Freitag. 18. Mai 1928 178. Jahrgang Nr. 116 Erstes Matt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ttrwtf en6 Dtrkg: vrLhl'sche UntDerNtäts-Bud^ unö Stetnörnderei R. Lange In Sietzen. Schriftleilung und Seschäftrstelle: 5chu!Vratze 7. JtinaQer eon Snjeiac* für die lagttnummcr di* 3um 91ad>mihag vorher. Preis fnr | mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Brette orllich 8, au*a>ärti 10 91tid)sp|fnnig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Brett, 35 Reickspfennig, Platzvorjchnji 20* . mehr. Thefredcittteur Dt Fnedr TUlb Lang«. DeranlworUich für Dolmli Dr Fr Wilh Lange filt Feuilleton vr h übonot, für den übrigen letl Lrnft Blumicheln, für den An- geigtnttil Aurt tzrllmann, lämtlid) 'n Giesten Erich« ,»i iüglich,outzer Sonntogt nnfc Feiertag* Beilege* BieNene, FomUiendlüttei he,mal im Bild "Die Scholl« »***!§.kezugsprels: 2 Be,ch*marli und 20 !Rnd)**f,*nig fir 2r£get» lohn, auch bei Richter- sch-"en einzelner Nummer* infolge höherer Gewalt. 3trn|pr,d)an|d)lü||«: 61. 54 und 112 «Mkbrth für vrohrnach. richten B*)elgcr Eieste*. polldftdfontc; greehurt am Main 11688 Die Südarmee marschiert aus Peking. ik* unterliegt |eht feinem Zweifel mehr, daß General Tfchangtsolin, der vberbeschlshaber der norbd)ine|i|d)en Streilkröfte, die Rutzlofigkell jede* wetteren Widerstande* im Raume von Peking eingefeben hat. Jnfoigedesien ist von ihm die Räumung der Haupt st a d t des Reiches der Mitte angeordnet worden, die sehr wahrscheinlich schon in wenigen Togen in den Besitz der in Eilmärschen heronrückenden Regimenter des Gouverneurs der Provinz Schanfi, de* Generals Ienjhifchau, übergehen wird, der zu den Verbündeten Tschiongkailchefs, des Führers der nationalistischen Eireitfroste, gehört und schon am weitesten oorgestoßen ist. Unmittelbar hinter ihm steht der Christliche" General Feng, der nach wie vor einer der unsicheren Faktoren auf der Seite der Süd- chinesen ist. weil man von ihm nicht weiß, ob er unter dem Einfluß Moskaus steht, ob er Politik aus eigene Faust macht ober sich ehrlich in den Dienst der Ranking-Regierung gestellt Hal. Seine Front wieder wird nach Süden und Südosten zu durch die Kräfte Tschiongkaischeks verlängert, der tatsächlich durch die Japaner in seinem Vormarsch aufgehalten und so stark behindert worden ist, daß er seinen Verbündeten die Ausnutzung seiner Siege überlassen muhte. Tichanglsolin selbst scheint sich mit der Absicht iu tragen, zunächst nicht- weiter zu tun. al- i e Grenzen seiner Provinz zu ver- seidigen und obzuwarten, wie sich die Dinge in China entwickeln und vor allem, welche Folgen die Spannung zwischen Tokio und Aanking nach sich ziehen wird. Don 2k a p a n hat er. der iahte- lang japanische UnterstützungSgelder und AuS- rüstungSgegenstände für seine Truppen bezog, nicht» mehr zu erwarten. Gr ist zwar nicht zum ausgesprochenen Gegner der Japaner erklärt worden, kann aber zu einer Bedrohung für sie werden, wenn er eine» Tage» au» seinen Diedertagen die Konsequenzen ziehen und sich Tschi- angkaischek xur Verfügung stellen sollte. Vorläufig verfolgen ihn aber die Südchinesen noch und c» ist nicht ausgeschlossen, daß sich die Kämpfe jm *71 erben yttingS f *■ t f f ß c r Wie e» aussieht, wartet Japan auf ein weitere- Vortücken der Ranking-Truppen. wie e» ja auch schon ein Armeekorps bereitgestellt hat, um von Peking au» den Siegern den Weg auf» neue zu verlegen und kriegerische Ereignisse von der Mandschurei sernzuhalten. Wa» wir in Tientsin und Tfinansu erlebt haben, wird sich unzweifelhaft in oder um Peking wiederholen. Hinzu kommt, daß Tokio die Ranking- Regierung ausgcsordert hat. ihren ©eneraUifft- mu» Tschiangkaischek zu zwingen, sich bei den Japanern zu entschuldigen und außerdem alle feindlichen Handlungen an der vchantung- Dahn einzustellen. Tschiangkaischek, der au» naheliegenden Gründen sich bisher redlich bemüht hat. den Japanern au» dem Wege zu aehcn. wird schwerlich für eine Entschuldigung zu haben sein. Wa» aber werden die Japaner bann machen. wenn ihre Suhnesorderungen durch Danking nicht ersüllt werden? Vielleicht schieben sie w e i - tere Truppenmassen nach Ehina hinein, bi» sie dann eine» Tages die ganze Schantung- Halbinsel abgc riegelt haben, der ein gleiche» Schicksal wie Korea droht. Tfchangtsolin bereifet die Räumung vor. Rückzug in die Mandschurei. London, 17. Mai. (X1L) Die Vorhut der Armee deS Generals Feng ist nach den letzten in Tokio eingegangenen Mitteilungen bi» etwa 50 Kilometer südlich von Tientsin vorgedrungen und bedroht die rückwärtigen Verbindungen der Schantunqstreirkräste und den Tientsin-Pciing-Bezirk. Nördlich von Machang sollen bereit» K impfe im Gange sein. Tschang- tsolin hat die Ei'enbahnverwa lang der Dahnen Peking-Mulden und Tient.in—Pukau angewiesen, den Güterverkehr einzustellen und 15 Züge nach Peking für die Truppenbeförderung zu entsenden. Der Rückzug der Dordtrup- pen auf ihre vorbereiteten Stellungen ist bisher ohne Störungen verlaufen. In Peking wächst die lleberzeugung, daß die Südtruppen an Tientsin vorbei rücken werden, um auf die Peking — Hankau-Eisenbahn tz aller Hemmnisse erhebliche Erfolge erzielt hat. Diese Derständigu igspolitik ist auch von den D e u t s ch n a t i o n a l e n gebilligt worden, weil sie die einzige ift, bie in Frage kommt. Wenn in drutschnationalen Kreisen eine aktive Bündnispolitik gefordert wird (Stallen), so ist hierzu äu bemerken, daß wir zu einer solchen Politik noch nicht fähig sind. Ein Zusammengehen mit Rußland br.ngt uns unfehlbar in einen Gegensatz zu England unb Amerika. (Eine wichtige Aufgabe des fünftlgen Reichs- tags wirb bie Reform ber Relchsoerfaf- jung fein, bie uns eine stärkere Stabilisierung ber Regierung bringen muß. Diese muß entweder für einen bestimmten Zeitraum ge- wähll werden, ober es muß erreicht werden, daß der einzelne Minister nur bei Beratung seines Etats gestürzt werden kann. Das Land will nicht von Parteien, sondern von verantwortungsbewußten Männern regiert werden. In ber Frage Einheits- ober Bundesstaat kann nicht Revolution, sondern nur Evolution zum Ziele fügten Man muß beginnen mit einer Beseitigung der Enklaven und ber kleinen, nicht lebensfähigen S'oaten und mit ber Beseitigung Des Gcaen.iatzes zwischen dem Reich unb Preußen. E nheitlichkeit ber Justizverwaltung, des Dolksschulwesens unb vor allem Vereinheitlichung ber Steuern smb Anfänge, bie jeber begrüßen wirb, von der Landwirtschaft, deren Notlage er anerkennt, fordert ber Redner, daß sie die Produkte möglichst nahe an den Konsumenten heranbringe unb durch entsprechende Organisation dafür sorge, daß bie vielen Zwischenstellen ausgeschaltet würden. Ferner forderte er von ihr eine belfere Produktsonsart, bie die Güte ber Probukte Hede Kardoss wendet sich bann gegen ben zu starken Eingriff der öffentlichen Hand in bie Privatwirt- schäft. Die Privatwirtschaft ist der staatlichen immer überlegen. Die Vozialbemokratie verkenne bas Führerprinzip in ber Wirtschaft Die Führer sink» es, bie bie Erfolge ber Wirtschaft erzielen unb bem Arbeiter zum Brot Helsen. Unter- nebmerschaft unb Arbeiterschaft werden entweder zusammen leben ober zusammen untergeben. Wlr leiben an einer Uederspannung ber So- zialpolitik Der Staat kann bie Sorge um alles dem einzelnen nicht abnehmen, sonbern nur einen Zuschuß ihm geben, ber ce ihm ermöglicht, über bie ärgsten Sorgen weg zu kommen. Reinhold spricht in Frankfurt. Frankfurt a. M., 16. Mai. (Landespresse- dienst.) Der Spitzenkandidat der Demokratischen Partei, Reichssinanzminister a. D. Dr. Reinhold sprach in einer Wahlversammlung im Palmcngarten. In diesem Wahlkampf ginge es darum, In Deutschland eine Regierung zu bekommen, mit einem einheitlichen demokratischen Willen, die auch in der Lage sei. den neuen Staatsgedanken durchzuletzen. Die Frage der StaatSsorm sei für Deutschland endgültig entschieden. Sine Gefahr drohe der Republik nur von pseudorepublikanischen Ministern Auf die Innenpolitik eingehend, betonte der Redner die Rotwendigk.it der Demokratisierung der Verwaltung. Dem Wirken der Minister der Rechten fet es zuzuschreiben. daß der Abschluß der notwendigen Handelsverträge verzögert wurde. DaS Zentrum sei in die Regierung nur hineingegangen im Glauben, mit Unterstützung der Rechten seine Schulwünsche durchsetzen zu tonnen. Die Gefahr der Konsessio- nalifierung der Schul« sei noch nickt überwunden. Der Zerschlagung der Volksschule würden die Demokraten niemals ihre Zustimmung geben. Wenn auch der Außenminister Dr Circlc- monn glaubte, durch den Eintritt der Deutschnation alen eine Störung der Außenpolitik nicht besürchten zu müssen, so stehe er, der Redner, doch auf dem Standpunkt, daß die Außenpolitik durch den Eintritt der Deutsch- nationalen zweifellos gelähmt worden sei. DaS Jahr 1927 war eine vollkommene Stagnation in dieser Hinsicht. Die Demokraten wollten eine Außenpolitik, die gelührt werde mit äleberzeugung zur gegenseitigen Verständigung. Dr. Reinhold besprach dann bie Finanzpolitik der letzten Jahre. Dem AufwertungS- g e s e tz hätten die Demokraten ihre Zustimmung versagt, weil sie den Altrentnern einen Rechtsanspruch sichern wollten. Der demokrati'che Auswertung sen twurs fei am Widerspruch der Rechten und am Unwillen de» Zentrums gescheitert. Durch die falsche Steuerpolitik seien in den Jahren 1923—25 über drei Milliarden zu viel Steuern in die öffentlichen Kassen geflossen. Der Redner schilderte bann den harten parlamentarischen Kamps, der sich um bie von ihm eingeleitete Steuersenkung entspann, und rechtfertigte seine Polllik, bie ber ganzen Wirtschaft zugute kam. „0er Ginn ber Wahl" feine Wahlrede deS Reichöernährunttsminifters Lchiele. Marburg, 16. Mai. (XU.) Reichsernöh- rungsminister Schiele führte in einer beutsch- nationalen Versammlung am 16. Mai in Marburg u. a. folgenbeS aus' Der Sinn ber Wahl ift: Orbnung ber Machtfronten. Di« Erfahrungen ber Legislaturperiode des letzten Reichstaaes zeigen, daß e» so. wie bisher, nicht weitergeyt. Innere Hemmungen, entstanden au- endlosen Reibungen in unserem Parteileben, haben eine fruchtbare systematische Arbeit verhindert. Beständig war nur d i e Regierungskrise. Wenn die Politik sruchtbar werden soll, so muß eine große RechtS- gruppe einer LinkSgruppe, jede in sich mit festen inneren Bindungen, gegenüberstehen. Dann hat daS parlamentarische Leben Sinn, dann ist der Kamps für da- deutsche Volk erfolgreich, weil damit die Verantwortungslosigkeit der Opposition aufhört. Fernhalten von der Wahl ist nur ein Beweis müder Resignation. Wahl heißt Machtanwendung. Eintritt in bie Regierung ist Machtanwenbung. Opposition ist nur ein vorüberaehendes Mittel zur Machtanwenbung. Eine große Partei muß Verantwortung wollen uno es den Kleinen überlassen, sich vor der Verantwortung zu drücken, zu schimpfen und den Wählern unerfüllbare Versprechungen zu machen. Politische Einflußnahme auf den Staat ist drS Ziel, das wir erstreben müssen, denn mit ihr gewinnen wir Einwirkung auf alles, was unS umgibt in Wirtschaft und Kultur. Richt Formeln. Resolutio en. Programme nützen dem Voll, sondern Realitäten. Auch wir wünschen eine gesunde Demo rntie, einen deutschen Vollsstaat, der freiheitlich und nationalwirtschaftlich auf gebaut ist und fortentwickelt wird, der auch neuei Wege lucht zum Wohle des Volkstänzen. Für diese Fortentwicklung verlangen toit verfassungsmäßige Sicherungen. Wan klagt darüber, daß sich in Gestalt großer, wirtschaft- V\6)tt In teress en gruppen in daS Staatsleben Mächte eingeschaltet haben, die den Staatsgedanken schwächen, man sieht mit Sorge, daß eine große Gruppe sogar den Kampf der Klassen gegeneinander als Hauptinhalt ihrer Ideenwelt dem Volke pr.'diat und damit den Gedanken der Volksgemeinschaft zu ertöten sucht. Die Ursache dicsrr Entwicklung liegt auf der Hand. Die Deino.ratie kann den Gedanken nicht aufbringen, daß ein Staatswesen Wacht vorauSseh t. Infolgedessen greifen andere Kräi'te zur Macht. In der gegenwärtigen politischen S ra'tur Deutschlands erlangt man diese Macht aber nur durch die Masse. Die Masse w'rd ober nicht von Persönlichkeiten geführt, sorderr die Führer folgen dem Willen der Masse. Damit schotet man das Wertvolle, was ein Volk besitzt, sein Führ^rtum, au8 und damit zugleich die Energien, denen von jeher alle großen Bewegungen innerhalb der Völler zu verdanken sind. Wan verurteilt die nach demokratischem Prinzip gewählten Führer zur Tatenlosigkeit, weil man sie dem Willen der Masse unterordnet. Der Artikel 54 der Aeichsverfassung macht den ersten Mann des Dolles, den Reichspräsidenten, zum Funktionär deS Parlaments oder vielmehr der jeweils herrschenden Parteien, und man ernredrigt seine ersten Ratgeber, die Minister, zu ausführenden Organen einer zufällig entstandenen Mehrh?iit. verurteilt sie dann, nur Gelegenheitsund Tagespolitik zu treiben, Politik auf weite Sicht zurückzustellen, da niemand wissen kann, wie lange er sein Amt verwaltet. Die Aufhebung deS Artikels 54 der ReichSverfaf- sung ist der notwendigst« Schritt zur Verhinderung deS offensichtlichen Verfalls, in dem sich unser Staat und unser« Wirtschaft durch die Einführung der reinen Demokratie befinden. Wahlvorschläge undBewerber Berlin, 16. Mai. (WTV.) Nach Feststes- hingen deS Reichswahlleiters sind zu den kommenden Reichstagswahlen insgesamt 612 Krcis- wahlvorschläge und 31 Reichswablvorschläge, insgesamt 673 Wahlvorschläge zugelassen gegenüber 485 Kreiswablvorschlägen und 22 Reichswahlvorschlögen gleich 507 Wahlvor- schlägen insgesamt bei den Deichstagswahlen am 7. Dezember 1924. Die Zahl der Wahlvorschläge ist mithin um so st ein Drittel gestiegen. Die Zahl der Bewerber beträgt aus den Kreiswahlvorschlägen 5372 (5224 männliche und 448 weibliche) Bewerber, auf den Deichswahlvorschlögen 536 (493 männliche und 43 weibliche) Bewerber, insgesamt 6208 (5717 männliche und 491 weibliche) Bewerber. Zur Reichstogswahl am 7. Dezember 1924 waren 4716 Bewerber Augelaffen, davon 4203 männliche und 513 weibliche. Die Zahl der Bewerber insgesamt ist mithin um 1492 (gleich 31 v. H.), die der männlichen Bewerber um 1514 (gleich 36 v. H.) gestiegen, hingegen die Zahl der weiblichen Bewerber um 22 (gleich 4,3 v. H.) zurückgegangen. Das befinden des AeichsMenmlnisters. Berlin. 17. Mai. (WB.) Die Besserung im Befinden de» Relchsauhenmlnlster» Dr. Strese- mann hält an. Vie läiigkeil der Jlieren hat sich weiter gehoben. Temperatur 36,9; Pul» 84. Ls ist zu hoffen, daß im weiteren verlaus der Erkrankung Rückfälle nicht eintreten. gez.: Pros. Dr. h. Zondek, iSanUätsrat Dr. Gisevius. Dr. Schulmann. • Die deutschnationale Pressestelle '.teilt mit: „Die schwere Erkrankung des Herrn Reichsauhenministers Dr. Stresemann hat allenthalben lebhafte Sorge und Anteilnahme ausgelöst. Wir wünschen ihm möglichst schnelle und vollständig« Wiederherstellung. Sachliche Meinungsunterschiede in der Politik und das Bedürfnis der Auseinandersetzung darüber müssen vor dem Wunsche zurücktreten, den Reichs- aüfoeruninifter und Führer der Deutschen Volks- !iartci wieder i m Vollbesitz seiner Grund h e i t und als Wortführer seines Amtes oder einer Partei In der Oeffentlichkeit begrüßen zu können." Äenefch besucht Berlin. Berlin. 18. Mai. (Priv.-Tel.) Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, wird der tschechoslowakische Außenminister Dr. Bene sch entgegen anders lautenden Meldungen auf seiner Rückreise nach Prag Berlin doch einen Besuch abstatten und am 18. d. M. dort eintreffen. Herr Benesch wird SamStag—Sonntag, vor allem mit Rücksicht auf die Wahlen, inkognito in der Hauptstadt weilen. Erst für Mvntagvormit- lag erwartet man seinen Besuch im Auswärtigen QI m t beim Staatssekretär Herrn von Schubert. Wahrscheinlich wird Minister Benesch auch vom Reichspräsidenten empfangen werden. Zwar sind anläßlich der Erkrankung Dr. StresemannS politische Besprechungen mit dem tschechoslowakischen Außei^minister entscheidender Ratur nicht zu erwarten, aber immerhin wird sich eine informatorische Fühlungnahme von praktischem Wert ergeben. Der Verfaffungsiag. Preußens Antrag im Rcichsrat. Berlin, 18. Mai. (DDZ.) Auf der Tages- »rti.-.uiifl deS Reichsrats stand ein Antrag Prcu- ßenS und einer Reihe anderer Länder, den 11. August aum Rationalfeiertag zu erklären. Der Berichterstatter, der preußische Ministerialdirettor Dr. B a d t. beantragte, den Sntwur, ohne AuSschußverhandlung sofort im Plenum zu behandeln, weil der Rrichsrat sich ja bereits arrSjührlich im vorigen Sommer mit dies r Angel genheit beschäjtigt habe. RamenS der bayerischen Regierung bat Staatsrat v. Rüßlein um Ausfchuyberatung, die ja keine Verzögerung bedeuten wurde, da man die An- gel.geuheit an einem Bcr nitlag erledigen könne. Die' r Erklärung schloß sich die württem- b e r g i s ch c Regierung an. Für P r e u ß e n erklärte sich Staatssekretär Weißmann mit der Ausschußberatung einverstanden, wenn Bayern er lärt. daß eine Vertagung des Ausichusscs nicht in Frage kommen soll. Daraufhin erwiderte Staatsrat v. Rüßlein, er habe noch keine Instruktion, müsse aber dock) den Einwand erheben. daß nach der Geschäftsordnung Vorlagen von weitgehender Bedeutung frühestens drei Wochen nach ihrem ^scheinen auf die Tagesordnung gesetzt werden können. Sine Vor- Das Reichskabinett zum Tariferhöhungsantrag der Reichsbahn. Eine ablehnende Antwort der Reichsregierung wahrscheinlich. Berlin, 16. Mai. (MTB.) Da» Reichs- kabinelt beschäftigte sich in feiner heutigen, unter dem Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen kabinettsfihung mit der Jrage der Tariferhöhung der Reichsbahn, hierbei erstatteten der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Dr. o. Siemens, and der Generaldirektor Dr. Dorpmüller Bericht über die finanzielle Lage der Reichsbahngesellfchaft und erläuterten die einzelnen Punkte der über die Tariferhöhung verfaßten Denkschrift. An diese Darlegungen schloß sich eine eingehende Aussprache. welche durch eine Besprechung der beteiligten Reichsrestorts ihre Ergänzung finden soll. Line A n t w o r t der Reichs- regierung auf den Antrag der Reichsbahngesellfchaft wird nach Abschluß dieser Beratungen in kurzer Frist erteilt werden. 3n politischen Kreisen verlautet, daß die zuständigen Stellen, die die Denkschrift der Reichsbahn zunächst beraten fallen, da» Reichsverkehr»-, da» Reichsfinanz- und das Reichswirtfchaftsministerium sind. Vertreter der Reichsbahn werden an diesen internen Besprechungen der Reichsregierung nicht beteiligt fein. Man nimmt an, daß die Ressortberatungen etwa bis Mitte nächster Mache dauern werden, so daß das Reichskabinett sich erneut mit dieser Jrage beschäftigen kann, wenn nach dem Abschluß de» Wahlkampfes die Minister wieder vollzählig in Berlin anwesend find. Wie wir erfahren, glaubt daS Reichskabinett, daß die Reichsbahn infolge der günstigen Ver- kehrSentwicklung der letzten Iahre und der entsprechend günstigen Gestaltung ihrer Tilanzen in ber Lage gewesen ist, nicht unbeträchtliche Reserven zu bilden, die zur Heber- brückung der augenblicklich eingetretenen Geldknappheit zum Teil dienen können. Wenn diese Gelder zur Deckung des aus Mehrbelastung und Anlagebedürsnis h:rrührenden GeUibedar s nicht voll ausreichen, so sieht auch das Reichskabinett die Möglichkeit einer Steigerung des Anlagekapitals im Interesse der Betriebssicherheit durch Anleihen als gegeben an. Das Reichs- kabinett schließt sich damit der in den Diskussionen über die Rcichsbahntarisc vertretenen 2u* affung an. daß eine so tief in das Wirtschaftsleben einschneidende Maßnahme wie eine allgemeine Tariferhöhung der Reichsci'enbahn in An- betracht Der gegenwärtigen Konjunkturlage. die sich durch einen besonderen Grad der Empfindlichkeit auszeichnet. vermieden werden muh. Immerhin wird in den Kreisen des Reichskabinetts späterhin, vielleicht in Iahressrist. mit einem neuen TariserhöhungSantrag gerechnet. In o'gedessen soll vorläufig der Versuch gemacht werden, die Reichsbahn zu veranlassen, daß sie zur Behebung ihrer Schwierigkeiten einen größeren kurzfristigen Kredit aufnimmt Die Reichsbahn verhält sich jedoch gegenüber diesem Vorschläge, wie aus einer neuen Mitteilung ihrerseits hervorgeht, ablehnend. Selbstverständlich kommt bei der starken Ueberlaftung unseres Kapitalmarktes eine einmalige hohe Anforderung seitens der Reichsbahn kaum in Frage. ES besteht jedoch, da eS sich um die Finanzierung laufender Erneuerung für die Reichsbahnanla^en handelt, die Möglichkeit, den Geldbedarf in monatlich aufzulegenden Teilbeträgen je nach Erfordernis au decken. Günstig für den Fall der Kapitalaufnahme ist auch die in gut unterrichteten Kreisen ausgesprochene Erwartung, daß sich die finanzielle Besserung in der Lage der Reichsbahn weiterhin f o r t s e tz e n dürfe. Oer Colmarer Autonomistenprozeß Colmar, 16. Mai. (WTV.) Zu Beginn der Sitzung vom Mittwoch fünbigte der Staatsanwalt an, daß, wenn die Verteidigung auf gewisse Entlastungszeugen verzichte und zur Abkürzung der Debatte beitrüge, das Zeugenverhör am Samstag beendet werde und er am Montagfrüh die Anklagerede halten könne, so daß damit zu rechnen wäre, daß dkr Prozeß am Dienstag zu Ende gebracht werde. Dann fetzte der Zeuge Riehl feine Aussagen fort. Er sprach von einer von ihm unternommenen Reife nach Basel, bei der er die Bekanntschaft Leys gemacht und diesen über Dr. Ernst ausgefragt habe. ,^Ley war für mich e i n Spion", so erklärte Riehl, worauf Rechtsanwalt Peter rief: „Also ein Kollege!" Auf die Frage des Vorsitzenden: „Haben Sie nicht einen Brief von Dr. Ernst erhalten, in dem dieser zugibt, daß er zu den autonomistischen Mitteln Leys beiträgt?" antwortete der Zeuae bejahend und übercichte ein Schreiben mit dem Aufdruck der „Heimatstimmen", das, ohne verlesen zu werden, zu den Akten gelegt wird. Dann erklärte Riehl, er sei der Ansicht, daß die Autonomiebewegung deutsch-freundlich gewesen sei und mit deutschen Propaganda- stellen zusammengearbeitet habe. Don Ricklin erzählte Riehl, daß er ihn nach im Januar 1917 in seiner Uniform als Stabsarzt zu Pferde ge, sehen habe. Ricklin sei im Ernst entschlossen gewesen, den „Rahmen Frankreichs" eines Tages fallen zu lasten. Das fei feine, des Zeugen, Ueberzeugung. Als er Ricklin gefragt habe: Welches sind Ihre Endziele? Wollen Sie die Autonomie, die zur Neutralität führt? habe ihm Ricklin die Hand gegeben und gesagt: „Wir gehen vollkommen einig“. Dann erzählte Riehl eine ziemlich unklare Geschichte von einer Begegnung in der Wohnung Schweitzers, bei der er wwohl diesen wie einen unbekannten Mann im Pyjama angetroffen habe. Der Unbekannte im Pyjama habe wie ein deutscher Offizier ausgesehen, und eine Landkarte habe auf dem Tisch gelegen. Dann erklärte Riehl noch, daß er gebärt habe, wie Stürmei gesagt habe, daß die Stärke der Schutztruppe in Straßburg auf 1000 Mann gebracht werden müsse. Riehl erklärt auf Befragen, daß er weder von der französischen Regierung noch von der Polizei für feine Tätigkeit Geld erhallen, sondern fpontan gehandelt habe. Bemerkenswert ist die Verlesung eines großen Teils von Briesen zu erwähnen, die aus der Feder Rieh'ls stammen und an alle möglichen Personen gerichtet sind und autonomifti- sche, deutschfreundliche und fran-osenfeindliche Gedanken und Beleidigungen Frankreichs aller Art enthalten. Alle diese Briefe gibt der Zeuge zu, geschrieben zu haben, lediglich aber zu dem Zweck, um die Autononliebewegung auszu- kundschaften. Rechtsanwalt Klein bemerkte, daß diese Briese, da sie auch an Aus» länder geschrieben worden seien, den Tatbestand deS Hochverrats von feiten des Zeugen Riehl darstellten. Rechtsanwalt P a l m i e r e (Korsika) erRärte, er werde den Beweis erbringen, daß Riehl an die korsische Autono- mistenpartei einen Brief geschrieben habe, in dem ersiezuGewalttatengegenFrank- reich aufzureizen versucht habe. Dann wird Polizeikonunissar Boltz aus Mülhausen als Zeuge t> rnommen. Er bestätigt, daß Riehl seit März 1926 ihm regelmäßig Briefe aus Deutschland u. a. m. übermittelt. Boltz erklärt bann, daß Dr. Ricklin als Mensch sympathisch, aber als Politiker für das Elsaß unheilvoll sei. Ricklin habe 1924 an einen Lehrer einen Bries geschrieben, der in bezug auf das Elsaß die Wendung enthalte: -das Elsaß habe sich wie eine Prostituierte Frankreich an den Hals geworfen." Rechtsanwalt Palmieri (Korsika) verliest bann ein Schreiben des Vorsitzenden der korsischen Autonomistenpartei, Rocca, in dem erklärt wird, daß Schall, dessen Bekanntschaft er bei einem Autonvmistenkongreh gemacht habe, ein bescheidener, ruhiger Mensch sei, während er, Rocca, von Riehl Briefe erhalten habe, die so heftig gehalten gewesen seien, daß er nicht daraus geantwortet habe. Es wird bann als Zeuge der Schulinspektor B o u r g o i n über Rosse verhört. Er erklärte u. a., baß Rosss viel gefehlt und etwa 144 Urlaubs- tage eingereicht habe, um Reifen zu unternehmen unb an Kongressen usw. teilzunehmen. Auch habe er einmal sich ohne Erlaubnis entfernt. Dourgoin läßt bann eine ganze Anzahl von Artikeln der „Revue Scolaire" verlesen, bie von Rosts geschrie- den sind. Es heißt in biesen Artikeln u. a.: „Wer nach bem 11. November 1918 im Lanbe bleibe, der übernehme stillschweigend bie Pflicht, Frankreich loyal zu bienen. Wolle er bies nicht, fo bürste er nicht bie Unehrlichkeit begehen, bie neue Nationalität anzunehmen. Mehr als Loyalität zu verlangen, Hot der Staat nach bem Gesetz fein Recht. Liebe unb Begeisterung finb wünschenswert, sie müssen sich aber aus der Erfahrung ergeben.* Ein zweites Zitat betrifft bie Stellungnahme Rostös zu feiner Maßregelung wegen Unterzeichnung des Heimat- 1 bunbmanifeftes. Es heißt darin: „Ich war mir be- wußt, was ich tat, als ich unterzeichnete, und ich '< Hobe nichts zurückzunehmen. Ich übernehme bie volle Verantwortungen für meinen Akt. Alle bie traurigen Erfahrungen, bie ich gerade als Vertreter ber Beamten feit 1918 gemocht habe, haben mich zu ber Ueberzeugung gebracht, baß nur auf den im Heimatbundmanifest enthaltenen Grundlagen ein glückliches Elsaß in unb mit Frankreich besseren Zeiten entgegengehen kann.* Rach der Aussage Bourgoins. der u. a. noch erklärt, Ross6 habe an dem Lehrerstreik von 1920 und an dem mißglückten Lehrer- und Eisenbahnerstreik von 1926 mitgetoirft, bittet Dosse den Schulinspektor zu beweisen, wann wegen Streikbeteiligung oder wegen eines unerlaubten Fernbleibens vom Unterricht im Iahre 1920 ein Tadel gegen ihn ausgesprochen worden sei. Der Zeuge Dourgoin sucht längere Zeit in den Personalakten Rossös. und zwar vergeblich, und crflärt bann, das habe er nicht behauptet. — AlS Dourgoin im Derckaus der weiteren Auseinandersetzung behauptet, in einer Lehrerversammluna sei im Hinblick auf die au3 Innerfrankreich kommenden Beamten gerufen worden: „Raus mit ihnen!", fragt Rosse, welchen Beweis er für feine Behauptung habe, und als der Zeuge sich begnügt, zu antworten: »Man weiß ja. daß Sie. Herr Rosse, dahinter stecken!', ruft Rofs6 auS: »Man macht uns hier für alle möglichen Versammlungen, an denen ich nicht einmal teilgenommen habe, verantwortlich- Ich werde mich doch wohl noch verteidigen können." läge kann jedoch sofort behandelt werden, wenn zwei Drittel der vertretenen Stimmen es verlangen. Der preußische Antrag, die Vorlage sofort dem Ausschuß zu überweisen ohne Innehaltung dr drei Wochen Frist, wurde mit 46 gegen 19 Stimmen angenommen. Gegen den Antrag stimmten nur die Länder Bayern, Württemberg. Thüringen unb Oldenburg. sowie die Provinz Brandenburg. Die Ausschußb.ralung der Vorlage soll in der nächsten Woche beginnen. Oer Ingenieurprozeß. I Merkwürdiger Wechsel in derBerteidignng IMoskau. 17. Mai. (Priv.-Tel.) Der Qln- geklagte Dratanowsti. der behauptet hat. deutsche Firmen hätten Destechungs- gelber gegeben, wodurch besonders die Firma Knapp belastet wurde, und der Angeklagte Ma - t o w, der den Werdegang der Verschwörerorganisation mit allen Einzelheiten zugegeben hat, haben darum ersucht, daß der ihnen zugeteilte Offizialverteidiger M u - rawjew durch einen anderen ersetzt werde, da sie befürchteten. Murawjew könnte ihre Geständnisse abschwächen. Der Derteidi- ger habe nämlich wiederholt darauf hingeviefen, daß den Angeklagten die Todesstrafe drohe, und versucht, sie im Interesse der anderen An- gefiagten zu einer Milderung der gemachten Aussagen zu bewegen. Der Oberste Gerichtshof bat in einer Sondersitzung beschlossen, den Verteidiger Murawiew durch einen anderen zu ersetz e n. Ausdrücklich sei bemerkt, daß sich die Anklage im wesentlichen auf die Aussagen Bra- tanowskis und Matows stützt. Oie Femeprozeffe. Ein Aufsatz des ttcncralodersien von Leeckt. Eigene Drahtmeldung bcs „Gießener Anzeiger»". Berlin, 18. Mai. Generaloberst von Seeckt. der. wie wenige, mitteirfenb und mitaufbauend an der Organisation der Reichswehr in der ersten Dachkrieg.zeit beteiligt war. und der aus nächster Äähe die so schwierige Auf- lösungszeil der Freikorps miterlebt hat. nimmt letzt zu den sogenannten Fememordprozesfen in der Oeffentlichkeit Stellung. Seeckt war nach der Revolution zunächst beim Grenzschutz im Osten, er übernahm im Iuli 1919 die Leitung des Generalstabes und im März 1920 wurde er Ches der Heeresleitung. Aus seinen Erfahrungen dieser Zeit gewinnt Seeckt heute Den Eindruck, daß die große Schwäche der unglückseligen Zemepro e se in dem MangelanSich- 3 r tnnern an d i e Verhältnisse dieser wirren Zeit liegt. Er meint, daß diese Prozesse seiner Ansicht nach vermieden werden konnten und vermieden werden mußten, weil „sie nicht wirklicher Gerechtigkeit- bienen und politisch in hohem Grad schädlich wirten." Seeckt befürchtet, daß sich aus diesen Pro,cs en ein Gegensatz zwischen der Reichswehr und Den Kreisen entwickelt, welche bisher durch die Pflege des D gedankens zum eigenen, gegenseitigen und xum allgemeinen Rutzen sich verbunden fühlte. Rach einer eingehenden Analyse der Psychologie der Freikorps, erklärt Seeckt bann, er übernehme die Verantwortung für die Reichswehr als der oberste militärische Führer derselben. Sin Rarr sei. wer glaube, daß er ober einer seiner Untergebenen auS jener Zeit einen Befehl ober eine Anweisung zum Mord gegeben habe. Ob es aber in seiner Macht gelegen habe, alles zu wissen und viele- zu verhindern, könne unb wolle etz nicht entscheiden. Der es könne, trete vor. Ob er strafrechtlich verantwortlich sei. spiele keine Rolle. Aber eS solle ihm niemand nachsayen dürfen, daß er je eine Verantwortung verleugnet habe. Meine politische Nachrichten. Der schon feit langer Zeit kränkelnde frühere Relchsjusllzminister und volksparteiliche Reichstags- adgeordnetc Dr. Heinze ist in der oergangenen Nacht in feiner Wohnung auf dem Weißen Hirsch bei Dresden einem Herzschlag erlegen. Dr. Heinze hatte sich bis noch vor zwei Togen lebhaft am Wahlkampf beteiligt, fühlle sich aber in ben letzten zwei Tagen unwohl und war zu Haufe geblieben. • Im Fall Jakubowski hat der Reichsjuftiz- minister es abgclehnt, der mecklenburgischen Reg.e- rung einen Rat zu erteilen, um ben sie ersucht hotte, ober eine Persönlichkeit mit ber Prüfung ber Angelegenheit zur Verfügung zu stellen. Wohl aber hat der Minister der mecklenburgischen Regierung :mp- sohlen, sich an bie bedeutenden Kriminalisten, Staatssekretär a. D. Dr. F r i tz e, Iustizminister a. D. Dr Dünger unb Senotsprasident L 5t. Richter, zu wenden. Die japanische Regieruna beschloß, Äel- logge Kriegsächtungsoorschlag anzunehmen, den sie im ganzen als annehmbarer erachtet, als ben französischen Entwurf, und an allen Erörterungen teilzunehmen, die in dieser Angelegenheit statt finden sollten. Sie hält den Meinungsaus- taufet) der Washingtoner Botschafter unter Teilnahme ber Vereinigten Staaten für besonder» geeignet, eine Klärung herbeizufuhren Prinz Carol von Rumänien traf im Kraftwagen, von Ostende kommend, in Brüssel ein und ist am nächsten Tage von Brüsiel nach kcm Chateau d'Ardenncs bei Dinant abgcrc.ft, wo er vorläufigen Aufenthalt nimmt Vie Wetter-laße. SEtsE G woftenio* <9 wer » eedent ® weai» e * lehne« c» '»reeetw « xdei Kt-wV-r -O x* Vithir» Osi MiW nvewt* b-t »'e-x Bxtt" —1 «<• 0* M>4en M*:^eee iitMM«« l* Ien «ehe" •>« re-»»e'«l<- «n D.e u«-«ce» 0er ocrgangrnei I dem Meißen tzlrftz älchlag erlege pot Del Ingen M. PW sich aber in bei inb wat zu k)ouse y hat der Aeichsjuft^ iedlenburgi|(htn Ztg.t. im den sie ersucht iMe, der Prüfung brr Lrige. stellen. Wohl aber fort zischen ÄeaiiniEfl cmp ulenien Ärimlnali|un, ße,2ustizministeia.D. astdent LR dichter, etung belchlüß. Äd- Vorschlag aizu- n alk annehmbarer er- Entwurf, unö an allen it in bitter Bngttegt^ ilt bin Meinungmu»- rllchaster unter led« ten sür be\onbtti y führen. miet traf im «rast end, in Brussel em von Brüssel nach km 5 bei Diiuull ohzcrk.st. ll nimmt. erfaße. 124 x#> 0 0 Niw. Xut* S*ftF5? Ä KAchlS^ ii Srad :el^#- 15 Srod ^ lÄ** Aus der provinziakhauptsiadt ® t f 6 e n. ben 18. Mat 1928 40 Jahre ^rauenvercin vom Üofenftrtiu für Deutsche über (2ee Die Feier seine« 40jährigen "Be- »eben« hatte den Frauenvereio vom Loten ÄttuA I ü r Deutsche über See am Montagabend in der sestlich geschmückten Qlula bet UnltwdUät zusammengesührl. 3n et nie t: en- ben Morien aab die Doriitzentze. Frau Provin» -ialdirekwr Graes, einen kurzen Ueberblid über die Entstehung de« Vereins und seine über- aus segensreiche tätigten Durch VersaiNes wurde seiner Äoloniularbeit ein ttr.be gemacht aber deutsche Volt-angehörige wohnen noch braufen in den früheren Kolonien: sie gilt eS iu betreuen, sie dem Deutschtum zu erhallen hat der Verein sich zur Ausgabe gestellt. Daraus hielt Dr. Vreuer au« Dindhuk einen Inietcllontcn Vortrag der von huofchcn. klaren Lichtbildern unterstützt, in sesselnder Meise über das Geben und die Gei den der Deutschen In unserer ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwesiasrika unterrichtete. Erst kurze Zeit gehörte das genannte Gebiet dem deutschen Leiche an und doch ist eS erstaunlich, in welch geradezu vorbildlicher Meise da- Land erschlossen wurde, tts bedarf dieses besonderen Hinweises als Diderspruch gegen die koloniale Schulblüge von Versailles. 3n schwerer Arbeit muhte in dem unwirtlich rauhen von kriegerischen Stämmen bewohnten Lande Rtche und Ordnung geschaffen werden. Herero- und Hottentottenaufstände in den Jahren 1904 und 1907 drohten alle ausgcwendete Muhe zu zerstören Hatte das Leich anfangs nur sehr geringe Mittel zur Verfügung stellen können, so Wie denn auch die erste dortige Schutztruppe, bestehend aus 'leben Mann und einem Trompeter, von privater Seite gegründet worden war. so wurde es nach 1908 anders. Durch Vermittlung hochwertigen Zuchtviehs, durch Bohrung von Brunnen. Errichtung von Schulen und anderen gemeinnützigen Anstalten suchte die Legierung nach Möglichkeit, das Los der deutschen Einwanderer zu erleichtern. Bahnen wurden Gebaut und zur Versorgung der ausblühenden Städte Jttelnlicblcr al- Gärtner und Gemüsebauern auf Schwemmland angesiedelt. Und bald lohnten sich Kapital und ausgewandle Arbeit. Kupfer». Zinn- und Goldgruben wurden entbedt. Diamanten ge» Stäben. Die Einnahmen deS Landes aus diesen lelbquellen konnten bereits die Ausgaben selbständig tragen, nur die Schuhtruppe. etwa 2000 Mann war auf Leichsunterstützung angewiesen. Da kam der Krieg. 60 003 feindliche Soldaten besetzten im Juli 1015. bis dahin hatte sich die Geringe Schar der Lchudtruppler tapfer gehalten. Die Kolonie. Die militärische Besayungezert dauerte bis 1920. bann wurde ein Administrator ernannt. Clne schwere wirtschaftliche Depression, von den Engländern systematisch verstärkt, lastete auf dem Land. Teils mit Versprechungen, teil# mit Zwangsmaßnahmen, wie Ausweisung von 6000 Beamten. Lehrern und Farmern suchte man die Deutschen willfährig zu machen. Auf Grund des Londoner Abkommens 1923 muhten sie die südafrikanische Staatsangehörigkeit erwerben. Erst bann wurde ihnen 1926 die versprochene Volksvertretung gewöhn, deren Beschlüsse jedoch der südafrilanische Premierminister jederzeit durch- kreuzen kann. ML Mühe und Lo: war die Ausweisung der Lehrer rückgängig gemacht worden, doch muhten sich 6tc Spulen nun finanziell selbst erhalten Die win'chaftliche Lot batte zur Folsu. dah viele an das südafrikanische Legime fielen, webet zwar bU rum 14. Jahre in besonderen Abteilungen Deutsch gelehrt wird, wo aber Schul- Plan und ttrxirffunfl durchaus in englischem Sinne gehandhabt wird. Durch dauernde, behördlicherseits unterstützte Einwanderung von Buren verbucht die Legierung, bet einer eventuellen Abstimmung eine englische Stimmenmehrheit zu schaffen. Schon seht beträgt die Anzahl der Deutschen nur noch 40 Prozent der Bevölkerung. Bereits nach einem Jahr erhalten Die einaewanderten Duren baj Stimmrecht in Der früheren deutschen Kolonie, während Die Deutschen ohne Elnsluh find und erst nach süns Zähren die südafrikanische Staat angehörigkeit erwerben können. Da an die deutschen Einwanderer kein Legierungeland mehr abqcgcben wird, sind sie auf Erwerb au8 Piivatbc'iy angewiesen, wozu ein Kapitol von etwa 33 000 Mark erforderlich ist. Doch können Handwerker noch gut Beschüsti- gung finden, während DaS Land mit Kaufleuten übersättigt ist. Gleich den Engländern stehen Die Buren den Deutschen durchaus feindlich gegenüber. Diele lind ganz isoliert und hoben sich, um wenigstens eine Stütze zu haben, in Deinen Gruppen und Vereine zasammengefchlofsen. die wiederum im deutschen Bund zusammengefoht sind. Treu wollen sie au ihrem Deutschtum halten. Daher sollten wir Lei^-kx'nllche unS die Be- treuuna unserer auSlanddeutfchen Brüder angelegen sein lassen. Ein lehr stimmungsvoller GesangSvortraa des Bauerschen Gesangvereins beschloß die Inter- essanten Ausführungen. Gladttheater Gießen. Man schreibt unS: Do ab Freitag im Leuen Operetten-Theater, Frankfurt a. M DaS Moskauer Jüdische Akademische Theater feinen Einzug hält, so ist diese- ausgezeichnete Operetten- Ensemble. doS heute zu den besten in Deutschland zählt, für einige Tage frei geworden. Die Intendanz des Stadtthcalers Diesten hat diese Gelegenheit sofort ergriffen und die Frankfurter Operettenbühne zu einem De- s a m t g a st I p i e 1 am Dienstag. 22. Mai. verpflichtet. Zur Aufführung gelangt Die wundervolle Josef Strau st-Operette .Frühling S l u f f , die noch bis Donnerstag in Frank furt auf Dem Spielplan steht und bei ben bisherigen Aufführungen allabendlich Beifallsstürme entfeffelt hat. SS fei ausdrücklich betont, hast DaS hiesige Gastspiel In der Frankfurter Original- beietzung vonstatten geht und zwar In Der Inszenierung Durch Adolf Diesner und unter Der musikalischen Leitung deS Kapellmeister- Otto U r a d . der mehrere Jahre dem Metrvpol- theater und vorher dem Berliner Staatscheater angehört hat. Der Vorverkauf beginnt morgen Samstag. 19. Mai. an der Theaterkasse, in Der Zeit von 10 bis 13 ii$r vormittags. Die Abgabe von Awei Abschnitten deS Sommer-Abonnement- berechtigt zum Besuche dieses Gastspiels. Voruotizcn. — Togeskalender für Freitag Dahlver ammlung der Sozial'cmo.’vcH chrn Partei 6.30 Uhr: Eafe Leib. Qtebner Staatsprä- fibent Adelung (Darmstadt), Reichstagslan- didat Beckmann tDiesten). — Gngllchrs Seminar der Lan. eSuniver irät: Dortrag von X 3 Fleming aus London über Slum Lite (engl Armenv.ertel) 8.15 Ufcc Heuer Hbr«aal des .Kunstw Nen Laflllchen Instituts Ludwigstraste 34 — Llchkjptelhaus < Bahnho straste) Der Himmel auf Erden. - Astoria-Lichtsptele: Mann gegen Mann. lat cm für Krcttag, 18. Mai Sonnenaufgang 4.04. Sonnenuntergang 19.49 Uhr — Monoaufgang 3.43, Monduntergang 1825 Mbr. 1782 der Freilcharenführer Ma;or Freiherr v. Lützow in Berlin gebaren; — 1804: Lapo- levn I. wirb erblicher Kai.er: — 1843 Eröffnung der Deutschen Lationalver ammlung in Frankfurt; — 1863: Zar Nikolaus II. in Petersburg geboren; — 136.4: der ehemalige Kronprinz Rupprecht von Da >ern in München geboren. — 18:9. erste Friedenskonfereriz im Haag; — 1922 der Mediziner EharleS Alphonse Laveran. Entdecker des Malariaerregers, in Paris gestorben. Daten für Samstag, 19. Mat Sonnenaufgang 4.03, Sonnenuntergang 1950 ilbr. — Mondausgang 4.07, Monduntergang 19 58 Uhr 1607: Gründung Der Universität Sieben; — 1762: der Philosoph Johann Gottlieb Fichte In Lammenau geboten. — 1825: der französische Sozialist ttlaube Henri Graf Saint Simon in Paris gestorben: — 1860. der Maler HanS v. Dolkmann in Halle a. d. Saale geboren; — 1914: Der Komponist Thomas Koichat in Dien gestorben: — der Maler Ferdinand Hodler in Genf geftorben. •* Der gestrige Himmelfahrttag hat mit seinem wenig freundlichen DitterungScharak- ter vielen Ausflug-lästigen einen argen Strich durch Die Leckmung gemacht. Legenfälle und ein recht kühle- Mailüfterl am Dormittag liehen Die Danderpläne vieler Mitbürger zu einem frommen Dunfch werden, Dem Die Umsetzung in Die Tat versagt blieb. Zwar würbe das Detter am Äachmittage etwas freundlicher und gestaltete auch einen Gang ins Freie, aber Die Dirte unserer Ausflug-orte. Die sich auf regen Betrieb eingestellt hatten, erlebten doch eine arge Ent- tuuichunst. Der Himmelsahrttag 1928 wird jedenfalls mit einem schwarzen Strich im KalenDer vermehrt werden. •• Veränderung im Oberhesfischen Provinzialtag. Der Müllermoist^ und Lai.dwir: Heuirich Ehr ist. Holzmühle bei Lollar. Der als Abgeordneter der Deutschen VollS- Vartei dem Provinzial tag Oberhrssen anaehörte, ist auS Der Deutschen Volkspartei auSgeschieben und hat daher auch sein Provinzialtagsmandat niedcraelegt. •• Personalien. Ernannt wurden der Amt»- aerichtsrat bei dem Amtsgericht Gießen Dr. Dilh. $3 o b a e g e unter Belastung in der Stelle eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Tiehen zum Lanbgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz vberhesten; der vderamtsrichtee bei dem Amts- gendx Schaven ®a? Locher -um Landgerichtv- rat bei dem Landgericht der Provinz Oberhesten i nd zugleich zum Amtr richter bei dem Amtsgericht Txhtn. der Amtr-aerubtsrat bei dem Amtsgencht DbMtetn Walter Leun zum Amtsgerichtseat bei dem Amtsgericht Tiehen. ,e Ardeltsiudtläum. Der Installateur Karl Lücke! aus Heuchelheim kann heute auf eine Brährrge Tätigkeit im Giehener städtischen Gas- und Dasserwcrk lurüdblldcn. — ttin Achtzigjähriger. Der Deichensteller 1. Kialle L X Zakob Dagne r. Dols- stralze 4 wohnhasG feiert am heutigen 18. Mai seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar ist Altveteran aus dem Feldzug 1870/71. "* Somincrabonnement im Gieheuer Stabttheater. 3m heutigen Anzcigentell ist eine Einladung zum Sommerabonnement im Diehener Stadtthealer cntbalten. aus die wir unsere Theaterfreunde besonder- ausrnerNam machen. Leu ist habd. dah Im Sommerabonnement auch Operetten usw. -Gastspiele gebracht werden, und dah die VorzugSkarten entsprechend in Zahlung gegeben werden können. ’* Seltener P flanzenzuwach s. Man schreibt unS: Ter aufmerksame Lalurbeodacht« wird zur Zeit auf dem Ackerland der Ivetieoau stellenweife eine stattliche, gelb blühende Pflanze beobachten können, deren Dafein er früher nicht bemerkt hat. Es handelt sich hier um eine Bereicherung unlerer Flora Durch ein Unkraut, davon Osten her einwandemd. immer weitere Gebiete erobert: DaS ZrühlingSkreuAkraut (Scnccio vcmalis). Die stattliche, etwa 30 ZeMi- mcter hohe Lomposite entwickelt ihre Blüten fo zeitig. Dah reichlich Samen zur Leife kommen. Die infolge ihrer Leichtigkeit vvm DinD weithin verbreitet werden. DaS schnelle und erfolgreiche Vordringen der Pflanze ist dadurch zu erklären. Da daS Frühlingskreuzkraut auf Luzerneäckerv der Gemarkung D o h n b a ch allo an der Grenze des KreiseS Giehen blüht, wäre es interessant zu erfahren ob die Pflanze auch schon innerhalb des KreiieS Diesten, wo sie der Berichterstatter bis jetzt noch nicht angetrofft», festen Fuh gesaht hat. berliner Börse. Berlin, 18. Mai. (DTB. Funkspruch ) Der heutige Frühverkehr lag bei großer Zurückhaltung der Spekulation ehe.- schwacher. Insolge der Dislonterhöhung in Veuyork machte sich seitens der Spekulallon etwas Angebot geltend, doch Ist diese- vorläufig nur unbedeutend. Anscheinend will man erst die Auswirkungen dieser Mahnchme auf die Veuyorker Börte abwarten. Don Taxkursen nannte man nur Farben mit 275. eher Brief. Am Devisenmarkt nennt man Pari- 124,02: Mailand 92,62; Spanien 2910 zu 11; da- Pfund 488.18 und ben Dollar 4,1788. Kirchliche Nachrichten Israelitische Reiigionsgemeinde. TottesDienst in der Synagoge (Sudanlage). Samstag, den 19. Mai. Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 8.25 und 9 05 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatseier den 19. Mai. Freitagabend 7.30 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4, Sabbatausgang 9.05. — Wochengottesdienst morgens 6.15; abcnoi 7.15. i W Sri künstlichem Netter OBERST 5aS neue Arbeit em ^HeijYerjYürk an tefdyun^ und Geschmält Äaköorf- Astoria art eiten in 5MmeriAa heute mehr als 200 verschiedene JnbnJirie-Jnjeigc. Äurf) 5ei mitt’ gyivinnt die inöujrrieffp ^ußbo^andüuu) tanysaru Boden.- Die S3aföorf-5)(^tona t\at 'm Deutschllmd als erste yrostr )i-areÜev/LbriL das System (tärrier der ^automatischen^ustbehandkunH eolt in Detrieß genommen. Dieses jnrjät modernste duftem bient orte kein anderes einer fachgemäßen Verarbeitung der empfinbfirfjen (Orient- Tabake.^ DlUt unjerer neuen Carrier-Anlage entstand Zugleich unsere fil di ab Mk. 18 — fir. 35 Gießen (Krofdorfer Straße 32), Saarbrücken, den 18. Mai 1928. 5054D 4850D Gießen, Goddelau, den 17. Mai 1928. 50MD Stadttheater Giehen. | Vermietungen | 3. 4. 5. 12.— 6. 9— 6.— 4.80 8 G. R. G. 1877. 6025D TamStag, 19. und der Eltern un» .1 Kneipe. - Spezialhaas fflr arlhOD&d. and feine Fohbekleldantt Wir führen grundfätzlich nur gute Qualitäten in befter Verarbeitung flachdach usw. Beton- und Eisenbctonarbeiteu: 300 qm Kellersußböden, 90 Eisenbeton- trcppcnstufcn, 35 cbm Eiscnbetonstürze, 12 cbm Stützen und Rahmen ufw. Stcinhauerarbeitcn: 0,7 cbm Basalt- lavattcppenstufen, 4,5 cbm Kunststcin- sensterbänke. Zimmerarbeiten: 43 cbm Bauholz- liefcrung, 1200 qm Dachschalung, 4700 rn Holz abzubindcn, 200 m Gesimse, 450 qm Schwarten für Balkenselder usw. Dachdcckerarbeitcn: 1150 qm Schieferdach, 30 qm Giebelflächen, G5 m Kehlen, 400 verzinkte Dachhaken, 110 m Schnec- fanggitter usw. Trench-Coat-Mäntel la Verarbeitung..... Gummi-Mäntel modern kariert..... Alleinverkauf derorlhoDädifdien Dr. Diehl-n. Halfia- lana-Säühe lerer Schüler. Der Vorstand zuscndcn. ZufchlagSfrist 4 Jochen. Gießen, den 16. Mai 1928. Hess. Hochbauamt Gießen. I. B.: Kuhlmann. beträgt für Logen und I. Rang Dorderplatz I. Sperrsitz und I. Rang- Mitte ......... II. Sperrsitz und I. Rang- Rückplatz........ III. Sperrsitz und II. Rang- Vorderplatz ....... Die Beerdigung findet Montag, den 21. Mai, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Aufforderung. Ober-Ingelheim, den 9. Mal 1928. Hessische Bürgermeisterei daselbst: LV.: Freund. Beigeordneter. Loden-Mäntel 4 r grau und Sportfarben . ab Mk. JLö. ssS 1. Dr. 'S o 2. Rnoll 3. Dr. Lo Vereins, 4. Sitbl, 5. f)trb, ■ Äepublifl 6. fjatten Ohlystraßl ?. Liidwik 8. Echmid 9. Rrämti UMotthk II. Seifer, 12. 6ortor 13. Rupp, @ro6i'n 1 14. Dr. 8ur 15. Haus, ‘ iRnis Di 16. Bitt) t( 17. Dr. Dr. 18. U d) a r i 19 j)ein(t heim a. ] 20. Schuck 21. 3inf, ; 22. R e m p f N Müllei 24. Dr. §er K. Defp, Sarmftabi av w» btt h Don Pe 1-Dr. Teck |tians:®(i 2 ringel strotze 33 Sreiberr Heidelberg Lheraeu 3. Siecht, 4 Dr.Rirr 5. Lohr, K 6. Lauer, 7. Äling,1 R. Streb, 9. Thoma 10. Dr. Sng. 11. ßejeun 12.3atob‘ DameR-BHFlnigaag 1877178. Sonntag, d 20. 5. 2< öorm. 9' , Ubr We* mtinlomrr Kirch gana. alte otlrb* bolslaveUe. Um rege Beieiliguia wird gebeten. *** Ter Dorstand. Unsere nimmermüde, herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Katharina Rühl geb. Karpf wurde von ihrem langen schweren Leiden erlöst In tiefer Trauer: L Rühl, Post-Assistent Familie H. Westecker W. Rühl. Gebildetes Fräulein levll. Lehrmädchen), gewandt imUnigang, für Sleztalgeschäft gesucht. Schr. Ang. u. 08872 an d. G.Anz Lountag, 20. Mal: 16Jiu Ubr: Anrudern. Ankchlleliend Trai- ningeverpfllchtnng 20 Ubr: Skleo. Solammni- leln mit Damen. Wir bitten um »ahl- reiche» ifrldjetnen unlerer Mitglieder Oelhaul-Mäntel Farben Modehaus Carl Nowack Seltersweg 85 Am 14. d. M. entschlief unsere hebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Regine Barth geb. Weyrich. Elisabeth Olt geb. Barth Prof. Dr. Ad. Olt, Geh. Medizinalrat Dr. med. Wilhelm Barth Marie Barth geb. Forrer 3 Enkel und 1 Urenkel. rdTu” fr a? eviein ” au & gg0081 I» fcfa« j^dLrde »L ZuPfingften empfehle das schönfte, was die Schuhmode bringt, in beiten Qualitäten zu niedrigiten Preifen / Sandaletten in allen Farben Wo d. au Daule «chlasen kann und schon tn Stellung war, für tagsüber, evtl, für ganz gesucht 03809 niüirtDiaa ii. Tüchtige», solide» »All da» kochen kann, gesucht. Zu erfragen (5037D sranfturter 5tr. 31 o. 7. Krobschlosserarbetten: 600 kg Anker, Klammern usw., 200 kg Schrauben, 350 kg U-Eisen. 8. Trügcrliescrung: 1400 kg eiserne T* Träger. 9. Spenglcrarbetten: 170 m Hängekan- deln, 70 m Abfallrohre, Fensterbankabdeckungen, Kandelkastcn usw. LeistungSverzcichnisse, keine Zeichnungen, sind auf unserem Zweigburcau im Kreis- amtvgebaude, Zimmer Nr. 20, solange der Borrat reicht, erhältlich, die Zeichnungen und Bedingungen können dort eingesehen werden. Die Angebote sind verschlossen, mit der Aufschrift „Wettbewerb Rotlaufimpf- anstatt" versehen, postfrei bi» zum 31. Mai d. F., vormittags 11 Uhr, bei nuterzeich- netem Amte, Ltephaustraße 18, Zimmer 1, woselbst die Eröffnung stattfindet, ein- , lllr'ch. - l)r.Lav ' ftratze 3c. r l)r.2uc , Htckma Schiebgü' 5.$ubol| 6.1bomo 7.2u6,® ' eK' Straße " t11 Vs« Straße 2b 10. Leuschn H Soordc Sieatze 30 12. Rürner 13. ZafiS. jWinh.), 14. 6tort, Einladung zum Tommer-Abonnement. Während der Zeit von Ende Mai bis Mitte September 1928 wird da» in Bad- Rauheim im Kurtheater tätige Ensemble de» Gießener Stadttheaterö hier Gastspiele veranstalten und Werke bringen, die im vergangenen Spieljahr nicht gegeben wurden. Für diese Gastspiele wird ein Vorzug»- abonnement aufgelegt, und ist der Abonnent berechtigt, 6 Borstellungen nach freier Wahl zu besuchen. Der Preis für die 6 Vorstellungen Ausschreiben In der Gemeinde Ober-Ingelheim a Rh-, (ca. 4000 Einwohner). bedeutender Weinort. Sitz eines Amtsgerichts, eines Notariats, eines Finanzamtes und einer Realschule, in Rheinhessen an der Bahnftrecke Malm—Bingen, ist die Stelle eines Berufsbiiroermelsters zu besetzen. Die Wahl erfolgt nach Artikel 88 der Hessischen Landgemeinde-Ordnung aut 9 Jahre durch den Gemeinderat Die Besoldung richtet sich nach dem Hessischen Gesetz betr. die Besoldung der Hess Staatsbeamten, und zwar nach der neuen Gruppenbezeichnung: Gruppe 2d mit Aufsteigmöglichkeit nach Gruppe 2c. Ruhegehalt richtet sich nach dem Versicherungsgesetz für gemeindliche Beamte. Das Besoldungsdienstalter wird von dem Gemeinderat im Einvernehmen mit dem Kreisamt festgesetzt. Geeignete Bewerber mit entsprechender Vorbildung — Erfahrungen in Kommunalangelegenheiten sind erwünscht — werden gebeten, ihre Meldungen mit Lebenslauf und Lichtbild versehen, mit dem Kennwort „Bürgermeisterwahl** auf dem Briefumschlag, der Bürgermeisterei Ober-IngeL helm a. Rh. bis zum 15. Juni 1928 im Einschreibebrief einzureichen. — Persönliche Vorstellung nur nach erfolgter An! Teilzahlung! Damenklcider, Damenmäutel Hcrrcnauzüge, Hcrrenmäntel in großer Auswahl au billig.Preisen Bekleidungshaus Kaplannffa*»« 181 «*** IIIIIIIIIIIIIIM Landmaschinen Aum Besuche der Vanbtunbfdiaft Cber» dessen» wird von alt emgelühriem Unter« nehmen tüchtiger, jüngerer Verkäufer au sofortigem Eintritt gesucht. Branche- kundige Bewerber werden bevorzugt. Schrift! ausführliche Bewerbungen mit GebaliSanlvrilchen. Zeugnieavfchrtfien il Lichtbild unt.fjüäJD an den Gieß. An- erb. iiiuiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiimnmmininuniuunmmiiiiuuiB SM MiMM Homberg (Kreis Alsfeld) Mittwoch, den 6. Zuni 1928 Pferde-, Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Krämcrmarkt. Aufgetriebcn werden dürfen nur feuchen- freie Pferde, Rinder, Ziegen u. Sckweine aus der Provinz Oberhessen und aus den Kreisen Kirchhain und Mar- bürg, sofern die beiden Kreise z. Z. des Marktes frei von Maul- und Klauen- seuche sind und dies durch Vorlage von Bescheinigungen der betreffenden Land- ratsämter nachgewiesen wird. Ebenso dürfen Ländlerttere aufgetrieben werden, die nachweislich die voraeschrtebene Quarantäne durchgemacht haben oder hiervon befreit sind. Lüftende Ferkel werden zurückgewiesen. Die AuftricbSzeit ist bis 9 Ubr vor- mittags festgesetzt. 5042D Lomberg, den 15. Mai 1928. 55cff. Bürgermeisterei Lomberg. Schweiker. DaS aliberühmte Köstritzer Schwarzbier Ist erhältlich durch: Emil Schwall, Biergroßhandluna u. Eisfabrik. Äorl Burhenne, Zlafchenbierhandlung. Gießen. Steinstr. 63. Fernsprecher 1169, Wilhelm Möller, .Zum Anker'. AlSseld. Seb. Riedmann. Bier« Verlag, Grün berg, OB. Horz. Bierverlag, Weilburg, und in allen durch Schilder und Plakate kenntlichen Geschäften Man verlange ausdrücklich doS echte Köstritzer vchwarzbier mit dem ae- sehl gesch. Wappen-Sttkett.um vor Nachahmungen geschützt zu fein. Bekanntmachung Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag für 1928 Rj. liegt vom Freitag, dem 18. Mat l. 3- an eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen gegen denselben können während dieser Seit dort schriftlich ober mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Llmlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Lausen, den 16. Mai 1928. 5026D Bürgermeisterei Lausen Lappel. Arbeitsvergebung. Mit Genehmigung Hess. Ministerium» werden die Rohbauarbeiten für den Neubau einer Rotlaufimpfanstatt mit Vcr- waltungs- und Ltallgcbändc in Gießen auf Grund der Reichsverdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb vergeben: Erd- und Maurerarbeiten: 600 cbm ErdauShub, 145 cbm Stampfbeton, 335 cbm Bruchstein-, 835 cbm Backsteinmauerwerk, 340 qm Backsteinvcrblen- dung, 640 qm yt Stein starke Wände, 225 qm Fußboden aus Stallklinkern, 425 qm Strohlehm auf Balkendecken, 1400 kg Träger zu verlegen usw. 2. Massive Zwischendecken: 1350 qm Hoblkörperdccken, 130 qm Eiscnbeton- zwischcndecken, 70 qm Podeste und Treppenhausdecken, 25 qm Eisenbeton- Nonkurrversahren. Heber das Vermögen der Gewerkschaft „vorwärts" in «icßen, Wcstanlage 49, wurde am 7. Mai 1928, nachmittag' 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da das vorher eingeleitete Vergleichsverfahren über das Vermögen der Gemeinschuldnerin auf deren Antrag eingestellt war. Dr. jur. K. E. Ruckelshausen in Gießen, Am NahrungSberg 4, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 25. Mai 1928 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemcldeten Forderungen auf Montag, den 4. Juni 1928, nachmittags 3 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 101, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie au5 der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 25. Mai 1928 Anzeige zu machen. 5044D Hessisches Amtsgericht in Gießen. Je." zi Nmgs, je Jpsüurck ai T< imt «ne - ^9 aiish EW 5**. die Kloster Arnsburg Eine Perle des Hessenlandes, oeliebtester Aus Zug- f|Ugsort mit historischen g*'b’l2d“n?.e2; Baudenkmälern und 6 14,13.'S. 10.75 ■ idyllischer Umgebung Verbindungen^ Bes,e Verpflegung in der e.o"> Und i .*5 Klostermühle_________i-.u.p Todesanzeige. Vergangene Nacht um 12 Uhr verschied nach schwerer mit großer Geduld ertragener Krankheit unser Beigeordneter Herr Wilhelm Schiel II. im 57. Lebensjahre. 24 Jahre gehörte er dem Ortsvorstande an, und zwar 15 Jahre als Gemeinderatsmitglied und 9 Jahre als Beigeordneter. Gestützt aut seine langjährige Erfahrung und gesunde Urteilskraft war er stets seiner Familie sowohl wie der Gemeinde eine starke Stütze und treuer Berater. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Langsdorf, den 18. Mai 1928. 5O69D Im Namen der Gemeinde Langsdorf: Kneipp, Bürgermeister. Die Beerdigung findet morgen. Samstag, den 19. Mai 1928. nachmittags 3 Uhr, statt. Tüchtiger Bäckergehilfe der durchaus selb- itänbifl tn allen vor- kommendenArbencn ist, kowie amDamof- backofen perfekt arbeiten kann, gesucht. Angebo e mit Ge- baltSansprüchen und ZeugmSabschr. erb. Lehrling Sohn achtbarer Eltern, gesuck'. 103*76 Böderel o ßonöiiorel Guftav ü)lüller, «Zicken, Katlerallee 29. 3uuerlfllflges AHkirnnölildkii m. guten Kochkennt- nisten für kleinen Herrschaft!. Haushalt gesucht. Zrao Vr. Sktzeervattv Altcestr. 14. [5055D Sdnihhans LBERNBARDT Giefoen / Schulftrafoe 10 3O48D Die Ausgabe der Soinmerabonnementö, die auch für in Aussicht genommene Lpcrctten. ufw. «astfpiele «ültigkeit haben, erfolgt am 19., 21. und 22. Mai an der Theaterkasse in der Zeit von 10 bi« 13 Uhr. 5041B Gießen, den 18. Mai 1928. Der Oberbürgermeister: I. V. Klingspor. Bekanntmachung. Die Voranschläge der Gemeinde und der Mark Muschenbeim für Rj. 1928 liegen vom 19. bi» 25. d. M. zur Einsicht der Interessenten auf unserem Bureau offen. Bei dem Gemeindevoranschlag ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die' AuSmärker beizutragen haben. Muschenheim, 16. Mai 1928. Bürgermeisterei Muschenbeim Becker. 5034D Junge $rau lucht für aanAe oder Halde Taie Beschäftigung. Schr.Anged. u.03^73 nn d. (Hirn. 2(n*. erb. [Verschiedenes! Auto-Neeb 1790. m,D Pens. Brandl SSA Sonn. wödt. Zimmer. liteKttehe. Te). 1615. | Mietgesuche | (Größeres teercS Zimmer au mieten gesucht. 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Jahrhundert- Marschall von Castllien. Wir wissen nicht mehr, wie er zu diesem hohen Stange gekommen ist, d6 durch cigcixt» Derdcenst oder die Gunst seine- König-, jedenfalls steht fest, daß er fich keines- weg- durch besondere Klugheit ausgezeichnet hat, vielmehr abergläubisch und wunderfuchtig war. Sines Tage- kaufte er von gaukelnden Zigeunern eine Hündin, die zufolge einer ausge.zeich- neten Abrichtung vielerlei Kunststücke kannte und willig au-führte. und, da sie von Statut auS erstaunlich gelehrig war, auch mit Leichtigkeit neue hinzulernte. Der Marschall, der sofort eine grenzenlose Zuneigung zu ihr fable, hatte iöd) bei keinem anderen Tier eine ähnliche Klugheit bemerkt, die ihm da- geistige Brrmögen einer unvernünftigen Kreatur bei weitem zu übertreffen schien. Ueberzeugt von der Möglichkeit einer Seelenwanderung, bildete er fich allmählich ein, hab in ihr ein edler Geist gefangen laste und sich feinem mitfühlenden Herren bezeugen wollte Sv oft er sich nämlich mit ihr unterhielt, wobei er zu ihr tote zu einem Menschen sprach, begann das kleine T er, dessen Instinkt sich vielleicht nur eine Belohnung erhoffte, die freundlichen Worte durch ein Klären zu erwidern. Don Pedro nahm da- für eine Antwort auf seine Sieben und glaubte sogar, darin die Klage über ein hartes Schicksal zu hören. Bald zweifelte er nicht mcchr baran, daß die vernunftbegabte Seele der Hündin sch nur deshalb durch ein heiseres Dellen zu verständigen suchte, weil sie der spanischen Drache nicht mächtig wäre. 3n der Meinung, dast es ihrer Stiugfeit leicht sein würde, auch die menschlichen Laute zu erlernen, übergab er* die Hündin einem allen Diener, mit dem Auftrag, sie im Gebrauch der Sprache zu unterrichten. Der Lehrmeister, weise genug, um der Starrheit nicht offen zu widerstehn. gehorchte. Aber obtoohl et fich nun tagDie Zapaner in Schantung. S3on Or. Pool Rohrbach. Die Japan er operieren in Schantung in grobem etil. Natürlich versichern sie dabei, nichts zu wollen, auster dem Schutz für Leben und Eigentum ihrer Staatsangehöriger Allerdings sind zwei Armeekorps dazu etwaS zuviel. Auch England versprach, als es nach Aegypten ging, fo bestimmt wie möglich, dast es fich wieder zurückziehen werde, sobald Leben und Eigentum der Europäer inicht nur der Engländer!) wieder sicher fein würden. ES be- kxrrfcht aber noch heute Aegypten, und es hat wiederholt mitgetellt, dast es nicht daran denke, auf seine Stellung zu verzichten. Dies englische Aegypten mag den Japanern im stillen vorschweben. wenn sie sich in Schantung fehle 6 e n Schantung ist einer der wichtigsten Teile von China. Nach der chinesischen Statistik ist es die am dichtesten bevölkerte Provinz, denn uuf einem Staum. nur etwa halb so grob wir Preußen. werden 40 Millionen Einwohner gezählt. Austerdem ist es für da« Empfinden jedes Chinesen die vornehmste aller Provinzen, denn es ist die Heimat deS Meisters Kung. den die Europäer Eonfuciu - nennen. 3n Küfu ist der Sih des .heiligen Herzog-", des Hauptes der noch bis heute blühenden Nachkommenschaft des ConsuciuS. Sein Ahnen- realster reicht lückenlos und beglaubigt durch mehr als 2500 Iahte. Schantung hat aber auch eine geographisch, politisch und militärisch besonder- wichtige Lage. Es wird eingeschloflen von den beiden Betten, die der Hwangho. der gelbe Fluh, abwechselnd im Laus der Iahrhunderte einzu- schlagen pflegt. jedeSmal unter furchtbaren Verwüstungen. wenn er fich herüber oder hinüber wirft. Die alte Mündung, durch die fich der Strom bi« 1852 in- Meer ergoß. liegt in der Nähe de« unteren Iangtse: die jehige in dem Golf von Tfchili oder das innere Gelbe Meer liegt vier Breitengrade nördlicher, waS eine Distanz tote der von Bremen nach Stettin entspricht. Der Hwangho ist da- größte Hindernis für einen Vormarsch von Süd- nach '.'lorbchino und umgekehrt. Beide Verkehrslinien von Nanking, der südlichen BafiS der chinesischen Nastonalparlei, nach Peking führen durch Schantung und kreuzen den Hwangho. Die «tue ist der zwar verfallene, aber teilweise noch benutzbare Kaisetkanal, der die große chinesische Ebene durchzieht: die andere ist die sog. Tientsin — Pukau-Dahn. deren nördlicher Teil ebenso wie die Schantungbahn unter deutscher Leitung erbaut wurde. Ihr wichtigster Punkt ist der Slfenbahnübergang über den Hwangho dicht nördlich von Tfinansu. Wer die große Brücke, die hier in einer Länge von 1,5 Kilometer den Strom überspannt, in seinem 'Sesitz bat. ist Herr der HauptverbindungSstrecke zwischen Nanking und Peking. Iapan mutz damit rechnen, daß. toerm die Südtruppen Tfinansu und die Drücke in ihrer Gewalt haben, auch ihrem Vormarsch bis Peking nichts mehr im Wege steht. Peking selbst ist schwer zu verteidigen, denn eJ liegt ohne natürliche Anlehnung in der Ebene. Die ungeheuren OKauem find für moderne Zerstörungsmittel kein Hindernis. Die Nachrichten darüber, ob die Brücke über den Gelben Fluh gesprengt ist oder nicht, widersprechen sich, ebenso darüber, ob die Südtruppen im Vvrrücken gegen Peking sind. Tschangtsolin. der Herr deS Nordens, der außer der Mandschurei bisher auch noch die Provinzen Tschili (die Provinz, in der Peking und Tientsin liegen) und Schantung beherr'cht bat. ist kürzlich mit dem merkwürdigen Manifest über den Zusammenschluß von ganz China gegen die fremde Invasion hervorgc- t re ton. Chinesische politische Taktik ist mitunter seht undurchsichtig und geyl verschlungene Wege. Immerhin wäre eS daS Nächstliegende. Tfchangt- folins Schritte so zu verstehen, daß er sich von der tatsächlichen Ueberlcgcnhcit der nationalen Bewegung des Südens überzeugt hat und den Anschluß, statt wie bisher an Iapan. nunmehr an den Süden sucht. Ist diese Annahme richtig, so könnte man auch die Energie und den starken Kräfteaufwand des japanischen Einbruchs in Schantung erklären. Iapans Politik ist feit dem Beginn der Wirren in China daraus ausgegangen. Zwietracht und Teilung des ungeheuren Landes unter mehrere streitenden Gewalten zu fördern. Die innere Kraft des Südens beruht nicht auf seiner größeren militärischen Stärke, sondern auf der größeren Werbe kraft deS nationalen Gedanken-, ben er gegenüber der militärischen Diktatur .•.n« im ?;orje vertritt. Auch das Nordchinefentum sympathisiert mit dem (üblichen Nationali-mus. CS kann also fein, daß Tschangt- folin die Notwendigkeit begriffen Hot. um ftch überhaupt zu behaupten, mit dem Süden zu paktieren und bicfem Schantung und Tschili zu überlassen. Hm diese entscheidende Krästever- mehrung der nationalen Bewegung, die einen entscheidenden Schritt zur Einigung von Gesamtchina bedeuten Ginnte, zu unterbrechen, wäre es von feiten Iapans strategisch richtig gehandelt. die Linie der Schantungbahn mit dem Anfangspunkt in dem einstmals deutschen Hafen Tsingtau und dem Endpunkt in Tfinansu zu besetzen. Unzweifelhaft war T s i n a n f u . bevor die Iapaner hingelangten, in der Hand der südlichen Truppen. Iapaner und Chinesen haben tagelang blutig um den Besitz der Stadt gekämpft. Sie besteht auS einem alten, von mächtigen Mauern umgebenen Hauptteil und modernen Vorstädten, die erst entstanden sind, seitdem Tfinansu ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt wurde und eine starke Fremdenbevölke- rung, Europäer, Amerikaner und Iapaner. sich dort niederlietz. Di« japanischen Sin greifet haben mit schwerer Artillerie und Minen zwei Breschen in die viele Meter dicke, zinnengekrönte Siegel- mauer geschlagen die die Altstadt einfchlietzt. E« ist also klar, daß sie Tfinansu fest in der Hand behalten und keine Südtruppen dort dulden wollen. Unflat ist vorläufig, ob sie beabsichtigen. mit der Besetzung von Tfinansu auch das weitere Dor rücken der füdlichen Arme« in der Dichtung auf Peking zu unterbinden. Wenn di« japanische Politik sehr kühn ist. das heißt, wenn fie glaubt, die dauernde Festhaltung der Linie Tsingtau—Tfinansu gegen den chinesischen Widerstand, gegen ben sicher zu erwartenden Einspruch Amerikas und gegen den zu vermutenden englischen Protest sest-u- halten. so wird sie vielleicht sogar die Einnahme von Peking durch die Südtruppen geschehen lassen: in dem Gefühl, durch die Beherrschung von Tfinansu und der Brücke über den Gelben Fluh auf alle Fälle eingreifen zu können, sobald die Lage im japanischen Sinn g jährlich wird. AUetding« gibt es auch noch eine zweite Eisenbahnverbindung zwischen Peking auf der einen. Zentral- und Südchina aus der anderen Seite, nämlich die Linie von Peking nach H a n - kau. dem Endpunkt der Großschissahrt auf dem Iangtse. Hankau aber behauptet noch eine gewisse Selbständigkeit gegenüber der National- regierung in Nanking. Die Bahn von dort nach Peking verläuft auch bedeutend weilet westlich, d. h. tiefer im Innern, als di« von Nanking über Tfinansu nach Peking. Uebcr diese Andeutungen hinaus dürfte es votläufig nicht ratsam fein, Vermutungen über die nugenblicflidxm Zusammenhänge in China zu äußern, da die Unbestimmtheit und Lückenhaftigkeit der Unterlagen zur Vorsicht einlädt. Am Ewigen Licht. Eine Auqenbl'cksausnahme vom Empfang ber „Bremen"«Z1iegef in Nenyot-k. Von unserem A. O. A.-Berichterstatter. Hund oder Seu1 t, um b: Sprache zu verstehn!" kch mehrere Stunden mit feiner seltsamen Schülerin beschäftigte, zeigte das Tier, bei aller Gelehrigkeit. keine Begabung Jür die spanische Sprache. 2llS nach einigen Monaten der Mar- fd^n einen Erfolg dieser Bemühungen noch immer nicht «ah oder vielmehr hörte, beschuldigte er den Dienet der Lässigkeit und Unkenntnis. Der aber verteidigte sich damit, daß er sagte es läge weniger am Unterricht, wenn die Hündin nicht menschlich $u reden lernte, als vielmehr daran, daß ihr viel zu großes Maul fie an der Aussprache des Spanischen hinderte. Don Pedro, unzugänglich für vernünftige Ueberlegungcn, rief ergrimmt: „Um spanisch zu reden ist kein Maul groß genug!" Und er verschwor sich schließlich, den unfähigen Lehrmeister einkerketn zu lassen, wenn dieser nicht innerhalb einer bestimmten Frist seinem Zögling die menschliche Sprache der gebracht haben würde. Der Alte, erbittert durch diese Drohung und zugleich auch durch den Spott feiner Kameraden, an dem es natürlich nicht fehlte, beschloß, sich mit Gewalt von dem verhaßten Zwange zu befreien. EirteS Morgens, in Abwesenheit des Marschalls, packte er die Hündin und warf sie aus einem hochgelegenen Fenster in den geklafterten Hof hinab, wo sie mit gebrochenem Genick verendete. Dem gegen Mittag heimkehrenden Marschall, den der Tod des geliebten Tieres erzürnte und betrübte, tischte er ein klug erfundene- Märchen auf. Aach fo vielen vergeblichen Versuchen, berichtete der Alte, wäre es ihm an diesem Morgen endlich gelungen, die Hündin zum Stehen zu bringen. Aber anstatt spanischer Worte hätte er zu feinem Entsetzen gar fürchterliche Laute tote au5 einer höllischen Sprache hören müssen! Dabei wäre die Hündin, als hetze sie ein Teufel, durchs Zimmer gerast und plötzlich, ohne daß er es hätte voraus'ehn oder verhindern fonnen, durchs offene Fenster in den Tod gesprungen. Don Pedro, dessen Slberglaube nur zu leicht den SBorten des Alten glaubte, war zutiefst betroffen und sah lange regungslos und traurig auf die Leiche feiner klugen Hündin. Endlich rief er seufzend: ..SBarum war ich nicht hier, um ihre ersten — ach. ihre letzten Worie zu hören!" Dor Diener, den die Klage des alten Tarten verdroß, erwiderte: „Ohne Zweifel, Ew. Gnaden, Ihr als Marschall von Eastilien, würdet di« Hündin r-e-Jtasben haben! Ich freilich hätte Drahtseilbahn fahrende Fische Von JRoff Braun. Die Nutzbarmachung der Wasserkräfte fischreicher Flüsse hat vielerorts eine heftige Fehde zwischen den Fischercibrrechtigren und den Ausnutzern der Wasserkräfte entstehen lassen. Besonders in den nordamerikanischen Stromläufen sahen sich die Nutznießer der neu errichteten Wasferkraitwerle vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Diese Ströme werden vom Lach- mit Vorliebe zur Laichzeit besucht. Der im Frühjahr aus dem aufsteigende Lachs ist von alters- her gewöhnt, weite Steeden stromaufwärts jurüd- zulegen. um in den klaren Seen der Oberläufe feinen Laich abzusehen. Ds ist bekannt, daß der Lachs nicht nur ein guter Schwimmer ist. der faft mühelos bedeutende Steomfchncllen überwindet, sondern auch vorzüglich springen kann und dabei Wasserfälle von zwei, ja sogar drei Meter Höhe übertoinbet Schon früher hat man fich nach anfänglichen Fehlschlägen diese- Epringverrnögen des Lächle- bei der Anlage von Wehren. Schleusen ufto. funutze gemacht, indem man seitlich das Wehres »genannte Lachsleitern baute. Eine solche Lachs- Ictier stellt eine Reihe von kleineren Wasserfällen dar. zwischen die stufenförmig (leine Beden geschaltet find, die den aufsteigenden Fifchrn zum AuSruhen dienen. Allerdings konnte man damit keine viel größeren Höhen als etwa 15 Meter in einem Zuge überwinden. Die hohen Staumauern jedoch, die zur Erreichung eines genügenden Gefälles für die neuerlichen Was'erkraltanlagen errichtet werden, bilden für die Fische ein unüber- windbares Hindernis, und man müßte schon eine ganze Anzahl von Lachsleitern mit längeren dazwischen liegenden gefällarmcn Strecken bauen, um Len Fischen das Aufsteigen zu ermöglichen. SZbgefchcn davon, daß das Qteläntte häufig solche weitläufigen Anlagen gar nicht zuläht, würden diese auch verhältnismäßig teuer werden. Eine bemerkenswerte Anlage ist nun vor einiger Zeit im Bvtkerfluß im Staate Washington dem Betrieb übergeben worden, die eine hübsche Lösung der Aufgabe darstellt. Etwa 300 Meter unterhalb der 75 Meter hohen Staumauer Iimmie". Mayor Walker mit. Cs war da- erste Mal. daß der Bürgermeister von Siem)ort Gäste der Stadt also ehrte. Dem Erscheinen der SlutomobUc war voin Süden her daS Branden und Brausen von hunderttausend Stimmen vorangegangen. das zum Orkan anschwoll, als das funkelnde, mit Flaggen und Bändern geschmückte „MayorSauto" vorrollte. Die drei Flieger saßen erhöht auf dem zurück- geschlagenen Dach deS Wagens. die Fräße auf dem Sitz. Dem dicken Köhl toar daS krebsrote Gesicht vor Freude total auS dem Leim gegangen. Fitzmaurice in der Mitte grinste biS an die Ohren und v. H ü n e f e l d schwenkte seine Kieler Pachtklub-Mütze nach rechts und nach links mit einer Skroe. daß daS Publikum auS bewunderndem Staunen gar nicht mehr herauSkam. wie er eS bloß fertig kriege, sein Monokel nicht bei jeder Bewegung, jeder SJer- beugung zu verlieren. Den Skeuyorkern wird, solange die Erde die Sonne umkreist, ein Mann, der ein CinglaS auch unter den schwierigsten Verhältnissen im Auge festzuhalten vermag, immer wie eine Art Zauberkünstler und Hexenmeister Vorkommen, bei dem man sich eigentlich nicht sonderlich zu wundern braucht, wenn ihm Dinge glücken, die anderen unmöglich sind. Bürgermeister Walrer und Grover Wahlen, der Dorsitzer des ständigen Ausschüsse- zur Sk- grühuna distinguierter Gäste, stiegen zuerst aus. Dann Köhl, lächelnd und mit beiden Händen die am Seidenband um seinen Hal- hängende goldene Tapserleit-medaille sesthaltenö. die ihm und seinen Fluggefährten im Auftrage des Gouverneurs des Staates Reuyork überreicht worden war. Ihm folgte Fitzmaurice, fesch und adrett in seiner frisch ausgebügelten irischen Fliegeruniform. und dann der Freiherr mit dem Eyllopenauge. Mehrere Personen durchbrachen den Polizeikordon, um auf Hünefeld znzueilcn und seine Hand zu erhaschen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Sleuyork. Mai 1928. Wenn all der 3übel verrauscht, die Begeisterung zerronnen sein wird, wenn die tausend überwältigenden Eindrücke längst ineinander zerflossen. verwischt, verweht fein werden — ein Bild von dem tosenden Empfang, den Sleu- yorkS Millionen den drei Musketieren der Luft Koehl. von Hünefeld und Fitzmaurice bereiteten, wird sich im Kaleidoskop unsere- Erinnerns immer wieder zusammenfinden und in stiller Stunde in all seinem Glanz und Schimmer und seiner atemlosen Feierlichkeit vor unS hintreten al- daS größte, das Erlebnis großer Tage . . . Am Madison Square, dort wo der neuen Welt berühmteste Straßen, Droadway und 5. Avenue, sich kreuzen, ist den im Weltkriege gefallenen Söhnen Sleuyorks ein anspruchsloses Denkmal errichtet worden. Eine nie verlöschende Flamme brennt vor einem Flaggenmast. und der Granitsockel trägt die Inschrift „(Sin ewiges Licht und eine Verheißung dauernden Friedens." Hier hatte die Stadtverwaltung eine riesige Tribüne erbauen lassen, von der auS die Flieger der „Bremen" die Parade über die zehntausend Mann amerikanischer Soldaten und Seeleute abnehmen konnten, die ihnen zu Ehren von der Südspitze der Manhattan-Insel hcrausmarschiert waren, drei Meilen weit in Schritt und Tritt, zu Trommelgerafsel und Pfeifen ton und den Marsch- weisen etlicher zehn Musikkapellen. AIS die Spitze des Zuges das .Ewige Licht" erreicht hatte, machte das Ganze halt. t)ie Truppe nkolonne teilte sich in der Mitte und durch di« ©affe kamen die Kraftwagen mit den drei Ehrengästen, mit Frau Köhl. Frau Fitzmaurtee und Herta Iunkers. den QEitgliebem deS städtischen SmpfangSauschusseS und den schreibenden und photographierenden Pressevertretern angefahren. Im Wagen der Flieger fuhr auch „unser Haube rodtc Pollttsten öffneten den Fliegern ein« Gast« zu dem kleinen vergitterten Aa'cnpiatz am Fuß des Denkmals. Man reichte ihnen Kränze Fitzmaurice Lorbeer mit roten und welften .Rofen. Äöbl Lorbeer mit roten Sielten und Maral öckchcn und Hünefeld Lorbeer mit blutroten dunklen Roten. Sie traten zusammen vor. legten die Kränze nieder und verharrten in strammer Haltung, während ein Trompetenquartett„Light- out" den Zapfenstreich — blies. Wie drei in Erz gegoltene Statuen standen fie. bis der letzte Trvmpetenton verklungen war. Und der war kaum verhallt als die Kapelle eines der para- bierenben amer kanischen Regimenter „Deutschland. Deutschland über alles" anftimmie. Von den Kopsen b:r Zivilisten flogen die Hüte und Kappen, der Soldaten, Offiziere und Pvllzei- beamten Rechte hob fich zum militärischen Grpft an die Mützen, und tautenb und aber Taufend Augen wandten fich den beiden Deutschen zu... Wer uns vor zehn, vor acht, vor fünf Iahten gejagt hätte, daß hier tm Herzen von Reunork. ar. einem Denkmal, das dem etolg*n Gedächtnis der im Westkriege gefallenen Sleunorter IungenS gewidmet ist. zehn oder acht ober fünf Iahre später zwei deutsche Flieger. Kampfflieger. umringt von zehntausend amerik.inllchen Soldaten und Seeleuten, unter den Klängen dec deutschen Rationalhymne Kränze nicbcrlcgcn würden, daß zehntausend Zivilisten da- deutsch« Lied barhäuptig mit anhören würden, daß die Spitzen der Stadtverwaltung nicht- ungetan lallen würden, um hier durch beispiellose Ehrung zweier deutscher Männer zu zeigen, daß sie die Inschrift auf dem Denkmalsocket nicht als leere Phrase betrachten — wer uns getagt hätte, daß tote da- noch einmal erleben wurden, den hätte ein jeder von uns Deutschen In Amerika ohne Ausnahme als reif fürs TollhauS angesehen. . . Tautenb und aber Tausend Augen wandten sich den beiden Deutschen zu. Köbl. der zuvor mit gefalteten Händen und gesenktem Kops sinnend dagestanden, riß sich mit einem Ruck zusammen, und der Freiherr, vorher der elegante, liebenswürdige. ritterliche Gentleman, war mit einem- mal wieder ganz Soldat Wie versteinert blieben sie stehen, den Blick auf die Inschrift am Denkmal gebannt, und in der Lust sogen Fliegergeschwader ratternd und rollend iyre Kreise über fie hin. Hünefeli? ist ein Dichter Wenn je die Saiten feiner Seele geklungen haben, muß es in diesem feierlichen Augenblick gewesen sein. Dem Deutschland-Lied folgte daS irische Soldatenlied „Solbier- os Srin". bann da- „Star Spanaled Banner", und darauf fetzte sich hie Parade wieder in Bewegung. — — „Du. du liegst mir im Herzen', klang es die Fünfte Avenue herab, als die drei Musketiere der Luft, die 0taötbeamten. die Vertreter de- deutschen GencralkonsulatS, der baumlange Konsul Dr. Eugen Klee an der Spitze, die Fliegerfrauen, die couragierte, rasch entschlossene Herta IunkerS und der Troß der Zeitungsschreiber und -lichtbildner und Kurbeldreher wieder in ihre Automobile kletterten... Hüneseld und Köhl, Köbl und Hünefeld — mit einer großen Tat haben sie in der neuen Welt unserer Heimat mehr Ehre errungen als wir auf irgendwelchen anderen Wegen ben Amerikanern in einem Vierteijahrhundert hätten abnötigen können. Erweitertes Schöffengericht Gießen. ' Dießen, 16. Mai. Ein noch junger und unbestrafter Ingenieur, der sich vom Maschinenhanbel ernährte, fertigte von Wechseln, die er al> Zahlung erhielt, gleichlautende Exemplare an, bi? er mit gefälschten Unterschriften akzeptierte und diskontierte. Das Geld verwandte er zur Bezahlung von Schulden, sowie zu seinem Unterhalt. JJlii Rücksicht auf feine Unbescholtenheit und lein offenbar reumütiges Geständnis wurden mildernde Umstände angenommen; die Strafe lautete auf 6 Monate Gefängnis iß Quer durch den Fluß ein Gitter gaogen, das die Fische fcitiich zu einer bekannten Lachöleiter ablenkt. Diese besteht aus 25 ©tuten von je bO Zentimeter Höhe, die leicht von bei: Lachsen übersprungen werden. Das Söaffer. mit dem die Treppe gespeist wird, entstammt dem Turbinenauslaut. An die oberste Stufe der Treppe schließt sich ein etwa 230 Meter langer Kanal, an dessen Ende fich ein großer eiserner Bottich mit einer Tür befindet Die im Kanal auswärts schwimmenden Fische sammeln sich in diesem Bottich. Wenn genügend Fische darin sind, wird bic Tür geschlossen, und nun wird der Bottich wie der Wagen einer Drahtseilbahn auf einer 60 Meter langen schiefen Ebene bis zum Oberwasser gehoben. Dort wird der Inhalt in ein Becken entleert, das mit dem Stausee in Verbindung steht. Di? Fische können nun ihre Aufwärtswanderung zu ben Laichplätzen fortsetzen. Aach bet Laichzeit schwimmen die Fische in ziemlich erschöpftem Zustand wieder stromab. Sie sind bann nicht in der Lage, groß? Sprünge auszusühren. Man läßt sie daher durch einen besonders gebauten Ueberlauf seitlich der Staumauer sanft abwärts gleiten. Die aus dem Laich fich entwickelnde junge Brut verbleibt zunächst 'm der Släfre ihres Geburtsortes. Erft im zweiten Iahr regt sich in ihnen der Wan- bertricb, und lie streben stromabwärts dem Meere zu. Die verhältnismäßig kleinen Fische nehmen dabei den SDeg über ben Ueberlauf der Staumauer und stürzen so etwa 15 Meter tief ab. Merkwürdigerweise bekommt ihnen aber dieser gefährlich aussehende Sturz, dank der besonderen Bauart der Ucberläufe und des anschließenden Beckens ganz gut. Erst im sechsten Iahr ift bet Lachs Io toeit herangewachsen, daß er an ben Wanderfahrten seiner älteren Artgenollen stromauf teifnebmen kann. Genaue Beobachtungen haben ergeben, daß er stet- die gleichen Gewässer wieder aufsucht, in denen er geboren wurde. Der Lachsaufzug mit der Lcrchsleiter als Vorstufe ist durch die enge Zusammenarbeit zwischen Wasserbauingenieuren und Fischereisachverständigen zu einem sinnreichen Wert geworden, da- die Streitigkeiten zwischen der Lachslndustrie, >n der bedeutende Kapitalien festgelegt find, und den Krafterzeugungsgefellschastein aus bet Welt geschafft hat. (Hn zahlreichemal, zuletzt auch schwer vorbestrafter Gewohnheitsdieb und sein Genosse, ein ebenfalls wegen Diebstahls vorbestrafter Arbeiter, haben geKeinschaftlich mittels Einbruchs einem Schuhmacher in Grünberg Schuhwaren im Werte von etwa 300 Mk. gestohlen. Strafe: gegen Näh 3 Jahre, gegen den Mitangeklagten 2 Jahre Gefängnis. Freigesprochen von der Anklage der fahrlässigen Tötung wurde ein Fuhrmann von hier, (fr war mit einem Kohlenfuhrwerk aus der Wilhelmstratze in die Liebigstratze eingebogen, wobei ein schiller, der sich dort, den Rücken gegen die Fahrtrichtung gewandt, aufhielt, vom Wagen erfaßt und überfahren wurde. Im Verlaus der Heilung, die zunächst gut verlief, trat eine Sepsis ein, an der der Verletzt« starb. Das Gericht vermochte sich nach eingehender Beweisaufnahme von der Schuld des Angeklagten nicht zu überzeugen. Meine Strafkammer Gießen. * Dießen, 15. Mai. Der Geschäftsführer einer jetzt liquidierten Gießener Firma war beschuldigt worden, Dampfkessel dieser Firma nicht zur behördlichen Revision bereitgestellt zu haben. Das Gericht erster Instanz kam aus rechtlichen Gründen zu einer Freisprechung. Die Strafkammer, die sich auf die Berufung der Staatsanwaltschaft mit der Sache befaßte, bestätigte das Urteil des Dorderrichters, da sie ein Verschulden des Angeklagten nicht fett- stellen konnte. Recht aufregend gestaltete sich die Verhandlung gegen einen Schreiner aus Gießen der vom Gericht erster Instanz wegen Betrug- zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Gr benahm sich derart ungebührlich, daß ihm da- Gericht au- diesem Grunde eine Ordnungsstrafe von 20 Marl zudiktierte und, als er später sein Verhalten nicht änderte, ihn mit drei Tagen Hakt bestrafte, ihn sofort abführen ließ und die Verhandlung in dieser Sache vertagte. Eine Hausbesitzerin aus Friedberg hatte im Laufe einer Unterredung einen Beamten des Wohnungsamtes mit dem Ausdruck „gemeiner Mensch" beleidigt. Das Amtsgericht Friedberg hatte sie deshalb mit einer Geldstrafe von 100 Mark belegt und dem Beamten Publikations- bcfugnis zugebilligt. Auf die Berufung der Staatsanwalt hin erhöhte die Strafkammer die Ge l d st r a f e auf 200 Mark evtl. 20 Tage Gefängnis, und hielt im übrigen das Urteil erster Instanz aufrecht. Oberheffen. Landkreis Giefien. 00 Klein-Linden, 17. Mai. Der in der Mitt, wochnummer unseres Blattes von Klein-Linden gebrachte Bericht über die kirchliche S t a t i st i k gilt für die Gemeinde Klein-Linden, und nicht, wie irrtümlich berichtet worden war, für die Gemeinde Allendorf (Lahn). Klein-Linden sowohl wie Allendorf (Lahn) sind Filialdörfer der Pfarrei Großen-Linden, nur mit dem Unterschied, daß Allendorf von dem zweiten Geistlichen von Großen-Linden mitversehen wird, während in Klein-Linden ein Pfarrassistent wohnt. u. Klein-Linden, 17. Mai. Die in diesen Tagen in unserem 2000 Deelen zählenden Dorfe durch die Konfirmanden vorgenommene Sammlung für die Geisteskranken Hessens ergab den stattlichen Betrag von 100 Mk. ' Leihgestern, 18. Mai. Am morgigen t SamStag, 19. Mai, kann unser Poiizcidiener i. R. und langjähriger Kirchendiener, KasparVath, f in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. Bath ist Veteran * von 1870/71. D Lich, 17. Mai. Am nächsten Dienstag, nachmittags 5.15 Uhr wird der xum Bürgermeister der Staat Lich gewählte Referendar a.D. Hans Geil aus Oberstein a. d. Nahe in einer öffentlichen Sitzung des Stadtvorstandes durch das Kreisamt Gießen e i d- l.ich verpflichtet. — Die Neubautätigkeit in unserer Stadt ist gegenüber dem Vorjahre kaum merklich zurückgegangen. Neben der von der Stadtverwaltung geplanten Errichtung eines Po st Neubaues werden noch etwa zehn Privatpersonen Wohnhäuser errichten. Unter diesen befinden sich sechs, die Dank der Oie Reise nach Tripolis. Gustav W. Eberlein, Lfiom. Die Reis« nach Tripstrtll — ja, so schien das früher. So sagenhaft und abenteuerlich, es ist noch gar nicht lange her. Bor fünfzehn, sechzehn Jahren zum 'Beispiel fühlte ich den unbezähmbaren Ehrgeiz, mir die Sporen eine- Kriegskorrespondcnten zu verdienen, und da ich noch jung und unbefangen war, im Orient aber immerhin schon al- ein Sidi betrachtet werden mußte, überdies die Freiheitsliteratur auf meinem Bücherbrett in vorderster Linie stand, an der Universität Ferien und Ebbe in meinem Beutel waren, gehörte meine Sympathie natürlich den stolzen Wüstensöhnen, die ihr Vaterland gegen die eroberungssüchtigen Italiener verteidigten. Aber die Franzosen ließen mich nicht durch. Ich muh ihnen schon verdächtig erschienen sein, weil ich auf der ..Manouba" dahergeschwommen kam. die wegen Konterbande von den Italienern ausgegrifsen wurde. Ein kleiner Zwischenfall, der heute noch seine Schatten in die lateinischen Schwesterbeziehungen wirft, besonders in der Mittelmeergegend. Kurz, obwohl ich hoch und heilig versicherte, da- Flugzeug nicht heimlicherweise in daS Schiff geschmuggelt oder eS den Italienern verraten zu haben, meinten sie schnippisch, hinter Tunis sei die Grenze und überschreiten dürfe ich sie nicht. Woraus ich mich wütend und seitlich In die Büsche schlug, m die Richtung nach Marokko zu, und radelnderweite das afrikanische Zürich entdeckte. Richt« ^u drehn und zu deuteln, der Ort heißt Zürcch und liefert mit Vorliebe ..Maltakartoffeln". Ja. so abenteuerlich ging es damals in Rordafrlla zu. Jetzt kann man nicht mir eine Fahrkarte nach Mgicr. sondern auch ein biglietto nach Tripolis lösen. ES wird dort unten zwar immer noch gelegentlich geschossen und aufgehängt, die un- gepärdigen Eingeborenen haben, wie erinnerlich, vor einigen Jahren die Italiener fast ins Wasser gedrängt, so daß sie froh waren, wenigstens die Küstenoase in Händen zu halten, den Mustcr- knopf sozusagen an der teeren Schachtel, das kann aber selbstverständlich die Touristenauto- buffe nicht daran hindern, so weit ins Land seit IV- Jahren eingerichteten Dausparfysteme bei der'Dezirkssvarkasse Gießen Wohnhäuser errieten. Die Bauspartätigkcit bei dieser Kasse hat bisher den besten Erfolg gehabt, und es steht zu hoffen, daß durch weiteren Zugang von Mitgliedern die Leistungsfähigkeit der Bausparer sich noch erhöht und bis zum Herbst Mittel für weitere Bauten verfügbar sind. Gin besondere- Verdienst für den Bausparaedanken hat sich hier der leider so früh verstorbene Bürgermeister Völker erworben. — Die Firma Magirus, Feuerwehcgeräte in Ulm, führt am kommenden Samstagnachmittag hier an der Wetterbrücke in der Bahnhofstraße zwei Motorspritzen prakttsch vor. Es handelt sich um eine Zweirad-Motorspritze mit 800 Liter minütlicher Leistung und um eine trag- und fahrbare Kleinmotorspritze mit 400 Liter Leistung. r. Lich. 17. Mai. Dieser Tage fand hier im „Holländischen Hof" ein Bezirkstag de- „Hassia"-Bezirk- Lich unter Leitung deS Vorsitzenden. Tierarzt Dr. Walther von hier, statt. Sämtliche Vereine des Bezirks hatten Verttetec entsandt. Die Kameraden Roth lMuschenheim) und Loy (Rieder-Bessingen) wurden für langjährige treue Mitarbeit und für besondere Verdienste um ihre Vereine vom Präsidium mit dem „Hassia"-Ehrenkreuz ausgezeichnet. Zum Vertreter des Bezirks auf dem Berbandstag in Wimpfen wurde Roth lMuschenheim) bestimmt. ES wurde weiter beschlossen, das diesjährige Bezirksschießen am 5. und 12. August in Ober-Bessingen abzuhalten: bis dahin sollen die Vereine mit ihren Schießen fertig fein. Die Abrechnung über das DezirkSkonzcrt, die vom Kam. Häuher (Lich) vorgelegt wurde, ergab einen kleinen Lleberschuh, der für die Unterstühuna bedürftiger Kameraden verwandt werden soll. Dom Bezirk wurde jedem Verein eine Sammelbüchse zum eifrigen Gebrauch übersandt. Der nächste Bezirkstag findet in Hattenrod statt. i. Lauter, 17. Mai. Am nächsten Samstag begehen die Wagnerseheleute Karl R e i d t das Fest der goldenen Hochzeit. Mit de-n Eltern feiern die Familien der vier Kinder des Jubelpaares den Festtag. Das betagte Paar erfreut sich in der ganzen Gemeinde großer Be- liebcheit. Reibt, der früher lange Jahre hindurch Mitglied des Gemeinderates war, ist in seinem hohen Alter noch Kirchenvorsteher und OrtSgerichtsmann. * Beltershain. 17. Mai. Der älteste Einwohner unseres Dorfes, Landwirt Johannes Schmitt V.. kann am kommenden Samstag, 19. Mai, seinen 9 4. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist geistig und körperlich noch recht rüftig. Kreis Friedberg WSR. Friedberg, 18. Mai. Der heutige Schweinemarkt war gut beschickt. Bei flottem Geschäft wurden bezahlt für sechs Wochen alte Ferkel 12 bis 15 Mark, für sechs bis acht Wochen alte 15 bis 20 Mark, für acht bis zwölf Wochen alte 20 bis 30 Mark. WSR. Wölfersheim, 16. Mai. Am Diens- tagvormittag explodierte bei der He frag ein Schwei ßapparat. Ein sechzehnjähriger Junge erlitt hierbei eine schwere Schädelverletzung und mußte ins Friedberger Krankenhaus gebracht werden. SU:;- Büdingen. △ Nidda, 17. Mai. Gestern feierten hier Oberzollinspektor l.R. Adolf Ealmann und Ehefrau Emilie geb. Merz das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar ist noch sehr rüstig und erfreut sich allgemeiner Hochachtung, daher wurden ihm an feinem Iubeltage viele Glückwünsche und Ehrungen zuteil. Der Jubilar war lange Zeit an der schlesischen Grenze im Zolldienst tätig, verlegte aber vor etwa 15 Jahren seinen Wohnsitz hierher, In die Geburtsstadt seiner Frau, wo auch zwei seiner Kinder verheiratet sind. — Am Montag wurde hier in der Gewerbeschule ein sechswöchentlicher foftenlofer Koch- und Handarbeitskur- s u s durch den Leiter der Pflichtfortbildungs- fchule, Rektor G a h e r t, mit beherzigenswerter Ansprache eröffnet. Kreisfchulrat Gockel aus Büdingen wohnte der Eröffnrmg bei und richtete wichtige und wohlgemeinte Worte an die Leiterin und die Teilnehmerinnen des Kursus. Zum Besuch des älnterrichts sind die Schülerinnen des letzten Jahrganges der Pflichtfortbildungsschule hineinzustoßen, wie es eben geht. Wo es nicht mehr geht, steht ebn Zaun mit einem Pfahl dahinter: „Betteten verboten!" Die italienische Regierung war so freundlich, üher meine seinerzeitiger Arabersyrnpathien hin- lpegzusehrn und mich einzuladen, das Land meiner Sehnsucht jetzt einmal mit europäischen Augen zu betrachten. Ich werde den schwarzen Erdteil, so versicherte sie, weiß finden. Solche sprichwörtlichen Hyperbeln soll man losten, sowie sie aufgetischt sind. Ich fuhr also nach Tripolis. Schlaswagen Rom—Syrakus, es lut gar nicht weh. Wenn man durch das herein- blinzelnde Meer aufwacht und dann zur anderen Seite hinausschaut, merkt man, daß der Zug gerade in den Stiesclrist hineinfährt. Hier beginnt der Orient. Kubische Häuser, eingemummelte Frauen, vereinzelte Palmen. Bor der Stiefel- spitze liegt bann bekanntlich wie ein Fußball die Insel Sizilien, und damit die Reisenden Erster und Zweiter ja keine Unbequemlichkeiten haben, ist man hier wieder ganz modern, schiebt die Wagen auf eine Fähre und hängt sie drüben in Messina wieder so fix und unmerklich an, daß ein Mensch mit Halbweg- gesundem Schlaf auch bis Syrakus durch dösen kann, ohne die schauerliche Durchfahrt zwischen Szhlla und Cha- rybdi- zu spüren. Daß man in Sizilien durch lauter Orangen fährt, ist bekannt. Der Zug glitscht manchmal darauf aus. Durch die rot wie wilde Liebe wuchernden Geranien und Rosen haut er sich durch wie Old Shatterhand durch die Lianen der Tropenwälder. Was die berühmten Pinien- schirme anbclangt, so wimmelt es davon wie bei einem verregneten Fuhballmatch, und baß die Palmen wie Unkraut wachsen, versteht sich von selbst. Lleppig. üppig, ich habe noch kein Feuille- ton über Sizilien gelesen, in dem nicht erregend schwül von Der üppigen Flora der vulkanischen Insel die Rede gewesen wäre. In Wirklichkeit ist eS leichter, einem Fabrik- fchlot zu begegnen, als der mit Recht so beliebten Palme Verkneifen wir unS also die Datteln bi- Tripolis. Eifrig nach den Pinien auSspähenb, entdeckt man da und dort eine wie einen Bädckerstern. Dagegen bluten die Geranien wirklich in- Fenster herein, wenn es nicht roter Klee war. und minutenlang, halbe Stunden lang von hier verpflichtet, werden aber dafür für da- ganze Jahr vom weiteren Besuch der Fortbildungsschule befreit. Im ganzen sind es 19 Schülerinnen, darunter vier ältere freiwillige. Die Unterrichtszeit dauert täglich sechs Stunden, nur Samstags ist ganz frei. S. Berstadt. 17. Jllai In unserem Ort ist ein Todesfall infolge schwerer Genickstarre zu verzeichnen. Die Frau de- Landwirtes Karl Rau war an einer Art Kopfgrippe erkrankt. Als sich aber Anzeichen von Genickstarre einstellten, wurde sie am Freitag mittel- Auto in die Klinik nach Gießen verbracht, wo sie jedoch schon am Sonntag verstarb. Man fühlt hier allgemein um so mehr mit der bartbeteoffenen Familie, da die Frau in dem blühenden Alter von 25 Jahren stand. Kreis Alsfeld. H Alsfeld. 16. Mai. In der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung des Stadtvorstan- d e S wurde der Architekt Hugo Maurer au- Draun schweig, der als HilfSgewertelehrer an der Gewerbeschule Alsfeld tätig ist, unter drei Bewerbern in der engsten Wahl einstimmig zum Stadtbaumeister gewählt. Der Anstellung geht zunächst eine einjährige Probezeit voraus. Im ganzen waren 33 'Bewerbungsge- suche eingegangen. Der neue Dtadtbaumeister wird seinen Dienst sogleich an treten, da verschiedene größere Bauten, m-besondere der Posthausneubau, der Erledigung harren und nicht länger zurückgestellt werden können. Preußen. Oberwesterwaldkreis. <55 Höhn, 17. Mai. In der hiesigen Grube Alexandria" sind in der jüngsten Zeit in verschiedenen Revieren Grubenbrände entstanden, die auf Selbstentzündung de» Koh. lenstaubes zurückzuführen sind. Die Dermal, tung sucht die Brandstätten durch Abmauern der Zugangsstrecken abzudammen. Durch die bei den Bränden entstehenden Koblengase wurde ein Bergarbeiter aus Wahlmühlen betäubt. Der Bewußtlose wurde sofort über Tag gebracht. Da gleich Atemübungen angestellt wurden und ein Arzt rasch zur Stelle war, konnte der Verunglückte ge rettet werden. Medi-inalraMr.DogisSO.GeburtStag pb. Butzbach, 17. Mai. Am gestrigen 80. G e - burtstag des Medizinolrats Dr. Vogt erschien als erste der Gratulanten eine Abordnung der Stadtverwaltung, bestehend aus Bürgermeister Dr. Jansen, Beigeordneten Ploch und den Stadtv. Dittgen, Eimbrodt, Link mann und Frau W i e ß l e r, um ihrem (Ehrenbürger unter Ueberreichung eir.ee mit Widmung versehe- neu Bildes des neuhergerichteten Rathaus? und eines Blumenkorbs die Glückwünsche der Stadt zu überbringen. Seitens der Weidig - Oberrealschule und des Vereins für das Deutschtum im Ausland überreichte Oberstudiendirektor Dr. Dingel zwei Glückwunsch-Adressen. Die sreiwilliae Sanitäts- kolonne vom Roten Kreuz ernannte ihren Gründer zum Ehrenvorsitzenden und ließ durch eine Abordnung, bestehend aus dem eckten und zweiten Vor- sitzenden PI och und Woyfarth, sowie dem Kasienführer M a t h ü u s die Glückwünsche der Kolonne übermitteln und eine von Frl. Margret Kranz ausgeiertigte Ehrenurkunde überreichen. Seitens des Aufsichtsrats der Butzbach-Licher Bahn übermittelte Betriebsleiter JB a n bl o m Glückwünsche. Seitens des Alice - Frauenoereins wurde eine ebenfalls von Fck. Margret Kranz ausgefertigte feinsinnige Glückwunschadresse überreicht, und es wirkte rührend auf alle Anwesenden, als die 84jährige Vorsitzende des Vereins, Frau Weick- Hardt Wwe., die Glückwünsche aussprach. Abordnung auf Abordnung erschien, so - die des Stlrdjen- Vorstandes unter Führung von Pfarrer Schneider, des Kriegeroereins unter Führung des Vorsitzenden Unverzagt, des Vereins vom Roten Kreuz u. o. a. Seitens der Regierung erschien Kreis- direktor Gebbardt und übermittelte deren Glückwünsche, ebenso waren seitens verschiedener aus- wärtiger Korporationen, denen Med.-Rat Dr. Vogt als Mitglied angehört, Abordnungen erschienen. Dr. Vogt dankte allen herzlid)st und versprach, in seitheriger Weise weiterzuwirken, so lange ihm Gott Die Kräfte hierzu verleihe. Möge ihm dies noch lange Jahre vergönnt sein. Das Rathaus war zu Ehren des Jubilars und Ehrenbürgers beflaggt. Turnen, Sport und Spiel. Eröffnung der 9. Olympiade. Amsterdam, 17. Mai. (WTB.) Die 9.Olympiade wurde heute mittag im neuen Stadion mit dem Olympischen Hockey- turnicr eröffnet Auf der Ehrentribüne hatten Prinz Heinrich der Riederlande und die offiziellen Qkrtretet der teilnehmenden Staaten, darunter fi'rr Deutschland der Präsident de» Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, Staatsselrrtär a. D Dr. Lewald, und Dr. Diem Platz genommen. 3m ersten der vier heute ausgettagenen Spiele siegte Holland gegen Frankreich mit 5; 0, im zwecken Spiel errang Dänemark über die Schweiz einen Stea 2:1. Der Favorit de- Lumiers. Indien, siegte über Oe st erreich mit 6:0. Im letzten Spiel Hieb Deutschland gegen Spanien mit 5:1 siegreich. Oie süddeutschen Huhbattspiele. Trostrunde. — Gruppe Südost. 1. F. C. Phönix Karlsruhe — D. f A TNcktgort 2:3. Freundschaftsspiele. Bayern München — Destham United 3:2 (2:1). F. L. Saarbrücken — Preußen Kreseld 0:5. F. Sp. V. Frankfurt a. M. — Dresdner Spclb. 2:3. Eintracht Frankfurt — F. E. Modena 4:0 (4:0) Tennis Borussia — Gymnastikforening Aarhus 5:2. Zußball England —Frankreich 5:i. In Paris standen sich England und Frankreich im Fußball-Länderkamps gegenüber. Frankreich. daS dieses Spiel als letzte Probe vor den olynipischen Spielen auStrug. wurde von den englischen Berufsspielern empfindlich mit 5:1 geschlagen. Bereits zur Pause führten die Engländer 3:1. Deutsche Handballmeisterschaft. In Halte fanden gestern die Endspiele um die Handballmeisterfchaft der Deutschen Sportbehörde statt. Im Spiel der Damen hatte der favorisierte Sportklub Eharlottenburg in seinem Schlußgegner, dem <5. 03.06 Güstrow, nicht viel zu schlagen. Die ®fxirlottenburgerinnen waren den norddeutschen Damen im ganzen Spiel überlegen und holten sich mit einem 6:0 (4:0)-6ieg erneut den Meistertitel. Im Anschluß daran traten die Herrenmannschaften de- Deutschen HandoallklubS Berlin und des P o lizeispvrtverein- Halle zum Endkampf an. Auch frier fielen Sieg uno Titel an Berlins Vertreter. Nach schönem und abwechslungsreichem Kampfe siegte der Deutsche Handballklub mit 9:5. Bis zur Pause lag Halle mit 4:3 in Führung. Radsport. Der Radländerkampf Deutschland— Dänemark (Amateure) endete mit einem Siege der dänischen Mannschaft mit 104:72 Punkten im Gesamt- klassem ent. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. *Das2lmtsverkünbigungsblattNr34 vom 15. Mai enthäll: Die (krganzungswahlen zum Gefellenausfchuß der Handwerkskammer. — Die Er- gänzungswahlcn zur Handwerkskammer. — Die Wahl eines Erfatzmctgliedes in den Provtnzialaus- chug. — Reichstagswahl am 20. Mai 1928 — @tra- zensperrungen, hier: Str aßen Polizei. — Die Einen düng von Unfallanzeigen. — Belehrung der Pilz- ammler. — Reichsjugendwettkämpfe 1928. — Dienstnachrichten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 2L v. 100. Wenn der verstorbene Veteran von 1870/71 nachweisbar an den Folgen einer Kriegsverletzung entschlafen ist, bann besteht für seine Hinterbliebene Witwe Rentenanspruch aus Grund des Altrentnergesetzes. Ist der Veteran aber nicht nachweisbar an einer Kriegssvlge gestorben, so können bei Bedürftigkeit für seine Witwe doch nod) einmalige Beihilfen au- dem sog. Altfonds erwirkt werden. Am besten wenden Sie sich an da- zuständige Deckorgungsamt in Gießen. sausten link- und rechts unaufhörlich Herden von gelbgestreiften Zebras vorbei. Mäßigte die Lokomotive ihr ilngeftüm, so wurden sie zu braven Orangengärten, sauber gehalten wie unsere Obstgärten und gewiß nicht schöner als der blühende Odenwald. Wir finden ja so vieles bezaubernder al- zu Hause, nur weil es fremd ist. In Sizilien ist es, auch das darf als bekannt vorausgesetzt werden, manchrnal warm. Die Touristen ächzen, stopfen da- Taschentuch in den molluskenhaft gewordenen Kragen und schmachten mit roten Augen den Aetna an. Der liegt wie ein riesiger Eisbeutel auf Sizilien, dort, wo es am hitzigsten ist. Solange die sünszigprozentige Eiicnbahnermäßigung wegen der primavera siziliana anhält, kann man ihn getrost auch mit der Jungfrau bei Interlaken vergleichen, so schneeweiß steht er da. Hub betrachtet man ihn vom Bädekerdopprlstern aus. dem griechischen Theater in Taormina, wo sie gerade Julius Eäsar aufführen, so glaubt man es ihm einfach nicht, daß er auch anders kann. Bi- man in die Reichweite feines Zorn- gerät, dort bei Raxvs herum, dort, wo der Zyklop dem OdyffeuS voller Wut die Steine nachwarf, die noch jetzt al- historische Felsen am Strand photographiert werden, und zumal bei Catania, wo sich Städte in berghohe Lava cinaenistet haben, die wegsperrend daliegt, als sei sie eckt dieser Tage erstarrt. Gruselig sieht das aus. älnd unheimlicherweise springt der Aetna bald auf die eine, bald auf die andere Seite der Bahn, a!S sei er nur da- Döcklein Wassen an der Dotthard- linie. Endlich, eine Tagreise von Rom. sieht man Kriegsschiffe, eS geht um den strategischen Hafen Augusta und um friedliche Meergärten herum, die zur Salzgewinnung trockengelegt teerten. Syraku- ist da, daS Schiff wartet. Daß man den Seeteufel mit dem Beelzebub deS Aetna, der noch weil feuriger ist al- die »Tränen Ehristi" de- Vesuvs, auStteiten könne, trifft in, sofern da- Meer ruhig ist. Andernfalls hilft er genau so viel wie daS sea-sick, da- man in feiner Angst vor der Abfahrt kauft, oder da- erste Essen an Bord. Man erstattet alles zurück, ohne die Reifrenfolge cituufrdtten. Gegen Morgen ater war e- mir. alS oo der Seeteufel seinen LteblingSsitz, meinen Magen, verlassen und sich durchs Bullauge davongeschlichen Hte. Ich sah hinaus und gewahrte voll Erstaune- daß der Dampfer in ein Atoll eingelaufen war, nein. daS Rundriff war viel höher: in einen ockergelben Krater, ünb die Kraterwände starrten von Zinnen und Schiehlulen und Jtanonen* scharten — Malta! Dieser natürliche Wunderhasen zwischen Europa und Afrika hält alle Völker an der blauen Tränke in Schach. Man spürt die durch eine solche tröstliche Gewißheit entstandene britische Gelassenheit gleich beim AuSbooten: die Hasi-n- poliaei fragt nicht viel nach Paß und Visum. Rasse und Ration. Stundenlang. biS zur Abfahrt deS Dampfers, fährt man auf der Insel herum. steckt die Rase in alle Kanonenläuse, in jeden Sonder Hafen, wie sie sich sjordarttg auftun. und wird de- Staunens nicht müde. Jede Bastei ist vollgepfropft mit Granaten und Korn, mit sonderbaren Schachtösfnungen schnappen die unsichtbaren, unendlich weiten Magazine sorttoäb- rend Rahrung. neue, dreißig Meter dicke Wälle werden angelegt — ater auf allen darf man spaziercngehen. Wie in Orford oder Liverpool. Die Stadt. Lavaletta heißt sie. englisch lautet. Niedliche Häu-chen. blitzblanke Messinaschilder. Eine 2ust. da- shopping. Die Zweisprachigkeit herrscht vor. doch will der Douverneuer S t r i ck l a n d jetzt eine Art südtirvler System einführen: Malta ist englisch, solglich sind die Einwohner Engländer und haben englisch zu sprechen Aber da- sei ganz etwa- andere-, sagen die Italiener, die Muttersprache sei italienisch. Fragt man die Malteser, so sagen sie, sie möchten am liebsten sprechen, wie ihnen Der Schnabel gewachsen ist. Sie seien Gckcchen, oder Phömzier. oder Araber. Alle Böllerstürme sind üter die Felseninsel hinweggegangen. Wie dem auch sei. frier rietfrt d nach ®e- schüven. nicht nach .neuen Kartoffeln". Auch die Mallahündchen bäte ich nicht gesehen Und wieder ein Tag voll Bläue und wieder eine Rächt voll südlicher Sterne, bann raff eß der Anker herunter, besetzte und in Säcke gehüllte Menschen schreien, schreien, eine blendendweiße Stadt liegt da, von Minarett- durchstochen. Dalmen säumen den Stranb, die Oase drangt heran: Afrika. Bexi echter wiesen. daß m rin geter fiaterber für die Hauihaltfhhruna. Ee berücksichtigt die verdnd. wMrtich. »'erhält niese eem-ieeie eenen Farithungi- Gedeckter Apfelkuchen Wer seinen Harten •oOi« nur dMm W Rim«U'> ßu« >r hd mir Ihre 1.1. Biwer. üiehei Affl_Oswildsßürlon j Drucksachen aller Art ftattunq IrUrchi unt preltDerl »le BrüblW Unlotrftiäts Drnrf'T.i. H. tonqe. Meilen. Sdnilftr 7 Seine Lchälkur. »rei» 8.75 Mk. Nur »u haben bei MA Oberhemden und Krawatten Neuheiten in VMS 1014 cm 10 [Empfehlungen | 6.25 130 1.90, 1.50, Selbstbinder aparte Neuheiten, 265 4.50, 3.50, 2.90, gjoße Auswahl Pfingsten in neuen Sdiuhen 0.65 0.85 Knabenfporthemden Zephir gute, waschbare Qualität, Oröße Ö0 von X an 2.- für Herren, aparte Muster, 16. — , 14. 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Dori verunglückte ein Auto- omniou - des Gemeindeverbanb- W i c- feck-Alten-Bufeck auf einer Fahrt, die mit einem Verein aus Tret- a. d. Lumda nach bet Sderlalfperre führen sollte Der grofie Kraftomnibus Überfchlug sich, fo dah die Unterfeite de- Wagen- mit den Hübern nach oben zu liegen kam, Im Sturz ritz der Wagen zwei ObstbSume um und wurde so schwer demoliert. haft er jetzt nur noch ein klägliche- Wrack ist. Bei dem bedauerlichen Vorgang wurden drei Personen, darunter der Wagenführer, schwer vorletzt. drei- «ndztvonzlg weitere Insassen kamen mit leichteren Verwundungen davon; nur vier Wltsahrenbe blieben Vie durch ein Wunder bei dem schweren Stur- unverletzt. Durch persönliche Erkundigungen und Inaugenscheinnahme an der Unfall stelle konnte unser Vl.-Vedakiion-mitglied gestern mittag folgen bet feftflellen: Die Freie Turnerschaft von Tret - a. d. Lumda beabsichtigte, einen Him- melsohrtausslug an die Sderialsperre zu machen. Zu der Fahrt war zunächst ein Wiesecker Omnibus gemietet worden. Da an dem Ausflug aber rund 70 Personen teilnehmen wollten, wurden zwei Autobusse, die Wagen 3 und 4. in die Fahrt eingesetzt Der Wagen 3, den da- Unglück betraf, hatte im vorigen Jahre die vorn DerkehrSbund Oberhessen veranstaltete Presse- fahrt durch Oberheffen ausgezeichnet, auch in dem bergigen Gelände de- Vogel-berge-, durch- geführt Kurz nach 6 Uhr erfolgte gestern früh mit den beiden Wagen die Abfahrt von TreiS an der Lumda Der Wagen 4 mit dem Chauffeur August Wank am Steuer fuhr al- erster. etwa- zurück folgte Wagen 3. der mit 30 Personen besetzt war, mit dem Lenker Lud - wig Wagenbach am Steuer. Der voran- fahrende Wagen 4 war bi- E b - d o r f gelangt, wo er von seinem Führer angehalten wurde, um den Wagen 3 herantommen zu lassen und mit dessen Lenker zu vereinbaren, dah die Fahrt nicht über Kirchhain, sondern über Warburg weitergesührt werden sollte. Nach einigem Warten, dessen Länge bei dem Führer und den Insassen de- Wagen- 4 bereit- Beunruhigung bervorries kam ein Radfahrer in eiligem Tempo beranaefahren, der dem Führer de- Wagen- die Kunde von dem verunglückten Wagen 3 überbrachte. Sofort zurückgekehrt, fanden die 3n- sassen de- vorgefahrenen Wagen- die Personen de- Wagen- 3 verletzt auf der Landstraße stehend oder fitzend vor, der Wagenführer Ludwig Wagenbach lag schwerverletzt im 6tra- ftengrabcn, der grofte AutoomnibuS lag mit den Rädern nach oben, im Innern zertrümmert und auch im vorderen Auhenaufbau zusarnmen- aebrochen. quer über dem ötraftengtabcn und dessen Böschnmg, im Führerplatz sand man den 16 Jahre alten Autvschlosserlebrling Seibert von Wieseck eingeklemmt mit seinem schwerverletzten rechten Arm vor. In anerkennenswerter umsichtiger und klarentschlossener Weise gingen der Führer und die Insassen de- Wagen- 4, da di« anderen Verletzten sich vorerst selber Helsen konnten, zunächst daran, den eingeklemmten bedauernswerten Jungen Seibert au» seiner qualvollen Lage zu befreien. Zu diesem Zwecke muhte der vordere Teil de- zertrümmerten Wagen- durch Winden und Anheben etwa- in die Höhe gebracht werden, bi- man den Jungen vorziehen konnte. Wittlerwclle war durch ärztliche -Ilse au- EbSdors schon einiges für die Verwundeten getan worden, die nun nach der Befreiung de- Jungen allesamt in dem intakt gebliebenen Wagen 4 nach Allendors a. d LumdZ Sefobren wurden, wo ihnen umfassende ärztliche ,ilfe geboten werden konnte. Der Wagenführer Ludwig Dagenbach aus Wieseck, dem der Brustkorb eingedrückt war unb der außerdem noch einen Schäkelbalisbruch und eine Wunde an ber Hüfte davong.'tragen hatte, sowie der Autofchlosleriehrfing Seibert von Wiekeck, dessen rechter Arm stark gequetscht und auch sonst erheblich verletzt war. dem auher- dem noch zwei Finger der rechten Hand zerdrückt waren, wurden von dem Arzt sofort in feinem Auto nach Dietzen in die Chirurgische Klinik geschickt. Din junge* Mädchen namenS Sanft, gebürtig aus RüddingS- hausen und in Dietzen in Stellung, da- von TreiS au- den Au-flug mit angetretm hatte, erlitt schwere Körperquetschungen: es wurde zunächst zu seinen Gastgebern in Treis verbracht, jedoch machte sich im Lause der gestrigen RachmittaaSstunden auch seine Ueber- führung in die Chirurgische Klinik erforderlich Bon bin übrigen 23 Verletzten haben drei Knochenbruche (Beinbrüche. Schlüsselbeln- bruchs, die anderen durch die berstenden Fensterscheiben Schnittwunden an Kopf. Armen und Beinen davongetragen. Diese Opfer de» Unglück- konnten nach der ärztlichen Hilfe in Allendors In ihre Wohnungen in TreiS entlassen werden. Sine fachmännische Besichtigung der (Betriebe- teile an den beiden Hinterrädern des verun- Zückten Wagen» ergab die Feststellung, dah die Bremsvorrichtung nicht in Ordnung war. Darin ist auch nach übereinstimmender Meinung der sachverständigen Persönlichkeiten die DrLärung für den Unglücksfall zu finden. UebrigenS wurde bereit» vor der Abfahrt in TreiS von einem Chauffeur anderBremS- vorrichtung gearbeitet, da sie nicht einwandfrei funktionierte. Das eine Hinterrad war infolge dieser Störung der Bremsvorrichtung blockiert, so dah die Dvernse. bekanntlich die kräftig wirkende Kunze-Knorr-Luftdruckbremfe. nur einstig wirken konnte. Da die Unglücksflelle an dem AuSlaus eine- erheblichen Straßen- gesälle» dicht hinter einer Kurve in der Rich- lung nach Leidenhofen zu liegt, erklärt man sich den Vorgang so, datz der Wagenführer den Om- nibuS hinter der Kurve auf dem noch etwas abfallenden Gelände in der Geschwindigkeit verlangsamen wollte, beim Ingangbringen der Luftdruckbremse infolge der Störung aber nur eine Seite abfangen konnte, wodurch der Hinterwagen in- Schieben kam und nun den Dorderwagen seitlich nach rechts in den 6trabengraben drückte. Der Wagen, dessen tiefe rechte Vorderradspur in der Böschung gestern mittag noch zu sehen war. sauste dabei gegen einen Obstbaum, der etwa einen Meter über der Dodenßläche abgebrochen wurde, dann überschlug sich der schwere Wagen, wobei noch ein zweiter Obftbaum zermalmt wurde. Die Trümmer de- Wagen- boten den im Laufe des Tage- von allen Seiten zu Futz. auf Rädern oder Kraft» sahr,zeugen herbeigeströmten Beschauern — da- Unglück hatte sich In den Dörfern de- Lumda- tale» und de- DbSdorser Grunde-, sowie auch bi- zur Mittagsstunde in Gietzen rasch herum- gesprochen — einen wüsten Anblick. Da- Innere oeS Wagens bildete einen sehr schlimmen Splitter- und Dla-Haufen, der Ausbau von der Mitte bi» zur Spitze des Wagen» war geborgten und zusammengebrochen, nur dee im Hinteren Wagen teil befindliche schmale Dorraum Sm Wagen Innern war einigermaßen intakt gegeben. Insbesondere muh öS al» ein große» Glück bei diesem schweren Unheil angesehen werden. dah die Pfosten zwischen Wagenfutzboden und -decke in der mtt Glasscheiben versehenen Zwischenwand zwischen Vorraum und Hauptraum bei dem Sturz nicht brachen: wäre da» go- schehen. so hätte da- etwa BO bi- 100 Zentner schwere, nun nach oben liegende Chafsie wohl nicht mehr qenügenbe Stütze und Festigkeit gehabt und wäre dann in das Wageninnere g ine in- S!stürzt. Dah bann viele, wenn nicht gar alle ns assen totgedrückt worden wären, dürste autzer 1 Zweifel stehen. Cin weiterer Glück-zufall ist MMMWsMuSWW. Vornan von (St)gar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann. Verlag. Leipzig. 10 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Doktor Staletti ging zur Haustür, die sich frei« lchend in ihren Angeln bewegte. (Er öffnete den Mund wie um noch etwas zu sagen, besann sich aber bann eine« Besseren und knallte feinem Besucher di, Tür vor der Nafe zu. Doch noch ehe das Echo ber in» Schloß fallenden Tür verhallt war. erhob sich im Innern de» Hau- ft», hinter den erblindeten Scheiben, ein gröblicher Schrei, ein Schrei so voll Angst und Todesqual, datz da« Blut d«-m Detekttv in den Adern gerann. Der Schrei stieg noch immer an. doch plötzlich kippte ,r um und verebbte in herz zerreibendem Schluchzen. Der Schweiß brach Dick Martin au» allen Poren. Seine Fäuste ballten sich. (Eine Sekunde lang war er entschlossen, sich den (Eingang in das Haus zu erzwingen und eine Erklärung zu fordern. Doch bann sah er di, Aussichtslosigkeit eines solchen Borgedens ein. Er bückte sich, nahm in jede Hand eine Denzinkanne und eilt« die Allee hinab. Auf die Taschenlampe mutzte er unter diesen Umständen verzichten. Es war gut. dah er Gummi- fohlen unter den Stiefeln trug, die jedes Geräusch feiner Schritte erstickten. Da seine Augen versagten. blieb ihm nur das Gehör Er befand sich gerade in der Nähe der seltsamen drböffnung. cis er eine leise Bewegung hinter seinem Rucken verspürte, ein Nascheln von Zweigen, ein Zerbröckeln von Erdklumpen. Das Geräusch war fo fein, dah es sich fast im Plätschern des Degens verlor, und als Dick sich umwandte, sah er nichts als die schwarz. Mauer der regendurchströmlen Nacht. Doch da scklug plötzlich ein Zweig in den Büschen zu seiner Rechten zurück Im Nu erkannte er die unmittelbare Gefahr. Er warf die Kannen hin. die Hand zuckt, nach dem Revolver. Doch ehe er die Waffe zu ziehen oermochtc. fühlte er sich plötzlich von etwas Nacktem, Haarlosem, Tierischem umschlungen. Riesige Arme mit Muskeln wie Taue versuchten. Ihm die Schultern auszurenken, eine unmenschlich grotze, breite, schwielige Hand tastete nach (einem Gesicht. Er trommelte mit den Fäusten auf eine nackte Brust, deren eiserner Muskelpanzer all seinen Anstrengungen zu spotten schien. Da besann er sich auf sein Jiu-Jitsu. Er griff mit beiden Händen nach dem nackten Arm, dessen Hand fein Gesicht umkrallte, und mit jäher Bewegung drehte er ihn herum und schleuderte seinen Angreifer zu Beben. Ein mächtiger Körper stürzte mit dumpfem Laut, ein Ausstöhnen kam. ein gespenstisch schluchzender, kindischer Laut de» Jammer», der nicht» Menschliche» hatte. Dann war alle» still. Dick hatte mit der einen Hand den Revolver herausgerissen, in der andern hielt er die Taschenlampe. Sein Finger druckte auf den Knopf. Weihe» Licht flammte auf uick» leckte über den Boden. Niemand war da. Er beschrieb mit der Lampe einen blendenden Halbkreis, der die ganze Umgebung des Kampfplatz,» erhellte. Sein Angreifer war spurlos verschwunden. Großer Gott, war es ihm vielleicht gelungen, ihn zu umgehen? Dick fuhr herum und sandte den Strahl in die Richtung des Hauses. Da sah er eine mächtige Gestalt, nackt bis auf ein Hüfttuch, mit hängenden Atmen in den Büschen verschwinden. Dick Mattin stand einen Moment wie gelähmt. Dann griff er nach feinen Kannen und lief feu- chend, in langen Sprüngen, bis er die Landstratze erreicht hatte. Er füllte den leeren Tank, und mit einem tiefen Aufatmen fetzte er den Motor In Bewegung. Auf der ganzen Fahri nach London sah er ständig das dunkle Grab unter der Hecke vor sich. das. wie er jetzt wutzte. von Doktor Staletti dazu bestimmt worden war, feinen Körper aufzunehmen unb das Geheimnis feines Todes für immer der Mitwelt zu entziehen. 10. Es war eine dunkle und windige Nacht, und da Bertram Eody kein guter Futzganger und über- dies eine furchtsame Natur war, weckte er seinen Chauffeur, um die sechs Meilen, die ihn vom „Galgenhos" trennten, Im Auto xurüdjulegen. Tommi) Eawler machte eine sehr saure Miene, aber er muhte dem Wunsch seines Herrn willfahren. Etwa hundert Meter vor der Einfahrt zu Staletti» Besitzung ließ Toby den Wagen hallen. darin zu erblicken, dah der schwere Motor mit der vorderen Wagmhältte auf die gut etwa 1* 's Meter über bcir ^tzenniveau gelegene Böschung zu liegen kam. wodurch der Dorderwagen au' der Böschung, der H.verwogen auf der heil gebliebenen Rückwand Stütze fand, so datz der Pafsagierraum durch Bildung eines Hohlraumes von beiden Seiten offengcbalten war. Dadurch war es den Insassen möglich, aus dem Wagen herau-zuklettem. Die altbalb benachrichtigte zuständige Staatsanwaltschaft In M. r »urg liest die Trümmer de» Wagen» zwecks weit r r Feststellung sofort be- schlagnahmen. Don d r Leitung d's Gemeinde- verbandes Wieseck-Alten-Bufeck, die durch den Derband-vorsteher Benner. Wirirck, an der Unsallstelle t* t reten war dem sich u. cl auch Bürgermeister Scho.nber Wi-feck '*1en hatte, konnte nur die Ontfemung d.» geährlichen Betriebsstoffes au» dnn Wagenta ck in die Wege geleitet werd.m. Auster den Schädigungen der Perionenopser ist auch der Sachlchad.m sehr bedeutend. Das Unkracfomm ist durch Versicherung gedeckt, obwohl e» damit allerdings auch nicht die bdauerichm Leiden der verunglückten Pal'agicr.' beheben lärm. •in Wort in diesem Zusammenhänge noch an die P o ft Don Hauptbrieiligten an dem Dor- gang wurde un» gegenüber beflajt, datz durch daS völlige Fehlen einer Fernsprech- möglichkeit an den Son tagen auf dem Lanke — selbst ein Unfaflmeldedienst besteht nicht im Frtfpr chw.'sen b?5 Lumdatales!! — manche Maznah.ne nicht so risch und umfaffenb in die Wege geleitet w.rden konnte, wie e» notwendig und erwünscht gewesen wäre. DaS ist ein Zustand, ber fraglo» beträchtliche Gefahr.m für da» öffentlich: Wohl in sich birgt und im Inter sse brr gesamten Bewohnerschaft des Lumdatale- i ringend der Abstellung bedarf. Im Lumdatal hofft man. datz die zuständige Postbehörde in dieser Hinsicht ungesäumt die ge- DOtcncn Verbesserung-maßnahmen treffen wird. Wie wir heute vormittag auf Anfrage in der Chirurgischen Klinik erfahren, ist der Zu- stand ber drei Schwerverletzten tm großen und ganzen noch unverändert wie gestern. Die in der Stadt kursierenden wilden Gerüchte über Tode-fälle, Bei denen allzu eifrige Erzähler sogar bi» zum halben Dutzend gehen, entbehren jeglicher Grundlage. Die Wahlparole der Evangelischen Volksgemeinschaft. Am Mittwochabend sprach in einer von der Evangelischen D o l k S g e m e i n s ch a f t einberufenen öffentlichen Wählerversammlung Pfarrer Weidner atiö Lbcr-LaiS über die Wahlparole ber Evangelischen Volksgemeinschaft. Der Redner bemerkte zunächst, die breiten Masten des Volke» feien die bisherigen Parteien satt bis obenhin, deshalb gingen fle auch nicht in die Wahlversammlungen, er betonte weiter, der Evangelischen Partei fei bei der vorjährigen hessischen Landtagswahl bas Wahlrecht burch da» Sperrgefetz geraubt worben, er habe auf Grund ber Unterschriften mit minde- sten» zwei Mandaten für ben Ganbtag gerechnet. DaS Volk werde fich aber die Herrschaft ber Plutokratie unb ber Großindustrie nicht mehr gefallen lasten. Sodann beschäftigte fich ber Redner eingehend mit dem Prozeß vor dem hessischen LtaatSgerichtShos, wobei er betonte, ber Canbtag sei noch nicht endgültig in feinem Amte, denn eS fei ein Schreiben ber Evangelischen DolkSgemeinfchast an bas Reichsgericht abgegangen, in dem da- erste von diesem Landtag beschlossene Gesetz in feiner RechlSgültigkrit angefochten werde. DaS Reichsgericht werde sich in Kürze mit dieser Sache zu belasten haben, unb bann erst werbe sich zeigen, ob bie'er Landtag zu Recht bestehe. Der Reichsgerichtspräsident Dr. S i - m o n S habe sich brieflich bahin geäußert, er könne in einer Sache jetzt nichts sagen, die möglicherweise noch den Staat-gericht-hof für da- Deutsche Reich beschästtgen tonne. 3m übrigen richtete auch dieser Redner, wie kürzlich Dr. Rohde In der Versammlung bet WirtschastS- partei. sehr heftige Angriffe gegen Ministerialdirektor Dr. Schwarz unb den heststchen Staat-gerichl-ho! von welch letzterem er tagte, dieses Gericht habe seinen Urteiltzlpruch schon im voraus vor der Sitzung sie unb fertig gehabt. Hoftentlich komme der Prozeß, den Dr. Rohde gc£.en Ministeraldirekt rDr. Schwarz angekündigt habe, in Gang, bann werde die Wahrheit vor Gericht erwiesen werden, wozu auch er (Redner» bereit fei. Der Redner wandte fich bann der Beantwortung ber Frage zu: Warum eine Cvangilstche Partei? Cr machte den bisherigen Parteien zum Dorwur'. daß keine von ihnen die Belange d.S evangelischen Deutschlands bisher in der erforderlichen Weife vertreten habe. Da könnten unb bür ten die evangelischen Pfarrer, die heute nicht nur mehr Seelsorger, sondern auch Leibsorger für die Gemeinden seien, nicht mehr aus da» rein kirchliche Gebiet sich beschränken, sie müßten h>nau»treten in die Politik, um einmal au» wirifcha!t-politlschen Gründen, bann aber auch au» Erwägungen t*r steuerlichen Gerechtigkeit dafür zu Jorgen, daß da» schassende und bedrückte Volk zu seinem Recht komme. Da» sei auch ein Mittel, die beeilen DolkS- masten wieder enger mit der evangeli chen Kirche zu verbinden, unb Io könnten die evangelischen Pfarrer auch zum Helle ber evangelischen Kirche durch volliische Betätigung wirken. Die Evangelische DollSgeincinschast. die nicht wie alle anderen Parteien Rücklicht auf das Kapital zu nehmen brauche, fei absolut selbstan^ big. sei keine Partei der evangelischen Klrche, sondern eine Partei des evangeli'chen Dolkstells. D^ese Partei solle für alle Diejenigen da sein, die sich polittfch heimatlos fühlten unb zu keiner anderen Partei mehr Vertrauen hätten. Der sich aber bei den anderen Parteien gut unb zu seiner Zufriedenheit aufgehoben fühle, ber möge ruhig bort bleiben, denn diese wolle die Evangelische Partei gar nicht. Der Redner wandte sich hierauf gegen den politischen Ka- tholizi-mu-, ber durch da- Zentrum den religiösen Katholl»l-mu- tvtmache. wie- auf die immer umfangreicheren Riedevlastungen katholischer Orden hin unb sagte, das überwiegend evanaeliiche Hessen werde heute, wie auch zu Ulrich» Staatspräfldentenzeit von dem verstorbenen Minister von Brentano, von bet 3cn- trumspariei regiert. Er zog Johann die Äon* kordat-bestrebungen beS Zentrum» in den Kreis feiner Betrachtung, wie- auf bie diplomatischen Vertretungen des Papstes in Deutschland hin und erkürte. In der KonkordatSfrage sei unter evangelischen Gesicht-Punkten keine ber Waber bestehenden Parteien zuverlässig. In eircr Regierung, in der das Zentrum sitze, spiele biefe» die erste Geige und alle andern müßten nach seiner Pfeife tanzen. Wenn da- evangelische Tolk all da» betrachte und fich recht überlegen bann werde es verstehen, daß bie Evangelische Dolk-gemelnschaft den Ruf erfchallen lassen Evangelische wacht auf!, baß fle ben Anfang gemacht habe zur politischen Sammlung der Svang'lischen Deutschland». Die Evangelische Dolk-gemeinschaft bringe nicht etwa einen neuen Kulturkampf, in Wirtlichkeit feien wir schon mitten drin In diesem Kulturkampf, und zwar nur durch die Schuld des Zentrum-. Rom stehe nicht mehr vor ben Lo en, sondern bereit- mitten drin in Deutschland, wir befänden un» mitten in ein r Gegenresormation. Die Evangelische Partei gebe — da alle anderen Parteien versagten — be-halb an alle Evangelischen in Deutschland die Parole au»: Rettet das evangelische Deutschland, da- durh da» Zentrum dem Untergang nahegcbracht ist! Wer von ber Richtigkeit seiner Darlegungen durchbrungen sei, ber müsse am 20. Wal bie Liste der Evangelischen Dolk-gemelnschaft wählen und dadurch mit* helfen bei b r Rettung des evangelischen Deutschland-. (Beifall.) In der anschließenden kurzen AuZsprache nahmen ein sozialistischer unb ein kommunistischer Redner da- Wort, denen der Referent im Schlußwerl antwortete. Die Reichspartei des deustchen Mtte!ftandeS(WirffchastSpattei) hielt am Mittwochabend im Saale de» Cof6 Leib eineDähleroerlammlung ab. Kaufmann Schmidt gab nach kurzen Begrütz "nasworten dem General» .Lösch alle Lichter au» unb beweg dich nicht von der Stelle, bis ich wieder hier bin”, schärfte er Tommy ein. Es war Iura vor ein Uhr und stockfinstere Nacht. Cody tastete sich an der Mauer entlang, bis er die Pforte erreicht hatte, bann bog er vorsichtig unb zaghaft in bie Allee ein, seinen Weg mit ben Händen fuhlcnb. (Einmal hing sein Fuß über einem un- heimlichen Loch, aber sein Insiinkt warnte ihn rechtzeitig vor bem Abgrund. Er schleuberte sich zu- rück unb spürte bann vorsichtig ber Deffnung nach. E» war ein Grab, bas unter ber Hecke ausae- schaufett war. Die Zähne schlugen ihm bei bieser Entdeckung wie im Frost zusammen. Er atmete auf, als er bas Haus erreicht hatte Er klopfte je- boch nicht an ber Tür, sondern suchte bie Hinter- front auf unb pochte breimal an ein bunkles Fenster. Dann kehrte er wieder zum Eingang zurück. Er fanb bie Tür offen unb Staletti warienb auf ber Schwelle. „Ah. Sie sind cs. Sie kommen reichlich spät, mein Bester. Unb damit Sie es gleich wissen — das Schicksal war gegen uns!" „(Er ist entkommen?" fragte Toby, unb feine Stimme flackerte vor Furcht. Doktor Staletti zuckte bie Achseln unb strich sich bedächtig den langen Bari. „Kismet," sagte er gleichmütig, „wäre es nach meinen Wünschen gegangen, so läge er jetzt in einem tiefen kühlen Bett, aus dem er nicht mehr aufgeftanben wäre. Sofort nach Ihrem tslephoni- schen Anruf habe ich bie Lampen auf bie Straße gestellt unb eigenhändig seinen Benzintank geleert Dann eilte ich ins Haus zurück unb empfing ihn bort. al» er kam. Es war ohänomenal. Aber bie Kette hatte ein schwaches Glieb unb fo konnte er sie zerbrechen!" Eodys Blicke schweiften unruhig burch bie Holle. Kleine Schweißtropfen ber Angst ftanben auf feiner Stirn. „Was wird jetzt geschehen?" fragte er flüsternd. Staletti blickte verächtlich. „Ber Dia. was soll geschehen? Die hohe Herman- bab wirb sich einftellen unb eine Haussuchung ab- halten. Was wirb sie finden? Ein paar Ratten, die einen gesetzlichen Tod in Ehren gestorben finbl- ,4)aben Sie ...?" stammelte Cody, mit den Blicken bie Frage beendend. .La. ich habe ihm jemand auf die Fährte gesetzt, aber ber Iemanb hat sich benommen wie ein blöder Idiot. Man kann eben die Muskeln nur auf Kosten ber Gchirnsubftanz entwickeln. Aber was stehen wir hier im Zug! Wollen Sie nicht eintreten, Bester?" Er führte Coby in fein Arbeitszimmer. Der Schreibtisch war zum Teil abgeräumt unb statt besten mit schmierigen Spielkarten bebeckt. Staletti hotte gerabe eine Patience gelegt, als bas Pochen ihn aufschreckte. „Unb nun sagen Sie mir bitte, wer ist bieser hossnungsvolle junge Mann, ben Sie so sehr zu fürchten scheinen? Er war übrigens schon einmal hier. Er kam eines Buches wegen, das ich mir au» ber Bibliothek geliehen hatte. Es war an dem Tag, an bem mich Ihr Chauffeur zum ersten Mal auf- suchte." Toby nickte. Sein Gesicht war bleich unb abgespannt. Die Lippen trocken unb aufgespnmgen. Er befeuchtete sie von Zeit zu Zeit mit der Zunge. „Er ist brr Detektiv, ben Havelock runb um bie Wett geschickt hat. um Selforb zu suchen", erwiderte er leise, unb Staletti» Augenbrauen schossen sofort in bie Höbe. „Nein, sagen Sie mal — bas ist ja phänomenal! Havelocks JDetettlo?- Er liefe ein krächzenbes Lachen ertönen, bas im Schwächerwerben dem Knistern eines Pergament» glich. „(Ein ausgezeichneter Witz! Das Leben ist doch ber beste Spaßmacher! Erlauben Sie, bafe ich noch einmal lache!" Toby rückte unruhig auf feinem Stuhl. Staletti» Heiterkeit war fürchterlicher als fein Zorn. „Dieser Havelock — bieser Havelock", krächzte Staletti. „Das für ein geraber, schlichter, ehrenwerter Monn. Aber faaen Sie, fanb unser Freunb, der Detektiv, seine Lorbschast? Nein? Wie schade' Er hätte sich Siebenmeilenstiefel anziehen müfsen!" Er warf sich auf einen Stuhl unb trommelte mit feinen schmierigen Fingern ein neapolitanisches Lied auf bie Tischplatte. (Fortsetzung folgt) sekretar des Bundes deutscher kaufmännischer Ge- f noienjchaften Leufen IBerlin) dos Wort. Mit großem Bedauern sprach dieser zunächst von der Lau- 1 heil und Jnteresselosigleik des Mittelstandes und 1 von seiner ungenügenden Organisation. Sodann ging er zu seinem Thema „Notprogramm Dee gewervlichen und kaufmännischen Mit 1 elftond « s" über, do» er in zweistündiger Rede behandelt«. Die Umsatz- und Gewerbesteuern seien ins Riesenhafte gestiegen. Die schwere Äon- kurrenz mache daneben dem Mittelstand das Leben schwer, besonders sei es auch die öffentlich« Hand. Die Stadt Berlin B. habe ein Beschaffungsamt für Kleidung, Möbel usw., da» sei unerhört, zumal Berlin die Kleinbetrieb« ohnehin durch schwer« Steuern schröpfe. Ferner fände man zahlreiche amtlich« Druckereien, die twn Privatdruckereien schwer zu schäften machten. Die städtischen Elektrizitätswerke Härten Verkaufsstellen und dergleichen mehr, Krupp und andere Industriewerke hätten ihre Merkkonslimoerein«. Die Einkreisung des Mittel- standes in England Hobe im vorigen Jahrhundert zu dessen Untergang geführt. Der Mittelstand in . Deutschland müsse sich rechtzeitig organisieren, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden. Die Waren- Häuser, di, Einheitspreisläden, die Konsumvereine bedrohten die Eristenz. Die bürgerlichen Parteien hätten den Mitteistand kaum In Schutz genommen. Die Ueberlastung der Steuern müsse zum Unter- gang des Mittelstandes führen. Heute ergeh« der Ruf': Gründen wir eine starke Organisation, damit wir Mjtflcorbnele in den Reichstag bringen, dann werden wir Schutzgesetze erhalten. Don sieben Millionen Angehörigen des Mittelstandes seien nur eine Million organisiert. Fünfzig Prozent der Reichstogsabgeordneten stünden im Beamtenver- bältnis, die Zahl der Kaufleute und Handwerker sei im Reichstag minimal. Der Mittelstand müsse sich di« Arbeits- und Opferfreudigkeit^des Arbeiter- standes zum Dorbild nehmen, durch Aufklärung», arbeit müßten die sechs Millionen abseitsstehender Mittelständler aufgerüttelt werden. Die Bauern hätten durch ihre verhältnismäßig junge Organisation viel erreicht: durch das Notvrogramm kämen Millionen in die Landwirtschaft. Auch der Mittelstand müsse die (tzesetzaebung anrufen, der Reichs- tag müsse eingreifen. Konz entschieden wandte sich der Redner g'gen die Bezeichnung Splitterpartei und forderte zum Schluß auf, am 2" Mai nur Kandidaten der Wirtschaft partei zu wählen. Da sich niemand zur Aussprache meldete, so ergänzte der Vorsitzende die Ausführungen des Redners noch kurz und kam auf die Ereignisse bei der letzten hessisel*en Landtagsmahl zu sprechen, bei der i auch hie Wirtschaftspartei ausgeschlossen wurde. ! Den jetzigen Landtag sieht es nicht als rechts- gtltig an. Wirtschaft. Das beschlagnahmte deutsche Eigentum in Amerika. Wit dem Havagdampser „Deutschland" kehrte Rechtsanwalt Dr Kiesselbach nach Deutschland zurück, dem es in dreijähriger mühevoller Arbeit gelungen ist, die Freigabeange- legenheit in Amerika zum Abschluß zu bringen. Rur ein verschwindend kleiner Rest von Entschädigungsansprüchen harrt noch der Erledigung. Obwohl die Angelegenheit nunmehr geseh- lich gcr g.'lt ist, warnte Dr. Kiesselbach doch eindringlich vor einem übertriebenen Optimismus hinsichtlich deS Term in es der er st en Auszahlungen. Aach seiner Auslassung wird noch mindestens ein * Iahr darüber hingehen, da noch außerordentlich -.viele Einzelschwi r gleiten zu überwinden sind. * Dr. Kiesselbach erinnerte in diesem Zusammen- - Hang an die sehr schwierigen Arbeiten, die etwa noch mit der Abschätzung des beschlagnahmten deutschen Echisfsbesitzcs zu erledigen sind. Auch an eine bevorzugte Abwicklung der kleineren Ansprüche sei nicht zu denken, fontcr i die Erledigung aller Ansprüche erfolge der Reihe nach. Auslandanleihe des Sparkassen' und Giroverbandes. Die Beratungsstelle für Auslandkredite beim Reichrsinanzministerium hat die Ausnahme der ersten Tranche der Auslandanleihe des Deutschen Sparkassen- und Giro- verbandeS im Betrage von 17 500 000 Dollar endgültig befürwortet. Vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung der Anleihe seitens der Preußischen Staatsreqicrung, die nach den gepflogenen Verhandlungen mit Sicherheit zu erwarten ist. hat der Datsche Sparkassen- und Giroverband den Verlaus der Anleihe mit den in Berlin anwesenden Vertretern des Bankhauses Harris Fordes & Co. abgeschlossen. Die Anleihe ist mit 6 Prozent verzinslich und wird bU zum Jahre 1947 mit 2.96 Prozent zuzüglich ersparter Zinsen zum Nennwert planmäßig getilgt. Die planmäßige Tilgung soll nur durch Auslosung erfolnen. Dem Verband ist das Recht Vorbehalten, die Anleihe nach Ablauf von fünf Jahren verstärkt oder im ganzen zur Rückzahlung zu kündigen. Die Rückzahlung der gekündigten Beträge erfolgt vom 5. bis zum 10. Jahre zu 102 Prozent und vom zehnten 3cf;re ab zum Rennwert. Das Bankhaus hat die Anleihe zum Kurse von 91.5 Prozent zuzüglich Stückzinsen übernommen und wird die Anleihe voraussichtlich bereUs am 21. b. TR. in Aeuhork zur Zeichnung auslegen. • AuS bet Elektrizitätstndustrte. Unter dem Damen „2für Deut'che Elek- tvizilätswirlfchaft" wurde von der SLeltrswerie- A.-G.. der Preußi chen Eleklrizitäts-A.-G. und der Bayernwerk-A.-G. eine Gesellschaft gegrün- xöct, deren Zweck es lein soll, die Zusammenarbeit zwischen den Gesellschaften durch Lösung gemeinschaftlicher Au^g ben zu fördern. Der Beitritt weiterer Cnerglever orgungsgeb.etr zu de. Gesellschaft ist offeng.'halten. Wünsche nach dteser Richtung hin liegen bereits vor. Zum Ausgleich elektrischer Arbeit sollen die erforderlichen Aw- lagen geschaffen werden. Die an dem Leistungsund Vert^ilungs'hstem belei igtrn ilnlernet)mutigen sollen nach Möglichkeit einander angepaßt werden. • Wayß & Frehkag A. - G.. Frankfurt a. M. In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen. der am 25. d. M. stattenden den De- neral-Ver'ammlung. wie bereits gemeldet wiederum die Verteilung einer lOproz. Dividende auf das erhöhte Akt-ientapital (12 Mill. Wk.) vorzuschlagen. Der Ausfichtsrat nahm mit Befriedigung davon Kenntnis, baß der derzeitige Auf-tragsbrstand den des Vorjahres um mehr als ein Drittel übersteigt. Weiter wurde die Einführung des gesamten Aktirnlavitals an der Berliner Börse beschlossen. Außerdem w.rd die Zulassung zum Lerminhandel beantragt. »VereinfürchemijcheJndustrie 21.=®., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung er» lediate die Regularien und setzte die Dividende aus 7 Proz. fest. Ferner wurde die Herabsetzung des Stimmrechte der Borzugsalcien vom Zwanzigjachen auf das Zwölffache beschlossen Dom Vorstand wurde mitgeteilt, daß in dem Jahresergebni» 1927 Zuflüsse aus dem Geschäft der aktivierten Stöhle nicht enthalten seien. 2m neuen Jahr habe sich das Geschäft weiterhin befriedigend entwickelt: unter dem üblichen Vorbehalt sei wieder ein günstiges Ergebnis zu erwarten. Es wurde von der Verwaltung nochmals erklärt, daß zwischen ihr und der R. D. Allgemsene Norit Mij. keinerlei Verhandlungen geführt worden seien, da sich die Rechts- streitigleiten mit dieser Firma weiterhin im Austrage befänden. • Köln-Neu essener B e r a w e r k s v e r - ein - A.-G., E s s e n - A l 1 e n e ss e n. An der Berliner Börse sind 16 Millionen Mark neue Stammaktien des Köln - Neuessener Bergwerksoer- eins, Essen, mit halber Dioidendenberechtigung für 1927,28 zugelasfen worden. Die Anlagen der Gesellschaft seien A. Z. voll beschäftigt. Bei den stark gebnieften Preisen und dem unzureichenden Jn- iandgeschäst sei mit einer angemessenen Rente im Kohlenbergbau für das lausende Jahr nicht zu rechnen. Wohl ober fei anzunehmen, daß die Verbindung mit dem Eisen- und Stahlwerk Hoesch es ermöglichen werde, ein den allgemeinen Verhältnissen entsprechendes Gewinnergebnis vorzulegen. * Eisen - und Stahlwerk Hoesch A. - G. in Dortmund. An der Berliner Börse sind 16 Millionen Mark neue Stammaktien des Eisen- unb Stahlwerks Hoesch A.-G. in Dortmund mit halber Dividendenberechtigung für 1927'28 neu zugelassen worden. Das gegenwärtige Geschäftsjahr war in seinem bisherigen Verlauf zufriedenstellend. Die noch vorliegenden Aufträge sichern den betrieben für die nächsten Monate volle Beschäftigung. * Deutsche Reichsbahngesellschaft. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn- gesellschaft tagte vorn 14. bis 16. Mai in Berlin. Der Geschäftsoericht und die Bilanz für das Geschäftsjahr 1927 wurden genehmigt. Die Ausfchüt- tung einer 7prozentigen Dividende auf die ausge- gebenen Vorzugsaktien Serie I/IV wurde defchlos- sen. Alsdann wurde die Tagung unterbrochen. Sie soll fortgesetzt werden, sobald die Antwort der Reichsregierung auf den Tariferhähungsantrag vorliegt. • Neue Kvrozentiae Maadeburaer Stadtanleine von 1 9 28. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Ein unter Führung der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) stehendes Bankkonsortium legt in der Zeit vom 18. bis einschließlich 24. Mai 6 Mill. Mk 4proz. Magdeburger Stadtanleihe auf Feingoldbasis zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Tilgung der An- Ic.he e.folgt in längstens 21 Jahren. Bit oer- stärkte I.gung und Gesamttündigung sind frühestens zum I.Jult 1933 zulässig. Der Zeichnungs- kurs betragt 91i Proz. Die Bezahlung der Stucke hat am 31. Mai zu erfolgen. • Zellstoffavrik WaIdhof L - G.. Mannheim. Nachdem die Abschkußziffern oer- öftcntlicht sind, liegt nunmehr der Bericht für das Gejchästsjabr 1927 vor. Es war möglich, die Er- zeugnise sämtlicher Werke abzusetzen. Die Werke waren doü beschäftigt. Das neue Werk in Kelheim, das eine Kapazität von 80 Tonnen Zellstoff pro Tag ha:, arbeitet erst feit kurzem. Obwohl die Äon- kurrenz am Weltmarkt sehr stark war, konnte das Ergebnis verbessert werden, vor allem durch den Jnlande.bjctz. Das Mannheimer Derk vergrößerte durch Umbau sc.ne Produktion. Aus dem Reingewinn von 3 733 077 Mark werden bekanntlich auf die Stammaktien 12 o.H. Dividend« verteilt, aus die Vorzugsaktien 7 bzw. 6 v. H. und auf bie Genußrechte 6 o. H. Zum Dortrag verbleiben 330 977 Mark. • C. H. Knorr A.-G., Heilbronn. Der Aufsichtsrat beschloß, wie im Vorjahr die Verteilung einer Dividende von 10 o. H. oorzufchlagen. • Maschinenfabrik Eßlingen. Die Bilanz der Maschinenfabrik Eßlingen schließt einschließlich des VortragS vom Voriahre von 255 433 Mark mit einem Gewinn von 297 473 Mark ab, der nach drm Antrag des AussichtS- ralZ auf neue Rechnung borge tragen werden soll. Rach dem Geschäftsbericht war der Au trags- eingang wesentlich Häher als im Vorjahre, doch hat sich d.e Abwicklung der Aufträge zu einem nicht unbeträchtlichen Teil in das neue Geschäftsjahr hincingezozcn. Trotz des aesteigerten 11m- satzes war das finanzielle Ergebnis durch größtenteils unzureichende Preise und verhältnis- mäßig hohe Löhne stark beeinträchtigt. In den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres ist ein Rückgang im Auftragseingang eingetreten, doch bietet der aas dem Vorjahr übernommene Auftragsbestand die Gewähr, daß die Werk- Ratten im Durchschnitt noch für mehrere Monate im gegenwärtigen Umfang weiter beschä tigt werden können. • Der Diskontsatz der „Federal Re- seroe Bank" aus 4$ o. H. erhöht. Die „Federal Reserve Bank" erhöhte ihren Diskontsatz von 4 auf 4i o. H. Aranksurtcr Börse. Frankfurt, 13. Mai. Tendenz: Fester. — Trotz ter Erhöhung des Diskontsatzes der Federal Refervebanl in Neuyorl, eröffnete die heutige Börse in sesterer Haltung, nachdem noch vorbörslich große Unsicherheit geherrscht hatte. Die Anregung ging wieder von der regeren Nachfrage nach verschiedenen Spezial- werten aus, die offenbar in erster Linie vom Ausland gekauft wurden. Dos Geschäft war jedoch im allgemeinen nicht sehr umfangreich. Der Wirtschaftsbericht der Discontogesellschast wurde überwiegend günstig ausgenommen, ferner verwies man auf die Besserung im Befinden des Reichsaußenministers und auf die weitere spürbare Entlastung des Arbeitsmarktes. Bei den ersten Notierungen waren überwiegend cin- biS zweiprozentige Kursbesserungen zu verzeichnen. Spezialwerte konnten starker anziehen. So bestand am Chemiemarkt f ü r I. - G. - Farben mit plus 3 Proz. lebhafteres Interesse. Außerordentlich gefragt waren aber vor allem Scheideanstalt, die schließlich 6.5 Prozent gewannen. Am Elektromarkt wurden Slernens mit pluS 4 Prozent bevorzugt. AEG. gewannen 1,25, Bergmann 1 Prozent stärker verlangt. 5en;er Zellstoff Waldhof auf die Ausführungen im Geschäftsbericht plus 4,25 Prozent stärker verlangt. Arn Banken markt waren Reichsbank aus neue Auslandläufe mit plus 12 Prozent stark erhöht. Am Montanmarkt eröffneten Harpener 2 Prozent, Rhein. Braunkohlen 3 Prozent höher. Ilse Bergbau und Gelsenkirchen waren dagegen etwas gedrückt. Wayß & Freytag setzten ihre Kurssteigerung mit 2,5 Prozent fort. Ausländische Ren - t e n lagen still. Türken etwas schwächer. Im weiteren Verlauf wurde daS Geschält zunächst sehr still, später setzte wieder, hauptsächlich für Spezialwerte, lebhafte Rachfrage ein. Im Vordergrund standen Siemens, die erneut 4,5 Prozent an zogen. Der Geldmarkt war angespannt. TageSgeld 7 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dollar 4 1796, gegen Pfund 20,401, London-Kabel 4,8805, Paris 124,02. Mailand 92,65, Madrid 29,15. Holland 12,1025. Berliner Börse Berlin, 18. Mai. Di« etwas überraschend gekommene Diskonterhöhung in Neunork hatte den an und für sich heute sehr ruhigen vormittag: verkehr noch unsicherer gemacht. Dai Geschäft kam nach der Fc.ertagsunterbrechung erst zögernd in Gang. Das Angebot hielt sich aber in engen Grenzen, und die Spekulation nahm eine abwartende Haltung an, da die Auswirkungen der erhöhten Rate an der Reuyorker Börse noch nicht zu übersehen waren. Zu Beginn der Börse war die Stimmung aber, entgegen den Vermutungei» des Dormittaasverkehrs, entschieden zuversichtlicher, zumal da» Ausland für Spezialpapiere neues Kaufinteresse zeigte. Auch seien die Großbanken augenblicklich sehr günstig eingestellt, was auch durch den Monatsbericht dec Disconw- gefellfchaft. der gestern zur Veröffentlichung gelangte. zum Ausdruck kam. Auch die Besserung in dem Befinden Dr. Strcfemanns trug zu einer Befestigung bei. die gegen den vormittagsoer- kehr bei Spezialwerten 5 v. H. und darüber betrug. Aber auch gegenüber der letzten offiziellen Schlußnotierung waren Besserungen bis ;u 5 v. H. in der Mehrzahl. Spezial wert«, wie Zellstoff Waldhof- Siemens und Reichsbank waren besonders verlangt. Man spricht wieder von Käufen dc» Auslandes am Elektromarkt und in Reichsbank. Bei Wo Id Hof regte aufdiainenb ein Artikel über ein angeblich neues Verfahren in der Kunstwollefabrikation an. Für earotti ftimmulierte die Kapilalerhöhung. Dessauer Gas waren lebhafter. wobei man dieselben fireife als Käufer beobachten wollte, wie in den letzten Tagen bei den schlesifchen ö.-Gas. Dagegen lagen Auslands- wert«, wie Chadeaktien und Soenska. gedrückt. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer eher schwach. Ungarische Goldrente etwa 0.75 v. H. fester. Pfandbriefe unverändert. Geld ohne große Veränderungen wieder eher fester Tägliches Gelb 5.5 bis 7,5 v. H. Monatsgekd 7,5 bis 8L v. H. Warenwechsel 6,88 v. H. und darüber. Rach den ersten Kursen zeitweise etwas ruhiger, später trat, von Spezialwerten ausgehend, wieder eine stärkere Belebung ein. Daimler 5 o. H. höher. Sarotti bis 8 o. H. erhöht. Feldmühle plus 5 o. H. Auch Daimler weiter steigend. iyranfrurtrr (tctrcitcbörfc. Frankfurt a. M.. 18. Mai. Am heutigen Produktenmarkt kam überhaupt kein Geschäft zustande. Die Stimmung ist äußerst lustlos unb flau. Die Preise waren ausschließlich Weizen- und Aoggenmehl (minus 0,50 Marl) unb Dei- zenkleie (minuS 0.25 Mark) unverändert notiert Es wurden notiert: Weizen 26.50; Roggen 28.50; Hafer, inländischer 27.75—28 25; Mals (gelb) für Futterzwecke 24 75—25; MaiS (gelb) für ander« Zwecke 24.75—25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38—39.25; Roggenmehl 39.50—40; Weizenkleie 15.25; Roggenkleie 17.50—17.75. Tendenz: flau. Berliner Produktenbörse Berlin, 16. Mai. Trotz der anhaltenden Leblosigkeit des Mehlmarktes konnte sich heute infolge des Mangels an Andienungen und auf Grund der festeren Auslandmeldungen di« Festigung durchsetzen. Die (Jifofferten für Weizen und Roggen lauteten höher, der kanadische Farmerpool war für Weizen auch heute wieder nicht als Abgeber am Markte. Da» inländische Angebot von Weizen war heute nicht fo reichlich wie in den letzten Tagen, die Forderungen sind um etwa 2 Mark erhöht Bei Roagen fehlt Angebot von Daggonware fast gänzlich, worunter in erster Linie die Provinzmühlen zu leiden haben. Kahnwore wird vereinzelt von der Warthe und au» Mecklenburg angeboten, die geforderten Preise sind jedoch gegenüber Auslandrogaen au hoch Am Liefe- rungsmarft stellten sich die Preise für Weizen und Roggen um 1 bis 2,50 Mark höher. Weizen- unb Roggenmehle sind zu unveränderten Preisen offeriert, eine Besserung de» Geschäftes war auch heute nicht ,ui verzeichnen. Am Hafermarkt zeigt sich vereinzelt Nachfrage; die hohen Forderungen taffen weiter nur wenige Umsätze Zustandekommen. Gerste ruhig Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 263 bis 266, Mai 277 bis 278 (Geld), Juli 288,50, September 272 (fester); Roggen, märkischer, 286 bis 288. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Zahnärztetagung In Dresden. Die wissenschaftlich« Tagung der Zahnärzte Deutschlands begann am Dienstag in Dresden ihre erste Sitzung mit Vorträgen der Deutschen Gesellschaft für Aabnärztliche Orthopädie. Dr. Schwarz (Wien) svracy über das Thema .Wie verhütet der Praktiker Bißanomalien?" Privatdozent Dr. Paul W. Simon (Berlin) sprach über .Diagnose und Behandlung des tiefen Bisses". Privatdozent Dr Wannenmacher (Tübingen) sprach über »Die Folgen des tiefen VisseS". Dr. Schwarz (Wien) berichtete sodann über .Deckbiß und KaumechaniSmus". Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse It4.ll n ei Die hinter den Papieren Angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Rei.-hsbankdiSlont 7 Prozent, Lombarbzinsfuß 8 Prozent Devisenmarkt Berlin-5 ran Nun -Uul — — — — 341 345 34!.5 »45 fbarlottfnburoer Wasser . 7 * — 132.65 132.5 4*/, Ccfteretdnfcbe (Solbrte <_2u j Ctfttrr ich EUderne _ — — — Tran radlo..... . 8 Lahmever ck Co. ...... .9 - 162 essauer <3o$ . . . . Daimler Moloren. . . . . k . 0 — 114,75 212 13 114.75 111.35 114.6 i .<5 «a/ Iur( JoUanleibe v I9U iS Q.75 153.65 Linke Co’mcnn . . . . 0 • — — ■ 1-' Türl Bofldabbadn-Lnl e rit । 18.5 276 775 270 5 <71.5 Leonhard IitB. . . . . Bamaa- coi tn..... . f — — .'98.5 <98.5 —• Clödn-rroerte ....... .5 — — 126 15 5 . 0 13.5 * 25 — 4°/ deSflt Serie II 12.8 —- 12.75 12.6 Röln Neuellen ... s1, — * 152 151.75 Frankl T? ftfiinen . . . irriyner . . . . . 0 81.75 82 4». Rumänen convert Rte * — annesmaun . .f. V» 9 < 156 156.75 156.5 156 . 1 183 — 135 — V'j*Rumänen »olbanL von 1613 8Ua reuuchc ittlenbobn 41/, Hambura-?lu>erita Palet. 6 Z-.iinb 2nbam Damp sch 3 vonla Damvsichiii < y.orb&eutlrtjer dlovd 6 ftllQ Deutsche ttrebüanft- w Barm t Bankvercin •< Brrlmet HandeismZellsch. U ssommeri- unv pnoat-Bk. n Term ft u Nailoual.-ank IX 74.4 ManS Uder..... 7 12! 181,4 • reDltaenRacM...... . 0 17.5 — * * — 24 O bersch les Ellend vedark 0 CberfAlel Rof»werfe o jiböuir Bera^au l ', g 3 Fide-nllche Braunkohlen tO — 110.5 1111.25 Zunabans ■ . • • •. Schwerte ...... M'-afl ...... . f . IC _ vo *63 163.« 161 216.5 217.25 tbO. 13 HZ.5 .49.; <76 ««6.25 >691.4 216 (16 159.2-5 142.75 149 .11 IM.15 • 77.6 98.5 'OS 96 7~ iüO 168.25 161.5 99,Xi >02.5 167.25 101,5 99 75 3ÜJ 167 1» HZ.5 150.6 120 160 152 161 159.75 ,58 109 _ 108 5 141.25 Bereinigte Stadlw. f. % 8 3 OtODl vJilnin ■ • 1 lh <*alt Äfttterfllebti 10 Roll ‘Oeitereqein 10 tnfhwrf tzoUdellnrrh ir 102 10S 101.75 102 Äebr Roeder ..... . ir — — 149,4 IM .'76.9 l«.5 377.5 04.5 186 197.5 327 1 68.» | • [ .-5.7ö tbi 197.5 3« 5 51 9 165 14 t 416 Fotai A Horllner . » . • Südd -wkr...... . 6 . 0 B«r 190.5 151.75 tnolra 162.» 187 164.25 187 Deutsche Bank DtStonto ^eiellkchokt Bnt lO iM.i ?76.5 I 179 5 <77 4 1 <2.74 i 5715 133 164.13 164 '64 161 3 '1 »rar en 3nb»fntt 1( ferint. 16 ’Vni 1 »elb Briet Dresdner Bant lo 163 tM.Tö »64.5 ‘64,75 Scheid ai "all ......ft m3 5 20/ 76 flm.Tflanlitte 'Rote» . . i.lL 17» ni.'iitclbtuiidjc lirtbubaitl 9 142.5 <16 <12.5 ■ aldichmibt .... k> , fi't u 102.76 M. tVlgllche 'Roten . . . . M 185 5e 125 Metallbank ......8 144 1<77,78 SRutaerutverfe ....... L ’ . .1 97.5 97.65 , 97.5 Tanllche ’Jiotrn . . . . Ensillche Koten ..... I 111.70 112,17 ReichSbank......1 .'61 I ."TI ■^•tnOetfeH chakr.....in IST I W» 5 * »et 4) 434 16 Kai 18 Mat tzmtitche i-eld Äon nma One Amtliche Rone tun; nelB tlner 168,45 I6O.79 168.36 164,70 «tg.-n. 3tre# 1'8» ZIS 1.69 1.761 1.7« Bell. Inrw 5*. 355 W.U Ä.M Ldrllnania 111.60 112.02 111,79 II!.01 eoynfcoo'n 114.M» 112.22 llt.UJ 112.24 etcKftolm Ile.im 112.22 m. v» 10,51 112.21 Helnnfltor» 10,5.8 10.521 10.51 Ztoiteu. - 11,94 Ci. Ui 41.905 <2.0.5 öonkO» -U.379 <0.119 -•0,378 20,411 *e»T)OT< . . 4.1740 4.1620 • .176 4.I83 ‘Bert« ... 16.43 10.47 16.43 10..7 «bmei4 . . 41.46 6».»5 ■M.6Z »6,465 80.025 ko-, t-n . 7u LH t-V.9," 70.11 1.95'1 1.954 1.966 i.50<4 1.994 *ie de Cian tBitn in I - U.6KU 0.504#- 0.54/48 Ctft abaen -6.76 »8.*7 *6.78 »6.M Braa 12.371 12.291 12.374 12.394 Bel rav 7.347 7.36' 7.-67 Buvape» . 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Hd ohne grob 5 it^W« ®.’» b "JM bitn trat, ”H,r» ,7 M». carolii bis 5 5 °-§ Dich dann. trci-cbürse. ■ Dai. 2m btutiafli W Wn l^chü'l A lulilvi unb uktenbörsc. der anhaltendm C* onnte sich heute infolge len unb auf Stund btr ne Festigung burchsetzen. unb Koggen lauitun irpool war für Leizen bgeber am Wlarttt. Da» ijen wat heute nicht |e lagen, btt Forderungen t. 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Warum steigt meine Kundenzahl von Jahr zu Jahr? Well Ich In allen Waren nur die besten Qualitäten zu den möglichst niedrigen Preisen liefere. Warum kann Ich meine Qualitätswaren so preiswert liefern? Durch gemeinsamen Einkauf im Anschluß an einen der größten Text 11-Konzerne Europas mit Millionen-ümsätzen und mit groflange- legter Eigenfabrikation und GroBeinkaut vieler Rohstoffe in den Ursprungsländern gelangen alle Waren unmittelbar von der Erzeugung zum Verbraucher und alle Vorteile, welche ich dadurch erreiche, gehören meinen Kunden. Ich veranstalte keine sogenannten Ultimolage, Werbetage, Volkswohlfahrtswochen oder sonstige Wohltätigkeitsveranstaltungen, billige Tage usw., sondern ich verkaufe das ganze Jahr über zu den jeweils denkbar niedrigsten Preisen. Ich mache keine Geschenke, die der Kunde ja doch mit bezahlen muh - der Kunde, welcher Preis und Qualität vergleicht, merkt dies ja wohl immer. Ich gebe keine Rabatte oder Sonderrabatte an bestimmte Käuferschichten. dazu STANDARD MOTOR OIL Wenn idi eine Ware billiger verkaufen kann, tue ich es gleich zu dem niedrigen Preis — und warum soll ein Kunde mehr zahlen, als der andere. Tausende u. aber Tausende treuer Kunden wissen das seit langen Jahren; diejenigen, welche es noch nicht wissen, seien hiermit unterrichtet, warum Sie bei mir gute und preiswerte Qualitätswaren kaufen 80311 tert1^ • Aussteuerhaus Salomon ir Voile-Crepe usw. zur Selbst- W Ruldar Att Rliicpn e rc?der tcm* • Aussteuerhaus Salomon er 01 - r*Pe ”su —------- (Haus der Handarbeit und Ausstattung) •a • J- M -^Jg- 1 a ■ Anfertigung mo. QIC £rO»C 1*1006 •• • BesIdMefl Sie unser Spezial-Fenster! • Seltersweg si (neben Seltersweg si X Gardinen Kaufhaus vorm. 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