eie lM. M; tz is200^ weine ter, H bit k wy'g uni' iQm, auj, & je in'? 300 H, Jk ib ™ h Mm °l 0? Eeie \\ ^ndenz »H ube der fr ll'lchfäl- lohten üö enge Strafe icht Ä Dark Seid, ifraffamntn ate Se> te die Ruinen Milch- »fiert. De! uckrlucht! ' bezeichnen t und 10) ler auf introBeW' ein1 W i Ä- lllWN eine M SesuiOii Genuß ein- und ginfl Uchakilichen I lolltc für eine deut« kennen bei ie 6h* en. ge Straf« -lalle j'j! Derusung der von 192? wegen 3 StA aus vei- in zwei!« gten Solle rrteilS ji re Strafe (mittel un au8, sowi des Lch^ der Unter. nahm te ierabte'.' tagen «J® t die 3[.i «•JE : und W •#A lU^ 791» । rr; - ,13 1,13 1.35 ! 175 ' 1,09 | <75 I i,17 I 1,54 | ,13 963 , 503 965 358 I ,1» 03'3 ' t ■i I art a- $ 1 I I»'? Nr. 4H Erster Blatt 178. Jahrgang Zrettag, 17. Zebruar 1928 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen postschecNoMo: gtaittfnrt am matn liess. Vrvck Md verleg: vrüh?sche llniversi«tt5-v«ch' und Steütbrntferd L langt hi Gießen. Ichriftlettung und SeschSftrllelke: Zchuistraße r. Aunah»e von Anzeigen für di« lagesnummer bis zum 91 ad)mittag vorher. Preis fir 1 mm höhe fix Anzeigen von 27 mm Drelle örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 36 Rrichspfennig, Platzvorschttst 20’ „ mehr. Thefredaktenr: Dr. Friedr. Wtlh. Lange. Deranttoortlich für Politik Dr. Fr. Wtlh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumfchein: für den Anzeigenteil Änri tzillmann. sämtlich in Dietzen. Erscheint lüg lick, autzer Sonntag» and Feiertag». Beilagen; vtetzener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat»-Vezvg»pret»: 2 Reichsmark und 20 9teid)»pfewnig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüffe: 51, 54 und 112. Lnschttst für Drahtnachrichten: Anzeiger tiefte«. Die Parteien verhandeln über das Noiprogramm. Oie Lage. Eigene Drahtmeldung de» „Gießener Anzeigers". Berlin, 17. Febr. Die auaenbli etliche pariamen- torische Situation ift an und für sich durchaus neuartig, wenn sie aucy verfassungsrechtlich zu begrünten ift Zunächst einmal ist der Schwerpunkt ganz au f das Kabinett verlegt worden, nacktem die Koalitionsparteien ein weiteres Zusammen«rbei- tm für nicht mehr möglich erklärt haben. Das Mchskabinett sieht sich einem Schreiben des Reichspräsidenten gegenüber, in dem dieser das Kabinett ersucht unbedingt solange noch be n Reichstag zu s a m m e n z u h a l te n , bis bte dringend st en Aufgaben erfüllt sind. Das ist gewiß keine leichte Ausgabe für das Kabinett, deren Minister den auseinandergegangenen Koalitionsparteien angehören, mithin allo auch hn Grunde genommen keine einheitliche Einstellung wehr haben und nunmehr dock noch zu einer ge- «emsamen Arbeit schreiten müssen. Wie nicht anders zu erwarten war, mußte diese Situation eine ganze Anzahl von Schwierig- feiten zeitigen. Die Parteien wissen, daß nunmehr die Wahlen bevorstehen. 2Hr Hauptaugenmerk ist also lediglich auf die Wahlen gerichtet Dadurch liegt es aber auch nahe, daß non noch jetzt bei dem Rotprogramm manches durchführen möchte, was der Wahl- Propaganda dienlich sein könnte. Unter diesem Gesichtspunkt werden von fast sämtlichen Parteien vor allem aber von den übrigen Koalitionsparteien, bem Zentrum und der Volks» bartei, die deutschnationalen Sorte tun gen in bezug auf die Landwirt- schast angesehen, zumal diese außerordentlich weit über das Programm hinausgehen sollen, das der deutschnationale Reichsernährungsmi- rnster Schiele mit dem Kabinett vereinbart hatte. Kleinrentnerversorgung, Besserung der Aentenbezüge der Invaliden und der Sozial- tmtner, Kriegsschädenschlußgeseh, daS sind die Forderungen, mit denen das Zentrum auftoartet Mit einem Worte, die Situation ist außerordentlich kompliziert. DaS Rotprogramm des Leichspräsidenten sieht die Verabschiedung des Stals für 1928 des AachtragSetats für 1927 vor. ferner die Lösung der Fragen der landwirt- schastlichen Rothilfe, der Kleinrentnerversorgung imb des Kriegsschädenschluhgesehes. Schon dieses Programm würde selbstverständlich unerhörte Anforderungen an den Reichstag stellen. An- tererseits enthält es noch insofern große Schwierigkeiten, als die Fragen des Kriegsschäden- schluhgesehes, der Kleinrentnerversorgung wie auch die des Rachtragsetats, der doch Kriegs- schädenschluhgeseh, Landwirtschaftsnothilse und Kleinrentnerversorgung in ihren finanziellen Auswirkungen umfassen wird, noch nicht be- rciirigt sind und noch manchen Widerstreit der Deinungen erbringen werden. Im allgemeinen geht die (Stimmung dahin, daß es doch noch möglich sein wird, eine Einigung zustande zu bringen. Die Parteiforderungen wurden dabei nur als agitatorische Mittel an- icsehen, die aber keinesfalls einen Entscheid verhindern dürften. Endgültige Klarheit dürften Doch nach Lage der Dinge erst die heutigen Besprechungen bringen, zumal die Wirtfchafts- f>ir tel ihre Zustimmung von ihrer Freitag- fibmng abhängig gemacht hat. Hergis Besprechungen. Verhandlungen zwischen Kabinett und Regierungsparteien. Berlin, 16. Febr. (Pttvattnsormatton). Die Ikrtjanblungen über das Arbeitsprogramm der ^cichsregieruNg wurden heute vormittag be- Mts fortgesetzt, und zwar empfing Vizekanz^ Her Hergt Vertreter der Wirtschaftspar- d!t, um festzustellen, wieweit diese Oppositions- ^irlei bereit ist, an ihrem Teil den Wunsch des ÄciHsprä,identen nach Durchführung der noch aiirrlebigtcn Aufgaben zu erfüllen. Außerdem fettete Vizekanzler Hergt gemeinsam mit dem kÄ'ihsarbeitsminister Dr. Brauns dem Reichspräsidenten einen Besuch ab und wterrichtete ihn über den augenblicklichen Stand flaiter Bemühungen. Das Reichskabinett befaßte stch in den heutigen Rachmittagsstunden dann „Hmals mit dem in Aussicht genommenen Ar- Lttsprogramm. Im Anschluß daran erstattete fcr Rcichsminister Hergt den Führern der Sr a E11 o n e n der Deutschnationalen Volkspar- ld des Zentrums, der Deutschcnr und der Baye- msHm Volkspartei Bericht über den Fortschritt »lscr Arbeiten, insbesondere über den Abschluß Beratungen über das Kriegsschäden- khluhgesetz. Rach der heutigen Abendbe- jtref)ung zwischen den Parteiführern und den Lubinettsmitgliedern nimmt man in parlamen- tai leben Kreisen an, daß nun am Freitagabend Bit Entscheidung darüber fallen durfte ob ble Aufteilung und Durchführung^ des Arbeitspro- ggtcrnmS möglich ist oder nicht. Sie heutigen Verhandlungen haben zunächst 6m wesentlichen ilebereinftimmung über 2>s Liquidationsschäden ge seh ge- '5tad)t und zwar nicht nur innerhalb des Ra- iöiieitä, sondern auch zwischen den Parteien und :5tt Regierung. Es ist anzunehmen, daß noch • eilige Verbesserungen in das Gesetz Ijtn- Äig«arbeitet werden, die, ohne die Regierung festzulegen, einer späteren Ergänzung die Tür offen lassen. Die Hauptschwierigkeiten werden in der Frage der Hilfe für die Landwirtschaft und im sozialen Programm gesehen. Im Zentrum befürchtet man offenbar, daß die Deutschnationalen weitgehende Forderungen für die Landwirtschaft anmelden, durch die das Zustandekommen des ganzen Arbeits- programms gefährdet werden könnte. Bisher ist aber ein derartiger Anspruch noch nicht erhoben und von maßgebender deutsch- nationaler Seite wird ausdrücklich betont, daß die Partei gar nicht daran denke, durch übermäßige Forderungen daS Erreichbare zu gefährden. Auf der anderen Seile spricht man von Schwierigkeiten, die sich aus Einwendungen des Zentrums gegen das Kleinrentner für s orgegesetz ergeben könnten. Das Zentrum soll nämlich der Auffassung sein, daß dann auch die Fürsorge für die Sozialrentner noch eingeschaltet werden müsse. In den bisherigen Besprechungen ist aber ein solcher Anspruch noch nicht vorgebracht worden. Ob das noch geschieht, dürfte im wesentlichen von der taktischen Weiterentwicklung der Verhandlungen abhängen. Jedenfalls toirb nun das Reichskabinett morgen den ganzen Tag über an der Aufstellung des Gesamtprogramms arbeiten und es morgen abend dann den Parteiführern vorlegen. Lieber bte Frage, ob es möglich fein wird, bann eine Einigung herbeizuführen, äußern sich alle maßgebenden Stellen der Regierungsparteien äußerst vorsichtig. Sollte es gelingen, so würden am Samstag die Verhandlungen mit den Oppositionsparteien weitergesührl werden. Vorläufig werden aber die Schwierigkeiten noch sehr ernst eingeschäht. Wenn die Verhandlungen scheitern, so wird darauf gedrängt werden, daß die Reuwahlen unter allen Llmständen am 25. März stattfinden. Llm den Wahltermin. Die drei Möglichkeiten. — Das Für und Wider. Eigener Drahtbericht des „Gießener Zütylger»'’. Berlin, 17. Febr. Inmitten deS wirren Durcheinanders um die Krise dürfte eS doch interessant sein, einmal die rein sachlichen Gesichtspunkte in systernattscher Folge herauszu- heben. Der Kempunlt, um den es sich jetzt dreht, ist der des W a h l t e r rn i n s, der sich aus dem Programm ergibt, das noch zu erledigen sein soll. Drei Termine kommen dafür in Betracht: Einmal bei sofortiger Auflösung der 2 5. März, zweitens bei Auflösung am 31. März der 13. Mai und drittens darf ein Termin nicht vergessen werden, und das ist der 2 9. April, an welchem Tage die Wahlen in Württemberg und Bayern stattfinden müssen, da dies der letzte Termin des Ablaufs der Legislaturperiode der dortigen Landtage ist, und die Länderwahlen belmmtlich, soweit es geht, mit den Reichstagswahlen zusammengelegt werden sollen. Welche Gründe werden für und wider diese Wahltermine geltend gemacht. Einmal die kommenden T a r i f k ä m p f e. Dazu muh gesagt werden, daß der größte Teil der Tarife bereits im März abläust, der Teil, der ungefähr 2y» Millionen Arbeiter umfaßt. Ein Wahltermin Ende April ober Mitts Mai würde also mit diesen Tarifkämpfen nicht mehr kollidieren, da die Tarife bis dahin gelöst sein dürsten, zumal der Reichswirtschaftsminister wie der Reichsarbeitsminister, wie wir ja schon an dieser Stelle darauf Hinweisen konnten, die Zusicherung einer Unterbindung größerer Tariflämpfe gegeben haben. Im April laufen weitere Tarifverträge ab, die sich auf ungefähr 880 000 Arbeiter erstrecken, von denen rund 60 Prozent Bergarbeiter sind, so daß schon dadurch eine Abbiegung komplizierter Lohnkämpfe durchaus im Bereiche der Möglichkeit liegt, zumal in bezug auf die Bergarbeiter der Reichswirtschastsmini- fter genügend Möglichkeiten hat, Verschärfungen zu unterbinden. Diese Tarifkämpfe des April dürsten demnach keinen allzu gefährlichen Umfang annehmen. Eine Gefahr besteht schließlich noch, und die ist die eines Liebergreifens der Lohnkämpfe auf die Angestelltenschaft, was ohne Frage eine starke Beeinflussung _ auf die Wahlen haben müßte. All diese Gründe werden selbstverständlich jetzt eingehend erwogen, so daß damit zu rechnen ist, daß man auch Mittel finden wird, um eine möglichst glatte Erledigung der Wahlen und ihrer Propaganda sicherzustellen. Das Schicksal Oer Strafrechtsreform. Berlin, 16. Febr. (V. D. Z.) Im Otraf- rechtsausschuß des Reichstages entspann sich heute eine längere Geschästsordnungsdebatte über das Schicksal der Strafrechtsreform. Da die Auflösung des Reichstages in greifbare Rähe gerückt erscheint, so ist nicht mehr zu hoffen, daß das neue Strafgesetzbuch noch in dieser Legislaturperiode er ebigt werben kann. Deshalb ist der Gedanke aufgetaucht, daß dieser Reichstag nur noch ein HeberleitungS- geseh verabschieden soll und die Beratung der großen Strafrechtsreform schon jetzt im Ausschuß abgebrochen wird. Während bei den anderen Parteien Reigung bestand, diesen Ausweg zu beschreiten, lehnten die Sozialdemokraten ein Strafrechtsüberleitungsgesetz mit Bindungen an die bisherigen Ausschuhbeschlüsfe ab. Der Strafrechtsausschuß beschloß deshalb, das ileberlei- tungsgeseh der Initiative derParteien zu überlassen und nur noch eine Sitzung am 29. Februar abzuhalten, in der alle Restsachen der bisher behandelten Abschnitte, die dem Unterausschuß überwiesen waren, erledigt werden sollen. Das Schankstättengeseh. Berlin, 16. Febr. (932)3.) Im Volkswirt- chaftlichen Ausschuß entwickelt« sich bei der Wetter- icratung des Schankstättengesetzes eine längere Ansprache über den Paragraphen 14, der die F e st - etzung der Polizeistunde betrifft. fReaie- runasrat Kerstiens trat namens der preußischen Regierung für die Regierungsvorlage ein. Die Er- fahrungen, die man mit der Berliner Polizeistunde gemacht habe, seien sehr erfreulich. In der Absttm- Paris, 16. Febr. (Wv.) Die „Chicago Tribüne" veröffentlicht ein Telegramm ihres Berliner Korrespondenten, der behauptet, er habe aus sehr glaubwürdiger Quelle erfahren, daß die Engländer Deutschland ein Kolonialmandat über Dortugleslsch-Deslafrika angeboten hätten, während Deutschland als Gegenleistung dafür einen späteren englischen Anttag beim Völkerbund unterstützen soll, der England die Erlaubnis geben soll, das frühere Veutsch-Ostasrika zu avsorbieren, damit England seine ostafrikanischen Besitzungen zusammensassen könne. Line derartige Transaktton sei gesetzlich zulässig, da da- , durch diesen Gebieten etar Selbstregierona gegeben werden würde, die, wie man annehmc, von allen unter Mandat stehenden Gebieten angestrebt werde. England glaube da» Einverständnis Deutschlands sich durch das Angebot einer Kolonie erkaufen zu können und — hier komme Portugal in die Angelegenheit hinein, das beim Völkerbund eine Arleihe zu erhalten suche. England rege nun an, daß eine der portugiesischen Kolonien vom Völkerbund als Sicherheit für diese Anleihe gefordert werde und zwar Portugiesisch-Kongo, das alsdann als Mandat wieder vom Völkerbund neu verteilt werden würde und zwar würde das Mandat dann Deutschland übertragen werden. Der Plan sei nicht dem ganzen deutschen Kabinett vorgelegt worden, sondern nur der Reichspräsident und das Außenministerium wüßten davon. Bei den Vorbesprechungen hätten die Deutschen angeregt, daß ihnen anstatt Portugiesisch-lvesl- asrika Mozambique zuerkeilt werden möge wegen seines guten Käsens an der Delegoa-Vai, aber die Engländer hätten dies abgelehnt. Das deutsche Außepministerium studiere das Problem mit großem Interesse, befürchte aber, daß Italien sich 'dem Plan widersehe, wenn ihm nicht auch eine neue Kolonie in Afrika oder Asien eingeräumt werde. Daß England augenblicklich mit dem Plan umgeht, in Ostafrika aus seinen alten Besitzungen und unferm früheren Deutsch-Ostasrika als Kernstück ein neues Dominion zu schassen, ist bekannt. Der Ausführung dieses Planes steht der Charakter Deutsch-Ostafrikas als Mandatsgebiet im Wege und es müßte von rechtswegen außer der Zustimmung Deutschlands auch die Zustimmung deä Völkerbundes zur formellen Annektierung des Mandatsgebiets erteilt werden. Die anaeblick en Berliner Informattonen, wonach die engllsche Regierung der deutschen ein Mandat über einen Teil des portugiesischen Kolonialbesitzes in Ostafrika als Entschädigung für die Zustimmung zur Einverleibung Deutsch-Ostasrilas in Aussicht gestellt habe, ist in Berlin sofort von amtlicher Stelle als vollständig erfunden bezeichnet, und das wird auch stimmen, soweit angebliche Berllner Informationen in Frage kommen. Aber man wird wohl nicht fehl gehen in der Annahme, daß diese In- formationen zwar nicht aus Berlin, wohl aber aus englischer Quelle stammen und den Zweck verfolgen, die Frage in Fluß zu bringen. Man weih in England recht wohl, wie ungemein stark im deutschen Doll der Drang nach kolonialer ^Betätigung in Afrika ist und wie schmerzlich wir dem Verlust unserer Kolonien nachtrauern. Man glaubt vielleicht in England, unsere Zustimmung zu der Einverleibung Oft» afrikas leichter zu erlangen, wenn man uns eine solche Lockspeise vor Augen hält — natürlich in der uneingeftanöenen Absicht, nachher diese Lockfpefe ,ich als ein Phantom verflüchtigen zu lassen, sobald Deutschland in die Falle gegangen ist. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß solche Pläne schon einmal vor dem Kriege, wenn auch in anderer Gestalt, vorhanden gewesen sind. Es schien, als ob Portugal nicht imstande sein würde, seinen oflafrifa- nischen Besitz zu halten und deshalb bot England der Reichsregierung ein Abkommen an, wonach gewisse portugiesische Kolonien in diesem mung wurde § 14 in seinen wesentlichen Teilen folgendermaßen gestaltet: „Die oberste Landesbehörde hat Besttm- mungen über die Festsetzung und Handhabung der Polizeistunde nach Anhörung der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Gast- und Schankwirtschastsgewerde zu erlassen, soweit dies nicht schon geschehen ift. Die ciußerste Grenze für die Festsetzung der Polizeistuirde ist ein Uhr nachts. Sofern nickt besondere öttliche Derbältnisse oder besondere Anlässe eine Ausnahme rechtfettigen." Die preußischen Gemeindewahlen. Berlin, 17. Febr. (Pttv.-Tel.) Die vier- jähttge Legislattirpettode der preußischen Ge» meindevettretungen läuft a m 4. M a i ab. Wenn aber im Mai R e i ch s t a g s w ah l en und Wahlen zum preußischen Landtag stattfinden, so wird It. »Boss. Ztg." die preußische Regierung die Gemeindewcchlen auf den Herbst verschieben. Fall an Deutschland übergehen sollen, wofür dieses andere Zugeständnisse zu machen hätte. Ein solches Abkommen ist sogar Wittlich geschlossen worden und alsbald benutzte es Gnglcnrd unter Verletzung der vereinbarten Geheimhaltung, um in Portugal damit gegen uns Stimmung zu machen. Was ihm auch volllommen gelang. Vielleicht spielen bei England wiederum solche Gründe dabei mit, um Mißtrauen gegen Deutschland zu erregen. Jedenfalls gilt es für unsere Regierung und für das deutsche Voll, sehr auf der Hu t zu sein. Das Mandatsshftem darf nicht aufgegeben werden, denn es gibt uns immerhin noch einen gewissen Rechtsanspruch, der zur gegebenen Zeit geltend gemacht werden farm. Zwar ist Deutsch-Südwestafrika von der südafttkanischen Union auck formell annektiert worden. Aber auch yierbei ftnb äußerlich die Formen des Mandatssystems noch gewahrt worden unb es hat sich sogar die südasrllanische Unionsregierung in der Mairdatskommission des Völkerbundes eine Zurechtweisung geholt, als von der uneingeschränkten Souveränität über Deutsch-Südwest in gar zu unverblümter Weise gesprochen wurde. Wir haben also allen Grund, nichts von dem aufzugeben, was uns der Versailler Vertrag an geringen Rechten gelassen hat. Das amerikanische Klotienbau- programm und die Pazifisten. Washington, 16. Febr. (WB.) Der Marineausschuh des Unterhauses begann feine Besprechungen mit den Vertretern der pazifistischen Vereinigungen, die das Flottenbauprogramm bekämpfen mit der Begründung, daß es in Großbritannien verstimmen und der F r i e - densidee hinderlich sein würde. Auf den Einwand eines Ausschuhmitgliedes, daß das amerikanische Volk für Kaugummi mehr ausgebe, als für die Flotte gefordert werde, erklärte der Führer der Vereinigungen, daß KaugumminichtzumKriege führe und außerdem jeder nur sein eigenes Geld dafür verwende. Das Ausschußmitglied Btttton, Vertreter von Illinois, legte sodann dar. daß es sich bei dem Flottenbauprogramm vornehmlich um den Ersatz veralteter Kreuzer, und nicht um eine Vermehrung der gegenwärtigen Flottenstätte handele. Generc-iausspcrrung im Siemenskonzern. Berlin, 17. Febr. (Pttv.-Tel.) In sämtlichen Werken des Siemens-Konzerns, der rund 100 000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, ist gestern abend eine Bekanntmachung der Firma angeschlagen worden, in der es heißt: Der Ge- famtverbanb Deutscher Metallindusttteller hat beschlossen, Solidatttät zu üben, und die Ge - samtaussperrung für seinen Bereich angeordnet. In Ausführring dieses Beschlusses kündigen wir hiermit sämtlichen bei uns beschäftigten Arbeitern und Arbeitettnnen mit der Wirkung, daß das Arbeitsverhältnis am Mittwoch, den 22. Februar 1923 mit Schluß der ersten Schicht endet. — In den Betrieben der Metallindusttte Frankfurt a. M. wurde am Dicnstagvormittag eine Bekanntmachung angeschlagen, in der der gesamten Belegschaft zum 22. Februar die Kündigung ausgesprochen wird. Die Gefrierfleischversorgung. Berlin, 16. Febr. (DDZ.) Die Sozialdemokraten haben im Reichstage den Antrag eingebracht, die Einfuhr von Gefrierfleisch zollfrei zu lassen. Für den Fall der Ablehnung dieses Antrages verlangen sie, daß wenigstens das zollfreie Kontingent von 120 000 auf 140 000 Tonnen jährlich erhöht wird und die bisherige Organisation der Gefrierfleischversorgung bestehen bleibt Unzuverlässige Firmen, die ihre Konttngentscheine Deutschland als Mandatsmacht? Ein angebliches deutsch-englisches Tauschprojekt um portug.-Westafrika. verkaufen, sollen jedoch auSgemerzt werden. Ferner wird zentrale und kommunale Kontrolle der Kontingentsinhaber und ihrer Preisgestaltung geordert. Deutscher Reichstag. Berlin, 16. Febr. (DDZ.) Am Mittwoch begründete im Reichstag Abg. Hem mete r ($hu) eine gemeinsame Interpellation der Re- aierungsparte!en gegen Mißstände, die sich nach Einführung der Arbeitslosenversicherung i n d e r Landwirtschaft eingestellt hätten. Wenn man die Versicherung an sich auch begrüßen müsse, zumal das Reich durch sie finanziell entlastet werde, so habe sie doch auf der anderen Seite plöhl'cb in der Landwirtschaft künstlich eine Acbeiterlosi gleit hervorge- rusen. Gewecvttche Saisonarbeiter seien heute geneigt, im Winter Arbeit a b z u lehn en, weil in der Forst- und Landwirtschaft die Tariflöhne häufig unter den Arbeitslosenunter- stützungssähen lägen. Die Möglichkeit, e i n halbes Jahr von der Unterstützung zu leben, führe ferner dazu, daß ständige Arbeit überhaupt abgelehnt und nur hoch- entlohnte Saison- oder Gelegenheitsarbeit übernommen werde. Der Saisonarbeiter lebe dann geradezu aus Kosten des geringer entlohnten ungelernten Landarbeiters. Abg. Lemmer (Dem.) krttisiert die nur einen Teil der Ausgesteuerten zugute kommende Krisenunterstützung. Eine große Zahl von Arbeitslosen gehe ganz leer aus. Die Landflucht sei besorgniserregend, aber das Arbeitslosenversicherungsgesetz könne man nicht da ür verantwortlich machen. 60 000 Arbeiter suchten nach der neuen Statistik vergeblich Beschäftigung in der Landwirtschaft. Auf der anderen Seite aber seien mehrere Zehntausend polnische Landarbeiter sogar noch in diesen Wintermonaten in der deutschen Landwirtschaft tätig, weil man dieses^ Arbeitermaterial aus einer Reihe von Gründen den deutschen Arbeitern vorziehe. (Lebhaftet Hörtl Hört! links.) Der Staat könne nicht bureaulra- nsch helfen, die Landwirtschaft solle s e l b st durch Verbesserung der sozialen und kulturellen Verhältnisse dafür sorgen, daß die Landflucht aufhört. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Die Schwierigkeiten, auf die die Interpellation der Regierungsparteien hinweist, sind auch der Regierung bekannt. Für Saisonarbeiter werden höhere Löhne gezahlt, auf dem Lande findet sich auch heute im Winter Füllarbeit; beruf s» übliche Arbeitslosigkeit kann deshalb der Erwerbslosigkeit infolge von Konjunkturschwankungen nicht völlig gleichgestellt werden. Die Arbeitslosenunterstützung ist nur für Ausnahmefälle da, berufsübliche Arbeitslosigkeit ist aber ein Regelfall. Der Verwaltungsrat der Der- sicherungsanstall wird sich bemühen, das Ar- beitSnachweiswesen auf dem Lande noch bis zum Herbst zu verbessern. Die bisherige Anzulänglichkeit der Rachweise trägt nämlich erhebliche Schuld an den vom Abgeordneten Hemmeier ge- schllderten Zuständen. Der Minister verspricht eine den Arbeitern sehr entgegenkommende Anwendung der Bestimmungen über die Krisenfürsvrg«. Im übrigen würden auch diejenigen, di« aus der Krisen- fürsorge entlassen werden mühten, nicht ihrem Schicksal überlassen, sie würden von der Oeffent- lichen Fürsorge unterstützt. Die Reichsanstalt sei ermächttgt, die Krisenfürsvrg« bis zum Ende des Winters zu verlängern, soweit in einzelnen Fällen ein dringendes Bedürfnis bestehe. Die vom Reichsrat beantragte Aebernahme der gesamten Kosten der Krisenunterstützung auf das Reich — bisher tragen die Gemeinden ein Fünftel — lehnt der Minister ab, ebenso die Beseitigung der Bedürftigkeitsprüfung in der Krisenfürsorge. Diese Unterstützung sei eine Ausnahme; sie müsse sich auf Fälle der Bedürftigkeit beschränken. Abg. Frau T e u s ch (Zentr.) erkärt ihr völliges Cinverständnis mit dem Inhalt der gemeinsamen Interpellation und begründet eine Entschließung ihrer Partei. Da» öffentliche Rotstandsarbeiten auch den Empfängern der öffentlichen Fürsorge zugute kommen sollen, die keine Arbeitslosenunterstützung mehr bekommen. Beim Kapitel „W ohnungs- und Siedln n a s w e s e n" begründet Abg. Lipinski (Soz.) als Berichterstatter das vom Wohnungs- ausschuh vorgeschlagene Daukreditgesetz 1 9 28. Im Ramen seiner Partei fordert der Redner ein festes Dauprogramm auf lange Sicht, mindestens bis 1935, und tritt für Auslandanleihen für den Wohnungsbau ein. Abg. Dr. Steininger (Dn.) fordert stärkere Beteiligung privater Bauunternehmer. Di« Hauszinssteuer müsse mindestens im bisherigen Umsange bestehen bleiben. Abg. Tremmel (Zentr.) betont, daß der private Baumarkt heute den Wohnungsbedars nicht decken könne. Die Wohnungsdichte sei in den deutschen Großstädten so groß, daß 81 Personen auf ein Haus kommen. Daß es auch anders möglich sei, zeige Bremen, wo schon aus acht Personen ein Haus entfalle. Abg. Winnefeld (D. Dp.) verlangt völlige Objektivität bei der Verteilung der Haus- zinssteuermittel. Besonders die kleinen Bauunternehmer müßten berücksichtigt werden. Die rheinisch-westsälilche Industrie habe 36 Millionen für Wohnungsnerrbauten aufgewendet, ohne einen Pfennig aus der Hauszinssteuer erhalten zu haben. Abg. Lucke (Wirtsch. Vg.) erllärt, mit öffentlichen Mitteln werde sehr teuer und sehr schlecht gebaut. Das Doll verlange, daß die Hauszinssteuer voll zum Wohnungsbau verwendet werde. Es sei eine Schmach, wie den Hausbesitzern ihr Eigentum entzogen werde. * \ Sn der Donnerstagsitzung des Reichstags beantragt Abg. Bülow (Soz.) die Einstellung von 5 Millionen in den Erat zur Förderung der Landorbertersiedlung für Zinsverbilligung bei Aufnahme von Daudarlehen. Er stimmt der vom Siedlungsausschuh eingebrachten Entschließung zu, die staatliche Förderung der Siedlung verlangt. In einer sozialdemokratischen Entschließung wird eine Fracht Verbilligung ür die für S edlerbauten besttmmten Baumaterialien gefordert. Die Wirtschaft vieler staatlich subve.Aw- vierter S.edlungsge eckschaften sei unter aller Kritik. Hier müsse eine strengere Aussicht ein- sehen. Abg. Iäcker (Soz.) fordert in einer Entschließung Maßnahmen, um der Landflucht der deutschen Landarbeiter und ihrer Verdrängung England und die Abrüstung. Lord Lecilö Kampf gegen die britische Abrüstungspolitik.—Oer Streit mit Amerika. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 17. Febr. Seit Lord Cecil mit großem Eklat von seinem Posten als Dölker- bundsdelegierter Englands zurückgetreten ist und sich in einer sehr umfangreichen und eingehenden Kritik der britischen Völkerbundspolitik wegen dieses Schrittes öffentlich gerecht- crtigl hat, ist die Antersuchung des britischen Verhaltens in der Frage der Abrüstung, der Maßnahmen zur Förderung der Sicherheit und der allgemeinen Dölkerbundspolitik nicht wieder zur Ruhe gekommen. Die gescheiterte Seeabrüstungskonferenz und die Auseinander- ehungen mit Amerika über den Marine-Standard haben diesen Fragen auch vom engeren englischen Standpunkt aus «ine außerordentliche politische Aktualität gegeben. Run ist neuerdings im britischen Oberhause zwischen Lord Cecil einerseits und seinem Amtsnachfolger Lord Cushendun eine Auseinander- ehung erfolgt, die für Deutschland um deswillen von Bedeutung ist, weil dabei die Frage der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und besonders der Unterzeichnung der Fakultativklausel des Haager Statuts, die Deutschland seit der letzten Völkerbundsversammlung vollzogen hat, in den Vordergrund traten. Cecil will zwar seinen Vorstoß nicht als einen Mißtrauensantrag gegenüber der Regierung gewertet wissen und unterstreicht zu diesem Zwecke eine Aeußerung Chamberlains, wonach die moralische und die materielle Abrüstung zusammengehen müßten. Aber seine Kritik ist darum nicht weniger scharf, ilnö er zerstört mit sehr nüchternen und Haren Worten den Schleier, den das englische Sicherheits- Memorandum für Prag um das Problem gelegt hatte, indem es behauptet, es gäbe Fälle, auch juristischer Ratur, die kein Land einem Schiedsspruch unterwerfen könnte. Das Risiko der Schiedsgerichtsbarkeit sei zu groß? Sei es aber auch nur Halbwegs so groß wie das Risllo eines Krieges? so fragt Lord Cecil mit Recht. Keine 20 Mitglieder des Unterhauses würden die Frage, ob England der Fa- kullativklausel beitreten solle, zu verneinen wagen, und davon würden 15 wahrscheinlich bei den nächsten Wahlen ihre Mandate nicht behaupten können. Schließlich gelangt Cecil dahin, bei einem Vergleich der gegenwärtigen Lag« Englands in der Schiedsgerichtsfrage mit demjenigen Deutschlands vor dem Kriege, sestzu- stellen, daß England jetzt die Rolle spiele, die damals Deutschland als Gegner der Schiedsgerichtsbarkeit und damit der Abrüstung gespielt habe. Die Antwort Lord Cushenduns ist gegenüber diesen eindrucksvollen, an die gesunde Vernunft appellierenden Wor.en reichlich lahm, und die weitere Debatte ergab, daß die Ausführungen Cecils einen starken Eindruck aus die Lords gemacht haben. Aber der eigentliche Kern der Frage ist dabei nicht berührt worden und ist auch bei uns in der Oeffentlichkeit bisher kaum behandelt. Denn die Zurückhaltung Englands gegenüber allen zur Festigung des Friedens zweifellos unentbehrlichen internationalen Schen die Temperatur an. Pie timen bergenden Orte mH gleicht» iu> Meeresniveau umaerrchneten Luftdruck Wettervoraussage. An der Rückseite des umfangreichen nördliche" Druckfallgebietes folgen rasch kühlere Luftmassen, vir > unter weiterem Temperaturrückgang in unserem || biet den Witterungscharakter zunächst neränberlw : gestalten. Dabei sind einzelne Schauer, die teils ai Graupeln oder Schnee niedergehen, zu erwarten. ^ | jedoch von Westen her der Luftdruck kräftig ansteig- roirb sich noch im Laufe des morgigen Tages p Wetterlage beruhigen und Bewölkungsabnahme <• ' setzen. m,: II Wettervoraussage für Samstag, a . weiterer Abkühlung zunächst noch unbcftänöifl w | Schauern, bann Wetterberuhigung und aufheuern Witterungsaussichten für Eon n t o S - Meist trockenes und vielfach neblig-wolkiges -ü-Ct mit Aufheiterung. ,9c I Lufttemperaturen am 16. Februar: mittags Grad Celsius, abends 9,5 Grad Celsius; am 17 v bruar: morgens 6,6 Grad Celsius. Maximum 1 - Grab Celsius, Minimum 6 Grad Celsius. U"P temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am ly- 6 bruar: abends 7,3 Grab Celsius; am morgens 6 Grad Celsius. — Niederschläge: 1,1 w meter. — Sonnenscheinbauer: 2% Stunden. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 17. Februar 1928. Krüh wenn die Hähne krähn ... Wenn auch boshafte Zungen bas Wort geprägt haben: ,2m Abend wird der Faule fleißig", so ist das doch nicht in jedem Falle für die onzuwenden, die man, als später Rachtwanderer durch die stillen Straßen der Stadt wandernd, hinter den wenigen erleuchteten Fenstern vermutet. 3m Gegenteil arbeitet es sich ost sehr viel schneller und leichter, z. D. am Schreibtisch, wenn der Lärm des Tages verklungen und auch die Darbietungen des Rundfunks die Aufmerksamkeit des geistigen Arbeiters nicht mehr ablenken. Die Gedanken lassen sich spielend konzentrieren. sie kristallisieren sich aus der Fülle der Eindrücke, die Feder fliegt über das Papier, und es wird Arbeit geleistet, die am Tage sehr viel mehr llcbcrwindung und Anstrengung kosten würbe. Es ist, als ob der enge Lichtkreis der Schreibtischlampe alle flatternden Gedanken zusammenzuhalten vermöchte. 3rgendwo schlägt eine ferne 111)r und betont nur die Stille, die im Hause atmet und oftmals unheimlich vor den Fenstern lastet. Ruht dann der Federhalter, und man tritt einmal von her Arbeit befriedigt ans geöffnete Fenster, so schlügt einem die kühle klare Rachtluft gegen die Stirn. Da fühlt man sich wunderbar von der Erde losgelöst und ins Weltall hineingehoben. braucht dazu keinen Mond und keine Sterne: der Blick in das nachtschwarze Dunkel der Rächt saugt gleichsam unser Ich aus dem gewohnten Kreise. Es gibt da keinen Zeitbegriff mehr und keinen Gedanken über Ursache und Wirkung allen Seins. Und wenn sich die Ewigkeit messen ließe, so könnte man sagen: eine solch tiefe, einsame Rachlstunde ist ein Teil der Ewigkeit. Da klingen in die Versunkenheit des Zeitlosen zwei Gloüenschlägc und erinnern an die Röhe der Menschen und ihre Werke. Die Uhr ruft die Stunde und die Mahnung an alle Vergänglichkeit des LebenS. So ist auch diese feierliche Rächt um eine Stunde kürzer geworden und hat die gleiche Zeit dem heraufsteigenden Tag geopfert. Roch einige solcher zeitlosen Gedankenaugenblicke und eine neue Sonne wird einem neuen Tag leuchten und aneinandergereiht zu der unermeßbaren Ewigkeit. Da klingt ein Hahnenschrei seltsam frisch und wach und nah in diese unwirklich-dunkle Rächt. Er reißt zurück ins Leben der Menschen, in den Tag des Menschen, der da am Fenster steht und träumt. Man zieht die Uhr und stellt fest: es ist zwei Uhr nach Mitternacht. Und schon kräht der Hahn! Aber ehe man sich darüber wundern kann, daß er zu dieser frühen Stunde und der winterlichen Sonne so sehr vorausgeeilt den Tagesanbruch verkündet, antwortet ihm schon ein zweiter, und lächelnd horcht man lange Zeit aus Rus und Widerruf vieler solcher gefiederten Frühaufsteher, von deren Existenz man am Tage in der Großstadt nichts ahnt. Tr. Pf. Gestalte dein Heim! Das, was man früher als .kalte Pracht" bezeichnete, die „gute Stube" mit all ihrem Krimskrams von Rippessachen und -sächelchen oder auch ab und zu einmal einer guten Reproduktion eines wirklichen Kunstwerks kann wohl heutzutage als überlebt gelten. Diese Art der Behaglichkeit ist überwunden. Es hat sich allmählich eine neue Art Wohnungskultur herausgebildet, die entsprechend unserer auf das Praktische, Zweckmäßige gerichteten Zeit alles lieberflüssige aus den Wohnungen verbannen und alles praktisch gestallen und einrichten will. Daß in diesem Streben ein gut Teil Berechtigung steckt, wird jeder zugeben, der an die vielen Staubfänger früherer Zellen denkt, die überall herumstanden und die Wohnung angeblich nett und behaglich machen. Schon die Form der Möbel hat sich - teilweise dank der durch die Wohnungsnot beschränkten und kleineren Räume — geändert: »Früher hier ein Eckchen, dort eine Säule, da ein »Aufsatz u. dgl. in., heute dem gegenüber glatte iSormcn. die durch harmonische Verhältnisse und tr’.fache klare Linien wirken, praktisch und zweckmäßig. ES hieße aber doch daS Kind mit dem Bade ausschütten, wenn man in dem berechtigten Gedanken. die Wohnung und damit die Arbeit der Hausfrau von kleinem Firlefanz zu entlüften, nun auch möglichst kahle Wände, also den Verzicht auf Bilder und andere Kunstwerke fordert. Gerade dem Zweckmäßigen der Möbelgestaltung gegenüber ist ein Behaglichmachen durch wirkliche Kunstwerke am Platze. Es soll damit nicht gesagt sein, daß es immer Originale sein müssen: die wird sich der Durchschnittsbürger nicht leisten können. Aber gute Rachbildungen tuns auch. Was nutzen Mappen von noch so schönen Bildern, wenn sie nicht angesehen werden. Hier heißt's nach dem alten Satze: Höher hängen. Gerade dadurch, daß eine gute Rachahmung eines Gemäldes oder einer Plastik tagtäglich unfern Augen begegnet und sie zum Schauen einladet, werden immer neue Schönheiten entdeckt und immer neue Werte in uns geweckt werden. So ein Kunstwerk spricht zu uns in Augenblicken der Muße und Besinnlichkeit immer wieder und gibt Freude und Schönheit. Richt umsonst hat man die Forderung aufgestellt, der Jugend den Schund fernzuhalten. Woran sich daS Kind von Jugend auf gewöhnt, das erscheint ihm natürlich und schön. Hier liegt eine schwere Pflicht und Verantwortung des Elternhauses: Die Kinder sollen nicht von Schund, sondern Schönheit umgeben sein. Dann wird ihnen diese Umgebung Selbstverständlichkeit werden und der Sinn für eine solche Behaglichkeit und solchen Genuß das Leben durch erhalten bleiben. Hierin zu helfen und futturfordernd zu wirken, sei Pflicht eines jeden. Dr. D. Daten für Samstag, 18. Februar. Sonnenaufgang 7.11 Uhr, Sonnenuntergang 17.18 Uhr. — Mondaufgang 5.55 Uhr, Mond- untergang 13.28 Uhr. 1546: Martin Luther in Eisleben geft. (geb. 1483). — 1564: Der Bildhauer und Maler Michelangelo Buonaroti in Rom gest. (geb. 1475). — 1857: Der Maler, Radierer und Bildhauer Max Klinger in Leipzig geb. (gest. 1920). — 1918: Beendigung des Waffenstillstandes an der russischen Front. Glückliche Lotteriegewinner in Friedberg. 3n der gestrigen Rachmittagsziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie wurde ein Hauptgewinn im Betrage von 3 0 0 0 0 0 Mark auf die Rümmer 312883 gezogen. Das Los wurde in der einen Abteilung in Friedberg. in der anderen Abteilung in (Stuttgart gespielt. Das Glückslos wurde in der Lotteriekollekte von Damm in Friedberg gekauft. Es wurde in Achteln schon feit längerer Zeit von Arbeitern und kleinen Beamten gespielt, die den schönen Gewinn sämtlich sehr gut gebrauchen können. 3m Lichtbild durch Jugoslawien. Die Vortragsvereinigung (Goethe- Bund. Kaufmännischer Verein, Ortsgewerbeverein) veranstaltete am Mittwochabend ihren 5. Vortrag, zu dem sie den Forschungsreisenden Kurt Hielscher (Berlin-Friedenau) gewonnen hatte. Der Vortragende sprach über seine Reise durch Dalmatien, Montenegro, Herzegowina, Bosnien und Süd-Mazedonien. Es ist natürlich unmöglich, im Rahmen eines Berichts all das Schöne an Erlebtem und Geschautem, las cer Recner schilderte, wiederzugeben. Aus dec Fülle der Eindrücke kann hier nur das Charakteristische hervorgehoben werden. Es ist das Gebiet des jugoslawischen Staates, das Hielscher bereiste, jenes Landes, das so wenig gekannt ist und so oft mit der Tschechoslowakei verwechselt wird. Die jugoslawische Regierung hatte Hielscher zu der Reise eingeladen: sie stellte ihm deshalb auch einen Dolmetscher und Milllärautos zur Verfügung und gewährte ihm auch sonst noch größtmöglichste Förderung. Die Reise begann in Slowenien, im äußersten Rordwesten des Landes, in dem Gebiet der Iulischen Kalkalpen, wo herrliche Seen das Auge entzücken, lieblich der eine, ernst und melancholisch der andere. Von diesem Seengebiet kam man in fruchtbare Landstriche mit freundlichen Bauernhäusern, die in ihrer Sauberkeit und mit ihrem Blumenschmuck an den Fenstern so deutsch anmuten. Weiter ging die Fahrt durch Kroatien. Hier sieht man weite, flache Ackerfluren, daneben viel Wald. Auffallend find die kleinen Dörfer und die kleinen Bauernhöfe, die im Schuh uralter Bäume fernab der großen Straßen des Weltverkehrs träumen. Ganz anders wird das Bild an der Küste Dalmatiens. Hier findet man herrliche Olivenhaine, ausgedehnte 3 t) - prellenbestände und Weingärten. In der Stadt Spalato mit ihrem wundervollen Hafen fesselt am meisten der ehemalige Palast des Kaisers Diolletian. Rach einem Abstechen ins Innere kam man nach R a g u s a, das inmitten einer südlichen Pflanzenpracht von seiner wechselvollen Vergangenheit träumt. 3n seiner Umgebung findet man viele Agaven, jene Pflanzen, die sterben, wenn sie blühen. Die Fahrt ging weiter nach Ca11aro, das an einer wunderschönen Bucht gelegen ist. Am Ende der Bucht liegen zwei kleine Inseln, deren eine eine Wallfahrtskapelle trägt. Die vielen schönen Paläste erzählen uns, daß hier früher das Leben mächtig schäumte. Don Cattaro führt die schönste Gebirgsstraße in 23 Kehren zu 900 Meter Höhe. Von der Höhe schweift der Blick über die herrliche Landschaft, in der sich nordische Fjordenpracht mit Rivieraherrlichkeit vereinigt. Die Straße führt in das Gebiet der schwarzen Berge nach Montenegro. Die Herzegowina und ihre Hauptstadt M o st a r waren das nächste Ziel der Reise. In diesem Ländchen reichen sich Morgen- und Abendland die Hände. Man sieht hier zum erstenmal die schlanken Türme der Moscheen und tiefverschleierte türkische Frauen. Bosnien, das im Anschluß hieran besucht wurde, ist nach Finnland das waldreichste Land Europas. In seiner Hauptstadt S e r a j e w o schlägt der Orient fein buntes Bilderbuch vor unseren Augen auf. Die Fahrt führte bann nach Belgrad, der Hauptstadt Jugoslawiens, und dann längs der albanischen Grenze über Prilep und Monastir dem Endpunkt zu. Der Redner erntete für feinen durch eine große Zahl prächtiger Lichtbilder unterstützten und mit viel Humor gewürzten Vortrag bei dem zahlreich erschienenen Publikum starken Beifall. Bornotizcn. — Tageskalenber für Freitag. Stadttheater: 7.15 Uhr: „Der Hexer" (Ende gegen 10.30 Uhr). — Verein deutscher Studenten: 8.15 Uhr: Großer Hörsal der Universität, öffentlicher Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sturmflut". — Astoria Lichtspicle: „Die Fremdengasse von Neu- york." • * Straßensperre. Wegen Vornahme von Hausanschluharbeiten ist die Gabelsbergerstraße zwischen Hammstrahe und Lahnstraße auf die Dauer von etwa drei Wochen für jeglichen Fährverkehr gesperrt. " Ein wichtiger Plakataushang. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, in diesen Tagen in allen öffentlichen Gebäuden und in sämtlichen Privathäusern Plakate anbringen zu lassen, auf denen der nächste Feuermelder vermerkt ist und diejenigen Stellen angegeben sind, denen beim Ausströmen von Gas oder bei Wasserschäden usw. sofort Meldung zu machen ist. Der Aushang der Plakate geschieht kostenlos. Man darf wohl erwarten, b_0 diese gemeinnützige Einrichtung, die man nrr begrüßen kann, allgemein verdiente Würdigung und aufmerksamen Schuh findet. "ModerneLaden umbauten. Die Modernisierung und teilweise Vergrößerung hiesiger Geschäftshäuser, die im vorigen Jahre in erfreulichem Umfange vor sich ging, wird in diesem Jahre eine gute Fortsetzung erfahren. Wie man hört, beabsichtigt das Haüshaltungs- und Luxuswarenhaus non Brüder Schmidt am Seltersweg, nach Plänen des Architekten Fischer einen modernen Umbau der Außenfront der Geschäftsräume und gleich-"itig eine Vergrößerung der Jnnenräume vorzunehmen. Das Papiergeschäft von Ern st Jung, Seltersweg, soll nach Planen des Architekten Hamann gleichfalls vergrößert werden, und zwar unter Hinzunahme des alten Winkels nach dem Nachbarhause zu, wodurch man eine geschmackvolle Fassade zu gewinnen hofft. * • D i e KraftomnibuSlinie Gieße n— Frankenbach veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil ihren Fahrplan. Die Wagen versehren bekanntlich von Gießen über Robheim-Fellingshausen—Crumbach nach Frankenbach. •' Leichenlänbung bei Du tenhofen. Gestern nachmittag wurde an der Lahnbrücke bei Dutenhofen eine weibliche Leiche mit einer klaffenden Wunde am Kopfe gelandet. Die Tote ist allem Anschein nach mit dem seit einigen Wochen von hier verschwundenen Fräulein Alexander identtsch. Zur Feststellung der Personalien sind heute vormittag Bemühungen im Gange, ebenso ist noch Aufschluß über die Kopfwunde zu schaffen. ** Deutsche Dolkspartei. Der Dis- kussionsabend, zu dem die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei ihre Mitglieder am Dienstag eingeladen hatte, erfreute sich eines guten Besuches. Rach Erledigung einiger interner Parteifragen ergriff Landtagsabg. Bürgermeister Dr. R i e p o t h (Schlitz) bas Wort zu einem ausführlichen Bericht über bic hessische Regierungsbildung. Er schilderte eingehend die einzelnen Stadien der Verhandlungen und rechtfertigte im einzelnen die Haltung der Fraktion der Deutschen Dolkspartei. In der anschließenden Aussprache wurde von sämtlichen Rednern bic Politik der D. D. P. gewürdigt und völlig gebilligt. Mit warmen Worten des Dankes schloß der Dorsitzenbe die Sitzung, die einen anregenden Verlauf genommen hatte. •• Semester-Schluß-Reiten der studentischen Reitergruppe. Die studen- ttsche Reitergruppe an der Universität Gießen hatte für Mittwochnachmittag zum Sernester- Schluß-Reiten ins llniverfitäts-Reitinstitut ein- gelaben. Dor den reitsportlichen Dorführungen hielt der Dorsitzenbe der Reiter gruppe, R. Krause, eine kleine Ansprache, in der er u. a. ausführte, die Veranstaltung habe den Zweck, zu zeigen, was im Wintersemester gelernt worben sei. In Gießen wurde seither von der akademischen Jugend wenig ober gar nicht dem Reitsport gehuldigt. Erst im Rovember vorigen Jahres gelang es, eine interkorporative Reiter- Vereinigung zu gründen, bic unter ber Leitung des Hn versi t - tsreitlehrers S ch ö m b s sich fl i ig im Reiten übte. Gelegentlich wurde auch Geländereiten borgenommen. Es ist bedauerlich, daß so mancher auf die Ausübung dieses „königlichen Sports" verzichten muß, weil er eben hohe finanzielle Anforderungen stellt. Das Schulreiten hat den Zweck, dem Reiter eine erhöhte Sicherheit im Gelände zu geben. Der Reitsport ist der einzige Sport, bei dem man die Herrschaft über noch ein anderes Wesen behalten muß. Er ist wie kein anderer geeignet Mut, Entschlossenheit und Selbstbeherrschung zu wecken und zu bilden. Darum sollte gerade der junge Akademiker sich dem Reitsport widmen. Außer dem Universitätsreitlehrer Schombs, der mit viel Geduld und unter großem Entgegenkommen in finanzieller Hinsicht den Reitunterricht leitet, gebührt Dank den llniversitätsprofessoren Dr. Kuhn und Dr. Lehmann, die dem jungen Unternehmen ihre Unterstützung liehen, und Obermusikmeister Gober, der in entgegenkommender Weise einen Teil seiner Kapelle zu den Vorführungen zur Verfügung stellte. In zwei Abteilungen zeigten hierauf die Reiter und Reiterinnen ihr Können. Im Schritt, Trab und Galopp führten sie recht ansprechende Leistungen vor. Auch im Springen wurde Beachtliches geboten. Die Vorführungen legten Zeugnis davon ab, daß Lehrer, Schülerinnen und Schüler mit Fleiß und mit Lust und Liebe gearbeitet hatten. Berliner Börse. Berlin, 17. Febr. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr ist es noch sehr still. Dir Tendenz ist wenig verändert unb man taxiert im allgemeinen gestrige Abendkurse. Rur Freigabe- werte find etwas gefragt. Llohb 159 Geld, Ha- Pag 155 ca., sonst I.-G.-Farben 265, und Siemens 289 gesprochen. Am Devifenmartt hört man Paris gegen London mit 124,02, Mailand 92,03, Madrid 28,70, London gegen Kabel 4,8740 und die Reichsmark gegen ^'ef 4.1913. am (fijef bis hauhs mit' stmeu nmfofjfenbtn Lennküffen unb Erfahrungen den edlen Rohstoff perfönÜch öe/choAjd ifr äamit die Grundlage einer ganz besonderen Leistung gegeben. Äie besten Lagen den Eabakernten 192A-, 25 und 26, wetche der Ehe/ unseres J5aujr$ hn Orient selbst' einkauste, gewährleisten in unserer Zigareüen-Erzeugrurg einen Awt/chrM. den zeder Äauäfcr freudig begrüßen wird.- RAUSCHE die Standard-Marken der Kaldorf-Astoria. e 492 Junges Ebep. sucht zum I.Mat d.J.eine 2-Zimmer- Wohnung Mit Küche. Schriftl. Angeb. uni. 01248 nn den Gtek. Anz. erb. Ruvtg., ält. Student Bt 3i®üi?[ törA ob. sofort. Nähe Universität. Zemralhetzung Bedingung. Schr. Ang. u. 01242 a.d.Gn. Anz. |Stellenangeoot£| Fleih. sreundl. ,,WD Mädchen für Haushalt gesucht. Kann evtl, auch tm Geschäft angel, w. Caf6 und Konditorei Wolf Frankfurt(Main)- lÜöbclbcim, Burgsriedenitr. 6. Solides, ehrliches Mädchen das kochen kann, mit nur guten Zeug- ntiien Lilin 1. März gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gteh. Anz. 1820 0 1843a M Reste-Verkaufin. Modehaus Salomon 10 Prozent im Alter von 52 Jahren. Wieseck, den 16. Februar 1928. Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. Februar, nachmittags 21/, Uhr, vom Sterbehaus, Alicestraße 56, aus statt. 1844D Lieh, den 16. Februar 1928. 1818D I ihrVorteil ist es nun Einkauf ausnutzen. Zar «rituellsten Räumung gesetztI Reitoertand ßeulscher Schtitorenbä»r (E. V.) 18190 Sdtuhhaus MBC ScbtDßttl^ besonders auch kränkliche, f zurückgebliedeneund ROMEO solche mit steifen Deinen, gesunden und 163D [Verschiedenes] gesucht. 01228 3B Seltersweg 1825a Schr. Ang. um. 01237 an d.Gieft. Anz. erb. 1799ag Eine neue Wellblech Einige gebrauchte Mlßüer s ote unt. i: an den Gieh. Anz. Der Weg wurde Ihnen gezeigt außerordentlich vorteilhaft einkaufen können. Meine Weiße Woche gab den Auftakt dazu, das führende Kaufhaus iii DAS QUALITÄTS - FA HR RAD lind engere Prelee bie zu KATALOG GRATIS 64 - 85 - 96 -105 M «w. Wochenraten von 2.50 M an FABRIK- VSÄKAyFSTfcLLE Gießen, Neuenweg 4 g Leiter: J. P. Mono § s Gießen (Am Kugelberg 100), den 16. Februar 1928. Die Beerdigung findet Samstag nachm. 3 Uhr statt. __________________________________________________ 18340 v. Jascüke, Klinikirrane 28. In tiefer Trauer: Katharine Lepper geb. Euler nebst Kindern Wilhelm Lepper, Vater und alle Angehörigen. lere Höhe, gewölbtes Dach, vrciswcrt abzugeben. Schr. Angeh Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters / Carl Ludwig Vogt sagen wir hiermit innigen Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. in sehr gut. Zustand, preiöivert zu verk. SohrraOhcnöiung M. Bomeniüsn, Onas Sonnenstrane 5. Schöner Schaukasten 2x1.8 Mtr., zu verk. Näh in d. Geschäftsstelle d. G.Anz. 01227 In tiefem Schmerz: Dr. Walter Werner und Frau Arno Gimm und Frau Gestern morgen um 9 Uhr verschied plötzlich, durch einen schweren Unglücksfall, mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Hridcta welches dasVulrfach erlernen will. l*#80 Regale, sowie sonst. LadeneinrirbtungS- gegenstände. Schr. Angeb. unter 1827D an den Gretz. Anz. 1926 1- Stuttgarter 6-Tagerennen Siegeri van Kempen—Frankenstein, 2. Rieger auf Sauberes Mädchen dos etwas kochen kann, zum 1. März loh suche für eine wichtige Neuerung einen bei Bäckereien gut eingeführten Vertreter Schriftliche Angebote unter 1836 D an den Gießener Anzeiger erbeten. Johann Heinrich Lepper Rotten meister Friedrich Wilhelm LebeuSverücherungS-Akt.-Gesellsch. 1792id] Errichtet 1866. Allein in Hessen und Hessen-Nassau monatl. Über 4000 Neuversicherte! Wir bauen uns. Auhenorganis. weiter auS u. stellen noch für oersch. Gebiete einige fleißige und geschickte, retsegew. Werbekräfte per sofort ein. Wir zahlen auch Nichtfachleuten von Anfang an festes Em« komm. Pers. Borst, mit Orig.-Zeugn. ob. sonst.Belegen üb. bisher. Tätigkeit am Lamstag, dem 18. Sebr. 1928, nachm. 2—4 llbr, bei Herrn Oberin- sveki. Schoernick, Gießen,Hotel Schütz. Gott der Herr nahm unser geliebtes Kind und Enkelkind, unser fröhliches Schwesterchen Ute zu sich In sein himmlisches Reich. mit4Fenstern, Dreh- türe, 8 in lang, 4 m drei!, 2.2 m seitliche Höhe u. 2.7 rn mitl- 1832a ZurAidMäning Infolge des vermehrten Lederverbrauches sind die Lederpreise in der ganzen Welt gestiegen. Wir halten es für unsere Pflicht, darauf hinzuweisen, daß die Preise für fertige Schuhwaren den erhöhten Lederpreisen folgen müssen. Wir legen besonderen Wert darauf, unsere Waren in der bisherigen Güte zu verkaufen, da wir im Interesse unserer Kundschaft eine Verminderung der Qualitäten unvereinbar mit unseren Geschäftsprinzipien halten. Wir raten deshalb unserer werten Kundschaft, jetzt ihre Einkäufe zu tätigen, da die jetzt geforderten SMnrarei-Preise wX sehr billig sind. MllereMeisalisWg Nur diese Woche la Rind- n. Ochsen». Psd. 1.00 la Rostbraten u. LendePfd. 1.10 la jungesMastfleisch Psd. 0.73 la Kalbslciich.alleStücke Pfd. 1.10 lasteiS irisch. Hackfleisch Psd. 1.00 la Schweinefleisch, Braten- stück und Rollbraten Psd. 1.00 la (lammst. u. Kotelett Psd. 1.10 la Baucdlavpeu - .Pfd. 0.82 la frische ^-lcischwurft P>d. 1.60 l la RindSwÜrstche» . Psd. 1.00 Hiesigen dicken, geräuchert. Svcck, Kinnbackeusveck und Schmalz, la Qualität, tm Psd. 1.— Mk. sowie alle andern Sorten Wurst- waren in la Qualität, zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gebr.Ja&ob Neuenweg 10, Telephon 1160 ___I835D I | Mietgesuche } 6 - gimmer- Wohnung in Gtetzen in ruhiger Lage gesucht; evtl, kann eine solche in Frankfurt a. M. in Tausch gegeben werden. Schrift!. Angebote unter 1770D an den Gieh. Anz. Kinderloses Ehe- paar sucht z. 1. 4. ob. sväter neuzeitliche 5- bis 6-3Hnmer- MIWW Miete kann 1 Jahr im voraus bezahlt werden. Schriftliche Angev. unter 01244 an d.Gteh. Anz. erb. Ein wein emailliert. HERD fast neu. Gr. 1x0.60, Umstände halb.billig zu verkaufen. 01129 Frank[arlor £tr. 139. GebrauchtelaSinger Haushaitungs- maschine auch auf Ratenzahlungen abzugeben. (Sieben, Ltcbig- ttraste 63 II. 1>sYD 5ump für m. loöjfer. imJ^O. Lebensjahre, welche die Haus- baliiingsschule in A-rontfurt am Main Ostern oerläht, eine Stelle als [01236 Haustochter zwecks weitererAuS- bildung. Hausangestellte müssen vorhanden setn.stiäh. bet Herrn Karl Moou, frankfurter Str. 62. | Verkäufe | wenn Sie die Gelegenheit unsere« Total* Ausverkaufes Heirat. Allelnsteh.sträuleia, Ende 30, o. angencb' mein, lebenssrob-'ln Wesen, m. eigen, gut möbl. 3-Zim'Wobtt^. sucht mit einem emf. Herrn in gesich. Position levil auch Lvtt- wer>, zw. Heiiat ve> kannizuwe^d.Ermt- ncm. schr. An geb. u. 1823 a. d, Oiteh.-An». Handball. 1. Ptannschaii Gym- nanum-Gichen gegen «'0 1. Jugend Giehen. , Anfang 4 Uhr. Männer Lurn- Verein-Platze "lisr JriBdensp'ßile“. SamStaa, 18. bei Mitglied Gren lich, „Zum Gain- brtnus",5Umikstr.21. Kappenabend. Eö ladet ein 01240 bet Vorstand. entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes ÜÄSSOLXS mengen. Verlangen Sie nur echtes Naflol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke (Stehen. Zu haben in allen Apotheken. Süvführende USeingrotzLeUerei in Köln mit Weinoergbesih und eigenen Keltereien zum Besuche von Hotels, Restaurants, Logen, Feinlostgeschästen usw.für hiesigen Bezirk VeAveies Stellengesuche Pianist Rosenmontag, DienStag frei. Buciiwald Alicenstr. 19. 0IM, Zum sofortigen Eintritt suchen wir eine perfekte Stenotypistin Nur solche Personen, die wirklich ffotf stenographieren u. Maschinenschreiben wollen ihr Angebot unter Beifügung von Zeugnissen usw. einreichen. Poppe 6 Go.... Gießener Gummiwarenfabrik, Gießen. (möglichst auS der Branche) gesucht, eventuell auch für Lesuch von pnvatkundschast. Ange- bote mit Referenzen unter D. B. 2023 an Annoncen-Exo. Dag, Köln, Gtollwerckbaus. Musik. Jazzbandlrio für 18. und 19. II. frei. nm? ^eleuö. 1438, » M gegen hohe Sicher« bett u. hohen ZinS, innerhalb 8 Tagen greifbar, gesucht, eöil. die Hälfte auf Wechsel. Schr. Ang. u. 1838D a. d. G. An». Ur.41 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Zreitag, 17. Zebruar 1928 Was geht in China vor? Don unserem k-Derichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, Februar 1928. Der große Kongreß der Kuomintang in Nanking hat die Dollmachten Tschiangkaischeks, der erst seit kurzem wieder Oberbefehlshaber der Armee der Kuomintang ist, bestätigt und zugleich in fast allen Punkten das Programm gebilligt, das er bereits vor dem Kongreß als Grundlage der Politik seiner Partei bezeichnet hatte. Damit ist wiederum der Mann an die Spitze der nationalen Armeen der chinesischen Revolution getreten, den viele als die einzige Hoffnung auf die Wiedervereinigung des großen Reiches bezeichnen. Was Tschiangkaischek nun unternehmen wird, ist aber trotz allem unsicher, da in China heute niemand weiß, wie die Dinge morgen stehen werden. Die allgemeine Unsicherheit der Lage ist nach wie vor als das ausschlaggebende Symptom der chinesischen Verhältnisse anzusehen, und alle Kriegsmüdigkeit der chinesischen Kaufmannschaft reicht nicht aus, um zu verhindern, daß der Krieg zwischen Rord und Süd von neuem entbrennt. Die Kaufleute sind denn auch damit zufrieden, daß die Kommunistengefahr für den Augenblick gebannt ist, nachdem der letzte Putsch der Anhänger dieser Partei in Kanton so blutig unterdrückt wurde. Was im übrigen geschieht, kümmert die Kaufleute wenig, da sie sich inzwischen wohl damit abgefunden haben, daß die „Militärs" die Dinge untereinander austragen. Die Studienreise einiger prominenter Zivilpolitiker der Kuomintang — unter ihnen der als kantonefischer Außenminister berühmt gewordene C. C. Wu — nach Europa, kann gleichfalls kaum anders gedeutet werden, als eine Flucht der Leute ohne Waffen vor den Dajonettcn der Generäle der eigenen Partei. Die Frage, ob es nun wieder zum Krieg zwischen dem großen Machthaber im Rord en, Tschangtsolin, und dem Süden in Gestalt Tschiangkaischeks kommen wird, ist wieder einmal der Schlüsselpunkt der weiteren Entwicklung, während das ganze Drumherum von Jntriguen chinesischer Politiker, russischer Emissäre und angelsächsischer Diplomaten kaum zählt, oder zumindest kcine ausschlaggebende Rolle mehr spielt. Das Schicksal der chinesischen Revolution ist in der Tat wieder einmal in die Hände des knapp dreißigjähr gen Tschiangkaischek gelegt, von dessen Entschlüssen es abhänge i wird, was nun weiter in China vor sich geht. Denn Tschangtsolin, müde durch die ständigen Schwierig'e ten im eigenen Lande, und in der Furcht vor einer scharfen Kontrolle durch Japan, hat seinerseits erklären lassen, daß er zu einem Friedensschluh bereit wäre, wenn zwei Punkte sichergestellt würden: daß der Feldzug gegen den Rorden aufgegeben und eine gemeinsame Zentralgewalt gebildet würde. Auf diese beiden Dinge ist aber Tschiangkaischek nicht eingegangen. Auf die Frage, ob eine gemeinsame Zentralregierung gebildet werden solle, hat er eine eindeutige Antwort nicht gegeben, während er die Forderung auf Einstellung des Feldzuges gegen den Rorden von der Kuomintangversammlung damit beantworten lieh, daß die Fortsetzung des Feldzuges gegen den Rorden geradezu ein grundsätzlich erPro- grammpunkt sein würde. Der Druck, den die Bundesgenossen Tschiangkaischeks, der moskausreundliche „Christengeneral' F e n g h und der zur Zeit von Tschangtsolin arg bedrängte Gouverneur der Provinz Dchansi, Pen, bei dieser Entschließung ausgeübt haben, ist jedoch bei der Bewertung dieser Entschließung mit in Rechnung zu ziehen, so daß man nicht ohne weiteres annehmen darf, daß dieser Programmpunkt unabänderlich Ware. Immerhin würde, ebenso wie vor einem halben Jahre, auch jetzt wieder die Besetzung der Schantungbahnen durch Japan genügen, um jeden Bormarsch Tschiangkaischets al ec- mals zum Scheitern zu bringen. Die Erklärung des japanischen Ministerpräsidenten vor der Auflösung der Kammer läßt auch keinen Zweifel darüber aufkommen, daß die Japaner die Aktion wiederholen würden, wenn Tschiangkaischek ihre Interessen erneut verletzten sollte. Run ist Tschiangkaischek aber diesmal sichtlich unter Nacht auf dem Güterbahnhof. Von Or. pauf Bloch. Ab und zu nur bringt aus dem weiten Gelände der Gleise ein schriller Pfiff, löst sich über den karg beleuchteten Spuren dec Schienen eine weiße Wolke ab. Der Anhalter Güterbahnhof scheint verödet. Hier zwar steht noch ein verspätetes Fuhrwerk, dort wird noch ein Lastautomobil entladen, ein paar Reinemachefrauen queren die Ansahrtstra^e, einige Beamte und Arbeiter find noch in der Dunkelheit des Ho, es beschäftigt. Es ist sieben üfjr abends, die tote Zeit. Aber eben erst noch hatte Wagen neben Wagen die Fahrbahn gesperrt, eben noch waren Karren und Lastfuhrwerke an den Rampenluken der Speicher vorge'ahcen, Lastautvmobile abgeladen worden. Die letzten Güter der Firmen und Spediteure wurden abgeliefert, von kräftigen Männerhänden in Empfang genommen und im Speicher jedes an seinen bestimmten Platz gekarrt. Jehl ist die Stückgutannahme geschlossen. Aber in den Bureaus schichtet sich Frachtbrief auf Frachtbrief, werden die Begleitschreiben verglichen, Zahlen und Ramen eingetragen, Kontoabrechnungen erledigt und schließlich die gestempelten Briefe nach Bersandrichtungen geordnet und zu den Güterzügen ge chafft. Dis in die späte Rächt geht hier d:e Arbeit, beim es gilt, alle im Lause des Tages eingelieferten Güter, auch ble ber letzten Abenbstunden, noch im Laufe ber Rächt zum Versand zu bringen, sie sogleich zu verladen unb sie ihrem Bestimmungsort entgegenzuschicken. In dem etwa 400 Meter langen ©tüdgut- bob en stehen ba bie aufgelieferten Waren. Dom kleinsten Palet bis zu Riesenkisten. Alle Größen unb Formate sink) vertreten, alle Farben unb Verpackungen: Fässer unb Kannen, Kisten und Körbe, Koffer unb Truhen, längliche unb runbe, Hutschachteln unb Papptartons, Sto f- ballen unb Säcke, Stangen unb Fahrräder, Holzgestelle unb Möbel stehen nebeneinanber, über- dem Protektorat ber Japaner zurück- gekehrt, ja geradezu mit ihrer Protektion in bet Kuomintang zum Führer gemacht worden, sehr gegen den Willen vieler anderer Führer der Kuomintang, bie bas Paktieren mit jeher Macht, auch mit Japan, ablehnen. Die Frage nach dem entscheidenden Faktor der Situation in China müßte also noch enger gefaßt werden, nämlich ob nun Tschiangkaischek ober Tschangtsolin japanischer Favorit ist. Dann ist es klar, baß ein Fallenlassen Tschangtsvlins burch Japan ben Beginn des Feldzuges Tschiangkaischeks gegen den Ror- den bedeuten würde, während umgekehrt eine Wiederaussöhnung Tschangtsvlins mit den Japanern vorläufig die Teilung Chinas in eine nördliche und eine südliche Zone bedeuten würde, und Tschiangkaischek dazu zwänge, erst im Süden ganz Ordnung zu schaffen, ehe er seinen Feldzug gegen den Rorden begänne. Wobei dahingestellt bleiben mag, ob er es ein zweites Mal wagen würde, dies gegen den Willen Japans zu hin. Gegen eine völlige Wiederaussöhnung der Japaner mit den Rvrdleuten sprechen eine ganze Reihe von Anzeichen, die man nicht übersehen kann. Sv hat Tschangtsolin den Japanern Schwierigkeiten in der Mandschurei gemacht, hat verdächtigerweise hinter dem Rücken der Japaner mit den Amerikanern gel.ebäugelt und hat — was merkwürdigerweise bisher wenig bedacht wurde — sich start mit den Engländern eingelassen. Das letztere geht so weit, daß man in Japan den Derdacht hegt, die Inspektionsreise des britischen Gesandten durch China verfolge einen Ausgleich zwischen dem Rorden unb dem Süden im englischen Interesse. Das würde natürlich für die Japaner ein Grund sein, um gegen einen solchen Frieden zu sein. Hinzu kommt, bah die Engländer der Reise ihres Gesandten ein Mäntelchen umgehängt haben, das für Japan unbedingt als rotes Tuch gelten muß: die Klärung ber Frage , ob eine internationale Zollkonferenz möglich ist oder nicht. Was bie Engländer damit verfolgen, ist eindeutig klar; bie verschiedenen englischen Anleihen in China sollen durch eine erneute Sicherstellung ihres Zinsendienstes revalorisiert werden. Dagegen würden die Japaner an sich wohl nichts einzuwenden haben. Run haben die Engländer aber mit diesem Problem seinerzeit auch die Frage verknüpft, ob Zuschlagszölle in China eingesührt werden sollen. Zuschlagszölle würden jedoch den Ruin des japanischen Geschäftes in China bedeuten. Die Tatsache, daß Tschangtsolin sich offenbar mit ben Engländern in dieser Frage verständigt hat, Tlchiang- kaischek die englischen Dorschläge aber ablehnte, kann also bereits jetzt bedeuten, daß ber Krieg des Südens gegen den Rorden wieder beginnt... Immerhin wird man noch einige Wochen ab- toarten müssen, um zu erkennen, ob es tatsächlich dazu kommt, da die Zollkonserenz ja auch noch am amerikanischen oder sranzösischen Widerstand scheitern kann, und da bie Wahlen in Japan unter Umständen auch einen Wechsel der Außenpolitik Japans mit sich bringen. Solange wird also wohl in China keine größere militärische Aktion ber großen Gegner erfolgen. präsideiHhasts-Weünnum in Amerika. Oer Schacher um das Weiße Haus. — Skrupellose Politiker. Starke Persönlichkeiten, schwache Wohlaussichten. Von G. A. Bratter. Wie fo^ben bekannt wirb, bewirbt sich nun auch der ehemalige „Grnährungsdik- tator" Herbert Hoover um die Präsidentschaft in 11. S. A. Unser Mitarbeiter, der viele Jahre in den Vereinigten Staaten gelebt hat, schildert aus eigener Anschauung die verwickelten, für die zukünftige Politik Amerikas und damit für bie gesamte Weltpolitik entscheidenden Parteiverhaltnisse und Kandidaten-Aus sichten. Präsidentschastswahlen in Amerika werfen ihre Schatten weit voraus. Die Erörterungen über die Rachfolge des jeweils amtierenden Staatsoberhauptes beginnen nicht selten schon nach dessen zweitem Amtsjahr und verdichten sich mit jedem Monat mehr zu konkreten Anregungen, Vorschlägen, Polemiken. Die eigentliche Wahlkampagne für einen Präsidentschaftskandidaten beginnt naturgemäß erst, nachdem sich die P a r- t e i e n auf ihren Rationalkonventen" darüber schlüssig geworden find, wen sie dem Land als ihren Kandidaten präsentieren werden. Diese Rationalkvnvente finden im Sommer vor der Wahl statt, die Wahl selbst „am Dienstag nach dem ersten Montag des Rovember", dieses- mal also am 6. Rovember d. I. Aber schon lange vor dem Zusammentritt der Rationalkonvente, auf denen jede Partei ihren Kandidaten durch Abstimmung wählt („nominiert"), führt jeder der zahlreichen Bewerber um die Domination feine Sonder-Kampagne, mit dem Ziele, als Kandidat der Partei aufgeftellt zu werden. Jeder dieser Bewerber hat natürlich seine Anhänger innerhalb der staatlichen und lokalen Parteileitungen; denn wenn er die nicht hätte, so wäre seine Bewerbung von vornherein gänzlid) aussichtslos. Daneben organisiert er eigene Propagand a-B eretnigungen, die für ihn in ber Presse unb auf der Rednertribüne werben. Bon der Zahl und dem Einfluß seiner Aichänger innerhalb der Parteileitungen und von ber taktischen Geschicklichkeit jener privaten Organisationen hängt es ab, ob und in welchem Maße der Rationalkonvent seiner Bewerbung Gehör und Beachtung schenkt. Jeder der 48 Unionstaaten schickt seine Delegation zum Rationalkonvent, und jede dieser Delegationen ist in den meisten Fällen von der staatlichen Parteileitung im voraus i n - iäi struiert, für einen bestimmten Bewerber zu stimmen. Es kommt aber auch vor, daß eine Delegation, wenn sie auf dem Konvent sieht, daß gerade ihr Kandidat keine Aussicht auf die Rominierung hat, in das Lager eines anderen Bewerbers abschwenkt oder sich „spaltet", also in zwei Gruppen für zwei verschiedene Anwärter stimmt. Das ganze Verfahren, von dem hier nur die äußersten Umrisse aezeichn>.c werden können, ist, wie man sieht, überaus verwickelt und für den Richtamerikaner schwer verständlich. Roch weit komplizierter sind die Vorgänge auf den Rationalkonvent en selbst, und labyrinthariig verworren sind die Wege, die schließlich, oft nach heißem Ringen, zur Rominierung des Parteikandidaten für die Präsidentschaft führen. Rach „heißem" Ringen in jeder Beziehung — es ist mehr als einmal vorgekommen, daß sich die Delegierten, bie sieben Tage ober noch länger im glühenden amerikanischen Sommer im Konventsaale Tag und Rächt vor Hitze vergingen, endlich aus irgend einen Bewerber einigten, um nur Schluß z u machen. Auf einen Bewerber, der zu Beginn des Konvents nicht die allergerngüe Aussicht hatte, vom Konvent für die Dominierung in Aussicht genommen zu werden: so 1920 in Chicago, als sich die Delegierten über keinen ber vier Hauptbewerber einigen konnten und nach einer Woche unerträglicher Hitze H a r - ding wählten, um nur endlich nach Hause reifen zu können. Daß es gerade Harding war, hatte feine guten Gründe — nämlich solche, die aus den Taschen der Petroleum-Grohspe- fulanten geflossen waren. Für die bevorstehende Rovemberwahl. genauer: für die Rominierung als Präsidentschaftskandidat durch ben Rationalkonvent haben sich im Lager ber republikanischen Partei bisher fünf Bewerber angemelbct. Von diesen ist außerhalb ber Vereinigten Staaten nur der Handelsminister Herbert Hoover bekannt, und diesem mußte auch, wenn Talent, Leistung und Verdienst für bie Rominierung allein ausschlaggebend wären, die Rominierung als eine Selbstverständlichkeit zufallen. Hoover wird in den amerikanischen Blättern denn auch vielfach als der aussichtsreichste Bewerber angesehen, wer aber in der amerikanischen Parteige- fchichte einigermaßen Bescheid weiß, wird sich starke Zweifel erlauben dürfen. Die Leistungen Hoovers als „Emährungsdiktator" im Weltkriege sind weltbekannt; weniger kennt man im Auslande seine Verdienste um die Modernisierung Belebung und Säuberung des amerikanischen Handels, um die lebendige Gestaltung des vor ihm bürokratisch versumpften Handelsministeriums, um das Rettungswerk nach den Riesenüberschwemmungen, die im vergangenen Sommer die Mississippi-Staaten heimsuchten. Mit einem Wort: Hoover ist ein Mann von größtem Format. Und gerade das wird, davon bin ich überzeugt, seine Rominierung vereiteln. Das Schicksal eines Amerikaners, ber bestrebt ist, ein Amt zu erhalten — unb schon gar das Präsidentenamt — ruht, wenn man den Dingen auf den Grund geht, in den Händen der berufsmäßigen „p o I i t i c i a n s“. Unter einem solchen „Politiker' versteht man drüben einen Menschen, der vom Stimmenfang (oder sagen wir netter: von der Stimmenwerbung) für sich oder andere lebt. Diese „politicians“ sind Leute, die vor Begabung, Leistung, Eignung nicht die geringste Achtung haben; denn so ausgestattete Person« liebtetten sind fast immer starke, zielbewußte, eigenwillige Daturen, die ihren eigenen Weg gehen wollen, mag er auch abseits von den Wünschen, Dcigungen und Abneigungen der Parteimaschine liegen. Der „politician“ aber, dem die Parieimaschine überhaupt die Existenzmöglichkeit gibt, die ihn ernährt, kleidet, in lohnende Aemter einseht — der „Politiker" ist von vornherein von stärkstem Mißtrauen und Widerwillen gegen starke Persönlichkeiten erfüllt, und diese Veranlagung, die von feinen „wohlverstandenen Jntereffcn" immer wieder genährt wird, treibt ihn in die schärfste Opposition gegen Männer, die eigene Meinungen und einen eigenen Willen haben. Der „politician“ kann nur Präsidenten von der Art Hardings und Coolidges gebrauchen. Roosevelt und Wilson beweisen keineswegs das Gegenteil. Roosevelt ist 1901 a l si Vizepräsident durch die Ermordung Mc Kinleys Präsident geworden; die „politicians“ haben ihn seinerzeit auf den bedeutungslosen Vizepräsidentschaftsposten abgeschoben, gerade um zu verhindern, daß er Präsident werde. Wenn er dann 1904 auf reguläre Weise zum Präsidenten gewählt wurde, lag das daran, daß er in den drei Jahren seit 1901 die Parteimaschine unter seinen Willen gezwungen hat. Und Wilson, der Demokrat, wäre nie Präsident geworden, wenn nicht ber nämliche Roosevelt 1912 ben unglaublichen Feiler begangen hätte, bie republikanische Partei durch seine Sezession zu spalten, so baß bie bemokratische Partei burch biefen Spalt ins Weihe Haus gelangte., Herbert Hoovers Ankündigung, daß er sich um die Domination bewerben werde, hat dann auch tatsächlich schon die Meute der „politicians“ gegen ihn entfesselt. Man hält den Wählern vor: 1. daß Hoover kein „guter Amerikaner", sondern „proBritish“ fei, weil er sich lange in England aufgehalten habe; 2. daß er überhaupt nie Präsident werden könne, weil die Verfassung vorschreibe, daß ein Bewerber 14 Jahre vor dem Amtsantritt in den Vereinigten Staaten gewohnt haben müsse; 3. daß sich Hoover, der Quäker, unb seine epi- skopalische Frau im Jahre 1918 von einem — katholischen Geistlichen haben trauen lassen; unb 4. daß Hoover vor acht Jahren daran gedacht habe, sich als Präsidentschaftskandidat der demokratischen Partei aufftellen zu lassen. Man wende nicht ein, ein aufgeklärtes, hoch- intelligentes Volk wie die Amerikaner würde sich durch derartige Dichtigkeiten keineswegs abhalten lassen, einem Mann, mit dem nach acht Jahren wieder einmal eine achtungsgebietende Persönlichkeit an die Spitze ber Weltmacht Amerika treten würde, den Zugang zum Weißen Hause weit zu öffnen. Die Geschichte der Vereinigten Staaten weist mehr als eine starke Begabung auf — man denke nur u. a. an Calhoun, Webster, Clay, denen die Tür zum Meißen Hause von den „politicians“ vor ber Dafe zugeschlagen worden ist. Bniw.TitgziwnMCTn'tiiM i win mii einander unb durcheinander. Röhren, Beiten, Reisen, Rohrstöcke flehen bazwischen, h er schiebt sich der gewaltige Umbau eines Klaviers hervor, dort stapeln sich eiserne Ketten auf. In jener Ecke wieder liegt Wild, unmittelbar daneben tönt aus einem Gitteriäsig bas Gackern von Hühnern. Bald steht großes unb kleines Stückgut wirr nebeneinander, bald schichten sich gleichmäßige Pakete ober Kistchen mit Firmen- aufbruden, bilben Berge unb Pyramiden, seltsame Gebilde. Bei weitem nicht alles Versandgut liegt hier aufgespeichect, nur ber Eingang ber letzten Standen, nur bie Senbungen für bie Orte, für die erfahrungsgemäß Die Einstellung eines besonderen Wagens nicht lohnt. Die anderen Stücke werden sogleich in bie Wagen selbst verstaut. Mitten in dem weiten langgestreckten Speicher hängt eine Safel. Jeder Ort, jebe Richtung hat ihre eigene Dummer, hat in bem Lagerraum ihren bestimmten Platz. Die gleiche Ölummer trägt mit ber Richtungsbezeichnung auf einem Fähnchen ber Eisenbahnwagen, ber sich an ber Rampe angeschoben hat. Jedes Frachtgut wird vom Vorarbeiter mit Der jeweiligen Ortsnummer Der "eben und von den Arbeitern in die betreffenden Wagen geschafft. Wo aber stehen bie Wagen? Es wäre unmöglich, bie Reihenfolge ihrer Aufstellung auf ben brei Veclabegleisen zu behalten, cs wäre ein mühseliges Suchen, vergeudete Arbett. Ein Blick auf jene Orientierungstafel zeigt den Stand des Wagens, auf welchem Gleisanschluß er steht unb als wievielter in ber Folge ber Waggons. So verschwinden im Du bie Kisten unb Körbe unb füllen die Wagen. Dur hier und ba bleibt noch ein Stapel von Waren, bis der schwere Zug einem neuen leeren Platz gemacht oder bis schließlich alle Stücke, die für die gleiche Gegend bestimmt sind, zusammenkommen. Dann bleibt der Speicher leer. Eine kleine Ecke nur für überzähliges Gut, für Pakete, zu denen die Frachtbriefe fehlen, für Koffer, deren Decsendungsgebiet nicht zum Arbeitsbeie:ch deS Bahnhofs gehört (Irrtümer sind nie unb nirgends ganz zu vermeiben), bleibt belegt. Die langen Wagenreihen aber fahren hinaus. Eine Rangiermaschine stellt sie zusammen, je nach ihrer Fahrtrichtung, holt von ben verschiedensten Laderampen unb Lad^straßen bie verschiedenen Waggons, bie offenen unb geschlossenen, die deutschen unb auslänbischen zufammen unb bildet so ben Zug. In ber Dunkelheit ber Dacht verschwindet er, taucht wenige Minuten später gespenstisch auf dem Debengleis wieder auf, ein neuer Wagen wird hinzugefügt, "bon neuem beginnt die Fahrt ins Dunkle, wieder Die Rückkehr unb Ankoppelung anderer Wagcons. Bis schließlich bie starre Achsenzahl schwerfällig über das große Stellwerk hinaus im Schwarz ber Dacht verschwindet. Immer undeutlicher, verschwommener zieht der Dampf ber Lokomotive, leuchtet das Rot ber Schluhlaterne bes Zuges. Aber schon leuchten aus ber Ferne, immer größer werdend, bie weihen Lichter der lom- menden Züge auf. An einem kleinen Häuschen halten sie vor dem Bahnhof, die Papiere werden vom Zugabfertiger in Empfang genommen, in ein Kontrollbuch eingetragen und nach seinen Anweisungen jeder einzelne Wagen aus Grund seines Inhaltes beschriftet. Dach dieser Beschriftung erfolgt das Rangieren. Der große flache Möbelwagen muß zur Möbelrampe, ein anderer Waggon, ber aus ber Schweiz nach Berlin gerollt ist. wirb zur Zollrampe Dirigiert. Wieder ein anderer enthält Tiere, ein vierter eine Büchersenbung aus Leipzig, mehrere frisches Obst, Trauben aus dem Süden. Ihre Entladung muh beschleunigt vorgenommen werden. Sie werden also an das nächste Anschlußgleis rangiert, indessen bie zahlreichen Kohlenwagen zur Kohlenrampe oder, wenn es sich um Dienstkohle handelt, zu den Betriebswerlstätten gefahren werden. Wieder beginnt „das Spiel" des Rangierens, jenes dauernde Hin und Her, das Abstößen der Wagen, das allmähliche Verkleinern des Zuges. Cs ist wie Mutwillen, toeim die Lokomotive mii einem Anstoß die Wagen dirigiert, den einen hierhin, den andern dorthin, den einen geradeaus, ben andern ein wenig nach rechts, ben brüten ein wenig nach links, unb schließlich sich wieber neue, kleinere Züge bilben. Da stehen bann, von neuem zusammengekoppelt. bie vielen leeren Wagen ausländischer Herkunft. die aus ber Provinz in Etappen nach Berlin gerollt werden, weil sie hier am ehesten wieder mit Fracht in ihr Ursprungsland gesandt werden tonnen, die Wagen aus der Schweiz, der Tschechoslowakei. Da sind die zwanzig Kohlenwagen, bie, für die Vetriebsmeistereien bestimmt, später im Laufe bes Tages, wenn es bie Zeit unb ber Fahrplan erlaubt, zu den Werkstätten und Bunkern gefahren werden. Zwei Wagen, mit großen Maschinen der 4ine, mit drei Riesenglastisten dec andere, werden zur Hauptladerampe tangiert, weil man dort bie zu ihrer Entladung notwendigen Krane besitzt. Die Waggons mit Stückgut fahren wieder an ben Speichern vor, füllen wieder die Lagerräume, bie Ecken und Wege. Von neuem türmen sich Kisten auf Kisten, Körbe auf Ballen, Gestelle auf Fässern. Und wie im Dersandspeichec jeder seinen Raum und seine Dummer besaß, besitzt hier im Eingangslager jede größere Speditionsfirma einen bestimmten Platz. Da häuft sich bann bas Gut im Laufe des frühen Morgens, bis ber Korso ber Lastfuhrwerke beginnt, bie bie Senbungen an bie Empfänger in bie einzelnen Straßen und Stabteile bringen. Jener seltsame Korso der Wagen, der Automobile unb Karren, jenes bewegende Lärmen der Kutscher unb Fahrer. jene Augenblicke, in denen man Berliner Humor und Berliner Mundart ursprünglich kennenzulernen vermag. Hier auf dem Anhalter Güterbahnhof laufen bie Güterzüge zusammen, bie aus bem ©üben Berlin bie Zufuhr bringen, von Bayern unb Baben, der Schweiz unb Italien, durch Württemberg unb Thüringen, aus Sachsen unb ber Magdeburger Gegenb. Aber trotz biefer Beschränkung (neben bem Anhalter Bahnhof sind noch ber Görlitzer, ber Stettiner, der Schlesische unb ber Hamburg-Lehrter Güterbahnhof geöffnet) war es notwendig, für den Stückgutverkehr aus ber Magdeburger und Frankfurter Gegend eine neue Empfangsstelle, den Potsdamer Güterbahnhof, zu eröffnen. Oberhessen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden. 16. Febr. Aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom Mittwochabend ist als bemerkenswert zu berichten: Der Ausschlag der Gemeindeumlagen für bas lausende Rechnungsjahr wird nach den Vorschlägen des Kreisamts Gießen angenommen. Die Steuerausschlagssähe werden wie folgt festgesetzt: Die Sonde rgebäude st euer beträgt 39,2 Pf. auf 1 Mk. des staatlichen Sondergebäudesteuersolls, und soll 9200 Mk. einbringen. An Grund st euer werden beschlossen 23 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwert der Gebäude und Bauplätze mit einem Gesamtertrag von 5160 Mk., ferner 46 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes mit einem Gesamtertrag von 6580 Mark. Die Gewerbe st euer beträgt 53 Pf. auf je 100 Mk. des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals und bringt der Gemeinde 370 Mark ein, ferner werden 63 Pf. auf je 1 Mk. des staatlichen Gewerbesteuerertragssoll erhoben, die eine Summe von 700 Mk. einbringcn sollen. Die Gesamtumlagen betragen demnach 22 010 Mk. Hebet den Bau der geplanten Wasserleitung und Kanalisation berichtet Bürgermeister Jung. Infolge der Diskonterhöhung würde die Gesamtanlage, an die Stadt Gießen angeschlossen, 280 000 Mk. kosten. Don einigen Gemeinderäten wird angeregt, auf eigenem Grund und Boden nach Wasser zu suchen und Feststellungen über eine eigene Wasserversorgung vorzunehmen, da man glaubt, auf diese Weise billiger zur Wasserleitung zu kommen. Da die ganze Angelegenheit noch nicht spruchreif ist, so wird das gesamte Material einem Ausschuh übergeben, der die Angelegenheit bearbeiten soll. Auch über die Kapitalbeschaffung soll diese Kommission weitere Schritte unternehmen. — Das Amt eines Feldfchühen und eines Totengräbers soll neu vergeben werden. Beide Aemter sollen für die Zukunft getrennt und möglichst durch Einheimische zur Besetzung kommen. Da infolge unserer kleinen Gemarkung der Feldschüh nur teilweise (*/«) beschäftigt ist, so kommt für die Besetzung ein Dersorgungsanwär- ter nicht mehr in Frage. Beide Stellen sollen demnächst besetzt werden. — Der Krieger- denkmalsausschuh unter seinem Dorsitzenden, Kaufmann Friedr. Schimmel, tagte in letzter Zeit und hat einen neuen Beschluß gefaßt. Dieser geht dahin, auf dem alten Friedhof an der Wetzlarer Straße ein schlichtes Ehrenmal zu errichten, das auf etwa 4000 bis 5000 Mk. kommen soll. Dieser Betrag ist bereits vorhanden. Der Platz, der Eigentum der politischen Gemeinde ist, soll auf Antrag des Denkmalausschusses von der Gemeinde gestellt werden. Es handelt sich um eine Flache von etwa 500 bis 600 Quadratmeter. Ein Beschluß hierüber wurde nicht herbeigeführt, da erst eine Besichtigung durch den Gemeinderat an Ort und Stelle vorgenommen werden soll. — Auf Antrag einiger Vereine wird die Herabsetzung der Vergnügungssteuer um 25 Prozent beschlossen. 1. Rödgen, 16. Febr. Die Anregung der Kreisverwaltung, Bäume mit weniger guten Apfel- und Dirnensorten umpfropfen zu lassen, ist auch in unserem Dorfe aufgegriffen worden. Am Mittwoch abend kamen deshalb einige interessierte Obstzüchter auf der Amtsstube unseres Bürgermeisters Wagner zu einer Besprechung zusammen. Sie bildeten aus den Herren Wilhelm Wagner, Schwalb, Flurschüh Zimmermann und Otto Wagner eine Kommission mit Karl Klos, einem ausgebildeten Baumpfleger, als Obmann. Diese soll umgebend dafür Sorge tragen, daß sie im Frühjahr ausreichend Pfropfreiser zur Verfügung hat. Die Reiser können in der Gemeinde selbst geschnitten werden, denn es sind zahlreiche gesunde Bäume mit dem z. Z. gesuchtesten Apfel, dem Schönen von Boswop, in der Gemarkung vorhanden. Dann sollen durch eine nochmalige Bekanntmachung die Obstzüchter aufgefordert werden, ihre Wünsche wegen Hmpfropfuna der Bü-rgermeisterei zu melden. Heber die Höhe der Hnkosten soll noch einmal gesprochen werden, wenn sämtliche Meldungen vorliegen. Die Weiter- behc.ndlung der gepfropften Bäume für ein paar Jahre soll in den Preis für je einen Kopf eingerechnet werden. — Hnser Dorf hat ziemlich Joseph Conrad. Von Walter Mahr. Joseph Conrad, dieser Dichter der Meere und Tropen, dieser Schilderet der Seefahrten und Abenteuer dürfte auch bei uns kein Hnbe- kannter sein: er gilt heute als einer der bedeutendsten Romanschriftsteller des modernen England. Dor wenigen Jahren ist Conrad gestorben: sein Werk aber breitet sich aus über die Grenzen seiner selbstgewählten Heimat über die Weite der ganzen kultivierten Welt. Wer war Joseph Conrad? Wer war der Dichrer, wer war der Mensch? Mit dieser Frage rühren wir bereits an das ureigenste Wesen seiner Persönlichkeit. Eigentlich heißt er Joseph Conrad Korze- niowski. 1851 ist er in Polen als Sproß einer alten Adelsfamilie geboren. Sein Vater, nicht unbedeutend als romantischer Dichter, begeisterte sich für die freiheitliche Idee, als sich Polen 1863 gegen Rußland erhob: er wurde wegen dieser seiner .Gesinnung mit der Verbannung nach Wologda bestraft. Der Haß gegen Rußland ist dem Sohn für sein Leben geblieben. Im jungen Korzeniowski, Pole durch und durch, erwacht unvermittelt der Wunsch, Seemann zu werden. Ein merkwürdiger Wunsch für einen Knaben, der selbst von dem Ozean nicht mehr weiß, als daß er in der Ferne irgendwo verlockend brandet: ein Wunsch, in dem dos Dorahnen gewaltiger Erlebnisse und peitschender Abenteuer enthalten ist. 1874 finden wir Joseph Conrad in Marseille: es ist der Anfang eines langjährigen Abenteuer- und Seemannslebens. Zuerst war er Matrose in der französischen Marine, und nur aus dem Grunde, weil sich in der englischen Marine bessere Aussichten boten, trat er dahin über. Er fährt auf östlichen Meeren, besteht in London einige Schiffsexamina und geht dann wieder auf die See. Diese Jahre gehen dahin, ohne daß ihm auch nur ein Gedanke an literarische Tätigkeit kommt. Auf einer seiner Fahrten trifft er A l m a h e r, einen Weißen, der fern draußen im Hrwald auf äußerstem Vorposten als m-ßglückter Mn ernehmcr sein Leben verbringt, ohne den Heimweg finden zu können aus den bunten, glühenden Tropen, ausgedehnte Oöstfelber. Es wäre zu wünschen, wenn nun die Gelegenheit wahrgenommen würde, die Bäume, die nicht marttfähige Ware tragen, auszumerzen. : Reiskirchen, 16. Febr. Gestern fand in den hiesigen Gemeindewaldungen die erste diesjährige Brennholzversteigerung statt. Zum Ausgebot kamen nur Buchen- und Eichenholz. Die Preise waren sehr hoch. Es wurden im Durchschnitt bezahlt für 2 Raummeter Duchen- schett 40 bis 42 Mk., für Duchenknüppel 32 bis 36 Mk., für Stockholz 16 bis 18 Mk., für Reisig 7 bis 9 Mk. : L i n d e n st r u t h, 16. Febr. In dem Pferdebestand unseres Dorfes ist jetzt das erste Opfer der gefürchteten Anämie zu verzeichnen Der Landwirt Sch. hatte im vergangenen Sommer ein wertvolles Pferd gekauft. Dor einigen Tagen muhte das Tier geschlachtet werden, nachdem durch Entnahme einer Blutprobe Anämie festgestellt worden war. h Lich, 16. Febr. Die heutige Brennholz- versteigerung im Licher Stadtwald in den Distrikten Eichwald, Fichtenlopf, Maurerlaspers- köpf, Rehtränksberg und Gänsweide wies einen überaus starken Besuch auf. Die Dersteigerungs- erlöse bewegten sich entsprechend der Lage und der Abfuhrmöglichkeit des Holzes für Buchenscheiter zwischen 38 und 40 Mk. je 2 Raummeter, für Buchenreisig 12 bis 18 Mk. je 50 Stück, für Buchenstöcke 22 bis 28 Mk. je 4 Raummeter, Eichenstöcke 14 bis 20 Mk. je 4 Raummeter, Kiefernreisig 4 bis 8 Mk. je 50 Stück, Fichtenscheitholz 25 bis 30 Mk. je 4 Raummeter und Eichennutzscheit 10 Mk. 40 Raummeter. *' Ronnenroth, 16. Febr. Dieser Tage feierte der hiesige Kriegerverein bei Kamerad Otto Strack fein 50jährigesGrün- dungsfest. Der Saal war festlich geschmückt und gut besetzt, die Kameraden hatten sich mit ihren Damen vollzählig eingesunden. Der Gesangverein Lieüerkranz überbrachte dem Kriegerve: ein herzliche Glückwünsche. Der Dorsihende des Kriegervereins dankte dem Gesangverein für die Ehrung und forderte den Verein aus, noch etliche Lieder vorzutragen, was der Gesangverein unter Leitung feines bewährten Dirigenten Lehrer Müller auch tat. Ein von Damen gesprochener Prolog eröffnete die weiteren Feierlichkeiten. Dann hielt der Vorsitzende des Kriegervereins eine Begrüßungsansprache, welche besonders den Damen, dem Vertreter der „Hassia", Landgerichtsrat T r ü m p e r t von Gießen, sowie den Vertretern der Kriegerverelne Lich und Hungen galt. Er forderte die Kameraden auf, dem Verein auch fernerhin die Treue zu halten. Er gedachte der im Weltkriege gefallenen rmd gestorbenen Kameraden und forderte die Jugend auf, sjch der Kriegervereinsbewegung anzuschl'eßen. Landgerichtsrat Trümpert von Gießen überbrachte die Orüße und Glückwünsche der „Hassia", überreichte einen schönen Fahnennagel und hielt eine längere Ansprache über Zweck und Ziele der Kriegervereine: er* schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland, worauf stehend das Deutschlandlied gesungen wurde. Der Vorsitzende sprach den Dank des Vereins aus. Kamerad Häußer (Lich) überbrachte die Glückwünsche deS Bezirks, sowie des Kriegervereins Lich, Kamerad Koch die Glückwünsche des Kriegervereins Hungen. Dann folgten weitere Vorträge von Kamerad B u t t r 0 n und Kamerad Koch. Die Feier verlies sehr harmonisch und wird allen Teilnehmern lange in Erinnerung bleiben. — Besonders hervorzuheben ist, daß der Verein noch zwei Gründer und Veteranen von 1870/71, die Kameraden Mißler und Brück, in seinen Reihen hat. Kamerad Mißler wurde für 50jäh- rige Mitgliedschaft im Vorstand des Vereins mit dem „Hassia"°Ehrenkreuz ausgezeichnet. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 16. Febr. In der Gutsreform wurde vor einigen Tagen ein Einbruchsdieb st ahl verübt. Die Diebe entwendeten aus den Lagerräumen im Kellergeschoß einige Rollen Stoff im Werte von etwa 1000 Mk. Die Kriminalpolizei ist den Tätern bereits auf der Spur. Pb. Butzbach, 16. Febr. Bei dem heutigen Schweinemarkt waren aufgetrieben 185 Stück. Cs wurden bezahlt für Ferkel von 4 bis 6 Wochen 20 bis 25 Mk., von 6 bis 8 Wochen 25 bis 28 Mk., von 8 bis 10 Wochen 28 bis 30 Mk., von mehr wie 10 Wochen 36 bis 40 Mk. ein heimlicher Gefangener des Ostens. Almayer wird der Wendepunkt seines Lebens. Ein Schicksal packt ihn, es bringt mit ungeheurer Macht auf ihn ein. Aus Korzeniowski wird jetzt Joseph Conrad. Er spürt den unbedingten Ruf, diesem Mann in seinem stillen Kampf gegen den zehrenden Osten ein Denkmal zu setzen: in seiner Koje beschreibt er Blatt für Blatt mit der Geschichte jenes Almayer. Er selbst erklärt dazu: „3n aller Ehrlichkeit kann ich sagen: es ist ein Gefühl, der Pietät verwandt, das mich treibt, fernen Dingen und entschwundenen Menschen ein Gedenken zu bereiten." Aus diesem Lebensgang Conrads wird uns deutlich, bah er nicht irgendwelchem Ehrgeiz gefolgt ist, wenn er englischer Dichter wurde. Es war alles Zufall, ganz simpler Zufall, der ihn dahin brachte. Conrad behauptet mit allem Rachdruck, daß feine Werke typisch englisch sind. Aber so stark er dies betont — gerade dies ist ihm von englischer Seite abgestritten worden. Kein geringerer als John G a l s w 0 r t h Y, Conrad befreundet, hat gesagt, er habe keine einzige charakteristisch englische Gestalt geschaffen. Damit wird Galsworthy recht haben. Die Engländer haben ein feines Gefühl dafür, wer zu ihnen gehört im Wesen und wer nicht. Sehen wir ab von der psychologischen Hnmöglichkeit, daß ein Fremder ganz und gar in dem Wesen eines anderen Landes aufgehen kann, so ist unser Dichtet in den letzten Wurzeln doch ein Heimatloser gewesen, einer aus jener Schar, von denen Hermann Bang der nennenswerteste ist. Rur, daß Conrad nicht wie diesem aus dem Gefühl der Zwiespältigkeit und Vaterlandslosigkeit feine Dichtungen erwuchsen! Gerade aus der Liebe zur neuen Heimat empfing Conrad, wie et sagt, den Antrieb für feine Kunst. Der Rahmen, der Hintergrund, das ganze Milieu der Conradschen Romane ist größtenteils englischer Herkunft, doch die Menschen find ihrer eigentlichen Wesenhaftigkeit nach keine Engländer: sie sind heimatlos wie er. Wir wissen, wie Conrad trotz allem Zugehörigkeitsgefühl zu England, dessen Staatsangehörigleit er erwirbt, eine heimliche Sehnsucht nach feinem alten Vaterland verspürt hat, daß es ihn oft wieder m das Land seiner Kindheit trieb, daß et mit Verwandten und Jugendgefährten in regem, Der Handel wat lebhaft. — Bei den diesjährigen Holzversteigerungen, die am 6. und 13. Februar stattfanden, waren die Preise niedriger wie im Vorjahre. Es wurden geboten für den Rm. Duchenscheitholz 15 bis 16 Mk., für Eichenscheitholz 8 bis 9 Mk., für Buchenknüppel 12 bis 13 Mk., für Cichenknüppel 8 bis 9 Mk., für Duchenreisig je 50 Wellen 12 bis 15 Mk., für Eichenreifig 5 bis 6 Mk. 2 Rieder-Florstadt, 16. Febr. Der Lehrer L R. Ludwig Hechler verstarb im Alter von fast 85 Jahren. Et kam im Jahre 1863 als junger Lehrer nach Florstadt und hatte, als er im Oktober 1913 in den Ruhestand trat, ohne Unterbrechung 50 Jahre hier gewirlt. Die letzten Jahre, die er in Zurückgezogenheit verbrachte, nahm er noch regen Anteil an den Belangen feines Standes. Eine erfreuliche geistige Frische hatte er sich bis in seine letzten Tage bewahrt. — Der Gemeinderat beschloß in feiner letzten Sitzung die Anschaffung einer Düngerst t e u m a s ch i n e. die an Landwirte!eihw ise abgegeben werden soll. — Die Zahl der Erwerbslosen war auf 74 zuruckgegangen, wird sich aber in den nächsten Tagen dadurch, daß Dränagearbeiten und Waldarbeiten fertig werden, wieder erhöhen. Für 1928 scheint die Bautätigkeit nicht sehr rege zu werden, denn auf eine Aufforderung durch die Bürgermeisterei haben sich nut drei Baulustige gemeldet. Kreis Alsfeld. ck. Ruppertenrod. 16. Febr. Bei der von der Freiherrlich Riedeselfchen Reviersörsterei Ober-Ohmen in Ruppertenrod abgehaltenen Brennholzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Das Meier Buchenscheitholz kam von 11 bis 12 Mk., Duchenknüppel 7 bis 8 Mk., Buchenstöcke 4 bis 4,50 M!., Duchenreisig von 1 bis 1,30 Mk. Kreis Lauterbach. £ ßauterba d), 16. Febr. Aus der jüngsten Sitzung des S t a d t v 0 r ft a n d s ist u. a. zu berichten : Vergebung der Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der Langgasse, Linden st raße und Kanal st raße. Es wird beschlossen, die Langgasse und Kanalstraße mit einer Asphaltdecke zu überziehen, da dieses Verfahren bedeutend billiger ist als Pflasterung. Die Arbeiten werden der Esser-Reuchatell Asphaltgesellschaft in Frankfurt a. M. übertragen. Die Lieferung der erforderlichen Randsteine soll durch die Offenbacher Kvßsteinsabrik erfolgen. Weiter wird beschlossen, in der Kanal- straße nur auf der Häuserreihe vom Haus Konsumverein bis Anwesen Acker erhöhte Fußsteige anzulegen. Die Anlage von erhöhten Fußsteigen t.1.MlH'II"IF1 Fl' WT U'M »I U\ KMMJl-MIKXia&ZgagJIB.'U.'.J M- W J MZ in feiner Muttersprache gehaltenem Briefwechsel stand, und daß er mit der Literatur seines Landes nie den Kontakt verlor. Wie viel sagt uns auch die Tatsache, daß Conrad in hohen Jahren eine polnische Verwandte mit der Bitte angeht, ihm ein Wappenbuch zu verschaffen, damit er feine Werke mit dem heraldischen Abzeichen seiner Familie schmücken könne. . . Es ist müßiger Literatenstreit, feststellen zu wollen, ob Conrad der englischen oder polnischen Literatur zuzurechnen ist. Nüchternes Denken, ohne jeden sentimentalen Einschlag — nur im Hinblick auf seine Leistung — sagt uns, daß er durch seine Themen, seine meisterhaft gebogene und wuchtige Sprache und, was als das Wichtigste erscheint, durch seine freie Wahl ein englischer Dichter ist. Aber als Mensch — und wir beantworten hiermit den zweiten Teil unserer anfangs gestellten Frage — ist er Pole geblieben. Roch ein Blick auf Conrads Werk. Meist rauscht darin das Meer und brennt die Glut der Tropen. Hier spielt sich das Schicksal der Menschen ab. In mannigfachen Variationen finden wir dieses Theiya gestaltet. Das Meer wird verpersönlicht, er nennt es mit Ramen, er führt es uns in jedem Zustand vor, als Freund und als Feind. Mit welcher Kraft wird das Erlebnis des Ostens in seiner Novelle „Jugend" geschildert! Ein junger Seemann wird beim Untergang seines Schiffes an die Küste verschlagen und erzählt davon: „Ich lag in einem Meer von Licht, und nie zuvor war mir der Himmel so ferne, fo hoch erschienen. Ich öffnete die Augen und lag reglos. . . Nichts rührte sich. Die Palmenwedel standen still gegen den Himmel. Kein Zweig regte sich längs des Mfers, und die braunen Dächer verborgener Häuser lugten durch das grüne Laubwerk, durch die großen Blätter, die glänzend und still dahin, als wären sie aus schwerem Metall geschmiedet. Das war der Osten, wie er den Seefahrern alter Zeiten erschienen fein mochte, so alt und geheimnisvoll, prächtig und düster, unverändert lebendig, voll von Gefahr und Lockung. . . Ich kam zu ihm aus dem Strauß mit der See — und ich war jung — und sah, wie er mir ins Gesicht schaute. Mnd das ist alles, was mir davon geblieben • in der Lindenstrahe wird vorerst zurückaesteltt und beschlossen, diese Angelegenheit nach Besichtigung an Ort und Stelle durch den Gemeinderat einer nochmaligen eingehenden Prüfung zu unterziehen. — Bezüglich der Erweiterung der Fernsprechstunden an Sonntagen wird beschlossen, beim Postamt zu beantragen, den Fernsprechverkehr an Sonntagen bis 8 Mhr abends offen zu halten. Die Mehrkosten für den einzelnen Teilnehmer erhöhen sich in diesem Falle monatlich um 10 Pf. Weiter wird beschlossen, beim Postamt zu beantragen, daß das Fernsprechamt in ein Selbstanschlußamt umgewandelt bzw. umgebaut wird. — Das Gewerkschaftskartell ist an die Stadt herangetreien mit der Ditte, für die Erstellung von Kleinwohnungen weiterhin besorgt zu sein und im Voranschlag 1928 wieder einen größeren Betrag für Errichtung derartiger Wohnungen vorzu ehen. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters hat sich die Zahl der Wohnungsuchenden gerade für Kleinwohnungen wesentlich erhöht, obwohl die Stadt in den letzten Jahren sehr viel zur Defeitigung der Wohnungsnot getan habe. Bedauerlich sei vvr allem, daß die geräumten schlechten Wohnungen immer wieder von auswärts zuziehenden Familien bezogen würden, und diese schon nach kurzer Zeit sich als dringende Wohnungsuchende dann anmelden. Rach eingehender Beratung wird beschlossen, die dringendsten Wohnbedürfnisse im Auge zu behalten und nach Möglichkeit zu beseitigen. Jrn übrigen wird das Gesuch als erledigt erklärt, da die Stadt für 1928 bereits mit der Erbauung von acht Zweizirnrner-Wohnungen in Form von Flachbauten begonnen hat. Falls es sich einigermaßen ermöglichen läßt, sollen im Herbst noch weitere vier Zweizimmcr-Woh- nungen errichtet und die hierfür erforderlichen Mittel im Voranschlag 1929 vorgesehen werden. Weiter wird beschlossen, die gesamte Sonder- fteuer vorn bebauten Grundbesitz bis auf weiteres zur Zinsverbilligung zum Kleinwohnungsbau für die private Bautätigkeit zur Verfügung zu stellen. Außerdem soll die private Bautätigkeit durch Abgabe von billigen Bauplätzen weitestgehend gefördert werden. — Der für den 6. Juni vorgesehene Prämienmarkt soll wie in den vergangenen Jahren wieder mit einem Pferdemarkt abgehalten werden. — Die Siedlungsgesellschaft für das Verkehrspersonal in Darmstadt errichtet zur Zeit dahier in der Alexander- Stöpler-Straße ein Wohnhaus für vier Familien. Sie ist nun an die Stadt herangetreten mit dem Ersuchen, bis zum Hypothekeneintrag die Zwischenbürgschaft in Höhe von 20 000 Marck zu übernehmen. Dem Gesuch wird stattgegeben. ist: ein Augenblick, ein Augenblick der Kraft, der romantischen Verklärung — der Jugend!. . . Ein kurzer Sonnenstrahl auf einem fremben Ufer, die Zeit für eine Erinnerung, für einen Seufzer und — Lebewohl! — Rächt — Lebewohl. . .!“ Immer wieder ist es das Meer, wo sich das Schicksal seiner Helden abspielt. Ja, Helden sind es, nicht der Weltgeschichte, aber Helden ihres Berufes und der Pflichterfüllung bis zum letzten Atemzug. Sie reden keine pathetischen Worte. In der Hölle des Taifuns sagt Mac Whirr, der Kapitän des mit dem Hntergang kämpfenden Schiffes in einer Pause während des Sturmes: „Wär schade, wenn die Kiste mir unterginge." Dem Tod sieht er ins Auge und sagt dieses trivale Wort. Aber wie sagt er es! Er sagt es, ohne mit der Wimper zu zucken. Damit wird dieser Trottel von Kapitän zu einem Helden. Von größeren Erzählungen Conrads nennen wir „Spiel des Zufalls", „Lord Jim" „Die Schattenlinie", „Der Geheimagent", vor allem auch die drei Erzählungen „Jugend". Mebetou wird uns darin eins offenbar: Der Realismus, mit dem er das äußere Geschehen erfaßt, vor allem aber, mit welch verblüffender Innerer Realität er die Dinge zur Darstellung bringt In beiden liegt die Bedeutung CvnradS. Sein Werk wird sich fvrtsetzen, ob auch der Dichter verstorben ist. Sein Rame aber wird für lange Zeit einen Höhepunkt englischer Erzählungskunst bedeuten. Hochschulnachrichten. Die Hniversitätsprofessoren Dr. jur. Friedrich Heyer in Breslau und Dr. Johannes Heckel in Berlin haben Berufungen auf Lehrstühle für Staats-, Derwaltungs- und Kirchenrecht an der Mniversität Bonn erhalten und angenommen. An der Mniversität Berlin sind folgende Ernennungen erfolgt: Zum Ordinarius des Alten Testaments in der theologischen Fakultät wurde als Nachfolger von H. Gretzmann der Geheime Konsistorialrat L). Alfred Berth 0 let von der Mniversität Göttingen und zum Ordinarius der Musikgeschichte in der philosophischen Fakultät an Stelle Hermann Aberts Pros. Dr. Arnold Schering von der Mniversität Halle gewählt Lumen, Sport und Spiel. Jahnschwimmen der Deutschen Turnerfchast in Hatte. Das feit Jahren zu den überlieferten Veranstaltungen der Deutschen Turnerschaft zählende Jahnschwimmen machte auch bei seiner diesjährigen 6. Austragung am vergangenen Samstag und Sonntag seinem Ruf als größte Winterschwimmveranstaltung wieder alle Ehre. Das Zusammentreffen vieler der besten Kräfte aus fast allen Kreisen der D. T., über 60 Vereine aller Gegenden Deutschlands waren vertreten, zeitigte in allen Wettbewerben spannende Kämpfe, die im Verein mit gegen die früheren Veranstaltungen vielfach verbesserten Leistungen und einem überaus guten Zuschauerbesuch dem Jahnschwimmen das Gepräge eines großen Tages gaben. Als erfolgreichster Schwimmer des Tages ist Spitz-Köln anzusprechen, dem es gelang, das Brustschwimmen, das Streckentauchen und das Lagenichwim- men an sich zu bringen. Doppelsieger im 100- und 400-Meier-Freistil wurde auch Jahn- Dresden, ein bisher weniger bekannter, aber in Zukunft sehr zu beachtender Schwimmer. Die (Staffeln, die in reicher Zahl vorgesehen waren, zeitigten bei den Turnern jedesmal einen Zweikampf S. S. C. Osnabrück gegen T. S. V. Halle. Mit Ausnahme der Lagenstaffel, deren Sieg durch den T. S. V. Halle der Feststadt verblieb, endeten alle anderen Staffeln, z. T. zwar nur mit Handschlag, mit Erfolgen des S. S. C. Osnabrück, der damit abgesehen von der bewährten Ausnahme der Lagenstaffel, seine Wanderpreise erfolgreich verteidigte. Einen besonderen Reiz erhielt diesmal das Jahnschwimmen auch durch di« Ausscheidung der D.T.-Springer für die Olympischen Spiele, wobei sich eine stattliche Zahl guter Springer den Zuschauern mit ansprechenden Leistungen vorstellte. Vor altem der Sieger Wisbar, Berliner Turnerfchast, dürfte der deutschen Olympiamannschaft eine gute Stütze fein. Einen breiten Raum nahm auch daS Wasserballfpiel ein, bei dem sich von acht teilnehmenden Mannschaften der D. T.- meister Turnerfchast 1877-Dresden und Tgd. Mühlhausen als Endspielgegner herausgeschält hatten. Zur allgemeinen Heberraschung gelang es Mühlhausen, in der Entscheidung den feit Jahren ungeschlagenen Dresdnern mit 2:0 eine unerwartete Niederlage beizubringen. 100°Meter°Brustschwimmen: 1. Spitz (Köln) 1:26,3; 2. Armbrust (Offenbach) 1:27; 3. ©ruber (Osnabrück) 1:27,1. 100-Meter-Drustschwimmen für Turnerinnen: 1. Krutwig (Bonn) 1:41,1; 2. Eben recht (Halle) 1:41,1; 3. Herzog (Markranstädt) 1:41.2. 100-Meter-Freistil: 1. Jahn (Dresden) 1:09,4; 2. Böger (Osnabrück) 1:10,1; 3. Koch (Halle) 1:10,4. an klasse absteigen. Bankhaus 847D Gießen, Heuen Baue 23 Kontokorrent- u. Scheckverkehr la-Klasse Ib-Klasse Stück, Beratung bei Kapitalanlagen Steil. «103D 2 kirchen. 2 Stück, 16 Stück, e se e e 13 5 2 124 24 (vollendeteAusführung) sowie Maniküre und Vibrationsmassage 0,46 fm 5,85 fm 7,27 fm 3,86 km 6,34 fm 0,33 fm 0,37 fm 0,60 fm Stück, Stück, Stück, Z Jede ErkSltun X f „Drowe" * Euc.-Menthol- Bonbons hellen sofort. I Drolerte Winlerhoil i Kreuzplats \§-Z Scheck-. Wechsel-, Devisen -Verkehr An- und Verkauf von Wertpapieren jeder Art Annahme von Spargeldern und Bardepositen bei höchstmöglicher Verzinsung Verein 03 Kassel Fulda Tura Kassel Sport Kassel Germania Marburg B. f. B. Gießen Beruh. Dosch Damen- und Herren - Friseu. geschält Neuen Säue 12, Ecke der Weidengosse Derbsiangen: 1. Kla se 161 Stück, 14,49 fm Fichtenstammholz-Gubmission Langhol) und Abschnitte, Güteklasse N). lb 2a 2b 3a 3b 4a MüMMOiMkskelMW Dienstag, den 21. Februar, sinket im Cleeöerger Gemeindewald die ösfent» liche Versteigerung folgender Hylzsorti- mente an Ort und Stelle statt. Distrikt Altenwald: Fichtenstangen 60 1. Kl., 100 2. Kl., 380 3. Kl. und 500 4. und 5. Klasse sowie 8 rm Fichtenrundscheit und Knüppel. Zusammenkunft 10 Uljr vormittags am Wegweiser auf der Peul. Im Anschluß daran um 11.30 ilfjt im Lohschlag, Distrikt 15, Gaulskopf: 12 000 Lohschlagdurchforstungswellen 20 rm Bitten- und Fichtenrundscheit und Knüppel 3 rm Kiefernrundscheit (2 m lang). Autoverbindung ab Butzbach 7.33 Uhr über Riederftcen—Cleeberg und zurück ab Cleeberg 15.20 Llhr. 1831 D Cleeberg, den 15. Februar 1928. Der Bürgermeister: Höhn. Shampoonierenmit prima Ondulation Bubskopf-Schneiden lb-Kla 2a-Kla 2b-Kla 3a-Kla 3b-Kla 1 Kiefer Kiefer Kiefer Kiefer Kiefer Fichte Fichte Stiefer Kiefer Kiefer Fichte Fichte Fichte Hand der Tabellen zu verfolgen. Süd. Abschnitte: 2a-Klasse • 2 Stück, 2b-Klasse 1 Stück, 3b-Klasse 1 Stück, Los I; 2 36 25,13 55,03 55,64 35,15 14,60 2,46, 292 St., 190,37 km Los II: 581 St., 219,79 fm M-MWWMlWMW im Kirch-Gönser Gemeindewald, Distrikte Ochsenharb, Heide und Struth. Nächsten Donnerstag, den 23. Februar, soll im hiesigen Gemeindewald folgendes Bau- und Nutzholz versteigert werden: Eichenstämme: 11 Stück, 20 bis 48 cm Durchmesser, 4 bis 7 m lang, 4,88 fm. Lindenstämme: 1 Stück, 27 cm Durchmesser, 7 m lang, 0,40 fm. 1798D Lärchenstämme: 2 Stück, 31 bis 35 an Durchmesser, 6 bis 10 m lang, 1,41 fm. Liesernstänime: 98 Stück, 20 bis 29 cm Durchmesser, 6 bis 18 m lang, 56,56 fm. Kiefernstämme: 96 Stück, 30 bis 43 cm Durchmesser, 5 bis 10 m lang, 85,01 fm (Schnittholz). Fichlensiämme: 159 Stück, 15 bis 31 cm Durchmesser, 10 bis 21 m lang, 73 fm. Fichtenderbsiangen: 53 Stück. Jlchtenreisslangen: 850 Stück. Das im Distrikt Ochsenharb liegende Eichen- und Larchenstammholz wird bei der Mittagspause versteigert. Nähere Auskunft erteilt Förster Ncrn, Kirch-Göns. Aufstieaspicle bereits begonnen haben, ist es von Interesse, den Verlaus der letzten Epielserien 2. Bezirssllaffe Lehn. v. f. B. Kurhessen Lahnkreismeisler. Uebekraschenderweise hat G i e ß e n 19 00 auf bic Austragung der beiden noch rückständigen Ligaspiele gegen Frohnhausen und Wetzlar verzichtet, so daß Marburg, das mit seinem 6 2-Siege über Kirchhain auch noch selbst das letzte Hindernis aus dem Wege räumte, sicherer Meister des Lahnkreises ist. Am lommcnbcn Sonntag muß Wetzlar nach Frohnhausen, wie wir hören, mit viel Ersatz, so daß man eher mit den Frohnhüusern als Sieger rechnen muß. Herborn hat in Kirchhain die letzte Gelegenheit. Punkte zu holen, wenngleich man zugeben muh, daß diese Gelegenheit nicht sehr günstig ist und viel eher der Plahverein in Front bleiben wird. Um ren Aufstieg zur 2. Bezirk, klaffe Lahn. Inzwischen hat bereits das erste Spiel der Gaugruppensieger von Gießen-Wetzlar in Dillenburg stall gefunden. Die Gegner waren: Sporlvergg. Dillenburg und S. C. Wehlar-Rie- dergirmes. Die Wetzlarer blieben knapper 2:3- Sieger und tragen das Rückspiel am kommenden Sonntag auf eigenem Platz aus, so daß man an diesem Lage schon mit einer gewissen Entscheidung rechnen kann, denn Ginnes ist mindestens ein Unentschieden zuzutraucn. Beide Dereine waren bereits früher Kreisliga. Der Sieger muß gegen den Marburger Gauvertreter um den endgültigen Aufstieg kämpfen. Fußball in Heuchelheim. Der Sportverein 1920 fährt am kommenden Sonntag mit seiner ersten und zweiten Mannschaft nach D u tz b a ch, um gegen die dortige Erste unib Zweite vom B. f. R. Gesellschaftsspiele auszutragen. Die Heuchelheimer werden gegen die der Liga angehörenden Rasenspieler einen sehr schweren Stand haben. Butzbach hat auf eigenem Platze selbst seinen stärksten Gegner in den Derbandsspielen stets eins gute Partie geliefert. Arbeiier-Turn- und SporLöund. Am kommenden Sonntag eröffnen die Fußballer den Reigen der diesjährigen Tagungen. 3n Heuchelheim treffen die Delegierten der einzelnen Vereine und Abteilungen zum diesjährigen ordentlichen Bezirksfuß- balltag zusammen. Reben Entgegennahme der Berichte vom abgelaufenen Geschäftsjahr, steht im Vordergrund ein Referat des Kreisver- treters, das die Vorschläge des Kreisvorstan- dcs in Neuerungen auf organisatorischem und spieltechnischem Gebiet erläutern soll. Als weitere Punkte stehen noch zur Beratung: Serienspiele 1928, Wahlen und Verschiedenes. Raunheim hat im weiteren Ausstiegspiel zur Kreisklasse den Vertreter des 7. Bezirks Erbach im Odenwald zu Gast. Hier dürste es den Einheimischen gelingen, dir ersten Punkte nach Hause zu bringen, zumal sie auf eigenem Platze spielen. Doch auch Erbach ist kein zu unterschätzender Gegner: Naunhttm wird alles ausbieten müssen, um Sieg und Punkte zu erhalten. Dießen fährt mit drei Mannschaften nach Höchst a. M.. um dort seine fälligen Rückspiele auSzutragen. W i e s e ck S Erste tritt die Reise nach Dotzheim bei Wiesbaden an, um dort sein Rückspiel zu erledigen. Ob eS gelingen wird, den Sieg mit nach Hause zu bringen, ist bei der starken Verjüngung der Mannschaft eine Frage. INGENIEURSCHULE ALTEN B URG TH. HA5CHIie Qrntferti Hanack. I Spielvei-einigung 1900 Gießen. d. Dom vorigen Sonntag ist noch nachzutragen, daß der Sieg der er st en Schülerelf 1900s über die gleiche vom Wetzlarer Sportverein das Resultat von 3:1 für den Plahverein zeitigte. Die 3a-Mannschaft ter Vereinigen hatte Steinbachs Erste als Gegner in einem Gesellschaftsspiel. Die Gäste erschienen nur mit sieben Spielern. 1900 gab von seinen elf Leuten zwei der Besten an den Gegner ab und verlor dann 5:1. Die Ligamannschast der Spieloe.einigung 1900 absolviert am dämmenden Sonntag ein ®e- sellscha tsspiel. Sportverein 06 Alsfeld ist der Gegner. Das Treffen findet in Alsscld statt und pai insosern Bedeutung, als 1900 In veränderter Mannschaftsaufstellung, von t-er man sich eine Verstärkung der Stürmerreihe verspricht, antritt. D.e Gießener müssen bei dieser Begegnung auf der Hut fein, denn es gelang bekanntlich den Als.e^er Kreissigiilen zweimal (in Gießen und Als,erd), die Dezirtssi. amannschaft des Vereins für Bewegungsspiele überzeugend zu schlagen. Die erste Jugend 1900s erledigt das Ge- sellschaftsrückspiel m 2 i m b u r g gegen den dortigen Verein iür Rasenspieie 07. Die zweite Jugend triift in Werdorf auf die dortige erste Jugend im Diplornfpiel. Die erste S ch ü l e r e i f spielt in Heuchel- h e i in. Um die Iußball - Meisterschaft von Hessen-Hannover. Drei Entscheidungsspiele und noch kein Meister! Der technische Bezirksausschuß sieht sich gezwungen, eine Neuansetzung des Entscheidungs- s p i e l e s vorzunehmen. Wie wir hören, sollte bereits der kommende Sonntag dieses Zusammentreffen der beiden Gruppenmeister ebenfalls wieder in der Hessenkampfbahn bringen, der einzigen Platzanlage, die diese Zuschauermassen bequem in Kassel fassen kann. Der Verlauf des letzten Spiels hat so ziemlich alle Voraussagen über den Haufen geworfen. Die Kurhessen erschienen mit wesentlich veränderter Mannschaftsaufstellung, und 03 zeigte sich plötzlich mit sehr schwachen Nerven und einem gewissen Minus an Spielerfahrung für solche harten, nerven- aufreibenden Kämpfe. Daraus sollte man aber nichts auf den folgenden Kampf schließen. Dieser kann sich vielmehr wieder in ganz anderer Richtung entwickeln. Wir können nur allgemein feststellen, daß beide Mannschaften zur Zeit eine spielerische Form aufweisen, wie sie der Bezirk noch nicht erlebt hat. Da beide entweder in der Ersten- oder Zweitenrunde der westdeutschen Endspiele beteiligt sind, so können wir schon heute sagen, daß die Bezirksvertretung in jedem Falle in den besten Händen liegt. Da die Verbandsspiele abgeschlossen sind, und die Freibank. Tamslaa, den 18. Februar, vonvorm. 8 Ub! ab 17891) WsMIE Auto Tag und Nacht. Tel. 1744. °- Pers. Weitznäh» Schneiderin empfiehlt ficUtnrWn« ferilflimn v. Wasche jeglicher Art. Sach- aemane Slniertmuno von Damen- u. Kln- berfleihern. Kostümen it. Mänteln.ulS16 H.’Melawe1?, Hcncbel- trfra,-n.:ilt;elniHr. 1-Jl prima tortlti empfiehlt 1811V Louis Vogt, Neuen weg 19, Telephon 1306. Teppich, Lanier ohne Anzahl, in 12 Monatsrat. liefert Topplcb - Versand- br.tu Komstorleld, Wiesbaden, Boll- mundstr. 2. Diskrete Abtslcklg. Schreiben Sie 30'lros Nn^För'st e rtt Langd, Heegwald Abt. 4 (Nr. 757 bis 1067 außer Nr. 834, 850, 865, 888 und 966). Los II in Försterei Natn- rob, Gierköpfe Abt. 8 (Nr. 793 bis 1110, außer ttr.813 844 unb 858). Aufarbeitung nach Homa. Messung ohne Rinde Dos Holz ist geschält und gerückt. Besichtigung vor Abgabe der Gebote wird vorausgeseht. Der Verkauf erfolgt zu den tn der Hefschen Staatsforstverwaltung üblichen Bedingungen - Die Gebote sind für geschältes Holz abzugeben. Nähere Auskunft durch dte Herren Förster Büttner, Langd, Förster Ruppert' Rn.nrod soww das Forstamt. Gebote mit der Aufschrift ..F-chtenf ammholz- Submission" an das unterzeichnete Forstamt. ^osfnuna der Gebote Montag, den 27. Februar, vornnttags 10.15 llhr, auf dem Geschäftszimmer. lbdUP Eichelsdorf (Oberhessen). he i chcs Jorftamt Eichelsdorf. Fernruf Nidda 59. (Wildfrauberg); aus Revier Ruppertsburg, Distrikte Biberloh, Borngraben, Volpertskopf, Eichberg, Silbach, Lenzesberg, Hubberg, Hirschrot. rm Scheiter: 60 Buche 1. Kl. (Borngraben, Lenzesberg, Hirschrot), 12 2. Kl., 5 Eiche (Biberloh), 3 Nadel- und Weichholz; Knüppel: 34 Buche 1. Kl., 12 2. Klasse, 6 Esche, 26 Eiche, 30 Erle, Aspe, Elsbeere, Linde; Stöcke: 100 Buche, 3 Eiche; Reiserknüppel: 36 Buche (Borngraben, Volpertskopf, Silbach, Eichberg); Stammreiser: 83 Buche, dürr (Silbach); Zopfreiser: 480 Buche (Borngraben, Eichberg, Hubberg); Bohnenstangen: 100 Stück 1. KI., 170 Stück 2. Kl. (Elchberg); 3. aus Revier Gonterskirchen, Distrikte Hölzchen, Dörnberg, rm Scheiter: 40 Buche (teils abstg), 40 Eiche, Birke, Esche, 56 Nadel- und Weichholz; Stocke: 13 Buche; Reiserknüppel: 78 Buche. Blau unterstrichene Nummern in genannten Revieren werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt für Tiergarten Förster Knöß, Lardenbach, für Ruppertsburg Förster Becker, Laubach, für Gonterskirchen Förster Melchior, Gonters- Brennholz - Versteigerung ZRonfag, den 20. Februar 1928, vormittags 9% Uhr beginnend, soll im Anneröder Gemeindewald versteigert werden: 1795V Scheiter: 1 rm Buche; 1,5 rm Eiche; 52 rm Kiefer; 12,3 rm Fichte. Knüppel: 2 rm Buche; 4,4 rm Eiche; 64 rm Kiefer; 75 rm Fichte. Reisig: 3. Klasse (Astreisig in Wellen) 40 Stück Buche; 800 Stück Kiefer; 1770 Stück Fichte. Reisig: 4. Klasse (Schlagreisig) 80 Stück Kiefer. Stöcke: 17 rm Kiefer; 7 rm Fichte. Die Zusammenkunft ist an, der Grünberger Straße (Einschnitt Großen-Busecker Straße—Annerod. Annerod, am 15. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Horn. Die Gemeinde Fellingshausen vergibt im Wege schriftlichen Angebots die Lieferung von gut gelagerten Zementröhren frei Vcr- wendungsstelle Fellingshausen: 1842V zirka 70 Ifd. Meter 15 cm lickte Weite zirka 460 Ifd. Meter 30 cm lichte Weite zirka 235 Ifd. Meter 40 cm lichte Weite zirka 120 Ifd. Meter 60 cm lichte Weite owie die Erd- und Betonarbeit sowie Lie- erung sämtlicher Materialien. Angebote ind auf dem Bürgermeisteramt erhältlich. Angebote, getrennt auf Rohrlieferuna und Arbeit, können mit der Aufschrift „Singe* bot“, verschlossen bis zum 22. d. RI., 10 Uhr vormittags, an das Bürgermeisteramt Fellingshausen eingereicht werden, woselbst die' Dcffnung der Angebote erfolgt. Der Zuschlag erfolgt an den Wenignehmenden und ist sofort nach Aufforderung mit der Lieferung und Arbeit zu beginnen. Die Erdarbeiter und Maurer sind von Fellingshausen einzustellen. Fellingshausen, den 17. Februar 1928. Der Bürgermeister. Spiele Punkte 10 16 10 16 10 11 10 9 10 5 10 3 Mainzer Aktien-Bierbrauerei 17070 im Hörsaal 44 der Universität lLudwtgstr.) 01226 An der Abendkaffe 2 RM. 1822V Gießen, den 15. Februar 1928 01221 Sallrpksn Cafe Aaeid Das Komitee. Dorm. TANZ 1828V Autovettehr Ernst Walldorf I. Hammstraße 2. 1814D b uhr: Karnevalistischer Abend TANZ 1841V 1839D I794D Zo Haferkasten bnfelbftll tfofef.lOft* V^SUt. Hau«r n. Küchen gerbte Bttra-AnW lo ehMeoü 0.90 6.96 Bei Einkauf von Mk. 1.50 ein Ballon gratis Ein Versuch lohnt! 1542a Schade sMgrabe 1791a Filialen in allen Stadtteilen Eingang Erke Volksbad. 1840c Stein Vaden. I R Wegen Ersparnis hoher LadeamlsU 1 Trepp» hoch MAA u ■ SellkNWMM-SM c. MsMlvM W ließen. Sellersmeg 58.1 IttM Damen-Handschuhe Trtiederverkän>er Nr. 41 Drittes Blatt B—■——■ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) ? Zreiiag, 17. §ebruar 1928 Verein für das Deutschtum im Ausland. Der Landesverband Hessen des V. D. QL hatte jPfr. G. Harth, der in der Bukowina, die das Betreuungsgebiet des Landesverbandes ist, zu einer Dortragsreise ringelnden. QIm Sonntag sprach Herr Harth vor den Vorständen der Orts- und Schulgruppen des Vereins in Oberhessen und vor geladenen Gästen. Er verstand es. das Deutschtum in der Bukowina mit seinen Fragen in das allgemeine Problem der Lage der Qluslandsdeutschen einzustellen; dadurch gewann seine Darbietung an Klarheit und Lieberzeugungskraft. In gleicher Weise fesselte die schlichte, verantwortungsvolle und vielleicht gerade darum packende Vortragsweise des Redners. In eindringlicher Weise schilderte er das langsame Erwachen bewußt deutschen Volkstums in den fremden Staaten zugehörigen, deutschen Siedlungen, dessen Intensität und Opser- freudigkeit dem deutschen Heimatland Vorbild und Beispiel sein sollte. Rur ein inniges Gemeinschaftsgefühl. ein alle Deutschsprachlichen umfassendes Bewußtsein der Volkheit kann unserem Vaterland wieder den Qlufstieg bringen, so wie es ihn bereits den Polen, der Tschechoslowakei und Italien gebracht hat. Es ist ergreifend zu beobachten, mit welch umfassender Lebenskraft. mit welch hohen Opfern die meist armen, vom Reich abgesprengten Siedlungsdeutschen diese Aufgabe durchführen. Der früher drohende Zwiespalt der Standesunterschiede zwischen Qlkade- mifern und Bauern ist geschwunden. Sie fühlen sich nur als Deutsche, die zwar die fremde Ration, unter deren Herrschaft sie leben, achten, Die aber weder ihr Deutschtum aufgeben, noch Den Dünkel des geistig und moralisch höher stehenden Volkes zeigen und daher der auf Grund gerade dieses Dünkels in der Welt herrschenden Feindschaft gegen alles Deutsche, wirksam entgegen arbeiten. Der Redner fordert eindringlich Propaganda und Aufklärung in den fremden Staaten, da er selbst gerade in der Schweiz häufig Gelegenheit gehabt hat. starrer Voreingenommenheit und irre geleiteten Mei- nungen über Deutschland entgegentreten zu können. Am Mittwoch sprach Herr Harth im Hause der Burschenschaft Alemannia über „deutsches Bauerntum in Südost ° Curop a" auf Einladung des stud. Freymann, des Vorsitzenden der Vereinigung Auslandsdeutscher Studierender in Gießen. Eine recht zahlreiche Zuhörerschaft hatte sich eingefunden. Außer den Mitgliedern dieser studentischen Vereinigung waren Vertreter zahlreicher Korporationen, Professoren und Gäste aus Gießen erschienen. Die Gedankenfolge des Redners weckte in hohem Maße das Interesse der Zuhörerschaft. Es sei der Vortrag hier ganz kurz zusammengefaßt. Bauer und Bauerntum ist gerade der gebildeten Schicht eine verschlossene Welt. Die Bauern in der Umgebung der Stadt, die ja zunächst der Städter kennen lernt, haben ja gewöhnlich von der „Gesellschaft" soviel angenommen, als genügt, um die Natürlichkeit In sich zu ersticken, aber zu wenig von deren Vorzügen, um die „Bestie" in sich zu zähmen. Rach Heinrich Wilhelm Riehl und Dr. Viktor ©er amb ist der Dauer alten Schlages vom entarteten, prvletcrrisierten zu un- terschÄden. Riehl und Geramb sehen im bäuerlichen Besitz dasjenige Moment, das die eigentümliche Struktur des Bauern bewirkt. Er ist Hoferbe, der Bewohner des Hofes und all dessen, das in Eigenart hier erwachsen und geworden ist. Richt die Individualität des Bauern kommt zur Geltung, die Erfordernisse des Besitzes gehen über alles, sie entscheiden über seine Heirat usw. Der Besitz macht den Bauern konservativ. Die Richterben ziehen vom Hof ab, werden Arbeiter. Im freien Lebenskampf werden diesen Menschen die mannigfachen Gebundenheiten, die sie aus dem Bauernhause mitbringen, zum Hemmnis. sie werden zu Revolutionären gegen sich selbst und gegen das Bauerntum überhaupt. Harth läßt aber nicht den Besitz an sich jene Gewalt über den Bauern ausüben. Der Besitz ist nur Betätigungsobjekt, die eigentlichen Triebkräfte im Cßaucrn sind zu suchen in der großen Raturverbundenheit, in der er lebt. Er sieht das Es zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. 46 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Fritz Wenger? Ach, ich habe nie ernstlich an eine Heirgt mit ihm gedacht, Naymond'. Und jetzt wäre es auch zu spät! Ich bin innerlich vollkommen mit Jean Paul Bouoier engagiert. Ganz bestimmt weiß ich, ich kann nicht mehr von ihm lassen ... und er nicht von mir! Ich glaube, er wäre in seiner leidenschaftlichen Art dazu fähig, einen Selbstmord zu begehen, wenn ich ihn nicht nähme! Das hat er bereits geäußert. Ach. was weißt du davon, Raymond, wie es einem Mädchen zumute ist, wenn es sich so grenzenlos, so leidenschaftlich geliebt weiß, wie ich von Bouvier!" „Auf wie lange?" fragte er nun schneidend in die Stille. Die Frage traf sie. wie ein Hieb. Sie fühlte sich tief verletzt. Ihre Eitelkeit bäumte sich in ihr auf. „Du wirst mich nicht von ihm abbringen!" meinte sie dann plötzlich erbittert mit zusam mengebissenen Zähnen. „Und damit du orientiert bist: ich habe die Grandmama veranlaßt, Bouoier zum Heiligabend mit einzuladen, damit im engsten Familienkreise unser Verlöbnis begangen und anerkannt wird!" Er trat unwillkürlich einen Schritt zurück. „So weit seid ihr bereits? Und das alles hinter meinem Rücken? Hat er offiziell bei unserer Mutter angehalten?" „O, das ist nur eine Formsache. Wenn ich will, ist die Hauptsache erledigt." „Also auch meine Meinung ist dir gleichgültig? Gerade da sie einige Momente in ihrer Antwort zögerte, traf ihn diese um so schmerzlicher, weil er ihre volle Ueberlegung herausfühlte: „Wenn deine Ansicht, deine Meinung der meinigen entgegenliefe, Raymond, ich vermöchte meinen Entschluß nicht um Haaresbreite zu ändern!" „Gut. So werde auch ich meine Konsequenzen ziehen. Wenn dieses Mal, das erste Mal seit meiner Rückkehr aus dem Kriege und meiner schweren Verwundung — diese Familienzusammenkunft, im Schlosse bei der Grandmama unter den Auspizien Buntes Allerlei. Der verkauf einer berühmten Schachbibliolhek. Eine der größten und kostbarsten Sammlungen der Schach-Literatur, die von dem verstorbenen englischen Schachkenner I. W. Rimington- Wilson zusammengebracht wurde, soll demnächst bei Sothebys in London versteigert werden. Die gesamte Literatur über das „Spiel der Könige" von dem mittelalterlichen Lehrgedicht des Jacobus de Cessolis bis zu den Schachmeistern um die Mitte des 19. Jahrhunderts ist in einer säst lückenlosen Folge von ersten Ausgaben vertreten. Da gibt es drei frühe Handschriften des Cessolis und vier Inkunabeldrucke seines Werkes, darunter die illustrierte Ausgabe, die 1493 in Florenz gedruckt wurde und wundervolle Holzschnitte enthalt. Während aber der mittelalterliche Dichter das Schachspiel nur als Sinnbild für eine lehrhafte Betrachtung des Weltgeschehens benutzte, enthält das überaus seltene 1497 in Salamanca erschienene Buch „Arte de Axedres" von Lucena praktische Angaben über die beste Art des Spiels. Der spanische Autor rät den Spielern, während des Spiels nur Wasser zu trinken und keinen Wein, und sich so zu sehen, daß das Licht dem Gegner in die Augen fällt; es wird auch empfohlen, kurz vor dem Spiel gut zu essen und tüchtig zu trinken. Die beste Methode soll die sein, immer mit derselben Farbe zu ziehew Die Abhandlung Lucenas, die zu den seltensten Inkunabeln gehört, wird durch ein langes Liebesgedicht eröffnet, das mit dem Schach in keinem Zusammenhang steht. Auch in andern Traktaten wird dem Spieler geraten, sich stets in den Schatten zu sehen. Vollzählig sind die Werke der großen Schachmeister von Modena aus dem 18. Jahrhundert vertreten. Die größte Kostbarkeit aber ist die Originalhandschrift der Aebersehung des englischen Dichters Oliver Goldsmith von Vidas „De Lucke» Scaccho- rum“. Dieses Manuskript galt lange Zeit für verloren und ist erst jetzt in der Sammlung aufgetaucht. Die Bücherei enthält auch viele Werke, die mit dem Schachspiel nut im losen Zusammenhang stehen, so z. B. den kostbaren Erstdruck der „Hyptncrotomachia Poliphili“, in dem drei Spiele mit lebenden Schachfiguren beschrieben werden, und die Erstausgabe von Rabelais' „Gargantua", in dem vom Schachspiel die Rede ist. Das Schwein als Lebenselixier. Der älteste Mann Englands, William Walker, hat dieser Sage seinen 106. Geburtstag gefeiert. und wie das so üblich ist. hat er bei dieser Gelegenheit den neugierigen Berichterstattern auch das Geheimnis seiner Langlebigkeit verraten. Er erzählte, daß er sein hohes Alter nur dem Um« stand zuschreibt, daß Schweinefleisch stets sein Lieblingsessen gewesen ist; wenn er nicht stets so vieles und gutes Schweinefleisch hätte verzehren können, würde er sicher nicht bis zu seinem 106. Jahr so frisch und rüstig geblieben fein. Diese ungewöhnliche Verherrlichung des wackeren Rüsseltiers, die natürlich sofort überall in England bekannt wurde, behagt natürlich sehr den Schweineschlächtern, und so hat die Vereinigung der Schweineschlächter von Ror- thingham beschlossen, sich diesem Anpreiser ihrer Waren erkenntlich zu zeigen. Der alte Herr erhielt von einer Deputation, die ihm ihren Dank abftatteie, einen großen Schweinebraten geschenkt, dazu auch noch ein paar stattliche Eisbeine, eine Flasche Whisky und etwas Geld, um sich Tabak zu kaufen. „Das ist einer der glücklichsten Sage meines Lebens," erklärte der Greis begeistert, indem er mit feinen Augen den vor ihm stehenden Schweinebraten verschlang. „Sowas sehe ich gern. Sieht er nicht zum Anbeißen aus? Es gibt nichts, was so gut schmeckt und so gesund ist wie Schweinefleisch. Ich habe mehr Schweinefleisch gegessen als irgend etwas anderes, und wenn ich das nicht getan hätte, wäre ich schon längst tot. Schinken zum Frühstück, Schweinebraten zum Mittagessen, Wurst zum Qlbend — das ist so mein Fall!" (Ein Geheimtagebuch des Feldmarschalls haig. Wie englische Blätter berichten, hat der jetzt verstorbene Feldmarschall Haig, der Oberbefehlshaber der englischen Armee während des Weltkrieges, in dieser Zeit ein Sagebuch geführt, das er der Verwaltung des Britischen Museums übergeben hat. Dieses Dokument wurde versiegelt und wird in der Stahlkammer des Museums unter den größten Vorsichtsmaßregeln verwahrt. Das versiegelte Paket darf erst nach 12 Jahren geöffnet werden. Rur ganz wenige Personen aus dem engsten Familienkreise des Feldmarschalls haben in diese Aufzeichnungen Einblick gehabt; sie sollen eine sehr scharfe Kritik über viele Ereignisse enthalten und mit verschiedenen noch lebenden Heerführern, Staatsmännern und Politikern sehr streng ins Gericht gehen. Die Veröffentlichung, die nicht vor dem Jahre 1940 erfolgen darf, dürfte eine große Sensation werden. ständige Reugebären in der Qiatur; und ständiges Schaffen, das ihm Sinn alles Geschehens um ihn erscheint, wird auch zum öinn und Inhalt seines Lebens. Der Rhythmus srines_Lebens kommt mit dem der Welt überhaupt überein. Und dies ist die Wurzel bäuerlicher Wucht und Kraft — auch in Südvsteuropa. Wo dieser Lebenssinn verloren geht, verliert sich die Eigenart der Menschen. Dahin aber führt mechanische Fabrikarbeit, wo die Arbeit Drotverdienen, aber kein Schassen mehr ist. Stetes schlechtes Vorbild „der Gebildeten" kann den Dauern aus seinen festen Lebensformen herausheben, auch so entsteht der entartete Dauer. DaS deutsche Bauerntum im Südvsten ist von der Zivilisation noch nicht so einbezogen wie daS binnendeutsche. GS ist durchaus noch vorhanden in llnDerfümmert- heit und Gesundheit. Die deutsche Oberschicht habe vor dem Kriege in Südosteuropa das rechte Verhältnis zu dem Bauerntum verloren gehabt, sie habe sich in Ungarn insbesondere der führenden sremdvölkifchen Oberschicht angeschlcs'en und sei so ihrem Volke entfremdet worden. Dadurch sei dies deutsche Volk führerlos gewesen. Das sei infolge des Weltkriegserlebnisses anders geworden. Das deutsche Bauerntum habe sich allen Stürmen gegenüber mit überraschender Kraft behauptet, es habe infolge 'einer Schollenverbun- denhcil die Kraft zum Ausharren be essen, während die Intelligenz davon stob. Die deutsche Intelligenz aber habe sich zu einer Revision ihrer Gedankenwelt sowohl hinsichtlich ihres Verhältnisses zu den Fremdvöllem als zu dem eigenen Dauemvolk genötigt gesehen; sie sei zur Erdeiner Verlobung mit diesem frisch hereingeschneiten Franzosen begangen werden soll — wenn er die Hauptperson, der verzärtelte, angeschwärmte Liebling als Personifizierung des glorreichen Frankreichs angehimmelt werden soll —, dann werde ich — nicht kommen!" Ja, er zog nun die Konsequenzen dieser Unterredung mit seiner Schwester. Baronin Helene war bestürzt, als Raymond ihr seinen Entschluß mitteilte, dem Familienkreise fernzubleiben. Liber sie war zu schwach, um irgendeine Initiative zu ergreifen. Zu sehr hatte Melusine unter Beihilfe ihrer greisen Großmutter in dieser ganzen Affäre die Führung ergriffen und sie nach ihrem Willen gelenkt! Als Mann von guter Erziehung und vornehmer Lebensart, dem Rücksicht auf die Mitmenschen zur zweiten Natur und etwas Selbstverständliches geworden war, unterließ Raymond es nicht, zur Großmutter hinauszufahren und ihr fein Bedauern auszusprechen, daß es ihm unmöglich sei, dieses Mal an der Familienfeier bei der Patriarchin her Familie teilzunehmen. Ganz absichtlich suchte er dieses Mal die alte Baronin allein auf, ohne Begleitung von Mutter, Schwester oder der Verwandten im oberen Stockwerk. Denn er hielt es für seine Pflicht, der alten Dame zugleich von seinem bestimmten Entschlüsse Mitteilung zu machen: seine elsässische Heimat zu verlassen. Vielleicht war es zum ersten Male in ihrem langen Leben, daß die Baronin Hammerschlag ihre Fassung zu verlieren drohte, — denn seitdem man ihr den jungen Gatten nach der Schlacht bei Wörth sterbend ins Schloß getragen, hatte etwas Persönliches sie nie mehr so betroffen, wie jetzt die Aussicht, ihren zweiten Enkel, ihren stillen Liebling, zu verlieren, ihrem Gesichtskreise entschwinden zu sehen. Und daß sie den Enkel an den deutschen Gedanken, an dieses ihr so verhaßte Preußen verlieren mußte, obwohl es nun niedergerungen war, — das war ihr ein besonders scharfer Stachel! Es war wieder einer jener winterlichen Spätnachmittage mit seinen geheimnisvollen Nebelschleiern und Stimmungen, wie sie schon mehrmals über diesem weltabgekehrten altfranzösischen Schlosse gelegen! Damals, als Raymond den Freund der eisigen kenntnis der Wesenstiefe des Bauerntums, des Volkstums überhaupt, gelangt, und so frei von aller Ueberheblichke.t der Diener des Volkstums geworden. Das sei die große Wende. Das außendeutsche Volk aber dränge heute nach der Teilnahme am gesamtdeutschen Volksleben überhaupt, ohne darüber mit der fremdvölkischen Llmwelt in Konflikt kommen zu wollen, eS bilde so die kulturelle und wirtschaftliche Brücke zwischen dem Bauerndeutschtum und den ost- und sudosteuropäischen Fremdvölkern. Amtsgericht Gießen. • ©leben, 14. Februar. Im Oktober v. I. fuhr der Angeklagte 11 mit seinem Lastauto in der Richtung nach Steinbach an der Heil- und Pflegeanstalt vorbei. Reiter tarnen ihm entgegen. Das Auto streifte das eine Reitpferd an. Dieses kam mit dem linken Hinterbein unter das Vorderrad. Der Huf wurde abgequetscht. Das Dein war gebrochen. Man mußte das Pferd töten. Dem Angeklagten war zur Last gelegt, er sei mit un- abgeblenöetem Licht gefahren und habe nicht vorschriftsmäßig die rechte Straßenseite eingehalten. Das erstere tonnte nicht nachgewiesen werden. Dagegen würbe festgestellt, daß der Angeklagte im Augenblick des Än,alles nicht rechts, sondern genau auf der Mitte der Straße fuhr. Dies hatte der Augenschein ergeben, der vor der Hauptverhandlung stattsand, sowie die polizeilichen Messungen, die sofort nach dem Unfall Erstarrung der Rheinfluten entrissen und das Herz der jungen Baronesse Melusine im Samariterdienst um den Verunglückten sich Dietwart entgegen^neigen begonnen hatte. Und dann, — als Melusine kurz entschlossen Monsieur Jean Paul Bouvier im Auto hierher zum Besuche geführt und die Greisin vom Fenster aus in die hereindunkelnde Nacht den davongleitenden Lichtern des Gefährtes nachstarrte, in dem sich unter der Wirkung des französischen Champagners das Schicksal der beiden jungen Herzen entschied. Jetzt aber saß ihr Enkel neben ihr und sprach mit halblauter Stimme von den schweren inneren Kämpfen, die ihm seit seiner Rückkehr hier beschieden gewesen warm. Geahnt hatte die Greisin das alles! Und doch hatte sie nie aufgehört, zu hoffen, die Idee an Frankreich, an den wieder erstandenen französischen Aar würde auch inÄ)m erwachen und ihn zu ihrer Seite hinüberziehen! Nun aber hörte sie mit fest zusammengepreßten Lippen seine Anklagen gegen Frankreich. (Segen die schamlose Art, hier jedes Recht zu vergewaltigen. Gegen die Rechtsbeugungen, ehe noch der Friede unterzeichnet worden war. Ohne jede Schonung schilderte er mit tiefstem Abscheu die Einzelheiten der Ausweisungen, wie er selbst als Augenzeuge sie gesehen batte. O, welch unauslöschliche Schmach lud Frankreich, dieses immer an der Spitze der Kultur marschierende Frankreich, durch diese Tatsachen auf sich! Unbeweglich, gleich einer Nonne, das schneeweiße Haupt auf die gefalteten Hände am Griff ihres Krückstockes gestützt, hörte die Ahne ihm zu. Kein Wort vermochte sie bei all seinen harten Anklagen gegen Frankreichs Haltung hier im Elsaß zur Entwaffnung oorzubringen. In dieser Stunde erkannte sie das unabwendbare Schicksal, ihren Lieblingsenkel verlieren zu müssen, um ihn an den deutschen Gedanken abzugeben. Eine Kluft, eine Leere würde sein Fortgehen hier im engsten Familienkreise hinterlassen. Es gab dieses Mal einen ernsten, mühsamen, schweren Abschied zwischen Großmutter und Enkel. „Wann wirst du Straßburg verlassen?" fragte sie zuletzt, als er sich erhob. „Den Termin weiß ich noch nicht! Ich bin über die Einzelheiten meiner Uedersiedlung nach Deutschland noch nicht klar. Fest steht für mich, daß ;d) jetzt Stellung als Assessor suchen werde, um im deutDorgenommen worden find. Der Angeklagte gab an, er sei unmittelbar vor dem Umfall nach der Straßenmitte zu gefahren, weil eS schlüpfrig war, sein Wagen leicht schleudere und unmittelbar am Rand des Fahrdamms ein Pärchen gegangen sei, das bei allzu scharsern Rechtsfahren gefährdet gewesen sei. Diese Angaben des Angeklagten waren nicht zu widerlegen, wurden sogar durch zwei Zeugen bis zu einem gewissen Grade bestätigt. Es war deshalb zugunsten des Angeklagten zu unterstellen, daß er einen berechtigten Anlaß hatte, nicht die rechte Straßenseite einzuhalten, sondern nach der Mitte auszubicgm. 3m übrigen ist es möglich, daß er vor dem Anfall die scharf rechts sich haltenden Retter in der Dunkelheit nicht gesehen hat. Das verletzte Pferd hatte wegen eines Sandhaufens gerade eine Biegung nach der Straßmmitte zu machen müssen. Dem Angeklagten war ein Verschulden nicht nachzuweisen. Er wurde sreigejprochen. 3 Mark Geldstrafe erhielt ein Fuhrmann, der zwischen G.eßen und Lollar mit der einen Seite seines Fuhrwerks auf dem Bankett gefahren war. Ein Angestellter, der auf den Bahnsteigen des hiesigen Bahnhofs Erfrischungen zu verkaufen hatte, hat einen Teil des Erlöses nicht abgc* liefert, sondern für eigene Bedürfnisse verwandt. Wegen AMerschlagung wurde er zu einer Geldstrafe von 25 Mark verurteilt. Er war noch nicht vorbestraft. Ein Bewohner einer hiesigen Darackenkolonie hatte trotz mehrfacher polizeilicher Verwarnung Flaschenbier zum alsbaldigen Verbrauch verkauft. Aus Grund des Reichsnotgesetzes erhielt er eine Geldstrafe von 30 Mark, Im Falle der Uneinbringlichkeit sechs Sage Gefängnis. Wirtschaft. Mitteldeutsche Creditbauk. In der gestrigen Aufsichtsratssihung der Mitteldeutschen Creditbank wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1927 vorgelegt. Der auf den 13. März 1928 einberufenen ordentlichen Generalversammlung wird die Verteilung einer Dividende von 9 Proz. (wie im Vorjahre) vorgeschlagen. In dem Geschäftsbericht wird ausgeführt: Das Wirtschaftsjahr 1927 verlief im allgemeinen befriedigend. Roch immer verhindern hohe Steuern und soziale Lasten eine genügende Kapitalbildung, ohne die eine Gesundung der deutschen Wirtschaft, der öffentlichen wie der privaten, nicht denkbar ist. Die alsbaldige Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Rentabilität ist eine im Interesse der gesamten Volkswirtschaft gebotene Rotwendigkeit. Die immer wieder aufflackernden Lohn- und Arbeitszeitstreitigkeiten dürfen in ihren Folgen nicht unterschätzt werden. Unter den herrschenden Verhältnissen bewirken Lohnerhöhungen unbe- streitbar einen gesteigerten Verbrauch mit erhöhten Preisen, und dementsprechend eine Vermehrung der Einfuhr. Die Börse ft and tm Jahre 1927 unter keinem glücklichen Stern. Die Folgen der plötzlichen KrediteinschrLnkungen im Mai haben die Börse ihrer Eigenschaft al- WirtschaftStnstru- ment fast völlig beraubt Die KurSaestalttmg wurde Don Zufälligkeiten abhängig, haltlose Gerüchte und belanglose Vorkommnisse wurden für die Dörsenstimmung ausschlaggebend. Die Folge war, daß sich das Kapitalistenpublikum mehr und mehr von der Börse zurückzog. Ein derartiger Zustand ist für die deutsche Wirtschaft nicht erträglich, da die zur Steigerung der Produktivität dringend nötigen Finanzgeschäfte der Wirtschaft nicht durchführbar sind. Das deutsche Bankgewerbe konnte aus der lebhaften Börsentätigkeit der ersten Monate entsprechenden Nutzen ziehen. Der Wegfall der Emissions- und Börsengeschäfte im weiteren Verlaus des Jahres, die Unterhaltung einer genügend hohen Liquidität mit Rücksicht auf die gespann» ten Geldmarktoerhältmsse und das Anwachsen der Unkosten blieben auf das Gesamtergebnis nicht ohne Einfluß. Zu den Ziffern der Gewinn» und Derlust - rechnung sowie der B i l a n z ist im einzelnen zu schen Verwaltungsdienst Fuß zu fassen. Ich komme selbstverständlich vorher noch einmal zu dir heraus, Grandmama. Einen ganzen Nachmittag lang. Laß mich dann am liebsten mir dir allein hier sein! Wir zwei allein!" Sie preßte ihm die Hand, ohne vor innerer Erschütterung ein Wort hinzu fügen zu können. Dann, als dem alten Jacques geklingelt und der Befehl gegeben war, den Chauffeur zur Abfahrt zu benachrichtigen, und er selbst dann wartend im Vestibül stand, hielt die Baronin den Enkel nochmals mit der zögernden Frage zurück: „Willst du uns nicht noch die Freude machen, wenigstens bei der Hochzeit von Alceste und Poette hier zu sein?" Raymond überlegte. Er hätte gern diesen Wunsch der Großmutter erfüllt. Aber dann stellte er sich den Hochzeitstag in all seinen Einzelheiten In Gedanken vor: er schätzte die ganze Familie Amberger, die dann in corpore aus Mülhausen herüber kommen würde, durchaus nicht in ihrem unentwegten französischen Geplapper, in ihrer aufgepfropften, französischen Kultur, in ihrer erzwungenen Eleganz, die im Grunde fern war von wirklicher Vornehmheit, — kurz, er schätzte diese Vertreter der Geldaristokratte der französischen Chauvins nicht hoch ein. Den Brautführer irgendeiner der Pensionsfreunbinnen von Pvette abgeben, — feifie eigene Schwester als Braut neben diesem hereingeschneiten Professor der Musik, Jean Paul Bouvier sehen —? „Nein, Grandmama, ich glaube nicht! Ich werde mich an keinen Termin binden können." Es war Raymond, als begänne nun tagtäglich ein Teil seines bevorstehenden Abschieds, als müsse er sich Stück für Stück von der Heimat losreißen. Am Tag des Heiligabends verließ er fein Elternhaus, um nach der Besitzung von Wenger in eines der Dogesentäler hinauszufahren. Zum ersten Male löste er sich hiermit äußerlich aus seinem Familienkreise. In derselben Stunde, in der seine Mutter mit Melusine, mit Onkel Carnilte und Alceste zur Grandmama hinausfuhren und Monsieur Jean Paul Bau- vier in seiner unnachahmlichen französischen „Eleganz" gleichfalls in irgendeinem Gefährt zur Teilnahme sich ins Schloß hinausbegab, trug der Zug Raymond aus dem Weichbild der Stadt hinaus in die Einschnitte des Dogesengebirges. (Fortsetzung folgt) * Di e Dolksbank Gießen e. G. m. b. H. hielt jetzt ihre ordentliche Generalversammlung ab. Die 205 Mitglieder sehen sich aus Angehörigen verschiedener Berufe zusammen: 82 wohnen in Gießen, 123 in der LImgegend. Der Umsatz betrug in 1927 5,3 Millionen Reichsmark. Die Bilanz schließt mit 351 000 Rm. und einem Reingewinn von 9016 Rm. ab. Der Geschäftsgang ist gut. Die mit der Volksbank vereinigte Geschäftsstelle der Landesgenossenschaftsbank Darmstadt hatte m 1927 einen Kassenumsatz von sechs Millionen Rm. zu verzeichnen. Letztere ist Ausgleichstelle der ländlichen Spar- und Darlehnskasfen des hiesigen Bezirkes. ' Die Zeichnung auf die Dvrzugs- -aktien der Deutschen Reichsbahn.Die Subskription auf die Zertifikate der Reichsbank, Gruppe II, über Vorzugsaktien der Serie V der Deutschen Reichsbahngesellschall, hat eine mehrfache Lieberzeichnung des aufgelegten Betrages ergeben, wobei der größere Teil in Sperrstücken gezeichnet worden ist. Das Konsortium wird daher die Option auf weitere 100 Millionen Mark Zertifikate, die ihm, wie aus früheren Mitteilungen bekannt ist, zusteht, ausüben und den ernsthaften Zeichnern, die wegen der Lieberzeichnung sonst ausfallen müßten, die Befriedigung aus der Option anbieten. Trotzdem wird eine mäßige -Kürzung der Zeichnungen mit Sperre und eine sehr starke Kürzung der Zeichnungen auf freie Stücke stattsinden müssen. Die Zuteilungsschreiben werden den Zeichnern voraussichtlich anfangs der folgenden Woche zugehen. * Bamag-Meguin A.G., Berlin. Die schon seit längerer Zeit/ mit Verlust arbeitenden vberschlesischen Betriebe der Bamog Meguin A. G., Berlin, in Gleiwitz werden nunmehr nach ^?^^lchon früher gefaßten Entschluß zum 31. Marz d. o. stillgelegt werden. Gestern wurde über ICO Angestellten die Kündigung zugeleitet, mit der Begründung der bevorstehenden Stilllegung des Werkes. Es wird damit gerechnet. bemerken: Der Gesamtumsatz (von einer Seite des Hauptbuchs) mit rund 14,96 gegen 11,83 Milliarden Mark überschreitet zum erstenmal nicht unerheblich die Umsatzziffern des letzten Dorkriegsjahres (12,5 Milliarden). Diese Tatsache ist sür die Entwicklung des Geschäftes von besonderer Bedeutung, da die Bank seit Ausbruch des Krieges keinerlei Angliederungen oorgenommen hat. Die Prooisionseinnahmen weisen die höchste Steigerung unter den Einnahmen auf. Nicht unerheblich daran beteiligt ist der Provisionsgewinn aus dem lebhaften Effektengeschäft in der ersten Jahreshälfte 1927, die Effektenprovision beträgt un» gefähr auf das ganze Jahr gerechnet ein Drittel der Gesamtprooisionseinnahmen. Die Kreditoren, die eine bedeutende Vermehrung aufweisen und unter denen sich 30 v. H. Auslandsgelder befinden, übersteigen ebenfalls erstmals die letzte Vorkriegsziffer (131 Mill. Mk.). Die Deckungsreseroe für diesen Prozentsatz Auslandsgelder ist in den Nostro-Guthaben bei Banken und Bankfirmen vorhanden, bei denen es sich vorwiegend um Guthaben im Ausland handelt. Infolge der Beteiligung an verschiedenen neuen Geschäften stehen die Konsortialbeteiligungen mit rund 1,94 Millionen Mark, die dauernden Beteiligungen bei Banken und Bankfirmen mit 350 000 Mark zu Buche, Posten, die in der Vorjahrsbilanz mit 1 Mark eingesetzt waren. Wie uns mitgeteilt wird, sind bei der Aktivierung der Posten Konsortialbeteiligungen und Wertpapiere erhebliche stille Reserven gebildet worden. Don den mit rund 90,20 Mill. Mark ausgewiesenen Debitoren in laufender Rechnung lind gedeckt: durch börsengängige Effekten 62,9 Mill. Mk., (34,96), durch Bürgschaften 3,34 (3,28), durch Hypotheken 9,1 (7,65); durch nicht börsengängige Effekten und andere Sicherheiten 7 09) (7,17). Die Liqui - d i t ätsziffer stellt sich auf ungefähr 58 o. H. (rund 65 v. H. im Vorjahre). Der Personalstand der Dank ist unverändert. Die Bankleitung führt dies darauf zurück, daß die Rationalisierung des Bankbetriebs sehr schnell ihre Grenzen erreicht. Die Erhöhung der Lkmsätze und vor allem die Zahl der Einzekposten, die viel größer ist, erfordert naturgemäß mehr Arbeit. Zu den Aussichten des neuen Geschäftsjahres erllärte die Verwaltung, daß das Effektengeschäft bisher keine Erfolge auszuweisen habe. Wenn auch die Zinsmargen infolge des erhöhten Reichsbankdiskonts etwas besser sind, so können sie doch bei keiner Bank den Ausfall im Effektenprovisionsgeschäft ausgleichen. Auf Anfrage wird uns noch mitgeteilt, daß die seinerzeit nach Amerika verkauften Aktien der Bank im Betrage von 2 Millionen Mark in Amerika geblieben sind. Die Erwägungen über eine Kapitalerhöhung sind noch nicht abgeschlossen. daß der Belegschaft deS WerkeS. die zur Zeit noch ca. 250 Arbeiter zählt, am 15. März gekündigt wird. • Baldur Pianofortefabrik 21.-®., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft die bereits im Jahre 1926 ihr Aktienkapital von 500 000 Mark im Verhältnis 10:1 zusammenlegen wollte, will jetzt die Sanierung vornehmen, und zwar soll das Kapital nur noch im Verhältnis 2:1 auf 250 000 Mark zusammengelegt werden, da die Verwaltung infolge der abgewarteten günstigen Entwicklung mit der weniger scharfen Sanierung auszukommen glaubt. • Z u dem Bankkrach der Rheinischen Handelsbank in Mannheim erfahren wir: Die erste Lieberprüfung hatte Verluste bei der Rheinischen Handelsbank QI. G. ergeben. Durch fahrlässige Kredite ist das gesamte Qlktien- kapitol von einer halben Million Mark verlorengegangen. Die Ziffern von 600—650 000 Mark Verlust konnten von den zuständigen Stellen noch nicht bestätigt werden, da erst eine genaue Tleberprüsung die endgültige Ziffer ergeben wird. Die Einberufung einer außerordentlichen General- Versammlung ist nunmehr auf den 1. März erfolgt. Den Hauptscheiden trägt die Metzger- Innung Mannheim davon, die die Aktienmajorität besitzt. • Erweiterung der Harpener Zeche G n e i s e n a u. Die zur Har e er Bergbau-A.°G. gehörende Zeche Gnnsenau hat, wie der WTB.- Handelsdienst erfährt, den im Anfang vorigen Jahres begonnenen Reubau von 75 neuen Koksöfen beendet, so daß mit deren Inbetriebnahme am 1. März begonnen werden kann. Zu gleicher Zeit wird mit den Arbeiten zum Bau von weiteren 65 Oefen begonnen, die eine Kapazität von täglich 14 000 Tonnen Kohlen haben sollen. Mit der Fertigstellung dieser Oefen werden die Anlagen der Zeche Gneisenou, die bisher 144 Oefen betrugen, ungefähr verdoppelt werden. * Frankfurter Genossenschaftsbank e. G. m. b. H., Frankfurt a. M. Der auf den 12. März einzuberufenden G. V. wird die Verwaltung wieder 10 Proz. Dividende Vorschlägen. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 17.Febr. Tendenz: schwächer. — Nach den Kurssteigerungen der beiden letzten Tage war die Tendenz der heutigen Börse allgemein schwächer, da die Spekulation den vorliegenden ungünstigen Momenten starke Aufmerksamkeit schenkte und deshalb zu Realisationen schritt. Verstimmend wirkte der langsame Gang der Freigabeoerhandlungen im amerikanischen Smat, ferner drückte die Gefahr einer baldigen Reichstagsauflösung stark auf die Stimmung. Die Ueberzeichnung der Reichsbahnvorzugsaktien konnte nicht nachwirken und der Abschluß der Mitteldeutschen Creditbank war erwartet worden. Die Abgaben der Spekulation hatten ihren Hauptgrund in der Enttäuschung darüber, daß das Publikum bereits wieder f a st völlig am Markte fehlte. Das herauskommende Material wurde infolge der Gefchäfts- stille nur sehr schlecht ausgenommen, und bei den ersten Kursen ergaben sich auf den meisten Marktgebieten ein- bis zweiprozentige Kursrückgänge. I. - G. - F a r b e n minus 1,75 v. H., dagegen Scheideanstalt gut behauptet. Elektrowerte durchschnittlich minus 1 bis 2 o. H. Kleyer und Daimler je minus 1,5 v.H. Don Montanwer- t e n waren Harpener, Mannesmann und Gelsen- firmen angeboten, während Phönix, Rheinstahl und Rheinhraun knapp behauptet blieben. Schifffahrtsaktien minus 1 v. H. Don Banken gaben Dresdner 2,25 v. H. nach. Zellstoff-Waldhof stark angeboten und minus 3,5 o. H. Deutsche Anleihen still und wenig verändert. A u s l ä n - der geschästslos. Im weiteren Verlaufe blieb die Stimmung unsicher. Weitere kleine Abgaben bewirkten, daß neue Kursabbröckelungen bis zu 1 v. H. eintraten. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zu 7 o.H. gefragt. Im Deoisenoer- k e h r notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,19175, gegen London 20,435, London gegen Kabel 4,8740. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,00, Madrid 28,72. Bcrlmc Börse. Berlin, 17. Febr. Rach freundlichem Vormittagsverkehr machte sich plötzlich zu Beginn der Börse eine schwächere Tendenz bemerkbar. Der Orderseingang bei den Banken blieb klein, teilweise war das Publikum zu den erhöhten Kursen als Verkäufer am Markte, so 'daß die Spekulation wieder mehr unter sich war, und zu wirtschaftlichen Lieberlegungen Zeit hotte. Der Mitteldeutsche-Kreditbankbericht brachte nichts neues, ebensowenig die Freigabeinel- Dunc;en. Dagegen gab der Geldmarkt zu Bedenken Anlaß. Die gestrige Qlnspannung hielt unverändert an. Die Reuyorker Börse war auf Anziehen der Geldsähe schwächer und es besteht die Möglichkeit einer Erhöhung der dortigen Diskontrate. Eine saisonmäßige Anspannung durch die Landwirtschaft wird ebenfalls bald erwartet. Die Ausgabe von Reichsschahwechseln machte die Hoffnungen auf eine baldige Diskontermäßigung der Reichsbank ebenfalls zuschanden. Außerdem rückt der Termin für die Einzahlungen auf die Reichsbahnvorzugsaktien näher. Gegen gestern lagen die Kurse auf allen Märkten im Durchschnitt 1 biS2 Prozent schwächer, nachdem heute vormittag noch Gewinne im gleichen Ausmaße zu verzeichnen waren. Stärker gedrückt waren Mitteldeutsch minus 4,5 Prvz., Zellstoff-Waldhof minus 4 Proz. und Dem- berg minus 6 Proz. Heimische Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefe sehr still. Im Verlaufe wurde die Tendenz allgemein schwächer bei durchschnittlich um 0,5 bis 1 Prozent gedrückten Kursen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. Febr. Die erhöhten Auslandpreise wirkten sich auch am hiesigen Martte aus. Sowohl Mais wie Weizen, Roggenmehl und Weizenmehl notierten 25 Pf. höher als gestern. Es zeigte sich auch etwas mehr Kauflust. Auch Weizenkleie wurde 10 Pf. höher notiert. Prompte Ware ist immer noch gesucht. Cs wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 24,50 bis 24,75, Weizen 2, gesund, trocken, bis zu 3 Proz. Auswuchs 23,50 bis 23.75, Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Proz. Feuchtigkeit 22,75 bis 23,25. Roggen 21,50, Sommergerste für Brauzwecke 27 bis 30, Hafer, inländ. 23,50 bis 24,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50 bis 22,75, Maig (gelb) für andere Zwecke 23,20 bis 23,45, Weizenmehl, südd. Spezial 0 36.25 bis 37. Roggenmehl 33,25 bis 35,25, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 15 bis 15,25. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Febr. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 228 bis 231, März 257 bis 258, Mai 267 bis 268, Juli 270,50 bis 271; Roggen, märkischer, 233 bis 237, März 259,75 bis 261, Mai 267 bis 267,50, Juli 258; Braugerste, märkisch, 221 bis 273; Hafer, märkischer, 209 bis 220, März 229, Mai 240; Mais, La Plata 220 bis 222; (100 kg): Weizenmehl 29 bis 33,25; Roggen mehl 30 bis 33,25; Weizenkleie 15,30; Roggenkleie 15,30; Diktoriaerbsen 47 bis 55; kleine Erbsen 34 bis 36; Futtererbsen 25 bis 27; Peluschken 20 bis 20,50; Ackerbohnen 20.50 bis 21,50; Wicken 21 bis 23; Lupinen, blau, 14 bis 14,75; Lupinen, gelb, 15,25 bis 16; Rapskuchen 19,75 bis 19,90; Leinkuchen 22,20 bis 22,40; Trockenschnitzel 12,80 bis 12,90; Soyaschrot 21,20 bis 21,80; Kartoffelstöcken 23,30 bis 23,70 Mark. Zeitschriften. — „Die Kun st". Monatshefte für bildende Kunst. Februarhest, Verlag F. Bruckmann QI.=®., München. Vierteljährlich 6 Mk. Eine besonders begrüßenswerte Veröfientlichung innerhalb dieses wiederum sehr schönen und reichen Heftes ist die über amerikanischen Landhausbau. Die Wolkenkratzer, an die der Europäer zuerst denkt, wenn er von amerikanischer Baukun hört, find Ausnahmeerscheinungen. Die sehr schönen Beispiele von amerikanischen Landhäusern, die das Heft uns zeigt, legen Zeugnis ab von einer vornehmen Wohnkultur, welche vorhandene Tradition verständnisvoll pflegt und zugleich alle Fortschritte der Wohntechnik einsichtsvoll benützt. Aus dem übrigen Inhalt wollen wir nur kurz erwähnen: einen illustrierte". Aufsatz über Werke des Malers Wi. i ®eitier, zu denen ein sehr geistvolles Ap'r^u Künstlers selbst über künstlerische Konzeption als Text beigegeben, über das Theater „Die Komödie erbaut von Oskar Kaufmann, über den Wettbewerb für den Reubau des Genfer Völker^undpalastes usw. — Reue Musik-Zeitung; Halbmonatsschrift. Verlag Ernst Klett (Carl Grüninger Rachf.), Stuttgart. 4g.Jahrg. 1928. Heft 7, 6. t— Die beiden vorliegenden Hefte stehen im Zeichen des Tanzes und rollen dieses für die Gegenwartskunst so wichtige Problem von allen Seiten auf. Der neue Tanz kam als gesunde Reaktion auf die unlebendige Art des alten Balletts und verlegte den Schwerpunkt vom Formalen dem Inhaltlichen zu und führte von der Pantomime zur Auswirkung der persönlichen Geste: am stärksten vermochte er sich in Deutschland durchzusetzen, da keine Tradition hemmend im Wege stand. So Egon Welleß in „Der neue Tanz und die Opernbühne". Rudolf von Laban stellt den Unterschied zwischen Ballett und neuem Tanz noch stärker heraus: Kurt Jooß, Essen, führt in Labans Geist in die choreographische Harmonielehre ein; dagegen erhebt Max Tecpis als Mann der Praxis den Ruf nach Tanzwerken, guter Musik und tanzverständigen Komponisten Die technischen Grundlagen des alten klassischen Tanzduetts werden durch Pros. Andrei Levinson. Paris, eingehend beleuchtet und der bekannte Händel-Kenner Hermann Roth, Stuttgart, wirft Streiflichter auf Hände s Ballettmusilen mit ihrer Bedingtheit durch Mademoiselle Salle und ihrer stilistischen Entwicklung. Die grundlegende Literatur über Tanz, Gymnastik findet eingehende Besprechung: von besonderem Interesse erweist sich ein Verzeichnis tanzbarer Musik aller Ra. tionen. ' Preußen. Kreis Marburg. ][ Marburg. 16. Febr. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 544 Läufer und Ferkel angefohren. Die Preise stellten sich wie folgt: bis 6 Wochen alte Ferkel 20 bis 24 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 24 bis 28, 8 bis 10 Wochen alte 28 bis 30 und Läufer 40 bis 55 Mk. das Stück. Der Handel, welcher ein Anziehen der Preise brachte, war flott. Kreis Biedenkopf. sch. Biedenkopf, 16. Febr. Ein eigenartiger tödlicher Unfall ereignete sich in dem Dorfe Lixfeld. Ein fünfjähriges Mädchen hatte beim Spielen eine Perle in den Mund genommen. Diese geriet in die Luftröhre, und das Kind e r st i ck t e , ehe die bestürzte Mutter zu Hilfe eilen konnte. Maingau. WSR. Hanau, 16. Febr. Die Hanauer Ortskrankenkasse hat die Scarisbricksche Villa in der Steinheimer Landstraße käuflich erworben und beabsichtigt, nach sofort vorzunehmenden baulichen Veränderungen dos erworbene Gebäude spätestens am 1. Oktober zu beziehen. In dem jetzigen Gebäude der Ortskrankenkasse am Sandeldamm wird dann das Städttfche Arbeitsamt untergebracht werden. Vermischtes. Generalmusikdirektor Abendrolh als Gastdirigent im Auslande. Der Kölner Generalmusikdirektor Qlbendroth ist eingeladen worden, das englische Symphonie« orchester in drei Konzerten in der Oueenshall in London Ende Februar zu dirigieren. Für Qlpril folgt Abendrolh zwei Einladungen zu Gastspielen für die Philharmonie in Moskau und Leningrad. Untergang eines Fischkutters. Bei der westfrie,ischen Insel Terschelling ist ein mit drei Personen bemannter Fischkutter von der Zuiderseeinsel Llrk bei stürmischer See mit dem Wrack eines Dampfers zusammen« gestoßen und gesunken. Der umge- geschlagene Kutter wurde gefunden. Von den Insassen fehlt jede Spur. Letzte Nachrichten. Auiobrand in der Ludwigstraße. Heute mittag gegen 1/sl Llhr schlugen aus einem Ql u t v, das vor einer Wirtschaft in der Ludwigstraße hielt, plötzlich Helle Flammen heraus. Ordern Anschein nach hatte sich die Kuppelung des Wagens heihgelaufen, wodurch Oel und Benzin, das mit der heißen Kuppelung in Berührung gekommen war, in Brand geriet. Durch die Flammen war dann anscheinend ein Loch in die Benzinleitung geschmolzen, so daß auch das nunmehr ausströmende Benzin im Handumdrehen lichterloh brannte. Die alarmierte Feuerwache war rasch zur Stelle und löschte den Brand mit zwei Schaumlöschern in kurzer Zeit ab. Das Innere des Wagens erlltt bei dem Brand leichte Beschädigungen. Der Wagen, der nach Zeichen und Rümmer aus dem hiesigen Bezirk stammt, muhte abgeschleppt werden. beseitigt sofort Sprödigkeit und Röte. 5d>ad>teln tu fO. 30. 60 a 120 P» Tuben zu 60 und 100 Pt Pfirsichzarten Teint Kurszettel der Berliner und Frünkfurier Börse. Die hinter den Papieren angeiübrten Ziffern geben die ^öhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. frraufcfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin r-chluh Kurs l-Uhr- 1 Rurs Schiuh- Knrs An,or.g fitir» Schlub fturs I ISch-uk 1 Anfang 1 filir - Datum: 16 2. 17.2. 16.2. 17. 2. Datum: 16 2. 1 17. 2. 116.2. 117.2. Dl Retchsanlelhe v 1927 Dt Anl Äblös Schuld mit Autzlol »Rechten D-sal. ohne AuSl.s «Rechten "/«frrai ff Hnp..Bl. Go dvi unlündbar b,s 1932 <*/«% Rheinische 6op »Bank Viqu «Goldvi DE G abg eotfricQS.Cb- itgattontn. rückzahlbar 1932 4% Schwei; Bundesb.-Anl. 4®/e Oefterelchische Goldrte 4.20*/. Dtfterr ich Silberne *70 Oesterreich einueitl. Rtr 4% Ungarische Goldrte 4«/» Ungarische Ctaottzr v 1910 <*/«°/n desgl von 1913 *®/o Ungarische Äronerrrte . *1 Turf, .-jollanlcihc v 1911 4% Turf Bagdaobobn-Anl. Serie 1 4*70 deSgl. Serk !1 <*/• Rumänen conven R4 I----------------- --— - A.E G. ... .7 Bergmann ........8 Eletir. Lieferungen. . . lu Licht und Kraft .... 10 freiten 4 Guilleaume . . .6 Ges t Gicht Untern. . . 10 Hamb Eleftr Werte . . 10 Rhein Gleitr . .... 8 Schles. Elefrr. ..... 10 Schuderi 7 Siemens & Halske . . . ic Tran radio . ..... 8 Labmever * Go. ...... 9 Buder g 0 Deutsche Erdöl..... .6 Essener Sieintoble.....8 Gelscnftrchener . f. *4 8 4 Harpener 8 ooe(d) Eisen.........5 Ille Bergbau . .......8 Klöcknerwerte ....... 5 Köln-Neuesseu .....P/2 ManneSmann .f. •/« * Mans-elder......7 Oberschles Eisend. Bedarf 0 Oberschles Kofswerfe . (1 Pbönis Bergvau f */» 9 3 Rheinische Braunkohlen 10 Rheinitabl u Riebed Montan .... c. Vereinigte Stahlw- f. •/, I 3 Ciaoi Minen 1 sh Kali «schcrSleden 1c fiah’Zßeftereqein io Kaltwerf Salzdetfurth 12 3 G frorden-Jndustrie 10 Dynamit Nobel .... 0 Scheid anfialt . ......s Goldschmidt ..... b Ringerswerke......... Metall aeiellichakt . in 171 172 222.75 126,25 268 84 101.75 135 136 190 155 121 105 101.25 171.5 103 265 115 5 100.5 179.5 168.ü 220 267.6 287,5 100.75 133.75 133.75 188.5 - - 123 100,75 240 171.0 176 185,75 264 207,5 99 5 177.5 170 186,5 172 25 221,5 127 268,25 156.25 156,75 195 183,5 !88.75 131,75 165 101.25 134.75 146 135,4 190,65 148.7u 239 125 118,5 155,2.» 121 106 97.4 101,25 241 171.75 >5, 103 44 177.0 187 255,25 265,5 129 114.9 100,75 169.23 186.5 172,75 221 127.4 267 155 195.13 183 288,25 166 134 133 188 5 145.75 238 123.25 145.75 154 120.5 105.5 96.25 100.2a 240.5 171.75 150,5 1U2.5 14 i77,a 186,4 254 65 264,6 99,75 •R#rfin BeyUn. 16. frevr (Veld WeT^ frranzöittche Holländische Noteit . . . Noten . . 16,51 168,16 - Schlich 1 '-Uhr- Schluß | Anfang ! Kur° 168,84 22,28 Kurs 1 Kurs Kurs 22,18 16. 2. | 17. 2. 16. 2. | 17. 2 Norwegische Noten. . . 110,80 111,20 59,18 59,28 -UUUiDP Hvizmann . . Heidelberger Ccmem l'z 141.75 1 142 8iumänt>che Noten . - . 2.575 2,595 8 139 138 Schwedische Noten . . . 112,23 112,67 Gemen 1 Karlstadt 8 180 Schweizer Noten .... 80,45 80,8.5 tioo6 4 frrthao 1< 136.13 134,25 — Svanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 70,85 71,15 SchultdetS Patzenhoker. . 15 378.5 378 12,35 12,41 73,30 CftTOetfe . . 12 — 285,5 285,25 Ungartiche Noten 73 00 Ber. Glanzstoss...... Bemberg........ 15 8 12 — — 590 590 444 254.65 Devifenmartt Berlin —Frankfurt a. W. Zellstoii Waldhof. . . . Zellstoff Aschaffenburg . Eharlottenburger Wasser cflauer GaS 260 2551 258,*75 Telearavblfcbe- Aus»ablvna. _ 175.75 178.25 129,5 179 130.5 174.5 7 8 0 — 16. frebr- 17. frebr. Daimler Motoren..... 89 89 Amtliche Nori.runa Amtliche Itotierung Temag ...... 0 — 64,75 64 i^cld Brie- (4eld Prici , Ablcnverke Kleve». . . . 0 81,75 80,5 81.75 Amst.» Rott 168,53 168,87 168,54 168.88 Ludw- «ocire . . . . . Nat Tlinomobil..... lr 260 98.25 260.25 98 Buen.-LireS Brss.-Anrw 1,790 58,275 1,794 58,395 1,791 58,28 1,795 58,40 S renkte in A Kovvel . . . . 4 —- — 130,5 140,75 Christian ia 111,43 111,65 111,42 ill,64 L'infe Ho>niann , . . . — Konen Hagen 112,13 112,35 112,16 112,38 Leonhard Tiey . , , Bamaa- i> egiiin ...... 6 r 27 5 — 202.5 26,5 202 Stockholm - HelüngforS. 112,35 10,543 112.57 10,563 112,36 10,545 112,58 10,565 frranff 'Maschinen .... i^ritzner > • . • • c 73 131 72,5 — Italien. . London. . . 22,175 20,09 22,215 20,419 22,18 20,411 22,22 20,454 Hcvllgenftaedl 29 _ _ Neuvork . . 1.1875 4,19.i5 1.1880 4,1960 stiingdans ...... Lechwerke . ...... e 8 86 — 87 — Paris.... Schlvetz . . 16,47 80,54 16,51 80,70 16,46 80,57 16,50 80,73 DlQuifrafttnrrfr ...... 116,25 146 99 5 Svanien . 7t 13 71.2 1 70,88 71.02 Miag . ...... Nefarsulmer . ...... 1C 99.5 139,5 100 140 Javan . . Rio de Jan 1,963 0.503 1,967 0.505 1,965 U.5O3 1,969 0.505 Üctei'6 Union - ...... :i! — 1 140 1 111,4 179 139,5 Wien in D-- 08,965 12,41 7,358 73,18 ch.98 12,413 7,359 73,17 69,10 12,433 7,373 79.31 Eebr Roeder ...... Vmgi 4 Haeffner .... Vudd Buder ..... 10 6 0 139 180 Ceft. abgeft Prag . Belirad Budaveit ■ J9.85 12.43 7,37' 73,3 i Danknoten. Bul arten Lissabon Danzig Kann utia. Athen. 3,030 19,48 81,57 2.122 5.564 3,036 19,52 81,73 2,126 3,027 13,58 81,60 2,121 5.544 3,033 13.62 81,76 2,127 Bertm. 16 frcdr I »etd ’-önei Amerilantsche Noten. . . . | 4,172 4. 192 5,556 belgische Noten..... ■ 58.23 58,47 Lana da 4,178 4.188 4,1785 4.1865 Dänische Noten...... H1.75 112,25 Urunag - 4,274 4,276 4,284 Englische Raten ... . 1 20.39 20.47 20.933 20.963 >0.938 20.978