Dienstag, 17. April 1928 178. Jahrgang Nr. 90 Erstes Blatt vnrS m^vrrlag . vrihl'schc Uetocrftt«$-B* ort Stetirtridcrd R. £angc tu $d?rtft!dtmg nirt Sefchäftrjtege: Sftalttrafc 7 Annahme van Snjetaen für bk Tage»nummcr bis jnm Nachmittag vorher. Preis fnr 1 em Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, ansmärts 10 Beichspfenmg- für Re- klameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Dlo^uorfdaritt 20' mehr. Thefredakteur Dr. Frredr Wild. Lange. Berontwonlich für Volttih Dr Fr. Will) Cange; für Feuilleton Dr H THyriot. für ben übrigen Teil Ernst Blumfchein: für den Anzeigenteil Kurt tzillmann, fämtlld) in ©iefjen. Eriche,nt tüglich.aNhei Sonntags enb Feiertag» Bett« gen. (Siebener FamiNendläNer Heimat im Bill, Die Scholle. »neu.Beyigsprets 2 Reichs rnarti unb 20 Reichspfenntg für Trügen lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNmmnern infolge höherer ©ewatt. Fernsprechans chlüsse: 61, M und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger ©fest«. Postscheck,««,: SrenfTiTt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Um Me Tariferhöhung der Reichsbahn. Erve Devkschrrft ffir baÄ ReichSverkehrSminifterium. eigene Drahtmeldung des „Gietzener Anseigers". Berlin. 17. April Man erwartet, datz die Reichsbahn Sn de dieser Woche ihre Denk- fchrist zu der gewünschten Tariferhöhung fertiggeftellt haben wird, die dann dem Retchs- verkehrsrninister zur Entscheidung jugekUet wer- hnx wird. Diese Denkschrift wird ein sehr um- fanareicheS Dokument sein, da neben dem Wertteil der eine auch für die breiten Massen abge- fttnrorte Begründung der Tariferhöhung enthalten soll, noch in verschiedenen Anlagen eingehende Darlegungen über die sinan-letten Verhältnisse in den verschiedenen Betriebsgebieten und Arten der Reichsbahn gebracht werden sollen Wie wir erfahren, wird die geplante Steigerung der Tarife im Durchschnitt fünf Prozent der bisherigen Höhe betragen Man hofft, mit dieser Erhöhung die nach Angaben der Reichsbahnverwaltung dringend benötigte Summe von 2 50 Millionen Mark her einzubekommen. Der Personenverkehr wird nach diesen Berechnungen rund ein Drittel der gesamten Tariferhöhung tragen müssen, wobei allerdings, besonders bei dem sogenannten Berufsverkehr gewisse Srleichkerun- gen gemacht werden sollen Auch im Güterverkehr wird die Erhöhung um 5 Prozent nicht schematisch durchgeführt werden tonnen. denn auch hier find gewisse Ausnahmen wie bei den Wettbewerbstarifen und den Sonder- tarifen im Verkehr mit Ostpreußen notwendig. Unentschieden ist noch die Frage, ob man bei dieser Gelegenheit den Zwei-Klasfen- t a r i s einführen wird. Die Reichsbahn möchte anscheinend die Tariferhöhung zum Anlaß nehmen. um daS Tarifshstcm jetzt auf diese Werse zu vereinfachen. Aber allem Anschein nach wrrd sie sich In der Denkschrift an die ReichS- negierung nicht einseitig auf diesen Plan fest- 'egen. Sie wird wohl Vorschlägen, den Zwei- «klassentaris jetzt einzuführen, da sie ibn für einen dringend notwendigen Fortschritt hält, wird aber zur gleichen Feit auch eine andere Berechnung der Tariferhöhung beifügen, die sich auf das jetzige Klassensystem bezieht. iriae*ep atoyetmlcht find, eme entscheidende Rolle. In diesem Zusammenhang wäre bann auch die Reise von Minister Köhler ^u beurteilen, ber an- scheinend gerade über diese (Tragen dem Vatikan Mitteilung machen soll. Dabei wirb es sicherlich seine 2üifgabe jein einer einseitigen Festlegung der Zentrumspartei im Hinblick auf b:c kommenden Koalitionsmöglichkeiten entgegenzuarbeiten unb den Vatikan über bie tatsächlichen Zusammenhänge der Zentrumspolitik auszuklären. Allem 2ln- schem nach ist daher die Reis« des Reichssmonz' nrnüfters vor allem hn Rahmen ber besonnenen 3entnrmsmtereffen begründet. Oie elsässischen Autonomisten. Tic Anklageichrisi. Straßburg. 17. April. (Priv.-Tel., Die Anklageschrift im Colmarer Autonom i st e n p r o ze h ist jetzt den Angeflagten und deren Verteidigern zugestellt worden. Wie der Colmarer Kurier schreibt, könne man jetzt erst verstehen, daß die Verteidiger von vornherein erllart hätten, die Komplottanllage entbehre jeder Grundlage. Bei keinem der Angeklagten sei der Beweis erbracht worden, daß deutsche Gelder der Bewegung zugeflossen feien. Rur bei Roos habe man geltend ge- 771 acht, er habe ein Ersuchen um Geld nach Deutschland gesandt, aber auch dies nur im Zusammenhang mit einer Klage, man mache der Autonomiftenpartei Schwierigkeiten bei der Aufstellung ihrer Kandidaten, well sie kein Geld besitze. Mit keinem Wort lei in der Anklageschrift die Behauptung erwähnt, einer der Verhafteten habe das Geständnis abgelegt. daß drei b'S vier Millionen Franken au« der Schweiz nach dem Ellaß überwiesen worden feien. Wie der Colmarer Kurier ferner mitteilt, ha: der nach der Schweiz geflüchtete Führer der Bewegung. Dr. Roos, dem GeneralstaatS- cntoalt in Colmar geschrieben daß er al« Angeklagter im Autonomistenprozeß freiwillig zur gerichtlichen Verhandlung in Colmar erscheinen werde. Oer:Heicf)6fparfotnmiffar kommt nach Württemberg. Stuttgart, 16. April. (WB) Der Reichsspar- kommisiar, Stoatsminister a. D. S ä m i s ch, um dessen Entsendung nach Württemberg die mürtiem- bergische Regierung die Reichsregierung schon vor längerer Zell gebeten hat, wird am 17. April in Begleitung des Ministerialdirektors Schmitt zu den einleitenden Besprechungen mit der Württemberg»» schen Regierung in Stuttgart eintreffen. eine erhebliche Rolle. Zur 'Xatngatwxx bienten Hauptmann Köhl drei Kompasse, ferner trie Stellung ber Sonne und der Gestirne. Da die Startbahn in Baldonnel nur prvm- sorisch angelegt und durch drei Wochen liegens Wetter völlig aufaeweicht war. brauchte die 'Bremen 1300 btt 1350 Meter Anlauf, während sie auf der Startbahn in Dessau im vorigen Jahre bereits nach etwa 500 Meier in der Luft war. Die Hauptschwierigkeit aber war die Wetterfrage, weil eS schwierig ist. für eine so lange Zeit Doraussagen Ku geben. Hauptmann Köhl hat übrigen- die Absicht, über die Durchführung des Fluge- Aufschlüsse zu geben, und in interessierten Kreisen sieht man darin den Hauptwert des Unternehmens. Werl dadurch weitere Unterlagen für das Problem des Transozeanluftverfehr- gegeben werden. Oie erste Etappe -es Tlordpolstugs. Die „Italia" in Stolp. Stolp. 16. April. (WTB.) Bei der gestern schon gemeldeten Landung der , Italia in: ©roLp stand General Robile, als tee Gondel den Boden berührte, sehr ermüdet aussehend, aber lächelnd an der Tür. Er äußerte lrch außerordentlich befriedigt über die Art. in der sich das Luftschiff trotz deS furchtbaren Wetters, das besonder- tn der Gegend der Weihen Karpathen sehr stürmisch gewesen sei. in jeder Beziehung bewahrt habe. Sr sei außerordentlich stolz auf das und habe das feste Zutrauen, daß die Aord- polfahrt ein Erfolg sein werde. Sowohl die Motoren al- auch die Instrumente hatte-' trotz des Gewitters glänzend gearbeitet In Gl ei- Witz riet die Leitung des Flugplatzes wiederholt dort zu landen. Wir waren aber ge- toillt. die Fahrt fortzusetzen Da wir die Orientierung verloren hatten, ^mußten wir in der Gegend von Gleiwitz zwei Stunden kreuzen, bi- wir auf drahtlosem Wetze aus Lindenberg und Prag Informationen emgeholt hatten. Ich habe aber auch nicht einen Augenblick daran gedacht, umzukehren. Wirkliche Gefahr bestand für da« Luftschiff nur während der Zeit, wo wir die Gewitterzone m Schlesien passieren mußten. Die Besatzung hat sich ausgezeichnet bewährt. Es ist die beste Besatzung, Vie ich jemals hatte. Außer den Dehördenvertretern, den Zeitunas- korrespondenten und den LlbsperrungS- und Hilfs- mannschasten waren, wohl infoltze der Unsicherheit über den Zeitpunkt des Eintreffens, nur ungefähr hundert Zuschauer auf dem Flugplatz anwesend. General Mobile hat Anweisung gegeben, ohne besondere Formalitäten jedermann zur Deslch- tigung de« Luftschiffes zuzulassen unter der Bor- aussetzung. daß nicht geraucht wird. In den nach' sten Tagen wird man in Stolp, nachdem die Reparaturen an den: Polarluftschiff „Italia" beendet sind, mit der Machfüllung des Gases beginnen. Die erforderlichen Dvrberei- tungen hierzu sind bereits getroffen. Immerhin dürfte e« noch acht bi« zehn Tage dauern, bi« die „Italia" wieder vollkommen flugbercit ist. General Mobile will dann zunächst einige größere Probefahrten ausfuhren, so daß der Abflug zu der PolareKpedition nicht vor dem 8. oder 10. Wai erfolgen wird Die Oeutschnationalen im Wahlkampf. ehtbcincr-öilbflii spricht in Frankfurt. Frankfurt a. M.. 16. April. (Landespresse- dienst.) Der Spitzenkandidat der Deutschnationalen Partei für Hessen-Rasfau. Wetzlar und Waldeck, von Lindeiner-Wildau, sprach hier in einer Wahlversammlung. Der Hauptteil der Mede war der Auseinandersetzung mit der Deutschen Volks- Partei gewidmet. Der Dortragende rechtfertigte die Teilnahme der Deutschnationalen Partei an der Megierung, indem er auSsührte. daß es ein Trugschluß sei, wenn jemand behaupte, man müsse zu dem jetzigen Staat in Opposition stehen, weil man ihn nicht billige. Wer beiseite stehe, bleibe Objekt der Politik. Die Taktik der politischen Abstinenz hätte vielleicht dann gerechtfertigt sein können, wenn man hätte hoffen dürfen dadurch den Staat lahm zu legen. Die staat-politische Lage sei aber so, daß daran nicht zu denken sei und infolgedessen gebe eS nur ein«: aktive Mitarbeit. Der Beitritt der Partei zur Reichsregierung sei mit einet Dernunftebe zu vergleichen, mit einem Zweckverband. tn welchem die verschiedenen Parteien um die Festsetzung der politischen Diagonale miteinander ringen. Die Deutsche DolkSpartei sei der Ansicht. daß die Gegensätze zwischen den beiden Rechtsparteiennicht ohneGrund vertieft werden sollten. Aber es hätte sich leider ergeben, daß die Schwierigkeiten einer Zusammenarbeit nicht ab-, sondern Angenommen hätten. Die Deutsche DolkSpartei habe, um ihren Liberalismus zu beweisen, der als Weltanschauung in unserem heutigen freien Staate keine Berechtigung mehr habe, sich bewußt von den Deutsch- nationalen distanziert. Dies zeigte sich zunächst auf dem Gebiete der Außenpolitik. Gewiß sei es richttg. daß die Fesseln von Der» sailleS nicht gewaltsam abzustreifen seien und daß man infolgedessen einen friedlichen Ausgleich suchen müsse. Doraussetzung für diesen wäre jedoch die Verhandlung mit den Ententemächten auf dem Boden der Gleichberechtigung gewesen. Die Deutschnationalen hätten versucht, dieser Außenpolitik die Wege zu ebnen, hätten aber nicht mehr mitmachen können, als die genannte Vorbedingung außer Acht gelassen worden wäre. Die Gleichberechtigung zeige sich nicht in der äußeren Fassade, sondern in den materiellen Berechtigungen der Staaten. Richt hie Deutschnationalen hätten also intonfequent gehandelt, sondern diejenigen, die die Konsequenzen auS dem geschilderten Verlauf der Dinge nicht gezogen hätten. Das aussenpolitische Leitmotiv sei von Stresemann seinerzeit dahin gezeichnet worden, daß man Sicherung im Westen geben müsse, um im Osten freie Hand zu erhalten. Die Deütsch.iationale Partei befürchte aber, daß bei dem Lauf der Westpolitik die ostpoiitischen Ziele in dem Faß ohne Boden von Locarno verschwinden würden und daß dieser Westpolitik schließlich auch wirtschaftliche Belange geopfert werden mühten Damit kam der Redner zu der Erörterung her Wirtschaftsfragen. ®6 lei leider Tatsache, daß Frankreichs Äokumenie znm Kriegsausbruch. poincares Alibi. Don unser« Berlin« Redaktion. Die Veröffentlichung der Dor«r ieg Sbo f u - mente, womit Deutschland den Anfang machte, hat doch ihre Wirkung nicht verfehlt. Der Druck der davon auSging. ist fo stark getootten, daß schließlich auch Frankreich ihm nachkommen und wenigstens eine Auswahl der am titeln Aktenstücke herausgeben muh, die allerdings sehr vorsichtig zurechtgestutzt sein wird. Aber daS dauernde Schweigen Frankreichs konnte doch zu dem Eindruck führen, daß tn Paris mancherlei xu verheimlichen wäre gegenüber der Offenherzigkeit. womit Deutschland vorgegangen ist. Und das wollte Poincarß vermeiden. Er hat deshalb auch durch die „Surope Rouvelle" einen Auszug aus den deutschen diplomattschen Schriftstücken zusammenstreichen und veröffentlichen lassen, wozu « selbst die Einleitung schrieb. Eie ist außerordentlich geschickt gefaßt und nur darauf berechnet, die französische Polittk weihzu- waschen. Poincars liest auS den deutschen Akten lediglich heraus, daß Berlin unter dem Einfluß eines abenteuerlichen ManneS gestanden habe, der allen Mahnungen vernünftiger Leute ent- gegenhantelte. Natürlich hat der Ä ä i f er Schuld, weil er an Frankreich und Ruhlaiw den Krieg erklärte. Ja, Poincara selbst geht sogar noch einen Schritt weiter und preist das französische System, das nur einen D e rtei - digungskrieg erlaubte, während das deutsche Regime auf einen ÄngriffS- krieg eingestellt gewesen sei. Er schreibt sogar den Satz nieder daß die französische Regierung nicht in der Lage gewesen sein würde, Krieg zu führen, wenn die Kriegserklärung von Deutschland nicht gekommen wäre, weil in Frankreich dem Buchstaben nach daS Parlament die Zustimmung zur Äriegerflärung geben muh. Das heißt doch bie Tatsache m der urchetmüchilen Weife verdrehen. Niemand beftretet bei uns, daß unsere Politik m den Sommerte gen 1914 außer- ordentlich ungeschickt gewesen ist und baß wir uns niemals in eine Sackgasse hinein- drängen lassen durften, aus ber es für uns mir b«i Ausweg gab. daß wir den Krieg erklärten. Denn dadurch nahmen wir das Odium der Dervnnvort- lichkei' wenigstens formell auf unsere Schultern. Ader die tieferen Zusammenhänge liegen doch ganz anders. Frankreich und Rußland hatten beide ihren Rücken frei, sie fomtien also m aller Ruhe mobilisieren und hatten, wenn ihre Mobilisierung durchgeführt war, Deutschland in der Zange. Darauf lonnren wir nicht warten. Unsere Lage war hoffnungslos m dem Augenblick, wo die russischen Millionenhsere an der deutschen Grenze ftanben. Unser ganzer Kriegsplan war deshalb darauf auf- gebaut, daß mir dm ehren Gegner erledigten, bevor der andere feine letzten Vorbereitungen vollendet hatte. Deshalb konnten wir einer russischen Mobilisierung nicht tatenlos ,Zusehen, hatten auch noch Petersburg ebenso wie nach Paris sagen loflen, daß die russische Mobilisierung uns die Kriegserklärung geradeyu au fzwa ng. Das hat auch Poincar- gewußt. deswegen hatte er die Rusten zur Mobiliste- ruitg getrieben und hat bamfct auch erreicht, daß Deutschland in iXe taktisch ungünstigere Rolle des Angreifers kam. Aber das waren doch nur «schernmanövrr. Daß mir in Wahrheit die Ange g r i f f e n e n waren, ist aus den deutschen Akten, die gewiß nicht von bcsondiwen Verehrern der Monarchie redigiert sind, klar «weisCich. Die Geschichte wird tfcefes Urteil bestätigen, selbst wenn Pmnearö durch seine Kritik imd durch die Art ferner AktenVeröffentlichung noch fo viel Dotrm zu retuschieren versuchen sollte. unter dem Einfluß von Stresemann und Turkins der Weltestpvrt über den Schutz des inneren Marktes gestellt würde. Als Beispiel «ie.er auf den kommenden deutsch-polnischen Handelsvertrag hin, der wahrscheinlich die innere Wirtschaft der polnischen Konkurrenz frei geben würde Aur wenn wir eine leistungsfähige Landwirtschaft hätten, tbnnten wir einen Einfluß auf die Höhe der AahrungSmittelpreise erhalten. wahrend wir sonst abhängig würdet, von dem internationalen Kapital, das zunächst vielleicht um die innerdeutsche Konkurrenz zu beseitigen, die Preise der 73.at)Tuxxg&* mittel senken würde, um sie später nach dem Erliegen dieser Konkurrenz um so hoher heraufzu- schrauben. Eine leistungsfähige, zahlungskräftige Landwirtschaft verhindere auch den Abfluß des Geldes in das Ausland und fühve es den er- werbstättgen Schichten des deutschen Dvlkes zu. Außenpolittk fei nach Dietrich Schäfer der Einsatz von Wacht. Solana« wir diese Macht nicht hätten, sollten wir uns daher von akttver Polittk möglichst fern halten und uns darauf befchränken. eine weltpolitische Situatton zu er- fassen, die einen Ausgleich der Kräfte in der Weise bringt, daß wir auch mit unseren geringen Mitteln Einfluß gewinnen könnten. England nndderKriegsverzichtsvertrag London, 16. April. (WTD.) Der diploma- ttfche Mitarbeiter des „Daily Telegraph" führt aus: In britischen amtlichen Kreisen mißt man den Vorschlägen KelloggS größte Wichtigkeit bei. Dem Ersuchen Washingtons um baldige Antwort wird noch Möglichkeit entsprochen werden. Aber schon wegen der Wichtigkeit der Sache ist eine sorgfältige Prüfung unbedingt notwendig, um die Rückwirkungen des vorgeschlagenen Vertrages auf die bestehenden internationalen Verpflichtungen Großbritanniens nach der Völl«- bundsfatzung und den Locamo-Derttügen zu fläten. Großbritanniens Haltung in einer derartigen Frage wird aber schließlich nicht von technischen Erwägungen, sondern von einer großzügigen Würdigung des moralischen und politischen Wertes entschieden werden. Was die Dominions anbetrifft, kann man schon aus ihrer Abneigung, den Rhemlandpakt zu unterzeichnen, den Schluß ziehen, daß sie mit der Ansicht Washingtons überein» stimmen werden, wonach der Abschluß eines vielseitigen Friedenspaktes nicht durch militärische Bündnisse behindert oder vereitelt werden soll Man tut auch gut, daran zu denken, daß im vergangenen Jahre die traditionelle Abneigung der britischen Außenpolitik, sich in Bündnisse zu verwickeln, in unyoeibeutiger Weise erneut bekräftigt worden ist. Wohl ist in britischen Kreisen das Gefühl nahezu allgemein, daß die Aussicht auf eine erneute Zusammenarbeit zwischen Amerika und Europa in erheblichem Maße Zugeständnisse an die amerikanische Auffassung wert wäre. Die Goldausbeute in Ostsibirien. Die deutsche Bank an der Krnanzierrrn- beteiligt Paris. 16. April. (TU.) In den letzten Tagen fand in Tannes eine Besprechung zwischen den Vertretern einer amerikanischen Banlengruppe, der Deutschen Bank und der Lena-Goldsielbs statt. Es Handelle sich um die Gewährung einer Anleihe von sechs Millionen Mark rür die Lena-Go Idfields, die die Genehmigung für die Goldförde- runo i n Ostsibirien hat. An dies« Anleche sollen sich die Deutsche Bank und die amerikanische Bankenaruppe beitetliqcn unter gleichzeitiger Mitwirkung an der Goldausbeutung in Oftfunrien. Die Besprechungen endeten mit dem Ergebnis, daß die amerikanische Gruppe durch Vermittlung und unter Garantie der Deutschen Bank den Lena-Goldsields sechs Millionen Mark zur Verfügung stellen wird, doch werden die Vertreter beider Gruppen vorläufig von einer direkten Beteiligung an der Goldausbeute Abstand nehmen Sie behallen sich ledvch das Recht vor, später neue GeLd- mtttc! zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise zu 50 d. A an bet Ausbeute beteiligt «ii werden Oie Berliner GtraßenSahnkatastrophe. Die Aussagen des Wagenführers. Der Führ« des Triebwagens des am Stadion verunglückten Straßenbahnzuges, der 53 Jahre alte Fahrer Heinrich Redlich, wurde von der Kriminalpolizei eingehend vernommen. Ruhig und mit großer Sicherheit machte er seine Aussagen über den B«lauf ber Linglücksfahrt. Bei ber Abfahrt von der Endhaltestelle mäßigte « das Tempo des Zuges auf 10-Stunben- kilometer herab, da chm die abschüfsige Straße bekannt war. Von Beginn des Abfalles an setzte er beide Bremsen, sowohl die für Handbetrieb, als auch die elektrische. i n Tätigkeit. Er merkte ab«, daß sie nicht nach Wunsch faßten. 51m die Reibung zu erhöhen und größ«en Widerstand hervvrzurufen, streute « von Anfang an unablässig Sand. Plötzlich verspürte er einen Ruck am Woaen und glaubte, daß die elektrische Bremse infolge eines Kurzschlusses nicht mehr betriebsfähig fei. Trotzdem bediente et beide Bremsen weit« . und hielt auf feinem Posten — wie es den Vorfchriften entsprach — bis pi dem Augenblick aus, als ber Wagen u m 11 p p t e. (Erft bann stieg er ab und beteiligte sich an ber Bergung der Verunglückten. Als man chm vorhielt, daß er kein Notsignal an den Schaffner gegeben habe, erklärte Redlich, daß die Fahrsttaße viel zu kurz gewesen sei, als daß eine Betätigung der Hinteren Bremse das Unglück hätte aufhalten können. Außerdem sei der Wagen derart überfüllt gewesen, daß der Schaffner oingekeilt zwischen den Fahraosten stand und nicht mehr rechtzeitig die Hintere Plattform hätte erreichen können. Diese letzte Anaabe wird durch den Schaffner des Triebwagens vollauf bestätigt. Redlich wurde nach beendeter Der- nehmung wieder entlassen. — Die technische Untersuchung de« Straßenbahnzuges hat, wie die Straßenbahngesellschaft mitteilt, ergeben, daß der Zug technisch einwandfrei war und auch funktioniert hat, was einwandfrei festgeftellt wurde. Zur Zeit des Unglücks herrschte leichter Schneefall, der die Schienen schlüpfrig machte. Oer Tarifkonflikt im Bankgewerbe. Berlin, 16. April. (WB.) Wie der Deutsche Bankbeamtenverein mitteill, ist er nicht in der Lage gewesen, den am 31. März für die Verlängerung des Reichstarifes gefällten Schiedsspruch in seiner gegenwärtigen Gestalt anzunchmen. Beint 'Reichsarbeitsministerium sind deshalb von ihm Rachver - Handlungen beantragt worden. Die sonst noch am Taris beteiligten Arbe'tnehmervrganisationen nehmen die gleiche Haltung ein. Auch der Reichs- vcrband der Bankleitungen hat beschlossen, den Schiedsspruch, dessen Erklärungsfrist heute abgelaufen war. abzulehnen. Aus aller Wett. Alexander Wyneken Königsberg, 16. April. Am 16. April konnte d« Mitbegründer, Leit« und Ehefredak- teur der Königsberger Allgemeinen Zeitung, Dr. h. c. Alexander Wyneken, die Fei« feines 8 0. Geburtstage- begehen Unter den im deutschen Zeitungsleben an führender Stelle stehenden Männern nimmt Dr. h. c. Wyneken einen der hervorragendsten Platze ein. Sein Harne hat sowohl in der großen Derlegervrganisatton wie in der Organisation ter Redakteure den allerbesten Klang. Zahlreiche Ehrungen und Würden sind Dr. Alerander Wyneken in seinem von rastlos« Arbeit «sülltcn, ater auch von reichsten und schönsten «Srfolgcn gefronten Leben zuteil geworden. Sein ureigenstes Werk, dem « seine ganze Lebensarbeit gewidmet hat, ist die Königsterg« Allgemeine Zeitung, die heute dank feinem Wirken zu den größten und angesehensten Zeitungen des deutschen Ostens gehört und deren Resonanz weit üb« den Rahmen ter Provinz hinausreicht. — Der Reichskanzler sandte Dr. h. c. Wyneken. zum 80.Geburtstage folgendes Dlückwunf ch- teiegramm: „Zu Ihrem 80. Geburtstage spreche ich Ihnen, der Sie Ihre Lebensarbell mit vorbildlich« Treue der deutschen Presse und damit dem deutschen Volke gewidmet haben, meinen herzlichsten Glückwunsch aus. 'Wöge Ihnen geistige AÜftigfeii und körperliche Frische noch recht lange zum Wohle teS Vaterlandes «halten bleiben.* Lchneestürme im Schwarzwald tmb te Schlesien. Freiburg L Br., 17. April. (WTV. Funkipruch.) Der starke Temperatursturz^hat auf dem südlichen Schwarzwald bei heftigem Sturm Schneefall gebracht. Bis zu einer Höhe von 800 Met« herab ist eine geschlossene Schneedecke von fünf Zentimeter vorhanden. Bei sinkender Temperatur hält der Schneesturm auch heute noch an. An verschiedenen Orten Haden die Beratele- graphen erheblich gelitten und sind teilweise logar gestört. — Auch im ganzen Östlichen Riesen- gebirge gingen ungeheure Schneemasien uieter wie sie während des ganzen Winters nicht zu verzeichnen uieren. Die Landwege find völlig unpassierbar. Die seuchten, schweren Schneemassen haben viele Telegraphen- und Telephor»-, leitungen und Äntennendrähte zerrissen. Auch in den Wäldern wurde großer Schaden angerichtet. Die Sttomzufuhr des Elektrizitätswerkes der Ueberkmb- zentrale ist unterbrochen, fo daß Landes- gut ohne elektrischen Strom für Licht und Kraft ist. Empfindttche Störungen hat der große Schneefall auch im Eisenbahnbetrieb hervorgerufen. Die Ziedettalbahn verkehtt vorläufig nicht. Auch sind die Morgenzüge ter J^taatsbalyn ausgeblieben, so daß die Geschäftswelt von Laudeshut o h ne j e d e P o st ist. Auch in Breslau sank die Temperatur und in den Morgenstunden herrschte ein mächtiger Schnee sturm, der binnen kurzer Zeit alles mit dichten Schneemassen bedeckte. Im Telephon-, Telegrapyen und Zugverkehr, traten Störungen auf. 75 Jahre Stadl Ludwigshafen. Am Sonntag konnte die Stadt Ludwigshafen chr 75jähriges Jubiläum feiern. Die Festrede dielt Ober» Bürgermeister Dr. Weiß, der einen historischen Ueberblick über das Wachsen ter Stabtgemeinte unter Hervorhebung der auherortenllich starken 9 n • dustrialtsierung gab. (Er hob in sein« Rete hervor, daß ber höchste Wunsch, der alle beseele, in ter in die ganze Dell hinausgerufenen Frage gipfle: „Wie lange sollen wir noch der Freiheit entbehren?* Dann führte Dr. Weih aus: Wir bitten nicht um Räumung, wir wollen kein Geschenk, mir fordern unser gutes Recht. Aber wir bekennen auch in dies« feierlichen Stunde: Dir lehnen es ab, daß unser« Freiheitzum Handelsobjekt gemacht wird. Auf diesem Wege gibt es nur ein entschiedenes S)aiL Wenn es jemals richtig ist, daß die Zeit für uns arbeitet, so ist es hier ber Fall. Keine Gewalt der Erde laitn uns von unserem Mutterlande reihen. Niemals wird die Besatzung irgendwelchen Einsluh auf unsere Kultur, unsere Sprache, unsere Sitte bekommen. Ein Tot« und vier Schwecv«lchte bei einer Autofahrt. Fünf junge Leute aus Höhschein bei Benrath vereinvarten in ter Rocht zum Montag in einem Lokal mit einem Chauffeur eine Autofahrt. Nachdem noch in verschiedenen Lokalen Einkehr gehalten Worten war, tourte die Weit«- fahrt über Denrath angetreten. Der Führer des mit wahnsinniger G e s ch w i n d i g k e i k rasenden Wagens übersah wahrscheinlich die scharfe Kurve an ter Kölner Landstraße und Bodenbach« Allee und bremste im Augenblick mit solcher Gewalt, daß da- Hinterrad und da- Steu« brachen und ter Wagen f i ch dreimal überschlug. Dter ter Insassen tourten dabei au- dem Wagen herauSgeschleudert und blieben schwerverletzt liegen. D« Führ« war infolge eine- SchätesbrucheS sofort tot Oie Wetterlage. c 5 Am 0Wontentos.a wn. 3h»ro otdccit. »■o™» e»tc«n < Scftntc e. * Hcect K 6t*iner.©Wmdyuit. -Q-t xV HKhtcf Oll £> «nlsSW'"Siwoovtn Q iler*aur Verfügung. 3n Dortmund an gekommen, beantragte er beim städtischen Wohlfahrtsamt bic Bewilligung von Heifegelb zur Wciterreife nach Springe. Ser Bez rksfüttorgeverbarb der Stadt Dortmund bezahlte für die Familie 2'Fahrkarten nach Springe und gewährte ein Zehrgeld. Er wandte insgesamt 22.25 Mark auf und ver- lanatc hiernach Ersatz von dem LandeSfürkorgc- vervand Helfen mit der Behauptung, baß her Bczirkssürforgevcrband Gießen ungerechtfertigte Abschiebung getätigt habe Die Klage wurd" als unbegründet zurückgewiesen und der Kläger mit ben Kosten b«s Verfahrens belastet. Take« für Mittwoch IS. April. Sonnenaufgang 4b9 Uhr, Sonnenuntergang 1U.01 Uhr. — Mondaufgang 4.45 Uhr, Monduntergang 16 34 Uhr. 1521: Luther auf dem Reichstage zu Worms: — 1843: der Theologe Ernst Drnanber m Halle an der Saale geboren (gestorben 1922).; — 1864: die Preußen erstürmen die Düpocler Schanzen-, — 1873: ber Themiker Justus von öiebig in München gestorben (geboren 1803); — 1892: ber Dichter Friedrich von Bodenstedt in Wiesbaden gestorben (geboren 1819); 1906: Erdbeben in San Franzisko Gkfcciier ^ochcnmarktprcisc. Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 190. Matte 30 bis 35, Käse 60 bis 140. Wirsing 40 dis 45. Weißkraut 25 biS 30. Rotkraut 40 bis 45. gelbe Hüben 25, rote Hüben 15 bis 20, Spinat 25 biS 40. Untcr-Kohlcabi 12 bis 20. Grünkohl 30. Feldsalat 150. Tomaten 130, Zwiebeln 30. Meerrettich 40 biS 100. Schwarzwurzeln 80 bis 90. Rhabarber 30 bis 40. Kartosseln 4 biS 5, Aepsel 12 bis 20. Suppenhühner 100 viS 130; das Stück: Eier 10 biS 11. Blumenkohl 60 biS 180. Salat 40. Calatgurfen 120 bis 130 °aiub 5 bis 30. Sellerie 20 bi» 100; das Bund Radieschen 20 bi» 30Pf. Bornotizen. zeigte, mögen auf ber Hut fein! " Zur Versorgung abgefunbener Kriegsbeschädigter Hach einer Mitteilung des Reichsduiides der Kriegsbeschädigten können Kriegsbeschädigte, bic seinerzeit mit einer Rente von 20 Prozent abgefunben worben sind, jetzt aber durch die Vorlage ärztlicher Zeugnisse den Hachweis führen, daß ihre Erwerbsminderung 25 v. H oder höher ist, wieder in “ werden, wenn Gertrud Kompf im blühenden Alter von 21 Jahren (Meßen. den 16. April 1928. TOarum das Jnduflriegebiel: Junker, 401 AD Sunlicht Seife schätzt Gerichtsvollz., Gießen, Goethestr. 29. Danksagung. Arische Zische Familie Wilhelm Strackbein. Rodheim a. d. B , den 16. April 1928. 402ID Kg. Liebigstrcche 7. 40I8D Gegen rote Hände (02984 gesucht. [ Verkäufe | beginnenden f Stenographie-Kurse: Dienstag Freitag Mittwoch Anfänger 7-8Uhr Anfänger 8-SUHr Unterrichts entgegen« 3995D 3 Aufklärungs -Tage Erste Der, ßhxuxxßa - Fu$$pczialist Versand auch nach auswärts. 3990D | Vermietungen 3—5 Uhr nachm oaaen Näheres 39841) Nriednjchstr. r»3 l. | Vereine j Das Wohl Ihrer kirhe sichert einfunft. 39920 Schuhhaus Herbert GIESSEN Marktplatz 2 Marktplatz 2 40061 Diktat 120-160 Diktat 120-160 zum 15. Mai Alice - «ckulc Solider Student (5. Semeiter) sucht zum 1. V. srenudl. mödliertec« Fort, bilbung Fort, bilbung für unsere Dienstunfähigkeits-(Pensionsfall->Dersicherung, Erlebens- und Todesfall-Versicherung, Kinderversicherung. 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An einem solchen hohen Ziele zu arbeiten. ist in der Tat niemand mehr berufen, als gerade die Männer, die durch Jahre hindurch Tag für Tag dem Tode ins Auge geschaut und alle Schrecken des Krieges am eigenen Leibe gespürt haben. Diesen Gedanken gab der Leiter der Tagung, der Italiener Dansanel- l i. in seiner Begrüßungsansprache beredten AuS- druck. Gr hob besonders hervor, daß alle in Paris vertretenen Verbände in jeder B?zi hung gleichberechtigt seien, und dah jeder Verband vollständige Freiheit habe, die ihm eigenen Ziele zu verfolgen und seine Beziehungen zu den anderen Verbänden dementsprechend zu gestalten. Dann sprach der Vertreter bo6-„3 ungdeut - schen Orden S". Er betonte zunächst, daß der Orden der von der „Interalliierten Vereinigung ehemaliger Kämpfer" ausgegangenen Einladung gefolgt sei. weil er glaube, daß gerade die Frontkämpfer aller Länder imstande seien, viel für die Zukunft der Völker und den Frieden der Delt zu tun. In der endgültigen Bereinigung des deutlch-sranzöslschen Gegensatzes müsse man den Gipfelpunkt her geschichtlichen Entwicklung deS 2D. Jahrhunderts für Europa erblicken. Denn Deutschland und Frankreich gegeneinanderstehen. so bedeute dies Unruhe und Unfrieden, ja vielleicht Krieg: wenn aber Deutschland unb Frankreich miteinanbergeßen, so bedeute dies Ruhe, Dohlstand und Frieden. Denn Deutschland und Frankreich einig sind, so hat jeder europäische Krieg seinen Sinn verloren. Bedroht sei der Frieden Europas und der Welt mir durch die uneingeschränkte Selbstsucht der heutigen Geldherrschast. die nur ihren Vorteil suche, nicht aber das Wohl der Völker. Gesichert sei der Weltfrieden nur durch Ausschaltung dieser Geldherrschast und durch Schassung einer wahren Volksherrschaft, welche dem wirklichen Willen der Volker entspricht. Für den Frieden notwendig sei eS weiterhin, daß das deutsche Volk von einer ebenso drückenden wie entehrenden Bürde, wie sie ihm durch Versailles auf- erlegt worden ist, daß das deutsche Reichs- gebiet von sremden Truppen geräumt werde, und daß der unhaltbare polnische Korridor beseitigt werde. Diesen Forderungen schlossen sich die Vertreter der anderen deutschen Verbände vollständig an. Der polnische Abgesandte verlangte diesen deutschen Forderungen gegenüber „Achtung vor dem. waS unterschrieben worden sei." Für die Verhandlungen müßten die unterschriebenen Verträge die Grundlage hüben, von der unter keinen Umständen abgewichen werden dürfe. Die deutschen Verbände erftärten daraufhin, daß die Tagung einen vollständigen Fehlschlag bedeuten müßte, wenn sie auf solcher Grundlage geführt würde. 3n scharfer Weise sprachen die bulgarischen, portugiesischen und englischen Vertreter für den deutschen Standpunkt. Auch der Vorsitzende, welcher die „Interalliierte Vereinigung ehema- tiger Kämpser" vertrat, stellte sich der polnischen Forderung entgegen. Die deutsche Ausfassung drang durch, unb die von dem Polen beabsichtigte Sprengung der Tagung wurde vereitelt. ES wurde bann beschlossen, eine allgemeine Tagung auf den 15. September 1928 einzuberufen. Der Bezwinger des Luftmeers. persönliche AriegSerinnerungen an Hauptmann Köhl Nachdruck, auch auszugsweise, verboten Dorn Vorsitzenden drs Riederrheinischen Deren- für Lustschiffch t Se.tion Wuppertal. Herrn Major S u l v i z X_t a i n c. wird uns nachfolgender Artikel über den Führer des glückha.ten Flugzeugs .Bremen". Hauptmann Köhl, zur Verfügung ge- stel't Herr Traine war 1918 Kommandeur deS Bombengeschwader- IV. in welchem der damalig« Oberleutnant Köhl Staffel 19 führte. Spater Höhnten beide in französischer KriegSgefangen'chast l*/i Jahre in gleichem ©«fangen’.agcr Zimmer an wimmer zusammen. Hermann Köhl, unser alter lieber .Wüschtebub" ist heute in aller Mund, diesseits unb jenseits des Ozeans. Stolz darf sein Vaterland und drppelt stolz die deutsche Fliegerei auf ihn fein. Was Hunderte erstrebten, da- über ein Dutzend mit dem Leben bezahlten. waS aus dem unvergeßlichen Luftfahrertag im vorigen Jahre bei dem denkwürdigen Frühstück in Lennep mit heller Begeisterung von unteren deutschen Fliegern erwartet wurde, da- hat er verwirklichen können unb das blaue Danb deS Ostwestfluges über den Atlantik in ununterbrochenem Flug für Deutschland errungen. Da mag es reizvoll sein, aus unserer gemeinsamen Dienstzeit im Felde unb in Gefangenschaft einiges der Vergessenheit zu entreißen. Von großen Leuten erfreuen kleine Züge ja stets. Hermann Köhl ist am 15. April 1838 in Reu- illm als Sohn eines bayrischen Offiziers in Königlich württembergifchen Diensten geboren. Er feierte also drüben am vergangenen Sonntag seinen 40. Geburtstag. Zuerst Pionier, erhielt er einen schweren Oberschenkelschuß, der ihn auch heute noch leicht hinken läßt, unb wurde Flieger. Zunächst war er Beobachter, hauptsächlich zum Artillerie-Einschießen der Flieger- abtcilung 41 in Flandern und betätigte sich dort bei meiner benachbarten Feld-Flieger-Abt. 40. die damals als erste Fliegertruppe in beiden Heeren den Racht-Bombenflug als Spezialität pflegte, durch freiwüliges nächtliches Mitfliegen. Als daher das Kampfgeschwader IV als Racht- bombengeschwader ausgerüstet wurde, wurde Kohl dorthin verseht unb bald zum Führer der Staffel 19 befördert. Don seiner Tätigkeit an dieser Stelle sei weiter unten geredet. Nur sei hier schon erwähnt, baß ich als Geschwaderkommandeur wohl niemanden mit größerer Freude zu einer Auszeichnung vorgeschlagen, als Hauptmann Kohl nach seinem rund ficbcnhundertften Feldflug zum Pour le m£ritc. Es ist hierbei zu bedenken, baß namentlich bei den nervenzer- rcibenben Rachtflügen 200 bis 300 Flüge bereits als eine Großtat angesehen würben. Am 26. Mai 1918 wurde Köhl mit zwei Begleitern im Großflugzeug südlich Royon bei einem nächtlichen Bombenflug auf die Festung Paris abgeschossen. (Er geriet in französische Ge sangenschasi. aus der er am 8. September 1919 glücklich nach der Schwei) entfliehen konnte. Vach Kriegsende blieb er zunächst bei Pionieren unb Kraftsahrtruppen der Reichswehr, aus der er bei ihrer Verkleinerung ausschied, um zur Lufthansa überzutreten. Diese vertraute ihm schon bald die Einrichtung und Organisation des V a ck t v e r k e h r - F l u g w e s e n s an, als des en Leiter er vor kurzem zurücktrat um den Amerikaflug vorzubereiten und jetzt durchzusühren. Soviel über den äußeren Verlauf feiner Fliegerlaufbahn unb nun mit volleren Segeln zur Schilderung des Menschen Köhl. Als wir alle in den letzten Tagen den Atem anhielten. ob wohl Köhl von Irland loSkommt. unb ob er fein Flugzeug hinüberzwingt. da fiel mir unwillkür ich b.c oft erlebteS en e n. wenn w r unS im llebeZchwang ber Kräfte auf irgendeiner Wiele unter» Standquartier» zu Fünfen. Sech cn miteinander balgten, horten unb rauften. Dann warS fast immer dasselbe Bild: Unter wackerer Schwabe Köhl lag gut in Fechterstellung, ließ gleichmütig unsere Püffe an seiner Deckung ab- praUcn unb äugte nur ablerldiarf, di» plötzlich bann die Situation ihm günstig schien unb er mit einem Elan sondergleichen zwischen unS fuhr. Zwei, drei Hiebe und Griffe seiner eisenharten Arme unb Hände und die Mehrzahl von uns üöerhigclte sich im Grase. Er aber stand schon wieder pfisfig lächelnd ruhig da. als wollte er in seinem köstlichen, halb bayrischen halb toürttcmbcrgifdben Dialekt tagen: Wann ich nur puste, fliegt ihr doch all' hin!" Und wenn ich einen Vergleich aus der modernsten Technik ziehen will, so möchte ich KöhlS Wesen und Art vergleichen mit den Vorzügen eine- ganz modernen Achtzyjinder-LuruSautomobilS, wie sie uns z. Z. ständig eingehämmert werden: im gewöhnlichen Leben die Ruhe selbst. Weich unb schmiegsam in der Hand eines von ihm anerkannten Führer-. Besonnen unb scheinbar eiskalt! Dann jedoch im geeigneten Augenblick losstürmend mit einem gaiu unheimlichen Ueberschuß von Kraft, ßinbrängenb zum gewählten Ziel und hierbei alles überflügelnd. das in gleicher Richtung zieht, aber alles niederschmetternd, was sich ihm in den Weg stellt. Köhl war und ist einer der wahrhaftesten Menschen, die ich kenne, aber auch einer, dem niemand die Wahrheit entreißen wird, wenn er sie nicht sagen will. Köhl ist einer ber besonnensten Menschen, den es wohl gibt, dabei aber im Asselt ober in der Begeisterung des Draufgehens von einer oberbayrischen Wildheit und württembergischen verbissenen Zähigkeit, die keine Widerstände kennt. Köhl ärgerte sich z. B. im Jahr 1916 über ein großes Munitionslager der Franzosen bei Cerisy an der Somme, weil die Fllegerabteilung 40 schon mehrfach Bombenangriffe darauf unternommen hatte, ohne es zur Erplosstm bringen zu können. Obwohl Köhl damals eine Äampfftaffel unseligen Angedenkens führte, die die scheußliche Ausgabe hatte, mit Beobachtungsflugzeugen die Artillerie- unb Aufklärungs-Flugzeuge gegen Angriffe feindlicher Jagdflieger zu schützen, obwohl er also den Tag über wahrhaft genügend und noch dazu unbanlbare Arbeit leistete, setzte er sich Vacht für Rächt in ein gewöhnliches Flugzeug, nahm die paar Reinen Bomben mit, die der 120pferdige Motor schleppen konnte und flog nach CerisyI Rächt für Rächt, immer unb immer wieder nach Cerisy, bis eines Abends der ganze westliche Himmel in rote Glut getaucht erschien und zur Herzens- stärkung der ganzen deutschen Sommearmee drei Tage lang das Riesen-Munitionslager in die Luft flog. War Köhl so die Pflichterfüllung in Person, so konnte er andererseits auch in Vergnügungen ausgelassen sein bis zur Grenze. Mit urgewaltigem Bayerndurst trank er alles nieder. Warnitz uhalten versuchte! Doch wenn er selbst einmal vom Alkohol bezwungen war. so brauchte nur nächtliches Flugwetter ..auszubrechen" unb im selben Augenblick war er nüchtern, eiskalt und kommandohart auf dem Posten. Darum. VI. Gießener Giadtiheater. Lurt-Wötz-Gastipicl: „Hotuspokuv." i Darauf kommt es an. ihr Stückeschreiber, ihr dem Theater talentlos 'Verschworenen: etwas zu können... , _, Siehe, es ist besser, einen gekonnten Schmarren zu schreiben, welcher ausgesührt wird... als zehn Trauerspiele mit großen Gedanken unb fünffüßigen Jamben unb hohem CthoS (wenn ich das schon höre, o Gott!)... nach welchen kein Hahn kräht unb kein Theaterdirektor. II. Schrieb ich vor 25 Jahren. („Die Welt in bet Kritik , Danb V, Seite 399.) Ich weiß: man macht sich verhaßt, wenn man es selber feststellt... aber ein anderer stellt es nicht fest. Weißt bu? III. Götz - Curt, munbfertig - mutterroißiger. getft- behenber Sohn des goldenen Mainz... erinnerst du dich unlerer Rheinfahrt gen AßmannS- baufen? Geliebte!... Götz also. Stückeschreiber. Spielvogt unb Mime in einer Person, Urheber ber .Menagerie", des ,Lampenschirmes" unb ber Toten Tante". Ehegemahl seiner scharmanten Partnerin Martens-Valerie, erschien, bu glaubst es kaum, mit dem Berliner Pre- miercnenfemblc. selbst ein wandernder Komödiant. aus ber Fahrt durch die Provinz m Gießen, ilnb spielte .Hokuspokus" (Du glaubst es kaum.) IV. Darauf kommt es an: einen Schmarren zu schreiben. Einem, der gekonnt ist, einen, dem sozusagen Theaterblut in den Adern pulst. Der auf große Töne verzichtet. (Und die kleinen meistert.) Der die großen jedenfalls nur zum Lachreiz braucht. Trauertränendrüse bleibt unbehelligt. Gehr mir mit Furcht und Milleid, meine Lieben, ich lobe mir Götzens Curt aus Mainz. Jawohl. V. Darum nämlich, well in diesem Stück — nehmt euch ein Beispiel, Rekruten ihr. Abcschützen des Theaters, dramatische Radebrecher unb Worte- l all er — well bei diesem Stück die Tränen nicht geweint, sondern gelacht werden. Tränenwasser allein tu 18 freilich nicht. Sondern: Hoher Sinn liegt oft im kind'schen Spiel. Weisheit birgt sich bescheiden im Rarrenlleid... im Hokuspokus. (Wir sprechen noch davon: siehe unter Xkl.) Richt schenkelschlagendes, backenkrachendes Gelächter nur: o nein: auch geschliffenes Lächeln leuchtet ob diesem Stück. Anmutiger Witz, scholliger Spott, gelenkiger Hieb. Guter Götz Sei uns gegrüßt! Wehe der Rach- kommenschast, die dich verkennt! VII. Rach Generationen iwch wird man lachen über des moinzischen Stückschreiber-Komödianten bissig-heiteres Spiel. Er schüttet die Kübel seiner Lauge, er entlädt das Gewitter seines augenrollenden (doch mund- winkelzuckcnden) Zorns über Gerechte und Ungerechte. Läßt Pech und Schwefel regnen über Gute unb Döfe Er zieht vom Leder: er haut um sich. , (Er haut um sich: merkt es euch, chr DilettantenI Sein Wort in Euer Ohrl) VIII, Pech und Schwefel... Ad 1: über Pirandello. (Der es gar iucht mehr nötig hat. Ich f eß rieb eS oft genug. Immer. Ich. Pirandello ist mithin eigentlich längst tot. ‘Begraben. Richt» Böses über seinem Grab.) Immerhin, meine Lieben, immerhin: der Götz! Der gibts ihm. Tüchtig. Kein Hieb daneben. Miramteller heißt er hier. Und fein Stück — Sollen wir es spielen, sollen wir es nicht spielen > Oder Mücke unb Elefant. Oder das Kleister- äälchen" — fein Stück rettet den Theaterdirektor vor der... Pleite. (Bor der Pleite! Du verstehst, was bas heißt!I Zeitgenosse!!!) IX. Sollen wir... sollen wir nicht... wollen wir.. wollen wir nicht... Mücke ... ®kf ant .. . Großes... Kleines... Schein... Wirklichkeit: das ist Pirandello. Oder, wie frier. Miramteller. Oder — Spaß! - Curt Götz. Das ist die Pointe am Schluß, war gar nicht vom Miramteller, das Stück, war vom Curt Götz! April... April! Das Publikum staunt, glotzt, rast Beifall. Glänzender Witz. Ehrlicher Götz. Hahaha. x Ad 2: über die Justiz. (Werkst du was, lieber Geier?) Der gibt er es noch besser. Keinen guten Foden. Aber brillant eingefäbelt (Macht es ihm nach!) „ — Es wird ernst. (Scheinbar.) ‘Blutigernft, ®e- richtsverhandlung mit allen Schikanen. Mord, Mord! Wie beim .Hexer"! Ein Kientopp tut sich auf. Gekonnt, gekonnt. Sagt was Ihr wollt: noch vom Kino kann die Erneuerung kommen. Denn wie steht geschrieben: es ist btfier, einen gekonnten Schmarren... (siehe oben unter I). Darauf, darauf, daraus kommt es an! XI. Unb bann wird der blutige Ernst zu Wasser. Richts als Wasser. Richts als Lachtränen. Du lachst dich gesund .. gutgelaunter, verblüffter Mensch im Sperrsitz. Du lachst dich gesund. (Mein Wort!) Dulde, gedulde dich fein, lieber ein Stündlein Ist das ganze Parkett voll Sonne. Denn aus dem Elefanten der Gerichtsverhandlung, aus dräuendem Mammut von Mord, Totschlag, Anstiftung, Ehebruch ward die Mücke Hokuspokus. Ward eine Deine Blamage. (Justitia, verhülle dein Haupt!) Es war ja alles gar nicht wahr. Halb so schlimm, viertel so schlimm, gar nicht schlimm. Siebe den Vorbericht! Großer Taschenspieler Götz! XII. Süllen wir ... sollen wir nicht .. Elefant ... Mücke ... Schein ... Sein? Das ist eS eben: Pirandello ist tot. Es lebe Götz. Iedennoch: das Körnchen Weisheit. Zuletzt vor dem Vorhang: Theaterdirektor, Kritiker. Dichter, Iustizrat. Kassiererin sprechen den Epilog. Den nachdenklichen Epilog. Künden tiefere Bedeutung von Scherz, Satire. Ironie (des selig-unseligen Grabbe aus Detmold, welcher bissiger war als Götzens Curt... und unglücklicher von Jugend auf). Mso. Ehret bas Handwerk! Könnt etwas! Rur kein Geniefatzkentum und nichts dahinter. (Ich schrieb es längst. Vergeblich, denn keiner hörte drauf I) Besser ein guter Schwank als eine schlechte Tragödie. Besser ein tüchtiger Handwerker als ein sruchlboser Künstler, den niemand kennt. Es sei denn: nach feinem Tode (Allo zum Beispiel Pirandello.) XIII. So ist das Stück Götzens, des Handwerters. Gott grüß ein edles Handwerk. (Seins hat, fürwahr, einen goldenen Boden. Die Aktien der I.-G.-Dramen Götz, Martens L Co. sind in den letzten Monaten rapid gediegen. Pallenberg würde lagen: ei potz! ei doppelpotz!!) So ist die Aufführung Götzens. des Rampenvogts. ein Feuerwerk. Don Witz und llll und Spott. (Rehmt's ihm nicht übet Alles halb so schlimm.) Brillantes Tempo. Witspielende Pausen. Der Dialog verzahnt, geschliffen, blanf- p^iert. _ , . , S#ag auf Schlag. Gin schmuckes ^echterspiÄ, geölt auf langen Gastspielreisen. Blitzend, geschmeidig wundervoll. Wundervoll! OGötz! Aber ... Charakteristisch für Köhl war seine D e - Front wurde er. genaMwie einen Monat später ich. von feindlicher Flak berunter- geholt unb mußte nächtlich notlanbcn. Während aber mein frellbrennende- Flugzeug die Sofortige Auftnerlsamlell der umhcrsiedendcn Batterien erregte, sand Köhl Zett, (ich mit leinen beiden Begleitern in die Büsche zu schlagen unb von rückwärts bi- zur seindlichen Front vorzubringen, unb den dritten, zweiten unb ersten Graben in einer Rächt zu durchklettern Zwischen den beiden Gräben, m sogenanntem ..Riern andSland" lagen die Dreie bann einen ganzen Tag und zwei Rächte, zurückgehal.en von Köhls Besonnenhe.t, in einem Trichter, bis sich eine günstige Gelegenheit bö.c. Richt der wütende Hunger unb nicht da- Drängen der Kameraden konnten ihn zu einer unüberlegten Handlung sortreißen llnb al- in der dritten Rach', in einem günstigen Moment er endlich da- Zeichen zum Losstürmen aus den deutschen Graben gibt, da alarmiert ein schlecht unterdrückter Freudenlaut eine- ber beiden Begleiter den feindlichen und den deutschen Graben. Maschinengewehrfeuer peitscht von hüben unb drüben auf. kreuzt sich über den brei regio- Liegenden, ersch agt d e beiden Begleiter und bannt Köhl in seinen Granattrichter bi- zur vierten Rächt, wo den völlig Erschöpften eine feindliche Patrouille zurück in Gefangenschaft holt. An diesem Morgen unterschrieb fein oLerfter Krieg-Herr für ihn den Pour le meritc, unb ich hatte einen Monat später die Freude, ihm die erste offizielle Kunde davon zu bringen, nachdem bisher nur vage Gerüchte durch andere Krieg-gefangene zu ihm gedrungen waren. Im Oefanflcncnlagcr Montvtr für le Loir begann bald für ihn die Vorbereitung für einen Ausbruch, den ich mich, der ich Zimmer an Zimmer mit ihm lag, mit meiner Schwerhörigkeit nicht mehr gewachsen glaubte. Rotabene, es hat sich auch niemand gehmben, der mich hätte mitnehmen mögen. Ein halbtauber Au-reißer ist zu bald wieder gefangen. Der erste endigte schon im Drahtverhau. Während aber Köhl sich noch rechtzeitig zurückziehen konnte, ohne von den Franzosen bemerkt zu sein, wurde sein Begleiter von ihnen gefaßt, fürchterlich verprügelt unb ins Zuchthaus gesteckt. Dann begann Köhl plötzlich fein Herz für die Malerei zu entdecken. Ganze Tage faß er zunächst unb kopierte auf feiner Stube in Aquarell Bilder aus Delhagen & Klasing usw. und brachte es zu einer unzwellelhaften Geschicklichkeit darin ich besitze einige Kopien von ihm. die meisterhaft Unb. Dann aber begann er süv Malen nach ber Ratur zu schwärmen und saß nun wiederum tagelang unb wochenlang auf unserem Lagerhvs herum und malte all die malerischen Eckchen des alten Mönchsklosters sauber und akkurat genau. Daß er dabei die beste Gelegenheit hatte, sich alle Flecken und Ecken aus ihre Tauglichkeit zur Flucht aus- genaueste anzusehen, und die Masse, die er brauchte, dabei exakt abzunehmen, darauf kamen natürlich die so pfiffigen Franzosen nicht. Da Köhl, gewitzigt durch die Erfahrungen, nur allein audrelßen wollte, so mußte er doch wenigstens etwas fron- zösisch kennen. Da aber haperte e- erheblich, und die schwere Bayernzunge wollte garnicht recht an das leichte Geplärr sranzösischer Sprache heran. Und so wanderte.mein Kohl wochenlang in engem Kreis auf dem großen Mittelhof umher, um nicht von den Franzosen gehört zu werden und memorierte vor sich hin: „Ocng kwattriäm puhr Lyong!1.' „Ocng kwattriäm puhr Lyonk!“ Ich glaube, mehr Französisch konnte er nicht, als er ausriß, als dies armselig bißchen: „Ein Dillek vierter Klasse nach Lyon." Al- das aber sicher faß, da konnte es losgehen! Unterbeffen toar XIV. 2lbei so ist Götz, der Mine: fülle Heiterkeit schüttelt dich, Sperrntjer, sobald bu ihn gewahr wirst. Im Vor- unb Nachspiel als Dichter unb Drn ma-turgen, ech armes, getretenes^ jöchfijchsprechendes Luder, das dennoch zuletzt den Trumpf ausspielt. Im Spiel, als Peer Bille, bezaubernd. Bejau- berr.b, sag ich: elegant, gepflegt, sarkastisch, trocken unb io überlegen, so Meister über allem unb mit allen Fäden in ber Hand, baß er unmerNich dein unmerHid) stockenden Partner einhelfen kann. (Wer hat's gemerkt?) Wehe der Nachkommenschaft, bic ihn verkenni. XV. Lauter Doppelrollen! Nächst Götz gebührt ‘Ballen tin die Krone. Sein Lprechdurchsoll als pleite bedrohter, Gjpclnber Theaterdirektor ... hinuni st ch! Seine große Verteidigungsrede .. nicht zu bt schreiben. Dir bleibt die Spucke nxg. (Sagt der Berliner.) Mit Bertoub. XVI. Valerie, die Götzjche, sieht entzückend aus als an geklagte Dame 2tgba. Apart im Trommelfeuer des Verhörs. Apart geftetbet. Apart im eigenen Salon. Man glaubt ihr alles ... unb glaubt ihr nichts. Pirandello! (Aya.) UndStcnnbock, als Iustizrat und Gerichtspräsident. Lauter Doppelrollen. Unb Carl Winter. Unb die knusprige 1411a Uhrig. Unb Max Kaufmann. Der spielt den Staatsan malt. Außerdem, zuerst unb zuletzt, den Kritiker. Merke: den Kritiker Knorr. Du merkst: es ist 2llsved Sterr (der vor Jahren bebeutenbfte ... jetzt mir noch bekannteste Kritiker in Deutschland.) Er macht tue Kritik vom .Hokuspokus": Römisch- eins ... römischzwei ... Du verstehst, Leser, md)t mahr? Du kennst ihn: Knorr, Kerr. Kerr- Alrred aus Brestwi. Der hat Augen gemocht in feiner Loge in Berlin, als er sich plößfiA auf der Bühne stehen faß ... unb war nicht einmal unzufrieden mit sich. (Das ist er selten.) Bloß: er wollte „lieblicher" gespielt werden. Starke Zumutung. Aber: Di kennst ihn. xvm. Unb hast gemerkt, inzwischen, o Leser, baß di« gar nicht meine, sondern ferne Kritik ist. Ich habe sie bloß ein bischen frisiert. Meine Tante ... Deine Tante ... Schern ... Wirklichkeit? Mit einem Wort: Hokuspokus! XIX. Der Beifall braufte gdftfpteknäßig. Dr. Th. schon fleißig vvrgearbeitel worden. Durch Lauernde heftige Rheumatismus-Schmerzen, die mich wochenlang bettlägerisch machten (ich war natürlich quietschgesund) erreichte ich es, daß mir von zu Hause eine gestrickte Iagdweste aus Wolle geschickt wurde. Sie war grüngetüpfelt und ergab eine prachtvolle Zivilweste. Die blauen Hosen eines LI-Boot-OffizierS wurden ihrer gelben Diese entkleidet und aus dem schwarzen Mantelfutter ein Lüsterjöppchen genäht. Sine wundervolle „Halbstarken-Mütze" wurde aus KöhlS Matratzenüberzug geschneidert und so ausgerüstet, nur bewaffnet mit einem Katalog der Oerlikon-Maschinenfabriken in der Schweiz, den ein gefangener Ingenieur sich zum „Selbststudium" hatte kommen lassen, zog Köhl wirklich los. Zum AuSreißen hatte sich Kobl den gefährlichsten Platz ausgesucht, eine Ecke mit einem Pumpengestell dicht neben dem Fen'ier der Lagerwache. Eine deutsche Ordonnanz, die die Gaslaternen in Ordnung hielt, vergaß am 8. September abends eine verhältnismäßig kurze Leiter in der Rahe jener Ecke, deren Maß Köhl vorher bei seinen Malereien genau festgelegt hatte. Mit dieser Leiter nun kletterte er auf's Pumpengerust, stellte die Leiter darauf, kletterte auf eine efeuüberwochsene Mauer und zog die Leiter nach. Dieses geschah während des Abendappells, wo wir 4 Hauptleute in der Türe unseres Zimmer- zu stehen hatten, den Gruß des kontrollierenden Offiziers erwidern mußten und dann eingeschlossen wurden. Alm das Fehlen Köhls zu maskieren, hatte ein junger Düsseldorfer Künstler und lustiger Fliegerbruder Dornhecker, Köhls wohlgelungenes Portrait auf dem Boden seiner ^Unterhose sauber in Oel gemalt. Diese wurde ausgestopft, die Mütze aufgesetzt, darunter Waffenrock und Hose um einen Besenstiel kunstgerecht befestigt, der rechte Aennel mit ausgestopftem Handschuh an der Mühenkante festgenäht und dieses köstliche Gebilde zwischen den drei anderen Hauptleuten aufgestellt, ilnb warhaftig, so glänzend war die Täuschung, daß Monsieur le Lieutenant „Kuhkopf" getäuscht wurde rwnb während seiner Revision Köhl unbehelligt flüchten konnte. Bei dem Emporsteigew aur der Leiter blieb er selbst einem im Hof patroullierenden Posten verborgen, da er in dunkler Rächt nur einen Meter neben dem hell erleuchteten Wohnzimmer des Herrn Lagerkommandanten, wo dieser mit seiner Frau und seinem Söhnchen bei strahlendem Lichte soupierte, emporkletterte. Aber nun kam daS psychologisch Richtige von Köhl. Richt rannte er nun blindlings in die Rächt hinaus und wäre dann wahrscheinlich bald geschnappt worden, sondern die ganze Rächt und den kommenden Tag blieb er auf der Efeumauer liegen und lieh die Verfolgung sich erst austoben. Dann tippelte er querwald- und querfeldein in der nächsten Rächt bis Tours, sprach am Schalter sein berühmtes „Ocng kwattriäm puhr Lyonk“, steht im Zug einen Gendarmen sitzen, klettert freundlich lächelnd zu ihm ins Kupee und brabbelt ihm im schönsten württembergischen „Schwitzerditsch" vor, daß er im Austrag der Oerlikonwerke chier sei ihr Katalog) in La Rochelle für die Amerikaner einen Kran erbaut habe und nun nach Hause fahre. Er hat das Glück, daß auf der nächsten Station ein echter Französisch-Schweizer einsteigt, der zwar kein Wort Deutsch verstand, aber versicherte, daß Köhl ein sehr reines Schweizerisch-Sprak svreche. 3n herzlicher Freundschaft vereint, fuhren sie Über Lyon, wo ihm der gefällige Schweizer noch das Anschluhbillet ahnungslos besorgte und schwamm unter dem Kugelregen einiger Grenzposten bei St. Julien über die Rhone und war gerettet. Als ich Köhl voriges 3ahr zum ersten Male ttiedertraf, da kam er gerade auf die Minute pünktlich um 7 Ahr abends als Führer des Äunkers-ckSroßflugzeuges von Königsberg im Berliner Lufthafen an, nachdem er eS die Rächt vorher nach Königsberg geflogen hatte. Dann saß er wieder einen Tag auf seinem Büro als Leiter des Rachtslugdienstes und flog die nächste Rächt wieder nach Königsberg. Das war wieder der rechte Kohl, der auch jetzt sich durchgesetzt hat: trotz allem. Glück ab, lieber Köhl, und wenn's dir gut scheint, wirst du auch wieder zurückfltegen. Zwischen Marx und Stegerwald. Bon unserer Berliner Redaktion. Run ist auch das Zentrum mit seinen Wahlvorbereitungen fertig, Reichsliste und Wahlaufruf sind herausgegangen, der Kampf kann beginnen. Gerade im Zentrum freilich ist es besonders schwierig gewesen, diesmal eine taktische Einheit herzustellen, weil zu den sachlichen Meinungsverschiedenheiten die persönlichen Gegensätze kamen, die sich um Herrn Dr. Wirth gruppierten. Der Dorsriede war ja allerdings schon seit längerer Zeit geschlossen, da- durch, daß Marx, Stegerwald und andere maßgebenden Persönlichkeiten des Parteivorstandes versprochen hatten, sich für die Ausstellung Dr. Wirths auf der Reichsliste einzusehen und ihn für die Riederlage zu entschädigen, die er in feiner badischen Heimat erlitten hatte. Dr. Wirth hat, das wird auch von seinen engsten Freunden nicht bestritten, zur Erreichung seiner ZieK' eine mehr als unglückliche Politik getrieben, et hat keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um der Reihe nach alle Gruppen des Zentrums vor den Kopf zu stoßen und eine Disziplinlosigkeit an den Tag gelegt, die sich schon aus Gründen der Selbstachtung eine Partei nicht gefallen lassen kann. Daß er dauernd Extratouren machte, sich offiziell im Reichstag als Opposition gegen das von feinem FraktionSvorsihenden Marx geführte Kabinett auftat, daß er in feiner Zeitschrift die offizielle Zentrumspolitik auf das schwerste bekämpfte, sich dann aber jedem Versuch einer Aussprache entzog, daß im Einverständnis mit ihm eine Besprechung der badischen Parteileitung einberufen war, der er dann fern blieb, find nut Einzelheiten besonders charakteristischer Art aus den Methoden, mit denen er sich innerhalb des Zentrums durchzusehen suchte Tatsächlich hat er sich damit zwischen sämtliche vorhandenen Stühle gesetzt, und es wäre leicht möglich gewesen, daß er jedenfalls für diesen Reichstag kaltgestellt wurde, wenn nicht die Demokraten ihm beisprangen und ihm in Düsseldorf auf der demokratischen Liste eine Kandidatur anboten. Soweit hat das Zentrum es nun doch nicht kommen lassen wollen. Die Demokraten glaubten daß sie dabei ein gutes Geschäft machen würden^ weil sie damit rechneten, daß ein großer Teil bet Zentrumsarbeiterschaft dann für ihre Liste stimmen würde. Qlber daS Zentrum fürchtete die Kraftprobe. So ist Herr Wirth nul die Reichsliste gekommen als zweiter Kandidat zwischen Marx (3nnam und Aßgikft). Einen Einblick in die früheren Verhältnisse der Landwirtschaft bietet eine „Ordnung der Pferdhaltung In Laubach", erlassen durch den Grafen Friedrich Magnus zu Solms i. 3. 1559. Hier erfahren wir auch: „Wie die Felder sind geteilt". Sehr umfangreich sind auch die alten Flur-Bücher, Gewann -Bücher und Sal-Bücher, besonder aus dem 18. Jahrhundert. Die Grenzscheide der Gemarkungen der Grafschaft und der Stadtgemeinde wurde durch einen Vertrag vom 16. Mai 1737 festgelegt. Vorhanden sind auch noch die Protokoll- bücher der verschiedenen Zünfte (Schmiede. Wagner, Zimmerleute. Maurer. Metzger usw.). Auch sind noch verschiedene Siegelstöcke der Zünfte vorhanden. Die S i e - gelstöcke mit dem Stadtwappen (Solm- ser Löwe mit einem Engel als Schildhalter) gehen zurück bis 1577. Diese Siegelstöcke sind von Silber. Richt mehr vorhanden ist der Siegel» stock des ältesten Stadtwappens von 1427 (ein redendes Wappen: Laub und Bach). Die „3 u d e n f a ch e n gehen zurück bis in das 3ahr 1818. Sie bestehen auS Musterlisten, Ausnahmen in den Schuh der Stadt. Geburts-. Sterbe- und Trauungsprotokollen. Die Bestände des Archivs sind untergebracht auf zwei Büchergestellen, einem großen Schranke und in einer Truhe. 3n dieser aus Eichenholz bestehenden Truhe sind die wertvollsten Archivalien verwahrt. V Gedern, 16. April. Dieser Tage fand hier die Frühjahrstaxation des Pferde» verficherungsvereins Gedern statt. Es waren 542 Pferde zur Stelle, wovon 31 Stück neu aufgenommen wurden. DaS Versichcrungs- kapital beträgt insgesamt 285 700 Mark. 2116 Prämie wird Prozent des jeweils taxierten Kapitalwertes entrichtet. Sollte einmal die Prämie zur Deckung evtl. Schäden nicht voll auSreichen, dann wird der Rest prozentual auf die Versicherungssumme ausgeschlaaen. Gar manchem ßanßtoirt konnte durch diese Selbsthilfe trotz der denkbar niedrigsten Prämie durch 75prozentige Schadenersatzleistung schon geholfen werden. I Ober-Lais, 16. April. Heute wurde seitens des hiesigen Gemeinderates der Vertrag mit dem Gemeindeverband Ridda-Alfa unterzeichnet. Der Gemeindeverband Ridda-Alsa richtet danach auf der Strecke Ridda — Wallernhausen — Fauerbach — Schwickartshausen — Ober-La is einen Auto-Omnibusbetrieb ein. Die Erweiterung der Linie bis zu dem ursprünglich vorgesehenen Endpunkte Hirzenhain wird seitens unserer Gemeinde dringend gefordert. Der Gemeindeverband Ridda-Mfa hat sich bereit erklärt, nach Beschaffung eines neuen WagenS nochmals einen vierwöchentlichen Probebetrieb auf der Strecke Ober-Lai-—Hirzenhain durchzuführen, der Anschluß an die Reichsbahn- züge erreichen soll. Don den Ergebnissen dieses Probebetriebes soll die endgültige Fahrplan- geftaltung auf dieser Strecke abhängen. Zur An- schaffung des neuen Wagens, der zwecks besserer Ausnützung bei Sonderfahrten und wegen des auf der Strecke Ridda—Ober-Lais zu bewältigenden Verkehr- mindestens 30 Sitzplätze haben soll, gibt die Gemeinde Ober-LaiS dem Gemeinde- verbande Ridda-Alsa ein Darlehen von 5000 Mark, da- dieser mit 10 Prozent verzinsen und mit 15 Prozent tilgen wird. Die Gemeinde übernimmt die Verpflichtung, ein etwa entstehendes Defizit nach Maßgabe der Einwohnerzahl zusammen mit den übrigen Gemeinden decken zu wollen. Die endliche Erreichung einer Omnibus- Verbindung wird in unserem, bisher vom Verkehr etwas abseits gelegenen Dorfe allgemein freudig begrüßt. I Glashütten, 16. April. Die hiesige Gemeindeverwaltung hat in der Gewann „Vorm Scheidwald" teilweise durch Kauf von Privaten, teilweise durch Austausch mit der staatlichen Forstverwaltung Gelände erworben, das der Anlage eine- Steinbruches dienen soll. Die Gemeinde hofft, daß bei der Feldbereinigung für Anlage de- Wege- netzeS und andere Aufgaben benötigte Steirern ateri al auf diesem Wege billiger beschaffen zu können. Der Scheidwald ist als GewinnungS- nnd Stegerwald. 3m Grunde genommen aber a 18 Liftenführer, da Dr. Marx daS Mandat in feinem westfälischen Wahlkreis annehmen wird, also nur pro forma auf der Reichsliste steht. Allerdings möchten wir doch glauben, daß so ohne weiteres Herrn Dr. Wirth dieser bevorzugte Platz nicht eingeräumt worden ist, sondern daß er Bindungen politischer und disziplinärer Art hat geben müssen, damit er sich künftighin solche Seitensprünge nicht mehr leisten kann, wie das die „Germania" sehr hübsch formuliert hat in der Erwartung, „daß er seine politische Arbeit in die Fraktion verlegt und nicht neben ihr einhergebt, und daß er in den grundsätzlichen Fragen Zweifel an seiner Haltung nicht aufkommen läßt." Erleichtert wird ihm das wohl dadurch, daß der Linkskurs im Zentrum sich stärker durchgesetzt hat. Zwar ist der Industrielle Klöckner, der in seinem Wahlkreis nicht wieder ausgestellt wurde, auf die Reichsliste gekommen, im allgemeinen bleibt aber der Einfluß des rechten Flügels in der neuen Fraktion gegenüber dem verstärkten linken Flügel zurück. _ Oberhessen. Landkreis Gießen. 8 Groß en-Lin den, 16. April. Linser Ort, wie auch die Rachbargemeinden Leihgestern und Lang-Göns sind schon von jeher wegen ihrer hervorragenden Gänsezucht in der ganzen -Umgcgenb bekannt. Alljährlich um diese Zeit, wenn die jungen Gänschen ausgebrütet werden, sind tagtäglich Bauersfrauen aus den südlich gelegenen Orten des Hüttenbergs in unseren Gemeinden anzutreffen, die hier Zuchtgänse an- kaufen. Auch in diesem Jahre ist die Rach - frage nach jungen Gänschen wieder außerordentlich rege, so daß der Bedarf nicht gedeckt wird. Dementsprechend sind die Preise in diesem Jahre recht hoch: 3 bis 4 Tage alte Gänschen kosten 1,50 Mk. bis 1,80 Mk., während für über acht Tage alte Gänschen 2 Mk. und höher gefordert werden. = Lang-Göns, 16. April. 3n dem festlich geschmückten Gotteshaus wurden gestern die diesjährigen Konfirmanden von Pfarrer Wahl eingesegnet. 3m ganzen waren es 29 Kinder. 17 Mädchen und 12 Knaben. Ein Konfirmand konnte wegen Krankheit nicht erscheinen und muß später nachkonfirmiert werden. Unter den Konfirmanden waren sechs Kriegswaisen. L Holzheim, 16. April. Hier haben sich ungefähr 50 junge Leute entschlossen, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Der Antrag, eine solche zu gründen, tft aber in einer Gemeinderatsslhung aus finanziellen Gründen abgelehnt worden. Man ist damit aber keineswegs zufrieden, und es soll nun in dieser Angelegenheit an die Aufsichtsbehörde herangetreten werden. D Lich, 16. April. In unferer Marienftistskirche wunde am gestrigen weißen Sonntag durch Stifts- Pfarrer Schorle mmer die Konfirmation der diesjähricfsn Konfirmanden uorgenommen. Die Zahl der fonfirmierten Knaben beträgt 25, die der ! Mädchen 36. Unter letzteren befanden sich 10 Zöglinge des Rettungshmises in Kloster Arnsburg. — Der noch Lich ccks StiftSdechant versetzte 'Pfarrer Kahn von Ortcniberg wird am nächsten Sonntag feine Antritts predigt halten und durch Dekan Engel in fein Amt eingeführt werden. 4 Lich, 16. April. Heute wurde mit den Klein- Pflasterungsarbeiten der Durchfah-rts- straße nach Nieder-Bes singen begonnen. Die BelonaNbeiten werden durch die hiesige Bauftrma Heinrich S t e n g i e r ausgeführt, während die eigentlichen Pslastenarbeiten der Firma Gebr. Lotz Büches (Kreis Büdingen) übertragen wurden. Gesperrt für den Fuhrwerksvcrkehr ist nur die Haupt- stmtze innerhalb der Stadt, doch ist für genügende Umleitung der Fahrzeuge Sorge getragen. Man stosst, datz bis zum grotzen Gesangswettstreit des Männergesang Vereins „Cacilia" im Juni die Arbei- ton beendet sind. — Infolge der großen Nieder- schlage der letzten Tage führen Wetter und W e i b g r a b e n feit Sonntag Hochwasfcr und hoben cm vielen Stellen den großen Wiesengrund unter Wasser gesetzt. Kreis Büdingen. △ Ridda, 16. April. Gestern nachmittag kam in der Bismarckstraße hier ein Auto ins Schleudern und rannte rückwärts über den Fußsteig gegen die Einfriedigung eines Vorgartens. Der sehr starke Zementsockel wurde in Stücke gebrochen und das Spalier an die Hauswand geschleudert. Glücklicherweise befanden sich keine Fußgänger auf dem Fußsteig und keine Kinder vor dem Garten, die sonst gerne an dieser Stelle spielen. So wurde größeres ilnglüd verhütet und die Autoinsas- s e n, die aus Elberfeld stammten, kamen mit dem Sch recken davon. Sie wollen den Schaden ersetzen. — Der Wurstfabrikant und Gastwirt „Zur alten Post", Rudolf Ringshausen hier, verkaufte seine am Markt gelegene zweite Metzgerei und Wirtschaft ,.Z u m Schwan" an Metzgermeifter 3. D i e s p o h l aus Gütersloh in Westfalen für 16 000 Mk. Der neue De- sitzer will in dem Anwesen Metzgerei und Wirtschaft weiter betreiben. Kreis Schotten. ä Laubach. 16. April. 3n voriger Woche c In Gegenwart von Prof. Dr. Wilh. Mart. Decker- Darmstadt als Vertreter deö Staatsarchivs und des Beigeordneten Wilh. Pitzl! als Vertreter der Gemeinde das hiesige Gemeindearchiv auf Grund des von Prof. Dr. R o e s ch e n aufgestellten Verzeichnisses übergeben. Der Bestand der Pergament- Urkunden ist recht reichhaltig. Die älteste Pergament-Arkunde fällt in die ersten 3ahre der so lms Ischen Herrschaft und ist da- hert vom 14. August 1420. Sie ist ausgestellt von den Brüdern Bernhard und Johann Grafen zu Solms und bezieht sich auf die Befreiung der Bürger zu Laubach von allen Fronen. Diensten, Mäher- Geld und Kuh-Geld. Ebenso werden sie von Weg- und Schlag-Geld befreit. Als „Bede" (Steuer) sollen sic alljährlich 120 Gulden auf <5t. Michels Tage zahlen, auch einen etwaigen Burgbau mit Fuhren unterstützen. Andere Ur- kunben beziehen sich auf die Benutzung der Gemarkungen der ou6gegangenen Dörfer, auf Schuldverschreibungen usw Besonders wertvoll ist ein alte» „GerichtSbu ch". da« der Zeit der Begründung der Reichsgrafschaft angebört, und vom 3ahr 1522 datiert ist Auch ein altes „Bürge r buch" aus der zweiten Hälfte des lb. Jahrhunderts ist vorhanden. Die älteste Rechnung der Stadt ist vom 3ahr 1518 Schach-Eck«. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmren Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 157. Dem Gießener Schachklub zum 70jährigen Stiftungsfest gewidmet. Don Dr. Ab. Kramer. 5 3 2 6 4 8 7 a fl b b Z h 3 2 1 6 4 8 7 5 • Original. Schwarz. d e Weih. V/, « M 8 h Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weih: 8 Steine. Kh5; Ta7, Tb; Lc4, d6: Sd7; Bc5, g2. Schwarz: 8 Steine. Kc6; Db2; SaS: Be6, f7, g3, g4, h6. Partie Nr. 102. Die nachfolgende Partie erhielt im Gießener Schachturnier den ersten Schönheitspreis. Die Anmerkungen stammen vom Sieger. Aljechin-Derteidigung. de> L e2-e4 2. Sbl-c3 3. e4-e5 4. Sc3xd5 5. Sd5-e3 6. Sgl -f3 Weiß: Frhr. b. Holzhausen. Schwarz: H. Kmoch. 3. Sf6-d7 4. Sd7xe5 5. c7-c5! 6. Se5xf34- Die weiße Dame wird 1. Sg8-f6 2. d7-d5 Eine Neuerung. plaziert. Rach 6 Sbc6 7. Sxe5, SXe5 wäre dagegen der Se5 deplaziert. 7. Ddlxf3 7. Sb8-c6 8. Lfl-b5 8. Lc8-d7 9. b2—b3 9. Sc6-d4 Falls 9 e6 10. Lb2, Sd4? 11. Lxd4, cxd 12. Dxb7 und Weiß gewinnt- 10. Lb5xd7-|- 10. Dd8xd7 11. Df3-h5 , Weiß will hierdurch ein Tempo durch Angriff auf c5 gewinnen, etwas besser war aber 11. Ddl. 11 11. Ta8-c8 Weitaus bester, als 11 e6 12. Lcl-b2 12. g7-g6 13. Dh5-e5 13. f7-f6 Die beiden letzten Bauernzüge sind nur scheinbare Schwächungen; Schwarz kommt bald zum Angriff. 14. De5-g3 14. Lf8<-h6! 15. Tal -cl Es drohte zunächst 15 l,xe3 nebst 16. S> pasta bezeichnet u. elbki benutzt. Kleine Tube 50 Pi. Heinrich tKxhf.Uimaü Prospekte durdi r*rUhJahrekur fVr Nervenkranke und Nervö*-Lrechöpfle. »p-*lilkurea»l*U Uefhetia |MÄ35i-SUPWl! M "Reiche Abwechslung in der täglichen Suppe bieten MAGGI5Suppen-Würfcl 26 Sorten, z.B. Eier-Nudeln. Reis, Blumenkohl. Ochsenschwanz, Grünkern, Tomaten, Reis mit Tomaten, Erbs. Eier-Sternchen, Pilz, Windsor, Tapioka echt, Rumford, Spargel, Erbs mit Schinken, usw Führende 75 00 ML ML KnabenWlanWeiJ Größe 1—4, Sportform, Stciliger Gurt ■ "v und höher 21.—, 18 —, 16 —, JL 50 75 ML MH. Knaben Kosen von Breeches und Knickerbocker, Größe 7 — 12 von 75 90 Mk. Mk. bet Pfeffer. 02976 3996a 3991D preiswert bei 4002* Berthold Kühne, Seltersweg 26 Größeres Unternehmen Jüngere sucht per sofort neeigneten turnt per soiort geeigneten e e ■ W ■ Sureauroum Verkaufenn die etwas Bureauarbeiten mitüber- Wz. V< taeimKletoKta DAS MARKENRAD AB FABRIK erteilt 079 TL txe- •CM 4007a Aromatischer Geruch I Sparsamster Ver« brauch! 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April 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus dem Turngau Seffen D. T. Wauvorturnerstunde und ttauvorturnertag. --o— Di« zweit« planmäßig« Gauvor- lutnerftunbe für die BorvercitungSarbeit auf di« Wettkämpfe des laufenden Turnjahres fand am Vonntagvormittag zu Gießen in der Turnhalle des Tv. 1846 statt. Außer b»m Gau» turnauSschuh und den stellvertretenden Bezirks- k^rnwarten waren etwa 80 DereinSturnwarte und Borturner zur Stelle. als der Gauoberturnwart Wilhelm Will (Gießen) antreten ließ. Dor der Aufnahme der HebungSfolge trat bet Gauwart für das Frauenturnen Rudolf Paul (Gießen) an die Spitz« des gesamten GaulurnausfchuffeS. um im Damen und Auftrag desselben dem verdienstvollen Leiter der turnerischen Entwicklung im Hessenyau. Wilhelm Will, herzliche Glückwünsche zu seinem Dvppcl- jubiläum auszusprechen. (Dergl. Gießener Anzeiger Dr. 88 vom Samstag. 14. April). Dach einem kräftigen „Gut HeiL" seiner Mitarbeiter und Turner, die all« durch seine Schule gegangen sind, gab Wilhelm Will seiner Befriedigung über die förderlich« Zusammenarbeit im TurnauSschuh dankbaren Ausdruck. Unter seiner Leitung wurde nun in die Hebungsarbeit eingetreten, deren erster Punkt sich nut dem Aufmarsch und den Freiübungen für die diesjährigen Gauveranstaltungen und das Deutsche Turnfest zu Köln eingehend beschäftigte. 3n fünf Riegen wurden ferner wechselweise die Pflichtübungen an den Geräten für das Gauturnfest in Butzbach einer letzten Durchprüfung unterzogen. Sie bilden neben den entsprechenden Kürübungen an Reck. Barren und Pferd einen Hauptbestandteil des stufenweise gegliederten Zwölfkampfes, zu dem noch die drei volkstümlichen Hebungen Weiihochsprung. Kugelstoßen und Laufen über 100 Meter in verschiedener Abstufung hinzutreten, nebst einer Gruppe au 8 den allgemeinen Freiübungen. die vor Beginn des WetturnenS als Pflichtübung auSgelost wird. Außer dem Zwölfkampf steht jedem Turner der Oberstuse auch ein Derätezcynkampf offen, zu dem er sich aber von vornherein entscheiden muh, da es während des WetturnenS keine Umstellung mehr gibt. Schließlich wird mit entsprechenden Geräteübungen. einer Freiübung und zwei volkstümlichen Hebungen noch ein Deunkampf der Altersturner ausgetragen. die in zwei Klassen (35 biS 45 Zähre und über 45 3ahre) antreten. Auch die Freiübungen der Altersturner beim Deutschem Turnfest kamen unter der Leitung von Bezirksturnwart Paul Schüler (Wetzlar) zur Durcharbeitung. Dagegen wurde daS Gemein- turnen an mehreren Darren, einer Deranstal- tung sämtlicher Gaue des MittelrheinkreiseS beim Deutschen Turnsest, auf den 29. 2ft>ril verschoben, da an diesem Tage sämtliche Hessenturner, die in Köln als Sinzelkämpfer oder Musterriegen- turner teilnehmen wollen, in Diehen gufammen- tormnen. um sich für daS AuSscheidungSturnen am 6. Mai zu Mainz vorzubereiten. DachmittagS schloh sich ein Gauvorturnertag an, der Gelegenheit zu wichtigen , Besprechungen gab. Der Platz des ©auobertum- warles war mit einem Blumenstrauß geschmückt. Zu den Geräteübungen wurde angeregt, den Längssprung über daS Pserd schon von der Hnterftufc ab zu pflegen und dadurch den schwierigeren. aber schönen Hebungsformen der Hocke und Schere wirksam vvrzuarbeiten. Eine äußerst rege AuSsprach« über die Derbandszeitungen führte dazu, daß die .Deutsche Turnzeitung" als- bald in mehreren Stücken bestellt wurde. 3n lebhafter Wechfclrede mit den Dertretern von Butzbach wurde dann noch der Aufbau des diesjährigen GaulurnfesteS behandelt. Mit einem Ausblick auf das Deutsche Turnfest in Köln wurde der arbeitsreich« Tag geschlossen. Die goldenen Berge. Vornan von Gfcra Biebig. Topyright btz Deutsche DerlagS-Anstalt Stuttgart. 40 Fortsetzung. Nachdruck verboten An der Mosel nimmt man es gelassen, wenn ihr Wasser einmal über die Ufer steigt und bis an die Straßenbökchung heranrückt, man bleibt auch gelassen. wenn sie auf die Straße b-naustritt, ihr« Sachen wie klein« leid)« überall stehen laßt — das war von jeher so, man ist «s gewöhnt — aber dieses Wal waren die Leute in Sorge. Don denen, die Dem Wasser zunächst wohnten, quartierten sich viele schon aus. Wollt« man warten, bis man über Haupt nicht mehr aus dem jjaus heraus konnte, bis iXiA nanA von Wasser umflossen war wie eine 3njcl im Meer? Man schaffte K-.nder und Alt« in di« Kaste hinauf: wer da Verwalte wohnen hatte, der mar. trotz drückender Zusarnmeng«pf erchthett, gut daran. . .. . Di« Brennns erwogen «s nicht, ihr Haus 3" oer- laffen, zu solchen Gedanken kamen fie gar mcht.si« batten alle im Keller zu tun. Bremm war äußerlich nd)tg. aber innerlich zittert« er um »einen Wein. Sein Wein! An etwas anderes dacht« er nicht O weh, daß die Söhn« noch so untauglich waren. Das Dichten des Spundlochs war leicht, aber das Herauf)chroren eines vollen Fasses auf starr« Stützen, das war sehr schwer. Er mußt« nod) ferne Frau und Maria zu Hilfe holen. Stunden vergingen über der Arbeit und abermals Stunden. Es war schon längst über Mitternacht hin, da lagen endlich btc Fuder gesichert: die neuen sowie das alte. Eiserne Haken hatte man noch in die Wände getrieben, der Keller hatte gedröhnt von baftig_bämnwnv den, unermüdlichen Schlägen. Seine Steinwand« hatten sich widersetzt, sich laut murrend gewährt: an uralten Steinquadern, wie Eisen so hart, zerbrachen Nägel. Bohrer und Meißel, der Hammer Hogab vom Stiel, di« Haken gingen gleich trurnm. Endlich, endlich hingen Seile daran, man schlang sie noch um di« Fässer. Gott sei Dank, noch lagen die tjuaer maueret, fi38 138.» bracht. • Deuki •298 179.3 100.5 134.73 140.ö Kalt Äfebcrtltix RuKOefttTMele Sollwert ©eüOerhmt IM 221 126 151.75 139.75 142 187 243 110 151.5 153 218.5 136 203 jCiatontß-CVkO'diflft tot üreibnet Book Witttlbtntlcbe ürtbubanf Hetanbaot MMknf >87 174 220 127.25 28« 163 159 201.5 190,2a 298.25 148 181.5 100.5 136.23 142.5 >41 167.5 147.5 268 123.5 148.1, 155 125.5 113.7a 101,65 103 2' 286 160.23 166.5 >E6 227.3 284.83 160^5 ifROfloans Kechwerk OctntnrftKcrte W«« wterfaU» . . Stteri Untan fbr. Roeder Born 55.» ZM 1153,75 138.25 : 14t.5 238 i 18« 5 । 243 160,75 i 153 154 138 200-3 106 | 48 i V6 | 862.6 I 101 । 134.23 - I 243 24 5 । 88,9 IM.5 „ - | 86.» i 363 810 733 295.5 ! 191 138 i ZVU >05 ! 47,23 i »2.23 ' 264.5 1X4 | - 240 10 •0 in 10 0 .8 5 0 M 187 •43.5 160.» 131.13 afrikanische Gesell- 16. 4. ,'17.4. 193 Ä5 263.25 108 103.25 144 i M . 106.75 I 184 i 149 I iPebtd Wontan f, tkrenriate Stobll». t •/, 9 1 Ctazn Ui tat r , th Iff rouMurt a. 3R. ^chlutz. I-Uhr. Kur» I kurt ichrechungen aus 1,22 (1.07). Der Reingewinn stellte sich au: i,67 (2,68 einschließlich 1,42 Vortrag), woraus bekanntlich 7 li. V. 12 Prozent für zwei Jahre» verteilt und 0,20 (0.19) vor getragen werden. * LudwiaLoewc & So., A.-G. Wie wir hören, hat der Reingewinn der Ludwig Loewe öl So., 3.0. in Berlin, für das Geschäftsjahr 1927 1 849 673 Mark gegen 1 849 837 Mark im Aorjabre betragen; auf neue Rechnung werden 322 226 Mark (308 376 Mark) vorgetragen Die Dividende wird bekanntlich mit 10 d. $)., wie im Vorjahre, der am 15. Mai slatt- findenden Generalversammlung in Vorschlag ge- >' , S»wen t,ni:bf8b.«SnL *1* Driiml CeOerretd) rtnoeitl. 9t,c «°/o Unaanldu Qolbrtt 4*/e llnflarifctieefaateto 1910 Vif!« t*»al von 19)3 •*» Ungatitoe Jirontnne . . «•/ Zurf. 4oUanttib< v 19)1 *° « türf »aobebbatm«flnf. Brrie l 4»/. bc«ot. eert» n <•. Rumäuen toRDtn Nie. 41»*. Mnnuntn ®»lban, . von 1911 fiOq LElta« Gllendadn «'/, bamburp-ämenfn Vak,' . c 6amb -eübam Damolsa, 8 van so TonuhduH < 53J' aSfl Kur» Sur» Kurszeiiel -er Berliner und Franksurier Börse. geführt en Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Gießen II - Diefeck II 0:4. Gießen tonnte durch verspätetes Eintreffen der Nachbarn die Punkte wohl für sich buchcii, mußte sich aber im Spiel einwandfrei mit 4:0 für SVieferf geschlagen bekennen. Heuchelheim (3ugenb) — Gießen (Jugend). Da Heuchelheim nicht antrat, konnte Gießen ohne Kampf zwei Punkte gewinnen. Lollar I — Alsfeld I 5:4. Auf dem Lollarer Platz standen sich diese Mann schäften gegenüber. Nach Anstoß entwickelte sich ein scharfes Spiel, jedoch hinderten die überaus schiech len Platzverhältnifse beide Mannschaften in ihrer Spielweise. Lollar konnte in kurzer Zeit zwei Tore buchen, denen aber die Gäste den Ausgleich bald ent gegenjetzten. Alsfeld 'onnte bis Halbzeit das Resultat auf 2:3 für sich stellen. Rach Seitenwechsel war es Lollar, das mit aller Macht auf Sieg spielte mit dem Erfolg, daß das Resultat in kurzer Zeit auf -5:3 siand. Noch einmal gelang es den Gästen, das Netz des Gegners zu finden, dann machte der Schlußpfiff dem Treffen ein Ende. Alten-Bufeck — Raunheim. Alten-Bufecks Jugend konnte nach schönem Spiel die Jugend Naunheims mit einer 3 2 Niederlage nach Hause schicken. Dieseck — Groß. Seelheim. Wiesecks Jugend konnte durch Nichtantreten Groß Seelheims zwei Punkte kampflos für sich buchen üreissußballlag. Am Sonntag tagte in jranfurt a. M. der ordent- Uche Kreisfußballtag. Die Berichte über die ab- geiaufenen Geschäfts peri öden lagen gedruckt vor. Die Mitgliederzahl hat eine Harfe Steigerung er fahren, betreiben doch heute von über 300 Kreis vereinen zwei Drittel das Fußballspiel mit 340 Mannschaften. Auch die Spiel kultur hat sich stark aufwärts entwickelt, was lediglich auf die Einrichtung der ÄnrisNasse zu verbuchen ist. Gelang es dock Frankfurt a. M.-Weftend die süddeutsche Meisterschaft zu erringen. Die Beratung des neuen Satzungsentwurfes ries eine ausgiebige Diskussion hervor, schließlich fmrb der Entwurf An nafyme. Er bringt auf organisatorischem Gebiet manche Neuerung, die ein weiteres Borwärtsent wickeln der gesamten Bewegung gewährleistet. Die Anträge sanden schnelle Erledigung. Die Wahlen brachten die Wiederwahl des seitherigen Spartenoorstandes. Zum Schluß referierte der Ber- trckr des Bundes, Bundesfußballeiter Riedel über allgemeine Bun des fragen, die dem diesjährigen Bundestag im Juni in Leipzig zur Erledigung vorliegen werden. Sein Referat, das in anschaulicher Weise alle strittigen Probleme und Fragen streifte, fand bei allen Delegierten ungeteilten Beifall. Damit fanb der diesjährige K'reisnißdalltag fein Ende. Frankfurter P f a n d b r i e f b a n k A.-G. Die Generalverfammluna beschloß die Verteilung von 9 v. h. Dividende auf die Stammaktien. Um die Mündelsicherheit zu erlangen, wurde die Beschrän kling des Kommunal Darlehngeschästs auf Preußen beschlossen. Philipp Holzmann A.«®, Frankfurt a. M. Rach dem Bericht ist die Gesellschaft mit einem guten Auftragsbestand in das Hahr 1927 eingetreten, der durch Eingang wei-> lerer umfangreicher Bauaufträge, besonders auf dem Gebiete deS Tiefbaues, tm Verlaufe des wahres ansehnlich vermehrt werden konnte. Die Beschäftigung war daher lebhaft. Der Umsatz des Boriahres, der dem Werte nach die Dorkriegshöhe erreicht hatte, wurde überschritten. Der andauernd heftig? Konkurrenzkampf auf dem Baumarkt aber hatte relativ niedrige lieber- nahmepreisc zur Folge. Der prozentuale Reingewinn vom Umsatz wurde hierdurch, tote auch burch unabweisbare Lohnerhöhungen gegenüber dem der Voririegsjahre geschmAert. Obwohl zu erwarten stehe, daß die im neuen Jahr eingetre.ene Belebung am Hypothekenmartte die finanzielle Durchführung der neuen großen Hoch- bau-Aufgaben des Jahres 1928 und die Ab- Wicklung der alten Bauvorhaben erleichtern werde, hat sich die Gesellschaft doch zu Beginn -des Iayres veranlaßt gesehen, die im vergangenen 3abrc aufgenommenen kurzfristigen Schulden in einen mehrjährigen Kredit umzuwandeln. Im Ausland sind die Bemühungen um die Hereinnahme neuer, lohnender Bauaufträge mit gutem Erfolg fortgesetzt worden. Die Tochtergesellschaften in Argentinien und in Chile haben bedeutende, neue Bauaufträge erhalten und die alteren mit gutem Rutzen abgewickelt. Die iln- Joften ermäßigten sich auf (alles in Millionen Marks 1.10 (1,23), dagegen erhöhten sich die Ab- 188.5 ! 172.K IM, 75 127,25 1 785 162.25 160,25 189.4 497.6 119 180 I 100 134 1138.75 140 | 166 146.25 । 368 115.25 147.25 155,75 116.5 114 102.WTD. Funkspruch.) Roch immer herrscht ziemliche Unsicherheit über den tatsächlichen Umfang der Reparaturarbeitea an der „Bremen" und infolgedessen auch über daS voraussichtliche Datum eines neuen Starts. »United Preß" berichtet auS Quebec, dort sei in der Rächt ein Telegramm Hünefelds eingegangen, wonach es sehr möglich ist, daß die Beschädigun- gen der „Bremen^ die Verschiebung des Starts auf einen spä teren Tag a l s Mittwoch notwendig machen. Beschädigt sollen außer dem Fahrgestell u. a. die Kabine und der Propeller fein. Die Tragflächen sind im Stande. 3n vier bis fünf Tagen hofft man die Reparatur beendet zu haben. Sui firner, der gestern mit dem kanadischen Piloten Schiller zusammen nach Greenly Island gekommen und dort zurückgeblieben ist, um bei den Reparaturen zu helfen, behauptet überraschenderweise, daß die Besatzung der „Bremen" beabsichtige, nach derWieder- Herstellung des Flugzeuges nach Quebec zu fliegen und nicht, wie allgemein angenommen wurde, direkt nach Reutzork. Oie Paßkontrolle in Wiesbaden. Wiesbaden, 17. April. (WTB. Funkspruch.) Gestern haben Besprechungen zwischen den deutschen Behörden und den Vertretern der englischen Besatzung über die Durchführung der für heute angekündigten Paßkontrolle stattgesunden. Die englischen Vertreter haben im Verlause der Besprechungen sich bereiterklärt, die Einführung der Paktkvntrolle zu verschieben. ES wurde bann eme Einigung dahingehend erzielt, daß ab Freitag eine Kontrolle des Verkehrs durch deutsche Kriminalbeamte vorgenommen werden soll. Es wird dringend empfohlen, das besetzte Gebiet nicht ohne gültigen Paß oder Personalausweis zu betreten. Oeutsche Segelflieger für Amerika. MER. Frankfurt a. M 16. April. Die deutschen Segelflieger hatten sich heute mittag in den Raumen der Frankfurter Gesell- schäft für Handel, Kunst und Wissenschaft zu einer eindrucksvollen A b sch i e ds f e i e r für ihre in den nächsten Tagen nach Amerika gehenden Kameraden Röhre, Hesselbach und Laubenthal versammelt, die dort während eines etwa sechs Monate dauernden Qlufent- haltes die Einschulung amerikanischer Segelflieger vornehmen wollen. Sie nehmen zu diesem Zwecke acht Schulflugzeuge verschiedenen Typs für Anfänger und Fortgeschrittene mit, auch das augenblicklich beste deutsche Segelflugzeug „Darmstadt", um mit diesem eventuell Höchstleistungen zu erzielen. Es war eine stille, aber würdige Feier. Konsul Dr. Kohenberg gab als Vorsitzender der Rhön- Ross: tten^Sesellschaft dem Wunsche Ausdruck, daß die jungen Flieger drüben nicht nur rein sport- lich. sondern auch durch ihr Auftreten sich als - würdige Vertreter de« Vaterlandes erweisen r möchten. Professor Gregorii, Direktor des Forschungsinstitut der Rhön-Rossitten-Gesell- schäft berichtete über das starke Interesse, das die Expedition in Deutschland und den Vereinigten Staaten gefunden habe. Er gab Kenntnis von zahlreichen Glückwünschen. Wenn die deutschen Segelflieger auch nicht den Ozean im Flug überqueren könnten, so hofften sie doch, in den Vereinigten Staaten für die beutf^ Segelfliegerei wirken zu können. Eine ähnliche Expedition sei schon einmal 1922 galant gewesen, damals aber gescheitert, weil die VorauSsetzungcn auf einer nicht so nesicherten Basis wie heute gestanden hätten. Der deutsche Segelslugsporc lei heute ein notwendiger Desamtteil der deut- schen Fliegerei assworden. Wenn auch so bekannte Flieger wie Rehrina. Schulze unb Kegel an der »ahrt nicht teilnehmen, so habe dies seinen Grund darin, daß gerade in diesem Sommer die J*u™ ^Segelfliegerei vor großen Ausgaben nunde. Auch der Oberbürgermeister der Stadt <4.75 4A.lj 186.5 IM 197 IU.75 Ü- L S...... **tgmann dem. ätcfmntgot Licht unb «ran . . . gelten * (SmtLamne «es f. eiettr Unrat tzamd (tlettr CBtrfe «dein ttlettr ed)ld. Eleku- Schulten ..... flerun iC J/otüii . . 7” vollänbislyc Noten. Atolienisch« Noten..... Norweaischc Noten. . . . Dentsch-Oeflcrr,5100 Itronen Numötiikche Noten...... Schwebilche Noten...... S<6nwiier Noceu....... vvonisch« ÄMm....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten '«.76 194.6 106.25 11! 146.5 Braunkohlen, die 5.5 Prozent verloren. Der Geldmarkt war weiter etwas angespannt. Tägliches Geld 7 Prozent Am Devi sen- markt lagen Devilen etwas erholt. Reichsmark gegen Dollar 4.1819, gegen das Pfund 20,419. London gegen Kabel 4.8835, Paris 124,02. Mailand 92,50. Madrid 29.04. Holland 12.10. Berlinc. Börse. Berlin, 17. April. Nach den gestrigen Abschwächungen ist die Börse heute merklich unsicher geworden. Die Tendenz schwankte ziemlich stark. In einigen Werten ergaben sich schon vorbörslich innerhalb weniger Minuten mehrprozcntiae Kursdifferenzen. Zuerst schien es so, als oh sich allgemein eine Erholung durchsetzen könnte, und man horte schon wieder die amtltchen Schlußkurle der gestrigen Mittagsbörse. Zum offiziellen Beginn war aber wieder Angebot vorhanden, fo daß die Kursentwicklung uneinheitlich war und eher wieder zur Schwäche neigte. Das Geschäft hat wesentlich nachgelassen. Don größeren Verkaufen der Provinz resp. des Auslandes ist wieder wenig zu merken. Die starken Käufe der legten Tage sind zum Stillstand gekommen. Abschwächungen von 3 bis 4 o. j). zeigten Essener Steinkohlen, Riebeck Montan, Rheinisch-Westsülischc Elektrizität, Wiking Zement, Feldmühle, Karstadt, Leonharo Tietz Öft- merte. Polyphon, Deutsche Atlantische und Berger lvaren wieder in gleichem Ausmaße befestigt. Deut sche Anleihen wenig verändert. Ausländer teilweise fester. Bosnier bis 0,75, Anatolier bis 0,25 o. f). höher. Russen und Rumänen eher weiter ab- bröckelnd. Pfandbriefe still. Rentenbriefe etwas gefragt. Der Geldmarkt war leichter. Tägliches Geld 5 bis 7 v. f). und darunter. Monats geld 7,25 bis 8,25 o h. Warenwechsel 6,90 o. f). Sun nach den ersten Notierungen wurde das Gc schäft fester, doch schwächte sich die Tendenz allgemein wieder ab. und die Kurse bewegten sich bis 0,5 unter Anfang. Ployphon verloren 2,5 d. H. Rheinstahl 2d. 5). Karstadt 1,5 o. 5=)., Zellstoff Waldhof 3,5 v. Spritwerte und Farben gut behauptet. jrrantynrtrv i^ctreivcbörse. Frankfurt a. M., 17. April. Dem heutigen Frankfurter Produktenmarkt boten die weiter steigenden Auslandnotierungen Aneregungen, und die Tendenz war sehr fest . Besonders Roggen hatte lebhaft tere Nachfrage bei anziehenden Preisen zu oerzeich. nen, da hier Materialknappheit bestand. Auch Mais für Jndustriezwecke war stärker gefragt. Besonders lebhaft gestaltete sich heute das Mehlgeschäft. Weizen und Roggenmehl war lebhaft gesucht. Es notierten.- Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 o. f). Auswuchs, 27,50 Mark: Roagen 29,50; Hafer, üüänbi fdjer, 27^0 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24 bis 24,25; Mais (gelb) für andere Zwecke 25 bis 25,50; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 38,50 bi» 39,75; Roggenmehl 39 bis 40,50; Weizenkleie 15,25; Roggenkleie 16,2-5 bis 16,50 Mark. Hautallacselljch. ionunerv and Privat-Vt. 11 Tannfl u Warfonolbant. U ' | TTTi3—L 188.11 22,08 111.45 58,68 2.81 ni.su 86, M r.9.90 12.338 7Z 75 schäft. Die Gesellschaft erzielte einen Reingewinn von 162 535 (105 1 54) Mark, wovon 30 000 Mark dem Delkrederekonto und 10 000 Mark dem Pensions-Unterstützungsfonds zugeführt werden. Don einer Dividendcnausfchütiung wird, wie im Vorjahre, abgesehen, da alle flüssigen Mittel zum Wiederaufbau dringend benötigt werden, besonders, da das Kriegs- schädenfchlußgefetz als recht wenig befriedigend be» zeichnet werden könne. * Die 16-Millionen-Anleihe der Stadt München. Die kürzlich zur Zeichnung aufgelegte. 16 Millionen Mark betragende fünf» prozentige dreijährige Schahantoeisungsanleihe der Stadt München mit Ilmtauschrecht in eine siebenprozentige langfristige Anleihe ist bereits jetzt so stark überzeichnet, daß, wie WTB.» Handelsdienst von den Führern des Konsortiums, der Bayrischen VereinSbank in München und dem Bankhause Mendelssohn 8-- Co. in Berlin erfährt, die Zeichnung mit dem gestrigen Tage vorzeitig geschlossen wurde. • 2) e u t sch «Hypothekenbank, Meiningen. Die Generalversammlung genehmigte die Verteilung einer Dividende von 9 v. H. auf die Stamm, aftten und 6 v. H. auf die für ein halbes Jahr dividendenberechtigten Vorzugsaktien. Hebet die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres könne noch nichts Bestimmtes gefügt werden. Rudolf Karstadt A. - D.. Hamburg. Die Gesellschaft schlägt eine Dividende von 12 Prozent (i. V. 10 Proz.) vor und beantragt eine Erhöhung des Aktienkapitals von 51 aus 70 Mill. Mark mit Bezugsrecht auf 8,5 Mill. Mk. im Verhältnis von 6:1 zum Kurse von 150 Proz. Die restlichen 10,5 Mill. Mk. übernimmt ein Donkenkonsortium zu 100 Prozent zwecks Verwertung im Interesse der Gesellschaft. * Rückkehr zur Goldwährung in Norwegen. In der geftrigen Sitzung des norwegischen Staatsrates wurde einem königlichen Erlaß zugc- ftimmt, nach dem die norwegischen Noten vom 1. Mai ab wieder in Gold eingelöst werd?n, und die Goldausfuhr vom gleichen Tage an gestattet wird. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 17. April. Tendenz: Tell- weise leicht^ erholt. - Rach den gestrigen teilweise beträchtlichen Kursrückgängen war die Stimmung zu Beginn der heutigen Börse allgemein zurückhaltend hntb das Geschäft wesentlich stiller, als an den Vortagen. Offenbar sah sich das private Publikum zu großer Vorsicht veranlaßt, und auch die Spekulation verhielt sich zumeist reserviert und abwartend. Verschiedentlich machte sich jedoch, tote schon im Verlaufe der Abendbörse. Deckungsbedürfnis bemerkbar, da offenbar gestern von der Baissespekulation Leerabgaben vvrgenommen worden waren. Bei uneircheitlicher Kursentwicklung ergaben sich daher zur ersten Rotierung überwiegend Kurserholungen von etwa 1 bis 2 Prozent. Sv waren am Montanmarkt Mannesmann 1 <37.75 121.5 Z84 HÜ 189 296,35 178 100.75 135.6 140.5 168.5 Wirtschaft. Oer neue Typ der Kommunalanleihen Die verlautet bereitet die Deutsche Girozentrale verschiedene Maßnahmen zur Förderung des Kommunalkredits vor. wobei sie der Gestaltung des Kursniveaus der Kommunalanleihen an der Berliner CBdrfe besondere Aufmerksamkeit widmen wird. 3m Vordergrund deS Interesses steht die Wiederherstellung der Reichsbanklombardfähigkeit der Kommunalanleihen. Hierzu ist jedoch eine Aenderung des Bankge- sehes notwendig. Inzwischen soll für die Lombardierung' der Kommunal-Sammel-Anleihen innerhalb der Giroorganisation die Frage einer Lombardierungspflicht seitens der Girozentralen geprüft werden. Dabei ist hervorzu- heben, daß die Girozentralen bisher in allergrößtem Umfange die Lombardierungswünsche ihrer Mitglieder befriedigen konnten. Es sei besonders htngetoiesen auf den schon beschloftenen und in allernächster Zeit herauskommenden An- seihcchp in Form kurzfristiger, nach 3 Jahren rückzahlbarer kommunaler Schatzanweisungen. Es ist anzunehmen, daß diese neue Anleiheform besonders im Ausland gute Aufnahme findet. Es darf mit einer Konvertierung oer Anleihe nach 3 Jahren gerechnet werden. Die Verzinsung soll sich auf 5 Prozent die Rückzahlung auf 108 stellen, fo daß sich eine Gesamtverzinsung von Zirka 8 Prozent ergibt. Der Auszablungskurs ift voraussichtlich 96 Prozent. Der RcichSstäbte- bund, die Spitzenorganisation der deutschen Mittel- und Kleinstädte, hat seine Mitgliedstädte und deren Sparkassen bereits gebeten der Förderung des Absatzes der Anleihen, vor allem dieser neuen Anke.he. besonderes Interesse ent- gegenzubringer, Datum: ^JOtiiUD Ocljmann i; eetbtrberacr fernen» ; «Dient »azlftabt .« tiobB A Ärthaa \< » ......5 - . .6 ......5 • - • ■»/« I. % 5 4 — — ®tborf 0 Cberitt*! Kokswerte o * '>» 8 s Ntamtsch« cranntobtcn io «betaitabl o e^wltWi faitaMn. . is Vfmxrn . • 12 •8er. Älanjttofi ■ ■ ■ lf> yembtig........ 8 8dlfton Volbliol - . . 12 .Zellstoff flftanfrtnbrrm . io tobcrtotr-nbuToeT Gaffer 7 «efienti 08 Snfanq kur» Kurs Datum !>", ! 17. 4 16 4. j 17. 4. */. ®t «etdjaanltibe v 192? Tl uni Üblöf Tchulb mii 2lu:-Ic>< .-itLien otiiie fluei | .‘JietDien i*ie Rranff Hyp -Bt Go'bvi unhinbbat dls i«2 0.515 10,535 10,51 10^52 Jkalirv . «,055 Wi 42,05 42,09 t'onbon. .'0.395 rt). 135 20.439 •'.’aroori . «.1751 4,176 4,IM -Parti. . 16,44 rtl.AZ 18,43 18.445 16.«85 eoinrti i - W.6b Ml, IV KU 65 Svtaito • u,2ö 70.39 70 13 70.37 I2VMI >e8an Wtrn ta 1.992 .6080 2.W2 J.5050 1,094 >.506 1.V9S U.5U5 Ort. abgeft '8.76 4,68 ■4,755 61.875 Kffmb - <2.M 7,355 11,40 11,374 7,368 12,396 7,872 «odcwrtt. 74,93 ■ 3,07 72,92 74 öS 3,01« 3.095 18.07 3.022 17.98 ».öä 18 02 ütflabwi 18. ai 81,53 3.141 81,69 8.146 5,606 4,1856 4.484 40.96 1H,4Ö 2,144 5,494 4.178 4.921 ».997 61,66 4.186 4.128 26.967 fclben. Cmabe 3.494 4.1775 4.3W ___ K Kprü 1