Nr. HO Lrftes Blatt 178. Jahrgang Samstag, 16. Juni (928 Erich««»» lägltdj.anforT Sonntag* an» Jitrrtags Belieft«. Vtttztntr Jamdtenblättt! j^etmai 'm Bll» TXt Scholl« 2 7tfid)»mjrte an» 20 Retch»pft»Mg fir Trägt» lohn, auch btt Tltd}tcr» Ichtinen tl njdnerTlummem mfolg« höhtrtr SctnolL 3«rn|prrd)an| Stetuöniderei IL tauge ht Kietzen. Zchrittleittlng und SeschSstrstelle: 5chnlftratze 7. Innabet von lajetaea f*r di« Tagtsnummcr bti» jxm NachmMag vorher. Preis |ur 1 mm hohe tti Anzeigen von 27 mtn Brette onlich 8, auimärts 10 Betchapiennig- fftr Xe» Uameanteigen oon 70 mm Brette 35 Xfd)«.pfennig, platzvorschnii 20' . mehr. Thefredalttear Dr Fnedr. DUH Lange. Deranrwortlich lürDohtiii Dr Jr DUH Lange für Feuilleton Dr H stdyrwt, für den übrigen Ted Lrnft Dlumfchem, für ben An» |etgenteil Hurt hillmann, lämtlid) in Diesten Wirischafiswende? Daß sich tn der deutschen Wirtschaft, ebenso wie in der anderer QIaHonen, ein Tims chich- tungtproAef) von außerordentlicher Be- öcutuna vollzieht, ist ja schon seit geraumer Zett nicht mehr das Privatgeheimnis deS Wissenschaftlers. Die außerordentliche Lebendigkett. mit der sich saft alle Kreise und Schichten deS deutschen Dolles an der Erörterung der Kar- tellgefetzgebuna etwa oder anderer Probleme, wie des Schlichtungswesen- usw. beteiligen, zeiat doch, daß mindesten- da- Gefühl für die technische und geistige Revolutionierung der Wirtschaft ganz allgemein vorhanden ist. Alle diese Erörterungen drehen sich im wesentlichen um die Frage, ob es möglich ist, die freie Wir 5- schäft in der Form, wie sie der Deginn des industriellen Zeitalters, das 19. Jahrhundert, geboren hat, ausrecht zu erhalten, oder ob nach neuen Formen gesucht werden must. Da- Problem ist im Grunde durch gewisse Folgeerscheinungen der politischen Revolution bei uns. wenn auch unzulänglich und durchaus unbefriedigend. dahin entschieden worden, daß es eine freie Wirtschaft tn dem Sinne, wie sie noch zu Deginn unseres Jahrhunderts aufgefaht wurde, nicht mehr gibt. Wir zählen hierunter bei- fpielsweis» da- Detriebsrätegeseh, das Schlichtungswesen und andere Maßnahmen sozialer oder picudosozialer Art. durch die die Entwicklung der Wirtschaft selbst zweifellos in hohem Grade vorweg beeinflußt und in die Richtung gedrängt worden ist, die sie jetzt eingeschlagen hat. ES ist aber auch nicht au leugnen, daß sich schon feit Ende des vorigen äahrhundertS In der deutschen Volkswirtschaft Tendenzen geltend gemacht haben, die aus dem Stadium der absoluten Ungebundenheit und Freizügigkeit. auS dem Stadium der ungehemmten naturhaften Entwicklung hinüberleiten tn ein muc» Zeitalter der WirtschastS- aebundenheit. Die ersten Anfänge der Stjn- dizierung und Kartellierung einzelner Wirtschaftszweige liegen ja auch bei unS schon tn der Vorkriegszeit, und Amerika ist auf dem Gebiete der Vertrustung trotz aller gesetzge- berifchen Gegenmastnahmen Europa um ein gut Stück voraus. Der erste, der versucht hat. diesen Gang der Ding« wissenschaftlich zu erfassen und auS ihm die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen, war der bekannte englische Rationalökonvm 3. HL Keynes, der schon vor annähernd zwei Jahren daS damals berühmt gewordene Wort vom .End« des hisscr faire“ gesprochen hat. 3hm ist nun jetzt der Kölner Betriebswirtschaftler Professor Schmalenbach gefolgt, dessen bekannte Gutachten über die Lage im deutschen Braunkohlen- und Steinkohlenbergbau in der Oeff entrichtest einen lebhaslen Meinungsstreit, der auch stark auf daS politisch« Gebiet hinüber- spielte, ausgelöst haben. Schmalenbach hat dieser Tage aus einer Tagung der deutschen Betriebswirtschaftler in Wien eine Rede gehalten, die die clllerstärkste. Beachtung bei unS verdient. Er erklärt nämlich darin mit ganz dürren Worten. dast daS Zeitalter der freien Wirtschaft bei un- vorbei ist, und dast wir uns geradezu zwangsläufig auf dem Wege zu einer gebundenen Wirtschaft befinden, dast eS also nicht mehr in der Hand unserer Wirtschaftsführer liegt, ob sie diesen Weg zu Ende gehen wollen oder nicht. Er erllärt unter anderem, dast da-, waS wir zur Zeit erleben, im Grunde genommen nichts anderes sei. als die Erfüllung der Voraussagen des Sozialisten Marr. Und er begründet seine These mit der Verschiebung der Produktionskosten innerhalb des Wirtschasts- betriebeS. Der Anteil der proportiona len Kosten am Produktionsprozeß — Löhne. Materialien — wird immer kleiner, der Anteil der f i ff e n Kosten — Zinsen, Abschreibungen. Betriebsverwaltung — immer größer. Aus dieser Tendenz, die im wesentlichen in der technischen Entwicklung begründet ist, leitet Schmalenbach einen Zwang zur Produktion ohne Rücksicht, oder wenigstens doch ohne allzu- groste Rücksicht auf die Absatzmöglichkeiten ab, da eS eben bei dem hohen Stand der fixen Kosten selbst bei einem Absatz der Produktion unter den Selbstkostenpreisen immer noch billiger sei, zu produzieren als wenn man die Produktion verringern würde und trotzdem fast die vollen bisherigen Kosten tragen müßte. Sr weist weiter auf Die unzweifelhaft vorhandene Tendenz zur Rationalisierung unterer 3ndustrie in eine übergroße Kavazität hinein hin und gibt zum Schluß der U bc z ug nj Aufdruck, daß wir tn nicht allzu ferner Zeit zu einem Zustand kommen müssen, den auch die Zünfte besaßen: .Die Monopolgebilde der neuen Wirtschaft müssen ihr Monopol vom Staat empfangen, und auf der anderen Seite überwacht der Staat die Erhaltung der auS dem Monopol entspringenden Pflichten.“ Die Darlegungen Schmalenbachs sind immerhin einigermaßen überraschend, namentlich wenn man sich an den heftigen Kampf, der in der ganzen sozialistischen Presse gegen seine Gutachten geführt worden ist. erinnert. Zwritellos enthalten seine Ausführungen sehr viel Wahres, und es ist nicht zu leugnen, daß sich vom Rohstoff her eine immer deutlicher in Erscheinung tretene Tendenz zum Kartell, Trust oder Svndikat hin durch alle Zweige unserer Vollswirtschail hin- durch geltend macht. Hierin Hegt schon ein lehr hohes Maß von Gebundenbeit, das in der Tat sich kaum rückwärts revidieren [affen wird. Cs fragt sich aber doch, ob die Entwicklung wirklich bis zu bem Stadium führen muh, daS Schmalenbach annimmt. Praktisch Die Nominierung Hoovers. Mit überwältigender Mcchrheit hat der republikanische Parteitag den Handelkninister Hoover zum Präs ident schal tsk and cdaten nominiert. 3n vierzehn Tagen worden die Demokraten ihren Kandidaten nanchast machen, so daß nach einer kurzen Sommerpause in den Vereinigten Staaten der Wahlkamps entbrennen kann. Hoover ist urrs Europäern feine unbekannte Persönlichkeit mehr. Während des Krieges leitete er das belgische HilfSwerk. nach dem Abschluß des Waffenstillstandes versorgte er Mitteleuropa mit Lebensrnitteln. 3ahrelang hat er in den Vereinigten Staaten an der Spitze deS HandelSam.teS gestanden und von hier auS aufmerksam Z>le wirtschaftlichen Beziehungen namentlich zum europäischen Kontinent beobachtet. Seine Stärke liegt unzweifelhaft auf f i - nany und wirtschaftspolitischem Gebiet insolg dell n war eS nicht ungeschiclt von den Republikanern, ihn aufzustellen, da, falls er gewählt werden sollte, durch feine Persönlichkeit eine Garantie dafür gegeben ist. daß bei den künftigen Auseinandersetzungen mit den europäischen Schuldnerstaaten die amerikanischen Interessen gewahrt ©erben. Für eine Anullie- rung der Kriegsschulden, wie sie namentlich von Frankreich immer wieder gefordert worden ist. wirb Hoover nicht zu haben fein, ihm find auch schon jetzt vom republikanischen Konvent Dindungen mit auf den Weg gegeben. DaS bedeutet natürlich nicht, daß Teil« abstriche von den Schuldsummen ebenfalls ausgeschlossen sind. Hoover alS Präsident wird darüber mit sich reden lassen, dürste aber dabei doch in erster Lime mit dem Reparationsagenten Hand in Hand arbeiten, weil die Lösung des ReparationSprvblems nur in Verbindung mit der Regelung der internationalen Kriegsschulden möglich ist. 3m übrigen ist ihm vom Konvent zur Pflicht gemacht worden. alS Präsident die Vereinigten Staaten außerhalb oeSDölkerbundeS zu lassen, die Kriegs- ächtungSpolitik Kellogg- fortzuseyen, sich aber auf maritime AbrüftungSvorschlage nicht einzulassen. Wie die Aussichten HooverS sind, läßt sich natürlich jetzt schwer sagen, zumal sein Gegenkandidat noch nicht aufgestellt worden ist und auch daS demokratische Programm noch aus- steht. Hoovers (Sieg in Kansas Eiiy. Eine Botschaft des Kandidaten. — Die Bizepräsidcntschaft. Reuhork, 15. 3uni. (Tel.) Wie schon kurz gemeldet, wurde in KansaS Eith Hoover auf dem republikanischen Kongreß bereit- im ersten Wahlgang getDäbll Cooli dg e erhielt. obwohl er nicht ausgestellt war. 17 Stimmen. Die Gegner Hoorers. der Senator 2otoben, erhielt 74 Stimmen, obgleich er ebenfalls auf feine Ausstellung verzichtet hatte, Curtis erhielt 64. Watson 45. Rorris 34. Datoes 17 unb Hughes 4 Stimmen. Rur ein Stimmzettel war unbeschrieben. Der Abenb der Abstimmung begann damit, daß der Senator Lowden erklärte, nicht kandidieren zu tovllen, weil er glaubte, daß die 3nteresien der Landwirtschaft bei der Wahl keine Rolle spielen würden. Darauf schlug der Vertreter Kalifornien- Hoover zur Wahl vor. Hierauf folgten unbeschreibllche Svenen. 25 Minuten lang ließ man Hoover hochleben und marschierte tor ihm in Reihen vorbei. Dann wiederholten sich diese Kundgebungen weitere 20 Minuten. Es erfolgten dann die weiteren Wahlvor- schläge. die jedoch weiter kein Aufsehen erregten. Einige- Erstaunen rief eS nur hervor, als Coo- l i b g c doch aufgestellt wurde. waS ebenfalls zu Kundgebungen führte, als die Verdienste CoolidgeS hervorgehoben wurden. Als Kandidat der Republckaner für die Dize- präfidentschaft wurde Senator Maries CurtiS (Kansas) nominiert, da alle anderen vorgeschlagenen Kandidaten außer einem zugunsten Curtis' Aurüdtratcn. Vizepräsident DaweS erhielt, obwohl er nicht Vorschlägen war, 13 Stimmen. DaweS hatte am Vormittag die Delegation von 3llinoiS verständigt, et wünsche nicht vor geschlagen zu werden, obwohl er eine Roininierung annehmen würde. sallS die Mehrheit es wünsche. CurtiS. der republikanische Führer im Bundessenal, der un ersten Wahlgang mit 1062 Stimmen alS Kandidat für die Vize- präscdentfchaft ausgestellt wurde, gilt alS daS Bindeglied zwischen Hoover und dem Mac- Rary-Hoürgen- Zarmblock. Curtis ist tell- toeife von indianischer Abstammung und war tricher einmal 3ockeh. Die Abstimmung in KansaS City kommt einer großen Rieberlage der Farmer gleich, da auch die Anträge der Farmer auf bevorzugte Behandlung der Landwirtschaft niebergeftimmt wurden. 3n der Botschaft, die Hoover dem republtkanifchen Dattonalkonvent zugehen ließ und die heute verlesen wurde, dankte der republika- nifche Präfidenttchastskandidat zunächst für daS Kompliment, bas ihm bet Konvent durch feine Routinierung erwiesen habe unb betont sodann, tote sehr er alS amerikanischer Bürger auch feinem Geburtslande verpflichtet fei 3n keinem anderen Lande der Welt könne ein 3unge. der in einem kleinen Dorf geboren sei unb ohne Vermögen und ohne einflußreiche Verbindungen feine Laufbahn beginne, mit solch grenzenloser Hoffnung ht die Zukunft schauen. Unter zwei Präsidenten sei er in ba 6 Kabinett berufen Worten, unb er habe auf diese Weife die Bürde kennen gelernt, die mit dem größten Amt. bas ble Ration zu vergeben habe, verbunden sei. Sine neue Aera habe begonnen; neue Kräfte machten sich im wirtschaftlichen Leben bemerkbar, und biete Kräfte müßten unabläßlich beachtet werden, wenn es gelingen solle, den Wohlstand unb die allgemeine Zu- friebenhcit bes Volkes zu wahren. Der republikanische Prä idensichastskandidat stimmt bann weiter dem gestern angenommenen Parteiprogramm zu unb erllärt, baß er, falls er im Rovern der gewählt werbe, seine Wahl alS einen Auftrag der Wähler betradjlcn werde, die Wehrmacht auSzubauen. den Außenhandel au fördern, die ameri'ansichen HllfSquellen zu erfchließen unb bic amerikanischen Arbeiter, Farmer unb Geschäftsleute gegen b i e Konkurrenz zu schützen, bie ihnen aus bem AuSlande infolge ber in manchen Ländern herrschenden weniger günstigen LebenSbebingun- gen drohe. Schwierigkeiten für die Große Koalition. Hermann Müllers Verhandlungen auf einem toten punkt. Berlin, 15.3uni. (priv Tel.) Dm Reichstag herrschte gegen Abend der Eindruck vor, daß die Verhandlungen über die Regierungsbildung auch heute kaum vorwärts gekommen sind, daß vielmehr die Stagnation durch ein (Eingreifen des Führers der Deutschen Volkspariei, Dr. 5 11 e fern a n n , auch nicht Überwunden worden ist. Dr. Strefenumn hat nur kurze Zeit mit einigen Herren vom Fraktionsvorstand gesprochen und ist dann wieder heimgesahren, weil er größeren Anstrengungen körperlich offenbar noch nicht wieder gewachsen ist. Dm Anschluß an diese Besprechung hat sich bann die oolksparleiliche Fraktion erneut mit der Regierungsbildung beschäftigt, aber nur mit dem Ergebnis, daß sie bei ihren früherenEntschliehvngeo in der preuhenfrage beharrt, von Bedeutung ist in dieser Situation aber, daß anscheinend zwischen einflußreichen perfönlichkellen der preußischen Fraktionen Fühlung genommen ist mit dem Ziel, doch noch eine Kompromißlösung zu finden, die man auf diesem Wege für eher erreichbar hält, weil die vom preußischen 2fii- nisterpräsidenten abgelehnte Pression von Reichs- stellen damit ausgeschaltet ist. Dm Reichstage verlautet, daß am Samstagvormittag neue Verhandlungen des Abgeordneten Hermann Müller mit den llnterhandlungsausfchüssen der für die Regierungsbildung in Frage kommenden Fraktionen stattfinden werden. Man nimmt an, daß bei diesen Besprechungen nun die preuhenfrage zunächst auegefdjaltet und dafür die Klärung des sachlichen Programm» in den Vordergrund gestellt wird. Vie Wünsche der Fraktionen beziehen sich auf das soziale, da» wirtschaftliche und da» Finanzgebiet und umschließen zweifellos noch eine große Anzahl von Melnungsverfchiedenheiten, so daß die Verhandlungen sicher einige Zeit in Anspruch nehmen dürften, lieber da» Arbeit-Programm für die Reichsregiernng ist auch bereit» in Unterhaltungen von Fraklionssührern gesprochen worden. So hat B. Dr. Scholz eine lange Unterredung mit Dr. Koch gehabt, und es wird von beiden Seiten betont, daß sie In durchaus befriedigender Weise verlaufen sei. was die Verhandlungen der Vorstände der preußischen Koalitionsparteien mit der Laadtagsfraktion der Deutschen Volkspartei über die Erweiterung der Regierungsbafi» In Preußen betrifft, so sind nach einer Mitteilung ber „Dort. Zig." ber Führer der preußischen Zen- trumsfraktion, Abg. Dr. Heß, und der Wohlfahrtsminister Dr. hirtsiefer, der gleichfalls dem Zentrum angehört, telegraphisch nach Berlin zurückberufen worden, um an diesen Verhandlungen teilznnehmen. Die Führer der Weimarer Koalition werden sich vorerst untereinander schlüssig werden und sodann der Deutschen Volkspartei von dem Ergebnis ihrer Beratungen über die Dntcr- prefation der Erklärung über die Umbildung des preußischen Kabinett» Mitteilung machen. Das Reichsarbeitsministerium. Begreifliche Zurückhaltung der Lozialdemokratie. Köln, 15. 3unL (Xil.) Das DezirkSkartell der Christlichen Gewerkschaften Köln teilt mit: .Bekanntlich hat der mit ber Reubtldung her ReichSregierung beauftragte Führer der Sozial- demokratifchen Partei Müller-Franken an Herrn Dr. Braun- bie Bitte um Heber- 'rahme des ReichsarbeltSministe- r t u rn s gerichtet. Diese Tatsache mag für Henn Dr. DraunS ehrenvoll und schmeichelhaft sein, bedeutet aber faktisch für die Sozialdemokratie glatte Ausgabe ihrer bisherigen Agi- tationSmethoden gegen Dr. Brauns unb den Versuch, sich an der Verantwortung zur Leitung deS sicherlich unpopulärsten Ministeriums vorbeizudrücken. Die Christlichen Gewerkschaften Köln- sind nicht toillenS. ohne Widerspruch diese Absicht zur Tat werden zu lassen. Das DezirkSkartell der Christlichen Ge- werkschasten in Köln hat beispielsweise am feurigen Vormittag folgendes Telegramm an den Vorsitzenden des Deutschen Dewerkscha'tSbundes, Herrn Abg. Dr. Stegerwald, Berlin, der ja mitten in den Verhandlungen ber Regierungsneubildung steht, gerichtet: »Rach dem von den Sozialdemokraten besonder« gegen Dr. Brauns geführten gehässigen Wahlkampf und sonstigen Angriffen in der Verwaltung gegen Dr. Braun- und die Christlichen (3c- wertschasten, bitten Kölns Christliche Gewerl- schasten, das Arbeitsministerium den Sozialdemokraten zur vollen Verantwortung zu überlassen." Auch die Wifffchaftspariei fordert Erweiterung der Preußenkoalition. Berlin, 15. 3unL (Privattek.) Die Reichs- tagsfrakrion der Wirtschaft-Partei bc- fchästtgte sich heute abend in einer Sitzung mit den Verhandlungen über die Regierungsbildung. Die Fraktion betonte in ihrem Beschluß nochmals ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit zur Regierungsbeteiligung. Sie sprach den Wunsch au-, daß auch in Preußen e.ne entsprechende Erweiterung der Regierung erfolge, verlangte aber nicht die Festlegung cincs Termins dafür. Der Fraktion-vorlitzende, Abg. Drewitz, begab sich nach der Sizung zum Abg. Müller-Franken, um ihm die Forderungen vorzutragen. die die Fraktion im Interesse des Mittelstandes zu stellen hat. würde das zu einem mehr oder minder verschleierten Staatsfozialismus führen, der für Blühen und Gedeihen des Wirtschaftsleben- unterer Auffassung nach das Ende bedeuten müßte. Die Schäden, die Kartell unb Shnbitat schon heute hier und da aufweifen, vor allem der den freien ilntcrncljmergeift start einengenbe Bürokratismus, sie würden dann noch sehr viel schärfer in die Erscheinung treten, als das schon heute der Fall ist. Die restlos durchae.ührte Gebundenheit unserer Wirt- schast, die Schmalenbach erwägt, würde aber auch in ihrer letzten Auswirkung sich gerade gegen die Kreise kehren, die Schmalenbach heute als Kronzeugen für die Richtigkeit ihrer Wirt- schaftsausiaslung anführen: Gegen die Gewerkschaften. Eine radikale Derwirllichung der Forderungen Schmalenbach- an die Kohlenindustrie etwa, mit der er außerordentlich scharf ins Gericht geht, würde bedeuten, daß von heute auf morgen mehrere 103 030 Bergarbeiter brotlos würden. Wir können nicht annehmen, daß daS der von gewerkschaftlicher Seite beabsichtigte Effekt ist, um so weniger, als erst dieser Tage Zhe Bergarbeiter der staatlichen Gruben im Ruhrgebiet unter allen Umständen das Fest- Halten an dem jetzigen Absatz in das bestrittene Gebiet zur Ausrechterhaltung ihrer Beschäftig gungsmöglichkeit verlangt haben. Schmalenbach fordert aber grundsätzlich Preisgabe dieses Kampfes um die europäischen Absatzmärkte mit der Begründung, daß dadurch Riesenkapitalien ins Ausland wandern, deren angnnessenr Verzinsung auch nach einer etwaigen Preiskonvention mit den übrigen Kohlrnproduzenten Europas sehr wahrscheinlich nicht erreicht werden könne. Hemmungslose Hingabe an die Schmalen- bachichen 3deen wäre also im Augenblick außerordenllich gefährlich, namenllich in sozialpolitischer Hinsicht. Trotzdem enthalten seine Darlegungen natürlich sehr viel Richtiges, und wir halten es für absolut notwendig, daß man sich in unseren führenden Wirtschaftskreisen sehr gründlich damit auSeinanderfetzt. Das gllt nicht nur für alle die Zweige der deusichen Wirtschaft, die. wie beispielsweise die Automobilindustrie sich vor die Frage gestellt sehen, ob sie sich zur Erzielung ihrer WettbetoerbSsähigkeit aus dem Weltmarlt zusammenschtiehen sollen. DaS gilt mindesten- m dem gleichen Grade für die schon vorhandenen Syndikate und Kartelle, die um einer wirtschaftlichen Detriebssührung willen fi# einmal ohne Ansehen der Person mit der Prüfung ihrer feststehenden Produktionskosten, mit dem zunehmenden Bürokratismus und anderen Fragen beschäftigen sollten. Wir meinen, daß sie hieran selbst am stärksten interessiert sind, gerade um die Gefahr noch stärkerer staallicher Eingriffe abzuwehren. Die Tendenzen dazu si-nd, wie das der Vortrag Schmalenbachs beweist, vorhanden. Wollen sie nicht selbst Schrittmacher des Sozialismus im Sinne von Marr werden, dann wird es Zeit, daß sie sich freiwillig zu den erforderlichen Reformen entschließen. Oer Oonezprozeß. Moskau 15. 3unL (W.T.B.) 3n den Verneinungen der AnaeUagten De ter und Bratanow s k i im Dchachchprozeß spielten die sogenannten Kommandierungen für OrganisationS- plähe eine grob* Rolle. Die Aussagen dieser Angctlagten ergänzen sich zu einer Anklage gegen das Au-lanL. erwecken aber in dem objektiven Zuhörer die lleberzeugung. daß eS den Genannten weniger um ein reuiges Bekenntnis der faktischen Schuld zu tun ist alS Zxmim, gewifsermaßen durch ein älebergeständ- niS die Aachsicht des Gerichtshofes zu gewinnen. Ramenilich Bratanowsii, der in geradezu schamloser Weise neuerdings die Beteiligung deutscher Firmen an den Schachth-chlmtrieben und zwar unter voller Ra- mensnennung der Firmen AEG . Siemens. Eyck- Hos. Knapp erwähnte, ohne trotz entsprechender Anfrage vom Vorsitzenden auf die Rot- Wendigkeit oder Möglichkeit, sich in geschlossener Schung zu diesem Thema zu äußern, hinge- wiesen zu werden, machte bei aller schauspielerischen Ruhe den Eindruck eines moralisch zu- sammengeorochenen Menschen, dem eS gar nicht darum zu tun ist. zur Ermittlung der Wahrheit beizutragen. Er schreib vielmehr nur bestrebt zu sein, sich als Opfer der Verführung ausländischer Organisationen hin- zustellen, die in Erwartung deS Zusammenbruches des SowjetrcgimeS Gesinnungsgenossen aus alter Zeit in Rußland kauften, um die Unversehrt- beit ihreS einstigen Grubenbesitzes zu erhalten und den Boden für eine 3ntervention vorzu- bereitem Die bisherigen Prozeßoerhandlungen gegen die 63 angetlagten Donez-Ingenieure haben drei Grup- pen von Angeklagten ergeben: Geständige, teilweise (beständige und sich als unschuldig Bezeichnende. Zur zweiten Grupp« gehört u. a. der deutsche Monteur Bodstieber, von der Firma Knapp, dessen Staatsangehörigkeit noch zweifelhaft ist, da er an- gab, der österreichischen Armee angchört zu haben. Die beiden anderen Deutschen, Otto und Meyer, haben von vornherein alle Beschuldigungen zurück- gewiesen. Biele der Angeklagten, die sich vor dem Untersuchungsrichter angeblich als teilweise schuldig bekannten, haben im Verlauf der öffentlichen Verhandlungen diese angeblichen Geständnisse widerrufen. Das Gericht befaßte sich bisher hauptsächlich mit der Tätigkeit der Angeklagten im Doncz- gebiet selbst. Nunmehr soll bie Verhandlung der angeblichen Berschwörerzentrale inChar- kow und Moskau und ihrer Beziehungen zum Auslande, erfolgen. Dor allem soll ermittelt werden, woher die finanzielle Unter st ützung der Organisation erfolgte und welche Beziehungen mit den früheren Grubenbesitzern in Polen und Frankreich bestanden. Dec ehemalige Grubenbesitzer Dworschantschik, der jetzt in Polen weill, soll angeblich Anweisungen zur Ersäufung der Gruben gegeben haben. Die Derhandlung der Beziehungen der Angeklagten zu den polnischen und französischen Konsulaten, durch deren Vermittlung die Gelder beschosst worden sein sollen, ist auf Protest der verdächtigen Staaten zurückgestellt worden und wird voraussichtlich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erfolgen. Die Vernehmung der deutschen Angeklagten soll ganz zum Schluß des Prozesses erfolgen. Nur Dadstieber ist bereit» jetzt vernommen worden, weil er in die Grupve der teilweise Geständigen gehörte. Die un- fiewöhnlich scharfen Ausfälle Badstiebers gegen eine Firma, geaen das deutsche Unternehmertum und den Kapitalismus im allgemeinen, haben eine gewisse Hochspannung gezeitigt. Zur Freude der l Staatsanwaltschaft begründete er seine unoeheuer- lichcn Aussagen damit, daß er al» Arbeiter ' cor einem Arbeitergericht stehe. Der , u. a. darau» hervor, daß nicht nur die Firma Knapp, Ingenieur S e e b o l d in Charkow ist bereits nach Moskau unterwegs, um den Aussagen Dodstiebers entgegenzutreten und seine Firma zu rechtfertigen. Wie unhaltbar die Aussagen Badstiebers sind, geht u. a. daraus hervor, daß nicht nur die Firma Jtnapp sondern auch die Arbeiterschaft derselben kürzlich erklärt haben, daß die nach Rußland gelieferten Maschinen au» genau dem gleichen Material und ebenso sorgfältig hergestellt wurden, wie die nach England, Frankreich und Belgien gelieferten. Don keiner anderen Seite seien bisher Beanstandungen dieser Maschinen eingelaufen. Oie Ranking-Regienmg. Flaggenwcchsel der diplomatischen Vertretungen. Washington. 15. 3uni. (WB.) Der hiesige chinesische Gesandte Alfred S z e wurde von der südchinesischen Regierung beauftragt, hier als bevollmächtigter Vertreter zu fungieren. Dze nahm diesen Auftrag an und verständigte daS Staatsdepartement, welches von der Mitteilung Kenntnis nahm. Dze. der amerikanische Schulen besucht und auf der Universität (Sorten studiert hat. ist hier allgemein beliebt. 3m Staatsdepartement wurde angedeutet. daß er persona grata sein würve. sobald die Ranking-Regierung von 'Amerika a n - erkannt sei. Hierüber werde jedoch noch eine gewisse Zeit vergehen, und bis dahin werde die amerikanische Regierung, wie seU Mai 1926, mit dem jeweiligen Machthaber in Lhina über die jeweils akuten Fragen verhandeln. Der kürzlich hier eingetroffene Spezialgesandtc der Muomintang. W u. der hier gegen 3a- pans Vorgehen in Dchantung und der Mandschurei Protest eingelegt hat. wird demnächst nach Shina zu rückt ehren. Sine offizielle Stellungnahme der amerikanischen Regierung zu' dem Protest wird, wie verlautet, nicht erfolgen. Man nimmt hier vielmehr an. daß die Lage in Rordchina durch den von anderer Seite dementierten Tod TschangtsolinS sich wesentlich geändert habe und daß größere Komplikationen nicht mehr zu erwarten seien. Nachdem bereits auf dem Gebäude der chinesischen Gesandtschaft In Washington die Flagge der Ranking-Regierung gehißt worden ist, wird nun auch die chinesische Gesandtschaft entsprechend den Anweisungen der Ranking-Rc- gierung handeln. Di« 'Verzögerung der Maßnahme in Berlin erllän sich daraus, daß die telegraphische Anweisung der Ranking-Regierung, die im übrigen allen diplomatischen Vertretungen EhinaS in der Dell zugegangen ist. in Berlin mit großer Verspätung etniraf. Das Hissen der Flagge selbst bedeutet, wie uns von der Desarrdtschaft mitgckilt wird, demnach keinen Akt der Anerkennung der neuen Regierung, sondern ist lediglich die notwendige Amnestieanträge im Reichstag. Das Parlament vertagt sich bis zar vollzogenen Kabinettsbildung. Berlin, 15. 3unL (V. D. Z.) Auf der Tagesordnung stehen die Amneftieanträge der Kommunisten, der Deutschnationalen und Aa- tionalsozialisten. Der kommunistische Antrag fordert Amnestie für alle Straftaten, die auS politischen Beweggründen begangen worden 'ind. Ausgeschlossen sollen nur Personen sein, die sich an den Mordtaten oder Mordverschwörungen der Schwarzen Reichswehr, der Organisationen Konsul, Roßbach und der bayrischen Einwohnerwehr und der Reben- und Hilfsorganisationen der vorgenannten Verbände als Täter, Anstifter, Geldgeber oder Gehllfen beteiligt haben. — Die Anträge der Deutsch- nationalen und Rationalsozialisten stimmen fast wörtlich überein. Sie wollen von der Straffreiheit Personen ausfchliehen. die wegen Landesverrats oder wegen Verrats militärischer Geheimnisse Dcr-rteiÜ sind, wenn in den Urteilsgründen Eigennutz oder gewinn'üchtige Absicht festgestellt ist. Der deutschnationale Antrag unterscheidet sich vom nationalsozialistischen nur dadurch, daß er auch die Tilgung der Vermerke über die nach diesem Gesetz erlassenen Strafen im Strafregister verlangt. Abg. Höllein begründet den kommunistischen Antrag. Um den Sozialdemokraten die Möglichkeit zum Ausweichen zu nehmen, hätten die Kommunisten in ihrem neuen Antrag ausdrücklich die Fememörder ausgenommen: jetzt müßten die Sozialdemokraten zeigen, ob sie ihr feierlich gegebenes Versprechen halten wollen durch Annahme her kommunistischen Anträge. Abg. Dr. Gverlintz (Dn.) empfiehlt den Antrag der Deutschnattonalen zur Annahme. Hinter diesem Antrag ste-e da- ganze nationale Deutschland. (W:d:r vruch und Zurufe von linkS.) Der Redner verweist auf die Feststellungen des Stettiner Gerichts i n Klapproth-Pro^eß. Daraus ergebe sich, daß von Fememord nicht gesprochen werden könne, sondern daß es sich um die nationale Rotwehr gec.cn Derr i ter gehandelt habe. Mir ist es eine Ehrenpflicht, am 15. 3uni. dem Tage, an dem unser regierender Kaiser ...... (Große llnruhe und Lachen links.) Ein Mitglied der so ia'demokratischen Regierung Braun, der Kultusminister Dr. Becker, hat seinerzeit erklärt: ^Deutschland und der Kai er sind eins!" (Höril Hort! rechts, Lachen und Unruhe linkS.) Wir gedenken in Liebe und Verehrung unseres Kai ers. (Händellatschen rechts, Unruhe links. Abg. Kuhn (Soz.) ruft: . Fürstenknecht!" und erhält einen Ordnungsruf. Abg. Dr. Frick (Aalsoz.): Durch die Schuld der Sozialdemokraten und des bürgerlichen Schleims der Mitte ist die Amnestie bisher verhindert worden. (Ruse linkS: Da hat wohl Höllein sein Manuskrrpt liegen lassen!) Wenn Hergt ein Mann wäre und nicht bloß eine Bureaumaschine, bann hätte er längst die nationalen Männer freilassen müssen, die wegen der Unschädlichmachung von Verrätern im Gefängnis sitzen. Abg. Landsberg (S.): Wir nchmen heute denselben Standpunkt ein, wie im März d. 3. Wir wollen einen Strich machen unter die Straftaten und Verfolgungen auS der 3nflationSzeit. aber wir müssen eine Ausnahme machen mit Mord und Totschlag. Wir wollen nicht den Meuchelmord als politische- Kampfmittel zu- lassen. Wir wollen die Amnestie auch ausdehnen auf die Straftaten, die auS sozialer Dor heraus geboren wurden. Die Anträge werden hieraus dem RechtSauS- schuß überwiesen. 2ll>g. Esser (Z.) begründet hieraus einen Zentrumsantrag, zur Desseruna der Rotlage in den westlichen und östlichen Grenzgebieten die sofortige Auszahlung der im Grenzsonos für 1928 bereitgestellten Mittel zu veranlassen. die durch die Grenzziehung entstandenen Schäden baldigst abzugelten und weitere Hllfsmaßnahmen vorzuberctten. Abg. David (Soz.) ctl.äd nch mit dem Anträge durchaus einverstanden, da der Rot in den Grenzgebieten baldmöglichst und nachhaltigst ab- geboten werde: müsse. Da indessen noch leine Regierung vorhanden sei und der Reichstag noch nicht in der Lage sei, bie Verhältnisse zu prüfen, schlage er eine lieberweisung des Antrages an den Ausschuß vor. Es müßten auch solche Gebiete verücksichllgt werden, die nicht unmittelbar an bet Grenze lägen. Abg. Dr. v.Dryandet (Dn.) fordert neben b:r wirtschaftlichen Denkschrift gleichzeitig eine Denkschrift über die Entwicklung bet Besatzung-Verhältnisse einschließlich der AuSschrcr- tungen, tec Werbung zur Fremdenlegion und der innerhalb und der außerhalb des besetzten Gebietes lest gestellten französischen Spionagealte. Das ganze besetzte Gebiet sei einig in bet scharfen Ablehnung te: sog. ..äläments stab ".es“, bie von allen anderen Absichten geradezu eine Legalisierung ter ungeheuerlichen französischen Spionage in Deutsch land herbei führen würde. Die wirtschaftliche Rot verlange eine grundsätzliche Umgestaltung bet gesam.en WirtschaftS- und Handelspolitik. Die Pialz, bie ihre Absatzgebiete verlöten habe, ersticke unter dem gewaltigen 3mpoct französischer Produkte. Er bitte dringend, daß bie Denkschrift nicht nur vom Rheinlandministe.iam, sondern vorn -gesamten M.nisterrum eingercicht würde. Es handele sich um eine schwere nationale Gefahr, die Abhil e verlange. Staatssekretär Schmidt bittet, alle Anträge an den Ausschuß zu überweisen, damit sie dort gemeinsam beraten werden könnten. Für die Westbezirte feien 15 Millionen Mack in größeren Beträgen an die Länder über führt und je nach den praktischen Bedürfnissen verteilt worden. ES bestehe also kein Hindernis für die schleunige Durchführung. Aber es seien noch gewisse andere Hemmungen eingetreten. Die Reichsregierung fei bereit, eine Denkschrift über die Lage der besetzten Gebiete vorzulegen. und auch auf die von Herrn Dr. von Drhander bezeichneten Fragen näher einyugehen. 2lba. Hepp (Chr.-Rat. Bauernp.) spricht über die Rotlage im Westen, die durch daS willkürliche Bauen der Desatzungsbehörden zu militärischen Zwecken hervorgerufen werde. Man müsse das Land, das dem Bauer gehöre, dem Dauer toiebet xurüdgeben. Ohne eine tzroßzügige Steuer- und Kreditniederschlagung könne man der Rot bet Winzer nicht steuern. Wir werden dafür sorgen, daß bie neue ReichSregierung das von einer anderen Reichsregierung geschaffene landwirtschaftliche Rotprogramm auch zur tatkräftigen Hilfe der Landwirtschaft durchführt. Die Anträge werden an den HaushaltSaus- fchuh überwiesen. Um 6,15 llhr erbittet und erhält der Präsident die Ermächtigung, die nächste Sitzung crnzuberaumen, wenn die neue Regierung gebildet ist. Folge der Verschiebung der Machtverhältnisse im chinesischen Reiche. Es zeigt dies jedoch, daß die Ranking-Regierung nunmehr vollkommen in die Rechte der chinesischen Zentralregierung eingetreten ist und sich als die chinesische Regierung betrachtet. Oie Ablehnung des revidierten Gebetbuches. Tie Haltung des britischen Unterhauses. London, 15. Juni. (TU.) Die Abstimmung über das revidierte Gebetbuch, die mit 266 gegen 220 Stimmen die gestern schon kurz gemeldete Ablehnung brachte, bildete eine der aufregendsten Szenen, die das Unterhaus seit längerer Zeit sah. Das Haus und alle Galerien waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Als bei der Stimmenzählung offenbart wurde, daß der auf der Peers-Galerie den Verhandlungen beiwohnende greife Erzbischof von Canterbury auch diesen letzten Kampf verloren halle, wurde ein Bei falls versuch schnell eingestellt und in tödlicher Stille da» Ergebnis verkündet. In der Aussprache halle der Innenminister Joynson Hicks gegen die Vor läge gesprochen, während Churchill sich sehr nachdrücklich für die Annahme des neuen Gebet- buches eingesetzt hatte. Den Abschluß der Aussprache blldete ein« Rede Baldwins, der persönlich seine Zustimmung zu dem Gebetbuch befannt- gab, aber betonte, daß es sich hier um eine Frage persönlicher Entscheidung handele. Das revidierte Gebetbuch stellte nach feiner Ansicht eine angemessene Angleichung an moderne Ideen bar, und gebe der Geistlichkeit die Möglichkeit, sich ihnen anzupassen. Ob das Buch angenommen oder abgdebnt werde, die Kirche werde In jedem Falle grofje Schwierigkeiten zu überroin- den haben, aber die Ablehnung würde diese Schwierigkeiten noch vergrößern. Die Erzbischöfe von Canterbury und Pork haben kurz nach der endgültigen Ablehnung des Gebetbuches durch das Unterhaus einen Aufruf an die Oeffentllchkeit ge richtet, in dem zur Ruhe und Geduld gemahnt und gebeten wird, sich jeden bösen und unfreundlichen Worte» zu enthalten. Die beiden Erzbischöfe wurden pcranlaffen. daß der Oeffentlichkeit bald die notwendige Führung von der Kirche gegeben werde. Dazu sei natünid) etwas Zeit nötig. In der Zwischenzeit würden sie beten, daß Gott der Allmächtige helfen möge, seinen Willen richtig aus- zulegen. Äor der Freilassung der auionomistischen Deputierten. Paris. 15. 3uni. (WB.) Zu Beginn her heutigen Kamme rfitzung wurde bie Wahl bar beiden elsässischen Abgeordneten Dr. Ricklin imt> Rosst- für gültig erklärt und zwar ohne I Debatte. Bei der Anklagekammer in • Evlmar ist ein Antrag der Abgeordneten Dr. Ricklln und Rosss auf provis oris che Freilassung ringe- gangen. Rach dem Gesetz muh bie Anklagekammer innerhalb fünf Tagen eine Entscheidung treffen. Wie der „Quotibien“ schreibt, haben sich bie elsässischen Geistlichen, ber päpstliche Runtius, die Abgeordneten und bie Minister verständigt. Es ist fein Hindernis vorauszusehen. Dr. Ricklin und Rosse werden Anfang kommender Woche in Freiheit gesetzt werden und Ende der Woche an den Beratungen ber Kammer teilnehmen. Oie Nordschleswiger Sammlungsbewegung. Apenrabe, 15. Juni. (WD.) Der Führer der deutsch-dänischen Sammlungsbewegung, Lei, und sieben Deutsche und Dänen wurden gestern nachmittag vorn dänischen König auf feiner Jacht „Dancbrog“ in Audienz empfangen. Lei wies in einer Ansprache auf die Forderungen und Wünsche der Bewegung yin, die von den dänischen Staatsministern abgewiesen und nicht einmal in Erwägung gezogen worden sind. Der König erwiderte, er könne eine bestimmte Antwort nicht geben, da Regierung und Reichstag in dieser Frage mitzusprechen hätten; er freue sich aber, daß die Herren sich vertrauensvoll an ihn gewandt hätten und danke ihnen dafür. Die Abordnuna war von dem Empfang sehr befriedigt und betonte, rote angenehm der Gegensatz zwischen der wohlwollenden Hallung de» Königs und dem abweisenden Tone bes Staatsministers berührt habe. Amundsens Hilfsexpedition. Mit einem französischen Wasserflugzeug von Lpitzdergen aus. Paris, 16. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der fron- zöfische Flieger (3 u i l b a u b , ber mit einem großen Wasserflugzeug, das ursprünglich für den Trans- ozcanslug beftimmt war, sich an den Versuchen, No- bilc zu retten, beteiligen wird, wird heute vormittag gegen 9 Uhr ft a r t e n , um zunächst nach Bergen zu fliegen, wo Amundsen an Bord gehen soll. Außer G u i! b a u b werden sich an Bord befinden der Marineleutnant Decuveroille sowie ein Ra- diotelegraphist und ein M e ch a n i k e r. Don Bergen aus, wo Amundfen alle Vorbereitungen für die Ausrüstung de» Flugzeuges zum Norbpolslug getroffen Haden wird, führt die zweite Etappe noch Spitzberaen. Amundfen erklärte, daß er versuchen werde, soweit al» irgenbmöglld) nach Norden oorzu- bringen. Morgen abend werde er nach Bergen abreifen. Wenn das Flugzeug genügend Benzin an Bord genommen hat, werde er nach Xromfoe fliegen, wo der Proviant vervollständigt und Betriebsstoff nachgefüllt werden soll. Don Xromfoe gehe bann der Flug nach Kingsbay. Denn wir auch, so erklärte Amundfen, rom Detter abhängig sind, so werden wir doch fobalb als möglich von Kingsday, unserer Operationsdasis auf Spitzbergen, aufbrechen, um Nobile zu suchen. Wir sind nicht imstande, auf dem Eise zu landen, aber wenn mir Menschen in der Nähe von offenem Was- s e r finden, werden wir sie an Bord nehmen. Andernfalls werden wir Proviant und die von No- btle verlangten Ausrüstungsgcgenstände abwer - f e n. Der große Aktionsradius ber französischen Ma- ichine wird un» die Möglichkeit geben, eine ö st - liche Flugroute zu verfolgen, um einen Teil der verunglückten „3talia* zu suchen Die Au»- rüsmngsgegenstände werden in Oslo beschafft »erben. Leutnant Dietrichson wirb un» bi» Spitzbergen begleiten. Bergarbeiterentlassungen im Huhrbergbau. Recklinghausen. 15. 3unt (WB.) Heute fanden hier im Beisein aller beteiligten Stellen Verhandlungen wegen Einschränkung des Betriebes auf den Schachtanlagen der Zeche .General Blumenthal" statt. Es sollen insgesamt bis zu 653 2eut* jjx t (a f f e n werden. Auf der Zeche .Schläael und Eisen" wurden ebenfalls Verhandlungen zwecks Entlassung von Bergarbeitern geführt. Hier sollen bis zu 553 Bergleute entlassen werden. Die endgültige Entscheidung liegt jetzt beim Regierunaspräfidenten. Den 1030 Bergarbeitern, die auf der Zeche .ilnfee Fritz" entlassen werden sollen, ist h.-ute die Kündigung zugestellt toor'en. Die endgültige Entscheidung des Demobilmachungskommis- sars steht aber noch aus. Oie Dresdner Tagung des O. H. D. Unter großer Drie.ligung der Verbands- Mitglieder Deutschlands und des Auslandes fand in Dresden der V'rbandstaz des Dru.^nationalen HandlungsseZil en-Derbandes statt. DaS Qkrttxiltuna8milgliej Max Habermann, Hamburg. sprach über bie Deru ung der Kaufmanns- acbil en zur nationalen Bildung. Seine Ausführungen klangen aus mit dem Wunsch, daß die vom Derbandslag beschlossenen Maßnahme -, wonach in allen Ortsgruppen Verba:.d. Heime zu errichten sind, eine wesentliche Vert e ung dec Bildungsarbeit des Verbandes he.bei ühre. — Die Re.chStagsabgesrdne.en Lambach (Dn.) und Gerig (Zentr.) sp.achen über die Ä.e.lung des Verbandes im politischen Leben. Dazu ist bemerkenswert, daß der par.e pokitisch-neutrale Kurs deS Verbandes toc'te- ausrecht erhalten bleibt. Am Sonntag sprach Un ZirkuS Sarralani unter starker Anteilnayme dec Oeffentlichkeit vor etwa 5500 Besuchern zunächst Georg Brost, Mitglied deS Reichswirtlchaltsrats, über das Be- rufsauSbildungsgesetz unb die Lage der älteren Anaestellten. Bedeulnnasvsll war darauf die groß angelegte Rede deS Derbandsvorstehers Hans Bechlh. Er setzte sich auseinander mit den [eutijen S'.aatSverhälttnssen und führte weiter auS, daß im nationalen Mythos die lebendigen Kräfte des deutfchen Dolles lebendig sind, daß nur daraus die soziale Frage und die sv- zicAc Rot gelöst werden könne. Ss sei bas Höchste des Verbandes, daß er die deutschen Männer mit sittlicher Kraft erfülle und Führernaturen erziehen könne, die sie zur Tragung und Dereik- willigkett dec letzten Verantwortung fähig macht. — Unter der sehr großen Zahl der Ehrengäste bei der Kundgebung Im Zirkus seien u. a. genannt : Reichswirtschaftsminister Eurtius, ReichSverkehrSminister Koch und der sächfifche Arbeitsminister Elsner. DaS Erscheinen deS Ministers SurtiuS war um deswillen bedeutungsvoll, weil unter ihm der Entwurf des Berufs- ausbildungSgefetzes entstand. 3n seiner Bearü- hungsansprache ging der Herr Minister näher darauf ein. Die Wetterlage. e-nt.wnöww a«n»»we<«i »•»'»>»<»»«<11 •"<»** » Uh*« Ä »reepfl* e "fHi X h/w,ttrr^)w.*.< errtiMt* Qrtr r.l gHKMÄ <*i «aee—rh-e'e- Urtier■oi bet tragen: ^lichte Jtokt fi pudriger finb (N ^nvtch b ^Nicht,, Atz •ST« Aus der Pnwinzialhauptstadi ® teBen, den 16. Juni 1928. Singende Telegraphendrahte Hebet ba» weite Oanb oeratDrigl unb ver- äfteit liegt du» 7le| bet Hänfen Idcßr^bcn- brühte. Der mit der Dahn fährt. tot cd inrmer ein Bündel Drähte ol» Begleiter haben. Sie scheinen unendlich zu lein, diele blinfenden unb schwankenden Parallelen sie scheinen tote au» unerschöpflichen Brunnen h.rausgehoU unb überall verteilt zu fein. Ricmanb weih, toohin fle führen Man tennt nicht ihre Anfänge unb nicht ihre önben. Öle reichen weiter al- bet Blich bet den Horizont üLerfli.-gt, ihr Weg ist ungeheuer lang, Ztenn in den Drähten flljt mit Sefunbenschnekle der elefIrische Strom dahin, der Dörte in ID orte verwandelt unb nicht nur Städte mit Städten, sondern auch Länder mit ferneren Ländern verbindet An Sommertagen fiten We Schwalben auf diesen welwerbinben- den Drahten. Hier ruhen fit In zahlreichen D« ellfchalten unb rüsten sich zu neuen 3Lügen, während tm Draht, an dem sie grllammert find, un u'hörllch lebendige- unb geheimnisvolle- Geben flieht. Das Bild pafft gut. die leichtbeschwingten schnellen Tiere gehören zu brr Schnelligkeit. der diese Drähte bienen, wie kaum ein anbetet Deichöps. Der übet Land geht, hat die Drähte oft surren unb singen hören Das Rinb geht an den glatten, taeenben Stamm der Leitung unb hört zu leinet Verwunderung in ihm ein Geräusch ertönen, bas wie eine bunflc, von weit her kommende Wusif anzuhören ist. Die Lanvftrahe entlang erschallt dieser .Gesang" der Tele- graphen Drähte ein Li ad von der ZirllvsigfeU alles Wanderns von der Deite und Gröhe der sommerlichen TD dl, die zum R isen mäd>tig lockt, ein Lied gleichsam von der Heimatlosiiteit alle- Irdischen Man sieht den Sänger nicht unb könnte meinen, aus der Höhe btt Pfosten, ober aus dem Innern des Holzes käme der Gelang Die aufaellärte Zeil ba Gegenwart weis, seboch. bah bas Singen bet Telegtaphen- brähte mit den Wetterveränberungen beim Öchvnngen des örbbobtn» entsteht Aber bleie Gr cheinung ist deshalb wohl nicht weniger reizvoll. Der Haushaltsvoranschlag des Kreises Sieben. Der Haushaltsvoranschlag des Kreises Gießen, der soeben den Kteis- tagtabgeorbm Lm übermittelt worden ist. schlieht in Ginnalnne unb Ausgabe mit 942 9)9 Mark, gegen 646 407 Mark Un Dorsohre. ab. Davon entfallen auf die Detriebsrechnung 720 036 Mark (639 462 Mark), auf die Becm bg ens- rechnung 222 963 Mark (6945 Mark). In der legtgtnanntm Rechnung ist ein Beste- unb Ausgleichsstock in Höhe von 203 124 Mark neu verzeichnet. Die Kanalisierung der oberen Lahn. WSR. In diesem Jahre soll bekanntlich die kanalisierte Lohn von Oberlahn stein bist e e b c n in Betrieb genommen werden. Die CläDte Giehen unb Wetzlar betreiben nun mit "Nachdruck die Wetterführung bet Lahntonalisierung von Steeden bis nach G testen. Am Donnerstag weil en Dertrettr her hessischen Negierung, u.a. Innenminister Leuschner unb Staatsrat Dr. Reitz, sowie Oberbürgermeister Dr. Keller, Giesten. unb Prooinzialdirektor ® r a e f, Giesten. In Wetzlar, wo eine Besprechung mit Bürgermeister Dr. Kühn unb mit Vertretern der Industrie- unb Handelskammer Wetzlar erfolgte. Gs wurde ein gemeinsames Borstelligwerden bei Der "Reichst eaierung beschlossen in dem Sinne, dast das Was'erbauamt Diez baldigst mit der Ausarbeitung deS Ptojek es betraut werden möchte. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Abschnittes der Lahtckanalislerung wird in Fachkreisen noch höher emaeschätzt als das bet unteren Lohn. Der Wetzlarer Konferenz gina eine Besprechung des Minister- mit ProvinzialdiVektor ® r a e f unb Oberbürgermeister Dr. Keller im Gebäude der Provinzialbirektion in Giesten voraus. Bei dieser Besprechung wurden die Belange des hessischen Staates und diejenigen bet Stadt Giesten im "Rahmen bet Lahnkanall- sietung eingehend erörtert. Der Verkehr auf den provirrzialftraßen Botkommnisle der letzten Zeil veranlassen da» Kteisamt Giesten. im neuesten Amtsverkündi- gungÄblati wiederum auf die Bestimmungen bet allgemeinen Straffenverkehrsorb» n u n g vom 21. Oktober 1927 hinzuweisen. Die Polizeibehörden sind angewiesen, für die Beachtung der folgenden Bestimmungen Sorge zu tragen: Reiloetkeht. Pflichten des Reiter-. Benutzung öffentlicher Wege. Reiter finb zur gehörigen Rücksichtnahme auf den übrigen Verkehr verpflichtet. Gs ist verboten, mehr als vier Aanbpferbe mitzusühten. Zum Reiten sind die Dafür eingerichteten besonderen Wege (Reitwege), soweit diese zur Aufnahme des Reitverkehrs ausreichen, andernfalls die für «Fuhrwerke bestimmten Fahrwege zu benutzen. Fußgängerverkehr. Pflichten der 5 u h g fl n ac r; Benutzung öfsenllicher Wege. Fustgänget sollen in der Regel die besonders für die Fustgänget eingerichteten Dege (Bürgersteige usw.) benutzen. Die Benutzung von Reit- uni) Radfahrwegen. die ausdrücklich durch das Kceisamt als solche gekennzeichnet sind, durch Fustgänget ist verboten. Bei der Benutzung des Fahrwegs sollen die Fustgünger die erforderliche Rücksicht auf den übrigen Der kehr nehmen. Den Weisungen unb Zeichen der Polizeibeamten ist Folge zu leisten. Wer auf die Strahenbahn wartet, hat dazu den Fustweg ober die Schutzinsel zu benutzen. Auf Fahrzeuge während der Fahrt unbefugt aufzulprfngen ober von ihnen objufbringen ober sich Daran anzuhalten, ist untersagt. Treiben und Führen von Tieren. Pflichten der Führer und Treiber von Tieren. Tiere müllen so getrieben werden, dast der übrige Berkehr möglichst wenig behindert wird: sie Dürfen nur auf Fahrwegen getrieben werden und müllen von einer angemessenen Zahl geeigneter Treiber begleitet 'e n. Zum Führen sind Die Fahrwege zum Führen von "Reittieren die Fahr- ober Reitwege zu benutzen. Sooftiget Schuh Oe» Verkehr» Verkehrshindernisse auf öffentlichen Wegen. Gegenstände, durch welche der freie Verkehr behindert oder bic Sicheren unb Leichtiakell des Verkehrs bee-ntraAtigt toitb. auf öf tätlichen Wegen aufzustellen, hinzulegen, binzu- toeden ober liegen zu lallen, ist Unbefugten verboten. Ausnahmen bedürsen pvllzellicher Erlaubnis. Die Führer von Fubrwerfen haben Steine ober andere Bremsmittel, die fit beim Anhalten unter die Räder gelegt haben, beim Weiter- fahren unverzüglich von dem Wege zu entfernen. Ist die Ladung eines Fuhrwerks ganz ober telltocite auf einen öl entllchen Weg gefalen, so hat der Führer sie umgehend von diesem Wege au enPemen. Ist die» nicht mögllch, so hat 5er Führet alle Mastnv.hmen zu tte.fcn, um Unfälle und Verkehrs stör ungen zu txrme.bcn. Gictzcuer LSochenmarktpreise GS kosteten auf Dem heutigen Wschenmarkt: Bur.er 140 ois 180 P Walle 30 bis 35. Käfe (10 Stück, 60 bi» 140. Wuling 20 bis 25. Spinat 25 bis 30, Römischkohl 20. Bohnen 27 bi» 45. Spargel 95 dis 130. S.bfen 50 bl» 60. M.fchgemü.e 20, Tomaten HO. >toieLe.n 20. Äauo.feln 5 bi» 6. Aep.el 40 bis 80. Kirschen 60 bis 80. Sracheibee.cn 30. ffiibbcetcn 110 bis 140. junge Hähne 100 bi» 120. Suppenhühner 100 bis 120 p^o Pund Sier 11 biS 12, B.uii.cnlshl 80 bl» 180. ©Xat 5 Li* 15. Sa.a.gu.ken 30 bl» 70. Ob«.kohl aJ 15 bis 20. Ret.ich 10 bi» 25 das Stück, Radieschen 10 bli 15 P ennig da» Bund. Taten .iir Sonntag, 17 Zuni Sonnenaufgang 3 43 Uhr, eonnenuntergang 20 18 Uhr — ytonüaufgang 3.06 Uhr, IRonbuntcrgang 2017 Uhr. 1810: der Dichter Ferdinand Frciligrath in Dct. mold geboren (giftorben 18«6); — 1818; der Komponist Charles Qlounoö in Paris geboren (gestorben 1893), - 1885: Generaifcldmarschall üOrom Frech von Manteuffel in Karlsbad gestorben (geboren 1809); —1897: Sebastian Kneipp, Förderer des Llasierheilverfahrens in Wöhrishoscn geftorben; — 1924: der Maler Waller Georgi in München gestorben (geboren 1871). Tairn für Montag, 18 Juni. Sonnenaufgang 3.43 Ubr, Sonnenuntergang 20.19 Uhr — Mondaufgang 8.58 Uhr, Monduntergang 21.28 Uhr 1757; Schlacht bei fiolin; — 1815: Schlacht bei Delle Alliance; — 1839: der Dichter Martin Greif in Speyer geboren; — 1845: der Entdecker der Malariaerreger, (Charles Alphonse Laoeran, In Paris geboren; — 1885: der Maler Wilhelm Campbaufen in Düsseldorf gestorben; — 1888; Franz Duncker, Mitbegründer Der deutschen Gewerkschaften in Berlin gestorben; — 1895: Eröffnung des Kaiser- Wilhelm-Kanal»; — 1905: der Dichter Hermann Lingg in München gestorben; — 1916: der Fliegeroffizier Max Immelmann gefallen; — 1925: der amerikanische Politiker Robert Maria La Folette gestorben. Boirnotizeru — Tage»kalenderfürSam»tag. Volk»- Hochschule: Musikalischer Dolkstunstabend (Schubert- Lbenb) 20 Uhr, Großer Hörsaal der Universität. — Lichtspielhau», Bahnhofstraße: „Der Pikkolo vom Goldenen Löwen". — Astoria-Lichtspicle: „Der Bagnosträfllng". — TageskalenderfürSonntag. Deffent- liche» Sommerfest auf der Burg Gleiberg, 3 Uhr nachmittag», veranstaltet vom Deselligkeitsoerein (Bleiberg. — Matthäu»gemeinde: 3.30 Uhr, Familien- tag im Philosophenwald. — Lichtspielhaus, Bahn- hosstratze: „Der Pikkolo vom Goldenen Löwen". — Astoria Lichtspiele. „Der Bagnosträfllng". — Der Familientag der Matthäus- gemeinde im Philosophenwald, am Sonntag, dem 17. Juni, beginnt pünktlich nachmittag» 3.30 Uhr. Eine außerordentlich reiche 23ortrag»folge ist vorgesehen. * • Der Kreistag des Kreise» Dietzen tritt am Samstag. 30. Juni, vormittag» im Regierungsgebäude zu Giehen zu seiner diesjährigen ordentlichen Tagung zusammen. 3m Mittelpunkt der Beratungen wird der Voranschlag des Kreise» für da» Rechnungsi ahr 1928 fteSen. "Veränderung im D iehener Kreistag. An die Stelle br» verstorbenen KreiStagS- abgeotbneten Gerhard (Steinbach) ist der nächste Anwärter auf dieser Liste. Heinrich Münch VI. In Harbach, als Krei-tagSmitglied in ba» Parlament deS Kren es Giehen eingetreten. " Zum Schutze der elektrischen Starkstromanlagen weist da» Kreisamt Giehen im AmtSverfündigungSblatt auf die Vorschriften Der Polizciverordnung vom 23. Rovem« ber 1926 erneut hin. Danach ist hinsichtllch sämtlicher elektrischer Starkstromleitungen und Sin- richtungen für Unbefugte verboten: •) die auf öffentlichen Degen. dem Dahn- unb Strahenge- biet, sowie auf P rirateigen tum angebrachten Leitungsdräffte unmittelbar oder mit Gegenständen irgendwelcher Art zu berühren: b) Handlungen vorzunehmen, die eine Zerstörung oder Beschädigung der Leitungsmaste. Drähte. Isolatoren ober von sonstigem Zubehör ber Leitungsanlagen. insbesondere der Schutz«. Stütz« oder Derankerungseinrichtungen. zur Folge haben fönnen; c) die zur Verhütung von Unfällen angebrachten WamungSzeichen au zerstören ober zu beschädigen ober sonstwie für ihren Zweck ungeeignet zu machen; d) im Bereiche der Leitungsanlagen Drachen aufsteigen zu lallen. Leitung-maste zu ertlcttetn. Trans'ormatorenstatio- nen zu beschädigen ober zu betreten ober Handlungen zu unternehmen, durch die Menschen unb Tiere mit den Leitungen unmittelbar ober mittelbar in Verbindung gebracht werden tonnen; e) Ku»schltehungen ber in ben Aau»inftalla- tionsanlagen zum Schutze gegen Brandgefahr angebrachten Sicherungen obere andere Handlungen vorzunehmen. durch die der Zweck dieser Sicherungseinrichtungen unwirksam gemacht wird, ober die Benutzung derartiger unvorschrifts« mäßiger Sicherungseinrichtungen; f) an den HauSanschluhleitungen, insbesondere an den Hausanschtuhficherungen (Panzersicherungen) und Zählern außer der Auswechslung von Glühlampen unb durchgobrannten Installations- sicherungen Han dl urigen irgendwelcher Art vor- zunehmen ober die an den Zählern und Haus- anschluhficherungen an ged rächten Plomben zu ent emen Das Verbot der Berührung Der Lei« tungianlaücn erstreckt sich auch aus umgestürzte, herabge!aHene ober herabdängcnde Te.le der ßet- lung. HauL- und Grundftückoe.itzer. Untern ebener unb Han^-werfer, die mit ben öeitungMmlagm zu tun haben, feien auf diese Polizeivervrdnung be onbers bn gewiesen. Zuwiberhandiungen gegen diele Vorschriften lind, soweit nicht auf Grund anderer Strafbestimmungen eine härtere Strafe verwirft ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bedroht. * Beginn ber Bautätigkeit für Wohnunasbauten. Rachdern die finanziellen uno lonlngcn Schwieriglciten der Bauvorhaben für da» Jahr 1928 behoben lind, konnte im Lause der letzten Tage mit folgenden Bauten begonnen werden: Die Baugencssenlchait 1S94 baut in der verlängerten Liebigstrahe an den Damm- schen Drandgiebel ein Doppelhaus für acht Za- mUien unb an den östlichen Teil de» bestehenden Wohnungsbiocks. nächst ber Heviigenstaedtschen Fabrikgebäude einen 5iägclbau mit 12 Wohnungen. — Der Gifenbahnheimstattenvercin hat im verlängerten Wartweg mit dem Ausbau einer gröheren Siedlung begonnen, wovon vorläufig 8 Doppelwohnungen als GinfamUtenhäuser zur Ausführung kommen. — Die Wohnungsnotbille hat bereit« vor einigen Wochen mit der Herstellung eine» Doppelhauses in der Kar' Vogt- Strahe angefangen. Auch ir.it der örbatung einiger Privathuufer, wie ein folcve» bereite ui der Cchingftrabe begonnen, würbe In nächster Zeit an der Straffe nach Rödgen und an sonstigen Stellen au rechnen fein. Damit ist jedoch der für dieses Jahr vorgesehene WohnungSbcdarf bei weitem nicht gedeckt. Man darf die Erwartung auSsprechcn. dah weitere Maffnahmen zur Durchführung der geplanten Bauvorhaben ge- tvcssen werden. ••Störung Im Straffenbahnbetrieb. Don der Dlreltion d:r ftablik ea Straßenbahn wird uns geschr.eben: Am Mit Moch. K. d. W.. wurde sc t nS un eres Vtromlie crantcn die Drehst romversoraung von 14.15 biS 1426 Ubr unterbrochen. Auster dem gc'amten Dreh'tromnetz wurde von die'er unvorherge ebenen Abschaltung Die Straffenbahn betraf en, deren Betrieb daher während tkr genannten 11 Minuten stillstand. Da die Abschaltung gerade in eine Zeit regen Straffenbahnleerkehrs, Ins esondere auf der Linie zum Friedhof, Hel. wurde d e Störung sei'enS Dc5 die Strahenbahn benutzenden Publidtms sehr unangenehm empfunden. Um b:tar:l en Dvr- koinmnissen zu ent leben, ist unterer eit» die Ausstellung einer Re'ervebatterie notge eben, die In derartigen Störung »sä! len im Freinddezug so'ort die Stromlieferung an die Strahenbahn ausnimmt. Leider konnte die bereits längere Zeit geplante Aufstellung be'er Batterie noch nicht erfolgen. Bei ihrem Vorhandensein hätte die Störung vom vergangenen Mittwoch vollständig vermleiten werden tonnen. '* Der Oberheffische Geschichtsverein in Giehen blickt in diesem Jahre auf sein 50jährige» Bestehen zurück. Sine Feier deS IablläumS ift auf Samstag. 23. Juni, angesetzt. Vormittags wird ein Festakt im Drohen Hörsaale bet Universität mit einem Festvortrag deS Pri- vatdozenien Dr. Bach von bet Universität Bonn und Dozent ber Pädagogischen Akademie in Bonn über .Die Ortsnamen und ihre Bedeutung für die SiedlungSgeschichte" statt!inden. für den Rachmittag ist eine Führung durch die Stadt vorgesehen, bei schlechter Witterung wird der Direktor unserer Unlver itäfsbibliothek Prof Dr. 8 bei im Hörsaale dc» Kunstwis enschatelichen Institut- einen Dortrag über .Die Gntstehung ber Stadt Giehen" halten. Am Sonntag, 24. Juni, soll ein Besuch deS Mu'eumS im Alten Schloff und der Universitätsbibliothek, nachmittags ein AuSflug nach dem Schif'enbrrg stattfindrn. • • Die Museen sind am Sonntag von 11 bis 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. — Der Oberhessische Kunstverein, das kunstwissenschaftliche Institut der Landes- unirersitat und die Gesellschaft der Siebener Kunstfreunde eröffnen. morgen. Sonntag. 17. Juni, vormittag» 11,30 Uhr pünktlich, mit einem einführenden Dortrag von Prof. Dr. Rauch im Turmhaus am Brandplad eine Al- brecht-Dürer-Gedächtnis-Ausstellung anlüfflich der 400. Wiederkehr des am 6. April 1528 verstorbenen Künstler». Die Ausstellung besteht aus Reproduktionen Dürer sch er Werfe, welche teils den Beständen de» kunstwissenschaftlichen Instituts der Universität entstammen. tellS auS angesehenen Derlagen herrühren. und ist wieder Sonntags. MonlagS. Mittwoch« und FreitayS von 11 bi» 1 Uhr, Mittwoch» auch von 3 bi» 5 Uhr zugänglich. • • Steuererklärungen. Irn heutigen An- zeigenteil fordern die Finanzämter zur Abgabe der Bermögensernäruna und der Gewerbesteuererklä- rung für 1928 auf. Interessenten seien auf diese Bekanntmachung besonder» hingewiesen. •• Die Gießener Herd st messe wird in der Zeit vom 30. September bis 7. Oktober ftattfin- den. Interessenten seien auf die heutige Anzeige verwiesen. •* g lug tag in Dietzen Am Sonntag, dem 1. Juli, wird auf dem hiesiaen Flugplatz ein Flugtag stattfinden, der alle Flugsportarten, den Kunst- unb Geschicklichkeitsflug und darüber hinaus alle gangbaren Flugzcugiypen der Gegenwart zur schau bringen wird. In Verbindung mit dem Fluytag wird eine Vallansagd ftottfinben, ferner wird etne Fall- schirmabspringerin auftreten. " A r d e i t»f u b i lä u m. August Roden- Hausen aus Diescck kann heute auf eine 50jährige Tätig feit bei ber Firma Geora Heinrich Schirmer in Gießen zurückblicken. Aus diesem Ansatz sand in den Arbeitsräumen eine schlichte Feier statt, wobei dem Jubilar herzliche Glückwünsche ausgesprochen unb von feiten des Inhabers der Firma, Kammer, xienrat Schirmer, sowie den Ingcstellten und Arbeitern je wertvolle Geschenke überreicht wurden. Nicht unerwähnt sei, daß auch der Vater de» Jubilar», Heinrich Rodenhausen, nahezu 50 Jahre ein treuer Arbeiter der Firma Schirmer war. •• Sonnwendfeier der Gießener Studentenschaft. Am Donnerstag. 21. Juni, abends 8.30 Uhr. veranstaltet die G ebener Studentenschaft. wie alljährlich eine Sonnwendfeier am Bismarckturm mit anlchliefferrdem Fackelzug. Die Feuerred« wird cand. jur. Reufch halten. Der Zug wird sich an der Umverfität aufstellen und von da um 8JO Uhr durch die Goethe- straffe. Südanlage. Ostanlage. Rodheimer Straffe zum Dismarckturm bewegen und zurück mit Fackeln durch die Westanlage. Südanlaqe. Bleich- straffe. Ludwigstraffe. LudwrgSplatz. Kaiserallee. Woltkestraffe. Ostanlage. Reuen Däue. Sonnenstraffe SellerSweg. Destanlage. OSWaldSgarten. Arn OSwaldsgarfen werden dann die Fackeln zu- lammuse. fflöDl. 3lmmer in vermieten 04596 tirrhctWlaU 14 II Schwerer Wagen »um Anhängen an Zugmaschine. Sommerwagen u. Tilber- plattierte» Geschirr billig zu verkaufen Rrofborretetr.20. Teleph. ®0k M tehrttilaleln oder (Slcntn für besseres Schuh- geschält fürhies.Blay Unbeb. erforderlich leichte Auffassungsgabe, veinl. Sauberkeit, ansehnliches Aeuffere. 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Der Kampf, den Demokraten und Republikaner gegeneinander führen, und auch ber Kamps in den Nationalkonoen- ten um den Patteikandidaten selbst geht nicht um sachliche Gegensätze, sondern um Persönlichkeiten. Da mutz berücksichtigt werden, daß Smith katholisch ist und wahrscheinlich bei den Protestan- ten nicht sehr beliebt sein wird; Hoover aber ist im besten Sinne volkstümlich — nur wollen die Farmer nichts von ihm wissen, weil sie fürchten, daß er in der Exportpolitik die Industriellen bevorzugt. Statte unb energische Persönlichkeiten hoben gute Wahlaussichten — aber mir beim Volk, nicht bei den Politikern des Nationalkonoents, die stets fürchten, daß sie bei solchen Männern nach der Wahl nicht mehr viel zu sagen haben werden. Dies alles sind Gesichtspunkte, die bei dem Döikergemisch der Parteioersammlungen Eindruck machem einem Döikergemisch, da» sich aus Hawaianern, delegierten von den Philippinen, vornehmen Neuyorkcrn, Hinterwäldlern des Südens und des Westens, Cowboys der Prärien und Bergwerksbesitzern spanischer Abkunft von der mexikanischen Grenze zu- sammensetzt. Diese Delegierten eines Landes, das so groß wie ein Erdteil ist, hoben zum größten Teil bei ihrer Wohl in der Heimat Den Auftrag erhalten, für einen bestimmten Kandidaten einzu- treten; aber auf dem Nationalkonvent steht bann alle» aonz ander» aus, manche Delegation ändert ihre Ansicht, und xuroeilen hilft der Dollar etwas noch. Es ist inzwischen festgestellt worden, daß es im Jahre 1920 bei der Nominierung de» verstorbenen Präsidenten H a r b i n g nicht immer ganz reinlich zuoegangen ijt Man hat nachgewiesen, dotz die Petroleum-Großspekulanten Sinclair und D o h e n 9 Damals Hardlna beträchtliche Geldmittel zur Verfügung gestellt haben; so wurde dieser in die Loge versetzt, Delegierten de» republikanischen Nationalkonoents Schecks in die Hand zu drücken, die diese braven Politiker davon überzeugten, daß' Harding der geeignete Mann fei, ins Weiße Hau» einzuziehen. Der Nationalkonvent tagte damals in Chicago, in bem riesigen „Coli- feum"; bie Patteiabgeorbneten schwankten zwischen dem Äallfomier Johnson, dem Neu-Engländer Wood und dem Gouverneur von Illinois, L o w - den. Wahrscheinlich hätte Lowden die meisten Aussichten gehabt, wenn man ihm nicht nochgewie- sen hätte, daß er eine halbe Million Dollars zur Bestechung der Delegierten ausgegeben hatte. Das kam bem Außen- fester Harding zugute. Schon vor vierzig Jahren, nämlich bei der Präsidentenwahl von 1888, ist und Hinweis auf die Solidität des Händlers. Lind natürlich bin ich auf diesen Trick herein- gefallen, denn wer wäre nicht so eitel, sich alS Kenner orientalischer Edelsteine begrüßen -u lassen? Aber daraus kommt es wohl gar nicht an. Das Kaufen selbst war schön, das Suchen, das Wählen, das Prüfen, die Vorstellung, den oder jenen Stein zu besitzen, das macht den Dei- auS. den da- Erhandeln hat. Die Preise schwankten -wischen wenig Dupien und einigen hundert Dupien. Manches war erschwinglich, anders nicht. Unglaublich, wie viele Heine weiße Deutel mit Edelsteinen der Mohammedaner aus den Taschen seines weiten Gewandes zog! Im ganzen schien er schweigsam: er ließ den Käufer in seinen Juwelen wühlen: denn wahrscheinlich wußte er. daß damit der Dausch des Kaufen- sich steigert, der Bann der Steine unwiderstehlich wird. Hatte man aber einen Stein lange in der Hand, und mettte der Händler. daß eS einem Ernst wurde, ihn -u erstehen, dann sing er wohl an, ihn zu preisen. Und wofür eii, Stein wurde das nun? Ein Stein, selten, nur einmal in Indien vorhanden, ein Stein von kaum schätzbarem Wert, hier ganz zufällig feilgehalten. auS besonderen, nie wiederkehrenden Gründen: ein Stein, so schön, daß der Verkäufer es plötzlich überhaupt nicht mehr übers Herz zu bringen schien, ihn -u verkaufen, sondern ihn lieber selbst behalten wollte! Unb wenn er dann doch in der Verkauf willigte, so bewies das feine edle Zuneigung zu dem Käufer. Was für ein Stein! Man hielt ihn in die Sonne, und unendlich tief spielten in seinem Innern die Farben, Glanz- und Aeflerlichter; dann legte man ihn auf die flache Hand, und neue Duancen konnte das Auge sehen: ein Stein, so schön, daß der Händler seinen wortteichen Preisgesang plötzlich unterbrach, auf den Stein starrte, und niemand hätte sich tounbern dürfen hätten sich seine Augen mit Tränen der Ergriffenheit über die unermeßliche Schönheit dieses Saphirs gefüllt. Ja gut, aber: how rauch? wie teuer? Ein phantastisches Hin und Her an Preisen unb Zahlen beginnt: der übliche Handel des Orients. Handeln, handeln. Sagt der Verkäufer hundert, mußt du »rhn sagen, bann geht er auf achzig. was du wieder mit fünfzehn beantwortest. Dann macht der Verkäufer nach einer Kunstpause eine ungeheuer großmütige Gebärde des Schen- vent nach dieser Stadt verlegt wurde. Später sind sogar noch größere Beträge von den Stadtgemein- den bereinigt worden, um sich dieses einzigartige Mittel zur Hebung des Fremdenverkehrs zu sichern. In Amerika will eben jeder etwas an ber Politik verdienen. Fred E. Dillinger. Ich kaufe Juwelen. Don Dr. Alphonü Nobel. 3m Hotel zu Dschaipur — es führt den stolzen Damen: Kaiser von Indien — stehen Händler bereit, mich zu empfangen. In dem kleinen Garten entfalten sie Teppichs unb darauf legen sie Dolche, krumm« Säbel. Hellebarden und allerlei Messer. Alles ist seine Arbeit, mit «ichlicher Verwendung von Messing, manchmal entzückend ziseliert. Doch mein Interesse für bie Mordwettzeuge ist gering. Sin Wink: di« Knaben. welche die Händler begleiten, raffen alles zusammen, und neue Dinge liegen auf dem braunroten Teppich: Schlangen auS Messing, mll furchtbar geöffnetem Dachen, geschlitzter Zunge; einig« verschlingen gerade Frösche, andere winden sich umeinander. Kerzenständer auS Schlangenleibern. Ztgarettenkästen in Messing mit bunten Mustern, auf denen immer wieder das Pfauenmotiv wiederkehrt. Bunte Pfauen sind auf Heine Tablett-, vielleicht Aschenbecher. vieHeicht GlaSuntersetzer geritzt unb leuchten in herrlichen Farben. WaS gibt es da alles! Unb Wendigkeit, sich mit den österreichischen und deut- >chen IBaffenbrüberr. in deutscher Sprache verständigen au müssen. 3n der Rachktnegszeit, und zwar auch gerade durch das Sowjet-Regime wurde dann die Mogyarisierung noch weiter zurückgedrängt. ein eigenes Ministerium der sprachlichen Minderheiten und Gleichberechtigung der Minoritätssprachen durchgesetzt. Es wurde damaks viel davon gesprochen, auS Ungarn eine ^östlich« S ch'w e 13" zu machens bai Trianoner Friedensdiktat und die Zerstückelung des 2an- des hat auch magyarischen Chauvinisten die Augen geöffnet, baß die frühere WagyarisierungS- Politik v e r f e y l t war und den Enderfolg hatte, daß die sprachlichen Minoritäten sich ohne Widerstreben vom Stammlande trennten. Es fehlte bei den .Rationalitäten" das Vertrauen dazu, daß ein künftiges Ungarn die frühere, so widerwillig ertragene. Magyarisierungspolitik unterlassen würde. Der Friede von Trianvn hat die Rechte der sprachlichen Minderheiten fest geregelt und an diese Bestimmungen hält sich kein einziger Staat so streng und gewissenhaft, wie geraoe Ungarn. Die Gründe hierfür liegen in erster Reihe darin, daß Ungarn ein Musterbeispiel für die Behandlung fremdsprachiger Mitbürger geben will, damit mit umso größerem Rachdruck die - Forderung erhoben werden kann, daß die an* nähernd 3 Millionen Magyaren, die in den abgetretenen — hier sagt man allgemein .besetzten" — Gebieten wohnen, in der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien der gleichen Behandlung teilhaftig werden und ihr Ma- gharentum nicht dinier der Fremdherrschaft ein- büßen sollen. Wenn von »Rationalitäten" im heutigen Ungarn die Rede ist, so kommen eigentlich nur die Deutschen in Betracht, die mit etwa einer halben Million Köpfen ca. 6 Prozent der Bevölkerung bilden. Alle sonstigen fremdsprachige« Bewohner machen wenig mehr als 1 Prozent der Besam tbevölkerung aus. Run sind hier die Deutschen besonders treue Anhänger der ungarischen Staatsidee, wie dies auch feilens der Magyaren anerkannt wird; jede etwaige German iNemngsabsicht oder großdeutsche Tendenz liegt ihnen gänzlich fern, sie wünschen »eine Araterung ihrer Staatszugehörigkeit, sondern nur das schrankenlose Recht, ihre Sprache und Kultur unbedingt Pflegen zu fönnen. Die Verhältnisse liegen da also ganz anders wie in Polen. Tirol. Elsaß usw. und mit einer von außen etwa hineingetragenen alldeutschen 3rre- benla ist den ungarländischen Deutschen selbst am allerwenigsten gedient. Schon die weite Entfer- nu g vom Stammlande Deutschland würde eine derartige 3tretenta von vornherein als eine Utopie erscheinen lassen. Da nun, wie gesagt, die ungarländischen Deutschen sehr loyale Anhänger des ungarischen Staates sind, so ist das heutige Ungarn eifrig bemüht, seine deutschsprachigen Bewohner kulturell und völkisch durchaus zufriedenzustellen, damit die in den abgetretenen Gebieten ansässigen Deutschen — im Banat. Baceska. ZipS, Siebenbürgen usw. — sehen sollen, um wieviel besser In Ungarn die sprachlichen Minderheiten behandelt werden, und damit bet der zwar in unbestimmter Zeit, aber doch einmal sicher zu gewärtigenden Revision des Friedens von Trianon die in den betreffenden Gebieten ansässigen Deutschen sich mit Rachdruck für einen Wieteranschluh an Ungarn einsehen sollen. Tatsächlich hat daS Deutschtum im heutigen Ungarn eine vor dem Kriege für unmöglich gehalten« Selbständigkeit erhalten auf den Gebieten der Schule. Kultur und Verwaltung und jede Art einer Unterdrückung seitens des ungarischen Staates hat aufgehört. Gs liegt heute ganz In der Hand der Gemeinde, darüber zu ent» rscheiten, ob Schule mit nur ungarischer, mit gemischter oder mit deutscher Unterrichtssprache gewünscht wird; daß im letzteren Fall« eine Anzahl Unterrichtsstunden der Erlernung der ungarischen Sprache gewidmet wird, ist erklärlich und liegt auch im eigenen Interesse der Kinder und ihrer Eltern. Ueber die Verhandlungssprache in den Gemeindevorstehungen entscheiden gleichfalls die Gemeinden selbst. 3n gemischtsprachigen Ortschaften sind die Beamten verpflichtet, sich binnen zwei 3ahren die Sprache der Minorität anzu- cignen und mit ter Bevölkerung in deren Muttersprache zu verkehren. Dor einigen Jahren ist ein Ungarländischer Deutscher Dolks- bildungSverein begrüntet worden, und zwar nicht nur mit Zustimmung, sondern sogar mit Stützung seitens ter Regierung. Dieser Verein hat in fast allen deutschsprachigen Gemeinten Ortsgruppen errichtet und dient dazu, in lul- turefur, wirtschaftlicher und sprachlicher Hinsicht durch Wandervoctrage, Büchereien, Musik-Kapellen, Gesangvereine usw. das Deutschtum zu erhalten und zu fördern. Fast in allen deutschsprachigen Gemeinden wird im Winter etn „Schwabcirball" besonders großartig gefeiert Es muß also anerkannt werten, daß seitens ter Regierung alles geschieht, um den ortsansässigen Deutschen gerecht zu werten. Es darf aber da nicht unerwähnt bleiben, daß Bureau- Iratie und Beamtenschaft sich toter sehr oft mit ten ausgesprochenen Tendenzen ter Regierung in Widerspruch setzen. Es sind dort zahlreiche Beamte vorhanden, die in ihrer Schulzeit und aus Bequemlichkeit die deutsche Sprache nicht erlernt haben und auch jetzt noch im chauvinistischen Fahrwasser treiben, wie sie dies von früher her gewohnt gewesen sind. Wohl wird hiergegen durch Beschwerden bei ter Regierung Abhrlse geschaffen, hicrvon ater nur selten Gebrauch gemacht, weil di« meisten sich vor ter- artlaen Schritten fürchten, für welche die betreffenden Beamten sich leicht durch allerhand Chikanen rächen könnten AuS gleichem Grunde wagen vielerorts die Gememde-Repräsentanten nicht, sich offen für die deutsche Unterrichts- und Verhandlungssprache zu erklären. Dabei mag auch erwähnt werten, daß die schärfsten Gegner des Deutschtums auch heute noch, genau wie in früheren Jahrzehnten, d i « deutschen Renegaten sind. Leute, die, auS dem Bauernstände hervorgcgangen, ein Studium absolviert Haden und bann alS Beamte ihr angestammtes Deutschtum verleugnen und sich als Vollblut-Magyaren auffpklen. Ungarn ist ein gutes Feld für die Betätigung deutscher TaUrast, sowohl auf dem Gebiete ter Landwirtschaft wie auch ter Industrie; es hat daher für weit« Kreise ein Interesse, au wissen, wie jetzt nach dem Kriege das Deutschtum m Ungarn bestellt ist. Durch die Rothenuere-Mtion. die aus eine Revision des Sriaiioncr Friedens- diktates abzielt, ist ohnehin in Deutschland ein größeres Interesse hervoraeruse-' weil ja Deutschland sich in mancher Hinsicht m einer ähnlichen Sage befindet. Vom Aakelenflugzeug zum Weltraumschiff Die Gießener Dortragsverei.nigung bot gestern abend ihren Mitgliedern und Freunden das Reueste, das Sensationellste ter Dortlagsmöglich- feiten auf ihre Einladung sprach nämlich in ter Reuen Aula des Universitätsgebäutes ter Ingenieur Max D a I i e t. der bekannte Erfinder und geistige Schöp'er des Raletenautos, demnächst des Raketenflugzeugs, über das hochaktuelle Thema „Vom Raketenflugzeug zum Weltraumfchif f". Daß die Reue Aula bei diesem Dortrage bis auf das allerletzte Plätzchen beseht war. ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Es bat doch eben einen hohen Reiz, mit dabei zu fein, wenn ter Flug in ten Weltenraum zum Mond, Jupiter, Saturn oder zur DenuS im Geiste durchgeführt wird. Und auf diese Flugreise nahm Voller geslem abend zunächst seine Hörer in Dori und Dilü mit, um sie dann wieder in eine realer« Umgebung, nämlich in das Ertengefchehen um das Raketenauto und Raketenflugzeug zurückzuversetzen. 3m ersten Teil« tones Vortrages gab Da li« r zunächst eine kurze Uetersicht über di« D«stre- bungen des Menschen, die Luft zu erobern und dann den Weltenraum zu gewinnen, an denen vom Mittelalter an bis zum heutigen Tage Männer aller Rationen sich beteiligt haben. Hierauf behandelte er unter Dorführung von Lichtbildern, die zum Teil eingehende wissenschaftliche Berechnungen darleaten, die eventuelle Möglichkeit eines Weltraumfluges. Er gab batet sehr interessante Schilderungen, die heute allerdings als blühende Phantasie anzusehen sind, die aber doch starke Möglichkeiten ter Verwirklichung für sich haben sollen, wenn darüber allerdings auch das 3«hr 2000 vielleicht Heraufziehen dürfte. Unser heutiges Wissen reicht jedenfalls, so betonte ter Vortragende, noch nicht entfernt aus für einen Flug zum Monde, oder zu den übrigen Planeten; von einem Weltraumflug sind wlr »och sehr roeU entfernt, obwohl natürlich die ganze Arbeit zur Verwirklichung des Raketenflugzeugs auf di« Eroberung des Weltraumes abzielt. Wenn trotz dieser Sachlage einige andere Männer, die sich mit diesem Problem ernstlich beschäftigen, an der sofortigen Bezwingung des Weltraums festhalten und nach wie vor gleich den Flug zum Monde antreten wollen, so hat sich Datier doch für ein etappenweises Vorgehen entschieden, und er will zunächst ein Raketenflugzeug bauen, das den Flug in die Stratosphäre. 0. h. der Hochfchichten der Erdenluft, und den Vorstoß bis an die Grenze de» leeren Raume, ermöglichen soll. Die Schilderung dieses Planes füllte den zweiten Teil des Vortragsabends aus. Rachbem Malier schon in den Kriegsjahren als österreichischer Fliegeroffizier sich mit dem Ge- temlen der Raketenverwendung zur Erzielung größerer Höhen mit Dem Flugzeug beschäftigt unb bann sein Projekt jahrelang ohne Verwirk» lichungsmöglichkew hartnäckig verfolgt hatte, weil er bie erforberlichen Gelbrnittel nicht besaß, steht chm jetzt, nochbem bet bekannte Großindustrielle unb Sportsmann Fritz von Opel in Rüsselsheim sich mit ihm üetbtmten hat ter Weg frei zur Umsetzung seiner Geistesarbeit in bie prat- tische Tat. Der erste bemerkenswerte Schritt war bie Schaffung bes Rakelenautos, bas nach mehreren Vorversuchen auf bet Opekrennbahn in Rüsselsheim kürzlich nun auf ter Avusbahn in Derlin von Fritz v. Opel ter breiten Öffentlichkeit vorgeführl wurde unb babei eine Maxi- mal-Stundengeschwinbigkeit von runb 230 Kilometer erreichte. Aber bei biefen Olutobaulen handle es sich nur um Versuche zur Gewinnung der erforderlichen praktischen Erfahrungen für ein Raketenflugzeug. In ganz kurzer Zeit, schon in einigen Wochen, würden bereits Versuche mit einem Raketenflugzeug beginnen. Zunächst werte man bei Dem Raketenflug Den Propeller noch zur Hilf« bei Start und Landung benutzen, ein richtiges Raketenflugzeug fei aber erst dann aefchaf- f en, wenn der Propeller ganz fottfalle; da, werte später der Fall sein. Man hoffe, bei den Probeslügen in der allernächsten Zeit |d)on ® e - ichwinoiaketten von 400 bis 600 Stunbentilometer zu erreichen. Der heutige Stand der Raketentechnik ermögliche sogar schon Geschwindigkeiten von über 10000 Kilometer in der Stunde. Allerdings müsse man dazu mit großer Schnelligkeit in die dünnen Luftschichten auffteigen. Der Redner bezeichnete als nächstes Ziel seines Strebens, ein Raketenflugzeug zu schaffen, das innerhalb weniger Minuten in eine höhe von 50 000 Meter gelange und dann in der Stratosphäre einen Jlug von Berlin nach Reuyork In etwa eineinhalb bis zwei Stunden zurücklegen könne. Allerdings müffle dazu, wegen ter notwendigen großen Brennftoffmenge, die heute noch benutzte Puloerrakete ersetzt werden durch mit flüssigem Brennstoff gespeiste Raketen. Derhei- ßungsoolle Versuche nach dieser Richtung seien bereits angestellt worden. Wenn auch ein Flug durch den Weltenraum zum Mond usw. heute noch eine Phantasie sei, so sei aber ein Zwei-Stunden- Flug von Deut sch land nach Neuyork durchaus keine Utopie mehr, sondern eine Möglichkeit, obwohl noch manche Hindernisse vorher zu überwinden seien. Die bis zum Schlüsse des Vortrags sehr stark interessierte Hörerschaft dankte dem Redner für seinen vielfach zwar stark phantastisch Hingenten, in mancherlei Hinsicht aber doch beachtenswerte reale Möglichkeiten enthaltenden Vortrag mit lebhaftem Beifall. Die Anerkennung der Versammlung möchten wir auch auf die Bortrags-Dereiniguna aus- dehnen, die in unserer Stadt diesen mterefflanten Abend bereitete. Oberheffen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 16. Juni. Au» dem Gemeinde- r a t: In der geftriaen Gemeinderatssthung stand der Voranschlag für 1928 zur Beratung. Bor (Eintritt in die Tagesordnung teilte Bürgermeister Sch 0 mber mit, oaß der Voranschlag sich in den nachfolgenden Rubriken geändert habe: Rubrik Armenpflege steht in der Aufgabe 2000 Mk. weniger vor; Straßen: Ausgabe auch 2000 Mk. weniger; bei Grenzoerhöltniffle erscheint die erste Rate über Meliorationskredite 2850 Mk. auch in Einnahme; bei dem Reservefonds ermäßigt sich die Ausgabe auf 5574 Mk. Der Gesamtooranschlag sieht in Ausgabe nur noch 205 839 Mk., in Einnahme 147 880 Mk. vor. Hiernach sind durch Steuern nur 57 959 Mk. zu decken, was der Grundsteuer auf land-, forstwirtschaftlich, ober gärtnerisch genutzte Grund- stücke zugute kommt, die sich von 28 759 Mk. auf 10 132 Mk. ermäßigt. Es wurde beantragt, den Voranschlag in zwei Sitzungen zu beraten, dem allgemein zugestimmt wurde. Die Weiterberatung des Voranschlags ist auf Dienstag abend 8 Uhr angesetzt. Q Lollar, 15. Juni. Das an der Bahnlinie Lollar—Grün berg gelegene Steinklopfwerk der Firma K. D a u ft e r (Gießen) ging mit sämtlichem Gelänbebesitz käuflich an den Bauunternehmer Jost Lemmer in Lollar über. l Mainzlar, 15. 3unt Der hiesige Krieger- und Schützenverein halt an mehreren Sonntagen sein diesjähriges Preis- schiehen auf seinem Stande im 3uten* graben ab. Die Beteiligung war bis jetzt sehr rege. Die bisher erreichte höchste Ringzahl von 31 Ringen tourte von Mitglied Fr. Decker geschossen. # 21 u s dem H 0 rl 0 iftal, 15. Juni. Die Heuernte hat hier ihre» Anfang genommen. Der hohe Wuchs der Grasnarbe versprach eine Vollernte, der kühle Vorfrühling hat jedoch gerade die zarten Untergräfer nicht voll zur Entwicklung kommen lassen, so daß die Qualität des Futters dem des Vorjahres nachsteht. Besonders auf feuchten Wiesen macht sich dieser Mangel bemerkbar. Das gesamte F r u ch t fe 1 d zeigt einen prächtigen Stand, r steht eine gute Ernte in Aussicht. Kreis Friedberg. ' Sr iebber g. 16. Ium. Dom 1 bis 8. Juli findet hier das 2. Rational« Wett- schi«h«n, verbunden mit dem Länder- Wettkampf S ch we i z — De u t s ch l a n b statt. Rähere Angaben find aus tem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. Friedberg. 15. 3um. Die geographisch- naturwisfenschaftliche Abteilung ter heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft deS Kreises Friedberg, die von Stnbienrat Dr. Knieriem (Bad-Dauheim) geleitet wird, hielt dieser Tage eine Dersammlung ab, die voo Lehrern aller Schulgattungen sehr gut besucht war. Dr. K n i« r i c m gab einsührend einen sehr interessanten Ueberblid übet die Entwicklung der gegyraphischen Wissenschaft und deren heutige Betrachtungsmethote. Universitätspro'es'or Dr. K l u t e • Gießen zeigte dann an elrtem Beispiel in sehr fesselnder Weis«, wie bie neuere Kultur- geogtephie Landschaft und Bevölkerung betrachtet. Er sprach über .Hessen- Land chaft und Bevölkerung in ihren zeitlichen Wechselbeziehungen" Der l'/.stünbtge. durch Lichtbilder erläuterte Dort rag gab reich« Anregung für bie Kleinarbeit teS Heimatforscher« unb tourte mit dankbarem Beifall ausgenommen. Da ter Hauptinhalt des Dor« traaS in tem gleichlautenden Aufsatz Dr. KluteS enthalten ist, ter in Rr.23 von .Heimat Im DUb" (Beilage des .Gießener Anz.") zu erscheinen begonnen hat, erübrigt sich an dieser Stelle ein Eingehen aus Einzelheiten der feingeistigen Betrachtung. An ter Aussprache beteiligte sich u. a. Pros. Dr. Blecher. WSR. Friedberg, 15. Juni. In ter gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde ter Haushaltsvoranschlag für 1928, ter eine Einnahme unb Ausgabe von 1568 650 QKarf aufweist, nach Aenterung des DerwaltunaS- antragcS verabschiedet. Wie ter Bürgermeister mitteilt, belaufen sich die Schul-den ter Stadt Friedberg auf 3 200 387 Mark. DaS Defizit sollte nach tem Antrag ter Verwaltung durch Erhöhung ter Realstenern und durch Erhöhung der Gas-, Wasser- und Lichtpreise gedeckt werden. Für den Wohnungsbau können in diesem Jahre keine Mittel aufgewandt werten, da im letzten Jahre für diesen Zweck zweimal größere Mittel ansgeworfen wurden. — Gestern nachmittag ereignete sich auf tem Gelände teS Schwellt af twerkes in Wölfersheim ein neuerlicher Unfall. Sin eisernes Montage- st ü ck im Gewicht von ca. 30 Zentner stürzte infolge Seilbruches auS beträchtlicher Höhe in die Tiefe. Dabei wurde ein auswärtiger Arbeiter an ten Beinen fo schwer verletzt, daß er nach ter Anlegung eines RotverbcmteS sofort nach dem Krankenhaus geschafft werden mußte. ^Dad-Aauheim, 15. Juni. 3n ter jüngsten Stadtverordnetensitzung tourte te- schlossen, ten auf tem neuen Friedhof angelegten Chrenfriedhof für die Toten des Welt- kriegrs für weitere Beerdigungen zu schließen. Für die im 3ahre 1928 begonnenen Reubau- ten soll auf Vorschlag des SlnanzausschusseS die gleiche Steuerfreiheit gelten, wie sie ter hessische Staat gewährt. Der hessische 3u- gc n i> t a g (24. 3uni) wird am 25. 3uni von ter Ernst-Ludtoig-Schul« unb der Volksschule gemeinsam gefeiert werben, unb zwar burch eine Schulreife nach Wiesbaden. Beiten Schulen wirb ter Gesamtbetrag van 350 Ml. für ten Ausflug zur Verfügung gestellt. — Für baS Dom 16. bis 19. August hier ftattfintente TenniS-Turnier tourte bie Zeichnung einer Garantiesumme in Höhe von 500 Mk. gutgeheißen, dem Gesangverein .Frohsinn", der mit einem Autoomnibus nach Wien zum Deutschen Sängerfest fährt, bewilligte man einen Zuschuß von 300 Mk., die als Prvpagantemittel anzuscheu find, da ter . Frohsinn" ten Wagen im (yestzuge so ausschmücken will, daß er im Dienste ter Werbung für baS hessische Dad steht. Eine längere Aussprache entspann sich über ten Punkt ter Tagesordnung .Renten- zu 1 chuß an die städtischen Arbeiter". Es hantelt sich um eine Rentenzulchußordnung, die der hessisch-nassauische Wirtschastsverband in Der Handlungen mit bet Arbeitetgewerlschast auf* gestellt hat. Ueber ten Entwurf wirb bie Mitgliederversammlung des Verbandes am 15. 3uni Beschluß fassen. Auf 'Vorschlag tes Finanzausschusses soll di« Stadtverwaltung in vieler Versammlung zur weiteren Klärung bet Angelegen» teit Antrag auf Vertagung stellen. Falls tem Anträge nicht Kattgegeben werden sollte, soll die Verwaltung dem Entwurf zustimmen. Der Vorschlag des Finanzausschusses fand bi« Mehrheit ter Versammlung. Die Linke war gegen ten VertagungSaatrag unb wünschte sofortig« Zustimmung unb em« Einwirkung dahin, daß bl« Bestimmungen teS Entwurfs zugunsten der Arbeiter verbessert werden. greift Schotte«. I Gebern, 15. Juni. Die hier zum Beste« de« Hilfsvereins für bie Geisteskranken in Hes» I e n oorgenemmene Haussammlung ergab den Betrag von 7 0 M a r k. 1 } Gedern, 14. 3nnt Gestern ereignete sich auf Hof-Ztot «falten ein schrecklicher Unfall Sinern Knechte gingen beimMähe« mit der Mähmaschine die beiden Pferde durch. Der betagte, schon seit feiner frühen Jugend auf dem Hose beschäftigte Knecht Kaspar Hofmann wollte die Tiere aufhalten, geriet unter bie Maschine unb wurde an den Unterschenkeln schwer verletzt Muskulatur und Knochen wurden von den Messern derart zugerichtet. daß ter Bedauernswert« ins Gederner Krankenhaus üterführt werden mußte, wo ihm heute ein Bein unterhalb deS Knies amputiert tourte. Etwas später ist ter Verunglückte feinen Verletzungen erlegen. V Gedern, 15. Juni. 3n d.esem 3ahre werten im Bezirk Getern die Reichsjugend- Wettkämpfe zum erstenmal abgehalten. Der Zweck ter Reichsjugendwetttämpfe ist bekanntlich, ter gesamten deutschen Schuljugend Gelegenheit zu geben, ihre Kräfte in friedliche^ Wettbewerb« zu messen und Knaben und Mädchen anzuregen. auch nach Beendigung ter Schulzeit sich den namenllich von Vereinen für Leibesübungen gepflegten Bestrebungen zu toibmen. Die Beteiligung ist selbstverständlich freitoiir.g. Für die gleichmäßige Durchführung ter für daS gesamte Deutsche Reich vorgeschriebenen Uebungen sind Aichllinien gegeben, die genau eingehalten werten müssen. Die Bewerbungen um ten Sieg sollen in ter Form von Fünf- und SechStämpsen für die männliche Schuljugend und von Drei-, Vier- und Fünfkämpfen für die Mädchen zum AuStrag kommen. Sieger ist. wer mindestens zwei Drittel ter erreichbaren Punktzahl erzielt hat. Die ersten zehn vom Hunden der Sieger in der Reihenfolge ter Punktwertung erhalten bie Ehrenurkunde tes Reichspräfidenten von Hindenburg, die übrigen Sieger die vorn deutschen ReichSauS- fchuß für Leibesübungen gestiftete Urkunde. Beite Urkunden werten nur durch Vermittlung tes Ministeriums für KuituS und Dildungs«' wesen auSgegeben. — In diesem Jahre tocrd die hiesige VoUSschule daS vom Ministerium vorgeschiieben« und von der Bevölkerung all- seittg beliebte Iugendsest wieder m gröberem Umfang abhalten. Der Termin ist noch nicht endgültig festgelegt. ' Unter-Seibertenrod, 15. Juni. Di« am Donnerstag gemeldete Sinstelluna des Kraftwagen betrieb- des Unternehm: res Jakob von hier entspricht nicht ten Tatsachen. Die Unternehmungen des Herrn Jakob, die für unser« Gegend sehr bedeutsam sind, werten vielmehr nach wie vor fortgeführt. chAusdemOberwald, 15. Juni. Der Naturfreund kann sich in den sumpfigen 2ßcitearünbtn de» oberen Dogelsberges gegenwärtig eine feite nc Freude verschaffen, wenn er in den fpalen Nachmittagsstunden da» Leben der Doaelwelt auf sich wirken läßt. Dor allem ein Boaei gibt ter noch einigermaßen unberührten Landschaft eine eigenartige Stimmung. Jeder harmlose Fremde wird von der Bekassine einmal zum besten gehalten, denn der Vogel stößt hoch in ter Lust kurze, schnarrend« Laute au», die dem Gemecker einer Ziege tauschend ähnlich sind. Zuerst sucht man Darum an irgendeiner Hecke eine Geiß, die nach Gesellschaft schreit. Aber da sich dauernd bie Richtung ändert, aus der der Rus kommt, wird man schließlich den „Spafjoagel" am Himmel gewahr. Aehnlich dem Fluge eine» Soecht», wirft er sich mit ein paar schwirrenden Flugelichlägen In der Luft Häher, um bann die Flügel zusammenzu- flappen und in kurzem, schrägem Abstieg ein sonderbares Gemecker von sich zu geben, das ihm im Volksmund den treffenden Namen Himmelsziege eingetragen hat. In großen Kreisen umfliegt er den Beobachter. Unb Da er es in der Unermüdlichkeit mit ißm aufnimmt, wird man nicht fchlgehen, wenn man sein Gebaren als eine äußerst glückliche Methode deutet, den Menschen von Dem in der Näh« befindlichen Neste abAulenfen, in dem da» Weibchen brütet. Der es Darauf abfieht, den Vogel einmal zu beobachten unb diese Angaben zu bestätigen, der mag aegen Abend nur einmal kreuz und quer durch eine sumpfige Wiese des übermalte» gehen. Kreis Alsfeld. r. Mücke, 15. Juni. Die hiesige H 0 1 z 1 n d u - ftrie und die (Elfen ft eingrube bei 31«- d 0 rf haben ihren Betrieb wieder ausgenommen. Dadurch ist die Arbeitslosigkeit in ten benachbarten Orten wieder behoben. r. Ober-Ohmen, 15. Juni. Bei der benot- stehenden Erneuerung des Rathauses beabsichtigt die Gemeinde, den Denkmaipfleqer, Geheimrat Walbe, um Abgabe eines Urteil» Darüber zu bitten, ob der altertümliche (Biebetoorfprang erhalten bleiben soll ober nicht y Kirtorf, 15. Juni. In den letzten Rächte« wurden hier unb in ter Umgegend mehrere (E l n • bruchsdieb stähle versucht bAw. ausgeführt, bi« auf eine größere Diebes gesell ich oft schlie- ßen lafflen. Im benachbarten Ober-Gleen standen am Samstagmorgen vier Haustüren offen unb waren den Einwohnern Strümpfe, Wäschestücke unb ander« Geqensiände fortgenommen. In Kirtorf wurde bet der Fahrrabhandlung von Konrod Merkel ein Einbruch versucht. Do die Familie In ihrem neu erworbenen Hause gegenüber ihrem Geschäft« skdlies, vermutete ntan ungestörte Arbeit. Der Sohn ichlies aber im Geschäftshnuse und wurde durch da« Gepolter wach. Er oermutete erst stunden, bie verspätet etwa» geschäftlich zu tun hotten. Da er hold anderer Meinung wurde, warf er noch ten Einbrechern, worauf diese flüchtig gingen. In Lehrbach wurden au» dem Haufe bes Jost Decher zwei Fahrräder gestohlen. (Ein drittes Rad wurde wegen Defettes des Vorderrades an die Außenfeite des Haufe» gestellt und nicht mitgenommen Rebe« diesem stand eine zum Teil getrunkene Flasche Limonade. Durch telephonischen Anras von Ober- Ofleiden bei Homberg a. d. Ohm stellte sich heraus, daß in der gleichen Zeil drei Fahrräder bei ter Gastwirtschaft von Metz gestohlen wurden, wo« sicher mit diesen Einbrüchen zusammenhängt Bi, jetzt hot man von den Einbrechern noch keine Spur. Kreis Lauterbach. t Lauterbach. 15. Juni. Die Lichtbild- stelle deS KreiSschulamteS Ist daran, die vor etwa 25 Jahren geschaffenen Heimat- aufnahnlen deS DenkmalSpflegerS Geheimrat Prof. Walbe, Darmstabt, mehr le ten Dienst tätiger Helmatpflege z« stellen. 3m Kreise Lauterbach finb damals etwa 500 Aufnahmen gemacht Worten, Die In fünft- lerttcher Weise toertrolle SKicke alter Vogelsberger Heirna ttultur dar stell en. Herrliche alt« s> «H°" i Ä ein gw r-j no4 BÖ sie v,c « darüber tt |ie von or- überzeugl- dem « das Irrst- -Älchulm bei 3 Mainz tummelten gezimmerte von acht gehenden • nod) ein . noch nicht Knaben u fort in d •Inen wah Herzlchl Lroy lofor lang es ni aus Tingci michungcn andere Äna mit Tlamer tranlrn. tinstündiget 2umui rü. 1 Marburger gelange die Strä volle auf daraufhin die in de gegenstände muhte her wurde jef DefStMs TJBqII derben ei y.Rn ^oS! ** S. “£ Sünfün^ni ötetj« £ er^^chl Es®* W-u». 'stete Urfunbt /urch Amu«», s un» Siühzr^ mi Ia-n rfrf »n Mnisten» 5. 15. 3unl ®i« »fttlluie H <■» Uniemc5m;ti nichl den Tal« Herrn OaM, bedeutsam |inb, fotlgtlüitt ).3uni. StrDlaUp ÄciLearunden bei fltnmädig eüu |tb m den |palen Rach. Vo-ilvelt auf F4 «el gibt der ntj W eine tiyo- t drembe wird *1 Ilen gehallrn, hhi kurze, /chnorrende erÄflduW m an irgtnöfin« st schnit. Aber da au» btt b« %A „Spa^V aiu iugr t\M» optd)li, nbtn FiugeifWgei jlüfltl julainmenju« Abstieg ein I-nder- , das ihm im Aol!»- nmelrziege eilen umfliegt er den Unermüduchkeit nui ehigehen, wenn man glückliche Methode in der Nah« befind ras Weibchen brütet- jel einmal ju beod- bestätigen der «, und quer durch eine gehe". ld. wieder oufge- >eitrlostgleit in ön ien. L Bei der V* Nathoose,»» )enhnattl5 1 e'nrt “ff«!u l»nW“3*v lw.1 imcnn Z „ad M e r- 9.Drffk in ih^ Kffjet Ssh" i?**tf* m »"ÄS»««- alten- »J* einer "iVß,"' «0 2ech-' ! d«4 V L h tputje ^•Änfeite es a"^ esch: .Wir und andere", in welchem die Stellung de» Luth. IugendbundeS zur deutschen Jugendbewegung und zu den landeskirchlichen Zungmännerbünden unter nachdrücklicher Betonung des Standpunkte» der bekenntnistreuen ev.-luth. Freikirche und unter Hinweis auf die Verpflichtung der Jugend gegenüber dem deutschen Volkstum, klar herau-gearbeitet wurde, und ein anderer von Pros. St. PeterS von der Theol. Hochschule der Freikirche in Berlin- Zehlendorf, über die Bibelstunden in den Vereinen in dem deren besondere Berechtigung und ihre Eigenart ausgezeigt wurde. Ein Lichtbildervortrag über Afrika diente der Vorbereitung eine» Antrags der süddeutschen ArbeitSgemeinIchast, die Sy.rode zu einer verantwortlichen Beteiligung an einer Arbeit In der Heidenmisfion zu ermuntern. Dieser Antrag wurde in grosser Einmütigkeit angenommen. Bei einem AuSslug nach Staufenberg wurde von der Singwoche der Ärimmikschauer Ortsgruppe in Werdau durch stud. thuoi. H übener berichtet und von stud. theol Eikmeyer ein Vortrag über Wandern gehalten, woraus noch Pfarrer Walther, Erlangen, einige- von Zreizciten erzählte. Ihren Abschluss sand die Tagung, in deren Verlauf auch noch eine Reihe gelchäftlicher Angelegenheiten. wie Wahlen, Kasfenverhältnisse u. a. behandelt wurden, mit einem Miss ionS- f e ft am Sonntag. 3m VormittagsgotteSdienst predigte Prof. Dr. Peters über 5.Mos. 4—7 und 20—22 und am Rachmittag bei einem Gottesdienst im Steten, im Walde bd Elimbach, Pastor HlrschIeld, Wittingen, über 2. Aö- nige 5, 1—15. woran sich noch ein Bericht von Pfarrer W a 11 b e r. Erlangen, über seine Erfahrungen in der landeskirchlichen 3ungmän- nerarbeit anreihte. Sin UnterbaltungSabenb im Ranft- Ichen Saale brachte eine Vorführung von Lichtbildern auS bet Dunde-arbeit, den Vortrag von Gedichten und Chorgesängen und einige Erzählungen auS der Arbeit an der Jugend. RachmittagS hatte auch der Pofaunenchvr mlt- gewirkt, eoenfo beim Vormittag SgotteS dien st. Mit der DankeSerstattung deS Vundesvvrfitzen- den an die Allendorf-Llimbachsche alüutherilche Gemeinde für die reichlich erwiesene Gastfreundschaft endete die allseits befriedigende Tagung. SezittS- Schöffengericht Gießen. * Giessen, 14. 3uni. Sin Dienstmädchen au- Warburg, das bei einem Landwirt in Billertshausen beschäftigt war. hatte feinem Dienstherrn äusser einem Geldbetrag von 95 Mk. noch verschiedene Gegenstände gestohlen. Weiterhin entwendete da- Mädchen bei einem Landwirt in Angenrod, bei dem es vorübergehend auf Besuch weilte, eine Summe von 100 Mk. Da eS sich um eine rückfällige Diebin handelte, die daS gestohlene Geld zum grössten Teil dazu verwendete, fich Kleider und ahnllche Dinge anzufchaffen. während die Best^lenen durch den Verlust schwer geschädigt wurden, erkannte da- Gericht wegen der beiden Diebstähle auf eine Gesamtstrafe von einem Jahre Gefängnis. Ein Händler aus Rieder-Mörlen hatte einem dortigen Landwirt mehrere Zentner Weizen zurückzugeben. Als dem Landwirt die Rkenge xu gering erschien und er deshalb feinen Schuldner zur Rede stellte, zeigte ihm dieser einen Frachtbrief, aus dem ycrvvrging. dah er die richtige Menge abgelietert hatte. Der Landwirt bemerkte aber, dass die Gewichtangabe au* dem Frachkbrfrf abgeändert wan. Der Angeklagte gestand ihm dann auch ipäter ein. >ah er einen Doppelzentner zu wenig zu- rüdgegeben und selbst die Aendcrung an dßM Frachtories vorgenommen hatte. ®r bezahlte hierauf die D.flerenz. Der Angeklagte gab an. durch d e Rückgabe deS Weizen- Unteren im Werte der von ihm nicht abge liefert en Menge gehabt zu haben, die er auf biefe Weise wieder erlangen wollte. Da er 'chwer knegSoelchädigt ist. in ärmlichen Verhältnissen lebt, auch feiert den Schaden ersetzte, billigte ihm da- Gericht tn weitestem Masse milderne Umstände zu und nah» ihn wegen Urlandenfällchung in Tateinheit mit Betrug in eine Gefängnisstrafe von einer Woche Amtsgericht Gießen. • Giessen. 8. 3uni. Ein hiesiger Gewerbetreibender wollte auf brr Strasse von Heuchelheim nach Giessen mit feinem Personenkrast- w a aen einen vor ihm fahrenden Hanomag überholen Sin Radfahrer kam auf der rechten Strassenseite entgegengefahren. AIS der Angeklagte im tteberhoien auf der Mitte der Strasse war. fuhr der Radfahrer plötzlich auch in dte Mitte der Strasse, anscheinend um zwilchen den beiden AuioS durchzufapren. Um den Radfahrer nicht zu 'iderfahren und um ein gröbere* Unglück zu verhüten, fuhr der Angeklaate recht» berem. Der Radsahver wurde vom rechten Aot- ilügel des AntoS gestreift und erlitt leichtere Verletzungen Da sonach dem Angellagten enw Schuld nicht nachgewiesen werden konnte, wurde er freigesprochen. Berliner Börse. Berlin, 18. 3unL (WTV. gunff»tud)j Bei grosser DeschästSstille scheint eS heute zum Wochenschluy auf flaue- Reuvork eher elwas schwächer zu fein, d. h die Umluft tätigfeit ist noch sehr gering und die Spekulation bleibt abwartend. Inwieweit fick für Sr>eziaiwerte wieder Interesse zeigen wird, lässt sich noch nfchi übersehen, da an Samstagen di« Order- immer erst später einzutreifen pflegen. Siemen- 358 bi» 350. Farben 275 Wegen Aufgabe meine» Ladeng-eschüft» AUSVERKAUF meiner gesamten MÖBEL- Lagorbeet&nde 20-40’/, Preiseimäßigung Speise-, Herren- und Schlafzimmer. 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Juli — Während der Schiebtage finden jeden Abend Vorführungen statt Hauptfesttage sind: Sonntag, den 1. Juli: Fufeball-Wettspiel Black Stars Basel —V.f.B. Friedberg / Fallschirmabsprünge vom Flugzeug Donnerstag, den 5. Juli: Feierlicher Empfang der Schweizer Schützen Freitag, den 6. Juli: Festkommers Samstag, den 7. Juli: Fackelzug Sonntag, den 8. Juli: Länderkampf, Preis Verteilung Ueberraschungen jeglicher Art Einzelheiten werden durch spätere Anzeigen bekanntgegeben DER VORSTAND 5831D «MUWUMMMIMMWWMWWWW RRRRIRIW Asternpflanzen träft pikierte Pflanzen in den Sorten HerkuleSastern, hoch, Conncnichcin- astern.docb.Htverg astern. niedrig. Tri- umvbastern, niedre Scllcrievstauzeo, pikiert, Begonien, tmmerbiühende, empfiehlt 04544 Gärtnerei Dönges, Gtehen, Marburg. Str. 67, Telephon 748. Teppiche - Maler ■ Tisch-, Divan- u. Stepp- I decken Ohne AnUhlQDfi | In loMoDatxraU-n Helen Auer * Glück, frank fort a. ft 375. Scfarelban Ile lofort Steinbrecher Siebtrommeln Feldbahnen i H. 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Juni, 11 Uhr Früh-Konzert Voranzeige: Mittwoch, den 20. Juni Grober bunterAbend • unter Mitwirkung erster Künstler WWMWWmrMe.wla'' Inhaber: Aarl Scheuerlein, Gtetzen, Srandgaste Nr. 5 Herren-Sohlen Mk. 3.60 Herren-Absähe Mk. 1.30 Damen-Sohlen Mk. 2.80 Damen-Absätze Mk. 0.90 Genähte oder geklebte Sohlen mehr Mk. 0.50 04566 Nr. KO Drittes Blatt Kiehener Anzeiger (General-Anzeiger >ür Gberheisei. Samstag, lo. Juni 1928 Wandern und weisen Bäder und Sommerfrischen. Der deutsche Fremdenverkehr in Jugoslawien. Don unserem ^etsesonderberichlersiaiter Or. Georg Strelisker. Ragusa (Dubroronif), Juni 1928. Bet vielen Deutschen, Venen ich auf meiner 2Ui|e läng« der balmattnifchen Äüftc begegnet bin — es find deren mehr alt man denkt da die Aufhebung des Paßvlsums zwischen Deulfchland und Jugoslawien und die verschiedenen, weltgehenben Fahrtbegünstigungcn leitens der jugvslavischen Staatsbahnen den Strom der Frühlinaswanberer aut dem Horben hierher gelenkt hatten — diese Deutschen also geben ihrer ileberraschung Ausdruck, wie freundlich und zuvorkommend sie von der einheimischen Devol- kerurzg ausgenommen werden, wie neti und reinlich, wenn auch einfach, di? meisten Unterkünfte sind unb wie wenig ble tatsächlichen Erfahrungen mit den Gerüchten übereinstimmen, die von den traurigen Verhältnissen auf dem Balkan im Umlauf sind. Dor einiger Zeit wühle die deutsche Prelle, von stürmischen Auseinandersetzungen im Del- ar aber Parlament zu berichten. Lnlah zu diesen Skandalen bot die verwahrloste Verwaltung in verschiedenen Gegenden des jugoNawischen Staatsgebietes und eine angebliche Hungersnot in Dalmatien. Don dieser Hungersnot merkt man an der Küste allerdings mcht da- Geringste. Auch die Polizei- und DerwaltungsbehSrden verhalten sich - wenigsten» den Fremden gegenüber — liebenswürdig und zurückhaltend. Mir ist kein einziger Fall von schikanöser De- Handlung zu Ohren gekommen. 3n den Drenz- orten werben zwar die Pässe von den Dehörben Aur Kontrolle eingefordert. Aber man braucht sich nicht selbst auf die Polizei zu bemühen, sondern läßt alle Formalitäten durch seinen Wirt erledigen. Somit liegt wirklich — vom Standpunkt de« Reisenden au« - kein Anlah zu Klagen unb Beschwerden vor. Hier soll nur die K ü st e Dalmatiens in Berücksichtigung gezogen werden, zumal man über die hiesigen Verhältnisse in Deutschland noch vielfach falsche Vorstellungen hegt. Das Entgegenlommen unb die Gastfreundschaft, die man den Fremden unb besonder« dem Deutschen hier überall entgegenbringt. ist degreislich. Die jugoslawische Regierung hat da« allergrößte Interesse daran, den Fremdenverkehr an ber kroatischen unb dalmatinischen Küste in jeber Weise zu fördern. Bei ber bestehenden Kapitalarmut ist man nicht imstande, internationale Hotels von großem Format einzurichten, die den hochgeschraubten Ansprüchen de» amerikanischen unb englischen Reise- Publikums genügen könnten. Die Deutschen hingegen gelten nicht nur al« bescheidener, sie sind e« auch Unb eben sie sind es die von Jahr zu Jahr in immer gröberem Wabe Geld in« Land bringen und ber an unb für sich armen Bevölkerung be« Küstenlandes neue T rbienft- möalichkeiten schaffen Hcucrbtng« interessiert sich auch — nebst tlchechosiowai sichern - auch reichsdeutsche« Kapital für Hotel inve- ft Klonen in dieser Gegend, so bab in einigen Jahren auch ber Komfort sich heben dürste. Merkwürdig viel deutschen Rentnern bin ich an verschiedenen Orten be« Cittoralc« begegnet, meist pensionierten Beamten, die sich hier nach dem Kriege ein kleine« Grundstück gekauft hatten unb nun in sorgloser Zufriedenheit ihren Lebensabend verbringen. Die Lebenshaltung stellt sich naturgemäb infolge deS Tiefstände« de« Dinar« verhältnismäßig bil- l i g. Uebcrbie« erhalten fremde Staatsbürger zur Zeit Steuerfreiheit, was viele veranlaßt hat, sich in dieser Gegend niederzulassen. Man hört von ihnen nur Gutes, nur Erfreuliche«. Sie alle fühlen sich hier wohl, werden in keiner Weise beschränkt und Dürfen ihr Deutschtum offen zur Schau tragen. Wie überhaupt da« Deutsche längS der ganzen Küste gewissermaßen al« zweite Landessprache bezeichnet werden kann. E« ist eben die Sprache, durch Die man sich mit den Fremden verständigt, und jeder Lastträger, jeder Fischer, jeder Kaufmann und Handwerker freut sich, wenn er mit seinen deutschen Kenntnissen. die ihm da« Geschäft und den Verdienst erleichtern, prunken bars. Aus einigen Inseln und Kurplätzen überwiegt allerdings baS tschechische Element unter den Reisenden, dennoch darf man ruhig sagen, bab die Deutschen wegen ihrer gröberen Zurückhaltung und Anspruchslosigkeit im gllgemcincn beliebter sind. Anspruchsvoll sind fie nur in punkto Reinlichkeit. Und da mub man zugeben, bah sich in dieser Beziehung in Dalmatien vieles in erfreulicher Weise gebessert hat. Die Hoteliers sind bestrebt ihre Häuser von jeglichem Ungeziefer frtizuhalten. Rian erhält reine Bettwäsche. ordentlich gesäuberte Zimmer, die Bedienung wird von geschulten Krästen besorgt und ergibt sich dort unb Da mal ein Grund zur Beschwerde so wird sosort auf Abhilfe gesehen. Es ist aber ein Irrtum, wenn man annimmt, bab nur bic sogenannten ersten Hotels rein unb zuverlässig sink». Gerade Die groben Etablissement». welche von den Reiseagenturen empfohlen werden, verdienen einige Vorsicht Hier wirb der starke Durchgangsverkehr nicht immer burch eine erhöhte Sauberkeit ausgeglichen. Leider kann ich der neuesten Ausgabe von Grieben» Reife- führet den Vorwurf nicht ersparen, bab ihri Empfehlungen zum Teil übertrieben sind. Die in ihr al» komfortabel angeführten Hotel« entsprechen nicht immer den Erwartungen, well gerade jene Häufet, die große Reklame schlagen, für andere Zwecke weniger investieren. Dagegen ist man in kleineren Gasthöfen und Pensionen außerordentlich gut und wohlfeil aufgehoben. Um nur einige Hamen zu nennen: die 5 n f c I Äorcula eine der schönsten Dalmatien«. mit vielen, herrlichen AuSslugsgelegenhei- ten unb feinfanbigem Badestrand bietet Unter- fünft unb Verpflegung von 5 bi« 8 Mark. Prlvatzimmer finb immer zu haben. Dav einzige, worauf man auf dieser Insel verzichten muß - wenn man nicht eben in dem gut geführten Hotel de h ville wohnt, wo eine Schwäbin da« Küchen- zepter führt — ist da« elektrische Licht. Auch O rebic auf der Halbinsel Peliesac. am Fuße de« leicht erklimmbaren Monte Dipeta. in dessen Gebiet deutsche Sonntagsjäger auf die hier haufenweise auhrctcnben Schakale zu jagen pflegen, soll wegen feiner windgeschützten Lage besonder« vermerkt werden. Hier wachsen neben Zitronen, Datteln und Apfelsinen auch die herrlichsten Weintrauben, die bereit» im Juli zur Reife gelangen. Ebenso verdient die ruinenreiche Insel M l j e t größeren Zuspruch. In Regula, dem heutigen Dubrownik. ist zur Zeit alles bis aus das letzte Plätzchen befent. Richt zu Unrecht nennt man diese sestungSarlig angelegte Stabt bie .Perle Dalmatien«". Man begreift, daß Tausende sich hier zusammendrän- gen, um die zahllosen Sehenswürdigkeiten und Haturschönheiten kennenzulernen. Bei längerem Ausenthalte aber ist es ratsam, sich nicht in der Stadt, sondern in der näheren Umgebung niederzulassen, wo man den Badestrand gleich vor ber Tür hat, wie etwa in der lieblichen Bucht von Sreberno ober Im malerischen M11 ni ober in Eavtat, Dem jugoNawischen Pensionopolis ein Städtchen, dessen Reinlichkeit und Alluratesse unter diefem Breitegrab geradezu beängstigt. Ander», ganz anders, nicht immer so glänzend, interessanter, sieht es hinter der Fremdenverkehrs afsabe Dalmatien» aus, im Innern des Lande«. Diel unerschlossene« Gebiet gibt e» da. Hundert Kilometer weiter - und man wird ein Jahrhundert zurückversetzt Eine Kleinbahn vermittelt die Verbindung mit bet Gegenwart ... Reisewinke. Tao Licgtat Ss macht nicht so viel von sich reden, wie bic übrigen Seitentäler des Rhein«: Hedar, Rahe, Mosel, Lahn und Ahr. Man kennt hier keine Weinl«rge, keine romanischen und gotischen Dome — unb doch hat auch die Gefchichie im Tale der Sieg manch denkwürdigen Stein hinterlassen. In seinem Ober- und Unterlauf ist die Sieg S ötte der Arbeit, be» Gewerbe«: im Mittellauf aber beteiligt sie, mit In die Reihe der landschasilich schönsten Seitentäler des Rheine« gestellt zu werden. Das Tal wird durchzogen von ber großen Bahnlinie Köln—Betzdorf- Siegen-Gießen und ist so verkehrstechnisch für den Fremdenverkehr besten« erschlossen. DaS Dergland der Sieg wird im Unterlauf abgeschlossen durch die Abteistadt Siegburg, heute ein bedeutender Industrieplatz. Hennes führt bereits in das schöne Siegtal ein, besten Lauf in Blankenberg mit einem großartigen Durgfrled eine erste Krönung erhält. SS folgt da» kleine Landstädtchen Eitorf, die bekannte Sommerfrische Herchen, zwei Plätze mit schönen Wald- unb Talwegen. Die kleinen Orte bi» Betzbors: Dattenfeld mit Burg Windeck. Schladern. RoSbach. Obfen unb Hamm auf ber Höhe find bekannt al« Sommerfrischen. Betzdorf selbst bildet als Eisenbahnknotenpunkt einer ber verkehrsreichsten Plätze des Siegerlande«. Don Betzdorf führt die Sieg nordwärts nach dem schönen Kirchen, um in Den Städten fliegen und Weidenau, einen wirtschaftlich, landschaftlich unb historisch bedeutsamen Abschluß zu finden. flo ist bic Sieg alS eines der verkehrsreichsten Fluhtäler, al« die DerbindungSstraße zwischen Rhein und dem Hessenlande gerade in Den letzten Segen Gicht, Gtetn» u. Gtoffwechselleiden. Ermäßigte pauschalluren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis D1L189,-. Bewilligung v. Kreditturen auf Antrag Sommerfrische Domäne Schiffenberg Fernsprecher 183 Schönster Ausflugsort Giehens Herrlich mitten im Walde gelegene historische Stätte aus 1129 mit prächt. Aussidit Verpflegung aus eigener Landwirtschaft. Pensionspreis RM. 6. — . Staubfreier Waldfußweg (alter Schlllenberger Weg). Der Autoomnibus verkehrt tägl. ab Ludwigsplatz.Weinstube Seibel, um 3.4,u. 6.15 Uhr. v.Schl/tenberg 6 u. 7.30 Uhr. Gesell sch a/tsfahrten auf telephonisch. Anruf erbeten M8SD Berchtesgadener Land mll Wetxmana und Ktaltw« Das Paradies der bayerischen Alpen Alpin« Solebed I Höhenluft und Trrralnkureo / Brrgiport Aiusrtt i rreuetit utp Kkrt-rtin* urtrncuu. frtastiiwidim erriet kruir^ecu UM ut Soeneutri eilt inte- iM l'irtuntern 3m Kurhaus. Wochenpauschalpreis Mk. 80,50; im Badehos: Wochenpauschale Mk. 105,—. Auskunst auch über Hauskuren durch die Aadeverwaltung. Schtttzr Wenn bie Hände rulen von des Werktags Last Unb draulcfunn du suchst von städtischer Hast. Dann lehnend die Leeie zur i>erne dringt. Wo Mutter Natur fir erlritchend umschlingt. Wir kennen em Plätzchen dnv Wottc» £anb In unendlicher Güte fetzte tn« Land. Wo Quellen gclchroätzig sprudeln unb springen Und Vöglein dir goldige Lieder fingen. Wo halb du öetflifieit des AUiagS Sour In gottoelegnefcr sei ger Natur. Wo die Ltunden dtr hieben in kindlichem ffllütt Wo du träumst dich in Märchenländer zurück. Wo frövllch die Angel du roh hl vorn Gestade. Wo der Schtltzstub dich lockt au erauickendem Bade. Wo I5tchen tätlichen ein uralte» Lied, Wo ein Lehnen dich bt» in den Fimmel zieht. Ein heilige» Lehnen.-- O still » und komm In der Lch'itzer Wälder herrlichen Dom. Luftkurort Mchllts — altberübrnt Vrospekt durch BerkedrSoeietn Schlitz (Cbetbeffen). 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Arteriosklerose, Stein- und Stosfwechselleiden Bad Salzschlirf sorgt nicht nur für dos leidliche Wohl seiner Kurgäste, sondern bietet auch dem geistig Interessierten rege Abwechslung. Auch in diesem Jahre ist cs der Leitung des Kurtheater» gelungen, wieder ein vorzügliches Ensemble von ersten deutschen Buhnen ,u verpflichten. In l unter Folge werden feine Kon- nersotionslustspiele. Schwanke und Operetten in sorgfältiger Einstudierung herausgebrocht — „Bunte Abende" im Kolonnoden-EasS unter Mitwirkung der Mitglieder des iturtheoter» loden zu harmlos-fröhlichen Stunden. Aiugtaq und Rciisport in Bad Tölz. Wie im letzten Sommer, so findet auch in diesem Jahre in Bad Tölz ein Flugtag statt. Sech- K^nstslugzeuge aus der Fliegerschule Schleis- Heim werden am 8. Juli in Bad Tölz Kunst» flüge und Pasjagierklüge veranstalten Am Vorabend des Flugtages wird im neuen Kurhaus ein großer Lichtoildervortrag mit Vorfeier stattsinden. — Die neue Organisation des Reitsportes in Bad Tölz findet allgemeinen Dei'all, so daß ein weiterer Ausbau desselben bevor- steht. ES wird allgemein angenehm empfunden, daß man in die schönsten Gegenden des Alpen- aclündes kommen kann, wo kein Auto und kein Radfahrer hinkommt und wo der Fußgänger in der kurzen Zeit sein Ziel nicht erreichen kann. Studien. und Erholunttörcistn nach Finnland und Lavpland Die Deutsch-Finnische Vereinigung (Berlin W50) veranstaltet im komme iden Sommer wiederum Fahrten nach Finnland, dem s.'enreichen Lande d:r Hellen Rächte und der uirberüh ten Raturschönheiten, sowie nach Finnisch-Lappland. Die Reisen führen unter wissenscha.tlicher Führung über die Hauptstadt des La rdes nach De- sichttgung von Museen, Fabriken usw. durch die Ralurfc^nhe.ten deS Lanbesinnern bis zum hohen Rorden, wo eine Fahrt durch reihende Sl romschnel'e i den Höhepunkt bildet. Durch w stenscha.lliche Vvrträa«. Verteilung wertvoller Lilcrotur über Finnland sowie durch Zu'anmen- fünfte mit de r Kreisen ter AuSlanddrutschen u d de en der D utschensreunde in Finnland ist da ür g.'sorgt, do) die Reisen neb.'n um'assender Erholung den Teilnehn rn auch die D undlage für das Verständnis der hochgebend-en Volks- kultur, für eine wertvolle Bereicherung ihre- Wissens sowie für weitere Studien bieten. Wanderfahrten. vußbach — Oberkleen — Bonbaben — Braunfels. Wir fahren mit dem Frühzug nach Butzbach, gehen bis zum Marktplatz. um mehrere interessante Fachwerkbauten und den neu hergerich- tcten Marktbrunnen zu besichtigen, wenden uns von hier nordwestlich und folgen blauen Punkten über Ebersgöns bis Oberkleen, wo wit auf gelbe Punkte treffen, denen wir nunmehr nach- oehen. Durch Feld und Wald fuhrt uns das Zeichen über Oberweh und Schwalbach, wo sich als weiteres Wegezeichen ein „L" zugesellt. Dieses leitet uns weiter über Bonbadcn durch den prächtigen Tiergarten mit guter Gastwirtschaft nach unserem Endziel Braunfels, dessen herrliches Schloß uns beim Austritt auS dem . Wald entgegengrüßt. Den Weg zur Station wählen wir durch den reizenden Mühlengrund. Dauer der Wanderung etwa 5 Stunden. Gladenbach — Dernbach — Irlngcnffein — l Hartenrod. Eine Wanderung durch die soa. Hinterländer F Schweiz bietet hohen Genuß. Wir fahren über Rieder-Walgern nach dem schönen Städtchen '» Gladenbach. Von hier geben unS schwarze Punkte die ganze Wanderstrecke das Geleit. Auf aussichtsreicher Landstraße gelangen wir unter steter Steigung über Rbmershausen nach dem hochgelegenen Dernbach Auf unserem Weitermarsch, der uns durch Wald und Feld führt, durchschreiten wir ein einsames, aber reizend in einer Schlucht gelegere Dorschen Wallenfels und kommen alsbald im Wald auf einige große Felsen, den WilhelmSstctn. Heber den Hohen Gans- bach (590 Meter) führt unser Zeichen durch den Lchelder Wald noch dem ebenfalls hochgelegenen Dorf bringen ft ein, von dessen Burgruine man eine herrliche Rundsicht genießt. Von hier geht es nun hergsb, das Siegenbachtal überschreitend, »um Endziel Hartenrod, von wo wir über Herborn heimsahren. Die gesamte, nicht ganz mühelose Wanderung beansprucht 5 Stunden. Artitteristentag in Weilburg. Am Sonntag trafen sich zahlreiche ehemalige Angehörige der Jeldartillerteregimcntcr 27 Oranten unh 6 3 Frankfurt in Weilburg zu einer Wiedersehenofeier. Dao freundliche Lahnstädtchen holte zur Begrüßung der alten Soldaten reichen Fahnen-, Girlanden- und Blumenschmuck angelegt, die Bevölkerung brachte ihren Gasten allenthalben freundlichen Willkommen- grüß entgegen. Am Samstagabend sand eine eindrucksvolle B c • grüßungsfcier im Festlaale der Höheren Land- wirtschastvs'chule statt. Etwa 800 Personen hatten sich hort eingefunden. einige weitere Hundert konnten aber keinen Zutritt mehr ftnden, da bei Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Nachdem die Well- burgtr Bürgergardc-Kapelle mit einem schneidigen Marsch die Veranstaltung eröffnet hatte und ein gemeinschaftliches Lied gesungen mar, hielt Landrat Jenner- Weilburg die Begrüßungsansprache, wo- bei er besonders die Führer der nassauischen Truppenteile, die Generale Albrecht, Freise. Rüslow, Uhden und Petzel, sowie Oberst- (cutnant v. Reckow, ferner die Abordnungen der Traditionstruppenteile und die Kameraden aus dem besetzten Gebiet begrüßte. Er feierte weiterhin den hohen Sinn der Kriegskameradschaft und brachte zum Schluß ein begeistert aufgenommene» Hoch auf das Vaterland au*. Der gemeinsame Gesang des Deurschlandliede» folgte dieser Ansprache Hieraus sprach Bürgermeister Dr. Hühn im Namen der Stadt Weilburg. Den Dank der Gäste an die Weil- burger Bürgerschaft brachte Oberftleutnant von Reckow im Namen aller Regimenteangehörigen aus und bekräftigte ihn mit einem Hoch auf die Stabt Weilburg. Oberstleutnant Wilhelm, gebaute in bewegten Worten der auf dem Felde der Ehre gefallenen Kameraden, deren Andenken von her Versammlung beim Gesang des Liede» „Ich halt' einen Kameraden" durch den Gesangverein „Liederkränz" mit Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Turnerische Darbietungen und Der große Zapfenstreich schloßen den stimmungsvollen Abend. Am Sonntagoormittag vereinigte ein Feld- gottesdienst über 2000 ehemalige Angehörig« der beiden Regimenter Pfarrer Paul sehem Mer, (Dörnberg) h.elt die Felbpredigt, in beren Mittelpunkt er die Treue und Kameradschaft, das enge Verbunden,ein von Mensch zu Mensch stellte. Anschließend an den Gottesdienst fand die Stan- ha rtenrocibe der Ortsgruppe Frankfurt der ehemaligen 27er statt, bei der Pfarrer Paul die Standarte als Symbol der Ermutigung weihte. Sodann fand am Ehrenmal auf der Laonbrücke eine Gefallenenehrung statt, bei der Exz P e tz e l einen Kranz niederlegte, wahrend am Kriegerdenkmal eine Kranzniederlegung durch Oberstleutnant o Reckow erfolgte. Anschließend war Frühkonzert im Schloß- garten. Nachmittags kurz nach 2 Uhr bewegte sich ein Festzug durch die Straßen der Stadt, der zahlreiche sehenswerte Bilder aus der Geschichte der nassauischen Artillerie zeigte. Den alten Artilleristen hotten sich im Festzuge die Kriegervereine de» Ober- !ahnkre4es und zum Sch'uß sämtliche Vereine der Stabt Weilburg abgeschlossen. Auf dem Festplatze hielten Landrat Jenner und Erz. P e tz e l kernige Ansprachen, die in begeisterten Hurrarufen auf die beiden alten Regimenter ausklangen. Frohe Geselligkeit hielt die Festteilnehmer bann noch einige Stunden beisammen, bis am Abend die Stunde der Rückkehr in sie Heimat schlug. Es waren schöne Stunden echter Feldkamerad- fdjaft, die man in dem reizenden Städtchen an der Lahn erleben konnte und die den daran beteiligten alten Soldaten noch lange in (Erinnerung bleiben werden. Wiedersehensfeier des 3-K IM in Frankfurt. Zu einer starken Kundgebung de» Kameradschaft»- gedenkens gestaltete sich der erste allgemeine Re- aimentstag des I. - R. 1 8 6 In Frankfurt a. M. Aus allen Gauen waren die ehemaligen Regiments- Angehörigen herbeigeeilt. Nachdem die auswärtigen Gäste am Sonntagmorgen die Sehenswürdigkeiten Frankfurts bewundert hatten, versammelten sich alle Angehörigen in der Aula des Goettegymnasium» zu einer eindrucksvollen Trauerfeier zum Gedächtnis der gefallenen und gestorbenen Korne- raben. Nach dem gemeinsamen Mittagessen setzte ein mächtiger Zustrom zum Festlokal ein, dem großen Saal bes Volksbildunasheinres, der schon vor 4 Uhr bis zum letzten provisorischen Platze gefüllt war. In einer reid balligen, abwechslungsreichen unb wertvollen Festfolge, bie die ehemaligen 186er und Ihre Angehörigen bie in bie späten Nachtstunden zufammenhielt, kam wieder und immer wieder der Leitgedanke der schönen, in feder Beziehung würdevoll verlaufenen Wisderlehensfeier zum Ausdruck: Heber dem Hader der Parteien und der Not der Nachkriegsjahre steht die Treue der alten Kriegskameradschaft! Hessische Mrssionslonserenz. i). Rierstein. 14. 3uni. Vom 10. bis 13. Juni fand dahier die Hauptversammlung der hessischen Missionskonferenz in Verbindung mit der Festtagung des Rhein- hessischen Missionsvereins anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Barmer Mission statt. Die Tagung stand vom Anfang bis zum Schlüsse auf großer geistiger Höhe, und war Getragen von innerer und äußerer Anteilnahme Der Gemeinde. Die herzliche Gastfreundschaft der Riersteiner Missionssreunde aller Kreise wurde wohltuend und dankbar empfunden. Die große MissionS-Fe st versamm- l u n g , umrahmt von kirchenmusikalischen Darbietungen, am Sonntag in der Kirche wurde eröffnet und geleitet von dem rheinhessischen Suverintendmten.Ob.'rkirchenr.'.tZ e n t g t a f. Cm Mittelpunkte stand der Festvortraa des Mif- sionsinspektors. H a n i g • Barmen. Beide Herren referierten auch am nächsten Tage bei der im großen Gemeindehause sich anschließenden Hauptversammlung der hessischen Missionskonferenz. General thrma war: „Die gegenwärtige KrstiS und Wandlung int evangelischen Misstonswerke in der Heimat, a) unsere grundsätzliche Stellung zur Mission, b) unsere praktische Stellung zu ihr". Außerordentlich lebendige Aussprache schloß sich an alle Vorträge an, an der sich die anwesenden Missionare von Barmen und Basel, sowie zahlreiche andere Teilnehmer beteiligten. An die Hauptversammlung schloß sich ein MissionSlehrgang an: Don großem Interesse waren hier die Vorträge des Missionsdirektors Dr. Freytag-Verlin über: „Die gegenwärtige Lage der Weltmission im Lichte der Jerusalem-Konferenz. Erlebnisse und Erfahrungen eines Teilnehmers". Bei dieser an Ostern in Jerusalem veranstalteten 14tägigcn Konferenz auf dem Oelberge waren 51 Rationen vertreten gewesen, mit 240 Delegierten, darunter acht Deutsche. Auch der Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes in Genf war anwesend gewesen. Hier wurden Fragen verhandelt, die von allgemeinem Interesse find und über die später einmal berichtet werden wird. Den Schluß des MisfionslehrgangeS machte der Vortrag des Missionsinspektors Schäfer- Wiesbaden über: ..Die Missionsprobleme der mohammedanischen Länder". Aus dem Amisvertündigungsblati. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 43 vom 15. Juni enthält: Der Verkehr auf den Provinzialstraßen. — Die Errichtung von Prüfungskommissionen zur Abnahme der Melstervru- Jungen. — Gesuch des Wilhelm Michel II. zu Treis an Der Lumda um Erlaubnis zur (Erbauung eines neuen Schlachthauses. — Dienstnachrichten. Rundfunkprogramm. Sonntag, 17. Juni. 8 biS 9 älhr: Morgenfeier. — 10.30 bis 11: Die Elternstunde. — 11: Vom Festballengelände: Anläßlich dec Dallonver o gung teZ Motorfahrer- Vereins Frankfurt a. M.: Platzkonzert, Schilderung deS Startes und Ansprachen der Dallon- fahrcr. — 14: Vom Zoologischen Garten: Eröffnung deS VerbandSlongresses des EinheitS- verbände- der Eisenbahner Deutschlands. — 15: Von München: Fußballwettspiel ..Wacker" München gegen ..Fußballlportveretn" Frankfurt am Main. — 17 bis 18: Die Stimbc der Jugend. 18 biS 19: Stunde deS Rhein-Mainifchen Verbandes für Volksbildung: ..Entwicklung und dichterische Sendung der rheinischen Landschatt", Vortrag von Leo S.ernberg anläßlich der vom 22. bis 21 Juni in Frankfurt ftattfinbcnten Rheinischen Dichtertagung. — 10 bis 19.30: Sport»- nachrichten. — 10 30: Von der Sladtchalle Hannover: Gelegentlich deS ersten deutschen Arbeiter- Rätsel-Ecke. Gegensätze. An Stelle eines jeden ber nachstehenden Wörter soll ein im Gegensatz zu ihm stehendes Dort ge- sucht werben. Die Anfangsbuchstaben ergeben als- bann, sofern richtig gefunden, einen astronomischen Wenbepunkt im Ähre. 1. rein; 2. verschlossen; 3. kraftlos; 4. angenehm; 5. unberoanbert; 6. eckig; 7. verschwenderisch; 8. unbeliebt; 0. gehaltvoll; 10. streitsüchtig; 11. mutig; 12. emsig: 13. uneben. Kreuzworträtsel. 10 9 11 13 16 1? 15 23 22 25 26 Die Wörter bedeuten Don links nach rechts: 1. Nebenfluß ber Nahe; 5. Halmpstanze; 0. Stadt in Peru; 10. Ucbcrblelbfel; 11. Römischer Gott; 12. weiblicher Personenname; 13. Kirchen- diener; 15. Name mehrerer Städte im Altertum; 21. andere Bezeichnung für Geschenk; 23. Schlachtort aus dem zweiten Schlesischen Krieg; 24. männlicher Personenname; 25. Feldbestellung; 26. Stadt Im Rheinland; 27. Vorfahr. Don oben nach unten: 1. Darenmagazin einer bestimmten Art; 2. wie 9. wagerecht; 3. Blutrausch; 4 törichter Mensch; 5. wie 5. wagerecht; 6. wie 10. waoerecht; 7. wie 12. wagerecht; 8. Reiterfahne; 14. Nebenfluß des Rheins; 16. Edelknabe; 17. Musikinstrument, 18. Stadt in Nordfrankreich; 19. Nebenfluß der Weichsel; 20. biblische Person; 21. asiatisches Hochland. BerfchmeNungHaufgade Aus nachstedcnd aufgesührten je zwei Wörtern soll durch Umstellen der Buchstaben je ein neue» Wort gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben, aneinandergereiht, eine sommerliche Belustigung und Erholung ergeben. Gtt Otter «= Glücksspiel. Keil Rat = Geschlechtswort. Dune Giger « Gigenschait. Vad Tete Mündliche Erörterung. Paul Trog == Europäisches Reich. Riet Same •= Strafnachlaß. Star Tat = Stadt In Baden. Hort Ode = Mannlicher Personenname. LoS Rhein = Stadt in Westfalen. Bug Inder — Stadt in England. Rätsel. Meinen Namen magst du drehen. Meiner Regel bleib ich treu; Mag der Wind auch widrig wehen. Führt die Zett mich doch herbei. Buchstabenrätsel. --.--Negerstamm — — .--(Befreibcart --. — — Waschmittel --.--Verwandte --. ---Dergkuppe --.--Wurfelwurf --.--Schiffsführer --.--weiblicher Personenname --.--Kettengesang Man suche die angebeuteten Wörter, deren mittlere, durch Punkte bezeichnete Buchstabenreihe ein christliches Fest nennen. Die Ansangsbuchstaben der Wörter sind: P, H, S, T, K. P, L, I. K. Herbindnnqsaufgabe. Gang — Hut — Mund — Land — Kap — Trank — Wind — Wehr — Gau — Kopf Einem jeden ber oorstehenben einsilbigen Wörter ist ein» ber nachfolgenden einsilbigen voran- Zusehen, so baß neue, unb zwar zweisilbige Wörter daraus entstehen. Die Ansangsbuchstaben biefer ergeben eine andere Bezeichnung für den Juni. Aar — Ei — Mai — Norb — Not — Ob — Ost — Rund — Sieg — Trotz Mnf löiunqcn SUbeurttkL 1. Garten; 2. Lumme, 3. Aegir; 4. Urach; 5. Buddha; 6. Tarif; 7 Esther; 8. Sonate; 9. Dollart: 10. Ehrenpreis, 11. Marktkorb; 12. Daniel; 13. Egge; 14. Ruben», 15 Eur.pide». Glaubt es dem, ber es selbst erfahren. Streu toor.tätet timnn amaii □nig rn aeici amamnuinii •3 amraeiö ö (3 3013 0 nnraßl Ö0K1B K1HHQ QÖSD 001311 wrioc nniaia anno Kelten röstet. All = Macht; Macht = Wort; Dort • Spiel; Spiel = Ball; Doll = Fest; Fest * Saal; Saal = Tür; Tür «■ Schluß: Schluß - Vers; Der» - Bau; Dau - Welt; Welt « All. Magische» Flügelrätsel. 1. Gurke; 2. Urban; 3. Amsel; 4. Feile, viersilbige Scharade. Regenbogen. Die Narrenkappe Splitter unb Sparren dsm AebaltionSttsch. Die AuS'nn'k. Der 5e:r auf den F nsterplatz ist gleich nach der Ab.ahrt vom Anha.te ^apnbvf in Berlin felsenfest eingeschlafen. ®h nbe iür Stunde > schieicht. Plötzlich, dicht do D cs'en. schrickt der Herr auf, guckt hastig aus Fenster, reibt sich dir Augen und fragt ängstlich: ..Mein Göttchen, wo sind wir denn ba??V Unb jemand, dec ihn mit einer salschen Auskunft verulken will, antwortet allen Ernstes: „Wo sollen wir fehl? Kurz vor Hannover sind wir!" Da lehnt sich der Herr mit einem erleichterten Seufzer zurück unb murmelt: „Gott sei Dank! Ich dachte schon, ich wäre in ben falschen Zug eingefticgen! ..." (Lust. Bl.) veränderte Landschaft. .Ra, wie war- denn am Achensee7" . Ziemlich merkwürdig. Ich kenne nämlich ben See von früher, unb da muh ich sagen, er bat sich doch im Lauf der letzten Jahre merklich derändert." .Sie meinen, was die Hotel« und Penstoneir anbetrifft?" .Rein, ich meine den See selber. Da haben sich nämlich neuerdings sehr viele Engländer anaesiedelt, und seitdem fcifot er nicht mehr Achensee, sondern Gtschensieh." (Lust.Dl.) Empfehlenswerte» hau». Vor zwei Jahren verbrachte ich dn paar Frühling sw ochen in einem DalkanstÜdtchen. In der ersten Rächt trat der Fluß, an dem mein Hotel lag, über die U*er Di« Flut drang in das Haus ein und überschwemmte mein Schlafzimmer. .Herr, was soll das heißen," schrie ich den Wirt an, .um ein Haar wäre ich im Bett ersoffen." Er zuckte die Achseln. .Sie wollten Zimmer mit Bad!" (Lust. Bl.) bundeS-SängerfesteS: Missa solemnis von Beethoven. Anschließend: Konzert des Rundfunkorchesters. Hierauf: Tanzmusik. Montag, 18. 3uni. 16.30 bis 17.45 Uhr: Konzert des Rundfunkorchesters: Eharles Gounod. — 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. — 18.30 bis 19: Die Gchachstunde. — 19 biS 19.30: Vortragsreihe: ..Probleme der Jugendfürsorge", II. „Seelische Röte der Jugend unb ihre Erscheinungsformen", Vortrag von Pfarrer Erich Metzer. — 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. — 19.45 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. — 20.15: Don Stuttgart. Reue Kammermusik. Anschließenb: Spatkonzert: Der heitere Deethoven. Dienstag, 19. 3uaL 12-30 bis 13.30 Uhr: Von Kassel. Wtttags- konzerl. — 16.30 biS 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. — 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. — 18.30 bis 18.45: Von Kastel: Die ©timte ter Frau. — 18.45 bis 19.15: Von Kastel. „Die Dedeutung des Schwimmenlernens für bi« Jugenderziehung". Vortrag von W. MehleS. — 19.15 bis 19.45: Funkhochschule. „Unsere Zähne und ter Zahn ter Zett", Vortrag von Dr. Tho- luck, Direttor ter Städt. Schulzahnklinik. — 19.45 biS 20.15: Dom Mannheimer DesprechungSrcrum: „Mannheim als Kunststadt ün 18. Jahrhundert", Vortrag von Stadtarchivar Dr. W. Winkler. — 20.15 bcs 21.15: Konzert für Viola da Gamba. — 21.15 bis 22.30: Don Kassel: „Die Wächter", Schauspiel in vier Akten von Paul Haag^ für den Rundfunk bearbeitet von Mans red Marlo. Mittwoch, 20. 3unL 12.15 bis 12.45 H£r: Schulfunk: Englisch, vor- getragen von Mr. W. L. Wood. JFrom the Old Testament: Genesis, Chapter 37 — a Reading and a Talk“. — 15.30 bis 16 Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45; Konzert des Rundfunkorchester«: QL D. Kelöltey. — 17.45 bis 18.05: Die Dücherstunte. — 18.30 bi« 18 45: Sendlentergviertelstunte: „RLchtliches Tierleten in ten Tropen", Dortrag von Dr. R Mertens. — 18.45 bis 1930: Französischer Sprachunterricht. — 19.30: Dom Frankfurter Opernhaus. „Der Troubadour", Oper in vier Qlkten von Giuseppe Verdi. Donner »lag, 2L 3aaL 13.30 bis 14.30 Uhr: Don Kassel: Wtttags- konzert. — 15.30 bis 16: Die Stunde ter Jugend. — 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: (Russische Musik. — 17.45 bis 18.05: Di« Lesestunde. — 18.30 bis 18.45; Don Kastel: Die Stund« Haus und Garten: „Vögel ün Garten", 50. Vortrag von Quarten Ingenieur Karl Hinze. — 18.45 bis 19.15: Von Kassel: ..Die De- teutung ter Krankenversicherung für di« Dvlks- gefundheit", Vortrag von einem 'Beamten der Ortskrankenkasse Kassel — 19.15 bis 19.45: Stunde katholischer Weltanschauung: „Die Eucharistie als Herzpunkt kaiholifcher ZrömmiLkeU", Vortrag von P. Ernst DönninghauS. — 20.15; Von Stuttgart: „Le roi l’a dit“, Oder von Leo DelibeS. Anschließend: Schallputttenkon-ert: „Reuestes". Jreitag, 22. 3uni. 13 bis 14 Uhr: Schallplatten-Kon-ert. — 1530 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45: Ha^s rauen-Rachmit.ag - 17.45 tb 18.05: Die Le!«stund«. — 18.45 bi» 19.15: Stunde d«s Südwestteutschen Radioklubs. - 19.15 bis 19.45: ..Di« Tätigkeit ter Schösten und G«fchwor«nea". Vortrag von LandgerichlSdirektor Dr. Aschasten- bürg. — 19.45 bis 23.06; Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik: Die christlich-jüdische Mtfchehe. — Höhere Ernten durch Dachpappe. — O-Tenter. — 20.05 bl« 20.15: Film-Wochenschau. 20.15 bis 21.15: Anläßlich ter Rheinischen Dichtertagung in Frankfurt a. M.: Vorträge ter Dichter Josef Ponten und Qldolf von Hatzfeld. — 21.15: Dunter Qltend. Anschließend: Don Kastel: Spätkon-eN. Sametag. 23. 3unL 12.15 bi« 12.45 Uhr: Schulfunk: Französisch, oorgetregen von P. Zraikin (Stufe 6III). — 13 bis 14: Schallplatten-Konzert. - 15.30 bis 16: Die Stunde ter Jugend. — 16.30 bis 17.45: Äon- rtrt te» Rundiunkorchester«: Qleue Tanzmusik. — 7.45 bi« 18.05: Die Lesestunde. — 18.30 bi« 18.45: Der Dri«,lasten. — 18.45 bi« 19.15: Funkhochschule: ..Westliche unb staufische Dichtung", Vortrag von Pros. Dr. H. Rainnann. — 19.15 bi« 19.45. Stunde des Kutturkartell« der modernen Arbeiterbewegung: „Dernhard Shaw als Gc- s«Istchaft-kriliker", Vortrag von Prof. Hilstnann. — 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Dun- tes für Volksbildung: „Die Schimpansen und Orang-Utans im Frankfurter Zoologischen Gar- ttn". Vortrag von R. Dieschke. — 20.15: ..Endlich allein". Operette in drei Qlkten von Dr. QL W. Willner und Robert Dvdai^ky: Musik von Franz Lehar. — 2235 biS 24: Tanzmusik ter Rundfunkkapelle. Geffen'liche Aufforderung! l»r Abgabe et»er Ver»öge»»erklaruag «. et»rr4 Monate aushalten, wenn (te bt fleginn bei 1. Januar 193t entwedc 1) rin fteuervstichttgei uteiamtver- mögen (in- unb auil4nbitlfdhtQC und nichtrechtsfLhigc Vereine, Anstalten, Stiftungen, andere 3rordDe:möflcn und wn- stio« nicht unter a fallende Körper- schäften bei dürgerlichen «echte, C) i^fcnc Handelsgeieilschaften und Kommandltgesellschaffen, d) Kreditanstalten bei oifcnUidjen Aechto. wenn der Ditz oder bei £ rt der Leitung in den Bezirken der unterzeichneten Finanzämter liegt. H. 3et ?tdgabe ri»rt ErklLruag über bac im tkiirt der »»terzelchaete» ^inan? amtet belcacnc tanowirtschastliche, forstwirtschaftliche eeb gärtnerisch. Wcnnbflt», Vetriebsvermöge» und Gru.idvetmögen sind ohne Aücksicht auf de» tüerl diese» vermöge»» »er« psttchtrt. , , 1. alle natürlichen Vertonen, bi« im Deutschen «eich tvebet ihren Dohn- sch hoben noch sich mehr als 6 Monate aufhalten; 2. alle Körperschaften, Personenveret- nigungen. Bermdaenimassen, Gesellschaften und Anstalten, deren Litz unb Crt der Leitung hn Ausland liegen. ß Die hiernach zur Abgabe einer vermö- genScrtlürung Verpflichteten werden auf* Miorbcrt, die Erklärung unter Benutzung de- l'orgejchricdenen Bordrucks I» der,3cÜ bom 15. bis 36 Zu»« 1928 bei dem unter- zeichneten zuständigen Finanzamt emzu* reichen. Vordrucke für bie vermögens- erUärung tonnen vom 80. 3uni 1928 ab von den unterzeichneten Finanzämtern bezogen iverden. Die Bermögensertlärung ist schriftlich (zweckmäßigeriveise einge- schrieben» einzureichen oder mündlich vor dem zuständigen Finanzamt adzugeben (während der betannien Amtiftunden). Die Pflicht zur Abgabe der Vermögens* ervürung ist vom Empfang eines Vordrucks nicht abhängig. Die Abgabe der vermogenserNarung bei dem unterzeichneten zuständigen Rinary- amt ist nicht erforderlich, sofern die unter A bezeichneten natürlichen Personen, Körper- schäften, Personeiwereinigungen. vermö* genimasten, GeseUtchaften und Anstalten die Bermögensertlärung bei einem anderen Finanzamt bereite abgegeben haben und dies dem unterzeichneten zuständigen Finanzamt mitteilcn. c e Wirb die Frist zur Abgabe der Ser* ruSgeuserlläruug nicht ciugehaUeu, so kann ei» Zuschlag dis zu 10 v. H deo zur Erhebung gelangende» Lteuerbttrags fest* Ersetzt werden. Di« Abgabe der vermö* gensertläruug laa» durch Geldstrafe er* zwungeu werben. Wer aus Vorsatz oder -ahrttssigteit »»richtige oder »»»•«* fommeee Angaben über fei» ste»erpfltch* tiges vermöge» macht oder d»rch «icht- abgabe eieet Erklärung steuerpflichtiges vermöge» verschweigt, setzt sich schwere» Etrase» aus. D. Nach gesetzlicher Vorschrift hat jeder Gelverb esteucrp süchtige, dem ein Vordruck von dem Finanzamt zugeht, eine Erllärung über fein gewerbllches Betriebsvermöaen unb feinen Gewerbcertraa adzugrden. tic Zusendung des Vordrucks durch das Finanzamt gilt als Aufforderung zur Abgabe der Erllärung. Die Erllärung ist innerhalb 4 Wochen nach gufenbuna des Vordrucks bei dem FiiiZnzamt ausgesüllt und eigenhändig unterschrieben einzureichen; es empfiehlt sich jedoch, die Gewerbesteuer- erllärung gleichzeitig mit der vermögens* erllärung einzusenden. Die Bestimmungen unter Abschnitt C gelten sinngemäß |üi die Gewerbesteuer- erllärung vom Vetriebsvermögen und Ertrag. 5861D Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 15. Juni 1928. Tie Finanzämter. Geffentliche Erinnerung. Die Einlösung der Gewerbeschein« für 1928 kann noch bis End« dieses Monats ohne Losten erfolgen, «ach diesem Zeitpunkt muß ohne weitere Mahnung die Zwangsvollstreckung eingcleitet werden. Die Losten fallen dem Zchuldner zur Käst. 5865D Finanzamt (Finanzlasse) Siesten. Uonlursverfahren. lieber das Vermögen der „^ama*, N*m. metal'.ura. i*eteUf ' pitvOr trA** Frankfurt a.M. Pterfle-Märkte Das (öleöener (Sias- nnö W öer iBiancgsinfiiiBt empfiehlt das Reinigen von Parkett., Einoleum- und (Steinholz'Zußb-den Kostenlose Auskunft S. Ruckfluhs 0nauthi7r. 22, gcar. 1892 - Telephon 1335 / Pritatzirtelx (Lesetlikrl) für junge Mädchen Blnttihruni? und Weherblldunß in Literatur und Kunstgeschichte Gesundheit slehre Anmeldung 2-4 Uhr, Ludwtß.itr. 22 reU140 x. Frau U. Gerstcr / staatl. gepr. Lehrerin X GrflndUchcr Naiunterricht Im Anfartlet n elmt Ichcr Wäsche und Kleider oouie In Allen llAiuiarbelirn wird jrowlM-nltah «rieUt von Frau H. Becker, ab 15. Juni; Ncltrrn- uca*9 1 fr Kahrrai.cc ISi 04357 Anmeldungen Jederlei«. Kalk Gra - und Weiß-Slt'ck von beeter Quält- lAt und irrbUtar h ruleblxkelt xu bilKostern Prell C. Rübsamen, Gießen Pen11Pracher ISW >317 D Dr.. maic-.dv^, - ..en, Bc_rol- ■ eh e», aek-*»J uaetalpl lie, leinor Üleer P lee, De*rlei- .ie»aiehi»e», a.lo lanlwlrtiebaltllckn taue toe- Karl Wilke. Mafchinenfdilof i 81011, Wlwihr Nag 11, IslaPhD» » 99 Dr med. Th. Reinewald Ohren-, Nasen- und Halsaizt von der Reise zurück i^fSperrholz in eiche Gafvou n. Sieter i-35iun «;»■ B reuet und Dielen aller Lintken S * e • ichwedttche i nd bnurtil.tf tC'obrb • £ -“ breiter. Lvaiierlaiien. otckien- u n Buchen» Lchntliivarcn Itclern in allen Starken lirD iHs dosen Dörr & Go., «le&en Telephon 14t). Latten 11 allen Stlrlen prompt Unter bar Vertreeaen Sie nlctit einen ,,Xe!lH mit aui Ihre Reise zu n'-hmon! Größte Auswahl bei Optiker Btagnna, Marktnl. 19 Liegesiühle.....^5.90 Korbseffel......^.5.50 wieder In größter Auswahl da. 04594 Wilh. Kohlermann Jleuflaöl 12 Sernnif 1676 C. Rühr & Co. .Hemden Popeline Wundervolle Muster für Maßarbeit HASSIA- » < Drillmssdiinei! 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Znni (928 König Gustaf von Schweden. 3um70 HcburtotaflröröAönigeam 16 Juni Don unserem v. 54 -Berichterstatter. Nachdruck, auch mlf Outllenangabe, verboten. Stockholm, 3uni 1928. 2m 16. 3uni «eiert das schwedische Doll den 70. Geburtstag seine- König«. Dicht etwa eine dem ThroN nahestehende Schicht, sondern die gesamte Dativ n, ohne llnier1d):eb der Parteien oder politischen Glaubensbekenntnisse. »>« leiert ihn so. wie man wohl den Geburtstag eines vornehmen, gütigen alten Herrn begehen mag — eines väterlichen freundes, aus dessen unwandelbare Treue und Hrlssbereitschafl man nie vergebens gebaut hat. Mit dem Gefühl der Ehrfurcht vor dem gefrönten Haupt mischt sich unverfälschte persönliche DnhLnglichkeit, die dem durch und durch lauteren Menschen — mehr noch als dem Herrscher — gilt Wer die Wesensart und den Lharakter des Könias kennt, wird auch wissen, daß gerade diese Art Liebe und Anhänglichkeit das schönste Geschenk ift. das sein Doll ihm darbringen lärm. Es, fällt ihm nicht mühelos in den Schoß, sondern ift die Frucht und der Dank eine« durch Arbeit, Pslichtersüllung und schlichte Selbstlosigkeit gekennzeichneten Dasein- Ais Gustas V. Adolf im Jahre 1907 den Thron bestieg, war der vierundvierHigjährige Mann weder beliebt noch unbeliebt, sondern so gut wie unbekannt Bescheiden, ftill und zurückhaltend stand er als Kronprinz im Schatten seines überaus repräsentativen, vorn Schicksal in jeder Hinsicht glanzvoll ausgestatteten Baiers. Sowohl Oscar II. — wie dessen Bruder und Vorgänger Earl XV. — waren Persönlichkeiten, deren angeborene Talente und strahlender Eharme das Volk rm Sturm eroberten. Um populär zu sein, brauchten sie nichts andere- zu tun, al- ihrer glücklichen Habit zu folgen und die Volk-gunst als einen selbstverständlichen Tribut einzuheimsen. König Gustas verfügt nicht über die Fähigkeit seines Oheims hoch und niedrig in gleicher Weis« durch ein paar heiter hingeworsene Worte am rechten Fleck tu packen, mit den Herren Herr, mit den SvDaien Soldat und mit den Bauern Bauer zu sein: auch nicht über die Gabe de- Vaters, in 22 lebenden und toten Sprachen geistreich zu plaudern. Denn er heute vielleicht nicht weniger Liebe erntet, al- jene ernpsangen haben, so ist das in erster Linie daraus zurückzusühren, bah er selber Liebe gab. und daß sein einfache-, ungekünsteltes Auftreten so schwedisch wie nur möglich wirkt. Sine gewisse nordische Herbheit und Steifheit der äußeren Formen, ein au-geprägier Trust der Lebensauffassung mildert sich bei ihm durch stets füblbares Wohlwollen. Diese Verbindung von Gute. HerAensloyalität, Selbstdisziplin und männlicher Wurde verkeiht Gustas V. ein Gepräge und eine Position, die wir Im besten Sinne .köniaNch" zu nennen pflegen. Seiner ruhigen Schlichtheit ift nichts unangenehmer al- Aufmachung^ Prunk und Schmeichelei und wenn man alles zusammenfastt, dann wird unwillkürlich die Erinnerung an einen deutschen Herrscher wach — Kaiser Wilhelm I. Kürzlich sagte mir ein dem König seit vielen Jahren persönlich nahestehender, schwedischer Diplomat, Daß er es auch beim ungejtoungenflen Zusammensein noch kein einzige- Mal verabsäumt habe, die Anrede .Majestät' zu brauchen und fügte hinzu: .SS ift doch merkwürdig, dah man den König in ihm nie vergißt, obgleich er ihn niemals bewutzt hervvrkehrt oder auch nur andeutet." Bei offiziellen Gelegenheiten bevorzugt Gustaf V. die Uniform, doch sieht man ihn noch viel häufiger im schlichten Zivil — wo- für die Stockholmer da- Zeichen ist, dah er als Privatmann zu gelten wünscht. 3n solchen gälten soll man ihn — aus höflicher Rücksicht — eigentlich nur bann grüßen, wenn man den alten Herrn persönlich lennt, doch ist der .Bekanntenkreis" des König- in allen Schichten der Bevöllerung so groß, daß die Druhhand nie aut Ruhe kommt. 3n Stockholm gilt übrigen« die Verkehrsregel, dah man immer auf dem mente verstehe. Diese Aeußerungen Doll stärksten Widerhall und führte fanden im irien zu einer Spendensammlung für das Panzerschiff, die in kurzer Zeit mehr als 16 Millionen Kronen einbrachte. Der Kamps ging jedoch weiter und sand erst seinen Abschluß, als ein gewaltiger Dauemzug aus allen Teilen de- Landes am linken Bürgersteig zu gehen hat. Wer gegen den Strom schw.mm:, wird polizeilich .umge- leitet". AI- König Gustaf sich einmal einer .Zuwiderhandlung" schuldig machte, trat der nächste Schuhmann pslichtgemäh vor ihn hin und stotterte verlegen: .Sure Majestät hallen au Gnaden — aber Sie geben falsch!' Worauf der Monarch sich lächelnd fügte. Vormittag- pflegt Gustas V. bi« zum heutigen Tage sehr häufig — die kurzsichtigen Augen mit zwei Paar Gläsern bewaffnet — in der Tennishalle beim Stadion eine Partie zu mach: i. Al- Mitspieler werden — al- wäre da« b.c selbstverständlichste Sache der Weit — die jeweils Anwesenden (oft Studenten» herangezogen Sine tiefe Hosverbeugung ift dabei durchaus verpönt und der überleben-grobe alte Herr legt einem gleich abwehrend die Hand auf die Schulter, wenn man verdächtige Anstalten dazu macht Bei einer solchen Gelegenheit stellte sich der König einer frisch zugereisten Tennisspielerin und Diplomatengattin vor und nannte dazu ganz schlicht feinen Damen .Gustas". (Vielleicht fetzte er auch da« Wort .König' voran, doch wurde es von niemand gehört). Die junge Dame erkannte ihn nicht und war wohl kaum auf eine so zwanglose Begegnung mrt dem Staatsoberhaupt vorbereitet. Jedenfalls hielt sie die Vorstellung für einen schwedischen Scherz, machte einen schelmischen Knick- und antwortete prompt: .Slsef Die Situation war dem König sicher neu. doch fand er sich mit einem herzlichen Lachen hinein und tröstete noch dazu die vor Schreck außer Fassung geratene Sünderin. Heben dem TenniSsport bildet die 3 a g d die liebste Zerstreuung und Erholung Gustaf V. Er gilt für einen guten Schützen und braucht, bei seiner Rüstigkeit, körperliche Anstrengungen nicht zu scheuen. Das Herrscheramt hat an den schwedischen König in feiner 2bjährigen RegierungSzeit nicht geringe Anforderungen gesteift, doch ist er ihnen immer mit sicherem Instinkt und ruhiger Snt» schluhkrast gerecht geworden. Dah Schweden heute — in bezug auf da- Verkehrswesen, die Entwicklung der Landwirtschaft, die soziale Gesetzgebung usw. — eine geradezu vorbildliche Stellung einnimmt, ist nicht zum geringsten Tell seiner Einsicht und Förderung zu danken. Die gesamte 'Bevölkerung deS Landes ist ausgesprochen demokratisch gesinnt, doch hat diese Einstellung e*nen stark aristokratischen und trabi- tionsbewuhten Unterton, der einen Begriff«- vergleich mit dem Kontinent nicht recht -uläht. König Gustaf ist in dieser Atmosphäre groh geworden und hat a. B. mit dem späteren Sozia listens ührer Hjalmar B r a n t i n g die gleiche Schulbank gedruckt. Daraus ist eS wohl zu erklären. daß ihm der zu Verfassung und Gesetz gereifte Wille der Ration stets unantastbar heilig war und dah er heute alS TypuS eine« modernen, konstitutionellen Monarchen gelten kann. Dur einmal hat er direkt und entscheideist» in das Innerpvlltische Schicksal seines Landes eingegriffen, indem er durch eine Art .Staatsstreich" die Verfassung gegen das eigene Ministerium schützte. Ds handelte fich dabei um di« Frage der Landesverteidigung, die, fett der Hebernafome der Regierung durch das liberale Kabinett ötaaff (1911), die Parteileidenschaften bis zum Siedepunkt erhitzt hatte. Trotz der durch den italienisch-türkischen Tripv- liSkrieg gegebenen ..Brandwarnung" nahm Staafs — unter völliger Verkennung oder Dichtachtung der DollSstimmung — den Kampf gegen alle militärischen Neuanschaffungen auf. Er ging so weit, den vom Reichstag beschlossenen Dau eines Paiizerschiffes aus eigener Machtvollkommenheit hinauszuschieben. König Gustaf erklärte im Staatsrat, dah er diese Schwächung der Landesverteidigung tief bedauere und lieh in daS Protokoll die Bemerkung aufnehmen, dah ein derartiger Schritt feiner Meinung nach gegen d i e Konstitution und die Rechte des Paria- $leI6nnil0eii1Mtn5Wm. Roman non Gbgar Wallace. Cöpyrifhi by Wilhelm Goldmann. Verlag. Leipzig. 32. öortteBung Nachdruck verboten. Ein Streichholz flammte auf. Sie sah lange graue Hände mit unsauberen Nägeln. Die Flamme setzte stch auf einem Petroleumbrcnner fest. Der Glaszylinder wurde darüber geschoben. Dor ihr stand ein mittelgroßer dürrer Mann mit einem Gesicht wie verrunzelte» Leder, in dem zwei düstere Augen in tiefen Hohlen brannten. Ein lanaer schwarrer Bart verbarg den Schnitt feine» Munde» und hing über die ©ruft herab. Der fleckige, altmodische Gehrock schlotterte über ungebügelien Beinkleidern. Eine kleine schwarze Kappe verhüllte den fjinterfopf. Er sah aus wie der Hexenmeister einer Walpurgisnacht, aber anstatt daß ein neuer Strahl der Furcht bei seinem Anblick in ihrem Innern aufschoß. beruhigte ich da» Klopfen ihre» Herzen» unter seinem forschenden Blick. Der Mann hatte offenbar an der Tür mit den sieben Schlössern gearbeitet Sie faß feine Werkzeugtasche auf dem Boden liegen, ein Bohrer war in den »weiten Metallschlitz geführt. „Sie sagen, man hat Sie verfolgt?" fragte er und hielt ihren Blick wie mit stählernen Klammem fest. Sie nickte. ..Der hat fie denn verfolgt?" fragte er wieder. „Ein — fürchterlicher Mensch." stammelte sie, „ein — Riese!" „(Ein Riese---?" Sein Bart bewegte sich. Unter feinem Schutz Der- schob er den Mund zu einem Lächeln. „Und warum verfolgte er Sie, junge Dame? Um drei Uhr nacht»! Dar er so amourös?" Sybil zuckte zusammen. Doch sein Blick wirkte wie ein Schlafmittel. Plötzlich konnte sich Sybil an nichts mehr erinnern. Sie wußte weder, warum sie verfolgt worden war. noch woher fie kam. Sie dachte nicht einmal mehr an den Riesen. Sie sah nur immer in die schwarze Tiefe dieser geschlissenen Äugen, in die da» Licht der ‘Petroleumlampe fiel. „Setzen Sie sich", sagte er gebietend. .Ich mag nicht mit jemand sprechen, der mir bis an die Stirn reicht/ Er deutete auf eine Bordschwelle. Sie ließ sich Sehorsom darauf nieder. Die eisige Kälte de» Stein- ödens (pürte fie nicht. Der Fremde begann in dem schmalen Gange hin und her zu gehen. Er trug die Lampe in der Hand. Sein grotesk verzeichneter Schatten wandelte mit. Er hatte die buschigen Brauen zusammengezvgen und murmelte unverständlich vor sich hin. Sein Blick fiel auf den Bohrer. Er zog ihn au» dem Schloß, legte ihn in die Werkzeugtasche und schnürte sie sorgfältig zu. Die Lampe hatte er inzwischen auf den Boden gestellt. Dann stand er auf und starrte düster die Tür an. Seine Stirn erhellte sich erst beim Anblick der Skelette. Er streichelte zärtlich die kahlen Schädel. Jäh wandte er sich um. „Die ast sind Sie, Sybil Lonsdown?" „Zweiundzwanzig Jahre", antwortete sie wie Im Traum. „Zu spät — zu spät", sagte er bedauernd. „Sie sind zu alt für meine Experimente. Ja. hätte ich Sie fünfzehn Jahre früher in meiner Gewalt gehabt ... Er strich sich über die Stirn. „Auch müßten Sie nicht eine Frau fein. Was sind mir Frauen?" Er tat, als knipste er verächtlich ein Stäubchen weg. „Das!" Wieder begann er feine ruhelose Wanderung, und feine Blicke schweiften dabei über die schweren geschnitzten Türen, hinter denen die Toten des Hauses Sflforb in feuchten Legräbnisnischen vermoderten. „Frauen", begann er wieder, „sind schwaches Material für Experimente. Sie reagieren nicht normal. Ein kühner Versuch wirft sie vielleicht ins Grab, und Jahre schöpferischen Aufbaues und Forschens sind vertan!" Plötzlich blieb er vor der dritten Grabkammer zur linken Hand stehen und lauschte an der Tür. Dann hielt er das Licht feiner Campe so, daß es auf Sybil herabströmte. Ein ganz anderer Aus- druck beherrschte fein Gesicht. Eine ungeheure Spannung lag in feinen Zügen. „Richt wahr." fragte er behutsam, „der Mann. 6er Sie verfolgte, bat Ihnen Furcht und Grauen eingeflößt?" Sybil nickte stumm. Er ließ die Campe sinken. Mit der anderen Hand strich er sich nachdenklich den Bart 6. Februar 1914 -m Stockholmer Schloßho' auf- marfchierte und in einer einzigartigen Kundgebung dem König die Bereitschaft des .bolle« versicherte, alle nötigen Wehrlasteu zu tragen. König Gustaf h.ell eine von innerster lieber- zeugung durchgeh:e Ansprache, in der er u. a. aus führte, daß er das Doll nicht enttäuschen und n.emals ein Kompromiß m bezug auf das eingehen werde, wa« er für die Sicherheit des Landes für notwendig halte. Die mir erzählt worden ist. soll ötaaff in höchster Erregung den Versuch gemacht haben, sich neben den König zu stellen, um aleichfalls zu den Massen zu sprechen. Da aber habe Königin Viktoria — die Enkelin Kader Wilhelm I. — ihn mit den Worten zurückgewiesen: ..Heute gibt es nur einen Platz neben dem König. und der gehört mir!" — Der Ministerpräsident ließ eS zu einem offenen Konflikt mit der Krone kommen und stellte die Behauptung auf. daß d.e Rede des Königs gegen die Verfassung verstoßen habe. Gustaf V. gab jedoch nicht nach und ertrug es mit kühler Würde, daß die Mitglieder des Kabinetts sich bei seinem Erscheinen ün Staatsrat (angeblich) nicht von ihren Plätzen erhoben. Staaff unterlag bei den Neuwahlen und mußte dem Ministerium Hammarskjöld weichen. Der König aber hatte seinem Volle gezeigt, daß er den einmal beschrittenen Weg auch zu Ende zu gehen wisse: was ihm nicht nur starke Sympathien, sondern auch die Achtung seiner Gegner eintrug. Doch im gleichen Jahre — im Knegswinter 1914 — ergriff König Gustas persönlich die 3nt- tiative zu einer außenpolitischen Aktion von größter Tragweite: er lud die Könige von Dänemark und Dorwegen sowie iyre verantwortlichen Minister pu einer Zusammenkunft in Malmö ein. auf der nach feinem Wunsche die unverbrüchliche D e u t r a I i t ä t der Skandinavischen Staaten beschlossen wurde. Gustaf V. ist dabei stets ein warmer, aufrichtiger Freund des deutschen Dolle« gewesen, hat diese Gesinnung nie verändert und oftmals in die Tat umgeseyt. Sein Wahlfpruch lautet: „Mit dem Voll fürs Vaterland" — und das bedeutet für ihn feine traditionelle Phrase, sondern ein Gelübde. Wochenbericht vom Sranffurfcr Effektenmarkt. Auch in dieser Woche war die Stimmung an der Börse unsicher und zurückhaltend, wobei die Kurse andauernden Schwankungen unterworfen waren. Die starken Einbrüche an der Deuyorker Dörte verfehlten naturgemäß ihre ungünstige Wirkung nicht und übten einen merklichen Druck auf die deutschen Märkte au«, die sich jedoch außerordentlich widerstandsfähig erwiesen. Tatsächlich waren hier kaum Verkäufe von amerikanischer Seite festAustellen. und an der Börse setzt« sich bi« Meinung durch, daß diejenigen amerikanischen Kreise, die in jüngster Zett In größerem Ausmaße deutsche Werte gekauft hatten, an ihrem deutschen Aktienbesitz festhatten und nicht identisch flnö mit den Gruppen, die an der Deuvorker Börse zu starken Abgaben geschritten sind. Ferner befriedigte es, daß trotz der flauen Deuvorker Börse neben den deutschen Märkten auch die Pariser unö Brüsseler CBÖrfen widerstandsfähig blieben. Sine gewisse Stütze bot ferner der Bericht des Repara- tionSagenten Parker Gilbert. Schon rein äußerlich war man über dessen ruhigen und sachlichen Ton befriedigt, vor allem icdvch wurde die erneute Forderung auf eine endgültige Festsetzung der ReparationSsurnrne günstig aufgenommen, während man über die Stellungnahme zur Tariferhöhungsfrage bei der Reichsbahn etwas verstimmt war. Einen guten Eindruck machten die Kommentare der ausländischen Presse )u dem Reparationsbericht. Die Widerstandssähtgkeit der Börse war ferner in der inarkttechnischen Situation begründet. Hausse- Positionen waren nur In sehr geringem Umfange vorhanden, dagegen solten vielfach Daisse» engagements bestanden haben. Außerdem machte sich m verschiedenen Werten ein gewisser Materialmangel bemerkbar, sobald etwa- Dachfrage eintrat. Die Medivllquidation bereitete infolge- dessen keine größeren Schwierigkeiten, doch kam am Präm.enerklärungslag entgegen den Erwartungen doch noch etwa« Präm: »4.6 IM >58 159.5 r49 258 . 7 . 8 5Vt in 86 5 1 144.5 I» 30.5 »8.25 114 151,5 18. 13 116 16*< 263.75 281 1 133,5 18» 5 1114.25 207.5 172 231 ,88 ' Ib6.< 167.8 128.9 279.5 ,96 281 18# 168.7. 108 die Höhe der znietzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, 87 141 160.5 142 Vf nltfienftatttl äungban». . tRaintttfttDctli Moq Selcriulmrt 206.5 358 5 97 507.5 165.5 di.0.75 160,76 1/8 86.75 144.75 .................. M. . - ^mmcr»« unb Prirxit-Iianl . Dar mir. u. Stationaltanf Deutiche Bim! StorniUNÄcfellMMft Bnt. . 3)rr4onct Ban! . . . SättelcvutfdK üieMtban! . . Die tollben!........ Jiei76 8nbro. Loewr . •Rat. flntorroM Crenftem # Rvi 9evnbart> Tietz 216 16! 26 >82 148:5 .74- l»5.75 *li.7 >69.75 1*6.7, 167.9 N>7 151 276 166.75 167 207 WM W 56 248 403 454 129.5 280.9 162 169 265 14O.7o 163.5 141.5 ÄO 134 136.5 142 mifl. Teundw ÖUenbabn . «'airtt'urc-'.Hmertla flolrt . bomb -Lüdam. t-ampffcfc öänia DamvtlchM 247 94.5 127.13 314 25 IM 111 ' 97.65 .105 164.5 160.5 j8.4 53.13 <46 :5i 457.5 . e 10 . 8 10 v' !k 11 10 10 io . 9 . 0 ... 6 ...» . . 1« . . 10 ... 6 . . 10 . . 10 , . . . 9 , . . 10 > . . . 8 . . 1L , . . . 8 , . . 10 , . . . 6 . . . . 6 , . . . 8 f. X 5 4 . . . . 6 , . . . S . . . . 8 Ä.r.«........ Bergmann..... b'fcrunoen. tifdit unb fitah . , Rehen & (»uUleaume. 8n'..t(M61.-6d)ulb mh Au« l<8-«RenMen......... De»«! ohne >Mu4loL-Ätd)te . . . 7^ hr.-nü Pyp.-Vl Ofplbyf. im- ftmoiKrt bi* 1982...... 4%°„ HfbetniMw Hyp.«Banl 81W- "fr H'i ....... L.» « obfl. VoMleflto Obligation rtrfiabltxn 1981 . . 4% €d)»efi. vunde«b «ui.. . . 4% Oesterreichiir« ftur& [ Ä»re sch utz Ann Unfang Aer« Saturn: 15.6. 16.6 15. 6. 1 16. 6. - Lhilcho voizmann......1 V-it^tbettKr temcHt .... 10 Sement Äatlfiabt . • .... 6 Wank & ifreuag......1° -diultbeH Patzenhos« ... 15 Cftroette.........1? ’Set. (Slaniftofl......12 Bembera..... 14 3#llftof| «aN>ho<.....ir Zellslosf ’ÄjdiaTfcnhitfl ... 1? Ibati ott en bürget Vatter ... 7 DeHaucr Ga» . . 8 Sotmler Mvtore» ...... 0 Lemafl . . ....... 0 Äblerroerte ............6 154.& 143 148.5 175 :4v - -1 - _ > 316 ’ 215 313.75 120 Kl 120.7»' 119 5 111 " " - ’S- e» 359 318 5 7*4 64« 312.5 15t.5 320.'. liO.5 57.75 118.25 JrauMun o. TO Berlin JraiiWurt a. 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