PrtHf nnt Otrlag: vrLhl'sche UnIvcrfitStr-vuch. und Steinöruderet B, Lanze in Sietzen. SdjriftlEitung und S-schäfkftelle: zchulitratze 7. Richtung Uhr Die 17.10 ein. rädern meilenweit auf den Landstraßen nach allen Richtungen, um die Ordnung aufrecht- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachminag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig. für Re. klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.TYyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An» zeigcnteil Kurt hillmann. sämtlich in (Biehen neralkonsul von Lewinski, der Ches des 2Tta- rinesfabs, Admiral 5) ughes. der Leiter des 2Ra- rineflugwefens. Vizeadmiral 2Hof fcf, ferner der Unterfekrelär des Marinamts Warner und Senator B i n g h a m aus Connecticut, der Vorsitzende der amerikanischen Fluggesellschaft. Um die Landung zu erleichtern, hatte das plalzkommando einen neuartigen L a n d e m a st. der aus drei lankartigen Untergestellen läuft und die Vorrichtung besitzt, daß an seiner Spitze dasLust- schiss s e st g e m a ch t werd, n kann, verwendet. Sobald die Mannschaft die Taue ergriffen hatte, wurde das Luftschiff an diesem Landemasl befestigt und das Schiff dann durch dessen Motorwagen in die Halle geschleppt, Die Mannschaft dirigierte also nicht mehr die Richtung, sondern hatte das Schiff nur noch nieder- und gerade zu halten. Die Landung wurde außerordentlich rasch und glatt vollzogen. Die erste Begrüßung bestand in Händeschütteln mit den aus du Fenstern des Luftschiffes schauenden Fahrtteilnehmern. Während das Schiff der Halle zugeführt wurde, ertönte ein' Hupenkonzert von zehntausenden von Automobilen, das immer weiter ins Land hinein ausgenommen wurde. Anter den ersten Glückwünschen an Dr. Eckener befand sich der des Reichspräsidenten v. Hindenburg. (Et|d)eini taglid),aufcei Sonntag» infc Feiertags Beilagen. (Lietzener Familienblätler Heimat im Bild Vie Scholle Monakr-Vezvgrpretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen emzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüsse: 51, 54 und 112 Anlchrist für vrahkna^ rieten. Anzeiger Siebe«. Postscheckkonto: grantfurt am Main 11686. Eindrücke der Fahrt. Ministerialdirigent Brandenburg schildert seine Erfahrungen Dieser Eindruck ist durch den Zwischenfall am Samslagmorgen nur noch verstärkt worden. Richt einen Augenblick trat Unruhe an Bord ein. Allerdings war in der Person Dr. Eckeners und in seiner vortrefflicyen Besatzung ein kaum zu übertreffendes Element der Sicherheit. Dr. Eckener ist ja die Ruhe selb,«. Die Art, wie die Besatzung, vor allem der jugendliche Sohn Dr. Eckeners, an der Reparatur der beschädigten Stabilisierungsflächen außenbords im strömen- I den Regen in 600 Meter höhe und in peitschen- I dem Fahrtwind arbeiteten, ist vorbildlich für eine ihrer großen Verantwortung bewußten Lufl- schiffbesahung. konnte. Don diesem sachverständigen Urteil wird man jedes Wort voll unterschreiben können. Gewiß wäre der Jubel größer und ungetrübter gewesen, wenn die Fahrt durch das Wellluftmeer ohne jeden Zwischenfall und ohne jede Verzögerung glatt vonstatten gegangen wäre. Dann aber hätten sich die unausbleiblichen Unken zu Gehör gebracht, mit der Ansicht, daß ein neues Verkehrsmittel er st dann als erprobt betrachtet werden könne, wenn es schweres Wetter gut überstanden und auch Unglücks- fälle b e m e i st e r t habe. Man wäre fast versucht, von einem Glück im Unglück zu sprechen, wenn man in diesem Zusammenhang hervorheben darf, daß das neue Luftschiff sich in schwerem Sturm behauptet und sogar Havarien mit eigenen Dordmitteln auszubessern vermocht hat, ohne fremde Hilfe. Ein anderer ameii anischer Sachverständiger, Vizeadmiral Moffat, erinnerte daran, daß die ersten Ozeandampfer auch mit Ta elage und Segeln ausgerüstet waren, nur wenig schneller als gute Segler fuhren und sich lange nicht allen Unbilden der Witterung gewachsen gezeigt haben. Zweifellos wird sich im Laufe der Zeit noch manche Einrichtung an Bord des „Graf Zeppelin" als verbesserungs^ähig he.ausste len, und zweifellos wird die längere Erfahrung bei dem Dau weiterer Luftschiffe noch Fortschritte zciligen, von I denen wir heute nichts wissen. Auch hier steht die Technik nicht still. Dr. Eckener und die gesamte Dordbesatzung haben eine neue Leistung vollbracht, die ans Fabelhafte grenzt. Cs hat sich wiederum, und zwar in größtem Mahstabr, gezeigt, daß ein Luftschiff unter sorgfältiger Ausnutzung der Wetterberichte imstande ist, ohne nennenswerten Zeitverlust große Umwege zu machen und so Stürmen auszuweichen, solange eine Mafchinen'rnft voll ausgenützt werden kann. Freilich haben wir gesehen, daß auch trotzdem die Elemente zeitweise die Oberhand gewinnen und dem Gebild von Menschenhand schwere Schäden zuzufügen vermögen. Aber gerade in solchen Augenblicken zeigt sich der Meister, und man darf ruhig behaupten, daß Dr. Eckener mit seiner treuen Gehl enschar seinerseits die Elemente gemeistert hat. 3n diesem Licht betrachtet, gewinnt die Leistung, die der „Graf Zeppelin" vollbracht hat, stark an Wert. Wir Deutsche hc»- ben mit vollem Vertrauen auf die Leistungsfähigkeit des Schiffes und feiner Bemannung unter kundiger Führung gerechnet, und. dieses Vertrauen ist unter den schwie.igsten Umständen in vollstem Maße gerechtfertigt worden. Hier liegt der tiefste Sinn des großen Geschehens, das mit der glücklichen Landung in Lalehurst einen ersten großen Abschnitt erreicht hat. Lieber dem Festland. Washington, 15. Olt. (WTB. Funkspruch.) Rach einer Berechnung des Marineamts befand n Zeppelin" um 6 Uhr morq. amerif. Seit (12 Uhr mittags MEZ.) 145 Meilen östlich öon 5\. a p Hatteras, im Kampf um Gegenwind und schlechtem Welter. Um 15.15 Uhr MEZ wurde das Luftschiff über dem amerikanischen Festland, und zwar über Kap Charles im Staate Virginia gefiele1. Um 15.40 Uhr Überi og »Graf Zeppclm ' die Stadt E a st v i 11 e und folgte bann den Geleisen der Pennsylvania-Eü-nl-alin Um 18.21 Uhr näherte sich das ßuftfd'iff der Bundeshauptstadt Washington von Osten. Lieber Washington. Präsident Cootidgc als Zuschauer. Nachdem das Luftschiff das Flugfeld von Washington überflogen hatte, erschien es über dem Kapitol und dem Weihen 5) a u s. In tausend Fuß höhe grüßte „Graf. Zeppelin" zweimal, indem Um 20.10 Uhr wurde „Graf Zeppelin" über Wilmington (Delavare) gesichtet. In Baltimore wurde dem Luftschiff ein jubelnder Empfang zuteil. Aus dem Dunst der Ferne tauchte es am südwestlichen Horizont auf und Überflog bald darauf das Zentrum der Stadt, wo es von der Men- schenmenge, die die Straßen, Plätze, Balkons und Dächer besetzt hielt, mit großem Jubel begrüßt wurde. Unter dem Sirenengeheul der Fabriks- und Schiffssirenen setzte das stolze Luftschiff mit maje- statischem Fluge seine Fahrt in Richtung Phi la- d e l p h i a fort, wo es schon um 20.57 Uhr gesichtet wurde. Um 21 Uhr befand es sich über Trent on im Staate Reuyersy. Um 21.40 Uhr kam das Luft- schiff über Neuyork an, nach Stunden gespanntester Erwartung der zu vielen Tausenden auf den Straßen und Dächern versammelten Neuyorker. Lieber Neuyork. Alle Arbeit ruht. Cs war ein überwältigender Anblick, als das gewaltige Luftschiff von Sandy Hook kommend, wie ein geisterhafter Schemen hoch über der Bay auf die Stadt zustrebte. Cs überflog, von zwanzig Flugzeugen begleitet, Skaten Island, Brooklyn, sodann die im Hafen liegenden Inseln Gover- Das glückhast Schiff. Millionen von Menschen haben bangen Herzens und doch in fester Zuversicht die spärlichen Rachrichten verschlungen, die von Bord unseres jüngsten Luftschiffs durch die Luftwellen über den Ozean zu uns getragen sind. Roch fehlen ausführliche Berichte, ilnb man kann sich, namentlich bei der gewaltigen Entfernung noch kein richtiges Bild davon machen, was für Schwierigkeiten Dr. Eckener mit seinen Gefährten hat überwinden müf.en. Aber wenn je ein altes Sprichwort recht hatte, so ist es in diesem Fall: Ende gut, alles gut! Zu Vertretern der Presse, die in Lakehurst mit der ganzen Welt in atemloser Spannung den „Graf Zeppelin" erwarteten, hat sich dec äint.r- staatssekretär des amerikanischen Ma.inerniniste- riums, Warner, dahin geäußert, daß die Leistung des Luftschi fs vom marinetechnischen Standpunkt aus besonders hoch zu bewerten sei, gerade weil der Flug sich in die Länge zog. Für ein Luftschiff komme es nicht so sehr auf die SchneUigkeit an, sondern auf die Ausdauer, und gerade deshalb müsse man betonen, daß der „Graf Zeppelin" in marinetechn'.scher Hinsicht feine Aufgabe glänzend gelöst habe, da er trotz aller Schwierigkeiten nicht an Landung zu denken brauchte, sondern in der Luft bleiben Lakehurst, 16. Ott (WTB. Drahtmeldung.) Eine Stunde nach der Landung des Luftschiffes wurden die Passagiere zur Erledigung der Paß- und Zollformalitäten in d.e Habe übergeführt. Die Polizei bildete eine Kette um bie 8um Teil stark ermüdeten Passagiere gegen ein Eindringen der Menge zu schützen. Der Leiter der Luftverkehrsorganisa'.ion im Reichsverkehrsministerium, MinisterialdirigentBran- denburg, der auch an der Rückreise teilnimmt, erklärte einem Vertreter des WTB, den er sogleich mit amerikanischen Pressevertretern empfing, über feine C ndrücke auf der Reise folgendes: Der Gesamteindruck, den et von der Fahrt bekommen habe, war überwältigend. Das Flugzeug habe eine außerordentliche Entwickelung genommen. Die Vorteile des Flugzeuges seien die großeSchnelligkeit und die geringen Anschaffunskosten, dagegen wäre ihm das Luftschiff an Bequemlichkeit bei weitem überlegen. Luftkrankheit scheint es an Bord eines Luftschiffes überhaupt nicht zu geben. Schlafen kann man besser als in einem Salonwagen, da die Bequemlichkeit dem Komfort der Ozeandamp er schon ziemlich nahekommt. Cs handelt sich ajo bei der Lustschiffahrt um eine neue allgemeine Luftsahrtsrage, zu der die veranlwortlihen Stellen gezwungen sein werden, ernstlich Ste lang zu nehmen." Auf eine Zwischenfrage sagte Dr. Brandenburg: „Ich weiß, daß zu allem Geld gehört und daß wir in Deutschland sehr arm geworden sind. Och spreche auch nur allgemein von dem Problem, das die ganze Welt interessiert. Die Motoren arbeiteten glänzend, bagocen machte die Funkerei viele Schwierigkeiten. Wie sollte dies auch ausbleiben, wenn das Schiff bestürmt wird mit allen möglichen Telegrammen, die zwar gutgemeint s nd. aöw unbedingt zurückzutreten haben hinter diejenigen, die für die Sicherheit des Luftschiffes erforde.lich sind, also in erster Linie Wettermeldungen. Funkentelegraphische Grüße an das fahrende Luftschiff sollten ausblciien. Ausnahmen machen natürlich Glückwünsche von Staatsoberhäuptern oder Anfragen von Regierungen. Alles in allem, so schloß Brandenburg, hat der Flug des „Graf Zeppelin" eine große Bereicherung der praktischen Erkenntnisse über den Ozeanfl ug gebracht. Es gibt viele Wege, auf denen wir dem Ziele einer Verbindung dee Völker durch den Luftschifsderce.hr näheriommen können. Die Schwierigkeiten der Vollendung sind einem alten, zähen Baume zu verglichen, der nicht auf den ersten Schlag gefällt werden kann. Alle Rationen müssen zur Lösung dieses Problems zusammenarbeiten. Glückwünsche des Präfi^nten Coolidge. An Eckener und Hindenburg. Washington, 15. Oktober. (WB.) Präsident Coolidge hat Dr. Eckener auf funkentele- graphiscl)em Wege seine Glückwünsche ausgesprochen. Dr. Eckener hat seinerseits beim Erreichen der amerikanischen Küste folgende Botschaft an Präsident Coolidge gerichtet: „Im Augenblick der Ankunft über der amerikanischen Stifte während dieser neuartigen Aeberquerung des Atlantischen Ozeans durch das Luftschiff mit paffagieten und poft von Deutschland nach Amerika, auf der wir als Kameraden und erfahrenen Freund Commander Rosendahl bei uns hatten, bitten der Kommandant und die Mannschaft des Zeppelin den Präsidenten der vereinigten Staaten, ihre ganz respektvollen Grüße entgegenzunehmen. gez. Eckener." Präsident Coolidge sandte an den Reichspräsidenten von Hindenburg ein Glückwunschtelegramm, in dem er betonte, daß der Flug das amerikanische Volk mit Bewunderung erfüllt habe und daß er ein weiterer Markstein in der Entwicklung der amerikanisch-europäischen Luftoerbindung bedeute. besichtigen einweilen d.e „Los Angelos", die ganz zur Seite gerückt, zusammen mit zwei kleinen lenkbaren Luftschiffen nur einen kleinen Teil der ungeheuren Halle einnimmt, so daß genügend Platz für „Graf Zeppelin" vorhanden ist. Um die auf einer kleinen Anhöhe stehende Halle sammelte sich schon eine gewaltige Menge von Reugierigen. Da das Rauchverbot nicht von allen beachtet wurde, entstanden auf der dürren, mit Papier besäten Grasfläche durch fortgeworfene Zigarettenstummel einige kleine Brände, die von den zahlreichen Polizeibeamten und Marinesoldaten ge- „Graf Zeppelin" in Lakehurst glücklich gelandei. Oer Küste zu. - Oie letzte Etappe über dem Festland. - Oer Gruß über dem Weißen Hause in Washington Begeisterter Empfang in Neuyork. - Rach 111 Stunden Fahrt in der Halle von Lakehurst. Ur. 2^ Erstes 178. Jahrgang Dienstag, 16. Moder 1928 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen toie gestern, vollkommen mit Kraftwagen verstopft werden. Trotzdem das Ausbleiben des „Graf Zeppelin" gestern große Enttäuschung hervorrief, sind heute abermals Riefenmengen s c.-x.:cc v , . * ’ ’ ---- | ü£>n Schaulustigen in Lakehurst zufammengeströmt. arteten das Luftschiff vom Dach des ^lollcnamtes Auf dem Flugplatz haben die Matrosen sich aus. Das Welter war klar, so daß die Passagiere in Bereitschaft für die Landunzsarbeiten auf- durch Ferngläser erkennbar waren. Auf den Sira- gestellt. Man ertoar et gegenwäriiz. um 16.45 ßen bildeten sich große Menschenansammlungen und ^r. jeden Augenblick d.e Ankunft des Luft- das Geschäftsleben stöckle für einige Zeil. Der 'chiffes. Einige Offiziere wollen mit scharfen silbern glänzende Rumpf des Schiffes bot einen f»^nn einet 6nt* »tägigen UnbM. Die Dächer raimmelfen von &?t mL 25 Ä,lometer m Menschen. Das Dröhnen der Molare hallte In den ? . von Menschen erfüllten Straßen wider. „Graf Lite latwunq. Seppelm“ beschrieb über Washington eine große £ a (e tj u r ft. 15. Oktober. (WB ) Um Schleife, wobei Dutzende von Flugzeugen der 2Ha- trifft „Graf Zeppelin" über Lakehurst rlncffafion das Luftschiff begleiteten. Es überflog Halle ist jetzt weit geöffnet. Alles bietet ein Bild bas Znarineamf, den historischen fiofomac-parf, um sorgsamster und vollständigster Vorbereitung für das Denkmal Washingtons hemm, richtete seinen den Empfang des Luftschiffes. Unter der „Los üurs abermals über das weiße Haus, überflog Angeles" stehen etwa 400 Matrosen und erhalten dann oie Balt.more-Wersl und entschwand 12.38 gegenwärtig die letzten Instruktionen für Ubr den Blicken der fchaulusiigen Menge. die Landungsarbeiten. Am Halleneingang gegen- Die Weiterfchtt nach Aorden. MM nCStC" ibcn( Coolidge eilte löscht wurden. Polizeibeamte fahren auf Motor- fofort irr den Vorgarten, wo sich bereits seine Gat- r*5*—- " • ■ * tin eingefunden hatte, und winkle dem Luftschiff < ______... ________y freudig zu. Die zahlreichen Besucher, die sich im Auerhalten^und zu verhindern, daß die Straßen, park des weihen Hauses eingefunden hallen, bemerkten die Gegenwart Eoolidges nicht, da sie a l l e mit dem Zeppelin beschäftigt waren. Marinesekrelür Wilbur und feine Beamten beob- I d°-Wgltchk^ mEteD-ro. Thenterviertel und anderen Sdodtteilen und trat nähme cTeMic^ll^to ne 61^01 Se im «^ungunsl.ge Stadt kreuzte, ruhte jede Geschäftstätigkeit. Alles stürzte an d.e Fenster, auf die Straßen Cs gibt natürlich auch Rachteile, fuhr Mini- und die Dächer, und in die jubelnden Zurufe sterialdirigent Brandenburg fort, das Luftschiff der tücherfchwenkenden Zuschauer mischte sich d a s ist vorläufig noch etwas langsam. Immerhin ohrenbetäubende Geheul der Si- mu6 man bedenken, dah der Zeppelin trotz einer renen. Roch lange, nachdem das Luftschiff sich erheblichen Havarie und trotz starken Gegen- in der Ferne verloren hatte, standen auf den Windes noch eine größere Geschwindig- Straßen zahlreiche Gruppen von Menschen zu- keit entwickelt Hit als ein Ozean damp- fammen, die das Ereignis aufgeregt bespra- fe r. Wie es mit der Wirtschaftlichkeit chen und von deni allgemeinen Interesse Zeug- eines Verkehrslustschif es steht, darüber liegen nis ablegten, das hier dem eindrucksvollen Trans- noch keine Berechnungen vor. sie werden je nach ozeanflug des „Graf Zeppelin" entgegengebracht mehr oder weniger ovpositie-nel'er Einstellung wird. ihrer älrtzeber ve.-schieden sein. Stichhaltige Cr- fahrungen sind noch nicht vorhanden. Da; dhna- vwtCfmische Fliegen mit den Flugzeug erscheint dem Lakehurst, 15. Ott. In Lakehurst herrscht 'Sr-M Riesenandrang. Automobile blockieren erneut o Prun^p leich- mcilenweit die Landstraßen. Die Besuchermenge, L . 1'k nämlich das Lust- die glücklich den Flugplatz erreicht hat. wird jetzt in der gan- langsam zurückgedrängt. Es werden schärfste 2^1 stieimut.erlich behani-ril tot>r= Maßnahmen gegen dos Rauchen be- , .»/ muß aber sagen, dan mir, der ich lanntgegcben. Die Hallentore sind kurz nach i^Olnyrige Er^ahruiigen ui der Fne.ze ei habe, 15 Ahr geöffnet worden. Der Himmel, der heute Vs?^LU- Orenniche.que.ung in einem früh vollkommen klar war, ist jetzt mit Wol- eirt fc c bedeutenderGe- ke n bedeckt, doch herrscht nur leichter' nn t't* Wind. Die große Luftschiflhalle, die heute abend „Graf Zeppelin" au,suchen soll, füllte sich bereits am frühen Morgen mit Besuchern. S'.e Der englische Arbeiierführer spricht in der Reichshauptstadi Oie Wetterlage. -ins.. Hordoyä tMkh.- lz (oruna 16. Oktober: morgens 2,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer sieben Stunden. 0 Ja Stunden an Bord und so war es ganz unnötig, eine Katastrophe ins Auge zu fassen. M« praktische Bedeutung des glücklich beendeten Experimentes dürfte allerdings nicht über- ----- — - - schätzt werden. Die Äeberfahrt hat mehr als | Tiefe am 15. Oktober: abends 4,5 Grad Celsius; am 4V2 Tage gedauert und fand unter wenig be- ----- - quemen Bedingungen statt, was nicht einen Dor- schlüge, südwestliche bis westliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Wechselnde Bewölkung und vereinzelt Aiederschläge. Lufttemperaturen am 15. Oktober: mittags 7,4 Grad Celsius, abends minus 1,5 Grad Celsius: am 16. Oktober: morgens minus 4,3 Grad Celsius. Maximum 7,5 Grad Celsius, Minimum minus 5,4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Berlin, 15. Oll. (WTD.) 3m Plenarsaal des Reichstages hielt der frühere b.atlschr Premierminister 3. Ramsay Macdonald un Rahmen der ersten Veranstaltung des kürzlich gegründeten Komitees für internationale Aussprache einen Vortrag über die Probleme des Friedens. Auf der Regierungst.ibüne und im Saal waren u. a. anwesend: Reichskanzler Hermann Müller, eine Reihe von Reichsministem, preußischen Mi..istern und ande'en ho.^en Beamten ehemaligen Ministern, Mitgliedern des Reichsratrs, des Reichstages und anderer öffentlicher Körperschaften. Macdonald führte aus, daß die Politik der Freundschaft zwischen allen Böltern die Polittt seines Landes sei und sein müsse, nicht eine Politik der Dündnissemit einzelnen. Er glaube nicht an die Kriegsverantwortlicheit eines Volkes: jedes Faktum sei das Ergebnis eines ungeheuren Komplexes: das gelte in erster Linie von der ungeheuren Tatsache des Krieges. Aber man solle sich nicht mit rückschauenden Betrachtungen au, halten, sondern den wirklichen Frieden Herstellen. Die Generation, die den Krieg erlebt habe, sei die erwählte, um den Frieden zu sichern. „Man darf nicht lange warten", so führte Macdonald aus, „in vielleicht 10 oder 15 3ahcen kommt eine neue Generation an die Reihe, die wieder für die sogenannte Romantik des Krieges zugänglich fein könnte." „Sie sind entwaffnet," so erklärte der Redner, „nicht nur infolge des Krieges, sondern auf Grund eines Dokumentes, das den anderen die gleiche Verpflichtung auferlegt. Ich stehe auf dem Standpunkt, dah es die Ehre Großbritanniens erfordert, ein solches Dokument nicht nur dem Buchstaben, sondern auch dem Geiste nach zu erfüllen." seinem ausgesogenen Heimatboden gegen die unerschöpflichen Reichtümer der Welt sich durchzurinaen bestrebe. Der „Graf Zeppelin" trage den deutschen Rumen über den Ozean. Der Kampf mit den Elementen sei das Symbol für den Kampf des deutschen Volkes, durch Sturm und Nacht zum Licht. Das deutsche Volk fühle sich durch die Tat geehrt und danke dem amerikanischen Volk. Die „Germania" erinnert daran, dah Millionen Deutsche am Samstag und Sonntag, als spärliche Meldungen einge- trosfen seien, daß widriges Wetter die Fahrt in ungeahntem Ausmaß beeinträchtigte und daß das Luftschiff eine Havarie erlitten habe, e r n st l i ch gefürchtet hätten. Aber nur einen Moment, dann hätten diese Millionen wieder vor sich die st raffe Gestalt Dr. Eckeners gesehen, hätten vor sich die Augen dieses Mannes gesehen, aus denen stahlharter Wille spreche. Friedrichshafen feiert den Konstrukteur. Friedrichshafen, 16. Ott. (TU.) Als am Montagnachmittag die ersten sicheren Rachrichten von der Sichtung des „Graf Zeppelin" Wer dem amerikarischen Festlande hier eintrasen, machte sich eine stille, herzliche Freude bei allen bemerkbar, die dem 110 Stunden langen Flug des Luftschiffes zeitweise mit Bangen verfolgt hatten. Auf der Werft selbst wartete man stündlichsieberhaft nur auf die eine Meldung, die das eine bringen sollte: „Glücklich gelandet". Als dann aber die Kirchen von Friedrichshafen den teil gegenüber den Dampfern TxtrfteHt. — Da- Petit 3ournal" schreibt: Die von Zeppelinen vollbrachten Taten sind zahlreich. Das Luftschiff muhte einen Umweg mach n, was nicht einen Vorteil gegenüber den Dampfern darstellt. Mögen daher die nörgelnden und neidischen Geister der französischen Regierung einen Vorwurf daraus machen, dah sie die Polittk der Luftschiffe aufgegeben habe. — Der „Populaire" schreibt: Wenn die Reise des „Graf Zeppelin" auch nicht einen Schnelligkcitsrekord darstelle, müsse man es doch um so höher anschlagen, dah das Luftschiff trotz schlechten Wetters hartnäckig seinen Weg fortgesetzt hat. — Gustav Hervö schreibt in der „Victoire": Der Erfolg dieser Reise wird eine ungeheure Popularität für Deutschland in der ganzen Welt sein. Sie bedeutet eben für d:e, die es noch nicht wissen sollten, dah Deutschland trotz der militär.schen Entwaffnung immer noch das Land ist, in dem man mit Beharrlichkeit arbeitet, em Land, das an derSpitze öer Welt in industrieller und wissenschaftlicher Hinsicht sei. — 3m „Figaro" heißt es: Der Erfolg des Zeppelinsluges zeigt erneut, dah die Deutschen die meisten Dinge, die sie unternehmen, zu einem guten Ende durchzuführen wissen. Lernen wir in dieser Richtung von ihnen. Frar^ Reichel schreibt tm Ami du Peuple": Die deutsche Luftschiffahrt kann auf ihren Erfolg stolz sein. Er M eine Tat entsprechend der gesamten deutschen Wisienschast und der moralischen Gröhe dieses Landes. . Steuerdmü und Landwirtschaft. Eine Eingabe des Neichslandbundcs. Reichspräsident und Reichsregiemng an Eckener. Berlin, 15. Ott. (DTD.) Ser Herr Reichspräsident hat an Herrn Dr. Eckener folgendes Telegramm gerichtet: „Zur glücklich durchgeführlen Ueberfahrk des „Graf Zeppelin" nach Amerika spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich verbinde damit den Ausdruck meiner auf- richtigen Muerfennung für die vorzügliche Leistung, die Sie und die bewährte Mannschaft des Luftschiffes unter so schwierigen witterungs- verhallnissen vollbracht haben. v. Hindenburg, Reichspräsident." ReichskanzlerWüller richtete an Herrn Dr. Eckener folgendes Telegramm: Zu der so sehnlich erhofften glücklichen Ankunft des Luftschiffes „Graf Zeppelin" in den Bereinigten Staaten von Amerika spreche ich 3tmen und der vortrefflichen Besatzung des Luftichll>es die herzlichsten Glückwünsche aus. Ganz Deutschland ist stolz darauf, daß S4 loSart. ° und majestätischste Schauspiel, das den Neuyorkern seit der Ankunst der „Los Angeles", des ehemaligen ..Z.R.3", geboten worden sei. Nach der Beschreibung des Ansagers steuerte der „Graf Zeppelin" von Sandy Hook kommend, quer über Staten Island auf das Geschäfts- oiertel Neuyorks zu, überquerte die untere und mittlere Stadt bis etwa zur Höhe der 50. Straße, wo es in großer Schleife umkehrte und die Rückfahrt antrat. Um 16.19 Uhr amerikanischer Zeit überflog es Battery Park, die südlichste Spitze von Manhattan, der eigentlichen Neuyorker City, und war bald darauf in der Richtung auf Sandy Hook wieder den Augen der Neuyorker Beschauer entschwunden. Die Berliner presse zur Tat Eckeners. Ein deutscher Sieg. Berlin, 16. Okt. (TU.) Iubel und Begeisterung kommen besonders in den Blättern zum Ausdruck, die neben der ausführlichen Berichterftallung über die Fahrt und die Ankunft des Luftschiffes am Ziel zum Teil noch in Attikeln die stolze Tat Dr. Eckeners und seiner Mannschaft würdigen. Der „Lokalanzeiger" schreibt: Wir haben allen Grund, im tief st en Herzen dankbar zu sein, wenn es gelang, dem deutschen Geist auf der Bahn des Fortschritts einen großen Schritt vorwärts zu kommen. Der Erfolg nützt uns. Er dient aber auch der ganzen Welt und darin liegt wohl der Sinn einer friedvollen Zukunft, daß die Völler tm Guten und Starken von einander lernen. — Die „D A Z." hebt hervor, daß besser als es bei glatter Schönwetterfahrt möglich gewesen wäre, der Beweis für die Lufttüchtigkeit der Zeppelin-Luftsch.ffe abermals erbracht worden sei. Vor der ganzen Welt sei dargetan, daß, wenn die Frage der Einrichtung eines regelmäßigen Luftverkehrs über weite Strecken demnächst spruchreif werde, die Konstruktion des Zeppelin allen Anforderungen gewachsen sei. Das ganze deutsche Volk danke den Erbauern, danke der glänzenden Führung und Besatzung. Sie hätten ihrem Vaterland und der Menschheit einen Dienst erwiesen, von dem noch die späten Geschlechter sprechen würden. Die „B ö r s e n z e i tu n g" meint, die Welt habe gesehen, daß die Energie der Führer und ihre überlegene Navigation, daß die Kraft der Maschinen und die Ueberlegenheit der Konstruktion den endlichen Sieg des Luftschiffes, den Sieg des Systems gewährleisteten. Dieser ungeahnte Erfolg sei ein deutscher Sieg. Graf Ferdinand Zeppelins Lebenswerk habe mit dem erfolgreichen Fluge die schönste Krönung erfahren. Die „D e u t s ch e Tageszeitung" erinnert daran, daß das Luftschiff von den Notpfennigen, aber mit dem heißen Herzen eines Volkes geschaffen fei, das auf Zur Sicherheitsfrage meinte er: „Wenn wir in diesem alten Geiste weiterarbeiten, in der tfurd)t v o r Eventualitäten, dann bleiben wir in der Mentalität von 1913." Die Diskussion drehe sich immer um das Eintreten des Ernstfalles statt um dessen Vermeidung. Das scheitern der AD- rüstungskonferenz in Genf gehe z. B. auf eine ganze Reihe von Mißverständnissen und Sinnlosigkeiten auf beiden Seiten zurück. Nur die rechte Sicherheit sei eine richtige Sicherheit: Verständigung und Schiedsgerichtsoarkeit auf der einen, Abrüstung auf der anderen Seite gäben diese Sicherheit. Keine Verewigung der gegenwärtigen Zustände dürfe zu- gelassen werden; Deutschland, Frankreich, England und alle anderen Länder müßten sich zu gegenseitigem Vertrauen aufraffen. „Ich habe auch keinen Revolver bei mir", so meinte Macdonald, „wenn ich heute abend aus dem Reichstag heimgehe — ich vertraue auf ihre Rechtseinrichtungen!" Alle Fragen, die Räumungs- und die Kriegs- fchuldenfrage usw„ sollten schnellstens abgewickelt werden, damit endlich das letzte Blatt des Kriegsbuches geschrieben werden könne. Amerika werde mitiun. Wenn nicht, so hob Macdonald hervor, könne sich Europa selbst helfen. In all diesen Fragen, auch in den ierritorieüen Ungleichheiten, stehe die Lygik gegen die Praxis. Aber der Vergleich des Zustandes vor und nach 1924, vor und nach der Londoner Reparationskonferenz, zeige, daß das, was vorher unlogisch und undurchführbar erschien, nachher den gleichen Leuten durchführbar und schließlich auch logisch erschienen fei. — So müßten alle Abkommen, Locarno, der Kelloggpakt usw., aus der scheinbaren Unlogik indie wirklicheLogik ü d e r f ü h r t werden. — Mit besonderer Betonung verweilte der Redner auch bei der Minoritätenfrage: Es fei ein großer Schaden für den europäischen Frieden, wenn einzelne Mächte dieses Problem als eine rein interne Frage behandelten. Es müsse durch Gewährung regionaler Freiheiten gelöst werden. Montag d. 15. Okt. 1928, Sieg des Zeppelin über Sturm und Zeit verkündeten, wurde die Mitteilung von der glück- lichon Landung des Luftschiffes in Lakehurst be» I fannt. Mit klingendem Spiel zog die Stadt- kapelle von Friedrichshafen durch die Straßen der Stadt. Die Häuser hatten festlichen F logge n s ch m u ck angelegt. In den Räumen des | Kurgarten-Hotels versammelten sich die leitenden Persönlichkeiten des Zeppelin-Baues, Kommer- I zienrat Dr. Eolsmann, der Chefkonstrukteur Dr. Dürr und der Syndikus des Zeppelin- Baues Dr. Schmid, sowie d:e anwesenden I Pressevertreter zu einer kleinen Feier. Als die I Rachricht von der vollzogenen Landung eintras. erhob Kommerzienrat Generaldirektor Colsmann sein Glas und brachte ein dreif aches Hoch auf den „Graf Zeppelin" aus. Kommerzienrat Colsmann dankte der Presse für ihre Mitarbeit, ferner der Stadt Friedrichshafen sowie den Erbauern des „Graf Zeppelin", den I Chef-Konstrukteuren Dr. Dürr und E h r l e. Weiter gedachte er des Schöpfers der Mahbach- moioren, Maybach. Weiterer Dank gebühre Dr. Lemperts. der an der Erforschung des neuen Brenngases hervorragenden Antell genommen hatte. Anschließend gab Kommerzien- I rat Colsmann einen ileberblid über das Lebenswerk des Grafen Zeppelin, deffen einziger Gedanke und Endziel seiner jahrelangen Arbeiten stets die Lieberquerung des Atlantik gewesen sei. Der Beweis sei wiederum erbracht, dah die Idee eines ständigen transatlantischen Verkehrs verwirklicht werden könne. Die jetzige Lieberfahrt im Luftschiff nach Amerika habe wieder sehr viel dazu beigetragen, neue internationale Bande zu knüpfen, die Kontt- nente zu überbrücken und die Menschen einander näherzubringen. 3m Verlause des Abends brachte die Friedrichshafener Bevölkerung vor dem Hotel des Chef-Konstrukteurs des Zeppelin- Baues, Dr. Dürr, herzliche Ovationen dar, die mit dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied ihren Abschluß fand. Englisches Lob für Eckensr. „Wir wünschten nur, daß es Engländer I gewesen wären". London, 16. Oft. (WTD. Funkspruch.) „Times" sagt in einem Leitartikel, Präsident Coo- lidges Glückwünsche an den unerschütterlichen Dr. Eckener werden in England freudigen Widerhall finden, inbem sie dem sympa thischen ! Verständnis von Wettbewerbern auf dem gleichen Gebiete begegnen. Die Fahrt des „Graf Zeppelin" hat gezeigt, daß die Sicherheit des Luftschissverlehrs zugenom- men hat, aber die beabsichtigten Flugzeiten nicht innegehalten werden können. Die Tage, wo Luftreifen nach Aech)ork eine Selbstverständlichkeit sein werden, sind offenbar noch weit entfernt. Bis dahin wird es noch vieler Fortschritte und Verbesserungen bedürfen. Trotzdem geben Leistung und Erfolg der behu s nrten Revigat'vn DCcke. ers Grund zur Beiriedigung. Das Experiment dürfte für die Wissenschaft und für die Lull ahrt von größtem praktischem Wert sein. Deutschland hat ein Recht, stolz daraus zu sein. — Auch „Daily Expreß" spricht die Erwartung aus. dah der Luftschiffverkehr mit den Vereinigten Staaten, der heute noch schwierig sei. und sich im Der- suchsstadium befinde, in einigen Iahren etwas ganz Natürliches sein werde. Das Blatt erklärt: Den Pionieren dieses Abenteuers rufen wir „Brav o" zu. Wir wünschten nur, daß es Engländer gewesen wären. pariser Kritik. Paris, 16. Ott. (WTB. Funffpruch) Die gesamte Presse, die in den letzten zwei Tagen skep- ttsch geworden war, beschäftigt sich heute in weitgehendstem Maße mit der glücklichen Reise des „Graf Zeppelin". „Pettt Parisien^ schreibt: Keinen Augenblick war das Schiff wirklich in Gefahr. Es hatte Proviant und Betriebsmittel für 120 Berlin, 16. Okt. (Priv.-Tel.) Der Reichs- landbund hat an den Reichsminister der Finanzen eine Eingabe gerichtet, in der es heißt: Gegenüber den im Sommer an die Ernte geknüpften hohen Erwartungen ist jetzt leider festzustellen, daß die Landwirtschaft in ihrerRentabill- tät und Zahlungsfähigkeit trotz teilweise guten Ernteaussalles nicht in der Lage sein wird, die zahlreichen rückständigen Steuerbeträge zu zahlen. Dem besseren Ernteergebnis steht ein weitaus größerer Preisdruck gegenüber. Diese Lage veranlaßt uns, den Reichsminifter der Finanzen dringend zu bitten, die Finanzämter erneut anzuweisen, daß die bestehenden Stundungen weiter verlängert werden und entsprechend der voraussichtlichen Rentabilitätslage des einzelnen Betriebes nunmehr zu Riederschlagungen der rückständigen Steuern geschritten wird. Gegen eine Ausdehnung des Krankenversicherungszwanges. Berlin, 15. Okt. (WB.) Auf Grund der Verlautbarungen über Ausdehnung des Zwanges zur Krankenversicherung hat in Berlin eine ‘Beratung von Vertretern sämtlicher deutscher Aerztekammern stattgefunden. Es wurde eine Entschließung gebracht, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die bereinigten Vertreter aller Aerztekammern Deutschlands eine Ausdehnung des Dersicherungszwanges in der Krankenversicherung über den Kreis solcher Personen hinaus, die sich nach ihrer gesam - ten wirtschaftlichen Lage im Krankheitsfälle die notwendige Krankenhilfe nicht selbst verschaffen können, nicht nur für über* I flüssig, sondern für schädlich halten. ©wontenioi O ntutt » naro oeoec*L e *ei*>ae otMCKi «Reoe^ «•Schott a trauoem * fitDti K Orwitttr (Q)wmdMiUt. •O' StW •tlchter O$i 'n*M|0tr ^uoiuowtJ» Q Uurmocne» "Ord*C5l Ole Pfeile flieatn uggastkabin:n sind mit Hci- zungsanlagen versehen. Tie tag ihe Lei tung t>et deutschen Flugzeuge beträgt wäirmd des Hoch- winters etwa 7000 bis 8000 Kilometer und im Randwinter annähernd das Doppelte. Es darf nicht verschwiegen werden, daß im Interesse des wirtschaftlichen und technischen Fortschritts noch eine erhebt ich größere Anpas ung des Winter- srugdienstes an den Sommerflugiienst erstrebt werden soUte. Zugvögel. 'Am Sonntag, 14. Oktober 1928, flog ein riesiger Schwe.rm von Wildgänsen mit lautem Geschrei über Gießen. Er wurde von der Frauenseite der Rerventti.ik um 13.32 LIhr beobachtet, er schien fast senkrecht über dem westlichen Teil der Klinik nach Südwest zu fliegen, d. h. im spitzen Winkel zur Frankfurter Straße an dieser Stelle. Tie Formatton war im allgemeinen keilförmig, manchmal bogenförmig mit raschem Wechsel. In dem Keil flogen meh ere lange Reihen von Vögeln, ebenfalls mit raschem Wechsel der Formation. Der Beobachter wurde zuerst durch das Geschrei aufmerksam und sah dann den Zug, der eine ungewöhnliche Menge von Wildgänsen umfaßte. Weitere Rachrichten werden an die tierpsh- chologische Beobachtungsstelle, Geh imrat Sommer, Gießen, Am Steg 12, auch von außerhalb von Gießen, erbeten. Ein Leter schreibt uns: Am Sonnt agnachmit tag, 10 Minuten nach 3 Llhr, hatte ich Gelegeirheit, vom Bahnhof Geih-Ridda aus zwei Züge Schne-egän'e zu beobachten, die durch ihr Geschrei auf fielen. Die Züge hatten die bekannte Keilform, lösten sich aber gerade im Augenblick der Beobachtung auf, um sich gleich darauf zu einem Zug zu formieren. Es mögen zusammen 80 Tiere gewesen sein. v/-jener Wochcmnarktpreise. kosteten auf dem heuttgen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Käse 63 brs 140 (10 Stück), Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 20, gelbe Rüben 8 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 30 bis 35, Römischlohl 10. Bohnen, grüne 33 bis 40, gelbe 50 bis '60, Llnter Kohlrabi 8 bis 12, Grünkohl 25 bis 30, Rosenkohl 40 bis 60, Feldsalat 103 bis 120, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 12 bis 18, Meerrettich 50 bis 150, Kartoffeln 5l/4 bis 5V2. Aepfel20 bis 40, Dirnen 10 bis 25, Hagebutten 15. Quitten 30, Zwetschen 10 bis 12, Honig 40, iunge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120, Rüfse 63 bis 103 Pf. das Pfund; Eier 16 bis 17. Blumenkohl 50 bis 150. Salat 10 bis 20. Endivien 10 bis 25, Ober- Kohlrabi 5 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50 Pf. das Stück Rotkraut der Zentner 15, Wirsing 12, Weißkraut 8 Mk., Kartoffeln der Zentner 4,30 bis 5, Aepfel 22 bis 32. Birnen 15 bis 18 Mk. BornoLizen. — Tageskalender sürDienstag. Stadttheater: „Richard III." 2lnfang 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. — Katholisches Vereinshaus: Volkstümliches Konzert, abends 8 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Unterwelt." — Astoria-Lichtspiele: «Der Held der Arena". Aus der Provinzialhauptstavt. Gießen, den 16. Oktober 1928. Herbstabend. Wir gingen über die weite Ebene. Rechts und links kahle Felder, ferne Höhen, wie dunkle Mauern. Die Dämmerung sank herab. Am Himmel zogen träge und müde Wolken, im Westen zerrissen, und durch diese Risse blickte mit erloschenem Auge der Tag. Lieber die Wiesen strich der Wind. Die Rebel quollen auf, weit, weit blitzten Lichterlein auf. von einsamen Bauernhöfen. Ihr Echem funkelte zaghaft herüber. Am Flusse, m dessen Wellen sich der abgedunkelte Himmel geheimnisvoll spiegelte, standen die Wei- den, reckten Gezweig und Gestrüpp btzgehr.ich empor und schüttelten salbe Blättchen in d.e Fluten Das Schl,gras neigte sich, es war gelb und dunkelgrün. Hinter den Kronen schwarzer Bäume vertt:och sich em Dors, da und dort mit erleuchteten Fenstern in die ®ämmenmg blickend. Das Vieh stand auf der Weide und harrte des Eintriebes. Es wurde Rächt. Auf glänzenden Gleisen brauste ein Zug dahin und entschwand wieder, noch ein fernes Rollen hinterlassend. Von einem Kirchturm, den niemand sah. läuteten die Abend- glocken. Es war Friede toeitum. Friede. Doch über dem weiten Land lastete die Dunkelheit wuchtig und schwer wie ein Verhängnis. Im Gefühl ungeheurer Verlassenheit lag es da. ein Geschlagener und Heimatloser. Man konnte k:in Wort sprechen: es wäre nichtssagend gewesen angesichts der abendlichen Offenbarung. Wir gingen über die Ebene. Rebel und Wolken zogen wie wilde Heere da oben. Man mußte an Rapoleon denken, wie er einst in die russische Oede gezogen war. Man mußte an die Welt glauben, an den unendlichen Raum, an die Kleinheit des Menschen. Wohnt er nicht unter schützenden Dächern und fühlt sich hier geborgen — und gleichwohl kreist über ihm ein Kosmos gigantischer Gewalten, aus deren Launen jeden Augenblick Tod und Vernichtung entstehen können für das an die Erde hingeklebte Menschengeschlecht. Lind in der Ferne erglänzen wie Sterne die Lichter der Stadt. pj. y_. Der Winterflugplan der Lufthansa. Am Montag ist im Bereiche des Strecken- nehes der Deutschen Lu'than a und der Mehrzahl der befreundeten Luftverkehrsgesellschaften der Liebergang vom Sommer- zum Winterflugdienst vollzogen worben. Ein heute noch ausschlaggebendes Moment für Len Fiug- Planwechsel liegt darin, daß während der Wintermonate die zur Durchführung des F'ugve.kchrs ausnutzbare Lagesspanne eine me.k iche Verringerung erfährt. Mit Rücksicht darauf, dah aber nicht alle Tage im Winter gleich kurz oder lang sind, wurde bei der Aufstellung des Winterslugplanes, ebenso wie im vorigen Jahre eine Teilung in Rand- und Hochwinter vor- genommen. Dank dieser organisatorischen Maßnahme ist es möglich, auch diejenigen internationalen Strecken, die nicht im Rachtluftverkehr betrieben werden, während der Zeit vom 15. Oktober bis 3. Rovemler und vom 4. Februar 1929 bis zum Beginn des Sommerluftverkchrs an einem Tage durchgehend zu befliegen, während nur im Hochwinter, d. h. vom 4. Rovember bis 3. Februar 1929, einige dieser Verbindungen in zwei Etappen beflogen werden müssen. Im kommenden Winter werden sich erstmalig die großen Vorteile für den interna.ionalen Durchgangsverkehr durch die für Rachtflüge eingerichtete Strecke Berlin —Hannover zeigen. Denn während z. B. im vergangenen Hochwinter die Flüge zwischen Ber in und Paris bzw. London nur mit Llebernachtung in Klln bzw. Amsterdam durchgesührt werden konnten, ermöglicht diese im Sommer 1928 erstmalig in Betrieb genommene Rachlstrecke nunmehr den garren Winter über die Durchsührunq des wichtigen Verkehrs zwischen Der.i.i und den westeuropäischen Hauptstädten an einem Sage. Außer den genannten beiden Hauptrouten teere en auch andere wichtige Strecken, z. D. Kopenhagen—Camburg— Am ster. am, Drin Mün^ei. Hamburg-Stuttgart. so. i? Ter in—DreZ au— Gleiwih und D.r in—Danzig—K n gs erg wäh rend des ganzen Winters beflogen. Tie letztgenannte Linie ist ebenfalls für den Rachtluftverkehr eingerichtet. Die bodenorgan'satorttche Sicherung des Wirtterluftvcrkchrs wird von der Deutschen Lufthan a gemeinsam mit der Zent.al- stelle für Flugsicherung bergenommen. Auf allen größeren Verbindungen sind Großflugzeuge eingesetzt, die mit den modernsten Ravigattons-In- strumenten, insbesondere Funkgerät für den Flug für Oberhessen ist erfolgt. Die Weideperiode kann als eine sehr gute bezeichnet werden, das sonnenreiche Welter ist der Entwicklung des Jungviehs sehr günstig gewesen. Bei Rindern konnten Gewichtszunahmen von 2—3 Zentner, in Einzelsällcn — z. B auf der Weide Zell - sogar bis zu 3,5 Zentner, fiftgeftelÜ werden. Bei den Landwirten bricht sich immer mehr die Erkenntnis Bahn, daß der Weidebetrieb in erster Linie für das Jungvieh unumgänglich notwendig ist. Außerdem haben sich in den letzten Jahren viele Landwirte der Aufzucht von Rindern und Fohlen zugewandt. Von den fünf Jungvieh, weiden waren beschickt: Warthof bei Grünberg 136 fRinber und 28 Fohlen; Tiergarten bei Hungen 123 Rinder und 37 Fohlen; Wernings bei Gedern 90 Rinder und 30 Fohlen; Lauterbach 91 Rinder und 12 Fohlen; Zell-Romrod 74 Rinder und 14 Fohlen Auf der Winterweide Ziergarten verbleiben zehn Fohlen. * Schulpersonalien. Ernannt wurden: der Lrhrrr an der Volksschule zu Offenbach a. M. Johannes R« beling zum Reallrhrer an der Studienanstalt in Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober an; der Schulamtsanwärter Wilhelm Re uh l aus Holzheim, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Worfelden, Kreis Groß- Gerau. mit Wirkung vom Tage des Dienst- anttitts an; der Landwirtschaftsassessor Hellmuth Rau bei dem Landwirtschaftsamt zu Ridda mit Wirkung vom 1. September an zum Landwirtschaftsrat. ** V. H. C. Ein prächttger Herbsttag, wie man ihn sich rv'.cht schöner denken Mann, begleitete am Sonntag den V.H.C. Gießen anläßlich seiner 10. Vereinswanderung. Das „Dieberlieschr" brachte die 85 Teilnehmer nach Bieber, von wo die schwarze Punttmarkierung nach dem Dünsberg cingeschlagen wurde. Mit gutem Humor wurde drr steile Aufstieg über die Ringwälle genommen und in den behaglich durchwärmten Räumen der Schutzhütte die erste Rast gemacht. Eind wunderbar klare Luft ermöglichte vom Turm aus eine selten schöne und weite Fernsicht; so waren u. a. drr Kahle Astenberg im Sauerland und der Hohe Meißner bei Kassel deutlich sichtbar. Von unvergleichlicher Schönheit war auch der Blick auf die von goldenem Sonnenlicht überfluteten Wälder, die in den schönsten Farben des Herbstes prangten. Der Abstieg führte in nördlicher Richtung am kleinen Dünsberg vorbei durch einige reizende Seitentälchen hinab in das liebliche Dünsbachtal, das überschritten wurde, um in mäßigem, aber stetem Anstieg die Höhe des Helfholz zu erklimmen, von wo man wiederum entzückende Teilblicke genoß. Hier traf man auch wieder die vorher begangene schwarze Punktmarkierung, die die Wanderer zuerst durch Wald, später auf aussichtsreichen Wegen über den hoch- g€legenen Marktplatz mit w.iter Rundschau zur Kafseerast nach Hohensolms brachte. Wie- derum prächtige Blicke über die Lahnebene bis zu den Hohen des Vogelsberges und Taunus genoß man auf dem Weitermarsch, der am, Fuße des Altenbergs her über den Dleidenberg, durch den schön gelegenen Hof Bubenrod hinab in das idyllische Schwalbenbachtal führte. Am Forsthaus und Hof Haina vorüber, ging es zum Endziele, der Reehmühle bei B.eber. Hier nahm drr Vorsitzende Gelegenheit, der Freude aller Teilnehmer über die Schönheiten der durchwanderten, landschaftlich vpn hohem Reize ausgestatteten Gegend und dem herrlich verlaufenen Tag beredten Ausdruck zu geben. Von Bieber erfolgte die Heimfahrt. ** Der Abtrieb von den Jungvieh- weiden des Landwirtschaftskammer-Ausschusses Hessische Kirmes am Itordseestrand! Wenn im schönen H e s s e n l a n d e der Herbst ins Land zieht, feiert man das schöne Fest, die Kirmes. Das Schicksal mag den Hessen noch so weit von seiner Heimat entfernen — je weiter und länger, je heller und schöner steht dieses Fest in seiner Kindheits- und Iugenderinnerun- gen geschrieben. Der .Hessenverein" in Wilhelmshaven. in welchem alle Hessen ihren örtlichen Sammelpunkt gefunden haben, hegte treu die Erinnerung an dies schone hematliche Fest. Die Hessen haben kein ideelles und mater telles Opfer gescheut, um das in sämtlichen Räumen und Garten des Werstspeisehauses gefeierte Fest derHessischenKirmes so zu gestalten, daß es sie auf ein paar Stunden in die alte Heimat verseht und daß es den Bewohnern ihrer neuen Heimat zeigt, tixe im Hessenlande Freude und Frohsinn herrschen. Dem jungen Verein ist das Vorhaben glänzend gelungen. Alls kamen, deren Wiege in Hessen st and. Dielen anderen waren die Hessen freundliche Gastgeber. Als das Fest seinen Anfang nahm, waren die weiten Räume bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Hessen verstehen es, Feste zu feiern. Von dem Promenadenkonzert, ausgeführt von der gesamten Kurkapelle, war das Fest über Vorträge und Ball bis zur großen Auskehr eine Skala urwüchsiger und ungehemmter Fröhlichkeit. Es erfüllte sich in vollem Maße, was der Vorsitzende, Fritz Mertz, den Landsleuten und Gästen ais Gruß und Wunsch entbot, auch fern der alten Heimat den fröhlichen Kirmesgeist aufleben zu lassen. Was der Verein dazu beitragen konnte, ist geschehen. In bunter Reihenfolge wechselten heimatliche Tänze und Vorträge. In Hessentrach^en tanzten junge Burschen und Mädels um den Kirmesbaum, tanzten Kinder die beliebtenSchwäl- mer Trachtentänze. und tanzten Winzer und Winzerinnen nach alten und lieben Weisen. Frau Dannemann repetierte in der Mundart ihrer Heimat „die Kerb". Streichmusik der Kurkapellc und ein Posaunensvlo, in höchster Vollendung vorgetragen, beschlossen den ersten Teil des Programms. Der zweite Teil wurde mit einem Um- zug durch den festlich beleuchteten Garten und mit einem Brillant- Feuerwerk eingeleitet. Drei luftige Kirrnestänze unter den allen Bäumen ließen manchen Landsmann an die Heimat denken. Sturme und Heiterkeit erregte „Rak 6" und erfüllte damit feinen Zweck: die Stimmung des Abends zu heben, wenn es dieser Hebung überhaupt noch bedurfte. Bei „Hefsenwein", ,Quetsche- kuche" und „ Fleischworschtt schlugen die Wogen der fröhlichen (Stimmung hoch und höher. Tanzmusik »n zwei Sälen verleitete selbst die Aeltesten, sich in den Strudel der tanzenden Paare zu wagen. Leider hat selbst die längste Rächt mal ein Ende, die Hessenkirmes ist vorbei. Es lebe die Kirmes. F. Sprechstunden der stiedaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. "WS,, (Fortsetzung folg* "SINDBAD, der SALEM-RAUCHER, ■ Auf Umwegen gelangten wir in das Haus des Obertabakmeisters Ibasid, der in schwere Ungnade gefallen war, da seine Cigarettenmischungen der königlichen Majestät Nabopollassar nicht mehr mundeten. Ich war sehr erstaunt, welch edle und kostbare Tabake ich im Hause Ibasids vorfand undohne Verweilen machte ich mich an die Arbeit. X Der Alte und seine liebreizende Tochter Aida waren voll des höchsten Staunens,als ich nun aufneue, ungekannteArtdieTabakeuntereinandermischte, y und bald hatte ich eine Cigarette von wundervollem Aroma fertiggestellt. Der Alte umarmte mich vor Freude und begab sich sofort nach dem Palaste, um seinem König die herrlichste Gabe Allahs zu überbringen, die Cigarretten» mischung SALEM ä AUSLESE M Heute In Deutschland in allen Spezialgeschlften erhlMteb. 5 erivti. f. O7317| Erhalten Sie sich jugendfrisch durch tägliche Verwendung von JAHRE Verkaufsniederlage 8654a der staatlichen Porzellanmanufakturen diesjährige 9127 D Meißen, Berlin Nymphenburg Halali: Trieb Der Vorstand. von Rosenthalporzellan Hutschenreuther Fürstenberg u. a. m. [Verschiedenes frei Hauk. 897 ID 9110a Mittwoch 6785 D Lager. CarlSchunck Stellenangebote! lebende n r JHamti. Fischhandlg., MocöNacNIOr. HIänsbnrgl6,Tel.l612 6S ladet freundlichst ein: Peter Sauerdorn Anzeige. 9108D 0731 Wirtschaft z. kühl. Grand. Dänsbarglß, 1612 V empfiehlt Qualität BaSinhofs- Restaurant DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Druct.erel ZReifs und Zahrklub Gießen und Umgebung e. V. Gießeg. Mittwoch, den 17. d. M.» findet die Morgenei: Wellfleisch mit Kraut Abends: Schlachtplatte Reichhaltige Speisekarte Export-Aiere Münchener Brauatt Münchener Stimmungskapelle WZ 3*»2687./H«n eoVrW den gea. gescK Hemen. IvlubmiJfotLfiaitLDngmD. besnmntindfr Drogerie Haas Hindenburg. Selters- weg 68a,Central-Dro- Serie Schulstratte 11. Kaiser-Drogerie, Lin- denpL 5. Kreuzplatz- Drogerie. Kreuzpl. » Löwen-Drogerie, Seltersweg 79A. 3276» SEIFE 35 Pf. das Stück Karpfen Schleien Aale in nur la 11787 D Der bekannt gute Mittagstisch zu kleinen Preisen im Abonnement lmTrauerfalle:Tel.i382 Modehaus Carl Nowa ck, Seltersweg 8 5 dient jederzeit sofort bereitwilbgst mit Auswahlen: Schwarze Mäntel, Schwarze Kleider 9126a Schwarze Kleider- und Seidenstoffe halt suche ich ein tücht, kräftiges Mädchen nicht unter 18 Jahr^ das möglichst schon in besserem Hause gedient hab gegen hohen Lohn. Fräulein vorhanden. Zeugnisse erwünscht. Berguerksdtrektor Haatters, Wctrlar, Frank- furier Sir. 39, »,,,0 Asbest- Platten, 1,2,3,4 und 5 mm. wieder am Gesunden Schlat kräftige Nerven verschafft bet MngererXvr schätzten das Lanolin als Oesypus fürdieKörper- pf/ege. Das Lanolin, welches aus der Wolle der Schafe gewonnen wird, ist dem menschlichen Hautfett nahe verwandt, wird infolgedessen von der Haut leicht aufgenommen und erhält sie jung und geschmeidig. Langjährige wissenschaftliche Bearbeitung des Lanolin führte zu der bekannten „Pfeilring“ Lanolin-Seife „Pfeilring“ Lanolin-Cream Durch täglichen Gebrauch von „Pf eil ring“ Lanolin* seife und"PfeiIring"Lanolin-Cream erhalten Sie nicht nur die Haut jugendfrisch, Sie schützen Sie auch vor Infektionen aller Art. DurchZuführung von Lanolin bieten Sie der Haut das lebensnotwendige Fett und machen sie widerstandsfähig gegen den Einfluß von Kälte und Hitze. Sie beleben die Hautnerven und verhindern das frühzeitige Welken der Haut und die Bildung von Krähenfüßen. „Pfeilring“ Lanolin-Seife „Pfeilring“ Lanolin-Cream sind durch viele Goldene u. Silberne Medaillen sowie Ehrendiplome auf internationalen Ausstellungen ausgezeichnet noch einige oerkauss- gewandie 107135 Damen und flenen geg. höchste Bezüge. Werf. Borstellg. tägl. von '1—12 u. 13—18U. Elgema, Ges. el. Ma sch. und Avvarate m. b. £>. BerkaukSst. Giessen Vitibenul. 1. Tel.2410. Grofien-Llnden (Frankf. Str. 81). 15. Oktober 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Oktober, nachmittags 3*/, Uhr statt. MMN itöer «i vermittelt unparteiisch und kostenlos Arbeitsamt Gießen. Telephon 254, Arbeitsamtsnebenflelle Bad-Nauheim, Telephon 2780 und ArbeitS- amtSnebenstelle Friedberg, Tel.4070 lang hat sich SCOTT*s EMULSION in allen Ländern glänzend bewährt. SCOTT wirkt bei Kindern knochenbildend und anti- VachitischinfolgedeshohenGehalts an Vitaminen. SCOTT ist das beste Nähr- u. Kräftigungsmittel bei Erwachsenen nach überstandener Krankheit, sowie für werdende und stillende Mütter. Verlange nur Original SCOTT mit dem Gara ntiestr eif en in allen Apotheken und Drogerien. Depots: Engel-Apotheke Hirsch-Apotheke Pelikan-Apotheke Stadttheater Mittwoch, 17. Okt. 3.mittrooMö.-BorfL von 20 bto 22 Uhr Das SltfthClOlenfefl L-viel nach dem Ja« vanilchen tn 2 Akten von Mlabunb. MufikvonErnstToch Borher: Gedenlworte, HanS Tannen. JNittlvoch, 17. Oktober 1928, nachmittags 2 Llhr versteigere ich Tleuenweg 28 (im „Löwens zwangsweise gegen Barzahlung: eine Registrierkasse, einen Negistrierschrank, einen Aklenrollschrank, eine Singer-MH- maschine, einen Aklenschrank, eine Schreib- maschine, einen Tisch, zwei Schreibtische, einen Äücherschrank, ein Sofa mit Umbau, eine Chaiselongue, eine Kaffeemaschine, eine Waschkommode, ein pianino, ein komplettes Herrenzimmer, eine Ladentheke, fünf paar Tourenschuhe, einen Schreibtisch mit Aufsatz, einen Trumeauspiegel, einen Gasherd, zwei große Ladentheken, eine Registrierkasse, einen emaillierten Herd, zwei irische Oesen, einen Zimmerteppich, ein Sofa, einen Spiegel, eine Kommode mit Aussah. 9125D 2. Bestimmt: Ein gut erhaltenes Herren-Zahrrad. Lunker Gerichtsvollzieher in Gießen, Goethestr. 29. Auto- Möbelwagen fährt DonierStag, ben 18. d. M., von Giessen nach Fraiik- fnrt a. M. und Zurück. Güter nach Franksurt a. M. und von dort nach Gie- ssen werden noch angenommen. ulteD Stllüroll) & Bender '-Möbeltransport Giessen. Tel. 1519. Kondiiomarlikel Backmassen, Kuvertüre, Trüssclktrcusel, Oele, Essenzen, Pulpe, Marmeladen und Gelees. Günstige Preise für Grobverbraucher. S. LN. Schulhof Marktstr. 4. Eingang Burggrabcn. Auf Wunsch Vertceierbesuch. Lieferung 2. Sag- statt. Treffpunkt: 14.30 Ubr VolkSballe. Vertreter der in der ifmelit. Gesdiäsißwelt beiienS eingeiührt tü, zur Akquisition von Anzeigen für ein tfrael.Familienblaii gesucht. Gme Per« dienümögl. Offen, u. S 7079 an Annoncen- Frenx, Halm. Viuv SiffleW für Filiale eines Gemischtwarengeschäfls in Oberhessen geincht. Schrittl. Angeb. mit Zeugnissen, Gehalisansorüchen und Bild unter 91121) an den Giehener Anz. sauf »um Stiobevßefi in die festlich dekorierten Träume des Llniversitäts-^estaurants (Bierhaus Onkel Kranz) „PFEILRING" LAND UN S die Packung Heute nachmittag l1/, Uhr wurde mein Heber Mann, unser guter Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel KerrLudwigWeigandn. Eisenbahn-Werkstflttenarbeiter i. R. im vollendeten 68. Lebensjahre nach kurzer, schwerer Krankheit durch einen santten Tod erlöst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Weigand geb. Luh Katharine Weigand Wwe. geb. Kehler und Kinder. j Verkäufe | Landhaus m. Ganen, b. Giess., zu 15 090 Ji zu verk. Schr. Anirag. unter 9129Da. d.Giess,Anz. Gasthaus 6 Zimm. Aebengeb^ Gari.,b.Gtess^ z.verk. Sd>r. Anfra i. unter 91291) a.d." iess. Anz. Villa mit gr. Garten bet Wetzlar zu verkauf. Schr. Anfragen um. 9129 > an d. Anz. Sehr gut erhaltener Dauerbrandofen lAmertk.i, zu verk. Wo,sagld.Geschäfts- ftelle d. G. Anz.,'72>9 Vnnömtrt, in der Nähe Giessens, verkauft ca. 100 Ztr. gelbfleischige Industrie- Kartoffeln. Zueifr.i.d.GeschnftS- stelled.G.Anz. 07302 Kristall"] Porzellan | Kunstgewerbe Kaufgesuche Sofort gesucht: Dieselmotor 30-35 PS, Drehstrommotor 25 u. 15 PS. 220/380 Volt, 900-1900 Lour. Schr. Angebote um. 91230 a.d. Giess. Anz. Vermietungen Peos. Brandl BNa™?2 Sonn, tnöbl. Zimmer, jiIeKttclie. Tel. 1335. Gut mööl. 3'.mmer au soliden Dauerm. s. sos. z. vertu. 91110 Balinbofitr. 22 II. ‘Z grosse, tcköne Zimmer nm el. V. zu uermteicn 07309 Todt, Stcinstr. 15 I. |Stellengesuche| Aelrere und jüngere Mädchen und 9122D MsiiMell suchen Stellung. GewerbSmäss'ge SteUenvermittlung Soubie Tiilscr, Nenuad« 50. Tel. 1103 Besncht die Handelsschule Kunzeimann 1 Grünbl. eng!. Unlelricht mit Konversation, für kürzere Zeil ges. Schr. Ang. m. Preis u. 07312 a. d. G. Anz. Frische Fische Miltwoch früh 9 Uhr eintreffend: ff. Scfv^sische, Kabeljau, Seelachs, uii Ausschuiit Frische Bratichell suche, (flold- barjch, Grüne Her,ngc,Filets und Koteletts Ffie. Nordsee-Schellfische Frische Bücklinge Marinierte Fische in b, 2- und 4-Llter-Dosen u. lose Neues selbsteingemachtes Sauerkraut M9Za WOSMMw Babnbosttr.27, Fcrnsvr. 1631 | Empfehlungen) Schellfische Kabeljau Seelachs Goldbarsch Notzungen Zorellenstör Zluhhechte Jüngere, perlekle für sofort ob. später gesucht. Schriftl. Angebote unter 91130 an den Giess. Anz. erbeten. Ordentliches Mädchen für Kücke und HauS gesucht, kann sich auch uuenn Jnteressel int Kochen ausbild. Zu erfrag, t.d. Geschäftsstelle d. G. A. 07301 MSSI. 3l«r m. el. V. z. vrm. 07,IS £onOfirafenffr. 81. Möbl.Simmer m.el.L. z. vnu. 07306 FricdeuSttr. 27 v Der Laden der Firma Schade & Fullgrabe, Ecke Frankfurter und Friedrichstrasse, rit durch mich zu verm. Heinrich Damm, Moltkeftr. 22. Aubiete aus eigener Ernte bette, gelb- fleischige 91070 Surlleiorioffeln iJndnstrie, Lüneburger Heidekar« löffeln» i.Sortierung v. 1'/, Zoll aufwärts. Bet Bezug tn Wagen ladung zuMk. 3.- pro Zentner abBerlade« ftmton.1 ^Anzahlung bei Bestellung, Nest unter Vkachnahme. H. Mette, GutSbeL Grussendorf, Post Jembke, Kreis Gifhorn. niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu Lastfahrten btS 20 Zentner, mit Stfinenteferungs- Eatoogen führt aus 07133 Bast Trlnkaus lr„ Telephon 1456. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Speise-und Salatkartoffeln in prima Qualität, empfiehlt billigst W. Hankel, Neuen Baue 7, Teleph. 612. 450 Garage 0;?m. Wo? sagt d. Geichst. d. Giess. Anz. 07298 | Mietgesuche | 4 - Zimmer- Wohnung 1. oder 2. Siock, be- fchlagnahuiefrel zu nue.en ob. nut Bad- Nanhctm zu tau- scheu gesucht. An- gcbo e mit 'Brei§ u. W. 25 postl. Bad- Nanheim erb. „,,y 2-3-Aimmer- Wohnung lmöglamKugelberg» s. nächstes Frühjahr gesucht. Schriftliche Angebote mit. 07307 an den Giess. Anz. »»»»»»»»GO«» Mediziner sucht gimmer mit Zentralheizung im Klintkovtertel u. mögl. fevar. Ginn. Schr. Angebote uni. 0?308 a. d. Giess. Anz. Solider Herr sucht freundliches leeret Zimmer. Schrtstl. Angebote mit Preis um. 07318 an den Giess. Anz. Heller, trockener (ogmuiiin evtl. 1—2 Zimmer, möglichst Bahnbois- nahe, gesucht. Schr. Angeb. um. 07303 an den Giess. Anz. erb. Wohnungstausch) IBoönunflsW. V Zimmer, Küche n. Mans., 3. Etage, Alk. 45.-, ruhige Vage, in Glessen zu tauschen gesucht gegen kleinere ob. grössere Wohnung bis höchstens 2. Eta-e. Wo? sagt d. Gefchst. d. Giess. Anz. 07305 Soziale Vflichi der Ausgeber v. Stellen- angebofen Ist ti, die ein« gegangen J8t»erbung<« unterlagen (3eugnl|Je, Zeugnisabschnst., £ld?t» bilder u.dgl.» schnellsten« B'ichus. Oie Stellung« enden sind dankbar ir, wenn man ihre Lerntihungen zur Gr« langung ein. geeigneten Tätlgleit aus diese Welse unterstützt und sind auf diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. GZstzenev Slnrefsev — Damen- Erwerb. Bertr. m. Komm.» Waren. Keine Kau« lion.9ieferenz.8ScllS Strnmpfver trieb Ber- Hn-Tempe'hof 1. »,,.0 Für den Verkauf l Zu bald. Eintritt in unsererelekir.Haus« unseren c -r:ra f. baltungsgeräie an 1 Vers, grossen vauS« Private suchen wir Für Webereien ob. sonstige Fabrikation grosser Komplex: Wohnhaus HinterhanS.Websäle Bureanräume und gross. Garten. VreiS 50000Mk. Anzahlung 15000 Mk. Für Getreide« und Futiermittelgeschäste in erster Vooe gross. Wohnhaus Lagerhaus u. Garten Preis 30000Mk. Au- zahlung 10000 Mk. Geschäftshaus neben der neuen Post, vorzügl. Vage, Preis 20000Mk. Anzahlung 6000 Mk. Prachtvolles Wohnhaus am Babnhof Alsfeld, 3x5 Zimmer, beziehbar, mit Gar« ten und Lager, Pteiö20000Mk. An« zahlung 600, Mk. Angeboke an Senfal B. Lorsch Alsfeld lSeffen, SchiUerstrasse 4 Tel. 150. (9I31D Gebrauchtes Sofia noch gut im Polster, billig abzugeben. 1>. Linker, Orr* Ludwigstr. 33. Kind in gute Hände ab- rugcbeil. Schr. Angebote unter 07311 an den Giess. Anz. Seiienige tzelk d. am Sonniagabend beim Konzert tu Wiescck den Mantel mitgenommen b it, ist erkannt und ivtrd geveieii, denselben zurückziierstatien, andernfalls erfolgt Rr.2^4 Weites Blatt Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) Dienstag, 16. Oktober (928 Erinnerungen an Rasputin. Dom stbtt-.schen Bauern zum Beherrscher Rußlands.-Lu den Rehen St. Petersburgs. - Eine merkwürdige Klientel. - politik und Mystik. Don Mana Grigorjewna Rasputin. Copyright by United Press Association of America. Nachdruck, auch im Auszug, verboten. 3n letzter Zeit macht die in ein merkwürdiges Halbdunkel gehüllte Gestalt Ra- sputins. des sibirischen Wundermönchs am Hose des letzten russischen Zaren, wieder viel von sich reden. Den Anstotz baxu gibt Wohl der bevorstehende P r o z e tz, den die Tochter Rasputins, Frau Maria Grigoriewna Rasputin gegen die Mörder chres Balers, den Großfürsten Dimitri Pawlowitsch und den Fürsten Felix 3 ussavow in Paris angestrengt hat. Die Beklagten, von dencn ein Schadenersatz von 25 Millionen Franks gefordert wird, werden von dem berühmtesten Verteidiger von Paris, Mailre Moro Gafferi vertreten werden. 3n einer R.ihe von packend geschriebenen Aufsätzen wird nun Frau Rasputin interessante Züge aus d:m Leben ihres Vaters schildern und namentlich auch in ihrem eingehenden Bericht neues und wichtiges Material über die Ermordung des grvtzen Wundermannes beibringen. Denn ich von meiner Kindheit in meinem sibirischen Heimatsdorfe Pokrowskoje absehe, so habe ich mit meinem Vater in besonders enger Verbundenheit von 1929 bis 1916 in Petersburg zusammen gelebt, also in den 3ahren, in denen er am häufigsten dei^>Kaiserlichen Hof besuchte, und in denen sich recht eigentlich die Legende um seine Person gebildet hat. Wenn ich auf der einen Seite eine 3deali- sierung seiner Persönlichkeit vermeide, auf der anderen mich aber vor den Verleumdungen hüte, mit denen ihn seine Feinde verfolgt haben, so bin ich in der Lage, sein wahres Bild zu zeichnen, das ihn in seinen Lebensgewohnheiten zeigt, und das den Einfluh seiner Persönlichkeit und seine politische Betätigung erkennen läßt. Bei der Beurteilung meines Vaters vergißt man nur zu oft, daß er eigentlich mir e i n Dauer mit bescheidenen Ansprüchen, einfachen Gefühlen und primitiven 3nstinkten war. Als er in die Hauptstadt kam, hatte ernochnieeinen T r opfen Wein getrunken, den man in Sibirien nicht kennt, wo wir nichts anderes als Kwas (ein aus Hefe und Brot hergestelltes leichtes Getränk) tranken. Er hatte ebensowenig eine Ahnung voü dem Glanz der Paläste, in denen er Aufnahme finden sollte, wie von der Freiheit der Sitten, die in der eleganten und raffinierten Petersburger Gesellschaft herrschten. Richt er ist es also gewesen, der die Petersburger verführt hat, sondern es war Petersburg, das sein Leben auf den Kopf gestellt hat. 3n Pokrowskoje kümmerte sich mein Vater nur um seine Pferde, die Felder, die Ernten und die Holzfuhren. 3n Petersburg wurde er sogleich verhimmelt und von tausend Dittstell- lern umlagert. Er war von Frauen umgeben, die an seine prophetischen Gaben glaubten, während ihn gleichzeitig eine Meute von Feinden hetzte, die seinen Einfluh auf den Zaren und die Zarin fürchtete. Aus dem einfachen Muschik, der er gewesen, aus dem Staretz, zu dem die Bauern wegen der wunderbaren Heilungen, die ihm gelungen waren, von weither kamen, wurde er jetzt erst b.r Rasputin der Legende, derVertraute derKaiserin, der Minister ernannte und über die Staatsgewalt verfügte. Als er nach Petersburg kam, trug er noch die russische Leinenbluse, die weiten Hosen und die hohen Stiefel des Bauern. Ein 3ahr darauf war er nur noch in Seidenblusen gekleidet, die ihm seine Verehrerinnen mit Stickereien verziert hatten. Wenn er abends ausging, so trug er Lackstiefel und Pelzmäntel aus Rerz und Zobel „Unterwelt." Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Auf diesen amerikanischen Film wurde seit langem als etwas ganz Besonderes hingewiesen. 3n der Tat ist einiges daran so bemerkenswert, daß es sich lohnt, ihn zu sehen und sich mit ihm zu beschäftigen. Also zunächst: es ist kein literarischer Film. Das heißt: es ist nicht bekannt geworden, dah er sich einer anderen stofflichen Vorlage bedient hätte, als nüchterner amerikanischer Polizeiakten. Das hort sich an wie ein Versuch zu äußerster Sachlichkeit auch in der Filmproduktton. (Aber die „Dache" hat einen Haken: es wird noch davon zu sprechen sein.) Ferner: es ist eiy Kriminalfilm. Das ist nun keineswegs etwas Besonderes. 3m GegenteT, dies entspricht dem herrschenden Geschmack, der Vorliebe für „Fälle" mit Verbrechen, Aufklärung, Kamps, Verfolgung, wintersuchung und so weiter außerordentlich. (Film, Theater, Roman, Novelle kommst ja solcher Vorliebe in letzter Zeit vielfach entgegen.) Aber dieser Film, und das ist das Besondere daran, ist nicht nur überwiegend, sondern ausschließlich von der „Gegenseite" aus gesehen, geschrieben und inszeniert. Aus der Perspektive der „Unterwelt", der Kaschemme und der lichtscheuen Derbrecherbezipke. Der Zuschauer erlebt die Vorgänge der acht Akte nicht gemeinsam mit dem Detektiv und dem Lieberfallkommando, sondern mit so dunklen Ehrenmännern wie Dull Weed und dem „Professor" und einer „Dame", die den eigenartigen Namen „Feder-Else" führt. Was nun die Vorlage angeht, so wurden die Polizei-Akten bereits erwähnt, und es war auch fein schlechter Gedanke, sie als Manuskriptbuch zu benutzen. Sie hätten dazu dienen können, einen Bericht aus der Wirtlichkeit zu liefern, die zwar höchst unerfreulich, abstoßend und nicht einmal in „aufklärendem" Sinne zu brauchen ist, — aber einen überaus fesselnden und spannenden Bericht, den man aufgeregt und ohne zu Atem zu kommen, miterlebt... eben einen Film, wie er sein soll, aus Bildern gebaut, von Handlung strotzend, lebendig zusammengesetzt und benutzte Automobile, die ihm f:ine Freunde und Anhänger nur zu gern zur Verfügung stellten. Wenn sich aber auch seine äußeren Lebens- umstände noch so sehr änderten, so blieb er doch im Gru n d e stets derselbe. Seine Stärke ^stand nicht nur in der Faszinationskraft des Blickes, der sein Gegenüber erschauern lietz, sondern ebenso sehr in seiner Einfachheit, in seiner offenen Art zu sprechen und in der unabhängigen und freien Art seines Wesens, die er sich bis an das Ende bewahrt hat. 3ch war dabei, wie er Fürsten, die er zum ersten Male traf, mit „öu“ an redete und umarmte. Man erzählt von einem Höfling, er habe Nikolaus II. auf die Frage, wie spät es fei, geantwortet: „So spät, wie es Cw. Majestät gefällt." M.in Vater hat dem Zaren und der Zarin stets gesagt, was die Stunde geschlagen hatte. Sein Einfluß erklärt sich ebenso sehr aus seinem Freimut, wie aus seiner WillerLkrast. Wir, mein Vater, meine Schwester Waria und ich mit zwei Dienstmädchen, Dun la und Katia, wohnten in einer Dierzimmerwohnung in der Gorochowaja-Straße. Dort empfing mein Vater in seinem kleinen Arbeitsz mmer oder in unferm Eßzimmer vom frühen Morgen an d i e unzähligen Besucher, die kamen, um ihn um Rat oder Hilfe anzugehen. Seine Desucher bestanden aus Leuten aller Art, Arme und Reiche, 3uden uni) Rechtgläubige, Fürsten, Genert le und Dauern. Die einen kan en und baten um Rat, die andern wollten ein H il- mittel und wieder andwe baten um eine E np e> lung oder eine Fürsprache bei der Regierung. Wie zahlreich die Besucher auch immer waren — es hat Tage gegeben, an denen wir bis zu zweihundert gezählt haben —, stets hörte mein Vater sie geduldig an, versprach feine Hilfe, schrieb Empfehlungsbriefe und nahm von dem Reichen ein Geschenk an, das er dem Armen weiter gab. Alle, die ihn gekannt habm werden bestätigen, daß das Geld für ihn leinen Wert besaß: er nahm es mit demselben G.elchmut an, mit dem er es wieder verteilt?. Er lebte in den Tag hinein, ohne sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was der nächste bringen würde. Rach seinem Tode besaßen meine Schwester und ich kaum ein paar tausend Rubel. Wenn uns die Zarin nicht geholfen hätte, weiß ich nicht, was aus uns geworden wäre. Während der Sprechstunde Tingelte das Telephon sehr häufig bei uns. Es war der Minister des 3nnem Protopopow oder unsere Freundin Anna Wirubowa, die Ghrcndame der Kaiserin, oder auch der Fürst 3 u s s u p o w, der nur hinter dem Rücken feiner Familie mit uns verkehrte, und der in Wirklichkeit die Ermordung meines Vaters plante, die ihm auch dann später, am 16. Dezember 1916, int Kellergeschoß seines Palastes gelang. Häufig wurde auch von dem Alexanderpalast in Zarskoje Selo, der Residenz der Zarensamilie, angerufen und mein Vater dorthin bestellt. Wenn der junge Großsürst-Thronso'ger, der häu ig unter Anfällen von Hämophtzlie litt, sich nicht wohl fühlte, dann ließ die Zarin sogleich meinen Vater benachrichtigen, dem es früher mehr'ach gelungen war, die Blutungen zum Sli lstand zu bringen. Wenige Minuten nach dem Anruf erschien dann ein Hofautomobil, um meinen Vater abzuholen. Wie stand es zu dieser Zeit um den politischen Einfluß meines Vaters? Die Unter- suchung, die auf Anordnung der Provisorischen Regierung von dem Unterstaatsanwalt Rudniew vorg-enommen wurde, hat festgestellt, datz mein Vater sich nie direkt in politische Angelegenheiten eingemischt hat und daß die von seinen Feinden erhobene Beschuldigung, er habe Der r a t verübt, jeglicher Grundlage entbehrt. Dagegen steht fest, datz mein Vater dem Kaiser Personlichkei.cn wie Protopopow, den Patriarchen P i t i r i nt und den Bischof Barnabas empfohlen hat. Ich habe auch mit eigenen Augen gesehen, wie er im Jahre 1914 eine Reihe von Telegrammen an denüaiser aufsehte, in denen er ihn anflehte, den Krieg um jeden Preis ju vermeiden. Als er erfuhr, daß der Befehl zur allgemeinen Mobilmachung gegeben war, schrieb er dem Zaren die folgenden prophetischen IDorte: „Ein furchtbares Unwetter bedroht Rußland; Unheil und Leiden ohne Ende ... Ich weih, alle wollen den Krieg. Sie begreifen nicht, daß sie blindlings dem Abgrund zu rennen Rußland im eigenen Blut ertränkt, wird Qualen und endlose Trauer durchmachen .. Später hat er auch die Bedeutung einer geordneten Lebensrn t clv.rsergung vo.aus e ef ea, deren Mängel dann zu den ersten Ausständen in Petersburg führ.en, und er hat über dieses Prob'ern an die Zarin zahlreiche Briese geschrieben. Die Leute, gegen deren Pläne sich die Ratschläge meines Vaters richteten, ver,uchien natürlich bereits feit den ersten 3ahren, ihn aus Petersburg zu entfernen. Die Liste würde endlos werden, wenn ich alle Versuche aufzählen wollte, die in dieser Richtung gemacht worden find. Graf Kokowzew hat ihm als Ministerpräsident hunder. ausend Ru'e! ange- boten, wenn er sich ber.it fände, Pe eröbura zu verlas en. Später versucht: eine poii ische Vereinigung „Der Verband der wahren Russe n“, den mein Vater lange unterstützt hatte, ihn zu entfernen. Der Mönch 3liodor versuchte, ihn durch die Gusseva ermorden zu lassen, der es auch in Pokrowskoje gelang, ihn durch einen Messerstich zu verletzen. Auch me; c e Großfürsten hatten seinen Untergang b.schlos en. Schließlich tarnen seine Feind: zu der Ansicht, datz das einfachste Mittel, um ihn aus dem Wege ,-u schaff, n, fr-.rin ke eh , ihn in den Augen des Kaisers una der Kai erin zu kompromittieren. Er war von S auen umgeben, die ihn bewunderten, er l ebte den Tanz un) besonders die Weisen der Zigeuner, die ihn ganz von Sinnen bringen konnten, er war l icht berauscht, ’iebte afer di: schweren Wie Spaniens und dee K im. obwohl er sie schlecht vertrug, und bot so diesen Angriffen ein leichtes Z e'. Er w rde bald ständiger Gast in der „Villa Rods", dem bneühmten Petersburger Nachtrestaurant, und hatte sich noch kurzer Zeit daran gewöhnt, jeden Ab.nd aus- zuMrhen. Man holte ihn ab oder lud ihn ein. Spät in der Nacht fuhr er noch zu den Zizeun:rn. Fürst Andronikow, der Mittier Eh-ostow und zahlreiche andere hochgestellte Pcrfönlichse.ten gehörten zu dm ständigen Gefährten dieser nächtlichen Unternehmungen. • Besonders dazu an-e'teHte Po i ei'eamten verfaßten über d'ese nächt ichen Fahren tmden'iöse Berichte, die den einzigen Zweck verso'gtea, bei der Kaiserin Entrüstung zu weck n. Abe: d r Zar und die Zarin ließen sich nicht beirren. Nichts konnte ihr Der rarer erschütte n. Da entschlo sen sich lie Gegner meines Dattrs, zu den äußersten Mitteln zu"gr if n. Der Aege- ordn'te Purischkewitsch. Großfürst Di nit.i P'w o- witsch und Fürst Fe ix 3ufopov machtm sich d e nächtttchen Ausflüge meines Vater; z nu'-e. um den Hinterhalt an der Moika vorzuberei en. in dem er durch die Kugeln aus ihren drei Revolvern den Tod finden sollte. Vor neuen Arbeiiskänipfen. Von unserer Berliner Redaktton. Berlin, 15. Oft. Der Beginn des Wenters ist für die sozialen Verhältnisse immer ein schwieriger Augenblick. Die Arbeitslosenziffern steigen mit der Beendigung der landwirtschaftlichen Kampagne und mit der Einstellung der Bautätigkeit, die Bedürfnisse des kleinen Haushalts für die Anschaffung von Brennmaterial und Kleidungsstücken machen sich schmerzlich bemerkbar und die lastende allgemeine Depression, die in diesem 3ahr noch obendrein mit der Beendigung einer verhältnismäßig günstigen 3ndustnekonjunktur zu- sammenfällt, führt zu Lohnkämpfen und Arbeits- streittgkeiten, die einen oft nur schwer erkennbaren Derzweiflungscharakter tragen. Unter diesem Gesichtswinkel muß man die Vorgänge betrachten, die augenblicklich nicht nur in Deutschland, sondern in den großen Industriegebieten der meisten Länder bemerkbar werden, 3n den französischen Bergrevieren ist bereits vor Wochen ein allerdings lokal und branchenmäßig beschräntter Lohnkampf ausgefochten worden. 3n der Tschechoslowakei steht die Bergarbciterschaft fett Ende September in einem schweren Arbeitskonflikt, der das ganze für die Tschechoslowakei wichttge Bergbaugebiet von Kladno betrifft. Das Wirtschaftszentrum P o- lens, die Textilindustrie von Lodz liegt gleichfalls und aus den gleichen Gründen seit etwa zwei Wochen lahm, und auch in Deutschland ist zu dem lange latenten Konflikt in der niederrheinischen Textilindustrie, in der weit über 100 000 Arbeiter beschäftigt werden, die Gefahr eines noch größeren Lohnkampfes in der nordwestlichen Eisenindustrie hinzugetreten. Der Arbeitgeberverband der nordwestlichen Ersen- und Hüttenindustrie hat am 13. d. M. der gesamten Belegschaft zu Ende dieses Monats gekündigt, also die Aussperrung von etwa 225 000 Arbeitern vorbereitet. Freilich ist damit der tatsächliche Ausbruch eines Kampfes, der mit Stillegung beginnen würde, noch nicht deklariert. Denn es soll nach den Angaben des ArbeitgeberDerbandes durch die Massenkündigung nur erreicht werden, datz ein vertragsloser Zu st and und die damit verbundene Gefahr von Einzelstreitigkeiten vom 1. November ab vermieden wird. Also ein Vorgehen, ganz ähnlich wie dasjenige im Dezember v. 3., das freilich durch eine ziemlich beträchtliche Lohnerhöhung beendet wurde. Diesmal sieht die Sache anders aus, denn die Forderung einer Lohnerhöhung von 15 Pf. für die Arbeitsstunde scheint bei der Lage der Eisenindustrie so wenig tragbar, datz auch die Schlichtungsinstanzen, bzw. das Reichsarbeiis- nrinifterium kaum Neigung haben dürsten, den Forderungen der Arbeiterschaft zu entsprechen. Denn hier treten volkswirtschaftliche Erwägungen in ihr Recht, da größere Lohnerhöhungen ohne entsprechende Preisherhöhungen nicht getragen werden können und die letzteren bei einer Industrie, die die Grundlage fast aller verarbeitenden 3ndustrien bildet, volkswirtschaftliche Nachteile und verminderte Konkurrenzfähigkeit der ganzen deutschen 3ndustrie auf dem Weltmarkt nach sich ziehen würden. Es läßt sich also vorläufig noch nicht absehen, tote gerade dieser große Lohnkonflift zu Ende geführt werden wird, zumal die Stimmung auf und mit möglichst wenigen Texttiteln dazwischen. Das ist alles gelungen. Aber — jetzt kommt der Haken — die Handlung war offenbar doch aus den Akten nicht glatt abzulesen, zu rekonstruieren und in Filmszenen zu übersetzen —, oder sie schien doch vielleicht zu einfach, zu nüchtern, zu wirklich. Kurz: man hat den Willen zur nackten Sachlichkeit doch nicht bis zuletzt durchgehalten, man hat also die Handlung zuletzt mit einer „Handlung" totgeschlagen und dadurch den Eindruck abge- schwücht. Nämlich: die Amerikaner sind komische Leute: Sie sind technisch auf der Höhe (der Regisseur 3csef von Sternberg inszeniert das Ganze mit einem bemerkenswerten Schmiß, geschickt, großzügig und äußerst beweglich). Aber ein Film ohne happy end, ohne den Sieg der rächenden Gerechtigkeit und ohne eine Belohnung unschuldig verfolgter Tugend — dasging einfach nicht. Sie tun es nun einmal nicht. Man sehe sich den Film an und überprüfe die eigenen Eindrücke. Es ist ja nicht aufdringlich, aber es ist doch eben das letzte Wort, oder die letzte Szene und nicht wegzuwischen. Alnö sie will uns nach al em, was zuvor ganz natürlich, glaubhaft unb folgerichtig vor sich ging, nicht behagen. (Wir kennen bis jetzt nur einen Spielfilm, der den Schr.tt in die einfache Wirklichkeit, unter Verzicht auf Liebesgeschichten und glückliches Ende mit entsprechender Großaufnahme entschlossen, ohne Sentimentalität und ohne jede Konzession an den Publi- kumsgefchmack vollzogen hat: er heißt „Berlin", Symphonie einer Großstadt, und ist durchaus nicht langwci.ig, sondern so in'er.'f ant, spannend und lebensprühend, wie es nicht viele gibt. 3m übrigen ist der szen.sche Aufbau ausgezeichnet. (Der einzige bedenkliche Punkt, wo man die „Handlung" spürt, ist die Szene im Gefängnis, wie der Verurteilte mit dem Wärter ein Drett- spielchen macht: der Beamte legt eine sträfliche und disziplinwidrige Leichtferligleit an den Tag, die denn auch alsbald böse Folgen zeitigt.) Aber sonst ist nichts auszusetzen. Die älnierweltsquar- tiere, das „Milieu" der Verbrecher-Ball, das erbitterte Feuergefecht zuletzt mit dem abermals gestellten und eingekefselten Mörder — das ist regiemäfjig und aufnahmetechnifch glänzend bewältigt. ; Ein paar famose, mit ungeschminktem Temperament spielende Darsteller in den Hauptrollen — Dancrost, Brook und Evelyn Brent — heben sich aus der gut verteilten Besetzung sehr eindrucksvoll heraus. —r— Neues von Jedermann. Don Hans fKiebau. Federmann hat fein Leben versichern lassen. Mit 20 000 Mk. Aber der Arzt muß ihn noch untersuchen. Der hat einen langen Fragebogen. „Verheiratet?" „3a." „Wie lange?" „Drei 3ahve." „Kinder?" „Nein." „Nanu?" lächell der Arzt. „Warum denn nicht?" „Da ist nichts zu machen," zuckt Federmann die Achsel. „Kinderlosigkeit ist in unserer Familie erblich." • Federmann ist von Bremen nach Berlin gefahren. 3n der dritten Klasse. Für 17 Mark. Als er durch die Sperre will, sucht er feine Fahrkarte in allen Taschen. Sie ist weg. „Da müssen Sie nachlösen," sagt der Beamte. „Bahnsteig I.“ Federmann geht auf Bahnsteig I. „3ch habe meine Karte verloren," sagt er. „Woher?" fragt der Mann am Nachlöseschalter. „Don Stendal," lügt Federmann. „Fünf Mark zwanzig." Federmann zahlt. „Schade," sagt der Beamte und fieljt Federmann an, „gerade eben hat hier jemand eine Karte Bremen—Berlin abgegeben." Federmann ist in Berlin. Geht über den Potsdamer Platz. Paßt aber nicht auf. Hnö schon liegt er im Dreck: Sin Auto hat ihn um» geworfen. Ein Schupo hebt ihn auf. »Der Chauffeur hat Schuld," sagt Federmann. „3ch?" entrüstet sich der Chauffeur. „Seit acht 3ahren fahre ich und habe eine Zuverlässigkeitsplakette." -Das ist noch gar nichts," sagt Federmann. „3ch gehe seit 41 3ahren." Als Federmann um die Ecke biegt, fegt chm ein Windstoß ins Gesicht: der Hut ist weg. Federmann läuft hinter dem Hut her. Läuft und läuft Endlich hat er ihn, tritt darauf, nimmt ihn auf. „Erlauben Sie mal," sagt da jemand, der auch gelaufen ist, „das ist mein Hut!" „Das ist mein Hut," sagt Jedermann. Als sie das vierzehnmal wiederholt haben, ruft Jedermann nach ernem Schuhmann. Der Schutzmann kommt. „Aber warum denn zanken?" lacht er und nimmt einen Hut, der Jedermann auf dem Rücken hängt. Jedermann schweigt einen Augenblick. „Sehen Sie wohl!" sagt er dann zu dem anderen, „man sollte feinen Hut stets an einer Sicherheitsschnur befestigen," und geht. Jedermann hat eine Vase gekauft, eine antike römische Vase. „3st die auch echt?" fragt Mücke. „Garantiert echt," sagt Jedermann, und zeigt mit dem Finger auf die eingebrannte lateinische 3nschrift am Boden. -Wie heißt denn das auf Deutsch?" fragt Mücke. Und Jedermann übergeht: „Angefertigt in Rom im 3ahre 200 vor Christi Geburt." Jedermann geht auf der Landstraße. Plötzlich ein Stoß, und schon liegt er im Graben Ein Fahrrad klirrt zu Boden. Jedermann kriecht aus dem Graben. Sieht eine dunkle Gestalt. „Unverschämter Lümmel," packt Jedermann zu, „bet dieser Dunkelheit — ohne Licht — Strafanzeige — Körperverletzung--“ „Lassen Sie mich doch los," fegt die dunkle Gestalt. „3ch bin Schneidermeister Mosebunsch." -Oh," sagt Federmann, und die 400 Mark, die Mosebunsch von ihm zu bekommen hat, fteben ihm deutlich vor Augen, „entschuldigen Sie. 3ch dachte. Sie wären ein Radfahrer ohne Laterne." euro- Nachdruck verbalen 18 Sortierung ja kein großes uni) vernehmlich Schreibmaschinen klang laut Straßen wurden in letzter Zeit von der Stadt neu her gestellt. Die Zufahrtsstraße vom Kreisamt zum Bahnhof wurde mit Kleinpflaster versehen, auch die Riddastraße bis zum Ortsausgang nach Da in rod ganz neu mit Kleinpflaster hergestellt. Der Hohenwiesenweg wurde in einer Breite von sechs Meter neu chauffiert und mit Bürgersteig versehen. Zwei schöne Dillen sind in letzter Zeit dort erbaut worden. Auch die alle Frankfurter Straße ist als Dauviertel erschlossen worden, Wasserleitung, Kanalisation ist gelegt. Die S'adt hat dort einen Teil des Schüßlerschen An- Wesens käuflich erworben und errichtet ein Drei- samilienwohnhmus für Beamte des Finanzamtes. Der Bau wird in diesen Wochen noch im Bobbau fertig, das Fundament ist bereits hergestellt. Der Zugangsweg zum neuen Krankenhaus und die Zufahrtsstraße werden eben gebaut. — Das Krankenhaus ist auch im Innenausbau fertig. Die Inneneinrichtung wird eben beschafft. Man hofft, das Haus im November oder Dezember in Betrieb nehmen zu können. Am Markt Wohnungsreform. hielt einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vorirag „Baugenossenschaften und Wohnungsresorm" mit anschließender Vorführung von Lichtbildern ausgeführter Genossenschaftsbauten. zu werden, wandte er sich an Kiewening, der sein Minenspiel neugierig gemustert hatte. „Äst Herr Dekepper da?" fragte Martha schnell. „Ich habe meine Schlüsse! zu Hause gelassen, denken Sie nur." „Bitte, dort hinein!" Die drei kümmerten sich nicht um ihn und traten ein. Das Zimmer war leer. In hohen Stapeln lagen Briefumschläge, Adreßbücher und Reklameblätter mit verschiedenen Firmenaufdrucken. Blinsky und Kiewening traten sofort an das hohe Fenster. Als sie kurze Umschau gehalten hatten, sagte Kiewening: „Das dort ist die Obere Fluß- straße. Sollte das große Fenster dort Ihre Licht- pausanftalt sein?" Blinsky nickte. Sein Gesicht war in diesem Augenblick von Wut verzerrt. „Er sieht wie ein wildes Tier aus", dachte Martha. und in der neuen Straße „Lieber der Psarv» gälte“ sind ebenfalls zwei neue Wohnhäuser in der letzten Zeit entstanden. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 15. Okt. Am Sonntagabend eröffnete das Stadttheater Gießen die dies- jährige Winterspielzeit in Alsfeld mit der Komödjx „Ingeborg". Die Aufführung bedeutete einen vollen Erfolg. Die Gießener Schauspieler boten unter der Spielleitung von Hans lannert eine ausgezeichnete, abgerundete Leistung. Das Haus war recht gut besetzt, und es wäre zu wünschen, daß dieses Interesse auch bei den künftigen Vorstellungen in Alsfeld anhält. h. Erbenhausen, 15. Oft. Infolge Amtsniederlegung unseres Pfarrers Rhein- f u r t h in Lehrbach wird laut Verfügung des Evang. Dekanats Alsfeld unter KirchIviel bis zur Wiederbesetzung unter d e Nachbar Kirchspiele Kirtorf und M a u l b a ch auf geteilt Lehrbach ist zur Pfarrei K.rtorf gekommen, die dadurch nun zwei Fifiaten hat, da Ober-Gleen in.olge seiner Rich wiedorbe ehung der Pfarr- ftelle' schon früher mit vereinigt war. Linser Ort Erbenhausen toteö durch die P'arrei Maulbach versehen, die bisher schon dir Filialorte Ap-enrod und Dannenrod zu versehen hatte. Der Kanfir- mandenunterricht, an dem die hiesigen Konfirmanden in Lahrbach teiinehmen mußten, wurde von der Pfarrei Kirtorf übernommen. Starkenburg. Lpd. Darmstadt, 15. Ott. Zu dem Liebes- drama in der Frankfurter Straße erfahren wir noch folgendes: Der Schupobeamte Schneider hatte feine Braut, die 22jährige Stenotypistin Liefet Kraft, nach Hause begleitet. Hinter der Haustür gab er zwei Schüsse auf das Mädchen ab, die es schwer verletzten. Darauf richtete er die Waffe gegen sich selbst und tötete sich durch zwei Schüsse in den Kopf. Das Motiv zur Tat dürfte in Eifersucht zu suchen sein. Die Liesel Kraft liegt in bedenklichem Zustande im Krankenhaus. WSR. Offenbach. 15. Ott. In der Nacht zum Sonntag traf der Schckllzug von Bebra um 23.05 Uhr mit dem kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof auf der Lokomotive schwer verletzten Heizer und Reservelokomotivführer Keß l er aus Bebra hier ein. Soweit die Untersuchung bis jetzt ergeben hat, war der Verunglückte mit der Schürstange In der Heizung beschäftigt. Hierbei hat er vermutlich die Schürstange zu weit aus der Lokomotive nach außen gehalten. Die Lokomotive eines aus der andern Richtung kommenden Zuges muß die Schür- f'tange dann erfaßt und sie dem Heizer an den Kopf geschleudert haben. Anders ist die schwere Kopfverletzung nicht zu erklären. Der 23er- letzte wurde sofort in das Offenbarer Krankenhaus übergeführt, wo er am Sonntagvormittag feinen Verletzungen erlegen ist. Preußen. Kreis Wetzlar. ? Wetzlar, 15. Okt. Besonderer Umstande wegen konnte das Jubelfest der Rheinischen Mission aus Anlaß ihres hundertjährigen Bestehens in unserer Gemeinde erst am gestrigen Sonntag begangen we.d.m. Mittags 12 Llhr sand im Dom Festgottesdienst statt, der zahlreich besucht war. Für den Gottesdienst war eine besondere Ordnung herausgegeben, die sich an die Fest ordn un gen anderer Gottesdienste! der Rhffnprovinz anlehnte. Die Feier wurde verschönt durch die Mitwirkung des Kirchen- chors und sie bestand aus einer besonders zu- fammengeffettten Lithurgie. bst der sich Gemeinde und Chor im Wechselgang beteiligten. Während die Lithurgie von den beiden amtierenden Pfarrern gehalten wurde, hielt die Festpredigt Psar- rer Schmidt, Siegen, der in packenden Worten unter Anlehnung an ein Psalmwort die Gemeinde an die Segensarbeit der Aeußeren Mission erinnerte. Am Rachmittag fand eine Rachversammlung im Schützengarten statt, dis ebenfalls recht gut besucht war. Hier begrüßte Plärrer Schmidt, Wetzlar, die aus der Stadt und den umliegenden Dörfern erschienenen Be- sucher, während Superintendent Wieder die Grüße d:r Synode überbrachte. Den Haupt- vortrag hatte Missionar Blum aus Dorrnen übernommen, der früher auf einem Hauptarbeitsgebiet der Rheinischen Mission, in Reu-Guinea tätig war. Seine Schilderungen über die Arbeit beiden Seiten durch ein bevorstehendes gleichartiges Vorgehen der Textilindustrie schon eine erhebliche Schärfe angenommen hat. Ab. wichtiger noch, als dje Einzelfälle, so groß iie m ihrem Ausmaß und ihrer Bedeutung smd, ist die Besorgnis um das Wiederaufleben einer kontinentalen Welle sozialer Erschütterungen d:e schon so früh im Winter spürbar werden und die politische Konsolidierung zugleich mit der wirtschaftlichen gefährden. Denn hier helfen dann nicht Palliativmittel — hier kann nur eine einschneidende Wandlung der gesamten putschen Wirtschaftspolitik helfen I Verband der Bauvereine Hessens Line Rede des Arbeiisminisiers Korell. ballten Fäusten hinzu. Eine Tür öffnete sich, und das Geklapper von Parlament gegen mich gerichtet worden sind, an, daß ich nicht dagegen einschreiten wurde Latz Eisenbahnwaggons und andere Rot- Wohnungen für soziale Mieter bereitgestellt wurden. Ich erkenne an, daß dieser Sta nt andere Aufgaben, die ebenfalls notwendig sind. mit großen Geldbeträgen fördert, und daß es, von dem gewissen Standpunkt eLer Partei aus gesehen, richtiger wäre, große Geldmittel in erster Linie für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Aber wenn ich sage: „wir^ können nicht über unser Vermögen , so verrät das nicht Herzlosigleit und Gleichgültigleit, sondern es verrät die tatsächlich verantwortungsbewußte Einsicht in die finanziellen Grenzen die diesem unferm Willen gezogen sind. Wie das Finanzjahr 1929 sich gestalten wird, wissen wir heute noch nicht. Aber vorsichtig gesagt, wird es nicht leichter fein, als es in diesem Jahr gewesen ist. Lim so mehr ergibt sich mein Interesse für das Bauprogramm des nächsten Jahres, in dem die Kleinwohnung einen noch größeren Raum in der Baukostenbezuschussung sür sich in Anspruch nehmen soll, als die in ihrem Wert sehr gute Idee des einzelnen Familienhauses. Ich glaube, ich muß im neuen Bauprogramm besonders die Vorortgemeinden um Darmstadt herum, in der Rähe von Frankfurt a. 'JlL und Rüsselsheim, dann in der Umgebung von Mainz in einer stärkeren Weise mit Kleinwohnungen in Reihenhäusern bedmken, als das bisher der Fall war. Ich hoffe, ungefähr 662/s Prozent der mir zur Verfügung stehenden Gelder im nächsten Jahr dafür ausgeben zu können. Diese will ich hineinwerfen in die furchtbare Wohnungsnot dieser Gemeinden, und wenn ich darüber Angriffe erfahre von anderer Seite, daß ich noch so berechtigte Wünsche auf Bezuschussung schöner Eigenheime nicht befriedigen kann, so werde ich das erklären aus meinem Wunsch und aus meinem Willen, die dringendste Rot der Massen zu beheben. Gebe Gott, daß wir wieder in bessere Verhältnisse hineinkommen, daß uns das ausländische Geld vielleicht für Woh- nungLkapitalien bffser ecsch'os en oder überhaupt erschlossen wird, dann will ich der erste sein, der dann auch wieder die Idee des Eigenheims fördert. Aber zunächst ist am dringendsten die Fürsorge für die Elendesten der Elenden in unferm Volke, die arbeiten wollen und, nicht arbeiten können, weil sie keine Arbeit finden, die wohnen möchten mit ihren oft zahlreichen Kindern, imd heute in Löchern wohnen müssen. Das ist die Aufgabe, die mir das nächste Jahr Seid fällt vom Simmel Vornan von Pau! Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. WSR. Darmstadt, 14. Okt. Der V e r - band der Dauvereine Hessens feierte am heutigen Sonntag sein 25j ähr iges Best e h e n verbunden mit seinem diesjährigen Verbandstag im Gewerbemufeum. Hier hatte der Verband eine Ausstellung von Plänen und Modellen ausgesührter Wohnungsbauten der Dau- und Siedlungsvereme auf gemeinnütziger genossenscha'tiitzr Basis eingerichtet, die von Ministerialrat K l u m p, dem Vorsitzenden des Verbandes, eröffnet wurde und den Ehrengästen und Mitgliedern unter Führung des Regicrungsbaumeistcrs Kohl ein anschauliches Bild von dem tatkräftigen Wirken der Dauvereine gab. ,. . In der anschließenden Mitgliederversammlung im Vortragffaal des Museums erstattete der Ve.bandsvor, inende den Geschäftsbericht, aus dem für die Allgemeinhell zu erfahren wichtig ist, daß der Verband zur Zeit 50 Genossenschaften mit einem Betriebsvermögen von rund 9 Millionen Mark und einem Ge- schästsgulhaben von 700 000 Marl, daS erhöht werden wird, umfaßt. In Hessen würde Stempel- und Gerichtsiostenbefreiung bei gemeunnüt- zigen Bauten Minderbemittelter nur an Bauherren mit einem Einkommen bis zu 3000 Mark bewilligt. Gefährlich für dm Genossenschastsbe- stand könne es werden, wenn die Spanne zwischen Alt- und Reumieten einfach durch Erhöhung der Altmieten ausgeglichm werden solle. Durch die Mithilfe der Regierung und der Staatlichm Landesbank sei gerade auf dem Lande der Wohnungsbau bedeutsam ge.ördert worden. Durch die h.sffschen Kreditinstitute feien für die.e Zwecke im letzten Jahr über 22 Millionen Marl zur Verfügung gestellt. Fast ohne Aussprache genehmigte die Delegier tenversammlung die ge- schäftlichrn Punkte d:r Tagesordnung und erteilte Vorstand und Geschäffsführung Entlastung und Vertrauen für das kommmde Jahr. In der öffentlichen I ub i l ä um s Versammlung begrüßte zunächst Ministerialrat Klump die Ehrengäste, unter ihnen Minister Korell. dem er für seine warmherzige Llnter- stützung hmzlich dankte. Er gab einen Ausblick aus die Bedeutung des gemeinnützigen und gemeinsamen Bauwesens der hffsi chen Genos.en- schastsvcreine im Hinblick auf d e kulturelle, hygienische und besonders bei switschastliche Seite ihres Wirkens, was vielfach noch nicht genügend erkannt wordm sei. Hoffentlich könne man auf dem nächstjährigen Verbandstag in Main z von einem weiteren Aufsteigen des genossenschaftlichen Arbeitens im Wohnungsbau berichten. Hierauf ergriff Minister Korell Oberhessen. Landkreis Gießen. l. Lang-Göns. 15. Okt. Llnsere Kinderschulschwester Else Sutter wurde in die Rahe von Pforzheim versetzt. Sie war vier Jahre hier in der Kinderschule tätig und hat sich während dieser Zeit viel Freunde bei jung und alt erworben. Man sieht sie nur ungern scheiden. An ihre Stelle tritt von heute ab Schwester Frieda Finger. — Das Erntedankfest wurde gestern unter Mitwirkung des Posaunen- chors und des Gemischten Ehors (Leitung iwn beiden: Kirchenvorstand Karl Boller) bei überfülltem Gotteshause gefeiert. Der Orte- Pfarrer konnte darauf Hinweisen, daß die Landwirte ein selten gutes Jahr hinter sich haben. — Gestern abend fand in unserer Kirche — bei gutem Tesuche — ein Missionsabend statt, bet dorn Pfarrer Schäfer einen Dorttag über die Arbeit der Sudan-Pionier-Mission hielt. Llnterstützt wurde der Vortrag durch Voi> führung eines Filmes, der im ersten Teil Land und Leute von Oberäghpten zeigte, dann in das Leben der mohammed an ischen Bevölkerung ein- sichrte und zuletzt eine Anschauung von der Arbeit der Missionare und der Aerzte gab. — Die Kartoffelernte ist beendet. Der Ausfall ist befriedigend. Durch die starken Fröste der letzten Rächte sind die Landwirte gezwungen, nun auch die Hackfrüchte rasch einzubringen. Lieber all sieht man die bekannten Mieten aus dem Erdboden wachsen, denn die Keller reichen nicht, die gute Ernte zu fassen. )( Kffoster Arnsburg, 15. Oft. Gestern nachmittag fand hier in Anwesenheit des Vorstandes der Anstalt und der Hausgemeinde die feierliche Einführung einer neuen Lehrerin, Frl. B 0 ttge aus Frankfurt a. 9)1., statt. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied fand Pfarrer Lenz (Gießen) treffende Worte der Ermunterung und Stärkung, um der neuen Lehrerin ihr schönes, aber auch schweres und verantwortungsvolles Amt lieb und wert zu machen. D L i ch , 15. Okt. In unserer Stadt ist in einigen Familien derScharlach ausgebrochen. Es werden namentlich kleinere Kinder davon betroffen. 4? Hungen, 15. Ott. Gestern hielt der Bienenzüchterverein Hungen und Llm- gegenb im „Golmfer Hof" unter dem Dorfitz von Pfarrer G ö ck e l dahier eine ordentliche Versammlung ab. Der Vorsitzende des Ober- hessischen Imkerbundes, Lehrer Buß (Leihgestern,, war erschienen, um die Ehrung dreier Vereinsmitglieder vorzunehmen, die durch Beschluß des Hauptvorstandes zu Ehrenmitgliedern des Hauptvereins ernannt worden waren. Es sind dies die drei Gründer des Hungener 3mfer- dereins, Gustav Kohlh eher (Hungen), Rentner Wilhelm Stoll von der Riedmühle bei Inheiden und Konrad K o ch VI. von Villingen. Der Dundesvorsitzende hob die Verdienste der Geehrten um die Bienenzucht hervor, überreichte den Iubilaren, die seit Gründung des Vereins im Jahre 1883, also 45 Jahre Treue gehalten hatten, künstlerisch angefertigte Ehrentafeln und wünschte ihnen einen gesegneten Lebensabend. Anschließend hielt Lehrer i. R Buh einen Vortrag über Bienenkrankheiten. Rach reger Aussprache und einem Rückblick des Vorsitzenden auf das verflossene Dienenjahr, das dem Imker wieder nach zwei Mißjahren eine gute Ernte gebracht hatte, wurde die Versammlung geschlossen. — Wie seinerzeit berichtet, hatte der Fahrplan der Kraftwagenlinie Hungen —Schotten eine Einschränkung erfahren, da erfahrungsgemäß in der Hauptarbeilszeit der Landwirte der Verkehr nachläht. Wit sofortiger Wirkung tritt nun wieder der volle Betrieb in Kraft, was bei dieser Witterung von den Zweckverbandsdörfern begrüßt wird. Buch. Wer nicht kommt und nichts verdient hat es mit sich auszumachen. Ersatz ist sofott da." Kiewening bedankte sich für die Auskunft und versprach, morgen das Adressenmaterial zu bringen. Sie eilten hinaus, die Treppen hinab, Blinsky voran. „Jetzt zu Ihrem Herrn Wirt!' Keuchend bestiegen sie den Wagen, der sie in zehn Minuten zur Steinstraße brachte. Blinsky sprang zuerst heraus. „Bleiben Sie hier!" befahl er. „Dies hier geht mich allem an. Er läutete an Dekeppers Wohnung heftig und unbeherrscht. Drinnen klirrte etwas, dann herrschte Stille — eine künstliche, wartende Stille. Er glaubte das Schlurfen von Pantoffeln zu hören und den unterdrückten Atem eines Menschen. Rasend vor Wut, trommelte er mit beiden Fausten auf die Tür. „Deffnen Sie! Ich höre doch, daß jemand da ist, Sie Narr!" Aber die Tür blieb verschlossen. Blinsky lief die Treppe wieder hinunter. „Er macht nicht auf/ „9Btr werden doch die Polizei holen müssen", meinte Kiewening lauernd. Blinsky würdigte ihn keiner Antwort. „Geben Sie Ihre Schlüssel her!" herrschte er Martha Rebmann an. „Das ist Hausfriedensbruch", warnte Kiewening. Blinsky sah ihn jo wütend an, daß er keinen Einwurf mehr wagte. Martha ging* hinauf und öffnete. „Bleiben Sie beide unten am Treppenabsatz stehen, was auch kommen mag! Welches ist fein Zimmer?" Sie deutete auf eine Tür rechts und netz ihn ein. m Der überfüllte Korridor barg keinen Menschen. Blinsky klemmte sich an den Möbeln vorüber bis zu der bezeichneten Tür. Zu seiner Ueberraschung war sie unverschlossen. , Er trat in das Zimmer und warf die Tür hinter sich zu. Er mußte warten, bis er sich in dem halb- ountcln Roum zurechtfand. Da lenkte ihn ein Aech- xen und Stöhnen nach dem Bett in der Ecke. Dort lag jemand mit verbundenem Kopf. '„Guten Abend!" sagte Blinsky mit übertriebener Höflichkeit. Als er keine Antwort bekam, ging er zum Fenster und riß die Vorhänge zurück. „Stellen Sie sich nicht wie eine tote Wanze, Sie da." „Was wünschen Sie?" hauchte eine Stimme. (Fortsetzung folgt.) bringt. Reg.-Rat Dr. Träger überbrachte h'erauf die die Grüße und Glückwünsche des Hauptverbandes der deutschen Genossenschaften anläßlich der Iubi- läumstagung. Bürgermeister ä. D.^S chw a n, „Zurzeit ist Dekepper aber gar nicht im Arbeitsamt." „Seit wann? Vielleicht seit Donnerstag?" „Ich weiß nicht. Ich sehe ja meine Wirtsleute tagelang nicht. Beim Weggehen jetzt eben traf ich ihn zufällig im Flur." Blinsky mahnte zum Aufbruch. „Ich muß -obren Wirt unbedingt sehen." „Das ist einfach. Er ist ja jetzt zu Hause." „Hat er in letzter Zeit so viel verdient, daß er es sich lebten kann, auf seine Gelegenheitsarbeit zu verzichten?" „Das weiß ich nicht. Er klagte über Kopfschmerzen." „Lüge!" schrie Blinsky erregt. „Lüge. Er hat es nicht mehr nötig, Sie werden es sehen. Wir fangen ihn in ei;r.*>: Falle." Kiewening betrachtete aufmerksam seinen aufgeregten Kunden. Es handelte sich also doch um Geld ... Aber warum verschwieg er das ? Martha jagte ruhig: „Die Familie lebt sehr bescheiden von dem Verdienst der Frau. Gestern hat sie mich sogar angeborgt, weil sie nichts zum Mittagessen hatte." „Finte!" schrie Blinsky. Da er die prüfenden Blicke des -.»ektivs fühlte, fiel er in einen leichteren Ton: „Wir werden ja fehen ... Gehen wir jetzt? Ach jo, ich verlpreä)e mich: die Dame wird wohl mehr für ein Auto zu haben fein, wie?" „Es kommt ganz auf die Gesellschaft an", wies Martha ihn zurück. „Aber, da alles so eilig ist, müssen wir wohl einen Wagen nehmen." „Herr Brod bezahlt", fiel Kiewening rasch ein. „Oder soll ich es auf Konto nehmen?^ Blinsky antwortete nur mit einem ungeduldigen Achselzucken. Die drei gingen Haus für Haus der hochgelegenen Kaistrstraße ab. Lifts führten fietn die hohen Stockwerke. Da überall Geschäftsräume waren, fiel es nicht schwer, Dorwände für den Eintritt zu herein. Ein kleines Männchen, in einen gelblichen Arbeitsmantel gehüllt, schlotterte herein und fragte nach den Wünschen. Kiewening fragte nach dem Preis für Adressen. „Sie machen Sie hier doch billiger?" „Billiger und besser", sächselte der kleine Herr und schob seine Brille auf die bucklige Stirn. Er zog eine Schublade auf und suchte einen Prospekt heraus. „Wieviel Tausend dachten Sie?" „Wer arbeitet hier?" fragte Blinsky. .Ich meine, sind zuverlässige ßeute?'v „Es sind alles stellungslose Kaufleute und abgebaute Bankbeamte. Sie werden zufrieden sein." Kiewening winkte Martha zu, die schnell nach Dekepper fragte. ,ff)err Dekepper fehlt. Er hat Zahnschmerzen, der arme Wicht." „Er fehlt seit Donnerstag, nicht wahr?" fiel Blinsky ein. „Seit Donnerstag?" wiederholte das Männchen, ohne sich über die genaue Feststellung zu wundern. „Es ist möglich. Wir führen darüber nicht finden und in der Wartezeit die Aussicht zu bewundern. Im obersten Stockwerl des Warenhauses mar ein Spielwarenlager. Kiewening entschied sich für eine elektrische Eisenbahn. Blinsky nahm den Kassenschein an sich, um ihn draußen roeg^umerfen. Nirgend war ein Einblick in das beraubte Haus möglich. Aber Kiewening bestand darauf, systematisch vorzugehen. Es dämmerte schon, als sie zum Arbeitsamt kamen. Dunkle Gestalten standen in Gruppen vor dem Haus, mißbilligende Urteile über das Auto fällend. Blinsky rümpfte die Nase über den Armeleutgeruch in den engen Korridoren. Mitten auf der Steintreppe hielt er an, um sich mit einem Parfümfläschchen zu bestäuben. Kiewening lachte: „Ja, in Ihrem Salon riecht es wohl feiner." „Mein Salon liegt im Mond", knurrte der Russe. „2lber dieses Schreibbureau anscheinend auch. Nicht einmal einen Aufzug gibt es hier! Bei den Sowjets hätte man solch ein Arbeitsamt längst demoliert." „Dafür wird hier auch gearbeitet", warf Kiewening ein. Der Fremde war also ein Russe. Er hatte das schon an der harten Aussprache bemerkt und war stolz, daß seine Mutmaßung sich bestätigte. Martha ging schweigend hinter den beiden. Endlich waren sie im vierten Stock. Gleich links an der Treppe mar ein Glasverschlag, in den man eine Tür eingebaut hatte. „Zimmer 47a" stand darüber. Eine Pappkarte mit schon geschweifter Rundschrift verriet^ daß hier die Kurse für Erwerbslose verwaltet wurden. „Hier ist der Zugang zum Schreibbureau", sagte Martha. Sie berieten einen Augenblick, klopften und traten, ohne ein „Herein" abzuwarten, ein. An einem primitiven Tisch, der mit Aktendeckeln, Kalendern, Kuverts und losem Papier bedeckt war, hockte eine krumme Gestalt, die sich jetzt aufrichtete und aufsprang. Es war Surrmann. „Sie wünschen?" Seine kurzsichtigen Augen kniffen sich zusammen. Er erkannte Blinsky und wollte im ersten Augenblick auf ihn zugehen. Da jener aber eine schroff abweisende Miene zur Schau trug und es ihm sehr peinlich war, hier arbeitend getroffen Kreis Aüdir^rn. # Bisses, 15.Oft. Zur Behebung der Wohnungsnot wurden hier dieser Tage zwei aus - rangierte Eisenbahnwagen ausgestellt, um darin eine Familie unterzubringen. Kreis Schotten. V Schotten. 15. Oft. Das Rvte Kreuz. Zweigverein Schotten, die Freiwillige Sa» nitätskolvnne Schotten und der hiesige Zweigverein des Alicefrauenvereins hielten am Samstagabend in der Turnhalle einen Bunten Abend zum Besten ihrer edlen De- ftrebungen ab. Streichmusik (Dirigent H. Groth). Gffangsvvrträge, turnerische Darbietungen, lieber von Frl. Helene Vogt wechselten ab. Ein lehrreicher Film „Erste Hilfe bei Llnglücksfällen". zu dem Medizinalrat Dr. Orth einleitende Worte sprach, wurde gezeigt. Der Verkauf von Blumen, Rosen und Dahlien aus der Gärtnerei Komp brachte viel Geld ein. — Mehrere das Wort uird führte u. a. aus: Mir als Minister für soziale Angelegenh.iten liegt neben der — ,r, „ Erwerbffosiglcit weiter Volksgenossen die damit der Geschastsfuhrer des Deutschen Der^ems ftr zusammenhängende Wohnungsnot ganz besonders rm* 5 " """" """""" schwer auf der Seele. Ganz gewiß reicht auch das Bauprogramm 1927, nicht an das heran, was in Hessen notwendig ist. Ich erkenne durchaus die Angriffe, die im „Das ist es, natürlich. Sonst ist . _ . Fenster dort. Wenn der Vorhang offen ist, kann man so ziemlich alles drin sehen. Und er muß manchmal offen gewesen fein", setzte er mit ge- der Mission, die Leiden und Freuden der Missionare waren überaus packe -b. Gemeinsame Gesänge und Borträge eines Posaunenchovs verschönten die Bachversammlung in bester Weise. Mit der Wetzlarer Jubelfeier ist noch eine Mis - sions-Ausstellung verbunden, die für die nächsten 14 Tage zur Besichtigung im Schuhengarten freigegeben ist. Dillkreis. WSN. Herborn, 15.Dtt Am Freitagabend wurde hier in einer Versammlung, zu der Bürgermeister Niederschulte eingcladen hatte, ein Derkehrsoerein für Herborn gegründet, nachdem in längerer Aussprache die vielseitigen Aufgaben eines solchen Vereins erörtert worden waren. Es wurde ein provisorischer Vorstand gebildet, der mit der Ausarbeitung der Satzungen des Vereins beauftragt wurde, die einer in etwa 14 Tagen einzuberufenden konstituierenden Hauptversammlung vorgelegt werden sollen. Maingau. WSN. F r a n k f u r t a. M., 15. Oktober. Vor einigen Dagen ließ ein Kaufmann sein wertvolles Auto auf kurze Zeit unbeaufsichtigt in der Lud- wigstraße stehen. Diese Gelegenheit benutzten drei junge Burschen im Alter von 20 bis 23Jahren, um sich das Auto anzueignen. In flotter Fahrt ging es den Main aufwärts, um auf einem kleinen Umweg Berlin zu erreichen. In Jena aber ereilte sie ihr Schicksal. Sie wurden von der inzwischen verständigten Polizei fe ft genommen; das Auto wurde fichergestellt. — Die Frankfurter Fassadenkletterer sind immer noch an der Arbeit. In der Nacht zum Sonntag wurde bei einem Schneidermeister in der Wolfgangstraße eingebrochen. Der oder die Täter sind anscheinend gestört worden, denn sie verließen den Schauplatz' ihrer Tätigkeit fluchtartig, ohne etwas erbeutet zu haben. Dagegen fielen ihnen bei einem gleichen Einbruch in der Nacht zum Montag bei einem Kaufmann in der Rubensstraße ein größerer Geldbetrag und eine Menge Silbersachen in die Hände. — Im Monat September mußte die Kriminalpolizei gegen 42 Personen wegen Kuppelei einschreiten. Volkskonzert -es Arbeiter-Kulturkartekls. Das 2. Volkskonzert des Arbei ter- Kulturkartells am Sonn tca macht das umständliche «Dorwaschen der Wäsche üderflüssig. lleberlegen Sie bitte, wieviel Jett und Arbeit Sie dadurch sparen können. S Nasch und Eimocickm der Wäsche nur I M r W 1 •x , .> I DIE STETE FRISCHE- le frischer—desto besser! Diesen Grund* satz haben sich die Rama-Werke gani besonders zu eigen gemacht: es gibt dort kein Margarinelager. Noch am Abend des Herstellungstages erfolgt der Versand in Spezialwaggons als Eilgut in alle Städte des Reiches. Flinke Autos übernehmen in den Bestimmungsorten die Verteilung der VERA an die einzelnen Geschäfte. Das eigene verzweigte Speditionsnetz der Rama-Werke verbürgt der Hausfrau die stete Frische der VERA und auch dadurch ihre erlesene Qualität. Zu allem fügt sich wirkliche Preiswürdigkeit So erfüllt VERA ganz den hohen Sinn des Gebotes: Dienst am Haushalt, MAR MARINE Kalk Grau- und Weiß-Stück von bester Qualität und größter Ergiebigkeit zu billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen Fernsorecher 1659. 897D Versteigerung AuseinerLiquidationsmasseversteigere ich Mittwoch, 17. Ott., von 2 Uhr ab, Tiordanlage 7: 1 Motorrad (J1.6.Ü.) und eine partje Äukowma-Oielen (3-6 m lang, bis 26 mm stari),Hobel-,Stab- und Federbretter, Fichte-Fußleisten, Kiefern-Hutleisten, Buchenstamm, bretter, Spalier- und Packlatten, Kiefern-Sperrplatten ufw. H. Benner II. 073„ WM /i. M «WH W Stf ein fdiiräbUcberOfen" , Recht doch tadellos! and Onkel Friertg hält eidi vergnügt lächelnd den Bauch, wie er es Immer tut, wenn •r sich behaglich fühlt, oder wenn er etwas Gutes ru essen bekommt m der unteren Ofenkachel labt sich zudem ausgezeichnet backen und braten. So ein schwäbischer Ofen halt aber auch die Stube warm, man kann Jedes Brennmaterial, Holz. Braunkohlen, Steinkohlen und Briketts darin brennen und Ihn weitgehend regulieren. War « diesen Winter in seiner Bauernstube gemütlich haben will, der schafft Mch so einen praktischen Ofen an. Zwanglose Besichtigung erbeten. P.B.IUV5EK GIESSEN NEUSTADT 56 8910a Inserieren bringt Gewinn Auktionator und Taxator. SKrevert ZPlocHstraße 3fr. 7 ‘Telephon 3fr. 1323 SKerren- SYlaß-Schneiderei Qualität und Qualitätsarßeit ist das 33este, Sieganteste und billigste A L|ÄifÄ beseit, üblen Mundgeruch u. Wnioroaorn hahlich gefärbtenZohnbelag Falzziegel,LSorte silbergrau gedämpft Gelegenheitskauf einige Waggons sehr billig abzugeben. Angebote unter F. 2. K. 4038 durch Rudolf Mosse, Frankfurt am Main. ____9l I8V Brehms Tierleben in Aus wähl 24 Bände — 12 Bücher ca 4000 Seiten Kein Geld einsenden. Wie seit Jahren so geben wir auch oei unserer Neu- ausgaoe ooigen Werkes ledern Einsender untenstehenden Kupons ein vollständiges Exemplar broschiert gratis, wenn der Kupon mnemi > 8 Tagen eingesandt wird. Nur Verpackung»-, Versand- und Inseratspesen erheischen eine Vergütung von 20 Pfennige pro Band at> Verlag. Empfangsoestätigung und Mitteilung über den Versand gent ihnen sofort nach Einsendung untenstehenden Kupons zu. Uhlenhorst-Verlag a£“J!ör Hamburg 24 Schröderstraße 41 Unterzeichneter wünscht steh gratis Brehms Verleben“ e*> C ^ame: 2 bland: Q. s y Wohnort: btrabe: Waagen und Gewichte aller Art empfiehlt u. stellt eichfähig her 07313 Karl Schmidt, Gießen, Neuenweg 42, Tel. 1075 Plissear beiten in allen Mustern und in bester Ausführung bei Fälberei Braubach 6 Fischer Qplfarcuian A R Post- und Bahn-Sendungen an ociiersweg 4D die Fabrik In Butzbach erbeten Ur 74 ’ Drittes Statt____________ Tietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheifen) Dienstag, 16. Oktober 4928 1 T— - —---------- IMIII II „,|M||, h , ,|। ! ! B| ..... , L _ |M ,, ___,, ,M,|„ Turnen, Sport und Spiel. Äoppelfeier im Turnverein von 1846 Gießen. Tem Turnverein 1 8 4 6 Gießen war es in diesen Tagen vergönnt, eine Doppelfeier recht eigner Art ßu begehen, konnte er doch auf das zwonzigiährige Bestehen seiner Schülerabteilung, sowie auf das zehnjährige Bestehen seiner Schülerinnenabteilung zurüclb il.n. Doll Stolz und freudigen Bewußtseins, in dieser langen Zeit treue Arbeit an nach Tausenden zählenden Jungens und Mädels geleistet zu haben, konnte die Leitung des Vereins diese Geben tage, d e Marksteine der stillen Arbeit sind, nicht vorüüergehen las.en, ohne der Oesfen.lichk.'it Zeugiiis des Wirkens und Schaffens in diesen Abteilungen zu geben. So hatten denn d e turnerisch Verantwortlichen unter der bewährten Führung des Oberturn- Wortes Karl Erb zu einem Bühnenschau- turnen eingelabcn, um hier zu zeigen, „was" und „wie" in Kinderabteilungen der Deutschen Turnerschatt gearbeitet wirb. Darü.er hinaus ließ man sich bei der Zusammcnstellana t>:r Turn- folge von dem Gedanken leiten, nicht nur die Grundlage turnerischen Scha fens vor Augen zu führen, sondern auch die zirlbewu^.te IDeiterar'eit in richtigem Aüf- und Ausbau nach d.r^ ersten Arbeit in den Kurdrrabte lungm, also über die Jugendabtellung in die Turnabteilung hinein, darzustellen. And wahrlich, der Turnverein von 1846 Gießen kann sich, wie kaum ein zweiter Verein, mit Fug und Recht t>2i turnerischen Darstellung dieses Grundgedankens wirksam unterziehen, hat doch der 1. Sieger des Zwölk'ampses beim 14. Deutschen Turnfest in K')ln, der Turner Karl Reuter, in der Schüerabt.ilung des Tv. 1846 Gießen seine erste turnerische Ausbildung einpsangen, und ist er fernerhin nur in Turnabteilungen dieses Der.ins Emp.änger und auch Geber gewesen. 3n diesem erfolgreichen Turnersiegrr kann man somit ein ge cm es Spie e ° bild der erfolggesegneten Arbeit eines Turnvereins erblicken. üleberschaut man aber rückwärtsblickend das Werden dieser Kindcrabteilungen, dann erkennt man, daß ein gewaltiger Wandel in der Arbeitsweise in diesen Stellungen eingetreten ist. Sah man vor Jahren in dem Turnen der Jungens und Mädels nur einen Abklatsch des Turn »ns der Erwachsenen, so kann man heute feststellen, daß aus diesem Zweig, dem Kinderturnen, ein Gebiet für sich erstanden ist, das eigene Richtlinien und eigene Gesetze erfordert. In richtiger Erkenntnis dieser Tatsache und nach den von den übergeordneten Derb an den ergangenen Weisungen handelnd, hat es der Turnverein von 1846 verstanden, seine Kinderabteilungen zeit- aemäh zu leiten, und dies ist kein geringes Der- dienst und. verdient vollste Anerkennung. Das Bühnenschauturnen des Vereins erfreute sich ein cd sehr regen Besuches, ein Zeichen dafür, wie tief der „Alte" Turnverein in weiten Kreisen unserer Stadt verwurzelt ist. Worte der Begrüßung entbot der 1. Sprecher, der besonders die Vertreter der Stadt, Schulen und Universität willkommen hieß. Die Turnfolge war nach den oben gegebenen Gesichtspunkten in zwei Teile gegliedert: 1. Arbeit der Jungen und Mädels (Kinderabteilung); 2. Arbeit der Zöglinge und Turner (Zöglings- und Turnabteilung). In bunter Reihenfolge wechselten Darbietungen der Turnerinnen und Turner, so eine reichhaltige Fülle turnerischer Leistungsfähigkeit zeigend. Bei dieser vielsertigen Turnschau durfte es schwer sein, diesen oder jenen Programmpunkt hervorzuheben. Leitung und Ausführendr dürfen das Bewußtsein hegen. Gutes geleistet zu haben. Den Singspielen, Volkstänzen, Stab-, Frei- und Schrittübungen der Mädels folgten älebungen am Reck und Darren, sowie eine Körperschule der Jungens. Ein Gemeinturnen an drei Barren stellte das Geräteturnen der Mädchen ins rechte Licht. Was die Schüler und Schülerinnen boten, war ein Genuß in des Wortes ganzer Bedeutung. Der zweite Tell zeigte den Ausbau; im wesentlichen dasselbe nur in vollendeter Entwicklung. Die Hebungen zogen bildstreifenartig vor den Augen der Besucher vorüber und hinterließen den Eindruck großer Arbeit und reifen Könnens. Dem freien Kräftespiel der Jugend Rechnung tragend, oeranstallete der Turnausschuß des Vereins am Sonntag Wettkämpfe der verschiedensten Art, so allen Abteilungen Gelegenheit gebend, ihr turnerisches Können im Kampfe um die schlichte Auszeichnung gegeneinander abzuwägen. Vielseitigem Interesse begegnete die Austragung des Wetturnens um den vom Turnclub gestifteten Wanderpreis. Die Wettkämpfe brachten folgendes Ergebnis: Wettkampf um den Schild des Sur n* klubs: 1. Sieger Alvis Burkart. 2. Karl Dort. 3. Kurt HovMeck. Mehrkampf: Turnerinnen (22 Teilnehmer). 1. Ria Milipp. 2. Johanna Kröck, Emmi Münch, Lotte Mohr. 3. Jdel Hauck, Mathilde Koch. Schülerinnen (36 Teilnehmer). 1. Agnes Schneider. 2. Helma Schneider. 3. Mia Hamel. Juaendturner (Oberstufe. 20 Teilnehmer). 1. Willi Straub. 2. Hans Vogt. 3. Otto Kern. — (Unterstufe. 21 Teilnehmer.) 1. Ludwig Lotz. 2. Friedrich Drück 3. Karl Habicht. Schüler (39 Teilnehmer). 1. Heürrich Schlamp. 2. Willi Ellermeier. 3. Hans Happel. Volkstümlicher Dreikampf: Oberstufe (15 Teilnehmer). 1. Walter Loh. 2. Hugo Bartel. 3. Willi Ar^bächer. — Unterstufe (12 Teilnehmer). 1. Theo Daubel. 2. Otto Jüngst. 3. Franz Müller. Fechter (8 Teilnehmer). 1. Walter Gerhardt. 2. Kurt Enhlin. 3. Willi Schemel. Schw immen: Jugendturnerinnen (14 bis 16 Jahre) Mehrkampf. 1. Gretel Schreier. 2. Gertrud Schmidt. 3. Elisabeth Sick. Jugendturner (14 bis 16 Jahre). Mehrkampf. Ehrensieg: Fritz Werner. 1. Otto Kern. 2. Hans Stommel. 3. Rudolf Wolf. 2 uge n d t u r ne r (16 bis 18 Jahre), Mehrkampf: 1. Franz Spröer. Einzelkampf: 1. Otto Jüngst. 2. Franz Spröer. 3. Heinz Theisebach. Schülerinnen, Klasses. 1. Else Kompf. Klasse B. Anni Kompf. Schüler, Klasse A. 1. Heinz Mellinger. 2. Helmuth Boller. 3. Erich Hemel. 4. Heinz Köhlinger. Klasse B. 1. Ernst Fabian. 2. Ernst Weeg. 3. Otto Kompf. 4. Hans Loh. Das Schauturnen am Sonntagnachmi tag sand auch in flotter Abwick ung unler dem Beifall der Zuschauer seine Erledigung. Am Abend traf man sich in der Turnhalle zur Siegerehrung, in die sämt'iche für den Verein während des Jahres ersolzr ich g?to:fe. ei Turner, Turnerinnen, Sch-im ! er Sehwi nmer n en, Fechter, Spiller usw. mit einbegrif en wurden. Der 1. Sprecher konnte mit Stolz aus die 186 Siege des Jahres Hinweisen, darunter unter betonte e. Betonung auf dm 1. Sieg des 14. Deutschen Turnfestes. Sein b:g istert aufgenommerci „Gut Heil" galt allen Siegern als Dank für ihre Arbeit. In einem geselligen Deisammense n sanden die Gedenktage einm würdigen und harmonischen Abschluß. Richt unerwähnt soll bleiben, daß der Leiter der Schülerinnen-, sowie der Schü'erab eilung seit ihrem Bestehm der Oberturnwart Karl Erb ist, der bei den Schülern neben anderen Vorturnern von Turner Freitag unterstützt wird. Handball im Männerturnverein (O.T.) M.T.V. II.—T V. Wetzlar-Riedergirmes I. 3:4 (0:1). M.T.V. Jugend I.—Tgmd. Friedberg Jugend I. 3:0 (2:0). W.T.D. Schüler I.—TV. Wetzlar-Riedergirmes I. 8:2 (4:2). Rach den letzten Spielen zu urteilen, hatte die II. Mannschaft am Sonntag in Wetzlar- Riedergirmes unbedingt gewinnen müssen. Wenn auch der ungewohnte und zu kleine Platz mit zü' der Riederlage beigetragen hat, so muß doch gesagt werden, daß bei diesem Spiel der nötige Zusammenhang in der Mannschaft gefehlt hat. Dagegen stellte Wetzlar-Riedergirmes eine äußerst flinke Mannschaft, die wußte was fie wollte. Es gelang ihr, zwei wertvolle Punkte zu erringen. Die I. Jugendmannschaft hatte auf eigenem Platze die Jugend der Turngemeinde Friedberg zu Gast. Es gelang ihr, nach schönem Spiel einen einwandfreien Sieg über den stärksten Gegner im Gau Hessen zu erringen und hierdui^h die Führung in der Gau-Jugendklasse zu übernehmen. Ohne Derlustpunkte aus der Vorrunde hervorgegangen, muh sie jetzt zeigen, daß sie auch in der Rach runde zu spielen versteht. Die I. Schülermannschaft trug ein Freundschaftsspiel gegen Wehlar-Rredergirmes aus und konnte nach schön verlaufenem Spiel sicher gewinnen. Handball der Sp.-Dg. 1900. Die Maschinengewehr-Kompagnie unterliegt 9:4. ö. Die Handballabtellung der Sp.-Dg. 1900 hatte am Sonntag mit dem Gegner für ihr erstes Spiel nach der Sperre einen guten Griff getan. Die Leute von der Maschinengewehr-Kompagnie waren von Anfang an mit Feuereifer bei der Sache und gaben den 1900ern manche Ruh zu knacken. Sie hielten das Spiel stets offen, konnten aber nicht verhindern, daß die 1900er in der ersten Spielhälfte fünfmal einsandten. Als ste nach der Pause merkten, dah die Hintermannschaft des Platzvereins nicht mehr recht auf dem Damm. war, kam immer mehr Leben in die Gäste, und sie vermochten den Spielvereinigungshüter viermal zu schlagen. Drr 1900er Sturm war jedoch inzwischen auch nicht müßig gewesen und hatte den in glänzender Form befindlichen Schlußmann des Militärs ebenfalls noch viermal 'zur Kapitulation gelungen. Abgesehen von etwas weichem und unproduk- ttvem Stürmerspiel in der ersten Halbzeit, hinterließ die Kompagniemannschaft einen fe$r guten Eindruck. Bei den 1900ern wollte es noch nicht recht klappen. Allerdings muß man der Mannschaft zugute halten, daß fie nahezu fünf Monate ohne Spiel war. Handball in Heuchelheim. Tv. Heuchelheim I — Tgde. Friedberg I 0:0. Am Sonntag standen sich in Heuchelheim obige Mannschaften zum fälligen Verbandspielgegenüber. Friedberg, als Verein mit den meisten Aussichten auf den ©aumeiftertitcl, enttäuschte sehr. Sofort nach Anstoß brachte es zwar das Heuchelheimer Tor verschiedentlich sehr in Gefahr, aber nach und nach machte sich eine leichte Ueberlegenheit der Einheimischen bemerkbar, die auch dadurch zum Ausdruck tarn, daß Heuchelheim zweimal erfolgreich einsenden konnte. Be de Tore wurden aber vom Schiedsrichter nicht gegeben, wovon eine Entscheidung bestimmt als falsch bezeichnet werden muß. Rach Seitenwechsel wurde Friedberg zeitweise vollständig auf feine Hälfte zurückgedrängt, so daß es sich genötigt sah, mit der gesamten Mannschaft zu verteidigen. Das Spiel wurde fehr körper ich ausgetragen. Einen großen Teil der Schuld hieran trägt der Schiedsrichter, der sich das Spiel vollständig aus der Hand nehmen lieh. Handball in Großen-Buseck. Grohen-Buseck l — Dillenburg I 9:5 (4:2). Großen-Buseck Jugend — Dillenburg II 1:1 (0:1). Großen-Buseck Schiller — Grohen-Buseck Ju- genb 3:2 (:1 1). Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich obige Mannschaften in Großen-Buseck. Die erste Mann- sckwft Dillenburgs spielte sehr flink, aber äußerst hart. Großen-Buseck war jedoch durch seine Entschlossenheit etwas überlegen und konnte durch die Wurssicherhett seines Sturmes obiges Resultat erzielen. Das Jugendspiel war ein Werbespiel im wahren Sinn des Wortes. Was Dillenburg an Körpertraft überlegen war, glich Buseck durch seine Flinkhell aus. Das Unentschieden ist nicht ganz berechtigt, ein Sieg der Großen-Dusecker wäre berechtigt. Aach dem Spiel gegen Dillenburg spielte die Jugend gegen die Schüler und mußte sich mit diesem mageren Resultat begnügen. Die Schüler- rnannschast besitzt sehr gute Kräfte, die es durch Spielerfahrung noch zu etwas bringen können. Iußball-LokMmpse in Gießen. Liga D. f. D. — Spielvereinigung 1900 Liga 1:0. Ligareserve V. f. B. — Spielvereinigung 1900 Ligareserve 3: 2. III. V. f. B. — Spielvereinigung 1900 III. 4:1. Mehr als 1600 Zuschauer hatten sich am Sonntag auf dem Waldsportplatz eingefunden und gaben dem Gießener Fußballgroßkampf einen imposanten Rahmen. Von Anfang bis Ende wurde bei dem Liga- spiel in einem ungemein scharfen Tempo und beiderseits mit Kraft und Energieaufwand gekämpft. Es war ein packendes Spiel, das von beiden Gegnern in fairer Weife durchgcführt wurde. Ein großes Verdienst an dem reibungslosen Verlauf des Spiels hatte der Schiedsrichter Miller (Sportverein Wetzlar), der das Treffen in jeder Weise einwandfrei leitete. Seine Entscheidungen waren korrekt. Daß die Ausstellung der Mannschaften die denkbar stärkste war, ist bei der Bedeutung des Spiels selbstverständlich. Die V. f. B.-Elf führte in der ersten Halbzeit, trotzdem sie gegen die Sonne zu spielen hatte, den besseren Fußball vor. Ihr Spiel war planvoller und ihre Kombinationen genauer. Der Aufbau der Angriffe war durchdachter und die Ballbehandlung des einzelnen eine bessere. Rur ließ der Sturm, der sich sonst recht gut untereinander verstand, durch zu schwaches oder zu wenig placiertes Schießen eine ganze Anzahl Torgelegenheiten aus und vergab somit die Möglichkeit, die Feldüberlegenheit der Mannschaft in zählbare Erfolge umzusetzen. Bei der Spielvereinigung wollte es vor der Pause nicht recht klappen. Die Läuferreihe entsprach nicht den Erwartungen. Durch ihr Versagen hing der Angriff, der aus fünf recht guten Einzelspielern bestand, in der Luft. Die Mannschaft verstand sich aber auch sonst zu wenig untereinander und brachte kaum eine einhellliche Aktion zustande. Lediglich die Verteidigung und der Tormann zeigten sich ihrer recht schweren Aufgabe gewachsen. Auch nach dem Wechsel, bei dem das Resultat noch 0:0 lautete, war 23. f. B. seinem Gegner leicht überlegen. Einen gut vorgetragenen Angriff schloß Sättiger mit rasantem Torschuß ab, der auch der einzige Treffer des Spiels und damit der Siegestreffer für V..f. B. bleiben sollte. Mit dem Mittelanstoß versuchte die Spielvereinigung den Ausgleich herzustellen. Die !,ut ausgelegte und zähe Läuferreihe der Platzmann- chaft vereitelte jedoch durch richtiges Stellungsspiel ne wuchtigen, aber durchsichtigen Angriffe des Gegners. Das Spiel blieb bei gleich verteitten Chancen offen bis zu dem Augenblick, in dem der Mittelstürmer und zum Teil auch die Läuferreihe sich zu sehr in die Deckung zurückzogen. Hierdurch gaben fie der Spielvereinigungself Gelegenheit, sich besser zu entfalten und für den Rest der Spielzeit das Heft in die Hand zu nehmen. In dieser Drangperiode des Gegners stellte Singel fein hohes Können als Torwächter unter Seroeis. Auch die Ligareserve erfocht über ihren Lokalgegner einen knappen Sieg. Sie hatte sich anscheinend in der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten im Uebereiser zu stark verausgabt. Sereits mit 3:1 in Führung liegend, mußte fie sich von den stark aufgekommenen Spielvereinigungsleuten ein zweites Tor gefallen lassen, und hatte gegen Schluß Mühe, das Siegesresultat zu halten. Einen bedeutend leichteren Sieg errang die Dritte gegen die gleiche der Spielvereinigung. Während D. f. D. nur junge Kräfte eingestellt, hatte der Gegner seine Elf durch einige ältere Spieler verstärkt. Das Treffen wurde beiderseits viel zu hart durchgefiihrt. Obgleich durch Herausstellungen zahlenmäßig geschwächt, war D.f.B. besser als der komplette Gegner. Das 4:1-Resultat entsprach dem Spielverlauf. D. f. B. Die neu zusammengestellte vierte Mannschaft des D. f. B. Gießen hatte am Sonntag in Steinbach ihren ersten Gegner. Die Gäste überraschten durch ihr eifriges und technisch recht gutes Spiel. Bis zur Pause hielten sie durch ihren Eifer das Treffen durchweg offen, mußten sich jedoch dann den routinierten D. f. B.ern mit 5:1 beugen. Beiden Mcmnschaften gebührt ein Cesamtlob für ihr rühriges und faires Spiel. Die zweite Jugend des D. f. B. verlor gegen die erste Jugend Riederweisels mit 1:2. G. V. Heuchelheim I — $. C Rieder-Weisel I 3:0. In Niederweisel konnten die Heuchelheimer, mit nur 9 Mann spielend, 3:0 gewinnen. Zwischen den beiden Gegnern bestand mehr als Klassenunterschied. Zußbatt in Lol ar. Lollar I — Großen-Buseck I 6:1. In Lollar trafen sich die beiden Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel. Der Punktgewinn, den Großen-Busecks Verichterstatter voraussagte, blieb aus; 6:1 wurde die 1. Großen-Vusecks von Lollar geschlagen. Sis Halbzeit stand das Spiel 2:1 für Lollar. In der zweiten Spielhälfte konnte Lollar die anderen vier Tore schießen, während Großen-Suseck weiterer Erfolg versagt blieb. G. D. 1921 Ettingshausen. Nach dem verlorenen Spiel in Heuchelheim hatte die Spielleitung des S. D. 19 21 die erste Mannschaft umgesteltt, was sich beim Verbandsspiel gegen die Erste des B. f. R. L i ch am Sonntag gut bewährte. Wenn trotzdem nur das unentschiedene Ergebnis 2:2 (1:0) herauskam, so kommt dies daher, daß Ettingshausen mit Ersatz spielen mußte, und die Verteidigung gegen Ende etwas leichtsinnig wurde, so daß die Gäste in letzter Minute noch den Ausgleich erzielen konnten. Mit dem gleichen Eraebnis trennten sich die zweiten Mannschaften von Ettingshausen urtö Großen-Buseck. Hier spielte Ellingshausen vollständig überlegen, aber der Sturm verstand es nicht, Tore zu schießen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießens erste Mannschaft hatte zum letzten Spiel in der Vorrunde der diesjährigen Kreisklassenspiele Praunheim I. zu Gaste. Die Gäste erschienen nur mit neun Mann, sie zeigten aber ein Spiel, das volle Anerkennung land und weit über den von den Einheimischen gezeigten Leistungen stand. Gießen trat in anderer Aufstellung an, jedoch zeigte sich bald, daß diese Umstellung ein Fehler war. Das einzige Tor des Tages wurde in einer Weise erzielt, die bei allen Zuschauern Lachsalven hervorrief. In der 1. Bezirksklasse sollte das Splel Wieseck I—Raunheim I die Klärung in der Führung ter Tabellenspitze bringen. Wenn auch beide Mannschaften mit Ersatz antraten, so muß doch gesagt werden, daß dieser sich gut in die übrigen Mannschaststeile einfügte. Dom Anstoß Raunheims, der an der Verteidigung Wiesecks endete, folgte flottes Feldspiel. Gute Torgelegenheiten wurden auf beiden Seiten herausgoarbei- tot, doch immer versiebt, oder von den guten Torhütern geklärt. Wieseck spielte überlegen und konnte trotz energischer Gegenwehr der Gäste bis zur Halbzeit mit zwei Toren, denen die Raun- Heimer fernes entgegensetzen konnten, in Führung gehen. Rach Seitenwechsel spielte Raunheim mit der Sonne im Rücken und brachte eine schärfere Rote ins Spiel. Schon nach wenigen Minuten gelingt es den Gästen, ihr erstes Tor zu erzielen. Ein Strafstoß für Wieseck brachte diesem den dritten Erfolg. Fünf Minuten vor Schluß konnte Raunheim durch einen Fehler der Verteidigung der Einheimischen zum zweiten Erfolge kommen. Der Schlußpfiff des ^Inparteiischen machte dem Spiele mit 3:2 für Wieseck ein Ende. Lollar I war bei Heuchelheim I zu Gast. Trotzdem gute Torgelegenheiten erreicht wurden, ging es mit 0:0 in die Pause. Rach Seitenwechsel ging Heuchelheim mächtig aus sich heraus und konnte das Resultat bald auf 2:0 stellen. Im weiteren Spielverlauf wurden wohl noch einige Ecken erzielt, doch reichte es zu keinem zählbaren Erfolg. Sine üeberraschung kam von Marburg. Alsfeld I, das die Reise nach Marburg unternom- men hatte, muhte sich nach zeitweise überlegen durchgeführtem Spiele Marburgs I mit 3:2 beugen. Bereits bei Halbzeit führte Marburg 2:1. Wintertagung des Gkiklubs Gauerland. Die Dertreterversammlung des S k i k I u b s Sauerland trat in Dortmund am Samstag und Sonntag zusammen. Aus dem Bericht der Ausschüsse ist im einzelnen zu entnehmen, dah das Gebiet des S. K. S. nunmehr abgegrenzt ist gegenüber den Rachbar- verbänden. Es reicht im Osten nördlich Carls- Hafen bis zur Weser. Bielefeld und Herford gehören neuerdings auch zum S. K. S. Warburg und Gießen fallen zum Verband mitteldeutscher Skivereine, doch verbleiben die bisher bestehenden Ortsgruppen beim S. K. S. Der Vorsitzende des Ausschusses für Sport konnte nach dem Rückblick über die sportlichen Ereignisse mitteiilen, daß vom 15.Dezember ab wieder ein Berufs- skilehrer für ll/$ Monate im Sauerland angestellt werde. Dieser soll in erster Linie Kurse für Jugendliche und Springerkurse abhalten, während den Amate^lrskilehrern die allgemeine fahrtechnische Ausbildung der Skiläufer zugewiesen werden soll. Für die Rauchloch- schanze bei Winter berg werden voraussichtlich weitere Aufwendungen nötig sein. Der Termin für die Jugendläufe wurde äuf den 6.Januar festgesetzt. Diese finden bekanntlich in Winterberg statt, während Willingen dieses Jahr Austragungsort für die Verbands-Wettläufe, und zwar am 26. und 27. Januar sein soll. Eine lebhafte Erörterung rief die Anfrage über Veranstaltung von Derbandsski- staffelläufen hervor. Man will vorerst noch von ihnen absehen. Ferner ist aus den Kreisen der Ortsgruppen heraus die Anregung ergangen, daß diese in möglichst großer Zahl Stassellauf- Mannschaften aussuchen und mit diesen einen inoffiziellen Ski-Staffellauf zwischen den Ortsgruppen veranstatten. Die verschiedenen Vvrstandsämter, die noch neu zu besetzen waren, wurden besetzt. Zu erwähnen ist insbesondere die Wahl des D. S. D.-Sfi- lehrers Fritz G i n z, Bochum, zmn Derbands- lehrwart. Zur Erbauung eines Ehrenmales für die gefallenen Skiläufer wurde eine Sonder- umlage von 50 Pf. pro Mitglied für dieses und nächstes Jahr beschlossen. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 12. Oft. Auch in Gießen bestehen im Interesse der Erhaltung der Ordnung und Sicherheit zahlreiche Verbote des Verkehrs mit Fahrzeugen aller Art, insbesondere Kraftfahrzeugen. Ein solches Verbot existiert schon etwa 20 Jahre für den nach der Walltorstraße gelegenen Teil der Dämmst r a ß e (früher Flügelsgasse), und gerade die Enge dieser Straße ergibt die unbedingte Rot- wendigkeit derartiger Verordnungen. Auch ohne eine solche unö ohne Sperrtafeln sollte sich jeder vernünftige Fahrer sagen, dah der Fährverkehr dort allein schon im Interesse der Anlieger und Fußgänger untersagt und strafbar fein müsse. Nichtsdestoweniger gehörten seither ilebertretun- gen dieses Verbots, wie überhaupt Richtberücksichtigungen von Sperren, durchaus nicht zu den Seltenheiten. Ein Wandel wird erst eintreten, wenn die neuen, auf Grund von Vereinbarungen nach der Reichsverordnung vom 16. März 1928 eingeführten Verbotsschilder an allen einschlägigen Stellen — an den meisten ist es schon geschehen — angebracht sein werden. An den beiden Enden der früheren Flügelsgasse, die der Angeklagte mit einem Auto durchfahren hatte, befinden sich heute derartige neue Sperrschilder in Pfeilform (schwarze Punkte, weißer Grund und rote Umrahmung). Zur Zett der llebertretung waren aber solche Schilder dort noch nicht vorhanden, und das Verbot war in anderer Weise, polizeilich kenntlich gemacht worden. Der Polizeiwachtmeister, der die Anzeige erhoben hatte, etflärte, die früheren Sperrtäfeln seien an der nämlichen Stelle angebracht gewesen, und bei Anwendung von nur geringer Aufmerksamkeit hätten diese nicht übersehen werden können, die jetzige Kennllichmachung sei allerdings der früheren vorzuziehen. Der unvorsichtige Fahrer erhielt nur eine mäßige Geldstrafe, well er in Gießen unbekannt war ' TfTTT «'Cc C -- AH? «SßL ’c'e-cgS C c 3 = « §ii « «, £ ° S - Okx) 3 £ $6 3 C. ihF =5i Ä 3Ee5j pgJ C 3J !8 =^to = *iSj# LM. H) = 2|ä tiPJ t ®' m*5 ® J 5- A ® T®5'e 3 6; «2», - - = , tj fiS E u 2 u 5 - 88t§:e 135 co Skt- 5 u ? :8*$* ^®i=v . •Äj ,- 6* 2 °J*Fi Vh 61bl üte t und etwa In dem Auto 206,75 172.5 137.25 125.5 153.25 I 52.6 139.75 >36.5 55 5 99.13 15. 10 | 16 10. | 15. >0. | >6 10 Ämenlaniiche 'Jtote» Belaischk 'J/oten . . Daniiche 'Jlotcn . . EnaltkLe Noten. . . 286. f 288 Amft^Rott Buen.-Airetz Bm-Antw Christtania Äopcnbaflen Stockdolm HelnngforS. Uralten ■ ■ London. . . "J.'eunorf . . Paris. . . . Schwei» . . Sva.iea. Japan . - '»io dr Jan Wien in D > Ctft. Qbfltfl !)iheinklabl >Hiebcd Montan liereintfltc Sioblw Otavi Minen Roll -Hidjecaleben 7,2 6 • sh 10 10 15 121 5 9 5 . e u . 6 . . 8 . . 8 . . 7 . . 9 . . 8 . . 7 . . 5 6 6yz 10 139 13 »4 53.0 93.5 2x7.a 138,25 184.5 2 05 242 152,>5 274 475,5 255.25 394 173 85 137.75 125 139.75 246 188 5 <92 I68J 169,5 188.. 290 6. 169 163.13 169 135 301 b 100,5 i ll 1.75 152 1876 184.5 H7 5 136 25 l.l 296.75 189 2X9,4 168 25 1-3 169 .' 207.76 134,26 101.5 Maneselder . . . . Cberidilti. Eiienb Seborl . Cberichlel Kotewerte PbSnir Bergbau 184 201.6 '41.5 152 273,6 146 IÖ8 231.5 206.' 393.75 172,75 Buntes Allerlei. Schweres Autounglück bei Berlin. Beim Berliner Bahnhof Eichwalde bei der Bahnüberführung Kaiser-Friedrich-Straße wurde e i n Auto von einem Personenzug der Strecke 138 124 123.5 139,25 248,2.' 127.75 126 113 . 113,6 immer noch großen Angebotes von 5ntanbgetreibt und auch der Zurückhaltung der Händler sehr klein. Preisoeränderungen traten nicht ein. Es wurden notiert: Weizen 23,60 bis 23,75 Mark; Roggen 22,75 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 25,75; Hafer, inländischer, 23,75 bis 23,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 21,75; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0), 34 bis 34,50; Roggenmehl 30,75 bis 31,75; Weizenkleie 14,25 bis 14,50; Roggen- - kleie 14,75 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Kartoffelrnarkt. Fwd. Frankfurt a. M., 15. Dtt. Die Frankfurter Kartoffelbörse lag ruhig, es notierte je 50 Kilogramm Industrie hiesiger Gegend 3,90 Mark. Schwere Moisrexplvsion auf einem Schiff. Das Mot-vrschrif „Kungshokm" (18 000 Tonnen). '1 das auf der Werft von Blohm & Boß für di« Svensla Amerika-Linie erbaut worden ist und sich auf der Probefahrt in der Nordsee befand, hat in der Nähe von Helgoland Motorschaden erlitten. Das Schiff passierte gegen mittag Helgoland in Richtung nach der Elbe. Beim Elbfeuerschiiff l wendete es, um weitere Peilungsund sonstige nautische Versuche vorzunehmen. Auf der Höhe von Helgoland ereignete sich plötzlich eine Motorexplosion. Gin Zhlinderdeckel sprang ab und riß dabei eine etwa drei Meter breite Platte mit sich. Die Explosion war so heftig, daß das Plattenstück bis zur Nute n ne der Funkstation emporge- schleudert wurde. Der gerade beim Mittagessen sitzenden Mannschaft bemächtigte sich eine Panik. Ein Mann wurde bei der Explosion sofort getötet, eine Reihe weiterer Personen ei litt teilweise sehr schwere Verletzungen, in der Hauptsache durch Verbrennungen. Dis Verluste betragen zwei Tote und zehn Verletzte. die von dem. Dampfer „Wotan" m Cuxhaven gelandet wurden. Die beiden Toten sind ein Dane und ein Schwede. Die Verletzten sind gleichfalls überwiegend Schweden, und zwar sind die Verletzungen vielfach recht schwerer Natur. Biibcwi-ft - Bul arten Lissabon Danzig. . Äonftandn. VI Iben Tanada Um uan Ititro 1*3.20 203.5 175 240 153,5 270 145,7. 158.25 .-30.25 .04 5 39;.6 172.5 85.25 137 5 I 5 5 123 5 13".75 '30.25 246 118.7j 146.75 125.25 113.7a 109,2!» 11 i 9 U3.7Ü tfi 137,75 94.25 53 6. 287.j 488.5 476.5 I 254.5 152 186 148.2 136.85 ML. 29- 188.. 291.; 168.7 '62,5 16j,; 208 "4 7. «* ftati iBrttercfleln . . . ftalirorrf Satzveklurtd 3 <£) dorben.^noultOB . . Sonamli ’Jtubel . . . 3d»ri6tanitali . • • • choidlchmidi . • e • • iHütflerSroetle . . • • . Wctnllorlellidiatt • - -'39.7.'. 153.5 <271 Datum: | .... 8 .... 9 ... 10 ... 10 . . . . c ... 10 ... 10 .... 9 ... 10 .... 8 ... 12 .... 8 ... 10 .... 5 .... 6 ... 8 $. K 3.« flllg. Deuilchk iSllen'xibh hamburg-Ainerika Satel Hamb.-Süvum Damptzch Hansa DamvIIckiil fiorbbeutldiet vloyt «Hfl üeuifdir (SrcbimnH 6armei Bankverein Berliner HanvetegeieUsch Lommerz- und Privai-Banl Darmkt u «ütlonalbanf Beutfdir Bank Dtelonw-SteieMchatz ilnt Dresdner Bant ülittflbfunrtie dteDitbanl Uteiallbanl e^iMbarl Baufaoten. löt nm, 15 Cttobcr | Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — RetchsbankdiSkont 7 Prozent, LombardztnSfuh 8 Prozent. H. hoher. I.-G.-Farben waren vernachlässigt und 0,75 v. H. gedrückt, Scheideanstalt unverändert. Am Markte der Autoaktien waren Adlerwerke 2 v. H. erhöht, auch Daimler und NSU. rege gefragt. Bis 1 d. H. niedriger eröffneten Gelsenkirchen, Mannesmann, Hapag und Deutsche Erdöl. Deutsche Anleihen zogen weiter etwas an. Bon Auslandrenten Bosnier und Türken behauptet; Ungarische Goldrente etwas schwächer. Später kamen Umsätze nur noch vereinzelt zustande, und unter dem Druck der Geschäftsstille bröckelten die Kurse vielfach etwas ab. So gaben Farben, AEG. und Karstadt je 1 v. H nach. Der Geldmarkt mar weiter angespannt. Tägliches Geld 7,75 v. H. Am Devisenmarkt waren die Devisen Spaniens erneut stärker abgeschwächt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,20, gegen Pfund 20,377, London gegen Kabel 4,8505, Paris 124,21, Mailand 92,65, Madrid 30,1250, Holland 12,10. Berliner Börse. Berlin, 16 Okt. Abgesehen von der abgeschlossenen Amerikaanleihe der Leonhard Tietz A.-G. lagen Anregungen für die heutige Börse nicht vor. Trotzdem war man im Anschluß an den gestrigen Nachmittagsverkehr auch heute früh noch freundlicher gestimmt, da man mit weiteren Deckungen rechnete. In der Tat scheint die börsentechnische Situation im Moment günstiger zu sein, da die Börse in den letzten Tagen stark ausverkaust hatte und teilweise schon zu Blankoabgaben geschritten war. Leider fehlen die größeren Jntercssen- kreise, die eine lebhafte Umsatztätigkeit an der Börse hätten veranlassen können; die wenigen Orders, die aus dem Auslande für einige Spezialwerte einge- troffen sein sollten, reichen dazu nicht aus. So wurden die ersten Kurse nicht ganz so fest wie erwartet und zeigten gegen den gestrigen Schluß keine ganz einheitliche Tendenz. Das Interesse, das wieder für Spezialwerte bestand, erhielt die freundliche (3 r u n b ft i m m u n g. Es tauchen in der Börse Bedenken auf hinsichtlich der Diskontfestsetzung der Bank von England am Donnerstag. Bon gut- unterridjteter Bankseite werden diese jedoch als ganz unberechtigt hingestellt. Während im allgemeinen Abweichungen von 1 v. 5>. nach oben und unten ein- iraten, gewannen Spezialpapiere, wie Danatbank, Reichsbank, Deutsche Linoleum, Schubert & Salzer, Lzpnhard Tietz, Karstadt, Gesfürel, Schuckert und Nansradio 2 bis 6 v. H. Chadeaktien lagen 8 Mark höher. Kanadier und Mazedonier erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Bemerkenswert schwach lagen Holzmann mit minus 4 v. H., Polyphon mit minus 3,75 v. H. Deutsche Anleihen gut gehalten Ausländer ruhig, nur Mazedonier gefragt. Pfandbrief- markt unverändert. Rentenbriefe freundlicher.^ Der Geldmarkt war weiter fest. Tägliches 'Geld 6,5 bis 8,5 v. H. und gesucht. Monatsgeld 8 bis 9 v. H. Warenwechsel etwa 6,90 v. H. Im Verlaufe fehlte es wieder an neuen Anregungen. Karstadt lagen vorübergehend noch 2 v. H. höher, Hohmann gewannen etwa 2 v. H. ihres Anfangsverlustes zurück. Auch Elektrowerte bis 1 v. H. gefragt. Sonst war es im allgemeinen nur behauptet und später ehere zur Schwäche neigend. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Okt. Am Frankfurter Produktenmarkt war auch heute die Haltung ruhig Die Umsätze blieben daraufhin, auch infolge des * Schubert & Salzer A.-G Chemnitz. In der Aufsichtsratssitzung der Schubert L- Salzer 21 (9 Chemnitz, berichtete der Borstand über di/ ersten neun Monate des Geschäftsjahres 1928. Der Umsatz hat sich steigend entwickelt und ist hoher als im gleichen Zeitraum des Borjahres. Die vorliegenden Aufträge sichern in den wesentlichsten Abteilungen Beschäftigung bis in das erste Quartal 1929 ,n*Cin5 -Millionen-Anleih e d e s D e » zirksverbandes Kassel, 00233.- Handelsdienst erfährt, wird die Preußische Staatsbank als Führerin eines Ban-eakonsvr- tiums vom 18. bis 25. OLtobcr iu>m. 5 Mill Oliad 8proz. Anleihe des Bez.r.sverbandes Kastel -um Kurse von 92,75 Proz. zur.Zeichnung auf- legen. Die Anleihe lautet auf Femgoldbafts und wird in längstens 21 Jahren getilgt, ^erstarkte Tilauna und Gesamtkündigung sind frühestens -um 1. Oktober 1933 zulässig. Nach dem in den nächsten Tagen zur Veröffentlichung kommenden Prospekt ist der Erlös der Anleihe u. a. für die Anpassung der großen Durchgangsstrahen an den gesteigerten Kraftverkehr, für Meliocationszwecke und insbesondere für Flußregulierungen bestimmt. * (Einigung in der Basaltindustrie. Die seit Monaten schwebenden Verhandlungen zwischen den Außenseitern in der Basaltindustne und den in der Basaltunion in Köln als Syndikat der Basaltindustrie zusammengeschlossenen Werken haben, wie WTB.-Handelsdienst hört, zu einer vollen Einigung geführt. Sämtliche dem Basaltsyndikat noch nicht angeschlossenen Firmen haben ihren Eintritt in dasselbe erklärt, so daß nunmehr von einer hundertprozentigen Arbeitsgemeinschaft gesprochen wer- den kann. Hierdurch ist eine grundlegende Aende- rung in der gesamten Basalt- und Schotterindustrie eingetreten. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 16. Oktober. Tendenz: freundlicher. — Die freundliche Stimmung, die bereits an der gestrigen Wendbörse bemerkbar war, konnte sich zu Beginn der heutigen Börse erlitten. Die unverändert feste Haltung der Reuyorker Börse wurde heute etwas stärker beachtet und trug zur Besserung der Tendenz bei. Angeregt wurde die Börse aber im wesentlichen durch die R a ch f r a g e, die nach einigen Spezialwerten wieder lebhafter einsetzte. Die Kulisse schritt daraufhin auch auf den meisten anderen Märkten zu Deckungen, doch war das Geschäft bei weiter sehr geringem Interesse des Publikums wieder sehr still. Rege Nachfrage bestand vor allem für Reichsbankanteile, die 3,5 v. H. höher eröffneten und im Verlaufe weiter anzogen. Lebhafteres Geschäft entwickelte sich ferner am Elektromarkt auf die Nachricht, daß die Sosina und die Gesfürel in Paris Verhandlungen zur Bildung eines Internationalen Elek- trofinanztruftes führen sollen. Gesfürel zogen 3, Licht S- Kraft erneut 2,75 v. H. und Chade- attien 2,50 Mark an, während AEG. 0,5, Schuckert 1,5 v. H. gewannen; Siemens blieben behauptet. Außerdem waren, wie schon an der Abendbörse, Karstadt etwas lebhafter gefragt und weitere 1,5 v. Släetnijctif Braunkohlen I. % Iad, Ci Wirischasi. Oer flüssige Geldmarkt. Am Geldmarkt ist in der Derichtswoche eine erhebliche Verflüssigung eingetreten; der Einkommensteuertermin vom 10. d. M. ver- mochte sie nicht aufzuhalten. Die überaus vorsichtigen Altimovorbereitungsmaßnahmen der Zentrallreditinstitute haben offenbar eine Erhöhung der Liquiditätsreserven der Dänin verursacht. Ferner ist anzunehmen, daß die Erleichterung außer auf den Kupontermln »um S%u auch auf konjunkturelle Einflüsse, also auf die rückläufige Wirtschaftskonjunktur, zurückzufuhren ist Durch die Verminderung des Umsatzes durfte eine Erhöhung der Betriebsreserven eingetreten fein. Nicht zu vergessen ist, daß in der raschen Verflüssigung auch eine Auswirkung der wechiei- verdrängenden Geldneuschöpfung infolge der andauernd starken Goldzuflüsse zu suchen ist. Am Lagesgeldmarkt war das Angebot überwiegend. Abschlüsse unter ersten Aufgaben wurden schon zu 41/» bis 4«/< Prozent p. a. getätigt, während andere Firmen 5 bis 7 Prozent p. a. zahlen. Die Nachfrage nach Priva tdiskon- ten, anscheinend auch aus dem Auslande, war unverändert groß, so daß der Satz schon Ende letzter Woche auf 6V, Prozent herabgesetzt wer- den konnte. Das angebotene Material blieb so knapp daß die Reichsbank mehrmals größere Posten Reichsschatzwechsel untero ringen konnte, obgleich dieselben im Auslande nur schwer unterzubringen sind. Prima Waren wech sei waren wenig angeboten, und werden zu 6/4 dis 67/« P. a. gern genommen. Auch am Markte der Termingelder traten weitere Spuren einer Erleichterung hervor. Monatsgeld ist zu 8 bis 9 Prozent, für erste Geldnehmer sogar schon zu V/2 bis 8*/2 Prozent p. a. erhältlich. Besonderes Interesse beanspruchte diesmal die Entwicklung der Devisenkurse, die in den letzten Tagen stark anzogen, was sowohl auf geldmarktpolitische, als auch reparationstechnisu,e Momente (Käufe des Generalagenten) zuruckgefuhrt wird. Was den Geldmarkt selbst anbrtrftft, so sind Rückzahlungen kurzfristiger Auslandkredite, deren Zufluß ein Ende gefunden hat, festzustellen. Vielleicht darf man sogar annehmen, daß in stärkerem Maße als zu früheren Arminen mit einer Investierung deutscher Guthaben im Auslande zu reinen Geldanlagezwecken zu rechnen ist. Außerdem ist damit zu rechnen, daß auch das Ausland selbst am deutschen Geldmarkt arbeitende Guthaben zurückzieht. Damit durften wohl auch die Goldimpor te bis auf weiteres ein Ende gefunden haben. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, daß man nach Klärung der Steuerfragen nunmehr wieder mit einem schnelleren Ingangkommen der ameruani- fchen Freigabezahlungen rechnet, die nach amerikanischen Schätzungen bis Ende dieses Jahres noch etwa 100 Will. Dollar ausmachen dürften. Die heute gemeldete Freigabe der Guthaben der Berliner Handelsgesellschaft scheint dieser Ai> nähme eine Berechtigung zu geben. Ob sich durch das Zurückziehen ausländischer Guthaben am deutschen Geldmarkt eine Verknappung bemerkbar machen wird, bleibt deshalb vorläufig abzuwarten. Immerhin ist du tigen daß die internationale Verftechtung der Geldmärkte allmählich immer großer wird. Berlin—Königswusterhausen erfaß 200 Meter weit m i t g e s ch l e i f t. $ befand sich ein 70 Jahre alter Bauarbeiter, der von einem Baugerüst gestürzt war und sich dabei schwer verletzt hatte. Um den Verunglückten schnellstens in ärztliche Behandlung bringen zu können, wollten der Sohn eines Gastwirts und ein anderer Bauarbeiter ihn mit einem Auto nach Eichwalde fahren. Als sie den Bahnübergang erreichten, waren die Schranken gerade geschlossen. Auf ihre dringenden Bitten öffnete der Beamte die Schran- Een, um das Auto passieren zu lassen, obwohl ein Zug zu erwarten war. Plötzlich blieb der Wagen mitten auf den Schienen st e h e n. In diesem Augenblick brauste der erwartete Zug heran, schleifte den Wagen mit sich und zertrümmerte ihn, wobei die drei Insassen getötet wurden. ’-dne' 4,198 58.41 112,.2 .48 »eio 4,1.8 58.2U 111,68 ■ । .13 •21.^.®. - . . Bergmann ... Glctn. yicferungee. 8idU und Kratz ivelten 4 Guilleaume Gel. f. Gieltr. Untern. Hamb. Elektr. Werte Mhein. Gletlt. . . Gdilef. lileltr. . . Sckucken . . . Siemens 4 Hatete . Transravio . . Lobmeuer 4So.. . Buverus . . Teuktche Erv21 . . Eflener Steintohte . Gelientzrchener . . Harvener . . • Hoeicki NIen. . . • 31|t Bergbau . . . Klocknerwerte . . . Köln-Neuelien . . Mannesmann . . Berlin. «5 Öltobcr ^•ranionictie Vioteit . . . . (3e!b WJÖ' ' -M- Holländische Noten ... 167.88 168,66 Htnltenifche Noten Norwegische Noten. .... Deutsch-Oestcrr, 5100 Kronen 21.98 111,68 ‘UM uz. re 58,86 2,54 59.10 Numäntlche Noten...... i. 66 Schwedische Noten ...... 111,95 112.89 Schweizer Noten ...... SU. 50 80.Hl 67,87 Cvanischc '.'Zoten..... . Tschechoslowakische Noten . . 67,69 vr.335 12.45.) Ungarische Noten . ■ 73.03 73.33 Devisenmarkt Derlm —Frankfurt rSeid ibrttf 168,43 160,ö< 168,17 168,51 1.763 1,767 1,762 1,766 J8.33 o8,4o 58,315 58,435 111.89 112,11 111,84 112,0« Hl.92 112,14 111,85 114,,0 112.44 11.,44 114,20 112.42 10,566 10,586 10,564 10.582 11.91* 22.04 41.98 44.03 40,359 40,399 4O,3<8 20,368 1. 19.0 4.-050 1,1955 4.2035 16,58 16.41 16,365 16,425 ■ 0,79 80,95 10. 75 60,91 67,70 67,85 67 58 67.72 1.944 1.9.8 1.924 1.946 .5015 1.6035 I 5016 0.6035 8.985 50.107 '8.94 »9.06 <2,4.10 12,455 12,^35 12.455 .■,359 7,393 7.378 7,892 .3.18 13.3- 73,i 4 78,- 1,031 3.03? >.031 3.037 18.88 18.94 18.88 18.92 11.36 81.01 81.32 61,48 4,137 2,143 4,133 2,13/ >,425 >.435 >,425 1 5.435 i.ltib 4.204 1,1955 1.2085 1 266 4.274 4.266 1.274 20.87 20,91 . M7 • 91 Sdeuchte Dein Heim besser! Hierzu gehört auch die elektrische Beleuchtung der Haushalträume, wie Keller, Boden, Waschküche. Wenn die Hausfrau nur will, wird fie auch bald dort, wo sie nicht im eigenen Hause wohnt, die elektrische, also gefahrlose Beleuchtung dieser Raume erreichen - denn die Kosten sind gering. Warum sollen gerade solche Raume, deren Betreten mit offenem Licht verboten ist, ohne elektrische Beleuchtung fein? Rat und Auskunft In allen LeleuchtungSfragen erteilen kostenlos die Osram »Verkaufsstellen, das Elektrizitätswerk und sonstige Glektrofachg^schäfte. Ai» Irll