nr. 165 Erster Blaff 178. Jahrgang ötonfag, 16. Juli 1928 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Sr Steinönltrd R. tauge tn Sieten. Sdjriftlething und SeschästiÜelle: Schnlürote 7. 6r|d)etni läglid),traget Sonntags tin2> {ytirrtags Beflogen: Lietzener ^amillenblättti Heimat im Bild Die Scholle. Konats-Eeittgspteis: 2 Reichsmark nnö 20 -keichsofenntg für Träger» Irhn. and) bei Nicht«» Themen etnzelnerNummern infolge höherer (Bemalt Iernsprechanschlülle: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger etdKW- Mimalfee von Anzeige» für die Tngesnummer bin zum Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspsennig' für Ne» hlameanuigen von 7V n m Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20 ‘ , mehr. Theftedakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich fürDoihik Dr. Fr. Will). Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Slumld'ein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Bietzen. Deutschland und Frankreich. Durch e ine Unterredung des d eu t sche n D ot- Hafters in Paris, v.Hoesch. mtt dem vanzösischen anintflerptdfidenten PoincarL ist deutsch-französische Verhältnis i-eöer in den Vordergrund Deff Interesses ge- »ckt. Bekanntlich brach die öffentliche DrS- Mfion darüber seinerzeit mit der Sröffung des "SahUampfeS in beiden Ländern ab. Damals ibenb v« allem im Mittelpunkt der öffentlichen laseinanbersetzungen das Repa r a t i on S - Ibroblcm, was namentlich durch die Europa. Xdfe des ReparattonSag enien Parker G rl- b t r t eine neue Wendung erfuhr. In diesem 1-jfammcnbange wurde natürlich von der Seite nferet ®Iftubiger immer wieder das intet- Ili irrte Schuldenprob lern in die De» Sctih' geworfen, ohne das die Alliierten eine Revision des Dawesplanes vornehmen zu können jlcuben. Zu gleicher Zeit bewegte die Oeffeni- •4feit naiutgemäb die Frage der Abrüstung i$j erböbfem Maste, insofern, als die immer rrederlehrenden Tagungen des Sichersteitskomi- «s schon genügend Stoff für die offen kl iche IiLeinandersetzung über dieses Problem boten. - zwischen sind die neuen Parlamente 11 Deutschland und Fran kreich wieder ifammengetroten. Deutschland hat seine neue •ojimmp bekommen, und die deutsche Regie. .irgBerfldrung hol vor allem auch das deutsch- ^rnzösische DecchältniS in längeren Ausführun- berührt. So muhte selbstverständlich der trtc Schritt des deutschen Botschafters in Paris »:ch dem Zusammentritt der neuen Reichsregie- tung vor allem darauf hinauSzielen, die all- pireine Sachlage tn dem deutsch--französischen '-erhält nis bei seiner Besprechung mit Pvincare klären und zur weiteren Behandlung dieses Problems die der Zeit angepastte Basis zu hrÄen. Während man noch vor einem Jahre in bezug •jf das Problem der Bereinigung der deuksch- Krvzösischen Fragen die Lösung dessellxrn barer nur unter der deutsch-französischen V.'riepekttve sah, hat die allgemeine wlätische Entwicklung dieses Bild im wesentlichen tvr^tfwben. Aus dem spezifisch deutsch- skynzösischen Problem ist mehr oder ttniger ein internationales Poblem t-worden, insofern nämlich, als die Rhein- lombräumung nut ein kleines Borspiel zu inn Gesamtkomplex der grosten in* |t»nationalen Fragen, wie Abrüstung, ?j" veSplan und Schulden geworden ist, der aber ti erberum, solange die Frage der Rheinlandräu- rirg nicht endgültig bereinigt ist. gerade durch tiefe eine außerordentlich starke Belastung er- Ührt. Dielleicht mag dies auch mit dazu beige» tipen staben, das; Poincarö, nachdem nunmehr kr allem auch der Kellogg-Pakt in den 2i ttelvuntt der weltpolitischen Probleme gerückt und weite Kreise in Frankreich mehr und »ehr davon überzeugt worden sind, dah die 3 i. ti m- u n g der zwei ten Rheinland» K»c zumindest kaum mehr zu einem Handels» p'chäft gemacht werden kann LieS hat natürlich auch noch eine Bekräftigung t tonfc erfahren, dah man deutscherseits nach» trüklichst zu erkennen gab, lieber noch den Ab» Im“ der vor geschriebenen Frist für die Räumung citiarten zu wollen, als jetzt dafür wieder neue hen Pr 0 bleme. wie das der interalliier» In Schulden, der Reparationen und der Ab» r.E :ng eine ba l d m ö g l i ch st e Lösung er» htCern, waS ja nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck bient, dah in dieser Woche neben dem Gouver» nnr der Federal Reserve Bank, Strong, und bi» amerikanischen Staatssekretär Mellon auch ‘br Reparationsaaent Parker Gilbert in Paris irrcfcnb sein werden. Somit war die Unterredung •hä deutschen Botschafter« in Paris mit Poin» ur6 ohne Frage der erste Anfang zur 2Tbtoicf- ln$ all dieser Probleme, und es scheint, wenn sich auch jetzt noch keinerlei übertriebenen ^nungen hingeben darf, dah die internationale »i politische Rotwendigkeit auch im Falle der fäirung der deutsch»französischen Fragen rich» t'tjgebenb sein wird und dah somit auch hier y riebt allzu ferner Zeit die langersehnte Lösung dienen wird. Die Stellungnahme l*tr französischen (Sozialisten, pari«. 15. Juli. Der Rationalrat der sozialistischen Partei trat gestern vor- «:tig zu einer auherordentlichen Tagung zu- Itrnen mit dem Zweck. den Internationalen sblÄlisten-Kongreß in Brüssel vorzubereiten. -Sxtbem sich die Tagung am Dormittag mit •fauen der Wirtschaftspolitik befaßt hatte, wurde fr Aussprache über die allgemeine A b - " ßung und den Militarismus eröffnet. Vertreter des Seine-Departements crflärte, Friedensverträge seien in Wirllich- J**’ nnHindernis für die Aussöhnung ®*cQ3öHer. Man müsse durch irgendein Mit- m iur Sroifion de» Jriebensoerlrages von Versailles ®^Ben, und er hoffe, dah der Internationale ■ jytfrefc in Brüssel dies klar zum Ausdruck Außerdem sei er der Ansicht, daß ***? ^v-lalisten nicht mehr die Genehmigung er- i-trr tI^rxn dürfe, die Regierung Poinears im s ■un" 3U vertreten. Ein anderes Mitglied iDt Seine* Delegation widersprach dieser Auf- | -emg und es kam zu einer Auseinandersetzung, Deren Verlauf der Delegierte Kahn erklärte. Schweres Eisenbahnunglück im Münchener Sauplbahnhof. Ein Haupizug auf einen Vorzug aufgefahren. — Zehn Tote, 25 Verletzte. München, 15. 3ulL (WB.) 3m havplbahu- h 0 s München ereignete sich am heutigen Sonntagabend kurz noch 9.30 Uhr ein s ch w e r e » L i f e u - bahnunglück, indem der Nürnberger S p 0 r f 3 u g . Stammzug 52 841, auf den Vorläufer des Nürnberger Sportzuges, kur; a uherhalb der Hackerbrücke, auffuhr. Gegen Mitternacht wurde an der Unfallstelle bekannt, dah 0 ch t Tote und sieben verletzte zu beklagen sind. 3m Vorläufer war aus bisher unbekannten Gründen dieRok- bremse gezogen und der Zug z u m halten gebracht worden. Etwa eine halbe Stunde nach dem Unfall fingen die beiden ineinandergeschobenen Wagen zu brennen an. Die Bekämpfung de» Feuers, das sich sehr rasch ansdehnte, war äußerst schwierig, und durch das Legen langer Schlauchleitungen war eine Reihe von tkin- unb Ausfahrten für andere Züge gesperrt. Die Hilfsaktion zur Rettung der verunglückten, die nach Mitternacht noch im Gange ist, fetzte sofort tatkräftig ein. Zu dem Eisenbahnunglück im Münchener Haupt- bahnhos berichtet der sofort an die Unsclllstelle geeilte Sonderberichterstatter des Süddeutschen Korrespondenzbureaus noch, dah der Lokomotivführer des DorzugeS mit dem Zugführer die ilrfadje deS Ziehens der Rotor ernse feststellen wollte, al« der Stammzug 52 841 sich näherte und auf den Dorzug auf ft ich. wodurch die beiden letzten Wagen des Dorzuges ineinandergeschoben wurden. Wie es möglich war. daß der Stammzug abgelassen wurde, während der Vorzug noch nicht da« nächste Blocksignal erreicht gatte, ist bisher noch nicht aufgeklärt worden. Durch die einbringenben Heizgase an» ber Lokomotive be» Stammzuges entstaub im letzten Abteil 1. Klasse be» Vorzuges ein Brand, ber sich rasch auf bie delben benachbarten wagen be» Vorzuges au »breitete und auch auf benachbarte Zuggarnituren Übergriff. Die Bemühungen des bald eingetroffenen Hilss- -ugeS richteten sich darauf, die seitlichen Blechwände der ineinandevgeschobenen Wagen zu öffnen und die Verletzten herauszubringen. Besonders aus dem mittleren Teil der beiden beschädigten Wagen wurden Hilferufe hörbar. ES gelang, nach 11 2lhr des FeuerS soweit Herr zu werden, dah der erste Fahrgast noch lebend, aber mit schweren Quetschungen geborgen werden konnte. Bald danach wurden zwei tödlich verunglückte Reisende aus den Wagentrümmern herausgeholt. An der Bekämpfung deS Feuers würbe nach Mitternacht noch immer gearbeitet. Wie ber Sonderberichterstatter des Südd. Korr.-Bureau- um die erste Rachtftunde weiter meldet, hat das Eisenbahnunglück im Münchener Hauptbahnhof zwei weitere Todesopfer gefordert. Die Zahl der Toten hat sich damit auf zehn erhöht. AlS verletzt wurden um die erste Rachtftunde rund 25 Personen angegeben. von denen der weitaus gröbere Teil allerdings nur ganz leichte Verletzungen erlitten hat, die zum Hauptbahnhof zurückgebracht wurden und von dort aus größtenteils ihre Wohnungen aus suchen konnten. An der Unfallstelle waren eingetroffen Reichsbahn di vekticmspräsident v. D ö lck e r und Vizepräsident Trumm, sowie Polizeipräsident Mantel. Die ilnfanftdle selbst bietet ein grauenvolles Bild der Verwüstung. Auf ber Lokomotive bes aofgefahrenen Zuge» hängen Wagenteile von bem letzten wogen bes Unglückszuges. Die beiben letzten wagen be» Vorzuges sinb fast zur halste ineinanber- geschoben. Die Wagen waren derart ineinander verkeilt, dah eS erst nach Mitternacht gelang, bie letzten Toten zu bergen. Die Leichen sind teils bis zur älnkenittlichkeit verstümmelt, teils verbrannt, so dah die Identifizierung um die zweite Morgenstunde noch nicht abgeschlossen werden konnte. Bisher steht lediglich fest, dah sieben Männer und drei Frauen Todesopfer bei der Katastrophe wurden. Roch um die erste Morgenstunde war die Bernfsfeuerwehr damit beschäftigt, die mittleren Abteile der in einander » gekeilten Wagen zu öffnen. Glücklicherweise erwies sich, daß diese Abteile leer waren. Die Llnfallstelle. die wenige hundert Meter vor der Einfahrt zum Hauptbahnhof zwischen der Hackerbrücke und Donnersberger Brücke liegt, wurde bald nach dem Unfall durch LcrndeSpvlizei abgesperrt. Auf den beiden Drücken und seitlich der Bahnanlage sammelten sich trotz der späten Abendstunde zahlreiche Reugierige an. Da- Rettungswerk wurde besonders dadurch erschwert, dah die Feuerwehr den Brand mit Schlauchleitungen von über 100 Meter Länge über die zahlreichen Gleisanlagen hinweg bekämpfen muhte. Gegen 12.30 nachts konnte die Berufsfeuerwehr, die mit allen verfügbaren Kräften an der Anglücks- stelle erfchienen war. wieder abrücken. Das Rettungswerk und die Aufräumungsarbeiten an den um diese Zeit noch immer weiterglimmen- den Wagen wurde von der Freiwilligen Feuerwehr fortgesetzt. Die freiwillige Sanitätskolonne war bereits am 10.10 Uhr alarmiert und kurz daraus mit zahlreichen Aerzten an der Unfallstelle erschienen. Rach Mitternacht traf auch die Staatsanwaltschaft ein. Um die zweite Morgenstunde find die Aufräumungsarbeiten noch nicht abgeschlossen, die Gleise sind noch gesperrt. AlS Glück im Unglück muh es bezeichnet werden, dah der Hauptzug. der eben erst tu der Ausfahrt begriffen war. mit mäh igeo Geschwindigkeit fuhr, und dah der letzte Wagen des Vorzuges nur sehr f chwach besetzt war. Ein Teil der Reisenden deS vorletzten Wagens des Vorzüge- konnte sich durch Abspringen aus dem haltenden Zuge retten. lieber die mögliche Ursache des Unglück- meldet der Sonderberichterstatter de- Süddeutschen Korre^pondenzbuveaus: Kurz nach dem Ausfahren des Vorzuges wurde festgestellt, dah die Plombe ber Jlotbrcmfe in dem 3. Abteil de» Wagen» dc» Vorzüge» verletzt war. Die Polizeidirektton München s ucht festzustellen. wer die Rotbremse gezogen hatte. Der Hauptzug hatte Ausfahrt signal erhalten. 0er erste amtliche Bericht. München, 16.3uli. (WIB. Funkspruch.) 3n dem amtlichen Bericht der Münchener Lisenbahn- direktion heiht es: von den Leichen konnten bisher feflgefleöt werden: Tilebermeier, Max, Hauptmann bei der Landespolizei Augsburg: Deif inger, Rudolf, Oberleutnant bei der Landespolizei Augsburg: Deihler, 3ofef. Friseur. Alpenft rohe, Wohnort unbekannt. Unbekannte Leichen: eine weibliche Person (Leiche trägt weihe» Kettchen und Fingerring mit totem Stein): eine männliche Person, 30 bis 40 3ahre, verkohlt: eine männliche Person, 20 bis 30 3ahre alt (trägt Siegelring); eine weibliche Person, etwa 20 3ohrc alt (verheiratet, trägt Ehering); eine weibliche Person, etwa 50 3cchre alt Der au» dem Wagen gerettete Wäscherei besitz« Gottfried Rebele au» Augsburg ist sofort noch Ueberführnng in bas Krankenhaus geworben. Al» verletzt wurden noch den bisherigen Feststellungen dreizehn angegeben. Ein verletzter hat eine Gehirnerschütterung erlitten, die übrigen weisen weniger schwere Verletzungen, nur Prellungen und Kopfverletzungen, auf. Auherdem hat sich eine Anzahl von Reisenden wegen leichterer, änherllch nicht feststellbarer Verletzungen bei ber Bahnbirektion München gemelbef. Auch einige Leute, bie bei ben Rettungsarbeiten beteiligt waren. Beamte ber Eisenbahn und der Sanitätskolonne und Feuerwehr, haben durch die Rauchen twickelung Schaben genommen, lieber bie Ursache bes Unglückes kannten bie im Gange besinblichen Erhebungen bisher keine Klarheit schassen. in dem Augenblick. In dem die deutschen Sozialdemokraten in den Dölkerbund einträten. könne man doch Paul-Dvncour nicht ausschliehen. Romens der Rorddepartements- Delegation sprach sich ein Redner ebenfalls ge - a e n die Anwesenheit Paul-Doncours im Völkerbund aus. Er erklärte ferner, es sei gewih, dah die Entwaffnung Deutschlands der allgemeinen Abrüstung habe vorauSgehen müssen. Es sei aber auch gewih. dah die deutsche sozialdemokratische Regierung noch lange auf den schlechten Millen der französischen Regierung flohen werde, auch hinsichtlich der Räumung de» linken Rheinufert». Es gehe nicht an, dah man in Genf eine andere Haltung einnehme, als auf dem Sozialistenkon- grch in Frankreich. 3m Verlauf ber Nachmittagssitzung wurde die Debatte über bie auhenpolitis chen (SJrunb- sätze ber Partei unter stellenweise stürmischen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der verschiedenen Richtungen fortgesetzt. Eine Reihe von Rednern kritisierte im Zusammenhang mit dem Fall B 0 nc 0 ur weiterhin die Völkeroundspoli- t i k der f ra nzösischen Regierung. U. tu führte Zyroms ki aus, daß die ganze Politik der französischen Regierung nur auf den Abschluh kleinerer Militärbündnisse gerichtet fei, die die Kriegs- gesahr nur erhöhten. „Wir find", so fuhr er fort, „nicht gegen ben Völkerbund, aber wir möchten, dah der Parteitag anerkennt, daß ein Sozialist gar keine Regierung vertreten kann, deren Politik mit der- jenigen der Sozialistischen Partei vollkommen unvereinbar ist." Rach längeren erregten Diskussionen brach der Abgeordnete Grumbach eine Lanze für Paul-Boncour. Er erinnerte an die, wie er sagte, außergewöhnlichen Umstände, unter denen Breitscheid von seiner Partei zum Vertreter der Reoierung in Genf bestimmt worden fei, wo fein Auftreten der eadx der deutsch-französischen Verständigung unschätzbare Dienste geleistet habe. Bezüglich ber Räumung des linken Rheinufers erkannte Grumbach an, bah bie Partei diese Räumung auf ihr Programm gesetzt habe, wies aber darauf hin, da^ sie gleichzeitig die Rot- wendigkeit einer internationalen Kontrolle der antimilifarifterten Zone betont habe. Schließlich ergriff Paul-Boncour selbst bas Wort und erklärte, er wolle einen Warnungsruf vor der Gefahr einer übereilten Revision der Friedensoerträge erheben. Der Parteitag und die Internationale hätten sich mtt ber Frage dieser Revision bereits beschäftigt und seien von ber damit verbundenen Gefahr überzeugt. Paul-Bon- cour wiederholte sein bekanntes Argument, daß der Dölkerbund demokratisiert werden müsse und daß auch die Mitarbeit eines Sozialisten in Genf seinem Lande und der Sache des Friedens Dienste leisten konnte. Sodann sprach er die Ueberzeugung aus, daß die Abkommen von Locarno logischerweise zu einer Begrenzung der Rüstungen in den beteiligten Ländern führen müssen und auch führen werden. Zu Beginn der heutigen Sitzung des Rattonalrates brachte ein Delegierter eine Tagesordnung em, dah durch den Wahlsieg der deutschen Sozialdemokratie allen sozialistischen Parlamentariern zur Pflicht gemacht werde, für die sofortige Räumung des Rheinlandes einzutreten. Daraus entspann sich eine lebhafte Diskussion über die gegenüber dem Dölkerbund einzuschlagende Politik. Schließlich wurde eine Resolutton Saure angenommen, die sich bezüglich des Völkerbundes für dessen Demokratisierung einsetzt. Bezüglich der Jriebensoerfräge 0erlangt sie von neuem, dah ber internationale Sozialismus feine gemeinsame Aktion auf bie Revision dieser Verträge richten müsse, um ihre Ungerechtigkeiten zu beseitigen und um bie Achtung bes Selbft- bestimmungsrechts der Völker auf einen möglichst hohen Grad zu bringen. Dieses Revisionsverfahren könne selbstverständlich nur ein friedliches fern. Es könne in Frankreich keine bessere Dorbereitung geben als die parlamentarische Kritik an allem, was in der diplomatischen Aktion der Regierung durch Geheim Verträge oder Sonder abkomm en zum Ausdruck komme, die die Gefahr mit sich brächten, neue Schwierigkeiten für das notwendige Werk der friedlichen Revision der Verträge zu schaffen. Bezüglich der Abrüstung erinnert die Entschließung daran, daß dieses Problem nicht von dem Problem der Sicherheit abhänge, sondern dah aus ber Schiedsgerichtsbarkeit und aus der kombinierten Abrüstung die wirkliche Sicherheit hervorgehe. Schließlich erinnert die Tagesordnung daran, dah die bedingungslose und sofortige Räumung bes Rheinlandes im Wahlprogramm der Sozialistischen Partei stehe. Diese fei nach wie vor die unerläßliche Bedingung für eine dauerhafte deutsch-französische Annäherung, eine Annäherung, ohne die, wie offenbar fei, der Friede Europas und der Welt stets prekär und ständig bedroht sein würde. Diese Direktiven, so endigt die Entschließung. seien für alle Vertreter und Abgeordneten der Sozialistischen Partei verbindlich. Der Rationalrat stimmte sodann über zwei Tagesordnungen, die speziell die Stellung des Abgeordneten Paul-Doncour betrafen. ab. In der angenommenen Tagesordnung Saure heiht eS: „Der Parteitag vertritt die Auffassung, dah er hier einer tottächttchen Lage gegenüber ft ebt Paul-Doncour hat innerhalb des Völkerbundes eine lobenswerte Person liche Leistung für den Frieden vollbrach t. von der der Sozialismus wieder einmal gerne Kenntnis nimmt Die Partei weih, dah Paul-Doncour bei Ausübung seines Mandates keinerlei Mission übernehmen wird, die die Gefahr in sich schließt, seine Tätigkeit in Widerspruch zu der Politik der internattonalen Aktton zu bringen." Kelloggs Antikriegspatt. Reuy 0 rk, 14. Juli. (WTD.) Wie .Herald and Tribüne" aus dem Svmmerausenthalt des Präsidenten Evolidge melden, hat der Präsident. der durch Staatssekretär Kellogg sofort von dem Eintreffen der Zustimmung Deutschlands zu dem Antikri eg Spakt verständigt wurde, seiner Genugtuung darüber Ausdruck gegeben, dah die deutsche Antwort s 0 rasch erfolgt und in s 0 sympathischer Form abgefaht ist. Der Präsident erblicke hierin, sowie in ber französischen Zusage, einen ermutigenden Fortschritt, der ihn in seinem Bestreben, den Vertrag baldmöglichst dem Senat vorzulegen, unterstützen werde. Wie der Washingtoner Korrespondent der »Rew Pork Times" meldet, ist das Staatsdepartement der Meinung, dah im Falle einer normalen Abwicklung der Verhandlungen der Antikriegspakt nächsten Oktober In Paris unterzeichnet werden wird. Es ift noch nicht sicher, ob Kellogg der Unterzeichnung wird beiwohnen können. Großes Optimismus in England. London, 14. Juli. Wie der Amtliche Britische Funkspruch meldet, herrscht in amtli chen englischen Kreisen über das Zustandekommen des Kelloggpaktes großer Optimismus, nachdem die deutsche Antwort an Kellogg und auch Frankreichs Bereitwilligkeit ohne Vorbehalte dem neuen Patt beizutreten, bekannt ^worden ftnd. Die englische Ant- wort ist noch der Gegenstand von Äa bi» nettSbesprechungen. Bevor sie der amerikanischen Regierung zugeht, wird sie noch den Dominienregcerungen zur Stellungnahme bekaiml-- gegeben werden. Die Fortschritte in der Stet* loggpakt frage sind vor allem auf btc Berliner Iuriftenbesprechungen zurückzu- führen. Wie noch einmal betont wird, waren sich die Juristen Englands, Frankreichs und Deutschlands in ihrer Stellunanahme zu dem Patt und den letzten amerikanischen Roten völlig einig. Wie Reuter erfährt, ist die Verzögerung der englischen Antwort auf die Kellogg- not« auf die Abwesenheit des juristischen Beraters de- englischen Auswärtigen Amtes, Sir (Stttl Hurst, von London zurückzuführn. der in Berlin und Genf seine eigene Auffassung über die den amerikanischen Mitteilungen zu gebende Interpretation mit den Auffassungen Der französischen und deutschen Kollegen verglichen hat. Frankreichs Antwort wird heute veröffentlicht. Pari«, 15. Juli. lWTB.) Wie die Agentur Havas berichtet, hat der KabiuettschefDriands am Dam Stag nachmittag dem amerikanischen Botschafter in Paris die Antwortnote der französischen Regierung betreffend den AntikrregSpakt überrercht. Auf Ersuchen des Dtaaissekretärs Kellogg hat Botschafter H e r r i d zum Ausdruck gebracht, daß die Re- aierung der Vereinigten Staaten lebhafte Befriedigung darüber empfindet, dah die Antwort der französischen Regierung mit dem französischen Rationalsere^ tag. dem 14. Juli, zusammenfällt. Hierdurch werde die moralische Tragweite der Antwort in den Augen der Welt noch bedeutsamer hervor- tveten. Der Text der franzöfischen Antwortnote wird am Montag veröffentlicht werden. Italien zur Unterzeichnung bereit. Rom. 15. Juli. (WTB.) Mussolini hat heute dein amerikanischen Botschafter in Rom die italienische Antwort zu dem Paktvorschlag K e l l o g g s übermittelt, die folgenden Wortlaut frat: „Die königlich italienische Regierung, die den letzten von den Vereinigten Staaten norgeschlagencn Vertragsentwurf zur Aech- tnng de« Kriege« aufmerksam geprüft hat, nimmt Kenntnis von der Interpretation, die die Regierung der Vereinigten Staaten diesem Vertrage mit ihrer Antwortnote vom 23. Juni gibt, und stimmt dieser Interpretation zu. Sie erklärt sich unter der Voraussetzung dieser Interpretation zur Unterzeichnung bereit. Auch Rumänien und Jugoslawien. London, 16.Juli. (WTB. Funkspruch.) „Daily Chronicle" berichtet aus Neuyork. Mai halte es in Washington für wahrscheinlich, dah Rumänien und Jugoslawien eingeladen werden, sich den anderen Mächten bei der Unterzeichnung des Friedenspatte» anzuschließen. Der Reichstag auf -er preffa. Köln, 14. Juli. (WB.) Die zum Besuch der Prefsa heute hier weilenden Mitglieder des Reichstages unter Führung des Präsidenten Löbe und der Vizepräsidenten v. Kar- d o r f f und Sfser waren beute abend im großen Saale des Gürzenich Gäste der Stadt. Oberbürgermeister Adenauer gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude darüber Ausdruck, die Vertreter des Deutschen Reichstages willkommen zu heihen, und verband damit den Dank für das große Verständnis, das der Reichstag von vornyerein dem Gedanken der Internationalen Presseausstcllung entgegengebrachi habe. Dr. Adenauer betonte, dah die Zeit der Isolierung für Deutschland ein Ende haben müsse, in gleicher Weise aber auch die Zeit der Selbstisolierung. Das Hoch des Oberbürgermeisters am Schlüsse seiner Rede galt dem Deutschen Reichstage und einem glücklichen Erfolge seiner Arbeiten. In schlichten Worten dankte darauf Präsident Löbe dem Oberbürgermeister zunächst für die Einladung. @r betonte seine Bewunderung für das mit der Internationalen Presseausstet- lung geschaffene große Werk, das geeignet fei, Völker und Rationen einander näherzuführen. Präsident Löbe gab zum Tchluh seiner Sieberzeugung Ausdruck, dah die Prefsa, die einen ethischen und kulturellen Zweck habe, sich einst rentieren werde, indem sie dem Volke einen Einblick gegeben habe in die geistige Entwicklung eines großen Teiles unserer Volksgenossen. und ihm R c s p e k t v o r g e i ft i g e r Arbeit ins Herz gepflanzt habe. Sein Hoch galt der Stadt Köln und ihrem Bürgermeister. Beide Reden wurden von den Abgeordneten mit zahlreichen Beifallsrufen aufgenommen. Oie Feier des Derfaffungsiages. Berlin, 15.3uli (Priv.-Tel. de« WTB.) Wie da« ..B. T." berichtet, wird die Reichs- t e ü i e r u n g an die Nachgeordneten Reichs- behörden in den nächsten Tagen eine Der- higung über die Feier des Bersassungs- tagev am 11. August erlassen. Rach dieser Der- fügung werden die Behörden, und zwar die Reichsbehörden in Verbindung mit den Landes- behorden überall Feiern veranstalten, an cenen nach Möglichkeit auch die Bevölkerung (etlnehmen kann. Bei der Berliner Feier wird vorauSüchtllch der srühere ReichSiuslizminister Prof Radbruch die Festrede hallen. Es ist werter hm eine Lbendfeter im Grohen Festsaal von Kroll vorgesehen, bei der voraussichtlich Reichskanzler Hermann Muller sprechen wird. Zusammenhang mit dieser Feier findet ein ^ackclzug flait, der am Platz der Republik fein Ende erreicht. Bor dem ^ifammentocrfen der .tatfein wird auch hier noch eme Ansprache gehalten werden y Mecklenburgs Justiz soll Reichssache werben. u l4. Juli. lDDZ.) Wie wir hören hat sich daS Relchskablnett in feiner qeftnger. eujung tm Zusammenhang mit der Erörterung de-- Verfassung»- und VerwaltungSretorm auch mit dem Antrag von M e ck l e nbu r g - S chwe r i u auf Uebernabme feiner Landes, usti^. Verwaltung auf das Reich befahl ।- ReichSregierung hat auf Antrag beS 2tr. 1PI, sters für Justiz befehlc'fcn < 'reche,, d Oie Tragödie im Polareis. Oie Gerüchte um Amuud,en. Oslo, 15. Juli. (WB) Hi» Gerüchte um. die offenbar ihren ^b^ng in Kingsbay haben und wissen wollem dah Amundsen Sb ein M ta: ^-ha" der .Lat kam" von dem rutschen«! Sb reche r ,Waly gi n" bei der KomK-Karl-^nsel gerettet worden seien Von_cmdererSette wird behauptet, dah sie von Ftscherbooten in der Rähe der Bäremnsel autgenommen tporben feien; dann hciht es auch wieder dah Amwidsm und seine Gefährten fich bei der Ales s and ri-Drup- pe befänden. In amtlichen norwegischen Kreisen weih man cbenf otoe nig von irgendwelchen Grundlagen b efer Gerüchte, tote in der Sotojetgesandt-chaft und in der italienischen Gesandtschaft. Derartige Gerüchte sind schon längere Zeit im Umlauf und es ist durchaus möglich, daß sie nunmehr bis Spitzbergen gedrungen sind und von dort auS wieder- holt werden Aus Ruh land und Italien, die wohl als erste die Kunde von einer Rettung AmuiidsenS erhalten würden, liegen keinerlei Meldungen darüber vor. Auch von den Schiffen die an dem Rettungswerk beteiligt sind, bat man nichts davon gehört Die Dermu- hingen über den Standort der Gruppe Qllef- fanöri gründen sich auf Berechnungen und persönliche Annahme Robiles. Etwas Bestimmtes über das Schicksal dieser Gruppe ist nicht bekannt. Die allgemeine Ansicht der hiesigen Sachverständigen geht dahin, dah die „ßatfcam" ihren Kurs von Tromsö direkt auf Kingsbay genommen hat. und dah das Flugzeug, falls ihm ein Unfall zugestohen ist, nordwe ft lich der Bäreninsel niedergegangen sein muh. Oie Nachforschungen nach Amundsen. Moskau, 15. Juli. (WTB.) Das Präsidium der Sowjetabteilung dec Aeroarttischen Gesellschaft teilte dem Robile-Hilfskomit« mit, dah seiner Ansicht nach Amundsen längs der O st k ü st c Spitzbergens bei der Edge- und Bäreninsel gesucht werden müsse. Das Präsidium bittet, Rachforschungen in dieser Richtung anzust eilen. Oslo, 15. Juli. (WB.) Das Gerücht, daß der Eisbrecher ,.M alhgin" die Gruppe Amundsen gerettet habe, wird durch Meldungen aus Moskau dementiert. „Malygin" vom Eise eingeschloffen. Moskau, 15. Juli. (WB.) Heute nachmittag war der Eisbrecher „M a l y g i n“ von kompakten Eismassen eingeschlossen und ankerte bei starkem (Hebet auf 78.75 Grad nördlicher Breite und 34,50 Grad östlicher Länge. Malmgreen von seinen Gefährten im G>tich gelassen. Moskau, 14. Juli. (WTB.) Das gerettete Mitglied der Malmgreen-Gruppe, Za ppi. hat dem Berichterstatter der Telegraphenagentur der Sowjetunion über den Rückmarsch der Gruppe Malmgreen über das Dackels folgendes erzählt: „Zwei Wochen nach dem Absturz war Malmgreen den Schwierigkeiten des Marsches nicht mehr gewachsen. Wir muhten ihn auf dem Eise zurucklassen. Wir beide (Zappi und Mariano) gerieten dann auf unpassierbare Eisschollen, auf welchen wir zehn Tage ohne Hoffnung auf Rettung verbrachten, bis der Flieger Tschuchnowski unS be* merkt» " Oer Bericht des ätlpinikäpitäns Sora. Rom, 14. Juli. «WB.) Xribuna“ veröffentlicht folgende Depesche ihres Sonderberichterstatters auf der ,.i$:tta di Milano" über die Rettung deS Alpini-Kapitäns Sora und deS holländischen Führers van D o n g e n. Die beiden wurden vorerst von dem Eisbrecher ^Krassin" bemerkt und später in der Rähe der 3nfei Föhn vom finnländischen Major E a r k o ausgenommen. Kavitän Sora erklärte, dah er in der Richtung des Kaps Bruun marschierte und die von Larsen abgeworfene Rach- richt nicht erhalten habe. Er nahm an, dah Rvbile und feine Gefährten fich bei der Insel Fvyn behoben würden. Er schlug die Richtung nach Brok ein und transportierte mit einem von neun Hunden gezogenen Schlitten Lebensmittel und eine Kiste Eier, die für die Schiffbrüchigen vom roten Zelt bestimmt waren. Die Patrouille legte ungefähr 5 Kilometer täglich zurück und stieß auf ihrem Wege auf ungewöhnliche Hindernisse. Mit der Zeit machte sich der Lebens- mittelmangel bemerkbar und die schlecht genährten Hunde wurden unruhig, so daß drei getötet werden muhten, um die anderen zu füt- tem. Rachdem sie mehrmals in Gefahr gewesen waren, von den fortwährend entstandenen G s- llüften verschlungen zu werden, erreichten fie die Insel Föhn, wo sie ein Lager errichteten und wo sie in den folgenden Tagen zahlreiche Rachforschungen unternahmen. Als die Vorräte aufgezehrt waren, muhten sie zwei Hunde toten , um sich zu ernähren, da fie die Eier- kiste nicht aufbrechen wollten. Zahlreiche Polar b ä r e n wurden gesichtet, aber von den Hunden in einer gewissen Entfernung gehalten. Endlich gelang es dem finnischen Major Sarko. in ihrer Rähe zu landen, so daß sie endlich von der Rettung Robiles und seiner Gefährten erfuhren. Neues von der „Braganza^. Rom, 15. Juli. (WB.) „Agenzia Stefans" gibt einen offiziellen Bericht von der „Gitta di Milano", wonach die ..Draganza" fich um 2 Ähr morgens zehn Meilen westlich von EapWrede befunden habe. Sie habe den letzten Hchlit- t e n dem russischen Flieger entgegengesandt. Die Eisverhältnisse seien für einen Wa^ch nicht günstig. Auch der Führer W a r n i n a. den Hauptmann Sora an der Küste hätte zurück- lassen müssen, weil er nach der Insel Föhn nicht folgen konnte, sei auf die „Draganza" zurückgekehrt. Neue französische Flugzeuge für Spitzbergen. Paris, 14. 3uli. (WTB.) Wie Havas berichtet, hat Marineminister L e y g u e s Anweisung gegeben, unverzüglich zwei Wasser- leichtflugzeuge mit 180 P.S. Motovenstärke und mit Metallkiel nach Spitzbergen zu entsenden. Die Flugzeuge sollen an Bord des vor Kingsbah liegenden französischen Kreuzers eingeschifft werden und von Bord des Kreuzers mit einer Lancier-Vorrichtung gestartet werden. Die beiden Apparat haben einen AkttonSradius von 500 Kilometern. Verhandlungen auf der Grundlage der Ergebnisse der Länderconferenz alsbald auf* zunehmen. Lembourns Helfer aus derHostentlaffen Berlin, 14. Juli. (WB.) In der Spivnageaffäre des dänischen Hauptmanns Leinbourn fand heute auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. R i e m a n n, dem von Amts wegen gestellten Verteidiger für die Mit* angeschuldigten, die Stenotypistin Stägemann und den Kaufmann (Eier, ein mündlicher Haft- vrüfungstermin bei Untersuchungsrichter statt. Der Untersuchungsrichter gab dem Anträge des Verteidigers auf Haftentlassung der beiden Ange- schuldigten statt, legte ihnen aber die Verpflichtung auf, sich zweimal wöchentlich beim Bezirksamt zu melden. Der Hauptangeschuldigte in der Spionageasfäre, Hauptmann Lembourn, bleibt weiter in H-a ft. Die polnisch-litauischen Verhandlungen gescheitert. Warschau, 14. Juli. (WTB.) Heute abend wurde im Palais des Ministerrats die letzte Plenarsitzung der polnifch-l itauischen Delegation für Wirtschafts-. Verkehrs- und -tranfitfragen abgehalten. Die Berichte der Unterausschüsse für Eisenbahn-, Post- und Telegraphenverkehr. sowie für Wirtfchaftsfragen. der Bericht der Kommission für die polnisch-litauische Konfe- “’c Erklärungen der polnischen und der tttauiscben Delegation und die Antworten auf die Erklärungen sowie der allgemeine Bericht wurden a n g e n o mme n. Rach Llnterzeichnung des Prv- tokols wurde die Sitzung geschlossen. Die 11 nr fc ?fk<.9atlDn ift von Warschau abgereist. Abbruches der polnisch- lttauischen Ausschuhberatungen in Warschau veröffentlich' die Polnische Telegraphenagentur ein Interview mit dem polnischen Delegationsführer 2dU,tnLa ftbcr die Verhandlungen. SzumlakvwsN wies mit Bedauern auf baS ne- g a 11 ne Er a ebn i 8 der bisherigen Beratun- gen hin. Wahrend des ersten Aufenthalts der litauischen Delegation in Warschau sei der pol- n^che Entwurf betreffend den Eisenbahn- Tele- Phon- und Telegraphenverkehr von fetten der litauischen Delegation zur Diskussion herange- zogen worden. Die litauische Delegasion hL polnischen Entwurf als unannehmbar crklartz Der vom litauifchen Vorsitzenden nach Warschau gebrachte Entwurf schlage die Einfüh- rung eines indirekten Verkehrs über P reust en und Lettland vor. Dieser Stand- vunkt sei alS dem Wesen deS Verkehrs wider- ivrechend von der polnischen Sette abgelehnt worden Von der litauischen Delegation seien keme anderen Argumente al« politische an- geführt worden, deren Inhalt Szumlakowstt alS einseitig und gegen die territoriale t*°ir °Ien* 6 er ' *et bezeichnet & efegoLcm fei daher gezwungen ^ewtien iveiter die Einführung eine» direkten Verkehrs zu verlangen. Dieser Standplmtt entspreche den beiderseitigen Intevessen. Rur auf diesem Wege liehen sich normale Verhältnisse in der Zusammenarbeit zwischen Polen und Litauen einführen. Die Eröffnung von in* direkten Wegen zwischen zwei Rachbarländern, die vom Einverständnis des dritten Staates abhängig seien, betrachte Polen als mit der allgemeinen Tendenz der vom Dölkerbundsrat am 16. September 1927 ausgesprochenen Empfehlungen nicht übereinstimmend. Es sei daher klar, dah Polen sich auf den Boden der politischen Thesen Litauens, durch die die Integrität des polnischen Staatswesens bedroht sei und die einen Teil des polnischen Territoriums von dem Eisenbahn-. Post- und Telegraphenverkehr ausschliehen würden, nicht stellen könne. Diese Gründe deckten sich vollkommen mit bet polnischen Antwort auf die litauische Rote vom 23. Juni. lieber die Arbeiten des Unterausschusses für Wirtschaftsfragen befragt, erklärte Szumlakvwski, dah die polnische Delegation die litauische Anlündigung über die Absicht der litauischen Regierung, die Zollsätze vom 1. Oktober an für diejenigen Waren zu erhöhen, die aus den Ländern stammen, mit denen Litauen noch keinen Handelsvertrag habe, berücksichtigt habe. Eie habe nach der Erklärung des litauischen Vorsitzenden, diese Verordnung sei nicht speziell auf die polnischen Waren gerichtet, einen provisorischen Vertragsentwurf vorgeschlagen, der die Anwendung von Maximal- sähen für die aus beiden Ländern stammenden Waren auf Grund der Meistbegünstigungsklausel ausschlieht. Diesen Entwurf habe die litauische Delegation ablehnend beantwortet und auch hier politische Motive in den Vordergrund gestellt. Hoovers Rücktritt. Washington, 14. Juli. (WB.) Hoover legte nach siebenjähriger Tätigkeit das Amt des Han delssekretärs nieder und reiste nach llhikago ab, wo er morgen dem Vize Präsidenten Dawes einen kurzen Höflichkeitsbesuch abstatten wird. Hoover beabsichtigt, sodann den Präsidenten Coolidge in seinem Sommerfitz auszusuchen, um ihm sein Rück trittsgesuch persönlich nor^u legen Sodann wird Hoover nach Kalifornien Weiterreisen, um dort die offizielle Mitteilung von seiner '.Dominierung zum republikanischen Präsidentschafts kandidaten entgegenaunehmen. Man sieht mit allgemeiner Spannung seiner Annahmerede ent- gegen, bet der er, wie man annimmt, sein Regie- rungeprogremm bekanntgeben wird An I o b l c r - ten die jur Fabrik gehörigen Ir ockeklr äu m e, in denen das Pulver zum Trocknen aufbewahrt wird. (Eine grohe Anjahl von Fabrikgebäuden, sowie das TNafchinenhau» wurden zum Teil zerstört. Die Fensterscheiben der im weiteren Umfrei» befindlichen Gebäude wurden durch den gewaltigen Luftdruck zertrümmert. Die Feuerwehren der Umgegend sind sofort an die Unsallstelle geeilt, um die unter den Trümmern begrabenen Arbeiter zu bergen und das ausgebrochene Jener einzudämmen. Bi» jetzt sind vier Tote, acht Zchwer- und 18 Leichtverletzte geborgen worden. Die verletzten sind in das Wertheimer Krankenhaus etu- gclleferi worden. Rach einer späteren Meldung sind insgesamt vier TodcSvpfer zu beklagen, und zwar Heinrich Albert aus Esselbach. Theodor Aul- bad) auS Bischbrunn. Vcter Grä der aus Oberwittbach und Karl Schwab auS Grünen- toört. Unter den Schtoerverletzten befindet sich auch der katholische Pfarrer Lotz von Schollbrunn, ber nach Bekanntwerden der Eß- plosion gleich zur älnfallstelle eilte. Der SP- plosionsherd ist in den Trockenräumen zu fachen. Genaueres lätzt sich natürlich darüber nickst berichten. da die Explosion derart heftig gewesen ist, daß in den genannten Räumen kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Die ErplvsionS- ftätte war sofort in ein Flammenmeer gehüllt. Hin und wieder gab es noch kleinere Grplosionen von Patronen, und gegen Mittag noch einmal einen größeren Knall. Durch die Explosion waren die Telegraphenstangen der näheren Umgebung umgeriffen, die Televhonlcitung zerstört, die Ber- toaltungs- und Wohnhäuser innerhalb der Fabrik stark in Mitleidenschaft gezogen. Fensterscheiben waren mitsamt den Rahmen ausgerissen, die Dächer teilweise demoliert. Dank des tatfräftiaen Eingreifens des Besitzers Schmidt jun., der Angestellten und Arbeiter, der Feuerwehren der umliegenden Ortschaften wurde eine weitere Ausdehnung des BrandeS, der ohne Zweifel wettere Explosionen zur Folge gehabt hätte, vermieden. Auf dem Gelände der Pulverfabrik hat ein Zug Aschaffenburger LandeSpolizei die Wache übernommen. Oie Wetterlage. Ö *s ° £ ’ (35.2-^23. © wWeMoi. ® nener. » nuo waerrt ® wen» e weim. e«r^ «Seka« atraustm e Nc»ti kichU' osi Mime«' Muudwc» q ***** btt »tritt tbeom «n or» miml Dk mx> Änoa«n sicmmti UV Irn scOtn dtt Te*»d -rofin tot 0 Zrrita, sch^str rulfik or.xrtfid)er G te: Lasten z fit Mi Hau» 3a(a(aila) zus tznend und ' scheinstch von Sie öpielwei dings ist dir ist der Lon Äandolinc. bieber von i Drohen wir kurch ihre 6 inft turnen t, vorzüglich ge. im vorigen • durch einen ( konnte babti J, lchkeiten des ( tiflMi rndjer Die nslr Q BottraMvi^ vortrefflichen Orchester fol tiü£ Bi sondern ax k-X. Leb HOitm’ bet y P.'ä -en W un-u>rieden ho' ekbtt bovinzialhaupista^. S icben, den 16. 3ufi 1923. Oer Bahnhof 3n der Aeiteteit erwacht so mancher Heine und tkinfte Bahnhof. der bisher, besonders im Winter, recht oer'chtcisen balag. zu ungeahntem Leben. Konzert des Oroßrussischen Tlational- OrchesterS W. H. B. Dal Großruftische Rattonal-Orchcster WHB. hot am Freitagabend im Stadttheater eine Fülle 'chönster russischer Volkskunst. ES war ein außer- ordentlicher Genuß, diesen vornehm musizierenden Aussen zuzußorcn. Die Klangwirkung des mit zwei Hauptinstrumentengruppen (Domra und Balalaika) zusammenaesehten Orchesters ist srap- pserend und der Eindruck daher der beste DaS Akelodieinstrument ist die Domra, die wahrscheinlich von der persischen Tambura abstammt. Die Spielweise ähnelt der der Mandoline, allerdings ist die Grifftechnik anders, und vor allem ist Der Ton weicher und wärmer, als bei der Mandoline. Die Balalaika stammt jedensallS wieder von der Domra ab. Zur Zeit Peters des Drohen wird sie erstmalig erwähnt. Sie ist durch ihre Stimmung in der Hauptsache Akkord- instruuient, aber auch als Melodicinstrument vorzüglich geeignet. Schreiber dieser Zeilen batte im vorigen Jahre Gelegenheit, die Balalaika durch einen Aussen näher kennenzulcrnen, und konnte dabei die wirklich erstaunlichen Klangmög- hchleiten bei Instruments fest stell en, die sie ganz besonders zur Zusammenfassung im Orchester geeignet machen. Die erste Abteilung der fast zu reichhaltigen BortraaSsolge bestritt baß Orchester unter seinem rortrefflidKn Leiter A. M i ch a i l o w s k i j. Daß Orchester folgt den Zeichen des Dirigenten mit L'tSauj ?? Liber°> iz&lL** -7 «■U&S ff?bewn Hdirt aeuer dew- “*'»4.1,. 'S«1 roocten. t, KnmkevhM, en. ®räbet am b auS IMn» rletzten b- °rrer Lvtzve, »erden bet 4v eüte. Der g». lumen zu suchen, ruber nicht be- bestig gewesen men kein Stein Dir Srplvsumt- tenmeer gehüllt, "ere Äplolionen iag noch einmal Tidlosion Viren l)rrrn üomchna . Mbri, , nnechnlb btt jcgen. Fenhkrschei- en au-gerissen, die ml des tatkräftigen chmidt jun., der r Feuerwehren der : eine weitere lud- ne Zweisd toeitete i hätte, vemieden. vcrsabrik hat ein »olizei die Dache deren Dagen frohe Lugen und Gelichter schauen, Lachen ertönt und Gefchre. Biele Menschen lommen und gehen, da- hört den ganzen Tag nicht mehr auf. Die Dorfbewohner sammeln sich an ihrem Bahnhof und beobachten die herteren und auch tragllomischen Szenen, die daß Geben der Reift mit sich bringt. Aeue Menschen treten in chren Gesichtskreis ein. bekannte Gelichter und Gestalten führt der Zug wieder mit in die unerreichbar dünkende. glänzende Ferne. Auf bieten Schienen rollen nicht nur Züge, 'ondern auch Gelb, und mit bietem Gelbe Der- dienst. Leben und Entwickelung. 6ie verknüpfen den Ort mit dem Strom bet Dell. Der Bahnhof 't der Hafen, von wo auS mancher mit stolzen klären ausgelaufen ist. der mit feiner £tetmat unzufrieden war. um später im gleichen Bahnhof wieder zurückzukehren al- ein Oebcmutigtcr. testen legte Zuflucht diese inzwischen mit Höch- ter Schätzung bedachte Heimat wurde Der Bahnhof die Lunge der Stadt, die Schiern. die Adern deS LebenSgewelts der Gegend: «ie machen Land und Leute mit der groben Dell Mrtraut. Hier pulsiert steteS. gegenseitiges (Sehen und Empfangen An den Bahnhöfen fahren in zahlten Zügen Menschenleben und Schicksale vorbei die zu zeichnen keine- Menschen Gestaltung-krast vermöchte. DaS alle- ist durch jene Sperren gegangen, an denen die Fahrkarten dorgezeigt und abgegeben werden müssen! Denn er reden könnte, der Bahnhof: et wäre I imstande, eine ungeheure Mosaik von menschlichem Leben. Dagen. Hoffen und Scheitern zu entwerfen. Aber zum Rachsinnen hat er keine , Äcit. Als Tempel der jagenden. biS auf die Sekunde eingcteilten Gegenwart steht er stumm da. erhaben über da- unruhige Tun und Treiben, für das er einst erbaut wurde. L. D. ausgezeichneter Präzision und Sicherheit und entfaltet dabei alle Möglichkeiten der Kvntrastlc- rung. Einzelnes auS den verschiedenen Pro- grammnummern hervorzuheben. ist eigentlich nicht möglich. Besondere Erwähnung verdient aber doch daß leidenschaftlich-sehnsuchtsvolle Duett in dem 6ag aus der .Kaukasischen Suite“. baß von den beiden S vielem sehr wirkungsvoll und klangschön vermittelt wurde. Eine reizende .Imitation einer Spieldose'' wurde zugegeben. Al- Einlage folgten bann zwei Arien aus Opern von Musorglsv und Glinka, von einem Mitglied der Truppe lehr gehaltvoll vorgetragen und vorn Orchester begleitet. Dann zeigte un- Elisabeth Dolgina mit einer .Orientalischen Phantasie" und einem .Balle caprice eine außerordentliche Virtuosität auf der Balalaika. Sie führte auf dem Instrument die schwierigsten Passagen und Figuren mit einer louveränen Leichtigkeit und in tadelloser Reinheit aui. dast eS eine ^anz besondere ,Frcudc war. ihr zuzu- hören. Hier war die Balalaika stellenweise reines Melodieinstrurnent mit einem durch Vibrieren der Hand auf der Decke encugten. sehr ttag- fähigen Ton. Stürmischer BeifÄl lohnte diele Darbietung und eine Zugabe war der Dank. AIS zweite Einlage fang ein Tenor mit weicher und klarer Stimme zwei russische Volkslieder. Hier wurden sogar zwei Zugaben gegeben. Drei Tänze. . Bauernland (0. Dimitrijew- ffij). „Russischer Xanx (S. Sawin) und ".Bojarentanz" (Anna Tfcherv und S. Dimitrijcw- fkij) beschlossen den zweiten Teil. Echt ruiftsch mit Feuer und Schtvung, schar, rhythmisiert. Im dritten Teil stellte sich bann der unter 2l. DubatoffS Geltung stehende Thor vor. Ein geschulter Klangkörper, der aber von seiner Ursprünglichkeit nichts eingebüht hat. dem man keinen BereinSbrill anmerkt, sondern der mit feinen schönen Stimmen auS dem Innersten heraus musiziert. Die »Klosterlegende von den zwölf Räubern", abwechselnd Chor und Baßsolo (Tschub) mit summender Chorbegleitung, und das Wolgaschlepperlied hinterließen einen tiefen Eindruck. Das letztere wurde zur Hälfte wiederholt und schließlich noch eine weitere Zugabe gegeben. Ein »Ukrainischer Tanz", von Anna Tschery, S. Sawin und S. Dimitrijewfkii meisterhaft auSgeführt, beschloß den genußreichen Abend. Dar der Besuch wohl infolge der Witterung auch schwach, so kann daS V/llll.-Orchester doch mit dem ideellen Srsolg vollauf zufrieden fein. Der außerordentlich starke Beifall der kleinen Gemeinde bewies das. Dir wollen hoffen, daß wir das Orchester zu einer für solche Veranstaltungen geeigneteren Zeit einmal wieder hören können z. Zirkus Krone in Gießen. Irn heutigen Anzeigenteil kündigt der Zirkus Krone für morgen, Dienstagabend, die Eröffnungsvorstellung feines auf vier Tage bestimmten Gießener Gastfpiels an. Die Zirkus-Zeltstadt wird ihren Standort auf dem Trieb haben. Insgesamt bringt der Zirkus, wie man uns mitteilt, über 700 großenteils erotische Tiere mit. Allein an Raubtieren sind 36 bengalische und sibirische Tiger, 33 ost-, west- und südafrikanische Löwen, argentinische Silberlöwen .Pumas), afrikanische Geparden, Jaguare von den Sundainfeln, Geparden, Hyänen, Wölfe, Luchse, zwanzig Eisbären, eine große Anzahl Braunbären, Lippenbären und Waschbären vorhanden. Die Zahl der Pferde beträgt rund 235, einschließlich der Ponys. Als nahe Verwandte findet man eine große Anzahl ZebraS, QuaggaS und Zebrviden. Der Clou des großen zoologischen Garten- deS ZirkuS Krone sind 23 Elefanten. Der größte unter ihnen, .Loecky". mißt 3.10 Meter vom Scheitel bis zur Sohle, er wiegt 127 Zentner unb frißt täglich zwei Zentner Heu. acht Brote unb ungefähr einen Zentner anderer blverser Kleinigkeiten lLieS gekochte Äanoffeln Mohrrüben. Haier usw) Unter den selteneren, ’ctjr wertvollen Tieren befinben sich zwei Ameisenbären auS Bolivien, zwei riesige See-Slefan- len aus dem Südpolarmeer ufto Weiter sind an erotischen Tieren erwähnenswert Alligatoren. Riesenfchildkröten von den Galapagvs- Inseln. Tigerschlangen. Abgottlchllinaen. Wafter- riesenschlangen. Gürteltiere, afrikanische Stachelschweine. Ässen en grvS. Pelikan. Marabu-, fübamerikanifche. teil- sprechende Papageien in Masten Die große Zirkusarena bietet in-gesamt 10 000 Zuschauern Sitzgelegenheit. Da- getarnte Programm umfaßt 96 Hummern. Man beachte die heutige Anzeige. Vornotizen. Tageskalen der für Montag. Lichtsp.echaus, Dahnho'straße: .Die Dame mit dem Tigerfell'. Astoria-Lichtspiele .Onkel TomS Hütte'. •• Rentner @ u ft a d Schmidt t- Am 12. Juli starb nach längerer, schwerer Krankheit der langjährige Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe be» Deutschen Renlnerdundes. der Rentner Gustav Schmidt. Er war lange Jahre durch da» Vertrauen de» Rentnerbundes Mitglied der früheren städtischen Deputation für Rentnerfürsorge und zuletzt des Rentnerfürsorgeausschusses gewesen. Er hat für die Besserung des Schicksal» der Rentner jähre- lang unermüdliche und aufopfernde Arbeit geleistet Seine Klugheit und Umsicht, seine geschäftliche Erfahrung, aber auch nicht zuletzt daß er_bie Der- tretunq der Rentner bei den amtlichen Stellen zu einer recht angenehmen Zusammenarbeit zu gestalten wußte, hat seine Tätigkeit besonders fruchtbar und wirkungsvoll gemacht. * Verlegung der Sommerserien in Hessen gefordert. Beim Hessischen Landtag ist folgender Antrag deS Abg. Reiber (Dem.) eingegangen: ..Die Regierung wird ersucht die Sommerferien an sämtlichen Schulen des Landes so zu legen, daß die Woche, in der der 11. AuMist iRe.chsverfafsungstag) liegt, nicht in di« Serien fällt. Ist der 11. August ein Sonntag, so dürfen etwa anschließende Ferien frühestens Montags (12. August) beginnen." *• Aufgehobene Straßensperrungen. Vom Oberhessischen Automoibl-Club E. D. (A. v. D.), Gießen, werden uns folgende aufgehobene Etraßensperinngen mitgeteilt: Utphe — Berstadt im Zuge der Straße Grünberg Hungen—Friedberg ab 11. Juli: Berstadt— Grundschwalheim im Zuge der Straße Berstadt—Vidda. Gießen —Reiskirchen im Zuge der Straße Gießen—Fulda. ’* ©in Autozusammenstoß ereignete sich am SamStabend in bet Qlorbanlage Ecke Aster- Weg. An dieser Straßenkreuzung würbe ein aus dem Hinteren Astcrweg kommendes Personenauto eines hiesigen Fuhrunternehmens von einem die Aordanlage entlangsahrcnden Privat-Personen- auto in der Mitte angerannt. Der Zusammenprall war ziemlich heftig unb hatte zur Folge, daß an dem angefahrenen Mietauto daS Trittbrett nahezu ganz herum ergeris len und das Schutzblech am rechten Hinterrad stark verbeult wurde: außerdem platzten an dem angefahrenen Auto die Reisen beider Hinterräder. Drei Insassen deS angefahrenen Autos blieben zum Glück unversehrt. Der Vorfall hatte eine große Menschenansammlung zur Folge. " Zum nächsten Abonnementston- zert unserer Militärkapelle am morgigen Dienstagabend wird un- mitgeteilt, daß so viele Wünsche eingegangen sind, daß es unmöglich ist, diele auch nur zum Teil befriedigen zu können. Obernrusikmeister Löb er hat aus all den Wünschen eine Musikfolge zusammen- gestellt. die jeden Kvnzertbesucher auf feine Kosten kommen läßt. Heben den Ouvertüren zu den Opern .Fell" unb .Lamchäuter" feien die Fantasien au# Hoffmann- Erzählungen", „Rigoletto" und ..Wartha" sowie die Hnmne unb Triumph- marich au# der Oper . A.da". unb der Wateer ..Geschichten an# dem Wienerwald" hervorgeho- ben. Auch linb einige kleine Musikstücke in der Vortragsfolge enthalten, die sicherlich von einer großen 2lnzah. Abonnenten gerne gehört werben E.n Be'uch ist sehr zu empfehlen D-'S 7. Konzert findet am Freitag. 3 August, statt. Hühn er ptft. In dem chühnerbestand des 3uhu» Drücket in Gießen, JUöbeimer Straße 6, ist die Hühnerpest auepebrodten. Gehöftsperre ist an- geordnet. " von der Lahn. Heutige Dasterwärme der Lahn 25 (tzrad Celsius " Die Oberh essische Viehversiche» rungSanstalt Dießen tagte gestern unter lehr starker Beteiligung der Oberhessischen Biehhalter in einer aiißerordentlichen Mitglieder- heriammlung im Lass Leib Der stellverirelc'.de Direktor. Oelanomierat Spieß- Friedberg, der seit Rovember 1927. nach dem Ableben deS langiäbrigcn DirettorS Hoffmann, die Anstalt leitet, war Einberufer der Versammlung auf Antrag der Mitglieder Auf Antrag des Stadtv. Balzer -Gießen wählte die Versammlung den Stadtv. Däckerobermeister L ö b e r - Gießen zum Versammlungsleiter. Direktor Spieß erstattet« Bericht über die Art der Geschäftsführung ckr begann mit den Worten .ES steht fest, daß nicht zum Vorteil der Kasse gctoirtfdjaftet wurde " Dieser Satz stammt aus einem Antrag, der von 347 Mitgliedern der Kasse bei der Leitung eingegangen war Redner schilderte in kurzen Worten den Rechnungsabschluß von 1927 der Anstalt. Das Vermögen beträgt 14 382,56 Mk.. die Einnahmen 120 188 Mk, die Ausgaben 119 799 Mk.. so daß ein Restbestand von 389 Mk. verblieb. Die Gesamtunkosten belaufen sich aus 28 735 Mk, die absoluten Unfoften 20 158 Mk. Ausstehende Beträge waren vorhanden: am 1. Januar 1927 7426 Mk.. am 1. Januar 1928 11000 Mk.. die Rückstände betragen 15 500 Mk. Stadtv. Balzer teilte mit. daß das Bankguthaben am 1. Januar 1928 rund 26 000 Mk. ohne Außenstände betragen habe Der Gesamtverlust der Kasse beziffere sich seit dem Ableben des Direktors Hofsmann letzt auf 23 347 Mk. Stadtv. Balzer sprach von einer leichtfertigen Geschäftsführung und forderte in ■ einem Antrag den Direktor auf, sofort von seinem Posten zu- rückzutreten Aus Antrag Balzer wurde Dr. von Bent h e i m-Gießen zur Geschäftsführung biS zur Regelung durch eine demnächst stattfindende Generalversammlung gewählt. Bücherrevisor Jäger-Gießen wurde mit der Revision der Kassenbücher beauftragt. Stadtv. Balzer kam auch auf die Tätigkeit des Ausschusses alS mitverantwortlicher Faktor der Anstalt ^u sprechen unb machte ihn für die schlechte Geschäftsführung mithaftbar. Ferner stellt Balzer den Antrag auf sofortige Absetzung deS derzeitigen Verwaltungsausschusses und auf Wahl eines Prüfungsausschusses. Ein Mitglied deS DerwaltunaSauSschus- ses stellte einen Antrag auf gerichtliche Aufklärung der Geschäftsführung der Anstalt. Dieter Antrag wurde abaelehnt. Hieraus sahen sich einige Mitglieder des VerwaltungSausschusses veranlaßt, den Saal zu verlassen. Zum Schluß wurde ein Antrag Balzer einstimmig angenommen: .Die vom Vorstand für nächsten Sonntag anberaumte Mitgliederversammlung findet nicht statt. Die nächste Versammlung wird in Gießen abgepalten.“ Man ist gespannt, wie der Konflikt in der Versicherungsanstalt ausgehen wird. •• Auftrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 462 Ochsen, 121 Bullen. 771 Kühe, 410 Färsen, 686 Kälber, 37 Schafe, 5428 Schweine. Versäumen Sie nicht! 86 M42U Bütxbicb, Brleiler Strafte 9, Telephon 312. 2796A miiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiuumiiiiuiiuiuuiiHiiiHUiuiiiüHuiuu Lus> gesucht r«4D 12 60 Vebenslauf und GehaUSanfvrüchen unter 05241 an den (Siebener Anzeiger erbeten. Dr. Aubel, Gartenstr. 10. nimuiiNitmiHinnnMiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiiniiuiiuiiiiiiruu moderne und antike Zimmereinrichtungen Einzelmöbel aller Stilarten: Vitrinen, Kommoden, Schränke, Sofas, Sessel usw. 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'Üetli Hü' D Dari müt( nach mem< vvlL y i ,Qnn ben j s 58 i.e eine dttb um q v nr.165 Zweites Blatt Gießener Anzeiger iGeneral-Anzeiger für Oberheffen)Montag, 16. Juli 1928 Das Drama pilsudski. Jen ufllerem ?)-Derichterftatter Jlflchbrutf, auch mit Quellenangabe, verboten. S a r I . der mit bewunderns- werter Energie und polnischem Temperament die Freiheitsbewegung seiner Nation von der Jahr- hundertwcnd.' an b».v zu dem von Mickiewicz heiß erslehwn .allgemeinen Völkerkrieg' wesentlich beeinflußt Hal. der während deS Weltkrieges an der Leite der Zentralmächte seine Legionen gegen den russischen Erbfeind führte. um endlich als Staatsoberhaupt der unabhängigen polnischen Republik die Erfüllung seiner kühnsten Träume zu erleben. Der Rückschlag war Ichmerzlich. Der verlas! unggebende Seim Iah das Pilfudsti-Lagcr. das l'ch damals im Parlament vornehmlich auf die Polnische Sozialistische Partei (PPS.> stutzte, in der Minderheit. So wurde in der neu zu beschließenden Konstitution die Stellung des Staatspräsidenten jeder wirklichen Macht ent- kleidet und nach dem Muster der Westeuropa,- lchcn Formaldemokratie aus rein repräsentative Funktionen beschränk,. Pilsudski zog die Äon- lequenz und lieft sich bet der Wahl des ersten verfassungsmäßigen Staalsprä,identen nicht mehr ausftellen. Man wühlte seinen ftreunfr. den Ingenieur Gabriel Rarutowicz, der wenige Tage später von einem fanatisierten national- Demokraten ermordet wurde. Pilsudski schrieb ein Klagelied über den Tod seines Freundes Jonathan erreichte die Mahl seines anderen Vertrauten aus revolutionären Tagen, Stanislaus Wojciechowski zum zweiten Staatspräsidenten. behielt den Oberbefehl über das Heer und wartete im Hintergründe, bi- seine Stunde gekommen war. Mehr gedrängt von der hinter ihm stehenden Militärpartei der Geheimen Krtegsorganisation n Pilsudski vorgefchlagenen Vizekanzler Bartel zum Präsidenten, sondern den Kandidaten der Opposition. den Sozialisten Dafzynfki. den gleich- wohl viele Erinnerungen an eine bewegte gemeinsame Vergangenheit mit dem Diktator verbanden An diesem Tage brach der Marschall körperlich und seelisch zusammen. Die Budgetberatungen wurden ohne feinen dominierenden Einsluft zu Ende geführt. Trotzdem wurde eS durch die verständnisvolle Tattik DafzynfkiS möglich, daft der RegierungSvorfchlag mit geringen Aende- rungen zur Annahme gelangte. Rationaldemokraten und Sozialisten enthielten sich der Stimme nur die Minderheiten stimmten gegen den Stal Auch die Regierung gab etwas nach und steckte einige demonstrative Abstriche an ihren For- berungen ein, indem sie ihre Denatsmehrheit anwieS, dnS rom Sejm beschlossene Budget unverändert anzunehmen. Das Parlament wurde in die Ferien geschickt, bevor es die Debatte über die Wahlmiftbcäuche und das Prefsedekret zu Ende führen konnte. Pllfudfki hatte sich zu dieser Zeit von der infolge einer schweren Arterienverkalkung etnge- tretenen körperlichen Lähmung mit bewundernswerter WillenSencrgie wieder erholt. Er konnte sich öffentlich zeigen und an wichtigen diplomatischen Beratungen teilnehmen. Doch gerade diese Selbstbeherrschung zehrte an seinen Geisteskräften, und so rieten ihm seine Aerzte zu einem längeren Urlaub. Wie recht sie mit ihrer Diagnose hatten, zeigte die Kabinettssitzung vom 25. Juni, in der cs zur Katastrophe kam. Jn unerhört schonungsloser Weise ging der Marschall mit seinen nächsten Mitarbeitern ins Gericht und machte ihnen das an sich sehr verständige Paktieren mit der entgegenkominenden Parlamentsopposition zum Vorwurf, Zwei Tage später kam völlig unerwartet die Kabinettsumbildung zustande, in der Pilsudski zwar formell das Kriegsministerium behielt, aber das Präsidium an Bartel a b g a b, was dem uneingeweihten Beobachter besonders merkwürdig erscheinen inuftte, da Bartel selbst ebenso wie der Auftenminister Zaleski schwer erkrankt ist und für mehrere Monate in einem französischen Bade Erholung suchen will. Dafür erschien einer der mächtigsten geheimen Drahtzieher des Pilsudski- Blocks, der Ches des politischen Depariements im Innenministerium. Dr. Switalski, an der Oeffentlichkeit und besetzte das Kultusministerium, in Wahrheit auch das Präsidium des Kabinetts. Die größte politische Sensation sollte das polnische Volk aber am 1. Juli erleben. Der zurück- getretene Marschall, der sich an diesem Tage mit feine i Töchtern und einigen Ministern zu einer bela e en Passagierdampfer-Weihe nach Gdingen .egab, lieft an jenem Sonntag eine Unterredung mit der Regierungspresse veröffentlichen, in der er über die Gründe seines Rücktritts in erstaunlicher Form Auskunft gab. Seine unerhörten Angriffe gegen den „Sejm der Straftendirnen", seine unbeherrschte Beschimpfung des polnischen Volkes, die zwischen Gröftenwahn und krankhaft-schamloser Phantasie schwankende Darstellung seiner Gedankenwelt, lassen für einen normal denkenden Mitteleuropäer nur den Schlaft zu, daft die Grenze, an der sich Genie und Wahnsinn so nahe berühren, in verhängnisvoller Weise überschritten wurde. Wenn es auch irrig ist, balkanische Verhältnisse mit unserem Rechts» und Moralempsinden beurteilen zu wollen, wenn cs auch durchaus möglich erscheint, daft zahlreiche Anhänger des geistig verwirrten Heros seine Matansälle als den Ausdruck einer imponierenden Kraft hinnehmen, so muft doch selbst ein grofter Teil der polnischen Ration, zumal im ehemals preuftischen Teilgebiet, vor solcher Hemmungslosigkeit erschrecken. Und wenn es richtig ist. was der Marschall im letzten Satz feiner Unterredung behauptet, daft nämlich die Leitung der polnischen Außenpolitik wie bisher in feiner Hand bleibt, dann muft die noch lange nicht befriedete Welt mit groß- ter Beunruhigung feststellen, daft in einem Rachbarlande des bolschewistischen Wahnsinns, lichkeit entsprechen mag. Ganz unmöglich ist das aber in allen jenen Fällen, in denen man nichts weiter erfährt als eben die Tatsache des Verschwindens. Jn unserer Erinnerung wird noch jener sonderbare Vorgang um bie Schwester der bekannten Kammersängerin Maria Jvo- a ü n fein. Fräulein Mayer, so hieft die Schwester der Frau Jvoyün, befand sich zu Anfang diefes Jahres auf einer Reise um die Welt, die der Dampfer „Resolute" veranstaltet hatte. Jn den Gewässern Hinterindiens war es bereits, als man die junge Dame eines Morgens vermiftte. Die verriegelte Tür gab nicht nach, man muftte sie gewaltsam ausbrechen, um nur feststellen zu können, daft sich die Gesuchte nicht in der Kabine befand. Wie sollte also Fräulein Mayer verschwunden fein? Hin und her gingen die Vermutungen: die naheliegendste aber, die Verschwundene sei aus dem Kabinenfenster gestürzt, erwies sich als unmöglich: das Fenster war viel zu klein, als daft ein Mensch auf diesem Wege die Kabine hätte verlassen können. Geheimnisvoll blieb daS Verschwinden bis auf den heutigen Tag. und es erscheint sicher, daft das Rätsel nie eine Aufklärung erfahren wird. Weiter zurück liegt schon das sensationelle Verschwinden des deutschen Jngenieurs Dr. Die- f e l. Der bekannte Erfinder, der durch die Konstruktion des nach ihm benannten Motors eine gewaltige Umwälzung auf dem Gebiete der Kraft- und Wärmewirtschaft hervorrief, befand sich wie 5. Juli. Seit mehr als einem Jahre ist die Postbehörde mit dem Umbau de» hiesigen Postamts beschäftigt, lind das Ende ist noch nicht abzusehen. Wie es heißt, wird mit der Fertig st ellung erst zu Mitte nach st en Jahres gerechnet. 2lls erstes Ergebnis des Umbaues ist das neue Selbstanschlußamt zu nennen, das feit Mitte Juni in Betrieb genommen worden ist, und das bis heute gut arbeitet. Die alte, Antikes und modernes Olympia. Von Bernd Bob. In kurzem wird der Hauptteil der olympischen Spiele beginnen, und Lobreden oder Klagen über Ausstieg oder Niedergang des olympischen Ge- dankens find überall zu oernehmen. Die einen preisen unsere olympischen Spiele als die folgerichtige lieberttagung des antiken olympischen Gedanken« auf bie Gegenwart, die anderen beklagen. wie wir uns durch unteren „Rekordfimmel" unb die „Anbetung des Biceps" immer mehr vom Ideal des Astertum« entfernten. Wie verhall es sich nun in Wirklichkeit? Wenn wir aus die alten olympischen Spiele zurückblicken und sie mit den modernen vergleichen, so werden wir sehen, daß wir trotz vieler Mißstände im großen und ganzen doch toei ter gekommen sind ober unS wenigstens auf dem richtigen Wege befinden. 3a, wenn wir die tausendjährige Geschichte der alten olympischen Dp'plc eingehend verfolgen wollten, könnten wir sehen, daß diese Spiele gerade an den auch uns bedrohenden Gefahren eines einseitigen vom Volksganzen losgetrennten Derussathletentums mgrui.de gegangen sind. Hier möge jedoch nur bie Blütezeit der antiken Olympiade betrachtet werden. Der wesenttichste Unterschied zwischen damals und beute tft Wohl der, daß die alten olympischen tein national waren, daß das Wesentliche der modernen aber in ihrer Inter- Nationalität liegt Wir feiern, wenn auch manchmal mit zweifelhafter Berechtigung, die olympischen Spiele als Wittel zur Verständigung der DM« Gin solcher Gedanke lag den Griechen «fern, muhte ihnen, da sie alle übrigen er als ..'Barbaren“ betrachteten fern liegen. Als einzelne Persönlichkeiten stritten die Athleten um den olympischen Sieg An ihrem Ruhm batte nur die Heimatstadt einigen Antei'.. Heute kämpft jeder Kämpfer , 15. 3uli. Was wir Im Frühling und im Vorsommer bei der damals herrschenden kühlen und teilweise kalten Witterung nicht zu hoffen wagten, ist eingetreten Infolge de. schönen Wetters ist die Heuernte schmell voran gegangen und nun fast überall beendigt. Wenn auch die Dauntität in diesem Jahre geringer ist als im vorigen Iahre, so ist man doch mit der Qualität des Heues sehr zufrieden. Hoffentlich kommt bald ein er» frischender Regen, damit auch ein schönes Trum m c f hcranwächst, was hier sehr nötig ist, da bei der kühlen und teilweise kalten Witterung im Frühling und Vorsommer es an Klee zum Füttern fehlte und deshalb vielfach Gras verfüttert worden ist, das eigentlich zu Heu hätte gemacht werden müffen. — Am nächsten Sonntag, 22. Juli, findet in der hiesigen Kirche um 4 Uhr eine religiöse Orgelan» d a ch t statt, die von dem weit bekannten Orgelkünst- ler von der Au aus Mainz gehalten wird «reis Alsfeld (-) Groh-Felda, 15. Juli. llnfer Bürgermeister Otto Bölzing hat aus Desundheit«- rücksichten sein Bürgermeisteramt niedergelegt. Da sein Vater auch jahrelang OrtSvberhaupt unseres Fleckens war. ist das Bürgermeisteramt jetzt insgesamt 4 5 Jahre lang von Mitgliedern der Familie Bölzing versehen worden.. (-) Kestrich, 15.3uli. Einen ernsten Unfall erlitt ein junger Landwirt von hier, als er mit seinem Pferdegespann vom Acker heimwärts fuhr. Das junge Pferd wurde plötzlich scheu und ging durch, wobei der Fuhrmann vom Wagen geschleudert wurde und dabei so hart auf den Boden aufschlug, dah er erhebliche Verletzungen davontrug. Das mit dem Fuhrwerk davonstürmende Pferd wurde von dem 12 Iahre alten Schüler Ludwig Steinbrecher, der mit groher Geistesgegenwart und bewundernswertem Mut die am Boden schleifende Leine des Pferdes ergriff und dieses zügelte, zum Stehen gebracht, bevor noch weiteres Unheil entstand. Rheinhessen. WSN. Mainz, 15. Juli. Bei einer Kassen- revision des Haus- und Grundbesitzer- Vereins in Mainz hat sich ein riesiger Fehlbetrag ergeben. Der Vorstand beauftragte einen Rechtsanwalt mit der Untersuchung der Kassenverhältnisse. Als ein großer Fehlbestand festgestellt wurde, stellte er Strafantrag beim Staatsanwalt. Der Geschäftsführer deS Vereins gestand, eine Summe von etwa 10 0 0 0 M k. im Laufe seiner Tätigkeit unterschlagen zu haben. Der Staatsanwalt hat die weitere Untersuchung in die Hand genommen. — 3m Floßhaken fand ein ISjähriger fungcr Mann den Tod durch Ertrinken, als er * Ettingshausen. 14. Juli Dieder hoi kd) hier ein schwerer älnglückSsall m einem Steinbruch ereignet In dem tri cd des Kilian Schmidt wurde der fast ISiährige Ar- beiter Andreas Vur cka r t von hier fo un- alücklich von einem Drahtseil . das von einem Motor bewegt wurde, ersaht, dah er Hör schwere Wunden am Unterleib davon- Der rasch herbe igeeilte Arzt. Dr Scho ad h verband den Schwerverletzten und hofft. letzten Tage der Revilionsirist auf Einlegung deS Rechtsmittels. Auch die Staatsanwaltschaft hat auf Einlegung von Revision verzichtet^ — An der Zeil wurde in ein Wä schegef chö f t e ingebrochen und eine große Zahl von Wäsche gestohlen. Der Schaden ist sehr hoch. schen Kämpfen und empfinden alles andere als eine Zugabe, selbst den Fußball: freilich eine Zugabe, die den Kern zu überwachsen droht, llebrigene wurde bet den Wagen- und Pferderennen. die über die verschiedenen Strecken und auf die verschiedene Art ausgetragen wurden, der Beginn der letzten Bunde durch das Läuten einer Glocke bekanntgegeben, eine Sitte, die wir bei unseren Mittel- und Langstreckenläufern wiederfinden. Zum Schluß sei noch einiger Aeußerlichk eiten gedacht, die antikes und modernes Olympia gemeint am haben: Da ist das allgemeine Quartier der Kämpfer, das sie bereit* dreißig Tage vor Beginn der Kämpfe mit ihren Trainern beziehen. Da gab eS im Altertum wie heute eine große Zahl von Ordnern und Kampfrichtern. Hellano- diken genannt, die zu entscheiden hatten. 06 die einzelnen Kämpfer die Vorbedingungen zur Teilnahme an den Kämpfen erfüllt hatten, die, wenn nötig, die Läufer für die einzelnen Borläufe einteilten und vor allem die schwere Aufgabe hatten, in den Wettkämpfen zu richten. Sie waren .hrer Unparteilichkeit wegen besonders angesehen. llnd wenn binnen kurzem der berühmte holländische Fußballspieler Den* den Athleten, die aus der ganzen Welt jufammen- gekommen sind, den olympischen Eid vorspre- chin wird, mag man daran denken, daß auch die griechischen Kämpfer bot 'Beginn der Spiele vor der Statue des Zeus HorkioS durch den öib «ich verpflichten muhten, anständig zu kämpfen. Man sieht also: noch besteht viel Gemeinsames zwischen unseren und den alten olympischen Spielen. Und vieles was ander« ist, ist deswegen nicht schlechter, sondern notwendige Folge der Veränderungen, d'ie die Welt 'eit den Tagen der Griechen durchgemacht hat. Was schlecht ist, kann belfer werden. Die einfefcenbe Selbst« kritik des Sportes, dessen gewaltigster Aus-, druck die olympischen Spiele sind, die klare ®t- kenntnis der Fehler und Mängel des heutigen Betriebes wird den Weg dazu bereiten. Vom Deutschtum in Ungarn und in der Tschechoslowakei. <$;ne sehr anregend verlaufene Zusammenkunft, zu der die Vereinigung der an der hiesigem ilnioerfvtät studierenden Auslanddeutschen eingelaben hatte, fand vor ciniaen Tagen im früheren 11.6. statt Sin glücklicher Umstand hatte gleich zwei auslanddeutsche Redner hergeführi: Superintendenten Beyer au« Anschüßen m Burgenland, und Ingenieur Baier aus Brünn in der Tschechoslowake.. die in ihren Ausführungen die Verhältnisse ihrer Heimat schilderten und damit recht inter- effairte Vergleichspunkte boten. In ergreffenben Worten sprach Superintendent Beyer über das Thema: Wie ich »n.meinem deutschen Volke rückgefunden habe." Aus- gewachseii m dem geschichtlich berühmten Städtchen Guns. lernte der Redner schon früh die Not des auslanddeutschen Kindes kennen: die innere Vereinsamung unter frcnchsprachlichen Mitschülern und fremdvolklicher Umtoelt Das Ideal der früheren Kindheit, das lich an Nürnberg als der wahren inneren Heimat geklammert hatte, verschwand mehr und mehr, der magyarische Einfluß überwog. Systemattfch war den nicht magyarischen Kindern das Erhabene des Magyaren tu ms eingehämmert worden, und mit deuilcher Treue und deutschem frifer stufte sich der Redner und mit ihm viele andere Deutsche in da« fremde Volkstum, nur von dem glühenden Gedanken beseelt, ganz darin aufzugehen. Doch mußte er schon bald das Unnatürliche dieses auf die Spitze getriebenen Gefühls ein- sehen. daS felbft der Verwandtschaftsbande nicht achtete und sich feiner Abstammung schämte. Mehrere in diese Richtung sollende Erlebnisse mH slowakischen Kommilitonen mahnten zur Selbstbesinnung und erschüttert muhte eines Tages der junge Student fein inneres Verbunden-- fein mit deutscher Art edennen. In dem noch jetzt zu Oesterreich aehörigen Anschüheii. das dicht an der ungarischen Grenze liegt, hat der Redner nun Gelegenheit, die Lage der ungarischen Auslanddeiitschen aus nächster Nähe zu beurteilen. Gr will gründlich mit dem weitverbreiteten Glauben, daß Ungarn den deutschen Minderheiten die Autonomie gewähre, aufräumen. Deutscher Schulunterricht, und zwar allein für Volksschulen, kann auf besonderen Antrag zwar gewährt werden. Doch sind Verachtung des Deutschtums und Einschüchterung der Pfarrer und Lehrer die Methoden. um einen solchen Wunsch nicht so leicht auftommen >u lassen. Wird trotzdem das diesbezügliche Gesuch gestellt, so ist der Weg bis zum Unterrichts- Minister weit: er führt erst über mehrere, sich meist ablehnend verhaltende Unterbehörden. Kann jedoch eine Genehmigung aller dieser Behörden nM Rücksicht auf den MinderheitenparaGraphen des Versailler Friedensdiktats und gemäß dem eigenen ungarischen Miiristerialerlah nicht umgangen >Derben, so bedeutet sie meist nur eine Formsache, die durch die Abstufung in drei Typen noch mehr illusorisch wird. Sehr traurige 'Verhältnisse deckte der Redner auch aus evangelisch- theologischem Gebiet aus. wo die jungen Pfarrer infolge ihrer höchst mangelhaften Ausbildung in der deutschen Sprache ihrem Amt in keiner Weise gerecht werben können. Der Gegensatz zwischen dem Volk und den Gebildeten bei den ungarischen Deutschen, der schon durch die Schut- tterfjältniffe (nur für die Volksschulen gilt der Antrag auf Unterricht in der deutschen Sprache) bemedbar wurde, wirb somit noch vertieft. Von solchen Zersetzungsedcheinungen innerhalb der Deutschen ist m der Tschechoslowakei nichts zu spüren, wie der Vertreter dcS akademischen Kulturanites zu ‘Brünn. Ingenieur ‘Baier, ausdrücklich betonte. Die dort bestehenden deutschen Mittelschulen lassen einen so Harten fremden Smsluß auf die Geb t Jugend nicht zu. Demgemäß find sich alle in der Tschechoslowakei lebenben Deutschen in der großen Mehrzahl hres Deutschtums mit Stolz bewußt Leider sind die Unterdrückungen durch die tschechoslowakische Roa l erring von areiuenlofer Rücksichtslosigkeit. Schließung bet deutschen Schulen bis zu 50 Prozent. Enteignung von Grund und Boden, Verdrängung der Deutschen aus der Beamtenlaufbahn usw. sind an des Kreises Wetzlar veranftattet am Sonntag, dem 29. Juli, in Garbenheim einen Kreis- bouerntag, mit dem eine Ausstellung land wirtschaftlicher Maschinen und Geräte verbunden werden soll. Als Redner wird aller Voraussicht nach der Präsident des Reichslandbundes, Hepp, gewonnen werden: außerdem werden sonstige führende Persänlichkeiten aus Kreisen der Landwirtschaft sprechen. ■■ Lounsbach, 16. Juli. Mit dem heutigen Tag ist unsere Gemeinde ohne Gemeinde v o r st e h e r, da der seitherige Vorsteher Albert Pfaff feinen Posten nicbcrgelegt hat. (V Wißmar, 15. Juli. In der hiesigen Ge meinde ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Ort und Gemadung Wißmar bilden einen Sperrbezirk. (D Münchholzhausen, 15.Juli. Ein hiesiger Landwirt, der im Gießener Stadtwald mit dem Pferdefuhrwerk Holz holen wollte, wurde von seinem ausschlagenden Pferde derart unglücklich getroffen, daß er schwere innere Derlei jungen davontrug. Er mußte sofort nach Gießen in die Klinik überführt werden <> Dornholzhausen, 15. Juli. Im Alter von 62 Jahren ft a r b hier der Landwirt Anton Muller. Der Verstorbene war Mitbegründer sowie lange Jahre Vorsitzender der hiesigen Ortsgruppe der Kreisbauernschaft Wetzlar, an deren In teressen er mit regem Eifer mitgearbeitet hat. Auch der hiesigen Spar und Darlehnskasse hat er einige Jahre als Vorsitzender vorgestanden. Dillkrei-. WSN. Dillenburg, 15.Juli. In den letzten Tagen ist in der Dill ein großes Fisch sterben zu beobachten, das auf Vergiftung des Wassers durch von oberhalb kommende Industrie abwässer zurückzusichren sein dürste. Wasierproben, die oberhalb und unterhalb der Badeanstalt entnommen wurden, sind bereits zur chemischen Unter- suchung eingeschickt worden. Nnterweftcrwaldkreis WSN. Vom Westerwald, 14. Juli. Die Heuernte konnte in diesem Jahr bei herrlichstem Sommerwetter beendigt werden. Der Ertrag steht gegen das vergangene Jahr in bezug auf die Menge etwas zurück. In der Güte übertrifft er die vorjöy rige Ernte bei weitem. Die Feldfrüchte stehen prachtvoll, sowohl Getreide als auch Hackfrüchte. Dhir bie O b ft e r n t c wird zu wünschen übrig lassen und vielfach eine völlige Mißernte fein. Maingan WSN. Frankfurt a.M.. 15. Juli. Der heutige Tropen-Sonntag hatte wieder' eine Flucht der Frankfurter Bevölkerung in die Main- mtb Strandbäder zur Folge, so daß die Straften der Stadt vom Publikum saft en t- blftftt waren. Sämtliche Bäder waren überfüllt und viele Badegäste mußten zurückgewicsen werden Daft Sanität«- und Rettungswachen wieder einen „heißen" Tag hatten, ist bei einer Hitze von 32 Grad im Schatten und 41 Grad in der Sonne kein Wunder. Glücklicherweise sind aber ernstere Fälle^von Sonnenstich usw. nicht bekanntgeworden Eine kleine Abkühlung stellt der herttige Wetterbericht in Aussicht. Hoffentlich kommt auch bald her ersehnte Rogen. Das gegen den Kaufmann Friedrich Wiech- m a n n wegen Tötung im einem Falle und wegen Totschlags in zwei Fällen verhomgte Urteil von acht Jahren Gefängnis hat jetzt Rechtskraft erlangt. Der Angeklagte verzichtete am «reis Zrievberg. Friedberg. 15. 3uli. Der Bezirks- lehrerverein F r i e d be rg - B a d - N a u- beim behandelt in seinen. Monatskonferenzen Aur Zeit das auch für bie Pädagogik bedeutsame Thema der Pfhchoanal h.f e. In ein« ton Vorträgen führt Rektor S t a u b a ch (-Bao- Nauhkim- sehr anschaulich in das schwierige Gebiet ein. Nachdem er txraaegenen Monat mtt Freuds Psychoanalyse bekauntgemacht. behandelte er in der jetzt zu Bauermheim stattgehabten lehr gut besuchten Äonferer» Die Indrvldual- pshchologie AdlerS. Nach Schluft der Vortrags- reihe soll in größerer Aussprache tne pädagogische Auswertung der Psychoanalyse erörtert werden. 4 Bad-Nauheim, 15. Juli. Sine turnerische Veranstaltung, die das deuttche Frauen- turnen in feinen Dielfeitigen Betriebsformen zeigte bot in der Turnhalle die Mustertu rn- schule ton Prof. Mink lButtveis). DaS zahlreich erschienene Publikum, darunter auch einige amerikanische Turner, die von hier zum Deutschen Turnsest nach Köln reifen, spendete starten Verfall für die Darbietungen, die auf vorzüglich« Höhe standen und den Beweis «brachten, daft die Drenzdeutfchen das deutsche Turnen treu pflegen Trefflich waren auch tne verbindenden Worte, die Prof. Mink sprach. Besonders beachtenswert waren feine AuSfuh- rungen über das Geräteturnen, d« Frauen. Selten ist dem urdeutfchen ©erBtetumen eine feinere und tiefgründigere Bewertung zuteil geworden. Die Mufterturnfchule befindet sich zur (Zeit auf einer De u tl chl andreri s e. Sie kam von Straftburg und Heilbronn und begab sich von hier nach Offenbach a. M. Die Schülerinnen fanden in hiesigen Turnerfamilien und bei Mitgliedern des Vereins für das Deutschtum im Auslände gastliche Ausnahme. «reis Büdingen. nd. Nidda. 15. Juli. Dieser Tage versammelten sich hier in der landwirtschaftlichen Schule die Vertrauensleute vom Hess. Pflanze'n- schutzdienst desBezirtsNidda-Schot- t e n. um die nötigen Anweisungen und Belehrungen enlgcgenzunehmen. Landw.-Assessor Nau hielt einen lrichtsaftlrchen Vortrag über die Er- kcnnungsmerkmale de« Flug- uni) gedeckten BrandeS, der hauptsächlich am Sommergetreide jährlich ungeheuren Schaden v«ursacht, und zeigte frische hon diesen Krankheiten befallene Aehren. Zu ihrer Bekämpfung empfahl « die T rocken- und die Naftbeizc des Saatguts und führte die wichtigsten und wirksamsten Beizmittel vor. Auch üb« da« Mutterkorn und den Stengelbrand des Roggey« wurde auSsührlich berichtet. Landw.» Assessor Dr. Günther behandelte dann die häufig auftretende Rostkrankheit des WeizenS, zeigte vom Schwarz- und Gelbrost befallene Aehren und gab die Weizens orten bekannt, die am meisten unter dieser Krankheit leiden, und solche,' die widerstandsfähig sind. AIS Zwischen- pslqnze des Rostes ist der Sauerdorn besonder« in Der Nähe der Getreideäcter s<^ädlich. Von den^ Kartofselkrankheiten wurden die Dlattroll- franlbeit, die Kräusel- und Bukettkrankheit, sowie iter, Kartottelkrebs genau erklärt und «krankte Pflanzen bzw. Knollen vvrgeführt. Gegen diese sog. Abbaukrankheiten hilft nur die Anlage besonder« Saatgatack«. die bei schwächerer Düngung und häusiaer Kontrolle zwar etwa« geringere, aber gesunde Knollen einbringen, und Anbau krebsfester Sorten. Krautfäulc kann zur Braunfäule der Knollen führen Schwarzbeinkrankbeit entwickelt sich gern au« stüppigen Saatknollen. Schwierig ist von den ti«ischen Schädlingen de« Getreides der Gctreidcblasenfuft zu bekämpfen, während gegen Krähenfraft Eorbin lich vorzüglich bewährt Hai. An die Vorträge schlaft sich eine längere, lehrreiche Aussprache. Die Vertrauensleute werden in ihren Heimai- gemarfungen auf alle erwähnten Pflanzenkrankheiten ihre besondere Aufmerksamkeit lenken und allmonatlich an da« hiesige Landwirtschaftsami herüber berichten. Auch in der Leichtathletik selbst ist unser Programm noch weit umfangreicher al« ha« antike. Wir haben ebenfalls die drei Haupt- übungSgruppen: Laufen. Wersen und Springen, aber innerhalb tiefer Gruppen eine große Anzahl fron Dckziplinen. die das Altertum noch nicht kannte. Die erste Stelle nimmt heute wie im Altertum der Lauf ein. Man kannte im Allertum Kurz- und Langstreckenlauf, ab« nicht mit so genauer 5fetcrung der Strecken wie bei un«. Der kurze Lauf führte Über eine Stadionslänae die Stadion von Olympia etwa 164 Meter betrug luf üb« Von ihnen stammt die Erfindung des Geräte, das äußerlich genau fx> au-fah wie unser Diskus. und auch auf dieselbe Art geworfen wurde. Sodann gab e« noch das Speerwerfen, dagegen fehlte daS Kugelstoften. Unter den Sprüngen wurde nur der Weitsprungg gepflegt, bet aber vom heutigen Standpunkt aus keine große Bedeutung hatte, weil die Leistungen recht mäßig gewesen sein müssen. Sine Vorstufe unser« Staffeln waren vielleicht die 'Fackelläufe, bei denen es galt, eine brennende Fackel von einem Tempel zu einem anderen zu bringen Dies mußte möglichst schnell geschehen, damit die Fackel nicht verlöschte. Daher Durften mehrere Läufer sich bei diesem Lauf abtbfeiL — Schließlich sei noch der Fünfkampf erwähnt, bestehend auS futtern Lauf. Springen, Speerwurf, Diskuswurf und Ringen. Der Sieg im Ringen brachte den größten Ruhm: überhaupt fällt die hohe Bewertung des Ringen« in der Antike auf. während eS bei den modernen olympischen Spielen doch nur eine geringe Rolle spielt. Dem in der Antike sehr hoch bewerteten Wagenrennen stehl tn Amsterdam ein Reit- und Fahrturnier ^ux Seite. Aber dies kann sich an Bedeutung nicht mit den leicht- athletckchen Kämpfen messen Denn auch beute noch erMtdtn wir nut Recht den wejenllichen Ker» der ofymp^chen Spiele in den leicht ach lett- | anständig zu kämpfen. In dies« idealen Forderung stehen wir noch hinter den Griechen zurück. Der andere Hauptunterschied zwischen antck« und moderner Olympiade besteht im A m f a n g und in der D au er der Spiele. Die Zeitspanne von vier Jahren zwischen den einze-lnen Olympiaden ist die gleiche geblieben. Aber früher fanden die Spiele nur im Sommer statt, wenn Vollmond im Kalend« stand, und dauerten nur fünf Tage. Davon waren noch der erste und der letzte Tag kultischen Feiern Vorbehalten. Die diesmaligen olympischen Spiele erstrecken sich beinahe über ein halbes Jahr, denn im Februar fanden in St. Moritz die olympischen Winterspiele statt und «ft im August werden die letzten Kämpfer Amsterdam verlaffen. Die Griechen konnten mit fünf Tagen auSkommen, well nur hie leichtathletischen Hebungen und die Kämpfe der Wagen und Pferde ihr Programm füllten. Wir haben daneben alle Wintertportarten, Fußball. Hockey, Schwimmen. Rudern. Segeln. Radfahren usw. Das ergibt zweifellos ein« zeitliche und inhaltliche Heberlastung unserer Spiele und bringt manche Gefahren mtt sich. Die Professional- und Amateurfrage hängt eng damit zusammen, denn die wenigsten Sportler können es lich leisten, monatelang ihrem 'Beruf fern zu bleiben. Einsichtige Fuhr« des Sports haben diese Gefahren edaimt, und bereit« ift eine Bewegung im Dange, Dauer und Umfang her modernen Olympiade erheblich einzufchränken. tri AS ü £ im ‘Le i d 192* fo (Sohn) *ltK Ef • uni Irffl de üalen Lei Im Aamsto athle Fach h bete -U' ersten 1 vor Ser Positiv Storni Lüchri te« IV Hl?* n M8. i Sochas t* neue 'pnmg qw 6J8 Metz iambutg' Mt dem Um Lv' T'Ortnlid) fö mp|i Nisse: 3m 11 «eiste den zwei 15,2 6tl. Die HK itinnbtnl V.7 unb iid)ern. Cmi Sei bürg) mit Wvtt (Lv flatiy mit' 3m f c l b (all C orti ra|d)ungs «schöner gelte Ht( dföryenbt Jtit non MfeJidj -vrkun mtrs mir i Nrab. ün aus Wtter 'ktüi 3eelu t Wls-j ld)iüynen Fortst _*2ßa5 vie fo ot -.Du fa ’iadf alter VQDOll 10; ^ne Unf Wld) in man ia ® scho ich , • bir.‘ 'kJ'1 n' n.” '?anbhl iöq 2Un'q nid)t, Aüzuin । ’L^fion S-Iod Ä d«re nii ,a flete? rn8d fr" brr Tagesordnung. Doch ist die Anzahl der V-GUchen in der Tschechoslowakei groß genug »n lich au» eigener Kraft ihr Deuttchtum zu wehren. Ihre Schutzbünde arbeiten gut. he brau- chrn daher te ne fo siarie Untc-rftützung de» Ae^chs m materieller Art. tote die Ungarn» deutschen brauchen axber Patenschaften noch GeldH'Ile Ader ob Ungardeutfche oder Deutsche in der Tfchechoflowakei beide nnisten da» De» wußtfe n der Zusommengc Hörigkeit zm dem groben deutschen Uaterlanb Haden Sie müssen Wilsen. M wir hier tm Heid) ihre Sorgen und Röte kennen u*.W> für hre Rechte bei brr. andern Ua- l-.vnen ein treten Sin farfhirvCt» und ideelles Banb must 102 Meter-Staffel tarn ein zweiter Tbelt- rc fort) zustande Brandenburg-Berlin beendete das Rennen siegreich: da aber die Schluß- lauserin die Wechsel warte überschritten hatte, mutzte Brandenburg disqualifiziert werden. Die Meisterschaft fiel daher an die nur um Brust- breite zurückliegende Mannschaft von 1880 München, die mü 49.7 Sri. einen neuen Welt- rekord ausstellte. Die als zweite placierte Mannschaft von Biktoria 96 Magdeburg erreichte mit 49,8 Set. die alte Welthöchstleistung Die Kümpfe um die deutsche Fußballmeisterschaft. Am gestrigen Sonntag kam an vier Plätzen Die zweite Rnndc um die Deutsche Fußballmeisterschaft zum Austrag. Trotz tromteber Hitze nahmen fie den erwarteten Derlauf 3n K ön igsberg standen sich der Hamburger Sportverein und der Königsberger Verein s ü r Be w e g u n g s s p i e le gegenüber. Die Hamburger waren bedeutend überlegen und hegten mit 4:0. Den tapfer sich wehrenden Königsbergern blieb sogar das Ehrentor versagt Dem Treffen Wacker München gegen Tennis Borussia Berlin tn Berl in wohnten 15 000 Zuschauer bei. Wacker München blieb mit 4: 1 überlegener Sieger. Die Münchener gewannen verdient 3hre Mannschaft war technisch bester und hatte das größere Stehvermögen. Tennis Borussia muhte für Handschuhmacher den jungen Schmidt al« Ersatz einstell en. Ganz besonder« wußte die Wacker-Verteidigung zu gefallen. Dor 10 000 Zuschauern wurde der Kamps Hertha B. S. G. gegen H olstei n Kiel ausgetragen. Hertha ftegte mit 4:0. Das Spiel war zunächst ziemlich offen. 20 Minuten nach Beginn ging Hertha in Führung Die Kieler hatten mehrfach gute Torgelegenheiten, doch ge- lang es ihnen nützt, dicfc auszmiuhen. Zwei Minuten vor Halbzeit konnten die Berliner zum zweiten Male ein len den. 3n der zweiten Halbzeit ersiehe Hertha noch zwei wettere Treffer, ohne buh es den Kielern gelang, wenigstens em Tor zu schießen. 3n München standen sich der westdeutsche Dertveter Köln-Sülz 07 und Bayern München gegenüber. Die Süddeutschen waren ständig überlegen, besonders in der ersten Halbzeit, während die zweite offener war. Bayern siegte mu 5: 2. Limburger Ruderregatta. Erster lag. Am ersten Lag der Limburger Ruderregatta wurden folgende Ergebnisse erzist: Reinhold - Ersatz - Gedächtnis- Biere r 1. Limburger R. B. 95 6:37 : 2. Limburger R. E. 07 6:37,2. 3ungmann-Achter. 1. Kölner R. D. 77 6:10,4, 2 Limburger 2t. 6. 95 bei 500 Meter (ruf- gegeben. 3nnior-2$ierer: 1. Reu wieder R G 6. 42: 2. R. E. Oermania Köln 7:03. 6-Bierer: 1. Flörsheimer R. B. 6:48: 2. R. E. Preußen Köln 6: 57. Prinz - Eitel - Friedrich - Vierer: 1. Mainz-Kasteler R.G tm THfeingaug 6:48. Einer: 1. Trevereris Trier 7:07; 2. R. D Kassel 7: 32. Die zuerst einkommende R. G. WvrmS wurde wegen Kollision ausgeschlossen Lahn-Achtcr: 1. Limburger R. D. 95 6:13,4; 2. Wetzlarer R.T. 80 6: 40,2. Möwe im Sturm. Vornan von (Sophie Moerß. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. _ „Was hat er denn ja Schlimmes angestellt, daß Sie so non ihn« sprechen, -Notzeit?" „Du kannst Tante sagen. Ich nenne dich ja auch nach alter Weise noch du. — Was er angcftellt hat? Davon weißt du nichts? — Desto besser, ich werde deine Unschuld nicht trüben. Er ist jedenfalls un« möglich in der alten aristokratischen Gesellschaft, auch wenn man die Möglichkeiten jetzr wett nimmt. — Da ist schon da» Schiff. Auf Wiedersehen, Mario. Wenn es nicht wäre, daß du fa an der Schwester tzängst, ich würde dich ganz zu mir nehmen, lieber- leg' es dir." „Da ist nichts zu überlegen." Dann hilft c» nichts. Aber um dich ist e$ jchode. Es würden sich für dich in unserem Haufe immer Aussichten ergeben haben. Sin letzter Händedruck, ein Handkuß Marias, der der Hoheit doch sehr angenehm war — es hielten viele solche kleine Huldi- gung nicht mehr für nötig —, dann ging die Schiffs - glotfc zum letzenmal, und Maria wandte sich wieder der Pension zu. Elena lachte noch drei Tage über die hilfreiche Hoheit, deren Hilfe das Portemonnaie des iferrn Gemahls nicht zu sehr in Anspruch nehmen dürfte. Du sollst sehen, Maria, sie schickt uns tausend Mark im Monai und meint wunder was sie getan hat Was sind tausend Mark für Ihre Hoheit?" Maria bezweifelte stark, daß es tausend werden würben. Vsin rauher lag zu Ansang November jagte dir .Herbstblätter durch Münchens otrugen und wehte den Fußgängern nasse Nedclfetzen um das Gesicht. Maria mochte sich fertig, um zur Zeichenfchule zu geben. Elena lag noch im Belt und rauchte Zigaretten. 'Neben ihr auf einem Stuhl stand die leere Kaffeetasse und ein Teller, auf dem eine gestrichene Sem- mel lag. „Daß du bei diesem Wetter ausgehen inagft, Liebling — ich bewundere dich." ,34 mag gar nicht, ober ich muß doch." ..Glaubst du nun im Ernst, daß du ein großes Vidjt am Himmel der Kürzst wirst, wenn du da bei deinem kleinen Malersmann schließlich nackte Weiber zeichnest'? Nocksitcns wird er euch »ach nackte Männlichkeiten vorsetzen. Oder aber lauter Adonisse? Wahrscheinlich eher einen dicken Dienstnuum vom Odeonsplatz. lind du nor solcher unbekleideten Widerwärtigkeit! Du, meine stolze, goldene Maria." „Du gehst doch auch in Museen. Und mos man heute auf der Buhlte sieht — " „Das ist welligstens ausgewählt schön. 'Mein (Sott, mir waren auch einmal aus einem Fest beim Grafen Essiposs in Petersburg, da stellten die Garde- off^ierr antike Gruppen. Zum Beispiel Laokoon und sein« Söhne. Und den belvedereschen Apoll, und den Dornauszieher — begeisternd. Man freute sich. Schöne Äerte waren es, und fo — gepudert und wie Marmor schimmernd — cs Halle nichts Anstößiges. Aber da in deiner enaen Bude, und der Dunst non all den Menschen, und solch cm ruppiger Kör per —" „Vielleicht stören mich deine Aardcoffizierc mehr als der Obeonsdienstmann. — Wenn du aufgestan- den bist. (Siena, sage doch dem Mädchen, cs soll heute weniger Heizen. Wir sind bald zu Ende mit der ersten Feuerung. Wer kannte denken, daß cs um diese Zeit schon so kalt sein mürbe. 'Ufo tzörst du?" „Noch weniger Heizen? Meinetwegen, aber dann steh' ich heute nicht auf. Du, was ich vergaß, gestern war die alte Tante, die Frau Wirtin, bei mir, als du fort warst, sie wollte die Miete haben." ..Ich gab dir doch —" „Was für Haienauoen du machst! «o gräßlich erschrocken. Ja, du gabst mir ein paar Mark, vorgestern glaub' ich, aber ich weiß nicht, wo sie geblieben sind. Die ^garetteu hab' ich mir holen lassen, und dann tarn die Wäscherin, und die dienstbare Maid erschien und a>ollte für die Geld haben —" „Denn du dach nur jeden zweiten Tag die Wäsche wechseln könRtest, Elena." „Unmöglich. Völlig unmöglich. Alles gesteh' ich dir zu, aber meine ©atrberfm will ich haben. Und benr dir, die alte Tanke sagt, sie müfie jtkt für jedes warme Bad zwei Mart haben. Solche Unoer- schämthett. Da es ihr dach nichts kostet." „Duffer und Gas." „(9as9 Meinst du, das spielt überhaupt eine Rolle? Und Wasser? Wasser hat man ja umsonst." ,Ln der Stadt kostet Dosier auch Geld. Elena, wir müsien sparen." „Schrecklich gern, Joujou, wenn du mir nur sagen willst, a>o." „Wenn du dir dos viele Rauchen abgewöhnen könnte? Ich rauche doch auch längst nicht mehr." „Soll ich mir das Atmen auch abgeroöfmen9 Rauchen muß ich, sonst a>erde ich melancholisch. Moria, goldene, hör', roenn du zurückkommst, bringe mir dach rin paar Pasteten van Hübner mit. Ich geh' heute nicht .^uni Esten. Das Zeug da im Bräu ist unverdaulich. Ich habe Magendrücken, wenn ich nur die Knödel seh' und bte riesigen Fleischstücke. Und nichts, was rin bißchen appetitlich und anreizend hergerichtet ist. Doß die Münchner so schlecht fochen." „Die Münchner werden dir schon alles Appetttliche und Anreizende oorietzen, wenn du in die vornehmen Lokale gehst. Wir müssen ftoh fein, daß mir für eine Mark satt werden können." „Satt! Ich lege gar keinen Werl auf 6attigfeit. Aber schmecken soll es mir. Und bring' doch — nein, du kannst es nicht tragen, laß es herschicken — em bißchen Sekt. Ich habe solch Verengen nach einem Prickeln. Und wenn es" — ein schwerer Seufzer — ,/ruch deutscher ist." Maria antwortete nicht. Sie drückte di« Lippen zuscunnren und griff nach dem Hut. Sie ging nicht von der Schwester, nein, sie nicht. Aber Elenas Leben rin bißchen hell und heiter zu gestalten, das war in den gegenwärtigen Verhältnissen unmöglich Sie. Maria, wußte selber, wie bitter diese tausend Enchehrungcn waren. Hunger — fo, er tft schlimm. Und Kälte — ja, Kälte ist noch schlimmer. Ab-r man kann es ertragen. Doch diese Umaebung m btn gemieteten Zimmern — diese Volsterstühle, die aussahen, als sei aller Schmutz von Jahrzehnten in ihre Bezüge verrieben worden, diese Lappen vor den Betten, die Teppiche oorsteüen sollten und die einen Schauer des Ekels hervorriefen, wenn man sie versehentlich einmal mit dem nackten Fuß berührte. — Diese groben Tasten, die Mester mü den urocfelnber Griffen, die Teelöffel aus einem unnennbar« grauen Metall, die man nicht an den Mund führ« mochte, fo ungewaschen sahen stv aus. — 3univr-Achter: 1. X® Germania Köln 6:11; 2. Reu wieder R.G. 6: 14; 3. Kölner R V. 77 6 22 Leichtgewichts-Vierer 1 Wainz-Ka- steler R.G im Mein gang 7:15. ff- Achter 1 Flörsoetmer R D.: R. S Preußen Köln gab bei 1000 Meter auf. Zungmann-Vierer 1. Germania Köln; 2. R. V. Kassel. Zweiter Vierer: Maiirz-Kosteler R.G. 6:41; R.C Laar Loorbrücken bei 1600 Meter auf gegeben. Großer Einer 1. Rhenani^ Koblcirz . 7 95 (Rot) 7:14. 2 Gießener R. G 77 7.20. Großer Achter: 1. Mainz-Kasteler R. G. tm Alleingang. Zweiter lag. Der zweite Tag Der Limburger Regatta brachte folgcnbe Ergebnisse Gasivierer 1 R. 9 Goar Caarturnten 6:41. 2. Woinz-Kasieler R G SO 6 41,3. Dritter Vierer 1. Reuwieder L G. 6 50,4 ; 2 Rudersport Teutonia Frankfurt 6 59.) 3ungmann-Vterer: 1. R. V Kassel 6:55,2; 2. Teutonia Franksurt 7:15,2. 3unioren-Vierer 1. Kölner R V. 6:56; 2. Wormser R V 7X11.2 3unamann-dtner: 1. R D. Trevereris Trier «Alleingang) 8:03. tt-3ungmann-Vierer: 1. Ftörstzeimer R V. 08 6:56,4; 2 R.G Lahnsletn 7.-O2. Zweiter Achter: 1. Limburger R. V 95 6,02.2; 2. R. S Saar Saarbrücken 6:02.4 3ung mann-Vierer 1. Limburger R. E. 703,2. 2. R G Lalmstein 7:09.4 Dritter Achter 1 Kölner R. V. 55 6 09. 2. Reuwieder R. G 6:13,8 Doppel-Zweier: 1. Mainzer R V. (Alleingang) 7:08. Achter. 1. Teutonia Frankfurt 6 16; 2. Wormser R. V. 6 :16,1. Großer Achter: 1. Mainz-Kastrier R. G. 6:01,2: 2. R. E Germania Köln 607. Die deutschen Schwimm-Meisierschafien. Erster lag. Bei den Me i st« rsch a stskamp f en de« Deutschen Schwimm Verbandes tm Deutschen Stabion in Berlin-Grtinewald wurden am Freitag folgende Ergebnisse erzielt: Die einleitende Staffelmeifterschaft über 4X100 Meter (Brust, Seite, Rücken, Hand-nber-Hand> gewann Hellas-Wagdebtirq I. vor feiner II. Mannschaft in 4.55^ Min. Die Rückenmei sterschaft der Damen gewann Frl. Anni Rehb or n-Bochum, trotzdem fit vor dem Felde cinherfchwamm. in der neuen deutschen Rekordzeit von 1 28.6 Ulin. (alter Rekord 1.29.2 Ulm.) vor Frl. Weskott-Glbtr- felb und Frl. Wilke- Oberhausen Mit einet Uobervaschunig endete die Meiste rs cha st über die mittlere Strecke von 400 Meter. Der fünfmalige Dewtnner des VerbandSpreffes. Herbert Hetnrich votn Pcsierdon-Leipztg. erlitt hier «ne unertoartetc Riederlage durch Friedel Berges- 3ung- deutschland-Darmstabt, der in 5:165 Ulm. siegte. Der zum Schluß ermattete Heinrich hatte am Ende des Rennens sogar noch Mühe, den ztvei- ten Platz vor dem ihn stark bedrängenden Dortmunder Handschuhmacher zu retten In 6er lOO-Meter-Eeiten-Meister- schäft setzte sich Dahlem (Breslau) sofort nod) dem Start an die Spitze, um das Rennen in 1:12,8 Minuten vor Günther (Gelsenkirchen) und Wntrin (Mainz) siegreich zu beenden. Einen hartnäckigen Stampf lieferten sich über die Hälfte der Strecke Hellas Magdeburg und Sckminim- verein Göppingen 04 in der 4 X 200- TI e ter- B r u st st a f f e I. Göppingen führte bereits mit zehn Metern, aber die vorzüglichen Schlußleute der M a g. beburger stellten doch noch den Sieg in 12:07 Minuten sicher. Die Lagen st affelMcisterschaft der Damen über 3 X 100 Meter hatte sich der Damen» fportuerein Germania 94 Berlin in 4:35 Minuten dank des gleichmäßig guten Könnens feiner brn Schwimmerinnen vor Amateure Oberhausen und Tire Etzarlnttenburg. In der V e r e i n s - M e h r k a m p f - M e i ft erschuf t liegt Sparta Köln durch den Sieg van Budig im Streckentauchen in unbestrittener Führung Dreimal waren sie schon umgezogen in den ersten stchs Wochen. Besser wurde es nicht. Sechshundert Mark dursten sie verbrauchen im Monat. Wenn die Miete dieser elenden Loiher schon hunderiundzehn Mark ftaß, was blieb zuin Leben? Und für den teuren Unterricht? Und für die vielen kleinen Dinge, die ihnen so selbstverständlich waren und die sie sich — Stuck für Stück — langsam versagen mußten. „Damit könnt ihr reichlich auskommen," hatte Ihre Hoheit Frau Schulze geschrieben. ,3ch hob« mich erkundigt, was die studierenden jungen Leute im Durchschnitt brauchen. Ihr müßt Euch daran gewöhnen. Euer Leben nach bürgerlichen Beqrissen einzurichten." Und sie meinten doch, schon so entsetzlich beschei- den zu sein. Richt einmal die kleine Zofe durfte Elena sich halten. Wenn sie ihr Haar gut frisiert haben wollte, mußte Mario Zosendienste hin. Denn sie on der Kleidung die vielen Äleininteiten zurechtgemacht haben wollte, die zu einer Dame gehören, so sag Maria und stichelte bei dem trüben Licht einer elenden, verbrauchten elektrischen Birne. Wenn sie durchaus abends in da» Theater gehen nnißte, fo lebte Maria tagelang von Butterbrot und versagte sich das Mittagesten. Und doch — es wollte nicht reichen. Und kein Ende war zu sehen. Der Lehrer, besten Unterricht Heinz Godesheim vermittelt hatte, machte der Schülerin leidlich günstige Aussichten, wenn nämlich etffcen» großer Fleiß vorhanden fei, zweitens bie Möglichkeit drei Jahre an di« Ausbildung al» Kunstgewerblerin zu wenden, drittens das Talent kein Blender wäre. Denn es gab Schüler genug, di« sich «si ganz hoffnungsvoll onließen und die doch nie etwas Rechtes würben. • Immerhin man könnte es versuchen. So saß die schlanke Aristokratin Awüchen den mefer jungen Mensch», die aus alten Ecken und Dinkeln des Reiche» hergeweht waren, stch den Bissen Brot für ihr Leben zu errmgen. Und sie fand keinen Anschluß. Heimlich treten Re musternd« Bücke, doch sich ihr zu nähern versuchte nur eine einjige, eine Russin, die aber bei der jungen Österreicherin keine Gegen lieb? fanb. (Fortsetzung folgt) _ I 168 DevilenmarU Derks—ArmMvN . . 6 . 6H sonstige vollfleilchige ober ausgemästet« 39 bis 43; fleischige 31 bis 38; gering genährte 24 bis 30; (Färsen Verkehrsordnung erfordert Rechts gehen! Frmilisurl a. M I Berlin Kalbinnen. Jungrinder—): voll- fleischige, ausgemöftelc. höchsten Schlachtwerls 55 bis 58; vollfleifchige 50 bis 54 fleischige 45 bis 49. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 75: mittlere Mast- und Saugkälber keine Unternehmungslust. Offerten für Ausland- brotgetreibe ermäßigt, Jnlanbangebot für Weiten unverändert. Für Roggen aus alter Ernte sind die Eigner weiter verkaufslustig und au Preiskonzessionen bereit Das Mehlgeschäft ist lustlos und nachgiebig. Das Geschäft in neuer Wintergerste ist sebr schwach, va die Eigner weiter auf Preise hinzielcn. Hasermarkt: Am Lieferungsmarkt kamen b?i der allgemeinen Gc- schäftsunlust die ersten Rotierungen verspätet zustande, zumal nur wenig interessierte Firmen erschienen waren. Weizen war allgemein schwach, besonders Juliweizen auf Realisationen hin schwächer. Die zu yeute angedicntcn 30 Tonnen Weizen wurden als kontraktlich befunden. Besonders war Roggen im Preis gedrückt. Es wurden notiert (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 248 bis 250, Iuli 260,50 bis 260, September 259,75. Oft. 260,50, Roggen, märkischer. 264 bi« 266. Juli 270,50 bis 270, Sept 245,25 bis 246, Okt. 246; Sommergerste 241 bis 261, neue Wintergerste 213 bis 222; Hafer, märkischer. 245 bis 255. Juli 259,75; Mais. La Plata 250 bis 252; (100 Kilo): Weizenmehl 31 bis 34.50; Roggenmehl 35,25 bis 37,50; Weizenmelasse- klcie 15,15 bis 75.40: Roggenkleie 17,25 bi« 17,50; Biktoriaerbsen 46 bis 62; kleine Grbsen 35 bi« 40; Futtcrerbsen 24 bis 24,50; Peluschken 26 bis 27; Ackerbohnen 24 bis 25; Wicken 25,50 bis 28; Lupinen (blau) 14 bi« 15,50; Lupinen amerikanischen Gelber beeinflußt werben. Wieviel Auslandgeld amerikanischer Herkunft auch von Deutschland abgehen wirb, läßt sich natürlich bei der noch bestehenden Zinsspanne von 2 Prozent, die eine durchaus nutzbringende Ai^ läge amerikanischer Gelder in Deutschland auch jetzt noch zuläßt. nur schwer beurteilen, Für den Augenblick kann nur mit Sicherheit fcstgestellt werden, daß durch d c Erhöhung der Reuyorker Diskontrate die Hoffnungen auf ei ne Er- mästgung des Reichsbankdisko nt- s a tz e s volltommen a u f g e g e b e n werden muffen. Die Entwicklung des deutschen Geldmarktes wird wesentlich von London und den Mahnahmen der Bank von England abhängig sein, da London nach der amerikanischen Deldvcrtcuerung der billigere Geldplah ist. Bei der engen Verflechtung der internationalen Währungssysteme und der praktischen Zusammenarbeit der frohen Wah- rungsinstilutc sind die Gründe für bic SMlbnt' mahnahme Amerikas von großer Thedcutung für die internationale Gelbmarktlag ollen Betrachtungen hört man immer . :r datz die Vereinigten Staaten mit der Erhöhung ihrer Diskontfätze eine Eindämmung der stark gestie- genen Dörkenkreditc. aJo rein borlenpolitische Ziele, im Auge haben. 2. Je Betrachtungsweise entbehrt jedoch nicht einer gewissen Einlemgleit denn es lind zum großen Teil mitbestimmend für die veränderte Geldmarktpolitik der Federal Reserve Banken grundsätzlich neue Gesichtspunkte die mehr in dem KreditsYstem Am er.- k a s und seiner Umstellung gegenüber der Weltwirtschaft ihre Grundlage haben. Amerika ist bekanntlich aus dem Kriege als das reichste Land der Welt mit einem Rekordgoldbestand von etwa 58 bis 60 Prozent der gesamten Weltvorräte hervorgegangen, und hatte es somit in der Hand, als Kreditgeber das Weltmarktpreisniveau entscheidend zu bestimmen. Es glaubte diese Machl- polilik des Geldreichtums am besten ausnühen zu können, indem es die Politik des billigen Geldes betrieb, um sich auf der andern Seite vor der Goldinflation zu schuhen. Diese Politik des billigen Geldes, deren Folge die amerikanische Massenspekulation und das Anschwellen der Dörsenkredite auf rund 4Vr Milliarden Dollar war, hat auch dazu geführt, daß die großen Geldexporte Amerikas einen Umfang erreicht haben, der selbst für das reiche Amerika nicht mehr tragbar ist. Es ist unter diesen Umständen verfehlt, in Bälde wieder eine Herabsetzung der amerikanischen Diskontraten zu erwarten, weil sie nur als vorübergehende Maßnahmen gegen die Börsenspekulation aufzufaffen seien. Eine andere Version, die in der amerrtanix sehen Geldteuerung ein Wahlmanöver mit Rücksicht auf die bevorstehenden amerikanischen Wahlen sieht, um später nach Eindämmung der Dörsenkredite eine neue Aufwärtsbewegung der Börsenkredite Hervorzuruf en, erscheint wohl etwas konstruiert. Für den deutschen Anleihekredit bzw. die Anleihemöglichkeiten ist vorerst aus der Erhöhung der Reuyorker Diskontrate nichts zu befürchten, da, wie eingangs erwähnt, Deutschland infolge feiner hohen Zinssätze nach wie vor gewinnbringende Anlagen für amerikanische Gelder, vor allem mit langen Fristen, bietet. Rundfunkprogramm de« Frankfurter Senders. (Aus bet „Radio-Umschau".) Dienstag, 17. Iuli. 12.30 bis 13.30 Uhr: Von Kassel: Mittagskonzert. — 16.30 bis 17.45: Konzert bes Rundfunkorchesters: Alte Tanzmusik. 17.45 bis 18 05: Die Lesestunbe. — 18.30 bi« 18.45: Von Kassel: Die „Stunde ber Frau". — 18.45 bis 19.15: Von Kassel: „Franz Schubert als Klassiker ber Chormusik", Vortrag von Emil Echzell, erster ac- schäftssührender Vorsitzender des Mitteldeutschen Sängerbundes. — 19.15 bis 19.45: Funkhoch- schule: „Reues aus dem Gebiet ber Tuberkulose", Vortrag von Stadtmebizinalrat Dr. Oxe- nius. — 19.45 bi« 20.15: Deamtenfortbildung«- kursus: „Der Reichswirtschaftsrat", Vortrag von Dr. Fritz Reumark. — 20.15: Franz-Schubert- Konzert. Lprcchstunderi der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittag», 5 bi» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloffen. Anzelgenaufträge find lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Ludw. Loew? . . Sat autoTT'-bil . . Crenfthn » rfeppd Leonhard I:e» . . Bamag-toeauin . . Krankl. Maschinen . ulnnntr..... AeiUlgenfiaeb! . . HunghanS. . . . Lechwette..... Marnkrask wecke . , Mia«....... Stete) ulmei . . < Peters Union . . , Hebe. Roe bet . . , Scrtflt 4 jcmeffw« . eibb. friitet . . . Nee. . . 10 I. % 9* iVi .....7,2 . ... 6 .....e«h .....10 .....10 rt . . . 16 Berlin, I I 3it(t ftranjöftfdje Jtoren..... Holländische Noten...... ytnlienifde 9iottn ...... Norwegische Noten..... Deutsch-tlesttrt,4ior> .fronen Nu manische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten....... Svanisch.- Noten....... Tschechoslowakisch: Noten . . Ungarische Noten . 8 . 8 1 . 8 . 2 10 . I 8 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. am Samstag an ber Reuyorker Börse cmgclre- :ene Erholung und die Erleichterung be« dor- tigen Geldmarktes, dagegen legte btc Betrachtung des heimischen Geldmarktes große Zurück- Haltung auf. da man feine zukünftige (SntoK^ Itng noch immer ungünstig beurteilt, zumal durch fr;c sommerliche Reisetätigkeit wirküw- Dargelbmittel beansprucht werden. Bei den ersten Ro- iierungen gingen die Kurse nach beiden Seiten nur vereinzelt über 1 Prozent hinaus. Etwas regeres Interesse bestand für Karstadt. d.e 4 Prozent anziehen konnten Am Elektromarkt für Echuckerl 1,5 Prozent und Siemen« 1 Prozent. J.-G -Farben waren nach wie vor vernachlässigt und nur knapp behauptet. Montanwerke lagen fast umiahlos bei minimalen Kursänderungen. De, Rh.ünstahl 135 Proz. muß die Dividcmde in Abzug gebracht werden, älnberücksichtigt lagen bic Schisfahrtswerte. Banken lagen nicht einheitlich. Bon den Dauuntcrnehmen zogen Wayß & Frehtag geringfügig an. Autoaktien lagen bis 1 Prozent abgeschwächt. Am Anleihemarkt gaben Anleihen für Reubesih etwas nach. Auslandrenten geschäftslos. Im Verlaufe wurde die Stimmung außerordentlich lustlos, und das Geschäft schrumpfte auf ein Minimum zusammen. Die Kurse gaben meist etwa bis 1 Prozent nach. Zellstoss-Waldhof verloren 2 Proz Der Geldmarkt blieb ongefbannt. Tägliches Geld 8 Prozent. Am Devi^nmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1945. Pfund 20,395, London gegen Kabel 4,8615, Paris 124,24, Mailand 92,80. Madrid 29,55, Holland 12.0825. Berliner Börse. Berlin. 16. Juli. Die neue Woche eröffnete in etwas gebesserter Stimmung. In Reuhork konnte sich am Freitag und Samstag eine Erleichterung des Geldmarktes durchsetzen, so daß die noch am Freitag gehegten Befürchtungen etwas mehr in den Hintergrund traten. Auch der Dollar zeigte einen Rückgang auf 4,1970. Der hiesige Geldmarkt zeigte trotz des morgigen Zahltages eine leichte Entspannung. Obwohl am Samstag offiziell ber Effekten verkehr ruht, würben von verschiedenen Seiten Freiverkehrkurse verbreitet, die sich beute aber ausnahmslos eine Korrektur gefallen lassen mußten. Trotzdem die ersten Rotierungen zumeist noch über den letzten Schlußnotierungen vom Freitag lagen, machte sich bei Beginn des offiziellen Deickehrs jedoch eine uneinheitliche Kursentwicklung bemerkbar. Es waren im allgemeinen Abweichungen bis zu 6 Prozent nach beiden Seiten festzustellen. Die Werte, die im Laufe ber Freitagsordereingänge besonders unter Blankoabgaben zu leiden hatten, waren jedoch beträchtlich erholt. Die Werte, die durch die große Hitze verstärkten Absatz erzielen sollten, Ostwerke, Charlottenburger Wasser usw. wiesen beträchtliche Kursbesserungen aus. Anleihen freundlicher. Ausländer gefchäftslos. Pfandbriefmarkt unverändert. Liquidationspfandbriefe Wei- ter eher angeboten. Am Geldmarkt nannte man folgende Sähe: Tagesgeld 6.75 bis 8.75 Proz.. Monatsgeld 7.75 bis 8.75 Proz. Warenwechsel ohne Umfaß. Nachdem die kleinen Orders, die zu den ersten Kursen Vorlagen, ihre Erledigung gefunden hatten, wurde es wieder sehr ruhig, und die Börse fiel wieder in ihre alte Lustlosigkeit zurück. Die Kurse gaben überwiegend bis zu ein Prozent nach. Deutsche Waffen gingen wieder auf 60 Prvz. zurück. i/raitifiukr Ge rrivc-örsc. Frankfurt a. M., 16. Juli. Der heutige Markt eröffnete die neue Woche in sehr lustloser Stimmung. So gab Roggen bis 25 Pf. nach, ebenso Weizen. Großes Interesse bestand für Futtermittel, von denen Mais 25 Pf. anziehen konnte; weiterhin waren Roggen- und Weizenkleie 50 Pf. teurer. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26. Roggen 37,75. Hafer, inlänb. 27,75 bis 28,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 24,75 bis 25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36 bis 36,25, Roggenmehl 37,25 bis 38, Wci-,enkleie 13,75 bis 14, Roggenkleie 14,75, Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 60, Linsen, je nach Qualität für Speifezwecke 50 bis 95, Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 7,50, Weiten- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,75. Tendenz matt. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 16. Juli. Austrieb: 1764 Rinder (darunter 462 Ochsen, 121 "Bullen, 771 Kühe, 410 Färsen), 520 Kälber. 37 Schafe, 5126 Schweine. Cs wurden notiert: Rinder (Ochsen): Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 54 bis 58 Mk., (ältere) 50 bis 53; sonstige vollfleischige (jüngere) 45 bis 49; (Bullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 48 bis 51; sonstige vollfleischige In der F r e i st i l - M e i st e r s ch a f t der Damen über 400 Meier wurde jolgendes Ergebnis er- zielt: 1. Dorfe Schönemann (Blau.Weiß Dresden) 6:16,4 Minuten; 2. Leni Erkens (Amateure Ober- hausen) 6:25,8 Minuten; 3. Lotte Lehmann (Posei fron Dresden). Zweiter lag. Bei besserem Besuch als am Vortage wurden am Samstag nachmittag die entscheidenden Kampfe des zweiten Tage« auögetragen. Im einleitenden Wettbewerb der Brust staf - fet über dreimal 200 Meter für Da - men schwamm Lotte Mühe- Hildesheim ihre 200 Meter in der neuen Weltrekordzeit von 3:10,6 Die Staftelmeisterschast selbst gewann der 1. Magdeburger D. S. E. in 10:24,2 vor Hildesheim 99 und Rixe-Eharlottenburg. In der Herrenfreistilmeisterschaft über 200 Meter zweigte sich Herbert H e i n - r i ch -Leipzig wieder in guter Form. Die ersten 100 Meter legte er in 1:07 zurück, um das Rennen in 2:27 sicher vor Berges-Darmstadt. Zu- bctt-'Bre«lau i nb Heitmann-Magdeburg zu gewinnen. rinangefochlen holte sich auch Erich Rademacher Den Sieg in der 2 0 0 Meter-Brust- Meisterschaft in 2:52 vor Budig-Koln. Sie- taS-Hambura und Faust-Göppingen Die Rückenmeisterschaft über 100 Meter war eine sichere Sache für Küppers- Viersen in 1:13,6. Den schönsten und spannendsten Kamps des Tages brachte die viermal 200 Meter- Freistilstaffel zwischen Hellas-Magdeburg und dem in 10:6,2 siegreichen Magdeburg 96. Hellas-Magdeburg belegte in 10:8 den zweiten Platz vor Poseidon-Leipzig In der Meisterschaft im Kunstspringen holte Riebschläger- Zeih in den Kürsprüngen weit aus und gewann den Titel mit 176,8 Punkten vor Mundt-Halberstadt. Plu- manns-Köln und Wiesel-Leipzig. Die 100 Meter-Frei st ilrnci st er- schäft der Damen endete mit einem knappen Siege von Reni E r k e n s - Oberhausen in 1:16.7 vor Lotte Lehmann-Dresden, Wunder-Leipzig und Schnelder>Stettin. Dritter lag. Am letzten Tage der Deutschen Schwimmeister- Ichasten am gestrigen Sonntag im Berlin-Grune- walder Stadion konnte Frl. Lotte Mühe (Hildesheim) ihre Dortagsleistung im 200-Meter- Brustschwirnmen wiederholen und schwamm put 3:11,2 einen neuen Weltrekord. Weitere neue deutsche Rekorde wurden von Handschuhmacher (Dortmund) ausgestellt. Handschuhmacher schwamm 800 Meter in der neuen Rekordzeit von 11:25,9, 1000 Meter in 14:21 und 1500 Meter in 21:39,7. Den zweiten Platz belegte Reitze! (Magdeburg) in 22: 16 vor I. Rademacher (Hellas) und Steinhauf (Berlin). In der 100-Meter-Freistilstrecke lieferten sich Heinrich und Schubert in der mäßigen Zeit von 1:05,2 ein totes Reimen. Knapp zurück endete Heitmann (Magdeburg). In der nochmaligen Qludttagung siegte der Breslauer Schubert in 1:03 knapp vor Heinrich 1:03,1. Die 4 - lOO-Meter-Freistilstaffel gewann Magdeburg 96 in 4:22. In der 3X100-Meter-Damenstaffel ging Borussia-Poseidon (Stettin) in 4:11 als Lleoerraschungssieger vor Germania 94 Berlin und Sparta 04 hervor. Die 4x200-Meter-Brust- staffel-Meisterschaft für Vereine holte sich der Schwimmverein Weißenfels in 13:11 vor Freiberg 1898 und dem Lübecker S. V. 96. Die M e i st e r s ch a s t i m Turmspringen wurde 'von P lu mannS (Köln) knapp vorRiebschläger » (Zeitz) gewonnen. DieDereinsmehrkamps-Meister- schaft war Sparta (Köln) nicht zu nehmen. 65 bis 71; geringe Kälber 52 bi« 64. — Schweine: Fettschweine übet 300 Pfund Lebendgewicht 64 bis 66 vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 65 bis 68: von etwa 200 bis 240 Pfund 66 bi« 69: von etwa 160 bis 200 Pfund 67 bis 69.50. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 62 bt« 66 Mk - M a r kt v e r l a u f Schleppend. Große r Alcberftanb. Schweine ruhig. Kälber bei ruhigem Geschäft erneut schwächer. Schafe wegen geringen Auftrieb« nicht notiert. Berliner PDultenbörje. Berlin, 14. Juli. Beim Wochenschluß war die Produktenbörse zur Eröffnung wiederum nur schwach besucht, so daß von einer S6itc*engercgt wird, den Produktcnmarkt Samstags auSfallen zu fassen. Angesichts des sehr günstigen Wetter« und schwächerer Auslandmeldungen zeigte sich 'Konkurse, Geschäftsaufsichtenund Vergleichsverfahren 1 92 7. Die Zahl der Konkurse im Reich einschließlich der abgelehnten Konkursanträge blieb im Jahre 1927 mit 7870 um mehr als 50 Proz. hinter der Ziffer des Vorjahres zurück. Die Abnahme entfällt fast ausschließlich auf Erwerbsunternehmungen. Auch die Zahl der Vergleichsverfahren, die am 1. Oktober an die Stelle der Gefchäftsaufsicht getreten sind, weist eine starke rückgängige Bewegung auf. Sie betrug im Jahre 1926 7454, im Jahre 1927 1437. • Die amtliche Großhandelsindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag be« 11. Juli berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 141,5 gegenüber der Vorwoche (141.4, nahezu unverändert. Von den Hauptgruppen stellten sich die Indexziffern für Agrarstosfe auf 136,0 (135,8), für Kolonialwaren auf 138,2 (138,0) und für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 135,4 (135,3). Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren weist mit 159,6 gegenüber der Vorwoche keine Veränderung auf. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 16. Juli. Tendenz: gc- schäftslvs. Die Börse eröffnete die neue Woche in f a st vollkommener Geschäftslosigkeit. Die Umsatztätigkeit wird nach wie vor durch den schwachen Ordereingang gehemmt. Die Grund st immung war jedoch im allgemeinen etwas fr« undlicher, wenn auch die vorbörslich genannten hohen Kurse sich nicht behaupten konnten. Günstig beurteilt wurde die Hoesch Wen...... jlf« Bergbau ..... ftl? 87, tt — 87.5 1 — Io|.-Wrd)trn . ... S».S — 51.5 61.5 vdnk U«Slo1..R> chik . . . 7% ßrantl. tzyp.-vl. »oU-ps. im- 17 16,9 17 17.1 hinget t>il 1988....... 90,5 — * <4% Wbeiniidx ew.4Jan! Liqu »otoi |............ K.7 fl.ie.iM.abj). 91-drieg*HDMeait»n., rÜdUctJ'S 1933 ..... - _ — — *% Etbioetz. vundesd^An!.. <% Ctlltrtridjtttfie Oottrtt. . . — _ • -ü Cff.tn. elibcmt..... .3.85 _ _ 7% Ctücnriil). etnlxltL Wte ■ . — — — «'. Ur.ganldi# «oldNe...... M.M5 — X Ä NngaNiLe Staat»t. o. 1810 . — <— ■ Mql. om 1913..... Unganlche Rtanrnttr..... — — — — 1.7 _ i X lOrt. golla»lech« #. 1»U . . 1% larftfe« iPoobübMn-enl.. 1t — 11 — ^trit 1........... 11.65 — _ 1 . 5 unb Yruxu-tfeW . U 181 183 174.83 181 174 Ufa a*in|L u. KanoMtoal . . u lisch« Beni......10 55 Z66.5 Ai «7 IM I —■ 163.75 163 ■ . 1C 160.5 183,6 160 159 Fant......IC 164 163.65 163.0.. KUtj.lx . . . — »m 'nnf . 139 1 2-j •a -T .......U 289 ■w* »7,1 t • Ftmikfutt a. M. BetHn Schlutz.! i.Uht. flute | flute Schluß-! Anfang flute 1 flute Datum: | 13. 7. | IG 7. 13.7. 16.7. Schlust.; l-Ubr. Schluh flute Unfang flut* flute | flute Datum: 13. 7. 16. 7. 13. 7. 16. 7. Philwp Hotzmann ■ . - . . 1 141.75 — 140,25 142 Mbelbttger Getnenl . . Jement ftadfiabt . . . . 10 . . 8 137.5 173 — — — Dayb 4 Steitofl .... • . 10 114.5 145 — — Lchulthet» ««»Innolet . . 15 — — 332.5 344 Cftmede . • - - . 12 ,295.25 — . 18 602 yemberg....... Zellstoff Walvdof . . . • . 14 . 12 395.5 532.5 291,5 515 394,5 Zellstoff wchaffenbura . Cbattohenbur irt Daster Destauer (H>torcn . . . . . 0 103 102 103 103 Temag ■ ...... . . . 0 * 55.25 54,2 üblctroerfe Äleort . . . e . . v 111 110.7] 111 111.ö tn.c.a........... . 8 168.5 Bergmann........ . S 19? Öleltt. Sltierungen..... 10 —— Ütd)t unb Uralt ...... 10 202.5 Reiten 4 (5uiUc8,42 112,09 112,12 112,41 7,655 <1,98 169,19 1.777 58,54 112,31 112.34 118,53 7,675 82,02 168,65 1.766 >H,3m 111,95 111.99 112,31 10,551 21,96 168,85 1.772 58,51 113,17 112..1 112.43 10.561 22.00 <0,399 1.1980 », 439 4,2060 20,375 4,1895 20.415 4,1975 Tari4. . • ■ Schwell . . Svanirn - 16,405 16,415 16.393 16,435 MJ.8I 50,97 Ml.72 60, .88 69,01 >9.15 69,05 64.19 yävan . . - Rio de Aan 1.944 J.502 1,93« 3.504 1,934 0.500 1.938 3.501 Bim tu T - C<ü. aboeft -9,34 >9,86 -9,00 59,13 - • 13,441 7.373 12,461 7,187 13.418 7,863 12.438 7,377 Vodav-st ■ 73,10 <3.24 <3,00 73,15 iPnIaarien 1,027 4,031 3.037 3.043 fstadon 18,78 18,82 18,88 18,92 Daurig. . . Qonftiimtn. 81,65 132 81.71 2.136 81,45 2,158 81,61 2,142 TUben. . 5.425 5,435 >.415 5,425 tanabe L1&: 4,1941 4.177 4.188 Um ■ aas • . 4,276 4,1*4 L26] 4,369 ».»23 20,963 20.90 1 30.94 f^ertta. i3. fVtrii -*eOb flmerckmwche Nv«,..... 4,177" 4,197 fielet#* Nrnro ....... Tflntldx . . ... , 56,63 111,88 56.87 112,31 Enalitche 'Rotrn *».37 tu 45 SS im» JtrnlP1' 0 61.6 vlchnft rieten: 1 t?Äi Ä 4%; Sfr. , ®°fceit Ole Q Runn Stall« Entwur ges als mitgetei fen Tra f (o mal En lol Japan len Els 6 pa ni wohl uf tu maÄ antwort! 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