Zreitag, (6. November 1928 178. Jahrgang Nr. 271 Erstes Blatt Lrsch«,»' täglich,-Ltz-l Sonntags anb feiertags. Beilagen; Bl«h«na ^amiltenblättei getmal im Bild Die Scholle Monau.vezvgsprei»: 2 Reichsmark and 20 Retchspfenntg fix Träger- lohn, and) bet Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlülle: 61, 54 und 112 Anschrift für Vrahtnach' richten Lirzetger 6ie»e*. poßlchecklonro: ZranNurt am Main 11688. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn«r «Ad Verlag: vrühl'sche UAwerfitStr-vuch« «Ad Stetildruckerei B. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Seschästzstelle: Zchlllstrahe 7. aweahme von anjeiaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20°/., mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen Die panzerkreuzerdebaiie im Reichstag. Hestige Angriffe des Abg. Wels. — Reichswehrminister Groener verteidigt die Vorlage. — Oie sozialistischen Kabinettsmitglieder stimmen mit der Fraktion. Bei überfüllten Tribünen imb vollbesetztem I Saale eröffnete Präsident Lobe die Sitzung, auf deren Tagesordnung als einziger Punkt die | Beratung der kommunistlschen Interpellation, des st^ialdemokrattschen und kommunistischen Antrags gegen den Bau des Panzerkreuzers „A steK. Dcunit verbunden wird der Antrag der Winschaftspartei auf Vorlegung eines umfassenden Marinebauprogramms und vorläufige Aussetzung des Baues des Panzerkreuzers „A‘. Dazu kommt noch ein Antrag der Deutschnatwnalen, die Reichsregierung möge alle ihm durch das Versailler Diktat belassenen Rüstungsmöglich- keiten ausnutzen. Schließlich ein Antrag der Na- tionalsvzialisten, die 2,5-MiNiarden-SahreS-Da- weS-Tribute zur Stärkung. der deutschen Wehrmacht, insbesondere für den strittigen Panzerkreuzer „A“ zu verwenden. Abg. Wels iS.) begründet den sozialdemokratischen Antrag: „Der Bau des Panzerkreuzers ,A' wird eingestellt." Dieser Antrag sei die einfache Konsequenz aus dem Ausfall der letzten Reichstagswahlen, bei denen die große Mehrheit der Wähler sich gegen den bisherigen Kurs und damit auch gegen den Panzerkreuzer-Beschluß des letzten Reichstags entschieden habe. Diese Entscheidung werde auch nicht beeinträchtigt durch den kläglichen Ausfall des kommunistischen Volksbegehrens. Das Parlament ist frei und nicht an Beschlüsse des ver- flossenen Reichstags gebunden, wie es vielleicht die Regierung ist (Lachen rechts und bei den Kommunisten). Wenn der Reichswehrminister der Entscheidung des Parlaments voraegrif- f e n und Aufträge von mehr als 30 Millionen über die bewilligte Ratd hinaus erteilt bat, |o steht dieser Fall ohne Präzedenzfall da (Lärm und Lachen rechts). Der Wehrminister mußte wissen, daß es sich hier nicht um eine etatsrechtliche, sondern um eine höchst politische Frage handelte. Er wußte, welche Rolle die Panzerkreuzerfrage auch im letzten Wahlkamps gespielt hat (Lachen und Lärm rechts, Zurufe von den Nationalsozialisten Abg. Dr. Göbbels (NS.) erhält einen Ordnungsruf). Wenn der Reichswehrminister durch sein Dorgehen uns in eine Zwangs- läge bringen wollte, so sagen wir ihm, daß die sozialdemokratische Fraktion sich diesem Zwange nicht fügen wird (Lärm rechts; Abg. Dr. Göbbels erhält den zweiten Ordnungsruf). Unser Antrag auf Einstellung des Panzerkreuzerbaues richtet sich nicht gegen die Reichswehr. Wir wollen die Reichswehr erhalten, um sie zu einem zuverlässigen Instrument der Deutschen Republik zu machen (Lärm und Gelächter rechts). Unser 'Antrag entspricht dem willen zur Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit. Vizeadmiral v. Galster und die meisten übrigen Marine- kenner haben bezeugt, daß ein Panzerkreuzer vom Typ des ,A‘ ein ganz unbrauchbares Verkeidigungsmittel für uns wäre. 3m Kampf mit einer modernen Seemacht wäre dieses Schiff nur eine Zielscheibe, die ohne jede Abwehrmöglichkeit von einem Linienschiff mit einem einzigen Schuß versenkt werden kann. Selbst unser politischer Gegner, der Kapitän Ehrhardt, bezeichnet den Bau eines solchen Schiffes als eine nutzlose militärische S p i e l e r e i, um die bürgerliche Gesühlspolitik zu befriedigen. (Hört, hört!) Wir haben uns immer gegen die Vergeudung von Millionen für Schiffsbauten gewandt, die in Wirllichkeit nicht un'ere Derieid'gung verstärken, sondern nur den viel zu vielen Offizieren im Marineamt und Wehrministerium eine Gelegenheit geben sollen, ihre Notwendigkeit zu beweien. Wir haben diese Millionen nicht übrig. Wir haben ein Loch von 6 0 0 bis 700 Millionen im Etat. Wir haben alle verfügbaren Mittel nötig, um das furchtbare Elend unseres Volkes zu lindern. Für die Kosten des Panzerschiffes können in Ostpreußen 30—40 000 Bauern an gesiedelt werden. Diese Menschen wären eine besserer Schutz der Ostgrenze als ein im Ernstfälle militärisch unbrauchbares Parade chiff. Solange in Berlin und anderen Gebieten die Wohnungsnot noch einen so furchtbaren Umfang hat, solange die Eesundheitsverhältnisse im Proletariat so jammervoll sind wie jetzt, solange dürfen die Mittel der Steuerzahler nicht diesen dringendsten Aufgaben entzogen und für militärische Spielereien vergeudet werden. Wenn Sie (nach rechts- solche Schiffe haben wollen, so sammeln Sie selbst dafür einen neuen Wehrbeitrag. Die furchtbare Hot des Volkes darf nicht die Hallinge sein, auf die das Panzerschiff gelegt wird (Leb- hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Präsident Lobe teilt mit, daß von den Dein o k r a t e n ein neuer Antrag eingegangen sei, in dem die Regierung ersucht wird, vor der Beschlußfassung über die zweite Rate ein in sich geschlossenes marinetechnisch begründetes Ersatzbauprogramm für die ausfallenden Schiffe der Reichsmarine vorzulegen. Abg. Heckeri (K.) begründet die kommunistische Interpellation. Das Panzerschiff „A“ sei keineswegs ein wertloses Spielzeug, sondern eine mllitärisch sehr wirksame Waffe, aber eö sei bestimmt, als Waffe der kapitalistischen, imperialistischen Mächte, die Deutschland für sich gewinnen wollen, gegen d i e russische Sowjetunion. Die Zustimmung der sozialdemokratischen Minister zum Panzerkreu^erbau könne mit faulen Ausreden nicht verteidigt werden. Die Sozialdemokratie werde in der Koalition bleiben, auch wenn tausend Panzerkreuzer gebaut werden. (Klatschen bei den Kommunisten.) Reichskanzler Müller: 3d) habe In Beantwortung der kommunistischen Interpellation namens der Reichsregierung folgende Erklärung abzugeben: Die Bewilligung der ersten Rate für den Bau des Panzerschiffes „A“ ist durch Reichstag und Reichsrat bereits mit der Verabschiedung des Reichshaushalts für das Sahr 1928 erfolgt. Beide Körperschaften haben sich durch die Annahme des Reichshaushaltsgesetzes für den Bau des Panzerschiffes ausgesprochen. Eine vom Reichsrat angenommene Entschließung sieht lediglich eine nochmalige Nachprüfung der finanziellen Möglichkeit der Inangriffnahme des Baues vor. Sn der Entschließung ist denn auch ausdrücklich der alsbaldigen Vornahme der reinen Konstruktionsarbeiten zuge stimmt worden. Die Reichsregierung hatte also eine Entscheidung nur noch hinsichtlich der finanziellen Möglichkeiten zu fällen. Die Prüfung der finanziellen Möglichkeiten durch das Kabinett hat ergeben, daß für den laufenden Etat 1928 durch die Verausgabung der Mittel für die erste Daurate keine Schwierigkeiten entstanden. Danach war die Genehmigung zur Vergebung der Lieferungen, die nach der Entschließung des Reichsrats nicht vor dem 1. September 1928 erfolgen sollte, zu erteilen, materiell handelte es sich für das Kabinett damals nur um diese Entscheidung. Sn Hinblick auf die kommenden Jahre hat das Reichskabinett in finanzieller Hinsicht festgelegt, daß künftige Ersatzbauten der Marine nur innerhalb der Höhe des Marine-Etats für 1928 ausgeführt werden dürfen. Es wurde mit voller Zustimmung des Reichswehrministers sichergestellt, daß die durch den Bau des Panzerschiffes „A" entstehenden Mehr- poiucarü erhält dasDerirauen berfiammer Frankreichs Reparationspolitik bleibt dieselbe. Paris, 15. Rov. (WTD.) Ministerpräsident Poincars gab heute In der Kammer die Regierungserklärung des neugebildeten Kabinetts ab, die besonders auf die innerpolitischen Probleme eingeht, nämlich schleunige Verabschiedung des Budgets, Verständigung der Regierung mit dem Finanzausschuß in verschiedenen steuerlichen Fragen und die Angelegenheit der Zulassung religiöser Orden und Missionsgesellschaften. Sn dieser Hinsicht will die Regierung in der Tleber- zeugung, daß diese Bestimmungen vitale Bedeutung für die Aufrechterhaltung des intellektuellen und moralischen Einflusses Frankreichs im Auslande besitzen, verlangen, daß die Frage in kürzester Frist beraten und gemäß dein nationalen Snteresse gelöst werde. Nach einem Hinweis auf die Notwendigkeit, den inneren Frieden zu wahren, fährt die Regierungserklärung fort: Wir sind entschlossen, mit allen Mitteln an der vernunftgemäßen Organisierung des äußeren Friedens zu arbeiten. Verhandlungen, von deren Ausgang das Schicksal Frankreichs und Europas abhängt, sind jüngst mit Deutschland und seinen Gläubigern eingeleitet worden, um dahin zu gelangen, in älebereinstim- mung mit den Friedensverträgen, dem Dawes- plane und dem Abkommen von Genf das ernste Problem der Reparationen zu lösen. Es besteht keine Unverträglichkeit in den Aufsagungen, und der Ernenr.urg von Sachverständigen zur Vornahme einer Gesamtprüfung scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Poincare erinnert dann an den von ihm bereits formulierten Standpunkt Frankreichs in der Reparationsfrage. Er war bereit, eine Lösung anzunehmen, die es Frankreich gestatte, feine Schulden an England und Amerika zu bezahlen und außerdem ein Plus als Entschädigung für die Diederaufbauarbeiten abwerfen. Die deutsche Schuld, fuhr er fort, wurde durch die Reparationskommission festgesetzt gemäß dem Abkommen vom 5. Mai 1921. Als der Dawes-Plan angenommen wurde, sind die Zahlungsmodalitäten nicht bestimmt worden, auch nicht die Zahl der Annuitäten, und nach weniger der ganze Betrag dieser Annuitäten. Frankreich ist in der Frage nicht der fordernde Teil. Frankreich könnte sich wohl mit der regelmäßigen Ausführung des Dawes-Planes begnügen. Bis jetzt hat er in vollkommener Regel- Mäßigkeit und zur vollkommenen Zufriedenheit Frankreichs funktioniert. Aber wir haben keinen Grund, die Vornahme einer Untersuchung durch Sachverständige zu verweigern. Niemand kann von Frankreich verlangen, daß es leichtfertig die Garantien aufgibt, die ihm die Verträge geben. Dies kann es nur tun an dem Tag, an dem es möglich sein wird, die deutsche Schuld zu mobilisieren und die internationalen Schulden zu bezahlen. Das sind aber Hypothesen. Poincare erklärt dann, er sei davon überzeugt, daß Amerika seinen Beistand für die Unter- suchung durch Sachverständige leisten werde, wie es ihn auch für die Vorbereitung und die Ausführung des Dawesplanes geleistet habe. Diese Untersuchung könne eine entscheidende Bedeutung für die europäischen Regierungen und für ihre Beziehungen zu Amerika haben. Es entstünden also ernste Gründe, auf der Grundlage der bestehenden Verträge eine Aenderung der internationalen Beziehungen und die Organisation des Weltfriedens vorzunehmen. Aus diesem Grunde wollen wir, so sagte Poincare weiter, an einem positiven Ergebnis der bevorstehenden Verhandlungen arbeiten. Sn der Kammersitzung, in der die Regierungserklärung abgegeben wurde, herrschte starker Andrang des Publikums. Sn der Kammer selbst waren fast sämtliche Abgeordnete anwesend. Als der Ministerpräsident die Tribüne bestieg, wurde er mit stürmischem Beifall von den Mittel- und Rechtsparteien begrüßt. Die Verlesung der Regierungserklärung wurde kaum unterbrochen. Mit besonderer Aufmerksamkeit wurde die Stelle aufgenommen, in der von den bevorstehenden Reparationsverhandlungen die Rede ist. Als Poincar6 nach Verlesung der Regierungserklärung die Tribüne verlieh, wurde er wieder von den Mittel- und Rechtsparteien m i t stürmischen Ovationen begrüßt. Die Radikalen und Sozialisten verhielten sich schweigend. Oie Debatte. Der sozial-republikanische Abgeordnete Cha» brun, erklärte bann, daß seine Partei die jetzige Regierung deshalb nicht unterstütze, weil man aus der Nationalen Einigung eine Fzssaden- pvlitik gemacht habe. Der Sozialist Vincent Auriol stellt fest, bah das Programm der jetzigen Regierung dasselbe sei tote das der vorauf gegangenen, und bah das Proletariat mit ihm unzufrieden sein müsse, da alle sozialen Fragen in der Regierungserklärung nicht erwähnt würden. Das neue Kabinett habe sich nach rechts orientiert. Sehr bedauerlich sei es. daß Poincare stets auf die Schwächen der Menschen zähle, um die Parteien zu untergraben. Man könne nicht mit einer Rechtsmehrheit regieren, die bei der Regelung außenpolitischer Probleme ihren Einfluß geltend machen könne. Diese Probleme seien vor allen Dingen von der Abrüstung und der Rheinlanb- räumung beherrscht, gegen bie ber neue Minister Maginvt noch m letzter Zeit heftig protestiert habe. Der Vorsitzende der radikalen Fraktion vertritt die auf dem Parteitag von Angers angenommenen Beschlüsse und bezeichnet es als das gute Recht der Partei, daß sie ihren Milgliedern die Mitarbeit an der Regierung Poincare untersagt fjat Daladier stellt fest, daß das Gewerkschaftsrecht, die Politik der europäischen Versöhnung und das Laienwesen von den Rechtsparteien, auf die die Regierung sich stützte, fortwährend bekämpft worden sei. Entschlossen für die Einheit der Linksparteien eintretenb, werden wir uns bei der Abstimmung über die Vertrauenstagesordnung der Stimme enthalten. Der sozialistische Abgeordnete Renaudel erklärt, bie Mehrheit, auf bie sich das neue Kabinett stütze, werbe nicht die Politik von ßoeamo fortsetzen und die Frage der Rheinlandräumung lösen können, ohne sich Deutschland zu nähern. Der Redner macht Poincare zum Vorwurf, daß es ihm nicht gelungen sei, den Plan der elsässischen Autonomisten zu durchkreuzen. Nach einer längeren Erwiderung Poincares wird der sozialdemokratische Antrag, der bie Verwirklichung eines Programms sozialer Reform unb die Organisierung des Friedens fordert, sowie die Wieberbildung des bloc national, der bie Demokratie bebrohe, branbmarkt, mit 335 gegen 147 Stimmen zurückgewiesen, unb bem Kabinett Poincare mit ber gleichen Stimmenmehrheit das Vertrauen der Kammer ausgesprochen. ausgaben durch entsprechende Ersparnisse bei sonstigen Ersahbaulen wieder eingebracht werden. Damit war der vom Reichsrat angenommenen Entschließung Genüge geschehen. Es ist richtig, dah über d i e erste Rate hinaus Aufträge im Betrage von 32 Millionen vergeben worden sind. Das liegt im Rahmen des § 24 der Reichshaushaltsordnung. Selbstverständlich kann ein Schiff nur Im ganzen vergeben werden, und ebenso die dazu gehörigen Maschinen. Sedenfalls sind Ausgaben über die bewilligte Rate hinaus nicht erfolgt. Reichsrvehrminister Groener. Der Minister untersucht zunächst die Frage, ob wir eine Marine nötig haben. „Sch bejahe diese Frage," so führt er aus, „aus vollster Veberzeugung, wie sie mit mir bet überwiegende Teül des deutschen Volkes bejaht. Maßgebende Gründe dafür sind einmal der Kräftezuwachs, den die Marine bem Lan dheer bringt, zum anbern die breite Oft fee. Eine Aufgabe unserer Marine würde uns noch nicht berechtigen, unser Landheer auch nur um eine Kanone zu verstärken. Snfolgedefsen bedeutet die Marine einen unersetzlichen Kräftezutoachs. Auch die kleinste Flotte ist die beste Art des Küstenschutzes. Wieviel leichter ist infolge der neuen Kriegsmethoden ber Kampf aus der Lust gegen Land und Landheer, als gegen einzelne schwimmende Schiffe. Die Marine dürfte in Zukunft berufen sein, wieder eine erhebliche Rolle zu spielen. Sie ist eine starke Entlastung des Heeres." Der Minister verweist weiter auf den Wert der Flotte für die Aufrecht- erhaltung unserer Neutralität bei Konfliktfällen jenseits unserer Grenzen. Der Minister weist darauf hin, daß der Außenminister den Gedanken völlig ablehne, als ob der Dau des Panzerkreuzers eine Belastung unserer Außenpolitik darstelle. Wenn bie Marine aber Lebensberechtigung habe, dann müsse man ihr auch die Lebensmöglichkeit geben und sie wenigstens in dem wirklich recht bescheidenen Rahmen des Versailler Vertrages erhalten. Dazu gehöre in erster ßinie ber Ersatz veralteten Materials. Auch der vorzüglichste Schiffsbau falle ber Altersschwäche anheim, ilnfere ältesten Schiffe seien bereits bedeutend über 20 Sabre im Dienst, während unsere Vertrags- gegner"uns eine Höchstdauer von 20 Sahren zugebilligt hätten. Die „Hamburger Volkszeitung" und auch die „Role Fahne" hätten den hohen militärischen wert der 10000-Tonnen-6reu;er anerkannt. Der Minister erklärt, dah er die deutschen Kommunisten in den Rüstungsfragen als nicht schlecht beraten anerkennen müsse. (Erneute Heiterkeit.) Der neue Typ erfülle alle an ihn gestellteir Forderungen. Er sei auf hohe Dauergeschwindigkeit konstruiert und befähigt, mit den Kreuzern taktisch zusammenzuaibeiten, sowie einem überlegenen Gegner rechtzeitig auszuweichen. Seine Kampfkraft sei den 10 000-Tonnen-Kreuze n weit überlegen. Er sei auch für Großkampsschiffe ein gefährlicher Gegner. Die Geschütze überträfen an Reichweite unsere alten Linienschiffe um 12 Kilometer. Sie seien in der Lage, in der Minute das Dreifache der Geschosse zu verfeuern. Wenn wir berücksichtigen, wieviele Millionen jäh.lich für die Unterhaltung der veralteten Schiffe ausgegeben werden, ohne daß damit Viel erreicht wird, so muß man auch aus ganz nüchternen wirtschaftlichen Verlegungen den schleunigen Ersah der veralteten Schiffe erstreben. Das Schiff wird auf den Deutschen Merken in Kiel in Angriff genommen, und es werden dabei 3000 Arbeiter beschäftigt. Würde der Dau abgelehnt, so würden dadurch 1500 weitere Arbeitslose auf die Straße oescht. 70 Prozent der Kosten des Schiffes, also 56 Millionen Mark, werden als Arbeitslöhne an die Bevölkerung zurückfließen. Die Gefechtsmoral ber Besatzung wirb untergraben, wenn bie Besatzung weiß, dah sie sich auf einem veralteten Schiffe besinbet. Lan- besverteidigung und wirtschaftliche Vernunft sprechen für brn Ersatz ber alten Linienschiffe, lieberlegen Sie nochmals, ob Sie burch Shr Votum die beutsche Marine erschüttern lassen wollen? Sch halte mich verpflichtet, bem Reichstag gegenüber klar zum Ausbruck zu bringen, bah ich in meiner Stellung als Wehrminister bie Einstellung bes Panzerschiffbaues nicht verantworten könnte. (Beifall.) Abg. Treviranuö (On.) erklärt, ber sozialbemokratrsche Antrag sei tatsächlich nicht ernst zu nehmen. Die sozial- bemokratischen Minister hätten bem Druck der Straße nachgegeben unb sich das Rückgrat brechen lassen. Glaubt irgend jemand unter den ernsthaften Politikern, daß in absehbarer Zeit tatsächlich von den großen seefahrenden Nationen abgerüftet wird? Es wäre eine Pflichtvergessenheit, wenn der Ersah unserer überalterten Linienschiffe mit dem Ersahbau „A“ beendet wäre. Wir halten vielmehr die planmäßige Aus- I Nutzung der Versailler Möglichkei- ten für lebenSnvtwsnvig. GS ist kennzeichnend für das deutsche Doll, daß kluge, gebi-ldete Einzelwesen zu Kindern werden, sobald parteipolitische Weltanschauung sich verbreitet. Ich kann mir eine deutsche Politik nicht vorstellen, die nicht in allererster Linie die Sicherung Deutschlands erstrebt, -lieber die uralte Schicksalsfrage: Was gilt die Nation? kam die Sozialdemokratie in der Vorkriegszeit leicht hinweg. Nach dem Umsturz hat Ebert kurzerhand die Entscheidung f ü r die Weyrmacht in Weimar erzwungen. Zur Entscheidung steht jetzt die Frage, ob der Wehr- gedanle begraben werden soll. Gegenüber der Mitteilung, daß die sozialdemokratischen Minister mit der Fraktion stimmen würden, verweist der Redner auf ein Dibelwort: „Der Führer, der nicht den Mut hat, gegen den Willen der Massen seine eigene lieber - zeugung zu vertreten weil er sie für die Sache dienlich hält, der ist in meinen Augen ein elender Kerl." Der Panzerkreuzer sei der erste Prüfstein für den Wert der Agitationsmethoden der Linken. Wir hätten, so schließt der Redner, die Möglichkeit, die Unehrlichkeit anzuprangern: aber t*r Wehrgedanke und die Sorge um den Osten sind zu groß, als daß wir sie zu taktischen Maßnahmen mißbrauchen. W.r selbst werden den Zeitpunkt wählen, an dem wir dem Volke Gelegenheit geben über die Doppelzüngigkeit der Sozialisten zu Gericht zu sitzen. (Lebhafter Beifall bei den Demschnationalen.) Der Redner erklärt zum Schluß, daß seine Freunde gegen den sozialdeinvkratischen und kommunistischen Antrag stimmen werden. Reichskanzler Müller erklärt: Wir haben ganz loyal im Kabinett dem Reichswehrminister Gelegenheit gegeben, seine Stellung über die Notwendigkeit des Baues des Panzerkreuzers bekanntzugeben. Ich gebe offen zu, daß Gründe dafür sprechen, daß ich mich als Reichskanzler von der Meinung meiner Partei trenne. Aber es handelt sich hier um eine ganz besondere Lage. Das Abstimmungsergebnis wird möglicherweise um eine oder zwei Stimmen nach dieser oder jener Richtung fallen. Da ist es selbstverständlich, daß die Fraktion keine Stimme entbehren will. Es kann einer Partei nicht zu- aemutet werden, daß sie möglicherweise in e i n en W a h l k a m p f hineingeht, nachdem ein Mitglied der Abstimmung ferngeblieben ist. Nachher würde mir der Vorwurf gemacht werden können, wie es in der demokratischen Presse schon angedeutet wurde: Das ist der Mann, der an seinem Amte klebt. (Lebhafte Zurufe des Grafen Westarp.) Ich glaube, daß eine Partei, die selbst ihre Abstimmung über die Dawes-Gesetze zu verteidigen hat, nicht berechtigt ist, mir Unehrlichkeit vorzuwerfen. Ich kann mir den Vorwurf der Unehrlichkeit verbitten. (Händeklatschen bei den Regierungsparteien.) Es kann feine Rede davon sein, daß die Sozialdemokratische Partei den Wehrgedanken an sich ablehnt oder daß sie für einen Frieden um jeden Preis eingetreten wäre. Es kann jederzeit ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung cingebracht werden. Wer aber dafür stimmt, hat gemäß dem parlamen- tarischen System dafür zu sorgen, daß eine neue Regierung zustande kommt. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Von den Kommunisten ist ein Mißtrauensantrag gegen den Reichskanzler und ein zweiter gegen den Neichswehrmtnister eingegangen. Nach einer kurzen Erklärung des Abg. Leicht (Bayer. Vp.) wird die Weiterberatung auf Freitag vertagt. Oer Reichspräsident empfängt Hugenberg. Die Haltung der Deutschnationalen. Berlin. 15. Nov. (V.D.Z.) 3n den Mittagsstunden stattete der deutschnationale Parteivorsitzende Hugenberg dem Reichspräsidenten einen Besuch ab. Darauf-kehrte Hugenberg svfort zur Berichterstattung in die Sitzung seiner Reichstagsfraktion zurück. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß Hindenburg dem deutschnationalen Parteiführer nochmals dringend nahegelegt habe, er möge dafür sorgen, dah seine Fraktion nicht etwa aus taktischen Gründen dem sozialdemokratischen Antrag auf Aussetzung des Panzerschiffbaues durch Stimmenthaltung zur Annahme verhelfe. Die deutschnationale Reichstagsfraltion hat einen Antrag eingebixrcht, der die Reichsregierung ersucht, durch entsprechende Erklärungen, gegebenenfalls durch Gesetzesvorlage, dem deutschen Volk die Gewähr zu geben, daß zum Schuhe der Lebensgrundlagen des deutschen Staates und der deutschen Arbeit, insbesondere zur Sicherung der bedrohten Ostmark alle Rüstungsmöglichkeiten ausgenutzt werden, die das FriekmSdiktat dem Deutschen Reiche übriggelassen hat. Oer Panzerkreuzer gesichert. Sozialdemokratie und Wehrgedanke. Berlin. 15. Nov. (Privatinformation.) Nach dem Abschluß des ersten Tages der Aussprache über den Panzerkreuzer wird in parlamentarischen Kreisen nunmehr die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages auf Einstellung des Baues als Gewißheit betrachtet, zumal sich infolge des demokratischen Beschlusses, unter Fraktionszwang gegen den Antrag zu stimmen, die Mehrheit auf schätzungsweise 250 bis 260 Stimmen gegen etroa 210 Stimmen, die für den Antrag zu erwarten sind, erhöht hat. Ebenso sicher wird auch damit gerechnet, dah der kommunistische Miß- lrauensantrog abgelehnt wird. Allerdings hat nicht nur in Kreisen des Zentrums, sondern auch bei der Deutschen Volkspartei dle Form der Ausführungen des sozialdemokratischen Redners. Abg. Mels, erhebliche Bedenken ausgelöst. Deshalb wird morgen vormittag das Kabinett mit den Fraktionsführern zu einer Besprechung zusammentreten, in der diese Verstimmung aus der Welt geräumt werden soll. Dabei wird wahrscheinlich gefordert werden, dah die Sozialdemokratie in einer Erklärung den Wehrmachtgedanken anerkennt und Sicherheit dafür gibt, dah die Frage des Weiter- baues des Panzerkreuzers durch dle morgige Abstimmung endgültig bereinigt ist und sich derartige Episoden, wie die jetzige, nicht bei jeder weiteren Rate wiederholen. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, dah sich hierüber eine Einigung erzielen läßt, zumal der Kanzler heule vor dem Plenum ja bereits erklärt hat, dah die Sozialdemokratie keineswegs gegen Großfeuer im Mannheimer Hafen. Ein Oellager in Klammen. — Ein Feuerwehrmann umgekommen. WSN. Mannheim. 15. Nov. 3m Mannheimer Industriegebiet beim Verein Deutscher Oelsabriken ist ein Grohfeuer ausgebrochen. Da eine Löschung des Brandes aussichtslos erscheint, obwohl sämtliche Mannheimer Feuerwehren bei der Bekämpfung des Feuers beteiligt sind, beschränkt man sich auf die Sicherung der anliegenden Gebäude. An dem Brandort haben sich eine grohe Menschenmenge, viele Autos, Motorräder und Radfahrer angesammelt. Ein großes Lagerhaus mit Kopra (Oelfaaten) gefüllt steht in Hellen Flammen. Der Betrieb hat bis jetzt keine Unterbrechung erfahren. Wenn die Oelfruchtoorräte, die in der Fabrik zu Del gepreht werden, schnell wieder herbelgeschafft werden können, droht auch weiterhin keine Betriebsunterbrechung. Da aber der neue Kran, der die auf dem Wasserwege herbelgeschafslen Ladungen in das Lagergebäude übernahm, ebenfalls von dem Brande zerstört wurde, wird allerdings eine Verzögerung in dem Betriebe nicht zu umgehen sein. Als Brandursache wird Selbstentzündung von Kopra angenommen. Das niedergebrannte Gebäude war vierstöckig. Dle Feuerwehr und die Polizei wird noch an der Brandstelle bleiben müssen, da das Feuer wahrscheinlich erst in einigen Tagen vollkommen gelöscht sein wird. Die Hauptgefahr scheint jedoch jetzt beseitigt zu sein. Nur eine Dindveränderung kann die Maschinen- und Fabrikationsräume, in denen jetzt die Arbeiter noch arbeiten, in Gefahr bringen. Der wind trieb die Flammen einem 100 Meter breiten Verbindungskanal zu, Är den Neckar mit dem 3n- dustrlehafen verbindet, und auf dessen rechter Seite ein grohes Lagerhaus der Rhenania mit Früchten gefüllt liegt. Das Lagerhaus der Rhe- nania ist von dem Qualm vollkommen eingehüllt und wird von der Feuerwehr aus mehreren Leitungen mit Wasser überschüttet, um ein eventuelles Aebergreifen des Brandes zu verhindern. Eine unmittelbare Gefahr für die umliegenden Gebäude besteht augenblicklich nicht. Leider sind bei dem Brande auch mehrere Un- gl ü ck s f ä l l e vorgekommen. So wird jetzt bekannt, daß außer zwei wegen Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebrachten Feuerwehrleuten ein weiterer Feuerwehrmann unter den Trümmern des niedergebrannlen Lagerhauses aufgesunden wurde. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er kurz nach seiner Einlieferung st a r b. 3m Zusammenhang mit dem Feuer ereignete s..) auf dem Fernamt ein tragischer Zwischenfall. Als die Pressemeldungen über das Grohfeuer im Mannheimer 3n- duslriehofen noch auswärts verbreitet wurden, mußte die Fernsprechbeamtin Geifert beim Kontrollieren ihrer Gespräche zu ihrem Schrecken hören, daß der bei dem Brande ums Leben gekommene Feuerwehrmann ihr Bräutigam war. Beide wollten zu Weihnachten heiraten. Die ilniersuchmg der „Leßns"-Katastrophe. Schwere Anklagen der paffagiere. Neuhvrk, 15. Nov. (WTD.) 3n der vom Bundesdistriktsanwalt Tuttle eingeleiteten amtlichen Untersuchung der „Destris"-Katastrophe haben heute die ersten Vernehmungen stattgefunden. Der Passagier Fred Puppe, dessen Frau und Kind der Katastrophe zum Opfer gefallen sind, machte Aussagen, die die Disziplin an Dvrd zu beleuchten geeignet sind. Er fand, als er sich am Samstag an Bord begab, nur den kleinsten Teil seines Gepäcks in der Kabine vor. Den Rest entdeckte er später im Schiffsraum unter dem schweren Gepäck. Als er sich in dieser Angelegenheit mit einem Steward in Verbindung setzte und sich bei ihm über die Bedienung an Bord erkundigte, wurde ihm geantwortet: Der eigentlich? Kabinensteward könne ihn nicht bedienen, weil er betrunken in seiner Koje liege. Als Puppe am Sonntagmorgen um 6 Uhr erwachte, war die Neigung des Schiffes bereits derart, dah es unmöglich war, sich in der Kabine ungehindert zu bewegen. Als er dem Steward gegenüber bemerkte, anscheinend sei etwas nicht in Ordnung, erhielt et zur Antwort: Wir wissen nichts. Die Ladung hatsichverschoben. Die Mannschaft arbeitet jetzt daran. Innerhalb einer Stunde ist alles in Ordnung. — Der deutsche Passagier Rückert, der noch nicht vernommen worden ist, äußerte in einer Unterredung mit Pressevertretern, daß er bereits am Vor t a ge der Katastrophe infolge des Heber Hegend des Schiffes dreimal die Kabine habe wechseln müssen. Es wurden insgesamt sechs Personen vernommen. Den Blättern zufolge, haben ihre Aussagen folgende Feststellungen ergeben: dah bereits am Sonntagfrüh der Dampfer nicht seetüchtig war, daß der drahtlose Hilferuf viel zu spät erfolgt, dah beim Aussetzen der Boote große Verwirrung herrschte und dah die für das Aussetzen gebrauchte Zeit ungeheuer lang war, Safi einige Boote ungenügend ausgerüstet und nicht seetüchtig waren, dah keines von ihnen imstande war, die 60 Personen auf- zunehmen, für die es bestimmt war, und dah einige sogar undicht waren. Alle Zeugen erklärten übereinft;inmcnb, dah von Sonntagabend ab keine Disziplin mehr an Bord geherrscht habe. Während die amtliche Hnter- suchung im Gange ist, hat Senator Fletcher in Washington angekündigt, «daß er beabsichtige, dem Kongreß bei dessen Zusammentritt „im Interesse der Sicherheit von Menschenleben auf See" eine Hntersuchung durch den Kongreß zu beantragen. — Unter den geborgenen Toten wurde auf Grund seines Passes der aus Dessau stammende Carlos Stande Leiter der Niederlassung von Gebt. Körting A.-G. Hannover in Mexiko identifiziert, der sich mit Frau und zwei Kindern nach Buenos Aires eingeschifft hatte. Der erwähnte Hermann Rückert und der gleichfalls gerettete Walter Spitz aus Berlin erklärten beide, das drohende Urcheil sei bereits am Sonntag offenbar gewesen. Spitz fiel bereits am Nerchoicker Pier auf, daß die Ladung schlecht verstaut war. den Wehrmachlgedanken eingestellk sei. Offenbar Hal heule abend auch bereits eine erste Fühlungnahme zwischen führenden persönlichkeilen der hinter der Regierung stehenden Parteien eingesetzt. Wahrscheinlich wird die Sozialdemokralie durch einen zweiten Redner die Mißverständnisse klar- slellen, damit dann nach der morgigen Abstimmung der Weg für die außenpolitische Aussprache und die Tätigkeit des Kabinetts frei ist. Die Düsseldorfer Verhandlungen. Ein Vorschlag der Arbeitgeber. Düsseldorf, 15. Nov. (WTD.) Die Besprechungen beim Regierungspräsidenten Berge- mann in Düffeldors haben gleich nach dem Eintreffen des Reichsarbeitsministers W i s s e l l eingesetzt. Zur Besprechung waren noch Oberlandesgerichtsrat Sötten und Oberregierungsvat Driesch, der amtliche Schlichter für Dortmund, hinzugezogen. Auch Regierungspräsident Kö- n i g, Arnsberg, war heute morgen in Düsseldorf erschienen. Die Besprechungen zogen sich über den ganzen Vormittag hin und wurden gegen 14 Uhr durch eine Mittagspause unterbrochen. Gewerkschaftsführer und auch die Arbeitgeber haben bisher noch nicht wieder an den Verhandlungen teilgenommen. Von Arbeitgeberfeite ist ein Vorschlag auf Abänderung des Lohnschieds- spruches gemacht worden, wonach die Stundenlohnerhöhung von sechs Pfennig nicht allgemein gewährt werden soll, sondern nur einem gewissen Teil der Arbeiterschaft. Diejenigen Facharbeiter, die bisher bereits einen Stundenlohn von 86 Pf. hatten, sollen danach einen Lohnzuschlag von nur 3 Pf. erhalten. Die Gewerkschaften haben diesen Vorschlag abge- lehnt und halten an dem Lohnschiedsspruch in unveränderter Form fest, sollen aber bereit sein, in der A r b e i t s z e i t f r a ge Zugeständnisse zu machen. Gütliche Beilegung des Chorzow- Streits? Warschau, 15. Nov. (W.B.) Wie die Polnische Agenturpresse von gut unterrichteter Seite erfährt, find in den letzten Tagen in Warschau Verhandlungen über die gütliche Beilegung des Chorzow-Streits geführt worden. Als Vertreter der beteiligten deutschen Gesellschaften, und zwar der Bayerischen Stickst off werke und der Oberschlesischen Stickstoffwerie führte der Präsident des Aufsichtsrates der beiden Gesellschaften, Geheimrat Professor Caro, in Warschau die Verhandlungen mit den zuständigen Stellen der polnischen Regierung. Diese Hnterhandlun- gen dauerte einige Tage und ergaben ein Kompromiß. Die erzielte Verständigung bedarf der Zustimmung der deutschen und der polnischen Regierung. Es wurde vereinbart, daß beide Regierungen in dieser Angelegenheit sich bis zum 28. November schlüssig werden sollen. Im Falle der Zustimmung zu dem erreichten Kompromiß durch die beiden Regierungen würde der Streitfall vom Haager Gerichtshof zurückgezogen werden. Professor Caro ist nach Berlin zurückgekehrt, um dort die Zustimmung der Reichsregierung zu diesem Kompromiß zu erreichen. Die Reparationskonserenz gesichert. Die Antworten der Westmächte in Berlin cingetroffen Berlin, 16. Nov. (WTB. Funkspruch.) Die deutsche Regierung ist im Besitze der wichtigsten Antworten auf ihr?n Vorschlag, zu einem möglichst nahen Zeitpunkte die in Genf vereinbarte Kommission unabhängiger Finanzsachverständiger zur endgültigen Regelung des Reparatlonsproblems zusammentreten zu lassen. Wie die „Voss. Zlg." meldet, habe jede der Regierungen durch die deutschen diplomatischen Vertreter gesonderte Antworten übermittelt. Allerdings liehen die Antworten erkennen, daß über den 3nhalt vorher eine Verständigung zwischen den Westmächten erfolgt ist. Aus der englischen und französischen Antwortnote gehe hervor, daß von den Reparationsmüchten der deutsche Standpunkt, daß die zweite Dawes-Kommission aus unabhängigen Sachoer ständigen zusammengesetzt sein soll, die nicht an bestimmte Instruktionen ihrer Regierungen gebenden sind, grundsätzlich angenommen worden ist. Sowohl die französische wie die englische Regierung hätten e» sich aber nicht nehmen lassen, in der Antwort an die deutsche Regierung nochmals ihren Standpunkt in der Repa- rationsfrage darznlegen. Sowohl die ftanzösische und die englische Regierung, und daraus dürfe man auf die Haltung der Regierungen von Belgien, 3ta- lien und 3apan schließen, verzichten aus eine vorherige Bindung und 3nstruktion ihrer Experten, halten es aber für gegeben, daß die Sachverständigen in Fühlung mit ihren Regierungen bleiben. Da der deutsche Standpunkt im Prinzip durchgedrungen ist, dürfe man nach dem genannten Blatt annehmen, daß nach dem Eintreffen sämtlicher Antwortnoten die deutsche Regierung formell Vorschlägen werde, „unabhängige an 3nstruktionen ihrer Regierungen nicht gebundene Sachverständige- nunmehr zu ernennen. Winierbeihitfen in Hessen. Beschlüsse des Finanzausschusses. Darmstadt, 15. Nov. fWHP.) Zu bet Frage der Winterbeihilfen für Erwerbs- und Arbeitslose lagen dem Finanzausschuß in seiner heutigen Sitzung zwei Anträge, und zwar je einer von der kommunistischen und der sozialdemokratischen Fraktion, vor. Naich Ablehnung des kommunistischen Antrages erklärte die Regierung, dah sie sich mit bem sozialdemokratischen Anträge befreunden könne, wenn verschiedene von ihr vorgefchlagene Aen- b e r u n g e n berücksichtigt würden. Außerdem tonne sie die Beträge nur als Kredit und nicht a!ls verlorenen Zuschuß geben. Der Antrag wird mit zehn gegen drei Stimmen in folgender Süssung angenommen: „Die Regierung wird ersucht, auf die Für- sorgeverbande und Gemeinden einwirken zu wollen, an alle Personen, die von den Dezrrksfürforgeverbänden ober öffentlichen Arbeitsnachweisen unterstützt werden und deren Einkommen (abgesehen von dem bei Festsetzung bet Unterstützung nicht in Ansatz gebrachten) d:e Richtsätze der gehobenen Fürsorge zuzüglich des Wertes der Winterbeihilfe nicht übersteigt, eine Winterbeihilfe von im Durchschnitt 40 Mark zu gewähren. Die Auszahlung der Beihilfen erfolgt unter Berücksichtigung der Kopfzahl der Familien und soll nach Möglichkeit in Form von Lebensrnitteln oder Brennmaterialien gewährt werden. Die Beihilfe kann auch auf die Monatsunterstühung vom 1. Dezember 1928 bis 30. April 1929 umgerechnet werden. Die Regierung wird ermächtigt, den Dezirksfütsorgeverbän- den d i e H ä l f t e der hierdurch entstehenden Aufwendungen aus Landesmitteln zu er- s e tz e n." Der Ausschuß beginnt bann, da auf eine Generaldebatte verzichtet wurde, mit der Einzelberatung des Gebäudesonoersteuergesetzes 1929, von dem die Artikel 1 bis 6 heute erledigt werden. Bei Artikel 5, der die Bewertung der Neubauten oder der durch Um. oder Einbauten neugeschaffenen Gebäudeteile festsetzt, die erst nach dem l.Zuli 1918 bezugsfertig und mit öffentlichen Beihilfen ausgeführt worden sind, wird ein Antrag Niepoth (DDP.) durch die Annahme eines sinngemäßen Antrages Kaul (Soz.) für erledigt erklärt, der besagt: Die Steuer wird nicht erhoben, wenn die Beihilfe gemäß § 29 der dritten Steuernotverordnung bzw. nach Artikel 2 Ziffer 6 des Finanzausgleichsgesetzes vom 10. August 1925 auiaewertet, zurückbezahlt oder in Form einer Grunojchuld eingetragen sind. Die Rückzahlung der Beihilfen sowie die Eintragung einer Grundschuld kann jederzeit auf Antrag des Steuerpflichtigen in Goldmark erfolgen. Durch diesen Passus werden namentlich die Besitzer kleiner Neubauten, wie Arbeiter und Landwirte, ent- lastet. In dieser Fassung wird dann Artikel 5 angenommen. Bei Beratung von Artikel 6 wird ein Antrag Wechsler (Z.) angenommen, wonach die bisher gewährten Steuerermäßigungen auch weiter bestehen und von Amts wegen berücksichtigt werden sollen. Tragischer Tod zweier Kinder. Die beiden 9 und 10 Jahre alten Töchter eines Lokomotivführers in Völpke in der Provinz Sachsen erstickten im Keller an Oxydgasen, die einer Räucherkammer entströmt waren. Die Wetterlage. •Jafi ruytn- Ü L 1Z Ai Donnerstag ^15.^0^.19287" aDdSS^E >■»< «L- * & -- U*orxtnrDi. o wie» omi vtettti. ® ewi» • etdtcti # Schnee c 6reu»tm e «eoti K 6evmcr.©w Ien gehen die Temperatur an Oie Linien rtremdee Ort» «ut eKKhC* auf rtceresnivea» oeaereteaeue utunci Wettervoraussage. Obwohl noch dem Vorüberzug des Regengebietes. das in ganz Deutschland während der vergangenen Nacht zum Teil recht ergiebige Niederschläge gebracht hat, in den heutigen Morgenstunden die Bewölkung etwas abgenommen hat, so steht keineswegs eine Besserung der Wetterlage in Aussicht Eine weitere Störung über Irland wird bei reitweiser lebhafter Luftbewegung erneute Niederschläge bringen. Der Witterungscharakter bleibt immer noch unbestätig. Wettervoraussage für Samstag: Fortdauer des unbeständigen wechselnd wolkigen Wetters mit erneuten Niedrrsch'.ägen, zeitweise lebhafte Lustiewegung. Wjtterungsaussichten für Sonntag: Unter wechselnder Bewölkung mit vorübergehender Aufheiterung noch vereinzelt Regenschauer, etwas kühler. Lufttemperaturen am 15. November: mittags 9,1 Grad Celsius, abends 8,6 Grad Celsius; am 16. November: 8,9 Grad Celsius. Maximum 9,2 Grad Celsius, Minimum 8,2 Grad Celsius. — Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 15. November: abends 7,8 Grad Celsius; am 16. November: morgens 7,8 Grad Celsius. — Niederschlag 8,7 Millimeter. — Sonnenscheindauer 1% Stunde. Aus der Provinziathauptsiadi Gießen, den 16. Dovember 1928. Lebensernst. „Dom Ernst des Lebens zu sprechen, ist wahrhaftig unnötig, denn den betomml wohl lebet heute zu spüren." So könnte man denken und denkt man wohl auch, — wenn man vom Lebensernst recht weit entfernt ist. Der wirkliche Lebensernst ist meist etwas anderes als man gemenu- hin darunter versteht. Man kann durch bittere Trübsal gegangen sein und braucht ihn nicht empfunden zu haben. Man kann aber auch mit lachendem Gesicht durchs Leben gehen und doch ein Mensch sein, der den Lebensernst zutiefst cinpfunden hat und noch empfindet. Dicht an äußeren Dingen hän^t er, nicht das Gesicht macht es, sondern der Geist, der In uns wirkt, unser Denken und Handeln bestinmit. Auf ihn allein kommt es an. Wenn wir -uns heute umsehen und prüfend, wägend scheuen, wir finden viel Ernst, viel ehrliches Suchen nach einer Erfüllung teä Daseins mit Sinn und wertvollem Jnhrlt. Liber dicht daneben finden wir auch wie Menschen nur an der Oberslüche hrrumplatschern, das Leben als ein leichtes Spiel nehmen, das geschenkt ist, wie man Kinderspiele schenkt, mit dem man unbedachtsam umgehen kann, sich hier- und dorthin treiben taffen: Gs ist ja gleichl Wenn nur die gegenwärtige Stunde Klang hatte. Welchen Klang, hat nur geringe Bedeutung. Ist das wirklich so? Wir machen die Probe, wir las en die B.lcke ein wenig zurückschweifen. Sie heften sich auf die ausdrucksvollen Gestalien der Geschichte, an die bedeutenden Männer und Frauen, deren Dame über Jahrhunderte hinweg guten Klang besitzt und deren Werk uns so gehört, wie es denen nach uns gehören wird. Keinem begegnen wir, der uns nicht zu sagen hätte: Lebensernst war der Grundzug meines Wesens, und in ihm yi einer Vollkommenheit zu gelangen, wie sie unvollkommenen Menschen möglich ist, war mein Streben. Dicht einen finden wir, der für die Welt, für das Gmporringen der Menschheit Bedeutung hatte, von dem nicht zu sagen wäre, daß ihn tiefster Lebensernst erfüllte, daß sein Streben gekennzeichnet war von einem Ringen um Höchstes, ein Ringen, das persönlichen Ruhen und Ruhm hintanstel te, den kleinen Freuden des Daseins sein Wirken um hohe Menschheitsgüter überordnete. Dcht jeder ist berufen, für höchste Kulturgüter der Menschheit an hervorragender Stelle zu wirken. Aber jedem von uns steht im Ausmaße feiner Fähigkeiten und nach Maßgabe seines Wirkungskreises eine solche Aufgabe zu. Mag sein Amt und seine Berufung noch so klein scheinen: er ist doch an seinem Platze wichtig. Mit mächtigen Hämmern möchte man es jedem in die Seele prägen: Auch auf dich kommt es an! Du lädst eine hohe Verantwortung auf dich durch das kleine Wort, das deiner nicht würdig ist: „Auf mich kommt es nicht an." Gs kommt auch auf dich an, wie es auf einen ßutfyer, einen Goethe, einen Kant an kam. Auch sie konnten so denken wie du: und die Welt wäre um Kulturgüter von höchster Bedeutung ärmer. Sie haben nicht so gedacht, und eine Welt hat es ihnen gedankt, eme Welt, die freilich oft erst später die Bedeutung erkannte. Es ist ganz gleichgültig, ob man dtt heute Beifall zollt oder dich heute schmällt; wenn nur dein Stern in der eigenen Brust hell genug strahlt, um dir den rechten Weg zu weisen. Der rechte Weg aber liegt nur dort, wo auch Lebensernst deine Schritt« lenken. Sr. Oer (Seneratfutturplan für Oberheffen. Die Hessische Amtliche Pressestelle meldet: Durch die Presse geht eine Notiz, nach der der Generalkulturplan für den hohenBogelsberg fettiggestellt sei. (Wir haben diese unzutreffende Nachricht nicht gebracht. D. Red.) Das enspricht noch nicht den Tatsachen. Allerdings hat das Ministerium für Arbeit uüd Wirtschaft in einer Denkschrift bereits einen Plan entworfen, der u. a. auch die Errichtung von Deispielwirts cha f • t e n vvrsieht und Kostenoaranschläge aufstellt. Diese Planungen sollen aber zunächst mit den bäuerlichen Interessenten und mit Sachverständigen eingehend besprochen werden, ehe sie d i e endgültige Form gewinnen, die sie reif zur Vorlage an die gesetzgeberischen Instanzen machen. Daten für Tamtztag, 17. November. Sonnenaufgang 7.21 Uhr, Sonnenuntergang 16.09 Uhr. — Mondaufgang 12.13 Uhr, Monduntergang 19.80 Uhr. 1768: der Buchhändler I. PH. Palm in Schorndorf geboren (erschossen 1806); — 1796: Katharina II., Kaiserin von Rußland gestorben (geboren 1729). Bornotizen — Tageskalender für Freitag. Stadt- theater: „Gräfin Eva", Anfang 19.15 Uhr, Ende gegen 22.15 Uhr. — Deutsche Demokratische Partei: Versammlung, Redner Minister Korell, 8.15 Uhr, im (Tafd Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rasputins Liebesabenteuer". — Astoria-Lichtspiele: „Mattste und die chinesische Truhe". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend, 19.15 Uhr, findet die letzte Aufführung der Ope- rette „Gräfin Eva" statt, die mit dem Ensemble des Reuen Operettentheaters Frankfurt einen so starken Erfolg errungen hat. — Sonntag vormittag, 11.15 Uhr. 2. Tag des Kammerspiel- zhklus. Dach einleitenden Worten des Intendanten Dr. Rolf P r a s ch wird das von ihm inszenierte „Streit- und Trostgespräch", „Der Ackermann aus Böhmen", aus dem 14. Jahrhundert von Johannes v. S a a z aufgeführt. Der „Ackermann aus Böhmen" ist für eine sonntägliche Morgenfeier außerordentlich geeignet. — 18 Uhr geht „Die Ballerina des Königs" als Fremdenvorstellung in Szene. Es ist dies die letzte Ausführung des beliebten Lustspiels. Durch die vorzügliche Besetzung: Barberina (Matta Koch), Friedrich 11. (Hans Ta nnert), Spielleitung (Rudolf Goll), wurde die Erstaufführung ein starker Erfolg. — Der Obst- und Gartenbauverein Gießen veranstaltet am Sonn agnachn ittag zwei Dorträge über Heröst- und Binterarbeiten im Garten. Däheres in der heutigen Anzeige. — Dortrag über Schneelaufen und Flußwandern. Man schreibt uns: C. I. Lu - t he r (München) spricht am Mittwoch, 12. Dez., abends, in der Deum Aula der Unrverfität über „Schnee — Ski — Paddeln — ein Lichtbildervortrag über Schneelaufen und Fluhwandern". Allen denen, die die Datur lieben, steht ein Abend auserlesenen Genusses bevor. Luther, der bekannte Schriftsteller und SpottSmann, hat schon in vielen größeren Städten gesprochen. Er versteht es. feine Zuhörer mit hinauszunehmen in Sonne. Schnee. Wildwafser und noch einmal Sonne. Seine Lichtbilder, die auf einer selten künstlerischen Höhe stehen, bestätigen das geistvolle, mit naturechtem Humor gtfprvchene Wort. Der Dottragende bringt uns den weißen Winterwald, die majestättschen Berge unb die strömenden Wildwafser in die neblige Stadt. Auch für Amateurphotographen wird der Dottrag von besonderem Reiz sein. Sie werden den Photvpraktiker erkennen an seinen immer wieder eingestreuten Winken. Der Dottrag erfolgt auf Veranlassung des Ski-Klubs Gießen. Däheres wird noch bekanntgegeben. • ** Gefallenen-Ehrung der Landes- ilnit>«rfität Am SamStag, 24. Dovember, wird in der Denen Aula der Landes-Universität die feierliche Enthüllung des Ehrenmals für die im Weltkriege gefallenen Angehörigen der Ani- versitüt stattfinden. •* Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am Samstag. 17. Dov., vormittags 8.30 älhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt. Tagesordnung: Stellung des Hoherods- kopfes unter Denkmalschutz; hier: Berufung der Gemeinde Breungeshain gegen das Urteil des Kreisausschusfes des Kreises Schotten vom 28. September 1927. Beschwerde des Polizei- bieners und Schneiders Rühle in Kaschen gegen die Entscheidung des Kreisamts Friedberg vom 27. April 1928 wegen Zugehörigkeit zur Schneiderzwangsinnung des Kreises Friedberg. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Frankfurt a. M., vertreten durch das Slädttsche Wohlfahrtsamt, Kreisstelle 11, gegen den Dezirksfürsorge- verband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Krankenhauspflegekosten des Jakob Gehweiler aus Bissingen. Klage des Rudolf Roth in Friedberg auf Aufhebung des Bescheids des Kreisamts Friedberg vom 6. September 1928 wegen Dersagung des Wandergewerbescheins für 1928. Gesuch der Anna Seim zu Lardenbach um Erlaubnis zum Betriebe einer Konditorei mit Kaffeeausschank. Erneuerung der Lessing st raße. Der Bauzaun vor bem Finanzamtsgebäude entlang der Goethe- und Lessingsttaße wird jetzt beseitigt. Bevor jedoch die Lessingstraße benutzt werden kann, ist eine gründliche Instandsetzung erforderlich, weil die Strafte durch das Anfahren von Daunratettal und durch die Benutzung als Lagerplatz statt gelitten hat. Hoffentlich werden diese Arbeiten alsbald in Angttff Genommen, damit bte Straße benrcht werden kann, wofür ein dringendes Bedürfnis vorliegt. •• Wandergewerbescheine und G e° Werbelegitimation slarten für das Jahr 1 929. Das Polizeiamt weist darauf hin, daß die in Dettacht kommenden Gewerbetreibenden ihre Anttäge auf Deuausstellung von Wandergewerbescheinen und Gewerbelegi ima- ttonskarten für das Jahr 1929 alsbald bei den zuständigen Polizeirevieren stellen, damit sie bis zum Anfang des nächsten Jahres im Besitz der erforderlichen Legitimationspapiere sein können. *• Eine Achtzigjährige. Ihren 80. Geburtstag kann morgen. 17. Dovember. in körperlicher und geistiger Fttfche die Witwe Jettchen Rosenbaum, Dammstrafte 32 wohnhaft, begehen. ■= Ehrungen im Hessischen Jagdklub. Wie alljährlich, so hat der Hessische Jagd- llub auch bei feiner diesjähttgen St. Hubectusfeier wieder zahlreiche Ehrungen verdienter Mitglieder vorgerwrnmen. Wir nennen nachfolgend die Geehrten, soweit sie in O b e r h e s s« n wohnen. Es erhielten die silberne Schnepfen- münze: Wilhelm Reif, Hof Hasselhecke: Georg Reuß, Friedberg; Förster Rodarner, Engelrod; Hilssförster Röper, Büdingen; Förster Willhardt, Karlshof bei Schlitz; Förster Walther, Maulbach. — Die goldene Ehrennadel des Klubs für eifrige Werbetätigkeit erhielten: Helmut Best, D.eder-Wöllstadt; Karl Frick, Friedberg; Gg. Reuß, Friedberg; Will' Zörb, Friedberg; Robert Ziegler, Altenstadt; Schütz, Ost- Heim. — Die Ehrenplakette wurde Ober- forstmeister Seeger, Schlitz, verliehen als Anerkennung für vorbildlichen Jagdbetrieb auf den Gräflich Schlihschen Revieren. — Ferner erhielten die Ehrenplakette mit Diplom für die umsichtige Leitung der Ortsgruppe Bad-Dauheim und die Verdienste um die Lubiläumsfahrt 1928 Zahnarzt Dr. Haustein und Oberbaurat Derck, Dad-Dau- heim. — Eine weitere Plakette erhielt Kunstmaler Geilsuft, Bad-Dauheim. =■ Preisgekrönte Jagdtrophäen oberhessischer Jäger. Bcr.n diesjährigen Hubertus,est des Hessischen Jagdklubs in Da r inst a d t waren die in der Zeit von Hubertus 1927 bis Hubertus 1928 von Mitgliedern erbeuteten Jagdtto',.häen ausgestellt. Die sorgfältige Durchsicht und Prämiierung hat inzwischen slattgefun- den. Die Ausstellung umfaßte die Abteilungen Rothirsche, Damschaufler, Rehbocke, Gamskrickel, Keilergewehre, Sonstiges. Soweit oberhessische Trophäen in Betracht kommen, lassen wir das Ergebnis der Prämiierung nachstehend folgen. Es wurden prämiiert: Damschaufler: mit der Goldenen Medaille für einen Damschaufler aus Oberhessen (Gatter), erlegt von Prinz Diether zu Dfenburg und Büdingen; Silberne Medaille für einen Damschaufler aus Oberhessen, erlegt von Fürst Carl zu Psenburg und Büdingen; Goldene Medaille für eine Kollektion von 5 Damschauflern aus Oberhessen (Gatter), erlegt von Prinz Diether zu lIsenburg und Büdingen. Rehböcke: Goldene Medaille für den besten Dock aus Oberhessen: Gutsbesitzer Ewald (Assen- heim); Goldene Medaille für den zwtttbesten Rehbock aus Oberhessen: Oberforstmeister Seeger (Schlitz); Silberne Medaille für den drittbesten Bock aus Oberhessen: Karl Frick (Friedberg); Bronzene Medaille für einen guten Bock aus Oberhessen: Mühlenbesiher Goppel (Pfordt bei Schlitz). Keilergewehre: Silberne Medr.ille für ein Paar Keilergewehre aus Obrrhesseii: Pächter W. Reif, Hasselhecke bei Bad-Dauheim. die Türe zu ihrer Wohnung und begehrte Einsatz, erhielt ihn aber nicht. Jetzt gab er sich für einen Polizei beamten aus und verlangte als solcher Im BefehlStone. eingelassen zu werden, wies auch auf einen Zettel hin, der ihn als Polizeibeamten legitimiere. In einem Mitbewohner des oberen Stockes wurde dadurch tatsächlich der Glaube erweckt, die Polizei sei im Hause. Wegen Amtsanmaßung erhielt der Angeklagte eine Woche Gefängnis. Bei der nämlichen Gelegenheit war auch die Türfüllung eingeschlagen worden. Der Dachweis der Täterschaft des Angeklagten konnte aber nicht erbracht werden, weshalb in dieser Richtung Freisprechung erfolgte. Kirche und Schule. z G r ü n 6 e r g. 15. Dov. Die Herbstkon- ferenz des Dekanats Grünberg sand unter bem Dorsitz des Dekans Schmidt und in Gegenwart des Oberhirten der Provinz am Dienstag hier statt. Dach dem geschäftlichen Teil referierte Pfarrer Dö11 (Wirberg) über das vom Landeskirchenrat bestimmte Thema über Ziel, Stoff und Anordnung des Konfirmandenunter- richts. In eine Besprechung des Referats wurde wegen der vorgeschriebenen Zeit nicht eingeteetcn, vielmehr die Besprechung auf die nächste Konferenz verschoben. Der Eupettntendmt gab a'er einige Ergänzungen zum Referat. Dach der Mittagspause fand eine Besprechung der letzten Landeskirchentagung statt im Anschluß an einen Bericht des seitherigen Abgeordneten Georgi Ermenrod. Die beeechllgte Kritik an der Tagung und die schwerwiegenden Folgen für die Pfarrer und die gesamte Landeskirche kamen allgemein zum Ausdruck. Eine anschließende Pfarrvercins- Derfammlung, berufen vom Der.rauensmann Döll und geleitet von Schick (Queckbom). behandelte die Wahlen zum Land s irch-ntag. Um die beiden Mandate bewerben sich drei verschiedene Pfarrer und drei Dichtpfarrer, während bei der letzten Wahl eine Einigung aus zwei Kandidaten im Dekanat Grünberg zustande gekommen war. Berliner Börse. Berlin. 16. Dov. (WTB. Funkspruch) Da Anregungen zu einer Belebung des Geschäftes heute nicht vottiegen. bewegt sich die älmsatz- tätigfeit wieder in sehr engen Grenzen. Man hört Schuckert etwa 237, Siemens 405 vis 405,50, und Farben 249 bis 250. Am Devisenmarkt nennt man Patts 124.09, Mailand 92.54, Madrid 30.0750, den Dollar 4.1980 und das Pfund 4.8480. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 17. November. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.50 und Amtsgericht Gießen. * Gießen, 9. Dov. Eine besonders unübersichtliche und deshalb für den gesamten Fahrzeugverkehr gefährliche Stelle ist der Krcu'punkt der Stein- und Weserstraße, weil jene gerade dort eine erhebliche Biegung macht. Grofte Dorsicht ist daher beim Passieren dieser Stelle geboten. Ein Motorradfahrer hat sie eines Morgens, als er zur Arbeit fuhr, außer Acht gelassen und den Unfall hervorgerufen, der ihn heute auf die Anklagebank führte. Durch einen Augenschein wurde festgestellt, daß der vom OSwaldsgarten herkommende Fahrer vorschriftsmäßig auf der rechten Seite der Steinstrahe fuhr, aber In allzustarkem Tempo, das Dorübergehenden auffiel. Statt am besagten Kreuzpunkt weiter die rechte Seite einzuhalten, fuhr er fast unmittelbar an der Krümmung der (Strafte in schräger Richtung nach der anderen Straßenseite zu und stieß mit einem von der Marburger Strafte herkommenden Radfahrer zusammen. Dieser war, vorschriftsmäßig die rechte Seite einhaltend. gerade im Begriff, einige vor ihm herfahrende Fuhrwerke zu überholen, kam dadurch der Mitte der Strafte nahe und kollidierte dort mit dem Motorrad des Angeklagten. Hätte dieser die Kurve vorschriftmäßig genommen. so wäre der Unfall fraglos vermieden worden. So hatte er sich wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten, denn der Radfahrer war zu Fall gekotnmen und hatte sich nicht unerheblich verletzt. Der Motorradfahrer schien heute seine Schuld einzusehen, denn er erkannte das auf Geld lautende -Urteil sofort an. Ein spät Abends in einer Wirtschaft weilendes Ehepaar hatte angeblich Grund zu der Befürchtung, es könne beim Betteten seines Hau'es von Mitbewohnern angefallen werden, und bat deshalb den Angeklagten, mit ihm nach Hause zu gehen. Er tat dies auch, und andere schlossen sich ihm an. Doch hatte er keinerlei Gelegenheit, irgendwie helfend einzugreifen, ergriff aber die Gelegenheit, seinerseits gewalttätig gegen Mitbewohner des Hauses vorzugehen. Der Angeklagte postierte sich mit seinen Begleitern vor 5.30 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 17. November. Freitag abend 4.15 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.30. — Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4. ror trhäffung* ßonbonj GEGEN SPR ÖDE HAUT DEG EN.WIND U. SCHNEE SCHÜTZT Sie CARNIFIX sie enlMren öle Sonne! N ttÄ nicht die aus tropischen Rohstoffen berneiielite Wau- manu's weiße Sternfctfe „(Srtrnfeme Qnaltiä'" verwenden. Wie Wein ist auch sie gesammelte Sonne. Weis; wie die Seife wird Ihre Wäsche! (3593V Wneahesse Natürliches Das fielnniheiiswaller FitwerkWeiß,Haiger Vulkanisieranstalt übernimmt alle Gummi-Reparaturen Spezialität: Ev Erneuerung der Lauffläche iiiiiiiyiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ M Betitelet für die dortige Gegend von erster GroschandelSfirma z. Berkaus eines QualitätS-AutoöleS geg ProvtiionS- 'Vergütung gesucht. Die Beriretung ist ausbaufähig. — Angebote unter A. L. 469 an Jnvalidendank Leipzig erbeten. 10074V Margarine! LeistungSf. fonaern freies Margarinewerk sucht f. diesigen Bezirk nicht. Berkansskrast a Bezlrkiverireier. Es belieben sich nur Herren zu melden, die zu der einschlägig. Kundschaft beste Begebungen umerbnlten und Stammkundschaft besitzen. Vorzüglich. Werbe- mater. — Diverse Wertreklamemark. — Hvtze Vergüt. Schr. Ang- die vertraut, deh. werd. u. 10050D a. d.Gieß. Anz. erb. s 8 Ziehung bestimmt am 4 und 5. Dezember 1928 Eisenacher Gemmtierte iMi Besten des Thüringer Museen», Eisenach 1385 Gewinne ituammen Mark : 25000 10000 i 2000 LoseälMk.^^ rereesdet euch enter Nachnahme 20 Ptg. mehr A. Dinkel mann, Worms. Poeueheekkomo 1 -194 Frankfurt a. M. '.o haben in Gießen bei : Staat!. Lott-Einn. Flimm, außerdem bei: Josel Chambr6, L. Eif rt, Konr. Emmerich, L. Jocst, Herrn. Kahl, S. Loeb, Friseur Lotz, Zigarrenhaus E. Reuter, Fr. Buchacker, Wilhelm Semmler, Wilh. Weber, Herrn. Fett, Watzenborn, H. Fett Wwe., Oroßen-Llnden. ----- —1 MeBcTÄieft $diufie ermöglichen Ihnen, auch bei schlechtem Wetter spazieren zu gehen und schützen vor Erkältung von 8.90 an 10076A iiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Asbest- Platten, 1,2,3,4 und 5 mm wieder am Lager. 6785 L) CarlSchunck wwwwwwwwwvww Pens, Brandl Sonn. möbl. Z mmer, gute Kflehe. Tel. 1885. iiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiieeeeeeeeeeee Bureau in zentraler L ige mit vollständiger Ein- richiung f. schort ob. 1. Januar 1929 abzugeben. S christliche Angeb. u. 08079 an den Gieft. Anz. erb. Laden ca. 45 qm. evtl, mit Keller tu Nebenr^ im Zentrum d. Stadt zu vermiet. Besonders geeignet für Damen- fufeur, Waich- und Bligelanst., auch als Ausstellungsraum f. Soeztalgesch. Schr. An-,.u.080Wad.G.A. | Mietgesuche | AeLerer 4>err sucht ßiofcrl. Zimmer für sofort. Schriftl. Angeb. mit Preisangabe unter 100840 an den Gieß. Anz. [Stellenangebote) Vertreter gesucht zur Mitllber- nadme gangbarer Artikel für alle Branchen. Herren, die gut etngeführt stnd, bevorzugi.Schr. Ang. m. Referenzen unter 100820 an den Gieß. Anz. erbeten. Damenfrisieren Shampoonieren mit prima Ondulation Bubikopf-Schneiden (vollendeteAusführung) sowie Maniküre und Vibrationsmassage mtd Bernh. Dosch Damen- und Herren• Frlseuigeschält Neuen Baue 12, Ecke der Weidengasse Güte/ch u he pf legt man mit 2 35” Besuchen Sie uns bitte - - Ein Lager von über 1500 Mänteln - von der einfacheren Ausführung bis zum allerfeinsten Modellstück - erwartet Sie! Der beliebte Ottomane-Mantel in Marine und Schwarz, mit Pelzplüsch-Bubikragen........ Moderner Mantel aus gemustertem Stoff (englischer ■ aaa Art), mit Abseite und breiter Rückenfalte, Gürtel und fl UUU Tasche............................................... Q Einige Beispiele aus unserer Spezial-Abteilung Damen-Mäntel Jugendlicher fescher Mantel aus Phantasiestoff, ARM englischer Art, teils mit Pelzkragen, teils ganz auf Seide trt>ungtn auf Anzeigen ohne Namen Zeugnisse. Urfuntxn od. sonst wichtige Papiere beizusügen: Abschriften genügen zur Einleitung v. Anssellungaverhand« unacn. Oft Ist uns der Austraggever unbekannt und in diesenFäNen können wir nichts hin für d. Wiedererlangung der Bewerbungsunterlagen Gietzenev Attreigev für Bflioröanie aushilfsweise gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieh. Anz. 10071D Tüchtiges, in allen Hausarb. erfahr. Mädchen a. liebst, nom Vanbe, für tagsüber für sofort gefuchl 08081 Viebiflftc. 58 I. |Stellengesuche| Weicher ländlicher Schreiner nimmt MMt Meiner als (SekDcn? Sloi't u. LogiS müffen gestellt werden. Auskunft durchLehrer Jakob, Vertrauensmann deSWohisahnSamis Darmstadt, i. Ober» vesfinoen (VoMichl Möbel Zwei nut erhaltene zu geben. 08100 Herde verkaufen. 08087 Müblftrake 26. Jttmann Bahnhofstr. 29. Gebe. Bttr Markistrane 29. Veracliledenes Wer ist in der Lage, in den nächsten Tagen 2 Glasschränke und LTheken von Frankfurt a. M. mitzu- bringen? Gewicht ca. 750 kg. Schnitt. Angeb. unier 08093 an den Gieft. An». Gebrauchte RttMM fast neu, billig obzu- zu reduzierten Preisen bei Kupferner Badeofen Kohlenfeuerung, sowie verschiedene Oefen Irische, Wormser, »tüuöfen, alle in gutem Zustande. abzua. FremöenpeDslon Kübel, aa M Babnhosstr. 45. Verkaufe Zwei Gespanne gute taiipMe zu verkaufen. 08088 Hammstrafte 5. Besi.Etigenhinimit Heilung,Südviertel, preisw. zuverk.etne O-Zlinm.-Wohng. fof. beziehbar. I. Baer, Oftanl. 29. [0K097 Beneht die Gindels- eehile Knnzelmgiml Vereine- erhalten Eintrittskarten Programme Gewinnröllchen zu Verlosungen Tanzknöpfe Diplome für alle Zwecke in großer Auswahl zu niedrigsten Preisen in der M 90 Buch-, Verlags- u. Akzidenzdruckerei Seibert EderstraBe 3 Vereine 224er Samötag, den 17., Auerhahn. WklMkwW 1900 e. B. Samstag dieser Woche, ab 7 llbc abends: Melzetapp im Schützenbaus. teHiig. । und Vogel- ZDCht- Verein TamStaa,17.d.M. abend- 8 Ubr, im „Hess. Hof" MoDatsversammlung Bericht über Ausstellung fttanffurt u. Hannover. [1 O70D Ter M19D Ausflug nach (Srünberg am Sonntag findet ohne Damen ftatL g J > I *•*. 0 «o i* I n - um iel i Kränkliche, liebens M 163D schnell, )D echte; igr.31 OUL 1.75 Originaisiaschen feiler: (Engel- 2Ipotljehen. NtieEuitii- eteine Vereine erhalten Intrittskarten Programme iwinnröllchen n Verlosungen Tanzknöpfe iplome ir alle Zwecke großer Auswahl niedrigsten Preisen in der " ch., Verlage- n fidenzdruckerei eibert ierstraße3_ IMer iNStas.de» l7*1 uerhato. MlME lUtl- „bettv^ Mtz HM B' ■-Jfe W S&Ä* «»L Nr.27! Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Freitag, 16. November 1928 JKachttamps um die Ostsee, «uch ein Beitrag zur Panzerlrcuzcrfrage. Die bevorstehende Auseinandersetzung über den Panzerkreuzer im Reichstag wird, sicher- ttch mehr noch als dies bereits während der bisherigen innerpolitischen Kampfe um denselben Gegenstand geschah, die Aufmerksamkeit der deut- schen öffentlichen Meinung auf die Ostsee lenken. Die deutschen Wirtschaftspolitiker befassen sich ja auf ihre Art schon seit geraumer Zeit mit dem Ostseeproblcm, dessen Bedeutung für uns im Weltkrieg allein schon zur Genüge hervorgetreten ist. man braucht ja nur an die Tatsache zu erinnern, bah es Deutschland auf Grund seiner Küstenlage an diesem Binnenmeer gelungen war, sich infolge der Aufrechterhaltung des Handels mit den neutralen Staaten an der Ostsee, namentlich mit Schweden, von dem Zwange der Einfuhr transatlantischer Erze zu befreien, älnd heute ist diese Bedeutung der Erzeinfuhr aus Schweden nach dem Verlust deutscher Erzgebiete wahrhaftig nicht gesunken. Aber dies ist nur ein ®ninb von vielen, der uns zwingen mühte, mit größter Energie den Anschluß an die Ostseestaa - len in wirtschaftspolitischem Sinne zu verfolgen. Militärpolitisch gesehen bedeutet das, daß wir an einer Neutralisierung der baltischen See tm höchsten Maße interessiert sein müssen. Daß bet entsprechende, rein platonische Wunsch dabei nicht genügt, das dürften wohl selbst die erbittertsten Gegner deutscher Wehrpolitik zugeben, die immer mit dem falschen Argument zur Hand sind, die erstrebte deutsche Küstenschutzflotte im Rahmen des Versailler Diktates könnte uns in einem Kriege gegen England oder Frankreich nichts nützen .. Sicherlich lenken diese Verfechter einer solchen unrichtigen Beweisführung die öffentliche Aufmerksamkeit wissentlich irre, gehen auch glatt über die Tatsache hinweg, daß die Polen geradezu verzweifelte Anstrengungen machen, um den Hafen von Gdingen auszubauen, daß sie eine zweigleisige Dahn von Ost-Oberschlesien da- hinlegen, Reede und Fahrrinne ausbaggern, Vertrage über Kohlenlieferungen auf Jahrzehnte ab- schließen, Krananlagen von Danzig nach Gdingen verlegen lassen und es jetzt schon erreicht haben, daß dieses ehemalige unscheinbare Fischerdorf gegenwärtig einen täglichen älmschlag von 7500 Tonnen aufwcist. Man verfolge weiterhin das polnische Marine-Dauprogramm, das außer kleinen Fahrzeugen drei Kreuzer, 36 Torpedoboote und Zerstörer sowie 32 Unterseeboote des französischen Typs Requin umfaßt, eines Typs, der Größenverhältnisse von 1100 bis 1400 Tonnen aufweist. Diese künstliche Hochzucht Gdingens durch Polen wird erleichtert durch die schwache polische Valuta, sowie durch eine Tarifpolitik, die Ermäßigungen bis zu 60 Prozent vorsieht, abgesehen von zahlreichen Subventionen und Dorzugsverträgen zwischen Polen und ausländischen Firmen in Rumänien und der Tschechoslowakei. 3n der deutschen Presse ist bereits kürzlich darauf hingewiesen worden, daß diese polnischen Bemühungen ganz offensichtlich gegen Stettin gerichtet sind. Welche Wirkungen sie aber auf das Ausland ausüben, das zeigt eine Rede des dänischen Politikers von Jessen, worin er erklärte, es gäbe außer Polen, dessen Wiederaufstehen die Herzen mit Jubel erfüllt habe und das ein herrschender Faktor in dem neuen Stand der Dinge an der Ostsee geworden sei, keine Ostseemacht, die für die Ausfüllung des durch Deutschlands Machtbeschränkung entstandenen leeren Raumes in Frage käme. Niemand weih, namentlich jetzt nach dem abermaligen ergebnislosen Verlauf der Konferenz von Königsberg, zu sagen, wie lange Litauen sich dem polnischen Machtbestreben wird widersehen können. Für Deutschland ist es jedoch bezeichnend, daß es nicht einmal d i e Lebens- Mundartforschung. Don Dr. Alfred Götze, o. Prof, der deutschen Philologie an der Universität Gießen Die Erforschung der deutschen Mundarten steht heute in Dlüte wie nie zuvor. Als Forderung seit den Anfängen der Wissenschaft, von der deutschen Sprache vo.Händen, auf Teilen des Gebiets, zumal dem bayrischen, schon vor hundert Jahren von Johann Andreas Schmel - ler mustergültig ungebahnt, ist sie als Ganzes doch erst in unseren Tagen planmäßig und m der Tiefe angegriffen worden. Der Grund däzu wurde in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gelegt, und zwar in dreifachem Sinn. Die junggrammatische Schule hat mit der Fülle bedeutender Forscher, die sie dem Gebiet zu- führte, fprachgeschichtlich auch die Aufnahme und Beurteilung der mundartlichen Erscheinungen erschlossen. Damals auch wurde, im Zeitalter des Aufstiegs der Naturwissenschaften, die verfeinerte Beobachtung der Laute, ih.er Bildung und ihr.eS Wand.ls, wissenschaftlich erst möglich. Auf unserem besonderen Gebiet aber gab die Versendung der Fragebogen für den deutschen Sprachatlas durch Georg Wender 1876 erstmals die Ahnung eines Grundrisses für das mächtige Gebäude, das man sich zu errichten anschickte. ES hat lange gedauert, bis diese Saat der siebziger Jahre aufgegangen ist. Allzulange hat sich daS damals junge Geschlecht mit Laut- und Formenlehren einzelner Dorfmundarten begnügt: von Wittelvorpommern über Buttelstedt und Todtmoos bis an die Alpenpässe ist jahrzehntelang das weite Land geradezu gepflastert worden mit Doktorschriften dieser Art, nie ganz Verdiensilos und jetzt um keinen Preis zu missen, aber doch selten mit dem Blick auf das Ganze geschrieben und darum nur ausnahmsweise tm Stand, das Ganze der Mundartforschung zu fördern, wie es 1876 Johann Win teler von der Kerenzer Mundart des Kantons Glarus oder zehn Jahre später Ferdinand Holth au- s«n von der Soester Mundart aus getan hat. Auch Zeitschriften konnten die notwendige Zusammenfassung nicht bieten, nachdem es das einzige Blatt des Gebiets, »Die deutschen Mundarten. Eine Zeitschrift für Dichtung, Forschung und Kritik", von 1853 bis 1877 auf sieben .Jahrgänge" gebracht hatte und, bei drei Verleg«» Lrünkelnd, eingeqangen war, trotz der vpfervoUen Mühe des als Schmellers Fortsetzer bewährten Georg Karl Frommann. Versuche, die gesunkene Fahne aufzunehmen, haben jüngere Gelehrte, namentlich Oskar Brenner in Würz. interessen Memels gegenüber diesem schwachen Litauen fpirksam vertreten konnte. Ein Gegengewicht gegen das polnische Machtstreben in der Ostsee gibt es nicht. Zwar erhält diese, weltpolitisch gesehen, ihr eigentliches Gepräge ebenfalls durch den historischen Gegensatz zwischen England und Rußland. Das hat jedoch vorläufig noch schwerere Sorgen als den Kampf um das baltische Meer. Die skandinavischen Staaten hingegen sind ähnlich wie Deutschland durch eine sozialistische Bewegung stärksten Ausmaßes in ihrem nationalpolitischen Wollen behindert. Es wäre falsch, wollte man behaupten, die deutsche Nachkriegspolitik hätte die Bedeutung der Ostsee für unsere Wirtschaft verkannt. Man kann ihr jedoch nicht den Vorwurf ersparen, daß sie selbst, in dem engen Raum des Friedensdiktates, jene wenn auch bescheidenen Machtgrundlagen außer A ch t ließ, die eine folgerichtige Wirtschaftspolitik, selbst die friedlichste, nicht entbehren kann. Der Hinweis darauf, daß ja auch in Polen der Sozialismus der Politik den Stempel aufdrückt, kann hier nicht verfangen. Während nämlich die marxistische Bewegung auch in den skandinavischen Staaten eine den Großgrundbesitz zerstörende Agrarreform bewirkt, die Kapitalbildung abzudrosseln versucht und den Heeresetat am liebsten überhaupt streichen möchte, hat der polnische Sozialismus an die Spitze des Staates einen Diktator gesetzt, der wohl über jeden Vorwurf des praktischen Pazifismus erhaben ist. So wird man denn bei der Behandlung der Frage des deutschen Küstenschutzes in der Ostsee um die geopolitischen, wirtschaftlichen und militärischen Probleme, die die Lage rund um das baltische Meer zu lösen aufgibt, nicht herumkommen. Man vergesse dabei nicht, daß die an der Ostsee heranreifenden Entscheidungen ein Stück deutsches Schicksal bedeuten. Michsfilme. Der Reichsfinanzminister Dr. Hilferding hat sich im Hauptausschuh des Reichstags dafür eingesetzt, daß das Reich sich an der Filmgesellschaft Emelka beteiligen sollte. Das könnte man zunächst für einen schlechten Witz halten. Erinnern wir uns doch, daß die Ernelka zu der Liquidationsmasse des berühmten „Phoebus-Falles" gehörte, und daß damals von links her, hauptsächlich von den Sozialdemokraten, Angriffe auf das Reichswehrministerium hagelten, daß es sogar so weit gegangen sei, staatliche Gelder bei einer privaten Filmgesellschaft anzulegen. Damals mußte diese Beteiligung liquidiert werden, und jetzt, wo die Sozialdemokraten in der Regierung sitzen, kommen sie, um dasselbe vorzuschlagen, was sie vor einem Jahr noch als unerträgliche Korruption verurteilt haben. Freilich, sie haben natürlich ein Mäntelchen gefunden, das sie um diesen Wunsch herumgruppieren. Es wird angedeutet, daß die Gefahr einer ausländischen Lieber- freindung bestehe, und daß es sich „n u r" um zwei Millionen handle. Der eigentliche Grund ist natürlich ganz wo anders zu suchen. Den Sozialdemokraten ist es ärgerlich, daß Herr Hugenberg in der Ufa sitzt. Sie haben von Anfang an befürchtet, daß er von hier aus Parteipolitik treiben würde, und mochten dieser Gefahr vorbeugen, indem sie jetzt Reichsmittel in Anspruch nehmen; nicht so sehr um der Reichsfilme selbst willen, als wegen der parteipolitischen Propaganda, die sich auf diesem Wege inszenieren läßt, zumal wenn auch noch dafür gesorgt wird, daß ein zuverlässiger Sozialdemokrat aus einem der Direktorenposten untergebracht wird. Deshalb sollen also Hals über Kops, am liebsten innerhalb vierundzwanzig Stunden, zwei Millionen vom Hauptausschuß bereitgestellt werden, der allerdings bisher geringe Neigung bürg, unternommen, immer wieder aber blieb es bei kurzen Anläufen, bis kurz vor der Jahrhundertwende zwei badische Schulmänner und Gelehrte, Otto Heilig und Philipp Lenz, die „Zeitschri.t für hochdeutsche Mundarten" gr-ün- deten und in dem um unsere Wissenschaft hochverdienten, opferwilligen Verlag von Karl Winter in Heidelberg von 1900 bis 1905 auf sechs Bände brachten. Der äußere Erfolg blieb auch hier wieder aus. und nur dein großherzigen Eingreifen des Deutschen Sprachvereins war es zu danken, daß in dessen Verlag die Jahrgänge 1906 bis 1922, nun erweitert zur „Zeitschrift für deutsche Mundarten" erscheinen konnten. Die Gründer behielten die Leitung bis 1912, damals trat, dem auf das ganze Sprachgebiet erweiterten Zuschnitt gemäß, der Niederdeutsche Heranann Teucher t hinzu. Seither ist die Leitung auf einen ganzen Kreis führender Mundartforscher übergegangen. Erbe und Fortsetzer dieses bänüereichen Unternehmens wurde 1924 der „Teuthonista, Zeitschrift für deutsche Dialektforschung und Sprachgeschichte", die Hermann Teuchert leitet, unterstützt von Mundartforschern aller Landschaften. Die junge Zeitschrift, die vor kurzem ihren fünften Band begonnen hat, ist heute die Sammelstelle der deutschen wissenschaftlichen Arbeit an der Mundart. Der ganze Bereich unserer Sprache kommt darin zu Wort. Was das heißt, dafür ein Beispiel. Im Jahr 1922 habe ich ein Bändchen „Proben hoch- und niederdeutscher Mundarten" herausgegeben, in dem 62 Mundarten vertreten sind. Von diesen werden nur 34 auf heutigem Reichsboden gesprochen, 10 in der Schweiz, 5 in Oesterreich Die übrigen 13 stehen unter französischer, italienischer, südslawischer, tschechoslowakischer, polnischer, rumänischer und russischer Fremdherrschaft. An solchen Ziffern läßt sich so recht eindringlich zeigen, was in Wahrheit das deutsche Voll ist. Der „Teuthonista" aber greift noch weiter, indem er auch die zukunftreiche Arbeit an der Volkssprache der Niederlande und des Nordens umfassen will. In enget Fühlung mit dem Deutschen Sprachatlas in Marburg pflegt er die Mundartgeographie, die sich unter Führung von Ferdinand Wrede und Theodor Frings von Landschaft zu Landschaft vorgetastet und an der Aufarbeitung zumal der rheinischen Mundarten gelernt hat, die Schichten und Schollen abzudecken, die Bewegungen und Bewegungsrichtungen in Raum und Zeit zu bestimmen und von dem heutigen Sprachzustand zu den ältesten geschichtlichen Sprachvorgängen zurückzugelangen. Die Fragen der Mundartgrenzen und Grenz« zeigte, auf diesen Vorschlag einzugehen. Wir haben mit dem Eingreifen der öffentlichen Hand in privatwirtfchaftlichc Betriebe doch bisher recht f» weit die Stellung des Steuerpflichtigen ein standesgemäßes Auftreten verlangt, können abzugsfähige Ausgaben nicht anerkannt werden. Wer- bungskosten liegen vielmehr erst vor, soweit der Steuerpflichtige zu Aufwendungen gezwungen ist, die über das nach seinem Einkommen als standesgemäß Anzusehende hinausgehen. Preußen. Kreis Wetzlar. CO Hörnshei.., 14. Nov. Dieser Tage fand hier in der Gastwirtschaft „Zur Traube" eine gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte von Hochelheim und Hornsheim statt, in der über den Baueines gemeinsamenGruvpen- wasserwerkes mit Kanalisierung für oie Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim verhandelt wurde. Kreisbaumeister F l e n d e r in Wetzlar erläuterte eingehend das von ihm aufgestellte Projekt, des'en Ausführung einen Kostenaufwand von über 300 000 Mk. erfordert. An die Erläuterung schloß sich eine Aussprache, die damit endete, daß der Gemeinderat von Hochelheim für sich allein beschloß, die gemeinsame Zuleitung von Niederkleen, sowie das Ortsnetz und die Kanalisierung für die Gemeinde Hochelheim jeweils in dem Umfange ausführen zu lassen, in welchem die Landesbank der Rheinprovinz zu Düsseldorf die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellt. Die Arbeiten, deren Ausführung beschlossen wurde, sollen sofort öffentlich durch das Kreistiefbauamt in Wetzlar ausgeschrieben werden. Zu ihrer Inangriffnahme soll zunächst ein kurzfristiger Kredit von 80 000 Mk. bei der Landesbank ausgenommen werden, der aus Grund einer persönlichen Vorstellung bei dieser bereits zugesagt worden ist. Mit diesem Gelde soll die gemeinsame Zuleitung für die Zuführung des überschüssigen Wassers aus der Wasserleitung der Gemeinde Niederkleen, mit welchem das gemeinsame Grup?enwass:rwerk b'kannt ich ge peist werden soll, gebaut werden. — Der Gemeinderat von Hörnsheim hat in einer späteren Sitzung den Beschluß gefaßt, den Bau der Wasserleitung um ein Jahr zu verschieben. Da jedoch die Gemeinde Hörnsheim an den Kosten des Baues der gemeinsamen Zuleitung von Niederkleen bis Hochelheim ebenfalls beteiligt ist, bezahlt sie an die Gemeinde Hochelh:im einen gewissen Zinsbetrag für die Mehrkosten der Zuleitung, die durch den Mitanschluß der Gemeinde Hörnsheim entstehen. ch Ebersgons, 14. Nov. Dieser Tage fand in der Gastwirtschaft „Zum Löwen" hier die diesjährige Herb st Versammlung des Kriegerverbandes „Hü t t e n b e r g" statt, die von sämtlichen dem Verband angehörigen Vereinen gut besucht war. Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden des Verbandes, Förster Grasse, Oberkleen, geleitet, der herzliche Degrühungsworte an die erschienenen Kameraden richtete. 11. a. wurde beschlossen, daß sich an dem am Sonntag in Wetzlar stattfindenden 50jährigen Bestehen des Kreiskriegerverbandes Wetzlar jeder Verein durch eine Abordnung beteiligen soll. Hm die Abhaltung des Verbandsfestes im Jahre 1929 entspann sich eine lebhafte Aussprache zwischen den Kriegervereinen Dornholzhausen und Oberkleen, die schließlich durch das Los beendet werden muhte. Hiernach wird das Derbandssest des Jahres 1929 in Dornholzhausen und dasjenige des Jahres 1930 in Oberkleen abgehalten. Dem Kriegerverband „Hüttenberg" gehören die K.i.-gervereine Oberlleen, Ebersgöns, Niederkleen, Dornholzhausen, Hoche!h>im, Hörnsheim, Lützellinden, .Groh-Rechtenbach, und als einziger hessischer Verein der Kriegerverein Grohen-Linden mit einer großen Anzahl Mitglieder an. Kreis Biedenkopf. XX Rodheim a. d. Vieber. 14. Nov. Es war ein glücklicher Gedanke, als sich die beiden hiesigen Gesangvereine „Eintracht" und „L i e de r k r a nz" am 1. März 1925 zu einer großen Sängervereinigung zusammen,chkossen. Diese ungetrübte Verbundenheit kam am letzten Samstag bei dem Familienabend in schönster Weise wieder zum Ausdruck. In großer Anzahl waren die Mitglieder des stattlichen Sängerchores der Einladung gefolgt, so daß der Bendersche Saal kaum Platz bot. Seinem wackeren Dirigenten, Werkmeister Kümmel, verdankt der vereinte Männerchor einen wesentlichen Teil des heutigen Standes seiner trefflichen Ausbildung, die ihn vollauf befähigt, vor der Öffentlichkeit in Ehren zu bestehen. Für 25jährige aktive Mitgliedschaft erhielten die Sänger Wilhelm Bender, Wilhelm H a s s e l b a ch, Otto Höhn und Karl Valentin je eine künstlerisch aus- gestattete Ehrenurkunde. Den musikalischen Teil des aufs schönste verlaufenen Abends bestritt ein rühriges Gießener Orchester. Kreis Marburg. ][ Marburg, 15. Nov. Heute früh fand man auf dem Bahngeleise in der Nähe des Schülerparkes die Leiche eines jungen Mannes, dessen Kopf vom Rumpfe getrennt war. Es wurde festgestellt, daß es sich um einen 17jährigen Lehrling handelt, der allem Anschein nach seinem jungen Leben freiwillig ein Ziel gesetzt hat. Wirtschaft. Wertpapieremission und Auslanvanlerhen im September. 3m September wurden im Inlande nach der offiziellen Statistik Wertpapiere im Betrage von 276 Millionen Mark untergebracht. Von dieser Summe kann aber nicht ohne weiteres auf die Entwicklung des Kapitalmarktes geschlossen werden, denn in der Ziffer für die Anleihen von privaten Hnternehmungen ist die dritte Einzahlungsrate von 75 Millionen Mark auf die Anleihe der 3^-G.-Farbenindustrie enthalten. Schu'idverschreibungen wurden im September im Gesamtbeträge von 205 Millionen Mark ausgegeben, davon entfallen auf öffentlich-rechtliche Körperschaften 16 Millionen Mark, auf öffentlich-rechtliche Kreditanstalten und Hypothekenbanken 112 Millionen Mark (122 im Vorjahre). Der Absatz von Pfandbriefen und Komnrunal- obligationen erfuhr einen Rückgang von 122 auf 112 Millionen Mark. Don privaten Hnterneh- mungen, Vereinen usw. wurden an Schuldverschreibungen 77 Millionen Mark, gegen 3 Millionen im Vormonat ausgegeüen. Die gesamte Aktienemission ohne Fusionen und Sachanlagen betrug 71, gegen 67 im Vorjahre und 186 im Juli d. 3. Eine gewisse Belebung machte sich jedoch auf dem Markte der öffentlichen Anleihen geltend, die in der Auflegung mehrerer Stadtanleihen zum Ausdruck kam. Es handelt sich hierbei um die achtprozentigen Anleihen der Städte Solingen (6 Millionen Mark), Wiesbaden (6 Millionen Marl), Koblenz (4 Millionen Mark). 3n weit stärkerem Maße hat die deutsch« Emissionstätigkeit auf den Auslandmärkten zugenommen. Nach dem fast vollständigen Stlll- stanö m den beiden Vormonaten sind im September zum ersten Male wieder größere Anleihen im Gesamtbeträge von 103 Millionen Mark im Auslande aufgelegt worden. Davon entfallen auf öffentlich-rechtliche Körperschaften 23,46, auf öffentliche Hnternehmungen 73,50, auf kirchliche Körperschaften 2,55 und auf private Hnternehmungen 3,75 Millionen Mark Auslandanleihen. * • Lederwerke Martin Zimmer DI -G., Offenbach a. M. Wie WTD.-Handell..ienst erfährt, hat die Gesellschaft mit der Alpina A.-G. in Bern, di« etwa ein Viertel des Aktienkapitals der Lederwerke Zimmer besitzt, einen Interessengemeinschafts-Vertrag abgesch.offen und eine gemeinsame Derkaufsorganisatio.: errichtet. Di« neugegründete Gesellschaft, die vCi Verkauf der von beiden Gesellschaften herg.'lellten Gold- und Silber-Lederwaren und der von den Lederwerken Zimmer neuerdings fabriz'.crten Ehevreau- Lederartikel betreibt, hat ihren - .^uptsih in Paris und Niederlassungen in Lon Mailand und Frankfurt a. M. Ferner ist , .e Errichtung von Filialen in Berlin und av. « großen europäischen Städten geplant. ~ derwerke Zimmer A.-G., di« erst kürzlich -r Aktienkapital auf 1,2 Millionen Mark verdoppelt hat und stark mit internationalem Kapital arbeitet, beabsichtigt ein« neue Kapitalerhöhung um 300 000 Mark, die im Frühjahr 1929 durchgeführt werden soll. * Salzdetfurth-Konzern. Der Aufsichtsrat der Kaliwerke Salzdetfurth A.-G. beschloß, einer auf den 8. Januar 1929 einzuberu enden außerordentlichen Generalversammlung eine Erhöhung des Stammaktienkapitals der Kaliwerke Salzdetfurth von 16 Mill, auf 28 Mlll. Mark, des Vor^ugsaklienkapitals von 100 000 auf 175 000 Mk. unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre vorzuschlagen. Der Aufsichtsrat der Kaliwerke Aschersleben beschloß, bei der auf den 8. Januar 1929 einzuberusenden außerordentlichen Generalversammlung die Erhöhung des Stammaktienkapitals um 6 500 000 Mt. aus 22 000 000 Mark unter Ausschluß des gesetzlichen B^ugs- rechts der Aktionäre zu beantragen. Der Aufsichtsrat der Consolidierte Alkaliwerke, Westeregeln, beschloß, einer auf den 8.3anuar 1929 einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung vorzuschtagen, das Stammaktienkapital der Consolidierten 2llkaliwerke, Westeregeln, von 16,5 Mill, auf 22 Mill. Mk., das Vorzugsaktienkapital von 150 000 auf 200 000 Mk. unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre zu erhöhen. Die Kapitaterhöhungen finden zum Zwecke des Ausbaus der Werl«, sowie der Erweiterung ihrer chemischen Interessen statt. * Vom Bürbach- und Gumpelkon- zern. Die Aufsichtsräte und Grubenvorstände der gum Bürbach- und Gunrpelkonzern gehörenden Kaliwerke — davon vier Aktiengesellschaften und 23 Gewerkschaften — beschlossen die Zusammenfassung dieser Werke. Die Hmstellung soll auf die A.-G. Krügershall erfolgen, deren Firma in „Burbach-Kaliwerke-A.°G." geändert wird. Als Träger der Majorität dieser A.-G. Bürbach und damit als Spitzenwerk soll entsprechend ihrer bisherigen Stellung die Gewerkschaft Bürbach dienen. Durch den Zusammenschluß können die Schulden beider Konzerne bis auf die fundierte englische Kalisyndikats-Anleihe einschließlich des Disagios restlos abgetragen werden. Darüber hinaus werden noch durch die Verwertungsaktien größere flüssige Mittel geschaffen, so daß die neue A.-G. mit einer vorzüglichen Bilanz die höchst erreichbare Kredit- und Aktionsfähigkeit besitzen wird. Der Zusammenschluß bedeutet den Schlußstein in dec Rationalisierung im Bürbach- und Gumpellon- zern. Die Durchführung der Transaktion geschieht durch eine Kapitalserhöhung des Kaliwerks Krügershall, durch Hebernahme der Aktienmajorität seitens der Gewerkschaft Bürbach und durch Austausch aller anderen Konzernwerte gegen Aktien der Krügershallgefellschaft. Bei der Transaktion soll nicht nur den alten Krügershall-Aktionären, sondern auch den durch den Aufkauf ihrer Werte neu hinzu kommen den Aktionären ein Bezugsrecht eingeräumt werden. Die Bedingungen für das Dezugsrecht sowie das Abstellungsverhältnis können erst bekanntgegeben werden, nachdem die G. D. des Kaliwerks Krügershall die Kapitalerhöhung beschlossen hat. * Kabelwerk Dortmund, 21. >0. Nach Genehmigung der Regularien beschloß die gestrige chauvtversammlung der Kabelwerk Dortmund A.-G. die Auflösung der Gesellschaft. Maßgebend für diesen Beschluß war die Erwägung, daß ein Ende des seit Jahren anhaltenden Preis- und Kartellkampfes unter den Kabelwerken für Leitungsdrähte zurzeit noch nicht abzusehen ist. Nach dem gestrigen Beschluß ist die Gesellschaft in der Lage, die Liquidation ohne jeden Verlust durchzuführen. Wie mitgeteilt wurde, liegen genügend Aufträge vor, die es ermöglichen, den Betrieb noch für längere Zeit aufrechtzuerhalten. Das Geschäftsjahr 1927 schließt nach Vornahme der üblichen Abschreibungen und nacy Deckung sämtlicher Unkosten mit einem Reingewinn von 787 Mark, der auf neue Rechnung vorgetragen wird. Frankfurter Börse Frankfurt a. M., 16. Nov. Tendenz: fester. — Nach der gestrigen Unsicherheit konnte sich zu Beginn der heutigen Börse eine feftere und zuver - sichtlichereTendenz durchsetzen, da man nach der neuerlichen Entwicklung der Dinge eine Bedrohung der Regierungskoalition nicht mehr befürchtet. Dazu kam die lebhafte Nachfrage, die wieder nach Spezialwerten, vor allem nach Elektrowerten, angeblich auch von Auslandseite, einsetzte. Im allgemeinen war die Geschäftstätigkeit nicht bedeutend, doch scyritt die Spekulation auf den meisten Marktgebieten zu Deckungskäufen. Durchschnittlich waren gegen die gestrige Abendbörse 1- bis 2-v. H.-Kursbesserungen zu verzeichnen. Bei größeren Umsätzen stärker anziehen konnten am Elektromarkt Bergmann mit plus 3 v. $)., Licht & Kraft mit plus 2,5 v. $). und vor allem Schuckert, die in großen Poften aus dem Markt genommen wurden und um 4 o. 5). im Kurse erhöht waren. Später setzte sich die Kurssteigerung in einigen Papieren fort. Siemens lagen 3,25 o. $)., AEG. 1,5 v. S). und Gesfürel 2 v. S). höher. Lebhafter gefragt waren wieder Deutsche Linoleum mit plus 3 v. H. Etwas regeres Interesse bestand ferner für Reichsbankanteile, die 3 v. Sj. gewannen. Am Bankenmarkt waren ferner Danat« bank mit plus 2 v. S). etwas gefragt, während Commerzbank und Dresdner Bank nur knapp behauptet blieben. Montanwerke blieben infolge der immer noch wenig erfolgreichen Einigungsverhandlungen vernachlässigt, doch gab es auch hier überwiegend kleine Kursbesserungen. Am Chrmiemarkt konnten I.-G.- Farben 1,5 v. H. anziehen, Scheideanstalt nach den gestrigen Tauschoperationen für alte gegen junge Aktien 3 v. 5). erholt. Von den Autoaktien lagen Daimler nach der Abschwächung an der gestrigen Abendbörse 2,75 v.H. fester. Adlerwerke erneut 1 v.H. anziehend. Am Markte der Bauunternehmungen waren Hoch- und Tiefbau weiter gefragt und erneut 1,5 v. H. fester, angeblich auf günstigen Geschäftsgang. Schiffahrtswerte waren gut behauptet. Deutsche Anleihen waren vernachlässigt. Auch' knislandischr Renten weiter still. Nach den ersten Kursen konnte sich die Tenoenz zunächst weiter etwas bessern, später wurde das Geschäft recyt still, bei verschiedentlich abbröckelnden Kursen. Der Geldmarkt war im Zusammenhang mit den Steuerterminen angespannt. Ta- gesgeld 7,5 v. H. Arn Devisenmarkt zog der Mark- kurs etwas an. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1977, gegen Pfund 20,351, gegen Paris 124,09, London gegen Kabel 4,8480, gegen Mailand 92,55, gegen Madrid 30,08, gegen Holland 12,0775. Berliner Börse. Verl in, 16. Nov. Schon am Vormittag tonnte man beobachten, daß die Stimmung, die sich gestern zum Schluß verschlechtert hatte wieder besier wurde. Zu Beginn der Börse blieb die Grundtendenz freundlich. Die innerpolitische Lag« scheint eine gewisse Entspannung erfahren zu haben, und d'.e Börse war der Ansicht, daß sich neue Schwierigkeiten in der Panzerkreuzerfrage wohl ncht ergeben dürften. Trotz der vielen Gerüchte, die von einer gewissen Verständigung im Ruhrkampf wissen wollen, war doch nichts Neues von den Verhandlungen zu ersahren. 3n der märkischen Eisenindustrie sollen am Samstag bi« Schlichtungsverhandlungen beginnen, eine Tatsache, die von dec Börse mit Befriedigung ausgenommen wurde. Das Geschäft war heute wieder ruhiger als gestern, unb die Kursgestaltung infolgedessen nicht ganz ein* hertlich, doch überwogen eher Keine Besserungen, die sich im Rahmen von 1 bis 2 Prozent hielten-, nur vereinzät gehen die Schwankungen hierüber hinaus. Der Elektromarkt hatte etwas größer« Hmsähe, als die anderen Märkte aufzw- weisen. Hier regte der Auftrag an Siemens zum Vau des West-Kraftwerkes an, ohne jedoch den Kurs zu beeinflussen. 3n Reichsbank fanden, wie schon in der letzten Zeit, lebhaftere Hmsätz« statt, so daß der Kurs sich etwas befestigen konnte. Kaliwerk« waren vernachlässigt und etwas schwächer. Für Spritwerte zeigte sich einiges Interesse. Svenska konnten sich leicht erholen, dagegen lagen Kunstseidenwerte schwächer. Deutsche Waffen waren auch heute gefragter, da di« Pressemsldungen über eine wahrscheinliche Erweiterung des Aussichtsrates anregten. Deutsche Anleihen waren befestigt. Ausländer fast unverändert. Der Pfandbriesmarkt lag uneinheib* lich. Am Geldmarkt zeigte sich noch keine Entspannung. Tägliches Geld war mit 6.5 bis 8,5 Prozent gesucht, Monatsgeld 7,75 bis 8,75 Prozent, Warenwechsel etwa 6,9 Prozent. Nach den ersten Kursen wurde es, ausgehend vorn Glektromarkt (Schuckert befestigten sich um 4 Prozent, Siemens um 3 Prr^ent), allgemein fester, doch war das Geschäft hier bedeutungslos. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 16. Nov. Zum Wochenschluß war die Haltung am hiesigen Markte außerordentlich still. Das Geschäft beschränkte sich tm wesentlichen auf einige Hmsätze am Brotgetreidemarkt, an dem das Inland angebot unbedeutend war. 3m übrigen tarnen Hmsätze kaum zustande. Die Preise bleiben vollkommen unverändert. Es wurden notiert: Weizen 23,10 bis 23,25; Roggen 22; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24,25; inL Hafer 22,75 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 22,25 bis 22,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33,50 bis 34,25; Roggenmehl 29,25 bis 30; Weizenklei« 13,50 bis 13,60; Roggenkleie 13,75 bis 14 Mark. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. Nov. Unter denn Eindruck der festeren Eröffnungskurse an den überseeischen Terminbörsen hatte sich gestern abend eine etwas festere Stimmung am Produktenmarkt geltend gemacht, und es teeren etwa 1 Mark höhere Preise als an der Börse zu erzielen. Obwohl sich das Angebot von Inlandbrotgetreide kaum verstärkt hat, gingen die Preise zu Beginn der heutigen Börse, beeinflußt von den enttäuschenden Schlußmeldungen von Hebersee, wieder zurück und |ent- len sich zum Teil unter das gestrige Mittags - Niveau. Exporteure und Mühlen, di« noch immer nicht zur Genüge versorgt sind, toaren auf um 1 Mark ermäßigter Basis als Käufer im Markte. Am Lieferungsmarkt Zeigten sich gegen gestern mittag nur geringe Preisveränderungen, lediglich Dezemberweizen mußte um 1 Mark nachgeben. Weizenmehl hatte gestern nachmittag unter dem Eindruck der 5eftigteit am Brotgetreidemarkt etwas besseres Geschäft zu unveränderten Preisen, heute war die Marktlage wieder ruhiger. Für Roggenmehl ist von einer Belebung nichts zu berieten. Hafer hat bei unveränderten Preisen und keineswegs dringendem Angebot am Platze kleines Geschäft, für den Export ist das Angebot nicht immer ausreichend, und es müssen höhere Preise bewilligt werden. Gersten ruhig. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — ReichSbankdislont 7 Prozent, Lombar^zinsfuß 8 Prozent. Jraukfurt a. M Berlin ! । Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Berlin, 15. November (Äeld | Brief t^raiubfiicic JZorcii Holländische Noten...... (italienische Noten...... Norwegische Noten. .... 5)cut(d)^Ceftcrt.,aiOO»ronea Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schöner ........... Spanische Noten....... Tschechailoioakische Noten • • Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin- Telegraphische 16,36 167,91 21,90 111,48 58,78 2,52 111,83 80,54 67.38 12,39 72.92 -Jranffurt Auszahl 16,42 168,59 21,98 111,92 59,02 2,54 112,27 80,86 i.7,66 12,45 73.22 (L ui. un g. Schlug- Kur» 1-Uhr- Kur» Schmi; Kur» Anfang Kur» Schlutz- Kur» 1-Uhr- Kurs Sch-uh: Knr» Anfang Kur» Schluh»! 1-Uhr- Kur» I kur» Schiuh Kur» Anfang Kur- Datum 15 11. 16. 11. | 15 11. 16 11. Datum: 15. 11. 16 IL 15. IL | 16 11. Datum: 15. 11. 16. 11. 1 15. 11. I 16. 11. 6% ti. »letch-anlelhe v. 1927 DL Anl -AblSt.-SchuId mit CIu& U>t-lNert)lcn • • • Detgl. otjn» ilulwl.-Nechte . ’% öranff. Hqp.-Bt Soldps. tm- künbbai 6U 1932 . . . *K% Otbeinffdi? Hyp^Bank Liqu^ ®olbpf. ... amb. igeln. Werte .... 10 «Hein. Aeta. .......9 Schlei. ElekN...... 10 schuckert..... .... 8 viemen« & Halst,.....12 Zabmever 4 <&...... . 10 luberu» ....... 6 Deutsche Erbil ....... 6 wiener Steinkohle......8 »elsenkirchener ... J, % JJ. 4 »arpener. ....... 6 soesch Eisen. ........ 8 We Bergbau ........ 8 llücknerwerte . .•••••.7 küln-Neuellen........S RanneSmcmn ....... 8 oranSsekder.........7 Cbcrldild. Bedarf... 6 Dberichtel. Sokswerte . 6 3bönlr Bergbau . . 6V» Rheinische Braun kohlen ... 10 Rheinstatzl t. % Iahe 4% Mebeck Montan.....7,2 Bereinigte Stahl»......6 Ötavi Minen ..... 9 rb »all Mcherilebea.....10 Hast Westeregeln......10 kallwerk Saude tt«1H ... 16 V S. Sarden.gnvaSM ... 12 DonütnU Rodel ....... 6 Scheibeanstalt . ...... 9 Solblchmkdi . ..... 6 Hüt«erttccti- . ..•••••6 R->6iliaeielstchaft. - - » 21 >87 221 172 240,5 150.5 273 237 105,5 167 88 125 134.6 240 111,5 129,9 93,5 2.2 95 285 286,5 498 249.25 196 97.5 105,75 188. .i 224 243 275 241 108.75 139 130,5 120,75 93,75 136,25 61.5 286,75 '-50,75 197 187,65 221,4 172.25 241.25 151,75 273.25 148.13 159.5 229.5 238.1: 406,5 154.0 168 88,25 139 125,75 134,75 136 240 110,75 133 130.75 120.5 116.25 113.5 94.L 272 135,65 95,16 60.65 286,5 288 498 250,5 119,25 98.75 105,5 187,75 222.75 173.5 241,5 274 159 228,5 r40 406.75 154.6 167 137 127 125 134.9 136.5 238.5 111 132.7j 130,5 121 116,13 113.75 93 135,5 95.4 01 285.25 286.5 496,5 r50.6 99 105.25 134 Philipp Holzmann ...... 7 Heidelberger «emeat . . . 10 Lemeni Ratiftübi......8 Wayh 4 ffreitag......10 Schul theU Batzen Hof« ... 15 Cftoede...... 12 Der. Dianzstoll......18 Bemberg....... . 14 Zellstog Waldüos.....12 Zellstoff Achaftenbura ... 12 ilharlottenburger Wafjer ... 7 Destauer Gas ..... 8 Demag .........o Adlerwerte Hiebet .«••.. 5 Lubw. Loewe . . . « « . 10 Rat. Automobil . ..••*. 0 Orenstetn 4 Koppel . .... 5 Leonharb Tietz . ...... 6 Bamag-Mcguin . ...... 0 i^rankf. Maichine» ...... 6 Sritzner ...... 11 Hayligenstaedt ....... o Iunghan». ...... 4 Lechwerte. ........8 Mainkrafiwerttz ....... 8 Mag. ...... 10 'Jletotulmei ...... ..8 Beter« Union ....... 8 Sebr. Roebcr ....... 10 Boigl 6 Haeffn« ...... 8 fcübb. Zucker 8 Lank 134,7a 134,5 278.75 205 90 113 2» 71 121,25 88.5 134,75 21,1 105.75 123 211 147.5 noten. 1 £ 1 ß 1 1 1 1 1 1 1 13 1S । । 1 1 l H । 1 1 I l 1 1 1 1 1 a g R 135.25 135,25 ■'23,5 270.25 589 495 278 205,5 129 196,25 91.75 49,75 113 247.75 60,25 107,65 288.25 22,5 71.5 121,75 87 135,5 21 105 210 .24,5 281 587 277.5 204 129 91.5 49.13 113,5 — 107.75 288,5 135.5 15. November Amtliche Notierung Geld 1 Briet 16 Novemb r Amtliche Notierung Geld | Brief 2ünft-9iott. Bnen-SlireS Brsk-Antw- Chftstiania Kopenhagen Stockholm . HeliingsorS. Italien. . . Loudon. . . Neovort .. Paris.... Schweiz .. Spanten . . gapan . . . Nio de Jan. Wien in D-- Ctil adg est Prag .... Belgrad . . Blldavefl. . Bulgarien. Lissabon . Danzig. . . 168,27 1,768 58,265 111,74 111,77 112,09 10,55 21,97 20,332 4,1940 16,37 80,725 -7.57 1,950 1.501 58,i-2 12,427 7,369 ‘3,105 ^,029 18,88 81,29 2,107 5,425 4,190 4,285 20.855 168,61 1.772 58,385 111,96 111,99 112,31 10,57 22,01 20,372 4,2020 16,41 80,885 67,61 1,954 3,503 59,14 12,447 7,383 73,245 ",035 18.92 31,45 j,lll 5,435 4,198 4/291 20.895 168,32 1,769 58.27 111,77 111,78 112,07 10,551 21,965 20,334 4,1953 16,385 80,72 67,59 1.948 0.5005 58,»35 12,428 7,368 73,11 3,031 18,88 81,285 2,106 5,425 4,190 4,286 30.858 168,66 1,773 58,.Ö 111,99 112,00 112,29 10,571 22,00.1 20,374 4,2030 16,425 aü,88 67,73 1,952 0.5025 59,055 12,448 7.383 7j,35 3.037 18.92 81,445 2,110 5,435 4,198 4,294 20.89* Berlin. 15. November '»elv sü ner Dmerikarniche Note» ..... vel-tfche Noten ....... Dänische Noten . ....... Engltfche Noten........ 4,17i 58,12 111,58 20.297 17153 58,36 112,02 <0.3? titben. . . Kanada llrnanav - • tfltre • ■ -