ratiftabt ...... 8 172 — Schultheis Pakenhoser ... 15 — — 310.25 349 Cftroerfe.........12 — — 300 307.9 23er. «lanjslott......18 d — 601 614 Bernbetg...... 1« — — 500 506 flenftoff @albbnf.....12 flenteff Sitftaffenbura ... 12 Charlottenburger Safier ... 7 d 295 291.5 296 21 — 221.5 187.5 22!. 75 1'29.75 _ _ 192 98.9 194 35 101,5 Txrtmlet Motoren ...... 0 99 103 Demag..... • • • • 0 — 54.13 54 Äblmcerfc Sieber ...... 5 111 111,75 — 112.5 Luvw. Soewe ....... Irt r — * 225 825 Rat. Automobil ....... 0 —» — 76.25 77.5 Cur,teilt » Koppel . .... 5 — — 118 119.5 Leonharb Tie» ....... 6 Batnag-Meauln . ...... 0 YtanN- Maschinen..... 6 — * 245 216 -3 24 •— — 71 130 — Örter, er...... 11 130 — —- HenllAenNaebl .......0 25 81.5 — Leck werke. ......... 8 112 Mair traf twerli ....... 8 — — Miaa..........io 139 — 140 140 ‘flefatiulmer ........ 8 60 107 — 60,5 107.5 Seht, «oeder.......10 _ B-tet » Haeftner ...... a| 6ft». A-cker........8 210,23 * 210 150,5 150,75 151,5 — lenfnetm Verltn, >7. galt '»elf frte- Ämrrltanfldx ‘.'.’otee ..... 4,169 ito Belg^che Noten . ....... 58,53%. 68,77 Drnttche Notr» ....... Lgtchde «st«........ 111,7% 80,142 112,22 20. 428 Berlin. 17 flult Leid ,^raiuöM<0e ’Jtotcn...... Holländische Noten...... ytalfenlftfie Roten ...... Norwegische Noten...... Delltsch.i7i-sterr .4t«) Krone» Rumänische Noten ...... Schwedische Noten ...... Schweiter Noten ....... Evonifche Noten..... . Tschrchoilowaktsche Noten .. Ungarische Noten..... Sedrseumarkl Berlin Telegraphische kb 168.26 22,03 Ul,73 69,05 r,L4 111,93 80.81 68.61 12,39 72.82 —Irankfur 2 oSzab 168,94 22,13 112,17 69,29 112,37 81,13 68.89 12.45 73.12 a. M. Inna- 17. aalt 18- Juli Amtliche Notürung Seid Betet LnUltche Notierung (Aeld Srt.-t Am ft-9< ott- Bllen.-StreS Brss.-Nntw Edristiania - fiopenbagen Gtorfljoltn - ßelftaflf oet. Italien. . . London. . . Ncuvork .. Paris.... edmxU •. Cpantrn . . yavmi - . - Rio de Fas. Bien in T> Cefl- abgest. fc:: Wsdave fl.. Buloaries . yrfTabcn . . T a njtg. . . Rx ■* acr. 71 wen. . . Lusaka Ura-Bos - rate» . . - 168,59 1,768 58.36 in, n 112,01 112,13 10,54 21,95 20,37 4,190 16,395 80,665 68,9.' 1,923 0,502 59,09 U.4I5 7,36a 72.98 18.78 2,133 5.415 4.176 4 ro.sk " 169 < 1,77 58, 112,1 112,2 112.3 10,5 21,1 20,1 4.19 16,43 80.62 59.0 1,92 0,50 69,2 12.1 7.37 «3,1 8,03 18.8 81.5 2,15 6,4- 4,18 4,2t rv.9> 4 4 3 6 3 1 I 7 4 1 3 2 ä *4 14 15 "168.50 1,766 53,30 111,82 111,53 10.51 21,33 20.352 4,1835 16,33 eü.tio 68 89 1,917 0,501 J9,Q3 12.417 7.358 72,93 3.017 81.38 2.138 5,413 4,170 4.27« 20,833 168,84 1,777 58,42 112.01 112,14 112,27 10,55 21.97 20, -2 4,1933 16,42 80,76 61.03 1,921 0.503 59.75 12.427 7,272 3.023 18.72 61,54 *,142 6,425 4.176 4,264 20,923 m. 6tl< So«* 6=6 -* fiti 01 loh». 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