Nr 272 trttes Blaff 178. Jahrgang Samstag, 17. November 1928 6t|d}« iet aeBci Sonntag» *■> Vertag» Betlago Etetzenri JamtlienblätttJ ßnmai Bill» Di« Scholl» monais-Ecingsprets; 2 Reichsmark unö 20 ReichLofeaniq fBr IrOge» lohn, aid) bet 9h d» irr» scheinen einzelner Nummern Infolge HSHerei Gewalt. Fernsprechonlchlüffe: 61, M und 112 «nfchrifi Hh Droh wach' richten. Snzetyer rietze» pol|d?eiten gehört — den Gegner zur Zersplitterung seiner eigenen Seestreitträfte zwingt. Man hat behauptet, daß das vom Reich durch poln.sches Territorium getrennte O st Preußen weit besser durch Dauern- siedelungen und kulturelle Aufwendungen gegen eine poln.sche Invasion geschützt werde, und wenn schon militärische Sicherungen unerläßlich seien, dies durch Landlruppen gesch hen müsse, wobei man vergißt, daß das eine das andere nicht ausschließt, daß auch ein wirtschaftlich erstarktes Oer Panzerkreuzer wird gebaut Oer sozialdemokratische Antrag auf Einstellung des Kreuzerbaus wird vom Reichstag mit 255 gegen 203 Stimmen der Antragsteller und der Kommunisten abgelehnt. Berlin, 16. Roo. Die Beratung der Anträge zum Panzerkreuzerbau wird vor überfüllten Tribünen und sehr stark besetztem Hause fortgesetzt. Abg. Brüninghaus (O. B. p.) Während der Reichstag die Wels-Rede anhören mußte, die besser nicht gehalten worden wäre, hat die französische Kammer Herrn Poincar6 ihr Vertrauen votiert. Bei uns wird dagegen durch Anträge, die nicht zu billigen sind, ein neuer Spalt in unser Volk hineingetrieben. Wenn dadurch schwere Konflikte innerer Natur entstehen und die Stellung unserer Unterhändler bei den Reparationsverhandlungen geschwächt wird, jo fällt die volle Verantwortung auf die Antragsteller. Es wäre das Ende des parlamentarischen Systems, wenn man die Welssche These anerkennen wollte, daß der Reichstag an die Beschlüsse des vorigen Reichstags nicht gebunden sei und nun einfach das Gegenteil beschließen könne. Der sozialdemokratische Fraktionsvorfitzende Wels hat dem Wehrminister Groener aus Der Vergebung der Aufträge im Betrag von 32 Millionen einen schweren Vorwurf gemacht. Der sozialdemokratische Parteivorsitzende, Reichskanzler Müller hat diesen Vorwurf widerlegt und zurückgewiesen. Es scheinen doch große Unstimmigkeiten in der Sozialdemokratischen Partei zu bestehen. Wenn die Sozialdemokraten sich aus rein parteipolitischen (9rün- )en dem Ausbau der Marine widersetzen, bann Der- ünbigen sie sich am deutschen Volke. Wenn Pazi- ismus das Streben zur Erhaltung des Friedens »edeutet, dann ist die Volkspartei auch pazifistisch. Wir lehnen einen Pazifismus ab, der unser Volk wehrlos den Machtgelüsten schwerbewaffneter Nachbarn preisgeben will. Das eine Gute hat diese sonst so wenig erquirflidje Beratung gehabt, daß sich eine breite Front für die Erhaltung der Wehrmacht gebildet hat. Abg. Lemmer (O.) Wir Demokraten werden dem sozialdemokratischen Antrag die Zustimmung versagen. Der vorige Reichstag hat gegen unsere Opposition den Dau des Panzerkreuzers beschlossen. Dafür trägt die Mehrheit des vorigen Reichs- tags die politische Verantwortung. Am 10. August hat aber das gegenwärtige Reichskabinett einmütig d i e Inangriffnahme des Baues beschlossen, ohne daß der Reichsfinanz- minister von seinem Vetorecht Gebrauch gemacht Ostpreußen der gesicherten Verbindung mit dem Reich bedarf, und eine Verstärkung des Landheeres uns vorerst noch der Versailler Vertrag untersagt. Man hat Einwendungen technischer Ratur gemacht, hat gesagt, das neue Panzerschiff sei weder Linienschiffen, noch H-Dooten. noch Flugzeugen im Ernstfälle gewachsen. Auch diese De- denken sind sowohl von den verantwortlichen Stellen des Reich^ministeriums, als auch von politisch nach keiner Richtung hin gebundenen Marineautorttäten, wie den Admirälen ^Zenker. Behnke, Scheer u a. zerstreut. Schließlich hat man über aller Kritik den Hauptzweck der deutschen Reichsmarine fast ganz außer acht gelassen, nämlich im Kriegsfälle die Neutralität Deutschlands zu schützen und die Lebensmittel- und Rohprodukteilzufuhr, namentlich auch auj der Ostsee unbedingt sicherzustellen. Gerade diesen wichtigsten Zweck wird das neue Geschwader der vier Panzerschiffe nach der Ueberzeugung der Sachverständigen dank seiner Geschwindigkeit und seiner Bestückung in besonders hohem Maße erfüllen. Aber alle öiefe sachlichen Argumente sind längst beiseitegeschoben. Der verflossene Reichstag hatte vor seiner Auflösung die erste Daurate für das Panzerschiff A den Vorschlägen des Reichswehr- minigeriums gemäß bewilligt, auch der Reichsrat hatte zu dem Dau seine Zustimmung gegeben, allerdings mit der Einschränkung, daß die finanzielle Seite noch einmal zu überprüfen sei und die späteren Raten innerhalb des Wehretats bleiben müßten, lieber das ganze Panzerschiff wäre fein Wort mehr zu verlieren gewesen, wenn — ja wenn es nicht der Sozialdemokratie gefallen hätte, unter der ebenso zugkräftigen als demagogischen Parole „Panzerkreuzer oder Kinde rspeisungen?" ihren Wahlkampf zu führen. Aber auch der ging vorüber. Die Sozialdemokratie kehrte mit einem andert- halben Hundert Abgeordneten in den Reichstag zurück und wurde Regierungspartei. Das neue Reichskabinett, dem der sozialdemokratische Parteiführer präsidierte und drei weitere sozialdemo- kra.ijche Minister angehörten, prüfte pflichtgemäß, ob die Mittel für den Panzerkreuzerbau im Rahmen des Etats verfügbar seien. Die Frage wurde bejaht und die Reichsregierung beschoß einstimmig — also atadj mit den St immen der vier sozialdemokratischen Kabinetts- mitgiieder —, mit dem Dau zu beginnen. Darob ein Sturm der Entrüstung bei den sozialdemokratischen Massett, denen es begreiflicherweise schwer fiel, zu verstehen, daß ihre Vertrauensleute in der Regierung heute das guthießen, was ihnen selbst gestern noch im Wahlkampf als höchst verdammenswürdige militaristische Spielerei hingestettt worden war. Die Stimmung im soziaildemokrattschen Lager wurde nicht besser durch das Dolksbegeh- Deutschen Republik herumschwimmt, werde deck bescheidenen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Diese Schiffe gefährdeten die Sicherheit der Marinesoldaten in einem Maße, das nicht mehr verantwortet werden könne. (Hört, hört! rechts.) Der Redner fragt, warum man jetzt bei dem ersten Ersatzbau nicht ebenso sachlich weiterdiskutieren könne. Die Zentrumsfraktion habe sich für die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages entschieden, weil sie im Interesse des deutschen Volles eine politische Krise nicht wolle und weil ein neuer Wahlkampf für oder gegen den Panzerkreuzer eine vollkommen schiefe Parole vor dem Volke bedeuten würde. Die Zentrumspartei muß Klarheit verlangen. Sie wäre in der Lage, die politische Krise herbeizuführen, aber wir wollen das nicht. (Rufe bei den Sozialdemokraten: „Sie wollen es jetzt twch nicht!") Rein, wir wollen die Krise auch in nächster Zeit nicht, in diesem Reichstag überhaupt nicht. Weil wir viel zu tief mit dieser Republik verbunden sind und das demokratisch-parlamentarische System nicht durch immer neue Krisen erschüttern wollen. Das deutsche Volk ist der ewi- genKrisen müde. Darum sage ich auch: Mit Der Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags heute muh das Problem des Painzer- kreuzers von der polittschen Plattform verschwinden. Wir sind bei aller Friedensliebe Anhänger des Wehrgedankens und wollen gerade als soziale Republikaner auch in wohltemperierter Weife das Wehrproblem behandeln Wir tragen in der Wehrfrage den staatlichen Rotwendigtzeiten Rechnung. Dce Rede des Abg. Wels hat großeMißstimmung aus- gelöst. Wir lehnen es ab, das Wehrproblem mit 5er Erörterung sozialer Rotstände zu verbinden. GS wird Sache des Parlaments und der Regie- rvng fein, den Rotständen insbesondere im Waldenburger Gebiet noch in diesem Winter wirksam ^u begegnen. Wir fordern aber, daß das Elend m Waldenburg nicht als Anklage gegen die ganze bürgerliche Gesellschaft agitatorisch ausgenutzt wird. (Erneute Zustimmung in der Mitte.) Abg. Drewitz (Wirtschastspartei) meint, politische Schwierigkeiten, wie sie sich jetzt zeigten, würden dann nicht mehr auftreten, wenn sich die Parteien daran gewöhnen könnten, einen an ständigen Wahlkampf zu füh- hätte. Wenn nun von einer in der Regierung sitzenden Partei ein Antrag kommt, der sich praktisch gegen den Regierungsbeschluh vom 10. Aug. richtet, so kann das eine nicht unbeträchtliche Verwirrung über das Wesen des parlamentarischen Systems anrichten. Dieses viel angegriffene System ift' gesund, es mangelt nur an den Menschen, weil sie in der kurzen Zeit des deutschen Parlamentarismus noch nicht in dieses System hineingewachsen sind. Die junge Generation wendet sich nicht gegen den Parlamentarismus, sondern gegen den Zickzackkurs unseres politischen Lebens. Abg. Dr. Wirth (3 ) erinnert an die Berliner Tagung der Interparlamentarischen Union, die sich mit der Krisis des parlamentarischen Systems befaßt habe. Der gestrige Tag sei für ihn in dieser Hinsicht ein Tag bitterster Erfahrung gewesen. Mtt noch größerem Rechte könne man jetzt von der Krise des Parlamentarismus auch in Deutschland sprechen. Wir deutschen Republikaner haben die Freiheit, Ehre und Würde der deutschen Ratton gewahrt in der Zeit des polittschen Chaos. Wir haben diesen Staat durch das parlamentarische System gefestigt. Wir wollen aber die Herausarbeitung einer klaren Verantwortung in diesem System. Daran hat es gefehlt, als unter dem Rechtskabinett die Republikaner die Auhenpolittk Stresemanns verteidigen mußten gegen die Angriffe seiner Partei- und Koalittonsgenosfen. Jetzt sehen wir, daß ein Riß auch durch die heutige Regierung gept. Im Interesse der Deutschen Republik und der Demokratte ist eine Wiederholung solcher Vorgänge eine Hnmö glich- feit 3m Ramen meiner politischen Freunde babe ich zu erklären: Wir haben uns um dieses Staates willen gestern gelobt, daß bei einem zweiten Vorfall wie dem gestrigen das Mißtrauensvotum in Form eines Antrages aus der Mitte Sie ober andere überraschen wird. (Bewegung.) Wir wollen eine Bereinigung der vergifteten polittschen Atmosphäre, weil wir von ihr bte Gefahr einer schleichenden Regierungskrise befürchten. (Abg. Göbbels (RS.): „Well Sie D'^ekanzler werden wollen." .— Heiterkeit.) Der Redner zittert Stellen aus einer Etatsrede des sozialdemokratischen Abg. Hünlich, in der es heißt, was notdürftig geflickt als Stütze der ten der Kommunisten, die ein allgemeines Bauverbot für Kriegsschiffe forderten, bei ihrer Attacke aber kläglich in den Sand gefetzt wurden. Die Auseinandersetzungen bei der Sozialdemokratie gingen jedoch weiter. Schließlich glaubten die Führer, um die heillos verfahrene Situation einigermaßen wiedereinzurenken, ein übriges tun zu müssen, und brachten im Reichstag den lapidaren Antrag ein: »Der Bau des Panzerkreuzers A wird eingestellt." Unö um allem die Krone aufzusetzen, wurde für die Abstimmung auch noch Fraktionszwang beschlossen, um dem Regierungschef und den sozial- demokrattschen Ministern Gelegenheit zu geben, vor aller Welt ein Bekenntnis ihrer Gesinnungs- treue abzulegen, wenn die Bedauernswerten dadurch auch gezwungen wurden, gegen ihren eigenen, früher gefaßten Beschluß zu stimmen.^ Und das alles um der schönen Augen des Wählers willen oder, wie der „Vorwärts" so hübsch sagte, um den Massen der Partei, die beim kommunistischen Volksbegehren ein bewundernswertes Beispiel von Geschlossenheit und Disziplin gegeben hätten, als Belohnung nun auch als Gegenstück eine geschlossene Fraktion vorführen zu können. Heber die Folgen, die eine derart auf das rein Agitatorische abgestellte Politik hätte haben können, scheint man sich wenig Kopszerbrechen gemacht zu haben. Man vertraute ver- mullich — und wie es sich ja gezeigt hat auch mit Recht — auf das Verantwor.ungäbewuhtsein der bürgerlichen Parteien, die es schon nicht zum Asußersten würden kommen lassen. Sonst wäre man doch vielleicht hellhörig geworden, als der Reichswehrminister Groener erflärte, daß er mit dem Panzerschiff stehe und falle und daraus Hinweisen konnte, daß er für feine Marinepolitik die volle Hnterstühung des Herrn Reichspräsidenten finden werde, mit anderen Worten, daß der Reichspräsident nicht vor einer Reichstagsauflösung zurück- schrecken werde, um des deutschen Volkes Wehrkraft in dem ihm belassenen engen Rahmen zu erhalten und zu fördern. Aber die Sozialdemokraten glaubten an ihren guten ©‘.em und sie sollten Recht behalten. Obwoyi |ie der Geduld ihrer Koalitionsgenossen — wenn man bei der gegenwärtigen Regierung überhaupt von einer Koalition sprechen kann — durch das Vorschicken des Herrn Wels das Aeußerste zumuteten, gelang der Streich. Der ehemalige Revb.utionslommandant von Berlin begründete den Antrag seiner Partei in einer Rede, die in ihrer Maßwsigleit alles bisher Dagewesene, Philipp Scheidemanns Ritt gegen die Reichswehr einbegriffen, weit in den Schatten stellte. Mit welcher Wirkung, mag man aus der Kritik der sonst den Freunden zur Linken gegenüber so nachsichtigen »Germania" ersehen, die schreibt, die Sozialdemokratie habe eine seltene Geschicklichkeit darin, In kritischen parlamentarischen Situationen solche Redner mit der Vertretung der Fraktion zu beauftragen, denen jedes Gefühl für die Aufgabe der Sunde und jede Rücksicht auf staatspolitische Erwägungen fehle. Schon die Wahl des Abg. Wels als Redner habe gezeigt, daß es der Sozialdemokratie weniger auf eine fachliche Argumentation und eine ruhige ernste Vertretung ihres Standpunkts angekommen fei, ctts vielmehr darauf, mit den Mitteln einer geübten Demagogie die Tatsache fortzu- reden, daß sie in der Panzerkreuzerfrage eine sehr empfindliche Bloßstellung erfahren habe. Der Sozialdemokratie scheint es bei den Wels- schen Tiraden doch wohl selbst etwas bänglich geworden zu sein. Herr Breit scheid mußte am zweiten Tage der Debatte auszubügeln versuchen, was sein Genosse Wels angerichtet hatte. Im übrigen blieb es bei der Komödie. Die bürgerlichen Patteien haben der Sozialdemokratie den Gefallen, ihren Antrag niederzuftimmen, weil sie keine Krisis, sondern endlich einmal positive Arbeit wollen, getan. Auch diejenigen Abgeordneten in der Zentrumspartei und bei den Demokraten, die grundsätzliche Gegner des Panzerkreuzerbaus find, stellten ihre persönliche Ueberzeugung zurück und stimmten gegen den Antrag, um es nicht erneut zu einer Krisis kommen zu lassen. Und selbst die Deutschnationalen, denen man es als Oppositionspartei kaum hätte verübeln können, wenn sie durch die Taktik der Stimmenthaltung dem sozialdemokratischen Antrag zum Siege verholsen hätten, um damit aller Welt zu zeigen, wie sehr gerade oon seinen wärmsten Verfechtern das parlamentarische System diskreditiert wird — selbst die Deutschnationalen verzichteten auf diese selten günstige Gelegenheit. Die Schlacht ist geschlagen, der Panzerkreuzer wird gebaut und hoffentlich nehmen sich nun wenigstens alle, die es angeht, die Mahnung Wirths zu Herzen, daß das Problem des Panzerkreuzers von der politischen Plattform verschwinden muß. Die Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes sollte zu hoch stehen, als daß es einer großen Partei immer und immer wieder erlaubt sein dürfte, ihren Bedarf an Agitationsstoff darin zu decken. Die blauen Flecke, die das parlamentarische System, wie wir es in Deutschland kultiviert haben, aus dieser Bataille daoongetragen hat, werden allerdings noch lange nachleuchten, und es wird der ganzen politischen Zucht und einer gewaltigen Stärkung des Verantwortungsgefühls aller Beauftragten des Volkes bedürfen, wenn es in Zukunft nicht einmal bei einer ähnlichen Affäre zu einer regulären Staatskrisis kommen soll, an der bann niemand schuld sein will. Noch haben die Parteien es selbst in der Hand, ihrer stark mitgenommenen Deputation beim Volke wieder auf die Beine zu helfen. Neuer Konfliktstoff. Reichsunierstühung der ausgesperrien Metallarbeiter. - Differenzen im sozialpolitischen Reichstagsausschuß. ren. Der Redner begründet dann den Antrag seiner Partei, ein Marinebauprogramm auf lange Sicht hrrzustellen und bis zu seiner Vorlegung die Panzerkreuzerarbeiten ein« au ft eilen. Dieser Antrag wolle die dauernden Krisen bei solchen Fragen vermeiden und vor allem auch, daß eine Regierungspartei draußen im Land.' unverantwortliche Agitation treiben könne. Der Antrag der Wirtschastspartei wolle darüber hinaus die deutsche Wehrhaftigkeit, jedenfalls in dem beschränkten Um fange des Versailler Vertrages grundsätzlich bejahen. Gs müsse in Deutschland endlich einmal jene vom Abgeordneten Wels wieder verwendete Taktik ausbören, immer dann, wenn es sich um die Wehrhaftigkeit des Volkes handelt, mit der Rot des Volkes zu kommen. Die Herrn Wels nahestehenden Krankenkassen, gerade in Königsberg, litten jedenfalls scheinbar keine Dot. Sonst hätten sie sich nicht eben erst ein Schloß gekauft. Abg. Fehr (Deutsche Bauernpartei) gibt die Erklärung ab, seine Freunde hätten zwar im vorigen Reichstag den Panzerkreuzer abge'ehnt. Durch den Reichstags- und Aegierungsbefchluh sei aber eine neue Lage entstanden. Aus grundsätzlichen Erwägungen heraus, weil wir nicht wollen, daß bei jedem Systemwechsel die früheren Veschlüjse umgeworfen werden, stimmen wir heute gegen den sozialdemokratischen Antrag. Abg. ör. Breitscheid (ö.) wird von Rechts mit dem Ruf empfangen: „Zurück, du rettest den Freund nicht mehr!" Er wendet sich zunächst gegen den von rechts erhobenen Vorwurf i der politischen Unehrlichkeit. (Abg. Graf Westarp: „Ihre Politik ist doch unehrlich!") „Herr Graf von Westarp," so antwortet der Redner, „ein Mann, der so im Glashause sitzt, wie Sie, ein Mann mit ihrer politischen Vergangenheit, sollte mit solchen Vorwürfen vorsichtiger sein." Was zur Sache zu sagen war, hat gestern mein Parteifreund Wels gesagt. (Lachen und Zurufe.) Wir haben gar keinen Anlaß, von diesen Ausführungen irgend etwas zurückzunehmen. Wenn das Gerücht verbreitet wurde, wir wünschten selbst die Ablehnung unseres Antrages, so weise ich das mit aller Entschiedenheit zurück. Wir haben i n jedem Stadium auf die Annahme unseres Antrags gerechnet, auf alle Konsequenzen hin, auch auf solche, die wir nicht wünschen. Dem Abg. Dr. Wirth will ich nicht auf allen Wegen seiner staatsphilosophischen Auseinandersetzung folgen. Seine Frage, wer die Verantwortung trägt, ist sehr gut zu beantworten: Die Verantwortung tragt das vom Volk gewählte Parlament. Ich sehe darin keine Krisis des Parlamentarismus. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß ein neuaewählter Reichstag die Regierung durch seinen Beschluß verpflichtet, eine andere Haltung zu einer Frage einzunehmen, als die frühere Regierung und der frühere Reichstag. Wir sind Gegner jeder Aufrüstung. Wir wollen innerhalb des Versailler Vertrages alles das tun, was in An- betracht der bestehenden internationalen Zustände zur Sicherheit des Deutschen Reiches notwendig ist. (Rufe rechts: Ra also!) Aber wir binden uns nicht an die Möglichkeiten des Versailler Vertrages. Wir prüfen jede einzelne Rüstungsausgabe, ob sie tatsäch- lich für die Landesverteidigung zweckmäßig ist. Diese Prüfung hat uns zu der Ueberzeugung gebracht, daß das Panzerschiff A für d i e Landesverteidigung keinen Wert hat. Wir wollen ebensowenig wie Dr. Wirth eine Krise. Aber wir halten es fiir unsere Pflicht, durch unseren Antrag an den neuen Reichstag die Frage zu richten, ob er zu den Beschlüssen des alten steht oder ob er s i e revidieren will. Don der Antwort wird die weitere Behandlung der Dinge abhängen. Wir gehen unseren Weg und das einzige, was wir von Ihnen erwarten, ist, daß Sie unsere Ueberzeugung als ehrlich anerkennen. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Joos (Z.) teilt mit, daß einige Mitglieder des Zentrums sich bei der Abstimmung ursprünglich von der Mehrheit der Fraktion trennen wollten, daß diese sich aber der Fraktion nach der dem sozialdemokratischen Antrag gegebenen Begründung anschließen würden. (Lebhaftes Hörti Hörti bei den Sozialdemokraten.) 3n namentlicher Abstimmung wird dann der sozialdemokratische Antrag auf Einstellung des Baues des Panzerkreuzers mit 2 55 gegen 20 3 Stimmen abgelehnt bei acht Stimm- enthaltungen. Dafür haben nur die Sozialdemokraten einschließlich ihrer Minister und die Kommunisten gestimmt. Stimmenthaltung hat die Deutsche Bauernpartei geübt. Damit ist auch der d>mmunistische Antrag gefallen. Die Anträge der Wirtschaftspartei, der Demokraten und der Deutschnationalen auf Vorlegung eines MarinebauprogrammS werden dem Haus- haltsausschuß überwiesen. Der kommunistische Mißtrauensantrag gegen das Gesamtkabinett wird gegen die Stimmen der Kommunisten, Ra- tionalsozialisten und der Christlich-Rationalen Bauernpartei in einfacher Abstimmung abgelehnt. Die Einigungsverhandlungen im Eisenkonflikt. ZwarnochkeinErgebms,aberAuösichtensiir einen günstigen Verlauf der Besprechungen. Düsseldorf, 17. Rov. (WB.) Die Vorverhandlungen beim Regierungspräsidenten Bergemann haben ein abschließendes Ergebnis bisher nicht gezeitigt. Heber den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen ist festzustellen, daß die Arbeitgeber bereit sind, im Wege der Vereinbarung die bestehenden Schwierigkeiten zu beseitigen. Sie sind bereit, über d i e ersten Angebote hinaus für einzelne Gruppen Lohn erhöhun- gen zu bewilligen und auch auf dem Gebiete der Regelung der Arbeitszeit Entgegenkommen zu zeigen. Das Entgegenkommen geht jedoch nicht bis an den Schiedsspruch heran. Der Grund hierfür ist nach Angabe der Arbeitgeber lediglich in der Hntragbatleit der neuentstehen den finanziellen Belastung zu erblicken. Auch die Vertreter der Arbeitnehmer haben sich grundsätzlich zu Verhandlungen bereit- erklärt. Sie haben sich jedoch nicht entschließen können, von dem Schiedsspruch abzugehen. Sie fordern, daß der Prozeß vor den Arbeitsgerichten zu Ende geführt wird. Auch sind |le bereit, das Abkommen über die Arbeitszeit in die Verhandlungen vor den Arbeitsgerichten einzubeziehsn, obwohl die Kündigung des Arbeitszeitabkvmmens erst zum 31. Dezember 1928 ausgesprochen werden konnte. Die Arbeitnehmer verlangen aber vor Aufnahme der Arbeit endgültige ^Bereift, Berlin, 17.Koo. (prlo.-Id.) Zu dem Ergebnis der Abstimmung über den Panzerkreuzer wird in unterrichteten Kreisen betont, daß nach den Verhandlungen zwischen den hinter der Regierung stehenden Parteien nunmehr die Gewahr besteht, daß die Panzerkreuzerfrage in Zukunst für die Koalition keinen Konsliktsstosf mehr bilden wird, also auch nicht bei der parla- mentarischen Behandlung de» Etats, der die zweite Rate enthält. Run wird in einem Berliner Spätabendblatt die Gefahr angedeutet, daß die Verhandlungen im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages eine innerpolitische Lage schaffen könnten, bie oiel ernster zu nehmen wäre, als der Konflikt um den Panzerkreuzer. Me das VDZ.- Bureau dazu erfährt, befürchtet die Deutsche Volkspartei, bah die Anträge der Sozialdemokraten und des Zentrums, die heute abend dem Sozialpolitischen Ausschuß Gediegen, eine einseitige Stellungnahme im westdeutschen Eisenkonslikt herbeiführen können. Dabei handelt es sich in erster Linie um bie Frage, ob bie Rückvergütung ber von ben Gemeinden gezahlten Unterstützungen durch das Reich auch auf die gewerkschaftlichen Organisationen ausgedehnt werden soll. 3n einem solchen Beschluß würde die Deutsche Volkspartei unabsehbare Folgen auch für spätere Arbeitskämpfe sehen, wie im Reichstag verlautet, hat Reichswirtschaftsminister Dr. Lurkins den Reichskanzler bereits vor einigen Tagen davon unterrichtet, daß ein Beschluß, ber nach Auffassung ber Deutschen Volkspartei eine einseitige Stellungnahme zugunsten einer bet beiben Parteien im Ruhrkonflikt bebenten würbe, bazu führen müsse, bah bie beiden volksparteilichen Minister bie £ o n b o n , 17. Roo. (MTB. Fnnkspmch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Die formellen Antworten der fünf alliierten Regierungen auf die deutsche Reparationsdenkschrift vom 30. Oktober werden in ben nächsten Tagen abgesanbt (sind also noch nicht in Berlin eingetroffen, wie die „Voss. Ztg." gestern voreilig meldete) werden, vorher werden aber von den fünf Mächten Denkschriften an Berlin übermittelt werden, die ben bisherigen Meinungsaustausch zwischen ben alliierten Hauptstädten über ihre verschiedenen Forderungen zur Darstellung bringen. Die formellen Antworten werden ausschließlich die Zusammensetzung und die Prozedur bee neuen Reparat onsau»- schufsev betreffen. Der Aniah für biefen doppelten Schritt ist etwas verwickelt, aber beachtenswert. Deutschland hat klar und deutlich gesagt, daß c» a b l e f) n en würde, sich an den Arbeiten des Ausschusses zu beteiligen, wenn die Freiheit der Sachverständigen im voraus durch Regie r u n g s v o r s ch r i f t e n eingeschränkt werden würde. Auch würden die vereinigten Staaten, wie man weih, der Beteiligung amerikanischer Sachverständiger nicht zu st Immen, wenn die Frage der alliierten Kriegsschulden an Amerika formell erwähnt werden würde. 3n den Denkschriften wird nun von den verschiedenen alliierten Finanzministerien erklärt, dah Deutschland Zahlungen leisten müste, bieu.a. für den Bien ft ber alliierten Kriegs- schulben an A merifa ausreichen. Mürbe diese Forderung in die formellen Antworten elnge- schlossen sein, dann würde die Gefahr bestehen, bah bie amerikanische Beteiligung verhinbert werben würbe, unb Deutschland würbe ein gutes Argument haben, bie alliierten Forberungen ab- 3 u l e b n en. 3nfolgebessen können die alliierten Ansprüche nicht in die formellen Antworten ausgenommen werden. Der Korrespondent bezeichnet es als fraglich, ob Berlin diese Denkschriften stillschweigend hinnehmen werde, da sein Schweigen als Zustimmung zu ben Ansprüchen ber Alliierten ausgelegt werden könnte. wie die „Times" schreibt, wird sich die Ueber- reichung derbritischen Denkschrift an die deutsche Regierung mehrere Tage verzögern. Die französische und die belgische Denkschrift wurde durch die betreffenden Vertreter in Berlin und Brüssel übergeben. Die Mitteilung dieser Denkschrift, die barungen über Lohn und Arbeitszeit. Zwischenlösungen, die daraus hinaus- zielen, mindestens die Aufnahme der Arbeit dennoch sofort zu erreichen, konnten bisher nicht erzielt werden. Don unterrichteter Seite wird der „Kölnischen Dolksztg." mttgeteilt, daß die Besprechungen heute vormittag wieder ausgenommen werden follen. Es bestehe die Möglichkeit, dah beide Parteien nach kurzer vorheriger Einzelbesprechung unter dem Dormitz des Regierungspräsidenten Dergemann zusammen an den Verhandlungstisch geladen werden. Ob freilich eine Einigung am heutigen Tage zustande komme, stehe noch sehr dahin. Immerhin habe man Grund, die Lage o p t i m i st i - scher zu beurteilen, alS bisher. Das Gebäudesondersteuergesetz vom Finanzausschuß verabschiedet. Darmstadt, 16. Rov. (WHP.) Rach lebhafter Aussprache konnte der Finanzausschuß deS Hessischen Landtages die Beratung des Gebäude» sondersteuergesetzes abschliehen. Zu Art. 7 der Regierungsvorlage wurde mit 7 gegen 6 Stimmen ein Antrag Kaul (Soz.) abgelchnt, der weitere Vergünstigungen über die Regie nm gd* Konsequenzen ziehen. 3m Reichstag wirb angenommen, bah die verhonblungeu im Sozial- politifchen Ausschuh von bem Bemühen getragen sein werben, eine Linie zu finden, bie auch ber Deutschen Volkspartei bie Zustimmung ermöglicht unb neue Schwierigkeiten im Kabinett oetmcibeL lieber diese Bemühungen um einen Ausgleich weih bas „B. T." miizuteilen, bah eine gewisse Einigung im interfraktionellen Ausschuh erzielt worben sei. Denn auch Enbgültiges sich noch nicht sagen lasse, so scheine doch bie Anregung, das Reich möge etwa zwanzig Millionen Mark für die Ausgesperrten anfordern unb diese Summe auf bem Dege über bie Für- forgeps licht bnrch bie Gemeinden ben Rot- leibenben zur Verfügung stellen, eine Basis abju- geben, auf der man sich einigen könnte. Die Deutsche Volkspartei hielt zwar an ihrer ursprünglichen Auffassung fest, trotzdem scheint bie verslän- bigungsmöglichkeit stark gestiegen zu sein, da bas Zentrum, bie Demokraten unb Sozialdemokraten b6n oben erwähnten Vorschlag, ber vom Minister t) 11 f e r b i n g gemacht wurde, grundsätzlich zn- stimmten, allerdings vorbehaltlich ber Zustimmung bet Fraktionen unb unter ber Voraussetzung, bah kein Unterschieb zwischen organisierten unb nichtorganisierten Arbeitern gemacht werbe. Das Reichskabinett tritt heute vormittag 9 Uhr zusammen, um über bie oben erwähnten Vorschläge zu beraten. Zwischen 10 unb 11 Uhr werben bie einzelnen Fraktionen zu ber Entscheibung bes Kabinetts Stellung nehmen, unb um 11 Uhr wirb ber Sozialpolitische Ausschuh roieber zusammentreten, um seine Beratungen, benen bas Ergebnis ber vor- mittagsbesprechnngen zugrunde liegen wird, fortzusehen. Grundsätze verkörpern, welche bie interessierten Mächte als wesentlich für eine gerechte unb enbgül- tige Regelung bes Problems betrachten, ist bewirkt worden, um ben Einwenbungen zu begegnen, bie der deutsche Geschäftsträger in London am 5. Rooember, bzw. der Botschafter in Paris erhoben haben. Beide hatten erklärt, dah die deutsche Regierung gegen die Auffassung, dah sie die Grundsätze der Balfournote oder die Rede poincarö» in EhambLry angenommen habe ober durch s i e gebunden fein solle, entschieden D iderspruch erheben werden. Oer deutsche Standpunkt. Berlin, 17. Rov. (Xil.) Botschafter von Hoesch hatte ö o l nc a r 6 darauf hingewiesen, daß die deutsche Regierung die Einbeziehung der französischen Schulden in die französische Reparationsforderung a b 1 e h n e n müsse. Die gleiche Haltung wurde auch in London dargelegt. Während aber auf englischer Seite Verständnis für den grundsätzlichen Standpunkt Deutschlands bestand, ist die zweimalige Pariser Besprechung negativ verlausen. In den weiteren alliierten Verhandlungen ist der französische Standpunkt gegenüber dem englischen insofern durchgedrungen, als die nun verfolgte Methode der Äebergabe einer inoffiziellen und einer offiziellen Antwort an Deutschland auf Poincares Wunsch zurückgeht, der sich offenbar von der Absicht leiten läßt, den Widerstand Deutschlands gegen die Anerkennung der alliierten Schuldenvervslichtungen als Teil der Reparation^endregelung durch diesen juristischen Winkelzug zu brechen. Die weitere Haltung der dru schen Regierung wird von dem Inhalt der vorläufigen Antwort abhängen. Im übrigen beurteilt man in gulunterrichteten Kreisen die Aussicht für eine verhältnismäßig schnelle Einigung der Sachverständigen durchaus günstig. Abgesehen von der Schuldenfrage ist die Annahme der deutschen Vorschläge durch die alliierten Mächte so gut wie gesichert, wobei der Tagungsort eine untergeordnete Rolle spielt. Don belgischer Seite wünscht man Paris als Tagungsort, von französischer Seite wird Brüsiel vorgeschlagen. auf englischer Seite wird lediglich die negative Forderung gestellt, dah London nicht als Tagungsort gewählt werden soll, während auf deu.scher Seite weder gegen die Wahl von Paris, noch von Brüssel, noch von Berlin irgendwelche Einwände erhoben werden. Vorlage hinaus für am 31. Dezember 1918 entweder unbelastete Grundstücke oder solche, die mit nicht mehr als 30 Prozent des Friedenswertes belastet waren, verengt. Ein in gleicher Richtung gehender Antrag R i e p o t h (D. Bp.) wurde Wenfalls abgelehnt, jedoch m seinem zweiten Teile, der einige kleinere Vergünstigungen bringt, angenommen. Die Artikel 8, 10 und 11 werden unter Ablehnung einiger deutschvolks- parteiilicher Anträge mit einigen redaktionellen Aenderungen angenommen. Bei Art. 12 wurde ein Antrag We ckler (Zentr.) angenommen, der den Finanzminister ermächtigt, die Steuer zu ermäßigen oder zu erlassen, wenn die Steuerpflichtigen zusammen mit den ihrem Haushalt angehörenden Personen nicht mehr als 1300 Mk. Einkommen haben oder Sozialrentner usw. sind. Gin in gleicher Richtung laufenber Antrag Rtest o t h (D. Vst.) war damit erledigt. Die übrigen Artikel des Gesetzentwurfes werden unter Ablehnung sozialdemokratischer und volk^partei- licher Anträge, die meistens Vergünstigungen bei der gemeindlichen Gebäudeson der steuer betreffen, in bet Fassung bes Regierungsentwurfes angenommen. Mgelehnt wurde ein volksstarteilicher Antrag, in den Gemeinden des besetzten Gebiete- bie Gebäudesondcrsteuer bis auf weiteres nur in Höhe von drei Vierteln zu erheben. Der Art. 9 des Gesetzentwürfe- wird -urückgestellt. Der Um die Befugnisse der Aeparaiionskvnserenz. pomtar^S Taktik. — Gebundene Marschroute für die Sachverständigen? Verkoppelung mit der Schuldensrage. Finanzausschuß wird am kommenden Dienstag mit ber Beratung deS Stellenplanes beginnen. Zu Referenlen des Ausschufses sind Vie Mitglieder bestimmt worben, die auch bei bet Beratung bes Staatshaushaltes die betreffenden QIrtilti bearbeiteten. Deutscher Landgemeindetag. B e r l i n, 16. Noo. (WTB.) Auf bem 4. Deutschen ßanbgemeinbetag, bem u. a. Reichsnunister des Innern, S e o e r i n g , preußischer Landwirtschafts- Minister Dr. Steiger, der frühere Reichskanzler Dr. L u t h e r unb ber hessische Finanzminister Kirn- berger teilnahmen, sprach der preußische Minister des Innern, G r z e s i n s k i, über bie Auflösung ber Gutsbezirke unb teilte mit, baß In ber nächsten Zeit für bie schwierige Frage der Ausein- anbersctzuna Richtlinien herausgegeben werben, welche die Regelung unb insbesondere eine gütliche Vereinbarung zwischen ben Beteiligten erreichen sollen. Die Derwaltungsreform unb insbesondere die kommunale Verwaltungsreform hat eine besondere aktuelle Bedeutung deshalb, weil gewisse Fragen dieser Reform in Verbindung stehen mit bem großen Werk ber kommunalen Neugliederung im Westen, bas im Augenblick wohl bie wichtigste kommunale Arbeit des Ministeriums be- beute. Den ersten Dortrog hiett darauf Reichskanzler a. O. Dr. Hans Luther über Berfaffungs- und Verwaltungsreform. Die jetzige Zuständigkeitsverwirrung entfremdet den einzelnen dem Staatswesen. Ber- wallungsreform ohne Aeuentwicklung der Selbstverwaltungskräfte in S:adt und Land ist unmöglich. Rur eine starke, nicht in sich selbst, besonders nicht an der Zentralstelle, durch den inneren Wettbewerb zwischen Reich und Preußen gelähmte Reichsgewalt kann sachgemäße Selbstbeschränkung üben. An die Stelle des jetzigen, sogenannten Aushöhlungsprinzips sollte eine verfassungmäßige Sicherung gewisser Grundzüge der Zuständigkeitsabgrenzung treten. Soweit die feste innere Zusammenfassung des preußischen Staats nicht auf andere Reichsteile übertragen wird, ist es notwendig, die im preußischen Staat gegebene besondere Berst e i f u n g von Ost nach West zu erhalten. Eine Heraufbeschwörung der Mainlinie ist damit solange nicht verbunden, als das Reich durch die Reform stärker wird, da eine Mainlinie nur in einem schwachen Reich eine Roll« spielen kann. Staatssekretär Dr. Popitz sprach dann über das Problem des Finanzausgleiches und betonte hi roei besonders die Rotwendigieit eines Steuervereinheit- lichungsgefehes. Eines der schwi: testen Probleme, die einer endgültigen Lösung des Finanzausgleiches im Wege standen, sei die Enolösung der Aevaratiousfrage. Die Dawes-Tribut2pf'icht des Deutschen Rei es dem Auslande gegenüber sei von größtem Einfluß auf die Der.ei ung der Ausgaben und Lasten zwischen Reich, Ländern und Gemeinden. Dor der endgültigen Lösung des Finanzausgleichs mü se aber auch das Prob'em der Reugestaltung der staatlichen Verhältnisse InDeutsch* land gelöst fein, die Verteilung d:r Zustänbig- teiben auf die verschiedenen Glieder des Reiches. An eine endgültige Lösung deS Finanzausgleiches fei demnach in absehbarer Zeit nicht zu denken. DaS Jahr 1929 wer^e ein Rotjahr sein, wie wir eS eit der Stabilisierung nicht erlebt haben. Man müje" dir ZwiscAnlösung für dieses Jahr der Rotzeit anpassen. Landrat a. O. Gereke forderte hruptsächlich die Stärkung und Festigung des kommunalen Selbstverwaltungsrechtes ber Gemeinden und die Dezent'a- lisation. Der Gedanke einer reich ^gesetzlichen Regelung des Gemeindeverfassungsrechtes fei als zu schirm.-tisch abzul.hien. Auf steuerlichem Gebiete lehnte er die Wiedereinführung eines kommunalen Zuschlagsrechtes bei der Sinkommeir- fteuer bei der jetzigen ungeklärten Wirtschaftslage auf dem Lande ab. Bei der Reuregelung des preußischen Finanzausgleiche; müßten d i e leistungsschwachen Landgemeinden mehr als bisher berücksichtigt werde.i. Der Redner wandte sich ferner gegen die den Landgemeinden auferlegten hohen Schullasten und forderte eine grundsätzliche Aenderung deS AufbringungSmahstabeS. Die in den Ausführungen d.s Redners dargrlegtrn Grundsätze wurden in mehrere Entschließungen zu- fammengefafjt Aus aller Wett. Ein Denkmal für bie kriegsgesallcnen Eisenbahner. 3m Vorhof des Verkehrs- und Daumuseums in der Invalibenftraße in Berlin wurde ein Denkmal für bie im Weltkrieg gefallenen beutfchen Eisenbahner eingeweiht. Um bas von Professor dauer geschaffene Monument, bas einen sterbenden Krieger mit zerbrochener Waffe, aber erhobener Fahne, darstellt, hatten sich die Vertreter der Reichs-, Staats- unb Kommunalbehärden, insbesondere des Reichsverkehrsministeriums, der Reichswehr, der Reichsbahn ufw. versammelt. Die tfeftrebe hielt Reichsbahnbirektionspräsidcnt Meyer (Oppeln). Rach einer weiteren Ansprache bes Vorsitzenden des Reichsbunbes Deutscher Eisenbahnerkriegstellnehmer, Oberleutnants Frick, übernahm Generaldirektor Dr. W e i r a u ch bas Denkmal in bie Obhut der Reichsbahn. Bei feiner Ansprache erinnerte er daran, bas 14 000 deutsche Eisenbahner in treuer Pflichterfülluna für ihr Vaterland ihr Leben gelassen haben. Mit der Riederlegung zahlreicher Kränze durch die Behärdenvertreter und Eisenbahneraborbnungen aus allen Tellen des Reiches fand die Einwechungsfeier ihr Ende. 150 000 Mark erschwindelt. In Schöneberg ist eine Kaffeevertriebsgefell- schast zusammengebrochen, die ihre Existenz nut den Schwindeleien ihres Gründers verdankte. Er nahm Leichtgläubigen Einlagen von mehreren tausend Mark ab, gründete damit 31 Filialen in Berlin und gab seinen Geldleuten die Einrichtung dieser FUialen als Sicherheit. Diese war jedoch noch gar nicht bezahlt. Rach dem Zusammenbruch des Geschäfts und ber Flucht des Sünders stellte sich heraus, daß die Geschäftsbücher überaus unforafältig geführt worden sind und keinen Anhalt für die Zahl der Betrogenen geben. Rach den vorläufigen Ermittlungen sind etwa 150 000 ML. • erschwindelt. Aue der provmzialhaupisiadl. Gießen. den 17. lllovember 1928. Oer unentbehrliche Feind. Da steht der kleine K:rl. kaum so grob wie eine Hntertaf «, oft noch windiger, mtt seinem rmw^l, unschuldigen De icht und tickt und tiat llnö welch». Grausamkeit verbirgt sich htn.ee d.esem gleich- mäßigen Licken! Rur wenig Mensen können i^n entbeh.en. diesen kleinen Mahner, den W ecke r. Es ist wahrlich eine große Familie. Zn? au« dem Geschlecht der Uhr-m. Den Arm der reifenden Damen laber auch dec Herren!) schmückt die meb- lieh« Armbanduhr, in der Me te steckt die „nor- male“ Taschenuhr, an der Wand sehen wir a Le möglichen Arten, und erst die ganz großen, die Standuhr im Speise.'immer und hoch auf dem Turm die Kirchenuhr! Sie alle begl.ilen uns im Leben, mahnen, trösten, erfreuen oder e sch ecken uns. Keine H&c aber ist unangenehmer als der Wecker, und doch steht er fast in jedem Hause. Die Menschen, die ohne ihn au-ürmmen, sind zu zählen. Wohl gibt es bei ganz regelmäßigem Leben eine solche Sicherheit deZ Wachwerdens, daß man den Q inen Mahner nicht braucht: aber bei Reisen, an wichtigen Tagen, mü sen wir ihn aufziehen and seufzend bekennen: .Hoffentlich weckt et auch zur rechten Zeit!" Und er tut seine Schuldigkeit, ohne Murren, ohne besondere Mehrforderung, schicht und einfach wie etwa- Selbstverstand iches. aber auch ohne Herz und Seele. Gr kennt keinen Linier- schied zwt chen jung unb alt. zwischen reich und arm, er fennt nut feine Pflicht. Da liegt der kleine Quartaner, umgaukelt von den schönsten Träumen, mit roten Wangen, halb- offenem Munde. Die erste Morgendämmerung ist kaum angebrochen. Er schläft so süb und ist weit, weit von hier. Er sucht und findet Abenteuer drüben in Amerika, kämpft mit Indianern wie ein Held, und mitten im schönsten Karl- Matz-Roman ertönt da« laute Rasseln des Weckers. Die Schlacht ist aus. Roch weih er nicht, wo er eigentlich ist. noch kämpft er mit Scharen fliehender Feinde. Die müden Augen öffnend, erlebt er die frühe Dämmerung, verflogen und verhallt sind Siegesruse, Ao segetrappel und Gewehrsalven. Einen bösen Blick wirft b r Träumer auf den Wecker und steigt noch schlaftrunken aus den Federn. Unb, o Schreck! da liegt auch noch das lateinische Uebungsbuch. Cie schreiben ja heute eine Arbeit, und er wollte die Sähe noch einmal durchgefen. Traum unb Wirklichkeit, .Der dumme Wecker!" knurrt er. dann aber schasst daS kalte Waschwasser Ordnung in seine Gedanken. Äebenan dem Primaner geht es ebenso, nur sind seine Ausdrücke etwas stärker und drasti'cher. und an Stelle des Lateinbuches findet er als Morgengruh einen Zettel mit brr vertrackten Gleichung, die ec nicht lösen kann, aber keinen der Blicke der blonden Else, von der er eben noch geträumt hatte. Grausam und unerbittlich zerreißt der kleine Wecker die schönsten Augenblicke, führt uns aus seligen Geck den wieder hinein In die harte Wirklichkeit. In den grauen A ltag. Wenn eS noch fo stark stürmt und regnet draußen, ober wenn die ganze Welt in Eis unb Schnee erstarrt ist. eS hilft alles nichts. Du mußt dein warmes Lager verlas,en: denn er hat das harte Wort gesprochen: Heran«! Da hilft kein Zögern, kein Bitten unb Betteln. An bte paar Tage im Jahre, an benen ander Wecker mit Freude den Morgen anzeigen will, an dem wir unsere Erholungsreise antreten wollen oder zu einem schönen Feste geladen sind, denke ich gar nicht: die sind ja so selten, und außerdem sind wir viel zu aufgeregt, daß wir an diesen Tagen niemals verschlafen unb ganz gut ohne Wecker auSkommen. Qlber daran ist er ja nicht schuld. An einem Abend in der Woche nicke ich aber meinem Wecker freund.ich zu unb sage ihm gut gelaunt: „Gute Aacht, aitec Geselle, morgen früh brauche ich dich nicht." Das ist der Samstagabend. Unb wenn ich dann am Sonntag — meistens leider zu früh — aufwache und sehe ibn da auf dem Nachtschränkchen stehen, dann halte ich ihm gern eine kleine Moralpredigt: „Siehst bu, lieber Freund, auch du bist manchmal entbehrlich. es geht auch einmal ohne dich. Gibt es nicht auch Menschen, die immer mahnen unb Schwerer Orkan über England. Oie Kanalschifsahrt lahmqelegi. — Schwere Sturmschäden auf den Inseln. Conboa, 16.Roo. (2BIB.) Der Im englischen Kanal wütende Sturm Hot bei einer D.ndgeschwin- bigkeil von 60 Mecken in bet Stunbe eine so ungeheure Wucht entwickelt, baß selbst große Passagierdampfer non den Wellen w i e leichte Bälle hin unb hergeworfen wurden. Der Ricsenbampfer „Mlaunla“ der Gunarb- Cinie, ber von Southampton auslaufen sollte, konnte benhafennlchtnerlassen. Vier rie- sige Krane, bie auf dem Qnai stauben, wurden non ihrer Itntertonftruftion lovgerissen und stürzten zu Boden. Liner non ihnen, im Gewicht non 15 Tonnen, zerschmetterte den dicht besetzten Erfrischungsraum auf dem Qual Drei Personen wurden verletzt. 3n Liverpool traf ein Dampfet ohne Schlot ein. Der Sturm hatte den Schorn- stein einfach abgerissen. Die auf den verschiedenen Routen in ber Uebersahrt England — Frankreich beschäftigten Schiffe konnten, soweit sie noch unterwegs waren, nur mit äußerster Mühe ihre Bestimmungshäfen erreichen Auch das Anlegen innerhalb bet hafendämme bereitete noch erhebliche Schwierigkeiten. 3n vielen Kanal- Häfen ist das Auslaufen von Schiffen überhaupt unmöglich. Der Flugverkehr ist etnge- stelll. 3eboch ist eine 20 Personen fassende Der- kehtsmaschine von Pari» kommend noch in Lroy- ben eingetroffen. Sie hatte unterwegs einen furcht- baren Kampf mit b e m Sturm zu bestehen. lieber dem Kanal wurde die Maschine plötzlich vom winb herabgebrückt unb glitt eben noch wenige Fuß über bem Mast bee Dampfers „Maid of Orleans" hinweg. Auch in Conbon herrschte nachmittag» ein mit wolkenbruchartigeu Regengüssen verbundenes Sturmwetter. 3m Telegraphen- unb Telephonverkehr würbe beträchtlicher Schaden ungerichtet. 3n vielen Fällen würben Straßenpassanten vom winb zu Boden geschleudert. Da» orkanartige Unwetter hat im ganzen (Belief ber englischen 3useln große Verwüstungen ungerichtet. Die von allen Seiten einlaufenben ersten Berichte sprechen bereit» vom Einsturz ganzer Häuser, von meh- rereuToteu und zahlreichen verletzten, unb überall finb bie Straßen mit ben Trümmern herabgestürzter Schornsteine und zerschmetterter Fenster bedeckt. Unwetter über Holland. Amsterdam, 17. Dov. (XSL) Heber Holland und dem Kanal wütet feit Freitag ein heftiger 6turnt, der überall großen Schaden anrichtet. 3n Rotterdam wurde e ine Schule fo arg beschädigt, daß sie geschlossen werden mußte. Mehrfach wurden Schiffe im Hasen durch den Sturm vorn Anker los Kris en, ohne daß jedoch Menschen zu Schaden kamen. Die Antenne der Rundfunk st ation in Huizen wurde vom Sturm umgelegt und auch dec Zugverkehr zwischen Amsterdam und Rotterdam war zeitweilig gestört. Besonders die Schiffahrt hat große Schäden erlitten. So strandete bei B m u i • oe n der spanische Dampfer „Jmanol", (in zweiter spanischer Damp er liegt mit gebrochenem Steuer vor dem S)afeneingang Rotterdam. Der eng ische Dampfer „Oaffielb“ wurde vom Anker loggenden. konnte aber von Schleppern wieder eingeb raebt werden. mahnen und glauben, ohne sie ginge die Welt unter? Siehst du, so ein Geschöpf bist du auch. Du glaubst wunder, wie nötig du wärst, und doch gibt es Zeiten, in denen wir dich wohl ticken, aber nicht rasseln las en. Gerade fo lassen tri auch solche unnützen Wahne: r.den und r.den, doch wir hören nicht darauf. Aber ein tüchtiger Ä.*ri bist du trotzdem. Weißt du noch, wie du vor vielen Jahren mit anderen Kameraden im Schranke meines Freundes standest?" Ja, das ist schon lange her, aber schön war es doch. Wir hatten unfern Freund zu einer kleinen Festlichkeit abgeholt, und jeder von uns sieben hotte — in Watte wohl verpackt — In seiner Manteltasche seinen eignen Wecker. Während Karl, der nie fertig wurde, hin und her rannte, schafften wir die Wecker unauffäl ig in seinen Kleiderschrank. Sie waren so gestellt, daß von zwei llhr nachts an alle halbe Stunde einer wecken sollte. Den Schlü.sel zum Schrank zog ich ab und steckte ihn in meine Tasche. Natürlich kamen wir erst nach Mi temacht heim, lieferten Karl bei seiner Hauswir.in ab und suchten selber unsere Klau e auf. Wir sieben sch.ie'en alle gut, aber Karls Rächt vertief etwas unruhiger. Kaum war er eingefchlafen, als der erste Wecker an ing zu klingeln. Karl war )u müde, um festzustellen, wo es tlinge te und schltef wieder ein. Eine halbe Stunde später kam dann daS harte Ra lein eines Deinen gelben, bann folgte ein Repe.ier- wecker usw. Als er schließlich entdeckt ha'.te. wo eigentlich diese Quälgeister standen, da hatte er keinen Dchlüs ei. und feinen Kl.iderfchranl konnte er doch nicht zertrümmern, dachte auch, eS ist der letzte. Leider war es noch nicht der letzte... Wir erschien en am Mittag mit b?n un chuldig- sten Gesichtern und liehen dann das Donnerwetter über unS ergehen. Ja, warum sollte auch solch ein ernster Mahner nicht einmal zu einem Scherz mißbraucht werden? Ich habe ihn noch, den Wecker, der damals mithalf, daß Karl nicht schlafen konnte, und an so einem schönen Sonntagsmor^en steigen da manchmal alte, langst vergessene Geschichten ». Morgen aber, wenn er wi.der fein har'es ei auf mich niederschmettert, schaue ich ihn nicht so freundlich an. Schade, daß man keinen Büchmann hat, in dem die lieblichen Aussprüche stehen, die wir und unsere Mitmenfchen beim Ertönen des Weckers von un« geben. ES wäre gewiß eine wundervolle Blutenlese! P- Unser neuer Roman. 3n unserer Ausgabe vom kommenden Montag, 19. d. M, beginnen wir, nachdem die Erzählung „Geld fällt vom Himmel" in der heutigen Rümmer abgeschlossen wurde, mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes. Die Verfasserin, I. Schncider-Foerstl, ist den Lesern des Gießener Anzeigers nicht mehr unbekannt, dürste vielmehr zahlreichen Freunden unseres Blattes von ihrem früher hier mit außerordentlichem Erfolg abgedruckten Roman „Märtyrer der Liebe" noch in bester Erinnerung sein. Das neue Werk, eine der gelungensten Arbeiten der beliebten Autorin, „Lache Bajazzo!", ist ein überaus spannender und packender Ge- sellschafts- und Liebesroman, der, hauptsächlich in Wien spielend, eine Fülle von Ereignissen und Gestalten In buntem Wechsel lebendig und eindringlich an uns vorüberziehen läßt und die Handlung nach immer neuen, überraschenden Wendungen, ohne einen Augenblick an Spannung zu verlieren, mit dramatischer Steigerung einem harmonischen Ausklang zuführt. Die Verfasserin, die, wie der ungewöhnliche Erfolg ihrer Romane beweist, den Geschmack des Lesepublikums vorzüglich zu treffen versteht, dürfte mit diesem neuesten Werk den KreiL ihrer zahlreichen Anhänger noch bedeutend erweitern. Wir hoffen jedenfalls, mit der Erwerbung de« kom- menben RomanS einen mindestens ebenso glücklichen Griff getan zu haben wie mit dem ersten, und wir wünschen, daß er den gleichen Anklang bei unseren Leserinnen unb Lesern finden möge wie jener. Schwere Novemberstürme. Der gestrige Tag brachte uns ein sehr übles Rovembecweiter. Schon am Rachmittag gingen beträchtliche Regenmengen hernieder. Am Abend gegen 7 älhr erhob sich plötzlich ein gewaltiger Sturm, ber von wolkenbruchartigem Regen begleitet war, so daß die zahlreichen Straßenpasianten in wenigen Augenblicken völlig durchnäßt wurden. Der Sturm riß in ber Marburger Straße einen der großen Bäume um unb stürzte ihn quer über bie Straße, bie dadurch völlig versperrt wurde. Der stürzende Baum ritz bie elektrische Stromleitung herunter, wodurch ber Stratzea- bahnverkehr zum ötlflftanb kam. Die alsbalb herbe.gerulene Feuerwache beseitigte daS Verkehrshindernis und legte dabei einen gegen* überstehenden Daum, ber ebenfalls dem Stur- nahe war, teÄweise nieder. Ferner wurde bie Starkstromleitung sofort wieder in Ordnung ge- bracht, so daß die Straßenbahn nach cttrxi halbstündiger Pause wieder verkehren konnte. Zum Glück tarnen Menschenleben bei dem Slurz des Baumes uib der Beschädigung der Starkstromleitung nicht zu Schaden, jedoch war man in Wieseck infolge ber Stromunterbrechung fast eineinhalb Stunden ohne elektrische Beleuchtung. Auch au der Straße nach Annerod wurde ein Daum vom S u.nn umgelegt und über die Straße geschleudert, wodurch diese gesperrt war. Die Feuerwache sorgte auch hier für die Beseitigung des Hindemisies. Rachdem das heftige llnwetter gegen */«8 Uhr fein Ende erreich? hatte, trat vorübergehende Aufklärung ein. jedoch begann gegen 11 Uhr erneuter Regenfall, dem dann von Mitternacht ab ein heftiger, fast die ganze Rocht währender Sturm folgte. Welche Schäden hierdi rch in Wald und Gärten entstanden finb, ist bis zur Stunde noch nicht bekannt. ** Prof. Dr. Ernst Leutert Gestern nachmittag ist der ord. Universitätsprofessor L 9t Dr. med. Ernst Leutert nach schwerer Krankheit im 66. Lebensiahr verstorben. Der Verewigte war als früherer Direktor unserer Universitäts-Obrcn-Klinik eine in weiten Kreisen bekannte und geschätzte Persönlichkeit. Eine eingehendere Würdigung de» Heimgegangenen beb alten wir uns vor. •• Der Dau des Marktlaubengebäudes an der Markllaubenstraße wird am Montag in Angriff genommen. Zunächst werden die dort stehenden Bäume gefällt, anschliehenb wird mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen werden. Der Wochenmarkt findet vom nächsten Dienstag ab nur auf ber einen Hälfte ber Marktlaubenstraße, Im übrigen auf dem Drandplatz, dem Landgras-Philipp-Platz, in der Senckenbergstraße und auf dem Kanzleiberg statt. Ein Heiner Teil des Lindenplahes bleibt zunächst noch für den Wochmmarkt frei. ** Umbau Im (Siebener Bahnhofsgebäude. Wie wir zuverlässig erfahren, wirb jetzt im (Siebener Bahnhofsgebäccde erfreulicherweise em größerer llmbau vorgenommen. Der Fürstenpavillon wirb zur Aufnahme von Bev- waltungsbureaus heraerichtet. die zur Zeil neben den Fcchrkartenausgaberäumen ihren Platz haben. In die Räume d-eser Bureaus soll bann die Gepäckabfertigung aus b:r Bahnhofshalle verlegt werdnr, fo daß dadurch bie Bahnhofshalle um den Raum der Gepäckabfertigung erweitert werden kann. Hoffentlich wird man bei dieser Erfüllung einer dringenden Rotwendigkeit auch die Dahnstergsperren innerhalb der Bahnhofshalle beseitigen und an die Hallenausgänge verlegen. (weitere Lokalnachrlchlen im 2. Blatt) Kinderkleidung und Kindertränen! So mancher Kinderschmerr hat seine Ursache in unrichtig behandelter Wische, die des Lieblings zarte Haut gefährdet. Verfilztes Gewebe reibt sie wund, und Waschpulver lassen leicht scharfe Rückstände in den Maschen. Nehmen Sie Lux Seifeo- flocken; sie sind so mild wie beste Toilettenseife. Ihr prächtiger Schaum hält all die kleinen Sachen aus Wolle und Baumwolle weich und schmiegsam, und manche Kindertränen bleiben so erspart. Normalpsket H E! ffl Doppel p«ktl ** LuX ”* SEIFENFLOCKEN SUNLICHT GES. A.G. MANNHEIM Lx 243/70 /»'»„„«kfssfsif,, »NI,, SPEZIAL-MAZE DONEN-MISCHUNG HARMONIE CIGARETTEN EDLE PACKUNG RUR eine eine WARUM ZIEHT IHRSCHÖNHEITS- SINN VON INHALT UND HÜLLE stanSIidze NolroenXigketlm ^urchgejuLrl SuzS. Erst)lu kunsttertScLe VERBINDUNG VON ZWECKMÄSSIGKEIT Ware t>ar? Wed.auJ.Sie unser» __ I H \ e^T^arWERTIOTN ZIGARETTE EIN EDLES GEWAND gekorL Es totA SoixelaLer blL VMV*EDLE GE WÄNDER?\\ \ed'lE 2IGA Aufrufs Professor Dr. med. Emst Leutert im fast vollendeten 66. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen: Elsbeth Leutert geb, Rohland Oie Unterzeichner Mitteldeutsche Lredttbank). Gießen, den 16. November 1928. 101340 Hadoll Bott», Frankfurt a. M. 1U094V Vertreter(in) Gießen, den 16. November 1928. 9987 D Betitel 40 Pfg. Dom 80 Pf*. Zum sofortigen (Antritt Verein« | 10151D Zu nara(4a 56öne4-5-3lmmet- Uardgc Wanne für bald oder fvätet ' bald oder fvätet geg. ftöL « Zimm.» vermiet. 100311) Wobng^ nahe der au | Kaufgesuche | [Stellengesuche Nürnberg [10144V Weserttraffe 16. [10093V Renlenanstall und Wetzlar». Mehrere Anwesen mit Metzüerei und Wirtschaft gesucht. 1011 ID preiswert zu verhauten. W.Weeher, Immobilien, Bnlzbadi Mehrere Verkäufe | NreiSamt (Slteiö- jugendami» Gieren. Frankfurter -rtr.6 Ecke Alicestrahe. haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar, mid „Für die ^uhr-Ausgesperrten" Dobermann schwarz, zugelaufen Einbrodu an« Neuenweg 38. Achten Sie auf die Marke „8 Tannen" and verlangen Sie iteta Gtthv <5- Satkinev Gießen, Marburger Straße 34. 50 gehr. Pianos g. hohe Bezahl, ges. Schr. Angeb. uniei 10049D a. d.GH.Anz. Itür. 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Itr 272 Zweites Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, (7. November (928 !—■! !■! II»— I----- Ach, ich liebte die Weihnachtsküche. Da lagen sie zu Hunderten entkernt und wurden gewiegt, zerrieben, gemahlen und zerschnitten. Da wurden sie in Zucker- und Eierschaum verrührt. Da wurden sie mit Zitronat und Orangeat fein und klein verwiegt, mit Zimt überstäubt, mit Mandeln gemischt. Da wurden sie geknetet und gewalkt, ausgestochen, auf Häufchen gesetzt, auf Oblaten gelebt und in die dampfende und glühende Ofenröhre geschoben. 3n ihrem süßen Duftgewölk schwebte Weih- nachten. Das war ein Damps aus Schlaraffenland. Das war e’r.e Betörung aus dem Knecht- Ruprechtsberg. So gut und verführerisch mutzte die Luft im heiligen Lande sein. Auf den Blechen glänzten die Honiglebkuchen mit einem glasierten Autz- und Mandelstück im Leib. Die zierlichen und gewürzigen Makronen blähten ihren Fingerhutleib auf. Die schwelgerischen Zimtsterne leuchteten braun und knusperig, und das Weiße und Raymond pomcare. Ein Porträt. .Herr PoincarL ist im Augenblick, da ich dies schreibe, Unterrichtsminister. In einem früheren Augenblick war er Finanzminister, und vorher schon einmal Unterrichtsminister. Der Mann, der soviel regiert hat, zählt heute kaum 35 Jahre. Und vor acht Jahren war er noch Gerichtreporter eines wenig gelesenen Blattes. Ist das nicht eine schöne, demokratische Laufbahn? Sagen wir der Richtigkeit halber: eine mediokratischc. Denn seit Freycinet ist kein so großer mittelmäßiger Mensch aufgetaucht wie Herr Raymond Poincar6. Sein Name wird noch auf vielen Minister- l i st e n stehen, und zwar an der Spitze... Herr Poincarö begeht nämlich keine Dummheiten. Wenn er einmal für lange Zeit verschwinden muß, wird nur eine Uebergeschicklichkeit daran schuld sein." So schrieb Theodor Herzl vor mehr als dreißig Jahren, und die Geschichte hat bewiesen, daß der große, au früh verstorbene Journalist recht hatte. Inzwischen ist Poincarö im Jahre 1906 wieder Finanzminister, im Januar 1912 Minlstervräsident, im folgenden Jahr Präsident der französischen Re- Sublik geworden. Auch in der Zeit nach em Kriege ist er In die Regierung zurckgekehrt, und man brauchte kein Prophet zu sein, um es vor fünf Tagen wahrscheinlich zu nennen, daß der siebenundsechzigjähriae Politiker sich noch nicht endgültig in den Ruhestand zurückziehen wird. Bei seinem Rücktritt Hot Poincarö zweifellos das strenge, tiefernste Gesicht aufgesetzt, das er bei großen Staatsaktionen zu zeigen pflegt. Man kennt allmählich die verschiedenen Physiognomien und die Zahl der Gesten, die der große Staatsmann, neben Briand und dem altersschwachen Clsmenceau sicherlich der bedeutendste lebende französische Politiker, bei wichtigen Anläßen Aur Verfügung hat. Unbedeutend sah der kleine, breitschultrige Manp aus, wenn er, ein dickes Aktenstück in der Hand, mit schnellen Schritten im Parlament auf die Rednertribüne eilte und mit jedem beliebigen Abgeordneten verwechselt werden konnte. Dann hielt man ihn nicht für den glorreichen Präsidenten einer großen Republik, wie er in den illustrierten Zeitschriften mit stolzem Blick und, zur Erhöhung seiner Würde, mit großer Schärpe, den Ordensstern der Ehrenlegion auf der Brust, gezeigt wurde. Dann hielt man ihn nicht einmal für den Nußknacker, den die Karikaturisten aller Länder aus ihm zu machen suchen, indem sie die Augenbrauen noch buschiger, Die Nase noch mehr nach oben gestülpt und den liebenswürdigen kleinen Spitzbart martialisch gestalten. Dann erschien auch die gewölbte Stirn in ihren richtigen Proportionen, weder so hochragend, wie sie von geschickten und patriotischen Photo- graphen im allgemeinen aufgenommen wird, noch jo niedrig zusammenaekniffen, wie die in- und aus- ländischen Gegner des Staatsmannes es wahr haben möchten. Herzl hat Poincarö vor dreißig Jahren noch mit einem munteren, flinken Eichhörnchen vergleichen können: inzwischen ist er schwer und gesetzt geworden, ohne an Energie und Behendigkeit in der Arbeit einzubüßen. Dieser Mann ist kein Freund Deutsch- l a n d s. Um seine Haltung voll zu verstehen, muß man wißen, daß er In Lothringen geboren ist: er erblickte am 20. August 1860 in Bar-le-Duc das Licht der Welt, war also zehn Jahre alt, als deutsche Truppen, feindliche Soldaten, In seine Heimatstadt ein rückten. Dieses Bild hat er wahrscheinlich nie vergessen. Gefühlsmäßig wurzelte er nach in seinem Geburtsort, als er schon Präsident der Republik war: damals reifte er gleich nach feiner Wahl nach Dar-le-Duc und hielt dort eine Rede, in der er sagte: „Mir ist, als ob ich von einer langen Reise an den häuslichen Herd zurückkehrte ... Ferne Länder glaubte ich durcheilt zu haben, herrliche Dinge sind vor meinen Augen vorübergezogen, die ich in dankbarer (Erinnerung bewahre, aber mich in eurer Mitte wiederzufinden, erfüllt mich mit unaussprechlichem Wohlbehagen und einem seligen Ruheaefühl." Die Heimat konnte ihm in so angenehmer (Erinnerung bleiben, weil er das Glück hatte, eine ungetrübte Jugend au verleben und in einem Haus aufzuwachsen, das schon dem Knaben viele Anregungen bot Er war Lob der Nüsse. Don Anton Schnack. (Erinnerung, betörende Erinnerung! ... Hüffe mit frischgewaschenen Rosinen verkant: o unvergetzliche Knabenschleckerei. O wilde ungezügelte Phantasie, die Rußschale zum großen Piratenschiff zu gestalten, mit einem Streichholzmast und einem Fetzchen roten Glanzpapiers als Blutfahne, und in den Bach zu setzen, wo ihre vielen und braunen Geschwader in das furchtbare und undurchdringliche Dunkel der Kanäle verschwanden, an glühenden Rattenaugen und gurgelnden Strudeln vorbei ... v Butterbrot, mit Ruh kern dick belegt! Alle Kinderspiele spielten wir mit Rüssen: Reise um die Well, Fischlein schnapp, Hänsel und Gretel und die aufregenden und ehrgeizigen Würfelspiele. Selig war ich, wenn ich getoann. Aber ein Weinen im Auge stand, wenn ich verlor. Doch ich wußte die Kasten, die Kommoden, dte Truhen und die versteckten und heimlichen Körbe. Was ich an Rüssen verlor, stahl ich mir wieder aus den Körnersieben, die der Knecht auf dem Boden hinter die Kamine zum Trocknen der Rüsse aufgestellt hatte. Jeden Tag zwei Hand voll: da einmal und dort einmal, bis nichts mehr in den Sieben war. Minister: ein Mann, von dem alle das Höchste erwarteten und der unmittelbar nach seinem Sturz Vizepräsident im Palais Bourbon wurde. (Er galt als ein ungewöhnlich tüchtiger und sorgsamer Jurist, der mit Vorliebe die Prozeße der Schriftsteller und Künsller führte, ein Mann von Willensstärke und Tatkraft, der auch im Alter seine Unermüdlichkeit nicht eingebüßt hat. Von Arbeitswut besessen, pflegte PoincarS noch in den letzten Jahren schon um fünf Uhr morgens aufzustehen, ohne freilich seinen Tag wie der Frühaufsteher Clsrnenceau mit Reiten oder wie Caillau; mit Leibesübungen zu beginnen. Während seiner Ministertätigkeit überflog er sofort, nachdem er das Bett verlassen hatte, die inzwischen eingelaufenen Telegramme, las die Zeitungen und erschien um acht Uhr im Ministerium. Mit großen Unterbrechungen arbeitete er dann bis neun Uhr abends, brachte es aber auch fertig, später noch einmal zum Schrecken seiner Mitarbeiter in das Ministerium Aurückzukehren und dort bis in die späten Nachtstunden Besprechungen abzuhallen. Häufig nahm er um neun Uhr abends wichtige Akten nach Hause mit. Seine politische Tätigkeit und seine Anwalts- praris ließen Poincorö noch Zeit genug, auch eine Reihe von Büchern zu schreiben, so die im Jahre 1906 erschienenen „Zeitgenössische Ideen" und im Jahre 1912 das Buch „Was Die Stadt verlangt": von 1920 bis 1922 erschien die vierbändige „Politische Geschichte", dazwischen wurden seine ausge- wähtten Reden mit einer biographischen (Einleitung veröffentlicht, und nun liegt schon ein erheblicher Teil seiner Memoiren vor. Das alles war nur mog» lich, weil sich Poincarö immer verhältnismäßig wenig um seine repräsentativen Verpflichtungen bekümmert hat und zum Beispiel sofort nach seiner Wahl zum Präsidenten der Republik im Jahre 1913 einen Teil der Etiketteoorschriften außer Kraft setzte, die seinen Vorgängern ebenso wie vielen anderen (Staatsoberhäuptern das Leben schwer gemacht haben. Er hält überhaupt nicht übermäßig viel von der Traditwn, in der es ja auch nicht üblich ist, daß ein Staatsoberhaupt nach siebenjähriger Präsidentschaft noch einmal einen Ministersessel besteigt. Aber Poincars gelangte schon im Jahre 1922, nach Briands Mißerfolg in Cannes, wieder an die Macht, wurde freilich durch die Wahlen im Mai 1924 uieber von der politischen Tribüne oerjagt und kehrte erst im Juli 1926 als Ministerpräsident wieder. der älteste Sohn des Straßen- und Brückeninge- nieurs Antoni Poincarö, und sein Detter war der berühmte Mathematiker Henrn Poincarä, durch den er in die Naturwissenschaften eingeführt wurde und dessen Tod der Ministerpräsident im Jahre 1912 sehr beklagt hat. In der Schule war der spätere Staatsmann, im Gegensatz zu der Mehr- Aahl seiner berühmten Amtskollegen, einMusterschüler, der sich nie etwas zuschulden kommen ließ, und der durch sein ernstes, altkluges Wesen auffiel. Man lobte schon an dem Knaben die strenge Logik, das sichere Auftreten, das er sogar behielt, wenn er seine Gedichte vorlas. Denn Raynwnd, der jetzt Wert darauf legt, in seinem Aeußeren und seinem Auftreten einem trockenen Justizrat zu !strichen, hat als Fünfzehnjähriger Verse g e • chrieben und auch spater aus seinem empfind- amen Herzen fein Hehl gemacht. Seine Weichheit Aeigte sich besonders in der zärtlichen Behandlung, Die er seinen Haustieren angedeihen ließ, und auch der etwas rauhe Drill, der dem Gymnasiasten in einem Pariser Internat zuteil wurde, konnte diese Gemütsregungen so wenig ersticken, daß er noch im Jahre 1899 im Generalrat seines Departements eine Verteidigungsrede — für die Spatzen hielt, deren Freiheit beschränkt werden sollte. Don einer Kleinigkeit hing es ab, daß man heute bei dem Namen Poincarä nicht an einen großen Literaten, sondern an einen bekannten Staatsmann denkt. Raymond wollte Literatur studieren, sollte aber Jurist werden und einigte sich schließlich mit feinen (Eltern darauf, sich in die Rechtsfakultät einschreiben zu laßen, aber nebenbei an der Sorbonne literarische Dorlesungen zu hören. Er hatte das Glück, im Quartier Latin in eine Pension zu geraten, in der der junge Mi11erand, Gabriel Hanotaux und eine Anzahl anderer, später au Ruhm gelangter Studenten verkehrten. Bald siedelte seine Familie von Bar-le-Duc nach Paris über; er verließ jedoch die französische Hauptstadt und verlor als Soldat schließlich die romantischen Neigungen seiner Jugend. Im Jahre 1880, zwanzig Jahre alt, wurde er Advokat. Schnell wurde ihm bewußt, daß es in Frankreich nur zwei Wege gibt, zu politischem Ansehen zu gelangen: die Laufbahn des Juristen und die des I o u r n a • listen. Er schlug beide ein, wurde schon 1887 zum Abgeordneten gewählt und zog im Alter von 27 Jahren in die Kammer ein. Nun begann sein beispielloser politischer Aufstieg. Don 1893 bis 1895 war er abwechselnd Unterrichtsminister und Finanz- Politik in der Antarktis. Der Wettlauf zum Südpol. — Kohle unter dem Eise. Don Or. Alphonö Nobel. Bevor Major Byrd zu seiner diesjährigen Südpolexpedition aufbrach, begab er sich nach Washington, sich dort informieren zu lassen, wie er sich auf neuzuentdeckendem Territorium zu verhalten habe: ob er es für die Vereinigten Staaten annektieren könne und solle. Es ist uns nicht bekannt, was das amerikanische Staatssekretariat dem besorgten Forscher geantwortet und welche Instruktionen er empfangen. Immerhin ist anzunehmen, daß er. wie seine beiden Konkurrenten, die gleichzeitig nach dem Südpol aufbredjen, die nötigen Exemplare des Sternenbanners bei sich hat, um mit ihnen d l e Besitzergreifung der Region des ewigen Eises zu dokumentieren; in einem ernsteren und energischeren Sinne, als der vielge- schmähte Nobile, der eine kleine grünweißrote Triko- lore über dem Nordpol ab warf, nicht um ihn zu annektieren, sondern um ihm die Grüße des Duce au bringen. Aber Amerika will hier Besitz. Ind wenn Amerika, das reichste, mächtigste Land, o etwas tut, findet niemand etwas dabei. Quod icet Jovi (aus Washington), non licet bovi (aus Rom). So ganz einfach ist das aber mit der Besitzergreifung des Südpoles nicht. Denn wenn auch erst sehr wenige Menschen die Antarktis betraten, und überhaupt erst zwei Männer, nämlich der Engländer Scott und der Norweger Amundsen, den geschnörkelte Eprihgebackene roch seltsam nach Va- nille und unbekanntem Märchengewürz. In einer Silbernutz schien ein Wunder zu fein. In einer Goldnutz aber ein Geheimnis. Waren wir nicht kleine, abergläubische Stirnchen und Seelchen? Erschraken wir nicht manches Mal, wenn wir so eine blitzende und funkelnde Rutz knackten? Es konnte ja ein kleiner purpurroter Ruhteu'el herausspringen, oder ein schneeweißer alabasterner Käser mit langen Goldfühlern uns entgegenfunkeln, oder ein traumgeröteter Engel voll Schneelicht und Sternenfeuer herausschweben. Ach, auf alle Zaubereien und wunderbaren Dinge waren wir gefaßt. Aber es geschah nichts, und doch schienen die Kerne dieser silbernen und goldenen Russe für uns eine besondere Süße und eine besondere Weihe zu haben. Zu den Rüssen gehört ein Rußknacker. Wir hatten einen Goliath mit blutroten Lefzen, fletschender Zunge und blitzenden Tierzähnen. Sein Wams war blau, sein Kopf war wild und seine großen Glasaugen blickten starr und drohend. Er war ein unermüdlicher, gewaltiger Knacker und Fresser. Taulende von Rüssen, große und kleine, mußte er zwischen sein krachendes Gebiß nehmen und lustig aufknacken. Im Sommer und Frühling allerdings hatte er feine Zeit; da schlief er im Ofen und sprach kein Wort und die Spinnen krochen ohne Angst und Scheu in fein unbewegliches und riesiges Maul. Aber wenn der Oktober kam, da blinzelte er und rumorte in seinem kühlen Sommerwinkel und wenn er die ersten Rüsse in unseren Bubentaschen rascheln und klappern hörte, mit einem Satz stand er da auf dem Tisch, sperrte das heidnische und wilde Drachenmaul auf und schrie sein wildes, per- wegenes und erbarmungsloses Knack, Knack, Knack... Reue Rüsse imb neuer Wein: das ist die erste große Schwelgerei des Landes im Herbst. Dann trimmt der wurstreiche Schlachttag. Dann kommt der wilde und gewürzig dampfende Hasenpfeffer mit den Klößplatten auf den Tisch. An Weihnachten wird mit freudigem Geschrei die von Fett triefende, goldbraune Gans begrüßt. Herrlich säuft sich die süße, trübe Brühe, die der Dauer frisch aus der Kelter schöpft. Ein Saft voll Kraft und Horrig. Herbei nut einem Backkorb junger Rüsse, denen man noch die Haut Südpol sahen, so haben doch sehr viele andere Män- ner über die politische Seite nachgedacht. Da sie aber nickt in die ungeheuren Eislandschaften, die den Südpol umgeben, ziehen wollten, hier die Grenzsteine elnzusetzen, die Schilderhäuschen in den Landesfarben aufzurichten und vielleicht sogar Zollstationen zu begründen, so nahmen sie einfach die Landkarte, hielten sich an die Längengrade und mallen sie bzw. die dazwischen liegenden Flächen an — eine zwar hellere, doch folgenschwere Beschäftigung: so sind schon zwei Sektoren des Südpolkreises zu e n g l i • schem Eigentum erklärt worden, obwohl die Engländer gar nicht wißen, was ee da alles gibt. Nun muß Der Leser sich einen ungefähren Begriff von der Gestatt dieses Südpoles und seiner weiteren Umgebung machen. Es ist nicht so klein, wie er, der Leser, wohl denken mag: der antarktische Erdteil ist anderthalb mal so groß wie Europa. So liegt der Südpol auf Land; anders wie der Nordpol, der im Meere liegt. Dieses Südpolland ist in mehreren Hinsichten merkwürdig. Wäre da kein Els und Schnee, so würde es sich vielleicht ausmachen wie Tibet: ebenso umgeben von gewaltigen Randgebirgen und selber eine Hochfläche. Freilich sind die Randgebirge nicht so hoch wie der Himalaja, gehen nicht bis 8000 Meter, sondern „nur" bis 5000! Die Höhe der Fläche mag durchschnittlich 2500 Meter sein. So hoch liegt auch der Südpol! von dem schneeweißen, öligen Fleisch abziehen kann! In meiner Erinnerung stehen diese Tage als schweigsame und schwelgerische Stunden. Rur das Krachen der Rußschalen war zu hören, die Lip- Peri schmatzten und die Zähne gingen unermüdlich an ihre zermahlende, herrliche Arbeit. Lind der Wein lag wie dunlles, trübes Blut im Glase: heiliges Erdblut, heiliges Sonnenblut, helliges Fruchtblut . . . • Immer liebte ich die einsame, beängstigende Streiferei durch das Haselnußgesträuch. Es lieferte die schönsten Ruten, kerzengerade und pfeifende Wurfspeere, und die Rüsse, in denen schon ein Geschmack von süßen und feinen Mandeln war. Immer zwei oder drei saßen wie lustige und koboldhafte Köpfchen beieinander. Wunderbare Dinge trieb ich dabei auf, wenn ich lautlos und heimlich durch das brennende Herbstlaub kroch: rasend ängstliche und lächerlich springende Hasen, eine kullernde Amsel, die laut zankend hinwegstvb oder das Gefieder einer, von einem Habicht zerfetzten, Taube. Aber ich sammelle nur, klopfte auf mit ein paar Waldsteinen und atz unermüdlich. Lind immer schleppte ich der Mutter einen kleinen Stummel für die Weihnachtsbäckereien und den Nikolaustag heim. Beglückt war ich, wenn ich dabei tote Blutnüsse fand. Sie schienen von Geheimnissen umwittert zu sein und meine Knabenphantasie griff fte mit scheuem Finger an. Denn wir hatten einen Knecht im Hause, der erzählte, dah sie ihren Saft aus einer Blutlache ziehen würden. lind ich versuchte von diesen roten und fetten Rüssen keine, aber er aß sie mit einem grinsenden Lachen. • Herrlich und unvergeßlich war die Zeit der Rußernte. Die Rußbäume meines Vaters waren Jahr für Jahr mit Früchten gesegnet. Sie standen alle wie stolze und mächtige Könige auf unseren Waldäckern und an den Eingängen zu unseren Weinbergen. Wir sahen sie grünen, wir sahen sie mit unscheinbaren Blüten sich schmük- ken, wir sahen, w e sie kleine, perlengrotze Frucht cmsetzten, und wie die Früchte immer größer wurden. Die Tage der Rußernte waren ans wilde, lustige, schwelgerische und verwegene Feste. Ich durste bis in die obersten Wipfel steigen und mit einer Stange an die Aeste schlagen. Wie Das ist die eigentliche Antarktis, ein großer, ziem- lich kreisförmiger Landblock, in dessen Mitte sich der Südpol befindet. Dieses Land hot zwei gewattige Meerbuchten, die eine „-'egenüber" von Neuseeland, genannt das Noßmeer, die andere, genannt das Weddelmeer, auf der amerikanischen Seite gelegen. Wenn man sagt: Meerbuchtcn, so darf man sich natürlich nicht offene See vorstellen. Alles ist vereist, wenn auch die nördlichen Teile (also die wärmeren, wir sprechen ja vom Südpol) manchmal die feste Eisdecke sprengen können. Nun geht über das Roßmeer eine sog. Eisbarriere, südlich deren das Els fest und unbeweglich verharrt: die Barriere selbst ist an die 50 Meter hoch und hat eine Länge von 750 Kilometer (das ist ungefähr so weit wie Paris von Berlin entfernt liegt). Die größten Sehenswürdigkeiten dieses Roßmeeres aber wird, wenn es erst dem Fremdenverkehr erschlossen ist, die Vulkaninsel sein, ein kleines Eiland, auf dem sich der feuerspeiende E b e r u s 4000 Meter hoch türmt. Das sind 1000 Meter mehr, als der Aetna hat. Jeder, der einmal Bücher der Südpolfahrer las, wird sich der imposanten Schilderungen dieses feurigen Ungeheuers über der ödesten Eiswüste der Welt erinnern. 1908 haben ihn einige Gefährten des berühmten Shakleton bestiegen. Wundervoll muß das Glühen des Vulkans in den kalten Nächten sich über dem weißen Erdteile ausmachen. „Mitunter war die Glut so stark, daß der Krater von einer großen feurigen Krone bedeckt war." So berichtet Shakleton. Don diesem antarkttschen Zipfel cous sind bisher alle bekannten Südpolfahrer nach dem Südpolplateau vorg?-drun''en. Die Eisbarriere hat nämlich eine große Einbuchtung, die etwas wie natürlichen Schutz bietet: hier waren die Standorte der Exvedittonen; und wahrscheinlich wird auch Dyrd hier ^eine drei Flugzeuge verwahrt halten. Ob er Starterlaubnis von den Briten hat? Denn England hat diesen Teil des antarkttschen Erdbcils bereits für seinen De - s i tz erklärt! Das ganijie Roßmeer soll zu Reuseeland. dem britischen Dominion südöstlich Australiens, gehören! So wäre auch der Südpol selbst auf britischem Grund und Doden gelegen, obwohl der Norweger Amundsen ihn zwei Wochen vor dem Briten Scott erreichte. Bekanntlich konnten das die Engländer nie verwinden. Scotts tragisches Schicksal ist bekannt: auf dem Rückweg: vom Pole zum Roß- rneer geriet er mit seinen Gefährten in einen der fürchterlichen antarkttschen Stürme — man weiß das aus den später gefundenen Tagebüchern — und siel der Ratur zum Opfer. Amundsen aber kehrte heil nach Europa zurück, was offensichtlich den Briten kränkte. Denn als ihm die Königlich Britische Geographische Gesellschaft in London, deren Mitglied Amundsen war, «in Diner gab, ereignete sich ein sehr bezeichnender Zwischenfall. Lord Curzon, damals noch Präsident der Gesellschaft, brachte den Toast nicht auf den Forscher, sondern a u f dessen Polarhunde aus, die seine Schlitten gezogen Hattern Amundsen nahm diese offen* sichtliche Beleidigung schwer übel; er erzählte es amerikanischen Reportern und versäumte auch nie, bei seinen öffentlichen Dorträgen in den Bereinigten Staaten den Reid und die Mißgunst der Briten festzustellen. Die Königlich Drittsche Geographische Gesellschaft forderte rhn auf, diese Behauptungen zurückzunehmen, was er verweigerte: daraufhin wurde er auS der Gesellschaft ausgeschloffen. ■Die englischen Blätter haben jetzt noch den Tod des heldenhaften Forschers sehr kühl und sachlich zur Kenntnis genommen. Immerhin ließen sich die englischen Politiker durch den Vorsprung Amundsens nicht aohalten, diese Antarktis für sich in Anspruch zu nehmen. Damit wäre also das britische Weltreich der größte Eis- Herr auf unserem Erdbälle: im Rorden die unermeßlichen arktischen Strecken Kanadas und seiner eisbrdeckten Inselwelt; im Süden der australlsche und der amerikanische sogenannte Sektor. Warum aber diese Habgier? Was ist so reizvoll an diesen schneebedeckten und unwirtlichen Landschaften, an diesen Gletscherbüsten und Eisbergen, an diesem sturmdurchtosten ant- ein dicker Platzregen ging es hernieder auf dl« kühle Herbstende, wo Vater, Knecht und Magd, Bruder und Schwester versammelt gebückt uu5 einsammelnd beschäftigt waren. Plauh, schlug eine Ruß dem Knecht auf den grünen alten Hutt Plauh, hüpfte eine andere der Magd auf den fetten prallen Rücken, daß sie au, lachte. Lind plauh, traf eine andere den BruLer auf dre Rase, daß er mit der Faust heraufdrohte und schrie, ich wäre es gewesen. Llnd durch den nahm Wald streiften die Jäger, und es knallte durch die Büsche. Lind in den Wiesen weideten die Kühe und Ziegen. Lind auf den Aeckern brannten die Kartoffelfeuer, und der Wind trieb einen Duft von Erde und Rauch herüber. Lind durch die Luft zog die Kranichschar in einem Keil und schrie. Lind vom Flusse her stieg der Abenddunst auf und ballte sich zum Rebel. Lind die wilden Enten strichen schillernd und scheu durch das mannshohe und starre Rohr. Es sind Erinnerungen, Erinnerungen, die wie Sterne aus dem Himmelsgrund der Jugend her- überleuchten in den Schatten und in die Trauer des Alters. Lind noch einmal mochte ich durch das wilde Haselgesträuch ft reifen, und noch einmal mochte ich mich im Wipfel des Rußbaumes wiegen und noch einmal möchte ich mich in die Weihnachtsküche der Mutter schleichen und mir ein Däh- chen aus der Schüssel mit Rußteig stehlen. * Aber getrost: im Winkel meiner Vorratskammer zwischen Quittengelee und getrockneten Heidelbeeren habe ich drei beglückende und hohe Bullen von Rußschnaps stehen. Lim ihre dicken Pfropfen habe ich viel Seinen gewickelt, damit kein Hauch ihres geläuterten und vollen Geistes verloren gehe. Seine dicke, schwarz-grüne Farbe haben viele Jahre ausgekocht, gereinigt und ge- llärtt Sein Trank ist wie Feuer und sein Geschmack aus Oel und herber Süße schüttet inS Blut Weisheit und Verachtung. Seine wilde, brennende Kraft segnet meine Stubenhockerci und duichglüht mein stundenlanges Geigenspiel. Er ist ein göttliches Getränk, und er bringt in mein Herz und in meine Gedanken wie ein vollkommener und beseligender Kuß. Llnsichtbarer Leser, schattenhafter Mensch, Grübler oder Lächler, Schwelger oder Verächter, Gütiger und Frommer, fröblich trinke ich dir au« meiner Rachtkammer zu! ... arktischen Kontinent7 Menschen wohnen auf dem antarktischen Festlande nicht: wovon sollten sie auch leben: es gibt kein Pflanzenleben, wie es die nordischen Regionen doch kennen, keine einzige Blutenpflanze ist hier bisher gefunden, nur armselige Gräser und Moose. Die Säugetiere des Nordens, wie Eisbär, Renntier, Moschusochse, sind unbekannt. 3n den Meeren freilich ist ein unermeßlicher Fischreichtum, der wiederum Pinguine und Robben ernährt. Aber auf dem Land« ist für den modernen Menschen keinerlei Möglichkeit zu siedeln vorhanden. Ander- steht es mit dem antarktischen Inselkranz: zwar sind auch diese Eilande viel kälter und öder und pflaiWnärmer als die in entsprechender nördlicher Breite gelegenen (so ist die B o u v « t i n s e l völlig von Eis und Schnee bedeckt, obwohl sie auf der gleichen Breit« wie Helgoland liegt). Aber manche erlauben in kleinen Oasen, wo Tundren und Steppen sich dehnen, vielleicht ein wenig Vieh-, zum mindesten Schafwirtschaft. Doch daS dürfte die modernen Imperien wenig locken. Es handelt sich wohl um etwas anderes, um etwas heut« noch phantastisch an- mutendes, aber bei der Entwicklung der Technik wohl mögliches: um die Gewinnung der antarktischen Bodenschätze. So seltsam es klingt — der antarktische Erdteil hat ungeheure Kohlenflöze. Unter der (durchschnittlich 500 Meter dicken) Eisdecke, die ihn völlig wie ein« Eiskavp« überdeckt, liegen Kohlen! Also war doch einmal Vegetation am Südpol, also war doch einmal hier Geben möglich — denn die Kohlen sind ja nichts als Gebilde aus ehemaligen Bäumen. Die Gestalt der probeweise untersuchten Düdseekohle beweist, daß hier sich in einer unendlich weit zurückliegenden Weltepoche einmal Dadelwälder, wohl Koniferen (ähnlich wie sie den Landschaftscharakter Japans heute bestimmen) befanden. Eine Stühe für die sogenannte Polwanderungs-Theorie, nach der die Pole ihre Lage veränderten und verändern werden! Wie sich das aber auch mit dem Rord- uind Südpol verhalten mag, di« Kohl« lockt: wo Kohle ist, kann auch Eisen fein, vielleicht auch Kupfer oder Erdöl. Heute freilich ist es der Technik noch unmöglich, zu diesen Bodenschätzen zu gelangen; aber wird es nicht einmal möglich sein? Wie, das wissen weder die Engländer noch di« Amerikaner — aber si« denken sich: vorläufig Hand darauf, da- weiter« wird sich schon finden, und wenn auch erst in hundert oder zweihundert Jahren. Aus der provinzralhaupistadt. Gießen, den 17. Rovember 1928. Eine Klage des Gießener Einzelhandels Bon maßgebender Seite der Gießener Geschäftswelt wird uns geschrieben: Eine Erscheinung, die in diesem Iahre früher als sonst einsetzt, ist das Betteln von Bereinigungen um Weihnachtsgeschenke für ihre Feiern, Verlosungen usw. Kein Stand wird so für „wohltätige" Zwecke in Anspruch genommen, wie der Einzelhandel. Es ist ja auch daS bequemste, die offenen Ladengeschäfte aufzusuchen. Der Gießener Einzelhandel hat sich bis beule, selbst nicht in schwersten Kriegs- und Rachkriegsjahren, gesträubt, wirkliche Wohltätigkeit zu unterstützen, weil er sich bewußt ist, wie groß die Rot auch in unserer Stadt ist, und er gern wirklich Bedürftigen durch eine Spende eine Freude bereitet. Es heißt aber den Sinn der Wohltätigkeit »verdrehen, wenn heute Bereinigungen Herkommen und für ihre Feiern BerlosungSgeschenke beanspruchen. Abgesehen davon, daß der Einzelhändler gar nicht in der Lage ist, zu kontrollieren, ob daS Sammeln nicht überhaupt für persönliche Zwecke geschieht, heißt es die wirkliche Wohltätigkeit schädigen, wenn die Gaben so zersplittert werden. Wenn Vereine feiern wollen, dann mögen sie es mit eigenen Mitteln tun und diese selbst aufbringen! Das sollten sie mit Rücksicht auf ihre notleidenden Mitbürger tun. So aber schädigen sie diese direkt! Die wirklich wohltätigen Vereinigungen könnten sich dadurch wehren, daß sie sich mit dem Wohlfahrtsamt der Stadt in Verbindung setzen und dort eine gemeinsame Sammelstelle einrichten. Wie seither, so ist für den Einzelhandel der Zustand unerträglich. Er wird von jetzt an allen Sammlern gegenüber die kalte Schulter zeigen müssen, auch wenn ihm in Aussicht gestellt wird, daß die Mitglieder deS Vereins sich anderen Geschäften zu- wenden werden! Rebenbei charakterisiert eine solche Erllärung am besten den Geist dieser „Wohllätigkeit". U. W. haben bereits früher Erwägungen stattgefunden, dem Wohlfahrtsamt Spenden für wirklich bedürftige Mitbürger zur Verteilung zu überweisen. Es wäre zu empfehlen, diesen Gedanken in die Tat um^usetzen, oa wohl nur auf diesem Wege wirklich unterstützungsbedürftige Bürger in gerechter Weife mit einer Spende bedacht würden. Oie Gießener Schulhausbauten. Di« im Laufe dieses Sommers begonnenen Um«, A n« und S ch u l h a u s n e u b a u ten sind sämtlich im Rohbau vollendet. Beim Schulhausbau in der S ch i l l e r st r a ß e ist außer der Fertigstellung des Rohbaues für den neuen Teil bereits das Dach des alten Gebäudes mit neuem Schieferbelag versehen, die Heizungsanlagen vergrößert, die Turnballe zur Aufnahme eines Handarbeitssaals aufgestockt und die neu entstandenen Räume soweit heraerichtet, daß alsbald mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Beim Gewerbe Haus sind die Bauarbeiten soweit vorgeschritten, daß die Vorbereitungen für den inneren Ausbau getroffen werden können. Es wird jetzt hier der Verbindungsbau zwischen diesem Gebäude und der Turnhalle der Pestalozzischule zur Ausführuna gebracht. Die Behelfsschulbauten an der Ga« belsbergerstraße sind von innen und außen bereits mit Verputz versehen; hier wird jetzt die erstmalig für Schuhwecke vorgesehene elektrische Heizungsanlage installiert, so daß etwa Ende die« ses Monats das Gebäude seiner Bestimmung über« geben werden kann. Für das neueSchulgsbäude in den Eich« gärten sind die Ausschreibungen zur Arbeitsver« gebung erfolgt, so daß auch hier in Kürz« mit dem Baubeginn gerechnet werden kann. Daten für Tonntag. 18. November. 1836: der Mediziner Tesare Lombroso in Verona geboren (gestorben 1909); — 1863: dar Dichter Rich. Dehme! in Wendisch-Hennsdorf geboren (gestorben 1920). Daten für Montag. 19. November. 1805: Ferdinand Vicomte de Lesseps, Erbauer des Suezkanals, in Versailles geboren (gestorben 1894); — 1828: der Komponist Franz Schubert in Wien gestorben (geboren 1797); — 1869: Eröffnung des Suezkanals. SchwerelMaÜ auf Dermal burgerStraße Ein schweres Unglück ereignet« sich gestern abend gegen i,^7 Ähr auf der Marburger Straße zwischen der WSllerSburg und dem Wald. Der Hüttenarbnter K a r l Ra u von Wieseck, der sich mit seinem Fahrrad in Begleitung eines Arbeitskollegen namens Decker aus dem Rachhause- weg befand und die richtige Fahrbahn ein- hielt, wurde von einem La st wagen der Firma Denninghofs in Gießen überfahren und schwer verletzt. Wie uns ein Augenzeuge hierzu mitteilt, ereignete sich das Unglück folgendermaßen: Der Lastwagen kam aus Lollar und hatte die Fahrrichtung nach Gießen. Als der Wagen kurz vor der Unglücksftelle fuhr, kamen ihm zwei Personenwagen entgegen, die nicht abblendeten. Infolgedessen und durch den starken Regen verlor der Wagenführer die Uabersicht über die Fahrbahn. Etwa zwei Meter vor sich bemerkte er plötzlich die beiden Radfahrer, die hintereinander fuhren. Er riß nun sofort seinen Wagen herum und wollte den beiden noch ausweichen, waS ihm aber nicht volllommen gelang. Rau wurde gefaßt und kam zwischen die Räder unter den Wagen zu liegen. Sein Fahrrad wurde vom Wagen vollkommen zertrümmert, ihm wurde das linke Dein stark gequetscht und gebrochen. Außerdem erlitt er noch Verletzungen am Kopfe. Sein ^Begleiter Decker wurde in den Graben geschleudert und kam mit dem Schrecken davon. Die Wageninsassen des Lastwagens bemühten sich sofort um den Schwerverletzten und brachten ihn in feine Wohnung, wo Dr. Katz von Wieseck die erste Hilfe leistete. Der bedauernswerte Mann ist heute vormittag seinen Verletzungen erlegen. Die beiden Personenwagen entkamen unerkannt. Bei dieser Gelegenheit wird uns von einem An« wahner der Marburger Straße noch mitgeteilt, daß es geradezu als ein Wunder zu bezeichnen ist, daß nicht schon mehrere derartig« Unglücksfälle auf der Marburger Straße entstanden sind, da es nur wenige Autofahrer für nötig halten, vor einem Radfahrer abzublenden. Vielleicht wäre es der G e n d a r m e r ie möglich, hier Abhilfe zu schaffen. Denn gerade in der Zeit von 6 bis 8 Uhr abends müssen viele Arbeiter die Marburger Straße mit Fahrrädern benutzen. Konzert des „(Sängerkranz". Man schreibt uns: Am 19. Rovember 1928 sind es 100 Iahre her, daß der Großmeister des Liedes, Franz Schubert, sein junges und doch arbeitsreiches Leben beschloß. Wenn der -Sängerkranz" sein diesjäbriges Herbst» konzert am Mittwoch, 21. Rovember, diesem großen Meister widmet, so erfüllt er damit eine Ehrenpflicht. Schubert-Lieder sind Iuwelen im Diadem der Muse deutscher Tonkunst und werden darum auch, solange deutsche Freude am Walten der Natur, deutsches Gemüt und deutsches Lieben, Sehnen und Hoffen nicht aussterben, unvergänglich unter uns fortleben und Sänger und Hörer mit dem reinen Himmelsodem anwehen, dessen wir in der Kunst ebensosehr bedürfen, wie im Leben. Mit den mächtigen Akkorden der „Allmacht" — di« schon Deethoven zu dem begeisterten Ausruf veranlaßte: „Wahrlich, in dem Schubert wohnt ein göttlicher Funke" — beginnend, führt die Vortragsfolge des Konzertes über den Hymnus „An die Sonne" zu dem sinnigen „Gondelfahrer". Im „Dörfchen" findet Schubert Töne feinster Empfindung und innigen Erlebens, während im „Hirtenchor" die Freud« an der Schönheit der Natur jubelnd zum Ausdruck kommt. Als Solist ist der beliebte Frankfurter Tenor Franz Völker gewonnen worden, der außer einigen der schönsten Schubert-Lieder noch zwei Arien von Puccini singen wird. Grctzcrrer Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfund 2,10 bis 2,23; Matte 30 bis 35; Käse, 10 Stück. 60 bis 1,40; Wirsing 12 bi- 20: Weißkraut 8 bis 15; Rotkraut 15 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 20; rote Rüben 10 bis 20; Spinat 25 bis 40; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 Bis 25; Rosenkohl 40 bis 60; Feldsalat 1,00 bis 1,20; Tomaten 30 bis 40; Zwiebeln 12 bis 20; Meerrettich 50 bis 1,50; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 5; Aepfel 23 bis 40; Birnen 10 bis 30; Dörrobst 40; Hagebutten 10 bis 15; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,00 bis 1,10; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 90 bis 1,20; Nüsse 60 bis 80; Eier Stück 17 bis 18; Blumenkohl 60 bis 1,20; Salat 10 bis 20; Endivien 10 bis 25; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50; Wirsing Zentner 10 bis 12 Mk.; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 12 bis 15; Aepsel 20 bis 35; Dirnen 10 bis 20; Kar- toffeln 4,50 bis 4,70. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Obst« und Gartenbauverein Gießen: Vorträge von F. Rehnelt und Obstbauinspektor Enkler über: »Herbst« und Winterarbeiten im Garten". — Geflügel« und Vogelzucht-Verein Gießen u. Umg. 1897 e. V.: Mo- nalsoeriammlung im Hess. Hof, 8 Uhr. — Volks« seuerbestattungsoerein: L.chtbildervortrag in Wieseck, Restaurant „Zum kühlen Grunde", 8.30 Uhr. — Ar« beiter-Radsayrer-Bund „Solidarität": Saal-Sport- fest im Cafe Leib, 8 Uhr. — Verein ehern. 116er: Herbstaeneraloersammlung im Dostkeller, 8.15 Uhr. — Mio.: Winterfest, Turnhalle (Steinstraße). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Rasputins Liebesabenteuer. — Astoria-Llchtspiele: Maciste unb die chinesische Truhe. — Tageskalender für Sonntag. Goethe-Dund: Zweiter Tag im Kammerspiel- zvklus, im Stadttheater: „Der Ackermann aus Böhmen", 11V. bis 12'/, ilfcr. — Stadttheater: „Die Ballerina des KönigS", 18 bis 21 Uhr. - Feier des 25jährigen Meister-Jubiläums, nachmittags 21/» Uhr, im Lass Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: RasputinS Liebesabenteuer. — Astoria-Lichtspiele: Maciste und die chinesische Truhe. — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt« tfjeaterbuteau wird uns geschrieben: Die Intendanz macht nochmals auf den zweiten Tag des Kammerspielzyllus aufmerksam, den das Stadttheater zusammen mit dem Goethe-Bund veranstaltet. Da in diesem Zyklus die au-gewähltesten Werke für intime Theaterkunst gebracht werden. wirb man mit großem Interesse der Aufführung des „Streit- und Trostgespräches .Der Ackermann aus Böhmen"' von Iohannes von Saaz entgegensehen. Es ist das verdienstvolle Werk von Dr. Rudolf Frank, diese volkstümliche Dichtung für die Bühne dramaturgisch bearbeitet zu haben. Intendant Dr. Rolf P r a s ch , der die Leitung des ganzen Kammerspielzyklus übernommen hat, zeichnet auch für diese Ausführung als Regisseur, und wird das Stück durch einige Worte persönlich einleiten. In der Aufführung wirken mit die Herren Ebert-Graf- sow, Knur, Tannert. — Abends findet die letzte Ausführung des erfolgreichen Lustspiels „Die Ballerina des Königs" statt, das au Rudolf Presbers 60. Geburtstag aufgeführt wurde. — Der Spielplan der nächsten Woche beginnt am Dienstag mit der Klassikeraufführung „Don Carlos", dem letzten dieses Werks. — In Vorbereitung befindet sich das moderne Schauspiel „Der Patriot" von Alfred Neumann. — Ehristliche Versammlung, Gießen. Man schreibt uns: Wie aus dem Anzeigenteil zu ersehen, werden die Vorträge des Evangelisten Paul Schwefel, Berlin, am Montag, 19.November, abends 8*/4 Uhr, im Saale des Eaf6 Leib ihren Anfang nehmen. In einem bewegten Zeitalter, wie das gegenwärtige, werden diese Vorträge, die das ewige Teil der unsterblichen Seele betreffen, ein wenig herausheöen aus all diesem Vergänglichen und sorgenvollen Hasten und Sagen des Gegenwartzeitalters, um mit den Dingen von „Ewigkeit zu Ewigkeit" zu beschäftigen. Der Vortragende beginnt denn auch gleich mit der Schöpfung und wird In die Geheimnisse der Macht des Schöpfergottes einsüh- ren, überleiten in die Erlösung durch das vollkommene Opfer Ehristi, die herrlichen Folgen derselben und dann der gläubigen, hoffenden Seele das Leben aus ihrer Heimat, dem Vaterhaus im Himmel, auf Grund des vollbrachten Werkes Christi auf Golgatha zu zeigen. Der Schluß wird aus den gegenwärtigen und zukünftigen Zeitereignissen die ganz« Fülle der Gottesoffenbarungen überschauen lassen und keinen Zweifel über die Echtheit derselben, die im „Duck der Dächer", der Bibel, niedergelegt find, bestehen lassen. Die Vorträge werden jeweils gegen 91/1 Uhr abends beendet und nur mit gemeinsamem Gesang umrahmt sein, so daß für auswärtige Besucher die Züge gut liegen, soweit Autobusse nicht' gemietet werden. Alle Vorträge sind frei für jedermann zugänglich. — Hypothekeng läubiger-undSpa- rer-Schutzv«rband. Nächsten Dienstagabend im Gasthaus „Hindenburg" Vortrag des Abg. Prof. Axt, Darmstadt, über „Der Kamps für das Recht der Entrechteten, eine sittliche und vaterländische Pfllcht!" (Siehe Anzeige.) — Gin Vortrag für Automobilisten findet am Montagabend im „Hotel Schütz" statt. Thema „Neuere Kraftstoffe". Lichtbilder und Experimente werden den Vortrag bereichern. (Sieh« Anzeige.) e ** Di« Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. Die Musern sind durchwärmt. ** Oberhessischer Kun st verein. Die Kollektion D ö ck st i e g e I ist morgen, Sonntag, 18. November, zum letzten Mal«, und zwar in ihrem ganzen Umfang, ausgehängt. Di« Ausstellung bleibt dann wegen Vorbereitung der Weihnachtsausstellung: „Künstlerh ilfe 1928“ bis Sonntag, 2. Dezember, geschlossen. *• Berufung im Gießener 'Betrugs- Prozeß. Wie wir boten, haben die in dem bekannten Gießener Betrugsprozeh verurteilten Angeklagten, der frühere Studienrat H und der frühere Ehemiker R., di« vom Großen Schöffengericht 3 Iahre und 4 Monate, hzw. 1 Iahr und 10 Monate Gefängnis erhalten haben, Berufung eingelegt. Seitens der Staatsanwaltschaft ist ebenfalls "Serufung angemeldet worden. Der Prozeß wird nunmehr vor der Großen Strafkammer erneut aufgerollt werden. ** Anlagenkonzert findet morgen, Sonntag, 11 Uhr, durch das Musikkorps des 1. (Hess.) Bataillons 15. Jnf.-Regts. bei günstiger Witterung am Liebigdenkmal statt. Leitung: Obermusikmeister W. L ö b e r. Die Musikfolge ist: 1. Militärmarsch Rr. 1 von Franz Schubert; 2. Ouvertüre zur Oper „Al« pbonso d'Estrella" von Franz Schubert; 3. Ave Maria von Franz Schubert; 4. Fantasie über Schu- bertsche Lieder von F. Burald; 5. Andante con moto aus der bl-Moll-Symphonie von Franz Schubert; 6. Militärmarsch Rr. 2 von Franz Schubert. * * 8 5 Jahre alt. Wie uns zur Richtigstellung unserer gestrigen Nachricht mitgefeilt wird, begeht Frau Iettchen Rosenbaum, Dammstraße 32 wohnhaft, heute nicht ihren achtzigsten, sondern ihren fünfundachtzig st en Geburtstag. * * V i e hm arkt in Gießen. Der nächste Rindvieh« (Nutzvieh«) Markt in Gießen findet am kommenden Dienstag statt. * * Grober Unfug auf der Cahn. In der Nacht zum 10. November wurde, wie der heutige Polizeibericht meldet, im Flußgebiet der Lahn, Ge- markungsteil Launsbach, auf hessischem Gebiet der dort stehende Dampfbagger gewaltsam beschädigt, so daß das Wasser eindrang, und der große Kahn mit dem Bagger unterging. ** Diebstähle. Wie bet heutige Polizeibericht müteUt, wurde am Donnerstagabend in einer hiesigen Metzgerei und Wirtschaft ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt. Der Dreb schlich sich in das Wohnzimmer ein, erbrach dort einen verschlossenen Schubkasten und entwendete 600 Mark Bargeld. Ferner wurden in den letzten Tagen von Fahrrädern, die kurze Zeit unbeaufsichtigt in Hofen oder an anderen abgelegenen Orten standen, Fahrradlaternen enttoenoet. Personen, denen derartige Catemen zum Kauf angeboten wurden, oder die Wahrnehmungen über die Täter gemacht haben, werden gebeten, stch mit der Kruninalpolizei in Verbindung zu setzen. ** Jubiläumsfeier der vor 25 Jahren geprüften Handwerksmeister. Auf die morgen, Sonntag, nachmittags 2.30 Uhr, im CafL Leib stattfindende Feier des 25jährigen Meisterjubi« läums der im Jahre 1903 geprüften Handwerks- meister sei nochmals hingewiesen Zu dieser Hieran« ftaltung sind sämtliche Handwerker und Freunde des Handwerks mit ihren Familien eingeladen. Ernste und heitere Unterhaltung in Gestalt von Konzert, Männerchören, Theaterspiel, humoristsichen Borträgen und anderen Darbietungen werden die Stunden ausfüllen. Der Aeier, die auch eine Erstarkung des Zufammengehörlgteitsgefühls im Handwerk bezwecken will, ist recht zahlreicher Besuch zu wünschen. (Siehe heutige Anzeige.) ** Verband der Evangelisch-Kirchlichen Frauenvereine in Hessen. Da die oberhessifchen Zweigvereine bei der am 25. Oktober in Darmstadt stattgehabten Hauptversammlung des VerbandeS der Evangelisch-Kirchlichen Frauenvereine in Hessen nur wenig vertreten waren, hat sich die Abhaltung einer Parallelversammlung für Oberhessen als nötig erwiesen. Diese findet am 21. Nov. in Gießen statt. *• Der Hessische Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstätten-Berein) hält seine diesjährige Hauptversammlung am Dienstag, 27. November, in der Lupusheilstätte in Gießen ab. Auf der Tagesord. ung stehen u. a. der Geschäftsbericht für 1917 und ein Bericht über ö«n gegenwärtigen Stand des HellstättenvereinS und seiner Heilstätten, ein Antrag des Vorstandes auf Genehmigung von Hypothekenanleihen für die Kinderyeilstätte Almfrieden, für bie LupuZheilstätte in Gießen (Neumann-Haus) und für die neue Heilstätte für die Tuberkulose Öer oberen Luftwege in Gießen. Satungsar de- rungen, Wahlen und ein Vortrag des Oberarztes Dr. Bommer, Gießen, werden beit übrigen Teil der Sitzung auZfüllen. " Der Geselligkeitsverein Gleiberg veranstaltete am Donnerstagabend im Saale des Cafö Leib einen Unterhaltungsabend, dessen Thema sich mit der engeren Heimat, dem Hüttenberg, beschäftigte. Der bekannte Mundartdlchter Georg Heß aus Leihgestern war als Vortragender gewonnen, der Gesangverein „Eintracht" Leihgestern wirkte unter -Leitung seines Dirigenten D a u t h in hervorragender Weise mit. Der Besuch des Abends war recht gut; auch Gäste aus den benachbarten preußischen Orten hatten sich eingefunden. Die Leitung der Veranstaltung lag in den Händen des Vorsitzenden, Provinzialdirektors G r a e f. Mit dem Sängergruß und dem anschließenden Ehor „Kaiser Friedrich HI.“ eröffnete der Männerchor den Abend. Unter allgemeiner Spannung begann dann Georg Heß seinen Lichtbildervortraa „Hüttenberger Volkstum". Im ersten Teile gab er einen Einblick in die Geschichte des Hüttenbergs und zeigte an Hand schöner Bilder den Bewohner des HüttenbergS. sein Haus und seine Tracht, besonders die malerischen Trachten, die die Hüttenbergerinnen bei den verschiedensten Anlässen trugen. Dann folgten zwei Chöre des Gesangvereins: „Ada", vom Dirigenten D a u t h selbst komponiert, imb „Der Spielmann" von Krämer. Beide Chöre lösten lebhaften Bestall aus. 2m zweiten Teil des Lichtbildervortrags wandte sich Gg. Heß den Sitten und Gebräuchen des Hüttenberges zu. Mit größter Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den uns fast seltsam anmutenben VolkS- bräuchen bei Taufe, Konfirmation, Hochzeit, Trauer, Fastnacht, Kirmes usw. Leider, so betonte der kundige Redner, gibt es kein Mittel, den Untergang der alten Trachten und das Verschwinden alter Sitten und Gebräuche auszu- 1)aHten. Stürmischer Beifall folgte dem mit Humor gewürzten Vortrag. Provinzialdirektor G r a e f gab dem Dank der Versammlung Ausdruck und regte di« Herausgabe einer Geschichte des Hüttenbergs durch Herrn Heß an. Die Mitglieder ermahnte er, weiter zu wirken für den Gleibergverein und neue Mitglieder zu werben zum Vesten der Heimatpflege und Heimatliebe. Gr teilte weiter mit, daß der Verein im ablaufenden Iahr« 1928 für Erhaltung der Ruine und Einrichtung von Toiletteräumen 6000 Rlk. ausgegeben habe und daß auch in den nächsten Iahren noch Mittel in die Ruine gesteckt werden mühten. D. Frey dankte dem Provinzialdirektor für feine erfolgreiche Tätigkeit zur Erhaltung der Burg Gleiberg und rief in humoristischen Worten zum Beitritt in den Gleibergverein auf; mit 3 Mk. ^Jahresbeitrag werd« jedes Mitglied Mid^ besitzer einer altehrwürdigen Dittcrsburg, die noch den Vorteil habe, das Wahrzeichen des Lahn- tales und der Stadt Gießen zu sein. Zwei Chor« des Gesangvereins beschlossen den schönen Abend. ** Kaninchen« und Geflllgelausstel- lung Gießen. Der Kaninchenzuchtveretn Gießen veranstaltete hier unter Leitung von L. K r e i l i n g die 5. Kreisverbands-Kaninchen- und Geflügelausstellung. Preisrichter für Kaninchen war D. Grünh (Offenbach a.0H.), für Geflügel H. Meyer (Wieseck). Unter den 92 Nummern der ausgestellten Kaninchen befanden sich 19 verschieden« Rassen. Am meisten waren die ‘Steinen Riefen, die Weißen Wiener, die Französischen Silberraninchen, die Groß- und Klein-Chinchilla, di« Hermelin, die Rheinischen Schecken, sowie die Schwarzen Klein-Silber-Kaninchen vertreten. Mit Preisen wurden folgenbe Züchter ausgezeichnet : H. Kraushaar (Daubringen), K. Schäfer (Gießen), W. E i d m a n n (Maar), G. Schellhaas (Gießen), 3. L. Wilhelm (Hoinberg a. d. Ohm), Hoffmann (Hof-Güll), K. Kirchner (Gießen), Wilhelm Ulrich (Gte- ßen), Ioh. Appel (Gießen), K. Rühl (Homberg a. d. Ohm), 2. Kreiling (Gießen), Richard G l a g o w (Gießen), Otto S t e i h (Gießen), Karl Damm (Saasen), P. Keil (Ettingshausen) W. Fuchs (Daubringen). Di« beste Gesamtleistung hatte D. Schellhaas (Gießen) aufzuweifen, der auch den Ehrenpreis des Bundes Deutscher Kaninchenzüchter erbielt. Beim Geflügel erfcielfert Ioh. Nicolai (Gleßen) einen Ehrenpreis, Ioh. Appel (Gießen) einen 1'.Preis, Karl Reitz (Stockhausen) einen 1. Preis. Der Ausstellungsraum des Gastwirts Steck, Hammstraße, entsprach den Anforderungen einer Kaninchenausstellung vollkommen. Lleberraschung im Wetzlarer Giabtparlament. WSR. Wetzlar, 16. Rov. Einen überraschenden Ausgang nahm die gestern wegen der Fülle des DeratungsstosfeS bereits für Vormittag anberaumte Stadtverordnetensihung. Ein von sämtlichen bürgerlichen Fraktionen unterzeichneter Geschäftsordnungsantrag schaltete sechs wichtige Deratungspu ckte von der Tagesordnung aus und ersuchte die Verwaltung, sofort eine Stadtverordnetensitzung ein;übenden mit der Tagesordnung: „Schulden und Vermögen der Stad t.“ Dis zur Klärung der Vermögenslage seien neue städtis ch« Arbei - t e n , soweit sie nicht bereits genehmigt seien, \ nicht zu beginnen. Die Unterzeichner erklärten, daß sie gegen jede Verletzung des EtatS- rechts bei der Aufsichtsbehörde Einspruch erheben würden. Unter den abgesetzten Punkten der Tagesordnung befand sich euch die Verwendung von Schenkungsmitteln. Diesen Teck des Beschlusses hat der Bürgermeister in nichtöffentlicher Sitzung als die städtischen Interessen verletzend beanstandet, nxtl dadurch diese Schenlungsmittel gefährdet würden. Er gab den Stadtverordneten anheim, durch Mehrheitsbeschluß dasDerwaltungSstreit- verfahren gegen diese Beanstandung einzuleiten. Vermischtes. Ueberfiihnmg von Fahnen des allen Heeres. Mit einer würdigen schlichten Feier mürben 73 Fahnen und Standarten des ehemaligen 4. Armeekorps sowie des 15., 16 18 und Armeekorps im Magdeburger Dom aufgestellt, 3ai dem Festakt waren der Chef der heeresle.tung General der Infanterie Heye, der Befehlshaber des Wehrkreises IV, Generalleutnant Woe lwarth, ferner der Kommandeur des ehemaligen 4. Armeekorps, General Sixt von Arnim, und Diele Offiziere erschienen. Die Stadt Magdeburg, die Regierung und das Oberpräsidium hatten zahlreiche Vertreter entsandt. Groh war der Anteil der Magdeburger Bevölkerung, die dicht gedrängt den riesigen Mak umsäumte. Nach einem kurzen Gottesdienst hielt der Befehlshaber des Wehrkreises IV, Generalleutnant Woellwarth, eine Ansprache an bie* Mannschaften bes jungen Heeres. Das neue deutsche Heer sei auf ben Grundsätzen echten deutschen Soldatentums aufgebaut, klein zwar an Zahl, aber von dem Gedanken beseelt, dem Vaterland zu dienen. Die Ansprache schloß mit einem dreifachen Hurra auf den Herrn Reichspräsidenten und das deutsche Vaterland. Im Remter des Doms übergab dann Generalleutnant Woellwarth die Ehrenzeichen in die Obhut der Regierung und Regierungspräsident Pohlmann übernahm sie mit dem Gelöbnis, sie zu hüten zum Gedächtnis an die große Vergangenheit. Wettervoraussage. Die Sturmzyklone, die gestern moraen über Irland lag, hat sich innerhalb 24 Stunden in nordöstlicher Richtung bis nach Dänemark verlagert und in fast ganz Deutschland sehr unbeständiges Wetter und erneute Niederschläge gebracht. Die lehr rasch zufließenden kühleren ozeanischen Luftmassen haben bereits zur Durchbrechung der Wolkendecke und zum Uebergang von Niederschlägen in Regenschauern geführt. Da zunächst durch den RÜckseiteneinfluß der Zyklone Kaltluftmassen nach dem Kontinent verfrachtet werden, so führen sie noch zu unbeständigem Wetter mit Regenschauern und Abkühlung. Der gleichzeitig damit verbundene Darometeranstieg wird aber zu Anfang der nächsten Woche zu ruhigerem und freundlicherem Wetter führen. WettervoraussagefürSonntag: Weck^ selnd wolkig mit Aufheiterung, kühler, zunächst noch Regenschauer, westliche bis nordwestliche Winde. Witterun^saussichten für Montag: Ruhigeres, teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, in ber Hauptsache trocken, weitere Abkühlung. Lufttemperaturen am 16. November: mittags 11.9 Grab Celsius, abens 11.0 Grab Celsius: am 17. No« vember: morgens 8.9 Grad Celsius. Maximum 13.5 Grad Celsius, Minimum 8.0 Grad Celsius. — Erd- tcmperaturen am 16. November: abends 8.7 Grab Celsius; am 17. November: morgens 7.9 Grad Cel- sius. — Niederschlag 10.7 Millimeter. — Sonnen- scheindauer eine Stunde. Berliner Börse. Berlin, 17. Aov. (WTD.°Funkshruch.) Nachdem die PanzerkrLUzrrsrage durch die Abstimmung im Reichstag nunmehr geklärt ist. und man auf eine Beilegung der übrigen schwebenden Krisen hofft, ist die Stimmung im heutigen Frühverkehr beruhigter und der Grundton durch- aus freundlich. Geschäft konnte sich zwar noch nicht viel entwickeln. Es scheint aber besonders für Slektropapiere weiter Interesse zu bestehen. Schuckert 246 Geld. Siemens 411, Farben 250,50. Daimler 92,50 bis 92,75, Gesfürel 275 bis 275,50. Am Devisenmarkt nennt man: Paris 124.08. Mailand 92,54, Spanien 30,08, Amsterdam 12,08. Schweiz 25.1925 zu 23.1950, den Dollar 4,1980 zu 4,198250. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 18. November. 24. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche 9.30 Uhr: Pfarrer Becker: 11: Kinder- kirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker: 5: Pfr. Mahr. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld: 11: Kinberkirche für die Johannesgemeinde; Pfr.Aus- selb: 5: Pfarrverwalter Dotzert; 8: Bibelbesprechung im Zohannessaal; Pfarrer Müller. — Kapelle des Allen Jrledhoss. 9.30: Pfarrer Lenz. — Llisabeth- Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Bcchtolsheimer. — Reue Aula der Landesuniversilät. 11.15: Professor Dr. Frick. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst: an- schließend hl. Abendmahl für alle, die noch nicht teilnahmen: 11: Kindergottesbienst. — Vieseck. Ordcnt- liche Kirchenoisitation burch Superintendent Wagner. 9.30(mit Christenlehre): Opfer für den Pfarrhausbau in Groß-Eichen: 1.30: Jugendgottesdienst. — Atten- vuseck. 10, 1. — kirä)berg. 10: Kirchberg: 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Mainzlar: 1.30: Daubringen, Mainzlar. — wahenborn-Skeinberg. 10: Predigtgottesdienst: 11: Kinberkirche. — Hausen- Garbenleich. 10: Garbenteich, 1: Hausen. — Llch. 9.30: Stiftsdechant Kahn (Mitwirkung bes Gesangvereins Cäcilia); 12.45: Kindergottesbienst: 2: Stiftspfarrer Lic. Schorlemmer. Donnerstag, den 22. November. Gießen (Johannessaal). 8 Uhr: Bibelstunde: Pre- diger Schumann aus Barmen. Dienstag, den 20. November. Kirchberg. 8.30 Uhr: Lollar, Bibelstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 17. November. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, 18. November. 25. Sonntag noch Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Deichte: 7: Messe: Kommunion der Jungfrauen, der Hausangestellten und des Elisa- bethenvereins: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 5: Christenlehre und sakramentalische Bruderschaftsandacht. — Grunberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Messe mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Jlibba. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. ConinnnSdientt d.‘21 eiste u.Apotheken nm 18.11.28 Dr. Wolf. Frau Dr. Murr. Hirschavolheke. Zahnarzt: Dr. Adam. 'D ,—Was ist Togal?—-x Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Eie sich nicht durch minderverttge Mittel. Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 5000 Ärzte, darunter viele bedeutende Pro- festoren, die gute Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt In allen Apotheken Mark 1.40 0,46 Chln- 12,6 Uth., 744 Acld. «cet. »*L ad 100 Amyl. 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Es werben aus- gegeben: 5-, 8-, 15-, 25- und 50-Pfennia- Marken zum Verkaufspreis von 10 Pf., 15 Pf., 30 Pf., k0 Pf. und 1 Reichsmark, ein' künstlerisch ausgestattete amtliche Bild- poftkarte (Glückpostkarte) mit eingedruckter 8-Psennig-Marke zum Verkaufspreis von 15 Pf. und Markenhcftchen mit je vier 8° und drei 15-Pfennig-Marken zum Preise von 1,50 Reichsmark. Die Marken find im gesamten In- und Auslandverkehr an Stelle der gewöhnlichen Briefmarken gültig und außer an den Post, schottern auch beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 8, erhältlich. 1012ÖD Den Freimachungswert erhallen die' Deutsche Reichspost und von dem lieber» schuß die Gießener winternothiife 80 v. h., | aber nur dann, wenn die Marken vom. wohlsahrtsamt bezogen werden. verwende jeder und insbesondere für die । welhnachs-, Neujahrs- und Ofterpoft nur die wohlfahrtsbriefmarken und kaufe er sie beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gar- tenstrahe 2, Zimmer Tlr. 8. Gießen, dsn 10. November 1928. Gießener Winternothilfe. Bekanntmachung. Dienstag, den 20. November 1928, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt: samt- liches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttage von 8—9H Uhr vormittags. Der für Mittwoch, ben 21. November 1928, vorgesehene Schweinemarkt finbet am 5. Dezember 1928 statt. 10100C । Gießen, ben 17. November 1928. Der Oberbürgermeister. I. D-: Or. Rasender g._____ Abbruchverkauf. Die Gemeinde Garbentetch verkauft auf dem Wege ber Submission ihr altgelegenes Rathaus nebst einem anhängenden Spritzenhaus. Rathaus 7 X 10, Spritzenhaus 3X5. Das Rathaus ist noch geeignet zu öffentlichen Wohnungseinrichtungen: es besteht aus Fachwerk und gutem, schwerem Eichenholz, mit sämtlichen Türen und Fenstern, Bedachung von Ziegelsteinen. 10133D Angebote sind verschlossen mit ber Aufschrift „Rathausverkauf" bis zum Freitag, dem 23. November nachmittags 2 Uhr auf ber Bürgermeisterei schriftlich einzureichen. Besichtigung kann auf Wunsch täglich erfolgen. Nähere Bebingungen liegen auf ber Awgermeisterei offen. Garbenteich, ben 17. November 1928. Hessische Bürgermeisterei. Burk. das von Grund auf ous deutschem Material von deutschen Arbeitern in unserer Fabrik in Wittenberge Bez.Potsdam hergestellt wird 8000 Arbeiter und Angestellte Ein vorbildliches deutsches Fabrikat SINGER SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT Gießen, Marktplatz 22 9910A MW V MM • HW Verdingung. Zur Errichtung von fünf Einfamilienhäusern und einem Zweifamilienhaus in Wißmar für die Kleinsiedlungsgesellschaft in Wetzlar sollen nachstehende Bauarbeiten in einzelnen Losen getrennt öffentlich ver- geben werben. 101210 Los 1: Schreinerarbeiten. Los 2: Glaserarbeiten. Los 3: Schlosserarbeiten. Los 4: Installation. Los 5: Anstrelcherarbeilen. Los 6: Elektrisches Licht. Angebotsformulare sind auf dem Kreis- bauamt, Zimmer 78, solange ber Vorrat reicht, zu 1 Reichsmark für 1, 2 unb 5, unb zu 0,50 Reichsmark für 3, 4 unb 6 erhältlich. Daselbst können auch die Zeichnungen sowie bie allgemeinen und besonderen Bedingungen unb technischen Vorschriften ein. gesehen werben. Verschlossene unb mit entsprechenber Aufschrift versehene Angebote werden bis zum 24. November d. 3., 11 Uhr, an das Geschäftszimmer des Unterzeichneten erbeten. Oeffnung der Angebote zur selben Zeit in Gegenwart der etwa erschienenen Be- werber. Wetzlar, den 16. November 1928. Der Äreisbaurat MiverWiMestaumni Samstag und Sonntag Große Konzerie Gut bürgert. Mittagstisch auch im Abonnement. 08,31 Schöner Saal noch einige Tage frei Um gütigen Zuspruch bittet NeievGauevbovn. Tanz-Unterricht An einem Studentenkursus können noch einige Damen u. Herren teilnehmen. Tanzabende für Damen i Mittwoch, 61/, Uhr. Herren f Mittwoch, 6 Uhr. Gefl. Anmeldungen werden in meiner Wohnung. Löberstrahe 12, entgegengenommen. 08110 Wilhelm Will Universitäts-Turn- u. Tanzlehrer. Privatunterricht zu jeder Zeit üässia- Schrotmühleo ßüöensdmelder KartotleldtWer Kartoll. Quetschen Strohschneider DöBßerstrener Ulmer PüfiSe alle lande. Maschinen llTrösler.Bützöach Z o VarmMterhaus heute und morgen MOWEEi (Es ladet sreundl. ein der Wirt h.Seipp WELLBLECH - BALITEN WELLBLECHGARAGEN 765V MIT HEIZUNG WOLF NETTERMACOB|wtw 3ERHN w 15 * Finnentrop'/westf Vertr.: Emil Becner, Dammslr.43, Gieflen, Tel. 1190 ”|- IMMt + Eine Erlösung von dauernder Qual Ist das berühmte Spranzband (Deutsches Reichspatent). Kein Gummiband, ohne Feder, ohne Scbenkeiriemen. trotzdem unbedingt zuverlässig, für alle Arten von Brüchen. Leiste vollste Garantie. Glänzende Zeuffnisse, auch Heilerfolge. Aerztlkh begutachtet. Mein Vertreter ist für alle Bruchleidende (auch für Frauen und Kinder) wieder mit Mustern kostenlos zu sprechen in Gießen: Bahnhofbotel Lenz, am Montag, dem 19. 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Symphonie Krofdorser Straße 2 * Heute Abend Odeon - Musikapparate und -Platten werden in allen besseren Fachgeschäften bereitwilligst ohne Kaufvcrpflichiong vorgetührt CARL LINDSTROM A.-G., BERLIN SO 36 % du Am MontÄg, dem 19. November 1928, abends 8 Uhr, hält Herr Diplom-Ing. Penzig von der I. G. Farbenindustrie A.-G. Ludwigshafen a. Rh., im Saale des „Hotel Schütz“ einen gleichzeitigen Veranstaltung des Konzertvereins auf Freitag, den 23. November abend* 201/« Uhr, Aula der Universität, verlegt. Mitglieder Eintritt frei. Einzelkarten RM.l.—.Studenten, Schüler und Militär 50 Pfg. bei Verlags Buchhändler Dr. Töpelmann, Stidanlaje 4 p., und an der Abendkasse. Auto Tag u. Nackt. 078,3 Telephon 1744. ein bemer In der /en Ijt Gießener Ortsgruppe des A. D.A.C Auto- und Motorrad-Club Gießen Motorsport-Club 1926 an 3n de K"$ lich der genonnn tonl uni Dettach' ley-en f brnchi den.der Herzlichen Dank für die vielen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung Hermann Diehl u. Frau Lina geb. Nocker Nödgen, den 17. November 1926 Freundliche Einladung zu denVorträgen des Evangelisten Paul Schwefel, Berlin vom 19. bis 25. November, hn Saale des Caf6 Leib in Gleben, WaLtorstraüe 36. abends 8*/« Uhr. Vortragsfolge: Montag, den 19.Nov. 1928: Die Schöpfung Im Lichte der Bibel, l.Tell Dienstag, den 20. Nov. 1928: „ „ „ „ „ „ 8. Teil Elittwooh, den 21. Nov. 1926: Dis Erlösung. Donnerstag, den 22.Nov. 1928: Die herrlichen Folgen der Erlösung. Freitaj, den 23. Nov. 1)28: Das Lebe j nach dem Tode. Samstag, den 24. Nov. 1938: Das Kommen des Herrn Jesu. Eonnta -, den 25. Nov., nachm. 3 Uhr: Wie w.rds im Himmel sein? Sonntai, den 25. Nov. 1928, abends 3'/, Uhr: Dia regenwärtlgen und zukünftigen Ereignisse im Lichte der Bibel. Ferner Erbauungsstunden: Dienstag bis Freitag, nachmittags 3*/t Uhr, im Lokal Löwengasse 9 Hinterhaus. Samstag, nachmittags 3 Uhr: Kinderversammlung. haben den klaren natürlichen Ton, der erst den reinen Musikgenuss schaffL Au dem vielseitigen Programm nur ein paar Proben t Richard Tauber O - 8352 O Mädchen, mein MBächen Sah ein Kn ab* ein Röslein stch’n aus Lehars Singspiel »Friederike" O - 4018 Im Rolandsbogen Dajos B6la mit seinem grossen Symphonie-Orchester O - 6648 Fantasie aus .Tosca* O - 6665 Fantasie aus .Bohfime" Berliner Lehrer-Gesangverein „Neuere Kraftstoffe“ Wir laden zu diesem interessanten Vortrag jedermann WSSeMWM Telephon 189 Tag unö Hflöjt geheizte Dogen! 10124D Sonntag, den 18. November 1928 Mittagessen Ufa-Symphonie-Orchester O - 6664 Im Reiche des Indra Berlin, wie es weint und lacht Franz von Blon mit seinem Blasorchester O - 2552 Der alte Fritz, Marsch In Wind und Wetter, Marsch Dienstag, den 20. November, abends 81/* Uhr, spricht im Saale der Nestauration Hindenburg Professor Axt (M.d.L.), Darmstadt N W Im te M null Die WMeiev - eine fiiiiine unö omenMKöe Ml! Alle Inflationsgeschadigten, die Mitglieder des Rentnerbundes, des Sparerbundes und der Volksrecht-Partei sollten Zu der am Sonntag, 18. November, nachm. 2% Uhr, im Saale des CaM Leib, Gießen, Walltorstraße, stattfindenden Feier des 25jährifien Meister-Wläuins der 100 Handwerksmeister, die im Jahre 1903 In Gießen die Meisterprüfung abgelegt haben, verbunden mit der Wiedersehens- feier laden wir hiermit alle Innungen und sonstigen handwerklichen Vereinigungen sowie alle Meisterinnen und Meister herzlichst ein, an unserem Jubiläumstest uns durch ihr Erscheinen zu erfreuen. — Wir sind in der Lage, ihnen in frohem Handwerkerkreise erhebende und genußreiche Stunden in Aussicht fc «ifte, 2"- 7er' M hcj Vortrag mit Lichtbildern und Experimenten über Für die vielen Glückwünsche, Älurnenspenben und Geschenke anläßlich unserer Vermählung sagen wir unseren innigsten Dank Heinrich Hahn und Frau geb. Mooh Großen-Äuseck, den 17. November 1928 10115D GesellscHaftfürErd- n. Völkerkande zu Gießen Der für Donnerstag, den 22. November, angezeigte Licbtbildervortrag von Dr. Hans Maier-Leipzig über „Land. Leute und WirMall der Mandschurei“ Krebssuppe in Tassen Schwedische Fischspeise Böhmischer Edelfasan mit Ananaskraut und Croquettes-Kartottei Kalter Weinschaum mit feinem Gebäck Reiche Auswahl in Einzelplatten 8654A QnhlnR Pnfd Sflnrhlirn Herrl. Aussicht Marburgs. Qualitäten yU|!iui8leUuIu$ "ml lllll y allererster Güte. — Auto-Halteplatz Drucksachen aller Art stattung stilrein und preiswert die vrüdl'fcke UnioerfttSts-Vruck-rei. R. kanae. Siesten. Scbulftr. 7 |j2rrammepfeeri I Elektrische Neu-Auifnahmen SerigPolyfar DiePressesagtllnerreicht! n lilln i iW^firTi iiiii—»in Bereitwilliges Dorspiel in allen unseren offiziellenVerltaufssiellen-Deuhche GraTnmophon-Akiierigeselbchalt bwhi^ s? Ü.E Mversen Des Ak btn 5rört 3 HM' Dai engt flirft. 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Eintrittskarten: RM. 4 —, 3 — und 2.— bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. Oie glückliche Geburt eines Sohnes zeigen an Marlis Schütte-Reuschling Herm. Schütte Bremen «Lehesterdeich 10104V ' Wem Konzertverein Donnerstag, 22. November 1928, 19’A Uhr, im Stadttheater 11)0290__________________________________________________________ nr. 272 Drittes Blatt KonsoMiemngdesFriedens? Außenpolitische Umschau. Don Or. OttoLoehsch, o.professor der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. jv In der letzten Docke ist des zehnjährigen Gedenktages der Ereignis e von 1918 g-dacht worden. Mehrfach haben die Staatsmänner nameni- lich der neu entstandenen Staaten dazu Stellung genommen. Jeder hat seine Friedenslmie betont und Mussolini glaubte in einer solchen Betrachtung sogar feststellen zu können, daß die letzten -eh« Jahre die Welt vorwärts gebracht und aus dem Druck befreit hätten, unter den der Krieg sie gestellt hatte. Für die spezifisch außenpolitische Betrachtung ist uns aber wichtiger und richtiger, was in einer solchen Aeuherung der langjährige englische Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon, der gewiß die Politik des letzten Jahrzehnt- genau kennt, her- borgehoben hat, daß nämlich im letzten Jahre ein bemerkenswerter und betonter R ü ck s ch l a g in der Politik der Befriedung Europas eingetreten sei. Das bestätigt auch unsere Auffassung. Gewiß bat sich gar manches, was aus dem Zusammenbruch hervorgegangen ist, bemerkenswert konsolidiert. Aber ist der Glaube an die Beständigkeit und Sicherheit der Verhältnisse in Europa wirklich fest und stark genug? Befindet sich Europa wirklich in einem Zu st and des Friedens, an den eS glaubt? Diese Frage aufwerfen heißt, sie verneinen! Das Vein wird durch die immer weilergehenden Erörterungen über die englisch-französischen Beziehungen, die zuletzt auch das englische Parlament beschäftigten, nur verstärkt. Auf der anderen Seite hat Amerika, auf dessen Mitarbeit es so entscheidend ankommt, durch den Mund seines Präsidenten sehr deutlich ausgesprochen, daß es zwar zu solcher Mitarbeit bereit sei, daß es aber ablehne, durch seine Mitarbeit, wie der ungemein zutreffende Ausdruck von Eoolidge lautet, „die künftigen Kriege Europas zu finanzieren". Mit einer bemerkenswerten Verärgerung gibt Coolidge der amerikanischen Meinung Ausdruck, daß nachdem Amerika durch seine Anleihen und die Seeabrüstung Europa entgegengekommen sei, dieses durchaus nicht Bereitwilligkeit zeige, Amerika entgegenzukommen, es verhindere vielmehr die Abrüstung und betreibe keine friedliche Politik. Europa ist gesagt; gemeint ist natürlich Frankreich und in allererster Linie England. Es ist zunächst die Frage des Dawes- planes, der eine neue Probe für die Bereitwilligkeit zu einer europäischen Zusammenarbeit sein wird. Denn die Revision des Plans ist doch nicht nur eine deutsche, sondern int höchsten Sinne eine europäische Angelegenheit. Mit dieser Last und allen Schwierigkeiten und Fesseln dazu kann ja Deutschland nicht zu einem wirklich mitarbeitenden Gliede einer europäischen Gemeinschaft werden. Die französische Regierungskrise ist für die französischen Parteiverhältnisse und Poin- rare selbst natürlich wichtig. Für die Außenpolitik ist sie fast ohne Bedeutung. Briand ist Minister geblieben und Frankreich geht in der bisherigen Weise weiter. Das bedeutet aber in der Frage des Dawesplanes, dah sich Frankreich bereits in einer äußerst gefährlichen Weise fest gelegt hat. Es will an eine Erörterung dieser Regelegenheit nur herantreten, wenn es durch die deutschen Zahlungen sichergestellt weih, den Betrag seiner Schulden an Amerika und dazu die Kosten für den Aufbau der zerstörten Gebiete. 3n der gleichen Weise hat sich England ^eftgetegt, das den Grundsatz der Balsvur- Rote als Richtschnur nimmt, nämlich, soviel an ReparationsgeldeÄi zu erhalten als sein Schul- benbetrag an C*nerifa beträgt. Damit aber ist die Diskussion eigentlich schon erledigt. DaS ist bann keine unabhängige Untersuchung mehr. Das ist bereit die Bindung der Sachverständigen an Instruktionen, die Deutschland unbedingt ablehnt. Hnb eine solche Bindung schließt von vernhrrein die M i t- arbeit Amerikas in dieser neuen Sach- verständigen-Kommission aus, ohne die das ganze nur verlorene Zeit ist. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) r nTMi—wwi——rwnraiMiiin1’ ——n—- — IM ■ -Tiirwimi Reben dieser Frage wird in der Oeffentlich- keit übersehen, daß die deutsch-russischen Beziehungen vor dem Beginn einer neuen Phase stehen. Ihr langjähriger Träger. Graf Brockdorsf-Rantzau, ist durch einen plötzlichen Tod seiner Tätigkeit entrissen worden. Das ist eine Lücke, die sehr schwer auszusüllen sein wird. Er starb gerade in einem Momente, da die Verhandlungen wieder au,genommen werden sollten, die infolge des Sch chtY-Prozesses im Frühjahr abgebrochen waren. Diese Verhandlungen sollen jetzt wieder beginnen. Ist die deutsche Politik und ist die deutsche Wirtschaft in jeder dafür notwendigen Weise vorbereitet und gerüstet? Ist überall die Einsicht vv Händen, daß diese deutsch-ausii chen Wirtchastsverhandlungen von großer Wichtigkeit sind? Auch auf einem schr wichtigen weltpolitischen Hinterg u. de, der ja auch ganz unverkennbar ist und den wir ja auch nur anoeuten? Wir haben mancherlei Zweifel in bezug auf diese Fragen und wünschen nachdrücklich, dah mit aller Konzentration, Geschlossenheit und höchstem politischen Verständnis diese Verhandlungen geführt werden. Sie sind keineswegs nur technischer Ratur, wie es nach den Äamen der von Deutschland dazu ernannten Vertreter — deren Fähigkeit wir gar nicht bestreiten wollen, von denen indes mir ganz wenige Rußland wirklich kennen — scheinen möchte. Es sind im höchsten Sinne des Wortes politische Verhandlungen I Deutschland hat mit Rumänien seine finanziellen Strei fragen zum Abschluß gearadju Ein diesbezüglic.,es Abkommen ist am 10. Rovenrber Unterzeichner worden. Dadurch werden regelmäßige wirtscha t iche Beziehungen nut Rumänien erlei ert und kann sich Deutschland auch an der Krcd.tcution für Rumänien bei il gen. Der ilm- schwung. der sich in die,em Lande türz.ich vollzogen hat, mit dem ileaergang von den Liae- raten auf die Bauernpar.ei, ist doch erstaunlich. Die bisherige liberale Diktatur (was eigenrlich ein Widerspruch in sich selbst ist) ist vom Platz abgetreten. Run will Maniu darangehen, das in außerordentlichen Schwierigkeiten befindliche Land zu konsolidieren und zu ordnen. Das wird eine große Arbeit werden! Denn durch die Schuld der liberalen Herrschaft unter den Bra.ianos ist nur äußerlich der Schein erweckt worden, dah dies aus dem Krieg berüorgegang.ne ©coß- Rumänien ein geordneter und starker Staat sei. Tatsächlich ist er von den Staaten des europäischen Sudostens der innerlich schwächste, der noch am wenigsten den Zusammenhang seiner Teile hat Herstellen können. Eine gewaltige politische und wir.schäft iche Aufriumungsarb.i. iegt vor dem neuen Kabinett, das dann wohl auch daran gehen muh, die Frage zu lösen, die zwischen Rumänien und Ruhland immer noch of,en ist. Ohne einen Friedensschluh mit Rußland kann Rumänien seine Stellung außenpolitisch nicht völlig festigen. Oie Iloi der Eisenbahngemeinden. Reichsbahn und Reichsbesteuerungsgesetz. Don Dr. Kottenberg, Äeigeordneier des Reichssiädtebundes. Die Klagen über die verhängnisvolle Produktivität unferer Gesetzgebung sind bekannt. Um so einzigartiger dürfte der Fall dastehen, daß ein wichtiges Reichsg^etz seit mehr denn drei Jahren nicht durchgefüyrt werden kann, weil die Reichsausführungsbestimmungen dazu bis heute nicht erlassen sind. Es handelt sich um das Gesetz über die gegenseitigen Besteuerungsrechte des Reiches, der Länder und Gemeinden vom 18. August 1925 (Reichsbesteuerungsgesetz). Dieses Gesetz bestimmt, dah die Reichspost und die Reichsmonopo (Verwaltungen, vor allem aber die Reichsbahn, da sie keine Gewerbesteuer an die Gemeinden zahlen, diesen wenigstens Zuschüsse zu den gemeindlichen Verwaltungskosten zahlen müssen. Die Reichsbelriebe. zumeist die Reichsbahn, die zahlreiche Kopf- und Handarbeiter mit vielfach kinderreichen Familien beschäftigen, tragen in ganz besonders hohem Umfange mehr als der aller- größte Teil der anderen Gewerbetreibenden, zu den gemeindlichen Derwaltungskosten. besonders zu den Schul-, Wohlfahrts- und Wohnungsbaulasten ihrer Mohngemeinden bei. Zur Abgeltung dieser durch eine Beteiligung an der Gewerbesteuer nicht gedeckten gemeindlichen Lasten gibt daher das Reichsbesteuerungsgesetz von 1925 den Arbetterwohngememden. wenn die Kopfzahl der tu ihnen wohnenden Reichsbetriebsarbertnehmer mit Angehörigen einen bestimmten Prozentsatz überschreitet, einen Anspruch auf Leistung kompliziert berechneter DerwaltunaSkosten- zuschüsse. Aber das Reich bzw. das Reichs- finanzminlsterium hatte die Rechnung ohne die Reichsbahn gemacht. Dieser gab das Reichsbahngesetz vom 30. August 1924, das tn § 14 die Auferlegung neuer steuerlicher Lasten auf die Reichsbahn verbietet, willkommenen Anlaß zu behaupten, es handele sich bei der gemeindlichen Zuschubpf licht um eine „neue steuerliche Belastung". Mit dieser eigenartigen, nur dem Interesse der Reparationsgläubiger entsprechenden Motivierung fand die Reichsbahn Verständnis bei dem gemäß § 44 Reichsbahngesetzes zur Entscheidung dieser Frage berufenen Reichsbahngericht. Rach einer im ^Rärz 1926 gefällten Entscheidung lehnte die Reichsbahn bisher alle Zu- schußleistungen auf Grund des Reichsbahngesetzes ab. Da etwa 9/10 aller gemeindlichen Zuschuß» ansprüche auf Reichs bahnbet riebe entfallen, wurde damit praktisch die Durchführung des Gesetzes | überhaupt unmöglich, da auch das Reich die erforderlichen Durchführungsbestimmungen nicht erließ. Bei dieser Sachlage erhob sich für das Reich die Frage, was zu tun sei. Man konnte unmöglich das Gesetz einfach unausgeführt lassen, aber andererseits mochte das Reich auch nicht für den Ausfall der Reichsbahn einstehen. So begannen langwierige Verhandlungen wegen der gutwilligen Zahlung von Zuschüssen mit der Reichsbahn, die endlich dazu führten, daß diese sich bereit erklärte, ab 1925 jährlich eine feste P auschal- summe zu zahlen, die mit 2,5 Millionen Mark rund iA des tatsächlichen Gemeindebedarfs deckt. Die Gemeinden werden zu prüfen haben, ob sie sich mit dieser Lösung abfinden und auf ihre gesetzlich klar begründeten Ansprüche größtenteils verzichten, oder ob sie die Erlangung der ihnen zustehenddn Beträge durchsetzen wollen. Die Frage ist, ob gesetzlich begründete Ansprüche der Gemeinden unter Hinweis auf die Reparationslasten der Reichsbahn beiseitegeschoben, die Gemeinden also zu Mitträgern der Reichsbahn-Reparationslasten gemacht werden können oder aber, wenn schon Die Reichsbahn diese Lasten tatsächlich abwälzen kann, sie das auf die Gesamtheit, auf das Reich tun muß, nicht aber auf diejenigen Gemeinden, die zufällig und ohne ihr Zutun mit Lasten verursachenden, aber steuerbefreiten Reichsbahnbetrieben gesegnet sind. An allgemeiner Bedeutung gewinnt die Frage noch dadurch daß eS meistens kleine oder mittlere Städte sind, in Denen sich die in der Hauptsache zuschutzpflichtigen Bahnbetriebs- werke befinden. Rian mache sich klar, was eS für diese bedeutet, seit mehr Denn Drei Jahren Verwaltungszuschüsse entbehren zu müssen, die vielfach einen erheblichen Bruchteil der örllichen Gewerbesteuerbelastung ausmachen. Was die Reichsbahn zu zahlen sich weigert, mußten seit 1925 in diesen Städten Die Gewerbesteuerpslich- tigen durch erhöhte Gewerbesteuer zulegen! Wo eine solche weitere Anspannung der Gewerbesteuer nicht möglich war ooer ist, trägt die Gesamtheit Den Schaden, indem entweder wichtige kommunale Ausgaben unerfüllt bleiben, oder aber Die Ordnung des gemeindlichen Haushaltsplans nicht länger möglich ist. Bei dieser Sachlage scheint weitere Vertagung, ein Vertrösten der Gemeinden auf Die von Der Geld fällt vom Himmel. Roman von paul Enderling. Copyright by Carl Duncker. Verlag. Berlin. (Schluß.) Sie war gleich bei ihm. „Wenn du wünschest, Batet. Ick tue es gern.'7 Seine Hände suchten sie und faßten ihre Rechte. „Nein, ich fcinte dir. Du hast genug für mich getan. Wunderbar, wieviel Ruhe aus den paar elfenbeinernen Tasten strömt! Oder sind sie gar nicht ans Elfenbein?" ,Lch weiß nicht." Sie sah ängstlich in sein Gesicht, das zum Balkon hinüberstarrte. Plötzlich neigte er sich zu ihrem Ohr. „Er weiß es", flüsterte er. „Aber wissen es auch andre?" Sie wußte sofort, was er meinte. „Nein, Vater. Ick habe ihn gefragt. Es wird so viel über dich gesprochen, dah er es erfahren haben müßte." „Gut", sagte er befriedigt. Seine gebeugte Gestalt straffte sich wieder. Der alte Trotz meißelte wieder Die Furchen um die Mundwinkel ein. „Das ist gut" Er wandte sich ab, seinem Zimmer zu. „Hast du mir sonst nichts zu sagen?" flehte ihre Stimme. Einen Augenblick zögerte er, wie gebannt von ihrer Bitte, dann fuhr der Kopf wieder in den Racken. „Ein andermal." Er betrat sein Arbeitszimmer, dessen Tür sich hintsr chm schloß. Inges Hände sanken herab. So war es jeden Tag ... Er näherte sich ihr, als ob er etwas Wichtiges sagen wollte, und ging wieder. Trieb ihn noch immer die Scham fort, weil (Stottert seine Blindheit erkannt hatte? Sie hörte ihn schon wieder diktieren. „... Unvergeßlich ist so ein Tropengewitter. Alle Flammen der Hölle schlugen stundenlang auf die Erde. Die avvanet lagen platt auf der Erde und beteten sinn- lvse Gebete ... Nein, ftreid)en Sie .sinnlose' aus! Sie hatten schon Sinn für jene ..." Inge lief hinaus zu ihm, der abwartend da- ftenb. "Will er noch immer nicht mit mir reden?" "Watte ab, Liebster!" Wie lange werde ich wohl noch warten können? dachte et, auf die Stadt drunten blickend, in deren verworrenen Häusern sich irgendwie sein Schicksal braute. „Sieh!" Et folgte ihrem Blick: der Regenbogen verblaßte auf der dunkeln Wolkenwand. Ihn fröfteUe. Der Bogen des Stiebens verschwand. Und im gleichen Augenblick, in dem er das empfand, wußte er auch, warum es ihn so durchschüttette. Die Serpenttnenstraße herauf wat ein Auto gekommen, das nun vor dem gelben Haus hielt ugd dem zwei Männer entstiegen. In dem einen glaubte er diesen Kiewening zu erkennen — aber vielleicht war auch nur dies Watten, dies netoenzetteibende Watten schuld, das er in diesem Menschen seinen Feind erkannte, diesen kleinen und doch so gefähr- lichen Feind. Hundett Silber wirbelten durch sein Hirn, während die beiden unten eintraten. Das letzte waten die Zeitungen mit ihren aufpeitschenden Notizen und Berichten über die Fälschungen. Uebrigens hat- ten sie mit einem Schlag, wie auf ein Kommando, aufgehört, sie waren gekommen und entschwunden wie eine Springflut. Nur einige verbissene Han- belsrebafteure artifelten noch über den Zusammenhang mit dem Sowjetkonareß in Paris. Ach, das wat alles gleichgültig, wesenlos geworden wie ein Spuk. Aber das, was da nahte, war Wirklichkeit, die ihn angriff. Der Diener kam und meldete zwei Herren an, die sich nicht abmeifen lassen wollten und die Herrn Grotteck zu fpredjen wünschten. Der eine habe sich als Kriminalbeamter legitimiert, setzte er in schlecht verhehlter Neugier hinzu. Ehe Grotteck sich gesammelt hatte, traten sie schon ins Zimmer. Kiewening stand wichtig, gespreizt. „Wit kennen uns ja schon, Herr Grotteck?" sagte er in forciert gemütlichem Ton. Oh, dachte er — ich weiß, wie man bestimmte Leute am ehesten zum Geständnis bringt! „Ich bin Kurt Grotteck, ja. Was wünschen Sie?" Der Beamte stellte sich vor. „Es handelt sich nur um eine Kleinigkeit, die sich sichet bald auftlären wird. In Ihrer Wohnung wurde uns gesagt, baß wir Sie hier treffen würden. Sie hatten Nachricht hinterlassen. Nun, bas zeugt von gutem Gewissen." Grotteck verneigte sich leicht. Inge, die die Menschen hinausweisen wollte, bebte zurück, als sie sein Gesicht sah, das totenblaß wat. Der Beamte änderte plötzlich seinen Ton und fragte, ihn scharf anschauend: „Wollen Sie mir, bitte, sagen, woher das Geld stammt, das Sie auf der Stuttgarter Bank deponiert haben? Aus den Einkünften, die sie eine Zeitlang vom hiesigen Rundfunk bezogen, stammt es doch wohl kaum?" „Nein." Er versuchte zu lächeln, aber das Lächeln schmerzte. Haltung! sagte er sich. Kiewening schob sich vor. Et zog die Augenbrauen hoch und sagte bedeutsam: „Wit wissen, daß es mit diesem Herrn Brod alias Blinsky zu- sammenhängt. Ja, das wissen wir auch. Wo steckt er?" Inge wandte sich ihm zu: „Wenn Sie den einstigen Ptioatfektetär meines Vaters meinen, — er ist tot. Et ist das Opfer eines Eisenbahnunfalls auf dem Pariser Bahnhof St. Lazare geworden." Kiewening verlor seine überlegene Haltung und murmelte etwas wie „außerordentlich leid ..." Er meinte es ehrlich: nun würde er den zugesagten Vorschuß, auf den er fluchend gewartet hatte, in den Schornstein schreiben können. Er verlor fast alles Interesse an dem Verhör. „Ich war es meinem Institut schuldig", begann er verwirrt. „Dem Institut Okulus —" Einen Augenblick sah es aus, als ob er seine Empfehlungskarte ziehen wollte. Der Beamte drängte ihn beiseite. „Also Sie sind so fteundlich, uns zu sagen, woher das Geld kommt? Wit können Sie dann gleich verlassen." Inge trat zu Grotteck und berührte sein« Hand. Er sah sie nicht an, aber diese leichte Berührung war wie ein elektrischer Schlag, der sein ganzes Wesen durchzuckte. Nebel traten vor seine Augen. Alles versank: Ruf, Ehre, Name, Grotthausen, die Mutter, Inge — Nun mußte es gesagt werden. „Ich habe es ... Es ist mir ..." Et stockte. Wenn er jetzt sagte: „Es ist mir vom Himmel gefallen", bann sperrten sie ihn ins Irrenhaus. Es war vielleicht besser als alles andere. Er riß sich zusammen. „Das besprechen wir wohl besser braußen, meine Herren." Samstag, 17. November 1928 Reichsbahn bewilligten Abschlagszahlung unmöglich. Das Reichsfinanzministerium sucht nach einet Lösung, die Den Säckel des Reichs schonen soll. Keinesfalls kann e.ne Lösung Eingenommen werden, Die D.e R.ichsbahn-Reparationslasten auf Die Reichsbahn gemeinden mit aawälzt. Läßt sich Die volle Zahlung Der Zuschüsse Durch die Reichsbahn nicht durchsetzen, so kann nur das Reich, nacht aber diese oder jene Gemeinde mit dem Ausfall belastet werden. Oberhessen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linben, 16. Noo. Am Donners- tagai/enD h.ett Millionär Jurgens, der lange Jahre in Ql’rifa und Sumatra als Missionav täiig war, in unserer Kirche einen Lichtbilder- vortrag. Im Rahmen eines Vollsmissions- gottesd lenstes sprach er über das Thema „Flucht aus dem Leben", als dem traurigsten und ernstesten Kapitel aus dem menschlichen Leben. Die am Schluß Der Veranstaltung erhobene Kollekte kommt Der Bo Emission zugute. ck. H e u ch e l h e i m, 16. Nov. Der Reichsbund der Kriegs beschädigten veranstaltet am kommenden Sonntag in der Turnhalle ein Konzert zum Besten der Kriegsblinden. In anerkennenswerter Weise haben sich die hiesigen vier Gesangvereine für diesen wohltätigen Zweck zur Verfügung gestellt. Außerdem konzertiert noch die Stapelte Topp-Krengel (Gießen). *Alten-Buseck,16. Noo. Am nächsten Sonn- ta" veranstaltet der hiesige Mandolinenklub im Saale von Einhäuser ein Mandolinenkon- ze rt. Das Orchester wird durch Mitglieder des Wiesecker Mandolinenvereins verstärkt. Außer dem Orchester wirkt die hiesige Sängervereinlgung noch durch Liederoorträge mit. . Aus Dem Busecker Tal, 16. Rov. Infolge des gelinden Herbstwetters konnten die Destellungsarbeiten auf den Feldern planmäßig vorgenommen werden. Sie dürften in unserem Tale jetzt als beendet angesehen werden können. Rur ganz selten sieht man noch einen Stoppelacker. Die Herbstsaat ist sehr schön und gleichmäßig aucgegangen; die Roggen- und Weizenfelder bieten einen erst üblichen Anblick. Schnecken- und Mäusefraß ist in diesem Herbste anscheinend gering. Die Feldmäuse werden zur Zeit vielerorts mit Gift- weizen und Gaspatronen bekämpft. § Saubringen, 16. Rov. Das Leitungsnetz, sowie Die Stratzenbeleuch- tungsa nlagen unseres Dorfes wurden seitens des Lleberlandwerkes der Elektrizitätswerke Der Stadt Gießen einer durchgreifenden Rachprüfung unterzogen. Die gesamten Anlagen, Die bereits im Jahre 1912 gebaut wurden, haben sich seit dieser Zeit gut bewährt, und nur g<^ ringfügige Verbesserungen brauchten vorgenommen zu werden. Eine Anzahl oberirdischer Zuleitungen, Die bislang noch au8 Eisendrähten bestanden, wurden durch solche auS Kupfer ersetzt. Fast sämtliche Holzmasten sind im Laufe Der Jahre, obgleich man damals einem Faulwerden in Der Erde durch verschiedene Konservierungsmittel vorbeugen wollte, faul und unbrauchbar geworden und mußten durch neue ausgewechselt werden. Die ©tfenmaften bedurften hin und wieder nur einer mehr oder weniger stärkeren Defesti- aungsschicht aus Beton. Holzmasten der Hochspannungsleitung nach Staufenberg und Alten- Duseck zu werden gegenwärtig ebenfalls durch neue ersetzt; dasselbe ist auch bei etwa schadhaft gewordenen Hochspannungsdrähten der Fall. — Die Bautätigkeit, die hier im vergangenen Frühjahr und Sommer vollständig darnieder lag, hat erst im Rachsommer eine starke Belebung erfahren. Ein Wohnhaus wurde jetzt noch im Rohbau fertiggestellt, während eine Anzahl größerer Wvhnungsbauten, Die man als selbständige Häuser anfprechen kann, der Vollendung des inneren Ausbaues entgegengehen. Daneben wurde noch eine größere Menge Ställe, Scheunen, sowie Ergänzungs- und Erwetterungsbauten selbst bis in den Spätherbst hinein begonnen. Sie sind zum größten Teil schon fertiggestellt. : Lindenstruth, 16. Rov. Die Feld- herein igungsarbeiten in dem der Wie- seck entlang sich hinziehenden Wiesengrund sind Kiewening stieß Den Beamten an. Haben wir ihn oder nicht? hieß seine Geste. Der Kommissar nickte. „Sie können das Zimmer bestimmen." „Nein. Nicht in diesem Haus. Ich folge Ihnen, wohin Sie wollen." Er versuchte zu gehen, aber seine Füße gehorchten ihm nicht. Wie aus weiter Ferne hörte er Inges feste, klare Stimme. „Was für Geld meinen Sie, meine Herren? Und um welche Summe handelt es sich?" Der Beamte nannte bereitwillig dem schönen Mädchen die Summe, und Kiewening bestätigte sie mit energischem Kopfnicken. Nun war es zu Ende. Nun mußte sie von ihm fort. Wenn sie jetzt nur nicht sprach! Alles würde leichter sein, wenn sie jetzt nicht sprach. Aber ihre Stimme klang wieder, uno er wagte in Scham und Reue nicht hinzuhören. Da fuhr er herum. Was sagte sie? „Sie haben sich ganz umsonst bemüht, meine Herren", klang es herüber. „Das Geld stammt von mir. Es ist genau die Summe, die ich Herrn Grotteck zur Verbesserung seines Gutes gab." „Sie?" fragte der Beamte verwundert. „Wir haben natürlich keinen Grund, diese Angabe zu bezweifeln, aber Sie erlauben wohl, daß wir nach Dem Grund fragen. Der Sie zur Hergabe einer so bedeutenden Summe veranlaßte." „Sie ist für mich nicht so bedeutend", sagte Inges klare Stimme. „Und der Grund ..." Sie brach ab. Sie sah hinter den Beamten ihren Vater stehen. Er hatte wohl schon die ganze Zeit zugehört. Ihre Stimme zitterte nur ganz wenig, als sie fortfuhr: „Der Grund? Herr Grotteck ist seit langem mein Verlobter." Ihre Augen flammten trotzig, als sie sich zu Grotteck bekannte. Schweigen fiel in den Raum, schwer und drückend. Man hörte einen kleinen Vogelschrei draußen im Garten. Der Beamte faßte sich zuerst. „Natürlich, Dann ist unser Auftrag erledigt/ Seine nächsten Worts galten mehr Kiewening als den andern: „Wer eine Tochter Brodersens *ur Braut hat, steht außerhalb jedes solchen Verdachts. Wir bitten um Entschuldigung." Als er den Hausherrn erkannte, zögerte er. Er wartete auf eine Bestätigung dieser überraschenden so weit fortgeschritten, daß die neuen Grund- stücke noch vor Weihnachten den zukünftigen Besitzern zugcwiesen werden können. Die Ausführung der Arbeiten hat 2 Jahre in Anspruch genommen. 3n Verbindung mit der Feldbereinigung wurden -Wei neue Drücken über die Wieseck gebaut, die eine im Ort, die andere an dec GemarkungSgrenze Reiskirchen. Die neuen Grundstücke erfordern zum Teil recht umfangreiche Kulturarbeiten: denn die aus dem neuen Flußbett ausgeworfenen Erdmassen muhten, soweit sie nicht zur Ausgleichung deS alten Flußbetts nötig waren, auf die anliegenden Wiesen verschleift werden, und so wurde die Grasnarbe vollständig zerstört. Die so neu aufgefüllten Wiesen müssen jetzt von Grund aus neu aufgearbeitet werden. Wenn dos trockene Wetter anhält, werden viele Landwirte noch im Winter an die Arbeiten Herangehen. Mancher Landwirt wird sich auch genötigt sehen, den aufgefüllten Doden zunächst mit Kartoffeln oder Getreide zu bestellen, um dann im folgenden Jahr um so leichter die Grasnarbe anlegen zu können. So weit sich bis jetzt der Wert der ausgeführten Kulturarbeiten beurteilen läßt, muh festgestellt werden, daß die bereits vorgeschrittene Der- sumpfung abgestellt ist. is. Steinbach, 15. Rov. Die Fleisch- beschauer des Kreises Gießen fanden si») dieser Tage hier im Gasthaus »Zum Einhorn" zu einer seltenen Jubiläumsfeier zusammen. Galt eS doch, den Senior der Fleischbeschauer, den 63jährigen D a l - taser Müller. zu seinem ^jährigen Jubiläum zu beglückwünschen. Der Vorsitzende des Kreisvereins, Römer -Wieseck, begrüßte ganz besonders den Deterinärrat Dr. Monnard- Gießen, Dr. Walter -Lich und den Vorsitzenden des Landesverbandes, D a h - m e r - Offenbach. Veterinärrat Dr. Monnard- Gießen überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche des Kreisveterinäramts Gießen und des Kreisamtes Gießen. Der Landesvorsitzende. Dahme r - Offenbach, überreichte dem Iübilar das Vild des Herrn Reichspräsidenten als Symbol der Pflichttreue. Der Vorsitzende des Kreisvereins, Römer» Wieseck, gratulierte und überreichte einen Ruhesessel. Es feierten noch mit weiteren Ansprachen den Jubilar Dr. Walter-Lich und der jetzige Fleischbeschaüer, S e c t h - Steinbach. Sichtlich gerührt und bewegt dankte der Jubilar. # Hungen, 16. Rov. Wie an dieser Stelle schon berichtet wurde, wurden im Sommer durch den Denkmalpfleger Prof. Helmke, Gießen, und Dergwerksdirektor i. R. Schiffmann. Hungen, Ausgrabungen in unserer Ge- marcüng vvrgenommen, die schone Ergebnisse zeitigten. 3n letzter Zeit wurden die Rach.o.schun» gen fortgesetzt und ein bisherunbekanntes Grab im Forstbezirk Steinkaute in der Nähe der Provinzillstraße Hungen—Ronnenroth aufgesunden. Die Oefsnung des Hügels, die durch obige Herren vorgenommen wurde, ergab, daß es sich um eine Grabstätte aus der mittleren Hallstattperiode, also um die Zeit 800 v. Christi Geburt, handelt. Der Grabhügel hat einen Durchmesser von 15 Meter und eine größte Erhebung von fast 2 Meter. Zwei Steinkränze umgaben die Grabstelle. Zwei Skelettleichen barg das Grab, die übereinander gelagert w^ren mit einem Abstand von 1 Meter. Während das untere Grab nur wenig gut erhaltene Röh- renknochm enthielt, tourte in dem oberen neben Hals- und Wirteldrochm ein guterhaltener bronzener Halsring entdeckt. Ganz in der Rähe deS Skeletts fand man weitere Schmucksachen aus Bronze, nämlich einen Armring von 15 Zentimeter Durchmesser, eine dreifache kleinere Armspirale von 4 Zentimeter Durchmesser, mehrere Anhänger und eine 16 Zentimeter lange Radel. Scharben von Tellern, Töpfen und Wärmen lagen dabei. Die Fundstücke sind seit einigen Tagen im Schaufenster der Firma M. Dreifuß in Hungen ausgestellt, wo sie mit viel Interesse besichtigt werden. Roch weitere 4 Grabhügel wurden aungesunden, die später geöffnet werden sollen. Auch hit Prof. Helmke die zu diesen Gräbern gehörige Siedlung am Abhang nach dem obersten Hungener Teiche zu festgestellt. Kreis Friedberg. Bad-Rauhelm, 16. Rov. Der hiesige Männerturnverein beging die G.innerung an seine vor 15 Jahren erfolgte Gründung durch eine würdige Feier, in deren Verlauf Aufklärung, ober er empfing nur eine befehlend« Geste, die zur Tür wies. Die beiden Herren gingen, und Brodersen folgte ihnen bis auf die Treppe. Was er ihnen sagte, verriet er nie. Inge stand mitten im Zimmer, beide Hände auf das klopfende Herz gepreßt. „Nun? Habe ich es so recht gemacht?" sagten ihre Augen. Taumelnd schritt Grotteck auf sie zu. „Du ...", stammelte er. „Du!" Er wagte nicht, ihre Hand zu fassen. „Wie konntest du ...? Du weiht ja nicht, ob ich nicht ein Verbrechen begangen habe ..." Ihre Augen lachten ihn an. „Wenn es eins war — nun trage ich es mit dir. Glaubst du nun, daß ich dich liebe?" Er sah sie lange an, als sähe er sie zum erstenmal. „Nun mußt du alles hören, und ein Verbrechen war es nicht." Sie glitt in seine Arme und hörte seine Beichte. Sie erlebte die Zeit mit, wo er aus dem tänzelnden Rhythmus feines Lebens geworfen wurde, in einen Wirbel von Fragen und Rätseln geschleudert, die ihn aber am Ende zu ihr getragen hatten. „Alles mußte so sein", sagte Inge. „Alles war nötig, Liebster. Nie hätten wir einander sonst so- erkannt. Und daß das Geld damals verschwand, war ein großes Glück. Wie vieles ist so ungeschehen geblieben!" Sie wandte sich plötzlich um. „Wo ist Vater geblieben?" In diesem Augenblick trat Brodersen ein. Er durchquerte das Zimmer und blieb am Flügel stehen. „Inge!" sagte er nach einer Weile, und seine Stimme klang wunderlich zart und vorsichtig. Sie warf Grotteck einen zärtlichen Blick zu und trat zu ihrem Vater. „Nun weißt du olles, Vater. Nun weiß es die Welt. Wirft du mich fortjagen?" „Was du redest! Komm näher zu mir, daß ich dich fühle." Seine Stimme bebte in einem innern Sturm. »Habe ich so an deiner Jugend gesündigt, daß du das sagen kannst? Bin ich auch hier schuldig?" „Ich^ gehöre zu ihm. Vater. Du wußtest es (Jr schwieg eine Weile. Seine Rechte war von ihrer Hand gesunken. Durch seine massige, schwere Gestalt ging ein Zucken. Inge beobachtete ihn bonge. „Vater, mach es dir nicht so schwerl Dir und uns!" Sie stand dicht verschiedene Ehrungen verdienter Mitglieder vorgenommen wurden. Die Gründung war seinerzeit verursacht durch Meinungstesserenzen im alten Turnverein von 1860. GS traten 32 Tur- ner auZ und riefen den Männerturnverein ins Leben, dessen Aufnahne in den Turngau Hessen im Jahre 1919 erfolgte. Die Reibungsflächen zwischen beiden Vereinen sind durch die Einsicht Der Führer auf beiden Seiten seit den letzten Iah-en beseitigt, und heute arbeiten beide Vereine in der Arbeitsgemeinschaft der Bad-Rau- beimer Turnerschast mit- und nebeneinander an den gleichen Zielen. DaS Verhältnis ist jetzt fo, daß eine Wiedervereinigung des Männer turn- vereins mit dem Turnverein 1860 in nicht alUu ferner Zukunft durchaus im Bereich der Möglich- keit liegt. Anregungen dazu werden auf beiden Seiten immer wieder laut. 3m Turngau Hessen nimmt der Männerturnverein, der zeitweise schon recht gutes Turnermaterial gestellt hat, mit seinen etwa 300 Mitgliedern eine geachtete Stellung ein. 3n dem im Gau als AlterSturnec und bewährter Kampfrichter allenthalben bekannten und geschützten Turner Dernh'.rd W a ck hat der Männerturnverein einen umsichtigen Fubrer. der Vorsitzender und Oberturnwart zugleich ist. — Allgemein begrüßt wird es hier, in Butzbach und In Friedberg, daß die durch die Auslösung des (leinen Feldberggaues möglich gewordene Rückkehr der 1846 gegründeten Turn gemeinde Ufingen zum Turngau Hessen sich am 1. 3a- nuar 1929 vollziehen wird. 3n den Kreisen der älstnger Turner besteht eine starke Anhänglichkeit zum Gau Hessen, besonders zu den genannten Vereinen, Die früher den älsgau bildeten. WSR. Bad-Rauheim, 16. Rov. Der frühere Musiker beim Bad-Rauheimer Kurorche- ftet, Koning, wurde gestern abend kurz nach 6 llhr in der Rähe feiner Wohnung in Rieder- Mörlen vom Postomnibus überfahren und getötet. Koning kehrte von einer Reise aus Holland zurück und fuhr mit dem Omnibus nach Rieder-Mörlen. Gr verließ den Omnibus, während sich dieser noch in Fahrt befand, glitt dabei aus und kam so unglücklich unter den Wagen zu liegen, daß ihm das Hinterrad über den Kopf ging. Der Verunglückte hatte erst im Frühjahr seine Frau durch plötzlichen Tod verlogen. Ö Butzbach, 16. Nov. Da man sich hier mit dem Gedanken trägt, ein Schwimmbad zu errichten, besuchte dieser Tage eine Abordnung der hiesigen Stadtverordnetenversammlung die Stadt Alsfeld, woselbst kommunale Einrichtungen ein- gehend besichtigt wurden, vor allem das dortige Schwimmbad. L_ Melbach, 16. Nov. Bei der Wahl der Kir- chenoor st ands Mitglieder wurden vier frühere Mitglieder und an Stelle der zwei oer- storbenen Karl Bender und Heinrich Fleischhauer gewählt. Auch die Wahl derKirchengemeinde- Vertreter erübrigte sich, da nur ein Wahlvorschlag eingeceickt worden war. — Nachdem in verschiedenen Nachbargemeinden die Schulhäuser mitZentralheizung auegestattet wurden, befaßte man sich mit dem gleichen Gedanken auch für unsere Gemeinde, zumal die Oefen in den beiden Lehrsälen unbrauchbar sind. Die Oberklasse mußte aus diesem Grunde seit den Herbstferien in einem älteren Schulsaale untergebracht werden. Nach lang, wierigen Verhandlungen mit verschiedenen Firmen wurde vom Gemeinderat, der dem ganzen Plane vollstes Verständnis entgegenbrachte, der Einbau einer Niederdruck-Warmwasser-Hel- zungsanlage beschlossen. Besonders anerkannt muß werden, daß die beiden Lehrerwohnungen gleich mit angeschlossen werden. Die Ausführung der Anlage wurde einer Nauheimer Firma übertragen. In der gleichen Sitzung wurde die Anregung des Kreisschulamtes auf Einrichtung einer B a d e g e l e . g e n h e i t behandelt. Der hohe, volksgesundheitliche Wert einer solchen Anlage wurde voll und ganz anerkannt und die Anregung voll eingeschäht; jedoch mußte im Augenblick von der Ausführung des Pro- jektes Abstand genommen werden, da es an den notwendigen Mitteln und den geeigneten Räumen fehlt. Kreis Büdingen. wg. Nidda, 16.Rov. Der hiesige Männer- Gesangverein „Sängerkran z", Mitglied des Riddata'I-, Hessischen und Deutschen Sängerbundes, wird am 29. und 30. Juni und 1.3uli 1929 das Fest seines 90jährigen Bestehens begehen und beabsichtigt, aus diesem Anlaß einen großen nationalen Gesangswettstreit als würdige Feier zu veranstalten. Zur Vorbereitung der Feierlichkeiten bildete sich ehr geschäftsführender Ausschuß, dem der erste Vorsitzende Philipp Bechtho 1 d, der Chorleiter Josef D a p p e r und der Schriftführer Adolf Zeitz angehören. Die Wettgesangs-Ordnung sieht vor ein K.assen- singen und ein Ehrensingen. Für das Klafsen- ftngen sind fünf Abteilungen vorgesehen: Abteilung A: Stadlvereine (1., 2. und 3. Stadlklasse), Abteilung B: Preisgekrönte Landvereine (1., 2. und 3. Landklasse), Abteilung C: Quartet tllasse, Abteilung D: Richtpreisgerrönte Vereine, Abteilung t: Gemischte Chore. Am Ehrensingen hat sich jeder beim Klassensingen preisgekrönte De rem zu beteiligen. Als Preise sind ausgesetzt wertvolle Kunstgegenstände und Ehrendiplome. t). Geiß - Nidda , 16. Nov. Bei der D e r p a ch - t u n g des sehr beträchtlichen Kirchengutes mürben ziemlich hohe Preise erzielt. In den besten Lagen kam ein Morgen Ackerland auf 70 Mark jährlich. Z Echzell, 16. Nov. Der hiesige T u r n o e r • ein, der seither dem Gau Wetterau im Südwestdeutschen Turnerbund angehörte, ist zur Deutschen Turnerschaft übergetreten. Er hat mit über 70 Mitgliedern Aufnahme im Turngau Hessen gefunden. # Echzell. 16. Rov. Der hefige Geflügelzuchtverein. der größte der ganzen Welterau, veranstaltet in dec Zeit vom 18. bis 20. 3anuar 1£29 seine 11. Lokalschau, verbanden mit der BezirkSgeflü^e schau te3 Be irksRidäa- Schzell unter Mitwirkung des LandwirtschaftS- kammerausschusseS für O. erhellen. Ranchafte Geldpreise der Landwirlscha t klammer, sowie der angcschlossenen Vereine stehen zur Verfügung. wg. senborn, 16. Rov. Die nach dem Wegzug unseres langjährigen verdienstvollen Seelsorgers, Pfarrer Werner, nach Rieder-Wöllstadt vakant gewesene hiesige Pfarrstelle wurde dem Pfarrassistenlen Erich LI l l m a n n zu Boden- Henn übertragen. Pfarrer ilflmann, der in 3nns- bruck, Michelstadt i. O. und Dodenheim (Rhein- Hef fen) bereits tätig war, wurde kürzlich durch Dekan Schäfer von Büdingen in fein Amt eingeführt. Möge fein Wirken von reichem Segen für unsere Kirchengemeinde begleitet sein! I Hirzenhain, 16. Rov. Der Autobus des Derkehrsverbandes Ortenberg und Umgebung hat nunmehr auch die Beförderung der Arbeiter zu den Eifen werken Hirzenhain auf genommen. Zunächst werden nur Arbeiter aus Usenborn befördert, da der Fahrplan ein mehrmaliges Verkehren des Wagens zum Zwecke der Qlr beit erbe, ör terung nicht zu- läßt. Der Wagen ist von Usenborn aus vollauf besetzt. 40 Leute benutzen ihn täglich, und viele müssen, w.e bisher, noch den Weg zu Fuß und mit dem Rade zurücklegen. Die Fahrpreise sind möglichst niedrig gehalten; Ginzelsahrschetne Usenborn—Hirzenhain kosten 40 Pf., eine Arbeiter- wochenlarte 2,50 Mk. Während so die Arbeiter von Usenborn nun eine angenehme Verbindung zu ihrer Arbeitsstelle haben, müssen diejenigen von Gelnhaar vorläufig noch daraus verzichten, da die Strecke Büdingen—Bindsachsen—Gelnhaar—Hirzenhain noch nicht eröffnet ist. Auch die in Hirzenhain beschäftigten Arbeiter aus Glashütten und Ober-Lais erwarten dringend die Weiterführung der Autvlinie Nidda—Ober-Lais nach Hirzenhain. Rundfunkprogramm deS Frankfurter Sender». (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 18. November. 8,30 bis 9,30: Morgenfeier, veranstaltet von Prediger Wächter. 11: Von Wien: Schubert- Gedenkfeier. 13,10 bis 14: „Die Erde nicht die Sonne", Vortrag von Johannes Schlaf Weimar. 14,30 bis 15: Stunde der Jugendbewegung: „Wandlungen in der Jugendbewegung", Vortrag von Prediger Schramm, Offenbach. 15 bis 15,30- Elternstunde: „Ein Meisterstück der Erziehung und Selbsterziehung — ohne Arme durchs Leben", Vortrag von Mittelschullehrn: Karl Kahl. 15,30 bis 16,30: Von Hanau: Festakt, anläßlich der Eröffnung der Stadthalle. 16,30 bis 17,30: Stunde der Jugend. 17,30 bis 19,30: Stunde des Landes und Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: Schubert-Feier. 19,30 bis 20,30: Von Stuttgart: D.chterstunde Max Halbe. 20,30: Konzert des Rundfunk-Sin- fonie-OrchesterS. Anschließend: Sportnachrichten. Darauf: Tanzmusik. neben ihm, und beide waren gleich groß, und sie schienen in diesem Augenblick auch gleich stark. Ihre Willen rangen miteinander. Aber Inge war die Stärkere. „Verzeih", sagte er leise, so leise, daß nur sie es hören konnte. „Aber ich wußte ja nicht, daß man so lieben kann ..." Sie spürte eine Träne auf ihre Hände fallen. Nie hatte sie ihren Vater weinen sehen. „Ich bin ja deine Tochter", lachte sie ihn glücklich an. Er richtete sich wieder auf. „Ja, wir sind ein starkes Geschlecht", sagte er befriedigt. „Wir zwingen die Welt, so oder so." Als schämte er sich seiner Schwäche, verließ er sie unvermittelt und ging zu seinem Arbeitszimmer. Do hiell ihn der zagende Ruf Inges fest: „Vater, er wartet auf dich. „Ja, er soll zu mir kommen." Er wartete an der Tür, bis er Grottecks Hand in der feinen spürte. „Die Hand ist noch schwach, aber sie wird einmal ..." Damit nahm er den Mann, den seine Tochter liebte, bei sich auf — Als er in sein Zimmer trat, fragte das kleine Fräulein, das am Fenster stand und ihn erwartete: „Kann ick gehen. Herr Brodersen?" „Bewahre. Sie haben noch ein paar wichtige Dinge zu schreiben. Zuerst eine Depesche: Korolo Grotteck, Grotthausen bei Danzig. Sofort herkom- men. Alles in Ordnung." „Und welche Unterschrift?" „Brodersen, einfach Brodersen. Sie soll sich den Kopf zerbrechen, ob es meine Tochter ist oder ich. Die geben Sie auf der Post ab, wenn Sie nach Hause gehen, aber Sie Dürfen keinem Menschen davon verraten." „Wie Sie befehlen, Herr Brodersen." „Und nun fahren Sie im Schreiben fort. Reh- men Sie eine neue Seite. Ein neues Kapitel beginnt, verstehen Sie?" Das Fräulein mußte lange warten, bis sich feine Worte so geformt hatten: „Schreiben Sie: Der Haß ist eine lebendige Kraft, aber er ist ein Stümper, der zu kurzen Atem hat und darum über seine eignen Beine stolpert. Ich, der ick das Leben kenne, der ich es in seinen Tiefen und Höhen durchlebt habe, ich verrate meinen Lesern: Die Liebe ist das Stärkere, sie ist das Allmächtige. Sie muß es sein: sie hat sogar einen Brodersen bezwungen..." Ende. Säugetiere auf dem Aussterbeetat. Immer drohender erhebt sich das Zukunftsbild, daß der Mensch außer den wenigen Tieren, die er gezähmt und sich nutzbar gemacht hat, von der ganzen in Freiheit lebenden Tierwelt nicht mehr viel übriglasten wird. Wir stehen schon mitten drin in der Entwicklung, die zur Ausrottung der meisten Säugetiere führen wird, wie H. 3. W a s s i n g h a m in einem Aussatz der Londoner „Disrooery" hervorhebt. »An der fortschreitenden Vernichtung der Säugetiere kann man nicht mehr zweifeln" schreibt er. „Manche Tierarten sind bereits vollständig verschwunden, so die blaue Antilope, das Quagga, Durchells Zebra die Wanderiaube, der Große Alk, DtellerS Seekuh, verschiedene große Landschildkröten usw. Andere Tierarten werden immer weniger zahlreich. 3n Indien ist die indische Antilope kaum noch zu finden, ebenf'* wie der große indische Bussard trotz eifrigen Such ms nicht mehr entdeckt werden konnte. Die in^sche Gazelle, die früher in großen Herden lebte, ist bis auf wenige verängstigte Stere vernichtet. Auch die rotköpfige Ente ist in Indien ausgerottet, und das große einhörnige Rhinozeros lebt nur noch in einem kleinen Gebiet von Britisch-Assam. Andere Rhi- nvzerosarten des südöstlichen Asiens sind so selten geworden, daß sie unter Schuh gestellt werden muhten. Oberstleutnant Faunthorpe, der kürzlich eine Expedition zur Erforschung der indischen Tierwelt durchgeführt hat, erklärte, daß „in einem begrenzten Zeitraum tatsächlich außerhalb der Schutzgebiete fein Wild mehr in Indien anzutreffen sein wird." Richt minder furchtbar ist die Geschichte von der Abnahme der wundervollen und überaus reichen Säugetierwclt Afrikas. Der Elfenbeinjäger, der Sportsmann, der Tierfänger, die Ansiedler haben in diesem schonungslosen Morden zusammengewirkt. Rur noch 30 oder 40 Tiere sind von den großen Elefanten- berden übriggeblieben, die früher die Hochlande des Addo in Südafrika durchstürmten. Die Gier nach Zebrafellen führte zur Vernichtung von 1200 Tieren in einem kleinen Gebiet in ganz tirt^er Zeit. Als man noch glaubte, daß das Wüten der Tsetsefliege nur durch Blutbäder unter den großen Säugetieren auf gehalten wer- THonfag, 19. November. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Schckll- Platten-Konzert: Schubert, Vokalmusik. 15,05 btl 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: HauS- frauendienst. 16,35 bL 18,05: Rach Stuttgart: Konzert drs Rmck funkorchesters: Zum ICO. Todestag Schuberts. 18,10 bis 18,30: .Dorn Schmücken, vom Schmuck" Vortrag von Benno Elkan. 18,30 bis 19: „Berliner Automobil-Ausstellung", Vortrag von Frank Arnau. 19 bis 19,30: Schachstunde. 19,30 bis 19,45: Englische Literaturpro^en. 19,45 bis 20,15: Englischer Sprachunterricht. 20 15: „FierrabraS", Aroifch-romantische Oprr in drei Akten, Tert von Joseph Kupelwieser. Musik von Franz Schubert. Anschließend: Schallfüatten- Konzert: Schubert-Instrumental-Musik. Dienstag. 20. November. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Mittagsständchen deS Rundfunkorchesters. 15,03 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrau rn- ßienst. 16,35 brS 18,05: Von Stuttgart: Konzert des Rundsunkorchesters. 18,10 bis 18,30: L gestünde. 18,30 bis 19: Von Kassel: ' Vortrag. 19 bis 19,30: Funkhochschule: „Der Geisteskranke unb die Ansicht des Laien", Vortrag von Prof. Dr. Erich Stern. 19,30 bis 20: Funkhochschule: „Zu Selma Laaerlöss 70. Geburtstage", Vortrag von Prof. Dr. Franz Schultz. 20: Von Stuttgart: Konzert deS Kiemrann-Trtos. 21: Rach Stuttgart: „Schön ist ein Zylinderhut..." AnscUie- ßrnd: Rach Stuttgart: Gälische und irische Li^er. Mittwoch, 21. November. 6,30: Morgengymnastik. 13.15 bis 14,15: Dchall- platten-Konzert: Ernstes Programm. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18 05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 biS 18,30: Bücherstuirde. 18,30 bis 18,45: Senckmberg-Vter- telstunde: „Die wtchtigsten Pelztiere Hl", Vortrag von Dr. R. MerteirS. 18,45 bis 19: Französische Ltteraturproben. 19 bis 19,30: Französischer Sprachunterruht. 19,30: Bußtags-Konzert. Anschließend: Don Kassel: Legenden vorn Tod. Donnerstag, 22. November. 6,30: Moraengynrnastik. 13 bis 14: MittagS- konzert des Rundfunkorchesters. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 biS 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 b\A 18,05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18.45: Von Kassel: Fünfzehn Minuten Rarschläge für Mutter und Klick». 18,45 bis 19,15 Von Kassel: Vortrag. 19,15 b:s 19,45: „Die Blochmannsche Kalenderreform", Vortrag von Prof. Edmund Sittrg. 20,15: Rach Stuttgart: Gastspiel des Rhe.nrschen Ensembles Müller-Schlösser: „Schneider Wibbel", Rheinische Komödie von Müller-Schlösser. Jreltag, 23. November. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Schall- Platten-Konzert: Buntes Programm. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 1735. Hausfrauen- Rachmittag: „Maria Stuart", Vortvag von Rektor Merkä. 17,35 bis 18,05: Von Stuttgart: Konzert deS Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 biS 19: Stunde deS Südwestdeutschen Radto-KlubS. 19 bis 19,30: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene. 19,30 bis 19,50: Zwanzig Minuten Fortschritte m Wissenschaft und Technik. 19,50 bis 20: Film-Wochenschau. 20: Von der Liederhalle Stuttaart: S.nsonie-Kon-ert des Philharmonischen Orchester- Stuttgart. Anschließend: Klavier-Konzert: Hermann Reuter. Samstag. 24. November. 6,30: Morgengymnastik. 12,45 bis 13,15: Schulfunk: Ein Besuch deS Zoologischen GartenS: Robben und Pinguine, vorgetragen von Dr. Laoeni und Dr. Richard WieSke. 13,15 bis 14 15: Rach Stuttgart: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 15,05 biS 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16/05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 13,05: Roch Stuttgart: Konzert deS Rundfunkorchesters: Operettenmusik. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 19: „Deutschlands größ es Dau- kunstwerk: Der Kölner Dom", Vortrag von Dombaumeister Güldenpf mn.g, Köln. 19 bis 19,15: Der Briefkasten. 19,15 knS 19,45: Efperanto- älnterricht. 19,45 bis 20,15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Zum 70. Geburtstag von Selma Lagerlös", Vortrag von Dr. Hanna Szaß. 20,15: Gastspiel Robert Koppel. Anschließend bis 0.30: Von Berlin: Tanzmusik, den könne, wurden unglaubliche Metzeleien veranstaltet. die an das Abschlachten des amerikanischen Bisons erinnerten. Rur noch 150 weiße Rhinozerosse leben in dem Schutzgebiet von Transvaal; sonst ist dieses drittgrößte Land- fäugetier auSgestorben, und das schwarze Rhinozeros ist fast völlig aus den Jagdgebieten, Afrikas verschwunden In der Zeit von 1914 bis 1919 wurde daS Warzenschwein fast völlig vernichtet, und so ließe sich noch eine große Anzahl von verschiedenen Arten der Giraffen, Antilopen und Affen ausführen, die in Afrika noch vor einiger Zeit zahlreich vorhanden waren und jetzt fast verschwunden sind. Rach dem Urteil von Sir James Barrett ist die Ausrottung der Tierwelt in keinem anderen Erdteil so schnell vor sich gegangen wie in Australien. Drei Millionen von Fellen deS iaSmanischen Wolfes wurden allein 1924 nach den Vereinigten Staaten ausgeführt, und jetzt steht diefcS primi- ttve fleischfressende Beu.elt er auf dem Aussterbeetat. In Amerika tritt diese Vernichtung der Tierwelt noch deutlicher zutage, nicht nur in den reich bevölkerten Teilen der Vereinigten S.aaten, sondern auch in der amerikanischen Arktis, wo EiS- und Grizzlybären bald zu Fabelwesen geworden sein werden; die See-Elefanten, die einst die Gewässer der kalifornischen Küste bevölkerten, sind verschwunden, und ebenso ist es dem mäd>* tigen Pottwal ergangen. Me Zunggesellenflever vlrd verdoppelt. Die Junggesellen steuer, die im Dezember 1926 in Italien eingeführt wurde, hat bisher keine Steigerung der HeiratSzifscrn gebracht. Es scheint, daß die italienischen Junggesellen ihre so geliebte Freiheit unter keinen llmftänben aufgeben wollen und es mit jenem römischen Le- benSkünstler halten, der in einer Epistel deS Horaz erflärt, nichts fei dem Leben eines Junggesellen in der Welt gleichzustellen. Mussolini muß es daher mit schärferen Mitteln versuchen, und er hat vorläufig beschlossen, die Steuer zu verdoppeln. Kann er auch damit vielleicht nicht die Ehescheuen zur Heirat zwingen, so bringt es doch jedenfalls dem Staat mehr ein. I big ^-'SAaM^r* fcSSS? folget 4 ? fa r>Ks ovembkk. ^"'Wittags. l6/3' ^Xuiäfraum» Stuttgart: Konzert 0 18.30: Lese- n KM-. Fünfzehn ^unb$ä. 1845 :a9- 19,15 b.s 19,(5; Ertrag , 20,15: Aach ßtutt« >-N Ensembles Ml- >oel", Rheinische K» Mber. 4.^15^ Mittags. Sä ’ntiber. ML lembet. 13 bis 14: LM, wgramm. 15,® bii >. 15,55 bi$ 16,0b; I 11,35: AMrauen, “, Rortmg von 'M* ,05: 2bn Stuttflart: 1«Ä 18,10 bis 18,30; jfunte des Südvrst- bis 19,33; Ö.mgra« für Anfänger und 19,50: Zwanzig W> n/chaft vn- SxyniL chau. 20: Ion der >Koryert ScSMri- Mtl Anf'chf^mL. L^ü«. lotmbtt. 2,45 bis 13,15: Schul« Aschen Gartens: Tob« caM von Dr. Laven 13,15 bis 14,15: Aach des Rundsun^rche- Stunde der Jugend, uendienst. 16,35 oiJ .nzert des Rundsund 1810 bis 18,30: Lese« chlands gröh'.es Bau« - Ioctraa von Donv & IS bis 19.15; i 19,45: Sfperanto« Stunde des §rmd lbuna: ,Zm70.0» )f" Iortrag von Dr. hie! Robert Äoppd Merlin: TansML schlachten d-S amen« ’ Äur noch 150 tM -m SchuMb.et M es drittgrößte La^« ii5 den •jusv» .qu ^nschve^ *?”'» ®dta - LS? rfe L in age, ^^Siaatek, SefeffÄ "* ’9ieJ ''"L- FS-!-»' Retten-Rär Schlafzimmer B»D Marktstr.29 Gießen WM Iel.271 MM$ IO106A Ab 17. bis 25. November Grober Besteuerten! Moderne Beleuchtung 29- 10% Rabatt? Gefütterte la Seiden schirme* abzugeben 100730 P Äfi Pancp U|pf7lar! Drucksachen aller Art Rottung stilrein nnö prtbotd U. tX U> I ClliOü, RüUlal b I >|e 6rübl*fd)c Unioerfttäts-Vruckerei. B. Lange. Siesten. Stballr. 1. 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Es werden ausgegeben: eine 5-Pfennigmarke zum Verkaufspreise von 10 Pf. mit dem Wappen von Hamburg; eine 8-Pfennigmarke zum Verkaufspreise von 15 Pf. mit dem Wappen Mecklenburg-Schwerin; eine 15-Pfennigmarke zum Verkaufspreise von 30 Pf. mit dem Wappen von Oldenburg; eine 25-Psennigmarke zum Verkaufspreise von 50 Pf. mit dem Wappen von Braunschweig; eine 50-Psennigmarke zum Verkaufspreise von 1 Mk. mit dem Wappen von Anhalt; eine künstlerisch ausgestattcte amtliche Bildpoftkarte (Glückspostkarte) mit eingedruckter 8-Pfennig- marke zum Verkaufspreis von 15 Pf. Markenhcftchen, enthaltend vier 8- und drei 15-Pf.» marken, zum Preise von 1,50 Mark. Die Marken sind im gesamten In- und Aus- landverkchr an Stelle dec gewöhnlichen Briefmarken gültig und außer an den Postschaltern auch beim städtischen Wohlfahrtsamt. Garten ft raße 2, Zimmer R r. 8. erhältlich. Ihre Auflage ist beschränkt; etwaige Restbestände werden vernichtet werden. In erster Linie fließt von dem Abgabepreis der Freimachungswert dec Reichspoft zu. Den Ueberschuh erhält die Deutsche Winternothilfe zur ergänzenden Fürsorge für Kinder, alte Leute und Erwerchsunfähige. Don den beim Wohlfahrtsamt entnommenen Marken verbleiben 80 Prozent der Gießener Winternothilfe, 10 Prozent erhält der LandssauSschuß und 10 Prozent fließen dem Reichsausgleichsstock für besonders notleidende Gebiete zu. Jeder verwende zur Frankierung und insbesondere für öle Weih- nachts-, Reujahcs- und Ofterpost n u r W ohlf a h r t s b r i e s m a r k e n. ES wi.d gebeten, sich nur der Vermittlung deS Wohlfahrtsamts zu bedienen, da nur dann der entsprechende Anteil der Gietzener Winterno t h i l f e zugute kommt. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am Frankfurter Produktenmarkt war die Haltung tn dieser Woche überwiegend lustlos, da Anregungen auch von Auslandseite kaum Vorlagen. Es wurden sogar überwiegend schwächere überseeische Rotierungen gemeldet, die stark auf die Stimmung drückten. Die Händler zeigten aus diesem Grunde große Zurückhaltung und schritten nur in den dringendsten Fällen zu Deckungen, so daß das Geschäft, mit Ausnahme vereinzelter Getreidesorten, minimal war. Auf der anderen Seite gab dem Markte das wieder geringer gewordene Angebot von Inlandgetreide eine kräftige Stütze, so daß die Tendenz zeitweise ein etwas freundlicheres Aussehen annehmen konnte. Aber trotzdem erfuhren die meisten Getreidesorten Preiseinbutzen, da die vorübergehend in Erscheinung getretene freundlichere Stimmung von dem aus Argentinien kommenden sehr schwachen Rotierungen untergraben wurde. Im Gegensatz hierzu bestand im Verlaufe nach Mais für Futterzwecke bei steigendem Preis regeres Interesse, was sich auch bis gegen Ende der Woche erhalten konnte. Der Grund zu dieser Steigerung ist wohl auf verstärkte Deckungen der Landwirtschaft, die Vorräte für den Winter ansammelt, zurückzuführen. Einige Rachfrage bestand noch für Sommergerste, hier nahmen die Drauereien vereinzelt Käufe vor. Auch inländischer Hafer hatte bei gut behaupteten Preisen etwas vermehrte- Geschäft zu verzeichnen Weizen war angeboten und vernachlässigt. Deson- ders Roggen, der immer noch in großen Posten an den Markt kam, fand nur ganz geringen Absatz. Auf ganz beträchtlich ermäßigte Forderungen von feiten der Provinz konnten sich die Händler im Verlaufe dazu bequemen, auch hier einige Käufe vorzunehmen. Roggenmehl lag schwächer, und am Futtermittelmarkt waren bei den übrigen Artikeln überwiegend schwächere Preise zu hören. Es verstimmte allgemein, daß von einer Beteiligung am Produktengeschäft seitens der Mühlen, des Exports und des Auslandes kaum etwas zu bemerken war. Zum Wochenschluh war die Haltung weiter ruhig, und das Geschäft blieb minimal. Infolge der etwas festeren überseeischen Terminbörsen konnte jedoch ein etwas freundlicheres Aussehen Platz greifen. Auch war verschiedentlich bei den schon obenerwähnten bevorzugten Getreidesorten Materialmangel festzustellen, so datz hierfür bei weiter steigenden Preisen lebhafteres Interesse bestand. Im übrigen erfuhren die Preise keine Veränderungen gegen Anfang der Woche, da das Geschäft zu stark begrenzt ist. und daö große Angebot in Roggen und noch anderen verschiedenen Getreidearten stark auf die Stimmung drückten. Im Vergleich zu den Rotierungen der vergangenen Woche konnte Mais für Futterzwecke eine halbe Mark anziehen, Sommergerste, Hafer, inländischer, und Weizenmehl waren gut behauptet, während Weizen und Weizenlleie je 0,15, Roggen eine halbe und Roggenkleie eine Viertelmark nachgaben. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 23,10 bis 23,25, Roggen 22, Sommergerste 24 bis 24,25, Hafer, inl., 22,75 bis 23.25, Mais, für Futterzwecke, 22,25 bis 22,50, Weizenmehl 33,50 bis 34,25, Roggenmehl 29,25 bis 30, Weizenkleie 13,50 bis 13,60, Roggenkleie 13,75 bis 14. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. In dieser Woche machte sich anfangs eine verstärkte Unsicherheit bemerkbar. Die Umsatz- t a t i g t e i t blieb im allgemeinen unverändert gering, da das private Publikum in seiner Dörsenrnüdigkeit verharrte. Der fortdauernde Kampf in der nordwestdeutschen Eisenindustrie drückte auf die Stimmung. Dazu kam die schwierige innerpolitische Lage, wobei man in Dörsenkveisen verschiedentlich eine Regierungskrise befürchtete. Recht ungünstige Einwirkungen gingen von den weitere Kreise ziehenden Schwierigkeiten der Züricher Dcmk.irma Wolfensberger & Widmer aus. In ©leftrotoerten, namentlich in AEG., Gesfücel und Chadeaktien, wurden Im Zusammenhang damit Abgaben für Schweizer Rechnung vor genommen, die einen stärkeren Druck auf das Kucsnivsau ausübten. Bald jedoch wurde die Stimmung zuversichtlicher und fester. Die Behebung der französischen Kabinettskrise befriedigte, man hoffte nunmehr, daß die Besprechungen über die Reparatio-nsneuregelung unbehindert ihren Fortgang nehmen können. Günstig wirkte sich aud) die relativ flüssige Veranlagung des Geldmarktes aus. Tages- geld stand zum Sah von 6 Prozent zunächst reichlich zur Verfügung. Im Zusammenhang mit den «Steuerterminen trat später etwas regere Rachfrage hervor, die ein Anziehen des Satzes auf 6,5 Prozent bewirkte. Der Terrningeldmarkt war jedoch nicht mehr so angespannt, wie seither. Auf die Tatsache, daß der Privatdiskontsatz nach und nach bis auf 6,25 Prozent ermäßigt werden konnte, glaubte man verschiedentlich Hoffnungen auf eine baldige Senkung des Reichsbankdis- kontes hegen zu dürfen. Doch wird vor Beginn des neuen Jahres kaum mit einer Diskontermäßigung zu rechnen sein, da die Reichsbank wohl erst die Gestaltung des Iahresultimo, zu dem naturgemäß große Anforderungen gestellt werden, abwarten wird. Trotz des weiteren Konjunkturrückganges, wie et sich in den ungünstigen Arbeitsmarck- und Lageberichten widerspiegelt, glaubte man an manchen Stellen nicht, daß eine nachhaltige Erleichterung des Geldmarktes eintreten wird. Zur Besserung der Stimmung trug wesentlich bei die nach der Rich- tigkeitsecklärung des Eisenschiedsspruchs eingeleitete Dermittlungsaktion des Düsseldorfer Regierungspräsidenten, wenn auch bei den bisherigen Besprechungen der beiden Parteien eine Einigung noch nicht erzielt werden konnte. Verstimmend wirkte dagegen die Aussperrung in der märkischen Eisenindustrie, von der 35 000 Arbeiter betroffen werden. Lebhafter war das Geschäft wieder am Glektromackt. Rachdem hier die Schweizer Verkäufe aufhörten, konnte sich eine neue Aufwäctsbewegung durchsetzen, von der vor allem AEG., Licht und Kraft, Bergmann und Gesfücel betroffen wurden. Verschiedentlich wollte man für diese Werte größere Käufe des Auslandes beobachten. Bei kleinen Umsätzen lag ferner der Montanmarkt relativ fest, ßebbafter war das Interesse wieder für Kupferwerte, namentlich für Otavi, die einen neuen Höchstkurs erreichten. Die Allgemeintendenz wurde zeitweise wieder ungünstig beeinflußt durch das starke Angebot, das in der Farbenaktie zutage trat. Plötzlich konnte sich der Farbenkurs aber bei lebhaft einsetzender Rachfrage um mehrere Prozent erholen, doch war diese Belebung nur vorübergehend. Kaliwerte waren auf den Antrag auf Ermäßigung der Kali- preise zunächst angeboten und schwäu>er, später trat aber auch hier wieder eine merkliche Den- denzbesserung ein. Bemerkenswert war die feste Haltung von Daimler, die bei fortgesetzten Käufen schließlich über 10 Prozent gewannen. Man wollte von einer ausländischen Inleressennahme, ähnlich dem Fall R. S. U^Fiat, wisien, doch ließ sich eine Bestätigung für diese Gerüchte noch nicht erlangen. Auch Adlerwerke tagen nach anfänglicher Schwäche etwas fester. R. S. U. dagegen angeboten und bis 21 Prozent ab geschwächt. Deutsche Anleihen waren etwas gefragt und fester. Ausländische Renten lagen still, Rumänen trotz des Abschlusses des AbämmenS schwächer. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt bewegte sich in ruhigen Dahnen. 2ün Hauptmarkt wurden die Märkte fast vollkommen geräumt, nur bei Rindern verblieb Ueberstand. Schweine hatten sogar, gegenüber den anderen Derichts- wochen, etwas lebhafteres Geschäft aufzuweifen, und gute Qualitäten waren gesucht. Am Rebenmarkt machte sich im Gegensatz hierzu eine größere Lustlosigkeit bemerkbar, so daß das Geschäft einen schleppenden Verlauf nahm. Auch Kälber waren vernachlässigt, was Wohl mit dem ziemlich großen Antrieb gegenüber der Vorwoche in Verbindung zu bringen ist. Rur nach ausgesuchter Ware bestand lebhaftere Rachfrage, und bevorzugte Tiere wurden über Rotiz bezahlt, während sonst erhebliche Preisrückgänge zu verzeichnen waren. Die Märkte wurden Im allgemeinen geräumt Der Gesamtauftrieb bestand aus: 1828 Rindern, darunter befanden sich 351 Ochsen, 96 Dullen, 744 Kühen und 501 Färsen, ferner aus 2002 Kälbern, 1011 Schafen und 5913 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 10 Rinder, 410 Kälber und 211 Schafe mehr an- getrieben, während 35 Schweine weniger zum Verkauf standen. Dezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 54 bis 57, II 50 bis 53, B I 45 bis 49. Dullen A 48 bis 52, B 44 bis 47, Kühe A 43 bis 46, B 36 bis 42, C 33 bis 35, D 22 bis 29, Färsen A 54 bis 58, B 49 bis 53, C 43 bis 48, Kälber B 64 bis 69, C 56 bis 63, D 50 bis 55, Schafe AI 40 bis 45. B 35 bis 39, C 26 bis 34, Schweine B 75 biS 77, C 74 bis 77 und v 72 bis 76. Berlin 16 November Devisenmarkt Berlin—Frankfurt Telegraphische Auszahlung. Banknoten. ^ranjouiche Noieu AolIänDifdit Noten ...» atnltentfäe Nona...... Norwegische Noten. . . • Dcuislv-Oesterr , Ä100 Kronen Rumänische Noten...... CLwevtsche Noten...... Schmetter Noten ...»•• Svantschc Noren....... Tschechoslowakische Noten . • Ungarische Noteo I ttreT —KITT 168,64 21.98 111,92 ».04 3,54 112.34 «0,90 .7.69 12.45 73,22 a. M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchloffenen Dividende an. — Retchsbankdiskvnt 7 Prozent. Lombardztnsfuh 8 Prozent. liiT TOT 167,96 21.90 111.4« 58.80 2,52 111.90 «0.58 67,41 12.39 72.92 S grautlun a. M Berlin Schiuh-! 1-Uhr- flute Sch uh flurs 'jlnlano Kur» Datum: 16. 11 17. 11 16. II. | 17. 11. Phuivv Hoijmann . .....7 134 135.u 134 135. u Heidelberger (Semen! . . . . 10 137 137,. — iemrnt Karlliadl • • • • • 8 175 — —- Wavb 4 Freiiag . .... 10 135 135.5 134 — i Schultheis Panenhoser ... 15 — — 26.5 ,27.75 Cftroerfr . - . . . . 12 — — 284.9 287,5 Ber. Glanzftoss . . . . . . 18 *• — 588 - . . . . 14 491 488 Rellftoff Waldbos . . . . 12 — <80 278.25 279.5 ReUftort Mckafsenbur a . . . 12 205 205.a 205.o 205.20 Charlottenburger Wa Irr ... 7 — — 128.75 1-8.75 Dessauer ®ai .....8 — — 195.75 196.6 Daimler Motoren . .....0 92.25 94.75 91,5 94 Demag - . .....0 — — 49.25 49 Adlenverle ff Ito« . .....5 114.5 — 114-2.) 114.25 üuoro. Loewe . .... 10 — — 246.2 249.25 Nat. ÄutomoM . . .....0 — — — — Ctenfttin 4 ffoöpd .....6 — 107.5 107.9 Leonhard Die» .....« — -87.75 288 Yamag-Meauin . . Franks. Maichine» . .....O .....« 22 • 22.7o 71 — Grtyner . • . . . . 11 121.25 — 121.4 — Heoligensiaedl • • . . . . . 0 — -- — — IungvanS . . • .....< 88.75 — 89,5 — . .... 8 — — — Mainkrakrwerl» . . .....8 114 — — — Miag - » - .... 10 134.75 — 115.5 Io6,5 Nekars ulmer . . . .....8 21 — 21 25 —— Beker« Union . . .....8 105.75 — 105,5 — (Hebt. Roeder . . . . . . 10 123.5 • • Böig, 4 oaesfna . .....8 — 210 — Eüdd. Zucker . . . .... 8 148.25 149 — ^ranifuri a. M Beilin Jraiikfurt a. M Detkin Schlutz-I I-Uhr- flute ' flute flute ' tlniang flute Schlutz-1 1-Uhr- flure flute Sch.uh- flute '21 n lang flut* Datum 16 11. | 17. 11 16 11 17 11. Datum: 16 11 | 17 11 16. 11. | 17 11 6% »L «eichsanleihe o 1927 St »nl..«LIdi -Lchuw mir Bnfr lti..iWed)ten Deeal ohne Suelo,.-Rechte 7% ^tunll Hyp.-Bk »otoDt. U« wndbar btt 1932 Rheinilch» Hvv-Vank Ctau • Soldos, tLC.<8 abg H!ortrtea<-CbllflattOT., riidtobltar 1988 4% Schwerz «undeto.-SM.. 4% Oeiterreichilche «olortt.. 4,20% Veiten Silberne..... 4% Oclietreich einheill 8tit 4% Ungarische (Bolbtte. . . 4% Ungarisch« €>taatft. v. 1910 4^% von 1918 4% Ungarische ffionenttt.. . 4% lüil AoUanleUje v 1911 . <% türtildje Bagdodbatzn-Lni., Serie l 4% DHfll. Serie 11 . . <% »himflnti evnvert. 8?te. . . V*X Sumänen CotoanL von 1918 fllla DenNche »lea'xchn ßambutg-Äoifrilo Lalei . . 8 hamb.-LÜdom TamvNch. . . 8 Hansa DamptichtN • • IO Norddearicher Üloyd ... 8 ülllfl Deuriche CredilanK. - K iS armer Bankverein 10 Berliner Honoe>»«r>eMch. 12 Sommerz- und Brivai-Bonk 11 Darml! u Narionaldank 1< Deuriche von! 10 Dietoniv-GeieMchaki «ni.. 10 Dresdner Bank - - - U üHnelbeuildif dreOlibetf . • ■ < ..................8 e-tibtixrai ......12 87.2 U 90 78 96.25 2,25 86,1 6 18,4 10.75 22 •49.75 147,5 285 is7 291.2a 168.5 162.5 169 40 14 , -J | | | | | 1 1 I 1 | 1 | | | 1 1 1 1 1 1 • 1 1 1 1 S” 3 - 5^ x7.b 1 91,1 15 26,8 l?7 13.6 13.1 13 21,65 150 184.1. 183.a 148 lob ,9 140 2M.75 • ö7 M.7o l 8.5 •02,7o I-.9.25 218. i 141.5 13.5 Ür c r «ac M t- je 6" Cr iS* im «vi 1*1111 • • • e- 1 fl-Ö-O. ...... 8 Bergmann . ....... 9 Ciefrt. Liesernnge»..... 10 Lichl und Krall ..... 10 Kellen 4 Oullleaume..... 6 Gel. f. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Khein. Elektr. . ...... S Lchlel. Elektr. ......10 Schuckert ,..••••. 8 LiemenS 4 HalStt ..... 12 Traneradio ....... 8 üadmever 4 ®e.. . • • • . 10 Bude tue ....... 5 Deutlche Erdöl ....... 6 Eilener Sreinkohtt ......6 ipelienkirchen« ... 1 % 3- < Harvener ........ 6 Hoelch Bien. ........ 8 Ille Bergbau ........ 8 fltttfnerroert« . ....... 7 ffdin-Neuellen........ 9 Mannesman» . ....... 8 Manöselder 7 Lberkchlei Eilend. Beberi ... 6 Lberichie! ftoldrotdf ... 8 PhSnij Bergbau VA Aheinijche Braunkohle» 10 «heinliohl t. % Jahr VA «tebeck Montan ... Sereiniat, Stabil»..... « Ctaol Mine» . . . . • 1 «h Sali Slcherelebe» .... 10 ftafl Westeregeln ..... 10 Sali werk SaUDrthitit - - - 15 3 <9 .Tfltben.JnDuttxN . . U Dynamit Rodel . ...... 5 ScheideansiaU ....... 9 Goldichmidi .......6 SilltgerZwerke . ..•••••< 188.7.i 223 174.5 243.5 151.5 275 246 110.5 167 88.5 124 134,5 243 130,75 120 93.5 274,5 135.5 95 283 288 498 49.25 197.5 100 105,25 194 18 197 188.25 223.5 173.75 .'4.3.4 151.75 274.5 147.5 159 228 -44.4 411 154.5 166.7o 138 127,25 125.4 134.75 135,75 243 111.9 133 129,25 121.20 116,65 115 94 273.25 1-5. L 35.13 -2.75 284.7o ;»ö.7o 497 50.35, 98.7*6 105.25 189.2.1 224,9 175.5 243 277.1.3 147.75 159.5 229..- 246 414 155 88.1; 138.5 127 124,75 134 243 — 130 121.5 115.6 94 272.1 lo5.65 143 95.7o 61.5 286. ü 498 253,75 118.75 »9.4 105,25 16. Novemd.r 17 Novemb r Amtliche Non runa Amtliche Norierullg (»eld criei iSeld l Brie' flmfL» Noli 168,32 168,06 168.34 16«,68 Buen-Äiteü 1.769 1,773 1,708 1.772 9itfl. Änrw o8,27 08.39 o8,27 o«,39 Ldristiaaia 111,77 111.99 111,76 111,08 Kovcndagcn 111.78 112,00 111,79 112,01 Elockdoiw 112,07 112,29 112,09 112.01 10,5.51 10.571 10.319 I0.06S Italien • • 21,06.5 22,005 21,975 22,013 öondon. . . 20,304 20,o74 20,»35 20,573 Neuvort . . 4,1956 4,2030 4,1935 4,2015 Dnti» ... 16.o85 16,42a L«,u9 10.43 Sckweir . . 10,72 10.8« oO,72 W,«8 6va ikta - •7,59 o7»73 u7,59 67.73 Javcm 1.948 1.952 1.94« 1,952 •Hto de 9 Amrrikaniiche No re» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten........ 17173 58,08 111,58 20.305 17191 58,32 113,03 20.585 Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaates Hessen weist für den Monat Oktober 1928 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert: 41714 To., verkauft wurden davon 14 942 To., der größte Teil der Rohkohlen wurde weiterverarbeitet. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten 178 To. Braunkohlenbriketts erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus Bormonaten übernommenen Bestände, sowie des 2lbsahes und Selbstverbrauchs verblieben am Monal-schluh absatzfähig: 7471 To. Rohkohlen, 475 To. Briketts, 348 To. Rahprehsteine zusammen 8294 To. Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwert von 52 423 Mk. • * Reu-Ausgabe von Goldpf and- briesen der Hessischen Landesbank. Der hessische Fmanzmintster gibt bekannt, daß er der HessischEn Landesbank (Staatsbank) m Darmstadt die Genehmigung zur Ausgabe von 5 Mill. Mk. auf den Inhaber lautender und zu 8 v. H. verzinslicher Goldpfandbriefe Reihe X nebst zugehörigen Zinsscheinen erteilt habe. * Rorddeutscher Lloyd. Die gestrige Aktienemmission des Norddeutsch. Lloyd in Reu- York wurde stark überzeichnet. Die Bücher konnten bereits um 11 älhr geschlossen werden. Es gingen Zeichnungen aus allen Teilen der Bereinigten Staaten und dem Auslande ein. • Sachsenwerk, Licht und Kraft A.-G. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, ist die Zulassung des gesamten Stammaktienkapitals der Ge- sellsthaft an der Amsterdamer Börse genehmigt worden. Im Zusammenharm hiermit ist gestern ein Teilbetrag von 1,25 Millionen Aktien von der Internationale Bank te Amsterdam, der Am- sterdamsche Bank und der Twentsche Bank in Amsterdam sowie der Bankfirma R. Mees & Zoonen in Rotterdam zur Zeichnung aufgelegt worden. Der Zeichnungskurs beträgt 136 Prozent holländische ilfance. * Südwe st deutsche Gas A.^A. Zu den Veröffentlichungen über einen Beitritt der Stadt Stuttgart zur Südwestdeutschen Gas A.-G. wird von amtlicher Seite folgendes mitgeteilt: Die Stadt Stuttgart hat beschlossen, ihr Gaswerk stark auszubauen und in der Gasversorgung selbständig zu bleiben. Eine Drrbindung mit der Frankfurter Gas 21-®. besteht nicht und ist nicht beabsichtigt. Ein Gasfernbezug kommt in absehbarer Zeit nicht in Frage. Von einem Beitritt Stuttgarts zur Südwestdeutschen Gas A.-G. in den nächsten Tagen kann keine Rede sein. Stuttgart hat lediglich die Beteiligung an einer Interessengemeinschaft einiger südwestdeutscherStädte in der Frage der späteren Gasfernversorgung in Aussicht genommen. • Daimler-Benzwerke, A.-G., Berlin-Stuttgart. Rach der ,D. Z. a. M." liegt bei den Daimler-Benzwerken in Berlin und Stuttgart ein bis zum 19. Rovember gültiges Angebot des belgischen Industriellen van Roggem vor, der die beiden belgischen Auto- mobilsirmen Imperia und Gxcelsior kontrolliert und den belgischen Minerva-Werken nahesteht, auf Llebernahme eines 14 Millionen Mk. umfassenden OptionspaketeS von Daimler-Aktien zum Kurse von 113 Prozent. Wie WTD.-Han- delsbienft auf Rückfrage bei zuständiger Dank- seite feststellt, wurde diese Information weder bestätigt, noch dementiert. • Gutehoffnungshütte. Aktien- Dere in für Bergbau und Hüttenbetrieb, Rürnberg-Oberhausen. Der Geschäftsabschluß dieser Hauptze.ellschaT des Ha- niellonzems erweist nach Abzug der allgemeinen ' 11 n(often, deren Höhe nicht angegeben wird, einen Gewinn von (alles in Mill. Mk.) 8.283 (i. V. 6.414). Unter Hinzuziehung des Gewinn- vortrages von 0517 stehen 8.801 (6.465) zur Verfügung. Rach 2.881 (1.147) Abschreibungen verbleibt ein lleberschuh von 5.920 (5.317), aus dem die Verteilung von 7 (6) Prozent Dividende vorgeschlagen wird. 0.320 gelangen zum Vortrag. Frankfurter Börse Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers^. Frankfurt a. M., 17. Nov. Tendenz fester. — Unter Bevorzugung von Spe^ialwerten war die Haltung zum Wochenschluß allgemein f e st e r. Die Stimmung war zuversichtlich. Nachdem gestern eine Regierungskrise vermieden werden konnte, hoffte man in Börsenkreisen, daß die übrigen noch bestehenden Schwierigkeiten, vor allem der Konflikt in der Eisenindustrie, bald beigelegt werden. Die Aufwärtsbewegung der Kurse wurde unterstützt durch Auslandkäufe und die feste und lebhafte Haltung der gestrigen Neuyorker Börse. Farben, die in der letzten Zeit stark vernachlässigt worden wa- ren, standen heute im Vordergrund und konnten auf Dividendeerhöhungshoffnungen bei lebhaften Umsätzen 5,25 v. H. anziehen. Rege war die Nachfrage außerdem wieder am Elektromarkt, da sich die Gerüchte von Fusionsabsichten im Siemens- konzern erhalten. Siemens waren mit 4,5 v. H. bevorzugt, AEG., Bergmann, Licht L- Kraft, Geffürel und Schuckert gewannen 1 bis 2L v. H. Chade- Aktien plus 3,25 Mark. Am Bankenmarkt traten Danatbank plus 3,25 v.H. und Reichsbank plus 2 d. H. stärker hervor. 9m Zusammenhang mit den hohen Metallpreisen bleiben die Werte der Metallgesellschaft-Gruppe stark verlangt. Metallgesellschaft zogen erneut 4 v. H. und Metallbank 1,5 v. H. an. Auch Marisfelder lagen 1,25 v. H. höher. Am Markte der Bauunternehmungen setzten sich in Hoch- und Tiefbau die Käufe fort, (erneut plus 4 v. H.). Holzmann waren 1,5 o. H. und Wayß & Freitag 1 v. H. höher. Karstadt zogen auf den bevorstehenden Abschluß der Amerika-Anleihe 2,75 v. H. an. Daimler blieben mit plus 2,5 v.H. aus den bekannten Gründen gefragt. Montanwerte waren vernachlässigt, nur Rheinstahl im Zusammenhang mit der Steiaerung der Farben-Aktien 1 v. H. höher. Schiffahrtswerte lagen ebenfalls still, trotz des Erfolges der Lloydemission. Kaliwerte waren gedrückt. Salzdetfurth gaben 1 v. H., Westeregeln 2,5 v. H. nach. Deutsche Anleiben lagen geschäftslos. Sluck Auslandrenten sehr ruhig. Nach den ersten Kursen ergaben sich meist neue kleine Kursbesserungen. Spater wurde das Geschäft sehr still; auf Wochenschlußglattstellungen bröckelten die Kurse verschiedentlich um etwa 1 v. H. ab. Der Geldmarkt blieb unverändert angespannt. Tägliches Geld 7,5 v.H. Am Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4,1980, gegen Pfund 20,360, London gegen Kabel 4,8500, gegen Paris 124,09, gegen Mailand 92,52, gegen Madrid 30,09, gegen Holland 12,0790. Bc. ater Börse. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 17. Nov. Schon im heutigen Borrnit- mittagsverkehr hatte sich eine beruhigtere Stimmung durchsetzen können, da die Panzer- kreuzer-Angelegenheit durch die gestrige Bewilligung endlich ihre Erledigung gefunden hat und somit ein Beunruhigungspunkt für die Börse überwunden ist. Auch der offizielle Beginn stand durchaus im Zeichen einer freundlichen Tendenz. Wenn auch das Geschäft noch keinen größeren Umfang annahm, so war doch eine stärkere Interessennahme au beobachten, zumal sich das Ausland an verschiedenen Märkten, wie z. B. am Elektromarkt, und besonders am Farbenmarkt, wieder als Käufer zeigte. Eine Reihe günstiger Moment« konnte ebenfalls wirken, so die gestrige Neuyorker Hausse, die Kapitalerhöhungspläne der Amerikan-Glanzstoff, die Ueberzeichnung der Nordlloyd-Anleihe in Neu- york, die Kapitalerhöhung der Krügershall um bis zu 91 Millionen zu dem bisherigen Grundkapital von 30 Millionen und die heutige General-Der- fammlung der Berliner Handelsgesellschaft, in der über die Kapitalerhöhung auf 28 Millionen (Be- Augsrecht 4:1 pari) Beschluß gefaßt werden soll; ferner wirkte die Aufsichtsratssitzung der Geffürel am Montag, in der wahrscheinlich eine Kapitalerhöhung vorgeschlagen werden soll, ebenfalls stimulierend. Die Aussperrung im Ruhrgebiet wurde heute weniger beachtet, obwohl eigentlich noch keine Ents^annuna eingetreten ist. Immerhin würde eine Zwischenlösung, über die setzt beraten wird, vielleicht möglich sein. Die ersten Kurse lagen meist 1 bis 2 v. H. über gestern Schluß. Am Elektro- markt war das Geschäft am lebhaftesten. Schuckert, Siemens, Gesfurel bis 3 v. H. höher, auch Farben, bei denen die Gerüchte einer Dividendeerhöhung wieder austauchten, 3,5 v.H. fester. Zu erwähnen waren noch Riebeck, Chemische Heyde, Daimler, Stöhr, Spritwerte, M. A. 91., Nordwolle, Feldmühle, Oberkoks und Danatbank. Deutsche Anleihen lagen etwas befestigt. Ausländer nicht einheitlich. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig, doch sehr befestigt. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 6,5 bis 8,5 v. H., Monatsgeld 7,75 bis 8,75 v. H., Warenwechsel etwa 6,88 o. H. Nach den ersten Kursen wurde das Geschäft etwas ruhiger, doch ergaben sich überwiegend Kurserhöhungen von 1, vereinzelt 2 v. H. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Nov. Die Produktenbörse verkehrte heute in ruhiger, aber stetiger Haltung. Dom Auslande lagen besondere Anregungen nicht vor. Das Angebot von Weizen und Roggen aus dem Inlands bleibt weiter verhältnismäßig klein und wird von Mühlen und Händlern zu unoeränberten Preisen ausgenommen. Nachdem in den gestrigen Nachmittagsstunden noch etwas lebhafteres Exportgeschäft zu verzeichnen war, war heute von neuen Abschlüssen noch wenig zu hören. Am Lieferungs- markt kam das Geschäft nur schleppend In Gang. Für beide Brotgetreidearten ergaben sich leichte Preisgewinne, die auf einige Deckungskäufe zurückzuführen waren. Für Weizenmehl kommt es auf unverändertem Preisniveau vereinzelt zu Abschlüssen zur späteren Lieferung. Roggenmehl hat bau« ernd schwierigen Absatz; das Angebot der Mühlen ist sedoch bei dem gegenwärtigen Preisniveau keineswegs dringlich zu nennen. Hafer liegt etwas stetig. Der Konsum nimmt das verhältnismäßig geringe Angebot auf. An der Küste besteht weiter Nachfrage für den Export. Gersten in unveränderter Marktlage. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 210 bis 213, Dezember 228, März 238, Mai 243,50 (still); Roggen, märkischer, 201 bis 204, Dezember 219,50, März 229,50, Mai 235,50 Brief (ruhig); Braugerste 228 bis 244, Futtergerste 202 bis 210 (ruhig); Hafer, märkischer, 199 bis 207, Dezember 217, Mai 239,75 Brief (fester); Mals, zollbegünstigter Muttermals, 218 bis 220 (stetig); Raps 340 bis 350 (behauptet). (100 kg): Weizenmehl 26,25 bis 29,75 (stetig); Roggenmehl 25,50 bis 28,75 (stetig); WeiAenkleie 14,60 bis 14,80 (ruhig); Weizenkleiemelasse 15 bis 15,25; Roggenkleie 14.60 bis 14,80 (ruhig), Viktoriaerbsen 43 bis 52; Wicken 27 bis 29,50; Rapskuchen 1930 bis 20,20; Leinkuchen 24,60 bis 24,80. * Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. an — be — de — der — eck — el — es — ge — gel — leib — ling — ni — niz — o — or — ra — re — se — se — sen — tren — vi — vier — wie — win. Aus den 25 Silbe,, sind elf Wörter mit sollender Bedeutung zu bilden: 1. Kinderbett; 2. Märchen- dichter; 3. Philosoph; 3. PferdeAaum; 5. männlicher Personenname; 6. Teil des Schiffes; 7. mathematische Figur; 8. Musikinstreument; 9. Name aus der arte- chischen Mythologie; 10. Wahlspruch; 11. biblischer Priester. — Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben die erste und dritte Buchstabenreihe, die erstere von vorn nach hinten und die letztere von hinten nach vorn den Namen eines großen deutschen Dichters. Magisches Kreuz- und Quer-Worträtsel. Doppelsinnrätsel. Zwölf Wörter, von denen ein jedes doppelte De- beutung gefunden hat, sind zu suchen. Hat man diese gesunden, so ergeben deren Anfangsbuchstaben aneinandergereiht, eine herbstliche Naturerscheinung. Die Wörter bedeuten: 1. großes Gotteshaus —- Stadt in Westfalen; 2. Stadt im Freistaat Sachsen — Wiesengrund; 3. Nebensluh des Rheins — Krankheit; 4. weiblicher Personenname — Harzflüßchen; 5. gesetzliches Maß — Daum; 6. Betonung — unberechtigter Abdruck; 7. ungezogener Mensch — landwirtschaftliches Gerät; 8. Raubvogel — Fluß in der Schweiz; 9. Falschmeldung — Schwimmvogel; 10. Wohnraum — gehobeltes Brett; 11. Heideblume — weiblicher Personenname; 12. Tonzeichen — Anmerkung. Auflösungen. Bilderrätsel. Jetzo fragt die weite Welt Nicht woher, nur, hast du Geld. Gegensätze. 1. dunkel; 2. interessant; 3. enthaltsam; 4. mancherlei; 5. angemessen; 6. roh; 7. triftig; 8. inhaltsreich; 9. nackt; 10. sparsam; 11. gegenwärtig; 12. abhold; 13. neu; 14. schwächlich. Die Martinsgans. Kreuzworträtsel. Von links n a u) rechts und von oben nach unten: 1. Leichter offener Wagen; 2. Feldgrenze; 3. zweckmäßige Beschaffenheit; 4. weiblicher Personenname; 5a. Fisch; 5b. Furchtgefühl; 6a. Nebenfluß des Neckars; 6b. weiblicher Personenname; 7. Insel im Mittelmeer; 8. weiblicher Personenname; 9. andere Bezeichnung für Verweis; 10. Bodensenkung; 11. biblischer Personenname. Die Diagonale A—B bezeichnet eine „Kleinigkeit" mit anderem Worte. Silbenänderungsrätsel. Von den 14 Wörtern: Kiste — Pollen — Oheim — Tabak — Emil — Kadi — Einkehr — Zander — Tiger — Befehl — Klingel — Torte — Humor — Diemen ist die letzte Silbe zu streichen und bann durch eine der nachfolgenden zu ersetzen: cho — gau — ge — ka — kauf — ke — lent — Tif — ner — osk — pe — per — ruf — tel. Ist die Neuzusammensetzung richtig vorgenommen, ergeben die Endbuchstaben dieser Wörter, aneinandergereiht, einen herbstlichen Volksbrauch. Leisten-Rätsel. Die Buchstaben in vorstehender Figur sind so urn- zuordnen, daß die erste wagerechte Reihe einen Nebenfluß der Donau und die zweite ein Nahrungsmittel ergeben, während die erste senkrechte einen deutschen Dichter und die zweite einen Schutzwall nennen. Zweisilbige Scharade. Das erste sollst du fein in deinem Haus, mein Christ, Denn also lehrt die Schrift — wenn du das zweite bist. Das Ganze hört man oft in Liedern und in Weisen Als Helden in der Schlacht und deinen Ahnen preisen. Crgänzungsrätscl. *—* 1. Ader; 2. Irre; 3. Seil; 4. Acht; 5. Este, 6. Gage. Der Reichstag. Magisches Quadrat. Kulm — Bach. Lauf — Paß. Drei — Fuß. Bank — Haus. Rätsel. Wahnsinn — Starrsinn — Frohsinn —i Hochsinn — Unsinn. > Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Amerikanisches. John Smith In Chikago macht Einkäufe in einem Laden und läßt fein Auto draußen stehen — an einer verbotenen Stelle, wo nicht geparkt werden darf. Beim Herauskommen sieht er zwei Polizisten, die aus den straffälligen Eigentümer warten. Das würde 20 Dollar losten. Was tut Smith? Er geht, als ob ihn das Ohrt» nichts anginge, unbemerkt daran vorbei In di« nächste Seitenstraße, stellt sich dort vor einem anderen Laden und pfeift ein Rotsignal. Sofort kommen die zwei Polizisten gerannt. Smith sagt: „Ich hatte vor diesem Laden ein Auto stehen, Rr. 6429, ist gestvhlenl" Die Polizisten: „Wir haben es schon gefunden, es steht hier gleich um die Eckel- Smith : „Sehr erfreut. Rehmen Sie diesen halben Dollar für Ihre freundliche Mitteilung!* Smith hat neunzehnundeinenhalben Dollar erspart. Das ist noch gar nicht-1 „Dei uns in Mexiko ist e- so heiß," sagte Don Juan de la Capanna, „da trocknen sogar di« Tränendrüsen auS." „Das ist noch gar nichts," sagte der Reger Mruha Rganda, „bei uns in Afrika ist es so heiß, daß wir die Hühner mit Eis futtern müssen, sonst legen sie gekochte Gier." K. M. nana tsnrara nraas HnBö " QQ00 fit 13 3B3B HOI3IB BBSöiaiiBBia G3I3BB 13 QQHM Die schönsten t unerreicht in Auswahl unübertroffen in Qualität 45 - 65.- 85 und höher Mafaanfertigung in eigenem Atelier xu mäßigen Preisen FRANKEL Spezialhalis IN Damenbekleidung, Seilersweg 52 10114A RAMESOHL & SCHMIDT A.G. BEIDE LW. 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